Samstag, 22. August 1936 186. Jahrgang Ur. 196 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger Sowjettußlands zweites Rotes Heer Hi Verbrechen lchewistischen Lehrmeister. zum ander roten Generalen Mola und C a b a n e l l o gelang es, von Norden und Nordwesten her ihre Truppen an die Sierra Guadarrama heranzuschieben und damit die Hauptstadt von den nördlichen Provinzen abzuriegeln. Gleichzeitia setzte sich der von der Volksfrontregierung auf die Kanarischen Inseln verbannte General Franco, ein Bruder des berühmten Ozeanfliegers, an die Spitze der marokkanischen Truppen, führte sie trotz der Störungen durch Kriegsschiffe der Linksregierung nach Spanien hinüber und vereinigte sich hier mit dem General Queipo de Llano in Sevilla zum Vormarsch letzten Zeit erheblich zurückgegangen ist. Für die Lager in Ostasien sind sogar amerikanische Treib st offe eingeführt worden, um die Anhäufung von Vorräten im europäischen Teil der Sowjetunion nicht durch die Versorgung des Fernen Ostens zu beeinträchtigen. Man hat Kronstadt das „Note Malta" genannt. Hier bereitet sich die Flotte des Weltbolschewismus auf den Tag vor, an dem sie nach dem Willen Stalins und der Komintern im Dienste der Weltrevolution auslaufen soll. Schließlich heißt es nicht umsonst in dem von S. I. G u s j e w verfaßten Lehrbuch der Noten Armee: nossen auf den spanischen Kriegsschauplatz befördert werden sollen. Don Baku aus, dem Mittelpunkt des sowjetrussischen Petroleumgebiets, wird die spanische Dolksfrontregierung mit Benzin und Oel versorgt. Tag für Tag fordert der Moskauer Komintern- Sender in spanischer Sprache die roten Horden zur unbarmherzigen Ausrottung aller Priester und Anhänger der nationalen Bewegung auf. In Barcelona hat sich ein „Sender der antifaschistischen Miliz etabliert, der von Sowjetrussen aufgebaut und von sowjetrussischem Personal bedient wird, und in Madrid ist einer der Hauptdrahtzieher der bolschewistischen Propaganda, der Chefredakteur der Moskauer „Prawda" Koldzow erschienen, um die Volksfrontregierung der Sympathie Moskaus zu versichern und hinter ihrem Rücken den kommunistischen Umsturz vorzubereiten. So sieht die Nichteinmischungspolitik der Sowjetunion aus. Und wie das Programm des Bolschewismus einen Kampf auf zwei Fronten vorsieht: einmal den Aufstand der Massen und gleichzeitig die militärische Hilfsstellung des Mutterlandes der bolschewistischen Weltrevolution Sowjetrußland, so ist es keineswegs zufällig, daß gerade in diefem Augenblick der herannahenden Entscheidung im spanischen Bürgerkrieg, eooi tör sich Moskau die Bolschewisierung des west- Ä5rir^7Üischen Eckpfeilers und von da aus das lieber- greifen des bolschewistischen Funkens nach Frankreich erhofft, daß grade in diesem Augenblick bis Sowjetunion durch die Herabsetzung des Aus- bebungsalters um zwei Jahre für die nächsten vier Rekrutenjahrgänge die Rote Armee um oiS Hälfte verstärkt. Der hier am Donnerstag veröffentlichte Bericht unseres Moskauer Korrespondenten hat deutlich gemacht, was diese neue Maßnahme im Rahmen des bereits laufenden Ausrüstungsprogramms Sowjetrußlands bedeutet. Dis Rote Armee wird damit eine Effektivstärke' beteiligt. Die Hauptwerften und Stützpunkte der Sowjetmarine sind Leningrad und Kron- t a d t Aber neuerdings werden kleinere Kriegschiffe auch in den Häfen am nördlichen Eismeer und selbst auf einer Werft am Onega- See gebaut, von wo sie auf dem neuen von Zwangsarbeitern erbauten Stalin-Kanal in die Ostsee kommen. Nach der Wiederherstellung der noch modernen Schiffe der Zarenflotte sind zunächst zahlreiche Unterseeboote fertig- gestellt worden, sodaß jetzt mehr als 40 Hole Ll.