Ur. 20 Erster Blatt M. Jahrgang Zreltag, (Er|d)emi tag ltd), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gie euer Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt >ernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift lür Drahtnach. richten Anzeiger Gießen pofischecktonto: Kronifnrl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilätr Such- und Steindruckerei «.Lauge In Gießen. Schristie'tung und Scschästrftelle: Sckulstratze 1 24. Januar lyZb Annadme oon Anzeige« für die Mittagsnurnrner bis8‘/„Uhr des Dormittags Grundpreise für | mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- an^eigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh. Vereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- 1L behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Sarrauts Versuch einer Kabinettsbildung. Paris, 24. Ian. (DNB. Funkspr.) Die Regierungskrise scheint sehr viel schneller als erwartet beendet zu werden. Der mit der Kabinettsbildung beauftragte radikalsozialistische Senator S a r r a u t hat innerhalb oon 12 Stunden nicht nur in weit ?espannten Besprechungen die genaue Stel- ungnahme fast aller politischen < WM t ■ Paul-Boncour, bedeutender Rechtsanwalt, langjähriger Delegierter Frankreichs im Völkerbund und oft Minister, ist für den Posten des Kriegsmini st ers an Stelle des Obersten Fabry ausersehen. — (Archiv). Gruppen in Erfahrung gebracht, sondern um 2 Uhr nachts schon eine vorläufige Minister l i st e ausgestellt. Er wird seine Beratungen am Freitag 9 Uhr fortsetzen und voraussichtlich gegen Mittag dem Präsidenten der Republik seine Vorschläge über die Zusammensetzung seines Kabinetts unterbreiten. <9ie vorläufige MMerMe, die natürlich im Laufe" des Freitagvormittag noch Aenderungen erfahren kann, weist folgende Namen auf- Ministerpräsident und Innenminister: Albert Sattaui (Radikatsozialist) Justiz: Pernot (Republikanische Mitte) Außenministerium: Flandin (Demokratische Vereinigung) Finanzministerium: Regnier (Radikalsozialist) Kriegsministerium: Paul-Voncour (Sozialistische Vereinigung) Kriegsmarineministerium: Pietri (Radikale Linke) Handelsministerium: Georges Bonnet (Radikalsozialist) Postministerium: Mandel (Unabhängig, rechtsstehend) Oeffenkliche Arbeiten: Ivan Delbos (Radikalsozialist) Luftfahrt: Laurent-Cynac (Radikale Linke) Unterricht: Mario-Roustan oder Guernut (beide Radikalsozialisten) Landwirtschaft: Lathata (Radikale Linke) Kolonialministerium: Stern (parteilos) Arbeitsministerium: Ramadier (Sozialistische Vereinigung) Pensionsministerium: Lhampetier de Rill es (Volksdemokrat) handelsmarineministerium: William B e r t r a n d (Radikalsozialist) Gesundheitsministerium: Moncelle (Republikanische Mitte) Unterstaatssekretär im Miniskerpräsidium: Jean Z a y (Radikalsozialist) Unlerskaatssekretär im Innenministerium: Iac- queinot (Republikanische Milte). Pierre Flandin, von Hause aus Rechtsanwalt war in verschiedenen Kabinetten Handels- und Finanzrninifter, bis er im November 1934 zum erstenmal selber ein Kabinett bildete, das aber bald unter dramatischen Umstanden gestürzt wurde. — (Archiv.) $ Auf Grund dieser Zusammenstellung konnte man von einer Regierung der rep u b l tränt- schen Konzentration sprechen. Ebenso rote das Kabinett Laval würde das Kabinett Sarraut sechs radikalsozialistische Minister aufweisen, einschließlich des Ministerpräsidenten, der das Innenministerium übernehmen will. Als neue radikalsozialistische Männer enthält die Vorschlagsliste den Fraktionsführer Poon Delbos, Guernut (ober Mario-Roustan) und Jean Zay, die sämtlich dem linken Flügel der Partei zuzurechnen sind. Auf der Linken würde die Regierung bis zur soualistischen Union reichen. Der wichtige Rosten des A u ß e n m i n i st e r i u m s soll dem früheren Ministerpräsidenten Flandin anoertraut roerbcn. Die republikanische Mitte würde durch Pernot und Jaca"">no^ vertreten fein. Sollte Sarraut scheitern, wird der Präsident sich entweder an den Radikalsozialisten Georges B o n - n e t ober an ein Mitglieb ber republikanischen Mitte wie Pietri ober an Manbel roenben. Bei einer Verlängerung ber Krise rechnet man als lekt- fDlöaüchMt mit einer Betrauung bes Kammer- präfibenten Bouifson. Erstes Scho m der pariser vreffe Paris, 24. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die rabikalsozialistische ,,R e p u b l i g u e" erklärt, bas Programm Sarrauts werbe auf ber Linken keine Gegnerschaft finben, ba es bie großen Linien wiberspiegele, bie auf bem letzten rabikalsozialisti- schen Parteitag in Paris festgelegt worben sinb. Schwierigkeiten könnten sich nur aus ber Haltung ber Rechten unb ber rechten Mitte ergeben. Bemerkenswert ist, baß ber Vorsitzenbe ber sozialistischen Partei Leon Blum, ber in ben letzten Tagen bei jeher Gelegenheit im „Populaire" Sturm lief zur Betrauung Sarrauts, heute völlig schweigt Dies bürste wohl als eine stillschweigende Duldung angesehen werden, nachdem der Eifer der Sozialisten, sich an einer Regierung kurz vor den Wahlen zu beteiligen ober sie tatkräftig zu stützen, in ben letzten Tagen wesentlich nachgelassen hat. Das rechtsstehenbe „Drbre" glaubt, daß die Tagesordnung der Demokratischen Vereinigung eine Zusammenarbeit zwischen dieser Gruppe und den Radikalsozialisten sehr schwer machen wird Diese Tagesordnung trat bekanntlich für bie Politik Lavals ein. Sie scheiterte jedoch an dem Widerstand des Gruppenvorsitzenden F l a n d i n. Die kommunistische „humanitö" legt das größte Gew.icht daraus, daß Laval nicht wiederkehre, da das nach Ansicht bes Blattes eine Herausforderung bebeuten würbe. Für Sarraut setzt sich bas Blatt aber auch nicht ein, ba er gesagt hat: „d e r eigentliche Feinb ist ber Kommunis- m u s". Wer ist Sarraut? Der mit ber Kabinettsbilbung beauftragte rabikalsozialistische Senator Albert Sarraut würbe 1872 in Borbeaux geboren unb war ursprünglich Rechtsanwalt. Von 1911 bis 1914 war er General- gouoerneur von Jnbochina. Im Kabinett Viviani, bas Frankreich in ben Krieg führte, war er Unterrichtsminister. Später ging er an bie Front, kam aber 1916 roieber als Generalgouverneur nach Jnbochina, wo er ben Transport von 120 000 Mann anamitischer Ersatztruppen an die europäische Front organisierte. Seit 1920 war er Kolonialminister und arbeitete ein eingehendes Programm zur Entwicklung der französischen Kolonie aus. Im März 1925 ging er als Botschafter nach Angora. Später hatte er verschiedenen Kabinetten als Innenminister, Marineminister, Kriegs- unb Kolonialminister angehört. Im Oktober 1933 bilbete er selber ein Kabinett, bas jeboch schon nach wenigen Wochen über bie Beamtengehälter stolperte. KatzenjMMrmder„BolMont" Paris, 24. Jan. (DNB. Funkspr.) Die unverhüllten Erklärungen bes Kommunistenführers Ca- chin auf ber kommunistischen ßanbestagung, bie Kommunisten würben nicht vergessen, baß ihr Ziel bie Errichtung einer französischen Sowjetrepublik sei, baß man Bünbnisse eingehen unb an einer Volksfront teilnebmen könne, um ben Faschismus aufzuhalten, baß es aber Pflicht ber kommunistischen Partei fei, bas Proletariat zur regierenben Klasse zu machen, wirb oon ber rabikalsozialistischen „Ere Nouvelle" als sehr unbequem empfunben. In ben Augen ber kommunistischen Partei, so klagt bas Blatt, sei bie Volksfront also nur ein Mittel zur Durchführung bes kommunistischen ^Programms. Was solle bann aber aus bem rabikalsozialistischen Programm werben. Würben bie Rabikalsozialisten als Sprungbrett ober als Schutzwall bienen? Es sei bie Pflicht ber Rabikalsozialisten, für bie fommenben Wahlen sich selbst treu zu bleiben. Nach ber Erklärung von Cachin scheine ber Vorhang über bie Komöbie ber Volksfront gefallen zu fein. Die Feier des 30. Januar. Appell und Fackelzua der ältesten SA -Männer Deutschlands vor dem Führer. Erste Darbringung des »SA -Hufs". Berlin, 24. Jan. (DNB ) Am 30. Januar 1936 finbet im Lustgarten zu Berlin em Appell ber ältesten S A - Männer Deutschlanbs vor bem Führer statt. An diesenz,Appell nehmen 25000 SA. - Männer teil. Am Abend desselben Tages erfolgt eine Wiederholung des historischen Fackelzuges der SA. vom 30 Januar 1933 vor dem Führer an der Reichskanzlei. Dieser Tag wird nicht nur eine Auszeichnung fein für die alten politischen Soldaten des Führers, sondern für die gesamte deutsche SA Zum dritten Male jährt sich am 30. Januar der Tag, an dem in Deutschland vom Fels zum Meer, in Oft und West, jubelnd die Hakenkreuzbanner aufgezogen wurden. Nach 14 Jahren Kampf war der Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, war der Oberste SA.-Führer, Kanzler bes Deutschen Reiches geworben Ein Jubel ohnegleichen ging burch Deutschlanbs Gaue Die Opser berer, bereu Namen von ben Felbzeichen unb Sturmfahnen leuchten, waren nicht umsonst gewesen. Spontan sammelten sich in allen Stäbten unb Dörfern bie Männer ber Bewegung SA.- unb SS.-Einheiten veranstalteten Fackelzüge unb himmelan leuchteten bie Freubenfeuer ber zusammengeworfenen Fackeln. Durch bas Branbenburger Tor unb bie Wilhelm- straße marschierten zum ersten Male bie SA., bie aktivsten politischen Solbaten bes Führers, bie in unzähligen schweren Saal- und Straßenschlachten an erster Stelle diesen Sieg erringen halfen und damit den Weg zur Uebernahme der politischen Macht freimachten Rach drei Jahren wirb nun wieder zu Ehren ihres Obersten SA.-Führers die SA. marschieren. Aus ganz Deutschland werden die beiden dien st ätte st en S A.- Männer jedes Sturmes nach Berlin kommen. Zu derselben Stunde, zu der der Führer am 30. Januar Kanzler wurde, werden auf dem Berliner Lustgarten 25 000 Männer der Allen Garde der SA. zum Appell vor ihrem Obersten SA.-Fuhrer angetreten stehen und ihr Führer wird zu ihnen sprechen. Gleichzeitig werden sprechen der Stabschef und Reichsminister Dr. Goebbels. Am Abend werden dann die 25 000 Mann auf der Charlottenburger Chaussee in Zwölferreihen anlreten, mit ihnen werden antreten je ein Marschblock der Berliner Standarten, Ehrenabordnungen der SS., der Hitler-Jugend und des NSKK., jo daß im ganzen 35000 Mann zum Fackelzug angetreten fein werden. Um 20 Uhr wird sich der F a ck e l z u g in Marsch sehen und durch das Brandenburger Tor, über die Linden und durch die Wilhelmslraße marschieren. An der Reichskanzlei wird der Führer den Vorbeimarsch dieser 35 000 Männer abnehmen. Nach Beendigung bes Vorbeimarsches, ber ungefähr eineinhalb Stunben bauern wirb, wird vom „Kaiserhof" her der sich aus drei Musikzügen zusammensetzende „S A. - R u f" anrücken. Und dem Führer wird zum erstenmal der „SA.-Ruf" gebracht werden. Der „SA.-Ruf" wird in Zukunft der Zapfen st reich der SA. sein. Der Fackelzug und der „SA.-Ruf" werden durch Rundfunk übertragen werden. Desgleichen die mittags beim Appell gehaltenen Reden Für die gesamte deutsche SA. ist für diese Sendung G e - meinschaftsempfang angeordnet. Alle SA.- Männer Deutschlands werden in ihren Sturm- lokalen und Unterkünften teilnehmen an diesem Ehrentag der SA., einem Tag, der allen, die ihn miterlebten, Gelöbnis und Verpflichtung sein wird. Die Zehnjahresfeier 0es NSDStB. N S G. Aus dem Gaugebiet Hessen- Nassau werden an der Zebnjahresfeier des NS D.- Studentenbundes in München über 150 Studenten teilnehmen. Neben der gesamten Gauftudentenbunbssührung und den Führer st üben der hochschulgruppen werden sämtliche Fachschulgruppenführer des Gaues Hessen-Nassau nach München fahren. Auch eine größere Mannschaft, die sich aus den Belegschaften der Kameradschaftshäuser des NSD StB. in Frankfurt a. M. und Darmstadt zusammensetzt, wird Zeuge der Münchener Weihestunden sein, in denen dem Studentenbund die vom Führer verliehene Fahne feierlich übergeben wird. Eine größere Anzahl alter Studentenbundskameraden und famerabinnen, bie zum Teil schon im Berufsleben stehen, werben mit ben an- beren alten bewährten Kämpfern für ben Nationalsozialismus auf Deutschlanbs hoch- unb Fachschulen bie Feierlichkeiten in München erleben. Außer ber Zehnjahresfeier finben noch eine Gau - ftubentenbunbsführertagung, sowie mehrere Sonbertagungen ber Referenten in ben Stäben ber Gaustubentenbunbsführungen statt. Morgenfeier ber <^A. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Der Deutschlanb- fenber überträgt am Sonntag, 26. Januar, 10 Uhr, aus Stuttgart eine Morgenfeier ber SA.-Gruppe Sübwest. Im Mittelpunkt ber Senbung steht ein Werk bes schwäbischen Dichterpreisträgers unb SA.- Führers Gerhart Schumann „Aus unferm Opfer leuchtet bie Unsterblichkeit", bas in ber Sprache ber SA. für einen neuen, harten unb heroischen Stil in der deutschen Dichtung eintritt. Japans große Stunde. 23on Konteradmiral a D (No-ow Unter ben großen weltpolitischen Aufbauwerken ber neueren Geschichte, wie bem bes britischen Weltreiches, bes norbamerikanischen ©taatenbunbes, bes neu-französischen Kolonialreiches, nimmt bie Leistung Japans enbgültig ihren gleichberechtigten Rang ein. Sie ist um so impomerenber, als jene anberen Konstruktionen weniger einer folgerichtigen Zielsetzung entsprangen, als ben Gegegebenheiten ber Stunbe, bem Zugreifen im rechten Moment, vielleicht einem" gleichbleibenben Instinkt ber betreffenden Nationen Aber Japans Weg erscheint wie mit hartem Griffel von einer ha n b gezeichnet, unb man weiß, von wessen hanb: von ber bes großen Meiji-Kaisers, zu Lebzeiten Mut- s u h i t o genannt, ber im Jahre 1912 starb unb jenes Testament hinterließ, bas Ministerpräfibent Tanaka 1927 zusammen^aßte unb bas noch auf lange hinaus Japans Schicksal zu bestimmen scheint. In seine Zeit fiel ber schwinbelnbe Aufstieg vom mittelalterlichen Feubalwesen, bas noch in bert 70er Jahren bem Fremben in Schuppenpanzer, mit Schwert unb Lanze begegnete, zur ersten Wehrmacht bes Ostens. Es war bie Zeit ber ersten Kraftprobe gegen China im Seekrieg 1895, bie Japan bereits bie erste Erweiterung feines Reiches eintrug: Die Insel Formosa mit ben Pescabores-Jnseln, bie Liu-Kiu- unb Kurilenketten, heute eine ausgebehnte Wehr oon Stützpunkten im westlichen Pacific. Es folgte ber blutige Waffengang gegen Rußland 1904/05, ber ben riesigen Nachbarn aus Korea, ber süblichen Manbschurei unb halb Sachalin hinauswarf, ber erste entscheibenbe Sieg von Gelb gegen Weiß. Die neue Großmacht war fertig. Im Weltkrieg 1914 vertrieb sie uns aus Schantung, ber Musterprovinz, von ber so unberechenbar starke beutsche Einflüsse auf ganz China auszustrahlen begannen. Dann kamen 1915 bie berüchtigten 21 Forderungen an China, bie besten Souveränität beenbigen sollten. Um 1919 stauben japanische Truppen in Rußlanb bis zum Baikalsee hin. Aber mit Beendigung bes Krieges kehrten die Weltmächte zurück unb zwangen Japan 1922 zum Verzicht unb zur Flottenabrüstung. Ein großer Auiwanb schien vertan, auch aus Sibirien unb Wlabiwostok mußte Japan weichen, schnirsch"nd mußte es bie „Offene T ü r" in China hinnehmen. Das schwere Erbbeben von 1923, bas Laub, Finanzen unb Wehrkraft weit zurückwarf, schien mit ben Großmächten im Bunbe. Aber roieber erhebt sich bie stählerne Sprungkraft ber rätselhaften Nation. Schon 1928 ist bas Schlimmste überrounben, 1931 wagt man ben Zugriff auf bie ganze Manbschurei, bie man sich als „selbft- ftänbiges Kaiserreich" angliedert, wagt 1932 auch den Sturm auf Schanghai, der freilich mißlingt, kehrt dem Völkerbund den Rücken, als die Lytton- Kommission die mandschurische Aktion verurteilt, erläßt im Sommer 1934 eine Note an die Mächte, die einer Monroedoktrin für China gleichkommt, unb kündigt am 29. Dezember 1934 die Flottenverträge und damit den Rest des Rückschlages von 1922. heute scheint die vierte Etappe des großen Weges erreicht, den der Meiji-Kaiser einst vorzeichnete: Nach den Jnselstellungen Korea, nach Korea die Mandschurei, auf die Manschurei folgend ganz Nordchina, von Jehol über Tschachar nach ho- pei und Schantung, mit Schansi und Suiynen als Nebenfrüchten. Man nehme nur einmal die Karte zur Hand und betrachte das riesige Gebiet mit seinen 100 Millionen Menschen, vom Vorgebirge Schantung bis zur Mongolei, von hoang-ho bis zum Amur und an die russische Seeprovinz, fast zweimal so groß wie Deutschland, in dem die noch junge rote Flagge Chinas mit der goldenen Sonne im Obereck nun sinken soll, nach japanischem Willen für immer. Wenn wir dies die „Stunde Japans" nennen, so drängt sich die Parallelität zur gleichen günstigen Lage von 1915 eindrucksvoll auf. Damals bie Westmächte und Rußland im Kampf auf Leben unb Tob untereinanber, ber Ferne Osten von Streitkräften entblößt, sinnfälliges Machtschwinben ber Eroberer, bie in vier Jahrhunberten von Süben unb Norben brängenb ben Erbteil in bie Zange nahmen, bie Japan im Namen bes Ostens und seiner eigenen Mission nun immer weiter aufbrach, heute scheinen diese Zangenarme schon zurückgedrängt bis Wladiwostok und Hongkong. Eine klaffende Lücke von über 20 Breitengraden tut sich auf, zwischen denen fast ganz Europa Platz hätte, von Gibraltar bis Kopenhagen. Diese Lücke wurde bisher noch südlich flankiert durch die amerikanischen Philippinen. Aber die Proklamation Roosevelts vom 15. November gab diesen die Freiheit wieder. Amerika zieht sich von dem unsicheren Außenposten zurück. Die Zucker-, Baumwoll-, Erdnußerzeugung der USA. sind den „Mühlstein um den hals", die philippinische Konkurrenz los. Die Wehrmacht mußte schweigen und wird eines Tages vielleicht erst wieder blutig umkämpfen müssen, was der jetzige Verzicht preisgab. Für Japans Ausbreitung tun sich neue Tore auf. Auf den Philippinen wohnen 120 Einwohner auf der Quadratmeile, in Japan 450. Die Inseln sind reich und können aus sich allein nicht bestehen. So fehlt nur noch der Schlußstein in einer glückhaften Konjunktur: neuer Krieg in Europa, auf den die Spannung um Abessinien unb Mittelmeerherrschaft bereits brohenb hinweist. Solch strahlenbes Gebilbe kann nicht ohne tiefe Schatten sein. Wir rechnen bazu bie nach- lassenbe innere Kraft bes kaiserlichen Regimes in Japan, besten 124. Träger trotz aller erneuten Betonung seines göttlichen Manbats unb feiner unbeschränkten Befehlgewalt im Banne der milt* tärischen Führer steht. Generalstab und Kwantung-Armee regieren die Politik. Und mit ihr die Finanzen. Kein Land kann Jahre hindurch über 40 o. H. seiner Staatsausgaben (1935/36: 46,6 v. H.) der äußeren Eroberung opfern, ohne in Lebenshaltung, Kultur und Sozialpolitik zurückzubleiben. Neue Ausgaben aber drängen heran mit der Besetzung der neuen Provinzen, mit der Verteidigung der ungeheuer geweiteten Grenzen, mit den Plänen um Nordsachalin und Wladewostok, mit der Flottenkonferenz in London, in der Japan Waffengleichheit zur See verlangen wird, die auf ein Wettrüsten mit Amerika hinweist. Die riesige Expansion auf dem Festland soll i n der Zukunft ihre Früchte tragen; ein mächtiges Wirtschaftsgebiet soll sich auftun und der japanischen Industrie mit Rohstoffen und Absatz dienen. Aber der Chinese wehrt sich auf seine Art. Auf Eroberung erwidert er mit Unterwanderung. Die wenigen japanischen Siedler in der Mandschurei gingen unter oder kämpfen um ihr Leben. Die japanische Industrie wurde enttäuscht, der riesige Absatz blieb bisher aus, Handel und Wandel stehen im Zeichen des nationalen Widerstandes, des passiven Boykotts und der unverminderten Armut der Besiegten. So weiten sich mit den machtpolitischen Bereichen auch die Schwierigkeiten; und die Zukunft erst kann lehren, ob es auch heute noch im Vermögen eines Volkskörpers liegt, von so sch^naler Basis aus, wie die japanischen Inseln es sind, einen so riesenhaften Bissen festen Landes zu verdauen und zu behaupten. Amerika und die Oelsperre. Washington verfolgt einen eigenen Kurs. Washington, 23. Jan. (DNB.) Zu den Genfer Beschlüssen erklärte Außenminister Hüll, die amerikanische Regierung verfolge in Beziehung auf Italiens Krieg gegen Abessinien nach wie vor eine eigene unabhängige Politik und beabsichtige nicht, sich nach anderen Mächten zu richten oder auf Anfragen nach Mithilfe an der Drosselung der Öltransporte nach Italien einzugehen. Amerikas normale Oelausfuhr nach Italien fei sehr gering und betrage höchstens 10 v. H. der italienischen Oeleinfuhr. Für die Zukunft könne die Regierung sich nicht festlegen. Hüll hofft, daß der Kongreß der Regierung die Vollmacht erteilen werde, d i e Ausfuhr von kriegswichtigen Rohstoffen auf die durchschnittliche Normalhöhe in Friedens Zeiten zu beschränken. ScdwereKämpse an derAordfront Die Abessinier melden Erfolge bei Makalle. Rom, 23. Jan. (DNB.) Der neue italienische Heeresbericht besagt: „An der Erythräafront sind seit gestern harte Kämpfe im Gange, bei denen besonders eine Division Schwarzhemden in Anspruch genommen wird. Nach abessinischen Frontmeldungen greifen nördlich von Makalle die abessinischen Truppen die Italiener Tag und Nacht an, nachdem sie vorher einen italienischen Angriff zurückgeschla- gen hatten. Einzelne abessinische Abteilungen sollen verschiedene italienische Stützpunkte und Artilleriestellungen im Sturm genommen und Tanks im offenen Kampf angegriffen haben. In die Schlacht griffen auch italienische Flugzeuge ein. Ein großer breimotoriger Caproni-Bomber wurde von dem abessinischen Kommandant-m Daane Wo- dadje abgeschossen. Nach abessinischen Zählungen sollen die Italiener einige Tausend Tote zu beklagen haben. Auch große Beute behaupten die Abessinier