Ur. 299 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 22. Dezember 1936 Erlcheim täg itd>, autza Svnmoqs und Feiertag» Beilagen: *Dte 3Uu|tricrte (Bienenet ^amilienblätte: Heimat im Bild Dieücholl, monats-Bcjugsprets: Mit 4 Beilagen NM1.95 Ohne.Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrankfuri am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr Such- und Steindruckerei K. Lange in Stehen. Schriftleitung und GeschSstrstell«: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mitiagsnummer bis8'/.Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach vorh Bereinbg.25"/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Berufsweg der jungen Generation. Don Dr. Erich Schmidt. In der Geschlechterfolge besteht das ewige Leben der Nation. Die Jugend von heute ist der Trä- ?er des Staates von morgen, lieber die zu- ünftige Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes entscheidet die heutige Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. Es ist deshalb selbstverständlich, daß wir diesen Fragen unsere ganz besondere Sorgfalt zuwenden müssen. Es kann auch unter den Beteiligten, denen die Ausbildungspflicht gegenüber der Jugend obliegt, nicht mehr dem Belieben des einzelnen überlasten bleiben, ob und wie weit er diese Verpflichtung erfüllt. Klar ist deshalb in den Anordnungen des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring zum Vierjahresplan, die am 7. November erlassen wurden, zunächst für die Eisen- und Metallwirtschaft sowie für das Baugewerbe die Ausbildungspflicht für die Betriebe festgelegt worden Wie notwendig diese Anordnung war, zeigt die Tatsache des besonders starken Rückganges der Lehrlingsausbildung der beiden genannten wichtigsten Schlüstelgewerbe unserer Wirtschaft in den Jahren der Wirtschaftskrise. Jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni des nächsten Jahres reicht der Berichtsabschnitt der Arbeitsämter über die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung. Aus diesen Berichten erfährt man, daß in der Eisen- und Metallwirtschaft im Berichtsjahr 1930/31 den Arbeitsämtern noch 36 907 Lehr- und Anlernstellen zur Besetzung gemeldet wurden. Bis aus 28 496 ging die Zahl der offenen Lehr- und Anlernstellen im Berichtsjahr 1932/33 zurück, während allein im ersten Quartal dieses Jahres 42 281 offene Lehr- und Anlernstellen in der Eisen- und Metallwirtschaft besetzt werden konnten. Achnlich war im Baugewerbe die Entwicklung verliufen. Hier trat der Tiefpunkt in der Lehrlinasausbildungs schon im Berichtsjahr 1931/32 bei 5674 gemeldeten offenen Lehr- und Anlernstellen ein. Dagegen waren es 17 298 gemeldete offene Lehr- und Anlernstellen allein im ersten Quartal 1936. Besondere Leistungen hat das Handwerk au; dem Gebiete der Lehrlingsausbildung auszuweisen. Nach Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes kommen in der Wirtschaftsabteilung Industrie und Handwerk etwa 70 v. H. aller Lehrlinge auf die Betriebe mit 1 bis 10 Beschäftigten. Das entspricht Ermittlungen des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, nach denen von den 564 000 Lehrlingen in Industrie und Handwerk im Jahre 1933 — ohne Saarland — 419 000 oder 7 4,3 v. H. i m Handwerk ausgebildet wurden. Jetzt führt der Reichsstand des Handwerks halbjährlich mit den Stichtagen des 30. Juni und 31. Dezember genaue Erhebungen über die Lehrlingsausbildung im Handwerk durch. Danach wurden am 31. Dezember 1935 insgesamt 530 378 Lehrlinae in den deutschen Handwerks-, und Gewerbekammerbezirken gezählt. Bis zum 30. Juni 1936 war die Zahl von 577 204, also um 46 826 oder um 8,8 v. H. g e ft i e q e n. Hierbei muß betont werden, daß erst die Erfolge der Arbeitsschlacht diese wieder erhöhte Ausbildung van Lehrlingen im Handwerk ermöglicht haben. War doch die Lehrlingsausbildung im Handwerk von 765 000 Lehrlingen im Jahre 1926 bis auf 420 000 Lehrlinge gesunken. Aber selbst die Zahl von 420 000 gibt noch ein zu günstiges Bild der wirklichen Lage im Tiefpunkt der Krise. Denn groß war damals die Zahl der Streitfälle vor den Lehr- lin^sschiedsgerichten, die darum entstanden waren, weil der Handwerksmeister mangels Arbeit keine Ausbildungsmöglichkeit hatte und deshalb der Lehrling das Ziel, nämlich die Ablegung der Gesellenprüfung, in der vorgeschriebenen Zeit nicht erreichte. Heute kann das Handwerk wieder zur Ausbildung von Lehrlingen in vollem Maße übergeben. Für die Erhaltung des eigenen Bestandes an Gesellen und Meillern wäre für das Handwerk ein jährlicher Lehrlings zugang von etwa 120 000 erforderlich. Durch die Mehrausbildung kann also das Handwerk Jahr für Jahr etwa 50 000 bis 100 000 hochwertig ausgebildete Gesellen an die Industrie und andere Gruppen der Wirtschaft abgeben. Die Handwerkslehre ist gerade deshalb so wesentlich, weil sie eine allseitige Ausbildung gewährleistet, während im Großbetrieb die Gefahr zu frühzeitiger Spezialisierung gegeben ist. Das hat ja auch die Reichsgruppe Industrie veranlaßt, auf besondere Maßnahmen zur Sicherstellung vielseitiger Lehrlingsausbildung Bedacht zu nehmen. Die Ausbildungskräfte der einzelnen Betriebe sollen selbst eine besondere Schulung für die Ausbildung in den Betrieben durchlaufen, die über eigene Lehrlingswerkstätten verfügen. Andere Vorschläge zielten darauf hinaus, möglichst alle Lehrlinge der gewerblichen Wirtschaft die ersten beiden Lehrjahre im Handwerk durchlaufen zu lassen, um bann daran die Spezialausbildung im dritten Lehrjahr in Industriebetrieben anzuschliehen. Gegenüber diesen Plänen weist Dr. Schüler, der Generalsekretär des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, in der Zeitschrift des Handwerks darauf hin, daß der Lehrling in den ersten beiden Lehrjahren einen erheblichen Aufwand an Mühe und Kosten verursacht, die er nur zum Teil im 3. und 4. Jahre der Lehre auszugleichen vermag", fährt Dr. Schüler bann fort, „bie zugleich eine Erhöhung bes Aufwanbes mit sich bringt, hat eine Verminbe- rung ber Wirtschaftlicheit bes Betriebes zur Folge, welche nur bis zu einer gewissen Grenze tragbar ist, wenn nicht eine Schäbigung ber Lehr- lingsausbilbung insgesamt herbeigeführt werben Deutsche Volksweihnacht 4936. 23000 Feiern im ganzen Neich.-Weihnachisfreude für 3 Millionen Kinder. Neichsminister Dr. Goebbels spricht zu den Kindern und Eltern. Berlin, 21. Dez. (DNB.) Es konnte keinen schöneren Auftakt für bas nahenbe Fest ber Liebe geben als bie Weihnachtsfeiern, zu benen sich am Montagabend in allen Gauen des Reiches Millionen von Volksgenossen und Kindern um strahlende Weihnachtsbäume scharten. Gleich einer großen Familie feierte ganz Deutschland an diesem Abend Weihnachten. Zum vierten Male im Reich Adolf Hitlers ist es dadurch, daß der eine für den anderen eintrat, möglich geworden, das schönste aller Feste zu einer wahren Volksweihnacht zu gestalten. Denn soweit es nur angeht, ist — durch bie Betreuung ber NSV. innerhalb unb außerhalb biefer Feiern — keiner von benen vergessen worben, bie ber Hilfe bebürfen. In einem noch größeren unb schöneren Rahmen als in ben Jahren zuvor, waren biesmal bie 23 000 Feiern von ben Gliederungen ber Bewegung unb ben ihr angeschlossenen Verbänden vorbereitet. In der Reichshauptstadt fanden unter der Leitung der Hoheitsträger der Partei etwa 200 solcher Feiern statt. 70 000 Kinder und Erwachsene konnten hier beschert werden. Wie im vorigen Jahr, so war auch diesmal wieder die Feier im Saalbau Friedrichshain ber geistige Mittelpunkt bieses Festes ber Volksweihnacht. Auf ben Geschenktischen lagen in großen unb kleinen Päckchen viele schöne Dinge, die bie Herzen ber Kleinen — es waren 2500 eingelaben — erwartungsfroh höher schlagen ließen. Stürmischer Jubel begrüßte schon braußen am Rande des Friedrichshains und dann im Saale den Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels, der gegen 19 Uhr in Begleitung seines Stellvertreters Staatsrat Görlitz er unb bes SA.-Obergruppen- führers von Jagow erschien. (Meiler Reichsmimsler Dr. Goebbels nahm von ber Bühne aus bas Wort zu seiner Ansprache, die über die deutschen Sender in alle 23 000 Weihnachtsfeiern und darüber hinaus zum ganzen deutschen Volk getragen wurde. Er führte aus: Liebe Kinder! Ich habe das große Glück, in dieser festlichen Stunde, die drei Millionen Kinder in ganz Deutschland vereinigt, über die Aether- wellen zu euch allen zu sprechen. Ihr seid in Nord und Süd und Ost und West versammelt, um gemeinsam die frohe Weihnachtsbotschaft entgegenzunehmen und dann im wahrsten Sinne des Wortes vom Volke beschert zu werden. Am „Tage der nationalen Solidarität" haben alle guten Deutschen in einem bis dahin noch nicht erlebten Opferwillen ihre Schrrflein zusammengetragen und sich damit nicht nur zur Volksgemeinschaft, sondern auch zu einer wahren deutschen Nächstenliebe zusammengeschlossen. Manch einer von den Opfernden hat wahrscheinlich gar nicht gewußt, daß, weil er fein Letztes hergab, am heutigen Abend ein deutsches Kind glücklich unb froh gemacht werden kann. Denn die, die heute von uns beschert werden, stehen nicht auf der Sonnenseite, sondern im Schatten des Lebens. Und wenn wir alle uns ihrer nicht angenommen hätten, bann wären sie selbst beim Weihnachtsfest gänzlich einsam und verlassen geblieben. Wieviel Bitterkeit unb Wehmut würden dann die Feiertage, die sonst nur Freude unb Jubel vor allem für unsere Kinder mit sich bringen, in ihren jungen Herzen zurück- lassen! Das ist auch ber Grund, warum wir uns ihrer im nationalsozialistischen Reich vor allem zu Weihnachten besonbers angenommen haben. Noch kein Jahr ist vergangen, in bem wir nicht in einer großen unb umfassenben Millionenfeier ein echtes Volksweihnachten festlich begangen hätten. Das, was 1933 noch neu und kaum durchführbar erschien, ist damit heute schon schöner und fast selbstverständlicher Brauch geworden. Ich weiß, daß um diese Stunde auch unzählige Kinder aus Familien, in denen das Weihnachtsfest [eit jeher nur Freude und Glück brachte, mit uns durch den Rundfunk vereint sind. Wenn ich mich an sie besonders wende, so deshalb, weil ich sie bitten möchte, in allem bevorstehenden Festesglanz niemals zu vergessen, daß es in Deutschland und überall in der Welt unzählige andere Kinder gibt, denen das Schicksal nicht so gnädig ist, und die deshalb, wenn man sich ihrer nicht besonders annimmt, von jeder Freude ausgeschlossen bleiben. Daß wir sie in Deutschland mit einem eigenen Fest beglücken, das soll allen anderen Kindern eine Lehre und Mahnung sein, die Volksgemeinschaft schon früh zu üben, damit sie später selbstverständliche Wirklichkeit wird. 3n diesem Jahre braucht in Deutschland zu Weihnachten niemand das Gefühl zu haben, daß er allein steht. Alle, besonders die Kinder, sollen wissen, daß sie zu einem gemeinsamen Vaterland gehören, das von ihnen nicht nur Opfer in der Not verlangt, sondern ihnen auch Freude bei den Festen gibt. Sie sollen wissen, daß wir alle Kinder eines wieder stolzen, glücklichen und freien Volkes find, und das um so tiefer empfinden, wenn sie sehen, daß überall anderswo in der Well nur haß, Unordnung und Aufruhr herrschen, während Deutschland eine stille, glückliche Insel des Friedens ist. Bei uns ist bie Weihnachtsbotschaft wirklich wahr geworden; darum auch sind wir Deutschen heute so froh und glücklich und dienen voll treuer und freudiger Hingabe dem großen Werk der Wiederaufrichtung unseres Landes. Darum freuen sich die Erwachsenen mit den Kindern, weil sie in ihnen nicht nur ihre leiblichen Nachkommen, sondern auch die zukünftigen Träger ihrer heutigen Aufgaben sehen. Darum aber dankt Wahrzeichen -er Gemeinschaft? Winterhilfe bringt Weihnachtsfreude. Von Kaupiamtsleiter Erich Hilgenfeldt. Als während ber Olyrnpiabe 1936 unzählige ausländische Besucher Näheres über das Winterhilfswerk erfuhren, als sich viele von ihnen persönlich in dem Haus der NSV. am Maybachufer in Berlin von der Größe der Leistungen überzeugen konnten, wurde der ungeheure Umfang und die Genauigkeit ber Arbeit viel bewundert. Was uns allen in Deutschland und besonders den meisten Ausländern noch größer erscheint, ist die innere Leistung, bie bieses Winterhilfswerk geschaffen hat und durchführt. Was für uns Deutsche jelbstoerständlich erscheint, die innere Hingabe, das Opfer, ist für die Menschen in der Welt ein unfaßbares Ereignis. Sie alle erinnern sich zwar einzelner Sammlungen zugunsten mildtätiger Zwecke, deren Erfolge durch die Größe der Propaganda bedingt sind, aber unglaublich erscheint ihnen jene Stetigkeit des Erfolges. Sie alle haben prophezeit, als das zweite Winterhilfswerk und die folgenden Winterhilfswerke begonnen wurden, daß, je mehr Jahre ins Land gehen würden, auch der Elan des Einsatzes für das Winterhilfswerk verschwinden müßte. Sie und alle, die in Deutschland dem Winterhilfswerk kritisch gegenüber^ standen, sind enttäuscht worden. Die Idee, bie ber Führer in harter Kampfzeit in bas Volk getragen hat, hat mit dem Laufe ber Jahre immer mehr an Wirkung gewonnen, ist immer mehr in bie Tiefe gedrungen. Für sie ist das W i n t e r h i l f s w e r k leuchtendes Beispiel. Das ganze Volk opfert an den großen Sammeltagen des Winters, am Tage der nationalen Solidarität, beim „Eintopf" immer wieder unb wieder Groschen um Groschen, Lebensrnittel und Kleidung. Die gewaltige Zahl der ehrenamtlichen Helfer aber tut noch mehr, sie opfert ihre Freizeit nach einem mühevollen Tag der Arbeit, ihre Sonntage für das Winterhilfswerk! Die Gesamtleistungen find dauernd gestiegen. Betrugen sie 1933/34 = 358 Millionen Mark, 1934/35 = 367 Millionen, so find sie im letzten Winterhilfswerk auf 370 Millionen Mark gestiegen. Dieses Hilfswerk, an dem bie ganze Nation mitarbeitet, ist nur möglich infolge des uneingeschränkten Vertrauens, das ihm in Deutschland entgegengebracht wird. Jeder weiß, daß tatsächlich jeder Pfennig dem großen Ziel zugeführt wird. Diese Zahlen sprechen aber auch dafür, daß die Fähigkeit, Opfer zu bringen, die uns in Deutschland in der Zeit vor 1933 scheinbar fremd geworden war, zu einer Charaktereigenschaft unseres Volkes geworden ist. Die Erziehung des deutschen Menschen, die sich hierin ausspricht, ist für uns alle von noch höherem Wert als diese Leistungen. Denn durch dieselbe Fähigkeit, die sich hier im Kampfe des Friedens bewährt, wirb das Volk sein Geschick auch in Not unb Kampf um seine Existenz zu tragen imftanbe sein. In biesem Sinne gilt bas Wort bes Führers, baß bas Winterhilfswerk eine Herzensangelegenheit bes b e u t = scheu Volkes sei. Es erzieht nicht nur zum Opfer schlechthin sonbern zum freudigen und bewußten Opfer für bie Volksgemeinschaft. Es ist ein Beispiel für bie gewaltige Gestaltungskraft, bie biefer zum Winterhilfswerk zusammengefaßten Volksgemeinschaft innewohnt, baß ber Erfolg des Winterhilfswerks immer mehr seine Ziele und Grundsätze verschiebt. Ursprünglich sollte das Winterhilfswerk dazu dienen, die deutschen Menschen, die während des Winters arbeitslos oder sonst bedürftig waren, über die Nöte des Winters Hinwegzubringen und ihnen wenigstens die größten Sorgen abzunehmen. Die Arbeitsschlacht, an deren Erfolg das Winterhilfswerk gewaltigen Anteil hat, hat mit der Verminderung der Zahl der Betreuungsbedürftigen zugleich auch einen wirkungsvolleren und stärkeren Einsatz der angeftiegenen Mittel ermöglicht. Immer intensiver kann geholfen werden, immer mehr nähern sich damit die Grundsätze des Winterhilfswerks denen ber NSV., bie nachhaltig helfen will und beshalb ihre Mittel geballt einsetzt. So wird das Winterhilfswerk immer mehr zum Bundesgenossen der PSV. - Arbeit, die mit ihrem Einsatz in ben großen Notstandsgebieten Deutschlands, mit ihren Erholungsmaßnahmen weit hinaus in die Zukunft arbeitet, der die ganze Politik bes Führers gilt. So beweist bas Winterhilfswerk feine geschichtliche Größe baburch, daß es weit über seinen Rahmen hinauswirkt. Das ganze beutsche Volk erlebt in diesen Tagen das große Fest der deutschen Familie, denn das W e i h n a ch t s f e st ist wie kein anderes ein Fest der Familie. Wir danken es dem Führer, daß wir dieses Fest in Frieden und Besinnlichkeit feiern können, seinem außenpolitischen Wirken, seiner großen Politik der Befriedung. Wenn jeder Deutsche in diesen Tagen sein Weihnachtspaket dem Winterhilfswerk zur Verfügung stellte, wenn jeder daran denkt, wie er dem anderen Freude machen kann, dann zeigt sich hierin, daß das Winterhilfswerk über all der Bedeutung, die es als Erziehungs-, die es als Wirtschaftsfaktor hat, Wahrzeichen ist, daß das deutsche Volk zu sich zurückgefunden hat, zu dem Geist derer, bie vor uns waren. soll." Eine Durchführung bes Vorschlages einer allgemeinen Lehrlingsregelung mit ben beiben ersten Ausbildungsjahren im Handwerk und daran anschließender Ausbildungszeit in einem Industriebetrieb hätte also einen entsprechenden Lastenaus- gleich zur Voraussetzung. Wir dürfen heute feststellen, baß nach Ueberwin- bung ber Millionenarbeitslosigkeit unb burck entsprechend Erziehungsarbeit in ber HI. ber Aus - bilbungswille ber beutschen Jugenb roieber ganz erheblich gesteigert ist. Ganz beutlich läßt sich bas ablesen an ben Zahlen ber Ratsuchenben, bie sich an bie Berufsberatung unb Lehrlingsvermittlung ber Arbeitsämter roenben. Bis auf 387 299 war bie Zahl im Berichtsjahr 1931/32 gesunken. In ber Berichtszeit 1935/36 betrug sie bagegen 1 077 990/ also f a ft das Dreifache. Von diesen mehr als eine Million Ratsuchenden waren 618 973 Schulentlassene des Jahres 1936 unb 322 919 Entlaßschüler ber beiben vorhergehenben Jahre. Unter ihnen hatten 22 925 Abitur unb 71 559 mittlere Reife ober einen gleichwertigen Schulabschluß. Abgeschlossene Volks- schulbilbung hatten 754 242 ber Ratsuchenben, während bei 193 124 Abschluß der Volksschulzeit fehlte. Von den Ratsuchenden konnten 355 835 in Lehr- unb Anlernstellen vermittelt werben, während 563 414 Fälle eine anberroeite Erlebigung fanben. Ganz beutlich geht aus biesen Zahlen die Notwendigkeit hervor, bie Möglichkeit lehrlingsmäßiger Ausbilbung, also bie Zahl ber Lehrstellen, wesentlich z u steigern, soweit ein planvoller Arbeitseinsatz bies zu verantworten vermag. Denn es muß selbstoerstänblich bei ber Lehrlings- ausbilbung ber Grundsatz gewahrt bleiben, daß der ausgebildete Lehrling nach bestandener Gesellenprüfung nicht nur in Zeiten der Hochkonjunktur, sondern auch bei einem normalen Wirtschaftsgang Berufsarbeit findet. Aber die Möglichkeiten qualitativer Berufsarbeit sind in sehr vielen Wirtschaftszweigen durch die Wieberwehrhaftma- chung ganz gewaltig gesteigert worden. Das Heer selbst braucht die Verbindung von Facharbeiter und Soldat, die bei der fortschreitenden Technisierung unserer Waffengattungen immer mehr zu einer Kernfrage gesteigerter Wehrkraft wirb. Der planvolle Arbeitseinsatz macht es auch erfor- berlich, daß den Landesteilen Lehrlinge zugeführt werden, die ben Nachwuchsbebars nicht aus ber örtlichen Jugenb voll bestreiten können. Hier hat bie Hitlerjugenb burch ihre so verbienstvolle Aktion ber HI. -Lehrlingsheime einbegriffen. In den Lehrlingsheimen werden die nicht ortsansässigen Jugendlichen zusammengefaßt. Dem einzelnen ist damit Rückhalt in einer Gemeinschaft geboten, bie Gewähr bafür gibt, baß bie mit frühzeitiger Entfernung aus bem Elternhaus leicht verbundenen Gefahren überwunden werden. Wir stehen vor dem Weihnachtsfest. Wenn in den Weihnachtsfeiertagen die Arbeit ruht unb bie Last des Alltags von uns genommen ist, bann wird in den Familien, deren Kinder an Ostern zur Schulentlassung kommen, die Frage des zukünftigen Berufsweges eine besondere Erörterung finden. Da spricht dann ber Vater mit seinem Jungen, bie Mutter mit ihrer Tochter, und bie Lebenserfahrungen ber Eltern suchen ben Ausgleich mit ben Berufswünschen ber Kinber. Zweierlei ist bann notwendig: daß ber erwählte Beruf m i t Lust unb Liebe ergriffen wirb und daß bis Wahl so fällt, wie es ben Erforbernisseir bes Volksganzen entspricht. Deshalb sollte auch keine Berufswahl getroffen werben ohne Inanspruchnahme ber zustänbigen Berufsberatung. Der Junge aber, ber bann nach Ostern blt Lehre antritt, muß wissen, baß Lehrjahre keine Herrenjahre, sonbern Lernjahre sind, bie ben ganzen Einsatz erforbern, um später im Beruf seinen Mann einmal stehen zu können. das ganze Volk auch dem allmächtigen Herrn, daß er uns alle in den schweren Jahren unserer Not und Sorge so gnädig gesegnet und beschützt hat. Die Unterschiede zwischen arm und reich sind in Deutschland nicht mehr ausschlaggebend Wir sehen in jedem Deutschen den Bluts- und Volksgenossen, und jedes deutsche Kind ist für uns ein zukünftiger Mitverwalter unseres nationalen Schicksals. Gerade Kinderseelen sind für große Ideale besonders empfänglich Wird schon frühzeitig die Liebe zum Volk in die Herzen der Kinder hineingepflanzt, dann wird die Gemeinschaft des Volkes in späteren Jahren einmal wunderbare Selbstverständlichkeit werden. Wir haben es schwer gehabt, Haß und Zwietracht zu überwinden und das Zusammengehörigkeitsgefühl tn den Deutschen wieder zu wecken. Was aber so mühsam errungen wurde, das muh nun auch verteidigt werden, und zwar wird es nicht mit Worten, sondern durch Taten gesichert. Eine dieser Talen im Geiste und im Sinne einer deutschen Gemeinschaft ist das große volksweihnachtsfest, das Regierung, Staat und Partei in dieser Stunde mit drei Millionen deutschen Kindern voll Beglückung begehen. Denn nicht nur diese Kinder haben sich auf unsere Feierstunde gefreut. Es haben sich mindestens ebensoviele darauf gefreut alle die, die diesmal als Gebende vor die deutschen Kinder hintreten. Und so wollen wir uns denn in dieser Stunde vereinigen in einem aufrichtigen und herzlichen Dankgefühl zum Führer, der als getreuer Ekkehard des deutschen Volkes ein besonderer Schutzpatron der Kinder unserer Ration ge- worden ist. Die Kinder lieben ihn, weil sie das sichere Gefühl haben, daß er die Kinder liebt. Er ist bei diesem Fest im Geiste mit allen deutschen Kindern vereint. Drei Millionen glänzende Kinderaugenpaare schauen zu seinem Bild und zu seiner Erscheinung empor. Ich sehe sie im Geiste vor mir und fühle in diesem Augenblick den Schlag von drei Millionen klopfenden Kinderherzen, die voll glücklichem Verlangen der Stunde des Festes entgegenharren. Und so begrüßte ich Euch Kinder alle mit dem ur» alten Wort der Weihnachtsbotschaft, das für uns gerade in diesem Jahr eine besondere Bedeutung enthält. „Ehre dem Herrn und Friede den Menschen die guten Willens sind!" Gaupropagandaleiter Wächter brachte anschließend das Sieg-Heil auf den Führer aus, in das alt und jung begeistert einstimmten. Die Bescherung Dann kam der Weihnachtsmann zu seinem Recht, und in lustigem Zwiegespräch zwischen ihm, Knecht Rupprecht und den gespannt lauschenden Kleinen im Saal wickelte sich ein heiteres, von vielen Fragen und ebensovielen Antworten begleitetes Weihnachtsmärchenspiel ab, das so lieblich war, daß auch die Erwachsenen ihre helle Freude daran hatten Dann zogen die Kinder am Tisch vor der Bühne vorbei, undDr.Goebbels,der seine beiden Töchterchen Helga und Hilde mitbrachte, übernahm nun, ständig beansprucht von der jubelnden Kinderschar, die Rolle des Weihnachtsmannes. Jedes einzelne Kind fand in ihm einen väterlichen Betreuer, und der Gauleiter gab sich wirklich redlichste Mühe, den Wünschen nach Möglichkeit nachzukommen. Spielzeug um Spielzeug wanderte durch seine Hand zu den vielen glücklichen Kindern; auch zu den Jüngsten, die von der Mutter oder der Schwester auf dem Arm getragen wurden. Der Andrang wurde bald so groß, daß auch der „richtige" Weihnachtsmann, St. Nikolaus und weitere Helfer mit« suchen und mit ausgeben mußten. Soweit es an- ging, wurden die Wunsche befriedigt, sei es durch den „fliegenden Hamburger", durch Puppen oder Autos, durch Tanks, Eisenbahn, Schlänkerbabys und Gesellschaftsspiele. Mit einem herzlichen „Dankeschön" nahmen die Kinder das Dargebotene entgegen. Fast IV2 Stunden lang bescherte Reichsminister Dr. Goebbels die Kinder und half so mit eigener Hand ein Dolksweihnachten gestalten, wie es sein soll und wie es schöner und harmonischer nicht verlaufen konnte. Deutsche Weihnachten im Gau Heffen-Aaffau. Oer Gauleiter bei der Feier des Kreises Groß-Frankfurt. 