Hr.no Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 25. Mai 1036 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richte, Anzeiger Gießen oftschecttonto: Zran.iurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühl'sche Unioerfiläls-Vuch- und Steindruckerel ».Lauge in Liehen. Schriftleitung und SeschSstsftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen oonTOmm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Neue Protestnote Italiens an den Völkerbund. Italien wiederholt den Vorwurf der Lieferung von Dumdum-Munition an Abessinien Die italienische Denkschrift. Genf, 22. Mai. (DNB.) Das Völkerbundssekre- tarigt veröffentlicht ein vom 30. April datiertes, am 11. Mai eingegangenes zusammenfassendes Memorandum der italienischen Regierung über den Gebrauch von Dum-Dum-Ge- schossen durch die abessinischen Truppen. Das Memorandum gibt 15 Fälle von Verwundungen durch Dum-Dum-Geschosse mit zahlreichem photographischem Material wieder und soll beweisen, daß sich die abessinischen Truppen systematisch an den verschiedensten Stellen verbotener Geschosse bedienten. Ferner beschreibt die Note an Hand von Abbildungen die einzelnen Arten der gefundenen Dum- Dum-Geschosse und wiederholt die Behauptung, daß ein Teil dieser Munition von englischen Firmen hergestellt worden sei. Lleberraschungen und Aerger in London. London, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die neue italienische Protestnote hat in London Aerger und einige Ueberraschung hervorgerufen. Der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" schreibt, nach den Enthüllungen Edens im Unterhaus über die Entstehung der italienischen Beweisschrist- stücke hätte man glauben sollen, daß die Dumdum- Beschuldigungen erledigt seien. Unglücklicherweise bestehe kein Zweifel darüber, daß die Abessinier in großem Maße Dumdum-Geschosse gegen Italiener benutzt hätten. Der wirkliche Zweck der italienischen Note liege jedoch darin, d i e H e r k u n f t dieser Geschosse m i t den Namen britischer Fobri- durch englische Firmen. ken in Verbindung zu bringen und daran anschließend die Vermutung auszustreuen, daß die britische Regierung ihre Ausfuhr ermächtigt habe. Tatsächlich sei die italienische Denkschrift ein f e in gesponnenes aber unwahres Propaganda st ü ck. Die Anschriften auf den Geschoßkisten seien wohl echt gewesen, ihr Typ sei aber seit Jahren nicht mehr benutzt worden. Die fraglichen Geschosse seien vor manchen Jahren für Jagdzwecke geliefert worden. Die italienische Denkschrift werde auf die Häupter ihrer Urheber zurückfallen. Von der britischen Waffenfabrik Imperial Chemical Industries wird erklärt, daß die in der italienischen Note angeführten Etiketten seit dem Jahre 1913 nicht mehr verwandt worden seien. Es seien niemals Dumdum-Geschosse für militärische Zwecke an Abessinien geliefert worden. „Morning Post" meldet, daß die italienische Denkschrift einen schlechten Eindruck in London gemacht habe. Es sei noch ungewiß, ob die britische Regierung es für notwendig halten werde, ihre Gegenerklärung zu wiederholen. Der Zwischenfall werde um so mehr bedauert, als Italien neuerdings Fühler ausgestreckt habe, um seine Beziehungen zu England zu verbessern. Das arbeiterparteiliche Blatt „Daily Herald" behauptet, daß die britische Regierung ein großes italienisches Propaganda- und Spionagenetz in England aufgedeckt habe. Einer der für Italien tätigen Agenten sei der internationale Schwindler B e r n st e i n alias Lopez gewesen, der vom Außenminister im Unterhaus als der Fälscher der Schriftstücke über die Dumdum-Geschosse bloßgestellt worden sei. Es bestehe jetzt kein Zweifel mehr darüber, daß Bernstein mit vielen fragwürdigen Personen der internationalen Unterwelt, die zum Teil im Londoner Verbrecherviertel Soho zu finden seien, in Verbindung gestanden habe. Das englische Außenministerium habe der Londoner italienischen Botschaft erklärt, daß die von ihr angewandten Methoden genau untersucht würden. Die französische Bahn. Eine Nnterredung mit Mussolini. Paris, 23. Mai. (DNB. Funkspr.) Die von den Italienern verfügte Ausweisung des in Harrar tätigen französischen Geistlichen Jarosseau ist auf persönliches Eingreifen des Duce zurückgezogen worden. Mussolini erklärte dem römischen Sonderberichterstatter des „Petit Parisien", er werde die Akten über den Fall genau prüfen und bis dahin jeden Beschluß hinausschieben. Er werde dabei auch die guten Beziehungen berücksichtigen, die zwischen den italienischen Truppen und den amtlichen Vertretern Frankreichs in Abessinien bestünden. In Kenntnis der äußerst kritischen Lage, in der sich der französische Gesandte in Addis Abeba mit seinen etwa 2000 Flüchtlingen befunden habe, habe Marschall Badoglio die Anweisung gegeben, in Eilmärschen nach Addis Abeba vorzurücken, und drei Tage früher, als vorgesehen, in die abessinische Hauptstadt einzuziehen. Auf eine Frage des Berichterstatters, welche Absichten Mussolini hinsichtlich der Eisenbahn Dschibuti — Addis Abeba verfolge, erwiderte dieser, er habe angeordnet, daß der französisch-abessinische Eisenbahnverkehr normal fortgesetzt werde, damit eine praktische Zusammenarbeit mit der Eisenbahngesellschaft hergestellt werden könne. Die Radikalsoziattsten und das Kabinett Blum. Daladier über die Wirischafiskrifis in Frankreich. Paris, 23. Mai. (DNB. Funkspr.) Die gestrige Sitzung des radikalsozialistischen Vollzugsausschusses hat keinerlei Ueberraschungen gebracht, abgesehen davon, daß der ehemalige Ministerpräsident H e r r i o t nicht das Wort ergriff, um seine ablehnende Antwort auf das Angebot Blums zur Uebernahme des Außenministeriums zu begründen. Es ist aufgefallen, daß keinerlei Aussprache über das Arbeitsprogramm und die Stellung der Radikalsozialisten in der kommenden Regierung stattgefunden hat. Der Vorsitzende der Partei, Daladier, hat sich in seiner Rede darauf beschränkt, auf die Bedeutung der Mitarbeit der Partei hinzuweisen. Auf außenpolitischem Gebiet erklärte Daladier u. a., habe die Spannung zwischen Italien und England ernste Formen angenm- men, und die Unsicherheit der englischen Demokratie, die zwischen einer Politik der Isolierung und einer Politik der Stärkung des Völkerbundes chwanke, beginne jetzt auch auf die mitteleuro- räischen und osteuropäischen Staaten überzugreifen. Überall sehe man einen Rüstungswettlauf, der Gesetz in einem Europa geworden sei, das sich über kurz oder lang in derselben Lage befinden werde, wie einige Monate vor dem Weltkrieg. Die Stunde sei daher gekommen, eine tödliche Zersplitterung dieses Europas in Gruppen zu vermeiden, die sich zunächst als Rivalen und später als Feinde gegenüberstehen würden. Auf wirtschaftlichem Gebiet stellte Daladier fest, daß in fast allen Ländern Anzeichen für eine Wiederbelebung vorhanden seien, während die Lage in Frankreich kritisch bleibe. Er brauche kaum an das Elend derjenigen Erzeuger und Industriellen zu erinnern, die nicht durch besondere Abkommen mit den öffentlichen Verbänden geschützt feien und die nicht durch weitgreifende Interessengemeinschaften verbunden seien, die ihre Preise aufzwingen könnten. Er brauche auch nicht auf die Verzweiflung einer arbeitslosen Jugend und die Beunruhigung in weiten landwirtschaftlichen Kreisen hinzuweisen, wo Schulden und Hypotheken sich wie Unkraut ausbreiteten. Die Saisonmäßige Wiedereinstellung der Arbeitslosen habe wesentlich abgenommen und die Bank von Frankreich sei gezwungen, ihre Goldbarren durch plötzliche und wiederholte Diskontsaherhöhungen zu verteidigen, die die Lage der Wirtschaft und Industrie nur noch verschlimmerten. Daladier verwahrte sich gegen die Annahme, daß die Möglichkeit einer Besserung in ausgesprochen sozialistischen oder ksmmunistischen Maßnahmen luge. Davon sei nie die Rede gewesen; das Programm der Volksfront fei im Gegenteil vom Geist des Radikalsozialismus durchdrungen. Die Zusammenarbeit der Radikalsozialisten mit den übrigen Parteien der Volksfront sei daher in gewissem Sinne durch die eigenen Grundsätze der Partei bestimmt. Die Entschließung zur aktiven Mitarbeit in der Regierung wurde nach diesen Ausführungen fast einstimmig beschlossen. Welche radikalsozialistischen Minister in die Regierung eintreten werden, steht noch nicht fest, Tatsache ist bisher lediglich, daß Herriot das Außenmini st erium nicht übernimmt, lieber die Absichten, die Leon Blum nun verfolgt, gehen die Meinungen auseinander. Das „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß sich der Sozialistenführer bereits an den gegenwärtigen Justizminister, den radikalsozialistischen Abgeordneten P v o n D e - b o s gewandt habe und mit ihm am 15. Juni nach Genf reifen werde. Andere Blätter, wie der „Jour", glauben jedoch, daß er sich nach der Absage Herriots dazu entschlossen habe, selb st die Leitung der französischen Außenpolitik zu übernehmen. Der „Figaro" will wissen, daß Herriot den radikalsozialistischen Handelsminister George Bonnet in Vorschlag gebracht habe, da Bonnet durch die internationalen Verhandlungen, die er geführt habe, mit den führenden Persönlichkeiten der in Genf London, 22. Mai. (DNB.) Kolonialminister Thomas hat am Freitag sein Rücktrittsge- s u ch eingereicht, das vom König angenommen wurde. In einem Schreiben an den Ministerpräsidenten Baldwin weist Thomas darauf hin, daß die Art und Weise, in der seine Privatangelegenheiten im Verlauf der Untersuchung der Versicherungsangelegenheit behandelt worden seien, ihm ein Verbleiben als Mitglied der Regierung unmöglich mache. Er sei der Nationalregierung lediglich deshalb beigetreten, weil nach seiner Ueber- zeugung nur ein Zusammenstehen aller politischen Parteien ohne Rücksicht auf vergangene Meinungsverschiedenheiten England durch seine Krise bringen könne. Diese Ansicht vertrete er heute vielleicht noch stärker als zuvor, aber soweit es sich um ihn persönlich handele, sei er der Meinung, daß er für das Kabinett Baldwin eher ein Hindernis als eine Stütze darstelle. Der Brief schließt mit dem Wunsch, daß es Baldwin und seinen Minister- kollegen bald gelingen möge, England aus seinen gegenwärtigen Schwierigkeiten herauszuführen. — In seiner Antwort erklärte Ministerpräsident Baldwin, daß e r a n Stelle von Thomas genau s o gehandelt haben würde. Er nehme den Rücktritt mit tiefem Bedauern an. Die loyale Unterstützung, die Thomas der nationalen Regierung in fünf anstrengenden Jahren gewährt habe, werde von allen seinen Mitarbeitern nicht vergessen werden. Die „Nachrufe", die die Blätter dem ausscheidenden Minister widmen, sind im allgemeinen ziemlich farblos gehalten. Sie stellen fest, daß der Haushaltsskandal, ohne Thomas in irgendeiner Weise zu belasten, der romantischen Laufbahn eines Mannes, der es vom Laufburschen zum Mini st er brachte, ein Ende gesetzt habe. Einen etwas stärkeren Ton schlägt die „Time s" an, die u. a. schreibt, vertretenen Mächte bekannt und deshalb wohl ein geeigneter Nachfolger Flandins fei. Leon Blum fjabe daran gedacht, Chautemps mit der Leitung der französischen Außenpolitik zu betreuen. Chautemps sei jedoch in Moskau nicht beliebt, da er für den französisch-sowjetrussischen Pakt nicht genügend Begeisterung gezeigt habe. Als dritter Kandidat tauche schließlich noch Paul- Boncour auf, der als ständiger Vertreter Frankreichs beim Völkerbund größeren Anspruch auf die Leitung der französischen Außenpolitik erhebe als Bonnet und Chautemps. Das Blatt glaubt sogar zu wissen, daß Paul-Boncour sich weigern würde, in die kommende Regierung einzutreten, wenn Leon Blum einen der beiden mit der Leitung des Quai d'Orsay beauftragen werde. Unter diesen Umständen halte man es nicht für ausgeschlossen, daß der Sozialistenführer, um allen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, s e l b st das Außenministerium übernehmen werde. Allerdings sei zu berücksichtigen, daß sein Gesundheitszustand keine zu großen Ueberanftrengungen vertrage. daß Thomas nach den Enthüllungen der Haushaltsuntersuchung nicht mehr das absolute Vertrauen genießen konnte, das für einen Staatsmann erforderlich fei und von dem das ganze Regierungsgebäude abhänge. „News Chronicle" schreibt, Thomas habe zwar nichts getan, was gegen das Geschriebene verstoße, aber es schade dem Ansehen eines Ministers, wenn er z. B. eine Wette über den Zeitpunkt der nächsten Parlamentswahlen abschließe. — Obwohl Thomas aus dem Kabinett ausgeschieden ist, behält er vorläufig seinen Parlamentssitz für den Wahlkreis Derby bei, den er fett 22 Jahren vertritt. „Daily Mail" glaubt, daß Thomas auf Anraten feiner Aerzte eine längere Seefahrt antreten werde. Die Blätter stellen verschiedene Vermutungen über den voraussichtlichen Nachfolger von Thomas als Kolonialminister an. Als einer der hauptsächlichen Anwärter wird der gegenwärtige Erste Arbeitskommissar Ormsby-Gore, ein Konservativer, genannt. Gleichzeitig wird die Erwartung ausgesprochen, daß Sir Samuel Hoare entweder als Er st er Lord der Admiralität oder als Staatssekrtär für die Dominions wieder in die Regierung zurückkehren werde. Im letzteren Falle würde der gegenwärtige Dominion« minifter Macolm Macdonald das Kolonialministerium übernehmen, während Ormsby-Gore Marineminister werden würde. Eine der Schwierigkeiten bei der Kabinettsumbildung besteht darin, daß der Anteil der nationalen Arbeiterpartei an der Regierung durch den Rücktritt durch Thomas geschwächt worden sei. Diese Partei ist jetzt in der Regierung nur noch durch d i e beiden Macdonalds vertreten. „Daily Telegraph" rechnet damit, daß Ministerpräsidenten Baldwin den freiwerdenden Posten einem Konservativen anbieten werde. Vor einer Umbildung des Kabinetts Valdwin. Rücktritt des Kolonialministers Thomas. Aach Europa zurück. Nach Beendigung der militärischen Operationen Italiens in Ostafrika schien es anfangs fast so, als ob auch die italienisch-englische Spannung sich lösen werde vor der Gewalt der Tatsachen, die unerwartet früh mit der gänzlichen Niederlage des Negus im Felde, seiner Flucht vor aufrührerischen Stammesfürsten und der Eroberung Abessiniens durch die italienischen Truppen nun einmal geschaffen worden war. Italien jedenfalls schien nach erfochtenem Siege keineswegs zu wünschen, den Bogen zu Überspannen. Wenn auch die Ausrufung des Königs Viktor Emanuel zum Kaiser von Abessinien in einer Form vollzogen wurde, die den Gedanken der Erneuerung des Imperium Romanum stark unterstrich und jede Schmälerung der italienischen Besitzrechte auf ganz Abessinien durch ein diplomatisches Kompromiß als gänzlich undiskutabel entschieden zurückwies, so hatte sich Mussolini doch gleichzeitig beeilt, in London die beruhigende Erklärung abzugeben, daß Italien sich jetzt zu den saturierten Mächten zähle und nun keinen anderen Ehrgeiz kenne, als das Eroberte in friedlicher kolonisatorischer Arbeit zu erschließen, um es tatsächlich zu besitzen. Auch die ersten Aeuße- rungen von Regierung, Parlament und öffentlicher Meinung Englands erweckten den Eindruck, als ob die maßgebenden Instanzen des Britischen Reiches es für zweckmäßig halten würden, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und die vollendete Tatsache der Eroberung Abessiniens anzuerkennen, um to make the best of it und vielleicht noch in letzter Stunde durch geschicktes Verhandeln eine Besserung der englischen Position durchzusetzen, zumal Mussolini ja erklärt hatte, die britischen Interessen in Aegypten und im Sudan und die Wirtschaftsbelange beider Länder im Gebiet des Tanasees achten zu wollen. Noch ein anderer und vielleicht gewichtigerer Grund mußte für die schnelle Anbahnung einer Aussöhnung mit Italien sprechen. Man war sich natürlich in London völlig darüber im klaren, daß der Sanktionskrieg des Völkerbundes gegen Italien im wesentlichen deshalb mißglückt war, weil Frankreich, nach beiden Seiten gebunden, sich nicht entschließen konnte, seinen Pflichten als Völkerbundsmitglied nachzukommen. Daß die Franzosen nur sehr zögernd und gänzlich unzureichend England Hilfe versprochen hatten, falls dieses bei der Durchführung der Sanktionen im Mittelmeer von Italien angegriffen werden würde, hatte seinerzeit den britischen Außenminister Sir Samuel Hoare veranlaßt, dem Pariser Plan Lavals zuzustimmen, der noch einmal eine gütliche Auseinandersetzung mit Italien anbahnen sollte, aber von der öffentlichen Meinung Englands als Verrat an den Interessen des Empire und vielleicht noch mehr als Verrat an dem heiligen Gedanken der kollektiven Sicherheit stürmisch abgelehnt wurde. Die von Hoares Nachfolger Eden verfolgte Politik einer Verschärfung der Sanktionen wurde in Genf von den Franzosen durch Verschleppungsmanöver konsequent durchkreuzt. So erwies sich zwar Frankreich den kriegführenden Italienern hinter den Kulissen als wertvoller Bundesgenosse, aber England hat die Zuverlässigkeit Frankreichs als Glied eines gerade von der französischen Politik immer wieder als Patentlösung für alle europäischen Schwierigkeiten angepriesenen Gnftems der kollektiven Sicherheit beim ersten praktischen Schulbeispiel von einer sehr merkwürdigen Seite kennenaelernt. Man könnte versucht sein, daraus zu schließen, daß auch aus diesem Grunde England Wert darauf legen werde, nach dem abessinischen „Mißverständnis" die traditionelle Freundschaft zu Italien so schnell wie möa- lich wiederherzustellen, allein schon, um Frankreich geaenüber freiere Hand zu bekommen. Die erste Stimmung war sowohl in Rom wie London einer solchen Aussöhnungspolitik durchaus günstig. Wenn auch die Römer und ihre Bresse im *’rften IPberfcbmana des Siegesrausches den Triumph der Wiedergeburt des Jmveriums Roma- nums für empfindliche englische Ohren allzu laut feiern mochten, so fanden doch die sehr bestimmten, aber auch die italienischen Absichten klug bearenzen- den Erklärungen Mussolinis in London ein aufmerksames Echo, und namentlich die Kreise der Konservativen Bartei, die Edens Völkerbundspolitik von 'eher äußerlt skeptisch beobachtet batten und nun durch den Sieg Italiens ihr Mißtrauen gerecht- fertiat sahen, forderten entschieden Einstellung der Sanktionen und W'ederanbabnuna des alten Freundschaftsverhältnisses zu Italien. Aber nicht minder scharf widersprachen Arbeiterpartei und Liberale, unbelehrt durch das Fiasko der Völk-rbundspolitik, 'ehern Gedanken an Abbau der Sanktionen. Ihnen kam zu Hilfe der innervolttifche Szenenwechsel in Paris nach den französischen Kammerwahlen. Die sich zur Uebernahme der Regierung rüstenden Männer der Volksfront sind einmal grundsätzlich ffleaner des Faschismus, die die Vündnisvolitik der Barthou und Laval nur mit größtem Mißtrauen verfolgt haben, und zum andern passionierte Völ- kerbundsideoloaen, die nicht so ohne weiteres die erneute Niederlage des Völkerbundes im Falle Abessinien zugeben wollen. Wenn also bisher Eden in Genf gegen die französischen Quertreibereien keine bestimmten Entschlüsse auf Verschärfung der Sanktionen hatte durchsetzen können, so wirkte nun die französische Verschlevpunaspolitik in entgegengesetzter Richtung auf Beibehaltung der Sanktionen. Eden hat sich dem offenbar gern gefügt trotz der jeder Fortsetzung der „nutzlosen und daher schädlichen" Sanktionen widerstrebenden Stimmung vieler seiner konservativen Banteifreunde „Wait and see“ ist wieder Grundsatz britischer Politik geworden. Beareiflicherw"ise hat dieser hinhaltende Beschluß des Genfer Völkerbundsrats, der im Grunde alles beim alten läßt, in Rom wie eine kalte Dusche auf die durchaus versohnungsb'ereiten Gemüter gewirkt. Der italienische Delegierte hatte Genf bereits unter Protest verlassen, sobald ein abessinischer Vertreter am Ratstisch zugelassen worden war. Nun lebte in der italienischen Presse auch der alte Haß gegen England als Seele des Sanktionskrieges wieder auf. Dabei fehlt es nicht an deutlichen Hinweisen daraus, daß Italien sich stark genug fühlt, auch einen Waffengang mit dem Britischen Reich zu wagen, wenn es die Verteidigung des soeben eroberten Imperiums notwendig machen sollte. Man erwähnt den beiderseitigen Flankendruck auf die englische Stellung in Aegypten und im Sudan und läßt sich auch durch die Drohung mit einer Schließung des Suezkanals nicht ins Bockshorn jagen. Kurz die Sprache der italienischen Presse ist wieder sehr selbstbewußt geworden und auch die Regierung bekundet, daß sie auch anders kann, wenn man in London noch keine Versöhnung will. Die Ausweisung einiger britischer Zeitungskorrespondenten aus Addis Abeba war ein Vorgeschmack, der weitere „Vorschlag", die Verstärkung der britischen Gesandtschaftswache in Addis Abeba zurück- zuziehen, deutet an, daß Italien in seiner Kolonie den Schutz der Fremden selbst zu übernehmen wünscht. Ein böser Lapsus ist allerdings den Italienern mit dem gefälschten Dokument unterlaufen, das die Lieferung britischer Dumdum-Munition an die Abessinier beweisen sollte. Eden hat vor dem Unterhaus diese ganze Geschichte als plumpen Schwindel eines geschäftstüchtigen internationalen Gauners entlarvt. An sich hätte dieser Vorfall sehr wohl dazu beitragen können, beide Mächte wieder zueinander zu bringen, aber es ist klar, daß solange die Völkerbundssanktionen noch in Kraft sind, es für Italien keine Versöhnung geben kann mit den Mächten, deren Politik an dem Phantom der Sanktionen festhält. Andererseits scheint im englischen Kabinett trotz der wachsenden Opposition innerhalb der konservativen Partei die Richtung Eden nicht an Einfluß eingebllßt zu haben. Vermutlich sehen auch diejenigen britischen Staatsmänner, die nach dem Fiasko der Sanktionen über diese Art von Völkerbundspolitik und kollektiver Sicherheit sehr skeptisch geworden sein mögen, trotzdem im Augenblick noch die Fortdauer der Spannung mit Italien nicht ungern, weil unter diesem Druck dem englischen Volk die Notwendigkeit vermehrter Rüstungen, die natürlich sehr viel Geld kosten, eher eingehen wird, als nach Beilegung des Konflikts. Und diese Aufrüstung des Britischen Reiches ist vielleicht das wichtigste Ergebnis dieses langen politischen Kampfes, England hat eingesehen, daß kein internationales System kollektiver Sicherheit den Frieden zu verbürgen vermag, wenn man sich nicht stark genug fühlt, gegebenenfalls auch an die Überzeugungskraft der Waffen zu appellieren. Es geht sehr konsequent daran, aus dieser Lehre die praktischen Folgerungen zu ziehen. Denn nicht nur im weiteren Radius britischer Weltpolitik sieht es Anzeichen neuer Konflikte, die einen starken britischen Arm erfordern — der jüdisch-arabische Streit in Palästina und die Auseinandersetzung mit den ägyptischen Nationalisten sind innerhalb der augenblicklichen Gefahrenzone besonders unangenehm — aber auch im Spiel der europäischen Mächte ist ein starkes England eher bereit, die ihm zukommende Rolle zu übernehmen statt bequemerweise in den Franzosen die Gendarmen des Kontinents zu sehen. Auch deshalb sollte man wünschen, daß die italienisch-englische Spannung bald beendet werden wird, damit beide Mächte wieder ganz ihre europäische Aufgabe übernehmen können. England und der Welthandel. Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft. Düsseldorf, 22. Mai. (DNB.) Die Tagung der Deutschen weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Düsseldorf begann mit einer Arbeitstagung. Der Präsident der Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, M.d.R., begrüßte Lord Riverdale o f Sheffield, den Vorkämpfer für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, der in seinem Vortrag „Das Britische Weltreich und die Weltwirtschaft" zunächst Wachstum und Bestand des Britischen Reiches herausstellte. Britannien lebe nicht von passiven Erträgnissen eines ausländischen Einkommens (Zinserträgnisse ausgenommen), sondern vom aktiven Handel. Es habe die landwirtschaftliche Unabhängigkeit vorsätzlich aufgeqeben und sich abhängig gemacht durch Einfuhr von Nahrungsmitteln. Im Interesse des internationalen Handels und der Menschheit liege es, die heutigen Handelsbarrieren, Restriktionen usw. zu beseitigen. Ihre Aufrechterhaltung bedeute eine Verlängerung vieler politischer Schwierigkeiten, die aus wirtschaftlichen Quellen stammen, und ein Zurückdrängen der allgemeinen Aufwärtsbewegung des Handels, die man jetzt auf so vielen Gebieten spüre. Ein Land allein könne enbensowenig das Heilmittel dazu liefern, wie es sich selbst erfolgreich isolieren könne. Das bedeute aber Zusammenarbeit und in erster Linie Zusammenarbeit aller derjenigen Länder, welche noch die große Masse des Welthandels kontrollieren. Die Lage sei reif für eine mutige Initiative in der Zusammenarbeit von zwei, Drei oder vier Regierungen. Das Britische Reich sei bereit und gewillt, an der Befreiung des internationalen Handels tatkräftig mitzuwirken. Eupen-Malmedy im belgischen Wahlkampf. Weiße Stimmzettel als Protest. Berlin, 22. Mai. (DNB.) Die „Berliner Börsenzeitung" meldet aus Brüssel: Am Sonntag finden in Belgien Kammer- und Senatswahlen statt. Damit gelangt ein teilweise sehr heftig geführter Wahlkampf zu seinem vorläufigen Abschluß. Am 7. Juni folgen die Wahlen zum Prooinzialrat. Als Vertreter altbelgischer Interessen werben in der Hauptsache die durch den sogenannten Seegers-Prozeß unrühmlichst bekannt gewordene Katholische Union und die belgische Arbeiterpartei sowie die Rex- Bewegung um die Wählerstimmen. In dem durch das Diktat von Versailles vom Deutschen Reich abgetrennten Gebiet Eupen- M a l m e d y - S t. V i t h hat die C h r i st l i ch e V o l k s p a r t e i auf die Aufstellung von Wahllisten zugunsten der neugebildeten Heimattreuen Front verzichtet. Diese Front wendet sich in einem von ungefähr 2000 Deutschen aller Stände unterschriebenen Aufruf an die gesamte deutsche Bevölkerung von Eupen-Malmedy-St. Dith und fordert sie auf, zum Zeichen ihres Pro- t e st e s gegen die Ausbürgerungsgesetze und andere zahlreiche gegen das Deutschtum gerichtete Maßnahmen belgischer Organe weiße Stimmzettel abzugeben. Gefechtsübung englischer Tanks. Zum erstenmal nach dem Kriege wurde in England vor der Oeffentlichkeit und den ausländischen Militärattaches das Königliche Tankkorps in Aktion vorgeführt. Man sieht hier die Tanks beim Feuern in der Nähe von Lulworth, Dorset. — (Deutsche Presse-Photo-Zentrale-M.) Brückenweihe in Duisburg-Rheinhausen. Dr. Goebbels übergibt die Admiral-Graf-Gpee-Brücke dem Verkehr. Duisburg, 22. Mai. (DNB.) Mit der feierlichen Einweihung der Admiral-Graf- Spee-Brücke, die Duisburg mit Rheinhausen verbindet und damit eine neue Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem niederrheinischen Lande schafft, erlebte das ganze Volk am Niederrhein einen Tag von besonderer Bedeutung. Festlichen Schmuck trugen beide Städte. Die Zugangsstraßen zur Brücke auf beiden Rheinufern schmückten wehende Fahnen. Die Gliederungen der Partei und Tausende von Volksgenossen bildeten ein dichtes Spalier. Der Rauch, der aus den hohen Schornsteinen der Werke aufstieg, vermählte sich mit düsteren, regenschweren Wolken, die über dem ganzen niederrheinischen Lande lagen. Schiff um Schiff zog mit schwerer Last stromauf und -ab, ein lebendiges Bild dieser größten Industrie- und Binnenhafenstadt Deutschlands und Europas. Herzlich begrüßt traf um die Mittagsstunde Reichsminister Dr. Goebbels am Brückenkopf ein. Oberbürgermeister D i l l g a r d t gab seiner Freude Ausdruck, den Minister als Sohn des niederrheinischen Landes begrüßen zu können. Jener Mann des niederrheinischen Geschlechtes, dessen Name die neue Brücke tragen werde, Admiral Graf S p e e, sei weitab vom deutschen Vaterland, bei den Falkland-Jnseln, zum Symbol deutschen Heldentums geworden, zum Symbol des steten einsatzbereiten Opferwillens zum Wohle der gesamten deutschen Volksgemeinschaft. Der besondere Gruß des Oberbürgermeisters galt dem Vizeadmiral Schultze und den anwesenden Mitgliedern der Familie Spee. Ein Arbeiter aus der am Bau der Brücke tätig gewesenen Gefolgschaft gab in seinem Leitspruch den Gefühlen Ausdruck, die die Brückenarbeiter heute hätten. Wir haben, so sagte er, an diesem großen Werk des Friedens und des Ausbaues mitgeschaffen. Unser aller Wunsch ist es, daß diese Brücke Segen bringen und das hier Geschaffene lange bestehen möge. Unseren Nachkommen möge sie ein Zeichen sein aus der Zeit, da Adolf Hitler das deutsche Volk nach Jahren der Zwietracht und der Not wieder einte, damit die deutsche Volksgemeinschaft einer glücklichen Zukunft entgegenmarschiere. Reichsminister Dr. Goebbels hielt dann die Weiherede. Die Brücke sei ein Symbol dafür, daß die beiden Ufer, die sie verbinde, zusammengehören, daß der Rhein Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze sei. „Wenn wir alle schon zu Staub zerfallen sind, wird diese Brücke Zeugnis ablegen von deutschem Denken und deutschem Handeln. Die ganze Nation ist von einem unbändigen Schaffens- und Aufbauwillen erfüllt. Ungezählte Hände haben unter Mühen und Schwierigkeiten diese Brücke gebaut. Aber aus der Ueber- winduna von Schwierigkeiten wird der Mensch hart uno zähe. Wenn wir auch selbst noch keinen unmittelbaren Nutzen von unseren Werken haben, so müssen wir uns doch bewußt sein, daß wir auch aus den Werken unserer Vorfahren Nutzen ziehen und daher verpflichtet sind, Werke zu schaffen, von denen unsere Nachkommen zehren können." Dr. Goebbels dankte dann allen, die am Bau dieser Brücke mitgearbeitet haben und gedachte der Arbeiter, die beim Bau dieses Werkes den Tod als Opfer der Arbeit fanden. Die Versammelten ehrten die Toten, deren Gräber am Morgen des Festtages mit Kränzen geschmückt worden waren, durch stilles Gedenken. Nach einer Minute Schweigen erklärte Dr. Goebbels: „Und somit sei diese Brücke dem Volk übergebe n." Die Nationallieder erklangen, die Sirenen der Werke und Schiffe heulten, und Reichsminister Dr. Goebbels fuhr als erster über die neue Brücke zum anderen Ufer, wo freudiger Jubel ihn umfing. 