Nr. 24Y Erstes Blatt 18b. Jahrgang greif ag, 23. Oktober 1036 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 «Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Krqntftirt am Mam 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drum und Verlag: vriihl'sche UniverfitSlr-vuch- und Steinörudcrei «.Lange in Gießen. Lchrisilettung und GeschSftsftelle: Schuistratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8«/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Bereinbg.25°/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Sowseiisierung Kataloniens. Ein Aktionsausschuß der Marxisten, Kommunisten und Anarchisten bereitet in Barcelona den Räteflaat nach Moskauer Muster vor. w v M ♦ & * Kreuzer mit einer über die Vertragsgrenze von 7 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Mor- Q r» M h a n 23 DEL (IWt». uuiuipi“«;./ wng P°st" imIü°t, bei s-wigen Mächten hege nm sekretär des Auswärtigen Amtes Ministerialdirektor Dr. D i e ck h o f f, von der deutschen Luftwaffe Generalleutnant Kesselring sowie die Generale Christiansen und Volkmann. Nach einer längeren Besprechung mit Außenminister Graf Ciano führte Ministerpräsident Generaloberst Göring die italienischen Gäste persönlich durch das neue Lustfahrtmini st erium. Exzellenz Ciano dankte Ministerpräsident Generaloberst Göring am Schluß der Besichtigung herzlich für die ihm in so umfassender Weise neu vermittelten Eindrücke. Befürchtungen wegen einer großen s o w j e t r u s s i- schen Flottenrüstung. Eine Verstärkung der Sowjetflotte würde nicht nur eine allgemeine Beunruhigung in der Welt erregen, sondern wahrscheinlich die Unwirksamkeit des neuen Londoner Flottenvertrages zur Folge haben. Im englisch-sowjetrussischen Flottenvertrag hätten die Sowjetrussen gewisse Rechte verlangt, die in dem ursprünglichen Dreimächte-Flottenvertrag nicht vorgesehen waren. So hätten sie freie Hand im Fernen Osten gefordert und das Recht, Berlin, 22. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Generaloberst Göring und Frau Göring gaben am Donnerstag zu Ehren des italienischen Außenministers Graf Ciano ein Frühstück, an dem das italienische Botschafterpaar sowie die Begleitung des Außenministers und die Mitglieder der italienischen Botschaft teilnahmen. Von deutscher Seite waren u. a. mit ihren Damen anwesend: Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Körner, Staatssekretär General der Flieger Milch, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, der stellvertretende Staats- Der italienische Außenminister Graf Ciano mit dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring bei einer Besichtigung des Luftfahrtministeriums. —- (Scherl-Bilderdienst°M.) Graf Ciano beim Ministerpräsidenten Göring Besuch im Reichslustfahrtministerium. Paris, 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Ver- ■ treter der katalanischen, marxistischen und kommu- I nistischen Gewerkschaften, der marxistischen Partei 1 Katalaniens und der iberisch-anarchistischen Vereinigung haben ein Aktionsprogramm aufgestellt, das die Sowjetisierung von Ka- . talonien, die ja praktisch schon längst besteht, nun auch ganz offen zum Programm erhebt. Das Programm sieht die Enteignung aller E r z e u g u n g s m ö g l i ch k e i t e n der Provinz vor, und erklärt ausdrücklich, daß die bisherigen Besitzer der betreffenden Betriebe nicht entschädigt werden sollen. Der Besitz und alles, was für die Führung des Krieges notwendig ist, soll ebenfalls „kollektivisiert", d. h. enteignet werden. Der Form halber wird die sog. Kleinindustrie ausgenommen. Aber wenn der Betrieb verdächtig ist, „umstürzlerisch" zu sein, d. h. gegen die roten Machthaber eingestellt, so erfolgt auch hier die entschädigungslose Enteignung. Auch ausländische Unternehmungen sind einbezogen. Hierbei soll „von Fall zu Fall" über die Entschädigung beschlossen werden. Sämtliche Wohngebäude mit Ausnahme kleiner Landbesitze, sollen den Stadtverwaltungen unterstellt werden. Kurzum, es wird alles nach Moskauer Muster eingerichtet. Der gesamte Außenhandel soll einer Kontrolle der Regierung unterstehen. Genossenschaften sollen sich der Kollektivisierung anpassen und die Banken verstaatlicht werden. Für die „siegreiche" Beendigung des Krieges, so heißt es in dem Programm weiter, sei die Schaffung eines einzigen Oberkommandos notwendig, außerdem die Einführung der Wehrpflicht, die Aufstellung eines großen Volksheeres und verschärfte Disziplin. Auch soll eine große Kriegsindustrie geschaffen werden. Die Unterzeichner des Programms erklären sich zur Zusammenarbeit mit der spanischen „Regierung" auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiete. Sie machen die Zusammenarbeit mit Madrid aber davon abhängig, daß in der Madrider Regierung dieselben Organisationen vertreten sind, die von ihnen vertreten werden. Jranlmchs Nugzeugliesemngen ..EchodeParis"befchuldigtdenLohnBlums des Waffenhandels.' Paris, 23. Okt. (DNB. Funkspruch.) Das „Echo de Paris" veröffentlicht am Freitag eine Liste der von Frankreich an die spanischen Marxisten und Kommunisten gelieferten Flugzeuge Die französische Regierung behaupte, daß sie die Verpflichtung der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten ttr kt innegehalten habe. Demgegenüber sei edoch festzustellen, daß der französische Lustsahrt- minifter an bie Madrider „Regierung nackstehende Apparate geliefert habe: 16 Dewoitine, 6 Paiez 540, 1 Bloch-chispano 210, 1 PoteEfpana 12y, 6 Loire, 7 Potez 542, 2 De- woitine 371 1 Lockhed-Orion, 7 Satecoere (Air SVrance von denen jeder mit 543 000 Francs bekohl? morden sei) 25 Pote^ 10 Hanriot 182 (ur- svrünalich für bas französische Heer bestimmt); ferner 45 Caubron-Renaull, bie angeblich von der Siir Trance bestellt worben seien. Die Verstöße gegen bas Nichtemmischungsabkom- tnen in b r "spanischen Angeleaenheit beschrankten s?» seboch nicht nur auf biefe Lieferungen. Es fei enblick an bereit, einmal die Frage aufzuroerfen, bah ber Sohn Rolanb bes iranzö fisch en ÜJl i nift erpr äf tbenten Vl um ber ber bekannten Flugzeugmotorenstrma I $;;■.? mit Waffen verhandelt habe. Note Greueltaten. Die Opfer zum Fenster hinausgeworfen. London 23 Okt. (DNB Funkspruch.) Die Jr0 „ • e. sn>a[afla, Cartagena, Valen- Pg"s?n bänden anzugehören. Bvlkonen Fenstern Horden über 100 Op «■ »»«»«", * und Hausdachern auf „tßn üon ihnen unter -» »’Ä'Ä! ss in s m-f?or ^^" r?-s"Ren^wurden zahlreiche nationale und Vlllanuttra del 0 flrau|am ermordet. In Burger durck ro^ Horden. g I ^^^häusler (!) Villanueva del Rey anbo, während in Bel- Söuarö Moreno Kommunist an der Spitze mez ein erst. 20 I h en Ermordung Natio- näle? gingen ftets schwerste Mißhandlungen voraus. Nie rote Kriegsflotte. Englische Berichte Mer «eheime U°Boot. Bauten Moskaus. 6,1 Zoll hinausgehenden Bestückung und zwei Schlachtschiffe mit 15 Zoll Geschützen zu bauen. Sowjetrutzland habe ferner geheime U-Boot- bauten vorgenommen. In Wladiwostok besitze es auf Grund japanischer Angaben mindestens 50 U-Boote und in der Ostsee wahrscheinlich dieselbe Anzahl. Damit sei Sowjetrußland bereits auf dem Wege, bie mächtigste U-Bootflotte der W e l t zu haben. Dieser Umstand werde weitgehende Auswirkungen auf andere Flotten haben, die durch die sowjetrussische Flotte besonders bedroht würden. Der Reicksauhenmlnister veranstaltete zu Ehren des italienischen Außenministers eine Abendtafel im ktzache des R??ch??rchwen?en". In der htte’®raf Ciano'. r°cht- ßf^kr-eg-minister Generalfeld- ’ marlckall », BlombLrg und lmks Relchsaußenmmlster Freiherr o. Neurath. 1' Wresie -ÄlluftratiomHo s s maun- Das zmisiene Leichenluch. Man hat das V e r s a i l l e r Diktat einmal mit einem Leichentuch verglichen, das über den toten Körper der im Weltkriege hingemordeten europäi- chen Völkergemeinschaft gebreitet wurde. In den rsten Jahren nach dem Weltkriege konnte man tat- ächlich von einem solchen Leichentuch sprechen. Europa lebte in dumpfer Erstarrung. Die letzte Regel europäischer Politik war gleichbedeutend mit einem Befehl des französischen Generalstabes. Das Leben aber läßt sich nicht in ewiger Erstarrung Ausruf zur »Woche des Deutschen Buches". Wieder gehl es um das eine große, sich immer gleichbleibende Ziel: das Volk dem Buche und das Buch dem Volke zuzuführen, damit das aus der Gemeinschaft geschöpfte dichterische Werk i n der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft feine seeli- chen und geistigen Kräfte voll entfalten kann. Wöge jeder, der es vermag, auch in diesem Jahre Helfer am Werk fein. Dr. Goebbels. halten. Wo die gesunde Entwicklung unterdrückt wird, brechen neue Kräfte unwiderstehlich empor. Bemerkenswert war es nun, daß der tödlichen Starre auf dem Gebiete der Außenpolitik ein gleich dumpfer Zustand auf dem Felde der Innenpolitik, der Kultur, der Wirtschaft, der gesellschaftlichen Ordnung und der weltanschaulichen Auseinandersetzungen entsprach. In dem Augenblick, in dem sich hier neue Kräfte entfalteten, mußte auch das außenpolitische Weltbild von Versailles ins Schwanken geraten. Der Faschismus war es, der die erste Durchbruchsschlacht kämpfte und Europa im Mittelmeer vor der Ueberflutung durch den Bolschewismus bewahrte. Der deutsche Kampf gegen den Bolschewismus währte länger und mußte auch länger währen, weil er gleichzeitig ein erbitterter Kampf gegen Versailles war. Als dann Adolf Hitler 1933 die Führung des Reiches übernahm, war das Leichentuch, das sich auf Europa gelegt hatte, zerrissen. Nun strebte auch im Herzen unseres Erdteils neues und kräftiges Leben empor. Es konnte nur noch eine Frage der Zeit fein, daß das morsche Gebäude von Versailles in sich zusammenbrach. Frankreich aber hielt krampfhaft an Versailles fest. Nun, da feine Politik zur Niederhaltung Deutschlands gescheitert war, warf es sich dem asiatischen Kommunismus in die Arme und machte damit den letzten Versuch, das Leichentuch Europas durch das Militärbündnis mit Sowjetrußland erneut zu flicken und fester zu gestalten. Dieser Versuch ist, wie wir jetzt nach der Erklärung des belgischen Königs vom 14. Oktober wissen, mißglückt. Denn auch Belgien ist nicht mehr gewillt, die Möglichkeiten, denen es sich gegenübersieht, einem Fehlexperiment zu opfern und damit gleichzeitig über seine vlämische und wallonische Bevölkerung ein Schicksal heraufzubeschwören, dem das französische Volk entgegenzutreiben droht und in das das spanische Volk bereits hineingerissen wurde. Unter merkwürdiger aber doch typischer Verkennung der großen Entgegnungen, die sich jetzt anbahnen, und der Entscheidungen, die sich vollziehen, wird in dem Beschluß Belgiens, zur Neutralität zurückzukehren, nur ein völkerrechtliches Problem gesehen, werden nur die Tatsachen gewertet, die irgendwie auf den alten Vertrag von Locarno, auf den neuen Westpakt (wenn dieser überhaupt Zustandekommen sollte), auf die Völkerbundssatzung und schließlich auf die Generalstabs- abmachungen zwischen Brüssel, London und Paris Bezug haben. Diese völkerrechtlichen Probleme sind gewiß wichtig, weil sie im gewissen Sinne eine ganz bestimmte politische Konstellation widerspiegeln. Aber viel wichtiger ist doch, daß sich hier ein Staat nicht blindlings auf die schiefe Bahn treiben lassen will, in die Frankreich und seine Verbündeten zu treiben drohen, wenn sie sich zu den europäischen Vorkämpfern des asiatischen Vernichtungswillens machen lassen. Es gehört nicht allzuviel Erfindungsgabe dazu, vorauszusagen, daß das belgische Beispiel auch in anderen Ländern Schule machen könnte. Es ist doch vielmehr eine Selbstverständlichkeit, daß gerade die Staaten der Kleinen Entente ihre eigene Lage nach dem Beschluß der belgischen Regierung sehr sorgsam überprüfen werden. Es verwundert uns daher nicht, daß sich der rumänische Ministerpräsident Tata- rescu zu einem Besuch in Belgrad entschlossen hat, um dort zusammen mit ben südslawischen Staatsmännern die Lage zu überprüfen. Der Schritt Belgiens war eine Schwächung der französischen Position überhaupt. Jede Schwächung dieser Position aber berührt die Staaten der Kleinen Entente unmittelbar. Wir wissen nicht, ob der Vertreter des Reuter-Büros in Bukarest richtig unterrichtet ift; dennoch verzeichnen wir mit Interesse seine Meldung, daß sich die rumänische Regierung, die ja nicht mehr im Banne von Titulescu steht, entschlossen hat, von dem Plan einer direkten Bahnverbindung zwischen der Sowjetunion und der Tschechoslowakei A b st a n d zu nehmen. Daß die Tschechoslowakei selber an dem Militärpakt mit der Sowjetunion festhält, wie es soeben der Außenminister Hodza vor dem Prager Parlament noch einmal ausdrücklich festgestellt und aus der angeblich ganz anderen politlschen und geographischen Lage des Landes recht fadenscheinig begründet hat, war freilich §u erwarten. Es dauert lang-, bis man in Prag begreift, daß man mit dieser Politik die Tschechoslowakei zum Sappenkops des weltrevolutionären Bolschewismus in Mitteleuropa macht. Erinnerungen an den Panslawismus der Vorkriegszeit, die hier und da noch in &en Köpfen tschechischer Politiker spuken mögen, sind höchst unangebracht angesichts der revolutto- nären, auf Zerstörung der abendländischen Kultur gerichteten Mentalität der Machthaber im roten Kreml. Als ein Zeichen der Entspannung im Südosten sehen wir es auch, daß zwischen Südsla- w i e n und I t a l i e n ein Handelsvertrag geschlossen werden konnte. Wir wissen, das südslawische Mißtrauen gegenüber Italien ist groß; wir meinen aber auch, daß gerade die Besprechungen, die jetzt Außenminister Graf Ciano in Berlin führt, dazu angetan sind, auch auf südslawischer Seite gewisse Bedenken zu zerstreuen. Es war natürlich, daß der Besuch des Grafen Ciano im Ausland Aufsehen erregen mußte. Wir erblicken in ihm in erster Linie ein Glied in der Kette diplomatischer, politischer und psychologischer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien, d. h. zwischen dem NcttionalsoMlismus und dem Faschismus. Es dürfte gerade die Außenwelt, die jetzt den Besuch des italienischen Außenministers entweder mit mißtrauischen Kommentaren oder mit ebenso plumpen wie naiven Mahnungen an die italienische Adresse begleitet hat, nicht verwundern, daß sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien verstärkt hat, gerade angesichts der offenkundigen Bemühungen, auf der Gegenseite so etwas wie eine internationale „Volksfront" aufzubauen. Wir möchten in diesem Zusammenhang die Tatsache unterstreichen, daß die soviel beklagte Aufspaltung Europas in zwei Fronten eine Erfindung entweder der Moskauer Journalisten oder ihrer demokratischen Helfershelfer in Paris und London ist. Als, um nur ein Beispiel zu nennen, Italien die Lira ebenfalls abwertete, da sprach man davon, daß sich der faschistische Staat wirtschaftspolitisch jedenfalls in die Front der alten Demokratien eingegliedert habe. Man wollte einfach nicht sehen, daß die Lira-Abwertung nichts weiter war, als eine Maßregel in der Reihe anderer, die durch die Liquidation des abessinischen Krieges bedingt waren. Es nimmt allerdings nicht Wunder, daß ein Teil der Auslandpresse für die deutsch-italienische Zusammenarbeit weniger Verständnis aufbringt. Wie sollte sie auch das angesichts ihres Unverständnisses für den Nationalsozialismus und für den Faschismus überhaupt! Hinter weltanschaulichen Gemeinsamkeiten wird eine finstere politische Absicht vermutet und dabei geflissentlich übersehen, daß sowohl der Führer und Reichskanzler wie der Duce wiederholt ihre offene und ehrliche Bereitschaft zur Schaffung eines neuen europäischen Friedenssystems bekundet haben. In der Auslandpresse ist auch davon die Rede, daß eine ganze Reihe von sachlichen Punkten zwischen dem italienischen Außenminister und den Mitarbeitern Adolf Hitlers geklärt würden. Man verweist auf Oesterreich, den Donauraum, die geplante Fünf- Mächte-Konferenz, die belgische Neutralitätserklärung und schließlich auf Spanien. Es ist selbstverständlich, daß man in Berlin und Berchtesgaden sich nicht nur über das Wetter unterhalten wird, aber der politische Akzent liegt doch in erster Linie nicht bei den einzelnen Diskussionspunkten, sondern bei der Gemeinsamkeit der politischen Auffassungen. tbg. Nervosität in Biarritz. Radikalsozialisten und Volksfront. Paris, 22. Dh. (DNB.) Auf dem Radikalsozia- listischen Parteitag in Biarritz erklärte der Vorsitzende der Partei, D a l a d i e r, die meisten Bezirksverbände der Partei hätten die Vo lksfrontpoli- tik gutgeheißen, aber vor der öffentlichen Meinung werde nichtsdestoweniger auf einmal die Frage nach der Zukunft der Volksfrontmehrheit angeschnitten. Er begreife nicht, weshalb man von der Möglichkeit eines Bruches mit Kammerauflösung und Neuwahlen spreche, während doch erst sechs Monate seit dem Wahlsieg der Volksfront vergangen seien. Daladier wurde von Hochrufen empfangen. Aus der Mitte der Versammlung ertönte die Marseillaise, die von der Mehrheit der Kongreßteilnehmer mitgesungen wurde. Als Antwort hierauf grüßten einige Versammlungsteilnehmer mit dem kommuni st ischen Gruß, der vom rechts stehenden Flügel der Partei mit dem f a s ch i st i - s ch e n Gruß erwidert wurde. Zugleich wurden Rufe laut: wie „E s lebe de la Rocque!" Die Rufe „Heil Volksfront!" wurden übertönt von dem Gesang der Marseillaise, deren Refrain sechsmal hintereinander gesungen wurde. Die radikalsozialistischen Senatoren haben sich trotz aller Bemühungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Chautemps mit großer Mehrheit aufs schärfste g e - §en die Regierung Blum ausgesprochen. n der Sitzung der radikalsozialistischen Jugend verließ der Verband des Seine-Departements den Sitzungssaal, nachdem es zwischen den rechts- und linksgerichteten Gruvpen zu einer regelrechten S a a l s ch l a ch t gekommen war. Die Nervosität ist groß. Vermutlich wird man den Parteitag über sämtliche aeplanten Entschließungen obstimmen lassen, die miteinander in größtem Gegensatz stehen, da die eine Entschließung die Tendenzen der Volksfront verneint, die zweite den Abbruch der Beziehungen zur Volksfront verlangt, während die dritte Bedingungen aufzustellen sucht, unter denen eine weitere Zusammenarbeit mit der Volksfront möglich sei. Diese letzte Entschließung hat die meiste Aussicht, angenommen zu werden. Französische Frontkämpfer gründen Kampfgemeinschaft gegen den