r.M Erstes Blatt Dienstag, 25. Juni 1956 186. Jahrgang Metzener Anzeiger I*! Arne Reichsanleihe zur Zeichnung aufgelegt !l! I fl l y 3 5 0 S 3 'k ►5 3 - o z y 'S 5:5 is 9 lamentarische System trotz dreißigjähriger Bemühungen nicht durchführen konnte, bald zum Abschluß gelangen wird." Auf alle Fälle wird man der Kommission für die umfangreiche Unterrichtung der Öffentlichkeit Dank wissen, denn nun ist die Aussprache wieder in Gang gesetzt, die hoffentlich zu einer weiteren Durchleuchtung der zahlreichen Probleme, die in den beiden Lesungen aufgeworfen wurden, führen wird. Berlin, 22. Juni. (DRV.) 3m Zuge der Durchführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich 7 0 0 Millionen Mark 4,5 v.h. auslosbare Reichsschahanweisungen zum Kurse von 98,75 v. h. Die Laufzeit der Schahanweisungen beträgt 12 Jahre, beginnend mit dem 1. Juli dieses Jahres. Von 19 4 3 ab wird jedes Jahr ein S e ch ft e l des Anleihebetrages der Schahanweisungen zum Rennwert a u s g e l o st werden, so daß die durchschnittliche Laufzeit neun Jahre beträgt. 200 Millionen Mark dieser Schahanweisungen sind bereits fest gezeich- n e t worden. Die verbleibenden 500 Millionen Mk. werden durch das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsorlium zum Kurse von 98,75 v. h. zuröffenlichenZeichnungauf- gelegt. Die Zahlungen durch die Zeichner auf zugeleilte Reichsschahanweifungen werden in der Zeit vom 21 Juli bis 15. Oktober d. I. erfolgen und zwar am 23. Juli und 20. August je 30 v. h. und am 10. September und 5. Oktober je 20 v.h. Frühere Zahlungen sind zulässig. Der Lauf der Stückzinsen beginnt mit dem 1. Juli d. 3. Die Reichsschahanweisungen sind mündelsicher und bei der Reichsbank lombardfähig. Die Zeichnungsfrist läuft vom 29. 3uni bis 14. 3uli dieses 3ahres. mehr redaktionellen Arbeit darum handeln, das Strafrecht mit den Entwürfen der Strafverfahrensordnung und des Strafoollzugsrechtes in Einklang zu bringen. Alsdann soll der endgültige Entwurf der Amtlichen Strafrechtskommission fertiggestellt und den beteiligten Reichsministerien und sonst interessierten Stellen zur Kenntnis und Stellungnahme übermittelt werden. „So besteht" — schreibt der Reichsjustizminister — „die begründete Hoffnung, daß die Erneuerung des Strafrechts, die das par- 5 & ah ' 3 tti n Ausbau der Ordensburg Krössinsee. Oie Ausbildungsstätte für den Nachwuchs des Führerkorps der NSDAP. Achtungen besitzen. . •" »'S p ti/, 9«* N C* o 5® S Todesstrafe für Kindesentführung. Ein vorbeugendes Gesetz gegen brutale Erpresser. — Deutschland ist kein Boden für einen Fall Lindbergh. So 2 k 3# ch eingefaßt wird. Hier werden in.gerader Flucht nach Olten auf jeder Seite noch je drei S ch l a s häu,°r zur Aufnahme von je 40 Bitten gebaut. Eine Terrasse wird dann zu einem großen Sport, platz führen, der unmittelbar vor dem Krosimsee mit allen neuzeitlichen Anlagen, w »' «. Aschenbahn, Tennisplätzen usw, erstehen wrw. Gleich anschließend am Seeufer ab«wert n mehrere Bootshäuser und eme Freibade- 7nstalt err°chtet so daß auch die Voraussetzungen für eine ausreichende wassersportliche Betätigung Berlin, 22. 3uni. (DRV.) Die Reichsregierung hcl am 22. 3uni 1936 ein Gesetz über den erpresserischen Kindesraub erlassen, das v»m Führer und Reichskanzler sowie dcm Reichsminister der 3ustiz, Dr. G ü r t n e r, un- ltrzeichnet ist. Das Gesetz bedroht denjenigen, der in Erpressungsabsicht ein fremdes Sind durch List, Drohung oder Gewalt entführt oder sonst derFreiheitberaubt, mit dem Tode. Als Kind gilt der Minderjährige unter 18 3ahren. Der erpresserische Kindesraub ist ein Verbrechen, d-s in den letzten 3ahren große Staaten heimgesucht Hot. 3n Deutschland sind bisher Fälle dieses Ver- brechens verschwindend gering gewesen. Vor wenigen Tagen hat sich jedoch ein Fall ereignet, der Anlaß gibt, mit energischen gesetzgeberischen Mah- mhmen vorzugehen. Durch das neue Gesetz soll dieses Uebel an der Wurzel ausgerottet werden. Dis Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. 3uni 1936 in Kraft. , RI! 3: Z.3 L? Y S<3V. 3 ® W Von Zeit zu Zeit gehen uns Nachrichten aus an- ; btren Ländern, besonders aus Amerika zu, die Über Fälle von Kindesentführung «richten, um von den geängstigten Eltern irgend- vsilche Geldsummen zu erpressen. Der F all Lindbergh, der noch in aller Erinnerung ist, mir das bezeichnendste Verbrechen dieser Art. In Äesteuropa sind solche traurigen Erscheinungen der Krwilderung seltener geblieben. In Deutschland chlte bisher ein besonderer Paragraph im Straf- ysetz gegen solche Delikte, sie mußten also nach den Oift üblichen Bestimmungen gegen Freiheitsberau- Hing oder ähnlichen Vergehen behandelt werden. Kürzlich ist nun aus dem Rheinland ein Fall von Kindesentführung gemeldet worden. Da- niit die Verbrecherzunft sich nicht die Lucke im Srafgesetz zum Vorteil macht, hat die Reichsregie- ting kurz entschlossen ein neues G es e tz erlassen das rückwirkend am 1. Juni in Kraft gelten ist. Demnach wird derjenige, der zum Zwecke dcr Erpressung durch List, Drohung und Gewalt eh Kind erführt, oder der Freiheit beraubt, mt t dim Tode bestrast. Als „Kinder" ge ten dabei alle Personen unter 18 Jahren. Durch dieses Gesetz, dcs im vollen Umfange der Volksmemung entricht, hat das Deutsche Reich eine Schranke auf- irichtet, die so leicht niemand zu durchbrechen äigen wird. Der Satz, daß die V e r h i n d e rung d,2 Verbrechens wichtiger sei als seine Bestrafung, glangt hier zur Anwendung. Uebrigens wurde vor eiligen Tagen auch aus einem südamerikamschen Saat gemeldet, daß dort wegen einer Kmdesent- fihrung ein Todesurteil verkündet wurde, ledoch nur in der Erwartung, daß die Regierung des betr. Undes dieses Urteil durch ein Gesetz legalisieren »erbe. Wie man sieht, wird in Deutschland ohne langwierige Verhandlungen dasjenige Recht geschaf- |ei, daß sich auf Grund der Untaten des Verbrechertums von selbst versteht. . _ .. . Mit diesem Gesetz wird wiederum ein Teil der- 1 (eiligen Fragen vorweg gelöst, die später imneu en ' deutschen Strafrecht zusammengefatzt Derben. Wie schon wiederholt ausgeführt wurde, hcndelt es sich um eine völlige Strafrechtserneue- nmg, für die feit der Machtergreifung die Vorarbeitei auf neuer Grundlage im Gange sind. Diese große gesetzgeberische Arbeit wird von der Amtlichen Strafrechtskommission geleistet, die unter btr Führung des Reichsjustizministers Dr. Gurt- ntr tätig ist. Im April 1935 lag das Ergebnis der trien Lesung vor und wurde veröffentlicht. Seitdem bet eine zweite Lesung stattgefunden, über die eben- sa_ls ein stattlicher Band erschienen ist. Wie der erste Tinblick bereite zeigt, sind in den Einzelheiten zahl- ' reche Aenderungen erfolgt. Insbesondere konnten die Beschlüsse des Nürnberger Reichstages für den Abschnitt „Angriffe auf Rasse und Erbgut" berücksichtigt werden. Ferner hat sich die Kommission eingehend mit der Frage beschäftigt, ob d a s R e ch t ziem Schutz der Bewegung als ein Dauerrecht zu betrachten fei, ober ob es sich um eine vor- iilergehenbe Drbnung handeln solle, die daher in das alflemeine Strafrecht nicht aufzunehmen sei. Die Kommission hat sich für eine möglichst vollkommene Verschmelzung des Staats- und Bewegungs- ist grundfätzlich die Eraflosigkeit in Aussicht genommen Staatssekretär D-. Freister erinnert dabei an die Ehrenordnungen b(T Wehrmacht, der SS. und SA., durch die p'oktisch die Antwort auf die Duellsrage erteilt fei. Andererseits wird feftgefteHt daß niemand als ürlos gelten darf, der die Wahrung feiner Ehre auf andere Weife als durch den Ä^lkampf mit dir Waffe für richtig hält. Es wird die Anregung jir Schaffung einer Reichs ehr en orb nu n g gegeben, die allen anerkannten offtntlichen G s chaften das Recht geben soll, die Trager des Der- ährens zur Wahrung der Ehre '^er Mitglied z ein. Die NSDAP, und ihre angeschlossenen Verbünde bedürfen dieses Rechtes nicht mehr I decs, da sie schon jetzt dafür die anerkannten gegeben sind. In diesem Zusammenhana ist ferner geplant, den verhältnismäßig kleinen K r ö s s i n - s e e mit dem nahen Völskvwsee durch Ausbaggerung des Flüßchens Drage zu verbinden und gleichzeitig auch diesen See wieder mit dem entfernter gelegenen Dratzigsee, einem der größten Deutschlands, durch einen Durchstich von 2,5 Kilometer Länge zu verbinden. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten sind dann ideale Möglichkeiten für alle Wasserspvrtarten geschaffen. Im Dargelände des Burgeinganges werden ausgedehnte Stallungen zur Unterbringung von etwa 200 Pferden errichtet, daneben ein weiträumiger Reitplatz und eine Reithalle. An besonders geeigneten Stellen find große Flugplatz- a n t a g e n und 4 bis 5 neuzeitliche Schieß- stände vorgesehen. Da außerdem, soweit Neigung und Eignung vorhanden ist, auch eine jagdliche Ausbildung erfolgen soll, wurde vorsorglich eine Fläche von 18 000 bis 20 000 Morgen vorzüglicher Nieder- und Hochjagd gepachtet. Für die ausbildenden L e h r e r und die Angestellten der Burg, sofern sie verheiratet sind, werden etwa 30 Wohnhäuser im Siedlungsstil gebaut. 8 bis 10 solcher Häuser werden bereits rn diesem Jahre fertiggeftellt sein, desgleichen weiter außerhalb des Burggeländes ein Gemeinschaft s h a u s für weibliche 21 n g e ft eilte. Der Kommandant der Ordensburg, Hauptamtsleiter Gohdes, äußerte sich noch kurz über den Ausbildungsgang der Junker, die auf Krössinsee etwa zwei Drittel des Jahres sportlich und körperlich das letzte Drittel weltanschaulich geschult werden. Die 1000 Junker sind in einer Gruppe zu 400 und 2 Gruppen von je 300 Mann unterteilt. Jede Gruppe ist wieder m Bereitschaften 3U je 100 Mann und jede Bereitschaft m Abtellun- aen zu je 50 Mann gegliedert. Entsprechend ist die Einteilung der unter dem Kommandanten stehenden Führer und Lehrer in Leiter von Gruppen, Bereit- ichaften und Abteilungen. Während beispielsweise bei der allgemeinen fliegerischen Ausbildung die besondere Eignung des einzelnen berücksichtigt wird, muß sich ausnahmslos jeder Junker den vorgeschriebenen Mutproben (Fallschirmabsprung, Sprung vom 10-Meter-Brett usw.) unterziehen. erscheint täglich, außer JHBV Ä ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Veilagen: Die Illustrierte ▲ A A ▲ A A V H A A A Jk ▲ A. ▲ AA bis 8^/,Uhr des Vormittags E (hicKciicr zlniciöcr von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt < Stellen-, Vereins-, gemein» MM General-Anzeiger sur BberheUen MW- Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main llGss Druck uttb Verlag: Vrühl'sche UniverfitSts Vuch- und Steinbrucferci R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Beteiligten so starr, daß John Pierpont Morgan, der Seelenverkäufer, keine Antwort erhielt. Der Untersuchungsausschuß hat festgestellt, daß der Morgan-Konzern böswillig gehandelt habe. Man könnte es noch schärfer bezeichnen, aber welcher Ausdruck bleibt dann für die Staatsmänner der USA., die sich von Morgan bestechen ließen und dem amerikanischen Volk erzählten, es gelte, lm Namen der Menschlichkeit und der Demokratie den deutschen Drachen Militarismus zu erlegen. Als sich in Versailles die deutsche Abordnung gegen die Friedensbedingunaen wandte, erfolgte eine Antwortnote, in der behauptet wurde, Deutschlands Krieg sei ein lange vorbereitetes Verbrechen und der scheußlichste Anschlag gewesen, der jemals gegen den Frieden der Welt geführt worden wäre. Für den Inhalt und für die gebrauchten Worte war Wilson, Amerikas Präsident, mit verantwortlich. Und dabei wußte Wilson ganz genau, wie der Untersuchungsausschuß nachgewiesen hat, daß nicht demokratische Ideologie, sondern das Interesse der Dollar-Milliardäre Amerika in den Krieg geführt hatte. Man sagte einmal von der englischen Politik, daß sie in der einen Hand die Bibel und in der anderen Hand die Baumwolle für die Farbigen hätte. Für die Amerikaner palt, daß sie um Morgans Milliardärsinteressen willen Europa und sich selbst an den Abgrund brachten. Trauerfeier für Staatssekretär von Bülow Berlin, 22. Juni. (DNB.) Heute vormittag versammelte der R e i ch s m i n i st e r des Auswärtigen die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Auswärtigen Amtes zu einer kurzen T r a u e r f e i e r für den verstorbenen Staatssekretär von Bülow. Der Reicksminister des Auswärtigen und die Angehörigen des Auswärtigen Amtes widmen dem Staatssekretär folgenden Nachruf: „In seiner langen, ehrenvollen Laufbahn hat der Verewigte die ihm von seinen Vorfahren überkommenen Traditionen des preußischen Beamten und Offiziers auch seinerseits in vorbildlicher ■ Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Weise verkörpert. Die Außenpolitik des Reiches verliert in ihm einen Beamten, der mit in- nerer Leidenschaft an seinem Beruf hängend und von Höch st er Vaterlandsliebe getragen sein ungewöhnliches Können immer mit vollster Hingebung für die Mitarbeit an den Aufgaben der deutschen Außenpolitik eingesetzt und auf allen von ihm bekleideten Posten Hervorragendes geleistet hat. Nach sei- ner letzten schweren Krankheit haben ihn die Sorgen um seinen Dienst bis zum letzten Atemzuge bewegt. Menschlich haben alle, die ihm nähertraten, in seinem stillen, zurückhaltenden Wesen die charaktervolle Persönlichkeit, den Mann von untadeliger, vornehm st er Gesinnung verehren und lieben gelernt. Soweit er als Vorgesetzter der Beamtenschaft zu handeln hatte, wurde seiner Sachlichkeit und seinem Gerechtigkeitssinn von allen Seiten unbedingtes Vertrauen entgegengebracht. Der Staatssekretär Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow wird in der Geschichte des Auswärtigen Amtes als einer seiner besten Vertreter weiterleben." * Botschafter von Ribbentrop richtete an die Stiefmutter des verstorbenen Staatssekretärs von Bülow folgendes Beileidstelegramm: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das unerwartete Hinscheiden Ihres Herrn Sohnes, des Staatssekretärs von Bülow, betroffen hat, spreche ich Ihnen, sehr verehrte Frau von Bülow, auch im Namen meiner Frau, unsere aufrichtigste Teilnahme aus. Joachim von Ribbentrop, Botschafter des Deutschen Reiches. Kleine politische Nachrichten. Am 22. Juni 1936 ist der Präsident des Reichsgerichts, Dr. Dr. h. c. Bumcke 4 0 Jahre im Dienste der Justizverwaltung tätig. Aus diesem Anlaß hat der Führer und Reichskanzler an Präsident Dr. Bumcke ein Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben gerichtet. Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner hat Dr. Bumcke die herz- lichsten Wünsche der Reichsjustizverwaltuna übermittelt und in seinem Glückwunschschreiben die Verdienste des Reichsgerichtspräsidenten um das deutsche Recht und die deutsche Rechtspflege besonders heroor- gehoben. ♦ Die Verhandlungen des deutschen und des ungarischen Regierungsausschusses für die deutsch- ungarischen Wirtschaftsbeziehungen haben ihren Abschluß gefunden. Einige besonders dringliche Fragen der ungarischen Ausfuhr nach Deutschland wurden in einer den ungarischen Interessen entsprechenden Weise gelöst. Auf der anderen Seite wurden ungarischerseits neue Möglichkeiten eröffnet, um die deutsche Ausfuhr nach Ungarn zu steigern. Präsident Roosevelt erteilte das Aggrement für den neu ernannten italienischen Botschafter S u v i ch, den Staatssekretär im italienischen Außenministerium. Es wurde jedoch betont, daß das Aagrement nicht etwa die Anerkennung der Annexion Abessiniens bedeute. Sollte in dem Beglaubigungsschreiben Suvich als Vertreter des Königs von Italien und Kaisers vonAbesstnien bezeichnet werden, so werde die amerikanische Regierung diese Formulierung h inne h m e n , aber mit keinem Wort auf den Schriftsatz eingehen. Oie Meerengenkonferenz in Montreux. Llm die Zukunft der Oardanetten in Krieg und Frieden. Das Recht aus Sicherheit. Die Meerengenkonferenz in Montreux hat ihre Arbeiten ausgenommen. Konferenzen in großem Rahmen haben zwar im allgemeinen nur zu Enttäuschungen geführt, haben mindestens nicht das gebracht, was dem Bedürfnis der Völker nach Frieden und erträglicher Zusammenarbeit entspricht, dennoch ist es nicht ausgeschlossen, daß man in Montreux in kurzer Zeit fertig werden und allen interessierten Regierungen ein neues Meerengenabkommen zur Unterzeichnung vorlegen wird. Worum es bei dieser Konferenz gVjt, ist im allgemeinen bekannt: die Türkei wünscht, daß den veränderten politischen und militärischen Verhältnissen im östlichen Mittelmeerraum Rechnung getragen und sie von den lästigen Bestimmungen des Vertrages von Lausanne befreit wird, die eine Entmilitarisierung der Dardanellen vor- sehen. Die Dardanellen find aber die Zugangs- straße zum Schwarzen Meer, wer sie in den Händen hat, dem kann es nicht schwer fallen, die Türken militärisch auch vom Rücken her zu packen. Ueberhaupt ist durch die Entmilitarisierung ein Zustand für die Türken geschaffen worden, der sie angesichts der Rüstungen und Befestigungen vor ihrer Küste und an ihren Grenzen nicht mehr ruhig schlafen läßt. Denn dauernd müssen sie fürchten, eines Tages in einen kriegerischen Konflikt Der» wickelt zu werden und sich dann nicht mit Aussicht auf Erfolg verteidigen zu können, weil jeder Gegner ungehindert mit feinen Kriegsschiffen und Truppentransporten die Dardanellen passieren kann, um Konstantinopel in Besitz zu nehmen und sich nun die Stelle auszusuchen, von der aus es sich am bequemsten in die Türkei einmarschieren läßt. In der Note der türkischen Regierung an die Signatarmächte des Lausanner Vertrages ist mit aller Klarheit und Eindringlichkeit auseinandergesetzt worden, wie stark sich die Lage zuungunsten der Türkei verschoben hat. Als der Vertrag unterzeichnet wurde, bestand die Tendenz, die Land-, Luft- und Seestreitkräfte in ihren Beständen zu verringern. Seither hat sich aber im Mittelmeer eine besorgniserregende Unsicherheit breit gemacht, die Rüstungen haben einen schwindelerregenden Aufschwung genommen, Befestigungen sind auf dem Festland und den Inseln angelegt worden, die Türkei ist also an ihrer verwundbar st en Stelle ernsten Gefahren ausgesetzt. In der Note ist weiter betont worden, daß die Türkei seiner Zeit einer Minderung ihrer Hoheitsrechte in der Dardanellenzone nur zustimmen konnte, weil die Stech erheitsgar an tie durch die Großmächte feierlich bekräftigt wurde. Aber wie stehen denn diese Großmächte heute zueinander? Als die Note zi fbfenbung gelangte, da sah es im Mittelmeer äu :rst trübe aus. Und heute wissen wir, daß die Engländer durchaus nicht die Absicht haben, den Italienern den Gefallen eines Rückzuges ihrer Flotte zu tun. Der Ernst der Gesamtlage hat sich also keineswegs vermindert. Darum konnte die Türkei auch mit Recht unterstreichen — und sie kann es heute noch immer, — daß durch das Un- sicherwerden dieser Garantie das ganze Ueberein- kommen zum Nachteil der Türkei gestört wor- den ist. Besitzt das Dardanellenproblem nicht große Aehn-! lichkeit mit der allerdings inzwischen erledigten Rheinlandfrage? Wir mußten damals ebenfalls eine ernste Bedrohung unserer westlichen Flanke feststellen, ausgelöst durch die Vernichtung des Locarnopaktes. Die unerhörte französische Aufrüstung, die enormen Befestigungen, bas alles rief bei uns nach Abschluß des französisch-sowjetrussi- schen Militärpaktes Besorgnisse hervor, die sich nicht einfach beiseite schieben ließen. Wir haben infolgedessen getan, was d i e Stunde gebot. Deutschlands Sicherheit im Westen ist restlos wieder hergestellt worden, eine Sicherheit, die man uns allen Ernstes abzustreiten suchte. Es ist dieselbe Sicherheit, die die Türkei für sich in Anspruch nimmt und die sie genau wie auch wir allen anderen Nationen stets zugebilligt hat. Dieses Recht auf Sicherheit soll nun in Montreux in feierlicher Form bestätigt werden. Noch ist der Schlußpunkt unter den neuen Vertrag nicht gesetzt worden. Es ist bekannt, daß die Dardanellen der Schnittpunkt aller möglichen Interessen sind. Träumte man im Zarenreich davon, eines Tapes die russische Garde in Konstantinopel einmarschieren zu lassen, so hat die Sowjet- Union, aus realpolitischen Erwägungen heraus, diese Träume vorerst an den Nagel gehängt. Sie war die erste Macht, die den Türken im Kampfe um die Wiederbefestigung der Dardanellen Beistand leistete, sie hat es auch verstanden, sich das Vertrauen der Türkei zu erwerben, die als Besitzerin der Meerengen gleichzeitig auch die Hüterin des Tores ist, durch das man in das Schwarze Meer und damit an die Küsten Südrußlands gelangt. So mißtrauisch ist man im Kreml noch immer, um mit der Möglichkeit einer europäischen Koalition gegen den Bolschewismus zu rechnen. Da gilt es vorbeugend zu wirken und die Wehrlosigkeit der Türken an dieser Meeresstraße so zu lassen, wie sie ist. Es ist ja auch kürzlich aus sowjetrussischem Munde deutlich genug zum Ausdruck gebracht worden, wieviel tausend sowjetrussische Geschütze bereitstehen, um die Dardanellen vor fremdem Zugriff zu bewahren. Die Engländer ihrerseits haben gegen die Wiederbefestigung nichts einzuwenden, die Franzosen zögerten zunächst mit Rücksicht auf ihre Bundesgenossen am Balkan, und die Italiener bringen durch ihre allerdings aus dem Sanktions- fampf resultierende Abwesenheit gleichzeitig zum Ausdruck, daß ihnen die Befestigung der Dardanellen nicht sonderlich gefällt, weil dadurch in ge- roiffem Sinne der von ihnen stark befestigte Dodekanes entwertet wird. Bleibt schließlich noch Bulgarien, dem versprochen worden ist, daß bei einer Neufassung des Dardanellen-Abkommens sein Anspruch auf einen 21 u s g a n g zum Aegäi - schen Meer zur Debatte gestellt werden soll. Aber selbst wenn die Sofioter Regierung auf dieses Versprechen zurückgreifen sollte, wird man alles tun, um irgendwelche Verstimmungen oder Gegensätzlichkeiten in Montreux zu verhindern. So soll nun auf Schweizer Boden ein politischer zlft vollzogen werden, der tn Wahrheit das ist, was auf die Nutznießer der Pariser Dorortverträge wie em rotes Tuch auf den Stier wirkt, ein Rivi - fionsakt! Ob nun dieser oder jener Vertrag re« mbiert wird, ob es sich um ein Pariser Diktat oder J*? Lausanner auch nicht in völliger Freiheit der Türkei zustandegekommenen Vertrag handelt, stets haben mir es mit einem Vorgang zu tun, gegen den sich vorneweg Frankreich mit aller Leidenschaft zur Wehr setzt. Aber die Zeiten lassen sich nicht aufhalten und unanwendbar gewordene Verträge nicht in Ewigkeit auf Eis legen. Wir wissen nicht, was die Türken machen werden, wenn man ihnen in Montreux nicht soweit entgegenkommen wird, wie es die berechtigten Verteidigungsinteressen eines jeden Staates erheischen. Sicherlich wird wohl auch von dieser oder jener Seite her versucht werden, das Revisionsmoment einzuengen. Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Türkei wie jede andere Nation ihrRechtaufSlcherheit geltend macht, daß alle Veranlassung besteht, dieses Recht zur Anwendung zu bringen und daß auch die gewiegtesten politischen Jnteressenvertreter feinen stichhaltigen Grund gegen dieses Recht, das Recht aller Völker, anführen können. Die Eröffnung her Konferenz. Oer türkische Antrag auf Aenderung des Meerengenstatuts. Montreux, 22. Junsi (DNB.) Die Meerengen- Konferenz ist im Hotel Montreux-Palace von dem schweizerischen Bundesrat Motta eröffnet worden. Er wies darauf hin, daß die türkische Regierung ein schönes Beispiel der Korrektheit bei der Regelung einer diplomatischen Frage gegeben habe, indem sie in der oorgeschriebenen Form den Antrag auf Abänderung eines vor 13 Jahren abgeschlossenen Vertrages stelle. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Einigung, zu der die Konferenz führen werde, das Vertrauen unter den Nationen stärken und manche Befürchtungen zerstreuen werde. Im Völkerleben gelte notwendiger die Regel, daß Verträge gehalten werden müßten, aber' diese Konferenz beweise auch, daß Verträge nicht unwandelbar seien. Oer türkische Außenminister Rüschtü Aras dankte den schweizerischen Behörden für die der Konferenz erwiesene Gastfreundschaft und fuhr dann zu den Delegierten gewandt fort: Das Verständnis, das Ihre Regierungen bewiesen haben, hat die Konferenz von Montreux ermöglicht. Indem wir Ihnen den von uns ausgearbeiteten A b - kommensentwurf zur Aufstellung einer Rechtsordnung im Sinne der eigenen Souveränität der Türkei übergaben, haben wir eine internationale Zusammenarbeit zur Regelung des Meerengen- Regimes schaffen wollen, nachdem wir festgestellt haben, daß dasjenige van 1923 seine Daseinsberechtigung verloren hat und infolge von Umständen, die seine Grundlage verändert haben, u n» anwendbar geworden ist. Wir haben es uns angelegen sein lassen, den Interessen des Welthandels mit den Gestaden des Schwarzen Meeres Rechnung zu tragen. Indem wir selbst im Falle des Krieges den neutralen Handelsschiffen freie Durchfahrt lassen wollen. Es handelt sich aber noch barum, wie die Kriegsschiffe diese Zone durchfahren dürfen. Die Entmilitarisierung der Meerengen ist von der Türkei unter Verhältnissen übernommen worden, die von den heutigen vollkommen verschieden sind. Die Türkei hat in den Meerengen ihren verwundbarsten Punkt. Ihr Recht ist es, ihn zu schützen. Dus müßte logischerweise ein Durchfahrtsoer- bot für Kriegsschiffe zur Folge haben. Die Türkei hat in ihrem Entwurf jedoch sogar den Kriegsschiffen die Durchfahrtsstraße im Rahmen der gebieterischen Sicherheitsnotwendigkeiten im Mar- marameer und im Schwarzen Meer gewähren wol- len. Mit der Annahme unseres Entwurfes werden Sie aus diesen seit bald zwei Jahrhunderten unter dem Gesichtspunkt des Krieges und seiner Folgen betrachteten Meerengen eine Durchfahrtstraße der Eintracht und ein Bindeglied des Friedens zwischen den zivilisierten Völkern machen, die Ihnen dafür gewiß Dank wissen werden. Grundsätzliche Zustimmung. Die Vertreter der Balkan st aaten erklärten ihre grundsätzliche Zustimmung zur Neuregelung der betreffenden Bestimmungen des Lausanner Vertrages. Der englische Delegierte Lord Stanhope erinnerte daran, daß zur Zeit des Lausanner Vertrages das Vertrauen auf eine allgemeine Mb- rüf hing und auf den Völkerbund noch sehr stark gewesen sei. Ereignisse in der Jetztzeit hätten aber gezeigt, daß die kollektive Sicherheit „langsam arbeite". Man müsse der Türkei besonderen Dank dafür wissen, daß sie nicht einseitig norge» gangen sei. Im Namen Frankreichs schloß sich Paul-Boncour der Anerkennung für die Art des türkischen Vorgehens an. Litwinow erklärte, die pazifistische Illusion, daß der Weltkrieg der letzte Krieg gewesen sei, sei im Jahre 1933 noch sehr stark gewesen. Inzwischen hätten sich die nationalen Gegensätze verschärft. Der japanische Delegierte Botschafter Sato erklärte, daß fein Land die Notwendigkeit einer Abänderung erkenne und den türkischen Entwurf grundsätzlich annehme. Da Japan dem Völkerbunde nicht angehöre, könne sich allerdings seine Mitarbeit nicht in den gleichen Formen vollziehen. Auf Vorschlag des rumänischen Außenministers wurde der australische Delegierte Bruce zum Vorsitzenden, der Grieche Po litis zum Vizepräsidenten und der Delegierte der Abrüstungsabteilung des Dölkerbundssekretariats A g h n i d e s zum Generalsekretär der Konferenz gewählt. Die Konferenz beschloß, morgen die allgemeine Aussprache zu eröffnen. Gemäß einem Antrag des englischen Vertreters wird diese Aussprache nicht öffentlich sein. Der Mische Entwurf für das neue Abkommen. Der Entwurf der türkischen Abordnung für das neue Abkommen über die Meerengen, das an die Stelle des Lausanner Abkommens treten soll, sieht u. a. vor, daß Handelsschiffe in Friedens- Zeiten sowie in Kriegszeiten, wenn die Türkei neutral ist, freie Durchfahrt bei Tag und Nacht ohne Rücksicht auf die Flagge und Ladung haben. In Kriegszeiten, wenn die Türkei kriegführend ist, wird die Freiheit der Durchfahrt den neutralen Handelsschiffen unter der Bedingung zuerkannt, daß sie in keiner Weise den Feind unterstützen. Kriegsschiffe haben in Friedenszeiten m i t Ausnahme von Unterseebooten freie Durchfahrt bei Tag, wenn sie der Türkei einen Monat vorher angemeldet werden. Unter diesen Bedingungen kann j e o e r Nichruferstaat des Schwarzen Meeres Kriegsschiffe biszur Stärke einer Flotteneinheit durch die Meerengen fahren lassen. Eine Flotteneinheit besteht aus einem Kreuzer und zwei Torpedobooten, wobei die Gesamttonnage 14 000 Tonnen nicht übersteigen darf Wenn jedoch die türkische Flotte von ihrer Marma-, rabajis abwesend ist, ober wenn eines ihrer Schiffe von mehr als 10 000 Tonnen außer Dienst gestellt ist, kann die ausländische Einheit die Meerenge nur in zwei Abschnitten durchfahren. Im Schwarzen Meer darf die Gesamttonnage der den Nichtuferstaaten gehörenden Kriegsschiffe nicht mehr als 28 000 Tonnen betragen. Die ausländischen Kriegsschiffe müssen das Schwarze Meer läng» stens in 15 Tagen wieder verlassen. Die Bedingungen mit Ausnahme der Höchstton- nape und der zeitlichen Begrenzung gelten auch für Kriegsschiffe der Ufer ft aaten des Schwarzen Meeres bei der Durchfahrt ins Mittelmeer. Die Durchfahrt eines Kriegsschiffes, dessen Tonnage größer ist als das für die Durchfahrt zugelassene Höchstmaß, bedarf einer besonderen Bewilligung durch die Türkei. Wenn in Kriegsbeilen die Türkei neutral ist, ist es den Kriegführenden verboten, in den Meerengen andere Schiffe aufzubringen ober ZU sucken. Gehört aber bie Türkei zu ben Kriegführenden, fo behält sie sich das Recht besonderer Bewilligungen vor. Zivil- und M i l i t ä r l u f t» fahrzeuge müssen einen von der Türkei zu bestimmenden Kurs einschlagen. Die wie Fahne ans Schiffen her französischen Handelsmarine. 0er Malrosensti-eik im Hafen von Marseille. - Oie Offiziere verlassen die von Streikenden besetzten Schiffe. p a r i s, 23. Iuni. (D3tB. Funkspruch.) In 2Har- feiüe bat fiel) ber Streif b e r Seeleute weiter ausgedehnt, er umfaßt unter Einschluß ber Schlep- per- und Fischerbootsmatrosen bereits 5000 einge- schriebene Streikende. Die Zahl der französischen Schiffe, die von den Streikenden beseht sind, beträgt bereits 40. Es haben am Montag den Marseiller Hafen überhaupt nur noch vier Schiffe verlassen können, da nach und nach alle Schlepper vom Streik erfaßt worden sind. Das Syndikat der Handelsmarine von Marseille hat die Regierung auf diese Zwischenfälle im Marseiller Hafen und besonders auf die Besetzung der Schiffe durch die Streikenden unter hiffung der roten Fahne hingewiesen. Das Syndikat der Handelsmarine verlangt, daß die Regierung die notwendigen Anordnungen treffen und die Verantwortung übernehmen möge. Wie der „Malin" meldet, hatten vielfach Offiziere der bestreikten und besetzten Schiffe versucht, sich dem hissen der roten Fahne an dem Hauptmast ifirer Skiffe zu widersehen, aber sie hätten sich dem geschlossenen Widerstand der Mannschaft gegenüber gesehen, die sogar zu Gewalttätig- keiten bereit gewesen fei. Die Offiziere haben die Schiffe verlassen, weil die Vertreter der Streikenden alle pon den Offizieren vorgebrach- ten (Einigungsfortnein nicht angenommen haben. Auch in dem nordfranzösifchen Hafen Rouen, wo über 800 Matrosen die Arbeit niebergelegt baden, liegen nun 30 Schiffe an den Kais fest und sind von den Streikenden beseht worden. „Der letzte Abschnitt vor dem Sieg." De la Rocque zum Kampf der Feuerkreuzler. ~$a,ri5; 2L 3unL (DNB. Funkspruch.) Der Feuerkreuzler-Fuhrer Oberst de la Rocque hat einem Vertreter des „Echo de Ports" erklärt, nur öie freien ©tuppen und die angeschlossenen Ailfs- verbände seien durch die Auflösungsoerordnung besprochen worben. Dor Monaten bereits sei von ihm die französische soziale Partei" begründet worden, und fast zur gleichen Zeit hätte eine Anzahl von anderen nationalen Bünden ihre Satzungen ebenfalls geändert, um auf diese Weise einer Auflösung zu entgehen. Don drei seiner Organisationen beständen für den Augenblick zwei weiter. Die Regierung werde sich vielleicht genötigt sehen, neue Verordnungen auszu- $^n?-L^lmrer$'n ^be sie bereits bewiesen, daß fit "lcht sachg fei, auf ben ersten Wurf hin ein Gesetz au Sauarbeiten, das ihren Absichten und Zielen ent- spräche. Die Feuerkreuzler seien so stark geworden, daß sie nichts mehr zu befürchten hätten. Ohne Armut und Verfolgung sei noch keine De- .wegung zur Macht gekommen ober groß geworden. Die Zett der Armut liege bereits hinter der Bewegung. Die Zeit der Verfolgung lyabe begonnen. l|r>L 0 ma»«”1" !-«r°r Ki»« I?.®; lat in * nnqctretcn »orte. Ben bi« ®c DM B-l'- H,® ' Bet luU ii[t fM"! lirnW»' Sa> * 1 Bitif duck" l" ein ||5 M WlltgeM Mi der M tör das Dol km Volk r Kompliziert, vordem ] i erstände pufc wieder iw müssen ender ri keit gebrad schwer arbe haben, wie 9er 5 Blutiger 5erufa von Toltare truppen ut stündiges e Ss auf bei Sßermun «englischen Gruppe i tallen r Acht rourt verwundet starkun, rlerregimen Kampffl an auf die nud) noch 2 einen Teil mberen lei tuntest sicher Seit in ber ■tialtungsn genehmigte Müstungsu toinn oo »chen-Kronei •cis verörei •denden- tihpnen c IW des' erhöht wert vorgehoben «em Aus ®en Mas d-iUnch W'Nt Hi 700: Di- Un ihr Flaums eie 'Ustitzung ?cr'.Nrm ^We. 1 Mmvolle Arvtzen, die !ln Rüting Ein? Lüfter bi •J^rpreifes Atto Dor Erstelle f |S3 -h Ä' to{s n* R*? &• ft ^»rds Hiebe9* * W W- ■'S .... I " U M '// ' EZ ii Die Reichstagung der Rordischen Gesellschaff n daran teil. Nach dem Nachtessen üben die Teilnehmer - die Jägersignale, die bei der Prüfung verlangt n 1 werden. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Ein breimotoriges Verkehrsflugzeug der Nationalen Luftfahrtgesellschaft mit zehn Fluggästen an Bord ist auf der Strecke Antofagasta—Jquique (Hafenstädte in Nordchile) verschollen. Lastwagen RoueOi edergel^ Kais bese^ ?ie sei der letzte Abschnitt vor dem Siege, und er danke Blum und Salengro für re Arbeit. In der Alten Akademie in München begann ein Lehrgang für Berufsjäger in Zusammen- arbeit mit dem Reichsnährstand und der Deutschen Jägerschaft. 87 Berufsjäger aus Bayern nehmen ne. W er Dienst ie Meeren. Dm der den hi mehr indischen läng' ssen. Mstw auch fü! rchwam neer. Bit lonnagi ugelaW ewilliguns die Tur!,« rboten, agen od« >en to besondtter tärlup* 1 lei zu w Millionen Mk.), die Umsätze der Edeka-Zentrale einschließlich des Agenturgeschäftes 160 (1934: 154,3 Millionen Mk.) Millionen Mk., die der Edeka-Bank 1280 (1934: 1193) Millionen Mark. Das gesamte, in den Edeka-Genossenschaften investierte Kapital stieg in den Jahren 1924 bis 1935 von 39,8 auf 66,7 Millionen Mark. Die Geschäfts gut- haben der Mitglieder erhöhten sich von 8,7 auf 16 Millionen Mark, die Guthaben der Mitglieder von 3,6 auf 19,3 Millionen Mk. Die Waren wurden im Jahre 1935 13,7mal umgeschlagen. Die Lagerdauer betrug also durchschnittlich 26 Tage. In weiteren Ausführungen wurden der ideelle und praktische Wert der Genossenschaft für den Einzelkaufmann und die Bedeutung der gewerblichen Einkaufsgenossenschaften im Zuge neuzeitlicher Wirt- schastsgeftaltung herausgestellt. Sorgsame und sparsame Bewirtschaftung des Nationalvermögens unter Vermeidung jeder Kapitalfehlleitung ist ebenso notwendig wie eine Verminderung des Abhängig- keitsverhältnifses in der Ernährungswirtschaft und Rohstoffbeschaffung vom Auslande. Dabei ist eine Steigerung des Exportes unentbehrlich. An diesen Aufgaben müssen sich auch die Einkaufsgenossenschaften ausrichten. Auf Antrag der Verwaltung wurde beschlossen, daß der jeweilige vom Generalrat gewählte Vorsitzende des Verbandsausschusses auch gleichzeitig der Präsident des Edeka- Verbandes ist. Wiener Univerfifäfsprofeffor einem Wordanfchlag zum Opfer gefallen. In der Wiener Universität wurde der Philosophie- Professor Moritz Schlick von einem feiner Schuler namens Nellböck im Treppenhaus erschossen. Nellböck, der bereits sein Studium vollendet hatte, stellte Professor Schlick und gab vier Schüsse auf ihn ab. Der Grund für diese Mordtat dürfte persönliche Rache sein, da Schlick es verhindert haben soll daß Nellböck eine in Aussicht stehende Stellung bekam. Die Erschießung des Professors Schlick hat großes Aufsehen hervorgerufen, da der Gelehrte großes Ansehen besaß. Professor SchlickHfl.inBerlin am 14. April 1882 geboren. Er habilitierte sich 19H als Privatdozent an der Universität Rostock, war dann Professor an mehreren deutschen Universitäten und kam 1922 nach Wien, wo er seither als Professor für Erkenntnistheorie wirkte. Chilenisches Verkehrsflugzeug verschollen. Tnkirch an der Mosel. Rekordflug des Luftschiffs „Hindenburg". Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Montag um 11.12 Uhr MEZ. in Lakehurst glatt gelandet. las Luftschiff hat die bisher schnellste Ueberquerung des Ozeans in Ost-West-Rich- 'b-n. X ftt bei Men bf W * >ren öoi, ’ werden M uniei f w lr°be bv Mischn en dch Die Nordische Gesellschaft beging in der alten Hansestadt Lübeck ihre 3. Reichstagung. Den Höhepunkt der Tagung bildete die Nordische Kundgebung auf dem Marktplatz, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsinnenminister Dr. Frick das Wort ergriffen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „ ’j-jntr Qs 9tq Sieg' kreuzt CdUt*”® rtlärt 'e nen «* I i "r!°" *5 ein * c «< signale Dechants, die von mehreren Zeugen gehört wurden, erklärt Bande nicht vernommen zu haben. Er habe, als er das rote hauptfignal bemerkte, sofort gebremst, aber von einer Bremswirkung durch die Vorspannmaschine nichts bemerkt. Im übrigen meinte er, wenn der Zusammenstoß so stark gewesen wäre, wie behauptet worden ist, ständen beide Angeklagte nicht hier. Der Angeklagte Dechant erklärt, er habe sich, als er merkte, daß er das Vorsignal überfahren habe, umgesehen und ein weißgesterntes Licht gesehen, woraus er geschlossen habe, daß das Signal auf freie Fahrt stehe. Der Heizer Dechants bestätigt, daß dieser zu ihm gesagt habe, er habe ein gesterntes Licht gesehen. Der Zeuge hat sich aber darunter nichts vorstellen können. Jeder der beiden Lokomotivführer erklärte, 3 u e r ft g e - bremst zu haben, als das rote Licht des Hauptsignals auftauchte. Beide wollen aber von einem Bremsen des anderen nichts bemerkt haben. Auch die beiden Heizer gaben an, sie hätten nicht gemerkt, daß auf der anderen Lokomotive gebremst worden sei. Dechant sagte noch aus, daß die Schnellbremsung nicht richtig zur Auswirkung gekommen sei, als er sie einstellte. Der Heizer Dechants, der diesem, als er den Knöchel des linken Fußes gebrochen hatte, helfen wollte, wurde von Dechant aufgefordert, lieber den verunglückten Fahrgästen zu helfen. Er komme ja doch ins Zuchthaus. Er fei aber kein Feigling und werde zu tragen wissen, was er verschuldet habe. An diese Aeußerung kann sich Dechant jetzt nicht mehr er» innern. Die Verhandlung wurde dann abgebrochen. Es wurden mit einem Sonderzug, der aus einer Vorspannmaschine, einer Schnellzuglokomotive und einem Personenwagen bestand, Versuchsfahrten auf der Unglücksstrecke gemacht. Das Eisenbahnunglück von Groß-Heringen vor Gericht. Die Verhandlung gegen die Lokomotivführer Dechant und Bande. tung um 32 Minuten verbessert. 59 Stunden und 52 Minuten nach seiner Abfahrt von Frankfurt erschien es über Lakehurst und landete bald darauf. Die Führung des Luftschiffes hat sofort nach der Landung mit den Vorbereitungen für den Ruckflug, der für Dienstag zwischen 22 Uhr und Mitternacht Neuyorker Zeit angesetzt ist, begonnen. „Hindenburg" wird seine Heimreise nach Frankfurt mit vollbesetzten Kabinen antreten, wo es voraussichtlich am Freitag, 26. Juni, eintrifft. Nach einer kurzen Ruhepause von drei Tagen wird das tuft= schiff schon am 29. Juni in Frankfurt zur vierten diesjährigen Nordamerikafahrt starten. Jahresversammlung des llniversitätsbundes Warburg. Unter Vorsitz von Geheimrat Dr. h. c. h a e u- fer (höchst) hielt der U n i v e r s l t a t s b u n d Marburg seine 16. Jahresversammlung ab. Den Jahresbericht erstattete der Schriftführer, Prozessor Verse. Zwecks Stärkung der Lebenskraft der Universität wurden die Mitglieder gebeten, für den Bund zu werben. Die Vortragstätigkeit soll weiter ausgebaut werden. An Beihilfen für wissenschaftliche Zwecke stellte der Bund un Jahre 1935 12 340 RM. zur Verfügung. Es handelt sich u. a. um Beihilfen zur Drucklegung von Werken, zur Vergrößerung des photographischen Plattenarchivs ufro9 Für den aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschiedenen LandesratDr. Kalle wurde Gauleiter Staatsrat Weinrich gewählt. An die Stelle des nach Freiburg versetzten Verwaltungsratsmitgliedes Prof. M e r k trat Prof. Schwinge. Außerdem wurde noch Professor Duden (Frankfurt-Höchst) tn den Verwaltungsrat berufen Für das Jahr 1936 wurden als Beihilfen für wissenschaftliche Zwecke 12 350 RM. zur Verfügung gestellt. Mittelpunkt der Festoersammluna bildete die Festrede des Direktors des Kaiser-Wilhelm- Jnstituts für Chemie in Berlin, Professor vr pb'1„ Otto Hahn, über das Thema „Dom Wagdaren zum Unwägbaren bei der Erforschung der Materie. Die Edeka-Genossenschaften tagen in Königsberg. In Königsberg begann der 29. Verbandstag des Edeka-Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften e.V. Aus dem Vorftandsber.cht des Derbandsdirektors Dr. König ergab sich, daß der Edeka-Derdand am 1.Januar 1936 456 örtliche Genossenschaften als Mitglieder zahlte gegen 450 im Vorjahre. Die Zahl der E inz el- mitglieder der Genossenschaften erhöhte sich um 737. Die Umsätze der Edeka-Genossenschaften betrugen 1936 rund 300 Millionen Mk. (1934. 276 Volkssendeaktion 1936. Reichssendeleiter Hadamovski spricht in Frankfurt. Lpd. Frankfurt a.M. - Höchst, 22. Juni. Sm vollbesetzten Kasino der I G. - F ar b e n i n- tiuftrie in Frankfurt a. M.-Höchst sprach in einer Betriebsversammlung der Reichssendeleiter Pg. Ladamovsky zur Dolkssendeaktion 1936. Er Monte, daß man auch in der marxistischen Zeit inmer und immer wieder von der Bedeutung des Rundfunks für den G e m e i n f ch a f t s e m p- fang geredet habe, aber man habe niemals den entscheidenden Schritt getan, um von der Theorie in die Praxis überzugehen. Die NSDAP, aber hat am 1. Mai 1933 den ersten wahren G e - Nieinschaftsempfang durchgeführt. Der Sprecher war kein geringerer als Adolf Hitler, und die Arbeiterschaft ganz Deutschlands rar in ihren Betrieben und auf den Festplätzen Iigetreten und hörte über die Lautsprecher feine Sorte. Das war der erste Gemeinschaftsempfang, n die Welt gesehen hat. Der Rundfunk kann aber m Volke für noch viele andere Dinge nutzbar ge- acht werden, namentlich zur Vermittlung er kulturellen Errungenschaften. Es ist falsch, anzunehmen, daß das Volk von der Kultur nicht viel wissen will, weil es davon angeblich nchts verstehe. Vor fünf oder zehn Jahren hat dis Volk auch nicht viel von der Politik ver- nnben, und heute ist es auf dem Gebiete der Po- itif durchaus 4m Bilde, nachdem ein Mann aus s?m Volke gekommen ist, der feine Politik dem rutschen Volke verständlich gemacht hat. heute ver- sht das deutsche Volk von der Politik so viel, daß 5 mit Recht das p 0 litisch ste Volk der Zelt genannt werden kann. Genau so geht es it der Kultur. Nicht die Kultur ist zu kompliziert Er bas Volk, aber die reaktionären Literaten, die m Volk Kultur vermitteln wollten, waren so kompliziert, daß sie dem Volke fremd g e - norden sind. Die Kultur muß vom Volke verstanden werden, sonst ist sie nichts wert. Jetzt nuß wieder von vorn angefangen werden, und da- ju müssen wir das Volk an den Volks- ftnder rufen. Nachdem wir bas Volk in Arbeit gebracht haben, nachbem bas deutsche Volk foroer arbeitet, soll es so viel Freude am Leben gaben, wie wir ihm geben können. Der Aufstand in Palästina. und Reiter suchten bas Flugzeug bisher vergeblich. Man glaubt, baß es ins Meer gestürzt ober in ber Salpeterwüste notgelanbet ist. Schweres Unglück an einem Bahnübergang. Auf ber Streife Moseritz-Topper ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, ber zwei Todes« opfer forberte. An einem unüberwachten Bahnübergang fuhr ein Lieferwagen aus Drosten gegen ben Personenzug Nr. 478 unb wurde dabei voll- tänbig zertrümmert. Alle Insassen bes Wagens würben hierbei herausgeschleudert. Einer ber Insassen fanb sofort ben Tob, eine schwerverletzte Frau starb nach chrer Einlieferung ins Krankenhaus. Die übrigen drei Insassen trugen schwere, zum Teil lebensgefährliche Verletzungen davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der lob in ben Bergen. Der bekannte Tiroler Kletterer Mathias A u f e n- thaler aus hötting bei Innsbruck ist beim Durchklettern der nach ihm benannten Route in der Schüft selkar-Südwand durch Seilbruch 60 Meter tief in eine steile Schneerinne abgestürzt. Berakame- raben tarnen dem Abgestürzten gleich zur Hilfe unb versuchten ihn auf einer Tragbahre ins Tal zu bringen. Auf bem Wege borthin ist ber Verunglückte feinen schweren Verletzungen erlegen. * Auf bem Pf ab vom Burgbergerhorn zum Grün- tenhaus in ben Allgäuer Alpen stürzte bie aus München stammende Irma B i e 11 100 Meter tief ab unb blieb schwer verletzt liegen. Ins Krankenhaus Sonthofen eingeliefert, starb bie Vermag» glückte nach zwei Tagen, ohne bas Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Beachtliche Segelflugleistung eines Lufthanfakapitäns. Flugkapitän Helm von der Deutschen Lufthansa gelang eine bemerkenswerte segelfliegerische Leistung. Helm ließ sich über dem Flughafen Tempel- Hof von einem Sportflugzeug bis auf 300 Meter Hochschleppen, klinkte dann aus und ging nach Erreichung von etwa 2000 Meter höhe auf Strecke. Schließlich mußte Helm in der Nähe von Gifhorn bei Hannover zur Landung ansetzen, weil ihm ein schweres Gewitter den Weiterflug unmöglich machte. Flugkapitän Helm hat damit eine Strecke von 200 Kilometer in vierstündigem motorlosem Fluge zu« w erflärfa Neuregr aujaiW Stan, -achnnn leine H. chr ftart tten aber mglQE elonbenj ig Dorgi, hloß ft r die An > erklärte krieg bi: 933 noi die naht che M ein Leit enne uni nehyu ire, könn n gleiche Minister! ice M tis jir jrüjtun^ Hindu >ählt. fit ine Ito ' besing- K nii|i rückgelegt. Argentinisches Militärflugzeug stürzt auf ein Haus. Ein argentinisches Militärflugzeug, das über der Stadt Cordoba kreiste, stürzte aus geringer höhe ab und fiel auf ein Haus. Der Flugzeugmecha- niker wurde auf der Stelle getötet, während der Pilot und eine Hausbewohnerin schwer verletzt wurden. Englisches Bombenflugzeug auf ben französischen Riesenbampfer „Normandie" gestürzt. Aus ber höhe der Insel Wight stürzte ein englisches Bombenflugzeug auf ben französischen Per- fonenbampfer „N 0 r m a n 0 i e" ab. Das Flugzeug verfing sich in ber Takelung bes Vordermastes, drehte sich um sich selbst und landete dann verhältnismäßig glimpflich auf dem Vorderdeck. Der Flugzeugführer, ein Leutnant, blieb unverletzt und ging sofort an Land. Die „Normandie" setzte ihre Reise nach Le Havre fort. Das Flugzeug, das ziemlich beschädigt wurde, blieb an Bord. Rouen vom Gewitter schwer heimgesucht. Wie erst jetzt bekannt wirb, hat ber starke G e - w i 11 e r st u r m, der am Sonntagnachmittag in vielen Teilen Frankreichs gewütet hat, bie Stabt Rouen besonbers schwer heimgesucht. So sinb in einer großen Garage von Rouen mehrere Automobile durch die Wassermassen unbrauchbar gemacht worden. Vieh und Geflügel ist in großen Mengen ertrunken. Die Eisenbahnstrecke von Paris nach Treport ist schwer beschädigt. Am Montag fanb man im Walde die Leichen zweier jungen Leute, die wahrscheinlich vor dem Unwetter Schutz in einer Hütte aesucht hatten und von den Wassermassen fortgerissen worden sind. Man schätzt die Schäden bei Rouen allein auf über 3 Millionen Franken. Ein leichtsinniges pabblerpaar. Es ist nicht gerade alltäglich, baß ein Faltbootfahrer mit 2000 Mark in der Tasche die Amper in Oberbayern abwärts paddelt. Ein junges Ehepaar aus Olching a. d. Amper, das eine Urlaubsreife durch Deutschland unternehmen wollte, kenterte mit seinem Boot zwischen Emmering unb Esting, wobei es nur bas nackte Leben retten konnte, währenb ein Barbetrag von 2000 Mark samt bem Boot in bem Hochwasser ber Amper verschwand. Mit bem Boot gekentert unb ertrunken. Am Sonntag hat ber Rhein in ber Nähe bes Schiersteiner Hafens in biefer Saison bie ersten Todesopfer geforbert. Gegen abenb ist unterhalb bes Hafens ein mit zwei Personen besetztes Boot gekentert. Die beiben Insassen fielen ins Wasser und gingen unter. Die Verunglückten konnten im Verlauf einer halben Stunde geborgen werden, doch waren Wiederbelebungsversuche vergeblich. Bei ben Ertrunkenen hanbelt es sich um ben Otto Wieder aus Wiesbaben und um ein Mädchen, dessen Personalien noch unbekannt sind. Großheringen, 22. Juni. (DNB.) Am Montag begann in bem zum Gerichtssaal umge- manbelten Wartesaal bes Bahnhofs Groß-Heringen bie Verhandlung gegen den 43jährigen Hilfslokomotivführer Dechant unb ben 55 Jahre alten Lokomotivführer Bande wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Transportgefährdung. Es wird ihnen zur Last gelegt, den Tob von 35 Personen unb zum Teil sehr schwere Körperverletzungen