Hr.214 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 23. November 1936 Erscheint tügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die OÜuftnerte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezllgsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleiiung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.'Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel ö Llngeheuerliches Willkmurteil im sowjelrussischen Schauprozeß. Der reichsdeutsche Ingenieur Stickling in Rowo-Gibirsk zum Tode verurteilt. Scharfer Protest des deutschen Botschafters. Moskau, 21.Nov. (DNB.) Am 19. November begann in Nowo-Sibirsk der neue Schau- prozeß gegen die „konterrevolutionäre trohki- ftische Schädtingsgruppe des Kemerower Bergwerks." Unter den Angeklagten befindet sich auch der relchsdeutsche Ingenieur Stickling. Am Sonntag wurden sämtliche neun Angeklagten zum Tode verurteilt, darunter auch der deutsche Bergingenieur S t i ck l i n g. Der Spruch des Gerichts ist als endgültig anzusehen und unterliegt keiner Berufung mehr. Die Angeklagten haben lediglich die Möglichkeit, ein Gnadengesuch einzureichen. Der deutsche Botschafter in Moskau, Graf von der Schutenburg, hat daraufhin sofort bei der Sowjetregierung eine Demarche unternommen, wobei er die Unglaubwürdigkeit der gegen Stickling erhobenen Anklagen hervorhob und als erste Maßnahme forderte, daß die Durchführung des Gnadengesuches rechtzeitig sichergestellt wird. * Die ersten Sitzungen des Prozesses ergaben bereits das übliche Bild solcher Justizkonstruktionen nach dem Schema: „Gemeinsame Schädlingsarbeit Les Trotzkismus und des Faschismus". Nach dem Aufmarsch einer Reihe von Stachanow-Ar- b e i t e r n, die als Zeugen aussagten, daß die Angeklagten Ljaschtschenko, Kowalenko, Andrejew, Noskow und andere angeblich mit allen Mitteln unerträgliche Arbeitsbedingungen auf dem Bergwerk geschaffen hätten, wurde mit dem Verhör der Angeklagten begonnen. In der üblichen Form von „Geständnissen und S e l b st b e z i ch t i g u n g e n" bekannten sich dann die Angeklagten mit Ausnahme des deutschen Ingenieurs Stickling auch bereitwillig der ihnen zur Last gelegten Verbrechen für schuldig, und zwar angeblich Vergasung der Stollen, planmäßige Schaffung ständiger Explosionsgefahr, Herbeiführung von Ünglücksfällen mit zahlreichen Opfern usw. Daß diese ekelhaften Selbstbeschuldigungen sich haargenau mit dem Wortlaut der Anklageschrift deckten und daß diese wiederum sich mit bekannten Propagandathesen in völliger Ueberein- stimmung befanden, braucht nicht mehr hervorgehoben zu werden. Die politischen Hintergründe dieses Prozesses waren völlig klar. Sowohl die Anklageschrift wie die Presseveröffentlichungen ließen deutlich die Tendenz erkennen, die ungünstigen Wirkungen des letzten Trotzkisten-Prozesses im Ausland einigermaßen wieder wettzumachen und daneben Sündenböcke für die Mißerfolge der Stachanow-Bewegung zu schaffen. Die verheerenden außenpolitischen Auswirkungen des Trotzkisten-Prozesses, der in der großen Politik ebenso versagt hat wie die Volksfröntpolitik der Komintern, bildeten für die Sowjets den Anlaß, diese Scharte wieder auszuwetzen. Daneben haben die Moskauer Gewalthaber das dringende Bedürfnis, die Aufmerksamkeit der Welt von ihren Machenschaften in Spanien und den daraus entstehenden Folgen abzulenken. Man erinnert sich, daß die gleiche Tendenz außenpolitischer Ablenkungsmanöver bereits dem Schlachty-Prozeß und dem Vickers-Arm st rong-Pxozeß zugrundegelegen hat. Man muß es als ein Beweis des schlechten Gewissens der Sowjetregierung ansehen, daß sie trotz der fortgesetzten Bemühungen des deutschen Konsuls um seine Teilnahme an den Prozeßoerhandlungen diese zu verhindern gewußt hat. Diese Tatsache drückte dem Prozeß einen eindeutigen Stempel auf. Die Grenze ist erreicht. Der „Völkische Beobachter" zum Schandurteil von Nowo-Sibirsk. Berlin, 23.Noo. (DNB.) Zum Nowosibirsker Schauprozeß schreibt der V B. u. a.: Das Erstarken der Front der ordnungswilligen Staaten scheint für Moskau der letzte Anstoß zu sein, d e n g r o ß- ten Ein atz in seinem blutigen Spikl zu wagen. Denn Hand in Hand mit seinem Aufmarsch in Spanien geht eine Herausforde- dung Deutschlands, die unter keinen Umständen ohne einen ganz besonderen Zweck in diesem Augenblick von Moskau heraufbeschworen sein kann. In der Moskauer Rechnung ist nur ein Fehler enthalten, nämlich der, daß die Herausforderung an das nationalsozialistische Deutsche Reich und nicht an irgendeinen Staat gerichtet worden ist. Erst vor wenigen Tagen hat Deutschland bewiesen, daß es eine Grenze für die Wahrung der Ehre auch seines letzten Burgers gibt, deren Ueberschreitung es unter keinen Umständendulden wird. Wir verlangen, daß deutschen Menschen und ihrem Recht an jeder Stelle außerhalb unserer Grenzen die glelche Achtung entgegengebracht wird, die das Deutsche Reich als Ganzes für sich fordern muß. Wie wir bereit sind, jedem Ausländer auf deutschem Boden die Rechte zuzuerkennen, auf die er Anspruch erheben kann, so kann sich jeder Reichsdeutsche im Auslande darüber klar sein, daß die ganze Macht des Reiches hinter ihm steht, solange er es verdient. Der deutsche Botschafter in Moskau hat keinen Augenblick gezögert, die notwendigen Schritte nach der empörenden Justizkomödie gegen den Ingenieur Stickling einzuleiten. Den Moskauer Friedensstörern ist damit die letzte Gelegenheit gegeben, vor der Ungeheuerlichkeit ihres eigenen Treibens noch zurückzuschrecken. Provokateure an der Arbeit. Wieder ein deutscher Ingenieur grundlos verhaftet. Berlin, 21. Nov. (DNB.) Wie wir zuverlässig erfahren, wurden dem deutschen Reichsangehörigen Diplomingenieur W i ck l e i n in Charkow in der Nacht vom 16. zum 17. d. M. von einem ihm bekannten sowjetischen Ingenieur eine Reihe Konstruktionszeichnungen von Artilleriegeschossen angeblich zur Beratung über ihre Bearbeitung und Herstellung, übergeben. 15 Minuten spä- t e r erschienen Beamte des Jnnenkommissariats, um Wicklein zu verhaften. Dieser händigte ihnen die Zeichnungen noch vor Beginn der Haussuchung freiwillig aus. Bei der Haussuchung wurden einige mit Schreibmaschine beschriebene, angeblich zu den erwähnten Zeichnungen gehörige Blätter aufgefunden, die Wicklein nicht gehörten und von ihm vorher nicht bemerkt worden waren. Sie enthielten angeblich die Beschreibung der Fabrikanlagen, in der die betreffenden Geschosse hergestellt werden. Die deutsche Botschaft in Moskau hat gegen diese offensichtliche Provokation sofort Verwahrung eingelegt und die sofortige Freilassung Wickleins verlangt. Eine Verhöhnung Europas. In dem ungeheuerlichen Urteilsspruch von Nowo- Sibirsk kommt wieder der fanatische Haß des Bolschewismus gegen alles, was europäische Kultur ist, zum Ausbruch. Moskau will Rache nehmen für den sichtlich erfolgreichen Widerstand, den die europäische Kulturwelt unter der beispielhaften Führung Deutschlands und Italiens gegen die Versuche zur Bolschewisierung des Westens leistet. In ohnmächtiger Wut über den schlechten Stand ihres bolschewistischen Abenteuers in Spanien suchen die Machthaber im Roten Kreml die öffentliche Meinung des eigenen Landes und der Welt durch neue Schauprozesse von dem völligen Versagen der wirtschaftlichen Experimente zum Aufbau einer leistungsfähigen Industrie und den schweren Rückschlägen der sowjetrusstfchen Außenpolitik durch das Erstarken einer Front antibolschewistischer Mächte abzulenken. Ein reichsdeutscher Ingenieur, der im Vertrauen auf die ihm garantierte persönliche Sicherheit in die Sowjetunion kam, um beim industriellen Aufbau als „Spezialist" helfend tätig zu sein, wird unter völlig fadenscheinigen Behauptungen, zu deren Begründung man jeden Beweis schuldig bleiben muß, vor ein Sowjetgericht geschleppt und als „Saboteur" zum Tode verurteilt. Alle Umstände ergeben eindeutig die gänzliche Haltlosigkeit der Verdächtigungen, die aber für ein Sowjetgericht ausgereicht haben, um gegen einen Reichsdeutschen das Todesurteil zu fällen. Dem deutschen Konsul hat man vorsichtshalber eine Fühlungnahme mit dem Angeklagten und die Anwesenheit in der Gerichtsverhandlung untersagt. Wie immer in sowjetrussischen Monstreprozessen decken sich die Selbstbeschuldigungen der Angeklagten mit der Anklageschrift des Staatsanwalts, ein Beweis, wie gut die sorgfältig eingeübte Schaustellung funktioniert. In diesem Prozeß hatten die übrigen Angeklagten noch die besondere Aufgabe, den einzigen Ausländer, den reichsdeutschen Ingenieur, so ausgiebig zu belasten, daß ein Todesurteil gefällt werden konnte. Daß hier ein planmäßig vorbereiteter Mord durch eine sogenannte Gerichtsverhandlung nur kaschiert werden soll, liegt nach den vielen ähnlichen Prozessen, die man ausländischen Spezialisten wie Ingenieuren sowjetrussischer Nationalität gemacht hat, klar auf der Hand. Aber niemals wird das nationalsozialistische Deutschland die Ausführung des aus Haß und Wut geborenen Mordspruches zulassen. Deutsche Reichsbürger sind nicht dafür da, die Sündenböcke abzugeben für die völlige Unfähigkeit des Sowjetsystems, die eigene Wirtschaft in Ordnung zu bringen. Sie sind auch nicht dafür da, daß sich an ihnen die Wut der roten Machthaber über den Bankrott ihrer bolschewistischen Außenpolitik austobt. Wie der deutsche Botschafter in Moskau bereits mit aller Energie gegen das Schandurteil von Nowo-Sibirsk protestiert hat, so wird das deutsche Volk nicht ruhen, diesen Mordspruch vor der ganzen zivilisierten Welt anzuprangern als eine Herausforderung, die alle Kulturnationen angeht. Wie heute Reichsdeutsche von der bolschewistischen Blutjustiz betroffen werden, so können es morgen Engländer, Italiener, Holländer oder Schweizer sein, die Moskaus Willkür sich als brauchbare Objekte für neue Schauprozesie ausfucht. Deshalb muß die ganze zivilisierte Welt sich zusammenfinden gegen Justiz- methoden, die der Gerechtigkeit ins Gesicht schlagen und jedem Anspruch auf fachliche Urteilsfindung Hohn sprechen. —e. Mosley Über die kommunistische Gefahr in England. Der Führer der englischen Faschiffenlfordert antibolschewistische Front mit Deutschland und Japan. Berlin, 22. Nav. (DNB.) Der „Berliner Lokalanzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit Sir Oswald Mosley, dem Führer der „British Union 'of Fascists“. Mosley erklärte zur kommunistischen Gefahr in England daß die Gefahr der Kommunisten darin bestehe, Zellen zu bilden und Führer zu erziehen, die gewissermaßen die Ofsiziere einer späteren Massenbewegung werden sollten. „Der kommunistische Einfluß ist besonders groß im Kohlenbezirk von Südwales. Nicht minder stark im nordenglischen Industriegebiet. Straßenkämpfe find dort an der Tagesordnung. Die Rädelsführer find dabei stets Kommunisten, sie die Massen aufhetzen. Wir haben zahlreiche Verwundete, darunter eine Anzahl sehr schwer Verletzter, gehabt. Aber Sie lesen davon nie in der Londoner Presse, ebensowenig wie über unsere großen Versammlungen, die wir jede Woche auf offener Straße abhalten, da Säle uns nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Im Londoner O st end haben wir jetzt die absolute Mehrheit erobert. Aber noch stärker sind wir in den Industriegebieten von Lancashire und Yorkshire vertreten. Unser Kampf gegen die Juden, an dem wir nach der Prophezeiung der englischen Presse zu Grunde gehen sollen, hat uns im Gegenteil zum Siege verhälfe n." Sodann kam Sir Oswald auf das Verhältnis zwischen Deutschland und England zu sprechen. „Die beiden Länder müssen naturnotwendig so eng wie möglich miteinander verbunden sein. Es bestehen auch keinerlei Gegensätze zwischen so eng miteinander verwandten Nationen. Schon vor zwei Jahren habe ichdieRückgabeder deutschen Kolonien gefordert und einen derartigen Schritt als Beitrag zum Frieden und der Gerechtigkeit gekennzeichnet. Wir brauchen ja die deutschen Kolonialmandate gar nicht. Wir haben ein Empire, das uns alles liefert. was wir zum Leben benötigen. Millionen von Acres Land liegen außerdem in unserem Weltreich noch unbenutzt und brach. Wir hätten genügend zu tun, um diese Ländereien zu entwickeln und Siedler dorthin zu senden. Wozu sollen wir uns daher Besitztümer anderer Völker aneignen?" — „Ich bin überzeugt", so fuhr Sir Oswald Mosley fort, „daß nach Regelung der Kolonialfragen Deutschland und Großbritannien über keinerlei Gegensätze in Konflikt geraten können. Im Gegenteil, wir haben gemeinsame Interessen, d l e gleichen Feinde, nämlich Juden und Bolschewisten, und dieselben Aufgaben. Trotzdem sind wir in unserer Politik und unseren Methoden durchaus britisch und richten uns nicht nach fremden Vorbildern. Aber gemeinsam ist uns das Führerprinzip, und gemeinsam ist uns weiter mit der deutschen Führerschicht, daß wir die Schrecken des letzten Krieges miterlebt haben und zur Front- foldatengeneration gehören. Englands Ausgabe mühte es fein, mit Deutschland und Japan zusammen ein antlbolschewistisches Bündnis zu schließen." Heber den Aufbau der britischen faschistischen Organisation erklärte Mosley, daß die Organisation rund 500 Ortsgruppen habe und über etwa eine halbe Million einges chrie- bene Mitglieder verfüge. Die englischen Faschisten blickten mit Zuversicht und ruhiger Entschlossenheit in die Zukunft. Reichsbankpräsident Dr. Schacht besuchte in Teheran den Leiter der Iranischen Nationalbank General Arnir K h o s r o w i und den Parlamentspräsidenten Nuri Esfendiari. Abends fand ein Essen mit Empfang beim Außenminister Samiy statt. Große Kulturtagung. Drei Jahre Reichskultürkammer und NSG. „Kraft durch Freude". Berlin, 21.Koo. (DNB.) Die Relchskul- turkammer und die N S.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" in der Deutschen Arbeitsfront blicken in diesen Tagen auf ihr dreijähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlah findet am 27.November in Berlin die gemeinsame Jahrestagung der Reichskultürkammer und der Deutschen Arbeitsfront, NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" statt. Auf der gemeinsamen Festsitzung mittags 12 Uhr in der Philharmonie werden der Präsident der Reichskultürkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprechen. Abends 19.30 Uhr findet im Deutschen Opernhaus eine Festaufführung der romantischen Oper „Der fliegende Holländer" von Richard Wagner statt. Am folgenden Tag, Samstag, 28. November, wird vormittags 11 Uhr im Thronsaal des Reichsmini ft eriums für Volksaufklärung und Propaganda der Reichskultur f e n a t zufammentreten, der von feinem Präsidenten Reichsminister Dr. Goebbels zur dritten Sitzung einberufen wurde. Moskau verstärkt den roten Widerstand in Madrid. Marxistische Truppen meutern. Salamanca, 23. Nov. (DNB. Funkspruch.) Vor einigen Tagen sind in Alicante mehrere sowjetrussische „Handelsdampfer" ein- getroffen. Angeblich führten sie Lebensrnittel für Madrid. In Wirklichkeit schifften sie sowjet- russische Hilfsmannschaften aus, die sofort nach Madrid weiter befördert wurden. Der Sowjetbotschafter Moses Rosenberg hat einen Ausruf erlassen, in dem er die Roten in Madrid anfeuert, weiter Widerstand zu leisten. Madrid müsse „das Grab des Faschismus" werden. Auch die bolschewistischen Machthaber in Katalonien wollten Verstärkungen nach Madrid senden und bildeten ein „katalanisches Bataillon". Im letzten Augenblick vor der Abfahrt weigerten sich jedoch die dem Bataillon zugeteilten Mannschaften, an die Front zu gehen. Es entstand eine Schießerei, bei der es mehrere Tote und Verletzte gab. Auch das rote Bataillon „Valencia", das an den letzten Kämpfen um Madrid teilgenommen hat, meuterte und kehrte nach Valencia zurück. Der Widerstand in Madrid sei völlig aussichtslos, so erklärten die Roten, da die nationalen Truppen bereits Herr der Stadt wären. Im Dolkshaus in Madrid fand eine Versammlung der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien statt. Dabei beschuldigten die Kommunisten die Sozialdemokraten, daß sie die Uebergabe der Hauptstadt an die Nattonal-Truppen vorbereiteten. Der Krach zwischen den feindlichen Brüdern nahm derartige Ausmaße an, daß Schüsse gewechselt wurden. General a. D. Faupel deutscher Geschäftsträger bei der spanischen Nationalregierung. (Scherl-Bilderdienst-M.) • •; Berlin, 21. Nov. (DNB.) Zum Geschäfts- träger b er Reichsregierung bei der spanischen Nationalregierung ist der General a. D. Faupel bestellt worden. Generalmajor a. D. Faupel hat nach seinem Eintritt in das Heer frühzeitig frembe Länder kennengelernt. Im Anschluß an ein Kommando nach China unternahm er einen Ritt durch die M o n g o I e i bis zum Baikal- See. Später kämpfte er bei dem Herero- und Hot- tentotten-Aufstand in Südwestafrika mit. Während seiner Studien auf der Kriegsakademie besuchte er auch die Universität, das Orientalische Seminar und das Geodätische Institut in Potsdam. Während des Weltkrieges war Generalmajor Faupel jahrelang General st absofsizier bei Generalfeldmarschall p. Hindenburg. Er wurde mit dem Pour lö nm Eichenlaub ausgezeichnet. Nach der Novemberrevolte 1918 stellte Generalmajor Faupel in Görlitz ein Freikorps auf, das an den Kämpfen gegen die Spartakisten in Dresden, München und im Ruhrgebiet teilnahm. Auch an den Kämpfen in Oberschlesien hat sich General Faupel beteiligt. In den Jahren 1921 vis 1930 weilte Generalmajor Faupel als Berater des Präsidenten Uriburi in Argentinien. Nach seiner Rückkehr berief ihn das preußische Kultusministerium im Jahre 1934 zum L e iter des Jbero- amerikanischen Instituts. England und die Blockade vor Barcelona London, 23. Nov. (DNB. Funkspruch.) In der Downing-Street fand am Sonntagnachmittag völlig unerwartet eine Ministerbesprechung über die Lage in Spanien statt. Außer Ministerpräsident Baldwin, der zu der Besprechung von seinem Landsitz Chequers zurückgekommen war, nahmen Schatzkanzler Neville Chamberlain, Außenminister Eden, Innenminister Sir John S i - m o n, Marineminister Sir Samuel Hoare und Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p an der Beratung teil, ebenso der Erste Seelord, Groß- LtnerhörteVerdächtigungen des Gudetendeuischtums. Wie tschechoslowakische Minister die Ausschaltung der deutschen Beamten aus dem Post- und Bahndienst zu begründen suchen. Prag, 21. Nov. (DNB) Im Staatshaushalts- ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm Postmlni- ster Tucny zu den von der Sudetendeutschen Partei oorgebrachten Beschwerden hinsichtlich der Verdrängung deutscher Beamter und Angestellten aus den Postdienststellen. Der Minister erklärte, daß Telephon und Telegraph vor allem in den Händen von staat- sich „verläßlichen" Beamten sein müßten, worunter er nur Tschechen versteht. Die Parteiauflösungen im Herbst 1933 hätten die Postoerwal- tung zu Maßnahmen gezwungen, die sich hauvtsäch- lich gegen die staatlich unzuverlässigen Angestellten richteten. Diele Beamte seien entlassen, andere in den Ruhestand versetzt oder über sie Disziplinarstrafen verhängt worden. Diese ungerechten Maßnahmen gegen dl- Le- bensrechle des Sudelendeutschtums glaubte der Minister mit unglaublichen Verdächtigungen begründen zu können, wobei er wörtlich ausführte: „Die Entwicklung in Arbeiter in deutsche Gebiete gebracht werden, während die Einheimischen beschäftigungslos bleiben. Es sei richtig, daß vor allem einheimische Arbeitslose beschäftigt werden, womit nicht gesagt sei, daß dies nur Deutsche sein sollen. Der Minister müßte aber auch die Qualifikation und die staatliche Verläßlichkeit eines Jeden in Betracht ziehen. Er selbst verhalte sich den Deutschen gegenüber vollkommen loyal. Zu der Beschwerde, daß k o m m u n i st e n bei den Staatsbahnen nicht unterkommen, stellte der Minister fest,- daß diese Politik den Kommunisten gegenüber aus der Zeit stamme, wo die Kommunisten den Soldaten die Parole „Mendel eure Massen gegen eure Offiziere" einprägten. Der Minister betonte, daß er diese Haltung auch gegenüb er jenen Deutschen einnehme, die einst der Deutschen Ratio- nalsozialistischen Arbeiterpartei angehörten. „Für diese Leute ist kein Platz in der Staatsverwaltung", sagte der Minister wörtlich. Es würde genügen, in einer kritischen Stunde einen Zug falsch zu dirigieren, was gegebenenfalls tragische Folgen haben kann." (!) Volksfront als Prellbock des Bolschewismus. Moskaus Direktiven für die tschechischen Kommunisten. admiral Chatfield. Daraus geht hervor, daß die Minister sich in erster Linie mit den Fragen beschäftigen, wie sich auf der angekündigten Blockade des Hafens von Barcelona durch die See- streitkräfte der National-Regierung ergeben. „Daily Expreß schreibt, daß eine Neuverteilung der britischen Flotteneinheiten in den spanischen Gewässern erwogen werde. Britische Schiffe würden aufgefordert werden, sich von der Gefahrenzone fern zu halten. Die zur Zeit in Barcelona befindlichen englischen Kriegsschiffe würden möglicherweise zurückgezogen werden. Englands Veistandsverpflichtungen. London, 21. Nov. (DNB.) In einer Rede in Leamington befaßte sich Eden auch mit den Zwecken, denen die britischen Rü st ungen dienen sollen. Er erklärte: „Sie sollen zur eigenen Verteidigung und zur Verteidigung Der Länder d e s Britischen Weltreichs verwendet wer. den. Sie werden aber auch zur Verteidigung Frankreichs und Belgiens gegen einen nicht herausgeforderten A n - griff entsprechend den bestehenden Verpflichtungen dienen. Sollte ein neues Abkommen in Westeuropa zustandekommen, werden sie ebenso zur Verteidigung Deutschlands eingesetzt werden, sollte dieses das Opfer eines nicht herausgeforderten Angriffs durch irgendeinen der Unterzeichner eines solchen Abkommens fein. Das zusammen mit unserem Bündnisvertrag mit dem Irak und unserem vorgesehenen Vertrag mit Aegypten sind unsere einzigen Verpflichtungen. Außerdem kann unsere Wehrmacht dem Opfer eines Angriffs zu Hilfe eilen, wo es nach unserer Ansicht nach den Vorschriften des Völkerbundes angebracht fern würde. Ich benutze das Wort „k a n nx aus wohlerwogenen Gründen, nachdem in einem derartigen Fall keine automatische Verpflichtung mehr für eine militärische Aktion besteht. Alle Kräfte im Dienste des Vieriahresp'ans. Eine Rede des Ministerpräsidenten Köhler. Karlsruhe, 21.Nov. (DNB.) In der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe sprach Ministerpräsident Köhler über den Dierjahresplan. Es ist nicht so, als ob wir uns in Deutschland von der Weltwirtschaft völlig l o s l ö s e n wollten. Dieses Ziel ist weder beabsichtigt noch gewollt. Durch den Vierjahresplan soll allerdings verhindert werden, daß wir an andere Mächte, die den Rohstoff, den wir brauchen, besitzen, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Im übrigen muß die gesamte Wirtschaft ihre ganze Kraft einsetzen, um die Ausfuhr zu heben. Auf der anderen Seite müssen wir darangehen, alle gegebenen Möglichkeiten innerhalb der deutschen Volkswirtschaft zu mobilisieren, um uns rohstoss- und nahrungsmittelmäßig freier zu machen. Alle Kräfte, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, haben gegenüber dem deutschen Volk die unumstößliche Pflicht, nach wie vor die Werte an Grund und Boden auszunutzen und das herauszuholen, was möglich ist. Der Dierjahresplan wird den Aufbau neuer großer Werke mit sich bringen, und die deutsche Wissenschaft wird alles tun, um die Rohstofferzeugung zu fördern. Selbstverständlich müssen die neuen Erzeugnisse vom Volk gern und freudig ausgenommen werden. Auch der Kleingewerbetreibe nde und nicht zuletzt die Hausfrau seien überaus wichtige Glieder der Wirtschaft. Wichtig ist weiter die Erfassung derjenigen Werte, die in Deutschland bisher vertan und nicht verwertet wurden. Es ist selbstverständlich, daß auch in den Betrieben olles getan wird, um den letzten Abfall der Derwertungzuzuführen. Es gilt nun, das, was wir haben, so zu v e r t e i l e n , wie es gerecht und staatspolitisch notwendig ist. Die lieber» wachungsstellen bleiben im bisherigen Umfange bestehen und werden auch künftig die Last der Arbeit zu tragen haben. Es fei für das Gelingen des Vierjahresplancs von entscheidender Bedeutung, daß alles daran gesetzt wird, um zu verhindern, daß die Preise in Deutschland in die Höhe schnellen. Andererseits müsse verlangt werden, daß die Käufer entsprechend vernünftig sind und nicht in der Gegend Herumreisen, um alle möglichen Dinge zusammenzukaufen. Das wäre ein Verbrechen am Deutschen Volk. Das Gesetz über Düngemittel- und Saatgutversorgung, das für die Ernte 1936 gegolten hat, ist von der Reichsregierung auch für die Ernten der Jahre 1 9 3 7, 1 938 und 1 939 verlängert worden. Danach besteht für Düngemittel- und Saatgutkredite ein gesetzliches Pfandrecht an den in der nächsten Ernte anfallenden Früchten, wenn die Düngemittel, das Hochzuchtsaatgut und die anerkannte Saatware von dem Besitzer in der für derartige Geschäfte üblichen Art nach dem 30. November für die nächste Ernte zur Steigerung des Ernteertrages beschafft und verwendet morden sind. Das Pfandrecht erlischt mit dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres, wenn es nicht vorher gerichtlich geltend gemacht worben ist. unserer Nachbarschaft zwang uns zur erhöhten Vorsicht bei der Besetzung des Telephon- und Telegraphendienstes im Grenzgebiet (!). Gegen Telephon und Telegraph pflegen sich