-Boote in der Ostsee vorhanden sind. Es handelt sich um O-Boote von tarker Angriffskraft. Sie sind 900 Tonnen groß, zaben acht Torpedorohre und zwei Geschütze und ind auch mit Minen ausgestattet. Der Fahrbereich )er neuen Sowjet-O-Boote der Klasse „Dekabrist beträgt 7000 Seemeilen, das ist zehnmal die Entfernung von Kronstadt bis Kopenhagen. Neben die neuen Unterseeboote sind schon in den letzten Jahren die Flottillen neuer Torpedoboote getreten. Es handelt sich um die „Taifun- Klasse" von je 470 Tonnen. Diese Fahrzeuge sind in Wirklichkeit schnelle Minenleger, die je 40 Minen an Bord nehmen können. Neuerdings hat die englische Presse berichtet, daß in den sowjetrussischen Fabriken mächtige S ch i f f s t u r b i n e n gebaut werden, wie sie bisher in der Sowjetunion nicht bekannt waren. Die englische Presse vermutete, daß es sich dabei um den Dau von Kreuzern und Flottillenführern handelt, und derartige Kriegsschiffe werden von den Sowjetrussen von jeher besonders a l s große Minenleger ausgebaut. Der Bau zahleicher llboote und Minenleger unterstreicht den Angriffscharakter der Boten Flotte. Er wird durch die zunehmende Verstärkung der roten Kriegshäfen ergänzt. Die polnische Presse hat vor kurzem berichtet, daß im Fort Gorki, das Kronstadt vorgelagert ist, riesige unterirdische Flugzeughallen entstanden sind und daß auf der Insel kotlin ein mächtiger llboot-hafen erbaut worden ist. Bezeichnend ist ferner die Anlegung großer Lager für Oel und Benzin. Sie sind so stark aufgefullt worden, daß die sowjetrussische Erdölausfuhr in der „Schließlich ist auch der Fall nicht ausgeschlossen, daß wir gezwungen sein werden, einen revolutionären Krieg mit dem Ziel der schnell st en Entfesselung der Revolution im Westen zu beginnen, und in diesem Fall wird unsere Strategie einen streng angrifssmähigen Charakter tragen müssen." In Spanien sehen wir, wie der Weltbolschewismus am Werke ist, seine Angrisfspläne zu Lande und zu Wasser durchzuführen. Zivilbevölkerung. tillerievereine, Fliegerverbände ufw. zählen hunderttausende von Mitgliedern. In seinen Schulen werden die sogenannten „Woroschilow- Schühen", die „Moroschilow-Kavalleristen", Flieger, Fallschirmspringer usw. ausgebildet werden. Der zweite Fünfjahresplan sieht vor, daß die Zahl seiner Mitglieder bis 1937 auf rund 17 Millionen erhöht wird! Don besonderem Interesse ist, daß in den rund 140 Fliegerklubs des Landes heute auch in sehr weitem Umfange die russische F r a u in der Flieger- und Gasabwehr und Bombenwurftatlgkett ausgebildet wird. Der Osioaviachim ist d ie stä r k sie Waffe in der Hand der Regierung, um neben der offiziellen Roten Armee eine zweite inoffizielle Armee, eine gewaltige Reser- vearmee zu schaffen, die nach den Plänen der Sowjets das ganze Volk umfassen soll, um so den Traum von dem „roten Volk in Waffen" in die Wirklichkeit umzusetzen. Ungeheure Lufirijstungen. Englische Blätter bestätigen die bolschewistische Aufrüstung. London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) Auch „Daily Mail" sieht sich veranlaßt, den sowjetrussischen Rüstungen Aufmerksamkeit zu schenken. Das Blatt sagt in einer Meldung aus Riga, das Kriegskommissariat habe den Bau neuer Kaserne n an der Westgrenze zur Unterbringung von einer Million Truppen beschlossen. In Leningrad würden vier neue Regimenter untergebracht. Westlich von Moskau sollen mehrere neue Flugstütz- punkte errichtet werden. Nach amtlichen sowjet- russischen Statistiken seien in diesem Jahr 72 v. H. mehr Kriegsflugzeuge gebaut worden als im ganzen vergangenen Jahr. Wie das Kriegskommissariat amtlich mitteilte, werden die sowjet- russischen Luftstreitkräfte bald so stark fein, wie d i e gesamten Luftflotten aller anderen Länder zusammen. Dadurch, so sagt man, werde die Sowjetunion völlig unbesiegbar. der Zar. slaggoffizier Oie rote Offensive. Schon länger als einen Monat hindurch tobt in Spanien der Bürgerkrieg und noch ist kein Ende abzusehen. Am 13. Juli war der Fraktionsvorsitzende des nationalen Blocks in der Kammer Calvo S o - t e l o ermordet worden. Die Regierung der Volks- Oie Kriegsflotte -es Weltbolschewismus rüstet an der Ostsee. Kronstadt das „Bote Malta". - Mehr als 40 U.-Boote einsatzbereit. - Unterirdische Flugzeughallen.