TJ ■ W «MM E MG H /<Äs- "V/^4 ' ";/X, , •' ■ ' ; • •• -- ■■ M' i - Ä U' WM'. U ■ > < &#•/<'. .. ■ > M z-, ^WM 96 Erstes Blatt 186. Jahrgang Aeitag, 24. April 1956 I g ^q|U[g ho " ho " 10 " bk te Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oschelm täglich, außer ÄHHF Ä Ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags WW für die Mittagsnummer NSrLLLL ilAiAMA'HAi* 1I4A4A*AAM WP-tz K/Ivllvllvl 4HivlUvl ZZZZ L Ä^Mch,°rsch-m°n V |J VITV“ V H VI ~ ▼ ▼! “ V" W?tWWt. Din einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge h°h°«r Lewa» # , .. Stellen-,Vereins.,gemein. tes? General-Anzeiger für Oberhessen sb richten: Anzeiger Gießen 1/ f 4 V V gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: K M behördliche Anzeigen 6Npf. üranifurt am Main liess Druck und Verlag: vruhl'sche Univerfitäls Such- und Zteindruckerei R. Lauge In Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabschiüff-Staffel ö ersten Flug wurden die Gesamteinnah l iie Gesamtausgaben auf " leschäkt. Chamberlain rec io ein Ueberschuß van 31 Millionen Pfund, etwa <) Millionen Mark. Diese Summe des Ueber- usses wurde benutzt, um die von dem arbeiter- :rteilichen Schatzsekretär Snowden im Jahre 1931 . rgenommenen Gehaltskürzungen um 10 bis 20 $)., die alle Beamte betrafen, bezeichnenderweise ich den König, zur Hälfte wieder aufzuheben. Die rbeitslosenunterstützung wurde auf die alte Höhe -bracht, die Steuer auf Kraftwagen wurde herabsetzt, die Einkommensteuer von fünf Schilling je Ifunb wurde auf 4 Schilling 6 Pence gesenkt. Auf wurden die Gesamteinnahmen auf 734,4 Millionen, f 733,9 Millionen Pfund ' ^schätzt. Chamberlain rechnete damals mit einem i irwarteten Ueberschuß von Vi Million Pfund. I Lteuerveränderungen wurden nicht vorgenommen, | lie Vergnügungssteuer wurde zum Teil ermäßigt, Iie Freigrenze bei der Einkommensteuer wurde erhöht. Damals sagte Chamberlain, England habe HO v. H. seines Wohlstandes zurückgewonnen und Derbe in Zukunft die noch fehlenden 20 v. H. ein- h ölen. Es kam anders. Tatsächlich sind die Ausgaben wm etwa 18 Millionen Pfund auf 750 Millionen öfunb gestiegen, und zwar hauptsächlich durch vermehrte Rüstungen. Die Einnahmen erzielten m- olge der anhaltenden Konjunktur ebenfalls einen Ueberschuß; aber die Aufrüstung frißt alles. Für das kommende Jahr wird zum erstenmal seit i 933/34 ein Fehlbetrag errechnet, und zwar von tarn 21,29 Millionen Pfund. Die Einnahmen werden mit 776,6 Millionen Pfund gegenüber einem Ertrag von 753 Millionen im Jahre 1935/36 eingesetzt, wovon 10 Millionen mehr durch die Erhöhung der Einkommensteuer erbracht werden sol- en. Die Ausgaben liegen nach der Schätzung bei ff97,89 Millionen Pfund. Der Voranschlag für die Heeresausgaben, der schon im letzten Jahr mit 158,25 Millionen Pfund um 21,35 Millionen Pfund höher war als im Jahre 1934/35, ist durch Nachbewilligungen in Höhe von 20 Millionen Pfund, darunter 10 Millionen für die Luftflotte um 41,35 Millionen Pfund gestiegen. Das ist der Grund des Fehlbetrages, für den England jetzt bluten soll, 'und zwar durch Erhöhung der direkten und der indirekten Steuern. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß England die kleinen Einkommen überhaupt von der Einkommensteuer befreit hat. Und zwar läßt es «Einkommen bis zu 2160 Mark im Jahre vollkom- mien steuerfrei. Dazu werden Steuerbefreiungen für ßedes Kind in Höhe von 720 Mark gewährt. Eine ßolche Befreiung der kleinen und mittleren Einkommen von jeder Einkommensteuer hat kein anderes europäisches Land zu verzeichnen. Wenn sich also sie Engländer über die Einkommensteuer-Erhöhung •aufregen, dann darf dies doch nicht vergessen wer- joen: Während z. B. in Deutschland schon 3000 bis 3600 Mark als lyittleres Jahreseinkommen gilt und Dementsprechend auch besteuert wird und die steuerfreie Einkommengrenze bedeutend niedriger ist als nn England, setzt dort die Besteuerung überhaupt »erst bet Familien mit einem Kind bei 3000 Mark r Ausgabenseite des englischen Haushalts wurde i de verhältnismäßig große Summe von rund 96 Mionen Pfund für die Rüstung eingesetzt. Aus- M ^Zean, |neiro bzw. »wimmenden I „bchwaben- Qm Sonntag ^1—Sevilla Hl" wird "gesetzt. Ihre bei 360 den in Mar- 1 Aufenthalt Frankfurt be- *cs m 10 * ifjrlen. >e. Fahrten wa- internationd* 12 Stunden: mbentilometer er: 12:30:40,4 eter (158,247 ; 18:35:255 ter (157526 5:18,6 6tun* 7,318 5tun> Kilometer = MeMvme- :n = 160,377 lometer). >n Schneetrei- )es Kurses die vraussetzungen uf der Fahrt lisgehvlt wer- brdfahrt kam ndigkeiten bis Die andere Seite. Ein Keil treibt den anderen. Nach dem Scheitern tu- Abrüstung durch Frankreichs Haltung firö die M i l i t ä r a u s g a b e n aller europäischen Saaten zwangsläufig gestiegen und auch England Jjct feine lange Jahre nur auf das Notwendigste l'iichränkte Rüstung jählings steigern müssen. Die Flge davon ist eine Revolutionierung im Budget, fcjifen Voranschlag hergebrachtermaßen jetzt der Shatzsekretär Neville Chamberlain einbrachte urb zur Deckung der vermehrten Heeres- flliisgaben eine Einkommensteuer-Erhöhung vor- st!)t; ferner den Tee, das Nationalgetränk Eng- Ic ids, mit einem Zoll belastet, der um zwei Pence je Pfund höher ist. Weiter wird eine Extrasteuer vm je einem Pfund für das Faß auf Lagerbier chgeführt, das nicht aus dem Britischen Imperium stcmmt. Mit anderen Worten: Infolge der engli- jden Aufrüstung sind in der Einkommensteuer die | au5 den Ueberschüssen der letzten Jahre erfolgten Senkungen rückläufig gemacht worden. Man hatte I allerdings eine so drastische Erhöhung nicht er- 4 Wirtet. ; Als am 17. April 1934 der englische Schatzkanzler , gboiUe Chamberlain zum erstenmal nach der Krise eis „Erholungsbudget" dem Unterhause vorlegte, cgte er: „Wir haben nunmehr das erste Kapitel der großen Erwartungen aufgeschlagen." Das Budget |r 1933/34 schloß mit Einnahmen von 725 Millio- nn Pfund ab, denen Ausgaben in Höhe von 693 Billionen Pfund gegenüberstanden. Es ergab sich s^laggedend für die Politik der Mac Donald-Regie- i mg war damals die Rücksicht auf die breiten Mas- jm, die von der gesteigerten Konjunktur und den iburd) erhöhten Staatseinnahmen Nutzen ziehen Iillten. Es ist aber falsch, wenn heute englische blätter behaupten, diese Regierung habe gar nichts ifitr die Rüstungen getan, denn die Vermehrung fer Heeresausgaben war schon im Jahre 1934 beträchtlich. Die englische Konjunktur hielt an. Am 15. April i-s Vorjahres gav in seiner Haushaltrede Neville Chamberlain einige Daten für diesen Aufstieg. Da- rad) war die industrielle Erzeugung um 12 o. H. ge- fiegen, die Ausfuhr hatte um 30 Millionen Pfund tegenüber dem Vorjahre zugenommen, die Lebens- tultungskosten lagen unter dem Stande des Jahres 1931, die Erzeugung von Stahl war innerhalb eines Wahres um 30, die von Roheisen um 50 v. H. ge- fiegen. Die Spareinlagen hatten eine weitere Zu- ivhme von 50 Millionen Pfund zu verzeichnen. Das Budget des Jahres 1934/35 wies einen Ueberschuß ion 7,5 Millionen Pfund auf. Für das Jahr 1935/36 termayr- Uta. uspiel von nung nach man von mit' ; Stüwe Steinbeck Hellmer ^Gescheh' iderj^ ihenuil!^ n-Woche lag: , 2568A Gießen Jahreseinkommen ein und ist zudem prozentual bedeutend niedriger als in anderen europäischen Staaten. Die Erhöhung der Teesteuer trifft allerdings den Engländer der minderbemittelten Schichten ziemlich schwer, da dort der Tee die Rolle spielt, wie bei uns. Kaffee und Kaffee-Ersatzmittel. Der Engländer ist bekanntlich der größte Teeoerbraucher der Welt. In der englischen Oesfentlichkeit ist das Budget, das tatsächlich die Erleichterungen der letzten Jahre wieder aufhebt, ebenso wie in der Wirtschaft sehr ungünstig ausgenommen worden. Die Schuld liegt an der Zwangsläufigkeit der vermehrten Heeresausgaben, für die England sich bei feinem f r a n - z ö f i s ch e n Freunde bedanken kann, dessen Aufrüstung alle anderen europäischen Rust ungsvermehrungen nach sich zog. Vertrauen zu Hitler! Eine dänische Mahnung an die Welt. Kopenhagen, 23. April. (DNB.) Das Wochenblatt „Danmarks Handels og Söfartstidende" beschäftigt sich in einem Artikel mit der augenblicklichen politischen Lage in Europa, wobei es auf den Frjede n s p l a n des Führers eingeht. Das Blatt erklärt u. a., es fet nicht der geringste Grund vorhanden, an der Aufrichtigkeit der Erklärungen Hitlers und feiner nächsten Mitarbeiter zu zweifeln, daß sie nichts lieber wünschten als den Frieden. Es handele sich bei dieser Frage nicht um Sympathie oder Antipathie gegen ein Regierungssystem, als vielmehr um das Vertrauen z u einem Staatsmann und einem großen Volk in Europa. Das Blatt schneidet dann die Frage an, ob Europa anstatt sich an den Vertrag von Versailles zu klammern, der mehr als irgendetwas anderes eine Machtdiktatur darstelle, nicht lieber Hitler und Deutschland Verständnis und Vertrauen entgegenbringen sollte, und meint, daß Baldwins Rede in Worcester darauf schließen lassen könne, daß diese Auffassung in England an Boden g e w i n n e. Sei dies wirklich der Fall, dann würde sich eine durchgreifende Aenderung der europäischen politischen Lage notwendig erweisen. Dabei wäre es aber angemessener, einem Manne Vertrauen zu schenken, der es noch nichtmißbraucht habe, anstatt anMos - k a u zu glauben, daß das Gegenteil von dem tue, was es sage. Oie Geburtstagsspende der deutschen Beamtinnen. Berlin, 23. April. (DNB.) Die weiblichen Mitglieder des Reichsbundes der deutschen Beamten haben dem Führer zum Geburtstag als Gabe für hilfsbedürftige und kinderreiche Mütter 1456 vollständig ausge» stattete Babykörbe bzw. -dettchen, zur einen Hälfte in Blau für Buben, zur anderen in Rosa für Mädels, mit ebenso vollständiger Erst - lingsausstattung zum Geschenk gemacht. Die von den Beamtinnen in eigener fleißiger Arbeit angefertigte Spende stellt einen Wert von rund 80 000 Mark dar. Sie ist dem Führer mit einem künstlerisch ausgestatteten Begleitschreiben übermittelt worden, in dem es u. a. heißt: „Der so oft von Ihnen ergangene Rus, daß jeder einzelne Volksgenosse seinen Teil dazu beitragen müsse, um die Wiedererstarkung unseres Volkstums und die Neugestaltung unseres Staates zu erringen, ist auch in die Herzen der deutschen Beamtinnen gedrungen und wird freudig befolgt. Die zur Zeit im Dienst befindlichen Beamtinnen gehören größtenteils der Kriegsgeneration an. Das Schicksal hat ihnen andere Aufgaben als die naturgegebenen der Hausfrau und Mutter zugewiesen. Um so glücklicher sind sie daher, bei ihrem Dienst am Volk auch die bisher vielfach brachliegenden fraulichen Eigenschaften zur Erfüllung besonders gestalteter fraulicher Aufgaben einfetzen zu können. Ausgehend von dem Gedanken, daß die Ueber- eignung dieser Babykörbe an mittellose Mütter Ihnen, mein Führer, eine wirkliche Freude bereiten würde, bitten die deutschen Beamtinnen Sie herzlichst, dieselben als Geburtstaasgeschenk und zugleich als Ausdruck Ihrer großen Liebe und Dankbarkeit entgegennehmen zu wollen." Oie Ordensburgen der RGOAP Erziehung des Führernachwuchses der Partei zu wirklichem Kührertum !^WMW schiedenartig gestalteten deutschen Provinzen — Pommern, Rheinland und Bayern — vermittelt. So werden aus den großen Ordensburgen, die in ihrer mächtigen Ausdehnung an die Sitze der alten Sachsenherzöge erinnern, die Männer hervorgehen, die das deutsche Volk in Zukunft führen sollen. Hier soll eine Auslese unter den Besten der Nation entstehen, eine Auslese, die sowohl den Charakter, als auch die körperliche Konstitution, die Führereigenschaft und die rassische Hochwertigkeit betrifft. Alle diese Eigenschaften sind die ersten Voraussetzungen für die Zulassung und die Aufnahme in den Ordensburgen. Dazu kommt noch die Bedingung, daß die ausgewählten Parteimitglieder außer der Dienstleistung in der HI. und der Ableistung der Arbeitsdienst- und Wehrpflicht auch eine Dienstleistung als Block- ober Zellenleiter bzw. SA.-, NSKK.- oder SS.-Mann nachweisen können. Aus diesen unerläßlichen Voraussetzungen baut sich dann die dreijährige Führerschulung auf, die wieder nur Anforderungen stellt, denen nur die Besten des Volkes nachkommen können. So wird durch dieses große Werk der NSDAP, dem deutschen Volk eine Führerschaft sichergestellt, die geeignet sein wird, das Werk Adolf Hitlers zu sichern, zu hüten und fest in den Tiefen des Volkes zu verankern, lieber die Ausgestaltung der Burgen fei noch erwähnt, daß sie mit allen technischen Vollkommenheiten versehen sind, der höchstmöglichen Zweckdienlichkeit entsprechend, schön und wohnlich in Erscheinung treten und überall in die freie Landschaft hineinpassen. Jede der drei Burgen, an denen je drei Jahre lang mit durchschnittlich 500 Arbeitern gern ird jedes Seminar einen Sprecher Herausstellen, der die Ansicht feiner Kameradschaft über das Gehörte dartut. Am Schluß des Appells faßt dann der Burgkommandant diefe Diskussion zusammen und hält eine Kritik. Die für die kommende Führerschaft der NSDAP, erforderliche Stärkung des Wannestums bildet den zweiten Teil der nationalsozialistischen Erziehung auf den Ordensburgen, in deren Wiltel- punkt der Sport steht. Es soll der Wut, die Entschlußkraft und die Kühnheit des Wannes erprobt und gefördert werden, weshalb z. V. jeder Burginsasse mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug abspringen, alpine Wutproben ablegen und ähnliche Leistungen vollbringen muß. Dieser Teil der Erziehungsarbeit soll die kommenden Führer auch befähigen, wirklich führen zu können, aber auch sich selbst zu beherrschen. Diese Selbstbeherrschung wird auf den Ordensburgen durch Disziplinübungen, wie Enthaltung von Alkohol und Nikotin während einer bestimmten Zeit, ausgebildet werden. Den künftigen Führern ein sicheres und selbstbewußtes Auftreten zu verschaffen, ist eine weitere Aufgabe der großen Erziehungsarbeit in den Ordensburgen. Die Ausbildung der Führerschaft auf diesen Ordensburgen der Partei wird drei Jahre dauern, wobei die Anwärter auf jeder der erwähnten Ordensburgen je ein Jahr zu verbringen haben. Dadurch wird ihnen auch in bunter Folge die Kenntnis von Land und Menschen in drei ganz ver- Das Dankopfer der Nation. Ein schönes Beispiel der engen Verbundenheit zwischen Wehrmacht und SA. gab Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, der eine Abordnung der SA. empfing, um sich in die Liste für das Dankopfer der Nation einzuzeichnen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Schulungsburg „Vogelfang" wird am 2. Wai eingeweiht. Berlin, 24. April. (DNB.) Am Freitag werden die drei Ordensburgen derNSDAP., Cröfsinfee in Pommern, Vogelsang in der Eifel und Sonthofen im Allgäu, die der Erziehung der kommenden Führerschaft der NSDAP, dienen, mit einem feierlichen Akt auf der Burg Crössin - f e e ihrer Bestimmung übergeben. In diesen neugeschassenen monumentalen Burgen werden von nun an die nach strenger Auslese als künftige Führer der Partei bestimmten Wänner in dreijähriger Schulung zum wirklichen Führertum herangebildet und erzogen. Für die wissenschaftliche Schulung werden die besten Lehrer in Rassenkunde, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie, Wirtschafts- und Soziallehre zur Verfügung gestellt werden. Für die von Reichsleiter Alfred Rosenberg als Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung der NSDAP, vorgesehene Heranbildung und Prüfung dieser Lehrer ist die Errichtung eines eigenen Hauses der NSDAP, vorgesehen. Die wissenschaftlichen Lehrer, denen der Führernachwuchs in den Ordensburgen anvertraut wird, halten zunächst Vorträge in Form von Kollegs, die dann in Seminaren zu je 50 Mann durchgearbeitet werden. In täglichen Burgappellen Spa Die Kämpfe in Abessinien an- B Ein großer Tag aus Burg LröWsee der Der Bremsoersuche : a t fachen der Gegenwart Rechnung tragen. Polen und Ungarn wollten diese Wahrheit in positivem Sinne vor Augen halten im Bewußtsein vor allem ihrer eigenen moralischen und materiellen Kräfte. Beide Nationen glaubten an die müsse in ihren Handlungen sowohl ihre eigene Vergangenheit achten, wie den lat« Abessiniens Kronprinz übernahm die Regierungsgefchafle. die sich im italienischen Vortrupp beim Marsch aus Dessie befanden, jetzt wieder mit den Abessiniern gemeinsame Sache machten. Die Gallas, die ihre Wohnsitze zum Teil in der Danakilwüste, zum Teil im Wollo-Gebiet haben, sollen nach dieser Meldung die italienischen Truppen in und um Dessie ~ greifen. >en, «'leg | Sr S> i Der polnische Ministerpräsident in Ungarn Betonung der polnisch-ungarischen Solidarität. _. Negus hat den Kronprinzen A s f o u mit Führung der Regierungsgeschäfte beauftragt. Der Prinz ist bereits in den Kaiserpalast von Addis Abeba eingezogen und traf dort umfangreiche Vor- bereitungen für die Verteidigung der Hauptstadt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 24. April. (DRB.) Ueber die Vorträge, die am Donnerstag auf Burg Crössinsee vor den Kreisleitern der NSDAP, gehalten wurden, verbreitet die NSK. einen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Machtvoller Auftakt für den bevorstehenden feierlichen Freitag und leidenschaftliches Bekenntnis aller in Crössinsee versammelten Kreisleiter der NSDAP, zu einer Zukunftsarbeit wurde der Donnerstag durch die mit hohem Ernst und brausender Begeisterung aufgenommene Anwesenheit und Vorträge von Ministerpräsident Generaloberst Göring und den Reichsleitern Schwarz, Fiehler und Rosenberg, der am Nachmittag das Wort ergriff. Mit besonders eindringlicher Kraft empfanden die Hoheitsträger an diesem Tage vor allem aber durch die flammende Rede des Pg. Göring ihre gewaltige Aufgabe für Führer und Volk. In dem brausenden, unaufhörlichen Beifall, der ihn und die Reichsleiter umbrandete, erlebte man den fanatischen Glauben, die fanatische Zuversicht und Hingabe der Politischen Leiter und mit gleicher Urkraft den Kampfgeist unserer Bewegung, der niemals rasten wird, sondern ewig ist wie Deutschland. Zu gleicher Zeit, während die Reichsleiter Schwarze, Fiehler und Rosenberg von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley empfangen wurden und die Front der Ehrenstürme abschritten, wurde Pg. Göring am Bahnhof Falkenburg von Gauleiter Schwede (Koburg) und dem Tagungsleiter Reichsinspekteur Schmeer begrüßt. In seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär SS.-Grup- penführer Körner und Ministerialrat G r i tz - bad). Lauter Jubel begleitete ihn bis zur Ordensburg, wo er seine unverhohlene Anerkennnung über die großartigen Bauanlagen äußerte. Dann schritt er die Front der Ehrenstürme ab, bevor er im Vortragssaal unter die von Erwartung erfüllten Kreisleiter trat, die dem Ministe"präsidentcn Göring einen stürmischen Empfang bereiteten. Fast anderthalb Stunden sprach er Dann zu ihnen in einer Rede, die loderndes Zeugnis vom harten, nie beug- samen Kampfgeist und Willen der Bewegung, ihrer ganzen inneren Glut und Kraft und ihrem machtvollen Schwung war. Seine Rede schmiedete die Hörer zu einem Block des Glaubens, der Verantwor- Konsolidation Europas. Sie seien fest überzeugt, daß diese nur verwirklicht werden könne, wenn alle Staaten jene selbstverständliche Wahrheit erkannt hätten, daß die für ein Land lebenswichtigen Fragen nicht ohne Teilnahme und Zustimmung verhandelt und gelöst werden könnten. Nur unter dieser Bedingung könne das für die friedliche Zusam- menarbeit der Völker unerläßliche Vertrauen wiederhergestellt werden. Polen und Ungarn könnten glücklich feststellen, daß sie in ihren gegenseitigen Beziehungen immer von größtem Vertrauen und aufrichtigerVerständigung erfüllt gewesen seien. Sie bildeten somit in diesem Teile Europas ein bedeutendes Element der Stabilität und des Gleichgewichts. Ministerpräsident G ö m b ö s überreichte am Nachmittag dem polnischen Ministerpräsidenten die Insignien des Großkreuzes des ungarischen Ver- dienstordens. lichen Siedlung um den Kern der Burg. Mustergültig sind auch die wirtschaftlichen Einrichtungen, die mit den Mitteln der modernsten Technik versehen sind. Eine eigene Kraftquelle mit Oelturbinen versorgt die gesamte Burg mit Elektrizität und betreibt die Wasseranlage. Ueber allem thront, weit in das Land hineinschauend, der alte Burgfried, der ein Wahrzeichen sein wird dort draußen an der Grenze. Ordensburg Vogelsang. Zu gleicher Zeit geht auch die Ordensburg Vogelsang ihrer Vollendung entgegen. Einsam in der Eifel, unweit von Gmünd, liegt diese Ordensburg. Aus einem Taleinschnitt blinkt in der Tiefe wie ein großer Silberbarren ein Stück des Urftsees zu dem stolzen Bau herauf. Trotzig greifen Turm und Mauern über Hügel und Berge. Nicht Trennendes legen sie zwischen sich und die Landschaft. In der gleichen Art wie Crössinsee ist auch diese Burg darauf abgestellt, die Natur nicht zu verdrängen, sondern sie in großem dienstbar zu machen. In den ersten Tagen des Mai wird die Ordensburg Vogelsang ihrer Bestimmung übergeben werden. Ueber ihre Aufgabe hinaus, den Nachwuchs der Partei für lange Monate der Ausbildung unvergängliche Heimat zu werden, ist sie dazu berufen, als Symbol der Bewegung das heilige Gebot nationalsozialistischen Kampfgeistes und jenes Gemeinschaftssinnes des neuen Deutschland zu künden, der auch in der inneren und äußeren Gestaltung dieses Baues herrlichen Ausdruck fand. Ordensburg Sonthofen. Diese Burg ist auf dem schönsten Platz der gesamten deutschen Alpenlandschaft erbaut Im Stil der Holzbauten des Allgäues wirkt sie mit ihren gewaltigen Dimensionen heute schon, wo sie erst zu Zweidrittel fertiggestellt ist, gewaltig und schön zugleich. Sie atmet denselben Geist, und auch hier offenbart sich wieder, daß der Nationalsoziallsmus in allen Menschen, von denen er wahr und echt empfunden und erlebt wird, die gleiche Wirkung hervorbringt. Die Burg ist soweit fertig, daß in dem vorhandenen Teil bereits im Oktober 500 Mann eingesetzt werden können. Italienische Erkundungsflüge über Addis Abeba. Addis Abeba, 24. April, (DNB. Funkspruch.) Am Freitag zwischen 7.30 und 8 Uhr führten Italien i f d) e Bombenflieger über Addis Abeba Erkundungsflüge aus. England dementiert. London, 23.April. (DNB.) In London wird amtlich dementiert, daß die britischen Be« Hörden in Aegypten besondere Schutzmaßnahmen ander abessinisch-sudanesischen Grenze getroffen haben, und daß in M e r s a Matruh in Garnison liegende Bataillone zu diesem Zweck nach dem Sudan befördert worden seien. Die oben dementierte Nachricht stammte aus Kairo. Unterstaatssekretär Lord Crandorne bezeichnete am Donnerstag im Unterhaus die Behauptung, daß britische Firmen der abessinischen Regierung für militärische Zwecke Dumdum-Geschosse geliefert hätten, als völlig unbegründet. Dies habe eine Untersuchung bestätigt. nären Strom un mögen. Eine andere der lintsrepublikl wenn sir nach I „abgewirtschaftet" Eisen verteidigen, Macht an die p Wenngleich der les und reibungsloses Reden, die der st lament gehalten rechnen, daß du Fek> räumen, t gramrn in ihren hat aus die Frc deutlich yeantw Mit in rhrer c lein anderes R< gaben bei diese ten ihren Miß Ausdruck. So s lang Azanas ar halber doch jugi mit Misterhaftei auf dem Kopf Staatsapparates hat Reden gehakt M von den K aeten der Katho! » verdirbt es ni and brachte es - Bündnisse bei l , w Wahl der 1 Don dem Gedanj EJ'Mri I I* !,D"bet’i I Ä""’ »erd te * Au, % n d°Ii Sä! Oie Oardanellen-Froge. Günstige Antwort Jugoslawiens. Belgrad, 24. April. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär des türkischen Außenministeriums, Botschafter Numan Rifat, traf in Belgrad ein, um mit der jugoslawischen Regierung über die Meerengenfrage zu verhandeln. Die Kam- mentare der Blätter stimmen darin überein, daß es- zwischen Numan und dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch zu einem völligen Einvernehmen gekommen fei. Wie auch S t o j a d i n o w i t s ch erklärte, wird Jugoslawien auf die türkische Dardanellen-Note günstig antworten, woraus geschlossen werden kann, daß es den türkischen Anspruch in jeder Weise unterstützen wird. Botschafter Numan Rifat ist Freitag früh nach B u f ar e ft weitergereist. stützung und Aufnahme gefunden. „Dieses Gefühl der S o l i b a r i t ä t", so fuhr der Ministerpräsident fort, „lebt auch heute noch im Herzen des Ungartums, das die Auferstehung Polens mit aufrichtiger Freude begrüßt. Obwohl die Wunden der nahen Vergangenheit noch nicht geheilt sind und sich am Himmel Europas neue Wolken türmen, so will ich doch glauben", so schloß der Ministerpräsident, „daß diese nicht den Anbruch neuer kriegerischer Zeiten ankündigen wollen, sondern das Herannahen einer neuen friedlichen Zeit, in der die neue, auf Gerechtigkeit beruhende europäische Zusammenarbeit entstehen wird, welche jeder Nation den ihr in der Familie der Völker gebührenden Platz sichert." Ministerpräsident Kosciallowski dankte für den warmen Empfang und hob die gemeinsame Rolle hervor, die die beiden Nationen im Laufe der Geschichte in der Verteidigung der westlichen Kultur gespielt haben. Er gedachte der vielen Kämpfe, welche beide Völker für ihre Freiheit auszufechten hatten, bei denen das Solidaritäts- g e f ü h l der beiden Nationen zueinander immer wieder zum Ausdruck kam. Das auferstandene Polen wisse diesen durch die Tradition und die tausendjährigen Beziehungen geschaffenen moralischen Schatz hoch einzuschätzen und wolle diese kostbare Erbschaft sorgfältig hüten. Jede Nation h*u<’0114' Ms •rod), ^WsweS 1 tWjfin geneigt »och bevor! K’Ä ■3T s g S Httn d«° L 28. , (Üi S«rtWJe M 11» 11 *10rbSl* baut worden ist, faßt 1000 Mann und hat mit dem Personal eine Belegschaft von 1500 Personen. Alle Wirtschaftseinrichtungen und selbstverständlich auch alle Sportanlagen sind vorbildlich. Reichsleiter Dr. Ley hat das F ü h r e r k o r p s der Bewegung zur Weihe nach Pommern an den Crössinsee gerufen. Ordensburg Crössinsee. Auf einer Halbinsel des Crössinsees ist unter Verwendung pommerscher Ziegel, pommerscher Kiefern und pommerscher Eschen ein Bau erstanden, der wie die großen Bauten des Dritten Reiches in München dem Willen der Gemeinschaft Ausdruck gibt. Die einzelnen Gebäude, eingeschossig und horizontal, schmiegen sich in die Landschaft ein. Sie scheinen verwachsen mit dem Landschaftbild in seiner hehren Schönheit. Der erste jetzt fertiggestellte Bauabschnitt umfaßt zwölf Kameradschaftshäuser für je 40 Mann, die zu je drei Mann über einen Dachraum verfügen. Weiter der Remter, ein geräumiges Gesellschaftshaus, schlicht aber ungeheuer wuchtig durch seine massige Balkendecke. Dieser Raum und die Burg sind mit handgemalten Ziegeln wirkungsvoll ausgestaltet. Im Mittelpunkt, vor sich einen großen freien Raum lassend, den Apellplatz, liegt die'von 16 Säulen getragene Ehrenhalle, deren Mitte ein mächtiges steinernes Hoheitszeichen bildet. Bei feierlichen Anlässen sollen an dieser weihevollen Stätte aus 16 schmiedeeisernen Armen Flammen lodern zum Gedächtnis der 16 Toten vor der Feldherrnhalle, deren Namen hier kommenden Geschlechtern von ihrem Opfertod künden werden. Zu beiden Seiten der Ehrenhalle liegen die große Schulungshalle und eine Turnhalle. Auf die sinngemäße Ausgestaltung der Schulungshalle ist besonderer Wert gelegt, und hier soll nicht wie in Hörsälen trockene Wissenschaft gelehrt, sondern Glaube gepredigt werden. Für den zweiten Bauabschnitt ist der Ausbau von Wohnungen und Stallungen vorgesehen. Zur Zeit ist auf der Ordensburg Crössinsee Platz für 500 Kursusteilnehmer und etwa 150 bis 160 Mann Personal. Die jetzt bereits bestehenden Verwaltungsgebäude und die Häuser für die Lehrer und das Personal gruppieren sich in der aufgeloderten Form der dörf- Die Straße nach Addis Abeba gesprengt. Die Abessinier haben die Straße nach Addis Abeba durch große Sprengungen für die Italiener unbenutzbar gemacht. Unter Leitung europäischer Ingenieure wurden Gebirgsbäche umgeleitet und Maschinengewehrnester angelegt, so daß die hohen Pässe in regelrechte Festungen verwandelt wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Um Englands Waffenhilfe. London, 23. April. (DNB.) Der Abgeordnete Mander wollte im Unterhaus vom Ministerpräsidenten wissen, ob bereits eine Entscheidung über die Frage gefallen sei, daß bei dem Ausbruch eines Krieges die sofortige Entsendung einer mb litärifdjen Expedition einen Teil des britischen Beitrages zur kollektiven Sicherheit bilden solle. Er fragte ferner, ob solche Streitkräfte nach einem bestimmten Plan organisiert werden würden. In seiner Antwort verwies Baldwin auf die Erklärungen des Verteidigungsministers vom 8. April. Eine Entscheidung über den ersten Teil dieser Frage könnte von der Regierung nur unter Berücksichtigung aller Umstände getroffen werden. Was den zweiten Teil der Frage angehe, so müsse er Mander an das Aufrüstungs-Weißbuch erinnern, bas Mitteilungen hierüber enthalte. Oie Unruhen in Palästina. Erklärung des englischen Kolonialministers London, 23. April. (DNB.) Kolonialminister Thomas kündigte am Donnerstag im Unterhaus die Veröffentlichung einer amtlichen Mitteilung über die blutigen. Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern in Palästina an. Diese Verlautbarung werde erschöpfend über die Ruhestörungen berichten, die am 15. April begonnen hätten. Unglücklicherweise seien 16 Juden und fünf Araber getötet und 75 Juden und 72 Araber verwundet worden. Er, Thomas, wolle bei dieser Gelegenheit betonen, daß die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung ausschließlich eine Angelegenheit der britischen Regierung sei, die gegen jeden Rechtsbrecher vorgehen werde. Außerdem wolle er darauf Hinweisen, daß sich die britische Regierung durch Ausschreitungen ober Drohungen, ganz gleich welcher Art, nicht von ihrem politischen Kurse werbe ablenken lassen. Der arabische Generalstreik. Jerusalem, 23. April. (DNB.) Der arabische General st reik hält überall an. Trotz ber großen Spannung, bie besonders durch den morgigen mohammedanischen Feiertag hervorgerufen wird, sind bie letzten 24 Stunben ohne blutige Zwischenfälle verlaufen. Dagegen sind mehrere Brandstiftungen in verschiedenen Landesteilen zu verzeichnen, denen auch ein 200 000 Quadratmeter großes jüdisches Getreidefeld bei Betalpha zum Opfer fiel. » benten M ^Aöglich K? "S- «i*i5 hinsichtlich ves h b‘n U S M-E &ll‘ »«*, kW (W n bet Syndikalisten rung angetunbigt nahmen Mck, c i kündig e leinen Seneratftri tun fptor fegten massen, ausgeyetz! roden ebenfalls । losigkelt gibt zu I daß auch der g Bundesgenossen Budapest, 23. April (DNB.) Der polnische Ministerpräsident K o s c i a l k o w s k i ist am Donnerstagmittag in Begleitung des Unterstaatssekretärs im Warschauer Landwirtschaftsministerium, Raczynski, sowie mehrerer höherer Beamter des Außenministeriums und der Protokollabteilung zu einem dreitägigen Besuch bei der ungarischen Regierung hier eingetroffen. Der polnische Ministerpräsident wurde auf dem Bahnhof von Ministerpräsident G ö m b ö s , sämtlichen Mitgliedern des Kabinetts, dem Oberbürgermeister von Budapest und den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden feierlich empfangen. Der polnische Ministerpräsident legte gleich nach seinem Eintreffen einen Kranz am ungarischen Hel- oenöenfmal nieder. Im Verlaufe des Besuches sind Besprechungen zwischen den beiden Ministerpräsidenten vorgesehen, die, wie erklärt wird, in der Richtung der gemeinsamen politischen Interessen liegen, die gegenwärtig Polen und Ungarn miteinander verbinden. Zu Ehren des polnischen Ministerpräsidenten Koscialkowski und seiner Begleitung gab Donnerstagabend Ministerpräsident Gömbös ein Essen. In seinem Trinkspruch gedachte er der vielen gemeinsamen Kämpfe, die die beiden Nationen in den vergangenen Jahrhunderten zum Schutze Europas und der christlichen Zivilisation auszufechten hatten. Er betonte dabei, daß es nie ernstere Gegensätze zwischen den beiden Völkern gegeben habe. Die polnische und die ungarische Nation seien immer in der Liebe zur Freiheit einig gewesen. Die Freiheitshelden der einen Nation hätten bei der anderen immer freundliche Unter- „Dem Epilog entgegen " „Ein völlig entwaffnetes Abessinien." Rom, 23. April. (DNB.) Unter der Überschrift „D e m Epilog entgegen" betont das halbamtliche „Giornale d'J t a l i a" in einem kurzen Leitartikel feines Direktors, daß der oftafrita- nifche Krieg zwar noch nicht beendet fei, da alle feine Ziele noch nicht erreicht wären, daß er aber nicht mehr weit von seinem logischen und natürlichen Ende entfernt zu sein scheine. Der kurze Aufschub der Kampfhandlungen an der Nord- front fei von einer entschlossenen Wiederaufnahme des italienischen Vormarsches an der Süd- front begleitet. Binnen wenigen Wochen werde die Lage voraussichtlich vollends geklärt fein. Von nun an rollten die Ereignisse ihrem notwendigen Lauf entsprechend ab, wie sie durch die entgegen den Genfer Ansichten wirklich bestehende abessinische Angriffslust hervorgerufen wurden. Das italienische Vorgehen werde die für die Beendigung des Konfliktes notwendigen Bedingungen äußerst vereinfachen. Es schaffe eine objektive und unzweideutige Tatsache n ( a g e , durch die der Konflikt automatisch eine Lösung entsprechend der Gerechtigkeit, der verbrieften und erworbenen Rechte Italiens und der Grundforderungen der Zivilisation finden werde. Diese Lage werde dem seit 40 Jahren angegriffenen und duldsamen Italien endlich ein völlig entwaffnetes Abessinien gegenüberstellen, das auf einen Zustand zurückgeführt wurde,„ der notwendig sei, damit es nicht mehr schaden könne. Angesichts dieses unabweislichen Epilogs, der eines Tages von dem gesamten sanktionistischen Europa als ein freudiges Ereignis begrüßt werden würde, wenn Vernunft und europäisches Bewußtsein bei den großen und FMnen Mächten zurückgekehrt seien, sei es unnötig, die harte Sprache der Sanktionen weiter zu gebrauchen, die hinter Frühlingsschmetterlingen herjagten, während die Geschichte mit ihren unabwendbaren Wechselfällen fortschreite. ©er italienische Heeresbericht. Rom, 23. April. (DNB.) Der italienische Heeresbericht Nr. 193 besagt: „An der S o m a l i f r o n t setzt die libysche Division ihren Vormarsch fort. In Auflösung befindliche feindliche Truppen versuchen vergeblich, sich längs des Karawanenweges von El Fud unserer Verfolgung zu entziehen. Eine Abteilung unter dem Kommando von General lernet erbeutete eine aus 600 Kamelen bestehende Karawane, die Lebensrnittel für die Truppen des Dedschas Abbebe Damto mit sich führte. Unsere Truppen bemächtigten sich ferner einer Anzahl von Kraft- wagen mit Sanitätsmaterial. Ändere Abteilungen besetzten Scec Hosc im Tal des Faf und Curati. Im Frontabschnitt von Borana erreichten unsere Dubat-Abteilungen, unterstützt von der unterworfenen Bevölkerung des Gebietes, die Gegend von El De re westlich von Ualca Marre. Abessinische Abteilungen wurden in die Flucht geschlagen. Unsere Luftwaffe hat auf allen Abschnitten der Somalifront die feindlichen Stellungen wirksam mit Bomben belegt. Von der E r y t h r ä a - Front liegen keine wichtigen Nachrichten vor." Abessinische Siegesmeldungen. A d d i s A b e b a, 23. April. (DNB.) Don abe s- sinischer Seite wird ein Bericht von der Süd- fr o n t verbreitet, in dem General Nasibu von Erfolgen der abessinischen Streitkräfte spricht. Nach diesem Bericht Nasibus ist es den Abessiniern angeblich gelungen, den Italienern in der Schlacht bei Danone schwere Verluste beizubringen. Nasibu meldet, daß alle Angriffe der Italiener abge« schlagen worden seien. Die Gegner hätten dabei mehrere tausend Tote gehabt. Ferner wird von abessinischer Seite eine Meldung bekannt gegeben, die zum mindesten überrascht. In dieser Meldung heißt es, daß die (9 a 11 a ft ä m m e. tung und Treue zusammen, aus dem spontan und als überwältigendes Bekenntnis zum Führer immer wieder der Beifallssturm hervortrat. Diese Rede bedeutet für jeden ein unvergeßliches Erlebnis und eine tiefe Verpflichtung. Reichsleiter Schwarz, der dann vor die Kreisleiter trat, berichtete in den grundsätzlichen und weitgreifenden Darlegungen seines Referates über fein wichtiges Aufgabengebiet. Der Reichsfchatzmeister gab hochinteressanten Aufschluß über das innere Gefüge der Verwaltung der NSDAP., deren Arbeit und Rechtslage und führte die Hoheitsträger in das riesige und unerhört verantwortungsvolle Gebiet des Finanzwesens der Partei ein. Die Kreisleiter sahen aber nicht nur die Einzelheiten und die Größe dieser im Stillen geleisteten Arbeit, sondern empfanden auch den Geist, der die Männer der Verwaltung beherrscht, und der dort so klar und leidenschaftlich ist, wie an der Front der Bewegung. Dem Führer mit der Verwaltung, deren Motto es sei, „Nichts für uns, alles für das Volk!", ein schlagkräftiges Instrument für die Aufbauarbeit der Partei in die Hand zu geben, dem gelte der Einsatz der ganzen Kraft. Nachdem Reichsinspekteur Schmeer dem Reichs- schatzmeister den Dank und die Versicherung der Mitarbeit aller Kreisleiter ausgesprochen hatte, gab er Reichsleiter Fiehler das Wort, der den Hoheitsträgern eine knappe und klargefaßte Darstellung der nationalsozialistischen Kommunalpolitik vermittelte. Es sei dem Nationalsozialismus gelungen, die Gemeinden vor dem Zusammenbruch zu retten, der überall bevorstand, und in dem kurzen Zeitraum von drei Jahren die deutschen Gemeinden auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Pg. Fiehler machte anschließend eingehende Ausführungen über Führerprinzip und Selbstverwaltung. „Führung und Verantwortung müssen in einer Person vereinigt sein." Mit einer Darstellung der Aufgaben der Beauftragten der NSDAP, in der Kommunalpolitik beschloß Pg. F i e h l e r seinen Vortrag, für den ihm durch die Kreisleiter herzlicher Beifall zuteil wurde. '^'AnKober Wwo Dessie1 8oru Mieda ......... । (ff 6 ADDIS ABEBA ieflüge Rückschlages erneut Bündni streue 3U geloben. Hinsichtlich des Schicksals der spanischen Volks- b in Merl-! i Bataillone iy r forbert morber 1 weist? — und: Werden die revolutionären Massen t stammte aus sich dem Willen ihrer Führer unterordnen? Die Ereignisse der letzten Tage in Madrid lassen das be- rühere Staatspräsident Alcala Zamora von einem Posten entfernt worden ist, entspricht durchaus der Politik, die zurzeit hier getrieben wird. leitung (UGT.) wies die Generalstreikforderungen Die Feststellung, durch die Alcala Zamora zu Fall TT Woher (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Madrid, 20. April. gesprengt. h Addis W Italiener unbt> aropäischer eleitet und Madie hohen Pässi >lt wurden. - front nach den Präsidentenwahlen dreht sich alles um die Frage: Wann wird der Zeitpunkt getom* men sein, da sich die linksbürgerliche Regierung nach marxistischer Auffassung als „unfähig" er* '-Junkspruch, .Ehrten Uq. 'ber LdLi, Bonbon ujfrt jütischen itdfltna. kolonialmmlM im Unterhaus J ®itteiW Sh- ; n a an. « di- 'S* pril b-S°S Id-n und f- l Ar-b-r ° , ne bei dieser - gegeu > (t r*s äfft* enhilfe. ,er Abgeordneti nn Minister^' ltscbeidung über Ausbruch eines ta einer ml' » Teil des n- icherheit bilden ifreitfräfte. nach Derben wurden bwin auf Die es vom 8. April il d-'eser Frage t Beruht" ,en. Was den M er Mw erinnern, das reit. °-r Kronds^' Die ReUung des deulschen Gesandten von Sichler Dank und Anerkennung der Zieichsregierung. massen, aufgehetzt von ihren syndikalistischen Kameraden ebenfalls die Arbeit nieder. Diese Disziplinlosigkeit gibt zu denken, da sie darauf schließen läßt, । daß auch der gute Wille der Regierung, es den j Bundesgenossen recht zu machen, und die etwaigen Bremsversuche der Arbeiterführer den revolutionären Strom und das Chaos nicht aufzuhalten vermögen. Eine andere Fraae ergibt sich aus der Haltung der linksrepublikanischen Regierung: Wird diese, menn sie nach Meinung der Marxisten endgültig „abgewirtschaftet" hat, ihren Platz mit Feuer und Eisen verteidigen, ober wird sie achselzuckend die Macht an die proletarischen Parteien abgeben? Wenngleich der letzte Weg vielleicht der unblutigste und reibungsloseste sein würde, so ist nach den Reden, die der Ministerpräsident Azana im Parlament gehalten hat, doch keinesfalls damit zu rechnen, daß die Linksbürgerlichen kampflos das Feld räumen, bevor sie nicht das Volksfrontprogramm in ihrem Sinne durchqeführt haben. Azana hat auf die Fragen der Oppositionsredner klar und deutlich geantwortet, daß die Regierung die Republik in ihrer augenblicklichen Gestalt schützen und kein anderes Regime zulassen werde. Die Marxisten gaben bei dieser Feststellung des Ministerpräsidenten ihren Mißmut durch eisiges Schweigen zum Ausdruck. So schwierig und aussichtslos die Stellung Azanas auch fein mag, so muß gerechtigkeitshalber doch zugegeben werden, daß er es bis jetzt mit meisterhafter Geschicklichkeit verstanden hat, die auf dem Kopf stehende Pyramide des spanischen Staatsapparates im Gleichgewicht zu halten. Er hat Reden gehalten, die den uneingeschränkten Beifall von den Kommunisten bis zu den Abgeordneten der Katholischen Volksaktion gefunden haben, er verdirbt es nicht restlos mit der Rechtsopvosition und brachte es sogar fertig, durch gewiste Zugeständnisse bei ber Aufstellung ber Kandidaten für die Wahl der Dertrauenleute die Rechtsparteien von dem Gedanken der Wahlenthaltung abzubringen. Die Unzufriedenheit der Marxisten, die jeden Schritt der Regierung verfolgen, um gegebenenfalls sofort das Unfähigkeitszeugnis ausstellen zu können, beschwichtigt er durch umfangreiche Faschistenverfolgungen. Dieses billige Kampfmittel wird besonders in diesen Tagen in großem Umfang angewandt. Der Generalstreik in Madrid aus Protest gegen die „faschistischen Provokationen" wurde nur deshalb nach 24 Stunden bereits abgebrochen, weil die Regierung sofort mit einer Flut von Dekreten aufwartete, durch die den Faschisten und den ihnen nahestehenden Kreisen der Garaus gemacht werden sollte. Die Bewegung wurde für ungesetzlich erklärt, ihre Organisationen verboten, gleichzeitig werden in ganz Spanien Hunderte von Ortsgruppenführern und einflußreichen Faschisten ins Gefängnis geworfen, in Madrid sollen in einer Woche allein über tausend Mitglieder und Nahestehende der Falange (spanische Faschistenpartei) verhaftet worden fein; pensionierte Offiziere, die sich im regierungsfeindlichen Sinne betätigen, verlieren ihre Bezüge, wobei jedoch die Auslegung des Begriffes „regierungsfeindlich" und damit auch die Auswahl der Straffälligen vollständig von dem fluten Willen des Innenministers abhängt. Ferner werden alle Polizeibeamte und Heeresangehörigen entlassen, strafversetzt, beurlaubt ober in Militär- gefängnisse eingeliefert, die nicht „zuverlässig" sind und — wie sich das in letzter Zeit häufiger in aller Öffentlichkeit gezeigt hat — mit dem Faschismus "sympathisieren". Alle diese Maßnahmen, die das Ergebnis eines kaum zweistündigen Ministerrats waren, schienen auch den revolutionärsten Volks- frontlern Garantie genug zu sein für die antiSpanien vor der Präsidentenwahl Don unserem ständigen v. Gß'.Äerichterstaster. Berlin, 23. April. (DRB.) Der deutsche Gesandte in Kairo, von Stohrer, und sein Mechaniker Ernst M a r k st e i n , die am Samstagnachmittag auf der Fahrt von Kairo nach der Oase Ba- haria in einen Sandsturm geraten waren und seitdem vermißt wurden, sind, wie schon kurz gemeldet, dank der tatkräftigen Such- und Hilfsmaßnahmen, die unter Einsatz von Militär- und Zivil- r Marsch Q„. perMeld^ m Messie oj I rkdn > ra» PQneüen.y °ffen £3* 169 M nJ gebracht wurde, daß nämlich die letzte Landtagsauflösung „nicht nötig" gewesen sei, spottet jeder Logik, nur politische Zweckmäßigkeit gab hierbei den Ausschlag; die Linken waren während ihrer ganzen Oppositionszeit die eifrigsten Fürsprecher einer Parlamentsauflösung. Wer als aussichtsreicher Kandidat für den Präsidentenstuhl in Frage kommt, läßt sich heute noch nicht mit Sicherheit erkennen. Jedenfalls besteht bei den Marxisten durchaus keine Abneigung dagegen, einen der Ihren zum Staatsoberhaupt zu erheben, da ihnen dies den Weg zur Macht erheblich erleichtern würde. Wieder blutige Zusammenstöße Madrid, 24. April. (DRB. Funkspruch.) Aus einigen spanischen Orten werden wieder e r n st e Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung gemeldet. In Lebrija (Sevilla) überfiel eine Gruppe linksradikaler Elemente das Parteibüro der Katholischen Volksaktion und die Wohnung des dortigen Führers der Partei. Beide Gebäude wurden niedergebrannt. Die Polizei wurde mit Pistolen- feuer empfangen. Im Verlaufe des Feuergefechtes, das sich entspann, wurde ein Offizier, von mehreren Kugeln durchbohrt, auf der Stelle getötet. In Almeria trugen bei einer Prügelei zwischen Studenten verschiedener politischer Richtungen drei junge Leute schwere Verletzungen davon. Als sich Zivilpersonen in den Kampf einmischten, wurde auch von Schußwaffen Gebrauch gemacht, und ein Polizeibeamter, der Zi- oilkleider trug, getötet. Immer neue Verhaftungen von Faschisten Madrid, 23. April. (DNB.) Sie Versal- gung von Faschisten und anderen rechts eingestellten Personen nimmt in ganz Spanien ihren Fortgang. Unter den in Aviles ins Gefängnis Eingelieferten befinden sich vier G e i st l i ch e. In I a e n verurteilte der Gouverneur einen Einwohner zu 500 Peseten Geldstrafe, weil dieser auf der Straße den faschistischen Gruß gebraucht hatte. In Valladolid suchten sechs Mitglieder der Falange (spanische Faschistenpartei) den Gouverneur auf, um von ihm die Freilassung mehrerer ohne Grund verhafteter Parteigenossen zu verlangen. Als der Gouverneur die Bittsteller nicht vorließ, stimmten diese im Vorzimmer die faschistische Hymne an, worauf sie verhaftet und zu je 1000 Peseten Geldstrafe verurteilt wurden. kleinen Hügel stand, mitten in der Sand- wüste, etwa 50 Kilometer von Baharia entfernt. Wenige Minuten nach 9 Uhr landete Mackworth neben den Vermißten. Von Stohrer, in voller Gesundheit, begrüßte seine Retter mit diplomatischer Höflichkeit: „Ich freue mich, Sie zu sehen. Ich war sicher, daß Sie kommen würden!" Sein Chauffeur wurde von der Freude der Rettung so überwältigt, daß er den Rest des kostbaren Wassers über seinen Kopf ausgoß, als er durch den glühenden Sand auf seine Retter zuging. Er war infolge der Strapazen etwas mitgenommen, gewann aber feine Geisteskräfte bald zurück, als man ihn mit heißem Kaffee, Gulcose und Kognak gestärkt hatte. Stohrer berichte?, daß die Steuerung bei einem schweren Sandsturm brach. Er und der Chauffeur hätten eine provisorische Ausbesserung vorgenommen und den Wagen auf den Hügel gebracht. Er habe den Wagen mit einem Staubmantel bedeckt und begonnen, Rauchsignale zu geben, indem mit Hilfe von Benzin und Kleidungsstücken Feuer entzündet wurde. Nachts versuchte er durch Abbrennen von Magnesiumlichtern Signale zu geben, ebenso mit den Scheinwerfern. Die Lebensrnittel wurden sorgfältig rationiert, doch hatten sie zuletzt am Mittwochmorgen etwas zu essen, eine Büchse Sardinen, die ihren Durst außerordentlich vermehrten. Sie waren bald gezwungen, das Wasser aus dem Kühler zu trinken, das sie vor dem Genuß abkochten. Als sie gerettet wurden, hatten sie noch etwa einen Liter fast ungenießbares Wasser. Man schätzt, daß die Suche nach den Vermißten Tausende von Pfund gekostet hat, da mehrere Dutzend Flugzeuge und Kraftwagen seit Samstag nach den Vermißten gesucht haben. Empfang beim Führer. Berlin, 23. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing am Donnerstag den deutschen Gesandten in Addis Abeba, Dr. K i r ch h oltes. Ferner empfing der Führer ob Reichskanzler am Donnerstag den Inspekteur des Sanitätswesens der faschistischen Miliz, Professor Dr. Attilio C a 11 e r i n a, Ordinarius für Chirurgie an der Universität Genua, der am Chirurgenkon- greß in Berlin teilgenommen hat. Dr. Goebbels trägt sich ein. Berlin, 23. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels trug sich am Donnerstagnachmittag im Sturmlokal des Horst-Wessel-Sturmes in der Barnimstraße für das Dankopfer der SA. ein. Er wurde geleitet von Obergruppenführer von Iagow. Am Eingang des Sturmlokals, wo sich spontan eine zahlreiche begeisterte Menschenmenge eingefunden hatte, wurde der Berliner Gauleiter von Brigadeführer Walch begrüßt. Antrittsbesuch des Botschafters Graf Welczek bei Flandin. Paris, 23. April. (DNB.) Der deutsche Botschafter Graf Welczek hat am Donnerstag dem französischen Außenminister Flandin seinen Antrittsbesuch gemacht. Dem Präsidenten der Republik wird Graf Welczek sein Beglaubigungsschreiben im Laufe der nächsten Woche überreichen. Das Kreuz bezeichnet die Stelle, a:i der der verschollene Gesandte ahfgefunden wurde. (Scherl-M.) luftfahrzeugen sowie von berittenen Truppen von den ägyptischen und den britischen Amtsstellen getroffen wurden, Donnerstag früh von Flugzeugen der britischen Luftstreitkräfte in der Nähe von Baharia angetroffen und wohlbehalten nach dem Militärflughafen Heliopolis gebracht worden. Der Gesandte wurde auf dem Flughafen von Vertretern der Regierung, den Mitgliedern der Deutschen Gesandtschaft, dem Kommandanten der Royal Air Force und Mitgliedern des Königlichen Autoklubs begrüßt. Wie von amtlicher Seite zum Ausdruck gebracht wurde, gebührt dem Kommando der britischen Luftstreitkräfte Höch st e Anerkennung dafür, daß es ihm gelungen ist, den deutschen Diplomaten und seinen Begleiter lebend zu bergen, wie der wärmste Dank der Reichsregierung der ägyptischen Regierung, dem englischen Oberkommissar, den ägyptischen Truppen, sowie den zahlreichen deutschen und ausländischen Privatpersonen, die sich gleichfalls in selbstlosester Weise an den Nachforschungen beteiligt hatten. Wie die Vermißten gesunden wurden. Heber die Auffindung des deutschen Gesandten werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der Gesandte gab, als er das Bombengeschwader sichtete, beim Nahen der Flugzeuge Signale mit dem Rücklichtspiegel seines Wagens ab. Dieses Blinken wurde zuerst von dem Fliegeroffizier F. Richardson, Bombengeschwader 216, unter dem Kommando des Geschwadersührers Mackworth entdeckt. Von der Maschine aus konnte gesehen werden, daß der Wagen des Gesandten auf einem , t der von der Regie- : । mo 11 e QhEI „antifaschistischen" Strafmaß- und et Dlk- nahmen zurück, die marxistische Zeitung „El So- cialista" kündigte in großen Lettern an: „Es wird keinen Generalstreik geben!" — aber schon 12 Stunden später legten die sozialdemokratischen Arbeiter- lhend als dem eigenen Triebe; ihre Abneigung gegenüber den rinksbürgerlichen Bundesgenossen laben sie nur aus Furcht vor einem neuen Erstarken ber Rechtsparteien überwunden. Alle Anzeichen beuten darauf hin, daß die Marxisten für den 26. April ihre eigenen Kandidaten zur Wühl der Vertrauensleute (die zusammen mit Den Landtagsabgeordneten am 10. Mai den neuen Staatspräsidenten wählen sollen) aufgestellt hätten, wenn von der Rechten die Parole Wahlenthaltung ausgegeben morden wäre, wie das ursprünglich durchaus im Bereich ber Möglichkeit gelegen hatte. Da die Oppo- fitionsparteien nun aber doch an den Wahlen teil* nehmen, und zwar sogar einigermaßen „gleichbe- rechtigt", hielten es die Parteien der Volksfront für unerläßlich, sich zur Vermeidung eines peinlichen Eines jener Probleme, die zur Zeit die inter- ationate Meinung beschäftigen, ist die bisher noch licht beantwortete Frage, ob es der Komintern- entrale in Moskau gelingen wird, in Spanien ein weites Sowjetparaoies zu errichten. Die voll- ländige Unsicherheit, mit der sich die politischen Ereignisse seit dem Wahlsonntag des 16. Februar n Spanien abspielen, das Imdunkelntasten auch er zuverlässigsten politischen Propheten, ist bis jetzt roch durch keinen Gewaltstreich, wie man das als einzigen Ausweg aus der verzweifelten Lage an- zunehmen geneigt ist, weder von rechts noch von links beseitigt worden. Die Volksfront, der die Gegner eine kurze Lebensdauer voraussagten, ist rotz ihrer widerspruchsvollen Zusammensetzung «och nicht auseinandergefallen, sondern hat anae- ichts der bevorstehenden Präsidentenwahl ihre politische Busenfreundschaft erneuert. Hierbei han- tften die Marxisten jedoch mehr der Not gehörBesprechungen bei Flandin. Paris, 23. April. (DNB.) Flandin hatte am Donnerstagnachmittag eine Besprechung mit dem Vorsitzenden des Dreizehner-Ausschusses, M a d a r i - a g a. Vorher empfing er den sowjetrussischen Botschafter. Wie man in politischen Kreisen hört, sollen die Besprechungen der Vorbereitung der kommenden Genfer Verhandlung gegolten haben. „Emden-Offiziere in Washington. Washington, 23. April. (DNB.) Kapitän Bachmann und drei Kapitänleutnants vom deutschen Kreuzer „Emden" statteten am Donnerstag dem amerikanischen Marineminister und dem Chef des Admiralstabes Besuche ab. Anschließend legten sie einen Kranz am Grabe des unbekannten Soldaten nieder. Die Offiziere besuchten sodann den deutschen Botschafter, der ihnen zu Ehren am Abend ein Essen gab, an dem die in Washington anwesenden amerikanischen Admirale teilnahmen. polens Kampf gegen die Kommune. Warschau, 23. April. (DNB.) In das Konzentrationslager von Bereza Kartuska wurden am Donnerstag weitere 39 körn- rnunistische Agitatoren eingeliefert. Kleine politische Nachrichten. Arn Dienstag, 28. April, findet die dritte Tagung der Reichsarbeitskammer statt. Auf dieser Tagung, die im großen Sitzungssaal des Berliner Rathauses stattfindet, werden Fragen der Erhöhung des Lebensstandards behandelt. Das „M emeler Dampfboot" und die im gleichen Verlag in litauischer Sprache erscheinende „Lietuvischka Zeitunga" sind auf Befehl des Meme- ter Kriegskommandanten zu je 5 0 0 0 ß i t Strafe oder bei Nichteintreibung Verurteilung der verantwortlichen Redakteure zu entsprechender Gefängnisstrafe oder Gefängnishaft bestraft worden. Die Bestrafung wird damit begründet, daß die Blätter hetzerische Artikel verbreitet hätten. Aus aller Welt. Neuer Stabsleiter des HI.