Nr. 71 Erstes Blatt Dienstag, 24. Marz 1956 186. Jahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholls Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitatsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breits 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/g mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Charakter des Locarno-Memorandums. England erwartet deutsche Gegenvorschläge. Lord Halifax zur Lage. L 0 n d 0 n, 24. März. (DNB.) Der englische Lord- siegelbewahrer Lord Halifax hielt an Stelle des in London durch seine Arbeit festgehaltenen Außenministers Eden die Eröffnungsrede auf der Jahresversammlung des Landesausschusses der Evangelischen Freikirchen in Bristol. Lord Halifax, der als zweiter englischer Vertreter an den Locarnobesprechungen teilgenommen hatte, erklärte u. a.: Wir wollen keine Einkreisung Deutschlands. Wir wollen keine exklusiven Bündnisse. Wir wollen vielmehr eine Gemeinschaft in der europäischen Gesellschaft aufbauen, an der sich Deutschland frei beteiligen und die Rolle eines guten Europäers für das europäische Wohlergehen spielen kann. Ich habe es mir nie verheimlicht, daß wir etwas Schweres von Deutschand forderten. Schließlich hat aber Deutschland die Bedingungen geschaffen, durch die die Festigkeit Europas erschüttert wurde. (!!) Es war daher unter den gegebenen Umständen nicht zuviel von Dutschland verlangt, einen Beitrag zu leisten, der zugegebenermaßen schwer war. Ich habe jedoch Berichte in der Presse gelesen, daß Deutschland mindestens einen der Vorschläge der Locarnomächte nicht anzunehmen in der Lage sein werde. Wenn das zutrifft, dann möchte ich zunächst sagen, daß diese Vorschläge niemals irgend etwas von der Art eines Ultimatums sein sollten, das Deutschland in seiner ursprünglichen Form zu unterzeichnen hätte. Wir möchten jedoch hoffen, daß von Deutschland, wenn es unsere Vorschläge nicht annimmt, Gegenvorschläge kommen, die nicht weniger wirkungsvoll wären als die anferigen. Soweit die britische Regierung in Betracht kommt, kann gesagt werden, daß allen ernsthaften deutschen Gegenvorschlägen irgendwelcher Art die sorgfältigste Erwägung gesichert ist. Lord Halifax erklärte, das britische Volk habe den überwältigenden Wunsch, daß der ganze Einfluß Englands in die Waagschale des Friedens geworfen werde, und daß die englische Regierung keine Bemühungen scheue, den Frieden auf der einzig möglichen Grundlage, nämlich der Achtung für die internationalen Verträge und der gegenseitigen Verständigung zwischen den Nationen Europas und der Welt, zu erzielen. Außenminister Eden versuche, eine Brücke zu bauen, auf der sich die deutschen und französischen Auffassungen begegnen, einer gegenseitigen Verständigung näher kommen und daduxch das Friedensgebäude verstärken könnten. Aus dieser Bemühung hätten sich die Vorschläge der Locarnomächte ergeben. Nichtangriffspakte von der Art, wie sie der deutsche Reichskanzler vorgeschlagen habe, unterstützt durch Maßnahmen für gegenseitigen Beistand zwischen den Nationen würden als mächtiges Abschreckungsmittel gegen alle Friedensbrecher wirken. Er und Eden hofften, daß Deutschland sich an diesen Maßnahmen beteiligen werde. Die englische Sochkirche für einen Frieden der Gleichberechtigung. London, 24. März. (DNB. Funkspr.) Die Hochkirche von England hat zur politischen Lage Stellung genommen und zwar in einem Brief des Erzbischofs von Canterbury an Ministerpräsident Baldwin. Der Brief lag einer Konferenz sämtlicher Bischöfe von England vor. Das Schreiben betont, daß „auch die anderen Mächte" nicht immer dem Gei sie nach ihre V e r p f l i ch ku n g e n erfüllt haben und zwar sowohl die aus dem Locarno-Vertrag als auch die aus der Völkerbundssatzung entspringenden. Von größter Bedeutung sei es nun, daß die Staatsmänner Europas nicht rückwärts, sondern vorwärts sehen und sich ernsthaft anstrengen, die einzigartige Gelegenheit zu nutzen, die sich jetzt biete, das System des europäischen Friedens neu aufzubauen und zwar auf der Grundlage internationaler Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Daher sei der Vorschlag zu begrüßen, daß der Völkerbund möglichst bald eine internationale Konferenz einberufe, die die Grundlage zu diesem Neuaufbau legen solle. „Wir hoffen", so heißt es in dem Schreiben weiter, ,chaß eine solche Konfernz nicht nur die politischen, sondern auch die wirtschaftlichen Ursachen der Nervosität und Unzufriedenheit vieler Nationen behandeln wird. Wir vertrauen darauf, daß in einer so geschaffenen besseren Atmosphäre eine neue unentschlossene Anstrengung gemacht werden wird, um in Uebereinstimmung mit den Verpflichtungen der Völkerbundssatzungen eine allgemeine Abrüstung herbeizuführen." „News Chronicle" weist darauf hin, daß der Brief nicht nur von Vertretern der anglikanischen Kirche, sondern auch von den Methodisten, Kongregationalisten, Baptisten, Presbyterianern, Nonkonformisten und den Vertretern der Heilsarmee unterzeichnet wurde. Es sei kein Zweifel, daß er die Ansichten des Durchschnittes des englischen Publikums wiedergäbe. Die Haltung Italiens. London, 24. März. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse zeigt, daß das Verständnis für die deutsche Haltung weiter an Boden gewonnen hat. Die öffentliche Meinung ist sich darüber klar, daß die Vorschläge der Locarnomächte an Deutschland i n der gegenwärtigen Form nicht annehmbar sind. Eine Erschwerung, so meint „Morning Post", erwarte man durch die Haltung Italiens. Grandi habe bei der Eröffnung der Ratstagung es ganz klar gemacht, daß Italiens Zusammenarbeit mit den Locarnomächten gewisse Bedingungen zur Voraussetzung mache, nämlich die B e - Paris, 24. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse gibt eindeutig den tiefen Gegensatz wieder, der zwischen der e n g - l i s ch en und der französischen Auffassung über die Eigenschaft des Londoner Vierer-Abkommens besteht. Edens Unterhauserklärung, daß die dem Botschafter von Ribbentrop übergebenen Schriftstücke nur „Vorschläge" darstellten, hat das französische Außenministerium so betroffen, daß es sich nämlich offenkundig an der ganzen weiteren Verhandlung in London zu desinteressieren gedenkt und die Völkerbundsratssitzung m ö g l i ch st schnell beendet zu sehen wünscht. Außerdem scheint es die Londoner Verhandlungsbühne mit dem üblichen diplomatischen Weg austauschen zu wollen. Flanoin hat erklärt, er werde nicht nach London zurückkehren sondern in seinen Wahlkreis reisen Die Zeitungen geben nur übereinstimmend die Information wieder, wonach Frankreich keine Gegenvo schlüge erörtern werde. Vor allem ist man besorgt, daß Englands militärischer Bei st and keineswegs bereits so gesichert erscheint, wie Paris Ende voriger Woch noch angenommen hatte. Der „Jour" schreibt, wenn Hitler am Dienstag seine Gegenvorschläge unterbreite, und Flandin dann Verhandlungen über sie verweigere, würde die englische Regierung wahrscheinlich versuchen, die Schuld für das Scheitern der Locarnoverhandlungen Frankreich zuzuschieben. Alle Welt' fei überzeugt, daß es am besten gewesen wäre, den Völkerbundsrat sofort nach der Feststellung der Locarnoverletzung durch Deutschland zu vertagen, die Verhandlungen auf diplomatischem Wege weiter zu führen und in zwei bis drei Wochen wieder zusammenzutreten. Weder England noch Deutschland noch Italien fühlen sich gebunden, schreibt das „Journal". Was bleibe denn überhaupt noch von dem Londoner Plan übrig? Der letzte Fehler, den man noch machen könne, sei die Ansicht, daß die französische Politik seitigung der Sanktionen. Mussolini habe noch nicht seine Zustimmung zu dem Viermächte- Abkommen gegeben und es sei auch unwahrscheinlich, daß er sie ohne wichtige Vorbehalte geben werde. Mit all seinem Mut und kühlen Haltung, die er gegenüber der übrigen Welt zeige, müsse Mussolini doch darauf bedacht fein, auf dem Wege der Versöhnung den Fried en in Afrika her- zuftellen, um desto besser den Frieden in Europa aufrechterhalten zu können. Eine solche Veränderung der italienischen Politik könne natürlich nicht an einem Tage erreicht werden. „Daily Telegraph" sagt, weder der Tonfall noch die Launenhaftigkeit der Anspielungen Mussolinis gegenüber Großbritannien könnten in England ernsthaften Unwillen erzeugen, da man Italiens Schwierigkeiten sehr gut verstehe. Nichtsdestoweniger brächten sie eine mißliche Note zwischen die beiden Länder. aus dem Kreislauf falscher Entschlüsse herauskom men könne, wenn man an eine Wahlreise nach Ponne (womit auf Flandin angespielt wird) mache und eine Vertagung des Dölkerbunds- rates zu erreichen versuche. Pertinax sieht die erste Schwierigkeit darin, daß die italienische Regierung hinsichtlich des Vierer-Abkommens noch nichts von sich habe hören lassen. Sie wolle die Gelegenheit ausnutzen, um von den Sühnema'ß nahmen loszukommen. Grandi, der bei der ganzen Angelegenheit ein stummer Zeuge gewesen sei, habe am Montagabend noch keine Anweisungen aus Rom gehabt. „Oeuvre" meldet jedoch, Grandi sei von seiner Regierung mitgeteilt worden, Rom sei zur Unterzeichnung der Londoner Schriftstücke der Locarnomächte nur bereit, wenn Frankreich genau umrissene Bürgschaften über seine Rolle im afrikanischen Streit geben wolle. Frankreich glaube, bereits genug für Italien getan zu haben, Italien hingegen meine, Frankreich hätte noch mehr tun können. Italien werde also mit seiner Antwort warten, bis Deutschlands Antwort vorliege. Madanaga soll im Abessinien-Konflikt verhandeln. London, 23. März. (DNB.) Der Dreizehner-Ausschuß des Dölkerbundsrates hat beschlossen, seinen Vorsitzenden de Madariaga und den Generalsekretär des Völkerbundes zu beauftragen, an die italienische und abessinische Regierung heranzutreten, um festzustellen, welche Möglichkeiten für die Herbeiführung eines Waffen st ill st an des und den Abschluß eines Friedens im Geiste des Völkerbundspaktes bestehen Zuversicht. Von Dr. Hans von Malottki. In voller Schärfe hat sich an der deutschen Aktion vom 7. März jdner diplomatisch-politische Kampf entzündet, der bisher noch jeder entschlossenen Bekundung des deutschen Lebenswillens gefolgt ist, die Auseinandersetzung um die Stellung Deutschlands innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft. Die Wiederbesetzung der Rheinlandz0ne ist bei dieser Wendung ins Grundsätzliche gar nicht mehr so sehr tatsächlicher und alleiniger Streitgegenstand. Sie bildet vielmehr nur das Symbol und den Ausgangspunkt für den neu entbrannten Kampf um jene „deutsche Frage" überhaupt, die seit 1919 wie ein Albdruck auf diesem friedlosen und ruhebedürftigen Kontinent lastet. Die Londoner Dokumente der Locarno-Mächte waren nicht nur ein Gradmesser der Widerstände, mit denen der deutsche Selbst- behauptungswille auch heute noch zu rechnen hat. Sie waren auch — was fast noch schwerer wiegt — ein erschütterndes Eingeständnis, daß die Westmächte den wahren Charakter der deutschen Politik, ihre Notwendigkeit und Nützlichkeit für Europa noch immer nicht erkennen wollen und erkennen können. So bewegt sich die europäische Politik in einem unseligen Zirkel: Jeder deutsche Schritt in Richtung der Gleichberechtigung — er mag noch so notwendig und vernünftig fein —, erscheint in der verzerrten Perspektive des Versailler Hohlspiegels den anderen als ein bedrohlicher Akt. Unfähig oder einfach nicht gewillt, sich aus einer Betrachtungsweise zu lösen, die den erstarkenden deutschen Lebenswillen nicht als Voraussetzung des europäischen Gleichgewichts, sondern als gefährliche Störung der Versailler Zustände empfindet, wird so jede deutsche Durchbruchsschlacht für den wahren Frieden in den Augen der anderen zur Quelle einer neuen Gefahr. So werden wir vorerst uns damit abfinden müssen, daß die Fundamentierung einer sinnvollen europäischen Ordnung auf absehbare Zeit leider nur unter Erschütterungen und gegen den Widerstand derer sich vollziehen kann, die wie gebannt auf die Trümmer der Versailler Welt starren. Das Werk der Friedensstiftung wird damit ungleich schwieriger, — freilich darum nicht weniger dringlich und notwendig. Es erfordert den Einsatz der gesammelten deutschen Lebenseneraien. Die Welt mißt diese Lebensenergien des deutschen Volkes an dem Grad der Geschlossenheit und Widerstandsfähigkeit nach außen. Sie wird am nächsten Sonntag Gelegenheit haben, die volle Uebereinstimmung zwischen Führung und Volk festzustellen. Wenn sie klug ist, dann wird sie in der Bekundung des einheitlichen deutschen Wollens nicht eine bloße selbstverständliche Billigung der Aktion vom 7. März erblicken; sie wird in erster Linie in der Wahl vom 29. März einen Akt unbeugsamer Entschlossenheit Deutschlands erkennen müssen, gegen alle Widerstände den Wegweiterzugehen, den Selbstachtung, politische Vernunft und europäisches Verantwortungsgefühl zur unbeirrbaren Pflicht stempeln. Gleiche Ehre, gleiches Recht, gleiche Sicherheit, — mit diesen Punkten ist nicht nur das unerschütterliche Ziel der deutschen Politik, sondern auch der deutsche Beitrag zum Frieden Europas umschrieben. Wie schwer macht sich dieses Europa dank der Fehlhandlungen seiner „Staatsmänner" das Leben? Alle Welt ist sich im Grunde darüber klar, daß das französische Vormachtstreben der Gle i ch gewi ch t sidee des Locarnovertrages den Todesstoß versetzt hat. Diese Idee war eines der wenigen gesunden und natürlichen Sicher- heitselemente im europäischen Nachkriegsdasein. Ausschaltung jeder Gewaltanwendung zwischen Deutschland und Frankreich, Friedenssicherung im Westen unter unparteiischer Garantie Englands und Italiens, — diese Konzeption war vernünftig und entsprach europäischen Notwendigkeiten. Es ist kein Zufall, daß die Vorschläge des Führers und Reichskanzlers sinngemäß und unter Anpassung an die gewandelten politischen und militärischen Umstände an diese Konzeption anknüpfen. Was aber tut Frankreich? Wenn nicht alles täuscht, will die französische Politik es bei ihrer bisherigen Schuld nicht bewenden lassen, geschweige denn einer fried- llchen Entwicklung Raum geben. Was der Quai d'Orsay an Gedanken und Vorschlägen in die Londoner Dokumente hineinbringen konnte, deutet vor allem auf die Absicht hin, den selbstverschuldeten Zusammenbruch des westlichen Sicherheitssystems noch obendrein so auszuschlachten, daß jeder aufbauenden und alle Teile befriedigenden Neuordnung nach Kräften der Weg versperrt wird. Von kn g l a n d wird unter Provozierung einer deut- chen Ablehnung nichts anderes verlangt, als sich ur alle Zukunft feiner unparteiischen und unbe- sangenen Garantenfähigkeit zu begeben und als militärischer Verbündeter Frank- r e 1 ch s bei den weiteren Sicherheitsgesprächen auf- zutr^ten. Dazu soll das Weißbuch den Weg frei madjen. Es soll also wieder einmal auf dem Rücken Der deutschen Gefahr der Versuch gemacht werden, Cnglands vollends von der Politik des Zleichgewichts abzubringen, — ein Ver- der besonders gefährlich ist angesichts der enq- Mchen Wendung zur „Kollektivität". Mit einem . rf)inbcrun9 ^des wirklichen Ausgleichs «^Gleichgewichts und damit Stabilisierung der Unsicherheit der europäischen Gesamtlaqe, — frnf 11 auS b’±r Krise die Position der fron nist- schen Politik. Man darf nicht vergessen, daß fierr tyianöin es ausdrücklich als Zumutung bezeichnet hat, wenn man Frankreich und Deutschland in der Schlesien bekundete dem Führer seine Treue. ■ x Z » "V-v "■ I W ' 2Im Sonntagnachnuttag sprach der Führer u n d R e i ch - k ° n z, e r in der Breslauer Jahrhundert- Halle zur schle,sichen Bevölkerung Luch hier kam es wieder zu stürmischen Kundgebungen für ben Fuhr-r m denen die Unverbrüchliche Treue der schlesischen Bevolkeruno sllr Adolf Hiller zum Ausdruck kam. Aus dem Flughafen von Breslau wurde der Führer von einem Jungvolkjungen begrüßt Rechts- Gauleiter Josef Wagner; in der Mitte Reichsführer SS. tiimmler ö J (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) ' ' Flandin wünscht keine weiteren Verhandlungen Keine Rückkehr des französischen Außenministers nach London. Sicherheitsfrage gleiche Behandlung zuteil werden ließe! Der französische Außenminister war vorsichtig Genug, diesem nackten Gewalt- und Vormachtsstreben ein gefälliaes Mäntelchen umzuhängen. Er hat die alten Versailler Methoden der Pression, der Herausforderung und Diskriminierung auf die Plattform der „Rechtswahrung" gestellt und ihnen damit gleichsam einen idealen Schimmer verleihen wollen. Daraus hat sich eine wahrhaft groteske Situation ergeben; allem Anschein nach aber noch nicht grotesk genug, um das englische Kabinett zur Besinnung zu veranlassen. Herr Flandin hat nämlich unter Berufung auf das „Recht" der widersinnigen These zum Siege oerholfen, daß Frankreich das Opfer eines deutschen Anschlags geworden und iym zunächst einmal „G e n u g t u - u n g" zu verschaffen sei. Aus den würdelosen Zumutungen des Weißbuches konnte man ersehen, wie weit auch die englischen Staatsmänner dieser gefährlichen Konstruktion Raum gegeben haben. Es rächt sich jetzt jene leichtfertige Zustimmung, die England im vergangenen Jahr, in der Hochkonjunktur von Stresa, aus Opportunitätsgründen dem R u s s e n p a k t erteilt hat. Die Folgen sind nun in verhängnisvoller Weise zutage getreten. Gestützt auf diesen Unbedenklichkeitsvermerk, gestützt auf die dann nicht mehr verwunderliche Verurteilung Deutschlands, versucht Frankreich jetzt aus dieser Situation politisches Kapital zu schlagen. Rur so wurde es möglich, daß Flandin den „Verzicht auf die volle Ausnutzung seines Rechts", zu dem die erschrockenen Engländer ihn schließlich noch beweaen konnten, als Beweis der französischen Friedwillia- keit preisen konnte. Rur so war es auch möglich, daß die untragbaren und ehrenwürdigen Zumutungen des Weißbuches sogar noch in die Form des Entgegenkommens gekleidet wurden! Die englische Regierung hat sich in eine Situation begeben, die die Erinnerung an das Schicksal Hoares wachruft. Hat man in London vergessen, was es heißt, Frankreich aus Bequemlichkeit und Fahrlässigkeit einen Schuldschein in die Hand zu geben, mit dem es dann alsbald zu wuchern beginnt? Ist der unselige Ruhreinmarsch veraessen, wo die Schuld Deutschlands aus ein paar nicht ab- gelieferten Telegrapyenstangen konstruiert wurde? Bedurfte es erst der eindeutigen deutschen Empörung, um das englische Kabinett über das aufzuklären, was um des Friedens willen keiner sich selbst achtenden Ration zugernutet werden sollte? Daß m 4 1 8% H 4KL tonnte. Und doch gab es „Regierungen", die den Bauern solche Kredite gei dezu aufdrängten und meinten, damit die deutsche Bauernnot beseitigt zu haben. Der Nationalsozialismus hatte die Macht erst wenige Monate in Händen, 'ls er ein Gesetz verkündete, das dem drohendeii Verfall des Bauerntums Einhalt ßeboti das Schuldsure gs» Verminderung derärbettrtasen. in der faniboirfjchaft FEBR.1933 322.000 \S£Pr,7933 93000 MUMM SEPT. 791«. 