—Hiesige Vorratslager von Benzin und Oel. munistischen Belegschaften im Einverständnis nut dem Luftfahrtminister erpreßte Lieferungen französischer Flugzeugfabriken an die Madrider Regierung reden eine deutliche Sprache. Das französische schlechte Beispiel hat auch m England ansteckend gewirkt. Auch hier veranstalten die Gewerkschaften Geldsammlungen für die „kämpfenden roten Brüder" in Spanien, und Führer der Arbeiterpartei rufen zu Sympathiekundgebungen für die spanische Volksfront auf, wie sie in Paris gang und gäbe sind. Aber die engmche Regierung ist offenbar entschlossen, sich don ihrer Linie strikter Neutralität nicht abdrängen zu lassen. Sie hat ein umfassendes Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial jeder Art erlassen und ein maßgebender Mann des Kabinetts, der Erste Lord der Admirali- tät Sir Samuel Hoare, hat vor einer Parteinahme gewarnt, die unvermeidlich dazu fuhren müsse, Europa von einem Ende bis zum andern in Brand zu stecken. In Moskau hat diese Warnung nicht den geringsten Eindruck gemacht. Völlig skrupellos nimmt die Sowjetunion für die spanische Dolksfrontregierung Partei. In Moskau hält man es nicht einmal für der Mühe wert, auch nur den Anschein einer Neutralität zu wahren, obwohl die Sowjetunion dem ftanzösischen Vorschlag eines Nichteinmischungspaktes zugestimmt hat. Der Bolschewismus halt seine Stunde für gekommen und so läßt er alle Rücksicht fallen. Für unverbesserlich Gutgläubige im Ausland ist immer noch die bequeme Teilung der Gewalten in Sowjetregierung und Komintern da, die jede Tarnung erlaubt. Für die selbst kaum vor dem Verhungern sichere russische Arbeiterschaft ist ein Lohnabzug angeordnet, der es erlaubte, dem Kampf- fonds 8er roten Milizen in Spanien Mionenbeträge zuzuführen. Freiwilligen-Bataillvne werden bereits aufgestellt, die mit Hilfe der Pariser Ge-- K ö n i g s b e r g, 21. Aug. (DNB.) Die fieberhaften Angriffsrüstungen der sowjetrussischen Machthaber erstrecken sich nicht nur auf das Heer und die Luftflotte, sondern auch auf die Derstär - kung der Roten Marine, besonders in der Ost s e e. Darüber gibt die „Preußische Zeitung" in Königsberg folgende Darstellung: Die sowjetrussischen Werften sind in h ö ch - ter Tätigkeit. Die Rote Ostseeflotte hat in diesem Jahr besonders umfangreiche Hebungen gemacht, um die Besatzungen der zahlreichen neuen Schiffe auszubilden. An die Spitze der Ostseeflotte ist ein Fachmann aus der Zaren zeit berufen worden, der Flotten- laggoffizier (Admiral) Haller, der während des Krieges Erster Offizier auf dem russischen Linienschiff „Slawa" gewesen ist. An den Roten Flottenmanövern waren außer zwei Großkamps- chiffen aus der Zarenzeit zahlreiche Zerstörer und U-Boote, Minenfahrzeuge und Fliegergeschwader )urch die Eroberung von Badajoz, das erst ..ach mörderischem Ringen mit den marxistischen Verteidigern genommen werden konnte, konnte die Verbindung zwischen Nord- und Südgruppe her- gestellt werden. In den baskischen Küstenprovinzen der Biskaya ist San S e d a st i a n , neben Madrid und Barcelona das Hauptwiderstandsnest der Marxisten und der mit ihnen verbündeten baskischen Separatisten, von nationalistischen Truppen einge- schlossen. Der Fall der Stadt wird täglich erwartet. Damit wäre für die Nationalisten im Norden im wesentlichen der Rücken frei für eine Einschließung Madrids. Denn an eine Befriedung Kataloniens denkt man anscheinend im nationalistischen Lager erst dann, wenn der übrige Teil der Halbinsel fest in der Hand der nationalistischen Regierung ist. Der roten Miliz der ziemlich auf eigene Faust handelnden katalanischen Regierung in Barcelona ist es bisher nicht gelungen, an der aragonesischen Front das feste Sarragoffa zu nehmen. Auch ein Versuch zur Besetzung Mallorca s der größten Baleareninfel, ist gescheitert und Malaga, der letzte Stützpunkt, der den Roten in Andalusien geblieben ist, ist ebenfalls von den nationalistischen Truppen erreicht. Ein schwerer Schlag für Die Linksregierung ist schließlich der Sieg der Nationalisten in Cartagena, dem größten Kriegs, Hafen Spaniens, denn da ein großer Teil Der Flotte nach Gefangensetzung oder Niedermetzettmg der Offiziere von den bolschewistisch durchseuchten Besatzungen den Marxisten zugeführt wurde, ist es für diese eine Lebensfrage, im Besitz der Kriegs Häfen mit ihren Arsenalen und Werften zu bleiben Trotz dieser