Marxismus. Paris, 23. Dtt. (DNB. Funkspruch.) Zwischen dem Nationalverband ehemaliger fran- zösischer Frontkämpfer, der von Jean Goy geführt wird, und der sozialen französischen Partei des Obersten de la Rocque ist ein Abkommen getroffen worden, um in Zukunft gemeinsam gegen Marxismus und Kommunismus zu kämpfen. Eine Verlautbarung erklärt, die einzige Gefahr, die die Unabhängigkeit Frankreichs bedrohe, fei im Kommunismus zu suchen. Ein Zusammenarbeiten aller Gruppen und Parteien, die sich dieser Gefahren bewußt seien, sei deshalb notwendig. Ueberall sollen die Umtriebe Moskaus angeprangert und die Schrittmacher des Bürgerkrieges in Frankreich entwaffnet werden. Ehestandsdarlehen auch in Oesterreich. Wien, 23. Okt. (DNB.) Die Bundesbeamtenkammer hat beschlossen, zum Zwecke der Förderung von Eheschließungen 100 000 Schilling zur Verfügung zu stellen. Aus diesen Mitteln sollen an öffentliche Probleme der deutschen Innenpolitik. Eine Unterredung mit Reichsminister Or. Frick: Aufgaben der GG. und der Polizei. Gibt es noch Konzentrationslager? — Was vergangen ist, kommt nicht wieder. Spanien, eine Warnung an die gesittete Welt. Reichsminister Dr. Frick empfing den englischen Schriftsteller N. P. Macdonald, Verfasser der viel besprochenen Bücher „What is Palriotism" und „Britains Future". N. P. Macdonald, der schon im Sommer längere Zeit in Deuffchland geweilt und anschließend Oesterreich und die Tschechoslowakei besucht hatte, war gerade vor einigen Tagen von Wien kommend wieder in Berlin eingetroffen. Er schilderte dem Minister seine Eindrücke, besonders in den sudetendeutschen Gebieten der Tschechoslowakei. Es sei erschütternd, in welch tiefer Not die Sudetendeutschen leben und wie wenig bekannt es in der Welt sei, daß ein Millionenvolk inmitten Europas nahezu verhungere und restlos verelende. Macdonald teilte dem Minister mit, daß er an einem Buch arbeite, das die Darstellungen der führenden Männer des Reiches über den nationalsozialistischen Aufbau enthalten solle. Er bat ihn, über die Neuorganisation der Polizei Aufschluß zu geben. Reichsminister Dr. Frick verwies darauf, daß vor der Machtergreifung des Führers im Deutschen Reiche 17 Staatsgewalten bestanden, und daß es die Aufgabe der nationalsozialistischen Regierung gewesen sei, eine einheitliche Reichsgewalt zu begründen. Diese Aufgabe sei in ruhiger und steter Arbeit gelöst worden. Die Polizeiorganisation ist noch immer in der Hauptsache landesrechtlich geregelt und erscheint in den einzelnen Länder-Etats. Dennoch ist die Deutsche Polizei im ganzen Reichsgebiet nunmehr einheitlich zusammen- gefaßt in der Spitze des zum Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern gehörenden Chefs der Deutschen Polizei, der kraft der ausschließlichen Hoheit des Reichs im ganzen Reichsgebiet unmittelbar eingreifen kann. Die Verschmelzung der Deutschen Polizei drückt sich äußerlich in der nunmehr durchgeführten einheitlichen Uniformierung der gesamten Ordnungspolizei aus. Neben dieser uniformierten Polizei ist auch die Sicherheitspolizei (Kriminalpolizei) mit der politischen Polizei (Geheime Staatspolizei) dem Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei unterstellt. Auf die Frage, ob die S S. eine eigene P o - l i z e i t r u p p e ist, erklärte Reichsminister Dr. Frick, daß die SS. in erster Linie eine Parteiorganisation sei, die nur zum Teil mit Polizeiaufgaben betraut sei. Der größte Teil der SS. ist nicht hauptberuflich, sondern ehrenamtlich tätig und versieht den SS-Dienst neben dem privaten Beruf. Nur die Leib standarte des Führers, die SS. - Verfügungstruppe und die Wachmannschaften der Konzentrationslager find kaserniert und üben öffentliche Gewalt aus. Sie unterstehen dem Reichsführer SS. Himmler, der in ihnen eine (Elite- und Ordnungstruppe ersten Ranges geschaffen hat. Ein großer Teil der seinerzeit eingerichteten Konzentrationslager ist bereits aufgelöst, weil die Häftlinge in Freiheit gesetzt werden konnten. Die Konzentrationslager unterstehen dem Reichsführer SS. Die Aufficht über den Strafvollzug und die Gefängnisse übt der Reichsjustizminister aus. Lediglich die Polizeigefängnisse sind der Aufsicht des Reichsministers des Innern unterstellt. Sowohl die Lager, als auch die Polizei- und Gerichtsgefängnisse sind wiederholt von ausländischen Journalisten besichtigt worden und brauchen das Licht der Oesfent- lichkeit nicht zu scheuen. Zum Schluß richtete Macdonald die Frage an den Minister, ob das Reich noch mit irgendwelchen inneren separati st ischen Widerstän - d e n zu kämpfen habe, und ob monarchistische Re- staurattonspläne, wie er sie in einem übrigens sehr kleinen Teil der österreichischen Bevölkerung fest- gestellt habe, im Deutschen Reiche noch zu verzeichnen seien. Reichsminister Dr. Frick sagte: „Was vergangen ist, kommt nicht wieder. Der Separatismus ober der Länderegoismus ist im Deutschen Reich re ft los und endgültig überwunden dank dem dreizehnjährigen Ringen Adolf Hitlers vor der Machtergreifung und dank der rastlosen Aufklärungsarbeit der nationalsozialistischen Bewegung in allen Teilen des Deutschen Reiches. Der 30. Januar 1933 wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht eine überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes den Willen zur Ueberwindung des Länderseparatismus und zur Aufrichtung einer neuen starken Reichsgewalt gehabt hätte. Der Führer hat zwischen Berliner Zentralismus und bayerischem Partikularismus die Ideallösung gefunden, indem er München zur Hauptstadt der Bewegung erhob mit allen zentralen Einrichtungen der NSDAP, und ihrer Gliederungen. Da im Dritten Reich die Partei der politische Willensträger des deutschen Volkes ist, hat München damit auch eine ungeheure politische Bedeutung gewonnen. Berlin aber, d i e H a u p t st a d t des Reiches, ist auf Grund der geschichtlichen Entwicklung die große Zentrale des gesamten Regierungs- und Behördenapparates geblieben. So sind der Norden und der Süden des Reiches in der gegenseitigen Durchdringung von Staat und Partei zu einer völligen Einheit zusammengeschweißt." Auf eine Frage Macdonalds über den Kampf desReiches gegen denWeltbolfchewis» mus sagte Reichsminister Dr. Frick: „Ich habe das Gefühl, daß man außerhalb des Deutschen Reiches, ganz besonders auch in England, d i e Gröhe der Gefahr des Bolschewismus nicht klar genug erkennt. Wir mengen uns nicht in die inneren Verhältnisse anderer Staaten ein, und es wäre uns an sich auch gleichgültig, welches Regime in Rußland an der Macht ist, aber man darf doch nicht übersehen, daß die Moskauer Staatsgewalt und die 3. Internationale ein und dasselbe sind? Die kommunistische Internationale will die ganze Welt revolutionieren und die Bürger anderer Staaten gegen ihre Regierungen zu Revolutionen treiben. Der sowjetrussische Soldat schwört in seinem Eid, d i e internati onale Revolution mit Waffengewalt z u verbreiten. Wir haben ja auch in Spanien die Dinge verfolgen können. Ich gestehe offen, daß unsere Sympathien durchaus auf der Seite der spanischen Nationalisten stehen. Wer die viehischen Grausamkeiten der roten Mordbanden und ihre Zerstörungswut, die vor keinem Kunstwerk und keinem Kulturgut halt machten, verfolgt, der muß diese Ereignisse als eine Warnung an d i e ganze gefittete 2BeIt betrachten. Es wäre an der Zett, daß in allen Staaten diese Gefahr richtig erkannt und mit richtigen Mitteln bekämpft würde. Dies wäre, so schloß der Reichsminister sicherlich ein bedeutender Schritt zur H e r- ft e II u n a eines allgemeinen Friedens, den das deutsche Volk, wie kein anderes, aufrecht erhalten und mit allen Mitteln verteidigen will." Innenpolitische Spannungen in Belgien. Die Sonntagskundgebung der Rex-Bewegung. — Der Ministerpräsident kündigt allgemeines Versammlungsverbot an. Angestellte unverzinsliche Darlehen gegeben werden, deren Rückzahlung in fünf Jahren erfolgen soll. Auch die Arbeiter sind in diese Vergünstigung eingeschlossen. Bei der Rückzahlung soll auf das Einkommen Bedacht genommen werden, so daß die Raten in der ersten Zeit geringer sind und bei steigendem Einkommen zunehmen. Diese Bewilligung fall, wenn die Finanzlage der Bundesbeamtenkammer es gestattet, jährlich wiederholt werden. — Zur Begründung dieser Maßnahme wird der katastrophale Geburtenrückgang in den letzten Jahren angeführt. In Wien sind beispielsweise 34 v. H. der Ehen kinderlos. Nur 14 v. H. aller Ehen haben drei oder mehr Kinder. In Linz und in Graz sind 32 v. H. aller Ehen kinderlos. Nur 12 v. H. haben drei ober mehr Kin- ber. In Gemeinden über 10 000 Einwohner sind im ganzen 28 v. H. aller Ehen kinderlos, 21 v. H. haben drei ober mehr Kinder. Keine Bewerbungen an Ministerpräsident Söring. Berlin, 22. Oft (DVB.) Seif ber Herausgabe der Verordnung des Führers über die Durchführung des Vierjahresplanes läuft im Slabsantt des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring eine Fülle von Gesuchen um Verwendung ein, die den Geschäftsbetrieb außerordentlich hemmt, hierzu teilt die Pressestelle des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring mit: „Ministerpräsident Generaloberst Göring hat für die Durchführung des Vierjahresplanes seine Mitarbeiter bereits bestimmt. Es wird keine besondere Behörde oder Dienststelle gebildet. Weitere Gesuche um Einstellung sind zwecklos." Tagung des Reichsfremdenverkehrsverbandes. In Baden-Baben begann die Hauptversammlung bes Reichsfrembenverkehrsoerbanbes. Der Geschäftsführer Major a. D. Ritter von Helling- brunner erstattete ben Jahresbericht. Präsident Esser betonte, daß die Aufgabe, die er sich im vergangenen Jahre gestellt hatte, auch erreicht worden sei durch die Schaffung einer eigenen Presse und einer eigenen Reichsorganisation. Neue Zielsetzung für das kommende Arbeitsjahr fei die vom Führer gebilligte Errichtung eines Hauses des deutschen Fremdenverkehrs in Berlin, dessen Grund st ein» legung in den nächsten Wochen durch Reichs- Minister Dr. Goebbels erfolgen werde. Unter ber Bauleitung von Architekt Speer, bem Schöpfer ber Münchener unb Nürnberger Monumentalbauten, solle im Zentrum der Reichshauptstadt „Unter den Linden" ein großzügiger Dau errichtet werden, der bas Stein geworbene Symbol beutscher Gastlichkeit barstellen soll. Der Bau bebeute den Auftakt für weitere Monumentalbauten in der Reichshauptstadt. Die Fassade werbe 120 Meter breit sein, man könne mit der Einweihung im März 1938 rechnen. Der Rebner gab bie Parole: Reist inDeutsch- land, alle Deutschen müßten es sich wohl überlegen, ob sie ben Mut dazu aufbringen könnten, in jene Länder zu reifen, in denen Deutschland und das Werk des Führers mißachtet würden. An Stelle der bisherigen Hauptversammlung trete der einmal jährlich zu Beginn der Fremdenfaison ftattfinbenbe „Große deutsche Fremdenverkehrs- t a g", an dem die Vertreter der 10 000 Fremdenverkehrsgemeinden des Reiches von Reichsminister Dr. Goebbels die Parole für das Arbeitsjahr ent* gegenehmen würden. Brüssel, 22. Okt. (DNB.) Die innenpolitische Lage steht im Zeichen einer wachsenden Spannung zwischen ber Regierung unb ber Rex-Bewegung. Die Erklärung D e g r e 11 e s, bie für Sonntag angesetzte Massenkunbgebung in Brüssel trotz bes Regierungsverbotes abzuhalten, hat zu einer gefährlichen Zuspitzung ber Lage geführt. Die Regierung hat sich zunächst barauf verlegt, bie Vorbereitungen für bie Versammlung am Sonntag zu erschweren. Die beantragten Son- b e r 3 ü g e, mit benen bie Rex-Leitung ihre Anhänger nach Brüssel führen wollte, finb von ber Eisenbahnverwaltung nicht genehmigt worben. Rex hat baraufhin Anweisungen an seine Unterglieberungen gegeben, ben Transport m i t anbern Mitteln burchzuführen, um ben erschwerten Umftänben zum Trotz bie Versammlung doch noch möglichst einbrucksvoll zu gestalten. Ob es Degrelle allerbings unter biefen Umftänben noch möglich fein wirb, mit 250 000 Anhängern, wie bies ursprünglich geplant war, aufzumarschieren, erscheint fraglich. Die Regierung wirb vermutlich ihr Augenmerk hauptsächlich barauf richten, Zusammen st äße ber Rexisten mit ihren marxistischen Gegnern zu verhin- bern. Eine von ber Sozialistischen Partei unb ben sozialistischen Gewerkschaften für nächsten Sonntag eigens gebilbeter Aktionsausschuß hat, ohne baß bie Regierung übrigens hiergegen etwas unternommen hat, in einem Aufruf an bie marxistisch verhetzten Massen aufgefor- bert, sich mit allen Mitteln bem Zustanbekommen ber Rex-Versammlung zu wibersetzen. In ber belgischen Öffentlichkeit wirb bie Haltung ber Regierung vielfach starker Kritik unterzogen. Der weitaus größte Teil ber Bevölkerung hat kein 23er- ftänbnis bafür, daß bie Regierung unter bem Prag, 22. Okt. (DNB.) In den Außenausschüssen ber beiben Kammern erstattete ber Minister bes Aeußeren Dr. Krofta Bericht über bie außenpolitische Lage. Der Minister verheimlichte nicht, baß bie letzten Ereignisse vielen Freunben bes Völker- b unb es eine Enttäuschung gebracht hätten. Zum Artikel 19 bes Paktes (Revision) erklärte Dr. Krosta: „Wir können nicht zulassen, daß sich die Völkerbundsverfammlung auf (Bruno Oes Artikels 19 das Recht a n m a ß t, auch nur durch theoretische Erörterungen die Unversehrtheit unserer Staaten anzutasten. Wir können ebenso nicht als richtig anerkennen, baß die Völkerbundsver- fammlung es sich zur Aufgabe fetze, die Unzufriedenen zufrieden zu stellen. Wir befürchten im Gegenteil, baß burch eine bemonftratioe Aussprache über bie vermeintlichen Ungerechtigkeiten bem Trieben nicht gebient würbe." In ben Derhanblungen um einen neuen W e st- p a k t sei eine neue Unsicherheit hinzugetreten, burch bie Erklärung des belgischen Königs, bie Tschechoslowakei könne bem Beispiel Belgiens nicht folgen. „Unsere geographische Lage ist ganz anbers als bie Belgiens. Wir haben weder die Sicherheit, noch irgendeine besondere Hoffnung, daß irgendein europäischer Staat sich unser ernstlich gegen irgendeinen Angreifer militärisch anneh- Druck der Marxisten die in ber belgischen Verfassung garantierte Versammlungsfreiheit ben Rexisten gegenüber aufhebt, wäh. renb ben Sozialisten unb Kommunisten nicht bie geringsten Hinbernisse bei ihrer volksverhetzenben Bersammlungstätigkeit in ben Weg gelegt werben. Ministerpräsident van Zeeland hielt am Donnerstagabend im Rundfunk eine Rede, in ber er sich sehr scharf gegen d ie Bex-Bewegung wandte. Er kündigte an, daß künftig, solange die inneren Spannungen noch andauerten, alle öffentlichen Versammlungen, ohne Unterschied der politischen Richtung, verboten würden, wenn bie Veranstaltung einen derartigen Umfang habe, daß ihre Kontrolle und die Aufrechterhaltung der Ordnung in Frage gestellt sei. Diejenigen, die aus der Legalität heraustreten füllten, würben die Strenge ber Gesetze, zu spüren bekommen. Die Regierung habe das Verbot der Kundgebung erlassen, weil sie für die Aufrechterhaltung ber Drbnung verantwortlich fei. Die Regierung werde auch in Zukunft sorgen, baß bie Drbnung nicht gestört werde. Die Rexisten hätten gegen bie Regierung eine haßerfüllte, negative und destruktive Kampagne entfaltet. Niemals werde bie Regierung Massen, daß ber Führer ber Rex-Ve- roegung seine Drohungen wahrmache. Es werde in Belgien nicht gebulbet werben, baß bie Straße herrsche. Die Regierung sei gewillt unb imstande, bie Ordnung gegen jedermann zu sichern. Der Mi- nisterpräsib-nt richtete einen Appell an den Patriotismus feiner Mitbürger. Viele lebten in Sorge wegen ber kommunistischen Gefahr. Sie seien entsetzt über die Verwüstungen, bie bie kommunistische Propaganda in anderen Ländern an- gerichtet habe. Die Regierung sei gegen jeden Versuch einer kommunistischen Revolte gewappnet. men würde, wenn wir uns seine Hilfe nicht im vorhinein durch unsere Gegenverpflichtung ficherstellen. Daher müssen wir nicht nur auf unteren bisherigen Bündnisverträgen beharren, sondern müssen darüber hinaus deren Festigung unb Erweiterung anstreben." Das deutsch - österreichische Abkommen könne wenigstens für eine Zeit in Mitteleuropa eine gewisse Beruhigung bringen. Sie sei für die Tschechoslowakei ein Gewinn. Der Minister wies bas Bestehen angeblicher Angriffsabsichten aus bie Tschechoslowakei oder auf einen ber mit ihr befreundeten Staaten zurück, ebenso bie Gerüchte, die von einer Blockbildung in Europa sprächen. 