Wart bt, ^Pifdjen 'n a. JJ) Rio d- . |üi>. '7'Bffle 1 »"d bin "9t $t. ft >' Di bki-kn unb P;hA Sü *55 Ir. 248 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 22. Oktober M6 r|d)emi rüg ltch. außer onntags und Feiertags eilagen: Die Illustrierte iießenei Familienblätter ittmat tm 23ilb Die Scholle Monats vezugsprets * lit 4 Beilagen NM 1.95 hne Illustrierte , 1.80 ; ustellgebühr „ -.25 ! uch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern bifolg^ höherer Gewalt Zernsprechanschlüffr Unter Sammelnummer 225) Lnschnft für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 1 ____LU—— Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Oruch und Verlag: vrühl'sche UntversitatsVuch und Zteindruckerei R. Lauge in Giehen. Schriftleitunq und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme oon Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B 8 hat das IU1)9 eines «Je Der. 51 Februar 'erben. Ein deutsch-italienisches Institut fürIngendsührnng. Der italienische Außenminister aus einer Berliner Kundgebung der Hitler-Jugend. 12 -A 0- 'usikalien- [aufmänn. jutschein- 6688 D sausschuß iche. ‘inungl gd Bicfcereiei tnter Berück* imungen 1. .■.0 Blatt 0- ^kergewerbii ichungs- K • 50 Blatt V* 6668D Darmstadt ^gesucbt^ mäßigten 5 pf. für dle eröffentllchtl hanb« für bas Daneben 1 geworben QUf beson» »erben. An. ter: Einen die neue vor allem Tore: jetzt «i Wnft iamteit ye» es Mnterg jtottfinben, r Vereins» 15. Novern» schließt. Da» des Gaues Zeschult, um 10m 8. bis gen zu wer» Meinungen, zeitlich, ibgewickelten rer Fragen ■ hallen» aller Hand» m bereit ist, es nur eine iltung steigt. dog, den zu einer ^0 1936" Eröffnung. EBER Berlin, 21. Oft. (DNB.) Der Kameradschafts- cbenb des Gebietes Berlin der Hitlerjugend, in dem pon 20 000 Hitlerjungen, BDM.- und Jungvolk-An- geljorigen bis auf den letzten Platz besetzten Sportpalast, erhielt eine besondere Bedeutung durch die leilnahme des italienischen Außenministers G r ä - (er Ciano, der die Uniform eines Generals der liliz trug. Als weitere Ehrengäste erschienen der alienische Botschafter, Exzellenz Attolico, sowie Bertreter des Berliner Fascio und seiner Jugend- iruppen, der Reichsleitung der NSDAP, und der Vebrmacht. Der Saal war mit Fahnen und Blatt- ;rün schlicht ausgeschmückt worden. Die an der «btiinseite angebrachten Bannfahnen flankierten die lleulsche und die italienische Flagge. Auf einem 'Spruchband längs des Ranges las man den 'llusspruch des italienischen Regie- nun g 5 d) ef s: „Die Jugend kennt nur eine Losung: ,,Nichts i st u n rn ö g l i ch!" Nach dem Fahneneinmarsch und der Begrüßungs- «mssrache des Obergebietsführers A x m a n n betrat Exzellenz Graf Elano »IS Rednerpult. In einer kurzen Ansprache, die vom Zsülrer des Berliner Fascio übersetzt wurde, grüßte üerjMinister die Kameraden der deutschen Jugend, Llmn er seine Bewunderung für ihre stolze Haltung omsprach. Nur wenn die Jugend bereit sei, dem Lebn mit dem Verantwortungsbewußtsein des Hstaatsbürge»s und dem Herzen des Soldaten die <26tim zu bieten, könnten die Nationen auf eine machtvolle Zukunft rechnen. Für Deutschland sei eine Mche Zukunft in der Hitlerjugend durch Adolf Hit- Ik gesichert. 50er Aelchsjugendführer spricht. 2er italienische Königsmarsch und die Giooinezza lütteren über zu einer Rede des Reichsjugendführers eio r Schirach. „Es ist für mich und für uns alle eine große Freude, Sie, Graf Ciano, hier rriitm in der Jugend der Reichshauptstadt begrü- _£U dürfen. Wir begrüßen in Ihnen nicht nur abu Staatsmann und einen der vertrautesten Mitar- tiiit.r Mussolinis, nicht nur eine der hervorragenden Persönlichkeiten in der europäischen Politik, ttozrn vor allem auch den Vertreter eines Lan- das genau so wie wir neue Methoden Mer Jugenderziehung begründet hat und Mw Segen der jungen Generation Tag für Tag Mchnrklicht. Die Welt mag diesen Erziehungsmethoden mit einer gewissen Kritik begegnen — eine; steht fest: Deutschland und Italien haben tlircj ihr System der Jugenderziehung d i e j u n g e Cd e i e r a t i o n ihrer Länder stolzer, Mik er und glücklicher gemacht." 2^r Reichsju'gendführer erinnerte dann an den Slestch der HJ-Abordnung in Italien, der Gele- Mnleit gegeben habe, eine Gemeinschaft der Ju- kennen zu lernen, die wie die deutsche zum Reirußtsein einer höheren Lenkung erzogen werde, L-mb die mit tiefer Hingabe an die ewigen Ziele iittreH Volkstumes erfüllt sei. Auch in künftigen "obren sollten viele Fahrten deutscher und itattem- fflher Jugendführer stattfinden, damit sich bte Freundschaft zwischen der Hitlerjugend und der Melilla weiter festige. „Ls freut mich", so fuhr der Reichsjugend- jibrer fort, „der deutschen Oeffenttichkeit zum ec len Ulate TNitteilung machen zu dürfen von einem plan, den ich in Italien mit dem Führer bet faschistischen Jugend besprochen habe, und ber die Zustimmung beider Staalschefs gefunden hat: Ls wird sowohl in Rom wie in Berlin ein Institut für deutsch-italienische Iugendführung errichtet, das die Iugend- siihrer des anderen Landes aufnehmen wird, um sie mit den kulturellen, wirtschaftlichen und Politiken Verhältnissen und Errungenschaften naher bekannt zu machen. Es soll damit aber keineswegs eine gegenseitige Kopie der Jugendorgani- * hüonen bezweckt werden. 3n einer Seit, in der in vielen Landern da^ des Bolschewismus ausgebrochen ist, istesnolwew., big, zu erkennen, daß Deutschland und Italien Zellen derOrdnung sind, an denen ganz Europa gesunden muß. Es ist die^euchvom Schicksal auferlegte Ausgabe, meine Kameradin- een und Kameraden, dafür zu sorgen, an Zelle der Ordnung, die Deutschland h ß. immer stärker wird, und das; ei n V amm in $eut|d)lanb errichtet wird, an dem sich die Wellen des Bolschewismus brechen ollen. wenn der Bolschewismus meint, Deutschland Md Italien Höllen nur in der Segenwarl Ihre starke posiiion, und es könnte vielleicht spater einmal der Augenblick kommen da diese can- drr, schwach geworden, die Möglichkeit zu griff böten, fo wird die Jugend da ür s-rgen, das; nicht nur die Gegenwart gegen dm Bolschewismus kämpsl, sondern das; auch in lommenben Jahrzehnten und ^"bchunderten immer wieder e i n e <3 e tii e r a io n b a ist, die ihr Land gegen die bolschewistische Ge- |»r bitten Qe, Gras Ciano, dem Führer der^ita- ttlniishen Jugend und Seiner Exzellenz, H P der faschistischen Regierung, mitzuteilen, daß hier in Deutschland eine Jugend aufwächst, deren Herzen i n heißer Freundschaft zur italienischen Jugend schlagen. Die Jugend Deutschlands wird in der historischen Auseinandersetzung mit der bolschewistischen Welt fest ihre Pflicht erfüllen!" Die Jugend bekräftigte ihr Bekenntnis zu dieser Pflicht mit dem vom Reichsjugendführer ausgebrachten Sieg-Heil auf den Führer. Die deutschen Nationalhymnen beschlossen die Feierstunde. Nach der Kundgebung gab die Menge, die trotz des Regens vor dem Sportpalast ausgeharrt hatte, ihrer Sympathie für den italienischen Außenminister erneut lebhaften Ausdruck. Am Ehrenmal. Berlin, 21. Oktober. (DNB.) Der italienische Außenminister G r af Ciano di Cortellazzo hat heute vormittag dem Reichsaußenminister Frei- Herrn von" Neurath im Auswärtigen Amt seinen Besuch abgestattet, der die Gelegenheit zu einem längeren Gedankenaustausch bot. Gegen Mittag stattete der Reichsaußenminister dem italienischen Staatsmann im Hotel Adlon seinen Gegenbesuch ab. Um 16 Uhr begab sich der königlich-italienische Minister des Aeußern Graf Ciano di Cortellazzo in Begleitung des königlich-italienischen Botschafters Attolico nach dem Ehrenmal, vor dem je eine Kompanie des Reichsheeres und der Luftwaffe mit Musik angetreten war, um dem italienischen Minister die Ehrenbezeugung zu erweisen. Bei seiner Ankunft wurde Graf Ciano von dem kommandierenden General des III. Armeekorps General der Infanterie von Witzleben, dem kommandierenden General im Luftkreis II General der Flieger K a u p i s ch und dem Kommandanten von Berlin ©eneraleutnant Schaumburg begrüßt. Unmittelbar darauf schritten Graf Ciano und der königlich-italienische Botschafter in Begleitung der drei Generale die Front der Ehrenkompanien ab. Während das Musikkorps des Wachregiments das Lied vom guten Kameraden anstimmte, betrat Graf Ciano mit seiner Begleitung das Innere des Ehrenmals und legte einen Lorbeerkranz nieder, dessen in den italienischen Landesfarben gehaltene Schleifen die Inschrift trugen: Der Minister für äußere Angelegenheiten. Als der Minister wieder auf den Stufen des Ehrenmals sichtbar wurde, brachten ihm die Tausende eine spontane Huldigung dar. Zum Abschluß des feierlichen Totengedenkens marschierten die Ehrenkompanien in Exerzierordnung an dem italienischen Außenminister vorbei. Abendtafel beim Äeichsaußenminister. Berlin, 21. Okt. (DNB.) Zu Ehren des königlich-italienischen Außenministers veranstaltete der Reichsmini st er des Auswärtigen und Frau von Neurath eine Abendtafel im Hause des Reichspräsidenten. Von italienischer Seite waren außer dem italienischen Botschafter und Frau Attolico sowie sämtlichen Vesuch beim Reichsaußeummister. (Scherl-Bild erdienst-M.) UM W M Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges. Jrn Ehrenmal Unter den Linden. Links von dem Grafen Ciano der deutsche Botschafter in Rom o. Hassel. (Scherl-Bild erdienst-M) Herren der Begleitung des Grafen Ciano die Herren und Damen der hiesigen königlich-italienischen Botschaft erschienen. Neben Reichsministern und Reichsleitern waren führende Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht und Partei sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes mit ihren Damen zugegen. Während des Essens begrüßte der Reichsminister des Auswärtigen den Gast der Reichsregierung mit folgenden Worten: „Ew. Exzellenz! Es ist mir eine große Ehre und Freude, Sie i m Namen des Führers und Reichskanzlers sowie im Namen der Reichsregierung auf das herzlichste in Deutschland willkommen heißen zu können. Wir begrüßen Sie als Vertreter der befreundeten italienischen Nation und als den Abgesandten Ihres großen Regierungschefs, Seiner Exzellenz des Herrn Ministerpräsidenten Mussolini. Nach Ihrer Rückkehr aus einem Feldzug, in dem Sie Ihrem Lande als tapferer Soldat dienten, haben Sie kürzlich das verantwortungsvolle Amt des Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten übernommen. Wir wissen es voll zu würdigen, daß Sie einer Einladung der Reichsregierung folgend uns Ihren ersten offiziellen Auslandsbesuch abftatten. Ihre Anwesenheit bietet uns Gelegenheit, zu einem offenen und freundschaftlichen Meinungsaustausch über die Fragen, die unsere beiden Völker bewegen. Ihre persönliche Fühlungnahme mit den führenden Männern des Dritten Reiches wird sicherlich dazu beitragen, die zwischen unseren Völkern bestehenden freundschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen. Dadurch dienen wir zugleich dem hohen Ziel der internationalen 23 e r ft ä n b i g u n g, die unseren beiden Ländern gleichermaßen am Herzen liegt. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Ihres erhabenen Souveräns, seines hervorragenden Regierungschefs sowie auf das Gedeihen der im Faschismus zusammengefaßten großen italienischen Nation." öer italienische Außenminister antwortete barauf: „Herr Minister! Ich bunte Ihnen herzlich für den Willkommensgruß, den Sie mir im Namen des Führers und Reichskanzlers und der deutschen Regierung überbracht haben. Ihre freundschaftlichen Ausführungen haben den aufrichtigen Widerhall in meinem Herzen gefunden, ich lege Wert darauf. Ihnen zu erwidern, daß ich wirklich glücklich bin, nach Berlin gekommen zu sein, und persönliche Fühlung zu den leitenden Persönlichkeiten des Dritten Reiches ausgenommen zu haben, insbesondere auch zu Ihnen, Herr Minister, der Sie als Vertreter des Reiches in Rom dem siegreichen Aufstieg des italienischen Faschismus beigewohnt haben. Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind so, wie sie zwischen zwei großen Nationen bestehen und bestehen sollen, die auf der hohen Ueberlieferung ihrer jahrhundertealten Geschichte das starke Bewußtsein für die ihnen übertragenen Aufgaben der Zivilisation haben. Der Gedankenaustausch, zu dem mein Besuch geführt hat, wird, wie Sie mit Recht hervorgehoben haben, dazu beitragen, diese Beziehungen zu verstärken im Interesse unserer beiden Länder und der gemeinsamen Bestrebungen, die Sie auf das Werk des allgemeinen Friedens und des europäischen Wiederaufbaues zu richten beabsichtigen. Der Duce hat mich beauftragt, bei meiner Reife nach Deutschland dem Führer, der Reichsregierung und dem deutschen Volke den Gruß des faschistischen Italiens zu überbringen. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl Ihres großen Führers und Reichskanzlers und auf das Gedeihen des nationalsozialistischen Deutschland. Verbesserung der Wehrmacht-Versorgung. Berlin, 21. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat eine Verordnung zum Wehrmachtversorgungsgesetz erlassen, durch die die Versorgung der Berufssoldaten des alten Heer es erheblich verbessert wird. Die Verordnung gilt für Unteroffiziere und Mannschaften, die nach dem 31. August 1936 nach zwölfjähriger oder längerer Dienstzeit aus dem aktiven Wehrdienst entlassen werden und den Zivildienstschein besitzen. Sie haben die Wahl zwischen den Uebergangsgebührnissen nach dem bisherigen Recht oder den Uebergangsbezügen nach dieser Verordnung. Die Uebergangsbezuge werden zunächst für drei Monate gewährt, darüber hinaus aber bis zur planmäßigen Anstellung, wenn sie bei mindestens fünf Vormerkungsstellen für Be- amtenftetten vorgemerkt sind. Die Bezüge steigen je nach der Länge der Dienstzeit und nach dem Ergebnis der Ausbildung an einer Wehrmachtfachschule. Kinder- und örtliche Sonderzuschläge werden nach den Vorschriften für Reichsbeamte gewährt. Versorgungsanwärter, die infolge eines Gebrechens zur Erfüllung der Amtspflichten eines Beamten dauernd unfähig find, haben Anspruch auf ein lebenslängliches Ruhegehalt. Das Recht auf Uebergangsbezüge erlischt, wenn der 23 er- sorgungsanwärter ohne zwingende Gründe eine Einberufung in Stellen ablehnt oder solche wieder aufgibt, ferner bei unwürdigem Verhalten. Bezieht der Versorgungsanwärter ein Arbeitseinkommen aus der freien Wirtschaft, fo werden die lieber- gangsbezüge um die Hälfte gekürzt, wenn das Ar- beitseinkommen 50 Mark monatlich übersteigt. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. September 1936 in Kraft und gilt ausschließlich für Angehörige der Wehrmacht. Oie Slawenkreuzler. Von unserem K.-Berichterstatter. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Preßburg, im Oktober 1936. Es gibt gewiß wenige Gebiete in Europa, die in der letzten Zeit so viel von sich reden gemacht haben, wie gerade die Slowakei. Dabei könnte man zehn zu eins wetten, daß, noch vor zwanzig Jahren die meisten Zeitungsleser kaum gewußt haben, wo sie die Slowakei hätten suchen sollen, feilte freilich weiß ein jeder, daß die Slowakei das Sprungbrett des Bolschewismus für seinen Angriff auf Mitteleuropa werden soll. Heute weiß ein jeder, daß die Slowakei ein besonders wichtiges Gebiet ist, das politisch und strategisch, wirtschaftlich und völkisch in besonderem Maße umkämpft ist und das vielleicht einmal bestimmt sein wird, eine große Rolle zu spielen bei späteren europäischen Entscheidungen. Als während der sogenannten Friedenskonferenzen in den Pariser Dororten die tschechischen Nationa- listenführer die Friedensmacher dazu bewegen wollten, die Slowakei weder bei Ungarn zu belassen, noch sie Polen zu geben, sondern die Slowakei zusammen mit dem sogenannten Kar- pathorußland als einen von Westen nach Osten laufenden Korridor der tschechischen Republik anzugliedern, da waren für diese Forderung nicht |o sehr nationalpolitische Gesichtspunkte maßgebend — denn als Brüder haben sich früher wenigstens die Tschechen und die Slowaken nie gefühlt — als vielmehr die Erwägung, daß mit einem solchen Korridor für die Tschechen die Möglichkeit einer Verbindung mit Rußland gegeben sei. Dabei muß man berücksichtigen, daß ja verschiedene Wortführer der tschechischen Abordnung für die Friedensoerhandlungen den ausgesprochen panslawistischenKreisen angehörten, jenen Kreisen, die schon früher in Prag ihre Zentrale gehabt hatten und die Rußland als die Schutzmacht des Slawentums in aller Welt ansahen. Diesem Rußland wollte man möglichst nahe sein. Richt durch ungarisches Gebiet getrennt, aber auch nicht durch polnisches, denn die Polen waren ja seit jeher sozusagen Abtrünnige des panslawischen Gedankens gewesen und hatten niemals einen Hehl gemacht aus ihrer antirussischen Einstellung. So erhielt von Anfang an der Besitz der Slowakei eine besondere Bedeutung. Dieser Bedeutung trägt die Prager Regierung seit einiger Zeit dadurch Rechnung, daß sie wirtschaftlich und verkehrspolitisch den Ausbau der Slowakei in einem Tempo durchführt, das nur ganz besondere Zielsetzungen erklärt und gerechtfertigt werden kann. Die bolschewistische Regierung wiederum benutzt in der richtigen Erkenntnis der Bedeutung der Slowakei dieses Gebiet als die Operationsbasis für ihre umstürzlerischen Pläne in Mitteleuropa und im Donauraum. Es ist- nun nicht verwunderlich, wenn allmählich die Bewohner der Slowakei, die bisher wenig politische und sonstige Aktivität zeigten, nun, wo sie über Nacht zu so großer Bedeutung gelangt sind, allmählich von dem Bestreben erfüllt werden, nun auch ihrerseits aktiv zu werden und nicht nur eine Schachfigur für das Spiel zwischen Moskau und Prag zu sein. Die bisher stärkste politische Partei in der Slowakei, die von dem Pater H l i n k a geführte Slowakische Volkspartei, versuchte diesen slowakischen Wünschen gerecht zu werden, indem sie hauptsächlich die Forderung nach einer Autonomie für die Slowakei vertrat, wobei sie sich auf die seinerzeit geschlossenen Staatsoerträge berufen wollte. An dem Widerstand der Prager Zentralisten scheinen vorläufig diese Bestrebungen zu scheitern. Dies zeigt jedenfalls auch manche Aeußerung des Staatspräsidenten B e n e s ch während seiner letzten Reise durch die Slowakei. Von Moskau her versucht man gleichzeitig die kommunistische Propaganda in der Slowakei vorwärtszutreiben, um dadurch die Möglichkeit zu bekommen, einen Druck auf Prag auszuüben und gleichzeitig sich die slowakische Opera- tionsbasis auch stimmungsmäßig zu sichern. Diese kommunistische Propaganda rief wiederum eine Abwehrbewegung der katholischen Slowakischen Volkspartei hervor, und so ergibt sich jetzt das folgende Bild: die Kommunistische Partei kämpft im Solde Moskaus gegen Prag und gleichzeitig weltanschaulich gegen die Slowakische Volkspartei. Diese wiederum muß sich der kommunistischen Angriffe erwehren und muß gleichzeitig versuchen, Prag gegenüber die Autonomieforderung immer wieder von neuem zu vertreten. Beide politischen Faktoren müssen so nach zwei Seiten kämpfen und ihre Kräfte zersplittern. Der Nutznießer dieser Lage aber ist niemand anders als P r a g. Die tschechische Regierung kann nun dem politischen Ehrgeiz der Slowakei ruhig zusehen, da sich die beiden hier kämpfenden Kräfte aufheben. Inzwischen aber herrschen tschechische Beamte schrankenlos und willkürlich in der Slowakei, wie Fremde in einer Kolonie. Aus diesem Kräftespiel ist nun eine neue politische Bewegung erwachsen, die zweifellos ernste Beachtung verdient, weil hier wenigstens der Versuch gemacht wird, das slowakische Problem, das in der letzten Zeit immer mehr zu einem europäischen Problem geworden ist, auf einer anderen Ebene zu lösen. Diese neue politische Bewegung ist die „Slawische nationale Solidarität", kurz Slawenkreuzler genannt. Das Symbol dieser Bewegung, die heute schon über eine beachtliche Anhängerzahl verfügt, sind das Christuskreuz und der Dreizack des alten Donnergottes der slawischen Götterwelt, Perun. Führer der Bewegung ist ein gewisser Ludo Vycislik, der vor einiger Zeit ein Buch veröffentlicht hat mit dem Titel „Das Slawentum, der Retter Europas". Die in diesem Buch ausgeführten Gedankengänge sind im Großen und Ganzen die ideeymäßige Grundlage dieser neuen Bewegung. Ihr Hauptziel ist die Schaffung einer alle slawischen Stämme in der Tschechoslowakei umfassenden Einheitspartei, also der Tschechen und Slowaken, der Ruthenen und der Polen. Sie alle sollen a u f der Grundlage unbedingter Gleichberechtigung zusammenstehen und die Träger des Staates fein, in deren Eigenschaft sie andererseits in bestimmten Fragen, wie z. B. bei der Aemterbesetzung, bevorzugt sein würden. Da diese neue Bewegung die Einheit und Gleichheit zwischen allen slawischen Stämmen predigt, verwirft sie auch logischerweise den slowakischen oder karpatho- russischen Autonomiegedanken. Sie will vielmehr das ganze Land ohne Rücksicht auf historische oder völkische Tatsachen in einzelne Gaue einteilen, die untereinander gleich sein sollen. Weltanschaulich ist die Bewegung der Slawenkreuzler antiliberalistisch und antimarxistisch, ebenso wie sie den Rationalismus als Feind des religiösen Lebens bekämpft und auch das internationale Judentum. Gerade diese letzten beiden Punkte sind für slowakische Verhältnisse neu und stellen einen starken Anziehungspunkt dar. In sozialpolitischer Hinsicht fordert die neue Bewegung eine staatliche Kontrolle über das Kapital, Beteiligung des Arbeitnehmers am Betriebe, Ausbau der sozialen Einrichtungen und Einziehung jedes nicht mit Arbeit erworbenen Vermögens. Es kann nicht wundernehmen, daß derartige Programmpunkte auf die breiten Massen eine starke Anziehungskraft aus- üben. Unterzieht man nun die politischen Auswirkungsmöglichkeiten einer näheren Betrachtung, so kommt man zu dem Ergebnis: Die panslawistische Idee, die gleichzeitig zwangsläufig die Autonomiebestrebungen der einzelnen Nationalitäten im tschecho- lowakischen Staate hinfällig macht, muß bei den tschechischen Machthabern in Prag sympathisch berühren. Die kommunistischen Krebse in der Slowakei wiederum werden die weitgehenden sozialpolitischen Forderungen annehmbar finden und die antilibera- listischen und antirationalistischen Grundsätze wiederum werden im Lager der Katholischen Slowakischen Volkspartei Anklang finden. So ist wenigstens für den Anfang die Möglichkeit gegeben, in den ver- schiebensten politischen Kreisen mit dieser Bewegung der „Slawenkreuzler" Fuß zu fassen. Es wäre selbstverständlich verfrüht, schon heute irgendwelche Prophezeiungen an die bisher sichtbar aewordenen Erfolge dieser neuen Bewegung zu knüpfen. Gegen die Volschewisierungs- bestrebungenderTschechoslowakei Preß bürg, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Slovac, das Hauptblatt der katholisch-slowakischen Volkspartei, greift die Meldung tschechischer Rechtsblätter auf, wonach der Verband der Sowjetfreunde bereits 2 5 0 Zweigstellen in den verschiedenen tschechoslowakischen Städten gegründet habe. Seit dem 1. Januar dieses Jahres hätten nicht weniger als hundert Abord- n u n g e n aus Sowjetrußland die tschechoslowakischen Fabriken besichtigt. Es müsse Verwunderung erregen, daß diese Fabriken so bereitwillig den bolschewistischen Abordnungen geöffnet werden. Seit dem 1. Januar hätten 2000 Personen aus der Tschechoslowakei die Sowjetunion besucht, unter ihnen seien allein 500 Lehrer gewesen, das heiße also, daß jeder vierte Sowjetreisende ein tschechoslowakischer Lehrer sei. Der Kampf gegen den Bolschewismus sei ein nationaler, moralischer und religiöser Kampf. Schließlich erklärte der Slovac: „Unsere Linie ist recht; wir gehen auf dieser unerschrocken weiter und werden in diesem Kampf ausharren. Wie Henlein, der Führer der Sudetendeutschen, so werden auch wir für unser Volk durch unseren Kampf gegen die Kommunisten die Sympathien der ganzen Welt g e w i n- n e n." „Wer beherrscht Sowjetrußland ?