offensichtlichen Erfolge sind die Na- tionalisten von ihrem Hauptziel, der Bringung der Macht in ganz Spanien, noch weit entfernt. Andererseits scheinen der Dolksfrontregierung in Madrid die Zügel mehr und mehr zu entgleiten, ueöer all in den von den Nationalisten noch nicht besetzten Gebieten bereitet sich der Kommunismus auf die offene Uebernahme der Macht vor, die er ja hinter den Kulissen der Volksfront schontlange tat- sächlich ausgeübt hat. Eine Welle bolschewistischen Terrors läßt das von den roten Milizen beherrsch Land erzittern. Selbst unter den Augen Der Negierung in Madrid schreckt der Mob nicht vor Den schlimmsten Scheußlichkeiten zurück. Aber alles das wird überboten von den Greueln, die sich die darüber di- B-licht- unbctctligter Beobachter vorlägen, die Augenzeugen dies talität-n eines vertierten roten Mobs »altenJem müssen, ,° würde man den Meldungen über solche Greueltaten keinen Glauben nur in den Massenhinrichtungen, K'rchenlchuuuun gen und Pri-sterprogrom-n der bolschewistischen Revolution in Rußland ihresgleichen haben Es kann daher auch kein Wunder nehmen, wenn durch zahlreiche Zeugnisse einroanbfrei feftgeftcllt _ ist, daß überall in Katalonien und Andalusien in San Sebastian und selbst in Madrid unter den Augen der Bolkssrontregierung Agenten des roten Moskau zum blutigen Terror gegen Anhänger der nationalen Bewegung Hetzen und bei den entsetzlichen Grausamkeiten den Anführer machen. Die spanischen Kommunisten sind m ihrem wilden Fanatismus nur allzu willige Schüler ihrer bol- ©färffte ......—-------- — Moskau, 21. Aug. (DNB.) Im Zuge der gegenwärtig im Gange befindlichen gewaltigen Aufrüstungen der Roten Armee ist ein Faktor von besonderem Interesse, der geflissentlich von der Sowjetregierung übersehen wird, der indessen bei der Militarisierung der Sowjetbevölkerung eine außerordentlich wichtige Rolle spielt. In einem Aufsatz der parteiamtlichen „Prawda" wird dargelegt, daß der Ossoaviachim, die „Gesellschaft zum Studium der Luft- und der chemischen Kriegsrüstung", der beste Helfer, ja der Bruder der Roten Armee sei. Diese Gesellschaft ist die Hauptträgerin der gesamten bolschewistischen Wehr- propaganba und vor allem der militärischen Ausbildung außerhalb der Roten Armee. An der Spitze des Osioaviachim steht der frühere Leiter der Kriegsakademie, der den Rang eines Armeekommandanten bekleidet. Jede Republik innerhalb der Union, jeder Bezirk und jede Stadt hat einen eigenen Rat der Osioaviachim, in dem die einzelnen Vereine des Gebiets zusammengeschlosien sind. Zu seiner Aufgabe gehören die durch das Wehrgesetz vorgeschne- bene Ausbildung vor d e r Einberufung zum aktiven Dienst, die Fortbildung des Beurlaubtenstandes, die Ausbildung der Ueberzähligen, die Propaganda einer starken Landesverteidigung, die Organisation von Luft- und Gasabwehrgesellschaften, die Ausbildung von Fliegern, Segelfliegern, Fallschirmspringern, Fahrern, Kavalleristen, Artilleristen usw. Aus THifgÜeberbeiträgen und Spenden Hal die Gesellschaft in den letzten drei Iahren über 150 Millionen Rubel vereinnahmt, die ausschließlich für die Verstärkung der Verteidigungsmittel der Boten Armee verwendet wurden. Hunderte von Kampfwagen und Flugzeugen und Taufende von anderen Waffen hat der Ossoaviachim bereits der Armee zur Verfügung gestellt. Das Ausbildungspersonal besteht durchweg aus ehemaligen Offizieren der Armee. Die THifgtie- derzahl des Osioaviachim beträgt heute 13 Millionen. (!) Seine Kavallerieklubs, Arons Madrid. Nach mancherlei Wechselfällen ist es den nationalistischen Truppen in den letzten Wochen doch gelungen, sehr bemerkenswerte Erfolge zu erringen. Durch die Eroberuw m . k front hatte sich als völlig unfähig erwiesen, den anarchischen Zuständen ein Ende zu bereiten, die, von bolschewistischen Agenten planmäßig geschaffen, das Land für die Machtergreifung des Kommunismus reif machen sollten. Streiks, Brandstiftungen, mus reif machen sollten. Streiks, Brandstiftungen, Bombenanschläge, Feuerüberfälle hatten das sva- nische Volk während der letzten Monate in höchste Erregung versetzt. Die