Nr. 500 Erster Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 25 Dezember 1056 Erscheine tflgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monatr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse nnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Voftschecktonto: granffurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: Srühl'sche UnioerfilSts vuch- und Steindruckerei R. Lange In Stehen. Schriftleitung und SeschSstsftelle: Schulftratze 7 Annahme von Lnzeiae» für die Mitlagsnummer' bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm tzöhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25"/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Parole: Arbeit und Mehrproduktion. Nie zwangsmäßigen Versäumnisse unter dem Versailler Diktat müssen aufgeholt werden. ein entsprechender Zuschlag zum Lohn gewährt werden können. Es hat nirgendwo in einer Volkswirtschaft, deren Glieder sich als Gemeinschaft fühlten, an Gelegenheiten gefehlt, bei denen zeitweise eine Anspannung der Kräfte über das Normalmaß erforderlich war. Selbst der leidenschaftlichste Anhänger des achtstündigen Arbeitstages würde nicht fordern, daß ein Matrose auf hoher See bei Sturmstärke 12 nach Ablauf einer acht- oder zehnstündigen Arbeitszeit die Arbeit niederlegt und dadurch sein und seiner Kameraden Schicksal gefährdet. Auch bei der Bekämpfung von Katastrophen, wie Bränden, Überschwemmungen, Erdbeben usw. ist es selbstverständlich, daß unter Umständen auch tage- und wochenlang erheblich mehr geleistet wird, als der normalen Arbeitsfähigkeit des Durchschnitts der Menschen entspricht. Völlig selbstverständlich war uns, daß im Krieg in besonderen Fällen auch das Letzte aus dem Menschen herausgeholt wurde, was in ihm steckte. Der Nationalsozialismus hat von jeher alle ihm erreichbaren Volksgenossen dazu erzogen, sich unter besonderen Umständen rücksichtslos für das Wohl der Gesamtheit einzusetzen. Mit der Machtergreifung hat er dieses Streben auf weiteste Volkskreise ausdehnen können. Wenn er zur Schaffung des Gleichgewichts nach außen und zur Sicherung der Versorgung im Innern in einigen großen Wirtschaftszweigen ein besonderes Maß von Zwischen Themse und Tiber. Auf dem Wege zur Einigung zwischen London und nom. Als erste Großmacht erkannte am 24. Oktober Deutschland die Tatsache der Besetzung Abessiniens durch Italien an, zugleich den von Mussolini für den König von Italien gewählten Titel „Kaiser von Abessinien". Dem deutschen Beispiel folgten Ungarn, Oesterreich und Japan, während sich die englische und die französische Regierung zurückhielten. Vor allem der englische Außenminister Eden, der Hauptwortführer der während des italienischabessinischen Krieges gegen Italien verhängten wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen, hielt sich' zunächst betont zurück, die britische Presse zeigte nach wie vor Italien die kalte Schulter, und die französische Regierungspresse folgte dem von London aus gegebenen Beispiel. Aber es. ließ sich nicht verkennen, daß das Londoner und Pariser starre Gesicht in Wirklichkeit nur Maske war. Man versuchte aus dem Dilemma herauszukommen, in das man durch eine falsche Völkerbundspolitik geraten war, und sondierte unter der Hand, ob Italien sich zunächst damit zufriedengeben wolle, wenn man d i e Gesandtschaften in Addis Abeba in Ge- ralkonsulate umwandelte. Die französischen und die englischen Gesandtschaftstruppen waren schon vorher aus Abessinien zurückgezogen worden, und eigentlich stand der Umwandlung nichts im Wege als das italienische Begehren nach einer auch formalen Anerkennung des neuen italienischen Besitzstandes. Dem glaubten aber die englische und die französische Regierung nicht entsprechen zu können, weil ihnen durch den Völkerbund die Hände gebunden seien und es Aufgabe des Völkerbundes wäre, die neue Regierung Abessiniens anzuerkennen. Die Genfer Fiktion ist also aufrechterhalten worden. Aber Eden hat bereits das Gelände geebnet, um Genf eine Anerkennung des italienischen Abessinien zu ermöglichen. Am 19. Dezember gab er im Unterhause schriftlich bekannt, die Erfolge der Italiener im südlichen und südwestlichen Abessinien seien derart, daß tatsächlich auch nicht die Spur der alten abessinischen Regierung bestände, zudem habe — ein Wink für (9enf! — die alte abessinische Regierung nie etwas gegen die Sklaverei getan. Aus alledem konnte man schon entnehmen, daß sich die kommende Tagung des Völkerbundes in Genf mit der Anerkennung des italienischen Abessinien befassen und der früheren Arbeitsleistung und dabei einen Verzicht auf höhere zusätzliche Entlohnung und auf zusätzliche Unternehmergewinne fordert, so handelt er lediglich seinem Geist und seiner Grundforderung gemäß. Es darf und wird dann im Volk niemand geben, der sich dieser Forderung widersetzt. Beschleunigte Kultivierung des Emslandes. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat Reichsminister K e r r l als Leiter der Reichsstelle für Raumordnung mit der Durchführung aller Maßnahmen, die zu einer beschleunigten Kultivierung und Erschließung des Emslandes und der angrenzenden Gebiete erforderlich sind, und mit der endgültigen Regelung des Einsatzes und der Zusammenarbeit der Arbeitskräfte in Emsland betraut. Weihnachtsanjprache des Stellvertreters des Führers. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spricht — wie alljährlich — auch diesmal am H ei l i g e n Abend über den Rundfunk zu den Deutschen in aller Welt. Die Rede wird übertragen Donnerstag, 24. Dezember, 21 bis 21.20 Uhr. Regierung des Negus das Land aberkennen soll. Am 15. Dezember hatte sich Ras Jmru als letzter Waffenträger des entflohenen Negus den Italienern in der Provinz Kaffa unterworfen, die Italiener waren bis zum äußersten Westen Abessiniens vorgedrungen. Also handelte es sich für England nur darum, gewissermaßen den Drehpunkt zu finden, um eine andere Stellung gegenüber Italien einzunehmen. Die Italiener waren nun im Bewußtsein ihres Sieges durchaus gewillt, Eden goldene Brücken zu bauen. Sie überließen und überlassen ruhig die äe-jure-Anerkennung der Völkerbundstagung und begnügten sich zunächst damit, eine deutliche Entspannung zwischen Rom und London festzustellen. Das äußere Zeichen dieser Entspannung wurde von London am Montag gegeben, als es die Umwandlung der englischen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat aussprach, ein Schritt, der sofort von Frankreich befolgt wurde. Damit aber haben England und Frankreich die Tatsachen des italienischen Sieges anerkannt, und die Italiener sind außenpolitisch genug geschult, um dieses Eingeständnis der Niederlage der englischen Völkerbundspolitik nicht noch besonders zu unterstreichen, zumal man überdies geneigt ist, sich im Mittelmeer zu verständigen. Als die englischen Kriegsschiffe aus aller Welt im Mittelmeer zusammengezogen wurden, hing der Frieden an einem Haar, aber Mussolini war klug genug, zu versichern, Italien wolle nur Abessinien, aber nicht die Macht- Verhältnisse im Mittelmeer ändern, obgleich es an englischen und italienischen heftigen Pressestimmen nicht fehlte. Nach dem Kriege mit Abessinien hat England seine Flottenkonzentration im Mittelmeer aufgehoben. Es hatte gleichzeitig seine gegen Italien gerichteten Freundschaftsvetträge mit der Türkei, Griechenland und Jugoslawien, wonach die Seestreitkräfte dieser Länder im Falle eines italienisch-englischen Konfliktes gegen Italien mobilisiert werden sollten — der französischen war England sicher — aufgehoben. Eine neue Spannung zwischen England und Italien zeugten die von der jüdischen und marxistischen Presse ausgestreuten Gerüchte, Italien wolle die spanischen Balearen nach Beendigung des Krieges in Spanien besetzt halten. Graf Ciano, der italienische Außenminister, ver- Das anglo-ägyptische Abkommen. Don unserem Zwt.-Berichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kairo, Dezember 1936. Das ägyptische Parlament und der Senat haben mit überwältigender Mehrheit das Abkommen und damit den Bündnisvertrag mit England ratifiziert. In London erfolgte die Ratifizierung im Unter- und Oberhause sogar einstimmig. Um es gleich zu sagen: beide Länder waren genötigt, 1 P f ß r zu bringen und Konzessionen zu machen, aber, und das ist das Wesentliche, beide Länder haben ungleich größere, weitreichendere und wertvollere Vorteile erworben. Jeder Versuch, heute schon feststellen zu wollen, welcher von beiden Vertragspartnern das „bessere Geschäft" gemacht hat, ist nicht nur müßig, sondern sogar anmaßend, denn die beiderseitig erworbenen Vorteile liegen auf verschiedenen Gebieten, als daß sie kurzerhand gegeneinander abgewogen werden könnten. Für England liegt der Vertragsgewinn ausschließlich auf außenpolitischem Gebiet. Die Vertragsfreudigkeit wurde zweifellos durch die gespannte Mittelmeerlage gefördert, und der Abschluß bedeutet die Errichtung eines starken Tragpfeilers im Rahmen der beschlossenen Verlegung des englischen Schwergewichts ins östliche Mittelmeer. Es genügt, wenn hier nur einige Etappen dieser zwangsläufigen Entwicklung angedeutet werden: Erkenntnis der eigenen Schwäche — Ausbau der Beziehungen zu Griechenland und der Türkei — Pläne um Cypern — Palästina, Oel und seine Bewachung — und nun Aegypten als freiwilliger Verbündeter mit Alexandrien als Flottenbasis und im Kanalgebiet als Militär- und Fliegerzentrum. Für Aegypten dagegen liegt der hauptsächliche Wert des Abkommens vor allem in feiner Auswirkung auf die innerpolitische Entwicklung des Landes. Diese innerpolitische Entwicklung wird sich für das Wohlergehen des Landes wichtiger und segensreicher erweisen, als die heute, gleich nach dem Abschluß, noch stark ins Auge fallenden Errungenschaften einer größeren Selbständigkeit nach außen hin, z. B. Ausbau des eigenen Heeres, bevorstehende Abschaffung der Kapitulationen, Völkerbund usw. Der Abschluß bedeutet für Aegyptens Entwicklung einen Markstein von großer Wichtigkeit, und sein tiefster Sinn kann vielleicht so zusammengefaßt werden: freiwilliges Verlassen des revolutionär- außenpolitischen Fahrwassers und Konzentrierung der dadurch freiwerdenden Kräfte des Landes zu seinem inneren Auf- und Ausbau. Kein unparteiischer und unbeeinflußter Beobachter kann der Regierung Nahas Pascha, die für diese Kursänderung verantwortlich ist, Mut, Klugheit und weise Voraussicht absprechen. Mut: weil es leichter ist, sich von einem begeisterungs- fahigen Volke als Verkörperung einer revolutionären Freiheitsidee tragen zu lassen, als die oft undankbare, ernüchternde und langfristige innere Aufbau-Arbeit in Angriff zu nehmen. Klugheit: weil eine selten günstige außenpolitische Lage zeitlich zum Abschluß gewäblt wurde, die die Möglichkeit bot, in freiwilliger Vereinbarung das zu erreichen, was unter anderen Umständen nur durch unmittelbaren oder mittelbaren Druck und unter Zurücklassung einer Verbitterung hätte erreicht werden können. Voraussicht: weil die Erkenntnis besteht, daß nur die innere Struktur eines Volkes, sein sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Stand und seine Einheit und Geschlossenheit die Grundlage und die Vorbedingung für seine außenpolitische Geltung und für seine vollkommene außenpolitische Unabhängigkeit sein können. Es würde zu weit führen, im Rahmen dieser Zeilen zu versuchen, auch nur eine annähernde Uebersicht der zu bewältigenden und der Lösung harrenden inneren Aufgaben zu bieten. Eine wirklich sachliche Beurteilung der Verhältnisse eines Landes ist für einen Auslands-Beobachter immer schwer, denn nur zu häufig wird vergessen, daß mit anderen Maßen gemessen werden muß und daß das, was „anders" ist als in der Heimat, noch lange nicht kurzerhand mit „gut" oder , schlecht" oder mit „nützlich" oder „schädlich" abgetan werden kann. — Wenn im Nachstehenden einige der wichtigsten Aufgaben kurz gestreift werden, so handelt es sich um Probleme, die von der Regierung selbst und von der Landespresse als der Inangriffnahme bezw. der endgültigen Durchführung bedürftig herausgestellt werden. Seit der Zeit des großen Freiheitskämpfers Zaghlul Pascha hat sich die ägyptische akademische Jugend restlos und mit Begeisterung in den Dienst der Unabhängigkeits-Bewegung gestellt. Ihr ist es zum großen Teil zu danken, daß die bis dahin politsch träge und schlummernde V o l k s m a s s e aufgerüttelt wurde und daß die Landbevölkerung sich heute geschlossen zur Wafdbewegung bekennt. Heute nun, nach Erreichung des Zieles, müssen diese revolutionären Triebkräfte in den Dienst des inneren Aufbaues gestellt werden. Dies bietet vorläufig noch Schwierigkeiten, denn die Beamtenstellen sind besetzt, und sowohl die Wirtschaft als auch die noch junge Industrie zeigen nur beschränkte Aufnahmemöglichkeiten. Der H e - bung des Bauern st andes — rund vier Fünftel der Bevölkerung — wird sich die Regierung in besonders weitgehendem Maße annehmen. Hier harrt eine unendlich große und dankbare Aufgabe ihrer Erfüllung, deren Wichtigkeit und Bedeutung heute allgemein wohl voll anerkannt wird. Eng mit diesem Problem verknüpft ist die Frage der Landflucht und die dadurch verursachte Ar- Die außerordentlichen Vorbereitungen, die überall in der Welt auf dem Gebiete der Rüstung und dem der Vorratsbeschaffung gemacht werden, lassen keinen Zweifel darüber zu, daß man es Deutschland so schwer wie möglich machen möchte, das aufzuholen, was es unter den Militär- und Wirtschaftsbestimmungen des Versailler Vertrages versäumt hat. Deutschland ist eine Art „belagerte Festung", die aus sich selbst heraus alle Abwehr- und Selbstbehauptungsmittel schaffen muß. Das Problem lautet etwa: Wie kann Deutschland in 1% Jahren das einigermaßen nachholen, wozu anderen Ländern anderthalb Jahrzehnte zur Verfügung standen? Die Reden unserer führenden Männer über den zweiten Vierjahresplan lassen erkennen, daß es einige besondere Wirtschaftszweige sind, in denen eine Mehrerzeugung nützlich und sogar notwendig ist. In anderen Wirtschaftszweigen dagegen müssen wir uns Beschränkung auferlegen, nicht etwa, weil der Bedarf zurückgegangen wäre, sondern weil wichtige Voraussetzungen für feine normale Befriedigung fehlen. In Denjenigen Wirtschaftszweigen, in denen wir eine Mehrerzeugung anstreben müssen, gilt es personelle und materielle Schwierigkeiten zu überwinden. Der lleberroinbung der personellen Schwierigkeiten dienten die Anordnungen, die Mi- nisterpräsidsient Göring Anfang November erlassen hat. Sie verhindern, ba£ jeber Beliebige sich die- jenigen Fachkräfte verpflichten kann, bie er von seinem privatwirtschaftlichen Stanbpunkt aus braucht. Dadurch soll und wird es möglich sein, für vordringliche Zwecke der Verteidigung und der Dorratsbeschaffung geeignete Fachkräfte einzustellen. Auch die materielle Seite des Problems ist in einigen der erwähnten Anordnungen behandelt worden. Weitere wichtige Einzelheiten müssen noch geregelt werden. Jede Mehrproduktion bedeutet bei einem der Größe und Leistungsfähigkeit nach feststehenden Produktionsapparat eine erhöhte Beanspruchung. Jedermann weiß, baß übertriebene Rekordfahrt n; von Ueberseebampfern einen unwirtschaftlichen Verschleiß bes Materials zur Folge haben, und baß ein Kraftwagen, sowie die in ihm verwenbeten Betriebsstoffe — je nach dem Typ des Wagens — bei einer bestimmten Geschwindigkeit am besten aus genutzt werden. Wird diese Geschwindigkeit längere Zeit überschritten, so beschleunigt sich die Abnutzung und so wird die Gesamtleistung, die von dem Wagen normalerweise erwartet werden kann, herabgedrückt. In den letzten Monaten sind manche Unternehmungen der Bau- und Metallwirtschaft bis an die Grenze ihrer normalen Leistungsfähigkeit und darüber hinaus beansprucht worden. Normalerweise müßte dafür ein höherer Satz für Erneuerungskosten aufgewandt werden. Geschieht dies jedoch, so wird das Produkt im Durchschnitt verteuert und das bestehende Wertoerhältnis gestört. Auch für die menschliche Arbeitskraft gibt es eine gesunde Normalbeanspruchung. Aus gründlichen Versuchen bat sich ergeben, daß die frühere 12-, 14- und gar lßftünbige Arbeitszeit am Tage nicht nur bie Menschen in schnellem Tempo aufzehrte, sonbern bas Arbeitsergebnis nachteilig beeinflußte. Nach moberner Auffassung ist in ben meisten Wirtschaftszweigen eine etwa um acht Stunben je Tag lie- genbe Arbeitszeit sowohl vom körperlichen' unb seelischen Stanbpunkt des Menschen, wie auch von dem der kaufmännischen Kalkulation das günstigste. In einer Reihe von Qualitätsberufen liegt jedoch die Arbeitsstundenzahl erheblich tiefer; in ihnen wird vielleicht schon bei 6 oder 7 Stunden das in jeder Hinsicht beste Ergebnis erzielt. Sind in einigen Berufszweigen, wie jetzt in der Bau- unb Me- tallinbustrie, bie Arbeitskräfte nicht beliebig vermehrbar, muß also bie Nationalwirtschaft mit einer begrenzten Zahl von Arbeitskräften Haushalten, so bleibt nichts anberes übrig, als vorübergehenb ben Arbeitskräften mehr zuzumuten, ohne baß habet allerbings bie Qualität ber Leistung sinken barf. Auch wirb nicht in bem Maße, wie es bei günstiger Allgemeinkonjunktur bes Weltmarktes möglich ist, beitslosigkeit in ben Stabten mit ihren Begleiterscheinungen. Kairo kann sich heute mit Recht als Trägerin unb Hüterin bes panarabischen Kulturgutes bezeichnen, und es ist feine hohe Aufgabe, ben richtigen Weg Zu finden, auf welchem biefer Schatz unb bie Vorteile unb Errungenschaften ber morgenländischen Kultur in harmonischem Zusammenfließen ben breiten Volksschichten zugänglich gemacht werben. Auf bem Gebiet bes Unterrichts, ber Volkshygiene unb ber Milberung sozialer Gegensätze ist schon vieles erreicht worben. Aber noch viel mehr harrt der Inangriffnahme. Aegypten ist eins der reichsten Länder der Erde, unb feine Regierung wirb vom Vertrauen ber überwältigenden Mehrheit bes Volkes getragen. Alle Anzeichen sprechen bafür, baß das Lanb ber Pharaonen nach Abschluß des außenpolitischen Kampfes jetzt einer Zeit des inneren Aufbaus, der kulturellen Hebung und damit der Blüte entgegengeht. Bisheriger Oberkommissar, jetzt britischer Botschafter. London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der bisherige britische Oberkommissar für Aegypten, Sir Miles Lampson, ist, wie nunmehr amtlich mitgeteilt mirb, zum britischen Botschafter in Kairo ernannt worben. Die Umwanblung bes Oberkommissariats in eine biplo- watische Vertretung bringt auch nach außen hin bie Wieberherstsllung b er ägyptischen Hoheitsrechte zum Ausbruck. Alle englische Kreuzer werden Lustabwehrschiffe. L o n b o n, 22. Dez. (DNB.) Die britische Regierung unterrichtete am Dienstag bie Vereinigte n Staaten und Japan amtlich davon, daß sie gemäß Artikel 21 die von dem Ersten Lord der Admiralität am vorigen Donnerstag benannten fünf Kreuzer im Dienst zu behalten wünsche. Die Schiffe würden jedoch nicht als Kreuzer verwandt werden, sondern als Luftabwehr- schiffe. Wie verlautet, werden die fünf überalterten Kreuzer, die Großbritannien beibehält, zu Luftabwehrschiffen umgebaut werden,d.h. sie erhalten Flugzeuge und besondere Luftabwehr- einrid)tungen, die sie für diesen Zweck besonders geeignet machen. Es ist zum ersten Mal in ber Geschichte der Flottenverhandlungen, daß dieser Schiftstyp als solcher verzeichnet worben ist. König GeorgVI. und Baldwin im Weihnachtsurlaub. London, 22. Dez. (DNB ) Ministerpräsident Baldwin trat am Dienstag seinen Weihnachtsurlaub an. Er wird ihn in Worchestershire verbringen. Baldwin beabsichtigt, 14 Tage dort zu bleiben und erst am 5. oder 6. Januar nach London zurückzukehren. König Georg VI. verließ in Begleitung der Königin, seiner Mutter und seiner beiden Töchter am Dienstag gleichfalls London, um sich nach Sandringham zu begeben, wo er die Weihnachtsferien verbringen wird. Streik in der französischen staatlichen Tabak Manufaktur. Paris, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Belegschaft der staatlichen Tabakmanufaf- t u r in Nantes, etwa 800 Männer und Frauen, traten am Dienstag in den Streik, da die Direktion zwei Entlastungen ausgesprochen hatte. Dia Streikenden fordern die A b s e tz u n g d e s D i r e k- t o r s und feines Stellvertreters. Außerdem verlangen sie BezahlungderStreiktage unb sofortige Wiebereinstellung der beiden Entlassenen. des wirt). —rt. die Schoa^ Die indirekte Einmischung in Spanien. Eine Verlautbarung aus dem Unterausschuß des Nichteinmischungsausschuffes wert sei, daß auch im Schoa-Gebiet die eingeborene Bevölkerung diese Strafaktion der italienischen Kolonnen tatkräftig unterstützt habe. »WennIsrael herrscht..." Oie Verbrechen des Judentums in Spanien. hauptet, folgt der religiösen Beeinflussung eines Samuel oder Levi. der in London, in Paris, in Neuyork als hundertprozentiger Weltmann und „harmloser Geschäftsmann" auftritt und seine Zerstreuung bei Banketts letzte Möglichkeit weiteren Widerstandes im a-Gebiet zusammengebrochen sei. Bemerkens- Rotary-Klubs sucht." peinliche Gerichtsatten. Bolschewistenhäuptlinge beschließen Aktenvernichtung. London, 23. Dez. (DJIB.) Der Unterausschuß des Nichteinmischungsausfchus- ses trat, wie vorgesehen, zur Behandlung des gesamten Bereiches der Nichteinmischungsfrage am Dienstagnachmittag in London zusammen und tagte bis in die späten Abendstunden, lleber die Sitzung wurde folgende Mitteilung ausgegeben: Der Unterausschuß hatte telegraphische Inhaltsangaben der Antworten vorliegen, die von den beiden Parteien in Spanien bezüglich der Einrichtung eines Systems der Ueberwachung zur Durchführung des Nichteinmischungsabkommens übermittelt worden waren. Der Unterausschuß kam überein, daß diese Dokumente dem Hauptausschuß zur Erörterung vorgelegt werden sollen, und zwar in der Sitzung, die am Mittwochvormittag stattfinden soll. Der Unterausschuß kam weiter überein, den Hauptausschuß aufzufordern, den verschiedenen Regierungen einen Bericht über die Einzelheiten des planes für die Errichtung eines Ueberwachungs- f y st e m s in Spanien zu übermitteln, den sie von ihren technischen Beratern erhalten hatten, damit die verschiedenen Vertreter eine endgültige Entscheidung hierüber zum möglichst frühen Zeitpunkt in Besitz haben. Der Unterausschuß erhielt Berichte von einer Anzahl von Vertretern über die Haltung ihrer Regierungen zu der geplanten Ausdehnung des Nichteinmischungsabkommens, damit dieses nicht nur die direkte Einmischung, sondern auch die indirekte Einmischung erfaßt, wobei besonders Bezug genommen wurde auf die Frage des Eintreffens ausländischer Staatsangehöriger in Spanien, um Dienst im Bürgerkrieg zu tun. Anschließend folgte ein allgemeiner Meinungsaustausch, im Verlaufe dessen die Vertreter ankündigten, daß sie ihren Regierungen sofort über die allgemeine Linie der in der Sitzung zum Ausdruck gebrachten Ansichten berichten würden. Der