gemacht zu haben, darunter einige Feldbatterien mit der dazu gehörigen Munition. Wie weit die Stadt Makalle jetzt noch im Kampfgebiet liegt, läßt sich hier nicht feftfteHen. Seit zwei Tagen sind über das Hochland von Andabit bis zur Nordfront ungeheuere Regenfälle niedergegangen, die von starken Hagelschlägen begleitet waren und die Straßen für Tage unbenutzbar machen. Danzigs Aniwort auf den Jahresbericht des Völkerbundskommissars. Genf, 23. Jan. (DNB.) Der Danziger Senatspräsident hat zu dem Jahresbericht des Völkerbundskommissars in einer Erklärung Stellung genommen. Die wesentlichen Stellen der Erklärung lauten folgendermaßen: „Sie, Herr Ober- kommisfar, vertreten den Standpunkt, daß die Regierung der Freien Stadt Donzig in ständig wachsendem Maße eine verfassungswidrige Politik betrieben habe. Dieser ungeheuerliche Vorwurf hätte nach meiner Auffassung e i n e s Bern e i s e s bedurft, an dem es in Ihrem Bericht fehlt. Ich meine, daß eine Politik, die sich i n Uebereinstimmung mit der u na b - hängigen Rechtssprechung des höchsten verfassungsmäßigen Gerichtshofes befindet, nicht gegen die vom Völkerbund garantierte Ver- faffung verstoßen kann. Die vom Rat des Völkerbundes in ihrer Verfassungsmäßigkeit angezwei- felten Gesetze haben das Ergebnis der Volkstagswahl in keiner Weise beeinflußt Das wird von dem Obergericht der Freien Stadt Danzig ausdrücklich feftgeftellt. Aus den Umständen, daß die beanstandete Verordnung zur Zeit der Dolkstags- wahl in Geltung war, kann daher kein Verfahren gegen die Gültigkeit der Wahl hergeleitet werden. Artikel 79 der Danziger Verfassung gewährleistet die freie Meinungsäußerung durch Wort und Schrift nicht schlechthin, sondern nur innerhalb der gesetzlichen Schranken. Das gilt auch für die Presse. Solche gesetzlichen Schranken sind durch das verfassungsmäßig zustande gekommene Ermächtigungsgesetz gezogen. Das politische Einschreiten gegen die Presseorgane war daher notwendig und zulässig, da die skrupellose Hetzarbeit der gemaßregelten Zeitungen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdete. Heber die Rechtmäßigkeit der Auflösung des Allgemeinen A r b e i t e r v e r b a n d e s der Freien Stadt schwebt ein Verfahren vor der Verwaltungskammer des Danziger Landgerichtes. Der Allgemeine Arbeiterverband ist feinem Wesen nach keine Gewerkschaft, sondern ein Verein mit politischem Kampfziel, dessen Zweck in der Bekämpfung des von der Regierung angeftrebten Aufbaues der Volksgemeinschaft durch Propagierung des Klassenkampfes besteht. Diesen Zweck verfolgt er mit ungesetzlichen Mitteln. Vereine können nach Verfassung und Vereinsgesetz aufgelöst werden, wenn ihr Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft. Wirkliche ernste politische Ausschreitungen haben sich in Danzig in den ganzen 2Vr Jahren nationalsozialistischer Staatsführung nicht ereignet. Soweit es zu Ausschreitungen gekommen ist, ist die Polizei, die ohne Ansehen der Person und Partei gegen jeden Rechtsverletzer vorgeht, ihrer ohne weiteres Herr geworden. Die Danziger Oppositions-Parteien, die sich ständig mit Petitionen über angebliche Derfassungswidrigkeiten unmittelbar an den Kommissar und an den Völkerbund wenden, scheinen übersehen zu haben, daß ihnen ein Weg nach Artikel 19 Abs. 2 der Verfassung offen steht. Diese Bestimmung verpflichtet den V o l k s t a g , einen Untersuchungsausschuß einzusetzen, wenn auch nur ein Fünftel seiner Mitglieder es beantragt und die Gesetzlichkeit oder Lauterkeit einer Regierung oder Verwaltungsmaßnahmen angezweifelt wird. Von dieser Möglichkeit haben die Oppositionsparteien bisher keinen Gebrauch gemacht. Es scheint uns aber Grundsatz des Völkerbundsrates zu fein, sich erst bann mit den inneren Angelegenheiten Danzigs zu beschäftigen, wenn bereits alle rechtlichen' und legalen Mittel einer anderweitigen Regelung erschöpft sind. Der Konflikt Moskau-Uruguay vor dem Völkerbundsrat. Uruguay stellt vor dem Völkerbund fest, daß sich die Sowjetpropaganda gegen die Grundlagen der Kultur richtet. Genf, 23. Jan. (DNB.) Die sowjetrussische Beschwerde gegen Uruguay wegen des Abbruches der diplomatischen Beziehungen wurde am Donnerstag vom Völkerbundsrat behandelt. Als Vertreter Uruguays nahm Guani am Ratstisch Platz. Litwinow bemühte sich um den Nachweis, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen einen „Bruch" im Sinne des Artikels 12 und eine offensichtliche Verletzung des Völkerbundspaktes darstelle. Die in der uruguayischen Note erwähnten Anschuldigungen gegen die Sowjetregierung und ihre Vertretung in Montevideo seien völlig unbegründet. Weder die Sowjetregierung noch die Sowjetvertretung in Montevideo noch irgend welche andere Beauftragte der Sowjetregierung kätten kommunistische Kreise in Uruguay oder in einem benachbarten Staat aufgewiegelt oder unterstützt; denn „die Sowjetregierung hält unabänderlich an ihrer Politik der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten fest" (!!) Die uruguayische Regierung habe bei ihrem Vorgehen zweifellos „auf die Vorurteile spekuliert, die in reaktionären Kreisen vieler Länder gegen die Sowjetunion gehegt würden", wobei er sich in ebenso törichten wie haltlosen Verdächtigungen gegen Deutschland und Italien erging Oer Vertreter Uruguays betonte, daß das Vorgehen seines Landes eine Handlung der Solidarität mit feinen Freunden und Stammesverwandten in Südamerika gewesen sei und überdies ein Akt der Jt o t = wehr, über die allein das pflichtgemäße Ermessen der Regierung von Uruguay zu entscheiden habe. Uruguay habe seit 1926 theoretisch und seit 1933 tatsächlich in diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion gestanden, und es habe durch die Ausweisung des Sowjetvertreters einen Zustand wiederhergestellt, der vor 1933 bestanden habe, und zwar ohne Beanstandung Moskaus oder daß darüber ein Konflikt ausgebrochen wäre. Die Ausübung des Gefandtfchaftsrechtes bedeute keinerlei Verpflichtung für einen Staat. Die Verweigerung der weiteren Ausübung fei im vorliegenden Falle zur Sicherung der inneren und äußeren Ordnung des Landes unbedingt notwendig gewesen, da die kommunistische Propaganda in Südamerika ihr Gehirn in der Sowjetgesandtschaft in Montevideo gehabt und sich in dem benachbarten und befreundeten Brasilien in tragischer Weise ausgewirkt habe. Artikel 12 der Völkerbundssatzung sei nicht anwendbar, denn die Satzung beschäftigte sich nicht mit Bürgerkriegen und Biiraerkriegsgefah- ren. Uruguay wolle Arbeit, Ordnung und Frieden. Die Sowjetpropaganda in der Welt und insbesondere in Südamerika richte sich gegen die Grundlagen der Familie, der so- zialen Ordnung, der Religion und die Kultur überhaupt. Im übrigen wies der Vertreter Uruguays darauf hin, daß das Vorgehen seines Landes keineswegs vereinzelt dastehe. Gleich nach dem Kriege habe die Sowjetvertretung aus der Schwei za u s gewiesen werden müssen. England, Mexlko, die Vereinigten Staaten und andere hatten die gleichen Erfahrungen gemacht und der letzte Kongreß der Komintern spreche eine so eindeutige Sprache, daß es keines weitere Beweises für die organisierte Wühlarbeit Moskaus bedürfe. Die Unterscheidung zwischen der Sowfet- regierung und der Kommunistischen 3nternahonaie fei nicht aufrechtzuerhalten, denn S t a l i n sei Der tatsächliche Herr der Sowjetunion. Litwinow erklärte u. a., der Vertreter Uruguays habe keine Beweise für feine Behauptungen erbracht. Seme Ausführungen über die Identität zwischen der Sowjetunion und der Komintern, könnten täglich „in irgendeiner deutschen Zeitung oder einem anderen reaktionären Blatt" nachgelesen werden. Sie hätten mit dem vorliegenden tgm nichts zu tun. Es komme nur darauf an, ob die Komintern sich der Sowjetgefandfchaft in Montevideo zur Unterstützung revolutionärer Absichten bedient hätte. Solange dies nicht bewiesen sei, müsse die Sowjetregierung die Vorwürfe als Verleumdungen betrachten. Der Ratspräsident schlug vor, den rumänischen Außenminister T i t u l e s c u zum Berichter- ftatter zu ernennen. Titulescu soll von dem dänischen Außenminister Munch und dem spanischen Vertreter M a ö a r i a g a unterstützt werden. Titulescu erklärte sich zur Uebernahme der Berichterstattung bereit, wenn auch, wie er sagte, unter starken Bedenken, die durch diese Ratsaussprache noch verstärkt worden seien. Er wolle sich aber der ihm auferledigten Pflicht nicht entziehen, zumal er, wie er unter allgemeiner Heiterkeit feststellte, feit a ch t Jahren den Artikel 11 Absatz 2 mit wechselndem Erfolge anwende. (Dieser Artikel gibt jedem Bundesmitglied das Recht, die Aufmerksamkeit der Versammlung oder des Rates auf jeden Umstand zu lenken, der von Einfluß auf die internationalen Beziehungen fein könne und daher den Frieden oder das gute Einvernehmen zwischen den Nationen zu stören drohe). Belagerungszustand über Damaskus. Jerusalem, 23. Jan. (DNB.) Am Sonnentag wurden in Damaskus wiederum drei Studenten getötet und neben einer größeren Anzahl von Demonstranten auch40 Polizisten verletzt. Die Studenten zwangen die Laden- inhaber im christlichen und im jüdischen Viertel die Geschäfte zu schließen. Säumige Geschäftsleute wurden mit Steinen bombardiert. In H - m s soll es beim Kampf vor dem Regierungsgebäude 2 0 Verwundete und drei Tote gegeben haben. In Damaskus und Aleppo ist der Belagerungszustand verhängt worden. — Der französische Oberkommissar d e M a r t e l gab der Presse die neue Aufteilung Syriens in acht Bezirke bekannt. Der syrische Finanzminister und der Kultusminister find zurückgetreten. Die äaypttscbe Kabinettskrise. Kairo, 23. Jan. (DNB.) Die ägyptische Regierungskrise soll nach Auffassung des Wafd der Partei der Nationalisten in der Weise gelöst werden, daß das neue Kabinett ausschließlich aus M itgliedern des Wafd gebildet wird. Er hätte jedoch nichts dagegen einz^gvenden, wenn zu den Verhandlungen mit England auch Führer der Einheitsfront hinzugezogen würden. Es erscheint möglich, daß der Wafd auch bereit fein würde, für die Dauer der Verhandlungen mit England einige Führer der Einheitsfront als Minister ohne Geschäftsbereich in das Kabinett aufzunehmen. Vorläufig besteht Nahas Pascha jedenfalls darauf, daß die Ressortminister nur Wafd-Mitglieder fein können Wilhelm Furtwängler. Don Or Erwin Kroll. Generalmusikdirektor Staatsrat Wilhelm Furtwängler begeht am 25. Januar seinen 50. Geburtstag. Es ist in der Tageszeitung sonst nicht üblich, aus solchem Anlaß einen Geburtstagsartikel erscheinen zu lassen; wir wollen auch hiermit keinen Präzedenzfall schaffen, glauben aber doch, daß die repräsentative Sonderstellung Furtwänglers im Musikleben unserer Zeit eine Ausnahme von der Regel gestattet und rechtfertigt. Ludwig F i n k h, der Dichter und Ahnenforscher, ist einmal den Ursprüngen des Geschlechts der Furtwängler nachgegangen. Furtwangen, das liebliche Schwarzwaldstädtchen, die Wiege der Uhrmacherei, gilt ihm als ihre Heimat, und erzählt, wie einer jener Uhrmacherkünstler aus der bald weit über die Stadt verbreiteten Furtwönglerfchen Sippe 1868 in Furtwangen die Uhrenfabrik mit der Firma „Lorenz Furtwängler & Söhne" gründete. Der Bruder dieses Lorenz wurde Altphilologe und Gymnasialdirektor in Freiburg i. B. und vererbte seine Liebe zum Altertum auf seinen Sohn, der ein berühmter Archäologe und der Ausgräber von Olympia wurde. Sem Sohn ist Wilhelm Furtwängler, der berühmte deutsche Dirigent. „Er hat", so sagt Finkh, „ein herbes alemannisches Schwarzwälder-Gesicht und die Reiselust; und manchmal könnten sich die Urahnen wundern, was aus ihren Uhren und Musikwerken, der Astronomie und dem Glockenspiel in diesem Meister des Taktes geworden ist". Zum handwerklichen Musikverstand, den er von den Vätern ererbt, kommt bei Furtwängler bas künstlerische Empfinden. Es deutet zurück auf die Familie der Mutter, die aus dem Haufe eines in Baden ansässigen höheren Schulmannes stammt. So sind denn in dem 1886 geborenen Sohne Anlagen des Verstandes und der Phantasie vereinig!, die seinen Erziehern die Möglichkeit gaben, früh- zeitig die Grundlagen einer umfassenden geistigen Bildung zu legen. Daß er zum Musiker bestimmt war, war ihm und den Eltern von Anfang an klar und so räumten diese dem Kinde alles aus dem Wege, was zur Erreichung eines großen Zieles hinderlich hätte sein können. In München wurden ^Beer-Walbcunn, Rheinberger und S ch i l l g 5 seine Lehrer. Schon 1902 tritt der Jüngling in Berlin mit zwei Kamermusikwerken an die Öffentlichkeit. 1905 dirigierte er in München seine erste Symphonie. Aber seinem ehrgeizi- gen Tatendrang scheint das eigene Schaffen nicht zu genügen, er strebt auf Podium des Dirigenten. Schon der Knabe hatte seine Umgebung durch sein ungewöhnliches musikalisches Gedächtnis verblüfft. Es gab kaum ein Werk von Beethoven, das er nicht auswendig auf dem Klavier spielen konnte. Der Jüngling erwirbt sich bei Mottl und später bei Walter und Pfitzner die ersten Dirigierkenntnisse und kommt über Breslau, Zürich, München und Straßburg bald nach Lübeck, wo er von 1911 bis 1915 vornehmlich als Konzertdirigent wirkt. Rasch, aber durchaus nicht mühelos steigt er empor. Noch 1911 sagt Rudolf Louis, damals (Scherl-Bilderdienst-M.) einer der kundigsten deutschen Kritiker, nach einer Ausführung einer französischen Operette, die Furtwängler in Straßburg leitete: „Aus diesem jungen Manne wird im Leben kein guter Dirigent" Aber Furtwängler überwindet mit glühendem Eifer alle Hemmungen, die ihm das Handwerk als solches, das Dirigiertechnische bereitet. Er ist von Hause aus nicht „tänzerisch" veranlagt. Seine ungestüme Ausdrucksgestik, ganz vom Willen eingegeben, bekommt erst nach und nach jenes Eindeutige, unfehlbar Wirksame, das, aus tiefstem Verständnis des Kunstwerkes geschöpft, Spieler wie Hörer in gleicher Weise bannt. Im Mannheimer Operntheater tritt er die Nachfolgerschaft B o - danzkys an und beendet (1920) zugleich seine Lernjahre. Dem jungen Meister, auf den die Welt längst aufmerksam geworden ist, eröffnet sich nunmehr ein Feld der Betätigung, dessen riesenhafte Ausmaße jeden anderen nachschaffenden Künstler zur Zersplitterung der Kräfte geführt hätten. Er übernimmt von Richard Strauß die Symphonie- Konzerte der Berliner Staatskapelle (1920 bis 1922), daneben von Mengelberg die Frankfurter Museumskonzerte. Nach Wien ruft ihn das Tonkünftlerprchefter und (1922) auch die Gesellschaft der Musikfreunde. Als N i k i s ch im Januar 1922 stirbt, übernimmt Furtwängler als sein berufener Nachfolger sein Erbe: die' Konzerte des Leipziger Gewandhauses (bis 1928) und der Berliner Philharmonie. Daneben entfaltet er eine ausgedehnte Tätigkeit als Gastdirigent in deutschen Großstädten (insbesondere in Hamburg) und im Auslande. Die Berliner Staats'oper und die Bayreuther F e st s p i e l e wissen den Glanz und die Zugkraft seines Namens zu schätzen Seine regelmäßig wiederkehrenden Auslandsreisen mit den Berliner Philharmonikern denen er bis heute treu geblieben ist, haben das Ansehen deutscher Musik und Musikübung gewaltig vermehrt. Furtwänglers Sonderstellung unter den deutschen Dirigenten ist um so bemerkenswerter, als sie in einem Lande errungen wurde, das alle anderen nach Zahl seiner Orchester und Orchesterleiter weit hinter sich läßt. In Deutschland vornehmlich hat sich der Dirigent zu seiner heutigen Wesensart entwickelt. Zuerst Taktschläger, dann führender Orchefterfpieler (sei es erster Geiger oder Cembalist), wird er zum nur dirigierenden Kapellmeister, für den schließlich auch die Personalunion mit dem Komponisten nicht mehr notwendig ist. Spohr und Weber, die Meister der musikalischen Frühromantik, sind zugleich die ersten Kapellmeister im heutigen Sinne des Wortes. Liszt und Wagner steigern die Ausdruckskraft des Dirigenten. Bülow wird der Schöpfer eines neuen deutschen Orchestervortrags, der große Lehrmeister eines neuen Nachschaffens. Der warmblütige, genial improvisierende N i k i f ch gibt der modernen Dingen« tengeftalt die letzten entscheidenden Züge. Als Furtwängler die Führung des Philyarmoni- ichen Orchesters übernimmt, ist dieses schon eines der besten Orchester der Welt. Ein ßlangförper von । unerhörten Ausdrucksmöglichkeiten, auf dem zu spielen alle großen Dirigenten der Zeit Gelegenheit nehmen, nachdem er durch Bülow die rhythmische, durch N i k i s ch die klanglische Vollendung erhalten hat. Furtwängler folgt ihnen als eine ausgesprochene Führernatur, die wesentliche Vorzüge der beiden in sich vereinigt sind dabei ganz persönlich ausprägt. Furtwänglers Sonderrang unter den heutigen Dirigenten gründet sich einmal auf die Universalität seiner musikalischen Ausdeutekunst, dann aber auch auf die ganz einmalige geistige Durchleuchtung, die jedes Werk unter feinen Händen erfährt. Ob er im Dienste Bachs, Beethovens, Brahms', Bruckners ober Mozarts, Schumanns, Tschaikowskis, Straußens steht, überall reißt er mit durch ein höchst persönlich durchglühtes Musizieren, dessen Zwang wir uns gern unterwerfen, weil wir spüren, daß so zugleich das Kunstwerk sein Letztes, Tiefstes ausspricht. Geist, Phantasie, beschwörender Wille, stürmende Leidenschaft eines nachschaffenden Genies, dessen Ehrgeiz und Selbstherrlichkeit ebenso groß sind wie sein Fleiß und seine Begabung, unterjochen Spieler wie Hörer. Furtwängler ist vom temperamentvoll-bewußten Nachgestalten längst zur „reinen Schau" der Werke vorgedrungen. Der Breite seiner musikalischen Empfindung entspricht die Tiefe. Er sieht das Ganze, ohne daß ihm irgendein Teil entgeht. Die Art dieses Nachgestaltens, angedeutet durch eine unendlich lebendige Gestik des ganzen, ragenden Körpers, ist ausgesprochen männlich. Um es über- spitzt zu sagen: er dramatisiert sinfonische Musik, und er finfoniert dramatische. Aber bei tiefstem Wissen um jede Wirkung, um die Geheimnisse der Klangverbindung und Klangverschmelzung verliert er doch nie die Achtung vor dem Werke. Er Erspürt wie kein anderer das Werden und Wachsen Der Melodie, er hat das unfehlbare Bewußtsein der musikalischen Zusammenhänge. Wesen dieses universalen Künstlers gründet, daß er jeder Richtungsmeierei in der ?hPr9Kmbl b“ng obhold ist Sogenannte Stil- (fr'S-®etenPtni5Programme sind nicht feine Sache, nrnm b ' eF gelegentlich erzählt bat, Pro- e 8mi. "fruchtbarem Kontrast", bei denen je» oes Werk, in einer wohlbedachten Reihenfolge bar- geböten, für sich zum vollen Leben erwachen kann. Ilie Werke der Gegenwart haben dabei vor der Vergangenheit und Oie der Vergangenheit vor der Gegenwart zu bestehen. Es gibt nach F u r t w ä n a- e r inL,?runbe ,Pur eine Forderung für die Pro- grarnmbÜbung, nämlich die, der lebendigen „großen" Musik, sie sei alt oder neu, den Platz zu verschaffen, der ihr zukommt. ’ 1 W/r dem Nachschaffen so fanatisch, so verantwortungsbewußt obliegt wie Furtwängler roirb auch dem eigenen musikalischen Schaffen gegenüber höchste Maßstäbe anlegen, denen aerechf 3u werden nach des Dirigenten Meinung zum lebten Male vielleicht nur noch einem Brahms (dem der Komponist Furtwängler nahezustehen fchemt) gegeben war. Schaffender oder Nachschaf- ^nder das gilt uns bei diesem außerordentlichen Zünftler gleich Auf der Höhe seines Wirkens dar? Furtwängler heute die Glückwünsche und den Dank der ganzen musikalischen Welt entgegenneh“ men, und wir sind stolz darauf, daß biese?7n7r nationale Dirigent von so ausgesprochenem dent- chen Wüchse und deutscher Art isü Man kann 'dn nicht besser schildern, als mit den Worten Rilke s „Ich weiß nicht: bin ich ein Falke ein Sturm ober em großer Gesang?" ü ' ein Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Die großen Industrieunternehmen Deutschlands und der Welt haben ihre Geschäftsberichte veröffentlicht. Vor allem fällt dabei auf, daß der Reingewinn gewachsen ist, was also auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft, wenn auch zunächst nur zögernd, schließen läßt. Bei 2000 deutschen Aktiengesellschaften brachte das Jahr 1933 noch einen Ausgleich zwischen Gewinn- und Verlustabschlüssen, im Jahre 1934 überstiegen die Reingewinne die Unterbilanzen bereits um eine halbe Milliarde Mark, und im Jahre 1935 wurde ein Reingewinn von 940 Millionen Mark errechnet. Das ist ein erfreuliches Zeichen für die Wiederkräftigung unserer Wirtschaft, zumal das Jahr 1932 einen Gesamtverlust von nicht weniger als drei Milliarden Reichsmark aufwies. Nichts zeigt deutlicher die guten Folgen des unter nationalsozialistischer Führung begonnenen deutschen Wirtschaftsprogramms als diese Ziffern. Im einzelnen ergibt sich als Reingewinn der Jndustrieunternehmungen in Millionen der Landeswährung: 1932 1933 1934 1935 Deutschland, 2000 Ges. —3000 — 500 940 England, 1975 Ges. 143 144 168 185 Italien, 260 Ges. 195 315 440 780 Ver. Staaten, 1420 Ges. — 105 661 1051 1650 Japan, 1000 Ges. 360 513 626 680 Belgien, 7220 Ges. 1410 789 1334 1875 Hier tritt vor allem der stark spekulative Charakter der amerikanischen Wirtschaft hervor. Bemerkenswert ist auch, daß die japanische Wirtschaft in ihren Gewinnsteigerungen sichtbar hinter denen der letzten Jahre zurückgeblieben ist. Das Institut für Konjunkturforschung konnte feststellen, daß es der deutschen Außenhandelspolitik im Jahr 1935 zum größten Teil gelungen ist, die Wareneinfuhr und Ausfuhr so zu regeln, daß d ie D e v i s e n, die aus dem Export anfielen, zur Bezahlung der für uns lebensnotwendigen Einfuhrgüter verwandt werden konnten. Das bedeutet einen großen Fortschritt im Vergleich zum Jahre 1934, in dem die Handelsbilanz für den reinen Warenverkehr einen Einfuhrüberschuß von 240 Mill. Mark aufwies. 