London im Scheinwerfer nestierten. mil- mif von beiden Protagonisten der europäischen Geschichte, ohne Deutschland und Italien, denkbar? Anderseits sei das französische Spiel unklar und der Wunsch Frankreichs nach Verständigung mit Berlin nicht überzeugend. Am Quai d'Orsay habe man sich noch nicht Rechen- schäft darüber abgelegt, daß mit dem Deutschland Hitlers nicht die gleichen Methoden wie mit dem Deutschland der Vergangenheit angewendet werden können. Frankreich müsse sich entscheiden und doktrinäre Vorurteile bzw. universalistische Pläne, die mehr oder weniger auf den Völkerbund zurückgehen, beiseite stellen. Das Angebot eines Nichtangriffspaktes zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Holland, das der Führer in seiner Reichslagsrede vom 7. März gemacht hatte, ist, wie das angesehene römische Blatt weiter schreibt, noch niemals vom Quai d'Orsay einer gründlichen Prüfung unterzogen worden, obwohl von ihm vielleicht der Frieden Europas daß im ganzen etwa zehntausend Personen der Amnestie teilhaftig werden. Der Friedenswille des deutschen Volkes. Gesandter von Papen über das deutsch-österreichische Abkommen. Was die einzelnen Personen betrifft, so wrrd der ehemalige nationalsozialistische Landesrat Hauptmann Leopold, der nationalsozialistische Bundesrat Schatt en froh, der Verlagsdirektor des ehemaligen Hauptorgans der NSDAP, in Österreich, „Deutsch-Oefterreichische Tageszeitung , Major Serba ferner der ehemalige Wiener Polizeidirek- tor St ein Häusl am Donnerstag freigelassen werden. Wie wir weiter verläßlich erfahren, befindet sich Dr. Rintelen nicht unter den Arn- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hob« für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinstanden ist. , . . ,, Bei anderen Delikten, insbesondere bei solchen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschenleben, wurde nur in vereinzelten Fällen Gnade geübt. Was die Niederschlagung der anhängigen gerichtlichen Strafverfahren wegen rein politischer Delikte betrifft, so erfassen sie alle in Oesterreich bis zum heutigen Tage anhängigen Strafverfahren. Nach Durchführung dieser Gnadenakte werden sich in Oesterreich nur noch 224 Personen wegen politischer Delikte in gerichtlicher haft befinden. Für die Erlassung einer Amnestie für die im Ver- waltungsstrafverfahren bis zu einem Jahre Poli- zeihaft oder zu Aufenthalt im Konzentrationslager Wollersdorf verurteilten Personen sind die Vorarbeiten im Gange. Eine amtliche Verlautbarung darüber ist gegen Ende des Monats zu erwarten. Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, werden am Donnerstag etwa fünftausend politische Gefangene in Freiheit gesetzt werden. Etwa die gleiche Zahl, also fünftausend politische Gefangene, werden von der in Vorbereitung befindlichen Amnestie für die im Verwaltungsverfahren Verurteilten erfaßt werden, so Rom, 22. Juli. (DNB.) Der bevorstehenden Dreierbesprechung wird in der italienischen Presse jede Bedeutung a b g e spräche n. Die hartnäckigen Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich hatten schon wahrend der langwierigen Vorgeschichte dieser Zusammenkunft unter betonter Ablehnung des formalistischen Standpunktes Frankreichs zu äußerst skepti chen Urteilen geführt. Grundlegend für diese kritische Stellungnahme war immer wieder das Fernbleiben Deutschlands und Italiens. Die ,Tribuna" unterzieht in diesem Zusammenhang' nochmals die der französischen Politik zugrundeliegenden Methoden einer scharfen Kritik. Für eine Konferenz, von der man von vornherein wisse, daß sie zum Scheiteln verurteilt sei, bestehe keinerlei Notwendigkeit. Die französisch-deutschen Beziehungen stehen im Mittelpunkt der europäischen Lage, aus der die Mitarbeit Italiens nicht herausgebrochen werden könne. Wie ist, so fragt das Blatt, unter diesen Umständen eine Begegnung ohne die Wien. 23. Iuli. (DNB.) Wie amtlich geteilt wird, hat Bundespräsident Bliklas Entschließung vom Mittwoch eine Reihe Gnadenakten politischer Natur vollzogen, die am 23. Iuli d. 3. durchgeführt werden. Die Gnadenakle machen zwischen den politischen Richtungen der Beschuldigten keinen Unterschied. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Hefmat im Bild - DieScholle Monatr vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , *-25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer GewaU ZernsprechanschMffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11086 Paris muß eine andere Gesinnung bekunden Ltarienisches Urteil über die Dreierbesprechung in London. Wien, 22. Äuli. (DNB.) Die Anglo-Amencan Preß Association in Wien gab am Mittwoch aus Anlaß des zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich geschlossenen Abkommen zu Ehren des deutschen Gesandten von P a p e n ein Frühstück, an dem auch der englische und Nische Geschäftsträger teilnahmen. Dabei hielt Gesandter von Papen eine längere Rede, in der er u. a. ausführte: In einigen Ländern hatte man sich geradezu daran gewöhnt, den Spannungszustand zwischen dem Reich und Oesterreich als unentbehrliches Element des europäischen Gleichgewichts zu betrachten. Jeder Versuch, den ich unternahm, dicse Spannungen zu mildern, wurde von jener Seite als em Affront gegen die Interessen Dritter betrachtet. Dieje gleich- Gesinnung ist feststellbar, wenn Sie die Kritik betrachten, die das Abkommen m der Welt gefunden hat. Die wirklichen und wahren Freunde des Friedens find glücklich, daß zwei Staaten wieder zueinandergefunden haben, die niemals sich hätten trennen dürfen. Die anderen finden, daß der Friedensschluh ein bedrohliches Zeichen des deutschen Imperialismus in Zenlraleuropa dar- Wiederzulassung österreichischer Zeitungen im Reichsgebiet. Berlin, 22. Juli. (DNB.) Die Reichsregierung hat eine zunächst beschränkte Anzahl oft e r r et • diHdier Zeitungen wieder im Reichsgebiet zu gelassen, deren Vertrieb bereits eingesetzt hat. Die österreichische Regierung hat wegen Z u - lassung reichsdeutscher Blatter entsprechende Maßnahmen getroffen. stelle. Sie glauben, daß von hier aus ein neuer Eroberungsfeldzug eingeleitel werden soll. Diesen letzten Kritikern muß ich sagen: Ich freue mich aufrichtig, daß wir sie enttäuscht haben. Nach ihnen sollte Deutschland durch eine Koalition der Mächtigen zu vertraglichen Abmachungen be- züglich der Unabhängigkeit Oesterreichs g e jwjn« q e n werden. Aber ich habe nie den leisesten Zweifel darüber gelassen, daß der deutsche Reichskanzler ein solches Geschehen als dem Sinn der deutschen Geschichte zuwider ansehen, und daß es einzig und allein der tausendjahngen Derbunden- hett dieser beiden Länder entsprechen wurde, wenn wir uns aus eigener Kraft und aus eige- nem Entschluß wieder zusammenfinden. Aus den unzähligen Telegrammen und Meinungsauhe- runqen, die mir von diesseits und I^nfelts der Grenze zugegangen find, weiß ich, welchen Widerhall der Entschluß der beiden führenden Staats- männer in den Herzen des gesamten deutschen Volkes gefunden hat. Ist das, so frage ich Sie, dieser Beweis des Friedenswillens des deutschen Volkes, nicht unendlich viel stärker und überzeugender als papierne Verträge es sein könnten, die zwangs- läufig Zustandekommen? wegen oder durch diplomatische Zufälligkeit wieder so etwas in Gang gebracht wird wie die B u n d - nispolitik der Vorkriegszeit Diese Bündnispolitik war und ist nicht nur auf Verteidigung, sondern auf Angriff eingestellt, im Gegensatz zu dem Friedens plan des Führers, der die Möglichkeiten des Angriff» ebenso wie den Angriff selbst aus allgemeinen und besonderen Erwägungen aus geschaltet wissen will. Das aber kann nur die Aufgabe einer Tagung fein, auf der alle Mächte vertreten sind, die guten Willen wirklich besitzen und beweisen. Oer Führer besichtigt das Heichs- parteitagsqelände m Nürnberg. Nürnberg, 22. Juli. (DNB.) Am Mittwoch- nachmittag begab sich der Führer mit (einer Begleitung non Bayreuth aus "ach N u r n b e r g um das Reichsparteitagsgelande zu besichtl gen und sich von dem Fortgang der Bauten zu überzeugen. Danz-g und po'en. Aussprache zwischen Greiser und Pappe. Danzig, 22. Juli. (DNB.) Die Pressestelle des ihrer Tendenz sich gegen die Freie Stadt Danzig richten, hatte der P r ä s i d e n t d e s S e n a 5 den diplomatischen Vertreter der Republik Polen m Danzig, Minister Papps, zu sich gebeten. Am Mittwochvormittag sand beim Präsidenten eine Unterredung mit Minister Pappe statt, bei der Präsident Greiser die Danziger Besorgnisse zum Ausdruck brachte und gegen solche Veranstaltungen Einspruch erhob. Auf Grund der Äußerungen Ministers Pappe gab Präsident Greiser die Erklärung ab, daß Danzig bereit fei, die stattgefundenen, in ihrem ganzen Charakter unbestritten gegen Danzig ° gerichteten Demonstrationen ber Darstellung des diplomatischen Vertreters der Republik M n entsprechend nicht als Störung der guten amtlichen Danzig-polnischen Beziehungen aufzufassen. ZüdiickeHehpresie in Danzig verboten. Danzig, 22. Juli. (DNB.) Der Danziger Polizeipräsident hat die jüdische Wochenzeitung „D a n- , i q e r Echo" mit sofortiger Wirkung auf d e Dauer von 10 Monaten uerboten, da die in der Zeitung gemachten Ausführungen geeignet sind, die öffentliche Sicherheit und Ordnung 'n der Freien Stadt Danzig zu gefährden. In der Begründung wird u. a-s),a“59efu^tt'bQb[^ das Blatt in saft jeder Nummer Aufsätze enthalt, die geeignet seien, das Empfinden des m feiner übergroßen Mehrheit deutsch denkenden1 und fuh lenden Beoolkerungsteiles m Danzig gröblich zu verleben. Darüber hinaus feien in fast jeoer -num I mer Artikel zu finden, die in ihrem Inhalt Angriff gegen die Danziger Regierung leitende Staatsmänner und selbst gegen den Führer und Reichs- kanzler des befreundeten Deutschen Reiches darstellen und die auf die Dauer nicht geduldet werden können. Jugoslawen studieren den Sau Hessen-Nassau. NSG. Frankfurt a. M., 22. Juli. Gestern befand sich eine jugoslawische Reisegesellschaft in unserem Gaugebiet, um unsere l a n d w i r t s ch a f t - lichenVerhältnisse kennenzulernen. Hochschul- dozenten, Leiter landwirtschaftlicher Versuchsanstalten und Lehrkräfte jugoslawischer Fachschulen wur- den von Landesbauernführer Dr. Wagner in Riedwehr begrüßt und seine Berufskollegen vom jugoslawischen Agrarverband zur landwirtschaftlichen Versuchsstation in Darmstadt begleitet. Ein anschließender Besuch in der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obst- b,au in Oppenheim machte sie mit dem Wem- baugebiet des Gaues bekannt. Die Gruppen statteten in den Abendstunden Frankfurt a. M. einen kurzen Besuch ab. Im Auftrag des Oberbürgermeisters wurden die Gäste im Kurfurstenzimmec des Römers von Stadtrat Dr. F i s ch e r -Deso t), der bei der Gelegenheit auf die vielfältigen Vezie- Hungen der Großstadt zum B°u°rntum hinwie» und den bejonderen Charakter der ländlichen Dor. orte Frankfurts unterstrich. Der Letter der Reif« gesellschaft dankte in herzlichen Worten. Die Gnadenaktion besteht aus vier Teilaktionen, und zwar einer umfangreichen bedingten Nachsicht der Strafreste für Personen, die wegen einer rein politischen oder aus rein politischen Beweggründen begangenen anderen strafbaren Handlung in Strafhaft sind; einer Niederschlagung von gerichtlichen Strafverfahren, die wegen politisch strafbarer Handlungen anhängig sind; einer gnadenweisen Einstellung von ruhenden Verfahren gegen Beteiligte am Juliputsch (die Ruhe des Verfahrens wurde in- diesen Fällen schon bei einer seinerzeitigen Gnadenaktion angeordnet) und einer Hemmung des Strafvollzugs zum Zwecke der Beurteilung einer Nachsicht von rechtskräftig verhängten aber noch nicht angetretenen Strafen wegen politisch strafbarer Handlungen. Für die Gnadenaktion wurden bestimmte allgemeine Grundsätze aufgestellt, und zwar bet rein politischen Delikten, auf die mit Strafen bis zu zehn Jahren schweren Kerkers erkannt worden ist, wurden die Strafen allgemein ohne Ansehung der einzelnen Fälle erlassen, bei Strafen von über zehn bis zu zwanzig Jahren schweren Kerkers wurde die Erlassuna grundsätzlich zuerkannt, soweit nicht Blutschuld ober besondere erschwerende Umstände vorliegen, oder besonders schwere Verletzung der Amtspflichten oder des Soldateneides vorliegen. In Fällen, wo lebenslängliche Kerkerstrafen verhängt wurden, wurde die Strafe in 13 besonders berücksichtigten Fällen von insgesamt 46 Fällen erlassen. Bei gemeinen Delikten, die aus politischen Beweggründen begangen wurden, wurde zwischen den Sprengstoffdelikten und anderen Delikten unterschieden. Bei wegen Sprengstoffdelikten Verurteilten wurde nur dann eine Begnadigung ausgesprochen, wenn es sich um den bloßen Besitz geringer Mengen von Sprengstoffen, oder um untergeordnete Trager- : bienfte, oder um solche Svrengstoffanschlage han- ; beit die mit verhältnismäßig gering gefährlichen Sprengstoffmitteln und auf eine Art begangen wur- - den bei der weder Menschenleben gefährdet wurden', noch ein Sachschaden größeren Umfanges ent- Es ist nicht ohne Reiz, zu beobachten, wie sich auf der einen Seite die englische Presse, auf der anderen Seite die französische Presse bemüht, das Ergebnis von London schon vorher fest- zuleaen. Dabei ist unverkennbar daß die öffentliche Meinung in England keine Festlegung in London will, sondern eine Aufklärung, weil die Hauptsache, die Ausweitung der Dreier-Tagung, überhaupt erst noch bevorsteht. Mit dieser Funfer-Tagung rechnet ( auch die öffentliche Meinung m Frankreich; aber , sie will für diese Tagung nicht nur etnen festen , Rahmen, sondern auch einen Inhalt, was nach Abstrich alles diplomatischen Drum und Dran ; bedeutet, daß die Fünfer-Tagung nur d a s annehmen soll, was die Dreier-Tagung in London beschließen wird. Mit anderen Worten: die fr an- zösische Politik will wieder einmal vollendete Tatsachen schaffen, mobei fie nicht nur das eigene Geschick einzusetzen gedenkt, sondern sich auch einer gewissen Stimmungsmache in England bedient, die mehr als einmal dazu bei= getragen hat, daß die Dinge anders laufen als selbst die englische Regierung das ursprünglich beabsichtigt hat. Soll diese Taktik erfolgreich sein, so gehört dazu, den Anfang unkenntlich zu machen, die Zusammenhänge zu verwischen, so daß schließlich nichts anderes übrigbleibt, als wieder einmal ^Was^ steht in London zur Verhandlung? Darauf gibt messerscharf die italienische Presse eine Antwort, die nicht nur das untersucht, was in London zur Verhandlung steht, Indern auch das was bie europäische Frage schlechthin bildet. Diese Frage ist das Verhältnis Deutschlands zu Frankreich, das klar und einfach jein könnte, wenn die Dinge, wie sie sind, nicht nur in Berlin so gesehen werden, sondern vor allem auch in Paris. Der 5u e r und Reichskanzler gibt sich seit der Machtergreifung Mühe, dieses Verhältnis so zu ordnen, datz nicht nur beide Völker, sondern Europa in Ruhe und Frieden lebt. Es kann sein, daß m Frankreich zunächst diese offene und ehrliche Sprache des Führers nicht verstanden worden ist, denn Frankreich lebt noch vielfach in anderen Vorstellungen, die sich aus dem zusammensetzen, was nicht nur für Europa den Begriff der Versailler Polilik bedeutet. Frankreich hält sich aus dieser Politik heraus berufen und berechtigt, etwas zu tun, was sich mit einer klaren Vertragspflicht nicht in Uebereinstlm- mung bringen läßt. Das ist der B e t ft a n d s - d ertrag mit Räterußland, wobei es nicht allein auf die rechtliche Zulässigkeit ankommt, viel- m sr auch auf die politische Zweckmäßigkeit. Der Führer und Reichskanzler hat in feiner berühmten Reichstagsrede vom 7. Marz nicht nur Frankreich, sondern auch Belgien und Holland N i ch t a n g r i f f s o e r t r a g c angeboten, also das aean ms den Locarnooertrag ersetzen kann.' Aus dieses Angebot des Führers und> fan üers ist von Paris feine A n t w 0 r t e r - folgt, denn die fteben, biej fflhmWÄ«? Blum und Außenminister D e l b 0 s bei der Vorstellung der Regierung in der französischen Kammer aebalten haben, haben sich aus dem Umkreis der alten Betrachtung nicht entfernt. Jedenfalls f feine Handlung erfolgt. Es ist also einstweilen noch fo, bafo auch die französische Regierung sich wohl davon überzeugt erklärt, daß zwischen De sch- land und Franfreich eine Verständigung möglich tst, aber daß auch dieses Zugeständnis n ich t u be t ö i Betrachtung hinausgeht Nun machb die italienische Presse, insbesondere die „Trivuna , sehr eindringlich daraus aufmerksam, daß es> auf b* Verständigung zwischen Deutschland und Fran cy antomme9 daß abe? für diese Verständigung die Dreiertagyng in London sehr Große politische Amnestie in Oesterreich Zehntausend werden begnadigt. ' Dor' M°m deshalb übe«, weil De land und Italien die beiden Machte sind °,e mit England und Frankreich den Loearno vertrag vor 10 Jahren J". dessen steht heute nicht mehr dieser 2“'“'"“. b ertrag zur Verhandlung, sondernd ? tische Lage Europas, wie sie sch I°'t drejer Qpit entwickelt hat. Es ist vieles m dieser Zeit g schehen, um irgendwelche Gegensatz Zwischen Deu sch- land und Frankreich zu mildern, wob« nur an^d,e Erledigung der Saarfrage erinnert z braucht. Trotzdem kommt Frankreich aus ber Vorstellung r> ° n B ° r ° u e- heraus, wofür wieder einmal die Dor^chuy e der Dreier-Tagung ein Beweis ist Hi- wurde d französische Politik, rote wurde die öffentliche jj ei S M WÄw; M S KÄ1. FuÄ'u™ * heißt sie auch insofern beantwor n als diese Ant, wort mittelbar beweist, mit Archer - Langmut das neue Deutschland die Politik Frank reichs verfolgt. Aus der anderen Seite i|t bar ari 3u erinnern, wie verhältnismäßig le ch ; . LSLZWW'S- Abkommen mit Oesterreich zu erwähnen ist Die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit hat kein Lano ve o r o y r, kanz abgesehen davon, daß es keinen -.ntzch^n Politiker und Staatsmann geben bei: ntdjt davon überzeugt war und ist, daß ..... ftellung de/deustchen Wehrhoheit nach dem Dolhgen Versagen des Genfer Völkerbundesnicht zu oer^ meiden und nicht zu umgehen war. Die große Gefahr für Europa ist heute, daß auf Um- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bader-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. mi w u,i°.