Unterausschuß kam inzwischen überein, technische Unterausschüsse einzusehen, die sofort die verschiedenen Seiten der indirekten Einmischung prüfen sollen, um technische Vorschläge für die Ausdehnung des Abkommens vorzubreiten, damit diese Fragen erfaßt werden. Der Unterausschuß einigte sich, dem Hauptausschuß zu empfehlen, daß dieser den Regierungen nung in allen kolonialen und halbkolonialen Gebieten. Zwar geschehe viel zur Bekämpfung des Kommunismus durch die Regierung Niederländifch-Jndiens doch fei das nicht genug. Es fei vor allem wichtig, die im Ausland errichteten kommunistischen Zersetzungszentren, deren Tätigkeit sich auf Nieder- ländisch-Jndien richte, mit Hilfe internationaler Polizeiaktionen unschädlich zu machen. Völlig unzulässig sei, daß selbst in Holland solche Zersetzungsmittelpunkte bestehen können. Dagegen müsse die Regierung .mit den schärfsten Maßnahmen vorgehen. Trotzki auf dem Wege nach Mexiko. Oslo, 23. Dez. (DNB.) Der norwegische Justizminister bestätigte am Dienstagabend in einer Unterredung mit einem Vertreter des „Telegram- byraa", daß Trotzki und feine Frau Norwegen verlassen haben, um sich nach Mexiko zu begeben. Nach der Osloer Zeitung „Tidens Tegn" wurde Trotzki, bevor seine Aufenthaltsbewilligung in Norwegen ablief, an Bord eines norwegischen Dampfers geführt, der nach Mexiko bestimmt ist. Die Bewachung seiner Wohnung wurde aufrechterhalten, um seine Abreise zu verheimlichen. Trotzki wurde von einem Polizeioffzier bewacht, der darauf achten sollte, daß der alte Verschwörer vor seinem Abzug nicht ohne Genehmigung telegraphierte. Das Schiff, auf dem sich Trotzki befindet, wird seine Reise ohne Zwischenlandung durchführen. Moskau wühlt auch in Holland und Niederländisch -Indien. Komintern arbeitet als illegale Organisation. Salamanca, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Wenn Israel herrscht..." untersucht der frühere Direktor einer Madrider Rechtszeitung in einem Leitartikel der in Sevilla erscheinenden Zeitung „A B C", die Ursachen der tragischen Ereignisse in Spanien. Mit der Ueberzeugungskraft eines Mannes, dessen Freunde und Verwandte zum größten Teile von den Bolschewisten ermordet wurden, schildert der spanische Journalist die Machenschaften des internationalen Judentums. Spanien führe nicht allein einen Kampf gegen das U n t e r m e n f ch e n t u m, das sich aus den Winkeln aller europäischen Großstädte in Madrid zusammengefunden habe, so erklärt der Verfasser, und auch nicht allein einen Kampf gegen den sowjetrussischen Bolschewismus, sondern vor allem auch gegen das Weltjudentum, das von jüdischen Geheimkomitees geleitet werde. Juda habe sich Rußland bemächtigt. Jetzt falle es über Spanien her, das es bis aufs Blut ausfaugen wolle, da es nicht Kraft genug habe, das Land zu erobern. In diesem Zusammenhang kennzeichnet der spanische Journalist das Verhalten einer gewissen „bürgerlichen" Weltpresse, welche den Kommunismus zwar nicht geradezu offen unterstützt, aber die Erfolge der spanischen Nationalisten verschweigt, sie als „Rebellen" bezeichnet und ihre Politik bewußt in zweifelhaftes Licht setzt. Bei näherer Untersuchung könne man in allen Fällen feststellen, daß derartige Zeitungen sich in jüdischem Besitz befinden. Wahrscheinlich würden sie heute bereits mit dem Golde finanziert, das aus spanischen Banken gestohlen wurde. So hätten die National-Truppen bei der Einnahme von San Sebastian in dem Schreibtisch des geflüchteten Bolschewisten-Gouverneurs einen vertraulichen Brief des Direktors der englischen Zeitung „News CH r o ni cle" gefunden, in dem dieser sich bereiterklärte, „die Erfolge der Roten in Spanien" zu propagieren. sicherte jedoch offiziell, Italien denke gar nicht daran, den Besitzstand im Mittelmeer zu ändern und die Balearen zu besetzen. Diese offizielle Zusicherung wurde von Eden im englischen Unterlaufe bekannt- gegeben, und nun lag einem englisch-italienischen Mittelmeerabkommen kein Stein mehr im Wege. Wenn auch die Einzelheiten dieses Abkommens noch nicht feststehen, so dürste doch wohl die Vorarbeit schon sehr weit vorgeschritten sein. England erkennt also zugleich mit Frankreich, das bei den direkten Verhandlungen mit Italien ausgeschaltet ist, Italiens neue Stellung an und hofft dagegen, daß Italien Englands Dölkerbundsfront verstärken in der Rekordzeit von 75 Tagen vollzogen worden, obgleich gewisse Fachleute dafür Monate und Jahre ansetzen zu müssen glaubten. „Stomp a" hebt hervor, daß die Anerkennung gleichzeitig mit dem Einzug der italienischen Truppen in den äußersten Ortschaften Westabessiniens erfolge. Alle trügerischen Hoffnungen und Lügengewebe der Anhänger des Negus seien mit der Eroberung von Gore und Gambella und mit der Gefangennahme von RasJmru zusammengebrochen. Loglscherweise müßten jetzt weiter Schritte folgen, um alle Zweideutigkeiten zu beseitigen, besonders auch im Völkerbund. Man müsse daher die Entwicklung der politischen Lage mit lebhafter Spannung verfolgen. Oie Söhne des Nas Kassa hingerichtet. Rom, 23. Dez. (DNB.) Bei der im Gebiet von Schoa vorgenommenen systematischen Säuberungsaktion waren die beiden Söhne des Ras Kassa, Dedjas Averra und Dedjas Asfa Wossen, in italienische Gefangenschaft geraten. Beide wurden in Ficce, 100 Kilometer südlich von Addis Abeba, hin gerich tet. In unterrichteten italienischen Kreisen wird betont, daß mit dem Tode dieser beiden besonders feindlich einge st eilten Bandenführer Amsterdam, 22. Dez. (DNB.) Der „T e 1 e • graaf" lenkt die Aufmerksamkeit auf die kommunistische Gefahr in Holland und Niederländisch-Jndien. Das Blatt erinnert daran, daß die berüchtigte PKJ. (Kommunistische Partei Niederländisch-Jndiens) zwar nach den Revolten des Jahres 1927 aufgelöst und verboten worden ist, daß sie aber als illegale Organisation und Sektion der Komintern nach wie vor besteht. Diese unterirdische Partei strebt im Zusammenhang mit der EPN. (Kommunistischer Partei der Niederlande), die gleichfalls eine Sektion der Kommunistischen Internationale darstellt, die Errichtung eines „Sowjetindonesiens" an. Im Jahre 1934 wurde unter Leitung des Kommunisten Roestam in Holland das Auslandsbüro der in Niederländisch-Jndien verbotenen PKJ. gegründet. Zweck dieses Büros ist der weitere Ausbau der allgemeinen kommunistischen Organisation in Niederländisch-Jndien. Von hier aus werden kommunistische Zersetzungsschriften nach Niederländisch-Jndien gesandt, wo sie in den Gewerkschaften der Eingeborenen, an Arbeitslose, Frauen und Jugendliche verteilt werden. Ferner ist das Büro bestrebt, alle außerhalb Nicderländisch-Jn- diens weilenden Indonesier für die kommunistischen Umsturzpläne zu gewinnen. In den Kreisen der KPJ. wird jetzt nach der Errichtung eines Zentralausschusses der Partei in Niederländisch-Jndien selbst gestrebt, damit die illegale Wühlarbeit intensiver betrieben werden kann. In der letzten Zeit mehren sich die Berichte Über das Einschmuggeln kommunistischer Hetzschriften in malaiischer Sprache nach Nieder- ländifch-Jndien. Diese Schriften werden meist als äußerlich völlig unverfängliche „Reklamehefte" bekannter Firmen getarnt. So konnte kürzlich eine große Anzahl von angeblichen „Werbeschriften" einer bekannten Waschmittelfabrik beschlagnahmt werden, deren Inhalt lediglich aus kommunistischem hetzmaterial bestand. Nach dem Verbot der PKJ. wurde durch aus Niederländisch-Jndien geflüchtete eingeborene Kommunisten die „Republikanische Partei Jndonesia" (PARI) gegründet. Diese Partei verfolgt dieselben revolutionären Absichten wie die PKJ. und hat eine große Anzahl von kommunistischen Zellen in Niederländisch-Jndien gebildet. Von der PARI aus werden vor allem die in Holland studierenden jungen Eingeborenen aus Niederländisch-Jndien im Sinne Moskaus beeinflußt. Unter Decknamen, so weiß der „Telegraaf" zu berichten, werden diese jungen Leute als Mitglieder der Roten Hilfe, ober ähnlicher kommunistischer Verbände eingetragen. Angesichts dieser dauernden Bedrohung Nieder- ländisch-Jndiens durch Moskau fordert der „Telegraaf" energische Abwehrmaßnahmen. Das Blatt schreibt, das Auge Moskaus bleibe auf Niederländisch-Jndien gerichtet, auf den so verlockenden Indischen Archipel mit seiner leicht beein- lußbaren, wehrlosen Millionenbevölkerung. Dauernd untergrabe die kommunistische Internationale die Grundlagen der Ruhe und Ord- Genugtuung in Italien. Mailand, 22. Dez. (DNB.) Die Umwandlung der Gesandtschaften Englands und Frankreichs in Addis Abeba in Generalkonsulate wird von der italienischen Presse mit Befriedigung kommentiert. „Popolo d ' I t a l i a" schreibt, diese Maßnahme werde von der italienischen Oeffentlichkeit mit Genugtuung ausgenommen. „Gazze11a del P o p o l o" bemerkt, die Tatsache der restlosen Besetzung Abessiniens sei so überzeugend, daß sowohl England, als Frankreich zugeben müssen, daß von der Gespensterregierung von Gore keine Spur vorhanden sei und daß sie von der Einbildungskraft des Negus für den Völkerbund erfunden wurde. Die Befriedung Abessiniens fei vorgetäuschte „Luftangriff" hierbei 100 Tote und 180 Verwundete. Die Mehrzahl der Opfer sind katalanische Sozialdemokraten, die nach Ansicht der anarchistischen und kommunistischen Gruppen „nicht radikal genug" sind. Gegen dieVorherrschast derZuden in Polen. Beschwerden im Sejm. Kundgebungen in Ostoberschlesien. Warschau, 22. Dez. (DNB.) In der Sitzung der Haushaltskommission im Sejm am Montag wurde besonders lebhaft die Judenfrage besprochen. Der frühere Legionär und Kavallerie- offizier Abg. Budzynski beklagte sich in der Aussprache über die Personalpolitik der Regierung. Zur Begründung wies der Abgeordnete darauf hin, daß eine Reihe einflußreicher Posten in der polnischen Presse und Diplomatie mit I u • den besetzt sei. Juden seien die Inhaber der höheren Stellen in den Redaktionen polnischer Zeitungen. Wenn die Regierung eine Pressekonferenz einberufe, so erschienen als Vertreter der polnischen Blätter überwiegend Juden. Daß die Vertreter polnischer Zeitungen in Deutschland jetzt keine Juden mehr seien, sondern Polen, sei weniger auf die Entwicklung in Polen, als auf die in Deutschland zurückzuführen. Die Abteilung für Außenpolitik im polnischen Rundfunk fei mit drei Juden besetzt. Juden unterrichteten also die polnische Oeffentlichkeit über die politischen Vorgänge im Auslande. Wenn die Regierung, so fuhr der Abgeordnete fort, ihre Personalpolitik nicht ändere, dann werde sie alle Polen zu Antisemiten machen, da derartige Zustände natürlich eine Reaktion Hervorrufen müßten. Die Polen könnten nicht dulden, daß auf irgendeinem Posten ein Jude die polnische Kultur vertrete. Es sei höchste Zeit, Polen von der inneren Okkupation durch das Judentum zu befreien. Als ein jüdischer Abgeordneter dieser Darstellung widersprechen wollte, begegnete ein anderer polnischer Abgeordneter seinem Vorstoß mit der Frage, ob der jüdische Vertreter etwa nicht wisse, daß unter den derzeitigen Verhältnissen in Polen nur noch ein Jude Rechtsanwalt ober Iourna - list werben könne. Der Sohn eines polnischen Bauern dagegen habe nicht einmal die Möglichkeit, sich ein Ladengeschäft zu gründen. Am Goldenen Sonntag kam es in mehreren o st oberschlesischen Städten zu Kundgebungen gegen die jüdische Ueberfrem- düng. Zahlreiche Mitglieder polnischer Vereinigungen sammelten sich vor jüdischen Geschäften und forderten auf, Einkäufe nur bei Ariern zu tätigen. Gleichzeitig wurden in den Straßen Flugblätter verteilt, die den Boykott der jüdischen Geschäfte verlangten. Besonders nachhaltig waren die Kundgebungen vor den großen jüdischen Warenhäusern in Ka11owitz und Königshü11e. In mehreren Fällen griff die Polizei ein, die eine Anzahl Kund- geber festnahm. Deutschland und Finnland. Erfolgreicher Abschluß der Wirischaftsverhandlungen. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Die seit einigen Wochen in Berlin geführten Verhandlungen über die Verlängerung des deutsch-finnischen Handelsvertrages und des deutsch-finnischen Ver- rechnungsabkommens sind heute erfolgreich zum Abschluß gebracht worden. Angesichts der günstigen Entwicklung des deutsch-finnischen Handels im ab- gelaufenen Jahre und des günstigen Kontostandes im Verrechnungswesen ist es möglich gewesen, bei der Verlängerung für das Jahr 1937 eine wesentliche Steigerung des beiderseitigen Warenverkehrs in Aussicht zu nehmen. Es ist bei dieser Gelegenheit auch gelungen, mit der finnischen Regierung Vereinbarungen über eine bedeutsame Erleichterung der Zollbehandlung für deutsche Kraftfahrzeuge und -teile derselben zu treffen, welche die Einfuhr deutscher Automobile aller Art nach Finnland künftig sehr erleichtern werden. Durchgangsverkehr nach Ostpreußen. Berlin, 22. Dez. (DNB.) In den feit längerer Zeit im freundschaftlichen Geiste zwischen dem polnischen und dem Reichsverkehrsministerium geführten Verhandlungen über die weitere Regelung de- Durchgangsverkehrs zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutsch- and ist am 22. Dezember 1936 eine voll* Einigung erzielt worden. einen weiteren Bericht über die Ueberwachung von Flugzeugen, die auf dem Luftwege nach Spanien gelangen, unterbreiten soll, damit die betroffen en Regierungen dem Ausschuß ihre Bemerkungen hierzu zum möglichst baldigen Zeitpunkt übermitteln. Der Unterausschuß kam überein, dem hauptaus- schuß gewisse Vorschläge zu unterbreiten, die darauf abzielen, daß die beteiligten Regierungen eine einheitliche Auslegung der Verpflichtungen geben, die sie durch den Beitritt zum Nichteinmischungsabkommen auf sich genommen haben. Die nächste Sitzung des Unterausschusses wird am Dienstag, 5. Januar 1937, um 15.30 Uhr stattfinden. 50000 „Freiwillige" aus Frankreich. P a r i 5 , 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" berichtet, daß mehr als 50 0 0 0 Freiwillige seit Beginn der Kämpfe in Spanien die französisch-spanische Grenze von Ce- bere nach Pvrt-Bvu (Nordostecke Spaniens) überschritten hätten. Das gleiche Blatt gibt auch eine Meldung aus Tanger wieder, wonach die Bolschewisten von Perpignan im Fremdenviertel der Stadt ein Rekrutierungsbüro eröffnet haben. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 23. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Die nationalen Truppen setzen ihren Vormarsch in der Provinz Cordoba erfolgreich fort. Nach dem Heeresbericht des Obersten Befehlshabers in Salamanca wurden am Dienstag von den Streitkräften der nationalen Südarmee die Orte El Carpio und Pedro Abad (etwa 28 bzw. 35 Kilometer östlich der Stadt Cordoba), sowie der Ort Villa Franca de Cordoba erobert. Die Bolschewisten hatten starke Verluste. Ihnen wurde viel Kriegsmaterial und zahlreiche Maschinengewehre abgenommen. Im Norden wiederholten die bolschewistischen Truppen im Kampfabschnitt Villarreal in der Provinz Alava ihre Angriffe auf die von den nationalen Truppen am Montag eroberten Stellungen. Sie erlitten dabei große Verluste, ohne ihr Ziel zu erreichen. An der Front von Madrid wurde bei einem Luftkampf ein zweimotoriges bolschewistisches Bombenflugzeug abgeschossen. Paris, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die roten Machthaber in Valencia haben am Dienstagnachmittag in einem „Kabinettsrat" einen Beschluß gefaßt, der ein bezeichnendes Licht darauf wirft, aus was für Elementen sich ihre Anhängerschaft zusammensetzt. Sie haben nämlich beschlossen, die Gerichtsakten über Urteile zu vernichten, die vor dem 19. Juli 1936, also vor der nationalen Erhebung, gefällt worden sind. Offenbar haben sie ein außerordentlich starkes Interesse daran, ihre eigenen Machenschaften und die Schandtaten ihrer Anhänger, deren Rädelsführer sich zum größten Teil aus notorischen Verbrechern zusammensetzen, einer späteren Nachprüfung zu entziehen. Gleichzeitig haben die Bolschewistenhäuptlinge beschlossen, ihre politischen Gegner, die sie gefangen halten, in „Arbeitslager" zu überfuhren. Die „Konkurrenzkämpfe" in Barcelona. Völlige Anarchie. London, 23. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Heber die anarchistischen Zustände in Barcelona und die Zwistigkeiten der verschiedenen kommunistischen Gruppen untereinander bringt der „Daily Telegraph" heute einen höchst bemerkenswerten Bericht seines Sonderkorrespondenten. Danach war dieser Tage in Barcelona unvermutet die Verdunkelung der Stadt ungeordnet worden, so daß die Bevölkerung an einen unmittelbar bevorstehenden Luftangriff glaubte. Diese Annahme wurde verstärkt durch die Tatsache, daß in mehreren Teilen der Stadt Gewehrschüsse gehört wurden. Nach einer Verdunkelung von 15 Minuten Dauer wurde die Stadt wieder beleuchtet, und ein Rundfunksprecher machte die unbestimmte Mitteilung, daß die „Gefahr" vorüber sei. In Wirklichkeit hatte sich, entgegen den widerspruchsvollen Behauptungen der marxistischen Presse von Barcelona, die teils von einem „feindlichen Luftangriff", teils von einer „Luftabwehrübung" sprach, folgendes zugetragen: In letzter Zeit war die Gegnerschaft, zwischen den größeren Gruppen der Anarchisten und K o m m u n i ft e n infolge von Meinungsverschiedenheiten über die Verteilung der einträglicheren Pfründe immer bedrohlicher geworden, so daß eine dieser Gruppen beschloß, unter dem Schutz einer „Luftabwehrverdunkelung" die Konkurrenz au vernichten. Nach dem „Daily Telegraph^ forderte der Der Verfasser des Artikels zählt dann diejenigen auf, die Hauptschuldige an den unglücklichen Ereignissen in Spanien sind, und stellt fest, daß sie sämtlich Juden sind. Der eigentliche Diktator auf der roten Seite in Spanien sei der bolschewistische Jude Rosenberg. Ihm zur Seite ständen der aus Katalonien stammende Jude Companys, die Jüdin Margarita Nelken, die früher in Deutschland ihr Unwesen trieb, und der Jude p riet o. weiter der Jude Dr. Ma r anon und unzählige andere mehr oder weniger reinrassige Juden, die von den niedrigsten Instinkten beseelt seien. Diese hätten unter falschem Namen oder unter „christlichem" Deckmantel Spanien besonders in den letzten fünf wahren geistig verseucht und materiell zugrunde gerichtet. Das plündern und Stehlen von Goldsachen, die zum handel geeignet seien, von Schmuck und Kunstwerken verrate die Ordnung dieses ganzen Sy st em s. 3n Toledo habe ein in solchen Dingen erfahrener ungarischer Jude die Gemäldesammlungen fortgeschleppt. Jüdische Rechtsanwälte versuchten den handel ihrer Rassegenossen mit gestohlenen Volksgütern zu legalisieren. Die Plünderungen von Kirchen, so stellt der Verfasser des Artikels fest, beweisen den inneren Zusammenhang zwischen Bolschewismus und Judentum. Wer den Kirchen feindlich gegenüberftehe, der gehe achtlos an den HeiksgMbildern vorüber; die rachsüchtige Wut aber, mit der die Kommunisten in Spanien die Kirchen stürmten, finde seine Erklärung nur in dem Fanatismus der Rabbiner, deren Art christlicher Gesinnung und christlicher Religion entgegengesetzt sei. Wörtlich schließen die Ausführungen dieses spanischen Journalisten: „Der armstzlige Analphabet, der in Lastilien I oder Andalusien hölzerne Lhristusstatuen enf- Bücher unter dem Weihnachtsbaum 905 914, 1 096 592, 35 Pf., gebunden 75 Pf., Philipp Re- Verlag, Leipzig. — (369) — Die Aus- In München begann unter Aufsicht des Notariats V die öffentliche Ziehung der 8. R e i ch s - lotterte für Arbeitsbeschaffung. Die Ziehung wurde eröffnet im Auftrag des Reichsschatzmeisters der NSDAP, durch Stabsleiter Saupert, der in einer Ansprache auf die gewaltigen Fortschritte und Erfolge hinwies, die auch in diesem Jahre in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erreicht worden sind, nicht zuletzt dank der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung. Nach der Ansprache wurde zur Ziehung geschritten. Die Lotterie enthält zwei Abteilungen A und B, mit je drei Millionen Losen, die in einer großen Lostrommel eingeschüttet sind. Eine zweite Trommel enthält die Gewinnröllchen, eine dvitte d-ie Endnummerngewinne, die zuletzt gezogen werden. Zur Ausspielung gelangen u. a. zwei Gewinne zu 50 000 Mark, 20 Prämien zu 2500 Mark, 50 Gewinne zu 1000 Mark und 100 Gewinne zu 500 Mark. Die insgesamt 424 152 Gewinne und 20 Prämien ergeben zusammen eine Gewinn umme von 1600 000 Mark. Bereits am ersten Tag der Ziehung wurden die 4152 Gewinne in Höhe von 20 Mark bis 50 000 Mark von insgesamt 424 152 Lo- sen beider Abteilungen ausgelost. Dabei fiel der r W lelm Busch: Die Kirmes und ,^^^eschichten. Mit einem Nachwort von Earl W. Neumann. (Universal-Bibliothek Nr. 7330.) Kartoniert 35 Pf., gebunden 75 Pf., Philipp Re- clam jun., Verlag, Leipzig. — (369) — Die Aus- wähl bringt eine der prachtvollsten Bildergeschichten aus Buschs reifster Zeit, Stücke aus „Dideldum" und „Haarbeutel", dazu Gedichte aus „Kritik des Herzens und „Zu guter Letzt". Das Bändchen wird überall Freude und Humor verbreiten. Kaiser oder Kanzler. Der Kampf um das Schicksal des Bismarck-Reiches. Für Arbett und Brot! Oeffentliche Ziehung der 8. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung in München. Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Dr. Friedrich Sohn. erzeuguna von gewisser Bedeutung. Die Anforderungen, die der Markt an den Fettreichtum der Milch stellt, sind wesentlich höher als bei uns. Auch die Farbtönung der Milch beeinflußt die Absatzfähigkeit. Auf den Viehweiden fanden wir fast immer verschiedene Rassen zusammen, das Gesamtbild war einigermaßen unausgeglichen. Die scharfe Trennung, die in der Zucht zwischen dem Milch- und Fleischvieh vorgenommen wird, hat zur Folge, daß sich in der Körperform ein gewaltiger Unterschied zwischen den beiden Zuchtrichtungen her- ausgebildet hat. Der Besuch Wisconsins hat die bereits gewonnene Erkenntnis gestärkt, daß Amerika und Europa nicht mit gleichen Maßen gemessen werden können. Sie hat uns an den Siedlern deutscher Abstammung auch die gewaltige Kraft des Amerikanisierungsprozesses vor Augen geführt. Trotz des gleichmachenden Einflusses der amerikanischen Zivilisation sind jedoch die Einflüsse des Volkes und der Rasse gerade bei den auf dem Lande wohnenden Menschen auch dann noch wirksam, wenn die äußeren Erscheinungsformen des alten Volkstums weitgehend abgestreift sind. Gportabteilung im Innenministerium. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern wird au Anordnung des Reichsministers Dr. Frick mit Wirkung ab 1. Januar 1937 zur Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sportes und der Leibesübungen eine besondere Abteilung — Abteilung VIII — gebildet. Mit der Leitung der neuen Abteilung wird der Reichssportführer von Tschammer und O st e n betraut, dessen Stellung als Leiter des Reichssportamtes hierdurch nicht berührt wird. Aufgabe der neuen Abteilung ist die Bearbeitung aller Angelegenheiten des Sports und der Leibesübungen in der Ministerialinstanz nach den vom Minister oder Staatssekretär erteilten Weisungen. Dem Reichssportamt als der Nachgeordneten Reichsbebörde liegt die Ausführung der Anordnungen des Ministeriums ob. Es bleibt in persönlicher und sachlicher Hinsicht von der Mnisterial- instanz getrennt. Doch wird durch die in der Person des Reichssportführers hergestellte einheitliche Leitung eine enge Zusammenarbeit zwischen der neuen Abteilung des Ministeriums und dem Reichssportamt gewährleistet. In diesem Buche von Rich. Sexau (Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg, geb. 6,80 Mk.) — (452), hat der Leser ein Geschichtswerk vor sich, das einen der bedeutendsten und tragischsten Abschnitte der deutschen Geschichte behandelt: das Ringen zwischen dem Schöpfer und Kanzler des Kaiserreiches Fürst Bismark und dem damals noch jungen Herrscher Wilhelm II. Sexau hat für dieses Stück deutscher Geschichtsschreibung eine außerordentliche Fülle von Material herangezogen, das er zum Teil durch persönliche Beziehungen, als Aufzeichnungen aus dem Kreise von Augenzeugen und Mitbeteiligten, an der Hand hatte. Er begnügt sich nicht damit, den Leser unvermittelt in den Regierungsbeginn Wilhelms II. und in fein Verhältnis zum Eisernen Kanzler hineinzuführen, sondern er gibt auch einen tiefen Einblick in die Jahre, die den späteren Kaiser noch als Prinz Wilhelm sahen und in denen er im Schatten seines Großvaters, des Kaisers Wilhelm I. wandelte, zugleich im Konflikt mit seinen Eltern, dem Kaiser Friedrich III. und seiner Frau, der geborenen englischen Prinzessin, stand. Sexau beginnt seine geschichtliche Darstellung mit der Gasteiner Monarchenbegegnung am 9. August 1886 und mit der dort vom alten Kaiser beschlos- enen Entsendung des Prinzen Wilhelm nach Ruß- and. Er schildert dann in zahlreichen Einzelkapiteln die zum Teil der breiteren Oeffentlichkeit bisher noch unbekannten Vorgänge an der höchsten Stelle der Reichsführung, nämlich das Verhältnis des alten Kaisers zum Kanzler Bismarck, die Stellung des Kronprinzen Friedrich und dessen Beziehungen zu Kaiser, prinzlichem Sohn und Kanzler, die schweren Konflikte zwischen dem jungen Prinzen Wilhelm und seinen kronprinzlichen Eltern einerseits, das herzliche Verhältnis zum Großvater, dem alten Kaiser anderseits, seine verehrungsvolle Zuneigung zu dem großen Kanzler. In diesen Kapiteln zeigt ich vor dem geistigen Auge des Lesers ein Stück tragischer Geschichte der kaiserlichen Familie zu Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, bei der neben den rein familiären, aber doch für das Reich bedeutsamen Vorgängen auch ein großer Ab- chnitt staatspolitischen Geschehens in seinen viel- ältigen Auswirkungen bekannt wird. Beim Lesen dieser Kapitel lernen auch die Aelteren unter uns, die durch ihr Lebensalter jenen Ereignissen natürlich näherstanüen als die heutige junge Generation, manches verstehen und begreifen, was bisher nur dunkel und unklar in Erscheinung trat. Denn es wird neben den großen staatspolitischen Dingen auch ein ansehnliches Stück rein menschlicher Tragik er- ennbar, durch das das Leben des jungen Prinzen Wilhelm in seiner Jugend schon schwer beschattet wurde und in ihm Eindrücke hinterließ, die für eine späteren Jahre sicherlich in mancherlei Hin- icht bestimmend geworden sind. Im Anschluß an den großen Ueberblick vom August 1886 erzählt Sexau dann in zahlreichen weiteren Abschnitten die Geschichte des Ringens zwischen dem jungen Kaiser Wilhelm II. und dem bereits unter dem alten Kaiser zum überragenden Mittelpunkt der Reichsführung gewordenen großen Kanzler Bismarck. Auch in diesen Kapiteln Hingen mele menschlich warme, herzliche Noten auf beiden Seiten an; es treten aber auch, anfänglich nur ganz leicht, gewissermaßen schattenhaft, dann immer stärker und immer schwerer, die Gegensätze zutage, in denen sich Kaiser und Kanzler einander gegenüber landen und sich immer mehr entfremdeten, bis es chüeßlich Ende März 1890 zum tragischen Bruch durch den Abgang Bismarcks kam. In diesen Kapiteln kann der Leser auch mancherlei lehrreiche Blicke in das Intrigenspiel hinter den Kulissen tun; er kann die scheinheiligen Wühlmäuse Holstein, Graf Waldersee, den aalglatten und von keinerlei charakterlichen Hemmungen beschwerten Bülow (damals Botschaftsrat in Petersburg, später Reichskanzler) und viele andere einer Hofkamarilla, ferner politische Ehrgeizlinge, wie Boetticher usw. am Werke erkennen; man sieht aber auch aufrechte Manner wie Herbert Bismarck, den alten Moltke den ehrlichen Mittler und kaiserlichen Freund Philipp Eulenburg, Caprivi und andere stark in das Zeitgeschehen eingreifen. Im Mittelpunkt aller dieser Vorgänge stehen die beiden gewaltigen Exponenten: der junge Kaiser und der große Kanzler als Gegenspieler, beide vom reinsten Wollen und von größtem Verantwortungsbewußtsein erfüllt, beide im Grunde einander nicht abgeneigt und doch durch verhängnisvolle Mißverständnisse,' Versäumnisse und vor allem durch die skrupellose Jnlri- gantenwirtschaft der eigensüchtigen politischen Stre- der immer mehr in die Gegensätze und in den Konflikt hmeingetrieben. So entwickelt dieses Buch die große Tragik der deutschen Reichsführung von Juni 1888 bis Ende Marz 1890. Es lenkt die Blicke rückwärts auf ein Stück deutscher Geschichte, deren Auswirkungen weit über jene Tage hinausgingen. Ernst Blumschein. Jungarbeiter überreichen deniGauletter ein Weihnachtsgeschenk. NSG. Wenn es notwendig war, die Forderung der Jungarbeiterfchaft zu unterstreichen, war es immer der Gauleiter, der ein offenes Ohr für seine jungen Kameraden hatte. Wir denken nur an die Zeltlageraktion der Hitler-Jugend, oder an die Uebernahme der Schirmherrschaft des Reichsberufswettkampfes. Als ein äußeres Zeichen des Dankes überreichten ihm am Dienstag der Gaujugendwal t e r der DAF. und vier Lehrlinge ein Schreibzeug als Weihnachtsgeschenk. Vom Entwurf bis zum letzten Feilstrich stammen alle Arbeiten von Lehrlingen im ersten Lehrjahr. Der Gauleiter brachte seine Freude über dieses wohlgelungene Geschenk zum Ausdruck und überreichte jedem Lehrling sein Bild mit Unterschrift. Die Lehrlingswerkstatt des Betriebes, in dem die Arbeiten hergestellt wurden, erhielt ebenfalls ein Bild, das einen Ehrenplatz in dem Gemeinschaftsraum der Lehrlinge finden wird. Weihnachtssitzung der „Stiftung für Opfer der Arbeit". Berlin, 22. Dez. (DNB.) Vor einigen Tagen trat im Reichsministerium für Volksaufklarung und Propaganda der Ehrenausschuß der „Stif- tung für Opfer der Arbeit" zu seiner üblichen Weihnachtssitzung zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Zieg - ler, erstattete Bericht über die Arbeit der Geschäftsstelle der Stiftung, aus welchem hervorgeht, daß die Inanspruchnahme der Stiftung unvermindert anhält. Bei der Hilfeleistung aus Anlaß von größeren Unglücksfällen im vergangenen Jahre mar die Stiftung führend beteiligt. Ihr Hauptaugenmerk aber galt der Betreuung der Hinterbliebenen, deren Ernährer als Einzelopfer in ihrem Beruf verunglückten, und die von der Oeffentlichkeit leider meist vergessen werden. Zur Beschlußfassung wurden dem Ehrenausschuß 1448 Gesuche vorgelegt. Auf Grund dieser Gesuche wurden 585 Familien zum ersten Male mit Zahlungen von insgesamt 143 669 Mark und 564 Fa- — Hans Kloepfer: Was mir die Heimat gab. (Die Kleine Bücherei, Nr.70) Albert Langen-Georg Müller, München 1936. — (534) — Den Kräften der Heimat verdankt Hans Kloepfer, der steierische Arzt und Dichter, die Ernte seines reichen, friedlichen Lebens. Ob er von feiner Kindheit und Jugend erzählt, von den väterlichen Ahnen in Schwaben, den mütterlichen aus der Steiermark, von den ersten Berufsjahren als Werk- und Landarzt, oder ob er mit milde lächelnder Heiterkeit verklungene Tage aus der Geschichte seiner heimatlichen Landschaft zu neuem Leben erweckt — immer wieder erklingt in diesem Büchlein die Stimme der deutschen Heimat. — Bernt von Heiseler: Die Unverständigen. Erzählungen. 150 Seiten. Kart. 2,50 RM., Ganzleinen 3,50 RM. Ludwig Voggenreiter Verlag,, Potsdam. — (238.) — Bernt von Heiseler, der Sohn des verstorbenen Dichters Henry von Heiseler, ist bereits durch Gedichte und Laienspiele bekannt geworden. Hier legt er seine erste Prosa- sammluna vor. Die Eingangsnovelle des Bandes gestaltet das Schicksal zweier Liebenden in Briefform. Den Titel „Die Unverständigen" und feinen Sinn deutet Heiseler in fünf weiteren Erzählungen. Immer ist es das Versagen oder Sich-Bewähren der Seele, das zur Gestaltung verlockt und die handelnden Menschen einprägsam erstehen läßt. — Ulrich Sander: Die Frau von Gohr. Roman. 311 Seiten. Steif brosch. 3,50, Seinen 5,— RM. Wilh. Gottl. Korn, Verlag, Breslau. — (432) — Im Mittelpunkt dieses Romans steht Alwine Treß, die Erbin von Gohr, einem uralten Gutshof an der pornrnerschen Küste. Das Leben dieser ausgesprochen norddeutschen Frau macht den Inhalt des Buches aus: ihre zu frühe, unglückliche Ehe, die Jahre einer verzehrenden Witwenschaft, die scheinbare Erfüllung durch ihre Heirat mit einem Manne, • den sie bedingungslos liebt und den sie, als einen Fremdling auf Gohr, doch nicht zu halten vermag; das Schicksal ihrer Kinder und Kindeskinder, die alle, bis auf eines, für Gohr verloren sind; und das Ende dieser Mutter und ihres Hofes. — Herbert Göring: Ich muß habet je in! Als „Bäckergeselle" von Spanien an die Westfront. 219 Seiten, reich illustriert. Verlag von Martin Warneck, Berlin. Kart. 3 Mk., geb. 3,80 Mark. — (347) — In Spanien 1914 vom Kriegsausbruch überrascht, sucht Herbert Göring nach Hause und an die Front zu kommen. Schon in Spanien türmen sich die Schwierigkeiten. Mit falschem Paß als „Schweizer Bäckergeselle" besteigt er em Schiff nach Italien. Wie die Fahrt mißlang, wie List und Kühnheit helfen, bis endlich die deutsche Grenze erreicht ist, wird man lesen und feine pelle Freude daran haben. Die Schilderungen von Land und Leuten in Spanien haben gerade heute ein aktuelles Interesse. Eine heitere Studie „Die Stallwache", und ein Erlebnis aus dem Krieg, „Die Sprengpatrouille", schließen sich ohne Zwang dem Heimkehrbericht an. Das Buch ist liebevoll ausgestattet und mit vielen Zeichnungen geschmückt. Sein Wert liegt in der Frische seiner Darstellung, in der Spannung und Lebensnähe der Berichte. — Gerhart Ellert: Der Doge Fos- c a r i. Schauspiel in sechs Akten. 141 Seiten. I. G. Speidelsche Verlagsbuchhandlung, Wien und Leip- zig. — (593.) — Ellert, der früher bereits Romane über Attila und Karl V. erscheinen ließ, schildert in feinem Schauspiel, Venedig 1457, eine jener in der italienischen Renaissance nicht seltenen Stadtstaats- aktlonen, in deren Ablauf sich zugleich aus dem Widerspiel der Generationen ein echter und theatralisch wirksamer Konflikt entwickelt. — Dr. Carl T. Wiskott: Griechen- lanb — im 21 uto erlebt. Mit 80 Bildern von Dr. Paul Wolfs und Tritschler. Preis geb. 5,40 Mk. Verlag F. Bruckmann AG. München. — (595) — Dieses Buch stammt von keinem Zünftigen. Sein Verfasser ist vielmehr ein begeisterter Autotourist, der em solches Buch schmerzlich vermißte, als er im Olympischen Jahr eine Griechenlandreise oorberei- tete, und dem dann die Vielgestaltigkeit des Fahrt- aufes und seiner Ereignisse die Idee eingab, es jelbft zu schreiben. So entstand ein ungemein farbiger, temperamentvoller Erlebnisbericht, der durch stme sportliche Lebendigkeit und durch die großen Perspektiven von einst und jetzt selbst zum Erled- !sts wird —, vertieft noch durch die vielen Herr- Iichen Bilder aus dem Hause von Dr. Paul Wolff, der seinen Kameraschützen an dieser Reise teilneh- men ließ. So werden an diesem Buch ihre Freude haben auch die, die auf herkömmlicheren Wegen Griechenland durchqueren, aber auch die, die über die Leistungsfähigkeit unserer deutschen Automobile unterrichtet sein wollen oder schöne Photos lieben, und nicht zuletzt die vielen, die das Land der (Bri* chen nur „mit der Seele suchen" können. — Karl Foerster / Albert Steiner* Blumen auf Europas Zinnen. Bild und Wort. Mit 60 Aufnahmen nach der Natur von Al« bert Steiner. 136 Seiten. Leinen 5,80 Mark. Rot» Haltung führen, mit der Jugend dagegen ist nur in englischer Sprache eine Verständigung möglich. Trotzdem scheinen aber die Kräfte des Volkstums auch dann noch wirksam zu sein, wenn die Sprache, die Sitten und Gebräuche der Vorfahren vergessen sind. Es ist sicherlich kein Zufall, daß dieses vorwiegend von germanischen Menschen bewohnte Land ordentlicher und gepflegte r aussieht als die meisten anderen Gebiete der Union. Der Staat Wisconsin ist besonders führend m der Milcherzeugung. Auf dem Wege nach Madison kommen mir durch Landschaften, in denen oie Dichte des M i l ch v i e h b e st a n d e s mit Dänemark in Wettbewerb treten könnte. In einer kleinen Stadt werden wir von dem Hotelbesitzer, einem Herrn Wagner, auf das freundlichste begrüßt. Da das Essen noch nicht bereit ist, schickt er uns in ein Haus auf die andere Seite der Straße, wo wir uns eine „Milchfarm" ansehen sollen. Wir wundern uns, daß mitten in der Stadt eine Milchfarm gelegen fein soll und vermuten in dem Gebäude eine Molkerei. Doch auch diese Erwartung trifft nicht zu, denn wir besichtigen die Schrift- leitung und Druckerei einer der größten Molke- re i ze 11 s ch r i f t e n des mittleren Westens. Bei per Besichtigung der Druckerei begrüßen wir verschiedene Landsleute, die durchweg in Amerika geboren sind. Es stellt sich heraus, daß der Besitzer der Zeitschrift vor den Toren der Stadt eine Milchfarm bewirtschaftet, die uns nach dem Mittagessen gezeigt wird. Nach dem Besuch weiterer Farmen und einer Molkerei in der Umgebung der reizvoll Zwischen Seen gelegenen Landeshauptstadt Madison unter Führung des Direktors des landwirtschaftlichen Beratungswesens und einiger landwirtschaftlicher Professoren haben mir ein einigermaßen abgerundetes Bild von der amerikanischen Milchwirtschaft. Seit dem Verlassen Neuyorks sind wir in der Hauptsache in der Zone gewesen, welche die Agrargeographen als die „Milch- und Heuzone" bezeichnen. Nur in der Gegend von Chikago wurde per nördlichste Rand der auf die Viehmast eingestellten „Maiszone" gestreift. Die Einteilung des Landes in Erzeugungszonen ist eine amerikanische Besonderheit, die sich aus der für unsere Begriffe außerordentlich starken regionalen Arbeitsteilung ergibt. Während in der Milchzone der östlichen Vereinigten Staaten die Zusammenballung der Milchfarmen nur auf einem beschränkten Teil bes Gesamtraumes festzustellen ist, beherrschen in der südlichen Hälfte Wisconsins — der nördliche Teil ist für die Landwirtschaft wenig geeignet — öie Milchfarmen völlig das Landschaftsbild. Der größte Teil der Milch wird zu Käse und Butter verarbeitet und auf weit entfernten Märkten abgesetzt. Das Genossenschaftswesen ist hier und in dem westlichen Nachbarstaat Minnesota be- anders hoch entwickelt. Der ausgeprägte Sinn für die Zusammenarbeit, die wir hier finden, scheint — Hermann Claudius: Und weiter wachsen Gott und Welt. Neue Gedichte. (Die kleine Bücherei, Nr. 68.) Albert Langen-Georg Müller, München, 1936. — (532) — Die Wunder der Schöpfung, mögen sie sich im Blühen der Blumen oder im Wandel der Gestirne offenbaren, der festliche Zug der Jahreszeiten, die unser aller Leben durchwirkende Kraft von Volk und Heimat, das Sehnen, Hoffen und Glauben des Menschen und das Walten der göttlichen Macht über der friedlosen irdischen Welt — das sind die Erlebnisse, die Hermann Claudius in seinen zarten, besinnlichen Liedern und Gesängen in Demut und Dankbarkeit preist. milien zum zweiten oder dritten Male mit Zuwendungen in Höhe von 84 540 Mark bedacht. 299 Gesuche mußten abschlägig beschieden werden, da eine besondere wirtschaftliche Notlage nicht vorlag, bzw. die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren. Seit Bestehen Der Stiftung sind damit rund 15 000 Gesuche bearbeitet und entschieden worden. Die bisherige Ausschüttungssumme beläuft sich au rund vier Millionen Mark. Die von dem Ehrenausschuß bewilligten Summen sind bereits in die Hände der Unterstützten gelangt, so daß diese noch für das Weihnachtsfest darüber verfügen können. Der ehrenamtliche Geschäftsführer berichtete auch über die zahlreichen, bei der Stiftung eingehenden Dankschreiben, die zum Teil in ergreifender Wei e die durch die Unterstützung bereitete Freude schildern. Aus ihnen ergibt sich, wie dankbar von den betreuten Volksgenossen das große soziale Hilfswerk des Führers als des Begründers der Stiftung empfunden wird. V. Sei den deutschen Siedlern in Wisconsin. ZdR. Folgt man von Chikago aus in nordwestlicher Richtung der Küste des Michigan-Sees, so ^reicht man schon nach knapp 100 Kilometer die Grenze des Staates Wisconsin, der wegen seines starken deutschen Blutanteils unser besonderes Interesse verdient. 3JHt Wisconsin verbindet sich die Erinnerung an eine reizvolle, leicht gewellte Landschaft mit schönen und gepflegten Farmen inmitten saftiger Viehweiden und ausgedehnter Futterschläge. Die schönen Einzelhöfe mit Den stattlichen Silotürmen, die grasenden Milch- Viehherden und die zahllosen Seen mit ihren eigenartig klingenden indianischen Namen ergeben ein Bild tiefsten Friedens, das gar nicht mit den Vorstellungen übereinstimmen will, Die man gewöhnlich mit dem rastlosen und unsteten Amerika verbindet. Ist es der Einfluß der vielen deutschen und skandinavischen Siedler, die diesem Land ein so angenehm berührendes Gepräge geben? Diese Frage wollen wir durch unseren Besuch zu klären versuchen. Am westlichen Ufer des Michigan-Sees, der in seiner Größe einem Binnenmeer gleicht, ist der Anteil des deutschen Elements an der ländlichen Bevölkerung stärker als in irgendeinem anderen Teil der Union. Weiter westlich in Wisconsin und m Minnesota dagegen sind Menschen skandinavischer Abstammung stärker vertreten. Die Tatsache, daß an den in nord-südlicher Richtung verlaufenden deutschen Siedlungsstreifen sich nach Westen hin stärkere skandinavische Siedlungen anschließen, erklärt sich Daraus, daß die zweite große Welle der Deutschen Einwanderung in der Mitte Des vorigen Jahrhunderts um etwa 20 Jahre früher einsetzte als eine ähnliche Wanderungsbewegung aus Den skandinavischen Staaten. Die Erschließung Nordamerikas war aber in diesen zwei Jahrzehnten ein Stück weiter nach Westen vorgedrungen. Wenn nun auch in dem Gebiet, das wir auf Der Fahrt von Chikago nach Madison durchqueren. Der deutsche Blutsanteil Den aller anDeren Nationen bei weitem übertrifft, so hört man Doch nur verhältnismäßig selten auf Der Straße oder in den Geschäften ein Deutsches Wort. Die hier wohnenden Menschen sind zumeist schon seit zwei bis drei Generationen im Lande. Der Amerikanisierungsprozeß hat aber in Der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und auch in den letzten Jahrzehnten so schnelle Fortschritte gemacht, daß es nur eine Frage Der Zeit ist, bis auch hier hie deutsche Zunge verstummt fein wird. Die Enkel verstehen nicht mehr die Sprache Der Großeltern. Man erlebt die eigenartige Tatsache, daß viele Der Alten deutsch sprechen, auch mit manchen Leuten im mittleren Alter kann man zur Not noch eine deutsche Unter- < uns auch mit der volklichen Abstammung der Menschen im Zusammenhang zu stehen. Auf Der ganzen Fahrt Durch Den Kontinent hat uns die große Bedeutung der Gärfutterbehälter beeindruckt. Wir sahen keine Farm, in der die Viehwirtschaft eine Rolle spielt, Die nicht einen oder mehrere Futtertürme hatte. Die wichtigste Frucht für die Gärfutterbereitung ist her Mais, her außerhalb her eigentlichen Maiszone fast ausschließlich für diesen Zweck angebaut wird. Von den 40 Millionen Tonnen Gärfutter, hie in USA. im Jahr hergestellt werden, entfallen allein 26 bis 27 Millionen Tonnen auf den Mais. Der Anbau von Rüben und Kartoffeln spielt überhaupt keine Rolle; daraus ergeben sich grundsätzliche Unterschiede im Vergleich zu den Verhältnissen in her Heimat. Auf unserem Weg durch die Milchzone lernten wir auch die Milchviehrassen Nordamerikas kennen: das schwarzbunte Niede- rungsvieh, die „Holsteiner" oder „Friesen", wie man sie drüben nennt, ferner die „Guernsay", „Ayrshire" und als leichteste Rasse die „Jersey". Auch die „Shorthorns", die z. T. als Milch- und Fleischrinder gezüchtet werden, sind für die Milch- Haupttrefser von 50 000 Mark in beiden Abteilungen, also 100 000 Mark, auf das Doppellos 2 7 8 6 6 2 9. (Ohne Gewähr.) Neben den Hauptgewinnen von 50 000 Mark in beiden Abteilungen und den zahlreichen Gewinnen zu 500, 100, 50 und 20 Mark wurden auch 5 0 Ge - winne zuie 1000 Mark (oder je 2000 Mark beim Doppellos) gezogen, und zwar auf folgende Losnummern: 73 627, 230 366, 382 049, 566 671, 592 651, 726 892, 791 766, 905 914, 1 096 592, 1 322 151, 1 517 444, 1 860 239, 1 922 053, 1 941 166, 2 079 499, 2 123 190, 2 347 278, 2 435 970, 2 484 555, 2 494 207, 2 602 351, 2 612 790, 2 733 765, 2 748 895, 2 955179. (Ohne Gewähr.) Gleichzeitig mit den 4152 Gewinnen, die einzeln aus dem großen Nummernrad gezogen wurden, wurden durch die letzten zehn Züge auch hie 20 Prämien zu 2500 Mark (oder 5000 Mark beim Doppellos) ermittelt. Sie fielen auf hie zuletzt gezogenen Gewinne in Hohe von 20 bis 100 Zwar auf Die Losnummern: 164 629, 1489 695, 2 073 697, 2 504 023, 2 578 979, 2 627 615 2 642 805, 2 884 939, 2 909 550 und 2 999 170. (Ohne Gewähr.) apfef-Verlag, Erlenbach»Zürich und Leipzig. — (557.) — Aus dem Füllhorn der Alpenblumen spenden hier zwei Meister neue, ungeahnte Schönheit aus den Einsamkeiten unserer Hochgebirgswelt. Die Pflanzenbilder vermitteln Eindrücke'von lebendiger Nachwirkungskraft. Karl Foerster führt das Wort, um den Betrachter mit einem tiefen Gefühl für die Wunder dieser Bergblumen-Erlebnisse zu erfüllen. Das Buch will neuem, vertrautem Umgang mit jenen Herrlichkeiten dienen, der im Steingartenkult seine Verkörperung findet. — Schiffahrt und Seewesen. Ein Buch vom Verkehr auf dem Wasser und von der Herrschaft des Menschen auf den Meeren, Strömen und Wasserwegen. Von Eduard A. Pfeiffer. Mit 250 Bildern und Tafeln. Leinen 6,50 Mk. Franckh- sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (510) — Seefahrt ist Wagemut, Unternehmungsgeist, Trotz gegen Widerstand, geboren aus dem Zwange zur Selbsterhaltung. Seeschiffe von heute umfassen in ihrem Bau, im Betrieb, in ihrer Verwendung und den dazu nötigen Anlagen fast alle Gebiete der Technik. Dieses Buch gibt einen umfassenden lieber* blick, der die Zusammenarbeit der verschiedenen Spezialtechniker verständlich macht. Aus diesem Buch gewinnt man eine Vorstellung vom Leben und Betrieb, von Mitteln und Wegen der Seefahrt. Man lernt moderne Ozeanriesen kennen, gewinnt einen Einblick in die Probleme von Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit, wird durch große Hafenanlagen geführt und