1935 dagegen war ein Ausfuhrüberschuß von 111 Mi l- Honen Mark zu verzeichnen. Zugleich stellte das Institut für Konjunkturforschung fest, daß die deutsche I n d u st r i e e r z e u g u n g 1935 im Vergleich zu 1934 um 13 bis 14 v. H. Zugenommen hat. Die Erlöse haben sich ebenfalls auf fast allen Teilgebieten der deutschen Jndustrieerzeugnisse gebessert. Diese Leistung ist um so höher zu bewerten, da die Entwicklung der Weltmarktpreise die Lage Deutschlands im vergangenen Jahre recht erheblich erschwert hatte. Während die Preise für Fertigwaren — die wichtigsten Ausfuhrgüter Deutschlands — in dieser Zeit im Preis erheblich nachgaben, zogen gleichzeitig die Preise für Rohstoffe an den Weltmärkten nicht unbeträchtlich an. Es mußten also erheblich mehr Güter ausgeführt werden, als es im Vorjahr notwendig gewesen wäre, um zu dem obigen Ergebnis zu kommen. Nach den neuesten Berichten aus den einzelnen Industriezweigen hält die günstige Entwicklung in der Ausfuhr auch weiterhin an. Dem Chemnitzer Jndu st riebezirk gelingt es, die Ausfuhr weiter zu erhöhen. Auch die Maschinenindustrie im übrigen Deutschland konnte in den letzten Monaten ihre Ausfuhr steigern. Die Z e m e n t i n d u st r i e, die 531 000 Tonnen 1935 ausführte gegenüber 330 000 Tonnen im Jahre 1934 berichtet, daß diese Entwicklung sich fortgesetzt habe. Das ist deshalb besonders erfreulich, weil in den letzten Monaten nicht unbeträchtliche Mengen von Nahrungsmitteln eingeführt werden mußten, um die hier und da aufgetretene Knappheit in einzelnen Erzeugnissen zu beseitigen. Die Reichsbank hat in den letzten Wochen fünf bis sechs Millionen Mark in Gold oder Devisen für die Nahrungsmitteleinfuhr zur Verfügung stellen müssen. Auch der Städter wird daran unschwer die Bedeutung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung erkennen. * Die Anstrengungen Deutschlands, nach Möglichkeit seine Selb st Versorgung zu steigern, werden in diesem Jahre die Grüne Woche wesentlich beeinflussen. Wir haben bereits begonnen, den Anbau von Oelfrüchten zu vermehren. Wir erzeugten davon im Vorjahre insgesamt an Raps und Rübsen z. B. 80 900 Tonnen, fast das Doppelte der Vorjahrsernte. Ueberhaupt steht neben der Oel- geroinnung die Mehrerzeugung von Ge- spinn st offen im Vordergrund. Die deutsche Viehzählung ergab im letzten Jahre z. B. eine Vermehrung des S ch a f b e st a n d e s um nicht weniger als 440 000 Stück. Insgesamt zählen wir 3,92 Millionen Hämmel. Das Ziel der deutschen Schafzucht ist ja nicht nur eine Verstärkung der deutschen Fleischbasis, sondern vor allem die Deckung an Wolle aus eigener Erzeugung bzw. müssen wir die Auslandswolle zu einem erheblichen Teil durch Selbstproduktion ersetzen. Wir können natürlich, da sich die Bodenausnutzung verschoben hat, nicht zu jenem Stand kommen, der Deutschland bis 1870 in dem Besitz von rund 25 Millionen Schafen zeigte. Aber es ist zu erwarten, daß wir im Laufe der Jahre einen immer größeren Prozentsatz der Wolle selbst fabrizieren. * Das Statistische Reichsamt veröffentlicht die prozentualen Vergleiche der Preise und Lebenshaltungskosten; die Preise sind um 2,5 v. H., die Lebenshaltungskosten um 1 v. H. gegenüber 1934 gestiegen. Ein Grund für diese leichte Erhöhung wurde schon erwähnt. Aber auch die zunehmende Wirtschaftstätigkeit auf durchweg allen Gebieten wirkte sich auf die Preisgestaltung aus. Der Verbrauch ist gestiegen, höhere Qualitäten wurden verlangt. Der Bedarf der Wirtschaft für die Arbeitsbeschaffung, der Aufbau der Wehrmacht, der Ausbau der heimischen Erzeugung, die durch den Zwang zur Verminderung der Einfuhr notwendig ist, sind weitere Gründe für die Erhöhung der Preise. "Aber der Index der Lebenshaltungskosten zeigt, daß sich die Preissteigerungen, hauptsächlich durch die kontrollierende Nolle der Staatsorgane, in sehr bescheidenen Grenzen bewegen. Im Durchschnitt betrug der Reichsindex 1934 für Lebenshaltungskosten 121,1; im Jahre 1935 123. Die Preise für Fleisch und Fleischwaren folgten den seit Frühjahr 1935 gestiegenen Viehpreisen, jedoch wurde durch die Verordnung des Reichsernährungsministeriums dieser Preissteigerung eine Grenze gesetzt. Für Gemüse machte sich in den Monaten April bis August 1935 eine Preissenkung von rund 30 v. H. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres bemerkbar. Im Herbst war infolge der guten Gemüseernte das Angebot reichlich. Die Preise fielen unter die des Jahres 1934. Mehl und damit Brot und Butter blieben im Preise durchweg seit 1934 unverändert. Ebenso die Preise für Mühlenfabrikate. Der Preis für Weizengrieß konnte gesenkt werden, der für Erbsen sank um etwa 9 v. H. Für Kartoffeln ließen seit Juli 1935 die Preise nach, bis dann eine Neuregelung der Kartoffelpreise erfolgte. Im Dezember lag der Kartoffelpreis um etwa 4,2 v. H. unter dem des Vorjahres. Für Textilwaren erhöhten sich die Preise um 2,9 v. H. gegenüber 1934. Sonst blieb der Preisstand für Schuhe und Besohlen, für Wohnung, Heizung und Beleuchtung im wesentlichen ohne Aenderungen. Wir sehen also, daß die Kontrolle der Preise eine gute Wirkung zeigte. Auch die Reichsbahntarif-Erhöhung, die nicht für Lebensmittel eingetreten ist, darf nicht auf die Verbraucher abgewälzt werden. Eine Verordnung vom 20. Januar 1936 regelt das Erforderliche. * Die zweite der Energietagungen Gas, Elektrizität, Kohle: die Elektrotagung, die am 16. Januar in Essen begann, brachte einen Ueber- blick über den Stand und die Entwicklungsmöglichkeiten der drei großen Energieträger. Die Klärung der wesentlichsten energiewirtschaftlichen Fragen und die Stellungnahme zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Energiewirtschaft sind augenblicklich noch etwas gehemmt, weil die Ausführungsbestimmungen zum Energiewirtschaftsgesetz abgewartet werden müssen. Direktor K o e p ch e n vom RWE. wies darauf hin, daß die westdeutsche Energiewirtschaft in immer stärkerem Maße ihren Versorgungsaufgaben nachkomme. Interessant war die Empfehlung Koepchens, fünf große Elektrowirtschaftsgebiete zu bilden, die ungefähr den jetzigen Versorgungsbezirken der Großerzeuger entsprechen. Wenn dieser Vorschlag verwirklicht würde, wäre damit eine klare Abgrenzung zwischen den Großerzeugern geschaffen, die für die Preispolitik besondere Bedeutung gewinnt. Der Leiter des Amtes für Technik der NSDAP., Dipl.-Jng. See - bauer, schnitt die Frage der Strompreise an, die vordringlicher sei als manches andere Problem der Energiewirtschaft. Es fei vor allen Dingen zu beachten, daß billige Strompreise, die bestimmten Abnehmergruppen eingeräumt werden, nicht auf K o st e n der Allgemeinheit also des kleinen Stromverbrauchers, durchgeführt werden. Während fo die deutsche Wirtschaft ein durchweg etfxeulicfyez Bild liefert, sind die Länder, die hauptsächlich Monokulturen pflegen, also nur einige Roh- oder Verbrauchsstoffe anbauen, weiter dazu übergegangen, den Ueberschuß ihrer Produktion, den die übrige Welt nicht aufnehmen kann, weil die Preise nicht mit der Zunahme der Erzeugung sanken, zu vernichten. Ein Beispiel dafür ist der Kaffee. In Brasilien ist die Kasfee- vernichtungs-Kampagne wieder verstärkt worden. Allein in 14 Tagen des Monats Dezember wurden nicht weniger als 123 000 Sack Kaffee vernichtet, feit Beginn der Aktion insgesamt 35 673 000 Sack. Trotzdem sind die im Innern Brasiliens liegenden Kaffeevorräte sogar noch g e w a ch s e n. Die Folge davon ist einmal eine Zurückhaltung des Handels, der mit weiter sinkenden Kaffeepreisen rechnet, zumal Brasilien allein, ohne die übrigen Lieferungsländer, den Weltbedarf mehr als ausreichend zu decken vermag. Dann aber geht doch daraus hervor, daß die Vernichtungskampagnen auch das betreffende Land selbst nicht auf einen grünen Zweig bringen können. Hier zeigt sich der ganze Widersinn einer nur nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen gestaltenden Wirtschaftsgebahrung. Der Abschluß der Führer- tagung in München. München, 23. Jan. (DNB.) Am Donnerstag versammelte fick unter dem Vorsitz des Stellvertreters Des Führers das gesamte obere Führerkorps der Partei, die Reichsleiter, Gauleiter und Amtsleiter der Reichsleitung sowie die Gruppenführer der SA., SS. und NSKK. im historischen Festsaal des alten Münchener Rathauses zpr Fortsetzung der am Mittwoch begonnenen großen Arbeitstagung. Der Reichssendeleiter des deutschen Rundfunks Pg. Hadamovsky gab einen lieber« blick über die deutsche und europäische Rundfunksituation und kennzeichnete die beabsichtigte zukünftige Entwicklung des deutschen Rundfunks. Generalleutnant Pg. Milch gab dem Führerkorps der Partei einen ausführlichen Bericht über den gegenwärtigen Stand der deutschen Luftwaffe. Die' Führertagung fand ihren Abschluß mit einem kameradschaftlichen Beisammensein, zu dem der Stellvertreter des Führers geladen hatte. Aufnahmebedingungen für Berufssoldaten in die NSDAP. München, 23. Jan. (DNB.) Der Reichsfchatz- meister der NSDAP., Schwarz, gibt im Hinblick auf viele bei der Reichsleitung eingegangene Anfragen folgendes bekannt: „Zur Durchführung der Verfügung des Führers über die Aufnahme der in Ehren ausgeschiedenen Berufssoldaten in die NSDAP, wird zu gegebener Zeit eine gesonderte Anordnung ergehen. 25 neue Banne in der HL. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Da die HJ.-Organi- sation im vergangenen Jahre weiterhin stark angewachsen ist, mußte das Organisationsamt der Reichsjugendführung mehrere zu stark gewordene Banne der HI. bzw. Untergaue des BDM. teilen. Es sind daher im ganzen 25 neue Banne der HI. und gleichlaufend 25 neue Untergaue des BDM. aufgestellt worden. Besonders stark ist das Anwachsen der HI. und des BDM. in denGrenzgebie- t e n gewesen. So mußten allein im Gebiet und Obergau Schlesien neun Banne und neun Untergaue neu aufgestellt werden, da die vorhandenen Einheiten bei weitem nicht mehr ausreichten. Im Gebiet bzw. Obergau 1 (O stl a n d) wurden fünf Banne und fünf Untergaue neu errichtet. Die Gebiete und Obergaue Pommern, Mittelrhein, West- mark, Mittelland, Sachsen und Franken erhielten zusätzlich je einen Bann, während in Thüringen vier und in Württemberg drei neue Banne bzw. Untergaue errichtet wurden. Die neuen Banne bzw. Untergaue erhielten in der Mehrzahl die Nummern von ehemaligen deutschen Vorkriegsregimentern. Im Gebiet Hochland wurden aus Gründen der Vereinfachung des Dienstbetriebes die bisherigen vier Banne des Standortes München zu einem, dem Bann LL, zusammengelegt. Der bisherige Vorsatzbuchstabe B bei den bayrischen Bann-Nummern ist durch die Ziffer 3 ersetzt worden; z. B. statt Bann B 21 heute Bann 321. Nur der bisherige Bann B 14 (Nürnberg) erhielt die Bezeichnung „J“ in Erinnerung an die erste nationalsozialistische Jugendgruppe, den „Nationalen Jungsturm", der von Gauleiter Julius Streicher später den Namen „Hitler-Jugend" erhielt. Giaai und Kirche. Eine Erklärung D. Egers. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Der Landes- kirchenaus schuß der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union trat zum ersten Mal mit den neugebildeten Provinzialausschüssen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Aus diesem Anlaß gab Generalsuperintendent D. Eger eine Erklärung über die Grundsätze ab, von denen sich die Kirchenausschüsse bei ihrer Arbeit leiten lassen. Die Aufgabe der Kirchenausschüsse sei zeitlich und sachlich insofern begrenzt, als ihnen eine b e ft i m m t e Frist gewährt sei, nach deren Ablauf sie vor die Vertrauensfrage seitens der Kirche gestellt würden. Es sei nicht Aufgabe der Ausschüsse, Glaubensund Bekenntnisfragen zu entscheiden. Das vom Staate gesteckte Ziel fei eine freie evangelische Kirche im Dritten Reich. „Ihrer Aufgabe", so führte D. Eger aus, „werden deshalb die Ausschüsse nur dann gerecht, wenn sie nicht nur in Loyalität, sondern in aufrichtiger Treue zum Staate stehen und rückhaltlos die von ihm gewollte, deutsche Volksgemeinschaft bejahen und praktisch fördern helfen. Diese Volksgemeinschaft gründet sich auf dem V e r- trauen zum Führer. Die Kirche hat sich in diese Gemeinschaft einzuordnen, ja sie i ft ein» g e o r b n e t." In diesem Zusammenhang wies D. Eger auf die Ausgabe hin, dafür zu sorgen, daß innerhalb der Kirche ein besseres Verständnis für das eigentliche Wollen des Nationalsozialismus entstehe. Sicherlich sei es notwendig, Theologie zu treiben. Aber d i e Wirklichkeit, in die hinein die Kirche das Evangelium zu verkünden habe, müsse auch ver- standen werden. Sonst komme es dahin, daß die Kirche als Ganzes den Zusammenhang mit der Wirklichkeit verliere. „Wir leben nicht auf einer Insel, sondern wir wollen die Kirche hineinstellen mitten in das werdende Reich der Deutschen." Das Evangelium gehöre nicht in die Ecken und Winkel, sondern in die Öffentlichkeit. Es hieße dem Evangelium Abbruch tun, wenn es aus der Öffentlichkeit zurückgezogen würde. Zur Verkündigung des Evangeliums aber sei ein entsprechendes Kirchentum und eine Ordnung ber Kirche notmenbig; denn zu keinem anderen Zweck sei kirchliche Orbnung unb Verwaltung da als zur Verkündigung des unverkürzten Evangeliums in unserem deutschen Volk. Oie Berufsschulen unterstützen den Reichsberufswettkarnpf. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat die Gemeinden angewiesen, den Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend vom 2. bis 15 Februar weitestgehend zu unterstützen. Die Räume und Einrichtungen ber B e - r u f s f ch u l e n sollen im Interesse einer reibungslosen Durchführung kostenlos für b e n Wettkampf zur Verfügung gestellt werden. Soweit die Veranstaltungen innerhalb der Berufsschulen stattfinden, ist dafür Sorge zu tragen, daß Leiter ober Lehrer ber Schulen zur Verhütung von Personen- ober Sachschäben bie Aufsicht führen. Ferner soll an ben gewerblichen, kaufmännischen, hauswirtschaftlichen unb ländlichen Berufsschulen der Unterricht in dem erforderlichen Umfange ausfallen. Von den Leitern und Lehrpersonen dieser Schulen wird erwartet, daß sie sich wiederum freudig und tatkräftig in ben Dienst bes Wettkampfes ber deutschen Jugend stellen. Starhembergs Abgesandte bei Otto von Habsburg. Wien, 23. Jan. (DNB.) Das Wiener „Echo" bringt ein Bild aus Stenockerzeel, das Otto von Habsburg im Kreise von Staatsrat Graf Bodo C o r e t h, Major Arthur Kargbebenburg und dem Sicherheitsbirektor von Oberösterreich, Graf Revertera, zeigt. Das Blatt bemerkt dazu, baß sich biese brei hervorragenben Mitglieder des österreichischen Heimatschutzes im Auftrag des Bundesführers und Vizekanzlers Starhemberg nach Stenockerzeel begeben hätten, um dort einige die legitimistische Bewegung betreffenden Fragen mit Otto von Habsburg zu besprechen. Diese Begegnung habe im Dezember stattgefunden. SO men Provenienzen jährigem Lagerr entwickelt, daß Tabake der Ernte 33 haben Mischung durch veredeln konnten. Reichsanstalt für das Deutsche Väderwesen Eine neue Großtat des Fremdenverkehrs im Dritten Jteidj. Aus aller Welt und verbreitete Niederschläge (auch der Regen), bei lebhaften Winden um Süd wieder bes öfteren Zeuge dieses blut- Ein Hund sieben Tage in einem Tucksbau Vater fiolmer VröfTnel^n^ye^onblunq ^or" iTem artfin'gl) en“ bri ’'äronen^^dit ®hf’ Ü5?..D°nr°ch.-v°rläst nerurteilt Ä ausaLsL wa^ ÄVW11’’ " batte Kolmer von dieser Strafe, die er, ohne Rechts- <331 5 000,— 7 200,— RM. 455 A 0323 Winterhilfswerk des Deutschen Volkes 26 ooo,— Drogerie Kreuzplatz 10 | Vermietungen Mietgesuche Gulmöbl.ZiniiDer sofort gesucht «ngeb. u. 445D Mlindlich können Sieeemirwenlpea sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es ahen gen zur Abführung der Krankenkassen- und A r b e i ts lo s e n v e r s i ch e r u n g s - beiträge nicht nachgekommen sind. Ein solches Verhalten stellt nicht nur eine schwere Schädigung der sozialen Einrichtungen dar, sondern auch eine Schädigung der betroffenen Arbeitnehmer, die im Falle der Krankheit oder Erwerbslosigkeit unverschuldeterweise schwere Nachteile erleiden. r, aus einer Fuchshöhle heroorgekrochen. Erst ... bekannte Stimme des Forstmannes hatte die letzten Reserven des Dackels, der sich wahrscheinlich in einem der engen Gänge festgeklemmt hatte, wachgerufen, so daß sich das Tier unter Einsatz seiner letzten Kräfte aus seiner unfreiwilligen siebentägigen Gefangenschaft befreien konnte. Jung., sauberes Mädchen für vormittags 4 Stunden ges. Bahnhvfstr. 1 I. Sechs Jahre Zuchthaus für einen meineidigen Verleumder. Die im Bereiche eines Zwischenhochs aufgekommene Beruhigung und Besserung der Witterung bleibt nur vorübergehend. Infolge neuer lebhafter Wirbeltätigkeit über dem Ostatlantik werden wieder feucht-warme subtropische Luftmassen auf das Festland verfrachtet, die auch uns wieder unbeständiges Wetter mit Niederschlägen bringen werden. Aussichten für Samstag: Unbeständig *k im Gebirge wie- einer großen Atlantikfahrt in die Hauptstadt Portugals und in das Paradies vor Afrika bringen. milder. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des unbeständigen und zu Niederschlägen geneigten Wetters, für die Jahreszeit zu mild. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilh.lm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenlei er: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. nen. Es ist daher notwendig, daß der deutsche Dolks- arzt der Zukunft mit den Heilschätzen des Bodens und der Landschaft viel näher verbunden wird. Das wird möglich fein, wenn sich die Reichsanstalt von vornherein in den Dienst der großen, vom Reichsärzteführer vorgezeichneten Aufgabe stellt: die Herausbildung einer neuen deutschen H e i l k u n st, die Anbahnung einer naturnahen Medizin und die Erziehung der Aerzteschaft in diesem Gedankenguts. Auch für die Bäder- und Klimakunde muß es der oberste Grundsatz sein: „Forschung tut not." Die balneologische und klimatologische Wissenschaft der letzten 50 Jahre hat die Erkenntnis und Nutzbarmachung der natürlichen Heilschätze der Bäder und Kurorte ungeahnt zu vertiefen vermocht Wir brauchen eine Inventarisierung unserer Bodenschätze, eine balneologische Erforschung der Erdrinde mit geophysikalischen Methoden,' eine Bestandsaufnahme der ausgedehnten deutschen Moor- und Schlammlager, eine Feststellung der heilklimatischen Zonen und der Mikroklimata der einzelnen Kurorte Dem Leiter der neuen Anstalt Professor Dr. Vogt, ist es zu danken, daß der Boden für die Tätigkeit der Reichsanstalt vorbereitet ist, so daß die Reichsanstalt sofort zur aufbauenden praktischen Arbeit schreiten kann. Blut und Rasse, Landschaft und Boden stehen im Mittelpunkt des heutigen deutschen Erlebens und Denkens. Ihnen zu dienen ist auch die Aufgabe der neuen balneologifchen Reichsanstalt. Betrag der Schätzung Flur III, Jtr. 622, hofreile an dem Schlag, Gießener Straße 73, 588 qm, Betrag der Schätzung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Schraner, geb. J akobi danken wir herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Schneider, geb. Schraner. Gießen, den 24. Januar 1936. eigentümliche Schauergeschichte zuerst gehört haben will. Nachdem unter weiterem Ausschluß der Oeffent- lichkeit die Vernehmung des Angeklagten zu seinen Sittlichkeitsoerbrechen und zu seinen Erzählungen von tödlichen Giften abgeschlossen war, wurde das Schurgericht bis Freitag vertagt. Unvorsichtiger Kraftfahrer verursacht ein schweres Unglück. Zusammen 38 000,— RM (Einheitswert |1.1.31] 33 520,— RM.) B. Grundbuch für Wieseck, Band IV, Blatt 265: Flur III, Jlr. 6225/io, Hofreile an dem Schlag, Gießener Straße Nr. 71, 386 qm, Die bayrische politische Polizei hat verschiedene Personen in Schutzhaft genommen, weil 4-6-Zimm.