„„tt.l>.ch. m» Sl.l.^.nl «.--«g-1» «M«. ech-M'««"», .n» WWM': Nr. 170 «Elftes Blatt 186. Jahrgang Bonnerstag, 25.3uli 1936 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Danziger Senats teilt mit: ÄnenSÄ,n^ ln'mer'Art^ zu finden, abhängt. Die damaligen Vorschläge des Führers stellten also Frankreich vor die ernsteste Verantwortung. Sie bildeten den Brennpunkt in den deutsch-französischen Beziehungen. Ausweichen heiße, das Problem nicht anpacken wollen. England sehe die Gefahren der französischen Haftung und versuche in den Grenzen des Möglichen zu verhindern, daß Paris von der auch für London gangbaren Hauptstraße abweiche. Das negative Programm Englands für die Dreierbegegnung wolle vermeiden, daß Frankreich mit einer aus der Nervosität geborenen Geste die Aussichten der Vorschläge Hitlers gefährde, die London selbst in den sicheren Hafen zu steuern versuche. Um jedoch dieses Ergebnis zu erreichen, sei es, wie das Blatt nochmals betont, notwendig, daß Deutschland und Italien am gleichen Verhandlungstisch zugegen sind, und daß Paris sich zu den Besprechungen mit einer anderen Gesinnung einfindet. Austakt. London, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die französische Abordnung zur Konferenz der drei Restlocarno-Mächte ist gestern Abend unter Führung des Außenministers D e l - b o s in London angekommen. Sie besteht aus dem Generalsekretär des Außenministeriums Leger, dem Vizedirektor für politische und wirtschaftliche Angelegenheiten am Quai d'Orsey M a s s i g l i und dem Kabinettchef R o ch a t. Ministerpräsident Blum wird, wie verlautet, mit seiner Frau heute früh im Flugzeug ankommen. Die erste Sitzung der Dreimächtekonferenz wird am Donnerstagvormittag um 10.30 Uhr im Hause des Ministerpräsidenten beginnen. Die englische Abordnung besteht aus Baldwin, Eden und Lord Halifax. Auch die weiteren Sitzungen werden in der Downingstreet Nr. 10 stattfinden. Der diplomatische Korrespondent des Reuter- Büros schreibt, daß heute mit der Dreimächte- Tagung der erste Abschnitt der Bemühungen um eine Bereinigung der gegenwärtigen europäischen Probleme beginne. Die einzige unmittelbare Aufgabe der Tagung sei, eine Entscheidung über die Form herbeizuführen, in der Deutschland zu einer Fünfmächte-Tagung, die auch I t a- l i e n einbeziehen werde, eingeladen werden solle. Die Fünfmächle-Tagung solle eine neue westeuropäische Vereinbarung an Stelle des Locarno-Vertrages herbeiführen. Am Schluß der gegenwärtigen Tagung werde diese Form der Einladung durch eine Verlautbarung bekanntgegeben werden. Diese könnte, wenn alles gut ginge, schon heute Abend ausgegeben werden. Das Ziel der Londoner Tagung sei von Großbritannien sorgfältig umgrenzt worden. Es habe vermeiden wollen, daß ein Fehlschlag der am Weißbuch vom 19. März erwähnten Versöh- nungsbemühungen festgestellt, und daß Europa in zwei Lager geteilt werde. Nichts wünsche Großbritannien weniger als auf der heutigen Tagung das Zustandekommen eines Westblockes zu fördern. Frankreich habe hauptsächlich auf die Abhaltung dieser Tagung gedrängt, weil es die westlichen Demokratien leitende gemeinsame Ideologie zu demon st Zieren wünsche. Die Generalstabsabmachungen. London, 22. Juli. (DNB.) An den Außen- m i n i ft e r wurden auch am Mittwoch wieder mehrere Anfragen wegen der bevorstehenden L o - carno-Besprechungen gerichtet, deren Beantwortung jedoch nichts Neues ergab. Als der Oppositionsliberale Mander fragte, ob in der Zwischenzeit die General st absabrnachun- gen voll wirksam bleiben würden, antwortete Eden, das treffe für die vor einiger Zeit getroffenen Abmachungen gewiß zu. Das Sowjet-,/Paradies". Wachsende Korruption. Moskau, 22. Juli. (DNB.) Die Fälle von Amtsvergehen hoher Funktionäre der sowjetrussischen Wirtschaftsbetriebe und Volkskommissariate haben sich in der letzten Zeit bedenklich gehäuft. Mitte Juni wurde eine Reihe führender Beamter der Wirtschaftsbetriebe wegen Verstöße gegen die bestehenden Vorschriften über Geld- und Zahlungsverkehr von der Staatsanwaltschaft belangt. Vor kurzem wurde, wie erinnerlich, die gesamte Leitung der Sowjet- staatsbank abgesetzt und erst vor wenigen Tagen der stellvertretende Volkskommissar der Holzindustrie, Sokolnikow, degradiert. Das Blatt der bolschwestischen Partei, die „P r a w d a", richtet jetzt schärfste Angriffe auch gegen das Volkskommissariat für Staatsgüter. Die Leitung des Volkskommissariats hätte seit Monaten den auf den Staatsgütern beschäftigten Landarbeitern die Löhne nicht ausbezahlt. Deshalb würden diese Arbeiter häufig von den Staatsgütern desertieren. Auf einigen Staatsgütern hätten die Leiter, um ihre Betrügereien machen zu können, Ersatzgeld in Form von Brotkarten und Lebensmittelbons eingeführt. Besonders auffallend fei, daß der Geldmangel bei den Lohnzahlungen für die Landarbeiter im krassen Widerspruch stehe zu den in jüngster Zeit stark gestiegenen Bezügen der Funktionäre des Volkskommissariates. Durch angebliche „Ueberstunden" und besondere „Prämien" erhielten diese nebenbei noch Summen bis zu 3000 Rubel monatlich. Beisetzung der Mutter des Reichsbauernführers. Die Mutter des Reichsbauernführers Frau Eleonore D a r r ö wurde auf dem Friedhof in Goslar beigesetzt. An der Trauerfeier nahmen zahlreiche Vertreter der Bewegung, des Staates, der Wehrmacht, der Stadt Goslar und der Deutsche Reichsbauernrat teil. Dem Sarg wurden u. a. K»-änze der schwedischen Gesandtschaft, der Reichs- leuuhg der NSDAP., des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg, des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, des Reichsministers K e r r l, des Reichsführers der SS. Himmler, des Reichsarbeitsführers Hier!, des braunschweigischen Ministerpräsidenten, des Oberbürgermeisters der Reichsbauernstadt Goslar, der Gauleitung und des Deutschen Reichsbauernrates vorausgetragen. Der Weltkongreß für Freizeit und Erholung. Oer Auftakt. - Geleitworte von Mitgliedern der Reichsregierung. Hamburg, 23. Juli. (DNB.) Der Hamburger Hauptbahnhof stand am Mittwochnachmittag und -abend im Zeichen der Ankunft der ausländischen Abordnungen zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung. In der Halle, auf den Bahnsteigen und vor dem Hauptbahnhofrestaurant harrten stundenlang viele tausende Volksgenossen, um die ausländischen Gäste und die schon in großer Zahl aus allen Teilen Deutschlands eintrefsenden Volksgenossen in Hamburg herzlich zu begrüßen. Nacheinander trafen ein: eine aus 32 Kongreßteilnehmern bestehende holländische Gruppe unter der Führung von Frau Baronin van der Minne-Buma, eine aus 16 Mitgliedern bestehende norwegische Volkstanzgruppe unter der Leitung von Fräulein S e m b, eine aus rund 30 Personen bestehende dänische Volkstanzgruppe unter der Führung von Herrn Thyregaard, eine belgische Abordnung, die von Professor Marinus angeführt wird, eine aus vier Mitgliedern bestehende italienische Abordnung, sodann die zweite holländische Gruppe, die nach der offiziellen Begrüßung ein holländisches Volkslied zu Gehör brachte und als Dank für den überwältigenden Empfang mehrstimmig das Deutschlandlied fang. Unter der Führung von Professor Müller erschien darauf die aus etwa 30 Köpfen bestehende Luxemburger Abordnung auf dem Platz. Reichsminister Dr. Frick hat zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung ein Geleitwort gegeben, in dem es u. a. heißt: „Der Weltkongreß für Freizeitgestaltung und Erholung wird die Vertreter aller jener Staaten in Hamburg und Berlin zusammenführen, die den Schritt von der Erkenntnis der Notwendigkeit der Freizeitgestaltung zur Tat bereits zurückgelegt haben. Die materialistische Wirtschaftsauffassung der Vergangenheit hatte kein Verständnis dafür, daß der schaffende Mensch ebensosehr wie des gebührenden Lohnes auch der Erholung und der Freude bedarf, um seine Arbeitskraft, fein Lebensglück und feine Spannkraft zu erhalten. Wer täglich in den großen oder kleinen Betrieben an der Arbeit steht, der sehnt sich nach Erholung und Freude. Weil mir alle die Freude als eine so große seelische Kraft erkennen, hat auch die deutsche Organisation für Freizeitgestaltung sich den Namen „Kraft durch Freude" gegeben und eine geradezu ungeahnte Bedeutung im deutschen Volk erlangt. Am dem Weltkongreß für Freizeitgestaltung werden Ine Vertreter vieler Völker ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen. Der Kongreß dient dem großen Gedanken, daß die Freude die Quelle neuer Kraft ist, und damit auch der Verständigung der Völker und dem Frieden." Reichsminister Freiherr von Heuratö hat ßum Weltkongreß für Freizeit und Erholung ebenfalls ein Geleitwort gegeben, in dem es u. a. heißt: „Der Weltkongreß für Freizeit und Erholung hat sich eine Aufgabe gestellt, deren Lösung für alle Völker der Erde von größter Bedeutung ist. Ein Sehnen nach Vertiefung und Selbstbesinnung, nach Befreiung von dem Druck und Lug materialistischen Denkens geht durch die Menschen. Die Weae zu zeigen, auf denen dieses Sehnen zur Erfüllung gelangen kann, ist das hohe Ziel des Weltkongresses. Es ist ein Ziel, das in ganz besonderem Maße geeignet ist, nicht nur innerhalb der einzelnen Länder Klassen und Stände zusammenzubringen, sondern darüber hinaus zwischen den Völkern selbst ein starkes, friedensicherndes Band zu knüpfen. Für uns Deutsche rft es eine große Freude, den Teilnehmern des Kongresses auf deutschem Boden deutsche Art und Volkstum zeigen und gleichzeitig unsere Achtung vor fremder Art und fremdem Volkstum beweisen zu können." M :'Ä - Ä W W r / 's ,z .... Bulgarischer Arbeitsdienst beim Freizeit-Weltkongreß in Hamburg. Eine Abordnung des Königlich Bulgarischen Arbeitsdienstes traf unter der Führung von Oberst George G o r b a n o f f zur Teilnahme an dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg ein. Im Namen des Reichsarbeitsführers Hier! begrüßten Vertreter des Reichsarbeitsdienftes die bulgarischen Gäste. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MI. ein Lebensideal, ein neuer Lebensstil. Zieichsleiter Dr.Ley spricht vor der presse. ■ Hamburg, 23. Juli. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley, der am Mittwochnachmittag im Flugzeug in Hamburg eingetroffen war, empfing im Hotel „Vier Jahreszeiten" die zahlreichen zum Weltkongreß nach Hamburg gekommenen Vertreter der in- und ausländischen Presse. An dem Empfang nahmen ferner Vertreter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, der Reichsleitung der NSG. „Kraft durch Freude" und viele führende Männer der Partei, des Staates und des deutschen Organisationsausschusses teil. Für die Presseabteilung des Kongresses hieß Pg. Kiehl den Reichsleiter Dr. Ley und die Vertreter der Bresse aufs herzlichste willkommen. Er teilte mit, daß die Zahl der aus allen Teilen der Welt nach Hamburg gekommenen Besucher alle Erwartungen übertroffen habe. Reichsleiter Dr. Leh schilderte sodann die Entwicklung des Freizeit- und Erholungswerkes im neuen Deutschland. Er führte aus, daß der Sozialismus in erster Linie ein seelisches Problem darstelle und daß daher das deutsche Freizeit - und Erholungswerk auch kein Ersatz für mindergezahlte Löhne sei. „Kraft durch Freude" sei auch kein Vergnü- gungsunternehmen, kein Verkehrsverein, sondern eine weltanschauliche, eine seelische Angelegenheit. Man habe „Kraft durch Freude" aus dieser Erwägung heraus auch nicht allein geschaffen für die Freizeit, sondern auch für die Arbeitszeit. Dr. Ley erinnerte an die Aufgabengebiete und an die bereits erzielten großen Erfolge bei dem Streben nach Schönheit der Arbeit, Schönheit des Dorfes, Gestaltung der Werkspausen. Diese Erfassung und Durchdringung des gesamten Lebens der Schaffenden mache den Unterschied aus zwischen dem deutschen „Kraft-durch-Freude"-Werk und den bisherigen ausländischen Freizeitbestrebungen. „Kraft durch Freude", so rief Dr. Ley aus, beschäftigt sich nicht nur mit dem Menschen außerhalb seines Betriebes, sondern mit dem gesamten Menschen von morgens bis abends. „Kraft durch Freude" ist für uns ein Lebensideal, ein neuer Lebensstil. Lin weiteres Hauptmerkmal des deutschen Freizeit- und Erholungswerkes sei, daß es nicht ein Geschenk der Besitzenden, nicht Almosen und Wohlfahrt sei, sondern aktive Mobilisierung der Energien der Gemeinschaft im Volk. „Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit", so erklärte Dr. Ley, „daß eine Idee hinausgetragen wird in die Welt durch die Lebensfreude. Wir verlangen nicht, daß andere Völker das Gleiche tun wie wir. Unser sehnlichster Wunsch ist nur, daß die Vernunft und die Einsicht bei allen Völkern der Erde Einzug halten und die Völker zur Lebensfreude und zur Lebensbejahung erziehen mögen. Wir freuen uns, daß wir in der heutigen schönen Zeit arbeiten und schaffen können, und wir wünschen, daß alle Völker glücklich werden gemeinsam mit dem deutschen Volk." Die Ausführungen Dr. Leys hinterließen bet allen Anwesenden den tiefsten Eindruck. Mit einem Gruß an die Presse der Welt und mit einem Siegheil auf den Führer und Reichskanzler schloß Walther Kiehl den Presseempfang. Entscheidung in Spanien in Sicht? General Franco kündigt bevorstehenden Einmarsch in Madrid an. —Das Ziel der Mitiiär- gruppe: Schluß mit dem Marxismus und den Söldlingen Moskaus. - Rote Milizen fordern Diktatur des Proletariats. Die Lage der Reichsdeutschen. Berlin, 22. Juli. (DNB.) Wie wir erfahren, liegen Meldungen der deutschen Botschaft in Madrid vor, wonach in Madrid bisher Reichsdeutsche nicht zu Schaden gekommen sind. Eine Reihe von Reichsdeutschen war im Verlauf der letzten Tage festgenommen worden, diese sind aber auf sofortige Schritte der Botschaft hin größtenteils wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Von der Polizei wurde der Botschaft der Schuh von Leben und Eigentum der Reichsdeutschen zugesichert. Auch vom Generalkonsulat Barcelona liegt eine Meldung vor, wonach auch dort Reichsdeutsche von den Ereignissen nicht betroffen worden sind. Moskaus Saat im Ausgehen? Die Roten Milizen bekennen sich offen zu Moskau. Paris, 23. Juli. Der „Figaro" meldet aus Madrid eine schwere innenpolitische Krise. Die Milizen hätten die Diktatur des Proletariats und die Ablösung der Regierung Giral durch Longo La - ballero gefordert. In Madrid habe überhaupt während der letzten drei Tage unter den marxistischen und kommuni st ischen Massen eine heftige Unzufriedenheit geherrscht, die der Regierung Giral den Vorwurf machten, nach dem Rücktritt Quirogas versucht zu haben, ein rechtsgerichtetes Kabinett unter B a - r i o als Ministerpräsident zufammenzusiellen. Die Madrider Regierung fei von den Milizen gezwungen worden, diesen vor ihrem Abmarsch nach Norden im Falle eines Sieges die Teilnahme an der Regierungsgewalt zuzusichern und den roten Milizen und S t u r m t r u p - pen in Zukunft die Rolle der Armee zu versprechen. Auch der rechtsgehende „Jour" weist darauf hin, daß die Lage der Regierung Girat schwierig s ei. Am Mittwochabend habe Präsident A z a n a durch ein Dekret einen Regiernngs- ausschuh mit vollkommenen Verfügungsvollmach- ten über sechs Provinzen eingesetzt. Die Stra - henkämpfe in der Hauptstadt dauerten an, die Ordnung und Sicherheit werde nur noch von den Syndikalistischen Organisationen ausgeübt. Erstmunaen desGenerals Franco Bevorstehende Einnahme Madrids. Ein Wort an die Arbeiter. Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Havas-Meldung aus Ceuta habe General Franco mit Hilfe eines Nadiofenders der Zioil- garde angekündigt, daß die unmittelbare Einnahme von Madrid bevor st ehe. Der ständige Sitz des Führers der Militärgruppe bleibe vorläufig T e t u a n. Weiter habe General Franco in einer Kundgebung an die Zivilgarde von ganz Spanien den Einheiten der Garde gedankt für die Hilfe, die sie der Armee bei dem Befreiungswerk Spaniens geleistet hatten. Er hat die Zivilgarde für ihre Aufopferung zur Vaterlandsliebe beglückwünscht und wörtlich hinzufügt: „Unsere Bewegung ist nicht gegen die Arbeiter- ftaffe gerichtet, wie es die Regierung glauben lassen möchte. Unsere Bewegung ist nur einfach spanisch und will das Wohl des Va- terlanbes und der Familie." Eine Meldung aus Biarritz besagt, daß die Nachricht von einer Gefangennahme des Führers der Militärgruppe in Katalonien, General Goded, unrichtig sei. Der General soll vielmehr von der oberhalb Barcelonas liegenden Festung MontJuich aus, die von den Aufrührern besetzt sei, die Bombardierung Barcelonas le^en. Der Führer der spanischen Militärgruppe, General Franco, hielt am Mittwoch über den Sender Tetuan in Marokko eine Ansprache. Er forderte darin die Bevölkerung auf, der republikanischen nationalen Bewegung zu vertrauen, die endgültig die Marxisten und die Moskauer Söldlinge aus treiben werde. Die Bewegung werde getragen vom gesamten spanischen Heer. Bald werde, so sagte er weiter, das spanische Volk den Tag der Befreiung von der Marxistenherrschaft feierlich begehen. Franco forderte schließlich die noch zur Regierung haltenden Regimenter der Nationalgarde auf, zu ihm überzutreten. Im gleichen Sinne sprach auch General Mola über spanische Sender. Die Ausrottung des Bolschewismus, so sagte er u. a., gehe über die Standesinteressen und sei eine nationale Pflicht. General de Llano kündigt Einmarsch in Madrid an. Lissabon, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) General b e Llano hat über den Sender Sevilla einen Aufruf verlesen, in dem es heißt: „3d) hoffe in kürze die Mitteilung machen zu können, daß meine Truppen in Madrid einmarschiert sind. Die Heeresgruppe des Generals Mola befindet sich fast in Sichtweite der Hauptstadt. Gestern nachmittag haben sich zwS> weitere Heeresgruppen in Bewegung gesetzt. Die erste ist aus Fremdenlegionären zusammen- Nie mißglückte Volksfront-Olympiade Aus aller Welt glücklich geschätzt haben, dieses schöne Werk errichten zu können. — Unter den Klängen des Liedes „Märkische Heide" wuPde der Richtkranz an dem Turm aufgezogen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley begann seine Ansprache mit einem Dank an den Architekten und an die Arbeiter. Es sei sein Vorsatz gewesen, daß an allen großen Festen in unserem Daterlande auch der deutsche Arbeiter Anteil nehmen könne. Darum habe er angeordnet, daß diese Stadt aufgebaut werde. „Ich hoffe, daß die Berliner Arbeiter hier ihre Kameraden aus dem Reich recht oft besuchen werden, und es soll uns eine ganz besondere Freude sein, wenn hier die vielen Gäste aus der Welt gleichfalls einen Besuch abstatten. Sie werden sehen, daß der deutsche Arbeiter nach Jahren drückender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Niedergangs wieder zu Lachen und Frohsinn zurückgefunden hat. Lachen und Frohsinn — dieses neue Gesicht des neuen Deutschlands wird sich hier offenbaren!" Dann übergab Dr. Ley die Hallen in die Obhut des Gaues Groß-Berlin der NSDAP. Oberst Lindbergh in Berlin. Der amerikanische Ozeanflieger Oberst Lindbergh ist mit seiner Gattin in seinem Privatflugzeug, von Köln kommend, in Berlin eingetrof- fen. Die Maschine von L i n d b e r g h und die des Attaches der amerikanischen Botschaft Major K ö - n i g, der Lindbergh bereits bei einer Zwischenlandung in Köln begrüßt hatte, landeten auf dem Flugplatz Staaken. Der Kommandant des Fliegerhorstes Staaken, Oberst Kastner, hieß Oberst Lindbergh im Auftrage des Reichsministers für Luftfahrt, Generaloberst Göring, in Berlin herzlich willkommen. Oberst Lindbergh dankte für den herzlichen Empfang. Zum Empfang waren auf dem Flugplatz anwesend der amerikanische Militärattache Major Smith, der amerikanische Marine- attachs Kapitän D u t t o n und der Leiter der Attachegruppe im Luftfahrtministerium Oberstleutnant Hanesse. Nach rascher Abfertigung der Bordpapiere begab sich Oberst Lindbergh m Begattung des amerikanischen Militärattaches nach Berlin. Beim Verlassen des Flugplatzes begrüßten ihn zahlreiche Staakener mit herzlichen Kundgebungen. Oberst Lindbergh, der sich als Gast des Reichsministers für Luftfahrt, Generaloberst Go- ring, eine Woche lang in Deutschland aushalten wird,' wird u. a. den Zentralflughafen Tempelhos, die Fliegergruppe Döberitz des Jagdge chwaders Richthofen, die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof, die Heinckelwerke m Warnemünde, die Junkerswerke in Dessau und die sport- fliegerischen Anlagen in der Umgebung Berlins ve- Jn Deutschland gab es solche proletarischen Turn- und Sportoerbände, Radfahrerverbände, Touristenvereine, wie „Die Naturfreunde", bis herab zu proletarischen Organisationen der Kegler, Angler, Schützen und Segler, die in der Nachkriegszeit sich vor allem durch' politische Resolutionen bemerkbar machten. Auch international waren diese dissentie- renden Gruppen verbunden. In Leipzig fand im Jahre 1922 das „erste Turn- und Sportfest der Proletarier" statt, das angeblich der Dölkerver- söhnung dienen sollte, in Wirklichkeit aber nur dazu bestimmt war, um innerhalb des deutschen Volkes künstlich die Risse zu erweitern. Im Jahre 1925 fand sogar in Frankfurt die erste Olympiade dieser Linksleute statt, die ein volles Fiasko war. Die proletarischen Organisationen sind seit 1913 in der „Sozialistischen Arbeiter-Sport- Jnternationale" in Brüssel vereinigt, die aber sehr zurückgegangen ist, da sich die Arbeiter immer mehr vom unfruchtbaren Mar- xismus abgewandt haben. Mit den französischen Kommunisten und den spanischen Grup- pen, die von den Anarchisten über die Bolsche- misten bis zu den radikalen Kleinbürgern reichen, läßt sich keine sogenannte internationale Olympiade des Klassenkampfes und der Klassenverhetzung machen. Der Zusammenbruch von Barcelona zeigt, daß andere Kräfte mächtiger sind als die Gewalten des Klassen- Hasses. Französische Sportler fahren nach Hause Paris, 22. Juli. (DNB.) Etwa 30 französische Sportler, die zur sogenannten „Ar- beiter-Olympiade" nach Barcelona wollten, mußten die Nacht in einem Zeltlager bei Port Bou verbringen und sind wieder nach der französischen Stadt Port-Vendres zurückgekehrt, wo sie den Verlauf der Ereignisse in Spanien abwarten wollen. Die beiden französischen Dampfer „Cheddah" und „Djenne" sind am Mittwochnachmittag nach Barcelona in See gegangen, um etwa 2 0 0 0 französische Reisende und vor allem Sportler an Bord zu nehmen, die sich zur Arbeiter-Olympiade begeben I wollen. Berlin, 22. Juli. (DNB.) Für die 15 0 0 0 bis 2 0 0 0 0 KdF. -Fahrer, die während der Olympischen Spiele täglich nach Berlin kommen, wird unweit des Reichssportfeldes eine modern ausgestattete K d F. - S t a d t mit vier großen Hallen und einem eigenen Bahnhof errichtet. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß in Gegenwart des Reichsorganisationsleiters Dr Ley die Richtkrone hochgezogen werden konnte. In dreiwöchiger Arbeit ist eine sehenswerte Anlage entstanden. Die Festhallen bieten insgesamt 7000 Personen Platz. Jede Festhalle trägt den Namen eines deutschen Gaues. Für jede Halle steht ein Herd mit 12 Kochstellen und ein großer Kochkessel mit 500 Litern Inhalt zur Verfügung. Die Reichs- post eröffnete ein eigenes Postamt und versieht die hier abgehende Post mit dem Stempel „XL Olympische Spiele — KdF.-Stadt". Das Richtfest ging im Beisein der tausendkopflgen Belegschaft vonstatten. Der Architekt, Pg. Schulte- Fr o h l i n d e, übergab Dr. Ley die Bauten mit der Versicherung, daß sich alle am Bau Beteiligten herzlich grüßen, versichern die Brüder der französischen Volksfront sie ihrer engen Solidarität. Spanischer Auslandödiplomat sagt sich von der LinkSregierung los. Haag, 23.Juli. (DNB.) Der spanische Gesandte in den Niederlanden, Doussinague y Texidor, hat seinen Abschied eingereicht und wird am Donnerstag Holland verlassen, um sich nach Frankreich zu begeben. Der Gesandte begründet seinen Beschluß damit, daß es ihm u n m ö g l i ch sei, die Politik der spanischen Linksregierung weiter mitzumachen. Kein Gesuch um Hilfeleistung an Frankreich. Paris, 22. Juli. (DNB.) Nach einer im „Jn- transigeant" veröffentlichten Erklärung der Spanischen Botschaft in Paris sollen die am Dienstag im Flugzeug in Paris eingetroffenen spanischen Fliegeroffiziere nicht, wie ein französisches Blatt gemeldet hat, die Hilfe der französischen Regierung zur Wiederherstellung der sichtigen. Im Haus der Flieger findet ein kamerad- schastliches Zusammensein zu Ehren des amerikanischen Gastes statt. Der Deutsche Auslandsklub gibt Lindbergh einen großen Empfang. Oberst Lindbergh wird auch das Olympische Dorf und das Reichssportfeld besichtigen. Ehrenvolle Ernennung. Der Führer und Reichskanzler hat den Musikdirektor Müller-John der SS.-Leibstandarte den Titel Leibstandarten - Obermusikmeister verliehen. Vier Tote an der Eiger-Nordwand. Der Rettungsmannschaft an der Eiger-Nordwand ist es gelungen, dem vierten Kletterer namens Kurz, der als einziger noch Lebenszeichen von sich gab, ein Seil zuzuwerfen, so daß er sich anseilen konnte. Kurz, der erst 17 Jahre alt ist, vermochte es noch, bis zu einem Ueberhang zu kommen, der nur fünf Meter von der Rettungsmannschaft entfernt war. Dann blieb er plötzlich liegen und gab fein Lebenszeichen mehr von sich. Die Bergführer muhten feststellen, daß er wahrscheinlich infolge Erschöpfung verschieden war. Nach den letzten Mitteilungen, die er nach während der Rettungsarbeiten den Bergführern machen konnte, soll einer feiner Freunde dadurch erftirft fein, daß er sich im Seile verfing. Der zweite stürzte ab und der dritte erfror. Die mit einem Sonderflugzeug und einem Sonderzug dec Wengern—Jungfraubahn nach der Station Eiger- gletscher gekommene Rettungskolonne aus München hat nunmehr die Bergung der vier Toten einge- leitet. In Barcelona, der roten und separatistischen Hauptstadt Kataloniens, die sich jetzt anscheinend nach wüster Kommunisterherrschaft in den Händen des Heeres, des Generals Franco, befindet, sollte als Konkurrenz gegen die Olympiade der fünf Ringe eine rote internationale Olympiade stattfinden. Man hat eigentlich nicht viel von dieser Olympiade gehört, nur, daß die Volksfront- Politiker, die vorgeben, in Sport zu machen, angesichts der katastrophalen Zustände in Spanien es vorgezogen haben, sich rechtzeitig jenseits der spanischen Grenze in Sicherheit zu halten. Und daß die Spanier, soweit sie marxistisch - international gerichtet sind, den Kopf mit anderen Sorgen voll haben, liegt auf der Hand. Kurzum, diese marxistische Olympiade ist gescheitert, und bemerkenswert bleibt nur, daß gerade die Volksfrontleute in Frankreich, soweit sie der Kommune oder den ihr versippten Gesinnungsverwandten angehören, bereit waren, nach Barcelona zu marschieren und dort für die „Einigkeit des Proletariats" zu demonstrieren. Als das allerdings gefährlich zu werden drohte, kehrten sie wieder um. Der völkerverbindende Sport, der jeden Menschen, gleich welchen Standes, Aufstiegsmöglichkeiten gibt, ist etwas ganz anderes als jene sogenannte Sportbewegung des Proletariats, die einseitig die Klasse bestimmt und sie einseitig politisch zu erfassen versucht. Diese Sportbewegung hat mit Ertüchtigung des Körpers wenig ober gar nichts zu tun. Im Vordergrund steht einfach der genormte politische Klassenkämpfer, und der Sport ist nur ein Aushängeschild. Die ganze Bewegung hat lediglich den Zweck, eine Gegenbewegung zu der allumfassenden olympischen Bewegung der fünf Ringe zu bilden. Von vornherein wurde darauf verzichtet, die Marxisten überhaupt in sportlichen Wettbewerb zu anderen zu bringen. Es war eine W i n k e l o r g a n i s a t i o n, in der Vereinsmeierei, politischer Fanatismus, Unkenntnis der anderen Welt, von der man so viel sprach und die man durch flammende Resolutionen erledigte, ihr dumpfes Wesen trieben. Gemäß ferner politischen Einstellung versuchte der Marxismus seine Massen konsequent von jedem Wettbewerb fernzuhalten, der ihrer Selbstsicherheit doch manchen Stotz versetzt hätte. Ordnung in Französisch-Marokko erbitten, sondern gewisse von Spanien bestellte Materialien an Ort und Stelle überprüfen. 3um Schutz der Ausländer. London, 22. Juli. (DNB.) Der Unterstaatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten Lord Cranborne gab auf Befragen im Unterhaus eine kurze Erklärung über die Lage in Spanien ab. Cranborne gab dann die Maßnahmen der britischen Admiralität zum Schutz von Leben und Eigentum englischer Staatsangehöriger in Spanien bekannt. In verschiedenen Häfen Spaniens seien britische Staatsangehörige auf britischen Fahrzeugen eingeschifft worden. Lissabon, 22. Juli. (DNB.) Angesichts der ernsten Lage in Spanisch-Marokko hat die portugiesische Regierung fünf Torpedo- !bootszerstörer nach Tanger entsandt, die am Donnerstag dort eintreffen und den Schutz der portugiesischen Staatsangehörigen übernehmen werden. Die Richtkrone über -er K-F.-Gta-t Ansprache des Reichsorganisationsleiters Or.Ley. senkt worden. Wie havas aus Ca Linea meldet, ist diese Stadt am INittwochnachmittag von Wasserflugzeugen der Linksregierung heftig bombardiert worden. Daraufhin seien Wasserflugzeuge der nationalen Truppen aufgestiegen. Es habe sich ein Luftkamps entwickelt, bei dem es jedoch keine Verluste gegeben habe. Lagebericht des Senders Sevilla. Paris, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Radiosender Sevilla betont in einer Erklärung um 1 Uhr morgens, daß die im Lause der Nacht von den Sendern Madrid und Barcelona aus- aesandten Nachrichten völlig falsch seien. Den Meldungen des militärischen Hauptquartiers aus Sevilla zufolge herrscht in Saragossa und in Lo grono vollständige Ruhe, ebenso in der ganzen Provinz Navarra. Diese Orte befänden sich fest in der Hand des Militärs. Die Verbindungen mit I a c a und H u e s c a seien wiederhergestellt worden. Die Zivilgouverneure von Navarra und G u i p u z c o a seien ins Ausland geflüchtet. Die zivile Garde der Provinz von Badajoz unterstütze die Bewegung des Generals Franco. 3n Pontevedra sei der Belagerungszustand verhängt worden. 3n der Stabt herrsche allgemeine Begeisterung. Die Zivilregierung und die Stadtverwaltung sei von den Truppen der Bewegung Generals Franco abgeseht worden. Wie der Radiosender Sevilla weiter meldet, hätten sich die Städte Vigo, Orense, La Coruna und Santiago ebenfalls gegen die Regierung von Madrid erhoben. Die in dem Gebiet von Salamanca operierende Militärkolonne mache schnelle Fortschritte. Der Z i v i l g o u v e r n e u r dieser Provinz sei gerade in dem Augenblick, als er sich anschickte, die portugiesische Grenze zu überschreiten, verhaftet worden. Regierungsbericht. Madrid, 23. Juli. (DNB.) Wie die Regierung bekannt gibt, sollen die nach L 6 o n ab- kommandierten Madrider L u f t ft r e i t E r ä f t e angeblich den dortigen Militarslughafen bombardiert und die Flugzeughallen, sowie das Munitionsdepot der Aufständischen in Brand Italiener von Kommunisten überfallen. Rom, 22. Juli. (DNB.) Zeitungsmeldungen zufolge wurden in Barcelona am letzten Sams- ] tag 15 Italiener in ihrem Hotel von Kom- ! munisten überfallen, die den Italienern vorwarfen, sie hätten vom Fenster aus Revoloer- schüsse abgegeben. Die UeberfaUenen wurden, nach einem Bericht des „Giornale d'Jtalia", mißhandelt, in einem städtischen Gebäude in Gewahrsam gebracht und sollten später von einem „Re- volutionstribunal" abgeurteilt werden, das jedoch die Verhandlung vertagte. Am Dienstagnachmittag konnten einige der verhafteten Italiener, darunter zwei Flieger der italienischen Luftverkehrsgesellschaft Ala Littoria, flüchten. Es gelang den beiden Flugzeugführern, ein Wasserflugzeug ihrer Gesellschaft zu erreichen, mit dem sie in Gesellschaft von drei anderen Flüchtlingen Dienstag in Genua emtrafen. Heber den Verbleib ihrer Leidensgenossen konnten sie keine Angaben machen. Von unterrichteter italienischer. Seite wird im Zusammenhang mit diesem Zwischenfall erklärt, daß Italien, falls die inneren Wirren in Spanien anhalten sollten, Maßnahmen zum Schutz der italienischen Staatsangehongen er- greifen werde. Nach italienischen Zeitungsmeldungen befinden sich bereits einige italienische Kreuzer auf der Höhe von Tanger, um gegebenenfalls eingesetzt zu werden. Die Einmischung Moskaus. Moskau, 22. Juli. (DNB.) Die Moskauer Presse berichtet auch weiterhin mit lebhafter Parteinahme über die Vorgänge in Spanien. „Iswestij a" schreibt in einem redaktionellen Kommentar zu den Berichten aus (Spanien: Der weitere Verlauf der Ereignisse wird davon abhängen, inwieweit die Volksmassen, die Waffen in die Hand bekommen haben, es verstehen werden, ihre Regierung dazu zu zwingen (!), daß sie die in ihren Aufrufen versprochenen entschiedenen und harten Maßnahmen gegen die Rebellen zur Anwendung bringt. „Brüderliche Grüße." Die französische Volksfront meldet sich. Paris, 23. Juli. y' • "/'/<, <•/ , > 1/ ' .Bankaktien noch fester, Franks. Bank 108,75 (107,75), Bayr. Hyp. Bank 96,75 (96), während von Filialgroßbanken Commerzbank auf 104,50 (105) abbröckelten unb DD.-Bank und Dresdner mit je 107 unverändert blieben. Don Jndustriewerten kamen Schriftgießerei Stempel nach Geldstreichung mit 82 (am 20.7. 76,50) wieder zur Notiz; außerdem gewannen Gebr. Stollwerk 1 v. H. auf 118,50, Faber & Schleicher 0,50 auf 68 und Konserven Braun 0,50 v. H. auf 87,50. Der Rentenmarkt lag still, Altbesitzanleihe 0,13 v. H. über Berlin mit 112,50. Im Freiverkehr fliegen 4Vrproz. Heidelberg von 1928 auf 90,75 (90,25). Von Auslandswerten lagen neue Türken im Einklang mit Paris fest: I. Tranche 93,50 (91), II. 97,50 (96), III. 91 (90). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,50, 4Veprvz. Franks. Hyp. Gold R 13—15 97, 4 v.H. Ruma- nen 5,40, 4 v. H. stsr. Lemberg 5,40, Adca. 90,50, Bayr. Hyp. Bank 96,75, Commerzbank 104,50, Frankfurter Bank 108,75, DD.-Bank 107, Dresdner Bank 107, Pfälz. Hyp. Bank 91. Frankfurter Schlacbtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 48 Rinder (6 Ochsen, 5 Bullen, 34 Kühe, 3 Färsen), 760 Kälber, 107 Schafe, 1224 Schweine. Es kosteten: Ochsen 45 Mark, Bullen 43, Kühe 25 bis 43, Kälber 28 bis 68, Lämmer und Hämmel 42 bis 48, Schafe 34 bis 45, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine und Rinder zugeteilt. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen waren 133 Ferkel unb 7 Läufer aufgetrieben. Es kosteten (Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise): Ferkel 5 bis 6 Wochen alt 22 bis 25 Mk., 6 bis 8 Wochen alt 25 bis 28, 8 bis 10 Wochen alt 28 bis 31 Mk., 10 bis 12 Wochen alt 31 bis 34 Mk.; Läuferschweine über 3 bis 5 Monate alt 38 bis 43 Mark. — Geschäft ruhig, Ueberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, a. M., 22. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R12 160, R15 163, R18 167, R19 169 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Hafer 190,00. Weizenmehl Schlußk. Mittag« bön'e 22.7. Viele, manchmal geradezu märchenhaft schöne Automobile fremder Nationen kann man jetzt schon im Berliner Straßenbild antreffen. Sie sind in den Farbtönungen — im Gegensatz zu unseren deutschen Wagen — meist recht bunt: Blendendes Weiß, Zitronengelb, Karminrot sind Farbtönungen, die man besonders häufig antrifft. Parkt so ein Auto irgendwo, bann ist es oft von Neugierigen umgeben, wobei sich unsere Jugend, die ja in Bezug auf alles, was mit Kraftwagen zusammenhängt, sooo fachmännisch ist, selbstverständlich besonders zahlreich einfindet. Und wer einmal fünf Minuten dem Geplauder richtiger Berliner Jungen zuhört, der wird sein blaues Wunder erleben. Die Meinung ist durchaus nicht einheitlich, und besonders, wenn es gilt, ein bis dato ganz unbekanntes Kennzeichen zu ermitteln, prallen die Gegensätze auseinander. Stand da dieser Tage in der Potsdamer Straße so ein blütenweißes Wunder, dessen Nationalität ausgemacht werden sollte. Die einen behaupteten, es sei ein Franzose, die anderen tippten auf einen Dänen, während das NL deutlich den Holländer erkennen ließ. Es dauerte aber eine ganze Weile, bis man sich zu dieser Nationalität „durchgerungen" hatte. Was man noch berichten soll? Eines ist noch vergessen worden, was hier unbedingt erwähnt zu werden verdient: Das wirklich rührende Bemühen der Berliner, die einen ausländischen G a st während der Olympiade bei sich beherbergen, diesen wenigstens in Bezug auf die gebräuchlichsten Redewendungen in feiner Landessprache begrüßen wollen. Wieviel Englisch, Französisch, Italienisch und Schwedisch in den letzten Wochen und Monaten von Tausenden von Berlinern gelernt worden ist, müßte wirklich einmal statitisch erfaßt werden. Das Ergebnis würde die Gastfreundschaft der Berliner so recht zum Ausdruck bringen. Daß aber auch umgekehrt unsere auswärtigen Gäste den Wunsch haben, etwas in die Sprache ihrer Gastgeber einzudringen und dabei möglichst etwas Original-Berlinisches mit nach Hause zu bringen, darf wohl kaum bezweifelt werden. . Datum 4% oesgi. Serie li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente b. 1903 4'/2%Ruman.beremh.Renteb.l913 4% Rumänische bereinh. Rente . 2 y4% Anatolier .............. Einkäufen kann eine Leidenschaft sein, besonders dann, wenn man von guten Freunden daheim den Auftrag bekommen hat — folgt eine Liste mit 273 der verschiedensten Sachen und Sächelchen —, alle diese Wünsche getreulich zu erfüllen. Was dabei von den Käufern als so besonders angenehm empfunden wird? Die Tatsache, daß sie in vielen Geschäften in ihrer Landessprache bedient werden. Nicht umsonst hatte die Berliner Geschäftswelt schon Wochen und Monate vorher dafür Sorge getragen, daß wenigstens ein Teil des Personals die gebräuchlichsten Redewendungen der einen oder anderen Fremdsprache sich aneignet, und nun trägt diese Mühe reiche Früchte, denn es liegt auf der Hand, daß der auswärtige Besucher ganz defonders gern in einem Geschäft feine Einkäufe tätigt, in dem er in feiner Heimatsprache begrüßt wird. Die A diesem reicher @ Wagners Uesen zui IPielhüqel der Nidel am Ort s Am letz A. Juli, tz feoffliners ^nsfjerrn ureunbe", Ziel des U VS«ein ™'Pet üer| Li N*i)ehnQ: D ^'gen die A1 S'8 II. i, Ä'1 Lb ein ®r'nne b&Ufi k-'tz- ! . wieder i Schluß!. Abend- börfe 22.7 Frankfun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß« »urs Schlußk. Mittag« börse Datum 21.7 22 7 21.7 22.7 6% Deutlche Reichsanlethe b. 1927 101 101 101 101 4% Deutiche Reichsanl. von 1934 97,5 97,4 97,65 97,4 5'/r% Young-Anleihe bon 1930 .. 102,25 —— 102,25 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslo«.-Rechten ............ 112,5 112,5 112,5 112,4 414% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen bon 1934, l....... _ _ 100,1 100,1 414% ehern. 8% Hessischer Bolk^ staat 1929 lrückzahlb. 102%) .. 98,5 98,5 98,5 — 4%% ehem.8% Hessische Landes bant Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 614% ehem. 4'/,% Hey. Landes Hypo thekenbank DarmstadtLigu. 101 101 _ 414% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverlchr tft.f 93,75 93,75 _ _ Lberhessen Probinz-Anleihe mti Ausloi.-Rechten ............ 123 123 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,5 119,3 119,6 119,5 414% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 614% ehem. 414% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese...... 101,4 101,4 _ 614% ehem. 414% Rheinische Hyp-Bank-Liqu^Goldpfe. ... 101,75 101,75 101,5 101,5 414% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 414% ebcm. 7% Pr. Landespfand briesanft., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutsch.Berrecknungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 Frankfun a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börle Schluß, kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 21.7. 22.7. 21.7. 22.7 . Mansselver Bergbau....... ey, 141,5 143,75 143,5 145 Kolswerke ................ .. 6 — —— 134 134,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 232,25 — 232,25 232,5 Rheinstahl................ .. 4 148,5 149,25 148,5 149,75 Bereinigte Stahlwerke...... «y. 110,5 110,75 110,4 111,4 Stabt Minen ............. .. 0 29 29,5 29,13 29,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 — 129,75 129 129,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 128,5 128,75 153,5 128,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... iVi 183 184,5 183,5 184,5 g. G. Färben-Industrie..... .. 7 171,5 171,5 171,13 171,75 Scheid'eanstalt............. .. 9 273 273 — Goldschmidt .............. .. 5 115 116 114,75 116 Rütgerswerke............. .. 6 133 135 133,25 134,5 Metallgesellschaft........... .. 5 139,25 140,5 139,5 140 Philipp Holz mann......... .. 4 132,5 132,5 131,5 133 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 148,75 150 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - - Schultheis Pahenhofer ..... .. 4 — — 109,65 111,75 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53,4 54,25 53 53,75 Bemberg................. .. 6 86 86 86 86,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 154 153,5 153,5 155 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 118,25 118 117,65 118,25 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 118,9 119 Daimler Motoren.......... .. 0 135 133,5 134,9 132,4 Deutsche Linoleum......... .. 8 175 175 175,5 175,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 89,4 89,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 51,9 53,65 51,4 53,9 Chade .................... .. k 414,5 412 414,5 412 Accu mul atoren-Fabrtk...... . 12 218 — 218 218 Conti-Gummi............. . 11 186,5 186,25 186 187,5 Gritzner.................. .. 0 35 37,75 34,5 37,5 Matnkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 96,5 96,5 - - Süddeutscher Zucker....... . 10 223 222 222 222 21 .Juli 22.3u i Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld I Brief Geld 1 Brlek Buenos Aue 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel.... 41,93 42,01 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,142 3,047 0,144 0,143 0,145 Sofia..... 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,67 • 55,79 55,65 55,77 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,47 12,50 12,465 12,495 Helsingfors. Parts ..... 5,495 16,43 5,505 16,47 5,495 16,425 5,505 16,465 Holland ... 168,89 169,23 168,71 169,05 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,67 62,79 62,65 62,77 Wien...... 48,95 49,05 11,35 48,95 49,05 Lissabon... 11,33 11,325 11,345 Stockholm.. 64,30 64,42 64,27 64,39 Schwei- ... 81,15 81,31 81,14 81,30 Spanien... 33,97 34,03 33,92 33,98 Prag....... Budapest .. 10,29 10,31 10,285 10,305 Reuyork ... 2,481 2.485 2,481 2,485 Berlin, 22. Juli i ' Gelt. Amerllanyche Nown.............. 2,433 2,453 Belgische Roten.................. 41,76 41,96 Dänische Noten ................. 55,45 55,67 Englische Noten ................. 12,43 12,47 Französische Noten............... 16,375 16,435 Holländische Noten............... 168,29 169,97 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 62,43 62,69 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 64,05 64,31 Schweizer Noten................. 80,96 81,28 Spanische Noten..... ........... 33,58 33,72 Ungarische Noten................ Nr. 170 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 2Z^Zuli (956 ■■■■■■■■■■MiMBnnaiL'TiTm Die Komintern an der Arbeit. Eine aufschlußreiche Zusammenstellung. NSG. 2 8. Juni 193 6. In Neuyork beschließt eine von 25 000 Kommunisten besuchte Versammlung, an der Vertreter kommunistischer Parteien aller Länder teilnahmen, die Ernennung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der USA., Vrowder, zum Präsidentschaftskandidaten und des Negers James W. Ford, eines üblen kommunistischen Hetzers in Neuyork, zum Vizepräsidentschaftskandidaten. Die Hetzreden der beiden Kandidaten werden von zwei amerikanischen Rundfunkgesellschaften über alle amerikanischen Sender verbreitet. Browder bezeichnet in seiner Rede den kommunistischen Parteitag als die Geburtsstunde der amerikanischen Sowjetregierung. * 2 9. Juni 1936. Amerikanische Zeitungen stellen fest, daß die kommunistische Bewegung in Amerika seit Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA. und der Sowjetunion einen größeren Umfang angenommen hat, als bisher bekannt wurde. Die jährlichen Kosten der amerikanischen Kommunistenpropaganda werden auf 6 Millionen Dollar geschätzt. Im Warschauer Judenviertel wird eine kommunistische Kundgebung von der Polizei zerstreut. Zahlreiche jüdische Kommunisten werden verhaftet. * 5. I u l i 1 9 3 6. In der litauischen Stadt S ch a u- l e n werden sechs jüdische Bankangestellte wegen kommunistischer Propaganda verhaftet. * 6. Juli 1 936. Das offiziöse Blatt der Sowjetregierung „Jswestija" veröffentlicht einen Artikel von Bucharin, in dem er gegen den „Faschismus" hetzt und u. a. ausführt, daß die Auseinandersetzung zwischen dem Kommunismus und dem Faschismus näherrücke. Dieser Artikel bestätigt wieder einmal die aggressiven Pläne des Bolschewismus. In Madrid wird der Direktor eines Zirkus, ein Faschist, von Kommunisten entführt und ermordet. * 7. Juli 1936. In Bukarest wird eine von der Komintern nach Rumänien entsandte Kommunistengruppe unter Führung der jüdischen Agentin Anna P a u k a zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Es erweist.sich, daß die Anna Pauka eine nahe Verwandte des Direktors eines linksliberalen rumänischen Blattes ist. * 8. Julil936. JnKowno wird der Chauffeur der litauischen Sowjetgesandtschaft verhaftet. Die polizeiliche Untersuchung ergibt, daß er während der letzten blutigen Arbeiterunruhen einer der ersten Hetzer war. Vesuch eines französischen SchrWellersin Gießen Ein warmherziger Aefürworter der deutsch-französischen Verständigung sieht sich das Deutschland Adolf Hitlers an. 3 0. Juni 1936. In Telaviv in Palästina werden sieben jüdische Kommunisten verhaftet. Der Chef der brasilianischen Polizei gibt in einer Rundfunkrede bekannt, daß die Komintern beschlossen habe, in Brasilien den Bürgerkrieg zu entfesseln, um die Rätediktatur zu errichten. Die Kominternmitglieder Bela Kuhn und Otto Brown seien bereits unterwegs. Diese Angaben werden von der Moskauer „Prawda" und im Sowjetrundfunk, wie üblich, dementiert — und somit bestätigt. ♦ 1. Juli 1936. In Jerusalem werden zwei jüdische Kommunisten verhaftet. Zugleich wird von der englischen Mandatspolizei im Judenviertel von Haifa eine kommunistische Propagandazentrale aufgedeckt. Es werden Aufrufe in arabischer, britischer und deutscher Sprache gefunden, in denen zum offenen Aufruhr aufgefordert wird. * 2. Juli 1936. In Algerien kommt es zu blutigen Zusammenstößen, die den Einsatz von Militär erforderlich machen. Neun kommunistische Hetzer werden verhaftet, darunter vier Europäer. In Polen finden zahlreiche Zusammenstöße statt zwischen der Polizei und von Kommunisten aufgehetzten polnischen Landarbeitern. Die Polizei muß von der Schußwaffe Gebrauch machen. Es werden im ganzen 15 Personen getötet. In Barcelona wird ein Engländer, Direktor einer dortigen Fabrik, von Kommunisten auf offener Straße niedergeschossen. Die französische Zeitschrift „Candide" veröffentlicht aufsehenerregende Enthüllungen über die französischen kommuni st ischen Selbst- schutzverbände, die unter dem Namen „Rote Garde" in Hundertschaften zusammengefaßt sind, von zwei französischen Reserveoffizieren geführt werden und mit den modernsten Waffen ausgerüstet sind. In War s ch a u wird wieder eine kommunistische Zelle aufgelöst, zehn Kommunisten, alle ausnahmslos Juden, werden verhaftet. Im spanischen Parlament bringt die kommunistische Fraktton einen Gesetzentwurf ein, in dem sie die sofortige Verhaftung aller Beamten und Offiziere fordert, die im Jahre 1934 den kommunistischen Aufruhr niedergeworfen hatten. * 4. Juli 1936. Der österreichische Sicherheitskommissar Adam gibt ein in seine Hände gelangtes Rundschreiben der Komintern bekannt, in dem neue Richtlinien für die kommunistische Wühlarbeit in O e st e r r e i ch aufgestellt worden sind. Der bekannte französische Schriftsteller Alphonse de Chateau briant, der sich auf einer längeren Studienreise durch Deutschland befindet, war mehrere Tage in unserer Stadt Gießen zu Gast. Er ist einer der leidenschaftlichen Vorkämpfer für die deutsch-französische Annäherung und will unser Land persönlich kennenlernen, um dann auf Grund seines großen Namens einen energischen Feldzug gegen die Lügenmeldungen der französischen Presse zu eröffnen. In seiner Begleitung befindet sich seine Mitarbeiterin, die französische Schriftstellerin Frau S t o r m s - C a st e l o t, die als eine von wenigen Frauen der Legion cLhonneur angehört. Beide Gäste haben bereits in verschiedenen westdeutschen Zeitungen ihrer Begeisterung für das neue Deutschland Ausdruck verliehen und beginnen schon von Deutschland aus mit aufklärenden Artikeln in Zeitungen ihres Heimatlandes. Die Bilder zeigen die französischen Reisenden bei einer Unterhaltung mit Arbeitern einer hiesigen Fabrik. Die Gäste besichtigten ferner das Arbeitsdienstlager am Philosophenwald, das Jungvolklager bei Grünberg, und unterrichteten sich im Rassenhygienischen Institut über verschiedene wissenschaftliche Grundlagen der neuen deutschen Welt- I .. -V ■■ z • v ; - y Vx anschauung. M ■ s Alphonse de Cha - t e a u b r i a n t wurde im Jahre 1877 in Rennes geboren. Er lebt in Versailles. Dort hat er auch die Zeit des Friedensdiktates von 1919 miterlebt. Er hat damals schon angesichts dieser Vergewaltigung Deutschlands offen vor seinen französischen Volksgenossen erklärt, daß dieses Friedensdiktat eine Schmach für Deutschland sei, die sich das deutsche Volk niemals gefallen lassen werde, und daß Deutschland diesen Schandvertrag eines Tages bestimmt zerreißen werde. Alphonse de CHLteaubriant ist französischer Frontkämpfer, der zweimal verwundet wurde. — Bildaufnahmen: Gottschalk. 9. Juli 1936. In Argentinien wird von Kommunisten ein Sprengstoffanschlag gegen eine Eisenbahnbrücke verübt. 10. Juli 19 3 6. In Salzburg werden mehrere kommunistische Organisationen aufgedeckt. Es werden im ganzen 48 Personen verhaftet. In Rio de Janeiro wird in einem Infanterieregiment eine umfangreiche kommunistische Zelle aufgedeckt. 18 Soldaten, darunter mehrere Unteroffiziere, werden verhaftet. In Santiago de Chile werden im Universitätsgebäude fünf nattonalgesinnte Studenten von Kommunisten überfallen und schwer verletzt. * 11. Juli 1936. In Ri o de Janeiro verhaftet die Polizei den Vertreter des südamerikanischen Büros der Komintern, Molares, und den Sekretär des Politbüros der KP. Brasiliens, M o r e n a. * 12. Juli 1936. An der polnisch-rumänischen Grenze wird eine elegante Dame verhaftet, die mit falschem Paß nach Polen einreisen will. Es stellt sich heraus, daß es sich um einen weiblichen Kurier der Moskauer Komintern handelt. * " 13. Juli 1 936. Im Provinzgefängnis von Malaga stürzen sich politische Gefangene linksgerichteter Parteien auf faschistische Häftlinge. Die herbeieilende Polizei muß von der Waffe Gebrauch machen. Zwei Häftlinge werden getötet, zwei weitere schwer verletzt. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Kultur der kleinen Dinge. V. A. Ueberall, wo Blumen ihre bunte Pracht entfalten, erfreuen sie den Menschen in seinem Glück oder trösten ihn in schweren Stunden. Wer hätte schon jemals zuviel an Blumen bekommen können? Für uns Hausfrauen ist es eine besondere Freude, selbst Pflanzen und Blumen zu ziehen, sie zu hegen und zu pflegen. Wir können nicht immer einen Garten haben. Doch sollten Stadtmenschen gerade recht viele Blumen um sich haben. Sind doch Blumen Boten der Natur. Steht uns also ein Balkon oder einige Fenster zur Verfügung, dann können wir schon eine große Auswahl von Blumen haben. Wir beleben das Straßenbild durch die bunten, leuchtenden Farben unserer Blumen, und das unansehnlichste Haus strahlt Frohsinn und Heiterkeit aus, wenn es mit Blumen geschmückt ist. Ehe wir nun an die Arbeit des Ausschmückens gehen, gibt es gar vieles zu überlegen. Vor allen Dingen wollen wir beim Pflanzen darauf achten, daß die Blumenkästen nicht zu klein sind. Sie müssen genügend Erde in sich aufnehmen können, damit die Nährstoffe den ganzen Sommer über ausreichen. Am Boden der Kästen sind Löcher anzubringen, die man mit Scherben bedeckt. Die nun aufgefüllte Erde muß nahrhaft und locker sein, am besten mit Horn- mehl oder Hornspänen gemischt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann kann unser Schönheitssinn wieder zur Geltung kommen. Wir werden in erster Linie darauf bedacht sein, die Farben unserer Blumen so zu wählen, daß sie in einem schönen, farbigen Kontrast zu der Hauswand stehen und recht bunt und lustig wirken. Haben wir einen Balkon auszuschmücken, der uns den Garten ersetzen soll, werden wir mit besonderer Liebe an dieses Werk Herangehen. Grell rote Geranien, die wir mit weißen Petunien mischen, wirken durch ihre leuchtende Schönheit und erfreuen uns durch ihr fleißiges Blühen. Daneben stellen wir ein oder zwei Kästen mit tief blauen Glockenblumen, die wir recht üppig wachsen lassen. Sie wirken durch den wundervollen Kontrast sehr malerisch. Auch Ringelblumen, die nicht den sonnigsten und hellsten Platz beanspruchen, scheinen durch ihre goldgelbe Farbe Sonne und Licht auszustrahlen. Wie gern werden wir mit ihren leuchtenden Blüten Schalen und Gläser füllen, um auch im Zimmer Oiymplsches Bayreuth. Von unserem J. lSonderberichterstatter. Bayreuth, im Juli 1936. Die Bayreuther Fe st spie le werden in diesem Jahr von einer stattlichen Reihe beziehungsreicher Gedenktage umrahmt. Wie 1933 begeht die Wagner-Stadt ein Jubiläum: Vor 60 Jahren riesen zum erstenmal die Fanfaren auf dem Festspielhügel zum Beginn der Vorstellung. „Der Ring der Nibelungen" erschien als Einheit zum erstenmal am Ort seiner Bestimmung als Bühnenfestspiel. Am letzten Tage des ersten Spielabschnitts, am 31. Juli, jährt sich zum 50. Male der Todestag Franz Liszts. Mitten in den Festspielen des Sommers 1886 erlosch das Leben des „Brot- und Lehnsherrn" Wagners, des „freundlichsten der Freunde". Der „Tristan" war das letzte irdische Ziel des Wanderers zwischen zwei Welten danach ging er ein in das „Wunderreich der Nacht Sein Körper verblieb in der Stadt des Kampfgefährten, dem er zeitlebens als dem „Ruhm (9ermaniens selbstlos gedient hatte. In der Nähe Siegfried Wagners, H. St. Chamberlains und Hans Richters ruht Liszt im Erdreich feiner geistigen Wahlheimat. Das Schicksal Wagners wäre andere, für die deutsche Kunst verhängnisvolle Wege gegangen, hatte der kühne Revolutionär während seiner dreizehnjährigen Verbannung nicht einen so ergebenen uno äußerlich unabhängigen Sachwalter in der Heimat besessen, wie es Liszt war. Dennoch wäre Bayreuth, die Festspielidee als Lebensziel Richard Wag ne rs, nie und nimmer Wirklichkeit geworden, hatten sich die Wege des gehetzten und verzweftelten Komponisten nicht mit dem ideal gesinnten König Lud- wig II. von Bayern gekreuzt, hatte.ihn nicht die Tatkraft des schwärmerischen Marchenkonigs,,der Nacht entrückt". Mit der Feststimmung des Bayreuther Jubiläums verbindet sich deshalb die dankbare Erinnerung an den hohen Schutzherrn, dervor einem halben Jahrhundert einen tragischen Tod fand. Nicht zufällig wurde schließlich an den Beginn der diesjährigen Festspielreihe der „L o h en gringestellt. Nach siebenundzwanzigjähriger Pause erschem er wieder im schlichten Notbau auf dem Festspiel- bügel. Seine Aufführung ist ein Bekenntnis Bayreuths zum Einiger der deutschen Stamme dem ersten König aus Sachsengeschlecht, Heinrich I dessen 1000. Todestag vor kurzem Anlaß zu einer politischen Kundgebung der höchsten Staats- und Parteistellen bildete. Richard Wagner hat dem ersten bewußt gesamtdeutsch handelnden König im „Lohengrin" das ehrenvollste und volkstümlichste Denkmal der gesamten Bühnenliteratur gesetzt. lieber das fesselnde Wechselspiel dieser Gedenktage hinaus empfängt der Festzyklus dieses Jahres eine besonders sinnvolle Ergänzung durch den olympischen Gedanken. Bayreuth ist in das große kulturelle Rahmenprogramm der sportlichen Wettkämpfe eingegliedert, es leitet sie ein und läutet sie aus. So gezwungen die Beziehungen zwischen Olympia und Bayreuth auf den ersten Blick anmuten mögen, so bedeutsam und überzeugend sind die Worte, die ein Grieche, der Athener Vrassivanopulos-Braschawanoff, im amtlichen Festspielführer ausspricht: „Aus Bayreuth weht ein vornehmer künstlerischer Hauch der germanischen Kulturmacht, und diese großartige Geisteskraft ist dem Wesen der hellenischen Kunst und Schönheit urverwandt... Wir befinden uns in der heiligen Altis eines deutschen Olympia zu Bayreuth, dessen hohe Sendung eine Fortsetzung der hellenischen olympischen Einigungsidee bedeutet. Aus dem Schoße Olympias entsprang jene eigentümliche hellenische Weltanschauung, welche sich mit innerer und äußerer Freiheit, mit edler Gesinnung und schöpferischer Kraft, mit ethisch zwingender Macht und heiterer Lebensfreude in die Herzen der weithin verstreuten Hellenen verpflanzte und sie zum national-einheitlichen Pulsieren brachte. Dieses olympische Ideal lebt in seinen wesentlichen Zügen unverändert auf dem neuen Kronionhügel von Bayreuth weiter... Olympia soll uns den entwürdigten Körper wieder gesund machen, Weimar die Gesinnung läutern und Bayreuth das Reinmenschliche künstlerisch verklären. Bayreuth ist sich sicher der Bedeutung des diesjährigen Wagner-Zyklus bewußt. Schon am Tage vor seinem Beginn bot es das Bild einer F e st- st a d t. Wie in Berlin, der Stätte der Olympischen Spiele, eine Via triumphalis die Gäste aus der Mitte der Stadt zur Arena führt, so zieht sich durch Bayreuth eine unabsehbare Fahnenstraße. Vom Haus der Deutschen Erziehung, der ersten Mahnhalle, in deren architektonischer Gestaltung die neue deutsche Weltanschauung einen eigenen symbolhaften Ausdruck gefunden hat, ziehen sich die Masten mit den lang wehenden Fahnen des Reiches durch die Straßen hinauf auf den Festspielhügel. Eine wahrhaft olympische Völkeroersammlung bewegt sich durch die reich geschmückte Altstadt. Von den Türmen und Dächern des markgräflichen Bayreuth, aus den Fenstern der Verwaltungsgebäude der politischen Zenttale des Gaues Bayerische Ostmark leuchten die Flaggen und Teppiche in den Farben des Reiches. Blumenschmuck und Laub- grün ziert alle Plätze. Vor dem Wohnhaus des Meisters und seiner Nachfahren stauen sich die Gäste in der kurzen Baumallee, die auf den ersten Blick an den Aufgang zur Weimarer Fürsten- und Dichtergruft gemahnt. Vor der wortlosen grauen Marmortafel auf Wagners Grabhügel verharren die Besucher in ernster Einkehr. Ein kleines Oval von dichten Lorbeerbäumen trennt die düstere Grabstätte unter hohem Laubdach von der lichten Anmut des Hofgartens. Jene kleine Gartentür, die Wagner als Geschenk von seinem Landesfürsten erhielt, vermittelt zwischen der privaten Welt des deutschen Bürgers im Renaissance-Palazzo und der gemächlichen Erholsamkeit des übrig gebliebenen Fürstenparks. In der Mitte aber liegt ein Grab, das zu Deutschlands Nationalheiligtümern gehört. Aus der ersten besinnlichen Begegung mit dem „Geist von Bayreuth" rufen dann die Fanfaren zum fernen Festspielhügel hinauf zur immer wiederkehrenden Erneuerung von Werk und Vermächtnis. Drei Jahre Eyndikat-ffilm. Die Syndikat-Film G. m. b. H., die sich durch eine Anzahl hervorragender Filme im letzten Jahre stark in den Vordergrund gespielt hat — erinnert sei an den staatspreisgekrönten „Traumulus", an „Episode", „Vergiß mein nicht" und „Krach im Hinterhaus" — hat dieser Tage ihr drittes Geschäftsjahr beendet. Ihr Umsatz ist von 2,8 Millionen Mark im Jahre 33/34 und 6,8 Millionen Mk. im Jahre 34/35 auf rund 10 Millionen Mark im abgelaufenen Geschäftsjahre gestiegen, so daß die Zahl der Gefolgschaftsmitglieder in dieser Zeit von 130 auf 275 erhöht werden konnte. Diese Erfolge sind vor allem darauf zurückzuführen, daß Produktion und Kinoerfahrung bei der Syndikat-Film G. m. b. H., die ein Genossenschaftsunternehmen der unabhängigen deutschen Filmtheaterbesitzer ist, Hand in Hand arbeiten. Interessant ist, daß in den abgelaufenen drei Jahren, in denen die durchschnittlichen Herstellungskosten eines Filmes von 2^0 000 Mark auf 440 000 Mark, also um 100 v. H. gestiegen sind, das eigene Obligo der Firma nur um ungefähr 30 v. H. erhöht werden mußte. Das neue Produktionsprogramm der Syndikat- Film G. m. b. H. läßt erkennen, daß die Tendenz zum künstlerisch hochstehenden Qualitätsfilm im kommenden Jahre womöglich noch stärker betont werden wird als bisher. Filmkünstler wie Jan- nings, Otto Gebühr, Paula Wessely, Forster, K i e p u r a, G i g l i usw. sind wieder für Syndikat-Film verpflichtet worden. Der teuerste Olympiasieg. Aus der Geschichte der Olympischen Spiele berichtet das neueste Heft von „Reclams Universum" eine hübsche Episode: Am Schlußtag der letzten Olympischen Spiele in Los Angeles bereitete der japanische Oberst Nishi im Schweren Jagdspringen die größte Sensation. Nippon gelang es, in dieser Konkurrenz den Sieg zu erringen. Nishi war der Erfolg durchaus zu gönnen, denn er war mit seiner Begleitung und seinem Pferdematerial bereits drei Monate vor dem Beginn der Spiele in Los Angeles eingetroffen, um die klimatischen Verhältnisse zu studieren und sich und seine Pferde gewissenhaft für die schwierige Prüfung vorzubereiten. Nishi mußte für alle Kosten seiner Expedition selbst aufkommen. Er hatte aber dafür die zweifelhafte Genugtuung, daß fein Turniersieg der teuerste Olympiasieg der Welt war. Nishi, der Deutschland aus eigener Erfahrung kennt und auch an den jetzigen Spielen teilnehmen wird, soll im übrigen ein reicher Mann sein, so daß er es sich schon leisten kann, eine eigene Olympia-Expedition auszurüsten. Hochschulriachrichten. Der ordentliche Professor der Musikwissenschaft an der Universität Frankfurt, Dr. phil. Josef Müller-Blattau, ist zum Universitäts-Musikdirektor daselbst ernannt worden. Der Führer und Reichskanzler hat den Dozenten Gerichtsassessor Dr. Adalbert von Unruh in Frankfurt unter Berufung in das preußische Beamtenverhältnis zum außerordentlichen Professor in der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt für das Fach des öffentlichen Rechts ernannt. Der ordentliche Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, Dr. Bruno Derlei, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Der bekannte Anatom Geh. Hofrat Professor Dr. Friedrich Maurer an der Universität Jena ist im 77. Lebensjahr g e st o r b e n. In Wien sind der ordentliche Professor Dr. Leo Wittmayer, der als Völkerrechts- und Staatsrechtslehrer durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannt geworden ist, und der bekannte Internist Hofrat Professor Dr. Jakob Pal g et ft o r b e n. t gesetz von der Mtgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste befreit sind. ' pieöcutfdic Arbeitsfront N.S.-öemeinIchaft „firaft durch freute" Betr. Wanderung. Die Fußwanderung nach dem Dünsberg muß am Sonntag wegen der Radwanderung nach Kloster Arnsburg zum großen Sommerfest ver- choben werden. Die Radwanderung geht ab 8 Uhr Licher Straße („Stadt Lich"). Führung hat Wan- derwart Karl Rebe. Hilf ..kraft durch Freude" ZU den Olympischen Spielen. NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ährt zu den Olympischen Spielen zwei Sonderzüge. Der erste Sonderzug vom 7. bis 9. August bietet die Möglichkeit, Ringen, Kanusport und Polo- piel zu besuchen. Weiterhin ist in den Fahrpreis, der 14,30 Mark für Besuch der Ring- und Kanuwettkämpfe und 15,30 Mark für den Besuch der Polowettkämpfe beträgt, der Besuch der „Deutsch- land"-Ausstellung einbegriffen. Der zweite Sonder- zug vom 9. bis 11. August bietet die Möglichkeit, Fußballkämpfe (15,30 Mark), Boxen (15,30 Mark) und Hockey (14,80 Mark) zu besuchen. In die Preise ist gleichfalls der Besuch der „Deutschland"- Ausstellung einbegriffen. Anmeldungen sind sofort an die zuständigen Kreisdienststellen der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" zu richten, die auch genaue Auskunft über die einzelnen Züge erteilt. Gießener Dochenmarktpreise * Gießen, 23. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, V» kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse B 10, Klasse C 9%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 20 bis 25, gelb 15 bis 25, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 15, Pilze, Pfifferlinge 20 bis 25, Steinpilze 30 bis 35, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 5,50 Mark, Frühäpfel, % kg 25 bis 40 Pf., Falläpfel 8, Pfirsiche 35 bis 50, Himbeeren 25 bis 30, Aepfel, ausländische 70, Birnen 20 bis 50, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 25 bis 30, Stachelbeeren 12 Oer Kreis Alsfeld im Fußball-Kreis Gießen. Der Kreis Gießen im Gau XII Nordhessen des Fachamtss 2 Fußball im RDfL. (Deutscher Fußball- Bund e. V.) hat nach der Einbeziehung des Sportkreises Dillenburg auch eine Erweiterung bis zum politischen Kreis Alsfeld erfahren. Ursprünglich um- aßte der Fußballkreis Gießen die politischen Kreise Gießen und Wetzlar. Durch die vom Sportkreis Fulda an den Kreis Gießen abgegebenen Vereine des politischen Kreises Alsfeld steht der feit Jahren unermüdlich tätige Kreisfachamtsleiter Hugo Henkel (Gießen) vor einer großen Ausgabe. Neben der organisatorischen Erfassung der Vereine des Kreises Alsfeld gilt es in erster Linie einen Ausgleich der erheblichen Unterschiede in bezug auf die Spielstärke der Vereine zu erzielen. Die Zahl der Sportvereine im Kreise Alsfeld ist ehr gering. Fußball-Sportvereine bestehen nur in Altenburg, Alsfeld, Leusel, Flensungen-Mücke, evtl, auch in Nieder-Ohmen und in Ruppertenrod, die aber ein unbeständiges Dasein führen. Turnvereine ind nur in Grebenau, Brauerschwend, Storndorf, Eifa, Kirtorf, Ober-Ohmen, Groß-Felda und ferner in Alsfeld, Romrod, Burggemünden, Nieder-Ohmen und Bernsfeld bekannt, von denen die Letzteren auch Handball spielen. An Kleinkaliberschützenvereinen sind Gruppen in Udenhausen, Wachers- dorf, Schwarz, Reibertenrod, Zell, Romrod, Strebendorf, Billertshausen, Ehringshausen, Otterbach, Homberg (Ohm), Dannerod, Nieder-Gemünden, Die Olympischen Turniere im Fuß- und Handball. ihre Schönheit zu genießen. Wollen wir nun unseren Balkon zu einem lauschigen Plätzchen machen, ganz versteckt vor den Blicken der Nachbarn, dann werden wir uns Rankgewächse pflanzen, wie Glockenwinde oder Wicke. Die erste treibt schnell lange Ranken und hat grünlich-helle Glockenblüten. Die Wicke ist uns allen bekannt durch ihren wundervollen Duft und ihre zarten Farben. Auch sie kann einen Balkon schnell umranken und ihn lauschig und schattig machen. Einige Fenster, die noch allzu nüchtern auf die Straße blicken, schmücken wir ebenfalls mit ein paar Blumenkästen. Diese Pflanzen dürfen uns nicht zu viel Sonne wegnehmen. Darum eignen sich hierfür am besten hängende Gewächse, die auch nach vorne geneigt in Kästen eingepflanzt werden. Wunderhübsch sind dafür Hängenelken mit ihrer üppigen Blütenpracht, kurze, hängende Rosen und Geranien. Auch Blumen, die kurzstielig bleiben, wie Kresse, Männertreu oder Zinnien werden wir gern für unsere Fenster nehmen. Nicht zu vergessen ist auch die Petunie, die mit ihren zart-blauen, roten und weißen Blütenkelchen in einem lustigen Durcheinander wächst und uns durch Duft und Farbenpracht erfreut. Es kommen jetzt anläßlich der Olympischen Spiele viele Ausländer nach Deutschland. Sie alle sollen die Deutschen als ein frohes und gastliches Volk kennenlernen. Aus Freude über diesen Besuch schmücken wir unsere Häuser mit Blumen. Verleiht doch der Blumenschmuck an Fenstern und Balkonen den Straßen, ja oft einer ganzen Stadt ihr besonderes Gepräge. Darum, deutsche Hausfrauen, schmückt eure Häuser mit Blumen! Sie erfreuen Tausende von Vorübergehenden und sind für den Fremden schönster Willkommensgruß. O. R. Vornotizen. Tageskalender für Donnerslag. Hitler-Jugend, Bann 116: 20 Uhr Sitzung für Stabsmitglieder: 20.30 Uhr Sitzung für Gefolgschaftsmitglieder des Bannes 116. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Boxkampf Schmeling — Louis. Oie Zehntage-Wettervorhersaqe für die Zeil vom 23. Juli bis 1. August. Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage des Reichsamtes für ' Wetterdienst am 22. Juli 1936, abends: Die am Ende der vergangenen Woche eingetretene Wetterbesserung hat den beiden letzten Voraussagen entsprechend nur wenige Tage angehalten. Es besteht keine Aussicht, daß die neuerdings ein- getretene unbeständige Witterung im Laufe der nächsten 10 Tage eine wesentliche Aenderung erfahren wird. Wohl ist mit vorübergehenden Besse- rungen zu rechnen, doch bleibt das Gesamtgepräge der Witterung unbeständig, bei schwankenden Temperaturen mäßig kühl und zu Regenfällen geneigt. Es ist zu erwarten, daß das Wetter in Süddeutschland, sowie in Schlesien etwas besser sein wird als im übrigen Deutschland, doch sind anderseits gerade am Nordrand der Alpen häufig stärkere Regenfälle zu erwarten. Die Zahl der Tage mit Niederschlägen wird meistenorts mindestens fünf, in manchen Gegenden bis zu acht betragen. Die Sonnenscheindauer wird fast überall zwischen 50 und 80 Stunden liegen. Sommerschlußverkauf 1936. Fwd. Zahlreiche Anfragen lasten erkennen, daß über den Beginn des diesjährigen Sommerschlußverkaufs in weiten Kreisen des Einzelhandels, insbesondere in den Provinzbezirken, noch Unklarheiten bestehen. Für den Stadtbezirk Berlin und für den Stadtbezirk Potsdam ist mit Rücksicht auf die Olympiade der Sommerschlußverkauf 1936 in die Zeit vom 22. August bis einschließlich 4. September 1936 verlegt worden. In allen übrigen Bezirken, insbesondere auch in den nicht zu den Stadtbezirken Berlin und Potsdam gehörenden Provinzbezirken findet der Sommerschlußverkauf von Montag, den 27. Juli, bis Samstag, den 8. August, statt. (Vgl. Verordnung vom 14. Mai 1935.) Mehr Klarheit in eine verwickelte Tarifordnung. NSG. Das Reichsarbeitsgericht hat durch Urteil kürzlich eine für das Gaststättengewerbe sehr bedeutsame Entscheidung gefällt, indem es festlegt, daß, wenn die Errechnung des Lohnes von solchen Unterlagen abhängig ist, die nur dem Dienstberechtigten, also dem Unternehmer, zur Verfügung stehen, dieser dem Dienstverpflichteten, also dem Gefolgschaftsmann, auf Verlanaen die Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung zu stellen hat, die es ermöglicht, Gewißheit über die Höhe des ihm zustehenden Lohnes zu erlangen. Diele Verpflichtung des Unternehmers zur Rechnungslegung bildet einen Teil der Lohnzahlunasvflicht. Soweit das Bedienungspersonal einen Anspruch auf Auszahlung des von dem Gastwirt erhobenen Bedienungs zuschlages hat, ist der Gastwirt dem Personal zur Rechnungslegung über die Bedienungszuschläge verpflichtet. Der Prozentempfänaer bekommt den ihm zustehenden Anteil an den B^die- nungsgeldern: dazu ist ihm noch ein gewisser Mindestlohn garantiert. Der Prozentempfänger bekommt aber nicht etwa die Prozente neben dem Garantie-Lohn. Das Urteil bietet insoweit die Grundlage zu einer klareren Fassung und Auslegung der verwickelten Tarifordnung im Gaststättengewerbe. AbstammunqSnochweiS für bildende Künstler. LPD. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste hat mit Wirkung vom 16. Juni 1936 eine Anordnung erlassen, wonach alle Mitglieder der Reichskammer verpflichtet sind, bei ihrer Landesleitung für sich und gegebenenfalls ihre Ehefrau den einwandfreien Nachweis ihrer Abstammung bis zu den Großeltern einschließlich zu erbringen. Der Nachweis erfolgt durch Ausfüllung von zwei Formblättern, welche den Mitgliedern zugehen und bis 30. September 1936 unter Beifügung tunlichst aller Originalurkunden bzw. von beglaubigten Abschriften ober Photokopien bei den Landesleitungen einzureichen sind. Originalurkunden werden jedem Mitglied nach Prüfung unverzüglich zurückgesandt. Mitglieder der Reichskammer, welche leitende Persönlichkeiten einer kammerzugehörigen Firma sind, haben außerdem eine wahrheitsgemäße Erklärung über die Zusammensetzung des in der Unternehmung arbeitenden Kapitals abzugeben und den Nachweis der Abstammung der Kapitalseigner beizubringen. Der Abstammungsnachweis ist auch zu führen von denjenigen Personen und Kapitalseignern von Firmen, welche auf Grund des § 9 der ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammer- Oer Zeitplan der Handbatt-Kämpfe. Nach der Einteilung der am Olympischen Handball-Turnier teilnehmenden Nationen ist nun vom Leiter des Turniers, W. Burmeister - Hamburg, der genaue Spielvlcm ausgestellt worden. Die Vorspiele werden auf Berliner Vereinsplätzen ausgetragen, während die Kämpfe der Endrunde im Olympia-Stadion durchgeführt werden. Die Einteilung ist in zwei Gruppen erfolgt und zwar spielen in Gruppe A Deutschland, Ungarn und die Vereinigten Staaten, in Gruppe B Oe st erreich, Rumänien und die Schweiz. In der Vorrunde spielt Gruppe A im Polizei- Stadion, Gruppe B auf dem BSV.-Platz am Ho- henzollerndamm. Die Spiel-Einkeilung. Donnerstag, 6. August: Gruppe A Deutschland — Ungarn (Polizei-Stadion, Beginn 17.15 Uhr). — Gruppe B Oesterreich — Rumänien (BSD.-Platz 17.15 Uhr.) Freitag, 7. A u g u st: Gruppe A Ungarn — Vereinigte Staaten (Polizei-Stadion, 17.15 Uhr). — Gruppe B Rumänien — Schweiz (BSV.-Platz, 17.15 Uhr). Samstag, 8. August: Gruppe A Deutschland — Vereinigte Staaten (Polizei-Stadion, 17.15 Uhr). — Gruppe B Rumänien — Schweiz (BSV.- Platz, 17.15 Uhr). Der Sieger und der Zweite jeder Gruppe kommen in die Endrunde, der Dritte der Gruppe A und der Dritte der Gruppe B spielen ein Entscheidungsspiel um den 5. und 6. Platz, das am Montag, 10. August, auf dem Platz des BSV. vormittags 11 Uhr ausgetragen wird. In den Spielen der Endrunde, in denen jeweils die Erstplazierten jeder Gruppe mit IA und II A, sowie I B und IIB bezeichnet werden, gelangen am Montag, 10. August, ab 16 Uhr im Polizei-Stadion zwei Spiele zur Entscheidung und zwar IA gegen IIA und IB gegen IIB. Am Mittwoch, 12. August, folgt im Olympia- Stadion um 15 Uhr IB gegen IIA und IA gegen IIB (16.20 Uhr). Am Freitag, 14. August, mfrben ebenfalls im Olympia-Stadion sich um 15 Uhr und 16.20 Uhr bis 15, Johannisbeeren 12 bis 15, Pflaumen 30 bis 35, Mirabellen 40 bis 45, Hähne 1 Mark bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1% bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Freie Lehrerstelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Reichelsheim, «Kreis Friedberg. Dienstwohnung wird ab 1. Oktober 1936 frei. Bewerber müssen mindestens seit acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Pflasterarbeiten wird die Prooinzialstraße Ortsdurchfahrt Wölfersheim vom 29. Juli ab für den Lastkraftwagenverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Beienheim, Reichelsheim, Bingenheim und Echzell. Der übrige Verkehr wird örtlich umgeleitet. M r „ ** Frachtermäßigung für die Beförderung von Bau st offen für die Kleinsiedlung. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn hat sich in verständnisvoller Würdigung der außerordentlichen staatspolitischen Bedeutung der Kleinsiedlung in entgegenkommender Weise bereit erklärt, die für die Beförderung von Baustoffen 3um Zwecke der Kleinsiedlung bis zum 31. Juli 1936 zugestandene Frachtermäßigung von 20 v. H. in jederzeit widerruflicher Weise, zunächst bis zum 31. Juli 1937, weiter zu gewähren. *♦ Erdaufbrucharbeiten wurden am heutigen Donnerstagmorgen am Hause Bahnhofstraße, Ecke Horst-Wessel-Wall, ausgeführt. Im Hause mach- ten sich Störungen bemerkbar, die auf eine Beschädigung der Gaszufuhrleitung schließen ließen. Bei den heute früh in Angriff genommenen Arbeiten zur Freilegung der Gaszufuhrrohre wurden Wassermengen in der ausgehobenen Grube festgestellt, die die Erdarbeiten erschweren. Nach dieser Sachlage durfte eine Beschädigung der Wasserzufuhrrohre anzuneh- men fein. ** Unfälle. Der hiesige Spengler und Installateur Julius Theiß erlitt bei feiner Arbeit durch einen Sturz vom Gerüst eine schwere G e Hirn- erschütterung und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — Eine schwere Hand- g u e t s ch ü n g zog sich der 15jährige Werner Engel aus dem Hause Krofdorfer Straße 105 zu. Auch er mußte zur ärztlichen Behandlung in die Klinik gebracht werden. Ermendorf, Hainbach, Kestrich und Groß-Felda bekannt. Einige größere Orte, die einen regen Sportbetrieb haben, weisen auch Radfahrervereine, Wanderabteilungen, Skiklubs und, wie in Alsfeld, auch einen Schwerathletikverein auf. Die Zuteilung des Kreises Alsfeld zum Sport- freife Gießen sollte nun der Anlaß für ein selbständiges Entwickeln der Sportvereine im Kreise Alsfeld sein. Hinsichtlich des Fußballspieles wird es in erster Linie darauf ankommen, die Bestrebungen des Reichssportführers auf dem Wege über den Schulfußball auszunützen, um eine sichere und stetige (Sntroidlung des Fußballsportes zu erreichen. Durch die Schul-Serienspiele dürfte es auch im Kreise Alsfeld gelingen, eine planmäßige Werbung für den Fußballsport zu erzielen. Bei der körperlich so in Anspruch genommenen Jugend, wie der Landjugend bedarf es keiner großen Ueberlegungen, um sie zum Fußballspiel anzuregen. Das Tummeln auf dem Rasen und der Wettlauf um den Ball allein, sind schon dazu angetan, um den Bauernjungen für den Fußballsport zu begeistern. Aus der praktischen Erfahrung wird bei richtiger Anleitung in ihm selbst der Wunsch nach einer besseren Körperdurchbildung wach werden. Durch die sportlichen Wettkämpfe der Vereine im Kreise Alsfeld untereinander sollte es bald gelingen, wie in anderen Kreisen auch, wettbewerbsfähige Mannschaften zu bilden, die wieder Spitzenkönner Herausstellen. Der Kreisfachamtsleiter wird es an der nötigen Unterstützung nicht fehlen lassen, damit auch durch eine engere Eingliederung der Sportvereine in den I Kreis sich ein gesunder Wettbewerb entwickeln kann. in den letzten Kämpfen gegenüberstehen: IIA g e - gen II B und I A gegen I B. Für 18.05 Uhr ist dieS iegerehrung im Handball angesetzt. Die Mannschaft mit der höchsten Punktzahl der Endrunde ist Sieger des Turniers, bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Torverhältnis. Ist auch dieses gleich, wird der Sieger in einem besonderen Entscheidungsspiel ermittelt. Die gleiche Bestimmung gilt auch für die Feststellung der Plazierten. OieFußbattkämpfe. Noch am Sonntagabend setzte die Technische Kommission des Fußball-Weltverbandes (FIFA) in Berlin den genauen Spielplan für die Durchführung des Olympischen Fußball-Turniers in der Zeit vom 3. bis 16. August fest. Der Zeitplan lautet: 1. Runde. Montag, 3. August, Spiel 1: Italien — USA. (Poststadion): Spiel 2: Norwegen — Türkei (Mommsen-Stadion). Dienstag, 4. August, Spiel 3: Deutschland gegen Luxemburg (Poststadion): Spiel 4: Schweden gegen Japan (Hertha-Platz). Mittwoch, 5. August, Spiel 5: Polen — Ungarn (Poststadion): Spiel 6: Aegypten — Oesterreich (Mommenstadion). Donnerstag, 6. August, Spiel 7: Großbritannien gegen China (Mommsenstadion): Spiel 8: Peru gegen Finnland (Hertha-Platz). Zwischenrunde. Freitag, 7. August, Spiel 9: Sieger 2 — Sieger 3 (Poststadion): Spiel 10: Sieger 1 — Sieger 4 (Mommsenstadion). Samstag, 8. August, Spiel 11: Sieger 6 — Sieger 8 (Hertha-Platz): Spiel 12: Sieger 5 — Sieger 7 (Poststadion). Vorschlußrunde. Montag, 10. August, Spiel 13: Sieger 9 — Sieger 10 (Olympiastadion). Dienstag, 11. August, Spiel 14: Sieger 11 —Sieger 12 (Olympiastadion). Endspiel (um den 3. Platz). Donnerstag, 13. August: Verlierer 13 — Verlierer 14 (Olympiastadion). Entscheidungsspiel (um den Turnlersleg). Samstag, 15. August: Sieger 13 — Sieger 14 (Olympia-Stadion). Die Spiele 1 bis 12 auf den Vereinsplätzen de. ginnen jeweils um 17.30 Uhr. Die Spiele 13 und 14 sind um 17 Uhr angesetzt, die Anfangszeiten der beiden Entscheidungsspiele (um den 1. und um den 3. Platz) sind auf 16 Uhr festgelegt. Amerikanische Stabhochsprung- Leistungen. •J ■ = Der beste amerikanische Hochspringer und Leichtathlet V a r o f f, dessen Weltrekord auf 4,42 Meter steht, mußte bei den Olympia-Ausscheidungskämpfen zurücktreten, weil er von feinen Landsleuten G r a • b e r (den das Bild zeigt), M e a d o w s und Sef« t o n geschlagen wurde, die allerdings nur eine Höhe von 4:34,3 erreichten. Diesen amerikanischen Leistungen haben die europäischen Sportler nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Nur die Japaner dürften noch als ernsthafte Konkurrenten in Erscheinung treten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Welttegler-Tumier durch den Aeichssportführer eröffnet. Reichssportführer von Tschammer und Osten hat am Mittwoch in der Berliner Deutschlandhalle das 5. Welt-Kegler-Turnier eröffnet. Die Sportkegler aus 16 Nationen waren zum Eröff- nunasakt hinter ihren Fahnen angetreten, als sie der Reichssportführer willkommen hieß. Reichssportführer von Tschammer und Osten führte in seiner Rede u. a. aus, daß der Keglersport einen unvergleichlichen Siegeszug angetreten und sich bereits drei Weltteile erobert habe. Besonders freue ihn, daß wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele die Meisterschaftskämpfe im Mutterland des Kegelsports durchgeführt würden. Dann bewillkommnete der Reichssportfsihrer die Vertreter des Auslandes und wünschte ihnen und dem Veranstalter besten Erfolg, er erklärte anschließend das 5. Welt-Kegler-Turnier für eröffnet. Kaum war die Olympische Hymne verklungen, da rollten schon die ersten Kugeln über die Bahnen. In der Vereins-Bundesmei st erschaff ging unter den 23 Mannschaften der Gau Niedersachsen (Verein Braunschweig) mit 3319 Holz als Sieger hervor. Die zweite Meisterschaft für den Gau Niedersachsen erkämpfte der Verein Hannover auf der Bohle mit 4335 Holz vor dem Gau Brandenburg mit 4326 Holz. Im Vierbahnenkampf in je einem Durchgang wurde auf der ersten Bahn gestritten. Hier eroberte der Gau Bayern (Verein München) mit 4400 Punkten den Titel vor dem Gau Sachsen (Verein Buchholz) mit 4238 Punkten. Die Scheren-Einzelmei st erschuft fiel am Ehrhardt (Hannover) mit 1475 Holz. Schmelings Herausforderung angenommen. Die Neuyorker Borkomrnifsion verhandelte auf ihrer letzten Sitzung über den bevorstehenden Welt- meisterfchaftskampf zwischen Max Schmeling und dem derzeitigen Titelhalter James I. Braddock. Der Manager Braddocks, Joe Gould, nahm die auf telegraphischem Wege ergangene Herausforderung Schmelings an; Mike Jakobs hinterlegte als Garantiesumme für den Kampf 5000 Dollars. Der Vorsitzende General Phelan wies darauf hin, daß bis zur Austragung noch eine Frist von zwei Wochen eingehalten werden müsse, betonte aber gleichzeitig, daß fein anderer Boxer als Schmeling Anwärter auf den Titel und damit Braddocks Herausforderer fei. Oie Beiseiuni" ^ans Im Münchener Ostfriedhof fand am Mittwoch die feierliche Einäscherung des so beliebten Münchner Motorradrennfahrers Hans Winkler statt, der beim Rennen „Rund um Schotten" am vergangenen Sonntag tödlich verunglückte. Vor dem Sarge hatten sechs seiner Kameraden Aufstellung genommen und eine ansehnliche Trauerversammlung, unter der sich auch der Präsident des DDAC., Freiherr von E g l o f f ft e i n , befand, gaben Hans Winkler das letzte Geleit. Präsident Egloffstein würdigte den Toten als vorbildlichen Charakter im Kampfeinsatz wie in seiner Arbeit als Mitglied des ONS. Präsident Egloffstein legte im Namen von Korpsführer Hühnlein einen Kranz nieder. Der Rennfahrer Giggenbach - Mühldorf widmete im Namen der aktiven Motorradrennfahrer dem toten Kameraden einen ehrenden Nachruf. * Hauptmann Großkreutz, der mecklenburgische Turnierreiter, der am Freitag mit seinem Sportwagen auf der Fahrt von Güstrow nach Rostock schwer verunglückte, ist am Dienstag im Güstrower Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. / Der fr: pflichtet, fenstern seinen den Mnst jS» < am« 60« 2«" M81 M Dtt M kling des' 1935 in?1 handel^ 1936 jotgl scheu Lnn a) W d)Ri c)W ä)Li e)9 M Schlat a) b) c) d) e) Y, b) c) d)\ 9n biel m Fch cmsMul ein* geführt rötig fi Sony Tierart oder entfprei a) b) c) d) e) 0 llchb« 32 ftort Wmi » W ,/ch Wut 6, öarlefe »Söiis fragte f „Er i -N -M, !N fi moi „$al)r Wmar. Jffen auf d°-kle, Dsfar •Nma , M, D -Nnf «'S m hsj, wiiir "Darf m; „Nett btt Ltz (j ,a$q|w Hre» .Arut »ittet’11 ÄtUl "A h. A ii Meldet euch zum HZ.