meist die Absichten der staatsfeindlichen Elemente zu richten. Besonders die internationalen Leitungen müssen sich in national verläßlichen Händen befinden, hierbei ergeben sich bei den Postämtern, bei denen ein bedeutender Teil des Personals deutsch ist, gewaltige Schwierigkeiten. Fast alle diese Beamten sträuben sich dagegen, sich bei anderen Dienstzweigen einzuarbeiten. Wenn wir eine andere Vermutung über diese Vorliebe ablehnen, so bleibt nichts anoeres übrig, als sie mit einer gewissen konservativen Einstellung zu erklären, in dem sie oft aus Bequemlichkeit am Bisherigen kleben, an einem reichlich mechanischen Dienst, wo sie eher ihre geringere Kenntnis der Staatssprache vertuschen können. Ihre tschechischen Kollegen sind deshalb daran gehindert, sich an diesem Dienstzweige einzuarbeiten." Auch Der Eisenbahnminister Bechyne beschäftigte sich mit Den von der Sudetendeutschen Partei vorgebrachten Beschwerden über die Zurückdrüngung des deutschen Elementes im Personal der Staatsbahn. Der Minister erklärte, er selbst halte es nicht für richtig, daß z. B. aus tschechischen Gegenden Prag, 21. Nov. (DNB.) Das Nachrichtenblatt des Bezirksoerbandes Prag Der Sudetendeutschen Partei, „Der Ru f", veröffentlicht einen acht Spalten langen Bericht über die gefährliche Wühlarbeit der tschechoslowakischen Bolschewiken, die darauf ausgehen, durch planmäßige Panikmache bei allen Tschechen eine Vedrohungspsychose hervorzurufen und Massenverwirrung zu stiften, um bann in Der allgemeinen Ratlosigkeit das Volk auf die Straße zu Hetzen, die demokratischen und sozialistischen Führer einfach zu überrennen und in diesem Chaos nachder Staatsmacht zu greifen. „Der Ruf" deckt anhand Der „Direktiven für Die Durchführung Der Beschlüsse Des Hentralausschusses Der Kommunistischen Partei in Der Tschechoslowakei" Die Pläne auf, Die „auf den Ausbau Der Einheits - und Volksfront und damit auf Die Verhinderung Der Pläne Des ausländischen Faschismus und Der inländischen Reaktion ausgerichtet sein müßten". In einem streng vertraulichen Brief an die Kreis- jefretariate Der kommunistischen Sektion in Der Tschechoslowakei wird d i e SudetenDeutsche Partei in Der gemein ft en Weise angegriffen und einer „großen hochverräterischen Aktion" bezichtigt, Der Die Moskaujünger auf Der Spur seien ünd die sie mit Beweisen Der breiten Oessentlichkeit vorlegen wollten. Bisher hätten sie allerdings die Beweise noch nicht in ihren Händen (!), aber nach Der Enthüllung würDen Diese Pläne riesigen Aufruhr unD Beunruhigung in allen Schichten Der Bevölkerung auslösen. Die sich bedroht fühlen und um Die Selbständigkeit der Republik bangen werde. Jlad) einer Rede des kommunistisch-französischen Abgeordneten D n c l o s vor den Prager kommunistischen Funktionären mühten die tschechoslowakischen Kommunisten zur Erreichung ihres Zieles „wenn nötig auch Den scheinbaren Eindruck Hervorrufen, als ob sie die kommunistische Linie verlassen würdent Alles in allem — die Bedingungen vorbereiten für die sozialistische Revolution." Duclos schloß: „Ich glaube fest daran, daß die Volksfront schon in kurzer Zeit auch in der Tschechoslowakei verwirktlichl sein wird. Die Kommunistische Partei Frankreichs wird euch dabei eine große Hilfe fein! Mr Kommunisten wollen, daß diese Republik, in der heute das Bürgertum herrscht, eine sozialistische Sowjetrepublik wird. Deshalb ist die Volksfront wahrhaft notwendig, die einzige Ausgangs st eltung, für die wir kämpfen, wir in Frankreich genau so wie ihr in der Tschechoslowakei!" Staatssekretär Schmidt wieder in Wien. Außerordentlich befriedigt über das Ergebnis des Berliner Besuchs. Dien, 21. Rov. (DRV.) Di! dem vom Reichsminister für Luftfahrt Generaloberst Göring zur Verfügung gestellten Sonderflugzeug traf der Staatssekretär des Aeuheren Dr. Guido Schmidt mit dem Botschafter vonpaoen um 15 Uhr auf dem Asperner Flugfeld bei Wien ein. Zur Begrüßung hatten sich Innenminister G1 a i s e - H o r - sienau, der Chef des Protokolls Orfini-Ro- s en berg und der deutsche Botschaftsrat von Stein mit den Herren der Gesandtschaft einge- funden. Kurz vor seiner Abreise erklärte Staatssekretär Dr. Schmidt einem Vertreter des DNB. u. a.: Die Aufnahme, die wir in Berlin gefunden haben, war von einer durch nichts getrübten Freundlichkeit und Herzlichkeit in Gesinnung, Wort und sachlichem Entgegenkommen. Mein Dank gebührt vor allem dem Führer und Reichskanzler, der mich so herzlich als Vertreter der österreichischen Regierung willkommen geheißen hat. Er gebührt dem Ministerpräsidenten Generaloberst Goring, Der mich in so reizenDer Weise empfangen hat, Daß ich mich in seinem Hause wie in heimischer Luft fühlte. Mein inniger Dank gebührt Dem Reichsaußenminister Freiherrn von Nenrath, Dessen persönliche Liebenswürdigkeit uuD reiche diplomatische Erfahrung es ermöglichten, innerhalb kurzer Tage bas ungeheure Gebiet aller zwischen Den beiden deutschen Staaten schwebenden Fragen zu behandeln, Die grundsätzlichen llebereinftimmungen lestzulegen und bereits praktische Erfolge für Die allernächste Zeit zu erzielen. Ich hoffe, Dem Herrn Reichsminister bald in Der österreichischen Bundeshauptstadt meine Dankbarkeit für Die mühevolle Aufnahme in Berlin beweisen zu können. Wie der Führer und Reichskanzler nicht versäumte, seine Anerkennung für Die von Dem kleinen österreichischen Staat geleistete Aufbauarbeit auszuDrücken, so möchte ich unter Dem frischen Eindruck des in Den beiden Tagen im Deutschen Reich Gesehenen, ehe ich von hier AbschieD nehme, aus» prechen, wie sehr ich und wie sehr meine Heimat an jedem Schritt teilnimmt, Der Das große Deutsche Reich 3u Freiheit und Ehre, zu Achtung in der Welt führt. Ich vermag deshalb ein Urteil darüber abzugeben, weil ich vor 16 Jahren als Student der Berliner Universität den damaligen Zu- tand in Volk und Reich kennenlernte und deshalb den Abstand zu ermessen weiß, Der zwischen Zusammenbruch und Aufstieg liegt. Das am 11. Juli oerfünbete, in Den beiben letzten Tagen in Berlin fortgesetzte Werk soll, bas barf ich wohl ohne Überheblichkeit sagen, ja auch wesentlich beitragen 3um Aufstieg Des gesamten deutschen Balkes. Man darf diesem Vorstoß entscheidende Bedeutung zumessen, weil er nichts anderes bedeute, als, um mit Florian Geyer zu sprechen, einen Stoß „Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz!" ♦ Aus den Worten, mit denen sich Staatssekretär Dr. Schmidt von der Reichshauptstadt verabschie- bete, geht deutlich hervor, in welchem Geist gegen- eitlgcn Verständnisses die Verhandlungen zwischen Berlin und Wien geführt worden sind. Das Ergebnis, Das erzielt worben ist, regelt zwar noch nicht alle Fragen, aber es ist so viel geschehen und erreicht worden, daß beide Teile mit den Derhand- langen durchaus zufrieden sein können. Es galt vor allem einmal eine klare Anschauung über Das ZU gewinnen, was für Gegenwart und Zukunft Der beiden deutschen Staaten lebenswichtig und notwendig ist. Der 11. Juli 1936 bedeutet einen neuen Abschnitt in den gegenseitigen Beziehungen, einen Abschnitt, Der auf Verständnis und Unterstützung sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite sich aufbaut. Der österreichische Staatsmann hat seine Aufgabe auch Darin gesehen, die wirtschaftlichen Beziehungen fester zu knüpfen, zumal gerade hier Möglichkeiten vorliegen, die beiden deutschen Staaten erhebliche Vorteile bieten. Dabei ist es interessant festzustellen, daß wir im österreichischen Außenhandelsverkehr mit 16,8 Prozent der Einfuhr und 16,5 Prozent der Ausfuhr während des ersten Halbjahrs 1936 die erste Rolle spielen vor der Tschechoslowakei, Italien und Ungarn. Die Schrumpfung des gesamten österreichischen Außen- iianbels betrug etwa 40 Prozent seines Höchst- tandes von 1929. Im ersten Halbjahr 1936 hat ich gegenüber Der gleichen Zeit des Vorjahres die Einfuhr aus Deutschland um etwa 10 Millionen Schilling auf 98,4 Millionen Schilling erhöht, dennoch erscheint eine weitere Intensivierung möglich. Im Mittelpunkt der Verhandlungen wirb wohl die Einfuhr größerer Steinkohlenmengen aus Deutschland gegen die Lieferungen von Holz und Molkereierzeugnis- s e n nach Deutschland gestanden haben. Schon im letzten Jahre hatte sich die Steinkohleneinfuhr aus Deutschland im Vergleich zum Jahre 1934 fast verdoppelt. Die österreichische Holzausfuhr nach Deutschland war allerdings von 111 000 Waggons im ^ahre 1929 auf 34111 Waggons gesunken, fyatte sich aber seit 1932 wieder beträchtlich gehoben und dürfte auch jetzt wieder steigen. Hinzu kommen neben österreichischen Luxusartikeln die Hoffnungen, die man in Oesterreich auf Den deutschen Fremdenverkehr setzt. Aus Deutschland kamen nach Oesterreich im Jahre 1929 noch über eine Million Reisende. Im Jahre 1934 aber nur noch 70 718 und im Jahre 1935 rund 91000. Da Der Deutsche Ausfall sich wirtschaftlich für Oesterreich sehr bemerkbar machte, ist nach Dem neuen Deutsch- österreichischen Reiseabkommen eine Wiederbelebung eingetreten, Die zugleich eine Anreicherung Der österreichischen Wirtschaft bedeutet. Der Besuch Dr. Schmidts war aber auch ein Bekenntnis für die gemeinsame Arbeit an dem Wiederaufbau eines Mitteleuropas, Das durch Die Versailler Zwangsverträge in feinen Fugen erschüttert worden ist. Der österreichische Staatsmann hat sich in Der deutschen Reichshauptstadt mit jener ungezwungenen Herzlichkeit bewegt, die sich gern Dann zeigt und entwickelt, wenn es sich um Die Lösung einer Aufgabe handelt, Die nicht nur rein geschäftlicher Natur ist. Manches wird noch in Zukunft zu regeln fein, aber das, was erreicht ist, läßt, insbesondere wegen Der Form, in Der es erreicht worden ist, die Gewißheit zu, daß sich zwischen den beiden deutschen Staaten ein Verhältnis heraus- bilden wird, Das ihren gemeinsamen Belangen und ihrer großen Geschichte roürDig ist. Das gegenseitige Verstehen ist Dafür Die wichtigste Voraussetzung, Denn Dies Verstehen macht es möglich, nicht nur ein schnelles Ergebnis zu finden, sondern auch ein Ergebnis, mit Dem beide Teile zufrieden fein können. Staatssekretär Dr. Guido Schmidt hat das in seinen Abschiedsworten an die Reichshauptstadt durchaus anerkannt. „Deutsche haben mit Deutschen verhandelt." Große Befriedigung in -er Wiener presse. Wien, 21. Nov. (DNB.) Der Besuch von Staatssekretär Dr. Schmidt in Berlin steht im Mittelpunkt des Interesses. Die gesamte Presse unterstreicht Die Uebereinftimmung in allen behandelten Fragen, wobei noch einmal auf Die besondere Herzlichkeit hingewiesen wird, Die dem Vertreter Oesterreichs von allen Seiten in der Reichshauptstadt zuteil geworden ist. Die „Wiener Neue- sten Nachrichten" schreiben: „Zweifellos komme Der zweistündigen Unterredung des Staatssekretärs mit dem Reichskanzler entscheidende Bedeutung zu. Don ihr sei ein starker Impuls für den fruchtbaren Verlaus der Besprechungen mit Reichsaußenminister von Neurath ausgegangen, Der sich auch bei Dieser Gelegenheit wieder als ein ausgezeichneter Kenner Der österreichischen Verhältnisse und als ein wahrer Freund unseres Landes er- wiesen habe. Zwischen Wien und Berlin ist nun jedes Mißtrauen beseitigt, zwischen Dem Deutschen Reich und Oesterreich bestehen wieder jene Beziehungen, wie sie dem deutschen Charakter Der beiden Staaten entsprechen. In Berlin haben Deutsche mit Deutschen verhandelt, und jeder wußte um Die Zugehörigkeit zu Dem gemeinsamen Volkstum. Nun besteht für Oesterreich und Das Deutsche Reich kein Hindernis mehr, zu- ammenzuarbeiten im Interesse Des gesamten Deut» chen Volkes, Das sie beide im Bereich Des volitl- chen Lebens vertreten; nun ist der Weg für sie rei, ihre Kräfte zusammen einzusetzen ür Die Erhaltung Des europäischen FrieDens, Der tets Dann am besten gesichert war, wenn Die Deut» chen Staaten Der europäischen Mitte sich ihrer gemeinsamen Aufgaben bewußt waren." Die „Reichs post" schreibt, die Unterredung des Führers und Reichekanzlers mit Dr. Schmidt habe jene Zweifler widerlegt, die in Dem Abkommen Des 11. Juli nur ein Stück Papier sehen wollen unD habe Die v o l le Uebereinftimmung in allen grundsätzlichen, Das Deutsch-österreichische Verhältnis beftimmenben Fragen ergeben. Auch MinisterpräsiDent Göring und Reichsaußenminister v. Neurath haben Die Auffassungen unD Absichten befunbet, Die Staatssekretär Schmidt mit großer Befriedigung und mit Der Erwartung erfüllten, daß die Zusammenarbeit jetzt auf verschiedenen Ge- bieten mit Den besten Aussichten aufgenommen werden könne. Insbesondere habe Freiherr von Reurath als erfahrener Diplomat und liebenswürdiger Weltmann für Die Verhältnisse und Bedürfnisse Oesterreichs, das er aus einem langiähri- gen Aufenthalt in unserem Lande kenne, in seinen Besprechungen mit Dr. Schmidt lebhaftes und eingehendes Interesse gezeigt. Eine bedeutungsvolle Auswirkung des Staatsbesuches sehe man in Wien auch in der Möglichkeit eines gemeinsamen Abwehrkampfes gegen Den Kommunismus, um vor allem die kulturellen Güter Der beiden Staaten gegen Moskaus Einflüsse zu schützen. 0 Die amtliche „Wiener Zeitung" faßt bas Ergebnis Der neuen deutsch-österreichlschen Fühlungnahme Dahm zusammen, Daß aus Dem im Juli geplanten Modus vivendi, nunmehr ein Modus bene vivendi sich entwickelt habe. „Der tragende Ge- oanfe Des Verhältnisses zwischen Deutschland und Oesterreich ist Der Dien ft am gemeinsamen ul° 13-9 *u m' der selbftoerftänblich nicht nur wirt- N"stllcher, sonDern auch kultureller Stützen bebarf. 2Iuf beiben Gebieten gibt es so viel Gemeinsames und so viel Positives, baß Der Ausbau unb Aufbau mit außerorbentlich soliden Grundlagen rechnen kann, wodurch auch die Gewähr für einen Dauererfolg völlig gegeben erscheint." 4 - - i MW / l GM! ■ ■ * V:.r * ? b AM P D : .1 4 Mchsbamntas in Goslar. Alljährlich versammelt sich das deutsche Landvolk mit seinen im Reichsnährstand organisierten Vertretern zur großen Schau, zum Rückblick auf das Geleistete und zur Entgegennahme der Parolen für das nächste Wirtschaftsjahr. Von Goslar aus ging die Parole zur ersten Erzeugungsschlacht aus. Von der alten Kaiserpfalz am Harz rief der Reichs- bauernfübrer Darre das deutsche Landvolk auf aum Einsatz für eine erhöhte Produktion. Mit um so größerer Befriedigung werden jetzt der Reichs- bauernsuhrer und mit ihm der Reichsnährstand auf die geleistete Arbeit zurückschauen, als jetzt im Zeichen der äußersten Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte des Volkes zur Erringung der größtmög- lichen Rohstofffrecheit unseres Volkes vom deutschen Landvolk bereits eine so gute Vorarbeit geleistet worden ist Da aber inmitten des Vierjahresplanes dem Reichsnährstand eine besondere Bedeutung zu- kommt, schaut nicht nur das deutsche Landvolk, son- dern ganz Deutschland nach Goslar hin, um zu hören wie der Reichsbauernführer und der vom Ministerpräsidenten Hermann Gorina berufene Staatssekretär Backe die Anordnungen des vom Führer Beauftragten in die Tat umsetzen werden, »i^brove jetzt in den Tagen vor Goslar veröffentlicht der Reichsnährstand die Zahlen über die Erfolg ed e r z w ei t en E r z e u g u n a s s ch l a ch t. Die erste wurde im Jahre 1935 geschlagen. Run- mehr haben wir die endgültigen Zimmern des Jahres 1936 vor uns liegen. Sie verblüffen, um es vorweg zu nehmen, selbst diejenigen, die voll Ver- trauen auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft an die zweite Erzeugungsschlacht herangegangen sind. Und diese Zahlen sind zugleich ein machtvoller Ansporn weiter aus dem Wege, aus Deutschland einen Garten zu machen, darin kein Quadratmeter ungenutzt bleibt und kein Acker ohne den höchsten Ertrag, den er leisten kann. Die Ziele der Erzeugungsschlacht gingen allgemein gesehen auf die Ertragssteigerung hinaus, an zweiter Stelle auf den vermehrten Anbau von Futterpflanzen, auf den neuen Anbau von Del- fruchten und Gespinstfaserpslanzen und zuletzt neben dem Kampf dem Verderb auf eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Tierbestandes. Sehen wir zu, wie sich diese Ziele binnen zwei Jahren verwirklichen ließen. Halten wir aber dabei uns immer das Grundprinzip der Erzeugungsschlacht vor Augen: Weg mit aller Zwangswirtschaft! Das deuiiche Landvolk muß aus innerster Ueberzeugung, gestutzt durch eine umfassende Schulung und vor- angetrieben durch eine unermüdliche Aufklärung von sich aus danach trachten, die Parolen des Reichsnährstandes auszuführen und sie durch den restlosen Einsatz ihrer Arbeitskraft und ihrer Erfahrung unterstützen. Wir verzeichnen also zunächst eine gewisse Verlagerung der Anbauflächen. Von 1934 Zu 1936 ging die Getreideanbaufläche von 12 auf 11,6 Mill. Hektar zurück, stieg aber die Getreideernte von 21,6 auf 22,5 Mill. Tonnen, so daß der Durchschnittsertrag um 10 v. H. von 18 auf 19,6 Doppelzentner je Hektar gesteigert werden konnte. Dieser bewußten Verminderung der Getreideanbaufläche stand die Steigerung der Anbauflächen für Raps und Rübsen, Flachs und Hanf von 5103 auf 51 950 Hektar, von 4889 auf 44 082 Hektar und von 211 auf 5733 Hektar gegenüber. Der Flachsbedarf kann nach der Ernte von 1936 zu 80 v. H. bereits, der Hanfbedarf zu 30 v. H. von uns gedeckt werden. Am markantesten drücken sich die Erfolge der zweiten Erzeugungsschlacht in den Ernteergeb- niijen der Hackfrüchte und auf dem Grünland aus. Die Kartoffelernte ist ohne Ausdehnung der Anbaufläche von 44,3 Mill. Tonnen im Jahre 1934 auf 45,7 im Jahre 1936 gestiegen, die Zuckerrübenernte von 10,4 auf 11,5, die F u t t e r r ü b e n e r n t e von 33,8 aus 34,3 und die Kohlrübenernte trotz Rückgang der Anbaufläche von 7,6 auf 8,2 Mill. Tonnen. Verblüffend aber wirkt die Ertragssteigerung auf den G r ü n l a n d f l ä ch e n von 1934 aus 1936. Die Heuernte betrug in Doppelzentner pro Hektar vom Klee 60,4 gegen 42,1 Doppelzentner, von Luzerne 71,3 gegen 50,7 Doppelzentner, von Bewässerungswiesen 54,8 gegen 40,6 Doppelzentner und von anderen Wiesen 50,6 gegen 31,6. Dabei ist naturgemäß die feuchte Witterung des Jahres 1936 als Erfolgsfaktor mit zu berücksichtigen. Der Reichsnählftand hat aber nicht nur den Hackfruchtertrag zu steigern vermocht, sondern er hat sich mit größter Energie für die Ausdehnung der Anbauflächen von Zwischenfrüchten zur Futtergewinnung angenommen. Die Fläche dafür stieg von 352 000 Hektar im Jahre 1927 auf 956 000 Hektar 1935. Für 1936 liegen die Ziffern noch nicht vor. Jrn Zeichen der Erzeugungsschlacht hat auch das deutsche Landvolk die Parole zum verstärkten Anbau wenig bekannter oder zum Teil gar nicht benutzter Pflanzen befolgt. So stiegen von 1934 zu 1936 die Anbauflächen von ©rünmais von 45600 auf 59000 Hektar, von Körnermais von 6300 auf 19 300 Hektar, von Süßlupine von 0 Hektar auf 25 000 Hektar, von Luzerne von 318 500 auf 403 900 Hektar. Hier tritt zum ersten Mal das Futtermittel der Zukunft auf ganz leichten Böden, die Süßlupine, in Erscheinung, deren Anbau noch weiterhin so schnell wie nur irgend möglich gesteigert werden soll. Daneben sind aber nicht nur die Milcher- träge pro Kuh durch die Einführung der Milch- kontrolle gesteigert worden — die Milchkontrolle wird sich erst in späteren Zeiträumen voll auswir- ken — sondern die Zahl der Schweine um drei Millionen Stück vermehrt worden und die Schafe um 1,5 auf 5 Millionen, sodaß der Woll- bedarf Deutschlands jetzt schon zu 9 Prozent im Reiche gedeckt werden kann. Diese zielbewußte Politik der Erzeugungsstelge- rung prägte sich auch bereits schon äußerlich in einer einschneidenden Devisenersparnis aus. So betrug der Rückgang an ausländischen Futtermitteln bei Oeltuchen rund 250 000 Tonnen. Die Gersteneinfuhr ging von 347 000 auf 70 000 Tonnen zurück und die Maiseinfuhr von 297 000 auf 205 000 Tonnen. Umgekehrt sind große Summen im Bau von Silos und Gärfutterbehältern m der Landwirtschaft investiert worden mit dem Erfolg, daß der zur Durchhaltung einer unbedingt notwendigen Dorratswirtschaft Fassungsraum der Behälter von 2,8 Millionen Kubikmeter 1934 auf nicht weniger als 5 Millionen Kubikmeter 1936 gestiegen ist- Diese Erfolge konnten nur erreicht werden durch einen um ein Drittel gesteigerten Einsatz von künstlichen Düngemitteln, von Maschinen und der Nutzbarmachung aller Erfahrungen der Wissenschaft. — In Goslar wird das deutsche Landvolk weiter hören, wie und wo die bisher erreichten Erfolge noch weiter ausgebaut werben können. Ein Jubiläum der Krupp-Werke. In den letzten Novembertaaen jährt sich zum 125. Male der Tag, an dem Peter Friedrich Krupp mit seinem bescheidenen Betrieb den Grundstein zu dem später so mächtigen Riesenunternehmen der Krupp-Werke in Essen legte. Inmitten der gewaltigen Werkshallen befindet sich noch heute das unscheinbare Wohnhaus Peter Friedrich Krupps, des Gründers der Werke. Dr. Krupp von Bohlen- Halbach und Frau Bertha Krupp wurden am Jubiläumstage von der Stadt Essen zu ihren Ehrenbürgern ernannt — (Scherl-Bilderdienst-M.) Weltanschauung und Wissenschaft. Bosenbergs JReöe auf der Arbeitstagung der Tleichsstelle zur Iörderung des deutschen Schrifttums. Den Höhepunkt der Reichsarbeitstagung b tx Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums in Berlin bildete eine große Kundgebung, zu der die Spitzen der Partei, Bewegung und Staat erschienen waren. Der Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, Hagemeyer, gab einen Ueberbüd über die Tätigkeit der Reichsstelle in den drei Jahren ihres Bestehens. Dann sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg über „Weltanschauung und Wissenschaft" und führte u. a. aus: Seit 1933 sei eine ungeheure Flut des Schrifttums auf allen Gebieten festzustellen gewesen. Trotzdem sei es nicht wahr, daß vor 1933 ein nationalsozialistisches Schrifttum nur ganz vereinzelt gegeben habe. Vielmehr sei es richtig, daß das Grundlegende und Entscheidende schon vor der Machtübernahme klar ausgesprochen und niedergelegt worden sei. Rosenberg gab eine knappe Schau über dieses Schrifttum, angefangen von 1919, da Dietrich Eckart seine Zeitschrift „Auf gut Deutsch" Adolf Hitler zur Verfügung stellte. Dann kam die erste Sammlung der Reden des Führers in den ersten Jahren seiner politischen Tätigkeit 1925; dann das für immer grundlegende Werk des Nationalsozialismus" „M ein Kamp f". Zu diesem Schrifttum müßte man unmittelbar hinzurechnen die Werke von Professor Günther und von R. Walter D a r r 6. Dann ging Rosenberg auf eine Anzahl brennender Fragen des wissenschaftlichen Lebens über. Er verwahrte sich vor allem gegen den Vorwurf, als ob der Nationalsozialismus darauf ausgehe, die Freiheit der Wissenschaft zu knebeln. Er sagte, der Nationalsozialismus sei eine entscheidende Revolution des deutschen Lebens, und er fordere eben nichts weiter als eine Forschungsfreiheit auch für sich. Wir bekennten uns auch zum Grundsatz der exakten Forschung. „Innere und äußere Gesetzmäßigkeit des Lebens zu erweisen, wird immer Ziel germanischer Wissenschaft bleiben. Wer etwas anderes will, will nicht Wissenschaft, sondern Zauberei." „Ich-, so führte Reichsletter Rosenberg aus, „glaube als Bekenntnis, daß eine nationalsozialistische Philosophie einst die Königin der Fakultäten einer kommenden Universität werden wird. Ferner bin ich der Ueberzeugung, daß diese Philosophie ihren Ausgang nehmen wird nicht von metaphysischen Spekulationen, sondern von einer germanischen Wertelehre. Die Feststellung der Werte von Ehre, Treue, Tapferkeit sind exakte Feststellungen der inneren Erfahrung, ebenso exakt wie ein physikalisches Experiment". Wenn wir dies bekennen, so kämpfen wir damit gegen manche Minderwertigkeitsgefühle, die sich in der Wissenschaft heute bemerkbar gemacht yaben. „Ich rufe Professoren, Lehrer und Studenten auf, die Würde echter Forschung zu verteidigen. Den Stolz zu haben, ihr ein Leben ebenso zu weihen, wie ein Staatsmann der Sicherheit seines Volkes. Einst saß die Welt zu Füßen von Humboldt, Ranke und Haeckel. Hunderte neuer Probleme ziehen heute durch die Welt und erfordern Arbeit und Lösung. Diese Vielheit mühte unsere Studenten geradezu reizen, sich mit aller Leidenschaft zu betätigen." Reichsleiter Rosenberg nannte eine Anzahl von Themen, die einer eingehenden Bearbeitung bedürften: das Wesen deutscher Naturerforschung, Rassenpsychologie an Stelle der verschwommenen Völkerpsychologie; — Darstellung der Dölkerwande- rung — auf Grund der Ergebnisse der vorgeschichtlichen Forschung —; das nordische Schönheitsideal und eine neue Philosophie der Kunst, Rassenzersetzung und Untergang Roms; Kampf der Charakterwerte in der europäischen Geschichte. Es sei ein Feld für kühne Geister erobert morden wie seit 500 Jahren nicht mehr. „Nur eine neue Schau der Welt in Idee und Leben kann uns retten. Dies zu tun, ist die große Sendung der nationalsozialistischen Bewegung. Dies auch für den Kampf in der Wissenschaft zu tun, ist unser Schicksal. Wir können ihm nicht entrinnen und wir wollen es auch nicht! Wir bekennen uns kämpfend zum großen Gesetz unserer Zeit, nur so können wir auch seiner würdig sein!" Die Beisetzung Galengros. politische Demonstrationen in Paris. - Oie Kommunisten agitieren für Vie spanischen Sowjets. Paris, 22 Nov. (DNB.) An der Beisetzungs- feier für Salengro in Lille nahmen die Regierung, mehrere hundert Kammernbgeordnete und ein Massenaufgebot von Anhängern der Dolksfrontpar- teien teil. Im Rathaus von Lille hielt Ministerpräsident Blum seinem einstigen Mitarbeiter einen Nachruf, in dem er sagte, es dürfe nicht dahin kommen, daß das französische Volk noch immer die Sei- ntgen durch eine „nichtswürdige Presse" entwür- b-igen lasse. Das französische Volk werde nicht dulden, daß „Bandenführer" seine Ehre antasteten. Es werde gegen sie die republikanische Verfassung kräftiger ausbauen. Die Verleumdung müsse an der Wurzel gefaßt und bestraft werden, und die Regierung werde hierfür sorgen. Nach der Rede Blums wurde der Sarg zum Frtedhof übergeführt und dort beigesetzt. Jnfanterieabteilungen erwiesen dem Toten militärische Ehren. * Zu gleicher Zeit wie Salengro in Lille beigesetzt wurde, veranstalteten Dolksfrontanhänger in P a - r t s einen Trauerumzug, der sich jedoch mehr au einer politischen Kundgebung gestaltete. Diel bemerkt wurde, daß unter den „kulturellen Verbänden", die in dem Zuge mitmarschierten, auch die Freimaurerlogen vertreten waren. An der Spitze der Gruppen wurde ein Exemplar des Wochenblattes „Grigoire" mitgeführt, das mit großen Blutflecken beschmiert war. Den politischen Charakter her Trauerfeierlichkeit erhellt auch die Tatsache, daß Mitglieder der Metallarbeitergewerkschaft Sprechchöre bildeten und„Flugzeuge, Kanonen und Maschinengewehre für Spanien" und die Aufhebung d e r „B l o k- k a d e" der spanischen Republik forderten sowie Hochrufe auf Spanien ausbrachten. Zwischendurch hörte man Rufe: „Wir werden Salengro räche n!" Im Umzug wurde auch eine spanische republikanische Fahne mitgeführt, die von der Menge mit Beifall begrüßt wurde. Fortgesetzt wurden die Internationale und Lieder der französischen Revolution gesungen. Immer wieder ertönte der Ruf: „Flugzeuge für Spanien?" Da auch kommunistische Organisationen an dem Umzug beteiligt waren, rief man auch: „E s leben die Sowjets?" Die Sozialistische Partei veranstaltete in der Win» tcrradrennbahn eine Versammlung zum Gedächtnis von Salengro. Der kommunistische Abgeordnete Thorez verlangte das Verbot der „faschistischen Presse" und die Auslösung der Kampfbünde, auch wenn sie sich jetzt als politische Parteien tarnten. Im übrigen verlangte er wieder die Aufhebung der „Blockade" gegen die spanischen Bolschewisten. Der radikalsozialistische Landesoerteidigungsminister D a . lädier erklärte, der Tod ©alengros, den Dalabier als mutigen Soldaten rühmte, habe allen Franzosen die tödlich wirkende Niedrigkeit der Verleumdung vor Augen geführt. Von Thorez aufgestachelt, rief die Menge im Chor immer wieder: „Flugzeuge und Kanonen für Spanien!" „Nieder mit der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich!" „Hinein mit der Volksfrontpresse ins Heer!" Auf diese Weise hinderte sie den Landesoerteidigungsminister Daladier zehn Minuten lang an der Fortsetzung seiner Rede, bis Daladier die Bemerkung anbringen konnte, daß die brennenden Fragen an einem anderen Tage und anderswo ausgetragen werden müßten. Deutschland trauert um 8" Berlin, 21.Nov. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler hal an den Generaladmiral Raeder anläßlich des Unterganges von „U 18" folgendes Veileidslelegramm gerichtet: „An dem schweren Verlust, der die deutsche Kriegsmarine durch den Untergang des Unterseebootes 18 betroffen hat, nehme ich herzlichen Anteil. Ich bitte Sie, den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung ums Leben gekommenen IHarineangetjÖdgen den Ausdruck meines tiefempfundenen Bei», leids zu übermitteln. Adolf Hiller." ♦ Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, hat folgenden Erlaß an die Kriegsmarine herausgegeben: „Die deutsche Kriegsmarine, im besonderen unsere junge 0-Bootswaffe, tft von einem schweren Verlust betroffen worden. Das Unterseeboot U 18 von der Unterseebootsflottille „Wed- digen" ist am 20. November 1936 während einer Torpedoschießübung in der Lübecker Bucht infolge einer Kollision gesunken. Don seiner Besatzung nahm es acht Mann mit sich in die Tiefe. Mit ihrer Rettung ist leider nicht zu rechnen. Mit den Angehörigen betrauert die Kriegsmarine den Verlust von acht braven Kameraden. Ihrem ernsten Dienst an der Erstarkung unserer Wehr zur See hat der Seemannstod ein jähes Ende gesetzt. Getreu ihrem Soldateneide haben sie ihr Leben für Führer, Volk und Vaterland eingesetzt; getreu dem heldenhaften Vorbild des Mannes, dessen Namen die Flottille trägt, und so vieler Kameraden des großen Krieges, uns Lebenden wieder ein Vorbild in unserer Arbeit und unserem Dienst „für Deutschland". Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine hat befohlen, daß die Schiffe der Kriegsmarine am Sonntag, dem 22. November 1936, einfache Flaggen- trauer anlegen. Am Tage der Beisetzung der Gebliebenen ist von den Schiffen der Kriegsmarine von der Morgenflaggenparade bis zum Beginn der Trauerfeier einfache Flaggentrauer, für die Dauer der Beisetzung große Flaggentrauer anzulegen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König von Griechenland anläßlich der Beisetzungsfeierlichkeiten in Griechenland für den im Ausland verstorbenen König Consta n t in, der Königin Sophie, feiner Gemahlin, und der Königin Olga, feiner Mutter, telegraphisch sein teilnehmendes Gedenken zum Ausdruck gebracht. König Constantin, der jetzt seine , letzte Ruhestätte in heimatlicher Erde findet, war preußischer G e n e r a l f e l d m a r sch a l l, Königin Sophie eine Prinzessin vonPreußen. « In der Hauptversammlung der gegenwärtig in Karlsbad stattfindenden alljährlichen Tagung des Verbandes der deutschen Volksgruppen in Europa wurde Konrad Henlein einstimmig zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Dazu bemerken die „Sudetendeutschen Pressebriefe": „In der Wahl Henleins liegt nicht bloß eine bedeutsame Anerkennung der volkspolitischen Persönlichkeit Henleins und seines den Volksdeutschen Gedanken bildenden Wirkens, sondern auch eine Anerkennung des Sudeten deutsch» t u m s , dessen politische Arbeit vorbildlich und richtunggebend für das gesamte Auslanbdeutschtum geworden ist." * In Berlin haben die monatlichen Besprechungen über die Durchführung des deutsch-polnischen Wirtschaftsvertrages stattgefunden. Die günstige Entwicklung der Einfuhr deutscher Waren in das polnische Zollgebiet sowie die Tatsache, daß die Verrechnung sich immer reibungsloser abwickelt, haben es möglich gemacht, noch eine Anzahl bisher zurückgestellter Wünsche für die Ausfuhr aus Polen und Danzig nach Deutschland zu berücksichtigen. In- folgedessen konnte eine Gesamtausfuhr nach Deutschland für den Monat Dezember im Werte von etwa 15 Millionen Zloty festgesetzt werden. Aus aller Well. Bis fehl 290 Tole bei dem Unglück in Rordjapan. Nach den letzten Meldungen über das große Dammbruch-Unglück in Nordjapan hat sich die Zahl der Todesopfer auf 290 erhöht. 113 Personen konnten verlegt geborgen werden. Noch immer werden 453 vermißt. Der Gesamtschaden, der durch den Dammbruch entstanden ist, wird auf 10 Millionen Yen geschätzt. Vor dem nächsten Jahr wird der Bergbaubetrieb nicht wieder ausgenommen werden können. Französisches Wasserflugzeug abgestürzl. Der Befehlshaber der französischen Luftstreitkräfte in Tunis teilt mit, daß ein Wasserflugzeug, das nach Bono unterwegs war, nicht an seinem Bestimmungsort eingetroffen ist. Die Nachforschungen haben jetzt zur Entdeckung von Wrackstücken des Flugzeugs geführt Die fünf Besatzungsmitglie- der haben den Tod gefunden. Ihre Leichen sind nicht aufgefunden worden. Rettungsring eines deutschen Torpedobooles nach 21 Fahren angelrieben. An der Unterelbe in der Nähe von Schulau ist dieser Tage der Rettungsring des beut- chen Torpedobootes „V 191" angetrieben worden, bas am 17. Dezember 1915 im Vorposten- btenft bas Opfer einer Explosion geworden mar. Der Rettungsring, der vom Schulauer Brücken- marter aufgefischt wurde, ist dem Altonaer Hafen- tapitan überbracht worden. Er soll demnächst der Kriegsmarine übergeben werden und seinen Platz in der Wilhelmshavener Garnisonskirche finden. Der Rettungsring, der noch gut erhalten ist, war wahrscheinlich solange im Mahlsand vergraben und ist vermutlich erst bei den letzten orkanartigen Sturmen von der aufgewühlten See freigefpült worben. ^echs Fahre Zuchthaus wegen Slndesmißhandlung. Das Reichsgericht verwarf bie von her Angeklagten Karoline Heinz oerw. Ritter geb. Schuster gegen das Urteil des Schwurgerichts Koblenz vom 11. Juli d. I. eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist die Beschwerdeführerin wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sechs Jahren Zuchthaus rechts kräftig, wurürfeüV" Frau Heinz batte mehrere eheliche rfmb uneheliche Kinder Ihr jetziger Ehemann brachte drei unmündige Kinder in die Ehe mit. Nachdem dieser Ehe zwei Kinder entsprossen waren hcttte Frau Heinz insgesamt neun Kinder zu versorgen. Während sie ihren eigenen Kindern eine gute Mutter war, miß, handelte und quälte sie die drei von ihrem ÜDtantf trt M Ehh Mrächten Ksiider fortgesetzt auf die übelste Weise. Trotz ausreichender Mittel vernach- lössigte sie die Kleidung der Kinder und ließ sie verwahrlosen. An den Folgen des hierdurch zugefügten gesundheitlichen Schadens war schließlich eines der Kinder, ein sechsjähriger Junge, gestorben. Aus Fahrlässigkeit den Freund erschossen. Die Mordkommission der Kriminalpolizeistelle Saarbrücken wurde nach Lautzkirchen gerufen, wo ryan im Walde die Leiche des 16jährigen Ewald Sch. mit einer Schußwunde in der Herzgegend aufgefunden hatte. Die Ermittlungen am Tatort ergaben, daß der Junge von dem 19jährigen Oskar S. aus Fahrlässigkeit erschossen worden war. Die beiden jungen Leute hatten im Walde eine neue Pistole einschiehen wollen. Als S. mit der Pistole hantierte, löste sich plötzlich ein Schuß, der den jüngeren Kameraden so unglücklich traf, daß er gleich darauf verschied. Aus Furcht vor Strafe verschwieg der Täter den Vorfall und versteckte den Leichnam des Freundes im Walde. S. ist in vollem Umfange geständig und wurde dem Gericht vorgeführt. Unglaublicher Kirchenfrevel in Wien. In der in einem Wiener Außenbezirk liegenden Heiligen-Geist-Kirche wurde ein bisher in Oesterreich noch nicht beobachteter Kirchenfrevel verübt. Unbekannte Täter drangen nachts in die Kirche ein, schnitten Meßgewänder und Altardecken auseinander und entzündeten sie mit der Ampel, in der das Ewige Licht brennt. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, daß die Kirche vor schwererem Schaden bewahrt blieb. Man vermutet, daß es sich bei den Tätern um Kommunisten handelt, die sich das Wüten der Kirchenbrenner in Spanien zum Vorbild genommen haben. Riesenfeuer in Angers. In einem der größten Warenhäuser von Angers brach ein Brand aus, der mit ungeheurer Schnelligkeit um sich griff. Das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Trotz der Unterstützung der Feuerwehr von Angers durch Löschzüge aus Tours, Nantes und Mans konnte das Feuer auf die umliegenden Häuser übergreifen. Sogar die alte gotische Kathedrale und das Museum waren bedroht. In aller Eile hatte man die wertvollsten Kunstgegenstände und Sammlungen in Sicherheit gebracht. 600 Personen sind durch das Unglück obdachlos geworden. 15 Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten mehr oder weniger schwer verletzt. 40 Häuser sind völlig oder teilweise zerstört. Der Sachschaden ist mit 50 Millionen Franken zu veranschlagen. Das Feuer hat auf einen ganzen Häuserblock übergegriffen. Der Brand soll durch Kurzschluß verursacht worden sein. Goldschmuggel an der französisch-schweizerischen Grenze. Seit der Frankenabwertung und dem Verbot, Gold zu besitzen bzw. auszuführen, hat der Gold- schmuggel an der französisch-schweizerischen Grenze lebhaften Aufschwung genommen. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht größere Goldbestände beschlagnahmt werden, die geschmuggelt werden sollten. So sind dieser Tage wieder zwei Goldbarren von je einem Kilo Gewicht und insgesamt 19 Kilo Goldmünzen französischer und ausländischer Währung den französischen Zollwächtern an der Schweizer Grenze bei Perly in die Hände gefallen. In Papierfranken umgerechnet, beträgt der Wert dieses Goldbestandes rund 400 000 Franken. Die beiden Goldschmuggler sind zwei Juden tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit, Alexander und Otto Goldstein, die sich als Verwalter einer Finanzgesellschaft in Paris ausgaben. Sie wurden verhaftet und ins Gefängnis nach Annecy übergeführt. Schiffsunlergang vor Alexandrien. Etwa 20 Kilometer vor dem Hafen von Alexandrien ereignete sich ein schweres Schiffs Unglück, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen. Ein mit (Betreibe beladenes ägyptisches Handelsschiff, das sich auf der Fahrt von Alexandrien nach Mersa Matruh befand, stieß allem AnNeues für den Büchertisch bleibende Erinerung sein. — Führer und Paterland. Personenkraftwagen vom Zuge erfaßt. An einem Bahnübergang in der Nähe von Setural (Portugal) wurde ein Personenkraftwagen, der die Schranke überfahren hatte, von einem Zuge erfaßt und zertrümmert. Von den fünf Insassen waren drei auf der Stelle t o t. Zwei Insassen wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. würdigte die Schwierigkeiten des Baues sowie seine Fortentwicklung besonders zum Nutzen des Fremdenverkehrs. Durch die Beschleunigung des Zugverkehrs infolge des elektrischen Betriebes würden sich die Verkehrsziffern weiter heben. Die Kosten der Elektrifizierung, die von der Reichsbahn allein getragen wurden, beliefen sich auf rund 7 Millionen Reichsmark, von denen 80 v. H. auf Löhne entfielen. Der Redner schloß mit einem dreifachen Siegheil auf Wetterbericht des Relchswelkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt Die Witterung Deutschlands wird, abgesehen von den küstennahen Gebieten der Ostsee, durch ein ausgedehntes Hochdruckgebiet bestimmt. In seinem Bereich hat sich bei aufsteigender Luftbewegung in der Höhe Erwärmung und Trocknung eingestellt, während in den Niederungen sich teilweise noch Nebel, oder sogar auch eine Hochnebeldecke gehalten hat. Die Temperaturen zeigen daher heute früh stärkere Unterschiede. Auf den Bergen ist es verhältnismäßig warm, während sich in den Niederungen jetzt, je nach dem Grad der Aufheiterung in der vergangenen Nacht, leichter oder mäßiger Frost eingestellt hat. Die Hochdruckwetterlage bleibt für unser Wetter noch bestimmend. Aussichten für Dienstag: In den Niederungen stellenweise Nebel oder Hochnebel, sonst vielfach heiter, trocken, nachts Frost, veränderliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des Hochdruckwetters mit nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 22. November: mittags 1,0 Grad Celsius, abends —1,5 Grad; am 23. November: morgens —2,7 Grad. Maximum 1,6 Grad, Minimum heute nacht —3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. November: abends 2,3 Grad; am 23. November: morgens 1,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,9 Stunden. mltgewirkt haben. Der Redner wies auf die von der I mit außerordentlich fesselnder Schilderung des M. Natur gegebenen Sonderheiten der Strecke hin unb |r'****” lieus und der Menschen, der dem Leser eine ihm sonst ganz unbekannte Welt in packender Weise sichtbar miterlebend nahebringt. May lernt hier vieles erkennen und begreifen, vieles mit ganzem Herzen mitfühlen, was sonst hinter dem Vorhang verborgen bleibt und was die Welt der Artisten als ihre eigenste Angelegenheit nicht nach außen bringen läßt. Bajazzo-Schicksale treten in diesem Roman in das Blickfeld des Lesers, Menschen mit allen guten und auch niederen Regungen des Herzens und der Gedanken, mit Liebe und Haß, mit ewiger Ruhelosigkeit und doch mit der großen Sehnsucht nach einem Geborgensein. Eine von Anfang bis zum Ende -mit großer Spannung erfüllte Erzählung, über der aller Glanz und Staub, die Farbe und die Musik, wie auch das gleißende Licht des Varietes liegt. Der Verlag betont, daß er „mit Sorgfalt den guten deutschen Unterhaltungs- und Abenteurer-Roman" pflege. Der vorliegende Roman ist eine Empfehlung für diesen Willen des Verlags. B. — Mädel-Jahrweiser 1937. Herausgegeben von der Hauptschriftleiterin der „Ostwacht" und ehern. Obergauführerin des BDM. Annelies Mann. Ein Abreißkalender für Mädel. 112 Seiten mit 53 Photos aus dem Leben des BDM. und kurzen Fahrtenschilderungen, Betrachtungen, Gedichten, Liedern usw. Preis 2,25 Mark. Verlag Schmidt & Spring, Leipzig. — (303) — Der Kalender bringt jede Woche etwas Neues, jede Woche einen andern Text, ein anderes Bild — beides nicht zum Fortwerfen, sondern zum Aufheben gedacht und gemacht. Wenn das Jahr um ist, tjat das Mädel in den gesammelten Blättern ein ganzes Buch, erzählend von Zelten und Fahrten, von Sonne und Schnee, von Stil und Haltung der jungen Generation. Zumal die Bilder find zünftig und gut gewählt, greifen mitten ins volle Mädeldasein hinein und werden, in einer selbst gebastelten Mappe, eine schöne und seines lebendigen Inhalts und seiner Handlungswucht besondere Eignung mitbringt. Jetzt erscheint nun auch dieses Stück als Buch. Der Leser wird überrascht sein, mit welcher Klarheit der Dichter die kapitalistisch-politischen Zustände der Vergangenheit auffaßt. — Paul Schurek: Sie blaue Tulpe. Komödie in 5 Aufzügen. Geb. 2,50 Mark. Theaterverlag Langen/Müller, Berlin. — (330) — Sch irret wurde durch den weitreichenden Erfolg seines Lustspiels „Straßenmusik" auch über seinen heimatlichen niederdeutschen Umkreis hinaus bekannt. In der „Blauen Tulpe" hat sich Schureks Phantasie an alten holländischen Motiven des Tulpenhandels und der Tulpenspekulation in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts entzündet; den hastigen und kleinen Spekulanten stellt Schurek ein paar stille, feine und starke Menschen, die den allgemeinen Börsenschwindel nicht mitmachen, gegenüber: und diese Menschen stehen am Ende mit ihrer scheinbar unpraktischen Werktreue besser und glücklicher da als alle Spekulanten. Aus dem Getriebe einer allgemeinen Geschäftemacherei wächst das Bild treuer Menschen empor, die uns mit ihrer unbeirrbaren Sachlichkeit und Liebe ergreifen. — D i e Iadelibelle. Roman. Aus dem Chinesischen von Franz Kuhn. 296 Seiten. Leinen 5,80 Mk. Schützen-Verlag, Berlin SW 19. — (299) — Franz Kuhn, der sich als feinsinniger Kenner der chinesischen Literatur einen Namen gemacht hat, führt uns in den abgeschlossenen und für Europäer völlig unzugänglichen Bereich eines buddhistischen Nonnenklosters. Cyinesisches Klosterleben wird anschaulich geschildert, Götter- und Götzenbilder, die wir sonst in Museen und auf Kunstausstellungen mit verständnisvollem Respekt betrachten, werden hier für unsere westlichen Begriffe lebendig und gewinnen Beziehung zum praktischen Alltag. — Margot Boger: Malte Witt. Roman. Preis in Seinen 4,40 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (326) — Wie der junge Fischer Malte Witt das Wunder der Farbe erlebt und, fast gegen feinen Willen, zum Malerhandwerk und zur Meisterschaft in der Glasmalerei geführt wird, weiß Margot Poger in heiteren und ernsten Bildern aus dem Leben der Zünfte und des Klosters darzustellen. In dem Gegensatz zwischen der Stadt an der Ostsee und der Fischerinsel, von der Malte Witt den Blick für das Schöne und die Gabe der künstlerischen Gestaltung mitbringt, liegt eine wunderbare Stimmung. Die bewegte Handlung, die von lebenswahren Gestalten, wie dem alten Großvater Witt, dem kunstsinnigen van der Mühlen, dem ehrgeizigen Malermeister, der liebreizenden Ben- gine, getragen wird, hält den Leser von Anfang an in Spannung. — Programm mit Truxa. Roman von Heinrich Seiler. (Schildhorn - Verlag, Berlin. Gebd. 3,70 Mark.) — (470) — Ein Vartetä-Roman schein nach auf ein Riff, kenterte und sank in verhältnismäßig kurzer Zeit. Außer der ägyptischen Mannschaft und dem griechischen Kapitän befanden sich noch acht ägyptische Fahrgäste an Bord des Schiffes Der einzige Ueberlebenbe ist ein ägyptischer Fahrgast, der nach neunstündigem Schwimmen von Fischern gerettet werden konnte. Einweihung des elektrischen Betriebes auf der höllenlalbahn. Im Schwarzwald wurde der elektrische Betrieb aus der Höllentalbahn eröffnet. Der Aufbau der Bahn erfolgte nach den Grundsätzen, die die Aufmerksamkeit der gesamten Fachwelt auf diese Strecke ziehen. Ein geschmückter Zug brachte die Festgäste vom Hauptbahnhof Freiburg zunächst nach Titisee. Dann ging die Fahrt nach Neustadt, wo Kreisleiter und Bürgermeister K u - ner die Gäste begrüßte. Bei dem Festakt dankte zunächst Reichsbahndirektionspräsident Dr. Roser im Namen des Generaldirekors der Reichsbahn allen, die an dem großen Werk der Elektrifizierung Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilletons Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36. 10 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. — Ernste und heitere Gymnastik zu zweien. Von Josef Schweiger. 39 Seiten mit 130 Abbildungen. Kart. 1,10 Mark. Verlag von Quelle 6- Meyer in Leipzig. — (324) — Partner- Übungen haben den Vorteil, daß sie eine bis ins einzelne gehende Durcharbeitung des ganzen Körpers ermöglichen und darüber hinaus dem Turnbetrieb die nötige Abwechselung bringen. Deshalb wird heute diese Art von Hebungen in Schulen und Vereinen mehr und mehr herangezogen, und es erschien wünschenswert, ein Buch zu besitzen, das eine geordnete Hebersicht über die verschiedenen möglichen Partnerübungen gibt. Diesem Bedürfnis kommt das vorliegende Büchlein entgegen. Es bringt einleitend eine kurze Methodik der Partnerübungen, die Aufschluß gibt über ihr Wesen, ihre zweckmäßige Auswahl und Durchführung. Im Anschluß daran werden die einzelnen Hebungen aufgeführt, und zwar nach ihrer Wirkungsweise geordnet. Die Durchführung der Hebungen ist durch übersichtliche Zeichnungen veranschaulicht. Durch die Art der Darstellung wird das Büchlein zu einem zuverlässigen und anregenden Berater für jeden Turn- und Sportlehrer. — Rolf ßaucfner: Der Hakim weiß es. Komödie. Geb. 2,80 Mark. Theateroerlag Langen- Müller, Berlin. — (328) — Was ein Hakim ist, schlägt in Lauckners neuer Komödie der Studienrat Popelins am Honoratioren-Stammtisch eines ostpreußischen Hafenstädtchens gleich im Konversationslexikon nach: „Hakim, arabisch = weiser, gerechter Herrscher; Bezeichnung des Gouverneurs eines Bezirks oder einer Stadt in Persien und Mittelasien." Was nun der Hakim alles weiß, bezieht sich auf einen geheimnisvollen Fremdling, der im Gasthof des besagten Städtchens abgestiegen ist und seine ganze Umgebung durch die Andeutung einer „hohen Mission" in größte Verwirrung bringt. Das Eintreffen der eigenen Frau des Fremdlings löst alle Verwicklungen und führt auch ein anderes junges Paar glücklich zusammen. — Der „Hakim" wird in dieser Spielzeit über etwa 30 große deutsche Bühnen gehen. — Eberhard Wolfgang Moller: Panamaskandal. Schauspiel in 8 Szenen. Geb. 2,80 Mark. Theateroerlag Langen/Müller, Berlin. — (329) — Moller ist sicher einer der interessantesten Dramatiker, die das deutsche Schauspiel seit Jahren kennt. Seine politische Satire „Rothschild siegt bei Waterloo" ist ein ebenso vorstoßendes Theaterstück wie sein „Frankenburger Würfelspiel", das auf der Dietrich-Eckart-Bühne zur Olympiade uraufgeführt wurde. Neben Mollers Roman „Schloß in Ungarn", feinen Gedichtbänden und feinen übrigen Dramen, die alle im Buchhandel zugänglich find, lag der „Panamaskandal" bisher noch nicht in einer Buchausgabe vor, obwohl gerade dieses Theaterstück das meistgespielte von allen Moller- schen Dramen ist und auch zur Lektüre wegen Linni von ihrem schweren Leiden durch den Tod erlöst Gießen (Rodheimer Straße 581), den 23. November 1936 7427 D Heute Irische Fische 500 Gr. 25 Pf. Frische Räucherwaren 500 Gr. 38 Pf. Stadttheater’ 500 Gr. 30 Pf. 500 Gr. 38 Pf. 500 Gr. 25 Pf. 500 Gr. 50 Pf. 500 Gr. 50 Pf. 500 Gr. 50 Pf. 125 Gr. 20 Pf. LlleineAnzeigeu im ©iefiener Anzeiger werden von Tanten den bpnrfitpt unh nelelen. Kabeljau Bratschellfische Filets Makrelen Bückinge Seelachs geräuchert Schellfisch „ Makrelen „ Sprotten 2Lit. (6Zyl.) Opel-Linionsine 4 türig,Vorführungswagen, ca. 14000 km gelaufen, zum Taxwert zu verkaufen. 7426A Opel-Automobile Gießen, Frankfurter Str.52 20.00 -22.45 10. Dienstag- Miete. 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Am Dienstag, dem 24. November, abends 8.00 Uhr, im Saale des Bayerischen Hofes, Bahnhofstr.43 Bortrog über: „Söroetfultor unb Eeiftiingsfleigeriing Ourrti rineioo“ Prakt.Anwendungen, Vorführung Es spricht Frau Liselotte Nickolai, München. - Zu diesem hochinteressanten Vortrag wird herzlichst eingeladen. Unkostenbeitrag 20 Pf. Mitgl. 10 Pf. 05394 Der Vorstand. Bitte verlangen Sie bei uns nähere Auskunft. Zu unverbindlichen Probefahrten stehen wir zur Verfügung Motoreagen-Verkaiilsgesellschalt m.b.H. Ruf 2847/48 / GIESSEN / Frankfurter Straße 52/56 Luthergemeinde Biblische Woche Heute abend 20 Ubr in der Kapelle des Alten Friedhofs: Matth. 5,27-37. .Sesu Ruf su unbedingter Reinheit und Wahrhaftigkeit." Pfarrer Paul Lenz, Wohnbach, Oberhessen. 7426p WlSkMIlA lvissenWsk in reichbebilderten, lcichtverstündl. Wer» Ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Derlagserzeug» nisse. 