1328 Weihnachtsfeiern im Gau Hessen-Nassau atmen den Geist der Solidarität, des restlosen Ausgleichs aller bestehenden Härten. Abertausend Weihnachtspakete finden in unserem Gau die dankbaren Hände der Volksgenossen, die das Winterhilfswerk des deutschen Volkes eine Wirklichkeit gewordene Volksgemeinschaft spüren läßt. Die Kinderreichen zu erfreuen, ihnen die kaum tragbare Arbeit vor solchen Festen zum Teil abzunehmen, ist selbstverständliches Gebot. Nicht weniger als über 1 43000 Geschenkpakete konnten bei uns zur Verteilung gelangen! Die Partei selbst hatte es in die Hand genommen, diese riesige Weihnachtsbescherung durchzuführen. Ihre Gliederungen sorgten für den würdigen Rahmen der Feiern, bei denen die Hoheitsträger, die Politischen Leiter und vor allem die zahllosen Helfer des WHW. mit ihren großen und kleinen Schützlingen um den lichterstrahlenden Tannenbaum vereinigt waren. Aus den Lautsprechern schallten die packenden Worte unseres Dr. Goebbels den Volksgenossen entgegen und dann war, den örtlichen Verhältnissen gemäß, der Verlauf der Feiern zwar verschieden, in seiner großen Linie aber doch gleich. Die Feier des Kreises Groß-Frankfurt im Palmengarten verlief besonders weihevoll. Hier verbrachte Gauleiter Sprenger mit mehreren Gauamtsleitern die Bescherstunde. In lauten Rufen machten vornehmlich die Kleinsten ihren übervollen Herzen Luft, und leuchtenden Auges empfingen sie aus der Hand des Weihnachtsmannes ihr Pa- ketchen. Mitten unter ihnen saß der Gauleiter und manch eines der Kinder konnte ihm die Hand reichen, mit einem Blick ihm mehr als Dankbarkeit versichernd. Dann aber kam unter großem Jubel der „gestrenge" Weihnachtsmann von der Bühne und teilte an jung und alt — auch der Gauleiter und seine Begleiter blieben nicht verschont — die traditionellen Rutenhiebe aus. Spiel, Musik, Lied und Tanz hielten den Frohsinn der Stunde unentwegt wach. Der Gau Hessen-Nassau hat mit seinen Weihnachtsfeiern die Herzen der Volksgenossen erobert und das Licht des unbändigen Glaubens einer zusammengewachsenen Gemeinschaft in sie dringen lassen. Thüringer Dank an Mnisterpräsident Göring. Sonneberger Kinder als Weihnachtsmann. In Berlin trafen Kinder aus Sonneberg in Thüringen ein, um Ministerpräsident Generaloberst Goring und ferner Gattin eine Weihnachtsfeier vorzubereiten. Hier sieht man die Kinder beim Auspacken der hübschen Erzeugnisse ihrer Heimat. — (Scherl-Bilderdienst-M.) fl . -IM ■ "Ä MM &? /: f MM Berlin, 21. Dez. (DNB.) Die schwierige Lage, in der sich das südthüringische Wirtschaftsgebiet mit seiner ausgedehnten Spielzeugfabrikation viele Jahre hindurch befand, konnte seit dem Jahre 1933 dank den tatkräftigen Maßnahmen der nationalsozialistischen Dienststellen zu einem guten Teil behoben werden. Während früher die Hälfte der Einwohner dieses Gebietes aus öffentlichen Mitteln unterstützt wurde, ist heute für die weitaus meisten Volksgenossen wieder Arbeit geschaffen worden. Nicht zuletzt verdankt der Gau Südthüringen seinen wirtschaftlichen Wiederaufstieg den Maßnahmen des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Um dem Dank hierfür sichtbaren Ausdruck zu verleihen, schickte der Gau Südthüringen Kinder aus Sonneberg, einem der Hauptorte der Spielzeugindustrie, zu Ministerpräsident Göring. Fünf Mädel und vier Pimpfe aus der Hitler-Jugend zogen am Montag schwer beladen in der Wohnung des Ministerpräsidenten ein und überraschten ihn und seine Gattin mit kleinen Geschenken, die fleißige Hände in ihrer Heimat schufen. Mit diesen Händen schmückten sie den Christbaum mit bunten Kugeln. In kindlich frischer Art Überreichten sie dem Ministerpräsidenten einen Nußknacker, „damit er seine politischen Nüsse" knacken könne, und andere originelle Geschenke. Unter dem strahlenden Lichterbaum bewirteten dann Ministerpräsident Göring und seine Gattin die Kinder mit Schokolade und Kuchen. Die Begleiter der Kinder, der Präsident der süd- thüringischen Industrie- und Handelskammer, Schneider, Amtmann Z i e n e r , Kreisleiter B i e r m ann und Oberbannführer H e u b l e i n, unterrichteten den Ministerpräsidenten über die wirtschaftliche Lage Thüringens und dankten ihm im Namen der Kinder, deren sehnlichster Wunsch es sei, ihm durch ihre kleinen Gaben eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Sie überreichten eine prächtige, in Holz gebundene Urkunde, deren Text auf Spielzeugtrommelpapier geschrieben ist, in der die aufsteigende Entwicklung des südthüringischen Wirtschaftsgebietes feit 1933 geschildert wird. Der Ministerpräsident gab seiner aufrichtigen Freude Ausdruck und ließ sich von jedem der Kinder einen Weihnachtswunsch sagen. Als besondere Ueberraschung kündigte er ihnen noch sein Buch mit Unterschrift an und versprach ihnen einen Rundflug über Berlin. Mit strahlenden Augen und dankerfüllt nahmen die Kinder Abschied, um ein Erlebnis fürs Leben reicher. Friedenssicherung in Amerika. Friedensstörung berührt alle Konferenzmächte. — Verwerfung des Krieges. Gegen chemische Kampfmittel. Buenos Aires. 22. Dez. (DRV. Funkfpr.) Die Interamerikanische Friedensfiche- rungskonferenz nahm in ihrer vorletzten Plenarsitzung am Montag insgesamt 37 Kommissionsvorschläge an. von denen folgende von Bedeutung sind. 1. Es wird erklärt, daß die amerikanischen Staaten, getreu ihren republikanischen Einrichtungen, ihre absolute juridische Freiheit, die Unantast- barkeit ihrer Souveränität und den Bestand einer solidarischen Demokratie in Amerika proklamieren. Jedes Unternehmen, den Frieden in Amerika zu stören, berührt sie alle und jeden einzelnen von ihnen und rechtfertigt diejenigen Schritte, die in der Konvention zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des Friedens vorgesehen sind. Territoriale Eroberungen werden abgelehnt, gewaltsamer Gebietserwerb wird nicht anerkannt. Die Intervention eines Staates in innere oder äußere Angelegenheiten eines anderen wird verurteilt. Jegliche Streitigkeiten unter amerikanischen Staaten, gleich welcher Art oder welchen Ursprungs sie sind, werden auf versöhnlichem Wege durch einen S ch i e d s- sprach oder durch ein internationales Gerichtsverfahren gelöst. 2. Der bolivianische Antrag, eine Begriffsbestimmung für „Angreifer" und „Anwendung von Sanktionen" zu geben, ist einem Sachversiän- digen-Ausfchuh zu überweisen. 3. Allen Regierungen, die dazu in der Lage sind, wird empfohlen, durch allgemeine oder bilaterale Verträge ihre Rüstungen bis zu dem Stand einzuschränken, der durch die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der inneren Ordnung gegeben ist und die Möglichkeit der Landesverteidigung garantiert 4. Die Interamerikanische Friedenssicherungskon- ferenz verwirft formal den Krieg als Instrument zur Lösung von Streitigkeiten zwischen den Staaten. Die Verwendung chemischer Mittel im Krieg, die unnötig grausame Schäden Hervorrufen, wird abgelehnt. Die Zivilbevölkerung soll soweit wie möglich von den Auswirkungen aller Kriegshandlungen unberührt bleiben. Den amerikanischen Regierungen wird empfohlen, beim Abschluß von Rüstungsbeschränkungsverträgen Abmachungen Humanitären Eha- rattere einzufügen, etwa die Verurteilung einer Verseuchung des Wassers oder der Luft durch Bakterien und den Gebrauch von Giftgasen. Die übrigen zur Annahme gelangten Kommissionsvorschläge betreffen hauptsächlich wirtschaftliche und verkehrstechnische Fragen, sowie kulturelle Angelegenheiten von weniger großer Bedeutung. Rascher Ausbau der englischen Flotte. London, 21. Dez. (DNB.) Die Schnelligkeit, mit der England zur See aufrüstet, geht deutlich aus dem umfangreichen statistischen Material des neuen Bandes von „James’s Fighting-Ships“ hervor, das aufschlußreiche Gegenüberstellungen der Seerüstungsprogramme der einzelnen Länder bringt. England liegt mit seinem Flottenausbau bei weitem an derSpitze aller großen Seemächte. Nicht weniger als 99 Kriegsschiffe befinden sich in Bau oder sind für den Bau vorgesehen. Darunter befinden sich 2 Schlachtschiffe, 3 Flugzeugträger, 16 leichte Kreuzer, 3 Zerstörerflottillen-Führerboote, 32 Zerstörer, 13 U-Boote und der Rest kleinere Schiffe. Der Skandal im französischen Außenministerium. Oie verhaftete Sekretärin früher im Dienste des Juden und jetzt noch sein Werkzeug. Paris, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Verhaftung der Sekretärin Linder vom französischen Außen mini st erium und des Juden Rosenfeld beschäftigt die Pariser Presse weiterhin sehr ftarf, obgleich/ die amtlichen Stellen stärkste Zurückhaltung üben. Rosenfeld war bereits aus Frankreich ausgewiesen worden, trotzdem hatte er sich um die französische Staatsbürgerschaft beworben. Das Einbürgerungsverfahren wurde jedoch durch gewisse Schriftstücke erschwert, die in Rosenfelds Personalpapieren im Außenministerium liegen. Aus den Dokumenten geht hervor, daß der Jude eine wenig empfehlenswerte Persönlichkeit ist. Die verhaftete Sekretärin hatte früher i n R 0 - senfelds Dien st en gestanden und unterhielt immer noch enge Beziehungen zu ihm. Sie entfernte die belastenden Schrift st ücke aus den Akten und ersetzte sie durch falsche Papiere, in denen dem Juden die besten Prädikate gegeben wurden. Auf diesen war die Unterschrift eines hohen Beamten des Quai d'Orsays gefälscht worden, der inzwischen gestorben ist. Die Linder hatte weiter ihren Freund Rosenfeld über alle Verhandlungen laufend unterrich- t e t, die im Zusammenhang mit Waffenlieferungen zwischen verschiedenen französischen Fabriken und dem Ausland gepflogen wurden. Das französische Außenministerium mußte zu solchen Verhandlungen Gutachten abgeben, ehe sie zum Abschluß gebracht werden können. Auf diese Weise war es Rosenfeld möglich, sich im gegebenen Augenblick einzuschalten und sein Geschäft zu machen. Gegen die Sekretärin Linder hat der Untersuchungsrichter Anklage wegen Urkundenfälschung erhoben. Der Jude Rosenfeld wird sich vorläufig nur wegen Nichtbeachtung eines Ausweisungsbefehls zu verantworten haben. Wegen des Waffenschmuggels nach Spanien wird die Untersuchung gegen ihn noch weiter geführt. Die „Action Franxaise" hält es für sicher, daß der Sowjetjude Rosenfeld Waffengeschäfte mit den spanischen Bolschewisten gemacht und daß Frau Linder ihm Beihilfe geleistet hat. Man wisse, so schreibt das Blatt, daß die Hauptschwierigkeit dieses Waffenschmuggels, zu dem Minister wie Pierre C 0 t für Flugzeuge und andere für Artillerie- und Jnfanteriematerial trotz der Neutralitätserklärung der Regierung die Hand gereicht hätten, in der Beschaffung von Genehmigungen des A u ß e n m i n t ft e r i u m s bestände. Frau Linder habe sich mit dem Diebstahl der notwendigen Erlaubnisscheine befaßt. Auch der ,E x c e l s i 0 r" schreibt, daß der Jude Rosenfeld sich rege mit der Waffenlieferung an die Roten in Spanien befaßt habe. Frankreich habe seit langem Waffen und Munition an Mexiko geliefert. Rosenfeld solle ein Abkommen zwischen Mexiko und Spanien vermittelt haben, wonach die mexikanischen Ankäufe sehr erhöht und die Lieferungen nach Barcelona und Alicante verschoben worden seien. Die nach Mexiko gelieferten Menaen überschritten die normalen Verträge. Das Außenministerium habe sich geweigert, die Konossemente eines in Marseille beladenen Dampfers zu zeichnen. Trotzdem soll dieser Dampfer Marseille mit Erlaubnis des Außenministeriums verlassen haben. Das Blatt fragt, ob da ein Versehen vorliege oder ob Frau Linder und der Jude Rosenfeld dafür verantwortlich seien. Eoi in der Zwickmühle. fahren beantragt habe. In der Mitteilung des Ministerpräsidiums heißt es weiter, daß die von dem rechtsstehenden Pariser Blatt veröffentlichte Meldung geeignet sei, die Disziplin und die Stimmung in der Luftwaffe zu untergraben. Das „E ch 0 de Paris" bestätigt heute feine gestrige Mitteilung, trotz dem Dementi des französischen Luftfahrtministers und trotz der gerichtlichen Klage, die der Minister gegen das Blatt wegen der Veröffentlichung von „Falschmeldungen" eingereicht hat. „Wir dementieren das Dementi des Luftfahrtsmini st er s", so schreibt das „Echo de Paris", „und wir fügen sogar hinzu, daß das zweite Devoitine-Kano- nen-Flugzeug, das wir noch in den Händen der technischen Abteilung des Luftfahrtministeriums glaubten, ebenfalls nach Barcelona unterwegs ist und augenblicklich wegen einer Motorenstörung in Limoges liegt." Das Blatt gibt tm übrigen nähere Einzelheiten über diese Lieferungen und nennt die Namen der Flugzeugführer, die mit der Durchführung des Auftrages betraut worden feien. Keine besonderen Kamps- ereigniffe vor Madrid. Toledo, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Bei gutem, aber dunstigem Wetter verging der gestrige Montag an der Madrider Front ohne besondere Kampfereignisse. Die Feuertätigkeit war auf beiden Seiten nur gering. Zwölf nationale Bombenflugzeuge belegten die roten Stellungen am linken Flügel bei Pozuelo mit Bomben, jedoch schien ein weiteres Vordringen der na« tionalen Infanterie für gestern nicht geplant zu sein. In Carabanchel, wo sich der DNB.-Vertreter befindet, schlugen einige Granaten der neuen s 0 w- jetrussischen 11,5 - Zentimeter - Geschütz e ein, die zwar einige unwichtige Gebäude — darunter eine geräumte Rote-Kreuz-Station — zerstörten, aber keinen einzigen Menschen verwundeten. Sowjets verlangen „Sühne" für versenktenDamPfer mit Kriegsmaterial London, 22. Dez. (DNB.) Die Londoner Früh- presse berichtet, z. T. in großer Aufmachung, die Versenkung Des sowjetrussischen Frachtdampfers „Komsomo l", der Kriegsmaterial an Bord hatte, durch ein Kriegsschiff der spanischen Nationalregierung. Von sowjetrussischer Seite ist inzwischen die Versenkung bestätigt worden. Nach einem Bericht des „Daily Expreß" hat der Oberbefehlshaber der russischen Flotte, Orlow, wegen der Versenkung des Sowjetdampfers „Komsomol" eine dreistündige Konferenz mit Kriegsmini, fter Woroschilow gehabt. Im Anschluß daran wurde ein Tagesbefehl an die sowjetrussische Kriegsflotte erlassen. Darin wird die Versenkung des „Komsomol" als ein „Verbrechen" bezeichnet, für das die Sowjetmarine „Sühne" verlange. Gibraltar gegen Ceuta. Vorschlag eines englischen Admirals. Ein dementiertes Dementi.—Noch eine Flugzeugschiebung. Paris, 22.Dez. (DNB.) Luftfahrtminister Cot hat die Meldung des „Echo de Paris" vom Montagfrüh, wonach eines der beiden modern ft en französischen Militärflugzeuge an die B 0 lschewisten in Barcelona geliefert worden fei, als unrichtig bezeichnet. Das Ministerpräsidium teilte am Montagabend mit, daß der Luftfahrtminister gegen die Zeitung wegen Veröffentlichung unrichtiger Nachrichten ein Gerichtsver- London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Vizeadmiral Dsborne, der frühere Leiter des Nach- richtendienstes der britischen Marine, sprach sich in einer Rede in London für die Abtretung Gibraltars an Spanien im Austausch für Teuta, das an der afrikanischen Seite der Meerenge liegt, aus. Er begründete diesen Vorschlag mit militärischen Erwägungen und erklärte, daß Gibraltar im Ernstfälle nicht gehalten werden könnte. Ceuta mit feinem Hinterland biete vor allem den Vorteil, daß ein großer Flughafen angelegt werden könne, der einen wirksameren Schutz der Meerengen gewährleistet. Abschied von der Flotte. Berlin, 21. Dez. (DNB) Admiral F o e r st e r, der mit Ablauf des Monats Dezember aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine ausscheidet, holt mit dem 21 Dezember 1936 seine Flagge als Flottenchef nieder. Konteradmiral Carls ist mit der Wahrnehmung des Dienstes als Flottenchef beauftragt. Deutsches Eisenbatmmaierial fürChina Berlin, 21. Dez. (DNB.) Am 28. November dieses Jahres ist zwischen dem chinesischen Eisenbahnministerium und einer deutschen Gruppe, die aus den Firmen Ferrostahl, Friedrich Krupp, Stahlunion und Otto Wolff besteht, unter der Führung der Stahlunion und von Otto Wolff ein Vertrag zustandegekommen, der die Lieferung von Eisenbah nm a t e r i a l auf Kredit im Betrage von 40 Millionen chinesischen Dollars vorsieht. Bon dieser Summe sollen 10 Millionen Dollars für die Wiederherstellung der Peking-Hankow- Bahn, insbesondere der Brücke über den Gelben Fluß, und 30 Millionen Dollars für den Bau und die Ausrüstung einer neuen Eisenbahnlinie verwendet werden, die von Chuchow in der Provinz Hunan nach Kweiyang in der Provinz Kweichow führen wird. Die Lieferungen für die Wiederherstellung der Peking-Hankow-Bahn (10 Millionen Dollars) erfolgen unter Führung der Stahlunion, diejenigen für den Neubau der Kweiyang-Strecke (30 Millionen Dollars) unter Führung von Otto Wolff. Die Rückzahlung der von den deutschen Lieferanten gewährten Kredite wird im Laufe von sechs bzw. zehn Jahren erfolgen. Der Zinsfuß beträgt 6 v. S). Die neue Eisenbahnlinie biloet die westliche Fortsetzung der jetzt im Bau befindlichen Strecke von Nanschang nach Pinghsia, jie wird u. a. als Sicherheit für den Kredit von 30 Millionen Dollars dienen. Der gegenwärtige Vertrag ist das Ergebnis von Verhandlungen, die auf Grund eines am 22. Januar dieses Jahres geschlossenen Vorvertrages geführt worden sind und fast ein Jahr gedauert haben. Er ist ein neuer Ausdruck der vor einigen Jahren von deutschen Firmen aufgenommenen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung auf dem Gebiete des Eisenbahnbaues. Erweiterter Unfallversicherungsschuh für Berufskrankheiten. Berlin, 21 Dez. (DNB.) Die demnächst im Reichsgesetzblatt erscheinende Dritte Verordnung über Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufskrankheiten dehnt den reichsgesetzlichen Versicherungsschutz der schaffenden Bevölkerung in sehr bedeutsamer Weise aus. Die häufigste und gefährlichste Berufskrankheit, die schwere Staub-Lungenerkrankung wurde bisher nur dann entschädigt, wenn sie durch berufliche Beschäftigung in bestimmten Betrieben, deren Kreis eng begrenzt war, erworben wurde. Durch die neue Verordnung wird vorgeschrieben, daß diese Erkrankung stets zu entschädigen ist, sofern sie überhaupt bei versicherter Tätigkeit erworben worden ist. Neben der Entschädigung ist der Verhütung ein weites Feld bereitet. Auch auf dem Ge- oiete der beruflichen Hauterkrankungen wird der Versicherungsschutz wesentlich erweitert: die Entschädigung ist nicht mehr abhängig von der beruflichen Arbeit mit bestimmten Stoffen. Daneben wird eine Reihe bisher nicht entschädigungspflichtiger Berufskrankheiten in die Versicherung cinbe- zogen. Das Verfahren über die Feststellung der Entschädigung wird vereinfacht. Die Verordnung tritt am 1. April 1937 in Kraft; sie gilt aber für die neu in den Versicherungsschutz einbezogenen Be- rufskrankheiten rückwirkend für alle Versicherungsfälle, die nach dem 30. Januar 1933 eingetreten sind, sofern die Krankheit am 1. April 1937 noch besteht. Die Ansprüche dieser Art müssen bis zum 30 Juni 1937 erhoben werden. Italien in Süd-Arabien? Aufsehen in London. London, 22. Dez. (DNB.) Gerüchtweise wurde dieser Tage in London bekannt, daß ein arabischer Scheich aus dem Hadramaut (Südarabien) den Italienern im Hafen von Assadi el F a y e an der Südküste des Hadramaut eine Konzession erteilt habe. Ernst zu nehmende Berichte liegen jedoch in London bisher nicht vor. Man weist jedoch darauf hin, daß Großbritannien mit sämtlichen Einqeborenenstaaten des Hadramaut Verträge abgeschlossen hat, die verbieten, an andere Nationen als England irgendwelche Konzessionen abzugeben. D'" M"ldnng über die Erteilung einer Kanrvsswn an die Italiener im Hadramaut hat beträchtliches Aufsehen erregt. Der Gouverneur von Aden bat im Flugzeug Beamte nach Assadi el Faye entsandt. die an Ort und Stelle der Angelegenheit nachgehen sollen. Die ersten Berichte über die Gewährung der Konzession an die Italiener erschie- n»n in der yemmitischen Vresse Es ist daher verständlich, daß zunächst noch keine weiteren Berichte in London vorliegen. 