Ermordung Sotelos hätte der Dolksfrontregierung zeigen können, auf welch abschüssigen Weg ihre Schwäche gegenüber der bolschewistischen Volksverhetzung das Land bringen mußte, wenn sie nicht endlich zupackte und sich vom radikalen Marxismus deutlich löste. Als nichts dergleichen geschah, wurde die Mordtat an Sotelo der Auftakt zur Erhebung des nationalen Spaniens gegen ein innerlich haltloses System, das politische Korruption und Mißwirtschaft duldete und damit denEolschewismus Vorschub leistete. Unter Führung des Militärs schlossen sich nationale Kreise aller politischen Richtungen zum Widerstand gegen die selbstmörderische Schwäche der Volksfrontregierung zusammen. Am 17. Juli, also vier Tage nach dem Mord an Sotelo, begann der Aufstand. Freilich in Madrid und Barcelona gelang es der Regierung, die schon marxisttsch durchseuchten Truppen bei Der Stange zu halten. Aber im Norden und Süden waren Die Nationalisten glücklicher. Den Wenn der Bürgerkrieg in Spanien, je mehr er sich in die Länge zieht, um so mehr ein internationales Problem allerersten Ranges geworden ist, so ist Daran in der Hauptsache Die Hilflosigkeit Der Madrider Dolksfrontregierung schuld, die einmal nicht die Kraft besaß, die namentlich in den großen Städten ansässigen Ausländer gegen Uebergriffe und m*-t**"' des roten Pöbels zu schützen, und dem bei dem wachsenden Mangel Truppen an Munition und Waffen, namentlich Flugzeugen, immer stärker das Bedürfnis hatte, d a s f e hle nd e Kriegsmaterial aus Dem A u s I a n D zu beschaffen, Da Der Natur Der Sache nach Die meisten Arsenale und Munitionsdepots dem aufständischen Militär in die Hande gefallen waren. Deshalb kann auch der Madrider Dolksfrontregierung gar nichts Daran geigen sein. Daß Der von Dem ftanzösischen Außenminister Selbes angeregte N e u t r a l 11 ä t s p a k t zustande kommt. Denn bis heute ist trotz der von ^ank- reich angeregten Verhandlungen über eine Nichteinmischung Der Mächte in Den spanischen Bürgerkrieg gerade aus Frankreich Der Waffen-, Muni, tions- und Flugzeughandel nach Spanien lustig im Schwange und der Druck der französischen Kommunisten auf die Dolksfrontregierung wird immer rücksichtsloser, sodaß man nicht weiß, wie lange noch Blum und Delbos wenigstens an Der bistjen gen Scheinneutralität festzuhalten vermögen 3uma auch einige radikale Kollegen im Kabinett 11 wie Salengro und Cot offen Jur tattraftige ' stützung der spanischen Dolksftontregierung Propa ganda machen und hinter den Kulissen bem s bie Neutralitätspolitik des Außenministers ^bgieren. Die letzten Mitteilungen der französischen Nechls- presse über Waffenschiebungen von Marseille nach Barcelona unter französischer Flagge und von tom- B'BS Ä*a6*a**a4*\1**aa*^a^ Gießener Familienblätter ■ 4% SH ■■ AW HT Grundpreise für 1mm hohe Heimat im Bild - Die Scholle ■ ■ M M B B 9 B ■ ■ H ■ ffl B fl 3 B ■ Anzeigen von 22 mm monat$^3ug$prel$: ■ ■ ■ ■ B ■ ■ JF ■ ■ ■ ■ Breite 7 Rpf für Text- Mit 4 Beilagen NM. 1.95 BB M ■ B ■ ■■ ■ ■ B ■ JÄ ■ ■ ■ W M W ■ anzeigen von 70 mm Breite »sr:s v/lVl|VIIV4 ^>14 sta RJ V -*r w. .«»* infnlne höherer Gewalt __ _ _ _ - aa Stellen-, Vereins-, gemein- MZM General-Anzeiger für Oberhessen richten. Anzeiger Giehea behördliche Anzeigen 6Rpf. StantfXm"‘n 11686 vruck unb Verlag: vrühl'sche Uawersttätr vach- und Aeiudruckerel «.Lange in Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r M°ng-n-b,chlüsi-StaffelK von zwei Millionen erreichen, wozu rund elf Millionen aus ge bildetet Reser- v e n treten werden, ungerechnet die 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die durch die staatliche Organisation Ossoaviachim militärisch ausgebildet sind, um im Kriegsfälle sofort als Schützen, Fahrer, Gleitflieger, Fallschirmspringer, Gasschutzleute und ähnliches Verwendung finden zu können. Die Luftwaffe wird vordringlich vermehrt werden, obwohl heute schon der roten Armee 4700 einsatzbereite Flugzeuge zur Verfügung stehen. In der Motorisierung ist die rote Armee allen anderen Heeren weit überlegen. Kein Wunder, daß diese wahnsinnigen Rüstungsausgaben den Staatshaushalt