* Berlin, 21. Okt. (DNB.) Die Herrlichkeiten des Sowjetparadieses und die 98prozentige Verjudung der sowjetrussischen Führung wurden auf dem Reichsparteitag 1936 vom Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels und Reichsleiter Rosenberg mit erschütternder Deutlichkeit ausgezeichnet. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen zu diesem Thema bringt die „Münchener Illustrierte Presse" in ihrer Nummer vom 22. 10. 1936 einen Bericht: „Wer beherrscht Sowjetrußland?", der die Zustände in der Sowjetunion und eine Blütenauslese jüdischer Sowjetführer erneut mit einwandfreien Bilddokumenten belegt. Niemand sollte versäumen, sich diesen Tatsachenbericht anzusehen. Erschütternde Bildfolgen über die Ereignisse in Spanien, die das Wüten der Beauftragten Moskaus an den herrlichen, jahrhundertealten historischen Bauwerken Spaniens dokumentieren, und das Leiden eines hinter dem roten Terror blutenden Volkes zeigen, enthalten die neuen Hefte der „Berliner Illustrierten" und „Kölnischen Illustrierten", lieber einfache Wortmeldungen hinaus liegen hier Bildberichte vor, die für sich sprechen. Moskau trifft Vorbereitungen zur Errichtung eines Sowjetstaates in Katalonien. Räierussischer Sonderbeauftragter verhandelt in Barcelona mit Azana.—Oie Landung von Truppen und Kriegsmaterial geplant. Moskau läßt die Maske fallen. Ein aufschlußreicher Bericht des „Matin". Paris, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Moskau hat feinem Bürgerkriegsspezialiften Antonow O w - sejenko Vollmachten für Spanien erteilt!" In Fettdruck bringt der „Matin" diese Meldung unter Angaben der näheren Umstände, die der Sowjetunion jetzt zum offenen Eingreifen in den spanischen Bürgerkrieg Veranlassung gegeben zu haben scheinen. Moskau suche mit den spanischen Kommunisten zusammen aus Katalonien einen Sowjetstaat zu schassen. Die Aufgabe sei dem eben genannten Owsejenko übertragen worden, der Generalkonsul in Barcelona sei, nachdem er vorher den Botschafter- posten in Warschau bekleidet hatte. Das sowjetrufsische Generalkonsulat in Barcelona bereite fieberhaft dieErrichtung eines f o m - munistifchen Regimes in Katalonien vor. 3m Hinblick auf diese Tatsache fei bezeichnend die plötzliche Ankunft des Präsidenten A z a n a in Barcelona. Rach außen hin handele es sich um Fragen militärischer Art, in Wirklichkeit aber darum, mit der katalanischen Regierung über die Verlegung der Madrider Regierungsstellen nach Barcelona zu verhandeln. Diese Angelegenheit sei nicht ganz einfach, weil die katalanischen Führer aus ihre Unabhängigkeit eifersüchtig bedacht seien. Wahrscheinlich werde Owsejenko sich ins Wittel legen, um einen Plan zu fördern, der nur den Zielen Moskaus dienen könne. Die materielle Hilfe, die die Sowjets den spanischen Kommunisten durch Landung von Truppen und Kriegsmaterial in Katalonien zu gewähren gedächten, würde, so meine man, auf keine unüberwindlichen Hindernisse vorn internationalen Gesichtspunkt aus stoßen, da das Abkommen von Montreux fowjetrussifchen Fahrzeugen die Einfahrt ins Mittelmeer durch die Dardanellen erlaube. Die neue Ausrichtung der sowjetrussischen Politik sei das Ergebnis einer Konferenz, die Litwinow- Finkelftein und andere bolschewistische Führer un- längs in Genf abgehalten hätten. Der Sowjetbotschafter in Madrid, Moses Rosenberg, habe Litwinow eine sehr pessimistische Schilderung der Lage in Spanien übermittelt, wonach die Sowjetsache so gut wie verloren sei. Andererseits hätten Botschaften aus Moskau die in der Sowjetunion herrschenden Zustände im Zusammenhang mit der Erkrankung Stalins als nicht rosig hingestellt. Litwinow habe beschlossen, so schnell wie möglich zu handeln. Die Sowjetführer hätten zunächst versucht die kommunistischen Zellen in Frankreich mobil zu machen, damit die kommunistische Partei in Frankreich mit den Kommunisten in Spanien einen Block bilde. Gleichzeitig seien neue sowjetrussische Militärinstruktoren nach Madrid gesandt worden, wo sie seither die militärischen Operationen leiteten. Der Kreml entsendet . Waffen, Munition und Offiziere. Die Einmischung wird offenbar. Paris, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Gringoire will im Zusammenhang mit den sowjetrussischen Waffenlieferungen an die Madrider Regierung in 'Erfahrung gebracht haben, daß am 16. Oktober i m Kreml eine Sitzung des Politischen Büros unter dem Vorsitz Molotows ftattge- funden habe. Angesichts der Gefahr einer baldigen Einnahme Madrids durch die nationalen Truppen habe die sowjetrussische Regierung beschlossen, um Waffenlieferungen für die Madrider Regierung durchführen zu können, zehn ausländische Schiffe mit einer Gesamttonnage von etwa 50 000 Tonnen zu chartern. Sie sollen unter dänischer und norwegischer Flagge fahren. Trotz der Proteste des sowjetrussischen Generalstabes, der eine Erschöpfung der eigenen Reserven an Kriegsmaterial befürchte, habe Marschall W o r o s ch i l o f f befehlen müssen, große Mengen Kriegsmaterial nach Barcelona zu schicken, und zwar 5000 schwere und leichte Maschinengewehre, 300 Kanonen und die dazugehörige Munition. Die erste Ladung umfasse ferner hundert Jagd- und Bombenflugzeuge, die von 40 fowjetrussifchen Fliegern begleitet würden. Da Antonow Owsejenko, der neue sowjetrussische Generalkonsul in Barcelona, die Entsendung geschulten militärischen Personals gefordert habe, würden außerdem zehn sowjetrussische Artillerie-Offiziere nach Katalonien entsandt werden, ferner 15 Militärpropagandisten, die sich mit dem Pressedienst und der Verbreitung geeigneter Flugschriften befassen sollen. Fünf militärische Fachleute für drahtlose Telegraphie würden ebenfalls entsandt werden, um eine unmittelbare funkentelegraphische und telephonische Verbindung zwischen Barcelona und Moskau herzustellen. Zwanzig Offiziere des großen Generalstabes des sowjetrussischen Heeres hätten Antonow Owsejenko zu unterstützen. Die Marxisten bezahlen ihre Waffenlieferanten. Verschleuderung des spanischen Volks- Vermögens. Paris, 22. Okt. (DNB.-Funkspruch.) General Queipo de Llano führte Einzelheiten über ununterbrochene Flugzeug- und Waffenlieferungen von Sowjetrußland und Frankreich an das rote Spanien an. Hunderte von Millionen Goldpeseten hätten bereits den Weg nach Paris in die Bank von Frankreich genommen. Der marxistische Abgeordnete Gonzalez Pena habe sich nach der Einnahme von Oviedo nach Sama begeben, um dort für über 30 Millionen Peseten und IV2 Millionen in Gold a b g e h o.b e n, die aus Diebstählen herrührten, die die roten Truppen in den Banken durchgeführt hätten. Wie der Rundfunksender von Valladolid mitteilt, soll die rote „Regierung" dem mexikanischen Botschafter in Madrid 40 Millionen Peseten für die Lieferung von Kriegsmaterial übergeben haben. Oie Gärung in der Sowjetunion. Warschau, 21. Okt. (DNB.) Wie aus sicherer Quelle verlautet, ist in der Sowjetunion eine Reihe von Ukrainern erschossen worden, die vor noch nicht langer Zeit aus dem ost- polnischen Gebiel dorthin geflohen waren. Zumeist handelt es sich um K 0 m m u n i st e n, die sich in Polen als Agitatoren Moskaus betätigt hatten. Weiter sind im Fernen Osten zahlreiche hohe sowjetische Würdenträger aus Armee, Partei und Verwaltling verhaftet worden, unter ihnen sämtliche Bezirkssekretäre der Partei, hohe Beamte der Amureisenbahn, die Direktoren mehrerer Schiffahrtslinien und Anhänger des Marschalls Blücher. Schließlich wird bekannt, daß die Besatzung des Kreuzers „G i l a k" gemeutert habe. Es fei aber gelungen, die Meuterei niederzuschlagen und die Meuterer, an deren Spitze sich ein alter Kommunist namens Schymonajew befand, zu verhaften. Auch der Kapitän des Kreuzers, der mit den Meuterern unter einer Decke gesteckt haben soll, sei f e ft» genommen worden. Deutsche Note an den Nichteinmischungsausschuß. Scharfe Zurückweisung der sowjetrussischen Anschuldigungen. Berlin, 21. Oki. (DRB.) Die deutsche Regierung Hal am Mittwoch durch ihren Geschäftsträger in London dem Vorsitzenden des Richteinmischungsausschusses eine Rote überreichen lassen, in der sie zu den kürzlich von der Madrider Regierung und der Sowjetregierung erhobenen Anschuldigungen wegen angeblicher Verstoße Deutschlands gegen das Waffenembargo Stellung nimmt. 3n der deutschen Rote werden diese Anschuldigungen als völlig haltlos gekennzeichnet und m i t größter Entschiedenheit zurückgewie- s e n. Zugleich hat die deutsche Regierung auf Grund des ihr vorliegenden umfangreichen Materials dem Ausschuß eine lange Reihe von Fällen mitgeleilt, in denen von sowjetrussischer Seite das Waffenembargo in flagranter Weise verletzt worden ist. Der französisch-russische Beistandspakt. Besorgte Anfragen in der Pariser Kammer. Paris, 22. Okt. (DNB.) Im Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten fragte ein Abgeordneter Außenminister Delbos, ob der fr an« zösisch-fowjetrufsifche Pakt auch dann zur Anwendung komme, falls ein Verzicht der Sowjetunion auf die Neutralität und ein offenes Eingreifen Moskaus zugunsten der „Regierungen" von Madrid ober Barcelona einen Konflikt zwischen Sowjetrußland und einer Festlandsmacht auslösen würde. Delbos erwiderte, der Pakt habe ausdrücklich vorgesehen, daß er nur zur Anwendung kommen solle, falls ein Angriff auf das eigene Gebiet der einen oder anderen Vertragspartei stattfinden würde. Diese Möglichkeit dürfe im Hinblick auf Spanien wohl kaum in Erwägung zu ziehen sein. Jede der vertragschließenden Parteien habe volle Freiheit in der Beurteilung erhalten, ob ein Angriff vorliege ober nicht. Der etwaige Beistanb würbe also nicht automatisch in Frage kommen. Mehrere Ausschußmitglieder haben sich besorgt wegen der Folgen geäußert, die ein Mißerfolg der Mabriber „Regierung" mit sich bringen können. Vielleicht werbe Katalonien sich an die französische Regierung um Beistand wendey. Delbos erwiderte, er werde nichts ohne vorherige Verständigung mit England und den Mächten, die dem Nichteinmischungspakt beigetreten feien, unternehmen. Am noch dreißig Kilometer vor Madrid. • Navalcarnero von den nationalen Truppen eingenommen. Burgos, 22. Okt. (DRB. Funkspruch.) Aus dem Hauptquartier Valladolid trifft die Rachricht ein, daß die Truppen des Generals Mola am Mittwochnachmittag den roten Stützpunkt Ravalcarnero eingenommen haben, der vom Madrider Stadtzentrum nur 30 Kilometer entfernt liegt. Die Bolen ergriffen die Flucht und hinterliehen eine große Anzahl Waffen und Munition. Zwei rote Jagdflugzeuge und eine Polez-Mafchine wurden abgeschossen. Die Einnahme von Ravalcarnero ist von größter Bedeutung, da nun die Autostraße nach Madrid für die nationalistischen Truppen frei geworden ist. Die „rote Regierung" hatte auf den Widerstand ihrer in Ravalcarnero zusammengezogenen Streitkräfte ihre letzte Hoffnung gesetzt. Sie hatten um Ravalcarnero sechs stark befestigte Verteidigungsgürtel gezogen, heftig gekämpft wurde um den zweiten und dritten Gürtel. Die Stadt wurde von den besten Kräften der Roten verteidigt, die über starke Artillerie verfügten. Die nationalen Truppen können nach der Eroberung dieser Schlüsselstellung den Angriff auf Madrid nun von Süden und Südwesten her fortsehen. Die Ausgaben der nationalen Regierung. London, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" veröffentlicht eine Unterredung mit Ge- neral Franco. Er habe erklärt, der Tag komme näher, an dem ganz Spanien wieder in der Lage sein werde, frei zu atmen, seine Wunden zu. heilen und einen Staat aufzubauen, der stet und glücklich sei und eine ruhmreiche Zukunft vor sich haben werde. Die neue spanische Regierung werde sich bemühen, mit allen Nationen zur Aust rechterhaltung des Friedens zusammenzuarbellen. Sie werde in enger Fühlungnahme mit denjenigen arbeiten, die in ihren Idealen, ihrer Rasse und ihrer 6Pr*iS litin » >Aw Sä 9er Zl> «fes S«? ■h einer LH tzx" ZndlimM- gleich auch Khrist-nU stenz in gleich ur Abw-Hr dem wieder heran, elendung, m g-B-zt % »I* Führer das c zu erhalten. „Bereit Krönt Berlin, 2 sicher De' Reichsgrer Kyffhäuser, N Kriegsopferver ziere und ar deutschen [ sammengeschlos Infanterie un zog von K leitet und seit den DT.-Hauj den Präsidial, rer der deut Zwischen dem sand aus Sink grammwect Mein Führe dankenswerter Ribbentros Kriegsopferverso einheitlicher De grenzen zur W ftronttämpl sen haben. Unter ich vorbehaltlich Präsidenter Ww der bet nommen. e deutsche $ nach Engie bei den noch scheidenem Tk testen der d können. Wir die Berbu Front übe, Waffe im Ka gen Frieden i zog von K General de Berlin. Bieler folgten Zusamr verbände zwect der Reichsgren, Frontsoldaten kampferorganis Erfolg. Mit de Sie verbiet schlossen, die lammlung der 3 ??erBegrü s? des wirt l nb9ebun Lei und Gefahr UUeff.1 austreten 9 Er ®«7e"n?ui^ M-n dl- ’ 5*rn R-k kleine v Ä ff* der . Sch in SNfeit >chuhqeU° des Jorej ’ *5 ank >g Un Ac Appell Au; °ndeii'b?^buns S.V.'S y also nicht M-hr-r- L egen der 8 her Madrid-r nen. ®el1* ,ch- erte, « Itän6i9"” die dem W internet S'» 55s trirnfl- spruch > '?$t ebunj^ er « er «*• ’jeifJ K Sprache den Spaniern nahestünden. Die Nationalisten würden die Tatsache berücksichtigen, daß in den letzten Jahren g e w i s s e S y st e m e g e s ch a s - sen worden seien, die den großen Erfolg in der Äerbersührung besserer Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit und in der Förderung der Ärbeiterinteressen erzielt hätten. Er werde diese Systeme natürlich in Rechnung ziehen besonders da sie die Angriffe des Kommunismus niedergeschlagen und den Klassenkampf beseitigt hätten. Der Bolschewismus grimmigster Feind des Christentums. Eine Ansprache des Bischofs von Passau. München, 21. Okt. (DNB.) Am Mittwochmittag leistete der neuernannte Bischof von Passau Dr Simon Landersdorf er, dem Reichsstatthalter in Bayern General R l t t e r v 0 n E p p den Treueid. In einer bemerkenswerten Ansprache stellte er &f?Ve,^6t feLn- bafi er als katholischer Bischof der Ostmark nicht nur eine kirchlich-religiöse, sondern auch e i n e bedeutsame vaterländische Aufgabe übernehme, die durch die politlsche Lage eindeutig festgelegt sei. Heute sei der Bolschewismus der Feind eines geordneten °uf der Grundlage der im Christentum wurzelnden abendländischen Kultur ruhenden Staatswesens zugleich auch der grimmigste Feind des Christentums. Diese Gefahr, die beider Existenz in gleicher Weise bedrohe, müßte genügen sie zur Abwehr des gemeinsamen Feindes zusammenzuschließen. Es sei eine Hauptaufgabe der Kirche an dem großen Werk mitzuarbeiten, das deutsche Volk wieder herauszuführen aus der moralischen Verelendung, in die es der Ausgang des Weltkrieges gestürzt habe, und ihm das unerschütterliche Fundament des sittlichen und moralischen Lebens wie der Führer das Christentum so trefflich genannt habe zu erhalten. „Bereinigung der deutschen Kronikämpserverbände " Berlin, 21. Okt. (DNB.) Zwecks einheitlicher Vertretung außerhalb der Reichsgrenzen haben sich Reichskriegerbund Kyffhaufer, NS.-Marinebund, Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, Reichsbund deutscher Offiziere und andere zur „Vereinigung der deutschen Frontkämpferoerbände" zusammengeschlossen. Die Führung hat General der Infanterie und NSKK.-Obergruppenführer Herzog von Koburg übernommen. Zum Stabs- leiter und seinen Vertreter ernannte der Präsident den SS.-Hauptsturmführer H. G. S t a h m e r. In den Präsidialrat der Vereinigung wurden die Führer der deutschen Frontkämpferverbände berufen. Zwischen dem Herzog von Koburg und dem Führer fand aus Anlaß des Zusammenschlusses ein Telegrammwechsel statt: Mein Führer! Melde gehorsamst, daß sich unter dankenswerter Mitwirkung des Botschafters von Ribbentrop Kyffhäuserbund, Marinebund, Kriegsopferversorgung, Offiziersbund usw. zwecks einheitlicher Vertretung außerhalb der Reichsgrenzen zur Vereinigung der Deutschen Frontkämpferverbände zusammengeschlossen haben. Unter Erbittung Ihres Vertrauens habe ich vorbehaltlich Ihrer Bestätigung das Amtdes Präsidenten der Vereinigung und damit die Führung der deutschen Frontsoldaten gegenüber den ausländischen Frontkämpferorganisationen übernommen. In erster Amtsausübung würde ich d i e deutsche Frontsoldaten - Delegation nach England führen. Wir hoffen dort, wie bei den noch vor uns liegenden Aufgaben, zu bescheidenem Teile an dem Lebenswerk des bewährtesten der deutschen Frontsoldaten mithelfen zu können. Wir glauben mit Ihnen, mein Führer, an die Verbundenheit des Gei st es der Front über die Gräben hinweg als die beste Waffe im Kampf um einen wahrhaften und würdigen Frieden der Welt. In dankbarer Treue Herzog von Koburg. General der Infanterie Herzog von Koburg, Berlin. Vielen Dank für Ihre Meldung über erfolgten Zusammenschluß der deutschen Frontkämpferverbände zwecks einheitlicher Vertretung außerhalb der Reichsgrenzen. Für Ihre Führung der deutschen Frontsoldaten gegenüber den ausländischen Front- kämpferorganisotionen wünsche ich Ihnen vollen Erfolg. Mit deutschem Gruß Adolf Hitler. Oie belgische Regierung verbietet Rexisten-Aufmarsch. Brüssel, 22. Okt. (DNB.) Das Kabinett hat beschlossen, die für Sonntag geplante Massenversammlung der Rexbewegung Degrelles zu verbieten, mit der Begründung, daß in der gegenwärtigen Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaues jede Kundgebung dieser Art unangebracht sei und Gefahren mit sich bringe, vor denen das Land bewahrt werden müsse. Degrelle hat gestern noch in seiner Zeitung mitgeteilt, daß die Versammlung, zu der 200000 Anhänger erscheinen sollen, auf alle Fälle stattfinden werde. Die Rex-Bewegung werde aus der Legalität nicht heraustreten, wenn die Regierung sich ihr gegenüber gleichfalls legal verhalte. Die M a r x t ft e n find aber entschlossen, auf jeden Fall dem Aufmarsch eine Gegenkundgebung ihrer Anhänger entgegenzusetzen. Der marxistische Gewerkschaftsbund yat beschlossen, die Arbeiter aufzufordern, am nächsten Sonntag auf die Straße zu gehen und die Kundgebung der Rexisten unter allen Umstanden zu verhindern. Meine politische Nachrichten. Von zuständiger österreichischer Seite wird mitgeteilt, daß eine Reise des Staatssekretärs für Auswärtige Angelegenheiten D r. Schmidt nach B e r l l n ^ Bereich der Möglichkeit liege. Vor der Anfang November in Wien stattfindenden D r e i e r k 0 n f e r e n z der Staaten der römischen Protokolle komme eine solche Reise keinesfalls in Frage. Vor dem Landesgericht i n G r a z sand der erste auf Grund des im Juli d. I. beschlossenen Staatsschutzgesetzes anberaumte Prozeß statt. Angeklagt waren zehn Nationalsozialisten unter der Beschuldigung, im August 1936 an einem geheimen SA.- Appell, verbunden mit einer Merzler- und Geländeübung, teilgenommen zu ^en. Das Gericht folgte aber nicht dem Antrag des Staatsanwalts, sondern verhängte lediglich auf Grund» des^ Gesetzes wegen verbotener Partettatigkelt Arreststrafen von 14 Tagen bis drei Monaten. Das Haus -es deutschen Rechts. Die vielfältigen Ansätze zu einem neuen deutschen Recht, das sich aus dem Wesen des erst durch den Nationalsozialismus endgültig geeinten deutschen Volkes und aus der völkischen Wirksamkeit ergibt, werden in der Akademie für deutsches Recht zusammengefaßt, gesichtet und mit jener methodologischen Gründlichkeit erforscht, die unsere Gelehrten auszeichnet. Seit drei Jahren besteht die Akademie für deutsches Recht. In ihr sind nicht nur Juristen vertreten, sondern in den Ausschüssen sitzen Männer aller Berufsschichten. Der Professor sitzt neben dem Verwaltungsbeamten, der Richter neben dem Bankier oder Industriellen usw. Das entspricht dem Grundsatz, wonach eine einseitige Fachwissenschaft vermieden werden muß und die Forschungen auf dem Gebiete des Rechtswesens nicht nur den Fachjuristen obliegen, sondern das ganze Volk angehen. Wenn am Samstag zum Hause des deutschen Rechts in München, der Stadt der Bewegung, der Grundstein gelegt wird, dann bedeutet das: Deutschland hat eine Stätte gefunden, an der die stille und doch so revolutionierende Arbeit für ein neues Recht wirkt, Die Akademie für Deutsches Recht entstand nach dem Plane des Reichsministers Dr. Frank. Schon als Dr. Frank noch bayerischer Justizminister war, hatte er die Idee, daß eine Stelle geschaffen werden müsse, die die Fragen des deutschen Rechts studiere, und zwar losgelöst von der täglichen Verwaltungsarbeit und Gesetzgebung. DieAufgabe einer deutschen Rechtsreform darf mit solchen Dingen nicht belastet werden. Als Reichsminister hat Dr. Frank dann zielbewußt den Plan weiterverfolgt und die Akademie für deutsches Recht ist jetzt aus dem Stadium der Versuche herausgelangt und wirkt bereits in einem Maße, daß sich auch ausländische Kapazitäten des Rechts immer mehr mit ihrer Tätigkeit befassen. So nehmen an der Münchener Tagung hervorragende Gelehrte aus aller Welt teil. Gegenüber der Mauer, die Haß und Verblendung um Deutschland ziehen wollten, ist diese Anerkennung, daß wir ehrlichdasRecht suchen, von großer Bedeutung. Die Bresche ist gebrochen worden. An und für sich schafft jede Revolution neues Recht. Aber die bisherigen Revolutionen verliefen zumeist einseitig und das Recht, das diese Revolutionen schufen, war nicht volksgebunden. Die Deutsche Revolution ging von anderen Voraussetzungen aus. Sie wollte an die Stelle der Unordnung der Systemzeit, des Klassenkampfes und der Gruppenherrschaft gegen das Volk dem Volke sein Recht werden lassen, und es von allen jenen Gewalten frei machen, die das Volk banden. Dieser dynamische Stoß befreite das Volk, das Volk gab sich selbst eine autoritäre Regierung. Die Erfolge in wirtschaftlicher und politischer Beziehung — Neuordnung der deutschen Wirtschaft an Stelle des Verfalls, Zertrümmerung des Versailler Friedensdiktats, Wiederherstellung der deutschen Selbständigkeit — wurden ergänzt durch die beginnende Umgestaltung des deutschen Menschen, der nicht mehr in Klassen, sondern in erster Linie deutsch denkt. Dafür gilt es eine neue Form des Rech - t e 5 zu finden, und die Rechtsreform fetzte auch folgerichtig dort ein, wo zunächst die alten Uebel beseitigt werden mußten. An und für sich war das gar nickt so revolutionär wie es von Ausländern häufig yingestellt wurde. Die R a s s e n g e s e tz g e b u n g z. B. ist in den Vereinigten Staaten nichts Neues, wo man sich dagegen wendet, daß durch die Einwanderung der Angehörigen anderen Blutes ober durch die Vermehrung der Erbkranken die Herrschaft der rassisch Gesunden in den USA. allmählich ausgehöhlt und das Niveau des Staates infolgedessen herabgedrückt wird. Für Deutschland war die Judenfrage zunächst zu lösen, wir haben sie gelöst auf dem Boden, der gegeben war. Der Jude wird von uns als Fremdling betrachtet, der kein Recht hat, am deutschen Nationalleben teilzunehmen, sondern nur Gastrechte besitzt. Das ist im Prinzip kein Unterschied zu dem Schutz, den z. B. die Vereinigten Staaten sich gegen die Einwanderung anderer Rassen geschaffen haben. Weiter hatten wir im Gegensatz zum englischen Recht bis 1933 ein Gemenge aus römischen Rechtsbestimmungen, die auch Grund und Boden als Ware behandelten, während das germanische Recht München, 22. Okt. (DNB.) Die erste große öffentliche Veranstaltung im Rahmen der 3. I a h- restagung derAkademie fürDeutsches Recht war die Eröffnung derAusstellung „Das Rech t" in der Aula der Akademie für bildende Künste durch Reichsminister Dr. Frank. Der Direktor der Akademie für Deutsches Recht, Dr. Lasch, erklärte, die Ausstellung sei der erste Versuch, einen Ueberblick über die Entwicklung des Rechts von den ersten feststellbaren Urkunden bis auf unsere Tage zu geben. Es handele sich hier um eine Zusammen st ellung von Rechtsdenkmälern aus allen Epochen der Vergangenheit, die auch den Schicksalsweg unseres Volkes darstelle. Der Höhepunkt der Ausstellung sei die nationalsozialistische Gesetzgebung. Prof. C. von Schwerin hob hervor, daß noch nie im gleichen Raum eine solche Fülle von auserlesenen Gegenständen rechtsgeschichtlicher Bedeutung ausgestellt gewesen seien. Dann sprach Reichsminister Dr. Frank: Zwei Gedanken müssen uns in diesem Raum bewegen. Der erste Gedanke ist