-Woan. mitBalkon,Bad, Zentralh., Nähe Klinik, z. 1. April zu vermiet.Sckr. Apaeb.unt.0338 an o. Gieß. Anz. war, daß der Hund sich i n e i n e r verirrt hatte, machte man sich Acht,,krafk-durch-Freude" Dampfer fahren nach Lissabon und Madeira. Die Eröffnung einer Reichsanstalt für das deutsche Bäderwesen, verbunden mit der Errichtung eines Lehrstuhls für Bäderwissen- fd)aft an der Universität, welche, wie gemeldet, am 14. Januar durch Minister Hermann Esser als Vertreter des Reichsministers Dr. Goebbels und einen Vertreter des Retchserziehungsministers R u ft in Breslau oorgenommen worden ist, bedeutet einen Markstein in der Geschichte des deutschen Fremdenverkehrs. Damit ist eine langjährige Forderung der deutschen Bäderwirtschaft und Bäderwissenschaft im Rahmen der aufbauenden Tätigkeit des Reichs- fremdenverkehrsverbandes in Erfüllung gegangen. Die Schaffung der Reichsanstalt wurde möglich dank der ideellen und wirtschaftlichen Förderung, die der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Hermann Esser, in engem Einvernehmen mit dem schlesischen Oberpräsidenten, Gauleiter Wagner, dem Werke gab Die Reichsanstalt untersteht, wie alle Gliederungen des Fremdenverkehrs, der Führung und Aufsicht des Reichsausschusses für Fremdenverkehr. Die notwendige Verbundenheit zwischen der Bäderwissenschaft und Bäderwirtschaft wird hierdurch gewährleistet. Somit ist die neu errichtete Reichsanstalt für das deutsche Bäderwesen an der Universität Breslau ein Werk des nationalsozialistischen Deutschland. Im Dritten Reich hat sich zum ersten Male eine Regierung der Heilschätze des Bo- dens und der Landwirtschaft, des Reise- und Fremdenverkehrs und der Bäder und Kurorte angenommen. Es wird die Aufgabe der Reichsanstalt sein, die gesamte Planung für Forschung und Wissenschaft, für das Arzttum und die volksgesundheit- lichen Aufgaben der deutschen Bäder und Kurorte zu versehen. Damit wird sie die oberste Stelle als Betreuerin der Heilschätze des deutschen Heimatbodens und der deutschen Landschaft. Zu den Aufgaben der Reichsanstalt wird in erster Linie die Erfüllung der volks- gesundhritlichen Aufgaben der deutschen Bäder und Kurocke gehören. Viel mehr als bisher muß das Heilgut des deutschen Bodens und der deutschen Landschaft zur gesundheitlichen Förderung des ar- Die schwere Kälte, die seit einigen Tagen die Mittelweststaaten von Amerika heimsucht, ist fetzt bis zur Atlantischen Küste oorgedrungen und herrscht bereits seit Donnerstagmorgen in der Stadt Neuyork. Innerhalb weniger Stunden fiel hier die Temperatur von minus 1 Grad auf m i n u s 18 Grad Celsius. Dieser geradezu katastrophale Temperatursturz wurde begleitet von einem Sturm, der mit etwa 80 Kilometer Stundengeschwindigkeit durch die Straßen fegte. Der überraschende Kälteeinbruch hat große Not mit sich gebracht, die noch dadurch erhöht wird, daß infolge Lohnstreitigkeiten etwa 3000 Heizer und Fahrstuhlführer von 200 Wolkenkratzern, Bürogebäuden und Wohnblocks streiken. Diese Tatsache hatte zur Folge, daß während der Nacht drei Personen in den Häusern erfroren, daß zahlreiche Leute mit erfrorenen Gliedern oder wegen Erschöpfung in die Krankenhäuser eingeliefert werden mußten. Die Kälte ist so bitter, daß die Behörden die Einstellung der Schneeräumungsarbeiten anordneten. Aus dem oberen Teil des Staates Nuyork kommen Meldungen, daß dort ein neues Wintergewi t- t e r gewütet fjat. Zahlreiche Ortschaften sollen vollkommen von der Außenwelt abgelchnitten fein. Tausende von Automobilen und zahlreiche Eisenbahnzüge liegen auf den Strecken und können nicht weiter. Nicht weniger als 54 Menschen sind in hipfen Gegenden erfroren Mehr als lausend sawjetrusfische Fischer auf einer Eisscholle abgetrieben. Wie die sowjetrussische Nachrichten-Agentur Taß aus Gurjew am Kaspischen Meer meldet, sind dort 1683 Menschen, die auf dem Eise fischten, und 1480 Pferde durch einen heftigen Sturm auf das offene Meer abgetrieben worden. Die Fischer, die im Besitz eines Funkapparates sind, stehen in drahtloser Verbindung mit der Stadt Gurjew. Sie haben mitgeteilt, daß sie mit Lebens- und Heizmitteln für 40 Tage versehen sind. Es wurden Maßnahmen zur Rettung der Fischer eingeleitet. Verantwortungslose Vekriebsführer in Schuhhaft genommen. Danksagung. Für die überaus innige Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich hiermit allen meinen innigsten Dank. Gusti Bechstein. Gießen, den 24. Januar 1936. Deiterb-lj-bt des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. beitenden deutschen Volkes und für die L-„_____o und Heilung von Krankheiten verwendet werden. Es ist beispielsweise zu wenig bekannt, daß wir in den Sol- und Seebadekuren wohl das wirksamste Ertüchtigungsmittel für die blasse, in der Entwicklung zurückgebliebene empfindliche Großstadtjugend haben; daß die Klimatotherapie in der Tuberkulose-Behandlung, die Moor- und Schlammbäder in der Rheumabehandlung mit an erster Stelle stehen; daß wir also den großen Volksseuchen mit den natürlichen Heilmitteln unserer Bäder und Kurorte erfolgreich zu Leibe rücken kön- Zusammen 33 200,—RM. (Einheitswert |1.1.31] 10 400 und 27 500 RM.) Zu A auf den Namen: a) harries, Adolf, Kaufmann, b) harries, Marie, geschiedene köpping, a) und b) Kinder des Friedrich harries, Miteigentümer in ungeteilter Erbengemeinschaft vor der Auseinandersetzung. Zu B auf den Namen: der Firma Fr. harries & Eo., offene Handelsgesellschaft. Gießen, den 5. Dezember 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Geräumige 5-Ziium.Wülifl. Vi 3.30 3.25 3.95 4.40 Glückwünsche zum 50jährigen Militärjubiläum des Generals a. D. von Loßberg. Aus Anlaß des 50jährigen Militärjubiläums des Generals der Infanterie a. D. von Loßberg, haben der Reichskriegsmini st er und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generaloberst von Blomberg folgendes Glückwunschtelegramm an den verdienten General gesandt: „Anläßlich Ihres heutigen Ehrentages übermittle ich Ihnen, sehr verehrter Herr General, den im Kriege und in der Nachkriegszeit gleich hochverdienten Generalstabschef und Gruppenführer, meine und der Wehrmacht aufrichtigsten Glückwünsche. — Der Oberbefehls- haber des Heeres telegraphierte: „Zum heutigen 50jährigen Gedenktag des Dienstantrittes sage ich Ew. Excellenz im Namen des Heeres aufrichtige Glückwünsche, denen ich in aufrichtiger Verehrung die meinigen hinzufügen darf. General der Artillerie Freiherr von Fritsch. Oberbefehlshaber des Heeres." Furchtbares Familiendrama auf einer amerikanischen Farm. 3n der Nähe von Danville (Illinois, USA.) wurde eine furchtbare Familientragödie aufgedeckt. Dort bewirtschaftete ein Mann namens William Albers eine Farm. Er und feine Familie waren feit drei Wochen nicht mehr von dm Nachbarfarmern gesehen worden Der Nachbarn hatte sich infolgedessen eine gewisse Unruhe über das Schicksal Albers' und seiner Familie bemächtigt. Als die Schneewehen eingesetzt hatten, steigerte sich diese Unruhe zur Sorge. Bei einer Kälte von minus 29 Grad Celsius bahnten sich die Nachbarn einen Weg zur Farm von Albers. Als sie das Farmhaus in Sicht bekamen, sahen sie Albers vor der Tür stehen und, als er sie gesehen hatte, sofort in das Haus zurücklaufen. Wenige Sekunden später schlugen aus dem Farmhaus Flammen heraus. Im Haus bot sich den Nachbarn dann ein entsetzlicher Anblick. In den verschiedenen Zimmern des Farmhauses lagen die Familienmitglieder t o t: Frau Albers und ihre fünf Kinder. Albers selbst fanden die Nachbarn erschossen in einem Seitenzimmer auf. Die Leichen der Kinder und der Frau haben offenbar schon über eine Woche in den Räumen des Hauses gelegen. Es wird angenommen, daß Albers in einem Anfall von Geistesgestörtheit feine Familie umbrachte. zimmer, per 1.3 zu vermieten. Schr nn. unter 454 D and.G.A. Wo goto Bel wenigkosten, ist Vetter immer auf dem Posten. MlßD Ausstellung und Verkauf nur Wiesenstrahe 6 zugeschriebenen Grundstücke versteigert- 141D A. Grundbuch für Gießen, Band VII, Blatt 345: Flur I, Jtr. 1362, hofreite auf dem Asterweg, Asterweg 35, 266 qm, 93etragöer Schätzung 33 000,— RM Flur I, Jlr. 13625/10, Grabgarten, daselbst, 280 qm, Betrag der Schätzung Wge, jüngere Stenotypistin zu mößl. sofort Eintritt von Fabrik gesucht. Ansebote mil lückenlosen Zeugnisabschriften, Gehaltsansprüch und Lichtbild unter 474 D an den Gieß Anzeiger erb. Die diesjährigen Madeirafahrten des Amtes „Reifen, Wandern und Urlaub" in der NSG. „Kraft durch Freude" finden imMärzundApri'l statt. Irn ganzen werden acht Ueberseedampfer in Ham- hltrn nilClnilLm umX OAAA k. i r « n/ r . < ' A^er ueutmen Geiamtausgabe aeat nn Werbeblatt des Mittel- ?.^.V^^?aunkoblcn.?nudikatc 1 W.m.li.^s. 9ritnir bei. <6pi mifiet eiTuureqen, hinnahm, verbüßt, als er durch! nochmals auf die Suche nach ihm Und tatsächlich Knadenerlah im Februar 1932 aus der Haft ent-1 tarn nach wiederholten Anrufen des sich an der lassen wurde Nach seiner Entlassung setzte er alle Suche beteiligten Hüters d°r Dackel, völlig abge- Hebel " Bewegung, um seine Ehre wiederherzustel- magert aus einer Fuchshohle hervorgekrochen Erft len Es kam xu einem Meineids verfahr en die bekannte Stimme des Forstmannes hatte die gegenüber! Weber und es stellte sich heraus, daß '»«■*"" ^rn,n des Dack-ts her lick. m„hr!»ei„(i* Besserung Deber in dem Verfahren gegen Kolmer einen Mein- flieh. Wasser und reicht. Zubehör, soitzie Mädchen- Im Sommer 1930 erschien der 43 Jahre alte Karl Weber aus Reilingen zusammen mit der damals 15 Jahre alten Hüde K o l m e r bei der Polizei in - „ ------- ncvciiccuumpiei in jjam= Mannheim und beschuldigte den Vater des Mäd- bürg auslaufen und rund 8000 deutsche Arbeiter auf chens, einen unbescholtenen Mann, er habe uner- *>,npr nrn6oM «rw—-- 1 Jaubte Beziehungen zu der eigenen Tochter unterhalten. Er, Weber, sei des öfteren Zeuge dieses blut- ^tiöonoeDerfteiaerunoK14/35 Am Montag, dem 27. Januar 1936, vormittags $ U!>r’. ®erben 'm Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße 1, Zimmer 221, die den a) Kaufmann Adolf harries in Gießen, b) Frau Marie harries, geschiedene köpping, daselbst, c) AA^Harries & To.» offene Handelsgesellschaft WWit 'liehen 362o Lamst.,25.Jan.. 20-22.30 Uhr der NS.-Kultur- nemetnbe Ring Deutsche Bühne. Freier Kartenverkauf zu Ta- gesvreifen a. der Abendkasse. Ter Stern vo« Sevilla Trauerspiel von Lope de Bega, überseht und frei bearbeitet von Hans Schlegel. Spielleitung: Der Intendant. MO ca 300-400 qm, un südl.o.südöst. Stadtteil z. kauf, gesucht. Schriftl. Angeb.m.Preisangabe per qm unt.470Dan den Gieß.Anz. erbet. [Verschiedenes | HveasBekcmowngoei Schwarzarbeit können Arbeit« Ange bete von Handwerkern not mit Tramensnen rmng n. unter Vorlage desScwerbenachwesee an genommen werden Verlag d«GletzenerSmzetgere Der Mordprozeß Seefeld. Am Donnerstag wurde unter Ausschluß der Oesfentlichkeit im Mordprozeß Seefeld die Erörterung über die Sittlichkeitsverbrechen an minderjährigen Knaben fortgesetzt, die Seefeld in vier Fällen zur Last gelegt werden. Es ist ein erlösender Gedanke, daß die neugeschaffenen Gesetze zur Regelung der Erb- aesundheitsfrage derartige Verbrechen von triebhaften Unholden unmöglich machen. Der Prozeß Seefeld ist geradezu ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit dieser Gesetze. Im Zusammenhang mit den Sittlichkeitsoerbrechen Seefelds kam die Sprache auch auf die Zeit der letzten Morde bei Schwerin, wo Seefeld im Schweriner Vorort (Borries bei guten Bekannten im Februar und Herbst 1935 sein Standquartier hatte, das er zwischendurch für drei Wanderungen von je acht Tagen Dauer verließ. An den Mordtagen dieser Zeit war Seefeld nicht in Görnes. Während seines Aufenthaltes in Gör- ries erzählte Seefeld der Familie, bei der er wohnte, sehr merkwürdige Schauermärchen. An seinem Geburtstag, den Seefeld damals in (Borries feierte, schenkte er seinem Gastfreund eine Tabakspfeife in Tatenkopfform als Erinnerungsstück an „diesen letzten Geburtstag seines Lebens", wie Seefeld damals betonte. Weiter erzählte Seefeld in (Borries, wie er jetzt selber zugibt, eine Schauergeschichte, die besonders in ihrem Schlußsatz wie eine Zukunftsahnung oder wie ein verschleiertes Mordgeständnis klingt. Der Angeklagte sagt jetzt, diese Geschichte habe er nur weitererzählt, und nennt schließlich auch mit sehr undeutlicher Aussprache den Namen und den Wohnort einer Frau, von der er diese höchst Jüngere Alleinköchin für Wemskuben- betrieb gesucht Schr. Angebote mit.471D an den Gießen. Anzeig. Anfolge Verheiratung derHaus- angestellten find, befi empfohlenes Madel mit Kochkenntnissen Dauerstellung.Gevf! Haushalt 2 Vers. Schr.Ang. unter 462D and.G.A. 3n Tabor in Südböhmen fuhr ein eafttraft^.....^.,uöyu|l acllu„lmen, weh roagen in eine Gruppe von Soldaten. Drei Solda-■sie als Betriebsführer ihren Verpflicktun- ten wurden g e t ö t e t unb drei weitere verwun-!... " - d e t. Von den Verwundeten ist einer mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Führer des Lastkraftwagens, der das schwere Unglück durch Unvorsichtigkeit verursacht hat, wurde verhaftet. Das Unglück hat die ganze Stadt in starke Erregung verseht. Theater- und Kinovorstellungen wurden abgesagt, ebenso die Tanzunter- haltunqen. Em guter Tropfen hebt die Stimmung, nndw^ik l bringt Freude und Wohlbehagen. Zu kleinen Ein ladungen empfehle ich Ihnen 4.00 4.50 lll utlll ------ .. y eib geleistet hatte. Weber hatte seinerseits zu dem frühreifen Mädchen Beziehungen unterhalten. Als die Eltern, bei denen Weber in Untermiete wohnte, gegen ihn oorgehen wollten, drehte er den öpieß um und erstattete falsche Anzeige gegen den Vater. Das Schwurgericht in Mannheim verurteilte den Weber wegen Meineides und falscher Anschuldigung zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jachten Ehrenrechtsverlust. Die von dem Angeklagten eingelegte Revision ist vom Reichsgericht als unbegründet verworfen worden Zahlreiche Opfer der Kälte in Amerika. WRinh^ ^0^-7!011 G1Iba zu 1.95 RjJlrh ä* Schai lachbg. 1.75 lfHÄWamr- 6°O/o ...7 2.20 stfckhäner 2 95 und ein Fläschchen Sekt: ' Hoehl Hausmarke 2.25 Scharlach!) Sonderfttllung 2.75 ” Go d .. 3.50 _ Aßmannsh. 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Auch das Lieblingspferd des Königs, ein weißes Ponny, das König Georg oft auf der Jagd geritten hat, trottete im Trauerzuge mit. Häufig standen zu beiden Seiten des Weges dichte Menschenmengen, als in langsamem Schritt die Lafette, auf der sich der mit der Standarte des Königs bedeckte Sarg befand, vorüberzog. Ein Dudelsackpfeifer spielte dem König die letzten Weisen Kurz vor Mittag traf der Leiechenzug in Wolverton ein und wenige Minuten später verließ der Eisenbahnzug die Station in Richtung London. Die Aufbahrung in der Westmintter-Halle. Hunderttausende von Menschen säumten die Straßen, als nach der Ankunft des toten Königs in einer schlichten aber eindrucksvollen Prozession der kurze Leichenzug von der Station Kings Croß seinen Weg zur We st rnin st erhall nahm Die Kirchenglocken läuteten Beim Herannahen des Zuges in der White Hall entblößten Alt und Jung das Haupt, als die Lafette mit dem Sarg des toten Herrschers und dahinter die vier Söhne des Heimgegangenen, darunter König Eduard VIII., vorüberzog. Am Einaang zur West- minsterhall erwartete Königin Mary bereits den Leichenzug. Feierliches Schweigen lag über der unübersehbaren Menschenmenge, als die Ehrengarde das Gewehr präsentierte und die Auf- babrung vonstatten ging. Kurz vor b?r Aufbahrung hatten sich beide Häuser des Parlaments in der Westmin- sterhall eingefunden, um bei der Ankunft ihres toten Königs zugegen zu sein Unter Führung des Lordkanzlers kamen zunächst die Mitglieder des Oberhauses, die auf der für sie vorbehaltenen S^ite Aufstellung nahmen. Ihnen folgten unter Führung des Sprechers die Mitglieder des Unterhauses. Sämtliche Anwes"nden waren mit Ausnahme des Lordkanzlers und des Sprechers, die ihre goldbestickten Roben angeleat hatten, in schwarz gekleidet. Rur das gelegentliche Abfeuern eines Saluts vom Tower oder anderen geschichtlichen Plätzen und des Läuten der Glock-m von d"n Tü^m-'n der Westminsterabtei durchbrachen die Stille. Punkt 16 Uhr wurde von acht Gardegrenadieren der Sarg lanasam in die Halle zum Katafalk getragen. Zwei Kränze schmücken den Sarg, der "ine von dem neuen König, der andere von der Königin Mary. Der kurze Gottesdienst, der hierauf in Anwesenheit der trauernden Hinterbliebenen stattfand, wurde vom Erzbischof von Canterbury geleitet. TraneMuna des Parlaments. Beileidsknndqebunaen vom gesamten Unterhaus a^qe^ommen. London, 23. Jan. (DNB.) Im Unterhaus verlas am Nachmittag der Sprecher folgende Botschaft König Eduards VIII.: „Ich bin sicher, daß das Unterhaus den Tod meines geliebten Vaters tief betrauert. Er widmete sein Leben dem Dienst an seinem Volk und der Erhaltung der verfassungsmäßigen Regierung. Er war stets von seinem tiefsten Pflichtgefühl erfüllt. Ich bin entschlossen, ihm auf dem Wege zu folgen, den er mir vorgezeichnet hat." Ministerpräsident Baldwin legte hierauf dem Hause zwei Anträge zur Annahme vor, deren einer eine Adresse des Beileids an den neuen König ist. In dieser Adresse heißt es, daß der selbstlose Dienst des verstorbenen Monarchen an der Oeffentlichkeit für immer im herzlichen und dankbaren Angedenken gehalten werde. Gleichzeitig 1 I V l J MM M M fiihtfl Georss letzte Unterschritt befürworteten. Der Vorschlag der Kommunisten, eine Einheitsfront mit der Arbeiterpartei zu bilden, sei nichts weiter als ein Versuch, der kommunistischen Propaganda ein noch größeres Feld zu verschaffen. stellt die Adresse eine Ergebenheitskundgebung für den neuen König dar, von dem das Unterhaus überzeugt sei, daß er im Namen der göttlichen Vorsehung während seiner ganzen Regierung d i e Freiheiten seines gesamten Volkes schützen werde. Der zweite Antrag fordert eine Bei l e i dskundgebung an die Königin Mary, die stets der Ergebenheit und der Zu- neigvna des Unf^hnnfes versichert sein dürfe. Baldwin schilderte dann die Vorzüge der englischen Verfassung Die geistige 2N a ch l der Krone Englands seit heule größer als zu irgendeiner .Zeit der Veraangenheit. Sie endete seine Rede mit herzlichen Worten der Begrüßung an den neuen König, von dem alle wünschten, daß seine Herrschaft lang andauern, segensreich und friedvoll sein möge. Nach einer weiteren Rede von Archibald Sinclair wurden nischen Generalkonsul in Frankfurt a. M., Herrn Robert T. Smallbones, um ihm das Beileid zu dem Ableben König Georgs V. von Großbritannien und Irland auszusprechen. Danttelegramm König Eduards an den Bührer. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Seine Majestät Kö- nig Eduard VIII. von England hat die Beileidskundgebungen des Führers und Reichskanzlers zum Ableben König Georgs V. mit einem Danktelegramm beantwortet, das in lieber» setzung wie folgt lautet: „Die Königin, meine Mutter, vereinigt sich mit mir in aufrichtiger Danksagung, Herr Reichskanzler, für Ihre freundlichen Beileidsbezeugungen und die Versicherung des Mitgefühls der deutschen Reichsregierung und des deutschen Volkes an dem schweren Leid, das durch den Tod des Königs, meines geliebten und verehrten Vaters, über uns und die britischen Völker gekommen ist. Edward R. I." Einen ähnlichen Verlauf nahm die Sitzung Oberhaus, wo der Führer des Hauses der siegelbewahrer Lord Halifax, je eine Adresse für den König und die Königin Mary einbrachte. Mit dem altüberlieferten Zeremoniell wurde t m Hofe des St.-James-Palastes die öffentliche Proklamation König Eduards VIII. verlesen. Auf dem Balkon stand der Adelsmarschall mit den „Wappen-Königen", und an den Fenstern des Palastes sah man die Mitglieder der königlichen Familie. Der König erschien am Fenster, als die Menge das dreifache Hurra auf ihn ausbrachte. Im Vordergrund stehen die Abteilungen der „Gold Stream-Guards" und die Leibgarde, in ihrer Mitte der Offizier mit der umflorten königlichen Standarte — (Deutsche Presse-Photo-Zentrale.) Absage an die Kommunisten. Die englische Arbeiterpartei lehnt eine „Einheitsfront" ab. London, 24. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die englische Arbeiterpartei hat den Vorschlag der kommunistischen Partei, eine „Einheitsfront" zu bilden, zum zweiten Male innerhalb eines Jahres abgelehnt. Das Arbeiterblatt „Daily H e r a l d" schreibt, es herrsche in den Reihen der englischen Arbeiterbewegung gegenwärtig weniger Zuneigung für die Kommunisten als zu irgend einem anderen Zeitpunkt seit dem Weltkriege. Die politische Wendigkeit der Kommunisten sei nicht dazu angetan, eine Zusammenarbeit zu empfehlen. 14 Jahre lang hätten sie den Völkerbund beschimpft und die englische Arbeiterpartei zu überreden versucht, den Völkerbund zu boykottieren. Jetzt forderten sie nun urplötzlich die Arbeiter zu einer U n - terstützung des Völkerbundes auf. 14 Jahre hätten sie ferner die Demokratie und den Parlamentarismus angegriffen, während sie neuerdings als Verteidiger der Demokratie aufträten. Die die beiden Anträge dann ahn - Abstimmung ^mmuniststche Partei fei ein- Partei non angenommen ^Revolutionären, die sich nur der Durchfuh- |rung und Vorbereitung von Revolutionen widrne- , ’P1!ten und die Errichtung einer Klaffendiktatur 'ord-...... - " halte das gesamte Reich des englisch sprechenden Volkes zusammen, ihre Verantwortlichkeit sei unendlich größer als zu früheren Zeiten Die Macht der Krone sei heutzutage nicht die Macht der Gewalt, es sei eine große moralische M a ch t, die von dem Charakter und den Qualitäten des jeweiligen Monarchen abhänae. Die Eigenschaften, die hierfür erforderlich seien, seien auch die Eigenschaften des verstorbenen Königs geweken. Baldwin schilderte hierauf die Persön- tich^eit des neuen Königs, der eine genauere Kenntnis aller Klaffen seiner Untertanen habe, als irgendeiner feiner Vorgänger. Er habe reiche Erfahrungen in den Geschäften des Landes, besitze eine umfassende Verständigungsbereitschaft und besitze das Geheimnis der Jugend in der Reife des Alters. Nachdem Baldwin feine Rede unter dem Beifall des Hauses geschlossen hatte, unterstützte Major | A11lee im Namen der arbeiterpartei-i lichen Opposition die beiden Anträge des! Ministerpräsidenten. Heute gebe es im Unterhaus keine Meinungsverschiedenheiten, denn alle feien vereint im Leid um den Verlust des großen und so sehr geliebten Souveräns. Kein früherer König habe so sehr die allgemeine Wertschätzung besessen wie König Georg. Attlee be- London. 