30000 __ «SEPT. 1955 39000 Mt ______________________________________ Durch die verfehlte Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnts war die Landwirtschaft dem völlige« wirtschaftlichen Zusammenbruch nahegebracht. Unsinnige Preis- und Marktoerhältnisse entwerteten die bäuerliche Arbeit und erschöpften die Mittel der Landwirtschaft. Das Eraebnis war ein schnelles Ansteigen der Arbeitslosenziffern auch in der Landwirtschaft. Die nationalsozialistische Bauernpolitik hat hier grundlegenden Wandel geschaffen und von Jahr $u Jahr die Arbeitslosenziffer auch in der Landwirtschaft verringert. Oer Führer spricht heute in Berlin. Großer Gemeinschastsempfang eingerichtet Berlin, 23. März. (DNB.) Der Führer wird am Dienstagabend in Berlin in der Deutschlandhalle sprechen. Ursprünglich bestand der Plan, die Kundgebung in 350 Darallelversammlungen zu übertragen, da auch oie Deutschlandhalle nur einen Bruchteil derjenigen zu fassen vermag, die den Führer W MW AchW WMH Im Manöver -es neuen deutschen Volksheeres Deine Stimme -em $ühcccl hören und sehen wollen. Die Gaupropagandaleitung hat sich nun entschlossen, auf den Straße n z ü g e n, die der Führer auf dem Wege zur Deutschlandhalle passiert, einen Gemeinschaftsempfang einzurichten. Auf allen Straßen, vom Knie in Charlottenburg bis zur Deutschlandhalle sind über 100 Lautsprecher ausgestellt. Die Strahenzüge erhalten eine würdige Ausschmückung, die Fenster und Häuserfronten werden illuminiert. Der gesamte Durchgangsverkehr und ab 19 Uhr auch der Queroerkehr werden stillgelegt. Parallelveranstaltungen finden nur im Sportpa» l a st, der ebenfalls ausverkauft ist, und in den weit von der Deutschlandhalle gelegenen Außenbezirken statt. Die Kundgebung wird durch eine Ansprache des Reichspropagandaleiters Dr. G o e b- b e l s eröffnet. Rur ein Friede in Ehren. Der Stellvertreter des Führers spricht in Kassel. Kassel, 23. März. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers sprach in der Kurhessenhalle vor 35 000 Volksgenossen. Der Stellvertreter des Führers erinnerte an seinen Appell, den er 1934 a n d i e Frontkämpfer aller Nationen gerichtet habe, gemeintem für den Frieden zu kämpfen. Die Frontkämpfer, die den Krieg in seiner ganzen Furchtbarkeit kennen, müßten die leidenschaftlichsten Kämpfer für den Frieden sein. Wenn er schon damals diesen Appell mit der Warnung verband, das Deutschland von heute, das Deutschland des Friedens, zu verwechseln mit dem Deutschland von einst, mit dem Deutschland des Pazifismus, jo gelte diese Warnung heute erst recht. Vie Herren in London hätten ein Memorandum zusammengebraut, das selbst der englischen Presse Töne entlockte, die bei ihr erfreulich neu seien. „Um des lieben Friedens willen wollen wir es auch mehr von der humoristischen Seite nehmen, wie es englische Blätter tun, wenn man uns freundlicherweise eine internationale Polizei zur Verfügung stellen möchte. Und es ist eine Satire, die für die spätere Geschichtsschreibung aufbewahrt werden muffe daß z. B. Italien diese internationale Polizei mit stellen soll, Italien, das vom Völkerbund erst des Vertragsbruches schuldig befunden wurde und unter Sanktionen steht, dieses gleiche Land soll nun wieder im Auftrag des Völkerbundes bei uns Polizei spielen, die Völkermoral schützen, weil wir in unser eigenes Hoheitsgebiet Friedensgarnisonen gelegt haben. (Allgemeine Heiterkeit.) „Wir nehmen die Sache noch humoristisch", rief Rudolf Heß aus, „aber Deutschland hat nicht fünfzehn Jahre um die Wiederherstellung seiner Ehre als Nation gekämpft, damit die Welt uns 1936 zu behandeln versucht wie das Deutschland von 1919. Sie hat heute ein Deutschland vor sich, das ebenso leidenschaftlich bedacht ist a uff eine Ehre, wie es den Frieden will. Den Frieden, den die Völker wollen, so wie das deutsche Volk den Frieden will. Wir haben die Hoffnung, daß in allen Ländern die gesunden Kräfte sich auf die Seite des Friedens stellen, wie es das ganae deutsche Volk in seinem Bekenntnis zu seiner Ehre und zu seinem Führer am 29. März tun wird." Oie Gestattung der deutschen Schule. Richtfest der Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung. Braunschweig, 23. Märg. (DNB.) Im Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde auf dem Gelände des ehemaligen Kleinen Exerzierplatzes das Richtfest der dort neu erstandenen Hochschule für Lehrerbildung, der „Bernhard-Rust-Hoch- Erhöhte Steuereinnahmen des Reiches. Berlin, 23. März. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Besitz- und Verkehrs st eu- e r n belaufen sich im Februar 1936 auf 447,1 Millionen RM. gegenüber 379,7 Mill. RM. im gleichen Monat des Vorjahres. An Zöllen und Verbrauchs st euern kamen 248,8 gegen 231,4 Mill. RM. auf. Insgesamt hat sich für den Berichtsmonat also das Steueraufkommen auf 695,9 Mill. RM. gegenüber 611,1 Millionen RM. im Februar des Vorjahres erhöht. Für die abgelaufene Zeit des Rechnungsjahres, das find die ersten elf Monate, betrugen die Einnahmen an Besitz und Verkehrssteuern 5 555,1 (4 457,4) Millionen RM., an Zöllen und Verbrauchssteuern 3191,1 (2 999,9) Mill. RM., insgesamt also 8 746,2 (7 457,3) Mill. RM. Das Auskommen an Lohn st euer im Februar 1936 überstieg dasjenige im gleichen Monat des Geschrien und lamentiert... (Sin ehemals immer wieder von „Berufspolitikern" gegen die Hitlerbewegung erhobener Vorwurf lautete bekanntlich: Za, wo ist euerNegierungsprogramm? Bitte, macht greifbare Vorschläge! Opposition kann jeder machen! Ein bekannter Parteiführer erhob öffentlich den Vorwurf: „Nichts haben die Nationalsozialisten gesagt, wie man die außenpolitische Befreiung des deutschen Volkes herbeisühren könnte, sondern nur geschrien und lamentiert." Nun, die Nationalsozialisten haben großen Versprechungen kraftvolle Taten vorgezogen! Sie dachten nicht daran, dem von ihnen bekämpften System Zdeen zu liefern, weil Zdeen unverfälscht nur von ihren geistigen Vätern verwirklicht werden können. Znfolgedesien konnten nur Nationalsozialisten die allgemeine Wehrpflicht unbeschadet durchführen, das deutsche Rheinland unter volle deutsche Hoheit stellen, den Frieden im Osten sichern, mit England fteundschastliche Vereinbarungen treffen, der Stimme des Reiches in der Welt Beachtung verschaffen! Das ganze deutsche Volk geht darum hinzu, so finden jährlich 4 — 500000 Arbeiter Verdien st durch Straßenbauten. Vorbildlich ist die Unterbringung in Muster« lagern, die Einführung der Gemeinschaftsverpflegung, die Bezahlung der Wochenendheimfahrt der verheirateten Arbeiter und die Versorgung der Un- allverletzten. Aus der zusammengewürfelten Schar von Arbeitslosen ist heute eine Gemeinschaft hochwertiger Straßenbauarbeiter geworden. Eine zweite Aufgabe, die mit dem Bau der Reichsautobahnen gelöst wird, ist die einer a n» tänöigen Baugesinnung. Die Baugesinnung der letzten 20 Jahre war eine materielle, kulturlose, unschöne Zweckeinstellung. Die Verkehrswege wurden zu häßlichen Fremdkörpern in der Landschaft. Durch die Straßen Adolf Hitlers wird Deutschland schöner, und thr Vorbild wirkt sich auf die gesamte ländliche Bauweise aus. Die Reichsautobahnen werden sich auch sehr chnell die verkehrspolitische Bedeutung holen. Schon heute sind die kurzen Teilstrecken bei Frank- urt a. M. und München hinsichtlich des Personenverkehrs die am stärksten befahrenen Straßen Europas. Wenn die Straßen erst verlängert sind, werden die Reichsautobahnen die am stärksten befahrenen Straßen der Welt sein. Mit aller Energie muß die Frage gelöst werden, welche Güter nach dem heutigen Stand der Technik schneller, zweckmäßiger und wirtschaftlicher im Kraftwagen als mit anderen Transportmitteln befördert werden. In diesem Jahre nod) werden d i e er st en 1000 Kilometer Reichsauto- bahnen fertiggestellt und dem Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Generalmusikdirektor Staatsrat Wilhelm Furtwängler rüst zur Wahl auf. Generalmusikdirektor Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der als einziges Mitglied des Reichskultursenates den Aufruf des Reichskultursenates zur Wahl nicht mitunterzeichnen konnte, da er sich zur Zeit auf einer Aegyptenreise befindet, und nicht rechtzeitig zu erreichen war, hat an den Reichskultursenat em Telegramm gerichtet, in dem er sich mit dem Aufruf identifiziert und den Aufruf des Reichskultursenats zur Stimmabgabe für den Führer auch zu dem seinen macht. Kunst und Wissenschast. Maria Neuß spielt im Rundfunk. Die Gießener Musikfreunde dürfte es intereffie- ren, daß die hier so beliebte, ausgezeichnete Geigerin Maria Neuß aus Berlin am heutigen Dienstag, 25. März, im Königsberger Rundfunk zu hören ist. Sie spielt dort 19.10 Uhr in dem großen Konzert des Reichssenders das Violinkonzert von G l a f u n o f f. mit Adolf Hitler am 29. März!! schule", gefeiert. Vor dem Hauptbau hatten Lehrer- und Studentenschaft, sowie die am Werke beteiligten Arbeiter und die Ehrenformationen der Bewegung Aufstellung genommen. Ministerpräsident Klagges erinnerte daran, daß zwar schon vor Jahren die Lehrerbildung in Braunschweig habe hochschulmäßig aufgezogen werden können, daß es aber dem Nationalsozialismus vorbehalten geblieben sei, ihr eine würdige Heimstätte zu geben. Reichsminister Rust wandte sich der Frage der zukünftigen Gestaltung der deutschen Schule zu. Neben der körperlichen Ausbildung .werde auch die Schulung des Geistes nicht vernachlässigt werden. Körperliche und geistige Ertüchtigung zusammen sollten Charaktere schaffen von mutiger Einsatzbereitschaft. Daher werde es in Zukunft keine Schule mehr geben, die nicht neben die strenge geistige Bildung die Erziehung des Körpers setze. Der Reichsminister wies weiter darauf hin, daß das Ringen um die Gestaltung der neuen deutschen Hochschule und um die Erneuerung der Lehrerbildung heute noch in seinen Anfängen stehe. Hier gehe es um die Wesensgrundlagen unserer gesamten Bildung überhaupt, die immer aufs engste verbunden bleiben müsse mit dem lebendigen Volk. Eine Besichtigung des Rohbaues beendete die Feier. Das Bauwerk, dessen Mittelpunkt ein sechsge- schössiger über 50 Meter hoher Turmbau bildet, an den sich in zwei Flügeln die übrigen Baulichkeiten anschließen, fügt sich gut in das Braunschweiger Stadtbild ein. Als Werkstoff wurde der heimische Bunthartbrandstein verwendet. Vorjahres um 12,9 Mill. RM. Das Aufkommen an veranlagter Einkommens st euer war um 15 Mill. RM. höher. An Steuerabzug vom Kapitalertrag sind 1,5 Millionen Reichsmark mehr aufgekommen. Die Körper- schaftssteuer hat ein Mehr von 13,6 Millionen RM. gebracht. Die Vermögenssteuer brachte ein Mehraufkommen von 2,1 Mill. RM., die Umsatzsteuer ein solches von 18,3 Millionen Reichsmark. An Kraftfahrzeugsteuer sind 0,7 Mill. RM. weniger als im gleichen Monat des Vorjahres aufgekommen, was darauf zurückzuführen ist, daß die Zahl der alten Personenkraftfahrzeuge fortgesetzt kleiner wird, und alle neuen Personenkraftfahrzeuge steuerfrei sind. Oie nationale Bedeutung der Reichsautobahnen. Berlin, 23. März. (DNB.) Auf der verkehrswissenschaftlichen Tagung hielt Generalinspektor Dr. Todt einen Vortrag über „Die nationale Bedeutung der Reichsautobahneu". Die erste nationalpolitische Aufgabe dieser Straßenbauten war eine arbeitspolitische. Es galt, für längere Zeit eine möglichst große Zahl bisher Arbeitsloser zu beschäftigen, und zwar möglichst gleichzeitig in ganz Deutschland. U e b e r eine Viertel Million Arbeiter ist direkt und indirekt beim Straßenbau beschäftigt und bleibt in den nächsten 5—7 Jahren an der Arbeit. Rechnet man die beim Bau von Reichs- und Landstraßen Beschäftigten 3 Jahre Nationalsozialismus: Ä " 1 Ä V< i B* MM i / ■ L...... Deutschland nicht mehr wehrlos! §lak-Schelnwerfer in Tätigkeit Deine Stimme dem Führer! als eine hocharomatifthe Zigarette, deren Mifchung durch Hin Zunahme von 35 er Macedonen-Tabaken einen noch feineren Charakter erhielt I N jr.a£ Oer erste Passagierflug mit Öem„LZ129/' Wir betrauern tief denTodunseres 1b. A.H. Unser langjähriges Vorstandsmitglied Herr Gustav Bergen Gießen, den 24. März 1936. 1834 D Vttttge Seefische [ Kaufgesuche"] Heuchelheim, den 24. März 1936. 1836 D Heuchelheim, den 24. März 1936. 1839 D Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 25. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Getötet, sechs schwer verletzt. Der SachschiHen ist sehr groß. In Mitteloklahoma richtete ein Sandsturm großen Schaden an. In verMede- nen Ortschaften mußten die Schulen geschlossen werden. Zum Kochen .. Pfd. von 254 an Filet.........Pfd. von 35-- an Grüne Heringe... 3 Pfd. 454 Flußhechte,Zander,Rot-Zungen u. alle übrig. Sorten empfiehlt billigst Nachfolger Mäusburg 15 imiA Telephon 3612 Einem Teil der heutigen Ausgabe liegt ein Werbeblatt der Firma Wegener & Schlöte),Frankhirt/M.6e‘ A ben>er dosten ft ?, bi? Der Wahlvorschlag der NSDAP Wahlkreis 33 (Hessen-Darmstadt) TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1085a Bahnhofstraße Nach längerem Kranksein wurde gestern mittag mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Bergen Fabrikdirektor L R im 64. Jahre seines arbeitsreichen Lebens durch einen sanftenTod von uns genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Olga Bergen, geb. Dehn-Rottelser. Stets N js heuip ÖDt I, 2m. Bei herrlichstem Frühlingswetter startete der neue Luftriese „LZ 129" am Montag um 10 Uhr in Friedrichshafen zu seinem ersten Passagierflug, der ihn in Begleitung seines kleineren Bruders „Graf Zeppelin" über den Bodensee und dessen Randgebiete führte. In dem „LZ 129", der von Kapitän Lehmann gesteuert wird, nahmen die geladenen Teilnehmer, 101 Personen, Platz. Unter ihnen befanden sich Vertreter des Staates, der Partei und der Presse. An der Fahrt des „Graf Zeppelin" nahmen 24 Personen teil, meist Vertreter der Werft und des Reichsluftfahrtministeriums. Die Führung des Luftschiffes liegt in den Händen von Kapitän von Schiller. „LZ 129" landete um 15.30 Uhr glatt auf dem Flugplatz in Löwenthal, um in der dortigen Halle vorläufig Unterkunft Zu beziehen. „Graf Zeppelin" setzte 17.15 Uhr zur Landung an. In Halle II, die „LZ 129" Montag früh verlassen hat, wird mit der Montierung des Bauringes des „LZ 13 0" bereits begonnen. In der Nacht vom 30. auf den 31. März tritt „LZ 129" seine erste Südamerikafahrt nach Rio de Janeiro an. ♦ Das Großartige dieser Fahrt liegt darin, daß die Schönheiten des Fluges in größter Bequemlichkeit und räumlicher Freiheit genossen werden können. Die Fahrgäste sitzen in bequemen Sesseln, sie haben Gelegenheit, in einem geschmackvoll eingerichteten Raum das Essen einzunehmen und alle Vorzüge dieses „Hotels der Lüfte" zu genießen. Der an der Fahrt teilnehmende Polizei- dern dem gleichen Rußland der 3. International^ zuzuschreiben, vor welchem wir noch gestern Ab« scheu hatten, und mit dem wir heute in Nichtachtung der Geschichte und der nationalen Interessen Rumäfl niens liebäugeln." Dann klagt der Marschall unzweideutig daS gleiche Frankreich des Vertragsbruches an, das heute selbst über „Vertragsbruch" klage. Obwohl Rumänien vor Eintritt in den Weltkrieg mit Frank« reich feierlich einen Vertrag über seine An« spräche bei den künftigen Friedensverhandlungen abgeschlossen habe, seien in völliger Mißachtung dieser feierlichen Vereinbarungen andere Grund« lagen angenommen worden. Wenn man von der Achtung vor Verträgen spreche, so müsse daran erinnert, werden, daß Rumänien m-i t Polen im Jahre 1920 einen ausgesprochenen Defensivoertrag gegen die Gefahr aus dem Osten abgeschlossen habe. Es wäre loyal von Rumänien, ehrlich auf jenem Standpunkt zu verbleiben, statt an neue politische Kombinationen zu denken. (Eine halbe Milliarde Hochwasserschaden in Amerika. Nach der letzten Berechnung beträgt der durch die Ueberschwemmungen in 13 Bundesstaaten angerichtete Gesamtschaden 507 Millionen Dollar. 429 000 Menschen sind obdachlos geworden. Etwa eine halbe Million Arbeiter sind mit 'dem Wiederaufbau der heimgesuchten Gebiete beschäftigt. Insgesamt sind 171 Menschen Bet den Ueberschwemmungen umgekommen. Das Hochwasser des Ohio-Flusses hat am Montag weite Ge- biete von Kentucky in der Nähe von Louisville überflutet. Tüchtiger Rockschneider sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 1842V an den Gieß. Anzeig. stnöttwi (Hießen 1770D Mi., 25. März, 19.30-22.30Ubr. 23.Mittwoch'Ab. Preise oon^ 1.00 b. 3.20RM. Die blaue Mazur. Operette von Ft» Lehär. MustkaU Leitung: Ernst Bräuer. Spiel* leit. PaulWrede. I TbernSc^ultbeis Rosenberg, Alfred, München, Reichsleiter, Hauptschriftleiter, MdR. Sprenger, Jakob, Frankfurt a. M., Gauleiter, MdR. Barth, Robert, Mainz, Kreisleiter, Bürgermeister. Biedert, Adam, Oppenheim, Kreisleiter, Kaufmann. Brückmann, Georg, Bensheim, Kreisleiter, Bürgermeister. Burkart, Franz, Dieburg, Kreisleiter, Kaufmann. Cramer, Moritz, Stadecken (Rheinhessen), Ortsgruppenleiter, Kaufmann. (Samer, Hermann, Worms, Gauamtsleiter, Landeshandwerksmeister. Gärtner, Johann, Lindenfels (Odenwald), Gastwirt. G ö ck e l, Heinrich, Langen- Offenbach, Bürgermeister. Haug, Wilhelm, Darmstadt, Gauamtsleiter, Bürgermeister. H e i»i n g, Georg, Kirchbrombach (Odenwald) Kreisamtsleiter, Angestellter. H e y s e, Walter, Frankfurt a. M., Gauamtsleiter, Gauinspekteur, Diplom - Volkswirt, MdR., Hildebrand, Dr. Werner, Gießen, Kreisleiter, Dr. phil. Kern, Fritz, Berlin, Reichs- waltung DAF., Arbeiter, MdR. Kirchner, Friedrich, Alsfeld, Kreisleiter. Klostermann, Alfred, Groß-Gerau, Kreisleiter z. b. V., Kreisdirektor, MdR. Kromm, Wilh., Schotten, Kreisleiter, Fabrikant, von Lindenfels, Walter, Darmstadt. SA.