der, daß das Recht keine Angelegenheit eines vom Volksganzen und vom Schicksal abgesplitterten Sonderberufes oder Sonderstandes ist. Das Recht ist vielmehr aus dem VolkefürdasVolkzu schaffen und zu bewahren. Der zweite Gedanke ist der, daß die Geschichte des Rechtes untrennbar ist von der Gesamtge- schichte des Volkes und daher auch für uns. Auch mir haben als Nationalsozialisten, als Soldaten des Führers Geschichte gemacht. Diese nationalsozialistische Geschichte formt in ehernen Gesetzeswerken ihre unsterblichen Dokumente für ihre schöpferische Leistung, das Leben nach deutscher Art sichergestellt zu haben. Diese Ausstellung sei daher für uns, die wir an einem kühnen Uebergang stehen, die Rückschau in zwei Jahrtausende deutschen Ringens. Alle die Urkunden und Werke, die hier so friedlich in Schränken nebeneinanderliegen, sind Dokumente des Ringens sich dem widersetzte, und das Anerbenrecht in den Vordergrund stellte. Das deutsche Bodenrecht, das in der Einrichtung der Erbbauernhöfe gipfelte, beseitigte die römischen Rechtsbestimmungen, die schlechterdings mit dem Wesen des Deutschen unvereinbar waren, weil sie unter ganz anderen Bedingungen und innerhalb eines Kulturkreises erwachsen waren, der auf ganz anders geordneten Lebensoerhältniffen beruhte. Ferner wurde im wesentlichen das Prinzip durchgeführt, wonach im deutschen Staate die Rechtspflichten zunahmen, je umfangreicher oder gehobener die Stellung des einzelnen im Staate ist. Alle diese Fragen sind durch die nationalsozialistische Revolution in Angriff genommen und teilweise schon gelöst worden. Aber die vielfältigen Probleme bedürfen zu ihrer richtigen Lösung einer Mitarbeit aller. Und in der Aka- bemie für deutsches Recht, im Hause des deutschen Rechts in der Stadt der Bewegung, wird hierfür die wissenschaftliche Stätte geschaffen. rt. unseres Volkes um Erlösung und Frei- h e i t. Wir schauen in zwei Jahrtausende. Wir haben nur eine Bitte an den Allmächtigen, daß unsere Werke in Ehren und in Größe bestehen mögen vor allen Geschlechtern, die nach uns kommen. Hierauf erklärte der Reichsminister die Ausstellung für eröffnet. Gäste aus aller Welt. München, 21. Okt. (DNB.) Aus Einladung des Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht trafen in München am Mittwoch bereits in großer Zahl ausländische hervorragende Vertreter des Rechtslebens ein, so der Kanzler der königlichen Akademie für Italien und Direktor des Istituto Nazionale Fascista di coltura, Prof. Arturo Marpica 1 i (Rom), und der Vizepräsident des Institut International des Sciences Administratives, Prof. Dr. Zoltan von Magyary (Italien). Aus Bulgarien trafen ein der Präsident des bulgarischen Jndustriebundes, B a l a b a n 0 f f, sowie Justizminister a. D. Exz. Prof. Dikow (Sofia), Pros. Donnedieu de Faros von der Sorbonne in Paris, sowie der Direktor der Carnegie-Stiftung, MalcolmDavis, sind die ersten Gäste, die aus Frankreich erschienen sind. England ist bereits durch Lord Buxton, den ehemaligen Landwirtschaftsminister, sowie durch Prof. C 0 n - well-Evans vertreten. Sehr zahlreich sind auch diesmal wieder die italienischen Juristen erschienen, denen neben den bedeutendsten Professoren auch eine Gruppe faschistischer Rechtsstudenten angehören. Weitere Teilnehmer werden aus Belgien, Jugoslawien, aus den Niederlanden, Polen, Rumänien, Skandinavien, aus der Schweiz, der Tschechoslowakei und Ungarn erwartet. Von den überseeischen Ländern sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Chile, Peru, China und Japan vertreten. DieAusstellung„DasRecht"mMnchen eröffnet Mussolini empfing den Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler und hatte mit ihm eine herzliche Unterredung. Anschließend begab sich Reichsführer SS. mit den Mitgliedern der deutschen Polizeiabordnung nach Ostia, wo der Chef der italienischen Polizei B 0 c ch i n i zu seinen Ehren ein Frühstück gab. Am Nachmittag besichtigte der Reichsführer SS. das Forum Mussolini und die Akademie für Leibesübungen. Abends gab Staatssekretär Bufsarini ein Bankett. Die in Berlin abgehaltenen Besprechungen des deutschen und dänischen Regierungsausschusses über zusätzliche Einfuhr dänischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Austausch für deutsche Jndustrieerzeugnisse sind mit Erfolg b e - endet worden. * In Belgrad traf der Bundesführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dr. Eulen ein, um von hier nach B i t 0 l j (Mazedoniens zu München, 22. Okt. (DNB.) Anläßlich der Fremdenverkehrstagung in Baden-Baden sprach der Präsident des Reichsfremdenverkehrsoerbandes, Staatsminister a. D. Hermann Esser, in der Pressekonferenz der Reichspressestelle der NSDAP, in München über „Neue Aufgaben des deutschen Fremdenverkehrs". Der Führer hat dem Plan der Errichtung eines repräsentativen, künstlerisch ausgestalteten Hauses des Deutschen Fremdenverkehrs in Berlin, Unter den Linden, eine Zustimmung gegeben. In diesem großen Bau ollen alle zentralen Behörden und Stellen zu- ammengefaßt werden, die für den Fremdenverkehr und die deutsche Werbung arbeiten, der Bau soll aber zugleich auch ein Mittelpunkt deutscher Gastlichkeit und eine Visitenkarte des neuen deutschen B a u st i l 5 werden, der Auftakt zu den großen Bauten, die der Führer zur Verschönerung der Reichshauptstadt auszuführen beabsichtigt. Jnnerpolitisch gibt der Fremdenverkehr die Möglichkeit, die deutschen Volksgenossen mit der deutschen Heimat bekanntzumachen und das Verständnis der deutschen Stämme untereinander zu fordern. Außenpolitisch hat er die Aufgabe, den über die Grenzen gehenden Reisestrom des deutschen Volkes, soweit er erträglich und wirt- chaftlich verantwortlich ist, dahin zu leiten, wo die Bereitwilligkeit zu ersprießlichen Beziehungen mit Deutschland vorhanden ist. An der Universität Breslau sei eine Reichs- anftalt für deutsches Bäderwesen errichtet worden mit der Aufgabe, eine genaue Inventur der deutschen Bäderschätze vorzunehmen und auf wissenschaftlichem Gebiete darauf hinzuwirken, daß die Heilschätze des deutschen Bodens künftig in größerem Ausmaß für die Volksgesundheit nutzbar gemacht werden, lieber das ganze Reich sei eine Reihe von Klimaforschungsstellen ge- chaffen worden zu dem Zweck, die Heilbedingungen in den verschiedenen Höhenlagen zu erforschen. Weiterhin werde in München eine wissenschaftliche Forschungsan st alt für den reifen, wo am Sonntag die feierliche Einweihung des Ehrenmals der 3000 dort beigefetztendeutfchenHelden stattfindet. Dr. Eulen legte einen Kranz auf dem Belgrader deutschen Heldenfriedhof sowie am Denkmal des Unbekannten Helden auf dem Avala-Berge nieder. * Seit etwa einer Woche weilt Kronprinzessin Juliane von Holland mit ihrem Verlobten Prinz Leopold von Lippe-Biesterfeld und dessen Mutter in der Grenzmark, wo sich in Reckenwalde bei Bomst das Schloß des Prinzen befindet. Das Brautpaar stattete der Stadt Züllichau, wo der Prinz früher das Pädagogium absolviert hat, einen Besuch ab. * Der polnische Außenminister Beck wird im November London einen offiziellen Besuch machen, als Erwiderung des Warschauer Besuches des englischen Außenministers Ede- vom Frühjahr 1935. gesamten Fremdenverkehr im Anschluß an einen Lehrstuhl an der Universität errichtet werden. Eine weitere Maßnahme sei die Errichtung von Fremdenverkehrsschulen für Leute, die wie Werbeleute, Fremdenführer, HotelporUers, Oberkellner in großen Hotels usw. Exponenten des Fremdenverkehrs find. Noch in diesem Jahr solle eine solche Fremdenverkehrsschule in Koblenz mit einem dreimonatigen Schulbetrieb eröffnet werden. Zu der in Heidelberg bestehenden Hotelfachschule sollen zur Heranbildung eines geeigneten Hotelpersonals ähnliche Fachschulen auch in den anderen Gebieten des Reiches kommen. Zu den Bemühungen, eine neue deutsche Ferienordnung zu erhalten, die den wirtschaftlichen Erfordernissen des Reiseverkehrs und auch der Forderung der Volksgesundheit entspricht, erklärte der Präsident: Wir müssen in Zukunft eine Ferienordnung erhalten, die eine Verlängerung der Hauptzeit des Reiseverkehrs von Ende Mai bis Ende September ermöglicht — schon um das Personal der Fremdenverkehrsbetriebe länger beschäftigen $u können — bann aber noch eine Anschlußreisezeit bis Ende Oktober begünstigt. Volle Gewähr kann schon heute dafür gegeben werden, daß wir im deutschen Fremdenverkehr auch im nächsten Jahr eine absolute Stabilität der Preise haben werden und daß in allen Kurorten die Ernährung gesichert sein wird. Schließlich nahm Präsident Esser Stellung gegen den Unfug der Riesenspeisekarten, die dem Nahrungsmittelverderb geradezu Tür und Tor öffnet. Die Führerinnenschule des BD21L auf Schloß heiligenberg. NSG. Am Samstag, den 24. Oktober wird die Reichsreferentin des BDM. Trude Bürkner- M 0 h r, das alte Schloß Heiligenberg bei Ju- genheim an der Bergstraße feierlich feiner Bestimmung als Mädel- und Jungmädelführe- rinnenfchule des BDM. im Obergau 13 übergeben. Damit sind die 100 000 Mädel und Jungmädel des Gaues Hessen-Nassau in ihrer Arbeit wieder einen großen Schritt weiter gekommen. In dreiwöchigen Schulungskursen wird hier oben in dem wunderbar gelegenen alten, wieder gut instandgesetzten Schloß die Führerinnenschaft der nationalsozialistifchen Mädelorganisation geschult werden. Aus aller Welt. Begnadigung durch den Führer. Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Schwurgericht in Prenzlau am 12. Mai 1936 wegen Mordes zum Tode verurteilte 63jährige Anna R a d a n t zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt, da sie sich bei ihrer geistigen Minderveranlagung und seelischen Stumpfheit der Schwere ihrer Straftat nicht voll bewußt gewesen Lin Bolksverräker unschädlich gemacht. Die Geheime Staatspolizei, Staatspolizei-Leit- stelle Stuttgart, teilt mit: Der Bäckermeister und Wirt Ludwig Schopp aus Ravensburg hatte während der Uebertragung der Rede des Führers vom Reichsparteitag den Lautsprecher abgeschaltet und dadurch den Gästen feines Wirtschaftsbetriebes die Teilnahme an der Übertragung unmöglich gemacht. Er hatte gleichzeitig gehässige Aeußerungen über den Führer gemacht. Das Ergebnis einer weiter gegen ihn geführten Untersuchung bestätigte den seit längerem bestehenden Verdacht, daß er unangemeldete Vermögenswerte im Ausland besitzt. Schopp wurde wegen seines hetzerischen Treibens von der Geheimen Staatspolizei in Schutzhaft genommen. Ferner haben die zuständigen Stellen wegen erwiesener Unzuverlässigkeit im Sinne des § 2 des Gaststättengesetzes die Schließung seines Wirtschaftsbetriebes verfügt. Schopp sieht der Bestrafung durch das Sondergericht wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz entgegen. Außerdem ist ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Volksverratsgefetz gegen ihn eingeleitet. Schwere Bluttat in einem Schulhause. In Heidenoldendorf bei Detmold wurde der 62jäh- rige Schulleiter Adolf Meier, der feine Wohnung im Schulgebäude aufsuchen wollte, im Treppenhaus in der Dunkelheit von einem unbekannten Mann überfallen und durch drei Schläge m i t e i n e m Beil niederge st reckt. Der im Hause wohnende Junglehrer Klemme hörte einen lauten Aufschrei und fand wenige Augenblicke später den Schulleiter mit furchtbaren Schädelverletzungen auf. Meier liegt im Landeskrankenhaus in Detmold hoffnungslos darnieder. Hinrichtung eines Negers in Kentucky als „Volksfest-. Die Hinrichtung des 22jährigen Negers Rainey Bethea in Ovensboro (Kentucky), der wegen Vergewaltigung einer 70 Jahre alten Frau zum Tode verurteilt worden war, gestaltete sich nack einem Bericht der „Associated Preß" zu einem wahren Volksfest. Von nah und fern, zu Fuß und im Kraftwagen, auf alten Pferdewagen und zu Hunderten auf Güterzügen waren mehr als 10 000 Menschen nach Ovensboro gekommen, um Zeuger» der Hinrichtung zu werden. Wenigstens die Hälfte der Schaulustigen waren Frauen, Mädchen und kleine Kinder — die Frauen in vielen Fällen mit ihren Jüngsten auf den Armen. Ungeduldig verlangten sie schon lange vor der HinrichtungsstuNdS Reue Ausgaben des Fremdenverkehrs. Präsident Esser kündigt die Errichtung eines Hauses des deutschen Fremdenverkehrs in Berl n an. (Dchdrll Gießen (Bleichstraße 7), den 22. Oktober 1936. 6690V Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. Gießen (Braugasse 7), Essen, Wilhelmshaven, den 20. Oktober 1936. 04849 Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2.45 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt In feinem Salzböden, Klein-Linden, den 20. Oktober 1936 04855 Herr Ludwig Plank St. Albans N. Y , Düsseldorf, München, im Oktober 1936. X-?2a 6700 D \ ...und zum Bauen 936/3? am 7. Oktober 1936 infolge eines Verkehrsunfalles im Alter von 64 Jahren verstarb. Ein langes Leiden ist ihm erspart geblieben. von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden am Sonntag, dem 18. Oktober, nachts 12 % Uhr, durch einen sanften Tod erlöst wurde. In tiefer Trauer geben wir bekannt, daß mein lieber Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Frau Marie Plank, geb. Kleemann Frau Anna Stoll, geb. Plank Frau Auguste Bach, geb. Plank Karl Bach. Heute entschlief sanft nach längerer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht In tiefer Trauer: Frau Anna Hamel, geb. Seufert Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Hermann Klein Marie Jung Wwe. und Kinder Familie Karl Schimmel Die Beerdigung findet am Freitag, dem 23. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vorn Trauerhause in Salzböden aus statt In tiefer Trauer.- Familie Paul Kühr Familie Joseph Minnig Familie Heinrich Geiß Werner Geiß. Kunst und Wissenschaft. Internationale ärztliche Fortbildungskurse der Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung. Die Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung veranstaltet im Oktober d. I. folgende internationale ärztliche Fortbildungskurse: 1. Neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der Kinderkrankheiten vom 19 bis 24. Oktober. Honorar: 50 Mark. Bei diesem Kurse wird besonderer Wert auf die Ernährungsphysiologie und -Pathologie des Säuglings gelegt und eingehende Berücksichtigung finden z. B. Spasmophilie, kindliche Diabetes, Erkrankungen des Harnapparates, Gehirnhautentzündungen, Vererbung und Immunität, Grenzgebiete der Kinderheilkunde, Lungenerkrankungen, Psychopathologie usw. — 2. Neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der Krebskrankheiten vom 19. bis 26. Oktober. Honorar: 60 Mark. Bei diesem Kurse wirken die hervorragendsten Forscher, die durch ihre eigene Arbeiten das Problem entscheidend gefördert haben, mit, sie werden das Ergebnis ihrer Forschungen vortragen. Folgende Themen sind hervorzuheben: Wuchsstoffe und das Transplantationsproblem, Krebs und Vererbung, Struktur der can- cerogenen Substanzen, der Stand der serologischdiagnostischen Forschung, Gewächsvirus und fil- trable Tumoren usw. Es werden sowohl der Chirurg, wie der Internist und der Strahlentherapeut waren. Die Ereignis i Manöver. ! für den Ar saß. Es Ze k o n s u l, n wen von co. '/? kg Dose RM 0.75 co. 7i kg Dose RM 1.40 letztes Gebet sprach, ehe ihm der Strang um den Hals gelegt wurde. Darauf drückte der frühere Polizist Artur Hash aus den Knopf, worauf sich das Fallbrett unter den Füßen des Verurteilten senkte und der Neger in die Tiefe stürzte. Frau Florence Thompson, die das Amt des Sheriffs in County innehat, hatte zwar die Vorarbeiten für die Hinrichtung geleitet, sich aber nicht dazu verstehen können, den Neger selbst in den Tod zu senden. Das Herz des Hingerichteten setzte erst I6V2 Minuten nach seinem Fall in die Diese aus, aber noch ehe er von den Aerzten für tot erklärt worden war, riß ihm die Menge die Henkersmaske vom Gesicht, um sich Fetzen von ihr als „Erinnerung" mit nach Hause zu nehmen. Tobsüchtiger Holzhacker erschießt sechs Menschen. In dem Dorf Lardiers bei Forcalquier in der Provence hat ein 18jähriger Hol.zhacker in einem Anfall von Tobsucht eine ganze Familie von fünf Personen und einen Hirten mit seinem Jagdgewehr erschossen. Der Holzhacker Jean U g h e t t 0 erschien vor der Hütte des 51jährigen Holzhauers Emile Ughetto, der zwar den gleichen Namen führt, aber mit dem Mörder keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen hat, und streckte diesen durch einen tödlichen Schuß nieder. Dann erschoß er auch noch die 62jährige Ehefrau, zwei Töchter und einen Sohn seines Opfers. Der Mörder flüchtete nach diesem grauenhaften Massenmord und als er auf seinem Wege einen Hirten traf, erschoß er auch Nachruf. Am 20. Okt. verschied plötzlich und unerwartet unser treuer Mitarbeiter Schuhmachermeister August Diehl Niedershausen. 25 Jahre war der Verstorbene in gewissenhaftester Pflichterfüllung bis zur letzten Stunde bei uns tätig, allen ein aufrichtiger Freund und jedem ein stets hilfsbereiter Kamerad. Wir betrauern tief sein allzufrühes Scheiden und werden ihm jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Schuhhaus Carl Waldschmidt 6696 D Frau Emilie Geiß Witwe, geb. Bender im Alter von 58 Jahren. 8«*® »ir N - f Af, fahren tnL aUi bem Aschen /0D,fliLenf* Es herrsch Lerkehr.Da reichen Aut nicht nach I wird die $ droht, je mel Großlieferar mehr mittet Batavia 1 einen Ende Hasen bis" von wwt dasZenti /onialma chioel den G kommt. Gew bäude, die ‘ schäften, sind denden Häuf ßenbahnen, < orten, elegan Reiches. Es ren seit mei ändert und finde ich nid heil, die Ba immer frosti Vorteil, wie man sa glei von Mensche Geld und B Als ich Melteoreder großen, inn — auf berr Passer Garn, großen Wat- sehbares ®e. stehenden Si Menschenansa Fläche, wo ich farbener llhif herum und n dem Komman, marschieren di fierte Truppen Es sind nicht es d von den machen die druck. Die Parc Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber, herzensguter Mann Wilhelm Hamel WINTERHILfSWfl MM ^Billige KarpSen y2kß nur 85^ Letzte Sendung eingetrollen! A. Koch Nachfolger 1936 ist eii nmri Meister ii und am 22. f Male. Dc Kundschafte V?ng tret Zdenkmo £rau ®irtfre SF ^tsch H 3um P, Olsten Meist, der Mitwe re9ungen gege 5-*" Äs " das n Übern,unbenQt FÄ N L^en Schul- ne' ^ej jb'nniste^achj telbar1 n 8'bt, * d,^Ic [>r ®e'l ni1 len, ,f°kdnkn Sit 0 'mn'i 1‘ ntm bi; ober 9Qnjen 11 unter Heute entschlief sanft nach einem kurzen schweren Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Jung Wwe. geb. Wagner im Alter von 72 Jahren nach dem Neger, der mit Handschellen gefesselt nach! diesen. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden, der Richtstätte geführt wurde, wo er kniend sein Der Vater des Mörders Ughetto ist vor einigen *" Jahren in eine Irrenanstalt eingeliefert worden. IBefferfcmdH des Reichswetterdiensles. AusgabeorE Frankfurt. Durch die Zufuhr besonders milder Meeresluft, die an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufaleiten kam, traten am Mittwoch auch in unserem Bezirk verbreitete und recht ergiebige Landregen ein. Ein neuer Wirbel kündigt sich heute durch Luftdruck über Irland an, so daß die inzwischen aufgetretene Beruhigung und Besserung nur von kurzer Dauer sein wird. Aussichten für Freitag: Zunächst vielfach dunstig und zeitweise auch aufheiternd, dann neue Bewölkung und später Regen, bet anfänglichen schwachen, dann wieder aufrrischenden westlichen Winden für die Jahreszeit mild. Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus West unbeständiges und zu Niederschlä- gen geneigtes Wetter, mild.___ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. sprechen. — 3. Normale und krankhafte Steuerung f der menschlichen Körperorgane in Verbindung mit einem Kurse über „Vitamine und Hormone" vom 26. bis 31. Oktober. Honorar 50 Mark. Dieser Kurs geht aus von einer Darstellung der Wirkungsweise der Drüsen mit innerer Sekretion (Hypophyse, Schilddrüse, Ovarien, Nebenniere und Pankreas), schildert dann die Wechselwirkung der Drüsen untereinander, die zwischen den einzelnen Organen des menschlichen Körpers bestehen. — Programme durch die Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung, Berlin NW 7, Robert-Koch-Platz 7. Auftakt der Darmstädter Nlusikwoche. Auch in diesem Jahr führt die Stadt Darm- stadt, wie bereits angekündigt, wieder eine Musikwoche durch, die sich vor allem in den Dienst zeitgenössischen Musikschaffens stellt. Der Leiter des Berufsstandes der deutschen Komponisten, Professor Paul G r a e n e r, sprach am Eröffnungsabend im Hessischen Landestheater und forderte die Besucher auf, die jungen Tonkünstler, die sich gegen eine große Tradition durchsetzen müßten, in ihrer schöpferischen Arbeit durch den Besuch ihrer Konzerte zu unterstützen. Unter lebhaftem Beifall des Hauses spielte das Orchester des Hessischen Landestheaters als Uraufführung zunächst eine reizvolle „Tänzerische Musik" des 27- jährigen Leipziger Komponisten Karl Thieme, ein „Lyrisches Konzert" für Kammerorchester von Heinz Schubert-Flensburg und eine kraftvolle „Symphonische Musik" des' 25jährigen Helmut Dege n-Altenkirchen (Westerwald). a soou- en< 5,e De" »*.. . „„rin | Vermietungen | Schöne 5'/z-Zimm.- Wohnung mit Zubehör baldigst zu vermiet. Näheres [6646D Hermann Elges Seltersweg 66. Schöne 2.Stock, mit Zubehör ver l.Dez. für NM. 65.— zu vermieten. Näheres loE BleichstrasreHv Kleine ^Zimm.-Wohnung sonn./ gute Lage 3. 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Mündlich können Sieesnurvenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen SieesaUsn 3-5000 M. von Selbstgeber auf hochrentabl. Grundstück gesucht. Schriftl. Ang. unt. 04851 an 0. Gietz.Anz. JUNGVOLK SAMMELT BROT • Lflrontrootllidi: GauomtsleUungber DSO^pbtrihirig Rmtfür DJetbung unö 5diulung Gießen, Wetzlar, Heuchelheim, den 22 Oktober 1936. 6697 D Alters Vereinigung 1879 — 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Oktober, nachmittags 3.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Unseren Mitgliedern machen wir hiermit die traurige Mitteilung, daß unser lieber Alterskamerad Adolf Hexamer entschlafen ist. - Die Einäscherung findet Freitag, 23. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. - Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. _________________________ _______________ 6698 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Klinkei, geb. Kronenberg, und Familie Ludwig Kronenberg und Familie Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Helene Kronenberg Wwe. geb Sieglinger nach langem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. m. 248 OwiutS Matt Ciehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Donnerstag' 22. Oktober 1956 Besinnliche Weltreise Von unserem E. M -Sonderberichterstatter. XL Gin Manöver. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Batavia, im September 1936. Langsam fährt unser Schiff in die Quaianlagen der KPM., die von hier aus an die hundert Schiffe in alle Teile des malayischen Archipels hinaussendet Wir sind in Tandjong Priok, dem Hafen von Batavia, angekommen. Abermals haben wir eine Zollkontrolle zu passieren, obwohl wir nur von einer zu der anderen Insel desselben Hoheitsgebietes gefahren sind. Sie geht zum Glück schnell vorbei und kaum eine Viertelstunde später sitzen wir im Taxi, auf dem Wege nach dem europäischen Teil dieser südasiatischen Großstadt: Weltevreden, heute Ba- tavia-Centrum genannt. Es herrscht auf der Straße ein mehr als lebhafter Verkehr. Das Augenfälligste sind aber nicht die zahlreichen Autos, sondern die nach Hunderten wenn nicht nach Tausenden zählenden Fahrräder Hier wird die Vorherrschaft Kopenhagens ernstlich anae- droht, je mehr sich Land und Stadt vom Leben eines Großlieferanten an tropischen Erzeugnissen auf e-ne mehr mittelständische Lebensform umstellt. Batavia ist eine weitgegliederte Stadt, die vom einen Ende bis zum anderen, d. h von dem alten Hafen bis nach Meester Cornelis, eine Ausdehnung von ungefähr fünfzehn Kilometer hat. Hier liegt das Zentrum der niederländischenKo- l o n i a l m a ch t, wo man mehr als sonstwo im Archipel den Eindruck eines wirklichen Empires bekommt. Gewaltige Ausmaße erreichen die Bankqe- bäude, die Hauptverwaltungen der Handelsgesellschaften, eindringlich wirken die Wohlstand verkündenden Häuser und Dillen in Weltevreden. Straßenbahnen, elektrischer Bahnverkehr nach den Vororten, elegante Hotels zeugen von der Größe dieses Reiches. Es hat sich gewiß in den letzten vier Jahren seit meinem hiesigen Aufenthalt manches verändert und wenn ich hinter die Kulissen sehe, so finde ich nicht mehr jene selbstgefällige Wohlhabenheit, die Batavia trotz der Hitze für den Fremden immer frostig wirken ließ. Aber das ist eher ein Vorteil, wie es das auch für Europa war, wo man fa gleichfalls einmal den Wert oder Unwert von Menschen und die Kulturgüter der Völker mit Geld und Börsenkursen maß. Als ich am Tage nach meiner Ankunft durch Weltevreden über den riesigen, ein Quadratkilometer großen, inmitten der Stadt gelegenen Koningsplein — auf dem gerade die große I a h r m e s s e, der Passer Gambir, errichtet wird — zum trotzdem noch großen Waterlooplein gehe, herrscht dort ein unabsehbares Gedränge. Ich frage einen neben mir stehenden Sundanesen nach dem Grunde dieser Menschenansammlung. Er zeigt auf eine abgesperrte Fläche, wo ich dann auch eine lange Kolonne khakifarbener Uniformen sehe. Ich gehe um den Platz herum und werde so Zeuge einer Parade vor dem Kommandeur der ersten Infanteriedivision. Es marschieren vorbei Infanterie, Kavallerie, motorisierte Truppen, Haubitzen und Sanitätsabteilungen. Es sind nicht nur europäische Truppen. Fast möchte es scheinen, daß die Malayen in der Mehrzahl sind, von den Indoeuropäern ganz abgesehen. Trotzdem machen die Soldaten einen gutdisziplinierten Eindruck. Die Parade ist der Abschluß einer P r o b e mobil i s a t i o n, zu der auch Reservisten herangezogen waren. Die Presse beschäftigte sich tagelang mit dem Ereignis und brachte zahllose Bilder von dem Manöver. Darunter befand sich auch ein Foto, das für den Außenstehenden einen bestimmten Reiz besaß. Es zeigte den japanischen Generalkonsul, wie er mit einer Handkamera Aufnahmen von derParade machte. Neben ihm stand als Verbindungsoffizier ein Jnfanteriehauptmann. Der Diplomat hatte Schwierigkeiten, überhaupt auf den Platz zu kommen, so las man später. Erst sein Ausweis machte ihm den Weg frei. Dieses Bild ist nicht zufällig, denn es waren auchnochdie Vertreter anderer Staaten anwesend Es zeigt mehr als alles andere, daß man hier die bewaffnete Macht mit Japan in Verbindung bringt. Gerade in letzter Zeit wird darüber mehr als je gesprochen. Man hat das Beispiel Abessiniens vor Augen und verläßt sich nicht mehr allein auf die Großmächte und den Völkerbund. Noch vor vier Jahren schwor mir ein bekannter hiesiger Journalist auf den Wert von Singa- p o r e für den holländischen Besitz. Jedes Schiff, jedes Geschütz, das die Engländer dorthin schafften, schien für ihn auch zum Schutz Hollands zu sein. Heute widersprach er meiner forschenden Frage ebenso überzeugt und verwies auf die Anstrengungen, die Holland in Java mache. Und in der Tat, es ist in letzter Zeit militärisch viel geschehen. Mit den Manövern gleichzeitig brachten die Zeitungen ausführliche Berichte über Luftabwehr- und Verdunkelungsübungen in Semarang und Soerabaja. Ich las von großen Flugzeugbestellungen für Java, hörte von an die 30 Flugplätzen in Sumatra und konnte mir ein schadenfrohes Lächeln nicht verkneifen als ich an die tendenziösen Berichte gewisser Amsterdamer Zeitungen über die deutschen Luftübungen dachte. Gilt das aber alles Japan? Darüber besteht kein Zweifel, daß hier der „Mann auf der Straße" an die Bedrohung durch Japan glaubt. Die zahllosen, japanischen Photographen auch an kleineren Plätzen sind für ihn nichts weiter als getarnte Spione. Er glaubt es ohne weiteres, daß die in Nordsumatra von Japanern angelegten Betontennisplätze kommende Stände für schwere Geschütze sind. Er rechnet sich aus, daß einzelne Bürger des Landes der aufgehenden Sonne unmöglich allein von ihren Einnahmen hier zu Lande leben können. Die verhafteten Japaner an der Küste von Sumatra, wo sie m den Eingeborenenprauhen herumbummelten, sind nach seiner Meinung natürlich Marineoffiziere, die dort alles vermessen. Wenn man mancherorts vom BV., ließ Buitenlandschen Vijand, spricht, so meint jeder Japan, ohne das Land mit Namen zu nennen. Unterhält man sich mit weitblickenden Holländern, so geben sie ohne weiteres zu, daß die Gefahr doch ein wenig übertrieben ist. Keiner aber zweifelt daran, daß auch die längste Anmarschlinie die Japaner nicht davon abhalten wird einmal das Petroleumzentrum von Borneo zu besetzen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Kein Wun- daß hier also jeder auf Verstärkung der Rüstungen drängt. Jedes Friedensjahr vermindert für Java die Gefahr, so meint man. Die niederländisch-japanischen Beziehungen selbst haben im Laufe der Zeit eine stets wechselnde Gefühlsskala durchgemacht. Nach den auch das übrige Europa überraschenden Siegen über Rußland und dem damit beginnenden beispiellosen Aufstieg Japans stellte man sich hier auf Abwehr ein, um so mehr als gewisse Gruppen in Tokio vom Reich des „Nanyo", des südlichen Meeres, offen träumten, womit nur der m a l a y i s ch e Archipel gemeint sein konnte. Später, nachdem man eingesehen hatte, daß die Japaner, als Bewohner gemäßigter Zonen, für die Tropen keine idealen Kolonisten sind, und auch z. B. Java dank der gewaltigen Uebervölkerung — es ist rund dreimal so dicht bevölkert wie Deutschland — kaum Platz für neue Hunderttausende bot, unterstützte man hier heimlich und auch in der privaten Ansicht alle japanischen Bestrebungen in China und der Mandschurei, bis --heute, bis zum Versagen der Großmächte. Nun glaubt man hier wieder an den Wert der Unterseeboote, Kreuzer, Minenleger, der modernen automatischen Waffen, der Flieger. Man schimpft auf die korrupte und sterbende Demokratie des Westens, was vor vier Jahren noch undenkbar war. Zweifellos ist man in Tokio über alles was hier geschieht unterrichtet. Dafür braucht man in Java aber keine Spionage zu unterhalten. Hier geschieht so ziemlich alles in der Qeffentlichkeit. Das Radio in Batavia verbreitet u. a. ganz offen die Nachricht vom Meldungszwang der Waffenfähigen — es besteht allgemeine Dienstpflicht — und fügt die Strafbestimmungen in einer solchen Form hinzu, daß man sich des Eindruckes fortgesetzter Verstöße der Reservisten nicht erwehren kann. Trotz allem glaube ich nicht, daß Japan eine Unternehmung gegen den holländischen Besitz plant. In Europa sind über die Möglichkeit häufig ganz falsche Vorstellungenn verbreitet. Ich entsinne mich noch, daß ich dort einmal von einer Zeitung aufgefordert wurde, einen Artikel über Java zu schreiben, aus dem heroorgehen sollte, daß die Japaner in Batavia oder Soerabaja bereits so stark seien, um sich Angriffe auf die Autorität zu erlauben. Außer der Landesverweisung eines Journalisten, der mit den extremen javanischen Nationalisten in Verbindung getreten war, und der gewaltsamen Flucht eines bereits aufgebrachten Dampfers, ist nichts geschehen. Man vergißt in Europa immer wieder, daß die Anmarschlinien nach Java und Singapore tausende von Seemeilen lang sind. Solange die Fragen Rußland, Mandschurei, China und Philippinen für Tokio ungeklärt, und damit kaum entscheidende Kräfte frei sind, wird Japan hier nach wie vor seine Anstrengungen auf wirtschaftlichem Gebiet machen. Dabei ging allerdings die japanische Eroberung Aus einigen Stellen des Reiches kommen in diesen Tagen Berichte darüber, daß eine reiche K o h l - ernte gewisse Schwierigkeiten in der Unterbringung bereitet. Hier und da befürchtet man sogar, daß der jetzt anfallende Herbstkohl teilweise verderben könnte. Das ist in einer Zeit, die unter der Parole „Kampf dem Verderb" steht, kaum verständlich und muß alle auf den Plan rufen. Der Erste, den es angeht, ist der Reichsnährstand. Dieser hat durch seine Hauptvereinigung der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft weitestgehend eingegriffen und alle Mittel, die helfen können, eingesetzt. Das Einfachste, was geschehen konnte und was geschehen ist, ist der Einsatz der Sauer- k r a u t f a b r i k e n, die zur restlosen Ausnutzung ihrer Kapazität veranlaßt wurden. Von Seiten des Gärtners, des Handels und der Sauerkrautfabriken ist alles getan, was getan werden kann. Aber sie schaffen es nicht ganz. Der Erntesegen ist noch für die nächsten drei bis vier Wochen zu reich! Hier muß die deutsche Hausfrau mithelfen, und das tut sie, wenn sie weiß, wie die Dinge liegen. Wohl das wichtigste Nahrungsmittel, das der deutsche Gartenbau hervorbringt, ist der Kopfkohl in seinen verschiedenen Arten. Noch vor 50 Jahren nahm der Anbau von Kopskohl im Reiche etwa vier Fünftel des gesamten Gemüsebaues ein. Wenn auch heute durch die ständig wachsenden Verkehrs- und Versandmöglichkeiten und durch günstigere Preisgestaltung verfeiernter Gemüsearten Anbau und Verbrauch insbesondere von Weißkohl zurückgegangen sind, nehmen Weiß- Rot- und Wirsingkohl immer noch zwei Fünftel der Gemüseanbaufläche ein. Diese Bedeutung verdankt der Kopfkohl neben seiner Preiswürdigkeit wohl nicht zuletzt auch der Tatsache, daß er über elf volle Monate dem Verbraucher angeboten werden kann. Jnsbeson- unaufhaltsam vorwärts. Erst im Jahre 1935 wurde sie durch Warenkontingentierung ein wenig ge« stoppt. Nur eine vollkommene Drosselung der Einfuhr könnte das Reich der Sonne zu Maßnahmen treiben. Aber diese Gefahr ist gering, weil Java dank der gewaltig gesunkenen Kaufkraft der eingeborenen Bevölkerung auf die billigen, nicht zu unterbietenden japanischen Waren angewiesen ist. Nun glaubt man in Europa noch, daß von innen heraus die politische Situation Hollands untergraben wird. Alles, was an Vermutung in dieser Richtung verbreitet ist, gehört ins Reich der Fabel. Es läßt sich einfach nichts finden, das auf diese Gefahr verweist. Der Fall der „Seven Provincien" war nur ein Lohnstreik Die Malayen sind keine Filipinos und werden es auch nie werden, wie ich es dem Führer der hiesigen Nationalisten, Soekarno. schon vor Jahren prophezeit habe. Noch heute besitzt die Unabhängigkeitspartei nicht mehr als 20 000 Mitglieder. Das war schon vor Jahren so, und außerdem ist sie noch vielfach gespalten. Was wollen solche Ziffern bei 60 Millionen Einwohnern und bei 60 verschiedenen Sprachen bedeuten? Als ich den Waterlooplein verlasse, bin ich noch genau so sicher wie vor vier Jahren, daß den Holländern normalerweise keine Gefahr droht. Die militärischen Einstellungen sind auch hier eine Zeiterscheinung. Die Rüstungen Javas werden Tokio kaum stören. Eine Gefahr ist nur, daß es auch hier viele gibt, die sich größer vorkommen als sie sind. Das drückt sich nicht nur im Verhältnis zu Japan aus, für das eine solche Einstellung einmal eine Prestigefrage werden könnte. Zum Glück ist Hollands öffentliche Politik davon unbeeinflußt geblieben und wird es auch wohl bleiben dere die in den letzten Jahren erfolgte Förderung des Frühkohlanbaues einerseits und der verlustarmen Lagerung des Dauerkohls bis in das späte Frühjahr andererseits — auf Kosten der Herbstweißkohlspitze — haben zu einer Beibehaltung eines stets annähernd gleichmäßigen Frischmarktverbrauches beigetragen: Daneben wird die Bedeutung wirksam ergänzt durch das Sauerkraut, eines durch natürliche Milchsäuregärung konservierten Weißkohles. Die gesundheitliche Bedeutung ist bei weitem noch nicht genügend bekannt. In anderen Ländern wird roher Sauerkohlsaft beispielsweise als Gesundheitsmittel genossen. Im Durchschnitt der Jahre werden im Reiche etwa 13 bis 15 Millionen Zentner Kopfkohl erwerbsmäßig angebaut. Der Umfang des Anbaues zur Eigenversorgung ist kaum abzuschätzen. Rund zehn Millionen Zentner hiervon werden etwa auf Weißkohl entfallen, von denen wiederum über fünf Millionen Zentner in die Sauerkrautfabriken wandern. Bei einer Normalernte rechnet man pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 15 Pfund Frischkohl und 4V.2 Pfund Sauerkraut. Das ist nicht viel! Das heißt, daß nur jede zwölfte Mahlzeit eine Kohlmahlzeit und jede vierzigste eine Mahlzeit mit Sauerkraut ist, beide Male allerdings Dollportionen, nicht nur als Beilagen gerechnet. Das heißt weiterhin, daß jeder Deutsche nur sechs mal so viel Kohl verzehrt als Zwiebeln. Dieser relativ geringe Verbrauch von Kohl mag nicht nur der wachsenden Verbreitung anderer Gemüse zu danken sein, sondern der ausgeprägten Bevorzugung von Fleischkost in Norddeutschland allgemein und in den Städten im besonderen. Der Berliner glaubt doch Kohl nur essen zu können, wenn er eine recht erhebliche Portion Fleisch und Fett im Topfe hat. Es gibt jedoch auch in Deutschland Gebiete, die sich der vorzüglichen Jetzt ist es Zeit zur Vorratswirtschast. Wie sorgt die Hausfrau für gesunde Winterversorgung? Von Zoh Boettner, Vorsthendem der Aaupivereinigung der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaff. Liszt und wir. 3n seinem 125. Geburtstage am 22. Oktober. Von Dr. Erwin Kroll. 1936 ist ein Liszt-Jahr in doppeltem Sinne. Am 31. Juli waren fünfzig Jahre vergangen, seitdem der Meister in Bayreuth zur ewigen Ruhe einging, und am 22. Oktober jährt sich sein Geburtstag zum 125. Male. Das jüngst geschlossene deutsch-ungarische Freundschaftsabkommen kann nicht schöner in Erscheinung treten als durch eine Franz-Liszt- Ged e n k w o ch e. Unter dem Ehrenvorsitz ^on Frau Wimfred Wagner vereinen sich in diesen Tagen deutsche und ungarische Künstler in Bayreuth zum Preise eines Musikers, der einer der edelsten Menschen seiner Zeit war und als Künstler der Mitwelt und Nachwelt unendlich reiche Anregungen gegeben hat. Was bedeutet dieses Meisters Persönlichkeit und Werk uns Lebenden? Ferrucio B u s o n l, wenn auch nicht unmittelbarer Erbe, so doch Großsiegel- bewahrer Lisztscher Kunst, hat bekannt: „Jrn letzten Grunde stammen wir alle von ihm - Wagner nicht ausgenommen — und verdanken ihm das Geringere, das wir vermögen, Cesar Frank, Richard Strauß, Debussy, die vorletzten Russen insgesamt, sind Zweige seines Baumes ... Eine „Faust-Sin- fonie , eine „Heilige Elisabeth", em „Christus , sie sind nach keinem Spateren geraten. „Les jeux d'eau“ bleiben noch heute das Vorbild aller musikalischen Springbrunnen, die seitdem geflossen sind. In der Tat: die Fernwirkung dessen was ursprünglich Liszt angehört, ist erstaunlich groß. Das gilt zunächst von dem Pianisten. Er hat die Klaviervirtuosität auf den höchsten, auch heute mcht überwundenen Gipfel geführt. Er entdeckte K ang- und Ausdrucksmöglichkeiten und "Spleltechmken in dem Tasteninstrument, die keiner vor ihm ge- SÄ ‘aus dem Geiste schaffe sich, di°T-chmk, N.chtaus der Mechanik des Klaviers zeigt, wie er darauf bedacht war, die Mittel feiner Kunst .dealen Zwecken unterzuordnen. So wurde er der König oer Drrtuo. stn ein Hoherpriester in der Welt des Schonen, mh mpr immer seine Weihen empfing, übernahm damit auch die d°h° Verpflichtung, der Kunst mit X 7 uuu; u zu dienen. Kaum einer aber ^st unter den zahlreichen Schülern Liszts, der sich diesem Dienste nicht gern hingegeben hätte; kaum einer, der nicht, wie noch jüngst Frederic Lamond, bekannte: „Ich danke dem Schöpfer, daß es mir vergönnt war, den herrlichen einzigen Menschen, den großen Künstler Franz Liszt gekannt zu haben — und seine Lehren mein Leben hindurch befolgen zu dürfen." Wie der Pianist, so steht auch der Dirigent Liszt als Vorbild am Anfänge einer neuen Epoche musi- (Scheri-Bilderdienst-M.) ; . U j > kalischen Nachschaffens. Was wir heute vom Orchesterführer verlangen, hat schon er verwirklicht. Es müsse Hauptstreben des Mannes auf dem Podium sein, „sich augenscheinlich überflüssig zu machen". -licht so sehr den Takt als den Geist der Musik gelte es anzuzeigen, denn: „wir sind Steuerleute, keine Ruderknechte." So führt der Weg von Liszt unmittelbar zu Hans von Bülow, der bei der Nachricht vom Tode seines Lehrers rief: „Nach ihm ist ja nur Kroppzeug auf die Welt gekommen." Bülow aber wurde der Lehrmeister unserer heutigen Dirigenten. Er hat einen Richard Strauß in den Sattel gesetzt, und an der Spitze seiner Berliner Philharmoniker steht heute Wilhelm Furtwängler. Der Pianist, der Dirigent Liszt — sie sind nur Einzelausstrahlungen des weltumfassend gebildeten, schöpferischen Künstlers. Denn nicht nur nachschaffend, auch eigenschöpferijch hat Liszt neue Wege gewiesen. Was er für den musikalischen „Fortschritt", für die „neudeutsche Zukunftsmusik" getan hat, ist unvergeßlich in den Annalen der Musikgeschichte ausgezeichnet. Wie er mit Feder und Taktstock unermüdlich für Wagners neue Kunst warb, wie er die Welt einen Schumann, einen Berlioz und Chopin besser verstehen lehrte, so schuf er als Komponist die „sinfonische Dichtung" und wies der Kirchenmusik neue Wege. Es ist kein „Einfallsmusiker" im Pfitznerschen Sinne, der das tat. Aber daß die neue Gattung ihren Schöpfer überdauert hat, beweisen noch Richard Straußens „Don Juan" und „Till Eulenspiegel". Es gibt im Reiche der Musik eben mehrerlei Bauweisen, und wenn Liszt „mit musikalischen Mitteln literarische Ideen klangmalerisch gestaltete" (Moser), so waren nicht nur diese Mittel, z. B. seine Harmonik und seine Instrumentation, umwälzend neu, auch seine neu - artige, kühn zusammenfassende musikalische Architektur, seine musikalische Logik hat Schule gemacht. So hat Liszt den Form- und Ausdrucksreichtum der Musik gewaltig vermehrt, und wie er die Grenzen seiner Kunst kühn erweiterte, so war er auch unablässig auf ihre Würde bedacht. Als ein „Genie der Freundschaft" wandelte er über diese Erde, und seine Güte umfaßte nicht nur die Menschen seiner Umgebung, sondern den ganzen Musikerstand. Er ist der Vater des Allgemeinen deutschen Musikvereins, dessen Bestrebungen zur Hebung des Musikerstandes erst jüngst in der Reichsmusikkammer ihre Erfüllung gefunden haben. Der Präsident dieser Kammer aber ist heute Peter Raabe, der einen großen Teil seiner Kraft der Erforschung und Würdigung des Lisztschen Lebenswerkes gewidmet hat und der nicht müde wird, den deutschen Musikern zu verkünden, daß es kein erhabeneres Vorbild für sie gibt als Franz Liszt. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Z i e h a r t h , Ordinarius für Alte Geschichte an der Universität Hamburg, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Dr. phil. habil. Hans R u - d o l p h beauftragt, vom Wintersemester 1936/37 an bis auf weiteres das Fach der Alten Geschichte an der Universität Hamburg zu vertreten. Professor Dr. Robert Schröder, Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Kiel, ist vom 1. Oktober ab als ordentlicher Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie an die Universität Leipzig berufen und zum Direktor der bärtigen Unive'rsitäts - Frauenklinik ernannt worben. Alte Inschriften erzählen vom römischen Alltag. Der Oxforder Professor R. G. Collingwood hat sich seit zwanzig Jahren der Aufgabe gewidmet, alle römischen Inschriften in England zu sammeln und hat fast 7000 Inschriften zusammenge- bracht. Mit Recht darf er diese Aufgabe jetzt als vollendet ansehen. Gegenwärtig ist er damit beschäftigt, fein Material zu ordnen, zu erläutern und zu einem Buche zu verarbeiten, das in seiner Art einzig sein und für jeden, der für die nordische Welt zur Zeit der römischen Herrschaft Interesse hat, eine aufschlußreiche Quelle darstellen wird. Die älteste Inschrift geht etwa auf das Jahr 50 n. Ehr. zurück und betrifft den Bau eines Tempels des Neptun und der Minerva durch einen britischen Fürsten namens Cogidubnus, der vor der römischen Eroberung König von Sussex war. Er unterwarf sich den Römern, änderte, um dem Kaiser zu schmeicheln, seinen eigenen Namen in Tiberius Claudius und empfing fein Land als eine Art Lehen von Rom zurück. Die Inschriften umfassen einen Zeitraum von fast 400 Jahren und eine der letzten bezieht sich auf eine Küstenwachstation in der Nähe von Whitby, die ein Befehlshaber namens Justinian nur ein paar Jahre bevor England von Rom endgültig aufgegeben wurde, errichtet hatte. Schon in dem Unterschied der Schrift in diesen beiden Dokumenten drückt sich der Kulturverfall innerhalb dieser vier Jahrhunderte aus. Reizvoll sind die Inschriften vor allem durch die anschauliche Kenntnis des täglichen Lebens, das sie vermitteln. Ein Ring z. B. trägt die Worte „Si amas, ego plus“ (Wenn du liebst, ich noch mehr). Sehr viel anders drücken heutzutage Liebende sich auch nicht aus. Auf einer Tonscherbe steht der Name eines Gladiators Lucius verbunden mit dem einer gewissen Verecunda. Diese Inschrift ist dadurch besonders bemerkenswert, als sie die einzige überhaupt bekannt gewordene Erwähnung eines Gladiators im römischen Britannien darstellt. Auf einer anderen Scherbe hat ein gewisser Bellicanus zu vielen Malen seinen Namen geschrieben, vielleicht in müßiger Spielerei und gewiß nicht ahnend, daß er für die Jahrtausende schrieb. Auch die Schreibübung eines Schulknaben aus dem 2. Buch der „Aeneis" war nicht für die Jahrtausende berechnet. Ein Stück Blei verrät, daß es die Gepäckaufschrift eines Centurio Titanus, Befehlshaber der VIIL KlB horte der XX. Legion war, der vor etwa 1800 Jahren mit feiner Kohorte von Chester, feinem bisherigen Standquartier, abmarschierte. Gewiß hat der Centurio nicht .gedacht, daß die achtlos üer* lorene Aufschrift ihn so viele Jahrhunderte übet» dauer» wurde. Nährkraft unti dabei besseren Bekömmlichkett der nicht allzu stark gefetteten Kohlmaylzeit bewußt sind. Die Erkenntnisse der modernen Ernährungsphysio- fogie, nicht zuletzt auch der allen lieb gewordene Eintopfsonntag, haben hier einer ungesunden Entwicklung etwas Halt geboten. Denn jene scheinbar kleinen geschmacklichen Nuancen und Launen des Verbrauchers tasten den Haushalt des Reiches mit der Verpflichtung des Ausgleiches der aus eigener Scholle vorhandenen Nahrungsgüter empfindlich an: Deutschland ist in Kohlgemüsen mehr als ausreichend^' Selb st versorge r, in Fleisch und Fetten jedoch nicht! Hinzu kommen größere und kleinere Spannungen in Absatz und Versorgung, mit denen Gartenbauerzeugnisse nun einmal aus der beträchtlichen Schwankung der Erntemengen behaftet sind. Die Anbaustatistik im Gartenbau — zweifellos die schwierigste aller statistischen Arbeiten — weist in den letzten Jahren ein starkes Abwandern vom extensiven Kohlanbau mit überwiegender Eigenver- sorgung zum intensiven Anbau in Versandgebieten aus. Von rund ein Drittel bis ein Halb der statistisch ermittelten Anbauflächen wird der deutsche Markt, werden die Städte versorgt. Der Rest ist örtlicher Streuanbau oder dient lediglich der Selbstversorgung. Jenes Drittel des Anbaues ist bei günstiger klimatischer Lage von Unbilden des Wetter weltgehend unabhängig und somit ertragssichere Nahrungsreserve. Der noch verbliebene Extensiv» anbau hingegen erntet von der gleichen Flächeneinheit im Durchschnitt kaum ein Drittel, ja — in trockenen Jahren fällt die Ernte dort nicht selten ganz aus. Die Jntensioanbaugebiete müssen sich deshalb in ihrem Anbauumfang stets darauf einstellen, auch zur Lieferung des Zuschußbedarfes dieser Gebiete bereit zu sein. Und sie waren -auch in diesem Jahre bereit. Leider wurde in diesem Jahre die Anbaufläche in den Jntensivanbaugebieten nicht unerheblich gesteigert — insbesondere in Frühkohl — denn die beiden Vorjahre brachten knappe Ernten. Nun hat uns in diesem Jahre die deutsche Erde allenthalben in Früh- und Herbstkohl einen Segen beschert, der vom Verbraucher auch nicht entfernt erkannt wurde. Wohl fand der Streuanbau meist restlosen Absatz. Selbst die Ueberschüsse aus dem Eigenversorgungsanbau wurden noch weitgehend untergebracht. Die Jntensivanbaugebiete jedoch stehen seit Wochen und Monaten Gewehr bei Fuß und warten, daß die Hausfrau auch ihre Ernte, auf die sie in knappen Jahren bitter