80 Lahre „Verein deutscher Lngenieure" Kon Or. Wolfgang Mejer Vom 26. bis 29. Mai feiert der VDJ zugleich mit der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule Darmstadt sein achtzigjähriges Bestehen. Die größte technisch-wissenschaftliche Organisation der Welt, der „Verein deutscher Ingenieure", verdankt ihr Dasein dem Idealismus der Jugend. Ein junger Saardeutscher, Friedrich Euler aus Sulzbach bei Lauterecken, der am Gewerbe-Institut zu Berlin studierte, machte einigen befreundeten Mitschülern den Vorschlag, einen akademischen Verein zu gründen. In ihm sollten sich die angehenden Ingenieure über das im Unterricht Gebotene hinaus durch Gedankenaustausch unter Altersgenossen in der technischen Wissenschaft weiterbilden. Euler fand für den neuartigen Gedanken Anklang bei seinen Freunden. Arn 16. Mai 1846 schlossen sie sich zu einem „Verein der Zöglinge und ehemaligen Zöglinge des Kgl. Gewerbeinstitutes" zusammen. Bald gaben sie dem Verein den schönen Namen „Hütt e". Euler wurde der erste Vorsitzende. „Die Hütte wird das Band sein, das Männer und Jünglinge aus den verschiedenen deutschen Gauen liebend umschlingt und vereinigt, die im bürgerlichen und staatlichen Leben die verschiedensten Stellungen einnehmen", hieß es im Gründungsprotokoll. Die Tatsache gerade, daß immer mehr der älteren Mitglieder Stellungen draußen im Lande einnahmen und doch den Grundgedanken der Hütte treubleiben wollten, die gesteigerte Geltung der Industrie nach der Weltausstellung von 1851 auch in Deutschland, nicht zuletzt aber auch der mächtig auflebende deutsche Einigungsgedanke, führten zur Stellung neuer, weiterer Siele, die über den Rahmen eines akademischen Vereins hinausginqen: „Ein inniges Zusammenwirken der geistigen Kräfte deutscher Technik zur gegenseitigen Anregung und Fortbildung im Interesse der gesamten Industrie Deutschlands!" Die größere Aufgabe verlangte eine neue Form. Beim zehnjährigen Stiftungsfest der „Hütte", am Zweiten Pfingstfeiertage des Jahres 1856, fuhren die Hütten-Leute auf maiengeschmückten Leiterwagen von Halberstadt nach dem reizenden Harzort Alexisbad und gründeten hier als Nachfolgerin der „Hütte" den „Verein deutscher Ingenien r e". Dreiundzwanzig Unterschriften trägt die Gründungsurkunde. Vorsitzender wurde wieder E u I e r, nun schon längst Ingenieur in seiner pfälzischen Heimat. Als wissenschaftlicher Leiter des Vereins mit dem Titel „Direktor" wurde ihm der ausgezeichnete Lehrer am Düsseldorfer Gewerbeinstitut Franz G r a s h o f beigegeben. Durch Arbeit in Bezirksvereinen und vor allem durch eine Zeitschrift, deren Bearbeitung Grashof zufiel, sollten die Ziele des Vereins erreicht werden. An Aufgaben fehlte es nicht. Als eine der wichtigsten nannte Euler auf der ersten Hauptversammlung des 1857 schon 300 Mitglieder zählenden Vereins die Schaffung eines einheitlichen Maßstabes in Deutschland, wo es damals vierzehn verschiedene gab! Ferner müsse der Verein daran arbeiten, die deutsche Industrie vom Auslande unabhängig zu machen und ihr Anerkennung im eigenen Lande zu verschaffen. Der Verein müsse eine Großmacht werden, um solche Gedanken zu verwirklichen! Er besaß damals einen Archiv- und Kassenschrank, einen blauen Farbstempel, ein Petschaft und eine Bibliothek von vier Büchern! Aber auch einen unbeugsamen Zukunftsglauben und Opferwillen. Alle Vereinsarbeit wurde unentgeltlich aeleiftet, die Mitglieder waren zu unentgeltlicher Mitarbeit an der Zeitschrift verpflichtet und zahlten den für die jungen Leute erstaunlich hohen Jahresbeitrag von fünf Talern! Der Erfolg blieb namentlich dank Grashofs überragender Tätigkeit nicht aus. 21 u f der Pariser Weitaus st ellung 1867 treffen wir schon eine Beratungsstelle des VDJ. Beim 25jährigen Jubiläum 1881, noch unter Führung Eulers und Grashofs, zählt der VDJ. schon 26 Be- zirksvereine mit 4000 Mitgliedern. Immer größer wird der Aufgabenkreis. Fast alle Gebiete der Technik, besonders die schwierig einzuordnenden Grenzbereiche, wie Chemie-Jngenieurwesen, Verfahrenstechnik, Werkstoffe werden heute von den Fachausschüssen des VDJ. bearbeitet. Fragen der Gesetzgebung, der Schulung, der Pflege von Auslandsbeziehungen nahm der VDJ. früh in feinen Aufgabenkreis auf, so die Patentgesetzgebung schon vor her deutschen Einiauna. Auch die Geschichte der Technik wird vom VDJ. schon seit langem gepflegt. In den jährlich erscheinenden „Beiträgen zur Geschichte der Technik und Industrie" schuf der VDJ. schon 1909 das erste ausschließlich der Geschichte der Technik gewidmete Organ der Welt! Die Geschichte des Vereins selbst weist manches weit über die Fachkreise hinaus bedeutende Ereignis auf. So am 6. Februar 1896 den Vortrag des Grasen Zeppelin über seine Luftschiffpläne im Württembergischen Bezirksverein in Stuttgart. Das Eintreten des VDJ. für Zeppelin führte zum Bau des ersten Luftschiffes des Grafen. Denkwürdig war auch bi? 44. Hauptversammlung 1903. auf der Oskar v. Miller den Entwurf des „Deutschen Museums" entwickelte. / Mit rund 34 000 Wtgliedern ist der VDJ. heute die größte technisch-wissenschaftliche Organisation der (Erbe. Bebeutenbe Vereinigungen, wie die Automobil- unb Flugtechnische Gesellschaft, ber Deutsche Kälteverein, her Verein beutscher Heizungsingenieure, ber Verein beutscher Revisionsingenieure — besten Arbeitsgebiete Unfallverhütung unb Arbeiterschutz sind — haben sich als Fachgruppen dem VDJ. eingegliedert. Der Einsatz ber Technik im Kampf um Deutsch- lanbs wirtschaftliche Selbstbehauptung, die Behandlung der Maschine als dienenden Gliedes des Volksganzen geben ber Wirksamkeit des VDJ. eine bedeutungsvolle Stelle im Dritten Reich. Das bewies der vom VDJ. durchgeführte erste „Tag der deutschen Technik" in Breslau 1935 unter dem Leitwort „Technik ist Dienst am Volk" Das zeigt auch die Themenwahl der 68 Fachvorträge auf der bevorstehenden Jubeltagung in Darmstadt, die sich nach folgenden Gruppen gliedern: „Jngenieurausgaben bei der Sicherung der Nahrungs- und Rohstofffreiheit des deutschen Volkes", „Energiewirtschaftsfragen", „Schutz von Mensch und Sache", „Verfahrenstechnik und ihre Auswirkungen auf Gestaltung unb Herstellung", „Ingenieur unb Wirtschaft" und „Technikgeschichte". Ungarns Kamps gegen das Judentum. Budapest, 22. Mai. (DNB.) Auf einer vom „Bund der ungarischen Zukunft" in ber alten ungarischen Universitätsstadt Debrecen ein- berufenen Massenversammlung wandten sich die nationalen Reichstagsabgeordne'ten Dr. Franz R a j - n i ß, Stefan M i l t a y und Dr. M a k k a i in scharfen Ausfällen gegen die bisher noch ungebrochene Stellung des Judentums in Ungarn unb gaben hierbei offen ihrer Bewunberung für das nationalsozialistische Deutschland) und seinen Führer Adolf Hitler Ausdruck. Die Ausführungen ber Abgeorbneten würben von ber zahlreichen Zuhörerschaft, bie sich hauptsächlich aus ber akademischen Jugend zusamensetzte, besonders bei den sich auf Deutschland beziehenden Worten mit stürmischen minutenlangen Eljen-Rufen aufgenommen. Der Reichstagsabgeordnete M i l t a y erklärte, mit der allergrößten 2Inerfennung und Hochachtung blicke das nationale Ungarn auf den Mann, ber das beutsche Volk aus ber größten N o t geret- t e t und es von jenen fremden Mächten befreit habe, gegen die bas nationale Ungarn heute kämpfe. Die ^Versammlung brach bei biefen Worten in stürmische minutenlange Eljen - Rufe auf Hitler aus. Wenn bie von Abolf Hitler erklärte Politik, eine gefünbere Verteilung bes Gr>mb- besitzes, bie Befreiung bes Arbeiters von dem jüdischen Kapital, Brot unb Hilfe für bie Angehörigen ber ungarischen Intelligenz bebeute, so mache bas nationale Ungarn zweifellos Politik im Sinne Adolf Hitlers. Das deutsche Volk siebe ber ungarischen Nation in biefem Kampfe mit Sympathie gegenüber, aber bas christliche Ungarntum müsse sein Ziel aus eigener Kraft erreichen. Der Reichstagsabgeordnete Dr. R a j n i ß betonte, daß er aus grundsätzlichen Erwägungen Judengegner sei. Das kleine Ungarn beherberge fünfmal so viel Juden wie das große England. Diese fremden Ausbeuter hätten sich in Ungarn festgesetzt und saugten das Volk aus. Es fei völlig untragbar, baß ein ungarischer Taglöhner einen Pengö am Tage vcr- biene, sremdrassige Einwanberer bagegen Einkünfte von Tausenben hätten. Oer ReichMhrer GS. Himmler vorderHL -FührerschastaufdemVrrcken Auf dem Brocken, 22. Mai. (DNB.) Der Reichsführer SS. Himmler hielt im Brocken- Haus vor den Bann- unb Jungbannführern, bie vom Reichsjugendlager in Braunschweig auf ben Brocken gekommen waren, eine Rede über Wesen unb Aufbau ber SS. Er fchil- berte den Ausbildungsgang des SS.-Mannes unb -sührers unb sprach vor allem über bie Wechselbeziehungen zwischen weltanschaulicher unb körperlicher Ausrichtung, wobei er betonte, daß i der SS-Mann das SA-Sportabzeichen unb bas Deutsche Turn- unb Sportabzeichen erwerben müsse. Die HI stelle wie für alle Glieberungen ber Bewegung, so auch für die SS. den Nachwuchs dar, ohne den sie nicht lebensfähig sei. Daraus ergebe sich eine besondere Verbundenheit und ein Gleichklang ber weltanschaulichen Marschrichtung ber SS. und der HI. Stabsführer Lauterbacher dankte dem Reichsführer für feine Worte unb erklärte, baß bie HI. sich bemühe, in ihren Reihen bieselben Grunb- sätze ber Treue, Disziplin unb des Gehorsams zu pflegen, die bie Grunbsätze ber Partei unb ber SS seien. Kleine politische Nachrichten. Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o e r b e • (er ist nach Ablauf seiner Wahlzeit erneut als Oberbürgermeister ber Stabt Leipzig für bie Zeit vom 23. Mai 1936 bis 22. Mai 1948 vorn Reichsund Preußischen Minister des Innern berufen worden. ♦ Das englische Unterhaus nahm die Finanzentschließung zu der Regierungsvorlage über bie A b - schaffung bes Kirchen zehnten mit 160 gegen 59 Stimmen an. Die Entschließung sieht bie Ablösung bes aus bem 10. Iahrhunbert ftammenben Kirchenzehnten, ber in gewissen ©egenben Englanbs eine starke Belastung ber Landbevölkerung barstellte, auf bem Wege einer Anleihe vor. ♦ England feiert om Samstag feinen Reichs» lufttag, der in diesem Jahr besonders großartig ausgestaltet wird. Rund tausend Militär- und Verkehrsflugzeuge sind an den Vorführungen beteiligt, bie auf zahlreichen Flugplätzen ftattfinben. Etwa fünfzig Kriegsflugplätze sind für das Publikum geöffnet. ♦ In Kowno haben Besprechungen zwischen einer deutsch-litauischen Unterkommission über Fragen des kleinen Grenzverkehrs ftattoefunöen. In einer Reihe von Fragen ist eine Annäherung erzielt worben. Kunst und Wissenschaft Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim. In ber 7. Runbe des Internationalen Schachturniers in Bad-Nauheim schlichtete H e i n i ck e sehr schnell gegen Prof. Vidmar in einem orthodoxen Damengambit. Van den Bosch spielte eine italienische Partie gegen Ahues und mußte aufgeben. Stahlberg konnte gegen R e l l- st a b nur remis erzielen. Eine prächtige Leistung bot Dr. A l j e ch i n gegen Bogoljubow in einem Damengambit, das er er nach fünfstündigem Kampf gewinnen konnte. Weißgerber verlor eine spanische Partie gegen Keres. Die Hängepartien brachten den Sieg von Bogoljubow über Prof. V i b m a r, Dr. Aljechin konnte gegen Ke res nur remis erzielen. Denkt an den Michsmütterdienst. Alle Gliederungen der Bewegung werden am 23. und 24. Mai im ganzen Reich eine Sammelaktion für den Reichsmütterdienst durchführen. Mannigfache, für das Gedeihen unseres Volkes wichtige Aufgaben werden von chm wahrgenommen, jo auch die Schulung der Mütter zur richtigen Pflege und Erziehung der Kinder. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Aus aller Welt. radfahrer aus Prutz stieß mit einem Rettungswagen zusammen. Er erlitt lebensgefährliche V e r- Jn der Umgebung des steierischen Bergwerks- ortes Köflach ging ein mehrere Stunden andauernder Wolkenbruch nieder, der von schwerem Hagel begleitet war. Die neu erbaute Straße über den Packsattel ist unbenutzbar, das Wasser steht an vielen Stellen über einen Meter hoch. Besonders schwerer Schaden wurde an den Bergbaubetrieben angerichtet Ein Wildbach durchbrach die Dämme und ergoß sich in den Schacht Lankowitz, der völlig unter Wasser steht. Ebenso wurde der Schacht Piberstein zum großen Teil unter Wasser gesetzt. Die Arbeiter mußten in beiden Schächten ausfahren. Auch einige Häuser stehen unter Wasser und sind von den Einwohnern geräumt worden Alle Brücken wurden weggerissen Himmelfahrtsausflügler am Arlberg schwer verunglückt. Am Himmelfahrtstag unternahmen 26 Schüler der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz im Unterinntal gemeinsam mit ihren Lehrern einen Ausflug im Autobus. Als der Autobus auf der Heimfahrt von St. Christoph am Arlberg gegen St. Anton herabfuhr, brach an einer besonders steilen Stelle die Bremsvorrichtung, so daß der Wagen mit ungeheurer Schnelligkeit in eine 5-Kurve em- fuhr. Es gelang zwar dem geistesgegenwärtigen . Lenker, den Sturz über den Straßenrand zu verhindern. Der Autobus kippte jedoch um, und sämtliche Fahrgäste wurden aus dem Wagen ge- schleudert, wobei sie über eine steil abfallende Böschung stürzten. Von den 26 Schülern wurden die meisten schwer verletzt, einer von ihnen tft in der Nacht g e st o r b e n. Der Zustand von drei anderen Verletzten ist sehr bedenklich Beim Transport der Verletzten in das Krankenhaus ereignete sich ein weiterer Unglücksfall. Ein Motor- Die Einwohner des englischen Städtchens Keighley in der Grafschaft York, die das Luftschiff auf seinem Rückweg von Amerika überflog, beobachteten, rote das Luftschiff über dem nahegelegenen Morton- Banks-Friedhof, wo 40 in der Gefangenschaft gestorbene deutsche Offiziere begraben liegen, feinen Bug senkte. Das Luftschiff flog dann in geringer Höhe über die Stadt, wo es ein Paket herunterwarf, das von zwei Knaben ausgenommen wurde. Es enthielt einen Strauß frischer Nelken, dem ein Schreiben von Johann Schulte, dem „fliegenden Pater", beigefügt war. In dem Schreiben wurde der Finder gebeten, die Blumen auf dem deutschen Soldatengrab niederzulegen, in dem auch der Bruder des Paters bestattet ist. Die Blumen wurden von den beiden Findern sofort nach dem Friedhof gebracht und auf dem Grabe niedergelegt. Verheerendes Großfeuer in einem hannoverschen Dorf. In einer der letzten Nächte brach in der hannoverschen Ortschaft Grabow ein Großfeuer aus, das schweren Schaden anrichtete, Der Brand entstand in einer Tischlerwerkstatt und breitete sich mit großer Geschwindigkeit über die umliegenden Häuser aus. Fünf Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Während das Vieh rechtzeitig geborgen werden konnte, ist ein großer Teil der Emrich- tungsgegenstände verbrannt. Weihe der Kulturhalle in Bad Hersfeld durch Reichsleiter Rosenberg. In dem 1200 Jahre alten Hersfeld wurde in den letzten Tagen nach einer Morgenfeier in der alten Stiftsruine die Einweihung der in sieben Monaten erbauten K u l t u r h a l l e festlich begangen Reichs- leiter Rosenberg hielt eine aus großer Vergangenheit in die gesegnete Gegenwart führende Ansprache bei voll besetztem Hause. Nach der Ansprache und dem Gesang der deutschen Lieder begann die Aufführung der Oper „Iphigenie auf Tauris durch das Kasseler Staatstheater. Hochwasser in der Steiermark. Motorraduuglück fordert ein Todesopfer. Am Himmelfahrtstagabend fuhr auf der Reichsautobahnstrecke Frankfurt — Mannheim, zwischen Darmstadt und Viernheim, ein Motorradfahrer, ein Landwirt aus Göcklingen bei Landau, mit seiner Frau auf dem Soziussitz mit großer Geschwindigkeit auf einen wegen Achsenbruchs auf der Strecke haltenden Lastkraftwagenzua. Die Frau wurde auf die Straße geschleudert und war sofort tot. Der Motoradfahrer selbst trug nur Armverletzungen davon. Der Lastzug stand vorschriftsmäßig ganz rechts auf der Strecke und war mit drei roten Laternen I oroie einer roten Fahne gesichert. Die Ehefrau und drei Kinder ermordet. Eine entsetzliche Bluttat wurde in Mindelheim (Schwaben) entdeckt. In dem Hause des Otto Kehrer fand man dessen 32 Jahre alte Ehefrau und seine drei Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren ermordet auf. Die Tat ist von dem 38 Jahre alten Ehemann, wahrscheinlich in einem Anfall oon | Verfolgungswahnsinn, verübt worden. Der Ehe-^ mann wurde in völlig geistesabwesendem Zustande, mit einem Kruzifix in der Hand, in der Wohnung angetroffen. Die Ermittlungen ergaben, daß er seine Frau und die drei Kinder in bestialischer Weise mit einem Messer getötet hatte. Glücklicherweise entging das vierte Kind, ein Mädchen von elf Jahren, dem Tode durch die Hand des Vaters, weil es feit einigen Tagen bei den Großeltern wohnte Straßendahnungluck in Mannheim fordert zwei Todesopfer. In Mannheim ereignete sich unweit der Schlage- ter-Brücke ein schweres Verkehrsungluck. Ein oon Ludwigshafen kommender Straßenbahnwagen geriet in der Kurve mit dem Anhänger aus den Schienen. Beide Fahrzeuge, die stark besetzt mären, | stürzten über die Böschung am Friedrichspark. Hierbei wurde eine auf dem Gehweg befindliche Frau von dem Anhängewagen erfaßt und au T o d e gedrückt. Formationen der Wehrmacht, die gerade die Stelle passierten, sorgten mit der Feuerwehr für sofortige Ueberführung der zahlreichen Verletzten in drei Krankenhäuser. Eine der schwerverletzten Personen, ein Frau, ist bei der Einlieferung gestorben, so daß bisher zwei Todesopfer zu ver- zeichnen find. In die Krankenhäuser wurden ms- gesamt 28 Verletzte gebracht Sieben von ihnen konnten alsbald wieder entlassen werden. Die Ermittlungen über die Ursache des Unglücks sind noch nicht beendet. LZ. »Hindenburgs wieder daheim. Das Luftschiff Hindenburg" ist, von feiner l e 6 u ng e n. zweiten Nordatlantikfahrt heimkehrend, heute, Samstag, früh um 4.14 Uhr auf dem Fluahafen Rhein-Main glatt gelandet. Das Luftschiff wird schon am Montag, 25. Mai, zu einer weiteren Ueberseefahrt starten, und zwar nach Rio de Janeiro, wo es am 29. Mai eintrifft. Dadurch wird dem altbewährten „Graf Zeppelin' und seiner Besatzung eine wohlverdiente Ruhepause in Friedrichshafen ermöglicht. Auch die fünfte diesjährige Südamerikafahrt ist bereits fast ausverkauft, ebenso wie angesichts der bisherigen erfolgreichen Fahrten des neuen Luftschiffes die Nachfrage nach Plätzen eine dauernde Steigerung aufweist. Am 19. Ium wird das Luftschiff „Hindenburg" in Frankfurt seine dritte Nordamerikafahrt beginnen Wetterbericht 6es BddjsroeHetbienffes. ülusflabeort Jrantfurl. Das europäische Festland ist oon einer Tiefdruck. 30ne Überlagert. Während dabei von Norden her nach Deutschland kühle Lustmassen hereinstromen, bringt über den Balkan hinweg seucht-warme Mittel- meerlust ein, die an der kalten Lust zum Au gleiten kommt Es hat sich ein ausgedehntes Niederschlags- gebiet gebildet, das heute früh> die Weser erreicht hat und sich im weiteren Fortschreiten befindet. Zu außerordentlich erheblichen Niederschlagen ist es m den Ostalpen gekommen, ,° daß IM Lause des Samstags mit gewittrigen Regensallen gerechnet werden ""Aussichten für Sonntag: Ueberwiegend bewölkt mit Neigung zu gewittrigen Niederschlaqem Mittagstemperatur 15 Grad, nördliche und östliche ^Au°ssichten für Montag: Noch immer Neigung zu gewittrigen Schauern, doch im ganzen wieder freundlicher und wärmer Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 12 Grad Celsius, abends 9,7 Grad: am 23. Mai: morgens 9,4 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum Heu e nacht 7,8 Grad. — Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 14,5 Grad , am 23. Mai: morgens 12,7 Grad. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik und für die Bilder. Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Zeck. Verantwort- lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Bruhl sche Universitäts-Buch-und Steindruckerel R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf- wehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf- und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. । Ak Ait ist Preisliste Nr- 3 vom 1. Juni 1935 ''////ZA 'a. Ak auf Ta,''ta eMa\ U ä k[i >,'i Ang. u. 02293 an denGietz.Anzeig. 2 oder 3 Zimmer und Küche, mit Korridor und Zentralheizung, zum 1. Juni zu vermieten. [02334 Wieseck, Eichenröderw.12 Möbl. il 2 leere Zimm.,NäheKli- niken,aneinzelne Pers.).verm.v235i Vichtestraße. Bin unter der Rufnummer Halbiags- Mädchen zum 1. Juni gesucht (vorzustell. 9—13 Uhr) 02339 Prof. Decker. Am Nahrungs- berg 2 l. gigarren- verkäuser sofort ges. [3325V Cafe Amend. Garage am Seltersweg billig zu vermiet. Schr. Ang. unt. 02343 a.d.G.A. Montag, 25. 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Der Chinese schwebte im Geiste mit seinem bemalten und bewimpelten Drachen in der „heiligen Höhe", der Grieche bannte seinen Höhentraum in die Mythe von Dädalus und Ikarus, und unsere Vorfahren schilderten die Ueberwindung der Erdenschwere in der Soge „Wieland der Schmied". Lionardo da Vinci kam im 16. Jahrhundert der Aufgabe, aus eigener Kraft aufzusteigen, sehr nahe. Als Montgol- fi-r 1783 zum erstenmal mit einem gasgefüllten Ballon aufstieg, glaubte man die Frage des Fliegens gelöst zu haben. Der damals 20jährige Jean Paul sah der „Menschheit uralten Traum" fast verwirklicht und schrieb sich seine Begeisterung später vom Herzen in dem „Seebuch des Luftschiffers Gia- nozzo"; in diesem nahm er alles, was die Welt des Fliegers und des Fliegens an Stimmungen, selbst jenseitigen, und an Eindrücken und Gedanken birgt, „kühn ausschauend" vorweg und rief gleichzeitig eine Reihe mehr oder weniger wertloser Flug-Utopien auf den Plan. Erst als die fortschreitende Technik im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts zwei Erfindungen von epochaler Bedeutung (das lenkbare Luftschiff und das Flugzeug) ermöglichte, wurde der Traum des Menschenfluges der Verwirklichung näher gebracht. Jetzt nahmen sich auch die Dichter wieder dieses Stoffes an, und neben dem rheinischen Dramatiker Wilhelm Schmidtbonn, dem „kosmischen Phantasten" Paul Scheerbort und dem Lyriker Rich. Dehmel gehörte vor allem der aus Mecklenburg stammende Dichter Leonhard Adelt, der den Weltkrieg als Flieger erlebt hat, zu den frühesten Verkündern des „fliegenden Zeitalters", das Gottfried Keller bereits dunkel geahnt hatte. 