186. Jahrgang Gießener Anzeiger Die Staaten des Donauraumes sind ja von nie» H o J7 i3 ?3 17 4 4 ) 4 Kilometer von Dolo, L«an rer Truppen. Der Sieg hat das Land der Galla Borano, deren Führer bereits 1896 die Oberhoheit Italiens anerkannt hatten, von der unerträglichen Herrschaft der Abessinier befreit. Die Führer und Notabeln der Galla Borano haben ihre Unterwerfung angezeigt. Auch entlang des Webi Gestro haben Führer und Notabeln der Galla A r u s s i ihre Unterwerfung angezeigt. 42-04 0,139 3,053 54 92 46,90 UZ 168'97 19-9 0,7 5,6(6 61-76 49,05 11.16 63.40 81.00 33 98 10.295 2,487 Auf der Suche nach dem Nachfolger. Herriot dürfte ablehnen. '3 6 7 ebot von deut- Auslesen gut, unverändert. II 18 bis 22, nänen 20 bis Kiste zirka 40 elbe 16,50 bis 30,00, Apfel' 5 28, Blut 22 bannen 16 bis iaen 50 Pind Zitronen Kiste Die gegenseitige Hilfeieifiung der Ganktiqpsmä'chte. Paris, 23.Ian. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Rücktritt der Regierung Laval weiß die Pariser Presse wenig neues zu sagen, da alle Gründe für und wider bereits ausführlich und wiederholt in den letzten Tagen dargelegt worden sind. So begnügen sich die Blätter im allgemeinen mit Berichten über die Ereignisse des Mittwoch. Von diesen erscheint ihnen als bemerkenswertestes, daß die Sozialisten sehr deutlich zu verstehen geben, sie seien geneigt, eine Regierung der Mitte auf breiter Grundlage zu unterstützen, wenn die „republikanischen Freiheiten" gewährleistet seien. Auch eine rein radikalso- z i a l i st i s ch e Regierung würde, wie Leon Blum im „Populaire" schreibt, die Unterstützung der Sozialisten finden. Dem „Figaro" wie auch anderen Blättern der Rechten erscheint es vor allem notwendig, die politische Ungewißheit zu beseitigen. Entweder bestehe die Lavalsche Mehrheit in der Kammer nach wie vor, was leicht festzustellen wäre, oder man müsse eine neue Mehrheit finden. Sei auf keine Art eine Mehrheit zu finden, müsse man die Kammer auflösen, was aber nur durch ein Kabinett aus Senatoren geschehen könnte, das so neutral wie nur möglich sein müßte. Das radikalsozialistische „Oeuvre" meint, es sei durchaus nicht so, daß nun unbedingt d i e Radi- kalsozialisten die Regierungsumbildung übernehmen müßten, da sie das Kabinett gestürzt hät- Genf, 22. Ian. (DNB.) Der englische Außenminister Eden hat in einem Schreiben an ben Präsidenten der S a n k t i o n s k o n f e r e n z das Ergebnis des Meinungsaustausches der englischen Negierung mit Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei mitgeteilt. Die britische Regierung habe festzustellen gesucht, ob im Falle besonderer Maßnahmen militärischer Art durch Italien gegen Großbritannien die französische, die griechische, die türkische und die jugoslawische Regierung bereit und in der Lage sein würden, im Bedarfsfälle bei einem Widerstand gegen solche Maßnahmen m i t z u w i r k e n. Die Tatsache, daß diese Besprechungen zwischen den französischen und den britischen Stäben stattgefuv.den haben, hat in gewissen Kreisen zu der Behauptung geführt, daß die Besprechungen sich nicht nur auf die Lage im Blittel- meer, wie sie sich aus der Anwendung von Art. 16 der Völkerbundssahung ergibt, sondern auch auf die Nordo st grenze Frankreichs bezogen haben. Die Regierung Seiner Majestät wünscht zu erklären, daß jede derartige Behauptung unwahr ist. Die Besprechungen zwischen den beiden Stäben, die stattgefunden haben, beschränkten sich durchaus auf eine gemeinsame Aktion für den Falt, daß aus der Anwendung von Sanktionen im gegenwärtigen Konflikt Feindseligkeiten im Mittel- m e e r entstehen sollten. Sie haben sich niemals auf irgendeinen anderen Fall bezogen. Gleichzeitig mit der englischen Denkschrift wird ein Schreiben des französischen Vertreters an den Präsidenten der Sanktionskonserenz veröffentlicht, worin erklärt wird: Die französische Regierung legt die Verpflichtung der Völkerbundsmitglieder zugunsten derjenigen, die bei Anwendung des Artikels 16 Angriffen des paktbrüchigen Staates ausgesetzt sind, dahin aus, daß sie eine unbegrenzte Arbeitsgemeinschaft hinsichtlich des Beistandes zu Lande, zur See und in der Luft bedeutet. Die britische Regierung hat der französischen Regierung die Zusicherung gegeben, daß sie gegenüber Italien die Initiative zu keiner Maßnahme ergreifen werde, die nicht mit den vom Völkerbund getroffenen Maßnahmen im Einklang stünden. Gestützt auf diese Zusicherung, fallt es der französischen Regierung leicht, zu bestätigen, daß Großbritannien im Falle eines etwaigen Angriffes Italiens gegen Großbritannien aus Anlaß der internationalen Aktion die Unterstützung Frankreich im voraus zugesichert hat. Der Meinungsaustausch habe übrigens in nichts den Anwendungsbereich der gemeinsamen Verpflichtungen überschritten die die Mitglieder des Völkerbundes öffentlich uber- Jn dieser Atmosphäre werden sich nun die Kämpfe um die Regierungsbildung einerseits und um die Gestaltung der französischen Wahlen andererseits abspielen. Das fatale Erbe aber, das eine neue französische Regierung antreten muß, heißt — leere Kassen, beiläufig im Staat des zweitgrößten Goldschatzes der Erde. Was der französische Finanzminister noch vor dem 1. Juli nur an den allernotwendigsten Geldern wie Gehältern, Zinsendiensten, Arbeitsbeschasfung usw. aufbringen muß, macht nicht weniger als elf Milliarden Francs aus Gewiß, der Staatshaushalt ist auf Grund des ungeheuren Paketes von über 400 Notverordnungen Lavals und auf Grund der dadurch erzwungenen Sparsamkeit ausgeglichen; aber was nützt das Sparprogramm, wenn die neue Kammer als vordringlichste erste Aufgabe gleich wieder die Bewilligung neuer Mi l l iardenkredite Dor sich sieht. Niemand in den maßgeblichen Kreisen Frankreichs würde auf den Einfall kommen, z. B. an den ungeheuerlichen Summen für die Ueber- -rüstuna Frankreichs, die auf sämtliche Ministerien unter allen möglichen Deckpositionen verteilt sind, einmal zum Besten des französischen Steuerzahlers angemessene Summen einzusparen. Laval unterdessen hat vermutlich ein sarkastisches Lächeln nicht unterdrücken können, als er, ein 'sturzreifer Ministerpräsident, sich bei der Rückkehr .aus Genf auf dem Pariser Bahnhof mit Syrnpa- ithiekundgebungen empfangen fand, die in den Rufen gipfelte: '„Es lebe Laval! An den Pfahl mit .Herriot!" Er dürfte mit nicht geringem Vergnügen j festgestellt haben, daß sämtliche radikalsozialistischen Minister bei dem Empfang durch die Regierung zugegen waren — mit Ausnahme Herrn Her- ' r i o t 5. Laval weiß, daß sein Gegner nicht so großen Wert auf das Ministerpräsidium als vielmehr auf das A u ß e n m i n i ft e r i u m legt. Herriot hat ja vor dem Vollzugsausschuß seiner Partei eben erst erklärt, man müsse zu der Außenpolitik zuruck- kehren, die er selbst im Jahre 1924 eingeleitet habe und die von B r i a n d mit so großem Erfolg fort- qeführt worden sei. Das ist deutlich. Jene Politik fand ihre Krönung in der rücksichtslosen Einkrei- sungspolitik, die Barthou gegen Deutschland betrieb und die schließlich in dem um den Russenpakt gegliederten militärischen Vertragssystem ihren schärfsten Ausdruck erreichte. Wenn wir recht unterrichtet sind, wird Laval den seit Monaten gegen ihn betriebenen Mano- vern Herriots jetzt auf die nächstliegende Weise die Spitze bieten, indem er eine erneute Betrauung ablehnt und dem Staatspräsidenten seinen Gegner Herriot selbst als Nachfolger empfiehlt. Im übrigen liegen die Dinge sowohl für die Zwischenzeit bis zur Wahl als auch nach der Wahl angesichts der Uneinigkeit und Tatenlosigkeit der französischen Rechten einers '"s und der Unentschlossenheit der sogenannten Volksfront andererseits völlig offen. tion. 3an. Die B brachte, gleich ertlöht- Preise mb), «die ji Bullenhaute M, Das ge« „ehr als im semartt e Gemüse» । oielfad) Der» n unb unbe> >e.. 11. a. no» I &üd, 2,25 ilat groß 25 e Rüben 2’4 bis 4, Ropb an., Pilze 30 int 1 bis 10, iinat 7 bis 12, , 6,00 Sonar, 8, Winterkohl rn1 . W 41. 54-g 12-73 16.38 168-89 61-72 4 so,z utt a. Dl. 21 5*5 SchuschniMMe nach Prag Bon unserem AO.-Berichierstaüer (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, Januar 1936. 0 ” bi, n” “nil tr. »Olli,. )pn; Df» ne ) hnH Si s‘; w 5 Die radikalsozialistischen Minister Herriot, Handelsminister Bonnet, Handelsmarinemmister B e r t r a n d und Innenminister P a g n o n haben ihren Rücktritt erklärt. Laval teilte Mit, daß er unter diesen Umständen den G e s a m t r u ck t r i t t des Kabinetts dem Präsidenten der Republik mitteilen werde. Der Präsident der Republik hat den Rücktritt angenommen und das Kabinett gebeten, vorläufig die Geschäfte weiterzufuhren. Der Präsident der Republik hat dem Kammerpräsidenten B o u i s s o n die Bildung einer neuen Regierung angeboten. Doch hat Boulsson eine ablehnende Antwort erteilt. Wie aus politischen Kreisen verlautet, dürfte H e r r i o t, der für Donnerstagvormittag zum Präsidenten der Republik berufen wurde, einen Vorschlag zur Regierungsbildung a b l e h n e n, da er im Vollzugsausschuß der Radikalsozialistischen Partei ausdrücklich geäußert habe, mit seinem Rücktritt aus dem Kabinett lediglich seine Freiheit als Staatsbürger wieder erlangen zu wollen Im Falle einer Ablehnung Herriots verlautet, daß der Staatspräsident den Vorsitzenden .der radikalsozialiftischen r kleines Ge» Kursverände» unfreundlich. rdom waren (51/50). Im st behauptet, il noch etwas rein AG. mit Notiz, ferner' 35); für Sie» auf 100 nach ns von 93,50 i unveränder-, irfehr blieben ■ 0, II. Tranche M unrühmliches Jubiläum. Es ist praktisch so gut wie bedeutungslos, ob Laval für die Zwischenzeit bis zu den Wahlen mit der Neubildung einer Uebergangs- regierung betraut wird oder ob die endgültige Entscheidung über die zukünftige Politik Frankreichs erst durch die Aufstellung eines völlig veränderten Kabinetts nach den Wahlen erfolgt. Entscheidend ist vielmehr, daß jede Regierung, die jetzt in Frankreich ans Ruder kommt, unter einem höchst fatalen Vorzeichen ein ebenso fatales Erbe antritt. Die jetzt neu zu bildende Regierung wird im Zeichen eines bedenklichen Jubiläums Frankreichs stehen, sie wird nämlich das 1OO. Kabinett der letzten 60 Jahre sein. Frankreich kommt damit auf die Rekordleistung, daß es im Durchschnitt etwa alle dreiviertel Jahr seit 1876 eine Regierung verbraucht hat. Innerhalb dieses Rekordes aber hak die gegenwärtige Kammer, deren Wahlperiode von 1932 bis 1936 dauert, noch einen Sonderrekord aufgestellt: Sie hat von ihren sämtlichen Vorgängern die meisten Regierungen ge- ten. Die Radikalsozialisten hätten nur einer zweideutigen Lage ein E n d e b e r e i t e t. Auch andere Gruppen als die Radikalsoziallsten hätten ihre Gegnerschaft gegen Lavals Politik, insbesondere gegen seine Außenpolitik bekundet. Folgerichtig müsse man also zu einer Regierung der Volksfront zu kommen versuchen. Im übrigen handle es sich bei dieser Regierungskrise um einen „W ettbewerb im Abwarten . Die kommunistische „Humanste" überschlägt sich vor Freude, daß Laval „davon gejagt" sei und schreibt Die Negierungskrisis in Frankreich. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Laval. - Ein Llebergangsregime bis zu den Wahlen Kammerfraktion, D e l b o s , mit der Kabinettsbildung beauftragen werde. Falls auch Delbos, was wahrscheinlich sei, ablehnen sollte, werde wohl e i n Senator der demokratischen Linken mit der Regierungsbildung betraut werden. In politischen Kreisen nennt man den Finanzmimster im gestürzten Kabinett Laval, Regnier, und den früheren Ministerpräsidenten und Senator S a r r a u t als etwaige Nachfolger Lavals. Wellbewerb im Abwarten. Die Pariser Presse über die Möglichkeiten der Regierungsbildung. s ck. 19 Erster Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 23. Januarl« , .. ... , . . __ _ Annahme von Anzeigen flBW * _ EÄGS sss&as miAHAUAM h1 Heimat im Bild Die Scholle ■ ■ MM H Z H H HflV MW H H M V WM I 17 H für Anzeigen von 22 mm Monats-vezugrpreir: M WM K W7 H4 87 W H R7 ■ # ■ ■ | WWW W Breite 7 Rpf, für Text. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 U V W W KF W W H 89 W JL JES W H wl WWW B W anzeigenvon70mmBreite SS«- : -» WIIVIIV W V> I w IV W’vlW W ÄittSÄ U v -*r , infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein. General-Anzeiger nr Vberhcssen AZ-Z nchten. feiger Hießen V w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. zronNnrt?m Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlusse Staffel 8 ;[(1nbsrenten 15 iiad). lJ*e einigen j9Qben sich ,uf 51 (52,65) W , nach -P1 Geschäft Zuckert mit ment heidel- °uf 126,75 l.nal:Umid)uI. 1’B notierten '^8en be» gelten 4,5 [0) und öto. Wn lagen 'bnesen no» Franks. n'eii)en lagen rändert. Ta» Als noch zur Zeit der Staatspräsidentschaft Ma- saryks der tschechische Agrarier Hodscha an die Spitze der Regierung gestellt wurde, gab es Leute genug, die aus Grund alter Gegensätze die Meinung hegten, Hodscha würde für eine Aenderung der bisher vom damaligen Außenminister und jetzigen Pra- sidenten Benesch verfolgten außenpolitischen Lime der Tschechoslowakei sorgen. Diese Auffassung war falsch. Wenn es einen letzten Zweifel gegeben hätte, so müßte er durch die Aussprüche beseitigt worden sein, die Hodscha, der unterdessen auch noch Prager u^uu., vMD -—- ,,7--.. n-.-o- , - ■ - Außenminister geworden ist, anläßlich der Reise derKommunistischenParteldas Verdienst b e5 österreichischen Bundeskanzlers an diesem Siege zu. nach Prag getan hat. Geradezu mit Entrüstung Heuer Frankensturz. (ea5n SÜ Di- Rückwirkung der Regierungskrisis 'n7r m London. Lauf kollektiver Basi s", als „kollektive London, 23. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der Sicherheit" denkbar, denn die Sicherheit sei unteil- Rücktritt Lavals findet in der englischen Presse, bar. Er kündete dann an, daß die Reise Schuschniggs deren Spalten nach wie vor mit langen Berichten foie Errichtung solcher „kollektiver Sicherheiten na- vom Tode Königs Georg erfüllt sind, nur tz e - mentlich im Donauraum der Verwirklichung naheringe Beachtung. Das Arbeiterblatt „Daily gebracht habe. Das Wort ist während Schuschniggs H e r a l d" frohlockt, daß nun der e i n z i g e w i r k - Anwesenheit in Prag nicht ausgesprochen worden, liche Gegner weiterer Sühnemaß- man sieht aber schon aus diesen Darlegungen Hod- nghmen gegen Italien verschwunden schas, daß es sich um nichts anderes als um das sei. Sein Nachfolger, wer er auch immer sein möge, Wiederaufleben der alten Donau- werde sicherlich mehr völkerbundssreundlich und p g k t p l ä n e handelt. weniger italienfreundlich fein. Das Blatt glaubt Es wurde halbamtlich mitgeteilt, daß auf dem ferner, daß jede neue französische Regierung sich Wege dazu zunächst der im Mai 1936 ablaufends in ihrer Außenpolitik enger an England an- zehnjährige Schiedsvertrag zwischen passen werde als Laval. Oe st erreich und der Tschechoslowakei Die französische Kabinettskrise hat eine neue erneuert und in mehrfacher Hinsicht 3» einem Flucht aus dem Franken auf dem Londoner Freundschaftspakt erweitert werden würde. In hie= Kapitalmarkt zur Folge. Wie bei früheren Gelegen- sem Zusammenhang gewinnen die Worte Schusch- heiten wurde der britische Währungsausgleichssond niqgs an Bedeutung, die er zu dem Vertreter einer eingesetzt, um dem Franken zu Hilfe zu kommen Film-Wochenschau vor seiner Abreise aus Prag und einen Kurssturz zu vermeiden. Nach dem „News sagte: Er nehme von seiner Prager Reise die lieber- Chronicle" sollen gestern 300 bis 400 Millionen zeugung mit, daß „die freundnachbarlichen Bezre- Franken vom englischen Ausgleichsfond aufgekauft Hungen der beiden Staaten ein- für allemal geworden fein. Nach einer Meldung des „Matin" festigt und gesichert" seien. Der Ton liegt auf den : sind in drei Tagen vom 19. bis 21. Januar bereits Worten „ein- für allemal". Der endgutlige Text des : über 600 Millionen Franken Gold aus den Kellern österreichisch-tschechischen Vertrages ist noch nicht : der Bank von Frankreich ins Ausland abgeflossen, vereinbart, sondern nur vorbesprochen worden. Man wird sich also nicht wundern dürfen, wenn darin nicht nur Konsultativbestimmungen, sondern auch die Zusicherung gegenseitiger 55 i l f e und das Wort von einer „ewigen Freundschaft" beider Staaten aufbauchen sollte. Niemand würde darüber erschrecken, denn wenn etwas wahr ist, so ist es das Wort von den Zeiten, die sich ebenso wie die Menschen ändern. Auch die Staaten nommen haben. Infolgedessen kann sich daraus kei-Ibleiben bekanntlich von dieser Tatsache nicht unbe- nerlei Ueberraschung noch Miß v er -rührt, wenn es auch gern übersehen wird, ft ä n b n i 5 in der Weltmeinung darüber ergeben. Der bevorstehende tschechoslowaklsch-osterreichische Pakt ist nach Hodschas Worten als der Anfang „zu iWOteftim einer Annäherung zwischen den Staaten der yiVilinWU Kleinen Entente und den Staaten der ro- Die italienische Regierung hat bereits in den ver- mischen Verträge" Überhaupt anzusehen, schiedenen Hauptstädten gegen das englische Dor- erinnert sich, daß in den römischen Protogehen zur Sicherung der Hilfeleistung auf Grund fo[Ien ber Beitritt anderer Staaten dazu vorgesehen von Artikel 16 Absatz 3 Einspruch erhoben Offen bleibt nur die Frage, warum der und eine Note an den Völkerbundsrat angekun- ^obfcba plötzlich erklärt, es fei „sozusagen dreiviertel digt. Darin soll ausgeführt werden, daß die Or- Fmölf" und höchste Zeit zu dieser Art mitteleuro- ganisierung der militärischen Hilfeleistung auf I päischen Annäherung, die sich bis Sizilien erftrecft. Grund der Völkerbundsoerpflichtungen A n g e l e» $ie Staaten des Donauraumes sind ja v 0 n nie- 0 enheit d e s Völkerbundsrates fei, unömanö(?m bedroht. Auf der anderen Seite hin- daß die englische Regierung durch die Entsendung qegen fcie Haltung des Völkerbundes zu Italien von Kriegsschiffen ins Mittelmeer den Entfcheidun-1 einfeitiq festgelegt, wenn auch heute noch niemand gen des Rates in unzuverlässiger Weise vor ge- |aqen fann ofc sich dieses Verhältnis im Sinne griffen habe. Ieiner Verschärfung weiterentwickeln wird. In einem solchen Falle könnte die gelegentlich Schuschniggs Sefud) VtX vklN lOtßnflQlCn \w^ von allen Seiten so sehr betonte Völkerbunds- ä ! ergebenheit dieses neuen Blocks einer harten Probe Adv öfllell. ausgesetzt sein. . 9? qnn lDNBl Bei dem 3n politischen Kreisen hegt man die Meinung, Addis Abeba, 22. Jan. (DJtsj -oei oem gchufcbniaa spiele ein hohes Spiel, wenn er heute Aufstand in der Provinz Gocham waren ®enid)te ^twa auf eine sich vorbereitende englischaufgetaucht, der schere Herrscher dies^ Provmz Verständigung baue. Vor etwa acht Ras H ° i I u f« ne r g. f t et worben Ras Hm u Republique" - und der mit dem entthronten Kaiser ^'dsch Jassu 1^9 P^rkung wurde auch vom Prager „desto eng befreunöet geroe{en 4t mar^1932 m tJem m \Q[ovio^ ba5 öem Prager Außenministerium nabe- Sohn m der Nahe von Addis Abeba 3 e Langen I ^iedergegeben —, Wien, das drei Jahre allein gesetzt worden Der Negus hat es dr^ Pr4, - bie italienische Karte gesetzt habe, sehe heute vertrettrn gestattet, Ras Hailu zu besuchem Der gtaHen5 Schwierigkeiten in der weiteren Durch- Ras ist m den Gemächern des Kronprinzen von ^h^-ung des abessinischen Abenteuers. „Wien fürch- Abessinien untergebracht. Der Ras erk arte!, erbe-1 Italien in der Frage einer Verbindung fi"de sich se lt d r er I a hren rne s tir A Oesterreichs mit Deutschland (Anschluß) Deutschland geschlossenheit und werde wie n ^^nüber weniger unnachgiebig werden konnte. Freund behandelt. Man habe J Jeine kny biefer Laae will Oesterreich offenbar zu der sämtlichen Wurden gela en, und es sei ihm gesiat- enischen Bürgschaft für seine Unabhängiakeit tet worden, den kaiserlichen Garten zu Spazrer- ^emnyen o sl o w a ki s ch e bekom- gängen zu benutzen. Ras Hallu wußte nichts men°) Oesterreichs Bundeskanzler überzeugte sich, von, daß Abessinien mit Italien Krieg fuhrt. eg $ur Sicherung dieser Unabhängigkeit auch Graziams Vormarsch im Süden üb?r Italien und die (Erneuerung ber Monarchie. Fast 400 km nach Norden Vorgetrieben. ^uerun?ber ^emotraH0? unb zur Zusammenarbeit Rom 22 Jan. (DNB.) Der italienische Heeres- mit ben Staaten,^ die ergebene Mitglieber des bericht meldet weitere Fortschritte der Offensive des Völkerbundes sind. Aehnliche Meldungen enthielt GeÄral^ ^Lraz?ani Dragoner und Ulanen von die gesamte tschechische Pre se. Daß man diese Aosta haben unter Ueberwindung lebhaften Wider-Stimmen im Reich.verzeichnete und dazu Stellung standes de/Gegners Negelli, die Hauptstadt ber nahm, ist begreiflich^ Nun behauptet man m m Galla Borano, besetzt. Negelli befinbet sich 380 unb Prag, diese Meldungen waren - m Berlm - ' dem Ausgangspunkt unse- erfunden worden! Das heißt doch die Dinge auf - ■ " ' 1 " 'den Kopf stellen. Hingegen müssen ganz andere Widerspruche test- aestellt werden. So hat Schuscbniag in feinem iwr» trag, welchen er im Prager Jndustriellenklub gehalten hat, auf das dringlichste davor gewarnt, die Zusammenarbeit der Staaten im Donauraum anders als auf wirtschaftlichem Gebiete aufzubauen. Polittk könne da nur schaden! fco sprach er, geschehen ist aber das gerade Gegenteil, denn die erwähnten politischen Abmachungen zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei wurden fertiggestellt, die viel dringendere Frage »iner Verbesserung der Wirtschaftslage im Donau- raum jedoch wurde wie gewöhnlich zunächst der Beratung der Fachleute überlassen. Tatsächlich gibt es ja auf diesem Wege noch Schwierigkeiten genug, die auch durch den sogenannten Hodscha-Plan einer „Donaugetreidezentrale" nicht so rasch aus dem Wege geschafft werden können, ebensowenig durch sein gutes Zureden an England, es solle doch einen Teil seiner Getreidebezüge aus den Staaten des Donauraumes nehmen! Er selbst hat auf die Qualität des überseeischen Getreides und auf den billigen Preis hingewiesen, was für England bisher bestimmend gewesen sei. Schließlich gibt es ja auch noch Ottowa-Verträge ... Ob man nicht England etwas viel zumutet, wenn man von ihm verlangt, sein Interesse an den Donaustaaten mit der Abnahme teueren Getreides zu bezahlen, wird die Zukunft zeigen. Niemand wird es dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten verübeln, daß er einen Absatz für den Getreideüberschuß der Donauländer sucht, an dem auch die Tschechoslowakei leidet. Im Gegenteil — alle Nachbarstaaten sind an ihrer wirklichen Sanierung interessiert. Gerade durch diesen Ruf nach England wird doch vor aller Oeffentlichkeit bewiesen, daß die Donaustaaten allein auch durch einen formellen Zusammenschluß weder einander wirtschaftlich zu genügen, noch zu helfen vermögen. Von Hodscha stammt bekanntlich der Plan, einen Staatenblock vom Finnischen Meerbusen bis zur Südspitze Griechenlands zu errichten, und zweifellos waren feine Besprechungen mit Schuschnigg eine Etappe auf der berechtigten Belange der Danziger Bevölkerung gewährleisten. Wie nicht anders zu erwarten, benutzte der Vertreter der Sowjetunion Litwinow eifrig die Gelegenheit, in der Rolle eines internationalen Sittenrichters aufzutreten. Litwinow sprach von einer Verkennung oder sogar Verletzung internationaler Verpflichtungen (!). Das Recht müsse eingehalten werden. Wenn man Verträge als Papierfetzen behandele, könne kein Friede sein, keine Ordnung bestehen bleiben, und Macht und nationaler Egoismus würden allein maßgebend sein. Deshalb dürfe auch der kleinste Fall von Rechtsverletzung gerade in der gegenwärtigen Lage nicht hingehen. Aus einer solchen Unterlassung können die ernstesten Folgen entstehen. Hoffentlich werde der Rat seinen Willen unmißverständlich zum Ausdruck bringen und den Danziger Senat an seine feierlichen Versprechungen erinnern. Der Kommissar in Danzig L e st e r verwahrte sich dagegen, daß er gegen eine bestimmte Partei eingenommen sei und betonte, daß er die Anwendung nationalsozialistischer Grundsätze, soweit sie nicht gegen die Verfassung verstoßen, durchaus gerechtfertigt finde. Der Danztzer Senaisprasideni Greiser erklärte, daß die Regierung der Freien Stadt Danzig niemals und in keiner Weise die Absicht habe, sich irgendwie gegen das Statut der Freien St'adt Danzig zu wenden. Auch alle Befürchtungen in bezug auf die Stellung des Kommissars in Danzig seien unbegründet. Es habe in Danzig auch nicht an gutem Willen gefehlt. Es liege lediglich an einer Meinungsverschiedenheit der Juristen des Völkerbundes und der Juristen der Freien Stadt Danzig. Von den sechs Empfehlungen des Völkerbundsrates habe der Danziger Senat vier ausgeführt. Die restlichen zwei seien nicht aus Mangel an gutem Willen unausgeführt geblieben, sondern deshalb