3m Gegenteil könne die zwischen Deutschland und Italien elngetretene Annäherung den Ausbau der Wirtschaftsorganisation Mitteleuropas erleichtern. Die Tschechoslowakei, die niemals ernste Konflikte, weder mit Deutschland noch mit Italien noch mit Oesterreich gehabt habe, werde jedenernstenundaufrichtigen versuch nach wirtschaftlicher Zu- fammenarbeH in Mitteleuropa mH Befriedigung begrüßen, soweit Keine Aenderung der tschechoslowakischen Außenpolitik. Die deutsch-italienische Annäherung und das Abkommen mit Oesterreich werden in Prag begrüßt. sie im Einklang mit der gesamten politischen Linie aller ihrer Verbündeten und unter deren Beteiligung erfolgen würde. Der tschechoslowakischen Außenpolitik sei nicht entgangen, daß der praktische Wert ihrer hauptsäch- lichen Bündnisverträge mit Frankreich und der Kleinen Entente durch die fortschreitende Aufrüstung Deutschlands Ziemlich gesunken wäre, wenn sie nicht durch genauere B e st i mm ung der wechselseitig gen Verpflichtungen oder durch Verträge übergegenseitigeHilfeleistung mit anderen Staaten gehörig ergänzt worden wären. Daher habe die Tschechoslowakei auch den Abschluß des sog. Ost - und Donauvaktes an- gestrebt, und nach dem Scheitern dieser Verhandlungen den Hilfeleistungsvertrag mit den Sowjets abgeschlossen. Und in weiterer Folge sei die Ergänzung der Bündnisverpflichtun- gen innerhalb der Kleinen Entente für den Fall eines Angriffes auf irgendeinen der Staaten der Kleinen Entente begonnen worden. Diese Befestigung der Bündnis-bande sei gegen keinen Staat gerichtet. Im Gegenteil, die Tschechoslowakei wünsche die besten Beziehungen zu allen ihren Nachbarn. Das gelte vor allem auch für das Verhältnis zu Deutschland, Polen und Italien. Italiens und Deutschlands Antworten an den Nichteinmischungsausschuß. Die englische presse durchschaut die Methode Moskaus. . C°"i,on' 23- vkt. (DNB. Funkspruch.) Der auf heme. Nachmittag einberufenen Sitzung des Nichteinmischungsausschusses sieht man mit großer Spannung entgegen. Nach wie vor wird es für sehr gut möglich gehalten, daß Sowjetrußland heute s e l n e n Austritt aus dem Ausschuß erklärt. Dem Ausschuß werden die deutsche und ita- Antwort auf die Beschuldigungen Moskaus und Madrids vorliegen. Die italienische Antwort wurde dem Vorsitzenden des Ausschusses Lord Plymouth am Donnerstag übergeben Sie lehnt alle gegen Italien erhobene Beschuldigungen voll und ganz ab und legt die Tatsachen über die Verletzung des N t ch t e i n m i s ch u n g s a b- kommens durch die Sowjetunion dar „Times" stellt fest, daß Sowjetrußland jetzt nicht mehr den Ausschuß mit einem Heiligen- Idjetn der Unschuld verlassen könnte. Die Beweise für die sowjetrussischen Eingriffe in Spanien hätten sich lN den letzten Wochen rasch gehäuft. Es lagen Berichte vor, daß s o w j e t r u s s i s ch e Schiffe unter ihrer Getreideladung Waffen verborgen hatten. Mehrere Monate vor dem Beginn des spanischen Bürgerkrieges sei in sowjetrussischen Kreisen der genaue Zeitpunkt an dem die Unruhen begannen, vorausgesagt worden. Das Ergebnis, zu dem der Nichteinmischungsausschuß kommen werde, werde daher für Sowjetrußland wahrscheinlich nicht sehr befriedigend fein. Wenn die Sowjetunion die Verantwortung auf sich nehme, den Nichteinmischungsausschuß zu sprengen, bann werde sie nur den Eindruck b e - kräftigen, daß der Kommunismus die Methode der Zerstörung verfolge. Aus einem solchen Vorgehen Moskaus werde man schließen müssen, daß es wahrscheinlich mehr als den Londoner Ausschuß zerstören wolle. * Die deutsche Antwortnote an den Nicht- einmischungsauss ch u ß in London ist die Antwort auf Moskaus Vorstoß in der Nichteinmischungsfrage und nach der scharfen Zurückweisung der gegen Italien gerichteten Anschuldigungen durch Grandi die zweite Ohrfeige für die Ueoerheblichkeit, mit der Moskau die Tatsachen zur Vertuschung feiner ständigen eigenen Einmischung in Spanien auf den Kops zu stellen versuchte. Nach der amtlichen Mitteilung über das deutsche Dokument hat es die Reichsregierung so wenig wie Italien an der notwendigen Energie und Schärfe fehlen lassen. Außerdem aber ist sie genau wie Italien ihrerseits zum Angriff übergegangen und hat aus dem reichlich verfügbaren Material eine vermutlich lückenlose Liste der verbrecherischen russischen Eingriffe in Spanien ihrem Dokument beigefügt. Es mag freilich dem politischen Rowdytum in Moskau wenig in den Kram gepaßt haben, daß Deutschland sich mit seinen unter dem Zeichen des Hakenkreuzes neugeschaffenen politischen Machtmitteln in Spanien für feine Landeskinder und deren Abtransport pflichtgemäß einsetzte. Noch weniger dürften den Moskauer Herren die schönen Erfolge der deutschen Schutztätigkeit und der wiederholte warme Dank der Staaten gefallen haben, von denen die Reichsregierung ebenfalls um den Schutz ihrer Staatsangehörigen gebeten worden war. Aber es gehört schon die ganze verkommene Mentalität eines gewissenlosen politischen Verbrechertums dazu, unbeteiligte Staaten der Einmischung zu zeihen, wenn nicht nur die Presse dieser Staaten, sondern die Blätter der ganzen Welt von der Unterstützung der spanischen Roten durch bolschewistische Revolutionsfachleute, durch bolschewistisches Rüstungsmaterial, das neuerdings vielfach unter der Bezeichnung „Lebensrnittel und Kleidung in ostspanischen Häfen ausgeladen wird, und durch die bolschewistisch-jüdische Diplomatie vom Schlage der Rosenberg und Genossen voll sind. Gerade jetzt wird bekannt, daß Moskau auch für Barcelona, das ein zweites rotes Madrid werden soll, einen „Generalkonsul" ernannt hat, der als Revolutionshetzer in genau gleichem Ruf steht wie die Rosenberg, Heinz Neumann, Bela Kun u. a. m. Nach den Moskauer Drohungen dürfte Sowjetrußland nun, nachdem seine Forderungen beim Nichteinmischungsausschuß unerfüllt geblieben sind, zum offenen Kampfeinsatz für die spanischen Roten übergehen. Dadurch ändert sich genau besehen an der bisherigen Praxis gar nichts. Es ist völlig einerlei, ob die russische Unterstützung für die spanischen Massenmörder offen ober halb geheim erfolgt. Die einzige Frage, die an dieser Affäre noch interessiert, wäre die, ob die Mächte, die im Nichteinmischungsausschuß die absichtlich so tark betonte führende Rolle spielen, aus dem rus- ischen Vorgehen nun endlich einmal die selbstver- tändlichen Folgerungen ziehen werden. Da aber gerade die eine dieser führenden Mächte, Frankreich, durch die unehrliche Politik seiner Regierung sowohl nach der Madrider als nach der Moskauer Seite aufs stärkste belastet ist, dürsten diese Mächte trotz ihres bedenklichen Aufwandes an Zweckentrüstung alles beim alten lassen. Daß diese Mächte dadurch die Außenpolitik des zukünftigen Spanien noch stärker als bisher in eine Richtung drängen, die ihnen selbst als unerwünscht erscheinen dürste, liegt auf der Hand. England hat wiederholt seine Sorge um Auswirkungen eines natjonalspanischen Einflusses auf die westlichen Mittelmeerhälfte im Sinne eines Zusammengehens mit Italien merken lassen. Frankreich hat ähnliches im Hinblick auf etwaige Truppentransporte aus feinen nordafrikanischen Kolonien nach dem Mutterlande geäußert. Wie sieht es in der Wirtschaft ans? c«. »rnün^t weroen uulu, vn> h^n^erberS Hu der Erzeugungsschlacht bes Öen Derderv.^u '^^^^nasschlacht Di- groß- W-rb-oktion^di- ^er^L-ttlatz LdV/in- wichtig- Phas- d°r Er^gAng-Mocht f ft st°»- A"n° rd^n-/R-ich-nnmst°r Schirmherr der AuB°llung, Nahrung-, raart hervor. „D ist bisher ausschließ. MX deutschen ® getragen wor- Mr »muNLt werd» durch den Kamps aegen den E r h a l tu n g s s ch l a ch t Verbrauchers hinzukommen, 5 c3? V $*•> ab um die östliche" Ge gen lvare"' Gerung S-zumal n Litauen av Wanderung «- bäuerliche" Deutschtum Gebiet des Nische" Stc ten gehelße schließlich 3 Zur 3elt tische E-nmo eigentliche x. Viertel der J gen rund K Lettgalli und Polen, i nächstgrößte die vor alle lässigen Lan chen insgesc Personen z Jahres 193( rückganges, bie Geburt Abwanderr den nur ni rung. Schli bie Qi tau 7700 zu ern Kunb 69 Mittelstadt, len sind, — niemals der. bedeutenden Kolonie! Im hat sich hier i sehr kleine l adligen Gros beherrschten i lisch erhalten, IWbex Ml eine dmcha scheinung. Infolge in Lettlam scheu) Gr hat und de überließ, a und große recht türm Deutschtum genommen maligen C derungen, . Quferfegt fy Zogen, ihre Kunst und Wissenschaft. Der österreichische Tondichter Adolf kirchl f. Der Tondichter Adolf Kirchl, Ehrenchormeister des Wiener Schubert-Bundes, ist in Wien g e st o r - Leder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das W i n t e r h i l f s w e r k des Deutschen Volkes, Kreisführung Wetterau in Gisste n, Postscheckkonto Br. 23 633, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Giesten zu überweisen. großer Kohlendampfer. Das Schiff befindet sich in höchster Gefahr. „Herr Haase" auch in Paris. Ein Pariser wäre bei der letzten Luftschutzübung beinahe ein Opfer seiner Unkenntnis geworden. Da er schon seit Jahren keine Zeitung mehr gelesen hatte, wußte er nichts von den für die Uebung getroffenen Maßnahmen. Als an einem der letzten Abende nun plötzlich unter dem Geheul fämt- licher Sirenen Paris in völliges Dunkel tauchte, erinnerte er sich an den Weltkrieg und glaubte an einen Luftangriff.Um dem Tod durch Fliegerbomben zu entgehen, wollte er freiwillig aus dem Leben scheiden und öffnete sämtliche Gashähne seiner Wohnui^g. Am nächsten Morgen fanden ihn Nachbarn bewußtlos auf. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er erst nach Tagen die Besinnung wiederfand und sein eigentümliches „Abenteuer" erzählte. Eine Wordlal nach 16 Jahren aufgeklärt. Unter dem Verdacht des Raubmordes wurde der feit einigen Jahren in Geisa (Rhön) ansässige 45 Jahre alte Paul Wagner aus Könitz (Kreis Saalfeld) verhaftet. Wagner hat unter dem Druck der gegen ihn vorliegenden Beweismittel bereits ein Geständnis abgelegt. Er hat 1920 den 52 Jahre alten Landwirt Hermann Engel in Friedebach (Kreis Saalfeld) ermordet. Die französische Fliegerin Maryse Vaslie verschollen. In Pariser Luftfahrtkreisen zeigt man sich beunruhigt über das Schicksal der bekannten französischen Fliegerin Maryse B a st i e , die im Gebiet von Riel del Oro an der afrikanischen Westküste verschal- l e n ist. Die Fliegerin flog am Dienstag aus Dakar nach Casablanca mit einem Sportflugzeug ab. Gerüchtweise verlautete am Mittwoch, daß sie in Jfni notgelandet sei. Eine Bestätigung dieser Nachricht war nicht zu erhalten. kern efncrt Empfang, an dem verschiedene führende Kirchenmänner aus Washington teilnahmen. Die Lutherische Gesellschaft von Neuyork veranstaltete ein von über 500 Vertretern besuchtes Bankett. Die Hochzeit der Kronprinzessin Juliana wird Anfang Januar stattfinden. Schon jetzt werden im ganzen Lande umfassende Vorbereitungen getroffen. Das Gemeinschaftsgeschenk der holländischen Bevölkerung an das junge Paar wird aus einer großen Jacht bestehen, mit der auch westeuropäische Gewässer befahren werden können. In alle« Städten haben sich Ausschüsse gebildet, um die örtlichen Feiern des Hochzeitstages vorzubereiten. Der ehemalige Professor an der Universität Köln, der Jude Hans Kelsen, ist zum Professor für Völkerrecht an der Prager deutschen Universität ernannt worden. Als Kelsen seine Antrittsvorlesung mit der Ankündigung eröffnete, daß er zunächst einige grundsätzliche Feststellungen machen wolle, verlieh die gesamte deutsche Hörerschaft den Hörsaal. Aus aller Wett. Die abenteuerliche Fahrt der „Girl Pal" vor Gericht. Die abenteuerliche Fahrt des englischen Fischdampfers „Girl Pat", über die vor einiger Zeit die gesamte Weltpresse berichtete, fand jetzt vor dem Londoner Schwurgericht ihr Nachspiel. Kapitän George Osborne wurde wegen Diebstahls der „Girl Pat" zu IV2 Jahren Zuchthaus und fein Bruder Jim zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Der Fischdampfer „Girl Pat" hatte Anfang April d. I. ohne Wissen der Reederei und in völlig untauglichem Zustande angeblich auf der Suche nach unbekannten, sagenhaften Schätzen eine lange Seereise angetreten, die in Brittsch-Guayana infolge Mangels an Proviant mit der Verhaftung des Kapitäns ihr Ende fand. Leider hat die gerichtliche Untersuchung über die eigentlichen Ziele des Fischdampfers keine Aufklärung gebracht. Tatsache ist, daß die beiden Angeklagten mit einem englischen Zeitungsunternehmen einen Vertrag abgeschlossen hatten, in dem sie sich gegen Zahlung von 5000 Pfund Sterling verpflichteten, ihre Erlebnisse zu schildern. Ein Teil dieses Geldes ist auch ausgezahlt worden. Unglück am Bahnübergang vor Gericht. Wegen fahrlässiger Tötung wurde in Heidelberg der 43jährige Johann Heinrich Steck aus Zuzenhausen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Nacht zum 2. Mai d. I. wurde in der Nähe von Zuzenhausen ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen von dem aus der Richtung Sinzheim kommenden Personenzug angefahren, eine größere Strecke weit geschleift und die Insassen getötet. Bei der Untersuchung ergab sich, daß die Schranke nicht geschlossen war. Die beiden Verantwortlichen, der Bahnhofsmeister Zimmermann b e n. Kirchl hat sich hauptsächlich durch Männerckörü einen Namen gemacht. Er ist auch in Deutschland von zahlreichen Reisen des Schubert-Bundes her bekannt. Urgermanenzeit und Grohgermanenzeit. Die dritte Reichstagung für deutsche Vorgeschichte in Ulm befaßte sich u. a. mit der Frage, wie die deutsche Vorgeschichte, die bisher ein ausschließliches Reservat der Wissenschaft war, mitten ins Volk gestellt und dem Volk verständlich und erlebbar gemacht werden könnte. Professor Dr. Matthes (Hamburg) legte den von ihm ausgearbeiteten Vorschlag zu einer Neubenennung und Neugliederung der vorgeschichtlichen Zeitstufen dar. Die Aussprache hierüber gestaltete sich unter der Leitung des Bundesführers Professor Dr. R e i n e r t h außerordentlich lebhaft. Es wurde beschlossen, den ersten Hauptabschnitt der deutschen Vorgeschichte als „Urgermanenzeit" und den zweiten Hauptabschnitt als „Großgermanenzeit" zu bezeichnen. Weiterbericht des Hel(bsroef ter bienff cs. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit fetzt sich noch immer fort. Die südlich von Island ankommenden Störungen nehmen jedoch jetzt nicht mehr direkten Kurs auf das Festland, sondern wandern in nordöstlicher Richtung weiter. Dabei läßt der Einfluß der Störungstätigkeit auf unser Wetter nach, wenn auch mit der fortgesetzten Zufuhr feuchter Meeresluft auf das Festland noch kein durchweg trockenes Wetter erwartet werden kann. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst veränderlich mit Aufheiterung und nur noch einzelnen Regenfällen, bei südwestlichen bis westlichen Winden tagsüber mild. Aussichten für Sonntag: Vielfach noch neblig, sonst wolkig bis aufheiternd, aber immer noch nicht regensicher, etwas frischer. Lufttemperaturen am 22. Oktober: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 11,3 Grad; am 23. Oktober: morgens 11,5 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum heute nacht 10,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Oktober: abends 9,6 Grad; am 23. Oktober: morgens 9,7 Grad. — Niederschläge 0,8 mm. hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit Ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. und der Angeklagte S t eck, wurden in haft genommen. Zimmermann entzog sich durch Selbstmord dem irdischen Richter. Steck hatte sich jetzt vor dem Heidelberger Schöffengericht zu verantworten. Steck, der Posthelfer ist, nahm Zimmermann oft am Abend die Arbeit des Schrankenschließens ab. Am Ungluckstage rief Steck Zimmermann zu, die Schranke sei noch geschlossen, obwohl er sich nicht davon überzeugt hatte. Der Angeklagte versicherte vor Gericht, daß er wirklich dieser Meinung gewesen sei; er habe gedacht, daß Zimmermann sich selbst noch davon überzeugen werde. Mit Rücksicht auf die schrecklichen Folgen dieses Unglücks beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Das Gericht bejahte die Schuldfrage, billigte dem Angeklagten jedoch mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu der genannten Strafe. Drei Opfer eines Eiferfuchlsdramas. In der Nähe des Landkreisortes Eichelhorn (Thür.) gab der in Marbach bei Erfurt wohnende Kurt Elfer auf den 50jährigen Handelsmann Geist aus Erfurt, der mit feinem Geschirr unterwegs war, einen Schuß ab und verletzte ihn schwer. Dann richtete Elfer die Waffe gegen seine Braut Elisabeth Dan, die bei Geist angestellt war und mit auf dem Wagen saß. Das Mädchen wurde in die Brust getroffen. Schließlich jagte sich Elfer selbst eine Kugel in den Kopf. Die drei Schwerverletzten wurden in das Erfurter Krankenhaus eingeliefert, wo Geist seinen Verletzungen erlegen ist. Der Beweggrund zur Tat soll Eifersucht sein. Elfer war dem Geistschen Wagen auf seinem Fahrrad gefolgt. 10 Millionen Ziegelsteine durch Hochwasser vernichtet. Die große Sturmflut am letzten Sonntag hat den am hannoverschen Ufer der Unterelbe gelegenen Ziegeleien ungeheuren Schaden zugefügt. Im ganzen sind weit über 10 Millionen Ziegelsteine durch das Hochwasser vernichtet worden. Das Wasser war in die Trockenschuppen eingedrungen, in denen etwa 30 Millionen Steine zum Trocknen aufgestapelt waren. Die noch ungebrannten Steine wurden aufgeweicht und sanken wieder zu Lehmhaufen zusammen. Furchtbares Explosionsungtück in einem französischen Steinbruch. In einem Steinbruch der Gemeinde Cauvicourt bei Caen sind durch die vorzeitige Explosion einer Sprengmine 21 Arbeiter getötet und vier schwer verletzt worden. Schwere Schiffsunfälle in nordjapanischen Gewässern. An der Südspitze von Karafto (Sachalin) strandete der 1000 Tonnen große Dampfer „A i s h u Mar u". Das zu seiner Hilfe ausgesandte Rettungsschiff „O i r a" sank im Taifun, wobei die Besatzung in Stärke von 35 Mann ertrank. Die „Aishu Maru" wird ebenfalls vermißt. Vor der Westküste von Hokkaido strandete im Taifun ein 10 000 To. zum Teil aus den besten Berliner Werkstätten, steht Ihnen zur Verfügung — Unverbindlich können Sie sich von der Qualität und Preiswürdigkeit überzeugen, denn Caso-Kleidung ist formvollendet und nicht teuer. Eine Auswahl von einigen Hundert Wintermäntel,Ulster und Paletots Karl Sommer Gießen, Bahnhofstraße 14 Das Haus der zufriedenen Kunden! 6734 A Zwei prächtige Bücher für den Vogelfreund! Gießen (Licher Straße 31II), den 22. Oktober 1936. Hugo Vermühler Verlag • Berlin - Lichterfelde 04864 Die Beerdigung findet am Montag, dem 26. Oktober, um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Die heimischen Singvögel Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege. 116 Seiten mit 14 farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf Kunstdruck- tafeln, 5 Karten und 11 Abbildungen im Text. Preis in Leinen gebunden 4.80 RM. „Wer sich nicht wissenschaftlich eingehend, sondern aus reiner Liebe zu unseren gefiederten Freunden und aus der Freude tiefsten Naturerlebens mit unserer Dogelwelt beschäftigen möchte, dem werden diese Bücher willkommen sein.» Deutsche Alpenztg. Die heimischen Raubvögel von Dr. M a r t r n L ö p e I m a n n. Herausgegeben von der Staat- lichen Stelle für Naturdenkmalpflege. 88 Seiten mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis in Leinen gebunden 4.— RM. „In dieser sorgfältigen Zusammenstellung findet der Naturfreund und Jäger alles Wissenswerte über die in deutschen Wäldern heimischen Raubvögel. Hervorragende Abbildungen vervollständigen das Buch." Blätter für Bücherfreunde. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Todesanzeige, Heute morgen Vi 7 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Bruder Herr Ludwig Schneider im Alter von 78 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gustel Sand, geb. Schneider Lina Loos, geb. Schneider August Loos > Großes Okfoberlesl xWhndTz/ mit buntem Programm Py Samstag, den 24. Oktober 1936, U 20.30 Uhr, auf der »Karlsruhe«. Deutsche Slenografenschall, Ortsgruppe Gießen I Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Uniformen": Wehrmacht in feinster Maßarbeit Erste Spezialkräfte Garantie für tadellosen Sitz Reparaturen Effekten Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragsschneiderel der Heeres-Kleiderkasse 6663A Herr Kaufmann Robert Imheuser im 73. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emmy Imheuser. geben. 