-Landdienst! NSG. Junge Deutsche im Aller von 16 bis 25 Jahren finden sofort Arbeit im Landdienst der Hitlerjugend. Die deutsche Landwirtschaft steht mitten in der Erntezeit und braucht Arbeitskräfte. Die Ernährung des deutschen Volkes muß wieder für ein Jahr gesichert werden. Die gesunde schaffensfreudige Jugend hat die Pflicht, mitzuhelfen im Dienst am deutschen Boden. Ihr steht nicht allein draußen am Acker; ihr gehört dort einer großen Gemeinschaft an, die tausende Kameraden umfaßt, die sich freiwillig dem Ehrendienst auf dem Lande verschworen haben. Aus allen Berufen und Gauen arbeiten über 6000 Landdienstler draußen in den Dörfern und Höfen, in Gruppen von 10 bis 30 Mann. Sie sind zusammengeschweißt im Erleben der Kameradschaft und der gemeinsamen Arbeit und Aufgabe. Die Entlöhnung erfolgt entsprechend dem Atter und der Leistung nach dem vollen Landarbeitertarif. Folgt unserem Ruf! Meldet euch sofort! Tüchtige Kerle können auch über den Winter im Landdienst verbleiben und zu Führern herangebildet werden. Ihr schafft euch im Landdienst eine Existenzmckglichkeit und darüber hinaus schafft ihr an der Erneuerung unseres Volkes! Fordert Anmeldeformulare für den Landdienst durch den Gefolgschaftsführer von den Bannen oder dem Referat Landdienst der Gebietsführung Hessen-Nassau, Wiesbaden, Adolf-Hitler-Haus, an. preisverzeichmsseundpreisschilbelsürMschfleisch. Der Reichsstallhalter in Hessen — Landesregierung — hat auf Grund der Verordnung zur Regelung des Verkeyrs mit Schlachtvieh vom 27. Febr. 1935 in der Fastuna der Verordnung über Kleinhandelshöchstpreise für Gefrierfleisch vom 7. Jan. 1936 folgende Anordnung im Anzeiger der Hessischen Landesregierung bekanntgegeben: Ziffer 1. Wer Frischfleisch im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, in seinen Verkaufsräumen und Schaufenstern oder auf Märkten und Markthallen an seinen Verkaufsständen eine Preistafel nachstehenden Musters anzubringen: Preistafel. Rindfleisch. Schlachtungen von Ochsen und Färsen. I. Qualität, II. Qualität, III. Qualität. a) Rindfleisch zum Braten mit Beilage, b) Rindfleisch zum Braten ohne Beilage, c) Rindfleisch zum Kochen (Suppenfleisch), d) Lendenbraten ohne Beilage, e) Roastbeef ohne Beilage, f) Gehacktes. Schlachtungen von Kühen und Bullen. I. Qualität, II. Qualität, III. Qualität. a) Rindfleisch mit Beilage zum Braten, b) Rindfleisch ohne Beilage zum Braten, c) Rindfleisch zum Kochen (Suppenfleisch), d) Lendenbraten ohne Beilage, e) Roastbeef ohne Beilage, f) Gehacktes. Schweinefleisch. a) Schweinefleisch zum Braten mit Beilage, b) Schweinefleisch zum Braten ohne Beilage, c) Kotelett wie gewachsen, d) Schnitzel ohne Beilage, e) Kammstück wie gewachsen, f) Bauchlappen, g) Flomen (Schmalz roh), n) Schmalz ausgelassen. Kalbfleisch. (Mastkalb, Kalbfleisch.) a) Kalbfleisch zum Braten mit Beilage, b) Kalbschnitzel, c) Kalbskotelett wie gewachsen, d) Nierenbraten, e) Bug und Brust. In diese Preistafel, die von allen Verkaufsstellen von Frischfleisch an gut sichtbarer Stelle ausgehängt werden muß, sind die Preise einzutragen, zu denen das Fleisch verkauft wird. Soweit einzelne Fleischsorten oder Qualitäten ständig nicht geführt werden, oder für längere Zeit nicht vorrätig sind, bleibt die betreffende Spalte leer. Soweit eine Verkaufsstelle nur Fleisch einzelner Tierarten führt (z. B. reine Rinds-, Schweineoder Kalbsmetzgerei), genügt der Aushang einer entsprechenden Teilpreistafel. Hierbei ist jedoch ebenfalls das obige Muster insoweit einzuhatten, als innerhalb der einzelnen Tierarten die Bezeichnung der Fleischstücke und der Qualitäten wie in der Musterpreistafel eingehalten werden muß. Bezüglich der zulässigen Verkaufspreise von Schweinefleisch (Braten mit Beilage, Bauchlappen, Karrse und Kammstück, Schmalz) wird auf die hierüber seitens der Kreisämter und Polizeidirektionen ergangenen Anordnungen verwiesen. Die zulässigen Kleinverkaufshöchstpreise für Rindfleisch ergeben sich aus meiner Bekanntmachung vom 22. Mai 1936, veröffentlicht im Anzeiger der Hessischen Landesregierung vom 26. Mai 1936. Für die anderen Fleischsorten bestehen Preisbindungen nicht. Ziffer 2. Die in den Derkaufsauslagen befindlichen Fleischstücke sollen mit einer Beschilderung versehen werden, aus der sich Fleischsorte und Qualität der einzelnen Stücke ersehen läßt. Auf diesen Schildern ist die nochmalige Angabe des Preises erwünscht. Ziffer 3. Verstöße gegen diese Anordnung werden gemäß der Verordnung über Ordnungsstrafen bei Zuwiderhandlungen gegen Preisschildervorschriften und Preisfestsetzungen vom 8. Januar 1935 verfolgt. Ziffer 4. Diese Anordnung tritt am 1. August 1936 in Kraft. Schöffengericht Gießen. In einer langen Verhandlung hatte sich das Gericht gestern mit dem Karl Walther aus Wie- seck und dem Adolf Steinbach aus Gießen wegen fortgesetzten Betrugs zu befassen. Der Angeklagte Walther, der bereits vorbestraft ist, war früher als Rechtsbeistand tätig; dieses Gewerbe wurde ihm jedoch wegen Unzuverlässigkeit entzogen. Danach beschäftigte er sich mit Handelsvertretungen. In dieser Eigenschaft vertrieb er ein Buch, das einem guten vaterländischen Zweck gewidmet war. Der Angeklagte schloß sich mit dem Mitangeklagten Steinbach zusammen, und beide versuchten nun in Gießen und in der Umgegend, das Buch zu verkaufen. Um ihrem Geschäft mehr Erfolge zuzuführen, spiegelten sie einer ganzen Anzahl Handwerker vor, sie kämen im Auftrag von behördlichen und anderen öffentlichen Stellen. Der Erlös des Buches würde für vaterländische Zwecke verwandt, werden. Sollten sich die Zeugen zur Abnahme des Buches nicht entschließen, so müßten sie geschäftliche Nachteile gewärtigen, da die Listen Der betreffenden Personen nach Berlin geschickt würden. In Wirklichkeit handelte es sich bei allen diesen Angaben um ein groß angelegtes Schwindelmanöver, durch das eine ganze Anzahl kleiner Handwerker erheblich geschädigt wurde. Als der geistige Urheber der ganzen Angelegenheit, so be- Nachdruck verboten! 32 Fortsetzung. Verfluchtes Gold! Vornan von 3. Schneider-Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Hylmar empfing ihn bereits am Parktor. „Ist er sehr verändert?" „Nicht sehr!" sagte Wolfgang und eilte mit raschen Schritten dem Hause zu, wo Oskar ihn erwartete und ihm den Mantel abnahm. „Was sagt er über Marias Verschwinden, Wolfi?" fragte Hylmar. „Er weiß nichts davon." „Hast du ihm nichts gesagt?" „Nein, ich habe es nicht fertiggebracht. Ich habe gesagt, sie sei krank. Vielleicht kommt doch heute oder morgen eine Nachricht von ihr." „Wahrscheinlich überhaupt keine mehr", meinte Hylmar. „Komm jetzt. Ich habe mit dem Mittagessen auf dich gewartet." Während sie aßen, klingelte das Telephon. Oskar kam gelaufen. „Die gnädige Frau! Zu zweit sprangen sie auf und liefen in das Zimmer hinüber. „Mama!" „Hylmar, du?" „Ja, Mama", log Wolfgang, der den Hörer in den Fingern hielt. „Ja, Mama!" „Kannst du Maria Terry verständigen daß sie morgen abend am Schnellzug ist, der von Garmisch aus um acht Uhr fünfundzwanzig nach Tirol wei- tergeht?" . „Mama!" rief Wolfgang. „Kommst du mit die- fern Scknellzug?" „3a r „Darf ich dich sehen?" „Aber gewiß, mein Bub. — Wo A Wolfgang. Dessen Augen ruhten in flehender Bitte aus Hylmar, der den zweiten Hörer am Ohr hatte, „ur ift mit den Skiern unterwegs. Vielleicht kann ich ihn verständigen. Ich bin für alle Falle morgen abend am Schnellzug in Garmisch. Du mußt uns helfen, Mutter. Maria ist seit vier Tagen abgangig. „Um Gottes willen!" „Sprechen Sie noch?" fragte die Zentrale. „Warum unterbrechen Sie uns? schrie Wolfgang aufgebracht, hörte noch ein Knacken im Apparat und dann nichts mehr. „Mutter, bist du nach da? rief er etliche Male, aber die Frage blieb unbeantwortet. . . ... „Warum hast du Denn gelogen?" wunderte sich Hylmar, der Mühe hatte chn abzuhalten, der Zentrale einen Krach zu schlagen. „Ich habe doch nicht gelogen! „ „Du hast dich für mich ausgegeben. „Ach fo!“ sagte Wolsgang. „Mamas erste Frage war nämlich: „hylmar du? Wenn sie gewußt hätte, daß ich es bin, würde sie vielleicht gleich wieder eingehängt haben." „Das ist ja Unsinn", entgegnete Hylmar. Dann breitete er die Arme aus und machte einen tiefen Atemzug. „Sie weiß sicher Rat! Wir bestimmen sie, die Weiterfahrt aufzugeben. Sie muß mit uns nach Grainau. Jetzt schlüpft sie uns nicht mehr durch. Nötigenfalls schicke ich ihr einen Detektiv nach, damit wir immer wissen, wo sie ist. Wenn jemand Maria findet, ist es die Mama — und dann sag doch selbst, Wolfi, wir brauchen sie ja auch. Dringend brauchen wir sie! Wenn sie erst wieder bei uns ist, hat alles gleich ein anderes Gesicht. Das Leben bekommt wieder Sinn, so ist es ja auch nichts mehr. — Oder?" Oskar hatte abserviert und brachte nun den warmgestellten Braten. „Mamas Zimmer sind doch in Ordnung?" fragte Hylmar. „Ich werde sofort nachsehen, Herr Hylmar." „Ich glaube, sie hatte immer Vorliebe für Veilchen", meinte Wolfgang. „Für Veilchen und Narzissen", bestätigte Oskar und reichte den Pudding. „Also Veilchen und Narzissen", sagte Wolfgang. „Sie vergessen doch nicht, Oskar?" „Ganz sicher nicht, Herr Wolfgang!" * Der Abendschnellzug, der auf die Minute pünktlich in Garmisch einlief, war nur schwach besetzt. Das Fenster in einem Abteil zweiter Klasse glitt herab. Hylmar hatte die Mutter sofort erkannt. Hertha Amselmanns Gesicht beugte sich tief herab. „Grüß Gott, mein Bub! Wie schön, daß ich dich wieder einmal sehe. Willst du nicht hereinkommen? Ich bin ganz allein. Was ist mit Maria?" „Mutter!" sagte er und griff nach der Hand, die ihm über die falte Wange streichelte. „Erbarm dich doch!" Er verspürte das Zittern ihrer Finger und hielt sie noch fester zwischen den seinen. „Wir haben jetzt doch niemand mehr, als dich!" „Mein großer Junge!" „Wenn du wüßtest, Mutter, wie notwendig wir dich brauchen. Kannst du nickt erst morgen weiter- reisen?" Er merkte sofort ihr Zögern, das schon halbe Gewährung bedeutete und drängte bittend: „Ich habe den Schlitten draußen stehen! — Komm, Mutter!" „Mein Gepäck!" sagte sie und blickte unsicher nach dem Netz hinauf, in dem zwei große Lederkoffer verstaut waren. Draußen rief der Schaffner: „Bitte, einsteigen!" „Mutter!---" Sie zerrte bereits an den Koffern. Mit einem Sprung gewann Hylmar den Wageneingang, lief den Gang hinunter und riß das Gepäck herab. „Schnell, Mutter!" „Platz nehmen, bitte!" Ein Koffer purzelte in den Schnee. Der zweite folgte. Aufgeregt jchob Hylmar die schlanke Gestalt Der Mutter vor sich her, sprang über das Trittbrett tonte der Vertreter der Anklage, ist einzig und allein der Angeklagte Walther anzusehen, der sich bisher allen Nachforschungen geschickt zu entziehen verstand. In der gestrigen Hauptverhand- lung versuchten die Angeklagten, insbesondere Walther, sich durch allerlei Behauptungen aus der Sache herauszuziehen, so daß sich der Vorsitzende des Gerichts noch am Nachmittag zur Ladung weiterer Zeugen entschloß, die das Gegenteil des Vorbringens der Angeklagten bestätigten. Das Gericht verurteilte Walther zu einer Gefäng- n i s ft r a f e von einem Jahr und fünf Monaten, unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, Steinbach zu neun Monaten Gefängnis. In einer wetteren Sache wurde ein Mann aus einer oberhessischen Stadt zu sieben Monaten und Zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Dem Angeklagten waren als Gehilfe bei der Stadt- kaffe Quartiergelder anoertraut. Bei der lieber« gäbe der Geschäfte will er ein Defizit von 20 Mark gehabt haben. Um die Deckung dieser Differenz herbeizuführen, fälschte er Quittungen und zog unberechtigterweise Steuergelder ein und behielt den Betrag für sich. Oberheffen. Oberhessische Trachtengruppen und Gpielscharen in Hamburg. Beim Weltkongreß „Freizeit und Erholung". NSG. Der Bahnhof in Frankfurt a. M. bot am Mittwochabend ein buntes Bild. Der Sonderzug der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, fuhr nach Hamburg zum Weltkongreß für „Freizeit und Erholung". Und was dieses Bild so bunt machte, das waren Die Trachtengruppen aus dem oberhessischen Gebiete, die Dorfspielschar Alten-Buseck bei Gießen, die Trachtengruppe aus dem „Hinterland" unseres Gaues, dem Dörfchen Dexbach im Kreise Biedenkopf. Diese frischen Jungens und Mädels führten einen Erntekranz mit. Sie bringen in Hamburg neben den Tänzen ihrer Heimat auch frische Volkslieder, die oben im „Hinterlande" noch abends am Dorfbrunnen oder unter der Linde und in der Spinnstube gesungen werden. Die Busecker Spielschar spielt ein oberhessisches Heimatstück „Die oberyessische Honigküch e", das abends in den Proben entstanden ist. Weiterhin fährt die W e 11 e r a u e r Spiel- fchar aus Friedberg unter ihrem Leiter Oberstudiendirektor Philipps, in Oberheffen bekannt als Der „Unkel Kuneroad". Sie spielen Heimatstücke aus der schönen „Werreraa" vom „Kroage- kneppche, der Bienekenigin und vivatserickgestellt", Dann fingen sie Volkslieder aus ihrer Heimat „Deham is deham", „Amfellied", „He, Kuneroad" und andere mehr. Weiterhin bringen Die Wetterauer eine Bauernkapelle mit nach Hamburg, Die mit ihnen von Platz zu Platz zieht, wenn sie von ihrem Spielwagen herab.„Aus dem Volke, für das Volk" spielen. So wird der Gau Hessen-Nassau am Weltkongreß würdig vertreten sein, zeugen ja noch einige Wagen von der Schönheit unserer Heimat und ihren Erzeugnissen. Von einer Sense durchbohrt und getötet. LPD. Schotten, 22. Juli. In dem Kreisort Ulfa ereignete sich heute nachmittag ein schrecklicher Unfall. Die 59jährige Landwirtssrau Elisabeth Jäger fiel, als sie mit dem Fuhrwerk vom Feld heimfahren wollte, durch Das plötzliche Anziehen der Pferde nach hinten um und stürzte in eine Sense, die an Der Leiter Des Wagens mit Der Spitze nach oben lag. Die Sense durchbohrte den Körper der Frau in Der Herzgegend, jo daß der Tod auf der Stelle eintrat. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 23. Juli. Der hiesige Weißbinder Ewald Möller zog sich durch einen schweren Sturz eine Gehirnerschütterung zu und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. < Reiskirchen, 23. Juli. Gestern feierten, wie wir schon kurz berichteten, die Eheleute Philipp Walter, Bahnwärter i. R., und Frau Katharina geb. Launspach das seltene Fest der goldenen Hochzeit mit einer kirchlichen Trauung. Es ist dies, wie alte Leute erzählen, feit lanaen Jahren das erstemal in unserem Dorf. Wegen der Seltenheit dieses Festes nahm Die Einwohnerschaft regen Anteil an Dem Glück Der beiDen Alten. Diele Glückwunschschreiben und Blumen wurden dem Jubel- paar überreicht. Besonders feierlich gestaltete sich die Trauung durch den Ortsgeistlichen in der hie- sigen Kirche. Viele Einwohner hatten sich hierzu eingefunden. Mit dem Lied „Lobe Den Herrn" wurde das Paar mit den Hochzeitsgästen empfangen. Der Pfarrer sprach über den Psalm 34 „Ich will den Herrn loben allezeit". Dann fand die Einsegnung unter dem Oraelspiel „So nimm denn meine Hände" statt. Anschließend überreichte er dem Brautpaar ein Glückwunschschreiben des Landesbischofs. Am Nachmittag brachte der hiesige Kinderhort und abends der Singkreis den Hochbetagten ein Ständchen. Die beiden sind schon viele Jahre treue Leser des Gießener Anzeigers. Hoffen wir, daß ihnen ein glücklicher Lebensabend beschert wird. —.— Queckborn,23. Juli. Die Ernte hat auch hier begonnen, leider ist Die Arbeit sehr erschwert durch Die viele Lagerfrucht. Die Maschinen können nicht wie sonst in vollem Umfang eingesetzt werben. — Die vier KinDer aus Wetter an Der Ruhr, Die von Der NSV. aus hier im LanDaufenthalt waren, fuhren am gestrigen Mittwoch wieDer ab. Sie hatten sich bei ihren Pflegeettern sehr wohl gefühlt unb gut erholt. = Lauter, 23. Juli. Am heutigen Donnerstag können zwei hochbetagte Einwohner unseres Ortes Geburtstag feiern. Wagnermeister Karl ReiDt begeht feinen 8 2. Geburtstag in aller körperlichen und geistigen Frische. Noch täglich ist er in seiner Werkstatt tätig und hilft auch in der Landwirtschaft feines Sohnes mit. Seine Frau kann im nächsten Monat den 80. Geburtstag feiern. Im Jahre 1928 beging Das Ehepaar Das Fest der goldenen Hochzeit. Ferner wollende! Heinrich Wieß - n e r I. fein 76. Lebensjahr. Seine Ehefrau steht im 78. Lebensjahr. Auch dieses Ehepaar konnte schon goldene Hochzeit feiern. Kreis Friedberg. LPD. Bad-Nauheim, 22. Juli. Als ein Hotel« angestellter mit seinem Motorrad an der Umgehungs- straße Den Bahnkörper überqueren wollte, fuhr er Durch ein Versehen gegen die noch nicht ganz geöffnete zweite Schranke. Er kam dabei mit feiner Maschine zu Fall, wobei er so unglücklich stürzte, daß er mit dem Kopf auf das Pflaster auf« schlug und bewußtlos liegen blieb. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. wie toll ein Möbel heute ousfehen? Schlank, sportlich und — natürlich braungebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen von gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es schützt und bräunt zugleich und fing sie in Den Armen auf — an ihnen vorüber rollten Die Wagen aus dem Bahnhof. Im Schein Der Laternen sahen sie sich in Die Augen, „Mutter!" sagte er — bückte sich plötzl, nach Den Koffern unD hielt Den Kopf auf Die Brust gesenkt. So ging er ihr voraus, sah sich zuweilen um, ob sie ihm auch folgte unD ließ ihr erst an Der Sperre Den Vortritt. Das MonDlicht fiel hell über Den weiten Platz, auf Dem Der Schlitten ftanD. Als sie schon ganz nahe waren, kam ihnen eine Gestalt entgegen. „Die Ross' wolln nimmer stehn, Herr Amselmann." „Gleich!" sagte Hylmar. „Bitte, Mutter!" Sie schlüpfte unter Die große FellDecke. Ein einziges Mal wanDte sich Der Lois zurück, nickte Dann unD ließ Den PferDen Die Zügel locker. Herrgott, war Das ein Weib! So eins lief nicht einmal in Partenkirchen herum, wo er Doch schon zuweilen sünDhaft schöne Gesichter gesehen hatte. UnD Das war nun Die Mutter seiner beiDen Brotherren. 28 Jahre hätte er ihr gegeben. Und keinen Tag mehr. Wenn sie ganz früh geheiratet hatte, mutzte sie aber mindestens 40 fein. „Was ist denn?" fragte Hylmar, als er zum wiederholten Male Den Kopf schüttelte. „I hab' mir bloß was denkt, Herr Amselmann!" „So! — Aber es scheint nicht ganz zu stimmen?" „Na, gar net, Aber das ist allweil fo wann ma ins Spintisieren kommt, da ftimmts nimmer." Hertha Amselmann hätte ihren Jüngsten gern gefragt, wo er dieses Naturkind gefunden und feit wann er es sich dienstbar gemacht hatte. Aber in dem Schweigen ringsum, das nur von Dem Huf- fchlag Der PferDe und dem Läuten der Schellen unterbrochen wurde, hätte Der Lois sicher alles verstehen können, unD Das wollte sie nicht. Hylmar empfand eine unbestimmte Angst. Die Mutter hatte noch nicht ein einziges Mal nach Wolfgang gefragt. Als könnte sie feine Gedanken lesen, sagte sie unvermittelt: „Warum habt ihr mich Denn gestern abenD belogen?" „Wieso?" r , „Es war Doch Wolfgang, Der mit mir gesprochen hat, nicht?" „Ja, Mutter!" „Siehst Du!" lächelte sie zurück. ,UnD warum ist er jetzt nicht mit Dir an Den Zug gekommen?" „Er Dachte, Du würDest Dich Dann vielleicht nicht bestimmen lassen, auszusteigen." „Sv kleinmütig ist mein großer Junge? „Er glaubt, Du zürnst ihm noch immer Mutter. Darauf erfolgte keine Antwort. Aber als nach einer halben StunDe Der Schlitten vor Dem Wochen- enDhaus in Grainau hielt, ging Hertha Amselmann Dem Sohn mit raschen Schritten voran. 