-Bri- gadeführer, Major a. D., MdR. Lotz, Adam, Gießen, Kreisleiter, Postbeamter. Müller- Scheld, Wilhelm, Frankfurt, Gaupropagandaleiter, Landesstellenleiter Hessen-Nassau, Schriftsteller. M ü n ch m e y e r , Ludwig, Düsseldorf, Reichsredner, Pfarrer a. D., MdR. Muhl, Philipp, Dudenhofen, Landwirt. Nickel, Adam, Frankfurt a. M., Gauhauptstellenleiter, Oberpostinsp. i. R. Peters, Theo, Alzey, Kreisleiter, Kreisdirektor. Pfann- st i e l, Otto, Bermuthshain, Landwirt. P o t t h o f f, Herbert, Wiesbaden, HJ.-Gebietsführer, Kaufmann. Reiner, Heinrich, Darmstadt, Gauleiter-Stellvertreter, Staatsrat. Ringshausen, Friedrich, Darmstadt, Gauamtsleiter, Ministerialrat, MdR. Ritter, Heinrich, Gießen, Kreisleiter z. b. V., Oberbürgermeister. Ruder, Willi, Frankfurt a. M., Gauamts'leiter, Studienreferendar. Sch icke rt, Ludwig, Bechtheim b. Worms, Bürgermeister, Landwirt. Schilling, Karl, Arnsheim, Kreisleiter, Dr. med. Schmidt, Gustav, Bad-Nauheim, SA.- Oberführer, Betriebsleiter, MdR. Schott, Friedr., Beerfelden/Odw., Ortsgruppenleiter, Schreinermel- fter. Schranz, Dr. Helmuth, Offenbach, Kreisleiter, Bürgermeister. Schwebet, Otto, Worms, Kreisleiter, Kreisdirektor. S ch w i n n , Wilhelm, Oberkainsbach/Odenwald, Kreisleiter, Landwirt, MdR. Seidel, Martin, Hannover, Hauptamtsleiter, Beauftragter der NSDAP. Seipel, Wilhelm, Fauerbach o. d. H., Kreis- leiter z. b. 23., Landesobmann Reichsnährstand, Landwirt, MdR. Staebe, Gustav, Frankfurt/M., Gauamtsleiter, HJ.-Gebietsführer, Hauptschrlftleiter. Staoinoga, Robert, Groß-Gerau, Kreisleiter, Ingenieur. Vetter, Michael, Schönberg-Bensheim Wagner, Dr. Erich, Darmstadt, Gauamtsleiter, Landesbauernführer, Landwirt, MdR., Wam- boldt, Otto, Darmstadt, Kreisleiter, Oberbürgermeister. Weiskopf, Wilhelm, Alzey, Standartenführer, Rektor. Weyrauch, Adam, Obermof- au-Erbach, Bürgermeister. Wolff, Karl, Berlm- Dahlem, Chef-Adjutant d. RF. SS., SS.-Brigade- führer. Z e h f u ß , Johannes, Knoden (Odw.), Lehrer. Zürtz, Alfred, Lauterbach (Oberhef- !fen), Kreisleiter, Kreisdirektor. oen wir in ft Wf haben A die Zwie Wen Propk die die 5E Uen. Wo dk Meden - au, F« Kn.eg. Nur Q '"Wen Dral ?s 'st fluft ^net eine? pSti Bä Dauern. !Qiel W UndefiLvei- eine f^bore. in ?'nfach:Je!nen Weiterbericht des Relchswekterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die Entwicklung einer Tiefdruckstörung über Deutschland hat sich die Zufuhr feuchter Meeresluft verstärkt. Dabei ist es im westlichen und südlichen Deutschland zu stärkerer Bewölkung und vielfach auch zu Regen gekommen. Die Großwetterlage zeigt zur Zeit lebhafte Wirbeltatigkeit über dem Ostatlantik und ein mächtiges Hochdruck- gebiet über Skandinavien. Wir verbleiben auf dep Grenze zwischen beiden Einflüssen, so daß sich vorerst kein dauerhafter Witterungscharakter einstelleu wird. Aussichten für Mittwoch: Zunächst wre- der freundliches, doch kein durchaus regensicheres Wetter, tagsüber Temperaturen um 10 Grad, veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Voraussichtlich wieder unfreundlicheres und kühleres Wetter. Lufttemperaturen am 26.März: mittags 18,2 Grad Celsius, abends 8,1 Grad; am 24. März: morgens 7,7 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum heute nacht 7,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 23. März: abends 8,7 Grad; am 24. März: morgens 7,2 Grad. — Sonnenscheindauer 7,8 Stunden. — Niederschläge 0,1 mm. | Mietgesuche | 3-4-Zimm.-Wolin. von ruhig. Ehepaar, Dauermieter, sofort oder später zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 01367 and.G.A. SmMatten in Riga verhafte«. Vorgehen der Polizei ohne Angabe von Gründen. Berlin, 23. März. (DNB.) Wie wir aus Riga erfahren, erschienen in der Nacht von Donnerstag zum Freitag, 13. März, unerwartet in einer deutschen Privatwohnung in Riga B e - amte der lettischen politischen Polizei und verhafteten alle 15 an einem geselligen Beisammensein teilnehmenden Baltendeutschen. Unter den Verhafteten befindet sich auch Erhard Kroeger, führender Vertreter einer Gruppe der jungen Generation des baltischen Deutschtums. Sämtliche Verhafteten wurden noch in der gleichen Nacht in das Haftlokal der politischen Polzei gebracht. Hier werden die Verhafteten fortgesetzt Verhören unterworfen. Gleich nach der Verhaftung hat die politische Polizei eingehende Haussuchungen in den Wohnungen der Verhafteten vorgenommen, wobei sie verschiedene Schriftstücke, Briefwechsel, Bücher u. a. beschlagnahmte. Welches Vergehen den Verhafteten zur Last gelegt wird, ist einstweilen nicht bekannt. Im Zusammenhang mit dem in Lettland herrschenden Kriegszustand hat die politische Polizei die Möglichkeit, die Verhafteten bis zu sechs Wochen in Untersuchungshaft zu behalten. Wie wir ergänzend erfahren, nahm die politische Polizei am Donnerstag, 19. März, abends, weitere Verhaftungen und Haussuchungen in deutschen Kreisen vor. Cs wurden weitere 17 Deutsche, darunter zwei Schüler, verhaftet. Auch hier wurde kein Grund angegeben, warum die Verhaftung erfolgte. Wo steht Rumänien? Marschall Averescu warnt vor einem Bündnis mit Awskau. Bukarest, 23. März. Der Führer der rumänischen Dolkspartei Marschall Averescu ergreift unumwunden für Deutschland Partei und spricht sich mit aller Schärfe gegen das bolschewistische Rußland aus, wobei er nachdrücklich für das polnisch-rumänische Abwehrbündnis gegen Sowjetrußland eintritt. Im „Universul" war im Zusammenhang mit den Londoner Besprechungen gesagt worden, daß der Führer Deutschlands, wenn er von der Unverletzbarkeit der nationalen Würde spreche, den Friedensoertrag vergesse oder vergessen machen wolle, der 1918 Rumänien ausgezwungen worden sei. Der Marschall, der im Weltkrieg gegen Deutschland kämpfte und während der Friednsverhandlungen Ministerpräsident war, stellt fest, daß Feldmarschall von Mackensen ihn mit größter Höflichkeit behandelt habe, und daß der österreichisch-ungarische Delegierte Gras C z e r - n i n und nicht die deutschen Vertreter für die damalige Festsetzung der rumänischen Grenzen verantwortlich gewesen sei. „Wir waren gezwungen, den Frieden zu schließen", so schreibt Averescu, „weil uns unser Verbündeter, das bolschewistische Rußland, im Stich gelassen hat. Die Lage, in der wir uns in jenen tragischen Augenblicken befanden, ist nicht dem zaristischen Rußland, son- Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor KümmeL D.A. 11.36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gesucht ein Tagesmädchen zuml.April,nicht schulpflichtig. Vorzustell. nach 6 Uhr. 01369 Frankfurter Straße 1, 2. St. Verkäufe 3 Goldstücke (3 Kaiser) sowie 3 Fünfmarkstücke gibt zum Sammlerwert ab. Schr.Angeb.unt. 01376 and.G.A. Klavier gut klingend, zu verkaufen. Schr. taiplUlt zu kauf, gesucht. Schr.Angeb. mit Preisangabe u. 01368 and.G.A. | Empfehlungen | Kleine Anzeig en im Gießener Anzeiger werden von Tanlenden beachtet und aelei-'n. | Vermietungen Schöne sonnige i-M-M in ruhiger, bester Lage, per sofort oder zum 1. Mai zu vermieten. Schriftl. 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Ang. u.01374a.d.G.A. Zuverl., pünktl. Monatsfrau für ein bis zwei Vormittage m d. Woche gesucht. Schr.Angeb.unt. 01370 and. G.A. Präsident von Magdeburg, Christiansen, richtete als Geschäftsführer der Deutschen Zeppelin- Reederei herzliche Begrüßungsworte an die Teilnehmer. Die Teilnehmer, so führte er u. a. aus, könnten stolz darauf sein, den heutigen Tay erleben zu dürfen. Das deutsche Volk werde in Kürze Gelegenheit haben, dieses neueste Werk deutschen Geistes zu sehen, das selbstbewußt und stolz die Ziele ansteuern werde, die der Führer Deutschland gewiesen habe. Niemals wohl brauste ein Siegheil auf den Führer begeisterter durch den Aether als in dieser Stunde. Anschließend hatten die Fahrgäste Gelegenheit, unter sachkundiger Führung den Laufgang des Schiffes und die Führergondel zu besichtigen. Neben Kapitän Lehmann gaben Kapitän P r u ß und Knut Eckener bereitwillig Auskunft auf zahlreiche Fragen. Besonderes Interesse fanden die Versuche mit dem Echolot, die während der ganzen Fahrt gemacht wurden. Allen Teilnehmern an diesem unvergeßlichen Rundflug fiel der geräuschlose und erschütterungsfreie Gang der Motoren besonders angenehm auf. Das Luftschiff liegt selbst bei voller Fahrt vollständig ruhig. „LZ 129' ist ein neuer, sinnfälliger Beweis für die unerreichte Leistungsfähigkeit des deutschen Luftschiffbaues. Wirbel- und Sandstürme in USA. Ein Wirbelsturm hat verschiedene Ortschaften Südmissouris heimgesucht und zahlreiche Häuser zum E i n st u r z gebracht. Zwei Personen wurden Die Althermschaft der ehemaligen Burschenschaft »Germania« Gießen ist gestern verstorben. Wir stehen trauernd an der Bahre eines Mannes, der während 36 Jahren ein pflichttreuer Mitarbeiter war und erst Mitte vorigen Jahres in den Ruhestand trat Sein Name ist nicht nur durch die Tätigkeit als kaufmännischer Direktor mit dem der Firma auf alle Zeiten verbunden, sondern auch dem Menschen und Freund werden wir immer ein dankbares Gedenken bewahren. Betriebsführer und Angestelltenschaft der Rinn & Cloos A.-G Schiffsarzt Dr. med. Fritz Bender llr.Zj Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 24. Mürz Mb Friede und Aufbau. Von Paul Kugel, Letter des Konirollamies für Arbeitsbeschaffung der Gauleitung Heffen-Naffau, NSDAP. Noch nie hat ein hochkultiviertes Volk in der Welt so unendlich viele zu Unrecht auferlegte La st en, Schmach und Entehrungen erfahren müssen wie das deutsche Volk. Diese schrankenlose Duldsamkeit eines Leidensweges feit 1918, herbeigeführt durch aufgezwungene Verträge ehemaliger Kriegsgegner, von einem Vernichtungswillen diktiert, hat durch die befreiende Tat des Führers am 7. März 1936 ihr endgültiges Ende gefunden. Eine unerträgliche Knechtschaft ist vorbei und wie von einem Alpdruck befreit dankt dem Führer dafür das ganze deutsche Volk. Der Führer, sich seiner außerordentlichen Verantwortung bewußt, mußte diese Entscheidung herbeiführen. Wir wollen den Frieden, einen heißersehnten dauerhaften Frieden und Gleichberechtigung, wollen gleichgeachtet unter den Völkern für die Lebensrechte unseres Volkes arbeiten. Das ist die aeringfte Forderung, die ein Volk für sich beanspruchen kann, um auch innerhalb seiner Grenzen seine Hoheitsrechte ausüben zu können. Wir wissen, daß das französische Volk an sich keinen Frieden zu unterbinden wünscht, ebenso wenig wie das englische oder andere Völker eine kriegerische Auseinandersetzung wünschen. So lange die Vernunft und klare Erkenntnis der Gerechtigkeit unter den Völkern richtunggebend ist für ihr Handeln und nicht andere Kräfte der überstaatlichen Mächte ihre Brandfackeln zum Entzünden bringen, kann man solche Gedanken einer kriegerischen Auseinandersetzung für absurd erklären. Wo kann sich ein Staatsmann rühmen, einmal mit so großen und aufrichtigen Friedensgedanken und Sicherheiten vor die Welt getreten zu sein? — An den Staatsmännern der Welt liegt es, nunmehr das Wort zu ergreifen. Wenn sie es ehrlich meinen, so werden sie den großen Gedanken einer weitsichtigen Friedenspolitik des Führers ihre Zustimmung nicht versagen können. Wie beschämend ist es doch, feststellen zu müssen, daß französische Staatsmänner in diesem Friedenswillen eine Kriegsgefahr sehen und sich von ihren jüngsten Waffengenossen, den Sowjets, ihre Meinung vorschreiben lassen. Wir wissen, daß unsere Diplomatensprache seit 1933 eine andere geworden ist. Wir haben es nicht nötig, nach alten Methoden auf unterirdischen Wegen und Kanälen Politik zu machen. Die Gedanken des deutschen Volkes sind wie die Worte des Führers: einheitlich ausgerichtet, offen und wahr. Was wir wollen, kann und soll die ganze Welt wissen. Man fragt sich, ist es denn so schwer, einen Frieden zu akzeptieren, um aus einer scheinbar ewigen Feindschaft des französischen Volkes zu dem deutschen eine dauernde Freundschaft herbeizuführen? — Wir oder Frankreich — wer hat die Verträge anders ausgelegt? — Jedenfalls hätten wir nach allem Vorausgegangenen mehr Grund zum Mißtrauen — und trotzdem dieses Friedensangebot und das grenzenlose Vertrauen des deutschen Volkes zur Welt. Was das deutsche Volk unter Führung seines großen Kanzlers Adolf Hitler in den letzten drei Jahren in Deutschland zum Frieden beige- st e u e r t hat, liegt offen vor aller Welt und müßte von den übrigen Staatsmännern der Welt wirklich anerkannt werden. Unsere Arbeit war dem Volk und dem Frieden gewidmet. Friedlicher Aufbau im Inneren und Aeußeren des Landes, Kampf gegen Hunger und Kälte, Kampf gegen die Geißel der Erwerbslosigkeit und Kamps gegen den jüdischen Bolschewismus, den wir in Deutschland mit Stumpf und Stiel ausgerottet haben. Er ist es aber, der den ewigen Haß und die Zwietracht unter die Völker sät. Diese falschen Propheten der Völkerverbrüderung, sie sind es, die die Welt zersetzen und die Welt herumhetzen. Wo der Friede ist, da stiften sie den Unfrieden — aus Ordnung machen sie Unordnung — das Recht stempeln sie zum Unrecht und aus dem Aufbau wird Vernichtung. Sie machen den Begriff der Ehre zur Unehre — die Unehre zur Ehre. Wer den Frieden will, dem wünscht man den Krieg. Nur auf dem Boden können diese ewigen jüdischen Drahtzieher ihre Existenz begründen. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß ausgerechnet einer der ersten Repräsentanten der kommunistischen Zentrale, Herr Litwinow, zum Ausdruck bringen darf, daß Deutschland keinen Anspruch auf GleichberechUgung unter den Völkern der Erde hat. Wie aber sieht es in dem von ihm vertretenen Land aus? Unumstößliche Tatsachen beweisen, daß das Riesenvolk der Russen immer mehr einer Verelendung entgegen» aeht, aus der es nicht mehr zu retten ist. Furchtbar war das Wüten des Bolschewismus: 1,8 Millionen Menschen wurden hingerichtet, darunter 67 Bischöfe, 18 500 Geistliche, 54 650 Offiziere, 815 000 Bauern. Viele Millionen sind in dem einstmals reichsten Land der Erde verhungert. In den Rinnsteinen der Straßen liegen nackte Leichen Verhungerter — in den verschneiten Friedhöfen sind sie zu hohen Haufen aufgeschichtet — ganze Wagenladungen wurden in große Gruben geworfen. Millionen Menschen ist es so gegangen, während Millionen, die noch das recht zweifelhafte „Glück" hatten, in diesem „Sowjetparadies" zu leben, stundenlang vor den Konsumgeschäften anstehen müssen, um für ihren Ausweis ein miserables Brot oder sonst ein undefinierbares Lebensmittel zu erhalten. Auf eine fachmännische Ausbildung des Arbeiters wird in keiner Weise Wert gelegt, denn die breite Masse ist zum Proletarier gestempelt worden. Ohne Rücksicht auf-seinen erlernten Beruf wird der Arbeiter ein ach in irgendeiner Berufsgruppe kommandiert, je nach dem, wo Arbeitskräfte benötigt werden. Leider veröffentlichen die sonst so zahlenfreudigen und fantasiebegabten Statistiker der Sowjetunion keine Angaben über die Erwerbslosigkeit. In den Fabriken, die gar zu gerne als die modernsten Anlagen hingestellt werden, ist nach und nach ein bis zum äußersten gesteigertes Akkordsystem eingeführt worden, bis die letzte Etappe bolschewistischer Freibeuterei erreicht wurde: die Einführung der Zwangsarbeit. Das riesige Reich ist damit in das Dunkel des Mittelalters zurückgefallen. Herr Litwinow hätte allen Grund, vor seiner eigenen Tür zu kehren. Was heute in Rußland vor sich geht, das ist die Erniedrigung, Verelendung und Versklavung des Menschen. Das ist Krieg und Vernichtung! Uttd wie sieht es in dem Deutschland f>H(evs aas» das noch den Aussagen Cin Mann reist durch Deutschland. Die Straßen Adolf Hitlers — die schönsten der Wett. Liebeserklärung, aus dem Auto gesprochen. - Richt Straßen für Bevorzugte, sondern für das Volk! Von unserem Sonderberichterstatter. Beim Kilometerstein X, zweite Hälfte März. V. Das große Erlebnis. Ich möchte eine Liebeserklärung vom Stapel lassen; mir ist so, ich kann mir nicht helfen. Und damit sensationslüsterne alte Tanten mir nach der Lektüre dieses Artikels nicht den Vorwurf machen, ich hätte sie irregeführt und diese Liebeserklärung sei gar nicht das, was sie im Artikel gesucht hätten, will ich gleich sagen, daß diese meine erste öffentliche Liebeserklärung keiner Dame und keinem schönen Mädchen gilt, sondern einer Straße. Die alten Tanten können hier also die Lektüre abbrechen, es steht von Küssen und Umarmungen nichts zu erwarten. Ich warne sie aber, hier aufzuhören zu lesen,denn vielleicht, vielleicht... geht diese Liebeserklärung doch aucy alte Tanten etwas an. Wenn nicht schon heute, so unter Umständen morgen. Bis zum Jahresende jedenfalls, sofern die alten Tanten nicht unwandelbare Stubenhocker sind. Wer Liebeserklärungen machen will, muß etwas 511 seiner Qualifikation mitbringen. Vorweg also über meine Person, daß ich seit einem halben Menschenalter Auto fahre und die Straßen halb Europas einschließlich Rußlands, die Straßen Nord- und Mittelamerikas und die Straßen Ostafiens in den Handgelenken und an diskreterer Stelle gespürt habe. Das Paradies der Autofahrer, die Vereinigten Staaten, habe ich viermal kreuz und quer der Länge und Breite nach genossen; im siebten Himmel aller Ritter vom Steuer, in Kalifornien, kenne ich sozusagen jeden Meilenstein. Und auf den Highways und Parkways des Staates Neuyork finde ich mich im Schlaf zurecht. Meine Liebe aber, meine große Liebe gehört seit gestern den deutschen Reichsautobahnen, den Straßen Adolf Hitlers. Es war Liebe auf den ersten Blick, unentrinnbare, unausweichbare, hoffnungslose und schicksalhafte Liebe, die mit achtzig Kilometer Stundengeschwindigkeit in meinem Herzen aufkeimte, als ich, von Mannheim kommend, die Reichsautobahn zum erstenmal sah. Die Reichsautobahn und