04865 Gießen (Ludwigsplatz 9), den 21. Oktober 1936. hafte. 67150 04869 Nach kurzer Krankheit starb unerwartet mein lieber Mann und treuer Lebenskamerad, unser lieber Bruder; guter Schwager und Onkel Philivv Livvert Rödgen. Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 24. Oktober, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitte Abstand zu nehmen. | Verschiedenes! Deutscher SGWM entlaufen. Der ehrl. Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung abzugeben 04859 Walltorstr. 18. Golden.Damen- Armbanduhr verloren. Finder wird gebeten, diese im Fundbüro abzu- MM«! Warne hiermit jedermann, meinem Sohn Karl Lippert Rödgen bei Gießen etwas zu leihen oder zu borgen, da ich für nichts 7. KELKHEIMER MOBELSCHAU vom 16.-25. Oktober 1936 IN KELKHEIM IM TAUNUS 20.00 — 23.00 Erstautttthrnng Figaros Hochzeit Preise, von 1.30 - 4.40 RM. 66560 FREIER EINTRITT StMtattharten wahrend der Daeer der AeeeteUmie aeter Ne. i. Bo. Ehettiwdedafieten 20.00 - 22.30 Theaterring der N. 8. K. 6. Der Beltehtadent Operette von Carl Millöcker Preise von 1.20 - 4.00 RM. Stadttheater & Nr. 249 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Sreitag, 23. Oktober (956 Tas Deutschtum in Lettland. Von Or. Roderich von Ungern-Sternberg. In den letzten Jahren hat in Deutschland, im Vergleich zur Vorkriegszeit, das Verständnis für das Auslandsdeutschtum und für das Schicksal derjenigen Bestandteile unseres Volkes, die nicht im Reiche sondern im Ausland ihre engere Heimat haben, in erfreulicher Weife zugenommen. Immerhin ist es wohl nicht überflüssig, wenn man von den Deutschen in Lettland spricht, daran zu erinnern, daß das lettländische Deutschtum die e r st e koloniale Gründung des deutschen Volkes gewesen ist, die allerdings insofern nicht als eigentliche Kolonisation angesprochen werden kann, als den Missionaren und Ordensrittern, die um die Wende des 12. und 13. Jahrhunderts in die östlichen Gestade des baltischen Meeres vorgedrungen waren, eine deutsche bäuerliche Zuwanderung nicht gefolgt ist, weil der Bauer dazumal nicht über See ging, der Landweg über Litauen aber für einen friedlichen Durchzug bereits gesperrt war und außerdem die bäuerliche Ostlandwanderung schon in Ostpreußen ihren Niederschlag gefunden hatte und kein Anlaß vorlag, noch weiter nach Osten vorzudringen. Dieser Mangel einer bäuerlichen Grundlage ist für die Stellung des Deutschtums in Liv-, Est- und Kurland, wie das Gebiet des heutigen lettischen und des heutigen estnischen Staates, vor der Begründung dieser Staaten geheißen hat, von großem Nachteil gewesen und schließlich zu einem Verhängnis geworden. Zur Zeit zählt Lettland rund 1,9 Millionen lettische Einwohner, von denen aber nur 1,4 Millionen eigentliche Letten sind, die damit noch nicht drei Viertel der Gesamtllevölkrung ausmachen. Die übrigen rund 500 000 Letten sind eigentlich sogenannte Lettgaller, ein Mischvolk von Letten, Russen und Polen, die im Osten Lettlands ansässig sind. Die nächstgrößte völkische Minderheit sind die R u s s e n , die vor allem aus einer im Osten des Landes ansässigen Landbevölkerung bestehen. Die Russen erreichen insgesamt rund 237 000 Seelen und bilden zur Zeit 12,5 v. H. der Gesamtbevölkerung. Dann folgen der Zahl nach die Juden (94000), die etwa 5 v. H. der lettländischen Bevölkerung ausmachen. Die Deutschen sind gegenwärtig auf rund 69 000 Personen zusammengeschmolzen. Die Zählung des Jahres 1930 hatte noch 69 855 Deutsche ergeben, inzwischen ist aber ihre Zahl infolge des Geburtenrückganges, des Ueberwiegens der Todesfälle über die Geburten und infolge einer recht beträchtlichen Abwanderung noch weiter zurückqegangen. Sie bilden nur noch höchstens 3,6 v. H. der Gefamtbevölke- rung. Schließlich find die Polen mit rund 60 000, die Litauer mit 27 000 und die E st e n mit rund 7700 zu erwähnen. Rund 69 000, also soviel wie in einer deutschen Mittelstadt, etwa in Flensburg, Einwohner zu zählen sind, — das ist der kleine Rest eines allerdings niemals der Zahl, wohl aber dem Einfluß nach sehr bedeutenden Deutschtums in der ältesten deutschen Kolonie! Im Laufe von über sieben Jahrhunderten hat sich hier im Osten Europas eine verhältnismäßig sehr kleine deutsche Herrenschicht, bestehend aus adligen Großgrundbesitzern, städtischem Patriziat beherrschten volksfremden Mehrheit nicht nur völkisch erhalten, sondern bis zum Zusammenbruch des Zarenreiches (1917) in politisch und wirtschaftlich leitender und führender Stellung behauptet. Das ist eine durchaus ungewöhnliche und eigenartige Erscheinung. Infolge der sogenannten Agrarreform, die in Lettland den deutschen (und es gab nur deutschen) Grundbesitz entschädigungslos „enteignet" hat und den Eigentümern nur sogenannte Restgüter überließ, auf denen sie allenfalls bei größtem Fleiß und großen landwirtschaftlichen Erfahrungen ein recht 'kümmerliches Leben fristen können, ist dem Deutschtum die wichtigste wirtschaftliche Grundlage genommen worden. Leider genügen nicht alle ehemaligen Großgrundbesitzer den beruflichen Anforderungen, die dieser soziale Zusammenbruch ihnen auferlegt hat: nicht wenige haben es daher vorgezogen, 'ihre Restgüter zu verlassen. Zu dieser eige- nen Unzulänglichkeit und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die vor allem in einem großen Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern bestehen, kommen noch hinzu die Beeinträchtigungen, die von lettischer Seite jeder Ausbreitung des deutschen Grundbesitzes in den Weg gelegt werden. An sich gibt es immer noch Deutsche, die in der Lage wären, Land zu erwerben, aber die Regierung, die sich Vorbehalten hat, jeden Landverkauf zu genehmigen, bestätigt den Erwerb nicht, oder nur in ganz vereinzelten Fällen, wenn es sich um einen deutschen Käufer handelt. Dadurch ist vor allem allen zweiten, dritten und vierten Söhnen von Restgutbesitzern die landwirtschaftliche Betätigung so gut wie versperrt, was selbstverständlich auf die natürliche Fortpflanzung eine sehr nachteilige Wirkung ausübt. Bisher hat die lettische Regierung die völkischen Minderheiten in kultureller Hinsicht nicht benachteiligt, im Gegenteil durch die Gewährung von staatlichen Beihilfen für die Schulen war es auch den Deutschen möglich, ihr Schulwesen derten politischen Verhältnissen anpassen und auch ein Verständnis für die lettischen kulturellen Bestrebungen und für das lettische Wesen aufbringen muß. Aber es gibt doch leider eine Reihe von Ereignissen, in denen sich ein krasser lettischer Nationalismus den Deutschen gegenüber betätigt hat, der weder durch größere Geschicklichkeit auf deutscher Seite, noch durch größere Aufgeschlossenheit für lettisches Wesen hätte abgewehrt werden können. Es sei nur daran erinnert, daß sich seiner Zeit in Riga Letten gefunden haben, die das Denkmal für die im Kampf für die Befreiung Lettlands von der bolschewistischen Invasion gefallenen Deutschen gesprengt haben! Das hat gewiß in vielen lettischen Kreisen Empörung verursacht. Aber allein schon die Tatsache, daß so ein sinnloser Roheitsakt möglich gewesen ist, läßt immer wieder die Befürchtung aufkommen, daß willkürliche Maßnahmen gegen das Deutschtum erfolgen können. Trotzdem darf man die Hoffnung nicht aufgeben, daß auch auf lettischer Seite die Einsicht reifen wird, daß loyale deutsche Staatsbürger, die doch nichts anderes wollen, als in diesem Lande, das seit vielen Jahrhunderten ihre engere Heimat ist, ihre kulturellen Güter zu pflegen und ihren völkischen Bestand aufrecht zu erhalten, dem lettifchen Volk nur von Nutzen fein können. Brillenglas und Linse. Ein Besuch in der märkischen Brittenstadt Rathenow. Von Dieter von der Schulenburg. in einem befriedigenden Zustand zu erhalten. Neuerdings besteht aber die Absicht, die staatlichen Zuschüsse den Schulen zu entziehen. Diese Maßnahme soll sich allerdings auch auf die lettischen Volksschulen erstrecken, denn man will die materiellen Schullasten ganz auf die Gemeinden abwälzen. Für die deutschen Schulen würde das aber verhängnisvoll sein, denn die Deutschen sind gar nicht in der Lage, aus ihren überaus dürftigen Mitteln den gegenwärtigen Bestand an deutschen Schulen aufrechtzuerhalten. Neuerdings machen sich auch im lettischen Bildungswesen Tendenzen geltend, die gegen die deutsche Sprache gerichtet sind: Das Deutsche war bisher die Fremdsprache, die als Pflichtfach gelehrt wurde; nun ist es neuerdings durch das Englische ersetzt worden, eine Maßnahme, die weder in praktischer, noch in wissenschaftlicher Hinsicht günstig wirken kann und wahrscheinlich schon aus Mangel an Lehrkräften über kurz oder lang scheitern wird. Es unterliegt ja auch keinem Zweifel, daß in Anbetracht der vorherrschenden Stellung, die deutsche Kultur und Wissenschaft hierzulande innehatten, und im Grunde heute noch besitzen, das Deutsche, auch im Hinblick auf die Möglichkeit, diese Sprache im täglichen Umgang zu verwerten, in allen Schulen gründlich gelehrt zu werden verdient. Leider spielt aber eine rein gefühlsmäßige Einstellung heutzutage selbst auf dem Gebiet des Bildungswesens hier eine sehr unerfreuliche Rolle Zu den Bedrängnissen, denen das Deutschtum in bezug auf die Möglichkeit, Land zu erwerben, ausgesetzt ist, kommt noch hinzu, daß auch in allen freien Berufen den Deutschen Schwierigkeiten bereitet werden, so daß das Fortkommen der Heranwachsenden Generation in Frage gestellt ist. Dabei kann es nicht zweifelhaft sein, daß die lettische staatliche Selbständigkeit vom baltischen Deutschtum vorbehaltlos bejaht wird, denn diese staatliche Lebensform ist in Anbetracht der Verhältnisse, die im Bereich der Sowjetunion herrschen, die einzige, die den Bestand des baltischen Deutschtums gewährleistet, sofern das lettische Mehrheitsvolk nicht darauf ausgeht, die Deutschen allmählich völlig zu verdrängen. Das Deutschtum hat daher alle Veranlassung, an dem - Wohlergehen des lettländischen Staates mit allen Kräften mitzuwirken, und es ist auch kein Fall bekannt, der an dem Willen der baltischen Deutschen den letttschen Staat zu fördern, Zweifel aufkommen lassen kann. Daß es nicht die Deutschen sind, die die Schuld tragen an den unerfreulichen Vorkommnissen, die in Lettland immer wieder die Beziehungen zwischen Letten und Deutschen trüben, beweist wohl am eindeutigsten die Tatsache, daß in E st l a n d , wo doch, was ihre geschichtliche Vergangenheit anbelangt, genau die gleichen Deutschen ansässig sind, die wechselseitigen Beziehungen zwischen Esten und Deutschen unvergleichlich bessere sind als in Lettland. Gewiß ist zuzugeben, daß in einigen Vertretern des baltischen Deutschtums in Lettland ein Verständnis für die gegen die Vorkriegszeit völlig veränderte Lage der Deutschen nicht Wurzel gefaßt hat, daß man sich deutscherseits restlos den verän- Das kleine Städtchen Middelburg, Hauptort der holländischen Provinz Zeeland auf der Insel Wal- cheren, hat etwa vor 300 Jahren durch einen merkwürdigen Zufall Berühmtheit erlangt. Dort spielten im Jahre 1608 die Kinder des Brillenmachers Hans Lippershey mit alten Gläsern ihres Vaters auf der Straße und bemerkten, daß, wenn sie eine konvexe und eine konkave Linse zusammen vor die Augen hielten, ein entfernter Kirchturm plötzlich ganze nahe rückte. Diese auffällige Erscheinung bedeutete nichts Geringeres als die G e b u r t s ft u n b e des Fernrohrs. Der schlichte holländische Brillenmacher war sich der Tragweite dieser epochalen Entdeckung kaum bewußt, noch ahnte er, daß er vom Schicksal ausersehen sein sollte, Bahnbrecher aller noch folgenden hervorragenden Astronomen und Physiker au fein, wie etwa des großen Newton, der 1675 das erste Spiegelteleskop baute. Das Fernrohr an sich aber war es erst, das dem Musiker H e r- schell ermöglichte, den Planeten Uranus am nächtlichen Firmament zu entdecken und dadurch die Grenze unseres Sonnensystems um Millionen von Kilometern hinauszuschieben. 1846 errechnen der ehemalige Steuerbeamte Leverrier in Frankreich und Adams in England aus den Störungen des Uranus den Planeten Neptun, den nachher Galle, der Direktor der Berliner Sternwarte am Enckeplatz mit dem Fernrohr auffindet. Und verfolgen wir den Siegeszug der Lippersheyfchen Entdeckung weiter, so war wieder diese es, die es dem jungen, erst 20jährigen Amerikaner Clayde Tomba u g h, Landwirt von Beruf, ermöglichte, am 18. Februar 1930 den transneptunischen Planeten festzustellen, der den Namen Pluto erhielt. Dadurch erweitern sich die Grenzen unseres Sonnensystems auf rund sechs Milliarden Kilometer. Diese ungeheure Bereicherung menschlichen Wissens verdanken wir eigentlich der Brillenmacherei. Wir haben indessen gar nicht nötig, nach Holland zu schauen, sondern wir besitzen «ebenfalls, und zwar ganz in der Nähe der Reichshauptadt genau so ein kleines Städtchen im Westhavellande, auf das wir mit Stolz blicken, weil es Weltruf erlangte und diesen Weltruf deutscher Präzisionsarbeit in die entlegensten Zonen des Erdballs trug: Rathenow! Es scheint, daß so ein schmuckes, äußerst gepflegtes, sauberes kleines Städtchen, von einem grünen Kranz märkischer Kiefernwälder umsäumt, zur Optik einfach dazu gehört, wie ja alles, was mit dem Auge in Berührung kommt, peinliche Sorgfalt und Sauberkeit auszeichnen muß. Dem Standort der schmucken roten Ziethenhusaren von einst — der letzte Patrouillenreiter aus dem Weltkrieg mit Lanze und Fähnchen steht in Marmor als Wahrzeichen am Eingang der Stadt — hat heute die optische Industrie völlig ihren Stempel aufgedrückt. Wer vom Bahnhof in die Stadt wandert, ist angesichts der Läger optischer Instrumente, der Anpreisungen optischer Fabrikate, nicht mehr im Zweifel, daß er sich im Zentrum eines weltumspannenden Zweiges deutscher Industrie befindet. Und so wundert er sich auch nicht mehr, wenn er hört, daß von den 28000 Einwohnern, die Rathenow hat, 4000, also rund ein Siebentel, mittelbar ober unmittelbar von ber Optik leben, burch sie ihr Brot haben. Neben ben beiden Großfirmen, deren hübsche Hausfassaden der Verwaltung in der Hauptstraße allerdings nicht ahnen lassen, was für riesige Fabrikanlagen sich an sie anschließen, sind es vielleicht a n d i e 2 0 0 Brillenmacher, die familienmäßig und mehr handwerksartig der Herstellung von Brillen und Gläsern als ererbtem Erwerbszweig ihre Lebensarbeit widmen. Sie sind also selbstständige Meister in ihren Kleinbetrieben, die entweder lediglich Familienmitglieder ober nur eine sehr beschränkte Anzahl von Gesellen und Lehrlingen bei sich beschäftigen. Und merkwürdig, auch Rathenow hatte so etwa vor rund 150 Jahren seinen Hans Lippershey, einen genialen Bastler in Gestalt eine^ evangelischen Pfarrherrn, der im Jahre 1800 zum ersten Mal versuchte, Gläser und Brillen fabrikatorisch und serienmäßig herzustellen. So wurde der Pfarrer Duncka der Begründer einer der beiden weltbekannten Großfirmen. Durch ihn wurde die Hausindustrie ein immer weiter wachsendes, blühendes Fabrikunternehmen. Eine Gedenktafel am Hauseingang erinnert noch an den genialen Schöpfer, und im Musterzimmer, in dem die subtilsten Instrumente der Optik von dem hohen Können und der Leistungsfähigkeit der Firma beredtes Zeugnis ablegen, steht ein rührendes Vermächtnis dieses geistlichen Herrn und Bastlers: das erste Mikroskop aus Holz mit kleinem drehbaren Reflexspiegel unter dem Rohr, das er sich gefertigt hatte, und das nun heute pietätvoll dort unter all seinen Brüdern modernster Aufmachung aufbewahrt wird. Wie entsteht nun aber eigentlich ein okulares Glas, eine Linse? Räumen wir hier zunächst einmal mit der falschen Vorstellung des Laien auf, der sich leicht unter einer Brillenfabrik lediglich eine Glasschleiferei vorstellt und nicht daran denkt, daß ein wesentlicher Bestandteil der Brille neben den Augengläsern ihre Fassung ist, die die Gläser in die richtige Lage vor die Augen bringt. Der Wert der besten Gläser kann illusorisch werden, wenn sie nicht in eine exakt hergestellte Brillenfassung eingesetzt und diese dem Auge korrekt angepaßt wird. Die Opttk verbindet sich hier also mit der 'Feinmechanik. Ist schon die Herstellung der Augengläser ein weitläufiger, komplizierter Arbeitsvorgang, so der der Fassung mit ihren tausenderlei Einzelteilchen nicht minder. Je nach der Feinheit der Gläser und ihren unzähligen Arten erfordert auch ihre Herstellung verschiedene Methoden, die sich allerdings im wesentlichen mehr auf die Maschinen und Werkzeuge bzw. Schleifschalen als auf den Schleif- und Polierprozeß selbst beziehen, der bei allen Gläsern mehr ober weniger ähnlich ist. Die „Punktisken" unb „Ultrafingläfer", bie punktuell abbilbenb unb refraktionsrichtig sind, stellen wohl die vollkommensten dar, die es heutzutage gibt unb erforbern baher mehr Sorgfalt als einfache sogenannte Bigläser, bie in Massenfabrikation hergestellt werben. In noch stärkerem Maße gilt bas natürlich für „Doppelfokusgläser" ober gar allerfeinste Linsen von 1,5 Millimeter Durchmesser, bie naturgemäß Einzelarbeit finb. Die Hauptarbeitsoorgänge sind folgende: das Zufchneiden, Pressen, Aufkitten, Der Dichter Wert Hohlbaum. Zum bevorstehenden Vortragsabend im Goethebund. Der Dichter Robert H 0 h l b a u m, der am kommenden Montag bei der großen Kundgebung zur Woche des deutschen Buches im Gießener Stadttheater zusammen mit dem Wiener Lyriker Joses Weinheber aus eigenen Werken lesen wird, ist (Scherl-Bilderdienst-M.) den Lesern des F-uillewne^und b« hrh 0Ufß,3urürfbIirfen, das vornehmlich der nationalen Romanen von 9 . sRaftion" grenze entfernt, unb so verlebte ich eine typische Grenzlanbjugenb. Meine Vaterstabt, eine Fabrik- ftabt mit fünfzig Schloten, erweckte in mir burch bas Gesetz bes Gegensatzes Sehnsucht nach Romantik, aber auch bie Fähigkeit, tägliche unverdrossene nüchterne Arbeit zu schätzen. Früher als an binnen- deutsche Jungen trat die Politik in Form der österreichischen Nationalitätenfrage an mich heran, und meine nationale Ueberzeugung ist durch Erfahrungen der frühesten Jugend begründet und so fest, daß sie mir zum Leitstern meines Lebens geworden ist. Deutscher Waffenstudent in Graz, Studium der Germanistik, drei Jahre Frontdienst als österreichischer Reserveoffizier der Artillerie, Bibliothekar in Wien, Vortragsreifen durch das gesamte deutsche Sprachgebiet von Warschau bis Köln, von Schleswig bis Bukarest — neben sogenannten Vergnügungsreisen in andere Länder, die aber