1913 veröffentlichte Adelt seinen Roman „Der Flieger", in dem sich das flugbegeisterte Gedicht findet „Neue Wege". Wir werden neue Wege wandern Und werden neuen Sternen trau'n. Die uns verriet, ist uns ein Grau'n! Die Erde lassen wir den andern. Wir haben nicht die rechte Schwere, Die auf der Erde rollt und ruht. Die Möwe schreit in unserm Blut: Wir werfen jauchzend uns ins Leere — Und sinken lautlos in die Nacht Des aufgesprengten Erdenschoßes. Und steigen aus ihm, neu bereit. Und unsere Herzen, stark gemacht Durch die Gewißheit ihres Loses, Lobsingen in der Einsamkeit. In dem Gedicht „Als ich zu euch flog" schildert Adelt kurz, doch einprägsam einen Flug: Der Raum schrumpft ein, Entblauter Himmel trauert schwarz, Die Wälder riechen nicht nach Harz, Die Erde ist ein toter Stein. Die Welt ist taub. Nichts schreit als der entseelte Flug, Ich bin mir selber Nicht genug, Ein Räuber und mein eigner Raub. Nun schweigt das Erz. Der Bogen färbt sich himmelsrund, Die Welt ist wieder laut, und bunt, Im toten Eisen schlägt mein Herz. Schmidtbonn behandelt in einem Gedicht „Der Flieger" einen Aufstieg; er erzählt, wie alles unter ihm kleiner wird, Gras, Zaun, Dach, Schornstein, viele Dächer, Fluß und Straßen, Spatzen, Tauben, Wald, Wälder, Berg, Berge, Städte, die Welt. „Unter mir, alles unter mir." Man beachte, wie die Aufzählung dazu dient, das Höhersteigen des Flugzeuges sichtbar zu machen. In der Höhe kommt der Dichter zu der Erkenntnis: „Wie klein eure Welt, Menschen! Menschlein, So weit eure Züge laufen: Eure Welt hat Grenzen, Nur hier das Unendliche Ist ohne Grenzen. Tage könnte ich fliegen, Jahre, Jahrtausende —" Ueberwältigt von dem Erlebnis des Fluges ist E. v. Bodmann: Selig in meinem Willen bebend, Schau ich mich selber im Fluge an, Wenn ich, über den Wassern schwebend, Fühle, daß mir die Himmel nah'n! Aus tiefem Besinnen schrieb der Dichter Hans Heinrich Ehrler einem Flieger folgende nachdenklichen Verse: Doch dich zu rühmen ist ein frohes Sagen: Du saßest ob d"M Meer und fern dem Strand. Da plötzlich ha. nur noch dein Herz geschlagen, Das Herz des Motors aber schaurig stand. Du sahst hinunter, war nicht Grund nicht Furt. Dann galt der Griff, dein Vogel flog im Bogen. Du sahst den Tod, und spürtest die Geburt. büt das Gleichnis, das ihn überflogen. Aus gleicher Besinnlichkeit und aus jugendlichem Wollen heraus ist der „Fliegerspruch" von Anton W u r z e r entstanden: Ich bin ein Gleichnis kühnster Ueberwindung, Ein Schwebendes am Brückensteg der Ewigkeit. Ich heb mich aus der Schwerkraft dumpfer Bindung Und werf mein Sein in den Orkan der Zeit. Sing auf, Motor, zur Einsamkeit der Sterne, Sei Knecht, nicht Dämon, der mich stürzen kann! Ich will die Welt, mehr grenzenlose Ferne! Wie mein ist Strom, Gebirg und Ozean! Sachlicher und doch mitreißend wirken die Verse „Im Flugzeug" von August Köhler, voller tiefer Vergleiche: Der Vogelmensch, von allen irdischen Geschäften herrisch gelöst, entstürmt mit tausendfachen Menschenkräften und stößt, reisige Lerche, kreisend steil empor. Des Erdenwindes Lied erstirbt dem Ohr. Er hört den Sturz nur, den er selber schafft, ganz Gier und Wille. Sein Vogel dröhnt und drängt und macht des Aethers Stille zum ungeheuren Echo feiner Kraft. An den Vergleich Flieger und Vogel dachte wohl auch Gottfried K ö l w e l, als er einem abgestürzten Flieger zum Gedächtnis schrieb: Im Wind ertrank Ein Flieger, der zur Tiefe sank. Selig schied der schwarze Sarg, Der einen Fetzen Gottgewand Zur Heimfahrt in sein webendes Land In sich barg. Und als die Menschen weinten, lachte Die Erde und schob den Schrein In den unendlichen Webstuhl hinein Und wirkte, bis sie das große Werk Vielleicht in einem Vogel, vollbrachte. Im ersten Jahrzehnt nach 1900 hat deutscher Erfindergeist in unermüdlicher Arbeit aufsehenerregende Leistungen vollbracht, im Wirbel des Weltkrieges hat deutscher Fliegerwille sich in höchster Kraft bewährt, heute besitzt unser Flugwesen Weltgeltung. Deutscher Fliegergeist wird nicht untergehen, denn die großen Toten gaben uns ein Mahnwort: Wir toten Flieger Blieben Sieger Durch uns allein! Volk! Fliege du wieder, Und du wirst Sieger Durch dich allein! Räume und Menschen des britischen Weltreichs. Don Otto Eorbach. Im britischen Weltreich, das den vierten Teil des trockenen Landes der Erdoberfläche umfaßt, wohnen außerhalb des Mutterlandes fast 4 0 0 Millionen Farbige, aber noch nicht 20 Millionen We i ß e. Dabei sind Kanada, Australien und Neuseeland, die wichtigsten Tochterstaaten Englands, zusammen fast doppelt so groß wie Gesamteuropa, während die Zahl ihrer weißen Bewohner erst 17 Millionen beträgt, trotzdem die farbige Urbevölkerung zugunsten weißer Siedler fast völlig ausgerottet wurde. Solange die farbigen Untertanen John Bulls mit den Mitteln weltpolitischer britischer Strategie noch leicht in Schach gehalten und als „Kolonialsklaven" ausgenutzt werden konnten, brauchte die Menschenarmut der Dominien dem Mutterlande wenig Sorge zu bereiten, zumal die zur Verfügung stehenden Siedlungsräume gegen fremdartigen Zuzug leicht abgesperrt werden konnten. Seit dem großen Kriege wachsen jedoch für den britischen Imperialismus in unheimlichem Tempo die Schwierigkeiten sowohl der Kontrolle über Gebiete mit dichter farbiger Bevölkerung, wie der Sicherung „leerer Räume" gegen die Siedlungsansprüche von „Völkern ohne Raum". Zu diesen rechnet sich trotz seiner Eroberungen auf dem asiatischen Festlande auch Japan noch, das sich als Vormacht der gelben Rasse anschickt, den weißen Mann aus der weltpolitischen. Führung zu verdrängen. Unter solchen Umständen muß sich den Lenkern des britischen Imperiums die Aufgabe, die von ihnen noch beherrschten überseeischen leeren Siedlungsräume für eine organisierte Masseneinwanderung aufzuschließen, als eine Lebensfrage aufdrängen. Solche Erwägungen haben kürzlich dazu geführt, in Gestalt eines „Ueberfee-Siedlungs- amtes" ein Zentralorgan der britischen Reichsbinnenwanderung ins Leben zu rufen. Von den acht Mitgliedern find drei amtlich: der Domi- nienminifter, der den Vorsitz führt, und je ein Vertreter des Dominienamtes und des Schatzamtes. Die fünf nichtamtlichen Mitglieder find Lady Reading, eine bewährte Sozialpolitikerin, Dr. W. G. S. A d a m s, der sich um die öffentliche Wohlfahrtspflege verdient machte, George Gib- s o n , Mitglied des Generalrates des Gewerkschaftskongresses, H. I. Mitchell, Präsident des Reichsverbandes der chemischen Industrien und Brigade- general I. I. H. Nation. Am interessantesten bei dieser Besetzung ist die Beteiligung eines höheren Offiziers und eines Vertreters einer großen Reichsindustrie; ein Zeichen dafür, daß die englische Auswanderungspolitik künftig vorwiegend den Interessen der Reichsverteidigung dienen soll. Die Dominien brauchen nicht nur mehr Menschen, um in den kommenden Weltstürmen bestehen zu können, sondern auch entwickelte Olympia Oer Kunst. Don £)r Erwin Krott Wenn im alten Olympia der sportliche Wettkampf herrschte, so wurden die Sieger doch von Dichtern wie Pindar und Simonides besungen, und ihre von Meisterhand geschaffenen Statuen schmückten die Kampfstation. Seit dem 5. Jahrhundert v. Ehr. sind uns neben den sportlichen Wettkämpfen auch geistige, insbesondere künstlerische bezeugt; ein Beweis dafür, daß das ,-,mens sana in corpore sano“ (gesunder Geist in gesundem Körper) den Alten ke'n' Redensart war. Als vor 40 Jahren die Olympischen Spiele wieder au lebten, wurden neben die sportlichen alsbald auch künstlerische Wettkämpfe gestellt. Den An'ang machte Stockholm (1912), dann folgte Amsterdam (1928) mit einer großen Kunstausstellung und einem literarischen Wettbewerb, und auch in Los Angeles (1932) hatte die Kunst einen Platz. In weit größerem Maße als bisher wird der 11. Olympia-Wettbewerb in Berlin ein „Kampf der Wagen und Gesänge" sein. Die Wettkämpfe werden sich auf fünf Kunstgebieten abspielen: Baukunst, Malerei und Graphik, Bildhauerkunst, Dichtung, Musik. Für die dabei gestellte Ausgabe — „geistige Gestaltung des Sporterlebnisses" — sind die Grenzen der künstlerischen Entfaltung so weit als denkbar gesetzt. Auf dem Gebiete der Baukunst werden Entwürfe für Gebäude und Anlagen, die sportlichen Zwecken dienen, zugelassen. Maler, Graphiker und Bildhauer dürfen Werke einreichen, die ein sportliches Motiv behandeln, wobei der Zusammenhang zwischen Kunst und Sport möglichst weit gefaßt ist. Ebenso ist für die Gruppen Dichtung und Musik die Behandlung von Motiven vorgeschrieben, die dem Sport und der olympischen Idee dienen. Die für den Wettbewerb in den bildenden Künsten bestimmten Werke werden von Mitte Juni bis Mitte August in einer Kunstausstellung im Ber- liner Ausstellungsgelände am Kaiserdamm allgemein zugänglich gemacht werden, während die internationalen Einsendungen der Dichter und Musiker nach Möglichkeit durch den Rundfunk vorge- tra^en werden sollen. 93on den fünfzig Nationen, die an den Olympischen Spielen teilnehmen, ist fast die Hälfte auch in den Kunstwettbewerb eingetreten. Für die Ausstellung der bildenden Künste sind die Anmeldungeni besonders zahlreich. Frankreich, Japan, Oesterreich, Schweden und Italien stehen hier in vorderster uront, und in einigen dieser Länder sind die für ben internationalen Wettbewerb bestimmten Werke, zu besonderen Sammlungen zusammengefaßt, bereits der öffentlichen Schau und Kritik zugänglich gemacht worden. Am Literaturwettbewerb beteiligen sich zwölf Nationen mit fiebenunbreifeig Arbeiten, die sich auf die drei Gruppen Lyrik, Drama und Epos erstrecken. Deutschland fehlt in der ersten Gruppe. Es steht, was die Zahl seiner Einsendungen angeht, an vierter Stelle; vor ihm rangieren Oesterreich, Schweiz und Italien. An Werken der Musik sind vierunddreifeig, und zwar von neun Nationen gemeldet. In Deutschland wird die Gruppe Vokalmusik durch Paul Höffer Harald G e n z m e r und Kurt Thomas vertreten sein. Für die Gruppe Kammermusik ergab hie deutsche Vorprüfung keinen preiswürdigen Vertreter, während in der Gruppe Orchestermusik wenigstens ein Bewerber ausgesucht werden konnte, Werner E g k, der durch „Die Zaubergeige" bekannt gewordene bayrische Komponist. Was die musikalische Beteiligung der anderen Staaten angeht, so steht Oesterreich 'wie im literarischen, so auch im musikalischen Wettbewerb zahlenmäßig an erster Stelle. Die meisten Anmeldungen des Auslandes betreffen die Gruppe Orchestermusik, und ganz allgemein läßt sich sagen, daß die Kunstwettkämpfer vorwiegend der Jugend angehören, die ja die Zusammenhänge zwischen Sport und Kunst unmittelbarer zu erleben vermag als die Aelteren. Siebenundzwanzig Preise auf dem Gebiete der bildenden Künste und achtzehn Preise für Dichtung und Musik winken den Siegern. Im alten Olympia waren es geweihte Oelzweige, heute sind es Plaketten aus'Gold, Silber und Bronze. Ausgezeichnet werden: je drei beste städtebauliche Entwürfe, architektonische Pläne, Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle, graphische Arbeiten, Gebrauchsplastiken, Rundnlast'ken, Reliefs, Plaketten; ferner je drei beste Werke der Lyrik, der Dramatik, der Epik und endlich je drei Schöpfungen der Vokal-, der Kammer- und der Orchestermusik. Neben bir^m Wettbewerbe in ben bilbenben unb redenden Künsten werden internationale Tanzfestspiele stattfinden, für die eine große Kuppelhalle auf dem Reichssportfelde errichtet wurde. Auch hierfür sind dreimal drei Preise ausgesetzt: für die drei besten Solotänzer, die besten freien und die besten Theatertanzgruppen. Dem internationalen Preisgericht erwachst in diesem „Kampf der Wagen und Gesänge" eine ungeheure Aufgabe. Bei der Verschiedenheit der Kunstmaßstäbe, die in der Welt Geltung haben, kann es sich für dieses Gericht nicht darum handeln, das jeweils international „beste" Kunstwerk herauszufinden, sondern preiswürdig wird das Werk fein, das die eigene völkische Art am besten widerspiegelt. Es steht zu hoffen, daß Deutschland, dessen völkisches Bewußtsein in den letzten Jahren mächtig erstarkt ist, der olympischen Idee auch im Kunstbewerbe auf eine Art dienen wird, die den versammelten Völkern einen Begriff von der Größe seines nationalen Eifers und Könnens gibt. Alte Wmdro e. Don Anton Schnack. Ich, den sie den grauen Monsieur nannten, habe sie gemalt an einem wolkenüberhäuften Septembernachmittag des Jahres 1636 zu Amsterdam im Auftrag des Boekverkopers Jan ten Hoorn. Mit einem Zirkel schlug ich einen Kreis, und einen zweiten und einen dritten in den allergrößten hinein. Ich hatte das mit Pergament verklebte Fenster auf die Grachten offen und roch mit Genuß, daß gerade das Schiff „Sankt Johann" der französisch-westindischen Kompanie, mit Tabakballen und Käsigen voll Papageien, an der Kette der Mole knirschte und ausgeladen wurde. Vor mir lag, schön geordnet und fast bis zum letzten Pinselstrich fertig, eine carte du continent de 1‘amerique et de ses Isles principales, worauf das Meer hellblau leuchtete, die Gestade der Küsten unb Inseln braungetränkt waren, bie unermeßlichen unb mit Tiergeziefer angefüllten Urwälber als kugelrunde grüne Bäume dastanden und die Flüsse als glasazurne Adern durch schraffierte Felsschluchten rollten. Mitten in die Ozeanfläche, mit dem Namen Mer du Nord, zog ich auf einem weiß- gelassenen Fleck die Kreise der Windrose, damit sie den Seefahrern, den geqöulten Schiffbrüchigen, den singenden Tritonen, den Meergöttern und den Schatzgräbern Richtung und Wegweiser sei. Die Winde rings in den Ecken waren lauter Engelsköpfe, die mit aufgeblasenen Backen Wetter- und Wolkenstrahlen in die Weltecken bliesen. Ich habe der Rose zweiunddreißig genaue Spitzen gemacht. Sie zeigt nun Fahrt und Bahn der Winde aus allen Richtungen an. Niemals, das wußte ich, würde ich gebückter und grauer Mann, an dem nur noch die Augen gut und.unverdorben waren, diese Windströme fingen und' heulen hören. Aber die stählernen Weltumsegler und Weltentdecker, deren Augen voll ungestümen Mutes und wachsam sind, wissen durch die zierliche Rose die Himmelsecken Süden, Norden, Westen und Osten. Die Seeräuber Bertrand d'Orgern und Rock Brasiliano finden durch meinen Farbenschein ihre versteckten und verborgenen Jnselnester wieder, die von den geraubten Goldstangen und erbeuteten Edelsteinen leuchten und glitzern. Ich habe während des Malens die Vielfalt und Größe der Meere schauend aefühlt. An jedem Strand verweilte ich nachdenklich und wißbegierig mit meiner dünnen Feder und dem Pinsel aus Schweinsborsten. Ich bückte mich zu schlafenden Schildkröten in den Kokosbuchten nieder, und während mich der braune Wilde aus dem brodelnden und feuchten Busch beäugte, sah ich ein Goldkorn unermüdlich und unerreichbar aus dem Schlick glühen. Manchmal machte mich das Malen wankelmütig; denn es flößte mir eine unverantwortliche industrielle Produktivkräfte als Rückhalt moderner Kriegführung. Man hat damit ein völlig neuartiges kolonisatorisches Problem aufgerollt, und es handelt sich dabei um einen Bruch mit aller europäischen kolonial- politischen Überlieferung. Nicht umsonst suchte der europäische Auswanderer früher in überseeischen Ländern der Kontrolle irgendwelcher kolonialen Macht möglichst zu entfliehen. Ohne den Abfall der wichtigsten Kolonien der „Neuen Welt" würde es wohl nie zu einer europäischen Massenauswanderung gekommen sein. Die ungeheuren Umwälzungen, die der Wechseloerkehr zwischen „alter" und „neuer" Welt heroorrief, waren vor allem auf das den Zeitgenossen meist verborgen bleibende Wirken des unbekannten Auswanderers zurückzuführen, der, um die Wildnis dem Weltverkehr erschließen zu helfen, in der Regel sich nicht nur europäischer, sondern selbst örtlicher amtlicher Kontrolle zu entziehen suchen mußte. Es ist wenig bekannt, daß der Negersklave int Süden der Union einen weißen Vorgänger hatte, nämlich den aus England deportierten Sträfling, der für 4, 5 bis 7 Jahre durch einen Vertrag in eine Art Leibeigenschaft trat und dabei von dem Herrn weiter vermietet oder verkauft werden konnte. 1620 brachte ein holländisches Schiff die ersten 20 Neger nach Virginien, aber noch 1671 zählte der Bericht des Gouverneurs Barkley unter rund 40 000 Einwohnern neben 2000 Schwarzen nicht weniger als 6000 „christliche Knechte". Neger wurden mit der Zeit mehr und mehr bevorzugt, weil sie einmal das Klima bei schwerer Arbeit besser vertragen, zweitens wegen ihrer Hautfarbe als Ausreißer leichter wieder eingefangen werden konnte. 1750 machten schwarze Sklaven mehr als die Hälfte der Bevölkerung Dirginiens aus. Die Hauptträger freier Kolonisation waren zunächst bezeichnenderweise religiöse Sektiere r, die in der alten Heimat bedrückt und verfolgt worden waren. Auf die Zeit des Unabhängigkeitskrieges bezieht sich Seelys Bemerkung: „England war damals ein in keiner Weife dicht bevölkertes agrarisches Land; Amerika steckte voller religiöser Flüchtlinge, die von Ideen beseelt waren, die in England neuerdings aus der Mode gekommen waren". Das unmittelbare Interesse aller europäischen Kolonialpolitik war damals noch auf eine mit Zwangsarbeitern betriebene Plantagenwirtschaft und Ausbeutung mineralischer Vorkommen gerichtet. Nach dem Verlust der aufständischen nordamerikanischen Kolonien verschickte England seine Sträflinge nach Kanada und vor allen nach Australien. In den Vereinigten Staaten wurden nun die Küstenstriche am Atlantik zum Schauplatz eines fortgesetzten Aufbruchs aller Unzufriedenen und Unbotmäßigen zur jeweiligen Siedlungsgrenze, die immer weiter ins Innere und dann dem Stillen Ozean zu vorrückte. An der „Grenze" gab man sich eigene Gesetze und zettelte Aufstände an, wenn von östlichen Gerichten Verfolgte zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Nur indem am „Pionierrande" die gegen wilde Siedlung aufgerichteten gesetzlichen Schranken immer wieder niedergelassen wurden, kam mit der Zeit eine europäische Massenauswanderung nach dem „Lande der Freiheit" in Gang." England, das in seinen Dominien ebenfalls eine freie Kolonisation um sich greifen sah, die die Ueberwachung von Deportierten erschwerte, versuchte ihr jahrelang nach den Vorschlägen Wakefields einen Riegel vorzuschieben, indem es für ungenutztes Land genügend hohe Preise festsetzen liefe, damit ein unbemittelter Einwanderer erst nach jahrelanger Lohnarbeit bei sparsamster Lebensführung in die Lage kommen konnte, eine eigene Scholle zu erwerben. Die Folge war, daß die Vei> schleussner • mit, G a r a.hti.esch ein . rum Begierde ein, die über das bescheidene und ängstliche Maß meines Zimmerlebens das Herz hinausdrängte. Ich verfiel aber nicht dem Zauberrausch aus Meerleuchten, dem Donner der Meervulkane, den purpurnen Schärmen der Drachenfische und den Bronzebüsten der nackten Dschungelfrauen. Ich bin ein Maler, ein alter Mann, den die Mädchen der Matrosenschänken ja doch auslachen würden. Aber ich vermache die Rose allen ungezügelten Seefahrern, voran dem großen Cristof Columbus, dem gottdemütigen Maghellan, dem kühnen und goldhungrigen Entdecker der südlichen und angeblich ganz in Feuer stehenden See, dem Vasco Nunez de Balboa, der mit Schwert und Schild in das ruhende und regungslose Meer sprang. Denen vermache ich sie, weil sie immer noch über den geblähten Schiffen schweben, wenn diese vorn Hafenblock loszittern und in die unbekannten und gr'iu- famen Wasserweiten stechen. Ich habe die W )- rose für jene Männer zu allererst gemacht, aber auch für die dicken und fetten Kaufleute, für die Gewürzhändler, für die Kapitäne, die mehr Flüche als Gebete auf der nerpriemten Zunge tragen und nehmt es, Wächter des Gesetzes und des Besitzes, mir nicht übel, wenn ich sie auch den Piraten und Flibustiern vermache, die hinter den Riffen und Sandbänken von Grand Cay-man, Mataguana und Miraporos mit Pulver in den Flinten und brennendem Zunder an den Bassen und Geschützen auf die Silberschiffe und Tabaksgaleonen lauern. Die Karte mit der Windrose zeigt vom 7. bis 28. Breitengrad den Bezirk von 333 Inseln, die unter dem Wendekreis des Krebses liegen, den die Astrologen Cancer nennen. Wie ich weiß, ist er heimtückisch und bringt unvermutete Stürme mitten beim höchsten Sonnenlicht. Ich bitte deshalb die Mutter Maria um Schutz für jene Schiffe, die mit meiner Windrose auf dem Meere fahren. Möge sie kein Taifun mit gebrochenen Masten und zerspellten Steuern in das Jnselgewirr des Golfes von Panama treiben. Dort hängen die Riffe wie Nadeln unter dem Wasserspiegel, und die Brandung hat Löcher, die zur Unterwelt und in den Rachen der Haifische führen. Dies bedenkend, danke ich Gott, der graue Monsieur zu sein, der beschaulich bei seinen Farben sitzt und mit dem Pinsel und mit den Träumen Meere befährt, die von keinem Sturme aufgewühlt werden können und die ihm erlauben, jeden Mittag und Abend die alten Glocken des Stz-Kotharinen-Turmes zu hören und die Krüge voll Bier in der Matrosenkneipe „Zum Affen von Sumatra" in aller Behaglichkeit zu trinken. Wenn ich nach Hause wanke und mir die Rotzjunaen von Amsterdam die geifernde Zunge zeigen: „Seht da, der graue Monsieur hat schief geladen", so hat das nichts auf sich, und gegen das Schaukeln, das die Schiffe befällt, wenn sie um das Kap Finis Terrae fahren, ist mein Schaukeln wie die Kinderwiege einer Mutter. einigten Staaten auch auf Auswanderer aus dem Vereinigten Königreich eine um jo stärkere Anziehungskraft ausübten. Die britische Koionialpolitik widmete sich dann immer ausschließlicher der Entwicklung der Produktivkräfte in den Gebieten mit starker farbiger Bevölkerung. Soweit mit der Zeit auch in Kanada und Australien die Erschließung jungfräulichen Bodens durch freie Kolonisation ein wirksames Tempo annahm, handelte es sich vorwiegend um das Ergebnis wachsender Unabhängigkeit vom Mutterlande. Die sog. „zweite industrielle Revolution", d. h. die Mechanisierung des Arbeitsvorganges auch in der Landwirtschaft, brachte nun schon vor dem Weltkriege eine rasche Sättigung der überseeischen Einwanderungsländer mit Menschen zuwege. In den Vereinigten Staaten ergab sich aus dieser Entwicklung die Losung: „Dom Einwanderer zur Maschine!" Man begann die Einwanderung abzudrosseln. Die lateinischen Länder und die britischen Dominien folgten diesem Beispiel. Als nach dem Kriege ein neuer Massenzustrom Europamüder sich durch die noch vorhandenen Lücken der Beschränkungsgesetzgebung zu wälzen drohte, wurden die Tore überall mehr und mehr für neuen Zuzug aus der alten Welt, wie viel früher schon aus Asien, so gut wie völlig geschlossen. Trotzdem entwickelte sich selbst in so dünn besiedelten Ländern wie Kanada und Australien während der Weltwirtschaftskrise noch viel „technologische Arbeitslosigkeit". So konnte es geschehen, daß die Auswanderung Englands genau so wie diejenige kontinentaleuropäischer Länder völlig ins Stocken geriet. Nur durch planmäßige kolonisatorische Unternehmungen großen Stils wird das neu geschaffene britische Ueberseesiedlungsamt die Auswanderung nach den Dominien neu zu beleben vermögen. An und für sich ist die Bevolkerungskapazitat der Dominien bisher nur zu einem geringen Bruchteil ausgenutzt. Offenbar muß das Streben nach Mechanisierung der Güterbeschaffung vor dem Streben nach der Erfüllung leerer Räume mit Menschen zurücktreten, auch wenn man sich dabei in großem Umfange mit den angeblich „rückständigen" bäuerlichen Betriebsformen der alten Welt behelfen muß. Unter dem Zwange der durch die Weltwirtschaftskrise entstandenen Notzustände hat sich sowieso der Bevölkerung sowohl der Vereinigten Staaten wie Kanadas ein starker Zug zur Rückanpassung vom Farmer zum Bauern bemächtigt. Anspornend wirkte dabei die Beobachtung, daß festlandeuropäische Einwanderer mit ihren „primitiven" landwirtschaftlichen Methoden die Krise besser zu überstehen vermochten, als große, mit allen technischen Errungenschaften ausgestattete Farmen. Das Verhältnis zwischen Raum und Menschen ist auch für den Bestand überseeischer Kolonialherrschaft entscheidend. Die Welt der Farbigen macht sich von der Kontrolle des weißen Mannes zusehends unabhängig; um so wichtiger ist es, diejenigen Kolonialgebiete dichter mit weißen Menschen zu besetzen, wo die farbige Urbevölkerung bis auf geringe Reste verschwunden ist. Wenn England dabei kontinentaleuropäische Einwanderer entraten zu können glaubt, so mag es zusehen, wieweit es mit seinem geringen Heberschuß an Bevölkerung kommt. Bald genug dürfte sich Herausstellen, daß es der Mitwirkung verwandter und befreundeter Völker bedarf, um die riesigen kolonisatorischen Aufaaben zu bewältigen, deren Lösung die Behauptung seiner überseeischen Machtstellungen gebieterisch erheischt, auch wenn diese anderen Völker nicht mehr dafür zu haben sind, ihm bloß „Kulturdünger" zu liefern. Sie Walhalla „Mmeslenipel her deutschen Mion". y.< - > Der Führer hat dem Antrag des bayrischen Ministerpräsidenten Ludwig Wagner stattgegeben und die Walhalla bei Regensburg als „Ruhmestempel der deutschen Nation" in seine Obhut genommen. Am 40. Todestag Anton Bruckners wird dessen Büste dort ausgestellt werden. — (Scherl-Archiv-M.) Brüder und Schwestern im fernen Land Ihre Betreuung durch die Auslandsorganisation der NSDAP. politische Gtudentenbewegung in China. Hon unserem O.-Mtai beiter. Schanghai, im Januar. An dem Tage, als in N o r d ch i n a die Bildung des autonomen Rats proklamiert wurde, gingen die Pekinger Studenten auf die Straße. Die Schüler der Reichsuniversität und zweier anderer innerhalb der Mauern der Hauptstadt untergebrachten Hochschulen demonstrier- ten gegen diese Neubildung, die niemand in Nordchina wolle. Hohe chinesische Würdenträger sind sehr vorsichtig. Sie zeigen sich niemals einer Volksmenge, geschweige denn einer demonstrierenden. Sie empfangen nur hinter wohlgeschützten Mauern eine Delegation und stellen dann hinter jeden Delegierten zwei Bewaffnet auf. Die Studenten waren jedoch schon zu weit vorgedrungen, um mit ihnen xu verhandeln, infolgedessen rückte die Feuerwehr aus und fing bei zwanzig Grad Kälte an zu spritzen. Diese erste Studentenkundgebung war gewiß keine große revolutionäre Tat, aber sie hat doch Eindruck in Peking gemacht. In den ganzen diplomatischen Verwicklungen, die schließlich zur Bildung des Pekinger autonomen Rats führten, war immer von einer „spontanen Willenskundgebung des Volkes" geredet worden. Aber diese Stimme des Volkes hatte man nie gehört. Peking erlebte diese wichtigen Stunden äußerlich in völliger Apathie. Die Studenten waren die ersten — und sind bis jetzt die einzigen geblieben — die jener Stimmung Ausdruck gaben, die doch wahrscheinlich im Stillen die meisten Chinesen bewegte. Infolgedessen hatten auch die Studenten die allgemeine Sympathie und man hörte oft, wie Polizei und Feuerwehr getadelt wurden. Die Ausländer waren der gleichen Meinung, ausgenommen natürlich die Japaner, die recht erbost waren. Denn nach japanischer Theorie verlangte ja gerade das Volk die Unabhängigkeit oder mindestens Autonomie für Nordchina. Man fühlte sich in die Zeit vor 10 Jahren zurückversetzt, als es in China noch eine revolutionäre Bewegung gab. Man merkte jedoch im Dezember 1935 sehr bald, daß es keine wirklicheVolks- bewegung mehr in China gibt. Der Studentenbewegung im Zentrum und im Süden des Landes fehlte der Elan. Von den Schanghaier Hochschulen, deren es ein gutes Dutzend gibt, haben sich drei zu Taten aufgerafft. Die Studenten der Zentraluniversität begannen einen Zug durch die Hauptstraßen des „Settlements". Die Venval- tung der internationalen Niederlassung war in großer Besorgnis. Man mußte schließlich dem Studentenzug englische Polizisten entgegenstellen, aber mit der dringenden Mahnung, keinesfalls von der Waffe Gebrauch zu machen, damit nicht die Antijapanbewegung plötzlich eine Spitze gegen England bekäme. Mit großer Anstrengung gelang es der Polizei, die Demonstration zu zerstreuen, aber mehrere englische Polizisten sind dabei ernsthaft verletzt worden. Die Schüler der Fu Tan und der Tan-Schi- Hochschule hatten ein anderes Programm. Sie wollten nach Nanking, damit die Regierung die Stimmung der Studentenschaft kennenlernt, und den Mut zu einer nationalen Politik gewinnt. Da nun Nanking 350 Kilometer von Schanghai entfernt ist, besetzten die 3000 jungen Leute der beiden Lehranstalten den Schanghaier Hauptbahnhof, drängten sich durch die Bahnhofsperren, und saßen, ehe jemand einschreiten konnte, in allen bereitstehenden Leerzügen. Sie saßen dort zunächst 24 Stunden. Die Behörden waren vollkommen hilflos, sie getrauten sich nicht, geaen die Studenten energisch einzuschreiten, andererseits gab Nanking dringende Anweisung, die Fahrt der Schanghaier Schüler nach der Hauptstadt unter allen Umständen zu verhindern. Man habe genug mit den eigenen Universitäten zu tun. Auf den Schanghaier Bahnsteigen ein ewiges Hin- und Herlaufen junger Leute, und die Lautsprecher in beständiger Tätigkeit, große Reden wurden gehalten. Die Professoren ermahnten ihre Schüler, in die Internate zurückzukehren. Die Reden waren voller Schmeicheleien. Allmählich wuchs den Studenten der Mut. Am nächsten Tage wollten die Demonstranten auf eigene Faust losreißen. Ein paar besonders entschlossene Leute von der Technischen Fakultät requirierten zwei Lokomotiven und begannen sie m Betrieb zu setzen. Am Nachmittag setzten sich zwei oollgeladene Züge in Bewegung, im ersten 1300 Studenten von der Fu-Tan-Ünioersität, im zweiten 1200 von Tung Tschi. Die Bahnbeamten stellten alle Signale auf „Halt", suchten alle Weichen zu sperren, die Studenten wußten mit den Lokomotiven nicht Bescheid, im Schneckentempo kam man vorwärts. 