angewiesen ist, nicht achtlos verkommen läßt! Wir haben gelernt, in den letzten Jahren auch überreiche Ernten nicht als wirtschaftliches Unheil zu betrachten, sondern als einen Segen, der uns geschenkt wurde. Diese Erkenntnis verpflichtet dann aber auch zum Handeln. Wenn jeder Deutsche in den nächsten drei Wochen je eine Kohl- oder Sauerkraut-Mahlzeit zulegt, werden mit jeder Woche rund 350 000 Zentner Herbstweißkohl der Ernährung eichalten und der Haushalt des Reiches an Nahrungsgütern ausgeglichen. Bedenke auch Du, Hausfrau, beim Einkauf die Parole: Kampf dem Verderb! Kaufe richtig! Denke an das, was der deutsche Boden reichlich bietet! Große Gießener Herbst-Zuchtviehversteigerung. Die vom Landesverband der Rinderzüchter in Hessen-Nassau, Gruppe Fleckvieh und Rotvieh, und dem Landesverband der Schweinezüchter in der neuen Gießener Versteigerungshalle am Güterbahnhof durchgeführte Herbst-Zuchtviehoersteigerung war diesmal eine sehr angenehme Angelegenheit. Gerade bei dem herbstlichen Wetter erwies sich die segensreiche Errichtung der neuen Versteigerungshalle für Mensch und Tier als sehr vorteilhaft. Die praktischen Zugänge von den Ställen her ermöglichen einen raschen An- und Abtrieb der Tiere, der namentlich bei dem Schweinestall durch Zwischenkojen im Durchgang den immer sehr schwierigen Abtransport dieses widerborstigen Viehes erleichtert. Der Auktionator hat eine gute Uebersicht und die Akustik im Raum hilft ihm nicht nur Lungenkraft zu sparen, sondern auch die Angebote einwandfrei zu hören. Die mehrstufige Sitzanordnung ermöglicht dem Interessenten eine gute Uebersicht über den Vorführungsring. Prämiierung. Zu der Versteigerung am Mittwoch waren zahlreiche Tiere, Fleck- und Rotvieh-Bullen und eine große Anzahl Eber des Deutschen Edelschweines und des Veredelten Landschweines aufgetrieben. Die Fleckviehbullen stammten in erster Linie aus den Zuchten der Wetterau und des Vogelsberges, während die Eber aus den Hüttenberger Zuchten und denen des Büdinger Landes kamen. Die Prämiierung der Tiere nahm eine geraume Zeit in Anspruch. Das Hessische Fleckvieh wurde von Oberveterinärarzt Dr. M o n n a r d (Gießen), Bauer Hch. Bopp (Griedel) und Bürgermeister Stroh (Brauerschwend) gerichtet, das Rotvieh von Veterinärrat Dr. Gilbert (Gießen) und Heinrich Harbach VIII. (Großen-Buseck). Die Eber der Deutschen Edelschweine bewertete Veterinärrat Dr. Gilbert (Gießen) und Rittmeister a. D. Lei- p o l d (Gießen), die des Veredelten Landschweines Bauer Karl L o r b e r g (Wickstadt) und Wilhelm Müller V. (Lang-Göns). Versteigerung. Im Anschluß an die Prämiierung eröffnete Tierzuchtinspektor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen), der verständnisvolle Förderer der oberhessischen Tierzucht, die unter seiner Anleitung aus den verschiedensten Zuchtgebieten sich durchsetzen konnte und vielfach zu ganz bedeutenden Anerkennungen kam, die Herbst-Auchtviehversteigerung, zu der er eine große Anzahl von Gästen, u. a. den Vertreter der Landesbauernschaft, Landestierzuchtinspektor Dr. Schneider (Frankfurt a. M.), Beigeordneten Sudheimer, Professor Dr., Küst von der Universität, aber auch zahlreiche Züchter aus Oberhessen und Interessenten in großer Zahl begrüßen konnte. Er sprach der Land-esbauernschaft Hessen-Nassau den Dank für die Unterstützung der oberhessischen Tierzuchtbestrebungen durch die Errichtung dieser Versteigerungshalle aus und hob besonders das bereitwillige Eintreten des Oberbürgermeisters Ritter für die Durchführung dieses Planes hervor. Für den Erbauer der Halle, den Baurat G r a v e r t, und seine Mitarbeiter sand er gleichfalls anerkennende Worte für diese schöne und angenehme Versteigerungshalle, in der in Zukunft id eitere größere Ver st eigerungen und Märkte ab geh alten werden sollen. Nach einem Hinweis auf die Bestimmungen für die Versteigerungen, namentlich bezüglich des Schlußscheines, wurde mit der eigentlichen Versteigerung begonnen. Zur Versteigerung gelangten etwa 60 Bullen des hessischen Fleckviehes, 6 Bullen der Vogelsberger Rasse, 22 Eber des deutschen Edelschweines und fast 50 Eber des veredelten Landschweines. Die Tier- qualitäten bewegten sich im guten Durchschnitt. Einige Tiere, die den Anforderungen zur Zucht nicht mehr voll entsprachen, sanden nachher auch keinen Abnehmer. Oie Verkaufsergebnisse. Es entwickelte sich sofort ein reges Bieten, so daß die Versteigerung lebhafte Formen annahm, die sich bis zum Schluß zeigten. So verblieb nur ein geringer Ueberstand. Im allgemeinen wurden sehr gute Preise, sowohl für die Bullen wie auch für die Eber bezahlt. Der Durchschnittspreis für die Die Jugend unseres Führers im Kampf gegen die Not. Am 24. Oktober, deutscher Volksgenosse, ist Brotsammlung des Deutschen Jungvolkes. Bullen betrug rund 825 Mark, für die Eber 225 Mark. Den Höchstpreis von 1480 Mark für einen Bullen des Züchters Wilh. Wörner (Ostheim) bezahlte die Gemeinde Großen-Buseck. Von der Vogelsberger Rasse erzielte ein Bulle des Lehr- und Versuchsgutes Selgenhof mit 920 Mark den Höchstpreis, den die Gemeinde Ettingshausen bezahlte. Bei den Ebern brachte ein Tier des Deutschen Edelschweines des Züchters Karl Brückel (Lang- Göns) mit 240 Mark, bei dem Veredelten Land- fchwein ein solches des Züchters Wilh. Wentzel (Lang-Göns) mit 335 Mark die Spitzenpreise. Die Versteigerung brachte einen Umsatz von rund 47 900 Mark für die Bullen und 13 500 Mark für die Eber, so daß der Gesamtumsatz die Summe von 610 0 0 Mark überftieg. Diese Tatsache läßt die Bedeutung der Gießener Versteigerungen für die Bauernschaft klar erkennen. Oie Prämiierungsergebnisse: hessisches Fleckvieh. 2. Formenpreise: Otto Seim, Kestrich, zugleich 1. Leistungspreis; Eugen Stein, Stumpertenrod; I. H. Schött, Rixfeld; Karl Lips, Unter-Wegfurth; 1. Formen- und zugleich 2. Leistungspreis: Jak. Wilh. Bill, Nieder-Weisel; 1. Formenpreis: Karl Lips, Unter-Wegfurth; 2. Formenpreise: I. H. Schött, Rixfeld; Arbeiterkolonie Neu-Ulrichstein (zugleich 2. Leistungspreis); Wilh. Nicklas, Weiters- hain; Hch. Hasenflug, Arnshain; Heinrich v. Alt, Wallenrod. 3. Formenpreise: Konr. Wilh. Kehrn, Bindsachsen (zugleich 3. Leistungspreis); Jungvieh- wekde Wenings bei Wenings; Heinrich Müller VIII., Ober-Hörgern (zugleich 3. Leistungspreis); Karl Vogt L, Lich; Adam Kreutzer, Willofs (zugleich 3. Leistungspreis). Vogelsberger Vieh. 2. Formen- und 2. Leistungspreis: Theodor Fischer, Hof-Zwiefalten; 2. Formen- und 2. Leistungspreis: Lehr- und Versuchsgut Selgenhof; 3. Formen- und 3. Leistungspreis: Th. Fischer, Hof-Zwiefalten. Deutsches Edelfchwein. 1. Formen- und 1. Leistungspreis: Wilhelm Luh, Lang-Göns; 1. Formen- und 3. Leistungspreis: Karl Brückel, Lang-Göns; 2. Formen- und 1. Leistungspreis Wilh. Luh, Lang-Göns; 2. Formen- und 1. Leistungspreis: Karl Luh, Lang-Göns; 3. Formenpreise: Karl Brückel, Wilh. A. Stoll, Arthur Rompf Wwe., und Eugen Weber, alle aus Lang-Göns. Veredeltes Landfchweln. 2. Formen- und 1. Leistungspreis (für je zwei Tiere): Kurt Eurich, Hutzdorf; 2. Formenpreis: Karl Velten II., Lang-Göns; Wilh. Ditzel, Herrn» Haag; Karl Döring, Queck; Wilh. Philippi, Trais- Münzenberg; Wilh. Ditzel, Herrnhaag; 3. Formenpreise: Hch. Brückmann, Neuhof; Wilh. Philippi, Trais-Münzenberg; Karl Velten II., Lang-Göns (für zwei Tiere, und einen 1. Leistungspreis); Wilh. Wentzel, Lang-Göns (zugleich 1. Leistungspreis); Freiherrl. Riedefelfche Gutsverwaltung, Sickendorf; Gutsverwaltung Kolnhaufen bei Lich. — Anerkennungen: Anton Engel V., Hörnsheim; Otto W. Velten, Lang-Göns; Otto Koch, Aulendiebach. Wirtschaft. Oie Lage des deutschen Bergbaues im September. Fwd. Die deutsche Steinkohlenförderung war, bedingt durch die jahreszeitliche Belebung, im September etwas höher als im Vormonat. Die arbeitstägliche Septemberförderung des Vorjahres wurde um 7,2 v. H. übertroffen. Die Braunkohlenförderung zeigte gegenüber dem Vormonat einen kräftigen Anstieg. Rohkohle wurde arbeitstäglich 8,5 v. H. mehr gewonnen, die Briketterzeugung stieg um 11,6 v. H. Rhein-Mainische Börse. rNittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Okt. Die Börse lag bei Eröffnung überwiegend fest, auch die Umsätze wiesen noch größeres Ausmaß auf, mÄyrend später die Haltung uneinheitlich und zun Teil schwächer wurde. Das Publikum beteiligte sich sowohl mit Kauf-, wie mit Verkaufsaufträgen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hielten sich am Aktienmarkt die Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Von Montanwerten waren Verein. Stahl fest mit 124,90 bis 124 (123,50), Mannesmann zunächst 119,40 (118,75), dann 118,50, bei den übrigen Papieren war die Entwicklung ähnlich, Klöckner schon anfangs schwächer mit 129,13 (130,75). Von Kaliaktien verloren Westeregeln 2,50 v. H. Am Chemiemarkt traten Goldschmidt mit 128,90 (124,50) und Scheideanstalt mit 280 bis 282 bis 280 (278) stärker hervor, IG.-Farben lagen nur knapp gehalten. Elektroaktien wiesen nur geringe Abweichung gen, meist 0,25 bis 0,50 v. H. nach oben, auf. Maschinen- und Motorenaktien zogen 0,50 bis 1 v. H. an, Muag aber etwa 1,50 v. H. niedriger, auch Daimler später 125 nach 126. Zellstoffaktien lagen schwächer, Aku 91 bis 89,50 (91,50), Bemberg 112,25 (114,50). Von Einzelwerten notierten u. a.: Deutsche Linoleum 172,65 (169,75), Westdeutsche Kaufhof 63,13 bis 62,50 (63), Gement Heidelberg 160,25 bis 159,75 (160), Reichsbank 195,25 (197), Braubank 147 (146), Rheinmetall 147,75 (146,50), AG. für Verkehr 125,50 (125). Am Rentenmarkt war das Geschäft in Kom- munal-Umschuldung zu 89,80 bis 89,90 (89,50) lebhaft, Altbesitz 118,13 (118,25). Zertif. Dollar-Bonds anfangs weiter lebhaft und fest, später schwächer; 6proz. Preußen 80,25 bis 79,25 (79,25), 6proz. Spargiro 78,50 bis 78 (77,75), fest waren Poung-Gulden- Anleihe mit 91 (89). Von Auslandrenten 4proz. Ungarn Gold 13,75 bis 13,60 (13,75), 5proz. Silser- mexikaner unverändert 6,25. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt vorwiegend schwächer, das Geschäft schrumpfte stark ein. Im Durchschnitt ließen die Kurse 0,50 bis 1 v. H. nach. Reichsbank verloren 1,75 v. H. auf 194, Otavi Minen 1 RM. auf 44,50, Bemberg 110,50 nach 112,25, JG.-Farben 178,90 bis 179,50 nach 179,75, RWE. 141,50 nach 142,75, Hoesch 119,50 nach 121, Verein. Stahl 123,50 nach 124,90, Muag schließlich 125 (127). Von später notierten Werten zogen Jul. Berger auf 143,75 (141,50) an. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien 0,50 v. H. fester. Am Rentenmarkt bröckelten zertif. Dollar- Bonds weiter etwas ab, auch Kommunal-Umschul- dung 89,80 nach 89,90. Goldpfandbriefe blieben unverändert, Liguidationspfandbriefe lagen uneinheitlich. Von Stadtanleihen 4,50 (7) Frankfurter 94,90 (94,50), die übrigen wenig verändert. Auslandrenten lagen sehr ruhig, Mexikaner jedoch etwas fester. Schwach lagen Valutawerte; sämtliche Schweizer Anleihen erschienen mit „Minus"-Zeichen und wurden etwa 5 bis 8 Punkte unter gestern notiert; auch Chade A bis C schwach mit 440 (456). Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 106 bis 105, Frankfurter Handelsbank 31, Ufa 67,50, Wayß & Freytag 127,50, Kali Wintershall 139, VDM. 144,50, Pokorny 120, Growag 90, Ober» bedarf fest mit 59. Tagesgeld unverändert 2,5 v. H. Abendbörse uneinheitlich. Bei nicht sehr lebhaften Umsätzen war die Abendbörse uneinheitlich, es überwogen jedoch bei fester Grundstimmung mäßige Erhöhungen. Gegen den erholten Berliner Schluß schwankten die Kurse nach beiden Richtungen im Ausmaß von 0,25 bis 0,75 v. H. Etwas mehr Geschäft hatten AKU. mit 92 bis 92,50 (92,50), Daimler mit 125 bis 125 (125,25), IG. Farben mit 179,25 bis 179,40 (179,65), Har- pener mit 160 bis 160,50 (160) und Verein. Stahl mit 124,25 bis 124 (124,25). Otavi Minen waren um 1,50 RM. erholt auf 45,75. Von Auslandsaktien erholten sich Chade A bis C auf 445 (440), IG. Chemie Basel leere auf 180 (177) und Schweiz. Bahnanleihen bis zu 5 v. H.; 4 v. H. SBB. 208 (203), 3,50 v. H. do. 203 (199), 3,50 v. H. Gotthard 200 (196), 3,50 v. H. Jura-Simplon 197 (192). Deutsche Renten lagen ruhig, Kommunal-Umschul- dungsanleihe schwankten zwischen 89,80 bis 89,90. Zertif. Dollar-Bonds waren mäßig höher, 6 v. H. Preußen 79,50 (79), 6,50 v. H. do. 80 (79,75). Von Auslandsrenten b Pi eben Rumänen und Ungarn behauptet; 4 v. H. Steg von 83 kamen naaj Pause mit 22 (23,75) wieder zur Notiz. U. a. notierten: 4,50 v. H. Rhein. Hyp. Gold R. 18 bis 25 97, 4,50 v. H. Ungarn 1914 11,50, 4 v. H. do. Goldrente 14,20, 5 v. H. Rumänen 8,50, 4,50 v. H. do. 13,13, 4 v. H. do. 7,70 bis 7,75, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 208, 3,50 v. H. do. 203, 5 v. H. Mexikaner innere 6,25, 5 v. H. do. äußere Gold 14,50, Commerzbank 104,50, DD.- Bank 106,50, Rhein. Hyp.-Dank 140, Buderus E 123,50, Harpener 160 bis 160,50, Hoesch 120, Ilse Genuß 155, Klöckner 129, Mannesmann 119, Rheinstahl 156,25, Verein. Stahl 124,25 bis 124, Otavi 45,75, AKU. 92 bis 92,50, AEG. 40,75, MAN. 122,50, BMW. 139, Bekula 167, Chade A bis C 445, Zement Heidelberg 159,25, IG. Chemie leere 180, Daimler 125,50 bis 125, Deutsche Erdöl 148,50, Scheideanstalt 280,50, IG. Farben 179,25 bis 179,40, Felten 142,25 bis 142, Gesfürel 147, Gold- schmidt 127, Holzmann 135,50, Junghans 104,75, Lahmeyer 155, Muag 125,25, Metallge'sellschaft 150, Schuckert 163, Reichsbahn-VA. 125,65, AG. für Verkehr 124,50, Dürrwerke Ratingen 55. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Okt. Die Zufuhren an Brot- und Futtergetreide blieben klein und decken nicht ganz den Bedarf. Am Mehl- und Futtermittelmarkt blieb die Lage unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210, Roggen R12 164, R15 167, R 18 171, R19 173 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 w 13 28,10, W16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,60 bis 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebunden 2,40. Frankfurter Schtachkviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 85 Rinder (11 Ochsen, 1 Bulle, 48 Kühe, 25 Färsen), 458 Kälber, 145 Schafe, 339 Schweine. Es kosteten: Ochsen 42 bis 45 Mark, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 38 bis 44, Kälber 40 bis 65, Lämmer und Häm- mel 44 bis 50, Schafe 40 bis 46, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20-10. 21 10. 20-10 21-10. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 97,75 98 97,75 B*/z% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,25 103,25 — 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mll Ausloj.-Rechten ............ 118,25 118,13 118,13 118,4 4yt% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 99,9 — 100 100,1 <%% ehem. 8% Hessischer Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,65 98,75 4/t% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 97 97 5y2% ehem. 4-/r% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,5 100,4 — 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.k 93 93 __ _ Obcrhessen Provinz-Anleche mti Auslos.-Rechten ............ 128,5 128,5 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 123 122,9 123 123 *Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6%% ehem. 4i/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 100,4 100,5 5y2% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 101 100,75 101 101 4y2% ehem. 8% Pr. Lanbespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *y2% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutich.Verrechnungsk. 34-38 109,8 109,8 109,8 109,9 4% Oesterretchtsche Goldrente... — 33,25 _ 33,5 4,20% Oesterreichische Silberrente 3,4 — 3,35 3,35 4% Ungarische Goldrente....... 13,75 14,2 13,8 14,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11,65 11,13 11,25 11,13 4-/2% desgl. von 1913.......... 12 11,25 11,75 11,75 6% abgest. Goldmexikaner von 99 14,25 14,5 14,3 14,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börle Datum 20.10. 21 10 20.10 21.10 4% vesgl. Sene U ............ — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 8,65 8,5 8,75 8,5 4y2%Rumän.vereinh.Renten.1913 13,13 13,13 13,1 13 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,8 7,7 7,9 7,7 2 *4% Anatolier .............. 40 40,25 40 40,75 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd ...... 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Keichsbank ................12 •21.(5.®...................... 0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten L Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ......... 4 Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2l/t Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Rohren........ 8 16,9 16,9 16,9 16,9 — •— 39 •40 17 17 16,9 16,9 125 124,5 125,25 124 128 — 128,5 128 103,75 104,5 103,5 104,25 106 106,5 106,5 106,5 106 106,5 106,5 106,5 197 194 197 195,25 40,75 40,75 40,75 40,75 167,25 167 167,25 167,13 136 135 134,5 135 161,5 160,5 161,75 161 142,5 142 142,25 141,25 148 147 147,5 146,75 135,5 135,5 135 135,25 142,5 141,5 141,75 141,4 162,5 163 162,5 162,9 209 208 208 210 154,75 155 154,5 154,75 124,4 123,5 123,5 124,13 148,75 148,5 148,75 148,5 158 160,5 158,5 160 121 120 120,75 119,9 — — 211,5 215 «7 155 157 155,5 130,5 129 130 129 119,75 119 119 119 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20.10. 21 10. 20.10 21.10. Mansselver Bergbau....... ey2 162,5 160,25 162,5 158,5 Kokswcrke ................ .. 6 — 144,5 142,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 245 242 244 243,5 Rheinstahl................ .. 4 156,75 156,25 156,5 157 Vereinigte Stahlwerke...... by2 123,5 124 123,75 124,25 Otavi Minen ............. .. 0 45,25 45,75 45,5 45,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. k> 151,65 147,5 152 151 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 145 141 144 143,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y2 202 200 200,5 200 g. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 179,75 179,4 179 179,65 Scheldeanstalt............. .. 9 278 280,5 Goldschmidt .............. .. b 124,5 127 124,75 127 Rtitgerswerle ............. .. 6 140,5 140 139,5 139 Metallgesellschaft........... .. 5 149 150 148,5 149,75 Philipp Holz mann......... .. 4 135 135,5 134,5 134,75 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 160 159,25 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 157 157 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 106 106,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 91,5 92,5 92,25 92,5 Bemberg................. .. 6 114,5 110,5 113,25 111,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 172,65 172,5 172,5 172,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 146,75 147 147 146,5 Dessauer Gas ............. .. V — — 113,5 112,5 Daimler Motoren.......... .. 0 125,4 125 124,9 125,25 Deutsche Linoleum......... .. 8 169,75 170,5 170 170,75 Lrenstetn & Koppel ........ .. 0 — — 92,25 91,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 63 62,5 63,75 62,5 Chade .................... .. 9 456 445 450 440 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 206 — 206 206 Conti-Gummi............. 11 175,5 176,5 175,5 177 Gritzner....................01 31,9 Matnlrastwerke Höchst a.M.... 4 — Süddeutscher Zucker.....— 1O| 209,25 30,5 99 209 31,9 1 210 I 30,5 210 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 20 .Oktober 21 .Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos üitc 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel .... 41,89 41,97 41,90 41,98 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,145 0,147 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,30 54,40 54,35 54,45 Danzig----- 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,16 12,19 12,17 12,20 Helsingfors.. 5,365 5,375 5,375 5,385 Paris ..... 11,58 11,60 11,58 11,60 Holland ... 132,87 133,13 133,69 133,95 Italien..... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan ...... 0,710 0,712 0,710 0,712 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,11 61,23 61,16 61,28 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,05 11,07 11,06 11,08 Stockholm... 62,70 62,82 62,75 62,87 Schweiz ... 57,13 57,25 57,17 57,29 Spanien.... 22,48 22,52 22,48 22,52 Prag....... 8,761 8,779 Budapest .. Neuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Berlm,21 -Oktober Geld Äries ' Amertkaniiche Noten..............* 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,19 54,41 Englische Noten ................. 12,145 12,185 Französische Noten............... 11,53 11,57 Holländische Noten............... 133,35 133,89 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 61,00 61,24 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,58 62,84 Schweizer Noten................. 57,02 57,24 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — Kr. 248 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 22. Gttober 1936 Der Gauleiter in den Werkstätten seiner Arbeiter. Der Gauleiter besichtigt einen Industriebetrieb im Grenzkreis Dillenburg des Gaues Hessen-Nassau. NSG. Am Mittwoch, 21. Oktober, besichtigte Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger bie Eisen- werke i n Burg, Kreis Dillenburg, die zu den größten europäischen Fabriken der Ofen- und Herb- inbustrie gehören. Bei bem Runbgang burch bas Werk konnte ber Gauleiter feststellen, baß auch auf biesem Probuk- tionsgebiet bie beutsche Qualitätsarbeit an ber Spitze marschiert. Dies ist vor allem bem großen Fortschritt im Herb- unb Ofenbau in ben letzten brei Jahren zuzuschreiben, nach einem Stillstanb ber vorangegangenen zwei Jahrzehnte. Diese Verbesserungen erstrecken sich einerseits auf bie Möglichkeit einer großen Einsparung von Brennmaterial unb anbererseits auf bie ökonomischere Ausnutzung währenb bes Branbprozesses. Der Aufschwung im Jnbustriegebiet bes Dillkreises finbet seinen Ausbruck in ber Tatsache, baß bort heute zwei Drittel bes gesamten Herb- unb Dfenbebarfs Deutschlanbs hergestellt werben. Ebenfalls charakteristisch für biese erfreuliche Aufwärtsentwicklung ist bie Erhöhung ber Gefolgschaftsziffer: allein bieser vom Gauleiter besichtigte Betrieb hat seine Belegschaft von 1800 auf 2700 Arbeitskameraben vermehrt. In ben Werkstätten, an ber Arbeitsstelle unterhielt sich ber Gauleiter mit ben Arbeitern unb er- funbigte sich eingehenb nach ben Leistungen ber Arbeitsfront unb ber NS.