-Gebietes Hessen-Nassau. NSG. Der Reichsjugendführer hat an Stelle des ausgeschiedenen bisherigen kommissarischen Stabsleiters den Oberbannführer Brandt zum Stabsleiter des HI.-Gebietes Hessen-Nassau ernannt. Feierliche Eröffnung desNeichskampfes im Neichsberufswettkampf. Der Reichskampf im Reichsberufswettkampf wurde in Königsberg mit einer Kundgebung feierlich eröffnet. Die Teilnehmer am Reichskampf, 767 an der Zahl aus allen Gauen Deutschlands, die Prüfer, Ehrenabteilungen der Wehrmacht, der Polizei, der SA., der SS., des NSKK. und der HI. marschierten in den Schloß- hof. Unter den Ehrengästen bemerkte man den kommandierenden General des I. Armeekorps General ber Artillerie von Brauchitsch. Die Feier wurde mit einem chemischen Spiel durch die HI. eröffnet. Anschließend erinnerte Gebietsführer Bokmann daran, daß immer wieder in Ostpreußen deutsche Geschichte gemacht wurde. In Vertretung des Gauleiters Erich Koch nahm der Gau- walter der DAF. Duschon das Wort zur Verlesung der Ansprache des Gauleiters. Er ermahnte die Jungarbeiter, sich die Ordensritter zum Beispiel zu nehmen. Ordensritter des Dritten Reiches zu werden, sei das Ziel. Deutschlands Jugend kämpfe durch Arbeit mit den Werkzeugen in der Hand. Das sei der beste Beweis dafür, daß Deutschland Aufbauarbeit leiste. Fanfaren verkündeten dann die Eröffnung des Reichskampfes im Reichs- berufsroettfampf, die Obergebietsführer Axmann vornahm. Mit den Nationalhymnen schloß die Feierstunde. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Prozeß um dasBerlinerBaugruben- Unglück stellte Bauleiter N o t h erneut fest, ihm sei nicht bekannt gewesen, daß der Boden in der Baugrube vorschriftswidrig tief ausgehoben morden fei. Auch in der Frage der Aussteifung will er ordnungsmäßig verfahren fein. Er äußerte sich auch über feine Zusammenarbeit mit ber Direktion und bezeichnete sie als sehr schwierig. Vor allem ist Noth nicht mit dem Statiker zufrieden gewesen. Im Laufe des Prozesses will er sich davon überzeugt haben, daß dieser Statiker sehr schwere Unterlassungssünden begangen habe; er sei überheblich und von seiner Unfehlbarkeit überzeugt gewesen. Ein Unglück solchen Umfanges hätte verhindert werden können. Zugunsten des Statikers müsse allerdings berücksichtigt werden, daß er mit Arbeit so überlastet gewesen sei, daß er nicht einmal Zeit gefunden habe, persönlich auf ber Baustelle zu erscheinen. lieber sein Verhältnis zu dem Reichsbahnrat Weyher befragt sagte Noth, Weyher sei aalglatt gewesen und „in sachlicher Beziehung niemals zu fassen". Die Sicherheit der Arbeit habe dadurch geritten, daß Weyher seine Anordnungen häufig widerrufen habe. Der Mitangeklagte Bauwart Schmitt sei nur bas Sprachrohr Weyhers gewesen unb habe keinen eigenen Willen gehabt. An- schließend wurde bie Sicherung des großen Baggers erörtert, dessen (Entfernung aus der Einsturzgrube große Schwierigkeiten bereitet hatte. Noth meinte, dieser Bagger sei ausreichend gesichert gewesen; auch verwahrte er sich gegen den Vorwurf, bie Baggerführer hätten lieber nicht gearbeitet. Maibockprobe im Münchener Hofbräuhaus. Trotz empfindlichen Wintereinbruches gab es in München noch eine Stätte, wo der Kalenderfrühling fein volles Recht beanspruchte: bei ber M a i b o ck- probe im Hofbräuhaus. Der große Fest- saal bot ben Anblick eines Frühlingsgartens, aus besten Mitte der Maibaum ragte. Besondere groß war die Zahl derer, die an der Maibockkostprobe in faschistische Kampfbereitschaft ber üntsbürgerfichen Regierung. Was für ein Humbug mit bem Schlagwort von ben „faschistischen Provokationen" getrieben wirb, bat sich beutrid) bei ben letzten blutigen Ereignissen in Spanien gezeigt: bei jebem Faschisten, ber auf ber Straße ermorbet wirb, erheben bie marxistischen Organisationen unb ihre Presse lauten Protest gegen bie vermeintlichen faschistischen Herausforderungen! Die natürliche Folge dieses Faschisten- oerfolgungswahns bleibt natürlich nicht aus: der Kreis derer, die mit der faschistischen Bewegung „sympathisieren", wirb täglich großer, unb bie Annahme, daß sich aus ihr eines Tages ein starkes Gegengewicht gegen bie revolutionären Absichten von Links bildet, ist durchaus nicht ungerechtfertigt. Wenn man nach einem Spiegel für das inner- politische Leben Spaniens unter ber Herrschaft ber Volksfront sucht, so findet man ihn am besten in ber Aufstellung, die der monarchistische Abgeordnete Calvo S o t e l a den Abgeordneten des Linksblocks im Parlament zum Nachdenken vorgelesen hat. Nach diesen Angaben sind vom 16. Februar, dem Tage des Wahlsieges der Linken, bis zum 2. April 58 Varteibüros, 72 Öffentliche und private Geschäftshäuser, 33 Privatwohnungen und 36 Kirchen überfallen und ihre Inneneinrichtungen zerstört, ferner 12 Parteilokale, 45 öffentliche und private Geschäftshäuser, 15 Prioatwohnungen und 106 Kirchen angezündet worden, wobei 56 Kirchen bis auf die Grundmauern niederbrannten. In diesen sechs Wochen fanden außerdem 11 Generalstreike, 169 Aufstände kleineren und größeren Umfanges, 39 Schießereien, 85 Feuerangriffe auf einzelne Personen und 24 Bombenanschläge statt, wobei insgesamt 345 Personen schwerere ober leichtere Verletzungen baoontrugen und 74 Menschen getötet worden sind. Was hat sich aber nicht alles noch nach dem 2. April ereignet? Die blutige Fünf- jahresfeier der spanischen Republik, die ereignis« schwere Beerdigung eines erschossenen Faschisten in Madrid, der Gneralstreik in der Hauptstadt, der ebenfalls Tote und Verwundete forderte, — um nur einige Zwischenfälle herauszugreifen. Dies ist das Bild, das Spanien vor ber Präidentenwahl bietet. Die Art unb Weise, wie ber orne bezM Zweifeln: bie sozialdemokratische Gewerkschaften e SBehnunfnnfl leitung (UGT.) wies die ©enernfftroiFfnrhori.nnon fRegieruna S der Syndikalisten in Anbetracht efthoff» m run9 angefünbigten „antifaschi! feJT Täitriaburh Ur Sie wollten doch etwas für Ihre Gesundheit tun - also: .auf KAFFEE HAG umstellen! Aiexandi 60 Q Kairo 2po so ipo Said. vT» j \< «Suez o / OASE X&ahabia Gießen, Ludwig spl atz 11 2592 D Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 1187 t 2591 D BrQhl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 b‘e W ihre Alleinvertr.für Gießen: Johannes Steinhach.wolkeng.2L OPEL baut FAHRRÄDER Geschmackvoll Vornehm Persönlich erfaßt wurden. Zur Einstellung von Freiwilligen in die Leibstandarle SS. Adolf Hitler. Bei den zur Zeit stattfindenden Einstellun- aen von Freiwilligen in die Leib standarte SS. Adolf Hitler wird häufig festgestellt, daß von den Bewerbern unrichtige Anschriften verwandt werden. Alle Bewerbungen um Einstellung sind zu richten an die Leibstandarte SS. Adolf Hitler, Personalabteilung. Berlin-Lichter- feld-'. Finckensteinallee 63 Die Dömitzer Elbbrücke dem Verkehr übergeben. In Dömitz (Mecklenburg) wurde die neue Elbbrücke durch den Gcneralinspektor für das Deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, ihrer Bestimmung übergeben. Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 960 Meter und überspannt den 300 Meter breiten Elbstrom. An ihr wurde fast zwei Jahre gebaut. Die alte Festungsstadt Fritz Reuters hatte Flaggenschmuck angelegt. Als Ehrengäste nahmen an der Feier Stabschef Lutz'e, Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrandt, der Gauleiter von Osthannover, T e l s ch o w , und Vertreter der Wehrmacht teil. Gauleiter H i l d.e b r a n d t wies auf das wechselvolle Schicksal hin, das die Festung Dömitz mit dem Dömitzer Elbübergang verbinde. Generalinspektor Dr. Todt erklärte, die neue Brücke solle ein Denkstein des stetigen Aufbauwillens des im Nationalsozialismus geeinten Volkes sein, ein Symbol der Reichseinheit sowie ein Meisterstück deutschen Arbeitsfleißes. Kokain- und Salvarfan-Fälscher verurteilt. Seit Kriegsende tauchten in verschiedenen deutschen Städten Fälschungen von Kokain und Neo-Saloarsan auf, die allem Anschein nach aus einer bestimmten Fälscherwerkstätte herrührten. Das „Kokain" dieser Fälscher bestand aus Natron das „Neo-Salvarsan" wurde aus Gips, Sand und einem Farbstoff zusammengemischt. Die Packungen waren mit falschen Etiketten versehen. Im vergangenen Sommer gelang es in München, mehrere In Eibach bei Nürnberg ereignete sich in der Eigenheimsiedlung ein folgenschweres Bauun- g l ü ck. In einer der Siedlungsstraßen hatte eine private Baufirma eine Baugrube ausgehoben, um Wasserleitungsrohre zu legen. Die Verschalung der Baugrube gab unter dem Druck der Sandmassen nach und verschüttete zwei Bauarbeiter, die nur als Leichen geborgen werden konnten. Nachdem an Ort und Stelle festgestellt worden war, daß die Schachtarbeiten trotz Einspruches der Baupolizeibehörde vorzeitig begonnen worden waren, wurden durch das Polizeipräsidium der Bauunternehmer und der Bauführer vorläufig festge- n o m m e n. Winter im Erzgebirge und im Bayerischen Wald. Nachdem es im östlichen Erzgebirge seit Sonntag mit kurzen Unterbrechungen geschneit hatte, setzte in der Nacht zum Donnerstag erneut ein heftiges Schneetreiben ein, das den ganzen Tag über anhielt. In den Abendstunden trat ein kurzes Gewitter auf. Die Waldungen zwischen Zinnwald, Oberbärenburq und Rehefeld, sowie an der böhmigen Grenze sind tief verschneit. Die Waldwege sind 'kaum passierbar, und die Derkehrsstraßen sind nur mit Vorsicht befahrbar. In den Garten haben die Nachtfröste vielfach Schäden angenchtet. Die Landschaft hat einen völlig winterlichen Charakter angenommen. Der Nachwinter ist auch im Bayerischen Wald eingekehrt. Wiese, Wald. Feld, Täler und Höhen zeigen sich im weißen Kleid. Unterschiedlich ist die S ch n e e h ö h e. In Eisenstein betrug sie beispielsweise 30 Zentimeter, auf dem Brenners 45 und am Falkensteinhaus 65 Zentimeter. Auf der Reichsstraße von Zwiesel nach Eisenstein mußte der Schneeflug eingesetzt werden. Teilweise herrschte eine Temperatur von drei Grad unter Null. Vollstreckung eines Todesurteils. In Stendal ist der 1897 geborene Andreas Doge h i n g e r i ch t e t worden, der vom Schwurgericht in Stendal wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Doge hatte 1935 seine schwangere Braut, die 33 Jahre alte Meta Appel, im Walde bei Stendal gewaltsam erstickt, um sich ihrer und des zu erwartenden Kindes zu entledigen und ihre erheblichen Ersparnisse zu erhalten. Direktor eines österreichischen Elektrizitätswerkes verübt Selbstmord. Der Direktor des Elektrizitätswerkes Hall in Tirol, Johann W o p f n e r , der im 52. Lebensjahr stand, hat sich durch einen Schuß aus seinem Jagdgewehr das Leben genommen. Direktor Wopfner hat seit dem Jahre 1914 die Kraftwerke Personen festzunehmen, die an der Herstellung der Fälschungen beteiligt waren, oder die sie vertrieben hatten. Wegen dieser Straftaten hatten sich nun neun Personen zu verantworten, die fast durchweg einschlägig vorbestraft waren. Einer der Angeklagten erhielt ein Jahr, zwei Monate Zuchthaus unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus drei Jahre, drei Angeklagte wurden zu zehn Monaten Gefängnis und einer zu acht Monaten verurteilt. Drei'Angeklagten mußten wegen Mangels an Beweisen freigesprochen werden, während das Verfahren gegen eine Angeklagte auf Grund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt wurde. Neun Tage nach der Tal zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Halle verurteilte jetzt den 23jähriqen Heinz Kleeblatt wergen Mordes zum Tode. Kleeblatt hatte am 3. Osterfeiertag dieses Jahres die gleichaltrige Hausangestellte Else Hemma nn mit einem Revolver erschoßen, well das Mädchen, mit dem er früher in Beziehung stand, sich von dem haltlosen und leichtsinnigen Mann losgesagt und sich geweigert hatte, zu ihm zurückzukehren. Zwei Todesopfer eines Bauunglückes bei Nürnberg. Oleee 3 wesentlichen Elgeneoheften der guten Familien-Drucksache cletet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten echnell und zu müBIgen Preisen Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Roth Wwe. n Kinder. Wieseck, den 24. April 1936. "chts‘OPE , gleiche? ■ ik<,ie9leihToenb='gt Truppenteile a ^gebilMnn 3m allgms der Truppe \t ihnen nichts o einer guten 0 pendienstes zu eine Eintritts der Kenntnis zustellen. De dauerte im al zur Offiziers! praktischen Der Unten durch besondc die Wegsakc ein gieich g' Unterweisunc fjier wurde lichen Fertig richtendienst, auch Gelöst Bei ausge penübungspl tillerie sowie etwa neun abgehalten, (schriftlich uni der vfsiziersc einmal kam t unb ,W Best geschickt werde Als am 1. wurden samt Beendigung' in Potsdam hier den mi Offizieren \ schMiche A September da die Si< 2m Friede, 176 genau rischen Anwuchs habe Reichswehr Nachrichten- anerkannt n die Infantes Pickel, Mitesser und Flechten verseh winden durch Hköijhiol Herba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg, Zur Nachbehandlung Herba* Creme. (54 u. 75 Pfg.) SÄ -Ott D-ei-Z bis non ’“efer S Wfts>el n><«°ch » vieren »Später0 ® r3unter * ^Befrei* L'-ß biidung » ! g>°ich-"L 1867 N*“ Ltz murten * sr Donil Von @oi tdeater im L Und wer da nisdichter un SWissermaße Paradies bei Mert, daß Ater Drar Marionetten N letzten Meinungen i Jon Aeist n Ke er lebte es vorbehal deuten, lln Kben steht Was mar e ■Kann an d Mt er d -ch'-» »nd «den die s £ "" 6d)au[p '»uftte S5Wn > etel ' "’ramt ur Sebra bedach, ®ilti . We -£ r l-rs der Po- S’U 6» r-,< Rudolf Richter Marktstraße 24/26. 2587d diesem Jahre, in dem der Münchener Maibock eine i Art Jubiläum feiert, teilnahm. Vor 500 Jahren । nämlich, seit dem Jahre 1436, in dem der Bayernherzog Albrecht III. sich mit der Tochter des Her- : zogs Erich I. von Braunschweig vermählte und I eine Probe „ampekischen Einbocks" (aus der heutigen braunschweigischen Stadt Einbeck) von seinem Schwiegervater zum Geschenk erhielt, wurde am Hofe der bayerischen Herzöge dieses Starkbier getrunken, das ihnen Nürnberger Handelsleute alljährlich lieferten. An der Ehrentafel des Festsaales hatte der bayerische Ministerpräsident Siebert selbst Platz genommen und mit ihm Staatssekretär D a u s e r und Staatsrat Dr. B o e p p l e mit den Beamten der Staatskanzlei, ferner der Treuhänder der Arbeit, Kurt Frey, und SS.-Obergruppenführer Polizeipräsident Freiherr von Eberstein. Der Tisch- reihe des Wehr- und Luftkreiskommandos und des Reichsheeres präsidierte Stadtkommandant Oberst Friedrichs. Die Münchener Ratsherren waren mit Bürgermeister Dr. T e m p e l l erschienen. Weiter befanden sich unter den Eingeladenen zahlreiche Vertreter der Obersten SA.- und SS.-Füh- rung sowie der Gauleitung und Vertreter aller staatlichen Behörden, der Stäatsministerien, der Regierung von Oberbayern usw. Oie Auswirkungen des Phönix- Skandals in Budapest und Belgrad. Die Auswirkungen der Phönix-Affäre machen sich auch in Budapest bemerkbar. Seit Tagen halten sich Zwei höhere Beamte der Wiener Wirtschaftspolizei sowie mehrere Revisionsbeamte der österreichischen Nationalbank in Budapest auf. Im Verein mit den ungarischen Behörden sind ste bemüht, die Fäden der Affäre, die auch nach Ungarn führen, zu entwirren. Bei den beiden Direktoren der ungarischen Phönix-Niederlage wurden Haussuchungen vorgenommen. Beide wurden verhört. Den Wiener und Budapester Direktoren der Phönix-Versicherungsgesellschaft wird zur Last gelegt, daß sie unter dem Deckmantel eitier Lebensversicherung in Höhe von über einer Million Pengö eine der größten Devisenschiebungen der letzten Zeit verübt hätten. In diese Machenschaft soll die Prager Textilfabrik Gebrüder P e r u tz , die auch in Ungarn eine Fabrik hat, verwickelt sein. Die Inhaber sollen, um die bei ihren ungarischen Unternehmen angehäuften Geldbeträge unter Umgehuna der Devisenbestimmungen nach Prag schaffen zu können, bei der Budapester Phönix-Gesellschaft eine Lebensversicherung über eine Million Pengö eingegangen und zu diesem Zweck eine einmalige Einzahlung von 6000 Pengö geleistet haben. Angeblich hätten die Direktoren der Versicherungsgesellschaft es übernommen, dieses Geld von Wien nach Prag zu schaffen und dort dem Textilunternehmen auszahlen zu lassen. Im Laufe der Budapester Untersuchungen ist die Lebensversicherungspolice der Gebrüder Perutz auf eine Million Pengö bei dem Budapester Treuhänder der in dem Skandal verwickelten Wiener Kompaß- Bank vorgefunden worden. In Belgrader politischen Kreisen findet eine Meldung aus Wien starke Beachtung, derzufolge der Präsident der Oesterreichischen Bundesbahnen, Bundeskanzler a. D. Carl D a u g o i n , und der Direktor des Oesterreichischen Verkehrsbüros, Dr. Str a- f e l l a , in Verbindung mit dem Zusammenbruch des „Phönix" bereits vor mehreren Tagen ihrerAemter enthoben worden sind. Gerüchtweise verlautet ferner, daß auch der Wiener Landesleiter der Vaterländischen Front, Oberst Seifert, suspendiert worden sei. Kuratorium für das Reichsehrenmal Tannenberg. Das von dem Reichsminister des Innern ein- berufene Kuratorium für das Reichsehrenmal Tannenberg hielt unter Vorsitz des Staatssekretärs Pfundtner seine erste Sitzung ab. In eingehender Aussprache und anschließender Besichtigung wurden die Pläne für die Ausgestaltung des umliegenden Geländes und für die Verlegung der Reichsstraße nebst Zufahrtsstraßen geprüft. Die Arbeiten an der Reichsstraße werden sofort, die anderen Arbeiten demnächst in Angriff genommen. „Graf Zeppelin" über dem Kanal. Das Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" hat am Freitag um 7.15 Uhr MEZ. Quessant am westlichen Kanaleingang passiert. Um 8.00 Uhr stand es zwi- chen Quessant und den normannischen Inseln. Der Unfall nach der Parade am 20. April. Von den vier im Anschluß an die Truppenparade vorn 20. April in der Berliner Straße in Char- lottenburg verunglückten Schülern ist leider der siebenjährige Wolfgang N o w a ck im Krankenhaus Westend seinen Verletzungen erlegen. Der Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat durch einen Offizier des Reichskriegsministeriums an der Bahre des ums Leben gekommenen Jungen einen Blumenstrauß niederlegen lassen. Ferner hat er den übrigen verunglückten Kindern, die sich nach Mitteilung der Stationsärzte alle auf dem Wege der Besserung befinden, Geschenke überreichen lassen. Ebenso hat der stellvertretende Kommandeur der 3. Panzerdivision mit seinem Adjutanten sowie ein Offizier im Auftrage des Panzerregiments 6 die Kinder im Krankenhaus besucht und sie durch kleine Gaben erfreut. Die Ursache des Unfalls wird zur Zeit noch untersucht. Wie bisher festgestellt wurde, ist der Unfall darauf zuruckzufuhren, daß die Kinder plötzlich durch die Hinteren Zuschauerreihen vom Gehweg heruntergedrückt und dabei seitlich von dem ausweichenden Kampfwagen der Kragen ohne Ärger Kein Waschen-kein Plälf en! Hygienisch — Zeitgemäß! Dutzend......M 2.50 6 Stück 1.25 3 Stück — 65 der Stadt Hall geleitet. Seit einiger Zeit stand er In Disziplinaruntersuchung, weil man ihm Eigenmächtigkeiten an der Finanzgebarung vorgeworfen hat e. Bei einer Vernehmung erlitt er e^12n?errDS1f2 sammenbruch. Er mußte in die Jnnsbrucker Kl nie gebracht werden, aus der er bald wieder entlassen wurde. Wenige Stunden darauf hat Direktor Wopfner seinem Leben ein Ende gemacht. Wopfner war auch Präsident der Vereinigung der Tiroler Elektrizitätswerke. 50 englische Frontkämpfer kommen nach Limburg. Der Ablauf der Limburger kriegsgefangenenlagung. LPD. L i m b u r g , 23. April, lieber den Ablauf des vom 27. bis 29. Juni in Limburg stattfindenden Gautages der Reichsoereinigung ehemaliger Knegs- gefangener wird folgende Tageseinteilung bekannt: Am Samstag, 27. Juni, treffen 50 englische Ehrengäste, Kriegsgefangene und Frontkämpfer der British Legion, gegen 19 Uhr von Frankftirt kommend in Limburg ein; anschließend Begru - ßungsabend. Nach einem F e l d g o t t e s - dienst auf dem Kriegsgefanaenenfriedhof bei Dietkirchen am Sonntagmorgen findet mittags im St. Georgshof eine akademische 8 ei er statt, bet der Vertreter der Partei und der Behörden die englischen Gäste begrüßen werden. Nach einem Vorbeimarsch der etwa 4000 Tagungsteilnehmer am Nachmittag vor dem Bundesoorsitzenden der Reichsvereinigung, Freiherrn von Lersner, auf dem Adolf-Hitler-Platz und Weihe verschiedener Fahnen bewegt sich der Festzug durch die Straßen der alten Domstadt. An dem vormittags stattfindenden Feldgottesdienst und dem Festzug nehmen Ehrenformationen der SA. und des Kyfshäuserbundes sowie eine Ehrenkompanie der Wehrmacht teil. Für Montag, 29. Ium, sind als Ausklang der Tagung Ausflüge in d i e Umgebung Limburgs und in das Lahntai. vorgesehen. Wetterbericht des Reichsweilerdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Im Bereich eines Zwischenhochs kam es in der Nacht zum Freitag in unserem Gebiet zu verbreiteten, aber leichten Strahlungsfrösten. Inzwischen ist eine neue Störung bis Holland vorgestoßen und brachte Nordwestdeutschland neue Niederschläge, sie befindet sich jedoch bereits in Auffüllung, lieber dem Ostatlantik hat sich zwar ein mächtiger Tiefdruck- wirbel entwickelt, doch werden die Randstörungen seiner Südseite so weit nördlich an uns vorüber» ziehen, daß sie keine stärkere Witterungsverschlechterung verursachen werden. Da bei dieser Entwicklung eigentliche Kaltlufteinbrüche ausgeschlossen sind, kann mit fortschreitender Erwärmung gerechnet werden. Aussichten für Samstag: Im wesentlichen trockenes und freundliches Wetter, tagsüber mild, westliche Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des freundlichen Wetters.______________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. StellvertretenderHauptschriftleiter: Ernst Biumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. In tiefer Trauer: Emmy Bieler, geb. Kulimann. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Fritz Friedrich, Dentist im Namen aller Hinterbliebenen. RM 57. Gießen, 23. April 1936. Die Trauerfeier fand in Zwickau statt. Die Beisetzung der Asche erfolgt auf dem Alten Friedhof in der Stille. MWM SMWMll.WeN in guter Ausführung preiswert Earl Stuckrath Am 15. April verschied in Zwickau mein geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Adolf Bieler im 77. Lebensjahr. Nachruf! Heuchelheim, den 23. April 1936. 