23 Jan. lDNB.) Bei der Huldigung für König Eduard im Oberhaus sprach u. a. auch der Erzbischof von Canterbury in rühmenden Worten über den verstorbenen König. Er lobte seine Selbstlosigkeit, seine Beständigkeit und seine Pflichttreue. Er habe, so berichtete er, die Ehre gehabt, hierfür ein besonderes Beispiel in den letzten Stunden des Königs erleben zu dürfen, als der König den letzten Kronrat abgehalten habe. Der König habe bei Emvfang des Kronrates, durch Kiffen gestützt, gebrechlich in seinem Stuhl gesessen. Auf die Verlesung der Anordnung, die die Einsetzung eines Staatsrates vorgesehen habe, habe er die übliche Formel: „G e - billigt" klar aussprechen können. Dann habe er sich wiederholt bemüht, dieses letzte Staatsdokument mit eigener Hand zu unterzeichnen. Als er aber gesehen habe, daß diese Anstrengung zu groß für ihn fei, habe er seinem Kronrat nur noch freundlich zulächeln können. Es fei eine Szene gewesen, die niemand vergessen werde. So enthält das letzte vom König unterzeichnete Stuatsdokument als Unterschrift nur ein unleserliches Zeichen. Reileid d-s Aeichsstattkatter«. N S G. Im Auftrage des zur Zeit in München weilenden Reichsstatthalters in Hessen, Sprenger, begab sich heute dessen Adjutant, Regierungsassessor Janthur zu dem Königlich Großbritön- Deuisch-polnische Derständiauna über den Warenverkehr im Februar. Warschau, 23. Jan. (DNB) In Warschau fand eine gemeinsame Sitzung des deutschen und des polnischen Regierungs-Ausschusses statt, deren Aufgabe es ist, den Warenverkehr zwischen beiden Ländern auf Grund des Wirtschaftsvertrages vom 4 November 1935 ständig zu überwachen. Mit Rücksicht darauf, daß die Ausfuhr einiger landwirtschaftlicher Waren aus Polen aus Saifongründen sehr bedeutend war, die deutsche Einfuhr nach Polen und Danzig dagegen die festgesetzte Höhe nicht erreicht hat, haben die Regierungsausschüsse beschlossen, den polnischen Ausfuhrplan für den Monat Februar 1936 bedeutend herabzusetzen. Eine ungenügende Entwicklung der deutschen Ausfuhr nach Polen muß zu einer Drosselung der polnischen Ausfuhr nach Deutschland führen. Die besonders starke Beschränkung der polnischen Ausfuhr im Monat Februar hat zum Ziele, zu verhindern, daß Forderungen aus der polnischen Ausfuhr in Deutschland festfrieren Für die Zukunft haben sich die beiden Regierungsausschüsie über Maßnahmen verständigt. die zu einer Steigerung der deutschen Ausfuhr und damit zwangsläufig zu einer Steigerung der polnischen Ausfuhr führen werden. igesÄsg i * * v - t ■_ 3 -- -0'^ Ä\ UW WM K «" nr ■ 'M. %- WWW W ’A 4 W DM M - - W-H U ■' K I W * tS W $ ■ Links: Der feierliche Zug zur Proklamation des Königs an der Grenze der Londoner City, wo er mit den Herolden Haltmachen und erst von dem Lordmayor die Erlaubnis zum Betreten der City einholen mußte. Die Seidenschnur wurde als symbolische Grenze durchschnitten, und dann konnte die Proklamation des neuen Königs erfolgen. (Scherl-Bilderdienft-M.) — Rechts: Nach der Einbalsamierung wurden die sterblichen Ueberrefte König GeorgsV. in der Kapelle St. Mary Magdalene in Sandrin ah am aufgebahrt. Mitglieder der königlichen Hofhaltung hielten die Ehrenwache. (Deutsche Presse- Photo-Zentrale-M^ Wirtschaft. Durchführungsverordnung zum Gesetz über Verbrauchergenossenschaften. FWD. Im Reichsgesetzblatt Teil I vom 22. Januar 1936 werden die zweite und dritte Durchführungsverordnung zum Gesetz über Verbrauchergenossenschaften veröffentlicht. Danach sind Geldschulden solcher Verbrauchergenossenschaften, die sich auf Grund des Gesetzes vom 21. Mai 1935 auflösen, vom Tage der Eintragung des Auflösungsbeschlusses in das Genossenschaftsregister ab nicht zu verzinsen, ausgenommen sind solche vor dem Inkrafttreten des Gesetzes über Verbrauchergenossenschaften begründete Darlehensscbulden, für die im Falle eines Konkurses eine abgesonderte Befriedigung nach § 47 der Konkursordnung beansprucht werden könnte. Weiter wird verordnet, daß die Liquidatoren solcher Verbrauchergenossenschaften, die sich auf Grund des Gesetzes vom 21. Mai 1935 auflösen, Miet- und Pachtverträge, die vor der Eintragung des Auflösungsbeschlusses in das Genossenschaftsregister abgeschlossen sind, kündigen können, die Kündigungsfrist ist die gesetzliche. Kündigen die Liquidatoren, so ist der andere Teil berechtigt, Ersatz des ihm durch die Aufhebung des Vertrages entstehenden Schadens, jedoch nicht mehr als den Betrag einer Jahresmiete oder Jahrespacht, zu verlangen. Fortschritte im oberhessischen Bauxit-Bergbau. Fwd. Seit nunmehr etwa einem Jahre hat man begannen, das einzige Bauxit-Vorkommen in Deutschland, die oberhessischen Bauxit-Gruben, auszubeuten. Inzwischen sind hier beachtliche Fortschritte erzielt worden. Der Absatz ist für die nächsten IV2 Jahre gesichert. Abgesetzt werden bereits monatlich 1250 Tonnen gewaschener, aufbereiteter Bauxit. Das Aufbereitungsverfahren liegt bei den Buderusschen Eisenwerken AG. in Wetzlar. Außer dieser Firma betätigen sich noch die Mannesmann-Werke im Verkauf von Rohbauxit für die Stahlindustrie. Deutschland führt jährlich heute ca. 450 000 Tonnen Bauxit vor allem aus Ungarn, Istrien und Dalmatien im Werte von bis zu 10 Mill. Mark ein. Die gesamte Aluminium- und Corund-Erzeugung war bisher ausschließlich von Auslandslieferungen in Bauxit abhängig. Aluminium und Corund haben aber trotz des Bezuges von Auslandsbauxit noch eine aktive Devisenbilanz. Der Oberhessische Bauxitbergbau hofft, durch geeignete Aufbearbeitungsoerfahren die Qualität der oberhessischen Bauxite noch verbessern zu können. Im übrigen stellen sich die Bauxit-Vorkommen als erheblich größer dar, als zu Beginn der Förderarbeiten angenommen wurde. Die Aufbereitung der oberhessischen Bauxite erfolgt auf der Eisensteingrube „Albert". Sie ist betriebstechnisch so verbunden, daß jederzeit nur Bauxit oder nur Eisenerze, oder auch gleichzeitig beide nebeneinander gefördert werden können. Beschäftigt werden im oberhessischen Bauxit-Bergbau z. Zt. 75 Mann, es besteht aber berechtigte Aussicht auf Mehrbeschäftigung. Neuer Kupferbergbau im Oillgebiet. Fwd. Wie der Fwd. erfährt, beabsichtigen die Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar zusammen mit einigen Interessenten für Kupfererze die alten Kupfergruben im Dillgebiet wieder aufzuwältigen, um festzustellen, ob die Erzführung der im Gebiet dieser Gruben vorhandenen Gänge mit modernen Mitteln eine Erzaufbereitung gestattet. Mit dem Aufwältigen des alten Schachtes einer dieser Gruben soll Anfang Februar begonnen werden. Man hofft, mit Hilfe des Flotationsverfahrens eine erfolgreiche Förderung zu erreichen. Erweiterung des Phosphorit-Berg- baue« im Labn-Ditlgebiet. Fwd. Die Untersuchungsarbeiten im Phosphorit- Bergbau des Lalxn-Dill-Gebietes gehen planmäßig weiter. Ein tatsächliches Ergebnis wird bis Frühjahr dieses Jahres erwartet. Wie der Fwd. hört, soll neben den beiden Betrieben bei Staffel bei Limburg an der Lahn eine dritte Grube in der Gemarkung Allendorf bei Weilburg erschlossen werden. Die Siegerländer Roheisenerzeugung im Jahre 1935. Fwd. Die Roheisenerzeugung des Siegerlandes hat auch im Dezember 1935 eine weitere Zunahme erfahren. Sie betrug 35165 Tonnen gegen 34 577 Tonnen im November. Für das ganze Jahr 1935 beziffert sich die Siegerländer Roheisenerzeugung auf 361 851 Tonnen. Sie übertrifft damit die Erzeugung des Jahres 1934 von 314 311 Tonnen um rund 15 v. H. Da ein Siegerländer Unternehmen fein bisher stilliegendes Hochofenwerk wieder in Betrieb nimmt, wird in absehbarer Zeit mit einer weiteren Steigerung der Roheisenerzeugung gerechnet. Im Siegerland und Sauerland befinden sich zur Zeit neun Hochofenwerke mit 13 Hochöfen. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 23. Jan. Die Börse erfuhr am Aktienmarkt eine allgemeine Abschwächung, und zwar ergaben sich durchschnittliche Verluste von 1 v. H. Insbesondere nach den ersten Notierungen verstärkten sich die Abgaben sowohl aus Kreisen des Publikums und der Kulisse, während Nachfrage nur in ganz bescheidenem Umfange vorlag. Die Stimmung war recht unsicher. Die vorliegenden günstigen Wirtschaftsmeldungen reichten nicht aus, um der Haltung nennenswerten Widerstand zu geben. Matt lagen besonders Montanaktien. Stahl- oerein 77,75 bis 76,75 (78,25), Mannesmann 82 bis 81,50 (82,65), Rheinstahl 109,25 bis 108,25 (108,65), Hoesch 87,50 bis 86,50 (88,25) Klöckner 83,65 bis 83 (84,65) und Buderus 96 (96,50), IG. Farbenindustrie gingen auf 150,75 bis 150,25 (150,90) und Deutsche Erdöl um 1,25 v. H. auf 107,75 zurück. Am Elektromarkt verloren AEG., Bekula, RWE. und Schuckert bis 0,50 v. H., Licht & Kraft 0,75 v. H.; Siemens notierten mit 172,75 bis 171,50 (172). Von Maschinenaktien blieben MAN mit 101 gut gehalten, Muag und Ehlingen zogen noch etwas an auf 78,40 (78,13) bzw. 89,75 (89,25), Daimler verloren 0,50 v. H. auf 96,25. Zellstoff- und Papierwerte gaben bis 1 v. H. nach, ferner ermäßigten sich AG. für Verkehr auf 101,25 (102,25), Allg. Lokal & Kraft auf 121,50 (122), Westdeutsche Kaufhof auf 31,90 bis 31,50 (32,75) und Cement Heidelberg auf 123 (123,50). Aku blieben mit 54 behauptet, Reichsbank lagen etwas höher mit 185,40 (185), später aber etwa 184,50. Auch am Rentenmarkt zeigte sich in den variablen Werten Abgabeneigung, etwas fester waren lediglich Zinsoergütungsscheine mit 92,90 (92,60), während Altbesitz 0,13, Kommunal-Umschul- dung 0,10 o. H. abbröckelten. Auch zertif. Dollar- Bonds gingen etwa 0,25 v. H. zurück. Späte Schuldbuchforderungen blieben zu 96,40 behauptet. Von fremden Werten eröfneten Ungarn Gold mit 9 (8,95). Im Verlaufe herrschte starke Zurückhaltung. Eine Erholung war nirgends zu verzeichnen, vielmehr bröckelten ein großer Teil der Aktienkurse weiter um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab., so u. a. IG. Farben, Reichsbank, Hoesch, Daimler und einige Elektrowerte. Mehr gedrückt waren Holzmann mit 93,75 (95,25), andererseits lagen Hanfwerke Füssen 1 v. H., Berger Tiefbau 0,65 v. H. und Südd. Zucker 0,50 o. H. fester. Eßlingen Maschinen konnten sich ziemlich behaupten mit 89,50 nach 89,75. Sehr schwach waren erneut Auslandswerte, wie Chade A bis C mit 279,75 bis 278,50 (283,50), auch Schweiz. Bundesbahn-Obligationen wurden mehrprozentig niedriger taxiert. Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz und Kommunal-Umschuldung sowie Industrie-Obligationen leicht ab, Zinsvergütung blieben zu 92,90 gesucht. Goldpfandbriefe lagen unverändert, ebenso Stadtanleihen. Liquidationspfandbriefe meist 0,13 v. H. niedriger, Nass. Liquid, jedoch 101,90 (101,75) und Nass. KO. 93,75 (93,65). Auslandsrenten lagen im Verlauf schwächer. Ungarn Gold gingen auf 8,80 nach 9 zurück. — Tagesgeld weiter gefragt mit 2,50 (2,25) v. H. Abendbörse ruhig. Nach den Abschwächungen von heute mittag zeigte die Abendbörse bei sehr kleinen Umsätzen eine widerstandsfähige Haltung, zumal da kein Angebot mehr vorlag. Die Kurse waren gegen den niedrigen Frankfurter Schluß meist mäßig erholt, gegen den schon etwas erholten Berliner Schluß blieben sie behauptet. Für Westdeutsche Kaufhof zeigte sich Nachfrage zu 31,40, auch Stahlverein waren zu 77,13 etwas beachtet. Mäßig höher lagen ferner Moenus Maschinen mit 82 (81,50), Schuckert mit 127,50 (126,75), andererseits bröckelten Eßlingen Maschinen noch etwas ab auf 89,25 (89,50). Kunstseide AKU. blieben trotz festen Amsterdams mit 53,25 nur knapp gehalten, dagegen waren Schweiz. Bundesbahn-Obligationen etwas erholt; 4 v. H. 177 (175), 3,50 v. H. dergl. 168 (166). Am deutschen Rentenmarkt herrschte bei unveränderten Kursen Geschäftsstille. Zinsvergütungsscheine blieben mit 92,90 gefragt, außerdem zeigte sich Interesse für Wiederaufbauzuschläge; frühe 68 Geld, späte 67,50 Geld. Von fremden Werten waren Anatolier mit 37,75 (37,50) und Ungarn Gold mit 8,85 (8,80) mäßig erholt. U. a. notierten: Altbesitz 109,65, 4,50 v. H. Stadt Darmstadt von 1926 90, 4 v. H. Ungarn Gold 8,85, 4 v. H. Rumänen 5,20, 4 o. H. SBB. 177, 3,50 v. H. SBB. 168, 4,50 v. H. Irrigations-Mexikaner 7,75, Commerzbank 87, DD.-Bank 85,25, Dresdner Bank 50 bis 51 (49 bis 51), c) mittlere 48 bis 49 (47 bis 48), d) geringere 45 bis 47 (43 bis 46). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57) Marktverlauf: Kalber ruhig, ausoer- kauft. Hämmel und Schafe rege geräumt. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftand: 13 Kühe. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. Beschickung des Flelschgroßmarktes: 906 Viertel Rindfleisch, 94 ganze Kalber 29 ganze Hämmel, 1511 halbe Schweine, stiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75 (am 20.1. 73 bis 74). Bullenfle.fch b) 74 bis 77. Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 67 bis 75 (73 bis 74). Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 80. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: sehr ruhig. ßE- 7K ftnrnpnßr 108,75, Mannesmann 81,25, ftfjeim ^109 Tiverein 77,13, AKU. 53,25, Bekula W Sh Summ 163, Daimler 95,7S Deutscher 138, Conti Gumrm Erdöl E 107,40, £46^01102 ' '(Mnger Maschinen 89,25, IG. Scheideanstalt 2H Holzmann 93,25, Farben 82, RWE. 126, 50 Diemens 172,50, Westdeutsche 199, Reichsbahn-Vorzugsaktien 121,65, AG. für Verkehr E 101,75. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 23.Jan. Auftrieb : Rin- htr IQ 49 am letzten Donnerstagmarkt) dar- unter 19° Lh- KM-r 860 (857), Schafe 108 (157), Schweine 497 (456). Notiert wurden pro 1 Zent- ne?"Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 5 bis 68 (am 16.1. 61 bis 68), b) 46 bis 56 (51 b s 60), c) 36 bis 45 (40 bis 50), d) 24 bis 35 (29 bis 39). Lämmer und Hämmel b2) Weidemafthammel Aus Den preußischen Nachbargebieten. Dom Eilzug überfahren und getötet. LPD. Marburg, 23. Jan Gestern mittag wurde vom Eilzug Frankfurt—Kassel, a^ dieser die Stelle am Personenübergang in der Nahe Der Gärtnerei Scharf passierte, eine ältere Frau überfahren und getötet. Die Personalien der Toten konnten noch nicht festgestellt werden. Wie die polizeilichen (Ermittlungen ergeben haben, handelt es sich um einen Selbstmord. Fahrgaste des Zuges haben gesehen, wie die Frau sich vor den Zug warf und von der Lokomotive erfaßt wurde. Oer betrügerische Pferdehandel der Zigeuner. Dämpfige und altersschwache Pferde für hohe Summen an den Mann gebracht. — Zahlreiche Anzeigen bei der Polizei. Frankfurt a. M., 23. Jan. (LPD.) In den letzten Tagen sind bei der Kriminalpolizei zahlreiche Anzeigen, besonders aus Norddeutschland, gegen die hier wegen anderer Delikte in Haft befindlichen Zigeuner eingegangen. Es handelt sich meistens um Betrügereien beim Pf e rbehänd e l. Den Käufern wurde in allen Fällen unter Beteuerung ihrer Ehrlichkeit als Pferdehändler das fragliche Tier mit allen guten Eigenschaften aeschildert und vorhandene Mängel absichtlich verschwiegen. Wie skrupellos die Zigeuner bei diesen Geschäften vorgingen, zeigt folgender Fall: In Köln kaufte der Zigeunerprimas Kor- patsch von einer Pferdemetzgerei ein schwer dämpfiges Pferd zum S ch l a ch t p r e i s von 180 bis 200 Mark. Sein Neffe Rebstock verkaufte dann dieses Tier in Klein-Blittersdorf einem Bauunternehmer für 750 Mark. Der Bauunternehmer merkte jedoch wohl bald, daß er mit dem Tier angeschmiert worden war und verlangte von den Zigeunern ein anderes Tier. Korpatsch hatte nun in Kaiserslautern von einem Fuhrunternehmer ein abgetriebenes, etwa 20 bis 25 Jahre altes Pferd für rund 150 Mark gekauft, tauschte es gegen das dämpfige Pferd des Bauunternehmers und ließ sich noch 350 Mark herauszahlen. So hatte der betrogene Bauunternehmer schließlich für 1100 Mark ein unbrauchbares Pferd erstanden. Zum Transport des Pferdes von Kaiserslautern nach Klein- Blittersdorf benutzten die Zigeuner einen fremden Kraftwagen, den sie jedoch, wie öfter, zu bezahlen vergaßen. Bei allen schriftlich und mündlich abgeschlossenen Verkäufen machten die Zigeuner immer den Zusatz, daß der Käufer, wenn er mit dem gekauften Pferd nicht zufrieden ist, sich wieder mit dem Verkäufer in Verbindung fetzen müsse. Man werde sich dann schon einig werden. Mit dieser Klausel will der als Verkäufer auftretende Zigeuner in jedem Falle verhindern, daß der betrogene Käufer ihn wegen dieses Betrugs anzeigt. Die Kriminalpolizei in Frankfurt möchte den vollen Beweis dafür erbringen, daß diese ausländischen und nichtarischen Zigeuner, wie nach allen bisherigen Feststellungen mit Sicherheit vermutet wird, nur vom Betrug leben. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß alle Personen, die irgendwie durch Geschäfte oder sonstwie mit der Sippe Korpatsch und Genossen in Berührung kamen, ihre Wahrnehmungen umgehend der nächsten Polizei- oder Landjägerstation zur Weitergabe an die Landeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. melden. Kreis Dehlar. * Rodheim a. d. Bieber, 24. Jan. Der 47jährige Bergmann Heinrich Bender von hier, der dieser Tage in der Grube zu Weckesheim schwer ver- verunglückte (wir berichteten darüber), ist gestern nachmittag den erlittenen schweren Verletzungen erlegen. Z Lützellinden, 22. Jan. Der Männer- gesangverein Lützellinden hielt in der Wirtscbgst von Arnold seine Generalversammlung ab. Nach einem Begrüßungslied des Chores hieß der Vereinsvorsitzende Wilhelm I u n g I. die Mitglieder willkommen. Der Schriftführer Wilh. Ludwig gab sodann einen ausführlichen Geschäftsbericht, der gutgeheißen wurde. Rechner Friedrich Ludwig erstattete den Kassenbericht, der geprüft und ebenfalls in Ordnung befunden wurde. Der Vereinsvorsitzende dankte dem Rechner für die gewissenhafte Kassenführung und erteilte ihm Entlastung. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde der bisherige Vorsitzende Wilhelm Jung I. einstimmig wiedergewählt. Er berief Karl Schuchmann als feinen Stellvertreter, als weiteres Vor- Lehrling, Geselle und Meister — ein Dreiklang auch für den Reichsberufswettkampf. standsmitglied Gg. Allendörfer, zum Schriftführer Wilhelm Ludwig und zum Rechner Friedrich Ludwig. Im Anschluß daran wurden noch verschiedene Fragen für bas laufende Jahr besprochen. Mit dem Gedenken an den Führer fand die Versammlung ihren offiziellen Abschluß. Bei dem kameradschaftlichen Teil des Abends sorgte die Vereinskapelle für gute Unterhaltung. — In der Gastwirtschaft Arnold fand eine Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Ortsbauernführer Lenz sprach über Fragen der Erzeugungsschlacht, besonders über Schädlingsbekämpfung im Ackerbau, über Gefahren des Kartoffelkäfers und des Kartoffelkrebses, schließlich noch über die Notwendigkeit des Flachsanbaues. Die Bauern und Landwirte trugen sich zur Uebernahrne einer Anbaufläche von Flachs in die Liste ein. Mit der Besprechung einiger weiterer wichtiger Tagesfragen wurde die Versammlung beschlossen. * Dutenhofen, 24. Jan. Auf der Landstraße zwischen Dutenhofen und Klein-Linden ereignete sich gestern in den Spätnachmittagsstunden ein schwerer Verkehrsunfall. Frau H e n- solt aus Wetzlar war mit ihrem Kraftwagen auf dem Wege nach Gießen unterwegs, schien aber plötzlich die Herrschaft über das Auto verloren zu haben und fuhr heftig gegen einen Baum. Mit einer schweren Kopfverletzung und bewußtlos wurde die Verunglückte von den Insassen eines anderen Kraftwagens, der die Unglücksstelle kurz darauf passierte, in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Kreis Biedenkopf. h. Nieder-Weidbach, 22. Jan. Zum Nachfolger unseres verstorbenen Bürgermeisters ist dessen Sohn Karl F r i n k ernannt worden. Er hat seit dem 15. Januar die Bürgermeistereigeschäfte übernommen. Von schwerer Anklage freigesprochen. LPD. Darmstadt, 23. Jan. Ein Natur- heilkundiger aus Oberursel stand vor der Großen Strafkammer Darmstadt unter der An- klage, durch fehlerhaftes berufliches Verhalten fahr» lässigerweise den Tod eines achtjährigen Mädchens in Mörfelden verschuldet zu haben. Nach eingehender Beweisaufnahme, in der der Angeklagte jede Schuld abstritt, kam der Sachverstän- dige Professor Dr. F i s ch e r aus G i e ß e n zu dem Schluß, daß zwar Pflichtverletzung des Angeklagten vorliege, daß sie aber für den Tod des Kindes nicht schuldhaft sei. Das Gericht sprach deshalb den Angeklagten frei. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranffun a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. efi’- Ä mr* bdrle fürs börse Datum | 22-1 ( 23 1 22.1 I 231. 126 219 4 108,65 0 15,25 15 15,25 15,5 4s 95,25 I 10 (Sleftr. Lieferungsgesellschaft ... 5 | 26,75 I 89 I 198,5 1 9,65 9,5 , 0 . 0 ir 129 84.5 82,65 126 127,5 172,5 125,25 Jl 96,75 144,75 121 189 | 7 7 16,9 102,25 117,5 87,13 96,5 109 109,5 88,25 127 127,5 172 126,5 85,25 85,75 183,75 16,5 101,9 116 87 32,75 283,5 172 164 35,75 138 113,9 129.5 111,5 126,75 1 0 8 6 8 3 0 96,5 108,9 109,5 88 158 129 84,25 82,75 0 0 6 0 85,5 86 184,5 86 86,75 185 16,65 101,75 117 87 127,13 177,5 171,65 126 16,75 102,25 117 87,13 36,4 139 115 131 111,75 127.25 86 86,75 54 91,25 118,5 83,5 83 81,25 95,5 107,5 108,75 86,5 158 128,25 82,75 81,13 . 6 . 6 ?y, 95,75 107,4 108.75 86 157 36,13 138,75 114,9 131,25 111,9 127,5 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% besgl. von 1913.......... 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... Philipp Hol, mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 30 1,25 8,9 8,9 9,05 13,8 8,85 8,8 8,75 13,4 30 1,25 8,9 8,7 9 13,25 21.®. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privai-Bank ... Deutsche Bant und D'üconw» Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. Reichsbank ................ ] A.S.S. Bekula Licht und Krafl ........... gy, Selten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. g Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Eleklr e Schuckert & (io. Siemens & Halske. Lahmeyer L Co. . Grttzner ol Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 6 6 12 7| 150,9 I 91 214 1 5 110,5 6 118 4| 116,75 I 123,5 128 I 35,75 138,5 114 129,25 111,5 127 129,75 126 126.75 172,5 125,5 1,2 8,95 9 8,9 13,5 9. ®. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke MetaUgefelllchaft Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Llohd .. O| 78,13 0 17,75 129 Buderus ........ .......... Deutsche Erdöl Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ulfe Bergbau Genüsse Klöckncrwerke ............... Mannesmann Röhren ManSselder Bergbau .. Kokswerke Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke' Otavi Minen ........ Kaliwerke Ascherslebens Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth Schluü- -a?IUB Mittag- Banknoten. äerim, 23 Januar Amerlkanhche Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Schultheis Patzenhoser ....... 4 (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Kemberg................... 5 Zellstoff Waldhof 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Ctenftetn & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade.................... 71/, Accumulatoren-flabrik 12 Contt-Gummt...............8 Jraiiiiur- a. l't. Seri.n Schluß« furd Schluß!. Abend« börsc Schluß« lurs Schluß». Mittag- dörse Datum 22 1 23 1 22 1 23 1 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,4 100,4 100,5 100,5 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,5 97,65 97,5 97,65 6%% Donng.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,75 103,13 AuSloj.-Rechten ............. 109,75 109,65 109,75 109,65 4*/,% Deutsche ReichSpostschahan Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 99,9 99,75 99,9 100 (rückzahtb. 102%)............ 97,75 97,75 4y,% ehem. 8% Hessische Lande». bant Darmstadt Gold R. 12.... 6y2% ehern. 4y,% Hess. Landes- 96,4 96,4 96,13 96,4 Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4%% ehem. 8% Darmst. Komm 101,05 101,4 — — Landcsb.Goldschuldverschr R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 93 93 — — Auslvs.-Rechten ............. 119 118,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 113,9 114 114 114 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6yt% ehem. 4!4% Franks. Hyp. 96,5 96,5 — — Bank-Liqu. »Pfandbriese...... 101,75 101,75 bVi% ehem. 4y,% Rheinische Hhp.-Bank-Ligu.-Goldpfc. . 101,75 101,65 101,65 101,65 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanftalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% edcm. 7% Pr. LandeSpsand- 97 97 97 97 briefanst., Gold Komm. Lbl.Vi 97 97 97 97 Sieuerguttch.BerrechnungSk. 34-88 108,4 108,4 108,4 108,4 anfturt a.M. Berlin Schluß« lurS Schluß!. Abend« böri Schluß« turS Schluß!. Mittag« böri'e Datum 22 1 23-1 22.1. 231 4% oeegl. Serie li ............ 9,5 9,65 10,2 9,85 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 6,65 6.5 6,13 6,25 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l918 9,05 9 9,05 9 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier ............. 5,225 5,2 5,3 5,15 38,5 37,65 38,75 37,5 22.Januar 23.Januar Amtliche Geld Notierung 1 Sfles Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Atre Brüssel.... Rio de Jan. 0,680 41,99 0,138 0,684 42,07 0,140 0,678 41,96 0,138 0,682 42,04 0,140 Sofia...... Kopenhagen. 3,047 54,87 3,053 54,97 3,047 54,87 3,053 54,97 Danzig .... 46,80 46,90 46.80 46,90 London.... 12,285 12,315 12,285 12,315 HeljingforS.. 5,41 5,42 5,415 5,425 Paris ..... 16,37 16,41 16,375 16,415 Holland ... 168,63 168,97 168,53 168,87 Italien .... 19,85 19,89 19,85 19,89 3ao cm..... 0,718 0,720 0,718 0,720 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Cälo..... ; 61,69 61,81 61,69 61,81 Wien...... 48,95 19,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm.. 63,35 63,47 63,35 63,47 schmelz ... 80,83 80,99 80,72 80,88 Spanien... 33,94 34,00 33,93 33,99 Prag...... Budapest .. 10,275 10,295 10,28 10,30 Reuyork ... 2,483 2,487 2,476 2,480 125,5 126 125 — 117,25 116,9 217 219 218 109 108,75 108,9 77,13 78,4 77,13 17,5 17,65 17,4 — 129 126,5 119,5 121 119,9 188,5 188,9 189 150,4 151,4 150,4 214 108,75 110,25 108,5 117 118,25 117,25 117 117 117,5 93,25 95,5 93,65 122,5 128 — 100 97,75 53,25 54,25 53,4 91,5 91,25 91 117,5 118,25 116,9 82,75 83,5 82,65 — 120 120,13 95,75 97,4 96 144,75 145 145 — 78,13 77,25 31,4 32,65 31,75 279,75 283 280 172 172,5 172 163 164,5 163,25 26 27 26 89 199 199 199 Geld ■örtu 2-428 2,448" 41,80 41,96 54,66 54,88 12,25 12,29 16,325 16,385 168,11 168,79 61,53 61,77 63,18 63,44 80,54 33,57 80,88 33,71 Nr. 2V Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesstiy Hreitag, 24. Januar 1956 Nach der tragischen Liebesgeschichte „Der Laufen" von Emil Strauß beginnen wir heute in den Zamilien- blättern mit einem neuen Roman. „1 Geschütz, 16 Pferde, 20 Mnn!" heißt der aus Erlebnis und Erinnerung fließende Ve« richt des siebenbürgischen Erzählers Otto Zolberth von den Kriegszügen einer mit uns verbündeten Heinen Truppe im Osten,-ein Roman, in dem die Freude am Abenteuer, männliches Pflichtgefühl und soldatische Haltung sich zu harmonischer Einheit verbinden. Mit der Kamera zum Wintersport Art stamme . . Hochstämme Aus her Provinzialhauptstadi ,Die lömonatige Fahrt des Hilfs- mit dem Flugzeug „Wölfchen". Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am persönlich oder schriftlich bis zum 31. Januar 1936 bei dem eingestellt vollendet 9—10 10—12 8—10 Größe cm 16t. RM. 2,50 2,80 3,20 2,20 Temesoary „Volkstümliche Musik der großen Meister". Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum: 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.15 Uhr, 100 6t. RM. 8—10 10—12 12—14 10 6t. RM. 4,50 5,— 5,50 Verpflichtung in den Reichsarbeitsdienst werden, sofern sie das 17. Lebensjahr haben und arbeitsdiensttauglich sind. Die Meldung zum Arbeitsdienst hat 400,— 450,— Richtpreise für Obsthoch- und Halbstämme. 22,50 25,— 29,— 20,— 40,— 45,— 50,— 200,— 225,— 260,— 180,— Ein wenig Pflege verdient auch die Kamera, die Walnüsse, Höchst. . treue Vewahrerin der winterlichen Naturschönheiten, desgl. Hochstämme . Durch die Anordnung Nr. 12 der Hauptvereinigung der Deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft vom 4. Juli 1935 sind für die gangbarsten Größen und Arten von Baumschulerzeugnissen gesetzliche Mindestpreise festgelegt. Da es sich als wünschens- völkerung zu leisten hat, durchgesührt werden können. Aufruf der letzten Belriebsgruppen zur Aufstellung von Arbeitsbüchern. DNB. Der 6tand der Durchführungsarbeiten bei der Ausstellung der Arbeitsbücher ermöglicht es, nunmehr auch die letzten Betriebsgruppen zur Aus. stellung der Arbeitsbücher aufzurufen. Dies ist durch eine dritte Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt mit Wirkung vom 1. Februar 1936 geschehen Zu dieser dritten Gruppe gehören folgende Betriebsgruppen: 1. Holz- und Schnitz» stoffgewerbe, 2. Nahrungsmittel- und Genußmittel- gewerbe, 3. Verkehrswesen, 4. Oeffentlicher Dienst beiträgt, daß die großen Aufgaben, die der RLB. im Interesse der Selbsterhaltung der gesamten Be» Anleitung zum Photographieren in Schnee und Wintersonne Von Herbert Starke. Selten wird in der Ausrüstung des Wintersportlers die Kamera fehlen, die die Erinnerung an herrliche Tage in Schnee und Wintersonne aufbewahren soll. Für den Wintersport verdient die K l e i n k a - mera den Vorzug: wegen ihrer größeren Handlichkeit und ihrer größeren Tiefenschärfe, die gerade bei Sportaufnahmen die Scharfeinstellung erleichtert. Wer die Wahl zwischen Platte und Rollfilm hat, wird dem Rollfilm den Vorzug geben. Seine Handhabung ist im ganzen bequemer, und seine Unzerbrechlichkeit ist gegenüber der Platte ein großer Vorteil. Auf der Ski- oder Rodelfahrt ist die Platte allzu leicht das Opfer einer unsanften Berührung mit dem Erdboden, auch wenn die Kassette im Rucksack wohlverwahrt zwischen anderen Dingen liegt. Wer auf seine Plattenkamera angewiesen ist, sollte für den Wintersport daher der Platte nur Filmpacks ober Planfilme benutzen. Planfilme bestehen aus einzelnen Zelluloidblättern in der üblichen Größe der Platten und sind billiger als die Filmpacks. Die Anforderungen an kurze Belichtung, die das Tempo des Schneelaufs und des Rodelns bedingt, machen die Wahl von hochsternpfinb- lichen Filmen von 18/io bis 19/10 LIN zweckmäßig. Je höher nämlich die Empfindlichkeit des Aufnahmematerials ist, desto kürzere Verschlußgeschwindigkeiten können bei Momentaufnahme n eingestellt werden. In dieser Hinsicht kann mit Rücksicht auf die Schärfe der Sportaufnahmen namentlich bei raschen Bewegungen — sofern die Sonne scheint — nicht kurz genug belichtet werden. Ein Skiläufer in sausender Fahrt am Steilhang muß je nach der Entfernung mit Vioo bis 1I3OO Sekunde belichtet werden, im Moment des Abfvrungs von der Schanze sogar mit Vso0 Sekunde. Der am Wege vorbeisausende Rodelschlitten, der am besten aus der Innenseite der Kurve ausgenommen wird, verlangt zur scharfen Wiedergabe eine Verschlußgeschwindigkeit von V100 bis Vznn Sekunde, wenn man ihn nicht näher als zehn Meter an die Kamera herankommen läßt. Allgemein ist es für die scharfe Erfassung der Bewegung vorteilhaft, eine seitliche Aufstellung für die Kamera zu wählen, so daß man im spitzen Winkel zur Bewegungsrichtung photographiert. Das gilt für die Aufnahmen von Eisläufern, die prachtvolle Studien ermöglichen. Es gibt kaum eine schönere Ausbeute von den großen Plätzen des deu0 bis Vioo Sekunde zur scharfen W'edergabe. N'cht immer wird man sich auf der Winterreise an den von buntem Leben erfüllten Sportplätzen aufhalten, sondern auch einen Abstecher in die einsamen Täler machen, um die S ch ö n h e i t der schweigenden Minternatur zu genießen. Gerade bei solchen Spaziergängen sollte die Kamera als Begleiterin niemals fehlen, denn die herrlichen Gebilde aus Eis und Schnee sind einmalige Kunstwerke der Natur. Für solche Nahaufnabmen der winterlichen Pracht ist seitliches Sonnen licht oder noch besser Gegenlicht ratsam: wer großen W^rt auf klare Durchzeichnunq und Schleierfreiheit legt, wird auf die Mitnahme einer Sonnenblende nicht verzichten können. Zur wirkungsvollen Gestaltung solcher Ausschnitte aus dem Win- tprwald muß immer der Gegensatz von Schwarz- Weiß auf dem Bilde vereinigt fein. Zu einem verschneiten Waldweg bildet eine dunkle Bank den wirkungsvollen Gegensatz: die Einsamkeit eines Berghügels gewinnt durch einen Zaun im Vordergrund Kontrast und Tiefe. Wer wünscht sich nicht einen blauen Himmel über den weißen Tummelplätzen der winterlichen Sport- Aepfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Zwetschen, Hochfilter. Auch das gehört zur Ausrüstung des photographischen Wintersportlers — ebenso wie der Schutzbeutel für die Kleinkamera, Brandplatz): 11 bis 13 Uhr und 15.30 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". — Sladllhealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Wir geben heute mit der Erstaufführung des Schauspiels: „Der Kanzler von Tirol" einem neuen Dichter das Wort. Spielleitung dieser Spielplanneuheit hat Kurt L Ü p k e. Mitwirkende: Damen: Aenne Markgraf als Claudia und Inge Birkmann: Herren: Anton Neuhaus als Kanzler, sowie Bley, Frickhoeffer, Geiger, Greif, Hub, Kühne, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Nieren, Rosenthal, Schorn, Seitz, von Spallart, Tank, Volck, Weiser. Die Erstaufführung ist die 15. Vorstellung I im Freitag-Abonnement und dauert von 20 bis 22.30 Uhr. Oie Arbeitsdienflpflicht der Abiturienten. Der Reichserziehungsminister macht bekannt, daß Abiturienten mit Studiumsabsicht mit halbjähriger Kurze Lehr für Auto- und Radfahrer Unter der Überschrift „Zusammenarbeit der Polizei mit den Radfahrern" erschien Anfang Dezember vorigen Jahres in der Presse die bedeutsame Notiz, daß der Reichsinnenminister in einem Erlaß an die Landesregierungen betr. das Zusammenarbeiten der Polizei mit den Organisationen u. a. den Polizeibehörden empfohlen habe, insbesondere mit den Organisationen der Radfahrer zusammenzuarbeiten, um zu einer besseren Regelung des Straßenverkehrs zu kommen. Da aber be- zustänbigen Meldeamt des Arbeitsdienstes zu erfolgen. Hierzu haben sich die Abiturienten bei dem für sie zuständigen Polizeirevier einen Freiwilligen» schein für den Arbeitsdienst zu besorgen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß sich diese Anordnung nur auf die Abiturienten bezieht, die studieren wollen, um ihnen die Immatrikulation zum Herbst 1936 zu ermöglichen. Aus parteiamtlichenDekanntmachunsen Der NS. - Lehrer bund, Kreis Gießen, teilt mit, daß am Montaa, 27. Januar, 15.30 Uhr, in der neuen Pestalozzifchule eine Kreisoersammlung stattfindet, in der Pg. Hieß über das Thema „Volksdeutscher Kampf im Südosten" sprechen wird. Es wird erwartet, daß die Mitglieder vollzählig erscheinen. Gäste sind willkommen. Hitler-Jugend 2*'rerc» I""ung. Ferner sagte er dem Obermeister der Innung Dank für seine fünfjährige Arbeit im Dienste der Innung. Anschließend fand die feierliche Lossprechung der Gesellen statt. In eindringlichen Worten wurden -'.2 jungen Gesellen auf die Pflichten hingewiesen. Kameradschastsabend der Iachschast„Gememdeverivallungen" Ein Vortrag des Oberbürgermeisters Ritter. die zu des Lebens Notdurst gehörten. Weit wichtiger war der große Holztisch an einem, die Staffelei mit bespannter Leinwand am anderen der beiden Fenster. Für einen müßigen Menschen hätte es wohl allerlei zu sehen gegeben auf diesem Hof, der täglich einen kleinen treffenden Querschnitt aus Leben und Treiben sämtlicher Anwohner lieferte und ein gut Teil Geräusch und Gerüche gratis dazu. Aber Drau wußte nichts von feiner Umwelt, nicht, daß im Sommer ein hübscher Lockenkopf über Kästen blühender Wicken hinweg neugierig und abenteuer- bereit zu seinem Fenster herüberlugte, sticht, daß der weißhaarige, gelähmte Kriegsinvalid nebenan, der zwei Jahre geduldig in seinem Rollstuhl am Fenster gesessen, sanft eingeschlafen war, nicht, daß das junge Ehepaar im dritten Stock Zwillinge bekommen, der Chauffeur, bei dem sie zur Untermiete wohnten, oft betrunken nach Hause kam und seine Frau prügelte. Wie weltentferntes Meeresbrausen glitt all dies hastende, sorgenbelastete Dasein vieler, auf engen Raum jufammcngebrängter Menschen an seinen binnen vorüber, ohne irgendwelchen Eindruck zu hinterlassen. Denn Joachim Drau hatte seine Seele einer Göttin verschrieben, die ungeteilte Liebe, völliges Aufgehen in ihrem Dienst forderte, die Hunger und Not, Verkennung und Spott, Einsamkeit und Mühsal ohne Ende dafür schenkte — und eine heiße, glühende Glückseligkeit, die nur der zu empfinden vermag, der sich der Kunst weiht. Freiwillig übernommenes Märtyrertum in einer Zeit seelenloser Technik und Maschinenanbetung. Als er an den Tisch herantrat, sah er baraur eine praHe Mettwurst liegen unb in deren Rund ein Marzipanschwein mit einem kleinen grünen Vlerklee in dem Rüssel, worauf rotgedruckt „Ein glückliches Neujahr" gewünscht wurde.' Unangenehm berührt runzelte er die Stirn Wenn bie gute Frau nur biefe Aufmerksamkeiten unterlassen wollte! Lästig war bas, verpflichtete nur nod) mehr, als er ihr ohnehin verpflichtet war. Aber gleich barauf lächelte er, ein launiges Lächeln, bas die ernsten Zuge merkwürbig verschönte. War das steifbeinige Schweinchen ba am Enbe ein gutes Omen, bie Wurst bas Symbol künftigen Wohlergehens im neuen Jahr —? Roch immer leise vor sich hinlächelnd, heftete . und private Dienstleistungen (ohne die häuslichen Dienste), lieber die Zugehörigkeit der Betriebe zu den Betnebsgruppen erteilen die Arbeitsämter in Zweifelsfällen bereitwilligst Auskunft. Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die zweite Verordnung des Reichsarbeitsministers zur Durchführung des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 17. Januar 1936 sich lediglich auf btejenigen Betriebsgruppen bezieht, die in der ersten Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt vom 18. Mai 1935 genannt sind. Die Verordnung des Reichsarbeitsministers gilt demnach noch nicht für die jetzt aufgerufenen Betriebsgruppen. Ehrung für Professor Or. Temesvary. 25 3^rc Schmiede - ^nnun^ A'^en. Die Schmiede-Innung für Stadt und den Kreis ' Gießen hielt dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung ab und verband damit die schlichte Feier ihres 25jährigen Bestehens. Obermeister Haas Drau einen großen Bogen mit Zwecken aufs Reiß/ brett. Nur die Umrisse festhalten, die feine Wöl- bung der Brauen, der Lippen--Die Farben nutzten bis morgen warten. Gab es diese Farben überhaupt diesen rosig durchschimmernden Perlmutterhauch, dieses satte, tiefe Blau der Augen, die sur Sekundenlänge so seltsam ernst, ja traurig zu ^bl ckt?ch^"db" bes Weihnachtssterns empor- Listen, von denen, geschützt durch den Londoner Vertrag, mancher Perräter noch frei herumlaufen darf. Ader an dem Willen der Bevölkerung scheiterten auch diese Versuche. Gleichzeitig mit diesem Abwehrkampf setzte der Kampf um die Bewegung ein, die drüben noch verboten war. Aber schon 1924 gelangen in einem Wahlfeldzug beachtliche Erfolge. Bei Nacht und Nebel wurden Flugblätter verteilt und Propaganda gemacht. Da die Bewegung nicht anders vorzutreiben war, wurden geheime Besprechungen abgehalten, und manch einer wurde doch aufgespürt oder verraten und wurde dann von den Franzosen festgehalten. Da man von Ort zu Ort sich nur verschwiegen herum- schleichen konnte und zuverlässige Leute nicht kannte, war die Arbeit furchtbar schwierig; denn jeder riskierte seine Freiheit, weil ihm jahrelange Zuchthausstrafen drohten. Dennoch wurde an der früheren Wirkungsstätte des Oberbürgermeisters ein Ziel erreicht, wie in keiner anderen Stadt Hessens. Auch in der Zeit, als die Eisenbahn nicht verkehrte, wurde durch aktives Einsetzen passive Residenz geübt und dem Franzosen erheblicher Schaden zugefügt. Für den Beamten war die Lage besonders schwierig, weil er kein Geld bekam. Die Gehälter wurden erst aus Darmstadt über die Grenze geschmuggelt, und bei dem steten Abgleiten der Mark war der Zeitverlust dopvelt fühlbar. Die Separatisten druckten eigenes Geld und versuchten damit immer wieder das Volk für sich zu gewinnen. Ihr Erfolg war aber so wie der der Separatisten aus Mainz und Bingen in Alzey/die mit Holzprügeln aus der Stadt geprügelt wurden. In jenen Zeiten, in denen man auch nur in W edersehensfeier des (5 -Bataillons 53 in (Hießen. Zu einer Wiedersehensfeier treffen sich, wie bereits gemeldet, die Kameraden der im Jahre 1935 beim Ergänzungs-Bataillon 53 in Gießen durchge- führten achtwöchigen Ausbildungskurse am morgigen Samstagabend in der Volkshalle zu Gießen. Zu der Feier werden die jetzt unter den Waffen stehenden Mannschaften des Bataillons, mit der Musik an der Spitze, von der Unterkunft in der Gailschen Fabrik nach der Volkshalle marschieren. Dort werden im Verlaufe des Abends nach der Begrüßung durch den Bataillons-Kommandeur und der Ansprache eines ehemaligen Schützen des Erg.- Batls. 53 mancherlei gesellige Darbietungen den Abend bereichern. U. a. sei hingewiesen auf interessante lebende Bilder, die von den Kompanien des Erg.-Batls. gestellt werden, auf Bodenturnen und auf eine Filmvorführung, in der die Vereidigung der Rekruten und „das Erg.-Batl. 53 im Dienst" Sezeigt werden. Tanz wird den Abschluß des ,benos bilden. Bis jetzt liegen schon erfreulich viele Anmeldungen beim Bataillon vor, besonders auch von den auswärtigen Kameraden selbst von jenseits des Rheins, so daß von vornherein mit einem vollen Erfolg der soldatischen Abendfeier gerechnet werden kann. Jeder Volksgenossen hat zu der Feier Zutritt, sowie der Raum es gestattet. Eintrittspreis 50 Pf., wofür jeder Besucher die Festschrift kostenlos erhält. Bunte Abende des ^eichssenders fironffurf für das WHD. am 25. Januar und 5. Februar. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat an die Einzelkammern der Reichskulturkammer die Aufforderung zur tätigen Mitarbeit an dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes gerichtet. Dem Wunsche des Präsidenten der Reichskulturkammer entsprechend führt demgemäß auf Anregung und unter Mitarbeit der Reichsrundfunkkammer die Reichsrundfunkgefellfchaft eine großangelegte Aktion für das Winte'rhilfswerk des deutschen Volkes durch. In Verfolg der von der der Nacht zum 23. Januar gegen „ _.v_ wurde nach Zertrümmerung der Erkerscheibe einer in der Bahnhofstraße gelegenen Verkaufsniederlage aus dem Schaufenster nachstehende Rechen- und Schreibmaschinen, Fabrikat „Rheinmetall" entwendet. Es hand-lt sich um 1 Rechenmaschine „Halbautomat E D. WII c 20 485", 1 elektrische Rechenmaschine „KEI e 23171", 1 Handrechenmaschine „I f 23 867", 1 „Standartschreibmaschine 52 637", 1 „Rheinitaschreibmaschine 53148", 1 „Koffermaschine (grün) 176 297", 1 „Koffermaschine (schwarz) 176646" und 1 Kleinschreibmaschine „Kappel Fips" fabrik- neu, Nummer unbekannt. Die 4 Rheinmetall- Am gestrigen Donnerstag, 23. Januar, konnte der Unloersitäts-Musikdirektor und Chormeister des Akademischen Gesangvereins und des Bauerschen Ge- lÄerein5' Professor Dr. Temesvary, seinen SO. Geburtstag begehen. Aus diesem Anlaß versammelten sich gestern abend der Chor des Akademischen Gesangvereins und zahlreiche Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins im Saale des Gasthauses Hindenburg zu einer schlichten, herzlichen Ehrung ihres Chormeisters. Im Namen der Sängerinnen und Sänger brachte Professor Dr. Eger, der Vorsitzende des Akademischen Gesangvereins, zugleich auch für den Bauerschen Gesangverein dem Jubilar herzliche Glückwünsche zu seinem 50. Geburtstag dar und würdigte dabei mit herzlichen Worten der Anerkennung die fruchtbare künstlerische Tätigkeit Professor Dr. Temesvarys auf Dem Gebiete des Gesangs und der Musik in unserer Stadt. Besonders hob er hervor, daß der Jubilar auch unter schwierigen Verhältnissen trotz des öfteren Fehlens ausreichender materieller Grundlagen bedeutende Konzert- Veranstaltungen zustande brachte und sich dadurch um das künstlerische Leben in unserer Stadt große Verdienste erworben hat. Professor Dr. Temesvary dankte von Herzen für die schöne Ehrung, die ihm von den beiden Vereinen in vorbildlicher Verbundenheit bereitet wurde, er teilte bei dieser Gelegenheit mit, daß er nun bereits seit zehn Jahren als Schaffender im Musikleben der Stadt Gießen mitwirke. Im Anschluß an die Ansprachen verbrachten die Sängerinnen und Sänger in Gemeinschaft mit ihrem künstlerischen Leiter noch einige Stunden in bester geselliger Gemeinschaft. miimiiMiM. Vornan von H. von Hellennann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 r-?lilnr.3iLtcrtc öie Hand nicht mehr. Ruhig, sicher führte sie den Koblenstift, fügte Strich an Strich, ent- ternte, betonte, schattierte. Studien entstanden. Immer dasselbe Frauenantlitz in verschiedenen Stel- ungen, von vorn gesehen, im Profil. Immer deut- ilcyer, immer sprechender ward die Aehnlichkeit. Da sank dem verbissen Schaffenden plötzlich der er ^umelte, griff nach dem Tisch, um nidjt zu stürzen, stand mit zitternden Knien, schwer atmend, halb darübergebeugt, unfähig sich auf^u- ^eine Schweißtropfen perlten auf der Stirn. Er tastete nach dem Stuhl, riß die Augen weit auf, vor denen alles zu kreisen begonnen 9 ro,ei?er diese Schwäche. Verflucht nochmal konnte man den jämmerlichen Körper nicht zum Gehorsam zwingen, war man denn sein Sklave oder Herr? Richtig, er hatte zu essen vergessen. — Müh- N ippte " sich zu dem Küchenschrank. -Groß war die Auswahl der vorhandenen Speisen nicht ein ?est Margarine. Und d?s Blechdoschen? Ach ja, - die Weihnachtsgabe seiner ?;^IN, bie er am dreiundzwanzigsten bei seiner Heimkehr aus dem Krankenhaus oorgefunden Kakao mit Trockenmilch vermischt. vierer Zug grub sich um den Mund des Mannes. Armut und Stolz waren schlechte Gefäbr- ten. Hunger tat weh, Hunger war die Triebfeder aller sozialen Umwälzungen. Wie hieß doch nfpirh bas »ort. „Ein (öfter Bauch ranbaHert ntoM 4 Seufjenb tu[1te Drau den kleinen Steffi mlt Wasser, guckte, in trübes Sinnen verloren x- blaue Gasflamme, bis das Wasser siedete und rührte sich eine Tasse Kakao an. Das heiße Getränk tut lhni wohl. Nun mußte auch die Wurst daran glauben, die er vorhin so verächtlich beiseitegescho" Müllel ech ?ut?r fiert" “ bie °°rwL Aber als sich draußen ein Schlüssel drehte Schritte hörbar wurden, sprang Drau lautlos ^„1, 5. Kapitel. Rtermus faß an ihrem Schreib- otur b ,re$neffe- Noch einmal glitt die Feder die Zahlenreihe entlang - es stimmte, leider Sie Ä "ddleren,, so oft sie wollte, das Ergebnis ^b dasselbe. Sie legte die Feder fort, faltete die mft h^r UnPrVbem- aufgeschlagenen Wirtschaftsbuch nut der verhängnisvollen Zahl und überlegte. "^hrmals herabgesetzten Zinsfuß hatte s'ch 'hre kleine Jahresrente - der Rest eines niAt grofeen, aber auskömmlichen Vermögens — aber- mals verringert, die Ausgaben aber waren ae- ftiegen um siebzig Mark in einem Monat 2§ie Zur das nur gekommen? Mit sorgengekrauster ^r IrantöfifL10 ^Unf ia: $Qn6’ neue Stiefel, ben t « Jpan,^e Fortbildungskursus, bn« oruF J ? f°s. flehentlich erbeten. Und richtig: S.^^rbeiten der Matratze. Da hatte sie die ^umme schon zusammen. War eine dieser Ausgaben überflüssig gewesen? Nein. Und neue droh- ”r" ~ ore Kohlen gingen zur Neige, der Küchen- vsen rauchte, er war ausgebrannt, aber der Haus- "icht umsetzen, schwor, daß er selber iein Qjeiö habe. .Ach, dieses schreckliche, dieses abscheuliche Geld Seufzer b mön leben konnte--Ein tiefer MÜttile^'?""^ bebrän9t ^ch denn so schwer, Wie auf einer Schuld ertappt, fuhr Frau Margret herum. „Du, Grete? Ich habe dich ja gar nicht hereinkommen gehört!" H ma)t f.a sieht man, wie vertieft du in deiner Be- chaftigung warst", lachte das Mädchen, bas in ISPS schlank aufgereckten, strahlenden blonden mar$esmln ^'ld für stolze Mutteraugen was.', 'Aas hast du denn gemacht, deine Schöbe ?^ublt? Sie war hinter der Mutter Stuhl getreten, küßte sie aufs Haar. ’ 9 W. ÄÄ 9WJS “• (Fortsetzung folgt!) untereinander Nachsicht zeigen, alles Kleinliche abstreifen und über Die örtlichen Verhältnisse hinweg auf das große Ganze sehen. Jeder muß sich voll und ganz auf dem Platze, auf dem er steht, einsetzen, dann erst nützt er dem Polke. Der Nationalsozialismus sieht die vornehmste Ausgabe darin, das Volk zusammenzuführen und Gegensätzlichkeiten auszumerzen. Darum muß der nationalsozialistische Beamte Vorbild und Ratgeber dem Volke fein und an seiner Ausrichtung mithelfen. Er muß an sich selbst arbeiten, dann wird er auch den Volksgenossen in seinen Nöten und Sorgen begreifen lernen. Wer die Widerwärtigkeiten während der französischen Besatzung am Rhein rnitgernacht hat, der wird allen Kleinkram, auch in den eigenen Reihen, beiseite lassen und sein Augenmerk auf die grüße ren Aufgaben richten, die wir alle zu erfüllen haben. Darum bot der Oberbürgermeister einen Einblick in den Kampfgeist jener Menschen am deutschen Rhein, zu denen er sich stets hingezogen fühlt, und mit denen er als Bürgermeister in Rheinhessen aktiv am Widerstand gegen die Franzosen teilgenommen hat. Er schilderte die Versuche der 1918 einmarschierten Franzosen zur Gewinnung der Bevölkerung für ihre Absichten, den Rhein zur Grenze Frankreichs zu machen. Die Franzosen haben bie verschiebensten Methoben an- gemanbt, um schließlich in einigen Teilen des Volkes Fuß fassen zu können. Unter diesen Separatisten befanden sich viele Geistliche, weil sie dem Worte der Franzosen glaubten, die ihnen einen autonomen Staat versprachen. Sie erkannten aber nicht die Absichten der Franzosen, das Volk zu spalten, um ihre Machtaelüste zu befriedigen. Als diesen Zielen Der Franzosen der Hastig strebte er weiter, den lahmen Fuß in wütender Ungeduld zur Eile zwingend. Die lärmenden Rufe verstummten, ein letztes Echo der Glocken verhauchte hallend an den Mauern der engen Straße, die, Schutz und Gefängnis zugleich, alle Mühen und Nöte des armen Alltags umfing. Dunkel und grau war die Gaffe bei Tag, jetzt leuchtete sie festlich im Glanze frischgefallenen Schnees. Der Gedankenversunkene lächelte leise vor sich hin. War es nicht wie ein Abglanz der Schönheit, die ihm soeben offenbart worden? — Das Haus lag still, als Drau die vier Treppen hinaufklomm, leer ober schlafenb. Die Stufen waren ausgetreten, viele Füße beschritten sie täglich, von Sorge belastet, selten von Freube beschwingt. Es war eine Gegenb, bie ben Hunger besser kannte als das Sattsein. An einer Tür zur Rechten blieb Drau stehen, zog den Schlüssel aus ber Tasche unb öffnete. Dunkel unb still auch hier ber Flur, ben Küchenbunst und Gasgeruch füllte. Seltsam, wie wenig es den Menschen nach frischer Luft verlangte, dächte Drau, sich durch die schrankbestandene Enge hindurchtastend. Durch die gardinenlosen Fenster seines Zimmers strömte Mondschein, dessen Silberhelle den kahlen, ärmlichen Raum in märchenhaft geheimnisvoll, n Glanz tauchte. Aber Joachim Drau hatte keinen Blick für diese Verwandlung. Mit Händen, die vor innerer Erregung zitterten, nahm er die Streich- Holzschachtel vom Schrank neben ber Tür unb zündete die Gaslampe an, in bereu grellem Licht bie vertriebene Nüchternheit zurückkehrte unb sich breitmachte wie jemand, ber weiß, wo er hingehört. Ein Schlafsofa, ein Waschgestell auf einer Bank neben ber Wasserleitung, auf ber anderen Seite ein Gasofen und zwei auseinandergestellte, rot angemalte Kisten, die zur Aufbewahrung des Geschirrs dienten, ein Kleiderschrank — das waren die Dinge, Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gegebenen Richtlinien hat der Reichsfender Frankfurt zunächst zwei „Bunte Abende" für das WHW. angesetzt, und zwar einen am 25. Januar im Saalbau in Frankfurt a. M., den anderen am 5. Februar m ber Stabt Trier. Bei beiben Veranstaltungen, bie vom Reichssender Frankfurt übertragen werben, wird der Abteilungsleiter in der Reichs-Rundfunkkammer R o ft o f k y sprechen. Versäume darum niemand die Gelegenheit, ben Veranstaltungen, bie restlos im Dienste ber Winterhilfe^ stehen, beizuwohnen bzw. sein Interesse burch Abhören ber Uebertragungen zu bezeugen. Ser Einbruchsdiebstahl in der Bahnbos^raße. Der Pollzeiberlcht. energische Widerstanb ber Deutschen entgegenprallte, dringenden Fällen einen Grenzübergangsschein begingen sie daran, alle ihnen unbequemen Männer kam, war es ein Wagnis, die Verbindung mit dem auszuweisen, oder in die Gefängnisse zu werfen. Führer aufrecht zu erhalten. Auf die verschiedensten Es ist nicht gezählt, wieviele Tausend in Not und Arten wurde immer wieder versucht, über die Sorge nur deswegen schwebten, weil sie sich zu ™ ' * Off' ~ ™s ihrem Volke bekannten. Es waren immer wieder Leute zur Stelle, die alles wagten und, wie es der Oberbürgermeister an eigenen Erlebnissen deutlich machte, trotz des Verbots sich nachts auf die Straßen wagten und durch Ankleben von Plakaten und Verteilen von Aufrufen das Volk in feinem 271 die sie ihrem Berufsstand, darüber hinaus aber auch dem Vaterland und dem Führer gegenüber zu erfüllen haben. Kreishandwerksmeister Stüh- ler übermittelte den jungen Gesellen die besten Wünsche der Kreishandwerkerschaft und der Hessischen Handwerkskammer. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil?" aus den Führer Adolf Hitler und mit je einem Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die Lossprechung ihren Abschluß. Im Anschluß daran sprach Herr L e u ch t von der Berufsberatungsstelle des Arbeitsamtes Gießen über die Lehrlingsfrage und über die Einstellung der neuen Lehrlinge zu Ostern 1936. Kreisamtsleiter Schimmel, der Grüße der Partei übermittelte, beschäftigte sich in kurzem Vortrag mit Fragen des Handwerks und seiner Organisation. Kreisbetriebsgemeinschaftswalter Stein beglückwünschte die Junggesellen zu ihrer bestandenen Seid fröhlich mit den Zungmädeln am 27. Januar im Cafe Leib! Prüfung, sprach in grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben der DAF. und gab Erläuterungen über die Durchführung des bevorstehenden Reichsberufswettkampfes. Nachdem noch einige fachliche Fragen Erörterungen gefunden hatten, wurde der offizielle Teil der Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Kameradschaftlich blieb man noch geraume Zeit beisammen. ♦ ** Ein Fünfundachtzigjähriger. Am morgigen Samstag kann Herr Christian Weidig, Dammstraße 22, in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 60 Jahren eifriger Leser des Gießener Anzeigers. ** Nicht identisch. Wir werden von dem Fuhrunternehmer Karl Huhn, Rittergasse 23, gebeten, darauf hinzuweisen, daß es sich bei dem gestern in dem Bericht über eine Sitzung des Kreisausschusses genannten Karl Huhn (Verweigerung des Führerscheines) nicht um seine Person handelt. ** Kyffhäus erfilm i m Dien st e des Winterhilfswerkes. Die Aufführung des Kyffhäusersilmes „Im gleichen Schritt und Tritt", die am 5. Januar im Zusammenhang mit der Sammlung der alten Soldaten für das Winterhilsswerk in beiden hiesigen Lichtspielhäusern stattfand, erbrachte für das Winterhilfswerk den Betrag von 100 Mark, der der Kreisführung des WHW. überwiesen wurde. **TotaufdenSchienen aufgefunden. Heute morgen, kurz vor 8 Uhr, wurde auf den Schienen der Bahnstrecke Gießen—Fulda in der Nähe des Schisfenberger Weges die Leiche eines etwa 17jährigen Mädchens vorgefunden, das anscheinend freiwillig aus dem Leben geschieden war. ** Werbeveranstaltung der Grotz- deutschen Feuerbestattung. Vor vielen Zuhörern veranstaltete gestern abend in der Neuen Aula die Großdeutsche Feuerbestattung, Bezirksinspektion Mitteldeutschland, eine Werbeveranstaltung in der Form eines Konzertes. Ein Beauftragter der Organisation hielt einen Vortrag über das Thema: „Die 'Feuerbestattung im Lichte deutschen Kulturlebens." Der Redner sprach eingehend über die Feuerbestattung als alte germanische Sitte, sowie über ihre Bedeutung in volksgesundheitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Das Konzert des Abends brachte eine , Reihe künstlerischer Darbietungen. Das Schättler-Quartett (Waltraud Schüttler, Gretel Seyfarth, Martha Schüttler und Hellwig Roloff) spielte zur Einleitung den Streichquartettsatz C-moll von Schubert, später den zweiten Satz aus dem Streichquartett D-moll, ebenfalls von Schubert, und zum Abschluß des Abends eine Serenade von Haydn. Der Bauersche Gesangverein brachte unter der Stabführung von Professor Dr. Temesvary verschiedene Lieder, „Opferlied" (Beethoven), „An den Mond" (Schubert), „In der Marienkirche" (Löwe), „Ans Werk" (Händel), „Der Lindenbaum" (Schubert) und „Sturmbeschwörung" (Dürrner) zum Vortrag. Zur Bereicherung des Abends trug ferner Fräulein Helene Wacker vom Stadttheater bei. Von ihr hörte man „Immer leiser wird mein Schlummer" (Brahms) und zwei Volkslieder, schließlich noch zwei Arien „Neue Freuden, neue Schmerzen" aus „Figaros Hochzeit" (Mozart) und die Arie der Elisabeth aus „Tannhäuser" (Wagner). Die musikalischen und gesanglichen Darbietungen des Abends wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und dankbar ausgenommen. Kleine Strafkammer Gießen. Der Jude Julius Michel aus Gladenbach verkaufte am 21. August 1934 eine Kuh. Bei dieser Gelegenheit sollte der Angeklagte dem Käufer einen früheren Termin angegeben haben, an dem die Kuh kalbe. In erster Instanz wurde der Angeklagte wegen Betrugs im Rückfall unter Annahme mildernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und er f r e i g e s p r o ch e n. Das Gericht erachtete einen Betrug nicht für erwiesen. Vom Amtsgericht Alsfeld wurde der H. G. M. aus Renzendorf zu einer Gefängnis st rase von fünf Monaten verurteilt. Ein Zeuge angelte mit behördlicher Genehmigung in einem Bach, der sich an einer Wiese des Angeklagten entlangzieht. Zwei bei dem Zeugen sich befindende Kinder zertraten beim Spielen hier und da die Grasfläche. Es kam daraufhin zu einem Zusammenstoß zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen. Obwohl sich letzterer zum Ersatz des entstandenen Schadens bereiterklärte, schlug ihm der Angeklagte ins Gesicht und bedrohte ihn mit einem Messer. Die gegen das obige Urteil eingelegte Berufung des Angeklagten wurde kostenpflichtig ver- Wegen Unterschlagung wurde der H. B. aus Gießen vom hiesigen Amtsgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte es unterlassen, die Krankenkassenbeitrage seiner Gefolgschaft zu entrichten, sowie die Arbeits- losenoersicherungsbeiträge, obwohl er sie an ben Löhnen abgezogen hatte, rechtzeitig abzufuhren. Auf die Berufung des Angeklagten wurde dieser zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Bei der Strafzumessung wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte die Gelder nicht zu seinen persönlichen Zwecken verwandte. Gin alter 3unger der Schwarzen Kunst. LPD. Friedberg, 23. Jan. Der in Friedberg wohnhafte Buchdrucker Karl Wilhelm wird am Freitag, 24. Januar, 92 Jahre alt Das noch erstaunlich rüstige Geburtstagskind durfte wohl der älteste Buchdrucker unseres Gaues fein. Oberheffen. Hügelgräber bei Harbach. A Harbach, 23. Jan. Bei den Kulturarbeiten im Riedwald entdeckte man kürzlich zahlreiche Hügelgräber. Da man in ihnen wertvolle vorgeschichtliche Funde vermutete, wandte man sich an den Denkmalpfleger für Bodenaltertümer der Provinz Oberhessen, Dr. Heinrich Richter. Dieser leitet bekanntlich die Ausgrabungen auf dem Glau- berg bei Büdingen und ist als Fachmann weithin bekannt. Unter seiner Leitung werden nun auch die hiesigen Gräber durchforscht. Die Freilegung hat bis jetzt schon beachtenswerte Ergebnisse gezeigt, obwohl man erst seit einigen Tagen schürft. Die bisherigen Funde stammen aus der älteren Eisenzeit, die bekanntlich von 1000 bis 500 v. Ehr. dauerte. Diese Epoche führt auch noch nach dem an einem schönen Bergsee im Salzkammergut gelegenen Salzort und Handelsplatz Hallstatt den Namen Hallstattzeit. Ein breiter Gürtel mit Bronzebeschlägen hatte leider unter der Verwitterung (ganz besonders durch den eisenhaltigen Boden) so stark gelitten, daß er sofort zerfiel. Dafür sind aber zwei Halsringe aus Bronze noch sehr gut erhalten. Der eine ist ein glatter, einfacher Ring mit einem Zapfen. Nach dem Zapfen nennt man derartige Ringe Zapfenringe. Das andere Fundstück ist ein Wendelring mit Hakenoerschluß. Die Ausgrabungen finden in der hiesigen Gegend großes Interesse. Täglich kommen zahlreiche Zuschauer und verfolgen gespannt die Arbeiten. Diese verlangen nicht nur von dem Forscher, sondern auch von seinen Gehilfen ein großes Maß von Geschicklichkeit und Geduld. Rundfunkwerbung in Leihgestern. <£ Leihgestern, 23. Jan. Heute weilte der Reichs-Rundfunk-Werbewagen in unserem Orte. Mittags fand ein Konzert auf dem Rathausplatz statt, nachmittags eine Vorstellung für Kinder, an die sich eine Funkschau anschloß. Am Abend vereinigte eine große Rundfunk-Werbeveranstaltung zahlreiche Volksgenossen im Saale „Zum Löwen". Elektro - Jnstallationsmeister H a s s e l b a ch eröffnete den Abend. Sodann sprach Rektor Siegfried in längeren Ausführungen über die Bedeutung des Rundfunks, kennzeichnete die Aufgabe des Werbewagens in unserem Orte und erinnerte an das Wort des Führers Adolf Hitler: „Der Rundfunk dem deutschen Volke!" Er sprach ferner über die kulturellen Aufgaben des Rundfunks und schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß der Rundfunk in jedes deutsche Haus gehöre. Im weiteren Verlauf des Abends folgte die Vorführung mehrerer Lichtbilder. Man sah lustige Szenen aus dem Tierleben, dann eine Darstellung der Bedeutung des Rundfunks für die Landbevölkerung und schließlich Bilder vom bayerischen Rundfunk. Nach der Vorführung eines Tonfilms, der technische Einzelheiten des Rundfunks vermittelte, fand eine Verlosung eines Volksempfängers, sowie verschiedener elektrischer Geräte statt. Die Vorträge fanden eine aufmerksame Zuhörerschaft. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer fand der Abend seinen Abschluß. Ho:zversteigeiung mit anschliehendem Volksfest. * Schotten, 23. Jan. Eine einzigartige Neuerung, die bis jetzt noch nicht ihresgleichen hatte, konnte man dieser Tage bei einer H o l z o e r - steigerung im Walde bei Stornfels bemerken. Der zuständige Forstmeister hatte nämlich angekündigt, daß im Anschluß an die Holzoer - steigerung ein V o l k s f e st auf einer Waldwiese stattfinoen werde. Und so geschah es denn auch. Nach Schluß der Holzoersteigerung versammelten sich die Teilnehmer auf der Wiese, wo man an einem Lagerfeuer einen guten Umtrunk halten konnte, Volks- und Soldatenlieder sang und sich schließlich auch an einem reizenden Waldspiel, das ein heimatliches Märchen darstellte, erfreuen konnte. Die stimmungsvolle Volksfeier, die ein schönes Stück heimatliches Brauchtum lebendig werden ließ, dauerte bis weit in den Abend hinein an und fand mit herzlichen Dankesworten an den Veranstalter, Forstmeister Bruchhäuser, und mit einem Gruß an den Führer und Reichskanzler seinen Abschluß. Steigerung -es Nauheimer Fremdenverkehrs. LPD. Bad-Nauheim, 23. Jan. Das hessische Staatsbad Bad-Nauheim wurde im Jahre 1935 von insgesamt 30185 Personen besucht. Hiervon entfallen auf deutsche Besucher 26 264 und auf ausländische Besucher 3291. Nach Abzug der Besucher mit kürzerem Aufenthalt verbleiben 22750Kurgäste, von denen 19 928 Deutsche waren und 2822 aus dem Ausland stammten. Gegenüber 1934 hat die Zahl der deutschen Gäste um 12,5 und die Zahl der ausländischen um 1,5 Prozent zugenommen. Die Zahl der Uebernachtungen betrug 688 020. Von einem umstürzenden Rollwagen tödlich verletzt. Lpd. Bad-Nauheirn, 23. Jan. Jrn benachbarten Ober-Mörlen waren Arbeiter mit dem Beladen von Rollwagen beschäftigt. Durch die anhaltend nasse Witterung war der Boden derart verschlammt, daß plötzlich das Gleis einseitig nachgab und ein schwerer Rollwag.en u m k i p p t e. Der Arbeiter Heinrich Volt er aus Ober-Mörlen konnte sich aus der aufgeweichten Erde nicht mehr schnell genug freimachen, geriet unter den W a - gen und wurde dabei so schwer verletzt, daß er noch auf dem Transport zum Krankenhaus verstarb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder. Tragischer Tod * Butzbach, 24. Jan. In das Krankenhaus zu Nieder-Weifel wurde dieser Tage (wir berichteten darüber) ein Mann eingeliefert, der soeben aus der Chirurgischen Klinik zu Gießen nach überstandener Operation entlassen worden war, und auf der Fahrt nach Hause einem Autounfall zum Opfer fiel. Der bedauernswerte Mann hatte dabei einen doppelten Schädelbruch erlitten, dessen Folgen er nunmehr erlag. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 23. Jan. In einer stark besuchten Versammlung der Evangelischen Frauenhilfe sprach am Mittwochabend Missionar W a l t h e r (Gießen) über das Thema „Mütter sorgt für eure Kinder". In eindrucksvollen Worten machte der Redner die Mütter auf ihre heiligen Pflichten ihren Heranwachsenden Kindern gegenüber aufmerksam und brachte viele Beispiele aus dem Leben, die Zeugnis davon ablegten, welche Macht und segensreiche Auswirkung das Gebet in der Familie hat. Der Ortsgeistliche, Pfarrer König, dankte dem Redner. Hs Lollar, 23. Jan. Der hiesige Einwohner Ludwig Seipp VIII. ist heute seit 25 Jahren auf dem Buderusschen Eisenwerk tätig. Aus diesem Anlasse wurden ihm durch die Werksführung und seine Arbeitskameraden reiche Ehrungen zuteil. Eine Ehrengabe und eine Ehrenurkunde wurden ihm vom Gefolgschaftsführer überreicht. * Lollar, 24. Jan. Die Buderusschen Eisenwerke lassen gegenwärtig neuzeitliche sanitäre Anlagen sowie hygienische Trinkwasser-Springbrunnen in ihren Betriebsanlagen schaffen. Die Werkleitung folgt mit diesem Vorhaben den sozialen Gedankengängen für „Schönheit der Arbeit" der DAF. Gleichzeitig wird damit einem Wunsche der Gefolgschaft entsprochen. t Treis a. d. L d a., 23. Jan. Vor der hiesigen NS.-Frauenschaft, welche die kirchliche Frauenhilfe für diesen Abend eingeladen hatte, hielt gestern abend in Mills Saal Fräulein Bechtolsheimer - Gießen im Auftrag der Gruppe Volkswirtschaft und Hauswirtschaft des deutschen Frauenwerks einen hauswirtschaftlichen Vortrag über die Beziehungen zwischen Volkswirtschaft und Hauswirtschaft. Die Rednerin verstand es, in klaren, deutlichen Ausführungen den zahlreichen Zuhörerinnen die hohe Bedeutung der Hausfrau, durch deren Hände fast zwei Drittel des deutschen Volksvermögens gehen, für die Volkswirtschaft an zahlreichen Beispielen klar zu machen, und sie ermahnte, durch kluge Sparsamkeit im Verbrauch der vorhandenen Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände den hohen Idealen des Führers nachzukommen. Anschließend gab sie noch einige Kochrezepte für die Verwendung von Grieß- und Haferpräparaten im Haushalt und ließ die Zuhörerinnen von mitgebrachten reichlichen Proben von aus diesen Mitteln hergestellten Backarten kosten. — Bei der heutigen zweiten und letzten Brennholzoersteigerung im hiesigen Gemeindewald blieben die Preise fast dieselben, wie bei der ersten. Buchenscheiter kamen 2 Raummeter auf 18 bis 20, Buchenknüppel 14 bis 16, 5 Meter Buchenreisig 8 bis 10 Mark. — Steinbach, 23. Jan. Der Gesangver- e i n „Eintracht" hielt am letzten Sonntag feine Jahresgeneralversammlung bei Johann Deuker ab. Der Vereinsleiter Friedrich Wald erstattete in gewohnter Weise den Jahresbericht, ebenso wurden die Kassenverhältnisse durch den Rechner vorgetragen und ihm Entlastung erteilt. Obgleich der Dirigent Finanzsekretär Sommer- Watzenborn durch Familienverhältnisse am Erscheinen verhindert war, wurde in dem anschließenden gemütlichen Beisammensein manches Lied gesungen und die Versammlung, die sehr gut besucht war, klang in üblicher Weise nach rechter Sänger-Art aus. ch Oppenrod, 23. Jan. Unsere Landwirte haben bis zum heutigen Tage ihre eigene Schafherde beibehalten. Jeder Landwirt, der sich noch als Bauer im besten Sinne des Wortes fühlt, treibt einige Schafe zur gemeinsamen Herde, die von dem Gemeindeschäfer, der selbst auch einige Tiere halten darf, gehütet werden. Auch in andern Dörfern des Busecker Tales ließe es sich einrichten, eine Schafherde zusammenzustellen. < Reiskirchen, 23. Januar. Die Brot- getreibefpenbe für bas Winterhilfswerk erbrachte in unserem Orte eine Menge von 30 Zentner. — Am Montagabenb würbe im Konfirmandensaal ein Haushaltungs- unb Säuglingspflege-Kursus eröffnet. Etwa 25 Frauen unb Mäbchen nehmen baran teil. — Der hiesige Kriegerverein hielt biefer Tage einen Familienabend ab. Bei Gesang unb kameradschaftlicher Unterhaltung blieb man geraume Zeit beisammen. # Ettingshausen, 23. Jan. Bei ber gestern im hiesigen Gemeindewald burchgeführten H o l z - Versteigerung würben je 2 rm folgenbe Preise erzielt: Buchenscheiter 7 bis 8 Mark, Buchenknüppel 6 bis 7, Kiefernrundscheiter 4 bis 5, Kiefernknüppel 3 bis 4, Fichtenrundscheiter 5, Fichtenknüppel 3 bis 4 Mark. Leseholzstücke wurden flächenweise abgegeben. (D ©rüningen, 23. Jan. Im hiesigen Rathaus hielt gestern abend der O b st b a u d e r e i n, geleitet von dem neuen Vorsitzenden Mohn, eine Versammlung ab. Der Verein konnte durch die eifrige Werbetätigkeit des Vorsitzenden seine Mitgliederzahl fast verdoppeln, so daß er jetzt 52 Mitglieder zählt. Zum Rechner wurde Heinrich Alles bestimmt. Durch die gemeinschaftliche Obstbaumspritzung bedingt wurde beschlossen, die Hedrich- spritze der Genossenschaft für 260 Mark zu kaufen. Das Spritzen der Bäume, mit dem bei günstigem Wetter schon in ben ersten Tagen des Monats Februar begonnen werben soll, wirb ausge- führt von ben beiden Baumwarten Heinrich A l - l e s und W. Bender. Die Versammlung beschloß weiterhin, Nistkästen aufhängen zu lassen; insgesamt wurden von den Mitgliedern des Vereins 66 Stück, von der Gemeinde 34 Stück bestellt. Die Gemeinde will in diesem Jahre Vogelschutzhecken bei dem Wasserbehälter an der Windmühle und bei dem Friedhof anpslanzen lassen. Die Versammlung wurde mit dem IrÄibefenntnis zum Führer und zum Reichsbauernführer Darre geschlossen. Anschließend fand noch eine Besprechung Des R i n- derzuchtvereins statt. -/- Lich, 23. Jan. Gestern abend hielt in ber Gastwirtschaft „Zur Stadt Gießen" der hiesige Ob st- und Gartenverein unter dem Vorsitz von Gärtner Hermann Süsse! feine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Jahres- und Kassenberichtes durch ben Fachberater, Obftbaumroart Konrad Schöne, wurde eine größere Zahl von Anfragen, die sich mit ber Bespritzung ber Obstbäume, ber Bekämpfung ber Wühlmaus, bem Abstand ber Bäume bei Neupflanzungen, bem Welken ber Früchte, ber schlechten Obsternte des vergangenen Jahres unb anberen Dingen beschäftigten, in sachverständiger Weise beantwortet. Die Mitglieder wurden aufgefordert, alles zu tun, um auch die Erzeugungsschlacht im Obst- und Gartenbau zu einem vollen Erfolg zu führen. Eine Einladung zur Kreisversammlung nach Gießen wurde bekanntgegeben. Die Zeitschrift „Der Gärtner" soll allen Mitgliedern in Zukunft kostenlos aus ben Mitglieberbeiträgen geliefert werden. Anschließend fand eine Gratisoerlosung von Blumenstöcken, Rosen- und Beerensträuchern und anderen Sachen statt, ein Apfelbaum, ber gestiftet war, wurde amerikanisch versteigert. Die Kapelle Schmidt spielte unermüdlich auf und trug dadurch wesentlich zur Ausgestaltung des Abends bei, der in üblicher Weise geschlossen wurde. öp Lich, 23. Jan. Die Hitlerjugend und die Ortsgruppe Lich der Deutschen Arbeitsfront haben auch in unserer Stadt zur Durchfüh» rung des Reichsberufswettkampfes aufgerufen. Unter Zustimmung ber Kreisjugenowaltung ber Deutschen Arbeitsfront in Gießen würbe L i ch zum Wettkampfort bestimmt. Die Ausschüsse wurden dieser Tage zusammengestellt. Dem Ehrenausschuß gehören die Leiter sämtlicher nationalsozialistischen Gliederungen an, ferner die Führer der Hitlerjugend, die Vertreter Der Stadtverwaltung, der Schule, der Industrie, des Handels und Gewerbes. Als Wettkampfleiter der Berufswettkämpfe der männlichen .Jugend wurde Schlossermeister Fritz Schmidt, der Gemeinschafts- roalter der Ortsgruppe Lich der DAF., als dessen Stellvertreter HJ.-Gefolgschaftsführer Lerch bestimmt. Kreis Alsseld. I Alsfeld, 21. Jan. Der Alsfelder R a d- fahrerverein 1890 hielt am Samstag fein Diesjähriges Winterfest in dem festlich geschmückten großen Saale des „Deutschen Hauses" bei recht gutem Besuche ab. Unter ben sportlichen Vorführungen fand ein Blumenreigen besonderen Beifall. Die in Alsfeld wohlbekannten Kunstfahrer Willy und Walter Göbel aus Wetzlar zeigten ganz hervorragende Leistungen auf dem Ein-Rad. Eine schöne Abwechselung bot das Ballett des Gießener Stadttheaters mit feinen verschiedenen Tänzen unter Leitung von Frl. Thery Schultheis. Den Höhepunkt der Tanzgruppe bildete die Tanzeinlage aus der „Fledermaus"^ Ansprachen hielten der Vereinsführer Rohrbach und Ehrenvorsitzender Karl Bellinger^ Der anschließende Ball bildete den Abschluß des diesjährigen Winterfestes. A Alsfeld, 22. Jan. Dieser Tage fand hier ein Schulungslehrgang für b i e örtlichen Fachwarte für Obstbau, für die Vorsitzenden ber Obstbauvereine unb für alle Baumwärter bes Kreises Alsfelb statt. Veranstalter war bie Landesbauernschaft Hessen-Nassau, beauftragt mit der Durchführung war Landwirtschaftskammerrat Pfeiffer. Anschließend fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" die Hauptversammlung des Kreisobstbauvereins Alsfeld statt, die einen sehr starken Besuch auf» wies und zu der auch viele Bürgermeister und Lehrer des Kreises erschienen waren. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Heinrich Koch- Alsfeld folgte ein Vortrag des Diplom-Gartenbauinspektors Börmer von ber Landesbauernschaft über „Aufgaben der Gartenbauvereine (Obst- bauoereine) auf dem Gebiet des Gartenbaues". Der Redner wies auf die besondere Bedeutung hin, die künftig unter den Aufgaben ber Gartenbauvereine die Schaffung und Erhaltung von Bauerngärten einnehmen werde, die ganz besonders zu pflegen seien, und teilte mit, daß durch die Landesbauem- schaft in diesem Jahre ein Preiswettbewerb über die Ausgestaltung von Bauerngärten veranstaltet werden würde. Obstbautechniker Kurz-Lauterbach hielt alsdann einen Vortrag über das Thema „Der Obstbau in ber Erzeugungsschlacht". Der Vortra- genbe betonte bie große Bedeutung der Obstzucht für die Sicherung der Volksernährung. Das Obst sei heute ein Volksnahrungsmittel und feine Pflege daher unter allen Umständen zu fördern, sowohl hinsichtlich der Qualität, als auch ber Quantität bes Obstes. In feinen weiteren Ausführungen gab er im einzelnen bie Maßnahmen unb Arbeiten bekannt, bie zur Erreichung biefes Zieles notwendig sind. Für die Gemeinden wies er auf die Möglichkeit ber Gemeinschaftspflanzungen im Zuge der Feldbereinigungen hin, bie er als sehr wertvoll bezeichnete. Landwirtschastskammerrat Pfeiffer sprach über bie Polizeiverordnungen zur Förderung ber Obstbaumpflege, bereu Berechtigung er nachwies unb bie er als eine nationale Notwendig- keit bezeichnete. Es sei bie Pflicht ber Bürgermeister, sich tatkräftig einzusetzen für bereu richtige Durchführung. # Ober-Ohmen, 22. Jan. Bei ber ersten Holzoer st eigerung aus ben Wölbungen der yiesigeu Freiherrlich Riedeselscheu Revierver- waltuug gelangte eine größere Quantität Brennholz zum Ausgebot. Buchenscheit 1. Kl. (Taxe 6,50 Mark pro Raummeter) kam auf über 7 bis 8 Mk. pro Raummeter. 2. Kl. lag im Preise etwas niedriger. Bucheuknüppel 1. Kl. kosteten durchschnittlich über 5 Mark pro Raummeter (Taxe 4 Mark). Bucheustammkuüppel (Taxe 5 Mark) kamen zeitweilig auf 6 Mark, Hainbuchenknüppel desgleichen. Fichtenknüppel und Aspeuknüppel (Taxe 1,50 Mk.) bewegten sich ungefähr auf Taxhöhe. Buchenstamm- reifig (Taxe 1 Mark) kam auf zirka 1,50 Mark pro Raummeter. Bucheuoberreisig (Taxe 70 Pf.) lag wesentlich niedriger. Kirschbaumkuüppel wurden mit 4 Mark pro Raummeter gesteigert. Allgemein ist ein leichtes Anziehen der Holzpreise zu verzeichnen. T Groß-Felda, 22. Jan. Der Turnverein Groß-Felda hielt im Vereiuslokal Figge feine 30. Generalversammlung ab. Aus bem Tätigkeitsbericht des Oberturnroarts ging hervor, daß der Verein im Jahre 1935 keine besonderen Wettkampf- ergebuisse verzeichnen konnte. Nach Verlesung der Satzungen des Reichsbundes für Leibesübungen, die gutgeheißeu wurden, erstattete der 2. Rechnungs- führer H. Scharmaun den Kassenbericht, der einen Kasseubestaud von 29,22 Mark auswies. Dem Kasseuführer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vereinsführer Friedrich Schäfer wurde einstimmig wieder zum Vereinsführer bestimmt. Er richtete einen Appell an die Mitglieder, auch weiterhin der edlen Sache ber Turnerei treu zu bleiben. Erfreulicherweise konnte festgestellt werben, das sieben Jugendturner dem Verein neu beitraten. Die Versammlung wurde in ber üblichen Weise geschlossen. £ Groß-Felda, 22. Jan. In diesen Tagen weilte im Rahmen der Werbeaktion der Reichsrundfunkgesellschaft ein Werbe- wagen in unserem Dorf. Nachmittags fand ein Platzkonzert, d. h. Uebertragung durch den Großlautsprecher statt. Anschließend wurde zu einer Abendveranstaltung mit Tonfilm eingeladen. Der Saal der Gastwirtschaft Figge war überfüllt, konnten doch die Besucher für eine Eintrittskarte von 30 Pfennigen einen Volksempfänger gewinnen. Im Tonfilm wurde die Entstehung' und Vorbereitung des Sendeprogramms gezeigt, sowie in verschiedenen Trickfilms der Segen des Rundfunks für den Landbewohner. Mit großer Spannung wurde das Ergebnis der Verlosung erwartet. Schuhmachermeister Müller und Fräulein Emma Knöß waren die glücklichen Gewinner. Bei dem anschließenden Tanz lieferte wiederum ein Rundfunkgerät die Musik. Verschiedene Händler hatten eine Reihe von Apparaten, vom einfachen Volksempfänger bis zum hochentwickelten Gerät für annähernd 500 RM., ausgestellt. Sicherlich wurden neue Freunde für den Rundfunk gewonnen. — In der Versammlung der Ortsbauernschaft wurden eine Reihe von organisatorischen Fragen behandelt. Neben der vertragsmäßigen Ablieferung von Schweinen unter den bekannten e u. h B = 0; t|331£ Nil Ss, •2 E ' ÖS’; s®e ’ |lgf 05 1 o (£ ■£'»•; 5-^- ;j4J Q 1? c l5e IR 0 1 8 ^5- «ihM Ledingunaen wurde besonders der Anbau von Flachs besprochen. Jeder Bauer soll für das kom- 3m Zeichen der fünf Ringe fehler SXfpor/ Schmetz. wieder verschoben. Wiriiefern Ihnen: 7000 W. Herrenwäsche schrankfertigeWäsche Nahmen v^30 sowie Pfundwäsdie frei Haus! 0337 Gießen. 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Der König von Bulgarien hat den Reichssportführer für seine persönlichen Verdienste um die Leibesübungen und für die Dienste, die der deutsche Sport Bulgarien geleistet hat, mit dem allerhöchsten bulgarischen Orden, dem St.-Alexander-Groß- Offiziers-Kreuz mit Stern, ausgezeichnet. — Die Uebergabe des Ordens erfolgte durch den Kgl. Bulgarischen Gesandten in der Gesandtschaft zu Berlin, wobei der Gesandte besonders herzliche Worte des Einvernehmens zwischen Bulgarien und Deutschland an den Reichsspvrtführer richtete. Gleichzeitig sind an den Stellvertreter des Reichsspvrtführer, Arno Breitmeyer, den Generalsekretär für die XI. Olympischen Spiele 1936 zu Berlin, Carl Diem, und an Legationssekretär Dr. Zapp Ordensauszeichnungen verliehen worden. Jm Degen und Florett gegen Frankreich Die Reihe der Länderkämpfe, die Reichsfachamtsleiter Erwin Casmir zur Kampfschulung der deutschen Nationalmannschaft mit besonderem Eifer gefördert hat, wird am nächsten Sonntag mit dem Ländertreffen gegen Frankreich im Palmengarten zu Frankfurt a. M. fortgesetzt. Wenn die vorhergegangenen Länderkämpfe gegen Ungarn und Polen in der Hauptsache unserer Säbelfechter galten, so wird die Begegnung mit den Franzosen vor allem eine ernste und schwierige Prüfung der deutschen Degenfechter sein. Klar, daß dieser Prüfung großes Interesse entgegengebracht wird. Auch das Ausland bekundet rege Anteilnahme an dem deutsch-französischen Fechtländerkampf, der die Frage beantworten soll, ob die deutschen Degenfechter, die bekanntlich im vergangenen Jahr einige Aufsehen erregende Erfolge davontrugen, ihre Leistungsfähigkeit behalten oiier gar noch gesteigert haben. Aber auch im Florett sind die Franzosen kaum weniger stark. Ihre seit vielen Jahren errungenen Erfolge reden eine deutliche Sprache. Sowohl auf den Europameisterschaften als auch auf den Olympischen Spielen bewiesen die Franzosen jeweils, daß sie zu den besten Fechternationen der Welt zählen. V^^®>Wäriru f lasche sollten jetzt auch In Ihrem Haushalt nicht fehlen. Sie kosten wenig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 131 ► Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht ReslauraoLPosikeller“ Samstag, den 25. Januar abends 8 Uhr: Gröler Kappen-Abeod StlmmnnKskapellel Gleichzeitig empfeh'e ich den Vereinen meine Lokalitäten, großer Saal, kleines und großes Vereinszimmer. Kalte u. warme Speisen zu jeder Tageszeit. 464d Gießener Brauhaus- Biere. Diese Wäsche ist grau - aber Frau Müller hält sie für weiß. Wie kommt das ? So wie Frau Müller geht cs vielen Frauen. Sie merken es nicht, daß ihre Wäsche nach dem Waschen noch grau ist weil sie kein Stück wirklich weiße Wäsche danebenhalten können. Die meiste Wäsche bleibt grau, weil beim Waschen der Kitt aus Eiweiß- und Fettbestandteilen nicht genügend herausging. Nur ein einziges Mittel wirkt ganz speziell auf diesen Kitt aus Eiweiß, Fett und Fettsäure - das ist Burnus. Burnus löst beim Einweichen diesen Kitt, der den Schmutz an der Wasche festhält, völlig auf. Man staunt oft» wie weiß die Wäsche nach Jahren intensiven Gebrauchs wied« wird, wenn man mit Burnus ein weicht! Das ganze Gewebe ™cb und geschmeidig - die Wäsd^ird we£ gehend geschont - vor aUem aber hat man weniger Wasch- Mbc,t * Groß' Dos, Burnus 4, Pfg.. üheXuL^m Gutschein C 2105 An fUguft Jacobi tue. ©armfiaM Senbtn Sie mir kostenlos eine Versuchs- Packung BumuL Stamc --------- Drl u. Strafe — Morgen Samstag abend Kappen-Abend im Deritstben Erk Bahnhofstraße. osu Arn Donnerstagvormittag fanden sich die Wintersportgäste und Schlachtenbummler, die schon in ansehnlicher Zahl im Werdenfelser Land eingetroffen österreichischen Läufern und Springern zu einem sind, fast vollzählig an der Kochelberg-Schanze ein, kurzen Tagesbesuch, um seinen Schützlingen einen, wo sich am Springen des Skiklubs Partenkirchen Einblick in das olympische Kampfgelände zu geben. | fast alle bereits in Garmisch vertretenen Nationen Aus der neuen Krembs-Abfahrtsstrecke vom Kreuz- beteiligten. Lediglich Sven Eriksson wurde vermißt, joch zur Talstation probierten die österreichischen der mit seinen schwedischen Landsleuten nach St. Abfahrtsläuferinnen zweimal in rennmäßiger Fahrt. Anton zum Abfahrtstraining gefahren war. Das Sie hinterließen einen ganz hervorragenden Ein- Springen zeigte wieder einmal die immer noch un- Deutschland stützt sich auf feine bewährten Degen- hatte daher auch am Mittwoch wieder viel zu tun. I ^e,Ib- Ausgezeichnet schlugen sich die deutschen Teil- fechter Lerdon, Rosenbauer, Geiwitz, Uhlmann und Die beiden Ruuds, Arne B. Christiansen, Per Fos- uehmer. Loisl Kratzer wurde unmittelbar hinter Röhtig. Als Ersatzmann für beide Waffen wurde sum, Sverre Kolterud. von den Frauen Johanne |ben Norwegern Sechster mit Sprüngen von 47 m der Wiesbadener Nachwuchsfechter Adam genannt. Dybwad und Laila Schou-Nilfen sind starke Waffen ' ”nb zweimal 61 m. Wenig schlechter bi-lt sich Hans Deutschland - Holland - England bes 9lorben5- DftIer (P-rt-nkirch-n), de^ Achter wurde, in London Olympiateilnehmer in Oberammergau. Der CEnafiM, iRnhfnhrcr.^rhnnh mntinnor Di- im Vorfahre errichtete Steckenberg-Schanze in . Zabresbaup'vetsammlung Ein su'chtbares Verbrechen. An den Leichen zweier Männer vergiflungs- erfcheinungen festgestellt. Zwei Personen lebensgefährlich erkrankt. — „Onkel Ehrhard" wird gesucht. LPD. Mainz, 23. Jan. Wie der Pressedienst des Landgerichts Mainz mitteilt, wurde i.n den Leichen des im Juli 1930 verstorbenen Gastwirts Erich Vogler und des im Mai 1932 verstorbenen Friseurs Ludwig Seitz aus Mainz-Kostheim durch den Gerichtschemiker Professor Dr. Popp T a l l i u m - G i f t, das in Rattengift enthalten ist, festgestellt. Weiter waren der Stiefsohn der Frau Vogler und der Installateur Keim, beide aus Mainz-Kostheim, ebenfalls an Tallium-Der- giftung lebensgefährlich erkrankt. Sie hatten furchtbare Gliederschmerzen und Haarausfall und waren fast völlig erblindet. Diese Krankheitserscheinungen sind nach dem Gutachten des Sachverständigen typische Folgen der Tallium-Vergiftung. Als der Tat dringend verdächtig befindet sich die Ehefrau Frieda Vogler aus Mainz-Koscheim in Untersuchungshaft. Sie kam in den Jahren 1929 bis 1934 öfter zu einer Frau Margarete Rocker, einer Kartenlegerin in der Colinstraße. Frau Rocker ist dringend verdächtig, bei der ganzen Angelegenheit ihre Hände im Spiel gehabt zu haben. Von „Verkalkungstabletten" und einem Röhrchen mit Flüssigkeit ist dabei die Rede. Von beiden Frauen wird von einem „Onkel Ehrhard" gesprochen, von dem angenommen werden muß, daß er die „Tabletten" geliefert hat. Die Volksgemeinschaft hat ein dringendes Interesse an der restlosen Aufklärung dieses Falles. Zeugen, die sachdienliche Mitteilungen machen können, wollen dies umgehend der Polizeioirektion Mainz oder dem Polizeipräsidium Wiesbaden oder dem Untersuchungsrichter I in Mainz angeben. Insbesondere sind Wahrnehmungen über Die Person des obengenannten „Onkel Ehrhard", der manchmal auch als ein Provisor aus einer Apotheke (?) bezeichnet wird, wichtig. Wäscherei L. Albacb ©rfiriftL^ngeb. Krofdorfer Stra&e Nr. 13 ™-b-