3n Dem großen, gutDurchheizten Wohnzimmer kam Wolf- gang Der Mutter entgegen. „Darf ich Dir guten Tag sagen, Mama?" „Aber gewiß, mein Bub. Ich habe Dich eigentlich schon an Der Bahn erwartet." Dabei nahm sie sein Gesicht in ihre schmalen HänDe, küßte ihn und strich ihm tröftenD über die Wange. „Das ist doch nun alles vorbei, Wolfi." Sie wählte absichtlich Den Kosenamen seiner Knabenzeit. „UnD Das mit Maria ist sicherlich nur halb so schlimm. Ihr habt es nur nicht richtig angefangen." „Wir haben alles getan", verteidigte er sich, wenn auch noch mit schwankender Stimme. „Jedenfalls habt ihr das Beste gewollt", gab sie zu. „In der heutigen Zeit verschwindet man nicht mehr so leicht. Und wenn, dann wird man meist sehr bald gefunden: so ober so." „Denkst Du an einen SelbstmorD?" fragte er erschrocken. „Ich denke an alles, Wolfgang, und erwäge jede Möglichkeit. Obwohl — mit neunzehn Jahren liebt man das Leben noch zu sehr, um es so ohne weiteres von sich zu werfen. Zuerst müßt ihr mir erzählen, wie sich das Ganze zugetragen hat. Erst, wenn ich das Warum und Weshalb weiß, kann ich mir ein Urteil bilden und danach handeln." Hylmar und Lois sorgten für den Abtendtisch. Lois sagte so von ungefähr: „Is das a blitzsaubere Person, Ihre Frau Mutter." Hylmar stieß mit einer langzackigen Gabel in das saftrote Geräucherte und nickte lächelnd. „Gar nicht, als ob wir ihre Söhne wären, was?" „Na, gar net", gab Lois zu. „Wissen S', wen i heut troff fjab', da i auf den Schnellzug gwart hab'?" „Ich habe keine Ahnung." „Den Steffen!" „UnD?! — Was hat er Denn gesagt?" „Nix. Kannst nix machn, wann einer net will." „Was will er Denn nicht, Lois?" „Glaubn, daß a fo is, wie i's ihm gfagt hab'. Daß d' Freiln Maria sich bloß versteckt ghattn hat bei Ihnen, daß gar net Ihr Gschpusi is, wie man halt so sagt. Wie i ferti gwesn bin mit reön — und i hat/ schön grebt — hat er mir ins Gsicht glacht. Wann's net ber Steffen gwesn wär, Hütt i ihm eine aberghaut." „Also glauben will er's nicht", sagte Hylmar unb trat vom Herb zurück, besten Glut unbehaglich würbe. Dann war wohl nichts mehr gutzumachen. Selbst bann nicht, wenn man Maria fanb. „Vom Gegenteil läßt sich eben ein Mann schwer überzeugen", meinte er bebauernb. Der Lois kam ba nicht mit bei biesem Gebauten- gang unb machte ein etwas bummes Gesicht. Was Die Stabtleute manchmal für merfroürDige Ansichten hatten. Da müßte ja ein jeDer ein Wickelkinb zum Schatz nehmen. Von Dem wüßt man Dann toDsicher, Daß es nur seine Mutter im Arm ghabt hat und sonst keiner. Aber a lebfrisches MaDl von zwanzia ober zweiunbzwanzig! Herrgott, Das hatte Doch Blut in Den ADern unD Augen im Kopf unD einen MunD... UnD einer mußte Doch Der erste sein. Wär sauber, wenn Da jeDe schon nach Dem zweiten ober Dritten Mal Gernhaben abgenützt wär. (Fortsetzung folgt!) den Olympia-Stadions ist hervorragend. 3n Brandenburger Tor im Olympischen Schmuck GLORlRl Marktstr. 23 4eosA Teleph.2417 Reise-Uhren Sport-Uhren Max Schmelings \ Sieg PQLOST ' Giessen statt. In der Hauptstadt von Thessalien, in Larissa, dem nächsten Abschnitt des Staffellaufes, hat die Dort versammeln sich trotz der frühen Stunde auch die offiziellen Persönlichkeiten und die Einwohner von Larissa. Der Läufer wird von einer Kavallerie- Abteilung eingeholt und zündet die Flamme auf dem Altar an, während die Militärkapelle die olym- pische Hymne spielt. Sonderstempel des „Hindenburgs für die Olympiafahrt. Chassistragf ähigk. 3,8 To - Amtl. Nutzlast 3,2 To 6 Zvi. - 3,o Ltr. - Motor mit 5-Ganggetriebe Hydraulische Bremsen — Chassis RM. 4200- Pritschenwagen RM. 5000.-. Kompl. Lastzug bis 6,5 To. RM. 7000,-. Alle Preise ab Werk vorher erwähnten Pfeilerlunnel ist eine große Hauptschaltstelle und Verstärkerzentrale geschaffen. Diese macht es möglich, daß während der Olympiade im Stadion gleichzeitig 30 Berichte an die europäischen und überseeischen Sender gegeben werden können. Außerdem sind zahlreiche Schallplattenaufnahmegeräte aufgebaut, mit deren Hilfe Sportberichte zur späteren Sendung auf Schallplatten ausgenommen werden können. Dem Bauwillen des Dritten Reiches und unseres Führers Adolf Hitler entsprach es, das Olympia- Stadion in vollendeter Architektur und modernster portlicher und technischer Ausstattung entstehen zu lassen, es auch zu umrahmen mit einem Kranz edel st er Schöpfungen der bildenden Kunst. Dabei war es selbstverständlich, daß ent- prechend der klaren Strenge der baulichen Ge- taltung Werke der Plastik nur in monumentalem Maßstab und an bevorzugten Standorten angebracht werden konnten. So dürfen wir heute behaupten, daß das nationalsozialistische Deutschland den Olympischen Spielen im deutschen Olympia-Stadion einen herrlichen weit über das Maß von Pflicht und Herkommen herausgreifenden Rahmen geschaffen hat. Bei aller Achtung vor dem olympischen Ideal hätte es jedoch nationalsozialistischer Auffassung widersprochen, all diesen Aufwand zu leisten nur mit der Blickrichtung aus ein einmaliges, leider so rasch vorüberranschendes weiftest. Darum wurde auf persönliche Anordnung des Führers das Olympia-Stadion hineingestellt in den größeren Rahmen des Reichssportfeldes, wurde es zum Kernstück und beherrschenden Mittelpunkt einer der deutschen Jugend und dem deutschen Volk für die Dauer geweihten Uebungs- und Versammlungsstätte gemacht und ihm dadurch erst volle Auswirkung und ewiger wert gesichert. Es ist ein wundervolles Erleben, von der wind- umrauschten Glockenstube des zu 76 Meter Höhe aufsteigenden Glockenturms die Gesamtplanung des Reichssportfeldes in sich aufzunehmen. Dann weitet sich das Olympia-Stadion nach Westen in das weiträumige, als Maifeld bezeichnete Aufmarschgelände, das auf feinen über 100 000 Quadratmeter großen Rasenteppich und auf seinen bis ^ISCU HAUS1 £UX~HAVB Das deutsche Olympia-Stadion Eine herrliche Pflegestätte deutscher Krast und Tüchtigkeit. Am Tage der Eröffnung der Olympischen Spiele unternimmt das Luftschiff „Hindenburg" — wie bereits gemeldet — eine Huldigungsfahrt über der Stadt Berlin. Die an diesem Tage mit dem Luftschiff beförderten Briefe und Postkarten erhalten den oben- stehenden Sonderstempel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Amerikaner überbringen die Olympia-Flagge. Das älteste Mitglied des amerikanischen Olympischen Komitees William Mc. Garland überbringt die von der Stadt Los Angeles nach den Spielen des Jahres 1932 in Verwahrung genommene Olympia-Flagge. Mc. Garland und weitere Vertreter des nationalen Komitees treffen mit dem Wahrzeichen am 23. Juli an Bord der „Bremen" in Bremerhaven ein. Französische Olympiabeteiligung gesichert. Der französische Olympische Ausschuß hatte m einer außerordentlichen Sitzung die durch die verzögerte Bewilligung der französischen Beteiligungskredite geschaffene Lage zu prüfen. Auf Anregung des Unterstaatssekretärs für körperliche Ertüchtigung hat das französische Außenministerium dem französischen Olympischen Ausschuß einen Vorschuß in Höhe von 300 000 Franken bewilligt, mit dem die ersten Ausgaben, vor allem die Eisenbahnfahrkarten für die Beförderung der französischen Sportler und ihrer Begleiter bestritten werden sollen. Die 250 Mann zählende französische Abordnung trifft am 29. Juli in Berlin ein. Der fahrplanmäßige Zug wird doppelt so viel Wagen umfassen wie gewöhnlich. n ri*ib• Ä haben den atemraubenden Hörbericht in der Ungezählte Millionen Nacht zum 20 Juni miterlebt. ■ I »11. ■. jwerden begeistert sein, dieses einzißart.Sport- Ungezählte Millionen ereignis auch im Film ungekürzt mitzuerleben. Die interessantesten Kampfhandlungen in Zeitlupen-Aufnahmen... Alle 12 Runden bis zum k. o. Schmeling vollbrachte die unerhörte Energieleistung mit Joe Louis die ganze Weltmeinung k. o zu schlagen. Erstklassiges Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche. Vorverkauf an der Kasse von 12-2 Uhr und ab y24 Uhr. - Besuchen Sie nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen, da abends starker Andrang. - Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5 30 u. 8.30 Uhr. Rundfunkprogramm. Freitag, 24. Juli: 6 bis 8 Uhr Musik in der Frühe. Frühgymnastik. 7 bis 7.15: Alle Reichsfender getrennt: Rachrichten des Drahtlosen Dienstes.- 8.05: Kleine Morgenmusik. 9: Blasmusik. 10: Unterhaltungsmusik. 11.30: Eröffnung des 6. Weltgeflügelkongresses aus dem Gewandhaus in Leipzig. 12: Musik am Mittag. Dazwischen: Hörbericht von den olympischen Trainingsbahnen. 13.45: Alle Sender getrennt: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von Zwei bis Drei! 15: Tanz mit mir ... Kinderliedersingen. 15.30: Die schwäbischen Dorfmusikanten spielen. 16: Musik am Nachmittag. 18: Lustiges Kunterbunt. Dazwischen: Hörbericht. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10 Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. Volksfest der Nationen. Freude und Friede. Dazwischen: Echo vom Weltkongreß. 22.15: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht von Training der schweren Rennwagen für das Nürburg-Rennen am 26. Juli. 22.30 bis 0.55:. Nachtmusik. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 1 Schriftleitung.) Gießen. Ein Silberrubel, geprägt um das Jahr 1817, besitzt keinen Sammler- oder Liebhaberwert, sondern nur Silberwert, der sich auf etwa 40 bis 50 Pfennig belaufen dürfte. In Wetzlar ist ein gut ein geführtes, altes, inmitten der Stadt gelegenes Scbreibwareo-Gescliän mit Buehhasdlung wegen Sterbefalles zu verkaufen. Schriftliche Anfragen unt. 4010D an d. Gießener Anzeiger. Staatssekretär Pfundner hat am Mittwoch als Vorsitzender des Bau-, Kunst- und Festaus- chusses der XI. Olympischen Spiele über alle deut- chen Sender und über ausländische Sender eine A n - prache über das Olympia-Stadion gehalten, in der es u. a. heißt: Die organisatorische Vorbereitung der XL Olympiade ist vollendet. Zur festgesetzten Minute werden am 1. August 1936 die größten Olympischen Spiele beginnen, die die Welt bisher gesehen hat. Was von Menschenhand geleistet werden kann, um den Spielen einen glanzvollen, ja großartigen Verlauf zu sichern, hat das Deutschland Adolf Hitlers in freudiger Großzügigkeit getan. Der stolzeste Beitrag, den das Reich gezollt hat, ist der Bau des Olympia-Stadions vor den Toren Berlins, das, in seiner Größe vom Führer selbst bestimmt, noch in Jahrhunderten von der Verbundenheit des nationalsozialistischen Deutschland mit dem Olympischen Gedanken künden wird. Das deutsche Olympia - Stadion in Berlin übertrifft in seinen Flächenausmahen bei weitem .seine bedeutendsten antiken Vorgänger, das griechische Olympia-Stadion und das Kolosseum in Rom. Sechs Türme von 35 Bieter höhe flankieren das Stadion. Die Türme tragen die Hamen der deutschen Stämme und sollen kundtun. daß das im Nationalsozialismus in seinen Stämmen geeinte Deutschland das Olympia- Stadion in seine starke Obhut genommen hat. Praktisch dienen diese Türme als Beobachtungsstellen für die Spielleitung, für Rundfunk und Film. Das Stadion enthält 63 500 Sitzplätze und 33 500 Stehplätze, insgesamt 97 000 Plätze. Die Sitzplätze des Geländes können jedoch auch in zwei Stehplätze umgewandelt werden. Dadurch wird das Fassungsvermögen des Olympia - Stadions b i s auf 1 1 5 0 0 0 Zuschauer gebracht, das find 10 000 mehr als das Stadion in Los Angeles aufzunehmen vermochte. Einen Begriff von der Größe des Zuschauerraumes mag der Hinweis geben, daß die 71 Bankreihen aneinandergereiht, die Länge von über 40 Kilometer ergeben. In dem geräumigen Dreieck, das die Außenwand des Stadions, der Betonteppich der übereinander aufsteigenden Sitzstufen und der gewachsene Boden bilden, sind zwei Postämter, drei große Restaurants und 15 kleine Gaststätten, Ret- tungs stellen, Polizeiräume, Büros, Ausstel- lungs- und Verkaufsräume untergebracht. Das Olympia-Stadion ist seinen antiken Vorbildern getreu ohne Ueberdachung errichtet. Zwei um das ganze Stadion sich hinziehende äußere Umgänge und ein innerer Umgang verleihen als Pfeilerhalle allen Zuschauern Schutz bei plötzlich auftretendem Unwetter. Ueberdacht ist nur der Presseaufbau. Es zeugt von der Größe der Ge- famtanlage, daß dieser gemessen an der Größe des Stadions so kleine Ausbau über 1000 Pressetischplätze und ein eigenes Post- und Telegraphenamt aufweist. Die gesamte westliche Hälfte des Olympia- Stadions ist in einer Tiefe von neun Meter und einer Breite von 21 Meter untertunnelt. Auf diese Weise ist es möglich, daß ganze Marschkolonnen ohne Berührung mit dem Publikum in das Kampffeld einziehen, daß die Ehrengäste bis unmittelbar unter ihre Logen gelangen, und daß Hunderte von Kraftwagen unterirdisch parken können. Das nach den neuesten Erfahrungen der sportlichen Technik gestaltete Spielfeld besitzt eine 400-Meter-Bahn mit sieben Laufbahnen, ein Fußballfeld in den Maßen 70X105 Meter, ferner Bahnen für Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, für Kugelstoßen, Speer- und Hammerwurf. Vom Verlauf der Olympischen Spiele soll die ganze Welt sehr rasch, soweit irgendmöglich sogar im Augenblick des Geschehens, genaueste Kunde erhalten. Heber 1000 Berichterstatter aus allen Teilen der Erde stehen im Dienst dieser Aufgabe. Außer den bereits erwähnten Postämtern stehen im Stadion zahlreiche Fernsprechzellen zur Verfügung. Eine Schnellrohrpoft verbindet das Olympia-Stadion mit dem Rohrpostneh Berlins und stellt den Anschluß an den Flughafen Tempelhof her. Um in den 25 Berliner Fernfehstuben einer breiteren Oef- sentlichkeit besonders wichtige Sportereignisse vorführen zu können, sind in die Kampfbahn außerdem Fernsehapparate eingebaut. Auch die rundfunktechnische Ausstattung des steht Interessenten zur unverbindl. Probefahrt zur Verfügung. MolngtD-Vertalsgesellsctah.il. 0. Gießen Frankfurter Straße 52/56 - Fernruf 2847/48 ______________________________4613 A_ Ab heute Donnerstag d.sensationellste Boxkampf d. Jahrhunderts im Großfilm Schmeling-Louis em deutscher Sieg 4605 A Am Kries der Säulen des Brandenburger Tors wurden goldene Kranze und an den seitlichen Torbogen aoldbesetzte Girlanden aus Eichenlaub angebracht Born eines der beiden Standbilder auf dem Pariser 9 9 Platz von Eberhard Enck— (Scherl-Bllderdienst-M.) Der neue 3-To-0pel-Blilz -Lastwagen Seltersweg 47 Ruf 2373 ____________________________4602V WlslüMe Hfltür- NIMM in reichdebitdcrten, leichwerständl. Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeug- nisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er« höhteFreudeanden vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" fnigo Betmuhler Beriaq Bctiln-Cifliiptfeme Geschättsümcksachen Rechnungen Brlefbl&tter Briefumschläge Postkarten Geschftftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Eckart-Freilichtbühne, die meisterhaft in eine Talschlucht gebettet, in 88 amphitheatralisch aufsteigenden Sitzreihen 20 000 Zuschauern Platz bietet. Nach Osten zu streift das Auge das gewaltige Stadion und über die Fülle der Spielfelder und Plätze des über 500 Morgen großen Gesamtgeländes, auf dem bei großen nationalen Feiern eine Million Menschen von der Rednerkanzel unter dem Glockenturm aus durch das Wort der Führers zu einer Einheit zusammengefaßt werden kann. Im Nordwesten aber sieht der Beschauer das gewaltige Gebäudemassiv des Sportforums. Es birgt architektonische Kostbarkeiten wie «hie marmorverkleidete Schwimmhalle und den ein Wunderwerk einer Betonkonstruktion darstellenden weittragenden Kuppelsaal für sportliche, rhythmische und musikalische Darbietungen. Wichtiger ist noch, daß das Sportforum in der Reichsakademie für Leibesübungen mit den klassisch ruhigen Bauten des Turmhauses, Schwimmhauses und Kameradschafts- Hauses die führende Stätte deutscher k ö r per l i che r Erziehung und im Haus des deutschen Sports mit seiner edel gegliederten Säulenhalle die Zentralverwaltung der gesamten deutschen Turn- und Sportbewegung umschließt. So glaube ich, daß im Olympia-Stadion und in seiner herrlichen Umrahmung die Aufgabe gelöst ist, die der Führer und Reichskanzler beim Bau des Reichssportfeldes uns gestellt hat: Eine Anlage zu schaffen, die den würdigen Rahmen der Internationalen Olympischen Spiele auf deutschem Boden darstellt, die darüber hinaus aber für unsere deutsche Jugend und für unser deutsches Volk für immer eine herrliche Pflege st ä t t e deutscher Kraft und deutscherTüchtigkeit bilden wird. L>r Olympische $otfellauf Bei der Feier im Stadion zu Delphi hielt Professor Philadelphius, der aus Anlaß des Fackelstaffellaufs dem Reichssportführer eine antike Vase zugeeignet hat, in deutscher Sprache einen Vortrag über die Bedeutung der Olympischen Spiele, des Fackellaufes und des Anteiles des neuen Deutschlands an dem Zustandekommen dieses Ereianisses. In Delphie hat Leni Riesenstabl den griechischen Teil ihres Olympia-Films abgeschlossen. Leni Riefenstahl hat sich durch ihre frische, fröhliche und zuvorkommende Art die Freundschaft und Sympathie der Griechen erworben. Don Delphi nach Samia durcheilt die Fackel zunächst die wildeste Bergwelt. Bei sinkender Sonne werden die Thermopylen passiert, wo einst Leonidas und seine 300 Spartaner den Heldentod starben. Nach stundenlangem Laus durch Olivenhaine und Pinienwälder trifft die Olympia-Flamme am Mittwoch bei Sonnenuntergang in L a m i a ein. Hier findet die Feier auf dem Freiheitsplatz OfdAtp.foi&ujefv! Bevor Sie Geld für Ihre Fülle ausgeben, sehen Sie sich im eigenen Interesse den IDEE -SCHUH... Denn er enthält, was Sie benötigen-: Die individuell verstellbare Ärztlich glänzend begutachtet v und wärmstens empföhlen. IDEE'SCHUHE sind der Wunschtraum I aller Einlagenträger. Daher von nun an nur noch: JDEE-schuhe Alleinverkauf: Schuhhaus Zurwonne Gießen, Mäusburg, Ruf 2010 4612D zu 16 Metern emporwuchtenden Walltribünen über 300 000 Menschen zu fassen vermag. Nach Westen.-......—— - - .. blickt man in die landschaftlich und architektonisch Feier einen mehr militärischen Charakter. Aus dem gleich wundervolle Szenerie der Dietrich- Platz des II. Armeekorps ist ein Altar errichtet. IlfEDDE DRUCKSACHEN WCKDC Brühl, Gießen Feinste Fisch-Filets 500 Gramm von 40 H an ''Z/to.iL