bis zum Aeußersten anspannen. Der Militäretat für 1936 in Höhe von 14,8 Milliarden Rubel bedeutet eine Verzehnfachung des Voranschlags von 1934, ungerechnet die bei der soeben angeordneten Heeresvermehrung unausbleiblichen Nachforderungen. Damit erreichen die reinen Militärausgaben Sowjetrußlands die Höhe des gesamten französischen Staatshaushalts. Derartige Rüstungen kann ein Land seiner ohnehin bis zum äußersten ausgepowerten Bevölkerung nur auferlegen, wenn es glaubt, daß die Zeit für den Entscheidungskamps nahe ist. Moskau hofft, daß sich an dem spanischen Bürgerkrieg ein Weltbrand entzündet, der das europäische Abendland in ein Chaos verwandeln und dem Bolschewismus die Möglichkeit geben soll, seine Herrschaft aufzurichten. Für diese Gelegenheit rüstet Sowjetrußland und wo es den Schwerpunkt der bolschewistischen Offensive sieht, zeigt der Plan, die neuen durch die Heeresvermehrung entstehenden Truppenformationen in die westlichen Grenzbezirke zu legen, wo bereits fieberhaft an der Errichtung von Kasernen, Barackenlagern und Flugplätzen gebaut wird. Durch Heranführung des strategischen Bahnnetzes an die verbündete Tschechoslowakei wird die gewaltige Truppenkonzentration der Roten Armee im Westen zu einer unmittelbaren Bedrohung Mitteleuropas. Angesichts dieser fieberhaften Aktivität der roten Militärs und der gleichzeitigen Kraftanstrengungen Moskaus für die Bölfchewifierung Spaniens kann es nicht wundernehmen, daß Deutschland, das die kommunistische Seuche am eigenen Leibe gespürt hat, die Augen offen hält. Deutschland hat an den spanischen Dingen nur das eine direkte Interesse, seine eigenen Landsleute aus dem Hexenkessel des Bürgerkrieges in Sicherheit zu bringen, es hat daher auch dem französischen Neutralitätsvorschlag grundsätzlich zugestimmt, aber es muß erwarten, daß alle in Frage kommenden Mächte den Grundsatz der Nichteinmischung ebenso peinlich befolgen, wie die deutsche Regierung selber. Die versteckte Sabotage der Neutralität durch französische Volksfrontkreise und die offene Verhöhnung durch Moskau, noch mehr aber das völkerrechtswidrige Verhalten der Madrider Volksfrontregierung, die ihren Kriegsschiffen erlaubt, deutsche Dampfer auf offener See nach Piratenmanier zum Stoppen zu zwingen, macht jeden Nichteinmischungspakt von vornherein illusorisch. Wird es der französischen Regierung nicht gelingen, den Moskauer Bundesgenossen zur Ordnung zu rufen, nach dessen Pfeife die spanischen Kommunisten tanzen, so bleibt das Zustandekommen eines Nichteinmischungspaktes, der den spanischen Brandherd isolieren könnte, sehr problematisch. OieNaiionalisten rüsten zu neuem Vorstoß aus Madrid Das Hauptquartier nach Valladolid verlegt.-Kampf um Malaga. Paris, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" meint, die Herstellung der Verbindung zwischen Sevilla und Granada durch die Einnahme von Loja, das noch am Donnerstag in den Händen der Marxisten gewesen sei, stelle einen wichtigen Abschluß im Aufmarsch der Nationalisten dar. Der ganze Gebirgszug der Provinz Granada stehe nun unter Kontrolle der Nationalisten. Die Verlegung des Hauptquartiers von Burgos nach Valladolid, kaum 100 Kilometer von Madrid entfernt, lasse darauf schließen, daß die Nationalisten ihre militärischen Lage nicht nur für gesichert halten, sondern daß ein neuer Vorstoß der nationalen Truppen an der Guadarrama-Front aus Madrid bevorstehe. Aus Sevilla seien mit der Bahn bereits schwarze Abteilungen aus Marokko stammender Truppen des Generals Franco in Richtung Salamanca, abgegangen, die die in Avila liegenden Streitkräfte verstärken sollen. Diese frischen Truppen würden m allernächster Zeit zu den vor Madrid in starken Stellungen liegenden nationalen Truppen stoßen. Der Sender Burgos bestätigt die Nachricht, wonach sich der Stab von Burgos nach Valladolid begeben habe. In Bilbao verschlechtere sich die Lage für die Roten stündlich. Alle wichtigen Bedarfsartikel feien in der Stadt ausverkauft, die Lebensmittel äußerst knapp. In Salamanca stünden die Stoßtruppen für den Angriff auf Madrid bereits in Reserve. Im