-Gemeinschaft ' „Kraft burch Freube". Auch bie sozialen unb materiellen Verhältnisse bes einzelnen Arbeiters würben bei bieser Gelegenheit besprochen. Am Abenb besuchte ber Gauleiter bie Kreisleitung Dillenburg unb sprach anschließend), zur freubigen Ueberraschung ber Parteigenossen, in einem Mitglieberappell ber Ortsgruppe. Ohne Frau kein Lustschuh’ Das ist feine Rebensart, sonbern bitterer Ernst. Es ist nicht entscheibenb, ob bie Frauen bie im Luftschutz verlangten Arbeiten leisten können, wesentlich ist allein bie Erkenntnis, baß bie Frauen unb jungen Mäbchen sie in großem Umfange werben leisten müssen. Warum? So wirb mancher Kritiker unb Zweifler fragen, ber noch nicht in bie Lustschutzarbeit hin- eingese'hen hat. Eine einzige Tatsache macht ben unentrinnbaren Zwang vollkommen klar. Die Heimatfront bes Luftschutzes kann auf-wehrpflichtige Männer bis 45 Jahre nicht rechnen. Sie muß ferner auf alle Kräfte verzichten, bie zum bshörblichen Sicherheits- unb Hilfsbienst gehören. Sie muß alle Angehörigen bes Werkluftschutzes ausschalten. Schließlich bars sie nicht übersehen, baß bie zurück- bleibenben Männer häufig zu alt unb zu wenig leistungsfähig finb. Aus biefen Ueberlegungen bleibt nichts anberes übrig, als im großen Umfang Frauen unb junge Mäbchen praktisch auszubilben, bamit sie im Ernstfall mit Aussicht auf Erfolg bie Abwehr gegen bie aus ber Luft brohenben Gefahren übernehmen können. Was hat eine Frau zu tun? Der Möglichkeiten finb viele. Sie kann bas verantwortungsvolle Amt eines Luftschutzhauswartes, ober bes Stellvertreters übernehmen. Es ist möglich, sie ber Hausfeuerwehr ober ber Luftschutzgemeinschaft zuzuteilen. Schließlich kann sie als Laienhelferin zur Betreuung von Verletzten unb Kranken eingesetzt werben. Alles will freilich gelernt sein; von heute auf morgen kann niemanb einen bieser Posten übernehmen. Eine grünbliche Schulung unb Ausbilbung in ben Kursen bes Reichslustschutzbunbes ist nötig, unb bie vielen Frauen, bie schon geschult finb, beweisen, baß es keine unüberwinblichen Schwierigkeiten gibt. Es muß vor allem betont werben, baß bas sowohl für Mütter, wie für berufstätige Frauen gilt. Nach oft gemachten Erfahrungen muß auch gesagt werben, baß gerabe Frauen mit großem Verstänbnis sich ben mannigfachen Aufgaben bes Luftschutzes zugewanbt haben. Selbst Zweiflern braucht für bie Zukunft nicht bange zu werben. Sie sollten nur ein wenig an bie beispiellosen Leistungen aller Frauen im großen Kriege benfen, Leistungen, bie vorher niemanb für möglich gehalten hätte, unb bie bann boch in jenen Notjahren mit schweigenber Selbstverftänblichkeit vollbracht würben. Die Vergangenheit also gibt uns Heutigen ein Recht, überzeugt zu sein, baß Deutschlanbs Frauen auch in Zukunft ber Volksgemeinschaft ihre Kraft weihen können. *7* Aus Der Provinzialhauptstadt Herbstlicher Wald. Die ersten Fröste finb gekommen. Alle blühen- ben Blumen starben in ben letzten Nächten. Wohl bringt uns ber Tag noch Sonnenschein, blauen Himmel unb vielleicht auch herbstliche Milbe, aber schon zogen bie Schneegänse nach Süben. Will sich ber Winter biesmal so früh einstellen? Seine ersten Boten sanbte er uns. Um so bankbarer genießen wir sonnige Herbsttage. Wir lassen bie Schönheit ber Natur stark unb frisch auf uns wirken. Eine Wanberung an einem schönen Oktobertag, auch wenn ber Winb kühl weht, gehört zu ben stärksten Erlebnissen Wie kräftig wirkt schon ber neblige, frische Morgen! Noch liegt bie Lanbschast wie in einem leichten Schleier gehüllt, aber wir wissen, baß bie Sonne burchkommen wirb. Schön ist ein Blick von ber Bergeshöhe auf bie bunten Wälber Meilenweit schweift bas Auge über bie blau bämmernben Hügel. Alles scheint nahe zusammengerückt. Unenbliche Fernen tun sich auf. Die Walbesstille beruhigt bas Herz. Sie überträgt sich auch auf uns. Wir fühlen bas sanfte Einschlummern ber Natur. Der Herbst webt bas Schlasgewanb. Das Pflanzenleben verblaßt, bie grünen Blätter werben bunt unb ber Erbe wieber- gegeben. Schon steht qm trockenen Abhang eine Buche, bie halb entlaubt ist. Balb wirb auch von ben anberen Bäumen bas Laub zur Erbe rieseln. Ein enger Laubgang, wie aus Golb gewirkt, winbet sich leicht bergan. Dann unb wann haben wir einen Ausblick ins offene Felb. Würziger Erb- geruch strömt uns entgegen. Die Bauern säen bie Winterfrucht. lieber Nacht hat sich ber Walb in sein golbenes Gewanb gehüllt. Die Fröste lösten schon viele Blatter, unb bie ersten Stürme werben balb alles kahlfegen. Aber noch glüht es überall in Rot, in Gelb, in Braun unb Grün, unb am Abenb ziehen violette Schatten über bie Lanbschast. Dann ist ber Walb am schönsten. In ben Wipfeln ber Bäume träumt bie Stille. Nur mit verhaltenen Schritten roanbern wir langsam unb behutsam weiter. Beim Verlassen bes Walbes bleiben wir stehen unb schauen noch einmal zurück nach ben Bäumen. Da leuchten alle Farben in wunbervollem Zusammenklang auf. Von bem Boben her, ber schon ganz mit buntem Laub bebecft ist, wächst bie Pracht. Da stehen bie Büsche, umrankt von ben bunklen Brombeerruten, in buntem Herbstgewanb. Dahinter erheben sich bie stolzen Buchen. Ihre Blätter glänzen in allen Farben. Die schlanken Birken haben ein golbgelbes Kleib angezogen. Die letzten Som- merfäben umroinben bie bunten Blätter. Ganz im Hintergrunb stehen bie bunklen Fichten. Durch ihre grünen Nabeln hebt sich erst bie frohe Farbenpracht unb wirkt befto lebhafter unb frischer. Es ist ein Abschiebsfest. Ab unb zu knackt es im Laub. Die reifen Bucheckern unb Eicheln fallen ab. Wir fühlen in biefen Tagen mit leiser Wehmut, wie bas Jahr nun langsam zu Enbe geht. H. Vornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Oberhessischer Geschichtsoerein im Deutschen Dolks- bilbungswerk, 20.15 Uhr Vortrag „Raumforschung im Lahntal" von Prof. Dr. Bechtel im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lubwigstraße 32. —° Gloria-Palast, Seltersweg: „Moskau—Schanghai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Standschütze Bruggler". Amt für Volkswohlfahrt Ortsgruppe Gießen-Norb. Lebensmittelopferring. Am Donnerstag, 22., unb Freitag, 23 b. M., wirb bie Pfunbsammlung burchgesührt. Die Mitglieber werben gebeten, bie Pfundpäck- chen bereitzuhalten unb bie Mitgliedskarte jur Eintragung vorzulegen Die Päckchen finb inhaltlich burch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen. Es wirb barauf hinge- wiesen, baß bie Pfunbsammlung im Winterhalbjahr bei allen Volksgenossen, also nicht nur bei ben Mitgliebern bes Lebensmittelopferringes, durchge- führt wirb! A ie müssen helfen' In den VDrN.-heimabenden wird tüchtig für das WHW. geschafft. NSG. Wie im vergangenen Jahr, so werben auch dieses Mal zu Weihnachten wieder unzählig viele Pakete gepackt werben, bamit alle Volksgenossen eine Weihnachtsfreude haben. Da heißt es fleißig sein. Durch eine Vereinbarung zwischen ber Gau- amtsleitung ber NSV. und dem BDM. Obergau 13 stellt die NSV. dem BDM. Wolle und Stoff unb sonstiges Material zur Verfügung, bas bie Mädel in ben wöchentlichen Heimabenden unter Anleitung ber Werkreferentin oder ber jeweiligen Führerin verarbeiten. So entstehen im ganzen Obergau Hessen-Nassau unzählige Strümpfe, Hemben, Kinberwäsche, Jäckchen, Mäntelchen, Spielzeug usw. Die Jungmäbel finb hauptsächlich für bie Spielsachen aus einfachstem Material, Holzklötzchen usw. herangezogen und stricken unb häkeln mit Begeisterung Kinbermütz- chen unb warme Schals. Der Erfolg wirb sich kurz vor Weihnachten zeigen. 600 ^Zungvoikfübrertagungen m Hessen-Na^ou Im Laufe bieser unb ber tommenben Woche ziehen bie Fähnleinführer bes Deutschen Jungvolks im Gebiet Hessen-Nassau ihre Jungzug- unb Jun- genschaftsführer zu Arbeitstagungen zusammen. Diese insgesamt etwa 600 Kurzschulungen bienen ber ersten Auswertung bes bisher größten Jungvolkführerlagers, bas vom 11. bis 18. Oktober in Friedberg burchgeführt würbe. Eröffnung des Volksbildungswerkes. Am tommenben Freitag, 23. Oktober, 20.30 Uhr, finbet in ber Aula bes Gymnasiums bie Eröffnungsfeier bes Bolksbilbungswerkes im Kreise Gießen statt. Wie im vergangenen Jahre hat sich auch für biefen Winter eine große Anzahl von Wissenschaftlern unb Gelehrten in den Dienst ber Dolksbilbungs- arbeit gestellt, um jeben beutschen Volksgenossen an bem reichen Schatz beutschen Geistesgutes teilnehmen zu lassen. Die Bilbung ist nicht mehr nur ein Vorrecht gewisser bevorzugter Stänbe unb Kreise, sondern soll weiter unb weiter verbreitet unb schließlich Gemeingut bes ganzen Volkes werben. Nicht nach ber Breite bes Wissens wirb heute ber Mensch gewertet, sonbern nach ber Leistung, die er für bie Gesamtheit vollbringt. So gibt es über allen wissenschaftlichen Erkenntnissen unb ber Uebersätti- gung mit Wissen noch ein Höheres, bas ist ber auf bas Gute unb Eble gerichtete Wille und bie Tiefe bes beutschen Gemütes. Deshalb hat sich auch bas Deutsche Volksbilbungswerk neben ber reinen Wissensvermittlung bie hohe Aufgabe gestellt, bie Werte ber Seele unb bes Charakters zu bilben unb zu pflegen. Das Deutsche Volksbilbungswerk umfaßt alle Bil- bungsoereine unb Einrichtungen mit kulturellen Bestrebungen unb roenbet sich mit seiner Tätigkeit an bas gesamte Volk ohne Unterschieb. Mögen auch im fommenben Winter alle Veranstaltungen, Vorträge unb Gemeinschaftsabenbe, Führungen durch bie Museen unb gemeinsame Lehr- roanberungen einem jeben Besucher zum inneren Erlebnis werden und mithelfen an bem Aufbau unseres Volkes. W. Am tommenben Freitag spricht bei ber Eröffnungsfeier bes beutschen Bolksbilbungswerkes ber Gauhauptstellenleiter für Volksbilbung, Pg. Hanb - werk (Frankfurt), über „Deutsches Volkstum — beutsche Größe". Zu bieser Veranstaltung haben nicht nur bie Mitglieber ber im Deutschen Volksbilbungswerk zusammengeschlossenen Vereinigungen — Goethebunb, Lanbschaftsbunb Volkstum unb Heimat, Oberhessischer Geschichtsverein u. a. — freien Eintritt, sonbern alle Volksgenossen. Berufsschulpslichtige Schuler und die (Gewerbeschule. Wie bie Abteilung VII ber ßanbesregierung an- ordnet, können im Zuge ber Neuausrichtung bes beruflichen Schulwesens berufsschulpflichtige Schüler nicht mehr in bie Gewerbeschulen ausgenommen werben. Die noch oerbleibenben Schüler finb von ben Gewerbeschulbirektionen unter Aufteilung in Klassen unb Fachrichtungen zu melben. Vereidigung von Arbeitsdienstmännern. In der Reichsarbeitsdienstabteilung 5/222 „Justus von Liebig" in Gießen findet am fommenben Sonntag um 10.45 Uhr die feierliche Vereidigung der neueingetretenen Arbeitsmänner statt. Sürgermeifferfaoung in Giehen. Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetags wird am kommenden Montagnachmittag in Gießen eine Bürgermeisterversammlung abhalten. Aus der Tagesordnung stehen folgende Vorträge: „Urkundensteuergefetz, steuerliches Meldewesen u. a." Denkt Daran, daß die Pimpfe am 24. Oktober kommen, um für bedürftige Volksgenossen Vrot zu sammeln. Laßt die Pimpfe nicht vergeblich an die Türen klopfen! Veweißt, daß ihr die notleidenden Volksgenossen nicht vergessen habt! (Referent: Regierungsrat Dr. Dexheimer vom Finanzamt Gießen); „Die Mitwirkung der Bürgermeister bei baupolizeilichen Vorschriften" (Referent: ein Vertreter des staatlichen Hochbauamtes Gießen); „Ortschronik" (Referent: Bürgermeister a. D. A x aus Nanzhaufen); ferner Verschiedenes. Musikalische Abendfeiern in der Johanneskirche. Am nächsten Sonntag, 25. Oft., 18 Uhr, beginnen in der Johanneskirche wieder bie musikalischen Abenbseiern. Die erste bieser Veranstaltungen wirb als Orgelfeierstunbe gestaltet werben. Der Organist ber Johanneskirche Johannes Nebeling spielt Werke alter Meister, Choralvorspiele, Präludien und Fugen. U. a. wird man Stücke von dem Hamburger Nikolai-Organisten V. Lübeck und dem Lübecker Marienkirchenorganisten D. Buxtehude hören. Eine praktische DerdunkelungS- einrichtung. Zu der am Dienstag im Gießener Anzeiger von einem Leser vorgeschlagenen Verdunkelungsein - richtung wird uns von einem anderen Leser geschrieben: Die Einrichtung ist leicht zu handhaben, zeigt aber dennoch einige Nachteile. Wenn man ben Schirm nach unten offen läßt, kann man seine Arbeit nur bireft unter ber Lichtquelle ausführen. S NIVEA 4CREME gegen spröde Häuf Nachdruck verboten! 30 Fortsetzung. Zu britt betraten sie Leonharbts kleinen Laben. Der staunt nicht schlecht über ben Massenbesuchs als aber bie Namen genannt werben, erschrickt er. Es finb nur wenige Fragen, bie Branbes an ihn stellt, viel weiß er ja auch nicht, aber er sagt doch: Wenn Sie mich irgenbroie benötigen, Herr Doktor' stehe ich selbswerstänblich zur Verfügung." „Bielen Dank, Herr im Waide" Verbindliches Grüßen, dann stehen sie wieder aus der Straße, Brandes hat eine tiefe Falle zwilchen den Augen. Es ist ihm ein unerträglicher Gedanke, daß man auch hier feine Tächter im Zusammenhang mit einem Manne nennt und annehmen kann, daß sie mit ihm verreist ist. Was geht das biefen Herrn aus der Leihbücherei zum Donnerwetter an Seme Frau errät feine Gedanken, teste legt fie ihm die ^L mlcht^fehr sympathischen Eindruck auf ^^uter^Kimmel ja Melanie. Sie wirb ihm au'tfbie Brötchen gebracht haben, außerbem hat p>u “Ä8 K S. " mir ÄVmr' »-.»«-» »I ««» 0CrBu' wirft ungerecht und stehst Selpenfter, Her- bert" mahnt Paul Laverenz. „Wir müssen uns verr, mayia , abfinben, was ist benn nun i*onTabet' Der firnen Gottschalk wird der Milchten auch nicht an der Wiege gelungen wurden |Clnsm„ine Tochter hat das nicht nötig gehabt, Pau^ Aber fetzt will ich zu Herbing. Bitte, komme mi ®ern, ich möchte nur erst am Verlag vorbei und etwas erledigen. Es dauert nur zwei Minuten. hatten ein paar Straßen weiter, Laverenz stekgt aus stt aber schnell wieder mrück MMesessklM JRoman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 „Meine Sekretärin sagt mir eben, baß Herbing telefoniert hat. Er hat Berlin bereits verlassen unb wirb von unterwegs aus schreiben. Er hat stets schnell gearbeitet, heute früh ben Vertrag in ber Hanb, mit bem nächsten Zug ab. Fahrt heim, Herbert, vielleicht habt ihr boch Nachricht von Hanna." Paul Laverenz soll recht behalten, auf Branbes Schreibtisch liegt eine Karte. Auf ber steht in Hannas steiler Schrift, baß er sich nicht beunruhigen soll, sie befänbe sich in Bayern unb werbe irgendwann einmal roieberfommen. — 15. Kapitel. Von Branbes gibt es ber Draht erst zu Laverenz, ber ruft bei Liefet Gottschalk an unb bie saust in ber ersten freien Minute zu Leonharbt im Wölbe. „In Bayern? Wo benn ba?" „Wissen wir auch nicht, bie Karte ist in München aufgegeben. Ist ja auch gleich, Hanna ist roieber vorhanben, jetzt habe ich keine Angst mehr. Es gibt so viele Frauen, bie so was burchmachen müssen, ba hilft einem bann bloß bie eigene Kraft," philosophiert bas Aepfelchen. Leonharbt im Wölbe lacht. „Also auch schon bie Schlechtigkeit ber Männer erlebt, Fräulein Gottschalk?" „Ich? Kann mir nicht passieren, weil ich mich mit keinem aogebe," ist bie prompte Antwort. „Wollen Sie benn ewig Milchmäbchen spielen? Sie sehen mir gar nicht so aus." „Solange ich in Berlin bin, Herr im Wölbe — boch wohl. Heiraten kann ich hier schon gar nicht, auf bem Lanbe fänbe ich schon eher einen, ber zu mir paßt. Jetzt muß ich aber los, meine Kunben werben sich brängeln!" Sie packt sich bas Buch ein, bas Leonharbt ihr herausgesucht hat, unb ver- schwinbet roieber." Leonharbt im Wölbe kommt von Hanna Branbes unb Bayern nicht los, er grübelt ben ganzen Tag, wie er wohl herausftnben könne, wo sich bas Mäbchen aufhält. Herbegen, ber am Abenb kommt, seufzt abgrunbtief, er weiß nicht mehr, wie er bem Kameraben Vernunft beibringen soll. ..So warte boch ab, bis sie roieber ba ist. Wenn es wirklich roaß mit biesem Herbing gegeben hat, wirb ihr schon nicht gleich be*1 Sinn nach einem neuen Abenteuer stehen. Jetzt pack o!ch ich brenne barauf, in bie Werkstatt zu kommen, ©Untermann hat mich auch schon angerufen, er ist Feuer unb Flamme unb zur Zeit mehr mit uns, als mit feinem Geschäft liiert. Laß mal Hanna Hanna sein, sie wirb Ruhe haben wollen unb bir ebenso ungern über ben Weg laufen, wie ben anberen auch!" Daran hat ber Ingenieur Lubwig Herbegen vollkommen recht. Hanna Branbes hat ihren Koffer auf bem Münchener Bahnhof gelassen, sich nur einen Rucksack mit bem Notwendigsten gepackt, bie Bretter geschultert unb ist bann einfach ins Blaue gefahren. In einem kleinen Nest ist fie ausgestie- gen, kurz vor ber Stabt, bie bas Ziel ihrer Fahrkarte war. Es hat ihr aber bann noch nicht gefallen, kein Gelänbe, wie sie es sich wünscht; einen Burschen hat sie bann gefragt, wo sie hinkäme, wenn sie rechts burch ben Walb führe. „Du kommens nach Greibing. Wenns a guates Zimmer wolln unb an richtigen Teller Suppen mögen, gehns zum Sternbauer. Leut fan aber net in Greibing. Höchstens a Hanbvoll zünftige Sportsleut." „Das ist mir gerabe recht. Dank auch schön, Skiheil!" Hanna fährt los, unb ber junge Bursch schaut ihr nach. Mit Kennerblicken beobachtet er jebe Bewegung, bann nickt er, bas Dirndl kann schon laufen, man müßt mal nach Greibing rüber unb zusehen, sie zu treffen, vielleicht ist sie scharf auf eine orbentliche Hvchtour... Hanna braucht fast zwei Stunben, bis sie ben Kirchturm von Greibing vor sich aufragen sieht. Sie hat sich Zeit genommen, es jft noch hell, bie Sonne hat ben Gipfeln zwar schon einen rotleuch- tenben Mantel umgehängt, ber Monb steht aber tröstenb am Himmel. Wenn bie Sonne ihr Licht abgiebt, wirb er hell über bas friedliche Tal leuchten unb auch ber einsamen Skiläuferin ben Weg zeigen. Sie weiß bas auch unb hat es nicht so eilig, ins Dorf zu kommen. Der Sternbauer wirb balb gefunben fein, unb wenn ber kein Zimmer frei hat, roirbs ein anberer haben. Sie weiß nicht, wie bie hohen Berge heißen, bie ba in schneeiger Majestät in bie blaue Luft aufsteigen. Sie stehen hier seit einer Ewigkeit unb werben in Ewigkeit Gottes Schöpfungszeugen fein. Zu ihren Füßen liegt eine Welt, bie Frühling, Sommer, Herbst unb Winter kennt, aber um ihre steinernen Häupter liegt ber Kranz bes ewigen Schnees. Sie werben ben Menschen in ber Tiefe bie Schönheit ihrer Gipfel in strahlenbem Sonnenglast zeigen, unb fie werben sich in Sturm unb Nebel hüllen, wenn bie roilbe Jagb Wotans ungesehen über bie Erbe braust. Aber heute ist Frieben in ber Natur, unb biefen Frieben trinkt bas Mäbchen in vollen Zügen. Der Rucksack ist schwer, aber sie merkt es kaum. Sie sieht zu ben Bergen hinauf, bleibt immer roieber stehen. Gewaltsam brängt sie bie Gebauten zurück, sie will auch bas Gesicht nicht sehen, bas immer roieber wie ein Schemen vor ihr auftaucht ... John Herbings bunkles, geliebtes Gesicht. Ein trockenes Würgen sitzt ihr im Hals, aber tapfer geht sie mit ber Logik ihres Verftanbes, mit allem verletzten Stolz bagegen an. Endlich ist fie boch im Dorf. Es hat nur wenige Häuser, bie sich eng um bas kleine Kirchlein herumbrängen. Ein Gasthof liegt dazwischen, Hanna erkennt es an ber goldenen Sonne, bie über ber Treppe hängt. Gleich hinter bem Dorf läuft bie Straße vorbei; fie hat es viel zu eilig, um sich burch ben Ort zu schlängeln, bas überläßt sie ihrer altersschwachen Schwester, beren krummer Rücken gerabe noch Kraft hat, Ochsenkarren unb Heuwagen zu tragen. Selbst bas Postauto hält es mit ber neuen Straße, unb von ben wenigen Menschen, bie im Sommer hier vorbeikommen, fällt es keinem ein, in @re* bing auszusteigen, man fährt eine Dreivierter - stunde weiter unb landet vor einem Hotelbetrieb „Alpenrose", dessen Regie ein Berliner Hotelfachmann übernommen hat. Dort ist es auch im Winter gemütlicher, weil es Heizung unb Warmwasser gibt. Außerbem sind dort bie Berge biefelben, wie hier, genau wie bie Luft. „Wo wohnt benn ber Sternbauer?", fragt Hanna einen kleinen Jungen, ber voller Bewunderung über ben gutgerissenen Christiania, mit bem sie ihre kleine Schußfahrt beenbet, ben Munb nicht roieber zukriegt. Er steht auf felbftgefdjniitenen Brettern, hat keine Stöcke in ben kleinen Hänbern unb ist einer von ben Jungen, bie gleich mit Skiern auf bie Welt kommen. ,Zum Vater wollens? Da kommens halt mit. Er kraxelt vor ihr bie Dorfstraße hinauf unb bleibt sehr balb vor einem weiß getünchten Haus, bas einen schönen Giebel hat, stehen. (Fortsetzung folgt.) Im Ernstfall ist es unmöglich, viel im Zimmer zu arbeiten. Der Sinn der Verdunkelung aber ist, daß die tägliche Beschäftigung wie im Frieden seinen Gang nimmt. Außerdem werden die freien Lichtstrahlen reflektiert und so zum Fenster hinausge- roorfen, daß Lichtreflexe an anderen Häusern, oder auf dem Erdboden sichtbar sind. Dies würde dem Flieger ein willkommener Wegweiser sein. Die wirksame Verdunkelung wird nur durch Abblendung der Fenster möglich sein. Die deutsche Arbeitsfront jV N.g.-öemeinschaft „firaft durch freude" Abteilung Deutsches Volksbildungswerk. Am Freitag, 23. Oktober, 20.30 Uhr findet die Eröffnung des Volksbildungswerkes 1936/37 in der Aula des Gymnasiums statt. Es sprechen Kreislelter Pg. Dr. Hildebrandt und Gauyauptstellenlei- ter Pg. Handwerk, Frankfurt a. M. Eintritt frei. Alle Parteigenossen und Volksgenossen sind hierzu eingeladen. Professor Bechtel spricht am Donnerstag, 22. Oktober, 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Die Jugend stellt sich in den Dienst des Winter- hilfswerkes. Laßt sie nicht vergeblich an Eure Türe klopfen! Sie wird am 24. Oktober das Brot für bedürftige Volksgenossen bei Dir in Empfang nehmen! Institut (Ludwigstraße 34) über: „Raumfragen im Lahntal" mit Lichtbildern. Eintritt frei. Montag, 26. Oktober, 20 Uhr im Stadttheater, Kundgebung aus Anlaß der „W oche des Deutschen Buches" veranstaltet vom Goethebund. Karten zu 30 Pf. sind im Vorverkauf nur im Musikhaus E. Challier erhältlich. Abteilung Reisen, Wandern, Urlaub. Radwanderung. Am Sonntag, 25. Oktober, wird eine Radwanderung durchgeführt über: Butzbach — durch das Siebenmühlental — nach Braunfels — und zurück über Wetzlar nach Gießen. Die Abfahrt erfolgt pünktlich um 8 Uhr an der Ecke Frankfurter Straße - Liebig- straße. Rucksackverpflegung. Führung Wanderwart Richter. Sonderzug zum Fußballänderkampf Deutschland — Italien. Zu dem Fußball-Länderkampf, der am 15. November in Berlin im Olympia-Stadion stattsindet, wird eine Sonderzugfahrt durchgeführt. Der Teil- nehmerpreis beträgt für Fahrt einschließlich eine Uebernachtung mit Frühstück, sowie einem guten Platz im Stadion nur 18 Mark. Für die Anschlußstrecke nach Frankfurt tritt die bekannte Verbilligung in Kraft. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt in Frankfurt a. M. am 14. November, 10,05 Uhr, Rückkunft in Frankfurt am 16. November 9,39 Uhr. Anmeldungen zu dieser Fahrt können umgehend auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, eingereicht werden. Sitzung des Provinzialausschusses. Am Samstag, 24. Oktober, vormittags 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Moritz Siesel in Ober-Mockstadt gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 24 Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Benni Grünebaum in Düdelsheim gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 24. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Levi Grünebaum in Rohrbach gegen den Bescheid des Kreisamt Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Josef Grünebaum in Rohrbach gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Samuel Oppenheimer in Rohrbach gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des David Meyer zu Holzheim gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 13. Mai 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. Klage des Isidor M e y e r zu Gambach gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 25. Januar 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj. Klage des Julius Lion in Alsfeld gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 9. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kalenderjahr Warnung vor Mißbrauch der Bezeichnung „patenwein". Fwd. Der Werberat der deutschen Wirtschaft warnt vor dem Mißbrauch der Bezeichnung „Patenwein". Nur diejenigen Gaststätten und Firmen sind befugt, Patenwein zu verteilen und auszuschenken, die von den zuständigen Organisationsausschüssen ausdrücklich dazu zugelassen sind. Andere Weine dürfen nicht als Patenwein bezeichnet werden. Die Gaststätten und Ladengeschäfte sind berechtigt, die vorhandenen Bestände mit der Kennzeichnung „Patenwein" bis zum 31. Dezember 1936 auszuverkaufen. Gießener Dochenmarktpreife * Gießen, 22. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Kl. A 12, Wirsing (grün), Vt kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 5 kg 40, % kg 4 Pf., 50 kg 3,20 Mk., Falläpfel, % kg 5 bis 6 Pf., Aepfel 15 bis 25, Boskop 23 bis 28, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 10 bis 12, junge Hähne 1,— bis 1,10, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 1,—, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, % kg 40 bis 50, Blumenkohl, das Stück 50 bis 70, Salat 10, Endivien 5 bis 10, Oberkolrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30, Radieschen, Bd. 10 Pf., Weiß- Die Schule im Dienst der Volksgemeinschaft Kreisversammlung im NGLB. In der schönen Turnhalle der neuen Pestalozzi- schule hielt gestern vormittag der National- sozialistische Lehrerbund im Kreis Gießen eine Versammlung ab, zu der die Lehrkräfte der Volksschulen im Kreise fast ausnahmslos erschienen waren. Der Versammlung ging der Frühsport der jüngeren Lehrer voraus, der von Turnlehrer Mohr geleitet wurde und einige Hebungen der Körperschule brachte, die von den Junglehrern sehr einheitlich geturnt wurden. Anschließend wurde eine Morgenfeier gehalten, die kurze Rezitationen brachte: außerdem wurde gemeinsam ein Lied gesungen. In der Turnhalle eröffnete dann Kreis- und Stadtschulrat Nebeling die Versammlung, der er zunächst den Morgen- 0 vorausstellte: „Du glaubst nicht, was ein , h vermag ..." (Boaislav von Selchow) und ihn im Hinblick auf die Leistungen unserer gesamten Volksgemeinschaft in der Gegenwart zu der Form abwandelte: „Du glaubst nicht, was ein Volk vermag ..." Dem Erzieher seien, so fuhr er u. a. fort, im Werk der stetigen Leistungssteigerung in unserem Volke große Aufgaben zugewiesen. Der Appell zur Leistungssteigerung in unserem Volke gelte gleichermaßen für Lehrer und Schule. Der Redner warf dann die Frage auf: Wie können wir die Leistung der Schule steigern? und beantwortete diese Frage, indem er darauf hinwies, daß alle großen Leistungen, wo sie immer erzielt werden mögen, der sorgfältigen Planung und Vorbereitung bedürften. Auch in der Schularbeit müsse planmäßig aufgebaut werden, und zwar müsse es von langer Hand und für größere Zeiträume geschehen. Die ziemlich knapp bemessene Zeit, die dem Lehrer zur Verfügung stehe, müsse sorgfältig ausgenutzt werden. Allein dadurch könne die Arbeit in der Schule in der Ruhe geschehen, mit der sie geschehen müsse. Anschließend hielt Dr. Wagenbach, Gießen vom Arbeitsamt Gießen (Abteilung Berufsberatung) einen Vortrag über das Thema „Berufsberatung und Schule". Er wies eingangs darauf hin, daß die Aufgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung nicht darin allein bestehen könnten, Arbeitsvorhaben zu finanzieren, vielmehr fei ein wichtiges Aufgabengebiet, für einen richtigen Arbeitseinsatz zu sorgen, d. h. die Volksgenossen nach ihren Fähigkeiten und nach ihrer Eignung in das Berufsleben einzufügen. Der Redner legte in seinen weiteren Ausführungen die Unterschiede zwischen „subjektiver" und „objektiver" Ar- beitslosigkeit dar und kam dann auf die Aufgaben der Berufsberatung zu sprechen, die den jungen Menschen dahin leiten wolle, wo er von Anfang an, und nach feiner Eignung feinen zukünftigen Arbeitsplatz am besten ausfülle. Vor allem solle in Zukunft vermieden werden, daß in verschiedenen Berufen zu Zeiten eines erhöhten Arbeitsanfalles immer wieder ein großer Facharbeitermangel auftrete. Notwendig für eine befriedigende Lösung von Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung sei, daß beide planmäßig von einer Hand, von einer zentralen Stelle aus, erledigt würden, weil dann allein die Möglichkeit bestehe, sinnvollen Arbeitseinsatz zu pflegen, der lediglich aus einer genauen Beobachtung der Wirtschaft und ihrer Struktur heraus möglich sei. Es gehe nicht an, daß der Lehrer oder der Pfarrer in irgend einem Dorfe oder auch in der Stadt, in einer durchaus wohlmeinenden und verständlichen Bemühung, dem jungen Menschen weiter helfen wolle. Es müsse berücksichtigt werden, daß bei einer solchen Hilfe zur Lehrstellenvermittlung die Uebersicht über die Notwendigkeiten des Wirtschaftslebens fehlen müßten, und zwar deshalb, weil der Lehrer schwerlich einen Ueberblicf über die Bedürfnisse am Arbeitsmarkt haben könne und es ihm außerdem auch feine knapp bemessene Zeit nicht möglich werden ließe, sich darüber zu orientieren. Das Entscheidende in der Gegenwart sei nicht die Frage: „Wieviel verdiene ich in diesem oder jenem Beruf?", die Fragestellung laute vielmehr: „Wie diene ich meinem Volke am besten?" Die Schule habe deshalb die große Aufgabe, mitzuhelfen, daß in der Jugend, wie auch in der Elternschaft das Verständnis für die Notwendigkeiten unserer Volksgemeinschaft geschaffen bzw. vorbereitet werde. Es müsse der Jugend vor allem klar gemacht werden, daß es nicht lediglich darauf ankommen könne, zu welchem Beruf der Junge „Lust habe", vielmehr müsse die Berufswahl in allererster Linie nach Eignung und vorhandener Fähigkeit entschieden werden. Die Schule müsse den Berufsberater wissen lassen, welche Fähigkeiten der Lehrer an dem einzelnen Schüler beobachten konnte, da dies im Gesamtbild der Beurteilung von Wichtigkeit sein könne. Die ländliche Schule habe darüber hinaus die besondere Aufgabe, dafür zu sorgtzn, daß ein Zustrom der ländlichen Jugend zur Stadt vermieden werde. Dr. Wagenbach sprach sodann in grundsätzlichen Ausführungen und an Hand von vielen Beispielen über die verschiedenen Typen der Menschen und ihre Eignung für den einen oder anderen Beruf. Er gab zu erkennen, wie der Einsatz erfolgen müsse, wenn ein Mensch der Gruppe mit „basierender" oder „fluktuierender" Aufmerksamkeit angehöre und deshalb nur ganz bestimmten Berufen zugewiesen werden könne. Der Schule erwachse also hier die Aufgabe, mitzuarbeiten an der Erkenntnis des Menschen und seiner Fähigkeiten, könne also eine Arbeit leisten, die der Volksgemeinschaft in ihrer Gesamtheit dient. Schulrat N e b e l i n g dankte dem Redner für seine ausgezeichneten Worte und stellte auch seinerseits die Notwendigkeiten des richtigen Berufseinsatzes heraus. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach der Gausachbearbeiter für Werkunterricht Lehrer Muffel-Worms über das Thema „Werkunterricht und neue deutsche Schule." Der Redner gab in großen Zügen einen Ueberblicf über die Möglichkeiten des Werkunterrichts, auch einen Ueberblicf über die mannigfachen Schwierigkeiten, die dem Werkunterricht entgegenstehen können und erläuterte dann an Beispielen Der Westend-Schule zu Worms die Systematik der Arbeit, wie sie gepflegt werden müsse, wenn sie von dauerndem Wert für die Schüler sein solle. Er wies besonders darauf hin, daß das Dritte Reich, in dem die Arbeit und die hohe Arbeitsleistung im Vordergrund stünden, auf diese Vorbereitung des jungen Menschen für eine Berufstätigkeit nicht verzichten könnte. Selbstverständliche Voraussetzung für die Einführung des Werkunterrichts in den Schulen sei allerdings eine sinngemäße Ausbildung der Lehrer. Es müsse möglich werden, den Werkunterricht bis in die kleinste Schule vorzutragen. Das könne allerdings nur geschehen, wenn man sich in den Formen, in denen der Werkunterricht gepflegt werden soll, weise Beschränkungen auferlege. Das gelte hinsichtlich des Aufwandes an Werkzeugen und der Anforderungen an die Fertigkeiten der Lehrkräfte. Auch die Raumfrage dürfe keine Schwierigkeiten machen, d. h. es dürften besondere Werkstätten für den Werkunterricht nicht notwendig werden. Der Sinn des Werkunterrichts sei darin zu sehen, daß durch ihn der theoretische Unterricht an der Schule durch die mit dem Werkunterricht verbundene Anschauung vertieft werde., Im Flugzeug-Modellbau, der heute schon an vielen Schulen gepflegt werde, habe der Werkunterricht besondere Belebung und neue Aufgaben gefunden. An der Schule liege es, eine Arbeit auszubauen, die dem jungen Menschen vorwärts helfe und ihm den Weg in das Berufsleben erleichtere. Schulrat Nebeling betonte, daß die Erzieherschaft niemals gegen den Werkunterricht sei, nur sei es bisher schwer möglich gewesen, die ideale Form zu finden. Es sei klar, daß das Kind bei eigener Arbeit und wenn es selbst Hand angelegt habe, einer Sache viel näher komme, als in anderem Falle. Das Prinzip des Werkunterrichts im Unterricht sei anerkannt. Es bedürfe aber auch für diese Arbeit der vorherigen genauen Planung. Verschiedenes. Zum Abschluß der Versammlung gab der Versammlungsleiter noch verschiedene amtliche Bekanntmachungen zur Kenntnis. Er erinnerte zunächst an die Schu Sparkassen und wies darauf hin, daß es gar nicht darauf an komme, daß das eine Kind mehr spare wie das andere, wichtiger sei, daß in jedem Kinde die hohen sittlichen Werte des Sparens geweckt werden. Ferner gab er bekannt, daß in Ankunft die Schulferien vom Stadt- und Kreisschulamt einheitlich f e st g e s e tz t würden. Innerhalb eines Kreisgebietes sei diese Festsetzung selbst mit Rücksichten auf Erntezeiten ohne weiteres möglich. In weiteren Ausführungen gab Schulrat Nebeling einen Ueberblick über die in vielen Schulen unseres Kreises gepflegte Arbeit im Segelflugzeug-Modellbau. Es sei vorgesehen, auch in diesem Jahre wieder einen Mo dellwett bewerb zu veranstalten. Auch eine Ausstellung solle im Frühjahr abgehalten werden. Der Erfolg des Aufenthaltes von Schulklassen unseres Kreises in Schullandheimen sei erfreulich groß gewesen. Die Durchführung habe sich reibungslos vollzogen. Eine Schullandheim-Tagung werde demnächst im eigenen Schullandheim des Kreises in Kesselbach abgehalten. In weiteren Mitteilungen beschäftigte sich Schulrat Nebeling mit dem Thema „Luftschutz u n d S ch u l e" und betonte, daß sich auch die Schule in den Dienst der Luftschutzerziehung stellen müsse. Turnlehrer Mohr sprach anschließend über die unmittelbar bevorstehenden Winterkampfspiele der hessischen Schulen und über das neueingeführte Korbballspiel. Den zahlreichen Versammlungsteilnehmern war im Anschluß an seine Ausführungen Gelegenheit gegeben, auf dem Schulhof das Korbballspiel in praktischer Ausübung kennnenzuler- nen. Nach der Vorführung des Korbballfpiels wurde die Versammlung in der Turnhalle in feierlicher Weise geschlossen. Schulrat Nebeling wies kurz auf die schon eingangs erwähnte Notwendigkeit der Leistungssteigerung hin, sprach insbesondere über die Ausgaben, die auch der Schule aus der Forderung der Rohstoffversorgung des deutschen Volkes erwachsen und schloß dann mit einem Treuegelöbnis zum Führer und dem deutschen Vaterland die Versammlung. Gemeinsam wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Kurzlehrgang für dieWinterkampfspiele Nach der Mittagspause fand für die Turnunterricht erteilenden Lehrer der Volks- und höheren Schulen in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule ein Kurzlehrgang für die Winterkampfspiele der Schulen statt. Die Vertreter der einzelnen Schulen meldeten ihre Teilnahme am Fußball-, Handball- oder Korbballs piel. Der Kreis Gie- ßen-Land wird in fünf Bezirke eingeteilt, in denen die einzelnen Spiele ausgetragen werden. Für den Bezirk Gießen-Land übernimmt Turnlehrer Hel - l e r (Wieseck) die Spielleitung, für den Bezirk Londorf Lehrer Heil (Allendorf a. d. Lda.), für den Bezirk Grünberg Rektor Weisel (Grünberg), für den Bezirk Hungen Lehrer Sommeriad (Rod-, heim a. d. Horloff) und für den Bezirk Lich Tum- lehrer Schön (Lich). Turnlehrer Mohr (Gießen) führte in eingehender Besprechung in das neue Korbballspiel ein, das die meisten der kleineren Schulen als Kampfspiel erwählt haben und ließ durch die jüngeren Lehrkräfte das Spiel vorführen. kraut, 50 kg 3,50 Mk., Rotkraut 6,— bis 7,—, Wirsing (gelb) 5,— bis 6,—, Aepfel 15,— bis 25,—, Boskop 23— bis 28,— Mark. Die Industrie- und handeskammer Gießen gibt Auskunft: 855: Mit Ablauf des 31. Dezember 1936 verliert eine Reihe älterer Postwertzeichen die Gültigkeit zum Freimachen von Postsendungen. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. — 856: Möglichkeiten der Kurssicherung. — 857: Verordnung über die Regelung der Handelsspannen für Rundfunkempfangsgeräte und Lautsprecher. — 858: Abschluß der Berliner Verhandlungen mit der Schweiz.— Zweites Zusatzabkommen zum Verrechnungsabkommen. — 859: Aufnahme von RM.- Münzen in die 200-Gulden-Freigrenze in Danzig. — 860: Vorschriften für die Bezahlung deutscher Einfuhrwaren in der Mandschurei. — 861: Die Lage im Zahlungsverkehr Spaniens mit Deutschland. — 862: Neue Frachtbriefe im gewerblichen Güterfernverkehr. — 863: Werbeheft „Schnellste Beförderung von Frachtgutladungen auf der Deutschen Reichsbahn von Ausland zu Ausland", Neuausgabe Winter 1936/37, liegt bei der Kammer xur Einsichtnahme auf. — 864: Anordnung Nr. 36 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Deckung vordringlichen Reifenbedarfs). — 865: Anordnung Nr. 37 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Deckung des Reifenbedarfs in der Fahrzeugindustrie). — 866: Gebührenordnung der Reichsstelle für Eier als Ueberryachungs- stelle. — 867: Herabsetzung des monatlichen Höchstbetrags für Reisen nach der Schweiz von 500 RM. auf 400 RM. — 868: Neufassung der Liste für Waren, deren Ausfuhr Zahlungen aus ASKJ. und über private Verrechnungen unzulässig sind. * ** 90 Jahre Großscher Männerchor in Gießen. Zu unserem Bericht vom Dienstaa über diese Jubiläumsfeier ist nachzutragen, daß auch der Gesangverein „Liederkranz" Gießen als Gastverein an der Jubiläumsfeier des Brudervereins teilgenommen hat. ** Unfälle. Der 26jährige Bergmann Eduard Freund von hier, Kanzleiberg 7, mußte unter Verdacht auf schwere innere Verletzungen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden. — Der etwa 50 Jahre alte Pferdepfleger August Schneider, Bahnhofstraße 29, erlitt durch den Hufschlag eines Pferdes, der ihn ins Gesicht traf, erhebliche Verletzungen der linken Gesichtshälfte. Der bedauernswerte Mann mußte ebenfalls in die Klinik gebracht werden. Schöffengericht Gießen. Der A. V. aus Hochelheim, Kreis Wetzlar, der seit etwa einem Jahre mittels Lastwagen ein Fuhrge- schäft betreibt, fuhr am 17. Juni mit seinem 2XA* Tonnen-Lastkraftwagen, der mit Bausteinen beladen war, in Gießen durch die Liebigstraße in Richtung Frankfurter Straße. Er überquerte die Ludwigstraße, die neuerdings als vorfahrtsberechtigte Straße gilt. (Der Angeklagte hat in der gestri- gen Hauptverhandlung zugegeben, daß ihm dies bekannt gewesen sei.) An der Kreuzung Ludwig- straße-Liebigstraße kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Lastkraftwagen des Angeklagten und dem auf einem Kleinkraftrad fahrenden Sp. von Gießen. Sp. befuhr die obere Ludwigstraße in Richtung Liebigstraße, er geriet unter den Lastkraftwagen des Angeklagten und wurde überfahren, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. In der gestrigen Hauptverhandlung haben die Zeugen übereinstimmend bekundet, daß der Angeklagte teils mit „rasender" Geschwindigkeit, teils mit „erheblicher" Geschwindigkeit gefahren ist und daß der Angeklagte — und darin besteht hauptsächlich seine Fahrlässigkeit — das Vorfahrtsrecht nicht beachtet hat. Er hat seine Sorgfaltspflicht ganz erheblich außer Acht gelassen, grob fahrlässig gehandelt und damit den Tod des Sp. verschuldet. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnis st rafe von 5 Monaten. Seitens der Verteidigung wurde vorgetragen, daß der Angeklagte lediglich das gegebene Dorfahrtslecht des getöteten Sp. unbeachtet gelassen habe und daß die Strafe in der beantragten Höhe den Angeklagten nicht treffen dürfe. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis st rafe von drei Monaten und legte ihm die Kosten des. Verfahrens auf. Strafschärfend wurde berücksichtigt, daß durch den Tod des Sp. die Familie ihren Ernährer verloren hat, strafmildernd, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft und des Kraftfahrens noch nicht allzulange kundig ist, wenn er auch hierdurch besonders verpflichtet war, noch größere Vorsicht walten zu lassen. Außerdem hat das Gericht für fest- gestellt erachtet, daß auch der Getötete mit einer nicht unerheblichen Geschwindigkeit die stark abschüssige Ludwigstraße gefahren ist, so daß auch diesen eine Fahrlässigkeit und ein Mitverschulden trifft, wenn auch nicht in dem Grade, wie bei dem Angeklagten. Rundfunkprogranim. Freilag, 23. Oktober. 6 Uhr: Das deutsche Lied; Morgenspruch: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nachrichten und Sportvorschau. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Frankfurter Mittagsmusik. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Frankfurter Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (21). 15: Volk und Wirtschaft. Einkaufskredit für die Familie. 15.15: Kinderfunk. Achtung, unsere ganz Kleinen! — Aufgestellt zur Tummelstunde! 15.30: Von Koblenz: Aus einem stillen Winkel im Westerwald. Von Willy Arndt. 16: Chormusik. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Wenn die Post nicht wäre. Dom reitenden Boten zum Postflugzeug. Hörfolge. 18: Musik zum Feierabend. 19: Kompositionen von Hans Oskar Hiege. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Die Regimentstochter". Komische Oper in zwei Auszügen von Gaetano Donizetti. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Samslag, 24. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich flingt’s zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugenütag: BDM.-Sport! 9.30: Anläßlich der Alemannischen Kulturwoche in Freiburg: Jugend- kundgebung im Paulussaal. Es spricht der Dichter Jakob Schaffner. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.15: Anläßlich der Alemannischen Kulturwoche: Die feierliche Eröffnung der Tagung aus dem Kaufhaus. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Da lacht das Herz! 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: „Und mögen die Spießer auch schelten . . ." Hier lacht der Pimpf. Der Schlagerkrieg oder der zurückgerollte Käse. 15.30: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für alt und jung. Lustiges Kaleidoskop aus Tonfilm und Operette. 18: SA. musiziert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Rus der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Lachen im Weinmond. Ein großer Bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau. 22.30: ... und morgen ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. fü/i’s Backen: Rührteig: Rühren Die Lutter, Zucker und Eier (mH ©eifer’o Vanillin-Zucker l D oder Oacköl Zitrone bezw, ________ Bittermandelöl) schaumig, t,,e ®*e öie anderen Zutaten hinzufügen. Lei Biskuitteig; Schlagen Sie Eigelb, Zucke» und wasser mit dem Schnee» befen zu einer cremeartigen Masse und nehmen Sie stets dr. Getker's Backpulver Oberheffen. Feldmäuse bemerkbar. Besonders auf Stoppelkleeäckern richten sie starken Schaden an. Kreis Iriedberg. Erfolge unserer heimischen Geflügelzüchter. Die dritte Deutsche Junggeflügelschau, die alljährlich in den Ausstellungshallen der Stadthalle zu Hannover abgehalten wird, ist der erste Appell der im letzten Zuchtjahr geborenen Geflügel-Jungtiere aus allen Teilen Deutschlands. Die Schau, die mit 7000 Tieren beschickt war, brachte unseren heimischen Geflügelzüchtern schöne Erfolge. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" über die beachtenswerten Erfolge der Gießener Geflügelzüchter berichteten, bringen wir heute einen Bericht über die Ergeb-- nifse der Geflügelzüchter aus dem Kreise Gießen und den angrenzenden Kreisen. Es bedeuten E-Ehrenpreis, RFE-Reichsfachgruppenehrenpreis, RFZ-Reichsfachgruppenzuschlagspreis, sg-sehr gut, g-gut, b-befriedigend. Eduard Baer (Nidda): Wyandotten, schwarz; s.g., zweimal g., derselbe auf rebhuhnfarbige Italiener s.g. 3, Wilhelm Gr o o s (Echzell): Tauben, Hessische Kröpfer, blau: sg., E., sg. 2, g., Heinrich Harth (Nidda): Tauben, Hessische Kröpfer, schwarz: sg. 1, zweimal g., Ernst Lotz (Reichelsheim i. d. Wetterau): schwarze Wyandotten: a, dreimal b, derselbe auf Zwergwyandotten, schwarz sg., g. Ludwig Mögt (Echzell): weihe Zwergwyandotten: sg., 3, g. Wilhelm Nern (Pohlgöns): rebhuhnfarbige Wyandotten: sg. E, bestes Lier der Am 24. Oktober kommen die Pimpfe zu Dir ins Haus und fordern Dein Opfer für das winler- hilfswerk. Sie sammeln Brot und Brotgutscheine! Klasse, sg. 1, g, Philipp Ostheim (Echzell): Tauben: Altdeutsche Kröpfer, tigerscheckig, sg. 1, derselbe auf blaue altdeutsche Kröpfer: sg. RFZ, bester Täuber der Klasse, sg. 1, RFZ, beste Täubin der Klasse, sg. 1, sg. 2, sg. Peter Pfeffer (Bad- Nauheim): Rhodeländer: sg. 1, g.Karl Pitz (Laubach): Tauben: Hessische Kröpfer, schwarz: g. b. Derselbe auf Hessische Kröpfer, fahl sg. E, sg. 1, dreimal g, dreimal b, Adolf R a t h s ch l a g (Nidda) Schönheitsbrieftauben, dunkel: sg., derselbe auf Schönheitsbrieftauben, weiß: sg. E sg. 3, fünfmal g, derselbe auf Schönheitsbrieftauben fleckenscheckig: zweimal g. Eduard Weber (Krofdorf): Weiße Leghorn: sg. E, bestes Tier der Klasse zweimal sg. E, g. Zigeuner als Iagdhauseinbrecher. * Volkhartshain (Kreis Schotten), 21. Oft. Der hiesige Jagdaufseher wurde dieser Tage auf einige verdächtige Personen aufmerksam, die sich an einer Jagdhütte unweit des Ortes Herumtrieben und anscheinend unlautere Absichten hatten. Als sich der Jagdaufseher näherte, konnte er feststellen, daß die Burschen bereits einen Draht- z a u n, der die Jagdhütte umgibt, durchschnitten hatten. Es gelang, die drei Uebeltäter sonst die schönen Anlagen verloren sind. — In diesen Tagen beobachtete man hier noch eine Schwalbe, die munter im Dorfe herumflog. Anscheinend handelt es sich um ein Nesthäkchen der zweiten Brut, das zur Zeit des Schwalbenaufbruchs noch nicht die genügende Flugfertigkeit besaß und infolgedessen den Anschluß verpaßte. Vielleicht ist es aber auch ein älteres Tier, das sich aus einem unerklärlichen Grunde verspätete, oder nach größeren Ruhepausen — abseits von den üblichen Vogelstraßen — seine eigenen Wege geht. Daß es sich hierbei übrigens um keine Seltenheit handelt, oeweist der Bericht des „Gießener Anzeigers" aus Trais-Horloff. Dort wurden sogar mehrere Schwalben gesichtet. Jedenfalls dürften die beiden Beobachtungen für die V o g e l f l u g f o r s ch e r von Interesse sein; denn zum Endziel ist man auch auf diesem Gebiet der Wissenschaft noch nicht gelangt. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 19. Okt. In diesem Jahre hatten die Bauern, die sich bei der Kartoffelernte Zeit nahmen, viel Glück. Denn gerade die beiden letzten Wochen brachten ganze prächtiges Wetter, und die letzten Kartoffeln kamen schön sauber aus der trockenen Erde. Es stecken wohl immer noch einige Kartoffeln im Felde, in der Hauptsache aber ist die Kartoffelernte beendet, ebenso die Saat der Winterfrucht. Die Hauptarbeit haben die Bauern eben mit den D i ck w u r z. Da diese ungewöhnlich gut ausgefallen sind und die Keller nicht reichen, um den Segen zu bergen, sieht man überall in den Feldern große Mieten, in die die Dickwurz geworfen werden. Sie werden mit Stroh, Kartoffelkraut und Erde abgedeckt. Die Feldmäuse haben sich bei dem guten Wetter stark vermehrt. Viele Bauern haben mit der Bekämpfung begonnen.. Man nimmt meistens die bekannten Gaspatronen, um die Schädlinge zu vertilgen. Leider sieht man noch viel Fallobst auf den Baumstücken liegen, da viele Bauern wenig Zeit haben, es einzusammeln. Es wäre zu begrüßen, wenn die einzelnen Gemeinden das Verbot des Auflesens von Fallobst aufheben würden, damit sich ärmere Volksgenossen noch etwas Obst besorgen könnten. Hier und da hängen noch viele Zwetschen an den Bäumen. Einzelne Händler mit Lastautos kaufen in den verschiedenen Dörfern das restliche Obst. A Bellersheim, 21. Okt. Die Umbau- arbeiten auf der Bahnstrecke Hungen — Friedberg gehen ihrem Ende zu. Die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit machte eine Verstärkung der Schienenanlage samt des Unterbaues notwendig. Die Arbeiten auf dem hiesigen Bahnhof wurden in diesen Tagen zu Ende geführt. <£ Obbornhofen, 21. Okt. Die Ernte der Hackfrüchte geht ihrem Ende zu. Zu ernten sind nur noch die Zuckerrüben und der Körnermais. Die Dickwurz erbrachten sehr gute Erträge. Die frühen Aussaaten von Roggen sind bei der günstigen Witterung gut ausgelaufen. Mit dem Bestellen des Weizens wurde begonnen. Immer mehr macht sich der S ch a d e n f r a ß der # Aus der mittleren Wetterau, 21. Oktober. Die Zuckerrübenernte ist in vollem Gange. Durch die gute Sommerwitterung sind die Rüben stark entwickelt und es wird den Rübenbauern leicht, die durch die Anordnung der Hauptoereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft um acht vom Hundert erhöhte Rübenlieferungsmenge aufzubringen. Kreis Schotten. * Oberlais, 21. Okt. Einen schweren Unfall erlitt der etwa 50 Jahre alte Arbeiter Friedrich Franz beim Holzabfahren. Er hatte mutmaßlich innere Verletzungen erlitten und mußte in bedenklichem Zustande in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 22. Okt. Die erste Str aßen- fammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k 1 9 3 6/37 in der Ortsgruppe Alsfeld der NSV. hatte ein alle Erwartungen übertreffendes günstiges Ergebnis. Die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführte Sammlung erbrachte die Summe von 1319,33 Mark und beweist die Opferbereitschaft und den Gemeinsinn der Bürgerschaft der Stadt Alsfeld. (D Alsfeld, 21. Okt. Bei den G e l ä n d e f p i e- l e n in der Nacht zum vergangenen Sonntag hatte die HI. bei dem Kampf um Alsfeld sich an einen historischen Vorgang angelehnt, an die Belagerung und die Einahme der Stadt Alsfeld durch die Niederhessen am 5. Oktober 1646 durch den niederhessischen Generalmajor G e i s o in dem Streite der beiden hessischen Linien (Hessen-Darmstadt und Hessen- Kassel). Nach einer mehrtägigen Belagerung und Beschießung wurde damals die Stadt Alsfeld nach heldenmütiger Verteidigung eingenommen, wobei die Sieger 160 Wohnhäuser und Scheunen ;n den Vorstädten zerstörten und der Stadt durch Plünderungen schweren Schaden zufügten. In Anlehnung an diesen historischen Vorgang hatte die HI. ihrem Geländespiel einen Angriff auf die Stadt Alsfeld zu Grunde gelegt, der sich an der Stelle der ehemaligen vier Stadttore konzentrierte, die durch Barrikaden markiert waren. Der „Kampf um Alsfeld" endete mit der Erstürmung des Obertores und des Mainzertores durch die „rote Abteilung", während die Verteidiger, die „blaue Abteilung", sich geschlagen erklären mußten. £ Groß-Felda, 21. Okt. Die Sammlungen für das Winterhilfswerk ergaben bis jetzt 62,49 RM am Eintopfsonntag und 48,89 RM. am Tag der Arbeitsfront. In Kestrich wurden 17,10 RM. bzw. 14 RM., in Windhausen 18.85 RM. bezw. 14 RM. gesammelt. Hier wurde mit Unterstützung der Gemeinde und des Kreises eine Winterkochschule eingerichtet. Leiterin ist die techn. Lehrerin Fräulein Reich, welche auch den Handarbeitsunterricht in den hiesigen Schulen erteilt. Der Kochunterricht findet in einer der Gemeinde gehörigen Wohnung statt, wo eine neu eingerichtete Küche zur Verfügung steht. SJ.