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Vermittlung der Erfahrungen aus der praktischen Arbeit und die lebensnahe Wiedergabe der für die Verwaltungsarbeit geltenden Vorschriften einen brauchbaren Beamten heranzubilden. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Oberbürgermeister Dr. Barth (Mainz), stellte m seinen grundsätzlichen Ausführungen über das Prüfungswesen in den Gemeinden die Forderung auf, daß bei der Ausbildung und Prüfung der Gemeindebeamten die Gesetze des nationalsozialistischen Staates die Grundlage zu bilden haben. Es ist zu begrüßen, daß nach den Vorschriften über den Vorbereitungsdienst bei den hessischen Städten auch dem Volksschüler die Möglichkeit offen steht, in die höchsten Verwaltungsstellen zu kommen. Diese Einrichtung der Einheitslaufbahn hat sich bewährt und ist beizubehalten. Die praktische Ausbildung des Anwärters in der Verwaltung muß mit besonderer Sorgfalt überwacht werden, und es ist zweckmäßig in Ergänzung hierzu, nebenher die Unterrichtslehr- gänge laufen zu lassen. Der Verwaltungsanwärter, der aktiv in der Arbeit der Partei und ihrer Gliederungen steht, habe Gelegenheit, den Auf- und Ausbau des neuen Staates praktisch mitzuerleben ,/Sas Musikan'endorf" im Frankfurter (Schauspielhaus. Der Verfasser versteht es, Figuren mit klaren Konturen hinzustellen, der Regisseur führt sie in flotter, stets lebendiger Szene. In den Hauptrollen treten die in diesem Genre bewährten Kräfte des Frankfurter Ensembles auf: Karl L u l e y, Franz Schneider, Bum Krüger, Anny Hanne- wald, zu denen sich Else Knott und Joachim Gottschalk als das junge Paar hinzugesellen. Es gab am Schluß und wiederholt bei offener Szene reichen Beifall. Dr. W. Wesenheit in der Welt berühmt geworden ist und nun im Vaterhaus, das er vor dem Uebergang in fremde Hände rettet, aufs neue die Heimat und in der Jugendgespielin die Frau zu finden. Um diese öfter in Szenen gebrachte Begebenheit wuchert die Fülle volkstümlicher Sprüche und Redensarten, derber Späße und wehmütiger Lieder, die den Reiz des Stückes ausmachm und ihm in unzusammengebrochenen „Dolkssoldaten" wieder ins Feuer zurucktreiben. Von den Flugzeugen, die die Roten ausschicken, kehren nur wenige nach ihrer Basis zurück. Zwanzig sowjetrussische Tanks sind in weniger als vierzehn Tagen zur Strecke gebracht, aber der Madrider Rundfunk faselt weiterhin, beinahe stündlich, von dem „Heldenmut der Verteidiger der Freiheit und des Rechts", von dem „zunehmenden Optimismus der legalen Regierung", von „erfolgreichen Fliegerbombardements", von zahlreichen Abschüssen nationaler Apparate. Zwischendurch gibt der Madrider Sender pathetische Reden sowjetrussischer Nietzsche als Komponist. Neue Forschungen im Weimarer Nietzsche-Archiv. Friedrich Nietzsche, der Dichterphilosoph, in einem seiner vielen Rechenschaftsberichte in elm Lange. die Bilder: )ans Ttpynot; in. ben Inhalt der X. 36: 10000. weriitäts-Buch« 9., sämtlich in 05 einschließlich Werten 15 Pf. und Samstags Pf. mehr. ' uni 1935 gültig. NSG. In Anwesenheit des stellv. Gauleiters, Staatsrat Reiner, fand in Mainz eine Besprechung des Prüfungsausschusses für die Beamten der Gemeinden und Gemeindeoerbände in Hessen mit den Lehrern und Geschäftsführern der Unter- richtslehrgänge für die hessischen Gemeindebeamten statt. Gauamtsleiter Bremmer behandelte in eingehenden Darlegungen das Ausbildungswesen der Gemeindebeamten. In engster Zusammenarbeit mit dem Prüfungsausschuß ist es gelungen, einen großen Teil von alten Kämpfern der nationalsozialistischen Bewegung, die neu in die Verwaltung hereingenommen wurden, in den Unterrichtslehrgängen auf die Verwaltungsprüfungen vorzubereiten und ihnen damit den Weg in höhere Verwaltungsstellen zu öffnen. Charakterliche Eignung und politisch-weltanschauliche Zuverlässigkeit sind die selbstverständlichen Voraussetzungen für die Uebertragung eines Amtes in der öffentlichen Verwaltung des nationalsozialistischen Staates Ergänzend tritt hinzu eine gediegene sachliche Ausbildung. Dabei kommt es aber nicht darauf an, eine unübersehbare Fülle blutleeren Wissens anzuhäufen, sondern durch Der Führer, der bei seinem Besuch auf Burg Vogelsang in der Eifel, der Schulungsburtz der NSDAP., vor 600 Gauamtsleitern sprach, verweilte im Speiseraum der Burg in zwangloser Unterhaltung inmitten der Teilnehmer der Tagung. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) und zeichnen sich durch ein bestimmtes Kolorit aus. Seine beiden Vokal-Quartette „Herbstlich sonnige her den Wagen bedeckt, und die beiden l'tter, die die Karosserie durchschlagen am ein beredtes Zeugnis ab von den vier- Kilometer, die in der kurzen Zeit geleistet sind. -LioioDSine sS stauten»^ )bile K9 furierb^ Toni Impekoven führt bann Regie, ein ausgezeichneter Kenner dieser Gattung. Er schaut dem Volke aufs Maul und sucht sich seinen Autor mit Die Frankfurter Bühnen pflegen alljährlich ... ober zwei Volksstücke zur Aufführung zu bringen. ftc* her*nbDon ° ^nee, von Ä' ^UmQt Ä' 9rci'en und werden ne Bne und Agenten, bie nur ein schlechtes Französisch sprechen unb noch schlechter ins Spanische übersetz! werben. Für bie vor Mabrib liegenben Solbaten bes Generals Franco bebeutet bie Uebertragung berartiger Reden, bei denen jedes Wort der Wahrheit ins Gesicht schlägt, jedesmal Freude und Genugtuung. Durch meine Autofenster sehe ich zwei von den Roten übergelaufene Kanoniere und einen Zivilisten, an dessen bleichem, abgemagertem Gesicht der aus der roten Hölle Maorids entwichene Flüchtling zu erkennen ist. Ich will versuchen, ob ich Neues erfahre... ten- V c 11 & AS gerückten Jahren seines Schaffens einmal eine Rückschau auf die Jahre, in denen der dionysische Kunstrausch in ihm am stärksten war. Mit stiller Resignation wagt er sein eigenes musisches Wunschbild rückblickend zu umreißen: „Sie hätte fingen sollen, Öiefe neue Seele — und nicht reden". Dies Wort gibt einen Begriff von der hohen Selbsteinschätzung Nietzsches als Musiker, die wir im Verlauf seines gesamten Lebens feststellen können. Daß Nietzsche ungewöhnlich musikalisch war, ist bekannt. Selbst Richard und Cosima Wagner tobten die Kunst seines freien Phantasierens auf dem Klavier. Wie unlösbar sein eigenes geistiges Wirken mit dem Schicksal der Musik verbunden war, geht aus vielen Anmerkungen seiner Werke rjeroor. Nicht nur die genialen Aufzeichnungen zu Lizets „Carmen" bezeugen seine hohe Musikalität, nud) die vielfältigen Aussprüche über Richard Wagner, dem er in einer Art von Haßliebe verbunden war, bie von ihm selbst wieder als „Ster- lienfreundschaft" überhöht wurde. Wer das Leben Nietzsches kennt, weiß auch, daß er komponierte. Vor allem der junge Nietzsche, der Student und der Basler Professor, hat mannigfache kompositorische Versuche gemacht. Aber auch der ^reifte und auf der Gipfelhöhe feines Schaffens «stehende Dichter des „Zarathustra" schrieb noch musikalische Schöpfungen nieder. Sein letztes Werk dürfte bas 1882 entftanbene „Gebet an bas Leben" Cnad) Lou Anbreas-Salom6) fein, zugleich ^uch feine bebeutenbfte Liebkompofition, bie sich unter den sechzehn gebrückten Liebern als eigenstes und tiefstes Werk auszeichnet. Nietzsche hat feiner I musikalischen Hinterlassenschaft großen Wert beige-, messen. Selbst der in Geistesnacht Verfallene hat *en Gedanken an feine musikalischen Aufzeichnungen mcht aufgegeben und wünscht — wie bie Jenaer Unstaltsberichte vermerken —, daß seine Kompo- »tionen aufgeführt werben sollten. Nietzsche würbe als Komponist von Wagner, wer auch von Hans von Bülow abgelehnt, »öhrenb sich Liszt über seine kompositorischen ^ersuche weit günstiger äußerte. Sicher ist, baß bie Tinschätzung bes Komponisten Nietzsche während «eines Lebens unter dieser Beurteilung litt; bis [eute hat diese Einstellung keine Nachprüfung er- mhren. Sollte die vielseitige Nietzsche-Wissenschaft Nietzsche muß bei der ersten Wiedergabe dieser Gesangsquartette wohl bie Baßstimme gesungen haben. Auch bie für Chor unb Orchester geschriebenen Teile aus ber Messe, „Gloria", „Agnus dei“ unb „Kyrie", finb im vollstänbigen Klavier- unb Orchestersatz vorhanben. Gleichfalls „Der Hymnus auf bie Freunbfchaft", ber sich um eine Kernstrophe fügt, bie ben Lieblingsgebanken Nietzsches von einem Mufenklvster in einem Tempel ber Freunbfchaft hymnisch zum Ausbruck bringt. In vollständigem Satz, aber auch in vierhändiger Bearbeitung ist seine als „Meditation" bezeichnete „Manfred"- Komposition vorhanden. Er konnte Schumanns, des „süßlichen Sachsen", Manfred-Komposition nicht verstehen und schuf schließlich eine eigene Vertonung der Dichtung Byrons. Mit den hier genannten Werken ist nur ein Teil des musikalischen Wirkens von Friedrich Nietzsche umschrieben. Jedenfalls ist die Fülle seiner Kompositionen größer, als man sich vorstellen konnte. Sie sind nicht alle gleichwertig und bedeutsam. Doch stellen sie ein wichtiges Teilgebiet von Nietzsches Gesamtschaffen dar, ein Gebiet, das Nietzsche nicht bloß als musikalischen Auch-Künstler und enthusiastischen Liebhaber zeigt, sondern auch eindeutig die kompositorische Befähigung dieses universellen Geistesmenschen beweist. Nietzsche litt ja — nach seinen eigenen Worten — „an dem Schicksal und die deutsche Kulturwelt, die sich so nachdrücklich auf die gesamte Geistesbotschaft Friedrich Nietzsches bezieht, übersehen haben, daß Nietzsche seine musikalischen Werke seinen philosophischen und dichterischen gleichordnen wollte und daß man heute die Ehrenpflicht hat, Nietzsche, den Komponisten, wenigstens kennenzulernen? Seine musikalische Hinterlassenschaft schlummert im Archiv. Der Staub der Jahrzehnte ruht auf ihr. Und doch verdiente so manches der hier verschlossenen Werke zu tonendem Leben erweckt zu werden! Nietzsche, der Liedkomponist, ist durch die sechzehn gebrückten Lieder immerhin bekannt geworden. Aber wer weiß, daß er auch Klavierkompositionen, Teile einer Messe, Vokalquartette, vierhändige Tondichtungen, eine symphonische Dichtung „Ermanarich" und schließlich ein kantatenhaft angelegtes Werk „Hymnus auf bie Freunbfchaft" nieberschrieb? Wir haben von ber Hanb bes elfjährigen Nietzsche Skizzen zu einer Motette unb aus späteren Jahren Abschriften aus Kompositionen Hänbels, Beethovens unb Wagners. Stets scheint bas Vierhanbigspielen auf seine musikalische Phantasie gewirkt zu haben. Denn bas Archiv birgt nicht bloß Originalkompositionen für vier Hänbe, fonbern auch Bearbeitungen anberer Werke für biefe Spielart. Vom jungen Nietzsche bestaunen wir zwei Klaoiersonaten in G-dur unb D-dur, währenb wir vom Nietzsche ber späteren Zeit eine als „große Sonate" bezeichnete unb als Fragment hinterlassene Klaoierkomposition kennen lernen In all seinen kompositorischen Versuchen für Klavier erleben wir einen meist stimmungshaft unb programmäßig angelegten Hintergrund. Wie nahe Nietzsche Liszts Idee von der Musik kam, kennzeichnen seine lieber» schriften. So nennt er eine lange phantasieartig angelegte Komposition für Klavier und Geige: „Syl- oesternacht", eine „musikalische Dichtung", während er den „Ermanarich" als „symphonische Dichtung" bezeichnet Auch in seinen Klavierstücken ist er Klavierpoet. Die Titel kennzeichnen dies: sie heißen beispielsweise: „Polnische Tänze", „Aus der Scarda", „Heldenklage", „Ungarischer Marsch", „Mazurka", „Im Mondschein auf der Pußta" Bemerkenswert sind Nietzsches Skizzen zur Kom- positions- und Harmonielehre. Hier sieht man sein heißes Bemühen, sich als Musiker zu vervollkommnen und eine verläßliche Grundlage zu finden. Seine Kompositionen sind meist äußerst melodiös Sochschulnachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat den Dozen- teil an der Handelshochschule Leipzig Dr. rer. pol. habil. Erich Egner mit Wirkung vom 1. September 1936 zum beamteten außerordentlichen Professor für theoretische Volkswirtschaftslehre in der Wirtschafts, und Sozialwissenschaftlichen Fakulcät der Universität Frankfurt ernannt. Dozent Dr. med. habil. Heinrich Kalbfleisch ist von dem Herrn Reichs- und Preußischen Minister für Wis- lenschaft, Erziehung und Volksbildung zum nicht- beamteten außerordentlichen Professor in Frankfurt ernannt worden. — Der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbunq hat Herrn Dr. Morinaga beauftragt, im Wintersemester 1936/37 an ber Universi- tät Frankfurt japanischen Sprachunterricht zu erteilen. — Der orbentliche Professor ber Psychia- trie unb Neurologie Dr. med. Karl Kleist in Frankfurt ist unter gleichzeitiger Verleihung ber Schaffer-Denkmünze zum forrefponbierenben Mit- glieb ber Gesellschaft Ungarischer Psychiater ernannt worben. besuchte, sein Quartier nach hier verlegt. Er ist einer ber treuesten Offiziere Des Generals Franco unb hat bei ben Kämpfen um Babajoz unb Tala- oera ben Kriegsruhm geerntet. Pague treibt feit Monaten bie kommunistischen Bataillone mit ben hochtrabenben Beinamen „Rosa Luxemburg", „Thaelmann", „Dimitrow", „Lenin", „Pasionaria", „Largo Caballero", bann bie „Löwen Mabribs", bie „Unbesiegbaren", bie „eisernen" unb bie „stählernen" Solbaten Moskaus vor sich her; er erlebt täglich, baß ber ganze „Helbenmut" ber kommunistischen Sölbner nur barin besteht, wehrlose Menschen aus ihren Häusern zu holen, sie zu peinigen unb zu morben, Kirchen, Wohnungen, ganze Dörfer unb Stäbte zu schänben, zu plünbern unb in Brcmb zu stecken. Pague brennt baher barauf, bie Hauptstabt enblich von ber roten Herrschaft zu befreien unb ben Kommunisten nicht bie Zeit zu lassen, bie Stabt in einen Trümmerhaufen zu ver- roanbeln. Ungebufbig geht er, bie Hänbe in ben Taschen eines bunfelbraunen Lebermantels, ben Blick nachbenklich auf ben Boben gerichtet, an bem großen eichenen Kartentisch, auf bem ber Stabtplan Mabribs ausgebreitet liegt, auf unb ab. Drbonnan» zen kommen unb gehen, kurze Befehle unterbrechen die im Flüsterton geführte Unterhaltung ber Ab- jutanten, bie Granaten ber in ber Nähe stehenben Batterie jagen mit kurzen Unterbrechungen wenige Meter über bas Dach hinweg in bie roten Stellungen ber Sübstabt ... Mabrib scheint zu brennen. Seit einigen Tagen ist ein Teil ber Stabt in Rauchwolken gehüllt, bie nicht allein Ursache bes Bombarbements finb. Das sog. Verteibigungskomitee ber roten Hauptstabt bereitet offenbar ben Rückzug vor unb orbnet angesichts ber Hoffnungslosigkeit bes Wiber- ftanbes bie Jnbranbsetzung Mabribs an. Fast in greifbarer Nähe liegt bas Häusermeer. Mit bem Fernglas erkenne ich Den Retiropark, ben Botanischen Garten unb baneben bas Haus in besten obersten Stockwerk bie Vertretung bes Deutschen Nachrichtenbüros untergebracht war. Der Sohn bes bekannten spanischen Politikers Graf Romanones, ber auf abenteuerliche Weise noch im September aus Mabrib entkommen konnte, erzählte mir, baß bas DNB.-Haus in eine Kaserne ber roten Miliz um» gewandelt worden ist. Durch das Glas glaube ich zu erkennen, daß an der vorderen Front des Gebäudes unterhalb des Daches ein riesiges Loch gerissen ist. Ob dies nur ein Schattenspiel der Mittagssonne ist oder die Wirkung des Bombardements (das Haus liegt in der Nähe des Südbahnhofs!), läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Von der Toledo-Brücke bis zum südöstlichen Stadtteil Vallecas hinüber erstrecken sich b i e Hauptbefestigungen ber Roten, bie täglich von schwerer Artillerie unb von Bombenge- schwabern für ben Sturmangriff auf bas Stadtzentrum reif gemacht werben. Wenn bie unheimlichen Explosionen ber 250-Kilo-Fliegerbomben bie wenigen noch heil gebliebenen Fensterscheiben in Carabanchel, wenige Kilometer vom Manzanares entfernt, erzittern lassen, bann kommt einem ber ungeheure Frevel mit aller Klarheit zum Bewußtsein. Die Auffvrberung General Francos, bie Stabt auszuliefern unb vor bem Ruin zu bewahren, ist wirkungslos geblieben. General Franco hegt eine befonbere Liebe zu Mabrib unb hat baher bie Beschießung unb ein Bombarbement immer wieber hinausgezögert, weil er immer noch wenigstens einen Funken Vernunft in dem Untermenschentum vermutete, das sich jetzt in der Hauptstadt austobt, lieber hundert Flugzeuge sind nach Madrid geschickt worden, nicht um zu bombardieren, sondern um den Moskowitern die Sinnlosigkeit ihres Verhaltens vor Augen zu führen. Der 'Weg nach der Levante- küste ist frei gelassen worden, um auch den Hauptschuldigen die Flucht nicht unmöglich zu machen. Alles blieb vergebens. Die Rädelsführer mobilisierten den letzten wehrfähigen Mann und jagten Frauen unb Kinber in bie oorberfte Feuerlinie. Täglich berichten bie Ueberläufer von bem verbrecherischen Treiben ber roten Agenten, bie mit ber vorgehaltenen Pistole bie unter schweren Verlusten zurückweichenben, ungeschulten unb moralisch rf Sranffuri .^gesehen von öürd) ein aus- jn seinem Bewegung in ber ngestellt, wäh. se noch Mel. gehalten hat. e früh stärkere es Verhältnis- 1 Niederungen ierung in ber fähiger Frost age bleibt für • An ben Nie- Hochnebel, sonst t, veränderliche Fortdauer des ästen. er: mittags 1,0 123. November: ,6 Grad, Mini- rdtemperaturen enbs 2,3 Grad; ad Celsius. - Vor Madrid. Don unserem Sche.-Sonderberichterstaiier. (Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Mabrib-Carabanchel, November 1936. Es ist Mittagszeit. Vor einer Viertelstunbe war noch eine 15,5-cm-Granate etwa 50 Meter von mir entfernt in eine armselige Hütte eingeschlagen, — ein Abschiesgruß ber aus Mabrib fliehenben Kommunisten. Seit jenem Augenblick war Ruhe eingetreten. Nur in ber Ferne feuerten bie Batterien von Leganes noch fortgesetzt auf bie feinblichen Stellungen in ber Gegenb bes Sübbahnhofs unb bes Staotteils Delicias. Um biefe Zeit konnte man mit einer vorübergehenben Mittagspause rechnen, währenb ber bie Kampfhanblungen auf beiben Seiten eingestellt zu werben pflegen, ein befonberes Merkmal dieses Krieges. Ich setzte mich also mit der Gewißheit in mein Auto, diesen Bericht ungestört zu Ende schreiben zu können. Der Besitzer des Wagens ist ein Tuchfabrikant aus Barcelona, der nach Beginn der Revolution sich wochenlang in einem Keller versteht hielt, dann zu fliehen versuchte, aber bei der nächtlichen Ueberquerung der Pyrenäen auf einem heimlichen Pfad von kommunistischen Milizsoldaten ausgespürt, verhaftet und nach Barcelona zurücktransportiert wurde. Der Tag seiner Hinrichtung war bereits festgesetzt. Aus dem Kerker, in bem er zusammen mit mehreren hunbert rechts- ftehenben Personen hauste unb sich auf ben Tob vorbereitete, mürben täglich zwanzig bis dreißig Opfer zur Richtstätte abgeholt. In letzter Minute bot sich eine Fluchtmöglichkeit, zu ber ihm sein früherer Chauffeur, ber jetzt bie Aufgabe eines anarchistischen Gefängniswärters versah, verhalf. Derkleibet als Milizfvlbat, entkam er nach lieber» roinbung zahlreicher Hinberniste auf ein im Hafen liegenbes frembes Kriegsschiff, bas ihn mit nach Italien nahm. Seine Familie besinbet sich zum Teil noch in Barcelona versteckt, ziun Teil ist sie nach Italien ober Frankreich g e - flohen. Der Vater unb ein ©ruber finb von ben Roten erschossen; bie meisten seiner Freunbe ereilte bas gleiche Schicksal. In Italien kaufte er sich von bem Rest feines Gelbes ein Auto unb stellte sich ber nationalen Regierung in Burgos zur Verfügung. Seit vierzehn Tagen besuche ich mit ihm von Talavera be la Reina aus ben Frontabschnitt Naoalcarnerv—Mabrib. Der Staub unb 37 , B. •er' Dralls, ■/tnnelie. W12 seifen Und kur. Tedich. ’QlenS *5d)mii)l ^n°nde?n mit1? Ker dein iS "'egende S n Dilles ... ----- Im „Musikantenbvrf" — Die beutsche Bilbhauerkunst von Schlüter bis von Heinz Lorenz erleben wir bie Geschichte bes zur Gegenwart umfaßt bie zweite Jubiläumsaus- L.....r--t- ft,r ‘ fteüung ber Preußischen Akabemie ber Künste in Berlin, bieser Kunstschau roibmet bie neueste Nummer ber „I 11 u st r i r t e n Zeitung Leipzig" (I. I. Weber, Leipzig) einen reichbebilberten Beitrag. Ein Kulturbenkmal auf österreichischem Boben, da» Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg, beste» Kirche vor 800 Jahren errichtet mürbe, ersteht tn seiner ganzen historischen, kunst- unb kulturgeschichtlichen Bebeutung burch einen reich illustrierten Aut» und steht dem Geist der Gesetze des Dritten Reiches besonders nahe. Er ist daher von vornherein als der Geeignetere anzusehen. Der Vertreter des Gauleiters, Staatsrat Reiner, nahm in einer mit großer Aufmerksamkeit aufgenommenen Ansprache zu dem gesamten Aus- bildungs- und Prüfungswesen in der öffentlichen Stendal, im November. Wer von uns weiß eigentlich, daß es in Deutschland einen Marmelade-Fluß gibt? Die Elbe nämlich, und wer noch nie genau hingesehen hat, wie es sich damit verhält, der kann noch etwas da^u- lernen. Natürlich ist das nicht etwa so, daß die Elbe statt Wasser Marmelade führt, aber der Volksmund hat sie so getauft, weil sich an ihren Ufern ein großer Teil der 400 Marmeladenfabriken Deutschlands angesiedelt hat, von denen heute tatsächlich ein wahrer Strom köstlicher Frucht- marmeladen in die deutschen Küchen strömt. Ausgerechnet Marmelade? Jawohl, mein Freund, ausgerechnet! Die „Hellen Käppchen" wissen längst Bescheid, was für eine wohlschmeckende, nahrhafte und gesunde Angelegenheit dieses Marmelade ist, die sich sogar des Vorzuges rühmen kann, billiger zu sein, als sie wirklich wert ist; wer das nicht glaubt, der gehe einmal hin und fordere bei seinem Kaufmann frischweg die „verbilligte Marmelade" und er wird mit der größten Selbstverständlichkeit davon zugewogen bekommen, aus großen 25 Pfd.- Eimern, zum Aussuchen. Zu Haus angekommen, wird er sie sich aufs Brot streichen und kosten. Und dann wird er sich fragen, wieso denn diese reine, gehaltvolle, aromatische Vielfruchtmarmelade oder dies vorzügliche Plaumenmus zu solchem Spottpreis überhaupt zu haben ist. Was es damit für eine Bewandtnis hat, erkundeten wir eben bei unserer Entdeckungsfahrt an den Marmeladefluß. Da sahen wir uns zuerst einmal gründlich in einer der großen Gemüse- und Obst- ronservenfabriken um, in denen heute auf Veranlassung der „Hauptvereinigung des deutschen Gartenbaues" Im Reichsnährstand unter Mitwirkung der Deutschen Zuckerindustrie die verbilligte Marmelade für jedermann bereitet wird. Wirklich, der Vergleich mit Schlaraffenland ist nicht einmal romantisch oder unzutreffend. Ein Gang Verwaltung Stellung. Die weltanschauliche Schulung und Beurteilung liege grundsätzlich in den Händen der Partei. Aufgabe der Unterrichtslehrgänge sei es, von dem nationalsozialistischen Ge- danken-Jdeengut ausgehend, den Teilnehmern das Rüstzeug für die Stelle, die sie zu bekleiden haben, mitzugeben. Qualität und wie klug die Hausfrau in Deutschland ist! Wir sahen die Aepfel, wie sie eben ausgeladen waren, auf den Wasch- und Sortiermaschinen, noch konnten wir in die Fächer greifen, uns einen mausen und hineinbeißen. Zwei Schritte weiter warf der Schlund einer Maschine dieselben Aepfel als dickflüssiges Mark in ein bauchiges Faß, eine andere Oeffnung entließ die Treber, aus denen noch ein Nachpresseerzeugnis entsteht, das leckerste Apfel- Gelee, vorzüglicher Bundesgenosse für allerhand heimliche Küchentricks. Unser Apfelmark vermählt sich indessen mit den übrigen Zutaten und wandert mit einem weißschimmernden Zuckerberg zusammen in eine Riesenkupferretorte, festgeschlossen, damit kein Quentchen der aromatischen Duftstoffe verloren geht und den Geschmack schmälert. Hier siedet es und brauset und zischt. Das kann man durch ein Glasfen st er in der Kesselwand sehen. Noch kochend, wird das Gebräu dann in die Eimer gefüllt, die in der Blechfabrik des Werkes täglich zu Tausenden hergestellt werden müssen, denn: 100 Zentner Ob st gehen pro Stunde durch die Maschine, das sind 2400 Zentner pro Tag. Und wenn einer der Siedekessel sein Riesenmaul öffnet, dann schüttet es 20 Zentner fertige Marmelade, fertiges Pflaumenmus auf einmal aus. Warum wir plötzlich so riesige Mengen verbilligter Marmelade Herstellen, wenn wir früher doch mit soviel weniger ausgekommen sind? Das hat wichtige Gründe. Zu einer Zeit, wo Kampf allem Verderb geschworen wird, ist auch der Obst- oerderb eine Versündigung am Volkswohl. Nicht annähernd die Hälfte alles Frischobstes kann aber in kurzem Zeitraum des Ernteanfalls frisch verzehrt werden. So fangen die deutschen Marmeladefabriken den Ueberschuß auf, retten ihn vor dem Verderb und verwandeln ihn durch Ueberführung in Fruchtmark in sicheren Besitz. Und wenn schon Butter etwas dünner gestrichen werden müßte, wir wissen es nun: Marmelade kostet uns keine Devisen, denn deutsch sind alle Zutaten, aus denen sie bereitet wird. Verbilligte Marmelade ist jedermanns Marmelade für jeden Tag. Haubüberfall im Bäckerladen. Fünf Jahre Zuchthaus für den Taler. LPD. Frankfurt a. M., 21. Nov. Die Dritte Strafkammer verurteilte am Samstag den 21jähri- gen Emil Vollmuth aus Offenbach wegen versuchten Raubs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls in vier Fällen, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, zu fünf Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft. Der Angeklagte, ein übler Bursche, der auf Veranlassung seines Vaters bereits in einer Erziehungsanstalt untergebracht werden mußte, fuhr am 21. September mit einem geliehenen Fahrrad von Offenbach nach Frankfurt. Hier versetzte er das Rad und beging in verschiedenen Geschäften Diebstähle. Er betrat die Läden, um angeblich etwas zu kaufen, und hieß bei dieser Gelegenheit verschiedene Gegenstände mitgehen. Schließlich erschien er in einem Bäckerladen in der Kronprinzenstraße und verlangte Keks. Als er bezahlt hatte, bat er die im Laden anwesende Frau, einmal austreten zu dürfen. Das wurde ihm gestattet. Als er in die Hinterstube kam, entdeckte er in einer Schublade einen Kartoffelstampfer, der er auf den Tisch legte. Er begehrte dann ein Glas Wasser, und als ihm die Frau den Rücken zuwandte, faßte er sie von hinten, versetzte ihr mehrere Schläue mit dem Stampfer auf den Kopf und drückte sie am Genick zu Boden. Als die Frau blutüberströmt hinfiel, stürzte der Räuber zur Kasse, konnte sie aber nicht öffnen. Die Frau raffte sich auf und schrie um Hilfe, worauf der Täter die Flucht ergriff, die jedoch mißlang; er wurde auf der Straße festgenommen. Die 65jährige Frau mußte 2V2 Wochen im Krankenhaus zubringen und hat heute noch unter den Folgen der Verletzungen zu leiden. Wirtschaft. Entdeckungsfahrt zum Marmeladefluß. Süßer Segen und weise Vorsorge. — Verzehnfachte Obstnuhung. Don unserem nach Stendal entsandten Sonderberichterstatter Or. Buresch. durch die riesigen Lagerkellereien, in denen in ca. 20 000 Fässern 25 000 Zentner Furchtmark aufgespeichert liegen, gleicht wirklich fast einem Erlebnis aus dem Märchen. Daneben ein Raum, in dem das „weiße Gold" Deutschlands gestapelt ist, der Zuckeroorrat, 28 000 Säcke zu je einem Doppelzentner. Kann einem dabei nicht die Phantasie durchgehen, noch dazu wenn man die Kellermeister bei der Arbeit sieht, wie sie in den mächtigen Fässern rühren, mit gewaltigen Schöpfkellen den Inhalt klatschend durcheinanderschöpfen, um aus viererlei Fruchtmus von Aepfeln, Pflaumen, Erdbeeren, Sauerkirschen oder Johannisbeeren nach geheimen Rezepten die Mischung herzustellen, die bann oben, in zischenden Riesenretorten mit einem Halbteil Zucker und ohne jegliches Streckungsmittel zu köstlich mundender Marmelade eingekocht wird? Ja, aber — so wird die Hausfrau einweden — diese Früchte fallen doch alle zu verschiedener Jahreszeit an, wieso macht man sie alle zusammen ein? Das ist eben der Vorzug gegenüber der Küchentechnik der Hausfrau: daß man hier die Edelfrüchte, wie Erdbeeren, Johannisbeeren und Sauerkirschen, von denen die billige Marmelade heute nach genauer Vorschrift des Reichsnährstandes 15 v. H. der sogenannten Fruchteinwage (d. h. des auf den Hundertsatz insgesamt entfallenden Fruchtmarkts) enthalten muß, zur Zeit des reichsten Ernteanfalles vom Markt nehmen kann, sie zu einem haltbaren Halbfabrikat, den sogenannten P ü l p e n , verarbeitet und nun bis zur Erntezeit der Spätfrüchte einlagert, mit denen sie dann zu Marmelade verkocht werden. Nicht nur der Anteil an Edelfrüchten ist genau vorgeschrieben, auch alle anderen Zutaten müssen nach fest bestimmten „Rezepten" der Auftraggeber bemessen sein. Es besteht also für die absolute Gleichartigkeit in Güte und Geschmack bei dieser verbilligten Marmelade eine sichere Gewähr, gleichgültig, ob sie aus dem Norden oder Süden des Reiches stammt, ob sie am Marmeladefluß ober sonstwo hergestellt würbe. 