30 Kilometer hinter Schanghai e n t g l e i st e die Tung-Tschi-Lokomotive, die Studenten konnten sie nicht wieder in die Schienen bekommen. Infolgedessen war die Linie gesperrt, an Weiterfahrt war für den zweiten Zug nicht zu denken. Die Regierung schickte sofort Autobusse zu der „Unglücksstelle". Es war kein großes Unglück geschehen. Eine Lokomotive war unbrauchbar geworden, doch war niemand verletzt. Aber es war kalt, und man hatte nichts mehr zu essen. Infolgedessen waren die Autobusse bald gefüllt, und die jungen Ausreißer wurden wieder nach Hause verfrachtet. Die Fu-Tan-Studenten aber fuhren weiter. Man wollte noch am selben Abend in der Kreisstadt Wusih sein; denn man hatte Hunger. In Wusih saß nämlich ein Landrat, der Alter Herr der Fu-Tan-Unioersität war und der Reisegesellschaft bereits seine Einladungen entgegengeschickt hatte. Der Landrat von Wusih ist ein jovialer Herr. „Habt keine Angst um euren Zug", erklärte er den Studenten, „den nimmt euch keiner weg." Ein großes Bankett wurde gegeben. Am nächsten Morgen war die Reiselust schon etrbas kleiner, aber der Zug stand bereit, also fuhr man weiter. Zwölf Kilometer hinter Wusih rannte der Akademikerzug in einen auf der Strecke wartenden Panzerzug. Die Nanking-Regierung hatte ihn den Demonstranten entgegengeschickt. Mit diesem Krach war die Reise zu Ende. Die Studenten bestiegen die überall bereitstehenden Autobusse und kehrten heim. ♦ Die Studentenbewegung dürfte damit ihren Abschluß gefunden haben. Der Pekinger Auftakt war eine gute und notwendige Demonstration. Die Sympathiekundgebung der Schanghaier hat der Sache eher geschadet. Als während der Schanghaier Kämpfe im Jahre 1932 die Schanghaier Studenten zu demonstrieren begannen, hat Tschiangkaischek neben jeder Universität militärische Werbe- st e l l e n einrichten lassen, damit den Studenten Gelegenheit gegeben wird, ihren Patriotismus auch durch die Tat zu beweisen. In diesem Dezember erklärte ein chinesischer Beamter: „Die Regierung glaubt nicht, daß sie jetzt gegenüber den Studenten zu so rigorosen Maßnahmen (!) greifen muß." Geschichten aus aller Welt. Bereits Anfang des Jahres 1931 gab die Notwendigkeit, die immer zahlreicher werdenden Mitglieder der NSDAP, im Ausland zusammenzufassen und die Idee des Führers weiter in das Auslandsdeutschtum hineinzutragen, den Anstoß zur Gründung einer Ausländsabteilung der Partei. Bei der Machtübernahme fand so der Nationalsozialismus an vielen Plätzen des Auslandes Orts- und Landesgruppen vor, denen nun die Aufgabe zufiel, alle Deutschen jenseits der Grenzpfähle unter der Fahne des Führers zu vereinen. Seit dem Bestehen der Auslandsorganisation der NSDAP, werden im Ausland nur die Volksgenossen, die die reichsdeutsche Staatsangehörigkeit besitzen, in die Bewegung ausgenommen. Hierdurch brachte die Partei klar zum Ausdruck, daß sie sich keinesfalls in die Angelegenheiten fremder Staaten einmischen wolle. Die wirksame Ausbreitung der nationalsozialistischen Gedankenwelt hing von der Einsatzbereitschaft und der Tatkraft der um die Seele ihrer auslandsdeutschen Volksgenossen ringenden Parteigenossen ab. Jenen alten Kämpfern draußen ist es zu verdanken, wenn die Bewegung an fast allen Plätzen der Erde, wo Deutsche ansässig sind, auch in den beiden letzten Jahren einen immer größeren Zustrom erhielt. Ohne Presse und Propagandamöglichkeiten, wie sie sich in der Heimat boten, hat hier eine Schar Unverzagter allen Schwierigkeiten und Anfeindungen zum Trotz, von der Heimat weit entfernt, den Kampf geführt und das Lügengewebe zerrissen, das die Feinde des neuen Deutschland über das Dritte Reich gesponnen. Heute zählt die Auslandsorganisation der NSDAP, in der ganzen Welt rund 5 0 0 Ortsgruppen. Der Sitz der AO. befindet sich seit einiger Zeit in der Reichshauptstadt. Nach einem den Anforderungen entsprechenden großzügigen Ausbau sind hier 170 Mitarbeiter, zum größten Teil selbst Ausländsdeutsche, mit der ständigen Durchführung der über alle Erdteile sich erstreckenden auslandsdeutschen Organisation beschäftigt. Heber ihren ursprünglichen Rahmen hinaus ist die AO. der NSDAP, durch Gesetz zur Trägerin des neuen Staatsgedankens im Auslandsdeutschtum geworden und hat damit die alleinige Führung in der auslandsdeutschen Arbeit übernommen. Sämtliche Auslandsortsgruppen unterstehen dem Gauleiter Bohle. Der Auslandsorganisation erwächst die Aufgabe, die Gruppen entsprechend den jeweiligen Erfordernissen des betreffenden Landes mit den geistigen Waffen zu versehen, die ihnen helfen können, nationalsozialistisches Denken und Handeln allen deutschen Volksgenossen draußen zu vermitteln. Dem Gauleiter gegenüber trägt das Stabs- a m t d e r A O. die Verantwortung für die gesamte Organisation Unter den Sachgebieten ist die praktische Deutschtumsarbeit, die dem Kultur amt zufällt, von besonderer Wichtigkeit. Nach seinen Zwecken ist dieses Amt aufgeteilt in die Abteilungen für Schulwesen, akademische Auslandsarbeit, Volkstum, Kulturaustausch, Leibesübungen usw. Für den gegenseitigen kulturellen Austausch der Völker untereinander stellt der Ausländsdeutsche den Mittler zwischen dem Reich und dem Ausland dar. Den unter den Ausländsdeutschen und ihrer Hitler- Jugend Heranwachsenden Führern wird die Aufgabe zufallen, die verständnisvolle Zusammenarbeit der Nationen weiter auszubauen. Betreuung der auslanddeutschen Presse, sowie Berichterstattung an die Presse über die ausland- deutschen Fragen ist Sache des Presseamtes in der AO. Es gibt 30 Parteizeitungen in allen Teilen der Welt, die unsere Brüder draußen über die Vorgänge in der Heimat in Wort und Bild auf dem Laufenden halten. Hierzu tragen auch die Aus - landredner der NSDAP, bei, von denen z. B. am 1. Mai 1935 insgesamt 52 im europäischen Ausland 160 Veranstaltungen durchführten. Neben dem Rundfunk spielt auch der Film als Verbindung mit dem Vaterland eine wichtige Rolle. Eine eigene Filmstelle der AO. versorgt die einzelnen Landesgruppen mit Schmal- und Tonfilmen, die dann bei der Vorführung einem immer größeren Kreis auslanddeutscher Volksgenossen einen Einblick in die wahren Verhältnisse des neuen Deutschlands geben. Die NS. -Volkswohlfahrt im Ausland erstreckt sich nicht nur auf die Durchführung des Winterhilfswerks. U. a. werden jährlich etwa 15 0 0 0 Kinder aus dem europäischen Ausland zur Erholung nach Deutschland verschickt und gleichzeitig mehreren Hunderten minderbemittelter erholungsbedürftiger Mütter die Möglichkeit gegeben, ihre Kräfte wiederherzustellen und dabei ihre Heimat für ein paar Wochen wieberzu- sehen. Das R e ch t s a m t der AO. übernimmt die rechtliche Betreuung der Deutschen im Ausland, im Jugendamt ist die auslandsdeutsche Jugend zusammengefaßt, während die nationalsozialistischen Frauen der „Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland" angehören. Außer der Auslandsorganisation der Deutschen Arbeitsfront sind schließlich noch zu erwähnen: das Außenhandelsamt, der Hafendienst, der die Verbindung mit den einlaufenden deutschen Schiffen in ausländischen Häfen auf» nimmt, die Abteilung „S e e f a h r t", die heute schon 22 000 auf allen Weltmeeren fahrende Parteigenossen verbindet, und das Amt für Beamte des Deutschen Reiches, die ihren Wohnsitz im Auslande haben. Das gewaltige Organisationswerk der NSDAP, im Ausland im einzelnen zu schildern, würde viele Seiten füllen. Seine Aufgabe läßt sich mit wenigen Worten umreißen: Ausrichtung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft im Auslandsdeutschtum, damit der Nationalsozialismus ein einendes Band um alle Deutschen der Welt schlinge! Die Bundespolizei räumt auf. B/Li. Washington. Die amerikanische Bundespolizei hat jetzt den letzten gefährlichen Menschenräuber — Kidnapper — der Vereinigten Staaten gefangen nehmen können. Es handelt sich um einen Thomas Robinson, der im vorigen Jahr 50000 Dollar wieder in Freiheit setzte. Heber ein Jahr lang hatte die Polizei nach dem Verbrecher gesucht. Allein in den letzten zwei Wochen konnten vier der gefährlichsten Verbrecher Amerikas dingfest gemacht werden, nämlich außer Robinson noch der „public enemy nr. 1" Alvin Karpis und Harry Campbell, die 1934 den Bankier Paul Bremer entführten und dessen Familie um 200 000 Dollar erpreßten, sowie der Verbrecher Mahan, der vor einem Jahr den neunjährigen Sohn des amerikanischen Holzkönigs Weyerhauser raubte. Die Polizei nimmt an, daß das Land jetzt vor Verbrechern dieser Art sicher ist. Die Strafen, die auf Entführung in Verbindung mit Erpressung stehen, sind vor zwei Jahren außerordentlich verschärft worden. Von den oben genannten Kidnappers hat einer bereits eine Strafe von 60 Jahren Zuchthaus erhalten, ein anderer wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, und der „öffentliche Feind Nr. 1" dürfte, da auch er einen Mord auf dem Gewißen hat, sein Leben auf dem elektrischen Stuhl beenden. Bisher sind in den Vereinigten Staaten zwei Kidnappers hingerichtet worden. Dem Gesetz nach kann jeder Menschenraub mit dem Tode bestraft werden. „Bogelfallen" im Kanal. E. Z. Dover. Der Aermelkanal bildet sich immer mehr zu einer Vogelfalle aus, und zwar durch die Oelschichten, die die Dampfer auf der Wasserfläche hinterlassen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden bereits annähernd 500 Vögel aufgefunden, die auf dem Wasser umhertrieben und unfähig waren, sich von der Wasserfläche zu erheben, weil ihre Federn völlig mit Del getränkt waren. Im vorigen Jahr wurden in der gleichen Küstengegend 776 Vögel geborgen. In den meisten Fällen sind die Tiere nicht mehr zu retten, sondern müssen getötet werden. Nach Angabe der Küstenwachen nimmt die Verschmutzung des Kanalwassers von Jahr zu Jahr zu. Eine merkwürdige Entdeckung. (—) Liverpool. Entdeckungen gehen oft von den seltsamsten Zufällen und Gegenständen aus: Galvani mußte mit einem toten Frosch hantieren, Newton einen ebenso berühmten wie legendären Apfel fallen sehen und James Watt in den Teekessel gucken. Einem Engländer ist jetzt eine etwas andere, aber nicht minder merkwürdige Entdeckung gelungen. — Dieser Entdecker war, was den Zufall noch verblüffender macht, kein Geringerer als der Vorsitzende der Anglv-Jrani- fchen Erdölgesellschaft, der kürzlich einmal von seinen Geschäften ausspannen wollte und darum einen Ausflug in die Purbeck-Hügel in der südenglischen Grafschaft Dorset machte. Von einigen Wanderstunden ermüdet, ließ er sich auf einem niederen Rasenhügel nieder, von wo er eine hübsche Aussicht genoß, in seiner andachtsvollen Beschauung aber bald durch das unangenehme Gefühl gestört wurde, daß seine Hosen naß wurden. Als er aufstand, mußte er die Feststellung machen, daß seine helle Sporthose von der Berührung mit dem Erdboden dunkel und feucht geworden waren, und beim Versuche, diesen Fleck zu reinigen, machte er die noch überraschendere Entdeckung, daß die aus dem Boden gedrungene Feuchtigkeit petroleumhaltig war. Als smarter Geschäftsmann ließ er das Gelände gleich in den nächsten Tagen heimlich von feinen Bodenchemikern untersuchen, die hier tatsächlich ein reiches Erdölvorkommen einwandfrei feftfteüen konnten. Das ganze Gebiet ist schon heute im Besitz feiner Gesellschaft. Die Hose jedoch gehört unbedingt in ein Museum. König Georgs Briefmarkensammlung. E. Bl London. Erst jetzt ist entschieden worden, was aus der berühmten Briefmarkensammlung des verstorbenen Königs Georg von Großbritannien werden soll. Entgegen den Erwartungen des internationalen Briefmarkenhandels wird die Sammlung nicht verkauft werden, obwohl die Söhne des verstorbenen Königs sich nicht sonderlich für das Sammeln von Briefmarken interessieren. Die Sammlung des Königs hatte nach der letzten Schätzung einen Wert von fünfzehn Millionen Mark. Diese Schätzung ist jedoch schon ziemlich alt; heute wird der Wert der Marken äußerstenfalls fünf Millionen Mark betragen. Dabei käme auf jede einzelne Marke immer noch ein Durchschnittswert von etwa 50 Mark, da die Sammlung rund 100 000 Marken enthalten soll. Ob die Sammlung weitergeführt werden wird, steht noch dahin. König Georgs Interesse für Briefmarken ging so weit, daß er keinen Tag — falls er nicht krank ober auf Reisen war — vergehen ließ, ohne seine Sammlung zu besichtigen. Nach Ansicht des Händlers des Königs, eines Herrn Niffen, hat der König jede einzelne feiner 100 000 Marken gekannt. Der letzte Droschkenkutscher von Paris. (z) Paris. Die letzte Pferdedraschke der Seinemetrvpvle ist vor kurzem außer Dienst gestellt worden. Ihr Besitzer erhielt vom Magistrat in Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste im Interesse des Fremdenverkehrs die „Goldene Stadtmedaille". Monsieur Chevallereau, der, wie man sieht, sogar einen „einschlägigen" Namen trägt (cheval: Pferd), hat seine Droschke fünfundvierzig Jahre lang, seit 1891, durch ^Geheimnis gufenVerdauun9 . BuIlfjch-Sall W ' ■ IM '■ * e \ O ' fz V z < MW Ä "'MUW G>' ... ■>-: ■ -< ihren Ab. ustakt war Die der Sache rchanghaier Studenten iangkaischek Werbe- deuten Ge- >mu5 auch Dezember Regierung Studenten »V 5 a r1 & K ÄjÜf Rügende ■uler nach 1 ,?erhin- ■ Unioer, Mch-n |,ule. und 1: 9r°ße I errnahn. Doehren. Mmählich Mstranten Wechnders MUltat re. U" sie in l,R Zwei Wen 1300 W Seiten I stellten W'chen zn Domotiven Fön vor. »gleiste f konnten | infolge- Inhrt war >ie Regie. Icksstelle". pine Lo. p war hau harte Die Auto, ißer wur. nglo-Jrani- al von fei» arum einen idenglischen Sonderstun- Ten Rasen- sicht genoß, bald durch daß seine ißte er die rthose von und feucht m Fleck zu adere Ent- ene Feuch' GeschästS' n nächsten ern unter- dölvorkom- ganze Ge- lschast. Die mm- nW* । n t> o n. aus öer Torbenen soll. Ent- en LN- - t verkauft iencn .mein von h der W Millionen enM°£ lerftenf“ t küm- °u Sm oder . des jede em' I'ter. Man ■abt Wusch Uß nämlich WniversM lEinladun. Aon Wusih um euren immt euch ! gegeben, hon etikas fuhr man annte cher wartenden hatte ihn tit diesem lenten te- busse und । seinen Geburtsort Paris zuckeln lassen, zwischen Den Bahnhöfen und den Hotels, von Sehenswürdia- feit zu Sehenswürdigkeit, auch durch den „Bois3. Die reichen und verwöhnten Besucher aus Amerika waren, wie Herr Cheoallereau einem Pressemann erzählte, seine besten Kunden und begeistert und Feuer und Flamme für diese ihnen völlig unbekannte Art friedlicher und geruhiger Fortbewegung. Sie gaben auch bessere Trinkgelder als z. B. die Engländer. Zu seinen Pferden ist Cbevallereau immer fteund- lich und gut gewesen uno hat deshalb schon vor Jahren einmal eine Tierschutzmedaille erhalten. Mit seiner Droschke fuhr er während des Krieges die ersten Verwundeten des ersten Schusses der deutschen „Langen Bertha" ins Hospital. Seinen Lebensabend wird er einsam verbringen, in seiner Stallwohnung, und seine letzten Freunde werden fein Pferd sein, das er verkaufen könnte, dem er aber das Gnadenbrot gewährt, und eine alte Katze, die schon seit Jahren bei ihm auf einem Strohlager schläft. Justizirrtum vor 200 Jahren. B. Madrid. Dor ziemlich genau 200 Jahren wurde ein Spanier namens Gomez in Madrid wegen eines Kirchenraubes hingerichtet. Den Nachkommen dieses Herrn Gomez ist nun dieser Tage ein Dokument in die Hände gefallen, aus dem sich ergibt, daß Gomez unschuldig verurteilt worden ist. Die Nachkommen haben nun eine Klage gegen den Staat eingereicht, in der sie einen Schadenersatz für den damaligen Justizirrtum fordern. Es ist allerdings nicht sonderlich wahrscheinlich, daß sie mit der Klage Glück haben werden, denn auch wenn theoretisch die Wiederaufnahme des Verfahrens möglich wäre, so wird sich nach zweihundert Jahren wohl schwerlich der Fall genau rekonstruieren lassen, wegen dessen damals Sennor Gomez sein Leben lassen mußte. Es ist auch eine sehr offene Rechtsfrage, ob die Nachkommen Gomez, selbst wenn dessen Unschuld einwandfrei feststünde, Anspruch auf eine Entschädigung hätten. Ali Hussein der „Hosschuhwichser". (pk.) 23 u b a p e ft. An einer der belebtesten Straßenecken Budapests sitzt Ali Hussein, „Hofschuhwichser a. D.", und wartet aus Kunden. Aus seiner türkischen Heimat, wo das Schuhwichsergewerbe sehr verbreitet ist, hat er seinen ganzen „Laden" mitgebracht: ein wunderbar lackiertes, mit Samt ausgeschlagenes Schränkchen, in dem sich die besten Schuhwichsen der Welt ein Stelldichein geben. Ali Hussein trägt, wohl um der Reklame willen, einen feuerroten Fez. Auf einer Tafel steht in den Sprachen aller Herren Länder zu lesen, daß Ali Hussein der „Professor der Schuhwichskunst" ist und daß er die ganze Welt durchzogen und die Schuhe der Großen dieser Welt geputzt hat. Er selber preist seine Kunst in den verschiedensten Sprachen an, und wenn jemand die verlangten 30 Heller riskiert, dann strahlt sein Gesicht. Gern erzählt Ali Hussein von seinen Abenteuern. So hat er die Stiefel Kemal Atatürks, des Vaters der Türken, und Mussolinis unter seiner Dürste gehabt. Dies erzählt er wenigstens! Atatürk f)at ihn sogar einmal persönlich empfangen und sich die Schuhe von ihm putzen lassen. Hundert türkische Pfund hat Ali Hussein dafür bekommen, so schön hatte er die Schuhe des Vaters der Türken in Glanz gebracht. Als Ali Hussein in Italien seinem Gewerbe nachging, wies man ihn aus. Traurig faß er auf einer Hauptverkehrsstraße Bolognas und überlegte, was er nun tun solle. Es fand gerade eine große faschistische Feier statt, und siehe da, auch Mussolini erschien. Ali Hussein, der in der Zwischenzeit, wenn er gerade keine Schuhe zu bearbeiten hatte, mit seinen Bürsten jongliert und geschickte Taschenspielerkünste vorführt, ließ schnell seine Bürsten aus der Hand fallen und erhob sich zum faschistischen Gruß. Mussolini gefiel der exotisch aus- sehende Schuhputzer, und da nahm sich Ali Hussein ein Herz und klagte dem Duce sein Leid. Mussolini nickte nur kurz mit dem Kopf und ließ den Adjutanten eine Notiz machen Dann ging er weiter. Kaum waren ein paar Stunden verstrichen, als man schon Ali Hussein eine Aufenthalts- und Ar- beitsbercStfigung und dazu ein paar Stiefel des Duce schickte, denen Ali Hussein aus Dankbarkeit solchen Glanz verlieh, daß man sich in ihnen spiegeln konnte. Ali Hussein hat auch frauriqe Tage gesehen: er hat nämlich auch in Sowjetrußland gearbeitet. Empört erzählte er, daß die meisten Leute dort nur Schuhe aus einer Art Segeltuch trügen. Das Leben im „Roten Paradies" hat offensichtlich Ali Hussein nicht gefallen, denn nun ist er wieder nach Ungarn gekommen, wo er schon vor dem Kriege seine zweite Heimat gefunden hat Weibliche Fakire in Bulgarien. (pk) Sofia. Es durfte kaum bekannt sein, daß es in Bulgarien ein Dorf gibt, wo alljährlich zum Fest des National- heiligen Konstantin sogenannte „Feuertänze" stattfinden, die genau den Vorführungen der indischen Fakire entsprechen. Dieses Dorf heißt Bulgari und liegt, weit von jeder Bahnstation entfernt, mitten im Balkangebirge. Einige Tage vor dem Fest des Heiligen versammeln sich die „Nestinarki", Frauen, die im Geruch der Heiligkeit stehen, in einer Hütte im Walde und warten, bis man sie zum Fest abholt. Vom Dorfe aus ziehen bann bie Bauern in festlichem Zuge mit Kirchenfahnen unb Musikkapellen bis zu ber Hütte, wo sich bie „Nestinarki" versammelt haben. Die „heiligen Frauen" schließen sich nun dem Zuge an unb führen ekstatische Tänze auf. Inzwischen bereitet man auf einem Platze bes Dorfes einen großen Scheiterhaufen vor, ber beim Erscheinen 'bes Festzuges in Branb gesteckt wirb. Wenn ber Holzstoß, ber etwa zwei Meter im Geviert ist, heruntergebrannt ist, tanzen die „Nestinarki" im Kreise um die Feuerstelle unb schreiten bann einzeln über bie glühenben Holzscheite. Nach bieser Prozebur zeigen sie ben umstehenben Dorfbewohnern ihre Füße, um zu beweisen, baß bas Feuer sie nicht verbrannt hat. In ben letzten Tagen haben auch Frembe bieser sonderbaren Feier beigewohnt unb biefe Vorgänge bestätigt. Reichsbauernsiihrer Darre in Mainz. Relchsbauemführer Darre traf aus Anlaß ber Mainzer Weinfestwoche in feiner alten Garnisonstabt am Rhein ein, wo ihm von Gauleiter Sprenger eine von Dorfhanbwerkern kunstvoll gefertigte Nach- bilbung eines altgermanischen Schwertes überreicht würbe. — (Presse-Bilb-Zentrale-M.) Der Neubau bes deutschen Rechtes. Rückblick auf den Deutschen Zuristentag 1936 in Leipzig. Von Hans Hartmann. Volksfrembes und formalistisches Recht in volksnahes und oolksgebundenes Recht zu verwandeln, das ist die große Aufgabe der deutschen Juristen, die seit dem Leipziger Tage „R e ch t s w a h r e r" heißen. Damit werden unsere Richter und Rechtsanwälte, unsere Verwaltungsbeamten und alle die sonst mit den rechtlichen Dingen zu tun haben, zu einer hohen Verantwortung berufen, wie sie früher nicht möglich gewesen wäre. Die Juristen standen in Abhängigkeit von Fürsten- und Parteienwillkür einerseits, von dem Gewirr ber Paragraphen andererseits. Die „Kammern" der Fürsten hatten, wie eine Ausstellung anläßlich der Leipziger Tagung mit vielen Dokumenten belegte, die Befehle ihrer Fürsten auszuführen, und sie haben sich dabei immer mehr vom Volke entfernt, haben in einer oft unglaublichen Verblendung mit dem Leben, dem Recht, dem Glück von Menschen gespielt, und so ging allmählich alles Ursprüngliche und Unmittelbare im Rechtsempfinden verloren, wie es ber deutschen Volksseele entspricht und wonach sie sich im Grunde immer wieder sehnt. Dazu kam dann der Formalismus der Paragraphen, den die deutschen Rechtswahrer unter der Leitung des deutschen Reichsrechtsführers, Reichsminister Frank, nun endlich überwinden sollen. Die Paragraphen sollen nun von ihrer unumschränkten Herrscherstelluntz entthront und wieder hingestellt werden, wo sie Diener eines ebenso schöpferischen wie volkstümlichen Rechtes werden können. Dazu gehört einmal eine größere Freiheit der Richter in der Anwendung und Auslegung der Paragraphen. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, hat bas in seiner schönen und tiefen Eröffnungsrede so ausgesprochen: „Je mehr Spielraum freigegeben wird für bas Ermessen des Richters, desto mehr vermag dieser in ber Rechtsprechung auch ber Grunbthese bes Nationalsozialismus nach der Einordnung des Einzelnen in das Gesamtinteresse nachzukommen. Wo Starrheit der Begriffe und Regeln herrscht, ist es dem, der absichtlich das Reckt durchbrechen will, leicht, Unrecht zu tun unter Umschiffung der von vornherein unverrückbar feststehenden Klippen des Rechtsvergehens. Je mehr die Form über dem Wesen dominiert, desto eher kann mit Vorbedacht, ohne daß gegen bie Form verstoßen wirb, gegen ben (Seift bes Gesetzes vergangen werden. Auf die Festlegung der großen nationalsozialistischen Linie kommt es uns an, in der Rechtsprechung, wie es in der Gesetzgebung nicht etwa wesentlich ist, daß vor Abfassung jedes Paragraphen der Wille des Volkes erforscht wird, sondern baß der Gei st des Volkes die Richtung angibt. Der Gesetzgeber handelt als schöpferischer Mensch unb somit fußenb auf der Einzelpersönlichkeit, deren Erkenntnisse durch die Gesetzgebung ins Leben umgesetzt werden." Das ist also die Hauptsache beim Neubau des deutschen Rechts, der jetzt mit Umsicht und Tatkraft vollendet werden soll, nachdem der Juristentag auf allen Gebieten des Rechts entsHeidende Anregungen gegeben hat. Das frühere Verhältnis von objektivem, in Paragraphen formuliertem Recht und der Anwendung und Auslegung durch den Richter wird geradezu umgekehrt. Umkehrung aber bedeutet, wie bie führenden deutschen Rechtswahrer immer wieder aussprachen, Revolution — nicht die Revolution der Straße oder der Guillotine, sondern das Neulegen von Fundamenten, auf denen ein neuer Bau errichtet werden kann. Auch früher hat es Rechtsreformen gegeben. Ja,, es hat sie in der jüngsten deutschen Vergangenheit gegeben. Wir erinnern uns vielleicht der Strafrechtsreform, die unter Führung von Geheimrat Kahl dreißig Jahre lang versucht wurde und manchen Juristentag beschäftigt hat. Sie scheiterte, weil sie in endlosen Äuseinandersetzungen versandete und weil, wie der Verfasser es schon im Jahre 1910 aus dem Munde des genannten Rechtslehrers vernahm, die „Ressorts" sich einmischten und jeder nur sein eigenes Süppchen kochen wollte, ohne sich auf das große Ganze einzustellen. Warum aber diese end- losen Auseinandersetzungen und die ständige Einmischung von unzuständigen Instanzen, nach dem Kriege insbesondere der parlamentarischen Parteien? Nun, aus dem einfachen Grunde, weil man keine große schöpferische Linie mehr hatte. Es fehlte das Eingangstor oder besser noch der Schlüssel zum Eingangstor in ein wahres Reich des Rechts. Das Jntellekuelle, die abstrakte „Wahrheit" war viel zu hoch gewertet und betont. Alle Fragen, wie etwa die der Todesstrafe ober bes Ehrenschutzes, wollte man mit Gedankenkämpfen lösen. Unb da beharrte schließlich jeder auf feinem starren Standpunkt. Und nichts kam dabei heraus. Heute aber ist der Schlüssel gesunden. Er besteht in dem mit elementarer Sicherheit und Kraft her- vorgebrochenen Bewußtsein ber deutschen Volkwerbung, in jener Einheit ber deutschen Menschen, die in ber Gefolgschaft bes Führers selbst ihr Schicksal bestimmen unb sich ein Rechtsgebäube auf Funba- menten zimmern, die sicherer, echter, tiefer sind als bie brüchigen Fundamente des parteilichen und intellektualifierten Denkens der Vergangenheit. So können wir nach den unendlich reichen unb bewegen- ben Eindrücken der vier Leipziger Tage, wo immer wieder neu zum Sturm gegen bas Alte unb Veraltete angesetzt würbe, sagen, daß der Bann ber Paragraphenherrschaft grundsätzlich gebrochen ist unb bie Freiheit bes beutfdjen Rechtes erkämpft ist — freilich so, baß nun bie große Aufgabe befte^t, sie im einzelnen auf allen Gebieten burch- zuführen. Hier muß nun von einem anderen großen Erlebnis berichtet werden, das besonders denen zuteil wurde, die nicht Fachjuristen sind, und das diese Zeilen insbesondere allen denen, die es nicht sind, weitergeben wollen. Wie sehr das Rechtsleben alle Gebiete des menschlichen Lebens überhaupt erfaßt und durchdringt, das trat in den vielen Vorträgen über Einzelthemen zutage. Die gesamte Wirtschaft wurde in das Licht des Rechtes gestellt. Die großen Linien kamen hervor: wie etwa die Gewerbefreiheit, ursprünglich vielleicht notwendig, doch zum