3falienifth=porfua:e<'ifd)e Handels- vereinbarunaen Rom. 22. Dez. (DNB.) Außenminister Graf C i a n o. der vortuaieüsche Gesandte in Ram. Ins 6 Lobo d'A v i l a Lima, und der Chef der Wirtschaftlichen Abteilung im portugiesischen Außenministerium Graf Pedro de Tovar haben einige Abmachungen kommerzieller Art zwischen Italien und Portugal unterzeichnet. Jhir ein halber Schritt. Manqel an Zivileouraae. Paris, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die amtliche Mitteilung des Quai d'Orsay an die italienische Regierung, nach der Frankreich nunmehr ebenso wie England die französische Gesandschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat umwandelt wird in Pariser politischen Kreisen als ein sehr glücklicher Schritt im Sinne einer Verbesserung der französisch-italienischen Beziehungen bezeichnet. Allerdings wird ausdrücklich darauf hin- gewiesen. daß diese Maßnahme noch keine Anerkennung der italienischen Oberhoheit in Abessinien bedeute Man hält es jedoch nicht für ausgeschlossen, daß der Völkerbund Anfang nächsten Iabres die Oberhoheit Italiens in Abessinien endgültig anerkennt. Dann sei auch Frankreich und England die Möglichkeit gegeben, die Anerkennung zu vollziehen. London, 21. Dez. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat die britische Regierung der italienischen Regierung eine Mitteilung zukommen lasten, in der sie erklärt, daß die englische Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Ge- neralkonsulat umgewandelt wird. Diese Ent- scheidung, so wird amtlich mitgeteilt, habe mit den englisch-italienischen Verhandlungen über das Mittelmeer nichts zu tun und stehe in keinem Zusammenhang mit der Frage der Anerkennung Der Eroberung Abessiniens. Rumänische Rüftungsverftärkung Das Ergebnis der Pariser Besprechungen Antonescus. Bukarest, 22. Dez. (DNB.) König Carol bat anschließend an Außenminister Antonescus Pariser Besuch an jene Mitglieder des französischen Kabinetts, mit denen der Außenminister verhandelte, hohe Auszeichnungen verliehen. Ministerpräsident Blum wurde mit dem Großkreuz des Ordens „Für treue Dienste", einer von König Carol selber geschaffenen hohen Auszeichnung, bedacht. Den finanz- und rüstungspolitischen Ergebnissen der Pariser Besprechungen Antonescus wird immer größere und unmittelbare praktische Bedeutung beigemessen. In erster, Linie sollen sich diese Ergebnisse für den Ausbau der rumänischen Luftwaffe auswirken. Unmittelbar nach der Rückkehr des Außenministers soll eine Besprechung mit dem Minister für das Luftfahrtwesen stattfinden. Anschließend daran soll auch eine Abordnung hoher rumänischer Offiziere nach Paris fahren, um an Hand der grundsätzlichen Vereinbarungen Antonescus die technischen Verträge auszuarbeiten. Frankreichs Landesverteidiauna Paris, 22. Dez. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Blum fand am Montagnachmittag eine Ministerbesprechung über Fragen der Landesverteidigung statt. An der Aussprache nahmen teil die Minister ohne Geschäftsbereich Chautemps, Paul Faure und Divlette, ferner Kriegsminister Daladier, Kriegsmarineminister Gas- nier-Duparc, Luftsghrtminister Cot und Außenminister Delbos. tXRtlitarifierung Der Krauen in GowjetrußlanD. Moskau, 21. Dez. (DNB.) Im großen Kreml- Palais wurde am Sonntag die Beratung der Frauen der roten Kommandeure eröffnet, die von den Sowjets als große Propagandaveranstaltung zur Militarisierung der Sowjetfrauen aufgezogen wird. An den Beratungen nehmen Stalin und alle Mitglieder der Regierung, sowie die Sowjetmarschälle teil. Die Eröffnungsrede hielt Knegskommissar Woroschilow, der nicht nur die „kulturelle" Betätigung der Frauen der Kommandeure der roten Armee hervor- yob, sondern auch besonders lobend erwähnte, daß die Sowjetfrauen „sich zu richtigen Kämpfern in den verschiedenen Spezialitäten der Kriegskunst" herausbildeten. Außer der roten Armee habe die Sowjetunion noch eine zweite Armee, die ebenfalls machtvoll und unbesiegbar fei, die Armee der Frauen der roten Kommandeure. Auch diese Armee werde einst aufstehen, wenn „der Kriegsfall versuchen sollte, die Sowjetunion zu überfallen". Woroschilow rief: „Im Kamps für den Frieden sind wir schon längst bereit zum Kampf für den Schutz unserer Unabhängigkeit? In den Vorträgen der verschiedenen Frauenvertreterinnen wurden unter lebhaftem Beifall der roten Generalität immer neue Beispiele von Frauen erzählt, die zu Scharfschützen, Fliegern, Tanksührern usw. ausgebildet werden. Ein Eurasia-^lngzeug beschlagnahmt. Nanking, 21. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) In L a n ch o w , der Hauptstadt der Provinz Kansu, wurde ein der Eurasia-Gesellschaft gehörendes Junkers-Flugzeug von den meuternden Truppen Tschanghsueliangs beschlagnahmt Sie gesamlelugenWse Sache derSiller-lugend Vereinbarung zwischen der Sebietsführung Seffen-Tlaffau (13) der S53. und der Gauamtsleitung der AG.-Volkswohlfahrt. NSG. Die Hitler-Jugend hat als nationalsozialistische Organisation den totalen Führungsanspruch an bie gesamte deutsche Jugend und somit auch an die gefährdeten, aber erbgesunden und erziehbaren Jugendlichen. Dieser auf alle Lebensgebiete sich erstreckende politische Führungsanspruch hat zu einer Vereinbarung zwischen der Gebietsführung der Hitler-Jugend und der Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt bezüglich der Sozialerzie- h u n g geführt. Diese Vereinbarung regelt besonders alle Fragen der I u g e n d h i l f e, die politisch eine Angelegenheit der HI., fachlich jedoch die der NSV. ist. Um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten, werden die Unterabteilungsleiter für Jugendhilfe bei den Kreisamtsleitungen der NS.-Volkswohl- fahrt als Jugendhilfereferenten in die Sozialstellen der Banne eingesetzt, wodurch das Arbeitsgebiet der NS.-Volkswohlfahrt zugleich das der Hitler- Jugend wird. Aufgabe der Nationalsozialistischen Jugendhilfe ist es in erster Linie, Vorsorge in der Jugendpflege und Jugenderziehung zu treffen, was zweifellos nur durch die lebendige Verbindung der dafür verantwortlichen Stellen mit den Einheiten bis zum kleinsten Pimpf ermöglicht wird. Darin liegt der Wert der ganzen Zusammenarbeit. Auch die Einheitlichkeit in der Bearbeitung pflege- rechtlicher Maßnahmen und in der Wahrung der rechtlichen Interessen der Jugendlichen bei Entscheidungen der Jugendämter bezw. der Jugendgerichte ist nun gewährleistet. In diesen Fällen ist neben dem Sachbearbeiter der NS.-Jugendhilfe auch der Rechtsstellenleiter des Bannes zuständig, d. h., daß die Rechtsorganisation der HI. zur Mitbestimmung an den Aufgaben der Iugendgerichtsbarkeit herangezogen wird, wobei in jedem Falle für etwaige disziplinarische Bearbeitungen Mitteilung an die Personalstelle des Bannes bzw. des Jungbannes, wenn es sich um ein Mitglied des Jungvolks, des Untergaues ober Jungmädeluntergaues, wenn es sich um BDM. ober Jungmädel handelt, gemacht wirb. Die getroffenen Abmachungen, bie sich auf die Vereinbarung zwischen der Reichsfugendführung und dem Hauptamt für Volkswohlfahrt stützen, ermöglichen endlich Zug um Zug eine Lösung aller noch offenstehenden Fragen ber Sozialerziehung. Die Beauftragten des Gebietsführers, der Obergauführerin und des Gauamtsleiters ber NSV. bleiben in allen Fragen ber sozialen Betreuung in laufender Verbindung untereinander und beheben gemeinsam alle vorkommenden Schwierigkeiten. Aus aller Well. Zwei Mi lionen Unterernährte in Westschottland. London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ein Untersuchungsausschuß der Labour-Party, der in den letzten Wochen bie Notstanbsgebiete von Westschottland besuchte, ist nach einer Meldung des „Daily Herald" zu dem Ergebnis gelangt, daß in dieser Gegend etwa 2 Millionen Menschen unter mangelhafter Ernährung leiden. Noch zu keiner Zeit in der Geschichte Schottlands seien so viele Menschen auf öffentliche Unterstützung angewiesen gewesen wie heute. In der Industriestadt Glasgow, die nicht als Notstandsgebiet gilt, empfangen nahezu 14 v. H. der gesamten Bevölkerung Armenunterstützung. Corb Nuffield stiftel 2 000 000 Pfund für die englischen Notstandsgebiete. Lord Nuffield, der bekannte englische Automobilindustrielle, der erst kürzlich einen Riesenbetrag für medizinische Forschungen gestiftet hat, stellte jetzt 2 0 0 0 0 0 0 Pfund für öie Not - ftanbsgebiete zur Verfügung. Das Geld ist Vertrauensmännern übergeben worden, bie es nach ihrem Gutbünken zugunsten der Notstandsgebiete verwenden. Lord Nuffield erklärte, daß er mit dieser Spende dem Vertrauen zum neuen König Ausdruck geben und die Nationalregierung, insbesondere Baldwin, unterstützen wolle. Deutscher Dampfer an der norwegischen Küste gesunken. Der Dampfer „Afrika" der Reederei Schulte & Bruns, Emden (Atlas-Reederei), der mit einer Ladung von 11 500 Tonnen Erz auf der Reise von Narvik nach Emden war, ist an ber norwegischen Küste, nörblich von Drontheim, bei schwerem Wetter gesunken. Der beutsche Dampfer „Frielink- haus" konnte von ber 38 Mann starken Besatzung 37 Angehörige übernehmen. Ungewißheit besteht nur über das Schicksal des Kapitäns. Man befürchtet, baß er ertrunken ist. Junges Ehepaar in der Donau ertrunken. Bei Melk an ber Donau verunglückte »in jung verheiratetes Ehepaar. Ein Mann wollte seinem Schwager, ber auf einem vor Melk verankerten Dampfer stand, vom Ufer aus ein Paket zuwerfen. Er glitt dabei aus und stürzte in den Strom. Seine Frau sprang ihm ohne zu zögern nach, doch zog sie der verzweifelt in den Wellen ringende Mann vor den Augen ihres Bruders in die Tiefe. Jüdischer Lmigrantenschwindel in Budapest. Die Budapester Polizei kam vor einiger Zeit einer großzügig aufgezogenen „Organisation" auf die Spur, die angeblich für aus Deutschland geflüchtete Emigranten Sammlungen durchführte. Die Leiter dieser Sammelaktion waren aus Deutschland aus» gewanderte Juden. Die Ermittlungen ergaben, daß die Juden nur fürihre Tasche sammelten und gar nicht daran dachten, anderen irgendwelche Unterstützung zuteil werden zu lassen. Die Gelder brachten sie im Budapester Nachtleben durch. — Die jüdischen Verbrecher wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt, nach deren Verbüßung sie des Landes verwiesen werden. Sieben Tote bei einem Fährunglück in Sowjetruhland. Wie die Prawda berichtet, hat sich auf dem Baikalsee ein schweres Fährunglück ereignet. Belm Uebersetzen geriet ein mit sieben Personen besetztes Fährboot in Nebel und verlor die Orientierung. Erst 24 Stunden später wurde es vorn Wind an Land getrieben. Im Boot fand man vier der Insassen t ö t auf. Sie waren erfroren. Die drei übrigen sind ertrunken. Das Unglück, das, wie die Prawda sagt, nicht das erste dieser Art auf dem Baikalsee ist, soll nach dem Blatt auf Fahrlässigkeit bei der staatlichen Schiffahrtsgesellschaft zurückzuführen fein, die nichts zur Durchführung eines geordneten Fährbetriebes getan habe. kohlenoxydgasvergiflung auf einem französischen Schleppkahn. Ein Unglücksfall ereignete sich an Bord eines französischen Schleppkahns, ber in Fontainebleau vor Anker lag. Die siebenköpfige Familie bes Schiffers fand man mit schweren Kohlenoxydgas- oergiftungen in ihren Betten auf. Drei Kinder waren bereits t o t. Der Vater und ein elfjähriger Sohn schweben in Lebensgefahr, während die Mutter und das fünfte Kind mit dem Leben baoonfommen bürsten. Schweres Eisenbahnunglück in Südafrika. Auf der Strecke von Port Elizabeth nach Kapstadt e n t g l e i st e ein Elsenbahnzug. Dabei kamen acht Personen ums Leben, 35 wurden verletzt. Don den Verletzten befindet sich eine größere Anzahl in Lebensgefahr. Unglücksserie in der amerikanischen Zivilluftfahrt. Nach einem in ©alt Lake-City (Utah) aufgegebenen Funktelegramm hat der Leutnant Cooper, ein Flugzeugführer der Nationalgarde, die Trümmer des seit mehreren Tagen verschollenen Postflugzeuges in unwegsamer Bergwildnis in der Nähe von Calder (Idaho) aufgefunben. Die beiden Bordinsassen waren tot. — Die bekannte Fliege- rin Emilia Earhart ist in Salt Lake-City ein» getroffen, um an der Suche nach dem seit etwa einer Woche mit fieben Insassen verschollenen Passa- gierslugzeug, das in der Bergwildnis von Utah ab gestürzt fein muß, teilzunehmen. Die Such- aktion nach diesem Flugzeug wird von Hunderten von Personen und mit Hilfe zahlreicher Flug- maschinen durchgeführt. — Aus Port Jervis im Staate Neuyyrk wird ein dritter Unfall, von dem die amerikanische Zivilluftfahrt betroffen wurden ist, gemeldet. Dort ist ein Passagiertransportflugzeug mit elf Insassen bei einer gefahrvollen Notlandung während schweren Sturmes stark beschädigt worden. Vier Passagiere wurden schwer verletzt. Nur ber Geschicklichkeit und dem Mut der dreiköpfigen Besatzung, unter ber sich auch ber bekannte Transatlantikflieger Dick Merrill be« fand, ist es zu verdanken, daß eine größere Kata« strophe vermieden werden konnte. Dammbruchkatastrophe in Japan. Infolge eines neuen Bruches des ©tau* b a m m e s ber Grubenanlage bei Ozaruzawa würben wieder die Dörfer unterhalb des ©taubammes überschwemmt. Obwohl Der größte Teil ber Bevölkerung flüchten konnte, sind 18 Tote bzw. Vermißte unb 40 Verwundete zu beklagen. Die Dörfer wurden geräumt. Kunst unö Wissenschaft. Beileidsbezeugungen zum To^e von Geheimrat Wiegand. (Scherl-Bilderdienst-M.) Reichsminister Rust telegraphierte an Frau Oe* Heimrat Wiegand: „Hochverehrte gnäbiae Frau! Lassen Sie mich an Ihrem schweren Leid für mein Teil mittragen. Theodor Wiegand ist mir mehr als ein großer Name in der Altertumswissenschaft und der hochverdiente Präsident des Archäologischen Institutes. Ich habe ihn in den Jahren gemeinsamer Verantwortung als einen tapferen Menschen und geraden Charakter kennengelernt und werde immer an ihn voll ehrlicher Hochachtung denken. In herzlicher Teilnahme Ihr Reichsminister R u ft." Ministerpräsident Generaloberst Göring sandte an Frau Wiegand folgendes Beileidstelegramm: „Zum Tode Ihres verehrten Gatten spreche ich Ihnen meine herzliche Teilnahme aus. Das Werk und die Persönlichkeit des Heimgegangenen sichern ihm ein Gedenken, das stets in der von ihm geschaffenen Antiken Abteilung der staatlichen Museen sichtbaren Ausdruck finden wird. Mir wird auch die treue Mitarbeit des Verstorbenen im Preußischen Staatsrat immer unvergeßlich bleiben. Das tatenreiche Leben Theodor Wiegands hat der Forschung und dem Vaterland gehört. Der stete Dank des deutschen Volkes ist ihm gesichert. Gez.: Ministerpräsident Generaloberst Göring." Freiheit für MmMndp»- ^Kowno, 21. Dez. (DNB.) Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß der Feiertage auf dem Gnadenwege weitere acht Memel- l ä n d e r, die in dem Kriegsgerichtsprozeß im Frühjahr 1935 zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden, die Strafe erlassen. Die Begnadigten sind der zu zehn Jahren Zuchthaus und Beschlagnahme des Vermögens verurteilte Fritz Scheschkewitz, ber zu acht Jahren Zuchthaus und Beschlagnahme des Vermögens verurteilte Kurt Rehberg, der zu sechs Jahren Zuchthaus unb Beschlagnahme bes Vermögens oerurteUte Ernst Gaeb- ler, bie zu vier Jahren Zuchthaus unb Beschlagnahme des Vermögens verurteilten John Brinkies und Martin Füllhase, ferner der zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilte Walter Schneller und die zu vier Jahren Zuchthaus verurteilten Kurt Sturze- becker unb Walter Loerzer. Außerdem wurden von den politischen Gefangenen bei 22 Bauern die Strafe herabgesetzt, die sie wegen der Ausschreitungen in Südlitauen erhalten hatten. U. a. wurden bie Strafen von zwölf zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilten Bauern auf 15 Jahre Zuchthaus befristet. Stau Tschiangkaischek nach Gianfu abqeflogen. N a n f i n g, 22. Dez. (DNB. Funkspruch. Ostasiendienst des DNB.) Frau T s ch i a n g k a i s ch e k ist mit ihrem Bruder T. V. ©ung und dem englischen Berater Tschiangkaischeks, Donald, am Dienstag- vormittag von Nanking nach © i a n f u abgeflogen, um die Verhandlungen mit dem meuternden Marschall Tschanghsueliang fortsetzen. Weikerbpsicht des Beichswetterb'enstes. Ausvabeort Frankfurt Unter dem Einfluß des festländischen Hochdruckgebiets erreichte die Witterung einen sehr gleich- mäßigen Verlauf. Während m großen Teilen Deutschlands heiteres Wetter herrscht, hat sich bei uns eine ausgedehnte Nebeldecke erhalten, über die jedoch die höheren Berggipfel herausragen. Eine wesentliche Aenderung der bestehenden Witterung ist vorerst nicht zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: In den Niede- rungen vielfach Nebel oder Hochnebel, darüber heiter, bei schwachen Winden Temperaturen um 0 Grad. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer bes trockenen, in den Niederungen aber vielfach nebligen Hochdruckwetters. Lufttemperaturen am 21. Dezember: mittags 0 Grab Celsius, abends —0,2 Grad; am 22. Dezember: morgens —1,0 Grad. Ttarimum +1,3 Grad, Minimum, heute Nacht —1,4 Grad. Erd- temperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Dezember: abends +1,5 Grad, am 22. Dezember: morgens + 1,2 Grad Celsius. Hauptschriftleiter Dr. Fr. W. Lange (verreist). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. B. Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 M mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Am 20 Dezember 1936 verschied unerwartet nach längerem schweren Leiden Herr Beigeordneter Adolf Sudheimer 8295 D Er bleibt uns ein unvergeßlicher treuer Freund. 22 die Führerschaft 8293 D Gießen, den 21. Dezember 1936. 20 8291 D die Führerschaft. 8284^ dem 23. 12., unerwartet entrissen. Postkarten bei Brühl 60 75 Gießen, den 21. Dezember 1936. Füllfederhalter Gästebücher 8299 D 8078 D 8288 D Briefpapiere Fotoalben Als treuer Gefolgsmann unseres Führers stellte er seine ganze Kraft, an der Spitze der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion, in den Dienst unserer Stadt Mit den Aufgaben eines hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Gießen betraut, war er mit unermüdlichem treuen Eifer uns allen ein lieber und guter Arbeitskamerad, der pflichtbewußt und ratend jedem zur Seite stand. 500 g memo 500 g uitonlnen Seit mehreren Jahren stand er als Mitglied des Vorstands mit an der Spitze unserer Kasse. Sein unermüdliches Wirken, das höchster Pflichtauifassung entsprang, macht uns den Verlust unersetzlich, sein Andenken ewig! vollslkls 500 ff MlUlüllUS 500 ff mehl oo l82s?r) Trwe 400, Durch den unerbittlichen Tod wurde uns nach schwerem Leiden einer unserer treuesten Förderer und Mitarbeiter Unser lieber Kamerad Georg Vogel ist am 20. Dez. plötzlich verstorben. We inert Gießen, Neuenweg-9 Vorstand, Verwaltungsrat und Gefolgschaft der Bezirkssparkasse Gießen. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sa-en wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Im Namen der Stadtverwaltung und der Ratsherren Der Oberbürgermeister Joseph Brückmann und alle Angehörigen Daubringen, den 21. Dezember 1936 Beerdigung a. Mittwoch, 11.15 Uhr auf dem Neuen Herr Adolf Sudheimer hauptamtlicher Beigeordneter der Scadt Gießen Be nrich WM LiebigstraKe 66 Telefon 3685. KneßerHameransdiall 1874 Gießen. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Johannes Männche findet am Mittwoch, dem 23 Dez., vormitt. 10 30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Um zahlreiche Beteiligung bittet Bei Hausfrauengeschenken an Praktisches denken! Besonders angenehm sind solche Geschenke, die der Hausfrau in Zukunft Arbeit abnehmen. Dafür gibt es: Reibemaschine, Gasbackform, Waage, drotschneidmaschire, Wringmaschine, Kaffeemühle. Lassen Sie sich bei der Wahl beraten im bekannten Fachgeschäft J. B. Häuser Gießen 7626 A am Oswaldsparten Fernruf Nr. 2145/46 Plötzlich und unerwartet riet der Herr über Leben und Tod Sonntagnacht meinen lieben, herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, meinen lieben Sohn und Schwiegersohn, unseren guten Bruder, Schwager und Onkel Georg Vogel im 47. Lebensjahre zu sich in sein himmlisches Reich. In tiefer Trauer; Margarete Vogel, geb. Arnold Heini Vogel Elfriede Vogel Helma Vogel und alle Angehörigen. Gießen (Landgraf-Philfpp-Platz 5), Fronhausen, Nordeck, 22. Dez. 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 23. Dezember, vormittags lll/4 Uhr aut dem Neuen Friedhof statt Zum MM M' Kneßerhameradsdiail 1874 Gießen. Die Beei d gung unseres lieben Kameraden Heinrich Keil findet am Mittwoch, dem 23. Dezember, 12 Uhr auf .<.em Neuen Friedhof statt Um zah reiche Beteiligung b tt t Kohlen Koks ,ooL Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Kuf 3925 Friedhof Die Kameraden werden um zahlreiche Beteiligung gebeten. 8286 D 500 g 48, 40, 28 normen 500 ff 48 und 32 lilanOelu 500 g 1220 dofelnuBletne 500 g 80 Z Weine z WeiWeiv Lit. ohne Flasche LOO 75 65 lildimein V, 81. o. Glas 70 Wlnroein ‘i8L o.@ln8 80 cievImii'MW ‘0 8l. o.Glas SO MWllM Vi Fl. o. Glas 90 ainmkWilliek '/lFl.o.Glasl.OO Beditheimer 7lFLo.Glasl.10 Bo-mein */i Flasche... 70 3nflelhehner 7l Flasche.. 1.00 stöaumroein 7i Fl. 2.50, 1.80 Statt jeder besonderen Anzeige. Herr Heinrich Keil, Wagenmeister i.R, heute nachmittag 5 Uhr eingehen in die Ewigkeit. im Alter von 63 Jahren. Gießen (Im Gartfeld 12), den 22. Dezember 1936. Gießen (Bleichstraße 46), den 21. Dezember 1936. Beerdigung: Am 24. Dezember, vormittags 11 Uhr, Neuer Friedhof. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 8300 D 8287 D 8283 D Sonntag abend 6s/4 Uhr entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Die trauernden Hinterbliebenen: Fritz Glotz, Pfarrer i. R. Dr. med. Fritz Glotz und Frau Dr. phil. Ernst Glotz und Frau Hauptmann Walter Glotz und Frau und 6 Enkelkinder In tiefer Trauer: Wilhelm Keil und Frau Anny Keil. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 23. Dezember, mittags 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heute morgen entschlief sanft mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Forstmeister i. R, Ludwig Schaeffer In tiefer Trauer; Anna Schaeffer, geb Höhn Wilhelm Schaeffer, Hauptmann Annemarie Schlosser, geb Schaeffer Lisel Ueorgii, geb. Schaeffer Gustav Schlosser, Studienrat Emil Georgii. Forstmeister Elisabeth Betzler, geb. Schaeffer und 5 Enkel. Gießen (Plockstraße 13), den 21. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 23. Dezember, nachmittags 2 Uhr in Lindenfels i O. statt Nach einem Leben aufopfernder Liebe für die Ihren durfte meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Luise Glotz, geb. Köster ttr.299 öroeties Blatt Dienstag, 22. Dezember 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Holland rüstet zur prmzenhochzeit. Don unterem ständigen Dr. Str.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Amsterdam, im Dezember. Holland steht im Zeichen der bevorstehenden Hochzeit seiner Kronprinzessin Juliana mit dem Prinzen Bernhard zu Lippe - Bie - st e r s e l d Obgleich die Königin erklären ließ, die Hochzeitsfeier sei in erster Linie ein Familienfest, so nimmt doch das ganze Land an diesem freudigen Ereignis seines Herrscherhauses in einem Ausmaß teil, der deutlich die starke innere Verbundenheit ber holländischen Bevölkerung mit dem regierenden Hause Nassau-Oranien zeigt. Hinzu kommt, daß die Kronprinzessin sich einer weitgehenden Volkstümlichkeit erfreut, das gilt für alle Beoölke- rungsfreife, die in der ungekünstelten, freundlichen und heiteren Prinzessin die besten Wesenszüge der jungen Holländerin verkörpert sehen. Auch der zukünftige Prinzgemahl hat es verstanden, in der kurzen Zeit viele Herzen zu erobern. Hier gefällt es, daß Prinz Bernhard vor feiner Verlobung einen kaufmännischen Beruf ausübte, daß er feinen kleinen Wagen selbst lenkt. Ja sogar die Tatsache, daß der Prinz einmal wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von einem Amsterdamer Schutzmann angehalten wurde, vernahm der Zeitungsleser mit verständnisvollem Schmunzeln. Daß auch mal der Verlobte der Kronprinzessin gegen die Verkehrsbestimmungen sündigte, genau wie jeder andere Bürger des Staates dies ab und zu ZU tun pflegt, rückte den Prinzen in den Augen sehr vieler in eine Umwelt, für die der „Mann auf ber Straße" volles Verständnis hat. Schließlich trägt auch das ernste Interesse, das dieser deutsche Prinz allen Erscheinungsformen des holländischen Lebens entgegenbringt, sei es nun auf politischem, wirtschaftlichem, militärischem oder sportlichem Gebiet, stark dazu bei, ihn in einem volkstümlichen Lichte erscheinen zu lassen. Der Brennpunkt der Hochzeitsvorbereitungen befindet sich natürlich im Haag, der eleganten und vornehm-verträumten Residenzstadt: hier ist die Prinzessin groß geworden, hier fühlt man sich dem königlichen Hause ganz besonders nah verbunden, und hier vor den Augen der „Haagenare" wird die Hochzeitsfeierlichkeit vor sich gehen. Der Hof hat dem Schaubedürfnis der Refi- denzbeoölkerung in weitestem Maße Rechnung getragen; im Gegensatz zu früher herrschenden Sitten wird der Hochzeitszug einen weiten Weg durch die Stadt machen, um möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, die Vorbeifahrt des jungen Paares mitzuerleben. Das große Los zogen die glücklichen Haus- und Wohnungsbesitzer, deren Fenster auf die Straßenzüge gerichtet sind, durch die der Hochzeitszug feinen Weg nimmt, nicht nur, dast sie selbst gute Gelegenheit haben, alles mit anzuschauen, es werden für gute Fensterplätze schon jetzt sehr erhebliche Summen geboten, da der Zuzug in die Residenz am Hochzeitstage gewaltig sein wird Nicht nur aus ganz Holland, sondern auch aus den Kolonien haben sich zahlreiche Gäste ana»meldet, und die großen Hotels im Haag und in Scheveninaen sind bereits für diese Tage voll besetzt. Das Recht, sechs Zuschauertribünen am Wege des Hochzeitszuges zu errichten, wurde einer Amsterdamer Firma für den ansehnlichen Betrag von 83 000 Gulden gewährt; diese Summe wird den sozialen Einrichtungen überwiesen, für die die Kronprinzessin sich besonders interessiert. Um den An- und Abtransport der Hunderttausende, die zu diesem Tage in den Haag kommen werden, zu regeln, hat die holländische Eisenbahnverwaltung schon jetzt einen umfangreichen Plan ausgearbeitet. Großes Interesse erweckt es, daß verschiedene eingeborene Fürsten aus Nieder- ländisch-Jndien zur Hochzeit nach dem Haag kommen werden. Im übrigen aber wird trotz mancher amtlichen' und hochgestellten Gäste der Schwerpunkt der Hochzeitsfeier für die große Masse der Holländer auf dem Volksfest liegen, das alle Feiern des Hauses Nassau-Oranien nun einmal sind und immer waren. Hier spricht eine alte seit Jahrhunderten gültige Überlieferung mit, die in den Vertretern des Hauses Dramen stets Freunde des Volkes erblickte. Daher werden sich die Hochzeitsfeiern durchaus nicht nur auf den Haag beschränken, es wird im Gegenteil kaum eine Stadt oder Gemeinde in Holland geben, wo nicht der Hochzeit der Kronprinzessin festlich und fröhlich gedacht werden wird. Das gilt natürlich in genau dem gleichen Maße für die holländischen Kolonien, wo z. B. in den Hauptplätzen Niederländisch-Jndiens, ganz besonders großzügige Feiern geplant sind. Aber dennoch marschiert der Haag an der Spitze, die reiche Ausschmückung der Straßenzüge findet teilweise schon zum 19. Dezember statt, an diesem Tage erfolgt das Aufgebot des prinzlichen Paares im Haager Rathaus, hierzu begibt sich das junge Paar persönlich zum Bürgermeister, der in diesem Falle die Rolle des Standesbeamten übernimmt, um durch Unterschrift zu beurkunden, daß es willens fei, miteinander die Ehe einzugehen. Das Aufgebot spielt in Holland überhaupt eine weit größere Rolle als in Deutschland, wo es einen mehr sachlichen Charakter hat, während es in Holland die unmittelbare Einleitung der Hochzeitsfeierlichkeiten bedeutet. Entsprechend hierzu wird denn auch der Tag des prinzlichen Aufgebots im Haag bereits mit vielen Feierlichkeiten erfolgen, an denen sich vor allem die Schuljugend durch Aufzüge und Gesang beteiteiligen wird. Am 4. und 5. Januar werden die Hochzeitsgäste im Haag eintreffen. Gleichzeitig beginnen eine Reihe non Festlichkeiten bei Hofe; entsprechend dem Willen der Königin, den Charakter der Familienfeier dieser Hochzeit zu wahren, werden die Gäste sich fast ausschließlich aus Verwandten und Freunden des jungen Paares zusammensetzen. Auch dieser Umstand entspricht dem holländischen Volksempfinden, das besonders stark in der Familie verwurzelt ist Am 7. Januar, dem Hochzeitstage der verstorbenen, sehr volkstümlichen Königin-Mutter Emma, einer geborenen Prinzessin von Waldeck-Pyrmont, wird dann durch den greifen Alt-Hofprediger die Trauung des jungen Paares m der großen Kirche stattfinden. Der weit über achtzigjährige Alt-Hofprediger hat seinerzeit auch die Kronprinzessin eingesegnet. Nach dem Hochzeitsessen im Schlöffe verlaßt das iunoe Tlaar NHiD""' Besondere Erwähnung ucroienen Die zahlreichen Hochzeitsgeschenke, die dem jungen Paare dargebracht werden sollen. Die holländische Presse berichtet von wunderbaren, überaus wertvollen Erzeugnissen javanischer Goldschmiedekunst, aus denen die Gaben der indischen eingeborenen Fürsten bestehen werden, besonders ein reich mit Edelsteinen verzierter Dolch erregt in dieser großen Gruppe der Geschenke die allgemeine Aufmerksamkeit Hollän- disch-Westindien wird u a einen überaus wertvollen Teppich mit der Darstellung eines historischen Westindienseglers schenken, die Nationalspende be- teht aus einer Motorjacht, zahlreiche Frauenvereine in ganz Holland schenken handgeknüpfte Teppiche. die holländische Schuljugend wird ihr Ge- chenk barbringen, aber besonders eindrucksvoll ist icher das Geschenk der in der ganzen Welt berühmten holländischen Blumenzüchter, die schon jetzt damit begonnen haben, den Park und Garten des Schlosses Soestbijk, das dem jungen Paare als Aufenthaltsort nach der Hochzeit dienen wird, mit Zehntausenden von Zwiebeln und Knollen der schönsten und seltensten Gartengewächse zu bepflanzen, die die reichhaltige holländische Blumenzucht hervorzubringen imstande ist Wenn es Frühling wird, wird die bunte Farbenpracht dieses nicht alltäglichen Geschenkes vor den Augen der Jungvermählten erstehen. Neben den geplanten festlichen Beleuchtungen, den Bällen und Empfängen, die in der Zeit zwischen Aufgebot und Hochzeit im Haager diplomatischen Korps und in den vornehmen Klubs und Privat- häusern aus Anlaß der Eheschließung der Kronprinzessin stattfinden werden, verdient die Hochzeitsfeier des historischen Städtchens Bronkhorst in Gelderland Erwähnung. Hier hat man beschlossen, alles „moderne Getue" beiseite zu lassen und zu den Sitten der Väter zurückzukehren In Gelderland wurde in alter Zeit |ebe Hochzeit mit einem großen Schmaus gefeiert, ein fettes Schwein wurde abgestochen, ein Rosinenbrot gebacken, das durch zwei — Hans Franck: Gerichtet. Novelle. 93 Seiten. Heydebrand Verlag, Breslau. — (596.) — Die Novelle, die 1928 zuerst in dem Sammelbande „Recht ist Unrecht" erschien, schildert in düsteren und leidenschaftlichen Farben, wie während des Krieges die schicksalhafte Neigung eines deutschen Offiziers und einer französischen Marquise eine Familienkatastrophe von erschreckenden Ausmaßen herbeiführt; wie ein vom Haß verzerrtes, verwirrtes und überspitztes Gefühl eine durch große Musik geschaffene, menschliche Bindung verneint und vernichtet: „Nicht dies, daß dem Marstuis und der Marquise de Verue in dem Weltbeben des Krieges das Haus ihrer Liebe zufammensank und sie samt den Kindern unter feinen Trümmern begrub, ist das Unsinnige. Sondern das Grauenvollste, wofür es nichts als ein unmißkennbares Zeichen darstellt, ist: Daß der Boden, auf dem Millionen liebender Menschen ihr Glück für ewig gegründet glaubten, erbeben konnte und daß daher in Minuten einstürzte, was unerschütterlich schien." Dr. Hans Thyriot. — Der stumme Konrad. Roman von R u - d o l f Haas. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. Geb. 5.— Mark. — (325.) — In der lebensnahen Form eines Tagebuches tritt dem Leser frühes Mittelalter entgegen, und zwar in Schicksalen von Menschen, die wirkend Geschichte machten und durch ihr Wesen charakteristisch wurden für eine Zeit, in dor D-utlchland in der Unruhe zwischen Kaiser und Gegenkaiser blutete. Da,s Buch stellt uns Gestalten ohne jegliche romantische Verbrämung vor Augen, Manschen non Fleisch und Blut, mit all ihren schicksalhaften Bestimmungen. Da stehen sich gegenüber der aufrechte Ritter von Eschenbach und der herrische Herzog Karl aus dem Hause Habsburg, der lebenslustige Ritter non Frischenstein und der alte Kriegsmann, der Ochsensteiner, das Freifräulein Edith, jene grausame und später büßende Frau und die Königin Elisabeth. Könige non Österreich und Böhmen. Ritter, Kaufherren, Schildknappen, Bürger und Bauern, sie alle fügen sich ein in ein Z-ttgemälbe, das uns lehrhaft und warnend zeigt, daß wir alle Kraft daran wenden müssen, Deutschland nie miph<»r fnlrhe Zeit erleben zu lassen. Neuner. — Gerhard Schumann: Sonnwendfeier In Büttenumschlaa 50 Pf Verlag Albert Langen-Geora Müller. München, 1936. — (544) — Mit dieser ..Sonnwendfeier" hat Schumann eine chvrische Dichtung geschaffen, die aus dem revol'ttio- nären Geist der deutschen Wiedergeburt dem Licht- oedanken unserer Ahnen der Feier der Sonnenwende neuen Sinn und starke Geaenwartsb"deu- tung gibt. 3m chorischen Wechsel zwischen beschwörendem Lied und mahnendem Spruch offenbaren *i° Gedichte die uralte Weihe des ..Stirb und Werde". — Gunnar Gunnarsson: Advent im Hochaebirqe. Erzählung. Uebertraaen und mit einem Nachwort versehen von Helmut de Soor. lNr 7328.) Kartoniert 35 Pf., im Meisterband (Ganzleinen) 1 Mk Philipp Reclam iun. Verlaq, Leipzig. — (367) — Einfach und stark, aber mit Männer getragen werden mußte und unzählige Fässer schäumenden Bieres angerollt. Beim Klang der Fiedeln wurde geschmaust und getanzt und jeder war gern gesehener Gast Diese schöne Sitte wird am Tage der Prinzenhochzeit in Bronkhorst wieder erstehen, jede Familie der Stadt kann zwei ©lieber zu diesem munteren Hochzeitsmahl entsenden, wollen mehr Familienmitglieder am Fest teilnehmen, so sind sie herzlich willkommen, haben aber einen kleinen Geldbetrag zu entrichten. So kann man annehmen, daß nirgends die Hochzeit der Kronprinzessin in so munterer Gemeinschaft gefeiert werden wird wie in Bronkhorst, wo eine ganze Stadt sich einmütig an einer Festtafel zusammenfindet. dichterischer Feinheit und köstlichem Humor erzählt der Isländer Gunnarsson von dem alten Schafhirten Benedikt, wie er zur Adventszeit allein mit feinem treuen Hund und feinem Leithammel die Schafe im winterlichen Hochgebirge zufammentreibt, wie er im Kampfe mit den Naturgewalten, immer hart am Rande des Todes, in selbstverständlicher Pflichterfüllung eine heldenhafte Leistung vollbringt, wortlos, naiv, ohne drum zu wissen. Altnordisches Mannestum lebt in dieser Gestalt auf, die in ihrer Mischung von unbewußtem Heldentum und schlich- ter Einfalt, von wetterharter Tüchtigkeit und kindlichem Gemüt typisch germanisch ist. — Lydia Höpker: Als Farmerin in D e u t s ch - S ü d w e st. Was ich in Afrika erlebte. Ganzleinen 3,85 Mark. Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W. — (578.) — Die Verfasserin, die feit 25 Jahren in Deutsch-Südwest lebt, schildert in diesem Buch aus eigenem Erleben heraus Arbeit und Freude, Kampf und Not der deutschen Farmer vor und während des Weltkrieges. Was das Buch besonders anziehend macht, ist der herzerfrifch-nbe Humor der Verfasserin, der auch in schwersten Stunden nicht versagt. Es ist ein Buch, nach dem jeder greifen wird, der sich für unsere Kolonien, für Schicksal und Abenteuer in fernen Ländern interessiert, ein Buch vor allem auch für unsere weibliche Jugend. — Hans Grimm: Des Elefanten Wiederkehr. (Die Kleine Bücherei, Nr. 69.) Albert Langen / Georg Müller, München, 1936. — (533.) — Es gibt keinen zweiten deutschen Dichter, der mit gleicher Kraft und Anschaulichkeit das erregende, von Abenteuern umraunte Geheimnis der afrikanischen Landschaft und ihrer M-nfchen geschild-rt hat wie Hans Grimm. Seine Geschichte von „Des Elefanten Wiederkehr" erzählt von der Rache des Tieres am Menschen, dessen Vordringen die Tierwelt zerstört und in die letzten Einöden von Bittch und Steppe verbannt. Aber wo der Mensch Recht und Gesetz der Natur verletzt, übt sie unerbittlich Vergeltung. Sie vernichtet ihn mit grausamer Härte, wie es das Jagderlebnis jenes weißen Mannes zeigt, der durch den entfesselten Zorn des Elefanten zu Tode kommt. — Mihail Sadoneanu: Nechisor Li- Pans Weib. Roman. Einzig berechtigte lieber- traguna aus dem Rumänischen von Harald Kr a s- f e r. Bücherei Südosteuropa. 190 Seiten. £Mn»n 4.50 Mark Verlag Albert Langen / Georg TMer, München, 1936. — (557.) — Unter den Ländern Südosteurovas galt von jeher Rumänien untere besondere Aufmerksamkeit, weil es die Heimat non mehr als achthunderttausend Deutschen ist. d-r-n bekannteste Erzähler uns durch ihre W-rke nicht nur mit dem Schicksal Der deutschen WinDerMt, sondern auch mit dem rumänischen Land und Volk nortraut gemacht haben. Ohne Zweifel wird diese Welt dem deutschen Verständnis noch unmittelbarer erschlossen in diesem Roman von Mihail Sadoneanu, der unter den lebenden rumänischen Dichtern als der bedeutendste anerkannt ist. Er erzählt mit sich steigernder Svannuna von einer einfachen Krau namens Vitoria. N-chifor Livans Weib. Ihr Monn Bücher unter dem Weihnachtsbaum. „Burgiheater." Gloria-Palast. Dies ist eine großartige Huldigung des Films an das Theater schlechthin, an das ewige Storno» Diantentum, nicht etwa nur an die hochberühmte, klassische Bühne in Wien; der Name des Burgtheaters ist in diesem Zusammenhang anders und doppelt zu deuten: er gibt einmal den Ton an, er bezeichnet die Atmosphäre um die Jahrhundertwende in Wien, die hier wie in allen großen Filmen von Forst wieder bezwingend auf den Beschauer und Hörer einbringt; zum andern ist dieser Name ein Sinnbild für bas Theater überhaupt, für die Welt ber tausend Verwanblungen, die Welt zwischen Leben unb Kunst, zwischen Schein unb Sein. Damit ist zugleich bos Generalthema angeschlagen, ein Motiv, bas ber Film, überlegen gelenkt und seiner magischen Kräfte bewußt, wie kaum ein anderes Ausbrucksmittel einzufangen, auszuschöpfen unb zu gestalten vermag. Zwischen ben beiden großen Osterrnonologen aus bem „Faust", ben ein berühmter, schon an ber Schwelle des Alters stehender Darsteller auf der Burgtheaterbühne spricht, erlebt man, gefesselt, gespannt, im Innern angerührt, ein Spiel auf bes Messers Schneide; zwar senkt sich zwischen bem Parkett unb bem Bühnenraum als symbolische Scheibewand der Vorhang herab, unb Die Schwelle bes „Bühnentürls" scheint eine geheime. unüberschreitbare Grenze zwischen dem Theater und bem Leben aufzurichten, weil mir beibe Welten, hüben unb brühen, streng geschieden, jebe für sich zu erleben gewohnt sind. Hier erleben wir aber nun. wie der große, alternbe Schauspieler, eines Tages blindlings in ein ganz junges Mädchen „aus dem Volke" verliebt, feine Schwelle überschreitet. und „draußen" weiterspielt. Es ist fast unheimlich, zu sehen, wie die Kreise sich überschneiden, wie die eine Welt (des Scheins) in die andere (der Wirklichkeit) einbricht und umgekehrt. Die alte (Sretchenfabel wird den Kulissen entrückt; chon die erste Begegnung in der Kirche muß jedem lie Beziehung deutlich machen, die vollends unver- chleiert und natürlich weitergesponnen wird in der Liebesszene im Garten mit dem Blumenorakel; aber das ist ein richtiges, lebendiges Gärtchen an einem Kleinbürgerhaus in ber Wiener Vorstabt. Unb wie so bas Theater in ber Gestalt unb ber Phantasie eines großen Schauspielers ausstrahlt unb sich hineinspinnt in bie Wirklichkeit, so bringt das ungeschminkte Leben mit einer realen Grausamkeit unb Unerbittlichkeit ins Theater unb auf bie Bühne hinauf: es ist eine ber herrlichsten Szenen, wenn ber große Schauspieler, kaum baß ber Vorhang über ben Aktschluß gefallen ist, in einem Sprung an den Kasten stürzt, wo sein vertrautes Faktotum als Souffleur hockt, den er über Tag als Brautwerber ausgeschickt har. ber ihm jetzt bie Entscheibung über fein Lebensglück bringen soll... Unb wie hernach ber Vorhang sich abermals hebt, bie Aufführung weitergeht, wie ber Schauspieler nun nicht nur bie Rolle spielt, ben alten spanischen König Philipp wie besten flagenbe Erkenntnis nicht Staatsschauspieler Werner Krauß. nur bie historischen Worte eines Schauspiels finb, fonbern im selben Atem auch bie gegenwärtigen unb bitterlebenbigen feines liebenben und enttäuschten Herzens... Denn er hat gar nicht banach gefragt in feinem Ueberfchwang, seiner Theaterphantasie, feiner Lebenssehnsucht unb seinem ersten Glück, ob benn bas Mäbchen auch ihn liebe, wie er sie. Sie sieht in ihm aber nur ben väterlichen Freunb, ben verehrten Gönner und Helfer; ihre Liebe gehört einem anbern, auch einem Schauspieler, aber einem ganz jungen unb unberühmten. Dem hat sie ben Weg zum Ruhm ebnen, ihm eine Chance verschaffen wollen, aber sie hat es unbebacht unb ungeschickt angefangen, es war alles umsonst. Unb in bem Weg biefes jungen Schauspielers, ber burch ben Salon einer einflußreichen unb schönen Pro- tefforin führt, spiegelt sich bas komöbiantische Ihema zum zweiten Male unb gleichsam, um im Silbe zu bleiben, mit vertauschten Rollen. Denn der Junge, ber ba als Romeo ber Baronin mit flammenben Versen zu Füßen sinkt, sieht in ihr nur bie Statthalterin ber Theater-Julia, bie ihm bas Stichwort bringt ... erst löchelnb und gutmütig gewährend, um bem ungestümen Jungen ben Willen zu tun, aber dann nicht mehr nur lächelnd und die Stichworte, bie sie bringt, kommen nicht mehr aus bem Rollenheft ... Das' merkt nun ber juaenbliche Held so wenig ober so spät wie das Mäbchen. bas ihn liebt. Aber als dann bie Masken gefallen finb und bas Spiel in eine bittere Wirklichkeit zurückmünbet, welche bie beiben jungen Menschen an ben Ranb ber Verzweiflung treibt, ba ist es wieder ber Steifere, ber gütig, lächelnd und weife alles zum Besten kehrt. Dann kehrt er zurück in feine Welt, auf die Bühne, in bie Greifenmaske bes alten Faust Wir können uns vorfteUen, baß ein fo zwiefach gewagtes Doppelspiel, biefes Nebeneinanber ähnlicher Schicksale bie Gestaltungskraft eines burch- schnittlichen Regisseurs überstiege. Willi F o r ft aber steht hier auf ber Höhe feines Könnens, feiner reifsten Filme, ber „Maskerabe" etwa: mit ebenso leichter "nb ph-nlo sicherer Hand wie bamals regiert er bie Fäden, fängt er in meisterlich gesehenen unb geschnittenen Aufnahmen (an ber Kamera: Theodor P a h l e) bie wechselnben unb täuschenben Spiegelungen ein, die sich am Schnittpunkt ber beiben Daseinskreise '"'aeb-n. Er hat bie Doppelbedeutung des Namens Burgtheater nicht nur begriffen, sondern in der Tat sichtbar und faßbar gemacht: eine Meist-r- leistuna an der wieder einmal die volle Reichweite und intensive Wirkungskraft der zauberischen Filmkamera offenbar wird. (Nicht zuletzt in der Fülle und Lebensdichte, mit welcher der unvergleichliche Schauplatz Dem Zuschauer und Hörer nahegerückt wird Das vermag Forst unübertrefflich; wieder muß man an „Maskerade" denken.) * Nach sehr langer Pause sieht man Werner Krauß wieder in einem Film, preußischen Skaats- schauspieler, Wiener Burgschauspieler Friedrich Mitterer auf der Höbe feines Ruhms, in der ersten großen, wirklichen Liebe feines Lebens. Zwischen ben beiben Monologen aus ..Faust" zu Anfang unb zu Enbe — welch eine Spanne ber Möglichkeiten, welche Fülle entbunbener barstellerifcher Kraft; hier wirb, wie selten in einer Rolle, der ganze Umkreis des Komödiantentums ausgeschritten, und das mit einer Leichtigkeit, mit einer geistigen Überlegenheit und Einsicht, die Bewunderung erregt und ans Herz greift. Man spurt die Freude, die eine solche Aufgabe in ein-m Schauspieler von Temperament unb Phantasie roecfen mußte, bie febernbe, fpannenbe, hinreiß-nbe Lust an ber Verwanblunq am Spiel auf bes Messers Schneibe, auf ber schmalen Grenze — bis Vorhang unb Maske fallen unb nur noch bie Stimme eines alten unb einsamen Herzens zu vernehmen * Zum Geheimnis von Forsts Reqiekunst — wie- der erinnert man sich ber unvergeßlichen „Mas- ferabe" — gehörte von Anfang an bie Gabe, ein Ensemble höchst feinfühlig zusammengestellter Schauspieler wie ein kleines Kammerorchester auf- einanber abzustimmen; bas bewährt sich auch hier wieder. Die Tschechowa als Baronin Seebach kommt Krauß — wohl nicht nur um ber Paralle- htat ber Szenenfolge willen — am nächsten- sie wechselt, mit außerordentlicher Beherrfchuna unb Konzentration, ben Ausbruck in Sekundenschnelle unb verfügt, mit sparsamsten Mitteln, über bas ganze mimische Register biefer eleganten, schill-rn- unö doch leibenfchaftlichen Frauengestalt Willy Gid) berg er gibt ben Rainer, Liebhaber unb mgenblichen Helben, ausgezeichnet, sehr wienerisch, empfmbsam, befeuert vom Ehrgeiz, mit allen r/ «Jen bes echten Komöbianten (schon im erften Anfangerstabium), zuletzt gesammelt, befon- nen unb gereift burch ein schmerzliches unb für sein n Ur entfd)eibenbe5 Erlebnis. Dgs blutjunge Vor- ftgbtmgbel hat Forst in Hortense Raky gefund-n, die Den Deutschen Gretchentypus ins zart Wienerische hmuberspielt unD, wachsenb an Der Kunst Des aro- ßen Gegenspielers, auch vor Der gefährlichen Ober- üachenwirkung einer in her ßitergtur wie im Film verbrguchten Schablone bewahrt. — Von Den vielen anDeren seien Der Komiker Moser (Diesmal sehr verhalten, mit Gemüt sogar), Carl Günther und Josesine Dora genannt. (Tobis-Europa.) • Beiprogramm: Die neue Wochenschau unb em Vorspann zu „Truxa". Hans Thyriot. 