einer großen Zahl von Menschen durch Außerachtlassung ber gebotenen Vorsicht veranlaßt zu haben, wobei straf- erschwerenb in Betracht kommt, baß sie als Beamte zu besonberer Vorsicht verpflichtet waren. Das Unglück in der Schreckensnacht des 2 4. Dezember 1 9 3 5 ereignete sich dadurch, daß ber Hilfslokomotivführer Dechant, ber bie Vorspannmaschine bes D 44 führte, bas Vorsignal nicht bemerkte, und auch bas rote Licht bes Hauptsignals überfuhr. Er will bas Vorsignal, das auf halt stand, nicht bemerkt haben, weil er feinem Heizer beim Feuern half. Durch dieses Versäumnis brachte er den Zug Berlin—Halle—Erfurt—Frankfurt nicht mehr rechtzeitig zum Stehen, was beim sofortigen Bremsen noch möglich gewesen wäre. Der Angeklagte Dechant schilderte bei seiner Vernehmung eingehend die Vorgänge. Er bestritt, daß er nach Ueberfahren des Vorsignals das Hauptsignal nicht gesehen hätte. Er habe sofort gebremst und die Achtungszeichen für die nachfolgende Maschine gegeben. Der Führer der zweiten Maschine, Lokomotivführer Bande, hat sich zu sehr auf ben Führer ber ersten Lokomotive verlassen unb dadurch das Ueberfahren ber auf halt stehenden Signale noch später bemerkt unb auch noch später gebremst als Dechant. Er habe bie Strecke genau beobachtet, sei aber burch den Dampf ber ersten Maschine am Ausblick qehinbert worden. Das Signal habe er nicht gesehen. Die beiden Achtungs- Jerusalem, 22. Juni. (DNB.) In der Nähe ; von Tolkarem fand am Sonntag zwischen englischen truppen und arabischen Aufständischen ein sieben- ■ sündiges erbittertes Gefecht statt, bei dem auf beiden Seiten zahlreiche Tote und $ermunbete gab. Ein Kraftwagenzug, der von englischen Truppen begleitet war, war von einer Kruppe von 60 arabischen Freischärlern Überfällen worden. Bei bem sich entspannenden Gefecht wurden sofort drei enalische Füsiliere schwer verwundet. Bald darauf trafen britische V e r8 fiartungen ein, Teile bes Royal-Scotch-Füsi- lierregiments unb ber Seaforth-hochlänber sowie Kampfflugzeuge, bie mit Maschinengewehren auf bie Freischärler feuerten. Später erschienen and) noch Panzerwagen. Das Militär drängte einen Teil der Freischärler nach Norden und den arideren Teil nach Süden ab. Bei Einbruch der Dunkelheit waren zehn Araber gefallen. Auf englischer Seite hatte man zwei Tote zu beklagen. Verdreifachter Gewinn K der tschechischen Rüstungsindustrie. Prag, 23. Juni (DNB. Funkspruch.) Die 23er- «oltungsratssitzung der Skoda-Werke in Pilsen genehmigte die diesjährige Bilanz des bekannten Hüstungsunternehmens, die mit einem Reingewinn von 39610000 gegen 11210000 Tsche- Len-Kronen im vorigen Jahr schließt. Der mehr cis verdreifachte Gewinn ermöglicht eine Di 0 i - kenden-Erhöhung auf insgesamt 55 Kronen gegen 29 Kronen im Vorjahr. Die Belegshaft des Unternehmens konnte um über 5000 erhöht werden. In dem Bericht wird besonders hervorgehoben, daß dem Unternehmen auch aus dem Auslande Bestellungen im größeren Maße zugekommen seien. Aus aller Wett. 100-Zahrfeier der Etadt Jena. Die Universitätsstadt Jena feierte in diesen lagen ihr 700jähriges Bestehen. Die Ju- bilaumsfeier wurde mit Glockengeläut und einer Festsitzung im Rathaus eingeleitet, bei der Oberbürgermeister und Kreisleiter Schmidt Vertreter dir Wehrmacht, der Behörden und der Bewegung br grüßte. Der Oberbürgermeister erinnerte an die ruhmvolle Geschichte ber Stabt und nannte bie Troßen, bie bort gewirkt haben. Er verkündete, daß bie Stadt Jena ben Gauleiter unb Reichsstatthalter in Thüringen Sauckel zum Ehrenbürger ernannt Hut. Eine weitere Ehrung vollzog ber Oberbürgermeister burch Verleihung des Kunst- und Litera- hrrpreifes der Stadt Jena für 1935 an Professor Otto D 0 rfner, den Leiter der thüingischen Lan- disstelle für Handwerksförderung in Weimar, für hi rvorragende Leistungen auf dem Gebiet bes Kunsthandwerks, unb zwar in ber Buchbinderei. Der Preis wird fönst bestimmungsgemäß alljährlich am 9. November, bem Feiertag ber Bewegung, m rliehen. m . v , . Als Vertreter bes Deutschen (Bemembetages unb bis Reichsstäbtetages überbrachte ber Vorsitzende bis Thüringer Gemeindetages, Gauamtsleiter Land- ut Lubwig - Saalfelb bie Grüße bes Reichs- ivnenminifters Dr. F r i ck und des Vorsitzenden des ^eichsstädtetages, des Oberbürgermeisters F1 e h - l;r -München. Er überreichte eine Plakette mit b>m Bilde des Freiherrn vom Stein, des Schöpfers d^s Gedankens der deutschen Selbstverwaltung, die bjrd) bie neue beutsche Gemeindeordnung m bie 2ct umgesetzt worden ist. In ber Stadt herrschte das Treiben eines großen Volksfestes, das echöhte Bedeutung durch das gieichzeitig mit den Jubiläumsfeiern veranstaltete Listretfen der NSDAP, erhielt Eine besondere Rürze bekam das Volksfest durch den Empfang an Abgesandten der Jenaer Patenwelngememde I ders der der Felle. 1933 mußten rund 3, 1934 fo» I gar r u n 8 4 Millionen Stück eingefüh r t Herrschaftliches IT, . , i Einfamilienhaus l2auf9esuchl! I mit gr. Obst- u. en- >lick Giefcen, den 21. Juni 1936. Empfehlungen] Giehhamien ten. 401»D und zum Bauen innen und außen lackiert In tiefer Trauer; Julie Stoll, geb. Noll Irmgard Henkelmann und 3 Urenkel ä rr# Bevölkerung der StOHCbßn engeren Heimat! ar -moifcölr - "»rnw: Kleinam zeigen in die Hel' abzug. matzeitung, den Ludwrgstr. 4. BießenerAnxelget werden, wofür Deutschland 1,14 bzw. 1,37 Mill. Mark ans Ausland zahlte. Daraus geht hervor, daß die Bedeutung der Kaninchenhaltung hinsichtlich Fleisch- und Fellerzeugung durchaus nicht unterschätzt werden darf. Deshalb erhält es auch besondere Beachtung auf dem 6. W e l t g e f l ü g e l- ko n g r e ß in Leipzig (24. Juli bis 2. August), auf dem nicht nur Tausende von Tieren aller Rassen der ganzen Welt ausgestellt und miteinander verglichen werden, sondern auf dem sich auch die Wissenschaftler vieler Staaten eingehend mit diesem Pelz- und Fleischlieferanten befassen werden. KleineAnzeigen >m Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und gelesen. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund, vrei» von 5 pf. für die Millimeter, «eile veröffentlicht Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermihlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Pflanzen.] mV dürsten!1 ] \\\ Borrmanns: Gießen / Neustadt 5 / Ruf 4165 - ____________4034A Kleine Anzeigen richten sich an die ] Vermietungen | Schöne geraum. 4-Zimmer- Wohnung mit oder ohne Garage z. 1. 7. 1936 zu oermie- Tüchtiges Mädchen nicht u. 20 Jahr., das etwas Gar- tenarbeitversteht zum l.Juli ge- Mcht. 4O28D Louis Vogt, Metzgerei, Neuenweg 19. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. 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Karn, Schulstraße. 4Q23V 757 Sträflingen an Bord, dazu Soldaten, Soldatenfrauen und Kindern, zusammen 1204 Personen, aus- gerüstet mit den erforderlichen Geräten, Haustieren, Lebensmitteln und Sämereien. Die Geschichte Südaustraliens ist von solchen Erinnerungen frei. Es wurde freilich ebenfalls als Kolonie unmittelbar von England aus errichtet, blieb aber non vornherein freien Einwanderern vorbehalten und hat niemals Sträflinge ausgenommen. Das hatte wirtschaftlich gewiß auch seine Schattenseiten dadurch, daß Südaustralien während seiner ersten Entwicklungszeit die billige Arbeit der „Sträflingspioniere" fehlte, die in den anderen Bundesstaaten die Geeignetheit des Bodens und des Klimas für europäische Nutzpflanzen und Haustiere oft erst festgestellt und dadurch den freien Kolonisten die Wege geebnet hatten. Aber es hat auf der anderen Seite nicht unerheblich dazu beigetragen, daß schon zwei Jahre nach der Gründung Südaustraliens die er st en Deutschen hier ansässig wurden und seitdem nicht nur an der Erschließung, sondern auch an der Erforschung des Landes in vorderster Linie mithalfen. Ihre hervorragenden Verdienste um die landwirtschaftliche Hebung des ganzen Erdteils, um die Erforschung Australiens und um die Kunst dieses jüngsten Kontinents lassen sich nicht aus der Geschichte Südaustraliens löschen. Der hundert Jahre zu gedenken, die zurückliegen, ohne sich gleichzeitig ihres wesentlichen Anteils am Ablauf dieses Jahrhunderts zu erinnern, hieße eines der hier augenfälligsten Aufbauelemente verleugnen. Die Einsicht, daß sich auf die Dauer die Geschichte nicht fälschen läßt, mag die südaustralische Regierung bewogen haben, im Rahmen der Jahrhundertfeier die deutschen Namen von. einigen mährend des Krieges umbenannten Dörfern wiederherzustellen Draußen im Lande liegen viele deutsche Dörfer, und es ist, als wandle der Fuß hier tatsächlich auf deutscher Erde. Sie liegen hingelehnt an die Hänge der Lofty-Berge, eingerahmt von weiten Orangenpflanzungen und endlosen Weingärten, oder mitten zwischen wogenden, hohen Weizenfeldern und duft tender Luzerne in den Tälern und in der Ebene. Kaufe sofort ca. 5 Zentner frischen DM Hans Qnambusch, Essig- und Senf- wbrik, Gießen, 4018P Alicenstr.22 Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Deutsche Namen in Güdaustralien Don unserem tHh.)-Äerichtersta«er. .uf m Zwei große englifdje haben alle Vorbereitungen getroffen, aus - Hauptbahnhöfen Fernsehtheater ^uzu ^ au- demnächst eröffnet werden sollen, ^er enve, X Zug warten mMn können a ,o m Zukunst sich die Langeweile in diesem Theater -treiben. Dach des Bahnhofsgebäudes errichtet : ift, ttt ßn. Der Theaterraum soll sehr klein gehalt fünf Sitzreihen mit je acht Sitzen, von dene d ersten nur anderthalb Meter von dem Bilde enr ernt sind, sollen für die Zuschauer bereit sem. Es sollen täglich drei Vorstellungen stattftnden. 8 Liter...Mk. 1.45 10 Liter...Mk. 2.05 12 Liter...Mk. 2.30 B-rgschluchttti. Em ^nborf Unb weiter ftÄBÄ Rheins Lang. "B°n^°nÄ7ch°n Gemeinden Ist Klemzig Die ® " 8i° acht aus das Jahr 1838 zurück, als sävel aus Klemzig bei Zulllchau IN der o ra mit 200 seiner Kl-mziger Bürger und Bau. frn im $ rfo” der damaligen Glaubensstr-itigk-ilen bierher aÜswanderte und sich eme neue Heimat und sirckie schuf. Bereits in wenigen Monaten, sä"°rzüh t ?C r°nik, stand ein ganzes Dors da wo noch eben Wildnis und Busch war, getreuliHes Abbild des deutschen Heimatortes Klemzig, das Ufer ??? Torrens mit Gärten bedeckt. „Wenn man be- daß die für gärtnerische Arbeiten gun- sÄ?Jahreszeit noch nicht da ist, so gibt die An. robl^ von Gemüsen, die die Deutschen schon jetzt am W n Xe starke Probe von Emsigkeit", Le°es in einem englischen Adelaider Blatt der dm mofiaen Jeit heißt. Zu Ehren dieser ersten deutschen Sudler wird im September auf dem alten Friedhof ch Klemzig im Rahmen der Jahrhundertfeier em Denkmal eingeweihi werden. Schon am 17. Jun. w rd ein anderes Ehrenmal für einen hier unvergessenen Deutschen enthüllt werden: für Carl H ngner den großen deutsch-australischen Kam- ponisten, dessen „Song of Australia eines der ^Aber^damU Ist^k GeWchte des Deutschtums in Australien und die Reihe der großen Deutschen, die ück hier in ihren Werken unvergängliche Denkmäler setzten, nicht erschöpft. Da ist, um nur ein paar Namen herauszugreifen: der noch heute als Mar- tnrer gefeierte Ludwig Lelchhardt, der Organisator der Melbourner Sternwarte und spatere Direk- tor der Deutschen Seewarte in Homburg, Georg Neumaner die Regierungsbotaniker Ferdinand von Mueller und Richard Schomburgk, dieser Begründer des Botanischen Gartens in Ade- laide jener in Melbourne, die Mssionare und Sprachforscher T e i ch e l m a n n, S churm ann unö Str ehlow, die Schulmänner Mucke und Basedow, der Paläontologe L a u b e , der Mel- bourner Dichter Hermann W. Püttmcknn und schließlich die Maler Conrad Martens, Eugen M. Guerard, ein früherer Direktor der Mel- boürner Gemäldegalerie, und Hans H e y f e n , der führende australische Landschaftsmaler, der die Schönheit der australischen Landschaft mit ihren zarten Pastelltönen meisterhaft auf die Leinwand bannte und noch jetzt in Hahndorf auf seiner schönen Besitzung zurückgezogen mit seiner Familie lebt.. Es ist eine lange Ehrenliste deutscher Namen in der Ge- schichte Australiens, insbesondere Südaustraliens, trotz eines Gesamtanteils des deutschen Blutes von nur 2 v. H. an der Bevölkerung des Erdteils, die zu 96 v. H. aus Engländern besteht. Gemüsegart., 11 Räume m. Ze tralhei)ung,Bl auf Schloß Stolzenfels und den Rhein günstig zu verkaufen ob. zu Max Schmellng in ShnertTe heiß begehrt. In Amerika ist augenblicklich Max Schmeling Trumpf. Alle möglichen Kreise pirschen sich an den Deutschen heran und bieten ihm hohe Summen, um mit der „Attraktion Schmeling" Geschäfte zu machen. Im amerikanischen Rundfunk, der nicht vom Staat, sondern von privaten Firmen unterhalten wird, soll Schmeling reihenweise Dorträge halten, Daniels-Gesellschaften boten ihm 150 000 Dollar für Gastspiele, eine andere Stelle bot 15 000 Dollar für eine Tournee und eine große Getränkefabrik bot ein Viertel des gesamten Umsatzes eines neu herzustellenden Getränkes, wenn Schmeling für dieses feinen Namen zur Verfügung stellen würde. Aus allen diesen Plänen wird aber nichts werden, Max Schmeling wird weder im Variete auftreten, noch eine Tournee unternehmen oder am Rundfunk Vorträge halten, und das neue Getränk der amerikanischen Firma wird wohl einen anderen Namen erhalten müssen. Schmeling hat alle Angebote a b g e l e h n t und erklärt, daß ihm die E r - ringung der Weltmeisterschaft wichtiger sei als alles Geld. Wenn er im September in Hochform antreten wolle, um Braddock schlagen zu können, so könne er nicht am Vor- und Nachmittag Vorträge im Radio halten und außerdem in der heißesten Zeit des Jahres noch eine vierwöchige Tournee durch die Staaten unternehmen. Im übrigen erklärte „Max" den Werbern, daß er Heimweh habe und am Dienstag mit dem Luftschiff „Hindenburg" die Ueberfahrt nach Deutschland antreten werde. Die Helligkeit des neuen Sterns nimmt wieder ab. Der neue Stern, der, wie gemeldet, im Sternbild des Cepheus entdeckt wurde, ist in den letzten Nächten von der Königstuhl-Sternwarte bei Heidelberg genau beobachtet worden. Der Stern hat nun in der Nacht auf Sonntag bereits seine größte Helligkeit überschritten, nimmt also gegenwärtig in der Lichtstärke schon wieder ab. Sein Spektrum hat dabei innerhalb von 24 Stunden sehr starke Veränderungen erlitten. Flammentod einer Bauersfrau. In Seifers in Südtirol wollte die 66jährige gelähmte Bäuerin Emilie Gabler mit Hilfe einer Kerze Feuer machen. Dabei fingen ihre Kleider Feuer und die unglückliche Frau verbrannte bei lebendigem Leibe. Sechs Todesopfer beim Vaden in Rhein und Neckar. Das Baden im Rhein und Neckar hat in Mannheim, jyibelberg, Germersheim und Altrip am letzten Sonntag insgesamt sechs Todesopfer gefordert. Vier der Ertrunkenen sind junge Männer, zwei sind Schüler. Schweres Verkehrsunglück in Spanien. An einem Bahnübergang in der Nähe des Ortes Tobarra in der spanischen Provinz Albacate wurde infolge der Fahrlässigkeit eines Schrankenwärters ein Lastauto von zwei rangierenden Lokomotiven erfaßt und vollständig zertrümmert. Die vier Insassen wurden auf der Stelle getötet und entsetzlich zerstückelt. Der Schrankenwärter schoß sich nach dem Unglück eine Kugel in den Kopf. Liszt-Denkmal in Eisenstadt. Aus Anlaß des 50. Sterbetages Franz Liszts am 31. Juli wurde in Cifenstadt, der Hauptstadt des Burgenlandes, ein Denkmal des berühmten Pianisten und Komponisten enthüllt. Liszt ist in der kleinen burgenländischen Stadt Raiding geboren. Fleisch — Felle — wolle. Oie Narrenkappe. Das Steckenpferd. Der Herr mit dem Steckenpferd ist in mittleren Jahren, in Amt und Würden und PatenonkelD-- Pserdchen will er seinem P°ü-nkmd zum Gebu taa idienten. Zu diesem Festtag ist er zu Kass und Kuchen eingeladen, und ^in kleiner Neffe eg großen Wert darauf, daß er erscheint. Er ist so luftiger Onkel. Am Nachmittag fährt er also, mit dem Steckenpferd bewaffnet, im Aufzuge des Mietshaistes h n- auf und klingelt an einer Wohnungstur. Es wird ihm aufgemacht, und an dem erschrockenenHausm ^ chen vorbei galoppiert er spornstreichs mit dem Steckenpferd zwischen den Beinen ins Zlmmer unö rund um den Kaffeetisch herum. Da stutzt er, denkt: hol mich der Teufel! — Und mutig macht er dreimal die Runde. Dann reitet er, seiner Wirkung bewußt, mit Siegermiene hinaus aus dem Zimmer. Hinter sich läßt er vor Entsetzen erstarrte Leute, die er nicht kennt, und die ihn nicht kennen. Er hatte sich in der Etage geirrt! N. L. «A fötal in guter Lage mit mehreren Schaufenstern M iMeieo gesucht. Eilof- fertemitAngabe der Größe, des Preises, ob Einrichtung vorhanden u. 02886 an den Gieß. Anz. Wetterbericht ‘ I des Relchswelterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Während in West- und Süddeutschland zum Teil unter gewittrigen Niederschlägen sich gegenüber den Vortagen eine leichte Abkühlung durchgesetzt hat, ist die Hitze östlich der Elbe in weiterer Zunahme begriffen: wenn auch für die Folge sich vielfach heitere Witterung fortsetzt, so muß doch mit dem Auftreten örtlicher Gewittertätigkeit gerechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Vielfach heiter, sowie sehr warm und schwül, Auftreten örtlicher Gewitter, veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der warmen, schwülen Witterung, Gewitterneigung voraussichtlich zunehmend. Lufttemperaturen am 22. Juni: mittags 25,7 Grad Celsius, abends 19,3 Grad; am 23. Juni: morgens 18,1 Grad. Maximum 26,4 Grad, Minimum heute nacht 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Juni: abends 24,6 Grad: am 23. Juni: morgens 20,8 Grad. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G.» sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Das Schicksal der weichenden Erben. Kritiker am Reichserbhofgesetz behaupten immer wieder, daß bei den weichenden Erben infolge der „Benachteiligung" beim Erbgang ein g e - sellschaftliches Absinken eintrete. In der Praxis läßt sich diese Erscheinung aber nirgendwo nachweisen. Alle Untersuchungen, die über das Schicksal der weichenden Erben in den Gebieten der geschlossenen Vererbung, wo die Erbgewohnheiten der durch das Reichserbhofaesetz geschaffenen Regelung ähnlich waren, beweisen das Gegenteil. Dagegen ist in den Gebieten der Freiteilbarkeit durch die Grund st ückszersplitterung in weiten Teilen des Reiches eine ausgesprochene Verarmung eingetreten. Eine Untersuchung von Dr. P. Brügger in den „Berichten über Landwirtschaft" über Die Anerben und das Schicksal ihrer Geschwister in Gebieten der geschlossenen Vererbung Württembergs kommt zu dem Ergebnis, daß von 100 weichenden Erden 67,4 v. H. als selbständige Unternehmer in Landwirtschaft, Gewerbe und Handel Unterkommen fanden, 8,7 v. H. blieben als Ledige auf dem Hof, 6,5 v. H. wurden Beamte, 5,3 v. H. Privatangestellte und 10,6 v. H. Lohnarbeiter. Es ist interessant, daß ältere Untersuchungen für andere Gebiete zu ähnlichen Ergebnissen führten. In der Provinz W e ft f a l c n wurde z. B. vor einigen Jahrzehnten das Schicksal von 4561 Abfindlingen von 1204 Höfen untersucht. Don den männlichen Abkömmlingen sind 46 v. H. selbständige Landwirte und 22 o. H. Unternehmer in Gewerbe, Handel und Verkehrswesen geworden, während sich 16 v. H. freien Berufen und dem Beamten- Kaiserallee 49. [ Mietgesuche""| Sonnige m.Bad, ev.Zentralheizung im Südviertel ver sofort ob. sväter gesucht. Scbriftl. I Angeb. m. Preis u. 4035i > an den iGieß. Anz. erb. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Adelaide, Ende Mai 1936. Adelaide, Die „Holy City", wie sie wegen ihrer vielen Kirchen genannt wird, steht bereits ganz im Zeichen der kommenden Jahrhundertfeiern des Bundes st aates ©übauftralien. Wenn man durch die Straßen Dieser einzig schönen GartenstaDt schlenDert, Durch Die Parks mit ihren ölten BaumbestänDen, zwischen Den Vorgärten Der Villen, entlang an Den moDexnen Schulbauten oder Dem alten UnioerfitätsgebäuDe, wenn man schließlich in Der King-William-Street, Der schnurgeraden Hauptverkehrsstraße, steht, zwischen den Zeilen der Geschäftshäuser, der Hotels, Bars, Kinopaläste, und den Blick über den modernen Straßenverkehr schweifen läßt bis hinüber zu den Lofty-Bergen im Norden: dann vermeint man, sich in irgendeiner mitteleuropäischen Stadt zu befinden. Und wenn nid)t zwischen dem Bestand Der europäischen Bäume Palmen stünden, Araukarien und Pinien, wenn drüben auf dem Rioer Torens nicht schwarze Schwäne schwimmen würden, sondern weiße: dann wäre die Täuschung fast vollkommen. Und dennoch sind erst hundert Jahre her, daß hier, nahe der Küste, die ersten Axtschläge durch den Busch hallten und die Schwarzen, die heute nur noch zu wenigen Hunderttausend auf besonderen Reservaten im Inneren des Landes leben, sich zurückziehen mußten vor den Weißen. Auch das Känguruh sieht man heute in Adelaide unö seiner nahen und weiten Umgebung nicht mehr, es sei denn auf dem australischen Wappen, auf den Briefmarken oder — in natura — im Zoo. Erst 1836 wurde Südaustralien gegründet, 60 Jahre, nachdem Cook in der Botany-Bay gelandet war und das neu entdeckte Land wegen gewisser Aehnlichkeiten mit den heimatlichen Küsten von Wales „N e u s ü d w a l e s" genannt hatte — 48 Jahre nachdem im Auftrage der britischen Regierung Kapitän Arthur Philipps, der in England geborene Sohn eines Frankfurters, am Port Jackson in unmittelbarer Nähe des heutigen Sydney die erste britische Sträflingskolonie gegründet hatte, mit ZdR. Eine der von unserer Jugend am meisten geliebten Tierarten ist Das Kaninchen, Das in seinen verschieDensten Rassen überall leicht gehalten unb gezüchtet werben kann. Im allgemeinen mißt man ihm nicht allzu große Bebeutung bei, ein Sonntagsbraten, ein Pelzstück oder ein paar Mark aus ber Nachzucht sinb feine Erträge für ben einzelnen. Anbers aber für die Volkswirtschaft. Hier handelt es sich um M i 11 i io n e n w e r t e. Die größte Zahl der Kaninchen wurde wohl wegen des Fleischmangels Ende des Krieges gehalten, als man 9,2 Millionen Stück zählte. Dann ging der Bestand aber mehr und mehr zurück, bis er 1925 nur noch 2,2 Millionen Stück betrug. Später stieg die Zahl allmählich wieder an, so daß 1934 schon 7,3 Millionen Stück vorhanden waren, die einen Gesamtwert von 44 Millionen Mark besahen. Besonders auffällig ist Die Ausbreitung Der Angorazucht in Den letzten Jahren, Die Die in Der Textilwirtschaft so hochgeschätzte Angorawolle liefert. RunD 200 000 Angorakaninchen rourDen 1934 gezählt. Trotz Dieser starken Vermehrung Der Kaninchenhaltung währenD Der letzten Jahre übersteigt Der Be- Darf aber bei weitem Die eigene Erzeugung, beson- Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 24. Juni, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. _____________________________________________________________________________4017 D Verkäufe | AufdemAulweg (hink. d. Weiher) Bauplätze zirka 600 Meter zu verkaufen. Scbriftl. Angeb. U..4020D an den Gieß. Anzeiger. 1 helleichenes Schlaf-Zimmer mit Marmor billig zu verk. Zu enr. i. d.Geschst. d.Gieß.Anz. 0287» Gebr., gut erh. Küche weiß, best.i. zwei schränken,Putzschrank, Tisch u. 2 Ltühl., wegzh. ft 50 Mk. zu verk. LanOgrafenstr.Zp Ordentliches MUmMen zum 1. 7. 1936 gesucht. 02884 Wilhelmstr.63U Borzustellen zw. 13 und 15 Uhr und nach 19 Uhr. Solides Mädchen in klein., besseren Haushalt f.tags- uber o.ganz, am liehstenv.Lande, gesucht. 