Unsegen ausschlug, weil viele volksschädliche Dinge damit gegeben waren. Die ungeheure Freiheit beim wirtschaftlichen Vertrag und Verkehr, stets bis an die — fließende — Grenze des Unlauteren, konnte von ber liberalen Rechtsschule nicht eingebämmt werben. Preisunterbietung, Verschuldung (die bei ber Bauernschaft Deutschlanbs um 1930 auf etwa 12 Milliarden angewachsen war), einseitige Herrschaft bes Betriebsführers in feinem Betrieb — bas alles waren Folgeerscheinungen jener Tatsache, baß man nicht aus einer starken, allumfassenden Rechtsidee heraus handelte, sondern sich damit begnügte, schwache Dämme gegen die Praktiken von „Jnter- essenhausen" aufzurichten. Das wird jetzt anders, ja, es ist zum Teil schon anders geworden. Ein neuer Geist zieht ein, ber Verantwortung und Lasten, Pflichten unb Rechte gleichmäßiger verteilt. Dabei ist man wohl am weitesten im Arbeits- r e d) t vorgeschritten, zu dem vor allem ber jetzt viel genannte Arbeitsrechtler Professor Siebert (Kiel) auf ber Tagung Stellung nahm. Sein Leit- gebanke ist grundlegend: die engeren Gemeinschaften, aus denen wie aus Zellen unb Zellverbänben sich bie Volksgemeinschaft zusammensetzt, vielmehr zusammenwächst, bergen ihr eigenstes unb ihnen wesentliches Recht in sich. Familie, Erbhof, Betrieb — diese drei nannte er vorwiegend — sind „organische" Gebilde, die eigenen Gesetzen folgen. Und wenn man diese Gesetze stört, so ist es um das betreffende Gebilde und die Volksgemeinschaft geschehen. So entstehen ganz neue Rechtsgebiete, die man früher alle nach einem gleichförmigen Recht ber Paragraphen über einen Leisten schlug. Was aber z. B. im Hanbelsrecht notroenbig ist unb barum gelten muß, bas gilt noch lange nicht im Betriebsrecht. Nack früherem Rechtsgefühl war ber Arbeiter genau so gut eine Sache wie ein Wechsel. Daß er Volksgenosse ist, baß er also an der gleichen Substanz bes deutschen Volkes teilhat, an Deren Erhaltung unb Förberung alles liegt. bas klar zu machen unb In bie Wirklichkeit umzusetzen, ist erst bem Nationalsozialismus vorbehalten geblieben. Siebert verlangt statt bes bisherigen Rechtes bes „Gegenüber" ein Recht bes „M 1t- einanber". Das heißt also: wo früher ein Volks» genösse gegen ben anberen mit Paragraphen um einen Vorteil kämpfte, ba soll jetzt eine neue Le- bensorbnung eintreten, wo sich jeber am großen Ganzen als Diener fühlt, wo Führer unb Gefolgschaft — auch im Kleinen ber einzelnen Drbnung (Erbhof, Betrieb usw.) sich in freiwilliger gegenseitiger Treupflicht oerbunben wissen. Und bas ist nun bas besonbers Beglückenbe ber Leipziger Tagung gewesen: damit das alles keine schönen Worte bleiben, sondern die deutsche Zukunft wirklich gestalte, .muß diese tief innerlich gefühlte Lebensordnung sich stets in einer Rechtsordnung ihren Ausdruck geben. Nicht in starrer, auf ewig unabänderlichen Gesetzen beruhenden Weise, sondern, wie es Rudolf Heß ausgeführt hat, immer dem Leben unb feinen Bebingungen folgenb. So wirb ber Neubau bes beutschen Rechtes nicht an einem Tage vollenbet bastehen können. So haben es bie Rechtswahrer in Leipzig unter Führung bes Reichsrechtsführers nie gemeint. Sonbern so bauernb wie das ursprüngliche und heilige Leben des deutschen Volkes ist, das in unserer Epoche zu seiner tiefsten Besinnung heranreift, so dauernd unb sinngemäß muß auch bas beutsche Recht sein und sich stets erneuern. So haben anbere auf ber Tagung anbere von ben vielen Gebieten ber beutschen Rechtsordnung behan- belt, und wir erfreuten uns dieser Sicht in den unendlichen Reichtum deutschen Lebens und Gestaltens. Es wurde bie Rasse, bie Ehre, bie Gemeinschaft unter biefe Gesichtspunkte gestellt. Der Schutz ber Ehre, bie eines ber heiligsten Güter ber Deutschen — als Einzelne, als Gruvpe, als Volk, ist, wirb in Zukunft ganz anders gesichert fein als bisher. Auch das Recht ber NSDAP, in ihrem 23er- hältnis zum Staate würbe, von ber Führer- unb Volksidee aus, behandelt. Sicher unb frei, bas ist ber Gefamteinbruck, wirb bas beutsche Volk fein Rechtsleben von nun an gestalten. Kür deutsches Volkstum im Ausland Ein Aufruf zur Sammlung des BDA. am 23. und 24. Mai. Berlin, 22. Mai. (DNB.) Der B u n b e s • teiter des VDA. erläßt zur Sammlung am 23. und 24. Mai einen Aufruf, in welchem es heißt: „DeutfcheSelbstbehauptung imAus- land ist aller Deutschen Ehre Die Bedrängnis deutscher Kultur jenseits der Grenzen legt uns allen Verpflichtung auf. Auslandsdeutsches Opfer fei Ehrenopfer für alle deutschen Volksgenossen im Reiche! Die Erträge dieser Sammlungstage sind bitter nötig, um " wenigstens die allerdringlich st en Aufgaben unseres weit gespannten kulturellen und sozialen Wirkungskreises erfüllen zu können. Heute ist die Not größer denn je zuvor, stärker aber auch ber Glaube unb die Bereitschaft der Herzen in einem Reiche, das fest auf dem Boden des Volkstums begründet ist von Adolf Hitler, dem Manne, den einst selbst das Schicksal außerhalb der Reichsgrenzen den Kampf um Schule. Sprache und Volksbestanb erleben ließ. Ihm gehört unser Glaube, unsere Liebe, immer aufs neue aber auch unsere Opfertat!" Spendet für den Luftschutz! Häuser- und Strakensanrinlung am 23. und 24. Mai. Berlin, 22. Mai. (DNB.) Der Reichsluft- schutzbund erläßt folgenden Aufruf: Am 14. November 1935 rief der Reichsminister ber Luftfahrt unb Oberbefehlshaber ber Luftwaffe, Generaloberst Göring, ben im Sportpalast zu Berlin zur Verpflichtung versammelten 20 000 Amtsträgern des Reichsluftschutzbunbes zu: „Es ist so sehr notwendig, meine Kameraden, daß wir immer das brennende finanzielle Problem des Luftschutzes erkennen unb ben Grunbsatz der Selbstfinanzierung nicht aufgeben. Ihr müßt den Appell an die Opferbereitschaft des einzelnen richten und dadurch wenigstens die not- wendigsten Mittel für bie Organisation bes Selbstschutzes felbft aufbringen! Der Staat wirb tun, was er kann. Daß aber barüber hinaus bie freiwillige Opferfpenbe eine Notwenbig - feit ist, das muß allen klar sein?" In Befolgung dieser Mahnung werden am 23. und 24 Mai die Amtsträger und Selbstschutzkräfte des Reichsluftschutzbundes in ben Häusern unb a u f den Straßen an alle Volksgenossen her- antreten mit ber Bitte, eine Spenbe für ben Luftschutz zu geben und dafür die anspreckende Plakette des RLB. entgegenzunehmen. N-ckme ieber bie Gelegenheit wahr, um bie Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten. Er trägt damit bei zu feinem eigenen Schutz, zum Schutz feiner Familie und des ganzen Volkes? Helft dem AeichsuMerdienft. Zur Sammlung am 23. und 24. Mai. NSG. Der Reichsrnütterdienst im Deutschen Frauenwerk ist in ben zwei Jahren seines Bestehens sehr bekannt und beliebt geworden bei allen Frauen unb Müttern. Es ist ben Frauen angeboren unb liegt in ihrer Natur, mütterlich zu sein, bas Ich immer zurückzustellen hinter bas Wohl ihrer Familie. Daß sie dafür jedes Opfer zu bringen bereit ist, das zeigen uns unzählige Beispiele aus den Kursen bes Reichsmütterbienstes. Sie werben längst nicht mehr als eine Last, sondern a l s eine Freude unb ein Segen empfunben. Welche Mutter wäre nicht bereit, wenn sie einmal erkannt hat, welchen Nutzen ihre Familie baoon hat, ihre Kenntnisse unb Fähigkeiten zu vervollkommnen. Dem Reichsmütterbienst ist eine unendlich große unb schöne Ausgabe gestellt: Schulung aller Mnl ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. \ L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Küfer > der Frauen und Mütter ohne Altersunterschied in den Fragen, die täglich an sie herantreten. Die Pflege und Ernährung des Kleinkinde s in gesunden und kranken Tagen, die ein Kurs behandelt, ist ein Thema, das großen Einfluß hat auf die Gesundung unseres Volkes. Noch immer ist die Säuglingssterblichkeit, besonders auf dem Lande, sehr hoch. Behandlung von Erziehungsfragen und Anleitung zum Basteln ersparen der Mutter manchen schweren Kummer. Gesundheitsund häusliche Krankenpflege lassen oft viel zu wünschen übrig. Haushaltführen und Nähen, praktische Heimgestaltung und Hauskultur, das alles sind verschiedene Kurse. Oft zeigt sich ihre Notwendigkeit erst im Verlauf des Kursus, wenn alle Frauen mitarbeiten, und so mancher Fehler ans Tageslicht kommt. 55 Wanderlehrerinnen des Reichsmütterdienstes durchziehen ständig den Gau Hessen-Nassau. Sie tragen durch ihre Kurse nationalsozialistisches Gedankengut bis in das kleinste Dorf. In zwei großen Mütterschulen in Frankfurt a. M. und Mainz laufen immerwährend Kurse. Zugunsten des Reichsmütterdienstes wird Samstag und Sonntag eine Sammlung durch- aeführt. Frauen der NS-Frauenschaft, der dem Deutschen Frauenwerk angeschlossenen Verbände, SA und SS, alle haben sich in den Dienst der Sache gestellt. Mütterdienst ist Dien st am Volk. Darum gebt in die Sammelbüchsen. Das Berliner Baugrubenunglück vor Bericht. Im Berliner Baugrubenprozeß kam der Fahr- meister Michalski zur Vernehmung, der eine Ramme geführt und zahlreiche Rammträger in den Boden geschlagen hat. Er erklärte, daß die für die Rammträger vorgeschriebenen Abstände nicht immer eingehalten werden konnten mit Rücksicht auf die im Erdreich befindlichen Rohr- und Kabelleitungen. Damit wurde wieder eine der technischen Kernfragen des ganzen Prozesses berührt, wird doch einer der technischen Hauptmängel darin erblickt, daß beim Rammen und Aussteifen dem kurven- artigen Verlauf der im Bogen unter dem Hause Pariser Platz 1 nach der Straße Unter den Linden hindurchführenden Baugrube nicht Rechnung getragen wurde. Ferner wurde der Bauschlosser Wernicke vernommen, der zur Zeit des Unfalls mit dem Abschmieren seines Baggers beschäftigt war. Plötzlich hörte er einen erdbebenartigen Knall, der Bagger senkte sich und er hatte das Gefühl, als ob er in einem Fahrstuhl säße. Hinausspringen konnte er nicht, da die Wand zu hoch war. Er flog zur Seite, zog sich Prellungen zu und erholte sich erst wieder, als er bereits mit dem Bagger auf dem Grunde der Baugrube angekommen war. An die Aussage dieses Zeugen knüpft sich eine lange Auseinandersetzung mit der Verteidigung, die wissen wollte, ob' der Zeuge zu dieser Bekundung etwa auf Grund seiner Zeitungslektüre gekommen sei. Bei seiner ersten Vernehmung unter dem frischen Eindruck der Ereignisse habe er nichts darüber ausgesagt. Der dritte schwimmende Flugstützpunkt der Luffhansa. Die Deutsche Lufthansa gab dieser Tage Pressevertretern Gelegenheit, den dritten schwimmenden Flugstützpunkt für den Luftpostdienst Deutschland—Südamerika, „Ostmark", der in Kürze seinen Dienst vor Bathurst (Britisch-Gam- bien) aufnehmen wird, in Tätigkeit zu sehen. Das Schiff ging von Travemünde aus in See. Während auf der Groß-Flugzeugschleuder-Anlage die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, brachte Flugkapitän von Engel, begleitet von Oberflugmaschinist G r u s ch w i tz , den Rekordinhaber für Atlantikflüge, den Motor seines Dornier-Wal „Aeo- lus" auf Touren. Wie ein Blitz schnellte das Flugschiff von den Gleitschienen. Bald war es im Dunst verschwunden. Der dritte Flugstützpunkt „Ostmark" ist auf Grund der Erfahrungen von 175 planmäßigen Ozeanflügen gebaut worden. Bei diesem einzig in der Welt dastehenden Flugbetrieb legen die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa m weniger als fünf Tagen 15 300 Kilometer zurück. Mit Hilfe der auf den schwimmenden Flugstützpunkten eingebauten Heinkel-Groß- Flugzeuschleuder-Anlagen wird der Atlantik in seiner ganzen Breite über 3050 Kilometer ohne Zwischenlandung überbrückt Der ununterbrochene Flugbetrieb auf dieser von Deutschland bis Chile führenden Luftpoststrecke erfordert eine regelmäßig notwendig werdende Ueberholung der schwimmen- Volkslum kennt keinen Verzicht auf Volkstum! Helft den Deutschen im Ausland, Deutsche zu bleiben! kauft die blaue Kornblume bei der Haus- und Skrahenfammlung des VDA.! den Flugstützpunkte in der Heimat. Um jeweils ein Schiff aus dem Dienst zu stellen, wurde es erforderlich, einen dritten Flugstützpunkt zu schaffen. Mit einer Wasserverdrängung von 2000 Tonnen und einer Länge von 75 Meter ist die „Ostmark" kleiner als „Westfalen" und „Schwabenland". Der wesentliche Unterschied liegt darin, daß die „Ostmark" eigens als schwimmender Flugstützpunkt gebaut wurde. Die Reichspost und das Winterhilfswerk. Dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes für 1935/36 sind als Barspenden der Po st an- gehörigen durch Gehalts- und Lohnabzug 2,633 Millionen Mark zugeführt worden. Im Vorjahre hatte sich der Gesamtbetrag um etwa 130 000 Mark höher gestellt; das Minderaufkommen ist auf die dem Vorjahre gegenüber etwas geringeren Anteile der Spendensätze an der Lohnsteuer zurückzuführen, prozentual ist das diesjährige Ergebnis aber erheblich besser als das vorjährige. Ferner sind durch die an den Postschaltern aufgestellt gewesenen Sammelbüchsen an Spenden für das Winterhilfswerk über 10 500 Mark (gegenüber rund 6700 Mark im Vorjahre) aufgekommen. Auch die Postscheckämter standen wieder im Dienste des Winterhilfswerkes. Die Aufrufe des Reichsbeauftragten für das große soziale Werk sind allen Postscheckkunden mit den Kontoauszügen übersandt worden, es konnten daraufhin mit rund 500 000 Abbuchungen von den Postscheckkonten rund 3 Mill. Mark dem Winterhilfswerk überwiesen werden. Alle Abbuchungen der Spenden wurden gebührenfrei ausgekührt und ebenso etwa eine halbe Million Plaketten den Postscheckkunden ohne Kosten übersandt. Schließlich hat die Deutsche Reichspost zur Unterstützung des Winterhilfswerkes auch in diesem Jahre wieder bis Ende März Sendungen im Ge wicht bis zu sieben Kilogramm mit Gaben für die Winterhilfe zu den billigeren Po st gutgebühren befördert. Harpener Bergbau AS., Dortmund. Die Gesellschaft legt jetzt ihren Abschluß für 1935 vor. Die Jahresförderung übersteigt mit 5,94 Millionen Tonnen die des Vorjahres um 7 v. H., die Kokserzeugung nahm ebenfalls um 7 v. H. auf 1,19 Millionen Tonnen zu. Der Gesamtabsatz in Kohle, Koks und Briketts erhöhte sich auf 5,4 (5,02) Millionen Tonnen. Die Absatzsteigerung betraf, wie im Vorjahre, wieder vorwiegend die Kohle, den Koks nur mit 100 000 Tonnen. Nach etwas erhöhten Abschreibungen von 7,25 (7,12) Millionen Mark, wovon 7,09 (6,35) Millionen Mark auf Anlagen entfallen, verbleibt ein gegen das Vorjahr nur wenig veränderter Gewinn von 2,09 (2,13) Millionen Mark, der sich um den Gewinnvortrag aus dem Vorjahre von 0,77 auf 2,86 Millionen Mark erhöht. Hieraus wird erstmalig wieder seit Jahren eine Dividende von 2Vz v. H. auf das noch 60 (90) Millionen Mark betragende Stammkapital verteilt, während die inzwischen eingezogenen 300 000 Mark Dorzugsaktten für die Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1935 noch 6 v. H. Gewinnanteil erhalten. Nach Zuweisung von 0,50 (—) Millionen Mark an die Beamten- und Arbeiterunterstützungsfonds verbleiben 0,85 Millionen Mark zum Dortrag (im Vorjahr wurden aus dem Gewinn 1,29 Millionen Mark der gesetzlichen Reserve zugeführt). Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die erwartete Besserung der Angebotsverhältnisie im Getreideverkehr ist noch nicht eingetreten, da die Abgeber sich vielfach schon auf den Verkauf im kommenden Monat vorbereiten. Dagegen hat der lebhafte Begehr nach jeglichem Brotgetreide angehalten. Besonders die Landmühlen sind bei ihrer geringen Versorgung mit Lagervorräten bestebt, laufende Bezüge von Weizen zu tätigen. Die Großmühlen sind zwar besser versorgt, suchen jedoch ebenfalls zur Erhaltung ihrer bisherigen Mehlmischung hessischen Weizen zu kaufen, da ihnen auch das mittel- und norddeutsche Angebot nicht mehr genügt. Immerhin sind ihre Bestände doch noch für die Herstellung ihrer Mahlkontingente ziemlich ausreichend. Die Roggen zufuhren von der Landwirtschaft sind, wie bereits in den letzten Wochen, nur ganz vereinzelt und gehen dann schnell an die nächsten Mühlen über, wobei eine erhöhte Handelsspanne von 8 RM. allgemein angelegt wird. Die Zuweisungen der Reichsstelle sind noch nicht besser geworden, dagegen wurde den Mühlen gestattet, die Roggen- Pflichtlagerbestände in Weizen umzuwandeln. Das norddeutsche Angebot ist kleiner geworden und lautet meist nur für die erste Junihälfte, kommt aber aus frachtlichen Gründen fast nur für die nahe der Wasserstraßen gelegenen Mühlen in Frage. Die Versorgung der Mühlen am Oberrhein ist sowohl in Weizen, wie in Roggen wesentlich günstiger. Während Industrie g e r st e im hiesigen Gebiet kaum mehr Geschäft hat, hat die Nachfrage nach Futtergerste ein wenig angezogen. Trotzdem gestalten sich die Geschäfte wegen der hohen Forderungen, die besonders für norddeutsche Herkünfte erfolgen, schwierig. In Hafer sind die Abschlüsse ebenfalls entsprechend den kleinen Zufuhren aus hiesiger Gegend und den hohen Preisen für norddeutsche Ware sehr klein, um so mehr, als sich die Verbraucher mehr und mehr auf Ersatzfuttermittel eingestellt haben. Das M e h l g e s ch ä f t ist bei kleiner gewordenem Angebot stetig. Allen Anforderungen konnte genügend Ware zugeteilt werden. Der Futtermittelmarkt hat sich mehr und mehr aufgelockert. Immerhin besteht noch lebhafte Nachfrage nach Kleie, Schnitzeln, Futterzucker für Silagezwecke und Oelkuchen. Für Rauhfutter besteht nur wenig Interesse. Büchertisch. — L a n g e m a r ck. Ein Vermächtnis. (Die kleine Bücherei Nr. 62.) Albert Langen-Georg Müller, München 1936. — (11) — Aus den „Kriegsbriefen gefallener Studenten", diesem unvergänglichen Denkmal einer opferbereiten Jugend, sind in diesem Bändchen die erschütterndsten Zeugnisse der auf den Schlachtfeldern vor Langemarck gefallenen jungen Generationen vereinigt worden. Eingeleitet durch die Gedächtnisrede Josef Magnus Wehners, die er zur Uebergabe des Gefallenen-Friedhofes Langemarck an die deutsche Studentenschaft gerichtet hat, ist so ein Dokument entstanden, aus dem der Geist einer Jugend spricht, die den Tod überwand im Glauben an die Geburt der Nation. — Georg Hacker: Die Männer von Manzell. Erinnerungen des ersten Zeppelin- Kapitäns. 200 Textseiten und 16 Bildseiten in Kupfertiefdruck. Brosch. 3,80, Ganzleinen 4,80 Mark. Sozietäts-Verlag, Frankfurt a. M. — (116) — Einer der alten Mitstreiter des Grafen Zeppelin, der Luftschiffkapitän a. D. Georg Hacker, erzählt hier von jenen Tagen da der alte Graf gegen Mißtrauen und Neid, gegen Wind und Wetter, gegen technische Unvollkommenheit und Schicksalstücke die Idee des starren lenkbaren Luftschiffes durchsetzte. Da es bisher keine authentischen Berichte über jene Frühzeit der Zeppelin-Luftschiffahrt gibt, verdienen diese scharf beobachteten, frisch und oft humorvoll erzählten Erinnerungen an Menschen und Fahrten, an fröhliches Gelingen und an schlimme Tage weite Verbreitung. Man erlebt in der offenen Gondel die berühmten Fahrten des Z I und Z II mit, in die Schweiz und nach Echterdingen, die Gewitterfahrt ins Rheintal und den ersten Vorstoß nach Berlin. Unter unsäglichen Mühen und Enttäuschungen werden Erfahrungen gesammelt, in echter Kameradschaft stehen jene Männer der ersten Zeppelinwerft in Manzell zu dem „Luftgrafen", wie ihn spöttisch die Zeitgenossen nennen. Zahlreiche Abbildungen aus den Jahren 1907 bis 1909 ergänzen die lebhafte Anschaulichkeit des Textes. Ein Buch, das der älteren Generation eine Fülle der Erinnerungen weckt, für die Jugend aber den ganzen Reiz und die ganze Spannung kühner und abenteuerlicher Taten hat. CRunÖfunfproqramm Montag 25. Mai 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. „Quietschvergnügt am frühen Morgen!" 8.10: Von Stuttgart- Gymnastik. 8.30: Von Kassel: Musik zur Frühstücks» pause. 10: Von Berlin: Schulfunk 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Von Hamburg: Schloßkonzert I. 13.15: Don Hamburg: Schloßkonzert II. 14.10: Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang... 15: Volk und Wirtschaft. Luftschiff und Luxusdampfer. Ein aktueller Vergleich. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Don Kassel: „Das Mailied". 16.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 17: Non Kassel: Klaviermusik. 17.30: HI.-Funk. Luis Iren* ker erzählt von sich und seinem Schaffen. 18: Non Stuttgart: Fröhlicher Alltag. 20.10: Zum Liszt-Jahr: Konzert. 22.30: Don Breslau: Tanzmusik 24 bis 2: Von Stuttgart: Nachtkonzert. dralle 2165V Dermählte Man achte auf diese Gießen, im Mai 1936 Ludwigstraße 74 Originalmarke, 3341 L> zubtM^jußilÖLirn. Gasthaus 3352 0 Küchen, Einzel- u. 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Folgende Kämpfe kommen zum Austrag: Fliegengewicht: Lanzewizki- Marburg 31 gegen Metz- Mbg.-Ockershausen; Federgewicht: Liese-Marburg 31 gegen Tasch-Mbg.° Ockertshausen; Leichtgewicht: Wagner-Marburg 31 gegen Röder-Kirchhain 34; Mittelgewicht: Sohn- Reichsheer Marburg gegen Giese-Wetter 33; Halbschwergewicht: Vaupel-Marburg 31 — Moos-Lol- lar; Halbschwergewicht: Becker-Marburg 31 gegen Gerth-Lollar; Schwergewicht: Rüdiger'-SA. Marburg gegen Weyand-Mbg.-Ockershausen. Handball der Sp.-Vg. 1900. Zu dem Blitzturnier in Lich hatten auch die 1900er ihre Handball-Jugend entsandt. Bei den ersten drei Spielen zeigten die jugendlichen 1900er, daß sie einen schönen Handball zu spielen verstehen. Leider wiesen. Ihre Mannschaft ist sehr jung und hat, da sie schon heute als die Mannschaft der Talente bezeichnet wird, ohne Zweifel eine große Zukunft. Der überragendste Mann dieser Elf ist der Linksaußen Gasser, der am vergangenen Sonntag allein durch vier Tore auch sein großes Schuß- konnen zur Geltung brachte. Weiterhin ist ihr Schlußmann M e s s e r e r ein großer Könner. Ebenfalls ist die Läuferreihe sehr gut besetzt. Diesem Gegner treten die Hiesigen stark geschwächt über, weil sie auf die Mitwirkung von K Deutscher Fußballbund Gau XII Nordhessen, Kreis Gießen. 21m die 3ugendkreismeislerfchafl. Das Rückspiel um die Jugend-Krcisrneisterschaft findet nicht, wie vorgesehen, am 7. Juni, sondern chon am kommenden Sonntag, 24. Mai, in Gießen auf dem Platze des VfB -R. statt. Das Vor- piel fand am Sonntag in Wetzlar statt und endete mit dem Siege von 2:1 für die 1. Jugend des Spo. 05 Wetzlar. Am Sonntag wird die Entscheidung fallen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Blauweißen treten am Sonntag mit drei Mannschaften die Fahrt nach Bad-Nauheim an. Neben der Ligamannschaft nehmen die Reserve- und die AH.-Mannschaft an der Fahrt teil. Dem Spiel der beiden Ligamannschaften wird wohl das Hauptinteresse zukommen. Die Badestädter, die nach einjähriger Zugehörigkeit zur Gauliga wieder in die Bezirksklasse zurücktreten müssen, werden zu beweisen versuchen, daß sie bei dem Spielverkehr mit den Gauligamannschaften manches hinzu- gelernt haben. Da sie außerdem im Vorspiel eine Niederlage hinnehmen mußten, werden sie doppelt bemüht sein, diese Scharte wieder auszugleichen. Für die Spielvereinigung ist die Aufgabe schwer, denn die Mannschaftsleistung ließ seither manchen Wunsch offen. Am Sonntag kann die Elf zwar in derselben Aufstellung antreten wie gegen Büdingen, ob dies jedoch allein der Grund fein wird, auf einen Erfolg zu hoffen, bleibt abzuwarten. Die Reserve der Blauweißen wird es ebenfalls schwer haben, zum Erfolg zu kommen, denn schon im Vorspiel zeigten sich die Gäste von der besseren Seite. Beim Spiel der Alten Herren wird die Tagesform ausschlaggebend sein. VfB.-Reichsbahn Gießen. Alemannia Frankfurt-Nied auf dem Daldsporlplah. Als nächster Gegner der Bezirksklasse Groß- Franksurt ist die Ligarnannschast von Alemannia Frankfurt-Nied nach Gießen verpflichtet. Die Gäste konnten innerhalb ihrer Gruppe mit einem Punkt hinter dem Meister Reichsbahn-Rot-Weiß den 2. Tabellenplatz erringen. Ein Beweis für das spielerische Können dieser Mannschaft. Auch nach Beendigung der Verbandsspiele haben die Gäste wiederholt ihr großes Können durch beachtliche Resultate auch gegenüber Gauligamannschaften be- Jugendfutzball. VfV.-Reichsbahn 1. 3gb. — SV. 05 Wehlar 1. 3gb. Nachdem die Gießener in Wetzlar verdient knapp geschlagen wurden, ergibt sich für die Hiesigen, wenn sie die Aussichten auf die Kreismeisterschaft nicht vollkommen aufgeben wollen, die Aufgabe, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Da die Gießener bei ihrem Spiel in Wetzlar während keiner Spielphase ihre sonstige Form erreichten, so ist ihnen, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben, eine Gewinnchance einzuräumen. Allerdings wird es davon abhängen, ob sie diesmal andere Leistungen aufbringen als in Wetzlar. Vor allen Dingen auch in körperlicher Beziehung sich eher durchsetzen. VfV.-Reichsbahn 2. 3gb. — Wieseck 1. 3gb. Die 2. Jugend hat in diesem Spiele ihre Dorspielniederlage wettzumachen. Die 3. 3ugenb spielt gegen die 2. von Niedergirmes. Die Spielstärke der Gäste ist zu unbekannt, um eine Voraussage treffen zu können. DfB.-R. 1. Schuler — Niedergirmes 1. Schüler. Da die Schülermannschaft der Gäste in der Gruppe Wetzlar gute Erfolge erzielen konnte, so Die Simmelfahrtwanderung oer Turner. Die Vereine des Kreises Wetzlar und Gietzen auf dem Dünsberg. Die Turnvereine der Kreise Gießen und Wetzlar im Lahn-Dillkreis führten ihre Himmelfahrtswanderung als Sternwanderung nach dem alten, turngeschichtlich bekannten Dünsberg durch. Trotzdem das schöne Wetter der letzten Tage einer rauhen und sehr kühlen Witterung Platz gemacht hatte, Logen die Turner, von allen Richtungen kommend, durch Felder und Auen und durch die im jungen Grün prangenden Wälder bergwärts. Je näher man dem Ziele kam, um so mehr vernahm man Turnersang, man hörte Klampfen und Lauten und auch flotte Marschmusik einzelner Spielmannszüge. Auf der Bergeshöhe fanden sich um den Turm ca. 400 Turner und Turnerinnen zusammen, die sich der Witterung halber nicht allzu lange oben aufhielten. Kreisspielmannszugführer Hofmann setzte sich an die Spitze eines Zuges, der zur Jahneiche führte. Dort sprach Kreisfachamtsleiter D a u p e r t - Wieseck in herzlicher, ungezwungener Turnerart zu allen Versammelten. Er verglich die Entwicklung dieser Jahneiche, die zum 150. Geburtstag des Turnvaters gepflanzt, heute zu einem mächtigen Baum geworden ist, mit der Entwicklung der Turnerschaft, die heute als Fachamt Turnen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen fest verankert steht und der Mitglieder, einerlei ob Jung ob Alt, ob Mann, ob Frau, den hohen Wert des Turnens kennen und deshalb in der Turnerei arbeiten zum Wohle der Jugend und des Volkes. Kreisoberturnwart Schü - 1 e r benutzte die Gelegenheit, um aufzurufen zum Besuch der diesjährigen Veranstaltungen des Kreises. Dann gaben die versammelten Spielmannszüge noch einige Märsche zum Besten. Mit festem Händedruck, mit klarem Worte wurde manch alte Turnerfreundschaft bekräftigt, in junger Lebensfreude und froher Unterhaltung manch junge Turnerbekanntschaft geschlossen, und dann gings auf den verschiedensten Wegen wieder den Heimatorten zu in dem Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören, die ihre Heimat liebt und dn ihr hängt mit jeder Faser des Herzens. Aus dem Kreis 8 Lahn-Dill. Lehrgang im Bolksturnen und Sommerspielen in Kinzenbach. Zu dem unter Leitung von Kreisvolksturnwart Dr. Loh (Wetzlar) stehenden Lehrgang im Volksturnen, der für die Vereine des politischen Kreises Wetzlar und Gießen vorgesehen war, hatten sich — wie wir bereits kurz berichteten — am Samstag und Sonntag (16. und 17. Mai) in Kinzenbach 60 Teilnehmer aus 31 Vereinen zusammengefun- den. Der Kreisvolksturnwart nahm bei guter Unterstützung durch einige Lehrkräfte alle Uebungs- arten für das diesjährige Kreisvolksturnen. Frei- weithsch, Kugelstoß mit Anlauf und Schleuderballweitwurf durch, wobei zu bemerken war, daß gerade die letztere Uebung im allgemeinen sehr schwer fiel. Es wird eifriger Uebung in den Vereinen bedürfen, wenn zum Kreisvolksturnen hierin Leistungen gezeigt werden sollen. Weiteren Uebungsstoff gaben Uebungen für den volkstümlichen Zehnkampf bei dem Kreisturnfest in Wieseck und die Uebungen, die für die Turnerinnen als Wettkampfübungen vorgesehen sind. Hier ist als neu anzusprechen der Faustballweitschlag. Neben den volkstümlichen Uebungen wurde im Lehrgang auch den Sommerspielen gedient mit der Durchnahme und eingehenden Erläuterung des Spielgeschehens im Faustball und Schleuderballspiel. Letzteres fand unter den Lehrgangsteilnehmern sehr großen Anklang, so daß in vielleicht nicht allzu ferner Zeit im Kreis Lahn-Dill auch das Schleuderballspiel wieder gepflegt werden dürfte. Der Samstagabend brachte eine Besprechung über die Durchführung der volks- . tümlichen Wettkämpfe des Jahres, bei der auch । der Kreisfachamtsleiter Daupert (Wieseck) das , Wort nahm. , Gportamt ».Kraft durch Freude^. heule folgender Kursus: das Dressurreiten und den Geländeritt über 4 Kilometer vorweggenommen. Am Nachmittag waren im Jagdspringen die Retter der Abschnitte VIII (Dresden) und V (München) ihren Mitbewerbern überlegen. Den Einzel-Wettbewerb gewann im Gesamtergebnis SS.