2,4 Millionen Zentner werben heute in Deutschlanb auf biefe Weise fabriziert, eine gewaltige Zunahme gegenüber einer Probuktion von nur 280 000 Zentner in der Ernteperiobe 1932/33. Unb nicht nur hergestellt werben biefe ungeheuren Mengen, erfreulicherweise werben sie auch ratzekahl aufgegesfen, ein Beweis also, wie gut ihre Termine für dieBrotgetreideablieferung Der unbebingten Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes bient eine Anordnung, die der Reichsnährstand durch die Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft erlassen hat und die die Erfassung der zur Brotversorgung für das Erntejahr 1936/37 notwendigen Getreidemengen gewährleistet. Danach haben alle bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betriebe die ihnen für das laufende Getreidewirtschaftsjahr auferlegten Kontingente in Brotgetreide innerhalb folgender Zeitabschnitte abzuliefern: Bis zum 31. Dezember 1936 gleich 60 v. H. der Gesamtablieferungsoerpflichtung, bis zum 31. Januar 1937 gleich 80 v. H. der Gesamtablieferungsverpflichtung und bis zum 28. Februar 1937 gleich 100 v. H. der Gesamtablieferungsverpflichtung. Die Einteilung der einzelnen Raten ist so erfolgt, daß sie unter allen Umständen von den landwirtschaftlichen Betrieben ausgedroschen und abgeliefert werden können. Auch da, wo vielleicht in diesem Jahre besonders schwierige Verhältnisse vorliegen, muß der Bauer unb Lanbwirt vor allem anderen seine Pflicht gegenüber Staat unb Volk erfüllen. Da bie bis zum 15. Oktober 1936 verlangten 30 v. H. bes Ablieferungssolls pünktlich zur Verfügung gestellt würben, steht außer Frage, baß bie nunmehr enbgültig festgesetzten Mengen ebenfalls geschafft werben. Je eher bie Brotgetreibekontingente burch bie Lanbwirtschaft sicher gestellt worben sind, um so früher kann der Staat bie zur Ergänzung ber Futterlage notwendigen Kraftfutter-Einfuhren festsetzen. Es liegt also sehr wesentlich im Interesse der Erzeugerschaft an der Schaffung einer möglichst schnellen und klaren Uebersicht über bie Hohe ber Futtereinfuhr durch die Sicherstellung der Brotversorgung mitzuarbeiten. ♦ * D i e Treibstoffpreise. Am 16. November wurden in den verschiedenen Absatzgebieten die Zapfstellenpreise für Treibstoffe neu festgesetzt, wobei eine weitgehende Angleichung ber Zonenpreise erfolgte. Wir bringen bie nun gültigen Preise in einzelnen Absatzzonen. Es kosten bas Liter in ber Absatzzone Bayern Benzin 37 Pf., Gemisch 41, Benzol 46, Württemberg und südliches Baden 37, 41 unb 46. Gürtelzone Frankfurt a. M. 36, 40, 45, Gebiet westlich der Zone 3a bis einschl. Karlsruhe 36,40, 45, Rheinstraße zwischen Mainz-Koblenz 36,40, 45, Pfalz, nörbliches Baben unb süb- liches Hessen 37, 41, 46, Rheinland 34, 38, 43, Gegend um Koblenz 35, 39, 44. In den 14 verschiedenen Zonen liegen die Preise für Benzin am niedrigsten bei 34 Pf., am höchsten bei 37 Pf., für Gemisch bei 38 bzw. 41 Pf. und für Benzol bei 43 bzw. 46 Pf. Rhein-Mainische Börse. Still. Frankfurt a. M., 21. Nov. Auch zum Wochenende zeigte die Börse eine nur sehr geringe Geschäftstätigkeit, da die Zurückhaltung aller am Börsengeschäft interessierten Kreise anhielt. Die Stimmung war nicht unfreundlich und die Kurse erfuhren durchweg nur unwesentliche Abweichungen. Am Aktienmarkt betrugen bie Veränberun- gen zu ben ersten Notierungen etwa 0,50 bis 1 v. H. Schwächer verkehrten Motorenwerte, BMW. 138,40 (140), Daimler 120,25, (121,75). Von Montanwerten setzten Harpener 1 v. H., Hoesch 0,75 v. H. leichter, Verein. Stahl Unb Mannesmann je 0,25 v. H. freunblicher ein. IG. Farben blieben mit 166,90 (167) etwa behauptet, Scheibeanstalt ließen 1 v. H. nach. Am Elektromarkt gingen Licht & Kraft um 1,50 v. H., Lahmeyer um 1 0. H., Felten unb Siemens um je 0,50 v. H. zurück, RWE. unb AEG. lagen bis 0,25 v. H. fester. Im einzelnen eröffneten. Westdeutsche Kaufhof und Bemberg je 1 v. H., Deutscher Eisenhandel 0.75 0. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,90 v. H. und AG. für Verkehr 0,65 v. H. schwächer, dagegen Reichsbank 0,75 v. H. und Deutsch-Atlanten nach Pause 1,75 v. H. fester. Von Schiffahrtswerten Norddeutscher Lloyd 14,50 (14,75). Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr still. Kommunal-Umschuldung ca. 89,80 (89,75), Altbesitz 118,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. hoher mit 125,90. Zertif. Dollar-Bonds lagen etwas schwächer, 6 v. H. Preußen 72,50 bis 73 (74), 6,50 0. H. do. 73 bis 73,50 (74,50). Das Geschäft am Aktienmarkt konnte sich auch in der zweiten Börsenstunde nicht beleben, bie Stimmung war jeboch überwiegend freundlich und die Kurse vermochten sich auf kleine Käufe vorwiegend etwas zu befestigen; indes erfuhren die meisten Papiere keine Zweitnotierungen. Etwas hoher lagen einige Montanwerke, ferner IG. Farben mit 167,25 nach 166,90. Die später notierten Werte lagen nur wenig verändert. Schwächer waren Feldmühle 143 (145). Am variablen Rentenmarkt blieb es sehr ruhig. Auch der Kassarentenmarkt hatte nur kleines Geschäft. Goldpfandbriefe und die meisten Stadtanleihen blieben behauptet. Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich. Von Kommu- nal-Obligationen Nass. Landesbank 93,75 (94), vop Stadtanleihen 4,50 (6) Frankfurt 94,50 (94). Im Freiverkehr wurden bewertet: Adler- werke 103,50 bis 105,50, Pokorny 126 bis 128, Wayß & Freytag 125,50 bis 127,50, Growag 91,50 bis 93,50, Dyckerhoff Zement 120 bis 123, Ufa auf den dividendenlosen Abschluß matt mit 63 (66). — Tagesgelb unv. 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Vorauftrieb: 807 Rinber (128 Ochsen, 94 Bullen, 502 Kühe, 83 Färsen), 469 Kälber, 187 Schafe, 3620 Schweine. Es kosteten: Rinber: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 40 bis 65, Hämmel 40 bis 48, Schafe 25 bis 38, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinber, Kälber unb Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe ruhig. Bauvorhaben müssen angezeigt werden. Fwd. Nach ber vierten Verorbnung bes Minister- präfibenten und Beauftragten für ben Vierjahres, plan vom 7. Nov. finb vom 1. Dez. an alle privaten und öffentlichen Hoch- unb Tiefbauoorhaben vor bem Baubeginn anzuzeigen. Von ber Anzeigepflicht ausgenommen sind private Bauvorhaben, bie nicht mehr als 5000 Mark unb öffentliche Bauvorhaben, bie nicht mehr als 25 000 Mark Arbeitslöhne an der Baustelle erfordern. Die Anzeigen find unter Verwendung eines amtlich vorgeschriebenen Formblattes innerhalb von drei Monaten vor dem Baubeginn, spätestens aber vier Wochen vorher von dem Bauherrn oder der Bauverwaltung in doppelter Ausfertigung an das für die Baustelle örtlich zuständige Arbeitsamt zu richten. Sie können wirksam auch bereits vor dem 1. Dez. erstattet werden. Bauvorhaben, die im Dezember begonnen werden sollen, sind spätestens am 1. Dez. 1936 anzuzeigen. Die für die Erstattung der Anzeigen oorgeschriebenen Formblätter sind bei den Arbeitsämtern erhältlich. Jüdischer Arzt wegen gewerbsmäßiger Abtreibung verhaftet. LPD. Fulda, 21. Nov. Der jüdische Arzt Dr. Philipp Frank in Fulda ist am Freitag verhaftet worden. Er ist der gewerbsmäßigen Abtreibung in zwei Fällen beschuldigt. Von einer Kuh angegriffen. LPD. Biedenkopf, 21. Nov. Im Kreisort Niedereisenhausen wurde ein Landwirt im Stall von einer Kuh angegriffen. Dem zur Hilfe eilenden Sohn gelang es, den Vater aus der Gewalt des Tieres zu befreien, doch hatte ber Mann erhebliche Verletzungen baoongetragen, bie seine Ueberführung in die Klinik erforderlich machten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) HI. in C. Verklagen Sie den Händler auf Rückgabe des Korbes. Kann ber Hänbler ben Korb aus einem ihm zur Last faüenben Derfchulben nicht zUrückgeben, so ist er Ihnen zum Ersatz bes Wertes bes Korbes verpflichtet. W. Sch. Wenn Sie ben Pachtvertrag schriftlich abgeschlossen haben, brauchen Sie das Grundstück vor Ablauf der Pachtzeit nicht herauszugeben: Liegt ein schriftlicher Pachtvertrag nicht vor, so ist die Kündigung nur für ben Schluß eines Pachtjahres zulässig. Sie muß spätestens am ersten Werktage bes Halbjahres erfolgen, mit besten Ablauf bie Pacht endigen soll. Ist die Kündigung wegen des Nichtvorliegens eines schriftlichen Pachtvertrages wirksam erfolgt, so kann dennoch das Pachteinigungsamt auf Ihren Antrag hin bestimmen, daß die Kündigung als nicht erfolgt gilt. Entspricht das Pachteinigungsamt Ihrem Antrag, so kann für einen früheren Zeitpunkt als den 30. September 1937 erneut nur gekündigt werden, wenn dem Verpächter aus einem nach der Entscheidung eingetretenen wichtigen Grunde die Fortsetzung des Pachtverhältnisses nicht zuaemutet werden kann. Durch den Verkauf des Grundstückes wird das Pachtverhältnis nicht beendet. Der Erwerb tritt an Stelle des früheren Eigentümers in bas Pacht- Verhältnis ein. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.Ul. Berlin Schluß- kurs Schloßt. Abend- börse Schluß- furei Schluß!. Mittag» börie Schlußkurs (-»chtußi. Abend- böri- Schluß- lurs Schlußk. Mittag- börle 'Datum 20 11 21 11 20 11 - 21 11 Calum 20 11. 21-11 20 11 21-11- 6% Deupche Reichsaitteihe v. 1927 101,4 101,4 — 101,25 4% oesgt. Sene II......... — — — — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 97,9 98 97,9 6% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 7,2 — 7,1 7,1 d^,% Boung-Anleihe von 1930 .. 102,9 102,9 102,75 102,75 4Z4"°Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier............ 10,75 10 10,7 10,13 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 118,25 118,5 118,5 118,5 5,9 30 5,65 29,75 5,9 30 5,55 29,5 *71% Deutsche ReichSpostschahan Weisungen von 1931, l...... 4/i% ehem. 8% Hessischer Pol!» ftaat 1929 (rückzahlb. 102%; .. 99,9 99,9 99,9 100 Hamburg-Amenka-Paket .....o 14,5 14,25 14,4 14,25 98,75 98,75 98,75 _ öamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 — — 41,25 41 *'/t% ehem. 8% Hessische Landes bunt Darmslaol Goto R. 12... 97 97 14,75 121,5 14,5 120,9 14,25 121,5 14,25 120,13 67*% ehem. 4'/,% Hess. Landes Hypothekenbank TarmstadlLiau. 100,5 100,5 Berliner Handelrgesellschast ... 6 Commerz- und Prtvat-Bank ... 4 125,75 109 125,5 108,75 126,5 109 126 108,75 *7i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverichr R.b 93 93 Deutsche Bank und Tteconlo- Gesellschaft................ 4 109,5 109 109,5 109 Lberhesjen Provinz-Anleihe rat' Auslos.-Rechten ............ 130,5 130 Dresdner Bau!.............. 4 Retchsbant ...... 1. 107 106,25 187,75 107 187 106.25 187,75 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 >/r% ehem.8% fvrantt. Hyp.-Bmr Goldpfe. 15 unfiinobnr bis 193: 122,13 97 122,4 97 122,13 97 122,4 97 A.E.G...................... o Sekula..................... 8 169 168 169 — 168,5 b'/z% ehem. 4j/2% Franks. Hyp. Bank-Liyu.-Pfandbriefe...... 100,75 100,65 ^lektr. Lteferungsgelellichast... fl Licht und Kraft ......7 134,4 158,25 134 156,75 135 158,5 134,75 156,75 6%% ehem. 4*/z% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. . 100,75 101 101,25 101 .reiten L Guilleaume......... 4 Äeselijch.f.Elektr.Unlernehmung. 6 137 143 136,5 143 136,75 143,25 136,25 143,65 *7i% ehem. 8% Pr. Lanoespfanb briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138,5 129,75 138,75 130 138,9 129,5 139 *71% ebcm. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Cbl. 20 95 95 95 95 odiuden & (So...............6 Siemens L Halske...... 8 156,5 198,75 156,75 198,25 156,75 199,5 199 Steuergutich B-rrechnungsk. 34-38 109.8 109,8 109,9 109,9 "ahmeyer L Eo.............7 136 134,5 135,5 134 4% Leslerreichnche («olDrenie. — _ - 23, Buderus .................. 121,5 122 122,5 122 4,20% CcHcneirt)i(rt)e Silberrent« — — 1,9 1,90 Deutsche Erdöl .............. 4 143 141,5 142,13 142,4 4% llngaiiiche WulDtenie ..... .,13 7,5 b,4 7,95 Haroener...............8% 152 151 151,65 150 4% Ungarische Llaaisrenre v. 1910 — 7,25 6,5 Hoe,ch Elten—Köln-Neuesten .. a 118,75 118 118,13 117,9 4Vz% desgi. von 1913......... — — 7,65 7 Ilse Bergbau ..............6 193,5 — 191,5 190,25 6% abgest. Goldmerikaner von 99 — 9 9,75 9,1 9>ie Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwrrke ...............8 Mannesmann-Röhren........8 146,25 144,25 146,25 144,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1......... ........... _ _ _ _ 124,75 117 124,25 117,5 124,75 117,4 124,5 117 J Frantfu Schlußkurs i a.M. Schluvl- Abend« b«rP ,25c Schluß- lurs im 9 Schlußk. Mittag- börse Devi jueno» üu. Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig.... London.... HeliingforS. Paris .... Holland ... ■Halten .... loDan ..... Zngmlawien Cslo..... L^fabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Ikeuyort senmarkt Berlin — 20.3100601'er Frankfurt a. 2R. 21 .November Arn liche Jloiieruna Amtliche Notlerniia Datum Mansfelver Bergbau....... 6 7a Kokswerte .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstabl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8% Ltavt Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 3. G. Aarben-Industrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerle ............... 8 Metallgesellschast.............6 Philipp Holzmann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Eementwerk Karlstadt ....... 6 Schultheis Payenboser ....... < Aku I Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........o Westdeutsche.Kaufhof.........o Ebade...................... 9 Accumutatoren-sravrik....... 12 Eontt-Gummi....... u Gritzner....................o Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........10 20-11 226,75 150 121,5 24,9 134,75 167 267 129,5 138 150 122,5 167,5 57 115 162 140 121,75 164,5 58,5 240,5 167,5 33,75 95,5 201 21 11 225,25 151 122 23,75 134,5 167,25 266 127 136,5 150,75 132,5 167,75 55 114 160,5 139,13 121,25 164,5 57,5 231 167,5 95,5 203 20-11 152 138,25 226 150,5 122,5 25,25 136 134,25 186,5 167,9 129 137,25 151 100,65 115,5 161 140,75 109,25 121,13 165 92,13 58 240 167,75 21 -11 - 153,5 137,25 225 150 122,4 135 187. 167,9 127 136,25 151,4 132,25 100,4 55 114 160 139,5 108,75 120,75 164 91,5 57,9 233 168,5 34,5 203 Geld 0,651 42,07 0,146 3,047 54,33 47,04 12,17 5,37 11,575 134,57 13,09 0,710 5,654 61,15 48,95 11,05 62,73 57,19 21,98 8,771 2,488 I Brief 0,695 42,15 0,148 3,053 54,43 47,14 12,20 5,38 11,595 134,83 .13,11 0,712 5,666 61,27 49,05 11,07 62,85 57,31 22,02 8,789 2,492 Banknoten Geld 0,691 42,07 0,146 3,047 54,33 47,04 12,17 5,37 11,575 134,63 13,09 0,710 5,654 61,15 48,95 11,05 62,73 57,18 21,98 8,771 2,488 1 Brie 0,695 42,15 0,148 3,053 54,43 47,14 12,20 5,38 11,595 134,89 13,11 0,712 5,666 61,27 49,05 11,07 2,85 7,30 22,02 8,789 2,492 Benin,21 .November i Geld Brief Amentamtche Stören.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten......... ..... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,45 41,92 54,17 12,145 11,525 134,29 60,99 62,56 57,03 2,47 42,08 54,39 12,185 11,565 134,83 61 .A 62,82 57,25 NH •sä SL Sns ftr F Al, bie B Mot D sind Wlgestell Lä. gfe1 5, Ml) Os HS h i instag, 24 & in Cafe Le firi Nieral) Pr Mrvortrag i Mio Kami Gro Kiirzschrist ist ni Sliir derjenige br langen, der sie n in der Schule un gelernt Haden UT MM r gmWvn W \ schast, mit dm weitere Schulur und zielbewußb ichasi werden l diese wieder z nicht im stiller den Lorbeer, 11 Aus dieser । gruppe Gießen am gestrigen C ein großes Lei ben Abteilungei Aber nicht m Folge Do «Das fjnt) bj( Metfor Popp Mr vor der S j'i er es noch Uhr, vor e f Brauerei Rc 2 Leichtsinns!' Klagen diese riu?Qt Don N,gegen Si ftjoot nach C •Mtenfüfjre s* CT >hren Püi Jnun der m W hT'-falte na ’ft.Me gj >^ur°lte; A hitfo . n öem Sy"? «u 1 bi«ii le Sen ; h Dir bre>h der i' sW- ir.274 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 2Z.November 1936 Das Wiesecker Ehrenmal gende Preise angeordnet Das neugeschaffene Kriegerehrenmal. (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) diese Verordnung wird es ermöglicht wer- Durch Aus der Provinzialhauptstadt Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: mein Glück". Großkampftag der Stenographen Händler auf V । der den Korb:.- Verschulden r , ffrtnh h?5 I >iefe wieder zu Meistern. Meister'aber wird 1 l “ nicht im stillen Kämerlein, sondern im Kamp man Kampf um Den Lorbeer, im Leistungsschreiben. tvertrag schriM - hns GrundW ?ün großes Leistungsschreiben für Stenographen in 'öfters beoor- 2 1 !»änke sind eingefaßt. 1 2 3 1, 2, 3. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Kameradschaft Gießen. 1,90 2,90 4 — den, daß nun auch in der Stube derjenigen Volksgenossen, die früher darauf verzichten mußten, am Weihnachtsabend der Lichterbaum erstrahlen wird, der seit jeher der Mittelpunkt echter Weihnachtsfreude gewesen ist. Der Mittelpunkt des Ehrenhofes.- ein eindrucksvolles Relief, das einen kämpfenden Krieger darstellt. Höhe 1 m bis 2 m „ 3 m „4m Den Abteilungen 60 bis 240 Silben durch. Aber nicht nur die Kurzschrift, sondern auch das Maschinenschreiben wird von der Deutschen Stenographenschaft betreut, die auf Grund ihrer 90jähri- gen Tradition die nötigen Erfahrungen zum erfolgreichen Unterricht dieser Spezialgebiete besitzt. Deshalb sand gestern ebenfalls, und zwar in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, ein Maschinenleistungsschreiben statt, damit die Anfänger, Fortgeschrittenen und Meister ihr Können unter Beweis stellen konnten. Voraussetzung zum Erfolg auf dem Gebiete der Kurzschrift und des Maschinenschreibens sind Fleiß, Beharrlichkeit und Ausdauer. Nur durch diese drei Tugenden war es möglich, ein Ortsgruppenleistungsschreiben von diesem Ausmaße durchzuführen. Don rund 170 Teilnehmern wurden annähernd 400 Arbeiten abgeliefert. Der Prüfungsausschuß, der aus staatlich geprüften Fachlehrern und Diplomhandelslehrern besteht, hatte reichlich zu tun, um diese Arbeiten nach den oorgeschriebenen Richtlinien zu werten. Da jede Arbeit von zwei Prü- Am Dienstag, 24. November, 20 Uhr, findet im Saal des Eafä Leib eine Mitgliederversammlung statt. Kamerad Prof. Dr. Hummel hält einen Lichtbilderoortrag über seine „Reise durch Afrika". Der Kameradschaftsführer. fern und zwei Wertem durchgesehen wird, ist die Gewähr dafür vorhanden, daß nur für wirklich einwandfreie Leistungen Urkunden ausgestellt werden; diese amtlichen Charakter tragenden Urkunden leisten wertvolle Dienste bei den Bewerbungen, Stellenwechsel usw. Infolge der großen Beteiligung kann die Bekanntgabe des Ergebnisses erst an einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Heute kann schon gesagt werden, daß eine große Anzahl hervorragender und sehr guter Arbeiten abgegeben wurde und dieses Schreiben ein voller Erfolg der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft darstellt. forstung Heranwachsender Bestände, teils aber auch aus nur für diesen Zweck gepflanzten Weihnachts- baumkulturen gewonnen. Ein Teil der Bäume wirv als sog. „Spitzbäume" durch Herausschlagen der Spitze von großen Tannen oder Fichten, die innerhalb des vorgesehenen Einschlages gefällt werden, gewonnen. In den Notjahren der Nachkriegszeit war auch der Verbrauch von Weihnachtsbäumen stark zurückgegangen. So wurde in Jahre 1931 der Bedarf von Berlin auf 350 000 Bäume geschätzt, was bedeutet, daß damals kaum auf jede dritte Familie in der Reichshauptstadt ein Weihnachtsbaum entfiel. Heute ist durch die grundlegende Besserung der Wirtschaftslage seit 1933 die Nachfrage erfreulicherweise wieder angestiegen. Durch die neueste Verordnung des Reichsforstmeisters Generaloberst Göring sind nun für Weihnachtsbäume unter 4 m Höhe Höchstpreise festgesetzt worden, und zwar sind als Verbraucherpreise für gesunde, nadelfeste Fichten fol- ü Unsere Klasse ging nach Raitenhaslach. Ihr kennt nicht das uralte' Kloster, tief im Talgrund, den tagsüber lauter Anmut und nachts nur das Rauschen des schnellen Bergstromes füllt. Wie schade! Gegründet in dem Halbdunkel zwischen Sage und Geschichte und ausgezeichnet jahrhundertelang als Kulturstätte, hat es die Stürme der Zeit überdauert, bis mit der Säkularisation die Prophezeiung des ~ 3u sein schien. Wiener Würstel, auf die wir uns weit mehr freuten als auf den mustergültigen Barockstil der Klosterkirche und die Herrlichkeiten, die Professor Popp uns eingehend zu zeigen verhieß. Die Wahrheit zu gestehen: wir empfanden die Verheißung des Lehrers als Last, und der Adam Fritz sprach sogar offen davon, daß er sich von der Besichtigung drücken und derweil irgendwo im Verborgenen geschwind ein paar Zigarren rauchen werde. Er nahm denn auch am Rundgang durch die Kirche nicht teil, und wenn schon etwa nicht tue Säkularisation das Ende im Sinne jener Weissagung bedeutete, dann hat auf jeden Fall jetzt der Abt Gelimer sein unerhörtes Geschehnis gehabt: der Professor Popp merkte die Abwesenheit des Adam Fritz. Und er sandte zwei Lieblingsschüler aus, den Adam zu suchen und herbeizuschaffen, auf daß auch ihm nichts entgehe von der Schönheit des Gotteshauses, dessen Beschreibung unseren nächsten Aufsatz bilden sollte: Sie fanden ihn auch, dank dem Verrat eines Dorfjungen, in der Mostschenke hart neben dem schnellen Fluß, unter einem blühenden Apfelbaum, hinter einem Glase Most, dampfend wie ein Schlot und sich selbst genug wie ein Dichter, obwohl er nur der Sohn eines kleinen Schweinemetzgers war. Und sie brachten ihn herbei, und der Adam Fritz sprach: „Entschuldigen S', Herr Professor, — ich hab einen hohlen Zahn.. ." „Ja, aber —", sagte der Professor Popp, als wollte er ausdrücken: „Ich habe überhaupt keinen Zahn mehr und bewundere dennoch Renaissancekunstwerke und auch der Barockstil einer alten Klosterkirche erfordert nicht unbedingt ein fehlerloses Gebiß." „... und der hohle Zahn tut mir so weh." Und wieder hatte der Lehrer jenen Zweifelsblick, der einem Schüler die Häufung der Argumente empfiehlt, und darum fügte der Adam Fritz, das Taschentuch vors Gesicht haltend, noch hinzu: „Und Nasenbluten hab ich auch!" „Das ist eine andere Sache", sprach der Professor Popp und entließ den Heuchler. Der hohle Zahn aber hat den Adam nicht gehindert, zwölf Paar Wiener Würstel zu verzehren, und auch hierin könnte vielleicht eines der unerhörten Begebnisse des Abtes Gelimer erblickt werden, wüßte man nicht, was vierzehnjährige Bengel leisten können. Und dazu neun Halbe Bier! Neun Halbe Raitenhaslacher „Klosterbier" und vierzehn Jahre! Ist es da ein Wunder, wenn des Abends, als Professor Popp zum Aufbruch mahnte, der Adam Fritz schon wiederum nirgends zu sehen war? Oder ist es nicht vielmehr die Logik der Tatsachen und die Kausalität des Weltgeschehens? Sei dem wie immer, auf jeden „Donner, Blitz und Sonnenschein". — Gießener Konzertverein: 19.30 Uhr Orgel-Abend Günther Ramin in der Stadtkirche. — Biblische Woche der Luthergemeinde: 20 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs, Vortrag. Sladtthealer Gießen. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet das Variete-Gastspiel der „Drei Zachinis" statt. Die „Drei Zachinis" gehören zu den besten italienischen Clowns, und sie bestreiten in der Absonderlichkeit ihrer Einfälle ein vielgestaltiges und abwechslungsreiches Programm. Der zweite Teil des Abends setzt sich auch acht Nummern des internationalen Groß-Varietes zusammen. U. a. eine nervenaufpeitschende, ganz neue Nummer: die vier Metropolis. Ein glänzender Kraftakt der Brüder Harrison. Tollkühne Kopfbalancen am schwebenden Trapez. Ein Kunstradfahrakt, dessen Fertigkeit zum Besten gehört, was je auf diesem Gebiet gezeigt wurde. Eine entzückende Musik- und Danznummer bringen die acht- und zehnjährigen Wunderkinder Quintino und Diana Zachini, die jüngsten Musik- unb Tanzartisten. Jede Nummer verspricht eine große artistische Leistung zu werben. llnb jeber Freund artistischer Kunst und herzhaften Humors Das Ehrenmal besteht aus einem 130 Zentner chweren Muschelkalkblock, der schön in die Fried- ofsmauer eingefügt ist. Auf der Innenseite des Zlockes ist ein kämpfender Krieger ausgehauen, im Hintergrund sieht man noch zwei Soldatenköpfe, : on denen einer den Tod darstellt. Die Außenseite irägt das Kreuz mit den Gedenkworten: „Den roten des großen Krieges", dem links das Hakenkreuz und rechts das Eiserne Kreuz angefügt ist. worden: Preis . 0,40 bis 0,90 RM. Folgen des Leichtsinns. Von Michael Kohlhaas. „Das sind die Folgen des Leichtsinns!" rief der Professor Popp morgens um neun Uhr, unmittelbar vor der Seeschlacht von Syrakus. Und dann rief er es noch einmal an diesem Tag, abends um 6.30 Uhr, vor einem frisch ausgepichten Mutterfatz Der Brauerei Raitenhaslach: „Das sind die Folgen Des Leichtsinns!" Zwischen den beiden Ausrufen »aber lagen diese Ereignisse: Der Rat von Athen schickte seiner auf dem Anmarsch gegen Sizilien befindlichen Flotte ein Depeschenboot nach mit Haftbefehl gegen den Flotten- ichef. Flottenführer aber war das Frücht! Alkibia- Des, und fein Verbrechen: der Sturz der Herrnes- •fäulen in einer der letzten Nächte vor dem Aus- llaufen der Seemacht. In unsere Vorstellung übertragen: ein Nachtschelm schmeißt auf dem Heimweg Dom Gasthaus Sinzinger ober einem Acher Weinbeisel ben heiligen Nepomuk über bie Burghauser Salzachbrücke hinunter. Ja, glauben Sie, bie Burghauser würben das so ruhig hinnehmen? Und aus 'dem ganz gleichen Grunde wollten eben auch die Athener ihren Lüdrian wieder haben — „das sind ■Die Folgen des Leichtsinns!" Als nun der Peloponnesische Krieg so weit war, trat der Pedell Gallhuber mit einem Zirkular des Oberstudiendirektors Gebhardt dazwischen, und der Professor Popp schob seine blaue Brille zurecht und verlas: „Heute nachmittag findet der Spaziergang statt. 42- 0,148 3,053 54,« 42." '8 11-595 134-% 13,11 0,712 5,666 61- 49- 11,0 iM5 7,3« <2,02 3,789 2,492 Bekannte Unbekannte. Die Ueberschrift ist kein Scherz. Sie klingt widersinnig und ist es doch nicht. Wahrhaftig, sie stimmt, und fast jeden Tag kann man die Wahrnehmung machen, wohin man auf einem Wege durch die Stadt oder bei einer geschäftlichen Besorgung auch gerät, daß der scheinbare Widersinn dieser Worte eben nur scheinbar ist. Denn in Wirklichkeit haben wir alle bekannte Unbekannte. Auf dem Dorfe kommt so etwas natürlich nicht vor. Der Bauer Hinrichs kennt nicht nur seinen Nachbar Steffen, er kennt auch alle Dorfbewohner, nennt sie beim Namen und weiß ganz genau, was sie treiben. Ein Fremder im Dorfe fällt ihm sofort auf und bleibt jener Fremde länger als einen Tag, so wird dem Bauer Hinrichs schon bald bekannt, um welchen Zeitgenossen es sich hierbei handelt. In der gedrängten Fülle städtischen Beieinanderwohnens ist das wesentlich anders, und häufig genug wahnen Menschen zusammen unter dem Dach eines großen Hauses, die sich kaum einmal sehen, geschweige, daß sie sich kennen. Die Stadt hat nun mal ihre eigenen Lebensgewohnheiten, und so kommt es, daß wir oft jener Erscheinung gegenüberstehen, die etwas Frappierendes an sich hat. Du steigst beispielsweise in den Omnibus, suchst einen Platz und begegnest dabei dem Blick einer jungen Frau. Das Gesicht kommt dir ziemlich vertraut vor, aber während du deinen Fahrschein einsteckst, fällt dir ein, daß jene junge Frau öfter deinen Weg kreuzt, weil sie wahrscheinlich in deinem Straßenviertel wohnt. Ihr Name ist dir unbekannt und auch sonst kannst du nichts über sie aussagen. Sie ist tatsächlich eine bekannte Unbekannte, nicht mehr und nicht weniger. Am Abend besuchst du eine Veranstaltung. An der Garderobe steht in deiner Nähe ein untersetzter Herr, der auf einen anderen einredet. Wieder ist dir das Gesicht bekannt und wieder stellt sich heraus, daß der Herr einer von jenen ist, die häufig in dein Blickfeld treten, ohne daß du zu sagen vermöchtest, um wen es sich dabei handelt. Jeder von uns hat so einen Kreis von bekannten Unbekannten. Und zwar kann er unterscheiden zwischen solchen, die er gelegentlich zu Gesicht bekommt, und jenen anderen, denen er mit regelmäßiger Pünktlichkeit auf dem Wege zur beruflichen Tätig- £ Wieseck, 23. Nov. tos Wiesecker Ehrenmal V nun fertiggestellt. Die Einweihung soll am nach- ir>n Sonntag, 29. Novem- |nr stattfinden. Das (brenmal ist an der Ecke -T5 Friedhofes, Raben- nierftrafee, Alten-Busecker Strafe, angebracht und Ußt sich in würdiger, ihlichter Form seiner Um- icbung an. Nicht weit da- on befindet sich das alte WieseckerWohrzeichen: die Hforte. Den Entwurf zum Ehrenmal mit Ehrenhof -rtigte der Vorstand des i,ess.Hochdauamtes, Regie- ungsbaumeifter Kuhlmann, dem auch die bauliche Leitung übertragen Dar. Die Bildhauerarbeiten waren dem Kunstbild- ■lauer Güngerich (Gießen) übertragen, während :ne Bauarbeiten von den Firmen Karl Schäfer : nb Heinrich Oßwald (Wieseck) ausgeführt wur- !,07 146 047 1,33 ',04 1,17 1,37 575 ,63 ,09 71« 6-4 ,15 ,95 ,05 ,73 ,18 ,98 771 488 Fall schickte nunmehr, da die Zeit drängte, Professor Popp picht bloß seine Lieblingsschüler, sondern auch Begabungen zweiten und dritten Ranges, ja sogar die Hoffnungslosigkeiten aus, und vielleicht ist es kein Zufall, wohl aber ein Beweis für den von der Schule abweichenden Maßstab des Lebens, daß gerade eine der letzteren den Vermißten fand. Er lag in einem der Riesenfässer, die, frisch ausgepicht, hinter der Brauerei aufgereiht waren, mit der offenen Deckelseite der scheidenden Sonne zugekehrt, damit die recht Hineinfunke und das Pech trockne mit ihrem grüngoldenen Schein. In dieser magischen Beleuchtung nun schlummerte der Jüngling mit dem hohlen Zahn und wollte vom Professor höchstselbst eingesehen werden. Zwei Freunde eilten deshalb zur Benachrichtigung voraus und vereinigten vor dem betreffenden Faß ihre Stimme zu dem Schreckensruf: „Da Popp kimmt! Geh außa!" Doch wie sollte ein Schlummernder antworten? Und der Professor kam. „Ädam, wo bist du?" rief er, die Faßreihe entlanggehend, gleich einem Fürsten, der, von dem großen Kortege gefolgt, die Paradeaufstellung abschreitet. „Adam, wo bist du?" Da vernahm man denn aus der Tonne ein Gepolter, als ob ein Einhufer Anstalten träfe, in einem allzu engen Raum sich umzukehren, und gleich darauf wieder jene erschütternd unvollkommenen Sprechversuche, die Kenner der altbayerischen Mundart verstanden als: „I ko net. I bi anpickt." Professor Popp, unkundig der Widerstände und Hemmungen des praktischen Lebens, ließ aber die Entschuldigung nicht gelten, sondern rief: „Zum letzten Male: Adam, sofort heraus!" Auf das nun sich erhebende langwierige Getrampel hin erschien endlich der Kopf des Adam Fritz in der Faßöffnung. Da die Haare büschelförmig verpicht und gesteift, das Gesicht geisterhaft, die Augen verglast waren, so bot dieses Gorgonenhaupt einen furchtbaren Anblick. Als er aber gar noch, offensichtlich unter der überraschenden Einwirkung der frischen Luft, das Maul aufriß und in restloser Erfüllung der Prophezeiung des Abtes Gelimer des Zweiten das Unterste sich zu oberst kehrte, da war jener Augenblick gekommen, wo Professor Popp, Antike und Gegenwart tiefgründig verbindend, zum zweitenmal an diesem Tag ausrief: „Das sind die Folgen des Leichtsinns!" Wir Buben aber, wir flüsterten: „Net wahr is 's. Man fieht's ja. Dös fan de Folgen von de Wiener Würsteln." Und es liegt etwas unendlich Tragisches darin, daß Lehrer und Schüler, damals wenigstens, sich so oft nicht verstanden haben. 42-% $4-39 12> M 134^ Die Weihnachtsbäume kommen. Während überall in den Städten die Geschäfte beginnen, ihren Auslagen ein weihnachtliches Festgewand zu geben, rollen durch das Land die ersten Transporte mit Weihnachtsbäumen. Die Tannen und Fichten haben oft einen weiten Weg vom Walde in die Stadt zurückzulegen. Schon im Sommer bereifen die Großhändler die für den Weihnachtsbaumeinkauf in Betracht kommenden Gebiete, treffen ihre Auswahl und schließen Geschäfte ab. Ende November oder Anfang Dezember werden die Bäume gefällt und zum Versand gebracht. Aus allen Teilen des Reiches kommen nun die Fichten und Tannen in die Städte, die Hauptlieferanten sind dabei Schleswig- Holstein, der Harz, Thüringen, das Sauerland und Bayern. Die Bäume werden zum Teil durch Durch- Ein Pilot wird in der Lust ohnmächtig. Ein aufregendes Erlebnis hatten die Passagiere eines Flugzeuges, das vom Flughafen Gerrniston nahe Johannisburg in Südafrika aufstieg. Gerade hatte das Flugzeug den Flugplatz unter Führung von Dr. Dalton, Kapitän des Benoni-Flieger-Klubs, verlassen, als dieser von einer Herzensschwäche befallen wurde und ohnmächtig im Führersitz zusarn- mensank. Die beiden Fluggäste, ein Herr, der nur ein paar Stunden Unterricht im Fliegen hinter sich hatte, und eine Dame, die zum ersten Male flog, bemühten sich lange vergeblich, den Ohnmächtigen vom Führersitz zu entfernen, um selbst die Apparate zu bedienen. Die Maschine flog unterdeß wohl eine halbe Stunde führerlos und sich auf und nieder wendend durch die Luft, bis schließlich der Fahrgast die Steuerung in die Hand bekam. Ihm glückte auch eine allerdings etwas stürmische Lanoung weit draußen auf einem leeren Feld, bei der der Apparat einen Purzelbaum schlug, jedoch ihn gänzlich unverletzt und die Dame mit einem gebrochenen Arm der sicheren Erde wiedergab. Rn £ lö tot fr, 93,75 perlet- an, P 126 Ri’5 rffurföj^. 0 Der Ehrenhof ist mit Steinen und Platten mn- ranbet, die mit Moos umpflanzt sind. Vier Ruhe- ausgestellt. Das Ganze ist mit Liguster Bei6fl»er6e« t«:»Ä ««je» I" Bauvorhaben ■° Mark Arbeit» FUn9 eines amt. I ""erhalb von 1- .'^testens ab« Wherni ober der eriigung an hu e Arbeitsamt » bereits vor ben irMen di- i„ '■ H Ipäefnn ' für bie Echot. Formblättlk ch. erbsmäßigk iftet Misch- Arzt Ji, m Freitag vtt> 'rbsmäfcigen beschulbigt. [griffen. öd. 3m Kreisort ein Lanbwirt im griffen. Dem 5, ben Vater aus n, boch hatte ber oongetragen, bie rberlid) madjten. iftion. i'MiäM der patft Iw RS tvertrag schriM! | Aus dieser Erkenntnis heraus führte die Orts- e bas Grunm. > gruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft auszugeben.-G nm gestrigen Sonntag in der Alten Pestalozzischule lt vor, so ist, «li- >' eines PachtMlu ersten Werktag! essen Ablaus du igung wegen te i Pachtnertragt- h bas Pachten»,' . bestimmen, M lt. Entspricht in so kann für n 30. September tuenn bem Weib-W 6m?e* werben kann. Ed r Erwerb tritt 5 in das Pacht' Kurzschrift ist nicht allein Sache des Berufslebens. Hur derjenige bringt es zu hervorragenden Leitungen, ^der sie mit Schwung betreibt. Man kann |in der Schule und in den Kursen die Kurzschrift Uxelernt Haden und würde doch bald wi-d r ein r stümper, wenn nicht die größte kurzschritti' ' Or- ' zanisation der Welt, die Deutsche Stenvgiophen- >chaft, mit bewundernswerter Begeisterung um die »eitere Schulung bemüht wäre. Erst durch die zähe mb zielbewußte Arbeit der Deutschen Stenogcaphen- >chaft werden die Anfänger zu Fortgeschrittenen und feit begegnet. Er kennt sie wohl, aber er weiß nichts von ihnen. Allenfalls kann er Vermutungen über sie anstellen. Da aber Vermutungen auch Fehlschlüsse zulassen, bleiben jene Leute schließlich doch, was sie sind: bekannte Erscheinungen mit unbekannten Schicksalen. Aus vielen solchen unbekannten Schicksalen setzt sich allerdings die große Lebensgemeinschaft einer Städt zusammen, und häufig genug wird es passieren, daß einer von deinen bekannten Unbekannten, ohne daß du es ahnst, zur letzten Ruhe gebettet wird, während ein anderer in deinen Gesichtskreis tritt, den du bis dahin niemals gesehen hast. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Stadttheater: 20.15 Uhr bis 23 Uhr Gastspiel der „Drei Zachini", der weltberühmten italienischen Clowns. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Du bist Abtes Gelimer des Zweiten erfüllt zu „Unerhörte Geschehnisse werden des Kli. stehenden Untergang künden. Wenn aber das Unterste sich zu'oberst kehrt, dann, ja dann erst wird das Ende sein." Don diesen Dingen sprach Professor Popp des langen und breiten auf unserem Weg, doch die Erfüllung der Prophezeiung wollte er nicht wahrhaben; denn die Entwicklung, sagte er, sei noch N'cht abgeschlossen. Uns Buben aber genügte sie: an Stelle des Klosters eine Brauerei mit einem Vier, viel berühmter in der ganzen Umgegend als ehedem die Klosterbkbliothek, und in der Brauerei Leder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das Diaterhilfs werk des Deutschen Volkes, Kreisführung Detterau in Sieben, Postscheckkonto 7lr. 23 633, oder auf besten Bankkonto 6100 bei der Vezirkssparkaste Gießen zu überweisen. wird voll auf seine Kosten kommen. Der Abend beginnt um 20.15 Uhr und endet um 23 Uhr. Blindenkonzert in Gießen. Am 9. Dezember wird in Gießen ein Blindenkonzert stattfinden, das von der Konzertgemeinschaft deutscher blinder Künstler in Hessen und Hes- sen-Nastau, die unter Aufsicht des Blindenkonzertamtes der Reichsmusikkammer wirkt, gegeben wird. Der Veranstaltung darf man mit Interesse entgegensehen. Den blinden Künstlern wird bei ihren Veranstaltungen die tatkräftige Förderung von Partei- und BehördendienststeUen zuteil. Kneipp-Bewegung in Gießen. Am morgigen Dienstagabend Vortrag im Saale des „Bayerischen Hofes" über Körperkultur und Leistungssteigerung durch Kneipp". (Siehe heutige Anzeige.) Versorgungsanwärter Bewerbungsgesuche erneuern! DNB. Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten weist die Verforgungsanwärter darauf hin, daß sie im Laufe des Monats November, spätestens aber bis zum 1. Dezember ihre Bewerbungsgesuche um Vormerkung für Beamten- und Angestelltenstellen bei den Behörden erneuern müssen. Diese Pflicht besteht nicht für die im Laufe des Jahres 1936 erstmalig vorgemerkten Versorgungsanwärter. Die Behörde, an die das Erneuerungsgesuch unter Angabe des Akten- (Dormerkungs-) Zeichens zu richten ist, erficht der Verforgungsanwärter aus der ihm übersandten Vormerkungsbestätigung. Die Bewerbungserneuerung muß im übrigen neben voller Anschrift des Versorgungsanwärters auch genaue Bezeichnung der Laufbahnen enthalten, für die Weitervormerkung gewünscht wird. Versorgungsanwärter, die ihre Bewerbung nicht bis zum 1. 12. erneuert haben, werden in den Listen gestrichen und bei späterer neuer Bewerbung an letzter Stelle oorgemerkt. Beamten - Gemeinschastsabend. Der Samstagaben vereinigte zahlreiche Beamte aus den Kreisabschnitten Gießen, Allendorf an der Lumda, Grünberg, Hungen und Lollar zu einem Gemeinschaftsabend im Caft Leib zu Gießen. Der Abend nahm einen anregenden Verlauf. Die feierliche Einbringung der Fahnen bildete den würdigen Auftakt. Musikalische Darbietungen des Mufikzuges der SA.,Standarte 116 unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann unterhielten die Besucher, bis der Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Heß, die Kameraden herzlich willkommen hieß. Kreisamsleiter Heß gedachte zunächst der im Dienst für das Vaterland im „U-Boot 18" dahingeschiedenen Kameraden, zu deren ehrendem Gedenken man sich von den Plätzen erhob. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die Stellung des Beamten im Dritten Reich, die besonderen Aufgaben, die gerade ihm gestellt sind und das geistige Verhältnis, das zwischen Staat und Beamten bestehe. Er erhob die Forderung, daß der Beamte mit aller Kraft dem Staate zu dienen habe Mb für ihn das Wort Volksgemeinschaft eine besondere tiefe Bedeutung haben müsse. Schließlich ging er noch auf die Begrisfbestimmung Rationalismus und Sozialismus ein und erläuterte die Ädeenverbinduna, wie sie durch den Nationalsozialismus geschaffen wurde. Abschließend betonte Kreisamtsleiter Heß, daß allen Kräften, die sich für Volk und Staat verderblich auswirken könnten, entgegengearbeitet werden müsse, der Beamte auch seinerseits berufen sei, in der Arbeit für den Vierjahresplan aufbauend mitzuwirken. Nachdem gemeinsam das Lied „Volk ans Gewehr" gesungen war und der Musikzug der SA.- Standarte einige Darbietungen guter Konzertmusik Zu Gehör gebracht hatte, sprach der Hauptstellenleiter des Amtes für Beamte, Kamerad Ulrich über bas Thema „Bolschewismus — Weltfeind Nr. 1". Der Redner beschäftigte sich zunächst mit der Geschichte und den Zielen des Bolschewismus, kennzeichnete dessen Tendenzen in staatspolittscher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht, schilderte die Machterhaltung durch den Terror und erinnerte an die Fülle der Blutopfer, die der Bolschewismus bisher schon allein in Rußland gefordert hat. Diesem Gesamtbild des Bolschewismus stellte der Redner den nur auf das deutsche Volk bezogenen Nattonal- sozicrlismus gegenüber und führte hier einige Worte des Führers Adolf Hitler an, mit denen die Gegensätze zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus eindeutig beleuchtet wurden. Der Redner führte feine Zuhörer aber auch über Deutschlands Grenzen hinaus und schilderte die politischen Verhältnisse in anderen Ländern, in denen der Kommunismus den Unruhstifter darstellt. Ausführlich hört? man von Spanien und von der Entwicklung der Verhältnisse, wie sie sich dort nicht nur durch die Kommunisten, sondern auch durch die jesuitische Priesterherrschaft ursächlich entwickelten. Dann befaßte sich der Redner noch mit der engen Verbindung, die zwischen den Judentum und dem Bolschewismus besteht und wies damit auf die großen Gefahren für die ganze Welt hin. Er schloß seine Darlegungen mit dem Hinweis auf die große abendländische Sendung, die dem deutschen Volke im Kampf gegen den Bolschewismus zur Aufgabe geworben ist. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und fand starken Beifall. Mit dem Gruß an den Führer, den gemeinsam gesungenen Nationalhymnen und der Ausbringung der Fahnen fand der Gemeinschaftsabend seinen offiziellen Abschluß. * ** Verkaufs sonntage vor Weihnach - t e n. Wie das Kreisamt Gießen bekanntgibt, wurden auf Anordnung des Reichs- und Preußischen Arbeitsministers in diesem Jahre die beiden letzten Sonntage vor Weihnachten, also der 13. und 20. Dezember, für den Verkauf aus offenen Verkaufsstellen in der Zeit von 13 bis 18 Uhr frei« ückfichtslafer Radfahrer. Die hier in der Goetheftraße wohnhafte Frau D o tz e I e r wurde im Seltersweg von einem jugendlichen Radfahrer derart von hinten angefahren, daß sie zu Boden stürzte und sich erhebliche Verletzungen zuzog. Sie mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Unbekümmert um die Verletzte suchte der rücksichtslose Täter das Weite. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den rücksichtslosen Radler ausfindig zu machen. gegeben Gleichmäßige Butterverteilung Hausmacher Blutwurst Die Fleisch- und Wurstpreise in Hessen 1,79 1,84 RM. RM. her« (1) Die Kleinhandelshöchstprekse für je 500 Gramm Oberheffen e Schuft 1,64 1,59 0,70 0,14 0,88 1,10 1,10 1,20 1,84 1,84 2,24 1,79 2,19 1,00 1,20 A RM. 0,88 1,84 2,04 1,40 l,bv A RM. 0,80 0,80 1,00 1,00 0,92 1,10 1,00 1,30 0,86 0,62 0,78 0,20 0,42 0,84 B RM. 0,83 1,79 1,99 Ver- Ein- 0,90 1,10 0,85 0,24 0,50 0,60 Rindfleisch (Braten u. Suppenfleisch) ohne Filet und Lende (Roastbeef) Knochen Talg (Rinderfett), roh Talg (Rinderfett), ausgelassen Schinken mit Bein, frisch Bratenfleisch (aus frischem Schinken, Schulterblatt, entspeckt und ent- schwartet) Kotelett, mager, mit Filet sonstiges Kotelett und Kamm mit Schweineschnitzel und Lenden Bauchlappen Eisbein mit Pfoten Eisbein ohne Pfoten Pfoten Kopf ohne Backe Speck, frisch (Rückenfett) Bratwurst: a) feine • b) grobe Mettwurst, fein, nach Braunschweiger Flomen (unausgelassenes Schweineschmalz) Schmalz (ausgelassen) fetter Speck (geräuchert) magerer Speck, geräuchert (Dörrfleisch) Kochschinken im Aufschnitt (Ausschnitt) Roher Schinken, geräuchert: 1. Nußschinken (Mausschinken): a) im ganzen Stück 14 0L0 1,10 0L0 bis 1,10 0,90 bis 1,10 0,87 1,05 0,95 1,25 0,81 0,57 0,73 0,15 0,37 0,79 0,83 1,10 1,05 1,15 1,79 Schweinefleisch bis zu 20 vom Hundert. §5. (1) Gefrierfleisch darf von Fleischern, der kaufsstellen von Fleischwarenfabriken nur an zelhaushaltungen verkauft werden. (2) Hackfleisch darf nicht aus Gefrierfleisch gestellt werden. § 6. (2) Die Preise für frisches Rindfleisch gelten nicht für Filet und Lende (Roastbeef); als Lende gilt der Teil des Tieres vom Schloßknochen bis zur dritten Rippe. Die Preise für diese Stücke müssen sich in angemessener Höhe zu den im Absatz 1 geregelten Preisen der einfacheren Sorten halten. (3) Bei Rouladen darf ein Zuschlag bis zu 10 Reichspfennig für je 500 Gramm auf den Preis für Rindfleisch ohne Knochen erhoben werden. (4) Rindfleisch der Güteklasse I ist das Fleisch von Tieren der Schlachtwertklasse a (einschließlich des Fleisches von Ausstichtieren) und b) Rindfleisch der Güteklasse II ist das Fleisch von Tieren der Schlacht- wertklasse c. (5) Soweit Fleischer oder Fleischwarenfabriken auf Schlachtviehmärkten Rinder der Schlachtwert- klassen c oder d oder außerhalb der Schlachtvieh- märkte Rinder zu entsprechenden Preisen gekauft haben, sind sie verpflichtet, in ihren Läden Fleisch von Tieren der Schlachtwertklasse c zu den Preisen der Güteklasse II und Fleisch von Tieren der Schlachtwertklasse d zu weiter ermäßigten Preisen feilzuhalten. 82. (1) Die Kleinhandelshöchstpreise für je 500 Gramm Gefrierfleisch sind für Gemeinden, die zur Zeit ober künftig hiermit versorgt werden, wie folgt, festgesetzt: Roastbeef, ohne Knochen, und Filet, ausgeschält, ohne Knochen 1,32 RM.: Schmorfleisch (Bratfleifch) 0,78 RM.; Supvenfleisch 0,72 RM.; Knochen 0,14 RM.; Talg (Rinderfett), rod 0,50 RM.; Talg (Rinderfett), ausg-lassen 0,60 RM. (2) Bei Rouladen darf ein Zuschlag bis zu zehn Reichspfennig für je 500 Gramm auf den Preis für Schmorfleisch ohne Knochen erhoben werden. § 3. (1) Die Kleinhandelshöchstpreise für je 500 Gramm Schweinefleisch u s w. sind für die Städte Darmstadt und Mainz, sowie für die zu den Marktgemeinschaften Darmstadt, Mainz, Frankfurt und Mannheim gehörigen hessischen Gemeinden (sog. marktgebundene Gemeinden), wie aus Spalte A der nachstehenden Aufstellung ersichtlich, festgesetzt. (2) Die Kleinhandelshöchstpreise für je 500 Gramm Schweinefleisch usw. werden für die übrigen hessischen Gemeinden, d. h. solche Gemeinden, die weder Sitz eines Schlachtviehmarktes für Schweine sind, noch zu emer Marktgemeinschaft eines Schlachtviehmarktes für Schweine gehören, wie aus Spalte B der nachstehenden Aufstellung ersichtlich, festgesetzt. B W 0,70 0,70 1,00 0,90 1,00 1,20 1,00 bis 1,20 1,00 bis 1,20 Cantfms Gießen >Daubringen, 22. Nov. Daß auch in unferm Dorf das Gießener Theater mit seinen hervorragenden Leistungen immer mehr an Wertschätzung gewinnt, beweist die Tatsache, daß die Mitgliederzahl der NS. -Kulturgemein de mit jedem Jahre seit ihrem Bestehen zugenommen hat: Im Winterhalbjahr 1934/35 waren es 7; 1935/36 = 17 und 1936/37 sind es bis jetzt 25 Mitglieder. Für manchen, der früher Theateraufführungen nur von den Liebhaberbühnen der Dorfvereine her kannte, sind die Vorstellungen des Stadttheaters immer ein neues Erlebnis und öffnen ihm Blick und Verständnis für eine neue Welt. Um diese kulturellen Werte recht vielen Volksgenossen, die die Woche über schwere Arbeit leisten, leicht zugänglich zu machen, hat die Reichsbahn auf unserer Strecke nach den Vorstellungen einen The at erzug eingelegt, der die Besucher wieder rasch nach Hause bringt. F Großen-Buseck, 23. Nov. Am Samstag sand im hiesigen und anschließend im Treiser Gemeindewald Treibjagd statt, bet der 35 Hasen, 5 Füchse und 1 Schnepfe zur Strecke kamen. cT Linden st ruth, 23. Nov. Dieser Tage wurde in unserem Orte von der Gendarmerie Reiskirchen ein führerloses Autosicherge- st e l l t. Der Fahrer wurde in angetrunkenem Zustande aufgefunden. Die Blutprobe wurde bei dem Fahrer genommen. der nachstehenden Wurstsorten werden für die Städte Darmstadt, Mainz, Gießen, Worms, Bad-Nauheim und Friedberg sowie für den Marktgemeinschaften Darmstadt, Mainz, Scharfschießen bei Butzbach. * Butzbach, 23. Nov. Am 10., 11. und 12. De- zember, jeweils von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, findet auf dem Exerzierplatz Butzbach G e - fechtsfchießen mit scharfer Munition statt. Es wird in Richtung Kleeberg geschossen. Gefährdet ist das Gelänoe südlich Ebers-Göns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberg. Für die Schießtage werden gesperrt: die Straße Hausen— Kleeberg und die Straße Ebers-Göns—Kleeberg. Den Weisungen der Sicherheitsposten ist Folge zu leisten. <5 Harbach, 23. Nov. Vor etwa vier Wochen wurden einem hiesigen Volksgenossen in den Abendstunden von feinem Baumstück $ m e i jun Ob ft bäume entwendet und bei zwei weiteren Volksgenossen der Versuch unternommen, auch dort Bäume mitzunehmen. Der Fall wurde der Gendarmerie Reiskirchen gemeldet. Diese fahndete nach den Uebeltätern, und bald gelang es ihr, im Vogelsberg einen Mann zu ermitteln, der im Besitz der Bäumchen war. Bei dem Täter handelt es sich um einen Menschen, der in der Nähe von Harbach Arbeit gefunden hatte. Am letzten Arbeitstage hatte er die Tat begangen. Die von ihm gestohlenen Bäumchen hat er nach seiner Entdeckung dem Besitzer wieder zurückgebracht. # Queckborn, 22. Nov. Bei der von den hiesigen Jagdpächtern, Bürgermeister H o r ft und Leh- rer Weishaupt am Samstag abgehaltenen Treibjagd wurden 43 Hasen, 1 Fuchs, 2 Fasanen und 1 Reh xur Strecke gebracht. Bei dem verhältnismäßig schlechten Hasenjahr ist das Gr« einer Preiserhöhung gleich. §8. (1) Fleischereien und sonstige Verkaufsstellen süi Fleisch, Fleisch-, Fett- ober Wurstwaren sind verpslch tet, die nach den Vorschriften pre-isgebunfcenen Fleisch-, Fett- und Wurstwaren sowie Fleischwaren in einem angemessenen Umfang feilhalten; insbe« sondere darf die Herstellung und das Feilhalten von einfacheren Fleisch- und Wurstsorten nicht zugunsten der anderen Sorten im Umfang eingeschränkt werden. (2) Flerschwarenfabriken, Schmalzsiedereien uni Feintalgschmelzdn sind verpflichtet, die preisgebim« denen Fleisch-, Fett- und Wurstsorten sowie Fleisch, waren in einem angemessenen Umfang herzustellen und abzugeben. §9. Fleischer oder sonstige Verkaufsstellen für Fleisch, Fleisch-, Fett- oder Wurstwaren haben beim Der- kauf von Fleisch, Fleisch- oder Wurstwaren oder -er im Preis gebundenen Fette auf Verlangen eines Kunden eine Bescheinigung auszustellen, die die Bezeichnung unter Angabe der Güteklasse, des Ge« wichts und den Preis der gekauften Ware enthält Kassezettel, die die Fleischart, die Güteklasse uni das Gewicht nicht angeben, sind in diesem Felle ungenügend. §10. Im Falle einer Zuwiderhandlung gegen eine Vorschrift dieser Anordnung kann die Preisüber« wachungsstelle, soweit sie nicht Antrag auf gericht« nen Buttermengen. Dadurch wird verhindert, daß einige Gebiete reichlich und andere völlig unzulänglich versorgt sind. Die durch die Absatzbeschrankung bei den Molkereien und Großverteilern fteiwer- denden Buttermengen werden von der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette ausgenommen und in den Hauptoerbrauchsgebieten dem Bedarf entsprechend verteitt. Die Kleinverteller haben die Butterabgabe an ihre Abnehmer deren bisherigen Bezügen entsprechend ebenfalls anteilmäßig zu kürzen. Die neue Absatzregelung gilt auch für Den Post- versand an Verbraucher. Dieser darf überhaupt nur von den Betrieben ausgeübt werden, die bereits im Jahre 1935 Butter auf diesem Wege abgesetzt haben. Die Anordnung tritt am 23. November 1936 in Kraft. Es ist also erforderlich, daß jeder einzelne Verbraucher seinen Butterverzehr von jetzt ab dieser Regelung entsprechend einschränkt. Je mehr der einzelne Disziplin hätt, um so mehr sichert er sich und den anderen Volksgenossen eine gleichmäßige Versorgung. Spalte A der nachstehenden Aufstellung erfichtkL, festgesetzt. (2) Die Kleinhandelshöchstpreise für je 500 Gramy der nachstehenden Wurstsorten werden für )i€ übrigen hessischen Gemeinden, weder Sitz eines Schlachtvieh Marktes für Schwede sind, noch zu einer Marktgemeinschaft eines Schlach. viehmarktes für Schweine gehören, wie aus Spalte B der nachstehenden Aufstellung ersichtlich, feft^ setzt. Bei Kassler darf auf die vorstehend genannten Höchstpreise bei einem entsprechenden Fleischstück ein Zuschlag bis zu 10 Reichspfennig für je 500 Gramm, bei durchgedrehtem Rückenfett ein Zuschlag bis zu 5 Reichspfennig für je 500 Gramm erhoben werden. (1) Beim Verkauf von Fleisch mit eingewachsenem Knochen darf der Knochenanteil bei Schweinefleisch nicht mehr als ein Fünftel, bei Rindfleisch nicht mehr als ein Viertel des verkauften Gesamtgewichts betragen. (2) Ueberfchrettet beim Verkauf der eingewachfe- nen Knochen den ebengenannten Anteil am Gesamtgewicht des verkauften Fleisches, so ist der Knochen entsprechend zu verringern. Falls das Gewicht des eingewachsenen Knochens unter dem obengenannten Anteil am Gesamtgewicht liegt, so ist eine entsprechende Knochenbeilage gestattet. (3) Soweit sich Fleischpreise auf Fleisch mit Knochenbeilage beziehen, erhöht sich der Kleinhandelshöchstpreis für Fleisch ohne Knochenbeilage beim Rindfleisch bis zu 25 vom Hundert, beim b) im Aufschnitt (Ausschnitt) 2. Rollschinken: a) im ganzen Stück b) im Aufschnitt (Ausschnitt) 3. Knochenschinken (auch westfälischer Schinken, Katenschinken, Winterware): a) im ganzen Stück b) im Aufschnitt (Ausschnitt) gebnis der Hasen sehr beftiedigend. — Auch in diesem Herbst werden hier wieder viele Db't- bäume a n g e p f la n z t. Die jungen Bäume wer« den größtenteils durch die Ortsbauernschaft zu einem günstigen Preis bezogen. Leider kann der Bedarf an Zwetfchenbäumen von den Baumschulen immer noch nicht ganz befriedigt werden. D Weickartshain, 22. Nov. Am Samsta-- abend fand in der hiesigen Schule die Aufführung des Films „Soldaten — Kameraden statt. Veranstalter war die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Der Film hinterließ bei den zahl« reichen Zuschauern einen nachhaltigen Eindruck. O Watzenborn-Steinberg, 22. Nov. Dieser Tage wurden unserer Gemeinde die Gel« der für die Einquartierung überwiesen. Der Rat und der Ausschuß für den Volkshallenbail haben beschlossen, angesichts der Umständlichkeit M Auszahlung und der Geringfügigkeit der Beträge für die einzelnen Quartiergeber das Geld eine® guten Zweck zuzuführen. Während ein Teil ds Geldes für den Bau der Volkshalle Sennen« düng findet, wird der Rest dem Winterhilfi« werk überwiesen. — In unserer Gemeinde iß vom 1. November ab eine Beratungsstelle für Mütter und Säuglinge eingerichtet worden. Die unentgeltlichen Beratungen stehen un« ter Leitung von Prof. Dr. Frick (Gießen), Ober« arzt der Universitäts-Kinderklinik zu Gießen, uni finden jeden vierten Mittwoch int Monat, erstmalig am 25. November, statt. <£ Watzenborn-Steinberg, 23. No». Morgen, Dienstag, begeht die Witwe Katharine Häuser, geborene Häuser, Ferdinand-Werner« Straße 42, bei guter Gesundheit ihren 8 0. (9 v b ut t s t a g. § Watzenborn-Steinberg, 22. Nov. A« Samstagabend sand eine Mitgliederversammlm- des hiesigen Geflügelzucht Vereins bei Mil« glied Karl Laux statt. In dieser Versammlung wup den die Vorbereitungen für die 4. Kreis-Geflügel« Ausstellung des Kreises Gießen vom 11. bis 13. De« zember, verbunden mit dem 25jährigen Bestehe» des Geflügelzucktvereins Watzenborn-Steinberg, gt* troffen. Die Ausstellung steht unter der Schirm' Herrschaft des Bürgermeisters Schäfer, sie ist die erste Veranstaltung, die in der in diesem Jahre neuerstandenen geräumigen Volkshalle abgehoben wird. Dereinsführer Karl Philipp IV. gab W bereits unternommenen Vorarbeiten des Vorstände) bekannt.^ Das 25jährige Jubiläum soll in Form eines Züchterabends bei Mitglied Ludwig Schmor.il begangen werden. Für den Ausstellungsaussch^ wurden die Mitglieder Otto Weiß, Karl j) ä U' s e r IX., Karl Burger, Otto Häuser, Georz Ei ff und Georg Jammer bestellt. Die 2hw stellungsleitung setzt sich wie folgt zusammen: Avr« stellungsleiter: 1. Vorsitzender Karl Philipp m Ausstellungsrechner: Heinrich Pfeiffer, Sliif stellungsschriftführer: Wilhelm Schwindt, F>' nanzausschuß: Obmann Pfeiffer, Auf- und 21i« bau der Käfige: Obmann Schwindt, Ein- uni Aussetzen der Tiere: Obmann Karl Burger IK Derpflegungsausschuß: Otto Häuser VL, Dekors tionsausfchuß: Karl Häuser IX. Züchter Heinrich Die Versorgung mit Butter ift in diesem Jahr, trotzdem der jahreszeitliche Tiefpunkt der Erzeugung fast erreicht ist, im allgemeinen beftiedigend gewesen. Im vergangenen Jahr lagen um diese Seit bereits mehrere Wochen der Butterknappheit hinter uns. Diese günstigere Lage ist vor allem darauf zurückzufuhren, daß es gelungen ist, die Jn- landserzeugung an Butter gegenüber dem Vorjahr um etwa 5 v. H. zu steigern. Für die Zett des Tiefstandes der Erzeugung, der mit dem hohen Weihnachtsverbrauch zusammenfällt, werden jedoch vorsorglich besondere Maßnahmen ergriffen, um eine gleichmäßige Versorgung in allen Teilen des Reiches jicherzustellen. Die Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft hat mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft angeordnet, daß die Molkereien und Buttergroßverteller diejenigen Abnehmer, die sie im Oktober 1936 mit Butter versorgt haben, auch weiterhin gleichmäßig beliefern, und zwar mit 80 v. H. der im Oktober 1936 bezoge- einfache Blutwurst (enge und breite) einfache Leberwurst (enge und breite) Fleischwurst Blutmagen Fleischmagen (Preßkopf): a) einfache Art b) bessere Art Hausmacher Leberwurst Art Plockwurst § 7. Die Beschaffenheit der in der Aufstellung zu §6 genannten Wurstforten muß stets von befriedige, der Güte fein. Qualitätsvkrschlechterungen, insbe« sondere bei den einfacheren Wurstsorten, stehen Der Reichsstatthalter in Hellen — Landesregierung — hat auf Grund der §§ 4 und 5 der Verordnung über die Fleisch- und Wurstpreise vom 22. Oktober 1936 eine neue Anordnung für das Gebiet des Landes Hessen getroffen, die mit der Verkündung im Anzeiger der Hessischen ßanbes» regierung am 13. November 1936 in Kraft getreten ist. Frühere Preisregelungen für die in der neuen Anordnung erfaßten Fleisch-, Fett- und Wurstsorten, sowie Fleischwaren sind mit dem gleichen Tage außer Kraft getreten. In der neuen Anordnung wird folgendes bestimmt: § 1. (1) Die Kleinhandelshöckstpreise für je 500 Gramm frisches Rindfleisch usw. sind, wie folgt festgesetzt: I. für die Stadt Mainz und für die zu den Marktgemeinschaften Mainz, Frankfurt und Mannheim gehörigen hessischen Gemeinden (sog. marktgebundene Gemeinden): Güteklasse I Güteklasse II Rindfleisch (Braten u. Suppenfleisch) ohne Filet und Lende (Roastbeef) Knochen Talg (Rinderfett), roh Talg (Rinderfett), ausgelassen II. für die übrigen hessischen Gemeinden, d. h. solche Gemeinden, die weder Sitz eines Schlachtviehmarktes für Rindvieh sind, noch zu einer Marktgemeinschaft eines Schlachtviehmarktes für Rindvieh gehören: Güteklasse I Güteklasse II liche Verfolgung bei den ordentlichen Strafbehörden stellt, gegen einen Betrieb, in dem eine Zuwider« Handlung begangen worden ist, und gegen die schul« di gen Personen Ordnungsstrafen bis zu eintausend „ , Reichsmark für jeden Fall der Zuwiderhandlung die zu den Marktgemeinschaften Darmstadt, Mainz, I festsetzen. Die Paragraphen 16 und 17 der Derach« Frankfurt und Mannheim gehörigen hessischen Ge- nung über Preisüberwachung vom 11. Dezember meinden (sog. marktgebundene Gemeinden), wie aus 11934 finden Anwendung. RM. RM. 0,90 0,80 0,24 0,14 0,50 — 0,60 — Ltth®1 Ä i® SÄ* die den ^ritten AW srkr s)*1 'mm fu Vornan 6t) $r "Hjuitj, ÄK «US* ÄS'lr i’ifj Qumpolb. Oie« der beu Die der Pressen ;u( mitteilt, stehe jtn Lmkur-Tmi nun als Wander! st. Es handelt \w h KamMtzer u W. tM bevb itn. Während W Vertreter in den nehmen, wurde einen zehutägige los gewonnen, leiis Anfang D Eni Bayern mi Werres- tos Oberkoi J, beschlossen, M in zwei Wn. Gemeins H der Zivillä M in Altenbe •1 ®c r b e ausg wglnuf, Lan ^Spezial-Lanc 22er Tebirqsb jiÄ" WS,! «F' nein, S Sein Sl Sian ÄH hk Im* &'* il d" ü* Ä iÄfe’ 'S. £ltelen 1 AW de? S n As W#* yS* ’n Msernelplatt Ä einen erfc Mr bedeutet, sichern die Za MllenTrossni ;..r*ete die Liste i hwW nicht Hie T p$h bester Spn tzchselwandl mären tu ü* gut, ft 6üe Sfringer der läiiktn haltun ri! jMial 32 Me Mnn folgten 2 edngen. Kreis Schotten. 1,20 1JI 'eiger SJt.-^fpOTt ' 11061 cr^e Skispringen am Zugspihplatt. «Es ist soweit! Am Totensonntag wurde die erste iyer Haselwandter (Klasse 2) mit Note 210. S k i der )en. W- Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Imveise nicht die Bestleistung des Tages zeigte, weitaus bester Springer war der junge Ganni- lte) «reite) 1,40 l,bu Ul Ul s die Springer der Klassen 1 und 2. Auf Grund iner sicheren Haltung erhielt Sörensen in Klasse 1 mt zweimal 32 Meter und Note 207,4 die beste Kotss. Dann folgten Toni Bader (Partenkirchen) und 1,00 ILO am Wettbewerb um den Großen Preis von Südafrika, der in Johannesburg ausgetragen wird und voraussichtlich auch an dem Autorennen in Kapstadt teilnehmen. Neben den beiden Rennwagen nimmt der Hapagdampfer „Hanau" einen sogenannten Garage wagen der Auto-Union mit, der die Ersatzmotore, den Räderpark sowie die vvll- Ligend. - wieder viele Di?" er kann der Bön Baumschulen nrc' Zur Beteiligung an den großen Autorennen südafrikanischen Union sind am Samstagnachmittag die Wagen von Europameister Bernd Rose- meyer und von Ernst von Delius auf dem Dampfer „Hanau" der Hamburg-Amerika-Linie verladen worden. Die deutschen Rennfahrer werden Wie der Pressewart des Fachamtes___ h u f mitteilt, stehen nunmehr die beiden norwegi- scen Amateur-Trainer, die in den deutschen Ski- 1,00 M 1.00 1,20 S' W L bis i *-4.11 l LUULUC U IC Ci. |LC ymalzsiedereienzintersportoeranstaltung der Wintersportzeit 1936/37 i|«, die preisafl n Schneefernerplatt auf der Zugspitze durchge- l orten sowie W fchrt, die einen erfolgversprechenden Auftakt für Umfang herM.; tefes Jahr bedeutet. Das Wetter war ausgezeich- nt. Trotzdem die Zähl der Teilnehmer an diesem tuditionellen Eröffnungsspringen beschränkt war, iirzeichnete die Liste doch 69 Namen, darunter auch tat Norweger Randmod Sörensen, der überraschen- Wege im Nebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Berlag, Berlin SW 68.) .NMung ^UrlHotten, 3 I ’fy austen Ware eM . die, Güteklasse in ind m diesem M aeiffer erläuterte die in einer Vorstandssitzung verbreiteten Vorschläge über die Abwicklung der SZisausstellung, die von den Mitgliedern einftim» angenommen und zur Durchführung an die er telnen Ausschüsse weitergegeben wurden. Der- cnrführer Philipp appellierte an alle Mitglie- v mitzuhelfen, um eine mustergültige Ausstellung d"chzuführen. Nachdem noch einzelne Angelegenen ihre Erledigung fanden, wurde die Versamm- in üblicher Weise geschlossen. — Auf der v Süddeutschen Geflügelschau vom 6. bis 8. No- Mber in Würzburg konnte das Mitglied Heinrich q^hl auf feine fünf Französischen Sagbetten drei- A sehr gut 1, einmal sehr gut und einmal gut wurde befanntgegeben. In über 100 Lehrstunden wird den Teilnehmern die Kenntnis der Buchführung, des Wirtfchafts- und Handwerksrechts, der Geschichte des Handwerks, des Steuerwesens, Zahlungsverkehrs, Sozialversicherung, Volk und Staat und dergleichen vermittelt. Die Lehrgänge finden im Gewerbeschulsaal statt und dauern bis etwa Mitte März. x Schotten, 21. Nov. In der hiesigen Turnhalle wird eifrig für die große landwirtschaftliche Ausstellung und Heimatschau gearbeitet, die am 2. Dezember eröffnet wird. Die großen Räume der Halle eignen sich für die Ausstellung, die hier sehr gut zur Wirkung gelangt, ausgezeichnet. Im Rathaussaal fanden un- ter Leitung der Landesbauernschaft die vorbereitenden Besprechungen statt. Die Gewerbetreibenden, Handel und Handwerk von Schotten hatten am Donnerstagabend in der „Krone" eine Besprechung, um eine gemeinschaftliche Werbung aus Anlaß des Bauerntages und zugleich für das Weihnachtsfest durchzuführen. Ein Schaufensterwettbewerb findet statt und weitere wirksame Reklamen werden veranlaßt. Auch einige städtische Angelegenheiten wurden besprochen. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 22.Nov. Die Kaninchenzüchter der Kreisfachgruppe der Kreise Alsfeld und Lauterbach veranstalten vom 27. bis 29. November im Saale des „Frankfurter Hof" dahier eine Kreissachgruppenschau. An dieser Schau werden sich über 200 Züchter der oben erwähnten Kreise mit ihren Tieren beteiligen. Dabei sollen auch aus Kaninchenfelle gefertigte Pelzwaren und Hüte gezeigt werden. Wenn nur dieses auffällige Haar nicht wäre! Hundertmal hatte es ihr schon Erfolge und ylü- hende Bewerbungen eingetragen. Jetzt aber hatte sie es verwünschen können, so verräterisch war es, so sehr mußte es hier die Aufmerksamkeit auf sich ziehen! Plötzlich bemerkte sie, wie wieder eine kleinere Gesellschaft durch die Glastüre ins Innere des Vorraums Einlaß fand. Vielleicht konnte sie sich diesen Leuten unauffällig anschließen! Schnell trat sie zurück, hielt sich wie absichtslos dicht hinter chnen, betrat dann so geschützt den aroßen, sonst verschlossenen Gesellschaftssaal des „Thüringer Hofes", der schon voll von plaudernden, fröhlichen Menschen war, die sich dem Vergnügen des angekündigten Tanzes hingeben wollten. Als fei sie vom allzuhellen Licht geblendet, hielt Olga die Hand gegen die Augen und sah sich dabei forschend um. Dort in der Glasveranda, abseits vom Tanztrubel, und durch hohe Gewächse gegen den Saal hin stellenweise sogar verdeckt, schien der richtige Platz für sie zu sein! Während sie sich langsam dorchin wandte, glitten ihre Augen schnell durch den Saal, jedoch war von Sanna und Gerhard auch jetzt noch keine Spur zu sehen! Wenn sie nun doch nicht kamen?! Ihre Erregung stieg. Wie, wenn ihre Reise nun umsonst gewesen wäre? Aber der Ober hatte es ihr ja soeben mitgeteilt, daß Gerhard in der „Waldklause" wohnte! Sicher mußten beide im Laufe des Abends noch kommen! Sie wußte es doch, wie gern Janna tanzte! In der Veranda war es noch nicht sehr besetzt. Ohne Mühe fand Olga einen bequemen Platz, von dem aus sie den Saal gut Überblicken konnte, ohne selbst gleich gesehen zu werden. Gerade ihr schräg gegenüber war ein Spiegel angebracht, durch den sie auch die rückwärtige Seite des Raumes mit der Eingangstüre gut im Blickfeld hatte. Wenn Gerhard und Janna also ein- traten, konnten sie ihrer Beobachtung nicht mehr entgegen! Aber da,--was war das? Als sie gerade für einen Augenblick die Tanzfläche ins Auge faßte, auf der sich nach Beendigung des Tanzes die Paare soeben trennten, sah sie plötzlich Gerhards hohe Gestalt vor einer der entfernteren Nischen stehen! Anscheinend, um einem der an den _ „Das ist eigentlich da drüben los?", deutete sie auf !ie höfliche Frage des Zimmerkellners auf das .gegenüberliegende Haus. „Der Thüringer Hof" veranstaltet heute abend 'Inen Winterball zur Eröffnung der Ski-Saison. Erstaunt sah Olga auf. „So groß ist der „Thüringer Hof"? Uebrigens, uoch eine Frage, Herr Ober! Kennen Sie zufällig einen Herrn Dr. Brand, der drüben logiert?" „Einen Herrn Dr. Brand? Nein, kenne ich nicht! Mer halt, doch! Mein Kollege erwähnte den Na- nen kürzlich! Der Herr soll gut Ski laufen. Soviel ±t) weiß, ist er allerdings nicht im „Thüringer Mf", sondern in der „Waldklause", weiter oben am Lecg, abgestiegen! Nur die Mahlzeiten nimmt er • it im „Thüringer Hof" ein. Wenn ich Ihnen viel- ^^cht mit einer Bestellung dienlich sein darf..." "Schon gut, nein, danke!" unterbrach Olga den Redefluß des Kellners, bat bann, einen leichten für sie herausschicken zu lassen. Also Gerhard wohnte in der „Waldklause ! Nahm .st die Mahlzeiten im „Thüringer Hof" ein! Natür- ch' Nur um Jannas willen! Nur um Sannas Villen!__ Olga zitterte jetzt vor Erregung. Zum Zerreißen gespannt schienen ihre Nerven. Nun war es ja auch mehr als Gewißheit, daß Erhard und Sanna an der Veranstaltung im •“Lijüringer Hof" teilnehmen würden! . Kaum nahm sie sich noch Zeit, von dem sorg- Eig zubereiteten Abendbrot einiges zu sich zu ''khmen. Dann zog sie hastig das elegante, schwarz- J'bene Abendkleid über, nahm das dazu passende ,-?Pe um und befand sich schon im nächsten Augen- flirt auf der anderen Seite der Straße, wo ein t» Riesenlettern gemaltes Schild zum Winterball unlud. , Vorsichtig betrat Olga das Vestibül, sah sekundenlang in den großen Wandspiegel. ui en als Wandertrainer eingesetzt werden sollen, ft. Es handelt sich dabei um Odd Anders en is Kongsvinger und Einar Garn bst aus Tront- Mm, die sich beide als Springer wie als Kombi- n: tionsläufer einen guten Namen machen konnten. Während die Norweger die Schulung unserer Eiertreter in den norwegischen Wettbewerben über- athmen, wurde für die Abfahrt- und Torläufe für einen zehntägigen Kurs der Tiroler Anton See - [: s gewonnen. Andersen und Gambst treffen bc- 1.20 j d. Schotten, 21. Nov. Die Vorbereitungskurse Kreishandwerkerschaft für die Mei- hrprüfungen im Handwerk nehmen in nächster boche ihren Anfang. Gestern sand zur Eröffnung in Kurse eine Sitzung in der „Krone" statt. Etwa Gesellen, die den Meistertitel erwerben wollen, l-nben sich mit den Snnungsmeiftern ein. Kreis- linhroerfsmeifter Neumann, Schotten, begrüßte in Erschienenen und gab einen kurzen Rückblick wer den Werdegang des Handwerks und den W:e- hraufbau im Dritten Reich. Der harmonische Drei- fcng, Lehrling, Geselle, Meister ist wieder her- stellt. Kreishandwerksmeister S t ü h l e r, Gießen, d7 Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für l erhessen, sprach dann über die Bedeutung und V Wichtigkeit der Meisterprüfungen und die Lhrkurse, in denen den werdenden Meistern das A.ftige Rüstzeug für ihren Beruf mitgegeben j röe. Der Meistertitel ist die höchste Ehre, die das fanbroerf zu vergeben hat. Der Stundenplan Das Oberkommando des deutschen Heeres Int beschlossen, die Heeres-Skimeisterschaften 1837 in zwei Teilen zur Durchführung zu Hngen. Gemeinsam mit der deutschen Skirneister- föaft der Zioilläufer werden vorn 9. bis 14. Fe- Icuar in Altenberg (Sachsen) die Einzelwett- I e ro e r b e ausgetragen, die Langlauf, Spezialsprunglauf, Lang- und Sprunglauf-Kombination und Spezial-Langlauf umfassen. In einem Stand- tört der Gebirgsbrigade werden außerdem in der zweiten Februarhälfte Sonderwettbewerbe mit Mannschaftswertung durchgeführt. Für die Meisterschaften in Altenberg ist Voraussetzung, daß die Heeresangehörigen im Besitz eines Startpasses des Fachamtes Skilauf sind. Ferner sind nur Soldaten startberechtigt, die nach den Bestimmungen des Fachamtes Skilauf der Klasse 1 angehören. Sm 50-Kilometer-Dauerlauf können nur Läufer teilnehmen, die das 23. Lebensjahr vollendet haben. Schmeling - Braddock im Februar? Nach dem augenblicklichen Stand der Verhandlungen um den vorgesehenen Kampf zwischen Weltmeister Braddock und dem Neger Soe Louis besteht die Möglichkeit, daß Braddock im Staat Neu- york suspendiert wird, falls der Vertrag für diesen Kampf unterzeichnet wird, ehe der Vertrag für den Titelkamvf gegen Schmeling unterzeichnet ist. Der Vorsitzende der Neuyorker Boxkommission, Phelan, erklärte dazu Sarnes Johnston, dem Leiter des Madison Square Garden, daß die Kommission nur daran interessiert sei, daß Braddock zuerst den Vertrag für den Kampf mit Schmeling unterschreibe und daß Braddock für diesen Kampf in bester körperlicher Verfassung sei. Johnston brachte nun aber eine vollkommen neue Note in die Verhandlungen. Er stellte sich auf den Standpunkt, daß, wenn sich Braddock im Februar in guter Verfassung befinde, um gegen Louis zu boxen, der „Garden" fordern müsse, daß auch der Kampf gegen Schmeling bereits im Februar stattfinden könne; vorausgesetzt allerdings, daß Max Schmeling mit der Vorverlegung des Kampfes vom Juni in den Februar einverstanden sei. Der Titelkampf käme dann im Februar im „Garden" ober in Florida zum Austrag. Deutsche Rennwagen nach Südafrika unterwegs. Jöerfauf5ftdlen >1 ^°ren sind veÄ 1 l°w'e FleiL '0 feilhalten; Seithalte«. UZS Dom 11- W M um M )en. Noo. Am eamsi |l hule die AuW — Kamerad«!? 'Gemeinschaft erließ bei den B altigen 6W ibn«. 