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Stellenangebote 111111111111111111111111111111 Keine Zeugnisse in Urschrift icnOem nur Zeugntt- ablchriften vem «e- werbungSschretben bei. leoen i — Lichtbilder unvBewerbunasunter- lagen müllen e Nr. 144 Zweiter Blatt Dienstag, 25. Zum 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die finnischen Olympia-Vorbereitungen. Das ganze Land im Zeichen der fünf Jtinge. Don unserem ständigen v.Z -Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsingfors, Juni 1936. Es dürfte wohl wenige Länder geben, welche schon seit Monaten ebenso wie Finnland ganz i m Zeichen der Olympischen Spiele stehen. Die Niederlage Abessiniens, die arabischen Unruhen in Palästina und die Streiks in Frankreich erhalten in der finnischen Presse bedeutend weniger Raum als die bevorstehenden olympischen Sportereignisse. Die Vorbereitungen Finnlands für die Spiele werden äußerst ernsthaft betrieben. Das Land hat seinen Ruf als europäische Sport- groß m a ch t zu verteidigen und ist sich voll bewußt, daß diese Aufgabe mit jeder neuen Olympiade immer schwieriger wird. Mit seinem Abschneiden bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen war Finnland nicht zufrieden. Eine einzige Goldmedaille in der Skistafette ist für verwöhnte finnische Ansprüche eine zu kleine Ernte gewesen. Der Haupteinsatz des finnischen Sportes wird in der Leichtathletik erfolgen und hier wiederum in erster Linie in den langen Laufstrecken, Wurf- und Sprungübungen. Ferner haben noch die ausgezeichneten finnischen Turner und Ringer Siegesaussichten. Von den leichtathletischen Kampfzweigen hofft man mit etwas Glück in sämtlichen langen Strecken, im Hochsprung und im Speerwurf die finnische Flagge am Siegesmast zu sehen. Das Training der sinnischen Leichtathleten steht unter Oberaufsicht von Paavo Nurmi, welcher das Amt eines Reichstrainers erhalten hat. Es bedarf keiner Erläuterung, daß damit das finnische Training in die Hände des ersten Fachmannes der Welt gelegt ist. Teilweise werden die einzelnen Gruppen, wie Turner, Ringer und Leichtathleten, in der finnischen Sporthochschule zu Vierumäki, einer neu erbauten staatlichen Anstalt, zu längeren und kürzeren Trainingskursen zusammengezogen. Erstmals soll Finnland auch das olympische Fußballturnier mit einer Mannschaft bestreiten, welche unter Leitung des deutschen Trainers F a b r a schon eifrig an der Arbeit ist. Nicht, zu vergessen sind auch die finnischen Segler, von denen jedoch noch nicht bekannt ist, mit wieviel Booten sie in Kiel auftreten werden. Insgesamt ist damit zu rechnen, daß Finnland etwa 110 bis 120 männliche aktive Teilnehmer entsendet, möglicherweise kommen noch dazu zwei oder drei Frauen, die in kürzeren Laufftrecken starten werden. Der Frauenkampfsport hat sich nämlich in Finnland merkwürdigerweise noch immer nicht durchsetzen können, da man dort mehr Gewicht auf die körperliche Erziehung der Frauen durch rhythmische Gymnastik als durch Leichtathletik legt. An den gymnastischen Frauenvorführungen wird jedoch eine stärkere finnische Frauengruppe teilnehmen. Die finnische Mannschaft wird, was die Leichtathleten betrifft, nach den Ausscheidungskämpfen am 12. und 13. Juli benannt werden und wird dann in drei Staffeln, erst ganz kurz vor den Spielen, die erste Staffel voraussichtlich am 25. Juli, nach Berlin teils mit dem Schiff, teils im Flugzeug abreisen. Nach den Erfahrungen von Los Angeles ist man nämlich der Ansicht, daß es zur Schonung der Nervenkraft günstig ist, die Mannschaft so spät wie möglich auf die Reise zu senden. Die Kosten der finnischen Olympia-Beteiligung werden teils vom Staate, teils durch private Sammlungen aufgebracht. Der finnische Staat hat einen einmaligen Beitrag von 700 000 Fmk. bereit- gestellt. Die privaten Sammlungen haben vorläufig schon weitere 1,4 Mill. Fmk. ergeben. Auch die finnische Industrie unterstützt mit sehr beachtlichen Summen die Olympia-Idee. Es ist damit zu rechnen, daß aus Finnland außer den etwa 120 Sportleuten noch ebenso viele Be- gleiter und etwa 2000 Zusch auer sich in Berlin einfinden werden. Entsprechend der Zusammensetzung der finnischen Truppe vereinigt sich auch das Hauptinteresse der finnischen Zuschauer auf die Veranstaltungen in der Leichtathletik-Woche. Die Masse derselben wird in einem geschlossenen Block nahe am Ziel sicherlich eine Woche lang von früh bis spät im Stadion unermüdlich ihre finnischen Fähnchen schwenken und mit wohleinstudierten Kampfrufen ihre Vertreter Aum Siege anspornen. In vielen anderen Länoern haben die Reisebüros ihre Reise so vorbereitet, daß auf einen Stadionpaß oder eine Leichtathletik - Dauerkarte z. B. zwei Ausländer reisen, die sich gegenseitig bei der Benutzung der Karte ablösen. Finnland macht eine Ausnahme. Die meisten der finnischen Besucher wollen ihre Karte allein ausnutzen. Auch dies ist ein Zeichen für die große sportliche Ausdauer nicht bloß der Aktiven, sondern auch der Zuschauer. Allein zu den Olympischen Spielen werden also mehr finnische Besucher fahren, als früher im Laufe eines ganzen Jahres nach Deutschland zu reisen pflegten. Alle wollen sie zur Eröffnungsfeier anwesend sein, und die meisten von ihnen, da es sich vielfach um weniger bemittelte Sportenthusiasten handelt, wollen ebenso geschlossen nach Beendigung der leichtathletischen Woche wieder zurückfahren. Hierdurch sind gewisse Verkehrsprobleme entstanden, denn die gewöhnlichen Schiffsverbindungen von Helsingfors nach Stettin und von Helsingfors über Schweden nach Deutschland können zu den drei Reisetagen, die praktisch nur in Frage kommen, nur etwa 600 dieser Besucher befördern. Eine große Erleichterung in der Verkehrsfrage bietet die neue Schiffahrtslinie Helsingfors-Pillau, auf der in diesem Jahre der S e e d i e n st Ostpreußen das große 1200 Personen fassende Motorschiff „Preußen" eingesetzt hat, dessen Abfahrts- und Ankunftzeiten für die Olympischen Spiele so geregelt wurden, daß seine Fahrgäste noch am ersten Tage der Leichtathletik-Woche im Stadion zu Berlin eintreffen können. Es bleiben aber noch immer einige hundert finnische Besucher übrig, welche den mühseligen Weg mit Schiff nach Reval und bann die zweitägige Eisenbahnreise über Riga-Königsberg nach Berlin wählen müssen. Die deutsche Werbung in Finnland, welche auch dort in der Hand der finnischen Vertretung der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr liegt, hat also, wie schon diese Beteiligungsziffern zeigen, vollen Erfolg gehabt. Sie setzte schon vor Jahresfrist gelegentlich des deutsch-finnischen Leichtathletik-Länderkampss in Helsingfors mit voller Kraft ein. Jedem Besucher des Stadions wurde damals eine in finnischer oder schwedischer Sprache abgefaßte Werbeschrift überreicht. Es gibt fast kein 'Sportgeschäft in Finnland, in welchem nicht die Werbeplakate und Stanzmodelle des Brandenburger Tores im Zeichen der fünf Ringe ausgestellt wird, und es gibt kein finnisches Hotel und kein finnisches Städtchen, in welchem nicht das gelb-blaue olympische Siegerplakat zum Aushang gebracht wird. Die deutsche Werbung in Finnland fand bei der Sportbegeisterung des Landes bereitwilligste Unterstützung der finnischen Sportkreise, der Tages- und Sportpresse. Besonders groß ist die Teilnahme der finnischen Oeffentlichkeit an der vorbereitenden deutschen O r g a n i s a t i o n s a r b e it. Vor einigen Tagen weilte der Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet- Latour und Staatssekretär Dr. L e w a l d , der Präsident des Deutschen Olympiakomitees, eine Woche in Finnland, um an Ort und Stelle die Möglichkeiten zu überprüfen, welche Finnland als Kandidat für die Olympischen Spiele 1940 hat. Beide Herren stellten Finnland das Zeugnis aus, daß es ohne Zweifel fähig fei, die Spiele würdig durchzuführen; viel spräche dafür, die Spiele 1940 zur Abwechslung auch einmal in ein kleineres Land zu legen, und dazu sei nach Ansicht der hohen Sportherren kein Land besser geeignet als Finnland. Die Frage, ob Japan oder vielleicht ein plötzlich noch auftretender Außenseiter auf der Tagung des Internationalen Olympischen Komitees Ende Juli in Berlin b i e näch sten Spiele erhalten wirb, ist gegenwärtig für Finnlanb beinahe ebenso eine Angelegenheit nationalen Ehrgeizes geworben, wie bis Frage seines Abfchneibens bei ben biesjährigen Spielen selbst. Gustas Gründens undMrianne Hoppe verheiratet Der Jntenbcmt bes Staatstheaters in Berlin, Preußischer Staatsrat Gustaf Grünbgens, würbe, wie aus Berlin gemelbet wirb, auf bem Stanbesamt Tiergarten mit ber burch ben Film auch in ber Provinz bekannten jungen Schauspielerin Marianne Hoppe getraut. — (Scherl-Bilberbienst-M. unb Bieber-M.) Die Lugendwettkämpfe der Landschulen. Mainzlar. = Mainzlar, 22. Juni. Bei ben hier von ben Oberklassen unserer Schule burchgeführten Ein - z e l - L e i st u n g s k ä rn p f e n für bas Jugenbfest 1936 erzielte bie 1. Schulklasse sehr gute Resultate. Von ben 58 auf bem Sportplatz angetretenen Schülern unb Schülerinnen erreichten 47 b. i. etwa 81 v. H. bie vorgeschriebene Punktzahl von 180 unb mehr. Die Sieger würben mit ber Sieger-Ehrennabel ausgezeichnet. Allendorf a. d. Lda. * Allendorf a. d. Lda., 21. Juni. Im Rahmen der Jugendwettkämpfe kamen heute die Kameradschaften sowie auch die BDM.-Mädel aus den Orten Allendorf, Climbach, Allertshausen, Londorf, Kesselbach, Odenhausen und Treis auf dem hiesigen Sportplatz zusammen. Die um 8 Uhr beginnenden Kämpfe beschränkten sich auf 100-Meter- Laus, Weitsprung, Keulenweitwurf bzw. Ballweitwurf. Es wurden recht beachtenswerte Leistungen erzielt. Bester Einzelsieg bei der HI.: Wilhelm Keil, Allendorf, mit 276 Punkten; bei dem BDM.: Erika Förster, Allendorf, mit 224 Punkten. Beste Einzelleistungen erzielten: beim 100-Meter- Lauf: Kurt Reitz, Londorf, mit 12,6 Sek., Keulenweitwurf: Wilhelm Keil, Allendorf, mit 63 Meter, Weitsprung: Hugo Jäger, Londorf, mit 5,70 Meter, alle der Gefolgschaft 7/116 angehörend. Klein-Linden. OO Klein-Linden, 21. Juni. Die Volksschule führte in der vorigen Woche ihre Einzelleistungsprüfungen durch. Es beteiligten sich daran sämtliche Schüler und Schülerinnen, die vor bem 1. Juli 1926 geboren waren. Ausgetragen wurde ber vorgeschriebene Dreikampf. Wer in ben drei Hebungen mehr als 180 Punkte erreichte, wurde Sieger unb erhält die Siegernabel. In ber Altersstufe 1 der Knaben würben Sieger Herbert Jung, 240 Punkte; Ernst Gelitzer, 229 P.; Albert Weller, 208 P., unb Helmuth Aßmann 202 P. In ber Altersstufe 2 errangen Siege: Hans Steinmüller, 251 Punkte; Hugo Gaßmann, 238 P.; Wilhelm Müller, 224 P.; Hans Müller, 217 P.; Fritz (Ber- mer, 202 P., unb Heinz May, 199 P. In ber Altersstufe 3 würben Sieger: Reinholb Weigel, 228 Punkte; Otto Volkert, 217 P.; Hans Eyring, 206 P.; Hanfrieb Stein, 206 P.; Ewalb Bierau, 204 P., unb Ernst Franke, 202 P. In ber Altersstufe 4 erhalten bie Siegernabel: Hermann Hinterlang, 234 P.; Horst Lenz, 202 P.; Otto Weller, 198 P.; Erwin Neurath, 188 P.; Egon Otto unb Paul Etzel je 183 P. — Auch bie Mäbchen beteiligten sich restlos an ben Einzelleistungsprüfun- gen. Es errangen Siege in der Altersklasse 1: Gertrud Klein mit 256 Punkten und Liesel Volk mit 208 P.; in der Altersklasse 3: Gertrud Dormehl mit 186 P. und Marie Weinandt mit 184 P.; in der Altersklasse 4: Gertrud Hörder mit 277 P. unb Martha Volkert mit 191 P. Die besten Einzelleistungen würben erzielt im 60-Meter-Lauf mit je 9,1 Sekunden von (Bertrub Hörder unb Hermann Hinterlang, im Weiffprung mit 4,35 Meter von (Bertrub Hörder unb im Schlagball-Weitwurf mit 58,90 Meter von Hermann Hinterlang. Grünberg. 4- Grünberg, 22. Juni. Folgende Ergebnisse zeitigten bie Mannschaftskämpfe am Samstag, dem Tag bes Jungvolks. Bei Wertung ber zehn Besten jeber Jungenschaft ergab sich folgenbes Bilb: 1. Spielmannszug (Feichtenbeiner) 2498 Punkte; 2. Jun gen schäft 1 (Hansen) 2366 P.; 3. Jungenschaft 3 (Weisel) 2318 P.; 4. Jungenschaft Göbeln- rob 2291 P.; 5. Jungenschaft 2 (Ide) 2288 P.; 6. Jungenschaft 4 (Seid) 1871 P. Weiter beteiligten streift und den weichen Bademantel über den Arm geworfen. Als er die knarrende Zellentür mit einem rostigen Schlüssel abriegelte, mußte sein Blick auf den bunten Farbklex auf dem Sprungbrett fallen. Das bezaubernde Fräulein trug einen schneeweißen Badeanzug. In dieser lichten Hülle lag es auf einem knallroten Bademantel. Das Ganze krönten dichte Wellen blonden Haares. Jörn blickte zu ihr hinauf und murmelte bei sich: „Reichlich verrückt, die Kleine!" Dann kehrte er ihr barsch den Rücken. Mit dieser bunten Angelegenheit wollte er nichts zu tun haben Der braungebrannte Junge Jörn war selber noch ein halbes Kind, obwohl er schon zwei Semester Philosophie studierte. Er warf seinen Mantel in den Sand, grub sich für den Kopf eine Art Kissen zurecht und vertiefte sich in das mitgebrachte Lehrbuch. Nachmittags wollte er nämlich im Seminar von Professor Zeesen an der Aussprache über Herders Geschichtsauffassung teilnehmen. Durch die grüne Sonnenbrille blickte er eifrig auf die Seiten. Aber so ganz bei der <5ad)e war Jörn doch nicht. Wenigstens beim Umblättern, das mußte er sich schon erlauben, blickte er zum Sprungbrett hinauf. Das bezaubernde Fräulein hatte ihm, da er der einzige Mann im ganzen Bade war, der sich nicht um sie zu bekümmern schien, die Rückseite zugekehrt. Am Schluß des dritten Kapitels hielt es Jörn nicht länger aus. „Ich pfeife auf Ihre Anmerkungen, Herr Verfasser!" sagte er und klappte das Buch zu. Mit langsamen Schritten bestieg er den Svrung- turm. Das bezaubernde Fräulein machte jedoch keine Miene, ihren Platz an der Sonne zu räumen. Jörn erklärte ihr: „Entschuldigen Sie, aber ich möchte springen. Sie müssen schon etwas Platz machen!" Am liebsten hätte er allerdings die kleine Kröte, wie er sie bei sich nannte, samt ihrem Kram in das grüne Wasser geworfen. Doch ging das nicht, denn das halbe Bad guckte ihnen zu. Alle waren neugierig, wie die Sache ausliefe. Man durfte sich auf keinen Fall blamieren. Jörn fragte das blonde Fräulein nach ihren Bedingungen. Sie steckte einen Finger in den Mund zum Zeichen des Nachdenkens. „Ich hab's!" meinte sie dann, „wenn Sie mir drei erstklassige Sprünge vormachen, ziehe ich in den Sand um." Jörn blieb nichts anderes übrig, als diese Sanktionen anzunehmen. Einen Kopfsprung, einen Hecht und einen Salto. Jedesmal sah er seinen Schatten auf das Wasser faufen. „Gott sei Dank, die Haltung war tadellos!" dachte er dabei. Kam er prustend ans Geländer, so klatschte das bezaubernde Fräulein heftig in die Hände. Als er an Land stieg, lag der knallrote Bademantel neben dem feinen. „Natascha " Gloria-Palast Es ist erstaunlich, — mir haben früher schon bei anderer Gelegenheit an dieser Stelle davon gesprochen — wieviele Filme im alten kaiserlichen Rußland spielen... nicht nur bei uns, wie man sieht: auch in Frankreich. „Natascha" ist eine französische Produktion, die hier in deutscher Fassung und mit deutschen Sprechern erscheint. Der Film wurde geschrieben nach einer Novelle von Pierre Benoit, Mitglied der Academie Fran^aise. Wir können, da wir die Novelle nicht kennen, das Drehbuch nicht mit der Vorlage vergleichen; jedenfalls entstand daraus ein Spielfilm mit allen Qualitäten eines guten, wirksamen und sehr spannenden Theaterstücks — aber eben doch auch ein richtiger Film in der weifen Beschränkung des gesprochenen Wortes auf ein notwendiges Maß und in der Betonung des optischen Eindrucks in fast allen Szenen. Die Spielleitung (M a r c i l l y) wurde, wie gleich hinzugefügt werden darf, durch die Kamera ausgezeichnet unterstützt; Franz Planer hatte die photographische Gesamtleitung, die Aufnahmen sind plastisch, stimmungsvoll und gut geschnitten. Auch der Aufbau der Szenenfolge, das Jneinandergreifen der Handlungselemente und Schauplätze geschah filmisch folgerichtig und mit geschickten Überblendungen. Was diese Schauplätze angeht, — bie Geschichte spielt 1916 in Moskau — so sind Lazarett, Büro des Nachrichtendienstes, Spielsaal und Kriegsgericht von jeher vielfach erprobt in ihrer theatralischen Wirksamkeit; auch die Entwicklung der Handlung baut sich auf keineswegs neuartigen, aber immer wieder bewährten Kombinationen und Konflikten auf. Ein verwundeter Offizier liebt feine POegerin im Lazarett, Natascha, eine junge freiwillige Schwester gus gutem Hause, Tochter eines verstorbenen Obersten ... zunächst hoffnungslos, da dos Mädchen mit einem viel älteren unb auch ungeliebten Mann verlobt ist, einem sehr wohlhaben- ben Armeelieferanten und Kriegsgewinnler, dem Nataschas Familie erheblich verpflichtet ist, da er sie in wirtschaftlich schwieriger Lage unter ttitzt hat. Es kommt hier nicht darauf an, die Entwicklung, Steigerung und Lösung des Konfliktes im einzelnen zu verfolgen; wir wollen niemanden der Spannung berauben und haben bereits angebeutet, welcher Mittel sich ber Film bebient. Doch ist noch em Wort über bie Besetzung zu sagender en f^enbe Einbruck geht nicht von ber Fabel selbst, sonbern von ber Darstellung ber Hauptrolle aus; Wieder- begegnung mit A n n a b e l l a bie wir seit bem „Variet6"-Film (bamals mit Albers Zusammen) nicht mehr gesehen haben. Wir wüßten nicht, mit welcher von unfern jungen Schauspielerinnen man sie vergleichen könnte, nicht mit ber Wessely unb nicht mit ber Ullrich... sie ist schon ber äußeren Erscheinung nach ganz anders, aber immer von be= zwingenber Anmut, Natürlichkeit unb einer Fülle bes Äusbrucks bei aller Verhaltenheit ihrer bar- stellerischen Mittel unb Möglichkeiten; sie wirkt in ben meisten Szenen wie ein ganz junges Mäbchen, mit fast kinblichen Zügen manchmal, boch ist jebe ihrer Bewegungen unb Äußerungen von einem vollenbeten weiblichen Charme. Um ihretwillen schon lohnt es sich, biefen Film zu sehen. In P. Richarb Willm hat man einen sehr gut aussehen- ben, sympathischen Partner für Annabella gefunden, ber abgesehen von einer vorteilhaften unb angemessenen Erscheinung, bie hier natürlich nicht unwichtig mar, auch spielen kann unb ben Typus, ben jener Artillerie-Kapitän Jgnatoff als Mensch unb als Offizier barstellt, überzeugenb lebenbig zu machen versteht. Harry Baur, ber als Bnukoff ben Gegenspieler gibt, ist als ber französische Hannings bezeichnet worben; wir finb burchaus gegen derartige Abstempelungen, bie meistens (in biejem ftalle bestimmt) keinem ber beibcn Vergleichspartner gerecht werben Aber Baur ist, selbst wenn man sein typisch französisches Komöbiantentemperament in Rechnung stellt, ein Charakter,pie er von Format der Eindruck macht. Auch sonst fstdie Besetzung durchaus angemessene ein- Auszahlung der uns fremben Namen bürfte sich erübrigen. — Im Beiprogramm sieht man neben ber neuen reichhaltigen Ufa-Wochenschau einen Lanbschaftsfilm unb einen Vorspann zur „Puppenfee . — r — Alles wegen einer Mark. 13on Wilmont Haacke Das bezaubernde Fräulein war eigentlich noch ein kleines Mädchen. Aber ste konnte nicht übersehen werden, denn den schönsten Platz un ganzen Fa- milienbad hatte sie sich ausgesucht, da sie ausgerech. net mitten aus dem Drei-Meter-Sprungbret lag. Unten an der Leiter war Zwar em Schi d befestigt, auf dem zu lesen ftanb:. „Das Betreten ber Sprunqanlaqe ist nur Springern gestatte^ aber wahrscheinlich wollte sich das bezaubernde Fraulem über das Verbot lustig machen, Oder folHe ber Badewärter etwa glauben, daß sie nicht lesen tÖ3örn halt- an der Kasse feine drei Groschen für eine nach Teer riechende Kabine bezahlt, hatte sich rasch ben knappen blauen Schwirnrnanzug uberge- Jn ben zwei Stunben, bie sie bann nebeneinan- ber saßen, erzählten sie sich so viel, baß jeber ben anberen schon halb kannte. Das bezaubernde Fräu- lein hieß Ilse, schrieb Tagebuch, fanb ihren Mathematik-Lehrer großartig unb wollte unter anberem Rittergutsbesitzerin werben. Um brei Uhr mußten beibe gehen. Jörn brachte sie bis zur Omnibus-Haltestelle. Das Fräulein hatte es plötzlich sehr eilig. Als ber Bus kam, entdeckte sie, daß sie keine Gelbtasche mithatte. „O weh — leihen Sie mir rasch zwanzig Pfennige!" Jörn gab ihr eine Mark. Er besaß nur bie eine Münze. „Morgen hier — um bieselbe Zeit!" rief bas bezaubernde Fräulein, als ber Bus losbrauste. Jörn mußte zu Fuß nach Hause gehen. Auch bas Essen fiel heute weg, aber er freute sich auf ben nächsten Nachmittag. Fast anberthalb Stunben hatte ber gute Kerl an» berntags bann an ber Haltestelle gewartet — bas bezaubernbe Fräulein erschien nicht. Jörn konnte es nicht fassen. So ein nettes Mädchen sollte junge Männer um eine Mark betrügen können?! Es mar nicht zu glauben. Trostlos und traurig montierte er in sein Möbliertes. Sprachen Studienkameraden von Frauen, so sagte Jörn mit einer verächtlichen Hand- beroegung: „Alle betrügen, selbst die jüngsten!" Denn in der großen Stadt sah Jörn das bezaubernde Fräulein nie roieber. Längst hatte er bas kleine Ereignis vergessen. Als er brei ober vier Jahre später nach einem eben beftanbenen Examen mit seinen Koffern in ben Bäberzug stieg, der an die See fuhr, rief im Wagengang plötzlich eine Stimme, die ihm dunkel bekannt vorkam: „Hallo, hallo, junger Mann, einen Augenblick bitte!" Das bezaubernde Fräulein, inzwischen eine junge Dame geworden, stand vor ihm. Ohne lange Pause sagte sie zu Jörn, indem sie ihr Geldtäschchen öffnete: „Hier ist Ihre Mark von damals! Es ist sogar noch dieselbe! Ich habe sie damals doch nicht gebraucht, ich fand noch einige Groschen im Bademantel. — Und endlich kann ich auch mein Gewissen beruhigen unb mich entschulbigen: Damals wollte ich auf bem Rab zu unserem Renbezvous fahren. Ich hatte mich verspätet. Wurbe von einem Auto angefahren und verletzt. Sehen Sie bie kleine Narbe am Nasenflügel? — Alles wegen ber einen Mark!" Die junge Dame, bie noch immer ein be- zaubernbes Fräulein war, rebete schrecklich durch- einanber — anscheinenb vor Freube. Jörn brachte vor Staunen zunächst kein Wort heraus. Wie sich unterwegs in einem halbleeren Abteil herausstellte, wollten sie beibe in basselbe kleine Bab. Man beschloß, einen gemeinsamen Stranbkorb zu nehmen, weil es bann billiger sei. Spätex ist bie alte Silbermark von bamals mit ben Beiben in die große Stadt zurückgereist. 211 P. vor. Rodheim a. d. B. Sich. Wirtschaft als 1. Sieger die Kameradschaft 1 oes topieimann« zuges 116 hervor, die mit 191 Durchschnittspunktea *» Oie Mai-Bilanzen der Banken. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Lamstagnach» mittag geschloffen. fort. , Spiegelt sich schon in den Veränderungen auf der Anlagenseite der Banken eine lebhafte Bewegung in der Wirtschaft wider, so findet diese auch auf der Passivseite der Banken ihren Ausdruck. Das mit dem Mai - Ultimo zusammenfallende Pfingstfest bewirkte eine Abdisponierung der Kreditinstitutseinlagen bei den Großbanken für die Finanzierungsbedürfnisse der Kundschaft. Hingegen setzten sich die Zugänge bei den eigentlichen Kundschaftseinlagen erheblich fort. Bei den Großbanken betrug der Zugang auf dem Konto der sonstigen Gläubiger per Saldo 74 Millionen. Ferner ist ein Anstieg der Spareinlagen zu verzeichnen. Dies alles deutet darauf hin, daß die echte Depositenbildung weiter fortschreitet. So zeigt das Gesamtbild wieder eine Kredit- und Anlagenpolitik, die auf Kredit- und Zahlungsbereitschaft ausreichend eingestellt ist. * ♦ D i e Bezuschussung der Roggenver- mahlung. Die WD. der Roggen- und Weizenmühlen erläßt unter dem 15. Juni eine Ergänzungsbestimmung zur Anordnung Rr. 28 vom 18.11.1935, durch die die Bezuschussung der Roggenvermahlung über den 15. Juli 1936 hinaus bis zum 31. Juli 1936 ausgedehnt wird. Die Bedingungen für die Gewährung der Zuschüsse bleiben die gleichen wie in den bisher erlassenen Bestimmungen. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Tendenz: weiter abgeschwächt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Die Börse lag zum Wochenanfang ohne Unternehmungslust. Bei kleinsten Umsätzen bröckelten die Kurse bis auf geringe Ausnahmen auf allen Märkten etwas ab. Anregungen besonderer Art lagen nicht vor. Man verwies auf eine neue Reichsanleihe, von der man auch die Einzelheiten wissen wollte, ohne daß eine bestimmte Verlautbarung hierüber bereits vorlag. Angeblich würden Aktien zum Zwecke der Zeich- ; nungsmittel verkauft. IG. Farben bröckelten um , 0,25 v. 5). ab, Goldschmidt verloren 2,25, Metall- . gesellschaft 1,65 v. H. An Elektromarkt stellten sich sich noch die Jungenschaften Beltershain, Reinhards- hain, Stangenrod, Stockhausen und Weickartshain. Die fünf besten Einzelsieger waren: Karl 3ung» mann 303 P., Walter Keil 278 P., Rudi Muth 275 P., Gerhard Weisel 271 P. und Hans Becker (Göbelnrod) 269 P. Bei den Jungmädeln lauteten die Ergebnisse: 1. Jungmäoelschaft 1 (Kappes) 2005 P.; 2. Jungmädelschaft 2 (Kröhle) 1967 P ; 3- 2urig- mädelschaft 3 (Menaer) 1868 P. Die fünf besten Einzelleistungen zeigten: Hilde Christ 260 P-, Jrm- Arankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. Auftrieb: Rin- der 160 (gegenüber Montag, den 15. Juni 196), drunter Ochsen 28 (23), Bullen 22 (28), Kühe 83 (E, Färsen 27 (43), Kälber 409 (627), Schafe 39 (27), Schweine 3537 (3606). Es notier« ten (per 50 Kilo Lebendgewicht) m RM.: Ochsen 45 (45) Bullen 43 (43), Kühe a) 40 bis 43 (40 bl 43 b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 29 bis 33 (28 bis 33), d) 25 (25), Färsen 44 (42 bis5 44 ); andere Kälber a) 64 bis 66 (64 bis 70), d) 57 bis 63 (57 bis 63), c) 49 bis 56 (48 bis 56) d) 40 bis 48 (38 bis 47); Lämmer und Hammel b2) Weidemasthämmel 47 bis 48 (47 bis 49), ' Schafe nicht notiert; Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), . bl) 56 (56), b2)‘ 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), gl) fette Specksauen 54 bis 56 (54 bis 56), g2) andere Sauen 50 bis 53 (50 bis 53); - Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Kalber langsam, ausverkaust; Hämmel und Schafe langsam; Schweine zugeteilt. Ueberstand: Schafe 12, Abendbörse still. Die Abendbörse war fast vollständig umsatzlos und ohne ausgeprägte Tendenz. IG.