-Hauptstuf. Lang (München) auf „Schorsch" vor Oberschaf. Warth (München) auf „Dieter". Auf den beiden nächsten Plätzen folgten zwei Dresdener SS.-Retter. SS.° Uschaf. Friedemann mit „Theo" und SS.- Uschaf. Hobusch mit „Tamara" erhielten gemein- Jam den dritten Rang. Bei den Berufsreitern erwies sich SS.-Sturmführer Bruhn von der SS.- Reitschule Forst als Bester vor SS.-Schaf. Fritz Maier vom Abschnitt VI auf „Fanny". Bruhn erreichte mit „Royal" bei einem fehlerlosen Ritt die beste Zeit des Tages. Im Mannschaftswettbewerb gewann der SS.-Retterabschnitt V (München) vor dem Reiterabschnitt VI sowie dem Reiterabschnitt VIII (Dresden). Der Retterabschnitt West-Düsseldorf und derchAbschnitt II (Gumbinnen) placierten sich als Zahlreiche Fahrwettbewerbe der Warm- und Kaltblüter sowie eine in zwei Abteilungen durch- aesührte Eignungsprüfung vervollständigten das Programm. Olympia-Turner für Heidelberg. Zu der am Sonntag in Heidelberg auf dem Heiligenberg stattfindenden Olympiaprobe der deutschen Turner wurden 22 Turner berufen, die zur Zeit noch die Olympia-Kernmannschaft bilden. Aus diesen 22 Turnern werden nach weiteren Ausscheidungen die acht Mann ausgewählt, die die Ehre haben, Deutschland bei den Olympischen Spielen in Berlin zu vertreten. Die Heidelberger Veranstaltung wird das vollständige Olympische Programm mit je sechs Pflicht- und Kürübungen umfassen; sie wird durch den Tv. 1846 Heidelberg auf der Thingstätte auf dem Heiligenberg ausgerichtet. Die 22 Teilnehmer an der sonntäglichen Ausscheidung sind: Franz Beckert, Neustadt; Konrad Frey, Bad Kreuznach; Martin Geistbeck, München; Georg ©obig, Mainz-Mombach; Athur Kleine, Leuna; Herbert Lorenz, Hannover; Rudolf Lüttin- ger, Ludwigshafen; Hans Mock, Berlin; Alfred Müller, Leuna; Willi Münder, Augsburg- Gögginaen; Hans P 1 u b r a, Forst; Heinz Sand- rock, Immigrath; Gustav Schmelcher, München; Lorenz Schneider, Remfcheid-Hasten; Alfred Schwarzmann, Wünsdorf; Georg Sich, Düsseldorf; Willi Stadel, Konstanz; Innozenz Stangl, München; Walter Steffens, Bre- Reichssportabzeichen. Von 17.30 bis 19 Uhr, Universitätsfportplatz am Kugelberg. Neuanmeldungen werden vor Beginn der Uebungs- stunde angenommen. Morgen folgende Kurse: Reichsfportabzeichen. Nur für NSBO.- Bereitfchaft. Von 9 dis 11 Uhr, Universitätsfport- fstatz am Kugelberg. Tennis. Von 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr, Städt. < m leben etwas besitzet'. Oe'.^\|0toutomobi'. A em hochwertiges Was Sie aber nicht zu bezahlen brauchen-was Sie auch niemals mit Geld bezahlen könnten ^ ! dassindtdie Freiheit, die gesteigerte Arbeitsleistung das Selbstbestim- [ mungsrecht, die Überlegenheit anderen gegenüber - kurz, die vielen Vnvh>ilp aip Th vi pia rfpr pi/tpvio DPP.T. ta ata rrl irh irprarha-Fft.' erwartet man, daß sie auch in Gießen ein gutes Spiel zeigen. Die 2. Schülermannschaft spielt gegen die 1. des Tv. 1846 Gießen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck Die erste Mannschaft, die in ihren letzten Spielen gegen die Liga des DfR. Butzbach und die erste Mannschaft des Spv. Steinbach auf Grund guter Leistungen 4:2- bzw. 8:1-Siege erkämpfte, blieb am Himmelfahrtstag in Ruppertsburg gegen die erste Mannschaft des dortigen FC. mit 2:0, sicherer als das Resultat besagt, Sieger. Das Spiel, das von dem Gastgeber überaus hart durchgeführt wurde, zeigte bei Halbzeit schon Großen-Buseck mit 2:0 in Führung. In der zweiten Hälfte konnte trotz überlegenem Feldspiel kein zählbarer Erfolg mehr erzielt werden. Die neu aufgestellte zweite Jugend versuchte sich zum ersten Male mit der Jugend des FC. Saasen und mußte eine 8:1-Riederlage hinnehmen. Allerdings hatte Saasen auch verschiedene aktive Spieler in seinen Reihen. Nächsten Sonntag sind voraussichtlich Jugend und erste Mannschaft Gegner der gleichen des Sportvereins Mrbenteich in Großen-Buseck. , FC Teutoma" Dattenborn-Gteinberq Ober-Schmitten I — Watzenborn-Steinberg I 3:3. Die 1. Mannschaft trug Himmelfahrt bei dem Kreisklassenmeister Ober - Schmitten ein Gesell- schaftsrückspiel aus und konnte nur ein Unentschieden herausholen. Bad-Nauheim 1. 3gb. — Watzenborn-Steinberg 1. 3gb 3:1. Ttze 1. Jugend werlor gegen die gleiche von Bad- Nackheim unverdient. Die Teutonen führten mit 1:0, durch zwei unberechtigte Elfmeterentscheidun- Erkenne die Wichtigkeit des Luftschutzes! Werde Mitglied des Reichsluftschuhbundes! gen kamen die Badenstädter zu einer billigen Führung, der noch ein drittes folgte. Dad-Rauheim 1. Schüler — Watzenborn-Steinberg 1. Schüler 1:2. Die Schülermannschaft spielte eins ihrer schönsten Spiele in Bad-Nauheim und gewann verdient mit 2:1. * Kommenden Sonntag fährt eine Mannschaft zum Gesellschaftsrückspiel nach Lich. Der Ausgang ist ohne Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung nicht oorauszusagen. (Spielvereinigunq 1926 Leihaestern. Leihgestern I — VfB.-R. Gießen II 4:2 (2:1). An Himmelfahrt empfing die Spvgg. Leihgestern die Reserve des BfB.-R. Gießen zum fälligen Pflichtrückspiel. Auch in diesem Spiel stellten die Einheimischen ihre derzeitige gute Form unter Beweis und schlugen die Gäste mit 4:2. Leihgestern Schüler — VfV.-R. Gießen Schüler 4:2 (2:1). Vor diesem Spiel trafen sich die beiden ersten Schülermannschaften. Auch in diesem Treffen konnten die eifrigen Leihgeftemer den Sieger stellen. Am nächsten Sonntag. empfängt die 1. Mannschaft der Spvgg. die gleiche des FSpV. 1926 Steinbach zum fälligen Rückspiel. Auch hier hofft man auf einen klaren Sieg der Blau-Weißen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Der TV. Großen-Linden hat sich für Sonntag in der ersten Mannschaft von Münchholzhausen einen bis jetzt noch unbekannten Gegner verpflichtet. Da die Gäste erst Anfänger sind und ihre Spielstärke noch nicht bekannt ist, ist der Ausgang des Spieles offen. Die erste Jugend fährt nach Allendorf (Lahn) und sollte dort zu einem sicheren Sieg kommen. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Allendorf (Lahn) 1. 3gb. — Großen-Linden 1. 3gd. Die 1. Jugend des To. Allendorf empfängt am nächsten Sonntag die gleiche Mannschaft des Nachbaroereins Großen-Linden. Die Gäste, die eine erstklassige Mannschaft ins Feld schicken, und deren Spielstärke auch hier bekannt ist, werden nicht mit einem sehr niedrigen Sieg nach Hause zurückkehren. Das Spiel soll ein Lehrspiel für die Einheimischen sein. Um einigermaßen ehrenhaft zu bestehen, sollten sie ihre ganze Kraft daransetzen, um die Niederlage nicht allzu hoch ausfallen zu lassen. Nach diesem Spiel wird die erstmals auftretende 2. Jugendmannschaft gegen die »eigene Schülermannschaft spielen. Obecheffen. Sängerfahrt des Gesangvereins „Germania" Großen-Buseck. * Großen-Buseck, 21. Mai. Der hiesige Gesangverein „Germania" unternahm dieser Tage eine dreitägige Sängerfahrt an den R he i n. Hauptziel der Fahrt war Gundersheim in Rheinhessen, wo die hiesigen Sänger einer Einladung des befreundeten dortigen Gesangvereins „Liederkranz" folgten, der im vorigen JlrHre in Großen-Buseck drei Tage herzlicher Gastfreundschaft verlebt hatte. Der Einladung der Gundersheimer Sangesfreunde wurde zahlreich Folge geleistet. In zwei großen Reichspostomnibussen fuhren am Samstag 80 Sänger und Sangesfreunde über Gießen, Bad-Nauheim nach Frankfurt a. M., wo man zunächst die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt besichtigte. Nach zweistündigem Aufenthalt ging es über die Reichsautobahn weiter. Kurz vor Darmstadt wurde nach der Bergstraße abgebogen und zunächst kurze Rast in Bensheim gemacht. Auf der Weiterfahrt wurde Worms berührt und besichtigt, ferner hatte man die dort in Garnison stehenden Soldaten aus Großen-Buseck als Gast in die Mitte des Vereins gebeten, mit denen man in schöner Geselligkeit verweilte. Die Fahrt ging bann weiter nach Gundersheim, das zum Empfang der Gäste aus dem Buseckertal Flaggenschmuck angelegt hatte. Die Gundersheimer Sangesfreunde und die übrige Ortsbevölkerung bereiteten den Gästen einen außerordentlich herzlichen Empfang, bei dem auch ein Willkommenstrunk von Gundersheimer Roten, im Silberpokal gereicht, nicht fehlte. Am Abend gaben die beiden Vereine in der geräumigen Turnhalle ein von der Bevölkerung stark besuchtes Konzert, das für alle Besucher ein schönes Erlebnis war. Am Sonntagmorgen fand zunächst ein gemütlicher Frühschoppen im Vereinslokal statt, nachmittags wurde ein gemeinsamer Spaziergang durch die Weinberge unternommen, bei dem die Besucher entzückt waren von der herrlichen Landschaft. Abends vereinigte man sich bei herrlichem Gundersheimer Wein und frohem Gesang zu einem Abschlußball, der wiederum von der gesamten Bevölkerung stark besucht war und allen Teilnehmern schöne Stunden der kameradschaftlichen Geselligkeit brachte. Am Montagmorgen ging die Fahrt durch Rheinhessen weiter nach Bingen, dann am Niederwalddenkmal vorbei mit dem Dampfer „Hindenburg" nach St. Goar, wo zur Weiterfahrt die Omnibusse wieder bestiegen wurden. Ueber Koblenz, wo drei Stunden Rast gemacht wurden, ging es bann burch bas herrliche Lahntal über Bab Ems, Weilburg, Wetzlar unb Gießen Zurück nach Großen-Buseck. Die rounberbare, an Einbrücken unb Erlebnissen überaus reiche Fahrt wirb allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Landkreis Gießen = Albach, 23. Mai. Lehrer Groh errichtete in unserer Schule eine Schulsparkasse, ber 38 Schüler beitraten. Die Bezirkssparkasse Gießen gab bie Anregung dazu, dahin gehen auch die gesparten Beträge. § Leihgestern, 22. Mai. Beim Abholen eines Schweines kam ein hiesiger Metzger- meifter heute vormittag auf der Straße so unglücklich zu Fall, daß er ein Bein brach. Der bedauernswerte Mann mußte in die Gießener Klinik übergeführt werden. (-) Lich, 22. Mai. Der Drtsmänneroerein vom Noten K?euz hielt im „Holländischen Hof" feine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Jahres- und des Kassenberichtes wurden die Vorbereitungen zum diesjährigen Roten- Kreuztag am 14. Juni eingehend besprochen und alle Mitglieder des Rot.en Kreuzes zur eifrigen Mitarbeit aufgerufen. Die Sammlung wird von den Mitgliedern des hiesigen Sanitätszuges und den Samariterinnen des Alicefrauenvereins in Lich, Birklar, Muschenheim, Eberstadt mit Arnsburg, Langsdorf, Bettenhausen, Nieder- und Ober-Bessingen durchaesührt werden. )( Lich, 22. Mai. Der Himmelfahrtstag wird in unserer evangelischen Gemeinde schon seit langer Zeit als M i s s i o n s f e st gefeiert. So wurde es auch in diesem Jahr gehalten. Am Vormittag fand ein gut besuchter Festgottesdienst statt, in dem die Chorschule und der Frauenchor mitwirkten und sehr zur festlichen Ausgestaltung beitrugen. Der frühere Chinamissionar und jetzige Frankfurter Pfarrer Lauck hielt die Fest- und Missionspredigt. Ein Kindergottesdienst schloß sich an und führte auch die Kinder in die Notwendigkeit und Herrlichkeit der Missionsarbeit ein. Am Nachmittag versammelte sich trotz des kühlen Wetters eine zahlreiche Missionsgemeinde aus den Nachbargemeinden.zusammen mit den Licher Missionsfreunden im schonen Buchenwald der Meilbach zu einem Waldgottesdienst. Nach einer liturgischen Einleitung des Pfarrers mit feinen Konfirmanden sprachen Pfarrer Naumann über die Losung des Tages und Missionar Lauck über das Himmelfahrtsevangelium. Gemeinsam gesungene Lieder verbanden die eknzelnen Teile des Gottesdienstes, der mit Gebet und Segen seinen Abschluß fand. Die Kollekte des Festtags betrug 57 Mark. cv) Eberftadt, 22. Mai. Heute wurde unter großer Anteilnahme der Einwohnerschaft der älteste Einwohner und letzte Veteran von 1870/71 unseres Dorfes, Maurermeister Philipp Görlach, im Alter von 87 Jahren zu Grabe getragen. Der Heimgegangene war als Maurermeister weithin bekannt geworden, gehörte viele Jahre lang dem Kirchenoorstand an und war auch langjähriges Mitglied des Kriegerverein „Hafsia", der ihm an seiner letzten Ruhestätte zum Abschied militärische Ehren erwies. # Ettingshausen, 22. Mai. Im Rathaus fand die Generalversammlung der S p a r - und Darlehenskasse unter Leitung des Aufsichtsratsoorsitzenden Heinrich S ch o m b e r statt. Der Rechner Philipp Serth gab die Bilanz des Rechnungsjahres 1935 bekannt, die mit rund 200 000 Mark in Aktiva und Passiva abschließt, und erläuterte die einzelnen Positionen. Die satzungsmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder PH. Keil V. und Hrch. Seipp I und Aufsichtsratsmitglieder PH. Sommer I. und Herrn. Römer in Ober- Bessingen wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Sodann schloß der Aufsichtsratsvorsitzende die Versammlung in der üblichen Weise. + Grünberg, 20. Mai. Seit Mitte Januar lief hier unter der Leitung von Dr. med. Rings- Hausen (Grünberg) ein Ausbildung skur- sus für Samariterinnen. Wöchentlich wurde an einem Abend in zwei Stunden unterrichtet. Wenn auch nicht alle Frauen und Mädchen, die sich zum Kursus angemeldet hatten — 41 aus Grünberg, 9 von Lauter und 4 von Göbelnrod — bis Zum Schlüsse des Lehrganges aushielten, so unterzogen sich doch 26 Teilnehmerinnen der Abschlußprüfung, die am Montagabend in dem bisher als Unterrichtsraum benutzten Saal der Oberrealschule stattfand. Die Prüfung, bei der die Leiterin des Roten Kreuzes im Kreis Gießen, Fräulein E. v o n Rabenau (Großen-Buseck) und die Leiterin der hiesigen NS.-Frauenschaft, Frau Heutzenröder, anwesend waren, wurde von dem Unterrichtsleiter Dr. med. Ringshausen und dem Gruppenleiter Kratz (Gießen) durchgeführt. Das gute Ergebnis legte für die unermüdliche Tätigkeit des Arztes und die Aufmerksamkeit und den Lerneifer der Schäle, rinnen beredtes Zeugnis ab, was am Schluffe bet sonders anerkannt wurde. 18 Teilnehmerinnen erklärten sich bereit, als Samariterinnen dem Roten Kreuz beizutreten. Sie wurden von Fräulein von Rabenau sofort verpflichtet. Ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen bildete den Abschluß des schön verlaufenen Abends. Weitere Provinznachrichten im vierten Blaff. Wegen Reichsfinchtsteuer-Vergehens verurteilt. Lpd. D a r m ft a b t, 22. Mai. Gegen das im Februar 1933 aus Deutschland abgereifte und zur Zeit in San Remo weilende jüdische Fabrikantenehepaar Robert Bloch aus Urberach war ein Reichsfluchtsteuerbescheid von 235 000 RM. ergangen, gegen den B. dreimal erfolglos Berufung eingelegt hatte. Nun- mehr wurde das Ehepaar Bloch in Abwesenheit wegen Vergehens gegen das Reichsfluchtsteuergesetz zu j e z w e i I a h r e n G e f ä n g n i s und 10 000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Beachten Sie bitte meine Ausstellung Mäusburg 13 Sie finden hier eine außerordentlich reichhaltige Auswahl in modisch schöner und äußerst preiswerter DAM EN-KLEI DUNG Damen-Mäntel wie: Kleider Kostüme Röcke Komplets Blusen für das bevorstehende Pfingstfest! 3321A HAITIS DER GUTEN QUALITÄTEN Fernsprecher Nummer 2096 und 4276 WE RBE Bri?hf sch^ Dr^ck^ref Ml 232! V Durch kurze Krankheit wurde uns heute unsere kleine IV Leichtglas 02376 erkennungen Wunsch! ADLER am Bahnhof 3040D 7/Z Bergisches Kraftfutterwerk6.m.b.H.Dü$seldorf-Hafen 'i'iitiiik Auch Gelegenheitskäufe 1 Reparaturen! Familie Karl Mohr II. Maler- und Weißbindermeister Familie Kail Mohr I. Familie Heinrich Opper. Hausen, Gießen (Asterweg 29), den 22. Mal 1936. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Mai, 13 Uhr statt Bis 5 Feldstecher u. 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Und wenn diese „schwere Pflicht" erfüllt ist, macht man vielleicht eine kleine Ausfahrt auf dem Drei- hier mancher kleiner Einspänner unmerklich einer Wandlung zum Menschen des geselligen Sich- einfügens unterworfen wird, der schon in den kleinen Dingen des Lebens den hohen Sinn und den Wert der Kameradschaft in sich aufnimmt- und von dieser Grundlage aus später auch zu handeln verspricht. Dazu kommen wefter noch manche kleine Gelehrsamkeitsvorteile, die schon auf die Erfordernisse der Schuljahre Hinweisen. Es ist also für die Kinder ein starker und bleibender Wert, den sie in den Kindergärten unter der sorglichen Leitung der Schwestern oder der Kindergärtnerinnen empfangen. Dazu kommt, daß die Mütter dieser Kinder unbesorgt ihren Pflichten im Berufsleben oder im Haushalt einer vielköpfigen Familiengemeinschaft nachgehen können, weil sie immer die Gewißheit haben dürfen, daß ihr Bübchen oder Mädelchen in dieser Schule der Kleinen allezeit gut aufgehoben ist. Wie reizvoll und harmonisch der Tag für die Kleinen dort verläuft, zeigen als charakteristische Ausschnitte die hier wiedergegebenen Bilder aus den Gießener Kindergärten. Morgens bei der Ankunft werden die Kleinen von der Schwester oder der Kindergärtnerin liebevoll empfangen. Da werden zumeist die Frühstückstäschchen abgegeben und dafür das erstbeste Spielgerät oder irgendein anderer Gegenstand zum Zeitvertreib eingetauscht. Bei schönem Wetter geht es dann in den Garten, wo Gelegenheit zu mancherlei Spielen geboten ist. Da kann sich der kindliche Sinn und Spieldrang in vielerlei Gestalt auswirken. Die Mädelchen halten es natürlich in erster Linie mit den Püppchen und dem Kinderwagen, aber auch der Teddy oder die Kuh erfreuen sich bei ihnen großer Beliebtheit. Die kleine Puppenmama bemüht sich immer wieder um das niedliche Wesen in dem Kinderpuppenwagen; da werden die Kissen gerückt und die Deckchen gelegt; was eine Puppenmama nicht weiß oder nicht sieht, will ihr die andere klarmachen und beweisen; dann wird neugierig-kritisch geguckt, vor Ueberraschung wandert vielleicht auch einmal das Fingerchen in den Mund, Schwester als Anführerin ist etwas für das kleine Herz und das empfängliche Gemüt, denn dabei lernt man allmählich manches hübsche Spiel und manches niedliche Liedchen, das zu Hause gesungen der Mutti und dem Vati Freude bereiten kann Die Buben sind meist für die ernste Beschäftigung der Männer interessiert. Im Vordergründe steht hier das beliebte Exerzieren, wobei natürlich die Fahne nicht fehlt und das kleine Gewehr, als Ersatz dafür auch ein Stecken, der Holzsäbel und dergleichen stolz getragen werden. Und dazu machen diese Buben- Soldaten eine Marschmusik, die einzig schön ist, mehr laut als schön, aus frohem Herzen entsprungen und von sangesfreudigen Kehlen in die Welt 'hinausgeschmettert. Was ist das doch für eine Freude, da schon Soldat zu sein? Mit kräftigem Schritt und Tritt gehts dahin, es gibt nichts Ernsteres und Wichtigeres als die Erfüllung dieser Aufgabe. Es ist er- freulicherweise jetzt wieder so, daß unsere Kleinsten ihre Freude am Soldatentum bekunden und sich, wenn auch noch unbewußt, durch das kindliche Spiel oorbereiten auf die Erfüllung der großen vaterländischen Aufgabe, die auch ihnen einst im Dienste des deutschen Volkes gestellt sein wird Nach einem derart strapazenreichen Vormittag der nur von der Frühstückspause unterbrochen wird gibt es natürlich um die Mittagsstunde einen gelegneren Hunger, für dessen Befriedigung mittlerweile mir vorgesorgt worden ist. Und dann sitzt die kleine Gesellschaft in „eifriger Arbeit" hinter den Suppenschüsseln und läßt sich die schmackbafte Speise aus. gezeichnet munden. Hierauf gibts eine geruhsame Verdauungspause mit einem kleinen Schläfchen so- dann folgt der abwechslungsreiche Nachmittag, der wiederum mancherlei Betätigungsarten für die kleine Bei der Kindergartenmama. radkarren immer um das Beet herum, wobei es gar nicht weiter schlimm ist, wenn die eigensinnige Lenkstange auch einmal eine andere Richtung ein» schlägt, als der kleine Fahrgast es im Sinne hat. Eine Reitpartie auf der Kuh ist auch nicht übel, zumal wenn dem Muhtier noch recht freundlich zu- gesprochen wird. Dann geht es einmal in die Schaukel, um hier frei dahinzuschweben, so etwa eine Vorstufe vom Flugzeug oder vom Zeppelin. Wie jauchzen die Kleinen und wie glänzen ihre Augen vor Freude, wenn der Schaukelstuhl flott hin- und herpendelt! Wie erhaben gucken sie dann auf die anderen herab, die da etwa auf dem Sandhaufen oder auf den Grasbeeten hin- und herkrabbeln. Aber auch ein schöner Reigen mit der Teddy auf dem Spaziergang, 3m Reich des Kleinkindes Besuch in den Gießener Kindergärten. Ringele, ringele, Rosen ... Im gleichen Schritt und Tritt. dergärtnerinnen Dinge Die Lenkstange hat ihren eigenen Willen. Gesichtspunkte wertvoller schaftsleben bekunden, die den Kindern in manchen anderen Familien nicht geläufig sind, so muß man doch sagen, daß hier eine gute Vorarbeit für das spätere Erziehungswerk der Schule geleistet wird. Vor allem ist es zu begrüßen, daß an diesen Stätten der Sinn für die Gemeinschaft, das Verständ- Dieses Wirken und Opfern wird jedermann leicht sein, der mit warmem Herzen die reine Freude an dem Leben und Treiben der Knirpse in diesen Kinderstätten zu empfinden Gelegenheit hat. Zwar ist jedes kleine Bübchen und jedes kleine Mädelchen an sich schon für den wahren Menschen- und Kinder- freund immer wieder ein Gegenstand der ungetrübtesten Freude. Wenn man aber sieht, wie die kleinen Trabanten der Kindergärten durch die liebevolle Führung der Schwestern oder der Kin- lernen und im Gemein- Dcr Kindergarten, mancherorts auch Kleinkinderschule genannt, erfüllt in den Städten und in zahlreichen Landorten eine hohe soziale Aufgabe. Er ist die Stätte, an der viele kleine Kinder während der Zeit der beruflichen Verpflichtungen ihrer (Eltern eine gute Obhut finden, zugleich auch der Platz, wo die Kleinen den ersten Schritt in das Leben der Gemeinschaft tun. Stadt- und Dorfverwaltungen, vielfach auch die Kirchengemeinden oder freie Vereinigungen aus dem Kreise der Ortseinwohner, sind die Träger dieser lobenswerten Einrichtung. Von großer Liebe zu den kleinen Kindern und von steter aufopfernder Pflichttreue beseelte Schwestern und Kindergärtnerinnen sind die treuen und umsichtigen Hüterinnen der kleinen Trabanten Mit nimmermüder Geduld halten diese Frauen den mancherlei Ansprüchen der Kinder stand. Da gibt es kaum einmal ein Ungeduldszeichen, wenn ein kleiner Knirps immer und immer wieder fragt, wenn er selbst auf die ausgefallensten Dinge kommt, ober wenn ein kleiner Racker einmal gar nicht stille sitzen will, nicht die erforderliche Bereitschaft und Freude zur Mahlzeit aufweist, oder sonst wie ungebärdig ist; vom Morgen bis zum späten Nachmittag erfüllen diese Schwestern und Kindergärtnerinnen in sorglicher Weise die Stellvertretung der Mütter, ja man kann sogar behaupten, daß sie in nicht gar seltenen Fällen für den kleinen Knirps besser und mütterlicher sorgen, als die eigene Mutter selbst. Es ist das hohe Lied der Frauenliebe zu den Kleinen, des Muttergefühls der deutschen Frau und zugleich des Bewußtseins der starken Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft unseres Volkes, das an diesen Stätten der ersten Äugenderziehung alltäglich aufs neue in vollen Akkorden erklingt und immer wieder von dem Ton der persönlichen Bescheidenheit und Selbstlosigkeit in sympathischer Weise begleitet ist. In anerkennenswerter Weise werden von der Gemeinschaft der Städte oder Dörfer und von hochherzigen Freunden der Jugend immer wieder Opfer gebracht, nicht nur zu dem Zwecke, diese gemeinnützigen und für unser Volkstum segensreichen Stätten zu erhalten, sondern sie nach Möglichkeit in ihren Leistungen immer mehr zu verbessern, ohne dadurch den Eltern der Kinder eine größere Belastung aufzubürden. Wenn wir Aelteren um einige Jahrzehnte zurückdenken an die damals noch meist primitiven Verhältnisse in vielen Kleinkinderstätten, in denen vielfach alles nur auf die Aufsicht über die Kinder beschränkt blieb, und dieser Rückschau den erfreulichen Stand der Arbeit an den Kleinen in den neuzeitlichen Kindergärten aegenüberstellen, so müssen wir mit Anerkennung für die auf diesem Gebiete tätigen und opfernden Frauen und Männer, nicht minder mit Genugtuung vom Standpunkt der' Dolks- gesamtheit aus seststellen, daß der vertiefte soziale Sinn und das verstärkte Verantwortlichkeitsgefühl des einzelnen Volksgenossen für die Geschicke der Volksgemeinschaft auch auf diesem Gebiete Leistungen vollbracht haben, die höchster Wertschätzung sicher sein dürfen. Und man mag dann nur noch den einen Wunsch hegen, daß diese Tat- und Opferbereitschaft der öffentlichen Hand, wie auch der privaten Kinderfreunde nicht erlahmen, sondern mit frohem Schaffen und freudigem Helfen weiterhin alle Kräfte mobilisieren möge, um allezeit gute Aufbauarbeit am Kleinkind zum Segen der Volksgesamtheif zu leisten. nis für die Notwendigkeit des Ein- und Unterordnens geweckt und immer mehr vertieft, die Bereitwilligkeit zum Verzicht und zum Zurückstellen der eignen Wünsche den Kleinen als eine wertvolle Tugend anerzogen wird, die Freude an fröhlichem Spiel mit stillschweigendem Einschluß erzieherischer " Gewinn ist, kurzum, daß Gesellschaft bringt. Ist aber das Wetter unfreundlich, so kann sich ein rechtschaffener Bub oder ein schaffensfrohes Mädelchen auch in dem Saale des Kindergartens in vielerlei Weise Beschäftigung machen, damit zu keiner Zeit Langeweile aufkommen kann und am Abschluß des Tages doch immer ein vielseitiges „Arbeitsergebnis^ vorhanden ist. Gegen Abend wird nach schwerem Tagewerk der Heimweg angetreten, nachdem der Schwester artig „Auf Wiedersehen" gesagt worden ist. Eifrig schwatzend ziehen die Knirpse dahin, manchmal allein oder in kleinen Rudeln, zum Teil in Empfang genommen von älteren Geschwistern oder von der Mutti, Kinderzeit — goldene Zeit! Jahre des unbeschwerten Lebensgenusses, der ungetrübten Freude auch an den kleinsten Dingen. Wir alle wollen unseren Kleinen diese Zeit von Herzen gönnen, denn es ist für sie die schönste Zeit ihres Lebens. Und wenn wir Aelteren uns in unserer Empfindungswelt in diese Kindheitszeit hineinfühlen, so ersteht vor unserem geistigen Auge noch einmal der köstliche Besitz unserer ersten Kinderjahre, den wir einst unser eigen nannten und der vor der schweren Alltagspflicht von uns gegangen ist für alle Zeit, aber doch immer wieder lebendig in uns anklingt und uns seelisch noch einmal jung werden läßt mit den Jüngsten der deutschen Volksgemeinschaft, die einst unser Erbe übernehmen und Träger der deutschen Geschicke sein sollen. Wirtschaft. * Besitzwechsel der Schade & Füllgrabe A G., Frankfurt a. M. Nach Mitteilung der Schade & Füllgrabe AG., Frankfurt a. M., ist das aesamte AK. dieses Lebensmittel-Filialbetriebes von der Familie Wilh. Werhahn, Neuß a. Rh., erworben worden. In Verbindung damit haben die bisherigen Vorstands- und AR.