Nr. 145 Erstes Blatt Mittwoch, 24. Zuni W36 186. Jahrgang Sie deutsch-französische Verständigung grundsätzlich sich nochmals einem Abschluß des Pak- tes geneigt gezeigt, jedoch nicht gesagt, ob ihrer An- sicht nach dieser Pakt notwendigerweise durch ein Beschränkungs - Abkommen ergänzt werden sollte. Von der englischen Regierung ist in dieser Angelegenheit eine Frage gestellt worden. Auf die Antwort wird gewartet. Um den Rüstungswettlauf anzuhalten, der in der Luft immer schneller wird, bleibt ein Abkommen über die Beschränkung der Luftstreitkräfte außerordentlich wünschenswert. Frankreich ist für seinen Teil bereit dazu, ob es sich dabei allein um die Luftstreitkräfte der Westmächte oder um die gesamten europäischen Luftstreitkräfte handeln sollte. Um eine Bilanz der allgemeinen Wirtschaftslage und der Maßvahmen, den Austausch zu beleben, aufzustellen, wird die französische Regierung die Einberufung des Studienausschusses für die europäische Union beantragen, die Briand geschaffen hatte. Dieser Ausschuß umfaßt alle euro- päischen Staaten, ob sie Mitglieder des Völkerbundes sind oder nicht. Deutschland wird also daran teilnehmen können, ebenso wie die Sowjetunion zu Beginn daran teilnahm, die damals noch nicht Mitglied des Völkerbundes war. Alle Männer, die heute auf der Regierungs- bank sitzen, so schließt die Erklärung, sind einig in der Auffassung, daß der Zu st and des bewaffneten Friedens, aus dem Katastrophen entstehen, vorübergehend sein muß, und daß alle Anstrengungen darauf gerichtet sein müssen, um seine Dauer abzukürzen. Zuneigung interessiert, die uns mit der kleinen Entente vereinen. Ebenso notwendig ist es, alle Mittelmeer st aaten von Spanien bis zur Balkanentente in einem Abkommen zusammenzufassen, das ihnen die Bürgschaft gibt, daß sich keine Vorherrschaft einstellen kann in einem Meer, dessen Ufer durch eine gemeinsame Zivilisation verbunden sind. Für Westeuropa wünschen wir ein Abkommen, das der am 7. März eröffneten Krise ein Ende bereitet. Wir sind überzeugt, daß Italien diesen Aufgaben seine notwendige Mitarbeit leiht, Wir zweifeln nicht an der vorbehaltlosen Unterstützung der großen britischen Demokratie. Frankreich rechnet über Großbritannien hinaus auf die herzlichen Gefühle der amerikanischen Demokratie, der natürlichen Freundin der freien Völker. Frankreich ist des machtvollen Beistandes seines Freundes, der Sowjetunion, gewiß, mit der Frankreich ein Pakt des Beistandes, der allen offen steht, verbindet, ein Pakt, den uns unsere gemeinsame Sorge um den Frieden vorgeschrieben hat. Die französisch-polnische Freundschaft wird eine neue Weihe in einer herzlichen unmittelbaren Suche nach besseren Formen der Zusammenarbeit zwischen zwei solidarischen Völkern finden. Mit Belgien, Rumänien, der Tschechoslowakei und Jugoslawien fühlt sich Frankreich sowohl durch Verträge wie durch eine enge Intimität des Gedankens und des Herzen vereint. Wir rechnen auch für die zu erfüllende große Aufgaben auf die Balkanentente, auf die spanische Demokratie, auf alle Völker, die von Portugal bis zu den skandinavischen Staaten über Holland so viele Unterpfänder der Treue zum Völkerbund gegeben haben. Gautag Hessen-Nassau vom 8. bis 12 Juli 1936 in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main. NSG. Der Gaulag Hessen-Nassau wird bereits am Mittwoch, den. 8. Juli 1936, mit der Weihe des Luftschiff- Hafens Rhein-Wain durch den Gauleiter eröffnet werden. Aus diesem Anlaß sind beide Luftschiffe in Frankfurt am Alain. Das Luftschiff LZ 129 „Hindenburg" wird in Frankfurt a. 7N. und der näheren Umgebung eine Gästerundfahrt unternehmen, während LZ 127 „Graf Zeppelin" am Abend nach S ü d a m e r i k a st a r t e t. Außerdem fin- det am gleichen Tage die U e b e r f i e d - lung der Lufthansaflugzeuge nach dem neuen Flugplatz statt. Auch eine Reihe von Poolflugzeugen treffen zur Weihe des Weltlufthafens ein. Die Parteien der Volksfront haben immer f ü r eine deutsch-französische Verstän- d i g u n g gekämpft. Bei mehreren Gelegenheiten hat der Reichskanzler seinen Willen zur Verständigung mit Frankreich bekundet. Wir haben nicht die Absicht, an seinem wort als ehemaliger Frontkämpfer, der vier Jahre lang in den Schützengräben das Elend gekannt hat, zu zweifeln. Aber so aufrichtig unser Wille zur Verständigung auch sei, wie können wir die Lehren und Erfahrungen uyd die Tatsachen vergessen. Die deutsche Aufrüstung entwickelt sich in einem täglich steigenden Rhythmus. Am 16. Rlärz 1935 hat Deutschland d i e rNilitärklausel des Versailler Vertrages unter Bedingungen zurückgewiesen, die gewisse von ihm angegebene Irrtümer nicht rechtfertigen. Am 7. Rlärz 1936 hat es den freiwillig unterzeichneten Locarnopakt verletzt und zurückgewiesen, von dem der Reichskanzler bei mehreren Gelegenheiten erklärt hatte, daß er die hauptsächlichste Garantie für den europäischen Frieden darstelle. Seif diesem Zeitpunkt ist die Lage ernst geblieben. Am 19. Rlärz unterbreiteten die Locarnomächte Deutschland einen Plan, der greifbare Vorschläge für die Schaffung eines neuen Sicherheitsabkommens enthält. Am 24 Rlärz unterbreitete Deutschland Gegenvorschläge, die jedes System von Abkom- men zurückweisen, das auf den gegenseitigen Beistand in den Beziehungen Deutschlands zu seinen Nachbarn mit Ausnahme der Locarnomächte beruht. Am 10. April beauftragten die Locarnomächte — in dem Wunsche, alle Versöhnungsmöglichkeiten auszunühen — die e n g- lische Regierung, gewisse Punkte der deutschen Denkschrift aufzuklären. Dies ist Gegenstand eines englischen Fragebogens, der am 6. Rlai in Berlin überreicht wurde. Auf diesen Fragebogen hat das Reich noch nicht geantwortet. Wird es dies morgen tun? Frankreich wird auf alle Fälle die deutschen Vorschläge in dem aufrichtigen Wunsche prüfen, darin eine Abkommensgrundlage zu finden. Dieses Abkommen kann aber nur verwirklicht werden, wenn es dem Grundsatz des unteilbaren Friedens entspricht und keine Drohungen gegen irgend jemanden enthält. Das französische Volk weiß, daß d e r R ü - stungswettlauf zwangsläufig zum Kriege führt Es würde gern eine durch die Gemeinschaft der Völker kontrollierte Abrüstung möglich machen. Die Regierung wird zunächst die Kontrolle der Kriegswaffenherstellung durch eine internationale, ständige Komission beantragen und sich jeder Maßnahme anschließen, die einstimmig ergriffen werden sollte, um die Rüstungen zu kontrollieren, zu beschränken und herabzu- sctzen. Trotz aller Anstrengungen sind die Verhandlungen über einen Luftpakt nicht fortgeschritten, da die deutsche Regierung bisher ihre Antwort ausgeschoben hat. In ihrer letzten Denkschrift hat sie Erschein! täglich, außer JHMV MM ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags 'v für die Mittagsnummer SS SÄ" AU A** A** ■■ A» A** s* Wir Kolo ZlIKlIUlI sskee WKUiL xziv||viivr iviwtvr MS« von einzelnen Nummern WW Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhesien Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6 Rpf. Zrankfurt am Main 11686 Druck uitö Verlag: vrühl'sche Universttätr Vuch- und Stcinöniderci R. Lange in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Unsere Tätigkeit wird von dem Glauben an die Zukunft der kollektiven Sicherheit beseelt sein. Wir werden nicht die Unvorsichtigkeit begehen, bereits jetzt den Stand unserer Verteidigungskräfte unseren Hoffnungen anzugleichen. Solange ein internationaler Mechanismus nicht den Beweis feiner Wirksamkeit erbracht hat, ist es die Pflicht Frankreichs, sich selbst gegenüber wie gegenüber seinen Freunden in der Lage zu bleiben, alle Angreifer zu entmutigen. Aber wir rufen zur internationalen Zusammenarbeit alle Völker und alle Regierungen auf, die glauben, daß der Friede auf der Achtung der frei übernommenen Verpflichtungen beruhen muh, die an Stelle der Umwandlung der Welt durch die Gewalt die Entwicklung unter Führung einer internationalen Gerechtigkeit und Moral wünschen, alle diejenigen, die entschlossen sind, wie Frankreich solidarisch alle Lasten und Verpflichtungen der kollektiven Sicherheit zu übernehmen, weil sie wie Frankreich darin die beste Garantie der nationalen Sicherheit sehen. DieRechtettWertdasVerhallniS zu Moskau. Der Abgeordnete M o n t i g n y von der radikalen und demokratischen Linken bedauerte, daß man sich fragen müsse, ob die kollektive Sicherheit noch als Grundlage der Politik in Frage komme. Wenn man die kollektive Sicherheit auf nur drei Mächte — England, Rußland und Frankreich — aufbauen wollte, so würde das sehr einem Bündnis nach der alten Formel ähneln. England wolle von einem System vollkommener kollektiver Sicherheit nichts wissen. Mithin kämen nur in Frage Sowjetrußland, die Tschechoslowakei und Frankreich. Vom sowjetrussischen Heer habe Abgeordneter Archimbaud Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Paris, 23. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Blum verlas im Senat und Außenminister D e l- b o s in der Kammer eine Erklärung zur Außenpolitik, in der es u. a. heißt: Wir wollen den Frieden für alle Völker, den Frieden mit allen Völkern. Unser Friedenswille ist zu aufrichtig, um nicht ein tätiger Friedenswille zu sein. Deshalb wollen wir mit allem Nachdruck unsere Völkerbundstreue betonen. Die Prüfungen, die der Völkerbund durchmacht, stärken unsere Entschlossenheit, ihn zu einer wirksameren Organisation der kollektiven Sicherheit auszubauen, die zwei Bedingungen erfordert: die Achtung der internationalen Verträge und die Wiederher st ellung eines durch zu viele Erschütterungen, Enttäuschungen und Befürchtungen wankend gewordenen Vertrauens. In diesem Geist hat die Regierung das Problem der Sanktionen gegen Italien geprüft. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge wäre die Aufreckterhaltung der Sanktionen nur noch symbolische Geste ohne wirkliche Wirksamkeit. Der Frieden kann nur durch dieVerstär - kung der Sicherheit der Nationen gefestigt werden. Zunächst muß eine Gruppe von Mächten bereit sein, alle ihre Kräfte gegen den Angreifer einzusetzen. Die Art, wie in Genf der Grundsatz der Einstimmigkei t ausgelegt wird, setzt den Völkerbundsrat außerstande, die Vorbereitung eines Streiks zu verhüten. Die französische Regierung wird Vorschlägen, dieser paradoxen Lage ein Ende zu bereiten. Die Gründe, die den Abschluß eines Paktes zwischen allen Donau st aaten empfehlen, haben heute mehr ihren Wert als jemals. Ein solcher Pakt wird allen Mächten Mitteleuropas offen stehen. Wir selbst sind daran durch die Bande der dem Pessimismus auf lange Sicht verträgt sich ein I Optimismus auf kurze Sicht. I Und dcA Zünglein an der Waage, Deutschland? Italien zeigt sich dankbar und offen erkenntlich für die kluge Politik, dle das national- sozialistische Reich während des afrikanischen Feld- ruges eingehakten hat, unbedingt neutral, Niemals schwankend, klar und loyal, wie das Gwrnale d'Jtalia in einem Leitartikel offiziöser Prägung feststellt, mit vollem Verständnis für die italienischen Lebensbelange. Darüber hinaus aber hat sich der Nationalsozialismus nach dem Welchen unverdächtigen Zeugen eine Stellung in der römischen Welt- betrachtuna errunaen, wie sie vor zwei Jahren undenkbar schien. Wenn es heute von so verantwortungsbewußter Stelle in alle Welt hinausgerufen wird, daß gerade das Hitlerregnne den Geist der Gerechtigkeit, wie er im deutschen Volke lebe zu einer nieqekannten Größe gesteigert habe, so sollte das in erster Linie dort verstanden werden, wo man sich noch immer dem kindlichen ©lauben begibt, der Duce werde schon noch den bösen Nazlbuben tüchtig auf die Finger klopfen Rom weiß, daß das neue Deutschland nicht irgendeine sondern die ausschlaggebende Macht im mitteleuropäischen Raume ist. Und Realpolitik zu treiben roar immer das Geheimnis des geeinigten Italiens, das infolgedessen ständig gewann, niemals verlor. Jetzt, wo es daran geht, zwischen Freund und Feind nüchtern zu unterscheiden, wird es em so bewahrtes Verfahren weniger denn je aufgeben. Auf Realpolitik ruht | das Imperium. Der außenpolitische Kurs des Kabinetts Blum Für Frieden, kollektive Sicherheit und Abrüstung. zu befestigen. Auf die Dauer, darauf liegt der ToN. Wenn es unklug und unverständlich war, den Krieg im M i t t e l m e e r als unvermeidlich zu einer Zeit an die Wand zu malen, wo ihn Italien unmöglich durchfechten hätte können, so hieße es den Kopf m den Sand stecken, heute nicht erkennen zu wollen, daß der Kampf ums Mittelmeer in eine kritische Phase eingetreten ist. Die britischen Admiräle scheinen hier schärfer zu sehen als die Diplomaten der Schreibtische. Was man auch sagen mag — die Politik ist, wie die Mathematik nach einem beliebten italienischen Sprichwort, nur eine Meinung — auch der beste Kenner Italiens kommt nicht um die Vermutung herum, daß England es in der Hand gehabt hätte und selbst in dieser Stunde noch hätte, den Dingen in Abessinien eine andere Wendung zu geben. Nach menschlichem Ermessen muß es als ausgeschlossen gelten, daß Rom bei dem heutigen Stand seiner Rüstung imstande wäre, gegen Großbritannien erfolgreich Krieg zu führen. Wie aber wird es morgen sein? Und die Möglichkeiten, die in dieser Frage liegen, bilden die Achse, um die sich gegenwärtig die gesamte europäische Politik dreht. Wir haben einen Waffenstillstand, keinen Frieden. Daraus läßt sich ermessen, welcher Art und welcher Stärke die Spannungen sind, die zwischen dem italienischen und dem englischen Pol schwingen. Für Rom bedeutet das Imperium nicht so sehr ein greifbares Faktum, als eine Idee, eine „Idee, die Bajonette gefunden hat". Das Imperium muß nicht bloß verteidigt, sondern täglich neu erworben und erweitert werden. In Abessinien selber gibt es auf zwei Menschenalter hinaus in Hülle und Fülle zu tun, Rom muß nicht nur die materiellen Möglichkeiten dafür schaffen, sondern auch den politischen Boden, das heißt den Frieden. Je länger er erhalten bleiben kann, um so besser. Jede militärische Beunruhigung in Europa gefährdet die Aufbauarbeit. Das aber heißt wiederum: stark sein, stärker als gestern. Stärker wird man nicht bloß durch vermehrte Kanonenerzeugung, man braucht dazu auch die geistige Rüstung der Nation. Und wer vermöchte diese besser zu verbürgen als der waffenbildende Faschismus? lieber eine halbe Million Parteimitglieder treten also zur Miliz über, Millionen Jungfaschisten werden militärisch ausgebildet, und dies nicht mehr allein in Schulen und durch Geländesport, sondern in richtigen Kasernen, deren jeder größere Provinzort eine zu errichten hat So tritt neben die feldgrüne Armee eine schwarze vop schier unberechenbarer, jedenfalls aber von Jahr zu Jahr wachsenden Starke. Und 'st die Partei nicht das Volk? Es wird durchmi tarisi rt wie noch niemals in seiner Geschichte, auch nich der altrömischen. In dem Kettenschluß der wachsenden Macht, dem England nichts Gleichwertiges entg-genzustellen hat. mögen feine Dreadnoughts zur Zeit auch noch zahlreicher und schlagkräftiger sein, bildet der politische Ring, den der Duce zu schmiedenisich an schickt, ein wichtiges Glied. Ganz in der Spille hat er über seinen Nachbar im Norden, die ihm schein bar so grimmig gesinnte demokratische Schweiz einen Sieg davongetragen, der viel zu wenig - achtet wird. Nicht nur stellte die Eidgenossenschaft das Verfahren gegen die Irredentisten, deren greises Haupt Eolombi ist, sang- und klanglos em sie unterdrückte auch die deutschen Schulen tm Tessin hip hputidie Zeitung dort, ja, sie verkündete, daß nicht die Aufrechterhaltung ihrer deutschen Kultur die nationale Aufgabe der dort lebenden Deutschs ickweiier sei sondern im Gegenteil ihre AssiMilie- ru7a ckre Einschmelzung ins Italienische! Al o ge- nau^das Gegenteil dessen" was Italien von ein en Büraern in der deutschen Schweiz und sonst: im Ausland verlangt. Dazu hat Bern dem > al.enischen Zmverialismus ein Lob gespendet, das sich schlecyl verträgt mit der Teilnahme der Schweiz an den Sanktionen. Kein Wunder, wenn man m Rom das Gezeter der roten Gazetten bloß noch als Witzblat futter geeignet hält. lieber die mehr als guten jungen zu D e ft e r r e i di und Ungarn ist kein Wort zu verlierend De? f r ° nz°! iich ° Li ns ruck werd bei dem bewährten Patriotismus des Franzostu MZLLkWffW läßt sich sogar hinsichtlich England sagen. Eden, d-r bestgehaßt- Mann während des Streites streicht als erster die Sanktionsstagge ,m Rate! Durste Rom mehr erwarten? Sein Trmmph ist -in vollkomM ”ää;s °'ns°d°N' Mit d-nr Beherrsty einDErnel)men zu mindestens so lange em gm it unterhalten, als es möglich ist. Das yeitzi uM , politische Festigung -es Imperiums. Von unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Ende Juni. Mit dem Zusammenbruch der Sanktionspolitik, der dem Zerfall des -Negusreiches auf dem Fuße folgen mußte und keineswegs rühmlicher aussieht, hat nicht nur Italien einen Sieg über England da- Dongetragen, sondern auch, was die innenpolitische Welt bald spüren wird und für die außenpolitische gleichfalls seine Bedeutung haben kann, der Faschismus über die Demokratie. Die englische war zu schwach, die französische nicht gewillt, dem faschistischen Imperialismus ernstlich entgegenzutreten. Rom hat infolgedessen alle seine Ziele erreicht, der Westen seine Ideale verraten. Was auch die Opposition in London, die Linke in Paris an Blitzen noch schleudern mag, aus dem italienischen Imperium wird sie damit kein Steinchen mehr heraus- brechen. Die Tatsache wiegt mehr als die Lust, sie zu verneinen. Mussolini ist sich vollkommen klar darüber, daß ihn der Schwung seiner kraftbewußten Entschlossenheit weiter vorwärtsgetragen hat, als er selbst vor Jahresfrist es ahnte, daß ihn diesmal das Schicksal selber dazu verführte, das zu tun, was er bei dem Marsch auf Rom klug zu vermeiden suchte: stravincere, d. h. übermäßig zu siegen. Nun gilt es, das Erreichte zu sichern. Sv schickt er nach Addis Abeba seine eiserne Faust, G r a z i a n i, um in Europa die feinen Fäden der Diplomatie selber in die Hand zu nehmen, eine Hand, die sich auf diesem Gebiet mindestens so geschickt erwiesen hat wie sein Schwert auf militärischem. Wir erleben in Rom eine Zeit ganz ähnlich derjenigen, die dem italienisch-französischen Abkommen vom 7. Januar 1935, dem Sprungbrett für die Eroberung Abessiniens, vor- ausging. Wenn es künftig in den Zeitungen etwas weniger fettgedruckt zugehen wird, weil keine offenen Schlachten geschlagen werden, so ist diese Stille nur eine scheinbare; in Wirklichkeit wird in den Kabinetten eifriger als je gearbeitet und — gekämpft. Nur einer zielklaren politischen Tätigkeit ist es zu verdanken, wenn das „Abenteuer" so glücklich ausging, nur politischer Weisheit kann es gelingen, das junge Imperium auf die Dauer England schließt das Kapitel der Sanktionen Mißtrauensantrag der Arb-t.-rpart-i gegen das Kabmett ' Englands neue politische Aufgabe habe. Der Der- Oberst Oe la Rocque gründet eine neue Partei. er in drei Tagen veröffentlichten. In seinen weite, ren Erklärungen bedauerte de la Rocque u. a., daß durch das Lerbot auch der sozialen Einrichtungen den Worten Alttees, daß dieser den Jahrestag von Waterloo dadurch feiern wolle, daß er einenkriegin Europa beginne. Bei Waterloo habe Wellington die Hilfe der Preußen erwartet, um seinen Erzfeind, die Franzosen, zu besiegen, hundert Jahre später hätten Englands Erzfeinde, die Franzosen, Schulter an Schulter mit ihm gegen diejenigen gekämpft, die Englands Verbündete bei Waterloo gewesen seien. Das lege ihm die Frage nahe, ob denn nicht die Zeit für diese drei großen Länder gekommen sei, sich zusam- menzuschliehen und eine Politik der B e- friedung Europas herauszufinden. „Wir find", so erklärte Baldwin, „äußerst bemüht, mit diesen Verhandlungen voranzukommen. angesehen worden seien, wenn sie in Klosterkleidung gemessenen Schrittes durch die Straßen gingen, hätten diese Sachen getrieben und zwar, wie die Verhandlung ergab, sehr ost an den höchsten kirchlichen Feiertagen. Im einzelnen beantragt er gegen den Angeklagten Altegoer Gefängnis von drei Jahren sechs Monaten, gegen den Angeklagten Korczi- kowski sieben Monate Gefängnis und gegen Spengler acht Monate Gefängnis. Der Verteidiger hob die Jugendlichkeit des Hauptangeklagten hervor, und daß dieser als Kind ins Kloster gekommen und dort verführt worden sei. Er sei schließlich nach drei Jahren dem Gift in den Klöstern erlegen. Der Vorsitzende verkündete folgendes Urteil: Das Verfahren gegen den Angeklagten Spengler wird auf Grund der Amnestie vom 7. August 1934 eingestellt, K o r c z i k o w s k i wird f r e i gesprochen, der Angeklagte Altegoer wird wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu Gefängnis von einem Jahr und acht Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft von sechs Monaten verurteilt. Ich habe alle Hoffnung, daß wir, wenn es zu Verhandlungen zwischen unseren drei großen Ländern kommt, wir für die Sicherheit der Länder in Mitteleuropa ebenso Vorsorge treffen, wie wir das für uns selbst erhoffen. Das ist die Politik, die uns in den kommenden Wochen beschäftigen wird. Wenn der Septem- * der kommt, hoffe ich, daß Eden und seine Kollegen damit beginnen, die Grundlagen zu legen, auf denen ein großer Ueberbau, wie wir hoffen, ruhen wird. Das kann große Verpflichtungen für dieses Land und für jedes andere Land bedeuten, bevor wir den Buchstaben und den Geist der Völkerbundssahung verwirklichen * können." Das Unterhaus schritt darauf zur Abstimmung. Der Mißtrauensantrag der Arbeiter-Opposition gegen die Regierung Baldwin wurde mit 384 gegen 170 Stimmen abgelehnt. Die Heinrich-Feier in Quedlinburg. Zum 1000. Todestage König Heinrichs I. — Ehrung des ersten deutschen VottskönigS durch die NGOAp. „Ami du Peuple" und „Jour" sind in der Beurteilung der außenpolitischen Regierungserklärung noch schärfer und meinen, wenn man eine große Rede am Dienstag in der Kammer erwartet ' ' so habe man sich sehr getäuscht. Paris, 24. Juni. (DRB. Funkspruch.) Führer, der nunmehr durch eine ergänzende ordnung restlos verbotenen und aufgelösten Feuerkreuz-Organisation, Oberst de la Rocque, hat in einer Erklärung vor der Presse die Gründung der französisch-sozialen Partei angekündigt. Eine Liste der Abgeordneten seiner Partei in der Kammer werde Der Schöpfer des Ersten Reichs. In wenigen Tagen wird in Quedlinburg in einer würdigen Feier des Sachsenkönigs h e i n r i ch I. gedacht werden. Das nationalsozialistische Deutschland trägt damit nur eine Dankesschuld gegenüber dem Manne ab, der mit Fug und Recht als der Schöpfer des Er ft en Reiches genannt werden muß. Fast tragisch mutet es an, daß diesem genialen Staatsmann und Feldherrn die vergan- gene Zeit nicht gerecht zu werden vermochte, weil die, die vielleicht berufen gewesen wären, diese ur- ? * VrU $ e $ ü & r e r p e r f ö n [ i d) f e i t auch dem deutschen Volke näher zu bringen, allzusehr vom Scheinglanz eines kirchlich und römisch geprägten Kaisertums benommen waren. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß gerade im letzigen Augenblick ein Buch erschienen ist, das das Leben und Wirken des Ersten Reiches Gründers childert und deutet. In seinem „König Heinrich I" (Verlag von Georg Stilke-Berlin) umreißt Franz Lüdtke die Gestalt dieses gottbegnadeten Königs, Dol, ßuarJßmen 91,19 und das deutsche Si?n u U p-k ?n feme Mission einte und von ^eg führte gegen eine feindliche Umwelt neidischer fremder Völker. In 12 Kapiteln wird c\a;v.s. _ . L . r e war, das Herzog Heinrich, der Niedersachse, übernahm als er fern königliches Amt antrat. Zerbrochen das Im- perium der Karolinger — die Reste des staatlichen BSFv «ä- martnunb D»tQmEn ~ WmwTÄ jnart und Ostmark verloren — das Land wehrloses $eSÄrfirgaagPPenteikr- ““ ^aOi' 2)er Verfasser, der als Ostpolitiker längst einen ÄS bas WS bann' Lch streng an die Quellen lanb heim ?ug heraus, das. Deutsch- aefürti *• bietet. Ein starker und bunaSsthÄ' frCl kirchlicher Bevormun- fSirf. J8eemt- d>° Grenzen gesichert, wirt- eher f”3um ein Deutschland mit ri|*e Erschütternd ist dieser histo- ^'LE .Abrch des Lebens eines Mannes, wie ihn das Schicksal dem deutschen Volk nur einmal im Jabr- nem^^b r^Eem Deutschland wiederum zu sti- He7nrick ? ^uruckgefunden hat, bedeutet uns ÄL ais e.mer in der Reihe der könig- b?ftinPpitn5nr^en‘ Symbol dafür, wie Wehr- hastigkelt allein zu Freiheit und Aufbruch führen können. Daher gehört dieses Buch, das wegen seiner Berlin, 23. Juni. (DRB.) Am 2. Juli sind es 1000 Jahre her, daß König Heinrich I.» der Schöpfer des ersten deutschen Volksreiches und erster wahrhaft deutscher König seine Augen für immer schloß. Aus Anlaß dieses Gedenktages findet am 1. und 2. Juli in Quedlinburg, der alten Pfalz Heinrichs des Voglers, eine große Gedenkfeier statt, die von den Schutzstaffeln der NSDAP. veranstaltet wird. Zu der Feier ist der Quedlinburger Dom mit der Heinrich-Krypta, in der Heinrich L mit seiner Gemahlin Mathilde bestattet wurde, würdig hergerichtet und besonders umgestaltet worden. Ebenso wurde die zweite Gedenkstätte, die aus der Zeit Heinrich I. erhalten geblieben ist, die alte Wigbert- Kapelle, auf dem Königshof bei Quedlinburg, die z. T. schon seit langem als Scheune benutzt wurde vor dem drohenden Verfall bewahrt und neu hergerichtet Die Feier beginnt am 1. Juli, 21.30 Uhr, mH der Stellung der Ehrenwachen an der Heinrich- Krypta des Domes und an der alten Kapelle des Königshofes. Am 2. Juli wird in Gegenwart des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei Heinrich Himmler und zahlreicher führender Persönlichkeiten in Staat und Partei um 12 Uhr im Dom und an der Heinrich-Krypta eine feierliche Gedenkstunde stattfinden, bei der die Dessauer Staatskapelle mitwirkt. Gleichzeitig werden 5 00 jaJjnen der Hitler-Jugend geweiht. Um 15.30 Uhr naben auf dem Platz am Moorberg unter Beteiligung von SS., SA. und Wehrmacht große Reite r f e st s p i e l e statt. Der Tag wird um 21.30 Uhr mit einem großen Zapfenstreich der SS.-Verfü- gungstruppe auf dem Markt in Quedlinburg L schlossen. 3 9 Die stabt Quedlinburg steh! schon seh, im Zeichen der graften Feier. Schon seit einiger Zeit arbeitet >m Rathaus ein Qrganisationsstab, bem die gejamten Vorbereitungen für bie Feier obliegen 2n ber Sfabf ist man überall babei, Straften unb Raufer sur ben graften lag ber Stabt Heinrichs i«5 rour!"9 derzurichten. Ein Quartieramt . ,S*i en' bas alle rtebernachtungsgetegenheiten sicherzustelleu""' ®ä,kn ""'«kunf. tnlut wesentlich für bie britische Sicherheit. Wie es im britischen Interesse gelegen habe, baß N a pole o n S M a r s ch a u s M o S k au fehlgeschlagen sei, 0 würbe es auch im britischen Interesse stegen, baß jeber andere Marsch auf Moskau fehlschlage, Sie deutsche Aufrüstung habe eme Politik ber Sßieberaufrüftung in Englanb notwendig gemacht. __ 2)er Arbeiterabgeorbnete Dalton beschulbig.2 bie Regierung, bas britische Ansehen im Auslanbe tiefer erniedrigt zu haben, als es seit Menschenge- denken erniedrigt worben sei. Dalian bat Balbwin um eine Mitteilung, ob die Regierung sich bemühen wolle, einen etwaigen abesswischen Widerstand nut Waffen und Gasmasken zu unterstützen. Er mochte ferner wissen, welche Politik Englanb nach Aus. Hebung ber Sanktionen einschlagen werde. Ministerpräsident Baldwin erklärte, England wolle einer Waffenzufuhr an irgendeine verfassungsmäßige Behörde in Abessinien nicht im Wege stehen, aber es sei keine Gewähr dafür vorhanden, daß Waffen, die über die Sudangrenze nach Gore in Westabessinien gesandt würden, mit Sicherheit nach anderen Gebieten in West- und Südabessinien weiterbefördert werden könnten. Er hoffe, daß England und Frankreich in Genf äußerst eng Zusammenarbeiten. Man dürfe niemals den Unterschied zwischen der Stellung Frankreichs und derjenigen Englands vergessen. Er habe stets größtes Mitgefühl mit Frankreich gehabt für den Fall, daß es zu einem Kriege mit Italien kommen sollte. Für alle, die den Ereignissen gefolgt seien, bedeute der französische Entschluß, die Sanktionen aufzuheben, keine Ueber- raschung. Die britische Regierung habe nicht die Absicht, auf der bevorstehenden Völkerbundstagung eine Anerkennung der italienischen Annektierung Abessiniens Voranschlägen oder ihr zuzustimmen. England habe die Sanktionspolitik ehrlich und eifrig ausprobiert. Ihr schließlicher Fehlschlag sei auf die Ablehnung beinahe sämtlicher europäischer Nationen zurückzuführen, militärische Sanktionen anzuwenden. Wenn die Sanktionsländer den Angreiferstaat nicht auf die Knie zwingen könnten, sei der Krieg unvermeidlich, und zwar voraussichtlich nicht ein lokalisierter Krieg, sondern ein Krieg ganz Europas. Man müsse nun versuchen, inwieweit die kollektive Sickierheit verwirklicht werden könne. England siche in einem Meinungsaustausch mit den Dominien und anderen Völkerbundsstaaten. Insbesondere mit der französischen Regierung. Baldwin knüpfte sodann an eine Bemerkung Attlees über den Jahrestag der Schlacht von Waterloo an und sagte, er entnehme der Feuerkreuzler zahlreiche Kranke und Bedürftige der notwendigen Betreuung beraubt worden seien. Der Streik in Marseille. Auch andere Mittelmeerhäfen unter der roten Fahne. Paris, 24. Juni. (DRB. Funkspruch.) Der „Matin" berichtet, daß sich die Streikbewegung im Marseiller Hafen weiter ausgedehnt habe. Ueber 68 Schiffen wehe die rote Fahne, rund 4000 Streikende hielten die Schiffe, die von ihren Kapitänen und Offizieren verlassen worden seien, besetzt. Der Hafenverkehr ruhe völlig. Ein einziges Schiff, das Feuerwehrboot „Alerte , das der Handelskammer gehöre, habe nicht die rote Fahne gesetzt. Einige wenige Schiffe, die noch ohne Schlepperhilfe in den Hafen eingelaufen waren — die meisten ausländischen Schiffe werden auf andere Häfen umgeleitet — konnten ihre Poftladung, leicht verderbliche Lebensmittel und Passagiere noch abladen, woran sich aber sofort die Niederlegung der Arbeit und Besetzung der Schiffe anschloß. Die Verpflegung der Streikenden wird, soweit möglich, aus Schiffsoorräten beschafft, wobei es sogar zu gewaltsamem Aufbrechen der Türen 3u ben Vorratskammern gekommen sein soll. Dem Streik haben sich auch Schiffsreparaturarbeiter, Schiffsanftreicher und Dockarbeiter angeschlossen. Der „Ami du Peuple" berichtet, daß sich die Streikbewegung auch auf die anderen französischen Mittelmeerhäfen auszudehnen beginne. So fei der Verkehr des Hafens Port V e n- dres völlig stillgelegt. Auch hier wehe die rote Fahne an den Masten der Schiffe. Das Blatt erklärt diese Vorfälle ließen darauf schließen, daß der Bolschewismus im Anmarsch sei. Der Gittlichkeitspro^ß gegen die Franziskanerbrüder. Koblenz, 23. Juni. (DNB.) Am Dienstag wurde in dem großen Sittlichkeitsprozeß der 276 Brüöer der Franziskanerbrüderschaft gegen den Hauptangeklagten, den 23 Jahre alten Wilhelm Altegoer alias Bruder Hermann-Jofef, und als Mitangeklagte gegen die Brüder Irenäus (An- ton Spengler) und Basilius (Richard Korczi- kowski) verhandelt. Die Vernehmung des Haupt- angeklagten ergibt, daß die in Frage kommenden z5ruöer mit dem Angeklagten in nicht wiederzugebender Weise verkehrt haben. Bruder Wener der dem Angeklagten Altegoer diese Perversitäten bei- gebracht hat, befindet sich zur Zeit im Ausland. xJm großen und ganzen ist der Hauptanqeklaate geständig. Der Angeklagte Bruder Basilius will die unzüchtige Handlung halb im Schlaf ausgeführt haben. Auch der Angeklagte Bruder Irenäus ro.l£ von der Absicht einer unzüchtigen Handlung nichts wissen und lediglich eine medizinische Untersuchung vorgenommen haben. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer u. a. aus, daß man in diesem Prozeß wieder einmal Gelegenheit habe, daß Netz derQuerver- bindungen innerhalb des Franziskaner-Bruder- ordens festzustellen. Bei der Beurteilung müsse vor allem der Gesamtkomplex berücksichtigt werden ! Leute, die tn der Öffentlichkeit als halbe Heilige London, 23. Ium. (DNB.) Im Unterhaus brachte der Führer der Opposition, Attlee, den Antrag ein, der Regierung das Mißtrauen auszu- fprechen, die ihr Mangel an Entschlossenheit in der Außenpolitik das Ansehen des Landes gemindert, den Völkerbund geschwächt und den Frieden gefährdet habe. Der Angriff der Arbeiterpartei richte sich gegen die ganze Regierung. Er halte es nicht für fair, daß der Außenminister allein angegriffen werde. Er habe feine Pflicht getan, und niemand könne annehmen, daß er dabei sehr glücklich sei. Eden habe großes Ansehen genossen. Das habe er nun verspielt. Die Regierungspolitik laufe auf Bündnisse solcher Art hinaus, wie sie 1914 ben Krieg herbeigeführt hptten. Die Regierung habe sich geweigert, ein Risiko für Öen Frieden einzugehen und habe damit das Land in eine gefährliche Lage gebracht. Die strategische Lage des Landes sei nicht die von 1914. Sein eigentliches Herz sei heute auf dem Luftwege vom Kontinent her zu erreichen. Die Besitzungen des Britischen Reiches im Fernen Osten hingen vom guten Willen Japans ab, der Weg nach Indien vom guten Willen Italiens. Wolle man die Rüstungen solange vermehren, bis man stark genug sei, um diesen möglichen Gegnern gewachsen zu sein. Auf diesem Wege werde es nur Ruin und Krieg geben. Paldwin sei nicht der Mann, dem man vertrauen könne. Innenminister Sir John Simon antwortete, daß der Völkerbund einen schweren Rückschlag erlitten habe, sei bedauerlicherweise richtig. Es sei nicht gelungen, die territoriale Unversehrtheit und politische Unabhängigkeit eines Völkerbundsmitgliedes aufrecht zu erhalten. Die Frage fei aber, ob dieser Fehlschlag die Schuld der britischen Regierung sei. Eden habe eine Oelsperre beantragt. Es sei daher unfair, die Nichtanwendung der Oelsperre der britischen Regierung als ein Verbrechen anzurechnen. Tatsache sei, daß kein einziges Mitglied des Völkerbundes bereit sei, Gewalt an- zuwenden. Er zweifle nicht daran, daß die britische Flotte zeigen würde, was sie könne. Aber angesichts ber schweren Gefahren, von denen England näher der Heimat umgeben sei, jei er nicht bereit, auch nur ein einziges Schiff zu opfern, selbst wenn cs sich um eine erfolgreiche Seeschlacht für die Sache Abessiniens handele. Aus den Sanktionen seien dem Handel Englands sieben Millionen Pfund Sterling Verluste entstanden. Solange triftiger Grund bestanden habe, die Sanktionen fortzusetzen, habe man diese Verluste tragen müssen. Er fei aber nicht der Ansicht, daß man die Sanktionen fortsetzen dürfe, weil die Verluste „nur" sieben Millionen betragen hätten. Die Arbeiteropposition habe kürzlich gegen den Ergänzungshaushalt für die Streitkräfte im Mittelmeer gestimmt. (Minutenlanger und stürmischer Beifall ber Regierungsmehrheit.) Er verlange daher, daß der Mißtrauensantrag abgelehnt werde. Sir Archibald S i n c I a i r (Dppofitionsliberarer) SSS&fÄ "• & s Mfs'W&K’ÄÄSää Nerven — Der Konservative Emrys Evans Härte, bas Sanb habe ein Recht ju :»iffen,. °b bie Arbeiterpartei bereit sei, b 1 s zum Krieg zu gehen, um die Unabhängigkeit Ab H , wieder herzustellen. Die unmittelbaren I n ter | sen Englands lägen längs der Grenzen Belgiens, Hollands u n b 5 r <1 n Er e 1 d) . Die französische Armee sei der Schutz- s ch i 1 b j hinter bem Englan b w 1 e b e r a 1 f rüsten könne. Die Stabsbesprechungen seien abbehauptet, es sei nur eine beschrankte Abwehrstreit- fraft. Also bliebe nur noch bas tschechoslowakische Heer unb bie russische Luftwaffe. Könnte bas französische Heer, falls es zwischen Deutschlanb unb Italien zu einem Abkommen käme, nach zwei Fronten hin Widerstand leisten? Wenn ein beutsch-italienisches Abkommen geschlossen wäre, müßte man z u einer Verstänbigung mit Deutschlanb unb mit Italien kommen. Man dürfe nicht die Politik des Blocks ber Demokratien gegen ben Block ber Diktaturen betreiben. Als von ber Rechten bes Hauses ber Ruf ertönt: „Nach Moskau!" unb Abgeordneter Montigny fein Bedauern ausspricht, daß fremdländische Einflüsse auf der französischen Außenpolitik lasten, erklärt Außenminister Delbos: Er müsse auf diese Unterstellungen antworten, weil sie die Gefahr mit sich brächten, im Auslande als Beweisgründe gegen Frankreich zu dienen. Die politische Leidenschaft dürfe nicht dazu führen, solche Anschuldigungen auszusprechen, sie könnten bem Lanbe Schaden zufügen. Abgeordneter Montigny ruft den Radikalsozialisten zu: „Ihr sprecht ja im Namen eines breiheiligen Gebildes: ich begreife eure Einsprüche im Namen der Radikalsozialistischen Partei, aber hinter euch stehen die Zweite und die Dritte Internationale." Abgeordneter Her aut betonte, daß man nicht etwa zwischen den Arten von Politik ber verschiedenen ßänber seine Wahl treffen, sondern französische Politik machen müsse. „Sprecht unmittelbar mit Deutschland, sprecht unmittelbar mit Italien", rief der Abgeordnete aus. Der Abgeordnete d e S e r i l l i s, der sich selbst als Nationalist bezeichnete, versuchte der Kammer wiederum das „Gespenst der deutschen Gefahr" an die Wand zu malen unb war bestrebt, krampfhaft bie Furcht vor einem nach seiner Behauptung dro- henben deutschen Angriff anzufachen. Um das düstere Bild, das er entwarf, wirkungsvoller zu gestalten unb bie ben Franzosen angeblich drohenden Gefahren zu vergrößern, ließ er sich sogar herbei, die „vollkommene Ordnung", die im Reiche herrsche, anzuerkennen unb ihr bie llnorbnung in Frankreich aegenüberzustellen. Schließlich griff er erbittert ben französischen Kriegsminister an, ben er nicht nur als „Mann des Schwundgeldes", sondern auch des „Schwundheeres" bezeichnete. Der Kommunist Peri schlug in dieselbe Kerbe. Als er aber erklärte, aus Serillis Rede eine Rechtfertigung des franzöfifch-sowjetruffifchen Paktes herausgehört zu Haden, rief Serillis dazwischen: „Ja, das darf aber nicht so weit gehen, daß in ber Französischen Kammer 72 russische Abgeorbnete sitzen!" Außenminister Delbos erklärte, hinsichtlich der nationalen Verteidigung werde nichts vernachlässigt werden, was notwendig sei, um die Sicherheit Frankreichs zu gewährleisten und um Frankreich zu erlauben, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Regierung werde bestrebt fein, den Frieden zu stärken auf dem Wege der kollektiven Sicherheit. Der Gedanke von der Unteilbarkeit des Friedens fei nicht von allen anderen anerkannt worden. Dieser Tatsache müsse Rechnung getragen werden, wenn sie auch zu keiner besonderen Beunruhigung Anlaß geben dürfe. Weit davon entfernt, auf die kollektive Sicherheit zu verzichten, müsse man sie organisieren, indem man ber Tatsache Rechnung trage, daß verschiedene Nationen kein Risiko übernehmen wollten. Delbos glaubte bann auf bie angeblichen Gefahren infolge des „Dynamismus Deutschlands" Hinweisen zu sollen, betonte aber, baß Frankreich ruhig bleibe. Es werde nichts vernachlässigen, was zu seiner Sicherheit beitragen könne. Frankreich wünsche eine Verständigung mit Deutschland gemäß dem Recht und der Gerechtigkeit für alle. Frankreich bereite keine Hegemonie vor und werde auch keine Hegemonie dulden. Treu feinen Verpflichtungen und treu feinen Freundschaften werde es für Frieden und Gerechtigkeit arbeiten und seine Aufgaben erfüllen. Von radikalsozialistischer Seite wurde alsdann ein Antrag eingebracht, in dem die Kammer d?r Regierung das Vertrauen dahin ausspricht, daß diese den Frieden verteidigen und bie kollektive Sicherheit durchführen werde. Der Antrag wurde mit 382 gegen 198 Stimmen angenommen. Kritik der Rechtspresse. Paris, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Popu- laire" schreibt, die Erklärung der Regierung bedeute, daß Frankreich von nun ab mit allen seinen Mitteln das Werk der Abrüstung weiter entwickeln wolle, womit auch die Ankündigung einer bevorstehenden Nationalisierung der Rüst ungsindu st rie in Frankreich Zusammenhänge. Der Friede könne nicht darin bestehen, daß man ben Willen eines Despoten annehme unb daß man „seinen Gegnern an den Landesgrenzen Halt biete". „Mit allen für alle" müsse die Parole derjenigen lauten, die den totalen Frieden wünschten. In ben Blättern ber Rechten tritt bereits heftige Kritik zu Tage. So meint Pertinax im „Echo de Paris", Delbos habe sich f a ft wörtlich w i e Darthou ausgebrückt. Leiber hätten sich die Dinge jedoch seit dem Jahre 1934 weiter entwickelt. Die deutschen Rüstungen seien fortgeschritten. Die Autorität Frankreichs nehme von Tag zu Tag ab. Lm Jahre 1934 seien abstrakte Ausführungen noch Zulässig gewesen, heute jedoch sei für derartige Ausführungen nicht mehr viel Zeit. Der Außenminister habe von einem Donaupakt gesprochen, ber allen Staaten Mitteleuropas offen stehen solle. Er müsse jeboch wissen, daß roeberiUngarn noch Polen in einen berahmen Pakt eintreten unb daß bie alte Rechnung zwischen ber Kleinen Entente unb Italien noch nicht ausgetragen sei. Man dürfe keine Zeit verlieren. Die Reform des Artikels 11 der Dölkerbundsfatzung und bie Einberufung der europäischen Studienkommission seien schon fünf Jahre lang immer wieder fallen gelassen worden. BW W':-- MdI Wirken des Diplomlandwirtes^ HerBcherLmpfangdererstenOIymviamannschast Aus aller Welt. Interesse war die Vernehmung Berlin, 23. Juni. (DNB.) Die erste vollständige Olympiamannschaft, die Mannschaft des fünften Erdteils, Australiens, traf am Dienstagfrüh in Berlin ein. Zum Empfang der 83 australi- chen Olympiakämpfer war der Bahnhof Friedrichtraße über und über mit den Farben Australiens, mit Hakenkreuz- und Olympiafahnen und Girlanden ausgeschmllckt. Eine Abteilung von Eisenbahnbeamten hatte längs des Zuges Ausstellung genommen. Ein Musikkorps der Wehrmacht spielte beim Eintreffen des Zuges die englische Nationalhymne. Zum Empfang der Gäste waren u. a. der General- ekretär des Organisationskomitees, Dr. Diem, Hauptmann Fürstne^ vom Olympischen Dorf, der Ehrendienstoffizier der australischen Mannschaft, Hauptmann Bender, und der Major der Schutzpolizei Kolle