Guadarrama-Gebirge seien zahlreiche Angehörige der Guardia Civil zu den Nationalisten übergegangen. Eine katalanische Milizabteilung soll in der Nähe von Huesca blutig zurückgeschlagen worden sein. Die Nationalisten hätten viele Gefangene gemacht und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet. General Mola habe erklärt, er werde in zehn Tagen Madrid nehmen. Sämtliche Vorbereitungen zum Angriff feien bereits getroffen. In der Provinz Malaga lägen heute 21 000 Mann, denen es binnen kurzem gelingen würde, die Stadt Malaga sowie die Provinz in den Besitz der Militärgruppe zu bringen. Die Militärgarnison von Malaga soll ich bereits gegen die Madrider Regierung erhoben haben. Heftige Straßen- kämpfe tobten in mehreren Gegenden der Stadt. Verzweifelte Laae der "Roten in G jon. Hendaye, 21. Aug. (DNB.) Die von den nationalistischen Truppen belagerte Stadt Gijon hat. Das schraffierte Gebiet befindet sich noch in den Händen der Madrider Volksfrontregierung bzw. der bolschewistischen Milizen. Um das Gebiet an der spanischen Nordküste, hauptsächlich um San Sebastian und Jrun, wird noch heftig gekämpft. — (Scherl-Bilderdienst-M.) u MAllQrCQ Cuiiy? Algeria. Tangeri £ • Sevilla,.. 44h «i 1 Lissabon V ,4 VelladoMv\6 N Leo** i • • Burpos /'* •Paieua» UDQrona^ \ wie aus einem auftzesangenen Funkspruch hervorgeht,! von La Coruna gab bekannt, daß ein neuer die Madrider Regierung dringend um sofortige HilferufderMarxistenvon Gijonan die Hilfe gebeten. Madrid hat auf diesen Hilferuf Madrider Regierung aufgefangen worden fei, in dem geantwortet, daß die Entsendung irgendwelcher Re- die Lage der Stadt als verzweifelt bezeichnet fernen im Augenblick völlig unmöglich werde. Madrid habe Gijon jedoch befohlen, zu fei, da alle Streitkräfte im Norden fürdenSchutz schweigen, da derartige Nachrichten nicht oer- v o n Bilbao benötigt würden. — Der in den , breitet werden dürften. Händen der Nationalisten befindliche Rundfunksender ' -------- Die nationale Regierung von Burgos protestiert gegen Neutralitätsbruch Frankreichs. Flugzeuggeschwader mit französischen Abzeichen bombardierten nationalistische Truppen. Scharfer Protest Deutschlands in Moskau und Madrid. Berlin, 21. Aug. (DBB.) Der deutsche Botschafter in Moskau und der deutsche Geschäftsträger in Madrid haben bei den diesbezüglichen Regierungen wegen der verhetzenden und verleumderischen Propaganda der Rundfunksender gegen Deutsche aufs schärfste protestiert. Marxistenkreuzer „Liberias bedroht türkisches Handelsschiff. L i s s a b o n , 21. Aug. (DNB.) Wie aus Cadiz berichtet wird, hat der durch den Zwischenfall mit dem deutschen Dampfer „K amerun" bereits unrühmlich bekannt gewordene Marxistenkreuzer „Liber- t a d" am Freitag versucht, eintürkischesHan- d e l s s ch i f f, das sich auf dem Wege nach Cadiz befand, zur Untersuchung anzuhalten. Das rote Piratenschiff konnte sein Vorhaben allerdings nicht a u s f ü h r e n , da die nationalistischen Küsten- b a 11 e r i e n das Feuer eröffneten und der Kreuzer unter diesen Umständen es vorzog, die Flucht zu ergreifen. K AP H < , *•<&:’ <*x v ; M v 1 WU u ■ MMM & ■ ■ Wie jetzt bestätigt wurde, haben die Bolschewisten in Madrid Spaniens berühmtesten Boxer Pao- I i n o Uzcudun standrechtlich erschossen. Dieses Bild von Paolino wurde vor kurzem in Madrid aufgenommen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Lissabon, 22. Aug. (DRV. Funkspruch.) Ein Vertreter der Regierung von Burgos hat der portugiesischen Regierung und den ausländischen diplomatischen Vertretungen folgende Rote zugestellt: An der Guadarrama - Front hat ein Geschwader von fünfzehn Flugzeugen die Stellung der nationalen Truppen angegriffen. Bei mehreren dieser Flugzeuge wurden einwandfrei französische Abzeichen festgestellt. Bei lo- lesa und anderen Orten der San Sebastian-Front haben Flugzeuge französischer Ablammung Bomben auf die nationalen Truppen abgeworfen. Daraufhin kehrten sie zu ihrer Basis nach Frankreich zurück. An der San Sebastian-Front wurde außerdem bei den marxistischen Truppen eine große Menge französischen Kriegsmaterials