-Mitglieder ihre Aemter niedergelegt. Der Vorstand und AR. sind neu besetzt worden. Der AR. besteht aus Adam Baum, Cornelius Werhahn, Hermann Werhahn in Neuß. Damit sind Kapital und Leitung der Firma in arische Hände übergegangen. * Philipp Holzmann A G., Frankfurt am Main. In der Aufsichtsratssitzung wurde der Abschluß für 1935 vorgelegt. Nach 2,54 (2,27) Mill. Mark Abschreibungen und Zuweisung von 500 000 Mark an den Pensionsfonds wird einschließlich Vortrag ein Reingewinn von 1 203 257 (914176) Mark ausgewiesen, aus dem der Hauptversammlung am 16. Juni wieder 6 v. H. Dividende auf die Vorzugsaktien und 6 (4) v. H. auf die Stammaktien vorgeschlagen werden. Zum Vortrag verbleiben 400 790 Mark. Rhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 22. Mai. Die Börse setzte nach der Unterbrechung durch den Feiertag in sehr ruhiger Haltung ein. Von der Kundschaft lagen zumeist einige Kauftaufträge vor, auch die Kulisse trat in kleinem Umfange als Rückkäufer auf, in einzelnen Werten erfolgten aber auch noch einige Äb- gob.m. Am Aktienmarkt ergaben sich daher meist Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Umsätze hielten sich aber in sehr bescheidenen Grenzen. JG.-Farben lagen mit 172,13 (172,25) zunächst nur knapp behauptet, zogen aber gleich danach auf 173,25 an, während die übrigen Chemiewerte geschäftslos waren, Scheideanstalt unv. 239. Am Elektromarkt fielen Siemens mit einer Steigerung von 2,40 o. H. auf, RWE. gewannen 1 v. H., sonst erhöhten sich die Kurse bis zu 0,65 v. H. Für Montanaktien war die Kursentwicklung noch uneinheitlich, jedoch meist etwas fester. Hoesch plus 1 o. H., Mannesmann plus 0,75 v. H., Verein. Stahlwerke plus 0,65 v. H., dagegen verloren Buderus 0,50 v. H. und Klöckner 1 v. H. Etwas belebter waren wieder Schiffahrtswerte, die Kurse lagen mit 16,50 für Hapag und mit 18,25 (18) für Nordd. Lloyd aber nur mäßig verändert. Von Einzelwerten befestigten sich Daimler um 1,13 v. H., Ph. Holzmann um 1,50 v. H., Kaufhof gewannen 0,65 v. H., Reichsbank 0,25 v. H., während Zellstoff Aschaffenburg 1 v. H. und Bank für Brauindustrie 1,75 v. H. nachgaben. Zellstoff Waldhof, Kunstseide Aku und Rheinrnetall-Borsig blieben behauptet. Nach den ersten Notierungen blieb das Geschäft zwar sehr klein, die Kurse zeigten aber eher leicht nach oben. Der Rentenmarkt lag nach der Belebung und Befestigung der letzten Tage heute merklich ruhiger, und auch die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Altbesitz 115,40 (115,35), Kommunal- Umschuldung 88,90 (89), Zinsvergütungsscheine 92,70 (92,65), späte Reichsschuldbuchforderungen unv. 98,75, Städte-Altbesitz 112 (112,25), 6proz. Verein. Stahlwerke 105 (104,75). Von fremden Werten 5proz. Eisenbahn-Bosnier unv. 14,50. Im Verlaufe setzten sich die Kursbesserungen am Aktienmarkt fort. Im Durchschnitt betrugen die weiteren Erhöhungen 0,25 bis 0,75 v. H. JG.- Farben 174 nach 173,25, sehr fest Scheideanstalt mit 242 nach 239, ferner gewannen Moenus Maschinen 1 v. H., Zellstoff Waldhof 1,50 o. H. Etwas schwächer lagen Zement Heidelberg mit 139,50 (140,50). Das Geschäft bewegte sich indes weiterhin in engen Bahnen. Am variablen Rentenmarkt bröckelten Korn- munal-Umschuldung auf 88,85 nach 88,90 ab. Goldpfandbriefe blieben unverändert. Von Kommunal- Obligationen Rhein. Hyp. 94,75 (94,50). Liquidationspfandbriefe notierten uneinheitlich, fester Rhein. Hyp. ex Zieh, mit 102 (101,75). Stadtanleihen lagen still und waren kaum verändert. Der Auslandsrentenmarkt lag still, etwas Interesse zeigte sich weiterhin für Oesterr. Silberrente, do. Kronenrente sowie für Ungar. Kronenrente und für Kronen- Bosnier. Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke auf 107 (106) und Wayß & Freitag auf 110 (109). — Tagesgeld mit 2,50 (2,75) v. H. leichter. Abendbörse: Aktien weiter befestigt. Die Abendbörse brachte am Aktienmarkt weitere Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,75 o. H. gegen den Berliner Schluß. Das Geschäft hatte jedoch kein besonderes Ausmaß, da der Nachfrage von Kundschaft und Kulisse kaum Angebot vorlag oder solches nur zögernd erfolgte. Scheideanstalt gewannen 1 v. H. auf 243, ferner waren Daimler zunächst bis auf 116 erhöht, später aber zu 115,50 angeboten. Ueberwiegend fest lagen besonders Elektro- und Montanwerte, während IG. Farben mit 174 (173,90) wenig verändert waren. Von Zellstoffwerten Waldhof weiter fest mit 141,75, auch Kaufhof weiter erhöht mit 44,50 bis 44,65. Am Kassamarkt stiegen DD.-Bank auf 95 (94,50), während Frankfurter Bank 0,50 v. H. nachgaben auf 105,50. Der Rentenmarkt lag wieder sehr ruhig und die Kurse wiesen kaum Veränderungen auf. Weitere Nachfrage zeigte sich für Kronen- Bosnier zu 5,02V2 (4,95) sowie für Ungarische Kronenrente zu 1,97Vs (1,90). U. a. notierten: Altbesitz 115,25, Schutzgebiets- Anleihe Zertif. von 1913/14 10,90, 6 v. H. Krupp 105,50, 4,50 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R. 1 bis 4 97, 5,50 v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 102, 4 v. H. Rumänen 5,65, Kronen-Bosnier 5,0272, 4 v. H. Ungarn Kronen 1,9772, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 225,50, 2,25 v. H. Anatolier I und II 42,75, Commerzbank 93, DD.-Bank 95, Dresdner Bank 95,25, Frankfurter Bank 105,50, Buderus 101,25, Harpener 127,50, Kali Aschersleben E 130,25, Klöckner 102, Mannesmann E 95, Hoesch 105,75, Rheinstahl 130,50, Verein. Stahlwerke 94,13 bis 94,25, AKU. 53,50, AEG. 37,25, Bekula 150, MAN. 116, Zement Heidelberg 140, Daimler 116 bis 115,50, Deutscher Eisenhandel 130,25, Deutsche Erdöl 121,25, Scheideanstalt 243, Licht & Kraft 152, Eßlinger Maschinen 87,25, IG. Farben 174, Felten 131,50, Gesfürel 142, Goldschmidt 109, Holzmann 124,25, Junghans 92, Lahmeyer 140, Muag 100, Metallgesellschaft 132,50, Moenus 91,50, Montecatini 68,50, Siemens 193,50 bis 193,75, Stollwerk 110, Westdeutsche Kaufhof 44,50 bis 44,65, Zellstoff Afchaffenbura 99,25, Zellstoff Waldhof 141,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126, AG. für Verkehr 120,50, Hapag 16,65, Nordd. Lloyd 18. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 22. Mai. In der abgelaufenen Woche waren die Zufuhren von deutschen Eiern gut, so daß die lebhafte Publikumsnachfrage seitens des Kleinhandels zufriedenstellend beliefert werden konnte; indes hält der lebhafte Bedarf an, während die Eingänge feit heute eine leichte Abschwächung erfahren haben. Man glaubt jedoch, daß die Zufuhren sich nunmehr regelmäßig gestalten werden. Ausländische Eier waren kaum am Markt, nur ganz geringe Mengen Holländer, die aber rasch vergriffen waren. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 972, B 9, C 872, D 8. Frankfurter Duttermarkt. Frankfurt a. M., 22. Mai. Durch den leb- baften Verbrauch von Spargeln blieb die Nachfrage nach Butter sehr gut. Da auch die Anlieferungen weiterhin durchaus reichlich waren, konnte wieder jeglicher Bedarf befriedigt werden. Die Qualität wird allgemein als zufriedenstellend bezeichnet. Die Zufuhren von holländischer Butter hielten sich ebenfalls reichlich und wurden gut ab- gefetzt. Die Preise haben keine Veränderung erfahren. Es notierten per 50 Kilogramm frei-Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125, hollklndstche Butter 145 bis 148. Frankfurter Obfb und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 22. Mai. Die Zufuhren von Gemüse blieben sehr gut, in Salat bestand lieber« angebot. Nachfrage im allgemeinen gut. Für Spargel waren die Preise etwas höher. U. a. notierten: Blumenkohl (T = Treibhaus) 15 bis 55, Freiland 10 bis 50, Steige (etwa 12 Stück) 4,50 bis 5,50, Erbsen, etwa 4 bis 4,5 Kilo, brutto 1,40 bis 1,70 ital., Gewürze! (gr. Bdl.) 30 bis 40, Gurken (T) 20 bis 45, 20 bis 35 holl., Karotten (T) Bdl. 10 bis 12, Kartoffeln, 50 Kilo 3,80 bis 4,05, neue Kartoffeln runde 8,50 bis 9,00 ital., lange 12 bis 14 ital., Kohlrabi 8 bis 14, Kopfsalat, Freiland 2 bis 6, Mistbeet 4 bis 10, Lauch 1 bis 3, Radies Bdl. 2,5 bis 4, Rettich gr. Bdl. 20 bis 60, kl. Bdl. 5 bis 6, Römkschkohl 5 bis 6, Sellerie, je nach Größe 5 bis 20, Spargeln I 38 bis 40, II 35 bis 37, III (Suppen) 32 bis 33, IV (Suppen) 17 bis 18, Spinat 5 bis 7, Schnittlauch 25 bis 30, Tomaten, 5 Kilo netto 5,50 bis 6,00 holl., Weißkraut (neu) 12 bis 15, Wirsing 4 bis 6, Zwiebeln 11 ägypt. Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot im Verhältnis zur Nachfrage noch ausreichend. Treibhaus - Erdbeeren reichlich angeboten, Nachfrage befriedigend. Apelfinenangebot gut, Geschäft befriedigend. Preise für Früchte neuer Ernte höher, sonst unverändert. Gutes Angebot von ital. Erdbeeren. 11. a. notierten: Tafeläpfel 30 bis 50, Amerik. Aepfel, etwa 19 bis 20 Kilo-Kiste, 18,50 bis 20,00, Tiroler Spitzleder 42 bis 45, Austral. Aepfel 20 bis 22, Apfelsinen, blond 15 bis 18 span., 19 bis 20 Imperial, 30 Imperial ital., Bananen, 12,5 Kilo- Kiste 8,50 bis 9,00 Westind., 9,00 bis 9,50 Kam., Erdbeeren (T) I 1,30 bis 1,40, II 0,80 bis 1,00, ital. Erdbeeren, Körbchen etwa 3,5 Kilo netto 3,50 bis 3,75, Zitronen, Kiste etwa 300 bis 360 Stück 6,00 bis 8,00. Frankfurter Schtachkviehmarkt. Die Erwartungen, die man angesichts der Reichsnährstandsschau an den Absatz von Schlachtvieh geknüpft hatte, haben sich nicht erfüllt. Die Austriebe der einzelnen Gattungen erwiesen sich messt mehr als reichlich, so daß vielfach nur mit Mühe die Märkte ausverkaust werden konnten. Jrn ganzen gesehen entsprechen die Lebendviehzufuhren qualita- tiv den Marktanforderungen, lediglich die Zufuhr von Schafen war größer als der Bedarf. Das Angebot an Großvieh war mit 437 (494) Stück zwar etwas geringer als in der Vorwoche, reichte aber zur Deckung des Bedarfs völlig aus, zumal große Mengen geschlachtetes Rindfleisch der Reichsstelle zur Verfügung stand. Bei nahezu unveränderten Preisen wurde der Markt geräumt. Arn Kälbermarkt war das Angebot mit 1286 (1571) Stück geringer, war aber für die etwas schwächer gewordenen Ansprüche ausreichend. Die Qualität war mittelmäßig, die Preise gaben bei ruhigem Geschäftsgang durchweg etwas nach. Am Schweinemarkt standen 5883 (5400) Tiere zum Verkauf. Das zugefahrene Vieh war von mittlerer Qualität. Die Preise der letzten Zeit blieben weiter in Geltung, es verblieb etwas lieber« stand. An den Schafmä.,rkten war das Geschäft schlecht. Der Auftrieb überstieg mit 169 (57) Tieren bei weitem die Nachfrage. Die Qualität war überwiegend gering. Eine amtliche Notierung wurde nicht vorgenommen, die Preisentwicklung war sehr unterschiedlich. Während gute Tiere ihre letzten Preise behaupten konnten, "gaben geringe Qualitäten nicht unerheblich nach. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 445: Luftpost Europa—Nordamerika. — 446: Begriffsbestimmungen und Bezeichnungsoorschriften für Silberporzellan, Metallporzellan und Porzellan keramisch versilbert, RAL 532 E. — 447: Bekanntmachung KP 138 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 448: Ablösung von landwirtschaftlichen und gewerblichen Hypotheken mit deutschen Auslandsbonds. — 449: Die Ausgabe der polnischen Valutabescheinigungen unter der neuen Ausfuhrkontrolle. — 450: Griechische Ausschreibung auf 250 000 Stück Handtücher. Kirchliche Nachrichten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 24. Mai. Exaudi. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Professor D. Bertram. Kein Kindergottesdienst. — Iohanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrer Bech- tolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechung im Johannesfaal, Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, 43fr. Anthes. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrer Trapp; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. — Saat der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannes- gemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls. — Atten-Bufeck. 9.30: Gottesdienst. — Al- dach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschließend Abendmahl für die Jugend II — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Kindergottesdienst 1. und 2. Abteilung; 13.30: Festgottesdienst in der Turnhalle anläßlich des Jahresfestes der Kirchen- und Frauenchöre des Eoangel. Dekanats Gießen, Kollekte (Festprediger Pfarrer Steiner, Hausen). — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 11: Katechismuslehre. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, anschl. Abendmahl für die Jugend von Ruttershausen. — Wainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Christenlehre für die weibliche Jugend; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für Alte, Hausabendmahle. — Beilsberg. 13: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. Mittwoch, den 27. Mai. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 28. Mai. Gießen. Johanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde. Vaptislengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 24. Mai. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. — Donnerstag, 28. Mai. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche, Landeskirchliche Gemeinschaft, Gutenbergstraße 9. Sonntag," 24. Mai. 20.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. — Mittwoch, 27. Mai, Bibelstunde. — Donnerstag, 28. Mai, Jugendbundstunde. Christliche Gemeinden, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 24. Mai. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation (Missionar Becker). — Dienstag, 26. Mai. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder» straße 13. Sonntag, 24. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 27. Mai. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, 23. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 24. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 25. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, 26. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Mittwoch, 27. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, 29. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. Aerzte: Frl. Dr. Gürtler; Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Äerlm Gchluß« furd Schlußk. Abendbörse Schluß« furd Schlußk. Mittag« börse Datum 20 5- 22.5. 20 5. 22.5. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101 101 101 101,19 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,1 98,1 98,1 98,1 6'/z% Dvung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Tlblös.-Schuld mil 103,4 103,25 103 103 Auslos.-Rechten ............ *Vi% Deutsche Retchspostschatzan 115,35 115,25 115,5 115,2 Weisungen von 1934, 1...... *Yi*'o chem. 8% Hessischer Volks 100,3 100,25 100,5 100,4 staat 1929 (rückzahib. 102%) .. *y*% ehem. 8% Hessische Landes 98,5 98,5 — 98,5 baut Darmstadt Gold R. 12... 6Yi% ehem 4/,% Hess. Landes 96,75 96,9 — 96,9 Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4yz% eheni. 8% Darmst. Komm 101,5 101,3 — — Landesb.Goldichuldverichr. 8L1, Oberhcssen Provinz-Anleihe mb 92,5 92,75 — — Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 117,25 117,4 117,65 117,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5%% chem. 4*4% Franks. Hyp. 97 97 — — Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 5%% ehem. 1*4% Rheinische Hyp-Bank-Ltgu.-Goldpfe. ... 4 yt% ehem. 8% Pr. LandeSpsanl> 101,7 101,2 — — — 102 — 102 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4*/,% ebem. 7% Pr. Landcspfand — 97 — 97 briesanst., Gold Koinm. £bl. 20 — 97 _ 97 Ekeuergulich.VerrcchnungSk. 34-3> 109,4 109,4 109,4 109,6 4% Oesterretchische Goldrente... 31,5 31,4 31,25 31,75 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 2,35 2,275 2,4 2,45 8,75 8,8 8,8 8,9 4% Ungariiche Staatsrente v. 1910 8,5 8,65 8,65 8,7 4*.% desgl. von 1913.......... 8,6 8,65 8,65 8,8 6% abgeit. Goldmexikaner von 99 4% Tiulische Bagdadbahn-Anleihe 13,3 13,4 13,3 13,5 Serie l................... 9,75 9,75 10 Frankfurt a.M. .Berlin Schluß« furd Schlußl. Abend« hörie Schluß« kurs Schlußk. Miltag- börie Datum 20.5- 22-5 20 5. 22.5 4% oeegi. oene 11 ............ 9,75 — — — 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1902 6,65 6,7 6,8 6,8 4^2%Numän.vereinh.Rentev.l913 9,55 9,65 9,5 9,75 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,6 5,65 5,65 5,65 2 y4% Anatolier .............. 43,25 42,75 43,25 43 Hamburg-Amerika-Paket .....0 16,5 16,65 16,13 16,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 31,9 32 Norddeutscher Lloyd .........0 18 18 18 18 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 119 120,5 119,25 120,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117 — 117 116,25 Eommerz- und Privat-Bank ... 4 92,25 93 92,5 92,75 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ 4 94,5 95 94,5 94,5 Dresdner Bank.............. 4 95,25 95,25 95,25 95,25 Reichöbank .............. ix 188 188,25 187,75 188,25 A.C.G...................... 0 Bekula..................... g Elcktr. Lieferungsgefellichaft ... 6 Licht und Kraft ............. 7 gelten & Guilleaume.........4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 ilihcin. Wests. Elektr.......... ß Schuckert S Eo............... ß Siemens L Halske............ ß LahmeyerLEo............” 7 Buderus .................... Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Süln-Reuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............x Ilie Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerte ............... 3 Mannesmann-Röhren........ 3 37,25 37,25 37,5 37,4 148,75 150 149,5 150 132 130,5 131 132 150 152 150 152 130 131,5 129,65 131,75 140 142 140,5 141,5 — — 136,75 — 131,75 133,75 132 134 144,5 147,5 144,75 147,75 191 193,75 192 193 139,25 140 138 140 100 101,25 99,5 100,75 121 121,25 121 121 127 127,5 127 127,25 103,65 105,75 103,9 105,5 — — 170 165,13 134,75 — 133,25 133 101 102 100,13 101,75 93,5 95 93,75 95,13 Frankfurt a. M. JSerlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börs? Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 20-5. 22.5 20-5 22-5. ManSfelder Bergbau....... 6 yt 141,25 — 141,5 143 Kokswerke................ .. 6 — — 135,75 136,13 Rheinische Braunkohlen .... 12 236 233 236,75 235 Rheinstahl ................ .. 4 127,75 130,5 127,65 129,9 Bereinigte Stahlwerke...... 8y, 92,9 94,25 92,9 93,9 Ltavi Minen ............. .. 0 22,25 22 21,9 22,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — 130,25 130,25 130,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 129,5 — 129,25 — Kaliwerke Salzdetfurth..... 7K — — 182,5 — 3. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 172,25 174 172,13 173,9 Scheideanstall............. . 9 239 243 — — Goldschmidt .............. . 5 109 109 109,25 110 Rütgerswerle............. . 6 135 129,25 135,25 129,4 Metallgesellschaft........... .. 5 132,75 132,5 132,5 131,75 Philipp Holzmann......... • 4 122,5 124,25 123,5 124,5 Zementwerk Heidelberg .... - 7 140,5 140 - Eementwerk Karlstadt ...... . 6 155 - — Schultheis Patzenhoser ..... . 4 109,75 111,5 Aku lAllgemeine Kunstseide) . 0 53,5 53,5 53,65 53,65 Bemberg................. . 5 86,75 87,25 86 87,25 Zellstoff Waldhof .......... . 6 139,5 141,75 139,25 141,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 99 99,25 99,25 99,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 127,5 126,25 Daimler Motoren.......... .. 0 112,25 115,5 112,25 115,4 Deutsche Linoleum......... . 8 184 183,5 184 183,75 Lrcnstein & Koppel ........ .. 0 — — 87,9 88,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 43 44,65 42,9 44,25 Cbade.................... .. $ 409 411,5 409 411,5 Accumulatoren-Fabrik...... 12 189,75 190 192 190 Eonti-Gummt............. 11 183 182 183 182,5 Gritzner.................. -- 0 31,5 31,5 31,25 31,25 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 98,5 98,5 - Süddeutscher Zucker ....... 10 211 210 210 207 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. Banknoten. 20 Mai 22-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Arie ouenud flin 0,684 0,688 0,684 0,688 Brüssel .... 42,06 42,14 42,04 42,12 iRw de Jan. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,16 55,28 55,16 55,28 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,355 12,385 12,355 12,385 HelstngforS. Paris ..... 5,445 5,455 5,445 5,455 16,37 16,41 16,36 16,40 Holland ... 168,01 168,35 168,01 168,35 Italien.... 19,48 19,52 19,48 19,52 Favan ..... 0,724 0,726 0,724 0,726 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Cdlo..... 62,09 62,21 62,09 62,21 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,225 11,245 11,225 11,245 Stockholm.. 63,70 63,82 63,70 63,82 Lchwetz ... 80,38 80,54 80,35 80,51 Spanien... 33,91 33,97 33,89 33,95 Prag...... Budapest .. 10,30 10,32 10,30 10,32 Reuyork ... 2,487 2,491 2,487 2,491 -Öeriui,22--Ukri GUd SrTJ Amenkanische Roten.............. 2,439 2,459 Belgische Roten.................. 41,92 42,08 Dänische Roten ................. 54,91 55,13 Englische Roten ................. 12,32 12,36 Französische Roten............... 16,31 16,37 Holländische Roten............... 167,59 168,27 Italienische Roten................ —— Norwegische Noten .............. 61,88 62,1 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... _ __ Schwedische Noten............... 63,48 63,74 Schweizer No'.en................. 80,17 80,49 Spanische Noten................. 33,55 33,69 Ungarische Noten................ Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Ob Durch das schöne Weserbergland Von Dr. Siegfried Brase. !N Line zweitägige psingstsahrt er. L Neue Leitung: H. Sigrist 2264 D Nervös-Erschöpfte ir und rheumatische Leiden Gönn' 20.30: enstag, igenöen \ Zelt* üblenfl )ler f Schaft Rieten Überwurde t lehr leßten lualüa, V> iriften Spezialkuranstalt Hofheini 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt , Eder- sbienft; 20.30: Vogelsberg! Schlierbach b.W.i.Brachttal, gr. Laub- und Nadelwald. Frankfurter Hof Sch.Zim.JI.W.Zntr.- Helz., lern, 4 Mahlz. 3.50KelneNebensp. Bes.: Emst Creß. WM öeiiifme Bäder MSMinersliWn! Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen u.Oberh. Wilhelm Hauff, der Märchendichter, Lenau und Matchisson, Mörike, Rückert und Tieck, Uhland und Franz von Baader, Gmelin, Görres, Friedrich List, Schelling, Schleiermacher, Schubert, David Strauß, Vischer, Ludwig Richter, Juliane Krüdener ... welch herrliche Folge erlauchtesten deutschen Geistes. Schau nur ins Land, hier ist wahrhaft die deutsche Seele in eine Form geflossen, und ihr stetes Gehen von Gott her und hin tönt dir unenträtselbar aus dem melodischen Singen des Windes, das das Herz nur erahnend deutet. -rtirg Sllr, o7ess 42,12 0,139 3,053 55,28 46,9 2,385 ,455 16,46 68,35 19,52 726 5,666 62,21 49.05 1,2 ;3,82 10.51 13- 0,32 1,491 Billig.Landaufenth.m.fl.Wasser, Heiz., Bad,Sveisehalle, Klav. ».Liegest., 4Mablz.Preis b. 1.7.3^,sp.3.20 Louis Weber, Landw., Unnau, Westerw. 