nicht, weil der Höch st e Danziger Gerichtshof in dieser Frage eine a n- dere Stellung eingenommen habe als die Völkerbundsjuristen. Wenn die Unabhängigkeit Danzigs eine Tatsache sein solle, müsse auch die Achtung vor seinen richterlichen Einrichtungen gewährleistet sein. Die Danziger Bevölkerung blicke auf den Völkerbund als eine Einrichtung, die Gerechtigkeit und Frieden verkörpere. Dies feien auch die Ideale der Danziger Bevölkerung, Danzig fei zwölf Jahre lang das Pulverfaß Europas gewefeM. Dieses Pulverfaß fei dank der nalionalfozi^ lislischen Regierung ausgeräumt worden. Ordens, Sir Gerald Wollaston, tritt in Begleitung des Lordmarschalls, der eine goldbesetzte scharlachrote Uniform trägt, vor die Menge. Er entrollt ein großes Pergament. Im gleichen Augenblick präsentieren die Truppen das Gewehr. Alle entblößen das Haupt, und der Wappenkönig verkündet, daß Prinz Eduard, „mit einer Stimme der Zunge und des Herzens zu unserem einzigen gesetzlichen und rechtmäßigen Oberhaupt proklamiert wird". Nachdem der Wappenkönig mit dem Satz geschlossen hat: „Gott schütze den König", wiederholt der Lordmarschall diese Worte. Die Artillerie feuert Salut. Eine weitere Fanfare wird geblasen und zum Schluß die Nationalhymne ge- auf diesem Wege. Politisch und geographisch — rein nach der Karte gesehen — sieht ein solcher Block sehr imposant aus. Er hat nur den Nachteil, daß auf solchem Wege nur ein überwiegender Agrarblock geschaffen wird, dessen größte Sorge wiederum es wäre, wie er seine landwirtschaftlichen Produkte absetzen könnte. Wie immer man das Ergebnis des österreichisch-tschechoslowakischen Verhandlungen anläßlich des Schuschnigg-Besuches beurteilen mag, klar ist, daß weder durch Besuche und schöne Reden, noch auch durch den besten Willen und die intimsten Verträge natürliche Tatsachen der Zusammengehörigkeit des Raumes, der Nachbarschaft und der Wirtschaft — kurz: des Blutes und des Bodens — aus der Welt geschafft werden können. Der Danziger Senat habe die Friedensideale des Völkerbundes in die Tal umgefeht. Der Senatspräsident dankte dem polnischen Außenminister Beck, daß er diese Friedensaufgabe Danzigs anerkannt habe und schloß mit einem Appell an die Ratsmitglieder, als Politiker und nicht als Juristen zu handeln und einen Ausgleich zu suchen, so wie ihn die Freie Stadt Danzig ihrerseits suche. Es werde stets die vornehmste Aufgabe der Freien Stadt Danzig bleiben, mit dem Völkerbund für die Erhaltung des Friedens und des Rechts weiterhin zusammenzuarbeiten. Eden widersprach der Erklärung des Danziger Senatspräsidenten, daß es sich bei den nicht ausgeführten Empfehlungen um geringfügige Fragen und um juristische Streitigkeiten handele. Wenn der Danziger Senatspräsident an die Ratsmitglieder appelliert habe, nicht nach dem Buchstaben, sondern nach dem Gei st des Gesetzes zu urteilen, so sei nicht notwendigerweise ein Gegensatz zwischen dem Geist und dem Buchstaben. Er werde ebenfalls in diesem Sinne seinen Bericht ausarbeiten. Die Lage könne jedenfalls nicht so bleiben, es müsse eine Lösung gefunden werden, doch sei mit dem Völkerbundskommissar zu hoffen, daß die Zusammenarbeit wieder möglich werde. — Der Ratspräsident schloß die Aussprache mit der Erklärung, daß kein Zweifel über die dringende Notwendigkeit einer Lösung bestehe. Eine Warnung an Eden. London, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse bemüht sich, die Besprechungen des Völkerbundsrates über Danzig aufzubauschen und damit — so hat es den Anschein — die Aufmerksamkeit von der ins Stocken geratenen Behandlung der italienisch-abessinischen Streitfrage abzulenken. Als einzige Zeitung kritisiert das Rothermere-Blatt „Daily Mail" den englischen Außenminister scharf, den es den „gefährlichen Mini st er Eden" nennt Eden habe eine diktatorische Linie eingeschlagen, die den deutsch-englischen Beziehungen zu schaden drohe. In der Danziger Frage sei Großbritannien nicht unmittelbar betroffen. Es habe weder die Mittel noch die Rüstungen, um sich auf eine Kreuzritter-Politik für diese entfernte Stadt an der Ostsee einzulassen. In der Vergangenheit hat England weder in der Memelfrage noch bei der Besetzung von Wilna etwas getan. Warum soll es sich stets berufen fühlen, das Kind zu schaukeln? Danzig ist eine Streitfrage, von der sich England fern halten sollte. Die ganze Angelegenheit sei nur eine weitere unselige Folgeerscheinung der Mitgliedschaft beim Völkerbund. spielt und gesungen. Die Flaggen, die bis dahin auf Halbmast gestanden hatten, steigen zur Mastspitze empor. Im Gerichtsviertel wurden die eifersüchtig gewahrten Sonderrechte der City von London durch ein rot-silbernes Band symbolisiert, das über die Straße gespannt wurde. An dieser Stelle warteten der Lordmayor, die Sheriffs, die Stadt- ältesten und die Beamten der Verwaltung der City. Der Zug der Herolde, durch eine dreifache Fanfare angekündigt, wird erst nach Erledigung althergebrachter Förmlichkeiten in die City gelassen, worauf der Lordmayor die Verlesung der Proklamation freigab. Der Zug wurde von Vorreitern der Leibgarde geführt. Hinter einer Schwadron von Gardekürassieren, deren Uniformen im Lichte der Sonne erstrahlten, folgten die vier Staatskarossen, in denen die Träger der Proklamationszeremonie saßen. Ihnen folgte der neue König. In Temple Bar, wo die Hoheitsrechte der City von London beginnen, mußte die Prozession halt- machen, und der City-Marschall fragte mit lauter Stimme: „Wer kommt dort?" Und die Antwort lautete: „Seiner Majestät Offizier, um Seine Königliche Majestät, Eduard VIII. zu proklamieren". Ein ohrenbeteubender Beifall der Menschenmenge brach durch, und die Nationalhymne wurde gesungen, lieber geschichtlichem Boden bewegte sich hierauf der Zug der Börse zu, wo d e r Lordmayor ein von einer unübersehbaren Menschenmenge begeistert aufgenommenes dreifaches Hoch auf den neuen König ausbrachte. In diesem Augenblick ruhte in der sonst so geschäftigen City jede Tätigkeit. Büroangestellte und Stenotypistinnen, Direktoren und Sekretäre, Börsenmakler und Geschäftsleute aller Art hatten sich auf dem weiten Vorplatz der Börse und in den anliegenden Straßen eingefunden, um die Verlesung der Proklamation zu hören. Soweit das Auge reichte, standen die Menschen Kopf an Kopf, und dennoch war es so still, daß jedes Wort der Proklamation deutlich wahrgenommen werden konnte. Nachdem sich dis Beifallsstürme für den neuen König gelegt hatten, führte der Lordmayor den Zug zum Mansion- House, dem Repräsentationsgebäude der City. Nach der Verkündung der Proklamation ftattete Ministerpräsident Baldwin dem neuen Köniz im Buckingham-Palast seinen ersten amt« lichen Besuch ab. In ähnlicher Weise wurde die Thronbesteigung iil der Hauptstadt von Schottland, Edinburgh, unD in Windsor verkündet. Ueberall waren gewaltige Menschenmengen Zeugen dieses pomphaften Schauspiels, das in London eine seltsame Mischung von mittelalterlichen Brauch und moderner Wissenschaft war, da an allen Stellen Mikrophone und Lautsprecher aufgestellt waren, die den feierlichen Akt in die weitere Umgebung und in die britischen Dominien übertrugen. Die Ausbohrung König Georgs in der Westminster-Halle. London, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Kapelle von Sandringham war den ganzen Mittwoch über ein Wallfahrtsort, zu dem Männer, Frauen und Kinder aus allen Bevölkerungsschichten strömten, um von dem toten König Abschied zu nehmen. Die sterbliche Hülle des Königs wird am heutigen Donnerstag von Sandringham nach London übergeführt. König Eduard und seine Brüder werden die ganze, etwa acht Kilometer- lange Strecke von der Kirche von Sandringham nach dem Bahnhof von Wolferton und wiederum von dem Londoner Bahnhof Kings Croß nach der Westminster-Halle zu Fuß hinter dem Sarg, der auf einer Lafette ruht, einher gehen. Die Königin und die übrigen Mitglieder der königlichen Familie werden ihnen im Kraftwagen folgen. Auf den Straßen, die der königliche Trauerzug kommen wird, werden 7000 Polizeibeamte Spalier bilden. In der Westminster-Halle wird der Sarg auf einem mit Purpur ausgelegten Katafalk gestellt werden. Die Reichskrone, die mit über 3000 Diamanten besetzt ist, wird den Sarg fronen. Bereits am Donnerstagabend werden sämtliche Mitglieder des Parlaments dem verstorbenen König die letzte Ehre erweisen, indem sie am Sarg vorbeischreiten. Der kommende Dienstag, an dem die Beisetzungsfeierlichkeiten für König Georg stattfinden werden, wird voraussichtlich zum allgemeinen Trauertag für ganz England erklärt werden. Die Geschäfte und Büros werden an diesem Tage geschlossen bleiben. König Eduard wird wahrscheinlich nach der Beisetzung seines Vaters eine Rundfunkbotschaft an das englische Volk und die Welt richten. Die deutsche Trauerabordnung für London. Berlin, 22. Jan. (DNB.) In persönlicher Vertretung des Führers und. Reichskanzlers und als Bert re ter derReichsregie« r u n g wird sich als Führer der deutschen Trauerdelegation zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verewigten König Georg V. von England nach London begeben der Reichsmini st er des Auswärtigen .Freiherr von Neurath. Der Delegation ist ferner angefchloffen Seine Königliche Hoheit der Herzog von Coburg. Als Vertreter der deutschen Wehrmacht gehören ihr an: General der Infanterie von Rundstedt, Admiral Albrecht, General der Flieger Kaupisch. Der deutsche Botschafter in London von H o e s ch wird ebenfalls Mitglied der deutschen Abordnung sein. Kein Vertreter Irlands bei der Königsproklamation. London, 23. Januar. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Expreß" meldet, war der Kommissar des Irischen Freistaates in London, D u - lanty, bei der feierlichen Ausrufung des neuen Königs im St.-James-Palast nicht anwesend. Auf Anfrage beim Irischen Kommissariat wurde mit- geteilt, daß sein Fernbleiben auf eine Anweisung von Dublin zurückzuführen sei. * Die Ausrufung Königs Eduards VIII. wurde in allen Staaten des britischen Weltreiches gleichzeitig vorgenommen. Wie „Daily Telegraph" meldet, machte nur der Irische Freistaat eine Ausnahme. Die irischen Behörden seien der Ansicht, daß eine förmliche Ausrufung nicht notwendig sei, da der Generalgouverneur beim Antritt seines Amtes die Treue für „König Georg, feine Erden und Nachfolger" geschworen habe. General Litzmann« 86. Geburtstag. Berlin 22. Ian. (DNB.) General Litzmann, der siegreiche Heerführer des Weltkrieges und greife Mitkämpfer des Führers, beging auf feinem Gut Neuglobfow (Mark) in aller Stille feinen 86. Geburtstag. Zahlreiche Glückwünsche von führenden Stellen der Partei, des Staates und der Wehrmacht sind dem „Sieger von Brzeziny" und dem alten treuen Nationalsozialisten zugegangen. Der Führer und Reichskanzler' sandte Genet rat Litzmann folgenden Glückwunsch: „Lieber Parteigenosse General Litzmann! Zu Ihrem heutigen 86. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche in der innigen Hoffnung, daß Sie noch recht oft diesen Tag in jenem Dritten Reich feiern mögen, für das Sie als unser alter Parteigenosse mitgefämoft haben. Ihr herzlich ergebener' Adolf Hitler." Eden als Berichterstatter. Genf, 22. Jan (DNB.) Der Völkerbundsrat trat in die Behandlung der Danziger Fragen ein. Der englische Außenminister Eden als Berichterstatter erklärte, die .zur Erörterung stehenden Fragen bezögen sich erfreulicherweise nicht auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Danzig und Polen, aber es sei bedauerlich, daß der Rat sich wieder einmal mit der Verletzung der Verfassung der Freien Stadt durch die Danziger Regierung zu beschäftigen habe. Diese Verfassung sei unter bie Garantie des Völkerbundes gestellt und der Rat sei verpflichtet, sie ausrecht- zuerhalttti. Der Rat habe zuversichtlich damit rechnen können, daß seine Empfehlungen vollständig und aufrichtig von der Danziger Regierung ausgeführt werden. Der Danziger Senatspräsident habe selbst die Versicherung abgegeben, daß der Senat entsprechende Maßnahmen treffen werde. Aber obwohl der Senat damit die von feinem Präsidenten im Mai abgegebenen Verpflichtungen verletzt habe, habe er beschlossen, in mancher Hinsicht die Empfehlungen des Rates nicht auszuführen. Weiterhin fei dieser Entschluß im Dolkstag durch dessen Präsidenten in einer Rede ausgesprochen worden, deren Wirkung nur sein konnte, eine Atmosphäre der Feindschaft und des Refsentiments gegenüber dem Rat zu schaffen. Aussprache im Rat. Der französische Delegierte Leger behauptete, es handele sich nicht um eine Einmischung in die inneren Verhältnisse Danzigs zur Förderung der einen oder anderen politischen Richtung, sondern um die Aufrechterhaltung der vertraglichen Autorität des Völkerbundes und um die Wahrung der unverzichtbaren Rechte der Danziger Bürger. Durch das Verhalten des Senats sei eine Lage entstanden, die nicht länger andauern dürfe. Der dänische Außenminister Munch sprach die Hoffnung aus, daß der Danziger Senat eine Befriedung der verschiedenen politischen Richtungen in Danzig herbeiführen und eine ersprießliche Zusammenarbeit mit dem Völkerbundskommissar herbeiführen werde. Der polnische Außenminister Beck erklärte die Befriedigung seiner Regierung darüber, wie die oft recht verwickelten Beziehungen zwischen Polen und der Freien Stadt in Zusammenhang mit dem Danziger Senat geregelt worden seien. Er habe die lieber» zeugung, daß der Senat den gleichen guten Willen in seinen Beziehungen zum Völkerbund an den Tag legen werde. Die Völkerbundsgarantie müsse Polen die unbeschränkte Ausübung seiner Grundrechte gewährleisten, dem Senat der Freien Stadt eine gewisse unerläßliche Handlungsfreiheit in der Verwaltung lassen und die Sicherstellung Oie feierliche Proklamierung Eduards VIII. Unter alten Zeremonien in der City von London. London, 21. Jan (DNB.) Vorn Balkon des St. James-Palastes wurde am Mittwochvorm ttag der dort bei winterlich-schönem Wetter versammelten Menschenmenge von einem Herold d i e Proklamation verlesen, die dem Volke die Thronbesteigung König Eduards VIII. verkündet. Sie hat in freier Uebersetzung folgenden Wortlaut: „Da es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren Herrscher König Georg V. gesegneten und ruhmreichen Angedenkens zu sich zu rufen, gebührt durch sein hinscheiden die Reichskrone von Großbritannien und Rord- irland allein und rechtmäßig dem hohen und mächtigen Fürsten Eduard. Wir, die geistigen und zeitlichen Lords dieses Königreichs veröffentlichen und proklamieren daher unter Beistand des Kronrats der verstorbenen Majestät sowie einer anderen Anzahl von Herren von Rang und des Lordmayor, der Aeltesten und der Bürger von London mit einer Stimme der Zunge und des Herzens, daß der hohe und mächtige Fürst Eduard nunmehr durch den Tod unseres verstorbenen Herrschers glücklichen Angedenkens unser einziger gesetzlicher und rechtmäßiger Lehnsherr Eduard VIII. durch die Gnade Gottes König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Rordlrland, Verteidiger des Glaubens und Kaiser von Indien wird. Ihm geloben wir volle Treue und stetigen Gehorsam aus vollem Herzen und tiefer Anhänglichkeit und bitten Gott, durch den Könige und Königinnen regieren, den königlichen Fürsten Eduard mit langen und glücklichen Jahren der Herrschaft über uns zu segnen." Das gleiche Schauspiel vollzog sich in Abständen von einer halben Stunde an drei weiteren geschichtlichen Stätten der Innenstadt, am Charing Croß, in T e rn p le Bar, dem Gerichtsviertel der Londoner City, und vor den Stufen der Königlichen Börse. Auf der ganzen Strecke von dem Palais des bisherigen Prinzen von Wales bis zur Börse hatte Militär in Khaki-Uniform Aufstellung genommen In auen vier Fällen ging der geschichtlich feierliche Akt in gleicher Weise vor sich. Trompeter eröffneten die Zeremonie mit einer langen Fanfare. Der Wappenkönig des Hofenband- Ausziehen der Wache. Unser Bild zeigt eine Abteilung der Leibgarde mit umflorter Fahne vor dem Buckmgham-Palalt. (Scherl-Bilderdienft-M.) i_____i Danzig vor dem Völkerbundsrat. Präsident Greiser begründet die Haltlosigkeit der Beschwerden des Völkerbundskommiffars M W- ■ ■ - > V* MMM SM L - - rMWM ; / M - W«VM -; & « Ä E WW WWW <- $? LA-j D KM 1'? /z y ;■ ?;> z^y,, > ^W8W D ,,-z <.^/z,v •■’ ■/'- Münchener Bierwagen aus Schnee ggestatten. der Wafbpartei, Nahas der neuen Regierung a b - «4 d lttet, hat der Führer Pascha, die Bildung N e l e h n t. Die Schließung Festausschusses für den Kölner Karneval das Freundschaftsangebot machte und feftgelegt wurde, daß Köln im Jahre 1937 mit dem ersten Sonderzug nach Mainz kommen wird. Der Gegenbesuch der Mainzer in Köln erfolgt im Jahre des 100= Jahr-Jubiläums des Mainzer Carneval-Vereins, also in der Saison 1938. Aber noch in der diesjährigen Kampagne wird die Mainz-Kölner Freundschaft zum Ausdruck kommen, und zwar durch eine Ruck-Zuck-Sendung am 23. Februar. Sie wird derart vor sich gehen, daß im Laufe der großen Prunk-Fremdensitzung in der Mainzer Narrhalla zunächst in den Gürzenich, wo die Kölner versammelt sind, das Mainzer Lied und ein Grußwort des Präsidenten Bender vom Mainzer Carneval- Berein übertragen wird und anschließend umgekehrt von Köln aus Herr Ließen eine Begrüßungsansprache an die Mainzer rn der Narrhalla richtet und der bekannte rheinische Komponist Oster mann den Kölner Karnevalsschlager singt. die Sportschule für den BDM. Die außer der Reichsakademie für Jugendführung in M ü n- ch e n zu errichtende Akademie in Braunschweig wird am Freitag die Feier der Grundsteinlegung begehen. Die Führer, die daraus hervorgehen, sollen die reinsten Träger der Weltanschauung bilden. Wir haben, so schloß Stabsführer Lauterbacher seine Ausführungen, bisher "unseren Kampf so erfolgreich führen können, weil wir in Kameradschaft angetreten und marschiert sind. Es ist notwendig, daß diese Kameradschaft auch wei- fprhin so schön und klar erhalten bleibt und immer wieder dem einzelnen Kraft und Ausdauer gibt. Kameradschaft und Disziplin sind die Voraussetzungen auch für die Arbeit im neuen Jahr. — Gebietsführer Potthoff dankte Stabsführer Lauterbacher für feine Ausführungen und versicherte im Namen der hessen-nassauischen Hitlerjugend, daß man wie bisher in treuer Pflichterfüllung hinter dem Führer stehe. Mit dem Lied „Vorwärts, vorwärts, schmettern die Fanfaren" und dem Ausmarsch der Fahnen fand die Kundgebung ihr Ende. In Eggenberg bei Graz wurden 60 Ülo« ötionalsozialisten verhaftet. Die Verhaf- litungen sollen im Zusammenhang mit der letzten ^Flugblattaktion stehen. Das ägyptische Kabinett Nessim Pascha ist gurückgetreten, um einem Kabinett der Einheitsfront Platz zu machen. Wie verlau- e Beisetzung?' Mben werben, Trauertag für Geschäfte unb ;lossen bleiben, rilich nach der ibfunfbot« e Welt richten, orbnung Vor der Ruck-Zuck-Sendung wird die Mainzer Sitzung und nach der Ruck-Zuck-Sendung die Kölner Sitzung durch den Rundfunk übertragen. Nach dieser neuen Städtefreundschaft mit Mainz marschiert heute der rheinische Karneval in einer Front. kleine köpenickiade im Hunsrück. Ein junger Mann aus dem Kreise Gummersbach im Hunsrück kleidete sich in die Uniform eines Wachtmeisters des Reichsheeres und quartierte sich einige Wochen auf dem Hunsrück ein. An Bezahlung der Logiskosten dachte er natürlich nicht. Außerdem gelang es ihm, eine ganze Anzahl Einheimischer zu bewegen, ihm durch Geldbetrag- „aus einer momentanen Geldverlegenheit" zu helfen. Schließlich genügte ihm der „Wachtmeister" nicht mehr, und er beförderte sich kurzerhand zum „Leutnant". In mehreren Orten des Hunsrücks trieb er feine Schwindeleien. In Lautzenhausen ließ der „Leutnant" einen Deutsch-Amerikaner, der eine NSG. Heber 1000 Mädel- und Jungmädelführerinnen waren am Morgen des 22. Januar in der schön geschmückten Festhalle zu einer Sondertagung des BDM. innerhalb der großen Führertagung des Gebietes und des Obergaues versammelt. Als Vertreterin der Reichsreferentin des BDM., Trude Mohr, war die Obergauführerin Hertha Stump fohl zu der Führerinnentagung gekommen. Sie Obergauführerin Elfe Wese führte die Mädel- und Jungmädelführerinnen noch einmal kurz durch das vergangene Jahr. Wieder find wir einen Schritt weiter gekommen in der Erfassung der deutschen Jugend. Der BDM. kann eine Zunahme von 18 v. H. seines bisherigen Bestandes, die Jungmädel eine Zunahme von insgesamt 34 v. H. verzeichnen. Dieses stetige Anwachsen der Mädelorganisation bedingt eine immer größere Schulung und Weiterbildung der Führerinnen, die den Mädeln die Ausrichtung geben müssen. So wurden - Der hoeschv-rd bnung fein- er Königs- Das Arbeitsprogramm der Zagend im „Jahr des Jungvolks". Gtabsführer Lauterbacher spricht aus der Führertagung der hessen-naffauischen Hitlerjugend 7B" 'uni * M "n De \atW Par« fr'dii*! ne \ ii0® LPD. Frankfurt a. M., 22. Ian. Im über« unten Schumanntheater zu Frankfurt a. M. hatten sich am Mittwochnachmittag die Führer und Führerinnen der Hitlerjugend des Gebietes Heffen- Naffau eingefunden, um hier aus dem Munde des Stellvertreters des Reichsjugendführers, des Stabs- ührers Lauterbacher, die Ausrichtung für das neue Arbeitsjahr zu empfangen und gleichzeitig ein Bekenntnis zu neuem Kampf, zu neuer Arbeit und zu weiterer treuer Gefolgschaft abzulegen. 3000 Angehörige der HI., des JV. und des BDM. üllten die würdig ausgefchmückte Halle. Nach dem Einmarsch der Fahnen fand die Aufführung des chorifchen Spieles „Ewiges Volk" von Wolfram Brockmeier statt, das einige hundert Jungen und Mädel sowie ein jugendliches Orchester eindrucksvoll zu gestalten verstanden. Gtabsfübr->r Lauterbacher kizzierte dann die Aufgaben, die von den Führern der HI. zu erfüllen find. Wenn heute jemand glaube, die Jugend bedauern zu müssen, so ruft man diesen Menschen nur das eine zu: Wir sind die glücklich st e Jugend der Welt. Wir ind es, weil uns ein gütiges Schicksal in einer Zeit geboren hat, die die größte der deutschen Geschichte überhaupt genannt werden kann. Aber wenn wir selbst unsere Arbeit richtig verstehen wollen, müssen wir wissen, daß der Kampf der Bewegung heute erst die ersten Erfolge auf dem langen Wege zum Ziel erreicht hat. Uns, der ersten jungen Generation im neuen Staat, stehen noch ungeheuere Aufgaben bevor. Der Reichsjugendführer habe dem neuen Jahr die Bezeichnung „Jahr des Jungvolks" gegeben mit der Aufgabe, die Organisation des Jungvolks und der Jungmädel zur totalen Organisation der Jugend zwischen 10 und 14 Jahren zu machen. In Zukunft werde es nur noch möglich sein, entweder mit dem 10. oder 11. Jahr in das Jungvolk bzw. zu den Jungmädeln zu kommen. Man habe sich hier nicht festgelegt, da oft im 10. Lebensjahr der Junge ober das Mädel körperlich und auch sonst noch nicht soweit sei, um in die Reihen des Jungvolks ober ber Jungmäbel aufgenommen zu werben. Der 20. April, der G e - burtstag des Führers, fei ber Tag bes Eintritts in bas Jungvolk. Von diesem Tage an beginne die Erziehungs- unb Schulungsarbeit. Wir müssen immer wieder betonen, daß die HI. niemand gezwungen hat, in ihre Reihen zu kommen. So soll es auch in alter Zukunft bleiben. Es ist ein Irrtum, wenn die Meinung verbreitet wird, die HI. habe ihr Prinzip der Freiwilligkeit aufgegeben. Die gesamte HI. wird in Zukunft jahrgangs- weife aufgebaut. Da man nun in Zukunft in die HI. bzw. in den RDM. berufen wird, bilden somit die HI. bzw. der VD7N. in ihren alleren Formationen d i e Auslese. Sie müssen die Fähigkeiten in sich fragen, die Aufgaben der Zukunft einmal zu übernehmen und zu fragen. Es werde die Schaffung einer Staats- fugend notwendig fein, die sich neben der HI., aber unter Führung von h I.- Führern, aufbauen werde, hier gehe die Erziehung und Formung der außerhalb der HI. stehenden Iugend vor sich. Die HI. beanspruche damit keineswegs die totale Erziehung der Jugend, sondern sie wolle diese Arbeit in lag die Nieberschlagshöhe in ben Monaten Februar, April, Juni, September unb Oktober. Trotz ber großen Niederschlagsmengen war bas Jahr 1935 im ganzen sonnenscheinreich. Die normale Dauer bes Sonnenscheins würbe nahezu überall etwas übertroffen. Am größten war bie Abweichung von ber normalen Sonnenscheinbauer an der Norbsee- küste, im östlichen Pommern unb in Oberbayern. Aus aller Weit. Strenge Kälte in Nordamerika. Heber bem ganzen Gebiet von Zentral-Montana bis Illinois, von ber kanabischen Grenze bis zu bem nörblichen Tal bes Staates Missouri herrschte in ben letzten Tagen eine Kälte, wie sie in biesen Gegenben seit vielen Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Zahlreiche Orte melben Temperaturen von — 29 bis 48 Grab Celsius. In Minnesota, bas —48 Grab Celsius meldete, ist ber Verkehr fast vollkommen lahmgelegt, ebenfalls bas Gefchäfts- leben. Jebe Tätigkeit im Freien ist unmöglich. Bereits zwölf Personen sinb erfroren. Die Aerzte haben alle Hänbe voll zu tun, um die Hngezählten zu behanbeln, bie sich ihre Hänbe unb ihre Füße erfroren haben. In nicht weniger als zehn Staaten wüteten s ch w e r st e W i n t e r g e w i t t e r. Die Schulen sinb in biesen Gegenben geschlossen. Zahlreiche Personen- unb Güterzüge sowie Autobusse blieben auf ben Strecken liegen. In bem Orte St. Clairsville im Staate Ohio waren Schulautobusse von den Schneestürmen völlig eingefchneit worden. In ben Autobussen befanben sich über hundert Schulkinder. Allein dem Eingreifen berittener Polizeibeamter, die nach mehrstündigem Ritte die Wagen aus bem Schnee herausschaufelten, ist es zu verdanken, daß die Kinder gerettet wurden. Strenger Winter auf Island. Auf Island herrscht ein strenger Winter, wie man ihn seit vielen Jahren nicht erlebt hat. Der Frost hält seit mehreren Wochen an, unb bie Frostzeit ist bie längste seit 15 Jahren. Durch ben Frost ist bie Versorgung Reykjaviks mit elektrischem Strom in Mitleibenschaft gezogen worden, da bie größte Kraftquelle bes örtlichen Elektrizitätswerkes Wasserfälle barstellen. Obwohl ber Stromverbrauch bereits eingeschränkt worben ist, broht ber Jnbustrie Strommangel. Der unweit von Reykjavik gelegene Dingvalls-See, ber selten für längere Zeit zufriert, trägt eine 50 Zentimeter starke Eisbecke, bie von Lastkraftwagen befahren werben kann. Der rheinische Karneval in einer Front. In ber Geschichte bes Mainzer Karnevals war ber 20. Januar ein benfroürbiger Tag. Die Verbinbung ber Domstabt Köln im Karneval, bie bisher mit München bestaub, wirb nunmehr mit ber Hochburg Mainz ausgenommen unb in ben fommenben Jahren ausgebaut. Die erste gemeinschaftliche Aussprache hat bereits in Mainz statt- gefunben, wobei Hießen als Vorsitzender des Reichs- und Gaufeiieriagung in München. München, 22. Jan. (DNB.) In München fand unter bem Vorsitz bes Stellvertreters bes Führers unb in Anwesenheit sämtlicher Reichsleiter, Gauleiter unb Amtsleiter ber Reichsleitung die erste Gauleitertagung bes 4. Jahres ber nationalsozialistischen Revolution statt. Vor bem Eintritt in bie Beratungen gebachte ber Stellvertreter bes Führers in bewegten Worten bes im letzten Jahr verstorbenen Gauleiters Hauptmann Löper. Von ben einzelnen Punkten ber Tagesorbnung, in beren Mittelpunkt vor allem wirtschaftliche Fragen stanben, fanben bie mit ber beutschen Ernährung s l a g e zufammenhängenben Fragen besonders Interesse. Es kam zum Ausbruck, baß bie ent- ftanbenen vorübergehenben Verknappungen ihren wesentlichen Grunb in ber burch ben nationalsozialistischen Aufbau hervorgerufenen Verbesserung ber Lebenshaltung von Millionen von Familien gehabt Haden unb baß bas Ver- ftänbnis unb bie innere Haltung bes beutschen Volkes in biesen Fragen vorbilblich gewesen seien. Des weiteren würben Anregungen für bie Fortführung ber Arbeitsschlacht sowie Einzel- fragen ber Betreuung bes Hanbwerks unb Hanbels besprochen. In ber Tagung ber Reichsleiter erstatteten bie einzelnen Reichsleiter Bericht über bie Entwickelung ihres Tätigkeitsgebietes, wobei bie erfreulichen Fortschritte ber Parteiarbeit im abgelaufenen Jahr festgestellt, aber auch einzelne Schwierigkeiten, bie hier unb bort oorübergehenb zu überroinben waren, einer offenen unb aufmerksamen Prüfung unterzogen würben. Es kam babei ber Wille zum Ausdruck, bie bewährte Energie und weltanschauliche .Kraft ber Partei in bie Aufwärtsentwicklung auf wirtschaftlichem unb sozia- ll e m (9 e b i e t weiterhin aufs schärfste zum Einsatz ;zu bringen. Schollplatten im "Runbfunf Berlin, 22. Jan. (DNB.) Wie bie Justizpresse- ' stelle Berlin mitteilt, steht vor bem 27. Zivilsenat bes E Kammergerichts als Berufungsinstanz am Montag .zur münblichen Verhanblung ber sog. Schallplatten- : Prozeß an. Eine Reihe von beutschen Schallplatten- Ifabrifen hatte gegen bie Reichsrunbsunkgesellschaft «einen Rechtsstreit angestrengt zur gerichtlichen Ent- Ischeibung über bie Frage, ob bie Reichsrunbsunk- igesellschaft berechtigt ist,'Schallplatten im Runbfunk »zu Gehör zu bringen, ohne bafür eine befonbere »Entschäbigung an bie einzelnen Schallplatten- Ihersteller zu entrichten. Die bisherigen Termine vor ibem Kammergericht, bie bem Versuche bienten, statt Iber gerichtlichen Entscheidung ber höheren Instanz «eine vertragliche Regelung unter ben Par- Iteien zu erhalten, haben nicht zum Ziele ge- ! führt. Wieder douafudwncien in Eupen. Eupen, 22. Jan. (DNB.) Am Dienstag wur- Iden bei vier Eupener Einwohnern, von denen drei IMitglieber bes Eupener Segelflug- id e r e t n s sinb unb ber vierte ein Flame ist, von iEupener ©enbarmerie Haussuchungen vorge- mommen. Offenbar suchte man nach politischem 'Material, boch hat man nichts irgenbroie Belasten- ides finben können. Beschlagnahmt würben u. a. Hitler-Bilder unb Hakenkreuzfah- men sowie ein Aschenbecher, ber mit einer Haken- Vreuzsahne versehen war. Der Zweck ber Maßnahme nnurbe nicht bekanntgegeben. Vor ber Haussuchung nourbe eine Bescheinigung in französischer Sprache roorgelegt, baß bie Haussuchung vorzunehmen sei. Meine politische Nachrichten. Der amerikanische Marineminister S w a n s o n «rklärte, bas Marineamt werbe bem neuen beut« ssschen Luftschiff LZ 129 bei feiner geplanten Transatlantikfahrt bie Benutzung ber Ein- arid)tungen ber amerikanischen Marineflugstationen iän Lakehurst, New Jersey unb Miami in Florida Zusammenwirken mit dem Elternhaus und der Schule durchführen. Die Slaatsjugend selbst werde nach dem Wunsche des Führers im Laufe der nächsten Iahre entstehen, denn es feien ungeheuere Vorarbeiten zu erledigen. Schließlich machte Stabsführer Lauterbacher Ausführungen über bie Voraussetzungen zur Eignung für bas Führertum Mehr als bisher fei es notwenbig, unsere Führer unb Führerinnen zu schulen unb für ben Nachwuchs zu sorgen. Wer von vornherein bie Führerqualität nicht in sich trage, bem könne man sie auch nicht anerziehen. Wir haben bas Prinzip ber jungen Führung, b. h. wir wollen bie jungen Menschen schon vor große Aufgaben st e l - [ e n. Da wir nicht nur Menschen unb Führer für unsere Jugenb, sonbern auch für bie Einrichtungen ber Partei unb bes Staates brauchen, hat ber Reichsjugenbführer bie Schaffung einer höchsten beutschen Erziehungseinrichtung für Führer unb Führerinnen befohlen, nämlich bie Akabemie für bie beutfche Jugenbführung unb daß sie verstauben haben, baß ber Körper g e • f u n b unb wiberstandsfähig fein muß, um bie hohen Pflichten erfüllen zu können, bie jeher einzelnen gestellt werben. Unb enblich bewiesen Möbel unb Jungmäbel burch ihren frohen Einsatz für bas DZ H W., baß sie mitten im Volk stehen unb stolz an ihrem Platz am Aufbau mitarbeiten wollen. Das war bas vergangene Jahr. Dor uns liegt ein großer Pack Arbeit, aber vor uns steht auch bas Wort bes Führers, ber uns fein unumschränktes Vertrauen schenkt. Er wirb i m kommenben Jahre große Ansorberun- g e n an uns stellen, barum wollen wir uns noch mehr in bie Arbeit fnieen, wollen vor allen Dingen eine st ä r k e r e Auswahl treffen. BDM.- Mäbel sollen nur bie beften fein. Mit Mut und frohem Stolz wollen wir an bie Arbeit gehen. Die Vertreterin der Reichsreferentin Obergauführerin Hertha Stumpfohl betonte noch einmal ernst, baß große Aufgaben uns gestellt werben, baß hohe Verantwortung uns auferlegt wirb, ben Führerinnen insbefonbers. Der Führer schenkt ber Hitter-Jugenb burch bie Schaffung ber Reichsjugenb, über deren nähere Bestimmungen bie nächste Zeit Aufklärung geben wirb, ein großes Vertrauen, bas wir uns zu verbi e n e n haben. Weiterhin zeigt uns ber Plan bes Führers, in Berchtesgaden ganz dicht bei Haus Wachenfeld eine Reichssportschule des BDM. entstehen zu lassen, wie sehr der Führer uns in ben gesamten Aufbauplan bes beutschen Volkes einbaut. Auf biefer Reichssportschule sollen bie Führerinnen unb (Sportreferentinnen weit- gehenbst geschult werben. Der Führer selbst wirb sich von ber geleisteten Arbeit überzeugen. Das Jahr 1936 ist bas Jahr bes Deutschen Jungvolkes, bamit ein Jahr ber Deutschen Jungmäbel. Hnsere Arbeit wirb es sein, noch mehr als bisher bie Jugenblichen zwischen 10 unb 14 Jahren zu erfassen. Ü> e r U n i d e r f i t ä t Paris ist noch nicht roieber Aufgehoben worben. Runb 6000 Rechtsstubenten iforbern bie Entlassung bes Professors I ö z e, ber Abessinien in Genf vertrat. Die Stubenten ber Mebizin unterstützen die Forderung. Das Erzie- chungsministerium hat die baldige Wlederaufnahme Iber Vorlesungen in Aussicht gestellt. Kunil und 550-Zahrfeier der Universität Heidelberg. Die Ruprecht-Karl-Hniversität in Heidelberg, ttiie im Jahre 1386 gegründete älteste Hochschule bes Deutschen Reiches, begeht in ben Tagen vom 27. ckis 30. Juni 1936 die Feier ihres 550jährigen Bestehens unter Teilnahme ber Reichs- unb Staatsregierungen, ber Partei unb ihrer Gliebe- Tungen, ber führenben Männer bes beutschen Geisteslebens unb ber heroorragenben Vertreter ber Wissenschaften aller Kulturvölker. Kurz vorher wirb bie internationale Hochschulkonferenz in Heibel- iberg tagen, beren Teilnehmer bei ben anschließen- Den Jubiläumsfeierlichkeiten zugegen fein werben. Die Festfolge sieht eine Reihe von Veranstaltungen wor, bei benen bie lebenbige Verbinbung von jahrhundertealter deutscher Geistestrabition mit bem Sinn unb ber Aufgabe ber Wissenschaft bes natto- malsozialistischen Reiches zum Ausdruck kommen wirb. Das Wetter im Fahre 1935. Das neue Heft von „Wirtschaft unb Statistik" Dringt einen kurzen Heberblick bes Reichsamts für Wetterbienst über ben Witterungschar a Mer Ü e 5 Jahres 1935. Danach war bas Jahr 1935 i m ganzen überdurchschnittlich warm. Allerdings gilt dies nicht für alle Monate: bem warmen Juni ging überall ein kalter Mcn vorauf; in Oft- unb Sübbeutfchlanb war auch ber Januar ungewöhnlich kalt, währenb ber Februar wieder iourchgehenb milbe war. Auch bie Niederschlagsmengen waren im allgemeinen etwas ubernormaL In Ostpreußen, bem Sauerlanb, bem Schwarzwald unb ben Alpen würben 140 v. H. ber normalen Niederschlagshöhe erreicht unb zum Teil sogar noch Iberschritten. Beträchtlich über der normalen Hohe che Iraner^ i eamte Spalier > alle wird ber . egten Katafalk j , bie mit über Sarg fröpen. ämtlitfje Mik- , rbenen fiöniq Sarg vorbei« iomm'sty London, 2)u mg des neuen an»«!'" riattn«6'”, ine«""1 ifel W Mron n । ' 8id)teÖr Ifon J °°»1 ÄK 5%- S*' ’fe ZÄ \ fbet ®h).n‘ “llon Iktteti " “'n Sönit ft"> amt' in un> öaren qeiDQf. pomphafte, me Mischung >. ?;ner Wissen. roPhone und eJ feierliche, britische, * ber Rechtsfakultät wotr k w 2 A' Bifez BK^x j r/T L vYj Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl’schen Druckerei Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den Bießener Anzeiger Stflöttöeaier Ziehen 362d Freit., 24. ftan 2°-22.3° Ubr ' .IS.BorueUung lmFreit.-Abonrr. Vre'se von 0.4Obt§2.50»/9Ji, ^rftauf fübtmtg er Kanzler _ von Tirol Schauspiel von Josef Wenter Spielleitung: Kurt Lüpke. [Verschiedenes | Kaul o. Beteiligung sucht auswärtig. Kaufmann an solidem Unternehmen mit ML 20-60000 - nur, wenn wirklich rentab. Ausführliche schriftl. Angeb. u. 433D an d. Gieß. Anz. Die Kameradschaften werden gebeten, d. (Lin- ladungzumVor- trag Kapitän ® chmehl »soVerfnbtten o KreuzcrsWolf i^oedjylugaeuöd Wölfchen" in der Neuen Aula der Universität am 24 1.36, 20 Uhr, Zahlreich ftolge N leisten «en Karten zu 23 Pf. a. d. Abendkasse. 9ri5fGd)gr.®!eBen _ Sonntag 26. Jan., 14 Uhr Jahreshauptversammlung bei „Hovfeld" (fiepen. B. 435P Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Osbund) Samstag, d. 25. d.M., 20.30 Uhr Jahres- aufgeklärt werden. Am Abend des 6. November mar es in einer Wirtschaft in Urmitz zu Auseinandersetzungen zwischen mehreren Einwohnern und drei Matrosen des Dampfers „Raga" gekommen. Nach Beilegung des Streites verließen die Matrosen einzeln die Wirtschaft; jedoch nur zwei von ihnen kehrten auf das Schiff zurück, während der dritte, Gabel, verschwunden blieb. Bis heute hat man seine Leiche nicht auffinden können. Auf Grund der Zeugenaussagen konnte jetzt in Duisburg der Hauptbeschuldigte Wilhelm Höfer festgenommen werden. Bei seiner Vernehmung gab er an, von dem ganzen Vorfall nichts mehr zu wissen, da er an jenem Abend schwer betrunken gewesen sei und sich an keine Einzelheiten mehr erinnern könne. Nach der Gegenüberstellung mit den Hauptzeugen mußte Höfer aber zugeben, daß er den Matrosen Gabel damals in den hochgehenden Rhein g e st o ß e n und Göbels Rettungsversuche verhindert hat, so daß dieser schließlich ertrank. Mörder zum Tode verurteilt. Das altmärkische Schwurgericht in Stendal verurteilte den 39 Jahre alten Andreas Vage aus Graß-Gantersleben bei Neuhaldensleben wegen Mordes zum Tode. Der Angeklagte hatte am 3. Dezember vorigen Jahres seine Braut, die 34 Jahre alte Meta Appel aus Reetz, in einem in der Nähe Stendals gelegenen Wald ermordet. Er raubte dann die Ersparnisse des Mädchens in Höhe von etwa 1000 Mark und deren Koffer mit Wäsche. Die Leiche hatte er im Wald vergraben. Dort wurde sie nach Tagen gefunden. Nach der Tat trieb sich der Mörder in verschiedenen Gastwirtschaften herum und verjubelte in zwei Tagen 450 Mark. Das vermißte französische Wasserflugzeug aufgegeben. Das seit Dienstagmorgen vermißte französische Wasserflugzeug der Linie Marseille—Tunis, das, wie gemeldet. 30 Kilometer vor Korsika zur Not- wasserung gezwungen war. wird nun endgültig als verloren betrachtet. Sechs Personen kamen bei dem Unglück ums Leben: der Flugzeugführer, der Maschinist, der Funker, sowie drei Fluggäste, darunter eine Frau aus Paris, die zur Beerdigung ihres bei einem Kraftwagenunfall tödlich verunglückten Bruders nach Tunis fliegen wollte. heimatgeschichtliche Funde an der Bergstraße. Bei Gr^arbetten in der Kapellenstraße in Weinheim an der Bergstraße stieß man auf die Fundamentmauern einer ehemaligen Deutschordenskapelle. Die Freilegung wird Schlüsse auf Entstehungszeit und Umfang zulasten. Die Kapelle wurde nach einer vorhandenen Tafel 1304 erbaut, aber bereits Mitte des 14. Jahrhunderts verlassen, da die Deutschherren ihren Sitz in die Neustadt verlegten, wo sie das Bürgerrecht erlangten, eine entsprechende Tafel -befindet sich im Hof des ehemaligen Ordenshauses in der Amtsgasse. Von der ersten Kapelle, die vor 100 Jahren noch als Ruine vorhanden war, hat das Gewann „Kapellenäcker" seinen Namen. An dieser Stelle wurden Reihengräber aus der Frankenzeit gefunden. (Ein Dackel rettet seinen Herrn. Aus einer Waldjagd der Forstmeisterei Planken bei Göttingen wurde ein starker Keiler wund- g es ch o s s e n. Bei dem Versuch, das Tier zu stellen, wurde ein Treiber von dem Keiler angegriffen. Das wütende Tier warf den Mann zu Boden und versuchte ihn zu zerfleischen. Aber der mutige Dackel des Angegriffenen hinderte den Keiler daran. Der Keiler versuchte immer wieder, den kleinen Hund abzuschütteln, das gab dem Treiber Gelegenheit zu entkommen, so daß das gefährliche Abenteuer nur mit stark zerrissenem Zeug und einigen Beulen und Prellungen endete. Der Keiler wurde schließlich doch zur Strecke gebracht, und der tapfere kleine Dackel hat für sein mutiges Verhalten eine besondere Belohnung erhalten. Wammulskelell in der Eifel gefunden. Das Skelett eines vorzeitlichen Mammuts wurde durch Arbeitsdienstmänner in der Nähe von Polch in der Eifel gefunden. Die Freilegungsarbeiten werden mit der größten Vorsicht weitergeführt. Es steht fest, daß an der Fundstelle das ganze Skelett eines Mammuts liegt. Nach den bisherigen Feststellungen ist bisher im ganzen Eifelgebiet noch kein ähnlicher Fund gemacht worden. Schmuggler von einer Lawine verschüttet. Als mehrere Burschen aus dem Aunsertal in Tirol vor einigen Tagen schwer mit Kaffee beladen auf Skiern von einem Schmugglergang in die Schweiz über die Berge zurückkel 'm, wurde der letzte Mann von einer mätf)tiger Lawine verschüttet. Da die Schmuggler, unter denen sich zwei Brüder des Verschütteten befanden, in weiten Abständen liefen, entdeckten sie das Unglück erst später. Sie machten sich aber trotz des heftigen Schneesturmes auf die Suche, ohne jedoch einen Erfolg zu haben. Auch in den folgenden Tagen konnte MO 3) A. Koch Nachfolger Mäusbnrg 15 Telephon 3612 ®rüne öetiiwe......3 a 65 Ml Worte ,.3ifi“«oon 30^ an 56eiifll(iiel.llu5f(t]ninj.Qüoi Nachlässe von 3 bis 20 v. 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Der italienische Salat ist in Italien unbekannt. Er heißt hier russischer Salat. Wem wäre es noch nicht aufgefallen, daß in ganz Europa nur der große Stiefel im Mittelmeer feuerspeiende Stellen aufweist? Und so gibt es noch viele, viele Merk- und Denkwürdigkeiten in diesem noch nicht ausgesungenen Lande. Auch im Brauchtum stößt der Fremde oft an Dinge, die ihm sonderbar erscheinen, meistens aber einen tiefen Sinn oder eine uralte geschichtliche Wurzel haben. Trällern wir einmal ein bißchen darüber hin: andere Städtchen — andere Mädchen ... Alle diese Veranstaltungen stehen im Dienste der Erzeugungsschlacht, sie stellen Ab- auch niemals im Gestrüpp der Verkehrsvorschriften büßend hängen. Das C D entwaffnet jedes polizeiliche Notizbuch. Einmal ging die Tochter des deutschen Botschafters, der jetzt Außenminister ist, mit ihrem Dackel spazieren und der Waldl — Madonna mia, ehe animale! Was für ein sonderbares Tier! — hatte natürlich wieder seinen Maulkorb vergessen. Daher faßte er natürlich auch den nächstbesten Schutzmann herzhaft ins Auge. Und die Obrigkeit schritt alsbald heran, den Bleistift gezückt. Was tun? Ein diplomatischer Zwischenfall? Die junge Dame war nicht umsonst die Tochter eines trefflichen Diplomaten, das C D blitzte ihr durch den Sinn und sie sagte: Das ist ein Cane Diplomatico — ein Diplomatenhund! Worauf der Schutzmann lächelte, wie nur ein Kind das Südens lächeln kann, und sich höflich verneigte. Die italienischen Haustüren sind$in der Regel Flügeltüren und manchmal steht der eine Flügel tagelang offen. Das bedeutet: in diesem Hause ist der Tod eingekehrt. Wenn der Papst stirbt, wird monatelang nur der eine Flügel der berühmten Bronzepforte, durch die alle 'Vatikanbesucher eintreten, geöffnet. Aber wie wenigen Rompilgern ist das im Jahre 1922 aufgefallen! * Etwas öfter noch sieht man an der Haustüre eine lebensfrische weiße Schleife hängen, ein Seidenband, das nastro bianco: es besagt, daß in diesem Hause ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt hat. Lange war diese schöne Sitte verschollen, der Faschismus hat sie wieder einge- sührt. Kürzlich flatterte die weiße Schleife lustig an einem Autobus, der die Ehre eines fröhlichen, wenn auch unerwarteten Ereignisses hatte. Kennen Sie das andere Italienisch, die Zeichensprache? Das wäre ein Kapitel für sich. Es beginnt schon, wenn der Rompilger am Bahnhof aussteigt, denn wenn er auf die übliche Weise den Gepäckträger herwinkt, so heißt das eigentlich: Fort, ich will dich nicht! Will man jemand herwinken, so muß man — Handfläche nach außen — abwinken. Wer also so begrüßt wird, darf vertrauensvoll näherkommen. Aber keine Angst vor Verwicklungen: die Gepäckträger haben sich schon mit der ihnen eigentümlich und grundverkehrt erscheinenden Winkart der Fremden abgefunden. Sie kommen so oder so. * Es gibt drei Rom: das königliche, das päpstliche, das faschistische. König, Papst und Duce. Es gibt aber auch drei Erkennungsschilder für Kraftwagen: das gewöhnliche mit dem ausgeschriebenen „Roma" und der schwarzen Nummer; das vatikanische mit der roten Nummer und den Buchstaben S. C. V., was nicht, wie man oft liest, Santa Cittä Vaticana heißt, sondern Stato Cittä Vaticana, Staat Vatikanstadt. Und das dritte Schild: CD mit einer ganz niedrigen Nummer. arbeitsgemeinschaften für „Pflanzenbau", „Landwirtschaftliche Chemie", „Tierzucht, „Gartenbau", „Landwirtschaftliche Gewerbeforschung" und „Agrarpolitik und Betriebslehre" besonders wichtig. Die Vertreter der Landmaschinen forschung kommen in einer Mitgliederversammlung des Reichskuratoriums für Technik in der Landwirtschaft mit den Vertretern der Praxis und Wirtschaft zusammen. In der zweiten Hauptversammlung des Forschungsdienstes versammeln sich die Vertreter der Wissenschaft zu einem „Jahresappell der deutschenLandbauwissenschaftle r", um ihre Einsatzbereitschaft für die Aufgaben der deut- Erzeugungsschlacht auseinander. Am Nachmittag wird nach dem Referat von Prof. Dr. W o er mann (Halle, Saale) über „Ernährungsgrundlage und Anbaugestaltung", Kreisbauernführer Krae - mer (Altenkirchen) die wichtige Frage des Erbhofes in der Erzeugungsschlacht behandeln. Die Schlußansprache übernimmt Staatssekretär Backe, der Reichsbeauftrage für den Forschungsdienst. Vor und nach der Vortragstagung finden viele Sonderveranstaltungen statt, denen eine große Reihe von Praktikern beiwohnen wird. Einer öffentlichen Landeskulturkundgebung kommt besondere Bedeutung zu. Für die Landbauwissenschaftler sind die Arbeitstagungen der Reichs- Andre Städtchen - Anläßlich der „Grünen Woche" im Vorjahre wurde erstmalig eine Dortragstagung des Reichsnährstandes in Gemeinschaft mit dem Forschungsdienst, den Reichsarbeitsgemeinschaften der Landbauwissenschaft, durchgeführt. In zahlreichen grundlegenden Vorträgen nahmen hier neben führenden Männern der deutschen Agrarpolitik bekannte deutsche Landbau Wissenschaftler Stellung zu den vordringlichen Aufgaben, die der Wissenschaft im Nahmen der Erzeugungsschlacht gestellt sind. Der Obmann des Forschungsdienstes entwickelte die Aufgaben und Ziele des neuen Zusammenschlusses der deutschen Landbauwissenschaft und forderte eine Neuausrichtung der Wissenschaft und ein enges Zusammenarbeiten von Praxis und Wissenschaft, um durch gemeinsamen Einsatz Erfolge in der Erzeugungsschlacht zu erringen und zu sichern. Die vielseitige Arbeit des vergangenen Jahres hat überall beachtliche Ergebnisse gezeitigt. Neben vielen praktischen Erfolgen, die in den kommenden Jahren in einer Erhöhung und Sicherung der deutschen Erträge sichtbar werden, wurden in Versuchsfeldern und Laboratorien wichtige Erkenntnisse gewonnen, deren Uebertragung in die Praxis zum siegreichen Bestehen der Erzeugungsschlacht beitragen wird. Durch den Zusammenschluß der deutschen Landbauwissenschaftler imForschungs- dienst haben sich auch in erfreulichem Maße engere und vielseitige Bindungen mit der Praxis ergeben. Nicht nur in den Hörsälen und Laboratorien standen die Landbauwissenschaftler und ihre Mitarbeiter, sondern auch draußen in Versammlungen und Sprechabenden Schulter an Schulter mit den Bauern. Engste Gemeinschaftsund Zusammenarbeit bestand auch mit dem Reichsnährstand und seinen Gliederungen. Diese Arbeit muß sich bewährt haben, denn die diesjährige Dortragstagung des Reichsnährstandes ist wiederum eine Gemeinschaftstaaung. Zu gleichen Fragen nehmen Bauern und Wissenschaftler das Wort, beide bemüht, Schranken, die noch zu bestehen scheinen, niederzureißen: denn beide wissen, daß sie in ihrer Arbeit aufeinanderangewiesen sind. Nicht wie früher wird es sein, daß die Rede des Professors dem Bauern unverständlich ist, daß die Sprache des Bauern dem Profefsor fremd bleibt. Nein, beide haben sich verstehen gelernt, haben erfahren, daß nur in gemeinsamer Arbeit große Aufgaben gemeistert werden können. Während die vorjährige Tagung die vordringlichen Aufgaben der großen Oeffentlichkeit aufzeigen wollte, wendet sich die diesjährige Tagung mit wichtigen Einzelfragen in erster Linie an den Praktiker, der zur Grünen Woche nach Berlin kommt. Ihm wollen feine Berufsgenossen sagen, wie sie die eigene Wirtschaft in die Erzeugungsschlacht eingestellt haben, ihm wollen die Vertreter der Wissenschaft die großen Zusammenhänge aufzeigen, die zwischen den Einzelwirtschaften und der Gesamtwirtschaft bestehen, ihm wollen die Führer der deutschen Agrarpolitik einen Einblick in die Aufgaben einer verantwortungsbewußten Lenkung der deutschen Ernährungswirtschaft vermitteln. Die Dortragstagung findet am 28. und 29. Januar im Beethovensaal, Köthener Straße 32, statt. Der Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister R. Walther Darre wird die Tagung durch eine Begrüßuna-ansprache eröffnen. Anschließend werden Prof. Meyer (Berlin) über „Die Erzeugungsschlacht als Ausdruck deutschen Lei- stungswillens" und Kreisbauernführer Mette (Teltow), Landwirt S o h m a n n (Alt-Steinbeck) und Die Tagung wird am Mittwoch fortgesetzt und beginnt mit Dorträgen über „Gegenwartsaufgaben vu>|UgVuui|WU|i ,ut ^uiyuu der Fütterung", die Landeshauptabteilungsleiter II, schen Agrarpolitik erneut zu beweisen. Bauer Wienecke (Hannover) und Professor Dr. ’ r ~ schnittsbesprechungen zwischen Stab, Ingenieur- und ... _ , Fronttruppen dar. Einheitliche Richtlinien werden Gumppenberg (Pöttmes). Prof. Dr. Blunck^dem Führerkorps der deutschen Bauern auf den (Bonn) setzt sich mit den Pflanzenschutzfragen in der Reichsbauerntagungen in Goslar gegeben; die Berliner Januartagungen dienen dem einheitlichen Einsatz aller Kräfte; sie bilden den Auftakt zur Mobilisierung des ganzen Volkes für die Erzeugungsschlacht, die nicht dem Bauern, sondern dem gesamten Volke dient, die nicht eigennützige Zwecke verfolgt, sondern der großen deutschen Volksgemeinschaft die Ernährungsgrundlage aufbauen und sichern will. Und wie sich in der Dortragstagung des Reichsnährstandes Praktiker und Wissenschaftler zusammenfinden, so soll auch das ganze deutsche Volk sich einreihen in die Front der Erzeugungsschlacht und sich fördernd und bejahend hinter die kämpfende Truppe stellen. P. Prof. Dr. Tornau (Göttingen) über „Richtige, Bodenvflege und Düngung" sprechen. Am Nacbmtt-! den Neid aller gewöhnlichen Fahrer zu erweckend tag behandeln Bauer Zschirnt (Pasewalk), Lan- Diplomatenwagen! Nicht nur, daß er das Benzin besobmann Dr. Sidow (Weimar) und Dr. G e i t h I zu einem Drittel des Normalpreises erhält, er bleibt Katakomben. Die einzelnen Zellen, loculi genannt, entsprechen der Größe des Zinksarges und werden mit einer Marmorplatte geschlossen. Man kann sie „auf ewig" kaufen und daher wachsen diese Totenstätten ins Riesenhafte. Aus der Ferne gesehen, sieht der römische Zentralfriedhof, der Verano, wie ein großes Stadion aus: Stockwerk über Stockwerk, Zelle neben Zelle, schlafen die modernen Römer den ewigen Schlaf. Die aus Backsteinen errichteten Kolombarien ziehen sich kreisförmig hm, große Treppen dazwischen vermitteln, ganz ähnliche wie im Kolosseum, den Verkehr mit den oberen Rängen. Von den alten Katakomben, die tief unter der Erde rings um die ewige Stadt Herumlaufen, ist übrigens erst etwa ein Zehntel ausgegraben. Man schätzt ihre Gesamtlänge auf neunhundert Kilometer und die Zahl der in ihnen noch ruhenden Toten auf zehn Millionen. * Mit Recht berühmt ist der italienische, an Farbenpracht und Lebenslust und Lebhaftigkeit nicht zu überbietende Markt. Hier kann kein Mensch melancholisch werden. Die Lunge der Verkäufer gibt her, was sie kann, man feilscht aus Vergnügen am Feilschen, man steht dafür ja um so länger in den duftenden Orangenlawinen und dem Kunterbunt knallroter, giftgrüner, wutvioletter, seltsamer Früchte. Aber was sind die bizarren Melonen und Melanzane gegen die Wunder des Fischmarkts! Alles, was der Taucher Schillers bei den spitzen Korallen gesehen hat (die einer Menge von Verarbeitern und Händlern Verdienst geben, obwohl man erst kürzlich wieder in deutschen Zeitungen lesen konnte, hier habe Schiller geirrt, denn im Mittelmeer gebe es gar keine Korallen!), alles versammelt sich hier zu einem nahrhaften Stelldichein. Man schneidet den S)ai in appetitliche Scheiben und knabbert den langen Krebs Ring für Ring ab, man zieht dem Mondfisch einen roten Faden aus dem Leib und findet die Fischbrut, die kaum einen Zentimeter lange, pikant. Mancher stachlichte Rochen ist größer als der Karren, der ihn heranschleppt, die rosigen Schweinsfische, wenn sie es sind — wer soll das alles auseinanderhalten! — sind Kopf an Kopf in Behälter geschichtet wie gute Zigarren, Polypen und Tintenfische schwabbeln in Erwartung der „Matrosensuppe" und in der Silvesternacht geht der feiste Hochzeitssaal an Ort und Stelle einer anderen Bestimmung entgegen: großes Fischessen mitten auf dem Markt! * Im alten Rom gibt es eine kleine Kneipe, wo man die berühmtesten Bandnudeln ißt. Sie werden vor den Augen des Gastes kunstgerecht durcheinandergenudelt, und zwar mit einem goldenen Besteck. Das hat ein begeisterter Fremder dem Nudelkünstler gestiftet. * Das Benzin kostet jetzt doppelt so viel wie der Wein. Aber auch schon vor der Erfindung der Sanktionen gab es Gegenden, wo er billiger war als das Trinkwasser. Mussolini baut nun nach antikem Muster riesige Wasserleitungen. * Die Siebenhügelstadt zählt gegenwärtig 1 3 b e - baute Hügel. Auf einem liegt die Vatikanstadt, umgeben von einer alten, zacken- und zinnenreichen Mauer. In 200 Sekunden kann man mit dem Auto bequem um die ganze Stadt herumfahren. Dieser seltsamste, kleinste und doch nicht unwichtigste Staat der Welt hat auch die merkwürdigste Eisenbahn der Welt: mit einem Blick überschaut man sie in ihrer ganzen Länge, dem Bruchteil eines Kilometers; sie besitzt einen prunkvollen Bahnhof aus Marmor, aber bisher hat sich der Bahnverkehr zwischen dem könglichen und dem päpstlichen Rom der statistischen Erfassung entzogen; denn noch niemand hat einen Zug ein- oder auslaufen sehen. ner (Redakteur Hammer) haben ihre Figuren zu- * Im Beiprogramm fällt der „Kleine Film einer en Literarischen Gesellschaft von Japan an leichte Hand und das filmisch geschulte Auge des begabten und in ähnlichen, größeren Aufgaben bewährten Regisseurs Walter Ruttmann verrät. um ihn herum blaß und schemenhaft wirkt, als mehr oder minder entbehrliche Statisterie. Sein Bernick erinnert äußerlich, in der Maske, an den treffend und im Sinne des Schauspiels charakterisiert. nick. Was hier geschieht, wirkt nicht mehr so grundsätzlich, beispielhaft und anklägerisch wie im Original, und obwohl sich alles im Stil jener Zeit abspielt^ ist doch in Ibsens strengen und unerbittlichen Ton ein neuer Klang hineingekommen. Der menschliche Fall beschäftigt uns — wie dieser Film ihn darstellt — mehrmals das soziale Problem, und die Stimmung, in der man den Film verläßt, ist viel weniger das Gefühl empörter Anklage als das der Anteilnahme und des Mitgefühls angesichts eines furchtbaren seelischen Zusammenbruchs. Das schäftliche Diplomatie und Taktik; aber er enthüllt zugleich den guten Kern, und gerade in solchen Szenen wirkt am stärksten: in der zarten und zärtlichen Liebe , zu seinem Sohn, in der behutsamen, begütigenden, fast schuldbewußten Haltung gegen das unglückliche junge Geschöpf Dina Dorf. Das ist menschlich überaus fein gesehen und empfunden und scheint uns für die Bewertung wichtiger als der große Zusammenbruch zuletzt, die Wandlung und Einkehr. — Neben George heben sich Schoen- h a I s als Johann und Suse Graf, beide schlicht und sympathisch, hervor. Auch Sima (Prokurist), An der Universität Heidelberg sind auf Grund der Bestimmungen des Reichsbürgergesetzes die Professoren Dr. Helmut Hatzfeld, Extraordinarius für romanische Philologie, Dr. Walter Jellinek, George a»s Konsul Bernick. Lichtspielhaus: „Die Stützen der Gesellschaft." Es geht uns mit Ibsen ähnlich wie mit Wilde und Bemard Shaw. Seine Stücke können heute auf uns nicht mehr die erregende und revolutionierende Wirkung ausüben wie etwa zu Beginn des Jahrhunderts. Wir würden heute vermutlich die „Stützen der Gesellschaft" auf der Bühne ebensowenig aktuell finden wie „Eine Frau ohne Bedeutung". Und man muß bei Ibsens Schauspiel ebenso darüber nachdenken wie im Falle von „Pygmalion", was hier zu einer Verfilmung angeregt haben könnte, zumal wir ja Ibsen heute noch viel historischer empfinden als etwa Shaw, der immerhin noch zu den älteren Zeitgenossen gehört. Und zumal auch das Schauspiel in seinen vier Akten nichts oder so gut wie nichts enthält, was als filmisches Motiv betrachtet werden konnte. Es ist also nicht uninteressant, zu verfolgen, wie sich die Verwandlung oder die Verschiebung der Szene vom Bühnenraum ins Atelier mit Kamera und Scheinwerfer vollzieht. Daß die Kamera rein räumlich mehr Möglichkeiten und Akttonsradius hat, ist ja nun schon eine alte Erfahrung. Der Spielleiter der Ufa, Detlef S i e r ck, hat jedenfalls von der Chance Gebrauch gemacht, zu zeigen, was auf der Bühne hinter den Kulissen bleiben mußte. Er läßt die Szene in Amerika beginnen, läßt dort Konsul Ber- nicks, des „Helden", alte Schuld gleichsam leibhaft Zeitschristen. — Durch die Gesetze des nationalsozialistischen Staates traten neue Rechtsgrundlagen in Erscheinung, zu deren wissenschaftlichen Durchdringung die besten Kräfte aufgerufen sind. Ihre Aufgabe ist, das Wesen eines ursprünglichen Rechts, das auf der Volksgemeinschaft fußt, zu erkennen und klar zu gestalten, von einer gemeinsamen Grundhaltung aus müssen die zentralen Probleme der deutschen Rechtswissenschaft neu gesehen und gestaltet werden. Dieses Ziel hat sich die Zeitschrift „Deutsche Rechtswissenschaft" (Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg) gesetzt, die im Auftrage der Reichsminister Rust und Frank von Pros. Dr. Karl August Eckhardt herausgegeben wird. Die Zeitschritt, die jeweils zu Beginn eines Vierteljahres erscheint (Jahresabonnement vier Hefte 18 Mark, für Studenten 14,50 Mark, Einzelheft 5 Mark, für Vvlksordnung Raum für den Begriff „Subjektives Recht" bleibt. Die Frage „Recht ober Pflicht" , Ordinarius für öffentliches Recht, Dr. Ernst Levy, wird von dem Herausgeber behandelt. Prof. Dr. Ordinarius für römisches und bürgerliches Recht, jektives Recht, konkrete Berechtigung, Pflichtenordnung" bei, in dem er feststellt, daß das subjektive Recht kein Grundbegriff eines Gemeinschaftsrechtes sein kann und wirft von hier aus die Frage nach Existenz, Sinn und Wesen der Einzelberechtigung im nationalsozialistischen Recht der Volksgemeinschaft auf. „Gemeinschaft und Rechtsstellung" ist das Thema eines Beitrages von Prof. Dr. Karl L a r e n z. Das Recht im objektiven Sinne ist nicht mehr abstrakte Zwangsordnung, sondern völkische Lebenswirklichkeit, konkret gestaltete Ordnung, in der jedes Gemeinschaftsglied feinen Platz hat. — Prof. Dr. Schaffstein behandelt die Frage „Das subjektive Recht im Strafrecht". An die Stelle des Verbrechens als Angriff auf ein individualistisches Rechtsgut tritt als neue Grundvvrstellung die Pflichtwidrigkeit der verbrecherischen Handlung. Prof. Dr. Reinhard Höhn untersucht die Frage „Das subjektive öffentliche Recht und der neue Staat". Das neue Recht geht von der Volksgemeinschaft als Grundlage des Rechtsdenkens aus. Der Staat ist nur ein Mittel zu Zwecken der Volksgemeinschaft. Von hier aus bestimmt sich auch das Verhältnis von Staat und Einzelglied der Volksgemeinschaft. Die Vierteljahreszeitschrift enthält eine Reihe von Glossen zu einzelnen Problemen der Rechtserneuerung, einen Bericht über das Kitzeberger Lager junger Rechtslehrer und im zweiten Teil „Hochschule und Planung" einen Aufsatz von Prof. Ernst K r i e ck „Führung in der künftigen deutschen Hochschule", der die Umrisse einer Verfassung der deutschen Universitäten erkennen läßt. Anschließend erläutert Prof. Eckhardt die Richtlinien zur Vereinheitlichung der Hochschulverwaltung. Hochscbulnachnchten. Ernannt wurden: Professor Dr. Wilhelm Weitz in Stuttgart zum Ordinarius für innere Me- dizin an der Universität Hamburg; Professor Dr. Pascal Jordan, Extraordinarius für theoretische Physik an der Universität Rostock, zum ordentlichen Prozessor in Rostock. als jener, ein Mann der rastlosen Arbeit, des Erfolges, ein Mann mit Macht und Geld, „ohne Feierabend", aber mit Orden geschmückt, mit öffentlichen Ehrungen überhäuft, ein Volksfreund, ein Wohltäter, eine Stütze „der" Gesellschaft eben, um es mit Jbsenscher Ironie zu sagen, denn alles, was er ist, was er hat, oder doch das Meiste und Entscheidende, ist auf Schuld und Lüge aufgebaut. Er kann die Vergangenheit vergessen machen ober bemänteln, aber er kann sie nicht auslöschen, unb auf einmal, gerabe an bem Tage, ba er auf der Höhe des Lebens, der Macht und des Erfolges steht, wird diese Vergangenheit wieder lebendig: die alten Schuldscheine werden gleichsam präsentiert, und „es kommt alles zusammen", ihn trifft ein Schlag nach dem andern; die Stütze, die unantastbar schien, ist morsch und faul im innersten Mark, reif zum Zusammenbruch, der sich in jenem Schiffbruch überdeutlich symbolisiert. Für eine solche Gestalt war George, man möchte sagen: schon rein körperlich, der gegebene Mann. Die Vorstellung vom Koloß auf tönernen Füßen drängt sich auf, wenn man ihn sieht. Die Regie setzt ganz impressionistisch in der Technik Bild neben Bild, Studenten 4 Mark) beschäftigt sich im ersten Heft Szene neben Szene, kurz, abgerissen, mit schnellen mit der Frage^ ob in einer nationalsozialistischen Ueberblenbungen: aber diese hastige, zerflatternde " Bilderfolge wird zusammengehalten durch die menschliche Kraft, die vitale Persönlichkeit des lebendig werden (in der Gestalt feines Schwagers Johann) und, mit einer geschickten lleberblenbung, in ber norwegischen Heimat roieber auftauchen. Er zeigt auch bie Werft, Bernicks Lebenswerk, bas Unglücksschiff, einen Seefturm unb Schiffbruch, zuletzt einen Stapellauf: alles Dinge, bie bas Theater nicht zeigen kann, bie aber im Grunbe auch für bie Jbee, bie „Moral", bie ethische Formel Ibsens nicht ausschlaggebend finb. Die Bearbeiter bes Drehbuches (Georg C. Klaren unb Peter Gillmann) haben wohl empfunben, baß eine einfache Ver-filmung des Schauspiels doch nicht ganz empfehlenswert, weder sinnvoll noch besonders zeitgemäß wäre: so wurde aus dem Gesellschaftsstück ein Charakterstück, das eigentlich „Konsul Bernick" heißen müßte, in welchem, rein handlungsmäßig, > juuh, vu«. UM,\. utyuiwci*. +>iv|. . viumunu» ,ui iuuuiuj» uhu uuiycium» das Jbsensche Szenarium durchschimmernd in sei- Schauspielers George, dem eine überragende Ge- Hans W ü r d i n g e r behandelt das subjektive Recht und Dr. Hans S a ch s , Ordinarius für Jmmunitäts- nen Umrissen noch klar erkennbar bleibt und auch ftaltung gelingt, weil er gar .uchts beschönigt ober im Privatrecht. Er geht babei insbejonbere auf unb Serumforschung, mit bem 31. Dezember v. I. in bie berühmte Lüge (hier: bie '''„Gesellschaftslüge") wegfärbt aus Ibsens Bilb — unb bennoch mehr die Lehre von der schuldrechtlichen Forderung unb ben 9t u h c ft a n b getreten. noch als bas Generalmotiv Ibsens zu spüren ist; gibt. Er zeigt ben Bernick in feiner ganzen Fülle, vom Schulbvertrag ein unb zeigt, baß an die Stelle! Der bekannte Heibclberger Anglist Geheim- doch hat sich eben alles vom Allgemeinen auf bas seiner rücksichtslosen Energie, seinem brutalen Stre- > ber schulbrechtlichen Forberungen als zentraler Be- rat Professor Dr. Hoops wurde zum Mitglied ber Besonbere hin zugespitzt, auf ben Einzelfall, den ben nach Erfolg, Macht, Einfluß — noch in bie griff bie Vertragstreue zu treten habe. Prof. Dr. Englischen Literarischen Gesellschaft von Japan an menschlichen unb nebenbei auch sozialen Fall Ber- Zukunft hinein, auch seine gesellschaftliche unb ge-lWolfgang Siebert steuerte einen Beitrag „Sub-Iber Kaiserlichen Universität in Tokio ernannt. wirb burch bie Besetzung unb bie Darstellung noch unterstrichen; bieser Film ist im Grunde genorn-! Maria Krahn (Betty) und Hans Joachim Bütt- men nur ber Film eines Mannes: George """ ------ —- spielt ben Bernick, unb er spielt ihn so, daß alles Züricher Zimmermeister Frymann in Kellers „Sie^großen Stabt" (Düsselborf) auf, ber die sichere, ben Aufrechten", aber er ist ein ganz anderer Mann ' ' " * *• 1 *• ...... - - '• ~ Wirtschaft Aus den preußischen Nachbargebieten Abendbörse knapp gehalten. °°n^ °.r°nd°ru.. «..r,.n. Im B°r,ause"°^rMttt- U^öbPrgaHe1 uVTeU"^, Äft ! Lbkl°L wenn man aus dem Leben unserer «Berlin Deoisenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. kurs 21 • 3a uor börse 22.3anuar Alu^icbe Notierung ®,|& 1 ffrid 21 1 I 22 1 21.1 | 22 1 Amtliche Notierung Geld ! sne- 71 151,25 9 215 S 111 95,25 i 95,5 Well' Die hinter den 'S unffurt a.M. . 6 118,25 - i< 116.75 151,25 111 118,25 116,75 15,25 16,75 102,25 117 87,13 86 86,75 150,9 214 110,5 118 116,75 32,75 283,5 172 164 26,75 89 198,5 54 91,25 118,5 83,5 96,75 126 219 108,65 78.13 17,75 129 121 189 95,25 123.5 128 129.75 | 190 78,4 17,65 129 121 188,9 2,435 41,84 54,66 12,25 16,32 168,21 61,53 63,18 80,65 33,58 1,25 9 9,13 9,13 13,5 96,5 108.9 109,5 88 158 129 84,25 82.75 126,5 220 109,75 78,13 17,75 129,5 190 I 151,4 110,25 118,25 117 0,684 42,07 0,140 3,053 54,97 46,90 12,315 5,42 16.41 168,97 19.89 0,720 5,666 61,81 49,05 11,17 63,47 80,99 34,00 10,295 2,487 63,44 80,97 33,72 5_3 j 119 83 36,13 138,75 114,9 131.25 1'1,9 127,5 127,13 127,5 171.65 126 100 54,25 91,25 118,25 83,5 120 97,4 14= 78,13 32,65 283 172,5 164,5 27 199 rfcrJ$ r a Lentb.ot zunächst dem augenblicklich zu Besuch aus Amerika im Heimatdorf weilenden ehemaligen Dorfgenossen Wilhelm S ck m i ö f be- lonoeren Gruß, zeigte dann an fianb erhaltener Zuschriften die tiefe Verbundenheit mit dem Dorf weiterer, in der Fremde lebender Krofdvlser und kam damit auf unsere Bindung mit Blut und Boden zu sprechen, wie sie ein Volk im Aufbruch zu neuer nationaler Kraft und völkischem Selbstbe- wußtsein erlebt. Das in dieser Zeit vaterländischer Erhebung erwachte Sippen sse fühl stelle die Zrage nach denen, aus deren Blut und Erbe wir leben. Durch den Nachweis der arischen Abstam- mung hatten viele Volksgenossen die Bekanntschaft mit 2fbnen gemacht und ihre Ahnentafeln vervollständigt. Doch werde die Familienforschung erst interessant, wenn es nicht bei Namen und Daten gesungene Heimatlieder verliehen der Veranstaltung den Charakter einer Feier 131 1,30 9,05 9.10 9,20 13,4 32 288 '71,5 i 164 1 26,65 | 89 '99 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Ceftcrreirfiifdie Silberrente 4% Ungarische Goidrenle ....... 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 4*/,% DeoflL Don 1913 6% abgeil. Gold Mexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I Familienkundlicher Heimatabend in Krofdorf-Gleibera. 30 1,25 8,9 8,9 9,05 13,8 ManSselder Bergbau Koksw'rke ..... Rbemüche Braunkohlen Rheinstahl »freiniflre Slahiwerke Ctatii Minen Kaliwerke Aschersleben.' Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-IndusMe . Snieideanstalt Goldichmid, Rütgerswerke .....’**" Metallgeiellschaft...'''" Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Januar. Der Frankfurter Geireidegroßmarkt zeigte auf der Angebotsseiete keine Aenderung; die Nachfrage für Brotgetreide hält sich unverändert stetig. Für Brau- und Jn- dustriegerste bleibt die Haltung schwächer. Futtergetreide blieb bei spärlichem Angebot lebhaft gejucht. Am Futtermittelmarkt erfolgen in den preisgebundenen Artikeln laufend Zuteilungen, für Kleie bleibt aber darüber hinaus noch lebhafter Bedarf. Das Mehlgeschäft liegt unverändert ruhig, Weizenmehl aber gut stetig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 207, W16 210, W 19 214, W 20 216; Roggen R 12 170, R 15 173, R 18 177, R 19 179, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230, Hafer —. Weizenmehl W13 28,15, W16 28,40, W19 28,40, W 20 28,75; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mnhlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m- M. 18,30, Treber — Trockenschnitzel 8 92, Großhandelspreise ab Fabrikstation; Heu 8,50, Weizen- unb Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,80 bis 4,00, gebündelt 3,50 bis 3,80. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 19 Rinder (19 Kühe), 860 Kälber, 108 <5d)afe und 497 Schweine. Es kosteten: Kälber 32 bis 70 Mark, Hammel 43 bis 51, Schafe 33 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. —- Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. 95.25 124,5 128 0,680 41,99 0,138 3,047 54,87 46,80 12.285 5,41 16,37 168,63 19.85 0,718 5,654 61,69 48,95 11,15 63,35 80,83 33.94 10,275 2,483 0,673 41,96 0,137 3,047 54,82 46.80 12,275 5.41 16,37 168,63 19,93 0,717 5,654 61,64 48,95 11,14 63,28 80,84 33,92 10,275 2,483 Datum 6 ...... 6 12 4 0 0 :::Äi Dril ' 2.455 42,00 54,88 12,29 16,38 168,89 61,77 1,2 8,95 9 8,9 13,5 9,5 0,677 42,04 0,139 3,053 54.92 46,90 1 12,305 5,42 16,41 168,97 19,97 0,719 5.666 61,76 49.05 11,16 63,40 81,00 33,98 10,295 2,487 Banknoten. Verordnung gegen Preissteigerungen aus Anlaß der Erhöhung von Eisenbahngütertarifen. furd 21 -1 EG.................. . Betula '**”'10 Aektr. Lieferungsgelellschäft'.'^. s Licht unc> firaft ......... gy, ,veitcn & Guilleaume 1 Kesellsch.l.Eiektr. Unternehmung 6 Rheinische Elektrizität .... g Rbein. Wests Elektr........" 6 Schucken L Eo..............' 4 SiemensL Halske ***** 7 LahmeyerLEo ...***** 7 Frankfurt a. M., 22. Jan. Die Börse war nach zögerndem und etwas uneinheitlichem Beginn Buenos Aire Brüssel .... Rio de Jan. Sofia Kopenhagen. Danzig .... London ..... Heliingsors.. Paris .... Holland ... .Italien .... 3 tarnen Todes gestorben war. Die Eheleute nn* b£raU™irl ftgenommen und A® ‘"3 ™ b.a5 Polizeigefangnis überqefübrt. Jn den am Montag und Dienstag burchgeführtr-n ^n^murigen des Ehepaares, bei benen es i?nete' legte im Laufe des ?nh ^9hH3serf ?er $afe/ ein Geständnis ab und gab zu daß er das Kind am Sonntagabend, weil m e hVm 1 rV ^^0 llte geschlagen' und dann ~ .cArem a l 2 mit dem Kopse gegen die ^fe!2ef,o6en V)Qbe- Sa das Kind darauf- hin stirchtbar tone, nahm er es, legte es auf den ch"t ch^"b°^°Sen, druckte es mit dem 1 n li l e Kiffen, „damit es nicht mefyr schreie , und beauftragte seine Frau den r9ehJn ^benzimmer zu fahren. Die Mut" ter, die wahrend des ganzen Vorfalles z u a e o e n 'S,?' ----- »-• Vorfahren und ihrer Zeit möglichst viel erfahre. Um das praktisch zu zeigen, stellte der Redner ' einige Krofdorfer Persönlichkeiten aus den Familien der Abels und G ü m b e l s aus der Zeit um 1800 besonders heraus. An Hand überlieferter Auf- Zeichnungen entwarf er ein überzeugendes Bild von dem Leben und den Verdiensten der beiden Schult- heiße gleichen Namens Johann Georg Abel, die in schwerer Zeit vaterländischer Not zu Nutz und Frommen von Heimat und Vaterland ihren Mann standen. Man hörte vom ersten heimatlichen Kartoffelanbau, Einführung des Edelobstes, des Kleeanbaues, vom Aberglauben, Gefechten mit Räuber- gcsindel und vielem anderem mehr. Der größte Teil des Vortrages befaßte sich mit dem 1757 geborenen Oberförster Friedrich Wilhelm Gümbel, dessen Familie nachweislich seit 1580 in unserer Gegend heimisch war. Die große Fülle von Beweismaterial über diesen kerndeutschen heimischen Forstmann und Jäger ergab nicht nur ein gutes Lebensbild von ihm, sondern zugleich auch ein reizvolles Zeitbild aus Krofdorf und der Umgegend. Wie hochinteressant z. B. die Schilderung von dem Leben und Treiben russischer Kosaken in Krofdorf, die Ausbildung von Gümbels Jägerburschen in den Haupt- und Hilfsfächern der Forst- und Jagdwissenschaft, forstliche Arbeiten im Wald, von Wald und Wild, Beziehungen zur Gießener Universität, Scharmützel mit Wilderern, ein Ueberfall am Bieberbach, Schinderhannes in Krofdorf, Pflege der Quellen im Föhn- und Kattenbachtal, Jägerspiele ulw. Ernstes und Heiteres folgte in bunter Abwechslung. Rach einem kurzen Bericht über die Gattin des Oberförsters Gümbel, die aus einer (Bleiberger Familie stammte, sprach ein Kind ein zu Ehren dieser deutschen Frau von ihrem längst verstorbenen Enkel verfaßtes Gedicht. In seinem Schlußwort stellte Lehrer Praß fest, daß unsere Vorfahren, von dem nervösen Hasten unserer Zeit unberührt, einen stark entwickelten Heimat- und Familiensinn besaßen. Die Aufforderung, diesen Menschen, die einstmals durch unsere Straßen gingen, über unsere Aecker, Wiesen und in unfere Wälder schritten und tagtäglich, wie wir, den alten Gleiberg, das Symbol der Heimat, vor Augen hatten, in Ehrfurcht und Liebe zu gedenken, klang in einem Sieg-Heil auf Heimat, Vaterland und Führer aus. Ausgehängte Wappen und Stammbäume der genannten Familien, ergänzt von Ahnentafeln mit Buntpapier einiger Schulkinder, fanden allgemeine Beachtung. Der Arbeit war ein großer Erfolg ersprießlich getätigter Heimatarbeit. Der Veranstalter konnte dankbaren Beifall entgegennehmen. Entmenschte Eltern töten ihr 14 Monate altes Kind. Die Zndnstrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 61: Vorläufig keine Restkontingente im Warenverkehr der Niederlande mit Deutschland. 62: Notensperrguthaben, Ankauf von Wertpapieren. Echwememarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 229 Ferkel und 9 Läufer und ältere Futter- schweine zum Verkauf. Es kosteten Ferkel, fünf bis W Wochen alt 20 bis 24 Mark, sechs bis acht Wochen alt 24 bis 28, acht bis zehn Wochen alt 28 bis 30, zehn bis zwölf Wochen alt 30 bis 35; Lauferschweine über drei bis fünf Monate alt 42 bis 50 Mark. — Marktverlauf gut. * Konkurse und Vergleichsverfahren im Dezember 1935 in Süddeutfchland. 3m Dezember wurden im süddeutschen Wirtschaftsgebiet 34 Konkurse gegen 27 im November eröffnet und 7 (2) Vergleichsverfahren. In H e s s e n und in Der Rhempfalz erhöhte sich die Zahl der eröffneten Konkurse auf 24 (20), die der Vergleichsverfahren auf ebenfalls 7 (2). Im Saarland wurde in Dezember 1 (2) Konkurs eröffnet, Vergleichsverfahren (im Vormonat 2) dagegen nicht. Rhein-Maimsche Börse. Nlilkagsbörse freundlich. ituuj jugernoem uno etwas uneinheitlichem Beginn nach den ersten Notierungen wieder meist fester. Obwohl sich das Geschäft nach den größeren Um- satzen der letzten Tage ziemlich vermindert hat, bleibt die Tendenz angesichts der fortlaufend bekanntwerdenden günstigen Industrie-Abschlüsse und Berichte fest. Am Aktienmarkt erfolgten zunächst kleine Gewinnslcherungen, später schritt aber die Kulisse zu neuen Rückläufen. Eine Sonderbewegung hatten im Anschluß an die Abendbörse Kunstseide AK U., die auf größere Käufe der holländischen Arbitrage 54,50 (53 und gestern mittag noch 51,50) anzogen. Von Maschinenwerten stiegen Eßlingen bei kleinem Umsatz auf Gerüchte von einer verdoppelten Dividende (i. V. 3 v. H.) auf 86,50 bis 87 (85), sonstige Maschinen- und Motorenaktien lagen voll behauptet; Metallgesellschaft blieben gefragt und erhöhten sich auf 117,40 (116,75). Am Elektromarkt lagen die Werte der Siemens-Gruppe heute ruhiger und nachgebend, Siemens 173,90 (175), Schuckert 128,25 (128,50), die übrigen Elektroaktien lagen behauptet, Bekula etwas fester mit 137,75 bis 138 (137,50). Montanwerke begegneten teilweise wieder stärkerer Nachfrage, insbesondere Stahlverein mit 78,25 bis 78,75 (78,13) waren gefragt, ferner Hoefch 88,25 (88) und Klöckner 84,90 (84); Mannesmann und Rheinstahl ließen bis 0,75 0.5). nach. IG. Farben notierten mit 150,90 bis 151 (151,25), Deutsche Erdöl 109 (108,75). Sonst eröffneten u. a. AG. für Verkehr mit 102,50 bis 102,65 (102), Conti Linoleum Zürich mit 139,50 (139,25), Hanfwerke Füssen mit 91,50 (91), Westdeutsche Kaufhof mit 32,25 (32), Zement Heidelberg 124 (124,50), Zellstoff Waldhof 118,25 (119) und Rhemmetall ex Bezugsrecht mit 128 (132). Der Rentenmarkt war ebenfalls freundlich, das Geschäft bewegte sich aber in engen Bahnen. Altbesitz 110,13 (109,75), Kommunal-Umschuldung no'c*’ (87,35), Zin?oergütungsscheine unverändert 92,60, späte Schuldbuchforderungen unverändert 96,40 bis 96,50 und 6,50 o. H. Dollar-Preußen mit unverändert 63,50 bis 64. Don Auslandsrenten ermäßigten sich Ungarn Gold auf 8,92'/- (9), Mexikaner waren meist mäßig fester. Im Verlaufe blieb die Grundtendenz fest. Das Geschäft schrumpfte indes sehr zusammen und überwiegend bröckelten die Aktienkurse um Prozentbruchteile ab. Siemens gaben etwas stärker nach auf 172,50 (173,90), Schuckert 128 nach 128,50. Auch die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist knapp gehalten. Weiter befestigt waren jedoch Eßlingen Maschinen mit 88 nach'87 und AG. für Verkehr mit 103 nach 102,65. Don Renten bröckelten Altbesitz etwa auf 109,90 : hach 110,13 ab, auch einige Industrie-Obligationen ' Uefäen bis 0,50 v. H. nach. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen gut behauptet. Liqui- ! dationspfandbriefe notierten meist 0,13 bis 0,40 , d. H- höher, außerdem zogen Stadtanleihen etwas an. Von fremden Werten lagen Bosnier schwach ' 5 o.5). EB. 11,65 (12,40), 5 v. H. Invest. 11,50 (12,25), auch Anatolier I gingen auf 38,50 (39) > Zurück. — Tagesgeld war etwas gefragt mit 2,25 (2) o.5). ♦ bemessen werden, daß für den Abnehmer eine Erhöhung feiner ßinft anbspreife nicht ein tritt. Wurde bislang „frei Empfangsort" geliefert, fo bedarf eine Aenderung dieser Art der Preisstellung oder der Preise selbst durch den Verband schon nach § 1 der Verordnung über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 11. 12. 1934 der Einwilligung Des zuständigen Reichsministers. Durch die neue Verordnung wird auch dem einzelnen Mitglied des Verbandes verboten, die Versendungsmehrkosten dem Abnehmer in Rechnung zu stellen B.: einer Preisberechnung „ab Werk^ ober mit Fro-^asis muß der Preis um ben Betrag ber Frachtmehr- foften herabgesetzt, ober barf bie Fracht nur in ber bisherigen Höhe berechnet werben. Dies gilt auch r ur lau sende Verträge. Erscheint im Einzel- satt diese zunächst allgemein angeordnete Art der Verteilung unbillig, so gibt der Absatz 2 bes § 2 ber Verordnung bie Möglichkeit, baß bie beteiligten Wirtschaftskreise sich vertraglich über eine andere Art ber Verteilung einigen. Kommt eine güt- 11^6 gmigung nicht zustanbe, so können gemäß § 3 der Verordnung ber zustänbige Reichsmmister, ober von ihm beauftragte Stellen eine anderwei- tige Verteilung zwangsweise herbeiführen, wenn dies aus volkswirtschaftlichen Grünben ober zur Vermeibung befonberer Härten bringen!) erforderlich erscheint. Entsprechende Anträge' sind bei ben zustänbigen Preisiiberwachungsstellen einzureichen. 126.25 1 126 117,4 117,25 219.75 I 219 110.5 108,75 78,25 - 17,75 stch die Zurückhaltung, und die Stimmung war eher etwas schwächer. Am Montanmarkt bröckelten die Kurse zumeist weiter etwas ab, auch JG.-Far- ben gingen auf 151 bis 150,90 (151,40) zurück, außerdem lagen die meisten Elektrowerte nur knapp gehalten; Siemens mit 172 allerdings etwas über Berlin (171,65), aber 1 v. 5). niedriger gegen Frankfurt. Bekula zogen weiter an auf 139 (138,50). Ferner blieben Eßlingen Maschinen auf Dividende- Hoffnungen gesucht mit 89,25(88), aus dem gleichen Grunde stiegen auch Hanfwerke Füssen auf 92 (91.50). Kunstseide Aku notierten mit 54 (54,25), nachbörslich nannte man sie mit 53,75, ba Valuta- papiere schwächer lagen. Infolgedessen ermäßigten sich 4prozentige Schweiz Bundesbahn auf 181 (182,50), 3^proz. berg!, auf 171,50 (172,50) unb 3pro,3. Schweizer Eisenbahn-Rente auf 146 (147). Anberseits lagen im Freiverkehr neue Türken auf festes Paris höher, I. Tranche 99 bis 100 (98,50), II. Tranche 98 bis 99 (97,50). Deutsche Renten lagen sehr still und unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 109,75, 1913er Schutzgebiete 10,95, 4proz. Ungarn Gold 8.95, 5proz. Rumänen 6,65, 4proz. Rumänen 5,2250, 4proz. SBB. 181, 3)^proz. SBB. 171.50, 5proz. äußere Mexikaner 13,50, Commerzbank 87,13, DD-Bank 86, Dresdner Bank 86,75, Reichsbank 185, Harpener 109,50, Mannesmann 82,65, Rheinstahl 108,65, Stahlverein 78,13, Aku 54, Bekula 139, Kemberg 91,25, MAN 101, Conti-Gummi 164, Daimler 96.75, Scheideanstalt 214, Deutsche Linoleum 144,75, Licht und Kraft 131, Eßlingen Maschinen 89,25, JG.-Farben 151 bis 150,90, Gesfürel 127,25, Hanfwerke Füssen 92, Junghans 84, Mainkraft 89, Muag 78,25, Metallgesellschaft 116,75, Moenus 83, RWE. 127, Schuckert 127,50, Siemens 172, Westdt Kaufhof 32.75, Aschaffenb. Zellstoff 83,50, Südb. Zucker 198,50, Schöfferhof 173, AG. für Verkehr 102,25. -----penm,22 Janau------- zhnenlmuidie »otenT^ --------- «eiflürtie Noten.................. Tanüküe Noten Englische Noten Zranzoüjche Noten ...'........... Hollandilche Noten............... ataliennrtie Sloten.. Norwegilcke Noten .... «Ä’ -Österreich, ä 100 Schilling Rumaniiche Noten......... .. H Schwedische Noten...... Schweizer Noten ’’** Soanijche Sloten ........ Ungarische Noten ’*’”" Hamburg-NmerttcuVakel o Hamburg Südam. Dampfschiff . o Norvveui,ciier Lloyd ... o 2t®. für Berkebr-wesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft . g Commerz, und Privat Bank . . o Teukilsie Boni und T'sconw- Gejelistliast......... Tresvner Bank " ‘‘ 0 Nelch»bank ...............'."ly Scblusi- A'uv' Abend- Vuderus 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener ................. Hoesch Eisen—Küin-Neuessen '.' 8 Ilse Bergbau g Ilie Bergbau Genüsse...... g Klockneriverke ............... g Mannesmann-Röbren.....’*’ o bön 22 I Schluß- lurei 21 .1. tschlußi. Mitlag- bör e 22.1 wT 6,13 9,05 5,3 38,75 w SSt' 'Odium 4% veegi. Serie u ............ 5°o Sluntnn. vereinh. Rente v. 1903 ■l1/2%fRumän.öereinf).iRentet>.i9i3 4°o Rumänische oeretnb. Rente . 214"«, Anatolier ......... Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. — 3mern 9ebCn?ie W Öer betoiftenen Dioid-nd- an. - R-to-»°nkdisk°n, 4 B j g.mbarttfn.fuft 8 Sranffur a. M. Berun .. ddiUvp Hotz mann ........... <1 Zementwerk Heidelbera ..... 7 öementwerf ftarlfiobt......... e\ ^Un?,et9 Pavenhofrr .......4 «Tu lAllgemeine Kunstseide) .. O Bembcrg Bellftpff SHbhpf 5 Zellstoff Aichafsenbura 0 Tess-nier Ga- . .... 7 Daimler Motoren * 0 Deutsche Linoleum .......... g crenstein L Noppel 0 L^eudeutsche «oufhof '.*'.' 0 Ebade Aecumuiaioren-Fabrik' '**"*. 12 Conn-Gummi ... g Trchner........ Mainkrastwerke HüchftH"" 4 Suddeut.cher Zucke' . Odtum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reich-iant. von 1934 6%% Dnung Anleihe von 1930 Deutsche Anl..Ablos..Schulv mit Auslos.-Rechten ............ 4*/»% Deutsche Reichsposischatzan Weisungen von 1934, I 6% ehern.Hess. Bolksstaat 1929 irückzabib. 102%) 4 ehem.8% Hessische Landes bani Darmstadt Gold R. 12.... 6Vi% ehen vielfachen Spuren einer reichhaltigen Dorfge- chlchte nachgehenb, gibt van Zeit zu Zeit bie Er- gebniffe 'emer Farfchungstätigkeit ber Oeffentlich- feit befannt. Welch' großes Interesse bafür bei ber Einwohnerschaft besteht unb wie baburch ber Hei- matgebante immer mehr vertieft wirb, zeigt stets ber außerorbentlich starke Besuch ber Heimatabenbe. So erlebte man auch am vorigen Sonntag in bem bis 3um letzten Platz besetzten Saale ber Gastwirtschaft Benber roieber einen 2)orfgemein = (njaftsabenb mit einem im Rahmen ber Hei- Di- 2lbenbbör[c eröffnete zunächst ruhig unb mit dö r f u s.-hr zeitgemäßen Thema: entn nprnnhprtpn ©url»« ____ri" ex. v . . . o Schluß« fürs Mittag. I bnrlf 99,25 1 51,5 91,75 119 82,75 123,13 97.5 146 78,13 32,13 287,5 172 164,25 i I -I I 198 i ivrdiuiur a. 1>L Schluß- fürs tod)iupi. Abcnd- bciri' m icht den lt» en eser nen Serum twa chte den hlte tot unb Ihr es mb >ie- iss as 4 7 9 3 7 10 5 12 II )7 19 0 6 I Hr.|9 Orittcs Blatt Eletzener Anzeiger «Seimal-Anzelger fOr Gd«heffen> Donnerstag, 25. Januar 1956 Die Entwicklung der deutschen Stadt Ehrenabend für Kapitän Schmehl. Brautfahrten übers Weltmeer. Wenn sich ein junger Farmer, der draußen in der Welt seinen Wohnsitz ausgeschlagen hat, zur Heirat entschließt, dann sucht er sich, wie die Erfahrung lehrt, zumeist eine Landsmännin als Gattin aus. Und wenn er in seiner Weltabgeschiedenheit keine geeignete Frau findet, dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als in feinem Heimatland auf die Freite zu gehen. Da er sich indes ungern entschließt, seine Farm auf viele Monate zu verlassen, so muß die Auserwählte allein die Reise in die Welt antreten, und die von diesen heiratslustigen Mädchen bevorzugten Schiffe nennt man nicht ohne Berechtigung „Drautschiffe". Wenn so ein Brautschiff am Ziel angelangt ist, so sollen sich oft seltsame Szenen abspielen, über die der Afrika- reisende Sir Percival Philipps einen aus einer künftigen Lebensgefährtin zu suchen. Damals beklagten sich nämlich zahlreiche unverheiratete Griechinnen darüber, daß sie wegen der Ueberzahl ber weiblichen Bevölkerung keine Männer finden konnten. Schließlich tat sich eine Schar von tausend heiratslustigen Damen zusammen und setzte sich mit Der Griechisch-Amerikanischen Gesellschaft, dem sog. Ahepa-Orden, in Verbindung, dem 33 000 Amerikaner griechischer Herkunft als Mitglieder ange» Horen. Die Mädchen fragten an, ob vielleicht Mangel an griechischen Frauen in den Vereinigten Staaken herrsche, und wenn dem so wäre, ob sie nicht diesen Mangel beseitjgen könnten. Der Vorschlag wurde von den Mitgliedern des Ordens mit Begeisterung ausgenommen, und es wurde zunächst gebeten, daß die in Frage kommenden Mädchen ihre Photographien einsenden sollten. Dann taten sich tausend junge Männer zusammen, um sich auf die Brautfahrt nach Griechenland zu begeben. Jeder durfte sich die Schöne aussuchen, die ihm nach dem Bude am besten gefiel. Etwaige Streitigkeiten über die Wahl der Braut im Bilde, die sich naturgemäß unter den Bewerbern erheben könnten, sollten schon auf der Reise friedlich beigelegt werden. Als das Brautigamsschiff im Hafen von Piräus anlangte, gab es bald ein großes Hochzeitsfest. Walter und unter der Spielleitung von Paul Wrede zur Aufführung. Für die Tanze zeichnet Thery Schultheiß verantwortlich. Die Vorstellung ist außer Abonnement und dauert von 19 । Scherz und Ernst gemischten Bericht gibt. In der • ostafrikanischen Hafenstadt Mombassa könne man, : so berichtet Philipps, immer ein paar aufgeregte, mehr oder weniger junge Herren treffen, die plötzlich aus dem Innern der Kenia-Kolonie oder aus Uganda hier angelangt sind und unruhig um ihr Hotel herumlungern. Den Zweck ihrer Reise hüllen sie in tiefes Schweigen, aber keiner, der mit den Verhältnissen vertraut ist, läßt sich täuschen: es skeht ihnen auf der gerunzelten Stirn und in den spähenden Augen geschrieben, daß sie auf Freiers- füßen gehen und auf das nächste „Brautschiff" warten, das am Hafen anlegt. Der „Dampfertag" ist, da an ihm stets einige junge Bräute ankommen, Zumeist auch der Hochzeitstag. Der Bräutigam hat bereits alle Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen, die wenige Stunden nach der Ankunft der Braut vollzogen werden soll. Ungeduldig wartet er bereits am Kai, nimmt die Braut in Empfang, um sofort mit ihr und den Brautzeugen nach' dem Standesamt und zur Kirche zu fahren. Die Braut trägt dabei zumeist ein einfaches Straßenkostüm und der Bräutigam einen weißen Tropenanzug. Bei der Rückkehr von der Trauung nimmt das junge Paar mit den Freunden des Bräutigams und einigen Schiffsbekanntschaften ein Frühstück ein, und dann geht es von dem kleinen hölzernen Bahnhof aus mit dem Zug durch weite Ebenen und dichten Urwald in die neue Heimat im Innern des schwarzen Erdteils. Philipps hat nun aber auch Zweimal die Beobachtung gemacht, daß sich die Braut während der Ueberfahrt anderweitig gebunden t)at. Die einsamen Bräutigams an der Küste benahmen sich nun in den genannten Fällen sehr verschiedenartig. Der eine ließ sich von der Braut dem Nebenbuhler vorstellen und wünschte ihm mit philosophischer Gelassenheit alles Gute für die Zukunft, um sich dann wieder als Hagestolz auf feine Farm zu begeben. Der andere war weniger gelassen. Als feine eben angekommene Braut ihn zögernd noch „um einige Tage Bedenkzeit" bat, begab er sich zu feinem Nebenbuhler und versetzte ihm einen kräftigen Boxhieb auf Den Kinnbacken. Dann kehrte er zu seiner Braut zurück und erklärte ihr: „Ich habe dem Kerl was Tüchtiges zwischen die 1 Zähne gegeben. Richte du dich auch danach! Setze dir deinen Hut auf und komm!" Und nach einer 1 Stunde waren die beiden verheiratet. In Den weit- ' konnte nicht Die Einfälle eines anDeren Dulden. Und Der Erfolg, Den fein erster Roman hatte, belohnte Die Mühen. Die englischen Leser erkannten sich selbst in dieser Gestalt wieder, mit ihren guten und schlechten Eigenschaften. Und die Kleidung, die Dickens in allen Einzelheiten feinem Zeichner vorgeschrieben hatte, wurde die Mode von 1 836. Doch Die Gestalt, Die so sehr Der AusDruck Dieser Epoche war, verschwanD nicht mit ihrer Generation. Man hat in Der Vorliebe Der heutigen Engländer füp Pickwick eine uneingestandene Sehnsucht nach Der victorianischen Zeit sehen wollen, und es ist sicher, daß niemand besser als Pickwick jene Epoche des reichen und zufriedenen England, die große Zeit der „Kleinen Königin", verkörpert ... Aber Darüber hinaus ist Pickwick Der typische Englänber aller Zeiten, unD wenn sich nicht Die Kleiber- moDe geänDert hätte, so brauchten Die „Pickwickier", Die jetzt an seinem 100. Geburtstage aus allen Teilen Des LanDes nach LonDon ziehen wollen, sich nicht zu verkleiDen, um ihrem Jbeal zu gleichen ... Der Klub Der „Pickwickier", Den Dickens erfunDen hatte, existiert heute nämlich wirklich. Und er hat sich nicht nur zum Ziel gefetzt, das Andenken Dickens' und feines Romanhelden zu pflegen, sondern er hat Heime für obdachlose Tiere und andere Einrichtungen geschaffen, Die bestimmt Pickwicks Herz erfreuen würben, wenn er noch lebte. Aber er lebt ja noch, unD gewiß ist er, in tausendfacher Gestalt, Mitglied dieses Klubs, der, englischer Achtung für Tradition gemäß, wahrscheinlich auch zur Pflegestätte einiger „Spleens" geworden ist, durch Die sich Mr. Pickwick schon vor 100 Jahren auszeichnete — und Die ihn unsterblich gemacht haben. R. St. mung. Die lebenDige SchilDerung Schmehls läßt alles erleben, als wäre man selbst Dabei gewesen. (Siehe heutige Anzeige.) Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) als ber Zusammenschluß aller Ostbeutschen hält am Samstag, 25. b. M., im „Pfälzer Hof" feine Jahresversammlung ab, zu ber alle Ostbeutschen, aber auch Gäste eingelaben sinb. (Siehe heutige Anzeige.) Dank den Ackern! Die Gauführung bes WHW. bankt allen Helfern, die in uneigennütziger Weise bei ben Konzerten ber Wehrmacht sich zur Verfügung gestellt und Zum Gelingen ber Veranstaltungen beigetragen haben. Der mustergültige Einsatz von SA., ber übrigen NS.-Glieberungen, Verbänbe unb Vereine verbient besonbers hervorgehoben zu werben unb verpflichtet zu herzlichem Dank! Hitler-Zugend Dann 116 Gießen. Belr.: Anträge auf h Z.-Ehrenzeichen. Die Frist zur Einreichung ber Anträge auf Erlangung eines HI.-Ehrenzeichens läuft a m 31. Januar 1 9 3 6 ab. Bis zum 26. Januar 1936 müssen baher alle Anträge auf ber Personalstelle bes Bannes abgegeben fein. Später einlaufenbe Anträge können nicht mehr berücksichtigt werben. Berechtigt zum Tragen bes HJ.-Ehrenzeichens ist jeber, ber vor bem 1. Reichs-Jugenb-Tag in Potsbam ber Hitler-Jugenb angehörte, unb ber heute noch in ber Hitler-Jugenb ober einer Glieberung ber Parteiorganisation tätig ist. Anträge sofort anforbern? Der Abjutant bes Bannführers. Gez.: Völzing, Scharf. personenffandsaufnahmeundWerbung für den Reichslustschutzbund. Der Reichsluftschutzbunb, Bezirksgruppe Ober. Hessen, teilt uns mit: In ber Zeit vorn 25. Januar bis 9. Februar 1936 werben vom Reichsluftschutzbunb in Ge- meinschaft mit ben Bürgermeistereien in allen Orten Oberhessens Personen st anbsli st en ausgegeben unb roieber eingesammelt. Da biese Unterlagen für ben weiteren Aufbau bes Selbstschutzes ber Zivilbevölkerung unbebingt erforberlich sinb, hat jeber Volksgenossen biese Listen auf bas Gewissenhafteste auszufüllen. Mit bieser Personenftanbsaufnahme ist gleichzeitig eine Werbung zumBeitrittinbenRLB. öerbunben. Dem Luftschutz kommt heute eine ungeheure Bebeutung zu, so baß es Ehrenpflicht jedes beutfchen Volksgenossen sein muß, daß er Mitglieb bes RLB. wirb unb baburch bazu beitragt, baß bie großen Aufgaben, bie ber RLB. im Interesse ber Selbsterhaltung ber gesamten Bevölkerung zu leisten hat, burchgeführt werben können. Verwegener Einbrucksdiebstahl in der Bahnhofstraße. Frauen, im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Henker, Frauen unb Solbaten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stützen ber Gesellschaft". — Großdeutsche Feuerbestattung, Bezirksinspektion Mittel- beutschlanb: 20 Uhr in ber Aula ber Universität musikalische Abenbseier. — Oberhessischer Kunst- ocrein (Turmhaus am Branbplatz): 11 bis 13 Uhr unb 15.30 bis 18 Uhr Ausstellung bes Künstler- bunbes „Isar". Spielplanänhcrung im Gießener Sladllhealer am Sonntag. Aus Dem StaDttheaterbüro roirD uns geschrieben: Für Sonntag, 26. Januar, war eine Wiederholung der Schlageroperette „Die Tanzgräfin" angefetzt. Da jedoch am letzten Sonntag die Aufführung der klassischen Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß bei ausverkauftem Hause einen geradezu stürmischen Erfolg hatte und viele Theaterbesucher an der Abendkasse keine Karten mehr erhalten konnten, hat die Intendanz für Den kommenden Sonntag eine nochmalige Wiederholung der Operette „Die Fledermaus" angesetzt. Das Werk kommt in neuer Inszenierung und Ausstattung unter Der musikalischen Leitung von Kapellmeister Paul Kapitän Schmehl hat sich zum Dank für Die ihm von feiner VaterstaDt Gießen zuteil gewordene Ehrung durch die Verleihung Der Ehrenplakette Der Stadt Gießen für kommenden Freitag zu einem Lichtbildervortrag „Die ISmonatige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf" mit dem Flugzeug „Wölfchen" zur Verfügung gestellt. Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein haben die Durchführung dieses Ehrenabends, zu dessen Eröffnung Der Herr Oberbürgermeister sprechen wird, übernommen, lieber die Vorträge von Kapitän Schmehl liegen begeisterte Berichte aus zahlreichen Großstädten vor. Der oftmals durchbrechende sonnige Humor des Vortragenden, Der es ausgezeichnet versteht, volkstümlich zu reDen unD seine Worte mit echtem Seemannshumor Zu umkleiDen, versetzte alles in Die heiterste Stim-1 In der vergangenen Nacht wurde die hiesige Der- kaufsvertretung der „Rheinmetall-Werke" in ber Bahnhofstraße (Inhaber Karl Saab) ber Schauplatz eines mit großer Raffinesse angelegten und durchgefuhrten Einbruchbiebstahls. Die Einbrecher fuhren gegen 2.55 Uhr mit einem Kraftwagen vor, ließen ben Motor laufen, schlugen mit großer Gewalt bie Schaufensterscheibe ein, so baß ein Loch entstand, durch das bequem ein Mann in ben Ladenraum gelangen konnte. Sie nahmen rasch drei wertvolle Rechenmaschinen an sich, u. a. auch eine hochwertige automatische Rechenmaschine, ferner eine Anzahl Schreibmaschinen, soweit sie im Schaufenster- raum standen und rasch zu greifen waren. Die Einbrecher haben ihren Ueberfall auf das Geschäft an- Einend sehr sorgfältig vorbereitet, denn sie warte» ten ab, bis die Polizeistreife vorbei war und konnten Dann auch tatsächlich ungestört ihr Handwerk ausuben. Dom gegenüberliegenden Hause aus wurde der Vorfall beobachtet, allerdings konnte ber Anwohner anscheinenb nicht mehr eingreifen, ba Die . Diebe im Nu roieber verfchrounben waren. Die Kn- beiterfte Stirn-1 minalpolizei würbe benachrichtigt unb begab sich Soldaten im Schnee. Die ersten Skitruppen gehen bis auf bas Jahr 1200 in ben norbischen Länbern zurück. Gustav Aböls bediente sich ber Skiläufer als Boten, unb Karl XII. Ueß im norwegischen Felbzuge kleine Abteilungen fhlaufenber Solbaten gegen ben Feind vorstoßen, bie burch ihre im tiefen Schnee hoppelt wertvolle Beweglichkeit mehr erreichten, als es eine größere Heeresgruppe zu Fuß vermocht hätte. Zu Beginn des 18. Jahrhunberts ging man in Norwegen zum planmäßigen Aufbau von Schneefchuhkompanien über. Jeber Skisoldat sollte den Rang eines Gefreiten und dazu das Recht erhalten, sofort nach Beendigung des Krieges den Dienst quittieren zu dürfen. 1747 gab cs, wie Kurt Seeger im Fe» bruarheft von Velhagen & Klafings Mo» n a t 5 t) e f t e n bemerkt, in der Armee bereits sechs ständige Skikompanien zu je 100 Mann. Wie groß ihre Ueberlegenheit einfachen Fuß- und selbst berittenen Truppen gegenüber war, zeigte sich 1808, als ein ganzes Dragonerregiment, das im metertiefen Schnee der nordischen Wälder und Ebenen nahezu hilflos war, von einer kleinen Gruppe bewaffneter Skiläufer fast gänzlich aufgerieben wurde. Bor ben SA.-Stubentenstürmen sprach am gestrigen Mittwochabenb im großen Hörsaal ber Universität Bürgermeister Oberscharführer Dr Hamm über bas Thema „Die Entwicklung ber beutfdjen Stab t". Der Vertreter ber SA.-Stanbarte 116, Obersturmbannführer unb ©tanbartenabjutant Münker, konnte vor Beginn des Vortrags einige gelabene Gäste begrüßen, barunter Oberbürgermeister Ritter unb ben Kommanbeur ber I. Abt. Art.-Rgt. 9, Hauptmann Welte, als Vertreter ber Wehrmacht. Oberscharführer Or Hamm ging in feinem etwa anberthalbstünbigen Vortrage oon ber Römerzeit zwischen bem 5. unb 8. Jahr- hunbert auf beutschem Gebiete aus, bie er in ganz großen Strichen skizzierte, um bann barauf hinzu- roeifen, baß sich aus den ehemaligen Römerstädten die deutschen Städte entwickelten und etwa um die Mitte des 12. Jahrhunderts als fertige Gebilde erschienen. Die deutschen Städte seien In der Hauptsache aus den Märkten heraus entstanden, die unter dem Schutz bes Königs stauben und vor allem mit den großen Handelsplätzen, Bischofssitzen usw. verbunden waren. Er schilderte Dann Die Bedeutung Des Marktrechts für Die vielseitige Entwicklung Der StäDte und für Deren Wachstum. Dann gab er interessante Anhaltspunkte zur Beurteilung Der topographischen, wirtschaftlichen, rechtlichen unD verwaltungsmäßigen Verhältnisse der Städte Des Mittelalters, wobei hie Summe aller Merkmale bieser Verhältnisse in ber Stabtver- fassung zusammengefaßt erschienen. An Hanb von zahlreichen guten unb instruktiven Lichtbildern schilderte er weiter bie Städte mit unb ohne sieblungstechnische Grunblagen, bie Stabt typen nach ihrer Entstehung von ben Römerstädten her über bie verschiedensten ©täbtebauformen unb Siedlungsmerkmale der Jahrhunderte hinweg, anschließend gab er in fesselnder Darstellung' durch Wort und Bilder einen lehrreichen Ueberblitf über die äußere Erscheinung ber Stäbte im Mittelalter. Dann lenkte er bas Interesse seiner Hörer auf bie Entwicklung ber beutschen Stabt vom Mittelalter bis zum Dreißigjährigen Kriege unb nach biefem gewaltigen Kriegserlebnis auf beutschem Boben bin, wobei er die weitreichenben Einflüsse Dürers, Speckles, ber Lanbesfürsten usw. auf Die Entwicklung Der StaDtbefejtigungen, Der städtebaulichen Formen usw. übersichtlich barlegte. In biefem Zusammenhang stellte er auch bie Gesichtspunkte ber Bevölkerungspolitik unb bes Baustils ber damaligen Zeiten an Hand zahlreicher Bilder, bie eine vortreffliche Ergänzung ber Schilberungen bes Vor- tragenben gaben. Aus Oer provinzialhauptstaOt. Oie häusliche Lehre. NSG. Das neue Deutschland stellt die Familie in den Mittelpunkt feiner Bestrebungen. Das Herz ber Familie ist bie Hausfrau. Dem beutschen Volke bie rechten Hausfrauen zu schaffen, ist ber Zweck ber hauswirtfchaftlichen Berufsausbil- d u n g. Jeher Stand muß sich ben Nachwuchs, ben er wünscht unb braucht, selbst erziehen. Dies gilt für alle Berufe, auch für ben ber Hausfrau, in bereu Hänben bie Erziehung, bie Ernährung, bie Ge- sunbheit unseres Volkes unb bie Verwaltung bes größten Teiles beutschen Volksvermögens ruht. Die Hausfrauengeneration von heute muß bie haus- wirtschaftlichen Kenntnisse, bie sie von ihren Müttern ererbt unb burch eigene Erfahrungen erweitert hat, ber nach ihr kommenben Generation, ber Ju- genb von heute, weitergeben; sie ist verantwortlich dafür, baß ihre Töchter, wenn sie bereinst Hausfrauen unb Mütter werben, um ihre Pflichten unb ihre Verantwortung wissen unb bie nötigen grund- legenben Kenntnisse besitzen, ohne bie auf feinem Gebiet Gutes unb Wertvolles geleistet werben kann. Hierzu bient hie mehrjährige häusliche Lehre. Sie soll bem jungen Mädchen bie Ausbildung vermitteln für ihren späteren Beruf als praktisch geschulte, volkswirtschaftlich benfenbe Hausfrau unb Mutter. Sie soll ihm aber auch bie Möglichkeit verschaffen, in bem vornehmsten weiblichen Beruf, ber Tätigkeit in Haushalt unb Familie, auf eigenen Füßen zu stehen unb sich burch Tüchtigkeit unb Fleiß zu verantwortlicher Selbstänbigkeit heraufzuarbeiten. Hierzu tritt bas junge Mäbchen in einen geeigneten Haushalt als Lehrling ein. Es wirb ein Lehrvertrag geschloffen zwischen Lehrfrau unb Lehrling, her nach mehrwöchiger Probezeit in Kraft tritt. Er binbet beibe Teile auf zwei bis brei Jahre, je nach bem Alter bes Lehrlings. Währenb dieser Lehrjahre erwirbt ber junge Haushaltslehr- Iing unter Leitung ber Hausfrau alle zur Führung emes einfachen bürgerlichen Haushaltes notwendi- gen Kenntnisse, ohne baß feine Ausbilbung seinen Eltern gelbliche Opfer auferlegt. Denn baburch, baß der Lehrling in ben Haushalt ber Lehrfrau ausgenommen wirb unb außer Kost, Wohnung unb Wäsche auch bie Kassenbeiträge unb eine bescheidene monatliche Vergütung verbient, ist biese Berufs- ausbilbung beinahe kostenlos. Es gehört ein hohes Maß von Arbeit, Gebulb, Nachsicht unb Opferwilligkeit von feiten ber Lehr- frau dazu, ben jungen Lehrling für bas Leben zu schulen unb ihm neben ben praktischen Hanbgriffen der Haushaltsarbeit bie Einteilung von Zeit unb Gelb, Verwenbung bes Kleinen unb Geringfügigen, Beurteilung ber Ware beim Einkauf unb, bas Wichtigste, bie mütterlichen Aufgaben der Frau zu vermitteln unb ihn bazu zu erziehen, sich unter Verzicht auf eigene Wünsche bienenb unb helfenb für anbere einzusetzen. Neben bieser praktischen Ausbilbung geht bie theoretische Ergänzung burch die hauswirtschaftlichen Klassen ber Berufsschule. Am Enbe ber Lehrzeit steht bie Prüfung in Kochen, Backen, Waschen, Bügeln, Flicken, Stop- fen, Hausarbeit unb einfachster Buchhaltung, nach welcher ber junge Lehrling sich „geprüfte Hausgehilfin" nennen barf. Eine tüchtige Hausgehilfin braucht niemals erwerbslos zu fein. Da es an gutem Nachwuchs fehlt, ftnb tüchtige Kräfte sehr gesucht unb haben guten Verdienst. Dann steht nach längerer bezahlter Tätigkeit in Haushalten ober Betrieben ber Weg zur „geprüften Wirtschafterin" unb, wenn bie nötige zHIgemcmbübung vorhanden ist, ber Aufstieg zur Hauspflegerin unb „Meisterin ber Hauswirtschaft" osten So finbet bas praktisch begabte, tüchtige Mädchen in dem vornehmsten weiblichen Beruf, in Der Hauswirtschaft, nicht nur Die VorbilDung für il)re spätere Lebensaufgabe als Hausfrau unD Mut- । ter, fonDern auch Je Möglichkeit zu felbffänDiger i gesicherter Lebensstellung. Vornotizen. Tageskalenber für Donnerstag. । NS.-G. „Kraft Durch FreuDe": 20 bis 21 Uhr i unh^ 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik, nur für i bis 22 Uhr. Mit Dieser SpielplanänDerung kommt die Intendanz den im Laufe der Woche vielfach geäußerten Wünschen gerade her auswärtigen Theaterbesucher entgegen. Der Schlußabschnitt bes Vortrages war ber Entwicklung ber Stabt im 19. Jahrhundert, ber Stabt des Liberalismus, unb anschließend bem Städtebau des 20. Jahrhunderts gewidmet. In diesem Zusammenhang machte Dr. Hamm bie gewaltige Entwicklung Deutlich, bie im Verlaufe bes 19. Jahr- hunberts in ber sozialen Struktur ber beutschen Bevölkerung, ber Lebensgewohnheiten, ber Wohn- weise unb damit auch ber baulichen Entwicklung ber Städte, sowohl hinsichtlich ber Ausnutzung des Bodens, als auch bei ber Gestaltung ber Häuser zu verzeichnen war. Ferner wies er hin auf bie schweren Nachteile ber liberastischen Wirtschafts- auffaffung auf bem Gebiete bes Grunb unb Bodens unb bes Bauwesens unter Hinweis auf bie ungeheuren Schöben ber Mietskasernen in ben großen Stäbten, ein freies Spiel ber Kräfte, bas in ben Formen der hemmungslosen Grundstücksspekulation bie schwersten Schöben für bie Volksgesund- heit unb auch für bie seelische Haltung her Menschen zur Folge hatte. Die Gesamterscheinung her liberalistischen Stabt bes 19. Jahrhunberts machte der Vortragende an Dem systemlosen Durcheinander von Wohn- unb Geschäftshäusern, Fabriken unb sonstigen Jnbustrie- unb gewerblichen Anlagen, unlogischer unb unzweckmäßiger Verkehrsgestaltung deutlich. Dieser unerfreulichen städtebaulichen Entwicklung stellte er als Gesichtspunkte des Stäbte- baues des 20. Jahrhunderts Die sorgsame planmäßige Aufteilung unb Nutzung bes Grunb unb Bodens unb vor allem ben Gebauten ber klaren Glieberung unb reinlichen Scheidung zwischen Wohn-, Geschäfts- unb Industrievierteln, sowie zweckmäßiger Verkehrsgestaltung gegenüber. In bie- sem Zusammenhang betonte er einbringlid) ben hohen Wert ber Siedlung unter reichlicher Schaffung von Grünland, Anlagen und anderen Einrichtungen, Die eine gesunde, volkshygienisch und sozial befriedigende Entwicklung gewährleisten. Er betonte dabei, daß auf diese für Die Vokksgesund- heit glückliche Entwicklung Das Streben unD Wollen Des Nationalsozialismus gerichtet sei, der Durch diese grunDlegenDe Neugestaltung Des Daseins Des deutschen Volkes die schweren Schäden der libera- listischen Zeit beseitigen unb heilen wolle. Der fes- felnbe Vortrag würbe von den vielen SA.-Kame- raben mit anhaltender Aufmerksamkeit verfolgt unb mit lebhaftem Beifall bebanft. Obersturmbannführer Standartenadjutant Münker schloß ben lehrreichen Abend mit Danfesroorten an den Vortragenden und mit dem von den SA.- Kameraden freudig aufgenommenen Gruß und Gelöbnis an den Obersten SA.-Führer Adolf Hitler. Der ewige Engländer. Hundert Jahre Mr Pickwick Ganz England feiert in diesem Monat den hundertsten Geburtstag Mr. Pickwicks, bes unfterb- hd)en Helden aus Dickens« erstem Roman. Solche Jubiläen sind heute überall Mode, aber cs fommt selten vor, daß ber Gefeierte an feinem 100. Geburtstag noch lebt. Unb Pickwick lebt sogar in boppeltem Sinne: als Hauptfigur bes Rowans, ber noch immer zu ben meistgelesenen Büchern in Englanb gehört, aber auch als Verkörperung bes ewigen (Englänbers, wie man ihm noch heute in Lonbon begegnen kann. Der Lonboner Bettler, ber mit Buntstiften bie Porträts vom toieger im letzten Derby, bes englischen Königs und Pickwicks auf das Straßenpflaster zeichnet, findet für den letzteren viele Modelle unter den Pastan- ten ■ ■ • stud als kürzlich ein Film nach dem berühmten Roman von Dickens gedreht werden sollte, meldeten sich viele Hunderte von Engländern, deren jeder sich für das vollkommenste Ebenbild Pickwicks hielt! Pickwick ist durch Dickens, und Dickens durch Pickwick, feine erste Romangestalt, unsterblich geworden, sagt man gewöhnlich. Es ist aber wenig bekannt, daß Pickwick gar nicht die Erfindung des großen englischen Schriftstellers ist, sondern eines damals sehr berühmten Zeichners namens Seymour, ber burch seine gesellschaftskritischen Bilder bekannt geworden war. Seymour hatte die Idee, in einer Serie von Bildern die Abenteuer eines Durchschnitts-Engländers, der Pickwick heißen sollte, barzustellen, aber sein Verleger stellte bie Bedingung, daß ein Text die Bilder begleiten solle. Man wählte für diese Aufgabe den jungen Dickens, der bisher nur seine „Sketches" in einem Magazin veröffentlicht hatte, völlig unbekannt war, unb besten Talent von Seymour als mittelmäßig genug angesehen würbe, um nicht die Aufmerksamkeit von ben Zeichnungen abzulenken. Aber währenb ihrer Zusammenarbeit erwies sich her Schriftsteller als ber Stärkere: bie Bilder würben zu bloßen Illustrationen, unb Dickens begann sogar, bie Einzelheiten ber Gestalt unb ber Kleidung Pickwicks vorzuschreiben und Seymour seine Zeichnungen zur Aenderung zurück- Zugeben. Der Zeichner führte bie Aenberungen aus; aber am nächsten Morgen fanb man ihn tot in seinem Atelier. Er hatte Selbstmord begangen. Dickens wählte sich jetzt einen anderen Künstler, bem er weiter alle Einzelheiten genau vorschrieb, i Die Gestalt Pickwicks lebte in seiner Phantasie, er aus meisten Fällen aber soll sich bie Begegnung in größter Harmonie vollziehen. Diesem „Brautschiff" vom Mombassa läßt sich als Gegenstück bas „Bräu- tigamsfchiff" zur Seite stellen, in bem sich taufenb junge Amerikaner griechischer Abkunft vor einiger Zeit in ihre alte Heimat begaben, um Dort nach Die Feuerwehrleute hmruziehen! Polizeidirektion Gießen teilt uns Vollversammlung des AS -Studentenbundss. Gauamtsleiter Pg. Conrad spricht über die hochpolitische Lage des JISDSfB. Am Dienstagabend war der NSDStB. Gießen in einer Stärke von ungefähr 200 Mann vor dem Gießener Studentenhaus zur Vollversammlung angetreten. Der Hochschulgruppenführer Pg. Fried- r i ch erstattete Meldung seiner angetretenen Mannschaft an den Gaustudentenbundssührer Pg. Conrad. Im Saale des Studentenhauses fand dann die eigentliche Vollversammlung statt, die durch zwei Lieder und einen Sprechchor des Kameradschaftshauses eröffnet wurde. Hochschulgruppenführer Friedrich begrüßte den Gauamtsleiter und erteilte ihm das Wort. Pg. Conrad kam zunächst auf die bevorstehende Zehn-Jahres-Feier des NSDStB. in München zu sprechen. Dann streifte er kurz die augenblickliche hochschulpolitische Lage und sprach von den Aufgaben des Studentenbundes für die Zukunft. Der Studentenbund werde auf keinen Fall von dem sich einmal bei seiner Gründung gestellten Ziele abgehen. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Dor Schluß der Vollversammlung gab der Hochschulgruppenführer noch einige organisatorische Angelegenheiten bekannt. Mit dem „Sieg-Heil" aus Alles herhören! Wer kennt noch nicht unsere Zungmädellieder und Kanons? Der kommt zum Elternabend der Gießener Jungmädel. Dort werdet ihr sie lernen und noch vieles mehr. „Lache mit uns/' Gemeinsamer bunter Abend der RSG. „Kraft durch Freude" und des Reichssenders Frankfurt. Die Bühne der Volkshalle war gestern abend wieder einmal der Blickpunkt für viele Volksgenossen. die für einige Stunden des Tages Arbeit vergessen und dafür einmal herzlich lachen wollten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Reichssender Frankfurt hatten sich redlich bemüht. den Abend recht unterhaltsam auszugestalten. Künstler von gutem Rufe boten ein abwechslungsreiches Programm, unterhielten nach besten Kräften und waren des Dankes der Besucher des Abends sicher. Die Kapelle Hau ck mit ihren Solisten und in starker Besetzung, eröffnete den Abend mit einem schneidigen Marschliederpotpourri, das viele vertraute Klänge brachte und wie alle ihre musikalischen Darbietungen des Abends nicht nur virtuos, sondern auch in voller Ausschöpfung des Stimmungsgehaltes wiedergegeben wurden. Die foliftischen Darbietungen einzelner Mitglieder der Kapelle stellten das beachtliche Können der Musiker unter Beweis. Die vollendete Beherrschung im Rhythmus fiel dabei immer wieder angenehm auf. Dem Gesang war im gestrigen Abend viel Raum gegeben. Margarete Slezak sang einige klassische Liebeslieder und überraschte mit der Kraft ihres glanzvollen Soprans, für den selbst die Volkshalle nicht zu geräumig war. Die Sängerin fand verdienten Beifall. John Gläser-Frankfurt gefiel außerordentlich mit seinen kurzen kapriziösen Ausschnitten aus NSLB. Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft. Freitag, 24. Januar, um 17 Uhr: Seminarzimmer der Oberrealschule: Wichtige Lehrplanfragen. Sportamt,,Krast durch Freude". Heute finden folgende Kurse statt: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr: Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr: Unioersitäts-Reit- institut, Brandplatz. « eisausschuß Gießen. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen verhandelte gestern vormittag im Sitzungssaale des Kreisamtes unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Dr. Schönhals zunächst in der Sache einer Hilfsbedürftigkeit des Fritz Schmedes, früher in Wiefeck, jetzt in Ober-Befsingen. Eine Entscheidung konnte jedoch noch nicht gefällt werden. Es wird eine weitere Verhandlung stattfinden. Der Otto Jox von Ettingshausen hatte gegen einen Beschluß des Kreisamtes Einspruch erhoben, weil ihm die Ausstellung eines Führerscheins versagt worden war. Auch diese Sache konnte im Urteil nicht entschieden werden, da erst noch ein Gutachten der Universitäts-Neroenklinik eingeholt werden soll. Die Klage des Karl Huhn in Gießen gegen den Beschluß des Kreisamtes, das auch ihm die Ausstellung eines Führerscheins ablehnte, wurde kostenpflichtig abgewiesen. Verpflichtung der Werkscharen im Kreis Sieß-n. Am Dienstagabend wurden in Gießen die Werkscharen der Fittingsfabrik Bänninger G.m.b.H. in der Stärke von 40 Mann und der Buderus- fchen Eisenwerke Lollar in der Stärke von 50 Mann einschließlich Spielmannszug durch den Gauwerkscharleiter übernommen. Kreiswalter Wagner sprach zu Beginn über den Sinn und Zweck der Werkscharen, die für eine Verbreitung nationalsozialistischen Ideengutes innerhalb des Betriebes zu sorgen hätten. Kameradschaft sei eine der Grundlagen gemeinsamer Arbeit zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft. Nach unserer Auffassung sei der Betriebssührer der „erste Kamerad" im Betriebe. Im Anschluß daran übernahm Gauwerkscharleiter E ck st e i n die Werkscharen und gab ihnen Geleitworte zu ihrer Arbeit innerhalb der Betriebsgemeinschaft mit auf den Weg. Treue und Kameradschaft seien die Grundpfeiler, auf die die Werkscharen aufgebaut werden müßten. Ohne diese beiden Tugenden sei der Erfolg stets in Frage gestellt. Vor allem die Treue dem Führer gegenüber müsse bei einem Werkscharmann erste Tugend sein! Shakespeares „Was ihr wollt!" in der Vertonung von Humperdinck, dann aber noch besonders mit einem weinseligen Lied, von dem viel Stimmung ausging. Als Dritte im Bunde des Gesangs an diesem Abend trat Lale Andersen-Wilk auf, die sich mit ihren Matrosenliedern, teils prächtig, burschikos und originell, teils aber auch mit feinem Gefühl für Stimmung gesungen, stürmischen Beifall sicherte. Mit ihrer sicheren graziösen Bewegtheit, mit ihren wohlabgewogenen mimischen Untermalungen unterstützte sie die Wirkung ihrer Vorträge sehr glücklich. Fritz K u l l m a n n, der begabte Pianist des Reichssenders Frankfurt begleitete die gesanglichen Darbietungen des Abends am Flügel mit großer Sorgfalt, außerdem wartete er mit einer hervorragenden Interpretation eines Chopin- schen Walzers auf. Zu lebhaftem Lachen reizte der bayerische Komiker Georg Blädel von München, der sich zunächst mit seinen auf der Klarinette begleiteten lustigen Schnadahüpfeln gut einführte, dann einige wirkungsvolle humoristische Gedichtvorträge brachten und sich auch noch als gute Musiker mit Violine und Federkiel erwies. Frido Groth ey lernte man als einen Akkordeon-Virtuosen kennen, der seinem Instrument in kunstvollem Spiel wunderbare Klänge entlockte. Schließlich beschlossen Jan und Hein von Hamburg mit ihrer gelungenen Parodie auf Pat und Patachon den Reigen der Darbietungen. Heinz Vogel- Düsseldorf wirkte als Ansager mit. Die Kapelle Hauck begleitete mit einem Sol- datenlieder-Potpourri die zufriedenen Teilnehmer dieses bunten Abends aus dem Saal. mit: t . Es liegt Veranlassung vor, darauf hmzuwelsen, daß bei allen öffentlichen und auch bei privaten Veranstaltungen, bei denen ein größerer Personenkreis in Sälen oder sonstigen Versammlungsräumen zusammenkommt, aus sicherheits- und feuerpolizeilichen Gründen Feuerwehrleute zuzuziehen sind. Die Leiter der Versammlungen oder die Führer von Fachschaften und Vereinen, welche irgendeine Festlichkeit veranstalten, sind für die Stellung der zum Feuerschutz nötigen Feuerwehrleute verantwortlich. Sowohl bei der städtischen Branddirektion Gießen als auch bei der Polizeidirektion können die benötigten Feuerwehrleute angefordert werden. Die Zahl der jeweilig zu stellenden Feuerwehrleute, die sich richtet nach der Große des Saales und der zu erwartenden Menschenmenge, bestimmen die eben genannten Behörden. Es sind Klagen laut geworden, daß sich Festveranstalter Gießener Vereine den Anordnungen der Feuerwehrleute, die aus feuerpolizeilichen Gründen haben erlassen werden müssen, widersetzt haben. Dieses verständnislose Handeln ist unzulässig und bedeutet für die Festbesucher eine gewisse Gefahr. Den Anordnungen unserer in jeder Weise vorzüglich ausgebildeten und insbesondere im Brandschutz er= fahrenen Feuerwehrleute ist alsbald nachzukommen. Nur ihre Weisungen haben Geltung. Die Polizeidirektion gibt sich der Hoffnung hin, daß dieser Hinweis genügt, um Auswüchse, wie hier kurz aufgezeichnet, für immer unmöglich zu machen. Anzeige. ** Blinder Alarm. Am gestrigen Mittwochmittag ertönte aus dem Geschäftshaus der Deutschen Bank, Ecke Plockstraße und Johannesstraße, plötzlich die Alarmsirene und gleichzeitig wurde von außen her eine Lichtschrift mit dem Worte „Ueberfall" sichtbar. Der Alarm erregte natürlich die Aufmerksamkeit zahlreicher Straßenpassanten. Wie wir auf Erkundigungen an zuständiger Stelle Härten, war dieses Funktionieren der Alarmanlage lediglich auf einen Zufall zurückzuführen, durch den die in hohem Maße empfindliche Alarmanlage in Tätigkeit gesetzt wurde. Irgendein Grund zur Beunruhigung ober ein ernster Anlaß bestand zum Glück nicht. ** Tragischer Unglücksfall eines dreijährigen Kindes. In einem Hause der Sonnenstraße ereignete sich gestern abend ein tragischer Unglücksfall, dem leider das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Das dreijährige Säbnchen einer Familie hatte ein Stückchen Fleisch verschluckt, das dem Kinde im Halse stecken blieb, so daß sofort Erstickungserscheinungen auftraten. Nachdem man sich kurze Zeit um das Kind bemüht hatte, wurde es rasch zum nahen Depot der Sanitätskolonne und von dort aus im Auto zur Nasen-, Hals- und Ohrenklinik gebracht. Leider war es aber trotz aller Bemühungen der Aerz(e nicht mehr möglich, dem Kinde das Leben zu erMten. Den tiefbetrübten Eltern, die auf solche Weise ihr Kind verlieren mußten, wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Schöffengericht Gießen. Vor den Schranken des Gerichts stand gestern der K. E. F. aus Ortenberg wegen fahrlässiger Tötung. Der Angeklagte wurde am 29. September 1934 von dem Gewerbelehrer Jockel aufgefordert, ihn zur Erledigung von Angelegenheiten mit dem Motorrad nach Büdingen zu fahren. Der Angeklagte folgte dieser Aufforderung sehr ungern. Auf Drängen des Jöckel fuhr dann der Angeklagte in übermäßigem Tempo in Richtung Büdingen. An der Kreuzung der Straße nach Rohrbach kam aus Richtung Rohrbach ein Postauto, das nach Ortenberg zu einbog. Der Angeklagte konnte die hohe Geschwindigkeit nicht mehr drosseln, und es kam zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem der Beifahrer tödlich verunglückte und der Angeklagte selbst schwer verletzt wurde. Das Gericht erkannte an Stelle einer an sich verwirkten Gefäncmisstrafe von zwei Monaten auf 300 Mark Geldstrafe. Strafmindernd kam in Betracht, daß der Angeklagte nur auf Drängen des Getöteten sein Tempo erhöhte, daß er noch unbestraft und selbst schwer verletzt ist. Wegen Betrugs im Rückfall wurde der Otto Kneipp aus Gießen zu einem Jahr Zucht- baus verurteilt. Der Angeklagte, der schon erheblich vorbestraft ist, handelte mit Futtermitteln. Er besuchte in dieser Eigenschaft in der näheren Umgebung von Gießen Verbraucher, denen er Futtermittel verkaufte, sich das Geld geben ließ und die Abnehmer zu dem Nachbar verwies, wo die Ware stände. Als sich die Leute dort die Ware holen wollten, merkten sie, daß sie einem Schwindler in hie Hände gefallen waren. Aul diese Weise ging her Angeklagte in etwa 10 Fällen vor. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ein „Grüner Abend" des Ortsringes Gießen. sind fast ganz verschwunden, das Wildpferd kommt in freier Wildbahn nicht mehr vor, der Elch ist in den äußersten Nordosten Deutschlands verdrängt, Gemse und Steinbock sind Hochgebirgstlere geworden. Bär und Wolf waren weitverbreitetes Raubwild. Der letzte Bär in Hessen wurde 1678 im Oberwald gestreckt, der letzte in Deutschland 1835 m Bayern. Riesig waren die Schaden durch Wolfe. 1806 noch wurden bei Aßlar m einer Nacht durch einen Wolf 28 Schafe gerissen. Der letzte Wolf in Hessen wurde 1841 in der Viernheimer Heide erlegt. Als Wechselwild kommt er an der Ostgrenze des Reiches heute noch vor. .Während so viele Tierarten verschwanden, kamen andere neu hinzu. So wurde im Mittelalter das Damwild eingefuhrt, und der Fasan hat schon seit der Mitte des 14. Jahrhunderts Bürgerrecht in Hessen. , . Dann ging der Vortragende auf die Waffen em, schilderte vor allem die sog. Kehrwiederkeule, dann die Armbrust und den Uebergang zur Feuerwaffe, zeigte ferner, wie Ne^e, Tücher und Lappen früher im Jagdbetrieb zum Festhalten des Wildes in einem bestimmten Waldteil unentbehrlich waren, und wie Hühner und andere Tierarten mit Netzen gefangen wurden. Ein besonderes Kapitel war den unentbehr- liehen Genossen des Jägers, den Hunden, gewidmet: Hetzjagden mit Hunden und Pferden im Mittelalter und in der Neuzeit wurden einander gegenüber^ gestellt. Unentbehrlich und nicht wegzudenken aus Der mittelalterlichen Jagd sind ferner die Jagden mit Beizoögeln; Falken, Habichten, Adlern usw., mit denen vor allem Reiher und Enten gejagt wurden. Auch ein Bild moderner deutscher Falknerei konnte sofort nach dem Tatort, um die notwendigen Ermittlungen aufzunehmen. Der Schaden, der dem Inhaber der VerkaufsniederLage entstanden ist, ist sehr erheblich, da sämtliche Maschinen einen hohen W§rt haben. gezeigt werden. Nicht vereinbar mit dem Geschmack der heutigen Zeit sind die sogenannten Kampfjagden, bei denen entweder vorher in großer Zahl eingefangene Tiere bei Festlichkeiten an Fürstenhöfen miteinander kämpfen mußten, oder in denen durch Menschen, Herren und Damen des Hofes, Füchse z. B. solange auf ausgespreizten Tüchern in die Luft geschleudert wurden (Fuchsprellen), bis sie verendeten. Um für diese Kampfjagden das notige Wild zu haben, richtete man Jägerhäuser oder Jägerhöfe mit Zwingern ein. Diese Höfe entwickelten sich aber bald zum'Mittelkunkt des ganzen Jagdwesens. Hier erfolgte die berufsmäßige Ausbildung der Jägerei, hier entstand die Jägersprache und hier wurde das iagdliche Brauchtum gepflegt. Mit der Wiederherstellung des Jagdrechtes des Grundbesitzers und der Verpachtung der Jagdausübung entstand der Stand der Jagdpächter. Dieser hat zum Teil hervorragende Jäger hervorgebracht, anderseits aber drängten sich Leute zur Jagd, die ihrem ganzen Denken und Fühlen nach dazu mcht geboren waren. Daraus entwickelten sich schwere Jagdschädigungen. Die Jagdgesetze erwiesen sich als völlig unzulänglich, um hier Wandel schaffen zu können. Es entstand das ungeschriebene Gesetz der Jägerschaft, die Weidgerechtigkeit. An ihr schieden sich die Geister. Die besseren Teile der deutschen Jäger schlossen sich zum Schutze der Jagd in Jagdvereinen zusammen und erzogen ihre Mitglieder zu weidmännischem Denken. Diese Vereine sind die Wegbereiter des Reichsjagdgesetzes geworden. Dieses Gesetz bedeutet einen Wendepunkt in der Entwicklung der deutschen Jagd. Es stellt dem Jäger eine große Aufgabe: Treuhänder des deutschen Volkes zu fein. Er soll die Jagd erhalten. Denn sie ist ein ideales Volksgut, das zur Liebe zur Heimat erzieht, das ein Gesundbrunnen für Hunderttausende deutscher Männer darstellt und sie wehrhaft und waffenfroh erhält. Sie ist aber auch volkswirtschaftlich von Bedeutung. Die deutsche Jagde wäre u. a. z. B. in der Lage, den gesamten jährlichen Fleischbedarf für 600 000 Menschen Zu liefern. Sie stellt nach den Worten des Volkswirtschaftlers Stieda unter der Maske des Vergnügens'einen sehr wertvollen Zweig der Volkswirtschaft dar. Junge deutsche Menschen, die Liebe zu Wild und Wald in sich fühlen und die durch die waidmännische Schule hindurchgehen .ollen, bis sie als vollwertig in die deutsche Jäg /chuft aufgenommen werden können, werden stets willkommen sein. Der Redner schloß mit den Worten: „Wald und Wild, die beiden hat Gott zusammengegeben: nehmt fein Wild dem deutschen Wald und ihr nehmt ihm sein Leben." Der Vortrag, eingeleitet durch das Signal „Begrüßung" und beendet mit „Halali" und „Jagd vorbei" auf dem Jagdhorn (Herr L e i ch u m), wurde in wirkungsvollster Weise umrahmt durch Wald- und Jagdlieder des Frohsinn-Ouartettver- eins mit Unterstützung des Mandolinenklubs ,Nea- polita" und des'Herrn Schwarz lo se (Trom- nete). Freudig folgten alle Besucher schließlich dem Dirigenten des Gesangvereins, Herrn Leib, bei . einem gemeinsamen jagdlichen Kanon. Den Dank : an den Führer für das Reichsjagdgesetz, das alte Wünsche der deutschen Jäger erfüllte, brachte ein Sieg-Heil zum Ausdruck, das den Abend schloß, der : sich den anderen des rührigen Ortsringes würdig , anschloß. ** Sitzung des P r o v i n zi a laus sch u s- e s. Am nächsten Samstag, 25. Januar, 8.30 Uhr* beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Friedrich Ger lach in Wiefeck gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 11. November 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. 2. Klage der Juliane Beck, Gelnhaar, gegen die Entscheidung des Kreisamts Büdingen vom 4. Juli 1935 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 3. Klage der Schäferei Bollnbach (Heinrich Erbes und zehn andere) gegen die Gemeinde Saasen; hier: Berufung der Gemeinde Saasen gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 10. März 1935. 4. Einspruch des Polizeidieners Vogel zu Mainzlar gegen den Voranschlag der Gemeinde Mainzlar Rj. 1934; hier: Berufung der Gemeinde Mainzlar gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 24. Avril 1935. ** Volkshalle-Verein Gießen. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Dolkshalle-Vereins auf Dienstag, 4. Februar, in dem Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, eingeladen. Näheres in der ten. Wildschäden wurden nur selten ersetzt. Wenn auch im 17. und 18. Jahrhundert mit Rücksicht auf die unerträglichen Wildschäden große Waldgebiete eingegattert und in „Tiergärten" mit Hirschen, Sauen oder Rehen verwandelt wurden, so blieb die Unzufriedenheit und Jagdfeindlichkeit der Bauern vor allem doch bestehen. Das Verlangen nach Freijagd spielte daher im Jahre 1848 eine besondere Rolle. Nicht ganz zwei Jahre freier Jagd zeigten, daß bei diesem Rechtszustand Deutschland in Kürze wildleer würde. Daher setzte mit dem Jahre 1850 eine neue Regelung des Jagdrechtes ein. Das Recht des Jagens auf eigenem Grund und Boden wurde ausdrücklich feft-- gelegt. Jedoch durfte dieses Recht nur ausgeübt werden, wenn der Grundeigentümer eine zusammenhängende Fläche von einer bestimmten Mindestgröße sein eigen nannte. Andernfalls wurde sein Land mit dem anderer zusammengefaßt und gemeinsam verpachtet. Der Erlös aus der Verpachtung aber stand ihm zu. Die Regelung war in den deutschen Staaten nicht gleich und wurde es auch nicht, weil Jagdrecht Landesrecht war und blieb bis zum 1. April 1935. An diesem Tage trat das Reichsjagdgesetz in Kraft, das mit einem Schlage 18 noch bestehende Jagdgesetze aufhob und ein einheitliches Recht für das ganze Reich an feine Stelle fetzte. Dieses Gesetz verkündet auch das Jagdrecht des Grundeigentümers, hebt das Jagd- regal dort auf, wo es noch z. T. bestand (Hessen), und schränkt das Ausüdungsrecht ein. Nur wenn die zusammenhängende Grundfläche mindestens 75 Hektar groß ist, kann der Eigentümer das Eigen- sagdrecht in Anspruch nehmen. Sonst werden die Grundflächen eines Jagdbezirkes zusammengefaßt, die einzelnen Besitzer bilden eine Jagdgenossenschaft mit einem Jagdvorsteher an der Spitze. Der Pachterlös steht ihnen ie nach Große der Grundfläche zu. Der Redner ging dann auf die Veränderung der Tierwelt ein. Ur und Wisent, die beiden Wildrinder, Der Ortsring Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, der seine diesjährige Win- terarbeit auf die engere Heimat und die heimatliche < Scholle abgefteWt hat, veranstaltete am gestrigen Mittwochabend in der Aula des Landgraf-Ludwig- Gymnafiums einen „Grünen Aden d". Der Stabsleiter des Gaujägermeisters für Oberhessen, Stabsjägermeister Studienrat tkrnst Holzel /)atte es übernommen, vor einer vorwiegend aus Nichtjägern zusammengesetzten Zuhörerschaft über „Deutsches Weidwerk im Wandel der Zeiten" zu sprechen. Wenn der Redner eingangs seines Vortrages sagen konnte: „Wir deutschen Jäger tragen in unserer Liebe zu Wild und Weid- we'rk ein uraltes Erbgut in uns", so legt der ausgezeichnete Besuch des Abend (mancher mußte vor der Tür umkehren) den Gedanken nahe, daß dieses Erbgut noch in zahlreichen Gliedern unseres Volkes schlummert, auch wenn diese Nichtjäger sind. Gute Lichtbilder unterstützten das gesprochene Wort. Der Redner führte etwas aus: Jagd ist die älteste menschliche Beschäftigung. Solang auf deutschem Boden Menschen leben, jagen sie auch. Nach alter | germanischer Auffassung hatte jeder Freie das Recht zu jagen, und zwar sowohl in den endlosen Wäldern, die Allgemeinbesitz waren, wie auf den Feldern, die im Privatbesitz standen. Jagd war notwendig, weil Ackerbau und Viehzucht in den ältesten Zeiten noch nicht in der Lage waren, die Ernährung des Menschen zu sichern. Später aber mußte der Mensch jagen, um seine Felder und seine Herden vor Groß- und Raubwild zu schützen. Je mehr Land in Privatbesitz überging, um so mehr entwickelte sich aus dem allgemeinen Jagdrecht das Recht der Jagd auf eigenem Grund und Boden. Zunächst beanspruchten die Könige in ihren Privatwäldern das alleinige Jagdrecht. Diese Wälder wurden Forsten genannt. Bald jedoch beanspruchten sie auch das'Jagdrecht auf Grundflächen, die gar nicht in ihrem Besitze standen, sie beanspruchten für sich den „Wildbann". Was dem König recht war, erschien den Reichsständen billig. Bald betrachteten Landesherren, Fürsten und Grasen, sowie die hohe Geistlichkeit das Wild als alleiniges Eigentum. Durch den Wildbann wurde das altgermanische Recht gebrochen. Aus ihm heraus entwickelte sich das sogenannte Jagdregal, d. h. die gesetzliche Anerkennung des Zustandes, daß das Jagdrecht vom Boden getrennt werden konnte. Im 17. Jahrhundert war das Jagdregal in ganz Deutschland verbreitet. Die Empörung der Bauern als der Grundeigentümer über die Entrechtung machte sich in Bauernaufständen Luft, in denen die freie Jagd gefordert wurde. Die Jagdlust der Fürsten erforderte große Wildbestände, die ohne Rücksicht auf die Wildschäden herangehegt wurden. Um in den riesigen Jagdbezirken die Jagden überhaupt abhalten zu können, entstanden überall Jagdschlösser, und auf Mühlen, Höfen, Burgen und Klöstern wurden Hunde, Falken, Pferde, Jäger usw. untergebracht, die von den Bewohnern auch ernährt werden muß- Führer und Bewegung und dem Horst-Wessel-Lied war die Versammlung beendet. Teilnahme Gießener Studenten bei der 10-Jahres-Aeier des NSDStB. in München. Von der hochlchulgruppe ließen des NSDStB. werden 15 Studenten an der Zehn-Jahres-Feier des NSDStB. in München am kommenden Samstag und Sonntag teilnehmen. Gießener wochenrnarktpreife. * Gießen, 23. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk-, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inlandifchs ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 70 bis 90, Zwie- beln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf-, Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90 Ps- bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 85 Pf., Blumenkohl, das Stück 25 bis 45, Salat 35, Eindioien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. Schwerer Sturm brinat ein Haus zum Ei flurz. LPD. Bensheim, 22. Jon. Dienstagabend rourbe das H au s des Baumeisters Conr. Loew, das er sich nn Laufe des vergangenen Jahres durch eigene mühevolle Arbeit in der Nähe der Brunnenweganlagen erstellte, durch einen über Bensheim heraufgekommenen schweren Sturm 3 um Einsturz gebracht. Das Haus stand kurz vor der Vollendung. Loew wollte hier in stiller Abgelegen, heit feine alten Tage verbringen. Er war gerade in den unteren, fest betonierten Räumen beschäftigt als dos Haus über seinem Kopf einstürzte Zu allem Unglück kann man von Glück sagen, daß Loew durch die niederstürzenden Firstbalken und Dach. Ziegeln nicht zu Schaden gekommen ist. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloffen. Oie Leipziger Messe im nationalsozialistischen Deutschland Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Gießen fand am gestrigen Mittwochabend im „UC." ein Vortrag statt, dem der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Pg. Dr. Pauly, das Geleitwort gab. Dabei verwies er auf die vielfachen Interessen auch unseres Wirtschaftsgebietes auf der Leipziger Messe und unterstrich das steigende Interesse an dieser Messe nach der Machtübernahme durch Zahlenmaterial. Unter den aus dem Kammerbezirk ausstellenden Firmen sind u. a. Stempel- K r e u t e r und Seifen-Möbs (Gießen) und Bücking (Alsfeld) zu nennen. Durch reiche Erfahrungen und Kenntnis unterstützt, gab dann Dr. Vogel vom Messeamt Leipzig die kultur- und wirtschaftspolitisch sehr> interessante Uedersicht über „Die Le^iziger Messe im nationalsozialistischen Deutschland und ihre Bedeutung für Binnenmarkt und Export." Er wies nach, daß die 700 Jahre alte Leipziger Messe sich zum einzigartigsten und größten Warenmarkt auf der ganzen Welt entwickelt hat. Die Bedeutung, die ihr das nationalsozialistische Deutschland zumißt, ist schon daraus ersichtlich, daß Reichsminister Dr. Goebbels sie unter seinen besonderen Schutz genommen hat und daß sie als d i e Reichsmesse betrachtet wird. Die rückläufige Bewegung in früheren Jahren verdankte auch die Leipziger Messe den Tributzahlungen nach dem Versailler Vertrag. Wir verdanken erst der klugen Handelspolitik des Führers, der in Dr. Schacht einen guten Helfer gefunden hat, eine wesentliche Besserung. Erst dadurch, daß wir nur so viel an Waren hereinnehmen, wie wir ausgeben, fangen wir wieder an, ordentliche Kaufleute zu werden. Dazu hilft auch die Leipziger Messe, die den deutschen Export betreibt und wieder eine Angelegenheit der großen Welt geworden ist. Während die Herbstmesse große Bedeutung für den Binnenmarkt hat, ist die Frühjahrsmesse wieder zu einer Bedeutung gekommen, wie man sie nicht für möglich gehalten. Während die Zahl der geschäftlichen Besucher bei der Machtübernahme auf 107 000 zurückgegangen war, ist sie 1934 bereits auf 158 000 und 1935 schon auf 196 000 hinaufgeschnellt, so daß für die diesjährige Messe die beste Aussicht besteht, daß diese Zahl die 200 000 weit überschreiten wird. Die Technische Messe ist heute schon überfüllt von Ausstellern, weil ein starker Exportwille vorhanden ist und die Wirtschaftspolitik von Dr. Schacht sich durchzusetzen beginnt. Dabei hat sich die Rückgliederung der Saar schon 1935 sehr erfolgreich gezeigt, durch' deren Export wir einen Ausfuhrüberschuß von 110 Millionen Mark erzielen konnten. Die Exportmöglichkeiten werden sich verbessern, und die Messe leistet hierfür gute Mitarbeit. Was die Leipziger Messe groß gemacht hat, ist nicht der Mammutkonzern und der Großbetrieb, sondern der kleinere und mittlere Betrieb. Ebenso kauft hier der kleinere und mittlere Kaufmann ein. Er hat keine große Auslandsorganisation und bedient sich des Meßamtes, das ihm die Einkäufer zuführt. Im Vorjahr waren allein 21 750 ausländische Einkäufer erschienen, und es ist zu erwarten, daß diese Zahl in diesem Jahre überholt wird. Dabei wird sehr darauf geachtet, daß auch der deutsche Lieferant seine Geschäftsbeziehungen im Sinne der nationalsozialistischen Auffassung, daß nur das Beste geliefert werden und jede Geschäftsbeziehung zum Ausland erhalten bleiben muß, ausübt. Darüm muß die Ausstellung selbst vom kleinsten Aussteller gut Und gründlich vorbereitet werden. Ein weltumspannendes Organisationsamt, in dem auch der Gießener Vertreter I. H. Fuhr ein Glied ist, sorgt weitschauend und umsichtig für alle Anforderungen. Eine Reihe von Bildern bot eine lehrreiche kulturhistorische Betrachtung. Präsident Dr. Pauly dankte dem Redner und sprach das Schlußwort. Obecheffen Rundfunkwerbung auf dem Lande. T Treis a. d. L d a., 22. Jan. Der Werbe- mögen der Rundfunkgesellschaft besuchte gestern auch unsere Gemeinde. Auf dem Adolf-Hitler-Platz fand von 12 Uhr ab ein Platzkonzert statt, dessen Weisen laut über das ganze Dorf erschallten. Am Nachmittag wurden für die Schulkinder und am Abend für die zahlreich erschienenen Erwachsenen laufende Bilder in Form von Ausschnitten aus der ungeheuer vielseitigen Arbeit verschiedener Rundfunkzentralen gegeben, die des Wissenswertesten und Interessantesten viel boten; besonderen Anklang fand die Darstellung und Erklärung der elektrischen Wellen, sowie die Gegenüberstellung der Entwicklung des Rundfunks von 1923 bis heute. Nach der Verlosung von zwei Volksempfängern, deren einen zur Freude der Anwesenden ein gering bemittelter Volksgenosse gewann, wurde die Besichtigung der ausgestellten Radioapparate vorgenommen. Die Veranstaltung des Abends begleitete die Londorfer und Treiser Musikkapelle mit munteren Weisen und spielte nachher noch zum Tanz. Ein hiffori cher Hund in Alsfeld. D Alsfeld, 22. Jan. Die Stadt Alsfeld läßt gegenwärtig den ältesten Stadtteil, der Grab- b r u n n e n genannt, kanalisieren. In dessen Nähe stand die Alsfelder Burg, die verschwunden ist, und um die herum die erste Alsfelder Siedlung vermutlich entstanden ist. Bei den Ausschachtungsarbeiten entdeckte man, daß der ganze Boden dieses Stadtteils etwa 2 Meter hoch aufgefüllt ist. In etwa 2 Meter Tiefe stieß man auf 1,5 Meter dicke Mauerreste mit Pfosten und Pfäh-. len, die teilweise noch gut erhalten waren. Sie sind zweifellos die Re st e der hier gelegenen alten Wasserburg, die aus einer Zeit stammt, in der die Stadt noch nicht mit einer Mauer umwehrt war. Der an dieser Stelle liegende Grabbrunnen, der einzige noch laufende Brunnen der Stadt, der unter Denkmalschutz steht, wird erhalten bleiben. Landkreis Gießen. * Daubringen, 23.Jan. Am morgigen Freitag, 24. Januar, kann der Rottenführer i. R. Georg Heinrich Walther in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der Ju- I bilar ist seit 40 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. «D Allend o rf a. d. Ld a., 22. Jan. Bei der heute im hiesigen Stadtwald, Distrikt Langebruch, abgehaltenen zweiten Holzoersteigerung, zu. der sich auch viele auswärtige Kauflustige eingefunden hatten, wurden folgende Preise erzielt für je zwei Raummeter: Buchen-Scheitholz 18 bis 20 Mark, Eichen-Scheitholz 8 bis 10, Kiefern- und Fichten-Scheikholz 6 bis 8, Buchen-Knüppelholz 10 bis 13, Eichen-Knüppelholz 7 bis 9, Kiefern-Knüp- pelholz 5 bis 6, Fichten-Knüppelholz 5 bis 7, Buchen-Stockholz 8 bis 11, Eichen-Stockholz 6 bis 7, je fünf Raummeter Buchen-Reisholz 5 bis 7, Eichen-Reisholz 4 bis. 5, Fichten-Reisholz 1 bis 2 Mark. Fichten-Derbstangen kosteten 'je Stück: 1. Klasse 1 bis 1,10 Mark, 2. Klasse 50 bis 70 Pf., 3. Klasse 30 bis 40 Pf. — Die Holzhauerei wurde vor einigen Tagen beendet. + Grünberg, 22. Jan. Zwecks Durchführung des Reichsberufswettkampfes im Bezirk Grünberg hatte der Leiter, Uhrmachermeister Hermann Pfeffer jun., die Wettkampfgruppenleiter und den Arbeitsausschuß zu einer Besprechung in die Volksschule eingeladen. Nach Berichten einiger Teilnehmer an der Gießener Tagung fand die Festlegung der Wettkampftage im hiesigen Bezirk statt: Am Sonntag, 2. Februar, findet zur Eröffnung ein allgemeiner Appell statt. In der folgenden Woche werden an drei Tagen: Montag, Mittwoch und Freitag folgende Gruppen ihren Wettkampf erledigen: Gruppe Handel (11 Teilnehmer), Leitung Kaufmann K. Schott; Gruppe Friseure (1 Teilnehmer), Leitung Friseur Friedel S e e p e ; Gruppe Metall (33 Teilnehmer), Leitung Elektro-Jnst.-Meister Friedel Schröder, Autoschlosser Otto Grün in g, Schlosser Jakob Auer; Gruppe Bau (18 Teilnehmer), Leitung Architekt Balser und Zimmermeister Reinhard Haas; Gruppe Hausgehilfen (42 Teilnehmer), Leitung Frau Kaufmann Röhm und technische Lehrerin Köhler; Gruppe Leder (4 Teilnehmer), Leitung Schuhmachermeister Fr. Frank und Albr. Großhaus. Am Sonntag, 9. Februar, soll ein Schaufensterwettbewerb stattfinden. In der darauffolgenden Woche werden die letzten Gruppen am Dienstag, Donnerstag und Samstag ihren Wettkampf bestreiten: Gruppe Bekleidung (4 Teilnehmer), Leitung Schneider Christian S ch m a d e l; Gruppe Holz (10 Teilnehmer), Leitung Schreinermeister Lein und Seng; Gruppe Stein und Erde (3 Teilnehmer), Leitung Bildhauermeister Zentgraf (Queckborn); Gruppe Nahrung und Genuß (9 Teilnehmer), Leitung Bäckermeister Hans Carle und Metzgermeister Karl Böß jun.; Gruppe Textil (27 Teilnehmer), Leitung Fabrikant Heinrich Schmidt jun. Insgesamt nehmen daher 162 Teilnehmer und -innen im hiesigen Bezirk am Reichsberufswettkampf teil. — Im Arbeitsausschuß sind folgende Mitglieder tätig: Uhrmachermeister Hermann Pfeffer jun. als Obmann, Architekt Balser als Stellvertreter, ferner die Berufsschullehrer Gengnagel und K r ö h l e, die technischen Lehrerinnen Köhler und M o o tz , weiterhin wirken noch mit Kaufmann Karl Schott, Frau Kaufmann Gerd Röhm, Lehrer Wenzel und Schlosser Jakob Auer. * Lang-Göns, 22. Jan. Dieser Tage konnte der Schühmachermeister Heinrich Artz I., Hundstadenstraße, auf eine 50jährige Tätigkeit im Schuhmacherhandwerk zurückblicken. Seine Lehrzeit verbrachte er bei Schuhmachermeister H a u b , der inzwischen verstorben ist. Der Jubilar steht im 65. Lebensjahr und ist ein Handwerker von altem Schrot und Korn. Schuhmachermeister Artz weiß aus seiner Lehrzeit noch manches Interessante zu erzählen. (D Grüningen, 22. Jan. Im Saale des Gastwirts Bender fand ein Lichtbildervortrag statt. Prof. Dr. Funk (Gießen) sprach an Hand von ausgezeichneten Bildern über die Pflanzenwelt Italiens und über wissenschaftliche Institute, die von Deutschen errichtet wurden. Neben den Ausführungen über die Pflanzenwelt gab der Redner Aufschluß über schöne alte italienische Städte und ihre Kunstwerke. Im Bilde lernten die Besucher der Veranstaltung auch die feuerspeienden Berge Vesuv und Aetna kennen. Ortsgruppenleiter M a r st e l l e r beendete den Vortragsabend mit Worten des Dankes an den Redner und schloß sodann in üblicher Weise. f Grüningen, 22. Jan. In der hiesigen Turnhalle fand gestern die erste Holzverstei- gerung statt. Es konnten durchweg gute Preise erzielt werden. Es kosteten je zwei Raummeter Buchenscheite 18—20 Mark, Buchenknüppel 16 bis 18 Mark, Buchenrundscheite 18 Mark, Kiefernrundscheite 11—12 Mark, Kiefernknüppel 8—10 Mark, Fichtenknüppel 6—7 Mark, Buchenreisig je 6 Meter 7—8 Mark, Buchenstöcke 8—9 Mark, Lesestücke 50—70 Pfg. I Hungen, 22. Jan. Bei der gestrigen zweiten H o l z v e r st eigerung in unserem Gemeindewald — Distrikt Galgenwald — wurden zu Beginn höhere Preise erzielt, als vor acht Tagen. Im Durchschnitt wurden folgende Preise gezahlt: Buchenscheiter 19 bis 21 Mark (je zwei Raummeter), Buchenknüppel 10 bis 14 Mark, Eichenscheiter 10 bis 14 Mark, Eichenknüppel 4 Mark, Buchenstöcke 10 Mark, Kiefernknüppel 4 Mark. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 21. Jan. Die hiesige Bezirkssparkasse Mathilden st ist, deren Geschäftsräume schon längere Zeit für den zunehmenden Geschäftsverkehr nicht mehr ausreichend waren, hat das dem hessischen Staat gehörige frühere F i - n a n z a m t s g e b ä u d e in der Bismarckstraße zum Kaufpreis von 50 000 Mark erworben. Den seither in diesem Gebäude ^wohnenden Beamten sind die Wohnungen bereits zum 1. April gekündigt worden, worauf dann mit dem Umbau begonnen werden soll. Gleichzeitig soll in dem zum Gebäude gehörigen Garten noch ein einstöckiger Anbau errichtet werden. Das seitherige Geschäftsgebäude soll zu Wohnungen eingerichtet werden. — Die Reichsbahndirektion Frankfurt hat von der Firma Wenzel, sowie von Dachdeckermeister L. H e y d, die in Richtung Ostheim rechts der Bahnlinie liegenden Grund st ück5 nebst Anschlußgleisen angekauft, um später dort eine Verbreiterung des Bahnhofs vornehmen zu können. Die Firma Eisenhandlung Wenzel hat als Ersatz für den verkauften Platz einen zwischen Langgasse und Martelgasse liegenden Garten angekauft, der zur Zeit in einen Lagerplatz umgewandelt wird. Kreis Schotten. O ß au b ad), 22. Jan. Die erste Lehrer» konferenz des Bezirks Laubach im neuen Jahre fand in der „Traube" statt. Der Ob» mann, Lehrer O t t (Gonterskirchen), begrüßte die Teilnehmer und brachte dann einige geschäftliche Dinge zur Erledigung. Anschließend hielt Lehrer Bickel (Altenhain) einen sehr lehrreichen Vortrag über die Geschichte der Ballon- und Luftschiffahrt und gab dabei einen Ueberblick über die Entwicklung vom ersten Ballon bis zum verkehrssicheren Luftschiff der Gegenwart. Der Vortrag wurde mit großem Interesse verfolgt unb fand starken Beifall. # Groß-Eichen, 22. Jan. Am Samstagabend fand im Lokal von Pg. Gustav Faust eine Veranstaltung des Reichslustschutzbundes statt. Der Ortsgruppenleiter des RLB., Altbürgermeister F a u st, leitete die Versammlung. Lehrer Jung (Ober-Ohmen) sprach über das Thema „Luftschutz tut not!" Die Ausführungen des Redners fanden allseitige Beachtung. Förster Falk (Ober-Ohmen) machte dann auf die Gefahren aufmerksam, die durch die starken Luftwaffen des Auslandes gerade der ländlichen Bevölkerung als Erzeuger der Lebensrnittel im Ernstfälle drohen. Lehrer Becker (Groß-Eichen) wies darauf hin, daß sich jeder Deutsche dem Reichsluftschutzbund anschließen müsse. Es wurden zwei Listen aufgelegt, in die sich zehn neue Mitglieder einzeichneten. Eine kurze Filmvorführung bildete den Abschluß des Werbeabends. Altbürgermeister F a u st schloß die Versammlung in der üblichen Weise. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 20. Jan. Zwecks der Arbeitsbeschaffung ist in unserer Gemeinde die I n - angriffnahme vonNotstandsarbeiten in die Wege geleitete worden. Es handelt sich um die Vornahme von W e g e b a u t e n. Bei der Auswahl der Projekte hat man die Möglichkeit einer etwaigen Feldbereinigung nicht außer acht gelassen. — Die Arbeit im hiesigen Basaltwerk ist wieder ausgenommen worden. * Groß-Felda, 21. Januar. Hier herrschten starke Stürme, bei welchen auf der Arbeitsstelle der Holzarbeiter eine Fichte ü b ejc b e m Boden abgeknickt wurde. Dabei wurde der Holzhauer Ernst Karle von hier schwer verletzt. Mit einem Schulterbruch und schweren Fleischwunden wurde er in das Kreiskrankenhaus nach Alsfeld gebracht. $ür 18 Mark 1V? Jahre ins Zuchthaus. LPD. Mainz, 22. Jan. Das Bezirksschöffengericht verurteilte den 50 Jahre alten Karl Adam Schmitt aus Mainz wegen Rückfalldiebstahls in Zwei Fällen zu 1% Jahren Zuchthaus. Er stahl im Oktober v. I. aus einem Hofe in der Neustadt ein Fahrrad, das er für 15 Mark nach Lampertheim verkaufte, ferner verkaufte er ein Paar gestohlene Schuhe für 3 Mark. Rundsunkprogramm Samstag, 25. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde^ In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag! — BDM.-Sport. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende: Im Reiche der Operette. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht: Quer durch die Woche. 15.15: Nur ein Viertelstündchen! 15.30: HI- Funk. 16: Der frohe Samstagnachmittag des Reichssenders Köln. 18: Von Ober-Ramftadt nach Darmstadt. Aus der Jugendlandschaft und dem Leben von Georg Christoph Lichtenberg, Deutschlands geistvollstem Aphoristiker. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Märsche unserer jungen Flugwaffe. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Zwei Stunden frohe und heitere Kunst zugunsten des Winterhilfswerks. yVctM**KäM gegen spröde Kauf 4CREME WWMMlwlk». Nomon von H. von Hellermonn. Copyright 1936 by Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Bewundernde Blicke war sie gewöhnt, sie nahm sie gelassen hin als den ihr zukommenden Tribut ihrer Schönheit. Ak^r etwas im Ausdruck dieser dunklen Männeraugen hatte sie seltsam bewegt, war in Tiefen gedrungen, die sonst von der Empfindungslosigkeit eines genießerischen Luxuslebens verdeckt waren. Mehr als Bewunderung barg dieser Blick — und war doch ganz rein, ohne Begehrlichkeit gewesen, anders als die Blicke ihrer Umgebung, seit sie Theodor Stalling geheiratet ... Elfriede starrte sich an, ohne das holde Frauenantlitz zu sehen, das das Glas in dreimaliger Wiederholung zärtlich festhielt, als könne es sich nicht von ihm trennen — und fuhr wie auf einer Schuld ertappt zusammen, als hinter ihr die Tür aufging. Ihr Mann stand auf der Schwelle. „Fertig?" Lächelnd kniff er die Lider zusammen, als er die hastige Abkehr vom Spiegel sah. „Kannst dich sehen lassen, Schatz! Aber jetzt schnell, es ist schon dreiviertel eins!" Die junge Frau nickte gehorsam, ließ sich in den Pelz helfen und stand plötzlich mit hängenden Armen da. „Eigentlich bin ich viel zu müde, um nochmals auszugehen", sagte sie unlustig und gähnte, ohne es verhindern zu können. Der große Mann, auf dessen weißer Weste Brillantknöpfe in aufdringlicher Wichtigkeit funkelten, lachte. „Ach was, müde —" er bückte sich, küßte den zarten Nacken hinterm Ohr, ehe er den Kragen fürsorglich darüber schloß. „Nach dem ersten Glas Sekt wirst du schon wieder munter! Komm nur!" Mit lautem Hallo wurden die späten Gäste von den etwa vierzig Menschen begrüßt, die Kommerzienrat Bruck und Frau zu sich gebeten. Allzu laut, sand Elfriede Stalling. Nach der feierlichen Stunde in der stillen Kirche fielen Lärm und Lichtgrelle doppelt a^S. Es tat nicht gut, nüchtern Kritik zu üben an einem Kreis, in dem schon seit Stunden weinfroher Festrausch herrschte. — Widerstandslos ließ sie sich vorn Hausherrn an die luxuriöse kleine Bar im Speisezimmer ziehen. Teddy hatte recht, der Sekt erfrischte. Ein zartes Rot stieg in das schöne Gesicht, um dessen weiche Mundwinkel mutwillige Grübchen tanzten, als der Hausherr, dessen gelehrsam anmutenber Schmächtigkeit man in keiner Weise sein außerordentliches Geschäftsgenie ansah, die Hände faltete unS seine Nachbarin mit einem tiefen Seufzer durch die schwarzumrandete Hornbrille betrachtete. Er sagte elegisch: „Mir wirb immer ganz komisch im Magen vor lauter Anbacht, wenn ick) Sie so aus ber Nähe begucke. Der Tebdy hat doch ein unverschämtes Glück. Aber ich gönne es ihm nicht! Sie hätten mich heiraten sollen, da wären Sie besser versorgt!" Frau Elfriede spitzte überlegend die Lippen, legte den Kopf auf die Seite und quirlte mit ihrem Glös- stäbchen sorgsam die Schaumperlen durcheinander. „Hm, wer garantiert mir bas?" „Mein Konto,in ber Bank von Englanb", entgegnete Bruck prompt, „von bem Sie dann gleich ein Stückchen abkriegten." „Großartig", lobte sie. „Aber mein Teddy läßt mich auch nicht hungern!" Ein leises Unbehagen überkam sie plötzlich. Immer schlug er dieses Thema an in letzter Zeit. Verbarg sich hinter bem Scherz nicht ein Unterton tastenber Frage? „Solange er es Dermeibnn kann", crroiberte der Mann betont, ohne den Blick von dem Frauenantlitz zu wenden, dessen Rot fid) jäh vertieft. Elfriede Stalling schüttelte bedauernd den blonden Kopf. „Nichts zu machen, verehrter Herr, ich hab meinen alten Tyrannen nun mal lieb v- und trenne mich ungern von gewohnten Gegenständen!" Ein leichtes Auflachen. Aus dem Nebenzimmer ertönten die schmelzenden Klänge eines englischen Walzers. Sie erhob sich von dem hohen Drehstuhl, glitt in die Arme eines herzueilenden Jünglings und nickte über dessen Schulter dem ihr Nachschauenden zärtlichspöttisch zu. Das Unbehagen war einer leise prickelnden Befriedigung gewichen, gerade diesen gewiegten Frauenkenner erobert zu haben. Es war zu vorgerückter Morgenstunde, als Elfriede Stalling ihren Mann zum ersten Mal wieder- sah. Er saß auf dem kleinen gelbseidenen Sofa im Boudoir zwischen der Hausfrau und einem schwarzen kleinen Sprühteufel und lachte feine Frau und deren Begleiter aus verquollenen Augen an, die von übermäßigem Alkoholgenuß stark gerötet waren. „Mich kriegst du noch nicht weg, ich fitze schön warm!" Elfriede lachte, aber es klang matt und erzwungen. Widerlid) war das — doch da Bruck sich ihr mit beredtem Blick zuwandte, hob sie trotzig das Kinn und klatschte in die Hände. „Sehr geschickt gemacht, Teddy, man merkt dir die Uebung an!" Ihre Stimme vibrierte leicht. Sie trat dicht vor Stalling und zauste ihn am Ohr. Ihre Augen lockten. Sie trällerte, schritt, ihrem Mann zunickend, langsam davon. Der sah ber schlanken, spitzenumhauchten Gestalt nach. Ganz leise wiegte sie sich in den Hüften, sehr weiß leuchtete der rounberoolle Nacken unb Schulteransatz-- Stalling erhob sich plötzlich, ftonb einen Augenblick unsicher, bis er sein Gleichgewicht wieberge- funben, ging ihr nach, die schon roieber einen Kreis von Schwarzfräcken um sich hatte, unb schob, rücksichtslos bazwischentretenb, seinen Arm burch den ihren. „Wir wollen nach Hause, Mausi." Bereitwillig, liebenswürdig neigte sie den Kopf, verabschiedete sich so gut es bei des Gatten plötzlicher Hast ging und saß wenige Minuten später neben ihm im Wagen, der lautlos durch den dunklen Morgen glitt. Gespenstisch leuchtete die dünne Sck)icht frischgefallenen Schnees. Noch war es Nacht in den Straßen, noch brannten die gelben Flammen der Laternen, doch hatte der neue Tag längst begonnen. Die Uhr vorn über dem Führersitz wies auf halb acht. Elfriede Stalling mußte plötzlich an ihre Mutter denken, an Grete und Hans. Die hatten das neue Jahr würdiger begonnen, erhoben fid) nun bald frisch und gestärkt von ruhigem Schlaf, während sie mit durchgetanzten Schuhen, heiß, übermüdet und trotz aller genossenen Huldigungen traurig von tollem Festtrubel heimkehrte, neben sich den halb- berauschten Mann, der sie jetzt mit einer jähen Bewegung an sich zog und ihre Lippen suchte. Es nützte nichts, sich zu wehren, auf den Chauffeur zu weisen. Widerstand reizte ihn nur, das wußte die Frau, die willenlos in des Gatten Armen lag, wußte es allzu gut. Stallings Gesicht war dicht über das ihre gebeugt. Aber ein anderes erschien vor ihren geschlossenen Augen — jünger, voll herber Strenge und entschlossener Männlichkeit. Das sah sie ernst an. Wer es wohl gewesen war? ... 4. Kapitel. Widerstandslos ließ sich Joachim Drau von der Menge aus der Kirche und über den Marktplatz schieben, ganz in Gedanken versunken. Beinahe wäre er über die Bordschwelle gestolpert, so wenig achtete er des Weges, den feine Füße ihn mechanisch trugen. Die lärmende Neujahrsbegrüßung um ihn her, das dröhnende Geläut hörte er nicht. Der Außenwelt verschlossen waren feine Sinne, um einen einzigen Brennpunkt gesammelt. Und dieser Brennpunkt war ein Frauenantlitz von unbeschreiblicher Anmut. Unter feingeschwunge- nen dunklen Brauen schauten Augen von einem ganz selten klaren, leuchtenden Enzianblau auf den leise hin unb her pendelnden Weihnachtsstern. Weich und versonnen waren das holde Gesicht und voll einer undefinierbaren Schwermut. Und da er, in Schauen versunken, fortzusehen vergaß, trafen sich ihre Blicke. Verwirrt senkten sich die Lider über die blauen Sterne, um sich unter dem Zwang seines Wunsches noch einmal zu ihm emporzuheben. Da sprach der Mann neben ihr, der Zauber erlosch, eine Maske kühler Gleichgültigkeit legte sich über die schönen Züge. Aud) er hatte mit der gütigen Frau neben ihm gesprochen, auf deren Schulter er unfreiwilligen Schlummer gehalten. „Mama" hatte die Holdselige sie genannt, mit weicher Stimme, die noch jetzt in seinen Ohren klang wie der Nachhall einer süßen Melodie. Kein Wort des Gesprochenen wußte er sich jetzt zu erinnern. Ob er sich wohl gebührend entschuldigt hatte? Was mochten diese fremden Menschen von ihm gedacht haben? — Ach, gleichgültig alles — was gingen Schwäche und Müdigkeit, was Hunger und Sorge, was die Welt und ihre Meinung ihn an, nur schnell nach Hause, ba« Bilb ber Lieblichen festhalten, so lange es ihm greifbar vorschwebte (Fortsetzung folgt!) it ist nunmehr die Ge-I Nennungen für die IV. | 2. Kreisklasse A. Ki hc Meister dürfte Der voraussichtliche Oe Stoffspezialhaus V/interhilfswerk des Deutschen Volkes iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiii tu Ur lang, bunt) Sri rungs bernd beauf Hot ii aut Slnl rilh Uni «I ta Ko An r Pen b hon (I ko Hut, 5i K. heißen. Lich und Steinbach folgen dicht auf. Man merkt, daß diese Mannschaften jahrelang in der 1. Kreisklasse spielten. Steinberg II entpuppte sich als tri«) Sonr Beil« Eie Keill m Ob Ob" 3«l' <21u< vo" inst Für Traten- und Kostümfeste bie nc Aende M Gienen, Plockstrafoe 14—16 451 A Die Frage der Meisterschaft in dieser Gruppe muß offengelassen werden, denn die Vereine Alten-Buseck, Krofdorf, Wißmar und Tv. 1846 sind noch alle Anwärter auf den Meistertitel. Jeder Spielsonntag bringt hier Verschiebungen in der Tabelle. Die Turner aus Gießen diirften nach den Ergebnissen der letzten Spiele noch die meisten Aussichten haben. Im großen und ganzen sind die Mannschaften, mit Aus- Daubringen gelang es, ungeschlagen Meister dieser Gruppe zu werden. Londorf und Rüddingshauscn sind beide gleichwertig, aber sehr unbeständig. Drei Mannschaften, Geilshausen, Trei^ und Flensungen, lieferten gute und schlechte Spiele; auch hier fehlt die Beständigkeit. Die unteren Mannschaften stehen den Vorgenannten wenig nach. In i^r zweiten Serie nimmt auch Staufenberg an den Spielen teil, jedoch ohne Wertung. 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Das umfangreiche Zahlenbild, auf die einzelnen Wettbewerbe verteilt, ergibt im 18-Kilometer-Spe- ziallanglauf die Meldungen von 22 Nationen mit 137 Läufern., Für den 50-Kilometer-Dauerlauf haben 16 Nationen mit 92 Läufern, für den zusammengesetzten Vang- und Sprunglauf 17 Nationen mit 85 Läufern, für das Spezialspringen 14 Nationen mit 84 Springern gemeldet. Abfahrtsund Torlauf der Männer weist 20 Nationen mit 111 Bewerbern, der gleiche Wettbewerb der Frauen 15 Nationen mit 60 Läuferinnen auf. Im Kunstlauf der Männer und Frauen sind jeweils 14 Nationen mit je 36 Nennungen, im Paarlauf 13 Nationen mit 20 Paaren, also je 20 Läufern und Läuferinnen vertreten. Die vier Eisschnelllaufprüfungen sind durchweg von 17 ßmJ’ern besetzt worden, für die 500 Meter wurden 61, süc die 1500 Meter 63, für 5000 und 10 000 Meter je 60 Nennungen abgegeben. Dann die Mannschaftsprüfungen. Hier steht naturgemäß das Eishockeyturnier mit 216 Spielern von 16 Ländern obenan. Für die Skistaffel sind 118 Läufer von 16 Ländermannschaften angemeldet, im Viererbob stehen 125 Fahrer aus 11 Ländern, im Zweierbob 82 Fahrer aus 13 Ländern auf der Lifte. Schließlich noch die beiden Vorführungs- Wettbewerbe, von denen die Militärpatrouille 67 Läufer aus neun Nationen, das Eisschießen 12 Mannschaften mit 52 Bewerbern aus drei Nationen aufweist. Endgültiger namentlicher Meldeschluß ist jeweils vier Tage vor jedem Wettbewerb. Hier darf die Höchstzahl, die für jeden Einzelwettbewerb mit vier, für das Paarlaufen mit zwei Paaren, für die Mannschaftsprüfungen mit je einer Mannschaft festgesetzt sind, nicht überschritten werden. Die tatsächliche Besetzung der Wettkämpfe verringert sich daher in manchen Fällen nicht unbedeutend, so daß beispielsweise in den Skiwettkämpfen die Zahl 100 in keinem Falle erreicht wird. Dadurch wird die Vorbereitung und Durchführung der einzelnen Prüfungen nicht nur wesentlich erleichtert, sondern auch die Abwicklung der Prüfungen auf ein dem Zuschauer erträgliches Maß zurückgeführt. Der Stand der ZnßbaWele in den Preisklassen $iei Ms, 1934 Ms c Gru 2 Ui ft er am gegei Vorsi netts nicht mehr einzuholen. Heuchelheim kam zu spät in Fahrt und muß sich mit dem zweiten Tabellenplatz begnügen. Großen-Buseck war wie auch jetzt immer In der Spitzengruppe zu finden, die Mannschaft darf für sich in Anspruch nehmen, sehr beständig zu sein. Leihgestern macht eine Krise durch. Rodheims Elf hat bewiesen, daß sie stark genug ist, in der Klasse zu bleiben. Die Reserven beider Gießener Vereine sind sehr unbeständig. In Grünberg will es nicht klappen; die Mannschaft wird wohl den Weg in die 2. Klasse antreten müssen. Das Olympia-Preisausschreiben. Wie stark das Interesse für das vom Amt für Sportwerbung des Propaganda-Ausschusses für döe Olympischen Spiele in Gemeinschaft mit dem Reichssportführer veranstaltete Olympia-Heft-Preis- ausschreiben war, bewies die vor kurzem erfolgte Auslosung der 1000 Preisträger. Es gibt kaum einen Ort in Deutschland, der an der Einsendung der Lösungen nicht beteiligt war. Ein Beweis, daß die Olympia-Hefte, die für die olympische Aufklärungsarbeit vom Propaganda-Ausschuß eingesetzt worden sind, im Jahre der olympischen Schulung in weiteste Volkskreise gedrungen sind. Zahlreiche lustige Verse und Zeichnungen zeugten von der Begeisterung selbst der Volksgenossen, die nicht in der glüMchen Lage sind, an den olympischen Ereignissen unmittelbar teilzunehmen, sondern ihnen lediglich in der Presse^im Film und im Rundfunk zu folgen vermögen. Trotzdem die Bedingungen des Wettbewerbes nicht einfach waren — sie fetzten die eingehende Beschäftigung mit den Olympia- Heften voraus, die alle olympischen Sportarten behandeln — haben 45 v. H. der Einsender die Aufgaben richtig gelöst. Es ist das Ziel der innerdeutschen olympischen Werbung, alle deutschen Stämme aus Nord und Süd, West und Ost für den olympischen Gedanken zu gewinnen und den Olympischen Spielen in allen Teilen des Reiches stärksten Widerhall zu sichern. Deshalb ist es besonders 3U begrüßen, daß der glückliche Gewinner des zweiten Preises, einer Reise zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch- Partenkirchen einschließlich freiem Aufenthalt und freier Teilnahme, in Holstein beheimatet ist. Der erste Preis, der in einer Reise zu den Olympischen Spielen in Berlin einschließlich freiem Aufenthalt und freier Teilnahme besteht, wurde nach einem kleinen Ort in Sachsen ausgelost. Oie Deutschen Halleniennis- Meisterschasten. Die letzten Acht im Männereinzel der Deutschen Hallen-Tennis-Meisterschaften stehen bereits fest. Henkel, Gentien, Dr. Dessart, Ellmer, Szigeti, Pal- lada, Jamain und Menzel bestreiten die Schlußrunden. Bei den Frauen qualifizierten sich Frau Sperling und Frl. Jedrzejowska schon für die Vorschlußrunde des Einzels. Saalsportveranstaltung des Lohn-Dill-Kreises. JDufcf) die offizielle Einteilung der Bezirke des Deutschen Radfahrer-Verbandes im Kreise finden in diesem Jahre auch erstmals Kreissaalsportveranstal- tungen statt. Die erste Saalsportoeranstaltung, die zugleich auch die erste Veranstaltung im neuen Sportjahr darstellt, findet am 2. Februar in Niedergirmes statt. Bis jetzt ist schon ein stattliches Meldeergebnis eingegangen. Ganz besonders gut ist das Meldeergebnis im Zweier-Radball der Aktiven, Jugend- und Schüler-Klasse. Aber auch im Jugendreigen und Jugendkunstfahren sind die Meldungen im Verhältnis zu den früheren Bezirksoeranstaltungen sehr gut. Kuhball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden Jugend — Klein-Linden Jugend 7:0 (2:0). Auch die Jugendlichen des Tv. Klein-Linden konnten den Siegeszug des Platzbesitzers nicht aufhalten. In der Aufstellung E. Velten, A. Größer, H. Feller, E. Nürnberger, W. Weigel, A. Zörb, E. Weiß, H. Fischer, K. Junker, L. Luh und H. Wagner haben sie die ganze Verbandsrunde ungeschlagen überstanden. Der ganzen Mannschaft gebührt'ob ihrer guten Leistungen ein Gesamtlob. Staufenberg I — Großen-Linden II 5:5 (3:3). .Die 2. Mannschaft von Großen-Linden trug, verstärkt durch zwei Spieler der ersten, aber nur mit Zehn Mann in' Staufenberg ein Gesellschaftsspiel aus. Nach einem spannenden Kampf trennten sich beide Gegner mit einem gerechten Unentschieden. hon .1 IS °QS ft ■*< 1500 Kämpfer um olympischen Lorbeer OaS Meldeergebnis der Winterspiele. Bei den einzelnen Tabellen, insbesondere bei der Betrachtung der Punktwertungen ist besonders zu berücksichtigen, daß diejenigen Spiele, die mit Mannschaften „ohne Wertung" ausgetragen worden sind, auch für den Gegner nicht mit Punkten bewertet wurden. Aus dieser Tatsache ergibt sich die Differenz zwischen den ausgetragenen Spielen und den Punktwertungen. 1. Kreisklasse. sehr stark. Die sieggewohnte dritte des VfB.-Reichsbahn konnte in dieser Serie nicht überzeugen. Die anderen Mannschaften waren sehr unbeständig. Lich II hat noch viel zu lernen. 2. Kreisklasse B. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 22. Jan. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt im Wolfschen Saale einen Familienabend ab. Vereinsführer Gg. Tör- ner gab zunächst einen Ueberblicf über die im Jahre 1935 geleistete Arbeit. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines vaterländischen Bühnenspieles in fünf Akten, das von Mitgliedern dargestellt wurde und stärksten Beifall fand. Mit der Veranstaltung war ^auch eine Verlosung verbunden, bei der sehr schone Blumenstöcke zur Verteilung kamen. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. — In diesen Tagen wurde die Holzarbeit in den hiesigen Waldungen beendet. Die freigewordenen Arbeitskräfte konnten zum Teil wieder in den Lollarer Eisenwerken Beschäftigung finden. — Der Sohn des Landwirts Karl Leib von hier schlug sich beim Holzreißen mit der A x t so unglücklich in den Fuß, daß er zur Behandlung in die Klinik gebracht werden mußte. Rodheim a. d. Bieber, 22 Jan. Die Kameradschaft Rodheim des Kyff- häuferbundes veranstaltete im festlich geschmückten Saale der Gastwirtschaft Bender einen Kameradschaftsabend mit Familienangehörigen, der sehr gut besucht war. Nach Eröffnung durch schneidige Marschmusik der Kapelle G e r l a ch (Krofdorf) hielt Kameradschaftsführer O. Müßener eine Begrüßungsansprache, in der er der Bedeutung des 18. Januar in der Geschichte Preußen - Deutschlands gedachte und darauf hinwies, daß es auch ein 18. Januar war, als hier in Rodheim vor 62 Jcch- Pkte. 10: 2 8: 4 7: 5 o.W. o.W. 4:10 1: 9 o.W. o. W. Garbenteich Goethe-Bund Gießen Kaufmännischer Verein Gießen im Deutschen Volksbildungswerk, Kreis Gießen. Freitag, 24. Januar 1936, 20 Uhr, in der Neuen Aula EHREN-ABEND Liditb.eVorlrag v. Kapitän Sdimehl über: Die 15mon. Fahrt des Hilfskreuzers »Wolf« mit d. Flugzeug »Wölfdten« Eintrittskarten zum Einheitspreis von 25 Pfennln sind im Vorverkauf bei Cballier sowie an der Saalkasse zu haben. ________, Voranzeige! Montag, den 27. Januar 1936, 20'Uhr, Neue Aula: 383q Rudolf G Rinding liest ans eigenen Werken, desi Goethe-Bundes und des Kaufm. .®r!ia^?n bls zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 2 für Goethe- Bund (rosa Gutscheinkarte) und Nr. 5 für Kauf- ghedner der NSDAP11 Gutscheinkarte). Mit- dei NSDAP., der NS.-Frauenschaft, der NS.- undlH^mIie®lll1e und des Landschaitsbnndos Volkstum Preise vnn^Pf611 ennft6«te Eintrittskarten zum 11eise von Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises: Nichtmitglleder zu Mk. 1.50 bei CWlier u. an d. Saalkasse. Militär u. Studenten zu 50 Pf. In mühseliger Kleinarbeit samtliste der namentlichen N...... Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen zusammengestellt und in drei Sprachen deutsch französisch und englisch herausgegeben worden. Das umfangreiche Heft umfaßt einschließlich der Vor- führungswettbewerbe, Militärpatrouille und Eisschießen nicht weniger als 1593 Namen von 28 Nationen. Dieses Überwältigende Nennungsergebms umfaßt naturgemäß eine größere Zahl von Ersatzleuten, die nicht mit in die Ereignisse: elng^lfen werden, da in vielen Fällen von der Möglichkeit, die doppelte Anzahl der startberechtigten Bewerber zu melden, Gebrauch gemacht worden ist. Vielfach ergeben sich im abschließenden Training mancherlei Zwischenfälle, die einen Start dieses oder jenes gemeldeten Teilnehmers nicht angebracht erscheinen lassen. Zum Teil haben die Länder ihre letzten Auswahlprüfungen auch noch nicht ganz durchgeführt. Ihnen ist durch die großzügigen Nennungsbedingungen Gelegenheit gegeben, noch später die geeignete Auswahl zu treffen. ren treue Kameraden und begeisterte Soldaten einen Kriegerverein, unsere heutige Kameradschaft, gründeten. Er widmete ferner herzliche Huldigungsworte dem Führer und Reichskanzler und„ schloß feine Ausführungen mti einem „Sieg-Heil!"-Gruß dem sich die Nationalhymnen anschloffen. Sodann hörte man einen Vortrag des Kameraden Rektor Wieder (Burgsolms), der über die geopolitischen und kulturellen Verhältnisse Abessiniens sprach. Der Vortrag wurde belebt durch eine große Anzahl guter Lichtbilder, die zusammen mit den klaren und lehrreichen Ausführungen den interessierten Zuhörern ein getreues Bild der Zustände dieses heute im Vordergründe des weltgeschichtlichen Geschehens stehenden Landes vermittelten. Nach dem etwa lh= stündigen Vortrag traten der Frohsinn und die Gemütlichkeit in die Front. Tanz, rege Beteiligung auf einem im Saale stilecht und zweckmäßig errichteten Schießstand, auf dem Ehrenscheiben geschossen werden konnten, sowie eine Tombola mit durchweg ansehnlichen Preisen füllten den Abend aus. Dazwischen fanden sich immer wieder Gruppen von Unentwegten, die es sich nicht verkneifen konnten, einmal wieder die lieben alten Regimentslieder zu singen, wie es nun einmal auf einem Fest einer Soldatenvereinigung nicht anders sein kann. Alles in allem: Die Kameradschaft Rodheim kann mit dem Verlauf des Abends durchaus zufrieden sein, zumal es die Opferbereitschaft der Kameraden und Gäste ermöglichte, nach Abzug aller Unkosten noch einen Reinüberschuß von 12 Mark an das Winterhllfs- werk abzuführen und ein Stück Dankesschuld abzutragen an den Führer, der unserm Volke die Wehrfreiheit und damit die Mannesehre wiedergab. Dirndl-Kretonne, 80 cm br., 1936er Sommer-Dessins, entzückende Muster im neuesten Geschmack, in ganz großer Musterauswahl, per Meter -.98, -.92, -.88. -.84, -.78 Einfarbiger Satin. 80 cm br., ni in großer Farbauswahl, p. Meter "■Ö4 Schweizer Voile, 110 cm br., nn haltbare Ware......per Meter "•uU Marken-Atla«,80 cmbr., in all. a qe richtigen Farben.... per Meter 1-23 Masken - Fnlgnrante, 80 cm breit, herrliche, weichfließende a qa Ware, in allen Farben, p. Meter l«ÖU Konfirmandenanzüge extra angefertigt RH. 23.- 36.- 42. 48.- Jetzt bestellen bei KÖHLER . 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Der Vorsitzende: Dr. H a m m. mD | Empfehlungen | Tanzen lehrt in Einzelstun d. u. Kursen Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Ruf 3835 wp Prima 4J2d Eiche Brennholz ein Einspänner 25-30Ztr. frei a. Daus 9 Mk. Eid). Gartenpf.2-3 m lg.,a 1-1.50 Mk. I. Wcllhöfcr Marburg.Str.24 | Verkäufe | Verkaufe Freitag, d.24. Jan. von 10 bis 3 Uhr folgende Gegen stände: 1 Radio (AEG), 1 Sofa, 1 .Kleiderschrank, 1 .Küchenschrank, 2 Tische, 1 Bett, 1 Waschtisch, ein. Nachttisch und 1 Vertiko. 444d Neuenweg 17 I. Sehr gut erhalt. Motorrad (Ardie RBU.503) 500ccrn,preisw. zu verkaufen. Lich 44iD Butzbach. Str.16 h Backe elektrisch knusprige Waffeln, delikate Hörnchen mit dem elektr. Waffeleisen oderHörnchen- eisen Marke „Grossag". — Es geht so leicht und ist so billig! — Waffeleisen vernickelt (wie Abbild.) Mk.15.-. „Grossag“-Elektrogeräte sind erhältlich bei: J.B. Häuser Gießen 391 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Alten-Buseck 11 6 4 1 13: 5 Krofdorf 9 6 1 2 8: 4 Launsbach 12 6 0 6 8:10 Wißmar 10 4 3 3 6: 6 Fellingshausen 11 3 1 7 5:11 Tv. 1846 8 4 2 2 4: 6 Lollar II 9 5 1 3 o. W. Heuchelheim II 12 4 1 7 o.W. Rodheim II 8 0 1 7 o. W. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Lollar 12 11 0 1 14: 2 Heuchelheim 11 6 3 2 11: 5 Großen-Buseck 13 8 2 3 10: 8 Leihgestern 12 4 2 6 7:11 Rodheim 11 2 3 6 3:11 VfB.-R. II 12 3 2 7 o.W. 1900 II 9 2 3 4 o. W. Grünberg 11 2 1 8 3:13 Lollar hat sich die Meisterschaft gesichert und ist nähme von Rodheim II, die aber unentwegt spielt und verliert, ziemlich spielstark. 2. Kreisklasse C. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Daubringen 11 10 1 0 16: 0 Londorf 10 6 1 3 9: 7 Rüddingshausen 10 7 0 3 8: 6 Geilshausen 11 5 0 6 4:10 Treis 12 4 3 5 4:10 Flensungen 11 2 2 7 3:11 Großen-Buseck II 10 4, 1 5 o.W. Grünberg II 12 3 2 7 o.W. Lollar IN 9 2 0 7 o. W. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Garbenteich 10 8 0 2 Lich 10 7 0 3 Steinbach 10 6 2 2 Steinberg II 11 6 1 4 VfB.-R. III 10 4 2 4 Großen-Linden 12 2 4 6 Grüningen 9 2 2 5 1900 III 10 3 1 6 Lich II 7 0 0 7