immer dem Studium von Land und Volk galten, das sind die „Stationen meiner Lebenspilgerschaft". Künstlerisch übte mehr als alle Dichter der Weltliteratur auf mich die Musik Einfluß — unterstützt durch meine Frau, eine Berufsmusikerin — nicht nur auf die Stoffwahl meiner musikalischen Novellen, sondern auch auf die Komposition meiner großen epischen Werke, namentlich meiner Trilogie „Mann und Volk", die aus den Romanen „König Volk", „Mann aus dem Chaos" und „Stein" besteht. Bruckner und Hugo Wolf und der Wagner der „Meistersinger" sind meine bestimmendsten Eindrücke gewesen. GinMlMplaudettausderKijche. Don Christian Bock. Sollte es jemanden geben, den es eines Mannes unwürdig dünkt, ein Handtuch um die Lenden geschürzt, in der Küche zu stehen? Ach, der weiß dann beides nicht: was Männlichkeit und was Kuchenkunst ist. Aber nicht solche elementaren Vokabeln sollten hier — einem Rezept voran — ejer^iert werden: nur zwei geringe Küchenerkenntnisse, bie neu sein mögen und vielleicht hier ausgeschrieben zu werden verdienen. Einmal, daß es feinen Ort gibt, nicht einen, aus dem man in so eigenartig aufgeräumter Stimmung herauskommt, wenn man eme Weile darin beschäftigt war, wie eben bie Küche. Zum zweiten, baß es nirgends sonst im Raum, nur in ber Küche, tatsächlich gelingt, einen Zustanb zu erreichen, in bem man absolut nichts denkt, nur mit Geschirr beschäftigt ist. Das eine mag mit bem an» bern wesentlich Zusammenhängen, ich weiß es nicht, ich habe lediglich die Beobachtung ausgeschrieben. Und nur eigentlich, um nicht so unvermittelt mit den Kochbuchworten „Man nehme —" anzufangen. Nicht das Nehmen ist das Erste, das Allererste ist das Holen: eine Sache, die noch jedes Kochbuch unterschlug, und ich meine, daß es doch wichtig ist. Nimm dir nicht gleich vor, heute dies oder das Bestimmte zuzubereiten, geh mit der leeren Aktentasche aus dem Haus und schlendere wie absichtslos an den Läden vorbei, bie es in beiner Straße gibt, bleib einmal so nebenher vor einem Gemüselaben stehen unb bann — bann lasse bich verführen vom Auge, bas bem Gaumen schon zu ahnen gibt, wie es schmecken konnte. Aber ich wollte bir hier ein Rezept geben, so verlaß bich einmal heute auf mich, geh hinein und kaufe. Ein Pfunb Tomaten faufft bu erst. Prall unb runb sollen sie.sein und rot wie Mäbchenmäuler. Dann eine Gurke. Aber keine Salzgurke, mein Guter, eine von ben langen grünen, bie so bick unb fest sind, daß man gut unb gern bamit zwei Sohne erziehen kann — bie meine ich. Hast bu Salatöl zu Hause unb Essig? Sonst nimm hier etwas mit. Salz und Pfeffer hast bu wohl, und bann noch eins nimm von hier mit: Meerettich. Du kannst allenfalls, wenn bu zu bequem bist, selbst zu arbeiten, fertig geriebenen kaufen in einem Glasböschen. O, ich vergaß, baß du Zwiebeln brauchst, laß dir ein Viertel Pfund abwiegen, Zwiebeln braucht man oft. So, nun bist du hier mit deinem Einkauf fertig, geh in den nächsten Laden. Da kaufst du erst ein Viertel Pfund Mayonnaise und dann, wenn dir so etwas schmeckt, ein paar Roastbeefscheiben dazu. Liegt zu Hause Brot und Butter? Dann ist es gut, geh nur noch schnell in deine Stammkneipe und nimm etwas Bier mit — Tee schmeckt zu derlei nicht. Das Allererste zu Hause: Dreh den Kaltwasserhahn auf und laß es auf die Bierkanne rinnen. Und unter dem sanften Strahl wäschst du einstweilen deine Tomaten und rupfst dabei bie grünen Zipfel heraus. Sinb sie sauber? Dann nimm ein Messer, aber eins, bas glatt unb gut schneibet — so, nun trenne von ben Tomaten oben ein Deckelchen ab, bann höhlst bu sie mit einem silbernen Teelöffel aus unb läßt sie so, Deckel unb Tomatenleiber, zu Regimentern angetreten stehen. Aber bestreue sie noch schnell mit etwas Salz. In eine Schüssel schüttest bu bie Mayonnaise unb träufelst aus der schmalen Tafelölflasche etwas Del hinein, daß es wunderliche Kringel darin gibt, groteske Köpfe oder phantastische Landkarten von Ländern, die es gar nicht gibt. Aber du mußt dich von dem spielerischen Tun einmal trennen, streu mitten auf die Länder und Meere aus Salatöl und Mayonnaise einen Sandsturm aus Pfeffer und Salz — wüte noch nicht zuviel, du kannst noch immer kurz norm Ende etwas dazutun von dem oder dem. Sv, nun rühre, mein Bester, zerstöre die Phantasiegebilde mit einem Löffel, es muß schon sein. Und wenn die Mayonnaise wieder ist, wie sie am Anfang war, gleichmäßig gelb, bann würze mit Meerettich. Sei nicht zu zahm unb ängstlich, aber hüte dich auch vor allzuviel. Nun kommt das Abschmecken. Koste von einem Teelöffel, wie es ist, und tu noch hinein, was dich gut dünkt, etwas Essig, etwas mehr Pfeffer oder Meerettich, wie es dir schmeckt. Deine Tomaten warten in Reih und Glied. Fülle sie mit dem, was du -eben machtest. Tu obenauf noch ein Häuflein Meerettich, dann die Deckelchen drauf, lieber das ganze gießt du, was von der Mayonnaise noch in deiner Schüssel übrig ist, so siehts nur lecker aus, geh ans Telefon und lade dir schnell noch einen Gast zu Tisch. Bis er kommt, machst du deinen Gurkensalat. Schäl die Gurke lang herunter, dann schneide sie in schwankend dünne Scheiben. Hast bu zwei Gefäße, bie genau gleich groß finb? In eins baoon bie Gurkenscheiben! Es ist ganz einfach: Essig barüber, etwas Salatöl auch, bann pfeffere, träufle auch etwas Zitronensaft hinein unb schneibe eine Zwiebel bazu — von allem noch nicht zuviel, ehe bu nicht geschmeckt hast. Stülpe bie eine Schüssel über bie andere und schüttle nun gewaltig, aber immer in der vertikalen Richtung Petrus—Beelzebub. Koste wieder und verbessere, und dann verrühre einen Teelöffel Zucker oder zwei in einer Tasse mit Wasser und tue das auch dazu, schüttle noch einmal — fertig ist dein Salat! Alles auf den Tisch, die Tomaten, den Gurkensalat, Brot und Butter, die Roastbeefscheiben. Deine Bierkanne stellst du handlich nahe auf den Boden hin, dann klingelt es an der Tür, das ist dein Gast. Und dann guten Appetit! Öocbfdiulnocbritbfen Der Dozent Dr. phil. habil. Erich Kähler an der Universität Hamburg ist zum ordentlichen Professor ber Mathematik an ber Universität Königsberg ernannt worden. Schleifen. Glätten, Polieren, Besehen, Abnchmen, Waschen, Ausschneiden, Zentrieren und Randen der Gläser. Zwischen diesen einzelnen Arbeitsprozessen werden stets genaue Kontrollen vorgenom- mcn, die sich auf Material- und Bearbeitungsfehler heziehen. Das Glasmaterial, das zur Herstellung von Brillengläsern benutzt wird, muß mechanick und optisch vollkommen gleichmäßig sein. Bor der Verarbeitung wird das Material, das die Hütte in Blöcken oder Platten als Hafenglas liefert, sehr genau geprüft. Dann wird es nach Größe und Gewicht zugeschnitten und zugerichtet. Zn der Glaspresserei werden die Gläser in die gewünschte rohe Form gebracht. Eine größere Anzahl dieser Roh - gläser wird in einem Ofen bis zum Weichwerden erhitzt und dann in eine Metallform gepreßt, deren Höhlung dem zu erzeugenden Glase entspricht. Die Preßlinge wandern darauf in den Kanalkühlofen, bis sie handwarm aus dem Wasserbecken am Ende des Laufbandes gezogen werden können. Genaue Prüfung auf Glassprünge, korrekte Krümmung und Spannungsfehler folgt, und weiter beginnt der Schleifprozeß entweder nun auf Schleifköpfen oder Schleifschalen aus Grauguß, die mit Pech überzogen sind, und auf die die Preßlinge, elektrisch angewärmt, aufgedrückt werden. Je nach der Qualität, die man herstellen will, befinden sich nun entweder auf diesen verschieden großen Pechköpfen oder Pechschalen 100 bis 150 oder 3 bis 4 Preßlinge. Die ganz feinen Linsen werden nur mit Schellack festgelegt und mit der Hand sortiert. Die Massenfabrikation kommt nun zu den Spindeln, zwei durch Kraftantrieb gegeneinander in schnelle Bewegung gesetzte Schalen und wird erst mit Schmirgel geschliffen, dann mit Polierrot, einem Präparat aus Eisenoxyd, bearbeitet. Rach dem Schleifen und Polieren wird jedes einzelne Glas von besonders geübten Arbeitern unter starker Beleuchtung mit der Lupe auf Schleif- und Polierfehler untersucht. Nachdem beide Seiten fertig poliert sind, werden die Gläser in einer Abfrieranlage von den Pechköpfen gelöst und gelangen in die Wäscherei, in der sie chemisch und mechanisch von dem anhaftenden Pech gereinigt werden. Alsdann kommen die nun fertigen rohkantigen Gläser in die Bescheret, in der sie nochmals eingehend mit der Lupe auf Flächenfehler und optische Reinheit untersucht werden; ferner wird die Zentrierung mit dem Zentrierapparat nachgeprüft, die Mitteldicke festgestellt und die optische Wirkung der Gläser mit dem Scheitelbrechwertmesser kontrolliert, der mit feinem Farbstift das genaue Zentrum anzeichnet. In der Feinoptik ist die Prüfung noch gründlicher. Bei ihr wird nach einem Probierglas gearbeitet, das haargenau die Krümmung trägt, und mit dem fphärome- trisch verglichen wird. Weicht der Prüfling von diesem Versuchsglas ab, treten die berühmten Newton- jchen Ringe in allen Farben des Regenbogens auf. Je nachdem diese verlaufen, erkennt man, ob das Glas zu hohl oder zu voll ist. Es muß dann so lange poliert werden, bis sie verschwinden. Die Abmessungen bewegen sich an der Grenze von Vioooo Millimeter. Das ist in großen Zügen der Werdegang von Glas und Linse. Indessen erst die Mechanik, die Fassung und das Gestell geben den Ausschlag für die erstrebte optische Wirkung. Eine Welt für sich, vom Schraubenautomat und der Nietmaschine, die, beständig in Del laufend, ihre winzigen Attribute mit der Pünktlichkeit eines Uhrwerks auswerfen bis zur Gespinstmaschine für die Golddoublefassung oder dem gehämmerten Nasensteg. Präzision ist auch hier alles. Auf der Sauberkeit der Arbeit beruht der Ruf von Rathenow, der Ruf der deutschen Optik in der Welt. Der Name des kleinen schmucken Städtchens westlich der Havel ist ein Begriff, der guten Klang hat. Wirtschaft. Oie IG.-Farbemridustrie AO. im dritten Vierteljahr 1936. Fwd. Die JG.-Farbenindustrie AG. teilt mit, daß die befriedigende Geschäftsentwicklung im Inland auch im dritten Vierteljahr 1936 angehalten hat. Die Exportumsätze bewegten sich auf demselben Höhe, wie im entsprechenden Abschnitt des Vorjahres. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 869: Verordnung über die Umrechnung fremder Währungen bei der Berechnung der Wechselsteuer. — 870: Verlängerung des Wirtschaftsvertrages mit Polen bis zum Jahresende. — 871: Die 2. Zusatzvereinbarung zum Verrechnungsabkommen mit der Schweiz. — 872: Die Erledigung der Einfuhrgesuche für das 4. Vierteljahr in Rumänien. — 873: Die Zahlungsfrage im Außenhandel Rumäniens nach den Abwertungen. — 874: Die niederländischen Gütevorschriften für die Ausfuhr von Gemüse und Früchten. — 875: Zulassung von Nachnahmesendungen nach Italien. Rhein-mainische (Lchiachtviehmärkte. Wenn man von den zur Zeit noch unzureichenden Zufuhren an Schweinen absieht, hat die Lage an den Schlachtviehmarkten die Entwicklung genommen, die von den zuständigen Stellen vorausgesagt war. Nach Lage der Dinge kann eine weitere günstige Entwicklung erwartet werden, so daß in den nächsten Wochen wieder mit einer geregelteren Belieferung der Metzger mit Schlachtvieh und der Verbraucher mit Fleisch zu rechnen ist. Die besseren Fütterungsverhältnisse aus den Weiden uni) die günstigen Grünfutterernten haben auf den Rindermärkten nicht nur eine weitere Erhöhung des Austriebs, sondern vor allem eine starke Qualitätsverbesserung gebracht. Die zuge- sührten Ochsen und Färsen wiesen eine besonders hohe Qualität auf und konnten fast durchweg mit gut und sehr gut bewertet werden; auch für Kühe wurden höhere Schlachtgewichte festgestellt. Unreifes Vieh kam in den letzten Wochen kaum mehr an die Märkte. Die Gesamtbeschickung stellte sich auf 1563 (1216) Tiere; Frankfurt 1194 (1015), Mainz 265 (255), Wiesbaden 104 (46). Außerdem wurden dem Frankfurter Markt 100 Husumer Weiderinder, dem Markt in Mainz 60 und dem Markt in Wiesbaden 120 Stück zu geführt. Die Auftriebe waren so reichlich, daß die Ausgleichslieferungen an ausländischem Frischfleisch seitens der Reichsstelle eingestellt werden konnten. Die.Beschickung an den Schweinemärkten war nicht ganz einheitlich. Insgesamt konnte eine leichte Auftriebsoermehrung festgestellt werden. Die Schweine wurden den Metzgern zugeteilt; in Frankfurt mußte die Reichsstelle zum Ausgleich des Spitzenbedarfes 200 geschlachtete Auslandsschweine liefern. Der Gesamtauftrieb betrug 4378 Stück (3844). Frankfurt 2316 (2095), Mainz 865 (828). Die Kälbermärkte haben sich schnell auf die neuen Verhältnisse eingespielt. Die Qualitäten waren mittel bis gut. Bei lebhafter Nachfrage wurden die zugetriebenen Tiere zu den festgesetzten Höchstpreisen geräumt. Gesamtauftrieb: 1281 (1452). Frankfurt 779 (912), Mainz 155 (245), Wiesbaden 243 (191), Darmstadt 104 (104). An den Schafmärkten sind die Anlieferungen zurückgegangen, besonders in Frankfurt, wo 293 (607) Tiere zum Verkauf standen. Auf Wiesbaden kamen 61 (33) und auf Darmstadt 22 (20) Stück, zusammen 376 (680). Die Nachfrage war im ganzen ruhig, in Frankfurt am Donnerstag mittelmäßig, die Preise bröckelten leicht ab, in Frankfurt kamen einige Tiere in den Ueberstand. * * Hapag baut zwei neue Ostasien- Frachtschiffe. Die Hamburg-Amerika-Linie hat zur Ergänzung ihrer Ostasienflotte bei der Friedrich- Krupp-Germania-Wexft in Kiel zwei Frachtschiffe in Auftrag gegeben. Jeder der beiden Neubauten wird rund 8000 Bruttoregistertons groß sein. Beide Schiffe werden mit dieselelektrischem AntÄeb fahren. Die Germaniawerft wird das erste der beiden Schiffe im Frühjahr 1938 abliefern. Khein-Mainiscbe Börse INitlagsbörse: Aktien schwankend, Renten fester. Frankfurt a. M., 22. Okt. Die Börse setzte an den Aktienmärkten vor allem mit stark verminderter Geschäftstätigkeit und nicht ganz einheitlichen, aber meist leicht abbröckelnden Kursen ein. Der Auftragseingang aus dem Publikum war heute gering. Im Durchschnitt wichen die Kurse nach beiden Seiten etwa 0,50 bis 1 o. H. ab. Nach den ersten Notierungen bröckelten Aktien vorwiegend weiter etwas ab. Von Montanwerten ließen Hoesch 0,50 v. H., Klöckner 0,75 v. H. und Verein. Stahl 0,13 v. H. nach, Rheinstahl und Mannesmann lagen bis 0,40 v. H. freundlicher. Von Kaliwerten kamen Aschersleben 2,50 o. H. höher zur Notiz. Am Chemiemarkt notierten IG.-Farben mit 179,25 bis 178,50 (179,40), Rütgerswerke mit 139,50 (140), Metallgesellschaft unverändert 150. Ueberroiegenb gut behauptet lagen Maschinen- und Motorenwerke, BMW., Muag und Junghans zogen bis 0,65 v. H. an. Am Elektromarkt gewannen Licht & Kraft 1,65 v. H. auf 162,13, Siemens 0,75 v. H. auf 208,75, Gesfürel verloren 1 v. H., Elektr. Lieferungen 0,25 v. H. auf 134,75 nach anfangs unverändert 135, AEG. blieben zu 40,75 behauptet. Zellstoffaktien gingen 1 bis 2 v. H. zurück, ferner ermäßigten sich Gement Heidelberg auf 158,50 (159,25), Westdeutsche Kaufhof auf 61,75 (62.50), Kunstseide Aku auf 91,90 (92,50) und Havag auf 16,40 (16,90), dagegen stiegen Deutsche Linoleum auf 171,65 (170,50), Bem- berg auf 111,75 (110,50) und Reichsbank auf 195 (194). Der Rentenmarkt verkehrte in fester Hal- fnng. Lebhafte Umsätze hatten wieder !Tommuna!= Umschuldung mit 89,90 bis 90 (89,85), ferner lagen Altbesitz 0,25 v. H. und. Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. höher; Zinsoergütungsscheine und späte Schuldbücher blieben behauptet. Zertifiz. Dollar-Bonds bei ruhigerem Geschäft leicht schwankend; 6proz. Preußen 79,50 bis 79,25 bis 79,50, 6,5proz. Preußen 80. Poung-Guldenanleihe lagen mit 92 unverändert, Efchweiler mit 92,50 etwas höher. Von Auslandrenten waren Mexikaner etwas gefragt, 5prozentige äußere Gold 14,90 bis 15,13 (14,50), I. Anatolier 40,90 (40,25), dagegen 4proz. Ungarn Gold 14,13 (14,20). Im Verlaufe waren die Aktienmärkte fester. Das Geschäft konnte sich leicht beleben und gegen den Anfang ergaben sich meist Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. IG.-Farben auf den Quartalsbericht 180,25 bis 180 nach 178,50, auch Montanwerte auf die vorliegenden günstigen Berichte durchweg erholt. Fest waren noch Muag mit 128 nach 126,25, Aku 90,40 bis 92,25 nach 91,90, Gesfürel 147 nach 146, Kali Aschersleben 150 nach 150,75, Kali Westeregeln 143,50 (141). Am Rentenmarkt wurde das Geschäft bei behaupteten Kursen ruhiger, etwas schwächer lagen zertif. Dollar-Bonds; 6proz. Preußen 79 nach 79,50, 6,5proz. Preußen 79,50 nach 80. Der Pfandbriefmarkt brachte nur geringfügige Veränderungen. Stadtanleihen ebenfalls fast unverändert, die beiden Frankfurter 94,50 (94,90 bzw. 94). Von Auslandrenten lagen Mexikaner durchweg etwas fester. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 105 Brief, Auto-Union 122, NSU. 155, Growag 91, Pokorny 120, Wayß & Freytag 126,75, Kali Wintershall 140,50. Abendbörfe fest. Bei lebhaften Umsätzen war die Abendbörse am Aktienmarkt weiter fest, nadem schon im Mit- tagsschlußverkehr stärkere Erhöhungen eingetreten waren. Die Nachfrage erstreckte sich auf fast alle Marktgebiete, besonders gefragt wurden Chemie-, Montan- und Maschinenwerte. Nicht alle Papiere erreichten den hohen Berliner Schlußstand, es überwogen jedoch Befestigungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Nur Zellstoffaktien blieben nicht ganz behauptet, ebenso lagen Südd. Zucker mit 208,25 (210) etwas niedriger. Fest waren u. a. IG. Farben mit 182 bis 182,50 (180,90), Scheideanstalt mit 282 bis 283 (281), Metallgesellschaft mit 151,75 (150), ferner Siemens 212 (210, Berlin 211,25), Daimler 128 bis 128,50 (127,25 bzw. 128), Muag 130,50 (128,65 bzw. 129,13), Moenus Maschinen 98,50 bzw. 99 (98). Non Montanwerten besonders Stahlverein mit 126,75 bis 127,25 (126,65) und Mannesmann mit 121,25 (120,40) lebhaft, höher auch Buderus 126 (125), Klöckner 131 (130,13). Am Einheitsmarkt fliegen leere IG. Chemie auf 183 (180), Seil Wolff auf 91,40 (90,50) und Grün & Bilfinger auf 245 (zuletzt 238); auch Bankaktien höher. Deutsche Ren- t e n lagen still und behauptet, ebenso zertif. Dollar-Bonds. Von Ausländsanleihen waren Mexikaner auf Paris fest und lebhaft, ferner fliegen 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn auf 213 (210). U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 134, 4,50 v.H. Franks. Hyp. Gold R 1 bis 4 97, 5,50 do. Liquid. 