sieht alles, was dazu gehört, erfährt vom Bau von Kanälen und Brücken, vom Leben der Seeleute, feinen Gefahren und Freuden. Aus aller Wett. Prozeß gegen den Juden Artur Simson. Zn Meiningen nahm der vor sechs Monaten begonnene Prozeß gegen den ehemaligen Mitbesitzer des früheren Simson-Werkes in Suhl, den Juden Artur Simson, und seine früheren Angestellten Bätz, K l e t t und G u t k e sein Ende. Die Vorgeschichte des Prozesses ist, daß der Jude Artur Simson, der auf Grund des Versailler Friedensdiktates lange Zeit die Alleinbelieferung der Reichswehr mit gewissen Waffen durchführte, diese Monopolstellung zu einer ungeheuren Ausbeutung des Reiches mißbrauchte. Eine gewisse Wiedergutmachung erfolgte dann später durch die Ab- tre-ung der Werke an den Treuhänder Reichsstatthalter und Gauleiter ©dürfet Die Durchführung des Prozesses gestaltete sich äußerst schwierig, da der größte Teil des belastenden Materials seinerzeit durch den Juden beiseite geschafft und vernichtet wurde. Artur Simson und seine Helfershelfer haben es vorgezogen, zur rechten Zeit ins Ausland zu fliehen. Seine Neffen Meyer, die in Dresden wegen Landesverrats verurteilt wurden, weil sie versucht hatten, Geheimmaterial über die tschechoslowakische Grenze ins Ausland zu bringen, wurden damals gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß belassen und benutzten natürlich auch die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen. So standen nur die früheren Angestellten B ä tz, Klett und Gutke vor Gericht. Der Prozeß endete mit dem Beschluß, das Verfahren gegen Artur Simson vorläufig einzustellen. Haftbefehl und Vermögensbeschlagnahme bleiben bestehen. Bätz und Klett wurden mangels Beweises freigesprochen. Max Gutke, der des Betruges schuldig war, wurden mildernde Umstände zugebilligt. Das Verfahren gegen ihn wurde auf Grund des Straf- freiheitsgesetzs vom 7. August 1934 eingestellt, da er nur zu einer Geldstrafe unter 1000 Mark hätte verurteilt werden können. — Die Verkündung der Urteilsbegründung erfolgte in nichtöffentlicher Sitzung, da militärische Geheimnisse zur Sprache kamen, deren Veröffentlichung eine Gefährdung der Staatssicherheit bedeutet hätte. Sechs Bergleute in einer böhmischen Grube lebendig eingemauert Die Untersuchung des Unglücks auf der Grube Prokop in Soborten nordöstlich von Teplitz- Schönau, das sich am 6. Oktober v. I. ereignete, führte zu einer überraschenden Aufklärung. Sechs Bergleute wurden damals das Opfer des Unglücks. Ein Obersteiger hatte einer Kommission, die in die Grube kam, gemeldet, daß schlagende Wet- t e r aufgetreten seien und die Grube brenne. Die Grube hatte daraufhin die sofortige Abdichtung der Grube durch eine Ziegelmauer angeordnet. Dieser Tage nun stiegen zwei Bergleute mit Sauerstoffapparaten in den Schacht, um die Verunglückten zu bergen. Ihnen bot sich ein entsetzlicher Anblick. Fünf Bergleute lagen beisammen. Sie beugten ihre Köpfe über einen Wasserbehälter und hielten sich gegenseitig an den Händen. Wie sich herausstellte, waren die Bergleute lebendig eingemauert worden, obwohl sie in zwei bis drei Stunden hätten gerettet werden können. Eine oberflächliche Besichtigung zeigte klar, daß in der Grube überhaupt kein Brand ausgebrochen war. Die Leichen waren nämlich mit Schimmel bedeckt, der sich bei größerer Hitze nicht hätte bilden können. Auch das Handwerkszeug der Toten und die Kohlen waren unversehrt. Ein vierter Flugunfall in Amerika. In Amerika ereignete sich innerhalb der letzten zehn Tage der vierte Flugzeugunfall. Ein großes Militär-Bombenflugzeug stürzte in der Nähe des Flugplatzes von Mitchell ab. Es zerriß dabei die Hochspannungsleitung, so daß ein großer Teil der benachbarten Orte ohne Licht war. Kurz vor dem Aufprall auf die Erde überschlug sich das Flugzeug und fiel durch das Glasdach eines großen Gewächshauses. Drei Armeeflieger wurden leicht verletzt. Kunst und Wissenschaft. Beileid des Führers zum Tode von Professor Wiegand. Der Führer und Reichskanzler hat an die Witwe des Staatsrats Geheimrat Dr. Wiegand nachfolgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen und den Ihren in dankbarer Würdigung der großen Lebensarbeit des Heimgegangenen meine herzlichste Anteilnahme aus. Adolf Hitler." Goefhe-Wedaille für Professor Gloel in Wehlar. Der Führer und Reichskanzler hat durch Urkunde vom 24. Dezember 1936 dem Professor Dr. Heinrich Gloel in Wetzlar in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Kunstwissenschaft und Goetheforschung die von dem Herrn Reichspräsiden, ten von Hiendenburg gestiftete Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 23. Dez. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 106 Rinder (2 Ochsen, 5 Bullen, 92 Kühe, 7 Färsen), 569 Kälber, 47 Schafe, 758 Schweine. Es kosteten: Rinder: Bullen (a) 43 Mark, Kühe 15 bis 43, Färsen (Kalbinnen [a]) 44, Kälber 30 bis 65, Weidemast- hämmel 43 bis 46, Schafe (mittlere) 25 bis 32, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Großvieh und Schweine wurden zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe ruhig. Der nächste Schlachtviehmarkt ist am 30. Dezember 1936. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von der Nordseite des festländischen Hochdruckgebiets ist eine flache Tiefdruckstörung von Westen her über unser Gebiet hinweggezogen, sie gab mit der Zufuhr feuchterer Meeresluft vielfach zu leichten Schneefällen oder Regenfällen Anlaß. Da der Druck über England wieder ansteigt, wird vorerst wieder mit Verstärkung des Hochdruckeinflusses zu rechnen sein. Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Nebelbildung, sonst vielfach aufheiternd und im wesentlichen trocken, schwache Winde, nachts Frost.__________________________________________________ Hauptschriftleiter Dr. Fr. W. Lange (verreist). Stellvertretender Hauvtschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Franz Ellermeier Willi Ellermeier 8345 D Margarete Volkmann im 56. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 23. Dezember 1936. 8369 D Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 24 Dezember, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Bachstrahe 76, aus statt Gestern abend entschlief nach langem schwerem Leiden unsere liebe Tante | Vermietungen"! 6-9-3imme[- Woijnung m Zentralbeiz., zu verm. (6278D Archit Nicolaus And.Joharmes- kirche 5. Bekannimachuna. Müllabfuhr wahrend der Feiertage. Am 25., 26. und 27. Dezember 1936 und am 1., 2. und 3. Januar 1937 wird kein Hausmüll abgeholt Gießen, den 22. Dezember 1936. B353D Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Illlllllllllllllllllllllllllll jtoetftfyelämpnmgon Schwarzarbeit können Arbeits-Ange. bote von Handwerkern nur mit Namensnen« nnng n. unter Vorlage desGewerbenachweije« auigevommen werben. Verlag »esGlebenerÄnzelaerk Illlllllllllllllllllllllllllll Danksagung. Für die uns bei dem Ableben unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels Gottlieb Helfenbein erwiesene Teilnahme, für die ti ostreichenWorte des Herrn Pfarrers und der Fünfziger-Vereinigung 1872—1922, sowie für die schönen Kranzspenden sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis und Marie Helfenbein. Gießen (Marburger Straße 82) den 23. Dezember 1936. ___________________________0'830 Nach schwerer, heimtückischer Krankheit verschied am Montagabend plötzlich und unerwartet unsere innigstgeliebte, unvergeßliche Tochter, Schwester und Schwägerin Emmy im blühenden Alter von 18 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: AqIIqK den Optiker U vllül am Bahnhof Ihr Kassenlieferant Marie Ellermeier, geb. Stroh Leopold Erb Else Erb, geb. Ellermeier Philipp Batz. Gießen (Teufelslustgärtchen 14), den 22. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 24 Dezember, um 11 % Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Bekanntmachung. Die Lieferung von Sommerpflanzen für die städtt- schen Anlagen soll öffentlich vergeben werden. Angebotsvordrucke sind bei uns erhältlich. Verdingungstermin: Wontag, den 4. Januar 1937, vormittags 10 Ahr. Gießen, den 22. Dezember 1936. 8352D Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Bekanntmachung. Betr.: Maßnahmen der Reichsregierung zur Regelung des Fettbezuges; hier: Ausstellung von Haushalts- und Betriebs-Nachweisen. Nach dem Erlaß des Reichs- und Preußischen Mi- । msters für Ernährung und Landwirtschaft, des Reichs- | und Preußischen Ministers des Innern, des Reichsministers der Finanzen sowie des Reichs- und Preußischen Arbeitsministers vom 30. XI. 1936 ist zur Regelung des Fettbezuges angeordnet worden, daß alle Haushalte einschließlich der Anstaltshaushalte mit einem „Haushalts-Nachweis" auszustatten sind, auf Grund dessen der Einzelhändler seine Kunden in die Kundenliste eintragen kann. Ausgenommen hiervon sind „Selbstversorger", das sind Haushaltungen, die zu mindestens 80 v. H. ihres bisherigen Fettverbrauches aus eigner Wirtschaft oder anderen Quellen, zum Beispiel durch Postpaketbezug, Deputat, beziehen. 83500 Jeder Haushaltungsvorstand hat für alle zu seinem Haushalt gehörenden und in seinem Haushalt mindestens einen Monat voll beköstigten Personen (Verpflegungsgemeinschaft) einen Antragvordruck auszustellen. Wohnen mehrere Familien in einer Wohnung, so hat jede Familie, die einen eigenen Haushalt führt, einen besonderen Antrag auszustellen. Das gleiche gilt für Untermieter, die nicht im Haushalt ihres Vermieters volle Kost erhalten, jeder Antragsteller hat nicht nur den Antragsvordruck auszufüllen, sondern auch in dem anhängenden Vordruck für den Haushaltsnachweis die Bezeichnungen feines Haushalts einzutragen. Den Antragsvordrucken find ferner rote Zettel an- gehängt, die von allen in Gießen wohnenden und auswärts beschäftigten Arbeitnehmern sorgfältig aus- zusüllen sind. Um die Erhebungen reibungslos und mit der erforderlichen Schnelligkeit durchführen zu können, haben die Hausbesitzer oder deren Vertreter (Hausverwalter, Hauswarte) die Verteilung und die Wiedereinsammlung der Antragsvordrucke in ihren Häusern zu übernehmen. Die Verteilung der Vordrucke an die Hausbesitzer wird durch Polizeibeamte in den nächsten Tagen erfolgen. Die Haushaltungsvorstände haben innerhalb 3 Tagen die Vordrucke auszufüllen und ihrem Hauseigentümer zur Abholung zu übergeben. Von Wontag, den 28.12. 1936, ab sind die ausgefüllten Vordrucke zur Abholung bereitzuhalten. Nicht rechtzeitig dem Hausbesitzer zurückgegebene Anträge können erst im Laufe des Monats Januar 1937 auf Einzelabfertigung bei der Stadtverwaltung rechnen. Nach Eingang der ausgefüllten Antragsvordrucke bei der Stadtverwaltung wird deren Bearbeitung und Wiederzustellung an die Hausbesitzer umgehend veranlaßt werden. Diese haben die Pflicht, die Haushaltsnachweise ihren Mietern sofort zuzustellen. Alles weitere ist aus dem, jedem Antrag aufgedruckten Werkblatt zu ersehen. Die Inhaber von Gast- und Speisewirlschaften, Bäckereien und Konditoreien, die nachweislich bisher schon Fett vom Einzelhändler bezogen haben, wollen im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 17, für die Eintragung in die Kundenliste des Einzelhändlers „Betriebs-Nachweise" unter Vorlage einer Bescheinigung des Lieferanten beantragen. Wer jedoch von den Genannten seinen Fettbezug beim Großhändler oder Erzeuger deckt, benötigt keinen Betriebsnach- weis; die Überwachung des Fettbezuges erfolgt in diesen Fällen auf andere Weise. Im Interesse alles Haushaltungsvorstande wird nochmals darauf hingewiesen, die Vordrucke so sorgfältig und vollständig wie irgend möglich auszufüllen, damit bei der Bearbeitung der Nachweise Unrichtigkeiten vermieden werden. Gießen, den 22. Dezember 1936. Der Oberbürgermeister: Ritt e L Atters Vereinigung 1881-1931 Wir betrauern tief den allzufrühen Heimgang unseres lieben, allverehrten Alterskollegen Adolf Sudheimer Er war uns stets ein treuer und aufrichtiger Freund und unserer Kameradschaft von ganzem Herzen zugetan. In Dankbarkeit und Verehrung wird er uns unvergeßlich bleiben. , T * „ . 6 Der Vorstand. I. A: Balzer. 8356 D Ommer mit Bdz., 2. St., neu hergerichtet, ;.verm.gJ54vNäh. R.-A. H. Becker, Bahnhofstr.77v. Sonnige »Mohn. Hitlerrvall Nr.21 l.Storf, mit Balkon, Zentralheizung, Bad, Gartenanteil, zum 1. April 1937 zu vermieten. Schr. Anfr. unt. 05822 an d. Gieß. Anz. Im südl. Stadtteil schöne 5-Zim. Wohng. mit Badez. und reich!. Zubehör zu sofort oder 1. 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Haushalts erfahr, ehrl. alt. Alles praktische Sachen, die wirklich Freude machen Daran sollten Sie denken, wenn Sie für die Hausfrau jetzt ein Geschenk suchen: Brotkasten, Haushalt-Waage, Gasbackform, Kaffeemühle, Wringmaschine, Töpfe und mancherlei anderes noch zeigt Ihnen in einer großen Auswahl Q J. B. Häuser Gießen 7909 a , J am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Klavierunterricht Natalie Hoos, staatl. geprüft Danziger Straße 5. Telefon 3839 Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Stadttheater I Nr. ZOO Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch 2Z. Dezember 1936 Aus dem Reiche der Krau. Weihnachtsgeheimniffe. Von Christian Bock warum die TNänner jetzt keinen hunger haben... Es ist eine Art Verrat an den Männern, den ich hier begehe, ich weiß es. Verrat in den eigenen Reihen. Aber, wenn ihr mich nun hiernach trefft, treibt mir nicht den Hut ins Gesicht darum! Es ist halb so schlimm, was ich verrate, aber es ist so, das es ist. Es ist so, daß in diesen Vorweihnachtstagen die Männer mittags nach Hause kommen, mit Paketen, die sie schnell in einem Schrank verschließen, und dann sitzen sie bei Tische und haben wieder keinen rechten Appetit. Sie haben schon seit drei, vier Tagen keinen rechten Appetit. Sie schnipseln nur so etwas am Gemüse, sie nehmen nur ein bißchen hier und etwas da, sie mögen nicht so recht. Und ihre Frauen sehen sie mit Sorgen an und sagen: Was hast du nur, du ißt ja wieder nichts. Seit drei Tagen nicht." „Och", sagen die Männer, „was soll ich schon haben! Nichts habe ich. Ich esse doch!" Und dann strengen sie sich gewaltig an und holen ordentlich aus mit dem Suppenlöffel und essen als ob. Aber es ist doch nichts mit ihrem Appetit. Wie kommt das nur? Nun kommt mein Verrat, ich will es sagen. Das ist so, weil es da, wo sie die Pakete kaufen, so appetitliche Konfekt-Türme gibt, Marzipanschweine, Nüsse, Mandeln — sie haben ein ganzes Jahr herum so etwas nicht mehr gegessen, die Armen, und da überkommt es sie. Sie lassen sich ein Viertel Kognak-Bohnen einpacken und eine Marzipanwurst dazu, sie stecken es in ihre Aktentasche und gehen. Sie möchten doch mal auch, das ist es. Aber heimlich, niemand soll es wissen. Und dann kommt es nun so, daß sie zehn Minuten, ehe sie zu Hause sind, schnell noch alles aufessen müssen, denn man soll nichts mehr in ihren Taschen finden können. Das nicht. Also los!, sie stopfen sich die Backentaschen voll und kauen, was der Magen hält. Ehe sie den Schlüssel in die Tür stecken, haben sie aufgegessen. So, und nun klebe ich mir einen falschen Bart an, wenn ich auf die Straße gehe, daß nicht plötzlich jemand hinter mir die Leute aufhetzt: „Der war's! Der hat's verraten!" Dresdner Stollen. Es fängt (da, wo es ganz richtig gemacht wird: in Sachsen) sechs Wochen vor Weihnachten schon an. Da melden sich die Hausfrauen beim Bäcker für Weihnachten vor. Eigentlich fängt es schon drei Monate vor Weihnachten an, da mogeln sie schon vom Kostgeld etwas auf die hohe Kante. Es sammelt sich an, und bann Weihnachten wird davon ein» gekauft: Zucker, Mehl, Butter, Margarine, Hefe, Eier, bittere und süße Mandeln, Rosinen, Zitronat, Staubzucker — was zu einem Stollen dazugehört, der etwas auf sich hält. All das mit allen Zutaten in einem handfesten Wäschekorb: so gehts zum Bäcker. Aber nein, das Allerwichtigfte beinah vergaß ich noch, das ist das Stückchen Holz, auf dem der Name der Hausfrau steht. Dieses Stück Holz wird nachher als Erkennungszeichen in den Stollen gepflanzt. So, und dann müßte nun ein Maler kommen, der sich auf Pinsel und Palette versteht, ein gemütvoller wie Thoma vielleicht, und der müßte nun die Frauen malen, wie sie in der Backstube versammelt sitzen, jede über ihren Stollen wachend, der in den Ofen geschoben wird. Ein Stollen ist ja nicht ein Stollen schlechthin, es gibt gewaltige Unterschiede, und da piekt man schon besser sein Holz mit seinem Namen in den Teig und paßt argwöhnisch auf, daß es auch der eigene Stollen ist, der wieder aus dem Ofen kommt, nicht ein fremder. Drei, vier Stunden sind die Frauen in der Backstube und sie weichen nicht vom Fleck, ehe alles fertig ist. Sie haben Butterbrote und Kaffee mit und stärken sich, während ihre Stollen im Ofen backen, es gibt einen Backftuben-Kaffeeklatsch, der es in sich hat. Und dann nach drei, vier Stunden ist der Augenblick da, wo der Stollen aus dem Ofen kommt, da hört mit einemmal alle geruhsame Gemütlichkeit auf. Jede Hausfrau pinselt selbst ihren Stollen mit Butter ein und bestreut ihn mit Puderzucker. Ganz langsam, behutsam wie man rohe Eier trägt, tragen sie ihre Stollen feierlich nach Hause. Und dann Weihnachten guten Appetit! praktische Weihnachtsgeschenke. Praktische Weihnachtsgeschenke! Läuft nicht manchen Leserinnen eine Gänsehaut über? Sie meinen, zu Weihnachten könnte man doch auch mal etwas verschenken oder geschenkt bekommen, was nicht zum Alltäglichen gehört. Gewiß, aber daneben haben die praktischen Geschenke in unserer harten Zeit durchaus ihre Berechtigung. Und eine Ueberlegung kommt dazu. Was macht den Wert eines Geschenkes aus: Etwa der Geldwert oder die Tatsache, daß der geschenkte Gegenstand keinen praktischen Gebrauchswert hat, also nicht unbedingt nötig gebraucht wird? Die Ehrlichkeit ist viel wertvoller — nicht mehr „scheinen" wollen, etwas „hermachen" wollen mit dem Geschenk. — Nicht der Geldwert, sondern die Absicht, mit dem Geschenk Freude machen zu wollen, entscheidet über den Wert. Freude macht man aber, wenn man Wünsche errät, an deren Erfüllung der Empfänger gar nicht mehr denkt, wenn man Dinge schenkt, von denen der Beschenkte sagt: „Eigentlich hat mir dieses Stück schon lange gefehlt". Und bann ist es einerlei, wenn bieses Stück ein ganz praktisches ist. So viele Haushaltsbinge gibt es, bie jeber Hausfrau Freube machen. Sie lieft in ihren Fachzeitungen unb in ber Tagespreffe immer wieber von ber Notwendigkeit ber Vorratshaltung unb ber baraus folgenben Notwenbigkeit bes Vorratsschutzes. Vorratshaltung kann bie Hausfrau nur treiben, wenn sie geeignete Aufbewahrungsräume hat. Aber auch bie verlustlose Aufbewahrung ber täglichen Speisereste unb kleinster Vorräte erforbert ihre Aufmerksamkeit unb viele praktische Dinge gibt's, bie ihr helfen können. Für Fleischreste unb alle Speisen, die die Fliegen schätzen, gibt es jetzt die praktischen Gazeglocken. Sie sind aus mit Delfarbe gestrichener Drahtgaze mit festem Rand hergestellt. In runder und ovaler Form und in vielen Größen kann man sie haben. Sauber sind sie und lustig sehen sie aus mit den buntgestrichenen Rändern. Ein der Größe des Haushalts entsprechender Fliegenschrank ist da, wo er noch fehlt, sicher willkommen. In Haushaltsund Küchengeschäften kann man die Fliegenschränke in oersch^ver.rn Größen haben zum Aufftellen oder Aufhänge'- an bet Wanb. Wenn m jebem beutschen Haushalt im Monat eine Scheibe Brot oerbirbt, macht bas in 17 Millionen Haushaltungen im Jahr 8 Millionen Brote ober 3 Millionen Mark Volksvermögen aus. Wirb bas Brot fachgemäß aufbewahrt? Ober kann ein neuer Brotkasten zu Weihnachten einem Uebelftanb abhelfen? Unb wenn ein Brotkasten zu teuer ist, kann man gut einen großen Steintopf zum Aufbewahren bes Brotes nehmen. Es ist bann aller* bings nötig, daß man auf den Boden des Topfes einen Holzrost legt, damit das Brot nicht mit der Schnittfläche fest auf dem glatten Topfboden auf3 liegt. Es würde so, von Luft abgeschlossen, leicht schimmeln. Zur Haupteinmachzeit ist die Wirtschaftskasse immer stark in Anspruch genommen durch den Kauf des Einmachmaterials, und bie Anschaffung von zweckmäßigen Geräten wirb immer wieber zurück- gestellt. Da kann zu Weihnachten ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Vielleicht ist es ein neuer Einkochtopf ober ein Einsatz zum Dampfentsaften für bie Süßmostherstellung. So gibt es noch manche Dinge, bie als durchaus praktische Geschenke bie Hausfrau erfreuen, weil ihr bamit für ihre tägliche Kleinarbeit eine Hilfe gegeben wirb. T. as sollen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS AUS BESTICKTEM FLANELL H UND WANDSCUUHB x ^SCHAt - x ' MUTZE ; r P WSTEz f N M Für alle Wintersportzwecke geeignet sind bie Mütze, ber Schal, bie Weste unb bie Hanbschuhe aus besticktem Flanell. Das Material ist hellgrauer, fester unb waschbarer Wo11 f 1 ane 11, ber mit kleinen Motiven (Skizze links unten) abwechselnb rot und weiß bestickt ist. Sämtliche Bekleidungsstücke sind leicht selbst anzufertigen. Die Weste hat als Verschluß vorne und seitlich am Gürtel einen Reißverschluß aus rotem Galalith, die beiden Brusttaschen haben kleine Klappen. Der etroas hochstehende Kragen ist angeschnitten. Der Schal ist an den beiden Längsseiten rot abgefteppt, während seine Schmalseiten aus- gefranst werden. Rot gelascht sind auch die S t u l p Handschuhe, die allenfalls noch mit rotem Flanell g e- füttert werden können. Die runde Mütze hat einen schmalen Rand aus einem Schrägstreifen, ihr Kopf ist aus vier Teilen zusammengesetzt. H. Fest der Familie. O Tannenbaum, o Tannenbaum, Wie treu sind deine Blätter. Wie einfach und kindlich andere Völker dieses Lied vom Tannenbaum mit seinen treuen Blättern auch anmuten mag, uns rührt es immer wieder, wenn Helle Kinberstimmen in seliger Erwartung vor ber verschlossenen Tür bes Weihnachtszimmers dieses schönste aller deutschen Weihnachtslieder singen. Glockenrein und klar klingt es aus gläubiger Kinderseele. Nur einen kurzen Augenblick währt es, dann fallen auch wir „Großen" ein, fingen frohen Herzens mit unb kümmern uns nicht bar» um, wenn man uns kinblich nennen will. Denn in bi es em Liebe steigt unsere eigene K'inbheit auf. Gern nennt man bas beutsche Weihnachtsfeft bas Fest ber Kinber, bas Fest ber Familie. Unb das ist es auch ganz sicherlich. Aber ist es damit abgetan? Wir „Großen", wir „Erfahrenen", wir „Wissenden" glauben nicht mehr an das Weihnachtsmärchen vom Knecht Rupprecht und von Frau Holle, aber das Weihnachtswunder ergreift auch unsere Seele immer wieder. Wenn die Kinder, nachdem sich — endlich! — die Tür zum Weihnachtszimmer geöffnet hat, staunend vor dem Lichterbaum mit seinen Gaben unb Geschenken stehen, benfen sie noch nicht an's „Plüm bern". Kinber finb glückliche Menschen ber Gegenwart, bie ihnen alles ist. Wir Erwachsenen wissen sofort um bie Vergänglichkeit auch bes strahlenbftei» Weihnachtsbaumes. Bleiben wir bei biefem Gebauten von ber 93 er« gänglichkeit bes Weihnachtsbaumes stehen, bann freilich kann uns das Weihnachtswunder nicht rühren. Erst wenn wir auch in diesem Vergänglichen das Gleichnis sehen, erst dann feiern wir Weihnachten. Wir brauchen uns dabei gar nicht der Weltesche, des Weltenbaumes Yggdrasil zu erinnern oder ur« altes Brauchtum der Ahnen hervorzuholen. Weltenbaum und Brauchtum waren unb sind auch nut ein Gleichnis für das, was aus letzter, göttlicher Wirklichkeit in unsere Welt der Erscheinungen hin» überstrahlt. Sind Gleichnis für den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. So lange wir nicht an diesen Sieg des Lichtes glauben, solange können wir auch keine deutsche Weihnacht feiern. Aber wir glauben ja an diesen Sieg! Wir stehen ja mit den Kindern vor dem Lichterbaum: wir singen von der Treue seines grünen Kleides zur Sommers- unb zur Winterszeit! Unb inbem wir uns zwar nicht zu erklären vermögen, was uns rührt unb ergreift, aber bennoch gerührt unb ergriffen finb, haben wir uns schon von dem ewigen Wunder der Weihnacht, von dem ewigen Wunder der stillen, der heiligen Nacht gläubig umfangen lassen. Karpfen zu Weihnacht und Aeuiahr. Die vorsorgliche Hausfrau fängt beizeiten an, den Küchenzettel für die Festtage zu überlegen, damit sie in Ruhe alles Notwendige besorgen kann. Eines steht fest: An einem Tag muß es Karpfen geben. Wie soll er zubereitet werden? Es geht zwar am schnellsten, ihn blau zu kochen, aber die zum blauen Karpfen notwendige Buttertunke gibt uns zu denken. Also bringen wir ihn einmal in anderer Form auf den Tisch. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Sehr beliebt ist zum Beispiel der Karpfen in Biertunke. Als Grundlage ist dazu eine braune Mehlschwitze erforderlich, die mit Brühe und Braunbier abgelöscht und mit Pfefferkuchen, dem Karpfenblut, Zwiebel und Suppengemüse tüchtig durchgekocht wird. Nachdem sie süßsäuerlich abgeschmeckt, aber noch nicht gesalzen wurde und durch ein Sieb gestrichen ist, läßt man die vorbe- reiteten, mit Salz eingeriebenen Karpfenstücke darin garziehen. Auch die folgende Vorschrift ergibt ein gutes Karpfengericht: Wasser, Zwiebel, Pfefferkörner, Lorbeerblatt, Salz, der Saft und die Schale von einer Zitrone werden aufgesetzt und langsam zum Kochen gebracht. Die Karpfenstücke werden in das kochende Wasser gelegt und darin gedämpft. Sind sie gar, so hebt man sie heraus, tut sie in eine Schüssel, auf der man sie später anrichten will und setzt sie warm oder auf Dampf. Nun gießt man die Tunke durch ein Sieb, fämt sie mit einer Mehlschwitze an (keine Milch hinzutun!) und fügt vor dem Aufträgen ein Stück Butter hinzu, nachdem man die Tunke vor- her mit Gewürz und Weinessig abgeschmeckt hat. Die kochende Tunke wird über die Fischstücke gegossen. Will man ein kaltes Abendessen festlich ausgeftal- ten, gibt man vielleicht einen Karpfen in Aspik Hierzu wird der Karpfen geschuppt, gewaschen, in Stucke geteilt, gebläut und gesalzen. Inzwischen kocht man reichlich Suppengemüse und einige Pfefferkörner in Wasser eine halbe Stunde aus. Nun legt man die Fischstücke mit der Haut nach unter m einen Topf, gießt die Gemüsebrühe durch ein Sieb darüber und macht den Fisch in 20 bis 30 Minuten gar. Die Stücke werden aus der Brühe aenommen und auf einer langen Schüssel in Fischarm zusammengelegt. Die Brühe wird mit Weinessig und Zucker abgeschmeckt, mit Gelatine gesteift und vorsichtig über den Fisch gegossen. Man stellt das Gericht kalt bis zum Steifwerden. Am besten wird es am Tag zuvor bereitet. Las interessiert die Hausfrau. Schonen Sie daheim ihre Strümpfe! D-r Fersenschoner allein, sonst zu empfehlen, nutzt nimt, denn leicht bespritzt man die Spannfläche und bekommt dort Flecken. Sie sind billig, aus gröberem Gewebe, daher nicht so empfindlich, leichter zu ftop* fcn und zu waschen, und das Bein sieht doch im feinen Strumpf gut aus. Will man sich schnell nach getaner Arbeit umziehen, braucht man nicht noch die Strumpfe völlig zu wechseln, sondern nur bie Socken Genau so für Gänge zum Markt uni Einkauf. ♦ Bügeln Sie wirklich im Stehen? Das Gemüse putzen Sie sicher schon im Sitzen. Beim Bügeln furchten Sie, nicht die nötige Kraft aufzubringen. Probieren Sie es einmal. Ich kann beim besten Wintersport-Kleidung. Uon Margot Groß-Hübener Die falten Tage sind die erwünschten Anzeichen für gutes Sportwetter, und die Glücklichen, die sich eine Erholungsreise in den Ferien gönnen können, bekommen Sehnsucht nach Bergen und Schnee. Ein Wunsch kann nun endlich Erfüllung werden — Ruhe und Kraft in der Natur zu finden und immer wieder neue Wunder — bei einsamen oder gemeinschaftlichen Touren — in ihr zu entdecken. Für den Mann ist die Ausrüstung der Bekleidung kein Problem, denn sie ist wie in seinen anderen Sachen, nur auf das Praktische und Bequeme gerichtet. Und gerade die Sportmode hat sich in all den Jahren für ihn nicht wesentlich geändert. Sie hat sich hauptsächlich dem schlichten Norwegeranzug und seinen Abarten verschrieben. Wahrend für die Frau, die das Bedürfnis hat, abwechselnd und neu auszusehen, auch hier die berühmte „kleine" Ausnahme gemacht wird, wobei in erster Linie aber doch darauf geachtet wird, „das Schöne mit dem Nützlichen" zu verbinden. Es werden also immer wieder Überraschungen erdacht, die uns teils als modisches Zubehör, teils als interessanter Schnitt in dieser Saison erfreuen. Die Farbenzusammenstellung kann an Leuchtkraft und Vielseitigkeit nicht übertroffen werden. Das fällt einem am meisten beim Beiwerk auf. Diese starken Tönungen sind aber keinesfalls unsympathisch, denn sie beleben luftig und gegensätzlich die weiße Landschaft. — Duvetine, Flanelle, imprägnierte Wollstoffe und Cheviote stellen bewährtes Material dar. Als kostspieligeres sieht man mit Lamm oder ähnlichem Pelz gefütterte Lederjacken und -Westen, die zweireihig in Dreieckform geknöpft, zweckmäßig den an sie gestellten Anforderungen genügen. Klapptaschen oder Einschnitte, die wie das Vorderteil mit Reißverschlüssen gehalten werden, vervollständigen sie — und geben der Frau Gelegenheit, in ihnen die für die Frau „unentbehrlichen" Kleinigkeiten zu verstauen. Rotweiß tarierter Flanell ist ein sescher Stoff für die Skijacke mit großen Reversen und angeschnittener Passe. Die Hose mit Bündchen ist aus imprägniertem Wollstoff. Aber auch die modische Jackenform mit doppelter Knopfpartie, hochgeschlossenem Kragen und Windschutzärmeln aus Futterstoff gehört zu den würdigen Vertreterinnen ihrer Art. Sportblusen sind weiterhin beliebt und werden gern getragen, weil sie angezogen als der Pullover erscheinen lassen. Sie sind meist sehr einfach geschnitten und der Hemdbluse angepaßt, wirken aber durch große aufgesetzte, geometrisch aufgeteilte Taschen amüsant und neuartig. Eine schon bekannte Erscheinung ist die kurze bis zur Taille gehende Slalombluse, die man offen und geschlossen tragen kann. Sie hat einen seitlichen breiten Gummizug und eine rechtsseitige verstellbare Schnalle. Reizend sind bunte Kappen, Schals und Handschuhe in tunesischer Häkelarbeit. Wer Kopftuch ober Sonnenschutzschirm bevorzugt, muß gut auf die Befestigung durch Knöpfe oder Gummiband achten. Beinlingsbündchen können sowohl uni wie farbig getönt fein, während Gamaschen am besten aus wasserdichtem Leinen sind. Das Eislaufkostüm zeigt den Fünfbahnen- oder kurzen geteilten Schottenrock. Will man ihm eine schmale Linie geben, so wählt man ihn mit tief eingelegten Tollfalten. Ein breiter Ledergürtel schließt ihn oben ab. — Die Rollstrümpfe, die über dft anderen gezogen werden, sollen dicht und warm sein und können Maschinenstickereien in Kreuz- unb Plattstich ober eingewebte Muster haben, bie mit der übrigen Kleibung harmonieren. Als Letztes — bie Schuhe. Sie müssen berb und festanliegend geschnürt sein, so daß sie nicht die geringste Feuchtigkeit durchlassen. Es spielt dabei kerne Rolle, ob sie plump wirken, denn hier hat bie Mobe bie Augen seit langem geschlossen— hier fügt |ie sich nicht ber Eitelkeit ber Frau, sonbern besteht auf ihrer richtunggebenben Grunblage, nämlich: im Sport bas Altbewährte bestehen zu lassen. So wollen wir mit bem vielen Netten, was sie uns bietet, zufrieden sein. nicht mehr. ♦ Wirtschaft jemand in der Familie dagegen, nimmt man sie, ganz mitgekocht, heraus. Er merkt nicht, daß sie drin waren! Tunke liebt ein Stückchen trockene Brotrinde mitgekocht, das macht sämig und kräftig. Aber zum Schluß, wenn die Rinde ganz geblieben ist, herausnehmen, denn an sich schmeckt sie dann Kasse kommen, Geld holen wollen, wenn man das Geld nicht zählt, sondern wägt. Und man erkennt dabei, daß der Kassierer, der dieses Geld dem Kunden reicht oder abnimmt, nicht nur ein genauer Rechner, sondern ein leistungsfähiger Schwerarbeiter sein muß. Die Hauptkasse einer Großbank verzeichnete am letzten Montag einen Eingang an Hartgeld, also an Kupfer, Messing und Silbergeld, im Gesamtgewicht von 1620 Kilogramm, also fast 32V* Zentner und einen Ausgang von 773 Kilogramm oder 15V* Zentner. Ganz anders sieht das Bild am Donnerstag aus, wenn die Abholung für Lohnzwecke im Gange sind. Da betrugen die Eingänge nur 206 Kilogramm, also rund vier Zentner, die Ausgänge aber 1715 Kilogramm oder fast 34V* Zentner! Es ist eine der großen Merkwürdigkeiten, daß die Banken zu jedem Lohntag ziemlich genau die gleichen Beträge an Kleingeld brauchen. Der Kassierer weiß also ziemlich genau, wieviel Kleingeld und welche Sorten er brauchen wird. Was er aber nicht weiß, ist, wieviel davon seine Kunden bei ihm einzahlen werden und wieviel er sich auf andere Weise besorgen muß. Denn der Geldstrom in die Bank- Großkampftag in der Reichsbank. BeimallwöchentlichenLöhnungStaginBerlin.-OerKassiereralsSchtverarbeiter Berlin, im Dezember. 1 140 000 Berliner stehen im Wochenlohn. Freitag und Samstag jeder Woche sind Zahltage. F a st 50 Millionen Reichsmark müssen wöchentlich a b g e z ä h l t für die Lohnempfänger bereitliegen. Fast 50 Millionen in weit mehr als einer Million Posten, von denen kaum einer auf eine runde Summe lautet. Natürlich gehören dazu eine Unmenge Verwaltungsarbeit, Listenführungen, Berechnungen und nicht zuletzt Geldabzählen. Es genügt nicht, daß eine Fabrik 25 000 RM. bar da liegen hat. Schlosser Emil Schulze kann nicht auf einen Hundertmarkschein und erst recht nicht auf einen Tausender herausgeben. Emil hat das Recht darauf, auf Mark, Groschen und Pfennig genau den Betrag zu bekommen, auf den sein Lohnzettel oder seine Lohntüte lautet. Und die Fabrik hat dafür zu sorgen, daß der für die Lohnzahlung erforderliche Betrag nicht nur überhaupt da ist, sondern daß er in den entsprechenden Geld- münzen da ist, mit denen man jedem einzelnen Gefolgschaftsmitglied den Verdienst abgezählt auszahlen kann. Die Fabrik macht das so: Sie stellt fest, daß sie z. B. 4100 Fünfmarkstücke, 2240 Einmarkstücke, 6450 Groschen, 1895 Fünfpfennigstücke, 900 Zweipfennigstucke und 440 Einpfennigstücke braucht, und dann schickt sie einen Boten — oder auch einen Wagen — zu ihrer Bank und holt sich das Geld ab. Wenn sie nett ist, meldet sie den Bedarf vorher an. Leider sind nicht alle Fabriken sehr nett. Denn die Bank tft ja verpflichtet, passendes Geld zu haben, so denkt man. Und wie die Bank das macht, das ist dem Auftraggeber sehr gleichgültig. Aber die Bank wird immer das passende Geld bereithalten, denn sie weiß, daß es von ihr sehr stark mit abhängt, ob über eine Million Arbeiter pünktlich ihren Lohn ausbezahlt bekommen. Und die Bank kennt den Kreislauf des Geldes, der nicht gestört werden darf, einen Kreislauf, auf den sie selber auch angewiesen ist. Unser Freund Emil Schulze wird, wenn er seine, sagen mir mal 39,84 RM. Auszahlung bekommen hat, vielleicht eine „Molle" trinken gehen und sich eine gute Zigarre kaufen. Tausende seiner Kollegen tun das gleiche, je nach Neigung und Durst. So laufen bei vielen Gastwirten ganz schöne Summen zusammen, die dann wieder den nächsten Tag als Einnahme zur Bank gebracht oder an die Brauerei bezahlt und von dieser bei der Bank eingeliefert werden. Dann aber geht Emil Schulze, solide und häuslich, wie er ist, nach Hause zu Muttern und liefert das Wirtschaftsgeld ab. Frau Schulze wird nun allerhand von dem Geld bezahlen, wird Brot kaufen, Fleisch holen, die Schuhe für den Jungen holen, die zum Besohlen beim Schuhmacher waren, vielleicht auch sich ein Viertelpfund Kaffee leisten. Und weil das Hunderttausende von Arbeiterfrauen so machen, füllen sich die Kassen bei den Lebensmittelgeschäften, bei Bäcker und Schlächter. Die aber lassen das Geld auch nicht zu Hause liegen, sondern bringen es wieder zur Bank, soweit sie nicht ihre eigenen Lieferanten bezahlen und diese es dann weiterleiten. So strömt ein großer Teil des Geldes, das sackweise, zum Teil sogar in ganzen Wagen zur Lohnzahlung von den Banken abgeholt wurde, in vielen kleinen Betragen wieder dorthin zurück. Den Kaufleuten werden die Betröge gutgeschrieben. Das Kleingeld aber hält die Bank möglichst fest, zählt es, verpackt es in Rollen und Söckchen und verwahrt es wieder für den nächsten Lohntag. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen den Tagen, an denen das Geld in die Bankkassen strömt und jenen, an denen fast alle Leute, die zur Willen nicht mehr im Sieben plätten — und schone dadurch meine Füße ungeheuer. Nur muß man sich einmal völlig klar machen und gründlich ausprobieren, welche Muskelpartien dann die eigentliche Leistung zu vollbringen haben. Gottlob nicht mehr Kreuz und Rücken, die überanstrengten und vielge- sährdeten, sondern Oberarm und Schultern. In aufrechter, eine ausgezeichnete Gymnastik gewährender Sitzhaltung entspannen Sie den ganzen übrigen Körper und plätten mit den wohleingesetzten Armen und dem kräftigen Druck der Hände. Es geht doppelt so schnell. Kleine Verschönerungen an Brühe und Tunke. Jede Brühe verträgt ein Stückchen mitgekochten Schweizerkäse oder ein Nestchen von dem geriebenen Käse, mit dem wir tags zuvor die Makkaroni bestreuten. Zwiebeln haben, noch so reichlich überall mitgekocht, die eigentümliche Eigenschaft, nicht eigen mitzuschmecken, sondern nur allgemein den Geschmack zu verbessern. Daß sie überaus gesund sind, wissen wir. An jede Brühe zu dem üblichen Suppengrün mindestens zwei mittelgroße Zwiebeln, desgleichen an Reis, Möhren, Kohl. Ist auf die sorgfältige und termingemäße Erledigung der gemachten Auflagen bedacht zu sein. Nhein-Mainisthe Börse. Miltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 22. Dez. Die Börse bewahrte ihren festen Charakter, da vom Puolikum weitere kleine Nachfrage bestand und auch der berufsmäßige Handel einige Käufe tätigte. Bei den Kundenaufträgen handelte es sich auch heute wieder meist um Beträge, die aus dem Verkauf ausländischer Werte stammen. Zu den ersten Notierungen war das Geschäft am Aktienmarkt teilweise recht lebhaft, das Gesamtausmaß der Umsatztätigkeit blieb indessen ziemlich klein. Später erfolgten seitens der Kulisse kleine Abgaben, so daß einzelne Werte etwas nachgaben, doch blieb Die Grundhaltung infolge günstiger Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben durchaus freundlich. Am Montanmarkt lagen die ersten Kurse 0,50 bis 1 v. H. fester, Harpener und Ilse Genuß gewannen bis 1,75 v. H. Chemische Werte lagen fest, IG. Farben 169 (167,75), Scheideanstalt 270 (268), Rütgerswerke 139,75 (137,75), Goldschmidt blieben mit 132,50 behauptet. Elektropapiere waren sehr ruhig und nahezu unverändert, Siemens bröckelten etwas ab auf 197,50 (198,25). Don Einzelwerten zogen Zement Heidelberg und Zellstoff Waldhof je 1 v. H., Moenus Maschinen 0,90 v. H. an; Reichsbank, Westdeutsche Kaufhof, Daimler Motoren und Gebr. Junghans lagen unverändert. Nach den ersten Kursen gingen Verein. Stahl auf 125,50 nach 125,90, IG. Farben auf 168,75 nach 169 zurück. Der Rentenmarkt lag still und wenig verändert. Etwas Geschäft hatten Altbesitz mit 116,05 (115,90) und Kommunal-Umschuldung mit unverändert 90,45; die übrigen variablen Werte waren zunächst ohne Umsatz. Zertifizierte Dollar-Bonds lagen unverändert, 6 v. H. Preußen 70,25 bis 70,50. In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt auf kleine Käufe von außen- her wieder fester, so daß die bei einigen Werten eingetretenen leichten Abschwächungen aufgeholt wurden. Darüber hinaus ergaben sich bei nicht sehr lebhaften Umsätzen noch Besserungen von 0,25 bis Ihre Hände riechen nach Zwiebeln? Ja, da hilft keine Seife und keine Zitrone, wie beim anderen Gemüse und sonstigen Küchengerüchen. Aber sofort und gründlich ein wenig Salz, auf die Hand geschüttet, mit kaltem oder noch besser lauwarmem Wasser nackgespült. Erfolg garantiert. Zwiebelschneiden oyne diesen automatisch nachfolgenden Handgrift gar nicht mehr denkbar! Holländische Soße gerät leichter, wenn man sie, wie Flammeri, mit allen Zutaten Flüssigkeit, Mehl, Fett, Ci, Salz, Zitrone, Zucker kalt anrührt und unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen zum Kochen bringt. Dann braucht man sich ums Gerinnen des Eies nicht zu ängstigen, und sie wird glatt und sämig, ohne anzusetzen. Afp. kasse zurück fließt nicht Jo gleichmäßig. Es gibt z. B. Großbetriebe oder Behörden, die nicht mit den Banken , sondern direkt mit der Reichsbank in Verbindung stehen, wie z. B. Reichspost, Reichsbahn und andere. Wenn nun zufällig durch lebhaften Reiseverkehr bei schönem Wetter oder durch stärkere Einzahlungen auf der Post oder andere Ursachen ein größerer Anteil der Lohngelder den Weg nicht zur Bank zurück nimmt, sondern zu anderen Kassen, muß sich unser Kassierer das Kleingeld zum Lohntag auf andere Weise besorgen. Das Kleingeld, das die vielen Betriebe zur Löhnung brauchen, teilt also die Arbeitswoche des Bankkassierers in zwei große Abschnitte, einen von Montag bis Mittwoch, wo wenig ausgezahlt wirb und es die Hauptaufgabe ist, Geld zu besorgen, und einen anderen von Donnerstag bis Samstag, wo dieses Geld in großen, nach Sorten genau den Wünschen der Betriebe entsprechenden Posten wieder ausgezahlt wird. Dabei kann dann natürlich nicht mehr die Summe einzeln aufgezählt werden, weil man ja bis abends nicht fertig werden würde, sondern der Kassierer zahlt mit fertig gepackten Beuteln, Rollen und Päckchen. Die auf- gedruckte ober aufgeschriebene Summe mit dem Stempel ober Siegel ber Bank muß ber Kunde eben glauben. Er glaubt sie auch, weil er weiß, daß sie bisher immer stimmte, und er kann sie glauben, denn Meister im Zählen haben das Geld hin und her gezählt, soweit nicht sogar Abzählmaschinen benutzt wurden. Sogar gewogen wird das Geld, wobei sich grobe Fehler der Zähler sofort zeigen müßten. Aber zählen kann man das Geld erst, wenn man es hat. Also bestellt sich unser Kassierer noch Klein- gelb bei der Reichsbank ober beim Kassenverein gegen große Scheine ober gegen Anweisungen auf ein Guthaben seiner Bank. Er kann nicht einfach feinen Kassenboten schicken. Das wäre au gefährlich, wenn es sich um Summen von Hunderttausend ben hanbelt. Unb ber stärkste Kassenbote würbe biese Summen auch nicht tragen können. Denn Geld- transporte von vielen Zentnern sind dabei die Regel, solche, die nicht mit einem, sondern erst mit mehreren Kraftwagen abbefördert werden können, durchaus nicht selten. Alle größeren Banken haben deshalb Spezialwagen, in denen, bewacht nicht von einem Kassenboten, sondern einer Anzahl kräftiger Männer, die Geldbeträge geholt und an die Depositenkassen in den einzelnen Stadtteilen verteilt werden, von denen unser Emil und feine Kollegen ausbezahlt werben sollen. Das finb unscheinbar aussehenbe große Wagen, bie es wirklich in sich haben, und die bei ben einzelnen Kassen sehnsüchtig erwartet werben. Oie Andienung von Brotgetreide. Fwd. Zu ber durch die HV. der Deutschen Getreidewirtschaft am 30. 10. 1936 erlassenen Anordnung betr. Andienung von Brotgetreide gibt der Getreidewirtschastsverband Hessen und Nassau nochmals bekannt, daß die Andienung jeweils vor dem Verkauf auf den vorgeschriebenen Formularen unter Angabe des vereinbarten Verkaufspreises zu erfolgen hat. Beim Verkauf an eine Mühle ist der Verkaufspreis franko Mühle anzugeben. Durch die Festsetzung der neuen Dezember- bzw. Januar-Preise für Roggen und Weizen unb die dadurch erfolgte größere Anlieferung von Brotgetreide hat sich die Derforgungslage der Mühlen wesentlich gebessert. Die Andienungen haben weiter wie seither zu erfolgen, jedoch ist es dem Getreidewirtschaftsverb and infolge Arbeitsüberlastung nicht mehr möglich, jedem Andienenden einen schriftlichen Bescheid zukommen zu lassen. Diejenigen Verteiler, die nch Ablauf des 6. Tages nach Absendung der An- dienungsmeldung keine Anweisung von dem Getreidewirtschaftsverband erhalten haben, können über die Ware unter Einhaltung der bestehenden Vorschriften entsprechend den Angaben in der An- dienungsmeldung verfügen. Wichtig für Viehverteiler. NSG. In der Zeit vom 1. bis 4. Januar 1937 wird durch die Fachschaft der Viehverteiler eine Erhebung durchgeführt, auf deren Wichtigkeit besonders hingewiesen sei. Den Viehverteilern ist zu diesem Zwecke im Laufe des Monats Dezember ein Fragebogen ber Fachschaft in zwei Exemplaren zugeleitet worben, besten ordnungsgemäße, sorgfältige unb fristgemäße Ausfüllung jedem Diehverteiler zur Pflicht gemacht wirb. Die Nicht- ober nicht fristgemäße Einreichung des Fragebogens kann Anlaß zur Einziehung ber Handelserlaubnis werden. Diejenigen Viehverteiler, die nicht in den Besitz des Fragebogens gelangt sein sollten, werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß die in Frage kommenden Formulare bei der zuständigen Kreisfachschaft in der Kreisbauernschaft angefordert werben können. Im Interesse jebes Viehverteilers liegt es, 0,50 v. H. IG. Farben lebhaft mit 169,50 bis 170,50 nach 168,75, Rheinstahl 154 nach 153, Verein. Stahl 126 nach 125,50, Mannesmann 119,75 nach 119,25, Moenus Maschinen 95,25 nach 95. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. höher, etwas schwächer Deutsche Linoleum mit 162,25 (163,50), Rheinmetall 153,50 bis 153 (154,25). Von Auslandsaktien gingen AKU. auf 54 (55) zurück. Der variable Rentenmarkt blieb recht ruhig, nur Altbesitz fester mit 116,25 nach 116,05, Städte- Altbesitzanleihen lagen unverändert. Schwach waren Dollar-Bonds, bie bisher für Auswandererzwecke versandfrei waren, wobei sich Rückgänge bis zu 10 v. H. ergaben. Goldpfandbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe wie immer etwas uneinheitlich. Stadtanleihen notierten teilweste 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Von Auslandsrenten zogen Mexikaner bis 0,50 v. H., Ungarische Goldrente 0,40 v. H. an. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörfe gut behauptet. Die feste Haltung des Mittags übertrug sich auch auf die Abendbörfe, bie bei verhältnismäßig regen Umsätzen weitere Kurserhöhungen an ben Aktienmärkten erbrachte. Die durchschnittlichen Befestigungen lagen bei 0,25 bis 0,50 v. H. Von ber Kunbschaft erfolgten weiterhin kleine Käufe, auch ber Hanbel zeigte Neigung zu Erwerbungen. Während gegen den Berliner Schlußstand die meisten Papiere unverändert blieben, traten gegen den hiesigen Mittagsschluß z. T. stärkere Erhöhungen ein, so bei Schuckert auf 160, Gebr. Junghans auf 118,65, dement Heidelberg auf 163,50, Moenus Maschinen auf 96 und Conti Gummi auf 163. IG. Farben waren gegen Schluß der Abendbörse leicht angeboten und gingen auf 170 nach unverändert 170,25 zurück, für einzelne Mvntawerte nannte man etwas unter den höchsten Kursen liegende Bewertungen. Von Auslanbsaktien würben AKU. unb Otaoi mit unverändert 54 bzw. 22 notiert, auch ausländische Renten lagen, soweit Notierungen erfolgten, unverändert. 2)er deutsche Renten- m a r E t lag sehr ruhig, man nannte im allgemeinen bie letzten Mittagskurse. U. a. notierten: 4V* v. H. Verein. Stahl 94,50, 6 v. H. IG. Farben 134,65, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126,90, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 85, 5 v. H. innere Mexikaner 7, 2V< Anatolier Serie III 23, Commerzbank 108,75, DD.-Bank 110, Buberus 124,50, Harpener 159, Hoesch 121, Kali Westeregeln 134,50, Mannesmann 120, Rheinstahl 154,25, Verein. Stahl 126, AEG. 40, BMW. 139,50, Gement Heibelberg 163,50, Conti Gummi 163, Scheibeanstalt 270, Eßlinger Maschinen 98, Licht unb Kraft 149,75, IG. Farben 170,25 bis 170, Gesfürel 145, Golbschmibt 132, Holzmann 135, Junghans 118 bis 118,65, Lindes Eismaschinen 165, Muag 134,75, Metallgesellschaft 154,75. Moenus 96. grantfurler Obst, unb Gemiifemacki. Frankfurt a. M., 22. Dez. (Fwd.) Das Angebot von Gemüsen blieb gut, insbesondere von Kohlgemüsen, Feldsalat, Karotten, Rosenkohl unb Wurzelgewächsen. Das Geschäft war bei fast un- oeränberten Preisen recht lebhaft, Feldsalat unb Rosenkohl stellten sich etwas teurer. U. a. notierten: Blumenkohl, 12 und 18 Stück, 4,00 bis 5,00 ital., Eskarol 8 bis 15, Feldsalat groß 40 bis 50, do. klein 50 bis 80, gelbe Rüben 3 bis 4, Karotten 4 bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 5, Unterkohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat (unter Glas) 8 bis 12, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 30 bis 45, Rosenkohl 16 bis 20, rote Rüben 3 bis 6, Rotkraut 3 bis 5, Sellerie, je nach Größe, 8 bis 30, Spinat 15 bis 18, Schwarzwurzel 15 bis 25, Tomaten 55 bis 60, 45 bis 50 Kanar., Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3 bis 5, Winterkohl 6 bis 8, Zwiebeln 5Vs bis 6. Am Ob st markt war das Angebot von Aepfeln ausreichend, dagegen in Birnen schwach. Infolge des Weihnachtsfestes war die Nachfrage sehr lebhaft. Für Spitzenware haben sich die Preise etwas erhöht, im übrigen blieben sie fest. Ausl. Aepfel, Birnen, Nüsse und Bananen sowie Feigen waren ausreichend zu haben, für Nüsse ließen die Preise weiter etwas nach, Geschäft zufriedenstellend. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Boskop I 30 bis 35, Renetten 25 bis 32, Schafsnase 16 bis 20, Apfelsinen 14 bis 20 ital., Bananen, 121/*« Kx-Kiste, netto 6,00 bis 6,50 Kam. und Westind., Birnen I 30 bis 32, II 20 bis 25, 21 bis 25 ital., Pastoren I 20 bis 25, II 12 bis 18, Kranzfeigen, 25 kg, 10,50 bis 12,00, Haselnüsse 33 bis 40 ital., Walnüsse 30 bis 38 rum., 40 bis 45 Sorrento, 24 bis 27 ital., 20 bis 32 bulgar., 30 bis 34 jugosl., Zitronen, 300 und 360 Stück, 10,30 bis 11,00. Frankfurter (Eier- und Butter-Großmarkl. Frankfurt a. M., 22. Dez. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreis an den Kleinhandel): Eier-Frischware S 12 bis 12^, A 11 bis 11^, B 10 bis IOK, C 9% bis 9%, D 8% bis 8%. Butter (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M.): Deutsche Markenbutter 148, feine deutsche Molkereibutter 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125, holländische Butter 148 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. $ranffurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. fürs börse 21 1z |22-12 Datum 21 12 115,9 116,25 116,2 116,4 100 99,9 99,9 100 98,75 98,75 98,75 98,75 97 97 97 168 170,25 100,5 100,5 93,13 93,13 121,75 121,5 135,25 121,5 135,5 97,25 97,25 97,25 6| 97,25 100,5 100,4 Banknoten. 54 100,65 100,75 100,75 100,75 97,5 97,5 97,5 97,5 17,75 17,75 5,9 6,25 161 163 7,65 ! 203 | 204,76 I 207 100,9 97,8 102,13 95 110 8 6 7 147,75 127,5 1191 165 137 149,5 148,5 128 120 124,5 145,5 159 121 165 137,4 150,75 141,5 144,9 131,25 139,13 158,25 197,5 135,5 122,5 163,5 60,4 227 165 141 5 132,75 138,5 154,5 100,9 97,8 102 O 6 6 O 7 O 8 O O 7 9 5 6 5 155 140,4 218,5 151,9 125,4 20.5 135 132,5 182 12 11 Schluß- furd Schluß« kurs Schlußkurs 95 109,9 95 109,9 95 109,9 123,75 144,5 157,75 120 165 137,5 149,75 143 145 131,5 139,75 160 197,5 134,5 218,75 152 125,5 20,3 135 132 182 55 105,5 164 140 123 162,25 170 270 132 139,75 154,75 144,5 131,75 139,65 158 198,25 135 124 145 157,75 120 174 148 127,75 119,4 165,25 139 150 142,25 145,5 131,5 139,75 159 200 135 167,75 268 132,5 137,75 153,5 154,25 126 22 136 134,5 180,5 125 145,9 159 121 180 148,75 127,75 120 132 139,75 154,75 ManSselver Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 101 54 106,5 165 142,25 108,4 123 163 91,5 60,4 227 196,13 163,5 6 % 6 12 . 4 8y, .. O 5 ,. 6 7H 60,4 227 100,65 55 106,5 163,5 141,9 107,5 123 163,5 89,75 60,25 227 196,25 161 157 142,25 224,5 154,25 125,65 22 137,5 134 180 5,9 8,13 34,65 95,13 203 Bekula Elektr. LteferungSgelellschaft... Licht und Kraft ............. Selten & Guilleaume Gritzner Matnlraftwerke Höchst a.M.< Süddeutscher Zucker ...... 18,25 1,5 6 5,5 5,6 7,75 Philipp Hol,mann .... Zementwerk Heidelberg Tementwerk Karlstadt.. 4| 134,9 1 135 1 7| 163,25 1 63,5 18 1,6 6,4 5.5 6 8,25 I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft. .... Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5y2% ehern. *y2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbrtefe...... 6Vi% et>em. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... *Vi% ehern. 8% Pr. Landespfanl> briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4J4% ebcm. 7% Pr. Landespfand^ oriefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutich.VerrechnungSk. 34-38 4% Lesterreichische Golbrente... 4.20% ^österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 ................ Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. g Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr 6 Schuckert L Eo............... g Siemens L Halske 8 Lahmeyer L Eo ? Buderus , Deutsche Erdöl 4 Haroener 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ise Bergbau ...............6 Ise Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren ....... 8 21 12- 100,9 97,8 102,25 Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein L Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade .................... Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi........... Schlußk. Abend« börse 22 12 100,9 97,8 102,25 21.12 155 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sch'uß' NN leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten jj] ,25 */i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Schlußk. Abend. börse 22-12- Schlußk. Mittag- börse 22-12. Datum 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 654% Boung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil Auslos.-Rechten ............ 26 136,54 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Jaoan...... 0,710 0,712 0,710 0,712 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ; 61,35 61,47 61,40 61,52 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,085 11,105 11,095 11,115 Stockholm... 62,93 63,05 62,98 63,10 Schweiz .... 57,14 57,26 57,18 57, Zg Spanten... 19,48 19,52 19,48 19,52 Prag....... Budapest .. 8,726 8,744 8,721 8,739 Neuyork... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin,22.Dezemder Geld Brief Amerikanische 11 toten.............. 2,45 247 * Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,39 54,61 Englische Noten ................. 12,19 12,23 Französische Noten............... 11,57 11,61 Holländische Noten............... 135,93 136,47 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,24 61,41 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten..—...—.... 62,81 57,03 63,07 57,25 Ungarische Noten ................ — * Nr. 3vü Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 23. Dezember 1956 Ans her Provinzialhauptstadt. Nun ist es beinahe so weit! Nun ist es beinahe so weit. Und wenn ganz gewiß alle ihre Pflicht taten, nein, weit darüber hinaus für das liebe Weihnachtsfest arbeiteten, vorbereiteten, umherliefen, Geheimnisse hüteten, einkauften, handarbeiteten, Pakete machten, lo leisteten am meisten doch zweifellos die Hausfrauen. Nicht nur, daß sie oben Erwähntes neben allen Alltagsanforderungen erledigten — nebenher brachten sie es noch fertig, den ganzen Haushalt sozusagen auf Hochglanz zu polieren. Und darin liegt ein wunderschöner, tiefer Sinn: Der Glanz des Festes soll sich widerspiegeln in jedem Stück des Hausrats, soll unbesorgt in alle Ecken und Winkel dringen können, so daß nicht nur die Menschen und ihre Herzen, sondern auch ihre Wohnungen bereit sind für alle Herrlichkeit der Weihnacht. Man braucht durchaus nicht in die Häuser hineinzugehen, um sich vom Augenschein überzeugen zu lassen. Die Fenster spielten in letzter Zeit gern die Rolle des Verräters. Starrten sie nicht kahl auf die Straßen herab, oft reihenweise, so daß man an eine wahre Umzugsepidemie hätte glauben können? Aber bald verhüllten sie sich wieder, und nun kann man überall eine wahre Pracht an blütenweißem Tüll, an Spitzen, Stickereien und Fransen bewundern, und in den Erkern kräuseln sich frisch die zierlichen Volants und Fältelungen der Scheibengardinen. Nur die Fensterscheiben! Hatte es Überhaupt Zweck, sie von außen zu putzen? Machte der Regen sie nicht sofort wieder blind? Doch im letzten Augenblick zeigte der Himmel ein Einsehen, und so wurde der gestrige Tag zu einem Fensterputztag erster Ordnung. Ueberhaupt der Himmel! Doch von ihm noch einmal zum Schluß. Vorher wollen wir einen kurzen Blick in die Backstuben werfen, in denen der Meister leider noch nicht sagen kann: „Nun ist es beinahe so weit". Im Gegenteil, hier wird unter stärkstem Hochdruck gearbeitet, bis zum Allerletzten. Denn selbst der Bäcker ist nur ein Mensch und kann weder seine Hände verzehnfachen noch seinen Backofen zu Zimmergröße ausweiten. Aber er steht seinen Mann, Feldherr über das Heer der Frauen mit ihren Teigbergen und Kuchenblechen, und der köstlich duftende Hochbetrieb hält an von Morgen- bis Abenddunkel, denn fertig werden muß alles. Was er aber schließlich doch nicht schaffen sollte, wird an anderer Stelle ausgeführt. Wenigstens in Westfalen. Denn wenn dort ein Morgenrot den Himmel in glühendem Rot erstrahlen läßt, sagen die Kinder selig und geheimnisvoll: „Christkindchen bäckt". Und dann ist es beinahe so weit. t. v. M. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 15 bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Burg- idealer“ — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Annemarie." — Weihnachtsausstellung der oberhejfifchen Künstler ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Ltadttheaker Gießen. Heute nachmittag findet die Aufführung des Weihnachtsmärchens „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster statt. Die Spielleitung führt Karl 23 o I cf. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Ernst Bräuer. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet außer Miete statt und beginnt um 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr. Die Polizeistunde an Weihnachten und Silvester. Dte Polizeidirektion Gießen teilt mit: Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat die Polizeistunde am zweiten Weihnachtsfeiertag auf 2 und für Silvester auf 6 Uhr festgesetzt. Weihnachtsfeierstunde in der Stadtkirche am Heiligabend. Auf mehrfachen Wunsch aus den Gemeinden — besonders mit Rücksicht auf die vielen, welche in Geschäften tätig sind und zu früher Abendstunde Tagesbefehl des Gauiverlscharführers. Werkscharmänner! Wir stehen am Ende eines ereignisreichen und für die Werkscharen bedeutungsvollen Jahres. Ich bin der Ueberzeugung, daß sich jeder einzelne Werkscharmann im vergangenen Jahre die größte Mühe gegeben hat, und ich freue mich immer wieder, wenn ich den Eifer und die Dienstauffassung sehe, wie sie gerade in der letzten Zeit gezeigt wurde. Nach den Tagen der Eschenburg und dem großen Erlebnis des Reichsparteitages 1936 hat der Reichswerkscharführer, Parteigenosse Dr. Ley, mit dem Stabschef der SA., Viktor Lutze, und dem Korpsführer des NSKK. Hühnlein, ein Abkommen getroffen, das den Werkschardienst im künftigen Jahre grundlegend beeinflussen wird. Wir sind nun eine straffe Formation geworden. Unsere Aufgaben sind innerhalb des Betriebes von einer solchen Wichtigkeit und Notwendigkeit, daß ich jeden einzelnen Werkscharmann für das kommende Jahr auffordern muß, sein Allerbestes zu geben, damit wir den uns gestellten riesengroßen Aufgaben gewachsen sind. Gerade ihr Werkscharmänner, die ihr alle dem werktätigen Volk angehört, müßt von einem Idealismus beseelt fein, damit dem Führer gezeigt werden kann, daß wir sein Vertrauen restlos verdienen. In diesem Sinne hoffe ich, daß jeder einzelne seine Ehre darin einsetzen wird, ein vorbildlicher Werkscharmann zu werden. Ich wünsche allen Werkscharmännern ein glückhaftes neues Jahr. Holzapfel, Gauwerkscharführer und SA.-Standartenführer. Von der Schule zur Offizierslaufbahn. DNB. Im Zusammenhang mit dem die Verkürzung der Schulzeit betreffenden Maßnahmen, werden die derzeitigen Unterprimaner bereits im Jahre 1937, die derzeitigen Obersekundaner bereits im Jahre 1938 von den Schulen entlassen. Nachstehend werden daher die Fristen bekanntgegeben, in denen die Bewerbungsgesuche um Uebernahme in die Offizierslaufbahn, einschließlich Sanitäts- und Veterinäroffizierslaufbahn des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe von den Unterprimanern und Obersekundanern, die eine dieser Laufbahnen einschlagen wollen, eingereicht werden müssen. 1. Für derzeitige Unterprimaner erfolgt die Einstellung als Fahnenjunker beim Heere um) bei der Luftwaffe ober als Offizieranwärter bei der Kriegsmarine ober als Fahnenjunker im Sanitätsober Veterinärkorps am 1. Oktober 1937. Die Vorlage ber Bewerbungsgesuche hat baldigst — spätestens jedoch bis 15. Januar 1937 — zu erfolgen. 2. für derzeitige Oberfefunöaner erfolgt die Einstellung für eine der unter 1. aufgeführten Laufbahnen am 1. Oktober 1938. Die Bewerbungsgesuche sind einzureichen: Beim Heere in der Zeit vom 15. Januar bis 31. März 1937; bei der Kriegsmarine in der Zeit vom 15. Januar bis 31. Mai 1937; bei der Luftwaffe in der Zeit vom 15. Januar bis 30. April 1937. Bewerbungsgesuche, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht sind, können nicht berücksichtigt werden. Die näheren Bestimmungen, die bei der Bewerbung beachtet werden müssen, sind aus Merkblättern zu ersehen, die a) für die Offizierslaufbahn im Heere bei den Wehrbezirkskommandos; b) für die Offizierslaufbahn in der Kriegsmarine bei der Inspektion des Bildungswesens det Kriegsmarine, Kiel; c) für die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe bei den Wehrbezirkskommandos und auch bei der Annahmestelle für Offiziersanwärter der Fliegertruppe, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 12, Erdgeschoß, sowie bei allen Truppenteilen der Luftwaffe; d) für die Sanitätsoffizierslaufbahn bei den Wehr-, bezirkskommandos und bei der Militärärztlichen Akademie, Berlin NW 40, Scharnhorftstraße 35; e) für die Veterinäroffizierslaufbahn bei den Wehrbezirkskommandos und auch 6ei den Korps- veterinären, zu erhalten sind. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß für Vorlage der Bewerbungsgesuche nicht die in den Merkblättern angegebenen Fristen, sondern nur die vorstehend aufgefütjrten Gültigkeit Huben. Falls es einem Bewerber nicht möglich ist, die dem Gesuch beizufügenden Personalpapiere, Urkunden usw. so rechtzeitig zu beschaffen, daß er sein Gesuch innerhalb der vorgeschriebenen Frist einreichen kann, so ist das Gesuch trotzdem fristgerecht vorzulegen mit dem Bemerken, daß die fehlenden Unterlagen sobald als möglich nachgereicht werden. Vor der Einstellung hat jeder Bewerber seine Arbeitsdienstpflicht abzuleisten. Eine Meldung hierfür seitens des Bewerbers ist nicht erforderlich. Die Anmeldung zum Arbeitsdienst wird durch die Wehrbezirkskommandos veranlaßt. Bewerbungen für die Sanitätsoffizierslaufbahn. DNB. Zum 1. Aprl und 1. Oktober 1937 werden Medizinalpraktikanten und approbierte Aerzte für die Sanitätsoffizierslaufbahn des Heeres angenommen. Bewerbungen sind an den nächsten Korpsarzt zu richten. Merkblätter sind bei den Wehrbezirkskommandos zu haben. den Gottesdienst nicht besuchen können — wird am Heiligabend (24. Dezember), 20.30 Uhr, in der Stadtkirche eine Weihnachtsfeierstunde gehalten. Die Regelung des Zettbezugs ab Januar 4937. In der Zeit vom 22. bis 24. Dezember werden durch Polizeibeamte den Hausbesitzern oder Hausverwaltern Antragsvordrucke zur Ausstellung von Haushaltsnachweisen zugehen, die sie an die einzelnen Haushaltungen weiterzugeben haben. In der Zeit vom 28. bis 30. Dezember werden diese Anträge nach Ausfüllung wieder abgeholt werden. Untermieter, die nicht im Haushalt ihres Vermieters volle Kost erhalten, haben die gleichen Vordrucke wie Haushaltungsvorstände auszufüllen. Sollten einzelne Haushalte keine Vordrucke erhalten haben, so wollen sie diese bei dem zuständigen Polizeirevier abholen. Im Interesse eines jeden Haushalts liegt es, die Vordrucke vollständig und richtig zu den angegebenen Terminen auszufüllen, damit die Fettversorgung Anfang Januar 1937 durchgeführt werden kann. Auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte sei besonders hinge- wiesen. Wenn man im Gasthaus ißt... Lpd. In der Nachkriegszeit hatte sich nach Heber» Windung der ersten Ernährungsschwierigkeiten in unseren Gaststätten der Ehrgeiz durchgesetzt, dem „Dienst am Kunden" durch eine besonders reichhaltig ausgestattete Speisekarte Ausdruck zu geben. Und da begreiflicherweise keine Gaststätte hinter der anderen zurückstehen wollte, kamen schließlich teilweise Speisekarten zustande, die man ohne weiteres als „Monstrum" bezeichnen konnte. Sie waren kein Dienst am Kunden mehr, sondern waren geradezu dessen Qual geworden.. Wer von uns hätte es nicht schon selbst erlebt, daß er eine solche Riesenspeisekarte trotz allen Hungers und Appetits ziemlich ratlos in der Hand hielt. Der alte Spruch „Wer die Wahl hat, hat die Qual", traf hier wirklich zu. Jeder der feine Mahlzeiten häufig in Gaststätten einnimmt, wird das bestätigen. Darum wird er es auch andererseits nicht als eine „Vernachlässigung des Gastes" empfinden, wenn nunmehr unsere Gaststätten zu. einer Vereinfachung ihrer Speisekarten übergehen. Sie werden künftig durch ihre mengenmäßige Beschränkung der Auswahl dem Gast zwar weniger, aber doch treffliche Gerichte anbieten. Vor allem aber werden sie durch eine verkürzte Speisekarte den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten unserer Ernährungslage gerecht. Die Gaststätten werden viel stärker den Gast auf die Gerichte Hinweisen können, die im Augenblick besonders gut und billig herzustellen sind, weil ihre Zutaten reichlich auf dem Markt angeboten werden. Neben der Verbrauchslenkung können di- Gaststätten durch eine kleinere Speisenauswahl aber auch wirkungsvolle Mitarbeit im „Kampf dem Verderb" leisten, denn die verkürzte Speisekarte schützt sie vor mancherlei Verlusten. Die Gäste in unseren Gaststätten werden also für diese Küchenumstellung Verständnis haben. Es wird deshalb keiner weniger zu essen brauchen, nur die Wahl wird ihm erleichtert. Zudem wirv er das Bewußtsein haben, durch eine Selbstbeschränkung zu seinem kleinen Teil dazu beizutragen, unsere Ernährungsgrundlage zu verbreitern. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers den Abdruck des Romans „Wege im Nebel" von Käthe M e tz n e r beendet haben, beginnen wir in der heutigen Nummer unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dessen durchschlagendem Erfolg in allen Kreisen unserer Leserschaft in Stadt und Land wir überzeugt sind. Handelt es sich doch diesmal um das jüngste Werk einer hochbegabten, deutschen Autorin, deren früher in den Familienblättern erschienener Roman „Die Dame mit dem Otterpelz" zahlreichen Lesern noch in angenehmster Erinnerung sein dürfte. Der neue Roman heißt „Oaü fremde Gesicht" von Garen und ist ein Werk, das die zarte Leidenschaft einer Liebesgeschichte mit der Dramatik und außerordentlichen Spannung des echten Abenteuer- und Kriminalromans in sich vereinigt. Wer seinerzeit „Die Dame mit dem Otterpelz" gelesen hat, weiß, daß Caren glänzend zu erzählen und lebenswahr zu schildern versteht. So ist auch ihr jüngstes Werk, mit dessen Veröffentlichung wir heute beginnen, ein richtiger Zeitungsroman, der den Leser sofort gefangen nimmt und ihn von Fortsetzung zu Fortsetzung bis zum Schluß in Atem hält. Wir sind gewiß, mit der Erwerbung unseres neuen Romans einen besonders glücklichen Griff getan zu haben und allen unseren Leserinnen und Lesern eine ungewöhnlich fesselnde, jeden Tag mit Freude und Spannung erwartete Lektüre zu bieten. Meldung zum Arbeitsdienst für die weibliche Jugend. NSG. Zum 1. April 1937 können in erhöhtem Maße Einstellungen in den Arbeitsdienst für die weibliche Jugend angenommen werden. Damit die Einstellung erfolgen kann, müssen die Meldungen bis spätestens 1. Februar 1937 vollständig bei der Bezirksleitung XI/Hessen, Wiesbaden, Rheinstr. 