22.1” Gemeinde die M »rung übeE den Volkshalle^ Umständlichkeit^ gigteit ta » rdas M ent» i-end ein Teil m shalle W’ serer <5 Erstellen für M J haben beimi i tLurftwaren oten >uf Verlangen iWtellen, die diik« . .... Güteklasse, de;»» überhaupt waren die Leistungen der Jungmannen niften Ware eM verraschend gut, sie standen Die Sprünge sicherer nblung gegen eilt. W Gumpold. Die Amateur-Trainer tnch-n SIMM der deutschen Skiläufer, dem eine Zimit und gegen die s n bis $u eintaufc r Suwiberfjanbhi ini) 17 ber Utero )om 11. Dezemd rits Anfang Dezember in München ein, um im jungen Baume w- (jau Bayern mit ihrer Tätigkeit zu beginnen. Ernschaftzui!" DieHeeres - Skimeisterschaften 1931. ständige Rennausrüstung enchalt. Der Transport wird von sieben Monteuren ber Auto-Union begleitet. Jleue Höchstleistung mit dem Menschenkrastflugzeug. Bei den neuen Versuchen mit dem seinerzeit in Frankfurt a. M. vorgeführten Menschenkraftslug- zeug gelang es auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel in Hamburg dem Segelflieger Hein Hofmann (Offenbach), die bisherige Bestleistung um 37 Meter zu überbieten. Im ganzen wurden drei Flüge ausgeführt und von einem besonderen Fachausschuß auch amtlich konttolliert. Die beim dritten Flug erreichte Flugstrecke betrug nicht weniger als 427 Meter, während am 31. August auf dem Flugplatz in Frankfurt a. M. 390 Meter geflogen werden konnten. Owens Professional. Nunmehr ist auch der erfolgreichste Leichtathlet der Olympischen Spiele 1936, der Wunderläufer 3ejf6 Owens, den Lockungen des Dollars erlegen. Er, der Gewinner von vier Goldmedaillen, hat, wie aus Neuyork bekannt wird, einen Vertrag mit einer Filmgesellschaft unterzeichnet, der ihn verpflichtet, in einem Film sein läuferisches Können zu zeigen. Owens hat nach Unterzeichnung des Vertrages übrigens mit bemerkenswerter Offenheit erklärt, daß er feit Beendigung der Olympischen Spiele bereits 50 OOO Dollar verdient habe. Iußball-Gaumannschast un Kampf um den Reichsbundpokal. Der Wettbewerb um den Reichsbund-Potal wurde am Sonntag in Angriff genommen. In den acht Vorrundenspielen gab es durchweg die erwarteten Sieger. Den härtesten Kampf lieferten sich der Pokalverteidiger Sachsen und Bayern vor 25 000 Zuschauern in Chemnitz. Erst in der Verlängerung wurde das Spiel entschieden und von Sachsen mit 2:1 gewonnen. Eiberger wurde kurz nach der Pause des Platzes verwiesen. Die weiteren Sieger waren: Baden (8:0 gegen Württemberg), Mittelrhein (5:1 gegen Südwest), Westfalen (2:0 gegen Hessen), Niederrhein (3:2 gegen Nordmark), Brandenburg (2:0 gegen Pommern), Niedersachsen (2:1 gegen Schlesien) und Mitte (2:1 gegen Ostpreußen). Westfalen-Hessen 2:0. In Kassel stand der Gau Hessen im Vorrundenspiel um den Reichsbund-Pokal vor 4000 Zuschauern dem Gau Westfalen gegenüber. Die Westfalen, die eine Elf ohne die bekannten Spieler von Schalke 04 geschickt hatten, landeten einen verdienten Sieg. Damit ist der Gau Hessen, dem man auf Grund der von Westfalen gemeldeten Mannschaftsaufstellung immerhin einige Aussichten ein= geräumt hätte, bereits beim ersten Versuch auf der Strecke geblieben. Vesksalens Elf war besser. Die Westdeutschen kamen mit Stein (Aöntrop); Timpert I (Höntrop), Sindermann (Hersten); Maas- meyer (Tus. Bochum), Przetak (Höntrop), Andreas (Germ. Bochum); Timpert II (Höntrop), Berg (Schalke 04), Sylla (Rotthausen), Walden I (Rotthausen), Gockel (Tus. Bochum) nach Kassel und holte sich einen knappen Sieg. Die Elf war kampffreudiger als die Hessen. Sie zeigte die größere Kampffreude, die größere Durchschlagskraft und auch das technisch bessere Können. Auf allen Posten war die Mannschaft gut besetzt, einen schwachen Punkt gab es nicht. Hervorzuheben sind durch Leistungen besonderer Art der rechte Verteidiger Timpert, die gesamte Läuferreihe, die dem gleichen Mannschaftsteil der Heften klar überlegen war, der Rechtsaußen Timpert, Mittelstürmer Sylla und der Halblinke Walden. Hessen-Elf schwach. Die Heften mußten in letzter Stunde den verletzten Hanauer Außenläufer Reinhardt ersetzen und kamen mit Sonnrein (Hanau 93); Eufinger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900); Bechtold (Hessen Hersfeld), Engelhardt (Kassel 03), Eberwein (Kassel 03); Markert (Kassel 03), Schultheiß (Kewa Wachen- buchen), Bock (Hessen-Preußen Kassel), Beyer (Spv. Kassel) und Bonarü (Hessen Bad Hersfeld). Sonn- retn im Tore zeigte einige gute Paraden und verhinderte eine höhere Niederlage. Die Verteidiger waren nicht gerade schlecht, zeigten aber auch fein überragendes Können. In der Läuferreihe überragte Engelhardt feine Nebenleute und im Angriff gefiel nur der Linksaußen Bonard, ber durch kraftvollen Einsatz manchmal Leben in den Angriff brachte und hin und wieder die Westfalen-Abwehr zu beunruhigen wußte. Die beiden Tore ... Bis kurz vor ber Pause leistete Hessen harten Widerstand und zwei Minuten vor dem Pfiff Mr Halbzeit schoß ber Schalter Nachwuchsspieler Berg auf eine schone Vorlage von links den ersten Treffer. In der 27. Minute der zweiten Halbzeit unternahm Mittelstürmer Sylla einen erfolgreichen Alleingang, der den Westfalen den zweiten und letzten Treffer einbrachte. Schiedsrichter Glöckner (Pirmasens) leitete den Kampf zufriedenstellend. Gauliga-Handball-Ergebnisse Kurheften Kassel führt weiter. In Hessen verteidigte Kurchessen Kassel erfolg« reich die Tabellenführung. Die Kasseler waren in Wetzlar zu Gast und besiegten den Tv. 1847 mit 13:9 (8:4) Toren. Auch die Kasseler Turngemeinde, die an zweiter Stelle steht, war siegreich; sie gewann zu Hause über den Spielverein Kassel mit 12:7 (7:4). Durch diese Niederlage mußte der Spiel» verein seinen dritten Platz an Tuspo. Bettenhausen abtreten, der in Marburg die „Kurhessen" mit 13:7 (7:4) besiegte. Tuspo. 86/09 Kassel hatte auch im sechsten Spiele kein Glück. Mit 12:7 (7:4) wurden die Kasseler von Jahn Gensungen geschlagen. Tabellenführer ist Kurhessen Kassel mit 10:0 Punkten vor Kasseler Turngemeinde mit 8:2 Punkten,Tuspo. Bettenhausen mit 8:4 Punkten und Spielverein mit 6:6 Punkten. Handball: U900-Marburg 8:5. Am gestrigen Totensonntag standen sich im Pflichtspiel die Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und Turngemeinde Marburg gegenüber. Die Mannschaft der Blauweißen konnte das für sie wichtige Spiel — es ging um die Beibehaltung der Tabellenführung — gewinnen und zwar mit 8:5 Toren, (lieber den Spielverlauf berichten wir noch.) Kurze Sportnotizen. München 99 trug bei den im Leipziger Westbad durchgeführten Gruppenspielen um die deutsche Wasserball-Meisterschaft einen zweifachen Sieg davon und steht nun zusammen mit Duisburg 98 bereits in den Endkämpfen. Die Münchener besiegten Halle 02 mit 10:1 (5:0) und gaben anschließend Magdeburg 96 mit 6:5 (3:3) das Nachsehen. Einen neuen Weltre kord mit stehendem Start stellte auf der Radrennbahn in Arcachon der Franzose F a u ch e u x auf. lieber V« Melle drückte er die bisherige Weltbestleistung um 4/io Sekunden auf 27,8 Sekunden. Das Straßenrennen Genua —Nizza über 198 Kilometer gewann der Italiener Rimoldi mit einer Gesamtfahrzeit von 5:09,33 Stunden vor feinen Landsleuten Bizzi, Jntrozzi, Romanatti, Servadei und Vietto. Das 1 00-K ilo me te r-G e h e n in Mailand wurde am Sonntag zum 24. Male entschie» der. Der Sieger von 1931 und 1933, der italienische Meistergeher Ettore R i v o l t a, zeigte sich seinen Gegnern überlegen und siegte in 10:29,15 Stunden vor feinen Landsleuten Tosca und Alziati. 10000 Zuschauer wohnten der Hamburger Eiskunstlauf-Veranstaltung bei. Unsere Olympiasieger Herber-Baier erhielten für ihr ausgezeichnetes Programm wieder reichen Beifall. Im Eishockey- spiel trennten sich die Zehlendorfer Wespen und eine Hamburger Mannschaft 1:1. Josef Manger erreichte bei einem Kraft- fportabenb in Landshut im Dreikampf eine Leistung von 412,5 kg und blieb damit nur wenig hinter seinem Welttekord zurück, übertraf aber mit diesem Gewicht seine olympische Rekordleistung. Leo Esser undJrmgard Ohliger, zwei Großen des deutschen Schwimmsportes, haben sich vermählt. Hanau 9 3, ber Gaumeister von Hessen, wird am 22. November gegen den VfL. Neckarau ein Tisch zurückkehrenden Paare Platz zu machen. Er mußte also, für die Beobachtungen ganz verdeckt, mit Janna an der rückwärtigen Wand der Nische gesessen haben! Und längst schon, noch ehe sie den Saal überhaupt betreten hatte! Fest preßte Olga die Handflächen gegeneinander. Ihre Pulse flogen. Nun endlich war es soweit! Nun hatte sie Die beiden zusammen! Ahnungslos waren sie ihr ausgeliefert auf Gnade und Ungnade! Und sie dachte nicht daran, Gnade zu üben. Keine Bewegung, kein Blick sollte ihr entgehen! Unauffällig rückte sie ihren Sessel etwas herum, so daß sie beide im Spiegel noch besser ins Blickfeld bekommen konnte. Da, jetzt konnte sie sie deutlich im Spiegelbild nebeneinandersitzen sehen! Und noch mehr,--daß in diesem Augenblick Gerhard zärtlich seinen Arm um Jannas Schultern legte,--äußerlich scheinbar nur, um ihr den beruntergegüttenen Schal zurechtzurücken, in Wirklichkeit aber... Dem Genuß des frohen Augenblicks völlig hin- gegeben, nichts ahnend von Olgas heimlichem Beobachten, saßen Gerhard und Janna indessen in heißem Glücksempfinden beieinander. Sie hatten es untereinander ausgemacht, daß für diesen einen letzten Abend das Gespräch nicht durch traurige Gedanken an die Zukunft getrübt werden sollte. Gerhard erzählte vor seinen Erlebnissen in den märchenhaft schonen, wenn auch gefahrdrohenden Fluhtalern des Amazonas, schilderte ihr die Wunder des Urwaldes, die er trotz aller Strapazen, selbst auch trotz der entsetzlichen Fiebernächte und qualvollen Todesangst nach dem Absturz seines Flugzeuges niemals vergessen werde... und Janna horte ihm mit glühenden Wangen zu. So verging ihnen die Zeit wie im Fluge, und mit heimlichem Bangen mußte Janna sich sagen, daß der schone Abend bald vorübergerauscht sein würde. Wie sie es nur ertragen sollte, schon morgen wieder von Gerhard getrennt zu fein?... Aber da ergriff Gerhard liebevoll ihre Hand: „Nicht grübeln, Janna! Wollten wir nicht alles an diesem Abend vergessen, was uns stört und quält? Komm, laß uns lieber noch einmal tanzen!" Gerade wieder setzte die Kapelle mit der sehnsüch- tigen Melodie eines langsamen Walzers ein. Gerhard und Janna erhoben sich... Nach außen hin unbewegt, innerlich aber kochend vor Haß und Erregung verfolgte Olga sie von ihrem Platz aus, während beide, sich unbeobachtet wähnend, selbstvergessen den einschmeichelnden Klängen des Tanzes folgten. Ganz fest yielt Gerhard Janna umschlossen, tief blickte er in ihre Augen, als wollte er sie nie mehr mit feinem Blick loslassen. Spiegelblank war das Parkett. Das fttahlende Licht der unzähligen Lampen erhöhte die Stimmung, ließ die kostbaren Toiletten der Damen voll zur Geltung kommen. Janna selbst, in ihrem herrlichen, lachsfarbenen Abendkleid, erschien Gerhard schöner und begehrenswerter als jemals vorher. So tanzten beide, weltentrückt, achtlos gegen die Menschen um sie herum, nur versunken im seligen Rausch des Dahingleitens, während Olga sie voller Eifersucht und Haß mit brennenden Augen beobachtete und nicht mehr aus den Augen ließ. Dabei verwünschte sie innerlich die Zeit, die nicht oorübergehen wollte. Ihr schienen die Stunden in qualvoller Langsamkeit zu vergehen! Von ihrem Platz sich zu erheben, wagte sie nicht. Zu leicht erschien die Möglichkeit des Entdecktwerdens im letzten Moment! Den Raum jetzt schon zu verlassen war außerdem unbefriebigenb! Noch genügten ja die Beweise nicht! Sie mußte mehr wissen, vor allem erfahren, wohin sich beide am Ende des Festes begeben würden! Den Kopf in dis Hände gestützt, tief in den Sessel zurückgelehnt, grübelte sie nach. Noch hatte sie ja nicht in Erfahrung gebracht, wo Jannas Zimmer sich eigentlich befand, dessen Lage zu kennen wichtig sein würde! Ob sie den Ober fragte? D.r würde ja orientiert fein! Wieder überlegte sie, rief dann den Ober herbei. „Ich möchte zahlen!" Der Ober rechnete auf, strich bann mit einer Verbeugung das reichlich bemessene Trinkgeld ein. Schon ging er, — — da rief sie ihn wieder zurück. „Könnten Sie mir wohl noch eine Pastete bringen, Herr Ober? Oder ist es schon zu spät?" Der Ober zögerte. Die Küche war in der Tat schon seit einigen Minuten geschlossen. Aber an« lehnen, bas war ja Torheit bei solchen Trinkgelbern! „Gewiß! Ich werbe versuchen, es noch möglich zu machen!" (Fortsetzung folgt!) Freundschaftsspiel austragen. Allerdings müssen die Hanauer ihre zum Gauspiel nach Kassel abgestellten Spieler ersetzen. Adolf Schön, der deutsche Radrennfahrer, hat jetzt zusammen mit weiteren europäischen Fahrern erneut die Fahrt nach USA. angetreten. Der Wiesbadener nimmt am Neuyorker Sechstagerennen teil und wird u. U., wieder mit Pellenaars, seinem Kampf- und Siegesgenossen von Paris, fahren. Internationales Rollhockey gibt es am 5. und 6. Dezember in Stuttgart. Neben guter deutscher Klasse wird man Mannschaften aus Belgien und der Schweiz zu sehen bekommen. i Streifzug durch Alt-Gießen. Aus den Erinnerungen eines „hochgeborenen" 80jährigen. Zur Z^it meiner allerersten Schuljahre 1862/66 war Gieß'eff etw Stadt von 9000 Einwohnern — so stand in unserem Geographiebuch „Schacht" zu lesen — und hatte schlechtes holpriges Pflaster, viele enge Gassen, schmutzige Winkel sowie dergleichen Schönheiten mehr. Ein Gang um die „Schoor" war als Erholung beliebt und viel gepflegt. Vom Eintritt der Dunkelheit ab mußte dieser Erholungsgang allerdings mit Vorsicht genossen werden, sonst wären Zusammenstöße unausbleiblich gewesen. Außer den brennenden Zigarren, von den Spaziergängern als Leuchtsignal benutzt, war keine Beleuchtung auf der Schoor zu finden. Ich erinnere mich, daß diese Beleuchtungsmethode bzw. dieses Warnungssingnal von mir, als junger Mann von 18 bis 20 Jahren, um nicht als Verkehrshindernis 3u erscheinen, noch angewandt werden mußte. Nur die Uebergangsstellen an den Hauptstraßen Selters- weg und Neuenweg waren mit trübe brennenden Gaslaternen versehen. Ob die Uebergänge am Walltor und an Oswaldsgarten beleuchtet waren, weiß ich nicht mehr genau, ich glaube aber, daß die Beleuchtung dort auch sehr spärlich war. Eine große Veränderung in dem beliebten Spaziergang um die Schoor brachte die etwa im Jahre 1865 geschaffene Neue Anlage, dann Südanlage, jetzt Hindenburg- wall genannt, hervor. Insbesondere gab es jetzt nach Süden zu Neubauten und Neuanlagen von Straßen. Und so wie außerhalb der Stadt, gab es auch innerhalb der Stadt viele Veränderungen. Ich wende mich nun dem Teile, der dem „Schloß meiner Ahnen", 6em Stadtturm (auf dem ich geboren wurde), am nächsten liegt, zu. Damit taucht ein Stück „Alt-Gießen" in meiner Erinnerung auf, das für uns „hochgeborene" Jungen von ganz besonderer Wichtigkeit war, weil sich dort unsere Kindheit abspielte. Der Platz hinter der Kirche war unser unumstrittener Spielplatz. Zwischen Turm und Kirche befand sich ein Hof, der als Ablegestelle für allen möglichen Unrat benutzt wurde. Später wurde dort ein Spritzenhaus für die städtische Feuerwehr gebaut, heute befinden sich die Anlagen des elektrischen Läutewerks dort. Die früher allein stehende Kirche hat jetzt einen Turm. Ein weiteres Spritzenhaus befand sich auf dem Platz hinter der Kirche, das sich an das Färber-Wallenfelssche Besitztum anlehnte. Hier waren die Landspritzen, unter anderem die größte, der sogenannte „Land- g r a f", untergebracht. Bei auswärtigen Bränden traten sie in Tätigkeit. Das Eckhaus der heutigen Kirchstraße gehörte einem Schreiner M a r g u t h, der die Ehre hatte, unser Drachenleisten-Fabrikant sein zu dürfen. Eine Ehre, die er schätzte, denn die Drachenleisten dursten nichts kosten. Spätere Besitzer waren Kirchendiener Knoll und Buchbindermeister Bourgeois. Von diesem übernahm es dann die Stadt, die einen Teil zur Verbreiterung der Kirchstraße niederlegte. Vollständig niedergelegt wurde das Haus erst in diesem Jahre. Dem alten Burgmannenhaus (im Besitz der Familie Leib) gegenüber stand das alte Pfarrhaus, in dem der hochverehrte Pfarrer Landmann seine Wohnung hatte, daran schloß sich in westlicher Richtung der große Garten des Direktors der Realschule, Dr. Stein. Dieser Garten, mit seinem herrlichen Obst aller Sorten wurde von uns sehr geschätzt. Mit größtem Geschick wurde versucht, Proben zu erlangen. Der Eigentümer aber kannte die Beliebtheit seines Obstes und handelte darnach. Das Wohnhaus steht noch. Ein Durchgang nach dem Oswaldsgarten bestand von hier aus noch nicht, erst mit dem Neubau des Pfarrhauses entstand die Kirchstraße. Ein interessantes Haus für uns Jungen war auch das Eckhaus am Eingang nach der Bach vom hinteren Kirchenplatz aus und nördlich vom Turm. Es wurde damals von einer Witwe H a n i t s ch bewohnt, die ihre Zimmer in der Hauptsache an Studenten vermietete, die uns gar oft mit ihrem heiteren ausgelassenen Treiben, das in der Regel nach munterem Frühschoppen einsetzte, ganz besondere Hochachtung abnötigten. In den Jahren 1870/71 wohnten gefangene französische Offiziere, die damals frei herumgehen durften, in dem Hause. Später erwarb dieses Haus der Trödeljude B e i - f u ß, den man in Beziehung zum Sommersanfang brachte: „Der Sommer fängt erst an, wenn der „Abbele" — so wurde er nach seinem Vornamen genannt — den Havelock ablegt." Er trug dieses Kleidungsstück bis in die Hundstage hinein. Das Bei- fußsche Haus rechts lassend, kam man an Schreiner und Schlosser Kreiling vorbei an den Stadtbach zur Brauerei Kauf (späterer Bauunternehmer), deren Inhaber uns besonders an schönen Sommerabenden mit seinem Trompetenspiel Freude bereitete. Die damals offene, heute gedeckte Stadtbach, zwischen , dem Wallenfelsschen und dem Kausschen Besitztum, war für uns Jungen gar oft der Schauplatz besonderer Geschehnisse. Der Weg zur Rahn- schen Schule führte uns täglich drei- bis viermal an dem zum Planschen verlockenden Wasser vorbei und gar oft machten dann einige von uns ganz nahe Bekanntschaft mit dem nassen Element. Von den trocken gebliebenen Schulkameraden wurden sie mit dem Rufe: „Er ist in die Bach gefallen!" nach Hause begleitet. Der Eingang zur Rahnschen Schule war an der Stelle, wo heute das Seuling- sche Haus steht. Die Gewerbeschule nimmt heute einen Teil des Rahnschen Schulplatzes ein. In der Fortsetzung führt ein schmaler, vom Steinschen und Gailschen Garten auf der linken Seite begrenzter Weg am heute abgetragenen Schulberg vorbei, jetzt Kirchstraße genannt, nach dem Oswaldsgarten. Das Haus auf dem Schulberg enthielt die sogenannte Mittelschule für Mädchen. Das Haus, in dem (nach Auflösung der Schule) die Aliceschule ihr Heim später aufgeschlagen hatte, steht noch. An den Schulberg sich anlehnend, lag nach dem Oswaldsgarten zu der Rest einer Schanze, der letzte Teil einer Befestigung, die noch an Gießen als Festung erinnerte. Zu dieser Befestigung gehörte anscheinend auch der Schulberg. Für uns bot dieser Schanzenrest einen näheren Durchgang nach der Schoor (heute Wernerwall). Mit diesem Schanzenrest sehe ich in meiner Erinnerung noch die Schanze an der Westanla^ — heute Schanzenstraße — und den sogenannten „Mordkeller" mit Stallmeisterwohnung am Brand. Der Mordkeller, eine alte Kasematte, hat seinen erregenden Namen, soviel ich weiß, von uns Jungen. Der Oswaldsgarten war zeitweise der Haupttummelplatz der Gießener Jugend. Hier fanden — wie heute noch — die sogenannten Frühjahrs- und Herbstmessen, die Jahrmärkte in vier- bis sechswöchentlichen Abständen statt, die viele auswärtige Besucher, namentlich vom Lande, nach Gießen brachten. Die Hauptanziehungspunkte für uns waren die Karusselle (Krämer von Biedenkopf) und der „Borzenellekasten". Ja, der Borzenellekaste! Heute Puppentheater genannt, das war unsere Sehnsucht. Das Kasperle erschien aus der Bühne und fragte die vor dem verheißungsvollen Aufbau erschienene Kinderschar: „Seid ihr all doo?" Dann ertönte ein lautes freudiges „Ja!" Die zweite Frage: „Habt ihr auch Geld bei euch?" erhielt eine dünne Antwort, aber trotzdem rief der liebe Kasperle: „Na, dann Fanns losgehen!" Und es ging los. Wie herrlich war das alles anzusehen. Unangenehme Störung in unserer Hingabe an die sich abspielende Handlung war die Tellersammlung. Daß die Kunst nach Brot ging, war uns noch nicht im selbstverständlichen Bewußtsein. Wir empfanden diese Sammlung als eine lästige, vollständig überflüssige Störung. Eine halbe Stunde vor dem „Borzenellekaste"! — O selige Kinderzeitl Große Schaulust erregten auch die „Moritaten". JrgendM grauenhafter Mord in noch grauenhafteren Bilden auf großen Tafeln vorgezeigt, mit Gesang ufo Orgel. Grauenhafter Text erregte viel Aufsehen, md der Moritatenfänger war stets umlagert. Drei Märkte im Jahre waren von besonderer Bedeutung. Es waren dies der „Himmelfahns, markt", der „Kirschenmarkt" und der „Zwiwlorl. markt". Der erstere, der am Tage vor Himmrl» fahrt stattfand, brachte, bei gutem Wetter, eint große Anzahl Besucher aus dem Hinterland in ihren schönen Trachten. Von Gladenbach, Bieden, köpf, Wallau usw. kamen die Besucher. Große Mit» tagstaseln für die wohlhabenden Bauern fanden dann stets im Gasthaus „Zum Einhorn", (Eie Lindenplatz statt. Das glänzende Gesicht des „(Ein. Hörners", der sich oft im Torbogen des Hotrls zeigte, ließ einen sehr starken Besuch erraten. 3ei den anderen beiden Märkten spielten Kirschen unb Zwiebeln die Hauptrolle. Kirschen, na, das mjr noch etwas für uns, aber „Zwiwwele"? In der Regel schlossen diese Märkte für die Besucher nil einem Tanzvergnügen in der Gastwirtschaft „Zur Promenade", am rechten Neustädter Torhäuschn gelegen, ab. „Bärenhetze" wurde diese VeransT tung bezeichnenderweise genannt. Einer schön gelegenen, gut geführten, jetzt per» fchwundenen Restauration am Oswaldsgarten möchte ich hier noch gedenken. An der Nordanlage, heute Wernerwall, wo die Häuser 5 und 7 stehen, erhob sich ein terrassenartiger Bau, die „Rechsche ten rass'", später „Lahnstein" genannt. An schönrn Sommerabenden bot sie einen reizenden Aufenthalt, und es war fast immer großer Betrieb. Reste dieser Gaststätte „Lahnstein" sind noch hinter den Häusern 5 und 7 zu erkennen. Schluß folgt. Kunst und Wissenschaft. / Abschluß der Oeutschlandreise der Londoner Philharmoniker. Mit dem letzten der zehn Konzerte fand die D e u t s chl a n d r e i s e des Londoner Philharmonischen Orchesters unter Leitung feines Dirigenten, Sir Thomas B e e ch a m, in Köln ihren glanzvollen Abschluß. Die große Messehalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Den größten Erfolg des Abends hatten die Gäste bei der Ls-äur-Symphonie von Mozart. Im Anschluß an das Konzert gab die Stadt Köln zu Ehren des Orchesters im Rathaus einen Empfang. Bürgermeister Schalter hieß die Gäste willkommen. Er würdigte insbesondere die Verdienste Sir Thomas Beechams um die Förderung und Vertiefung deutscher Musik in England und hob mit besonderem Nachdruck hervor, daß er während des Krieges immer wieder deutsche Musik zum Vortrag gebracht und einen vollständigen Wagner-Zyklus dirigiert habe. Sir Thomas B e e ch a m dankte für den überaus herzlichen Empfang und betonte, daß die deutsche Musik vom englischen Volk sehr geliebt werde und aus dem englischen Konzertleben nicht fortzudenken sei. — Am Sonntagmorgen kehrte das Orchester wieder nach London zurück. Filmball in Frankfurt. Am 5. Dezember findet in Frankfurt ein offizieller Filmball der Reichsfilmkammer statt. An diesem Filmball werden unter der Füh, rung des Präsidenten der Reichssilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. L e h n i ch , nam- hafte Persönlichkeiten der Filmwirtschaft und deg Filmschaffens, von Partei und Staat, Wirtschaft, Kunst usw. teilnehmen. Gleichzeitig mit dem Filin> ball sind noch weitere Veranstaltungen der Reichs« filmkammer in Frankfurt geplant, so u. a. Der« schiedene Filmveranstaltungen für die vom Winter« Hilfswerk betreuten Volksgenossen. Der Reinertrag des Festes wird dem Wohlfahrtsfonds der Fach, schäft Film der Reichsfilmkammer zugeführt. 53»n bekannten Filmdarstellern werden u. a. am Frankfurter Filmball Carola Höhn, Magda Schnei« der Maria von Tasnady, Gustav Diehl, Theo Lingen, Wolf Albach-Retty teilnch- men, des weiteren haben ihre Teilnahme zugejogt Reichskulturwalter Hans Hinkel und der Vize« Präsident der Reichssilmkammer Hans Weide« mann, auch Max S ch m e l i n g wird erwarte!. Katalog über hafsiaca. In der N. G. Elwertschen Universitätsbuchhand- lung (G. Braun) in Marburg erschien ein Katalog über Hassiaca: mit 4600 Nummern ein willkommenes Nachschlagebuch für Heimatforscher. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samskagnach- mittag geschloffen. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag bis Samstag, 28. X ov. elnschl. „Lacht euch gesund" ist das Motto dieses Filmes Donner, Blitz und Sonnenschein n. d. Schwank „Der Hunderter in der Westentasche“ mit Karl Valentin • Liesl Karlstadt Ilse Petri, Käthe Haack, Käthe Merk, Reinhold Bernt, Volker von Collande, Albert Florath, Aribert Wäscher Derber, volkstümlicher Humor sorgt für zwei Stunden ausgelassene Heiterkeit! Beiprogramm und Fox-Ton-Woche — Täglich 4, 6, 8.30 Uhr dlnVia-Doil Nur noch heute Montag VdlVl CUCiai und morgen Dienstag: ■ Benjamino Gigll 74isA in „Du bist mein Glück“ Auf den Konkurs-Ausverkauf in Glas, Porzellan und Keramik zu bedeutend herabgesetzten Preisen der Firma Lang & Wiederstein wird nochmals hingewiesen. L. Althoff, Konkursverwalter. 7423D Iwanssvevfieisevurrs Dienstag, den 24.Nov., vormitt. lOUhr, sollen imBersteigerungs- lokal Neuenweg 28, an Ort nnd Stelle (Bekanntgabe ob. Lokal) zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 4 Oefen, 4 Herde, einen Vervielfältig.-Apparat, 1 Schreibmaschine, ISchneidernähmaschine, Anzug-, Kleider- u. Mantelstoffe. Bestimmt werden versteigert: 1 komvl. Schlafzimmer, 2 Betten mit Matratzen, Decken und Kissen, 1 3tür. Klerderschrank mit ovalem Spiegel, 1 Waschtisch m. 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