100,50, 4,50 v. H. Stadt Hanau 91,25, 4,50 v. H. Darmstadt v. 28 94, 4 v. H. Ungarn Gold 14,20 bis 14,25, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 213, 5 v. H. Silbermexikaner 6,60, 5 v. H. äußere Gold 15,75, 4 v. H. Gold 11,50, 4,50 Irrigation 11, Adca 88,50, Commerzbank 104,75, DD.-Bank 107, Dresdner 106,75, Pfälz. Hyp. Bank 87, Allianz Verein 256, Buderus 126, Klöckner 131, Mannesmann 121,25, Rheinstahl 158,50, Verein. Stahl 126,75 bis 127,25, Olavi 45,75, AKU. 94,25 bis 94 bis 94.50, AEG. 41, Aschaffenburger Zellstoff 146,90, BMW. 142, Bemberg 113, Daimler 128 bis 128,50, Dl. Erdöl 151, Scheideanstall 282 bis 283, Licht & Kraft 162,25, Eßlinger Maschinen 102,50, IG. Farben 182 bis 182,50, Gesfürel 147,50, Goldschmidt 128, Holzmann 137, Mainkraft 100, Muag 130,50, Metallgesellschaft 151,75, Moenus 98,50 bis 99, RWE. 142, Stempel 86,50, Siemens 212, Kaufhof 62,75 bis 63, Waldhof 170,75, Südd. Zucker 208,25, AG. für Verkehr 126, Grün & Bilfinger 245. Frankfurter Schlachtviehrnorkt. Frankfurt a. M., 22. Oft. Auftrieb: Rinder 85 (gegen 75 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 11 (15) Ochsen, 1 (3) Bulle, 48 (27) Kühe, 25 (30) Färsen. Kälber 458 (584), Hämmel und Schafe 145 (371), Schweine 339 (252). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 15. Oktober 45); Bullen nicht notiert. Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 31 bis 33 (31 bis 33). Färsen a) 44 (43 bis 44). Kälber a) 65 (65), b) 55 (55), c) 40 (40), d) 40 (40). Hämmel b2) 48 bis 50 (51 bis 53), c) 45 bis 47 (45 bis 49). Schafe e) 40 bis 44 (43 bis 47), f) 30 bis 38 (35 bis 42). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber sehr flott, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausoerkauft. Großmarkt für Fleisch ünv fvr Fekr- waren. Beschickung: 570 Viertel Rindfleisch, 523 halbe Schweine, 79 ganze Kälber, 19 ganze Hammel, 61 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo« gramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Kuh fleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Schweinefleisch b) 74 (allös Höchstpreise). Hammelfleisch b) 100 bis 110. Fett- waren nicht notiert. Marktverlauf: lebhaft. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 22. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 630 Ferkel aufgetne- ben. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Tiere 12 bis 14 RM, 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 14 bis 18 RM, ältere Tiere bis zu 22 RM pro Stuck. Der Handel verlief schleppend, es verblieb lieber- stand. Fragebogen anfordern! Erhebung über die Umsätze an Butter, Margarine und Schmalz im Jahre 1935. NSG. Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen- Nassau wird z. Z. eine Erhebung über die monatlichen Umsätze an Butter, Margarine und Schmalz im Jahre 1935 beim Einzelhandel, im ambulanten Gewerbe und den Milchspezialgeschäften durch die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, die Wirtschaftsgruppe ambulantes Gewerbe und den Milchwirtschaftsverband Hessen-Nassau im Auftrage der Landesbauernschaft durchgeführt. Soweit ein Verteilerbetrieb noch nicht in den Besitz des Fragebogens gelangt sein sollte, muß er^ diesen Fragebogen bei der für ihn zuständigen Stelle anfordern, und zwar: für den Einzelhandel: bei der Bezirksfachgruppe Hessen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel (Re- kofei) Frankfurt a. M., Börse; für das ambulante Gewerbe: Wirtschaftsgruppe ambulantes Gewerbe in der Reichsgruppe Handel, Bezirksgruppe Hessen, Frankfurt am Main, Kronprinzenslrahe 41; für die Milchspezialhändler: Milchwirlfchaftsver- band Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Senckenbergstraße 20. Bei nicht rechtzeitiger Ausfüllung des Fragebogens wird nicht nur der Zweck der Erhebung, eine vollkommene Marklüberfichl auf diesem Gebiet für das Wirtschaftsjahr 1935 zu erhalten, gefährdet, sondern es können sich auch bei der künftigen Feltoer- sorgung der einzelnen Derteilerbetriebe Nachteile ergeben. Kleine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts. Gießen war der 60 Jahre alte K. Sch. aus Gießen mit noch drei weiteren Angeklagten wegen Körperverletzung zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Der Angeklagte Sch., den das Amtsgericht mit 5 Monaten Gefängnis belegt hatte, verfolgte gegen dieses Urteil Berufung, während die übrigen Angeklagten ihre Strafen annahmen bzw. rechtskräftig werden ließen. Die Anklage legte dem Angeklagten zur Last, in Gemeinschaft mit drei weiteren Personen am 18. Mai 1935 im Seltersweg in Gießen nach vorausgegangenem Streit in einer Wirtschaft in der Bahnhofstraße in Gießen einen gewissen B. aus Gießen körperlich mißhandelt zu haben. Die Verhandlung mußte gegen Abend auf einen späteren Zeitpunkt'verlegt werden, da weitere Zeugen zur nächsten Verhandlung geladen werden sollen. Zuchthaus für einen gemeingefährlichen Wilderer. Limburg, 21. Okt. (LPD.) Die Große Strafkammer Limburg verhandelte als Berufungsinstanz gegen den vom Schöffengericht am 2. Juli 1936 wegen Wilderns und unbefugten Waffenbesitzes zu zwei Jahren Gefängnis und Sicherungsverwahrung verurteilten Adolf A x aus Elz. Das Gericht bezeichnete den Angeklagten als gemeingefährlichen Wilodieb und erachtete ihn in drei Fällen des Jagdftevels für überführt. Statt der von der Vorinstanz verhängten Gefängnisstrafe von zwei Jahren wurde Ax von der Großen Strafkammer zu zwei Jahren Zuchthaus und Beibehaltung der Sicherungsverwahrung verurteilt. Schaffner vom Zug überfahren und getötet. LPD. Frankfurt a. M., 22. Okt. Zwischen dem Bahnhof Frankfurt a. M.-Wesl und dem Hauptgüterbahnhof wurde der Zugschaffner Hermann Neu aus Altdiez von einem Güterzug, den er anscheinend nicht bemerkte, erfaßt, üb erfaßen und auf der Stelle getötet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 21-10. 22-10. 21 10 22-10. 6% Deutfche Retchsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 97,75 97.8 97,75 97,8 ßy2% Doung-Anleihe von 1980 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 103,25 — 102,5 102,5 Auslos.-Rechten ............ 4ya% Deutsche Retchspostschatzan 118,13 118,4 118,4 118,5 Weisungen von 1934, I....... *y2% ehem. 8% Hessischer Bolls — 99,9 100,1 100,2 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... - meinschaft" schlossen sich alle die Beamten zusammen, die nicht durch körperliche Behinderungen gezwungen waren, diesem gründlichen Sport-Trai- ning sernz^bleiben. Dabei stellte sich heraus, dah so mancher, von dem man es kaum erwartet hatte, ein ganz tüchtiger „Sportler" ist. Bewundernswert waren in allen Hebungsstunden die feste Kameradschaft und der gesunde nationalsozialistische Geist, der innerhalb dieser Sportgemeinschaft herrschte. Als Ziel hatte sich diese Sportgemeinschaft die Erfüllung der Bedingungen zum Erwerb des SA.- Sportabzeichens gesetzt. Diese Bedingungen stellen schon an jüngere Sportler recht hohe Anforderungen der Körperausbildung in mehreren Sportarten, um Vergiß nicht am Samstag Brot bereit zu hatten, das du den sammelnden Pimpfen für bedürftige Volksgenossen gibst. vieles mehr aber bei Männern im Alter von 33 bis 46 Jahren. In der Gruppe der Leibesübungen dürfte daher auch als schwerste Hebung der 3000-Meter- Lauf anzusprechen sein. Denn zu dessen Durchführung gehörten vor allen Dingen ein gesundes Herz, Ausdauer und Energie. Alle Hebungen wurden mit Freude und Hingabe erfüllt. Der Erfolg langer Schulungsarbeit ist denn auch nicht ausgeblieben, denn fast alle Teilnehmer haben die Leistungsprüfung bestanden. Mit Stolz werden sie das nicht leicht erworbene SA.-Sportabzeichen tragen. Durch die Erfüllung der Bedingungen zum Erwerb des SA.-Sportabzeichens hat dre Polizei in Gießen wieder unter Beweis gestellt, wie tief der Wehrwille und die Wehrfähigkeit bei ihr verankert find. Weiter ist es aber auch ein erneuter Beweis für die enge Verbundenheit der Schutzpolizeibeamten der Polizeidirektion Gießen mit der SA. und dem Führer. Raumforschung im Lahntal. Ein intereffanter Vortrag im Oberhessischen Geschichtsverein. Am gestrigen Donnerstagabend hatte eine zahlreiche Zuhörerschaft im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts Gelegenheit, einen vom Ober- hessischen Geschichtsoerein veranlaßten interessanten Vortrag zu hören, der mit dem bedeutsamen und außerordentlich zeitgemäßen Thema der Raumforschung bekanntmachte und neben den allgemein gültigen Gesichtspunkten für diese wissenschaftliche Arbeit noch die für unsere engere Heimat besonders fesselnde Ergebnisse der blsherigen Raumforschungsarbeit im Lahntal brachte. Nachruf für Seheimerat Behaghel. Der Vorsitzende des Oberhessischen Geschichtsvereins, Studienrat Dr. Glöckner, leitete den Abend mit einer Würdigung des Wirkens und der Persönlichkeit des kürzlich verstorbenen Geheimerats Prof. Dr. B e h a g h e l ein, der allezeit ein warmherziger Freund und Förderer des Oberhessischen Geschichtsvereins war, um dessen Tätigkeit im Dienste unserer engeren Heimat der Verewigte sich stets bemüht und bleibende Verdienste erworben hat. Der Ober- hessische Geschichtsverein wird des Entschlafenen stets in Dankbarkeit und Liebe gedenken und bestrebt sein, nach seinem Beispiel in seinem Geiste weiterzuarbeiten an den Aufgaben des Vereins. Professor Dr. Bechtel über Raumforschung und -ordnung. Anschließend sprach Professor Dr. Bechtel, der Leiter des Instituts für Wirtschaftswissenschaft an der Universität Gießen, in außerordentlich frischer und fesselnder Weise über das Thema „Raumforschung", wobei er seinen Zuhörern wertvolle Aufschlüsse über dieses Wissenschaftsgebiet gab. Einleitend erinnerte er daran, daß sich in G i e - ß e n im Februar 1934 ein kleiner Kreis von Männern zusammenfand, der als Wissenschaftliche Akademiker-Hilfe arbeitslosen jungen Akademikern Betätigungs- und weitere Ausbildungsmöglichkeiten und einen, wenn auch nur bescheidenen Lebensunterhalt verschaffen wollte, und der die Raumforschungen im Lahntal in Angriff nahm, um einmal in wissenschaft- licher Arbeit zu erforschen, wie es um die Voraussetzungen der Lahnkanalisierung vom Standpunkte der exakten Wissenschaft aus überhaupt bestellt war. Diese Arbeiten wurden bis 1935 fortgesetzt, und als die Hilfe für die arbeitslvsen Akademiker ablief, wurde diese wissenschaftliche Forschung ein Teilgebiet der Arbeit des Instituts für Wirtschaftswissenschaft an der Hniversität Gießen. Die Arbeiten auf dem Gebiete der Raumforschung sind in einer Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung zusammengefaßt worden, die jetzt auch an einer Anzahl Universitäten vertreten ist, in der aber die Hniversität Gießen mit ihrer Arbeit weit voraus marschiert. Die Raumforschung ist keine neue Wissenschaft, sie ist vielmehr eine Einrichtung, um die Forschungsergebnisse der verschiedensten Wirtschaftszweige auf ein bestimmtes Endergebnis hinzuführen und im Hinblick auf das Ziel so aufzubauen, daß die Arbeiten sich gegenseitig ergänzen und fördern. Das eigentlich Neue an 6er Raumforschung, das bis jetzt noch nicht besteht, sondern erst noch entstehen soll, ist die Gemeinschaftsarbeit verschiedener Wissenschaftszweige. haben, sie müssen einer besseren Raumordnung unter dem Gesichtspunkt des Gemeinnutzes Platz machen. Weiter betonte der Vortragende die Notwendigkeit einer vernünftigen Ausgestaltung des Verkehrs- und Lebensraumes mit dem Ziele, die Erholungsmöglichkeiten als Kraftquellen für die Gesunderhaltung unseres Volkes in der richtigen Weise auszugestalten und zu nutzen. Wenn man bedenkt, daß oer deutsche Boden zu 63 Prozent landwirtschaftlich und zu 27 Prozent forstwirtschaftlich genutzt ist, während die restlichen 10 Prozent für alle übrigen Zwecke zur Verfügung stehen, wovon 1,4 Prozent auf den Wohnraum entfallen, das übrige für Wege, Flußläufe usw. in Betracht kommt, dann muß man anerkennen, daß diese Lebensraumfläche sehr klein ist und unbedingt so eingeteilt werden muß, dah kein Mißbrauch damit getrieben und eine Fehlleitung in der Verwendung verhindert wird. Der Vortragende machte sodann in großen Zügen mit den Anfängen der gesetzlichen Neuregelung auf dem Gebiete der neuen Raumordnung bekannt. Zu diesem Zwecke verwies er auf eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen der Reichsregierung, aber auch auf die Möglichkeit einer sinnvolleren Entscheidung über die Benutzung des Bodens auf dem Wege neuer ortsstatutarischer B e - stimmungen, mit deren Hilfe in den Städten bestimmte Gebiete nur für Wohnzwecke Vorbehalten bleiben können, in denen also industrielle und gewerbliche Betriebe ausgeschlossen werden. Mit diesen Maßnahmen werde die Freiheit des einzelnen in der Verwendung seines Grundbesitzes bewußt eingeschränkt und Der Grundsatz: G e - meinnutz vor Eigennutz! stärker in den Vordergrund gerückt als früher. Er erinnerte in diesem Zusammenhänge weiter an die neuen gesetzlichen Bestimmungen über die Beschaffung von Gelände für Zwecke der öffentlichen Hand, und machte dabei klar, daß es nunmehr ausgeschlossen sei, daß bei öffentlichen Bauten ober Anlagen über die Belange der Gesamtheit einer Stadt oder einer Gegend kurzerhand zur Tagesordnung übergegangen wird. Die Reichsstelle für Landbedarf, die für die Geländebeschaffung der öffentlichen Hand die entscheidende Rolle besitzt, wird künftighin allen willkürlichen und ungesunden Entwicklungen von vornherein einen Riegel vorschieben, da alle Behörden dieser Reichsstelle, die u n m i t t e l - bar dem Führe runter steht, rechtzeitig von ihren Planungen Kenntnis geben müssen. Zusam- menfassend ist also festzustellen: Die Gesetzgebung ist bereits viel weiter als die Praxis. Die Raumforschung dient der Raumordnung, diese dient der votksordnung. Die Volksordnung bedeutet für uns Ordnung des wohnenden und siedelnden, des güterfchaffen- den und des kulturell lebenden Volkes. Diese Ordnung ist die einzig tragfähige Grundlage für eine dauernde Volksgemeinschaft, die sich nur durchsetzen kann, wenn sie die richtige Volksordnung zur Voraussetzung hat. Im weiteren Verlauf feiner Darlegungen machte der Redner den grundsätzlichen Unterschied zwischen Plan und Planung überzeugend klar, wobei er nachdrücklich betonte, wie unsinnig es ist, wenn von einer Planwirtschaft gesprochen wird, denn Wirtschaftsplanung und Planwirtschaft ist durchaus nicht das gleiche. Wirtschaftsplanung heißt bei uns in Deutschland Wirlschaftslenkung, bedeutet Vermeidung des Vordringens eigennütziger Gedanken vor der gemeinnützigen Zielsetzung, die Planwirtschaft dagegen sehen wir in Rußland verwirklicht. Nachdem der Vortragende im ersten Teil feines Vortrages mit der grundsätzlichen Seite der Raumforschung und Raumordnung bekanntgemacht hatte, schilderte er in dem nun folgenden zweiten Teile die Anwendung dieser grundlegenden Gesichtspunkte bei der Raumforschung im Lahntal. Er ging dabei von den vielfachen Vorarbeiten für die Lahnkanalisierung aus und zeigte dann an Hand von vielen Karten und graphischen Darstellungen, die im Kreise der Wissenschaftlichen Akademikerhilfe und des Instituts für Wirtschafts. Wissenschaft auf Grund von vielfältigen und arbeitsreichen Erhebungen hergestellt wurden, wie weit die Raumforschung im Lahngebiet bisher gediehen ist. Er teilte dabei mit, daß für den Lahntalforschungsraum der Rhein als westliche Grenze, die Fulda als Ostgrenze angesehen wird, und das gesamte, zwischen diesen Wasserläufen gelegene Gebiet im Rahmen der Raumforschung im Lahntal systematisch nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erforscht wird. Dabei ist die Forschungsarbeit allen Erscheinungen des Lebens, allen Arten der Bodennutzung und natürlich auch sämtlichen Arten der Bodenschätze gewidmet. Man kann wohl sagen, daß es kein Lebensgebiet und keinen Winkel des Grund und Bodens gibt, die nicht von dieser gründlichen Forschungsarbeit erfaßt werden. Es ist unzweifelhaft, daß die Männer, die im Rahmen der Wissenschaftlichen Akademikerhilfe und des Instituts für Wirtschaftswissenschaft an der Hniversität Gießen unter Leitung von Professor Bechtel an dieser Aufgabe arbeiten, sich ein großes und bleibendes Verdienst sowohl um unsere engere Heimat, als auch um die deutsche Gemeinschaft überhaupt erwerben. Mit Recht nahm der Vortragende in Anspruch, daß diese Männer in wirksamer Weise mithelfen an dem großen Werke des Führers, und ebenso berechtigt war sein Aufruf an alle Zweige der Wissenschaft, an dieser Arbeit der Raumforschung mit allen Kräften mitzuhelfen, um dadurch zum Segen des deutschen Volkes dem Führer und der Verwirklichung seines Vierjahresplanes zu dienen. Im Anschluß an den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag widmete der Vorsitzende des Oberhessischen Geschichtsvereins, Studienrat Dr. Glöckner, dem Vortragenden herzliche Dankes- roorte, ferner ward er für die weitere Förderung des Oberhefsifchen Geschichtsvereins und feiner Arbeit im Dienste unserer engeren Heimat. Der Sparer uni) die Zinssenkung. Aus der Monatsversammlung des Sparerbundes Gießen. Das Ziel der Raumforschung ist die Raumordnung. Diese beiden Begriffe müssen streng voneinander geschieden sein. Raumforschung ist das, was die Wissenschaft treibt. Raumordnung ist das, was die Wissenschaft erreichen will und in der Praxis dann durchgeführt werden soll. Im Lahntal besteht diese Raumforschung bereits. Wir warten nur daraus, daß die Praxis nachfolgt. Die Frage, wozu eine solche Raumordnung erforderlich sei, beantwortete der Vortragende mit dem Hinweis darauf, daß wir in Deutschland immer noch in gewisser Hinsicht eine 9t a u m = Unordnung oder besser gesagt ungeordneten Raum haben: z. B. auf dem Gebiete der Ordnung des Wohn- und Siedlungsraumes, des Raumes für industrielle und gewerbliche Zwecke, für Verkehrserfordernisse u. dgl. gibt es in Deutschland noch sehr viele Unzulänglichkeiten, die durch eine bessere Ordnung und Nutzung des Raumes beseitigt werden müssen. Die Größe der Aufgabe wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, daß sich das Verhältnis der Stadt- zur Landbevölkerung in der Zeit von 1871 bis 1933 gerade umgekehrt gestaltet hat, d. h. 1871 wohnten zwei Drittel des deutschen Volkes auf dem Lande und ein Drittel in der Stadt, heute dagegen zwei Drittel in der Stadt und ein Drittel auf dem Lande. In diesem Zusammenhänge verwies der Vortragende auf die schweren Schäden der Großstädte in sozialer und wohnkultureller