-Farben mit 171,50 v. H. etwas über Frankfurter Schluß, Hoesch bei 107 gut gehalten, Reichsbank 0,50 v. H. leichter. Mannesmann mit 98,75 v. H. auf dem schwächeren Mittagsschluß gehalten. Der Rentenmarkt lag teilweise etwas freundlicher, aber ebenfalls sehr ruhig. Altbesitz 112,75 (112,50), Kommunal-Umschuldung 89 (89,13), Poung-Gulden- Anleihe bei 92,50 v. H. gesucht. Auch im Verlaufe blieb die Abendbörse farblos. Von den später festgesetzten Werten waren Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H. fester, Verein. Stahlwerke 0,13 v. H. leichter. Don Auslandrenten 1910er Ungarn 9,20 (9,40), auch Ungarn-Kronen noch eine Kleinigkeit unter Mittagsschluß. Deutsche Anleihen unverändert. Die Nachbörse war umsatzlos. JG.-Farben schlossen 171,25 v. H., also 0,25 v. H. schwäch-'- Es notierten: Reichsaltbesitz 112,7a 1910er Ungarn 9,20, Ungarn-Kronen 2,95, Lissabon Stadt 77, 4proz. Rumänen 5,80, 4proz. Schweizer Bundesbahn 230, Commerzbank 92,50, DD-Bank 93,50, Dresdner Bank 93,50, Buderus 103, Harpener 126, Mannesmann 98,75, Verein. Stahlwerke 94, AKU. 55,75 bis 55,50, BMW. 137, Betula 151, Chade Lit. D 430, IG. Chemie volle 243,50 proz. do. 170,50, Conti Gummi 190, Scheideanstalt 270, Deutsche Linoleum 186, JG.-Farben 171,50 bis 171,25, Feinmechanik Setter 90, Gessürel 139,50, Goldschmidt 111,75, Junqhans 99 B, Lechwerke 114,25, Mainkraft 99, Muag 109, Aschaffenburger Zellstoff 104,50, Schöfferhof-Binding 183,25, AG. für Verkehrswesen 121,50, Novdd. Lloyd 15,65, Anatolier 43,50. die von Kameradschaftsführer Karl Heinz Schieferstein gestiftete Wandertafel mit einer Hitler- büste errang. Als 2. Sieger konnte sich die Käme- radschaft 1 der Schar Lich placieren, 3. Sieger wurde Kameradschaft 1 der Schar 4; 4. Kameradschaft 1 der Schar 2; 5. Kameradschaft 1 der Schar 1; 6. Kameradschaft 2 der Schar 3; 7. Kameradschaft 2 der Schar 4; 8. Kameradschaft 3 der Schar 3. In den E i n z e l k ä m p f e n belegten die drei ersten Plätze in der Altersklasse 5: Georg Keil mit 205 Punkten; Richard Heller, 187 P.; Arthur Kächler, 182 Punkte. Altersklasse 6: Martin Keil, 246 Punkte; Walter Plutzas, 240 P.; Heinrich Pfeffer 219 P. Altersklasse 7: Karl Heinz Schieferstein, 217 P.; Karl Dietz, 210 P.; Fritz Brüning, 208 P Altersklasse 8 bis 9: Wilhelm Lerch, 225 P.; Karl Specht, 216 P.; Hans Staubach, 201 Punkte. Die Mannschaftskämpfe des BD M. ergaben als 1. Sieger die Mädelschaft 2 der Schar Lich; 2. Sieger: Mädelschaft 1 Schar Lich; 3. Sie- qer: Mädelschaft 4 der Schar Ettingshausen; 4. Sieger: Mädelschaft 3 der Schar Lich. In den Ein- zelkämpfen errangen die drei ersten Platze: Altersklasse 5: Elisabeth Schäfer, 236 Punkte, Hanna Uhrhan, 221 P., Marga Vater, 204 Punkte. Altersklasse 6: Anni Uhle, 211 P.; Annelene Hage- mann, 196 P.; Lydia Görnert, 187 Punkte. Altersklassen 7 bis 9: Thea Walz, 213 P.; Marie Schmidt, 187 P.; Gertrud Keil, 184 Punkte. — Zum Ab- -schluh des Jugendtages versammelte sich die gesamte Jugend zur Sonnenwendfeier auf dem Hardtberg. Nach gemeinsam gesungenen Liedern und einer Ansprache des Gefolgschaftsführers Wilhelm Lerch wurde das Sonnenwendfeuer abgebrannt. Mit dem Liede der Jugend und dem Gruß an den Führer wurde die Feierstunde beschlossen. Lanq-Göns. * Lang-Göns, 21. Juni. Die diesjährigen sportlichen Wettkämpfe des Jungvolkes, der Jungmädel der Hitler-Jugend und des BDM. aus den Orten Großen-Linden, Leihgestern und Lang-Gons fanden am Samstag- und Sonntagvormittag auf vem Sportplatz von Lang-Göns statt. Es war eine stattliche Schar, etwa 450 Buben und Mädchen des Jungvolks und der Jungmädel, die am Samstag unter Leitung von Fähnleinführer Fritz v o n Zadow aufmarschierten. Nach der Fahnenhissung und dem Tagesspruch begannen sofort die Wettkämpfe. Eine große Zahl Kampfrichter hatte sich zur Verfügung gestellt, und so wickelten sich die einzelnen Kämpfe rasch ab. Immerhin dauerte es bis nach 12 Uhr, bis die letzten den Platz verlassen konnten. Unbarmherzig brannte die heiße Sommer- sonne aus die Wettkämpfer hernieder, aber niemand ließ sich dadurch beirren. Der Sanitätsmann hatte nichts zu tun. In uneiaennütziger Weise hatte Bürgermeister Wenzel (Lang-Göns) dafür gesorgt, daß den Kindern Selterswasser und warmer Kaffee gereicht wurde. Am Samstagabend wurde bann das Sonn- ro e n b f e ue r an der Gemarkungsgrenze der drei Orte, einige Meter entfernt vom Hardtwäldchen, abgebrannt. Jungvolk, Jungmädel, HI. und BDM. 4- Rodheim a. d. Bieber, 21. Juni. Dieser Tage hielten die hiesigen Fortbildungsschu- Ki-nhol,. Fellmgch°ul°n 2W ,a(t S" äs**- 183 Walter Becker, RodhelM, 181 Pu"«-- “ÄÄÄig’gSX", 8S Ä'SÄtfK je 200 Punkte. Unlere Volksschule hi.«„ °ut dem^ diesjährigen Jugendwettkamp,- ab. 2 3 180 ^Unehmern 9; in Lll'n"-^ 3! 7ür MİN der- selben Klasse von 16 Teilnehmennnnen 4, m der 3. L"S.°."SS SärtTi. 1» SÄ'»-'1-«“,■* gleicher Altersklasse von 16 Teilnehmerinnen 2. Siemens 1,50, Gessürel 1,75, Bekula 0,40, RWE. 0 65 v. H. niedriger. Montanwerte uneinheitl ch, Rheinstahl auf Dividendenschatzungen voni 5,50 bis 6 v.H. um 1,75 v.H. hoher, dagegen Klöckner 0,50, Mannesmann 1,25 v.H. Derem Stahlwerke 040 0. H. leichter. Maschinenwerte teilweise starker^ gedrückt, so Muag um 2, Daimler um 1,25 v. H. Auch Bauwerte etwas leichter, so Holzmann um 1 • *0- Zellstoffwerte ohne sonderliche Veränderung, -von Textilwerten Aku 0,40 v.H. schwacher. Im einzelnen lagen Reichsbahn-VA. 0,13, Kaufhof 0,50, Braubank 0,75, Reichsbank 0,50 v.H. leichter. Conti Linoleum erhöhte sich noch um 2 v.H. Der R e n t e n m a r k t war von den Anleiheg^ rüchten unbeeinflußt. Altbesitz 0,13 v. H. leichter, auch späte Schuldbücher 0,25 v. niedriger. Kommunal-Umschuldung zu Samstagschlußkurse von 89,10 0. H. behauptet. Auslandsrenten ohne Bewegung und vereinzelt etwas leichter. Der Verlauf blieb ohne Anreguna "nd weiterhin schwächer. Es verloren AEG. 0,13, Aku noch 0,25, Aschaffenburger Zellstoff 0,40, Rheinstahl 0,25, Daimler noch 1 v. H. Daimler also ziemlich gedrückt Pfandbriefe fast vollkommen still und ohne Veränderung. Auch deutsche Anleihen auf den ersten Kursen dtroa behauptet. Im Freiverkehr Wintershall 123 (123,50), Ufa 62,50 (63), Frankfurter Handelsbank 49 (46), Kleyer 107,50 (107). Tagesgeld wieder 2,75 v. H. Das Bemerkenswerteste an den Mai-Bilanzen der Kreditinstitute ist — wie uns aus hiesigen Bankkreisen berichtet wird — diesmal der Rückgang der 90-Tage-Wechsel um 145 Millionen bei den Großbanken, während der Gesamtrückgang ihres Wechselbestandes nur 38 Millionen beträgt. Das zeigt uns, daß die Großbanken wieder in großem Umfange längerfristige Wechselabschnitte aufgenommen haben, mit denen sie die öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mitfinanzieren. Die gleiche Beobachtung läßt sich auch bei den anderen Bankgruppen machen. Gleichzeitig ist der Rückgang der Wirt- schaftskredite fast zum Stillstand gekommen, ja bei einer der Großbanken ist sogar ein nicht unbeträchtlicher Zuwachs an Neukrediten zu verzeichnen (Dedi: 24 Millionen). Bei den Provinzbanken setzte sich dagegen die Schuldentilgung um 39 Millionen Einzelleistungen zeigten: Hilde Christ 260 P-, Armgard Großhaus 239 P., Elisabeth Zimmer (Lauter) 234 P., Gudrun Röhm 227 P. und Minna Hartmann (Weickartshain) 227 $. Die Wettkämpfe der H i tl e r - I u g e nd am Sonntag hatten folgende Ergebnisse: Schar I (Grün- berg), Kameradschaft 1, 2109 P. Bei den übrigen Kameradschaften nur die Ergebnisse der Sieger insgesamt: Kameradschaft 2 1518 P, Kameradschaft 3 1181 P., Schar II (Lauter, Stockhausen, Weickartshain 1668 P., Schar III (Göbelnrod, Saasen) 1036 Punkte. Die fünf besten Leistungen: R^>. Mull (Göbelnrod) 231 P., Erwin Wagner 231 P , Werner Eisentraut 230 P., Eugen Felchtenbeiner 228 P., Alfred Kreutzer 226 P. m Ergebnisse beim B D M.: Mädelschaft 1 1844 P , Mädelschaft 2 1810 P., Mädelschaft 3 1810 P. Die fünf besten Einzelleistungen: Dina Michel 257 P., Gertrud Kappes 219 P., Emmi Wagner 218 P., Mariechen Müller 213 P. und Hiwegarde Probst marschierten geschlossen auf. Nach einem Lied der Leihgesterner HI. und dem Feuerspruch, gesproch n von Fritz von Zadow, wurde das Holz ange- iündet. Beim lodernden Feuer hielt Surigbamy rubrer Tächter (Gießen) die Feuerrede. Bürgermeister Wenzel (ßang-Qöns) erinnerte barari, daß erst seit dem nationalen Umbruch die deutsche Jugend gemeinsam und in geschlossener Form am Sonnwendfeuer stehen könne, wie dies m früheren Jahren durch den Streit der Parteien nie möglich gewesen fei. Anschließend wurden die Sieger in den sportlichen Wettkämpfen bekanntgegeben Als beste Jungenschaft ging dieLeihgefttrner Jungenschaft Martim nut durchschnittlich 216 Mnr ten aus dem Kampfe hervor. (Beste Emzellefltung von Martini 313 Punkte.) Es folgten an zweiter Stelle die Jungenschaft Nuhl (Lana-Gons), an dritter Jungenschaft Gerhard Hellwig ZangGons. Bei den Jungmädeln Zeigten die besten Einzel- leistungen Ottilie Stoll (Lana-Gons) und Jnngard Artz (Lang-Göns). Darauf sang die Le'hgesterner HI einzelne Kanons. Den Schluß bildete das HJ.. Lied Vorwärts! Vorwärts! Dann marschierten die Gefolgschaften in geschlossenem Zuge ab Am Sonntagvormittag fanden dann die Wettkämpfe der HI. und des BDM. unter Leitung von Gefolgschaftsführer Karl Rudolph (Lang-Gons) auf dem Wpl'atz Don L°ng-G°n- statt. Auch h.-rb wickelten sich alle Kämpfe reibungslos! ad. Ms beste Mannschaft ging die Kameradschaft Albert Wenzel (Lang-Göns) nut durchschnittlich 213 Punkten her- 0 Lich, 21.Juni. Von herrlichstem Sommerwetter begünstigt fanden auf dem Sportplatz hinter her Turnhalle die Mannschafts- und Einzelkampfe der Hitler-Jugend und des BDM. statt, die einen durchaus guten Verlaus nahmen. Aus den Man n- schaf tskämpfen der H i 11 e r • 3 u g e n b ging als 1. Sieger bie Kamerabschaft 1 des Spielmann- Frankfurter Getreidebörse. Fran k furt °. M A Juni.^ W°^ und auch die Roggen-Pslich 6 > Die lebhafte ber'W- ^.erhaltene Mahlgetr^. ^rddeut- ftadjfrage für’ ^af ® . Weizen und Roggen- schen Herkunften oe s rg Roggenmehl mehl werden f ott auf^nomm^^^ ^^ger. Mbei nachgebenden Preisen kaum fle- Raul; utter ist bet naajae alles fro9t G^nnn0‘77n int@W : ißeyen W 13 217, 220 2ß W 224, W 20 226; Raggen R12 V15 183 R18 187, R19 189, Grphhandels. ÖS- »A 101? S18 1O>: 3t 19 10,50, Mühlen. Festpr is ab Mühlen,tation Sojaschrat nut Ma- Ä-S« »5 ”AS Trebe" 15M bis 15,50; Trockenschnitzel 9,52 ab sudd. ^Station. Weizen- und Raggenstroh drahtae- preßt, 2,25 bis 2,40, dasselbe, gebündelt, 2,10 bis 2,25, Heu 5,50. Kartoffeln hatten eine ruhige Tendenz, Frübkartof eln gesucht. Es notierten (Großhan- Alspreife je.50 Kilo Frachtparität Frankfurt a M., bei Waggonbezug) in RM.: gelbfleifchlge, hiesiger Gegend ^3,55, weiß-, rot- und blaufchalige, hiesiges Gegend, 3,25, neue deutsche Erstlinge (gelb- fleischige) 10,25 einschl. Sack. Schweine 39. Großhandelspreise für Fleisch und Fe11waren: Beschickung 810 Viertel Rindfleisch, 97 ganze Kälber, 6 ganze Hämmel, 194 halbe Schweine, 4 Kleinvieh. Es notierten (für 50 Kilo) in RM.: Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54, Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95, Hammelfleisch b) 90 bis 95, Schweinefleisch b) 74, höchster Preis. Fettwaren, roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80. Marktverlauf: ruhig, außer Rindfleisch. Großes Arbeitsvorhaben im Oberwesterwaldkreis. 21 410 Tagewerke für Acker- und Mesenbränagen. LPD. Westerburg, 21. Juni. Auf der Ta- gung bes Bobenkulturzweckverbandes in Westerburg versammelten sich die Bürgermeister des Ober- westerwalbkreises zur Entgegennahme und Festsetzung des Haushaltsplanes sowie des Bau- und Finanzierungsplanes des Verbandes für das laufende Geschäftsjahr 1936/37. Der Haushaltsplan weist eine Gesamteinnahme und Ausgabe von 257 600 RM. aus. Vom Herbst 1936 ab sind in 14 Gemeinden des Kreises Bodenverbesserungsarbeiten geplant. Vorgesehen sind 319 Hektar Acker- und Wiesendränagen und 1650 Meter Bachräumungsarbeiten. Sie Gesamtkosten sind auf 177450 RM. veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt durch Aufnahme eines Darlehens bei der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt in Berlin in Höhe von 106 200 RM., einen Zuschuß der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung als Grundförderung in Höhe von 64 230 RM. und dem Aufkommen seitens der beteiligten Grundstücksbesitzer durch die einzelnen Gemeinden von 7020 RM. Zur Ausführung der Arbeiten sind 21410 Tagewerkeoorgefehen, die von Unterstützungsempfängern abzuleisten sind. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a.:Dl. Leriin Franksurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Derlin Devifenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. «chiuß« kur« Gchlui Abend bSrse f. Schluß, furt Schluß». Mittag. börse Schluß. kurS Schlußt. Abend, börse Schluß, kurü Schluß«. Mittag, börse Schluß, kurs Gchlußk. Abend, börse Schluß« «urö Gchlußk. Mittag- börse 20.Juni 22-Iuni Oalnm 20.6 22.b 20.6 22-6 Datum 20.6 22.6 20-6. 22.6- Dalum 20.6. 22-6- 20.6- 22.6 Amtliche Geld Aoiierun Bric Amtliche Notierung Geld I 25rlcf 6% Deutfchc Rrlchsanlelhe v. 1927 4% Deutsche Rctchoanl. von 1934 6Vi% Boung.Anlclhe von 1930 . Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............ Deutsche ReichSpostschahan Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehe in. 8% Hessischer Soltt- staat 1929 trückzahlb. 102%) ... 4%% ehem.8% Hessische Lande« bank Darmstadt Gold R. 12.... 5V,% ehcm. 4V»% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiau. «y.% ehem. 8% Darmsl. Komm Lande«b.Goldschuldverichr R.v Obcihessen Provinz-Anleihe mit AuNos.-Rechten ............ Deutsche Komin. Sammelabi. An leihe Serie 1 mü Aurich.-Rechten <’/>% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bl« 1935 6K% ehem. 4*/,% Franks. Hhp. Bank-Liqu..Psandbriese...... 6%% ehem. «y,% Wbcinlidx- Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4H% ehem. 8% Pr Lande«psanl> briesanstalt, Psandbriese R. 19 4yf% ehem. 7% Pr. Lande-psand briesanst., Gold Komm. €bl. 20 tzteuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Lesterrcichtsche Silberrentr 4% Ungarische Goldrente...... 4% Ungarische StaalSrcnte v. 191C 4y,% de«gl. von 1913......... 5% abgesi. Goldmexikaner von 9£ 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih» Serie 1.................... 101,13 99,13 103 112,65 100,25 98,75 97 101,25 93,5 123,5 119,5 97 101,45 101,65 97,5 95 109,5 2,8 9,9 9,5 9,6 14 101,5 98,9 103 112,75 100,25 98,75 97 101,25 93,5 123,5 119,75 97 101,45 101,75 97,5 95 112,35 2,65 9,75 9,2 9,5 | 13,75 1 - 101,13 | 99 103,13 112,5 100,25 98,75 120 101,75 97,5 95 109,5 34,75 2,75 9,85 9,4 14 J 101,5 98,9 102,75 112,4 100,2 98,75 119,9 101,5 97,5 95 109,5 34 2,7 9,8 9,4 13,7 4% de»gt. Eene U ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V,%Rumän.vercinh.Rcntev.lS13 4% Runiänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamdurg-Südam. Dampsschtss. 0 Norddeutscher Llohd .....0 81.0). für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handclügesellschasl ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 1 Dresdner Bank........ 4 Reichsbank ....... 1t 81.6.®......................0 Bekula..................... 8 Elektr. LieserungSgesellschafi... 6 Licht und Kraft .............7 Felten L Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 grbeintsche Elektrizität ........ 6 Rhein. West,. (Helft.......... 6 Schuckert SCo............... 6 Siemen« L Hch-ke............ 8 Lahmeyer L Eo.............. 7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2 H Hoesch Eisen—Köln-Neueffen . 3 Ilse Bergbau ...............6 hise Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhreu........ 7,13 9,9 5,85 15,5 16,75 123,25 115,75 93 94 94,25 195 36,65 151,4 134,25 155 133,5 141,5 136,25 135,13 157 206,75 140 105 132,5 108,13 138,25 104 101,25 7 9,9 5,8 43,5 14,5 15,65 121,5 92,5 93,5 93,5 194 36,5 151 132,75 153 132,5 139,5 137,25 134,5 1 — 203 1 138,5 103 129,5 126 107,5 I 137,75 1 102,5 I 98,75 7,15 9,9 5,8 14,75 16,5 123,13 116,25 93 94 94,25 194,65 36,5 ' 51,65 134,13 155,5 132,5 140,25 136,5 135,25 157 205,25 139,5 105,5 132 127,9 108,25 170 137,75 104 101,25 9,65 6,85 9,75 5,75 44 14,4 30 15,9 121,75 115,5 92,5 93,5 93,5 194 36,5 151,4 133 155 131 139,9 134 134 155,5 202,75 138 102,75 129,5 126 107 137 102 98,75 ManSsetder Bergbau....... 6yt Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhetnstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8% Otavt Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G- Farben.Jndustrie.......? Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ........... g Metallgesellschast.............5 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Lementlverl Karlstadt......... 6 Schultheis Pahenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Vcmberg................ 5 Hellstoss Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren............. Deutsche Linoleum............ crenstetn L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade....................... Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummi.............. jj Grttzner..................... Mainlrastwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 137 246 133,5 95 22,5 129,5 172 270 114,5 129,5 135,25 123,5 140,25 150 56,5 85,75 141 105 122 191 46,5 447 203 190 33,4 99,25 1 235 136,5 242,5 134,4 94 126,5 126 171,25 270 111,75 129 133,65 122 140,75 150 55,5 141,75 104,5 119,75 186,75 45,5 440 201 190 99 137,25 131,5 246,5 133,25 95 22,65 129,5 172 114,5 128,75 136 ? 111,9 56,65 85,25 141 105,5 120,5 121,4 190 82 46,5 446 202,5 190,25 1 33,65 1 236 136,75 130,25 243 134,25 94,13 22 126,5 126 180,5 171,65 111,25 127,25 134,4 5 110 55,75 85 141 104 119,25 119,5 186 81 45,65 442 201,5 190,25 33,65 233 Buenos tüte Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen. Danzig----- London ..... HelstngforS.. Parts ...... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,686 42,08 0,139 3,047 55,63 46,80 12,46 5,49 16,38 168,35 19,53 0,730 5,654 62,62 48,95 11,32 64,24 80,82 33,95 10,27 2,485 0,690 42,16 0,141 3,053 55,75 46,90 12,49 5,50 16,42 168,69 19,57 0,732 5,666 62,74 49,05 11,34 64,36 80,98 34,01 10,29 2,489 Banknoten 0,685 42,06 0,139 3,Ctf 55,65 46,80 12,465 5,495 16,39 168,51 19,53 0,730 5,654 62,64 48,95 11,325 64,27 80,85 33,95 10,28 2,486 0,689 42,14 0,141 3,053 55,77 46,90 12,495 5,505 16,43 168,85 19,57 0,732 5,666 62,76 49,05 11,345 64,39 81,08 34,01 10,30 2,490 25erlm,22.3uni 1 ®cT5 Ms Amerikanische »Roten............ Belgische Roten............... Dänische Roten ............. Englische Roten .............. Französische Roten............. Holländische Roten........... Italienische Roten............. Norwegische Noten ......... Deutsch Oesterreich, ä 100 Schtilina Rumänische Noten......... ® Schwedische Noten............ Schweizer Noten............ Spanische Noten.......... Uiuiarütäe Note» .............*** 2,438 41,92 55,40 12,43 16,34 168,09 62,42 64,05 80,67 33,61 2,458 42,08 55,62 12,47 16,40 168,77 62,68 64,31 80,99 33,75 Nr. 144 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, 25. Zum 1956 Ratschläge der Post für die Reisezeit Anschrift so, daß auch der Wohnungsgeber, Gast- Postamt die Nachsendung schriftlich zu beantragen Hofbesitzer usw. sie entgegennehmen darf, z. B. „An oder auf das Postscheckkonto für Fernsprechgebühren ." oder „An Herrn Herrn .... zu Händen des . R. B. auf. wie stark kann man bräunen? Nun — da gibfs keine feste Skala; die natürliche Veranlagung entscheidet! Fest steht aber, daß Sie das „Braunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrah- Hat der Empfänger keine ausreichenden Ausweis- papiere, so wähle man bei Wertsendungen usw. die des zuständigen Amtes (unter Angabe der Vermittlungsstelle und der Rufnummer des Anschlusses, für den die Zahlung bestimmt ist) einen ausreichenden Betrag einzuzahlen. Nach dem Ausland werden Fernsprechrechnungen nicht nachgesandt. „Verlassen" dünkte sie sich, „aber einsam nicht" — erschüttert war sie, „aber nicht zerdrückt, solange noch das liebe Licht auf mich mit Liebesaugen blickt!' In dieser klingenden Maistunde empfinde ich sie nach, die Gnade des hereinströmenden Lichts, das den Kranz blühenden Heidekrauts, von treuen Westfalen alljährlich der toten Landsmännin gespendet, rot aufglühen läßt, dem zierlich geschweiften Schreibtisch, dem Ofen, dem Ebenholztischchen Leben em- haucht und Vergangenheit und Gegenwart, Nähe und Ferne bindet in eine einzige Ewigkeitsminute. Das Mattsilber, der Goldstaub, das Gleißende des südlichen Lichts ist mächtig in der Meersburger Landschaft, wie ja auch das Felsennest Meersburg selbst in der Nähe der Riviera stehen könnte. Die Dichterin stanz, auf das heitere Rokoko des Seminars und das lautlose Silberglimmen des mittäglichen Bodensees; und blättere weiter und weiter bis zur hoheitsvollen Bitterkeit der Strophen der Entsagung, geschrieben nach dem Abschied von Schücking, afe ihn und seine Frau der Dampfer für immer entführt hatte: Lebt wohl, es kann nicht anders fein! Spannt flatternd eure Segel aus, Laßt mich in meinem Schloß allein, Jrn öden, geisterhaften Haus. Lebt wohl und nehmt mein Hetz mit euch Und meinen letzten Sonnenstrahl; Er scheide, scheide nur sogleich, Denn scheiden muß er doch einmal. der Reichsführer auch zum Sport antreten. Standartenführer Müller sah sich veranlaßt den Mannschaften des Sturmbannes 1/83 für ihre Leistungen besonderes Lob auszusprechen, da sie gerade in Anbetracht der Sommerhitze besonders erfreulich erscheinen. Den Abschluß der würdigen Feier bildete das Treugelöbnis zum Führer, in das die Staffelmänner und die Volksgenossen, die zu der Feier erschienen waren, begeistert einstimmten. Geheimrat D. Nr. Nr. Gustav Krüger feiert goldenes Oozentenjubiläum. Von der Presse st elle der Universität wird uns mitgeteilt: Am 24. Juni, unmittelbar vor Erreichung seines 74. Lebensjahres, begeht Geheimrat D. Dr. Dr. Gustav Krüger, der emeritierte Kirchengeschichtler unserer Landesuniversität, das Jubiläum seiner 50jährigen Zugehörigkeit zur Dozentenschaft. Seine Verdienste um Fakultät und Universität, um die Stadt Gießen und unser Hessenland, sind bei seinem 70. Geburtstag im Jahre 1932 und bei der Feier seines goldenen Doktorjubiläums im Jahre 1934 in der Oeffentlichkeit eingehend gewürdigt worden. Von seiner Habilitation 1886 bis zu seiner Emeritierung 1927 hat er fast nur in Gießen gelehrt. Einen Ruf nach Göttingen und nach Straßburg lehnte er ab und war seit 1899 Ordinarius für Kirchengeschichte als Nachfolger von Karl Müller. 1892 verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Marburg den theologischen Ehrendoktor. Zu seinem 70. Geburtstag wurde er Ehrendoktor der juristischen Fakultät unserer Lan- desunioersität. Zweimal war er Rektor der Universität: 1922/23 und 1924/25. Sein Bild schmückt den Senatssaal des Dorlesungsgebäudes. Als Sti- pendienephorus leistete er über ein Dierteljahrhun- dert (von 1906 bis 1933) der Universität und ihren Studierenden treue Dienste. Kurz vor seiner Emeritierung hatte er im Jahre 1926 die Ehre, als Gastprofessor in Chikago Vorlesungen über einen Lieblingsgegenstand seiner Forschung, die Aufklärung, zu halten. Oie Sonnwendfeier der SS. Die SS. hielt am Bismarckturm auf dem Hardtberg am Samstagabend ihre Sonnenwendfeier ab. Auf dem Platze vor dem Turm marschierte die Schutzstaffel in zwei Kolonnen auf, rechts und links des Turmes hatten Abordnungen der HI. Aufstellung genommen. Unterhalb des Vorbaues stand der Standardenführer der SS.