74, vorliegen. Antragsformulare und Werbeblätter sind bei den Ortspolizeibehörden und der Bezirksleitung XI, Wiesbaden, Rheinstraße 74, erhältlich. Mehr Achtung vor dem Brot! DNB. Immer wieder werden in den Müllkästen weggeworfene Nahrungsmittel und vor allem leider in erheblichem Umfang Brotreste gefunden. Das darf nicht fein. Das tägliche Brot ist Volksgut und darf nicht verkommen. Brot wird durch die harte Arbeit des Bauern dem Boden abgerungen. Brot muß als ein Geschenk der Erde geachtet werden. Wer Brot wegwirft, schädigt sein Volk. Wer das SW gegen spröde Haut Das fremde Gesicht. Vornan von Garen. (Nachdruck verboten!) Die Operation war vorüber. Doktor Alland half der Schwester, die Patienttn vom Operattonstisch auf die Bahre heben. „Vorsicht beim Transport", mahnte er, während der Karren geräuschlos nach dem Aufzug rollte. „Keine Erschütterung! Die Frau hat viel Blut verloren." Er streifte die Gummihandschuhe ab und schälte sich aus seiner Vermummung. „Uff — das war ein Stück Arbeit! Ich schwitze wie ein Rennaaul!" Mit entblößtem Oberkörper ging er zum Waschbecken und begann sich abzuseifen, daß die Schaumflocken umherspritzten. Er plantschte munter wie ein Schuljunge, ließ abwechselnd kaltes und heißes Wasser über Brust und Arme laufen, bis seine sonnengebräunte Haut vor Frische dampfte. „Wie lange haben wir gearbeitet?" fragte er über die Schulter hin seinen Assistenten, der im Hintergrund noch mit den Instrumenten hantierte. „Fünsundsechzia Minuten, Herr Doktor." „Großartig!" Alland nickte befriedigt. „Ging ja fixer, als ich gedacht hatte. Noch nicht halb acht, wie? Dann könnte ich ja doch noch mit in die Oper. Hatte meiner Frau schon abgesagt. Wir haben heute im Abonnement den .Rosenkavalier*." Er schleuderte das zusammengeballte Handtuch auf einen Stuhl und streifte das Hemd über. „Ich kann ja wohl auf ein paar Stunden Weggehen, nicht? Sie wissen ja Bescheid, Doktor. Wenn die Patienttn Schmerzen bekommt, geben Sie ’ne Spritze — aber bloß eine, nicht mehr! So gegen elf schau ich noch mal vorbei. Sollte was Besonderes los sein inzwischen, können Sie ja ins Theater telephonieren. Guten Abend!" An der Tür blieb er noch einmal stehen. „Sonst alles in Ordnung, wie? Der Leistenbruch auf achtundzwanzig verheilt gut? Keine Temperatur? Schön. Morgen kann der Verband ab..." Alland ließ die weißlackierte Tür des Operattons- saales hinter sich ins Schloß fallen und rannte mtt pennälerhasten Sprüngen die Treppe hinunter. Draußen war es schon dunkel. Den ganzen Nachmittag hatte es geregnet, die Bäume tropften noch, und ein blasser, verweinter Mond stand am Himmel. Alland zog tiefatmend die feuchte Nachtluft in sich ein. Er liebte diesen starken und bitteren Herbstgeruch nach Astern und Spätveilchen und moderndem Laub. Unwillkürlich verlangsamte er seinen Schritt, um diesen Genuß noch etwas zu verlängern. Seine chirurgische Praxis lieh ihm nicht viel Zeit zu Spaziergängen. Dieser kurze Parkweg von der Klinik bis zu seiner Privatvilla war oft tagelang seine einzige Erholung, und so oft er ihn zurücklegte, empfand er immer aufs neue dieselbe tiefe und kindliche Freude an diesem schönen Besitz, den er sich vor fünf Jahren aus einem Nichts geschaffen hatte, und der alles umschloß, was ihm das Leben teuer machte: seinen Wirkungskreis als Arzt und sein häusliches Glück ... Leise öffnete er die kleine Gitterpforte, die den Sanatoriumsgarten von der Villa trennte. Gewohnheitsmäßig streifte fein Blick die Fensterfront ab. Merkwürdig — alles schon dunkel heute! Sollte Evelyn schon fort fein? Sie war nie übertrieben pünktlich, und die Vorstellung begann doch erst um acht... Es war so still im Haus. Nur ganz kurz schlug der Hund an und verstummte sofort auf seinen Zuruf. Dr. Alland drehte im ersten Stock alle Lichter an und ging geradeswegs zum Schlafzimmer, wo er feine Frau noch beim Ankleiden vermutete. Aber auch da war sie nicht. Auf dem Bett, in Eile hingeworfen, lag ihr grünseidener Kimono. Die Türen des Kleiderschranks standen weit offen, und von nebenan aus dem Bad drang der Duft ihres Parfüms, dieser ganz zarte Ambraduft, in den er so verliebt war. Heute noch — nach beinahe sechsjähriger Ehe. Verliebt wie am allerersten Tag...! Frank Alland spielte versonnen mit der großen schaumrosa Puderquaste, die auf der Glasplatte des Toilettentisches eine feine Staubspur hinterließ. Ein zärtliches Lächeln lockerte seine Mundwinkel. Dann klingelte er nach der Zofe. Er klingelte dreimal hintereinander. Niemand kam. Plötzlich fiel ihm ein, daß das Mädchen am Mittwoch seinen freien Nachmittag hatte. Schön — muhte man sich eben die einzelnen Bestandteile feines Abendanzugs allein zusammensuchen. Es war nicht das erstemal in seinem Leben, daß er sich selber half. In weniger als einer Viertelstunde war er umgekleidet und verließ das Haus. In der Einfahrt traf er mit der Kinderschwester zusammen, die von einem Ausgang zurückkehrte. „Waren Sie länger fort, Schwester?" fragte er stehenbleibend. Das Mädchen bekam einen roten Kopf. „Nein, nur bis zum Briefkasten. Die Kleine schläft bereits", stotterte sie verlegen. Der Arzt unterdrückte ein Lächeln. Flüchtig entsann er sich, daß er ihr kürzlich mit einem jungen Menschen begegnet war. „Ich wollte bloß wissen, ob Sie meine Frau noch gesprochen haben, ehe sie ging. Hat sie nichts für mich hinterlassen?" Die Schwester verneinte lebhaft. Die Frau Doktor müsse es sehr eilig gehabt haben, weil sie nicht einmal, wie vewöhnlich, vorher noch einen Augenblick bei der Kleinen gewesen sei. Das Kind habe gar nicht einschlafen wollen, weil es feinen Gutenachtkuß nicht bekommen habe, und ... „Wann ist meine Frau denn weggegangen?" durchschnitt Alland etwas nervös ihren Redefaden. Die Schwester überlegte. „Es muß so gegen halb sieben gewesen sein. Ich war gerade unten in der Küche, um für Karin das Abendbrot zu richten, als ich die Frau Doktor am Fenster vorbeigehen sah. Ich wunderte mich noch, daß sie schon so früh wegging bei dem schlechten Wetter." „Sie wird noch vor dem Theater in der Stadt etwas besorgt haben, denk' ich ..." Alland ließ das Mädchen mit zerstreutem Gruß an sich vorüber. Als er die Garage aufschloß, um seinen Wagen zu holen, sah er den kleinen sandfarbenen Fiat seiner Frau unbenutzt in der Ecke stehen. Diese Entdeckung beunruhigte ihn ein wenig. Was bedeutete das? Es war ganz unverständlich, daß Evelyn bei dem Regen und in Abendtoilette, wie sie war, die Trambahn genommen haben sollte, sie, die gegen schlechtes Wetter so empfindlich war. Vielleicht war an dem Wagen etwas nicht in Ordnung, und sie hatte nicht gewagt, den seinen zu nehmen, der immer für die Praxis bereit bleiben mußte. Es würde sich auf klären..- Alland ließ den Motor anspringen. In schnellstem Tempo jagte er stadteinwärts. Die Vorstellung hat bereits begonnen, als er das Theaterfoyer betritt. Die alte Logenschließerin, die ihn kannte, blickt flüchtig von ihrem Strickzeug auf und legt den Finger auf den Mund. Behutsam öffnet er die rote Tapetentür und bleibt im Hintergrund der Loge stehen, bis sein Auge sich an das Halbdunkel gewöhnt hat. Ganz vorn an der Logenbrüstung bewegt sich im schwachen Reflex des Rampenlichtes undeutlich der Umriß einer weiblichen Gestalt. Evelyn — denkt er mit einem vagen Gefühl von Erleichterung. Die bezaubernde Heiterkeit des ersten Liebesduetts zwischen Oktavio und der Marschallin nimmt ihn einen Augenblick gefangen. Aber plötzlich durchzuckt ihn jähes Erschrecken. Nein — die Frau dort ist gar nicht Evelyn! Die beiden Plätze neben ihr sind leer. Alland fühlt sein Herz in harten Stoßen gehen. Eine dumpfe Angst würgt ihm auf einmal die Kehle ab. Unsinn — wehrt er sich gegen die seltsame Beklemmung. Evelyn ist doch kein Kind mehr, das sich verlaufen kann. Was sollte ihr zugestoßen sein...? Vergebens sucht er sich damit zu beruhigen, daß sie sich etwa bei einer Freundin verspätet hat oder durch irgendeine Verkehrsstörung unterwegs auf- gehalten worden ist. Umsonst erwägt er hundert Möglichkeiten, die ihr Ausbleiben rechtferttgen könnten. Das würgende Angstgefühl in seinem Innern will und will ihn nicht verlassen... Nur um seine Nachbarin nicht zu stören, bleibt er auf seinem Platz sitzen, bis der Akt zu Ende ist, unfähig, den Vorgängen auf der Bühne zu folgen. Die Musik verrauscht an seinem Ohr, ohne in sein Bewußtsein zu bringen. Kaum ist der Vorhang gefallen, springt er auf und läuft zum Telephon. Alland dünkt es eine Ewigkeit, bis sich daheim jemand meldet. Ob feine Frau etwa schon zu Hause sei, fragt er die inzwischen heimgekehrte Zofe. Auch kein Anruf? Nein, gar nickt ... Der Arzt hängte mit nervöser Hast den Hörer an. Ohne Hoffnung machte er noch einen Versuch bei zwei seiner Kollegen, mit deren Frauen Evelyn oberflächlich befreundet war. Dann gab er er auf. (Fortsetzung folgt t) tH a Ablauf des Neuregelung derAufwertungsfälligkeiten Der Ob Die Zildmig des Jugendgerichts für 1937/38 eihnachtsfeiern überall Chemiker-Tagung in Gießen , , .. • i - n • • •• u “ "im ic UUCl v II 4 ll Hl C ----- f* - r*Unn CS ^cher, daß viele — wahr- ^cht zugänglich sind. ** D i e Lieferung von Sommerpflanzen für die städtischen Anlagen betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen. ** Po st Wertzeichen werden ungültig. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß mit gebührenfrei gegen andere Postwertzeichen um. ** Ortsgruppe O st bescherte 300 K i n- b e r. In unserem gestrigen Bericht über die Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Ost ist durch ein Versehen die Zahl der bescherten Kinder unrichtig 120 Kinder feiern mit Soldaten Weihnacht. Bei der Infanterie. Bei der Artillerie. Die Weihnachtsfeier bei der Artillerie brachte den 50 emgeladenen und 70 erschienenen Kindern Mannes der Kinder hatte Schwesterlein oder -öruderlein mitgebracht) eine ganz besondere Freude , e^n großes Erlebnis. Sie durften die Ställe besichtigen und die Pferde streicheln und sie durften alle auf den Pferden sitzen. Jedes der Kinder DDn ÖGn Soldaten, sechsmal um die Gleitbahn reiten, so daß ihnen dank des Entaeaen- kommens des Abteilungskommandeurs Oberstleutnant Döring (der auch der ganzen Feier bei- Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte für 1937/38. In diesen Tagen fand eine gemeinsame Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Na- k u r eei welche ।liier die K Arbeit'. w C. AK Kreisobm liiiefer Tc Kreisa fernen meister de »verhindert dpektor S wezirkssiik liiber die n »Selung de p,u. eninehi mchr Aend bung eintr lUmschichtv Brot achtet und sorgfältig nutzt, hilft die Ernährung sichern für das Volk und sich selbst. Durch die Hand der Hausfrauen gehen fast alle Nahrungsmittel. Sie find berufen, das tägliche Brot zu hüten. Laßt kein Brot vertrocknen, auch der kleinste Rett läßt sich noch gut im Haushalt verwerten. Werft nichts weg, achtet das tägliche Brot! ♦ ** Silberhochzeit. Arn morgigen Donnerstag, 24. Dezember, kann der hiesige Markt- und Pfandmeister Karl Schneider, wohnhaft im Turmhaus am Brandplatz, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. ** Die Gießener Geldinstitute gaben im gestrigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Kassen und sämtliche Geschäftsräume am Donnerstag, 24. Dezember, nachmittags geschloffen sind. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Keine Müllabfuhr während der Feiertage. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt bringt heute in einer Bekanntmachung zur Kenntnis, daß während der Weihnachtsfeiertage, sowie am 1., 2. und 3. Januar, kein Hausmüll abgeholt wird. xeM Verwalt Beitreibun Ms Mmc Verwalt »neuen N siette und i trfrb hier . Durchfuhr! ! ®Qn» '।10 I n r»ef[e In j’6*1 de rnnen «Se* Ach' ä reines " wr(«met p«» "lich-" jentalh Milragsza Effi | Kreisle'ii hiv befonö« riaftesplane 5,enhe die iWehen w !' Aegierur Wzelfragk Schnecken, Heeresfach‘ xS dH ™ S«|5‘ Oberheffen 2. Arelsklasse. Staffel 1 0 Untere Mannschaften. lAdenprey: RM 240. 2 —. 440 und höher (‘ h verschollener Dan Dyck. xf 4 4 4 2 3 Tv. Beuern Tv. Londorf Tv. Wißmar 0 0 0 2 3 2 2 1 Pkte. 12:0 10:2 6.4 2:8 0:8 0:8 Pkte. 4:0 2:2 0:4 Mtv. Gießen I Tv. 1846 Gießen 1900 Gießen Tv. Dutenhofen Mtv. Gießen II 0 0 0 0 0 1 1 0 0 Pkte. 6:2 4:4 2:6 0 1 3 4 6 ießen, eister, rü(fe(, Bür- effor, Gie- teter, ’tett, Pkte. 12:0 10:2 2:6 2:6 2:12 keines» Gew. 6 5 3 1 0 0 Verl. 0 1 2 4 4 4 Sta Spiele 1 6 6 4 5 7 Sta Spiele 1 5 4 4 3 ffel Gew. 6 5 1 1 1 Gew. 4 1 1 1 Spiele 6 6 5 5 Pkte. 9:1 3:5 2:6 2:4 1. Unentsch. Verl. 2. Unentsch. Verl. daß , in silan- salls- eine 6n» i&e 6. 3u. Eie- ießen, Wil- r. 11; inrich loreg» Erb, 3u -chott- urger Furier Roon» Tv. Lang-Göns Tv. Holzheim Tv. Grüningen Tv. Garbenteich für Weihnachtsabend? - Rechtzeitig eine Flasche-Schaumwein kalcsreUen. Dann nach der Bescherung alle damit unerwartet erfreuen! Wäre das nicht schön? SCHAUMWEIN Tv. Lang-Göns To. Wetzlar II mssi. Önge. Haug, leben, entist, -Kger. obker Dilh. elmut icht: urger Ei«. Eie. acher, Kauf, -eoer» Hein. 9 38; . Seb ießen, - Ain imirt, r.SBef. mborf oßen> i; 17. Lud. ; 19. Otto 1. Unentsch. 0 0 0 0 0 0 H St Ans, Mi M 'eben. ^u>e. bald uchlz, QPp »M hatte, wur. schluh ielven 'kUng 1 be? ‘W )urch Zellnos- sind, mter einer und einer YN' >i"' rläu- tura- belia- Wir- der ande- nian lichen troler inan' nbun* ist es Syn- Ze^ spiele W ische" rige" 1, die nneit der irgendwie eingreifen wird, obwohl man gerade in dieser Klasse noch mit Zuwachs rechnet. Jugendklasse. SJL-’Sport Stand der Handballkämpse im Sportkreis Gießen Tv. Hausen Mtv. Gießen II Tv.Mendorf (Lahn) 4 )e- Altmaterials, Gemeindeumschuldungsoerband. Merwaltungsinspektor Weber erläuterte dre iieien Bestimmungen über den Bezug der Speise- jette und Konsummargarine. Ab 1. Januar 1937 Md hier eine völlige Neuregelung erfolgen, deren Virchführung im wesentlichen bei den Gemeinden Tv. Nauborn 4 der Versammlung, die Grundeigentümer über die im letzten Sommer hier durchgefuhrte Boden- chätzung aufzuklären, um bei der demnächst er- olgenden Offenlegung der Ergebnisse unnötige Em- prüche möglichst auszuschalten. Diplom-Landwirt Brückmann vom Bodenschätzungsausschuß am hiesigen Finanzamt sprach dann in längeren Ausführungen über die gesetzlichen Grundlagen und die praktische Durchführung der Bodenschatzung nach dem im Jahre 1934 herausgekommenen Gesetz Der Hauptzweck des Gesetzes ist, für das ganze Reich eine einheitliche Bewertung des Bodens zu schaffen, die dann neben andern Verhältnissen die Grundlage für die Besteuerung liefern soll. Bei der hiesigen Bodenschätzung waren beteiligt: Diplom-Land- wirt Keil, die Bauern Albert (Queckborn) und Menget (Hattenrod) und Vermessungstechniker Schlett. Nach dem Vortrag wurden Karten von einzelnen Fluren der hiesigen Gemarkung, auf denen die Ergebnisse der Bodenschätzung eingetragen sind, ausgelegt und hierzu noch weitere Erläuterungen gegeben. Die allgemeine Offenlegung für die hiesige Gemarkung wird im Januar nächsten Jahres erfolgen. 3) Lich, 23. Dez. Am heutigen Mittwoch können die Eheleute Karl Eise und Frau Marie geborene Schöne, das Fest der silbernen Hochzeit feiern . 3 Nonnenroth, 23. Dez. Die hiesige Schule hatte dieser Tage zu einem Elternabend und damit gleichzeitig zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, die gut besucht war. Die Kinder hatten es sich nicht nehmen lassen, einige Weihnachtsspiele aufzuführen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Bürgermeister Koch dankte dem Lehrer P l o ch und seiner Frau für die viele Mühe, die fte sich um die Vorbereitung der schönen Veranstaltung gemacht hatten. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß man auch im nächsten Jahre eine so schöne Feier erleben möchte. — In unserem Orte wurde nunmehr die erste Verdunkelungsübung durchgeführt. Die Bevölkerung des Ortes bewies Ein merkwürdiges Geheimnis um ein wertvolles Porträt von V a n D y ck beschäftigt die Beamten des Museums und der Bibliothek von High Wicombe in England. Unter alten Stadtberichten, auf die man in letzter Zeit gestoßen ist, findet sich die Tatsache verzeichnet, daß im Jahre 1849 ein „schönes Gemälde von Dan Dyck" dem Stadtrat zum Geschenk gemacht worden ist. Das Gemälde wird näher beschrieben als ein Porträt des vierten Lord Wharton und seiner zweiten Frau mit ihren Kindern; dazu wird bemerkt, daß es früher zu der Gemäldesammlung im Hause dieser Familie gehört habe. Bis zur Entdeckung dieser Berichte — es handelt sich um städtische Protokolle aus den letzten beiden Jahrhunderten — wußte man im Stadtrat nichts von diesem Gemälde. Es gibt zwar im Museum der Stadt ein Dorträt des Lord Wharton mit seiner Familie, auf das sich die Beschreibung in dem Bericht beziehen könnte, aber bisher wurde dieses für eine Arbeit von Peter Lely gehalten. Man zieht jetzt Sachverständige heran, um zu untersuchen, ob es sich hier um einen Dan Dyck handelt, andererseits nehmen die Museumsbeamten eine genaue Untersuchung der Bestände vor, um festzustellen, ob der vermißte Dan Dyck sich vielleicht noch unter diesen befindet. Zeitschriften. — Der lausende Jahrgang der „Deutschen Zeitschrift' ist ein Jubiläumsjabrgang, denn die „Deutsche Zeitschrift" kann auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Nun liegt das zweite Heft des neuen Jahrgangs vor, das wiederum das hohe Niveau der Zeitschrift zeigt. Drei große Arbeiten befassen sich mit dem Thema Oesterreich: Der Dichter Max Mell schreibt meisterhaft über Ferdinand Raimund, den österreichischen Dramatiker und genialen Späterben des Varocktheaters; Karl Garzarolli von Thurnlackh, ^der beste Kenner der Materie, über „Mittelalterliche Plastik in Steiermark." Ausgesucht schöne Stücke einer Ausstellung bilden den Bildschmuck des Heftes. Eine Ergänzung dazu ist das „Südsteirische Tagebuch" von Otto Reicher, das eine sprachkräftige Schilderung dieser charakteristischen Landschaft, ihrer Menschen und Lebensweise bringt. Bernt von Herseler führt ein lebendiges Zwiegespräch über „Vers und Bühne". Eine der stärksten Begabungen unter den Jungen war Eugen Gottlob Winkler; ein neuer Beweis dafür ist seine Studie „Die Insel". Außerdem bringt das Heft noch aus dem im gleichen Verlag erschienenen Buch über „Calvin" zwei charakteristische Kapitel. Drei Referate, darunter eines „Bücher für junge Menschen", geben eine vorzügliche lieber- ficht über schöne Weihnachtsbücher. Bit >er Obmann führte praktisch die Einrichtung eir r neuzeitlichen Kartothek vor, ohne die eine Diireinde bei den an sie herantretenden vielseitigen Urorderungen unmöglich auskommen kann. Einige Umschreibungen der Landesdienststelle des Deut- Ichri Gemeindetages wurden noch bekanntgegeben, bit Urkundensteuerpflicht gemeindlicher Verfteigerun- xei besprochen und dann die Tagung mit einem MS'Heil auf den Führer geschlossen. ßach der Tggunq kamen die Bürgermeister zu iiiL-m einfaches Essen in der „Krone" zusammen, bei welcher Gelegenheit Regierungsrat Schwan übir die Kameradschaft der in der Verwaltung tätiger Arbeitskameraden sprach. Bürgermeiftertagung in Alsfeld. c. Alsfeld, 23. Dez. Unter der Leitung des Kriisobmannes Bürgermeister Dr. V öl sing fand dieier Tage die letzte diesjährige Tagung der Kieisabteilung Alsfeld des Deutschen Elmeindetages statt, an der alle Bürger- niefter des Kreises, soweit sie nicht durch Krankheit onyindert waren, teilnahmen. Bezirksfürsorae-Jn- svttor Stickel von der Bezirksfürsorgestelle des irksfürsorgeverbandes Alsfeld sprach zunächst übir die neuen Maßnahmen der Regierung zur Re- □djmq des Fettbezuges. Den Darlegungen war zu entnehmen, daß durch die Neuregelung wesent- lich» Aenderungen gegenüber der seitherigen Rege- hiq eintreten, die unter Umständen eine erhebliche Umschichtung des bezugsberechtigten Personenkrei- Sochschulnachrichten. Ernannt wurden: der außerordentliche Profesior Dr. August Klingenheben (Afrikanische Sprachen) an der Universität Leipzig zum Ordinarius an der Universität Hamburg; der außerordent- liche Professor Dr. Wolfgang Langenbeck (Chemie) an der Universität M ü n st e r zum Ordinarius an der Universität Greifswald; der außerordentliche Professor Dr. Robert Wetzel (Anatomie) an der Universität Tübingen zum ordentlichen Professor in Tübingen. Professor Dr. Wolfgang Stammler, Ordin«- rius für germanische Philologie an der Universität Greifswald, ist auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt wor- den. Stammler, gebürtig aus Halle a. d. S., habilitierte sich 1914 an der Technischen Hochschule Han- nooer, wurde dort 1918 Professor und kam im gleichen Jahre nach Dorpat, wo er drei Jahre später zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Seit 1924 wirkte Stammler als Ordinarius in Greitswald. Mit Beuern hat wohl die beständigste Mannschaft die Führung der Tabelle inne. Londorf folgt mit zwei Verlustvunkten mehr an zweiter Stelle, während Wißmar aussichtslos am Ende steht. ^kMMUnalpolitifcheTagunginSchotten ^Schotten, 19. Dez. Der Kreisverband 5 Lotten des Deutschen Gemeinde- aus hielt geltem im Rathaussaal dahier eine Sa ung ab bei der sämtliche Gemeinden des Krei- esdurch ihre Bürgermeister vertreten waren. Nach 3e rüßung durch den Obmann, Bürgermeister N ngel (Schotten), der die erschienenen Gäste - Kreisleiter Kromm, Regierungsrat Schwan, Lnisarzt Dr. I e ck e l, die Verwaltungs-Jnspekto- :er Müller, Alles und Weber — willkom- ner hieß, hielt Kreisarzt Dr. I e ck e l vom Kreis- us'ndheitsamt Schotten einen Vortrag über das L!)«esundheitsgesetz, das eine Fortsetzung des Ge- zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses ft Auf die außerordentlich wichtige Aufgabe der Stmdesbeamten bei der Durchführung dieses Ge- chs wurde an Hand von einzelnen Krantheits- äü n ausführlich hingewiesen. In allen Zweifel- ;cs'-m Fällen ist vor dem Eheschluß die Vorlegung •ins kreisärztlichen Unbedenklichkeitszeugnisses zu ictiangen, besonders in Fällen des leichten Schwach- jinr cs, der Epilepsie, körperlichen Mißbildung, ebnerer Kurzsichtigkeit und dgl. Fälle mehr. Reicher BeraU folgte den interessanten Ausführungen, de- iei sich eine kurze Aussprache anschloß. Üerwaltungsoberinspektor Schlitt von der IkierwachungsstellA der Reichsangestelltenversiche- tuig hielt dann emen Vortrag über Dersicherungs- glicht, freiwillige Versicherung, die Leistungen und Bedragszahlungen in der Angestelltenoersicherung. Binders wurde die Versicherung der Bürgermei- jtti und Gemeindebeamten besprochen. Ireisleiter Kromm wies in seiner Ansprache w-esondere auf die hohe Bedeutung des Dier- jal esplanes, des Kampfes dem Verderb und des iv'terhilfswerkes hin, bei deren Durchführung zende die Bürgermeister sich mit ihrer ganzen Kraft nretzen müssen feegierungrat Schwan besprach eine Reihe von ksizelfragen (Bekämpfung des Ungeziefers, Mäuse, Sdneden, Mitwirkung der Gemeinden in den heressachen, der NSV., der Feuerversicherung dabei viel Disziplin, so daß die Uekmng sehr Aw friedenstellend verlief. co äangsborf, 23. Dez. Dl- hiesige N L» Frauen,chast hielt dieser Tag- ihre Adven s- feier ab. Gemeinsam gesungene Advents- und Volkslieder und Gedichtvorträge von Kindern losten einander ab. Ferner wurde den Zuhörerinnen die Rede des Führers an die Frauen während des Reichs- Parteitages und die Rede von Frau Scholtz-KliNk in die Erinerung zurückgerufen. Nach einer Kaffee- pause wurde über die Arbeit des kommenden Jahres, insbesondere über einen im Januar geplanten Kochkursus gesprochen. Kreis Büdingen. * Büdingen, 22. Dez. Auf der Fahrt nach Büdingen fuhr gestern Frau Knauer vom Hühnerhof bei Büdinaen infolge der glatten Landstraße mit ihrem Auto in voller F a h rr gegen einen Baum. Bei dem heftigen Zusammenstoß, bei dem der Kraftwagen völlig m Trümmer ging, wurden das mitfahrende, etwa 3 Jahre alte Söhnchen und die 17 Jahre alte Schwe- st e r der Frau so s ch w e r v e r l e tz t, daß sie nach Frankfurt a. M. verbracht werden mußten, um wegen der komplizierten Verletzungen dort in fachärztliche Behandlung gebracht zu werden. Die Auto- fahrerin kam mit leichten Verletzungen davon und konnte nach erster ärztlicher Hilfeleistung nach Hause entlassen werden. Dlllkrels. ch Offenbach (Dillkreis), 22. Dez. Infolge des Nebels geriet heute morgen der von Günterod kommende „Ausflugswagen", der mit Arbeitern der Hüttenwerke besetzt war, mit dem Postomnibus zusammen. Glücklicherweise kamen aber Personen nicht zu Schaden. Der entstandene Sachschaden ist allerdings erheblich. — Die geplante Umgehungsstraße um unseren Ort ist nunmehr genehmigt. Mit den Arbeiten wird am 4. Januar 1937 begonnen werden. Es ist vorgesehen, eine Strecke von 400 bis 500 Meter zu bauen. 0er Wechnachtsstem. Von Or. Erwin Kossinna. । Untrennbar mit der Weihnachtslegende verknüpft ist die Erzählung der drei Weisen aus dem Morgen- (aiOe, wie sie uns der Verfasser des Matthäus- eocngeliums berichtet. Danach kündete ein Heller St.Tn das Ereignis von Jesu Geburt an und wies freu Weifen den Weg nach Bethlehem: „Wir haben sm en Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten." . 'Las t)at es mit diesem Stern für eine Bewandtnis'? Leider sagt der Chronist nichts Näheres über di« Stellung des Sterns am Himmel, so daß wir in dieser Beziehung nur auf Vermutungen ange- nhfen sind. Denn es gibt darüber aus der Zeit um Christi Geburt auch keine anderen Aufzeichnun- gzr, die sich bis in die Gegenwart erhalten hätten. Sbir man muß doch wohl annehmen, daß die drei W-isen aus dem Morgenlande Magier oder Sternkundige gewesen sind, welche die Himmelserscheinung tu ihrer Weise richtig gedeutet haben. Lei dem Mangel an genaueren Angaben ist es nicht verwunderlich, wenn im Laufe der Zeit zahl- reine Hypothesen darüber ausgestellt worden sind, die indessen meist der wissenschaftlichen Kritik nicht Har galten. So t)at man an einen Kometen ge- badjt, dessen plötzliches Erscheinen die Magier zu ihrir Reise nach Bethlehem veranlaßt habe. Es ist dies natürlich nicht unmöglich, jedoch insofern wenig mbrscheinlich, als aus der Zeit um Christi Geburt ftire auffälligen Kometerscheinungen überliefert norben sind. Eine andere Ansicht geht dahin, daß es sich um einen sogenannten „neuen Stern , eine hkva, gehandelt habe, die jäh aufflammt, einige Wcchen oder Monate hindurch sichtbar bleibt, um bann wieder — für das freie Auge wenigstens — ju verschwinden. Solche neuen Sterne sind nun Mich gar nicht so selten, wie man gewöhnlich «n- niirmt. Beispielsweise hat es seit der Hellen Nova im Perseus vom Jahre 1901 nicht weniger als vier r.zue Sterne gegeben, die die erste Größe erreichte oder sogar, wie die Nova im Adler non 1918, noch erheblich überschritten, von den schwächeren in ichweigen. Der Weihnacktsstern mußte also schon eine ungewöhnlich Helle Nova gewesen sew, etwa Ivie die berühmte Nova von 1572, die Tycho Brahe in ber Kassiopeia beobachtete. Tanz anders waren die Gedankengange von Kepler über den Stern der Weisen. Kepler erlebte im Jahre 1603 ein enges Zusammen- lieffen der Planeten Jupiter und Saturn, und diese glänzende Konstellation brachte lhir dazu, ein gleiches Zusammentreffen auch zur Zeit von Christi Geburt zu vermuten. In der Tat In neuerer Zeit konnte Professor O. Gerhardt auf Grund langjähriger mühevoller Untersuchungen überzeugend darlegen, daß der Stern der Weisen weder ein Komet noch eine Nova noch eine Konstellation gewesen ist, sondern ein den damaligen Astrologen ganz vertrauter Stern, nämlich der Saturn. Diesem Planeten mit dem bleichen, bleifarbenen Schein, wie ihn Schillers Wallenstein nennt, war seit den Zeiten der alten Babylonier, also mindestens seit 2000 v. Chr., der letzte Tag der Woche geweiht. Es war der Tag des düsteren Gottes Ninurtu, der dem Kronos oder Saturn gleichzusetzen ist. Während ihres langen Aufenthaltes in Babylonien zwischen 722 und 585 vor unserer Zeitrechnung haben die Juden die siebentägige Planetenwoche von den Babyloniern übernommen, deren letzter Tag, der Sabbath, ihr Feiertag wurde. Die Weisen aus dem Morgenlande haben den Frühaufgang des Saturn in den ersten ergaben die von Kepler und Jdeler durchgeführten Berechnungen eine ähnliche Konstellation am 20. Mai des Jahres 6 vor unserer Zeitrechnung. Damals standen Jupiter und Saturn am Morgen- Himmel nur etwa einen Grad auseinander, und zwar im Sternbild der Fische, das nach dem Glauben der Chaldäer, der babylonischen Sterndeuter, jenes Sternbild war, unter dessen Einfluß Judäa stand. Dazu kam noch, daß zur damaligen Zeit der Frühlingspunkt als Schnittpnkt des Himmels- äquators mit der Ekliptik gerade im Begriff stand, in das Sternbild der Fischs einzutreten, womit nach Ansicht der Astrologen ein neues Weltzeitalter begann. Nun weiß man schon lange, daß der Beginn unserer Zeitrechnung nicht mit Christi Geburt zusammenfällt, sondern einige Jahre zu spät angesetzt ist. Es würde also die Möglichkeit bestehen, das Datum der Geburt Christi astronomisch genauer festzulegen. So auffällig aber eine Zusammenkunft der beiden größten Planeten auch gewesen sein mag, zumal in südlichen Ländern, wo in der trockenen, reinen Luft die Sterne viel glänzender leuchten als bei uns, so erhebt sich doch die Frage: War der Weihnachtsstern wirklich eine Konstellation? Bei einem gegenseitigen Abstand von einem Grad erscheinen die beiden Planeten als zwei durch die doppelte Vollmondbreite voneinander getrennte Sterne. Sie ständen sich nur wenig näher als die Gürtelsterne des Orion. Und wenn auch der Abstand nur einen Bruchteil einer Mondbreite betragen hätte, würde man doch stets deutlich zwei Sterne haben erkennen können. Aber bei Matthäus heißt es klar und eindeutig: „Wir haben seinen Stern im Morgenlande (das heißt im Osten) gesehen." Es kann sich also nur um einen einzigen Stern handeln. ses zur Folge haben werden. Ueber die Einzelheiten der Neuregelung ist durch die bisherigen amtlichen Meldungen des Deutschen Nachrichtenbüros bereits ausführlich berichtet worden. Sodann sprach Kreisbauernfuhrer Geiß (Vadenrod) über den Vierjahresplan der Reichsregle- rung und hier insbesondere über den landwirtschaftlichen Sektor innerhalb des Vierjahresplans. In aufschlußreichen Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit der Marktordnung der festen Preise, mit notwendigen großzügigen Bodenverbesserungen und berichtete von einer Anzahl neuer Arbeitsdienstlager, die im Bezirk der Kreisbauernschaft Alsfeld- Lauterbach—Schotten errichtet werden sollen. Der Redner referierte ferner über die verstärkte Anwendung von künstlichen Düngemitteln, über die Errichtung von Silos, über die Verstärkung des Obstbaues, die Ersetzung des Feldgemüsebaues durch den Gartengemüsebau, über die Einrichtung von Dämpfkolonnen durch die Dreschgenossenschaften, über den Ausbau von Molkereien, die Forderung des Landarbeiterwohnungsbaues und andere mehr. In abschließenden Worten erinnerte Kreisbauern- übrer Geiß an die hohen Pflichten, die gerade dem Bauern im Rahmen des Vierjahresplanes zu erfüllen aufgegeben find. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Die Versammlung and in der üblichen Weise ihren Abschluß. Landkreis Glesien 00 Klein-Linden, 22. Dez. Im CafL Lutz hielt der G e flü g e l z u ch tv erei n 1931 Klein-Linden eine Mitgliederversammlung ab, die sich in der Hauptsache mit den Vorarbeiten für die am 9. und 10. Januar 1937 geplante örtliche Werbegeflügelschau befaßte. Als Preisrichter wurde Herr S o e ü l e r (Nieder-Gemünden) gewonnen. Die Ausstellungsleitung übernimmt das Mitglied August Strahlen der Morgendämmerung beobachtet, als beer Planet im Zeichen der Fische stand und zu- sammen mit dem Königsstern'Jupiter aufging. Sie schlossen daraus auf die Geburt eines Königs, der ein neues Zeitalter heraufführen werde. Nach den Berechnungen von G e r h a r d, der sich auf ein weit umfassenderes Beobachtungsmaterial stützen konnte als Kepler, hat die betreffende Konstellation Anfang April des Jahres 7 vor unserer Zeitrechnung stattgefunden. Dies wäre nach unserer heutigen Kenntnis zugleich der wahrschem- lichste Zeitpunkt von Christi Geburt. Und wenn der altchristliche Schriftsteller und Kirchenlehrer Hippolyt als Datum der Geburt Christi den 2. April bezeichnet, so darf man darin vielleicht eine Bestäti- gung der Untersuchungen Gerhardts über den Stern des Messias erblicken. Die Angabe Hippolyts scheint zunächst wenig beachtet worden zu fein. Denn das Weihnachtsfest als das Fest der Geburt Christi wurde in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten zu ganz ver- schiedenen Zeiten gefeiert. Es bedurfte erst der Regelung durch den Bischof Liberius im Jahre 354, wonach in Der ganzen abendländischen Kirche das Weihnachtsfest einheitlich auf den 25. Dezember fest- gelegt wurde. Die Frage des Tabellensiegers ist hier noch falls geregelt, weil sich die beiden führenden Mannschaften vollkommen gleichwertig sind. Erst die Zu- Fünft wird es zeigen, wer die Staffel bei den weiteren Spielen vertreten kann. 1900 hatte Pech. «^Leihgestern, 23. Dez. Die silberne Hochzeit können am Donnerstag, 24. Dez., die Eheleute Wilhelm Gremm und Frau Marie, geb. Schwan, begehen. — Leihgestern, 23. Dez. Am zweiten Weih- Nachtsfeiertag kann der Grubenbeamte i. R. Johannes Diehl, Kirchstraße 10, bei guter Gesundheit einen 8 2. Geburtstag feiern. V Watzenborn-Steinberg, 22. Dez. Am Sonntag feierten zum erstenmal alle kirchlichen Vereinigungen gemeinsam in einem der größten Säle unseres Dorfes ihr W e i h n a ch t s f e st. Im überfüllten Saale erlebten die etwa 400 Teilnehmer ein schönes Weihnachten. Die Weihnachtsbotschaft selber richtete alle Darbietungen aus. Der Kirchenchor, unter der Leitung des Dirigenten Sommer, fang schöne Weihnachtslieder Der Posaunenchor, unter Leitung von Herrn Philipp, verschönte den Abend durch Präludien und Einlagen, junge Mädchen trugen Weihnachtsgedichte und Weihnachtshymnen vor. Pfarrer Gontrum sprach über den tiefen Sinn der Weihnacht und über die Geschichte dieses Festes der Christenheit, über seinen Kern und seine deutsche Ausprägung. Der Jungmädchenbund führte ein Weihnachtsspiel auf. Den Schluß bildete der Vortrag eines Melodramas durch Herrn Philipp und seinen Sohn Walter. Der Reinerlös des Abends, m Hohe von 39,45 Mark, kommt dem WHW. zugute # Beuern, 23. Dez. Ein schöner Wcihnachts- brauch wurde in unserer Gemeinde eingeführt. Seit Samstag erstrahlen an jedem Abend am Ehrenmal zwei Weihnachtsbäume im Lichte vieler Kerzen. — Dieser Tage wurde der weit über die Grenzen unteres Dorfes hinaus bekannte Sattlermeister und Landwirt Heinrich Otto zu Grabe getragen. Eine stattliche Trauer gemeinde gab ihm das letzte Geleit. Pfarrer Dietz hielt die Grabrede und würdigte die wertvolle Persönlichkeit des Mannes, der lange Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes war und zu den Gründern des Kirchenchores gehört. + Grünberg, 22. Dez. Am Montagabend fand im Gasthaus „Zum Rappen" unter dem Vor- itz des Ortsbauernführers Großhaus eine Ver- ammlung der Grundbesitzer statt. Nach den Ausführungen von Regierungsrat Klein, Leiter des hiesigen Finanzamtes, war der Zweck H. L M.). rerwaltungsinspektor Müller behandelte die Betreibung der Gemeindeaußenstände, Sammlung Spiele Gew. Unentsch. Verl. Tv. Heuchelheim II 2 2 0 0 To. Niedergirmes II 2 10 1 Tv. Dutenhofen II 2 0 0 2 Heuchelheim scheint auch in diesem Jahre auf dem besten Wege zu sein, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Denn es dürfte sich kaum ein Gegner finden, Spiele Gew. Unentsch. Verl. ‘301 Eine Hervoragende Leistung hat die Mannschaft des Tv. Lang-Göns gezeigt, die bis jetzt ungeschlagen die Tabelle anführt. Auf den Fersen folgt die Reservemannschaft des Tv. Wetzlar, die allerdings nicht in das Geschehnis eingreisen wird, weil in die 1. Kreisklasse nur eine 1. Mannschaft aufsteigen kann. Pech gehabt hat Hausen, das zweifellos auch über em sehr solides Können verfügt. Ausgesprochen schlechte Leistungen haben sowohl Allendorf als auch Nauborn gezeigt. Lich wurde ausgeschlossen. S t a f f e l 2. Staffel letzter Zeit Staffel Staffel in dieser Staffel unstreitbar die beste gegen 22 20 o 500 g 80 Offenbacher-Lederwarenvertrieb für den Haushalt E Photo Kreuzplatz 9 60 2Hre Vermählung geben bekannt 75 8344 D Bäckerei- und 8292 D (in drei Wochen das drittemal Leiter Bügeleisen UUljUlUlUUll d°'N^"d.rAr-ui,pe-EinnchtunW Gasherde, Wasch- u. Sviiltische K.KolbZ.Thörner Aachs. Ludwinstraße 40 fi016A Ruf 3355 Gießen, den 24. Dezember 1936 Krofdorfer Straße 16 - Dernerwall 7 gesamten Tt-rw-lt besprochen werd-tü WLK für den, der ernsthaft Tierkunde betreibt und eine Offenbarung für jeden Freund der Tierwelt. 9 Z Weine z Weißwein Lit. ohne Flasche 1.00 75 65 Tischwein * /i Fl. o. Glas 70 Rheinwein * /i Fl. o. Glas 80 Liebfrauenmilch * /i Fl. o.Glas 90 Alsheimer V . Fl. o.Glas 90 Schwabenheimer ViFl. o.Glas 1.00 Bechtheimer */i Fl.o.Glasl.10 Rotwein */t Flasche... 70 Ingelheimer Vt Flasche.. 1.00 Schaumwein */i Fl. 2.50, 1.80 Konditoreianwesen altemgef. Geschäft, inmitt. d. Stadt Wetzlar geleg.llrankheitsh.sof.unt. gunst.Bedmgung. verkäusl. durch: Carl Qlompf, Immobilien, Wehlar/L. Wieseck I — Großen-Linden I 7:2. Wieseck landete im Freundschaftsrückspiel gcg-cn Großen-Linden einen eindeutigen Sieg. Großen- Rundfunkprogramm. Donnerstag, 24. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: „Was ihr wollt, sei euch beschert." Wunschkonzert. 9.30: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Musik für Alle! 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Schneebericht. 13.15: Musik für Alle! 14: „Kindelein zart, von guter Art." 15: Kinderfunk. 16: Weihnachtslieüer hüben und drüben. 17: Kammerkonzert. Kompo- ber Forschungsstelle für Tierseelenkund« im Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster 140 Seiten mit 150 Abbildungen. Leinenband RM. 3.60 Weihnachteii wird öefilmt! Das soll Ihre Parole sein. Schmalfilmen ist wirklich wundervoll und solch eine Filmkamera kostet wirklich nicht die Welt. So billig ist dieses hübsche, wertvolle Weihnachtsgeschenk: BOHNHOFSTDRSSE NIEDERHAUSEN Tv. Gr.-Rechtenbach 5 Tv. Ebersgöns 5 Umzugsh. echt Woe-Küche (2 Schränke) tveih.Herd, zwei Betten und verschiedenes, sowie kvl. Eisenbahn zu verlauf .06840 Wo sagt die Ge- schäftsst. d. G.A. Zum Weihnathls Fest Mehl 00 lssvrO Londorf ist ......___............ Mannschaft gewesen, die wahrscheinlich auch bei den Spielen um die Kreismeisterschaft noch ein gewichtiges Wort mitsprechen wird. Aber auch die anderen Mannschaften haben sich recht tapfer geschlagen. Praktische und beliebte Weihnachtsgeschenke; Kleinschreibmaschinen, schöne Möbel fürs ArbeilS- ,immer, Goldfüllhalter und Briefpapier von 4 Franz Vogt & Co., Gießen Mercedes-Generalvertretung J Seltersweg 44, Ruf 2464, Vokohaus Weihnachtswunsche sind leicht zu erfüllen durch ein praktisches Geschenk von Modehaus Schneberger 8368 A Mn eher Rider MM gesuchtmitlFbis 20 Mille, zwecks Uebernahmeein. über 50 Jahre bestehenden gut eingeführten lukrativen Fabrik- Unternehmens i. Gießen. Schriftliche Angebote unter 05834 an den Gießen. Anzeiger erbeten. Ein guter Füllhalter der macht Freude! Wir gravieren auch gleich den Namen des Besitzers sauber hinein. HARO, KAWECO und PELIKAN. Markenhalter schon von RM. 2.70 an. 7919a Hat das Tier eine Seele? Dieses Thema behandelt unsere Neuerscheinung Tiere mit Gefühl und Verstand von Dr. Werner Fischet Ganz groß Auswahl in Dttif Eckstand an der neuen » Markthalle unter der Uhr Albend )vertau,ft und Frankfurter Str. 36, Tel. 2103 ®.D Werl, — - ' ' Mnnmbolzbaus. 21118 dem Inhalt: Versuche mit der Seeanemone, der Schnecke und ^^,s'°dl-chrebs - Lernversuche mit Lidellenlaroen, Gelbrand. Vnö — Tiere, die erkennen, was gröber und was kleiner ist - das begrenzte Gedächtnis einiger Vögel - Ziegen Mause mid Affen beim Streben nach bevorzugtem Futter — der Kommissarischer Führer des Gaues Hessen ernannt. Der Reichssportführer hat mit sofortiger Wirkung den Treuhänder der Deutschen Arbeit Kurt Frey (München) zum kommissarischen Leiter des Reichsfachamtes Schwerathletik bestellt. Außerdem hat der Reichssportführer den SS.-Oberführer Fritz Schmidt (Kassel) zum kommissarischen Führer des Gaues Hessen ernannt. Handball in den Gießener Schulen. Realgymnasium Gießen — Aufbauschule Friedberg 10:2 (7:1). Auf dem Platz des MTV. standen sich die Mannschaften der Mittelstufe von den genannten Schulen gegenüber und kämpften um die Provinzialmeister- schaft. Unter der sicheren Leitung von Schiedsrichter Körner entwickelte sich ein schönes und schnelles Spiel, das die Einheimischen auf Grund besseren Zusammenspiels verdient gewannen. Sofort vom Anstoß weg drängten sie die Friedberger in die Verteidigung zurück, und bald konnten sie durch zwei Strafwürfe mit 2:0 in Front ziehen. Aber kurz darauf holten die Gäste ebenfalls durch Strafwurf ein Tor auf. Dann jedoch setzte sich die bessere Zusammenarbeit der Gießener Jungen durch, die in regelmäßigen Abständen vor der Pause noch fünf Tore warfen. In der zweiten Halbzeit machten sich die Friedberger wieder etwas aus der Umklammerung frei und gestalteten das Spiel einige Zeit offen. Aber bald wurden sie wieder in ihre Hälfte zurückgedrängt, und das achte Tor war fällig. Nach einem schnellen und gefährlichen Durchbruch erzielten dann die Gäste ihr zweites Tor dem die Gießener nach jeweils schöner Kombination noch zwei entgegensetzten. Der neue Provinzmeister trat mit folgender Mannschaft an: Eckhardt; Möckel, Gans; Egner, Hofmann, Müller; Juchhard, Neher, Feller, Weigand, Correl. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. 65 PF. AM TAGE IN DIE SPARBÜCHSE So leicht können Sie die Mercedes»Selecfa-Kleinschreib- maschine, den zuverlässigen und dazu eleganten Mitarbeiter fürs ganze Leben, erwerben. — Denn schon bei einer Anzahlung von RM 25 — und 14 Monatsraten zu je RM 19.55 sind auch Sie einer von den zahlreichen, zufriedenen Mercedes-Selecta-Besitzern. — Sparen Sie folglich 65 Pf. am Tag, dann haben Sie bequem am Monatsende die jeweiligeRate vonRM19.55 beisammen. Der Kassapreis beträgt netto RM 265.—. Auch Lützellinden wird hier kaum einzuholen sein. Ueberraschend ist das gute Abschneiden von Oberkleen, während Hochelheim gerade in stark nach vorn gekommen ist. Linden ging in der ersten Hälfte zweimal in Führung, Wieseck glich jedoch bis aur Pause aus und erzielte dann in regelmäßigen Abständen noch fünf Tore. Für den ersten Feiertag hat sich Wieseck die Mannschaft des Spv. Nieder-Florstadt verpflichtet. Zugendspiele der Sp.-Vg. 1900. 1900 2. Jugend — Großen-Linden 2 Jugend 3:0: Der zweiten Jugendmannschaft gelang es auch im Spiel gegen Großen-Linden zu siegen und damit weiterhin in der Spitzengruppe zu verbleiben. Der Sieg wurde aber nicht so leicht erfochten, wie das Ergebnis etwa besagt. Es mußte gekämpft werden, um den Sieg sicherzustellen. Der glatte Boden stellte an die Spieler große Anforderungen, die diese auch nur teilweise gerecht wurden. 1900 3. Jugend — DfBR. 3. Jugend 1:3. Einen ungleichen Kampf führte die dritte Jugend gegen eine erheblich verstärkte Mannschaft des Lokalgegners. Trotzdem wehrte sich die unvolljäh- lia spielende Mannschaft 19005 auf das beste, konnte jedoch nicht verhindern, daß der gegnerische Sturm dreimal erfolgreich war, während kurz vor Schluß nur ein Gegentor erzielt werden konnte. * D i e Ehrennadel der Deutschen Turnerschaft wurde dem Reichsfachamtsleiter und Oberturnwart der DT., Karl Steding (Bremen), in Anerkennung seiner Verdienste um das Turnen vom Reichssportführer von Tschammer und Osten verliehen. j Empfehlungen] lannea-- ArnuMch abzugetz. Bestell. erb.wirv.Postt. od.and.Bierver- laaMichel,W..ll- torstr.71,T.2479 Damplsägewerk Lollar B.NuhnA.C., Lollar la elektrische ver Stück von 30 Pf. an Schwere, gute irischer Rosenkohl kg 28 Pf Simmentaler IV. kg.Wallnüsse 95 Pf. FahmlriX neue Zitronen 10 Stück 45 Pf I" «■nrKllll la Apfelsinen V2 kg 38 Pf. So viele hübsche und auch praktische Dinge gibt es da. Sie sollten sich die große Auswahl darin mal ansehen bei • J.B. 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Dezember. Gießen. Stadlkirche. 17 Uhr: Weihnachtsfeier sm die Kinderkirche der Markusgemeinde; Pfr. Beckei?; 20.30: Weihnachtsfeier. — Zohanneskirche. 17. Ma- fikalifche Abendfeier; Pfr. Ausfeld. — üapelle btrs Allen Friedhofs. 16: Weihnachtsfeier für die Kinder- kirche der Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling.-, Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 17.30: Weihnachln. feier; Pfr. Trapp. — Steinbach. 19.15: Christoespel?. — Albach. 18.15: Christvesper. — Rödgen. 19: Situfi gische Christfeier. — Heuchelheim. 20: Stille Nacht, heilige Nacht, Krippenspiel; Kollekte. — Garbenlei^. 17.30: Christvesper; Schülerchor. — Hausen, litt Christvesper; Schülerchor. — Wahenborn-Skeinberg. 19: Christmette unter Mitwirkung der Konfirmander.. — Langsdorf. 19: Christfeier. — Birklar. 18.15: L* turgische Christfeier. — Trais-Münzenberg. 7.15: (jl. Abendgottesdienst; Kollekte. — Hungen. 19: Gottes dienst. — Beltershain. 16: Weihnachtsfeier; Kollekk. — Mrberg. 18: Weihnachtsfeier; Kollekte. katholische Gemeinden. Donnerstag, den 24. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. — Lich. 16 bi* 18: Beichte. Was Sie auch schenken - IBILUMIEN gehören zu jedem Fest! Sorgfältig zusammengestellte Blumengebinde zu allen Gelegenheiten erhalten Sie stets frisch und preisgünstig bei WEBER Laden: Seltersweg 54 (Gloria-Palast) Gärtnerei: Am Nahrungsberg 65, Hal Nr. 2636 Turnverein v. 1846, Oieiien Samstag, 26. Dezember 1936 (2. Weihnachts-Feiertag), abends 8 Uhr, in der Turnhalle, Steinstraße 1: Familienfeier Turnerische Darbietungen / Tanz Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder mit ihren Angehörigen hierzu höflichst ein u. bitten um vollzählige Beteiligung 8351 D Die Vereinsführung. Eang-Göns hat die Führung und dürfte sie auch kaum noch abgeben. Es ist bezeichnend für das Spielermaterial des Tv. Lang-Göns, dem es gelungen ist, auch mit seiner zweiten Garnitur die Führung zu behaupten. Lich wurde ausgeschlossen. KI Borrmanng Gießen, Neustadt 5 Ruf 4165 8358 A da bö: In nti D, Nl zu kö Bi du Ich de we ne Dc au W Wi die suä beg vor T na ont) sten fleh Wu be|d der Bro1 ster Fes Wö aus lebt Wc dem Ceg ober tei bb wi ne üb G- dc ol h- UI Wi di al di Li de ni's an bv w bi A; de t)’u 5ei reit net Slhi eir ch- 8« zu ttn uetei Sore Sw