ich, wir hatten noch nicht fünfhundert Meter gemeinsam gelebt, da wußten wir schon, daß hier eine Liebe fürs Leben ihren Anfang genommen hatte. Vorstufen zum Gluck. Vom Autostraßennetz Deutschlands konnte man bis zur Machtübernahme nicht viel halten. International gesehen, rangierte es durchaus an dritter oder vierter Stelle, und was bis 1933 in Deutschland als erstklassige Chaussee galt, hätte auf Autokarten Nordamerikas kaum einen dünnen roten Strich, die Kennzeichnung von Sttaßen nebengeordneter Bedeutung, bekommen. Im zweiten Jahr nach der Machtübernahme war das eher noch schlimmer als besser geworden. Selbst die mittelmäßigen Straßen, die für den Durchgangsverkehr zur Verfügung standen, waren alle paar Kilometer aufgerissen, eine Umleitung folgte der anderen, Baustelle schloß sich sozusagen direkt an Baustelle. Es war ein Kreuz und eine <5träfe, 1934 durch Deutschlands Gaue Auto fahren zu müssen. Aber das war eben schon der Beginn der Besserung. Wer heute das normale Straßennetz Deutschlands benutzen muß, profitiert bereits von dem Chaos aus 1934. Denn nach meiner Schätzung sind jetzt mindestens 80 v. H. aller alten Durchgangsstraßen auf eine passable Breite gebracht, die verflixten Sommerwege, die weichen Bankette sind seit 1934 durchweg befestigt, Kurven gerade gezogen und überhöht und die elende Stümperei, die Stra- henmitte zu erhöhen, damit der Regen auch gut ablaufen kann, ist beseitigt. Auch die alten Durchgangsstraßen Deutschlands präsentieren sich heute in einer Form, die für Europa konkurrenzfähig ist; mit amerikanischen Durchgangsstraßen im Westen und Osten des Landes halten sie natürlich immer noch keinen Vergleich aus. Jedoch — da kommt man auf einer Autoreise durch Deutschland eigentlich mehr durch Zufall als durch Absicht in der Nähe von Dortmund an ein Schild „R u h r s ch n e l l st r a ß e". Oder hinter Köln will man am Rhein entlang nach Koblenz und findet sich plötzlich auf einer „Nur-Autostraße" nach Bonn. Man hat zwar Bilder von den Reichsautobahnen gesehen und weiß, die sehen anders aus. Aber im Augenblick ist man verwirrt. Vielleicht gaben die Bilder nur Teilausschnitte, und vielleicht sehen die Reichsautobahnen hier oben eben anders aus, als in Süddeutschland? Vielleicht hat man nur übersehen, daß hier oben auch schon Reichsautobahnen eröffnet sind und vielleicht sind das also die ersten, denen man begegnet? Erstklassig, aber... Und so fährt man sie, voller Spannung und Neugier und Entdeckerfreude. Bemerkt voller Anerkennung, daß sie vorzüglich ausgeglichen sind, daß die vier durch Striche abgegrenzten Fahrbahnen sich noch durch verschiedene Farbtöne unterscheiden, daß also die beiden Außenbahnen dunkel, die beiden Innenbahnen hell gehalten und Verwechslungen dadurch fast unmöglich gemacht sind. Voller Verwunderung betrachtet man im Vorbeisausen zunächst die eigenartigen niedrigen Masten mit den noch eigenartigeren Aufbauten rechts und links der Straße, bis man erkennt, daß sie Beleuchtungskörper darstellen, die von hinten her dem Fahrer die Straße zeigen, ohne den Gegenfahrer zu blenden. Man stellt fest, daß diese Straßen also allen modernen Anforderungen des Verkehrs genügen und jeden Vergleich, auch mit den besten amerikanischen Vorbildern, aushalten, ja, in Kleinigkeiten sogar die Vorbilder übertreffen. Aber weiß der Teufel warum — man bleibt trotzdem beim Befahren dieser Straßen kühl und sachlich. Erstklassige Straßen, ja; herrliche Straßen, ja; bessere Straßen als alle anderen bisher in Deutschland getroffenen und Straßen, durchaus dem internationalen Standard angepaßt, ja. Aber das alles zusammen regt nicht auf. Das hat man anderswo auch schon gesehen. Das bringt Deutschland nur auf die Höhe der Straßenbaukunst in anderen Ländern. Nach allem, was man bis dahin über Reichsautobahnen gehört hatte, war man aber auf mehr gefaßt. Der neue Standard. Ja, und so fährt man also in leichter Enttäuschung und Verstimmung weiter, bis ... ja, bis man eben bei Mannheim auf die wirklich erste Reichsautobahn stößt und erkennt, daß das, was man bei Dortmund und Köln gesehen hat, noch gar keine Reichsautobahn war. Bis man inmitten von herrlichstem Wald und grünender Flur eben aus drangvollem Straßengewimmel einer Großstadt kommend, plötzlich die unendliche, weiße Schlange mit dem grünen Streifen auf der Mitte ihres Buckels entdeckt. Bis die alte Kaffeemühle, die man bis dahin, schlecht und recht als Auto frisiert, über die Chausseen gezwungen hat, mit einem Mal Frühlingserwachen feiert und mit den Lebensäußerungen eines jungen Tigers die Schlange anfprinat. Dann ist Enttäuschung und Verstimmung verflogen wie nichts, dann ist, wie gesagt, nach den ersten fünfhundert Metern d i e Liebe auf den ersten Blick und fürs Leben da. Straßen zum Rasen sind diese Reichsautobahnen mit ihren vier, durch eine Grasnarbe in der Mitte aufgeteilten Gleisen. Alle achthundert bis tausend Meter sorgen Brücken oder Ueberführungen dafür, daß nie ein Spaziergänger oder Querverkehr den Fuß vom Gashebel wegzwingen kann. Wer will, kann am Steuerrad frühstücken; die Sttaße fährt sich auch bei Vollgas allein. Straßen zum Rasten aber sind die Reichsautobahnen noch viel mehr. Wie sie in die Landschaft hineingelegt worden sind, wie sie bei jed^m Kilometer neue schöne Ausblicke eröffnen, wie die an ihrem Rande angelegten Parkplätze so ausgesucht sind, daß man glaubt, nie wieder wegfinden zu können; das alles ist schon unwahrscheinlich groß. Es mag anderswo in der Welt Straßen geben, die durch aufregendere Landschaften führen; nirgendwo gibt es Straßen, die so auf die Landschaft Rücksicht nehmen und so das Letzte an Schönheit aus ihr herausholen. Deutschland hat der Welt mit diesen Straßen einen neuen Standard gegeben. Wer einmal diese Straßen gefahren ist oder an ihrem Rande gerastet hat, ist ihnen verfallen. Und deswegen geht dieser Artikel auch die alten Tanten an; denn wo immer in Deutschland sie sitzen mögen; noch im Laufe dieses Jahres wird eine Reichsautobahn auch in ihrer Umgebung zum Besuch einladen. 108 Kilometer davon sind bisher dem Betrieb übergeben worden, bis zu Pfingsten werden die Strecken Braunschweig—Hannover, Halle— Leipzig, Köln—Düsseldorf, Bremen—Hamburg— Lübeck, Königsberg—Elbing und München—Rosenheim fertiggestellt sein. Gebaut wird im Augenblick auf rund 2000 Kilometer Streckenlänge, und zum Bau freigegeben sind bereits 3450 Kilometer. Jeder Tag fügt einen neuen Kilometer fertige Straßen dem schon bestehenden Netz an, und bis zum Ende dieses Jahres werden rund eintausend Kilometer Reichsautobahnen auf ihr Publikum warten. Dann werden auch die alten Tanten kommen und sich an den Straßen Adolf Hitlers freuen dürfen. Und es ist mir gar nicht bange, daß dann noch eine davon schimpfen wird, weil sie sich durch diese Liebeserklärung irregeführt glaubt. Sttaßen für wen? Nun sage mir aber keiner, daß die alten Tanten keine Gelegenheit hätten, auf diesen Straßen zu fahren, sofern sie nicht gerade Besitzerinnen eines feudalen Wagens wären. Das aber ist falsch. Denn nicht mehr lange wird es dauern, dann werden — wie heute schon auf eigenen Schiffen durch die Meere — die Arbeiter in flinken Autobussen der NSG. „Kraft durch Freude" über diese Straßen fahren und werden desselben Glückes teilhaftig werden, das wir beim Befahren dieser Straßen empfanden. Und es wird auch in nicht allzu ferner Zeit der Tag kommen, wo im billigen Volkswagen auch der kleine Mann über diese Straßen fahren kann. Auch das ist ein Zeichen nationalsozialistischer Staatsführung, daß sie nicht Renn st raßen baut für B e- oorangte, sondern Verkehrs st raßen für das Volk. Wilhelm Schulze. dieses Staatsmannes angeblich zu einem Revanchekrieg rüstet? Wir geben nachstehend einen kleinen Ausschnitt aus der Aufbauarbeit, die in unserem Vaterland geleistet wird. Die Arbeilsfchlacht im Gau hefsen-Nasiau hat die Richtigkeit nationalsozialistischer Anschauungen bewiesen. Bei einer Bevölkerungsdichte, die 154 v. H. über dem Reichsdurchschnitt liegt, bei der Vielart der Industrien und dem durchweg kleinbäuerlichen Landbesitz haben wir bei der Machtübernahme äußerst ungünstige Verhältnisse angetroffen. Trotzdem müssen die erzielten Erfolge als ausgezeichnet betrachtet werden. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 346000 Ende Februar 1932 auf 152 000 Ende Februar 1936 gesunken. Das bedeutet einen Rückgang von 55 v. H. Die Zahl der Notstandsarbeiter stieg von 6 628 im Jahre 1932 auf 44 410 im Jahre 1934 und erreichte im Februar 1936 14 439. Die Zahl der Notstandsmaßnahmen stieg von 120 im Jahre 1932 (1933: 587) auf 790 im Jahre 1934 und ist bis Februar 1936 auf 562 gesunken. Die Zahl der abaeleisteten Tagewerke betrug im Jahre 1932: 820 000, 1933: 2 404 000, 1934: 6 182 000. Diese Zahlen zeigen deutlich den Unterschied zwischen dem Weimarer System und dem nationalsozialistischen Staat. Damals kannte man nur Unterstützungsgelder, die zum Leben nicht ausreichten und die Kaufkraft der noch arbeitenden Schichten lähmten. Volkswirtschaftliche Werte, Straßenbauten, Aufforstungen, Meliorationen usw. ließ man verkommen. Durch äußersten Einsatz der nationalsozialistischen Regierung ist es gelungen, zunächst durch Notstandsmaßnahmen viele Hunderttausende von Volksgenossen in einen bescheidenen Verdienst zu bringen und neue Werte für die deutsche Volkswirtschaft zu schaffen. Das starke Abflauen dieser Notstandsmaßnahmen wiederum läßt erkennen, daß man sie rechtzeitig zur Vermeidung einer Verschuldung von Kreisen und Gemeinden abgedrosselt hat. Durch diesen Angriff auf die Erwerbslosigkeit und die dadurch bedingte Erhöhung der Kaufkraft der breiten Masse ist es gelungen, die freie Wirtschaft ganz entschieden anzukurbeln. Die nachfolgenden Zahlen beweisen, inwieweit sich die Maßnahmen der Regierung auf die freie Wirtschaft ausgewirkt haben. Der Rückgang der Erwerbslosigkeit betrug im Gau Hessen-Nassau gegenüber dem Jahr 1932 in. beit Vtzrufsgnrppem Rückgang ca. Eisen und Metall 73,8 v. H. Baugewerbe 72,8 „ Steine und Erden 73,1 „ Holzgewerbe 65,3 „ Angestellte 53*,8 „ Häusliche Dienste (Steuererleichterung, Ueberführung der Frau aus der Industrie) 84,1 „ Hierbei ist zu beachten: Der Rückgang der Gruppe Eisen und Metall ist auf die Maßnahmen der Regierung auf dem Gebiete des Kraftfahr- wesens und durch den Aufbau der Wehrmacht bedingt. Bei den Gruppen Baugewerbe und Steine und Erden wirken sich die großzügigen Straußenbauten und die nationalsozialistische Siedlungspolitik aus. Der Rückgang im Holzgewerbe kennzeichnet treffend die Maßnahmen über das Ehestandsdarlehen. Weitere besonders beachtenswerte Momente find: das große Bauvorhaben der Reichsautobahn im Gau Hessen-Nassau. Mit 700 Arbeitern wurde im September 1933 begonnen und Mitte 1935 betrug die Belegschaft der Baustellen 7500 Arbeiter! Das Meliorationsprogramm im Hessischen Ried umfaßte 66 000 Hektar, wovon im Herbst 1935 bereits 15 288 Hektar erntereif waren! Dieses Projekt ist größer als die Trockenlegung der Pon- tinischen Sümpfe durch Mussolini. Sumpfland wurde hier fruchtbarer Ackerboden, während die Ukraine, einstmals die „Kornkammer Europas", verödet. Die von der Regierung für Instand- setzungsarbeiten gegebenen Reichszuschüsse brachten dem deutschen Handwerk allein im Gau Hessen-Nassau für 110 Millionen Mark Arbeiten. Der größte Teil dieses Betrages entfällt auf Löhne. Auch in den öffentlichen Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen, wirkt sich dieser Aufbau ganz entschieden aus. So konnte die R e i ch s p 0 st tm Direktionsbezirk Frankfurt a. M. die Zahl der K r a f t p 0 st l i n i e n um 15 v. H. gegen das Jahr 1932 erhöhen. Im Postscheckverkehr flieg die Zahl der Buchungen um 20 v. H. und der Rundfunk zählt seit der Machtübernahme im Gaugebiet bis yeute rund 100 000 Hörer mehr. Aus den Flüssen zeigt sich wieder ein bewegliches Leben; Fracht- Dampfer fahren stromauf und -abwärts. Der G ü - terverkehr a u f dem Main stieg von 3 335 695 Tonnen im Jahre 1932 auf 4 139 935 Tonnen im Jahre 1934. In Frankfurt stieg der efetfct Hd)e Stromverbrauch von 94 Millionen Kilowatt 1932 auf 102 Millionen Kilowatt im Jahre 1934, der Gasverbrauch in der gleichen Zeit von 10 Millionen auf 13 Millionen Kubikmeter. Einen erheblichen Aufschwung hat die freie Wirtschaft genommen. Neue Betriebe wurden eröffnet und zahlreiche Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gebracht; das beweist die folgende Aufstellung, die nur für die Stadt Frankfurt a. M. gilt: Ende 1932: Betriebe Gefolgschaft Kleinbetriebe 3 981 7 633 Mittelbetriebe 2 478 30 231 Großbetriebe 332 66 331 Zusammen 6 791 104 195 Ende 1934: Betriebe Gefolgschaft Kleinbetriebe 4 583 8 975 Mittelbetriebe 2 741 33 996 Großbetriebe 360 79 016 Zusammen 7 684 121 967 Und wie sich diese Aufwärtsentwicklung trotz der ungeheuren Schwierigkeiten der gewesenen entmilitarisierten Zone auswirkt, dafür noch einige Beispiele über Einzelfirmen: Adam Opel AG., Rüsselsheim: 1932: 1935: Gefolgschaft 6129 17 500, fast 3fach Jahreserzeugung 20 981 Wagen 72 061, fast 3^ fach Alfred Teves, Frankfurt a. M.: Gefolgschaft: 1.5.1933: 792; Ende 1935: 1403. Voigt SrHaeffnerAG., Frankfurt a. M.: Gefolgschaft: 30.1.1933: 1300; Ende 1935: 2700. Heddernheimer Kupferwerke: Gefolgschaft: 1932: 856; 1935: 2800. Umsatz verdoppelt! Ausgaben für Löhne und Gehälter 83 v. H. mehr! Metallgesellschaft: Gefolgschaft: 30. 9.1932: 13700; 31. 3.1935: 22700 (Steigerung 56 v. H.). Presser & C0. (Derkehrsunternehmen): 1932: 1935: Gefolgschaft 567 751 Umschlagmengen 169 208 t 207 864 t (!) Das Unternehmen hat eine V-rkehrssteig°rung z'1: * ,n 144 d.A. 3U verzeichnen. Ein Beweis, daß der H°nd°l-b-zwyung°n Wirtschaft raaben sich meist Rückgänge von 0,25 $>., doch hatten die Notierungen überwie- Gefolgschaft Förderung 1931/32: 170 69 100 t 6 zert. und 1934/35: 1 310 (!) 339 500 t (!) (Eig. Rohstoffversorgung!) Unendliche ver- Bei außerordentlich kleinen Umsätzen hatte die Abendbörse meist nur knapp behauptete Kurse. Kundschaftsaufträge lagen nicht vor, auch die Kulisse übte Zurückhaltung. Gegen den Berliner Schluß etwas höher lagen Farben-Jndustrie mit 159,75 (159,40), auch IG. Farben-Bonds noch etwas fester mit 131,50 (131,13). Auf den übrigen Aktien- gebieten ergaben sich meist Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. $)., doch hatten die Notierungen überwiegend nominellen Charakter. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ruhig und unverändert. Valutapapiere waren etwas fester und gefragt. auf das „Frauenkabarett" vom Sonntag, 22. März. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Weltpolitischer Monatsbericht. Don Karl Haushofer. 22.40: Nacht- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert und Tanzmusik. Boris Godunow. Musikalisches Volksdrama. I. S. Fries Sohn, Frankfurt a.M.r Die Gefolgschaft wurde verdreifacht. Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt: Oie Induftrle- und Handelskammer Gießen Vernünftige Kursentwicklung an der Börse. NSK. Die hoffnungslose Beurteilung unserer Wirtschaft, die Stagnation von der unsere Industrie befallen war, fand ihren äußeren Ausdruck in der Bewertung der Unternehmungen. Bei Wiedereröffnung der Börsen nach der Zahlungskrise 1931, nn April 1932 wies der Aktienindex — für 1924/26 mit 100 berechnet — einen Tiefstand von 49,6 auf. Der belebende Impuls, der sich mit der Uebernahme der Macht durch unseren Führer überall durchsetzte, gab das Vertrauen in unsere Wirtschaftsentwicklung wieder zurück. Vermehrte Beschäftigung, steigender Ertrag, sinkender Zins bewirkten zusammen, daß unsere Unternehmungen wieder höher bewertet wurden. Der Index ist auf 92 gestiegen. Das Auf und Ab in der Kursentwicklung der Systemzelt ist einer gleichmäßigeren Beurteilung gewichen. Die Spekulation ist ausgeschaltet. Frankfurter Frühjahrsmesse am Wahlsonntag. von 144 v.H. zu verzeichnen. ~ deutsche Volksgenosse in seiner Freizeit sich wieder etwas gönnen kann. dens aus. Das ist Friede und Aufbau! Darum, deutscher Volksgenosse: Entscheide über dein kommendes Schicksal! An dir liegt es nun, am 29. März darüber zu entscheiden, ob du in Zukunft in Frieden leben willst! Das Messeamt Frankfurt a. M. teilt mit: Entgegen Gerüchten, die von einer nochmaligen Verlegung der Frankfurter Messe wegen der Wahl sprechen, wird erneut darauf hingewiesen, daß die Frankfurter Frühjahrsmesse, die die Abteilungen Möbel, Haus- und Küchengeräte, Spielwaren und Galan- teriewaren umfaßt, unabänderlich in den Tagen vom 29. bis 31. März stattfindet. Die Messebesucher und Aussteller können ihrer Wahlpflicht mit Stimmscheinen in dem innerhalb des Messegeländes eingerichteten Wahllokal genügen. Die Sonntagskarten innerhalb eines Umkreises von 100 Kilometer um Frankfurt a. M. haben vom 28. März, 0 Uhr, bis 1. April, 24 Uhr, Gültigkeit. Opel-Generalversammlung. Fwd. Ueber die gestrige Hauptversammlung der Adam Opel AG. wird eine Mitteilung verbreitet, der im wesentlichen zu entnehmen ist, daß der bekannte Abschluß 1935 mit seiner schon mitgeteilten Gewinnoerwendung genehmigt wurde. Ueber die Entwicklung im laufenden Jahre heißt es: In den ersten 24/2 Monaten 1936 wurden insgesamt 28 882 Opel-Personen-, -Liefer- und -Lastwagen produziert gegenüber 23 632 in der entsprechenden Vorjahrsperiode. Exportiert wurden davon in den ersten 2Vr Monaten 1936 3109 Wagen gegenüber 2497 in der- selben Zeit des Jahres 1935. Bei der Beurteilung dieser erfreulichen Exportsteigerung ist noch zu berücksichtigen, daß unter den im vergangenen Jahre ausgeführten 2497 Wagen sich 579 für das Saargebiet bestimmte Automobile befanden, Lieferungen, die feit Anfang März 1935 zum Jnlandsverfand gehören. Der Opel-Export weist also in Wirklichkeit in der genanten Periode eine mengenmäßige Zunahme von über 60 v. H. auf. Weltrangliste der Automobilindustrie: In dem Geschäftsbericht war bemerkt worden, daß das Unternehmen mit feiner Jahresproduktton 1935 von über 102 000 Automobilen mit in die vorderste Reihe der Automobilproduzenten der Welt (einschließlich der nordamerikanischen) gerückt sei. In diesem Zusammenhang interessiert die Frage: Welche Marken liegen vor Opel? In erster Linie sind dies die beiden Firmen, die im Jahre 1935 mehr als eine Miltton Wagen praduziert haben, nämlich Ford mit 1 302 855 und Chevrolet mit 1 067 479 Einheiten. Dann folgen zwei Fabriken des Chrysler- Konzerns: Plymouth mit 478 211 und Dodge mit 314 480 Wagen. Nach den Werken der General- Motors - Gruppe Oldsmobile (186 351), Pontiac (175 047) und Buick (109 276) dürfte Opel mit 102 293 an achter Stelle einzureihen fern. Nicht genau feststellbar ist die Einreihung der Produktton des Morris-Konzerns, da in England keine markenmäßig aufgegliederten Zahlen veröffentlicht werden. Faßt man die Morris-Gruppe — Morris, M. G. und Wolfey — zusammen, durste die Zahl 100 000 überschritten werden. Die Produktton von Morris-Wagen allein jedoch dürfte nicht mehr als 80 000 betragen. Oie Dresdner Bank im Jahre 1935. Schweinemartt in Hungen. * Hungen, 23. März. Der heutige Schweine- markt in unserer Stadt war mit 426 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, 6—8 Wochen alte Tiere 26 bis 30 Mark, 8—11 Wochen alte Tiere 31 bis 35 Mark. Der Handel war mäßig, es verblieb Ueberstand. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 25. März. Kruppsche Bergverwaltung Weilburg a. d. Lahn: Dunlop AG., Hanau a.M.: 65 v.H. Umsatzsteigerung-, 50 v.H. Zunahme der Belegschaft. Lederwerke Cornelius Heyl, Worms a.Rh.: Gefolgschaft: 1932: 2844; 1935: 3166. Hartmann & Braun, Frankfurt a. M.: Gefolgschaft 1932: 790; 1935: 1480. Torpedo-Werke AG., Frankfurt a.M.: Die Belegschaft wurde seit der Machtübernahme verdoppelt! Pokorny 6-Wittekind, Frankfurt a. M.: Gefolgschaft 1933: 191: 1935: 510 (170 v. H ). Umsatz 1932: 100 d. S).; 1934: 150 v. H.; 1935: 230 v. H. Nationale Telefon- und Telegrafen- werke: Die Betriebsanlage wurde vergrößert; neue Maschinen angeschafst. Gesamtbetrag über 350 000 RM. Phil. Holzmann AG., Frankfurt a. M.: Durch die Belebung des Baumarktes hat die Firma seit Anfang 1933 bis jetzt für rund 3,5 Millionen Reichsmark neues Bauinventar angeschafft. Mo enus AG-, Frankfurt a.M. hat die Belegschaft um % vergrößert und für rund 250 000 RM. Neuanschaffungen getätigt. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 23 März. Auftrieb: Rinder 339 (gegen 448 am letzten Montagsmarkt), barunter 44 Ochsen, 32 Bullen, 219 Kühe, 44 Färsen; zum Schlachthof direkt: 1 Ochse, 3 Färsen Kalber 421 (504), Schafe 27 (57), Schweine 3925 (3762). Notiert wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45, (am 16. Marz 43 bis 45 , b) 41 (40 bis 41), c) 36 (—). Bullen a) 43 (43), b) 39 (39). Kühe a) 42 (42), b) 38 (35 bis 38) c) 33 (33), d) 25 (25). Färsen a) 44 b) 40 (40). Kälber andere a) 69 bis 72 (66 bis 70), b) 64 bis 69 (59 bis 65), c) 54 bis 63 (49 bis 58), d) 40 bis 43 (38 bis 48). Lämmer und Hämmel b2) Weide- masthämmel 48 bis 50 (47 bis 50), c) mittlere 44 bis 47 (43 bis 46). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55 , c) 53 (53), d) 51 (51), e) 48 bis 51 (40 bis 51). Sauen gl) 53 bis 57 (—), g2) 48 bis 52 (—). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Härnrnel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. , . . , . Großhandelspreise f u r F l eis ch u n 0 für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroh- marktes: 644 Viertel Rindfleisch, 56 ganze Kalber, 10 ganze Hämmel, 121 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 kg in Mk. (die Rinderpreise sind Höchstpreise): Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76, b) 66, c) 58. Kuhfleifch a) 75, b) 65, c) 54. Färsen- fleisch a) 80. Kalbfleisch b) 78 bis 88, c) 70 bis 78. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) hoch- fter Preis 74. Fettwaren. Frankfurter Getreldebörfe. Frankfurt a. M., 23. März. Das Weizenangebot hat gegen Monatsende aus dem nahen Bezirk nachgelassen, findet aber schlank Aufnahme, besonders soweit es sich um Liefertermine für die kommenden Monate handelt. Die Versorgung mit Roggen bleibt schwierig, so daß viele Landmühlen auf die Zuweisungen der RfG. angewiesen sind. Brau- und Jndustriegerste bleibt geschäftslos. In Hafer kommen die bisherigen kleinen Anlieferungen weiter heraus. Das Weizenmehlgeschäft zeigt gegen Monatsende und auch im Hinblick aus die Osterzeit eine kleine Belebung; Roggenmehl hat stettgen Absatz. Rauhfutter ruhig. In Futtermitteln hält die Nachfrage allgemein an. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste ' und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W13 28,35, W16 28,60, W 19 28,60, W 20 28,95; Roggen- mehl R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50, plus. 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizen-' nachmehl 16,75 bis 17,00, Weizenfuttermehl 13,00 bis 13,25. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfest- preise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnuß- kuchen m. M. 18,30, Treber 18,40, Trockenschnitzel 9,16, Großhandelspreis ab Fabrikstation; Heu 7,75, 1 Weizen- und Roggenstroh, dgrahtgepreßt, 3,50 bis 3,70, gebündelt 3,20 bis 3,50. Kartoffeln: Industrie, hiesiger Gegend 3,40, gelbfliefchige hiesiger Gegend 3,30, weiß- rot- und blauschalige hiesiger Gegend, 3,05 RM. per 50 Kilo bei Waggonbezug. Fwd. Die Dresdner Bank, die als zweite der großen Filialbanken nunmehr ihren Jahresabschluß ür 1935 oorlegt, kann nach längerer Pause, ebenso wie die Deutsche Bank und Diskontogesellschaft, die Dividendenzaylung mit 4 v. H. wieder aufnehmen. Die endgültige ueberroinbung ber Krise unb bie roiebergeroonnene Möglichkeit, unter Voranstellung der großen volkswirtschaftlichen Aufgaben, beren Erfüllung in befonberem Maße ben großen Bankinstituten obliegt, wieber mit Gewinn arbeiten zu können, hat sich auch für bie Gefolgschaft erfreulich ausgewirkt, ber Sonberzuwenbungen gewährt wurden; sie stieg auf 12 374 (i. D. 11 760) Kövfe. Erzielt wurde einschließlich 2,39 (1,56) Mill. RM. Vortrag ein Reingewinn von 9,98 (3,19), aus bem nach Speisung ber gesetzlichen Reserve mit 1,5 unb Zahlung ber Divibenbe 2,48 auf neue Rechnung vorgetragen werben. Erhöhung der Sozialzulagen in der Zigarrenindustrie. Fwb. Der Treuhänber ber Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Sübwestdeutschlanb hat als Sonbertreuhän- ber für die deutsche Zigarrenherstellung eine Anordnung erlassen, wonach alle im Akkordlohn beschäftigten Zigarrenherfteller mit Wirkung vom 1. Januar 1936 ab eine wöchentliche Sozialzulage in Höhe von 1,50 Mark, bei mehr als zwei Kindern von 2,50 Mark erhalten. Diese Zulage wurde mit Wirkung vom 1. März 1936 auf folgende wöchentliche Sätze durch Tarifordnung erhöht: U. a. notierten: Altbesitz 110,50, IG. Farben- Bonds 131,50, 5,5proz. Rhein. Hyp. Liquid. 101.13, 4,2proz. Defterr. Silberrente 1,30—1,35, 4proz. Ungarn Kronenrente 0,90, 4proz. Rumänen 5,30, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 184, Commerzbank 91,25, DD.-Bank 92, Deutsche Ueberseebank 86, Dresdner Bank 92,25, Reichsbank 180,50, Buderus 95,75, Harpener 116, Ilse Genuß 132, Mannesmann 84,40, Hoesch 91,50, Rheinstahl 116, ßaura» Hütte 22,75, Stahlverein 85,40, Bekula 142, IG. Chemie volle 182,50, dto. leere 151,50, Conti Gummi 182,75, Scheideanstalt 222, Deutsche Linoleum 162,25, Licht & Kraft 139,50, IG. Farben 159,75, Gesfürel 130,50, Holzmann 99, Junghans 85, Muag 83, RWE. 124,90, Schlickert 137,50, Westdeutsche Kaufhof 33,25, Südd. Zucker 198, AG. für Verkehrswesen 108, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,13, Aschaffenburger Buntpapier 44,50. gibt Auskunft: 271: Aus der Praxis der deutsch-schweizerischen — 272: Neuregelung der lett- iändischen Wareneinfuhr im Zweiten Vierteljahr - 273: Eisenbahnermäßigungen zur Mailander Messe. So läßt sich diese Liste bis ins.. , folgen. Aufstieg auf der ganzen Linie! Zufriedene Menschen, die friedlich ihrem Tagewerk nachgehen, und die auch ihre Freizeit nutzbringend anwenden, zeichnen das heutige Deutschland, die Insel des Fne- Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. Frankfurt a.M., 23. März. Die Börse setzte ihre Befestigung am Aktienmarkt auch zu Beginn der neuen Woche fort und hatte teilweise beachtliches Geschäft. Von der Kundschaft lagen erneut Kaufaufträge vor, denen sich die Kulisse an- chloß, so daß im Durchschnitt Erhöhungen von v.H. eintraten. Die Vielzahl günstiger Wirt- chaftsnachrichten machte einen guten Eindruck. Ferner werden die außenpolitischen Vorgänge mit Ruhe und Zuversicht beurteilt. Im Vordergrund des Interesses standen wieder IG. Farben mit 160 (158,50) ferner Deutsche Erdöl mit plus 1,50 v. H. und Scheideanstalt ebenfalls 1 v. H. fester. Am Elektromarkt bewegten sich die Kurserhöhungen im Rahmen von 0,50 bis 1 v. H., Elektrische Lieferungen unb Siemens je plus 1,50 v. H., dagegen AEG. mit 35,50 nur knapp gehalten. Am Montanmarkt gewannen Ilse Genuß 2,50 v. H., Harpener 1,50 0. H., Buderus 1,25 v. H., Hoesch 1 v. H., Mannesmann 0,65 v. H., Vereinigte Stahlwerke 0,40 v. H.; die Reprivatisierung hinterließ einen guten Eindruck, Rheinstahl etwas leichter mit 117 (117,50). Bankaktien lagen fest, besonders Reichsbank mit 180,50 bis 181,50 (178,75), die somit ihren kürzlich erfolgten Dividendenabgang nahezu ausgeglichen haben, Bank für Brauindustrie plus 2 v. H. Ma- chinenaktten lagen bei kleinen Umsätzen gut behauptet. Von Zellstoffaktien Waldhof auf Abschlußerwartungen weiter fest mit 124,25 (123), dagegen Aschaffenburg 86,25 (86,50). Gement Heidelberg weiter gesucht mit 137 (136); sonst eröffneten AG. für Verkehr mit 109 (108,50), Westdeutsche Kaufhof mit 33,25 (32,75), Metallgesellschaft und Kunstseide AKU. je 0,13 v. H. niedriger, Holzmann und Südd. Zucker sowie Nordd. Lloyd unverändert. Der R e n t e n m a r t lag still und teilweise schwächer. Kornmunal-Umschuldung 86,90 (87,13), Zinsvergütungsscheine ca. 93,30 (93,40), dagegen Altbesitz unverändert 110,75 und Späte Schuldbuchforderungen unverändert 97,50. 6 v. H. zertif. Dollar-Preußen etwas höher mit 62 (61,50). Im Verlaufe unterlagen am Aktienmarkt die Kurse z. T. einigen Schwankungen, wobei leichte Rückgänge von 0,25 bis 0,50 eintraten, so bei IG. Farben, Hoesch, Reichsbank unb Vereinigte Stahlwerke, später bahnte sich aber eher wieber eine Befestigung auf ben Anfangsstand. IG. Farben schwankten zwischen 159,75 bis 160,25. Scheibeanstalt erneut 1 v. H. höher mit 222, sonst blieben bie meisten Papiere unverändert. BMW. gewannen 3 v. H. auf 122 und Chade AG. 4 Mark auf 325. \ Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 110,50 nach 110,75 zurück. Young-Guldenstücke waren gefragt mit 89,75 nach 89,25. Don Industrie-Obligation 6 v.H. Hoesch 102,50 (103). Der Pfand- briefmarkt lag ebenso wie die meisten Stabtanlechen nahezu unverändert. Staatsanleihen lagen ruhig. Auslandsrenten fast ohne Geschäft und wenig verändert. Tagesgeld wieder leichter mit 2,75 (3) v. H. rlbendbörfe knapp behauptet. Haushaltungsvorstände bis zu zwei Kindern unter 15 Jahren 2 Mark, mit drei und vier Kindern unter 15 Jahren 3 Mark, mit fünf und sechs Kindern unter 15 Jahren 4 Mark und mit sieben und mehr Kindern unter 15 Jahren 5 Mark. Auf diese Weise erhalten ca. 13 000 Haushaltungsvorstande in der deutschen Zigarrenindustrie monatlich einen Betrag von ca. 130 000 Mark. Damit ist bie größte Not bei ben Beschäftigten ber Zigarreninbustrie zunächst behoben. Gleichzeitig wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1936 von ber Jnbustrie eine Umlage gefordert unb bewilligt, bie auf 3 v. H. von bem Lohnaufkommen festgesetzt war. Mit Wirkung vom 1. März 1936 konnte biefe Umlage auf 2 v. H. zurückgesetzt werden, so daß auch ber Industrie von diesem Zeitpunkt an eine wesentliche Entlastung zuteil wird. Uhr: Choral; Margenspruch. 6.30: Frühkon- In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- ____ Schneebericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sauern- funk. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. Die Erde ist zur Saat bereit! Hörfolge von Gert. Ranbolf - Schmalnauer. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende- bezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschafts- bericht. Deutsche Exporterfolge 1935. 15.15: Unterhaltungskonzert. 16: Unterhaltungsmusik. 18: Singendes, klingendes Frankfurt! (Unser bunter Frankfurter Nachmittag.) 19.30: Stunde der jungen Nation. „Land wächst unterm Spaten". 20: Nachrichten. 20.10: Männer unter sich ... geben Antwort Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deichlaffenen Dividende an. - Reichsbankdiskant 4 v. S)„ Lombardzinsfuß 5 t>. tz. $ranfiurt a. Dl. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» lurs Schlußk. Mittagbörse Oatum 21 3. 23.3. 21 3. 23 3 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 4% Deutsche Retchsanl. von 1984 97,9 97,65 97,65 97,65 6*/*% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl — 102,9 — 103,25 Auslos.-Rechten ............. 4*/t% Deutsche Reichspostschatzan- 110,75 110,5 110,8 110,65 Weisungen von 1934, I....... 6% ehe in .8% Hess. Volksstaat 1929 100,1 100,1 100,3 100,25 trückzahlb. 102%)............ 4y.% ehem.8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehcm. 4/,% Hess. Landes- 98,25 98,25 — 98,25 96,4 96,4 — — Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuidverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mll 101 100,9 —- — — — —- — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- — — — — leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank — 114,25 114,5 114,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6/1% ehem. 4/i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6/2% ehem. 4*/i% Rheinische 96,5 96,5 — — 101,25 101,13 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,25 101,13 101,13 101,13 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe 9t 19 4/i% ehcm. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Obl.V 97 97 97 97 97 97 97 97 Steuergutsch.VerrechnungSI. 84-88 109 109 109 109 4% Österreichische Goldrente... 4,20% Österreichische Silberrente 30,75 — 31,5 31,75 1,2 1,35 8,65 1,2 1,4 4% Ungarische Goldrente....... 8,65 8,7 8,65 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 8,6 8,55 8.55 4/i% desgl. von 1913......... 8,65 13,65 8,5 13,8 — 8,75 5% abgest. Goldmexikaner von 9t 13,6 13,9 4% Türkische Bagdadbahn-Aoleihe Serie 1 6,13 - — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miuag- bör'e Oatum 21-3. 23-3 21.3. 23.3. 4% deigl. Serie II ............ 9,13 9,13 9 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,65 6,35 6,65 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,2 9 9 9 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,4 5,3 5,3 5,4 2 %% Anatolier .............. 38,25 39 38 — Hamburg-Amerika-Pakel .....0 15,65 15,5 15,75 15,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . O Norddeutscher Lloyd .........0 — —— 26,5 — 17,4 17,25 17,25 17,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 108,5 108 — 107,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 112,5 112 112,5 112 Commerz- und Prlvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconw» 91,25 91,25 91,25 91,25 Gesellschaft................o 92 92 92 92 Dresdner Bank..............o 92 92,25 92 92,25 Reichsbank .................12 178,75 180,5 178.75 181 A.E.S......................0 35,65 35,5 35,5 35 Bekula.................... 10 142 142 142,5 142,9 Elektr. Lieferungsgesellschast... 6 123,75 125,5 123,5 125 Licht und Kraft ........... 6 /> 139,5 139,5 139,75 139,75 Felten & Guilleaume......... 4 115,75 116,13 115,75 115,9 Aesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 130 130,5 129,75 130,9 Rhetnisäie Elektrizität ........ tz 124,5 126,75 —» Rhein. Wests. Elektr..........6 129,75 124,9 130 124,5 Schuckert L Co...............4 137,5 137,5 137,5 138,25 Siemens 8 Halske............. 173,5 I 174,5 173,5 174 Lahmeyer L Co....... 7 129 I 129 128 I 128 Buderus ................... 95 95,75 95,4 96,25 Deutsche Erdöl .............. 115 116 115 116,25 Harpener................... 115,25 116 116 116,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 91 91,5 91 91,5 Ilse Bergbau ............... 161,5 162 161,5 164 Ilse Bergbau Genüsse........ 13C 132 130,75 131,75 Klöcknerwerke ............... i 86,75 87 86,75 86,5 Mannesmaml-R. ihren — — 84,25 84,4 84,5 84,4 Zranksuri a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum | 21-3. 23.3 21.3. 23.3- Mansselder Bergbau....... .. 5 134 — 132,5 137 stoköwerke ................ .. 6 — — 124 125,65 Rheinische Braunkohlen .... 12 227,5 —- 228 227,75 Meinstahl ................ .. 4 117,5 116 116,75 116,5 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 85,65 85,4 85,13 85,5 Ctaöi Minen ............. .. O 19 19 19,13 19,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 124,5 125 124 125 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 121 123,5 122,5 124 Kaliwerke Sahdetfurth..... ?/, 180 — 180 180,5 3. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 158,5 159,75 158,75 159,4 Scheidecmllalt............. .. 9 220 222 — — Goldschmidt .............. .. 5 106,25 107,5 108,5 107,25 Nütgerswerke............. .. 6 122,75 123,75 122,9 123,25 Metallgesellschaft........... .. 4 115,5 115,4 115 115,4 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 .. 7 98 136 ll 98 99,65 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 130 131 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 98,65 98,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof .......... .. O .. 5 .. 5 50,5 90,5 123 50,25 90 123,75 49,75 90 122,65 90 123,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. .. O .. 7 86,5 86,5 85,5 128 86,5 129,4 Daimler Motoren.......... .. C 99,25 98,5 99,13 98,5 162,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 163 162,25 162,75 Orenstetn & Koppel ........ .. C — — 77 76,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 32,75 33,25 33,25 33,25 Chade .................... Vit 325 322 326 Accumulatoren-Fabrik..... . 