erschienen, der besonders die Achter- mannschast der Ruderer begrüßte, die sämtlich Polizeibeamte sind. Im Berliner Rathaus begrüßte Staatskommissar Dr. Lippert die Gäste. Der australische Mannschaftsführer, Kapitän Alderson, dankte für den herzlichen Empfang. Anschließend begaben sich die Australier sofort in das Olympische Dorf, wo sie in den Häusern „Worms" und „Nauheim" Unterkunft gefunden haben. Die Australier haben als Maskott ein junges Känguruh mitgebracht, mit dem ein Mitglied des Olympischen Ehrendienstes rasch Freundschaft geschlossen hat, und das sich gern von Hauptmann Fürstner füttern läßt. (Scherl-Bilderdienst-M.) denkilometer gebremst habe. Die Verhandlung wird fortgeführt. Wieder ein Devisenschieber-Prozeß. Vacha (Landkreis Eisenach), 23. Juni. (DNB.) Vor dem Schöffengericht hatten sich Theod. Frank aus Somborn und der katholische Pfarrer Beier aus Barsch wegen Vergehens gegen die Devisenbestimmungen zu verantworten. Weiter war der Pater August Hilarius Frank, der sich in Auslande aufhält, wegen des gleichen Deliktes ange- flagt. Das Urteil lautete gegen Pater Hilarius Frank auf 2Jahre9 MonateZuchthaus und 61 000 Mark Geldstrafe, sowie 18 200 Mark Wertersatz und 5 Jahre Ehrenrechtsverlust. Der An- geklagte Beier erhielt 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und 40 000 Mark Geldstrafe. Das Verfahren gegen Theodor Frank wurde auf Grund des Straffreiheitsgefetzes eingestellt. In der Urteilsbegründung kam zum Ausdruck, daß bei dem Hauptangeklagten Hilarius Frank ein schwerer Verstoß gegen die Devisenbestimmungen, eine Schädigung des Ansehens der katholischen Kirche und des deutschen Volkes vorgelegen habe. klaren Sprache und seiner meisterhaften Bewältigung des schweren Stoffes die Anerkennung der zuständigen amtlichen Stellen gefunden hat, in die Hand jedes Volksgenossen, der sich Klarheit über die geschichtliche Entwicklung seines Volkes und über dessen Kraftquellen verschaffen will. ZdR. Der Beruf und der akademische Grad „Diplomlandwirt" war vor dem Kriege verhältnismäßig unbekannt. Den Rahmen unserer Universitäten und Hochschulen bildeten ausschließlich die sogenannten „alten Fakultäten" der Mediziner, Juristen, Philologen und Theologen, zu denen die besonderen Technischen Hochschulen hinzugekommen waren. Alles, was sonst- den Weg zur wissenschaftlichen Ausbildung suchte und schließlich fand, hatte schwer um seine Anerkennung, Gleichberechtigung zu kämpfen. Auch der „lateinische Bauer", der Diplomlandwirt galt schon vor und auch nach dem Kriege unter den „zünftigern Akademikern" als seltsame Erscheinung, bis dann die Bedürfnisse des praktischen Lebens, der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft diesem Berufsstand innerhalb und außerhalb der Hochschulen seinen gleichberechtigten Platz sicherten. Gerade hier hat sich gezeigt, daß die Aufgabe der Hochschule nicht allein in den rein geistigen Berufen steckenbleiben kann, sondern darüber hinaus durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten und Erkenntnisse befruchtend in die Praxis übergreifen muß. So ist heute der Beruf der Diplomlandwirte, die in Wissenschaft und Praxis, auf den Gebieten der Biologie, der Tierzucht, der Wirtschafts- und Finanzwissenschäften, der Landwirtschafts- und Volkspolittk, der Betriebslehre, Bauerngeschichte und Bauernrecht, der Pflanzen- und Tierernährungslehre, der Verwaltung und Technik ihren Mann stehen, eine Selbstverständlichkeit geworden. Und es gibt heute niemanden, der für einen fortschrittlichen, modernen Staat ihre Aufgaben bei der Erneuerung des Bauerntums und der Sicherung der Ernährung leugnen könnte. Schon die Entwicklung der Zahl der Studierenden der Landwirtschaft gibt einen Ueberblick über das Wachstum dieses Berufsstandes. Waren es im letzten Semester vor dem Kriege etwa 3000, so erreichten die Hochschulen und Universitäten im Jahre 1922 mit rund 7000 Studierenden ihren Höchststand. Frei- Außenminister Eden suchte den N e g u s in der abessinischen Gesandtschaft in London auf. _ Der Negus soll darauf hingewiesen haben, daß Abessinien sich weiterhin als ein unabhängiges Volk ansehe und daß der organisierte Widerstand noch nicht aufgehört habe. Die Bank von Frankreich hat den Diskontsatz von 6 auf 5 v. H. e r m ä ß i g t. Nach dem in den letzten Monaten als Maßnahme gegen die Spekulation erfolgten Anziehen der Diskontschraube (am 28. März um 1,5 und am 6. Mai um ein weiteres Prozent) ist dieser Beschluß der erste Wiederaufbau des Diskontsatzes. Auf Vorschlag des Chefs der italienischen Regierung, Mussolini, hat der König vonJta- l i en den Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur v. Schirach, zum Komtur des Ordnens der italienischen Krone ernannt. * Der 42. Geburtstag König Eduards VIII. wurde im ganzen Britischen Weltreich mit großen Paraden und eindrucksvollen Feierlichkeiten begangen. In London nahm der König auf dem Platze der Gardereiter die übliche Geburtstagsparade ab. Die Parade, an der sich Truppen der Leibgarderegimenter zu Fuß und der berittenen Garde sowie zahlreiche Musikkapellen in ihren historischen Uniformen beteiligten, bot ein farbenprächtiges Bild. * Der FührerundReichskanzlerhatS. M. dem König Eduard VIII. von Großbritannien zu seinem Geburtstage herzliche Glückwünsche übermittelt. In der Verhandlung wegen des Eisenbahnunglücks von Groß-Heringen wurde von dem Verteidiger des Angeklagten Bande beantragt, dessen Vorgesetzte, den Vorstand des Reichsbahn-Maschinenamtes Berlin, Reichsbahnrat Witte, und den Reichsbahnamtmann Teichert als Zeugen dafür zu laden, daß Bande stets als vertrauenswürdiger Lokomotivführer auch noch nach dem Unfall von Groß-Heringen gegolten habe. einem Zugang von etwa jährlich 15 0 Diplomlandwirten zu rechnen, also bis 1940 mit etwa 750. Da der Gesamtbedarf für diese ünf Jahre auf etwa 1450 bis 1800 geschätzt wird, rechnet man mit einem Fehlen von insgesamt 700 bis 1100 Diplomlandwirten oder jährlich 140 bis 2 2 0. Ohne Zweifel ist diese Entwicklung ein Spiegelbild der Aufwärtsentwicklung der Landwirtschaft. Wie überall, so eignet sich nicht jeder zum Diplomlandwirt, hier ist weniger Brotstudium am Platze als irgendwo. Jedenfalls zeigt die Entwicklung aber für die, die sich berufen fühlen, die Arbeit am Bauerntum leisten können und wollen, die Anlage zum Praktiker und Führer mitbringen, die besten Möglichkeiten. Kleine politische Rachrichten. DNB. meldet: Eine englische Zeitung verbreitet vor einigen Tagen, „Botschafter von Ribbentrop habe in London gegen den britischen Botschafter in Berlin, Sir Eric Phipps, Intrigen gesponnen und die Namen gewisser britischer Persönlichkeiten genannt, die als Botschafter in Berlin akzeptabel sein würden". Diese Meldung des englischen Blattes, die auch zu einer Anfrage im englischen Unterhaus geführt hat, ist selbstverständlich f r e i e r f u n d e n. * In Erwiderung des Besuches des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, und des Staatssekretärs der Luftfahrt, General der Flieger Milch, im Jahre 1933 in Italien wird heute der Staatssekretär im Königlich-Italienischen Luftministerium, Seine Exzellenz Armeegeneral Valle mit Begleitung zu einem fünftägigen Aufenthalt in Berlin auf dem Flugplatz Staaken mit einem italienischen Sonderflugzeug eintreffen. Anerkennung für eine nationale Tat nach 17 Jahren. Berlin, 23. Juni. (DNB.) Am heutigen 23. Juni sind es genau 17 Jahre her, daß Soldaten und Studenten die nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages an Frankreich abzuliefernden eroberten Fahnen aus dem Kriege 1 8 7 0 und den Freiheitskriegen aus dem Zeughause holten und unter dem Gesang des Deutschlandliedes vor dem Denkmal Friedrichs des Großen verbrannten. Der Hauptbeteiligte, Walther von Simons, ließ damals durch einen heutigen SA.-Brigadearzt Dr. Kurt Stuckrad (Berlin) studentische Verbindungen benachrichtigen, daß sie sich in kleinen Gruppen unauffällig vor dem Zeughaus verteilen möchten. Simons ging mit einer Reihe von Kameraden ins Zeughaus' und ließ sich die Erlaubnis zur Besichtigung der erbeuteten Fahnen geben. In dem Augenblick, als der Aufbewahrungsort der Fahnen festgestellt war, bemächtigte er sich der Fahnen und ließ sie aus dem Zeughaus schaffen. Das Personal versuchte zunächst die Polizei zu alarmieren, doch waren inzwischen die Telephonleitungen zerschnitten worden. Im Laufschritt wurden die Fahnen zum Denkmal Friedrichs des Großen gebracht. Die Studenten bildeKn Spalier und verhinderten das Einschreiten der Polizei. Die Fahnen wurden mit Benzin übergossen. Leutnant von Simons hielt eine kurze Ansprache, dann schlossen Soldaten und Studenten einen festen Kreis und unter den Klängen des Deutschlandliedes wurden die Fahnen den Flammen übergeben. Aus Anlaß des Jahrestages dieser Tat empfing Reichsmini st er Dr. Goebbels jene Männer, die damals beteiligt waren, unter Führung von Walther von Simons. An dem Empfang nahmen weiter teil: SA.-Brigadeführer Polizeimajor von Grol- m a n , SA.-Sturmführer Dr. Hubert Hoffmann, Herr Hermann Fritz, Zivilfahrer Wilhelm Tietz, Polizeigruppe Berlin-Ost, Herr Hans Reetz, Hauptwachtmeister Hans K a r l i s ch , SA.-Brigadearzt Dr. Kurt v. S t u ck r a d. Reichsminister Dr. Goebbels wies darauf hin, daß die Tat in einer Zeit des Niederganges mit einem Schlage der Welt wieder bewiesen hatte, daß es noch Männer in Deutschland gab. In jene Tage fiel auch die Versenkung der deutschen Flotte in der Bucht von Scapa Flow. Beide Taten hätten vielen, die schon verzweifelten, den Glauben an Deutschland zurückgegeben. Sie hatten wieder erkannt, daß noch eine Fülle heroischer Kraft im deutschen Volke steckte. Die Männer vom 23. Juni 1919 hätten von der damaligen Republik keinen Dank geerntet. Dafür danke das deutsche Volk ihnen heute in seiner neuen Verfassung. Walther von Simons, auf dessen Kopf von der damaligen Regierung der Republik ein hoher Preis ausgesetzt, und dessen Auslieferung an Frankreich bereits beschlossen worden war, mußte seinerzeit ins Ausland fliehen. Erst nach der Wiederbefreiung und Wiedererstarkung des deutschen Volkes konnte er deutschen Boden wieder betreten. W'r brauchen. ©tyWaWirte des Fahrdienstleiters Kaden, der am Unglückstage auf dem Bahnhof Groß-Heringen Dienst tat. Er legte seine Maßnahmen zur Bewältigung des 'tarken Verkehrs dar. Danach hatte der Unglückszug 3/4 bis 1 Minute Zeit zur Ausfahrt auch bei Ueberfahren der Haltesignale durch D 44. Beide Signale für D 44 hätten auf Halt gestanden. Unmittelbar vor dem Unglück habe ihm der Stellwerkswärter zugerufen: „D 44 überfährt die Signale! D 44 hält nicht!" — Es wurde dann eine Reihe weiterer Bahnbeamten vernommen, die alle bestätigen, daß die Signale richtig gestanden haben. Reichsbahnoberinspektor Paul Richter (Weißenfels) gibt an, daß ihm Dechant als äußerst sympathischer Fahrer bekannt sei. Er zeige viel Interesse für den Dienst, sei eifrig, impulsiv und tatkräftig. Reichsbahnrat Kirsch st ein, der Leiter der Bremsversuchsabteilung gab sein Gutachten dahin ab, daß der Bremsweg für den D 44 von ihm und seinen Mitarbeitern nach genauen Berechnungen auf 484 Meter berechnet worden sei. Reichs- bahnoberrat Wahrendorf (Mainz) schloß sich dem Gutachten Kirschsteins an. Bei 95 Stundenkilometer wurde von ihm ein Bremsweg von 480 bis 500 Meter berechnet. Er erklärte, der Angeklagte habe bei einer Geschwindigkeit von 95 Stundenkilometer unter Annahme ungünstigster Umstände 171 Meter zu spät gebremst, also etwa erst 109 Meter vor dem Hauptsignal. Ein Anhalt dafür, daß die Bremsen nicht in Ordnung waren, liege nicht vor. Der Angeklagte Dechant erklärte demgegenüber abermals in sehr entschiedener Weise, daß er sofort die Bremsen gezogen habe. Der Sachverständige Lokomotivführer i. R. Krüpe (Berlin), der Leiter der Rechtsberatungsstelle der Fachschaft Lokomotivführer, glaubt, daß der D 44 eine größere Geschwindigkeit als 95 Stundenkilometer gehabt habe. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die diesbezüglichen Angaben Dechants richtig sind, daß er 22 Sekunden vor dem Zusammenstoß bei einer Geschwindigkeit von 100 Stun- lich war dieser Zustand kein normaler, denn diese Zahl enthielt die Jahrgänge, die durch den Krieg am Beginn des Studiums verhindert ober durch sein Ende dazu weniger freiwillig veranlaßt waren. Schon im Wintersemester 1924/25 konnte ein Rückgang auf etwa 4645 Studierende festgestellt werden, und von 1932 bis heute schwankt die Zahl der Studierenden etwa zwischen 1000 und 130 0. Nimmt man diese Zahlen als Grundlage, so ift, wie Diplomlandwirt Dr. Kraemer soeben in einer im Auftrage des Reichsbundes Deutscher Diplom- Innhmirle "bearbeiteten Veröffentlichung: „Werden und damit für die Anlieger günstige Nutzungsmöglichkeiten des Wasserschatzes unter weitgehender Schadenoerhütung zu schaffen. Dem entsprechen auch die für die Unterhaltung und den Ausbau der Wasserläufe vom Reich aufgewandten Mittel. — Ministerpräsident M a r s ch l e r wandte sich an den Reichsverkehrsminister mit der Bitte, für einen baldigen Beginn der Werra-Kanalisier u n g zu sorgen, da die auf Ausfuhr angewiesene thüringische Industrie eines unmittelbaren Wasserweges über Werra und Weser nach der Nordsee bedürfe. Dos Eisenbahnunglück von Groß-Heringen vor Gericht. Wafferwirischaststagung in Saatfeld. In der festlich geschmückten Stadt Saalfeld begann die Wafserwirtschaftstagung, die aus allen Gauen des Reiches stark beschickt ist. Reichsmimster a D Dr Kröhne, der Vorsitzende des Reichsverbandes der deutschen Wasserwirtschaft, erklärte: Im Hinblick auf die große Rolle, die dem Wasser in der Wirtschaft zufalle, sei es in der Landwirtschaft im Zeichen der Erzeugungsschlacht sei es m der Industrie, in Gewerbe und Verkehr, stehe Mitteldeutschland vor großen wasserwirtschaftlichen Fra- gen, Thüringen werde hierbei mitwirken da es vorwiegend Gebirge und Walder besttzt deren Wasser die mitteldeutsche Ebene befruchten konnte. Neben einer großzügigen Berbe serung der Wasserwirtschaft ergebe sich noch zusätzlich eine starke Energiequelle, die das Land mit elektrischem Strom v. IohnR. Mott,Neuyork, Präsident des Weltmissionsrates und Christlichen Jungmännerbundes, der soeben in Kassel tagte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ein Leben im Dienste der Volksgesundheit. Eine weit über München hinaus bekannte Persönlichkeit, der Geheime Medizinalrat Dr. Josef Meier vom Staatsministerium des Innern, der erst am 31. März, kurz vor seinem 70. Geburtstag, ernstlich erkrankt und in den Ruhestand getreten war, ist jetzt in München g e st o r b e n. Er wirkte zuletzt 16 Jahre im Innenministerium, widmete sein arbeitsreiches Leben der Gesundheitsfürsorge und besonders den Kleinkindern sowie jenen aus den ärmeren Bevölkerungskreisen. Der modernen Säuglingsfürsorge hatte sich der Verstorbene besonders angenommen. Die alle Papiermacherfamilie Schulte. Dieser Tage feierte eine der ältesten Papier- macherfamilien Deutschlands, die Familie Schul t e, deren Leitung dem Pfarrer i. R. O. Schulte in Großen-Linden untersteht, ihren F a m i I i e n t a g er fand auf der Hohensyburg bei Hagen statt, diesem Kleinode der Provinz Westfalen. Der in Fachkreisen bekannte Papier- und Familienforscher Alfred Schulte aus Oberhausen (Rheinland) sprach über den Anteil der Familie Schulte an der Vervollkommnung der Papierfabrikation. Der Vorsitzende berichtete über die Jugendzeit seines Ahnen Friedrich Schulte (1802 bis 1872). Bemerkenswert war die Feststellung, daß einer der Anwesenden, Direktor Kurt Schulte in Düsseldorf-Oberkassel schon in der zwölften Generation der Familie Schulte, immer nur Vater, Sohn, Enkel, Urenkel usw. gerechnet, nicht nur Papiermacher, sondern auch Leiter, Führer, Meister oder Betriebsführer war, und daß einige wenige andere dasselbe auch von sich in der elften Generation feststellen konnten. Daß Bauersleute den väterlichen Boden so lange und vielleicht noch länger als 12 Generationen be- Reichsverkehrsminister Fre ih e r r v o n Eltz- R ü b e n a ch führte u. a. aus: Die Hauptaufgabe der Wasserdauämter besteht in der ständigen Pflege der Flußläufe und Gewässer, einer Arbeit, durch die allmählich unsere Wasserläufe vom ver- stt;””1™»-»»»»»®"w L83 der Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol L83 jenes einzigartige Gefühl -der Erfrischung und Belebung. Darüber hinaus wirkt Odol L83 vorbeugend gegen Infektionen der Mund- und Rachenhöhle. ■ WW X« M. billig durch »Sparschnitt«- 20 Pfg, einfache Packung 38 Pfg. Doppelpackung für 56 Halbl. Gl. zu fackeln . . . wenn die Gläser verschlossen werden, muß die Arbeit von der Hand gehen. - Verwenden Sie nur extra starkes Einmach-»Cellophan« mit dem Blau - Orange - Streifen, das auch angefeuchtet nicht zu lappig werden darf und haltbar, ist...... ein ganzes Jahr über und noch länger. 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Men 9 5% ISS' ?an*^ Bereits a'N r*i null Schneid-""/ beit*** lÄ'mi Wft“ Don unserem Sonderberichterstatter Dr Surefd? Berlin, im Juni. Ein Jahr ist es her, seit in Deutschland alles aufhorchte: eine neue technische Pioniertat war vollbracht, die Fernsprechverbindung mit Tokio war hergestellt. Wenn man heute neben Fräulein Elvira sitzt, die am Klappenschrank waltet wie ihre übrigen rund 1500 Kolleginnen im Fernamt Berlin, dann erscheint auch dies Wunder der Technik schon wieder ganz selbstverständlich. Während sie sich mit uns unterhält, liegt der fiörer zwischen den Knöpfen und Hebeln, Löchern und Kontakten und Drehgriffen, deren Bedienung für den Laien ein schier unerlernbares Geheimnis bedeutet. Für Fräulein Elvira — so heiht die junge Arbeitskameradin am Klappenschrank in der internationalen, internen Verkehrssprache — hat dieser riesige Schrank keine Schrecken mehr. „Solange es Ueberseeverbindungen gibt, habe ich sie schon bedient", erzählt sie bereitwillig auf unsere Fragen — „als 1928 die deutsche Kurzwellen- telephonie nach Buenos Aires eröffnet wurde, habe ich diesen ersten Sender betreut und konnte dort meine Erfahrungen sammeln. Deshalb war die Eröffnung des Tokiosenders für mich kein Anlaß für Lampenfieber, wie bei meinen kleinen japanischen Kolleginnen, Miß Ando, Miß Esashika oder Miß Ito, die natürlich im Anfang mit mancher Verwirrung zu kämpfen hatten." „Wir können kaum annehmen, daß Sie japanisch sprechen, wie verständigen Sie sich denn mit den japanischen Damen?" „Die Japanerinnen sprechen alle tadellos englisch, das ich auch beherrsche, einige verstehen sogar deutsch. Sie sind übrigens begeisterte Bewunderin- nen der deutschen Musik, interessieren sich überhaupt sehr für die deutschen Verhältnisse." „Wie kommt den nun solch ein Gespräch über die halbe Erde zustande? Dauert die Herstellung der Verbindung sehr lange?" „Durchaus nicht. Es gibt bestimmte Betriebszeiten für die Gespräche nach Tokio. Wir stellen über den Sender Nauen sofort die Verbindung her, die meistens schon in weniger als einer Stunde sprechbereit ist. Gerade gestern hatten wir eine besonders rasche Verbindung: um 10.54 Uhr kam eine Anmeldung aus Tokio für einen Teilnehmer in Budapest. Um 11 Uhr sprach Budapest bereits! Selbstverständlich werden alle Gespräche nur mit Voranmeldung vermittelt." „Sie erwähnten eben Budapest. Dann vermitteln Sie also nicht nur Gespräche zwischen Tokio und Deutschland, sondern auch für andere Länder des europäischen Kontinents?" „Ihr Gespräch nach Tokio, hiite!" Wunder des Kurzwellengesprächs über 7000 Kilometer. - Fräulein Elvira und ihre japanischen Kolleginnen. d^Sehen^ Sie da ruft Tokio, das versucht, mit Paris direkt Verbindung zu bekommen. „Wie har man sich nun den Lauf eines Wortes von hier bis nach Hem Fernen Osten oorzustellen „Don Tokio bis zu unserem Empfänger in Beelitz geht solch ein Gespräch per Kurzwelle. Auf dem Sender wird es auf Kabel umyelegt, automah^ natürlich, und wir stellen dann hier die Kabelverbindung auf dem europäischen Netz her. Ihre Stimme geht also, wenn Sie sprechen, zum Teil unterirdisch durch Kabel, auf Kurzwelle durch den Aether." . .. . ,Kaum glaublich! Ueber Meere und Kontinente hinweg, weither durch den Aether erklingt eine Stimme und soll zu verstehen sein, wie wenn jemand aus dem Nebenzimmer spricht. Ist denn die Verständigung klar und ohne Störung?" „Ganz klar, selbstverständlich! Dazu gehört allerdings, daß man jeden Morgen wieder die Betriebsbedingungen überprüft und die Welle ausprobiert. Das ist dann unsere kleine Gelegenheit, uns nach dem gegenseitigen Wohlergehen zu erkundigen und Grüße auszutauschen. Aber da jedes Wort sozusagen auf der Goldwaage liegt, müssen wir uns natürlich auf das Notwendigste bei unseren Gesprächen beschränken." „Was kostet denn ein normales Drei - Minu - ten-Gespräch mit Tokio?" „Drei Sprech-Minuten mit Tokio k o st e n 8 2 Mark. Das will sagen, daß wir nur d - Minuten berechnen, in denen tatsächlich gesprochen w^d zwischen