3181d ,74 ,49 69 Wie wir vor einer schmalen Stunde noch dort oben saßen und lauschten, so saßen sie alle dort oben und huldigten der blauen Blume. Die Poesie wuchs in ihrem Herzen, sie sannen dem Epos Weibertreu nach und den Dingen, die wir Ewigkeit und Gott und Mensch nennen. Die Romantik sang und philosophierte, malte und war selbst dies Singen des Windes in schwingenden Saiten auf dem Söller von Schwabenland. Die Namen sind eingemeißelt droben, dazu ein paar Verse und die Noten des Kuckucksrufs, e-cis. Fouqus und Freiligrath, Geibel, Anastasius Grün, Braunfels an der Lahn Hotel Solmser Hof Renoviert Fließendes Wasser, Heizung, Bad u. Garage Ile für Rung |fy)po. P Die b unter ftische er. 459 ',08 ',13 ,3 ,37 \,H eskirch. onntag,' -Mitt- 8.2)lai; Die Freude am Reifen Von Carl Bulcke t- Pfingsten wohin? Immer wieder in den sgzggv AnkernachKlein-Keuhacham Main Gute Bedienung und preiswert. Telefon: Amt Miltenberg Nr. 429. Warum fahren die Menschen alle die Geislinger Steige hinunter, ohne zu halten? Es aibt nichts Erregenderes als diese kurze Strecke Land, weil hier zweierlei Arten zu denken, zwei Seelen schon in der Landschaft gegeneinanderliegen und der formgebundene Bayer sich in die mystische Freiheit des Schwäbischen verliert. Steil ist das Tal eingeschnitten; mit unwiderstehlicher, sanfter Gewalt leitet es hinunter in die seligen Gefilde neckarwärts. Die Wiesen und Aecker, die Weinhänge und Hügel, gerundet und nur wenig erhöht, sie beginnen von innen heraus zu leben; man spürt, daß sie sind wie eine Frucht mit dünner Haut und darunter einer schweren Reife. Hat diese Landschaft ein Ende? Sie ist wie das Weltall, geschlossen und ruhend in sich, und doch nicht abzuschreiten. Ein Garten ruht und atmet, vom einen Horizont zum anderen, schwellend in der einzigartigen Verschmelzung von feindlichsten Dingen zu prachthaltender Harmonie. Tausendfältige Spannung zittert überm Schwäbischen dahin, zittert so fein und dicht, daß sie fast wie Ruhe erscheint. Erst wenn man von Geislingen her dieser Spannung sich ausgeliefert hat und plötzlich jenen runden, einkuppigen Berg rechter Hand sieht, auf dessen halber Höhe ein rotdachiges Dörflein ruht, dann überfällt es einen: tausendjährige deutsche Geschichte wird angerührt wie mit einem Zauberstabe, und alles, was durch deutsche Kaiser geschah in jenen mittelalterlichen Zeiten, in Rom und Mailand, in Sizilien und im Heiligen Land, wird so einfach wie ein Geigenstrich —: denn jener Berg ist der ©taufe n. Don hier ritten sie hinab in die Neckarsenke und weiter an den Bodensee, hier sahen sie — alle Spannungen der Harmonie trieben ihr Blut — das Uebersinnliche über dem Land und die Ferne und das Begrenzte in einem, und sie begriffen im Herzen, daß auch das Weiteste nichts fein konnte, das nicht schon in dieser Landschaft erfahren ward. Da liegt Wimpfen über dem Neckar. Am Rathaus prangt das hessische Wappen; Gott weiß, aus welchem Anlaß diese uralte Stadt an Hessen qeriet. Hoch auf einem langen Felsen steht sie da md schaut auf das weite Land, der Neckar fließt tief unten, die Sonne scheint hinein und läßt ein Stückchen himmlischen Goldes in das unsichtbar rasch strömende Wasser fallen. Der Horizont ist ganz weit hinausgerückt; viel Land liegt zwischen ihm und Wimpfen. Ganz tief unter dem Neckar aber liegt Salz, stromauf und stromab; es ist, als sei das Meer, das vor Hunderttausenden von Jahren hier war, in die Erde geflossen, ganz stark und konzentriert, damit noch eine Spannung mehr, eine neue Harmonie das Land befruchte. Wer baute zuerst auf diesem Fels? Lange versunkene Völker, Kelten und Römer, Germanen dann. Noch stehen die Kaiserpfalz und eine romanische Fensterreihe aus Säulen, zwischen denen, sanft begrenzt, der Blick m die erregende Ferne ging. Noch stehen die gotischen Häuser und die Türme und Wehre. Aber der große Krieg um den Glauben hat Wimpfen geschlagen und seine Wurzeln zerstört. In diesem Land ist die Frömmigkeit sehr tief und der Glaube sehr stark, weil er aus jeder Handvoll Erde dringt. . . Goldener Wein blinkt im Glase, über das,weite Land gleitet ein Falke dahin. * Als Kaiser Konrad der Staufer die Burg Weinsberg eroberte, verhieß er den Frauen, daß sie das Kostbarste, was sie hätten, mitnehmen dürften aus der Burg. Als der Zug der Frauen aus dem Burgtor hervorkam, da trug eine jede ihren Mann auf dem Rücken. Seitdem heißt die Burg Weibertreu. Vielleicht, daß darum Burg Weibertreu noch einmal em geistiger Pol Deutschlands wurde und das Schicksal Justinus Kerner gerade in den Weinsberger Flecken setzte. Verfallen lag die Burg, die der Bauernkrieg vernichtet, nur der Zwinger war da und der Söller darüber. In diesem Söller geigte der Wind, geigte über Aeolsharfen, leise, sehnsüch. tig, erschreckend, hauchend, unirdische Töne, brachte Saiten zum Schwingen und Tönen und spielte unergründlich seltsame Weisen, spielt sie Tag und Nacht bis zur heutigen Stunde. I bie Ri 1 (494) podje, [aus, F her f un. |Qumt. V mit I die Ichend. haben nach. (5400) fr von F blie. pober« fern. nunion t Pre- 'niedre t mit & - nlehre rebigt. hatten. nicht viele Worte, doch sie hält fest. Tragen die Menschen an der Weser das Herz auch nicht auf der Zunge, so hat ihr Gemüt doch tiefen festen Grund. Die Weserstädte mit ihren Burgen und Hellen Herrensitzen sind klein geblieben. Aus dem Hochwald des Solling blieb in versteckten Dörfern mancher Dolksbrauch, und im Schaumburgischen trägt man zur Tracht noch die reiche bunte Haube. Aber der Gewerbefleiß, im Fürstenberger Porzellan aufklingend, forderte auch Planen und Wagen ins Weite. Vom Mittellandkanal schon überkreuzt, möchte die Weser der Donau einmal die Hand reichen, und vor über zweihundert Jahren schon träumte der Schöpfer Karlshafens, ein hessischer Landgraf, von einem „Mannheim" der Weser. Damals halfen hannoversche Regimenter der englischen Krone das ferne Gibraltar gewinnen, bald danach kämpften Söhne des Wesergaues auf amerikanischem Boden mit. Heute will dieser urgermanische Stamm nur seiner deutschen Bestimmung leben. Um die- Weser reihen sich auch Quellen von urtümlicher Heilkraft: das Stahlbad Pyrmont, Bad Eilsen, idyllisches Gehege von Kunst und Lebensfreude, Nenndorfs Schwefel, wo Lahmende wieder sicher auf ihre Füße kommen, das berühmte Oeynhausen unter Wittekinds Bergen. Bremen, die große Handelsstadt, hat feine Hanseatenfenster dem Weltverkehr zu gerichtet. Wo einst der Süddeutsche Wilhelm Hauff an norddeutscher Flußmündung zwischen dem großen Ratskellerfaß und seinen erlesenen Tropfen in bunten Phantasien schweifte, finden heute auch Bremer Ratsherren eine gemütliche Entspannung. Von Bremen bis Bremerhaven weicht letzte Romantik altertümlicher Markthäuser vollends dem gedehnten Horizont. das nun Reichenhall ist, Wiesbaden, Helgoland oder die weltferne Waldeinsamkeit eines Gasthauses im Harz: Kein Bad, kein Städtchen, kein hübscher Platz im großen Deutschen Reich, zu dem nicht immer wieder dieselben Menschen kämen, um dort ihre Ferien zu haben. Der eine fährt schon dreißig Jahre in jedem Sommer nach Kreuznach; nach Kämpen kam Juli für Juli ein alter hannoverscher Baron bis an fein seliges Ende; ich glaube, er war wohl fünfzigmal dort. Jeder wird ähnliche Fälle wissen, wenn er nickst gar von derselben Idee beherrscht wird. WaldhauS-Rainmühle D b.Rothenkirchenüb.Hünfeld(Rhön) Adyll.isol.herrl.Lage, Wald,Wild, Wasser, täglich 4Malstzeit., reichlich u.gut.Eig.^-ischereien.Pensionsvr. 2.80* keine Nebenk. »oz.A.Lomlsr. noch die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt, vor allem das Deutsche Eck und die schönen Rheinanlagen zu betrachten. Tageslouren Mischen Gießen und Marburg. Gießen — Krofdorf — Fohnbachlal — Wißmar — Gießen. Wir wandern die Krofdorfer Straße entlang, die uns durch die Senke zwischen Gleiberg und Wettenberg nach unserem Nachbardorfe Krofdorf bringt. Hier treffen wir blaue Striche, die uns zunächst den Weg zeigen. Wir durchschreiten das freundliche Dorf in nordwestlicher Richtung und gelangen in das liebliche Fohnbackstal, eines der schönsten Täler unserer Umgegend. An einer der vielen Windungen, die immer neue Bilder ermöglichen, genießen wir einen hübschen Rückblick nach dem Gleiberg. In langsamem Ausstieg erreichen wir nach einiger Zeit die Krumbach—Wißmarer Straße, wo wir das Zeichen und das Tal verlassen und uns rechts wenden. Bald darauf überschreiten wir die Krofdorfer Straße und kommen in schönen Waldbestand, an dessen Ausgang sich uns ein prächtiger Blick über das Lahntal und die umliegenden Höhen erschließt. Wir steigen nun abwärts, kommen nach Wißmar mit guten Gasthäusern, überschreiten die Lahnbrücke und treffen beim Bahnkörper blaue Striche, die uns wieder zur Stadt leiten. Wegdauer etwa vierundeinhalb Stunden. Friedelhausen — Kuhmark — Hachborn — Frauenberg — Warburg. Von der Station Friedelhausen folgen wir zunächst dem H des Hessischen Rennwegs, das uns durch den wenig belebten Walddistrikt Kuhmark, teilweise gemeinsam mit roten Punkten führt. Wir kommen an dem von zwei Bäumen flankierten, von der Sage umsponnenen Heidekönigsgrab vorbei und treffen später blaue Punkte, die uns jetzt die Richtung angeben. Nach etwa zweistündiger Wanderung erreichen wir das stattliche Dorf Hachborn mit guter Einkehr. Unser Zeichen führt uns zumeist am Waldrand entlang mit hübschen Blicken in den Ebsdorfer Grund in einer Stunde hinauf zum Frauenberg, einer 381 Meter hohen, von einer Burgruine bekrönten Basaltkuppe. Eine weite umfassende Aussicht bietet sich von dem Gemäuer der alten Burg, während zwei Gasthäuser am Fuße der Ruine gute Unterkunft gewähren. Zum Abstieg wählen wir blaue Striche, die uns in einer weiteren Stunde auf schönen Waldwegen nach unserem Endziel Marburg bringen. Schwäbische Reise. Von Wilfried Bade. Wenn die Nacht herankommt, glüht um S t u 11 - aart ein wundervoller Zirkus von vielen tausend Lichtern auf; aus der Tiefe steigen die Lampen empor und kommen höher und höher; sie werden mannigfacher mit jedem Augenblick, ganze Hänge flammen auf und stehen übersät von leuchtenden Perlenschnüren, bis die Lichterprozession höhenau gewaltig anschwillt und über alle Grenzen des weiten Talrundes steigt, die Kämme selbst noch mit Glanz bedeckend. Am Tage ernüchtert sich die Stadt und wird, im Bergkessel eingelagert, zur Stätte einer großen Geschäftigkeit, die Hochhäuser aufreckt und Fabriken, Handelszentren und immer gefüllte Cafäs mit breiten Veranden. In den Straßen braust der Verkehr, und der Hauptbahnhof ist wie ein riesiges Denkmal der modernen Zeit. Rund um die Stadt aber breitet sich, stark und sehr lebendig, das schwäbische Land aus, in dem Deutschlands Geschichte begann, aus dessen schwebender, ganz harmonischer Landschaft, die so ausgewogen ist, daß sie schon wieder nachdenklich macht, Deutschlands Dichter und Beter wuchsen. Zwischen Rhein und Elbe scheint die Weser mehr Hintergrund zu sein. Aber einen Welthafen bildet auch sie, und von mehr als tausend Jahren germanischer Geschichte künden ihre Bergkastelle und abenteuerlichen Gemäuer. Aelter ist diese Geschichte als die der schnellwüchsigen Schwester Elbe. Die leichte Zeichnung der unablässigen grünen Hügelwellen deckt viele verhaltene Spannungen — aber auch niedersächsische Schalkhaftigkeit: verkörperte Ueberlieferung, irrlichtert sie um den Grabstein des Doktor Eisenbarth, des vielberufenen Wunderarztes, an der Kirche von Hannoversch- Münden, der dunkelgrün und ziegelrot gestrichenen Weserwiege, und aus Münchhausens Lügengeschichten, die noch über dem Weserstädtchen Bodenwerder, dem Sitz des Freiherrn und tollen Aufschneiders, aufzublitzen scheinen. Zwischen beiden, im fluß- nahen Eschershausen, wurde Wilhelm Raabe geboren. Die zarten Linien, in denen er die kleinen Verschrobenheiten seiner liebenswerten Gestalten zeichnet, haben etwas von dem Duft der Wefer- ftimmung. Auch sie kleidet das Liebliche ungekünstelt in vollendeten Ausdruck. Das Karolingische Fort Herstelle und Kloster Corvey, die geistliche und geisteskräftige Schöpfung Ludwigs des Frommen, Alterssitz Hoffmanns von Fallersleben, des Sängers deutscher Einigkeit, das Waldgebirge des Süntels, wo die Sachsen einmal siegten, und Widukindsche Namenstradition um die Westfälische Pforte tragen die Spuren alter Geschichte. Auch jetzt werden Fremdlinge in der ersten halben Stunde noch nicht so heimisch wie etwa am Neckar ober am Main. Der Apfelwein, der Gärten und Kellern entquillt, ist kein feuriger Rebenmost, aber an goldgelber Klarheit kann er, die Solidität selbst, mit jedem sich messen. Die altdeutsche Erbtugend Gastlichkeit macht hier ErholunOsluchende * Privathause liebevolle Aufnahme. Herr!.,ruhige, waldreiche Gebirgsgegend. Stauanlage mit fyreibab. 4 Mahlzeiten, gut u.reichlich, herrliche Zimmer u. Betten. 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Unter den Auslandgästen befinden sich bekannte Persönlichkeiten aus dem politischen Leben und aus der Industrie. Trotz der frühen Jahreszeit sind bereits Nord- und Südamerikaner, Aftikaner und mehrere Gäste aus dem Fernen Osten, u. a. aus China, eingetroffen. 3n das untere Lahntal. Erster Tag: Nassau — Ems (Lahnhöhemveg). Mit Sonntagskarte Koblenz fahren wir das schone Lahntal abwärts nach Nassau. Nach Besichtigung des Steinschen Schlosses, der Stammburg des berühmten Staatsmannes, des Freiherrn vom Stein, und dem Steindenkmal folgen wir dem L des Lahnhöhenwegs. Sehr zu empfehlen ist die Benutzung des Lahnhöhenwegführers. Wir kommen über Misselberg, dann über Hof Mauch zur Kuselei, einem äußerst steil zur Lahn abfallenden Berg. Am jen- eitigen Ufer sehen wir Dausenau mit seinem schie- en Turm liegen. Am Schaumburgblick vorüber gelangen wir über Hof Kirchheimersborn und Hof Neuborn an einem Stück Pfahlgraben, an den Resten eines Römerturms und am Wintersberger Hof vorbei zum Aussichtsturm des Wintersberges mit römischem Wachtturm und Wirtschaft. Unvergleichlich schön ist von hier der Blick in die liefe, auf Ems, die Lahn und die gegenüberliegende gewaltige Bäderlei. Aus guter Fahrstraße erreichen wir alsbald unser Endziel, das prächtig an beiden Ufern der Lahn gelegene Bad Ems, dessen mancherlei Sehenswürdigkeiten, wie Kurhaus, Kursaalgebäude, Parkanlagen mit dem Kaiserdenkmal usw. eine Besichtigung lohnt. Wanderzeit 4 Stunden. 5weiter Tag: (Ems — Lahnberger Hof — Arenberg — Ehrenbreitstein — Koblenz. Am Morgen des anderen Tages verfolgen wir zunächst auf dem rechten Lahnufer die Koblenzer Straße bis zum Dorfe Fachbach, hierauf rechts den Bach aufwärts und gelangen nach kräftigem Anstieg zum gastlichen Lahnberger Hof. Jenseits des Hofes geht Der Weg weiter aufwärts und teilt sich kurz vor dem Walde. Wir wählen den links führenden Pfad, der uns, meist durch Wald in Stunden nach Arenberg bringt. Da die Wanderstrecke größtenteils nicht markiert ist, ist es ratsam, auf dem Lahnberger Hof Erkundigungen einzuziehen. Arenberg, auch „Roter Hahn" genannt, ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort, dessen Anlagen, der Kreuzweg mit 14 Stationen, der Oelberg und die Erlöserkapelle ehr sehenswert sind. Ueberaus schön ist der Blick von oben auf Ehrenbreitstein, auf Koblenz, das Mosel- und Rheintal. Der Abstieg nach Ehrenbreit- tein, der verschiedene schöne Aussichtspunkte bietet, erfordert auf guter Straße 3/( Stunden, kann jedoch durch einen Fußweg gekürzt werden. Von Ehren- breitftein benutzen wir zweckmäßig die elektrische Bahn nach Koblenz, um uns vor der Heimfahrt — , amTaunus Herrenmühle 1. Spess.b.Alzenau <"Bahnstat.),herrl. Lage im schönen Kablgrund, umgeb.von Waldung., Wies., Mass. u.Weinberg. 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Ich glaube im Gegenteil, daß sie : zu den ernsten und klugen Menschen gehören. • Menschen dieser Art haben weiter den leidenschaftlichen Wunsch, an ihren Lieblingsstätten immer im gleichen Haus und, wenn irgend möglich, im । gleichen Zimmer zu wohnen. Es brauchen nicht ■ einmal Lieblingsstätten, es brauchen auch nicht allein Vergnügungsreisende zu sein: In den Klein- städten weiß jeder Gastwirt, wenn sich bei ihm all- , jährlich der gleiche Kaufmann meldet, um seine ; Kundschaft am Platz zu besuchen, daß er damit auch seinen gleichen Tisch zum Frühstück und sein gleiches Bett haben will. Dies Verlangen ist viel mehr als Gewohnheit: Menschen dieser Art sind wie Hirsche und Rehe, die ihren eigenen Wechsel haben. Sie handeln auf einen Befehl der Natur. Sie sind wie Kinder, die unermüdlich immer die gleichen Märchen erzählt haben wollen. Man wird aber auch dies beobachten können: Jene, die aus unwiderstehlichem Drang immer den gleichen Kurort, dasselbe Bad oder Waldstädtchen besuchen, haben die Freude am Reisen im Blut. Sie sagen es nur der Einfachheit halber und aus einer bürgerlichen Verschämtheit, daß sie einen einzigen erkorenen Lieblingsplatz haben. Sie kennen viele andere solcher Feuerstätten, die sie sozusagen inkognito aufsuchen; sie wissen sehr gut um die Entdeckerfreude, sich von dem Liebreiz einer nie bisher gesehenen Ortschaft überraschen zu lassen. Für sie sind solche Erlebnisse Sache des Gewissens, und die Notwendigkeit des Wiedersehens mit einer liebgewonnenen Landschaft ist ihnen Verpflichtung. Sie kennen von Grund aus die seelische Wohltat des Reisens: Sie haben Sorgen wie andere Menschen auch und werden geplagt von ihren Sorgen, die Sorgen laufen hinter ihnen her: Doch sie sind schlau. Sitzt man erst eine Viertelstunde in der Bahn, so hat die Meute der Sorgen die Spur verloren, man atmet tief auf und lacht vor sich hin. Solche Menschen reisen nur auch im Notfall des Nachts. Sie lesen auch nicht unterwegs. Sie machen auch ungern Bekanntschaften. Es ist ihnen spannendes Erlebnis, stundenlang durch das Fenster den Flug der Bilder zu sehen und den Reichtum ihres Wechsels. Dann kommen sie an: Am Tegernsee oder in Würzburg oder auf der Insel ihrer Träume. Vielleicht ist es zunächst die einfach Freude des Wiedersehens mit den Menschen dort, der stumme Gruß des altgewohnten Zimmers, der vertraute Blick aus dem Fenster. In Wahrheit ist diese Wiedersehensfreude tiefer. Es ist alles so, wie es früher war, und doch jedesmal ein bißchen anders. Ein noch so gut geschultes Gedächtnis behält beschämend wenig. Das fast Vergessene meldet sich: „Schäm' dich, daß du an mich nicht gedacht hast". Und bann dies Gefühl: Das Altgewohnte ist funkelnd und schön, schöner denn je. Zum Haushalt unserer Gedanken und zum Wohl unserer Seele gehört, daß wir in der Unerschöpflichkeit der Natur wenigstens einen Bruchteil so inbrünstig in uns aufnehmen, wie es Menschenkraft nur irgend erlaubt; denn mit jedem Tag wird die Welt neu geboren. Ach, diese Menschen haben es gut. Sie sind eines Tages wieder zu Haus, die Sorgen sind wieder da, keine Woche vergeht, und die Sorgen kläffen wie früher. Es lohnt wahrhaftig nicht, .sich zu ärgern. Aber man denkt dann so, wenn man mit der Straßenbahn zum Dienst fährt, und die Ameisen im Rücken kribbeln: Jetzt legt der Dampfer in Meersburg an, und drüben leuchtet der Säntis. Oder man denkt am Mittag: Jetzt kommt der Posthalter in den Krug, er bestellt feinen Maßkrug Herzogliches Hofbräu, und das Mariele bringt frische Blumen auf den Tisch. Oder er denkt am Abend: Wenn ich jetzt die Augen zumachen werde, wird die Zeder vor dem fernen Fenster duften. Viel erlebt zu haben, ist wichtiges Gut. Wichtiger noch ist, viel gesehen zu haben. Oberheffen. Oorfverschönemngsaktion von „Kraft durch Sreuöe". Der Gedanke der Dorfverschönerungsaktion der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die das Ziel verfolgt, „das schöne Dorf" zu schaffen, wird nun in den meisten Gauen mit größtem Eifer in die Tat umgesetzt, so daß zu hoffen ist, daß die diesjährige Aktion noch vor Beginn des Weltkongresses für Freizeit und Erholung, sowie der Olympiade zum Abschluß kommt. Zweck und Ziel der Dorf- verschönerungsaktion ist zunächst, in jedem Gau ein Musterdorf zu schaffen, d. h. ein Dorf, das sich nach nationalsozialistischer Auffassung von der Deutsche Frauen! Es gehl um euch und eure Kinder! Werdet Mitglied des Reichsluftschuhbundes! Schönheit des Dorfbildes und der Schönheit des Arbeitsplatzes in einem unwürdigen und unschönen Zustand befindet, ohne finanzielle Bezuschussung, durch Gemeinschaftsarbeit von Partei, Arbeitsfront, Reichsnährstand und Behörden so schön und sauber herzurichten, daß es den übrigen Dörfern des Gaues beispielgebend ist. Alle Aemter von „Kraft durch Freude" stellen sich in den Dienst der Sache. Das Amt „Schönheit der Arbeit" wird seine bereits in Angriff genommenen Arbeiten der „Schönheit auf dem Lande" auf die Musterdörfer richten. Dazu wird die NS.-Frauenschaft sich besonders der hauswirtschaftlichen Schulung der dortigen Landfrauen annehmen. Das Sportamt wird Kurse einrichten für die körperliche Ertüchtigung der Bewohner, das Amt für Volksgesundheit der DAF. die gesundheitliche Ueberwachung in die Hand nehmen, und das Amt „Feierabend" den Dorfgemeinschaftsabenden der Musterdörfer besonderes Interesse zuwenden. Vom Weltkongreß für Freizeit und Erholung werden ausländische Studienkommissionen die Musterdörfer besuchen. BDM., HI. und SA. helfen bei der Aktion mit, von deren günstigen Ausgang auch wesentliche Einwirkungen gegen die Landflucht erwartet werden. Richtfest am Lauterbacher poftneubau cxd Lauterbach, 20. Mai. Der Lauterbacher Po st Neubau, zu dem am 8. Nov. 1938 der erste Spatenstich getan wurde, ist nun im Rohbau vollendet. Heute nachmittag fanden sich an der Baustelle, die in der Nähe der alten, räumlich längst unzureichend gewordenen Post — an der neuen Straßenkreuzung Friedhofsweg—Goldhelg — gelegen ist, die am Bau beteiligten Arbeiter und Unternehmer, ferner die Vertreter von Stadt und Behörden zum Richtfest zusammen. Im Auftrage der Bauherrin, der Reichspostdirektion Frankfurt a. M., sprach Postinspektor Koch Grußworte und schilderte in einem Rückblick die Lauterbacher Postverhältnisse in ihrer Entwicklung vom vorigen Jahrhundert bis zur Gegenwart. Arbeitern und Unternehmern sprach er den Dank für ihre bisherige Arbeit aus. Nachdem vom First des Hauses, von dem die Hakenkreuzfahne wehte, der Richtspruch eines Zimmermannes verklungen war, hob Kreisdirektor Zürtz in einer Ansprache den Geist der Zusammenarbeit hervor, der in nationalsozialistischem Sinne das Schaffen an diesem Werk beherrscht und würdigte den stolzen Bau als Symbol deutschen Wollens und Könnens, deutscher Schaffenskraft und Einigkeit. Bürgermeister Thiele gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß nach langem Bemühen die Stadt Lauterbach nunmehr ein allen Ansprüchen genügendes Postamt erhält, das gleichzeitig zur Verschönerung des Stadtbildes beitrage. Nachdem Beigeordneter Gürtler und Bauleiter Pöllmann noch kurz gesprochen hatten, endigte der offizielle Teil der Feier, an den sich ein Zusammensein aller Schaffenden anschloß, bei dem das Richtfest nach altem Handwerksbrouch fröhlich begangen wurde. Das neue Lauterbacher Postgebäude soll bis zum Herbst fertiggestellt und in Benutzung genommen werden. Es wird neben erheblich erweiterten Räumen durch ein Selbstanschlußamt für den Lauterbacher Fernsprechverkehr eine wesentliche Erleichterung bringen. Canötreis Gießen > Reiskirchen, 22. Mai. Am vergangenen Sonntag und gestern fand auf dem hiesigen Schießstand das Preisschießen der Kriegerkameradschaft Reiskirchen statt. Bei starker Beteiligung wurden folgende Preise erzielt: 1. Preis mit 36 Ringen Karl Balser, 2. Preis mit 36 Ringen Johannes M e n g e l, 3. Preis Ludwig Enders, 4. Preis Heinrich Sann, 5. Preis Ludwig Schäfer, 6. Preis Karl Rausch, je 34 Ringe, 7. Preis Hermann Grün, 8. Preis Ludwig Döring, je 33 Ringe, 9. Preis Philipp Jünger, 10. Preis Ernst Jüng, 11. Preis Philipp Glaub, 12. Preis W e tz i g (Grünberg), 13. Preis Heinrich R e i ch m a n n, 14. Preis Ernst Gräf, je 32 Ringe, 15. Preis Keil (Lindenstruth), 16. Preis Wilhelm S ch o m b e r, 17. Preis Hel- muth Rausch, 18. Preis Heinrich Gundrum, fe 31 Ringe, 19. Preis Huhne, Giefecke, 20. Preis Heinrich Schäfer, 21. Preis Karl Schäfer, je 30 Ringe, 22. Preis Karl Gerhard, 23. Preis Seipel (Grünberg), je 29 Ringe. A Allendorf (Lumda), 22. Mai. Wie seit einer Reihe von Jahren fand auch am gestrigen Himmelfahrtstag wieder in der hiesigen Kirche ein M i s s i o n s f e st statt. Im Vormittagsgottesdienst predigte Pfarrer S ch l a u d r a f f von Steinbach im Taunus, der von 1911 bis 1917 in Westafrika an der Goldküste als Missionar tätig gewesen war, über das Bibelwort Apostelgeschichte Kap. 1, V. 6 und folgende. Der Nachmittagsgottesdienst, der sehr gut, besonders auch von auswärtigen Festgästen aus Treis, Climbach, Allertshausen, Londorf, Nordeck und Winnen, besucht war, wurde nach Gesang von Ortspfarrer Andres mit einer Ansprache einaeleitet, in der er auf die großen Aufgaben der Mission hinwies. Sodann sprach Pfarrer Schlau- draff über Ev. Johannes Kap. 12, Vers 24 bis 26. Besonders schilderte der Redner seine Erlebnisse in seiner 6jährigen Missionstätigkeit, sowie Sitten und Gebräuche, aber auch die geistige Armut der Bewohner der Goldküste. Aber auch die großen Erfolge der letzten Jahre, die die Basler Mission in Westafrika erzielt hat, wurden von dem Redner gebührend beleuchtet. Mit Gebet und Schlußwort, von Ortspfarrer Andres gesprochen, fand die Feier ihr Ende. Die ansehnliche Kollekte von den beiden Gottesdiensten kam -der Basler Mission zugute. Die auswärtigen Gäste wurden von der einheimischen Bevölkerung mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Kreis Alsfeld. . <£ Nieder-Ohmen, 22. Mai. Bei der hiesigen Schulsammlung für den VDA. gingen rund 22 Mark ein. Rundfunkprogramm. Sonntag, 24. Mai. 6 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert. 8.05 von Stuttgart: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9.00: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Das Problem Europa", von Univ.-Prof. Dr. Ernst Krieck. 10.00 von Berlin: Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. Ausführung: Gesangverein „Eintracht" (Watzenborn-Steinberg), Leitung: Georg Harnisch. 11.15: Der österreichische Dichter Hermann Heinz Ortner erzählt. 11.30 von Leipzig: Kantate von Joh. Seb. Bach „Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte". 12.00 von Berlin: Musik am Mittag. 13.00 von Stuttgart: Kleines Spiel der Zeit. 13.15 von Berlin: Musik am Mittag. 14.00 von Stuttgart: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15.00: Deutsche Scholle. I. Bauerntum und Wehrmacht in Wort und Lied; II. Stimme des Blutes! Ein bäuerliches Funkspiel von Norbert Druchhäuser. 16.00 von Bad- Nauheim: Nachmittagskonzert. 17.30 von Leipzig: Um den Pokal des Deutschen Fußballbundes; Schluß des Spiels. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18.00: HJ.- Funk. „Wir Jungen tragen die Fahne..." HI und Wehrmacht singt und spielt am Deutschen Eck. 18.30 von Kassel: Bunte Lieder und Tänze. 19.00: „Fröhliche Reise" (Von Trier nach Koblenz und Mainz). 19.50: Sportbericht. 20.00 von Leipzig: Heitere Musik aus deutschen Opern. 21.00: Funkbericht von der Einweihung der Dr. Walter Frick-Siedlung in Bad Kreuznach. 21.10 von Leipzig: Heitere Musik aus deutschen Opern (Forts.). 22.00: Zeitangabe, Nachrichten. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30 von München: Unterhaltungskonzert. 24.00 bis 2.00: Nachtmusik. Oie Mai-Sammlungen des VOA. Wie im Vorjahr sammelt der VDA. am 2 3. und 24. Mai im Zeichen der blauen Kornblume — dem alten Sinnbild des Volkstumskampfes. Die Aufgabe der Sammlungen des VDA. — voran ging eine Schulsammlung von 4. bis 15. Mai — ist es, überall, wo deutsche Menschen wohnen, in allen Kreisen und allen Schichten das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit durch eine opfernde Tat zu bewähren. Wie es keine Grenzen des Klassenunterschiedes gibt, so gibt es keine Grenzen des Zusammengehörigkeitsgefühles innerhalb der großen Volksgemeinschaft. Als Ganzes tragen wir Freud und Leid: Ge- meinfchaftsbewährung ist Pflicht des ganzen Volkes für das ganze Volk. In diesem Sinne helfen wir auch unseren Volksgenossen, die im Grenzland und im Ausland leben unter härteren Bedingungen als wir hier im behüteten Reich, die für ihr Volkstum, für die Erhaltung ihrer Sitte, Sprache und Kultur auch unter den schwierigsten Verhältnissen einstehen. Die Deutschen fremder Staatsangehörigkeit zu umfassen, den Dolksgedanken mit den Mitteln kultureller Schutzarbeit zu pflegen, verstehend, hilfreich und fördernd, ist das Bestreben des VDA. hier muh jeder gute Deutsche mithelfen, denn - jeder deutsche Reichsbürger muh sich dessen bemüht sein, daß er nicht nur Staatsbürger, sondern auch Volksgenosse ist, der Verpflichtungen dem gesamten deutschen Volkstum gegenüber trägt. Daß er diese Verpflichtungen gern und freudig erfüllt, soll die blaue Kornblume beweisen. Alleinverkauf: Schuhhaus Edmund Darre, Seltersweg 87 5 Für höchste Ansprüche! ZÜNDAPP Für jeden das richtige Motorrad, denn unter acht 1936er Typen - von der besonders preiswerten führerscheinfreien 200 ccm ZÜNDAPP DB (kompl. RM. 540,—) bis zur einzigen deutschen 4-Zylinder, der idealen Seitenwagenmaschine (kompl. RM. 1550,-) könn. Sie Ihre ZÜND APP wählen Zur unverbindlichen Besichtigung und Probefahrt bittet die Z Ü N DAPP-General-Vertretung: Willi Appel ♦ Gießen Kaiser-Allee 49 Fernsprecher 4067 3367D Die führende naturkundliche MonatKHchritt! „Oer Naturforscher" S 3 w Oebllderte Monatsschrift für bad gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Heraudgegeben von Oberstudienrat Dr.R.Rein und Prof Or.W.Schoenichen. .Oer Naturforscher' unterrichtet fortlaufend in Äiib und Wort über die Ergebnisse der neuesten Veobachtungen und Forschungen aud ollen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik.