Montag, 24. Zebruar 1956 ltr.46 Erstes Blatt M. Jahrgang Giehener Anzeiger rahe 9, bruar. ruar. uar. 'M rEiSWEG® Optik" eilet 1 flcllung des Baus der schweren Klasse zu 10 000 To. trit 20,3-Zentimeter-Geschützen beschlossen, von de- audi halten, die Haup/- odi immer |e Stoff! darumbald ier um, Sie itzt in Fülle an im Früh- i reizenden, ster und Genen dieWahl meine nie- m Kauf. Je- r Beweis für Würdigkeit ermutigen und sie im Sinne der Kleinen Entente zu unterstützen. Diese Bestrebungen seien keinesfalls gegen irgendeinen anderen Staat gerichtet. Im Gegenteil, in dem Wunsche, sich gegenseitig zu helfen, müßten die Donauländer auch auf die Unterstützung anderer, insbesondere aber der Großmächte Mittel - und Westeuropas rechnen. In diesem Sinne glaube sowohl die Tschechoslowakei als auch Jugoslawien in enger und unzertrennlicher Zusammenarbeit mit dem verbündeten Rumänien unter den heutigen Umständen der Idee des allgemeinen Friedens und der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit am besten zu dienen. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Hodza erklärte: „Der Worte sind genug gewechselt, laßt uns nun auch die Taten sehen". Es sei beschlossen, einen Ausschuß von Sachverstän- d i g e n einzusetzen, der die Einzelheiten der wir t- schaftlichen Zusammenarbeit zu prüfen habe. Die Beratungen sollten sich vorläufig a u.f die Kleine Entente beschränken. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Zusammenarbeit sei nicht vorgesehen. Im zweiten Abschnitt der Ausschußarbeiten solle jedoch die Aufteilung der Ernteüberschüsse auf alle Donauländer behandelt werden. Der Ausschuß sei nicht wesensgleich mit der Wirtschaftskonferenz der Kleinen Entente, die demnächst in Prag Zusammentritt. lämlich für Japan 3:5 oder 60 v. H. der iNglischen und amerikanischen Flot- en stärke, und zwar in Schlachtschiffen . n b Flugzeugträgern. In den anderen | vchiffklassen, also Kreuzern und Zerstörern war seit ( London (1930) die japanische Ziffer etwas aufge- l lessert, in Unterseeboten sogar zur Parität gebracht, j über da die Unterseebootsstärke allgemein sehr I liedrig gesetzt war, bildete dies für Japan eher I itne Fessel als eine Vergütung. Daneben enthielten | lie Verträge Bestimmungen für die Maximalgröße I mb -Bemessung der einzelnen Schiffsklassen, über I Lebensalter, Berechnung der Größe, Bestimmungs- 1 Merkmale der Typen usw., so daß im ganzen e i n jabiles Sy st em bestand, wie es besonders Eng- I änd immer schätzt, in dem in bemessener Frist leberraschungen nicht zu erwarten waren. ■ Gegen die Festsetzung seiner Stärke, die I a - l ja n in der politischen Zwangslage von 1922 hin- l irhmen mußte und 1930 noch nicht abschütteln ! tonnte, hat es ununterbrochen protestiert. Seine Sortierungen auf der jetzigen Konferenz gingen da- i bjin, eine gemeinsame Höch st ftärke für Alle S e e m ä ch t e festzusetzen und innerhalb dieser Grenzen über das Sicherheitsbedürfnis des ein- gelnen zu verhandeln. Daneben wünschte es die Abschaffung der „Offensiv-Streitkräfte", nämlich 1 Schlachtschiffe, Schwere Kreuzer und Flugzeugträger. Amerika widersprach dieser Paritätsforde- rung mit Härte und verwies — mit einer gewissen Naivität — auf seine „weite Entfernung vom j Kampfplatz", wozu es eine höhere Stärkeziffer 1 Irauche und auch die von Japan bekämpften ' Schiffsklassen. In England bestand vor allem ler Wunsch, zunächst überhaupt zu einem neuen Üertragsinstrument zu kommen, dann möglichst die kostspielige Größe der Kriegsschiffe zu vermindern inb die Unterseeboote abzuschaffen oder auf ganz wringe Größe (250 Tonnen) herabzusetzen. Gleichmütig war es wichtig, Frankreich und Italien einzubcziehen, die sich beim vorigen Vertrag Segen die Einschränkung in Kreuzern, Zerstörern mb U.-Booten erklärt und diesen Dertragsteil nicht unterzeichnet hatten, und schließlich sollte die all- {emeine Verpflichtung auch Rußland und Deutsch- Einzelheiten: Größe der Schiffe mit Abmessungen, Bewaffnung, Panzerung, Geschwindigkeit, Brenn- toffvorrat, Besatzungsstärke. Das ist ein großer Fortschritt gegen bisher, wo man sich erst nach der Fertigstellung neuer Schiffe Mitteilung machte, und zwar nur bezüglich Tonnage und Kaliber und Zahl der Kanonen — was die Spionage inzwischen längst besorgt hatte. . Die Auswirkung dieser Vereinbarungen hangt davon ab, ob Japan, das immerhin zwei Beobachter zurückgelassen hatte, auf sie eingeht, nachdem die beanstandete Verhältnisziffer nicht erneuert wurde und die übrigen Mächte ihm auch in einigen Dingen, wie Herabsetzung der schweren Schiffe und Belassung der U-Boote, entgegenkamen. Der Beitritt ober Nichtbeitritt Japans würde zugleich über die wichtige Frage der Stützpunkte im Stil- I en Ozean Entscheidendes bedeuten, da Amerika entschlossen ist, diese auszubauen — Aleuten, Midway- und Wake-Inseln, Guam, vielleicht sogar Philippinen —, wenn der Stillhaltevertrag und das Stärkeverhältnis nicht erneuert werden. Die neuen Zusammenstöße zwischen amerikanischen Senatoren und dem japanischen Botschafter und Flottenchef lassen eine freundliche Atmosphäre nicht erkennen. Weiter wird es interessant sein, ob S 0 w j e t r u ß l a n d zum Beitritt zu bringen sein wird, da es bisher seine Seerüstungen auch Genf gegenüber in tiefstes Geheimnis gehüllt hat und sich wohl nicht gern in die Karten schauen läßt. Frankreich würde die Beteiligung seines russischen Freundes schon aus Bündnisgründen wünschen, scheute sich aber bisher, damit das Signal zur Einladung Deutschlands zu geben, das man mit einer planvollen Beharrlichkeit nach als entwaffnet und unter den Versailler Bestimmungen stehend ansehen möchte. England hat dafür kein Verständnis, es hat im Verlauf der deutsch-englischen Flottenregelung alle deutschen Mitteilungen über Bauvorhaben, Bautempo usw. erhalten, kann diese aber nicht weitergeben, so daß Frankreich ohne Auskunft bleibt. Alles in allem find die Abmachungen ein Zeichen wünschenswerter Verständigung, bleiben jedoch unwirksam ohne die fehlenden Mächte. Teilweise Einigung in London. London, 24. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Marinemitarbeiters des „Daily Telegraph" schreibt, es stehe jetzt fest, daß die Londoner Flottenkon- ferenz die Höch st grenze von 3 5 0 0 0 Tom neu für Grohkampfschiffe beibehalten linb Umfassen. Der jetzt beschlossene Vertragsentwurf feilt einen echten Kompromiß dar. Man hat verficht, Amerika dazu zu überreden, sich mit Schlachtschiffen zu 27 000 Tonnen mit 38- Lentimeter-Geschützen (bisher 35 000 Tonnen mit f 10,6 cm) zufrieden zu geben, die amerikanische [ Meinung hält p-doch an den ganz großen Kampf- [ Ichisfen mit sehr großem Fahrbereich fest. Alle Be- Hligten sollen in den nächsten Jahren, so lange der ■ Vertrag läuft, je zwei Schiffe der ganz großen Art tauen dürfen. Damit kommt man auch Frankreich k inb Italien entgegen, die je zwei solcher Schiffe tareits begonnen ober beschlossen haben. Es ist «wahrscheinlich, baß biese Neubauten zur Klasse ber I Cchnelläufer gehören werben unb eher Schlacht- h lreuzer als Linienschiffe zu nennen sinb. Bei tan Kreuzern hat man bie vorläufige Em- B e l g r a b , 22. Febr. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident unb Außenminister Dr. H 0 bza traf am Samstag in Belgrad ein. Er würbe vom Prinzregenten Paul unb von der Königin witwe Maria in Audienz empfangen. Nach der Audienz besuchte er die Mitglieder des Regentschaftsrates Stankowitfch und Pera witsch , ferner den Ministerpräsidenten Stojadinowitsch und andere Minister. Der Presse wurde eine amtliche Erklärung verlesen. Sie besagt u. a., daß die Minister nach eingehendem Gedankenaustausch die Gleichartigkeit ihrer Ansichten festgestellt hätten. Auch in Zukunft werde ihre Politik die Erhaltung einer möglichst engen Freundschaft unter den Völkern auf Grund der internationalen Grundsätze des zwischenstaatlichen Rechtes und Friedens anstreben, die im Völkerbundspatt und feinem S y st e m der kollektiven Sicherheit ausgedrückt seien. Hinsichtlich der im Donauraum bestehenden Verhältnisse seien die Minister bemüht, alle störenden Schwierigkeiten zu beseitigen, die die Grundbedingungen einer gerechten und dauerhaften Lösung jener Fragen vereiteln könnten, die diese Staaten interessierten. Beide Länder hätten ja als Mitglieder der Kleinen Entente seit jeher volles Verständnis für den Nutzen bewiesen, den alle Staaten des Donauraumes aus einer engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit ziehen könnten. Es sei notwendig, diese Bestrebungen zu Krankenkasse» Oiar, Uiide. !t ^>rch- rUar, ie. OlQt. werde, nachdem die Vereinigten Staaten von Amerika die französische Forderung nach einer Herabsetzung der Tonnage endgültig abgelehnt hätten. Diese Entscheidung sei eine Enttäuschung für alle in London anwesenden Flottenabordnungen — natürlich mit Ausnahme der Amerikaner, die jeden Versuch, die Tonnage der Großkampfschiffe zu verringern, zum Scheitern verurteilt hätten. Immerhin habe sich die amerikanische Abordnung — wie schon vor einigen Tagen gemeldet — zu einer Herabsetzung der Geschützkaliber auf Großkampfschiffen von 16 (40 cm) auf 14 Zoll (35cm) bereit erklärt. Ferner habe man sich auf eine Herabsetzung ber Höchsttonnage für Kreuzer von 10 000 auf 8000 Tonnen geeinigt. Das Festhalten Amerikas an einer Schlachtschiff-Tonnage von 35 000 Tonnen werbe ben Maßstab für bie Flottenpolitik ber anberen Mächte abgeben müssen. Das Scheitern ber Bemühungen in ber Frage ber Großkampfschiffe beeinträchtige aber nur in geringem Maße ben Wert ber erzielten Verstänbigung über bie Tonnagebegrenzung von Kreuzern, Flugzeugträgern unb U-Booten. Leidenschaftliches Bekenntnis zum olympischen Geist. Verständnisvolle Worte eines Franzosen über das neue Deutschland. Paris, 22. Febr. (DNB.) „Deutschland wünscht den Krieg so wenig wie irgendein anderes Land", das ist die Schlußfolgerung, die Marquis de p 01i g n a c, französisches Mitglied des Internationalen Olympia-Ausschusses, aus seinen Beobachtungen anläßlich seines letzten Aufenthaltes in Deutschland bei den Olympischen Winterspielen zieht. Der Marquis erklärt im Journal, er habe den Eindruck, daß die deutsche Regierung durch ihre Politik „Freude durch Sperr ohne Hintergedanken kein anderes Ziel verfolge, als zu einer starken, gesunden und freudeerfüllten Nation zu gelangen. Das deutsche Volk fei sich bewußt, daß ein moderner Krieg dem Sieger nicht mehr Gewinn bringen werde als dem Besiegten. Oberster Wunsch des deutschen Volkes sei, sich gegen die Verheerungen der zerfetzenden Politik Das Zlottenkompronuß in London. Von Konteradmiral a. D. Gabow. In einiger Stille hat man sich in den Beratungen ber vier Seemächte — Japan hat am 15. Januar bie Konferenz verlassen — über gewisse t e ch- nische Fragen der künftigen Seerüstung ge- •inigt, deren militärische und politische Tragweite flicht ganz gering ist. Diese Konferenz war fällig, 5a mit Ende 1936 die großen Flottenoerträge von der Sowjets zu schützen. 3m übrigen wünsche das deutsche Volk ernsthaft eine A n- naherung an Frankreich. Diejenigen, die den spontanen Begeisierungsausbruch der 100 000 Zuschauer erlebt hätten, als die französische Abordnung und die französische Fahne begrüßt wurden, seien davon tief ergriffen gewesen. Zu den Olympischen Winterspielen selbst bemerkt Marquis de polignac, daß alle Deutschen mit ganzer Kraft zusammengearbeitet uttd wahre Wunder vollbracht hätten, um aus dem Fest der Muskeln einen Sieg des sportlichen Geistes zu machen, einen Sieg deutscher Organisation und einer guten Aufnahme der Gäste. Niemals sei der Olympische Geist, der durch gegenseitiges Verständnis und durch gegenseitige Achtung die Völker einander näherbringe, mit solcher Leidenschaft zum Ausdruck gebracht worden. 3n einem Zeitraum von vier Jahren hätten die Deutschen mehr für die straffe Organisation des Sports in der Jugend und für die Verallgemeinerung der olympischen Idee in der Dell geleistet als irgendein anderes Volk. Wie immer auch die Ansicht über das nationalsozialistische Regime sein möge, man könne sich nur vor einer derartigen Anstrengung verneigen, die von einem solchen Erfolg gekrönt fei. Ein neues englisches Kampfflugzeug. London, 24. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie „Morning Post" berichtet, beschäftigt sich bas englische Luftfahrtministerium zur Zeit mit ben Bauplänen für ein neues Kampfflugzeug, bas angeblich bie phantastische Geschwindigkeit von 4 0 0 Stundenmeilen, das sind 640 Stundenkilometer, erreichen soll. Es handele sich um eine zweimotorige Maschine, die mit zwei 20-Millimeter-Kanonen sowie mit Maschinengewehren ausgerüstet ist. Der Bau eines derartig schnellen Frontflugzeuges wird damit begründet, daß heutzutage bereits Bombenflugzeuge mit einer Geschwindigkeit von rund 400 Stundenkilometer gebaut werden, und daß ein Kampfflugzeug mindestens 16 0 Stundenkilometer schneller sein müsse, um einen wirksamen Gegenangriff durchführen zu können. len ft. h bringe^ 15, Notruf Jtii, I-sE 9 5 4,80^' Glieder" E>ur' 55m 1^0 Spl wnn-Spenael «halten die bisherigen Bestimmungen ihre Gültig- ä ' 'eit. Im Dezember 1935 trat dann die eigentliche Konferenz zusammen, um nicht lange danach durch :en Austritt Japans in Schwierigkeiten zu geraten. Zum Verständnis sei daran erinnert, daß die jetzt gekündigten Flottenverträge von einem zahlen- C. y näbigen Stärkeverhältnis ausgingen, Der tschechische Besuch in Belgrad. Ein Ausschuß zur wirtschastlichenZusammenarbeitderKleinen Entente eingesetzt. auf der Anwendung des Völkerbundsoertrages zu bestehen oder die Regierung der Vereinigten Staaten zur Aufgabe ihrer Neutralität zu veranlassen. Heute aber, da der Abessinienstreit Englands Lebensnerv bedrohe, treibe es in den Vereinigten Staaten auf alle möglichen Arten eine hinterlistige Propaganda, indem es Vortragsreisen kirchlicher Würdenträger, Sonderreporter usw. entsende. Diese versuchten das amerikanische Volk davon zu überzeugen, daß Englands Vorgehen von Friedensliebe und Menschlichkeit bestimmt sei. Im Mandschureifalle habe England erklärt, die Neutralität sei die heiligere Aufgabe, während es in der italienisch-abessinischen Auseinander- sentzuna versuche, den Vereinigten Staaten einzu- reden, die Neutralität sei ein Ding der Vergangenheit und sogar unmoralisch. Senator Borah schloß mit einem heftigen Appell zur Aufrechterhaltung der Neutralität der Vereinigten Staaten und zum Fernbleiben von Genf. Wehrpolitik und Sanktionen in England. Ltm den Vorsitz im Neichsverteidigungsausschuß und die einheitliche Leitung der Wehrpolitik wird die at dreijährigen industriellen „W affen- ( stil 1 stand" vorschlagen, um eine vereinheitlichte I und beschleunigte Erzeugung neuer Kriegsschiffe, 1 Tanks, Geschütze und Kriegsflugzeuge zu errnög- j lichen. ' Borah gegen England. Amerika wird trotz aller Versuchungen neutral bleiben. Washington, 23. Febr. (DNB.) Der unabhängig-republikanische Senator Borah hielt auf einer Washington-Geburtstagsfeier seine erste Rede seit der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsanwartschaft. Borah nahm scharf gegen Englands Haltung im italienisch-abessinischen Streit Stellung. Die englische Politik in diesem Streit sei lediglich von der Wahrung der eigenen Belange bestimmt. England habe im Mandschu- r ei st reit, der seine Belange nicht unmittelbar berührte, keine Anstrengungen gemacht, um I en. bruar. >chle. öd 30: M'lfr. 5-ft i?"ft 'uar. London, 24. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse steht ganz im Zeichen der mit Spannung erwarteten Unterhaus-Aussprache über die Außenpolitik. Die Aussprache wird von dem Vertreter der Arbeiterpartei, Lee- Smith eingeleitet werden. Für die Regierung spricht der Außenminister Eden. Möglicherweise werden sich auch Winston Churchill, Lloyd George und Sir Austen Chamberlain an der Aussprache beteiligen. Ob Ministerpräsident Baldwin selbst eingreifen wird, ist noch ungewiß. Die Schlußrede für die Regierung wird der engste Mitarbeiter Edens, Viscount Cranborne, der Unterstaatssekretär im Außenministerium, halten. Die Presse erwartet, daß die Sühnemaßnahmen eine große Rolle spielen werden. Einen Fingerzeig für die Haltung der Opposition geben die Leitaufsätze des arbeiterparteilichen „Daily Herald" und der lieberalen „News Chro- nicle", in denen die sofortige Inkraftsetzung einer Oelsperre dringender als je gefordert wird. Die der Regierung nahestehenden Blätter sind sich darüber einig, daß Eden kaum über seine bisherige Stellungnah m e hinausgehen könne, wonach die Entscheidung über eine Oelsperre in ben Händen des Völkerbundes liege. In der Frage der Gleichordnung der englischen Wehrämter unb des Ausbaues des Verteidigungssystems kann die Regierung voraussichtlich noch keine endgültige Mitteilungen machen. „Daily Telegraph" meldet, daß die Forderung Sir Austen Chamberlains, der Ministerpräsident solle den Vorsitz des Reich soerteidi- gungsausschusses niederlegen, vom Kabinett nicht geteilt werde; vielmehr seien die Minister der Ansicht, daß in Kriegszeiten b e r Ministerpräsident allein d i e Verantwortung für die Verteibigungsmaßnahmen tragen könne. Hingegen werde das Kabinett voraussichtlich der Ernennung eines stellvertretenden Vorsitzenden zustimmen. Diesem Minister würden zwei U n t e r a u s ch ü s s e unterstehen, von denen der erste mit der industriel - len Mobilmachung und der zweite mit der Gleichordnung der Wehrfragen beauftragt würde. Als Anwärter für den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden des Reichsverteidigungsausschusses nenne man in politischen Kreisen W i n st 0 n Churchill, den früheren Polizeipräsidenten Londons Lord Trenchard und den konservativen Abgeordneten und früheren Privatfekre- iär Lloyd George Sir Eduard Grigg. Andere Blätter nennen den Schatzkanzer Neville C h a m - b e r I a i n, den Luftfahrtminister Lord Swinton oder Lloyd George. Im Rahmen der industriellen Mobilmachung wird nach „Daily Expreß" die Regierung den englischen Gewerkschaften einen Washinton (1922) und London (1930) ablaufen und Es von einer Verständigung abhängt, ob die Seemächte künftig in hemmungsloses Wettrüsten ver- t Sdjalterbienfl jjallen sollen oder nicht. Bereits im Herbst 1934 chatte England zu Vorbesprechungen eingeladen, eßfachabholer I Diese scheiterten alsbald, und Japan kündigte die ' Verträge fristgemäß am 29. Dezember 1934, mit n 2500. Wirkung vom 31. Dezember 1936, d. h. bis dahin (Erlchemi tägltd), außei /■MV M M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags rW rH für die Mittagsnummer vellagen: Die Illustrierte ▲ htA ▲ ▲▲ ▲ AA MH W AA A A ▲ A AA bis8'/.UHr des Vormittags Gießener A^^rrblatter AHA Wr W M ■ Grundpreise für 1 mm höhe ily 1 /■ ||***v ; ;j ' 'SÄ8h MM. : - WWW v;. ■ - V - A ynio,ci unu uura) oie volle I. ,., Zee em ' Hingabe für Volk und Vaterland möglich gewesen ß einMl ei. Dieser nur aus einer Kameradschaft auf Leben lAi wegen des toten aller Berlin, und Tod geborene Geist des Willens, den der Führer des neuen Deutschlands wieder geweckt habe, solle dauernder Besitz des deutschen Volkes bleiben. Dr. Goebbels vordenpropaganWen derVewegung VerirauenSr-aiswahlen 1936. n^9? 'mge kommen foi Äe, das ist ho *5 schon durch d Ägt wird, daß, rilig unschädlich < «ch Sicherungsv iUern nicht hätte l Hakenkreuzes erkämpft Adolf Hitler der Heimat exn ueues Fundament, aber der Kampf um Deutschlands Zukunft geht weiter, und das Symbol dieses Kampfes soll von heute an auch in unseren Fahnen leuchten. Der Bundesführer gelobte mit semen drei Millionen Kameraden dem Führer unverbrüchliche Gefolgschaft und übergab die neuen Fahnen mit den Worten Adolf Hitlers: „Die Treue ist mein Ehre!" Dann sprachen der evangelische Feldbischof D. D o b r m a n n und der katholische Heeresoberpfar- rßr Ra r k o w s k i Segensworte. Der Bundesführer gedachte darauf der Toten des Weltkriegs und frer loten der nationalsozialistischen Bewegung insbe- "ndere Horst Wessels, der heute vor ffchs Jahren Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Mit einem begeistert aufgenommen Sieg- Hell auf den Führer und auf Deutschland beendete Der Bundesfuhrer die Feier. Sodann erfolgte d e r Abmarsch nad) dem R e i ch s e h r e n m a l Unter den Linden. In dem gewaltigen Zug marschierten außer 2000 neuen Fahnen alle Ehrenabordnungen mit den Musikzügen. Der Bundesfuhrer legte im Ehrenmal einen Kranz nieder und nahm zum Schluß den Vorbeimarsch Abordnungen ab. WW ?3- ?e6r- kDNB.» 3m ganzen Reich erfolgte Sonntagmittag di- feierlich- Weihe öer vom Führer und Reichskanzler genehmigten aerbn ?Unbl5fuuhcn des R e i ch s k rl e- 6n i1 b V *^,9 ff «auf er". Die neue Fahne Q1iL y? erP ®runö das Eiserne Kreuz und in Dritten Reiches $Qtentreu3' öas Symbol des ...Die H^uptlerer im Berliner Sportpalast wurde 000 Kriegskameradschaften des Reichs- knegerbundes auf den Deutschlandfender übertra- 1000 Kyffhäufer-Kreisoerbände Wem elnfchaftsernpfana und gleichzeitige Weihe angeordnet hatten. Als Vertreter des Reichs- friegsmmifters und Oberbefehlshabers der Wehr- macht nahm General der Infanterie v o n R u n d- LC.ÖA an der Feier teil. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ließ sich durch Konteradmiral M a t - fftVnL»61 rlten‘ großen Reihe der Ehrengäste sah man u. a SS.-Obergruppenführer Kruger als Vertreter des Reichsführers-SS Re.chskriegsopferfuhrer O b e r l i n d o b e r, den r?es Deutschen Reichskriegerbundes und Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von .tben Vertreter des Reichsjugendführers Stabsle.ter Lauterbacher, Vertreter bes bUnbes Deutscher Offiziere, der *!herChni9sn91re5cmaI,9er Kriegsgefangener, des ?bC5 sbeutJ5er Seegeltung, des Reichsluft- fchutzbundes, der Waffenringe, des VDA. und des ^p f5nmbeS Kriegsgräberfürsorge sowie nnh Msllkarattachös von ^ipan, Polen, Schweden und Finnland und endlich die 22 Landes füh- r°r d-s D°utfch°n R - i ch s k r i ° g - r b u n - W1'!!’?’ Spielmannszüge der Wehrmacht ttüor s * h6/5 ,^°resmuflkinfpizienten, Pro- jAor S ch m i d t leiteten die Weihestunde mit Marschmusik em. Ein phantastisch schönes Bild bot Der Fahneneinmarsch. An der Spitze mar- Bte SJf ^°rdnun° des Arbeitsdienstes । es SA„ SS., NS.-Marinebund, NSKOV ^chuische Nothilfe, Luftwaffe-Reserve, Kolonial-' 9nnn c?ucb unb Soldatenbund. Dann folgten die A000 Fahnen des Reichskriegerbundes, ein gewal- 0UJ i)effcn goldenen Spitzen der Glanz der Scheinwerfer leuchtete. Unter dem be- efnp^ff h der Zuschauer rückte zum Schluß unh .öf)reriaborbnung der Luftwaffe unb eine Eh ren kompanie bes Heeres mit ben Trabitwnsfahnen im Parabemarsch ein. Der Bundesführer, GG.-Oberführer Oberst a.O.Ueinhard Der Tob? Ist er denn tot? Nein! Für uns lebt er, wie er schrieb, wie wir es fingen: „Kameraden, die Rotfront und Reaktton erschossen, marschiern im Geist in unsren Reihen mit". Führer der Standarte Horst Wessel nennen wir dich, Führer unserer Totenstandarte, die überall wacht, wo SA.-Männer stehen, die groß und größer wurde. Angefangen vom ersten Toten der Bewegung im Jahre 1923 durch die Jahre hindurch bis zu dem, den man uns vor 14 Tagen erschoß. So ehren wir heute Horst Wessel und ehren mit ihm sie alle, die in unseren Reihen fielen. Horst Wessel ist uns Symbol. Den Toten gilt unsere Ver- kl!Ätung. Diese Verpflichtung heißt Deutschland, heißt Adolf Hitler. So war es für euch, ihr Toten, so ist es für uns Lebende. So soll es bleiben, solange es Deutsche gibt. Euer aller Vermächtnis heißt nicht Trauer, heißt Leben! Leben für Deutschland! Kunst und Missenschast. Delluraufführung des ersten Karl-May-Films. In Gegenwart von Reichsstatthalter Mutsch- mann, Innenminister Dr. Fritsch SA.- Gruppenführer Schepmann, Dberbürgermei- ster Zorn er und zahlreicher weiterer Ehrengäste, darunter auch die Witwe Karl Mays, wurde in Dresden der erste Karl-Moy-Film Als Stoff hatte der Regis. £urf A B^-Goüen eines der meistgelesensten Karl May-Bucher „Durch die Wüste", gewählt. •L$?mJa£nbJn ber H^mat Karl Mays eine be- geisterte Aufnahme. t I.-R. 2 4 Berlin ein Treffen der urmer, das durch einen Morgen- - - v “J* im Berliner Dom eingeleitet wurde. Nach der Feier im Dom marschierten die Berlin, 23. Febr. (DNB.) Am Sonntag jährte ttch Zum sechsten Male der Tag, an dem Horst Wessel nach mehrwöchigem Krankenlager der Kugel eines kommunistischen Mordschützen erlag. Der mit frischen Blumen geschmückte Hügel war ben ganzen Vormittag über das Ziel zahlreicher Abordnungen. Neben dem prächtigen Kranz des Stabschefs lagen Kränze der Gauleitung Berlin der SS, des NSKK., der HI., der NSKOV. des Kyffhäuferbundes, des Kamerad- 'chaftsdundes der deutschen Polizeibeamten, der NS.-Frauenschaft und zahlreiche Blumenspenden einfacher Volksgenossen. Obergruppenführer von Ja g o w legte für die Berlin-Brandenburger SA. einen Kranz nieder. Der Gauleiter, Reichsminister 4)r. Goebbels gedachte vor dem Grabe Horst Wessels inmitten zahlreicher Partei- und Volks- genossen m längerem andächtigen Verweilen des toten Märtyrers der Bewegung unb legte einen groben Kranz nieber. Bei ber Abfahrt würben ihm auf ber Straße lebhafte Hulbigungen einer rasch Derfammelten Volksmenge zuteil. Im Auftrage bes Bunbesfuhrers bes S o l b a t e n b u n b e s legte Generalmajor a. D. H ö f e r einen Kranz nieber. Die J e i e r ft u n b e im Theater am Horft-Weffel- Pmtz stanb unter bem Leitwort „Ewig lebt die SA! Unter den Ehrengästen sah man die Mutter unb bie Schwestern Horst Wessels, bie Angehörigen schämen brauchen ber SA. unb ber gesamten Par- tei in Deutschland), fonbern wir haben bafür zu >argen, daß das, was sie nicht erreichen konnten, erfüllt werde. So diene denn damit", schloß Stabs- ^ef 8"be, „das Mal den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden als Mahnruf und Der Zukunft als ?Irr Anspiel für das, was in Deutschlands schwerster Zeit getan worden sei." etwa 150 Teilnehmer in geschlossenem Zuge zum Ehrenmal Unter den Linden, um Dürft eine Kranzniederlegung der gefallenen Mitkämpfer und Kameraden des Weltkrieges in kurzer Andacht zu gedenken. Douaumont-Stürmer Reichsbahnrat Kamerad Eugen Radtke widmete I den namenlos weiterlebenden, für Volk und Vaterland gefallenen Mttkämpfern und Douaumont- Kameraden kurze Dankesworte und legte einen Kranz des Frontfoldatenfturmes Douaumont J.