6od)fd>u!nacbrichfen. Professor Dr. Heinz Kinbermann, Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur an Der Technischen Hochschule in Danzig, wurde mit Wirkung vom 1. Dezember b. I. ab in gleiche- Eigenschaft an bie Universität Münster berufen Jkofeffor Dr. Hermann Jghrreiß, Drbinarius für öffentliches Recht an ber Universität Greifs- w a l d - ist in gleicher Diensteigenschaft an bie Uni- verfügt Köln berufen worben. rsl ins Tal ytnabaezom hat sie Woche um Wochi Wirtschaft Rinder und Schweine lebhaft. Hammel und Schafe mittel- Markt findet am Mittwoch, 23. De- eine bPtmcn, die vom Back- Oberhessen ffranrfun a. JJI. 23eriin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Al. 168 137,75 133,75 | 135,25 's 34,5 1 1 95 n 2031 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 7 9 5 6 6 166,65 263 131 34,65 204,75 155 140,4 218,5 151,9 125,4 20,5 135 132,5 182 55 103,5 159,9 140 120,25 162 59,75 227 198 159,5 55 105,5 164 140 122,5 163,5 60,4 227 161 100,65 55 106,5 163,5 141,9 107,5 123 163,5 89,75 60,25 227 196,25 161 100 25 55 103,75 162.4 140 107,75 120,4 162,5 88,75 60 227 195,5 159,5 Schafe nicht (57), bl) 56 (51). Sauen (50 bis 53). wurden zu« Marktverkauf: geteilt. Kälber mäßig. Der nächste zember, statt. 167,75 268 132,5 Hämmel b2) 43 bis 46 (44 bis 45). notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 gl) 54 dis 56 (56), g2) 50 bis 53 Vorzeichen der neuen Keichsanleihe in den llovemberbilanzen der Banken. Wie die soeben erschienenen Novemberbilanzen der monatlich berichtenden Kreditinstitute erkennen 137,9 , 137,75 153 I 153,5 Schicksal noch weniger zum Guten wenden. Niemand weih ihr zu sagen, ob er den Verlockungen einer fremden Frau verfiel, ob er in Gefangenschaft geriet, oder von Räubern erschlagen wurde. Da macht sie sich, gequält und getrieben von der Not ihres Herzens, endlich mit ihrem Sohne auf, um die Spur ihres Mannes zu suchen. Und nicht eher ruht sie, als bis sie den Mord aufgedeckt, den Leichnam ihres Mannes würdig bestattet und die Mörder entlarvt und ihrer verdienten Strafe zugeführt yat. — Gustav Schröer: Der Hohlofen- bauer. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Preis in Leinen geb. 4,40 Mark. — (589) — Fünftausend Taler spielen in dieser heiteren Geschichte eine bedeutsame Rolle. Der Hohlofenbauer, ein schurriger, zu allerlei Schelmenstücken aufgelegter Querkopf, hat im Wirtshaus gewettet: Die Schwiegertochter, die mir ins Haus kommt, bringt abgezählte fünftausend Taler mit oder ich will dem ganzen Dorfe den Hanswurst machen! Und ausgerechnet das Mariele wird von feinem Sohn geliebt. Geld hat sie keins, aber Wette ist Wette. Auf mancherlei ergötzlich krummen Pfaden muß der gute Hohlösner nun selbst dem Mariele zur Mitgift oer- Phllivp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Temenlwerk Karlstadt.. X G. Farben.Jndustrte Scheibeanstall........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft...... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Frankfurter Kartoffel-Grotzmarkt. Frankfurt a. M., 21. Dez. Es notierten in RM. ier 50 kg bei Waggonbezug Frachtparität Frank« urt a. M.: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70, weiß« chalige hiesiger Gegend 2,40. Tendenz: ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1048: Türkische Einfuhrkontingente für 1937. — 1049: Depotzwang für ausländische Wertpapiere — Wertpapiernummerkontrolle. 166,75 | 132 132,75 137,75 138,5 154 I 154,5 Taler gern glauben. — Walter Bickel: Dekameron der Feinschmecker. Zehn Kapitel vom guten Essen. Preis in Ganzleinen 3,80 Mk. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (406) — Bickel gehört zu jenen ausübenden Künstlern des Kochens, den'n die handwerkliche Fertigkeit allein nicht genügt, sondern die uoer fcain uno Berechtigung des guten Essens nachgedacht haben. Er will den geplagten Menschen der modernen Welt mit der Fähigkeit des Der ständigen und feineren Genusses ein Stück Lebens freude wiedergeben. Eine knappe und geistvolle Kulturgeschichte des Essens steht im Mittelpunkt seines Buches, dessen Gliederung dem Fortgang eines Menüs entspricht. Belehrt und erheitert durch eine Fülle von Daten und Anekdoten, erfahren wir z. B., welche Vorspeisen die Aegypter kannten, welche Suppen Cicero aß, was Napoleon bevorzugte, wieviel Austern Balzac vertilgte. Ergänzt wird dieser unterhaltende Teil durch jeweils zu dem betreffenden Kapitel gehörige, ausgewählte Rezepte. B'londere Feinheiten der Zubereitung, erlesene Speisen, neue und alte Erfindungen wirklicher Kochkunst werden damit zur praktischen Erprobung gestellt. Für eine festliche Stunde findet jede Hausfrau köstliche Anregungen: und mit Behagen mag der Feinschmecker bei der Lektüre die delikaten Gerichte sich erträumen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 21. Dez. Am vierten Adventsonntag feierte die Kleinkinderschule in der Kirche ihr Weihnachsfest, zu dem sich Eltern und Verwandte der Kinder zahlreich eingefunden hatten. Unter den Klängen des Liedes ,Ahr Kinderlein, kommet" marschierten die Kleinen in die weihnachtlich ausgestattete Kirche. Hier boten sie unter dem brennenden Lichterbaum Weihnachtsgedich^ und Lieder dar und erzählten die Weihnachtsgeschichte, die von den Anwesenden dankbaren Herzens ausgenommen wurden. Pfarrer König sprach über die Weih- nachtsbotfchaft und dankte allen, die mitgeholfen hatten, die Bescherung der Kinder zu ermöglichen. Jedem der Kleinen wurde eine Kaffeetasse mit aufgedrucktem Namen und eine Tüte Weihnachtsgebäck als Geschenk ausgehändigt. Der Kinderschulvorstand hatte der Station eine viersitzige Schaukel als Weihnachtsgeschenk überreicht. Die Kollekte fließt in die Kasse der Kinderschule. — Am Sonntagabend hielt die Evangelische Frauenhilfe im Saale der Kleinkinderschule ihre Weihnachtsfeier ab. Gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Feier. Der Ortsgeistliche verlas die Weihnachtsbotschaft und sprach darüber, was der Christbaum uns zu sagen habe. Ein Vorstandsmitglied las die Erzählung „Das Kreuz in Rosen" von Karl Hesselbäche r. Die Feier nahm einen sehr schönen Verlauf. > Lollar, 21. Dez. Auch hier tritt die Grippe sehr stark auf und hat bereits einige Opfer gefordert. Während aber in den Orten der engeren und weiteren Umgebung fast überall die Schule vorübergehend geschlossen werden mußte, war dies hier nicht nötig, obwohl auch hier ein hoher Prozentsatz der Schüler von der Krankheit befallen war. Augenblicklich scheint die heimtückische Krankheit abzuflauen. § Lollar, 21. Dez. In der hiesigen Gastwirtschaft „Zur Bergschenke" fand eine Versammlung der Lehrer des Bezirks Lollar Handwerk begrüßt werden dürfte. Mesn-Mairiifche Börse. Mllagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 21. Dez. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend setzte die Börse in ftster Haltung ein. Mit Rücksicht auf die längere Geschäftsunterbrechung durch die Feiertage war die Unternehmungslust zwar nicht groß, immerhin hatte die Umsatztätigkeit gegen die Vorwoche lebhafteren Umfang. Die auf den Jahresschluh seither erfolgten Verkäufe haben aufgehört. Auf dem ermäßigten Kursstand zeigte sich einige Nachfrage sowohl der Kundschaft, als auch des berufsmäßigen Handels, die noch durch günstige Nachrichten aus der Wirtschaft unterstützt wurde. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse durchweg 1 v. H. über dem Samstagsschluß. Bei der Enge der Märkte ergeben sich vielfach stärkere Steigerungen. Lebhafte Nachfrage fanden einige Montanwerte, Verein. Stahl 124,65 bis 125,75 (124), Mannesmann, Klöckner und Hoesch gewannen je 1,13 v. H., Harpener und Mansfelder je 2 v.H. Sehr fest waren Buderus mit 123,75 (118,90). Von Chemiealtien stiegen IG. Farben auf 167,40 bis 168,25 (166,65), Scheideanstalt auf 266 (263) und Metallgesellschaft auf 154.75 (153), Rütgerswerke unverändert 137,75. Am Elektromarkt waren Siemens mit plus 3 v. H. und Schuckert mit plus 1,50 v. H. stärker befestigt, RWE. gewannen auf die Bilanzziffern 1 v. H., Lahmeyer 0,75 o. H., AEG. unverändert 39,25. Don Zellstoffaktien erhöhten sich Waldhof auf 163 (159,90), Feldmühle plus 1 v. H. Im einzelnen gewannen AG. für Verkehr 2 v. H., Muag 1,25 v. H., Holzmann 1,50 v. H., Daimler 1,75 v. H, Bemberg 1,50 o. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,50 d. H. Am Rentenmarkt blieb lebhafte Nachfrage für Kommunal-Umschuldung, die auf 90,40 bis 90,55 (90,35) anzogen, auch Altbesitzanleihe 0.25 v. H. höher mit 116,13. Zertifizierte Dollar-Bonds lagen nur knapp gehalten, 6 v. H. Spargiro schwächer mit 68,50 (69), ferner 5,50 v. H. Doung-Dollar- Anleihe schwach mit 86 (88). Nach den ersten Notierungen ergaben sich am Aktienmarkt verschiedentlich weitere Erhöhungen von etwa 0,50 bis 0,75 v. H, Scheideanstalt gewannen 2 v.H. auf 268 (insgesamt plus 5 v.H.), IG. Farben 168,75 nach 168,25, einzelne Montanwerke 0,25 bis 0,50 v. H. höher, ebenso Elektropapiere. Etwas niedriger waren Metallgesellschaft mit 154 nach 154 75. Zu Beginn der zweiten Börsenftunde war das Geschäft sehr klein, die Kurse unterlagen mehrfachen Schwankungen um Bruch- SchulloetS Patzenhoser .......4 ’ilhi «Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Walbkwf ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Desiauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... e treustem & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Tbade...................... 9 Accumulatoren-Fabrtk....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Grttzner....................oi Mainlraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ...... 10] teile eines Prozentes, wobei meist die höchsten Notierungen behauptet blieben. Für Auslandsaktien und -renten war die Haltung uneinheitlich. Bon variablen Renten ichwanklen siommunal- Umschuldung bei nachlassenden Umsätzen zwischen 90,40 bis 90,50. Der Pfandbriefmarkt wies keine Veränderungen auf, Stadtanleihen lagen teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, das Geschäft war aber klein. Im Freiverkehr konnte sich kein rechtes Geschäft mtwickeln. — Tagesgeld unverändert 3 v.H. Abendbörfe still. Das Abendbörsengeschäft hatte nur kleinen Umfang, da Aufträge kaum vorlagen. Die Grundten- >enz war weiter freundlich, wenn auch die höchsten Mittagskurse nicht ganz behauptet blieben. Die Kulisse hatte offenbar einiges Material übrig und nahm kleine Glattstellungen vor, so daß teilweise leichte Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes gegen den Berliner Schluß eintraten. Darüber hinaus ermäßigen sich Metallgesellschaft auf 153,50 (154,50) und Elektr. Licht & Kraft auf 149,50 (150,75). Montanaktien konnten sich im allgemeinen behaupten, Mannesmann etwas leichter mit 119 (119,40). ÄG.-Farben bröckelten auf 167,75 (168) ab. Der Rentenmarkt war sehr ruhig. Kommunal-Umschuldung wurden mit 90,45 in kleinen Beträgen gehandelt, von Stadtanleihen gingen Heidelberger auf 91,25 (91,75) zurück. Die zur Notiz gekommenen Auslandwerte, wie Chade, Aku und Schantung, lagen unverändert. Auch Renten zeigten keine Veränderung. U. a. notierten: 5 v. H. Verein. Stahl 99,25, 6 v. H. IG.-Farben 133,50, 4 5 o. H. Stadt Heidelberg 91.25, Reichsbahn-VA. 126,90, 4 v. H. Rumänen 5,0250, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 85, Berliner Handelsgesellschaft 123, Commerzbank 108,50, Buderus 123,75, Harpener 157,75, Hoesch 120, Ilse Genuß 147,75, Mannesmann 119, Rheinstahl 152, Verein. Stahl 125,50, Aku 55, AEG. 39,50, BMW. 139,50, Chade A—C 227, Lit. D 224, Conti Gummi 161, Deutsche Erdöl 144.50, Scheideanstalt 268, Licht & Kraft 149,50, JG.-Farben 167,75, Gesfürel 144,50, Goldschmidt 132 50, Holzmann 134,90, Junqhans 117,50, Muag 134,50, Metallgesellschaft 153,50, Moenus 94,13, Schuckert 158, Schantung 144,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Dez. Die Weizen- und Roggenanlieferungen aus unserem Gebiet waren in den letzten Tagen gut, doch ist die Versorgungslage der Weizenmühlen infolge des Ausbleibens von norddeutschem Weizen noch knapp, während die Roggenmühlen besser versorgt sind. In Braugerste blieben die Anlieferungen klein, doch ist der Bedarf nicht mehr allgemein dringend. Die Anlieferung von Jndustriegerste hat sich etwas gebessert, während Futtergerste nur im Umfange der fünfprozentigen Andienung zu haben ist. Hafer zur freien Verwendung unverändert sehr knapp, da die lassen, haben die Banken von der Möglichkeit, Vorzeichnungen auf die neue Reichsanleihe vorzunehmen, bereits in der letzten Novemberdekade in nicht unbeträchtlichem Umfange Gebrauch gemacht. Diese Möglichkeit wurde begünstigt durch die weitere erhebliche Zunahme der Einlagenbest" Heeresverpflegungsämter alles aufnehmen. In Kleie ist die Versorgung befriedigend. Biertreber und Malzkeime sind kaum erhältlich. Im übriaen .nd Futtermittel allgemein begehrt, ’ziud) für Rauy« futter besteht Kauflust. Das Mehlgeschäft ist flott; Jom neuen Jahre ab sind neue Weizenmehltypen vorgesehen (502, 812, 1050 und Schrot 1700). Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 ?14, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177. R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 28,20, W 16 28,30, W19 28,30, W 20 8 65, Roagenmebl Tnve 997 R 12 22 45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Werz-n- tleie W13 10,75, W16 10 90. W19 1110. W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen^eftpreife ab Mühlensta- üon. Soyafchrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation. Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5 50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Dez. Auftrieb: Rinder 1042 (gegen 967 am letzten Montagsmarkt), darunter 218 (131) Ochsen, 178 (161) Bullen, 459 (530) Kühe, 187 (145) Färsen. Kälber 857 (470), Hämmel und Schafe 55 (120), Schweine 6469 (4516). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (44 bis 45), b) 40 bis 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 43 (42 bis 43), b) 39 (39), c) 35 (34). Kühe a) 43 (43), b) 37 bis 39 (37 bis 39), c) 28 bis 33 (30 bis 33), d) 15 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (41 bis 44), b) 40 (40). Kälber a) 60 bis 65 (56 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55), c) 40 (40), d) 30 bis 40 (30 bis 39). Schluß- lurd 19 12 15? 140 220 150,5 124,25 20.5 131 130,5 180 krediien neu zur Verfügung gestellt werden konnten. Bei einer weiterhin hohen bankmäßigen Liquidität, die die Normen des Kreditwesengesetzes nicht unbeträchtlich Überschreitet, verfügen die Banken über Kreditausleihreserven, die bei auftretendem Bedarf ihnen eine wirksame Unterstützung wichtiger Finanzierungsaufgaben jederzeit und in jedem praktisch erforderlichen Umfange gestatten. Vereinheitlichung der Deizenmehltypen ZdR. Die Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft erläßt im nächsten Reichsnährstands- oerkündigungsblatt eine Anordnung, durch die die bisherigen Weizenmehltypen erheblich eingeschränkt und vereinheitlicht werden. Während bei der Roggenvermahlung bisher schon neben Backschrot und Kommißmehl nur eine einheitliche Type (997) hergestellt werden durfte, waren bisher bei der Weizenoermahlung neben Backschrot insgesamt 8 verschiedene Mehltypen zugelassen. Nach der neuen Anordnung dürfen in Zukunft nur noch 3 Mehltypen, und zwar Type 502, 812 und 1050, hergestellt werden. Außerdem Weizen- backschrot, wofür die bisherige Type 1700 unverändert bestehen bleibt. Im Aschegehalt entspricht Type 502 der bisherigen gleichen Type, während die neue Type 812 in der Asche etwas höher liegt als die bisherige Type 790, und die neue Type 1050 in der Asche etwas niedriger liegt, als die bisherige Type 1100/ Wichtig ist jedoch, daß die neue Type 812 nur als Weizenoollmehl, also durchgemahlen, hergestellt werden darf, während die bisherige Type 790 in der Regel nach Dorwegnahme von Auszugsmehl anfiel. Dementsprechend liegt der Preis für die neue Type 812 um 75 Pfennig je 100 Kilogramm höher, als der der bisherigen Type 790. Type 1050 und 502 dürfen nur zusammen, und zw"r in V^dt- nis 1:1 bei der Vermahlung anfallen. Der Preis bcr. neuen Type 502 entspricht dem Preis der bis- Schluß- rurd 19 12 15? 220,75 150,75 124 20,75 131,5 130.5 180 Datum fRanflfelDer Bergbau....... 6V1 Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheini'tabl ............... 4 Vereinigte Stahlwerke...... 8’/» Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........b Kaliwerke Salzdetfurth..... 7p, des NSLB. statt. Bezirksobmann E m m e l (Staufenberg) gab einen Rückblick auf die politischen Ereignisse der letzten Zeit und machte einige geschäftliche Mitteilungen. Anschließend fand eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" statt, bei der Lehrer Philippi (Lollar) einen Vortrag über „Gesamtunterricht oder Fachunterricht" hielt, der allgemeinen Beifall fand. 0 Mainzlar, 21. Dez. Die.ser Tage ging hier der erste Schulungslehrgang des Reichsluftschutzbundes dieses Winters, in dem die Luftschutzhauswarte geschult wurden, mit . einer Hausübung zu Ende. Die Verpflichtung der LS.« Hauswarte soll in nächster Zeit stattfinden. .5 Steinbach, 21. Dez. Die Evang. Frauenhilfe Steinbach hat mit Beginn des Winters ihre gewohnten Vereinsabende wieder ausgenommen. In der Woche nach dem 1. Advent fand die Adoentsfeier statt. Am 27. d. M. beabsichtigt die Frauenhilfe, ihre 20-Jahresfeier zu halten. Vormittags findet ein Festgottesdienft statt, bei dem der Evang. Frauenchor mitwirken wird. Als Festprediger ist Missionar Walther (Gießen) gewonnen. Bei der nachmittags stattfindenden Festoer- fammlung spricht als Vertreterin des Verbandes Frau Ohly (Darmstadt), Dekan Sattler (Wie- feck) und die Witwe des Gründers Frau Koehler (Gießen), werden ebenfalls sprechen. Als Weihnachtsgaben hat die Frauenhilfe 10 RM. für das WHW. und je 5 RM. für die Anstalten in Bethel und Nieder-Ramstadt, für das Rauhe Haus, das Syrische Waisenhaus und für D. Zoecklers Werk gespendet. — Steinbach, 21. Dez. Der neu ernannte Lehrer Schütz ist mit seiner Familie hier eingezogen und hat seinen Dienst am heutigen Montag angetreten. Er kommt von Schwarz (Kreis Alsfeld). Ein langgehegter Wunsch der Gemeinde nach einem festangestellten Lehrer für die Mittelklasse ist damit in Erfüllung gegangen. icn, Schafe zu kaufen, und! helfen. Schröer erzählt diese Geschichte mit so viel je in immer größere Unruhe Humor, öay wir ihm das Mirakel der fünftausend versetzt, da er weder von sich hören ließ, noch in ~ ' die Heimat zurückkehrte. Alle Nachforschungen bei den Behörden haben keinen Erfolg, und die Gebete, Wallfahrten und Zauberbefchwörungen können das 4| 133 1 134,9 1 7 162,25 163,25 34,65 1 34,5 I 95,13 - 203 I 203 I Scyiußk. Mittag vörse 21.12- tici/iu ... Abend- bön 2112 155 218,75 152 125,5 20 3 135 132 182 herigen Type 405 (Weizen-Auszugmehl), dagegen ist der Preis der neuen Type 1050 trotz des niedrigeren Afchegehaltes dieses Mehls niedriger als der Preis der bisherigen Type 1050. Der Verbrauch der Verarbeiter dürfte sich wohl in Zukunft stärker der hochausgemahlenen Type 1050 zuwenden. Durch diese Beschränkung der Mehltypen wird im ganzen eine wesentlich höhere Ausmahlung des Weizenkorns als bisher erreicht und dementspre- . _ , chend wird dadurch unser Weizenbedarf für hebliche Zunahme der Einlagenbestände und durch Ernährungszwecke eine erhebliche Einschränkung Mittel, die den Banken aus der Fälligkeit unver-! erfahren. Die Anordnung trägt damit in erster zinslicher Schatzanweisungen zuslossen. Ziffern- Linie den Erfordernissen unserer Brotgetreidyver- müßig erfuhren bei einer Verminderung dieser sorgung Rechnung, bringt daneben aber auch eine Schatzanweisungen um 98 Millionen Mark die! n»': M?dllyvcn, die vom Back- Eigenbestände der 202 Berichtsinstitute an Anleihen eine Erhöhung um über 83 Millionen Mark, während der Einlagenzuwachs im Gesamtumfange von 173 Millionen Mark überwiegend dem Wechfel- konto zugeführt wurde, das bei einer Gesamtzunahme von 111 Millionen Mark eine Verstärkung der längerfristigen Wechselbestände um 85 Millionen Mark aufweist. Bekanntlich dienen diese Wechsel der Finanzierung nationalpolitisch besonders wichtiger Aufgaben. Im Rahmen dieser Gesamtentwicklung, die bei allen Berichtsgruppen ähnlich verlief, entfalteten die Berliner Großbanken wieder eine stärkere Aktivität in der Finanzierung des Außenhandels, dem 6 Millionen Mark an Rembours- Franlrun a. M. Serun Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Gchlußr. Abendbörse Schluß, kurs Schluß! Mittag« börle Schluß- kurS Schiuv,. Abend- befrf- Schluß« lurS Schluyk. Mi Hag- Datum 19 12 21 12 19 L 21 12 Datum 19-12 21-12 19-12. 21 -12. 8% Teupche Retchsanleche v. 1927 4% Deutsche Reichsant. von 1934 5V»% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche AM.-Ablos.-Schuld mii Ausloi.-Rechten ......... 100.9 98 101,9 115,9 99,9 98,75 97 100,5 93,13 121,75 97,25 100,5 100.65 97,5 95 109,9 5,65 8 100,9 97,8 102,25 115,9 100 98,75 97 100,5 93,13 121,25 97,25 100,5 100,65 97,5 95 109,9 17,75 5,9 7,65 101 98 102,4 116,2 99.9 98.75 97 121,5 97,25 100,65 97,5 95 110 20 3,75 513 5,25 8 100,9 97,8 102,13 116,2 99,9 98,75 97 121,5 L_',25 100,75 97,5 95 110 18,25 1 5 6 5,5 5,6 7,75 4% oesgl. Lene u ............ 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l91? 4% Rumänische vercinh. Rente . A %% Anatolier ............ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Rorddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... e Commerz, uno Privat-Bank ... 4 Deutsche Bant und Disconto» Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Aetchsbank ..........T._ z. 6 9,5 5,2 21,85 15 15,25 122 123,25 108,5 109,25 109,25 185,13 164,5 136,13 149,5 137,25 141,5 132 138.5 155,75 194 134,25 118,9 143 155.5 118,9 145,25 126 117,9 5,025 21,85 15 15 124 123 108,5 109,5 105,5 185,5 165 137 149,u 144.5 131,75 139,65 158 198,25 135 123,75 144,5 157,75 120 147,75 127,5 119 5,9 9.5 5 22 15,25 15,25 121,75 123.75 108,5 109,25 109,25 185 165,25 136,13 149,13 138,75 142,5 132 138,4 155,5 194,5 133.5 119 144 155,75 118,75 173,5 145,75 126 117,5 1 5,9 9,5 5 22 15,4 39,4 15,4 124.25 123,5 108,5 109,5 105,5 184,5 165 137,4 150,75 141,5 144.9 131,25 139.13 158,25 197,5 135,5 124 145 157,75 120 174 148 127,75 119,4 * ¥i% Teuriche Reichspostfchatzan Weisungen von 1934, 1 ..... * Vi% ehem. 8% Hessischer Volks ftaat 1929 trückzahlb. 102%) .. * Yi% ehem. 8% Hessische Landes bant Darmstadt Gold N. 12... 5%% »'hem 4P,% Heij. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichutdversair R.« Oberhessen Provinz-Anleihe mi AuSloi.«Rechten ............ Deutsche Komm. Eamm leihe Serie 1 mit AuSIo 4%% ehem.S% Franks. H Goldpse. 15 unkündöar 6%% ehem. 4/,% Fran Bank-Liqu.'Pfandbrie! 5y2% ehem. 4-/r% Hyp.-Bank-Ligu.-Gold 4%% ehem. 8% Pr. Lan briefanstalt, Pfandbrie 4y,% ehem. 7% Pr. Lan briefanst., Gold Komm Eteuergutlch.Verrechnung 4% Oesterretchische Goldr 4,26% Oesterreichische St 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staaisrent 4%% desgl. von 1913 .. 5% abgest. Goldmexikane 4% Türkische Bagdadbahn Serie 1.............. labl. An .-Rechten yv.-Ban. bis 1935 ff- Hyp- kheinischf Pfe. ... lespsant» |e R. 19 espfand . £61.20 )SI. 34-38 ente... lberrente A.E.G...................... 0 Bekula..................... g Elektr. Lieferungsgeselllcha'ft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ e Rhein. Wests. Elektr..........g Schuckert S Eo............... g -iemens L Halske............ g lahmeyer LEo.............. 7 Buderus ................... . Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% Hoesch Men—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... fc $Ue Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........ 8 e v. 1910 von 99 ^Anleihe 19/Oejcm er 21 .Dezember Am liche Dotierung Amtliche Dotierung Geld griff ®:lt> Brie juenui ti.li. 0,756 0,760 0,756 0,760 Brüssel ... 42,08 42,16 42,05 42,13 Rio be Ian. 0,149 0,151 0,149 0,151 eofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,55 54,65 54,50 54,60 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47.14 London.... 12,215 12,245 12,205 12,235 Heijingfors. 5,395 5,405 5,385 5,395 Laris ..... 11,62 11,64 11.61 11,63 Holland ... 136,19 136,47 136,16 136,44 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 .-{an an..... 0,711 0.713 0,710 0,712 3iifloüaroten 5,654 5.666 5,654 5,666 Oslo..... 61.40 61.52 61,35 61,47 Eien...... 48,95 49.05 <18.95 49,05 Lissabon ... 11,095 11,115 1t.085 11,105 Stockholm.. 62,98 63,10 62.93 63,05 Schweiz ... 57.19 57,31 £7.14 57,26 Spanien... 19,23 19,77 19,48 19,52 Prag...... Budapest .. 8,726 8,744 8,726 8,744 ßeuijorf ... 2,488 2.492 2,488 2,492 Banknoten. Berni.,21 .Dezemoer OMt> Äriej timentanuiDe Utoien.............. 2,45 2,47 Belgische Roten.................. 41.92 42,08 Dänische Noten ................. 54,34 54,56 Englische Noten ................. 12,18 12,22 itranzöiische Noten............... 11,56 11,60 Holländische Noten............... 135,83 136,37 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,19 61,43 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.......... — _ Schwedische Noten............... 62,76 63,02 Schweizer Noten................. 56,99 57,21 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — 2 b S n ü le A I b ü 3i sil li. be le- toi toi nu gei nie Te boi her Ql frö bin Kr. 299 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag. 72. Dezember 1956 Wintersonnwenbfeier der Gießener SA Zukunft Sonnivendseier der SS. und HZ Gießener SS. und HI. während der Feuerrede. (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) mationen Aufstellung. Auf ein Kommando eröffneten die auf dem Vor-1 des Feuers, das dem Volke leuchten soll in dem bau des Turmes stehenden Fanfarenbläser des! Dunkel der Nacht und brennende Liebe zur Heimat, zu Sippe und Volk entzünde. — Prasselnd ladenoreis" RM 1.50. 3.—. 4.50 und höher und ihr vor den die Nacht, in der das Licht Herr wurde über die Finsternis, war ihnen eine heilige Nacht, eine Weihenacht, geweiht dem Gedanken an die Wiedergeburt eines strahlenden Helden, der die Finsternis überwindet und die Welt einer lichteren entgegenführt. Das Blut jener Ahnen kreist in uns, Geist ist in uns wach, wenn wir hier Flammen stehen. Links: Brigadeführer Schmidt (auf der Rednertribüne) und feine SA.-Männer grüßen den Führer. — Rechts: Die SA -Einheiten vor dem lodernden Feuer. — (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) Bis die Familie zum WcihncMs- mabl antritt, hac.Vaci' heimlich eine Flasche Schaumwein kaltgestellt. Das wird eine Freude geben? SCHAUMWEIN Feier. Anschließend marschieren die Stürme, die Sturm- sahnen in geschlossener Gruppe an der Spitze, unter des Musikzuges gemeinsam gesungen, schließt diesen Abschnitt der Feierstunde. Nunmehr gibt Brigadeführer Schmidt den Befehl zum Anzünden der Fackeln an den Holzstoß, damit das Licht der Wintersonnenwende von dieser Feierstunde hineingetragen wird in unsere Stadt und in unser Leben, damit es die Herzen aller entzünde, die an die Fahne glauben. Dann gedenken der Brigadeführer und seine SA.- Männer beim gewaltig lodernden Feuer und beim Licht der Fackeln unseres Führers und Obersten Befehlshabers der SA. Adolf Hitler, dem sie mit dem Sieg-Heil-Ruf ihr erneutes Treugelöbnis und ihren Gruß barbringen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bilden den Abschluß der erhebenden Gedenken ist „den Helden des Krieges" gewidmet, das zweite „der Ewigen Wache, den toten Soldaten des Führers", das nächste „den Opfern um unser täglich Srot"; zwei SA.-Männer und ein Werkscharmann werfen bei den Gedenkworten die Opferkränze in das Feuer. Dann gedenkt Brigadeführer Schmidt „des werdenden Lichtes unserer deutschen Zukunft". Das erste Gedenkwort gilt hier „den Müttern", das nächste „der Jugend", das folgende „dem Vaterland". SA.-Männer werfen auch hierbei die Opferkränze in die Flammen. Jahrtausende hindurch hatten unsere Ahnen in dieser Weise die Weihnacht gefeiert, dann kam eine Zeitenwende, und es kam eine Heilsbotschaft aus dem Osten und aus dem Römerreich, und sie kam auch zu uns in unser nordisches Land — und die Botschaft von der Geburt des Welterlösers floß hier zusammen mit dem Weihnachtsglauben unserer Ahnen, mit dem Glauben an die Wiedergeburt des welterlösenden Lichtes, und so wurde aus der Weihmacht das Christfest. Aber wenn dieses Fest uns allen und besonders unseren Kindern stets als das strahlendste und schönste des ganzen Jahres erschienen ist, so war es deshalb, weil auch nach der Zeitwende das Blut und der Geist unserer Ahnen in uns allen lebendig blieb — aus diesem Ahnenerbe heraus lieben wir diese Zeit des wiederkehrenden Lichtes — und üe.ben wir die Weihnacht und lieben wir den strahlenden Lichterbaum, die grünende Tanne unserer nordischen Wälder, die nicht im Römerreich gewachsen ist. So lebt in uns der Geist der Ahnen — und wir feiern wie sie die Wiederkehr des erlösenden Lichtes. Nun aber ist eine neue Zeitenwende gekommen, eine neue, göttliche Heilsbotschaft ist zu uns gedrungen. Und wir, die wir das Glück haben, in dieser neuen Zeitwende zu leben, uns ist die Weihnacht nicht Erinnerung an Vergangenes oder Sinnbild des Naturgeschehens — uns ist die lohende Flamme des Feuers und das flammende Rot unserer Fahnen das Wahrzeichen und Mahnmal des Glaubens, den uns der Führer in heiligem göttlichem Auftrag gebracht hat, des verpflichtenden Glaubens an Deutschland und an unser Volk; des Glaubens, der uns verpflichtet zur Liebe zum deutschen Volk und zum Opfer für Deutschland! Flamme dieses Glaubens — schlage gewaltig empor und grüße den Schöpfer und grüße den Führer, den uns der Schöpfer gesandt hat. Der Schwur dieser Stunde aber soll heißen: Wer sich zum Blute der Ahnen bekennt, der verschwört sich in Treue zum gemeinsamen Werk, zum Dienst am Volk und zur Liebe zum Volk. Flammen wollen wir sein, und brennen in der Glut dieses heiligen, gottgesandten Glaubens! Brigadeführer Schmidt spricht zu dem anschließenden Linwerfen der Opferkränze in den hellodernd brennenden Holzstoß die Gedenk- und Weiheworte, die zunächst denen gelten, „die starben, damit Deutschland lebe". Das erste schlug das Feuer empor. Gleichzeitig klang das Flammenlied auf. Dann sprach Standartenführer Müller von dem Sinn der Sonnenwende, die mehr wie ein Holzfeuer fein müsse, wenn sie uns anregen solle zum besinnlichen Nachdenken über den Rhythmus des Naturgeschehens, der im ewigen Kreislauf Licht und Schatten, Werden und Vergehen, Leben und Sterben einschließe und darum zu entschlossener Tat ansporne. Sonnenwende sei Selbstbesinnung des Menschen, die in ihrer tiefsten Bedeutung die Gedanken des Menschen zu Gott zieht. Darutn machten wir die Sinne frei, damit wir wieder die Stimme des Blutes in uns hörten und dem Mittag unseres Volkes entgegengehen. Wenn wir der Reife entgegengehen und dem Volke die Frucht unseres Ringens zufällt, dann wird die Sonnenwende nicht nur Besinnung oder Traum, sondern Wirklichkeit und Tat sein! Nach dem Standartenführer nahm der Adjutant des Sturmbannes, Untersturmführer Horn, die Totenehrung vor. Dumpfer Trommelwirbel mahnte, daß die toten Kameraden im gleichen Schritt mit uns der Freiheit entgegenmarschieren. SS. und HI. Jungvolkes die Feierstunde und gleichzeitig gaben vom hohen Turm und in den Himmelsrichtungen weitab von der Feuerstelle Fackelschwinger die Feuerzeichen in das weite Land hinaus. „Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad zu neuem Lauf auf altem Schicksalspfad im Jahreskreis der Sonnenwend ...!" kündete der Sprecher den Beginn der Sonnenwende an. Dann klang in die Nacht hinaus das von der Schutzstaffel gesungene Lied von dem im Osten aufgehenden Morgenrot. Mit dem Feuerspruch gab der SS.-Stan- dartenführer Müller den Befehl zum Entfachen Durch das Stadtviertel jenseits der Lahn marschierten die SS. und HI. zur Sonnwendfeier nach dem Bismarckturm. Der Marschrhythmus durch die in diesige Sicht gehüllten Straßen klang wie die Mahnung, daß die Bewegung in ihrer Jugend auch heute noch marschiert und zum Kampf aufruft, damit gelinge, was die gigantischen Gedanken des Mannes vorgezeichnet haben, der unser Führer ist. Die Banner voraus, von Fanfarenklängen und von Marschliedern begleitet, bewegte sich der lange Zug zur Hardthöhe hinauf, bis an den Bismarckturm. Hier nahmen im spitzen Winkel die Fvr- Schwer und undurchdringlich lastet die Finsternis auf den Ausgängen der Stadt. Rabenschwarz Kt die Nacht auf dem Trieb vor der Volkshalle, dem die Stürme der Gießener SA. am Montagabend 3u ihrer Wintersonnwendfeier zustreben. Im Handumdrehen sind die marschierenden Kolonnen im tiefen Dunkel der Nacht verschwunden, und erst im Scheine der Lampen an der Dolkshalle kann man auf kurze Entfernung die vorderste Front der Stürme erkennen. Der Wind frischt etwas auf. Die Windrichtung und die voraussichtliche starke Rauchentwicklung des Wintersonnwendfeuers zwingen zu einer teilweisen Umgruppierung des Aufmarsches der Stürme. Die Kolonnen rücken mehr nach vorne, der Dolkshalle zu. Und nun kann man im Lichtschein der Lampen auch ungefähr das große Ausmaß des Aufmarsches unserer Gießener SA. erkennen, mit der sich eine stattliche Anzahl weiterer Volksgenossen zu der Feierstunde vereinigt hat. Der SA.-Standortführer, Brigadeführer Schmidt, erscheint. Der Standartenadjutant, Obersturmbannführer Günter, meldet ihm die aufmarschierten Einheiten der Gießener SA. Dann begrüßt Brigadeführer Schmidt seine Männer mit dem weithin hallenden und kräftig erwiderten Gruß „Heil Hitler!" Nunmehr beginnt die Feier mit einem Marsch des Musikzuges der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann. Dann spricht Rottenführer Nieren vom Sturm 16/116 den Fahnenspruch, der das Treugelöbnis unseres Volkes zur Fahne des Führers und die Bereitschaft zum gläubigen Marsch nach dem unsterblichen Licht zum Ausdruck bringt. Unter Leitung des Obertruppführers Richter singen hierauf die Einheiten gemeinsam das Lied „Flamme empor". Bei der ersten Strophe wird der Feuerbrand an den mächtigen Holzstoß gelegt, wenig später brennt das Feuer lichterloh zum tiefschwarzen nächtlichen Himmel empor. Nunmehr hören die Teilnehmer der weihevollen Stunde die Feuerrede des Sturmführers Hummer. Schweigend sind mir durch dunkle Nacht hier auf die Höhe marschiert — und nun steht vor uns die leuchtende, wärmende Feuerflamme! Der schweigende Marsch durch die Nacht war uns Sinnbild der dunklen, lichtlosen Zeit des Jahres, die hinter uns liegt — und zugleich Sinnbild des dunklen, schweren Weges unseres Volkes, der hinter uns liegt — und die Flamme, vor der wir nun stehen, ist uns ein heiliges Zeichen dafür, daß von nun an Licht und Wärme zurückkehrt — daß unserem Volk nach schwerer, kampfreicher Zeit eine lichtere, schönere Zukunft verheißen ist! Vor vielen Jahrtausenden schon haben unsere Ahnen in den nordischen Wäldern diese Nacht der Winter-Sonnenwende in gleicher Weise gefeiert — Der Sonnenwendchoral „Wir stehen um den Flam- menstoh und loben Gott in der Höhe" unter Leitung ( den Klängen des Spielmannszuges und des Mufik- von Obertruppführer Richter und unter Begleitung I zuges nach der Stadt zurück. Wege im Nebel. Vornan von Käthe Melmer. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) Schluß. „Das hat Inge Schlicht für mich getan?" rief Walter Brand aus, während ein Leuchten feine bleichen Züge verklärte. „Sprechen Sie doch, Herr Kommissar, erklären Sie mir alles!" Kommissar Wagner lächelte plötzlich: „Gewiß, Herr Generaldirektor! Wenn Sie sich noch einen Augenblick gedulden, sollen Sie auch darüber volle Auferklärung erhalten!" Er hatte nach einem flüchtigen Blick auf seine Uhr zu Walter Brands Erstaunen die Tür geöffnet und forschend den Gang hinuntergeblickt, auf dem jetzt leicht- Schritte hörbar wurden. Wie gebannt schaute Walter auf die Tür. Eine Ahnung durchzuckte ihn. Und da, — es war, wie er geahn!, im geheimsten Winkel seines Herzens gehofft hatte: wie ein Engelsbild stand Inge Schlicht plötzlich vor ihm! Da zersprengte es den starken Mann fast vor übermächtigem, nie gekanntem Glück. In seligem Rausch hob er das Mädchen an seine Brust, preßte sie an sich, küßte die roten Lippen mit leidenschaftlicher Glut... Wie lange sie so gestanden hatten, sie wußten es beide nicht. Als sie endlich aufsahen, war die Zelle leer. „Der gute Kommissar!" sagte Walter lächelnd, wieviel Dank schulden wir auch ihm! Nicht alle mögen so menschlich und taktvoll sein wie er! Aber nun komm, Inge! Auch wir wollen nun nicht länger in diesen Räumen bleiben! Oder hast du noch mehr schöne Ueberraschungen für mich?" Inge nickte fröhlich: „Ja, Walter? Wirklich noch mehr! Dein Bruder Gerhard hat mit dem Senatspräsidenten Weißmüller von den Vereinigten Zuckerwerken verhandelt, und denke dir, der Präsident ist einverstanden, daß das Gutachten unter Mitwirkung deines Bruders und Zweier neuernannter Sachverständiger noch einmal durchgeführt wird! Gerhard meint sogar, es fei ihm schon zu dreiviertel gelungen, die maßgebenden Herren von den Zuckerwerken zu überzeugen, daß ein gütlicher Vergleich für beide Teile das beste wäre und der Prozeß unter bestimmten Bedingungen für die Brand-AG. niedergeschlagen würde!" „Dann wäre allerdings das Werk gerettet!" sagte Walter aufatmend. „Wenn wir auch freilich einige Betriebe wegen der andern Schwierigkeiten schließen müßten —, Verluste, die sich auch für Gerhard noch sehr auswirken werden!" — fügte er hinzu, während ein Schatten über sein Gesicht flog. „Ich glaube, auch das wird nicht einmal nötig sein!" entgegnete Inge, indem sie innig Walters Hand ergriff: „Walter! Auch das gehört noch zu dem letzten, guten Vermächtnis von Ralf Rammelt: Noch' vor ganz kurzem hat er um Jannas willen eine abgeschlossene Lebensversicherung um ein Bedeutendes erhöht, so daß ihr jetzt eine sehr, sehr große Summe Geldes zur Verfügung gestellt wird, die sie in der Brand-AG. anlegen will! Die Kupferaktien, aus denen Rammelts Vermögen, das er Janna vermacht hat, bestand, freilich sind gefallen — es konnte ja fein Segen auf diesem Gelde ruhen! Das andere aber — Janna Heller hat es gesagt, — solle uns allen zugute kommen, zum Segen des ganzen Werkes!" Aufmerksam hatte Walter zugehört. Dann zog er die Geliebte noch einmal in seine Arme: „So ist also doch alles zum Guten ausgegangen, was noch vor Stunden so schwarz und so düster äus- sah? Nun aber lasse ich mir mein Glück nicht wieder entreißen! Komm, auch deine Mutter soll uns ihren Segen geben!" * Schluß. Es war ein sonniger Maitag. Die Gärten der Vorstadtsiedlung prangten im herrlichsten Frühlinas- schmuck. Schneeweiß, mit Blüten über und über bedeckt, standen die Obstbäume, lockten die Menschen von weither in den seligen Frühling hinein. Auch in dem weitläufigen Garten der Bergmann- schen Villa war der Frühling eingekehrt. Heiß lag die Sonne auf den sauber geharkten Wegen. Die gelbliche Sandsteinfassade des Hauses schien in der Glut der Sonnenstrahlen wie in Gold getaucht. In der mit herrlichen Blattpflanzen geschmückten Mit einem stillen Lächeln deutete Amalie von Vorsichtig hob Gerhard den schmalen, blonden „Ja, Wege im Nebel, damit wir sehen lernen, daß ,3a, Gerhard, unser Glück!" Lächelnd sah Janna auf. „Ich versteh' schon! Du und Gerhard, ihr wollt es bloß nicht wahr haben, daß ich nur durch eure nimmermüde und aufopfernde Pflege so weit gesund geworden bin, daß der Arzt mich ins Sanatorium schicken konnte! Aber darum ist es doch wahr! Und auch Inge, unserer lieben Inge, die so oft nachts an meinem Bett gesessen hat, wieviel Dank schulde ich auch ihr!" „Dafür ist Inge auch sehr, sehr glücklich! Seht nur, Kinder!" „Wie soll ich euch für all eure Pflege und Hilfe danken!" sagte Janna leise. „Auch dir, Tantchen!" Liebevoll strecke sie die bleichen Hände, die deutlich von überstandener Krankheit kündeten, der alten Dame hin, die wenige Schritte entfernt von ihnen mit einer Handarbeit beschäftigt saß, und nur ab und zu in stiller Freude zu dem jungen Paar herübersah. „Und doch sehe ich dich noch oft grübeln, als ob du das Vergangene nicht vergessen könntest!" sagte Gerhard mit leichtem Vorwurf. "Du hast recht, Gerhard! Ich sollte wohl nicht mehr grübeln, sollte vergessen, was an Schwerem und Bitterem hinter uns liegt. Vielleicht ist es nur, daß ich mich noch nicht so schnell an all das Gute gewöhnen, daß ich es noch immer nicht fassen kann, daß so viel Glück mir gehört? Oft, im Sanatorium nod), bin ich nachts vor Angst aufgewacht, es könnte alles nur ein Traum fein, und beim Erwachen wärest du wieder fort, und ich wäre allein in Angst und Not wie damals ...!" auf der Inge und Walter Brand engumschlungen beieinander saßen. Veranda lag auf einem bequemen Liegeftuhl Janna Heller und schaute mit träumerischen Augen über die weiten, im Sonnenlicht gebadeten Wiesenflächen, die gleich kostbaren Edelsteinen darin leuchtenden Blumenbeete. „Wie schön ist es doch, wieder daheim zu sein, im Frühling daheim zu sein!" rief sie jetzt aus. „Sag Gerhard, freust du dich mit mir? Beruhigend legte Gerhard seinen Arm um ihre Schulter: „Nicht, Janna! Nicht mehr daran denken! Sieh, vielleicht hatte das alles so kommen müssen Vielleicht mußten wir alle solche Wege durch Kummer und Leid gehen, wenn wir auch nicht verstehen, weshalb...!" „Wege im Nebel?" kam es leise von Jannas Lippen. I „Und du, Janna? Bist du auch glücklich?" „Kannst du noch fragen? Ach. so' unendlich glücklich bin ich ja, so unendlich glücklich!" hauchte sie. „Deinem Sanatorium mußt du danken, nicht uns!" gab Amalie von Bergmann fröhlich zurück, j .... v.CvC1, vu.hu um Itgen lernen, oa* "Wenn die Schwestern dort nicht so gut für dich auch das Glück auf Erden erkämpft, errungen wer- gesorgt hatten, dann säßest du vielleicht heute noch den muß! Nun aber gehört es uns unser Glück majt hier mit uns in der herrlichen Frühlings- Janna!" fanne!" „Ja, Gerhard, unser Glück!" Man sah es den bleichen, angegriffenen Zügen ■ . , „ ........... v.v.lut.. 3annas an, daß eine schwere Krankheit hinter ihr Kopf Jannas zu sich empor, küßte zart ihre Wanlag. Die furchtbaren Aufregungen, die Sorgen und gen, den roten Mund: Aengste der aufreibenden Tage, in denen sie um' Hnh h” das Schicksal der Gebrüder Brand gebangt, in denen sie Ralf Rammelt gepflegt hatte, schließlich die furchtbaren Enthüllungen, die sich noch nach seinem Tode Schlag auf Schlag ergeben hatten, — all das war zu viel für Jannas zarte Nerven gewesen. Ein hitziges Fieber hatte sie aufs Krankenbett geworfen. Viele, viele Tage hatte die ganze Familie in Sorgen und Angst geschwebt, bis endlich die Krise überstanden war. Der Arzt hatte dann dringend einen Aufenthalt in einem Sanatorium geraten, wo sie die beste Pflege und Erholung finden würde, und ja auch wirklich gefunden hatte. Und heute war nun der erste Tag, an dem Janna wieder in ihrem geliebten Garten weilen durfte, der erste Tag zu Hause. „Und wie ich mich freue!" entgegnete Gerhard mit innigem Blick, indem er ihre Hand ergriff und immer und immer wieder streichelte. „Und wie ich mich mit dir freue, Janna?" Aber das schönste ist doch, daß .