2590 D ist plötzlich verstorben. Von 1909 bis 1931 war er mit bestem Erfolge im Außendienst für unsere Firma tätig. Darüber hinaus verbanden uns enge persönliche Beziehungen mit dem Dahingeschiedenen. Wir werden seiner allezeit in Treue und Dankbarkeit gedenken. Unser langjähriger Vertreter Herr Adolf Bieler Asterweg 47. Itr. 96 Zweites Blatt_________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Die Organisation der Kriegsschulen. Die Entwicklung der Kriegsschulen kann bis auf den Großen Kurfürsten zurück verfolgt werden. Dieser schuf in Kolberg eine Ritterakademie, welche von 1653 bis 1701 bestanden hat. Aus den Zög- linaen dieser Akademie, welche nach deren Besuch meist als „Gemeine" in die Regimenter eintraten, wo sie nach zwei- bis dreijähriger Frontdienstzeit zu Offizieren befördert wurden, ergänzte sich das Offizierskorps des ersten „stehenden" Heeres, das durch den Großen Kurfürsten geschaffen worden war. Später wurde die wissenschaftliche Ausbildung der Junker den Regimentern überlassen. Erst bei der großen Reorganisation des preußischen Heeres unter Scharnhorst anfangs des 19. Jahrhunderts wurden Kriegsschulen in Berlin, Königsberg und Breslau für „Portepeefähnriche" errichtet. Rach den Befreiungskriegen traten an deren Stelle bei den einzelnen Divisionen die „Divisionsschulen". Diese bestanden bis zur Reorganisation des preußischen Heeres durch Prinzregent Wilhelm, den späteren König und Kaiser, im Jahre 1859. Jetzt wurden die eigentlichen Kriegsschulen zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses geschaffen. Im gleichen Jahre wurden die Schulen in Potsdam und Erfurt «rrichtet, denen 1860 Reiße, 1863 Engers, 1867 Hannover und Kassel, 1871 Anklam und 1872 Metz folgten. Im Jahre 1865 wurde die Erfurter Kriegsschule nach Glogau verlegt. Im Jahre 1891 wurden die Kriegsschulen in Hersfeld und Danzig geschaffen, dem sich 1913 die Bromberger Kriegsschule anschloß. Die bayerische Armee hatte eine eigene Kriegsschule in München, während die Fahnenjunker der sächsischen und württembergischen Truppenteile auf den preußischen Kriegsschulen mit ausgebildet wurden. Im allgemeinen mußten alle Fahnenjunker bei der Truppe sechs Monate lang Dienst tun, wobei ihnen nichts geschenkt wurde, so daß sie schon mit einer guten Grundlage an Kenntnissen des Truppendienstes zur Kriegsschule einrückten. Hier wurde eine Eintrittsprüfung abgehalten, um den Stand der Kenntnisse jedes einzelnen Fahnenjunkers festzustellen. Der Lehrgang auf den Kriegsschulen dauerte im allgemeinen 35 Wochen, in welchem die zur Offiziersprüfung nötigen wissenschaftlichen und praktischen Kenntnisse erworben werden mußten. Der Unterricht fand nicht nur in den Hörsälen durch besonders ausgewählte Lehrer statt, die stets die Kriegsakademie besucht haben mußten, sondern ein gleich großer Wert wurde auf die praktische Unterweisung und Ausbildung im Freien gelegt. Hier wurde besonders die Entwicklung der körperlichen Fertigkeiten (Turnen, Sport, Schießen, Nachrichtendienst, Reiten, Fechten, Schwimmen), dk?r auch Geländeerkundung und vieles andere gsÄt. Bei ausgedehnten Belehrungsreisen wurden Truppenübungsplätze, Festungen, Scharfschießen der Artillerie sowie klassische Schlachtfelder besichtigt. Nach etwa neun Monaten wurde die Offiziersprüfung abgehalten, welche in sehr eingehender Form (schriftlich und mündlich) dke erworbenen Kenntnisse der Offiziersanwärter zutage förderte. Mehr als einmal kam es vor, daß Prüflinge zurückgewiesen und zum Besuch eines neuen Kriegsschul-Lehrgangs geschickt werden mußten. Als am 1. August 1914 der Weltkrieg ausbrach, wurden sämtliche Kriegsschulen geschlossen. Nach Beendigung des Weltkrieges wurde im März 1919 in Potsdam die Kriegsschule wieder eröffnet, um hier den während des Krieges beförderten jungen Offizieren die notwendige allgemein-kriegswissenschaftliche Ausbildung zu geben. Jedoch bereits im September mußten die Kurse abgebrochen werden, da die Siegermächte dagegen Einspruch erhoben? Im Friedensdiktat von Versailles war im Artikel 176 genau festgelegt, was Deutschland an militärischen Ausbildungsstätten für den Offiziersnachwuchs haben durfte. Für jede Waffe der jungen Reichswehr war nur eine Schule zugelassen (wobei Nachrichten- und Kraftfahrtruppe nicht als „Waffe" anerkannt wurden!). So wurden am 27. Mai 1920 die Jnfanterieschulen mit je einem Lehrgang in München und Wünsdorf, die Artillerieschule in Jüterbog, die Kavallerieschultz. in Hannover und die Pionierschule in München geschaffen. Auf diesen Schulen wurden in mehrjährigen Lehrgängen die Offiziersanwärter des Reichsheeres ausgebildet. Zunächst kamen alle Fahnenjunker zur Jnfanterie- schule, um nach deren Besuch dann zur eigentlichen Schule ihrer Waffe kommandiert zu werden. Nach der Wiedergewinnung der Wehrfreiheit durch die historische Tat des Führers vom 16. Mär.; 1935 mußte naturgemäß auch der Ausbildungsgang des Offiziersnachwuchses den Erfordernissen entsprechend umgestaltet werden. Während bis dahin im Reichsheer allgemein eine vierjährige Ausbildungszeit eingeführt war, wurde diese im Sommer 1935 auf zwei Jahre herabgesetzt. In diesen zwei Jahren findet die Ausbildung wie folgt statt: Nach einer neunmonatigen Frontausbildung beim Truppenteil kommen die Fahnenjunker auf eine der vier bestehenden Kriegsschulen Dresden, Hannover, Potsdam oder München, in welche die bisherigen Waffenschulen umgewandelt wurden. Diese dem „Inspekteur der Kriegsschulen" unterstehenden Anstalten haben die Aufgabe, die in der Kameradschaft heißt: Treue von einem Lebewesen zum andern. Im guten Sinne gibt es überhaupt keine andere Haustierhaltung, die doch stets ein Bündnis auf Gegenseitigkeit sein sollte: du, Tier lieferst mir deine Kraft, deinen Mut, deine Wachsamkeit und deine Sinnenstärke, du ernährst mich, während ich, der Mensch, dir die Sorge ums Dasein abnehme, dich vor deinen Feinden beschütze und vor der Kälte, Krankheiten dir fernhalte und einst dein Ende schmerzlos mache. Wie gesagt, anders ist die Haltung von Haustieren — das heißt die Verpflanzung ehemals wild und freilebender Geschöpfe in den Jnteressenkreis Truppe begonnene Erziehung und Ausbildung der Fahnenjunker fortzusetzen und den Kriegsschülern jenes Maß militärwissenschaftlicher Kenntnisse zu vermitteln, dessen ein junger Offizier jeder Waffe nicht nur für seinen Beruf bedarf, sondern ebenso auch für seine spätere Weiterbildung. Im praktischen Dienst wird das in der Front Erlernte erweitert und vor allem (was vor dem Kriege nicht der Fall war) jeder Kriegsschüler als Gruppenführer im Jnfanteriegefechtsdienst ausgebildet. Nach einem zehnmonatigen Ausbildungslehrgang auf diesen Kriegsschulen, bei welchen die Offiziersanwärter aller Waffen zusammen ausgebildet werden, kommen die Fähnriche zu Sonderausbildungslehrgängen für die einzelnen Waffen. Hier werden sie bereits für die Verwendung in der Front als Zugführer ihrer Waffe sowie als Ausbilder von Rekruten vorbereitet, wodurch eine erhebliche praktische Vorarbeit für Verwendung in der Front geleistet wird. Die Kriegsschulzeit schließt wie früher mit der Ablegung der Offiziersprüfung ab. Nach deren Bestehen kommen die Fähnriche für die letzten zwei Monate ihrer Ausbildungszeit wieder zu ihrem Truppenteil zurück, bis sie dann nach Ablauf der zwei Jahre durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht zum Offizier befördert werden! S.-E. und in die Raumbegrenzung der Menschen — keineswegs zu verantworten. Aber der Tierfreund wird sich damit nicht begnügen-, er will über diese äußerliche Wechselbeziehung hinaus Kontakt haben mit dem „Lebensbruder", und indem er also auch seelische Treue hält zu seinem Tier, erfährt er Freude und Glück. Das eben ist das Schöne am Umgang mit den tierischen Lebewesen, daß sie — wenn ihre natürlichen Eigenschaften und ihr Charakter nicht von uns Menschen falsch geleitet worden sind — rückhaltlos die Kameradschaft halten, daß sie ohne Eigennutz und ohne Verstellung treu sind, und daß Das Iild des Lustgartens für den Staatsakt am 1. Mi. y. Zum 1. Mai wird der Lustgarten eine eindrucksvolle Umgestaltung und Ausschmückung erfahren. Unser Bild zeigt den Entwurf des Architekten Speer, der die Ausschmückung leitet. Rechts und links sind die Tribünen, hinter denen sich gewaltige Fahnenmasten erheben. In der Mitte steht das Sinnbild des 1. Mai, der Maibaum. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kameradschaft zwischen Mensch und Tier. Äon tätiger Tierliebe und belohnter Treue. Kleine und große Erlebnisse, miigeteilt von Paul Eipper. Zrettag, 24.April (936 jede Wohltat, die der Mensch ihnen angedeihen läßt, sofort als Beglückung zu uns zurückströmt. Wer das schöne Buch des Indianers G r a u» Eule gelesen hat, wer dadurch von der innigen Wechselbeziehung zwischen einem naturhaften Menschen und den Bibern der freien Wildbahn erfuhr, der begreift gewiß, was ich meine. Aber wir brauchen gar nicht so sehr in die Ferne zu schweifen; auch um uns gibt es Beispiele genug. Wieviele Tiere haben sich unsere Feldgrauen während des großen Krieges gerade in den vordersten Stellungen gehalten, nicht als Gefangene, sondern als Freunde, als ein lebendiges Stückchen Lichtblick in Kampf und Entbehrung. Gedenken wir der treuen Kriegs- Hunde, jener nie versagenden Meldegänger, Verwundetensucher, Essenbringer! Es würde aber ein Unrecht sein, wollte man nur die äußeren Leistungen der Hunde aufzählen und verschweigen, wie gut es war, solch ein blutwarmes Tiergeschöpf neben sich zu fühlen, in seine gläubigen, frohen Augen zu blicken. Hat jemand je gehört, daß ein Soldatenhund den Mut verlor? Und welche Kameraden waren uns die Pferde! Eineinviertel Millionen Pferde standen auf deutscher Seite im Krieg; ungefähr Vierhunderttausend haben ihr Leben für uns gelassen. Es ist ein schönes Zeichen deutscher Tierliebe, daß wir Menschen diese Kameradschaft nicht vergessen haben. Vor einigen Wochen unternahm es der tätige Tierfreund F i - n u s, 1163 noch heute lebende Kriegspferde fest- zuftellen und ihnen das Ehrenschild „Kriegskamerad" zu stiften. Ich sah Bilder solcher Veteranen, die inzwischen 20, 25, ja 30 Jahre alt geworden sind, noch immer dem Menschen bei der Arbeit helfen oder in Ruhe und Wohlbefinden bei ihrem Freund das Gnadenbrot verzehren dürfen. Solche Treue tut wohl! Wer nur einmal in seinem Leben ein Jungtier aufgezogen hat, ein Kätzchen, eine aus dem Nest gefallene Eule, ein verwaistes Rehkitz, ein beinlahmes Entchen, einen ausgesetzten Junghund oder selbst einen Fuchs, der weiß, wie bedingungslos solch ein Pflegekind seiner Nährmutter anhängt; ich könnte davon Beispiele in großer Zahl anführen. Irgendwo in Westfalen lebt die Gans Kunigunde; sie war, eben aus dem Ei geschlüpft, durchaus schon dem Tode verfallen. Aber ein Mensch hat durch ausdauernde und liebevollste Betreuung diefes eigentlich hoffnungslose Tierschicksal zum Guten gewandelt, und seitdem gehört Kunigunde dem engsten Familienkreis der Menschen an. Draußen auf dem Hof find Hühner, Enten und Gänse in großer Zahl; Kunigunde jedoch kommt im Bewußtsein ihres selbstverständlichen Rechts jederzeit in die Wohnstube, begleitet wie ein Wachhund die Hausfrau auf Schritt und Tritt und hält es für ihre Pflicht, jeweils auch die frisch ausgebrüteten Gösselchen der Menschenfamilie unmittelbar vorzuführen. Einen besonders schönen Beweis von Kameradschaft und Vertrauen habe ich im Berliner Zoo erlebt. Dort wird seit fast zehn Jahren die Schim - pans in Titine von dem alten Pflegerpaar Liebetreu gehegt. Man muß es selbst mit angesehen haben, wie sich diese „Tiermenschen" am frühen Morgen mit Titine unterhalten, mit welch lebhaftem Mienenspiel die Schimpansin ihre Freude über das Wiedersehen zeigt. Selbstverständlich, daß Titine auf das tägliche Kämmen und Bürsten, aufs Einfetten der Hände und Füße, auf die Säuberung der Ohren, Zähne und Augen behaglich wartet; geradeso, wie sie dem Pflegevater jeden nur einmal geäußerten Wunsch sofort erfüllt. Alle Menschenaffen lieben diesen tierverbundenen Menschen; ein eben erst eingetroffener kleiner Orangmann schmiegt sich ebenso an Liebetreu, wie auch der Riesengorilla Bobby immerzu freundschaftliche Gefühle für ihn empfand. Nun stellte eines Morgens der Pfleger fest, daß die Schimpansin ein Zahngeschwür bekommen hatte. Titine zeigte immer wieder an di.e Backe, faßte dorthin, wo es ihr wehtat. Den Tierarzt zu rufen, schien nicht ratsam; er hätte Titine nur behandeln können, wenn sie zuvor festgemacht worden wäre. Oer Guedermann. Dom Wesen des Marionettentheaters. Von Goethe bis Storm hat das Puppentheater im Leben unserer Großen eine Rolle gespielt. Und wer da sagen wollte, bei dem größten Bekenntnisdichter und bei dem verträumten Lyriker sei es gewissermaßen nur ein Symbol für das verlorene Paradies der Kindheit gewesen der sei daran erinnert, daß Heinrich von K l e i st, unser vielleicht größter Dramatiker, eine längere Abhandlung über Marionetten geschrieben hat, eine Abhandlung, über deren letzten Si?.n heute noch die verschiedensten Meinungen umgehen. Seine Zeit hat den Herrn von Kleist nicht verstanden, das war die Tragödie, die er lebte. Erst den späteren Generationen blieb es vorbehalten, sein Werk zu erfassen und auszudeuten. Und unserer heroischen Auffassung vom Leben steht der preußische Dichter besonders nahe. Was war es nun, was diesen doch wirklich ernsten Mann an der Puppenbühne so fesselte? Drei Dinge gesteht er den Marionetten zu: Ebenmaß,, Beweglichkeit und Leichtigkeit. Diese drei Eigenschaften haben die Puppen in „einem viel höheren Grade" als menschliche Darsteller. Und noch eines haben die den Schauspielern voraus: die Grazie desUn- bewußten. Seit wir vom Baume der Erkenntnis gegessen haben wir die Unbefangenheit verloren. An ihre Stelle ist die bewußte Eitelkeit getreten, und sie nimmt uns das Beste an uns: den selbstverständlichen Gebrauch der Gaben, mit denen uns die Natur bedacht hat. Seitdem also kann die Schönheit am reinsten nur in dem erscheinen, „der entweder gar kein- ober ein unendliches Bewußtsein hat, d. h. in dem Gliedermann oder in dem Gott." Wäre cs nicht ein Hauptfehler aller Theorie, bei einem Künstler allzuviel Bewußtes vorauszusetzen, könnte man meinen, Fritz Gerhards, dessen Theater als „Reichspuppenbühne" vor kurzem von der NS.-Kulturgemeinde übernommen wurde, habe feine Marionetten auf Grund der Kleiftschen Abhandlung konstruiert. Denn Gerhards künstlerische Figuren' haben alles das, was jener fordert, und sie haben noch mehr. Jede Puppe dient über ihr bloßes Vorhandensein hinaus einer bestimmten Idee. Der arme des Spiels ist gewissermaßen der formgewordene Gedanke der Armut und der reiche Geizhals der des Geizes und des Reichtums. Damit gewinnen die Figuren ein überpersönliches Leben. Sie sind einmal sie selbst und darüber hinaus die Idee, die sie verkörpern. Alte mythische Vorstellungen bekommen damit ein zwingendes Leben. Erst im Anblick dieser Marionetten kann man ermessen, was die antiken Theatermasken bedeutet haben. Eine unheimliche Gewalt geht von diesen Schnitzwerken aus und reißt den Zuschauer in ihren Bann. Wer auf dieser Bühne einmal das Sterben des reichen Mannes gesehen hat, wird es so leicht nicht vergessen; denn das kommt hier noch hinzu: Nicht nur den Puppen eignet eine magische Kraft, sondern auch dem Bühnenbild. Die Gesetzmäßigkeiten dieses Theaters bedingen Dekorationen, die allein m ihren Größenverhältnissen die Mitte halten zwischen Vorstellbarem und Märchenhaftem. Auf der Puppenbühne findet der Mythos das eigentümliche Zwielicht zwischen Sage und Geschichte, das seine Heimat ist. Hier brauchen wir uns nicht zu wandeln, hier werden wir verwandelt. Der Mythos lebt, und der Lebende hat bekanntlich recht. Es braucht nicht betont zu werden, welche Wirkung eine solche Kunst auf die Seele eines Kindes ausüben muß. Der Jugendliche, der bestenfalls die Sagen und Märchen unseres Kulturkreises gehört hat, erlebt sie. An seine aufnahmefähige Seele wird damit ein Volksgut herangetragen, das wirksamste Niederschläge bilden muß. Wer gelernt hat, in dieser konzessionslosen Art Kunst zu genießen, der ist gefeit gegen Kitsch und Schund. Das Kind kann hier mit Kunst in wirklich reiner Form in eine ihm gemäße Berührung kommen. Dieses Erlebnis regt das Kind natürlichen und macht in ihm Kräfte frei zum eigenen Gestalten, fei es nun im bildmäßigen, im wörtlichen oder auch im technischen. Denn, auch das darf nicht übersehen werden, die Marionettenbühne ist nicht nur ein künstlerisches, sondern ebenso auch ein technisches Wunderwerk Wie das Kind, so wird auch jeder schöpferische Mensch überhaupt durch dieses Theater angeregt. Es geht von ihm eine nachhaltige Wirkung auf alle Gebiete der Kunst aus. Jeder Künstler, fei er Maler, Plastiker, Musiker oder Dichter, findet hier ein Instrument, auf dem er für einen großen Kreis spielen kann. Jede andere Kunst kommt nicht immer an die Menschen heran, an die sie sich richtet, das Puppentheater macht Reisen durch das ganze Reich, sein Publikum ist das ganze Volk oder kann es werden. Damit erwachsen dem Künstler die schönsten Aufgaben. Hans R e h b e r g, der erfolgreiche Dramatiker der preußischen Geschichte hat z. B. für Ger- hard's Marionetten ein Spiel geschrieben. Das alte vertraute Märchen vom Froschkönig verbirgt sich unter dem vorläufigen Titel „Die goldene Kugel". Es ist kein Zufall, daß gerade ein dramatischer Dichter feine Kunst in den Dienst des Gliedermannes stellt. Wer mit den Gesetzen der Bühne vertraut ist, muß hier zuerst besondere Möglichkeiten für die Kunst ahnen. Rehberg wird nicht der einzige Künstler bleiben. Andere Dichter werden ihm folgen, und sie werden Musiker und Maler nach sich ziehen. Auf dem „Nationaltheater des Kindes" kann damit, was das letzte Ziel dieser Puppenbühne ist, eine Kunst erwachsen, die das große, so oft mißverstandene Wort von dem Gesamtkunstwerk Tat werden läßt — für Jugend und Volk. Kuno Felchner. Krieqsrüstunq im Ameisenstaat. 15 000 Waldameisen rüsten sich im Londoner Zoo zum Kriege. Diese Feststellung machte einer der Wärter, der den Ameisen seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat und sehr hübsche Beobachtungen über sie erzählt. Die Ameisen leben auf der größten von drei kleinen Inseln in einem Teich außerhalb des Jnsektenhauses. Dieser Tage könnt-' man sehen, wie sie in größter Hast ihre Hauptstadt gegen einen feindlichen Angriff befestigten. Die beiden Nachbarinseln, die von ihnen durch Wasserarme von 1 und 2 Fuß Breite getrennt sind, sind gegenwärtig unbewohnt, aber bald werden auf beiden Ameisenkolonien vorhanden sein, kleine Völker, und dann wird sofort der Vernichtungskrieg beginnen. „Früher pflegten wir Brücken zwischen die Inseln zu legen," sagte der Wärter, während er aufmerksam auf die kleinen, so ausgezeichnet organisierten Geschöpfe, die geschäftig hin- und her- fauften, herabfah. „Dann aber entstanden unbittliche Kriege bis zur Vernichtung; das eine Nest erlitt eine Niederlage, die dem Volk ein Ende bereitete, und die wenigen Ueberlebenden wurden als Sklaven davongeschleppt. Das war sehr interessant zu beobachten, aber wir haben es dann doch unterlassen." Man kann nur sehen, wie die Hauptstadt von den eifrigen Arbeitern befestigt wird, während die Befehlshaber lange Beratungen über eine halbe Apfelsine abhalten, die der Wärter ihnen zugeworfen hat. Einige von den Ameisen gehen augenscheinlich auf Abenteuer aus und setzten auf kleinen Holzstücken oder anderen schwimmenden Gegenständen zu den fremden Inseln über. Man könnte auch glauben, daß sie als Kundschafter gehen; wenn die „anderen Länder" unbewohnt sind, ist alles in Ordnung, aber sobald fremde Kolonien da sein werden, beginnt der Krieg und das Morden. In kurzem werden etwa 50 000 Ameisen im Londoner Zoo an dieser Stelle sein, die in drei kriegslustige Nationen getrennt sind und von denen jede „bis zu den Kinnbacken" bewaffnet ist. Lichtspielhaus: „Schloß Vogelöd". Dies ist bereits die dritte Fassung: der bekannte und viel gelesene Roman „Schloß Vogelöd" von Rudolf Str atz wurde schon einmal verfilmt, doch erwies sich die damalige Nachgestaltung, die sich getreu an die literarische Vorlage hielt, als ein Versager, weil hier ein für den Gang der Handlung wesentliches Motiv viel zu früh durchschaut werden mußte — im Gegensatz zum Roman, der erst viel später die Lösung bringt und demgemäß auch die Spannung bis zu diesem Zeitpunkt nicht lockert. Die jetzt erschienene Tonfilm-Bearbeitung der Ufa unterscheidet sich von jenem ersten Film wie dem Roman selbst grundsätzlich dadurch, daß sie neue Motive und Figuren einführt, so daß die ursprüngliche Gestalt nur noch in Umrissen erkennbar bleibt; allerdings geschah dies im Einverständnis mit dem Autor: Rudolf St ratz selber schrieb zusammen mit Peter Francke das Drehbuch. Geblieben ist, sehr allgemein, im Rahmen eines Gesellschaftsstückes, die Überschneidung von Liebesgeschichte und Kriminalfall Das Schwergewicht liegt auf der Frage nach der psychologischen Motivierung der Mordtat. Auch hier spielen, neben anberm, der Streit um das Erbteil des Grafen Andreas, der Bruderzwist und der eheliche Konflikt auf Schloß Vogelöd eine wichtige Rolle, und der Beschauer wird durch die Einbeziehung mehrerer Nebenmotive nicht ungeschickt zunächst "auf die falsche Fährte gelockt, so daß er sich der endlichen Aufklärung und Entlarvung des wahren Schuldigen mit einiger Ueberraschung gegenüberfindet. Der Spielleiter Max O b a l hat die einzelnen Motive, die hier zufam- menwirken, nach Kräften herausgearbeitet und die Lösung durch ein Wechselspiel von Verschleierung und Aufhellung bis zuletzt hinauszuziehen verstam den. Allerdings besteht wohl kein Zweifel, daß auch diese zweite Fassung nicht die, innere Geschlossenheit der ursprünglichen Gestaltung erreicht, geschweige denn über sie hinausgelangt; die Verfilmung des Stoffes ist an sich von der ersten zur zweiten (tönenden) Fassung entschieden verbessert worden. In Hans Stüwe und Walter Steinbeck sind die beiden ungleichen Brüder auf Vogelöd mit scharfem Kontrast einander gegenübergestellt. Carola Höhn als Marianne wirkt daneben etwas blaß und konventionell. Lebhafter getönt erscheinen einige andere Gestalten, Karl Hellmer, Hans Zesch-Ballott, Käthe Haack, Hilde Sessak und A. Schröder-Schrom seien hervorge- hoben. — Im Beiprogramm gibt es u. a. ein Lustspiel und einen beachtlichen Kulturfilm „Im Lande Widukinds. —r— Reue Vuttermarlt-Regelung Wirtschaft 66 (57 bis 65), d) 50 bis 58 (45 bis 56). Hammel b2) 47 bis 48 (47 bis 48), c) 42 bis 45 (—)• Schafe e) 42 bis 46 (-), i) 35 bis 40 H al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Marktverlauf-. Großvieh wurde zugeteilt. Kälber lebhaft, ausverkauft. Hammel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftand: 135 Schweine. Großmarkt für Fleischund für 5 e tt- waren. Beschickung: 1904 Viertel Rindfleisch, 696 halbe Schweine, 145 ganze Kälber, 2 ganze Hammel, 6 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Kuhfleisch (jeweils Höchstpreise) a) 75, b) 65, c) 54. Ochsen-, Bullen- und Farsenfleisch nicht notiert. Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Roher Speck un er 7 Zentimeter 65 bis 70 (70 bis 75), Flomen höchster Hebung der Einschränkung der Sahneherstellung und des Sahneabfahes und das Verbot der Erweiterung des Vutterpoftoersandes über den Umfang des Jahres 1935. Der Sinn der Anordnung ist nicht eine Schematisierung des Butterverkehrs, sondern durch hwidi- Duelle Behandlung der verschieden gelagerten iZaue wird den Anforderungen, die an eine geordnete, gerechte Butterverteilung gestellt werden, entsprochen. des Menschen Knechte sind, sondern Lebewesen mit Empfindungen und Gefühlen, Geschöpfe Gottes, die auch ein Anrecht haben auf Freude und Glück. Wer Tiere liebt, hat die Pflicht, in feinem Kreis dafür zu sorgen, daß die tätige T i e r l i e b e 21 U gern e i n g u t werde bei jung und alt; Tierschutz ist nicht allein eine gute Tat, sondern eine Selbstverständlichkeit für jeden verantwortungsbewußten Menschen und darüber hinaus — eine kameradschaftliche Beglückung. Rundfunkprogramm Samstag, 25. April: Preis 80. Marktverkauf: Rindfleisch lebhaft, aus« verkauft. Kalb- und Schweinefleisch ruhig. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 23. April. Der heuttge Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 614 Ferkeln. Folgende Preise wurden erziel: bis 6 Mocken alte Ferkel 24 bis 26 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 32 Mark, 8 bis 13 Wochen 36 bis 40 Mark — Marktverkauf gut, es verblieb geringer UebC f Schweinemarkt in Vuhbach. ♦ Butzbach, 23. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 439 Ferkel aufgetne» den. Bei schleppendem Verkauf verblieb geringer Ueberftand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alle Tiere 20 bis 25 Mark, Tiere über 8 Wochen wurden nicht angeboten. Die Deutsche milchwirtschaftliche Vereinigung (Hauptvereinigung) und die übergeordneten Stellen waren sich jedoch darüber klar, daß die weitgehenden Einschränkungen des freien Butterverkehrs und des Sahneabsatzes nicht eine Dauereinrichtung fein konnten.' Nachdem nun die Vutterverknappung als be- hoben angesprochen werden kann und mit Beginn der Grünfütterung große INilchmengen anfallen, werden die Anordnungen des Spät- herbstes 1935, die zur Sicherung der Butter- Versorgung erlassen werden muhten, am 1. Mal 1936 auher Kraft gesetzt. Deutschland hatte im Jahre 1935 eine molkerei- mäßige Butterproduktion von 3 098 492 dz. Hierzu kommt die Einfuhr ausländischer Butter. Die gesamte, zur Verfügung stehende Buttermenge würde ausreicken, den Bedarf des deutschen Volkes annähernd zu decken, wenn der Anfall sich gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilen würde. Leider liegt die Produktion verschieden, so daß immer butter- reiche Zeiten mit butterknappen Zeiten abwechseln. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, wird auf Veranlassung der Deutschen milchwirtschaftlichen Vereinigung (Hauptvereinigung) am 1. Mai 1936 eine Anordnung erlassen, wonach die Molkereien berechtigt find, über die Vutter- mengen frei zu verfügen, die im Durchschnitt des Jahres 1935 pro Woche erzeugt wurden. Die Vuttermengen, die über die festgestellte freie Absahmenge hinaus von den Molkereien erzeugt werden, müssen den Milchwirtschafts- verbänden angedient werden. Diese Maßnahme hat insbesondere dazu zu dienen, daß in der butterreichen Zeit die entsprechenden Vuttermengen für die knappere Zeit zur Einlagerung gelangen. Die Einlagerung der Butter erfolgt durch die Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette. Mit den Buttermengen, die von den Molkereien den Milchwirtschaftsverbänden angedient werden müssen, wird zunächst die Versorgung derjenigen Verbrauchsgebiete durchgeführt, die das ganze Jahr hindurch auf Butterzufuhr angewiesen sind. Alle weiteren Butterüberschüsse werden zur Einlagerung gebracht. Diese Dorratswirtschaft ermöglicht es, die Butterversorgung der Verbraucher das ganze Jahr hindurch gleichmäßig und ausreichend durchzuführen. In der Anordnung, die am 1. Mai 1936 in Kraft tritt, sind noch verschiedene Maßnahmen enthalten, die ebenfalls zur Ordnung des Vutter- marktes beitragen werden, wie z. V. die Auf- ZdR. Die Butterknappheit des vergangenen Winters ist uns allen noch in deutlicher Erinnerung. Um in dieser Zeit einigermaßen eine geordnete und gerechte Vutterversorgung der Verbraucher durchführen zu können, war es notwendig, daß durch die milchwirtschaftlichen Zusammenschlüsse Maßnahmen ergriffen wurden, die teilweise Die Geschäftsfreiheit stark einschränkten. So wurde auf Veranlassung der Deutschen milchwirtschaftlichen Vereinigung (Hauptvereinigung) durch die Nachgeordneten Milchversorgungsoerbände angeordnet, daß die Molkereien die Butterlieferung nur an Diejenigen Abnehmer durchführen Dürfen, welche sie im August 1935 mit Butter versorgt haben. Ferner waren Die Molkereien nur berechtigt, 80 vH. Der im August 1935 gelieferten Butter an Die Abnehmer abzugeben. Weiter wurde angeordnet, daß die Schlagsahneherstellung um 40 v. H. eingeschränkt werden muß, um dadurch mehr Milchfett für die Butterherstellung zu erhalten. Diese Anordnungen haben sich sehr günstig ausgewirkt, und nur durch sie war es möglich, eine einigermaßen gleichheitliche Versorgung der Bevölkerung durchzuführen. Cement Heidelberg 142, Muag 90,50 und Aschasf. Zellstoff 92,25, d. h. je plus 0,50 v. H. Der variable R e n t e n m a r k t erfuhr keine Veränderung. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obllga- tionen behauptet, Liquidationspfandbriefe meist mäßig höher, dagegen Stadtanleihen uneinheitlich: 4% v. H. Mainz von 1926 93 (93,50), 4% v. H. Hanau 90,25 (91). Don fremden Werten lagen Ungarn etwas fester, ferner waren im Freiverkehr Brasilianer weiter erhöht, 1889er 25,50 (24,75), 1910er 24,50 (24). Im Freiverkehr galten: Growag 82 (81,50), Kali Wintershall er. Div. 112 (117,75), Wayß & Freytag unverändert 104, DDM. 130 Geld. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse fest. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag — BDM.-Sport. 10: Schulfunk 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Hausfrau hör zu? 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Im Rhythmus der Freude! 15: Wirtfchafts- bericht: Was gibt's Neues? 15.15: HJ-Funk. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Militärkonzert. 19.30: Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten 20.10: Abenteurer und Vagabunden. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Stegreifsendung des Zeitfunks. 22.30: ... und mor- 1 gen ist Sonntag... 24—2: Nachtmusik. An der Abendbörse blieb die Haltung am Aktie n m a r k t fest. Publikumsaufträge lagen kaum vor, vielmehr beschränkte sich die zum Teil lebhaftere Umsatztätigkeit auf Käufe aus der Börse heraus. Beachtet blieben vor allem einige Montanwerte, insbesondere Hoesch, die den Pari-Stand (99,90) wieder erreichten. Mannesmann blieben mit 87,50 behauptet; die Ausschüttung von 3 v. H. (0) wurde teilweise enttäuschend empfunden, andererseits fanden aber die guten Ziffern und der hohe Beschäftigungsstand Beachtung. Knapp gehalten waren Buderus mit 103,75 (104,25), während die übrigen Montanwerte meist 0,25 v. H. über dem Berliner Schluß lagen. Weiter fest lagen Deutsche Linoleum mit 174,25 (173), Junghans waren um 1 v. H. erholt auf 88 und Moenus Maschinen um 0,75 v. H. auf 89,25. JG.-Farben notierten mit 166,75 (166,50). Don Autowerten gingen Daimler auf 105,65 bis 105,50 (105,90) zurück, matt lagen Adlerwerke Kleyer mit 103 bis 102 (103), während Auto-Union mit 108 voll behauptet blieben, ebenso BMW. mit 131,50 (131,25). Am Rentenmarkt hatten Altbesitz bei 112,13 einiges Geschäft, ferner waren mexikanische Anleihen erneut etwas fester, 5proz. äußere Gold 13,95 (13,70) und 5proz. innere Silber 5,60 bis 5,65 (5,60). Schweiz. Bahnanleiben gewannen 0,50 v. H., die Nebenwerte bis 2,50 v. H. U. a. notierten: Altbesitz 112,13, 6proz. Verein. Stahl 103,75, 6proz. JG.-Farben 133, 4proz. SBB. 208, 3,5proz. SBB. 191,50, 3,5proz. Gotthard 181,50, 3,5proz. Jura-Simplon 178,25, 2,4Oproz. Italiener 25 (24), 5proz. Goldmexikaner 13,95, 5proz. Silbermexikaner 5,60 bis 5,65, Deutsche Ueberseebank 103, Rhein. Hyp. Bank 134, Buderus 103,75, Hoesch 100, Klöckner 96,13, Mannesmann 87,50, Rheinstahl 123,75, Verein. Stahl 87,13, Aku 50,50, BMW. 13150 MAN 110,50 bis 111, Daimler 105,65 bis 105,50, Scheideanstalt 232, Dt. Linoleum 174,25, JG.-Farben 166,75, Gesfürel 134,50, Holzmann 115,.5O, Junghans 88, Muag 90,25, Moenus 89,25, Rheag E 131,50, Schuckert 139,75, AG. für Verkehr 114,50, Hapag 14,13. Frankfurter Schlachtvleßmarkt. Frankfurt a. M., 23. April. Auftrieb: Rinder 42 (gegen den letzten Donnerstagsmarkt 43), darunter 2 (6) Ochsen, 3 (2) Bullen, 33 (31) Kühe, 4 (4) Färsen. Kälber 569 (758), Schafe 109 (41), Schweine 657 (1070). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 75 bis 77 (73 bis 76), b) 67 bis 74 (66 bis 72), c) 59 bis Preußen. Wieder Dammrutsch bei Berkersheim. LPD. Berkersheim, 23. April. Infolge der Schnee- und Regenfälle der letzten Tage geriet der Eifenbahndamm auf der Main-Wefer-Dahn bei Berkersheim erneut ins Rutschen. Die Arbeiten zur Wiederherstellung des Dammes wurden sofort mit Hochdruck auf genommen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 21. April. Die Kameradschaft Rodheim a. d. Bieber des Reichskriegerbundes Kyffhäuser hatte den Kameraden Rektor Wieder- Burgsolms zu einem Vortrag über Den Aufbau unserer Wehrmacht gewonnen. Der Redner zeigte in längeren Ausführungen das Werden und Wachsen unserer Wehrmacht nach dem Zusammenbruch von 1918 und dem Schmachfrieden von Versailles über Die Stationen Reichswehr, Allgemeine Wehrpflicht und Wiedergewinnung Der Wehrfreiheit Durch WieDer» befetzung Der sogenannten entmilitarisierten Zone am Rhein bis zu ihrem heutigen, achtunggebietenden Stande. In einem gesonderten zweiten Vor- , trage schilderte Dann Kamerad Wieder die Tätigkeit Der Kriegsgräbersürsorge, Die es sich neuer« Dings zur Aufgabe gemacht habe, Die noch nicht in Angriff genommene Sammlung und Zusammenlegung der ©oIDatengräber auf Den ehemaligen '■ Kriegsschauplätzen im Osten Europas und in Asien zu verwirklichen. Ein Appell Des KameraDschafts- führers zur Unterstützung dieser Bestrebung fand einen freudigen Widerhall. Mit herzlichen Dankes- Worten Des Kameradschaftsführers an den Vor- tragenden fand bann Die Veranstaltung ihren Abschluß. z Lützellinden, 24. April. Am kommenden Sonntag feiert Der älteste Einwohner unserer G - meinde, LanDwirt Georg Lenz, im Kreise seiner Angehörigen seinen 9 2. Geburtstag. Der Jubilar ist trotz seines hohen Alters körperlich noch ziemlich rüstig. Seiner Militärpflicht genügte D-r Jubilar bei Der 3. Eskadron des 1. Garde-Dragons« Regiments in Berlin in den Jahren 1862—1865. An dem Feldzug im Jahre 1866 nahm er als junger Soldat teil, wo auch fein Regiment in Der Schlacht bei Königgrätz eingesetzt wurde. Als Land« wirt war er stets eng mit Der Scholle verbunden. Er betätigte sich noch bis vor wenigen Jahren im landwirtschaftlichen Betriebe seiner Schwiegertochter, bei der auch Der Jubilar seinen ßebensabenD verbringt. Seit Dem Jahre 1913 ist er Witwer. Von feinen 7 Kindern verstorben ein Sohn und zwei Töchter. Den Jubilar umgeben an seinem 92. Wiegenfest 4 Kinder, 16 Enkel und 6 Urenkel. } Lützellinden, 22. April. Der Gemeinde- r a t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Vergebung von Arbeiten und Liefe- , rungen für Gemeindezwecke. Nach Anhörung der Gemeindevertretung faßte der Ortsbürgermeister einen Beschluß, nach dem Bewerber bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen für die Gemeinde nur berücksichtigt werden, wenn sie als Mitglied der N S.- D o l k s w o h l f a h r t und der Deutschen Arbeitsfront angehören. — Bei einer Eiersammlung für die NS.-Volks- wohlfahrt wurden hier 890 Eier gespendet. und Menschenaffen sind gegen derartigen Zwang sehr empfindlich. Vater Liebetreu hat in feinem mehr als dreißigjährigen Dienst genügend medizinische Erfahrungen gesammelt; er ging — wie jeden Tag — allein zu Titine; sie kam heran, setzte sich auf ihren Spieltisch, und nun erzählte der Mann dem Tier, was er beabsichtige. Ob es Die Schimpansin verstand, möchte ich bezweifeln. Aber sie vertraute bedingungslos diesem Menschen, tat was er forderte, saß still und öffnete weit die Kiefer. Ohne Gewalt und Zwang hielt die Aeffin den gewiß schmerzhaften Eingriff und Die Säuberung Der WunDe aus; ich gestehe, Daß jener Anblick mich geraDezu erschütterte, Diese Gläubigkeit und das kameradschaftliche Vertrauen. Als ob das Tier, dessen Körperkräfte die eines Menschen weit überragen, klar erkannt hätte, daß ihm Der Mensck auf alle Fälle hilft unD daß Die augenblicklichen Schmerzen notwendig sind zur Gesundung. ♦ Ein Schaf hat sich auf der Bergwewe verstiegen, kann nicht mehr zurück über Den steinernen Grat. Der gute Hirt wird sich Des verängstigt SchreienDen erbarmen, sich eher selbst in Gefahr bringen, als feinen Pflegling umkommen lassen. Nicht anDers benimmt sich Der Hund, Der seinen Herrn in Not weiß, Kameraden sind sie beide, Mensch und Tier. Es ist vieles besser geworden in der Beziehung des Menschen zum Tier; mehr und mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß Die Tiere nicht nur gen ist Sonntag.. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: j 3 6 7: AnorDnung Nr. 31 Der Ueberwachungs- stelle für Kautschuk unD Asbest (Regelung Des Em- , kaufs, Des Verkaufs und Der Verarbeitung von Kautschukmischungen und Kautschuklösungen). — ' 3 6 8: Bekanntmachung KP 130 Der Ueberwachungs- , stelle für uneDIe Metalle, betr. Kurspreise. Ahein-Mainische Börse. IHitfagsbÖrfe überwiegend fest. Frankfurt a. M., 23. April. Die Börse eröffnete im Großverkehr in überroiegenD fester Haltung. Aus Der KunDschaft heraus zeigte sich erneut kleine Kaufneigung, während Abgaben kaum zu beobachten waren. Das Geschäft hatte im allgemeinen keinen größeren Umfang, lediglich Spezialwerte wurden bei Beginn der Börse lebhafter um- aefeht Am Aktienmark standen Auto-Werte rote- der im Vordergrund des Interesses. Lebhaft waren Daimler mit 105,50 bis 106 (105,50), dann 106,25 bis 106, ferner Auto-Union mit 107,75 bis 108,50 bis 108,25 (107,50), Adlerwerke Kleyer ruhiger und mit 104 unverändert, ebenso BMW. mit 131. Von chemischen Werten hatten Färben-Industrie größeren Umsatz mit 166 bis 166,50 (166,50), Scheideanstalt gewannen 1,50 v. H. auf 232,50. Am Elektromarkt erhöhten sich Lahmayer bei kleinem Bedarf auf 135,50 (133), die übrigen Werte lagen meist 0,50 v. H. höher, nur RWE. 1 v. H. nied- riger. Zellstoffaktien zogen bis 1 v. H. an, ferner gewannen Holzmann 0,65 v. H., AG. für Verkehr 0,50 v. H., Muag 0,50 v. H. und Westdeutsche Kauf- Hof 0,25 v. H. Reichsbank, Kunstseide AKU. und Cement Heidelberg lagen gut behauptet. Etwas schwächer lagen Gebr. Junghans mit 87 (88), Deutscher Eisenhandel, Hanfwerke Füssen und ßaura- hütte bröckelten je 0,25 v. H. ab. Von Montanwerten Harpener 1,25 v. H. höher, Verein. Stahlwerke in Erwartung Der morgigen außerordentlichen Hauptversammlung 86,75 (86,25), ferner Mannesmann in Erwartung des Ergebnisses der heutigen Bilanz-Sitzung, aus Der man mit Der WieDeraufnahme Der DiviDendenzahlung mit 3,50 v. H. rechnet, 86,90 bis 87,13 (86,75). Schiffahrts- aktien lagen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer. Der Rentenmarkt zeigte bei weniger lebhaftem Geschäft eher eine festere Tendenz. Altbesitz gefragt und höher mit 112 (111,65), Späte Schuld- buchförderungen 98,50 (98,40), Kommunal-Umschul- Dung 87,05, Zinsvergütungsscheine 92,25, Stadte- Altbesitz 108,75. Von zertif. Dollar-Bonds 6 v. H. Preußen 66,25. Don fremden Werten blieben Mexikaner gefragt. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich, meist ergaben sich aber leichte Abschwächungen. IG. Farben 166,25 nach 166,75, Daimler 105,25 nach 106, Auto-Union 108 nach 108.25. Adlerwerke Kleyer matt mit 103 Bries nach 104; aus der morgen stattfindenden Bilanz- Sitzung erwartet man die Wiederaufnahme der Ausschüttung mit 4 v. H., die Schätzungen lauteten an der Börse zuletzt 5 v. H. Don Montanwerten lagen Hoesch fest mit 99,50 nach 98,25, auch Harpener weiter erhöht auf 125,40 nach 124,50, ferner Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Sranffurt a. M. Ber»n Sramiuri a. 2)1. 'Urs «K- Ar ,ur* börse börse furd 22.4. 112,13 111,7 112,13 111,65 100,2 100,25 100,4 100,13 14,5 14,13 98,25 98,25 98,25 165,5 166,5 96,5 96,5 91 91,25 101 101 92,25 120,5 118,25 115,25 I 115,75 Philipp HoHmann .... Zementwerk Heidelberg Cementroerf Karlstadt.. 114,75 114,75 114,75 114,75 96,5 96,5 Elektr. Liefeningsgelellichast ... 5 Schultheis Patzenhoser 4 101,45 101,45 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. 0 101,65 101,5 101,5 101,75 129 : 97 97 97 97 o Hoesch Eisen—Kbln-Reuessen .. 8 I 29,5 I 29,25 I 29,9 I 94 94,25 - I 199 I 199 1 2001 •28,75 200 o 9 Die hinter den 100,9 97,4 102,9 1,65 8,35 88,5 89,25 185,25 135 94,25 86,9 15,5 115 135 96,13 87,5 105,5 170,75 105,5 174,25 111,5 128,65 124,5 8,35 13,75 0 10 6 S 103,25 119.25 123,25 98,25 103,75 119,5 125,5 100 88,5 89,25 185,13 131,5 128,5 140 7 9 6 S l\ 230,5 123 86,25 21,5 128,13 128,5 189 165,5 231 112 129,4 124,5 230,5 123,75 87.13 22,4 129.5 129 37 146 125 142,5 124,75 134,5 131,5 128,5 139,75 185,75 135,5 104,25 119,75 125,5 99,9 135 95,75 87,5 . 5 . 6 . 0 . 7 . 0 . 8 . 0 . 0 TU U . 8 Schluß- turs 97 108,8 97 108,9 97 108,8 A.S.G. Betula 88,25 89 185,4 88,25 89 185 50 85,13 128,25 91,5 37,25 352,75 185 179 37,5 352 184,75 181,5 106 50,13 85,5 128,25 91,75 131,25 105,4 171 81 36,9 353,5 184,75 180 112 129,75 125 Licht und Krast »Zelten & Guilleaume 36,5 145,5 129,9 142 124,5 133,25 131,5 129,65 139,5 185,75 133 15 114,5 166,75 232 112 129,75 124,5 Buderu» Deutsche Erdöl Harvener 14,5 28,5 15,25 115 111,75 91 50,5 85 129,25 92,25 103,5 119,65 123,65 98,4 171 134,75 94 86,9 . 0 . 0 . 6 . 6 1¥1 105,9 50,4 85 129,25 92,5 131,9 105,9 173,9 81,25 37,65 353 185,5 181,5 97 108,75 14,13 28,5 15,13 114,4 111,25 91 28,5 1,6 8,5 8,35 8,4 13,95 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 4Yi% deögl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 1,6 8,3 8,25 8,4 13,65 8,4 13,6 29 1,7 8,45 ManSfelder Bergbau .. Kokswerke........... Rbetnijcke Braunkohlen Rhetnstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth I. G. yarben.Industrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rutgerswerke Metallgeiellichaft Datum ....... 5 .......6 18 Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke....... Mannesmann-R Ihren 115,5 I 115,51 141^5 142 vembery........... Zellstoff Waldhof .. .. Zellstoff Alchasfenburg Dellauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Ehabe .............. Accumulawren-Fabrtl Eonn-Gummt....... Griyner O| Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker ...——. 101 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. nnnpfiihrtpn -Riffern neben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DividenDe an. — Reichsbankdiskonl 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. w as- 22-4 100,65 97,4 102,75 22 4- 139" 128,9 230,25 123,4 86,25 21,5 128 127 189 23-4. 100,9 97,4 103 börse 23 4 101 97,5 102,65 Schlußk. börse 23 4- 138,5 22 4. 138,5 Gelelljch.s.Eiekn.Uniernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr. .......6 Schuckert L Eo...............4 Siemens L Hal-ke ... 7 Lahmeyer L Eo 7 36,9 I 36,9 145,65 145,9 130 126,65 142,13 ! 142,5 124,75 ' 124,5 133,75 । 134,65 131 " Amerikanische Roten ....... Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten . Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten ...... Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten . Spanische Noten Ungarische Noten 139,75 ! ... 185,5 . 185,4 133,25 I 136 Hamburg-Amerika-Paker 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bant und Disconto. Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ................ 12 Datum 9% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 ' 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 5%% Doung-Anlc-ihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abiös.-Schuld mti AuSlos.-Rechten ............. 4*/»% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934. I....... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4H% ehem.8% Hessische Lande», baut Darmstadt Gold N. 12.... 5y,% ehem. 4 >4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4V,% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mti AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mttAuSlos.-Rechlen 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 6y.% ehem 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltyu.-Goldpfe. .. 4*4% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R- 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Col.VI Hteuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 23 4- 138,5 129,5 230,25 123,5 87 22,25 130 130 187 3 t auf für« a.M. Berlin Schluß- furd (Schluß!. Abend- börsr Schluß- hird Schlußk. JJliltag» bör'e Datum 22-4 23 4 22-4. 23 4 4% desgi. Serie 11 ............ 9 — — — 5% Rumän. vecetnh. Rente v. 1903 6,65 6,65 6,65 6,5 4 y,%Rumän.veretnh.Rente».1918 9,4 9,25 9,5 9,3 4% Rumänische vercinh. Rente . 5,4 5,45 5,45 5,45 2 %% Anatolier ......... - - 40 40 39,9 40,13 22-April 23 April Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Bries Buenos Atre 0,682 0,686 0,682 0,686 Brüssel .... 42,04 42,12 42,04 42,12 Rio de Ian. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,82 54,92 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,275 12,305 HelitngforS.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,71 169,05 168,75 169,09 Italien ..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Japan...... 0,717 0,719 0,717 0,719 ^ugoilawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,68 61,80 61,68 61,80 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm... 63,27 63,39 63,27 63,39 Schweiz ... 81,00 81,16 81,03 81,19 Spanten.... 33,95 34,01 33,95 34,01 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — — — Reuyork ... 2,487 2,491 Banknoten 2,488 2,492 Weit' Brir> 2,44 2,46 41,92 42,08 54,56 54,78 12,24 12,28 16,33 16,39 168,33 169,01 — — — 61,47 61,71 —- — — —— 63,05 63,31 80,85 81,17 33,61 33,75 Ur. 96 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 24. April 1956 Aus Der Provinzialhauptstadt. Wenn man drauf pfeift. Es tut auf die Dauer nicht gut, berechtibten Aerger stillschweigend herunterzuschlucken. Kräftiges Aussprechen erleichtert das Gemüt, und so sei hier mit aller Deutlichkeit gesagt, daß dieser Frühling seinem Namen grausame Unehre macht. Gewiß, man muß gerecht sein. Wir leben im April und haben schon als Kinder gelernt, daß dieser Monat seine neckischen Launen hat. Daß in ihm sommerliche Wärme, Zephirlüfte, rauhe Winde, Sonnenstrahlen und übermütiges Schneegestöber in überraschendem Wechsel die Menschen in Atem hält. Aber der heurige April hat keine neckische, sondern einfach nur schlechte Laune. Er läßt uns kalt, wir fühlen uns betrogen. Und das ist ein erbitternder Zustand. Wir fühlen uns um so mehr betrogen, als die Natur in rührender Gewissenhaftigkeit tut, was im Frühling ihre Aufgabe ist. Alles blüht, was zu blühen hat. Die Forsythien haben ihre goldige Aufgabe glänzend gelöst und treten nun, müde erblassend, den Mandelbäumchen und Quitten ihren Platz ab. Aber wer achtet ihrer in den Vorgärten, die sich sonst liebevollster Aufmerksamkeit erfreuen? Auch Hyazinthen und Tulpen blühen. Doch ach, wie sind Wind und Regen mit ihnen umgesprungen! Flach liegen sie auf der Erde, schmutzig und unansehnlich, geknickte Hoffnungen, direkt reihenweise. Unermüdlich blühen auf allen öffentlichen und privaten Beeten die Stiefmütterchen. Man klammert sich förmlich an ihre fröhliche Buntheit, d. h. wenn man nicht gerade unter dem Regenschirm, nur auf Pfützen achtend, feinem Ziel ober der Straßenbahn zustrebt, wenn Schneeschauer nicht die Augen blenden, oder man nur beschäftigt ist, sich mit festgehaltenem Hut gegen den eisigen Wind vorwärtszukämpfen. Immerhin winkt uns Menschen endlich irgendwo ein Zimmer mit traulichem Ofen oder traulicher Zentralheizung. Die armen Bäume, Sträucher und Blumen aber haben Tag und Nacht die schlechte Dauerlaune des April auszubaden. Die Bäume halten sich allerdings noch weise zurück. Sie halten sich an ihre jahrzehntelange Erfahrung: vor dem Mai ist keinem zu trauen. Dagegen haben die Sträucher den Ehrgeiz Heranwachsender Jugend und blühen sich durch alle Anfechtungen hindurch. Sie können die erlittene Unbill auch immer noch besser abschütteln, als die armen Blumen unmittelbar über dem naßkalten Erdboden. Diese können es vor allem nicht begreifen, daß die Drosseln trotz allem so unentwegt fingen. „Uns würde jeder Ton in den Kelchen stecken bleiben", flüstern sie bewundernd, „woher nehmen Sie bloß Ihren Elan?" „Pflichtgefühl und Üeberlieferung", antwortet dann wohl die Drossel des Gartens und probt dabei eine besonders schwierige Strophe, „außerdem lenkt das Singen von der Umwelt ab, erwärmt zugleich den inneren Vogel, und schließlich — der Umschwung kann jeden Tag eintreten, und dann müssen wir mit unserrn musikalischen Können auf der Höhe sein. Die Menschen erwarten das einfach von uns. Daher pfeifen wir auf Wind und Wetter, und Sie sehen ja, wie weit wir damit kommen. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht sich überhaupt alles anders art. Erstreben Sie auch ein wenig Aufschwung. Sie werden sehen, es kommt Ihnen selbst am meisten zugute." E. v. M. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: Savoy-Hotel 217". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schloß Vogelöd". — Mieterverein Gießen: 20.15 Uhr im „Kühlen Grund" Jahreshauptversammlung. Stadttheater Gießen. Heute, von 20 bis 22.30 Uhr „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W b e d e. 27. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Zur Uraufführung im Gießener Stadttheater erworben. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: „Lehrling gesucht", die neue Schwankoperette von Karl Ludwig Lindt, Musik von Karl D i ergo rb t, Gesangstexte von Hans Altendorf, würbe von Intendant Schultze-Griesheim für bas Stabttheater in Gießen zur Uraufführung für die kommenbe Spielzeit erworben. Burg Gleiberg — ÄZanderferienlager für „Kraft durch Freude". NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freube" richtet Wanberferienlager ein, in benen für bie Dauer von 8 bis 14 Tagen schaffenbe Menschen zur Lagergemeinschaft zusammengefaßt werben. Abseits vom Getriebe bes Frembenverkehrs sollen kleine Gruppen in kamerabschaftlicher Ver- bunbenheit ihren Urlaub verbringen. Ein Berggast- haus ober sonstige Unterkunft ist ber Stanbort, von wo aus gemeinsame Wanberungen burchgesührt werden, wo Sport getrieben wirb, unb wo auch bie Urlauber engste Verbinbung mit ber Natur haben. Ein landschaftlich schön gelegenes Gebiet wirb in allen Gauen für bie KdF.-Wanderer bereitgestellt. Der Gau Hessen-Nassau hat ben Gleiberg bei Gießen für dieses Lager vorgesehen, das vom 5. bis zum 13. September 1936 durchgeführt wird. Es handelt sich bei der Unterbringung nicht um Massenquartiere, Zelte ober begleichen, nein, m Räumen unb Häusern, wie sie besser nicht zu benfen sjnb, werben auch unsere Wanderer untergebracht. Ein möglichst enger Kontakt zwischen ben Urlaubern unb ben Volksgenossen ber Umgebung bieses Lagers soll in erster Linie erstrebt werben. Sieuersteckbrie^ Gegen ben Rechtsanwalt Dr. Leopolb Katz, geboren am 2. Dezember 1878 unb besten Ehefrau Jakobine, geb. Grünebaum, geboren am 16. Dezember 1890 zu Frankenthal, zuletzt wohnhaft in Frankfurt a. M., Eysseneckstroße 4, (vorher in Gieße n), ist seitens bes Finanzamtes in Frankfurt a. M. em Steuersteckbrief erlassen worben. Die Steuerpflichtigen fchulben dem Reich eine Reichsfluchtsteuer in Höhe von 40 871,25 RM. Es ergeht hiermit bte Slufforberung, bie Genannten, falls sie im Inland betroffen werben, vorläufig festzunehmen und sie unverzüglich dem Amtsrichter, in dessen Bezirk die Festnahme erfolgt, vorzuführen. Ltt! 0 werden „Dankopfer der Nation" entgegengenommen? Die Ghrenlisten liegen in den SA.-Stnrmlokalen auf. Das „Dankopfer der Nation", zu dem vom Stabschef der SA. aufgerufen wurde, soll alle SA.-Kameraden und alle Volksgenosse n im Opfer für den Führer und damit für das deutsche Volk einig sehen. Es ist eine Ehrenpflicht jedes SA.-Kameraden und darüber hinaus für jeden Volksgenossen, der sich dem Dritten Reich verbunden fühlt, seinen Namen in eine der Ehrenlisten einzuzeichnen. Diese Ehrenlisten für das Dankopfer liegen bei den Stürmen der SA.-Standarte unserer Stadt in den Sturmlokalen aus. Zum Teil können die Spenden während des ganzen Tages über gegeben werden. 3n allen Lokalen, die das Standquartier eines Sturmes darstellen, ist die Dankopferstelle durch ein Plakat gekennzeichnet. Nachstehend geben wir bie Lokale bzw. Geschäftszimmer bekannt, in benen die Dank 0 p'f erlist e n aufliegen: Sturmbann I: R12/116 Cafe Ebel, Burggraben; R 11/116 „Aquarium", Walltorstraße; I/L116 „Frankfurter Hof", Marktlauben. Sturmbann II: Sturm 5/116: Bahnhofstraße 27, Hinterhaus, 1. Stock (Geschäftszimmer). Sturm 8/116 „Hof von Holland", Dammstrahe. Sturm 45/116 „Stadt Wehlar", Ecke Ludwigstraße und Riegelpsad. Sturm 46/116: Gastwirtschaft Teichler, Ludwigstraße. Sturm 47/116: „Zum Andres", Son- nenftraße. Nachrichtensturm 116: „Zum Löwen", Neuenweg. Das Erholungswerk des deutschen Volkes. Aufruf des Führers der SA-Gruppe Heften. SA-Kameraden der Gmppe Hessen! Das Erholungswerk bes deutschen Volkes ruft uns auf ben Plan. Das Erholungswerk bezweckt, möglichst vielen arbeitenben Volksgenossen burch kostenlosen Aufenthalt in einer Freistelle bie notwendige Erholung zu verschaffen. In der kommenden Werbewoche wird es unsere Pflicht sein, diesen Gedanken des praktischen Nationalsozialismus, in dem sich das gesamte Volk gebend und empfangend einig fühlen soll, in die breiteste Oessentlichkeit zu tragen. Hunberttausende unserer Volksgenossen unb darunter auch so viele unserer SA.-Kameraden haben eine solche Erholung verdient, und auf der anderen Seite sind hunderttausende unserer Volksgenossen in der Lage, durch Schaffung einer Freistelle ihre Verbundenheit mit jenen anderen beweisen zu können. Was in den letzten Jahren erreicht worben ist, soll diesmal noch übertroffen werden. Die SA. wird sich bei der Werbung freudig in die erste Reihe stellen. Damit hilft sie nicht nur so vielen eigenen Kameraden, sie beweist damit aufs neue ihre Verbundenheit und Verankerung in ber Gesamtheit. SA.-Kameraden, helft mit und werbt im Dienst für Führer und Volk. Der Führer der Gruppe Hessen. B e ck e r l e, Gruppenführer. Gießener Verkehrswerbung. Der Gesamtoorstanb bes Gießener Derkehrsver- eins trat am gestrigen Donnerstagabend unter bem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Hamm im Stadthaus Bergstraße zu einer Sitzung zusammen, in der man sich mit Fragen ber Gießener Verkehrs- roerbung beschäftigte. Der Vereinsführer, Bürgermeister Dr. Hamm, gab zunächst an Hand bes neuen Reichsgesetzes über ben Reichsfrembenverkehrs-Verband vom 26. März 1936 einen Ueberblicf über bie Neugestaltung ber beutfdjen Frembenverkehrs- Werbung. Nach biefer gesetzlichen Neuordnung ist als maßaebenbe Werbeorganisation für bas ganze Reich ber Reichsfrembenverkehrs- Verband geschaffen worben. Gleichzeitig würben bie bisherigen Landesverkehrsverbänbe unb deren Unterglieberungen aufgelöst, deren Vermögen und Verpflichtungen auf bie Lanbesfrembenverkehrs- Verbände übergeleitet werben. Nach einer weiteren Bestimmung kommt auch die Auflösung der lokalen Verkehrsvereine in Betracht, jedoch ist in dieser Hinsicht bis jetzt noch kein bestimmter Termin bekannt geworden; es ist aber damit zu rechnen, daß die Auflösung der lokalen Verkehrsvereine schon zu einem nahen Zeitpunkt eintreten wird. Die Verkehrswerbung wirb auf völlig neue Grundlage gestellt, wobei die Werbeaufgaben der lokalen Verkehrsvereine auf bie Gemeinden übergehen, bie als „Fremdenverkehrs gemeind en" bem Reichsfremdenverkehrs - Verband angehören, wenn bie Zahl ber jährlichen Fremdenübernachtungen in den Gemeinden regelmäßig ein Viertel ihrer Einwohnerzahl übersteigt (was bei Gießen der Fall ist) ober wenn bie betreffenben Gemeinben mit einem erheblichen Ausflugsverkehr zu rechnen haben. In welcher Weise bie Kosten ber Frernden- verkehrswerbung ber Gemeinben künftig gebecft werben, b. h. ob aus allgemeinen Steuermitteln ober auf Grunb einer befonberen Werbeabgabe ber in erster Linie interessierten Geschäftskreise, steht bis jetzt noch nicht fest. Im weiteren Verlaufe ber Sitzung teilte Bürgermeister Dr. Hamm mit, baß bie „Ufa" einen Film über Hessen unb Oberhessen ge- breht hat, ber bis jetzt nur einem geschlossenen Kreis gezeigt würbe unb ber als Werbefilm für unsere engere Heimat u. a. auch auf großen Dampfern usw. vorgeführt werben soll. Ein neuer Stadtplan von Gießen, der alle erforderlichen Angaben über unser Straßennetz und die öffentlichen Einrichtungen enthält, ist kürzlich erschienen. Bei einer kürzlichen Mttgliederwerbung unter den Geschäftsleuten konnten für ben Verkehrsverein 30 neue Mitglieder gewonnen werben. Als Veranstaltung bieses Sommers kommt — nachbem verschiedene anbere große Pläne sich leider als undurchführbar erwiesen haben — wiederum ein Vlumenschmuckwettbewerb zur Durchführung, zu dessen wirksamer Ausgestaltung die Beteiligung der gesamten Bevölkerung erwartet wird. Die Bewertung der geschmückten Fenster durch sachkundige Männer soll im Verlaufe des Sommers auf einem zweimaligen Rundgang zu verschiedenen Zeiten erfolgen. Das Vorstandsmitglied, Gartenarchitekt Schwarz, hat zur Verschönerung unseres Stadtbildes eine Reihe von beachtenswerten Vorschlägen gemacht, die von dem Vorstand begrüßt wurden. 11. a. schlägt Herr Schwarz vor, künftighin bei Hausbauten und der Einrichtung von Vorgärten einheitlich nur eine niedrige Einfriedigung der Vorgärten zu schaffen, damit der Garten gewissermaßen als eine offene Rasen- und Gartenfläche wirken kann. Weiter schlägt er vor, in den Anlagen öffentliche Springbrunnen zu schaffen, eine Anregung, die in unserer brunnenarmen Stadt besonders begrüßenswert erscheint. In diesem Zusammenhang wurde weiter der Vorschlag gemacht, den Goldfischteich am Hitler- Wall einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und dort auch einen besseren Wasserzufluß für die Fische zu schaffen, damit sich bie Goldfische nicht immer nur an einer Stelle in unmittelbarer Nähe bes Wassereinflusses zusammenfinben. Die Sport- unb Spielplätze müßten, nach ben Empfehlungen bes Herrn Schwarz, in ihrer Umzäunung gleichfalls nach ben Gesichtspunkten ber gärtnerischen unb landschaftlichen Gestaltung hergerichtet werben, bamit auch sie in Zukunft nicht mehr einen Bretterzaun aufweisen, sonbern eine lebenbe Umzäunung in Gestalt einer Hecke haben. Dieser Vorschlag begegnete allerbings auch gewissen Einwän- ben, so baß er zu einer Aussprache mit ben Vereinen Anlaß geben wirb. Schließlich empfahl Herr Schwarz noch die Schaffung von Rasenflächen in den einzelnen Stadtgebieten, um auf diese Weise den Grünschmuck unseres Stadtbildes zu erhöhen. Am Schluß der Sitzung beschäftigte man sich noch mit der Herausgabe einer neuen Werbeschrift für bie Stabt Gießen. Ein Ausschuß, aus einigen Vorstandsmitgliedern bestehend, soll diese Angelegenheit weiter bearbeiten. Gporiamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 25. Von 19.45 bis 21 Uhr, Großen- Buseck, Neue Schule. . Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kantine ber Fa. Buberus. Schwimmen, Frauen unb Man n e r. Von 20.30 bis 21.30 unb von 21.30 bis 22.15 Uhr, Volksbab. „ .. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Umversitats-Reit- inftitut. „ , . Achtung! Tenniskurse! Ab 1. Mai beginnen bie K. d. F.-Tenmskurse, welche für Anfänger unb Fortgeschrittene eingerichtet werben. Die Kosten betragen für ben sechs- ftünbigen Kursus für Mitglieber der DAF 4 80 Mark,' für Nichtmitglieder 6 Mark. In diese Gebühr ist die Platzbenutzung, Bälle, Schlager und Balljungengebühr mit einbegriffen. Bei genügender Beteiligung werden auch Vormittagskurse eingerichtet. Für die Kurse: Retten, Fechten, Rollschuhlaufen, Kindergymnastik, Schach werden noch Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Für bie Kurse: Allgemeine Körperschule, Fröhl. Gymnastik, Schwimmen ist keine vorherige An- melbung ersorberlich. Die Anmelbung kann vor Beginn' ber Kurse in ber llebungsftätte bei den Lehrkräften erfolgen. Jeder Deutsche kann an k. d. F.-Sportkursen teilnehmen! » „Ser franke Hund." Sonderausslellung der Veterinär-Medizinischen Fakultät Gießen in Köln. Der „Reichsverband für bas beutsche Hunbewesen" veranstaltet am 25 unb 26. April in Köln eine Reichssieger-Ausstellung für Hunbe aller Rassen, oerbunben mit einem züchterische Fragen behandelnden kynologi- schen Kongreß. Auf besonderen Wunsch bes RDH. beteiligt sich an bieser Veranstaltung auch bie V e - t e r i n ä r - M e b i z i n i s ch e Fakultät ber Universität Gießen mit einer Ausstellung unter bem Kennwort: „Der kranke Hun d". Die Veterinärinstitute unb Kliniken haben geeignetes Anschauungsmaterial in Gestalt von pathologi- gisch-anatomischen Präparaten veränderter Organe, Diaposittoe, Zeichnungen, Parasiten tt a. zur Verfügung gestellt unb beschicken bamit einen größeren Ausstellungsstanb in ber Messehalle, ähnlich ber im vorigen Jahre gelegentlich ber Welthunbeausstellung in Frankfurt erfolgten Ausstellung. Das reichhaltige Lehrmaterial bürfte nicht nur bem Hunbebesitzer unb -züchter, sonbern auch bem Mediziner vom Stanbpunkt ber vergleichenben Krankheitslehre manche Anregung bieten. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Mttgliebsbücher können während ber Dienst- ftunben Dienstags unb Freitags von 20 bis 21 Uhr auf ber Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 46 pari, gegen Vorlage ber Steuerkarte unb Rückgabe ber gelben Ersatzmitgliederkarte in Empfang genommen werden. Nie Laienheiferin im Luftschutz. Immer stärker bringt bie Erkenntnis burch, daß im Selbstschutz des Volkes gegen ßuftangriffe die Frau unb bas Mäbchen eine bebeutenoe Rolle spielen werben, ja baß mit ber inneren Bereitwilligkeit unb ber praktischen Einsatzfähigkeit bes weiblichen Teiles ber Bevölkerung bie Möglichkeit ber Selbsthilfe im Ernstfall steht unb fällt. Zu ben Aufgaben, für bie bie Frau in besonde- rer Weise geeignet erscheint, gehört bie Wahrnehmung ber Pflichten einer Laienhelferin. Die Wichtigkeit dieses Postens kann nicht hoch genug eingeschätzt werben. Jeber weiß, wie schwierig oftmals ber Umgang mit alten unb kranken Volksgenossen ist unb wie häufig es vorkommt, baß ein falscher Zungenschlag bie Quelle mancher Reibungen unb Spannungen wirb; man stelle sich nur einmal bie Verhältnisse in einem Hause nach erfolgtem Fliegeralarm vor. Ganz naturgemäß werben bie Menschen erregt sein, unb es wirb nicht leicht sein, bie im Schutzraum untergebrachten Hausbewohner für die Dauer des Angriffs zur Ruhe unb Zurückhaltung zu veranlassen. Alles hängt von ben Fähigkeiten bes Luftschutzhauswartes unb von feinen Helfern ab. Hier kann bie Laienhelferin Großes leisten. Allein ber Umstanb, baß Kranke sich nicht verlassen fühlen, sonbern Hilfe für ben Notfall um sich wissen, ist von großer Bedeutung für diszipliniertes Verhalten. Wenn Verletzten im Ernstfall bis zum Eintreffen der Sanitäter vorläufige Hilfe zuteil wird, so übt bies natürlich eine segensreiche Wirkung aus, auch auf bie Hausbewohner. Umgekehrt: Ist eine Helferin nicht vorhanben, weiß niemanb um bie Be- hanblung von Branbwunben unb Knochenbrüchen, von Schlagaberoerletzungen unb Kampfstoffoerletzten, bann kann es leicht geschehen, baß Unruhe entsteht ober gar eine allen verhängnisvoll roerbenbe Panik ausbricht. Diese kurzen Darlegungen mögen genügen, um die große Bedeutung klar zu machen, bie ber Leistung einer Laienhelferin in ber Front bes Selbstschatzes zuzumessen ist. RLB. Neues Arbeitsabkommen zwischen Neichsnährstand undNS.-Frauenschast. ZbR. Der Reichsbauernführer hat mit der Reichsfrauenführerin ein neues Arbeitsabkommen vereinbart, das von dem gegenseitigen Willen zur Gemeinschaftsarbeit getragen wird. Die Frauenarbeit im Dritten Reich stellt heute ein einheitliches Ganzes bar, in das sich alle politischen, kulturellen unb ständischen Gruppen einfügen. Zwischen Reichs- nährstanb unb NS.-Frauenschaft hat seit jeher eine zielklare Zusammenarbeit bestauben. Die Grund- lage hierfür schuf bas Abkommen vom 26. Februar 1935. Auf biefetn Abkommen fußen bie zur Regelung ber Einzelheiten getroffenen späteren Vereinbarungen. Hierfür ist bas neueste Arbeitsabkommen von heroorragenber Wichtigkeit, da es bie stänbische Glieberung ber Reichsnährstandsfrauenarbeit besonders berücksichtigt unb bie Organisation ber Zusammenarbeit mit ber NS.-Frauenschaft bis in bie unterste Einheit regelt. Für bie Führung der Frau auf bem Lande gilt als gemeinsame Parole bes Reichsnährstandes und ber NS.-Frauenschaft ber Satz: „Grunbsätzlich ist Wert barauf zu legen, baß bäuerliche Frauen auch von einer Bäuerin (bzw. fianbfrau, fianbarbeiterin) geführt werben." Auf Grunb ber klaren organisatorischen Bestimmungen in bem neuen Abkommen wirb nunmehr, sowohl seitens ber NS.-Frauenschaft, als auch seitens ber Reichsnährstanbsglieberungen, bie praktische Durchführung ber Gemeinschaftsarbeit ihre letzte Vollenbung erfahren. ** Luftpo st-Nachbringeflüge Köln — Cherbourg. Vom 3. Mai an werben zur Beschleunigung bes Briefpostverkehrs mit Amerika roieber Reichspostflüge (Nachbringeflüge) von Köln nach Cherbourg, bie ben Dampfern „Bremen" und „Europa" Spätlingspost nachbringen, eingerichtet. Erste Nachbringeflüge ab Köln 10.00, an Cherbourg 14.30, am 3., 13., 23. unb 30. Mai. Zeitgewinn bis zu brei Tagen (burch Erreichung eines früheren Dampfers). Die neben ben gewöhnlichen Auslands- gebühren zu entrichtenben Luftpostzuschläge betragen nur 15 Rpf. für je 20 Gramm. Nähere Auskunft erteilen bie Postanstalten. Vorausflüge von ben Dampfern „Bremen" unb „Europa" auf ihren Amerikafahrten finben nicht mehr statt, ba bas Luftschiff „Hinbenburg" in ben Monaten Mai bis Oktober eine Reihe von Fahrten nach ben Vereinigten Staaten von Amerika mit Postbeförberung ausführen wirb. Kleine Strafkammer Gießen. Der H. F. aus Almenrob würbe wegen lieber« fretung ber Reichsstraßenverkehrsorbnung zufünf « unbbreißig Reichsmark Gelb strafe verurteilt. Der Angeklagte fuhr burch Verschulben mit seinem Motvrrab gegen einen Bauernwagen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertretung ber Reichsstraßenverkehrs- orbnung würbe ber I. Sch. aus Löschenrvb bei Fulba vom Amtsgericht Fulba zuzweiMvnatenGe- f ä n g n i 5 verurteilt. Der Angeklagte erfaßte am 20. März 1935 auf ber Landstraße Angersbach-- Lanbenhausen beim lleberholen eine Rabfahrerin unb schleifte sie etwa 20 Meter mit. Durch ben Unfall, ber baburch entstauben ist, baß ber Angeklagte mit zu großer Geschwindigkeit und zu dicht an ber Rabfahrerin vorbeifuhr, erlitt bie Rablerin schwere Verletzungen. Auf Grunb ber Beweisaufnahme in ber gestrigen Berufungsverhanblung, insbefonbere ber Vernehmung zweier Sachverständigen, erkannte bas Gericht unter Aufhebung bes erstmaligen Urteils auf 12 0 Reichsmark © e l b ft r a f e evtt. 24 Tage Gefängnis. Der Angeklagte trägt neben ben Kosten der Hauptklage auch bie Kosten der Nebenklage. Allgemeine Mtlimen für den I.Mai 1936 bleibt den einzelnen Ortsgruppen überlassen, ob sie I die einzelnen Dörfer im Bereich ihrer Ortsgruppe Martha Frohwein-Büchner elttrieg Am 25. April jährt sich, wie man uns schreibt, der Todestag (am 24. April der Geburtstag) der Hessenschriftstellerin ^ ~ ‘ zu verständigen. In gröheren Städten wird es zweckmäßig fein, die Betriebe die Kameradschaftsfeiern für sich durchführen zu lassen, kleine Betriebe schließen sich zusammen. Wir bitten solche Betriebe, die betreffenden Vereinbarungen rechtzeitig zu treffen. Die Entscheidung darüber, ob eine gemeinsame Feier für die gesamte Bevölkerung, oder die Feiern von den einzelnen Betrieben durchgeführt werden, hat die zuständige Ortsgruppe der NSDAP. In Gießen werden kameradfchafts- feiern nur von den Betrieben durchge- fährt. Die Betriebe wollen sich rechtzeitig für geeignete Lokale. Musik und Unterhaltung sorgen. Kleinere Betriebe wollen sich zusammenschließen, damit die Feiern auch würdig ausgestaltet werden können. In diesem Jahre führt jede Ortsgruppe die Veranstaltungen des 1. Mai f ü r s i ch durch. Es Das Verbot für Sonderfeiern anläßlich des 1. Mai für irgendwelche Organisationen. Ver- bände, Vereine gilt nicht für die Kamerad- ichaftsfeiern der Betriebe. Die Kameradschaftsfeiern der Betriebe werden wie alljährlich am 1. Mai durchgeführt. Den genauen Zeitpunkt (nach dem Staatsakt) bestimmt der Vetriebsführer. Es wird erwartet, daß dabei auf die Gefolgschaft Rücksicht genommen wird, so daß alle an diesen Feiern teilnehmen können. Wir erwarten von allen Betrieben, daß sie am 1. Mai eine Kameradschaftsfeier durchführen. In kleineren Orten und Dörfern wer- den jedoch Feiern für die gesamte Bevölkerung von der zuständigen Ortsgruppe der NSDAP. durchgeführt. Betriebe in solchen Dörfern und Orten schließen sich, falls sie nicht zu groß sind, dann diesen örtlichen Feiern für die gesamte Bevölkerung an. In Zweifelsfällen haben sich die zuständige Ortsgruppe und der zuständige Vetriebsführer vorher Oiepolizeistunde am 1 .Mai aufgehoben Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Aus Anlaß des Nationalfeiertages des Deutschen Volkes am 1 Mai ist die Polizeistunde oom 1. auf 2. Mai aufgehoben. Erlaubnisse zu Veranstaltungen, die aus Anlaß des Nationalfeiertages am 1. Mai ftattfmden, werden stempelfrei erteilt. ........ Martha Frohwein-Büchner. Sie wurde geboren am 24. April 1872 in Horrweiler als Tochter des Pfarrers und Schulrats Friedrich Büchner. In der Familie sind früher bereits literarisch hervorgetreten: Georg Büchner („Dantons Tod", „Woyzeck"); Ludwig Büchner („Kraft und Stoff") und Friedrich Büchner („Deutsche Märchen"). — Martha Frohwein-Büchner, bekannt als „Hessebaas", vereinigte mit dichterischer Begabung einen köstlichen, volksnahen Humor. Ihre fröhliche Art verschaffte ihr einen großen Kreis von Freunden und Anhängern; besonders bezeugen zahl- Auguste prasch-Grevenberg im Frankfurter Schauspielhaus. Daß Hjalmar Bergmans viel gespielter „Nobelpreis" nicht aus dem Gegensatz familiärer Besonderheiten, sondern aus den Spannungen, wie sie das Leben verursacht, seinen eigentlichen dramatischen Antrieb erhält, bewies das Frankfurter Gastspiel Heinrich Georges und Auguste Prasch-Grevenberg s. Personifizierte Gegensätze waren der Rolf Swedenhjelm sen. Georges und die Schwägerin und Haushälterin Marta Boman von Frau Prasch- Grevenberg. Dort die wuchtige, massige Kraft und Energie, der starre Einsatz verkörperter Dogmatik und Ehre, hier nur das fraulich-mütterliche Verstehen, das nicht halt macht vor den Realitäten des Lebens, sondern diese bejaht und bewältigt, mit allen Mitteln. Frau P r a s ch gab die wissende und deshalb verzeihende Frau, während George einen Trotz darzustellen verstand, der erst im mutigen Geständnis der Schwägerin gebrochen wird. Wohl waren die Mittel der Kunst Heinrich Georges eindringlicher und wirksamer; aber bei Auguste Prasch-Grevenberg spürte man in jedem Satz, besonders in der vollkommenen Geschlossenheit der Gesamthaltung, die beruhigende Fülle und den Erkenntnisreichtum der Wahlmutterschaft. Der Erfolg des Gastspieles ergab sich schon allein aus diesen beiden Leistungen. k. h. Aeubesetzung der handwerklichen JNeisterpriisungsausschüsse Ein neuer Abschnitt in der Handwerköerneuerung. Die Liebigshöhe als Gießener Gemäldegalerie Jahresversammlung des Oberhessischen Kunstvereins. Für die Ausstattung eines Liebigszimmers Hal Geheimrat Sommer bereits die sur diesen ^Lebensabschnitt Liebigs in De^racht kommenden E r innerungsstücke in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wird die Liebigshöhe in den für Die Sytunft geplanten Grünanlagen- Gur t e l, der von der Schlageter-Allee, über die Lrcher Straße nach dem Nizza bis zum Schreiber-Weg fuhren wird, einbezogen. Durch die nähere Heranführung der Straßenbahn an die Liebigshöhe wird auchi De: bequeme Besuch gefördert werden. Der Kunstverein wird in der Lage sein, neben dieser ständigen städtischen Gemäldegalerie, die den ganzen Sommer geöffnet bleibt, auch seine ständigen Winterausstellun- gen im Turmhaus durchzuführen. Der Oberbürgermeister Hal sich in bereitwilligster Weife den Plänen des Stadtbaurats Gravert geneigt gezeigt und dem Verein die Liebigshöhe überlassen und deren Ausgestaltung zugestimmt. Dafür wurde ihm besonderer Dank ausgesprochen. Stadtbaurat Gravert schloß mit einer ^uf- forderung zur weiteren Werbung für den ttunit- verein und seine Bestrebungen. Aus den Reihen des Ausschusses wurde dem Vereinsführer einmal der Dank für seine umsichtige Geschäftsführung, weiterhin aber auch für die oe» reitwillige Uebernahme der Vereinsfuhrung ausgesprochen. Das kleine Mädchen Rena. > Von Adolf Aowakowfky , Jedermann, der einmal verliebt war, erinnert sich ! der Unbeschreiblichkeit dieses Zustandes, und er I kennt sie umso eindringlicher, je jünger und je un- ' geschickter er in den Angelegenheiten fernes Her- ] zens ist. ... .. Georg Ostermann bekümmerten noch nicht Die ■ banalen Weisheiten der Abenteuer, auch war ihm jene Klugheit der Erfahrenen gleichgültig geblieben, die in der fraulichen Anmut nichts anderes als eine durchsichtige List der Natur zu erkennen vor- gibt. In dem Augenblick nun, da Georg das Mädchen Rena kennen lernte, war ihm zu Mute, als senke sich langsam ein Stein auf sein Herz, und Dies Ge- fühl verließ ihn nicht, so lange er dem schonen Mädchen gegenüber saß. Die Natürlichkeit ihres Wesens, der zärtliche Ausdruck ihrer glänzenden blauen Augen, die junge Offenheit ihres ungeschminkten Gesichts und vor allem die besondere Schönheit ihres Lächelns — sie drangen so verwirrend in ihn, daß er Platz zu nehmen vergaß, bis ihn die Freunde zum zweiten Male dazu aufforderten. Da saß er unter ihnen; sie schienen die Nähe des Mädchens zu kosten, scherzten und lachten, und Georg suchte es gleich ihnen zu tun. Bald aber empfand er die Gegenwart des jungen Mädchens mit all der Ergriffenheit, zu der ein junger Mensch fähig ist, und sie benahm ihm die Sprache. — So blickte er nachdenklich auf [eine Hände, und neben einem unklaren Bedauern, Das ihn rätselhaft zu erfüllen begann und von dem er nicht wußte, ob es ihm selber galt oder dem Mädchen, wuchs zugleich eine leise Eifersucht, die auf die Bewegungen, Blicke und Worte des Mädchens acht gab und mit Unbehagen jedes wie eine Gunst erscheinende Zeichen beobachtete. „Kindchen", sagte Juch soeben, darum bemüht, das Mädchen zu verwöhnen. Georg maß das Gewicht der vernommenen Zärtlichkeit und beneidete den Freund um das Vorrecht des vertraulichen Wortes. Er saß still auf seinem Platz und hörte dem fröhlichen Gespräch zu. Seine Einsilbigkeit, die trotz des vorzüglichen, zur Feier von Renas Geburtstag gespendeten Rotweins nicht wich, erregte die Aufmerksamkeit des umschwärmten Fräuleins, und er erschrack, als er sich mit einer plötzlichen Frage von ihr angesprochen wußte und der Blick ihrer großen blauen'Augen — unerträglich, so schien es ihm — in den seinen hastete. Seit jenem Tage waren einige Wochen vergangen. Sooft Georg an Rena dachte, sehnsüchtig und ihrem Lächeln nachsinnend, fühlte er Freude. Aber Freude verdanken und die fröhliche, sonnige Dichterin nicht vergessen. Eins ihrer Gedichte, „Der ABC- Schütz , ist übrigens in das Reichsschullesebuch ausgenommen worden. Zeitschriften. Eine der eigenartigsten Persönlichkeiten und eines der bewunderungswürdigsten Ereignisse des Welt- krieges sind unstreitig der englische Oberst Lawrence und sein arabischer Feldzug gewesen. Abeik merkwürdiger noch als die von ihm vollbrachten Leistungen'sind die, Willen und Kraft dieses Mannes erregenden geistigen und seelischen Antriebe, die zu so gewaltigen Erfolgswirkungen führten, deren Unausgeglichenheit ihn aber auch innerlich zerstörte und ihn schließlich tragisch enden ließ. Eine feinfühlige Betrachtung dieses ebenso umfassenden wie komplizierten Geistes bietet Eugen Gottlob Winkler im April-Maiheft der „Deutschen Zeitschrift" (Verlag G. D.W. Callwey, Müv- freuliche Mitteilung machen, daß die Stadtverwaltung aus seinen Antrag hin die alte „Liebigshöhe" dem Oberheffischen Kunstverein zur Verfügung gestellt hat. Beim Umbau der „Liebigshöhe" wird der älteste und baufällige Teil eingeritten werden. Der bisherige Saal ist dem Kunstoerein überlassen. Durch einige Umänderungen wird hier ein neues Heim als Ersatz für die für die SA.