-A 24 unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden an der Erinnerungsstätte deutschen Heldentums nieber. j Jm Hlorbpr !■ Wende, Can i Gegenwart de hng-Cübei, hi Itil: Der Ange des in zwo lebenslänglichem leilsverbrechens Ihans unb 10 ; Entmannung ui | angeorbneL — «ohne Beilegung I 3n bet Urft J der Vorsitzer j !dizien ein. | »itet, so führt | Mbt, sich bie I bellen Lüsten j | J für ihn, bc 7 einer (Sewaltl 'll einem Messei Williche Weg er während bi 9 ’^anbung in @ef | Anstalten zubri i m,e,Dlel Tränen , I ‘r(lart der Voll Ho" d°mo Siche 6e; hatten. Da q| J® «s kein M ?°lhen. Schon b tobesroürl ber 3u. Ä'k'y MS* ä«K* öU ubr Leben für Deutschland! Die SA. gedenkt Horst-Westels, des Führers ihrer Totenstandarte, die überall wacht, wo GA.-Manner stehen. p.r ^mmer mit ber Jbee Adolf Hitlers verbunden sei. Arn Montag werde er an der Stelle in Mün- e n stehen, wo vor 16 Jahren zum ersten Male em neuer Gedanke, eine neue Idee verkündet wor- den sei. Wenn die Nationalsozialisten ein Mal auf= b^"Een, so sei das nicht ein Mal der Trauer, kein Mal des Klagens um die, benen bas Mal gewidmet fei, sondern es sei ein Mal des Mahnens, ein Mal für bie Zukunft. So wie ber Führer am 9. November vorigen Jahres bie ersten Blutzeugen ber Bewegung nicht in ihren bunklen Gräbern ge- a',C^,Jonbern herausgehoben habe aus ber bunb f" Ewe und hmübergetragen habe auf den König- lschen Platz in München, so seien alle unsere Toten für uns nicht tot, sondernn sie seien herausgehoben aus ihren dunklen Grüften zurEwigen Wache, zur Wache darüber, daß das, was sie geleistet hät- ten wofür sie geopfert, wofür sie ihr Leben ge- halten, nie vergebens gewesen sein solle „Und das , so sagte der Stabschef weiter, „soll auch dieses Mal uns sagen. Es soll nie zu werden Es soll ewiges Leben sein. Es soll für Euch die dauernde Mahnung sein, daß Ihr bafur verantwortlich feib, baß unsere Kameraben, bie in ber Stanbarte Horst Wessel marschieren, mit Stolz auf uns sehen können. Wir haben bafür au sorgen, baß biefe Männer bort oben sich nie au’ Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die NSK^ melbet aus München: Höhepunkt unb Abschluß ber Reichs- tagung ber Propaganbisten der Bewegung in München bildete die Rede des Reichspropagandaleiters der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels. Er ging von der Bedeutung aus, die der persönliche Kontakt gerade für die Männer besitze, die auf dem Gebiete der nationalfozialifti- schen Propaganda ihre Pflicht zu erfüllen hätten: benn bie immer neuen Situationen, bie das besondere Kennzeichen jeder Propaganda- arbeit seien, erforderten jene innere Beweg- ltd) feit, die unter dem Gesichtspunkt „Wie nütze ich am besten dem Volk und der Bewegung" gerade dem Propagandisten als dem Manne des Volkes eigen sein müsse. Er müsse heute, wo durch die ganze Nation gewissermaßen ein nattonalsozialistt- fches Fluidum gehe, insbesondere dafür besorgt sein, baß nicht Dinge zu weltanschaulichen ■Problemen erhoben würden, die eitter solchen Bewertung keineswegs unter- ü-° 9mn.r3“ "erden brauchten. Dr. Goebbels führte hier Beispiele aus allen Gebieten des täglichen Le- ’ens und ber Wissenschaft an unb verwies in tiefem Zusammenhang auch auf bie Notwenbigkeit eines gefunben Stils im gesellschaftlichen Leben. Nicht ob ein Mann mit einer Uniform ober einem Frack beklei- bet fer, kennzeichne ihn als R 'volutionär ober Nicht- revolutionär; bas Herz, bas unter bem Frack- Hemd unb unter ber Uniform schlägt, sei bas Ent- djeibenbe. Die Vertiefung bes Verhältnisses zwi- chen Partei unb Volk habe bie stolzen Worte des Wahres 1933 gerechtfertigt. Denn ein wirkliches V*c r ? nt "üb ein zufriedenes Füreinander- ^ute das Kennzeichen der innenpoH« ufchen Lage Partei und Volk haben sich aufein- anber der Erfolg fei der Beweis für die Natürlichkeit dieser Bindung. Magdeburg, 23. Febr. (DNB.) Das erste große Ehrenmal der SA. wurde am Sonntag l n Magdeburg durch Stabschef Lutze ein- geweiht, der mit den führenden Männern ber SA aus bem ganzen Reiche erschienen war. Auf bem Magdeburger Domplatz waren an die 15 000 SA.- Manner aufmarschiert. Auch die Wehrmacht unb bie dheger waren burch Ehrenkompanien vertreten. Unter ben Ehrengästen sah man ben Reichssport- 'Uhrer Obergruppenführer von Tschammer "ah Osten, ben Generalinspekteur ber SA. Oder- prasibent ber Provinz Sachsen Obergruppenführer von Ulrich, den Regierungspräsidenten von O t to° 05 Unö ben Standortältesten Generalmajor Unter dumpfem Trommelwirbel wurden d i e Je a m e n ö er I ° t e u , denen das Ehrenmal gilt, verlesen. Die Fahnen senkten sich, das Lied vom guten Kameraden erklang, bann trat aus ben Reihen em einfacher SA.-Mann. Er sprach für bie unb legte ein zünbendes Bekenntnis 3um SA.-Geist unb ferne Treue zum Führer ab. Stabschef Lutze Lichte m seiner Weiherebe zunächst Horst n Le 5l ?n be^en ^abe er noch am Samstag gestanben habe, eines Sturmsolbaten, besten Name I ^e.F, ein Bolk einte wie nie zuvor unter einem Führer unb unter einem Symbol: bem Haken- freufl. Dieses Symbol, so erklärte ber Bunbesführer, fubrt unser Bund von heute an in unserer Fahne. Dreies Hakenkreuz schweißt drei Millionen alte auch äußerlich zusammen zu einer Gefolgschaft des Führers auf Leden und Tod. Ich habe aus biefem Anlaß dem Führer und Reichs- kanzler erneut die Versicherung unserer Treue ausgesprochen und ihm diese Veranstaltung gemeldet: Daraufhin hat d e r Führer mir soeben folgenbes Telegramm gesandt: „3d) danke Ihnen für die Meldung vom Aufmarsch des Deutschen Reichskriegerbundes kyffhäufer" zur Weihe ber neuen Bunbesfah- nen unb sende ben alten Solbaten in kameradschaftlichster Verbundenheit herzlichste Grüße. Adolf Hitler." Ich habe Euch, Kameraden, heute hierher beor- vert, um bas Gelöbnis auf unsere neue Fahne zu leiften, weil in diesen Tagen vor 20 Jahren das gewaltige Ringen um Verdun be- gann, und außerdem weil dieser Tag ein ganz befoni>erer ©cbenr unb Feiertag der nationalem- Ustischen Bewegung ist. Unter dem Symbol des I Zerbrechen ha MVeranlag ■ :„n eine krankha Meslellt war, da |Ir die Gefah WM immer °ne | tflin aber der Ein heiliger Treueschwur, auf der Bühne vorgesprochen und von allen Anwesenden mit einem feierlichen „Wir schwören!" bekräftigt, hallte durch den Raum. Mit dem Horst-Wessel-Lied klang die Feierstunde aus. Im Anschluß daran marschierte die Standarte zum Nikolai-Friedhof, wo Obergruppenführer von Jagow sie am Grabe ' Kameraden vorbeiführte. Unter dumpfem Trommelwirbel begab sich ba= nad) ber Stabschef zum Ehrenmal, um bort einen riefigen Lorbeerkranz nieberzulegen unb bamit bem Denkmal seine Weihe zu geben. Das Denkmal ist em monumentaler Kopf. Ueberragt wird bas Denkmal von einem Abler, ber burch feine Linienführung bas Vorstößen ber Bewegung zum Ausbruck .ragt. Unter bem Kopf bes Adlers befindet sich eine Fuhrergestalt, die ebenfalls nach vorn stürmt Unter den Fittichen des Adlers selbst schweben symbolische Gestalten, die Toten der Bewegung. Das Denkmal ist aus den materiellen Opfern der SA. der Gruppe Mitte entstanden. Es wurde aus Bunz- lauer Sandstein in Bunzlauer Werkstätten aus dem Stem gehauen und dann nach Magdeburg geschafft. Das Denkmal erhebt sich vor dem Magdeburger Dom und verbindet so vergangene Jahr- hnri „ U"'"' "" l Hunderte deutschen Kulturlebens mit der kämpfen- bort oben sich nie zu' ben Gegenwart bes neuen Deutschland. Pf t Fr eiher r "o^n e Jn alt e^n''Vizeftldwebel' l°™panie ^24. Von links nach rechts: 23^ Ürfe‘Unb Unt6rOftiiCr S4ne‘»« ®it-(ÄX Qnbi5' Kapitalismus, d-n Sieg der Ehr- und" Wehrhafttg! P°nzcrttste°^D der Erstürmung der Do°uaumont^tu. kett über fchmachoolle Selbsterniedrigung, den^©eg, | g rTnt t bat\n„e"°i'nl n bie "--dien st । J f9 e Anklage Die Hauptfeier in ben Gerrnaniafälen gestaltete 'i I fhie sich zu einem einbrucfsDoIIen Bekenntnis unver- ! I"'geteilt, 1 aänglicher Kriegskameradschaft. Kamerad Otto I ^IbaMng Reetz wies in der Begrüßung darauf hin, daß an tuk diesem Abend mancher teilnehme, der seine Käme- ■ sind raben von Douaumont seit 20 Jahren n i cht ! I >inX ba& mehr gesehen habe. Er verlas ein Telegramm, । - all in bem bie Douaumont-Kämpfer bem Führer 11 ^Lher auf des neuen Deutschlands Adolf Hitler ein erneutes J Gelöbnis ihrer Treue übermittelten. Der Douaumont-Stürmer Eugen Radtke entwickelte ein Bild von dem Handstreich auf die Panzerfeftunq, der nur durch die felbftoerftänbliche Kameradschaft zwischen Offizier und Musketier unb burch bie volle z. v n. »' ■*aS n“n'T*n Setbe" Stichen Volkes 5.Ä aUfnon(-4e-5 >> °dtk7^> S"1 u"i>6“ w ?)0 Net nm le "(;>» °u°4n° , be*-n , 'Äis*'1'*1 ÄQmetab ff' ÄL'r .. i111 ernpn«.. ^eivesmg \ meldet luJ der Reich;. ■öetDegung jn ^Propaganda. r 2r. Toeb> )..aus, die der ur die Männer ationalsozialistj, erfüllen hätten lluationen, T Propaganda, ere Beweg, uikt „Wie nütze Bewegung" g(, Jionne des W, e- wo durch die ationalsozialisti. für besorgt sei^ 'schaulichen n, die eifier vegs unter, Goebbels führte es täglichen H- verwies in die- Notwendigkeit efellfchaft, 1 Mann mit Frack beklej, mär oder Nicht, ter bem Frack- t fei das Ent. Mnifses Dien Worte des wirkliches Füreinander' der uwli- ?n sich fluf'ein- r Beweis M 1936. ;3S, $$*£ KZ erken j @en rden- inDÄ der betreut. iie Arbeit des der RED. bat r Jahresbericht ilen aufwarleß der Fami- ilfe erfaßt wup uten Fami ®uröen weiten und Wöch' Mütter bP beitspl^ 1 verfchial Erholungstage 3 332 Hilf«' gerichtet-E E-rinnen hoben Die Hilft- mib Mionen »e- rippen unö . Dazu tom« eingerichteten l -er in den trug 445170. urben gewendet, 98, auf die und Kinder- UM IM. lart entf* .t.lajtsf* 'chgll- !arl Seefeld wegen Mrdes in zwölf Wen zum Tode verurteilt Sie Begründung des Urteils er war nur den dem „Jahr des Jungvolkes" steht daher die Werbung für das Deutsche Jungvolk im Mittelpunkt. Nach vierjährigem ununterbrochenem Einsatz im Jungvolk werden die Tüchtigsten durch d i e Berufung in die Nachwuchs- organis ation der NSDAP, die höchste Auszeichnung erfahren. Sie werden dann weitere vier Jahre in der HI. auf die große Stunde ihrer Uebernahme in die Partei an einem 9. November vorbereitet. Was nicht aus dem B e r l i n , 23. Febr. (DNB.) Am Sonntag sprach Reichsjugendführer v. S ch i r a ch im „Atrium" vor 2000 Führern und Führerinnen der HI., des BDM. und des Jungvolkes über die kommende Neugliederung der Hitlerjugend Als das Fernziel stellte der Reichsjugendführer ein umfassendes nationalsoza- listisches Erziehungswerk der deutschen Nation heraus. Dieses Werk werde aus einer Arbeitsgemeinschaft der drei großen erzieherischen Faktoren: Hitlerjugend, Elternhaus und Schule bestehen, wobei jeder auf seinem ihm angewiesenen Tätigkeitsfeld dem gemeinsamen Erziehungsideal, dem nationalsozialistischen jungen Deutschen, zu dienen habe, die Schule auf dem Gebiet der wissensmäßigen Erziehung, die HI. auf dem der außerschulischen Jugendführung. Die HI. habe die gesamte junge Nation charakterlich zu bilden und im Erlebnis der Kameradschaft zu formen. Ihre große revolutionäre Parole für die deutsche Jugenderziehung sei das Wort des Führers: „Jugend muß von Jugend geführt werde n!" Noch in diesem Jahre wird die Trennung zwischenderschulischen und der außerschulischen Erziehung vorgenommen. Die Jugendführung des Reiches wird mit dem Aufbau einer Organisation beauftragt, die die gesamte deutsche Jugend umfassen soll. Die Hitlerjugend bleibt die Nachwuchsorganisation der NSDAP, und die A u s l e s e g e - meinschaft der aktivistischen Kräfte verdeutschen Jugend, die die kommende Führung von Partei und Staat darstellen. Nach einem Wort des Reichsinnenministers wird in den kommenden Jahren niemand Beamter in einem Ministerium des Deutschen Reiches sein kranken Tagen abhängig ist von seinem Verhältnis zur Natur. Gleichzeitig mit der Ausstellung, die im Mai eröffnet wird, werden die großen Reichstagungen der Berufs- und Laienorganisationen auf dem Gebiet der deutschen Volksheilkunde und neuen deutschen Heilkunde stattfinden. Ihr besonderes Gepräge werden diesmal die Tagungen dadurch haben, daß zugleich die Jahrhundertfeier der deutschen Volksheilbewegung begangen werden kann. Jleuer Besucherrekord der Berliner Automobil-Ausstellung. Die Internationale Automobil- und Motorradaus st ellungBerlin1936 hatte am Sonntag einen neuen Besucherrekord aufzuweisen. Aus allen Teilen des Reiches trafen Sonderzüge und Sonderomnibusse, sowie Kraftfahrer aus sämtlichen europäischen Ländern ein. Die Ausstellung mußte elfmal am Tage vorübergehend geschlossen werden. Insgesamt haben am Sonntag 112 631 Personen die Ausstellung besucht. Oeltankdampfer an der amerikanischen Küste In Flammen. Grohseuer in einem englischen Badeort. Der bekannte englische Badeort Bath wurde in der Nacht zum Montag von einem Großfeuer heimgesucht. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Bürgerhaus wurde teilweise zerstört. Von den wertvollen Erinnerungsstücken an Königin Victoria und andere Mitglieder des englischen Königshauses, die in dem Museum des Bürgerhauses aufbewahrt wurden, konnten nur wenige geborgen werden. Später griffen die Flammen auf das Bürgerhaus-Theater und das Arbeitsamt über, die ebenfalls stark beschädigt wurden. Erst in den späten Morgenstunden konnte das Feuer eingedämmt werden. Drei Kinder vom Kraftwagen erfaßt. In Hünfeld wurden drei Kinder, die im Begriff waren, die Fahrstraße zu Überqueren, von einem Personenkraftwagen erfaßt. Ein fünfjähriges Mädchen wurde beiseite geschleudert und kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon. Dagegen wurden die beiden anderen Kinder, ein Junge und ein Mädchen, von dem Kraftwagen 20 bis 30 Meter weit mitgeschleift. Die bedauernswerten Kinder erlitten sehr schwere Verletzungen und wurden sofort einem Krankenhaus zugeführt. Ausstellung „Jlafur und Volk" in Nürnberg. Die diesjährige Ausstellung des Vereins „Deutsche Volksheilkunde e. 93." in Nürnberg wird den Menschen in seiner Verbundenheit mit der Natur zeigen, indem sie in allgemein-verständlicher Form zur Darstellung bringt, wie der Mensch als Einzelwesen wie auch als Stamm und Volk in gesunden und Jungvolk in die HI. berufen wird, wird in einer besonderen Organisation zusammengefaßt, die in ihrer Zusammensetzung nicht minder w e r t v o l l ist als die HI. Der Junge, der nicht in die HI. übernommen wird, ist nicht etwa als zweitklassig anzusehen. Er wird in seinem späteren Lebensberuf genau so gut seinen Mann stehen und seine Pflicht erfüllen, aber für die politische Führung des Volkes ist er nicht ausersehen. Diese neue Organisation, die außerhalb der HI. steht, wird selbstoerständ- lich unter der ausschließlichen Führung der HI. arbeiten. So wird es in Deutschland keinen Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren mehr geben, der nicht im nationalsozialistischen Staatsgedanken erzogen wird. Abschließend wandte sich Baldur von Schirach mit schärfstem Nachdruck dagegen, daß man der HI. Gottlosigkeit und Ketzerei vorwerfe. „Wenn das Ketzerei sein soll", so sagte er u. a., „daß wir unser deutsches Volk über alles lieben, dann wollen wir gern Ketzer sein. Wir haben wahrhaftigen Glauben bewiesen, in dem wir Sie protestantische und hie katholische Jugend wieder zusammengeführt und sie gelehrt haben, daß es ein Großes gibt, in dem mir alle einig sind. Wir kennen nicht mehr die Schlagworte vergangener Zeiten: Hie Protestantismus, hie Katholizismus!, sondern wir bekennen mit Ernst Moritz Arndt: Ein Volk zu sein ist die Religion unserer Zeit!' Die deutsche Jugenderziehung Der Reichsjugendsührer über die Neugliederung. sellschaft nicht so viel Unruhe und Sorgen durch den damals noch unbekannten Verbrecher hätte kommen können. Wenn der nationalsozialistische Staat seiner sozialen Verantwortung bewußt, ein gesundes und starkes Volk entwickeln und erziehen will, dann geht das nicht ohne Härte gegen alles, was irgendwie minderwertig ist. Das verletzt nicht die Gefühle und Gesetze der Menschlichkeit. Wenn der Mensch edel und gut sein soll, so muß er auch gesund und gerecht sein; so darf Menschlichkeit als solche nicht beeinflußt werden von Hemmungen, die krankhaft sind. Allein die Tatsache, daß in der Systemzeit ein Scheusal in Menschengestalt wie dieser Seefeld nicht für immer dingfest und unschädlich gemacht werden konnte, rechtfertigt überzeugend alle vorbeugenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Staatsgewalt gegen das, was sozial minderwertig und krankhaft ist. Weil es sich bei dieser nationalsozialistischen Gesetzgebung um Neues handelt, um die Gesundung und die Gesunderhaltung von Rasse und Volk, so lassen sich zu Beginn erfahrungsgemäß absichtliche und unabsichtliche Mißverständnisse nicht vermeiden. Aber das Ziel ist richtig. Die Mittel dazu sind es auch, was überall schon da erkannt wird, wo Rasse und Volkstum zum Begriff des Staates gehören. Der Prozeß gegen Seefeld, den der Oberstaatsanwalt in feiner Anklagerede einmal als einen Teufel in Menschengestalt bezeichnete, hat in ganz Deutschland das größte Aufsehen hervorgerufen. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß aus diesem Prozeß, der eine Ausnahmestellung einnimmt, sowohl was die Häufung der Straftaten als auch was die Verhandlungsdauer betrifft, für die Kriminalbehörden und die Richter mancherlei Lehren zu ziehen waren; die eindringlichste Mahnung und Warnung aber, die aus den Verhandlungen vor dem Schweriner Schwurgericht immer wieder, vor allem aus den erschütternden Aussagen von Eltern der ermordeten Knaben, herausklang, richtet sich an alle Eltern und Erzieher mit unüberhörbarer Eindringlichkeit: Habt ein Auge auf eure Kinder, haltet sie von Unbekannten fern, vor allem von „freundlichen" Fremden, die sich mit Geschenken und Versprechungen an ahnungslos und vertrauensselig spielende Kinder heranmachen, — damit Wiederholungen solcher Scheußlichkeiten vermieden werden, wie der Schweriner Prozeß sie an die Öffentlichkeit gebracht hat. Lehren aus dem Seeseld-prozeß. In feiner Anklagerede vor den Schweriner Geschworenen hat es Der Oberstaatsanwalt als wahr- cheinlich hingestellt, daß das menschliche Scheusal Seefeld vielleicht 30 Knaben ermordet hat, um mit diesen furchtbaren Verbrechen unendliches Leid über viele Mütter und Väter zu bringen. Der Oberstaatsanwalt hat in der Rede, mit der er die Anklage begründete, mit der er zw ö l f- mal die T o d e s ft r a f e für den Unhold forderte, mitgeteilt, daß vielfach Anfragen während der Verhandlung gekommen seien, weshalb mit Seefeld nicht kurzer Prozeß gemacht werde. Allein ebenso sind Anfragen begründet, wie es möglich war, daß dieses Scheusal, das wegen Sittlichkeitsverbrechen aller Art schwer vorbestraft war, immer wieder auf die Menschheit losgelassen werden konnte. Daß es für den Staat und für die Gesellschaft darauf ankommt, was unter Menschlichkeit verstanden wird, ist ebenso sicher wie, daß ein Verbrechen gesühnt werden muß. Sehen wir uns einmal das Scheusal Seefeld etwas näher an. Er war vorbestraft, nicht einmal, sondern vielfach; er war vorbestraft wegen Vergehens und wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit, wobei es sich um Verbrechen handelte, die sich nur krankhafter Veranlagung erklären ließen. Wenn aber schon eine krankhafte Veranlagung vorhanden und sestaestellt war, dann bestand und besteht ja immer roieoer die Gefahr, daß der schwerbelastete Verbrecher immer wieder aufs neue Straftaten beging. Wenn aber der Verbrecher wegen seiner krankhaften Veranlagung nicht verantwortlich gemacht werden konnte oder sollte, wenigstens nicht im strafrechtlichen Sinne, dann .mußte die Staatsgewalt verantwortlich gemacht werden, daß sie nicht rechtzeitig dafür sorgte, daß nicht Menschen mit dieser krankhaften Veranlagung neue Verbrechen begehen können. Aus dieser Erwägung heraus hat ja auch der nationalsozialistische Staat Vorsorge getroffen, Menschen mit verbrecherischer Veranlagung so unschädlich zu machen, daß sie als soziale Gefahr und als sozialer Seuchenherd nicht mehr in Frage kommen können. Das ist nicht unmenschliche Härte, das ist h ö ch st e soziale Wohlfahrt, was schon durch die einfache Gegenüberstellung bestätigt wird, daß, wenn das Scheusal Seefeld rechtzeitig unschädlich gemacht worden wäre, vor allem Durch Sicherungsverwahrung, daß dann über viele Eltern nicht hätte so viel Leid, daß über die Ge- verdächtige Person in der Nähe des Hauses Lind- berghs gesehen zu haben. Erst 1934 ist dann plötzlich Whited als einziger Augenzeuge gegen Hauptmann aufgetreten, und zwar erst, nachdem die Staatsanwaltschaft Whited eine Belohnung zugesagt hatte. Hinsichtlich des zweiten Belastungszeugen gegen Hauptmann, des 80jährigen Amandus Hochmuth, stellte Hoffman fest, daß die Verteidiger eidesstattliche Aussagen in Händen haben, wonach Hochmuth, der Hauptmann ebenfalls in der Nähe des Lindbergh-Hauses gesehen haben will, auf beiden Augen am Star leide und f a st blind sei. Blutiges Wildererdrama in Niederöfterreich. Bei Pottenbrund in Niederösterreich wurde in einer der vergangenen Nächte ein Förster von einem Wilderer angeschossen. Ein Gendarm, der eingreifen wollte, traf drei Wilderer und forderte Verstärkung an. Als die Gendarmen in die Wohnung des vermutlichen Täters eindrangen, schoß dieser aus einer Pistole wiederholt auf die Beamten. Zwei Gendarmen wurden getötet. Der Mörder verübte schließlich Selbstmord. Der amerikanische Oeltankdampfer „Albert Hill" geriet etwa 400 Kilometer östlich von Charleston (Südkarolina) in Brand. Das Schiff sandte 808- Rufe aus und teilte mit, daß nach Explosion des Vordertanks Feuer ausgebrochen sei, das von der 32köpfigen Besatzung bekämpft wurde. Dem Dampfer, der 7000 Tonnen groß ist, und der der Atlantic Refining Co. gehört, eilten mehrere Schiffe, darunter drei Küstenwachschiffe aus Jack- sonoille (Florida! zu Hilfe. Die Schneestürme in Dänemark. Die durch Schnee stürme hervorgerufenen Verkehrsschwierigkeiten in Dänemark haben über das Wochenende kaum eine Besserung erfahren. So ist immer noch auf 28 Staats- und Privatbahn- strecken der Verkehr völlig eingestellt. Auf einer Privatbahnstrecke ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Beim Passieren einer großen Schneewehe wurde die Ausgucksscheibe einer Lokomotive zertrümmert. Dabei wurde der Heizer der Lokomotive von einem Stückchen Glas so unglücklich getroffen, daß ihm die Halsschlagader durchschnitten wurde. Als der Zug den Bestimmungsort erreichte, hatte der Heizer sö viel Blut verloren, daß sein Zustand als bedenklich bezeichnet wird. Von einem ähnlichen Unfall wurde ein anderer Lokomotivführer betroffen, der Schnittwunden im Gesicht und an den Händen erlitt. Die im Smaalands-Meer gelegene Jnfel Fejö ist von der Umwelt abgeschnitten. Versuche den Inselbewohnern Post- und Lebensrnittel zu bringen, sind fehlgeschlagen. Ein Fischer von der Insel Laaland war mit seinem Sohn in einem kleinen Boo ausgefahren, um nach feinen Netzen zu sehen. Als sie nicht zurückkehrten, wurden Nachforschungen stellt, die aber ergebnislos blieben. ging der Vorsitzende zunächst auf die allgemeinen Indizien ein. Niemals hat Seefeld ernstlich gearbeitet, so führt der Vorsitzende aus, bestrebt, sich die Mittel zu verdienen, um seinen sexuellen Lüsten frönen zu können. Es ist bezeichnend für ihn, daß feine verbrecherische Laufbahn mit einer Gewalttat beginnt. Er sticht einen Mann mit einem Messer nieder. Dann beginnt bald der schauerliche Weg des Sexualoerbrechers. 23 Jahre hat er während der letzten 40 Jahre wegen Kinderschändung in Gefängnissen, Zuchthäusern und Irrenanstalten zubringen müssen. Wieviel Unheil und wieviel Tränen wären uns erspart geblieben, so erklärt der Vorsitzende mit erhobener Stimme, wenn schon damals die jetzt bestehenden Gesetze über die Sicherungsoe r w ahrung bestanden hätten. Da aber Seefeld nicht geisteskrank war, gab es kein Mittel, um ihn dauernd unschädlich zu machen. Schon die Schändung von soviel Knaben sei ein todeswürdiges Verbrechen, da hierdurch die Reinheit der Jugend der Nation, um die sich der Führer so besonders sorgt, aufs schwerste gefährdet sei. Nun fände man aber auf dem Wege des Angeklagten noch 12 tote Knaben. Wer habe diese Kinder getötet? Sei es Seefeld? Wie habe er die Knaben umgebracht? Habe er mit lleberlegung gehandelt? lieber diese Fragen habe das Gericht zu entscheiden gehabt. Es war nicht leicht für uns, so bemerkte der Vorsitzende, ein klares Bild zu schaffen. Ader es ist uns doch gelungen. Der Oberstaatsanwalt war gezwungen, einen Indizienbeweis zu führen, da der Angeklagte hartnäckig geleug net hat. Dieser Indizienbeweis ist ihm geglückt. Das muß jeder zugeben, der seine von überzeugender Logik getragenen Ausführungen mitangehört hat. Der Vorsitzende geht in großen Zügen auf die einzelnen Indizien ein und betont, daß in mehreren Fällen beinahe unmittelbare Tatzeugen vorhanden waren, die den Angeklagten in der Nähe der späteren Fundorte der Leichen gesehen haben. Ein sehr starkes Indiz gegen Seefeld ist auch sein Notizbuch. Schließlich, so erklärte der Vorsitzende, will ich noch sagen, daß dem Angeklagten nach dem Gutachten von Professor Muller-Heß die Tat durchaus zuzutrauen ist- Zur Frage der Todesursachen erklärte der Vorsitzende, daß das Schwurgericht sich nach reiflicher lleberlegung entschlossen hat, anzunehmen, daß der Tod durch Erwürgen eingetreten ist. Die Indizien, die auf Gift als Todesursache hindeuten konnten, scheinen nicht ausreichend gegenüber der einfachen Erklärung, die Prof. Müller- Heß gegeben hat. Das Schwurgericht hat die Ueberzeugung gewonnen, daß der Angeklagte vorsätzlich und mit lleberlegung getötet hat. Der Angeklagte, der gefesselt vorgeführt worden war, horte mit stumpfsinniger Gleichgültigkeit den Worten des Vorsitzenden zu. Nach den Ausführungen des Dorfitzenden wurde er abeführt. Hierauf richtete der Vorsitzende noch eine Ansprache an die Oeffentlichkeit. Ich mochte diese Gelegenheit benutzen, um der Presse unseren Dank abzustatten für ihre rege Mitarbeit. Sie hat uns noch zu zahlreichen Hinweisen, neuen Indizien und neuen Zeugenaussagen hingeführt. Ich habe die Bitte an die Presse, meinen Dank auch denjenigen Volksgenossen zu übermitteln, die uns durch Zuschriften unterstützt haben, indem sie sich bemühten, an diesem Prozeß mitzuarbeiten. Zum Schluß dankte der Vorsitzende noch den Geschworenen für ihre mutige Hingabe, die sie während der Dauer der Verhandlung bewiesen hatten. Aus alter Wett. Der Fall Hauptmann. 3m Wordprozeh Seefeld verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Sarkander, in Gegenwart des Reichsstatthalters von Wecklen- burg-Lübeck, Hildebrand, das folgende U r - teil: Der Angeklagte Seefeld wird wegen Wördes in zwölf Fallen zum Tode und lebenslänglichem Ehrverlust sowie wegen Sittlichkeitsverbrechens zu insgesamt 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Entmannung und Sicherheitsverwahrung werden angeordnet. — Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Bewegung auf. In der Urteilsbegründung können, der nicht selbst aus der Jugendbewegung herausgewachsen ist. Das Jungvolk wird nicht durch Zwang, sondern d u r ch freiwilligen Eintritt die allgemeine Grundlage der gesamten deutschen Jugendbewegun g fein. Im Jahre 1936 als I Gouverneur Hoffman in Trenton hat Fall Hauptmann neu aufaerollt. Hoffman vernahm den einen der beiden Belastungszeugen, den Holzfäller White. Dabei ergab sich, daß Whited im April 1932 nach einem von ihm selbst unterschriebenen Polizeiprotokoll erklärt hatte, keine I Continental -je größte deutsche Iahrzeugreifenfabrik mit einer Gefolgschaft von 13000 Kopf- und Handarbeitern Continental der weitaus meistmontierte Reifen auf der Internationalen Rntomobil-Musstellung in Serlin Büromöbel In großer Auswahl und sehr preiswertim — Bürobedarfshaus X Franz Vogt & Co Gießen, Seltersweg 44 PJ Ruf: 2464 WERBE DRUCKSACHEN fclVPC Brühl. Gießen Auch Dienstag I a Fischtage Schellfisch, kopflos, ganze Fische.............Pfd. 35 Filets von Kabeljau „ 38 $ 1180^ ^ISC-HHÄUS^ gUX-HAVä Vom „Gelben Hund" zur Lufischiffpost. LPD. Frankfurt a. M., 23. Febr. In wenigen Wochen wird in Frankfurt der neue Flughafen eingeweiht, der zum Weltzentralflughafen ausgestaltet worden ist. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß Frankfurt mit die erste Stadt Deutschlands ist, von der aus Post mit Flugzeugen befördert wurde. Die e r st e F l u g p o st von Frankfurt ging nach Darmstadt-Worms oder M a i n z - F r a n k s u r t. Am 10. Juni 1912 startete Dom Flugplatz in Frankfurt a. M.-Niederrad aus der von August Euler zur Verfügung gestellte Doppeldecker „Gelber Hund" als erstes deutsches Flugzeug unter der Reichspostflagge. Gesteuert wurde die Maschine von Leutnant von Hiddessen vom Leibdragoner-Regiment Nr. 24. Die Post bestand aus etwa 10 000 Luftpostkarten im Gewicht von rund 40 Kilogramm, die von Frankfurt nach Darmstadt befördert wurden. Mit diesem Flug wurde die Postkartenwoche der „Großherzoglichen Zentrale für Mutterschutz und Säuglingsfürsorge" feierlich eröffnet. Auf weiteren Flügen brachte Leutnant von Hiddessen 50 kg Post nach Worms, 45 kg nach Mainz und 100 kg nach Frankfurt am Main. Die neue Beförderungsart erfreute sich eines derartigen Zuspruchs, daß die Reichspost die ursprünglich nur für acht Tage anberaumten Postflüge bis zum 23. Juni 1912 fortsetzte. Zwei Tage nach dem ersten Start des „Gelben Hundes" unter der Reichspostflagge wurde am 12. Juni 1912 zum ersten Male ein Luftschiff in den Dienst der Postbeförderung gestellt. An diesem Tage wurden von dem Luftschiff „Schwaben" über 45 000 Postkarten von Frankfurt nach Offenbach und Darmstadt befördert. Heute wird man über diese „Rekordziffern" lächeln, denn sie sind nur ein winziger Bruchteil dessen, was heute an Briefen und Paketen mit der Luftpost befördert wird. Nach der Inbetriebnahme des neuen Flughafens wird der Umfang des Flugpostverkehrs sich ganz erheblich vergrößern, weil Frankfurt die Zentrale für den Flugpostverkehr nach Nord- und Südamerika wird. Zur Bearbeitung der Flugpost nach Uebersee wird im Verwaltungsgebäude der Lufthansa ein neues Zweigpostamt eingerichtet, dem von der Auslandsstelle die gesamte Poft direkt zugeleitet wird. VerregneterKarnevals-AuftaktinKöln. Der Auftakt des Kölner Karnevals am Samstag verregnete gründlich, und auch die Fortsetzung am Sonntag, das Straßenmaskentreiben und die „Veedelszög" (Umzüge in den einzelnen Stadtvierteln) litten nach einem wunderschönen Morgen unter dem nassen Wetter. Es regnete unaufhörlich, als der Prnz am Samstagabend sich in Begleitung seines Geisterzuges anschickte, von der städtischen Macht Besitz zu ergreifen. Eine unübersehbare Menschenmenge unter Regenschirmen umsäumte die Straßen. Die Soldaten der Korps und manche Narrengruppe begleiteten den Prinz Karneval Fritz II. mit Fackeln. Im Rathaus empfingen die Beigeordneten der Stadt in alter Amtstracht den Prinzen mit seinen Funken und Gardisten. Fritz II., Bauer und Jungfrau wurden vom Beigeordneten Ebel begrüßt. Beigeordneter Ebel verlas die Schlüsselübergabeurkunde, die die Stadt Köln dem närrischen Regiment des Prinzen Karneval für die nächsten drei Tage ausliefert. Freude und Frohsinn sollen in dieser Zeit herrschen. Mit diesen Worten überreichte Beigeordneter Ebel dem Prinzen Schlüssel und Zepter. Anschließend hielt Prinz Fritz II. seine fröhliche Antrittsrede. Mit begeistertem Jubel wurde das „Alaaf!" auf die Vaterstadt ausgenommen, und Geisterzug und Zuschauer sangen begeistert „Es war einmal ein treuer Husar." Der Sonntag war dem Maskentreiben gewidmet. Den Höhepunkt stellten die sogenannten Sonndags- Veedelszög dar, die das Narrenoolk in allen Vierteln der Stadt in eigener Regie veranstaltet. Die besten und humorvollsten Gruppen wurden mit Prämien bedacht. Was im Kölner Straßenkarneval an alter Volkstümlichkeit und Originalität lebendig aeblieben ist, findet seinen reinsten und echtesten Ausdruck gerade in diesen „Veedelszög". Neben nahezu der gesamten einheimischen Bevölkerung hatten sich schon zahlreiche Fremde eingefunden, und die Gruppen wurden allenthalben mit reichstem Beifall empfangen. In tollem Trubel zogen die Ausgelassenen dahin, immer heftiger weinte der Himmel und trieb die Durchnäßten, die äußere Feuchtigkeit durch eine innere Befeuchtung wettzumachen. Der Rosenmontagszug wird es nicht leicht haben, den volkstümlichen karnevalistischen Eindruck des Sonntags noch zu übertreffen. Der Münchener Faschingszug 1936. Das fröhliche München erlebte am Sonntag einen besonders erfreulichen und lustigen Faschingszug, der die Begeisterung der ungezählten Tausende erweckte, die die Straßen umsäumten. 109 Schaugruppen in neun Aufmärschen mit zahlreichen Musikkapellen und Spielmannszügen bildeten einen 4 Kilometer langen Zug, der anderthalb Stunden lang durch seine närrischen Einfälle die Beschauer erheiterte. „München am Aequator" hieß der Leitgedanke des ersten Teiles mit rund 20 Gruppen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" demonstrierte ihre Leistungen auf den Gebieten der Bevölkerungspolitik, des Sports, der Schönheit der Arbeit und der Ferienreisen. Die lebendig gewordene Bavaria huldigte auf lustigem Faschingswagen den Olympiasiegern. In einer Abteilung „Was uns so freut" waren Eintopf und Pfundspende sowie der Witz mit dem zehn Meter langen Bart«nicht vergessen. — Im nächsten Auf- rnarschteil, betitelt „Tschammer-Westisches auf olympischen Gefilden", feierte die olympische Idee Faschingstriumphe. Man sah die Kandidaten und Olympiarekordler im Maßkrugstemmen und Nasenbohren und die Wetterangsttträume des Olympiakomitees in der Woche vor Beginn der Spiele: Die Sprungschanze auf blühender Wiese mit Köchen, die Schnee schlagen. Gegen Schluß kam „Narr- hallesisches": Prinz Karneval Willi I. auf hohem luftigem Thron, von seinem närrischen Volk mit Jubelrufen begrüßt. Auf einem Wagen mit lauter Schaukelpferden ritten Heuer zum ersten Male die Münchener Junghelfer der Narrhalla an, Ihre Herrlichkeiten Münchens Faschingsexprinzen folgten. Am Schluß, am „Wurstzipfel", fiel der Wagen der Werbefachleute mit ihrer Propaganda für „Pillus Rizius" auf, die zu „Krach im Hinterhaus" führt. Es ist wohl kaum je der lustige Zusammenklang zwischen Faschingszug und Beschauer so stark und lebendig gewesen. Als sich der Faschingszug von der Isar bis zum Bavaria-Ring durch die Straßen der fröhlichen Stadt bewegt hatte, entwickelte sich hinter ihm ein so lustiges Faschingstreiben wie noch selten. In den Straßen blieb der Verkehr für die Straßenbahn noch stundenlang gesperrt, damit sich auch die Konfettigschlachten richtig entwickeln konnten. Die papierenen Spuren dieser Fröhlichkeit mußten nach zwei Stunden lastwagenweise weggeschafft werden. Viele Fremde, besonders aus dem Norden und mit „KdF.", waren gekommen, um die letzten Münchener Faschingstage mitzuerleben. Mit beginnender Dämmerung verlagerte sich der Faschingsbetrieb von den Straßen in die dicht besetzten Gaststätten und Tanzlokale. Marburger Fastnacht: „Oie Iungmühle des Frohsinns". Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß zu den Veranstaltungen der Marburger Fastnacht Sonntagsrückfahrkarten von allen Stationen in einem Umkreis von 35 Kilometer um Marburg ausgegeben werden. Der große karnevalistische Umzug erfolgt am Fastnachtdienstag 14.30 Uhr von der Bürgerwiese aus. Der große Fastnachtsumzug, der bereits im vorigen Jahre eine ganze Apzahl netter Gruppen aufwies, bringt in diesem Jahr über 50 Gruppen, er wird also doppelt so stark sein als der Umzug des Vorjahres. 8 Musikkapellen wirken im Umzug mit, so daß für Frohsinn und Fröhlichkeit hinreichend gesorgt ist. Nach Beendigung des Umzuges werden die einzelnen Gruppen nochmals zwanglos durch die Oberstadt ziehen, damit hier bis zum Einbruch der Dunkelheit das frohe Fastnachtstreiben und -leben aufrechterhalten bleibt. Abends findet dann in 25 Hotels und Gaststätten karnevalistisches Treiben statt. Die Ueberschwemmungen in Spanien. Aus den spanischen Provinzen laufen fortgesetzt neue alarmierende Nachrichten über die U e b e r - schwemmungskatastrophe, besonders in Sevilla, Zamora und Valladolid ein. Zahlreiche Personen werden als vermißt gemeldet. In Sevilla sind ganze Stadtviertel unter Was- s e r gesetzt worden. Das Wasser erreicht in den Straßen eine Höhe bis zu mehreren Metern. Zahlreiche abseits gelegene Bauernhöfe sind von jeder Verbindung abgeschnitten. Die Bewohner, soweit sie nicht schon von den fieberhaft arbeitenden Rettungsabteilungen der Polizei und des Militärs in Sicherheit gebracht worden sind, werden durch Flugzeuge mit Lebensmitteln versehen. Die Rettungsarbeiten werden erschwert durch wolkenbruchartige Regengüsse, die fortgesetzt über die überschwemmten Gebiete niedergehen. Von den Behörden und von privater Seite werden erhebliche Geldbeträge fok die Hochwassergeschädigten zur Verfügung gestellt, doch reichen sie bei weitem nicht aus, der Not zu steuern. Der Sachschaden kann vorläufig noch nicht übersehen werden. In Valladolid trat der Esgueou aus seinen Ufern und setzte u. a. auch das Cer« vantes-Haus unter Wasser. Allein in den Biblio« thekszimmern erreichte das Wasser eine Höhe doi zwei Metern. Heber 2000 Bände sowie wertvolle; Mobiliar aus der Zeit des Dichters Cervantes finb vernichtet worden. Die Ueberschwemmungen in Za, mora sind die größten, die man seit dem Jahre 1860 erlebt hat. Der Duro führt 4,5 Meter Was, ser über dem normalen Wasserstand. Bei Garbo wurde eine 40 Meter lange Brücke von den Fluten fortgerissen. Landesverräter vor dem Volksgerichtshof. Der 3. Senat des Volksgerichtshofes, der gegen, wärtig in Freiburg tagt, verurteilte wegen fortge, setzten Verbrechens des Landesverrats den Angeklagten Fritz Hurst, der ohne festen Wohn- sitz ist, zu lebenslänglichem Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Drei Angeklagte kamen mit leichteren Strafen davon. Drei wurden freigesprochen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ansgabeort Frankfurt. Während der Abbau der Kälte in Mittel- und Ostdeutschland über das Wochenende erhebliche Fortschritte gemacht hatte, ist in dem bisher milden West- und Süddeutschland durch eine Zufuhr polarmaritimer Luft Abkühlung eingetreten. Sie ging zum Teil unter heftigen Schauern vor sich und hot in Gebirgslagen wieder zu Frost und vereinzelt auch zu Schneefällen geführt. Da sich die über das Festland erstreckende Tiefruckrinne von Westen her auffüllt, kann vorerst mit Beruhigung, aber auch weiterer Abkühlung gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Vielfach dunstig bis aufheiternd und nur noch vereinzelte Niederschläge, nachts vielerorts Frost, Tagestemperatu- ren nur wenig über 0 Grad, auf Ost drehende Winde. Aussichten für Mittwoch: Voraussichtlich weitere Abkühlung und vielfach heiter: Lufttemperaturen am 23. Februar: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 24. Februar: morgens 2,6 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum heute nacht 2,4 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort- lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pi. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Bekanntmachung. Nachfolgende Polizeiverordnung vom 26.2.34 bezüglich Schädlingsbekämpfung im Obstbau bringe ich hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 22. Februar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Polizeiverordnung betreffend Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Auf Grund des Artikels 43 Abf. 2 des Feldstrafgesetzes, des Artikels 48III Ziffer I und des Artikels 64 der Kreis- und Provinzialordnung wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung der Mmisterialabteilungen la (Polizei) und le (Landwirtschaft) vom 22. Februar 1934 zu Nr. le 3381 für den Kreis Gießen verordnet: § 1. Zur Bekämpfung von allen pflanzlichen und tierischen Schädlingen des Obstbaues sind rechtzeitig alle erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, insbesondere sind in der Zeit vom Herbst bis Frühjahr alle Obstbäume abzukratzen, zu bürsten und zu rei» nigen, die Baumkrone sachgemäß zu lichten und von allen büren Aesten zu befreien. Alle dürren und abgängigen Obstbäume sind zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. Die ordnungsmäßig gereinigten Obstbäume sind einem planmäßigen Spritzoerfahren zu unterwerfen. § 2. Zur Durchführung und Duldung der Maßnahmen des § 1 sind die Besitzer der Obstbäume oder die Nutzungsberechtigten bzw. deren Vertreter verpflichtet. _ § 3. Zur Feststellung der Notwendigkeit und des Umfanges der Maßnahmen und zur Ueberwachung der- bilden *ebe ®emeinl)e eine Kommission zu Dieser Kommission gehören an: 2) der Bürgermeister oder sein Vertreter, o) der örtliche Führer für den Obstbau, Nach kurzer, schwerer Krankheit ist am 19. Februar meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Horn, Hebamme im Alter von 67 Jahren sanft entschlafen. In tiefem Schmerz: Ludwig Horn nebst allen Angehörigen Gießen (Friedrichstraße 11), den 24. Februar 1936. Auf Wunsch der Entschlafenen fand die Trauerfeier in aller Stille statt. 1170D Stummer (ließen imd Dienst.,25.Fbr., 2O.H-22.45Ubr: Aust. Abonnem. Preise von 0.40 b. 2.50 NM Bunt. Faschingsabend in vollständig neuer, tust. Bearbeitung Karneval bei Priirz Orlofskv. Gesamtleitung: Paul Nieren. Keine Ursprungszeugnisse, lonöem nut Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bei» legens — LichtbUder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerbers tragen l Nahrungsmittelfabrik sucht für den be- zirksweis. Alleinvertrieb ein. erst- klass.neuenGroß- konsum - Artikels, den jeder Haushalt tägl.braucht, tüchtige H78D Generalvertreterin) auf eigene Rechnung. Laufender hoher Verdienst. Für Lager 1 bis 200 Mk. erforderlich. Eventl. auch direkt. Verkauf a. Priv. Näh. durch Vvstfach Nr. 15 Neuwied-Rhein Bum 1. oder 15. Marz fleißiges Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 gesucht, das gut bürgerlich kochen .arm. Zänglcr, Waldkaserue Wirtschaftsgebäude 1. 1173V Cmem Teil der heutigen Ausgabe hegt ein Werbeblatt der Firma Bauer & Cie., Sanatogen-Werke, Berlin, bei. n8iV Statt Karten! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die reichlichen Kranz- und Blumenspenden sowie für die trostreichenWoite des Herrn Pfarrers König bei dem Verlust, der uns so schmerzlich betroffen, sagen wir tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Ruhl jr. Klein-Linden, den 22. Februar 1936. 1158 D Strebsamer Buchhalter der seiner Arbeitsdienst- und Mili- tarvfllcht genügt hat, zuverlässig, beitemvwhlen, von Baugeschäft m Dauerstellung gesucht. Selbst- geschnebene Angebote mit Zeug- möQbichriften u. Referenzen unter llblD an den Gießener Anzeiger. OvaleWannen Waschtöpfe m.Deck. Badewannen. . . Und doch kann auch ein gutes Stück preiswert sein. Sitzbadewannen, Eimer, Viehkessel. 3.90, 2.75,1.65 - - - 3.35, 2.70 • ... ab 11.50 W J. B. Häuser rrl Gießen 872 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Vermietungen Laden mit 1 Zimmer u. Küche (Eckhaus) verkehrsreicher Stadtteil, vass. f. 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So ist es auch zu erklären, daß der Vater oder die Mutter es häufig zur Schule bringt und mittags wieder abholt. Und man staune. Richt das Kind trägt seine Schulmappe, sondern man nimmt ihm die schwere Last ab. Vornehme Spanier lassen es sich nicht nehmen, ihre Kinder sogar im Auto zur Schule zu fahren. Sie haben häufig eine deutsche Erzieherin, d. h. Begleiterin oder Behüterin wäre richtiger gesagt, da fie sich im allgemeinen nach den Wünschen der Kinder zu richten hat Auch ist es Sitte, daß die spanischen Kinder bereits mit 10 Jahren alle die Filme zu sehen bekommen, zu denen in Deutschland Jugendlichen unter 18 Jahren der Zutritt verboten ist. Es bedarf keines Kommentars, welchen Einfluß diese Eindrücke auf die Phantasie des Kindes haben. Die Kindlichkeit geht in jungen Jahren schon verloren, und man hat es frühzeitig mit Altklugen zu tun. Die Kinowut ist eben eine Krankheit, von der keiner den Spanier heilen kann. Dafür besitzt Madrid augenblicklich keine Oper. Man übertrage das auf deutsche Verhältnisse! Die Millionenstadt Madrid baut seit vielen Jahren ihr altes Operngebäude um und wird nicht fertig damit. lieber viele Dinge, gemessen an deutschen Einrichtungen, wundert man sich. Aber warum fühlen sich die zahlreichen Deutschen, von denen es vor allem in Madrid und Barcelona große Kolonien gibt, so sehr wohl in diesem Land des Südens? Die Gründe zu finden, ist nicht schwer. Der Spanier ist sehr gastfrei. Und wir Deutsche, denen der Spanier stets mit großer Achtung gegenübergetreten ist, haben allen Grund, dieser Nation für die Gastfreundschaft zu danken. Von wie vielen Ländern hört man gerade heute, daß das Deutschtum unterdrückt wird. In itung « i otl Mm s» C öina 7 'ch unt/y unb cereinjeit ch ^*6 über da- )on Westen hei un9' aber aii* en. : vielfach bun. vereinzelte K l°A?wperotu, ^t drehend« h: Voraussicht, h heiter: lr: mittags 81. J1 24. Februar: ^rab, Minimum KomrMon herbeiführE yi machen- t Mg-Ä" rberlchen^, tritt «A etcheAusgaben Hal die Karloffelmarklordnung? Don Kurt Hecht, Vorsitzendem der Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschast. Freundschastspolitik im Vorderen Orient Von unserem (Eche.)'Berichierstaiier. zuerlegen. Warum soll man z. B. Zivilisations- 1 erscheinungen wie einen Aschenbecher auf den Tisch I stellen, wenn es viel einfacher und bequemer ist, 1 alles auf den Boden zu werfen? Läßt sich der Fuß- hoben nicht auch wieder reinigen? Em Gefühl des Unbehagens kennt man deshalb nicht. In anderen Dingen ist der Spanier dagegen wieder sehr förmlid). Als vornehmer Mann tragt er immer ein langes Beinkleid, der höchste Adlige ebenso wie der einfachste Arbeiter. Fnr Erwachsene ist es ein Ding der Unmöglichkeit, sich rn S p o ritz o s e n auf der Straße sehen zu lassen Der Spanier zieht auch niemals außerhalb des Hauses sein Jackett aus, wenn die Sonne noch so sehr brennt. Die niederen Volksschichten nehmen sich einzig und allein die Freiheit den Rock über die Schultern zu hängen. In Deutschland und in vielen anderen Landern hat es sich in; Öen letzten Jahr- zehnten immer mehr durchgesetzt, das Rad als Verkehrsmittel ausgiebig zu benutzen. Hier steht man erst feit wenigen Jahren ine Boteuprngen aus rein praktischen Gründen aus einem Rad. Em Caballero dünkt sich zu oornehm, solch em Fahr- zeua zu besteigen. Und was ,ur ein Gesicht wurde der Spanier wähl gar erst machen, wenn eine senorita mit ihren geschminkten Wangen und den angemalten Lippen (dies-. Verwandlung gehör übrigens dazu, um straßensahig angezogen zu sein) in diesem Auszuge durch tue Straßen der Stadt fahren würde? Es ist für spanische Begriffe ein- fach undenkbar. . ... ' Wie überhaupt, so besitzt der Spanier gegenüber den Damen eine besondere Höflichkeit. Sein Ideal ist es, Caballero zu sein. Geld spielt keine Nolle, wenn es sich darum handelt, diesem Ideal nach- miaaen Es ist eine Eigenart des Spaniers, den Frauen'auf offener Straße Schmeicheleien ins Gesicht zu sagen. Derartige „höfliche Artigkeiten würden in Deutschland als plumpe Frechheiten oder unangebrachte Anbiederungsversuche aufgefaht werden. Die Spanierin will es aber gern Horen, daß sie hübsch ist und den Männern begehrenswert erscheint Doch wenn ein Mädel auf feinen guten Ruf etwas gibt, so wird es sich Uar gern Ausrufe wie: „Welch ein reizendes Mädchen! oder Welch leuchtende Augen!" mitanhoren, aber doch dem Manne die kalte Schulter zeigen, ohne daß dieser sich dadurch verletzt fühlt. Ja, die Sitten zwischen den beiden Geschlechtern sind sogar sehr . streng. In einer besseren Familie ist es unmöglich, : daß ein Mädel allein a u s g e h t und sich m i ein Cafe fetzt, ganz zu schweigen davon, daß sie ohne Begleitung ein Tanzlokal besuchen wurde» Es ist immer die Mutter ober die Freundin dabei. Auch Oer spanische Dolkscharakier. . Von Dr. Fritz Zessel, Madrid. Der Bericht unseres Madrider Mitardei- • ters wurde vor dem Regierungswechsel ge- chrieben. Gleichwohl dürfte diese Schilderung des spanischen Dolkscharakters zum Verständnis der jüngsten politischen Ereignisse beitragen. In Spanien ist der Gegensatz zwischen Arm und Reich besonders stark ausgeprägt. Es gibt unendlich reiche Spanier, die so großen Landbesitz haben, daß sie den Boden nicht einmal vollkommen ausnützen lassen. Dieser Landadel verkörpert noch heute diejenigen Eigenschaften, die man an dem stolzen hidalgo der vergangenen Jahrhunderte so sehr gerühmt hat. Doch die Zahl der Armen ist unendlich viel größer. Man muß staunen, in was für Hütten (gelinde ausaedruckt!) sve vielfach Hausen und mit welchen bescheidenen Mitteln ie ihr Leben fristen. Das B e 11 l e r w e s e n mußte in diesem Lande zu einer großen Plage werden, da diese arme Bevölkerung aus eigenen Mitteln einfach nicht existieren kann. Hinzu komm daß die Arbeitslosigkeit mzwlschen auch schon hef- tiq um sich gegriffen hat. In Madrid hat die Re- aierung mit den Bettlern vor einigen Monaten vollkommen aufgeräumt. Sie, die ^mst m großen Scharen die Straßen den ganzen Tag bevölkerten, sind bis auf ganz wenige Ausnahmen verschwunden, da der Staat sich ihrer angenommen hat. Im Süden muß man dagegen noch heute mit den erbarmung - würdigsten Bildern der ungezahlten Bettler rechnen. Wenn das Betteln auch von der Regierung streng untersagt ist, so kümmert man sich m diesem wie in vielen anderen Punkten wenig um ^e Vorschriften. Die Ursache ist dann zu suchen daß der Spanier im Grunde seines Herzens vollkommen undiszipliniert ist. Er will ein freier Mann sein, der die Einengung durch Vorschriften als einen lästigen Zwang empfindet. Man kennt von Deutschland die zahlreichen Schilber nach denen an gewissen Orten das Rauchen, das Spucken auf den Fußboden und viele andere Dmge verboten sind. Solche Schilber, um dies nur als Beispiel heraus zugreifen, gibt es hier auch m fast allen Lokalen unb öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch «/r kümmert sich barum? Der einfache Mann des Volkes empfindet keine Veranlassung, sich danach zu rich ten, wenn die Vertreter der Autorität des Staat selber ein schlechtes Vorbild geben. Im Lokal pflegt sich der Spanier auch keinen großen Zwang auf- Das Dach als Flugplatz. Der Pilot James G. R a y von der Autogyro Company of America hat mit einem Zweisitzer von 75 PS auf dem Dach des Postgebäudes von Philadelphia eine Landung vorgenommen, Post mitgebracht und auch weiterbefördert. Das ist eine glänzende Leistung. In der Nord-Südrichtung hat das Dach zwar eine Länge von 111 Meter, an der Ost- und an der Westseite bietet es wegen der Ummauerung unb ber über fünf Meter hohen Schutzdächer für bie Aufzugs- unb Belüftungsanla- gen jedoch manche Schwierigkeit. Dennoch verliefen An- unb Abflug ohne jeben Zwischenfall, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitgeteilt wird. Ray betont, daß man die Dachform den Bedürfnissen des Fliegers besser anpassen müsse. Dazu gehören auch gewisse Abrundungen unb bie Verwirklichung des Stromlinienprlnzips im Bau, da sich der Seitenwind und der thermische Aufwind an den scharfen Dachkanten ftörenb bemerkbar machten. Der Pilot gibt den Ratschlag, bie zweckmäßigsten Dachformen mit Hilfe des in der Flugzeugtechnik jetzt häufig verwendeten Wind- kanals auszuprobieren. D US, bet SeV nrfs eine äS e't bem%r "‘•sA IX?*! «Ei*« ifhelm Longe, ir die Bilden m Feuilleton: en Teil: Ernst Verantwort' )eodor Künmcl. lag: Brühl'sche R. Lange, K.-T, hließlich 25 Hf : 15 Pf. mehr, mstags 15 Ph mehr. Ium 1935 gültig. Die wachsende Selbständigkeit des einstigen englischen Mandatsgebietes Irak ließ nun bald den Wunsch aufkommen, auch diesen Staat in den Bündniskreis der drei genannten Mächte einzubeziehen. Hierbei spielten mancherlei Erwägungen eine Rolle: einmal die alte, in letzter Zeit wieder viel erörterte Zielsetzung einer engen Zusammenarbeit aller islamischen Staaten im Vorderen Orient, und zum anderen der Gedanke, diese wirtschaftlich hauptsächlich wegen der Petroleumvorkommen so überaus wichtigen Gebiete immer mehr dem Einfluß fremder europäischer Mächte zu entziehen und auch auf diesem Gebiete sich u n- abhängig von Europa zu machen. In der Tat eröffnen sich hier ungeahnte Möglichkeiten, die die ernsteste Beachtung im übrigen Europa verdienen. Entsteht doch hier ein Block von Staaten, die eine für diese Gebiete ganz neue Nationalpolitik betreiben und die gleichzeitig über so riesige Naturschätze verfügen, daß sie bei einer entsprechenden Modernisierung schon in verhältnismäßig kurzer Zeit imstande sein würden, der wirtschaftspolitischen Entwicklung in Vorderasien ein völlig neues Gepräge zu geben. Es ist in diesem Zusammenhänge interessant, daß das offizielle türkische Blatt „Ulus" in Ankara aus Anlaß des Besuches des afghanischen Außenministers einen Artikel aus der Feder des Abgeordneten Falih Rifki Ata veröffentlichte, in dem es hieß: „Wir begrüßen in der Person des afghanischen Ministers nicht nur den Vertreter eines befreundeten Landes, sondern auch einen der hervorragendsten Kämpfer des unabhängigen Afghanistan, das — abgesehen von der Türkei — neben Japan der zwei Staat ist, der seine wirkliche und völlige U n- a b i) ä n g i g f e i t sich zu erhalten weiß/ Hier wird besonderer Wert auf die innere Gleichgerichtetheit der Zielsetzungen jener Staaten gelegt, die sich geflissentlich freihalten von fremden, nämlich europäischen Einflüssen. Man sieht an diesem Beispiel, daß gerade der Unabhängigkeitsgedanke bei den politischen Bestrebungen der vorderasiatischen Mächte eine besondere Rolle spielt. beseitigt wurden. Der afghansche Außenminister gilt als einer der besten Kenner der türkischen Sprache: außerdem hat er einst die Militärschule und die Kriegsakademie in Kabul besucht, die von türkischen Offizieren geleitet wurde. Fayz Mohammed Khan darf also als ein besonderer Kenner der türkischen Geisteswelt und des türkischen Wesens gelten. Sein Besuch in Ankara leitete aber nicht eine neue Freundschaftspolitik zwischen den beiden Staaten ein, sondern er diente vielmehr nur der Befestigung und Erneuerung früherer Abmachungen. War doch am 25. Mai 1928 in Ankara ein türkisch-afghanischer Nichtangriffspakt und gegenseitiger Hilfspakt abgeschlss- fen worden, der praktisch einem Militärbund - n i 5 gleichkommt. So besagt dessen Artikel 2, daß sich die beiden Staaten verpflichten, im Falle eines Angriffes von dritter Stelle auf einen der vertragschließenden Teile für den Schutz der Interessen des angegriffenen Teiles einjtftreten, während der Artikel 3 beiden Staaten die Verpflichtungen auferlegt, sich in keiner Weise an kriegerischen Aktionen gegen den einen von ihnen zu beteiligen. Gleichzeitig wurde festigt, daß die Türkei alle verfügbaren Kräfte fürdieModernisierungAfghani- ftans einsetzen solle. Dieser Vertrag bedeutete gerade mit dieser letzten Bestimmung in der Tat einen neuen Abschnitt in der Entwicklung des Vorderen Orients. Denn während bisher alle diese Länder für die Durchführung ihrer Modernisierungspläne europäische Kräfte heranaezogen Hatten, wie ja auch die Türkei selbst bis dahin das Feld europäischer Geschäfts-Politiker war, wendete man sich jetzt ein« Art Autarkiepolitik zu, indem man, zunächst wenigstens in Afghanistan, auf europäische Helfer verzichtete und sich Reformatoren nicht mehr als Europa, sondern aus der fortschrittlichen Türkei holte. Damit war der erste Schritt der Emanzipierung der vorderasiatischen Staaten von Europa ge- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kabul, Februar 1936. Kürzlich gingen zwei Meldungen durch die Presse, hinter deren wenigen Worten sich doch äußerst bedeutsame politische Vorgänge im Nahen Orient verbergen. Die eine Meldung besagte, daß d i e Türke», Iran, Irak und Afghanistan beabsichtigen, einen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen. Die andere Meldung berichtete kurz von dem Be s u ch des afghanischen Außenministers in der türkischen Haupt- st a d t, wobei von neuem die enge Zusammenarbeit und die friedliche Politik dieser beiden Länder betont worden fei. Selbstverständlich stehen beide Vorgänge in einem gewissen Zusammenhang, denn der afghanische Besuch in Ankara darf sozusagen als die erste sichtbare Vorbereitung für den geplanten Nichtangriffspakt der vier selbständigen vorderasiatischen Mächte angesehen werden. Daß zuerst der afghanische Außenminister Fayz Mohammed Khan seinem türkischen Kollegen einen offiziellen Besuch abstattete, hat seine tieferen Gründe in den besonders engen Beziehungen, die nicht nur den afghanischen Außenminister, sondern auch Afghanistan überhaupt mit der Türkei verbinden. Hatte doch im vorigen Jahre die Türkei dem befreundeten Afghanistan einen großen Dienst erwiesen, der freilich gleichzeitig auch das Ansehen der Türkei im nahen Orient beträchtlich zu steigern vermochte: Eine türkische Delegation hatte damals als Schiedsrichter in den iranisch - afghanischen Grenzstreitigkeiten fungiert, wodurch die alten Streitigkeiten zwischen den beiden Staaten endgültig Welche konkrete Formen diese Zusammenarbeit zwischen den Mächten des Nahen Orients angenommen hat, ist am deutlichsten zu ersehen aus den verschiedenen Bahnbauprojekten, die m letzter Zeit von der türkischen Regierung ausgearbei- tet wurden. Das eine Projekt bezieht sich auf bie Erschließung Ostanatoliens und auf die Herstellung einer direkten Eisenbahnverbindung von der persischen Stadt Täbris bzw. Teheran über das türkische Erzerum nach dem Schwarzen Meer-Hafen Trapezunt. Diese Bahn soll die Aufgabe haben, den persischen Warenverkehr, der jetzt über Mossul und über das französische Syrien geht, von diesem Wege abzuleiten und über türkisches Gebiet nach einem türkischen Hafen zu führen. Das zweite Projekt sieht die Verbindung des türkischen Eisenbahnnetzes mit dem des Jrak-Gebietes vor, stellt also praktisch die Verwirklichung des alten deutschen Baadadbahn- Planes dar. Durch die Verwirklichung dieses Projektes würde es möglich sein, das Petroleum von Mossul, auch wieder unter Umgehung von Syrien, nach türkischen Umschlag p l ätzen zu leiten. w Man sieht an diesen Plänen ganz deutlich, mit Schritt getan aus dem Wege ^r Festigung der welcher zielbewussten Sicherheit die türkische Pa- Selbständigkeit des Nahen OstensG»°de un ch m litik ihren Weg geht. Wenn setzt noch der geplante bück aus die drohenden Konsüktsmogüchkeiten im Vierer-Pakt im Nahen Orient Zustandekommen östlichen Mittelmeer scheint es angebracht, diese sollte, dann wäre damit wieder ein ganz wesentlicher Vorgänge aufmerksam zu verfolgen. Die Nachkommen der Meuterer. Ein verschollenes Drama im Stillen Ozean. Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld Wirtschaft Mitteldeutschland werden bereits erhöhte Zufuhren von Futtergerste gemeldet. Unter diesen Um- 151: A^anntmachstung 108 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. ständen wird auch nach dem 1. März bei uns kaum mehr mit einem großen Anfall von Industrie- oder Braugerste zu rechnen sein. Futtergerste dürfte auch weiterhin nicht mehr angeboten werden. Baugeldzuteilung der Oeffentlichen Bausparkasse (Abteilung der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt findet am Dienstag, dem 7. April, in Darmstadt im Sitzungssaal der Landeskommunal-Girozentrale, Peter-Gemeinder-Straße 14, statt. Zuteilungsberechtigt sind sämtliche Bausparer, deren Vertrag spätestens am 1. Januar 1936 (für Tarif 18 spätestens am 1. Dezember 1935 und Tarif 25 spätestens am 1. Juli 1935) begonnen hat, und die mit Einzahlungen nicht im Rückstand sind. — Jeder Bausparer, der sich als solcher ausweift, kann der Zuteilungshandlung beiwohnen. — Alle Oeffentlichen Bausparkassen in Deutschland haben bis Ende Dezember 1935 insgesamt rund 77 000 Bausparverträge über zusammen rund 393 Millionen Reichsmark abgeschlossen. Bisher wurden an rund 21500 Bausparer rund 130 Millionen zugeteilt, ein ansehnlicher Betrag, den die Oeffentlichen Bausparkassen dem Bau- und Hypothekenmarkt zugeführt haben. kcnnmenen Papiere lagen meist unverändert, etwas fester lagen einige Elektrowerte, ferner BMW. mit 124 (123), AKU. mit 52 (51,65), Scheideanstalt mit 213,50 (213), Buderus mit 96,50 (96), Deutsche Erdöl mit 112,50 (112) und Rütgers mit 121,90 (121,50). Westdeutsche Kaufhof lagen mit 32,50 unverändert, während Deutsche Linoleum 1 v. H. nachgaben auf 150. Am Kassamarkt wurden Sinalco mit 128 (124) bei voller Zuteilung notiert. Am Rentenmarkt traten später keine nennenswerten Abweichungen ein, Kommunal-Umschuldung etwas niedriger mit 87,35 nach 87,40. Am Pfand- Die DAF. beschließt die Strahensammlungen des WHw. 1935/36. Gebt bei der letzten Strahensammlung dieses Jahres am 29. 2. und 1.3.36 doppelt, um bedürftigen Volksgenossen ju helfen. * * 13. Baugeldzuteilung der Oeffentlichen Baugeldfparkasse. Die dreizehnte tabilität möglich sei. Der Seidenbau biete eine lohnende Nebenbeschäftigung, besonders für Die mm- derbemittelten Volksteile. Der Vortragende ersuchte um die Mitwirkung der Gemeinden bei der Forde» rung des Seidenbaues durch Anpflanzung von Maulbeerhecken. Den nächsten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Vortrag des Leiters der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast für Hessen, Freiherr von Löw, über Aufgaben und Ziele der Reichsunfallversicherung. Der Redner ging davon aus, daß an der Reichsunfallversicherung die Bürgermeister besonders in- teressiert seien, da sie dienstlich bei der Feststellung der Unfälle mitzuwirken haben. Er erläuterte sodann in den Grundzügen den Aufbau der gewerblichen, sowie der land- und forstwirtschaftlichen Unfall- Versicherung und deren Organisation in den Berufs- genossenschäften. Er wies insbesondere auch auf die Haftpflichtversicherungsanstalt der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt und deren Vorteile hin. Von Interesse war dabei die Mitteilung, daß die land- und forftroirt- schaftliche Berufsgenossenschaft gegenwärtig 85000 Mark an Renten monatlich ausbezahlt. Der Vortragende richtete zum Schluß den Appell an die Bürgermeister, bei der oft sehr schwierigen Ermittlung der Betriebsunfälle gewissenhaft und objekttv mitzuwirken, damit unbegründete Forderungen zurückgewiesen werden könnten. Sodann gaben die Sachbearbeiter des Kreisamtes noch eine Anzahl Verfügungen und Ausfchreiben der Landesregierung bekannt. Kirche und Schule. =.= Trais-Horloff, 22. Febr. In dem Kirchspiel Trais-Horloff, bestehend aus den Gemeinden Trais-Horloff, Utphe und Inheiden, wurde vom 16. bis 21. Februar eine kirchliche Woche veranstaltet, die als wohlgelungen bezeichnet werden kann. Jeden Nachmittag war Bibel- stunde, jeden Abend ein biblischer Dorttag, und zwar immer durch einen anderen Redner. Trotzdem spürte man deutlich die innere Übereinstimmung, die gemeinsame Grundlage, von der aus alle sprachen, da keiner etwas Eigenes verkündete, sondern alle das „was geschrieben steht". In Ansehung der Tatsache, daß über zwei Drittel der Gemeinde in den beiden Außendörfern Utphe und Inheiden wohnen und einen halbstündigen Weg zu machen haben, war der Besuch sehr gut zu nennen. Er steigerte sich fast von Abend zu Abend. Auch die Kollekte ergab gute Erträge, so daß die entstände» nen Unkosten vollauf gedeckt werden konnten. In H a f e r werden zur Zeit die Lieferungen an ( die Heeresämter abgervickelt, deren Forderungen im allgemeinen erfüllt werden können; die Versorgung ■ der städtischen Fuhrhalter muß daher weiter zu- , rücktreten. Man darf erst in nächster Zeit mit einer Besserung rechnen. In der Futtermittelversorgung macht sich wieder fühlbare Knappheit bemerkbar. Dor allem Kleie blieb gesucht, während aus unserem Gebiet nicht genügend Ware beschafft werden kann. Auch die weitere Hinausschiebung der Oelkuchenzuteilung führte zu verstärkter Nachfrage nach gehaltreichen Kraftfuttermitteln, so daß die bisher vernachlässigten Mischfutter wieder besser abgehen. Schnitzel sind nicht angeboten. Kartoffelflocken werden hauptsächlich von den Pferdehaltern gefragt, während Brauereiabfälle, wie Treber und Malzkeime, ruhig liegen. Bollmehl wird in verstärktem Umfange als Ersatz für Kleie abgenommen, dagegen haben Nachmehle weiter schleppendes Geschäft. Rauhfutter war bei gedrückten Preisen reichlich angeboten. Das Mehlgeschäft verlief bei ausreichendem Angebot in jeder Sorte normal. WeitereBerflüssigungderBankbilanzen Die soeben herausgekommenen Januarbilanzen der Banken zeigen eine recht erhebliche weitere Verflüssigung, die vor allem auf eine weitere Tilgung von in früherer 3eit aufgenommenen Wirtschafts- krediten zurückzuführen ist. Die verbesserte Li- quidatität der Banken geht also mit einer verbesserten Liquidität der Wirtschaft, die mehr und mehr von alten Schulden frei roirt), Hand in Hand. Erfreulich und gleichzeitig ein Zeichen einer Zunahme Des Außenhandels ist, daß die Warenvorschüsse unter Einschluß der der Außenhandelsfinanzierung dienenden Rembourskredite wieder eine nicht unerhebliche Erhöhung (plus 10 M l. RM.) erfahren haben. Die weitere starke Steigerung der Wechselbestände (plus 130 Mill. RM.) bedeutet eine Entlastung der Reichsbank von den Arbeitsbeschaffungswechseln und damit zugleich eine Förderung der nationalen Finanzierung. Die Depositengelder (jederzeit fällige, wie auch die festen Gelder) haben zugenommen (plus 62 Mill. RM.), und auch die Spareinlagen find um etwa 20 Mill. RM. gestiegen ein Zeichen, daß der Sparwille und das Vertrauen der Einlegerschaft in die Banken weitere Fortschritte macht, gleichzeitig aber auch ein Zeichen, daß die Banken nicht daran denken, das Spargeschäft zu vernachlässigen oder gar aufzugeben. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 149: Verwendungsmöglichkeiten für ausländische Guthaben von deutschen Transithändlern. 150: Firmenliste zur Tabakausfuhr nach Deutschland. * Alsfeld, 21. Febr. In der am Mittwoch unter Vorsitz des Kreisobmannes, Bürgermeister Dr. Dölfing, abgehaltenen Tagung ber yt r e i s = abteilung Alsfeld des deutschen Gemeindetages widmete zunächst Regierungs- a fef or Seibert dem nach Gießen als. Kreisdirek- tor versetzten seitherigen Leiter des Kreises SHsfeto, Regierungsrat Dr. Lotz, warm empfundene Abschiedsworte. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde beschlossen, ein Dankschreiben der Bürgermeister des Kreises Alsfeld an Kreisdirektor Dr. Lotz für feine verdienstvolle Tätigkeit im Kreife Alsfeld zu senden, da bei der Kürze der Zeit eine Abschiedsfeier nicht mehr möglich war. . . . Regierungsassesfor Seibert mies sodann auf die im März ftattfinbenbe Polizeiaufkla- rungswoche unb ben „T a g ber beuts ehe n Polizei" hin unb erläuterte bas für biefe Veranstaltung vom Reichsminister bes Innern festgesetzte Programm. Die Bürgermeister in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehörben würben aufge- forbert, sich für bie richtige Ausgestaltung ber Veranstaltung unb für beten Durchführung tatkräftig einzusetzen, insbesonbere auch für bie am „Tag ber Polizei" ftattfinbenbe Sammlung für bas Winter- hilfswerk. Aisbann folgte ein Vortrag bes Beauftragten ber Reichsfachgruppe Seibenbauer in Celle zwecks Förderung bes Seibenbaues. Der Reb- ner betonte bie Notwenbigkeit ber Wiebereinführung bes Seibenbaues in Deutfchlanb zu unserer Versorgung mit Rohstoffen. Sodann erläuterte er die Einzelheiten des Anbaues von Maulbeerhecken und über die Seidenraupenzucht, bei ber eine Ren- Der Absatz einwandfreier Pflanzkartoffeln wird dagegen durch eine nach Sorten und Güte gestaffelte Preisregelung geschützt. Bei der Wahl der Pflanz- tartoffeln wird immer der Derwertungszweck ber Kartoffel ausfchlaggebenb fein, b. h. also, ob bie Sorten als Speise-, Wirtschafts- ober als Fabrikkartaffeln angebaut werben sollen. Daneben ist natürlich auch bie Reifezeit zu berücksichtigen und die Kenntnis der Ansprüche der verschiedenen Sorten an Boden und Klima erforderlich. Neben diesen mehr anbautechnischen Fragen verlangt die Sicherstellung der Ernährung unserer Bevölkerung aus eigener Scholle natürlich auch eine sachgemäße Pflege ber Kartoffelbe- ftänöe während ber Lagerzeit. Dabei ist besonders die Beschaffenheit der Kartoffeln zur Zeit der Einlagerung, die sachgemäße Anlage der Mieten und Lagerräume und die sorgfältige Ueberwachung während der Lagerung zu beachten. Wenn diese eigentlich selbstverständlichen Tatsachen berücksicht werden, so fördern wir damit die Verringerung der Verluste, die zur Zeit noch mit der Einlagerung der Kartoffeln verbunden sind und treiben bann eine Vorratswirtschaft, bie für bie Erringung ber Nahrungsfreiheit unbebingt notwenbig ist. Um bie Vorratshaltung in weiten Kreisen unserer Bevölkerung roieber einzuführen, sinb bei ber Speisekartoffel-Marktregelung Möglichkeiten vorgesehen, einen Teil ber Vorratswirtschaft roieber in bie städtischen Haushaltungen zurückzuverlegen. Das trifft vor allem bei ber Spätkartoffelregelung zu. Ein großer Teil ber jährlichen Kartoffelernte roanbert in ben Futtertrog. Die Fu11erkar - toffel bilbet damit die Grundlage unserer Fett- unb Fleischwirtschaft unb trägt mit bazu bei, unsere Fettlücke zu schließen. Die Bebeutung biefer Tatsache wirkt sich naurgemäß auch m ben Gesamtmaßnahmen aus, bie zur Orbnung bes Kartoffelmarktes ergriffen werben. Gerabe bie Bildung wirtschaftseigener Futtermittelbestände erfordert die stärkste Berücksichtigung im Rahmen der großen volkswirtschaftlichen Zielsetzungen, die mit der Erringung der Nahrungsfreiheit verbunden sind. Die augenblickliche Ausdehnung der tfutter= kartosfeln ist ein Zeichen für das sinnvolle Jn- einandergreifen von Marktordnung und Erzeugungsschiacht. Auch auf dem F a b r i k k a r t o f f e l m a r kt wirken sich die Maßnahmen der Erzeugungsschlacht und der Marktordnung zum gemeinsamen Nutzen des Ganzen aus. Die hier erfolgte Regelung trägt zur Sicherung der Erzeugung und des Absatzes bei und gliedert damit die kartoffelverarbeitenden Gewerbe in den Rahmen der gesamten Kartoffel- wirtschaft ein. Die Haltbarmachung, die mit der Veredelung ber Frischkartoffeln im Starke- unb Trocknungsgewerbe oerbunben ist, gestattet uns, bei guten Ernten Vorräte anzusammeln, bie in schlechteren Erntejahren aufgebracht werben können. Die Kartoffelmarktordnung berücksichtigt biefe Aufgaben bei ber Gestaltung ber Preise ber Veredelungs- erzeugnisse. Die mit ber Drbnung bes Kartoffelmarktes ver- bunbene Preisstetigkeit unb Absatzsteigerung gewährleistet bie Unterbringung ber im Zeichen ber Erzeugungsschlacht steigenden Erträge unserer kar- toffelbauenben Betriebe. Sie ist bie Grundlage dafür, daß der Erzeuger seine verantwortungsvoll Pflicht dem Ganzen gegenüber erkennt und danach handelt. Hhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 22. Febr. Die Börse de- wahrte zum Wochenschluß ihre feste Grundstimmung am Aktienmarkt, hatte aber angesichts der nur kleinen Publikumsaufträge kein nennenswertes Geschäft. Die Kulisse neigte, nachdem sie gestern in stärkerem Maße vorgekauft hatte, eher zu Glattstellungen, so baß die Kurse nur behauptet waren. Etwas Interesse erhielt sich für Montanwerte, für bie Kundenaufträge zur Ausführung kamen, die aber durch die erwähnten Kulisseabgaben ausgeglichen wurden. Fest waren lediglich Harpener Bergbau mit 116 (114,75). Mäßig erhöht waren noch Hoesch mit 91,25 (90,75) und Klöckner mit 87,25 (87), während Vereinigte Stahlwerke mit 85,25, Rheinstahl mit 115 und Mannesmann mit 87,25 unverändert lagen. Für Otaoi Minen bestand Nachfrage bei etwa 18,75 (18,50), dagegen büßten Mansfelder 2 v. H. ein. IG. Farben kamen bei Minbestumsatz mit unverändert 152,25 zur Notiz. Elektroaktien lagen sttll und gut behauptet; Bekula 140 (139,75), Siemens 176,75 (176,50), Gesfürel 130 (130). Von Maschinenaktien zogen Muag auf 83,25 (82,50) an, während Daimler 0,25 v. H. abbröckelten auf 102,25. Schiffahrtspapiere blieben auf der gestern erhöhten Basis gut behauptet; Hapag 16,50 (16,40), Norddeutscher Lloyd 18,50 (18,50). Im einzelnen eröffneten: Reichsbank 186,65 (186,50), Braubank 120,75 (121), Zement Heidelberg 128 (127,75), Metallgesellschaft 112,25 (112), Rheinmetall 127,75 (127,50), Haufwerke Füssen 89,50 (89,50), Montecatini 45,75 (45,50). Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos. Altbefitz gaben bei kleinem Umsatz auf 110,65 (110,90) nach. Sonst wurden bewertet Zinsver- gütungsscheine mit unverändert 93,35, Kommunal- Umschuldung mit unverändert 87,40 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit unverändert 97,13. Don fremden Werten 4 v. H. Goldmexikaner 8,40 (8,30). Im Verlaufe bewegte sich bie Umsatztätigkeit in sehr engen Grenzen unb Kursveränberungen gegen ben Anfang traten kaum ein. Mansfelber wurden mit 132 (134) notiert. Die erst später zur Notiz ge- briefmarft blieben die Kurse unverändert, nur einige Liquidationswerte lagen uneinheitlich. Stadtanleihen blieben überwiegend gut behauptet. Tages» gelb unverändert 2,75 v. H. ♦ Am 25. Februar fällt die Frankfurter Abend- börfe aus. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 688 Rinder (141 Ochsen, 52 Bullen, 404 Kühe, 91 Färsen), 367 Kälber, 44 Schafe, 3147 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 43 Mark, Bullen 43, Kühe 42 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 43, Kälber 36 bis 66, Hämmel 45 bis 50, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehaiarkt. Der Schlachtoiehmarkt nahm bei meist etwas schwächeren Zufuhren im ganzen einen lebhaften Verlauf. Die Nachfrage des Verbrauchs blieb rege und wurde auch gedeckt. Die Qualitäten entsprachen nicht immer den Anforderungen, waren aber bei Rindern und Kälbern gut, bei Schweinen und Schafen nur mittel bis abfallend. Das Angebot von 769 (815) Stück Großvieh wurde bei etwas anziehenden Preisen und nach sehr lebhaftem Geschäft geräumt. Bedarfsspitzen wurden mit Gefrierfleisch ausgeglichen. Auch Kälber hatten ziemlich belebtes Geschäft, so daß die Zufuhr von 1090 (1173) Stück bei nahezu unveränderten Preisen restlos geräumt wurde. Am Schweinemarkt wurden 3346 (3630) Tiere angeboten, die bei unveränderten Preisen weiterhin zugeteilt wurden; die Qualität war zum Teil gering. Der Verbrauch an Schaffleisch war geringer, so daß von dem etwas höheren Angebot von 206 (191) Tieren etwas Ueberftanb verblieb, der meist geringe Qualitäten betraf. Die Preise ließen bet ruhigem Handel durchweg um 2 bis 3 Mark per 50 Kilogramm Lebendgewicht nach. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die winterliche Witterung hat die Landwirtschaft weiterhin zu erhöhter Abgabe von Brotgetreide veranlaßt, so daß auch auf den südwest- deutschen Märkten das Angebot, besonders in Weizen, recht umfangreich wurde. Die Mühlen haben sich sowohl für diesen, wie für den nächsten Monat ausreichend eingedeckt und halten sich daher vom Kauf zurück. Dagegen bleibt man bestrebt, sich für die weiteren Frühjahrsmonate zu versorgen, wobei man aber nur möglichst gute Qualitäten begehrt. Unter diesen Umständen mußten die Forderungen allgemein wieder auf den Mühlenfestpreis zurückgesetzt werden, so daß die erhöhte Handelsspanne kaum mehr in Frage kommt. In Roggen sind die Zufuhren dagegen nicht so angestiegen, so daß sich nur die günstig gelegenen Mühlen wieder ausreichend eindecken konnten, während frachtungünstig liegende ^Betriebe Mühe hatten, ihren Bedarf zu erhalten, wobei sie oft die erhöhte Handelsspanne von 6 Mark je Tonne bewilligen mußten. Vereinzelt wird auch die RfG. bereits mit Zuweisungen aus ihren Beständen aus- gleichen müssen. Das Braugerste-Geschäft ist abgeschlossen, wenn auch hin und wieder von der Landwirtschaft Angebote herauskommen. Die Verarbeiter zeigten sich aber zurückhaltend, ebenso für Jndustriegerfte, deren Angebot nicht mehr weiter gestiegen ist, vielmehr eher nachgelassen hat. Aus Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. 1)1. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß« lurs Schluß! Abend« börsc Schluß« lurs Schluß». Mittag« börsc Schluß« kurs Schlußl. Abend« börsc Schluß« kurs Schlußl. Mittag« börie ■Datum 21 2. 22.2. 21.2 22.2. Datum 21.2. 22-2- 21.2. 22-2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 4% desgl. Serie II ............ — — — — 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 97,25 97,4 97,4 97,4 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,45 6,4 6,3 6,5 6y2% Doung-Anleihe von 1930 .. — 103 103,25 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,25 9,25 9,15 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 4% Rumänische vercinh. Rente .. 5,4 5,35 5,4 5,3 AuSlos.-Rechten ............. 4‘/.% Deutsche Reichspostschatzan- 110,9 110,65 110,75 110,65 2 %% Anatolier............ 37,75 37,75 38 38 Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 99,9 99,9 100,1 100,1 Hamburg-Amertka-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff . O 16,4 16,5 16,25 16,25 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 _ — — 25,4 26,25 4y,% ehem. 8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12.... Norddeutscher Lloyd .........O 18,5 18,5 18,4 18,65 96,4 96,4 — _ A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 106,5 106,5 106,25 — 5y,% ehem. 4y,% Hess. Landes- Berliner Handelsgesellschaft .. « 117 117 117 117,4 Hvpothekenbank DarmstadtLiaui 101 101,4 _ _ Commerz, und Privat-Bank ... n 92,25 92,5 92,25 92,5 »y,% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverlchr. R.6 Deutsche Bank und Disconto- 92,75 92,5 _ — Gesellschaft................o 90,5 90,5 90 90,5 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Dresdner Bank..............O 90,5 90,75 90,5 90,75 Auslos.-Rechten ............. —— —- — _ Reichsbank ................ 12 186,5 186,65 186,5 186,9 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,75 — 114,75 115 *Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank A.E.G......................0 38 38,25 38 38,65 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 — Bekula.................... 10 139,75 140 140 140,25 6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtefe....... Elektr. LieferungSgesellschaft ... 5 119,25 119,4 119,25 120,4 101,45 101,3 — Licht und Kraft ........... g y. 134 134,75 134 134,75 6H% ehem. 4y,% Rheinische Felten & Guilleaume......... 4 115,5 116,25 115,75 116,25 Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 101,5 101,4 101,5 101,5 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 130 130 130 130