----------_______ _________ vv„ du wieder gesund bist! Du weißt ja gar nicht, was Bergmann auf eine im Gebüsch halbversteckte Bank, für eine Angst ich — und wir alle — um dich aus- gestanden haben!" SderyaVen dem Feuer die dem Gedächtnis der Gefallenen gewidmeten Kränze. Die HI. fang das Lied von der Freiheit, und dann entzündete der Schulungsleiter der SS.. Dr. Goubeaud. die Sonnenwendjackel und übergab ste der HI. mit dem Hinweis auf die heilige Vex- pflichtung. die diese Feierstunde der Sonnenwende in sich trgLt. Du deutsche Jugend, so rief er aus, hüte das Feuer, daß es aus dem Blute hinüberschlage in den @«ft, daß es für ewig ins Bewußt- iein eingeht. Wir werden Wächter sein! Der Führer der HI. übernahm die Fackel und gelobte Treue zu Führer und Volk, und dann sang die Schutzstaffel ihr Trutzlied. SS.-Standartenfüh- rer Müller sprach dann das Treuegelöbnis zum Führer, in das die Staffelmänner und die Hitler- jungen einstimmten. Ein letztes Fanfarensignal kündete das Ende der Feierstunde an. Unter Trommelwirbel rückte die HI. zur Stadt zurück, während SS.-Männer noch Wache an dem noch immer auflodernden Flammenstoß hielten. Nachdem noch das Lied von der fröhlichen, seligen Weihnachtszeit gesungen worden war, pochte plötzlich der Nikolaus hefttg an die Tür des Saales, polterte herein und grüßte die vielen Kinder mit väterlicher Herzlichkeit. In humorvoller Weise unterhielt er sich mit den Kindern, die feiner in Spannung geharrt hatten, eine Anzahl der Kinder wußte ihn und die Zuhörer mit hübschen Gedichtvorträgen zu erfreuen, bis es dann schließlich zur ersehnten Verteilung der Tüten kam, die in reicher Fülle Plätzchen, Lebkuchen, Aepfel und Nüsse enthielten, und von den Kindern mit großer Freude in Empfang genommen wurden. Nach dem herzlichen Abschied der Kinder vom Nikolaus war die Weihnachtsfeier zu Ende. Gießen-Süd. In der weihnachtlich ausgeschmückten großen Tageshalle des Studentenhauses hielt die Ortsgruppe Gießen-Süd ihre Weihnachtsfeier ab. Ein mit großer Liebe vorbereiteter Abend erwartete die große Schar der Kinder und über 300 Jungens und Mädels fanden sich an den reich gedeckten Tischen ein. Der Propagandaleiter der Ortsgruppe Pg. B l i n z i g eröffnete die Feier und begrüßte besonders die Kleinen, die Gäste der Ortsgruppe waren. Der Kinderchor der Goetheschule fang unter Leitung von Lehrer D i e t r i ch das alte Weihnachtslied „Ehre fei Gott in der Höhe". Hierauf fprach der Ortsgruppenleiter Pg. Holländer einige Worte an die Anwesenden von der glücklichen und seligen Weihnachtszeit. In früheren Zeiten seien unsere Ahnen und Väter auf die Berge gestiegen, um Ausschau zu halten nach dem neuen Licht und wenn die Herolde das neue Licht meldeten, dann zündeten unsere Vorfahren ihre Feuer an, die weithin in die Lande strahlten. Sie freuten sich, weil ja nun bald wieder der Frühling kommen mußte und neue Hoffnung und ein froher Glaube kehrte in ihre Brust ein. Auch heute könnten wir diesen Glauben haben, denn der Allmächtige habe dem deutschen Volke einen trefflichen Führer geschenkt. Aus vollem Herzen fei diese Feier gestaltet und die große Freude der Kinder sei der größte Lohn. Auch in dieser Stunde müsse des Mannes gedacht werden, der dafür besorgt sei, daß das deutsche Volk in Frieden leben könne. Ihm gelte in Gefolgschaftstreue der Gruß. In das dreifache „Sieg-Heil.^ auf den Führer stimmten alt und jung begeistert ein. Nachdem die Kerzen am Weihnachtsbaum ange- zundet waren und die langen Kerzenreihen auf den Tischen ihr Licht erstrahlen ließen, nachdem das Lied „Leise rieselt der Schnee" verklungen war, da erschien der Nikolaus im dicken Pelzmantel mit Nute und Stock. Als nun der Weihnachtsmann die auf Tischen aufgestellten Gabentüten zeigte und gemeinsam ein Weihnachtslied gesungen war, da meldeten sich schon die ersten Kleinen, die dem „Nickels" Gedichte aufsagten. Dann gings mit großer Freude an den Kuchen und den Kakao. Als alles verzehrt war, da teilte der Weihnachtsmann den einzelnen Kindern noch eine Tüte aus, deren Inhalt an den Weihnachtstagen Freude bereiten wird. Propagandaleiter Blinzig schloß den Abend und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es allen gut gefallen haben möge. Das Deutschland- und Horst- Wessel-Lied bildeten den Abschluß. Volkstänze ausführten. Dazwischen wurde das Volksspiel „Der fahrende Schüler im Paradeis" von Hans Sachs aufgeführt, das viel Freude bereitete. Den Schülern der beiden siegreichen Schul- Mannschaften wurden von dem Direktor Dr. Kruse kleine Erinnerungsgeschenke überreicht. Als Belohnung erhielt der Sportlehrer der Anstalt (Assessor Maus), dem die Erfolge zum größten Teil zu verdanken sind, einen neuen Satz Boxhandschuhe. Den Mittelpunkt des Elternabends stellte jedoch das Erscheinen des Nikolaus dar, der so allerlei aus der Schule mitteilte und eine schier endlose ^olge von Gedichten zum Vortrag brachte. Ein Wagen voll Geschenke wurde ausgegeben. Den Ausklang der Veranstaltung bildete eine Verlosung. Ein froher Weihnachtsnachmittag der Arbeitsopfer. Daß das Dritte Reich bestrebt ist, nach besten Kräften in alle Dolkskreise Freude und neue Hoffnung zu tragen, bewies der frohe Weihnachtsnachmittag der etwa 170 Arbeitsrentner und Arbeits- inoaliden im „Burgcaft". Ein Weihnachtsbaum und ein Adventskranz gaben dem bis auf den letzen Platz gefüllten Saal die Weihnachtsstimmung. Es herrschte frohe Stimmung. Junge Kameradenfrauen tischten Kaffee und Kuchen auf. Die Kapelle Krengel verschönte das kurze Beisammensein mit altvertrauten Weisen und Weihnachtsliedern. Der Kreisreferent des Amtes für die Arbeitsopfer Pg. Bienen gröber sprach aufmunternde Worte von der Fürsorge und Verbundenheit des Dritten Reiches mit allen Volksgenossen und wünschte ihnen 'M Auftrage der großen Organisation aller schaffenden Deutschen, der DAF. einige frohe Stunden, deren Erinnerung sie durch ein neues Jahr begleiten möge. Große Freude bereiteten den Arbeitsopfern die Darbietungen des Frankfurter Charakterkomikers Georg Brandenstein, der es glänzend verstand, die Lachmuskeln in Bewegung zu bringen. Mit großem Interesse und herzlicher Freude nahmen sie auch die launigen, volkstümlichen Zwiegespräche des Frankfurter Bauchredners Bachmann mit feinem August auf. Die Pause füllte die Kapelle mit Heimat- und Stimmungsliedern aus, die fröhlich mitgefungen wurden. Zum Schluß erhielten die Manner die von einem hiesigen Zigarrengeschäft gestifteten Zigarren. Der Arbeitskameradin Ger- trübe Velten aus der Löberftraße, die jetzt ihren 83. Geburtstag feiern kann, aab Kreisreferent Bie- nengräber nebst herzlichen Glückwünschen noch ein Kuchenpaket mit auf den Weg. Gießener Dochenmorkkpreise Hirtenmusik von G. Werner und die Buxtehude- Kantate: In dulci jubilo. ** ach ts singen des Lyzeums. Wie alljährlich, so zog auch am vergangenen Freitag eine Gruppe von Schülerinnen des Lyzeums zu den Kranken unserer Stadt, um denen, die die Festtage in den Kliniken zubringen müssen, eine kleine Wechnachtsfreude zu bereiten. So erklangen bann m der Orthopädischen, der Frauen-, Chirurgischen und Augen-Klinik und den beiden Schwester- Hausern die fröhlichen Weihnachtslieber, unb Blockflöten unb Geigen mischten sich in ben Jubel der Stimmen, die da kündeten vom Kind in der Krippe, ben Engeln unb Hirten. **DieMilitärversorgungsgebühren für Januar 1937 werben beim Postamt I — Bahnhofstraße — am 28. Dezember, bie Sozialrenten am 30. Dezember gezahlt. DelLautsprecherimDienstdesÄsenbahnverkehrs Eine wertvolle Neuerung im Siebener Bahnhof. Gegenwärtig wirb in unjerern Gießener Bahnhof eine Neuerung versuchsweise ausprobiert, bie für bie Erleichterung bes Reiseverkehrs von großer Be- beutung werden dürfte. In diesen Tagen wurden auf verschiedenen Bahnsteigen je brei Lautsprecher montiert, über bie ben Reisenden in kurzen Abständen alles Wissenswerte über die Ankunft der Zuge, über bie Abfahrt über Verspätungen usw Mitgeteilt werben wird. Dieser Nachrichtenbienst der Reichsbahn, ber geeignet erscheint, ben Verkehr innerhalb bes Bahnhofs und auf ben Bahnsteigen Zu beschleunigen und sich rascher abwickeln zu lassen wird viele Fragen, mit denen bisher bie Auskunftsbeamten bie Zugführer und das Personal des Bahnhofs m Anspruch genommen wurden überflüssig machen. Allerdings wird sich dieser Aus- funftsbienft über die Lautsprecher nicht auf alle an- und abfahrenden Züge erstrecken, sondern in erster Linie auf den Verkehr ber FD=, ber D= ber nehmet beschleunigten Personenzüge Bezug Im einzelnen ist zu erwarten, daß ber einlaufenbe Zug gemeldet wirb, baß seine Abfahrtzeit genannt merben wird, baß Aufenthalte, Verspätungen rnit- geteilt werden, und die Reisenden darauf aufmerksam gemacht werden, ob es zweckmäßig ist, ben Wartesaal aufzusuchen ober vielleicht gar die ©arte« 3eit ausreichend erscheint, ber Stadt einen kurzen Besuch abzustatten. Eine wichtige Erweiterung erfährt dieser Nach- richtenbienst dadurch, daß für bie Züge über größere Strecken zunächst bie Abfahrtszeit, bie Haupt- ftahonen bie ber Stammzug berührt, genannt merben, bie Umfteigeftationen unb die Möglichkeiten ber Reisefortsetzung mitgeteilt werben. Ein Zug ? « 9rr ?^ße". Hamburg fährt unb 3. JB. Anschlußmoglichkeiten nach Berlin ober über Stjenad) nach Leipzig unb Dresben hat, wird so bekanntgegeben, daß der Reisende über den Verlauf feiner Reise sehr rasch ins Bild gesetzt wird ohne daß er zu fragen braucht. Für die Reisenden im ankommenden Zug wird es von Wichtigkeit sein zu wissen, daß in Zukunft unb sofern bie Lautsprecheranlage endgültig fertiggestellt ist, nicht mehr der Zugführer ben Zug entlanggehen wird, um zu rufen: „Gießen — Gießen •. .1 — vielmehr wird auch diese Ausgabe durch den Lautsprecher übernommen. Selbstverständlich w'rd im Zusammenhang damit auch sofort bekannt- gegeben, ob zu der ober jener anderen Station um- gestlegen werden muß, auf welchem Bahnsteig ber Anschlußzug fährt unb um welche Zeit er abfährt. Wie sich leicht erkennen läßt, sind bie Aufgaben, bie ber Auskunftsübermittlung burch den Lautsprecher gegeben finb, außerorbentlich vielfältig. Hinzu kommt, baß wichtige Auskünfte nicht nur einmal, sondern mehrere Male burchgegeben werben. Während diese Auskünfte im Allgemeinen nur auf dem jeweiligen Bahnsteig des ankommenden oder abgehenden Zuges bekanntgegeben werden, so wird doch auch verschiedentlich ber Fall eintreten, daß manche Meldung über alle Bahnsteige gegeben werden wird. Diese neue Einrichtung, bie in verschiedenen großstädtischen Bahnhöfen bereits mit gutem Erfolg emgefuhrt wurde, wird sich besonders für ben Reiseverkehr im Sommer, insbesondre für ben Urlauberverkehr unb ben Svnderzugsoerkehr als sehr wertvoll erweisen. Bei ber gegenwärtigen versuchsweisen Anlage ber Lautsprecher hat sich schon erwiesen, baß bie Anlage außerorbentlich zweckmäßig ist. Der Amtsvorstand des Gießener Bahnhofes sprach sich in günstigstem Sinne aus und erhofft durch diese Einrichtung auch für den Gießener Bahnhof eine (Erleichterung bes Reiseverkehrs. Der Reiseverkehr zur Weihnachtszeit im Gießener Bahnhof. Der Weihnachtsreiseverkehr wird dem Gießener Bahnhof einen außerorbentlich starken Verkehr bringen. In ben Tagen des 22., 23. unb 24. De« Zember werden nicht weniger denn täglich etwa 30 außerfahrplanmäßige Züge, meist O- und Eilzüge, den Bahnhof unserer Stadt passieren. Zahlreiche Gietzen-Ost. Im Großen Hörsaal ber Universität vereinigte bie Ortsgruppe Gießen-Ost zahlreiche Erwachsene unb viele — etwa 30 Kinber — in ihrer Weihnachtsfeier, bie einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Nach ber Übertragung ber Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels erklang das gemein- am gesungene Lied „Stille Nacht, heilige Nacht". Die großen Lampen des Saales waren ausgelöscht, bie Kerzen bes Christbaumes brannten unb schufen feine weihnachtliche Stimmung. Fräulein W i e- tauber las, nachdem das Weihnachtslieb verklungen war, zwei schöne Märchen, unb vertiefte damit ben Charakter ber insbefonbere ben Kindern gewidmeten Feier. Ortsgruppenpropagandawart Baas hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er an den Sinn bes Festes ber Wintersonnenwende unsrer Vorfahren erinnerte unb bann über bie schöne Bedeutung unseres Weihnachtsfestes sprach, als eines Festes ber Hoffnung und ber Freude. Er erinnerte ferner an bie Weihnachtsfeier bes Vorjahres und schilderte das vergangene Jahr als ein Jahr ber großen Ereignisse für unser Vaterlanb. In Worten bankbaren Gebenkens gebuchte ber Redner des Dichters des Dritten Reiches, Dietrich Eckart, ber Deutschlands Einigung nicht mehr habe erleben können, uns aber in feinem Werk ein wertvolles Erbe hinterließ. Die Glocken, von denen er sprach, läuteten heute Friede über das deutsche ßanb, so ganz im Gegensatz zu manchem Lande außerhalb unserer Grenzen. Mit einem Gedenken an ben Führer Abolf Hitler, bem es in erster Linie ZU banken sei, baß wir so im Frieden Weihnacht feiern könnten, schloß der Redner. Im ersten Stockwerk eines Hauses flammte vor dem Fenster ein Streichholz in demselben Augen- blick auf, als ich absichtslos hinaufschaute. Das Streichholz schien von ungeschickten Hänben gehal- ten zu werben, benn sein gelbliches Licht schwankte ein wenig hin und her unb verlosch mit einem Male. War es nicht ein Kinbergesicht gewesen, das von bem matten Lichterschein beschienen würbe? Jetzt würbe dort oben ein zweites Hölzchen entzündet unb wirklich, ein Kinberkopf beugte sich be» hutsam über bie kleine Flamme. Plötzlich würbe der Schein merklich heller, unb es ließ sich deutlich erkennen, baß ein Kerzenlicht angezündet worben war. Ein Lichtlein brannte am Fenster. Eine stille, ruhige Flamme, die ihren einsamen Schein in die Eintönigkeit ber abseitigen Straße hinausschickte. Em erwartungsfrohes Kinb ftanb daneben, beglückt von dem brennenden Wunder, das den Advent vom Fensterbrett kündete. Es war ein reizendes unb zugleich rührenbes Bild seliger Weihnachtsfreude, das sich mir so unverhofft in jener stillen Straße bot, die ber lebhaften Geschäftsstraße fast benachbart war und boch in biesem Augenblick fast meilenweit von ihr entfernt schien. An ein Bild von Ludwig Richter erinnerte es mich, an bie gemütvolle Art feiner beutfchen Jbyllzeichnungen. Ach kam ein wenig zu spät an ben Ort meiner Verabredung. Aber ich brauchte es nicht zu bedauern. Das Lichtlein am Fenster wog bie Verspätung um ein Vielfaches auf, benn es hatte mir m feiner stillen Weife ein Erlebnis geschenkt, bas bie weihnachtliche Poesie in ihrer ganzen Köstlichkeit sichtbar werden ließ. H. W. Sch. Lornotizen. Tageskalenber für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Burgtheater" __ Ächtspielhaus, Bahnhofstraße: „Annemarie"' — Weihnachtsausstellung ber oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswallung Deklerau. Die Dienststellen ber Deutschen Arbeitsfront finb 24. Dezember 1936 bis einschließlich 3. Januar 1937 für den gesamten Publikumsverkehr geschloffen. NSDAP., Gießen-Nord. Die Geschäftsräume ber Ortsgruppe befinben sich ab Montag, 21. Dezember, in ber Marburger r xtr e .2 0, Erdgeschoß. Die Dienststunben sinb folgende: m°ntQ9 Unb 5r6ito” °°n S0n"er6= 2030ßbisf22eU6rer: unb Mittwoch von 4. NS.-Beratung: Freitags oon 20.30 bis 22 Uhr. EUernabend der Oeffentlichen Sandeislehranstalt. * Gießen, 22. Dez. Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: D. f. Molkereibutter, H kg 1,57 Mk f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1 60 ßanbbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, norwegische, Klasse C 10^ Wirsing, kg 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rot- kraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Gietzen-Mitte. In ber mit ben Fahnen ber Bewegung und der HI. geschmückten Turnhalle am Oswaldsgarten verbreiteten zwei große Christbäume mit ihren brennenden Kerzen eine weihnachtliche Stimmung. Hier hielt bie Ortsgruppe Gießen-Mitte unter ihrem Ortsgruppenleiter Pg. H o r st eine sehr finnig ausgestaltete Weihnachtsfeier ab. Aufmerksam lauschten groß unb klein ben herzlichen Worten bes Reichsministers Dr. Göbbels und aus bem begeisterten Gesang ber Nationallieber burch bie Jugend hörte man bie rege Anteilnahme heraus, bie bie Kinder beseelte. Eine schöne Bereicherung fand die Feier durch die Liedoorträge bes Gesangschors ber Frauenschaft. Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslieb unb einem Weihnachtsgedicht würbe das Märchenspiel von einem verwöhnten Jungen aufgeführt, der nicht mehr an bas Christkind glauben wollte unb bann eines Besseren belehrt mürbe, o daß bas Weihnachtswunber auch ihm eine große Freude wurde. Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Taseläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. *.* Ei»e Fünfundachtzigjährige. Frau ßurfe Adam, geborene Söhngen, Sonnenstraße 1 kann am morgigen Mittwoch, 23. Dezember, in geistiger unb körperlicher Frische ihren 85. Ge- burtstag feiern. Noch heute liest sie täglich, wie vor 50 Jahren, ben Gießener Anzeiger. ** 17. Musikalische Abendfeier in ber Johanneskirche. Am 24. Dezember, 17 Uhr finbet in ber Johanneskirche bie 17. Musikalische Abenbfeier statt. Die Vortragsfolge bringt Chor-1 lieber mit Begleitung von Flöten unb ©eigen, eine I Aus der provinzialhaupistadt. Lichtlein am Fenster. Es kann fein Zweifel mehr bestehen: bie Stabt steht im Zeichen ihrer letzten großen weihnachtlichen Vorbereitungen. Die Geschäftigkeit hat ein ungewöhnliches Tempo angenommen unb alles, was in den Geschäftsstraßen in strahlender Helligkeit erscheint, kündet von jenem Schenken und Geben, das dem Weihnachtsfest seinen eigentümlichen Reiz verschafft. Es herrscht eine Atmosphäre froher Erwartung allüberall, eine Erwartung, bie bis zum 24. Dezember ihre letzte Steigerung erfährt. Aber manchmal wirb man in biefen Tagen auch auf anbere, stillere Art an bas Weihnachtsfest erinnert. Jenseits aller geräuschvollen Hast tritt bann bas weihnachtliche Erleben an uns heran unb übt eine Wirkung aus, bie wir um so tiefer empfinden, je kinblicher unb inniger ihr Ursprung ist. Es war nur ein kleines Erlebnis, bas mich veranlaßte, in einer abseitigen Straße stehenzubleiben. Eben kam ich in ber Dämmerstunbe aus der Lichterfülle der Innenstadt und beeilte mich, rasch durch ein paar Seitenstraßen an den Ort einer Verabredung zu kommen. Aber just in jener abseitigen Straße, bie tagsüber nichts zur Schau trägt als bas eintönige Gesicht ihrer gleichmäßigen Faffaben, stockte mein Fuß. H""I^""enmal veranstaltete am Samstag die r ^"t l^e Hanbelslehranstalt Gießen einen Eltern- abenb her erneut zeigte, baß die Schule bestrebt xm,t E"^rchaus, HI., Wirtschaft und den zuständigen Behörden eng zusammenzuarbeiten. So ah man unter den Gästen Schulrat Rebe- lmg, Dr. Wagenbach, ben Leiter der Be- rufsberatung bes Arbeitsamtes Gießen, unb Dr grojHid), ben Hauptführer der Industrie- und Handelskammer Gießen-Wetzlar, der die Erfchiene- nen im Auftrage des Präsidenten begrüßte unb ba- mtt die Verbunbenheit zwischen Schule unb Wirt- jchaft bekundete. Die Hitler-Jugend wurde durch den Bannadjutanten V ö l z i n g vertreten. Der Abend sollte Gelegenheit zu Zusammensein und Aussprache geben. In ein paar kurzen Worten wies der Direktor ber Anstalt auf ben Sinn ber diesjährigen Elternveranstaltung hin. Er wünschte, daß bie]er Abend eine Wachstumszelle in ber nationalsozialistischen Wirtschaft bilden möge. Der Abend bot einen ausgezeichneten Einblick in bie Arbeit ber Schule. Neben Musikvorträgen von Schülerinnen ber Höheren Hanbelsklasse sind besonders die Bodenturnübungen ber Jungens zu nennen. Sehr interessant war auch die Vorführung einer Boxschule. Die Mädels machten die Leistungen der Jungens wett, indem sie Reigen unb Ortsgruppen der Partei feiern Weihnachten Leber taufend Kinder vom Nikolaus beschenkt. wir dieses Fest bes Friebens auch wirklich in Frieben begehen können. Nun war für bie „Kleinen" ber Augenblick gekommen. Fanfarengeschmetter des Jungvolks verkündete den Einzug des „Nikolaus". Wenn fein Kommen auch bei vielen große Freude auslöste, so saßen auch manche ganz in sich gekehrt mit ängstlichem Gesichtchen da. Aber es war ja ein guter Nikolaus, ber auch halb bie richtige Fühlung mit den Kindern gefunden hatte. Auf seinen Wunsch sangen die Kinder mit ihren hellen Sümmchen bas alte Weihnachtslieb „Ihr Kinberlein kommet". Auf ber Bühne waren die Gaben aufgebaut. Die Kleinen mußten sich aber noch etwas gedulden. Erst spielte ihnen der Spielmannszug des Jungvolks noch einen Marsch mit Fanfaren. Endlich kam bie Verteilung der Gaben. Freudestrahlend empfing jedes Kind feine Tüte, unb es gab viele glückliche Gesichter. Propagandawart Weber fprach anschließend zu den Großen unb Kleinen von ber Fürsorge unb Anteilnahme bes Führers, ber in seiner großen Liebe zum Volke bemüht ist, jeben einzelnen Volksgenossen die uns alle umschließende Gemeinschaft empfinden zu lassen unb ber ganz besonbers ber Jugend zugetan ist. Ihm, ber unser Volk roieber zu einem Hort bes Friedens in einer unruhevollen Zeit gemacht hat, wurde in Dankbarkeit unb Treue gedacht. Zur großen Freude ber Kleinen kam schließlich ein richtiger Nikolaus, ber ben Kleinen gute Ermahnungen auf den Weg mitgab. Größer als bei feinem Erscheinen war das „Halloh" ber Kleinen als er von der Bühne herab in ben Saal kam unb ben 250 Kinbern einen großen Beutel mit Nüssen unb Pfefferkuchen schenkte. Propaganbaleiter Weber dankte ihm, daß er auch bie Kinder in der Ortsgruppe Mitte nicht vergessen hat unb dankte ganz besonders der NSV. und bem WHW., allen Mitarbeitern und der Frauenschaft, die burch ihre tille, aufopfernde Mithilfe ber Jugenb als ber Zukunft unb Hoffnung bes Volkes eine so große Freube bereitet haben. Gießen-Nord. Die Ortsgruppe Nord hatte sich im Saale des Cafe Leib eingefunben, um ihren „Kleinen" eine rechte Weihnachtsfreude zu bereiten. Der große Saal war über unb über gefüllt. Don ber Empore grüßten bie Fahnen bes Dritten Reiches, ein großer Weihnachtsbaum strahlte feinen Glanz aus unb auf ben weiß gebedten Tischen, die mit frischem Tannengrün geschmückt waren, brannten bie Lichter unb gaben bem Ganzen ein echt weihnachtliches Gepräge. Unruhig rückten bie Kleinen schon auf ihren Stühlen umher, voller Erwartung bes Kommenben. Die Musik spielte Weihnachtslieber. Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte alle Volks- genossen, bie sich zur Feierstunbe eingefunben hatten. Auf ber Bühne war ein großer Lautsprecher ausgestellt, ber es ermöglichte, bie Weih- nachtsmusik unb die Rede Dr. Goebbels' aus der Reichshauptstabt in guter, reiner Wiebergabe zu hören. Eine Abteilung Jungvolk zeigte bei Spiel unb Gesang einen Ausschnitt eines schönen luftigen Heimabenbs, ber bei groß unb klein viel Freube und Heiterkeit auslöste, besonders bie vorgetragene „Moritat", bie mit ben gestellten Pantomimen munberbar „klappte". Nach bem gemeinsam gelungenen Liebe „Stille Nacht, heilige Nacht" sprach Pg. B u r g e t e i t zu ben Anwesenden über Öen Sinn und bas innere Wesen des deutschen Weihnachtsfestes unb wies darauf hin, wie jeden Deutschfühlenben draußen in ber weiten Ferne in biefen Tagen bas Sehnen nach ber Heimat erfülle. Am Schlüsse gebuchte er bes Führers, bem wir es zu danken haben, baß Militär, und Arbeitsdienst-Urlauber-Züge werden gefahren. Fast jeder Schnellzug und Fernschnellzug wird mit Bor. und Nachzug verkehren. Am 28. De» zember verkehren nicht weniger denn 28 außerfahr- planmäßige Züge. Für den Rückreiseverkehr fahren in der Zeit vom 30. Dezember bis zum 5. Januar nicht weniger denn 63 Züge außerhalb des regulären Fahrplanes. Für die Beamtenschaft des Gießener Bahnhofes bedeutet diese Steigerung des Verkehrs eine erhebliche Inanspruchnahme, die aber von den Beamten gerne übernommen wird, weil sie ja alle wissen, daß jedermann, der außerhalb seiner Heimatstadt seinem Broterwerb nachgeht, das Weihnachtsfest gerne bei seinen Angehörigen verbringen will. Oberhessen. Canhfrei» Gießen. y Watzenborn-Steinberg, 21. Dez. Die funaste Viehzählung ergab in unserer Gemeinde folgenden Bestand: 54 Pferde, 875 Stück Rindvieh, 207 Schafe, 1974 Schweine, 285 Ziegen, 186 Ka- ninchen, 4751 Hühner, 103 Gänse, 28 Enten, 9 Truthühner und 48 Bienenvölker. Das Gemeindefaselvieh besteht aus fünf Bullen und vier Ziegenböcken. I Hausen, 21. Dez. Nachdem vor vierzehn Ta- gen in der Kirche zu Hausen eine kleine Abschiedsfeier für den in Ruhestand tretenden Lehrer Zöller stattgefunden hatte, in der der Dank der Kir- chengemeinde zum Ausdruck gekommen war für Lehrer Zöllers Wirksamkeit als Religionslehrer und Organist, veranstaltete die politische Gemeinde gestern nachmittag eine Abschiedsfeier in dem Schulsaal, in dem Lehrer Zöller über 30 Jahre gewirkt hatte. Alle Teile der Gemeinde beteiligten sich an der Feier. Zu Anfang sang der Gesangverein Eintracht einen Chor. Nach' dem Vorspruch einer Schülerin ergriff Bürgermeister Göbel das Wort, um die Verdienste zu würdigen, die der Scheidende sich als Lehrer, aber auch außerhalb der Schule in der Gemeinde, im Turnverein, im Leseverein und im Obst» und Gartenbauverein erworben hat. Eine Schülerin sprach dem scheidenden Lehrer den Dank aus. Lehrer Ranft sprach im Namen des Schulvorstandes und gab einen interessanten Querschnitt durch die Arbeitsgebiete eines Lehrers. Nach einem weiteren Lied des Chores dankte Lehrer Zöller in bewegten Worten, denen man es anmerkte, wie schwer ihm das Scheiden von Hausen wurde, das ibm und seiner Familie zweite Heimat geworden sei. Als Erinnerungsund Dankesgabe soll dem Wegziehenden ein Bild von Hausen überreicht werden. Mit herzlichem Händedruck nahmen die Anwesenden von Lehrer Zöller, seiner Gattin und seinen Kindern Abschied. I Garbenteich, 21. Dez. Am Sonntagabend fand in Garbenteich ein Familienabend statt, den die evangelische Frauenhilfe und der im Frühjahr gegründete Frauenchor veranstalteten. Der sehr gut besuchte Abend war weihnacytlich ausgestaltet. Pfarrer Steiner wies auf das kommende Weihnachtsfest hin. Die Lieder des Frauenchors unter Leitung von Chormeister Schäfer (Garbenteich) legten Zeugnis davon ab, daß in den Uebungs- stunden fleißig und mit Verständnis geübt worden war; so fanden die Lieder herzlichen Beifall. Drei kleine Weihnachtsstücke ließen den Sinn der Weihnacht als Fest des Friedens erkennen. Die Darsteller hatten ihr bestes Können in den Dienst der Sache gestellt und durften viel Beifall ernten. Chormeister Schäfer und Musiker Mack von Steinbach (Klavier und Violine) fanden mit ihren Vorträgen lebhaften Anklang. So nahm der Abend einen recht befriedigenden Verlauf. D Weickartshain, 21. Dez. Lehrer und Schüler hatten am Sonntagabend zu der in der Schule stattfindenden Weihnachtsfeier eingeladen. Nach einem von den Schülern vorgetraaenen Weichwchtslied ergriff Lehrer Langohr das Wort zu einer Ansprache, in der er das alte germanische Fest der Wintersonnenwende zu unserem heutigen Weihnachtsfeste in Beziehung setzte und das Weihnachtsfest als Fest der deutschen Volksgemeinschaft darstellte. Die Schulkinder führten ein Weihnachtsmärchenspiel auf, der Nikolaus erschien und beschenkte die Kinder. Die Schüler der oberen Klasse zeigten zu weihnachtlichem Gesang feierliche Reigen. Der Abend fand bei den zahlreich erschienenen Zuschauern ungeteilte Anerkennung. Kreis Schotten. D L a u b a ch , 21. Dez. Gestern nachmittag fand in unserer Stadtkirche die Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule statt. Traute Weih- nachtsstimmung umfing die Besucher schon beim Betreten der Kirche und der Christbaum wie der über dem Altar leuchtende Weihnachtsstern strahlten die Fülle ihres Lichterglanzes. Zu Füßen des Altars die erwartungsfrohen Buben und Mädchen, die unter Schwester Elisabeth Trupfhellers Leitung die altvertrauten Weihnachtslieder fangen und Gedichtchen in Sprechchören aufsagten, wie auf die Fragen der Schwester die Weihnachtsgeschichte erzählten. Der Ortspfarrer richtete einige Fragen an die Kinder, welche frisch und fröhlich beantwortet wurden und wandte sich bann an die Eltern mit der Mahnung, in dankbarer Anerkennung alles Segens, der von der Kleinkinderschule ausgeht, diese auch fernerhin zu tragen und ihre Kinder im Sinne der Kleinkinderschule zu Weihnachtsmenschen zu erziehen. Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes „O du fröhliche" erhielten die Kinder von Schwester Elisabeth ihre Weihnachtsgaben und eilten froh und glücklich nach Hause. 9.JL-$port Stadtrat Otto Holzhüter, der neuessührer des deutschenRabsports Der Reichssportsührer hat den Stadtrat Otto Holzhüter, den Leiter der Berliner Fachschaft der Beamten, mit der Führung des Deutschen Radfahrer-Verbandes beauftragt. Der Nachfolger des kürzlich verstorbenen Franz Eggert ist alter Parteigenosse und SS.-Sturmsührer. In den Jahren 1910/11 und nach dem Kriege übte er den Rad- sport auf Bahn und Straße aktiv aus und bringt so die besten Voraussetzungen für sein wichtiges Amt mit. Stadtrat Holzhüter, der am 13. November 1893 zu Berlin geboren wurde, erlernte den Techniker-Beruf. Den Weltkrieg machte er von Anfang bis Ende als Offiziers-Stellvertreter mit und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet. Im Jghre 1919 wurde er Beamter der Stadt Berlin und 1933 von Staatskommissar Dr. Lippert zum Stadtrat des Verwaltungsbezirks Charlottenburg ernannt. , FE Teutonia Wakenbom-Gteinberg I. Mannschaft — Rodheim I 8:0 (5:0). Am vergangenen Sonntag weilte die erste Mannschaft des Sportvereins Rodheim in Watzenborn- Steinberg zum Gesellschaftsspiel. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an, konnten aber trotzdem die Zuschauer mit ihrem flüssigen Spiel begeistern. Ganz hervorragend spielte die einheimische Mannschaft mit ihrem Halbrechten Lang auf dem Mittelläuferposten. Der Sturm machte Angriffe auf Angriffe und es war dem Torwart der Gäste nicht vergönnt, an diesen fünf Treffern in der ersten Halbzeit etwas zu ändern. Die zweite Halbzeit litt unter dem Tempo der ersten Halbzeit. Das Spiel wurde nicht mehr so schnell durchgeführt, denn der feuchte Boden stellte immer mehr Anforderungen an die Spieler. Bis zum Schluß konnten die Teutonen noch drei Treffer erzielen, denen die Gäste noch nicht einmal das Ehrentor entgegensetzen konnten. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck. Fußbattabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Allen-Vuseck I — Staufenberg L Obige Mannschaften trafen sich in Alten-Duseck zu einem Freundschaftsspiel. Staufenberg trat nur mit acht Mann an und die Einheimischen gewannen daher das Spiel verdient 4:0. Nur der sehr guten Hintermannschaft können es die Gäste verdanken, daß die Niederlage nicht höher ausgefallen ist. jntereffanier Verlauf der Spiele der 1. Handball-Kreisklasse. Man kann wohl sagen, daß die Spiele der ersten Kreisklasse am letzten Sonntag einen Verlauf nahmen, der als interessant und zum Teil sogar als überraschend bezeichnet werden kann. Nicht nur der Sieg der Hörnsheimer in Holzheim sondern auch die knappen Ergebnisse in Dutenhofen und Garbenheim und der schwer erkämpfte Sieg der Atzbacher lassen aufhorchen. Während danach also die 1. Kreisklasse „voll beschäftigt^ war, hatte die Bezirksklasse wenig zu tun. Nur ein Spiel stand auf dem Programm. Bezirksklasse. Tuspo W. - Niedergirmes — Tv. Hochelheim 6:3 (3:0). Die Hochelheimer können anscheinend auch auswärts spielen. Denn Niedergirmes hatte feine liebe Not, um einer Ueberraschung aus dem Wege zu gehen. Hätte Hochelheim vorsichtiger gespielt und nicht zwei Mann durch Platzverweis verloren, dann war das Treffen noch nicht entschieden. So aber hat man sich um alle Chancen gebracht. 1. Kreisklasse. Tv. Holzheim — Tv. Hörnsheim 3:5 (3:4). Das Spiel der Spiele in Holzheim nahm einen überraschenden Verlauf. Schon gleich nach Beginn konnte man deutlich feststellen, daß sich Hörnsheim etwas vorgenommen hatte und daß es ihm darauf ankam, diesmal vorne zu bleiben. Das war um so eher möglich, als bei Holzheim irgendetwas fehlte. Seine Spieler ließen das flüssige und zweckmäßige Spiel vermissen, verwandten ihre Kräfte in erfolglosen Einzelaktionen und fanden zudem noch an der gegnerischen Hintermannschaft ein unüberwindbares Bollwerk. Anders war es, wie schon gesagt, bei Hörnsheim. Seine Mannschaft spielte wie aus einem Guß und gegen das ideenreiche Spiel des Sturmes war auch die gute Hintermannschaft der Holzheimer machtlos. Durch diese Niederlage hat Holzheim die Tabellenführung ab- geben müssen und ist nunmehr auf den brüten Platz zurückgefallen. To. Dutenhofen — Tv. Grüningen 7:6 (4:2). Grüningen konnte diesmal gefallen. Bei etwas mehr Glück hätte es sogar zu einem Erfolg gereicht. Allerdings darf man nicht vergessen, baß bie Platzbesitzer reichlich Ersatz einstellen mußten, so baß bie Mannschaft schon daburch kolossal im Nachteil war. Dazu kam noch ber schlechte Platz, ber beiden Gegnern sehr zu schaffen machte. Trotzdem war das Spiel jederzeit anständig und bot auch stellenweise sehr schönen Sport. Tv. Atzbach — Tv. Herborn 4:2 (2:2). Atz- bach hatte schwer zu kämpfen, um die ausgezeichnet zusammenspielenden Herborner zum Schluß noch knapp zu schlagen. Die im Vorspiel erlittene Scharte ist damit ausgewetzt und die Mannschaft auf den zweiten Platz der Tabelle vorgerückt. Eine ßeiftung, bie niemanb zu Beginn ber Spiele für möglich gehalten hätte. To. Garbenheim — Tuspo Gr. - Rechten- bach 7:6 (4:2). Auch Groß-Rechtenbach wartete biesmal mit einer Leistung auf, bie Garbenheim fast ben Sieg gekostet hätte. Denn man hatte augenscheinlich ben Gegner unterschätzt und nur zu spät erkannt, daß hier eine Mannschaft stand, bie noch manchen Sieg erringen bürste. Tv. Katzenfurt — Tv. Dorlar. Dorlar leistete sich roieber einmal den Scherz, in Katzenfurt nicht anzutreten, so daß Spiel und Punkte verloren sind. Jugendklasse. Mtv. Gießen I — Tv. Dutenhofen 19:1 (9:0). Tv. 1846 Gießen — SpD. 1900 Gießen 11:2 (5:2). Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 5:2 (3:0). Tuspo Niedergirmes — To. Garbenheim 2:4 (0:2). Die Jungens des Mto. stellten erneut ihre derzeitige Form unter Beweis, indem sie ihren Gegner zweistellig abfertigten. — Auch 1900 konnte mit feiner neu zusammengestellten Mannschaft gegen die diesmal wieder gut spielenden 1846er nichts ausrichten und mußte sich hoch geschlagen bekennen. Stand der Spiele im Handball. Nachdem in der Zwischenzeit nicht nur in allen Klassen bie Vorrunbe beenbet ist, sonbern zum Teil bereits eine Reihe von Rückspielen ausgetragen würbe, ist es an ber Zeit, ben Interessenten einmal einen Überblick über ben beseitigen Stanb ber Spiele zu geben. Es ist außerorbentlich interessant, festzustellen, baß manche Mannschaften bem aufmerksamen Beobachter nicht nur einen Streich gespielt, sonbern auch bafür gesorgt haben, baß es nicht an ben nötigen Überraschungen gefehlt hat. Wie bem auch sei, ber Stanb ber Spiele nach bem 13. Dezember 1936 ist folgenber: Bezirksklasse. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 8 erholt hat. Die Spvg. 1900 Gießen 9 Tuspo Niebergirmes 7 4 3 3 3 0 9 9 9 8 5 7 5 4 1 1 2 0 0 1 0 1 1 2 3 4 5 4 5 5 15:3 10:4 9:7 9:9 7:11 8:10 6:10 0:10 stärkste Anwärter auf ben Meistertitel. Gut gehalten hat sich ber Neuling Niebergirmes, ber sogar noch Aussicht hat, in bie Geschehnisse einzugreifen. Nicht schlecht steht auch Lützellinben, währenb ber Mtv. biesmal von allen Geistern verlassen scheint. Heuchelheim steht relativ noch besser als bie Gießener. Tv. Lützellinben Tv. Münchholzhausen Mtv. Gießen Tv. Heuchelheim Tuspo Marburg Tv. Hochelheim Für viele mat g es überraschend sein, baß sich 1900 Gießen nach anfänglichen Schwächen roieber so gut Mannschaft ist heute zweifellos ber 1. kreisklasse. Tv. Gr.-Rechtenbach 2 Der erwartete Zweikampf Hörnsheim Pkte. 14:2 14:2 13:3 9:9 8:8 6:10 4:12 4:12 4:12 0:4 Gew. 7 7 6 4 4 3 2 2 2 0 Verl. 1 1 1 4 4 5 6 6 6 2 Spiele 8 8 8 9 8 8 8 8 8 Unentsch. 0 0 1 1 0 0 0 0 0 0 zwischen Tv. Hörnsheim Tv. Holzheim Tv. Atzbach Tv. Dutenhofen Tv. Garbenheim Tv. Herborn Tv. Dorlar Tv. Grüningen Tv. Katzenfurt und Holzheim ist zur Tatsache geworden, so daß sich also einstweilen noch nicht übersehen läßt, wer nun eigentlich für ben Aufstieg in Frage kommt. Beibe Mannschaften sind sich vollkommen gleichwertig, so baß es also äußerst schwer ist, eine bestimmte Voraussage zu treffen. Gut steht auch Atzbach unb vor allem auch Dutenhofen. Dutenhofen bürste allerdings mit ben übrigen Mannschaften kaum noch mit Erfolg eingreifen. Von Groß-Rechtenbach läßt sich noch nichts sagen, weil bisher erst zwei Spiele aus- getragen werben konnten. Die Uebersichten für bie übrigen Klassen folgen. für Tante Frieda, den hätte ich ja fast ve< gessen. Na. den werden wir ja gleich haben, und zwar nen recht groben, damit der Weihnachtsbraten auch gut hinein pabt. Also rum um die Ecke und rein zum Häuser! Er ist nunmal der rechte Mann für so etwas und wird mir auch gleich raten können, ob Stahlgeschirr oder Emaille. Auch für Sie wird sich der Weg zum Häuser Johnen, wenn Sie daran gehen weil n, Brat- und Kochgeschirr als Weihnachtsgeschenk einzukaufen Auch sonstige Haushaltartikel zu Geschenkzwecken kaufen sie richtig bei M JE LhJ J.B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Fernruf Nummer 2145/46. 7893 A Frische seelische r. Kochen, imAusschn 1K 500 Gramm von an Filet Marke „Fist" 45 500 Gramm von an Bestellungen für eaotA Spiegelkarpfen, Heilbutt, Flußhechte krischen Lander, Nbeimalm. , bittet frühzeitig aufzugeben A. 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Nach der Begrüßung an die Anwesenden betonte Bürgermeüier Schmidt, daß er die Versammlung einberufen habe, um vor aller Öffentlichkeit darzulegen, was im national- sozialiistschen Staat in der Gemeinde bereits geschehen ist und was in Zukunft geschehen soll. 3n großen Zügen schilderte er die politische und wirtschaftliche Lage, wie sie 1933 der nationalsozialistische Staat nach Abwirtschaftung des parlamentarischen Systems antraf. Was feit dem Umbruch auf allen möglichen Gebieten geleistet wurde, sei offensichtlich zu sehen und zu spüren und täglich in der Zeitung zu lesen. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen erläuterte Redner auf Grund der neuen Gemeindeordnung die Rechte und Pflichten des Bürgers. Obgleich die Verwaltung nach dem Führergrundsatz unter Anhörung des Gemeinderates geschehe, sei ihm, dem Bürgermeister, doch die Meinung der Allgemeinheit sehr wesentlich: deshalb die Versammlung. Bürgermeister Schmidt ging dann auf die Finanzlage der Gemeinde ein und wies nach, daß die noch 1934 aus der Systemzeit her- rührende Gemeindeschuld in Höhe von 55 700 Mark im Jahre 1935 auf 50 000 Mark und im Laufe dieses Jahres auf 10 000 Mark gesenkt werden konnte. Diese Senkung um 40 000 Mark in drei Jahren bedeutet, daß die Gemeindefinanzen gesicherter sind denn je. Weiter trat der Aufbau- wille der Gemeinde stark in Erscheinung. Nichts sei besser eingeschlagen als die segensreiche Einrichtung der K r a n k e n s ch w e st e r st a t i o n. Dazu kämen weiter Kindergarten, Verbesserungen im Feuerschutz, umfangreiche Wege- bauten und die Einrichtung des Schwimmbades. Letzteres sei, entgegen anderslautenden Gerüchten, bezahlt bis auf ein paar kleine Beträge, die von bi?r Bauleitung noch nicht genau errechnet sind. Sind so schon große kommunale Fortschritte gemacht worden, so liegen dennoch umfangreiche Zukunftsaufgaben vor. Z. B. ist die Erstellung eines Hitler-Jugendheimes ein unbedingtes Erfordernis, um die staatspolitische Erziehung der Jugend zu fördern. Viel zu tun ist im Wegebau. In Angriff genommen werden muß die Wasserführung in Gleiberg. Wenn die Straßenbauverwaltung die in sehr schlechtem Zustande befindliche Straße von Krofdorf nach Gleiberg 1937 in Ordnung bringen will, geschieht das nur unter der Voraussetzung der gemeindlichen Regelung der Wasserführung, die jedenfalls so zu regeln ist, daß das in einem Kanal gesammelte Wasser von Gleiberg entweder in den Föhn- oder den Gleibach geleitet wird. Große Anforderungen bringt der Luftschutz mit sich. Trotz alledem sei bei gutem Eingehen der Steuern zu hoffen, daß in absehbarer Zeit, möglicherweise schon im nächsten Jahr, die G e - m e i n b e u m (a g e n herabgesetzt werden könnten. Grundsatz bleibe: Erst radikale Schuldentilgung, dann Steuerermäßigung. Die Gemeinden seien gezwungen, rationell zu wirtschaften; neue Darlehen dürfen nur mit ministerieller Genehmigung ausgenommen werden. Einen Hauptteil des Abends füllte die Beratung über einen neu einzuführenden Elektrizitäts- Lichttarif. Krofdorf-Gleiberg steht seit 1911 in einem Vertrag mit der Stadt Gießen, wonach diese für monatlich 0,40 Mark Zählergebühr und für 0,45 Mark Arbeitsgebühr pro Kilowattstunde den Strom liefert. Da von den 65 von Gießen mit Strom belieferten Orten bereits 64 einen anderen Tarif benutzen, finden zur Zeit Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem städtischen Elektrizitätswerk statt. Unter vergleichsweiser Berücksichtigung verschiedener Haushaltungen bezüglich des Stromverbrauches kam man in der Versammlung allgemein zu dem Schluß, daß der vorge- fchlagene neue Tarif, der sich nach der Anzahl der Lichtbrennstellen richtet, sich vorteilhafter gestaltet. Danach kommt an Stelle der Zählermiete eine Grundpflicht. Diese beträgt beispielsweise bei 1 bis 5 grundpflichtigen Campen 0,80 Mark, bei 5 bis 12 Lampen 1,10 Mark, bei 12 bis 24 Lampen 2 Mark monatlich. Die Kilowattstunde Strom würde sich hierbei nur noch auf 0,22 Mark belaufen. Entsprechend wirkt sich auch der neue Heiztarif und der für Motoren aus. Einstweilen soll der neue Tarif bis 1942, dem Ablaufsjahr des alten Belieferungsvertrages, Gültigkeit haben. Als Letztes wurde über die Bullenhaltung und die zu erhebende Form des Sprunggeldes beraten. Aus der Mitte der Versammlung wurde dankbar das in neuer Zeit in der Gemeinde Geleistete anerkannt und der Wunsch zum Ausdruck gebracht, hin und wieder in einer solchen Versammlung über die jeden Volksgenossen interessierenden kommunalpolitischen Dinge Aufschluß zu erhalten. Mit der Versicherung, stets aufs beste zum Wohle der Gemeinde zu wirken, schloß Bürgermeister Schmidt die Versammlung mit dem Sieg-Heil auf den Führer, dessen aufopfernder Sorge wir allen Fortschritt verdanken. Runvsunkproaramm. Mittwoch, 23. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. Vorbereitende Hebungen für den Wintersport 8.30: Werkskonzert. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Weihnacht. Märchen, Micky-Scherz, alles nur fürs Kinderherz! 15: Volk und Wirtschaft. Wozu dienen die Reichsanleihen? 15.15: In Trier wird Wein versteigert. 15.30: Eifelsagen. 16: Unterhaltungskonzert. 16.45: Weihnachtseinkauf! Heitere Streiflichter kur vor dem Fest. 17: Alte Weihnachts- musik. 17.30: Wenn Frau Holle die Erde besucht! 18: Unser singendes klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Kleine Gabe für große Kinder. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24: Die verliebte Tonleiter. 1' bis 2: Nachtmusik. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dls 1230 Uhr. 16 vis 17 Uhr Samstagnoch. mittag geschloffen. Donnerstag, 24. Dezember, nachmittags geschlossen sind. Kassenstunden nur von 8 — 13 Uhr wird Ihr Geschenk mit genommen, denn schöne 8280 D CARLlXinwarx l s GIESSEN SELTERSWEG 81 8264 A MS Kundendienst unübertroffen K für 8298 D Wird prompt besorgt, vielen Dank ZA- iBORRMANN Gießen, Neustadt 5 Ruf 4 _________________________ R fj 4165 8299 A ■K' wsK Marktstr. 23 8285a Tel. 2417 M |JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER K, G. 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