12 —• —— 173 174,5 Conti-Gummi............ .. 8 181 182,75 180,13 182,75 Grttzner................. .. 0 1 — 1 “ I 27,4 I 27,4 Mainlraftwerke Höchst a.M. .. 4 — - - j — Süddeutscher Zucker •»*** - M 1 198 199 - 1 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 21 -Mckr, 23-Mckrz Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Geld Brief Buenos Aire- 0,679 0,683 0,680 0,684 Brüssel..... 41,91 41,99 41,91 41,99 Rio de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,79 54,89 54,79 54,89 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,27 12,30 12,27 12,30 HelsingsorS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 168,83 169,17 168,85 169,19 Italien..... 19,70 19,74 19,70 19,74 Favan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 5,666 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 Oslo..... : 61,66 61,78 61,66 61,78 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,135 11,155 11,135 11,155 Stockholm... 63,25 63,37 63,25 63,37 Schweiz .... 81,01 81,17 81,02 81,18 Spanten.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... — —— Reuyork... 2,473 2,477 2,475 2,479 Banknoten. Serlm,23.März Geld Amerikanische Roten.............. 2,427 2,447 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,53 54,75 Englische Noten ................. 12,235 12,275 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,43 169,11 Italienische Noten................ — —- Norwegische Noten .............. 61,45 61,69 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — — 63 03 63,29 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 33,59 33,73 Ungarische Noten Nr. I\ Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Dienstag, 24.MärzM6 Aus der Provinzialhaupistadi. Oie Schnepfe zieht. Wenn die Waldschnepfe im Morgen- oder Abenddämmern über den jungen Wald streicht, um dort einzufallen, wo „püitzend" ein Weibchen vom Boden lockt oder wo weicher Boden zum Wurmen einlädt, spricht man vom „Schnepfenstrich". Zieht sie aber gleich anderen Zugvögeln im Frühjahr oder Herbst über weite Länder dahin, reden wir vom „Schnepfenzug". Dieser ist also ein Glied in hem gewaltigen, geheimnisreichen Geschehen, das alljährlich große Teile unserer Vogelwelt erfaßt und sie wandern läßt über Länder und Meere, Felder und Wälder, bei Tag und Nacht, einzeln oder in großen Flügen, je nach der Art, um die es sich handelt. Unbemerkt sind die einen fortgezogen, ebenso unauffällig für die Mehrzahl der Menschen stellen sie sich wieder ein; andere wieder, wie Freund Adebar, den Storch, heißt das ganze Dorf willkommen, und die „Keile" der Wildgänse oder Kraniche sind allbekannte Erscheinungen. Zu den Vögeln, deren Kommen im Frühjahr besonders viel beobachtet wird, gehört seit langen Zeiten die Waldschnepfe. Tausende von Jägeraugen mögen es sein, die an einem schönen, warmen Märzabend Ausschau halten nach dem „Vogel mit dem langen Gesicht". „Eine" möchte doch jeder Jäger tfn Frühjahr gern geschossen haben. So kommt es, daß verhältnismäßig viele Schnepfen in Menschenhand kommen, und die Waldschnepfe sich deswegen für die Erforschung des Vogelzuges durch Beringung besonders eignet. Die größte Schwierigkeit besteht allein in der Beringung selbst; denn junge Waldschnepfen findet man nicht so massenhaft, wie etwa junge Stare, Rauchschwalben oder wie Jungstörche in Ostpreußen. Zudem brüten die Schnepfen in der Hauptsache nördlich und östlich der Ostsee, nur zum kleineren Teile in Deutschland. Als Professor Thienemann, der Begründer und Leiter der weltbekannten Vogelwarte Rossitten auf der Kurischen Nehrung, seine Beringung auch auf Waldschnepfen auszudehnen beschloß, mußte er seine Helfer in jenen Ländern suchen. Am 3. Juli 1911 erhielt die erste Jungschnepfe durch einen Jägermeister des Zaren in der Nähe von Petersburg ihr Ringlein. Eine einzige Schnepfe von so vielen Zehntausenden! Es war kaum zu erwarten, daß sie gerade wieder in Menschenhand kommen sollte. Aber man muß Glück haben. Am 12. Dezember 1911 kam der Ring aus Südfrankreich in Rossitten wieder an! Das. fachte den Eifer des Jägermeisters an, der mit seinem vorsichtigen Hunde wirklich noch einige Jungschnepfen fand und zeichnete. Und auch jetzt blieb ihm der Erfolg treu. Aus Istrien an der Adria, von Ostende und aus dem südlichen England kamen die Rückmeldungen, und eine Ringschnepfe wurde auf dem Frühjahrszug in der Rheinpfalz erlegt. Ja, die Waldschnepfe kann für sich in Anspruch nehmen, mit fast 40 v. H. Rückmeldungen die „erfolgreichste" Ringvogelart zu sein. Trägt man Beringungsort und Fundstelle in eine Karte ein, so erhält man ein Bild des Zuges. Dabei ergibt sich, daß die Verhältnisse bei den einzelnen Vogelarten ganz verschieden liegen. Beim Storch z. B. können wir deutlich zwei Zugstraßen unterscheiden, auf denen unsere deutschen Störche nach Afrika wandern: unter Umgehung der Alpen über die Pyrenäen- oder über die Balkanhalbinsel. Anders unsere Schnepfe. Wenn sie im Herbst, wenn die Temperaturen in ihrer Brutheimat mehr und mehr sinken, die Reise antritt, ist diese als „breiter Frontzug" nach Südwesten gerichtet, d. h. jeder Vogel bricht einzeln für sich auf. Sobald die Meeresküste erreicht wird, ändert sich das Bild. Vor allem die Jungschnepfen scheinen der Küste zu folgen, so daß aus dem „Frontzug" ein „Straßenzug" wird. Bekannt sind die großen Schnepfenmengen, die dann gelegentlich auf Helgoland, den Friesischen Inseln oder Rügen auftreten, oder der Schnepfenzug über die Kurische Nehrung. Die Ueberwinterungsgebiete sind dann Südengland, Irland, Südwestfrankreich und die Mittelmeerländer einschließlich Nordafrikas, wo im Winter in den Gärten, Weinbergen usw. I überall Schnepfen angetroffen und in Mengen erlegt werden. Anders dagegen scheint sich der Frühjahrszug in die Brutheimat zu vollziehen. Der Bruttrieb treibt die Tiere auf kürzestem Wege der Heimat zu. So scheint im Frühjahr der „Straßenzug" in Wegfall zu kommen, und gradlinig in breiter Front ziehen die Schnepfen durch Mitteleuropa dem Norden entgegen. Der deutsche Jäger, der im März dem „Schnepfenstrich" obliegt, wird dann Zeuge dieses Zuges. Wie oft kehrt er abends befriedigt nach Haufe zurück. Eine ganze Anzahl hat er gesehen, einige gehört. Morgen abend wird er wieder draußen sein, dann muß es ja klappen. Und am nächsten Tage? Nichts. Ganz spät, als es schon dunkelte, strich rasch und tief eine einzige Schnepfe stumm dahin: ein Weibchen, das hier brüten wird. Und die anderen? Weitergezogen, dorthin, wohin es sie treibt mit einer geheimnisvollen, magnetischen Kraft: nach Norden und Osten. So setzt alljährlich der Zug der Schnepfe in unseren Breiten im März ein, wobei aber ganz beträchtliche Verschiebungen in der Zeit eintreten können. Nach vergleichenden Beobachtungen über Schnepfenzug und Wetterlage wird der Zug offenbar erst als Massenzug ausgelöst, wenn im Nordwesten Europas größere Niederdruckgebiete auftreten. Diese Wetterlage tritt an sich im Frühjahr immer ein, aber sie verschiebt sich oft um Wochen, und mit ihr der Schnepfenzug. So kommt es einmal, daß die Tage des besten Schnepfenzuges und damit auch -striches verschieden sind, und daß man ferner nach der Wetterkarte nicht nur eine Wettervoraussage, sondern auch eine Schnepfenzugvoraus- saae zu geben vermag. Viele Beobachtungen aus deutschen und außerdeutschen Ländern liegen darüber schon vor, aber jeder Jäger ist noch in der Lage, dem Vogelzugforscher weitere Unterlagen zu liefern, wenn er sich gewissenhaft Aufzeichnungen über die Abende macht, die er in Erwartung des ersehnten Vogels draußen verbringt, und vor allem, wenn er etwa einen Ringvogel erbeuten sollte, dafür sorgt, daß der Ring nicht im „Raritätenkästchen" der Familie verschwindet, sondern der Wissenschaft durch Rückgabe an die Ausgabestelle „Rossitten" oder „Helgoland" dienstbar gemacht wird. Auch ausländische Ringe werden durch die deutschen Vogelwarten weitergeleitet. H ö l z e l. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, Luftschutz-Revier II: 20.30 Uhr Appell im Realgymnasium. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Lapp im Schnakenloch", „Der zerbrochene Krug". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die klugen Frauen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kater Lampe". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemäld-n von Richard Geßner (Düsseldorf). — Aliceschule, Hauswirtschaftliche Fachschule: 14 bis 18 Uhr Ausstellung. Sladttheaker Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr das Volksstück „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel von Ed. Reinacher. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Hierauf Kleists ewig junges Lustspiel „Der zerbrochene Krug". Spielleitung: der Intendant. 23. Dienstag-Abonnement. Oie deutsche Frau kämpst für die deutsche Familie. Frei und aufrecht, ihrer Aufgabe voll bewußt, steht die Frau im nationalsozialistischen Staat. Der Führer selbst sprach es am 13. Juli 1934 aus, was alle empfinden: „Millionen von Frauen lieben den neuen Staat, opfern und beten für ihn. Sie empfinden in ihrem natürlichen Instinkt seine Mission der Erhaltung unseres Volkes, dem sie selbst in ihren Kindern das lebende Unterpfand gegeben haben." Schwer war der Weg des deutschen Volkes und mit ihm der Weg der Frau durch die Kriegszeit mit ihrer unendlichen Not und die Nachkriegszeit mit all ihrer seelischen Zerrissenheit. Mit um so größerer Freude und Bereitschaft folgte die Frau dem Rufe des Führers, als er sie zurückrief zu ihrer Pflicht. Die NS.-Frauenschaft gemeinsam mit den Frauen- verbänden trägt die neuen und doch so alten, urewigen Aufgaben der Frau durch das deutsche Frauenwerk hinaus bis in das kleinste und entlegenste Dorf. Greifen wir nur ein Arbeitsfeld heraus, den Reichsmütterdienst, der der deutschen Frau zum Muttertag vor nun fast zwei Jahren geschenkt wurde. Durch Kurse, die nichts sind als eine fröhliche Arbeitsgemeinschaft, erhält jede Frau das Rüstzeug für ihre Aufgabe in der eigenen Familie, die eine Aufgabe ist im Staat. Zahlen geben einen guten Begriff von der Abteilung Reichsmütterdienst. Im Laufe des Jahres 1935 fanden im Gau Hessen-Nassau insgesamt 333 Mütterschulungslehrgänge statt. Davon waren 108 Säuglingspflegekurse, 76 Gesundheits- und häusliche Krankenpflege- Wühlkundgebung in Gießen am Mittwoch, 25. März, in der Volkshalle. Beginn 20 lkhr pünktlich. Es spricht einer der ältesten Reichsredner der NSDAP. Elsner von Gronow, Gwinemünde Die Gliederungen und angeschlossenen verbände der NSDAP. nehmen geschlossen an dieser Kundgebung teil. Vereine usw. werden schon jetzt gebeten, diesen Abend von jeder anderen Veranstaltung sreizuhalten. llnkostenbeitrag: 20 Pf. Vorverkauf durch die Kreisleitung (Lonystraße 18), die Giehener Ortsgruppen, Geschäftsstelle der Deutschen Arbeitsfront. Die Gliederungen und angeschlossenen Verbände werden gebeten, die Karten bei der Kreisleitung abzuholen. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. kurse, 50 Erziehungskurse, 54 Kochkurse, 45 Nähkurse. In den Kursen wurden 8200 Frauen und Mädchen ersaßt. Zur Aufklärung über die Arbeit des Reichsmütterdienstes fanden Werbeoeranstaltungen in allen Kreisen statt. Zehn Ausstellungen legten beredtes Zeugnis ab von der Arbeit des Reichsmütterdienstes. Im Laufe des Jahres wurden zwei feststehende Mütterschulen in Frankfurt a. M. und Mainz gegründet, deren Kurse ständig besucht werden von Frauen und Mädchen aller Schichten. Wir Frauen werden am 29. März dem Führer für diese Taten zu danken wissen. ? X Die deutsche Arbeitsfront N.9.-6emeinschaft „straft durch freuöc" „Kraft durch Freude" — „Lache mit uns!". Am Dienstag, 31. März, findet in der Gießener Volkshalle eine große Veranstaltung der NS.-Ge- meinfchaft „Kraft durch Freude" statt, die unter dem Titel „Lache mit uns!" eine Fülle der artistischen, humoristischen, tänzerischen und musikalischen Darbietungen bringen wird. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Sportamt „Kraft durch Freude". heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele» Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen. Don 20 bis 21 Uhr (Frauen und Männer), Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen), Dolksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Alle versäumten Stunden müssen bis 31. März nachgeholt sein! Oberst Köttschaus letzter Weg. Unter einer überaus starken Anteilnahme der Kameraden aus den Kreisen der Offiziere der ehemaligen Regimenter sowie der Kameraden aus den Reihen des Kyffhäuserbundes wurde gestern nachmittag in der Kapelle des Friedhofes zu Friedberg die Trauerfeier für Oberst a. D. Köttschau abgehalten. Die Feier nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Auf dem Sarg, der den Toten barg, lagen der Säbel, der Helm und auf einem Kisten die reiche Ordensschnalle des alten Soldaten. Zu beiden Seiten des Sarges hatten die vielen Fahnenträger des Kyffhäuserbundes sowie die Fahnenträger verschiedener Kriegervereine und der NSKOV. Aufftellung genommen. Viele Ortsgruppen des Kyffhäuserbundes hatten Fahnenabordnungen entsandt, um dem verstorbenen Bezirks- und Kreisverbandsführer letzte Ehren zu erweisen. Orgelspiel leitete die Trauerfeier ein. Pfarrer Schäfer von Bad-Nauheim sprach das Gebet und hielt dann die Traueransprache, in der er das tüchtige Leben des verstorbenen Soldaten schilderte, der im Frieden mit aller Gewissenhaftigkeit seine Pflichten und im Weltkrieg das Gesetz des Frontsoldaten erfüllte, der an zahlreichen Schlachten und Gefechten teilnahm und dreimal verwundet wurde. Der Geistliche schilderte ferner, wie er auch nach seiner aktiven Dienstzeit alle Kraft dafür einfetzte, nationale Gesinnung zu fordern und alte Soldaten- lugenden in schwerster Zeit aufrechtzuerhalten. Er sei jederzeit bereit gewesen, Leib und Seele für das Vaterland zu geben, zu opfern. Nachdem der Geistliche seine Predigt beschlossen hatte, traten die Kameraden des Verstorbenen an den Sarg und widmeten dem Toten herzliche Nachrufe. In tief überzeugenden Worten wurden von vielen, die ihn kannten, die mit ihm an der Front des Weltkrieges standen, fein kameradschaftlicher Geist, seine überragende soldatische Haltung, sein nimmermüdes Schaffen, sein Frohsinn, fein Fleiß und feine Einsatzbereitschaft hervorgehoben. Auch von unserer Stadt nahmen viele Kameraden teil und erwiesen ihm mit ernsten Worten und mit Kranzniederlegungen die letzte Ehre. Während der Sarg unter den Klängen eines Chorals in die Tiefe Zum 29. März. Em Wort von Friedrich Katztzler. Wer so wie der Führer die unsagbare Schwere der Verantwortung, die ihm sein Amt auferlegt, sichtbarlich von uns allen einzig und allein durch die Kraft seines innersten Glaubens trägt und zu Entschluß und Tat macht, der hat bei Gott das heilige Recht, von uns zu erwarten, daß wir ihm die Glaubenskraft, die er täglich für uns aufbringt, nach unserem besten Können zurückerstatten durch unwandelbare Treue und Hingabe. „Oie klugen Frauen." Gloria-Palast. Dieser Film, bei uns offiziell als künstlerisch wertvoll anerkannt, in Frankreich mit dem großen Filmpreis ausgezeichnet, darf als ein höchst erfreuliches Zeugnis kulturellen Verständigungswillens bezeichnet werden: er ist ein Werk deutsch-französischer Gemeinschaftsarbeit und erlebte in Berlin seine Uraufführung im Beisein des Reichsministers Dr. Goebbels und des Botschafters Francois- Poncet. Der französische Titel lautet „Kermesse heroique", heroische Kirmes, und trifft auch seinerseits den Charakter dieses Lustspiels im Gewände des 17. Jahrhunderts. Ort der Handlung ist das kleine flämische Städtchen Boom, unweit von Antwerpen, anno 1616. Die Einwohnerschaft trifft eben lärmend-fröhliche und geschäftige Zurüstungen, die Kirmes zu feiern, da platzt eine alarmierende Nachricht in die Festesvorfreude: die Spanier kommen; sie rücken an mit Mann und Roß und Wagen, und die kleine Stadt muß sich auf die Einquartierung fremden Kriegsvolkes gefaßt machen. Auf diese von martialischen spanischen Quartiermachern überbrachte Botschaft fällt den Männern mit dem Bürgermeister an der Spitze — in Erinnerung an das frühere Schreckensregiment und die spanische Kriegsfurie in den Niederlanden — mit Verlaub zu sagen, das Herz in die Hosen, und es ist mehr als ungewiß, ob die Kirmes in Boom nicht ein schmähliches ober gar blutiges Ende gefunden hätte. Auf die Männer ist kein Verlaß, soviel ist sicher, die wissen sich keinen Rat, und die kleine Stadt scheint verloren. Aber die klugen Frauen von Boom, die haben die Situation begriffen; sie handeln, geführt von der schlauen und energischen Bürgermeisterin, mltzWtz UM LU und weiblicher Gewandcheitr dieweil der Bürgermeister sich tot stellt, empfängt eine Abordnung der Frauen, die Bürgermeisterin Cornelia an der Spitze, den Herzog von Olivarez samt Gefolge und viel spanischem Kriegsvolk am Tor der Stadt und überreicht mit artigen Worten den Schlüssel; zwar gelingt es ihnen nicht, die Spanier „ein Haus weiter" zu schicken, aber die erlogene Trauerbotschaft vom Tode des Stadtoberhauptes bewirkt immerhin, daß die Fremden mit gedämpftem Trommelklang einziehen, während der galante Olivarez es sich nicht nehmen läßt, zu Füßen des pomphaft aufgebahrten lebenden Leichnams einen riesigen Kranz niederzulegen. Und dann wird es lustig, die Frauen von Boom sind nicht nur klug, sondern auch sonst bei der Hand und gar nicht spröde; sie wissen die spanischen Gäste freundlich zu empfangen und zu bewirten, und alsbald ist die Kirmes im besten Gange, während die Männer des Rates freilich derweil nicht viel zu bestellen haben. Die Spanier erweisen sich überdies als recht umgängliche Leute, mit denen sich leben läßt; die Nacht geht vorüber mit Tanz und Spiel und Tafelfreuden, und am andern Morgen verlassen die Fremden, vom Jubel der Bevölkerung begleitet, die Stadt. Die klugen Frauen haben auf der ganzen Linie gesiegt. Die Bürgermeisterin verkündet vom Balkon des Stadthauses herab den Dank des Herzogs, welcher denen zu Boom ein Jahr Steuerfreiheit gewährt für die freundliche Aufnahme. Dabei erweist sie sich wahrhaft als gescheite Frau, indem sie zu rechter Zeit den wiedererstandenen Gemahl vorzuschieben versteht, der mit seinem „Opfertode" das Gemeinwesen gerettet zu haben glaubt; und nach in der Nacht hat Cornelia, ganz unter der Hand, ihre älteste Tochter mit Hilfe des Spaniers unter die Haube gebracht, einen unbequemen Heiratsplan ihres Gatten zunichte und ein junges Liebespaar glücklich gemacht. Die Spielführung des Regisseurs Jacques Fey der muß ausgesprochen malerisch genannt werden: seine Inszenierung schien beschwingt und angeregt durch die Besinnung auf große Meister wie Velasquez, Hals, Rubens und Brueghel, an deren Bilder und Motive man im Laufe des Spiels mehr als einmal erinnert wird. Feyder hat auch die überwiegend epische Fabel sehr geschickt in Bewegung umzusetzen und große Volksmengen lebendig zu dirigieren und zu gruppieren verstanden; rein filmisch verwertbare Episoden wie die Vision des spanischen Schreckensregimentes wurden wirksam in die Szenenfolge einbezogen. Die Leistung des Kameramannes Harry Stradling bedarf besonders lobender Erwähnung: er schuf Bilder, die den Zuschauer recht un- mlttdbax kl das volkreiche» bewegte Leben und Treiben einer kleinen flämischen Stadt des 17. Jahrhunderts versetzen. Francoise Rosay, Feyders Gemahlin, spielt die Bürgermeisterin mit französischem Sprachklana und französischem Temperament, energisch, gescheit und mit erstaunlichem diplomatischen Geschick. Paul Hartmann ist der vornehme und elegante Olivarez, untadelig in der Haltung des Edelmannes, der Velasquez zu einem berühmten Gemälde Modell stand. Sehenswert ist ferner der feiste Bürgermeister von Will Dohm; sehr hübsch das junge Liebespaar, Charlott Dau - d e r t und Albert Lieven, auch Carfta L ö ck als Fischhändlerin, Wilhelm H o l z b o e r als spanischer Kaplan, Trude Marlen und Paul W e st e r - meyer seien nicht vergessen. — * Im Beiprogramm sieht man einen hochaktuellen Bildbericht von der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, die Fox-Tonwoche, einen Kulturfilm, sowie je einen Vorspann zu den „Mädchenjahren einer Königin" und dem Paramount-Film „Polizeiauto 99”. —r— Oer Erfinder des Fahrstuhles. Der Fahrstuhl ist keine Erfindung der Neuzeit, wenn er auch erst in den letzten Jahrzehnten weitere Verbreitung gefunden hat. Schon die Römer kannten Einrichtungen, die unseren Fahrstühlen gleichen. Später gerieten sie aber wieder in Vergessenheit, bis sich der Franzose Villayer im 17. Jahrhundert mit dem Prinzip einer vertikalen Beförderung von Menschen und Lasten befaßte und sogenannte „fliegende Stühle" erfand. Villayer ist übrigens auch die Einführung der Briefkästen zu danken. Zu der Erfindung des Fahrstuhles hieß es: „Wenn man sich darauf setzt, steigt er durch Gegengewicht ober burch bas Gewicht bes Körpers zwischen zwei Mauern hinaus unb hinunter bis zu bem Stockwerk, zu bem man gelangen will." Der „fliegenbe Stuhl" hatte zunächst einen großen Erfolg. Das bauerte aber nicht lange. Eines Tages blieb eine königliche Prin- Zessin, da ber Aufzug Koch, Elli Philipp, Marie Leistungsschreiben der Deutschen Gtenographenschast Ortsgruppe Gießen. Diesem Bekenntnis, daß in einem breiten Spruchband den Saal im Caf6 Leib zierte, gab die Gießener Frauenschaft in einer Kundgebung am gestrigen Montagabend unter Führung der Kreisleiterin der N S.- F r a u e n s ch a f t, Frau W r e d e, treffenden Ausdruck. Der mit den Hakenkreuzfahnen und den Symbolen der NS.-Frauenschaft schlicht geschmückte Saal, das Vorspiel vertrauter Lied- und Marschweisen der Bewegung durch das Krengel- Trio und ein gemeinsam gesungenes Lied boten einen stimmungsvollen Auftakt für die Ansprache des Pg. Heß. Sitz der Gerichtskasse: Alzey. Angegliederte richtszahlstelle: Wörrstadt. Sitz der Gerichtskasse: Bingen. Angegliederte richtszahlstelle: Wöllstein. Sitz der Gerichtskasse: Mainz. Angegliederte richtszahlstellen: Ober-Ingelheim, Oppenheim. Sitz der Gerichtskasse: Worms. Angegliederte richtszahlstelle: Osthofen. Zusammenstoß von Auto und Triebwagen. Auto zertrümmert, Triebwagen entgleist. — Fünf Leichtverletzte. LPD. Mainz, 23. März. Die Reichsbahn- direktion Mainz teilt mit: Am Sonntag um 15.25 Uhr wurde auf der Nebenstrecke Bickenbach— S e e h e i m eine Limousine mit Rollverdeck, aus der Richtung Darmstadt kommend, von einem Triebwagen erfaßt, fünf Meter weit geschleift und zertrümmert. Der Personenwagen war unter das Vorderteil des Triebwagens geraten, der entgleiste. Die fünf Insassen des Personenwagens, darunter drei Frauen, samt- lich aus Offenbach, wurden leicht verletzt. Auf ihren Wunsch wurden sie in einem Privatwagen nach Offenbach verbracht. Der Unfall ereignete sich an einem schrankenlosen Uebergang, der durch Blink- und Warnfeuer gesichert ist. Wie festgestellt wurde, war das Signallicht in Ordnung und funktionierte auch, so daß die Schuld an dem Unfall der Autoführer trägt. Wie zu dem Unfall weiter gemeldet wird, geriet das Auto unter das vordere Drehgestell des Trieb- wages. Obwohl der Triebwagenführer seinen Triebwagen schnell zum Stehen brachte, wurde der Kraftwagen ganz zusammengedrückt. Der Triebwagen entgleiste und blieb auf der Straße stehen. Die Bickenbacher Sanitätskolonne war sofort zur Stelle und befreite die fünf In- assen des Autos aus den Trümmern. Am schwierigsten war die Befreiung des Wagenführers, der in dem zusammengedrückten Fahrzeug eingeklemmt war. Man mußte die Tür abreißen, um an ihn heranzukommen. Die übrigen Insassen konnten sich teils selbst retten, teils wurden sie von der Sanitätskolonne befreit. Sie hatten meist Schnittwunden durch zersplitternde Glasscheiben erlitten. Ein zufällig in seinem Wagen vor- überkommender Arzt aus Worms verband sie. Bald nach dem Zusammenstoß traf von Darmstadt aus ein Hilfszug ein. In dem Triebwagen ist keiner Die Iustizprefsestelle Darmstadt teilt uns mit: Während die Kassengeschäfte der Justizbehörden in Hessen noch bis heute von der Hessischen Hauptstaatskasse als obere und von den Finanzkassen der Finanzämter als untere Kassenbehörden wahrgenommen werden, treten mit Wirkung vom 1. April 1936 besondere Gerichtskassen an deren Stelle, und zwar die Oberzustizkasse bei dem Oberlandesgericht und die Gerichtskassen bei den nachbezeichneten Amtsgerichten. Die Geschäftsräume der Obe^ustiz- kasse befinden sich bis auf weiteres im Gebäude der Hauptstaatskasse in Darmstadt, Neckarstraße 13. Die Gerichtskassen haben für die Justizbehörden, deren Kassengeschäfte ihnen zugewiesen sind, die Haushaltseinnahmen und -ausgaben sowie die sonstigen Zahlungen zu erheben und zu leisten; sie haben die Zahlungen zu buchen und die dazu gehörigen Belege zu sammeln. Außer den Kassengeschäften für die Amtsgerichte, bei denen sie errichtet sind, erledigen die Gerichtskassen auch die Kassengeschäfte der Amtsgerichte am Sitze der ihnen angeschlossenen Gerichtszahlstellen. Zu den Kassengeschäften der Amtsgerichte gehören auch die Kassengeschäfte der ihnen ange- gliederten Behörden (Anerbengerichte usw.). Die Kassengeschäfte der Landgerichte, der Staatsanwaltschaften bei den Landgerichten, sowie der Amts- anwaltschaften werden von der für ihren Amtssitz zuständigen Gerichtskasse mit wahrgenommen; das gleiche gilt von den Kassengeschäften der Arbeitsgerichte. Die bei dem Oberlandesgericht und der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht erwachsenden Gebühren und Strafen werden, soweit nicht ihre Sollstellung von der Geschäftsstelle des Gerichts des ersten Rechtszugs zu veranlassen ist, von der Gerichtskasse am Sitze des Oberlandesgerichts erhoben. Bei den Amtsgerichten, die nicht Sitz einer Ge- richtskasse sind, werden Gerichtszahlstellen eingerichtet. Die Gerichtszahlstellen stehen mit der Ge- Er lenkte die Aufmerksamkeit der Frauen auf die Entwicklung der Dinge in unserem Vaterlande und zeigte, wie dieses Wunder der Umwandlung des materiell und seelisch zusammengebrochenen deutschen Volkes möglich wurde. Was zwischen dem Einst und dem Jetzt an bewegendem Geschehen und tatkräftigem Schaffen sich hervorhebt, das wußte der Redner in treffliche Worte zu kleiden. Gerade den Frauen, deren Beruf die Sorge um das Leben, um ihr Leben, nämlich das der Kinder ist, verstand er die Erinnerung an die schweren Zeiten der Not und der Sorge um die Zukunft ihrer Männer und ihrer Kinder vor Augen zu stellen. Dabei wies er darauf hin, wie seelisch das Volk zermürbt war, so daß selbst in Schauspiel und Schrifttum die bolschewistischen Gottesleugner ihr Gift ausspritzen konnten und Maler Jesus Christus mit der Gasmaske am Kreuze abbilden durften. Daß aus einem solchen verzweifelten und hoffnungslosen Volke, in dem die 3ntereffengegen- fähe vorherrschten, wieder ein arbeitsames, I X Wieseck, 23. März. Nach jahrelanger Pause erfreute uns am geftrigen Sonntag Herr Peter von der Au aus Mainz mit einer gutbesuchten volkstümlichen Orgel-Feier st und e, die an Hand von gedruckten „Erläuterungen" mit je zwei Werken altdeutscher Meister (Joh. Pachelbel, Dietrich Buxtehude), klassischer Meister (Joh. Seb. Bach, Gg. Fr. Händel), romantischer Meister (Robert Schumann, Franz Liszt) und moderner Meister (Josef Rheinberger, Max Reger) bekannt machte. Der Orgelkünstler kam auch noch mit einigen Sologesängen und die andächtig folaende Gemeinde an drei Stellen mit Gesang zu Wort. Verbindende Schriftworte sprach der Ortsgeistliche, der in seiner Ansprache auf den Wert der heiligen Musik in Geschichte und Gegenwart hinwies. Die Gemeinde hofft, den Künstler bald wieder zu hören. — Die Pessimisten, die unser Storchnest nach den ersten Meldungen aus anderen Teilen Oberhessens die ganze Zeit noch unbesetzt sahen und schon glaubten, ein Nichtwiederkommen des Vogels voraussagen $u sollen, haben nun doch nicht recht gehabt. Pünktlich mit Frühlingsanfang ist der Storch wieder erschienen. Hofmann, Marie Bick, Else Georg, Robert Hofmann, Elkriede Werner, Friedrich Nuhn, Herta Docter, Hildegard Keller, Ewald Bötig, Dora Kern, Irmgard Schalch, Anna Damm, Alfred Huber, Anna Magold, Ludwig Schöck, August Meißinger, Karl Fornoff, Hildegard Siebert, Hans Haas, Elfriede Bock, Elly Erbe, Emil Biedenkopf, Kurt Mebus, Margrit Fahrenbach, Marie Winther, Rudolf Metzger, Liefe! Melcher, Heinrich Grün, Rudolf Möller, Lore Bücking. Gut: Karl Enz, Karl Nachtigall, Fritz Korn, Helmuth Steinmüller, Erich Noll, August Müller, Karl Hildebrandt, Jlfe Lettow, Otto Horst, Alfred Einhäuser, Hermann Lohmann, Mariechen Gon- trum, Ilse Biedenkopf, Albert Hinkel, Herbert Lepper, Fritz Reh, Marie Rinner, Ernst Schmitt- diel, Heinrich Diehl, Paula Hellmuth, Gerda Hofmann, Karl Fuchs, Annemarie Raab, Irmgard Hof, Ludwig Fritz, Walter Ley, Werner Barnick, Kurt Hausrath, Emmi Benner, Adam Krug, Helmut Seibert. fleißiges und zukunftsgläubiges Volk geworden ist, das sich Respekt bei seinen Bedrückern verschaffte und wieder fein Ansehen in aller Welt zurückeroberte, das danken wir Deutschen unserem Führer, der rastlos tätig und in steter Sorge um das ganze Volk Schritt für Schritt uns in lebenstüchtige und lebensfrohe Menschen verwandelt hat. Im WHW. weckte er die Nächstenliebe zu opferbereiter Tat gegen alle Not, durch die NSG. „Kraft durch Freude^ gibt er dem bedürftigen Volke das, was die anderen versprochen, aber nie gehalten haben. Jetzt, da er daran ist, das deutsche Bollwerk gegen den Bolschewismus zu festigen und die Bresche zu schlagen in die uns umgebenden, mit dem Bolschewismus paktierenden Staaten, da braucht er die Hilfe des Volkes. Er braucht uns alle, das ganze deutsche Volk und jeden einzelnen Volksgenossen, damit sie für ihn vor aller Welt Zeugnis ablegen. Wir alle tun das, indem wir dem Führer danken und am 29. unsere pflicht erfüllen. Mit starkem Beifall bekundeten die Frauen ihr Einverständnis und fangen gemeinsam: „Ich hab mich ergeben ..." $rau Wrede betonte in ihrem Schlußwort, daß die Frauen dem Führer viel zu danken haben und darum den letzten Zweifler mitreißen und dem Führer helfen wollen. wg (3 r o e n-B useck, 22. März. Die Schwei- nezwischenzählung in unserem Dorfe hatte folgendes Ergebnis: (Die Vergleichszahlen vom März 1935 stehen in Klammern): Zuchteber 1 (2), Zuchtsauen 31 (30), unter acht Wochen alte Ferkel 152 (138), bis zu einem halben Jahr alte Ferkel 710 (644), bis zu einem Jahr alte Schweine 131 (132) Stück. In den Monaten Dezember, Januar und Februar wurden 143 (117) Kälber geboren. 23. März. Am Samstag 0 Wallernhausen bei Nidda, 22. März. Schweres Herzeleid traf die Familie des Der- messungsbeamten Heulheck dahier. In vorgerückter Nachmittagsstunde wurde für den aus dem Felde heimgekehrten Großvater der Kaffee heiß gemacht und die Kanne auf den Tisch gestellt. Das unweit davon in einem hohen Kinderstuhl befindliche einjährige Töchterchen riß plötzlich unbemerkt die Kanne um, deren heißer I n - halt sich über den Körper des bedauerns- a-- =• v ' stark verwerten Kindes ergoß und ihn so st brühte, daß der Tod des unglückii nach kurzer Zeit eintrat. forderte Pfarrer Ködding dazu auf, die Arbeit der inneren Mission auch weiterhin zu unterstützen. △ Bellersheim, 23. März. Hier ist man eifrig am Bestellen der Sommerfrucht. Der Hafer ist meist schon gesät. Die im Rahmen der Erzeugungsschlacht aufgestellte Forderung auf Verwendung erstklassigen Saatgutes wurde hier durchweg erfüllt. Auch wurde das Beizen allgemein vorgenommen. — Die Winterspritzung der Obstbäume mit Karbolineum ist beendet. Heuer wurden alle Bäume rechts der Abbornhöfer und Bettenhäuser Straße der Winterbehandlung unterworfen. > Muschenh eim, 23. März. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt am Samstag in der Wirtschaft von Wilhelm Roth ihre Generalversammlung ab. Nachdem der Geschäftsbericht und die Bilanz zum Vortrag gebracht worden waren, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Spareinlagen belaufen sich auf etwa 113 000 Mark, zu denen im Jahre 1935 etwa 8000 zugeslofsen sind. Am Reichsspartag wurden allein etwa 3000 Mark zur Kasse gebracht. Zum Direktor der Kasse wurde Altbürgermeister Karl Becker V. gewählt. Mit einem Appell, an die Mitglieder, am 29. März für den Führer einzutreten, wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 21. März. Das nunmehr abgeschlossene Winterhilfswerk 1935/36 brachte nicht nur in Homberg, sondern auch in den Orten der Umgebung (Oder- und Nieder-Ofleiden, Haarhausen, Gontershausen und Höingen) erfreulich hohe Beträge. An den sechs Eintopf-Sonntagen betrug die Einnahme 1377,35 Mark, Geldspenden wur- den 63,90 Mark und an Geldbußen 40 Mark gesammelt. Die Büchsen- und Straßensammlungen ergaben 1385,24 Mark. Am Tage der Nationalen Solidarität wurden 345,70 Mark und durch die NSKOV. 191,51 Mark gesammelt. Das Ergebnis ist ein schönes Zeichen der Opferfreudigkeit der Bevölkerung. — Der A r b e i t s d i e n ft veranstaltete in der Stadthalle eine Abschiedsfeier. Der Musikzug der Reichsarbeitsdienstgruppe 223 Alsfeld unter Leitung von Obermusikzugführer Rheinländer bot im Verlaufe des Abends ausgezeichnete Konzertmusik. Arbeitsdienstmänner schilderten in packender Form die Bedeutung des Arbeitsdienstes für unfer Vaterland. Liedvorträge der Arbeitsdienstkameraden lösten große Freude aus. Großen Beifall fand auch die Gruppe, die mit schönen sportlichen Hebungen aufwartete. Musikalische Darbietungen beschlossen den unterhalt- famen Abend. Don der Deutschen Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Damit sich alle Mitglieder und Schriftfreunde restlos für die Wahlpropaganda einsetzen können, fällt unsere auf den 28. dieses Monats festgesetzte Veranstaltung auf der Karlsruhe mit Siegerehrung, Verteilung der Urkunden usw. aus. Der neue Termin wird im Anzeigenteil des „Gießener Anzeigers" und durch Rundschreiben bekanntgegeben. Das Ergebnis des Leistungsschreibens am 15. März war wieder ein glänzender Erfolg der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft. Insgesamt konnten 65 Arbeiten mit der Note hervorragend, 114 Arbeiten mit der Note Sehr gut und 55 Arbeiten mit der Note Gut ausgezeichnet werden. Nachstehend die Ergebnisse: l. Schnellschreiben. Abteilung 2 4 0 Silben. Hervorragend: Ewald Bötig. Abteilung 2 20 Silben. Sehr gut: Dora Kern. Gut: Fritz Reh. Abteilung 2 0 0 Silben. Gut: Richard Strauch, Otti Muhl. Abteilung 18 0 Silben. Hervorragend: Emma Reitz, Karl Meister. Sehr gut: Elfriede Tenniger, Anni Schmittdiel, Anna Damm, Gretel Roßkath, Marie Schneider, Irmgard Schalch, Hans Becker. Abteilung 160 Silben. Hervorragend: Frau Hildegard Keller, Karl Heinz Kuhl, Anna Magold. Gut: Alfred Huber, Ilse Biedenkopf. Abteilung 14 0 Silben. Hervorragend: Helmut Müller, Elly Fink, Anni Derzbach, Erika Wigandt, Ludwig H. Besier, Herta Schmitz, Hilde Keßler, Gertraud Heyding, Lotte Heß, Agnes Frank. richtskasse, der sie angegliedert sind, im Abrechnungsverkehr. Aus der nachstehenden Uebersicht sind die eingerichteten Gerichtskassen und die ihnen angeschlossenen Gerichtszahlstellen zu ersehen. Landgerichlsbezlrk Darmstadt. Sitz der Gerichtskasse: Bensheim. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Fürth, Lampertheim, Wald- Michelbach. Sitz der Gerichtskasse: Darmstadt. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Dieburg, Groß-Umstadt, Langen, Reichelsheim, Reinheim. Sitz der Gerichtskasse: Groß-Gerau. Sitz der Gerichtskasse: Michelstadt. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Bad Wimpfen, Beerfelden, Hirschhorn, Höchst i. O. Sitz der Gerichtskasie: Offenbach. Angegliederte Gerichtszahlstelle: Seligenstadt. Landgerichtsbezirk Gießen. Sitz der Gerichtskasse: Alsfeld. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Herbstein, Lauterbach, Schlitz, Ulrichstein. Sitz der Gerichtskasse: Bad-Nauheim. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Butzbach, Friedberg, Vilbel. Sitz der Gerichtskasse: Büdingen. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Altenstadt, Nidda, Ortenberg, Schotten. Sitz der Gerichtskasse: Gießen. Angegliederte Gerichtszahlstellen: Grünberg, Homberg, Laubach. Landgerichlsbezlrk Mainz. II. Richligschreiben. Hervorragend: Margot Drescher, Wilhelm Vogel, Helmut Müller, Friedrich von Lemmers, Richard Strauch, Willi Heidlindemann, Elly Fink, Elly Politz, Hans Medebach, Karl Heinz Niemeyer, August Hock, Artur Heinz, Wilhelm Arnold, Friedrich Volpert, Anni Derzbach, Margot Goppelt, Willi Koch, Georg Schaaf, Erika Wigandt, Ludwig H. Besier, Anm Schmittdiel, Gretel Roßkath, Gertrud Kardaun, Mathilde Ludwig, Luise Moeser, Marie Einhäuser. Sehr gut: Emma Reitz, Otti Muhl, Karl Meister, Karl Heinz Kuhl, Elly Philipp, Gertrud Müller, Otto Schneider, Marie Bierau, Lotte Heß, Anna Weihrauch, Ernst Römer, Käthe Prümer, Albert Brückel, Karl Hofmann, Lieselotte Rühl, Siegfried Hennig, Ilse Wurm, Irmgard Zöller, Mariechen Krause, Hans Becker, Elfvieoe Tenniger, Marie Schneider, Liesel Kratzenberger, Emst Philipp, Ernst Hünig, Walter Zulauf, Karl Hofmann, Lisa Bloh, Gertraut Heyding, Hilde Keßler, Herta Schmitz, Albert Schäfer, Ria Dörmer, Lore Abteilung 12 0 Silben. Sehr gut: Lore Hofmann, Oswald Sauerwein. Gut: Hans Haas, Ria Dörmer, Marie Schmelz. Abteilung 10 0 Silben. Hervorragend: Wilhelm Arnold, Emil Biedenkopf, Karl Hofmann, Elly Erbe, Albert Brückel, Elfriede Werner, Käthe Prümer, Karl Fuchs, Herbert Lepper, Ilse Lettow, Franz Hoffmann. Sehr gut: Margot Drescher, Hans Medebach, Marie Einhöuser, Elfriede Bock, Robert Hofmann, Ernst Römer, Gerda Hofmann, Karl Hildebrandt, Wilhelm Eich, Hedwig Schneider. Gut: Else Georg, Anna Weihrauch, Maria Bick, August Müller. Abteilung 80 Silben. Hervorragend: Karl Heinz Niemeyer, Gertrud Kardaun, Herta Docter, Marie Winther, Ludwig Fritz. Sehr gut: Friedrich Volpert, Mathilde Ludwig, Luise Moeser, Margrit Fahrenbach, Kurt Mebus, Siegfried Hennig, Irmgard Hof, Annemarie Raab, Otto Horst. Gut: August Hock, Lieselotte Rühl. Abteilung 60 Silben. Hervorragend: Mariechen Krause, Lore Bücking, Rudolf Möller, Heinrich Grün, Liesel Melcher, Irmgard Zöller, Mariechen Gontrum. Sehr gut: Ilse Wurm, Werner Barnick, Walter Ley, Kurt Hausrath, Hermann Lohmann, Alfred Einhäuser, Wilhelm Simmer. Gut: Rudolf Metzger, Irmgard Ulbrich. < Staufenberg, 23. März. Am Samsta fand im vollbesetzten Saal der Burg die Schuld entlaffungs feier statt. Lehrer Rabenau hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Sodann gelangten eine Kindersymphonie und ein Sprechchor zur Aufführung. Lehrer E m m e l sprach in beherzigenswerten Worten zu den Konfirmanden und deren Eltern. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten Theaterstücke, Reigen und Gedichte zum Vortraa. Den Abschluß bildete die „Spinnstube" unter Leitung von Frau Taumler, von sämtlichen Konfirmandinnen ausgeführt. Bürgermeister Reuter dankte zum Schluß allen, die zur Ausgestaltung des Abends beigetragen haben. Zum Schluß forderte er auf, am 29. März der Welt zu zeigen, daß Volk und Führer eins sind. Mit den ersten Versen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. + Orünberg, 23. März. Die hiesige Bäuerliche Werkschule beendete ihren Winterlehr- S. Von der Landesbauernschaft war Abteilungs- Dr. B ö ch e r, der früher an der hiesigen Schule wirkte, mit Assessor Bernhard erschienen, die der Abschlußprüfung beiwohnten. Am Nachmittag fand im Gasthaus „Zum Rappen" eine öffentliche Schlußfeier statt, bei der auch Bürger- meister Wagner als Vertreter der Stadt anwesend war. Der Leiter der Schule, Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st, verabschiedete die 21 zur Entlassung kommenden Schüler mit einer Ansprache. Ferner sprachen Schüler Graulich (Stangenrod) über „Die Bauernbefreiung des Reichsfreiherrn von Stein", Schüler Schmitt (Bleidenrod) über „Nährwert und Nährwertberechnung der Futtermittel" und Schüler K l ö s (Stangenrod) über „Der Bauer in der Erzeugungsschlacht . Es folgten noch Gedichtvorträge der Schüler Münch (Bernsfeld) und Wagner (Reinhardshain), ein Sprechchor und turnerische Vorführungen unter Leitung des zweiten Lehrers der Schule, Assessor Keim. Zu der Abschlußfeier hatten sich außer den Angehörigen der Schüler auch eine große Zahl Mitglieder der Arbeitskameradschaft „ehemaliger Grünberger Landwirtschaftsschüler" eingefunden, die ebenfalls zur geselligen Unterhaltung bei der anschließenden Nachfeier beitrugen. cxd Eberstadt, 23. März. Dieser Tage fand, veranstaltet durch die Innere Mission, ein Filmvortrag in unserer Kirche statt, der von der segensreichen Arbeit der Inneren Mission in Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft zeugte. In vielen Bildern lernten die Besucher die vielen Anstalten der Inneren Mission kennen. Zum Schluß Sehr gut: Wilhelm Vogel, Willi Heidlindemann, Elly Politz, Margot Goppelt, Georg Schaaf, Lisa Bloh, Karl Fornoff, August Meißinger, Karl Hofmann, Walter Zulauf, Erich Noll, Helmuth Stein- --===== 6Jl.-$POTt Spielvereinigung 1900 Gießen. Ober-Widdershelm — 1900 0:6 (0:1). Die Spielvereinigung 1900 weilte am vergangenen Sonntag mit ihrer Ligamannschaft in Ober- Widdersheim bei „Viktoria 1926" zu Gast und kam zu einem hohen Sieg. Der Sieg ist insofern beachtlich, als Ober-Widdersheim besonders auf eigenem Platze, der sehr kleine Ausmaße aufweist, als recht spielstark einzuschätzen ist. Mußte sich doch im vergangenen Jahr der Sportverein Bad-Nauheim mit einer kombinierten Mannschaft, in der sieben Spieler der Ligamannschaft vertreten waren, eine 7:0-Niederlage gefallen lassen. Gestern jedoch schien die Mannschaft nicht sehr in Form zu sein, denn im Verlaufe des ganzen Spieles sah man nur wenige Ansätze zu einer verständnisvollen Spielhandlung. Anders dagegen die Blau-Weißen! Ein Erfolg in den ersten Minuten gab ihnen das nötige Selbstvertrauen und so sah man stellenweise Spielmomente, die durch die Einstellung der neuen Spieler nicht zu erwarten waren. Der Anstoß der Spielvereinigung kam sofort vor das Tor der Gastgeber. Die Verteidigung brachte den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone und die folgende Flanke des Linksaußen Hain nahm Enders auf und schoß aus nächster Nähe ein. Dieser Erfolg hatte das Selbstvertrauen der Blau-Weißen mächtig gestärkt und so erfolgte Angriff auf Angriff auf das Tor der Gastgeber. Die zahlreiche Verteidigung, meist waren es 7 bis 8 Spieler, wußte jedoch vorerst die Gefahr zu bannen. Lediglich acht Ecken waren die Ausbeute. Erft nach der Pause, als die Angriffe der Blau-Weißen unvermindert anhielten und sich eine deutliche Ermüdung der Gastgeber bemerkbar machte, fielen die Tore in regelmäßigen Abständen. Schäfer erzielte mit wuchtigem Schuß aus 20 Meter Entfernung den zweiten Treffer. Enders markierte Nummer 3 und 4. Hain zeichnete für den fünften verantwortlich und Enders beschloß den Reigen. Der Schiedsrichter konnte befriedigen. 1900 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend 2:1. Eine angenehme Enttäuschung bereitete die 1. Jugend, indem sie auf dem Platze des Gegners einen knappen aber verdienten Sieg errang. Beide Mannschaften befleißigten sich eines fairen Spieles. Bel Halbzeit stand das Spiel 1:0 für die Blau-Weißen. In der Mannschaft war kein Versager, der beste Teil war die Läuferreihe. Eine hohe 1:7-Niederlage mußte die 2. Jugend im Kampf gegen den Lokalrivalen einstecken. Ein prächtiges Spiel 1:1 lieferten sich die beiden Schülermannschaften der Gießener Vereine. „ FETeutonia" Watzenborn-Steinberg VfR. Buhbach I — Watzenborn-Steinberg 11:0 (1:0). Am Sonntag waren von „Teutonia" drei Mannschaften auf dem Plan. Die erste Mannschaft war zum Gesellschaftsspiel nach Butzbach gefahren und mußte dort eine knappe Niederlage (1:0) mnne9' men. Die Teutonen waren wieder verstärkt durch Lang. Pech (Lattenschüsse) und die Härte der Butzbacher ließen die Teutonen nicht gewinnen. Fett und Schmandt wurden erheblich verletzt. Die zweite Mannschaft lieferte in Klein-Linden ein Spiel, mit dem sie sich sehen lassen konnte und gewann mit 2:0 Toren. Die Kleinsten der Teutonen spielten gegen ihre Kameraden von Lollar und siegten hier mit 5:1. Hans Sluck fährt neuen Anlo-Weltrekord Fünf Kilometer mit 312,423 Stdkm. - Versuchsfahrten der Auto-Union. Links: Blick auf die Autobahn während der Rekordfahrt. — R e ch t s: Der Konstrukteur des Rennwagens, Direktor Porsche (im Bilde rechts), erteilt letzte Instruktionen. (Aufn.: DNB., Schmidter.) Arn Montagvormittag fanden auf der Reichsautobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt, die nun schon zum dritten Male Schauplatz von Rekordfahrten war und ihre Eignung hierfür auch diesmal wieder glänzend bewies, Probe- und Versuchsfahrten der Auto-Union in Gemeinschaft mit den Continental-Gummiwerken statt. Die Fahrten dienten in erster Linie dem Zweck neue, von den Continental-Werken konstruierte Rennreifen zu erproben. Hans Stuck legte mit seinem Auto-Union- Rennwagen eine Strecke von fünf Kilometer mit rennmäßiger Geschwindigkeit zurück und unterzog so die Reifen einer aufschlußreichen Prüfung. Zugleich stellte der deutsche Meisterfahrer aber auch einen neuen internationalen Klassen-Rekord für die fünf Kilometer-Strecke in der Klaffe B (5000 bis 8000 Kubikzentimeter) auf. Hans Stuck erreichte bei Hin- und Rückfahrt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 312,423 Stundenkilometer und überbot damit den bestehenden Klassen-Rekord des Amerikaners Abe Jenkins, den dieser mit 227,8 Stundenkilometer auf Düsenberg hielt, um etwa 30 Prozent. Die genauen Zeiten für die Rekordfahrt Hans Stucks waren: Hinfahrt: 5 Kilometer in 57,39 Sekunden = 313,643 Stundenkilometer. Rückfahrt: 5 Kilometer in 57,84 Sekunden - 311,203 Stundenkilometer. Mittel: 5 Kilometer in 57,615 Sekunden r- 312,423 Stundenkilometer. Die Probefahrten fanden bei herrlichstem Fruh- lingswetter statt. Obwohl die Versuche der beiden Firmen ziemlich geheim gehalten wurden und in der Öffentlichkeit'nur die offizielle Schließung der Reichsautobahn für den gesamten Verkehr bekanntgemacht worden war, hatten sich längs der Strecke und auf den sie überquerenden Brücken doch eine ganze Anzahl interessierter Zuschauer eingefunden. Großer Betrieb herrschte natürlich am Depot und am Start. Zahlreiche Presseleute und Photographen beobachteten zusammen mit den leitenden Ingenieuren der beiden Firmen Auto-Union und Continental gespannt die Vorbereitungen für die Versuchsfahrten. Der Konstrukteur des Auto-Union-Renn- wagens, Dr. Porsche, leitete selbst die Arbeit der Monteure und überwachte sehen ihrer Handgriffe. Kurz nach neun Uhr war der Wagen soweit startfertig, daß er „warm" gemacht werden konnte. Altmeister S e b a st i a n fuhr die Maschine in gemäßigtem Tempo über die Strecke. Nach feiner Rückkehr wurden noch einige letzte Einstellungen vorgenommen und bann brauste Hans Sluck ab. Ein blitzschneller Anzug und schon nach wenigen Sekunden war der silberweiße Wagen dem Blickfeld entschwunden. Ulan hörte nur noch das laute Brummen des Motors dessen Stärke jetzt etwa bei 500 PS liegt. Auf der Rückfahrt ergaben sich einige Kerzenschwie- riqkeiten, die aber leicht behoben werden konnten. Der zweite Versuch glückte dann in bester Weise: es wurde ein Stundenmittel von über 312 Kilometer erreicht. lieber das Ergebnis der Reifenprufung konnten natürlich Einzelheiten noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Genaues wird hier auch erst bei der eingehenden Untersuchung in der Fabrik festgestellt werden. Der erste Eindruck war aber der, daß die Reifen bei den kurzen Fahrten mit höchster Geschwindigkeit das gehalten haben, was man sich von ihnen versprach. Die Abnutzung war äußerst gering, da nicht gebremst werden mußte und nur unwesentliche Kurven zu nehmen waren. Erwähnt sei noch, daß die Nachrichten-Anlage von der SA. vorbildlich in kürze st er Ze it angefertigt wurde. Es mußten 100 Kilometer Leitungsdraht gelegt werden. Beteiligt an dieser Arbeit waren die Standarte 81 Frankfurt, Brigade 50 Darmstadt, Standarte 115 Darmstadt und Motor-Standarte Darmstadt. Der erzielte Klassen-Rekord ist erst dann gültig, wenn er vom Internationalen Automobil-Verband I (AJACR.) anerkannt wurde. Leichtathletik-Tagung des Gaues XII in Kassel. Veranstaltungen des Jahres 1936. Das Gaufachamt XII Leichtathletik hatte am Sonntag die Fachamtsleiter der 13 Sportkreise des Gaues Hessen nach Kassel einberufen. Gau- sportwart Dr. Schlotthauer eröffnete die Tagung. Gaupressewart Beuermann gab einen Rück- und Ausblick und betonte, wie gerade durch die mit dem Reichsbund für Leibesübungen geschaffene einheitliche Linie ein Herzenswunsch der Leichtathleten in Erfüllung gegangen sei. So sei es auch zu begrüßen, daß eine Reihe von Veranstaltungen der kommenden Saison die einzelnen Ortsgruppen im DRfL. als Träger sehen würden. Vorgesehen sei auch die Errichtung einer Gausportschule, wahrscheinlich mit dem Sitz in Bad Wildungen. Gausportwart Dr. Schlotthauer berichtete alsdann über die in der verflossenen Saison statt- aehabten Veranstaltungen und das erzielte Lei- stungsniveau. Er gab die Standardtermine für 1936 bekannt und betonte dabei, daß neben einer planmäßigen Schulung der Spitzenkönner der Alte-Her- ren-Sport eine stärkere Förderung erfahren müsse. Wie nun die Jugend als das wertvollste Gut zu betreuen ist, darüber gab Herr Beuermann die notwendigen Anweisungen. Dem Nachwuchs soll sowohl in Mannschaftskämpfen (Gauvereinsjugendmeisterschaft) als auch in Einzelkämpfen Gelegenheit geboten werden, seine Tüchtigkeit unter Beweis zu stellen. Eine Veranstaltung großen Stils, mit Gemeinschaftslager, sollen die für 20/21. Juni in Gießen vorgesehenen Gau-Jugendmeisterschaften werden. Nachdem Gau- frauensportwart D l a b a l in seinem Bericht aufgezeigt hatte, daß von den Vereinen eine intensivere Arbeit auf dem Gebiet der Frauenleichtathletik gefordert werden müsse, hob Gauvolksturnwart Engelbrecht das kameradschaftliche Verhältnis und das gedeihliche Zusammenarbeiten zwischen Turnvereinen und Sportvereinen hervor, lieber die Wichtigkeit des Dietwesens machte dann Gaudiet- wart Vesper grundsätzliche und praktische Ausführungen. Die völkische Aussprache wird vom Gaufachamt Leichtathletik in der kommenden Saison für die Vereine anläßlich eines Versuches um die Deutsche Vereinsmeisterschaft angeordnet werden. Bevor die einzelnen Kreisfachamtsleiter zur Berichterstattung aufgefordert wurden, gab Herr Beuermann bekannt, daß der Deutsche Leichtathletikverband zwei verdienten Pionieren der Leichtathletik die hohe Auszeichnung der goldenen Ehrennadel habe zuteil werden lassen, nämlich Dr. H e y m a n n, Diez (Lahn), und Gg. Richt- berg, Gießen. Nachdem der amtliche Veranstaltungsplan für 1936 bekanntgegeben worden war, wurde die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. Amtliche Veranstaltungen 1936: 5. April: Frühjahrswaldläufe in allen Kreisen. 26. April: Leistungsproben der Trainingsgemeinschaften. 17. Mai: Versuche in der Deutschen Vereinsmeisterschaft für Männer und in der Gau-Vereins- Jugendmeisterschaft. 35-km-Laufen in Gießen. 24. Mai: Groß-Staffeltag mit Olympiakundgebung. 7. Juni: Gau-Junioren-Meisterschaften in Gießen, verbunden mit Zehnkampf und 15=km=ßauf. Kreis-Jugendmeisterschaften. 14. Juni: Kreismeisterschaften für Männer und' Frauen. 21. Juni: Gau-Jugend- und Jungmann-Meisterschaften (Jungmann-Jahrgänge 1916/17) in Gießen. 5. Juli: Gau - Vereins - Jugendmehrkampfmeister< schäften. Kreisturnfefte. 11. und 12. Juli: Deutsche Meisterschaften in Berlin. Rhön-Turnfest. 19. Juli: Gaukampf Hessen — Westfalen in Corbach.- 26. Juli: Weitere Versuche um die Deutsche Vereinsmeisterschaft. Alte-Herren-Kämpfe. 16. August: Olympia - Abschluß - Sportfeste in allen Städten. 29. und 30. August: Jugend-Mehrkampftag. 6. September: Hoherodskopf-Fest. 27. September: Gaukampf Hessen — Südwest in Hanau. 4. Oktober: Gau-Marathonlauf in Weilburg. Schlußtag für Vereinsmeisterschaften (ausschließlich Sonderklasse). 11. Oktober: Kreis-Waldlaufmeisterschaften. 25. Oktober: Gau-Waldlaufmeisterschaft in Gießen. HandballimKreisLahn-Nill(OauXH) Das Endspiel um die Gaumeisterschaft der Frauen in Gießen! Der Kreis VIII ist durch das Gaufachamt für Handball mit der Ausrichtung des Endspiels um die Gaumeisterschaft beauftragt worden. Als Termin wurde der 5. April in Aussicht genommen. Mit Rücksicht darauf, daß es sich beim Handball für Frauen um einen Sport handelt, der eigenartiger Weise bis jetzt in unserem Kreis noch keine Pflegestätte gefunden hat, wird es all denjenigen, die die Gründung von Frauenmannschaften schon lange vorgesehen haben, eine willkommene Gelegenheit sein, die in Frage kommenden Kreise entsprechend zu interessieren. Neben diesem Spiel werden sich zwei Mannschaften — zusammengestellt aus den besten Spielern des Gaues — gegenüberstehen, aus denen heraus dann die endgültige Kreismannschaft gebildet werden soll, die im Laufe des Sommers verschiedene Spiele gegen andere Kreise unseres Gaues austragen wird. ** Die so« «ar#" *Sw®®-®* Ä>5 nölt elX:u,rei Z-s Aich Au! AM Seit Begin« des titt iMenlnmP“ -in überströmender Lte Nation eil girier es Beker iUfeiner Bef •il-legl. Dl-b»; ■ollen nun dieses t Kralligen Ausdrr •In ganzen Welt e Mre>tag,d Md derM Men aus zi und ( 21m 15.45 Uhr er manbo: „heihl Werden in ganz Müebäuben, Bett Zahnen gehi Hein Haus, keine Stunde an bis ji ■neuen Deutschlar Um Punkt 1 Kruppwerke eint großen Zrii ankündigen. 3n stimmen 'm gan sm und Lokorm wird für die gc Belegschaften, fu nähme Don in « Njeagen, eine M und ang.Mel. Die nute innere Wer DerZ Oer Dritte Sub ist auch ein Mädchen Sobald es wärmer wird Gießen (Frankfurter Str. 45), den 23. März 1936 1833 D 1838 A Damen-Knie-Strümpfe lAfCDDC DRUCKSACHEN VV CROC Brühl. Gießen Marktstr. 23 Telephon 2417 G/ESS ENUR G1O 1827 A WtoM können Sie bei uns ein Paar Damen-Knie-Strümpfe haben lassen die Oefen qualmen und das Blohumwerk bei Kläranlage und Städt.Gaswerk, Gießen, Gartenstraße Heinrich Wagener und Frau Carola, geb. Crle Vergleichen Sie Leistung, Qualität und Ausstattung der DKW KM 200 L bevor Sie kaufen! 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