-Standarte frei- gemachten Räume geschaffen, in dem die verstreut untergebrachten Gemälde des Kunstvereins eine ständige Gießener Galerie bilden sollen. Der Besitz des Vereins stellt eine reichhaltige und schätzenswerte Sammlung dar, deren Besuch durch zeitweilige Ausstellungen neuer Künstler gefordert werden wird. Im Zuge der Umbauarbeiten an der Liebigshöhe, vor der durch die Abtragung des erhöhten Triebs und die Verlegung des Sportplatzes ein großes freies Aufmarschgelände und um Die Liebigshöhe herum ein großer „Liebigspark geschaffen werden soll, will der Kunstverein dieser Liebigshöhe das Ansehen im Sinne der „Mathil- denhöhe" Darmstadt geben. Die hier in würdiger und guter Form gepflegten Ausstellungen sollen dann den ganzen Sommer über geöffnet sein und ein guter Anziehungspunkt auch für die Fremden fein. Freunden und Anhängern; besonders bezeuge reiche Briefe von Feldgrauen aus dem Ußi die Dankbarkeit für die frohen Stunden, die ihre Dichtungen jedermann verschafften. Das bekannteste Merkchen „Hesse-Späß" erlebte 14 Auflagen. In Gießen fand „Das Mäuschen" (Pfeiffersche Verlagsbuchhandlung, Gießen) besondere Verbreitung. Ihre Märchen „Aus Nebelreich und S o n n e n l a n d" bringen jedem, der noch etwas vom Kinde in sich fühlt, reichen Gewinn und hohen Genuß. Jeder, der Martha Frohwein-Büchner einmal hat vortragen hören, wird ihr Stunden reinster auch leises Leid quälte ihn, ihr nicht wieder begegnet zu sein. , r . „ Eines Abends, als er aus Dem Schauspielhaus trat und den Theaterwagen zu erreichen sich beeilte, sprach ihn eine Helle, warme Stimme an, und beglückt und erschrocken erkannte Georg das Mädchen. Doch da sie dem Wagen zuschritt, verschloß ihm sein pochendes Herz den Mund. Erst als sich Rena zum Einsteigen anschickte, wagte er, ihre Hand zurückhaltend, die Frage: „Wollen Sie nicht noch erst eine kleine Erfrischung zu sich nehmen?" Das war gewiß nicht geschickt gesagt; das junge Mädchen sah ihn an, ein wenig schien es Georg, als sei dem Fräulein eine Verzögerung der Heimfahrt recht, ja, als hätte es seinen Einspruch erwartet; und indes sie dem Restaurant zuschritten, empfand er hohe Dankbarkeit zu dem Unbekannten, das diese Begegnung herbeigeführt. Sie sprachen von dem Freunde, und Georg glaubte eine leichte Verlegenheit bei der Erwähnung Juchs wahrzunehmen. Das so gern zur Fröhlichkeit bereite Gesicht des Mädchens wurde ernst, und da Georg schwieg, bann der Unterhaltung eine neue Wendung zu geben sich mühte, begann Rena plötzlich: „Ich stehe vor meiner Verlobung mit Juch, aber ich fürchte mich davor." Georg blickte überrascht auf: „Sie fürchten sich? Warum?" Das junge Mädchen hob die Hand, als berge Deren Höhlung gleichsam ihr Herz und dessen Geständnis. „Sie sind Juchs Freund", fuhr sie fort, „und Ihnen wollte ich's sagen. Ich habe feit meinem Geburtstag oft an Sie gedacht, weil ich das Gefühl habe, daß Sie verstehen könnten, was ich meine. — Juch behandelt mich wie ein Kind, nicht wie eine Frau. Er beoatert mich, aber ich ertrage es nicht, daß er mich ,Kindchen«, immer nur .Kindchen« nennt. Ich glaube fast, daß er nicht einmal meinen Vornamen mehr weiß. Sie kennen ihn, Sie wissen, wie nett er ist, aber mich mit ,Kindchen« anzureden, mich immer als Kindchen zu behandeln, das ertrage ich nicht. Wenn ich ernst bin, glaubt er’s mir nicht. Schlimmer noch ist, daß ich nicht ins Theater oder ins Kino darf, wenn es dort ein ernstes Stuck gibt. — Ich glaube, ich liebe ihn nicht mehr. Georg hatte zugehört. Es verwunderte und beunruhigte ihn, daß Rena gerade zu ihm, ihrem zufälligen Bekannten, über eine Angelegenheit sprach, die für viele Mädchen überhaupt nicht von solcher Bedeutung wäre. Gewiß nur, weil Rena in ihm ■ den Unbeteiligten, den Gleichgültigen sah, konnte sie so zu ihm sprechen. Das betrübte und erregte ihn. „So war es heute abend so etwas wie untreue, । als Sie zu ,Don Carlos« ins Theater gingen", ' jagte er kühl. Die Auswirkung der Gesetzgebung in der Praxis. Jetzt hat der dritte Abschnitt begonnen. Die Me^ sterprüfungsausschüsse — für das Deutsche Reich rund 7000, nämlich für jeden Beruf in jedem Kam» merbezirk etwa einer — haben die fachlichen Vorschriften bei den Prüfungen anzuwenden. Um Die Grundgedanken richtig durchzuführen, bedarf es einer eindeutigen nationalsozialistischen Einstellung und eines hervorragenden fachlichen und betriebswirtschaftlichen Könnens uno Wissens. Die Auflösung der bisherigen Melsterpru- fungsausschüsse und die Richtlinien für die Neubesetzung geben die Möglichkeit, überall die geeigneten Männer zu berufen. Die weitere Auswirkung des großen Befähigungsnachweises wird darin bestehen, daß auf der Grundlage der neuen fachlichen Vorschriften das gesamte Ausbild ungs- wesen im Handwerk neu ausgerichtet wird. Oie Wandergesellen aus Hesien-Aaffau LPD. Frankfurt a. M., 23. April Nach dem feierlichen Auftakt am Sonntag in Berlin, wobei in Anwesenheit von Vertretern der Partei und Der DAF. ReichshanDwerksrneister SchmiDt eine grundsätzliche Ansprache halten wird, geht auch im übrigen Deutschland das Gesellenwandern von- statten. In Frankfurt a. M. treffen sich am nächsten Dienstagabend im Traditionslokal „Zum Storch etwa 30 Wandergesellen (Bäcker, Metzger, Schreiner, Schneider) aus dem Gau Hessen-Nassau zu einer Entlassungsfeier, wobei Landesobmann Gau- walter Willi Becker und (Baubetriebsgemein- schaftswalter Josef Becker die Ansprachen halten werden. Jeder Wandergeselle erhält an diesem Abend sein Wanderbuch und ein Scheckheft mit 60 Gutscheinen z u je 50 Psg., die unterwegs bei den Dienststellen der DAF. eingelöst werden können. Am Mittwoch früh 10.30 Uhr werden die Wandergesellen aus Hessen-Nassau vom Römer- berg aus in Marsch gesetzt, und zwar in der Richtung Frankfurt—Berlin—Kurmark-Pommern—Kö- nigsberg—Hamburg. Wer von Junggesellen noch Lust verspürt und die nötigen Voraussetzungen erfüllt, kann sich bei der Gaubetriebsgemeinschaft Handwerk der DAF. (Bürgerstraße 69/77) melden, um zu einem weiteren Termin auf Wanderschaft geschickt zu werden. chen. In Verbindung mit Dem Vortrag Der neuen Satzungen. Die geringe, aber notwendige Aenderun- gen erfahren, wurden die Wahlen zum Ausschuß durchgeführt. Die neuen Satzungen sehen eine Beschränkung der Mitgliederzahl des Ausschusses auf 10 vor, in denen die Vereinsführung einbegriffen ist. Dereinsführer bleibt Stadtbaurat Gravert. Schriftführer ist Lange, Schatzmeister Gries- büuer, Stellvertreter sind Professor V e l k e , Ge- Heimrat Sommer, Juwelier Hammermann; für die Provinzialbehörde wurde Regierungs-Baurat Kuhlmann, für den Kreis Gießen Kreisdirektor Dr. Lotz, für die Stadt Oberbürgermeister R i t» ter gewählt. Als Vertreter des Faches und der Universität kommt Professor Rauch hinzu. Baurat Gravert teilte mit, daß die in Vorbereitung befindliche Ausstellung, deren zweite Abtei- lung von dem Danziger Fritz H e i d i n g s f e l d bestritten wird. Die letzte Ausstellung im Turmhaus während der Winterreihe darstellt. Die an sich letzte Ausstellung der Winterreihe wird im Foyer des Stadttheaters durchgeführt werden. Hierfür sind besondere Belebungen des Ausstellerbesuches vorge- sehen, die zugleich eine Werbung für den Kunstver- ein Darstellen sollen. Diese Ausstellung Der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiede- kunst bringt 75 Frauenbildnisse im Schmuck. In diesem Frühjahr sollen Ausflüge in Omnibussen zu einigen Kunstorten durchgeführt werden, z. B. Hersfeld, Fulda, Gelnhausen. Zum Schluß konnte Baurat Gravert die er- „Ja. Ich werde Juch sagen, daß ich im Theater war. Ich will eine Auseinandersetzung herbeiführen, die für mich entscheidend ist." Renas Hand spielte mit Georgs Zigarettenbehälter, und diese kleine Unart war wie eine Hebe Vertraulichkeit, die ihn über die silberne Dose mit Rena zu verbinden schien. Er streichelte die kleine Hand, und das Mädchen entzog sie ihm nicht. „Und weshalb", begann Georg, „erzählen Sie gerade mir, was Sie beunruhigt?" Da traf ihn wieder der volle, etwas erschrockene Blick ihrer Augen, und ihr Mund verzog sich zu einem trotzigen Ausdruck, als sie ihre Hand zurücknahm. Als sie das Restaurant verließen, sagte Rena: „Ich möchte nicht fahren." Sie waren schon ein weites Stück gegangen, schweigsam und nachdenklich, und diese Schweiasam- keit war wie ein Zwiegespräch. Plötzlich legte Rena ihren Arm in den seinen, und als Georg überrascht zu dem Mädchen herabblickte, begegnete sein Blick ihrem Lächeln. Er fühlte sich reich und beschenkt, während er neben ihr hergmg, und er genoß die Entdeckung, daß eine Liebe erwidert wer- den kann, auch wenn nicht ein einziges Wort darüber gesprochen ward. LPD. Der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister hat die Auflösung der bisherigen Meisterprüfungsausschüsse zum 31. Juli 1936 verfügt und gleichzeitig Richtlinien für die Neubesetzung erlassen. Damit ist die entscheidende Voraussetzung Dafür geschaffen. Daß Die neue Handwerksgesetzgebung in bezug auf den großen Befähigungsnachweis in wirksamer und sinnvoller Weise in die Tat umgesetzt wird. Damit Hut ein neuer Abschnitt in Der Erneuerung des handwerklichen Prüfungs- und Bildungswesens im Dritten Reich begonnen. Die Gesetzgebung. Mit der dritten HandwerksoerorDnung, also mit dem großen Befähigungsnachweis, ist die Meisterprüfung das Tor zum selbständigen Handwerk geworden. Nur wer die Meisterprüfung bestanden hat, darf einen Handwerksbetrieb eröffnen. Damit hat die Meisterprüfung eine entscheidende Bedeutung für die Leistungssteigerung im Handwerk und für das Lebensschicksal des jungen Handwerkers bekommen. Sie mußte deshalb erneuert werden. Sie mußte modern, einheitlich, gerecht und nachprüfbar gemacht und für das Wohlergehen der Volksgesamtheit ausgerichtet werden. Die Auswertung der Gesetzgebung. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat zusammen mit den Reichsinnungsverbänden und Handwerkskammern und in ständiger Fühlung mit dem Reichswirtschaftsministerium eine gewaltige geistige Vorarbeit geleistet, um die Meisterprüfung zu erneuern. Auf Grund einer eingehenden l e - bensnahen Berufsanalyse wurde festgestellt, aus welchen Grundtätigkeiten sich die einzelnen Berufe zusammensetzen, welche Berufe als handwerkliche Vollberufe anerkannt werden können und welches Maß der Leistung im einzelnen gefordert werden muß. Bei diesen Untersuchungen hat das Deutsche Handwerksinstitut wertvolle Mitarbeit geleistet. So entstehen für rund 125 handwerkliche Dollberufe die fachlichen Vorschriften für Die Meisterprüfung. Die ersten hiervon sind bereits als Richtlinien vom Reichswirtschaftsministerium genehmigt, die übrigen folgen nach ihrer Fertigstellung. Eine Reihe von Fachbüchern, in denen die fachlichen Vorschriften eingehend erläutert werden, sind in Vorbereitung. ____________________________ Das Wirken des Oberhessischen Kunstvereins, der am Donnerstag im Turmhaus am Brand seine diesjährige Jahresversammlung unter dem Vorsitz des Vereinsführer, Stadtbaurat Gravert, abhielt, ist eine stille und stetige Werbung für unsere ^Aus dem vom Vereinsführer erteilten Jahresbericht für 1935 ging die rege Tätigkeit hervor, wie sie sich in den sieben Ausstellungen des Vereins aus* drückte. Die rege Anteilnahme an diesen Ausstellungen ergab sich aus der Förderung dey Veranstaltungen durch die bereitwillige Zurverfügungstellung von Bildern aus Gießener Privatbesitz (Hans Kraus, München) und durch Inanspruchnahme persönlicher Beziehungen zu den Künstlern. Wei- terhin war aber auch ein erfreulich starker Besuch zu verzeichnen. Eine Stickerei- und Spitzen-Werk- schau des Reichsbundes für Volkstum und Heimat und die Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler war in dieses Programm eingeschlossen. Die letztere Schau wurde von den Künstlern selbst durchgeführt. Auf der Weihnachtsverlosung für die Mitglieder des Kunstvereins wurden Werke im Gesamtwerte von 1290 Mark abgegeben. Die Durchschnittszahl der Besucher betrug 200, gegenüber 212 1934 und 204 1933. Im Verhältnis zu Frankfurt a. M. war der Besuch sehr zufriedenstellend, so daß trotz des ■ Rückganges der Zahl der Mitglieder des Vereins, die Iaht der Kunstfreunde erfreulicherweise angestiegen ist. Schatzmeister, Bankdirektor © r i e s b a u e r, ermattete die Jahresabrechnung, die geordnete Kassen- verhältnijse aufwies. Ihm wurde Dank ausgespro- zu zentralen Veranstaltungen zusammenziehen, oder jedes Dorf den Tag für sich durchführen lassen. Die Ortsgruppen sind allein für die Durchführung Des 1. Mai zuständig und dafür verantwortlich. Ls sind sofort festzulegen: die Ausmarschplähe, die Anmarschwege und die notwendige llebertragungsmög- lichkeit für den Staatsakt und die Jugendkundgebung. Die Itebertragung der Jugendkundgebung und des Staatsaktes wird unter allen Umstanden und bei jeder Witterung im Freien durchgeführt. Die Maiplakette wird von den Ortsgruppen verkauft. Diejenigen Ortsgruppen, die die Plaketten noch nicht auf der Kreisleitung abge- holt haben, wollen das umgehend nachholen. Genauere Einzelheiten über die einzelnen Veranstaltungen gehen den Ortsgruppen noch zu. Die Kleidung am Tag der nationalen Arbeit ist der Festanzug der DAF., Zivil- oder Berufskleidung. In Uniform marschieren lediglich die Beauftragten der NSDAP., die Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen. Festwagen ständischer Organisationen oder Festwagen mit histori- schen Darstellungen usw. können bei den Festzügen mitgeführt werden. Kitsch ist zu vermeiden. In Gießen werden keine Fest wagen mitgeführt. Grünschmuck für Häuser, Fenster, Lokale, Verkehrsmittel, Fahrzeuge ist rechtzeitig zu bestellen. Kreisleitung wetterau der NSDAP. Oberhessen. Bedeutsame Ausgrabungen in Zriedberg Cpb. Friedberg, 23. April. Die seit Ende März in der Burg stattfindenden Grabungen zur Aufhellung der Frühgeschichte Friedbergs, die unter Leitung von Professor Blecher, Studienrat Mager und Dr. H. R 0 th stehen, haben zu höchst erfreulichen Ergebnissen geführt. Obwohl sich diese Arbeiten noch im Anfangsstadium befinden, ist jetzt bereits nackgewiesen, daß auf dem Burgberg schon zehnJahre vorEhristi Geburt ein Römerkastell bestand, das der römische Feldherr D r u s u s bei seinen Feldzügen gegen die Germanen (11 bis 9 v. Ehr.) angelegt hat. Diese Feststellung wird erhärtet durch den Fund zweier Töpferstempel, von denen der eine der Stempel des „belgischen" Töpfers Ciruco ist; der andere, allerdings nur als kleiner Rest vorhanden, wurde jetzt einwandfrei als der des aretinifchen (Arezzo in Italien) Si- gillatafabrikanten S e n t i u s festgestellt. Stempel dieser Art befinden sich auch in Haltern i. W., das etwa 11 v. Ehr. bis 9 n. Ehr. römisches Kastell war. Damit steht fest, daß Drusus ein Kastell in der Burg angelegt hat. Andere Funde verschiedenen Materials (Scherben, Gefäßformen) verweisen in die Zeit des Augustus. In Grabkammern römischen Ursprungs wurden ebenfalls wertvolle Funde gemacht. Bon weiteren Funden seien hier genannt eine Kupfermünze der Zeit des Augustus, aus der mittelalterlichen Zeit zwei weiße hessische Pfennige, die im 13. bis 14. Jahrhundert Gültigkeit besaßen. Diese kurze Uebersicht macht deutlich, daß die Ausgrabun- gen noch manche Aufklärung über Friedbergs Geschichte bringen dürften. 20 Jahre Evangelische Irauenhilfe Steinbach. 5 Steinbach, 24. April. Am Mittwochabend versammelte sich die Frauenhilfe im „Einhorn", um in schlickter Weise des Gründungstages der jetzigen Frauenhilfe zu gedenken. Mitten im Kriege, 1916, gründete der damalige Pfarrer Köhler den Frauenverein, der sich zunächst als Alicefrauenver- ein besonders mit Kriegsaufgaben befaßte. Die erste Aufgabe war die Gründung eines Kriegskindergartens, der sich im Kriegssommer 1916 sehr bewährte. Es fehlte aber an einem aeigneten Lokal. So wurde er im Freien neben der Kirche gehalten, und wenn das Wetter ungünstig war, flüchtete die Kindergärtnerin, Frl. Ella Hauff aus Darmstadt, mit den Kindern in die Kirche. Mit Beginn der kalten Jahreszeit mußte der Kindergarten aufgeaeben werden, da ein passender Raum fehlte. Während des Krieges arbeitete der Fraunverein in der Kriegsfürsorge. Fleißige Hände regten sich, um die Krieger mit allerlei warmen Ausstattungsstücken zu bedenken. Als Anerkennung dieser Leistungen wurde der Vorsitzenden Frau Marie Köhler, der Pfarrsrau, zum Geburtstag der Großherzogin das allgemeine Kiegsehrenzeichen verliehen. Rach dem Ausgang des Krieges stellte sich der Verein um und wuroe allmählich zu dem Evangelisch-kirchlichen Frauenbund, als der er noch heute nach 20 Jahren besteht. Eine Reihe von Mitgliedern aus der ersten Zeit sind heute noch als treue Mitglieder in der Frauenhilfe. Zur Ausschmückung des Gotteshauses, zur Unterstützung mancher Einrichtung unserer evangelischen Kirche, zur stillen Hilfe bei Notständen innerhalb der Gemeinde war der Verein stets breit. Nach einer kurzen Dereinsgeschichte der vergangenen 20 Jahre, dargeboten von dem Leiter Pfarrer Döll, wurde die Rechnung, die von Frau Lina W a l b geführt wird, geprüft und der Rechnerin der Dank für ihre treue Arbeit ausgesprochen. Der Leiter gedachte darauf des vergangenen Geburtstages des Führers und forderte zum Dank auf für die Treue des Führers durch die besondere Treue der Evangelischen Frauenhilfe. Im Laufe des Vorsommers will die Frauenhilfe in einem besonderen Gottesdienste ihr Jubiläum feiern. In einer Nachversammlung soll dann die Frau des Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Stegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) Dreiviertel Jahre lang war Annina ziellos in der Welt umhergereist, bald hier, bald da Rast machend. Als es aber verschiedentlich geschah, daß man sie auch unterwegs ablehnte, sobald man ihren Namen hörte, zog sie es vor, sich völlig in einem einsamen Gebirgsdörfchen zu vergraben. Hier endlich fand sie Muße genug, um über ihre Zukunft nachzudenken, und ball) war ihr Plan gefaßt. Sie wollte Deutschland verlassen, dies ungastliche Land, dessen Bewohner so merkwürdige Ansichten über Recht und Unrecht hatten und viel zu viel Mitleid besaßen. Spanien oder auch Amerika würden sie mit ihrem Geld sicherlich mit offenen Armen aufnehmen. Ihr sonstiges Vermögen aus Deutschland herauszubekommen — mein Gott, Annina von Gellern hatte schon Schwierigeres bewerkstelligt. Eines Morgens war die Bevölkerung des einsam gelegenen Gebirgsdörfchens Moosbach in heller Aufregung. Eine „Städtische", mit Bergen von Gepäck, hatte sich im Dorfwirtshaus einquartiert und kehrte dort das Unterste zuoberst. Allgemein freilich war man der Ansicht, daß die Städtische zwar blitzsauber wäre, und daß ihr die Dirndlkleider zum Entzücken ständen. Aber warum sie sich das Gesicht weiß und rosa machte wie ein Clown, das verstand niemand im Dorfe. Außerdem hatte die schöne Fremde eine hochmütige Art, auf das treuherzige „Grüß Gott!" der Dorfbewohner nur so ganz kurz mit dem Kopf zu nicken, das sie sehr bald unbeliebt machte. Auch in der Folge ließ Annina zwar eine Menge Geld in dem Ort,' benahm sich aber so hochmütig und abweisend, daß sogar der Pfarrer und der Arzt, die sie zuerst aufgesucht hatten, froh waren, wenn sie ihr aus dem Wege gehen konnten. Und dann war eines Tages eine alarmierende Nachricht nach Moosbach gekommen. Der Herr Gemeindevorsteher war in der Stadt gewesen und brachte von dort eine Zeitung mit, die er sofort ins Pfarrhaus trug. In diesem Blatt war ein Steckbrief erlassen, der haargenau auf die „eingebildete Wurz'n" im Dorfwirtshaus paßte. Eine solche Aufregung war in dem stillen, schlichten Dorf schon lange nicht gewesen. In stundenlanger Beratung saß der Gemeindevorsteher mit dem Herrn Pfarrer zusammen. Aber zum Schluß sagte der Gemeindevorsteher: „Es ist zwar sehr schad', denn sie hat Geld ins Dorf gebracht, die Fremde. Aber nichts gegen das Gesetz — ich muß den Gendarm benachrichtigen!" Die Reichsnährstandsaussteüung in Frankfurt. Sofort Quartiere bestellen! NSG. Zum Besuch der 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt (17. bis 24. April) haben sich schon jetzt Hunderttausende von Bauern und Landwirten angemeldet. Ein großer Prozentsatz der Ausstellungsbesucher bleibt mehrere Tage in Frankfurt, um nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Sehenswürdigkeiten Frankfurts zu besichtigen und billige Ausflüge in die an Naturschönheiten reiche Umgebung, inbesondere an den Ryein, zu unternehmen. Viele gemeldete Ausstellungsbesucher, vor allem die Sonderzugfahrtteilnehmer, die sich mehrere Tage in Frankfurt aufzuhalten beabsichtigen, haben aber bis heute noch kein Quartier bestellt, offenbar weil sie der irrigen Auffassung sind, daß die Quartierbeschaffuna auch nach der Ankunft in Frankfurt ohne Schwierigkeiten möglich sei. Dem ist aber nicht so! Tatsächlich stehen in Frankfurt und in den umliegenden Städten Quartiere nur in beschränktem Umfange zur Verfügung. Die vorhandenen Privat-Quartiere sind sämtlich vom Quartieramt der 3. Reichsnährstandsausstellung beschlagnahmt, die Hotels für die Dauer der Ausstellung Aum großen Teile schon jetzt ausoerkauft. Unter diesen Umständen ist es für die Ausstellungsbesucher sehr schwierig, sich in Frankfurt und seiner näheren und weiteren Umgebung erst nach Eintreffen am Ausstellungsort ein Quartier zu besorgen. Damit für alle Ausstellungsbesucher Quartiere sichergestellt werden können, ist es unbedingt erforderlich, daß jeder Besucher, der sich mehrere Tage in Frankfurt aufhält und eine Quartierbestellung noch nicht aufgegeben hat, unverzüglich bei seinem Ortsbauernführer oder bei der zuständigen Kreisbauernschaft ein Quartier bestellt. Der Preis des Privatquartiers beträgt pro Nacht und Bett einschließlich Morgenkaffee 2,90 Mark, der Preis des Gemeinschaftsquartiers (Schnellbetten, Decken mitbringen!) 1,40 Mark ohne Frühstück. Die Gemeinschaftsquartiere werden von der Vorbereitungsstelle für Kundgebungen des Reichsnährstandes zum Selbstkostenpreis abgegeben. Nur wer vor seiner Abreise nach Frankfurt im Besitze einer vom Quartieramt ausgestellten Quartierkarte ist, kann ohne Unterkunftssorgen die große deutsche Landwirtschaftsschau besuchen. Deshalb ergeht nochmals der Ruf an alle sich mehr als einen Tag in Frankfurt aufhaltenden Ausstellungsbesucher, soweit sie eine Quartierbestellung noch nicht auf- gegeben haben: „Sofort Quartiere bestellen!^ Aus dem Sonderzugplan. Reichsbahnzug am 21.2Uai ab Alsfeld. Aenderungen. Stationen Hinfahrt Rückfahrt Alsfeld ab 6.25 Die RückfahrZell-Romrod „ 6.39 zeiten werden Ehringshausen „ 6.55 noch bekanntBurg- u. Nieder-Gemünden „ 7.03 gegeben. Nieder-Ohmen Gießen 7.14 „ 8.18 Friedberg „ 9.01 Frankfurt-West an 9.34 ab 22.30 Reichsbahnzug ab Gladenbach am 24. Mai fährt nicht über Herborn, sondern verkehrt ab Bischoffen, hält an allen Stationen bis Mornshausen und fährt über Niederwalgern. Näheres betreffs der Fahrzeiten wird noch bekanntgegeben. Reichsbahnzug ab Nidda hält zusätzlich in E ch - zell. Stationen Hinfahrt Häuferhos ab 8.00 Echzell an 8.09 Echzell ab 8.11 Gründers, die in Gießen lebt, gebeten werden, aus der ersten Dereinszeit zu erzählen. In üblicher Weife wurde dann der Abend mit einer Andacht geschloffen. Landkreis Gießen. * Alten-Buseck, 24.April. Der hiesige sechzig Jahre alte Weißbinder Jakob Brück erlitt durch einen Sturz vom Fahrrad erhebliche Bein- und G e s i ch t s v e r l e tz u n g e n.Er wurde in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. wg. Großen-Buseck, 24. April. Dieser Tage and eine Hebung und zugleich die Neueinteilung )er hiesigen Freiwilligen und der Pflicht- euerwehr statt. Äm Anschluß daran hielt die Freiwillige Feuerwehr beim Wilhelm Wagner V. ihre Generalversammlung ab. Der 1. Kommandant sprach zunächst grundsätzlich über die großen Neuordnungen im Feuerwehrwesen. Dann wurden die Feuerwehrmänner für die Motorspritze, die im Ernstfälle einzugreifen haben, bestimmt. Es sind dies Heinrich Schwalb, Karl Pfeiffer, Heinrich Döring, Heinrich Hahn, Richard Rühl, Wilhelm Weiß und Heinrich K l i n k l e r. Sodann erstattete der Kommandant den Tätigkeitsbericht. Die Geschäfte der Wehr wurden in vier Vorstandssitzungen und sechs Versammlungen erledigt. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden acht Uebungen durchgeführt. Außerdem wurde die Wehr einmal inspiziert. Die bei den Uebungen gestellten Aufgaben wurden fast ausnahmslos gut gelöst. Das kam auch bei der Kritik durch den Kreisfeuerwehrinspektor zum Ausdruck. Der Mitgliederstand hat sich auf der vorjährigen Höhe gehalten. Dem Vorstand, den Geräteführern, Obleuten und Mannschaften wurde für ihre Arbeit Dank gesagt. Der Mitgliederbestand hielt sich auf der Höhe des Vorjahres. Herzlich wurde des treuen passiven Kameraden Dr. Adler gedacht, der durch Tod aus den Reihen der Wehr schied. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde von dem Ergebnis der Kassenreoision Kenntnis gegeben. Der Stand der Kasse ist dank der Unterstützung durch die Gemeinde und die Landesbrandkasse, die wieder einen Zuschuß von 400 Mark gewährte, zufriedenstellend. Dem Kassenführer Wilhelm H e n ß, der die Kasse in mustergültiger Weise führte, wurde Entlastung erteilt. Es wurde daran erinnert, daß der bisherige Posaunenchor aufgelöst wurde und als Musikzug Am 29. INärz hast du dem Führer dein Ja gegeben, ihn bei seiner schweren Arbeit zu unterstützen; nun darfst du nicht fehlen, wenn die NSV. um Freistellen bittet! der Freiwilligen Feuerwehr beitrat. Zum Schluß wies der Kommandant darauf hin, daß es auch weiterhin alle Kraft für die Wehr und damit für unser deutsches Vaterland einzusetzen gelte. Die von Schriftführer Balthasar Mayer verlesenen Protokolle wurden einstimmig genehmigt. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. — Nachdem dieser Tage die ABC-Schützen ausgenommen worben sind, sand am Sonntag eine Schulandacht statt. Pfarrer Müller richtete beherzigenswerte Worte an Schüler, Eltern und Lehrer. Nach dem Gottesdienst wurden die Kinder von der NS.