den Teilnehmern, also nicht die Zeit, die durch die Heranholung an den Apparat verstreicht, wie das bei gewöhnlichen Ferngesprächen der Fall ist." „Das ist immerhin ein ansehnlicher Betraa. Gibt es denn überhaupt genug Menschen, die ihn für ein Ueberseegespräch anwenden?" „Aber gewiß! Wir wundern uns sogar manchmal, w i e häufig diese Summe für reine Privatgespräche ausgegeben wird. Um die Weihnachtszeit besonders machen die Privatgespräche bis zu 50 v. H. unserer Vermittlungen nach Tokio aus." „Noch eine Laienfrage: wie verhindert man nun, daß jeder beliebige Rundfunkhörer sich in die Gespräche einschalten und sie mithören kann?" Tor- der Stadt H-rsseld d-m İchm-ijt-r^d°r Pankgrafen von Bürgermeister 9 ö Grafen wurde Der Abend vereinte Burger uno i "der Kulturhalle, wo bei einem bunten Festpro gramm die Zeit schnell verging. Luftschiff „Hindenburg" zur Rückfahrt ges ar . sahrt ge ftart-t. Das SufiWff >getobt seiner Rückfahrt um 5.15 Uhr (Jicuö-J u Neuyork. Ja natürlich, wir versorgen die angrenzenden Staaten im Osten, die auf dem Balkan und meist auch die nordischen Staaten, soweit sie nicht über England sprechen. Außerdem Frankreich, Italien, die'Schweiz und andere mehr. , Ein aus dem Tisch liegender Kopfhörergibt P °tz- lich ein knarrendes Geräusch vonfufy■ nen wir verstehen: „Hallo, hallo, Pans. H , - _ fphr einfach Wir können nämlich jedes „Das ist sehr einsau). chiffrier en und Gesprächs o 3 u s a g e in Hebels." Fräu- zwar durch Umlegen v I Hebel, knipst dann lein Elmra weist a f nut.forccher aus dem so- irgendwo, stöpselt eine Lau spch ertönt: „Ich ZtzZßU-XM 7u°kdem Lautsprecher ertönt ein h°°rstr°ubendes Kauderwe^ch. ^°mtin - Teilnehmer überhaupt etwas davon Ln Die er Sprachwender ist am Sender und wo das Gespräch vom Kabel auf die Kurzwelle übergeht, wird die Sprachverwirrung angencht s:«;™ Moment des Rückgangs von der Welle auf Kabel drüben durch die gleiche Vorrichtung wieder entwirrt wird. Auch bei Gesprächen mit Schiffen mpnben wir dieses Mittel an. Uns wird Fräulein Elvira mit ihrer kühlen Sach- lickkeit fast etwas unheimlich angesichts solcher Zaubereien. Hätten wir es nicht mit eigenen Ohren nernommen dann wären wir versucht gewesen, 7as st- Ün's da erzählt, für eine Ausgeburt ihrer Dbantasie zu hallen. So gehen wir, etwas benommen, wieder an unser Tagewerk zuruck und es wird niemand wundernehmen, daß uns dies letzt säst mittelalterlich rückständig anmuten will gegenüber den Zauberkünsten, die Frau ein Ekira im Dienste der R-tchspost tagtäglich an ihrem Klappen- schrank oollsührt. Wetterbericht des R-ichswelt-rdi-nstes. Ausaabeort Frankfurt. Auch gestern setzte sich zunächst di- Zufuhr sub- tropischer Warmluft fort, so daß es nachmittags zum Austreten örtlicher Wärmegewitter kam. Das Eindringen srischer Meeresluft van N°rdw°sten her gab gegen Abend aus breiter Front Anlaß zu Ge- witteitatigkeit, die vereinzelt wolkenbruchartige Niederschläge lieferte. Der Ausbau eines Hochdruck- qebi-tes im Westen bedingt auch weiterhin die Zu- fuhr frischer Meeresluft, so daß es bei an und für sich freundlichem Wetter und angenehmer Temperatur immer wieder zu einzelnen meist gewittrigen Schauern kommen wird. m .. . Aussichten für Donnerstag: Verander- lich mit häufiger Aufheiterung und nur vereinzelt teilweise gewittrige Schauer, etwas frischer. Aussichten für Freitag: Fortdauer der im ganzen freundlichen und angenehm warmen Witterung mit nur vereinzelten Schauern. Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 26,6 Grad Celsius, abends 18,6 Grad; am 24. Juni: morgens 18,5 Grad. Maximum 27,2 Grad, Minimum heute nacht 16,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juni: abends 25,1 Grad; am 24. Juni: mor- gens 21,3 Grad. — Sonnenscheindauer 6,8 Stunden. Hauptfchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. 23.: H L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. landen. Der Flugzeugführer und die Zehn Fluggäste sind wohlbehalten. Die Maschine befand sich aus dem Fluge zwischen Antofagasta und Jquique. Pankgrafensturm auf das 1200jährige Hersfeld. Unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung und zahlreicher Gäste fand im 1 2 0 0jährigen Hersfeld der historische P a n k g r a f e n st u r m auf den Ort statt. Unter Kanonendonner und Gewehrgeknatter, Säbelklirren und Fanfarenstotzen erfolgte die „Eroberung" der Stadt, worauf dann bei den Friedensoerhandlungen der Schlüssel der bauen und denselben Namen tragen, kommt wohl häufiger vor, viel weniger häufig bei Handwerkern und Pfarrern, Lehrern und Gelehrten, aber in der Welt der Technik, die sich allerdings aus dem Handwerke entwickelt hat, wie bei diesen Papiermachern, ist dergleichen sicherlich selten. heftiges Unwetter über Paris. Der „Baum des Friedens" wurde dieser Tage bei einem ungewöhnlich schweren Gewitter in einem Pariser Park vom Blitz getroffen. Mit gewaltigem Krachen stürzte der Baum auf einen Musikpavillon, in dem viele Frauen und Kinder vor dem Regen Schutz gesucht hatten. Der Pavillon brach zusammen. Unter den Trümmern wurden etwa 50 Frauen und Kinder verletzt. Sie wurden von der Feuerwehr in Krankenhäuser gebracht, aus denen sie jedoch größtenteils nach Anlegung von Notoerbänden wieder entlassen werden konnten. Das Unwetter hat auch sonst beträchtliche Schäden verursacht. Hunderte von Kellern wurden überschwemmt. Große Wassermengen drangen in Untergrundbahnschächte ein, wodurch der Verkehr streckenweise lahmgelegt wurde. Verschiedentlich mußte die Feuerwehr gerufen werden, um die Fahrgäste aus den überschwemmten Untergrundbahnhöfen herauszuholen. Zahlreiche Bäume wurden durch die Gewalt des Sturmes geknickt. In manchen Straßen von Paris stand das Wasser bis zu einem Meter hoch. Straßendammlockerungen und Wasserrohrbrüche wurden in mehreren Stadtteilen verzeichnet. Bei einem Bruch der Straßenbahnoberleitung erlitten drei Personen durch die Kurzschlußstichflamme leichtere Brandwunden. Schweres Eisenbahnunglück in Spanien. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich in der Nähe von Bembribre in der spanischen Provinz Leon. Der von Madrid kommende Schnellzug stieß innerhalb eines Tunnels mit einem Gült erzug zusammen. Einer noch nicht bestätigten Nachricht zufolge sollen mehrere Waggons in Brand geraten fein. Bei dem Unglück sind 18 Personen ums Leben gekommen und 36 zum Teil schwer verletzt worden. Ein Wagen dritter Klasse sowie der Gepäckwagen des Schnellzuges und auch die Lokomotiven der beiden Züge wurden zertrümmert. Die ^Bergungsarbeiten stießen auf große Schwierigkeiten. Unter den Toten befinden sich der Lokomotivführer des Schnellzuges sowie der Lokomotivheizer des Güterzuges. Das Unglück wird auf Fahrlässigkeit des Dienstpersonals zurückgeführt, da offenbar das Haltesignal überfahren oder gar nicht gezeigt wurde. Schwere Slreikausfchreilungen in Ohio. In Portswuth (Ohio) kam es zu einem schweren Zusammen st oß zwischen Streikposten und Fabrikwächtern von der seit Ende Mai infolge Ausstands geschlossenen Anlage der Wheeling Steel- Corporation. Bei der etwa zehn Minuten dauernden Schießerei wurde ein Wächter getötet und mehrere Personen schwer verletzt. Durch die Schießerei wurden zahlreiche Passanten gefährdet. Sie begann, als eine Fabriklokomotive mit einem mit Nahrungsmitteln beladenen Wagen sich einer gegenüber der Hauptanlage gelegenen Drahtfabrik näherte. Die Nahrungsmittel waren für die dort seit Wochen von Streikposten belagerten Fabrikangestellten bestimmt. Das verschollene chilenische Flugzeug aufgefunden. Das verschollene chilenische Verkehrsflugzeug der Nationalen Luftfahrtgesellschaft wurde wieder auf» gefunden. Es mußte wegen Motorschadens not» Geschättsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr.7 Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVogt&Co., Gießen Seltersweg44 ,m.a KWMllSm vertilgtjedesUn- se^iefer. O28os «rfiomber, Gießen, ietzt Mrck- ttrnste 2tt. Sachverständig. i.Ge- richtöangelegenh. Telefon 3983. [Verschiedenes] Unternehmer! Bitte um ein Angebot für ein 2-$amilien- 3 Milieu« nebst Mansard. Schr. Ang. unt. 4043Dg.d.G.A. 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Juni 1936, entschlief im Krankenhaus zu Cottbus nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank Fahrräder Mk.2.-W^=- Katalog frei Rupp, Frankfurt-M. Friedberg. Landstr.27 6-Zimm.-Wohn. ü. 5-Zimm.-Wohnung Der 1.10.36 evtl, früh, zu miet.gesucht. Angeb. an W. Bachmann JmmobiliewHy- votbeken,Gießen Gnauthstraße 14 Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 24. Juni, nachmittags 3 Uhr in der Kapelle des Krematoriums zu Forst statt. —Von Kranzspenden bitte ich abzusehen. Dr. Mehl verreist Vertreter die Herren: Dr. Geyer ab 29. Juni Dr. Wilhelm Klein Dr. Malech ab 29. Juni Dr. Neumann-Spengel Dr. Wolf Inanen-'“ WMWtz abzugeb. Bestell. erb.nnrv.Postk. DampMgewk Lollar B, Nuhn A. 6.,Lollar Tüchtiges MW Sor’st-^essel-Wan9? [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnis abichriften dem Be- werbungtichrrtben bet. legen! — Lichtbilder mrdBew erdung-unter- lagen müssen zur Ler. Meldung von Verlusten aus der Rückseite R» men und Anschrift de« Bewerbers tragenz ■ Besuchen Sie Gemischtwarenhandlungen? Gute Vertretung zu vergeb en, 20°/« Provision, Muster frei. Bei gutem Erfolg Daueranstellung. Senden Sie Ihre Anschrift an Postfach 60 Nordhausen lHarz) 4055D Erfahrenes MW« mit guten Zeugnissen zum baldigen Eintritt gesucht. 02888 Apotheke in Krofdorf Nachlässe von; bis 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Huf. nahmen einer Anzeige wenn Sie jede Ermüdung verbannen. Nehmen Sie | darum die extra starken & Df HILLERS PFEFFERMINZ Vier 4-Zimraer-Wohng. mit Bad u. Zen- tralheiz. zu vermieten durch W. Bachmann Immobilien Hypotheken Gießen, «osoD Gnauthstr. 14 Gut ausgestatt. 3-ZimJolinuiip mit Balkon und eingerichtet. Bad in der Schubert- u. Händelstraße ver sofort oder sväter zu verm. 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Entweder füllt man die rosige Kaltschale in Gläser oder man gibt sie in Suppenteller und setzt ~ 'm von weißer Schlagsahne darauf mit kleinen Für die Sommerfrische, und zwar diesmal für den Landaufenthalt oder Garten, zeigen wir heute drei praktische Kleider. Von ihnen ist das erste aus naturfarbenem Leinen, das zweite aus gelbem, k l e i n g e m u st e r t e m Kattun und das Dirndlkleid (4) aus blaugeblümtem, cremefar- bahn hat keine Aermel, es wird daher durch em schlichtes, aufknöpfbares Bolerojäckchen aus rotem Leinen ergänzt. Große Leinenknopfe schließen die Spange am Ausschnitt, den Gürtel und die großen, aufgesetzten Taschen. trampeln lassen! Immer wieder muß man den Müttern zurufen: Schützt die Augen der Kinder vor dem grellen Sonnenlicht! Das Herz kann einem weh tun, wenn man sieht, wie unbedachte Mütter ihre Kinder ohne Sonnenschutz im Wagen spazierenfahren. Die Mütter ollten nur selbst einmal so in den Himmel schauen, wie sie es ihren Kindern zumuten, nicht eine Minute könnten sie es aushalten, und die Augen würden tränen — aber daß der Säugling, der flach im Wagen liegt, immer in die Sonne gucken muß, daran wird häufig nicht gedacht! Wie soll das Kleinkind in den heißen Sommer- tagen ernährt werden? Diese Frage ist für alle Mütter von größter Wichtigkeit, denn Darmstörungen in den Sommermonaten bilden eine ernste Ge- ahr für den Säugling. Niemals darf die Mutter hr Baby in heißen Sommermonaten abstillen — der Wechsel von der natürlichen zur künstlichen Ernährung wird meist nicht vertragen! Kinder, die schon an Flaschenmilch gewöhnt sind, vertragen diese Ernährung natürlich auch in den Sommermonaten, nur muß die Milch da besonders gut gepflegt sein, sie darf nicht verderben. Praktisch sind die Gummiringe, die man um die Milchflaschen legt, sie haben einen Schlauch, der an die Wasserleitung angeschlossen wird. Der Ring berieselt dann die Flasche und hält sie kühl. Ein Hilfsmittel, wenn man keinen Eisschrank hat! Es ist aber kein großes Unglück, wenn die Milch einmal sauer geworden ist, das Kleinkind verträgt auch einmal saure Milch, wenn man sie gut verquirlt — nur darf man nicht zu viel Zucker zusetzen, am besten ist Milchzucker, der auch von dem zartesteten Magen vertragen wird. v Das Baby hat Durst — genau rote der Erwach- jene. Aber es darf nicht immerfort Milch trinken! Schon das Zweimonatskind verträgt gekühlten Fencheltee, der gut den Durst löscht, er muß nur schwach gesüßt sein. Der Tee darf natürlich nicht eiskalt sein, sondern muß immer eine lauwarme Temperatur haben. Obstsäfte können vom vierten Monat an gegeben werden, verdünnen darf man sie nur mit sterilisiertem, d. h. abgekochtem Wasser — aber am besten ist unverdünnter Obstsaft. In den Sommermonaten muß besonders gut auf die Verdauung des Kindes geachtet werden. Beim Durchfall sofort die Milch weglassen, nur Hafer- schleim, in Wasser gekocht, geben — und dann zum Arzt! Auch das Gartenkleid für junge Mädchen (2) hat nur Schulterträger und wird ebenfalls durch ein S ch o ß j ä ck ch e n (3) aus dem gleichen Kattun vervollständigt. Die Faltenbahnen des Rockes ergeben oben zwei schräggestellte Taschen; seitlich ist der Rock etwas geschlitzt. Der breite, gesteppte Leinengurtel wird wie die Aermel geschnürt. Eine hübsche, neue Schnittform zeigt das Dirndlkleid (4). Die Blusenvorderbahn wird durch aparte Trachtenknöpfe aufgeknöpft, die gleichen Knöpfe schließen auch unten die in der Kugel stark gezogenen Aermel. Eine schmale Rüsche aus weißem Glasbatist putzt den Ausschnitt, die Schürze ist blaues Leinen. “• man Saft von den Erdbeeren und legt die Früchte in ein fertig gekochtes Johannisbeergelee, bis sie recht heiß geworden sind. Kochen dürfen die Erdbeeren aber nicht, da sie sonst leicht ihre schöne rote Farbe verlieren. Nachdem sie heiß geworden ind, nimmt man sie aus dem Gelee, schichtet sie in kleine Portionsgläser und gießt den gewonnenen Erdbeersaft zu dem heißen Gelee. Nachdem die Flüssigkeit einige Minuten gekocht hat, gieße ie über die Früchte. Das praktische Äeisekleid Das Reisekleid hat viele Aufgaben zu erfüllen. Es soll während der Reise den schlichten und geschmackvollen Anzug bilden. Doch niemand schafft ein Kleid an, das lediglich für die Fahrt selbst gedacht ist. Auch unterwegs während des ganzen Ferienaufenthalts muß es uns dienen. Geeignet für beide Zwecke ist das leichte Wollkleid. Die Farbe sei am besten gedeckt, aber es muß nicht — wie man so häufig hört, grau sein. Rostrot, braun, beige mit einem dunklen Ton, das alles kann man für Reise und Wanderung wählen. Viele Annehmlichkeiten bietet das Jackenkleid, das aus Rock, kurzer Jacke und Bluse besteht. Verfugt man noch über ein Cape — es kann völlig abweichend in der Farbe fein — so ist man ausgerüstet und hat man in seinem Koffer eine größere Zahl von Blusen, so wird man nie in Verlegenheit kommen. Ein netter bunter Schal sieht sowohl für die Fahrt als auch für unterwegs sehr gut aus und kann das Kostüm anmutig beleben. Anstelle von Rock und Bluse lieben manche auch Kleid und Jacke. Das Kleid hat den Vorzug, stets „angezogen" auszusehen, jedoch ist die Dreiteilung der Reisekleidung entschieden praktischer. Man weiß aus Erfahrung, wie leicht eine Bluse gewaschen und wieder in ihren frischen Zustand versetzt werden kann. Es gibt auch genügend Gewebe, die man überhaupt nicht zu plätten braucht, wenn man die aus einem solchen Gewebe gefertigte Bluse nach der Wäsche auf einen bezogenen Bügel hängt, zuknöpft und in die richtige Form zieht. Zur Reisekleidung gehört ferner das Nachmittagskleid. Cloque ist große Mode. Nehmen wir ein Kleid aus blauem Cloque, das sowohl bei gutem, als auch bei trübem Wetter passend ist. Es wird einfach gearbeitet. Der Rock Erdbeermarmelade. 500 Gramm Erdbeeren 500 Gramm Zucker. Die Heul kommt die Schneiderin. -jjon Elsa Modus Der Ruf: „Die Schneiderin kommt" genügt in vielen Haushalten, um eine wahre Revolution hervorzurufen Für manchen Ehemann, der müde aus dem Beruf heimkehrt, bedeutet es das Signal zu schleuniger Flucht aus dem „Heim", das völlig aus den Fugen geraten zu sein scheint, aber auch für viele Hausfrauen sind Nähtage Tage der Aufregung und des Aergers.. Und doch könnten diese Tage so ruhig und harmonisch verlaufen, wenn die Hausfrau diszipliniert handelte und rechtzeitig ihre Vorbereitungen träfe! Bereits am Tage zuvor werden die Einkäufe für Haus und Küche besorgt. Der Speisezettel steht fest, die Wohnung ist gesäubert und in Ordnung gebracht, so daß vor dem Eintreffen der Schneiderin nur noch kleine Haushaltungsarbeiten zu erledigen sind. Die Hausfrau verlangt von der Schneiderin gute Arbeit — mit vollem Recht — aber die Schneiderin darf ihrerseits auch entsprechende Arbeitsbedingungen beanspruchen. Ihr Arbeitsplatz in einem gut gelüfteten Zimmer muß richtig beleuchtet sein, er muß ihr auch soviel Raum geben, daß sie sich mühelos bewegen kann. Alles Unnötige in unmittelbarer Entfernung des Arbeitsplatzes muß entfernt werden, damit sie nicht Gefahr läuft, etwas zu beschädigen oder herabzuwerfen. Aber gute Leistungen geben auch Anspruch auf gutes Werkzeug. Die Hausfrau muß also für solides Nähmaterial, für gute Seide und Garn sorgen und darf auch nicht vergessen, ihre Nähmaschine rechtzeitig reparieren zu lassen, falls es nötig fein sollte. Die Schneiderin ist nicht nur Arbeitskraft, sie ist auch ein Mensch, der Verständnis für seine Arbeit und eine freundliche Behandlung erhofft. Dazu gehört keineswegs, daß die Hausfrau Klatschgeschichten erzählt oder sich erzählen läßt — das lehne sie in jedem Fall ruhig und bestimmt ab — sondern es heißt vor allem, daß die Arbeitgeberin sich völlig im klaren darüber sein muß, was sie eigentlich will. Daß sie also wirklich vier Schürzen und zwei Hauskleider wünscht und nicht etwa Kinderkleider und eine Bluse, daß sie einen ganz bestimmten Schnitt gewählt hat und nicht etwa einen ganz anderen, der in ihrer Phantasie lebt, und den die Schneiderin unmöglich ahnen kann! Selbstverständlich wird die geübte Schneiderin der Frau ihren Rat leihen, aber dieser Rat kann nicht soweit gehen, ihr nun jede Verantwortung für ein selbständiges Urteil abzunehmen. Es ist also nötig, daß die Hausfrau bereits einige Tage zuvor Modehefte und Schnitte betrachtet und einiges auswählt, daß sie aber auch dann der Schneiderin gegenüber ruhig und klar Mus eine halbe Stunde lang. Dann setzt man das Obst mit dem Zucker aufs Feuer und kocht die Marmelade unter ständigem Rühren, bis sie die nötige Steifheit erreicht hat. Erdbeerkaltschale. Die gewaschenen Früchte werden zerschnitten und eingezuckert. Nach einer Weile treibt man sie durch ein Sieb Erdbeer speise. 500 Gramm reife ren, 200 Gramm Zucker, 6 Blatt Gelatine, '/2 Liter Sahne, 1 Päckchen Vanillezucker. Die Garten- oder Walderdbeeren werden mit Zucker gemischt, im Wasserbade erwärmt und dann zugedeckt zwei Stunden zur Seite gestellt. Den Saft läßt man abtropfen, mißt ihn und vermischt ihn mit der aufgelösten Gelatine. Der Saft muß bei 6 Blatt Gelatine drei Achtel Liter betragen. Man schlagt die Mischung, bis sie anfängt, sich zu verdicken, dann wird das Gelee schichtweise mit den abgetropsten Erdbeeren in eine glatte runde Form gefüllt und kalt gestellt. Die Speise wird gestürzt und mit Vanillezucker schwach gesüßter Sahne angenchtet. Reis mit Schlagsahne und Erdbeeren V4 Pfund Reis wird gewaschen, gebrüht und mit 3/< Liter Milch, Salz, drei Eßlöffel voll Zucker und etwas ausqeschabter Vanille weich gedunstet i/2 Liter rohe Schlagsahne wird steif geschlagen und mit zehn Gramm aufgelöster Gelatine unter den verkühlten Reis geben ebenso ein Pfund gewaschene, abgetropfte Wald- oder Gartenerdbeeren. Die Erdbeerspeise füllt man m eme mit einem Tropfen Oel ausgepinselte rntt Zucker aus- q-stttute Form und läßt sie auf Eis erstarren, g E r d beeren in Johnnnisbeer aft. Ans 500 Gramm recht reife Erdbeeren rechnet man 250 Gramm Zucker^ bestreut damit di- gepflückten Erdbeeren und lasse sie nut dem Zucker über Nacht stehen. Am anderen Morgen schüttet qemüsen des Jahres, und mit knusprig gebratenen Fischkoteletten und einer Schüssel Spargelgemüse in säuerlicher Holländertunke oder — als Salat — mit frischer Majonnaise, legt die Hausfrau Ehre em. Ja, und dann noch eines liebe Hausfrau. Wir müssen die frische Ware, die wir früh am Morgen einkaufen, eingewickelt auf kühlen Keller-, Balkonoder sonstigen Steinboden lagern, wenn fein Eis >ur Verfügung steht. Die Sorgfalt des Fischhandels darf nicht durch Unachtsamkeit der Hausfrau m Frage gestellt werden. Wer eine sonnige Küche hat, rette Fischpaket, Junggemüse, Butter oder Fleisch, bevor die „Höhensonne" erscheint, die wir in der Küche nun einmal nicht gebrauchen können, wenigstens nicht in den warmen Monaten. Und dann die Kräuter nicht vergessen! Vom ersten zarten „grünen Salat" ist jedes Blättchen zu gebrauchen, auch die tiefdunkelgrünen äußeren Umrandungen werden „butterweich", wenn die Hausfrau die alte Salatregel beachtet: an alle Blatt- alate z u e rst Oel tun und erst, wenn sie gut durchgeschwenkt jedes Blättchen glänzend zeigen die weiteren Zutaten. Das kann Essig sein oder Milch, wer sehr fortschrittlich wirtschaftet, nimmt Buttermilch und wessen Geldbeutel lacht, gebraucht Sahne. Dann recht viel Dill, Schnittlauch und Petersilie! Baby nimmt ein Sonnenbad. Von Oagmar Köhler. Heiße Sommertage sind eine besonders kritisch» Zeit für das Kleinkind, und die sorasame Mutter muß in diesen Tagen ganz besonders Darauf achten, daß nichts falsch gemacht wird. Sonnenbaden ist gesund! Für Baby auch? Mütter lassen sich leicht verleiten, ihr Kind nackt in der Sonne strampeln zu lassen, und das lustige Krähen des Kleinen scheint ja auch anzuzeigen, daß das Kind sich wohlfühlt. Und doch ist gerade beim Sonnenbad des Babys allergrößte Vorsicht am Platz. Es ist nicht gut, wenn die Sonnenstrahlen auf das unbedeckte Köpfchen scheinen und in die noch so empfindlichen Kinderaugen blenden. Die kindliche Haut ist gerade den Strahlen gegenüber ganz besonders empfindlich, und wenn man das Kind ungeschützt einem prallen Sonnenlicht ausgesetzt hat, dann stellen sich oft Hautfrieseln und Rötungen ein, die schmerzhaft sind und das Kind tark belästigen. Durchsonnte Luft ist viel gesünder als Sonnen- trahlen. Am besten macht es die Mutter, wenn sie das Kleine unter einem Sonnendach strampeln läßt, es genügt auch ein großer Sonnenschirm. Hier werden die Augen geschützt, das Kleine braucht nicht zu blinzeln, sondern kann sich nach Herzenslust erfreuen. Die durchsonnte Luft ist warm genug, das Kind braucht nicht bekleidet zu sein — aber länger als zehn Minuten soll man es nicht nackt Fisch schmeckt auch im Sommer' Mit viel Eifer und gutem Willen ist die Hausfrau in den Wintermonaten an alle Fischgerichte herangeganqen, die ihr durch eine großzügige Werbung „nahe gebracht" waren. Nun ist die manne Jahreszeit da, und häufiger erscheint das lang; eitt- behrte Frischgemüse, aber — ohne den zarten Fl>ch- braten! Warum, liebe Hausfrau, zuruckversollen .in bie Zeiten vergangener Jahrzehnte, wo man den Fisch im Sommer ablehnte und wo diese Ablehnung noch eine gewisse Berechtigung hatte..Heute ist diese Voreingenommenheit DÖllig unbegründet. Vorbild- lieh und schnell arbeitet der moderne Fischhandel, um in kürzester Zeit nach dem Fang bte fri^e, taubere tiefgekühlte Ware „in die Küche zu liefern.' Allerdings muß die Hausfrau mithelfen, L ' nr hurfß rechtzeitiges Bestellen in allen d e n Fällen, wo kein Spezialfsichhandel die Wäre ständig rur Verfügung hält. Da ist es eine wertvolle Hilst tllr den Kaufmann, wenn durch regelmäßige Dauerbestellung llebersichtlichkeit Der Händler kann dann für gute FrW» aen und sie in der warmen Jahreszeit avfetzen. Gerade in w-rm-n Monaten «te* HeifdÜDeife eine willkommene Mahlzeit. Das zane Fleifch verbindet sich gern mit den ersten Fr.fch- ihre Anordnungen gibt. Wenn die Schneiderin den ganzen Tag im Hause ist, so muß die Hausfrau selbstverständlich für ausreichende und bekömmliche Beköstigung sorgen. Sie muß der Arbeiterin auch die Möglichkeit geben, sich waschen zu können, bevor sie sich zu Tisch setzt. Nach der Mittagspause wird der Arbeitsplatz rasch feucht aufgewischt, die Flicken werden zusammengefegt, und so findet die Schneiderin wieder ein freundliches, sauberes Fleckchen vor, ganz abgesehen davon, daß Staub und Fadenreste nicht durch die ganze Wohnung getragen werden. Ein Kapitel für sich sind die Kinder an diesem Tage Gewiß gibt es Arbeiterinnen, die durch ihre Anwesenheit im Zimmer nicht gestört werden, aber es geht entschieden etwas weit, wenn die Hausfrau in Hut und Mantel lächelnd den Kopf hereinsteckt und meint: „Ich gehe jetzt auf ein Stündchen — nicht wahr. Sie schauen zwischen dem Nahen em bißchen auf meine Kinder, damit sie nicht mied-r was anstellen — bösartig sind sie ja nicht, |ie werden schon mit ihnen fertig werden! So gibt auch in diesen Tagen die Personlichk^t der Hausfrau und Mutter den Ausschlag. In ihrer Hand liegt es, durch Sammlung und Selbstdisziplin durch erzieherischen Hinweis an die Kinder und durch freundliche, ruhige Anordnungen an die Schneiderin auch diese Tage so zu gestalten, daß das Familienleben reibungslos weiterlauft. Schöne Erdbeemil. Von Erika Thomy. 3 3. tut „olrrrlA billiaer Ohne Opekta nämlich kocht die Marmelade durch denn mit Opekta wird die Marne g Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das die lange Hochzeit häufig bis zu Zucker in den Kochtopf geben, ganze Gewicht an Marmelade m die Glaser. beeren werden mit einer silbernen Gabel zer-,ser ot drückt und durch ein grobes Sieb gestrichen. Man Tupfer etzt der Masse feinen Zucker zu und rührt dies I knuspe schlank mit einer Gehfalte an der Vorderseite. Die Taille steigt hoch hinaus, ist am Ausschnitt anmutig gerafft, wodurch das ganze Kleid einen fraulichen Charakter bekommt. Der dunkelblaue Gürtel besteht aus weichem Wildleder und hat eine schöne Metallschließe. Als Aufputz wird eine weiße Blume getragen, die rechts oben an der Taille befestigt ist. Zu dem Kleid arbeitet man einen losen, dreiviertellangen Mantel, gleichfalls aus blauem Cloque. Die Aermel sind dreiviertellang und fallen nach unten zu weit aus. Der Mantel wird offen getragen und bildet mehr eine bildhafte Ergänzung, denn eine wärmende Hülle, da er meist ohne Futter gearbeitet wird. Will man jedoch einen warmen Mantel haben, so wählt man eine längere, anliegende Form auf Futter, gibt ihr große Reverse und Taschen. — Ein anderer Modestoff ist Wollgeorgette. Zu einem neuen hübschen Nachmittagskleid verarbeitet man silbergrauen Wollgeorgette. Die Kleid- linie ist sehr schlicht. Als Aufputz wird ein breiter roter Wildledergürtel genommen, der vorn eine Metallschließe hat. Dazu einen dunkelgrauen Mantel aus leichtem Wollstoff mit Raglanärmeln und auf Futter, so daß man auch für kühlere Tage gut vorbereitet ist. Bei strahlend schönem Wetter wird man das silbergraue Wollgeorgettekleid ohne Mantel tragen können. — Reizend ist ein neues Nachmittagskleid, das aus Rock, Bluse und Zacke besteht. Rock und Jacke sind aus brauner Kunstseide hergestellt. Die Bluse mit kurzem Schößchen lichtblau, eine ganz neue Zusammenstellung. Durch den breiten braunen Gürtel und die braunen Schlingen, die als Garnitur der Bluse dienen, ist die Zusammengehörigkeit zwischen Rock, Bluse und Jacke gekennzeichnet. Ein braunes Filzhütchen vollendet den netten Anzug. Schu- Wirtschaft. Jahresbericht 1935 der Licher Bank. = Lich, 21. Juni. Die Licher Bank veröffentlicht soeben ihren Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1935. Im verflossenen Geschäftsjahr betrug der Umsatz auf einer Hauptbuchseitc 4 674 832,09 Mark bei 19 361 Buchungsposten gegenüber dem Vorjahre von 3 722 813,82 Mark mit 17 659 Buchungsposten. Die Spareinlagen haben sich im Berichtsjahr um 162 000 Mark erhöht, in denen allerdings auch die Einlagen aus der Aufwertung enthalten find, die erstmalig in der Hauptbilanz erschienen. Aus den Spareinlagen wurden im Laufe des Geschäftsjahres namhafte Beträge, welche zu Bauzwecken und damit zur Ankurbelung der Wirtschaft benötig wurden, den Einlegern nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist zur Verfügung gestellt. An neuen Krediten konnten im letzten Jahr 50 000 Mark an Mitglieder ausgeliehen werden, wodurch die Kasse einen nicht unbedeutenden Teil zum Aufbau der heimischen Wirtschaft beitrug. Die Gesamtausleihungen betrugen am Ende des Geschäftsjahres einschließlich der Darlehen aus der Auswertung, welche ebenfalls erstmalig in die Hauptbilanz ausgenommen wurden. 649 425,76 RM. und liegen um 174 213,71 RM. höher als am Ende des Vorjahres. Die jederzeit verfügbaren Mittel betrugen Ende 1935 273 653,90 RM., die somit etwa 30 v. H. der Gesamtverbindlichkeiten ausmachen. Ferner wurden im Laufe des Geschäftsjahres Wertpapiere mit einem Bilanzwert von 23 372 RM. erworben, die lombardfähig sind und daher ebenfalls jederzeit verfügbare Mittel darstellen. Außer den vorgenannten Papieren wurden aus der Aufwertung 15 440,41 RM. Wertpapiere übernommen, so daß der Wertpapierbestand 38 812,41 RM. ausweist. Die Darlehen gegen Hypothek und Schuldschein betrugen im Berichtsjahr 330 412,— RM. gegenüber dem Vorjahr mit 284 281,— RM., in laufender Rechnung 184 501,35 RM. (im Vorjahr 190 931,05 RM.). der Wechselbestand 5755,01 RM. (3341,23 RM.), Bankguthaben und Kassenbestand 295 930,52 RM. (315 982,96 Mark). Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betrugen 22 436,60 NM. (21967,99 RM.), die Reserven 22 980,— RM. (21410,— RM.), Betriebsrücklagen und Rückstellungen 51 098,05 RM. (21 923,07 RM.), die Spareinlagen (einschließlich der Aufwertungseinlagen) 821 457,64 RM. (659 270,20 RM.), Einlagen in laufender Rechnung 74 036,35 RM. (68 389,84 Mark). Der Reingewinn ist mit 5013,10 RM. ausgewiesen. Der Verwaltungsrat der Bank setzte sich am Jahresschluß aus den Herren Arthur Schaefer, Friedrich Fischer, Heinrich Müller, Heinrich Schmidt VIII., Ernst Nicolaus, Wilhelm Veite, H. Märle, Ludwig Wolf II., Christian Fischer, Heinrich Barz, Heinrich Karl Schäfer, Georg Schnabel, Heinrich Bäcker IV. (Muschenheim), Heinrich Schmidt (Dorf-Gill), Wilhelm Lauer (Albach) und Zimmer (Gießen) zusammen. * D i e Bekleidungsindustrie im Mai 1 9 3 6. Die Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie gibt folgenden Bericht über die Maiumsätze der in der Wirtschaftsgruppe zusammengeschlossenen Fach- zwcige: Die Umsätze während des Monats Mai lagen in fast allen Spezialzwcigen der deutschen Bekleidungsindustrie recht gut. Die Mehrzahl der Betriebe berichtet von besseren Umsätzen als in den Vergleichsmonaten des vergangenen Jahres. Gegenüber dem Monat April dieses Jahres konnten einige Gruppen eine Exportbelebung verbuchen. * Verbotene „T i e r ve r j ü ng un g e n". Auf verschiedenen Nutz- und Zuchtviehmärkten hat sich die Unsitte eingebürgert, Hornspitzen abzusägen und Kalbungsringe abzufeilen. Dabei geschieht dies in aller Öffentlichkeit, so daß der Eindruck entstehen könnte, als ob es sich um ein erlaubtes Verfahren handelt. Der Beauftragte des Reichsnährstandes für die Durchführung des Verkehrs mit Nutz- und Zuchtvieh macht darauf aufmerksam, daß es sich bei dem vorerwähnten Verfahren um eine betrügerische Absicht handelt, sofern nicht infolge mangelnder Hornpflege eine Verkürzung der Hörner im Sinne des Tierschutzes geboten erscheint. Mein-Mainische Börse rNitkagsbörse. Tendenz: still. Frankfurt, 23. Juni. Die Börse eröffnete sehr ruhig und ohne wesentliches Geschäft. Da einige Verkaufsorders aus der Kundschaft vorlagen, waren die Kurse anfangs im Ausmaße bis zu 1 v. H. abgeschwächt. Nach den ersten Kursen war auf Rückkäufe eine leichte Erholung festzustel- len. IG. Farben eröffneten mit 170,75 um 0,50 schwächer, konnten sich aber im Verlaufe auf 171,25 (171,25) erholen. Deutsche Erdöl um 0,25 v. H. ab-- geschwächt. Am Montanmarkt waren durchweg Rückgänge von 0,25 bis 1 v. H. zu verzeichnen. Har- pener minus 1 v. H., Hoesch minus 1,50 v. H., Klöckner und Mannesmann je 0,25 v. H. schwächer, dagegen Rheinstahl um 0,25 v. H. auf 134,75 v. H. erhöht. Verein. Stahlwerke auf 93,13 (94) ermäßigt, später wieder auf 93,50 befestigt. Elektrowerte lägen uneinheitlich, Bekula unverändert, Gesfürel minus 0,25 v. H., Schuckert minus 0,65 v. H., dagegen Siemens plus 0,75 o. H. Von sonstigen Werten Muag 108,50 (109), Conti Linoleum minus 2,50 v. H. Daimler um 0,25 v. H. leichter, im Verlaufe wieder 0,25 v. H. fester. Verkehrswerte lagen unverändert. Reichsbank verloren 1 v. H. auf 193. Der Rentenmarkt lag für deutsche Renten eher etwas fester, Kommunal-Umschuldung 89 bis 89,13 (89), späte Schuldbücher unverändert. Altbesitz mit 112,75 o. H. ebenfalls unverändert. Auslandsrenten lagen eher etwas leichter, Ungarn-Gold 9,65 bis 9,75, 4,5 v. H. Rumänen uno. 9,85, 5 v. H. Gold- Mexikaner um). 13,75, 4 o. H. Gold-Merikaner 8,75 (8,70). Der Verlauf der Börse lag geschäftslos. Von den später zur Notiz gekommenen Papieren verloren Scheideanstalt 2 v. H., Akkumulatoren 0,50 v. H. Elektrowerte waren weiterhin uneinheitlich, Licht & Kraft plus 1,50 v. H., dagegen RWE. minus 0,50 v. H. Von Zellstoffaktien Aschaffenburger 1,50 niedriger. Am Montanmarkt ermäßigten sich Mans- felder Bergbau auf 136 (136,50), Ilse Genuß 1 v. H. niedriger. Von sonstigen Werten Cement Heidelberg um 0,25 v. H. erhöht, Daimler 118,65 nach anfangs 118,50 v. H., Hapag verloren im Verlaufe 0,25 v. H. Der R e n t e n m a r k t lag im Verlaufe gut behauptet bei ruhigem Geschäft. Pfandbriefe unverändert. Zinsoergütungsscheine 92,50 (92,60). Auch Auslandsrenten unverändert. Im Freioerkehr Adler-Kleyer mit 107,50, Pokorny 107, Frankfurter Handelsbank 49, Ufa 0,25 v. H. und NSU. 1 v. H. erhöht, dagegen Wayß & Freytag 0,25 v. H. abgefchwächt. — Tagesgeld 2,75 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse eröffnete sehr ruhig bei nur kleinen Umsätzen. IG. Farben gewannen gegenüber dem Mittagsschluß 0,25 v. H., Goldschmidt um 0,25 v. H. abgeschwächt. Vereinigte Stahlwerke unverändert 93 Geld. Der Renten markt lag behauptet bei ebenfalls ruhigem Geschäft. Späte Schuldbücher unv. 97,50, Zinsvergütungsscheine 92,40 (92,50), Kommunal-Umschuldung uno. 89. Auslandsrenten umsatzlos, 4 v. H. Rumänen 5,75. Der Verlauf der Abendbörse war weiter ruhig bei größtenteils gehaltenen Kursen. IG. Farben 171,50, Vereinigte Stahlwerke 0,25 o. H.' höher. Renten auch im Verlauf ohne Veränderung. Altbesitz 112,90. Die Nachbörse war umsatzlos. Es notierten: Reichsaltbesitz 112,90, Farbenbonds 136,25, 4 v. H. Ungarn Kronen 2,90, Lissabon Stadt 77, 4 v. H. Rumänen 5,75, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 230, Harpe- ner 124,50, Mannesmann 98,13, Rheinstahl 134,75, Verein. Stahlwerke 93,25, Aku 54,75, MAN. 122, ioo Wre Gesangverein „Ginirach!" Hungen 1 U* - .......... ^ärnnDß Gemischte Chöre: Gern. Chor Nie- der?Be?singen, Gem^Chor Bellersheim, Gern. Chor Obbornhofen und Gern. Chor Röthges. Als Gesamtchöre werden von dem CkMia- Sängerkreis „Deutschland, heil ger Name und Kameraden wir marschieren" unter Leitung des Kreischorleiters Stein (Lich) zu ®eJ)or gebracht. Die Festfolge bringt am Samstagabend: Totenehrung a n Kriegerdenkmal und auf dem D-nedhofe, dann Aufstellung des Festzuges m der Gießener Straße, anschließend Festkommers m der Festhalle auf dem neuen Marktplatz Neben dem Jubelverem werden der Gesangverein L.ederkranz Hungen der Bauersche Gesangverem Gießen und der Gesangverein Londorf die Bortragssolge bestreiten. Uin- rahmt werden die gesanglichen Darbietungen durch Orchestermusik einer Gießener Musikkapelle. Der Sonntag bringt folgende Veransta tungen: Weck- ruf Empfang der auswärtigen Gaste und Vereine. Gruvpensingen des „Chattia -Sängerkreises in der Festhalle, Platzkonzert an verschiedenen Stellen der Stadt, Aufstellung des Festzuges in der Gießener Straße, Festumzug durch die Stadt nach dem Fest- platz dortsetbst Ansprachen, Massen- und Einzel- chöre Tanz und Volksbelustigung. Der Montag bringt: Konzert in der Festhalle, Festumzug durch die Straßen der Stadt nach dem Festplatz, dort- selbst Jugendfest, Tanz und Volksbelustigung. In Gruppe 3: Sängerverelnigung „Cäcilig- Berstadt, Germ°. nia" Bellersheim, „Frohsinn" Obbornhofen und „Loreley Sanqervereinigung „Konkordia- Li-derkran? Ettingshausen, „Neue E.ntracht" Ober- Bessinqen und „Sängerbund" Ruppertsburg. Kruppe 6: „Liederkranz" Hungen, „Eintracht" Billigen, „Liederkranz" Nonnenroth, Männergcsangverein Wetterseld und „Harmonie + üunaen, 23. Juni. Nur noch wenige Tage trennen von der^F°st--»°nst°-tung^d-s ®Jt bundenen Gruppensingen des ^"°j1ch^°Säng-" ter Weise Zweck und Ziel setzen, bereits demt ao schluß nahegebracht. Damit ist in würdiger Wes der Festveranstaltung der Rahmen gegeben, N ckt nur eine'r bungslose Abwicklung im voraus sichert sondern der nicht mehr und nicht weniger 7 versprechen gibt, als daß — « * fiinterarunö gegeben wurde, um die festliche -uer anstaltung zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das deutsche Lied schlechthin Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben ihr Erscheinen zugesagtz Unter anderem werden sich die noch lebenden Nachkommen des Mit- begründers und langjährigen Führers Eintracht" Präzeptors Ludwig Klein an diesen Tagen zu einem Familienfest in den Mauern der Stadt Hungen vereinen. Darüber hinaus haben namhafte Vereine des ehemaligen Lahntalfängerbundes, deren Mitbegründer der Jubelverein war, ihre Teilnahme zugesichert. Außerdem beteiligen sich an der Jubelfeier der „Bauersche Gesangverein Gießen, sowie die Gesangvereine Schotten, Nidda, Echzell, Oberwiddersheim und Eichelsdorf. An dem Gruppensingen des Chattia-Kreifes beteiligen sich in Gruppe 1: „Sängeykranz Rod- Heini, „Frohsinn" Steinheim, „Harmonie Rabertshausen und „Eintracht" Inheiden. In Gruppe 2: „Liederkranz" Muschenheim, Harmonie" Birklar, „Konkordia" Langsdorf, „Eintracht" Bettenhausen und der Männergesangverem Trais-Münzenberg. BMW. 134, Bekula 150,75, IG. Chemie Bafel volle 241, dto. 50prozentige 170, Conti Gummi 189, Daimler 117, Deutscher Eisenhandel E 142,40, Deutsche Erdöl 128,50, Scheideanstalt 268, Deutsche Linoleum 186,50, IG. Farben 171,50, Holzmann 119,25, Lahmeyer 138, Mainkraft 98,50, Muag 108,50, Metallgesellschaft 133, Moenus 89, RWE. 132,50, Schuckert 155. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 23. Juni. Arn Obst- und Südfrüchtemarkt waren Erdbeeren und Kirschen reichlich angeboten, Johannisbeeren zunehmend, Himbeeren und Heidelbeeren noch in geringen Mengen am Markt. Der Absatz war sehr schleppend bei rückläufigen Preisen. Ausländische Aprikosen und Pfirsiche genügend am Markt, hatten aber kein befriedigendes Geschäft. Am Gemüsemarkt herrschte reichliches Angebot in allen Gemüsearten, Ueberangebot bestand in Blumenkohl, Erbsen, Karotten und Kopfsalat. Bei etwas gefallenen Preisen für Spargel und Erbsen aber sonst unveränderten Preisen war der Geschäftsgang nicht zufriedenstellend. Ausländische Bohnen, Kartoffeln und Tomaten in genügenden Mengen am Markt. Kartoffelabsatz gut. Ü. a. notierten: Blumenkohl 15—45, Bohnen 35—45, Erbsen 6—12, Gewürzel gr. Bdl., 30—40, Gurken 8—35, Karotten 4—6, Kartoffeln, Erstlinge IOV2—12, Kohlrabi 3—6, Kopfsalat 4—7, Pilze, Pfifferlinge 45 bis 50, Radies, Bdl. 3—4, Rettich 5—10, Rotkraut 20, Römischkohl 5—6, Spargel 6—26, Spinat 10—12, Tomaten, Treib 40—48, Weißkraut, früh 7—10, Wirsing 4V2—7, Zwiebeln mit Schlotten, Bdl. 5—8, Aepfel austral. 18—20, dto. Chile 16—18, Aprikosen 28—35 ital., Bananen, Kamerun 5—6, Westind. 6—6V2, Canar. 5—6, Erdbeeren je nach Qual. 22—40, dto. Monats 60, Heidelbeeren 30—35, Himbeeren, Garten 45—50, Johannisbeeren 26—28, Kirschen süß, 20—40, dto. sauer 22—35, Pfirsiche, ital. 30—40. Stachelbeeren, unreif, 12—14. "stmdermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Gieße nerRinÄer-Nutz- v i e h m a r k t waren 580 Siück Großvieh. 198 Fresser und 138 Kälber aufgetrieben. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 650 Mk., 2. Qualität 350 bis 440, 3. Qualität 200 bis 310, Rinder, %= bis Xjährig, 120 bis 200, X- bis zweijährig 220 bis 280, tragend 290 bis 480, Kälber bis zwei Wochen 27, bis vier Wochen 47, bis sechs Wochen 67 Mk. Der Marktverlauf war schleppend. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 523: Bekanntmachung KP 153 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, befr. Kurspreise. — 525: Uebernabme der Devisen- und Bewilligungsverfahren durch Außenhandelskommission in der Tschechoslowakei. — 526: Reiseverkehr nach Jugoslawien. — 527: Freigabe von Sperr- und Sonderkonten für Reiseverkehr. — 528: Hereinnahme von italienischen Lirenoten und Scheidemünzen. Rundfunkprogramm > Freilag, 26. Juni. 6 Uhr: Womit soll ich dich loben — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Vir- tuose Kleinigkeiten. 9.45: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu; 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Frische Weisen zur (Stär-" kmig des Appetits. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Frische Weisen zur Stärkung des Appetits. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (VIII). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Mosel, schöne Königin. Funkbild einer Landschaft. 16: Bunte Unterhaltungsmusik. 17.30: Hinter den Kulissen der Römerbergfestspiele. Funkbericht von den Proben und Vorbereitungen. 18: Walzerfröhlichkeit. Großes Walzerpotpourri. 19: Kammermusik. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Sonatine für Flöte und Klavier. 23: Unterhaltungskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg» Hohenzollern. 24: Nachtmusik. Samstag, 27. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum (Staats- jugendtag. „Pimpf, hör zu!" Die sieben Schwertworte: 4. Jungvolkjungen sind gerade und fest. 10: Schulfunk. Der Türkenlouis. Hörfolge von einem Entscheidungskampf um den deutschen Rhein. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst.. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. — Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. (Fortsetzung.) 14: Nachrichten. 14.10: Lustig schnatternde Wochen-„Ente". 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: HJ.-Funk. 16: Der heitere Musterkoffer des Reichssenders Königsberg 18* Militärkonzert. 19.30: Zeitfunk: 1. Mikrophon un- ^wegs^ 2. Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. Der Volkssender 1936 ruft. 20.10: Volkssender 1936. 5. Sendung des Reichssenders Frankfurt 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus So±73irF- 22?0: Shsreiffenbung des Zeit- Tunrs^ 22^0: . . und morgen ist Sonntag! 24 bis 2: „Em Sommernachtstanz". Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. _______________________ Di- hinter den Papieren angeführten Ziffern geben di- tzühe b-r zuletzt b-fchlvsien-n Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 d SS Irankturt o. TI. Berlin Sranhurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TC. Schluß» kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. .Vliitaq- börse Schluß» kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag» Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittag- 22.Juni 23. Juni Oatnm 22.6 23.b. 22.6 23-6 Datum 22.6 23.6 22.6. 23-6- Datum 22.6. 23.6. 22.6. 23.6 Amiliche Notierun Geld 1 Brie Amtliche Notierung 6% Deutsche Dieicl)5anleU)c v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 byt% Bvung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auölos.-Rechten ............ 4 Yi% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, l....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks float 1929 (rückzahlb. 102%) .. ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... &¥•% ehem. 4/,% Hess. Landes Hypolliekenbank TarmstadlLtau. 4Vi% ehem. 8% Darmsl. Komm Lanoeüb.Goldlchuldverschr R-ö Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Eammelabl. An leih» Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/x% chem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6’/i% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bauk-Ltqu.-Psandbriese...... 6%% ehem. 4H% Rheinische Hpp.-Bank-Ltgu. Goldpse. ... 4y,% ehem. 8% Pr. Landespianp briesanstalt, Pfandbriese R: 19 4%% ebcm. 7% Pr. LandcSpsand briesanst., Gold Komm. £bl. 20 Steuergutich.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Lesterrcichtschc Stlberrente 4% Ungarische Gvldrcnte ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 44% desgl. von 1913.......... 5% abgcsi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.................. 101,5 98,9 103 112,75 100,25 98,75 97 101,25 93,5 123,5 119,75 97 101,45 101,75 97,5 95 112,35 2,65 9,75 9,2 9,5 13,75 101,5 98,75 103 112,9 100,2 98,75 97 101,25 93,5 123,5 119,4 97 101,4 101,65 97,5 95 35,5 2,45 9- 9,25 13,65 — 101,5 98,9 102,75 112,4 100,2 98,75 119,9 101,5 97,5 95 109,5 34 2,7 9,8 9,4 13,7 101,5 98,75 102,4 113 100,2 98,75 97 119,9 101,5 97,5 10995 2?4 9,5 9,13 9,3 13,7 4% oesgl. Serie n ............ 5% Nu man. vereinh. Rente v. 1903 4''L%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Aerkchrswelen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat Bank ... 4 Deutsche Bank und Tisconto» Gescllschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ ij- A.E.G...................... 0 Bekula.................. g Elettr. Liefcrung^geseNscha'ft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Zelten L Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elcktr.Unternehmung. 6 Rheinifche Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... & schuckert LEo............... ß senkens L HalSke............ 8 'Jabmeijer & 60........ ... 7 BuderuS .................... Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener............... gi/ Hoesch Eisen—Köln-Neü'c'ssen . Ilse Bergbau .........'.....6 Ilse Bergbau Genüsse........g Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmaun-Röhren3 7 9,9 5,8 43,5 14,5 15,65 121,5 92,5 93,5 93,5 J94 36,5 151 132,75 153 132,5 139,5 137,25 134,5 203 138,5 103 129,5 126 107,5 137,75 102,5 98,75 6,8 9.8 5,75 14,5 15,9 121 116 92 93,5 93,5 192,5 36,25 150,75 132 154,5 130.5 138,75 132,5 155 203 138 101,65 128,5 124,5 106 136,5 102,25 98,13 9,65 6,85 9,75 5,75 44 14,4 30 15,9 121,75 115,5 92,5 93,5 93,5 194 36,5 151,4 133 155 131 139,9 134 134 155,5 202,75 138 102,75 129,5 126 107 137 102 98,75 9,75 5,75 43 14,5 30 15,75 120,5 115 92 93,5 93,5 192,5 36,13 151,25 132 154,5 130,25 139 134,25 132,75 155,25 202,5 138 101,75 128,4 124,9 106,75 167 135,75 102 98,13 Mansselver Bergbau....... ey, KokSwerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......3 Ltavi Mnen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7ya I- ®. Farben-Industrie.......7 Scheideanstalt....... 9 Goldschmidt ............5 Rütgerswerle ............... g Metallgesellschaft............ 5 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg .... 7 Eementwerk Karlstadt......... ß Schultheis Patzenhofer ........ ^tu (Allgemei'ne Kunstseide) .. 0 Bemberg...... - Zellstoss Waldhof ........... 6 Feststoff Aschafjenburg .......g Daimler Motoren........... n Deutsche Linoleum.......'*** 0 Lrenstein& Koppel ... 0 Westdeutsche Kaufhof.......... Chade.................. 9 Accumulatoren-flabrik Conti-Gummt.............’ Gritzner.............. 0 Mainkrastwerke Höchst a.M 4 Süddeutscher Zucker........’io 136,5 242,5 134,4 94 126,5 126 171,25 270 111,75 129 133,65 122 140,75 150 55,5 141,75 104,5 119,75 186,75 45,5 440 201 190 99 136 242,5 134,75 93,25 22 125 171,5 268 110,25 127,5 133 119,25 141 150 54,75 85 140,5 103 117 186,5 45 440 200,75 189 32 98,5 230 136,75 130,25 243 134,25 94,13 22 126,5 126 180,5 171,65 111,25 127,25 134,4 121 110 55,75 85 141 104 119,25 119,5 186 81 45,65 442 201,5 190,25 33,65 233 136 129,4 135,75 93 21,65 125,75 179,5 171,25 110,5 127 133 119,5 109,5 55,5 85 139,25 102,25 119 117,5 186,5 80,25 45 439 201 189 2 Buenos Aire Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Helsingfors. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest .. Reuyork ... _______ö Amerikanische Belgische Rote Dänische Note Englische Note Französische N Holländische N Italienische N Norwegische Deutsch Leste Rumänische N Schwedische N Schweizer No Spanische Not Ungarische No 0,685 42,06 0,139 3,047 55,55 46,80 12,465 5,495 16,39 168,51 19,53 0,730 5,654 62,64 48,95 11,325 64,27 80,85 33,95 10,28 2,486 er»n,23.Zunt Noten....... n........... n .......... n .......... oten........ oten........ oten......... oten ....... mich, A 100 oten........ oten........ en.......... en.......... ten......... 0,689 42,14 0,141 3,053 55,77 46,90 12,495 5,505 16,43 168,85 19,57 0,732 5,666 62,76 49,05 11,345 64,39 81,08 34,01 10,30 2,490 Banfnol 1 Schilling en 0,685 42,05 0,139 3,047 55,65 46,80 12,465 5,495 16,395 168,48 19,53 0,730 5,654 62,64 48,95 11,325 64,27 80,84 33,95 10,28 2,486 Geld 2,438 41,92 55,42 12,43 16,345 168,06 62,42 64,05 80,63 33,61 0,689 42,13 0,141 3,053 55,77 46,90 12,495 5,505 16,435 168,82 19,57 0,732 5,666 62,76 49,05 11,345 64,39 81,01 34,01 10,30 2,490 “ Brief 2,458 42,08 55,64 12,47 16,405 168,74 62,68 64,31 80,95 33,75 Nr. 145 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 24. Zum 1956 Der Weg zur Erzieherlaufbahn 2. 3. 4. 8. 9. ieren t malt mehr widmen. Natürlich wollte ich gern. 2,490 5. 6. 11. 12. hr nach ■r« und herein« Fcheide- Unfallziffern eine Besserung herbeigeführl hätte. Die Dochenziffern an Toten waren seit Beginn der Bekanntgabe: 147, 134, 110, 88. Diesmal ist die Totenziffer wieder um 43 auf 131 emporgeschnellt. haben die Zahlen ihren Schrecken bereits verloren? Dlorgeib ‘ In bet . 10: Airl i. Schuh ernsunk, ir Stär« i lließenb: Fnsche hrichten, ib Wirt- | ilb einer : * 17.30: e. Funk- gen. 18: Ti. 19: | ngt den j! esterkon- I us dem | 22.45: \ Mngs- ' icmberg* 5,505 1435 168,82 19,57 0,732 5,666 62,76 49, 11,345 64,39 81,0 34,01 10,30 Berufsstudien berechtigt. II. Der Bewerber muß einer der Gliederungen der Partei angehören. III. Der Bewerber muß den Arbeitspaß oder das Pflichtenheft besitzen. Gegebenenfalls kann der Landhelferdienst oder eine Bescheinigung über ab- geleisteten Grenzlanddienst als Ersatz vorgelegt werden. Ostlandfahrt des BOM. Ostlandabend des llntergaus 116 Gießen. Der Untergau 116 des BDM. Gießen hielt gestern abend im Gymnasium einen O st l a n d- abend ab, der mit Schargesängen, Gedichtoor- trägen und einem Lichtbildervortrag sehr unterhaltsam ausgestattet war. Die Mädels gaben sich große Mühe, dieses für sie unbekannte Land in Lied und Sprache und Bild ihren Gästen vorzustellen. In frischer, zielbewußter Art sprach die Untergauführerin Else D a a b von der Bedeutung und dem Ziel dieser Fahrt ins Ordensland, durch die der Jugend die große Verantwortung und Aufgabe in praktischer Art verständlich gemacht werden soll, die das deutsche Volk gegenüber diesem Land und diesen Volksgenossen jenseits des polnischen Korridors aufgetragen worden find. Da leider nicht alle Mädels mit nach dem Osten reisen können, sind nur einige Wenige bestimmt. Diesen die Fahrt zu ermöglichen, war dieser Abend bestimmt. Die Fahrtenreferentin Lydia Engelmann nannte dann den für einige Wochen bestimmten R e i f e p l a n , der über Berlin und den polnischen Korridor hinaus, im Grenzstädtchen Deutsch-Eylau beginnen soll. Von hier geht die Fahrt ins Oberland mit seinen Seen über Osterode und Hohenstein zum Nationaldenkmal Tannenberg, dann zu den Schlachtfeldern Masu- rens. In diesem schönsten Teile Ostpreußens soll von Lötzen nach Aygerburg der große - Mauersee überquert werden. Eine Wanderung über Gerdauen führt ins Pregeltal nach Insterburg, in dessen Nähe ein Dorfgemeinschaftsabend die Mädel mit den Ostpreußen zusammenführen wird. Von der Regierungshauptstadt Gumbinnen aus ist dann das Ziel der Fahrt die wildreiche Romintener Heide. In Schirwindt, wo zwei Tage Aufenthalt sind, an der Memel bei Ragnit und der größten Hafenstadt der 1 Memel, Tilsit, wollen die Mädels die Grenze er- setzungen zu erfüllen: I. Der Bewerber muß im Besitz des Reifezeugnisses einer höhere Schule sein, das zu höh. Gloria-Palast, Seltersweg: „Natascha". — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung „Frauenbildnis mit Schmuck" im Foyer des Stadttheaters. — Landschaftsbund Volkstum und Heimat (Singkreis): 20.30 Uhr Abendsingen in der Aula des Gymnasiums. Sitzung des Provinzialausschusses. Am Samstag, 27. Juni, vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschuffes statt mit folgender Tagesordnung: 1. Difziplinarftrafverfahren gegen Verwaltungssekretär Peter Pfeffer zu Bad-Nauheim. 2. Klage des Isaak Meier zu Dorheim gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. 3. Beschwerde des Moritz Levi in Büdingen gegen den Beschluß des Kreisamtes Büdingen vom 17. Dezember 1935 wegen Schließung des Bäckereibetriebs in Büdingen. 4. Beschwerde des Leopold Adler und des Gustav Adler in Altwiedermus gegen den Beschluß des Kreisamts Büdingen vom 24. Dezember 1935 wegen Schließung ihrer Darm- und Fellhandlung. Immer noch mehr Berkehrsdisziplin! IV. Aufnahmegesuchen sind die nachstehend verzeichneten Unterlagen beizufügen: 1. Ein ausführlicher, eigenhändig geschriebener Lebenslauf mit Angabe des Religionsbekennt- aufbringen können, Nachweis über musikalische Befähigung, Stempelgebühr 1,50 RM. (hessische Stempel- Al. (uni [otierung tfriei ernia. unb orbia, Ober. nisses, zwei Lichtbilder aus jüngster Zeit (Vorder- und Seitenansicht) mit Namen, ein kreisärztliches Gesundheitszeugnis (Vordruck ist bei der Geschäftsstelle der Hochschule für Lehrerbildung, Darmstadt, Ballonplatz 1, zu erhalten, Reichsangehörigkeitsausweis, sofern Reichsangehörigkeit nicht auf dem Reifezeugnis bescheinigt ist, eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses, Nachweis der arischen Abstammung (Geburtsurkunde des Bewerbers, Heiratsurkunde der Fröh- mse 7: Staate5 chwerte est. 10: einem in. 11: aunad)* Vochem chrichten henende. j schnat- sirtschaft. Der Helberg. 18: chon um Jugend, ft. 20.10: hssenders fiten aus des Zeit' j! 24 bis Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 was für ein Kind, das noch mit dem Buntfttft und dem Griffel schreibt, „Tinte" heißt. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. * Kraftfahrer, hupl nach Möglichkeit gar nicht, sondern fahrt vorsichtiger: Radfahrer, bleibt scharf rechts und fahrt in belebter Straße grundsätzlich zu einem; Fußgänger, überquert die Straße schnell und auf dem kürzesten Wege und ihr, Gespannführer, auch gegen euch kommen jetzt viele Klagen! LandschastsbundDolkstum undHeimat. Ortsring Gießen. heute Mittwoch, 20.30 Uhr, in der Aula des Gymnasiums: „Das Sommerlied", gesungen und gespielt von unserem Singkreis.____________________ L Um= > durch '• Der Weck- greine, in ber len ber ießener n Fest- Einzel. Montag J durch i- dortig- Arbeitsdienst (Arbeitspaß), Nachweise über etwaige zwischen der Reifeprüfung und dem Zeitpunkt des Aufnahmegesuches ausgeübte Beschäftigung. ein polizeiliches Führungszeugnis für die Zeit feit Abgang Schule, 10. eine Erklärung der Eltern, daß sie mit dem Studium einverstanden sind und die Mittel "Ein. 'nrotb, nonie" Deutliche Mahnung der Unfallziffern. Ls schien, als ob die Bekanntgabe de rlstie. L Chor hattia- unb l9 des btacht. Toten- edhofe, ebener esthalle herein •n. ber 42,0« & 168,76 62/66 i $ marken oder bar), 13. genaue Anschrift (Wohnung, Straße, Hausnummer). Die Bewerber haben sich einem Anfang Oktober stattsindenden Aufnahmelager zu unterziehen, über das Näheres rechtzeitig mitgeteilt wird. —(L689 42,13 0,141 3,053 I 55,77 I 46, 0 i 12,495 leben, um dann über das Kurifche hast zum Fischer dorf Rossitten zu gelangen. Kurische Nehrung, Moorbad Cranz, die Steilküsten Samlands, Königsberg, Zoppot und Marienburg sind weitere markante Ziele der Fahrt. Was in seiner Linienführung auf der Karte beschrieben werdep mußte, das zeigten dann anschaulich die vielen Lichtbilder, in deren Ablauf ausgewählte Gedichte und Lieder ein stilles Gedenken an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg, den großen Sohn Ostpreußens, und die Gefallenen eingestreut waren. Mit einem Sinnspruch und dem Lied der Jugend endete der schöne Abend. Was beim Baden und Schwimmen zu beachten ist. Fast alle Jungen oder Mädels im schulpflichtigen Alter können schwimmen. Um so mehr muß man die Tatsachen beachten, die leicht Badefreude in Badeleid verwandeln können. Zum Schwimmen sind vor allen Dingen Voraussetzung ein gesundes Herz und gesunde Lungen. Dem Schwimmenlernen soll möglich eine ärztliche Untersuchung des Ohres vorausgehen, denn im Ohr befindet sich der Gleichgewichtsapparat. Dringt nun infolge irgendeiner Verletzung des Trorn- melfelles Wasser ins Ohr, so wird leicht der Gleichgewichtssinn gestört, und die Gefahr des Ertrinkens ist gegeben, hat man so den Körper sorgfältig geprüft, und ist alles für gesund befunden worden, dann frisch ans Werk, hinaus an den See, an den Fluß. „Zur Beachtung! Baderegeln ..." Mit Selbstverständlichkeiten scheinen diese Plakate beschrieben zu sein, und doch ist es gut, sich in ruhiger' Stunde einmal mit diesen Dingen zu beschäftigen. Zum Beispiel das Abbrausen vor dem Bade in den Bade- - anstalten wird mem Kinde und später dem erwachse- nen Menschen zur Selbstverständlichkeit werden, wenn man ihm klarmacht, daß man sich ja auch nicht ungewaschen in ein frisch bezogenes Bett legt. Besonders den Kindern muß man mit solchem Beispiel erklären, was man in Badeanstalten und überhaupt beim Schwimmen und Baden nicht tun darf. Daß man sich nicht erhitzt ins kalte Wasser stürzt, daß man nicht mit gefülltem Magen baden soll, daß man sich gerade beim Schwimmen einer starken und genauen Selbstbeobachtung unterziehen soll. Oberste^ Grundsatz beim Baden und Schwimmen muß sein, daß jeder nur so lange im Wasser bleibt, wie er sich wohlfühlt. Von weiteren Gefahren sei noch erwähnt das Baden in u n b e k a n n t e n G e w ä s s e r n, die sehr oft moorigen Untergrund haben und Schlingpflanzen, Netze, Pfähle, alte Baumstämme oder ähnliche Gegenstände enthalten, die hinderlich oder gar lebensgefährlich sind. Es empfiehlt sich auch nicht, an unbekannten Stellen von reißenden Flüssen zu baden, denn gegen Strudel und starke Strömungen kämpft selbst der beste Schwimmer vergebens. Alles das, was hier vom Baden im Binnenlande gesagt ist, gilt sinngemäß natürlich auch für das Baden in der See. Lustschutz ist Gesetz. Auch die Frau muß mithelfen. Lpd. Vor einem Jahre — am 26. Juni 1935 — wurde die allgemeine Lustschutzpflicht für Männer und Frauen gesetzlich fest- ' gelegt. Neben die Arbeitsdienst- und Wehrpflicht tritt gleichberechtigt die Pflicht aller Volksgenossen, : im Rahmen des Luftschutzes ihre Kräfte der Volksgemeinschaft zu weihen. Deutschland ist mit dem ■ Luftschutzgesetz, das durch die Entwicklung des Flug- zeuges zu einer gefährlichen Angriffswaffe nötig wurde, anderen Ländern erst gefolgt. Jeder Mensch muß sich daran gewöhnen, daß der Luftkrieg der : Zukunft ein ganzes Volk härter und schärfer be- Wordsworth und Coleridge in Deutschland. Gin Vortrag von Professor Willonghby. Auf Einladung des Englischen Seminars un5 der Akademischen Auslandsstelle der Universität sprach am Montagabend im Hörsaal des Kunst- wissenschaftlichen Instituts vor einer stattlichen, interessierten Zuhörerschar der Germanist der Universität London Professor L. A. W i lloughby über „Wordsworth and Coleridge in Germany“. Von dem Direktor des Englischen Seminars, Prof. W. Fischer, zugleich im Auftrag von Rektor und Prorektor herzlich begrüßt, führte der Vortragende etwa folgendes aus: Um die Wende des 18. Jahrhunderts waren Deutschland und das Studium des Deutschen in England modern geworden. Und so rüsteten sich denn die jungen Romantiker William Wordsworth und seine Schwester Dorothea nebst ihrem Freunde S. T. Coleridge im Jahre 1798 zur Reise nach Deutschland. Sie hatten vor allem das praktische Ziel der Spracherlernung, um durch Uebersetzen aus dem Deutschen das knappe Einkommen zu erhöhen. Coleridge trennte sich bald von den Geschwistern Wordsworth und führte in Göttingen ernste und gewinnreiche deutsche Studien durch. Wordsworth dagegen, einem wenig glücklichen Hinweis Klopstocks'folgend (den man in Hamburg aufgesucht hatte), ging mit seiner Schwester nach Goslar, wo er einen kalten, unfreundlichen Winter verbrachte, ohne mit den geistig interessierten deutschen Kreisen des Harzstädtchens in nähere Berührung zu kommen. Schon im Frühjahr des Jahres 1799 kehrte das Geschwisterpaar nach England zurück, um sich im romantischen Seengebiet Nordenglands dauernd niederzulassen. Wenn Wordsworth bei seinem kurzen Aufenthalt in Deutschland weder in das Wesen der deutschen Sprache noch der deutschen Kultur tiefer einbrang, so finden sich in feinem Werke gleichwohl mehr Niederschläge seiner deutschen Eindrücke und seines Wissens um Deutschland, als man bisher angenommen hatte. So war es bis jetzt noch wenig bekannt, daß eines der wichtigsten Kunstgesetze, die Lessing im „Laokoon" gelehrt hatte, die Auflösung von Beschreibung in Handlung, auf Wordsworth eine tiefe Wirkung ausgeübt hatte. Wordsworths Verhältnis zu Goethe dagegen blieb stets kühl, ja feindlich. Wie so viele Engländer seiner Zeit vermißte er in Goethes Werken und Leben das Element der Sittlichkeit (im puritanischen Sinne), und ihm, der jederzeit das politische Geschehen in England mit leidenschaftlicher Anteilnahme verfolgte unb feine Wir gingen Über den Wirtschaftshof dem kleinen Hause zu, in dem der Kämmerer mit feiner zahlreichen Familie unter dem Schatten einer riesigen alten Kastanie wohnte. Eine forsche Blasmusik, bei der der Baß eine führende Rolle zu haben schien, tönte uns schon von weitem entgegen, Gesang und Gelächter zeigte, daß die Festlichkeit in vollem Gange war. Eine Girlande bunter Blumen und Fähnchen schmückte die Pforte des kleinen Gartens, der Weg war mit Tannen und Kalmus bestreut. Vor dem Haus drängten sich die Zuschauer, denn wer nicht mitgeladen ist, nimmt wenigstens von draußen an dem Fest teil. Kleine Kinder drückten ihre Stumpfnasen vor Neugierde platt an den Scheiben. Zeigte sich aber die Braut vor der Tür, im Gärtchen oder auf dem Hof, so stürzte die kleine Bande auf sie los und sang eintönig und unaufhörlich, indem sie der neugebackenen jungen Frau Pflaumen in den Weg warfen: „Wi schmete de Brut mit Plumekern — wi fchmete de Brut mit Plumekern". Wir hatten noch nicht die Schwelle des Hauses übertreten, als uns bereits zwei Tänzer entgegen« sprangen, je eine von uns ergriff und in einer Art Rheinländer in die Stube schwenkte. Das ist so üblich, das gehört so zum guten Ton, daß man nicht anders ate tanzend ins Haus kommt. Die Musikanten spielten in einer Ecke des Raumes. Ihre Gesichter glühten, die Adern an ihren Schläfen schwollen, die Backen plusterten sich. Einer der Leute hantierte ein merkwürdiges Instrument, eine selbstgemachte Geige: Teufelsgeige genannt. Sie bestand aus einem hölzernen Bügel, der mit geschnitzten Pferdeköpfen verziert ist, lange Drähte sind in zwei durchbohrten Blechbüchsen befestigt, die auf dem Boden stehen, der Geigenbogen ist auch nichts anderes als ein kräftiger Draht. Oben an dem Bügel sind noch zwei Blechteller befestigt, die bei dem taktmäßigen Aufstampfen des Instrumentes heftig aneinander klirren. An Lärm läßt die „Teufelsgeige" jedenfalls nichts zu wünschen übrig. Es dröhnt nur so, und dieses geräuschvolle Orchester wurde nur hin und wieder von dem Gesang der Gäste übertönt. In der gegenüberliegenden Kutscherwohnung ward für die leibliche Erquickung gesorgt, dort waren die Tische mit den üblichen Schnäpsen, mit Kaffee und Kuchen gedeckt. Fleischdüfte kündeten aus der kleinen Küche ein gehaltvolles Abendessen an. Die Braut, die Rose, bediente uns. Sie machte ihrem Namen alle Ehre mit ihrem jungen hellen Gesicht wie Milch und Blut und ihrer schmalen, aber kräftigen Gestalt. Sie hatte sonst ihren Platz im „Brautwinkel", der sich in einer Ecke der Stube unter einer Art Baldachin, von Blumengewinden befand, aus dem, wie an einem Weihnachtsbaum, leuchtend rote Aepfel an Ostpreußische Landhochzeit. Von Margarete von Olsers. Bei dem Besuch einer Juaendfreundin auf dem Lande wurde ich von der Bahnstation abgeholt; nicht etwa mit einem Auto, nein, zu meiner Freude mit dem wohlbekannten altmodischen Halbwagen, au dessen Bock der alte Kutscher thronte, seit vierzig Jahren in der Familie und mit dem goldenen Abzeichen für gute Pferdepflege geschmückt. Sem etwas schäbiger Zylinder glänzte in der Sonne, und eben o glänzte die Freude über mein Kommen aus seinem guten alten faltigen Gesicht. Er hielt die unruhig trappelnden Trakehner nut fester Hand, saß straff im Rücken auf seinem Sitz, die Jahre hatten dem alten Schmidt nichts anhaben können. Wir begrüßten uns herzlich wie immer. Als er sich dabei zu mir hinunterbeugte, aber schien er doch iraenbroie oeränbert, etwas Ungewohntes war am alten Schmidt. Er, der sonst so Korrekte, er der nie aus der Rolle fiel und bei aller Freundlichkeit Diel au sehr durch ostpreußische Steifheit und Zurückhaltung gehemmt war, um Zutraulich ZU werden, wandte mir ein gerötetes Gesicht mit wohlwollendem Lächeln zu, und 'dabei trieb irgenbem kleiner humorooller Deibel [em Spiel im SßmM der hellgrauen, scharfblickenden Augen, Und auch während der Fahrt wandU sich der Alte ganz gegen seine Gewohnheit mehrfach um und unterhielt mich mit Fragen und Erzählen aus ungewohnte tebhaste ^Nach kurzer Zeit sollte ich die Ursache dieser merkwürdigen Veränderung erfahren. Es war Hochzeit auf dem Gutshof, o berichtete er. Die Tochter des Kämmerers, die suns Jahre ,m „Schloß g - dient hatte, heiratete, und der alte Schmidt hatte das Brautpaar $ur Kirche gefahren — da war denn schon ein bißchen m.tgese.ert worben - daerklärte mir alles, denn eine ostpreußische Hochzeit ohneeinpaar tüchtige Schnäpse ist unbenkbar, unb die hatten eben ben Alten so amüsant unb berebt gemacht. Eine Hochzeit auf dem Laube! M ine Freunbin fragte sogleich, als sie mir mit freubiger Gung aus dem langgestreckten Landhaus, Schloß" aenannt, entgegeneilte, ob ich nicht mite tun wollte,9 fie müsse natürlich der Rose wegen hin Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung gibt bekannt: Zu Beginn des Winterhalbjahres 1936/37 können Abiturienten in bie Hessische Hochschule für Lehrer- bilbung ausgenommen werben. Das Winterhalbjahr beginnt am 20. Oktober 1936. Die Hochschule für Lehrerbildung gibt bie Grund- ausbilbung für ben Erzieherberuf unb führt nach 4 Semestern zur Abschlußprüfung für ben Dienst an hessischen Volksschulen. Die Vorbereitung auf ben Beruf bes Volksschullehrers unb Volkserziehers gehört zu ben aussichtsreichsten Ausbildungs- gängen. In Zukunft haben auch biejenigen Abiturienten, welche bas Stubium für bas höhere Lehramt ergreifen wollen, bie beiden ersten Semester an einer Hochschule für Lehrerbilbung zu verbringen. In Hessen werben jeboch zum Winterhalbjahr 1936/37 noch keine Bewerber für bas höhere Lehrfach in bie Hochschule für Lehrerbilbung ausgenommen. Aufnahmegesuche finb an ben Herrn Reichsstatthalter — Landesregierung — Abteilung II, Darmstadt, Peter Gemeinderftraße 3, zu richten und müssen mit den erforderlichen Unterlagen bis zum 1. August 1936 vorliegen. Zum Herbst 1936 können Aufnahmegesuche nur von Abiturienten, nicht von Abiturientinnen, eingereicht werden. Bei ben Aufnahmen finb folgenbe Voraus- Fäben über ben Köpfen bes Brautpaares hinunterbaumelten, bas hier zwischen ben einzelnen Tänzen sitzt, nur um bie Glückwünsche unb Geschenke ber Gäste entgegenzunehmen. In manchen Gegenben hat bie Braut sogar einen Zinnteller auf bem Schoß, unb jeher Gast wirft, ähnlich wie in ber Kirche, ein Gelbstück hinein. Eine ganz praktische Einrichtung, benn solch eine Hochzeit kostet viel Gelb; man will sich ja an solch einem Ehrentag, vor allem bei ber Bewirtung, nicht knauserig zeigen! Mir war es benn auch eine Erleichterung, als bas Abenbessen übermunben war. Ich mußte bei ber Suppe unb ben Klößen ge- rabezu an bas Märchen vom Schlaraffenlanb benken, in bem man sich auch erst burch eine Breimauer essen muß, ehe man an bie eigentlichen Gerichte kommt. Dann fing ber Tanz von neuem an. Diesesmal glücklicherweise im Freien. Es würbe braußen vor bem Haus, auf bem Hof um bie alte Kastanie herum getanzt. Die Sterne sahen burch ihr Geäst. Der Monb schimmerte im Schleier ber Braut, baß sie aussah wie eine Märchenbraut. Im Osten aber stand bereits die Helligkeit des neuen Tages. Und diesem neuen Tag wurde entgegengezogen, als es Mitternacht schlug. Die Blasmusik stellte sich an die Spitze der Hochzeitsgäste, die sich paarweis ordneten, und nun ginge über ben Gutshof ben Schloßberg hinunter unb in bas Dorf hinab, bas mit feinen kleinen strohgebeckten Häusern srieblich unb still am Ufer eines Flusses lag. Die Musik schreckte kleine Kinber unb alte Leute, bie noch nicht ober nicht mehr hatten mitfeiern können, aus bem Schlaf, manch alter Kopf erschien neugierig hinter den Geranienstöcken am Fenster und spähte dem lustigen lärmenden Hochzeitszug nach. Der zog rasch an den Alten vorbei, wie das Leben selbst, das nun hinter ihnen lag, und in dem Hochzeit, Kindtaufe und Begräbnis mit ihren Feiern die großen Marksteine und „Festtage" bedeuten, die es mit sich bringt. Zeitschriften — Das Juni-Juli-Doppelheft der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey, München) fordert besondere Aufmerksamkeit durch drei größere Aufsätze, deren Thematik von einem einheitlichen Grundgedanken beherrscht wird: „Der Tod Gottes" von Ernst Benz, „Ernst Jünger und das Unheil des Denkens" von Eugen Gottlob Winkler und ein Aufsatz von Hermann Rinn über ben größten slowenisch en Epiker Joan Cankar, von dem mehrere Erzählungen mitgeteilt werben, „Abschieb", „Sünbe", „Onkel Simon" unb „Der Rosenkranz", Berichte über „Bücher ber Geschichte" unb kritische Auslas« jungen über neue Filmerzeugnisse runben das Heft ab. Sieben Bilder nach Meisterwerken altdeutscher Bildniskunst, zu einem Aufsatz des Herausgebers über neue Kunstbücher schmücken es. Landsleute zum Widerstand gegen jeden äußeren und könne sich, fo leib es ihr tue, mir heute Nicht unb inneren Feinb aufforberte, war bie politische s Gleichgültigkeit Goethes fremb unb unerklärlich. Gleichwohl bleibt es zu bebauern, baß roeber Worbsworth noch Coleribge auf ihrer Deutschland- reife ben Weg nach Weimar fanben — eine persönliche Begegnung mit bem Dichterfürsten hätte ben Englänbern vielleicht den Weg zum Verständnis von Goethes Persönlichkeit erschlossen. Eltern, unb zwar sämtlich mit Angabe des Religionsbekenntnisses der Betreffenden), 7. Leistungszeugnis und Nachweise über Zugehörigkeit und Betätigung in Partei, HI., SA., SS., NSKK., DLV. usw. über abgeleisteten Aus Oer vrovinzialhauptstadt Geschichten vom Klatschmohn Von Frida Aisch, Äad-Nauheim. Ein ganzes Feld voll leuchtendem Mohn! Man kann sich nicht satt sehen an all der Pracht. Ehe man sich's versieht, steht man am Rand und schleppt mit nach Hause, Blumenvasen zu füllen ... Große Leute ^wissen eben nichts anderes damit onzusangen, als Sträuße zu machen. Aber mir, als mir noch klein waren! Wir Mädchen machten die niedlichsten Balldamen. Die Blütenblätter wurden einfach umgestülpt, die schwarzen Haare auf einer Seite abgezupft und die Tänzerin war fertig und stand auf dem grünen Gras. Leider war sie nicht mehr lange am Leben. Dauerhafter waren Puppen aus Knospen. Sie mußten gelblich und kurz vor Aufbrechen fein. Sorglich polkten wir sie auseinander und langsam entfaltete sich, spannend erwartet, das Kreppkleid, ob hochrot, rosa ober weißlich. Dann gab’s Ball auf der Wiese. Dem Festtanz wurde ein jähes Ende bereitet, wenn „Herren" dazu kamen: Junge braune Fröschchen, ein Schürz- chen voll zusammengefangen und auf die Balldamen losgelassen, bis alles luftig durcheinander purzelte. Ja, überhaupt die Wiese! Wenn Minna bleichen ging, liefen wir mit und weideten Kühe. Sie wurden aus den Früchten der Herbstzeitlosen gemacht durch vier hineingesteckte Hölzchen. Leiber war diese Freude nur kurz, denn die ganze Herde wurde beschlagnahmt, weil sie giftig war. Vor „giftig" hatten wir große Angst. Unreife grüne Aepfel waren auch „giftig". Aber wir wußten Rat. Die harte, grüne Frucht wurde reif gemacht, indem wir sie so lange gegen die Mauer buttsten, bis sie weich gequetscht war, braun anlief und der Saft herausspritzte. Dann aßen wir sie mit gutem Gewissen auf. Aber die Nachbarsbuben wußten noch etwas Feineres. Sie hatten Medizinflaschen voll Mohnblätter gestopft, etwas Essig darauf gegossen, und stampften mit einem Holzstäbchen darin herum, bis es „Tinte" wurde. Es dauerte nicht lange, so hatte alles Spielen aufgehört. Es war kein Kind mehr aus der Nachbarschaft, das nicht schon von morgens an mit seinem Fläschchen auf die Straße kam unb „Tinte" stampfte. Die war aber nicht etwa in einem Tag fertig! Alle Tage tarnen neue Blätter dazu, unb wenn sie ganz schwarzer Brei waren, neue. Die Qualität der Tinte war auch nicht bei allen gleich. Wer am eifrigsten stampfte, den schärfsten Essig erwischt hatte, hatte nach mehreren Tagen wirklich etwas Tintenähnliches, das auch, wenn auch etwas blaßschwarz, o Entzücken! schrieb. Da die Flaschen oben eng waren, die Tunke bei unserer vorsichtigen Fabrikation nicht spritzte, ließen uns die Mütter machen. Nur eine war so grausam, keinen Essig zu liefern, und trotz aller Arbeit wurde nur bleich- sichtiges, graues Wasser. Wir anderen gaben aber Hildchen etwas ab. Ihr großen Leute werdet wohl alle noch wissen, Die Geschichte der Söder von Bad-Nauheim (DNB.-Heimat-Bilderdienst. Aufnahme: Nees.) Wende gezeunet und mit die ersten Nauheimer Zumäßigen wöchentlichen deutschen Luftpostverkehrs mit I politischen Leitern. Anschließend wurde der Heim- Südamerika werden an Stelle von Flügen der Deut- weg unter Marschmusik der SA.-Kapelle angetre- Oberheffen Gcheunenbrand in Alsfeld. Londkrpis Gießen Stro gebeitet, die Drecke bekleidet." Diese Kothen waren ten. Im Saale des „Hessischen Hofes" sand dann noch ein Kameradschaftsabend statt, bei dem die erwähnte Kapelle den unterhaltenden Teil Salzsiedereien. In diese Salzsiedereien wurde das Nauheimer Solwasser geleitet und unter ständigem Kochen eingedickt, bis sich die Salzkristalle absetzten. 3m INittelaller versorgten die Nauheimer Söder nicht nur die Wetterau und die Reichsstadt Frankfurt, sondern fast das ganze Rhein- rNain-Gebiet mit ihrem Salz. Nach und nach gerieten die meist zünftig ober genossenschaftlich arbeitenden Nauheimer Salzsiedereien in staatlichen Besitz. Sie wurden zunächst Hanauisch, nach dem Aussterben der Hanauer Linie kamen sie an Hessen-Kassel, also unter staatliche Verwaltung. Das war vor etwa 200 Jahren. Damals unternahm der Salzmeister Joseph Todesco Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Aniah. Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem LPD. Ehe Bad-Nauheim vor 100 Jahren Heilbad wurde, war es Salinenstadt mit einer großen Salzproduktion. Die Nauheimer Salzquellen waren seit über 1000 Jahren den Germanen wie auch den Römern bekannt. Die Bewohner zwischen Wetter und Ufa, zwischen Goldstein und Johannisberg haben dann als erste die Salzsiederei an den Nauheimer Solquellen betrieben. Zunächst ganz primitiv, wie es das „Saltzbüchlein über Newheim" berichtet: „Daselbst haben sie keinen gefaßten Saltz- brunnen. Sondern feind etliche Sümpfte, welche rund umbzeunet sein. Von solchen Sümpffen seind dann etliche Graben und Gerinne, darein man schöpfst und darnach in die Kothe (Hütte) fleust. Die Kothe daselbst seind mit . “ ®.a «bringen, 22. Juni. Die Bautätigkeit ist m diesem Jahre wiederum recht lebhaft. Neben einigen Neubauten werden die im Herbst erstellten Rohbauten fertig gestellt. ,ieuien übernommen hatte. Erst in vorgerückter Stunde begaben sich die politischen Leiter in die städtische Reithalle, wo gemeinsames Nachtquartier bereitet worden war. Der gestrige Sonntag brachte ebenfalls wieder einen größeren Marsch mit eingelegten Hebungen. Morgenkaffee und Eintopfessen wurde gemeinsam eingenommen, die von Mitgliedern der NS.-Frauenschaft mustergültig bereitet worden waren. Nach einer kurzen Schlußansprache wurde der Amtswalterappell geschlossen. Die Teilnehmer begaben sich wieder in ihre Heimat. Kreis Büdingen. tt Mittleres Niddatal, 23. Juni. Die Hoffnung auf eine reichliche Apfelernte ist geschwunden. Die sehr zahlreich vorhandenen Knospen kamen diesmal früher und rasch zur Entwicklung, blieben aber infolge kühler Witterung unmittelbar cor Entfaltung zur Blüte zum Stillstand, wodurch der A p f e l b l Ü t e n st e ch e r ungehindert schaden konnte. Es kann nur mit einer schwachen Mittelernte gerechnet werden, und zwar bei den Sorten Goldparmäne, Baumanns Renette, Jakob Lebe! und Schafnase. Sämtliche Birnsorten bringen m ^rag. Hingegen zeigen Zwetschen einen guten Behang, einen noch besseren Miradel- ^nekloden wenig Früchte bringen. Wahrend der Behang an Sauerkirschen als im gan» Ast bezeichnen ist, versagen die wenigen Süßkirschbäume fast völlig, abgesehen von solchen an geschützten Stellen. Auf eine Walnußernte kann megen des Nachtfrostes unmittelbar vor der Blüte mcht gerechnet werden. Aber Johannis- und Stachel- beeren bringen einen faft vollen Ertrag. Ein außer- bepr^nm kann bei den Gartenerd- beeren festgestellt werden, deren Anbau große Verbreitung gefunden hat. Heberreich an Blüten sind 3ur Zeit die Gartenbrombeeren. Kreis Alsfeld. fflt M.’U^k82- 3unl Di° Sauarbeiten ©emartung Ä werden iX '7°chste°n Wochen lieber eine Million für Arbeitsbeschaffung. samtsumme °u-gss,chüttet. Die Ge- auf über 70 Millionen ffrfMlBt bamit annähernd 6300 Eigenheimen. 3 GcfteUunä ”on schen Lufthansa an folgenden Tagen Fahrten der Luftschiffe der Deutschen Zeppelin-Reederei statt- finden: 24. Juni, 8. und 29. Juli, 12. August usw. 14täglich bis 21. Oktober. Mit diesen Fahrten werden wie bei den Flügen der Deutschen Lufthansa gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen jeder Art und außerdem auch gewöhnliche Pakete befördert. Der Postschluß für den Hauptversand, bei dem die Post den Luftschiffen in Frankfurt a. M. übergeben wird, tritt ein bei dem Postamt Berlin C 2 am Abfahrtstag um 11, bei dem Bahnpostamt 19 am Abfahrtstag um 18 in Frankfurt a. M. Beim Nachversand gelten dieselben Postschlüsse wie bei den Flügen der Deutschen Lufthansa, nämlich bei dem Postamt Berlin C 2 am Abfahrtstag um 21, bei dem Bahnpostamt 19 in Frankfurt a. M. einen Tag nach dem Abfahrtstag um 2.45. Die zum Nc^ -rfanb vorliegenden Postsendungen werden mit Flugzeug nach Sevilla gebracht und daselbst dem Luftschiff übergeben. t \ 23k5uni^2Im hellen Vormittag b^ach 'm Hache des Karl Borger ding Feue? das sich rasch über den ganzen hU M 6 r e 1 * e t e und infolge ' ber annflhm6^ 4'11 Ttode*l einen großen Umfang annabm Die angrenzende Scheune wurde oöllia , gasche r t. Das Wohnhaus wurde stark be- _____v < $ gereitet werden. Ein ttSST * emen "er°bstürz°n- berg zur Hinfahrt vom 27. Juni, 0 Hhr, bis 29. Juni, 12 Hhr, und zur Rückfahrt vom 27. Juni bis 29. Juni, 24 Hhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zum I a h r e s f e st i n T r e y s a am 28. Juni von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 km um Treysa zur Hinfahrt vom 27. Juni, 12 Uhr, bis 28. Juni und zur Rückfahrt vom 27. Juni bis 29. Juni, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zum Reichskriege rtaginKassel vom 4. bis 5. Juli von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 km um Kassel gegen Vorzeigen des Festabzeichens. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 4. Juli, 0 Uhr, bis 5. Juli und zur Rückfahrt vom 4 Juli, 12 Uhr, bis 6. Juli, 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). ♦ ** Jahresfeier und S e m e st e r - S ch l u stop p e l l der Universität. Am kommenden Samstag findet in der Neuen Aula der Universität die Jahresfeier und der Semester-Schlußappell statt. Nach dem Einmarsch des Senats und der Lehrer, nach der Einbringung der Fahnen und nach musikalischen Darbietungen des Collegium musicum sowie des Akademischen Gesangvereins bringt die Feier Ansprachen der Dekane der Philosophischen Fakultät (II. und I. Abteilung) der Veterinärmedizinischen, der Juristischen und der Theologischen Fakultät. Im weiteren Verlauf der iteier folgt dann die Ansprache des Rektors und die Preisoerteilung. ** Die Bautätigkeit im Stadtviertel über der Lahn. Die Auffüllung des Straßen- korpers der neu eröffneten Straße Zwischen der Rodheimer Straße und dem Gleiberger Weg ist nahezu fertiggestellt. Inzwischen ist an dieser Straße bereits mit dem Bau eines Einfamilienhauses begonnen worden, während mit weiteren Wohnuna-;- bauten für die nächste Zeit gerechnet wird. Das neue Verwaltungsgebäude des Schlachthoieq ist nahezu fertiggestellt und soll in den nächsten Tagen bezogen werden. ** Der hiesige Obst- und Gartenbau- v e r e i n veranstaltete für seine Mitglieder und für Gartenfreunde unter der Führung von Gartenbautechniker Wasewitz zwei Garten-Rundgänge Be- sichtigt wurden die Anlagen des Gartenbauvereins und die Gärten am Nahrungsberg. Den Teilnehmern wurde an Hand praktischer Beispiele und Erörterungen auf den verschiedenen Gebieten des Klemgartenbaues Rat und Auskunft erteilt Aus den reichen Erfahrungen der Kleingärtner heraus erfolgte auch untereinander ein reger Gedankenaustausch. Im Rahmen des Rundgangs wurde Darauf hingewiesen, daß infolge der trockenen letzten Maihälfte besonders Blattläuse stark auftraten. Ver- schiedene Arten von echtem und falschem Mehltau konnten gezeigt werden. Praktische Hinweise wurden gegeben für Schildlausbekämpfung, außerdem für die Anlegung von Fanggürteln für die Obstmade und den Apfelblütenstecher. Neben dem Thema- Schädlingsbekämpfung wurde auch über allgemeine Anbaumaßnahmen gesprochen. Die Behandlung der Erdbeeren auf dem Beet, die Haltung und Pflege der Tomaten, die Behandlung der Gurken im freien Land wurden erörtert, darüber hinaus wandte man sich auch der Düngung zu. Besonders wurde auf das Oer Salzgrafentag in Bad -Nauheim. Bad-Nauheim, 22. Juni. Als letzte Veranstaltung der Bad-Nauheimer Woche findet am kommenden Sonntag der sog. Salzgrasentag statt. Er ist verbunden mit der Arbeitstagung des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", von der an dieser Stelle schon gesprochen wurde. Der Salzgrafentag zerfällt in drei Teile: in die heimatkundliche Ausstellung in der Trinkkuranlage mit einer prähistorischen, erdgeschichtlichen und familienkund- lichen Abteilung. Die prrähistorische Abteilung steht unter Leitung von Dr. Jörns, Gießen, die erdgeschichtliche unter Leitung von Diplomingenieur Häusel, Bad Homburg, und die familienkundliche unter Leitung von Pfarrer Knodt, Bad-Nauheirn. Die Gesamtleitung der Ausstellung hat Lehrer O ß - w a l d, Bad-Nauheirn. Der zweite Teil umfaßt den Zug der Salzwerksleute durch die Stadt und das sog. Brunne n s e st auf der Kurhauswiese. Der dritte Teil umfaßt volkstümliche Tänze und Spiele der Holzbauern, das sind Trachtengruppen aus unserer engeren Heimat, die gleichfalls auf der Kurhaus- wiefe gezeigt werden. Der Salzgrafentag veranschaulicht altes Brauchtum um 1750. Salzschreiber, Brunnenmeister, Söder, Gradierer, Handwerker mit ihrer Salinenwache in ihrer damaligen Tracht, Holzhauern, das sind Trachtengruppen aus dem Hüttenberg, der Schwalm, dem Schlitzerland, unter Führung des Heimatdichters Georg Heß, stellen in Tanz und Spiel Altnauheimer und althessisches Leben dar. Das Manuskript für die gesamte Veranstaltung schrieb Oberstudiendirektor Philipps, Friedberg. ruhri als eine früher ausschließlich zu Land und zur See geführte Auseinandersetzung. Darum hat Generaloberst Göring mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß der Kämpfer für den Luftschutz in Der Heimat in einer eoenso ehren- und verantwortungsvollen Stelle steht wie der kämpfende Soldat an der Front. Die Bedeutung des Luftschutzgesetzes ist im vergangenen Jahr Hunderttausenden in den Ausbil- Dungslehrgängen des Reichsluftschutzbundes klar geworden. Wer heute noch abseits steht und sich über die Arbeit des Bundes skeptisch oder gar ablehnend äußert, sollte möglichst bald einen praktischen Kurs mitmachen. Er würde rasch verstehen, warum tagaus, tagein in Städten und Dörfern die Volksgenossen ihre karge Freizeit für den Luftschutz opfern und wie notwendig die Vorbereitung aller Abwehrmaßnahmen schon im Frieden trotz der Wiederherstellung unserer Wehrmacht ist. Das Gesetz stellt Mann und Frau gleich. Dies ist wichtig. Die Erfahrungen des Weltkrieges und die Notwendigkeit der Luftabwehr Mingen heute z u restlosem Einsatz auch der Frau. Ohne sie ist keine Aussicht auf Erfolg gegeben. Gewiß wird es in vielen Fällen nötig fein, um Verständnis HU werben — gewiß wird es mancher Volksgenossin schwer werden, sich an die Pflicht zu gewöhnen — die die Volksgemeinschaft von ihr fordert. Dennoch ist kein Zweifel, daß die deutsche Frau eingedenk der Notwendigkeit zu vollwertigem Einsatz im Selbstschutz der Zivilbevölkerung die Erwartungen im ganzen Umfang erfüllen wird. Absatzregeiung für wildwachsende Beeren und Pilze. Die Hauptvereinigung der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft hat eine sofort in Kraft tretende Absatzregelung für wildwachsende Beerenfrüchte und Pilze erlassen. In Bayern, Ostpreußen, im Rheinland, in Schlesien, Westfalen, Thüringen, Kurhessen und Hessen- Nassau werden geschlossene Erfassunas- ge biete für die Regelung des Absatzes geschaffen, und zwar werden im einzelnen Heidelbeeren, Preiselbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und Him- den Versuch, den Salzgehalt der dreiprozentigen Nauheimer Sole zu erhöhen, d. h. die Sole zu gradieren. Er hatte Erfolg. 1736, also vor genau 200 Jahren, führte dann der große Salinist Jakob Siegmund Waitz von Eschen durch die Neuanlage der Nauheimer Gradierbauten eine Konzentrierung der Nauheimer Sole auf rund 25 Prozent durch. Von ihm, dem Obersalzgraf, stammen die mittels zwei Windmühlen betriebenen Gradieranlagen, über die noch heute der Salzgehalt der Bad-Nauheimer Sole auf über 20 Prozent gebracht wird. 1835 wurde dann die erste Badewanne für die 130 Nauheimer Salinenarbeiter aufgestellt; nicht als Heilbadewanne, sondern zur Säuberung der Söder und Salzarbeiter. Von dieser Badewanne hak dann das heilbadewesen der Sladl unter dem Johannisberg seinen Ausgangspunkt genommen. Auch heute noch wird die Salzsiederei in Bad- Nauheim betrieben. Nicht mehr in Den alten Kothen, sondern in dem großen Salinenbau auf der Höhe des Goldsteins, wo in drei riesigen Pfannen aus dem salzigen Bad-Nauheimer Sprudelwasser alljährlich 35 000 Zentner Speisesalz gewonnen werden. Heute noch bewegen Die Nauheimer Söder, wenn die Salzkristalle sich in Den Pfannen ab setzen, ihre Krücken, ihre Salzrechen Durch Die rötliche, bampfenbe Sole unb „ziehen Das Salz -n", köstliches BaD-Nauheimer Speisesalz, wie zu jenen Zeiten, als Dieses schöne „Newheim" sein Salz bis an Main unD Rhein verfrachtet hat unD Der Salzgraf alljährlich von der Nauheimer Söderzunft empfangen wurde. Damals wie auch heute wieder — am Bad-Nauheimer Salzgrafentag am kommenden Wochenende. Links.Im Dunkel des großen Salinenbaues steht der Arbeiter an einer der drei großen Salzpfannen und 1 "£ em Abraum <06 f chaf f t" Salz in Den Transportwagen - R e ch t s : Viehsalz unD BaDesalz werden in Diesen spitzen Korben von Den Arbeitern aus Dem touoraum gerafft. fipD- Budmgen, 23. Juni. Die im Kreise Bü- Dingen gelegene Stadt Wenings konnte auf 600 We Bestehen als Stadt zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand eine große Feier statt, bei Der als Vertreter Des Gauleiters unD Der Hessischen Can» Delegierung Staatsrat Reiner anwesenD war. ■Oer Festtag wurde mit einer Sonnwendfeier emgeleitet, bei der der Reichsredner d. A. Pfarrer M u n ch m e y e r Die Feuerrede hielt. Ein F e ft - 6 "9 durch das reich mit Fahnen und Tannengrün geschmückte Städtchen leitete über zu der großen itunögebuna, bei der stellv. Gauleiter Staats- u j.i e L11 e Grüße des Gauleiters über- braute. Der Kreisleiter von Büdingen (Börner @ • x-ad)*f Glückwünsche der Kreisleitung, Rreisbirettor JBerfer sprach für das Kr-isamt. Reichsredner Munch meyer hielt eine große 4n|prad)c in der er Deutschlands Schicksal aus- zeichnete das in allen Jahrhunderten schwer und leiderfullt war, bis es dem Führer aller Deutschen m^hn9^-emct:^ei^r auf3urid)ten, das ewig bestehen wird. Die Feier klang aus mit einem Volksfest, an 8=uer^rrnanWoBertoiChenen ^bl-'unp-a ein ...... Anlaß werden ausgegeben: zur 7 5 0 - I a h r f e i e r der Stadt Grünberg vorn 27. bis 29. Juni von allen Bahnhöfen im Umfreis von 50 km um Grün- 600-Iahrfeiep der Stadt Weninas, .dem sich eine große Anzahl Frauen eingefunben hatte. Die Leitung lag in fachmännischen Händen; die Teilnehmerinnen wurden auf Fehlerquellen aufmerksam gemacht, und es wurden Anregungen für die Bepflanzung und Bearbeitung des Bodens gegeben. Verschiedene Gärten wurden auf ihren Reaktionszustand untersucht. Ein weiterer Rund- gang fand am Sonntag unter Leitung von Dr. Nagel statt. Auch hier war Die Beteiligung sehr gut. Eingehend wurden Die Wiesen, Dann Die Ge- treideacker unD schließlich Die Hackfruchtfelder besichtigt. Mancher Teilnehmer dürfte wertvolle Anregungen erhalten haben. Auch dem Flachsanbau wurde alle Aufmerksamkeit zugewandt. * R e i ski r ch e n , 24. Juni. Gestern gegen 19 Hhr nnh0"™% lCo b-r Zwischen Reiskirchen und Cinbenstruth em Verkehrsunfall. Der Kraft- wagenfuhrer eines Arztes aus Nieder-Ohmen, der den Wagen aus der Reparaturwerkstätte abgeholt ' rÜ;flh ""^bisher noch nicht aufgeklärter Hr- ?0^Z/ug gegen einen Baum. Der S e fSAeftl9' der Wagen völlig zerstört wurde. Der Fahrer wurde verletzt. 0 Kreis Friedberg Friedberg, 23. Juni. Im Kreisort Rah h&ÄKÄÄ ’S. Ä" q)meld (^eßen) zu den versammelten beeren, von den Pilzen im wesentlichen Pfifferlinge, Steinpilze und Morcheln erfaßt. In den Erfassungsgebieten sind zum Aufkauf der wildwachsenden Beerenfrüchte und Pilze von Sammlern nur diejenigen Aufkäufer berechtigt, die im Besitze eines Ausweises des z u - ständigen Wirtschaftsoerbandes sind. Das Aufkaufsgebiet Des Hugelafsenen Verteilers oder Verarbeiters, der von Dem Aufkäufer beliefert wird, kann auf bestimmte Bezirke oder Gemeinden beschränkt werden. Der Aufkauf durch den Einzelhandel unterliegt, soweit es sich um die Deckung des örtlichen Bedarfs handelt, keinen Beschränkungen. Die Verteiler und Verarbeiter müssen über Men Weiterverkauf einen Schlußschein ausstellen. Für das Sammeln Der Früchte unD Pilze sinD die jeweils geltenden polizeilichen Erntevorschriften maßgebend. Die Vorsitzenden her Wirtschaftsverbände können Den Verkäufern Die Benutzung bestimmter VersanDgefäße unh hie Prüfung her Ware auf ihre Beschaffenheit oorschreiben. Auch die vom Verteiler ober Äerarbeiter zu zahlenden Hebernahmepreise können festgesetzt werden. Zur Vermeidung unbilliger Härten sind Ausnahmen im Einzelfalle möglich. Im übrigen werden für Widerhandlungen Ordnungsstrafen angedroht. Anwendungsverhältnis von natürlicher und künstlicher Düngung aufmerksam gemacht. Weitere Erwähnung fand der Zwischenfruchtbau, der für den Kleingartenbau von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Ferner wurden Fragen des Baumschnittes behandelt. Die Führungen gaben allen Teilnehmern viel wertvolle Anregung für die praktische Arbeit im eigenen Garten. ** Eine Bausparerversammlung des Ringes der Bauwirte fand gestern im Hotel Schütz tatt, in der der für Gießen zuständige Vertreter Fritz Wellenberg aus Koblenz über die Er- olge sprach, die die Bausparkasse seit ihrem Auftreten in diesem Gebiet erzielen konnte. Außer den chon erstellten Häusern in Gießen und der weiteren Umgebung, deren Ansichten der Redner zum Teil in Lichtbildern zeigte, sind weitere Bauvorhaben zum Abschluß gekommen. In Gießen sind jetzt wieder Zuteilungen für zwei Bauvorhaben er» folgt. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an. ** Postbeförberung mit Luftschiffen nach Sübamerika. Im Rahmen bes plan- (üt ® frey'», 6:4, b-6 v [ins u" °l- 6:1, F Si z ‘ w . i p - : heim- je/re« dann bei M ;unbe itische reitet 'ben> M1 -ssen Mit- eitet ache teil- Die t ge- ospen twick« । un- stand, indert »achen i den Jakob -ingen >tschen rabel- ingen- gan- nigen >lchen kann Blüte ichel* utzer- nerd- Der- i sind im. 8er. am .(Er ifts. eser rttag iche iner und- steht erd« üeur «liche leim. 06- -IJ. e™. denberger, Lollar, 63 Holz; 2. Hinrich Schneider Wißmar, 61 Holz; 3. H. Mandler Wißmar, 60 Holz- 4. Ludw Muth, Lollar, 60 Holz; 5. Georg Keller, Wieseck, 58 Holz. Öffentliches Prelskegeln: auf der alten Bahn: 1. Willi Bender, Krofdorf 41 Holz, 2. Erich Schmidt, Krofdorf, 40 Holz, 3. Heinrich auch nicht mehr lange. Drei Wochen noch. Die letzten vierzehn Tage gehören immer mir Ich. bin bann ohnehin mieber solange allem. Der Winter in Ellbach ist sehr einsam." „Kommen Sie zu uns", sagte Mana impulsiv, sah Frau Steffens Lächeln unb würbe unsicher. „Wir haben immer Pech mit unseren Hausbamen, aeftanb sie. „Sie vertragen sich so schlecht mit bem anderen Personal. Unb bas will Pas" nicht wechseln weil es schon solange in unseren Diensten steht- Ich b?n noch zu jung, um mit breinzureben. Man hört mich einfach nicht. Wenn ich vermitteln will, Ld- 'ch aüsgelacht Wenn °uch nicht ms G-ftcht. so doch hinter meinem Rucken. ' Sie sehen aber gar nicht danach aus, als ob Sie sich auslachen ließen", meinte Frau. Steffen unb hielt den Mick fest auf das offene, klare Ge- ^MaLIkcktknu7Ä'Achfeln. Sie haben mich ft unser Diener" und die Babett, das war Links: Hans Freese (Bremischer Schwimmverbanb) erzielte bei dem Olympischen Prüfungsschwimmen in Hannover im Vorlauf des 1500-m- Schwimmens neue deutsche Rekorde über 800 m mit 10:36,2 Minuten, über 1000 m mit 13:20 Minuten und über 1500 m mit 20:09,9 Minuten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) — Rechts: Beim Start ber Olympia-Kernmannschaft in Köln konnte bie beutfche 4 X 100 -m-Frauen staffel mit Albus, Kraus, Dollinger, Winkels (von links nach rechts) den bisherigen Weltrekorb um zwei Zehntel Sekunben auf 46,7 Sekunben verbessern. Den bisherigen Weltrekorb hatte bie amerikanische Frauenstaffel 1932 bei ben Olympischen Spielen in Los Angeles aufgestellt. — (Presse- Bilb-Zentrale-M.) |d,U3a!naber manchmal ist auch das noch zu wenig. Sm,«. «--> Stdl.« °?E die Last d.efto gr B* ^u5bame, mal die SSSiÄ*«-1- - ”• WB?- <-■ ist?" "Dann ist alles «'-der j. 0» Sobald sie außer Sichtweite jft, herrscht Frieden, zme tragen sich mieber." im Silbe. Frau Steffen mar nicht |o reaji Maria Terry hatte prächtig geschlafen. Erst wollte es nicht so recht glücken, aber bann mar sie mit einem Male eingeschlummert unb murDe er,r durch ein Bellen und Kläffen gerneckt, das von der Straße heraufkam. Zrnei Dorfköter sagten sich gegenseitig eine Morgenfehbe an und trugen diese auch sofort mit viel Gebelfer aus. Im Nu mar sie aus dem Bett, spähte durch bas Geranke unb sah zu ihrem Schrecken, baß die Uhr des Kirchturmes, der sich über bie Dächer hochreckte, die neunte Stunde zeigte! — O du gütiger Himmel! Frau Steffen mochte denken, das faulste Menschenkind der Welt unter ihrem Dache zu be- ^Aber als sie bann an ben Frühstückstifch trat, lächelten ihr deren Augen so gütig entgegen, daß aüe Scham verflog. „Es war ganz, ganz wunder- °°ä, ®Äe grau. - Herr Steffen ist wohl schon Uns™t0fe»s Uhr schon!" Dabei bekamen Frau Steffens Augen einen oerräterifchen Schimmer. „Es müßte nicht unbedingt fein, daß er sich auf Me syopifp >yag Geld zum Studium verdient. Wenn ich mein Haus verkaufe, könnten wir immerhin ein r’ä: ,?3! «"gSSF'S auch noch andere Be|d)afhgungen dre weniger an strengend wären, als auf der Straße Schotter zu Puddingpulver in Beuteln *8 SSL.. Vehrmachl, Polizel und anderer Formationen. bei dem jede Mannschaft aus 10 Mann besteht. Nach der Ankunft auf dem Berge haben die Teilnehmer — insgesamt 1000 Wettkämpfer — einen Keulenweitwurf mit anschließendem 50-Meter-Lauf au bestreiten. Den Abschluß bildet eine 10 mal 100- Meter-Pendelstafel, bei der anstelle des sonst üblichen Staffelholzes ein 5 Kilogramm schwerer Sandsack getragen werden muß. Der Kampf steht unter der Oberleitung des SA.-Gruppenführers Pol.-Präs. B e ck e r l e (Frankfurt) und das Vielerlei der Uniformen wird das ohnehin schon schöne und bunte Bild des Feldbergfestes weiter beleben. Im weiteren Verlauf des Nachmittags finden dann die alljährlichen Staffelläufe statt, Um den Jahn-Schild (5 mal 100 Meter, Männer) bewerben sich neben dem Verteidiger, dem Stadtsportoerein Frankfurt, nur Polizei Frankfurt und Vorwärts Bockenheim. 3m Kampf um den vorn Tv. Lollar verteidigten Lmanuel-Schmuck-Schild (5 mal 100 Meter. Männer) gehen fünfzehn Mannschaften an den Start und im 4 mal 75 - Meter - Staffellauf um den Brunhildis-Schild starten neben dem Verteidiger Vorwärts Bockenheim nur Stadtsportoerein Frankfurt und Tv. 1817 Mainz. Um die Wettkämpfe ist ein herrlicher Rahmen gezogen, der die Eigenart des Feldbergfestes, nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch eine Kundgebung für Volkstum und Heimat zu sein, hervorhebt. Am Samstag gibt es in den Berghäusern einen deutschen B e r g a b e n d und spater eine völkische Feierstunde, wobei Gaudietwart Dr. Kahle (Frankfurt) am brennenden Holzstoß die Feuerrede halten wird. Der Sonntag beginnt mit Morgenfeier und Flaggenhissung und den Abschluß bildet am Nachmittag die Siegerverkündung auf dem „Philipp-Röbig-Platz". ÄaswestdeusscheSegelsiiegerlreffeninHirzenhain LPD. Segelfliegerlager Hirzenhain, 23. Juni. Der Dillkreis ist in dieser Woche Schau- platz eines Ereignisses, das infolge seines Zusammentreffens mit den Feierlichkeiten anläßlich der Einweihung der Eschenburg etwas in den Hintergrund trat, dessen Auftakt am Sonntag indessen bereits bestätigt hat, daß es der größten Beachtung würdig ist. Es handelt sich um den Ausscheidungswettbewerb für den Rhönsege l f lug, der vom 21. bis 28. Juni zum dritten Male im westdeutschen Fliegerdorf auf der Hirzenhainer Höhe zur Austragung gelangt. 135 Flieger aus dem ganzen Westen des Reiches geben sich hier oben inmitten einer der landschaftlich schönsten Gegenden des Westens für die Dauer einer Woche ein Stelldichein, um auf ihren insgesamt 30 Hochleistungsmaschinen ihre besten Kräfte miteinander zu messen. Den Siegern winkt die höchste Gunst, die einem Segelflieger widerfahren kann, die Berechtigung zum Start auf der Rhön, wo sich im August dieses Jahres wieder die Elite des Sports zum Kampf um den höchsten Preis vereint. Bei der feierlichen Eröffnung des Wettbewerbs gab Landesführer Segelflugkapitän Zahn als Vertreter der gastgebenden Landesgruppe Hessen der Hoffnung Ausdruck, daß der diesjährige dritte Wettbewerb in Hirzenhain, dem Ort guter alter Fliegertradition, dazu beitragen möchte, die Kameradschaft unter den Fliegern des Rheinlands, Westfalens und Hessens zu festigen. Nachdem er hierauf mit einem begeisterten Sieg-Heil auf den Führer, das Vaterland und die deutsche Fliegerei den Befehl zur Flaggenparade erteilt hatte, gab er den Wettbewerb frei. Alsbald setzte eine emsige Tätigkeit der Wettbewerbsteilnehmer aller Gruppen ein. Gleich der erste Start führte zu einem Ueberlandflug von 140 Kilometer. Insgesamt starteten im Laufe des ersten Tages noch zehn Maschinen, von denen nicht weniger als sechs lieber land- flüge auszuführen vermochten, die in Richtung Siegen, Köln, Siegburg, Hagen und Duisburg führten. Die vielen Hunderte von Kilometer, die bei gleichzeitig großem Höhengewinn schon am ersten Tage des Wettbewerbs erzielt wurden, berechtigen zu der Hoffnung, daß auch in diesem Jahre wieder eine große Leistungssteigerung, sowohl bezüglich der Piloten als auch der Maschinen, zu erwarten ist. „Rund um Schottens-Rennstrecke mustergültig ausgebaut. Der DDAC. schreibt uns: Eines der interessantesten und sportlich wertvollsten Motorradrennen war in den letzten zehn Jahren das Rennen „Rund um Schotten". Nachdem im Vorjahre diese bedeutsame Veranstaltung kurz vor ihrer Durchführung abgesagt werden mußte, weil ein kurzes Teilstück der sonst mustergültig ausgebauten Rennstrecke den sehr hohen Ansprüchen eines modernen Rennens nicht voll genügte, ist das Motorradrennen „Rund um Schotten", für das der DDAC.-Gesamtclub als Veranstalter zeichnet, für dieses Jahr erfreulicherweise nunmehr gesichert. Das 3% Kilometer lange Reststück der Strecke ist, nachdem sich die Regierung dafür eingesetzt hatte, ebenfalls tadellos ausgebaut worden, so daß sich nun die 16 Kilometer lange Schottener Rennstrecke für die große Konkurrenz im Juli in einer mustergültigen Verfassung präsentieren wird, um so mehr als die Strecke durch Rudingshain eine ganz neue Führung bekommen hat unter gleichzeitiger Aenderung der an der Einfahrt liegenden Brücke. Durch die tadellose Betondecke und die leicht überhöhten Kurven wird sich in Schotten den Fahrern die Möglichkeit bieten, selb st die schnell st en Maschinen völlig auszufahren. Wieder jüdische Betrüger und Weinschwindler. Mainz, 23. Juni. (LPD.) Vor der Großen Strafkammer zu Mainz rollte am 22.Juni wieder einer der vielen unerfreulichen Wein- und Steuerhinterziehungs-Prozesse ab. Angeklagt waren in erster Linie die Juden! Richard und Robert Hirschberger aus Mainz, die jedoch beide flüchtig sind. Auf der Anklagebank erschienen Jakob Corell aus Armsheim und Paul Remark aus Bad Munster sowie Karl Keller und Ludwig Berger aus Wallertheim. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten Horst wurde abgetrennt. — Die Angeklagten hatten rund 3500 0 Kilogramm Futters ucker der nur für Diehhalter steuerfrei ist, sich verschafft, um mit allerhand künstlichen Zusätzen eine Art „Stichwein" zu fabrizieren, von dem sie rund 200 Stuck an Essigfabrikanten verkauften unter der Vorspiegelung, es handele sich um Traubenstichwein. Durch die unrechtmäßige Beschaffung von Futterzucker hatten sich die Angeklagten Steuervorteile erschlichen und die Steuereinnahmen des Reiches erheblich geschädigt. — Die Verhandlung fand hinsichtlich der Beweisaufnahme unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Nach dem Verhör von zirka 15 Zeugen und mehreren Sachverständigen wurde in den Abendstunden das folgende Urteil verkündet: In Abwesenheit werden verurteilt die beiden flüchtigen Brüder Richard und Robert Hirschberger zu je 2 Jahren Gefängnis, je 50 000 Mk. Geldstrafe und je 5040,50 Mk. Wertersatz wegen Steuerhinterziehung und Vergehen gegen das Lebensmittelgesetz. — Keller wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zum Vergehen gegen das Lebensmittelgesetz zu4Monaten Gefängnis, 20 000 Mk. Geldstrafe und 4090,50 Mk. Wertersatz. Aus den gleichen Gründen wurde Corell zu drei Monaten Gefängnis, 15 000 Mk. Geldstrafe und 2880 Mk. Wertersatz verurteilt. Berger erhielt eine Geldstrafe von 4000 Mk. wegen Steuerhinterziehung und 360 Mk. Wertersatz, Remark wegen Steuerhinterziehung und Vergehen gegen das Lebensmittelgesetz 4 M o - nabe Gefängnis, 25000 Mark Geldstrafe und 4396,50 Mark Wertersatz. Die Strafen wurden deshalb lo hoch angesetzt, weil die Brüder Hirschberger allein in einem Jahre über 600 Stück „Stichwein" hergestellt und verkauft haben. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. 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Kommen Sie zu IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII Druckschriften °°°-° In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert I BrUhl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 85 Vistra-Leinen, 95 cm breit, weichfließende Kleiderware, in richtigen Farben.........p. m Vistra-Leinen, 140 cm breit, schwere Mantel- und Kostümware....................... m Ein Preisausschreiben lustig und interessant zugleich, winkt mit schönen Preisen. Eine Broschüre bekommen Sie kostenlos, auf Wunsch auch durch die Post, von A. Ruhl jr. Gießefi Seltersweg 67 Fernsprecher 3170 — ______40400 Marburg a. d. Lahn 10 Jahre Marburger Festspiele 20. Juni bis 12. Juli 3915D „Der Sturm“ — „Käthchen von Heilbronn“ — „Die Hammelkomödie“. Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7. 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