-Standarte 83 Müller mit seinem Stab. Mit Hellen Fanfarenstößen kündeten zwei Jungvolkbläser den Beginn der Feier Lornotizen. Tageskalender für Dienstag. an. Sturmführer Rebholz sprach den Appell zur Bereitschaft an dieser Feier. Weit in die Stille des Abends hinein klang das Lied vom Morgenrot, das aus dem Osten aufdämmert. Oberscharführer Horn sprach vor den prasselnden Flammen am Holzstoß den Feuerspruch. Der Schulungsleiter des Sturmbannes 1/83, Dr. Goubeaud, hielt die Feueransprache, erinnerte an die Sonnwenfeier als Brauch der Menschen nordischen Blutes, der aus der Vergangenheit herauf bis in die Zeit unseres neuen Glaubens leuchte. Die Sonnwendfeier fei geblieben, wenngleich Kirchen und Klöster an Stelle der Thingplätze gebaut wurden. In den letzten Deutschen sei Widukind lebendig geblieben und aus neuer reiner Flamme sei die einige deutsche Nation herausgeboren worden. Der Schulungsleiter Dr. Goubeaud sprach sodann den Weihespruch durch den sich der SS.-Mann seinem Führer neu verpflichtet fühlen muß. Sturmbannführer H e i n b a ch lenkte die Gedanken der um das Feuer Stehenden zu jenen, die für Volk, Vaterland und Bewegung starben, zu den Besten des Volkes. Er wies darauf hin, daß unsere Gedanken immer jenen gehören müßten, die auf dem Felde der Ehre starben und ihr Leben für das neue Deutschland gaben. In stillem Gedenken wurden die toten Helden geehrt. Sturmbannführer Heinbach erinnert auch an alle Brüder und Schwestern die sich draußen über den Grenzen unseres Vaterlandes durch ihr Blut dem deutschen Volke verbunden fühlen. Auch ihrer wurde besonders gedacht. Das Treuelied der SS. beschloß diesen Teil der Feier. Im Anschluß daran nahm der Sportreferent Behn die Siegerverkündung vor. Er sprach von dem Wunsche des Reichsführers der SS., der von jedem Staffelmanne verlange, daß er in einem gesunden Körper gesunden Geist pflege, da sich immer und überall erwiesen habe, daß aus dem Blut die schöpferische Leistung komme und unsere Vorfahren immer nur dann besiegt wurden, wenn sie die Stimme ihres Blutes überhörten. Der Reichsführer habe in der SS. ein Instrument geschaffen, das dem deutschen Volke eine Grundlage dafür bieten solle, daß es V"*- 1 n xjuim eine vyiuiiuiuyt dafür vielen |oue, oay es sich treu bleibe und den einreiben. Weg des Aufstieges gehe. Aus diesem Grunde lasse I 9 9 Aus Oer Provmzialhaupistadt. Zwischen Pflug und Erntekranz. In diesen Tagen gehen wir über die Höhe des Jahres. Feiernd an lodernden Flammenstoßen erleben wir die Sonnenwende, Felder und Fluren 1 treten in ihre große Leistungszeit. Farbenprächtig strahlt uns em zünftiger Feld- ; blumenstrauß an, edleren Duft spenden Gebinde : von Gartenblumen, aber Gefühle unentrinnbarer Abhängigkeit von Mutter Erde kommen in Bewegung, wenn gesättigter Heugeruch aus unseren Gebirgstälern und breiten Auen unseren Weg kreuzt oder an stillen, warmen Abenden der Mehlgeruch blühender Kornfelder unsere Sinne ansteuert. Wer stand je staunend vor wogenden, schlankgeknoteten, übermannshohen Halmen leistungsstarker Kornähren und hat nicht zugleich in einem Augenblick tiefer Ergriffenheit die mühevolle und geduldige Arbeit von Jahrtausenden ermessen, die uns dieser (Ebeling unter den Gräsern aus unscheinbaren Ausgangsformen bis in unsere Tage heraufgezüchtet hat? Der Bauer als Betreuer solch kostbaren Erbgutes folgt jedes Jahr dem neuen Blühen und Reifen mit stolzer Andacht und wacher Sorge zugleich, einer Sorge, die sich aber längst aus schlaffen, untätigen Klagen unter Beistand der forschenden Wissenschaft zu dem unbeugsamen Kampfwillen umgestaltet hat gegen die vielen, allzuvielen wurzelnden und fliegenden, kriechenden und springenden Gäste, denen Mutter Natur Freiplätze auf diesen seinen Feldern spendet, noch ehe er selbst ein Stück Brot auf seinen eigenen Tisch legen kann. Und dieser Kampf beginnt schon, wenn das Saatgut wurfreif gemacht wird und der Pflug die Scholle bricht. Den pflügenden und säenden Bauer, den die gestaltende Hand des Künstlers sich so gern zum Vorwurf nimmt, erleben wir ja immer wieder über seinen Arbeitskreis hinaus als Symbol des Aufbruchs und trotzigen Lebenswillens schlechthin, als Vorbild zukunstgläubigen Einsatzes für ewige Grundlagen des Lebens. Aber dabei stößt der ■Satter auch auf Gewalten, die ihm den Blick weiten und die Seele aufschließen für Bezirke, die über alle menschliche Kraft hinausliegen. Wenn späte Fröste seine zarten Kulturen schwärzen ober roilbe Stürme seine stolzen Getreibefelber nieberwalzen, wenn bürre Wochen ihm ben kargen Futtergang zu feinem brüüenben Vieh so schwer machen ober reißenbe Fluten ihm bie Muttererbe zu Tal schwemmen, bann erwächst ihm aus solchen Keimerlebnissen bas bebingungslose Gefühl tiefer Dankbarkeit für alles, was ihm für feinen Erntewagen übrig bleibt Die erwartungsvolle Zeit zwischen Pflug unb Erntekranz stellt aber nicht bloß einseitige Forbe- rungen an ben Bauer, sondern bedeutet auch für jeden einzelnen Volksgenossen eine unabdingbare Verpflichtung. Das war vergessen in jenen Jahrzehnten höfischer Jagdlust und querfeldein stürmender Hetzjagden, bei denen der Bauer verarmte oder in der Gegenwehr zu hohen Strafen kam und in wirtschaftlicher Verzweiflung seinen Wanderstab über die Heimatgrenze stieß. Heute weiß jeder Deutsche, daß er an der Seite des Bauern mitkämpfen muß, damit unserem Volke Brot werde, mitkämpfen bis herab auf die kleinste Mithilfe und die kleinste Unterlassung. Dann können wir uns aber auch gemeinsam freuen an dem Erntekranz des deutschen Volkes, beit uns bie Arbeitskraft bes Bauern winbet, sein Vorlockungen von Himmelsblau, Rebengrun unb Woqensilber. Sie verwehte nicht in ber Betäubung des Blütenstaubs. Die Dichterin ber „Jübenbuche", ber „Mergelgrube", bes „Geistlichen Jahres" unb ber Letzten Gaben" schuf immer von neuem bie nieber- s'ächsische Lanbschaft unb ihre Menschen nach bie Lanbschast in ihrer vollkommensten, auch bas Winzige ben Stein unb ben Käfer barfteüenben Art. Abwesenheit (Reise usw.) befreit Fernsprechteilnehmer nicht von ber rechtzeitigen Zahlung ber Fernsprechgebühren. Es wirb empfohlen, entmeber einen Angehörigen, Angestellten usw. mit der Bezahlung der Fernsprechrechnung zu beauftragen oder bei dem Rechnungsführenden Amt oder beim Zustell- WtrP in mein Auge — ist es nicht das deine? I« nicht mein Zürnen selber deinem gleich? Du lächelst - und das Lächeln ist das meine. An gleicher Lust und gleichem Sinnen «ich; Worüber olle Lippen «reundl.ch scherzen Wir fühlen heil ger es im eignen Herzen. ^di lese es noch einmal nach, an tiefer himmel- „aben erdenthob7nen Stätte mit dem Blick auf die Schneegipfel des Säntis unb bte Turme von Kon- Welch eine Schöpferkraft war boch lebenbig in Diesem graziösen, kurzsichtigen Tante Nettchen bas die Lorgnette vor das goethisch übergroße Auge halten mußte, um den Waldkegel des Bregenzer Pfänder", die Schweizer Schneefirnen oder gar em Schiff am Meersburger Landungssteg zu erkennen. Niemals hat eine deutsche Dichterin vor ihr und nach ihr ein so großartiges lyrisches Vermächtnis hinterlassen. Berühmt zu werden, war nicht in ihrem Sinne; wohl aber gelesenzu werden nach dreißig oder fünfzig Jahren. Dazu sollte ihr dieses Friedens- Haus über der Kuppel der Wemstöcke bienen, das ein Fugger einst bauen ließ, der Fürstbischof von Konstanz war. Und so heißt es denn „Furstenhausel , abzugeben an ...." Reisegeld. Wer nicht viel bares Gelb mit sich führen will, lasse sich einen Postreisescheck ausstellen. Er Das Fürstenhäusel der Annette von Droste-Wshoff. Von Werner Schumann. Der Weg zu Annette wird immer über ihre Gedichte führen, die zu den schönsten, von einer Frau geschriebenen in deutscher Sprache gehören. Aber noch ein anderer, Allen zugänglicher Weg ist da, der, wenn auch nicht zu den Quellen des Schöpfungsrausches, so doch in die Atemnähe jenes landschaftlichen Zaubers führt, der die meisten Verse der westfälischen Dichterin überglänzt. Ich meine das „Fürstenhäusel" hoch über den Felsen von Meersburg, wo da zarte, kränkelnde Fräulein mit den großen Augen in den letzten sieben Jahren ihres nur dichterisch erfüllten Lebens arbeitete; wohin sie sich zurückzog, wenn Sturm den Bodensee oder ihr sehnsüchtiges Herz aufwühlte; wo der Himmel näher und die irdische Dumpfheit entrückter schien. An einem Maitage des Reoolutionsjahres 1848 erlosch sie und wurde begraben in weißem Kleide und mit weißen Rosen in den starren Hän- berhaft, und wie ich so droben die ganze Gegend controllieren kann, jeden Bürger, der auf bte Gasse ober auch nur ans Fenster, jeben Bauern, ber in seinen Hofraum tritt, fo komme ich mir vor rote ber Stubent von Salamanka, bem ber hinkenbe Teufel bie Hausbücher abgehoben hat, unb mir ist beinahe sünblich zu Muthe." ± . Da bie Klingel bas stille Haus ber Dichterin burchschrillt, blafft zornig ein unsichtbarer Wach- hunb auf, ben bie jetzige greife Besitzerin bes Hauses, Witwe bes Neffen ber Dichterin, zu ihrem Schutze hält. Im Zimmer zu ebener Erbe, wo Annette arbeitete, herrscht bie pedantische Unordnung und Unübersichtlichkeit eines Museums: da zeigen Bilder und Daguerreotypen das ebenmäßige Antlitz mit der kühnen Nase in Jugend und Alter, ‘ das Staunen der blauäugigen Siebzehnjährigen und • den schmerzlichen Verzicht des vierzigjährigen Aau- 1 leins im blauen Merinokleid, des „Tante Nettchen • mit den wundervollen Händen. Ein Achatpetschaft, 1 mit dem sie ihr Testament besiegelte, alte Ringe, ' ein Versehkreuz, Schultertücher werden unter Glas bewahrt, auch blonde Locken ihres Haares das sie so gern vom Sturm zerzausen ließ. Und im Bude endlich ist alles versammelt, das zu ihrem westfa- Isichen und Meersburger Lebenskreise und ihrem Schicksal gehörte: voran Lemn Schücking, ber um 17 Jahre jüngere, geliebte Freund, und der ge- le hr t e Sch wager Joseph von L a ß b erg der U h- l and und K - r n e rzu Gaste lud und doch Mnette Zug- und kraflwagenverbindungen. Bei großen Reisen versäume man nicht, auf das amtliche Reichskursbuch zurückzugehen. Das Kraft- poftkursbuch bildet einen Anhang dazu. Für unsere engere Heimat genügt der vom Rhein-Mainiscken Industrie- und Handelstag für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet und angrenzende Gebiete heraus- gegebene „Kraftwagenfahrplan". Er ist bei allen Kraftpostbetriebsstellen unentgeltlich zu haben. Rachsendung der Postsachen. Um die Nachsendung von Postsendungen usw. sicherzustellen, gebe man seinen Angehörigen, Bekannten und vor allem dem heimischen Zustellpostamt seine neue Anschrift an. Die Poft gibt unentgeltlich amtliche Vordrucke hierzu durch die Zusteller und Schalterbeamten ab. Personalausweis. Einschreib- und Wertsendungen, Poft- und Zahlungsanweisungen dürfen die Zusteller an unbekannte Personen nur aushändigen, wenn sie sich gehörig ausweisen. Man tut gut, sich beim Postamt eine „Postausweiskarte" — Gebühr 50 Rpf. — ausstellen zu lassen. Sie gilt auch in vielen fremden Ländern im Verkehr mit den Postanstalten. kann damit bei jeder Postanstalt und bei den Bahnhofswechselstuben beliebige durch 25 teilbare Reichsmarkbeträge des Guthabens abheben. Luflpostverbindungen. Zur beschleunigten Beförderung von Postsendungen nach dem Sommeraufenthalt bediene man sich — namentlich bei größeren (Entfernungen der Luftpost. Luftpostsendungen unterliegen nur einer geringen Zuschlaggebühr und werden bei allen Postanstalten angenommen. Die Luftpostliste nebst einer Karte der Luftpostlinien kann bei den Postanstalten eingesehen werden. Auskunft in Posiangelegenheiten. Alle Postbeamten haben Auskünfte nach bestem Wissen zu erteilen. Bei großen Aemtern sind besondere Auskunftsstellen eingerichtet. Wer sich eingehend unterrichten will, kaufe sich das vom Reichspostministerium herausgegebene „Poftbuch" — Preis 50 Pf.; erhältlich bei den Zustellern und Postanstalten. Fernfprechrechnungen. den — an einem Maitage, da ber Fliederduft über die blühenden Gestade bis aufs Wasser drang, zog es mich hinauf in des Fürstenhäusels vollkommene Abgeschiedenheit. Der Schwarm der eiligen Reisenden blieb im allberühmten „Wilden Mann", in der Gassenheimlichkeit dieser urdeutschen Felsenstadt oder in der Burg zurück, wo schon der Staufenkomg Konradin auf seinem Jtalienzuge verweilte; und so pilgerte ich allein hügelan, einem immer strahlenderen Licht entgegen, das mich die rosane Eremitage da oben wie eine Krone erscheinen ließ; von den Rebhüqeln emporgehoben. Breit und buschig lsuoll der Buchsbaum über die schmalen, memuberrantten Steinstufen, die bis vor die Glastür fuhren Staub- los, schattenlos flimmerte die Luft. Eine Amsel im Fliederbusch, Spatzen auf der altersschwachen Bank, anschwellendes und abklingendes Grlllengezirp vom Wiesensaum der Weinberge, die nun, von oben ge- ehen, wie der dick wattierte Rock der Droste bauchig herabwallen — was könnte den einsamen Z5e= ucher inniger vorbereiten auf eine so erlauchte Begegnung? Es ist ja nur der Seist, den die Phan- taste zu spüren wünscht, jenes unwirklich Allgegenwärtige, das nur etwa in Weimars geweihten Statten den Atem anhalten läßt. Schon dieser Anstieg war wie eine Ballade der Droste. „Es ist eigentlich wunderbar schön", schrieb sie an Elise R u d j g e r, „und die Meersburger halten dieses Furstenhaus- chen (auch der Hindelberg genannt) für eine unschätzbare Perle. Mir ist's aber fast zu viel und zau° Die öcutfche Arbeitsfront <7 n.9.=6emeirifc|iaft „ftraft burdi freubc" Ein Museum für Frauenkleidung. In London soll ein nationales Museum für Frauenkleidung entstehen. Der jetzige Besitzer ist der Theaterfachmann Roy L a n g f o r d , dessen Liebhaberei es war, Dinge des täglichen Gebrauchs in der Frauenkleidung und Stoffe zu sammeln, die oft Jahrhunderte alt sind. Stapel von hell- und buntgefärbten Seidenstoffen bilden wahre Farben- orgien in den Räumen, die bald in würdigem Rahmen gezeigt werben sollen, wo sie sich vor bem Beschauer voll entfalten können. Neben ben mobischen Gewänbern vergangener Tage find auch Kleiber zu sehen, bie berühmten Frauen gehörten. Ein hübsches schwarzes Taffet- kleib mit einer sehr schlanken Taille würbe von ber Königin Viktoria getragen, unb ein winzig kleines Satinmieber soll ber Königin Alexanbra auf ihrer Brautfahrt nach London gebient haben. Auch ber Sonnenschirm, ber bie Wangen ber großen Dichte- rin Elisabeth Barret-Browning auf ihrer Seereise beschattete, fällt auf. Sochfcbulnachnchten. Der Dozent für Astronomie in ber Naturwissenschaftlichen Fakultät ber Universität Frankfurt, Dr. phil. nat. habil. Karl Boba ist mit ber stell- oertretenben Leitung bes Planeten-Jnstituts ber Universität Frankfurt beauftragt worben. — Dr. med. habil. Bertholb Kemkes ist eine Dozentur für bas Fach ber sozialen Hygiene unb Bakteriologie in ber Frankfurter Mcbizinischen Fakultät übertragen worben. — Dr. med. habil. Rubolf Thauerist eine Dozentur für bas Fach ber Physiologie in Frankfurt verliehen worben. ein Wort mit Respekt unb Anbacht zu nennen, spürt man boch ein großes, allgütiges Herz barin schlagen. Wer es recht vernommen bort in ber Höh', hört seinen Schlag allerwegen in ben Bergen, auf allen Pfaben herab zum Schloß, wo Annette bei ihren Verwanbten wohnte unb still aus biesem Leben ging. Um eine tote Lerche klagte sie einst — es könnte ihr eigener Grabgesana sein unb über ihrer Gruft auf bem Meersburger Friebhof stehen: Ich möchte Tränen um bich meinen, Wie sie bas Weh vom Herzen brängt, Denn auch mein Leben wirb verscheinen, Ich fühl's oerfungen unb versengt; Dann bu, mein Leib, ihr armen Reste! Dann nur ein Grab auf grüner Flur, Dann nah nur, nah bei meinem Neste, In meiner stillen Heimat nur! Abt. Wandern. Ortsgruppe Heuchelheim: Am Sonntag, 28. Juni wirb folgenbe Wanberung burch- geführt: 7 Uhr Abmarsch ab Kirche Heuchelheim über bie Himberge nach Hofgut Haina, weiter über Königsberg, burchs Strupbachtal über Bieber, Rob- heim nach Heuchelheim. Rucksackverpflegung. Führung: Ortswanderwart Benner. Gießen: Am Sonntag, 28. Juni, wirb eine Rabwanberung burchgeführt: Abfahrt 7 Uhr ab Marburger Straße - Ecke Wiefecker Weg nach Lollar, Salzdöbetal, Reimertshaufen, Altenvers, Seelbach, Frankenbach, Fellingshausen, Krosborf, Gießen. Rucksackverpflegung. Führung: Wanberwart M. Lösch. Volkstanzkreis. Am Donnerstag, 25. Juni, treffen sich bie Teilnehmer vom Volkstanz um 20 Uhr an ber Volks- Halle. Wir gehen diesmal nach dem Trieb, da der Saal in der Schanzenstraße besetzt ist. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. Oie ehemalige deutsche Feldartillerie in Köln. Wie nunmehr feststeht, werden sich am 30. August in der alten Hansestadt Köln viel tausend alte Feldartilleristen, Kämpfer des großen Krieges, zum Appell melden. Unter dem Führer ihres Waffenringes werden sie aufmarschieren vor dem Gebenk- und Mahnmal ihrer Waffe, dem Reichsehrenmal der ehern. deutschen Feldartillerie, und all die Kameraden werden vertreten sein, die einmal mit in Reih und Glied marschierten unb bie längst ber kühle Rasen beckt. Aus allen beutschen Gauen werben sie kommen, bie Männer vom schwarzen Kragen, und bie einzig-. artige Kamerabschaft, bie geboren wurde im schwersten aller Kämpfe eines Volkes um feine Freiheit, wird sie erscheinen lassen als Söhne eines Volkes. Das „Kölner Schwarze Korps" wird in Verbindung mit der Stadt Köln dafür sorgen, daß alle Kameraden gastlich ausgenommen werden. Schon am 29. August finden Zusammenkünfte statt. Am 30. August wird in feierlicher Weise das Ehrenmal der Oeffentlichkeit übergeben. Die rheinischen Garnisonen zweier Armeekorps werden vertreten sein und eine Batterie wird während des Weiheaktes Salut schießen. Nach einer Ansprache des Schirmherrn bes Waffenringes, Sr. Exzellenz bes Herrn Generals des Artillerie V Ga11witz, erfolgt bie Enthüllung des Denkmals unb anschlie- ßenb burch ben Führer bes Waffenringes, Sr. Exz. Herrn Generalleutnant Frhr. v. W a 11 e r, bie Uebergabe bes Ehrenmals an ben Oberbürgermeister von Köln. Nach einem Vorbeimarsch gehört , der Nachmittag roieber ben einzelnen Vereinigungen. Am Abenb ist großes Treffen auf ben Rhein- terraffen. Bei einem Groß-Konzert verschiebener Kapellen veranstaltet bie Stadt ein großes Feuerwerk mit Rhein- unb Dom-Beleuchtung. Gloria-Palast, Seltersweg: „Natascha". — Ober- hessischer Kunstverein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung „Frauenbildnis mit Schmuck" im Foyer bes Stadt- theaters. — Bauwirtring: 20.30 Uhr Lichtbilber- oortrag im Hotel Schütz von Organisationsleiter Fritz Fellenberg. ____________________________ Kampfwille oertelbigt, ben bie Volksgemeinschaft schützt unb ben Gottes Gnabe mieberum segnen möge. K ° r n ° -8u a>a| e u - t | blieb auch hier Westfättn. die Hülshoff behaup- nie ganz begrifs. ihrer cnchleri,cye i > I it männlicher Entschiedenheit inmitten aller immer ein wenig fremb aeflenubentono.^«r flu IJ Himmelsblau. Re Natur ein kühnes Herz sang sie zwar — uno jie meinte damit die Kühnheit des Begehr-ns, das Recht des genialen Menschen auf em volles Au-mesten und Dransetzen seiner Kräfte. Und d°ch ""de r>on einem gnabelofen, unbarmherzigen 6$itffat biefem kühnen und starken Herzen das Schwerste auf- erleat was es auf dieser Welt zu trageni gibt: Ver- ttcht un" Abschied Hatte die Liebe ihre dichterischen Näfte mächtig entbunden, daß der Federkiel in d,e- sem lichtdurchstuteten Zimmer und in dem darub-r nimmer ruhen wollte, so brandete nach dem letzten Wiedersehen mit Lemn der Berfe Flut abermals Die Sonnwendfeier der <&3. und des Jungvolks Oberheffen uf der Kur- Abends bot lor von Reichs- MAGGI5 Bratensoße WeiteraJtezepte kostenlos Dank- solche Hitler für neu auf dort Von Eisenbahnsänger-Treffen in Bad-7!auheim. vielen wurde das Nationaldertkmal besucht. Am Spätnachmittag wurde die Rückfahrt nach Braubach angetreten; um 20 Uhr fuhr der Sonderzug zurück, der die Arbeitskameraden wieder in die Landkreis Gießen qnT?rÄIo$n‘^int,cn' 22' 3uni. Brandmeister Auheim L e n z von der hiesigen Freiw. Feuerwehr hat in mühevoller Arbeit in seinen dienstfreien stunden eineMotorspritze erbaut. Dieser die neue Spritze durch die Landes- brandkasse in Gegenwart von Herrn Schneid- 90n der Brandversicherungskammer in ^^stadt^und Kreisfeuerwehrinspektor B o u f - Einzelsiegerinnen. Gruppe 3/116: Jng. Margrit Lösch 269 Punkte. Gruppe 4/116: Jgn. Erika Schäfer 259 Punkte. Gruppe 1: Jgn. Elsbeth Müller 239 P.; Anne- liefe Hermann 239 Punkte. . Gruppe 2/116: Jgn. Frieda Adolph 235 Punkte. Maria Heißler 25 Punkte. Deutsches Jungvolk. Aus dem Mannschaftskampf (9 Mann und der Führer) ging beim Stamm I. Chatten die Jung n- schäft 1/2 des Fähnleins 3 Theoderich mit 220,8 Durchschnittspunkten als Sieger hervor. Den 2. Platz belegte die Jungenschaft 1/1 des Fähnleins 3,£^0- derich mit 199,6, die 3. Stelle die Jungen chaft 8 des Fähnleins 1 Armin mit 195,1 Durchschmtts- punkten. Die höchsten Punktzahlen innerhalb des Stammes erreichten: 1. Walter Hergert mit 274 Punkten (1/3 Fähnlein 21 Gorch Fock); 2. Hanno van Bentheim mit 267 Punkten (1/2 Fähnlein 3 Theuderich); 3. Gernot Funk (1/2 Fähnlein Theoderich); 4. Willi Schunk (8 Fähnlein 1 Armin), sowie Walter Gilbert und Rud. Herold (1/2 Fähnlein 3 Theodench). Fähnlein 1 (Armin): Jungenschaft 8 195,1 P. Beste Einzelkämpfer: 1. Willi Schunk 247 Punkte; 2. Arno Frank 235; 3. Ernst Adam 225; 4. Karl Wagner und Hch. Kraft 223. Fähnlein 2 (Alarich): Jungenschaft 1/3 166,6 Punkte. Beste Einzelkämpfer: 1. Arno Kreiling 216 Punkte; 2. Willi Peppler 203; 3. Helmut Schneuker 201; 4. Georg Bellof, 194; 5. Helmut Gebauer 193. Fähnlein 3 (Theoderich): Jungenschaft 1/2 220,8 Punkte. Beste Einzelkämpfer: 1. Hanno van Bentheim 267 Punkte; 2. Gernot Funk 248; 3. Walter Gilbert und Rudolf Herold je 247; 4. Heinz Kraft 242. Fähnlein 4 (T e j a): Jungenschaft 3 188,9 Punkte. Beste Einzelkämpfer: 1. Kurt Schuldt, 239 Punkte; 2. Fritz Wacker 218; 3. Imre Müller 206; 4. Günther Eckel,; 5. Rich. Renner; 6. Hasso Wolf. Fähnlein 5 (Widukind): Jungenschaft 4 168,9 Punkte. Beste Einzelkämpfer: 1. Helmut Duill, 222 Punkte; 2. Willi Schmidt 214; 3. Albert Seelbach 208; 4. Fischer (unorganis.) 204; 5. Helmut Bald? auf 203. Fähnlein 21 (Gorch Fock): Jungenschaft 1/3 187,8 Punkte. Beste Einzelkämpfer: 1. Walter Hergert 274 Punkte; 2. Erich Junker 234; a. Willi Hengst 227; 4. Werner Pletsch 225; 5. Walter Schmidt 221. Der Standort Gießen der HI. und des Jungvolkes hielten ihre Sonnenwendfeier, die als Abschluß des Deutschen Jugendfestes zu gleicher Stunde im ganzen Reiche gefeiert wurde, im Stem- bruch unterhalb des Hardtberges ab. Hierzu hatten sich auch viele Angehörige der Jungen emgefun- den, die das von den Jungen gebildete Viereck umstanden. Fanfarenklänge leiteten die Feierstunde ein. Dann wurde gemeinsam das Lied „Ein junges Volk steht auf" gesungen. Unterbannführer Botz sprach den Feuerspruch. Die Feuerrede hielt Jungbannführer Taesler, der an die Verbundenheit der ganzen deutschen Jugend im Reiche an diesen Feuern erinnerte, die ein alter Brauch des deutschen Volkes von jeher waren und heute wieder hinüberleuchten über die Reichsgrenzen zu der deutschen Jugend, wo sie auch sein mag. Wie Die Flammen auflodern und alles verzehren, so möge in der heißen Glut der Sonnenwendfeier alles verbrennen, was nicht natürlich und nicht deutsch ist und die Jugend anspornen zum Kampfe um das Leben und um deutsche Art. Mit dem Wunsche, daß diese Sonnenwendfeiern, an denen heute nur erst die Jugend stehe, einmal das ganze Volk einig und geschlossen zur Feierstunde vereinigen möge, schloß er seine Ansprache. Der mächtige Holzstoß wurde angezündet und die Flammen und ihr Schein leuchtete weit in die Runde. Mit dem Treugruß an den Führer und dem Lied der Jugend wurde die Feierstunde beschlossen. Nachdem das Jungvolk obmarschiert war verkündete Bannadjutant, Gefolgschaftsführer Döl- z i n g, die Sieger des Jugendfestes und gab die Beförderung des Führers der Marine - HI. E. Ruppel und des Junggenossen A. Kreiling zu Scharführern, des W. Dörr zum Kameradschaftsführer und eine große Anzahl Junggenossen zu Rottenführern bekannt. Die Sieger der HI. llnkerbann Gießen. Beste Kameradschaft wurde 1. in Gefolgschaft 2/116 Kameradschaft 6 mit 218,6 Punkten; 2. in Gefolgschaft 3/116 Kameradschaft 7 mit 189,3 P.; in Gefolgschaft Marine Kameradschaft 3 mit 163,3 P.; in Gefolgschaft 4/116 Kameradschaft 2/1 mit 163,1 P.; in Gefolgschaft 1/116 Kameradschaft 1/2 mit 145,6 P. Beste Einzelkämpfer sind im Unterbann 1/116 (Gießen): 1. Kley, 1/116, mit 276 Punkten; 2. Pflüger, 2/116, mit 265; 3. Schwarz, 2/116, mit 262; 4. Mehler, Marine/116, mit 243; 5. Berken- Hoff, 4/116, mit 242; 6. Mädike, 2/116, mit 235; 7. Alb. Müller, 3/116, mit 234; 8. Krollpseiffer, 1/116, mit 229; 9. Stumpf, Marine/116, mit 228; 10. Döpfer, Marine/116, mit 226 Punkten. Siegerinnenliste des BDM. Mannschaftsmehrkampf. Mädelgruppe 4/116: Mädelschaft 2, Schar 4 (Christel Flörke) 214,7 Durchschnittspunkte. LPD. Bad-Nauheim, 21. Juni. Am Samstag und Sonntag trafen sich über 1000 Sänger der Reichsbahn-Sängergaue Mainz, Frankfurt a. M. und Kassel in Bad-Nauheim, die am Samstagabend als Auftakt zur Bad-Nauheimer W"<-be zusammen mit dem Kurorwester im großen Bühnensaal des Kurhauses ein Chor- und Orchesterkonzerl veranstal- teten, bei dem in der Hauptsache Zeitgenössische Komponisten zu Wort kamen. Unter Leitung von Bruno Stürmer-Kassel sang einleitend der Eisenbahn-Gesangverein Flügelrad Kassel zwei Schudertsche ^-cappella-Chöre. Der Männerchor der Konzertgemeinschaft des Eisenbahn-Sängergaues Frankfurt bot mit Martha Kaslo-Frankfurt als Solistin die Brahmsche Rhapsodie aus Goethes „Harzreise im Winter". Die Gesangsabteilung des Eisenbahnvereins Mainz, die des Reichsbahn- Turn- und Sportvereins Darmstadt, der Werkschar des Reichsbahnausbesserungswerks Darm- st a d t und der Eisenbahner-Gesangverein Wiesbaden vereinigten sich mit dem Kurorchester und führten Lißmanns machtvolle Hymne „Sonnengesang" unter der Stabführung von Gauchormeister Petersen-Wiesbaden auf. Die Kantate „Der stille Weg", eine interessante Komposition des vielversprechenden Komponisten und Dirigenten Stür- urmde vom Eisenbahner-Gesangverein Flügelrad-Kassel mit den Damen des Zulaufschen Madrigalchors und Magda Schier und Heinz Dietrich mit starkem Erfolg vorgetragen. Am Sonntagmittag sangen die Männerchöre der genannten Sängergaue Volkslieder auf der Kurhausterrasse und am Johannisberg. Abends bot dann im Sprudelhof ein Massenchor von Reichsbahnsangern unter dem Motto „Das deutsche Lied !n Jahrhunderten" Volkslieder. Die verbin- denden Worte sprach hierbei Staatsschauspieler E b - yardt - Kassel. Sonder-postomnibus-Fahrten zur 750=3atjrfeier in Grünberg. + Grün berg, 20. Juni. Auf Wunsch des Hauptausschusses für die 750-Jahrfeier hat die Reichspost für den Hauptfesttag (Sonntag, 28. Juni) folgende Sonderfahrten mit Omnibussen vorgesehen: Ulrichstein ab 11 Uhr, Ober-Seibertenrod 11,10, Unter-Seibertenrod 11,20, Ober-Ohmen 11.30, Ruppertenrod 11,40, Flensungen 11.50, Grünberg an 12 Uhr. Deckenbach ab 11 Uhr, Rüddingshausen 11.10, Weitershain 11.20, Bernsfeld 11.28, Atzenhain 11,40, Lehnheim 11.50, Stangenrod 12, Grünberg an 12.10 Uhr. Saubach (Solmser Hof) ab 12.40 Uhr, Wetter- seid 12.50, Lauter 13, Grünberg an 13.10 Uhr. — Weitere Fahrten werden nach Bedarf eingelegt. Ab 19 Uhr halten sich die Omnibusse in Grünberg zu Rückfahrten bereit. Vorbereitungen zu »Rund um Schotten" Schotten, 22. Juni. Der Termin zum diesjährigen Motorradrennen „Rund um Schotten" ist nun — wie wir bereits kurz berichteten — durch bie oberste Motorradsportbehörde auf den 19. Juli feftgelegt worden. Zur Vorbereitung des Rennens haben bereits mit den beteiligten Stellen, DDAC., Kreisamt, Kreisleitung, Stadtverwaltung usw., Besprechungen stattgefunden, in denen die Organisation und Durchführung des Rennens im einzelnen behandelt wurde. In einem Aufruf an die Bürgerschaft bittet die Stadtverwaltung um regste Mitarbeit und Bereitstellung von Quartieren. Rheinausflug der Betriebsgemeinschast Didier-Werke k tilw g-u« Lobe zu prüfen. Sulus», ©»©etaefottfett, Sratklops-N, faWm Susen. Frikadellen,' Leb«. IN«,« Ofax Mugqi - Srotensuße sein zerdrücken, y, Llkr Daff«, ^ugeben, auf mch, ,u großer Flamme ualzr stündigem Mhren m bril,9en und dann noch 3 Miipteo bei kleinem Feuer Mtn alTeVk """ fert,fle d-m deim-rakende» zLN KJ lenen Lralensai, geben, gni dumil verrühren und «flachen 5!®uVefmeP?)32J10%“^PuAtte. “ # iru?JägeY18^DurZchnIpunkte. fipr (Gießen) geprüft, infolge ihrer Zuverlässig- rHM iwsWungsoertnbgen mit 600 Mnuten- Mer wurde bei weitem übertroffen und b s auf 758 Liter gesteigert. Am vergangenen Samstag wurde bei der Besichtigung der Freiwilligen und Wlicht» feuerwehr durch Kreisfeuerwehrinfpektor Baus sie r (Siegen) die Leistung her neuen Motorspritze Ln.ni unter Beweis gestellt. Leider mutzte aber beim angesetzten Brandangriss die Beobachtung ge- macht werden, datz die Wassermenge unserer Wasser- leitung mit 120 Millimeter Rohrdurchmesser Nicht genügte, die für die Spritzen notwendigen Wasser ausMwersen. Beim zweiten markierten Brandon, griff, der in der chiigelstraße inszeniert worden war. waren 300 Meter Schlauchleitung zu legen. Nachdem auch hier Hand- und Motarfpritze eingesetzt worden waren, war schon nach sechs Minuten die Wallerzusuhr aus der Wasserleitung wieder unge- Nügend, so daß mit nur einer Schlauchleitung der Brandherd bekämpft werden konnte. Es hat sich also in beiden Fällen erwiesen, daß bei einem etwaigen Brand unbedingt die Schieber der anderen Straßen geschlossen werden müssen, damit die gesamte Wassermenge der Leitung in die Straße des Brandherdes eindringen muß. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprach sich anerkennend über die Schlagfertigkeit der Wehr aus. Da unsere Gemeinde im Interesse der Sicherheit jedes einzelnen Volksgenossen in den verflossenen Jahren schon beträchtliche Mittel für die Feuerlöschwesen aufge- bracht hat, so wäre es namentlich bei der Jugend am Platze, sich der Freiwilligen Feuerwehr als aktive Mitglieder anzuschliehen, denn Feuerwehrdienst ist Dienst an der Gemeinschaft unseres Volkes. (Z Allendorf a. d. Lda., 21. Juni. Gestern abend hielt die hiesige Freiwillige Feuerweh r im Saale der Gastwirtschaft Horn, hier, ihre Generalversammlung ab. Der erste Kommandant Kehr verlas den Jahresbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Aus dem Bericht ging hervor, daß die Wehr mit 40 ordentlichen und 14 unterstützenden Mitgliedern in das neue Geschäftsjahr eintreten konnte. Die Zahl der abgehaltenen Hebungen beschränkte sich auf 6; zu 4 Hebungen wurde die Pflichtfeuerwehr herangezogen. Die Jahresrechnung, von dem Rechnungsführer Kamerad Bergen vorgetragen, ergab ein zufriedenstellendes Ergebnis, es verblieb ein kleiner Kassenvorrat. Die Prüfung der Rechnung erfolgte durch die Kameraden Heinrich Benner und Wilhelm Römer. Es ergaben sich hierbei keine Anstände. Dem Rechnungsführer konnte für seine gewissenhafte Tätigkeit Dank aus- - gesprochen und Entlastung erteilt werden. Um dem Rechnungsführer seine umfangreiche Arbeit zu erleichtern, wurden die Kameraden Christoph Vock, Christian Dörr, Karl Wagner und Heinrich. K r i e b zu Kassierern ernannt. Der Derbandstag am 2. August d. I. in Lollar soll in voller Stärke besucht werden. Kommandant Kehr hielt sodann noch einen kurzen lehrreichen Vortrag über die ' Bekämpfung von Waldbränden. ch Allendorf a. d. Lda., 21. Juni. Heute beging der hiesige Ortsbürger .Heinrich K r i e b III. im Kreise seiner Familie in geistiger und körperlicher Frische feinen 91. Geburtsta g. Der Jubilar wanderte als Jüngling nach Paris aus und verblieb dort bis zum Ausbruch des Krieges 1870/71. Diesen Feldzug machte er in der deutschen Armee mit. Hierbei kamen ihm die gesammelten Kenntnisse der französischen Sprache recht gut zustatten und oft mußte er als Dolmetscher wirken. Später bekleidete der Jubilar 40 Jahre lang in hiesiger Stadt in gewissenhafter Weise das Amt des Nachtwächters. Im vergangenen Jahre konnte er mit feiner jetzt im 86. Lebensjahre stehenden Ehefrau Elisabeths, geb. Riedesel, die Feier der d i a- mantenen Hochzeit begehen. Krieb ist noch der einzige Kriegsoeteran aus 1870/71 unserer Stadt. — Die in der vorigen Woche durch den hiesigen Kirchenvorstand zum Besten der Inneren Mission veranstaltete Sammlung ergab 106 RM. t Treis a. d. Lda., 22. Juni. Gestern abend veranstaltete das Musikkorps des MG.-Bat. Gießen unter Führung feines Musikleiters Nickel ein Militärkonzert in Mills Saal. Daß das Konzert trotz der Ermüdung der Landleute durch die Anstrengungen der Heuernte sehr gut besucht war, ist sicherlich dem Dirigenten, der ein Kind unseres Dorfes ist, zuzuschreiben. ED Harbach, 22. Juni. In unseren von Eichen durchsetzten Mischwäldern findet man häufig Den Eichen- oder Held bock. Er ist der typischste Vertreter der Bockkäfer und fügt durch feine ge- radezu unheimliche Minierarbeit den Eichenbestan- ^?"..A^oßen Schaden zu. Stämme, die von dem Schädling befallen werden, sind für technische Zwecke vollkommen wertlos. Da der Käfer sehr vorsichtig beim Eintritt der Dämmerung aus» fliegt, ist ihm nur schwer beizukommen. Er hält sich mit großer Vorliebe in alten knorrigen Eichen auf. Ilie Larven des Käfers erreichen eine beträchtliche liange und werden fast fingerdick. Sie haben eine elfenbeinweiße Haut, verstümmelte Beine und zeichnen sich durch kurze, aber kräftige Kiefer aus. Durch die vielen Gänge, die sie anfangs unter der Rinde, spater aber auch bis ins Innere des Stammes nagen, vernichten sie allmählich die Lebens- Zähigkeit der Eichen. - S t e i n b a ch , 21. Juni. Nachdem Der Obst- a r te n b au o e r e i n im Winterhalbjahre Zur Schulung der Mitglieder Vortragsabende abge- Hnnf Äe' Ianr heute eine praktische Hnterwei- ung für die hiesigen Freunde des Obst- und Gar- tenbaues statt Bei einem Rundganae durch die Baumanlagen der Gemarkung und Dem Besuche mUrbc bcr T1°lg planmäßiger pflege der Baume auf gezeigt, aber auch die Fol- pirh hUnnte\a fen^r Baumpflegemaßnahmen anschau- s9 tanö ?ie Führung hatte der Obstbausach- verständige Lehrer Beppler von Wieseck über- Neben unterlassener Düngung und man- ±nÄlfßUCWBit ist es vor allem der ^pfelblutenftedjer, beffen Schadarbeit der schlechte ^zuschreiben ist. Da man mit Se- Auf?mm^l e n biefen Dbstdaumfeinden nicht bei- hem r^Q9\em<5 raI)I der Rundgangleiter, Un^nnr nfiÄ dst.ege angedeihen zu lassen Auibän^» ungemein nützlichen Meisen durch ^lufhangen selbstgefertigter oder gekaufter Kästen Für Gießen mit seiner weiteren Umgebung sowie den Anschlußstrecken der Bahn hat Der Waffen- ring den Artiller ieoerein Gießen mit der Sammlung beauftragt. Alle Kameradschaften oder auch Einzelkameraden, die an diesem Ehrentag der Feldartillerie tellnehmen wollen, werden gebeten, sich möglichst noch in diesem Monat für die Fahrt nach Köln anzumelden. Meldungen und Anfragen sind zu richten an Kamerad Stephan, Gießen, Bahnhofstraße 24, Fernruf 3729. Bei der Meldung ist anzugeben, ob Massenquar- tier in Sälen, einfaches Bürgerquartier oder Gasthof erwünscht ist, ob Säle für Zusammenkünfte belegt werden sollen und wie fange der Aufenthalt vorgesehen ist. Um eine verbilligte Bahnfahrt zu erreichen, ist eine bezirksweise Zusammenfassung Der Teilnehmer notmenDig. LandschastsbundVolkstum undHeimat. Sommerliche Abendmusik für jedermann. Am Mittwochabend veranstaltet her Singkreis des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat ein Abendsingen in der Aula des Gymnasiums. Das unter dem Leitmotiv „Das Sommerlied" stehende Programm bringt neben altdeutschen Tanzsätzen und Flöt»'nduetten sechs alte Sommerlieder für gemischten Chor. Im Mittelpunkt des Musizierens steht Der uralte Sommerkanon, Der Durch seine ansprechende freudige Beschwingtheit überrascht. Es soll versucht werden, dieses kleine Merkchen in Art eines offenen Singens mit allcl zu erarbeiten. Den Abschluß der Abendmusik bildet die „S e r e - n a t a im Walde z u singen" von I. A. Peter Schulz. Das eigenartige kleine Werk, das uns für Chor und kleines Orchester von Walter Rein bereitgestellt wurde, setzt sich in herzlich humorvoller Weise mit der spätbarocken Gartenarchitektur auseinander. Die frische Lebendigkeit des Merkchens, das stellenweise von einer seltsam komischen Pathetik getragen ist, wird nicht zuletzt durch die glückliche Instrumentierung gewährleistet, die an manchen Stellen in reizvoller Plastik Streichergruppe gegen Holzbläser, Flöten und Klarinetten absetzt. Man kann wohl sagen, diese Serenata ist ganz und gar von dem Atem der von ihr so sehr gepriesenen Mutter Natur durchweht. So wird es auch möglich fein, daß sie die beengenden Grenzen des Raumes vergessen läßt und selbst im begrenzten Saal au dem wird, was sie eigentlich fein soll: Freiluft' mufif. Alle Freunde gediegener alter Volksmusik sind zu diesem Singabend herzlich eingeladen. Gießener Dochenmarkkpreise. * G i e ß e n, 23. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse B 10, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 10, Weißkraut 15, gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 10, Spinat, % kg 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 35, Spargel 20 bis 40, Erbsen 18 bis 25, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 40 bis 55, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 10, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 15 bis 18 Pf., Pfirsiche 50, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 30 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 25 bis 40, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 35, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Ernennung. Die Schulamtsanwärterin Luise F e l s i n g in Gießen wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis zur Lehrerin an einer Volksschule im hessischen Staatsdienst ernannt. ** Verwahrung der Schulgesund- heitsbogen. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt in einer Bekanntmachung an die Direktionen der Höheren Schulen, an die Direktionen der gewerblichen Hnterrichts- anstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter mit: „Bei der Musterung für den Heeresdienst können auch bie von ben Schulärzten geführten Ge- sunbheitsbogen von Bedeutung werden. Die Schulen haben daher die Gesundheitsbogen Der Schüler bis auf weiteres zu verwahren und sie auf Ansuchen den Gesundheitsämtern zur Verfügung zu stellen. Die Bogen sind so zu verwahren, daß es jederzeit ohne Schwierigkeit möglich ist, den Bogen eines bestimmten Schülers zu finden. Heber diesen Zweck hinaus haben die Schul- gcsundheitsbogen auch Bedeutung für die erb- biologische Forschung und die Familiengeschichte. Die Schulen haben daher auch die Gesundheitsbogen der Schülerinnen bis aus weiteres aeorbnet zu verwahren." ** Familientab Ammei. Die Familie „3mm e l vorn Rhein" hält am Sonntag, dem 12. Juli ihren zweiten Familientag zu Oppenheim ab. Im Mittelpunkt her Tagesordnung steht bie vom Dorsitzenben Lehrer Jmmel-Gießen ausgestellte Familienstammtafel vom frühen Mittelalte^ 1203 bis zur Gegenwart mit 345 erfaßten Einzel- Personen und ihre mannigfache Auswertung. Verschiedene Anschlußtafeln erhöhen den Wert und geben über annähernd 400 weitere Personen Aufschluß. In erbbiologischer Hinsicht ergeben sich in Verbindung mit archivalischen Aufzeichnungen belangreiche Ergebnisse. Die Geschichte Der Familie wird die Verbreitungsgebiete der Namensträger (die unter sich nicht verwandt zu fein brauchen), die Stammeszugehörigkeit und bie Deutung des Namens bieten. Aeltere Siegel aus den Jahren 1279, 1478 und 1620, moderne Wappen der Jahre 1927 und 1935 aus der Hand berufener Heraldiker Dürften reges Interesse finden. ** Bienenschwärme unterwegs. Gegenwärtig sind die Bienen beim Hochzeitsflug. Der- fchiedentlich hat man sie in Der Nähe von Bienenstöcken beobachtet, unD wenn Der Imker nicht gleich dabei fein konnte, um sie roieDer einzufangen, so gingen sie ihm leicht verloren. So wurden dieser Tage in verschiedenen Stadtteilen, insbesondere im Süden der Stadt Bienenschwärme beobachtet, Die sich ein Unterfommen suchten. Wie wir von einem hiesigen Imker hören, besteht in diesen heißen Ta- gen Die Gefahr Des Abwanderns der schwärmenden Dienen um so mehr, als sie sich nicht lange an Aesten und Bäumen halten, sondern bald leere Kästen oder sonstigen Hnterschlupf suchen. Heimat brachte. Jedermann hatte von dieser Fahrt hohen Gewinn, der durch Das freuDige gemeinschaftliche Erleben besonDers vertieft würbe. “ bar gehachte jehermann Dessen, Daß eine Fahrt nur im Reiche Des Führers ADolf möglich werden konnte. — Mainzlar, 22. Juni. Am vergangenen Samstag traten insgesamt 850 Teilnehmer — der Führer des Betriebes der Didier-Werke mit Der gesamten Gefolgschaft und deren Familienangehörigen — eine Betriebsgemeinschaftsfahrt an den Rhein an. Die Reiseleitung lag in Händen des Ortswartes der KdF., Karl Bolte. Die Fahrt erfolgte im Sonderzug und führte durch das schöne Lahntal über Weilburg, Gräveneck, Limburg und Villmar nach Braubach. Unter dem Vorantritt einer Kapelle bewegte sich der stattliche Zug der Ausflügler vom Bahnhof Braubach aus nach dem Rheinhafen. Bald war jedermann auf dem Rheindampfer „Schiller" untergebracht und die Reise wurde nach Rüdesheim angetreten. Vorbei führte die Fahrt an hohen Weinbergen und stolzen Burgen. Auf dem Schiff herrschte beste Stimmung. Passagier- und Frachtdampfer begegneten den Ausflüglern, ' deren viele die Eindrücke dieser Fahrt völlig waren. Nach dem gemeinsamen Mittagessen dem Dampfer kam man in Rüdesheim an, um einige unterhaltsame Stunden zu verleben ÖJ.Jpori Olympia-priislW der deutschen Turmspnnger Nachdruck verboten! 6. Fortsetzung. Bei den im kämpfen um Schützenbundes Schützenoereins 3062 Ringen. Durch diesen in er b^,9ßanrin"ift es denn passiert, Oskar?" fragte Hyl- mar heiser. , ,So gegen acht Uhr, Herr Hylmar. Wolfgang richtete sich mühsam auf. „Er hat um diese Zeit bei Garmisch an der Straßenkreuzung gesessen und auf uns gewartet." Nies belegte hier den dritten Platz mit 12,83 Meter. Den Dreikampf hat ebenfalls Kley gewonnen. Die 8-Jugendlichen siegten auch in verschiedenen Konkurrenzen, jedoch war bei Abgang des Zuges noch keine genaue Siegerliste zu erhalten. Bei den Frauen war die Beteiligung ebenfalls so zahlreich, daß auch hier die Sieger noch nicht errechnet waren. Erfolgreiche Gießener Schützen. Franz Darsicke deutscher Marathonmeister. Sag doch, Oskar!" „Herr Wolfgang müssen sich fassen." „Also wahr!" Wie ein Klotz fiel er dem herzuspnngenden Bruder in die Arme. Sie führten ihn zu zweien behüt- sam die Treppe hinauf. Aus einer Nische leuchtete roter Samt, eine Glasvitrine spiegelte. Die Uhr, die in der Mitte des langen Korridors an schweren Messingketten hing, zeigte zehn Minuten vor elf. „Ich will zu Baterl" wimmerte Wolfgang das lähmende Schweigen, das ihn umfing, als im Schlafzimmer auf dem Diwan gebettet lag. „Wir gehen beide zu ihm, Wolfgang, sobald du dich besser fühlst." „Ich bin ganz wohl! Ja" sagte Hylmar und winkte Oskar, das Glas Kognak an den Mund des Bruders zu setzen. Trink das erst, Wolfi. Dann gehen wir! — Erst trinken", bat er, als sich dessen Lippen aufeinan- Links: Erhardt Weiß (Neptun Dresden), Sieger im Kunstspringen der Männer. — Rechts: Käthe Köhler (Hamburger Turnerbund), Siegerin im Turmspringen für Frauen. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Der Mond trat aus den Wolken und formte seltsame Schatten, die fratzenhaft neben dem Wagen herhuschten. Kraftfahrer! Achtung! Bauarbeiten! ■ Verfluchtes Gold! Roman von 3- Gchneider Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. „Ja!--Er hatte die Hände auf den Knien liegen und den Mund zum Sprechen geöffnet. „Aber das ist ja Unsinn, mein Junge! Du bist krank, Wolfi! Laß mich fahren! Ja? — Komm! Er war schon aus dem Wagen gesprungen, lief um ihn herum und schob den Bruder vom Führersitz weg nach der anderen Seite hinüber. „Soll ich zurückfahren, damit du siehst, daß es nur Einbildung ^Wolfgang Amselmann wandte das Gesicht halb zurück Er war weiß und der Mund verzerrt. „Vater hatte in letzter Zeit so schwere Anfälle." „Ja, Wolfgang. — Wir machen jetzt, daß wir so rasch wie möglich nach Hause kommen." „Es ist noch weit, Hylmar." „Zwei Stunden kaum!" Wolfgang Amselmann saß zusammengekauert, als friere er. Die Maschine kam schnell auf Touren Der Zähler schnellte hinauf: 100 Kilometer! 115! ^Murnau kam in Sicht. „Soll ich nach Hause telephonieren?" fragte der lungere Amselmann. .Würde es dich beruhigen? Ja, Wolfgang? Ich weiß nicht", kam es zögernd „Fahr lieber zu', ^Almar Wir können sonst möglicherweise uber- hauM nicht mehr fahren, wenn wir wissen was — „Sei nicht kindisch, Wolfi! In einer Stunde smd wir daheim." Die Scheinwerfer schickten breite Lichtbundel vor- aus. Ein Reh setzte über die Strafte hinweg. Schwer schlug ein Nachwogei gegen Kuhier und blieb nut ^schmetterten Flügeln liegen. Gelände flog vor- über: Wald, Felder. Wasser rauschte. Als gelte es eine Flucht, rannte die Maschine den Hirschberg hinauf. „Nun sind wir bald z Hause, Wolfgang!" „Ja!" Wieder Schweigen. Sieg besteht jetzt für den Verein die Möglichkeit, den Bezirksmeister-Titel zu erringen. Zu dieser Meisterschaft ist die Mannschaft nunmehr wieder angetreten und hat folgendes Ergebnis erzielt: Heinrich Appel (Stand 175 Meter) 831 Ringe; Willi Georg (Wehrmann 175 Meter) 855 Ringe; Georg Schilling (Pistole 50 Meter) 958 Ringe; Wilhelm Scheid (Kleinkaliber 50 Meter) 591 ! Ringe. Zusammen ö235 Ringe. Nkststätten zu schaffen. Auch die Bedeutung der Wurzelpflege durch stete Offenhaltung der Baumscheiben, der Schnitt der Jungbäume, der Bäume im tragbaren Alter und der umgepfropften Stämme wurde besprochen und allgemeine Richtlinien gegeben. Als man auf dem Weitergange in den mit Obstbaumkarbolineum gespritzten Baumbestand kam, rechts der Provinzialstraße Gießen—Lich, da fiel die erfolgreiche Spritzarbeit so recht in die Augen. Dunkelgrünes, volles Laub, kaum Blutlaus- befyll und Blattläuse und kraftstrotzendes Wachstum! Mit herzlichen Dankesworten an den Rundgangführer schloß der Vereinsvorsitzende, Baumwart Haas, die aufschlußreiche Veranstaltung. )( Lich, 22. Juni. Die Evangelische Frauenhilfe unternahm gestern bei schönstem Sommerwetter ihren diesjährigen Ausflug. 40 Mitglieder nahmen teil. Die Abfahrt erfolgte gegen Mittag. In flotter Fahrt ging es über Gießen— Wetzlar durch das herrliche Lahntal. In Weilburg wurde die erste Rast gemacht. Hier besichtigte man unter sachkundiger Führung die Stadt- und Schloßkirche und das dem preußischen Staat gehörige Schloß. Das nächste Ziel war Limburg, dessen Wahrzeichen, der stattliche Dom, schon von weitem grüßte. Nach einer Kaffeepause im evangelischen Gemeindehaus übernahm Pfarrer Velten die Führung. Man war überrascht, bei dem Rundgang durch die Stadt noch so viele alte, gut erhaltene Fachwerkhäuser zu sehen. Daß man auch im Dom einkehrte war selbstverständlich. Daneben wurde die evangelische Kirche nicht vergessen. Den Abschluß des Ausfluges bildete eine Fahrt hinauf nach der Schaumburg, bei der man Gelegenheit hatte, das malerisch gelegene Diez zu bewundern und von der stattlichen Höhe der Burg noch einmal im Abendsonnenschein einen Blick in das einzigarttg schöne Lahntal zu werfen. Nach einer leiblichen Stärkung im Waldecker Hof wurde die Heimfahrt angetreten. H o l l e d e r mit ihrem Gezwitscher aus Hrem Nest. Das Schwalbenpaar selbst aber sitzt zur Nachtzeit aus den Ecken eines Bilderrahmens. Preußen. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 22. Juni. Dr.-Jng. Herbert S e d l a c z e k von den Stahlwerken Röchling- Buderus AG., Wetzlar, wurde zum ordentlichen Professor für Hüttenmaschinen und Walzwerkskunde an der Technischen Hochschule in Aachen ab 1. Oktober 1936 ernannt. * Frankenbach, 22. Juni. Für die schon längere Zeit erkrankte Zigarrenmacherin E. B. von hier wurde durch die Betriebsgefolgschaft eine Geldsammlung vorgenommen. Die Sammlung brachte einen Betrag von 23,50 Mark ein, der ihr nach ihrem Kuraufenthaltsort übersandt wurde. Erfolge Gießener Leichtathleten in Bad HerSfetd. Am vergangenen Sonntag starteten die Leichtathleten des DfB.-R. beim Bezirkssportfest der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine in Bad Hersfeld. Wie alljährlich, so konnten sie auch diesmal schöne Erfolge erringen. Bei den Aktiven waren es besonders die beiden Kugelstößer Luh und Herrmann, die mit chönen Leistungen aufwarteten. Otto Luh siegte mit 14,32 Meter vor Herrmann mit 14,08 Meter. Für Herrmann eine feine Leistung! Im 100-Meter- Lauf wurde Otto L u h in 11,6 Sekunden Dritter. K. Pfaff lief über 1500 Meter ein ansprechendes Rennen und wurde nach hartem Endkampf guter Dritter in 4:32,6 Minuten. Die 4X100-Meter° Staffel des VfB.-R. wurde ebenfalls dritte in 46,6 Sekunden. Die Jugendlichen machten ihre Sache wieder am besten. Helmut M ö l l gewann die 75 Meter in 9.3 Sekunden vor Kley, VfB.