-Frauenfchaft in der Gastwirtschaft „Zum Busecker Tal" mit Kakao und Gebäck bewirtet. — Dieser Tage konnten die Eheleute Wilhelm Rein- s ch m i d t, Adolf-Hitler-Straße wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. — Am kommenden Sonntag feiern in körperlicher und geistiger Rüstigkeit die Eheleute Landwirt Ferdinand Gans I. und Frau Katharina, geborene Scheld, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar. vermag noch heute sämtliche landwirtschaftlichen Feld- und Hausarbeiten zu verrichten, während sich seine Frau noch in der Küche nützlich macht. * Lich, 24. April. Der 36jährige Arbeiter Wilhelm Kuhn von hier zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Unter« schenkels zu und muhte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Friedberg. □ Butzbach, 22. April. Im großen Saale des „Hessischen Hof" veranstaltete die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Heimat- abend, der von dem Kreisringleiter des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", Oberstudiendirektor W. Philipps aus Friedberg, bestritten wurde. Der Heimatdichter Philipps, der unter dem Namen „Unkel Kounnerad" mit feiner Truppe erschienen war, brachte in seinen ergötzenden Darbietungen echten, urwüchsigen Humor, der ganz aus dem Volkstum unserer engeren Heimat, der Wetterau, geschöpft war. Mundartgedichte, Lieder und Spiele wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab. Reicher Beifall wurde dem Leiter des Abends und feinen Mitarbeitern dargebracht. Auch die vorzüglichen Leistungen einer Truppe aus Kärnten hatten sich geschickt in den Rahmen des Abends eingefügt. „Onkel Kounnerad" hat uns einen Heimatabend erleben lassen, wie er wohl bis jetzt noch nicht in unserer Stadt stattgefunden hat. — Die Bautätigkeit hat in unserer Stadt mit Frühjahrsbeginn stark eingesetzt. Nicht weniger als sieben Wohnhäuser wurden begonnen, die zum Teil schon unter Dach stehen. Sie alle sollen anschließend den Innenausbau erhalten und noch im Sommer, spätestens im Herbst bezugsfertig werden. Daneben sind gegenwärtig alle Bauhandwerker mit dem inneren Ausbau von ebenfalls sieben Rohbauten, die im Herbst errichtet wurden, befchäfttgt. Eine Anzahl hiesiger Geschäftshäuser werden umgebaut und erweitert. Kurzum: Durch die starke Belebung der Bautätigkeit ist nicht nur dem heimischen, sondern auch dem auswärtigen Handwerk Gelegenheit zur Beschäftigung gegeben. Kreis Schotten. (D Schotten, 23. April. In der Sitzung des Evangelischen Kirchenvorstandes wurde der V o r - anschlag der Evangelischen Kirche zu Schotten für das Rj. 1936 beraten und angenommen; in Teil I (Kirchenfonds) schließt er ab in Einnahme und Ausgabe mit 10164,68 Mark, in Teil II (Pfarrbesoldungsfonds) in Einnahme und Ausgabe mit 2756,42 Mark. Außerdem nahm der Kirchenvorstand die gesetzlich erforderliche Wahl eines Ersatzmitglieds des Kirchenvorstands vor, bei welcher der Gastwirt und Metzgermeister Heinrich Karl Hofmann zum Kirchenvorsteher gewählt wurde. □ Laubach, 22. April. In den Räumen der hiesigen Realschule fand gestern in Anwesenheit des Wehrbezirkskommandeurs und des Vertreters der Zivilbehörde die Musterung der Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1913 und 1916 nachgenannter Orte statt: Freienseen, Gonterskirchen, Solms-Ilsdorf, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg, Stornfels, Ulfa und Wetterfeld. Bald darauf sah man überall in den Straßen frohe, mit Bändern und Sträußen geschmückte Rekruten, die alsbald in den Arbeitsdienst bzw. in die Wehrmacht eintreten dürfen. Der „Rekrutenball", der abends im Gasthaus „Zur Traube" stattfand, erfreute sich eines guten Besuches. — Im „Schützenhof" fand eine Versammlung der Ortsbauernführer des Bezirkes Laubach statt, zu der Stabsleiter L a n g l i tz und Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft Oberhessen- Ost, sowie Bezirksbauernführer Straub und Kreisjugendwartin Recklinghaus erschienen waren. Die Besprechungen hatten den Besuch der Reichsnährstandsschau in Frankfurt a. M., die Werbung für die Adolf-Hitler-Freiplatzspende, die Feldberemigung, Schädlingsbekämpfung u. a. zum Gegenstand. — Die vereinigten Männer- gesangvereine „Eintracht-Harmonie" veranstalteten am Sonntagabend unter Leitung des „Aber machen S' es ohne Aufsehen", mahnte der Pfarrer. „Am besten, die ganze Geschichte spielt sich am Abend ab." Annina war sehr verwundert, als nachts um elf Uhr plötzlich jemand an die Tür ihres Zimmers klopfte. Aber sie wurde kreidebleich, denn sie hörte draußen auf ihre Frage die Antwort: „Deffnen Sie ohne Aufsehen! Polizei!" Annina zögerte einen Augenblick. Aber als das scharfe Klopfen noch einmal ertönte, zog sie es vor, zu gehorchen. Sie warf sich einen lichtgrünen seidenen Morgenrock über und schloß die Tür auf. „Was wollen Sie eigentlich von mir? Was fällt Ihnen ein?" Sie versuchte, den Gendarm durch Schärfe in Verwirrung zu bringen. Bildschön sah sie aus, wie sie so dastand mit dem im Schlaf verwirrten rötlichen Gelvck, dem schneeweißen Gesicht und den lodernden blauen Augen. Aber der Gendarm sagte nur kurz: „Bitte mir ohne Aufsehen zu folgen — Steckbrief. Da begann Annina zu zittern. Dor dem furchtbaren Wort „Steckbrief" versagte all chre Sicherheit. Fieberhaft überlegte sie, ob eine Möglichkeit zur Flucht vorhanden wäre. Aber das war aussichtslos. Das Gasthaus hatte hier nur einen Ausgang. Ihr Zimmer lag im ersten Stock. Ein Auw hatte sie nicht zur Verfügung. Sie mußte sich m das Unvermeidliche fügen. Während der Gendarm nun draußen auf und ab patrouillierte, zog sich Annina an. Schwankend folgte sie dann dem Gendarm. Gott sei Dank, das Dorf lag dunkel und still. Niemand ahnte, daß die reiche, schöne Fremde aus dem Dorfwirtshaus ins Stadtgefängnis überführt wurde. Nur der Dorfwirt und feine Frau waren unterrichtet. Scheu schauten sie hinter dem Fensterladen heraus, wie der Gendarm hinter Annina die dunkle Dorfstraße entlang ging. So etwas war in ihrem Hause noch niemals geschehen. Annina wurde über Nacht ins Stadtgefängnis geschafft und am nächsten Tage nach Berlin. Die Fahrt verging chr wie in einem wirren Traum. * Nun stand sie vor dem Gerichtshof. „Wegen Diebstahls des Bonaqliaschen Familienschmucks." Sie hatte an dem Tage ihrer Gefangenschaft Zeit gehabt, sich zu fassen. Auch hatte sie sich den besten Verteidiger gesichert, der zu haben war. Sie hatte sich ihren Feldzugsplan kalt und klar zurechtgelegt. Sie würde alles leugnen! Auch ihrem Verteidiger gegenüber hatte sie behauptet, daß die Anklage wegen Diebstahls des Bonaglia-Schmucks eine gemeine Lüge wäre, und daß der Schmuck ihr gehörte. So stand sie jetzt vor den Schranken des Gerichts. Sie hatte die Einzelheiten dieser Kleidung sehr genau überlegt. Sie wollte unauffällig wirken und doch nicht etwa wie jemand, der sich' zu verstecken hatte. Ein allgemeines Raunen war durch den Saal gegangen, als sie mit dem Verteidiger erschien. Die stumpfe Seide des Kleides ließ Annina noch schlanker erscheinen. Das Kleid trug keinen Aufputz, bis auf einen kleinen Einsatz aus glänzend weißer Seide, der als Kragen bis zu dem schlanken Hals hinaufging und eine kleine weiße Schleife aufwies. Das schwarze Seidenbarett mit der weißen Schleife umspannte eng den schönen Kopf mit dem rötlich-goldigen Haar. Annina fühlte sofort, daß ihre Erscheinung Aufsehen erregte — das gab ihr ihre ganze Sicherheit wieder. So beharrte sie auch jetzt mit eiserner Festigkeit darauf, daß es an Mariella wäre, ihr den Diebstahl zu beweisen, und nachzuweifen, daß Mariella in der Nacht nach ihrem einundzwanzigsten Geburtstage sich s e l b st und nicht ihre Pflegemutter bestohlen habe. Annina von Gellern war ihrer Sache besonders sicher, weil ja ihr Haus, das gefährliches Beweismaterial geborgen hatte, bis auf den Grund nieder- gebrannt war. Von Giovannis Rückkehr wußte sie ebensowenig wie von dem tatkräftigen Eingreifen des Herzogs der Abruzzen und Doktor Heßlings. So konnte sie also, wie sie glaubte, ohne Gefahr darauf bestehen, daß der Schmuck, den Kammacher dem Gericht zur Verfügung gestellt hatte, der ihre sei. Auch die Quittung, in der sie dem Bankier über „ihr" Eigentum quittiert hatte, lag den Richtern vor. „Glaubt der Hohe Gerichtshof wirklich von mir, daß ich die Juwelen für mich in Anspruch nehmen würde, wenn sie nicht mein unumstrittenes Eigentum wären? Außer den von mir bereits genannten Zeugen kann ich noch eine ganze Reihe anderer anführen, die feit mindestens zwanzig Jahren, fast solange wie ich in Deutschland lebe, wissen, daß der Schmuck mein Eigentum ist." Hochmütig warf sie den Kops in den Nacken. Endlich war die Geduld des Vorsitzenden erschöpft. Mit einem Blick zu ihrem Anwalt rief er: „Da die Angeklagte so hartnäckig weiter leugnet, sehe ich mich gezwungen, zur Zeugenvernehmung zu schreiten. Von all den gelaberjen Zeugen scheint mir nur ein einziger nötig, der sich erst heute morgen bei mir gemeldet hat. Wachtmeister, rufen Sie den Herrn di Bonaglia auf!" Erregt wandte sich Annina an ihren Verteidiger: „Herrn di Bonaglia kenne ich nicht." Doch im gleichen Augenblick weiteten sich ihre Augen; sie fing an zu zittern, wurde leichenblaß. Vor ihr stand Giovanni di Bonaglia, der sie mit verachtungsvollen Blicken maß. Da brach Annina zusammen. Sie sank auf ihren Platz zurück und barg das Gesicht in den Händen. Sie konnte Giovannis Blick nicht ertragen. Er erinnerte sie an alles was einst gewesen war. An ihre Jugendzeit, in der sie glücklich und schuldlos gewesen — an ihre leidenschaftliche Liebe zu dem einzigen Mann, dem ihr Herz gehört hatte. An ihre Schuld und ihr Irren. Das Spiel war aus. Und sie mußte nun die Schuld büßen. Da erhob sich plötzlich Anninas Verteidiger, Doktor Jensen. „Ich lege hiermit mein Amt als Verteidiger der Frau von Gellern nieder", erklärte er, zog die Rode ab und wandte sich, mit einer Verbeugung an den Gerichtshof und die Pressevertreter, zum Gehen. Und jetzt, als alles für sie verloren war, raffte Annina ihre letzte Energie zusammen. Ihre Schuld konnte sie nicht mehr leugnen, und nichts konnte sie in den Augen Giovanni di Bonaglias reinwaschen. Aber er sollte wenigstens sehen, daß sie nicht haltlos zusammenbrach. Sie stand auf. Eine atemlose Stille war im Gerichtssaal. Und in diese Stille hinein sagte A/mina fest: „Sie brauchen den Prinzen nicht zu vernehmen — ich gestehe, feine Tochter um ihr Eigentum betrogen zu haben. Mariella hat nicht m i ch bestohlen, sondern ich habe s i e bestohlen. Der Schmuck, den Mariella di Bonaglia in jener Nacht nahm, war ihr Eigentum — somit ist sie niemals zur Diebin geworden. Verurteilen Sie mich, wie Sie müssen!" * Auf den blauen Fluten des Adriatischen Meeres schaukelt eine herrliche Jacht. Es ist Pepita Arlesis „Speranza III", die einen Kreis guter Freunde um ihn und feine junge Frau Lore vereint. Im silbernen Mondlicht gleitet das Schiff dahin. Zwei glückliche junge Paare stehen eng umschlungen art der Reeling und sehen in die Ferne. „Wie schön, wie wunderschön ist es hier!" sagt Mariella Heßling leise zu Walter. „Wir alle sind so glücklich hier. Und daß Vater nicht allein zurück- bleibt, wenn wir jetzt nach Deutschland zurückkehren, ist meine tiefste Freude. Ich glaube, er wird mich nicht vermissen." Lächelnd deutet sie hinüber zu der Reling. Dort steht Giovanni di Bonaglia, kindlich an ihn geschmiegt, Jlaro in einem weißen Kleidchen. Das sanfte Licht der Bordlampen liegt auf ihrem goldig zitternden Haar, auf das Giovanni di Bonaglia in väterlicher Fürsorge seine Hand legt. Das Meer und das Land verfließen in einem Schimmer von Blau und Silber. Der Mond zieht ruhig feine Bahn und Taufende von Sternen find in das samtene Himmelsgewölbe gestickt. Von fern grüßen die Türme Venedigs wie ein Märchentraum herüber. Eine Barke mit bunten Lichtern fährt langsam an ihnen vorüber. Mandolinenspiel und sanfte Stimmen klingen. Sie fingen ein Lied von Glück und Jugend. Es ist wie ein Widerhall des Glückes dieser Menschen hier, die nach schweren Prüfungen sich gefunden haben. SJi.-'fpOTt 3m Zeichen der fünf Ringe Deutschland, Ungarn, i Baden die Franzosen uff. rie unreroi erreich an den Start I folgt durchweg in privaten Kleinzelten. Jbewi« - wie unschön - werden schnell MM 2594 D WOotVlcb-Meißen 2071V Warum macht sie sich unnötige Arbeit? Entsendung. Bereits am 12. Juni macht sich die japanische Olympia-Expedition auf den Weg nach der deutschen Reichshauptstadt, wo sie am 26. Juni eintreffen und dann Gelegenheit haben wird, sich an die veränderten klimatischen Temperatur-Verhältnisse zu gewöhnen. Vor den Spielen bestreiten die japanischen Schwimmer keine offiziellen, Kämpfe. Erst nach Beendigung der Spiele sind sie in der Zeit vom 17. August bis 10. September bereit, eine Europa-Rundreise zu machen. Es ist sicher, daß die Japaner in erster Linie in D der Tschechoslowakei und Oesterreich .... .... gehen werden, lieber Mangel an Verpflichtungen haben sich selbstoerständlicherweise die japanischen Schwimmer nicht zu beklagen. Faltboot-Sternfahrten zum Olympia-Lager. Die Olympischen Kanu-Regatten werden nicht nur Ziel der aktiven Wettkämpfer sein, sondern Tausende von in- und ausländischen Wasserfahrern werden sich an dem internationalen Zeltlager beteiligen, das vom DKV. während der Olympischen Spiele am Langen See in Grünau südlich der Regattastrecke durchgeführt wird. In die ganze Welt ist der Aufruf ergangen, an Sternfahrten aus den deutschen Flüssen und Strömen nach Berlin-Grünau teilzunehmen. Unsere ausländischen Gäste werden hierbei die unerschöpflichen Schönheiten deutschen Landes kennen und lieben lernen und ein einigendes Band der Kameradschaft wird sich, wie im Wassersport üblich, um Gäste und Gastgeber schließen. Es ist dies vielleicht eine der schönsten Gelegenheiten, den Olympia-Gästen das eindringlichste , Erlebnis von ihrem Besuch in Deutschland zu vermitteln. v , Insgesamt werden acht Sternfahrten durchgefuhrt und zwar: 1. eine Rheinfahrt von Chur nach Köln, 2. eine Mosel-, Rhein-, Werra- und Weserfahrt, : 3. eine Main-, Neckar-, Mosel- und Rheinfahrt, 4. eine Elbefahrt stromab nach Brandenburg, 5. eine Elbefahrt, 6. eine Oderfahrt von der Reichsgrenze abwärts, 7. eine Oderfahrt ab Stettin aufwärts und . schließlich 8. eine Warthefahrt, beginnend in Lands- berg. Einzelne dieser Fahrten dienen als Zubringerfahrten zu den „kleinen Sternfahrten", die von Brandenburg, Mecklenburg, Oderberg und dem Spreewald durch das märkische Seengebiet führend mit Ziel Grünau gestartet werden. Das Lager befindet sich, wie bereits erwähnt, südlich der Grünauer Regattastrecke. Für die Gaste aller Nationen haben die Gaue die Patenschaft übernommen, so betreut z. B. der Gau Nordmark die Dänen, Brandenburg die Norweger und Schweden Sachsen die Gäste aus der Tschechoslowakei, Baden die Franzosen usf. Die Unterbringung er- 5500 Aktive in Berlin erwartet. Daß die XI. Olympischen Spiele eine Rekordbeteiligung hinsichtlich der aktiven Teilnehmer haben werden, steht schon seit geraumer Zeit fest. Nach den bisher vorliegenden vorläufigen Anmeldungen der 52 Nationen zu urteilen, muß sogar gesagt werden, daß die Erwartungen noch übertroffen worden sind, denn man schätzt die Beteiligung auf rund 5500 Wettkämpfer. In Amerstam waren es 1928 3905, in Paris 1924 3385, in Stockholm 1912 3282, in Antwerpen 1920 2731, in London 1908 2024, in Los Angeles 1932 1700, in St. Louis 1904 595, in Athen 1896 484 und in Paris 1900 427 Teilnehmer. Zu der Zahl der Aktiven kommen noch etwa 6500 Turner und Turnerinnen, die sich an den zahlreichen Vorführungswettbewerben beteiligen. 66 japanische Schwimmer beim Olympia. Die Olympia-Streitmacht Japans, die sich zusammen mit Trainern und Begleitern auf insgesamt 337 Mann beziffert, enthält auch eine große Schwimmer-Abordnung, nämlich nicht weniger als 66 Schwimmer und Schwimmerinnen. Die japanischen Schwimmer, die bekanntlich bei der letzten Olympiade in Los Angeles ganz Hervorragendes leisteten, werden nach einigen Ausscheidungskämpfen in der Zeit vom 29. bis 31 Mai in Tokio zu einer Schlußprüfung zusammengezogen. Nach den hier gezeigten Leistungen fällt dann der japanische Schwimmverband aus der Riesenzahl der „Jn-Aus- sichtgenommenen" sein Urteil über die endgültige Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am Sonntag stand die erste Mannschaft in einem Gesellschaftsspiel der Liga des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg gegenüber. In der ersten Halbzeit sah man ein schönes Spiel. Die Einheimischen konnten auf Grund guter Leistungen das Spiel ausgeglichen gestalten. Mit 1:0 für die Gäste wurden die Seiten gewechselt. Die zweite Halbzeit sah die Gäste stets im Vorteil. Nur die gut aufgelegte Hintermannschaft der Einheimischen verhinderte vorerst jeden Erfolg. Ein Selbsttor brachte dann allerdings den Gästen einen 2:0 Erfolg. Der Mittelstürmer'von Großen-Buseck erzielte dann das Ehrentor. Bis zum Schluß konnten die Gäste einen verdienten 4:1-Sieg erzielen. Am kommenden Sonntag trägt die erste Elf das Gesellschaftsrückspiel gegen die erste Mannschaft von Butzbach aus. Im Vorspiel blieben die Gäste mit 4:2 Sieger. Nachdem Heuchelheim am letzten Sonntag in Butzbach 7:1 verlor, werden wohl auch die Einheimischen um eine Niederlage kaum herumkommen. Die Jugend spielt zu Hause gegen die gleiche von Steinbach'. Wenn sie auch mit Ersatz antreten muß, so dürfte sie doch als Sieger den Platz verlassen. OFB.-pokalspiele in Aordheffen. Von den drei am letzten Sonntag im Gau Nord- Hessen nicht durchgeführten Spielen um den DFB.- Vereinspokas werden zwei am 26. April nachgeholt. Germania Fulda und FV. Schlüchtern, deren Spiel in Schlüchtern beim Stande von 4:1 für Fulda wegen Regen abgebrochen wurde, holen das Spiel in 'Fulda nach. Außerdem wird das wegen Regm ausgefallene Treffen zwischen Großalmerode und Spielverein Kassel nachgeholt. Das gleichfalls wegen des Regens nicht begonnene Spiel zwischen Niederzwehren und Kurhessen Kassel gilt für die Kurhessen als gewonnen, da Niederzwehren in den Aufstiegs- Erbsenreiser Baum- und Rosenpfähle Bohnen stang. emvsiehlt billigst 253oD s. Trechsler Stelnstr. 73,Tel. 3581 beschlossen. ... Homberg, 22. April. Der S a n i t a t s - Halbzug Homberg, Abteilung der Sanitats- kolonne, hielt am Samstagabend im „Hessischen Hof" seine 9. Generalversammlung ab. Kolonnenführer Waldschmidt begrüßte die Teilnehmer. Der Ehrenvorsitzende und Gründer A l l e n d ö r f e r sprach einleitend über die Bedeutung der Kolonne im allgemeinen, insbesondere über die Tätigkeit der Samariterinnen und der Sanitäter. Beide arbeiten an der Erhaltung und Pflege der Volksgesundheit und dienen damit der Volksgemeinschaft. Gleichfalls stellen sie ihre Tätigkeit in den Dienst des Luftschutzes und der Feuerwehr. Der Schriftführer, Kamerad Honig, trug den Jahresbericht vor, aus dem die vielseitige Betätigung der Kolonne ersichtlich wurde. Die geprüfte Jahresrechnung wurde von Kamerad Krug verlesen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zeugwart Müller berichtete über die der Kolonne gehörigen Hilfsgerätschaften. Eine allgemeine Aussprache fand dann über die Neuuniformierung der Sanitäter und über die Beleihung von erworbenen Auszeichnungen usw. statt. Durch die vorzügliche Ausbildung der Mitglieder unter Leitung des Kolonnenarztes Dr. Luft ist Gut erhaltenes Kinderbett mit Matratze zu verkaufen, [oissa Zu erfragen Marktplatz 1811 Hinth.,nachmitt. es möglich, allen Aufgaben vollauf gewachsen zu sein. Das große Verständnis für die Bedeutung einer solchen Einrichtung findet auch bei Sammlungen für das „Rote Kreuz" sichtbaren Ausdruck. Am Sonntag hielten die Kleinkaliber- Schützenve reine Homberg und Ehringshausen ein V e r g l e i ch s s ch i e ß e n auf dem hiesigen neuzeitlich eingerichteten Schießstand ab. Don beiden Schützenvereinen beteiligte sich je eine TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1086a Bahnhofstraße Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Achtung Hausfrauen! Bringe morgen auf den Wocken- markt einen groß. 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Wieseck) und Kluber (Turn- und Fechtklub Fulda) mit je 88 Punkten; Butti (To. Sinn) und Schick (To. Niedergirmes) mit je 86,5 Punkten. Frühjahrs-Rennen auf der Rennbahn in 2586 d Frankfurt am Main-Niederrad Sonntag, den 26. April 1936, nachm.4 Uhr MW Eintrittspreise von RM. 0.70 an dazu RM. 0.10 Sportgroschen. Vorführung von Herren- u. Damen- Moden durch Frankfurter Firmen Frankfurter Rennverein (E.V.) Ihr neuer levvlrstvon (leinrick I Joch Mer > L 11 AM BRAND kam und hier eine sehr bewährte Stütze der ’ tracht-Elf wurde, ist nach Mannheim ubergesiedelt und hat sich dort dem BfR. angeschlossen 7 7 deutsche Amateurboxer danrnter die 20 Mann starke Olympia-Kernmannschaft, wer den in den nächsten Wochen zu Lehrgängen m Trainingslager Benneckenstein äusammengezogea. Die einzelnen Kurse werden 8 bis 14 Tage dauern und jeweils von 12 Boxern beschickt werden 800 Meldungen sind für das Returmer m Bielefeld, das vom 1. bis 3. Mai ftattfmdet, ab gegeben worden. . 17 Beim S 0 H f ub cs 9^ e n n c n , öas am 1 . Tlai auf der bekannten Rennstrecke bei Stuttgart stattfindet, wird der zweite deutsche Meisterschafts lauf der Motorradfahrer ausgefahren. Teutonia Hausen, der Meister der Be. zirksklasse Südmain, ist wegen unlauterer Machenschaften bei Erringung feines Meistertitels fetzt von der weiteren Teilnahme an den AuMl^gskampfen zur Gauliga ausgeschlossen worden. Es handelt sich um versuchte und durchgeführte Bestechungen und sonstige Beeinflussungen. , . r , . Di e Pfälzisch-Saarländisch e O r 1 e tierungsfahrt wurde mit Start und Ziel in Kaiserslautern am Sonntag zum sechstenmal durcy- geführt. Bei ungünstigem Wetter hielten 56 von 68 gestarteten Fahrern durch, von denen 13 Ctnzel- sahrer und drei Mannschaften mit der Goldenen Plakette ausgezeichnet werden konnten. Deutsche Schwimmer waren in Pans erfolgreich. R ü ck e w 0 l d t (Magdeburg) gewann 200 Meter Brust in 2:58,4 Minuten ganz überlegen, Frl. Heiling siegte in 1:26,2 tm 100» Meter-Rückenschwimmen und Lorenz (Wunsdors) holte sich das Kunstspringen. Chormeisters Schreiner (Alten-Buseck) und unter ( Mitwirkung seiner Kapelle in der geräumigen Turn- I Halle zu Freienseen ein gut besuchtes Kon- < zert. Die Musik- und Gesangvorträge fanden l großen Beifall. # Groß-Eichen, 22. April. Am Samstag \ hielt die Freiwillige Feuerwehr ihre , ordentliche Generalversammlung bei Mitglied . Eduard Rahn ab. Brandmeister Heinrich Burk erstattete den Jahresbericht. Er stellte fest, daß die Wehr sehr schlagfertig ist. Die Hebungen wurden immer gut besucht. Er stellte den Wert der Freiwilligen Feuerwehren heraus und betonte, daß es für jeden Kameraden eine Ehre fei, dem Staate und feiner Gemeinde dienen zu können. Aufmerksam folgte die Wehr den Erklärungen des Brandmeisters über seine Teilnahme an dem Lehrgang in Mainz und dem Sonderlehrgang für Feuerwehrführer im Luftschutz in Gießen. Die Rechnung (Einnahme 22,40 Mark, Ausgabe 15,65 Mark, Bestand 6,75 Mark) wurde für richtig befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Verschiedene Anfragen über Brandweiher, Mützen usw. stellte der Brandmeister zurück, da in diesen Fragen auch die Gemeinde mit zu entscheiden hat. Mit dreifachem Siea-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Alsfeld. > Mücke, 22. April. Der Zweigverein Mücke des DHC. hielt dieser Tage seine Hauptversammlung ab. Der Dereinsführer, Lehrer i. R. Jüngst, gedachte zweier verstorbener Wanderkameraden und erstattete dann einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre. Nach dem Kassenbericht und nach der Genehmigung des Voranschlages für 1936 wurde dem Rechner Entlastung erteilt Der Vereinsführer ermahnte die Kameraden, im neuen Vereinsjahre sich fleißig an den Wanderungen zu beteiligen. Im weiteren Verlaufe des Abends beging man die Feier des 25jährigen Stiftungsfestes. Der Verein wurde am 6. März 1911 auf der Mucke tm Haus Weifenbach ins Leben gerufen. Don den Gründern leben noch die DHCer August B a 1 ft, Jean Sieben tapp, Karl Jüngst, H. Re eh, Karl Rohm, Eduard Schumann und Wilhelm Weifenbach. Die Gründer wurden mit dem Ehrenzeichen „25 Jahre treu dem VHC." bedacht. Im Weltkrieg fielen 13 VHCer. Nach dem Kriege stieg die Zahl der Mitglieder auf 91 und entfaltete sich eine rege Wandertätigkeit. Gegenwärtig zahlt der Verein noch 36 Mitglieder. Die älteren VHCer find dem Verein fast durchweg treu geblieben, u. a. auch Lehrer i. R. Jüngst und Stationsvorsteher i. R. Rohm, die vor kurzem beide am gleichen Tage 70 Jahre alt wurden. Mit dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" und mit einem Sieg- Heil auf Führer und Vaterland wurde die Feier ®rÄt öerö 120x80 em, und kl.schwarz.Herd zu verkauf, [ois?® Walltorstr. 4 tot. —. Haarfarbe- Fle *•**'• 252 Wlederhersfellee —Groß» Floecho R M 3* bezw 6 mk 4.90 _ Löwen-Drog. 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Lang mit 87 Ringen, von den Hom- bergern Herm. Leininger mit 83 Ringen. spielen steht und auf die weitere Teilnahme verzichtete. Reichsmodell-Wettbewerb auf der Rhön. Der diesjährige Reichsmodell-Wettbewerb findet wiederum an den Pfingsttagen auf der Wasserkuppe in der Rhön statt. Es ist mit einer starken Beteiligung aus allen Gauen des Reiches zu rechnen, besonders die Jugendgruppen werden zahlreiche Apparate schicken. Kurze Sportnotizen. Der Kampf Schmeling — Louis ist jetzt endgültig für den 18. Juni festgesetzt worden. Austragungsstätte ist das Neuyorker Yankee-Stadion, das in feiner neuen Form 100 000 Zuschauern Platz bietet. Der Eintracht-Verteidiger Konrad, der seinerzeit von Kaiserslautern nach Frankfurt Auto- Mechaniker v. sofort gesucht. Antomobilhaus Oslar Aahler Marburg Tel. 2101. lrsssQ Verkäufe-1 4sttzige Opel-Limousine gebraucht [oiroi 4 16 PS, preiswert abzugeben. 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