Hinsicht, wobei er betonte, daß Deutschland das Land mit den m e i ft e n Großstädten ist, ganz im Gegensatz zu England, Amerika und Frankreich. Diese Verhältnisse brauchen bei uns in Deutschland nicht zu sein. Weil also in Deutschland hinsichtlich des Wohn- unb Siedlungsraumes nicht alles in Ordnung ist, muß die Ordnung des Wohn- und Siedlungsraümes als dringende Notwendigkeit gelten, um unsere ständig wachsende Bevölkerung so unterzubringen, daß wir ein geordnetes Volk im Wohnraum sind als unerläßliche Grundlage für d i e Volksgemeinschaft. Eine weitere Ausgabe der Raumforschung und Raumordnung ist die Neugestaltung der Ordnung des deutschen Lebens- und Wirtschaftsraumes. Auch in dieser Hinsicht hat das 19. Jahrhundert uns ein durchaus ungeordnetes Bild hinterlassen. Z. B. war im 19. Jahrhundert bei der Wahl der Standorte der Industrie, aber auch bei der Wahl des Arbeitsplatzes und der Nutzung des deutschen Bodens immer der Gedanke des Eigennutzes im Vordergrund, anstatt des Gesichtspunktes: Gemeinnutz vor Eigennutz! In diesem Zusammenhänge erinnerte der Vortragende daran, daß beispielsweise früher im Lahntal von industrieller Seite Bodenbesitz und Schürfungsrechte erworben worden sind, nicht um diesen Besitz und Bodenschatz nutzbar zu machen im Dienste des Volkes, sondern um ihn stilliegen zu lassen und seine Nutzung zu verbinde rn, nur damit anderer Besitz dieser Eigentümer nicht geschmälert werde Derartige Zustände können im nationalsozialistischen Deutschland keinen Bestand Der Sparerbund Ortsgruppe Gießen hielt in seinem neuen Vereinslokal „Pfälzer Hof" seine Oktober-Monatsversammlung ab, auf deren Tagesordnung interessante Vorträge standen. Vereinsführer Lorenz begrüßte die Mitglieder und Gäste und berichtete über die letzten Veranstaltungen. Mit Bedauern mußte er feststellen, daß der Tod in der letzten Zeit so reich wie selten in den 12 Jahren des Bestehens der Ortsgruppe seine Ernte gehalten hat. Dem Gedächtnis der verstorbenen Mitglieder Frohn- häuser, Silbereisen, Gg. Kruse, Hch. Selbst, Rechtsanwalt Partenheimer und Paul Eim wurde die schuldige Ehrenpflicht erwiesen. Gleichzeitig gedachte Vereinsführer Lorenz des verstorbenen Ehren - bundesvorfitzenden i. R. Seiffert, oer in den Alpen verunglückt ist. In einem großen Heberblick über die Währungen in den an Deutschland angrenzenden Staaten, zeigte der Dereinssührer, wie Unoernunft und nationale Zerklüftung zu Ereignissen führen müssen, wie wir sie selbst einmal erlebt haben und wovor uns die Reichsregierung bewahren will. Er führte die Aussprüche des Führers und Reichskanzlers, die des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß und auch die Erklärungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht an, die mit aller Bestimmtheit sagen, daß Deutschland nicht daran denkt, feine Währungsbasis zu ändern, sondern im Sinne der Volksgemeinschaft bestrebt ist, dem ganzen Volke zu helfen indem es die stabilen Währungsverhältnisse beibehält. Gerichtsaffeffor Dr. Danner-Gießen sprach anschließend über „D i e Zinssenkung bei den privaten Neuhypotheken". Einleitend verwies er auf die Bedeutung des Sparerbundes in den jetzigen Zeiten der fortschreitenden Neuordnung der Wirtschaft und des Kapitalwesens. Durch eine zähe Kleinarbeit und in dem Zusammenwirken mit den zuständigen Stellen wird es dem Sparerbund möglich, bei den einzu- sührenden Neuerungen beratend und helfend mit» zuwirken. Die Aufgabe des Sparerbundes ist es auch, mit beizutragen zu einem Verständnis der Finanzpolitik der Reichsregierung. In diesem Sinne nahm der Redner dann eine eingehende Besprechung der Zinssenkungsverordnung vor, die den Anschein erweckt, als wenn sie gegen die Interessen der Sparer gerichtet wäre, aber in ihren Auswirkungen gerade das Gegenteil beweisen wird, weil sie mit zur Stabilisierung der Geldverhältnisse und damit zur Sicherung der Volkswirtschaft beiträgt. In einem interessanten Heberblick erinnerte der Redner an die Verhältnisse nach dem Weltkriege, da die Reichsbank zum selbständigen Institut erhoben war, auf das das Reich keinen Einfluß hatte, wohl aber die jüdische Hochfinanz, die den Reichsbankdiskont nach Belieben festsetzte. Die Folge war, daß die gesamte deutsche Wirtschaft, für deren Finanzgeschäfte der Reichsbankdiskont die Grundlage bietet, all diesen Schwankungen ausgesetzt war und zugrunde gehen mußte. Als erste größte Tat stellte dann auch der Nationalsozialismus die Reichsbank wieder unter Reichsaufsicht und ging an die Brechung der Zinsknechtschaft. Nach und nach konnte man die Herabsetzung der Zinsen erreichen und nachdem bereits Im letzten Jahre überall dort, wo der Staat von sich aus im Rechte war, die Zinssenkung vorgenommen wurde, ist sie nun auch bei den privaten Neuhypotheken angeordnet. Für die Aufwertungshypotheken ist eine Sonderregelung erfolgt, die die Interessen der Sparer berücksichtigt. In beiden Fällen liegt der Neuregelung die Freiwilligkeit zugrunde, durch die die Möglichkeit zu Parteienverhandlungen gegeben ist. Erst auf Antrag kann das Gericht eine Entscheidung fällen. In eingehender und flüssiger Weise besprach Gerichtsassessor Dr. Danner die einzelnen Bestimmungen und gab die Erläuterungen für die Anwendung, für die er reichen Beifall erntete. Auf die Anfragen über die Kriegsanleihe, die Auswertungen, das Rentnergesetz u. a. konnte wegen der vorgeschrittenen Zeit nicht mehr eingegangen werden, so daß der Reichsverbandsführer Freiherr von Wolff von und zu Toden- warth in der Novemberversammlung darüber sprechen soll. Oberhessen. Straßenbau vor 100 Jahren. Eine Erinnerung. — Steinbach an der Reichsauto« bahn. Ä Steinbach, 23. Oft. Der Bau der Reichsautobahn durch unsere Gemarkung, der bei der bisher günstigen Witterung gut fortschreitet, weckt die Erinnerung an die Zeit vor genau hundert Jahren, wo die „neue" Straße Gießen — Steinbach und Steinbach — Lich gebaut wurde. Daß damals sich durch den Bau der Straße große Verdienstmöalich« feiten ergaben, erhellt eine Nachricht tm Steinoach- schen Kirchenbuch. Pfarrer Stückrad, ein geborener Gießener, führt bei der Liste derer, die am 30. Mai 1834 nach Nordamerika ausgewandert sind, u. a. an: „Johannes Horn, Wagnergeselle, des Balthasar Horns Sohn erster Ehe". Der Nachfolger Stückrads (Stückrad war 1836 gestorben), schreibt daneben: „ist wieder zurückgefommen und baut die Straße!" Von dem damaligen Straßenbau berichtet die Chronik: 1837 im Herbste konnte auch die Chaussee nach Gießen befahren werden, die Strecke nach Lich war schon früher fertig geworden. Durch den Lauf derselben, abweichend von den alten bisherigen Wegen, glaubte man Lich ferner, Gießen aber näher gekommen zu fein. Der Länge nach konnte die Straße nicht durch den ggnzen Ort geführt werden, da die Steigung im Oberdorf zu groß war und die daselbst befindlichen Wasserbehälter Schwierigkeiten bereiteten. Die erwähnten Wasserbehälter wurden bei dem Bau der Wasserleitung und der Kanalisation 1906 und 1907 (wobei die Quellen oberhalb des Rathauses benutzt wurden) beseitigt. Um darum rechts aus- brechen zu können, mußten die Hofreiten des Konr. Mohr und Peter Schäfer auf die Seite gerückt werden. Auf dieser neu durchgebrochenen Bahn durchschnitt die Chaussee auch gute Baumstucke der Pfarrei. Was rechts und links davon übrig blieb. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn 6 eines S.Jl.-fporf Nachdruck verboten! 31. Fortsetzung. Volksgenosse, gib dein Brok! Du hilfst dem DHD. und linderst HoL # Mainzlar, 22. Okt. Die hier durchgeführte Verdunkelungsübung am gestrigen Abend klappte gut. Wo hier und da am Anfang noch kleine Mängel bestanden, wurden diese rasch behoben. Tisch mit Stuhl, einen grünen Kachelofen und vier handfeste Nägel in der Wand. Wenn Sie noch eine Kommode wolle, so soll sie es nur sagen, die Sternbäuerin hat eine übrig, seit die Tochter in die Stadt gegangen ist. Man merkt nicht viel von dem Gast; sie ist tagsüber eigentlich immer unterwegs, kommt müde heim und geht ins Bett. Gut schaut sie nicht aus, das Fräulein aus Berlin, aber das tun die Stadt- leut ia nie. Bisserle freundlicher und fideler könnt sie schon sein, aber wen geht bas schließlich was an, findet der Sternbauer, der seine vier Stücken Vieh betreut, und nebenher sich um das Wohl und Wehe der kleinen Gemeinde zu kümmern hat. — Hanna lebt noch immer in einer Art Betäubung. Aber allmählich kommt der Schmerz durch, die Wunde fängt an zu bluten. Das Mädchen ringt immer wieder um Verstehen und Begreifen, tausendmal am Tag und in der Nacht fragt sie sich, warum er ihr das angetan hat. Die Scham brennt eben so sehr wie die Enttäuschung. Stundenweit bringen sie die Skier über weiße Hänge, keine Menschenseele begegnet ihr, und niemand sieht die Tränen, die ihr übers Gesicht laufen. Sie sehnt sich nach niemandem, nicht nach ihrem Vater, auch nicht nach dem Aepfelchen, Berlin liegt weit weg, sie will durch nichts daran erinnert sein. Es kommt auch keine Heimwehstimmung über sie, als die Glocken der kleinen Kirche den Heiligen Abend einläuten und in den Häusern die Christ- lichter aufleuchten. Sie nimmt ein Schlafpuloer und geht ins Bett. Die Sternbäuerin bleibt am Morgen drauf in der Tür stehen, als sie ihr den Kaffee gebracht hat, zupft an ihrer Schürze und sagt dann: „Ich mein halt, Fräulein Brandes, Sie sollten heut net so lang ausbleiben, schauen sich doch unfern Baum mit an und essens mit unten. Tut doch net gut, soviel allein sein." „Es ist gut gemeint von Ihnen," dankt das Mädchen freundlich, „aber lassen wir es nur beim alten, Sternbäuerin. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Fest und mir gutes Wetter. Ich bleibe zwei Tage weg, einen bis zur Geierhütte hinauf und einen wieder runter, wenn es drei werden, brauchen Sie auch keine Angst zu haben. Mit einem Kopfschütteln verläßt die Bäuerin das Zimmer, sie mag den stillen Gast recht gern und deshalb tut ihr das Mädchen auch leid. Kein Brief i 16 deutsche Gchwimmrekorde ♦ anerkannt. Das Fachamt Schwimmen hat sich m einer seiner letzten Sitzungen mit den in den letzten Monaten aufgestellten deutschen Schwimmrekorden befaßt und dabei 16 neue Höchstleistungen anerkannt. Die Liste der neu anerkannten Rekorde hat folgendes Aussehen: Männer: 800 Meter Kraul 10:36,2, 1000 Meter Kraul 13:20,0, 1500 Meter Kraul 20:09,9 Minuten, Hans Freese (Bremen). 800 Meter Kraul 10:33,8, 1000 Meter Kraul 13:19,0, 1500 Meter Kraul 20:05,3, 1500 Meter Kraul 19:56,1 Minuten, Heinz Arendt (Berlin). 200 Meter Brust 2:40,1 Minuten, Erwin Sietas (Hamburg). grauen: 100 Meter Kraul 1:06,7, 100 Meter Kraul 1:06,6 Minuten, Gisela Ahrendt (Berlin). 3 X 200 Meter Brust 9:51,2, 4X200 Meter Brust 13:29,1, 4X100 Meter Kraul 4:56,0, 6X100 Meter v --------- —[laben der Kartoffeln w"d der Wagen mit Papier und nassen Sacken abgedeckt und von der Dampfmaschine des Zim- mermeisters Muller längere Zeit unter Dampf gesetzt. Die Landwirte sind mit dieser Dämpfunas- art sehr zufrieden. — Die von der NS.-Frauen- schäft durchgeführte Honigsammlung hatte das schone Ergebnis von 230 Pfund. Die Spende wurde restlos dem Winterhilfswerk zugeführt Vogelsberger Heimatschau in Schotten. V. Schotten, 22. Okt. Wie mir schon beriet teten, findet in der Zelt vom 14. bis 18^November eine große Bauerntagung hier statt, die mit einer Vogelsberger Heimatschau verbunden sein wird. Gestern fand wieder eine vorbereitende Sitzur^ statt, in der eine würdige Ausgestal-' tung der Schau beraten wurde. Die Kreisbandm^. kerschast wird sich beteiligen und E7zeugnisst des heimischen Handwerks, be anders auch aus frühe^ re.tz Zeit, zur Ausstellung bringen. Lch das Ä mische Kunsthandwerk wird in der Schau vertreten sein. Besondere Aufmerksamkeit wird ein Zimmer der Gemeinde Kaul stoß erregen. Handwe^er- aeugniffe der Geschirrmacher, Töpfer, Sensen- Rechen-, Löffel-, Schneeschuhmacher, der Schindler ^Ä'fcme^en $U fßin' eim? bäuerliche Küche Flachsbereitung und die alte Handweberei werden ausgestellt. Viele Freunde der Vogelsberaer frei* .^e Ortsbauernführer u. a. werden mitheHen um die Ausstellung würdig zu gestalten $ ^^cktzorn 22. Okt. Zur Zeit sind die Landwirte damit beschäftigt, ihre Kartoffel- l°,8Ju füllen pag Dämpfen der Kartoffeln THPnr rtttr otnfaAUa ... -, eigennützige Arbeit, die Adam Spamer im Dienste für seine Vaterstadt, Familienforschung u. dgl. leistet. Der Mannerchor sang seinem Mitglied, das heute noch bei keiner Singstunde fehlt, einige Chöre. Der Vorsitzende Hrch. Grandhomme übermittelte die Glückwünsche der Sänger. Der Ortsgruppen- leit er feierte den Jubilar als treuen Parteigenossen. Einige frohe Stunden vereinten die Teilnehmer bei der harmonisch verlaufenen Feier. < Ob erschmitten, 22. Okt. Die Bautätigkeit war in diesem Jahre äußerst rege und wird auch während der kommenden Zeit nicht abflauen. Die Moufang'sche Papierfabrik nimmt größere An- und Umbauten vor, die in aller Kurze begonnen werden. Die Baufirma Lupp in Nidda hat die Arbeit übernommen. —AusdernNiddatal,22. Oktober. Die Diphthene-Epidernie in Rainrod der ein zehnjähriger Junge zum Opfer fiel, ist im A b- flauen begriffen. Der Schulunterricht ist wieder angenommen. Von der Krankheit waren nicht nur Schulkinder, sondern auch Schulentlassene befallen. In den Dörfern des Tales treten neben Erkältungskrankheiten hauptsächlich Bindehautentzündungen der Augen stärker auf. Olympia-Fahne unter Siegel und Verschluß. Einern olympischen Brauche entsprechend bewahrt leweils die Stadt, in deren Mauern das große Friedensfest der Völker stattfand, die Olympia-Fahne bis zum Beginn der nächsten Olympiade auf. Die weiße Fahne mit den fünf bunten Ringen, die vom 1. bis 16. August beschirmend über den Kämpfen in der deutschen Kampfbahn stand, bekam man am Donnerstag im Berliner Rathaus zum letztenmal zu sehen. Das weißseidene Tuch wurde noch einmal ausgebreitet und dann in eine über 10 Meter hohe Hakenkreuzfahne eingerollt. Sie wurde dann in einen auch den Fahnenstock mit einschließenden Zinkbehäl- ter von 15 Meter Höhe eingelötet, der mit einem Siegel versehen wurde und das Schildchen bekam, das fernen Inhalt bezeichnet: „Olympia-Flagge". Dieser Behälter wird in einem städtischen Tresor aufbewahrt, bis sie bei den 12. Olympischen Spielen m Tokio wieder enthüllt wird. Meister Scheller erfolgreichster Giraßenfahrer. Erfolgreichster deutscher Straßenfahrer war in der abgelaufenen Rennzeit im Lager der Amateure Meister Fritz Scheller (Schweinfurt), der nicht weniger als fieben bedeutende Rennen siegreich überstand. Bei den Olympischen Spielen reichte es infolge mangelnder Unterstützung durch seine Kameraden nur zum vierten Platz, bei den Weltmeisterschaften in Bern placierte sich Scheller als Neunter. Dazu kommt der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Erwartungsgemäß folgt der Chemnitzer Schild, der sich gerade zu.n Schluß der Saison hervortat, an zweiter Stelle vor den Mitgliedern der Nationalmannschaft Barto- skiewicz, Schulze, Hupfeld, Reichel (Chemnitz) und Wendel (Schweinfurt). die Bereitstellung der Wettkampfmannschaft und den Schützen für ihre kameradschaftliche Teilnahme. Der Kampf habe bewiesen, daß die alten Frontsoldaten im Schießen noch ihren Mann stellen und die jun- Soldaten unserer Wehrmacht als Meister» Ichutzen dem Vaterland den höchsten Dienst erwei- ftn können, wenn es sie braucht. Möge dieser Wettkampf, so schloß Kreisleiter Haus, dazu bei- tragen, uns Kyffhäuserkameraden immer mehr mit der Wehrmacht zu verbinden. OlifL., Hochamt 2 Fußball. Zugendgruppe Gießen. Spielansehungen für Sonntag. ^Mestck)' Amberg - Leihgestern (Hofmann, Klein -Linden — Spielvgg. 1900 Gießen (Laux, Leihgestern), AB--R. — Großen-Linden (Böcher, Gießen); VfB.-R.U — Steinbach (Böcher, Gießen); Allendorf — Großen-Linden II (Arnold, Vetzberg); Sp'elvgg 1900II. - VfR. Lich (Arnold, Heuchelheim); ' Launsbach — Rodheim (Weil, Vetzberg); Sri$rna™'~ Heuchelheim (Rinn, Rodheim); Alten-Buseck — Ettingshausen (Körber, Alten- Buseck); Saubringen — Saasen (Hillebrecht, Großen-Buleck): Lollar — Großen-Buseck (Dietz, Geilshausen); ' Wieseck - Spielvgg. 1900 III (Offenbacher, Gießen); o VfB.-R. III (Kirchner, Gießen); Lollar II — Staufenberg (Dietz, Geilshausen); ulcnfungen — Nieder-Ohmen (Röhm, (Brünberg); Riiddingshausen — Londorf (Pieh, Londorf). Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine. Die Vereine welche in dieser Verbandsserie mehr als zweimal den Gegner im Stich lassen, werden vom Jugendspielbetrieb ausgeschlossen. Gportamt „Kraft durch Freude^. Heute folgende Kurse: All g. Körperschule, FrauenundMän- ner: Von 20.30 Uhr bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26. Schwimmen, Anfänger und Fortge- sch ritte ne: Von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 Uhr bis 22.30 Uhr Frauen und Männer, Volksbad. Nächste Olympische Spiele ohne Skisport? Deutliche Erklärung des Internationalen Ski-Verbandes. Landkreis Gießen OO Klein-Linden, 22. Okt Rrf a n, con der Mirtfchaftsberatungsstelle Gießen der San- p br^te am Mittwoch ? flugelhofe der hiesigen Landwirte und 0ab Belehrungen und Aufschlüsse In vielen Fällen war si? g - nötigt Maßnahmen zur Heilung der Kalkbeine mitzuteklen. Sie beringte selbst eine größere Zahl d^sMrrger T^ere und gab Anleitungen über Stall- bau und Futter- und Trinkgefäßherstellung. In °Sn Janb Beraterin dankbare Auf- hufr 3n nac^kr TA wird eine Filmvorführung bie Anregungen von Frl. Lanz ergänzen 8^ Lang-Göns, 22. Okt. 2fm gestrigen Abend n, unserer Gemeinde zum ersten Male eine dunxelungsubung statt. Unter der rüh- ngen Leitung des Ortswartes des Reichsluftschutzes, ^tten sich die Blockwarte bemüht, durch Aufklärung und Besuche in den Häusern dahin zu wirren, daß alle Ortseinwohner mit der Durchfüh- rung der Maßnahmen vertraut waren. Gegen 20 Ubr wurde durch Trommelschlag der Beginn der Uebung verkündet, und schon einige Minuten darauf mar alles in tiefstes Dunkel gehüllt. Der Bezirks- leiter im Reichsluftschutzbund, Selzer (Garben- teich), kam zur Prüfung der Verdunkelungsmaßnah- men und fand alles in Ordnung. Er sprach den Vlockwaltern feine Anerkennung aus. Um 21 Uhr flammten die Straßenlampen wieder auf. Damit WaI Uä,un9 beendet. Zu gleicher Zeit wurde auch die Freiwillige Feuerwehr durch Trompetensignal alarmiert. Man nahm nämlich ven Fall an daß um diese Zeit feindliche Flieger Vrand- und Sprengbomben über unserem Dorfe ab» geworfen hätten, dadurch wurde das Schiff der Kirche getroffen. Das Rathaus daneben, in dem die Hitlerjugend ihr Heim hat und anwesend war, sollte von einer Sprengbombe getroffen worden sein. In sehr kurzer Zeit war die Feuerwehr an Ort und Stelle und bekämpfte den Brandherd aus vier Rohrleitungen in der Weise, daß wenigstens der Kirchturm erhalten blieb. Die Rettungsmannschaften mit den Leitern usw. drangen in das Rathaus ein und bargen die gezeichneten „toten" und „verwunderen Hitlerjungen. Sie wurden zum Sammelplatz gebracht, wo der leitende Arzt Dr. Schäfer sie in Empfang nahm. Den Durchgangsverkehr, sowie die Zurückhaltung der nachdrängenden Zu- schauer, regelten Mitglieder des NSKK. Alle, die bei der vorschriftsmäßigen Verdunkelung sowie bei der nachfolgenden Feuerwehrübung tätig waren, können mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurück- blicken. Ein geselliges Zusammensein im Gasthaus „Zum Schwanen" schloß den lehrreichen Abend. J Lich, 22. Okt. Die am Sonntag in unserer Stabt vorgenommene Sammlung der deutschen Arbeitsfront für bas W i n t e r h i l f s w e r k ergab den stattlichen Betrag von 179,52 Mark. Bei der Eintopfsammlung am Sonntag vorher waren in Lich 292,45 Mark eingegangen. Die Einstellung des Internationalen Ski-Verban- des (FIS) zu den nächsten Olympischen Spielen be» roegt schon feit geraumer Zeit die Gemüter. Nun hat der Präsident des Verbandes, Major N. R. O e st g a a r d (Oslo) mit einer klar entscheidenden Erklärung alle Meinungen und Vermutungen beseitigt. Oestgaard erklärte: „Der Internationale Skikongreß in Garmisch-Partenkirchen 1936 hat hinsichtlich der Olympischen Skiwettkämpfe 1940 beschlossen: Die FIS wird sich an den Olympischen Winterspielen 1940 beteiligen unter der Bedingung, daß die Wettlaufordnung der FIS zür Geltung kommt. Die Wettlaufordnung der FIS gestattet, daß Berufsskilehrer in internationalen Ski- wettkämpfen starten dürfen. Nachdem der oben erwähnte Kongreßbeschluß gefaßt wurde, ist festgestellt worden, daß das Internationale Olympische Komitee unter keinen Umständen zugeben wird, daß Berufs- skilehrer an Olympischen Spielen teilnehmen. Es besteht daher nur eine Möglichkeit für die Teil- nähme der FIS an den künftigen Winter-Olympiaden, nämlich den Amateurparagraphen der FIS in diesem Zusammenhang zu ändern. In Anbetracht der Tatsache aber, daß keine An- Zeichen darauf Hinweisen, daß die FIS eine derartige Aenderung ihrer Wettkampfbeftimmungen herbei- fuhren wird, müffen sich die Mitglieder der FIS m i t dem Gedanken befreunden,daß die FIS von den künftigen Winterolympiad en fernbleibt, d. h. daßSkiwettkämpfebei derOlympiadenichtmehr stattfinden." Man kann sich kaum denken, daß mit diesen Worten des Präsidenten die letzte und endgültige Ent- scheldung schon gefallen ist. Winterspiele ohne Skisport wären, das ist wohl klar für jeden, zur völligen Bedeutungslosigkeit verdammt. Merkwürdig erscheint, daß diese Erklärung gerade von Norwegen aus, das immerhin berechtigte Hoffnungen auf die Durchführung der nächsten Winterspiele besitzt, kommen mußte. t sack zu, langt nach der Windjacke und ist startfertig. ’ Seufzend steigt die Bäuerin hinter ihr die schmale I Treppe hinunter, unten gibts einen kleinen Aufent- ' balt. Aus der Nachbargemeinde ist einer mit einem ' Paket roter Zettel angekommen, einen davon zweckt er gerade an die Tür, hinter der der Sternbauer ' seine Gemeindegeschäfte erledigt. Hanna wirst nur . einen flüchtigen Blick darauf. Es heißt, daß zwi- , scheu Weihnachten und Neujahr die große Winter- Gebirgs-Prüfungsfahrt stattfindet, und daß dabei auch Wöding, Greiding und Buchwald berührt würden, zwischen Greiding und Buchwald befände sich eine Kontrollstation, die Kurvereine machen die pp. Winterftischler und Sportler daraus aufmerksam, daß .., Aber das lieft Hanna schon nicht mehr, es bringt kaum in ihr Bewußsein, was eine Winter-Gebirgs- Prufungsfahrt ist. Sie gibt ihren Wirtsleuten noch einmal die Hand, schnallt an und fährt los. Der Tag hält, was er versprochen hat. Die Sonne heizt so, daß Hanna im ärmellosen Pullover fahren kann, sie gönnt sich nicht viel Ruhepausen, der Weg braucht ihre ganze Aufmerksamkeit, und bis zur Hütte ist es doch ein hübsches Stück. Sie merkt auch, daß sie mit ihren Kräften nicht gut hausgehalten hat, sie hat sich für den Anfang zuviel zugemutet. Aber sie schafft ihr Ziel, noch ehe die Dämmerung hereinbricht. Sie ist allein, die Hütte liegt ganz verlassen. Holz ist genug neben der Feuerstelle, frieren wird sie also nicht. Beruhigt geht sie noch einmal vor die Tür, denn die Zeitpanne, in der Berge und Wolken zu brennen cheinen und noch einmal die Schönheit des Tages eiern, ist nur kurz bemessen. Von dem Gipfel, auf dem das Mädchen steht, ist keine menschliche Wohnung weit und breit zu sehen; Stille und Einsamkeit ringsum, der Mensch wird klein und mit ihm sein Leid und fein Lachen. Es gibt nichts, was die Seele freier machen kann, als die Unendlichkeit eines gestirnten Himmels überragenden Bergriesen, die wie Könige über Leben und Tod residieren, nur ihrem Gesetz fühlt jede Kreatur sich untertan; kein Leid ist so groß, daß es den unmittelbaren Ausdruck göttlichen Willens überschatten könnte, und keine Freude reicht mit ihren Kraftquellen an die Erhabenheit des Gefühls, das er einem menschlichen Herzen zu schenken imstande ist. (Sortsetzung folgt) „Der Vater ist drinnen." Er fährt aus seinen Brettern heraus, putzt sich Stiefel und Hosen mit dem Handbesen ab und macht sich daran, auch Hannas äußeren Menschen vom Schnee zu befreien. „Da habens sich ja paar Mal schwer g'setzt, wohl's erstmal Heuer?" Hanna muß das zugeben. Sie gibt dem Jungen einen Klaps auf sein wohl gepolstertes Hinterteil und stapft dann hinter ihm her. In der Tür begegnen sie der Bäuerin, denn der Junge sagt: „Zum Vater wills, Mutter." „Ich kann ja auch mit Ihnen sprechen er Hart Hanna. „Mir hat einer im Nachbardorf gesagt, wenn ich ein Bett und einen Löffel Suppe brauche soll ich zum Sternbauer gehen. Können Sie mich für ein paar Wochen aufnehmen, ©ternbauertn? Die Frau mit der dunklen Haarkrone auf dem schmalen Kopf besieht sich das Mädchen genau und ungeniert. Sie sind im Dorf nur au wenige Gaste eingerichtet. Im letzten Jahr hat sichkaum einer her verirrt, man könnte den Berd lenst schon gern mitnehmen, und sauber schaut die Frau ja aus, °"°W°nn?Jhn°n iufapt, Fräulein, könnens blei- ben. Habens kein Gepäck weiter? „Einen Koffer, den mir jemand von der Station holen müßte, wenn er nachgeschickt roiro. „Mein Sach," meint der Junge und feine Mut- ier Hai auch nichts dagegen. Er ist fehr emuerstan. den mit dem Zuwachs, sie kann Ski laufen, und das entscheidet bei ihm. Stümper tonnen fic im Dorf nicht brauchen, die bleiben auch nicht lang. Das ist Hanna Brandes; Einzug beim Stern, bauer. Man macht nicht niel töejens mit ihr, fie gehört zur Zunft, und mit der wird man gut fer- fiel Sie fall ihren Kaffee mit Schwarzbrot am Margen bekommen, wie die andern auch, und am Mittag brät man ihretwegen auch ferne Extra- wurst. Das Zimmer hat ein mächtiges Bett, einen Kreis Schotten. *• Scho "en 21. Okt. Ein treuer Sohn feiner Vaterstadt Schotten, Oberlandmesser i. R. Adam Spamer, feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veranstaltete der hiesige Zweig- B H einen Ehrenabend für sein treues Mitglied. Der Vorsitzende des DHC., Apo° theker S c r i b a , gedachte in ehrenden Worten der vielen Verdienste, die der Jubilar um den Vogelsberg hat. Bürgermeister Mengel überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Stadt für die un° Die Ergebnisse der beiden 10er- Mannschaften waren: Kreiskriegerverband Wetzlar 1280 Ringe, MG.-Bataillon 1252 Ringe. In echter Kameradschaft blieben die alten und jungen Soldaten noch geraume Zett beisammen. Der Führer des Kreisverbandes, Kreisleiter Haus, dankte dem Kommandeur des MG.-Bataillons für • verirrt sich zu ihr, sie schreibt auch keine, sie erzählt 1 auch nicht, nur einmal hat sie den Kater Mohrle ! auf den Arm genommen und sich mit ihm ganz ernsthaft unterhalten. Der Sepp hatte babeigeftan- ben, und die Sternbäuerin hat es auch mit angehört. „Ich habe auch so eine Katze, Sepp. Aber meine ist ganz weiß und hat einen buschigen schönen Schwanz, ihre Augen sind ganz blau, so wie euer Himmel, wenn die Sonne scheint. " „Warum hasts denn dann net mitbracht, wenns gar so schön is?", hatte der Junge gefragt und sicher nicht ganz verstanden, was mit der Antwort gemeint war: „Katzen hängen weniger an Menschen, wie an Zimmern, Sepp. Sie hat auch gar keine Sehnsucht nach mir, sicher nicht, so traurig wie das ist. Sie würde arg frieren, mein kleines Schneferl —" Nach einem Tier ist ihr bang, aber sonst nach nichts, nach keinem Menschen, das hat die Stern- bäuerin erbarmt, und weil sie nicht weiß, wie sie ihr etwas Gutes antun kann, steckt sie jeden Abend das Mohrle ins Zimmer, damit sie was Lebendiges um sich hat, mit dem sie auch reden kann. So packt sie noch ein ordentliches Brötchenpaket, vergißt auch den fetten Rosinenkuchen nicht und steigt noch einmal die Treppen hinauf. Hanna überprüft noch einmal alles, was in ihren braven Rucksack Schnerf hinein soll. Taschenlaterne, allerlei Wachs, Strümpfe, Hüttenschuh und nun noch der reichliche Proviant sogar den Tee hat die Sternbäuerin nicht vergessen. „Da fehlt uns ja nichts weiter als viel Son- nenfchein, mehr verlange ich von Weihnachten nicht; in drei Tagen bin ich wieder da und vielleicht ganz gut ausgehungert auf Ihren fetten Suppentopf." Es soll ein Scherz sein, aber die Bäuerin hat keinen rechten Sinn dafür. Sie gäbe was drum, wenn das Mädchen daheim bliebe. Sie traut ihr nicht recht. „Is ist kein guter Aufstieg zur Hütten, Fräulein. Diel Neuschnee, den Weg kennens doch auch nett. Solltens net doch die Hütten bis nach dem Fett lassen und den Walter vom Schuhmacher mit- : nehmen?" • Aber es ist ja gerade das Fest, dem Hanna ent- 1 gehen will, da oben hört sie keine Glocke, 1 die Frieden und Glück läutet sie bindet de» Ruck- MMeuesWA Roman von Zlse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Kraul 7:34,5, Kraul-Schwellstaffel (100, 200, 400, 200, 100 Meter) 14:11,9, 4 X 100 Meter Rücken 5:59,0 Minuten, sämtlich Nixe Charlotten- bürg. Kleinkaliberschießen Wehrmacht und Kyffhäuserbund. Der Bunbesführer des Deutschen Reichsfrieqer- bundes, SS.-Obersührer und Oberst a. D. Rein- hard, hat angeordnet, daß die Schützengruppen des Bundes mit der Wehrmacht Wettkämpfe im Klernkaliberschießen durchzuführen haben. Im Kr^isverband Wetzlar wurden die Wett- kämpfe am vergangenen Sonntag auf den Schieß- ftänben der Kreisschützengesellschaft in Wetzlar ausgetragen. Wenn auch der Himmel ein regne- nsches und stürmisches Gesicht machte, so konnte QHnMHHMnaHmnaa doch das Schießen von 9 bis 12 Uhr ununterbro- djen durchgeführt werden. Teilnehmer waren die zehn besten Schützen des letzten Wertungsschießens des MG.-Bataillons und des Kreiskriegerverbandes Wetzlar. Es wurden 15 Schuß auf die Einheits- fctjeibe des Deutschen Reichskriegerbundes (12er-Ring° scheibe) geschossen, und zwar auf 50 Meter je fünf Schuß liegend freihändig, kniend ober sitzend frei- händig und stehend freihändig. Der fremde Schießstand und das stürmische, teils trübe, teils Helle Wetter beeinflußten die Resultate der beiden 10er Mannschaften. Der Konmmandeur des MG.-Batail- lons, Major H o p p e, und Kreisleiter Haus wohn- ten dem Wettkampf bei. Nach Beendigung des Schießens gab Kreisschieß- roart Armbrecht nachstehende Resultate bekannt: 1. Unteroffizier Debus, MG.-Batl., 143 Ringe; 2. Förster Melching, Kameradschaft Bieber 141; 3- Feldw. Dietz, MG.-Batl., 137; 4. Wilh. Schmidt, Kameradschaft Ehringshausen 135; 5. Hoff. Klingel- Höfer, MG.-Batl., 134; 6. Rud. Axt, Kam. Wetzlar, 133; 7. Willi Loth, Kam. Wetzlar, 133; 8. Jos. Schütz, Kam. Bieber, 132; 9. Uoffz. Höht, MG.-Batl., 130; 10. Unteroffizier Brand, MG.-Batl., 130 Ringe. Der Landesverband Hessen und Kreisverband Wetzlar hatten je drei Preise zur Verfügung gestellt. Unteroffizier Debus erhielt als 1. Preis eine Httlerplakette, während sich die anderen fünf Sieger in der Reihenfolge ihrer Ergebnisse die weiteren Preise auswählen konnten. lro6en von 1842 Bauplätze. " Pa die Steinbacher von jeher ihre Behörden in Gie- Lar feen hatten und sie zwei Versuche, zu Lich zu kom- sil men, abgewehrt hatten, schreibt die ehrnnip- orrt» „..T’ ■ '£"'xn “'m uer nanos, tetfeissshs'Ä'fijj fe» *■£«•» sä» Sitz habenden Behörden und Beamten veranlaßten die Steinbacher dazu, daß sie sich des Näherrückens an Gießen durch die neue Chaussee freuten!" Handball im Sporlkreis Gießen. Auch der kommende Sonntag wird einige interessante Spiele bringen. Offen bleibt nur die Frage, ob auch die schon zur Tradition gewordenen lieber» raschunaen ihre Beständigkeit erweisen. Die Vorzeichen dafür sind jedenfalls da. Es werden antreten: Bezirksklasse. Spvgg. 1900 Giehen — Tv. Heuchelheim. Heuchelheim ist im Kommen! Das hat der letzte Sonntag mehr als deutlich bewiesen. Ob es allerdings gelingen wird, die zweifellos unter Form spielenden Gießener auf eigenem Platz zu schlagen, muß abgewartet werden. Wie lange es bei Giehen noch in der seitherigen Weise weitergehen wird, läßt sich nicht übersehen. Die Mannschaft braucht notwendig den erforderlichen Ersatz auf einigen Plätzen, um endlich wieder einmal entscheidend in die Geschehnisse eingreifen zu können. Tuspo. Marburg — Tuspo. Niedergirmes. Es besteht wohl kein Zweifel darüber, daß die Platzbesitzer zu Hause in stärkster Besetzung antreten werden, so daß die Aussichten für die Gäste außerordentlich gering sind. Tv. Lützellinden — Mtv. Gießen. Auch die zweite Gießener Mannschaft hat bisher noch nicht befriedigen können, obwohl sie eigentlich die meisten Aussichten hatte, an die Spitze zu kommen. Bei Mtv. Gießen ist es nicht anders wie bei 1900. Die Mannschaft muß ebenfalls auffrischen und vor allem mehr als seither Wert darauf legen, daß die einzelnen Mannschaftsteile in der richtigen Weise Zusammenarbeiten. Sonst wird keine Möglichkeit bestehen, das Treffen in Lützellinden siegreich zu beenden. 1. Kreisklasse. Tv. Grüningen — Tv. Hörnsheim. Hörnsheim ist auf dem besten Wege, auch in diesem Jahre wieder mit in erster Reihe zu stehen und wird deshalb auch in Grüningen so ohne weiteres nicht nachgeben. Allerdings ist der Sieg noch nicht errungen und wird Kampf kosten. Tv. Holzheim — Tv. Kahenfurt. Holzheim wird keine Möglichkeit offen lassen, um den Gegner gewinnen zu lassen, obwohl die Gäste keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Tv. Garbenheim — Tv. Herborn. Garbenheim muß aus der Hut sein, um seinen Sieg sicherzustellen. Tv. Dorlar — To. Dutenhofen. Dutenhofen tritt ersatzgeschwächt an und wird kaum um eine Niederlage herumkommen. 2. Kreisklasse. Mtv. Giehen — Tv. Mendorf (Lahn). Tv. Haufen — Tv. Lang-Göns. Tv. Nauborn — Tv. Wetzlar II. Die Mannschaft des Mtv. mag stehen wie sie will, sie wird Mendorf immer überlegen fein. Denn die Gäste haben nicht nur eine vollkommen veränderte Elf zur Stelle. Die Spieler untereinander haben sich auch noch nicht gefunden, so daß die dauernden Niederlagen schon verständlich sind. — Hausen hat eine Chance, wenn es komplett antreten kann. Denn einmal der eigene Platz und dann der sicher nicht schlechte Sturm werden schon dafür sorgen, daß die Hintermannschaft der Gäste mehr beschäftigt wird, als am letzten Sonntag. Jugendklasse. Tv. Dutenhofen — Mtv. Gießen II; Tv. Krofdorf — Mtv. Gießen I; Spvgg. 1900 Gießen — Tv. 1846 Gießen; Tv. Lang-Göns — Tv. Holz- Heim; Tv. Lützellinden — Tv. Groß-Rechtenbach; Tv. Oberkleen — Tv. Cleeberg; Tv. Garbenheim — Tuspo. Niedergirmes; Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar; Tv. Nauborn — Tv. Atzbach; Tv. Beuern — Tv. Allendorf (Lda.); Tv. Londorf — Tv. Lollar. 1900 Jgd. — TV. 1846 Jgd. Die Jugend von 1900 empfängt am Sonntag die Jugend des Lokalgegners 1846. Die 1846er sind als sehr spielstarke Mannschaft bekannt, deshalb werden sich die jugendlichen Spielvereinigungsleute sehr anstrengen müssen, wenn ein achtbares Resultat erkämpft werden soll. Kurze Sporinotizen. Die Deutsche Wasserball-Mei st er- schäft 1 936, zu der 16 Vereine gemeldet hatten, ist leider fraglich geworden, da einmal ein Teil der gemeldeten Mannschaften zurückgezogen hat und außerdem die Durchführung der Gruppenspiele in der vorgesehenen Form nicht möglich ist. Kurt Krößsch, der frühere deutsche Kunst» turnmeister und erste Zwölfkampsieger beim Deut» scheu Turnfest 1933, der wegen verschiedener Vergehen ausgeschlossen worden war, ist begnadigt worden und hat sich wieder seinem früheren Verein, dem TSV. Leuna, angeschlossen. * Eric Fernihough, der englische Motorrad- Rennfahrer, der auf der Reichsautobahn in Frankfurt einen Weltrekord für den fliegenden Kilometer Den Pimpf, der kommt und bittet Brot, den schick nicht fort! Du bannst die Not. in der 1000 ccm-Klasse aufstellte, hat sich jetzt auf der bekannten Betonstrecke bei Gyon in Ungarn auch den Weltrekord über die stehende Meile geholt. Er erreichte 174,270 km/st. ♦ Deutsche Motorsportler nahmen am Donnerstag mit bestem Erfolg an den Geschwindigkeitsprüfungen auf der bekannten Rennstrecke in Gyon bei Budapest teil. Müller (Bielefeld) fuhr auf se.iner Halbliter-DKW. den stehenden Kilometer mit 136,054 und den fliegenden Kilometer mit 191,540 km/st; Hans Schumann fuhr auf seinem NSU.-Beiwagen den fliegenden Kilometer mit 147 und die fliegende Meile mit 145 km/st; Bäumer erreichte auf seinem Austin-Rennwagen für den fliegenden Kilometer ein Mittel von 176,139 Kilometer. Uniformen ^AHre Unterwäsche Wunderbar ng. unter ID Dätienr Giehen, am . D. ÜÜ11M51 Oswaldsßarten 6707V 5)ie G/ESBEN*MÄU5BUR GIG 6713A Jüji kaischatxlange tagen all/ Kaufleute bieten an Vz-Literdose 48 Pf. V2-Literdose 42 Pf. .500 g 35 und 38 Pf. Neue Linsen. Bohnen, weiß 500 g 18 und 23 Pf. Kinder und Militär 20 Pf. 67O0Ä Wenn Sie die Wäsche über Nacht in ein Burnus- Schmuhlösebad legen — dann sparen Sie die strapaziöse Behandlung durch Reiben und zweites Kochen. Burnus löst durch seine milden Naturstoffe selbsttätig den zähen Kitt aus Schweiß und Speiseresten in der Wäsche. 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