-R. Auch im Weitsprung siegte H. Möll mit 6,15 Meter vor Kley, der 6 Meter sprang. Das Kugelstoßen gewann Kley mit einem Wurf von 14,10 Meter. Kurt „Herr Wolfgang!" „Ja", sagte dieser mit aufeinanderschlagenden Zähnen, „und wenn ich tausend Jahre alt werde, vergesse ich das nicht. Ich kann zehn Eide darauf schwören. — Warum hat man ihn nicht hierhergebracht? Kann dieses Haus nicht eine Nacht seinen toten Herrn beherbergen?" „Der Arzt hat es so angeordnet", verteidigte sich Oskar. „Der Herr Kommerzienrat wurde sofort ins Leichenhaus übergeführt." „Ist unsere Mutter verständigt worden?" fragte Hylmar. „Sofort!" Der Chauffeur erhielt zehn Minuten später den Auftrag, die beiden Brüder nach dem Leichenhaus zu fahren. Nach einer Stunde kamen sie wieder zu» rück: die Gesichter weiß, die Augen rot verschwollen. Der alte Oskar hielt die Tür zu dem kleinen Speisezimmer geöffnet und hatte ein so flehendes Bitten in den Augen, daß Hylmar eintrat und den Bruder mit sanfter Gewalt hinter sich Herzog. Die satten Farben des Seidendamastes, mit dem der große Eckdiwan und die schweren Stühle bespannt waren, schufen eine heimelige Wärme. Die verschleierten Wandleuchter warfen gedämpftes Licht über den hohen Raum und ließen die Bilder der prächtigen Gobelins nur halb erraten. Georg Amselmann hatte eine Schwäche für Gobelins gehabt. Nun hingen die Augen feines jüngsten Sohnes an ihnen und verschleierten sich zusehends, bis sis überliefen. „Die Herren sollten jetzt eine Kleinigkeit zu sich nehmen", erinnerte Oskar bescheiden und schenkte dunklen Wein in die geschliffenen Kelche. Das Brat- Huhn war kunstvoll zerteilt und wieder zusammen- gesetzt. Wolfgang nahm Gabel und Messer zur Hand, würgte an den Bissen und sah nach Hylmar hinüber, der die Finger um die Serviette geklemmt hielt. „Wann kann sie frühestens da sein?--" Und zu Oskar gewandt, fragte er: „Hat die Mutter keine Depesche geschickt?" „Bis jetzt ist keine eingelaufen, Herr Wolfgang. Ich werde aber noch einmal nachsehen." Als er zurückkam, hob er bedauernd die Achseln. „Die Frau Mama ist vielleicht gar nicht in Paris." Hylmar nickte. — Man wußte überhaupt nie« mals, wo sich die Mama aufhielt. (Fortsetzung folgt!) rück. Vielleicht kamen sie heute gar nicht mehr. Sie hatten ja keine Ahnung. Blieben möglicherweise unterwegs bei Bekannten am Staffelsee oder sonst irgendwo. Sie hatten ja so viele Freunde. Man wußte nicht, wohin man telephonieren oder ein Telegramm schicken sollte. — Schrecklich war das! Besser wäre es, man wüßte die Adresse der Gnädigen. Aber die hatte wohl die Depesche schon längst in Händen und lief nun in Paris von einem Kaufhaus ins andere, um ihrer Trauertoilette den letzten Charme zu geben. Der machte es kaum was aus, wenn Georg Amselmann ihr nicht mehr über die Treppe herab entgegenkam. Aergerlich stapfte er wieder zurück, vernahm em Hupensignal und sah, wie der Gärtner nach dem Tor lief. Er selber rannte nach der Diele und ließ die Lichter auf flammen. Wo der Teppich einen Streifen Boden freiließ, spiegelte gelbes Parkett. Jetzt! erwog er. — Jetzt. Er hatte sich genau zurechtgelegt, was er sagen wollte. Aber jedes Wort blieb ungesprochen, als Wolfgang Amselmann über die Schwelle stürzte und auf ihn zulief. „Sag, daß es nicht wahr ist! — Daß es nicht wahr ift! — Beim Marathonlauf, den 59 Läufer beendeten, siegte B a r s i ck e (Poft Breslau) in der Zeit von 2:51:22,2. (Scherl-Bilderdienst-M.) VfB. Reichsbahn Gießen. VfB. - R. I — TNG.Val.I 1:2. Bei diesem Spiele wurde von den beiden Mannschaften nichts Ueberwältigendes gezeigt. Es mag daran gelegen haben, daß sowohl die Platzbesitzer als auch die Soldaten nicht komplett antraten. Zu allem Ueberfluß hatten die beiden Gegner bei Beginn nur zehn Mann zur Stelle, um sich erst im Laufe des Spieles zu ergänzen Die Gießener hatten folgende Aufstellung heraus- gebracht: Balser; Hauptfeld, LeutheuserII; Papelter, K. Kugel, Fenster; Euler, L. Schmidt, Fehling, Szponik. Balser im Tor spielte fehlerlos, auch die Verteidigung war gut. In der Läuferreihe hatte Feuster wiederholt Gelegenheit, seine ausgefeilte Technik unter Beweis zu stellen. Der neue Mittel- läufer spielte mit großem Kräfteeinsatz, ohne aber überzeugen zu können. Kapeller als Außenläufer zeigte erneut, daß das hohe Alter für ihn spiele- risch kein Hinderungsgrund ist. Der Gießener Sturm war alles andere, nur keine Einheit und ließ auch bis auf Szponik den körperlichen Einsatz vermissen. Der beste Mannschaftsteil der Soldaten war die Hintermannschaft und hier besonders die schlagsichere Verteidigung. Die übrigen Mannschaftsteile konnten befriedigen, obwohl ihr Sturm gegenüber dem der Gießener etwas voraus hatte. Die Gießener fanden sich sofort und konnten immer wieder die gegnerische Hintermannschaft durchbrechen. Aus einer Ecke resultierte der erste Erfolg der Platzbesitzer. Schmidt trat den Eckball bis zum freistehenden Szponik, der durch Kopfstoß den Schlußmann der Soldaten schlug. Von diesem Tore ab übernahmen die Soldaten das Kommando und wurden zeitweise stark überlegen. Bei einem Gedränge im Gießener Strafraum erzielte ihr Halbrechter den Ausgleich. Kurz vor der Pause ging der Gießener Angriff geschlossen vor. Die damit herausgearbeitete Torchance wurde jedoch verschossen. Ein Angriff der Soldaten und der Rechtsaußen flankte hoch vors Tor, wo ein Spieler des Jnnensturmes durch Kopfstoß das Siegestor erzielte. In der zweiten Halbzeit konnten die Soldaten weiterhin im Feldspiel dominieren. Ohne jedoch dieser lieber» legenheit durch Erfolge Ausdruck verleihen zu tonnen. Mit dem Schlußpfiff hatte die Militärmann- schast einen verdienten Sieg erfochten. Zugendfußball der Spielvgg. 4900. 1900 1. Jugend — Großen-Linden 1. Jugend 1:0. Das am Samstag ausgetragene Spiel beider Mannschaften brachte nicht die Leistungen, die man sonst von beiden zu sehen pflegt. Großen-Linden trat mit Ersatz an, gab sich aber keinesfalls geschlagen. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Mai ausgetragenen Mannschafts- die Meisterschaft des Deutschen wurde die 1. Mannschaft des Gießen e. V. Kreismeister mit Unterwegs leuchteten die Sonnwendfeuer der deutschen Jugend auf, im Wagen erklangen deutsche Heimatlieder und ließen rasch die drei Stunden stimmungsvoller Nachtfahrt vergehen. Noch lange werden die starken Eindrücke der Fahrt durch deutsches Land die Frauen in ihrem Alltagsleben begleiten. = Lauter, 22. Juni. Am morgigen Mittwoch feiert der älteste Einwohner unseres Ortes Heinr. M e b u s in völliger körperlicher und geistiger Frische seinen 8 7. Geburtstag. Jahrzehntelang hat er in der hiesigen Gemeinde und in Klein- Eichen die Schafe gehütet. Alltäglich kann man den Jubilar, der unter dem Namen „der alte Schäfer" jedem Kinde bekannt ist, auf der Dvrf- straße sehen, wenn er feinen Spaziergang zu seinem Bruder macht, der im 82. Lebensjahr steht. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 21. Juni. Das heiße Wetter der letzten Tage brachte den Bauern eine Fülle von Arbeit. Im Vordergrund steht die Heuernte. Sie macht rasche Fortschritte und wird wohl schon in den nächsten Tagen beendet sein. Das Ergebnis ist äußerst gut, und es gibt eine Menge Heu. Die Winterfrucht ist nur zum Teil durch den starken Regen umgelegt worden, im allgemeinen ist der Stand als gut zu bezeichnen. Durch die Wärme bedingt wächst auch das Unkraut. Dadurch gibt es bei den Hackfrüchten viel zu tun. Die Kartoffeln sind durchweg schon gehackt und zum größten Teil auch schon behäufelt. — Die Obstaussichten haben sich leider verschlechtert. Trotz der äußerst reichen Blüte haben Aepfel und Kirschen nur ganz schwachen Behang, dagegen hängen die Zwetschen, auch das andere Steinobst, ziemlich voll, auch die Birnen haben gut angesetzt. Die Apfelblüten scheinen doch unter der Kälte gelitten zu haben, und die Befruchtung konnte nicht erfolgen, da die Bienen nicht fliegen konnten. Ebenso traten gerade in diesem Jahre die Baumschäd- linge massenhaft auf. Kreis Alsfeld. ch Alsfeld, 22. Juni. In der vergangenen Woche feierte der letzte Veteran von 1870/71 der hiesigen Veteranen- und Kriegerkameradschaft, Kamerad Branzel, seinen 8 9. Geburtstag. Der Kriegsveteran machte den Krieg 1870/71 m der reitenden Batterie des Nieder-Schlesischen Feld- Artillerie-Regiments Nr. 5 mit und nahm an einer größeren Anzahl von Schlachten teil, so an den Schlachten von Weißenburg, Wörth, Sedan und an der ®ekigerung von Paris. Der Allveteran erfreut sich noch einer guten körperlichen und geistigen Frische. Vom Führer und Reichskanzler erhielt er -essen Bild mit Unterschrift. Ferner erhiel der Jubilar eine Geldehrengabe als Geburtstagsgeschenk. Die Glückwünsche des Kyffhäuferbundes überbrachte ihm der hiesige Kameradschaftsführer. r'r Cb erst ad t, 22. Juni. Die Heuernte geht bereits hier ihrem Ende entgegen. Von dem überaus günstigen Wetter beeinflußt, konnte sämtliches Heu aus unserer Gemarkung fast im Laufe einer Woche unter Dach gebracht werden. Da in unserer Gemeinde nicht viele Wiesen sind, wird soeben noch viel Heu auswärts gemäht, hauptsächlich in den benachbarten Klosterwiesen. Kreis Schollen # Groß-Eichen, 23. Juni. Ein Schwalbenpaar hat in dem Schlafraum des Bäckergesellen von Bäckerei und Wirtschaft Ed. Rahn fein Rest auf die elektrische Lichtampel gebaut. Im vorigen Jahre hatte sich das Paar diesen Platz ausgesucht und neun Junge groß gebracht. Da der Bewohner sich über diese Skubenkameraden sehr freute und sie unbehelligt ließ, ist das Schwalbenpaar auch dieses Jahr wiedergekommen und hat den alten Nistplatz bezogen. Fünf junge Schwcilbcken, welche bereits flügge sind, erfreuen den Bäckergesellen Hans „Das geht gerade noch ab", sagte Hylmar, weniger aus Besorgnis, als um seine eigene Stimme , / WW-IlMMlM» mit fahrb. 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Vorhangstone, Sandschube, Hemden, Krawatten, üteu Mühen, lRollwag.,2Fahr- räder,Besen u.Bürst., 1 gr. Posten Pergamenwavier, 3 Bde. Gustav Freitag „Bilder aus der deutschen Bergangenh." Ferner freihändig (bemmmt): verseh. Mehgergeräte. Bitfnrf Gerichtsvollzieh.,Gießen tMWU.Steinstr. 42 Tel.3660 WERRE DRUCKSACHEN vvtHDC Brühl, OloSen Erst die Wolken geben den meisten Landschafts-Aufnahmen den rechten Schmelz. Einen Ausgleich der verschiedenen Lichtwertegibt Ihnen die Gelbscheibe.Deshalb dürfen Sie diese bei keiner Landschafts-Aufnahme vergessen. Ich zeige Ihnen gern die verschiedenen Filter. Kostenpunkt: 2.- 2.25 2.75 und 3.- RH. Photo - Kino Kreuzplatz 9 und bitte höflichft um deren Berichtigung Heinrich Hochftätter Haus für Innen-Ausftattung Gegründet 1837 — Fernsprecher Nr. 3836 Die glückliche Geburi ihres dritten Kindes Wolfgang zeigen hocherfreut an Maiie-Luise Suttner Prof. Or. meb. Suttner Spiel. Den Blauweißen gelang es bald in Führung |u gehen und sie auch bis zum Schluß zu behaupten. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Ockershausen I 4:2 (1:1). Am Samstag gastierte der FB. Ockershausen in Lollar. Beide Mannschaften hatten je einen Spieler ersetzt. Kurz nach Beginn ging Lollar in Führung. Die Gäste glichen kurz vor der Pause durch ein Selbsttor des Lollarer rechten Verteidigers aus. Nach dem Wechsel war Lollar stärker überlegen, und bald hieß es durch Kreiling 2:1. Die Gäste kamen überraschend durch eine schöne Einzelleistung ihres Mittelstürmers zum Ausgleich. Nun hatte Ockershausen sein Pulver verschossen und Lollar war bis zum Schluß überlegen. Ein Tor durch Römer aus 30 Meter Entfernung und ein Tor von Gabriel stellten den Sieg sicher. Man merkte den Lollarern die lange Pause an. Ockershausen wehrte sich tapfer, konnte aber nie den Sieg der Platzmannschaft verhindern. Lollar I — Teutonia Steinberg I 3:6 (3:3). Am Sonntag weilten drei Mannschaften von Steinberg in Lollar zu Gast. Lollar mußte Kreiling und Löhr ersetzen. Steinberg kam ohne O. Haas. Nach kaum fünf Minuten hatten die Gastgeber bereits zwei Tore geschossen. Im weiteren Verlauf ließen die Platzbesitzer infolge des am Samstag ausgetragenen Spieles stark nach. Steinberg gelang es daraufhin mit 3:2 in Führung zu gehen. Lollar glich jedoch seinerseits wieder aus. Einen Strafstoß aus 20 Meter Entfernung verwandelte Gabriel, jedoch erkannte der Schiedsrichter das Tor nicht an. Die Lollarer waren sichtlich deprimiert. Nach dem Wechsel gelang es Steinberg noch drei Tore zu erzielen, denen Lollar nichts mehr entgegensetzen konnte. Die Teutonen waren in der zweiten Hälfte stets leicht überlegen. Lollar II — Teutonia Steinberg II 0:1 (0:0). Die Reserve mußte sechs ihrer besten Spieler ersetzen, hielt sich aber mit nur 1:0 für Steinberg sehr tapfer. Der Sieg der Teutonen war verdient. I. Schüler — Teutonia Steinberg Schüler 6:2 (3:0). Die Schülermannschaft zeigte ein ausgezeichnetes Spiel. Es wurde schön kombiniert und auch das Schießen nicht vergessen. Unter den sechs Toren war eines vom Mittelläufer aus 40 Meter Entfernung geschossen. Der kleine Steinberger Hüter zeigte hervorragendes Können, vermochte aber die hohen Bälle nicht zu erreichen. Handball-Lolattreffen auf dem Trieb. 1900 1. Mannschaft — MTV. 1. Mannschaft. Nach langjähriger Pause treffen diese beiden Mannschaften in einem Gesellschaftsspiel aufeinander. lieber die Siegesaussichten der Mannschaften kann nichts vorausgesagt werden. Die Spiel- vereiniguna wird wohl einige jüngere Kräfte einsetzen müssen. Trotzdem dürften sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen. Der Kampf wird bereits am morgigen Mittwoch ausgetragen. Am heutigen Dienstag treffen die Kleinsten beider Vereine aufeinander. (Erster Tag von Wimbledon. In Wimbledon kamen am Montag die ersten Spiele im Männereinzel der All-England-Tennis- Meisterschaften zur Durchführung. Zahlreiche Zuschauer füllten bereits die Ränge, als der Meister des Vorjahres, Fred I. Perry, zum Eröffnungsspiel gegen den Amerikaner Stratford antrat und schnell 6:4, 6:3, 6:1 gewann. Anschließend spielten Henner Henkel und der Amerikaner Bryan Grant. Grant gewann mit fünf Sätzen 5:7, 3:6, 7:5, 6:4, 6:2. Gottfried v. Cramm bekam als ersten Gegner den Engländer France vorgesetzt, der bei 6:2, 6:0, 6:1 nie eine Chance hatte. Den zweiten deutschen Sieg holte Kaj Lund heraus, der Sherwood-England 2:6, 6:3, 6:3, 6:4 schlug. Sporiami „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Kindergymnastik: Von 17.30—18.45 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Don 20.30—21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen Anfänger und Fortgeschrittene: Von 20—21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21—22 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Reiten: Don 21—22 Uhr, Univerfitätsreitinsti- tut, Brandplatz. Achtung! Verlegung eines Kursus! Der Kursus Allgemeine Körperschule welcher bisher Mittwochs im Lyzeum stattfand, wird während der Sommermonate in die Müller- sche Badeanstalt verlegt und kommt dort als Kursus für Allgemeine Körperschule und Schwimmen Mittwochs von 20—21.30 Uhr für Frauen und Männer zur Durchführung. NMhneiffer - der Triumph des 1. M Handball im Sporlkreis Gießen Neues für den Büchertisch Heute nachmittag um 4 Uhr eröffne ich meine neuen Verkaufs-Räume Plodcftraße 3 sind; auch Motive in oft nur andeutungsweise wiederzugeben die Fülle der Inhalte und der lyrischen diesem natürlich begrenzten Ausschnitt den sich vertiefenden Leser bestechend: — Griechische Lyrik. Eine Auslese von Karl Preisendanz. 77 Seiten. Insel-Bücherei Nr. 488. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (159) — Don den Homerischen Götterhymnen des 8. vorchristlichen bis zu den Orphischen Hymnen des 2. nachchristlichen Jahrhunderts findet man hier eine gedrängte Auswahl und Uebersicht über die reiche Entwicklung der klassischen griechischen Lyrik, aus der sich die berühmten und vielfältig weiterwirkenden Namen des Tyrtaios, des Archilochos, der Sappbo, des Alkaios. des Anakreon, des Pindar und des Theokrit glanzvoll herausheben. Neben diesen findet man wenig ober gar nicht bekannte Dichter aus dsn verschiedensten Jahrhunderten, deren Ueberlieferung nicht nur an sich als Gewinn betrachtet werden mutz, sondern auch dem Gesamtbilde Farbe und Reichtum verleiht. So gewinnt man einen Eindruck von der außerordentlichen Vielfalt der Formen und Versmasse, die im Deutschen fjoldene Medaille ^ns1 “'1935 der ß eweis, dass auch ihre jung und infolgedessen entwicklungsfähig ist. Auf jeden Fall gebührt der Mannschaft Anerkennung für ihr tadelloses Spiel. Bei der Gelegenheit soll schon jetzt auf eine Ver- anstaftung hingewiesen werden, die am kommenden Sonntag in Lang-Göns ausgetragen wird. Es handelt sich' dabei um ein Iuge'ndpflicht- furnier, an dem neben der Platzmannschaft die Mannschaften von Lich, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Hochelheim, Lützellinden, Groß-Rechten- bach, Oberkleen usw. teilnehmen müssen. Es ist dies die erste derartige Veranstaltung. Nach den Erfahrungen dieses Turniers wird dann im Laufe der Zeit der ganze Kreis erfaßt, um damit allen Mannschaften die Möglichkeit zu geben, mehr als seither untereinander zusammenzukommen. Dem Sieger winkt eine Urkunde des Fachamtes. Gespielt wird nach dem Punktsystem, d.h. jede Mannschaft spielt gegen jede. Mit Rücksicht auf das allseitige Interesse, das man der Sache entgegengebracht hat, darf angenommen werden, daß die Veranstaltung den gewünschten Erfolg haben wird. Bei dem Endspiel der Deutschen Fußballmeisterschaft im Berliner Poststadion konnte der 1. Fußball-Club Nürnberg mit 2:1 Toren über Fortuna Düsseldorf siegen und so die höchste Trophäe tm deutschen Futzball erringen. Die Anhänger der siegreichen Mannschaft Fragen die Spieler im Triumph auf den Schultern vom Feld. — (Scherl-Bilderdienst-M.) EiuTelegramm deöReichssportführers an den 1.J6X Der Reichssportführer Hans v. Tschammer und Osten hat an die siegreiche Mannschaft des 1. FC. Nürnberg folgendes Telegramm gerichtet: „Die Deutsche Meisterschaft ist entschieden durch ein an Spannungen, mannhaften Einsatz und kämpferischen Leistungen großes Spiel. Beide Mannschaften haben bis zum Aeußersten gekämpft Das an sich schon geringe Programm der Handballer des Sportkreises Gießen hat dadurch noch eine weitere Verringerung erfahren, daß in letzter Minute zwei wichtige Spiele abgesagt werden mußten. Es handelt sich hierbei um die Treffen D u - tenhofen — Allendorf (Lumda) und Alsfeld — Katzenfurt. Da beidesmal mit der Absage auch der Verlust der beiden Punkte ein- getreten ist, steht nunmehr wenigstens die Spitzengruppe der Entscheidungsspiele um die Meisterschaft der 2. Kreisklasse endgültig fest. Danach heißt der diesjährige Kreisbeste Tv. Dutenhofen, während der Tv. Alsfeld mit knappem Abstand vor Tv. Grüningen folgt. Katzenfurt und Allendorf (Lumda) nehmen den Schluß ein. Mit dem Sieger, Tv. Dutenhofen, hat zweifellos die zur Zeit spielstärkste Mannschaft der 2. Kreisklasse gewonnen. Darüber hinaus aber kann man ruhig behaupten, daß Dutenhofen die besten Aussichten hat, auch in der 1. Kreisklasse eine gute Rolle zu spielen und daß sich die Mannschaft auch hier durchsetzen wird. Das sollte schon um deswillen möglich sein, weil der größte Teil der Spieler noch wirkt auf _ . , ----- ----- Krieg und Liebe, Natur und Mythov, Bittgesu,.u und Totenklage, Volksweise und Trinklied fügen sich zwanglos zu einem Bilde von reicher dichterischer Fülle, Anschauung und Ausdruckskraft. Die Reihe der Ueberfetzer führt von Opitz über Herder, Goethe, Platen und Mörike bis zu Wilamonutz und Thas- silo von Scheffer. Die dem auch äußerlich geschmackvoll und sorgsam bargebotenen Bändchen zum Schluß beigegebene Literaturübersicht, die bis in die jüngste Zeit reicht, wird vielen Lesern willkommen sein. _y__ — Ern st Wurm. Die Adler in. Roman der Johanna von Novarra. F. G. Speidelsche Verlagsbuchhandlung in Wien. IX. Bezirk Preis in Leinen gebunden 6 RM. — (128) — Johanna von Huntfunfprogramm. Mittwoch, 24. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30 nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13 Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (X). Margarethe Teschemacher. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: „Landschaft links und rechts der Reichsautobahn," Naturschutz und Landschaftsgestaltung. Vortrag von Fritz Stück. 15.30: „Ich rufe die Jugend der Welt!" Gedichte zur Olympiade 1936 von K. G. Walter Best. 15.45: „Das Brunnenbier." Wie der von Egloffftein sich gesund trank. Eine Erzählung von I. O. Bringezu. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Klaviermusik. 17.30: Wie ein Erbhof entsteht. Eine Hörfolge. 18: Hochtönende Geschenke! 19.45: Kampf dem Verderb! 20: Nachrichten. Der Dolkssender 1936 ruft! 20.15: Stunde der jungen Nation. „Vom Wecken bis zum Zapfenstreich." Tageserlebnisse bei Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe. 20.45: Seid doch mal ruhig! Fredy Rolf, der Komiker, steht am Mikrophon. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.15: Olympia-Funkdienst. 22.30: Nacht- musik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 25. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gym- nastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am Moren. 10: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial- bicnft. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk: ... und heute svielt dre Plapperliese mit Koblenzer Kindern. 15 45- Kammermusik. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17 30- JBoIf tm Kampf." Von Lily Biermer. 17.45: Der siebenburgische Dichter Heinrich Zillich liest seine Erzählung „Sepv kauft einen Pflug". 18: Konzert. 19: $er mnge Titan." Beethov-m am Rhein. Hör- b'ld v°n Anton Betzner. 19.45: Der Zeifsunk bringt hen Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Zwei Stunden Tanz und Unterhaltung. Alte und neue Weifen. 22: Nachrichten. 22.10- Nachrichten aus bem ©£1^56311-? 22.30: „Ein antikes Olnmniafest." 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Romantische Nachtmusik. und schließlich entschied das Glück für den 1. FC. Nürnberg. Es wird ein jeder beipflichten, wenn ich hierdurch zum Ausdruck bringe, daß die unterlegene Mannschaft Fortuna Düsseldorf gleichfalls das Können eines Meisters bewies. Ich sehe mich daher veranlaßt, dem 1. FC. Nürnberg als Deutschen Fußballmeister und seinem ebenbürtigen Gegner Fortuna meine vollste Anerkennung und meine herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. von Tschammer und Ost en." N°°°rr° machst aufi*.b« isch-n von Bourbon, der das Werkzeug ratete sie Anton . Medici wird. Lader rankefucht gen. n, bic Frank- ^“•l*amnhie Mitte des 18. Jahrhunderts erschüttern, K-a-nspie -rin Katharina- und der letz, die große Geg-nlplei-rm @ie roirb bie ^bündnis ihres Sohnes Heinrich mit der Prm- ,effin Margarete von Valois, das das Haus No- zeym y , Frankreich bringen wird, erst atÄh-nn-^n P°r7- dem Gis? der Gegnerin. Eine der spannendsten Episoden aus der sranzos - Geschichte ist hier von Ernst Wurm zu gestal- L n°r,acht worden, leider in einem ,° schwülstigen Sül daß dem Verfasser für spatere Arbeiten größere Selbstbeherrschung zu wünschen ist. _Harald von Koenigsw alb: Pf I i ch t it n b Glaube. Bildnis eines preußischen Lebens. &W9 W & B-ck-r Verlag Mt sieben B'ern und einem Brie e. In Leinen geb. 5 Mk. — 88) — Da« Leben des Generals von der Marwitz spiegelt die Epoche °°n 1804 bi- 1818 wider jene Epoche d den Zusammenbruch des al en Preußens und d nationale Wiedergeburt umfaßt. Manner wie Marwitz, der als Fahnenträger der Pflicht und Treue und als guter Genius einer ringenden Nation zum Vorbild werden sollte, waren> die Gewahr für eine bessere Zukunft. Neben ihm stehen scharf um- rissen und sich unoergeßlich empragend, Friedrich Wilhelm HL, die Königin Luise, Stein, Blücher, Gneisenau u. a. Es ist, als lebten wir Mit allen diesen Gestalten, als nähmen wir teil an ihren Sorgen und Kümmernissen. Diese Lebendigkeit macht die Lektüre dieses Buches zu einem starken Eindruck. — Ioh Mahrenholz: Anekdoten aus dem Leben deutscher Mathematiker. (Mathematisch-physikalische Bibliothek, Reihe I, 18). Kart 120 Mark. Verlag von B. G. Teubner m Leipzig. — (105) — Der Verfasser erzählt von heiteren und ernsten Begebenheiten aus dem Leben großer Mathematiker, wobei fast ausschließlich deutsche Mathematiker im Mittelpunkt der Begeben- heiten stehen. Allen Freunden der Mathematik und ihrer Geschichte wird diese Schrift willkommen sein und auch in Schule und Arbeitsgemeinschaft mancherlei Anregung bieten. ^H^uHoulunreinigkeilen durchOrDrutLrey^X J1 Drula Bleichwachs restlos bestraf werden (MJKfrm) Nur in Apotheken erhältlich Best. Engel-Apotheke.t5u9y Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige i ommenpronen