-fport Oie neuen deutschen Judo-Meister. In Frankfurt a. M. wurden die neuen deutschen Meister des Judo (Jiu Jitsu) ermittelt. In der Mitte sieht man den Berliner Zu mach (Halbschwergewicht), links Gasch-Berlin (Schwergewicht) und rechts Lehma nn-Berlin (Mittelgewicht). — (Presse-Bild-Zentrale-M.) 94000 Zuschauer zum Fuhballkampf Deutschland — Italien. Der am 15. November im Berliner Olympia-Stadion stattfindende Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Italien erfreut sich eines großen Interesses. Aus dem Reich sind dem Fachamt Fußball bisher über 8000 Bestellungen zugegangen, die mit wenigen Ausnahmen auf mehrere Einlaßkarten lauten. Insgesamt werden 94 000 Eintrittskarten vergeben. Das bedeutet für den deutschen Sport — nur bei den Olympischen Spielen erreichte man größere Zuschauermengen — neuen Rekord! Nach Sicher- tellung der bereits schriftlich bestellten Karten ist der Restbestand den Vorverkaufsstellen zugeleitet worden, so daß zur Zeit das Fachamt Fußball keine Eintrittskarten mehr zur Verfügung hat. Borendkampf zum „T'chammer Pokal". Wer kommt in die Borschlußrunde? Der Kampf um den „Tscharnrner-Pokal", den der Reichssportführer Hans von Tscharnrner und Osten im Vorjahre gestiftet hat und den im ersten Jahre seiner Austragung der 1. FC. Nürnberg gewann, ist bis zu den „letzten Acht" gediehen. In Worms, Mannheim, Peine und Bremen wird am Sonntag um den Eintritt in die Vorschlußrunde gekämpft. Jede der vier Paarungen ist ein Großereignis für sich, in jedem Spiele wird mit erbittertem Einsatz gekämpft werden denn jede der noch im Rennen liegenden acht Mannschaften hat den Ehrgeiz, das Erde des 1. FC. Nürnberg anzutreten. Die 4. Schlußrunde bringt folgende vier Paarungen: in Worms: Wormatia Worms — LfV. Benrath; in Mannheim: SV. Waldhof—FC. Schweinfurt; in Bremen: Werder Bremen—FC. Schalke. 04; in Peine: VfB. Peine—VfB. Leipzig. Fußball der Gauliga-Mannschasten. — es handelt sich um umherziehende Zigeuner — fest zunehmen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Feuer durch spielende Kinder. A Stockheim (Kreis Büdingen), 21. Okt. Am Montag gegen 16 Uhr ertönte Feueralarm. Drei Knaben im Alter von fünf bis sechs Jahren hatten tn der früheren Herrn. Gerlachschen Scheune, die, wie das ganze Anwesen, in das Eigentum der Hess.Landeshypothekenbank übergegangen ist, Feuer angezündet. Rasch griffen die Flammen auf die großen Stroh- und Heuvorräte mehrerer Bauern über, welche die Scheune gemeinsam gemietet, aber nichts versichert hatten. Das Gebäude, sowie ein angrenzender Stall brannte bis auf d i e Grundmauern nieder. Nur die in dem Keller der Scheune aufbewahrten etwa 20 Wagenladungen Dickwurz können noch verfüttert werden. Glücklicherweise war es windstill, ebenso kam ein stark einsetzender Regen den Löscharbeiten sehr zu statten, da Nachbarhofreiten sowie ein Benzintank lehr gefährdet waren. Gestern gegen 18 Uhr wurde bie Feuerwehr abermals alarmiert, da das Feuer wieder zu entfachen drohte. Seit Jahren war hier kein Schadenfeuer. Zwei der Knaben, die das Feuer anlegten, wollten schon am Montagmorgen in einer anderen gefüllten Scheuer ein Feuer anzunden, wurden aber von einer Frau verscheucht. NIMMofaltairof 1900-$fS. Der kommende Sonntag bringt für die Freunde des Fußballsportes wieder einmal das Ereignis: Spieloereinigung 1900 und VfB.-Reichsbahn stehen sich mit ihren ersten Mannschaften im Kampf um die Punkte gegenüber! Es ist damit zu rechnen, daß es einen anregenden Kampf gibt und zwar deshalb, weil sich in der letzten Zeit das Werturteil (auf Grund der unterschiedlichen Ergebnisse) über die Leistungen der beiden Mannschaften verwischt hat. Es läßt sich gegenwärtig nicht sagen: 1900 ist besser? oder VfB. ist besser! Auf die Frage, wer gegenwärtig in unserer Stadt die kampfkräftigere Fußballmannschaft stellt, wird erst das Spiel Antwort geben. Und diese Antwort werden sicherlich viele Sportfreunde höchstselbst erleben wollen. Dem Gießener Fußballsport wäre es sehr dienlich, wenn beide Mannschaften einmal mit einer ganz großen Leistung aufwarten würden. Die Mannschaftsaufstellung steht wohl bei der Spielvereinigung 1900 bereits fest, bei VfB.-Reichsbahn hat man sich noch nicht endgültig entschließen können. Waldlaufmeisterschaflen des Gaues Hessen und Kreises Gießen Die Ermittlung der Waldlaufmeister bildet in diesem Jahr auch wieder den Abschluß der Saison. Der Gau Hessen hat wieder Gießen als Austrags- ort gewählt. Mit Start und Ziel auf dem 1900- Sportplatz wird in zwei Klassen gelaufen, einer Hauptklasse über zehn Kilometer und einer Juniorenklasse über fünf Kilometer. Wie im Vorjahre, so ist auch diesmal mit der Beteiligung aller Langstreckler von Rang zu rechnen. Die Läufer nehmen ihren Weg zunächst durch den Philosophenwald, streifen dann das Flughafengelände und streben nach Ueberquerung der Rödgener Straße der Hauptstraße Gießen—Grünberg zu. Auf dieser geht es zum Sportplatz zurück. Die Junioren laufen dieselbe Richtung, biegen jedoch jeweils entsprechend früher ab. Mit der Gaumeisterschaft zusammen ermittelt der Kreis Gießen seine Waldlaufmeister, und zwar über zehn Kilometer (Hauptklasse), fünf Kilometer (Ju- niorenklasse) und 2,5 Kilometer (Jugendklasse). Der Sport im Deutschen Jungvolk. AuSführungsbeftimmungen von Stabsführer Lauterbacher. schon aufgebrochenfin • Naturschauspiel einer i An Orten, an denen kein Verein des DRfL. besteht, setzt, kann mit 1 werden. Hoffentlich tre- führt das DJ. den freiwilligen Sportdienst allem ten^'in"der nächsten^Zeit keine starken Fröste ein, da 1 durch. An Orten, an denen mehrere Vereine des Landkreis Gießen § Großen-Linden, 21. Okt. In letzter Zeit konnten drei unserer ältesten Einwohner ihren Geburtstag begehen. So vollendete der frühere Eisenbahner Georg Menges, Obergasse Nr 12 sein 82. Lebensjahr, der Bergmann Adol, Wein'andt, Alte Heerstr. 18, ftm Lebensjahr. Seine Ehefrau Luise, geb. Reichhardt, eierte ihren 84. Geburtstag. Von besonderer Merkwürdigkeit ist, daß die Geburtstage der beiden (Fheleute auf zwei au etnanberfolgenbe Tage fallen Ne freuen sich beide bester Gesundheit und gedenken nächstes Jahr ihre bi am a n t e n e * n *i <> i t 2H feiern. A. Weinandt hat — auch Lift ein- Seltenheit - 56 Jahre den schweren Berus des Bergmannes ausgeubt. # Saubringen, 21. Okt. der fungs en Gemeinderatssitzung wurde die Bur g e r- steuer für 1937 auf 500 Prozent festgesetzt. * Saubrinaen 21. Okt. Hier wurden von der DAF. für das W h W. 17 RM. in der Betriebs. Gemeinschaft Rinn & ®oos sammelt aww 2g Reichsmark im Orte, insgesamt alfo ARe.ch-m «t. DAF^für das WHW ergab hier insgesamt rund 107 W , und fwar "uß-n hieroa^m^der Be- triebsgerneinschaft der Dicher-W>fammlung sammelt, der Rest wurde tn der ötraßeniammiung eiern 21 Okt. Dieser Tage zog sich die r • n' rcufr/tii Des Invaliden W a g- etroa 40;ahrige E h f , f [ & r u $ &eg ner von hier c,"en-U "muto in Öir Klinik nach rechten Beines zu und mutzie Gießen gebracht werben. Z^rrosen an ? a ch' für die Gefallenen des unserem Ehrenmal Iur fBlüte an Die Weltkrieges fefeen 3ur 3W D e ßroeige tragen zah $ g mildes Wetter ein- schon aufgebrochen smo. D Naturschauspiel eine. Zu dem zwischen dem Reichssportführer und dem Jugendführer des Deutschen Reiches am 1. August 1936 abgeschlossenen Vertrag über die Leibeserziehung der deutschen Jugend hat Stabsführer Lauterbacher nun folgende Ausführungsbestimmungen erlassen, die wir im Auszug wiedergeben: Alle noch nicht im Deutschen Jungvolk (DJ.) stehenden Jugendlichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRfL.) im Alter von 10 bis 14 Jahren werden bis spätestens 1. Dezember 1936 in das Deutsche Jungvolk überführt. Die Aufnahmesperre für den Eintritt in das DI. wird für diesen Zeitraum für die jugendlichen Angehörigen der Turn- und Sportvereine aufgehoben. Die Jugendabteilungen der Vereine und Verbände des DRfL. werden auf Anordnung des Reichssportführers mit Wirkung vorn 1. Dezember 1936 aufgelöst. Das Deutsche Jungvolk führt neben dem allgemeinen Jungvolkdienst in Zukunft einen freiwilligen Sportdienst durch, der die allgemeinen sportlichen llebungsgebiete umfaßt. Boxen, Ringen und Skiläufen find ein wesentlicher Bestandteil der Grundschulung des DJ. Da in diesen Sportarten eine frühzeitige Spezialisierung und wettkampfmäßige Betätigung nicht erwünscht ist, werden für diese Sportarten im DJ. keine freiwilligen Sport- bienftgruppen aufgestellt. Die Fachämter Boxen, Ringen unb Skilaufen haben deshalb ihre Uebungs- leiter weitestgehend für die Grundschulung des DJ. zur Verfügung zu stellen. Der freiwillige Sportdienst ist zusätzlicher Iung- volkdienst, er findet mit einer Dauer von etwa IVz bis 2 Stunden einmal wöchentlich und an zwei Sonnlagen (Hör- und Bachmittag) im Monat statt. DRfL. bestehen, stellt der Fähnleinführer entsprechende Sportdienstgruppen auf, z. B. Turnen, Hand- und Fußball, Leichtathletik usw. Die fachliche Betreuung erfolgt durch die betreffenden Vereine. In Städten, wo Großvereine bestehen, übernimmt die Regelung der zuständige Jungbannführer im Einvernehmen mit dem DRfL. Der Sinn des Vertrages vom 1. August 1936 ist neben der Abgrenzung der Aufgabengebiete und der engen Zusammenarbeit der beiden Organisationen in der Leibeserziehung der deutschen Jugend die Sicherung der organisatorischen und erzieherischen Einheit des DJ. und die Gewinnung der TNasse der deutschen Iugend in viel größerem Ausmaße als bisher für die Leibesübung, die sportliche Leistung und den sportlichen Wettkampf. Das Ergebnis der organisatorischen Umgliederung muß bis zum 15. März 1937 bei der Reichsjugendführung gemeldet werden. Auf Anordnung des Reichssportführers wird der Uebungs- und Wettkampfbetrieb der Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren mit Wirkung vom 1. Dezember 1936 abgebrochen werden. Nach erfolgter Aufstellung der freiwilligen Sportdienstgruppen im DJ. wird der Uebungs- und Wettkampfbetrieb wieder ausgenommen. Die Vereine des DRfL. stellen für den Sportdienst des DJ. ihre Uebungskiter zur Verfügung. Nach dem Willen des Reichsjugendführers und des Reichssportführers sollen alle Uebungs» (eiter und Jugendwarte des DRfL., die in der Sportarbeit der HI. bzw. des DJ. tätig sind, Mi tgli e - d e r der HI. bzw. des DJ. werden. Eine ent- sprechende Regelung für die Jungmädel im BDM. wird im Einvernehmen mit dem Reichssportführer getroffen. Gportarni „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele Donnerstag 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Lyzeum Dammstraße 26. Der Gau Hessen hat in den letzten Wochen nie alle Mannschaften im Kampfe gesehen. An den beiden letzten Sonntagen fielen wieder die Spiele der Hanauer wegen der Abstellung Sonnreins nach Glasgow und Dublin aus. Nun ist erstmals wieder Vollbetrieb und gleich steht ein Überraaendes Ereignis auf der Karte. Hessen Bad Hersfeld, zur Zeit an erster Stelle, erwartet zu Hause den Gaumeister Hanau 93. Die Hanauer, die noch ungeschlagen sind, gehen keinen leichten Gang. Ein Sieg der Hanauer liegt im Bereich des Möglichen. Die Tabellenführung der Hersfelder wäre damit zu Ende, denn der zur Zeit nur mit einem Punkt Rückstand an zweiter Stelle stehende Spielverein Kassel wird dem Neuling Niederzwehren kaum die Gelegenheit geben, gerade in Kassel seinen ersten Sieg zu landen. Auch Germania Fulda hat die besten Aussichten, zu Hersfeld aufzuschließen, weil auch hier die Möglichkeit eines Punktgewinnes des Gastes — Kurhessen Marburg — auf sehr schwachen Füßen steht. Borussia Fulda, der Altmeister, hat bisher nicht zu überzeugen vermocht und geht auch nach Wachenbuchen zum Neuling Kewa feinen leichten Gang. Unglücklich und feinem wirklichen Können nicht entsprechend hat bisher der VfB. Friedberg gekämpft. Im SC. 03 Kassel erwartet er aber einen Gegner, der ihm auch auf eigenem Platze die Gelegenheit zum erster» Siege mindestens nicht ohne ernsthafen Widerstand bietet. Zugendlpiele der Gp -Dg. 4900. Einen schönen Erfolg konnte die Schülerabtei- fung am vergangenen Sonntag für sich buchen. Alle drei Mannschaften sicherten sich gegen die als sehr spielstark bekannten Wetzlarer Schüler den Sieg. Den Reigen eröffneten die Kleinsten des Vereins. Die 1900er waren stets etwas im Vorteil und brachten dies durch vier schöne Tore zum Ausdruck. Im darauffolgenden Spiel der zweiten Schüler- mannfchaften kämpften zwei gleichwertige Gegner um den Sieg. Die Wetzlarer zeigten gute Abwehrarbeit, während bei den Blauweißen der beste Teil der Sturm war. Den Gastgebern gelang nur ein knapper, doch verdienter Sieg. Das schönste und schnellste Sviel zeigten die beiden ersten Schülermannschaften. Bei den 1900ern galt es, die im vorhergegangenen Spiel erlittene Niederlage wettzu- machen, was auch gelang. Auch hier waren sich die beiden Mannschaften gleichwertig, lediglich der Sturm der Hiesigen zeigte mehr Schußfreudigkeit. HandballimKreisLahn-OilltGauXII) Hausen — Londorf 17:5 (6:4). Londorf war am vergangenen Sonntag in Hausen zu einem noch ausstehenden Freundschaftsspiel zu Gast und mußte eine 5:17-Niederlage mit nach Hause nehmen. Obwohl die Gäste in der ersten Halbzeit den Wind zum Bundesgenossen hatten, konnten sie nicht verhindern, daß Hausen bereits in Führung ging. Allerdings fand sich Hausen erst in der Mitte der zweiten Halbzeit richtig zusammen. Dem alsdann einsetzenden Ansturm der Gast- geben waren die Gäste nicht mehr gewachsen. Der Sieg Hausens war auch in dieser Höhe verdient. Abturnen im Turnverein Mainzlar. Am Samstag und Sonntag führte der hiesig Turnverein sein Abturnen durch. Am Samstagabend wurde im Saale Müller mit dem Geräteturnen de« gönnen. Teilweise wurden sehr schone Leistungen gezeigt. Hieran schloß sich am Sonntagnachmittag das Volksturnen. Am Abend wurde durch den Vereinsführer die Preisoerteilung vorgenommen. Die Ergebnisse. Geräteturnen. Aktive: 1. Werner Schulbach; 2. Karl Burg- steiner; 3. Wilh. Vogel I. Jugend-Oberstufe: 1. Walter Vogel und Kurt Spaar; 2. Karl Orb und W. Günther (bei jeweils gleicher Punktzahl); 3. Wilh. Vogel II. Unter st ufe-Jugend: 1. Heinrich Moos; 2. Wilhelm Schäfer; 3. Karl Merkel. Volksturnen. Aktive: 1 Albert Simon; 2. Wilhelm Vogel I.; 3 Karl Rabenau. Jugend-Oberstufe: 1. Karl Orb; 2. Walter Vogel; 3. W. Günther. Jugend-Unterstufe: 1. Heinrich Fuchs; 2. Heinrich Hormann; 3. Richard Vogel. Ole besten C le^er Europas Sechs Deutsche an der Spitze der Erfolgstiste. Die Rennzeit auf offenen Bahnen im Sommer 1936 ist zu Ende. Die Zahl der Veranstaltungen ist erfreulicherweise, namentlich in Deutschland, gestiegen und mit ihr auch die Erfolge unserer Dauerfahrer. In der Liste der erfolgreichen Stehet Europas, jeder nach seinen Plätzen bei jedem Start nach Punkten bewertet, stehen sechs Deutsche an der Spitze vor den beiden Franzosen Lacquehay und Raynaud, von denen letzterer gegenwärtig das Weltmeistertrikot trägt. Unser Meister Erich Metze hat in diesem Jahre Die junge Generation im Dienste des Winter- hilfswerks. Am 24. Oktober sammelt das Deutsche Jungvolk Brot für notleidende Volksgenossen. vielleicht die kampfreichste Rennzeit seines Lebens hinter sich, genau 60 Prozent aller von ihm bestrittenen Rennen beendete der Dortmunder als Sieger. 24 erste, 9 zweite, 5 dritte und 1 vierter Platz sind eine stolze Serie, die nur ein wirklicher Könner zusammenbringt. Möller, Krewer und Schindler sind die nächsten als Vertreter der „älteren Garde" vor Lohmann, der mit 14 Siegen ebenfalls ein hervorragendes Jahr hatte, aber weniger startete. Der Bochumer ist zweifellos nach Metze unser zweitbester Mann. Von den Nachwuchsleuten traten besonders Stach, Leuer und Island stärker hervor. Kurze Sportnotizen. Schmeling — Braddock, der mit Spannung erwartete Weltmeisterschaftskampf im Boxen, soll nach einer Aeußerung Max Schmelings am 3. Juni 1937 stattfinden. Eine Holz-Radrennbahn ist in München im Bau. Die Bahn soll im Sommer ihrer Bestimmung übergeben werden. Neuer italienischer Tennismeister wurde Palmieri. Bei den Frauen holte sich Vittoria Tonolli den Titel. Eine Opferwoche für das Winterhilfswerk veranstalten vom 4. bis 11. April die deutschen Amateurboxer. In allen Gauen wird sich dabei die Gelegenheit ergeben, die neuen Gaumeister erstmals herauszustellen. Die „Kimberley Dynamiters" aus Kanada, die ihr Land bei der Weltmeisterschaft in London vertreten, wurden zu einer Deutschlandreise verpflichtet. Spiele gegen stärkste deutsche Auswahlmannschaften sind in Berlin, in Bayern, im Rheinland und in Hamburg geplant. Nida Senfs, die holländische Olympia-Siegerin, stellte in Amsterdam über 150-Dard-Rücken einen neuen Weltrekord mit 1:45,4 auf. Der alte Rekord der Amerikanerin Bridge stand auf 1:50,8. Verstoß gegen die Nürnberger Gesetze. Hanau, 21. Okt. (LPD.) Mit einer Geldstrafe von 300 Mark hat das Schöffengericht Hanau die jüdische Großschlächtersehefrau Karoline M a y e r in Großauheim bei Hanau bedacht, die nach dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze noch monatelang die 25jährige deutschblütige Ehefrau Bilz aus Großauheim beschäftigte und ihr als Entschädigung für geleistete Arbeit Fleisch und Eier verabfolgte. Die Beschäftigung fand ihren Abschluß, als der Ehemann der Angeklagten, gegen den wegen Steuerhinterziehung eine Steuerstrafe von 25 000 Mk. verfügt worden war, ins Ausland flüchtete. Er hält sich jetzt in Paris auf. Die Angeklagte war als Mittäterin zu bestrafen. wewlnnauszug der Hausfrau! Weil häufig '***>im Gebräu^ Qualität Jachten! Wo Sie diese kau- tfen,natürlich bei- llliuuv- W MM. 'WM- ;' / > E - Oteliäume jeder Art. Günst.Ginkaufs- auelle f. Wiederverkäufer. 04822 Hrch.Gruber 8 Soho Baumschulen Alten-Bmeck. wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch Anwendung meiner Spezial-Bandagen nach Maß und ärztl. Verordnung wird Ihr Bruch vollkommen und beschwerdefrei zurückgehalten. Viele Bruchleidende haben sich sogar geheilt. Garantieschein. Bandagen von RM. 15.- an. Kostenlos zu sprechen in Gießen, Samstag, 24. Oktober, von 8 bis 11 Uhr, im Hotel Kobel: Wetzlar, Samstag, den 24. 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Schaffen Sie sich die Sorgen vom Hals und legen Sie sich einen neuen Ofen zu. Wie wäre es da mit einem Gas- und Zechen-Koks- Dauerbrenner, wie wir ihn führen. Ein idealer Wärmespender, der das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet, d.h., der gut aussieht in seiner modernen Form und mollig warm gibt, und auf der anderen Seite Feuerung spart und es sogar möglich macht, daß Sie nach Wegklappen der Haube noch auf ihm kochen können. Lassen Sie sich dieses Modell einmal vorführen bei TnaQUißescfuuecdeft nervöser Art, Magendruck, Sodbrennen. Schwere im Magen verhütet Leupin- Kräuter - Magen - Salz 1.25 und —.75. Drogerie WinterhoH, Kreuzplatz 10 Drogerie Bornemann, Bahnhofstr.17 Löwen-Drogerie W. Kilbinger Ncbf. Selters weg 69 a 5142v Germania-Drog. C Seibel, Frkf.Str.39 Borrmann 1. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 21. Oktober 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung roifften Gewinne über 100 RM. gezogen 323643 81158 151214 272845 14 Gewinne zu 800 RM. 83390 262269 315172 334994 372627 173280 257788 16689 25426 40774 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 RM. gezogen 66442 256913 Die Ziehung der 2. Klasse der 48. Preußisch- 32309 114292 151908 319311 110844 124916 154796 171682 186482 196313 228242 245312 295382 319261 390424 156129 189096 229509 246406 256462 272811 293523 315307 371857 127018 179202 207022 233456 250663 260354 282531 302337 344327 389251 386766 302661 119321 141401 166504 178251 190169 216635 243584 274737 313233 350988 149053 188837 225615 243480 252443 272467 291764 310562 368291 397748 162795 201657 230810 250159 260203 279161 298140 332631 384268 114559 132889 159261 171755 187362 200037 228828 245336 296029 329128 393908 118433 136108 160634 173189 189253 204147 228927 250489 302152 329797 394757 50634 395395 50628 75879 96753 118694 139009 166316 176141 189523 209617 243057 271629 303268 341284 394840 182594 213452 237619 250677 263493 287373 302616 350740 393740 188767 218938 240073 251312 268998 290116 308328 360557 397552 392033 131225 347325 170730 68280 106941 319122 119064 120844 131870 138843 141492 194796 197084 239116 281935 289096 331234 335139 373100 2 Gewinne zu 50000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 357680 8 Gewinne zu 1000 RM. 356097 42285 50115 50820 52983 60845 63877 64460 68732 69317 75624 77005 78296 80995 82915 88565 88875 91835 108977 119744 122551 ------ 140756 147686 ------ ------ ------ 178 Gewinne zu 200 RM. 1863 9416 11008 12656 19292 25028 27713 30473 36039 36147 ----- 2 Gewinne zu 25000 RM. 341157 2 Gewinne zu 3000 RM. 6 Gewinne zu 2000 RM. 8 Gewinne zu 1000 RM. 349221 50 Gewinne zu 500 RM. _____ 60271 62259 62935 96160 112776 113272 Süddeutschen (274. Preußischen) Klassen-Lotterie findet am 16. und 17. November 1936 statt. 184 Gewinne zu 200 RM. 454 7013 9807 12141 16558 16684 27431 32285 37557 43526 48024 52729 54569 54755 61331 65978 73507 77463 79104 81526 86824 89955 96633 99153 108603 ----- ------ 122354 142785 167555 184494 195503 218159 245004 282221 313306 389863 18 Gewinne zu 800 RM. 35526 43424 224643 256937 299604 309790 357035 w_____ 48 Gewinne zu 500 RM. 2356 2410 3345 17444 31753 34142 72631 72838 87060 139153 165421 167642 169474 171865 176336 185351 200268 202813 237478 244064 288181 314143 323629 385496 See-u.Flußfische Feinste Fischfilets 500 g von 55 H an Marktstr. 23 6695a Tel. 2417 lzü£ ettawL tplLük um! Man kann nicht immer Trübsal blasen. Ab und zu einen kleinen Skatabend, einen Grand mit Vieren in der Hand und auf dem Tisch ein gut geschenktes Glas BRAUNFELSERPILSNER, das macht das leben wieder lebenswert. Hcklostbkauerei Braunfels W. & G. WAHL, BRAUNFELS A. D. 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