fesigestellt. Die Vurgos-Regierung stellt sich den ausländischen Regierungen zur Rachprüfung der Richtigkeit dieser Feststellungen zur Verfügung. Die Burgos-Regie- rung protestiert auf das schärf sie und appelliert an die Ritterlichkeit der ausländischen Mächte. Die Unterstützung, die die roten Milizen im Kampf gegen die nationale Erhebung durch die ranzösische Regierung erfahre, sei ein B r u ch des internationalen Rechts. England erkennt die marxistische Blockade nicht an. London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" meldet, die englische Regierung habe der Madrider Regierung mitgeteilt, daß sie die an gewissen spanischen Küstengebieten erklärte Blockade nicht anerkenne, daß erstens die Blockade nicht wirksam gemacht werden könne und zweitens ein Kriegszustand amtlich nicht anerkannt sei. England werde jedem Versuch, britische Schiffe außerhalb der spanischen Territorialgewässer aufzuhalten und zu durchsuchen, mit Gewalt entgegentreten. Die spanischen Küsten würden zur Zeit von den britischen Handelsschiffen gemieden; sollten sie jedoch in ihre Nähe kommen, dann sei das Vorhandensein britischer Kriegsschiffe in den spanischen Gewässern eine ausreichende Garantie gegen jede Belästigung. Die britische Regierung lege der Aufrechterhaltung der Freiheit der Meere in der gegenwärtigen Lage die größte Se- deutung bei. Man glaube, daß eine Einm//chung in die ausländische Schiffahrt den Frieden Europas gefährden müsse. Daß diese Besorgnisse voll gerecht- fertig seien, zeige der Zwischenfall des deutschen Dampfers „Kamerun". Italien stimmt dem Aeutralitätsvorschlag zu. Befriedigung in Paris. Rom, 21. Aug. (DNB.) Der italienische Außenminister hat dem französischen Botschafter eine Note überreicht, in der unter Aufrechterhaltung des italienischen Standpunktes über die „indirekte Einmischun g", d. h. über öffentliche Geldsammlungen und Freiwilligenanwerbungen, erklärt wird, daß die italienische Regierung sich verpflichtet, „die direkte oder indirekte Ausfuhr, die Wiederausfuhr ober den Transit von nach Spanien, nach den spanischen Besitzungen ober ber spanischen Marokkozone bestimmten Waffen, Munition unb Kriegsmaterial, wie auch von montierten ober auseinandergenommenen Flugzeugen unb Kriegsschiffen z u verbiete n", unb „biefes Verbot auf alle in Ausführung begriffenen Verträge anzuwenden." „Diese Erklärung wird für die italienische Regierung in Wirksamkeit treten, sobald die Regierungen Frankreichs, Englands, Portugals, Deutschlands und Sowjetrußlands ebenfalls beigetreten fein werden." Außerdem erscheint es der italienischen Regierung wesentlich, daß diese Nichteinmischungsoerpflichtung auch von den anderen wichtigen europäischen Staaten mit Kriegsindustrien übernommen wird. Die italienische Antwort wird von ber Pariser Presse begrüßt. „Jour" erklärt, nun bleibt ber französischen Regierung nichts weiter übrig, als bie Linksrabikalen in Frankreich selbst zum Schweigen zu bringen, ben illegalen Wasfenhanbel abzustoppen unb bie Sammlung von Freiwilligen burch bie Rote Hilfe zu unterbin' ben, sowie jeben Waffentransport ber spanischen Miliz mit ber Eisenbahn über Sübfrankreich zu verhinbern. — „Oeuvre" meint, bie etwas gespannte Atmosphäre fei burch bie Antwort Roms wieder ein wenig auf gehellt worden. — „Figaro" ist ber Ansicht, bie italienischen Vorbehalte zu den Gelbsammlungen unb Freiwilligen-Melbungen feien glücklicherweise von ber Regierung in Rom ganz fallen gelassen. Man habe angesichts ber schwierigen internationalen Lage in Rom geglaubt, von biefen Einwänben Abstanb nehmen zu können. Italien habe bie gleiche Haltung wie Englanb eingenommen. Eine Ueberbrücfung ber verschiedenen europäischen Ansichten sei nun möglich. Der Bolschewismus schreitet zur llederoahme der Macht. ^Revolutionäre Kontrollausschüffe überwachen die Madrider Regierung. Spanischer Nobelpreisträger in Madrid ermordet. London, 21. Aug. Nach einer Meldung aus Sevilla hat General be Llano burch ben Runb- funk bekanntgegeben, baß in Mabrib ber hervor- ragenbe spanische Bühnenschriftsteller Jacanto B e- n a d e n t e, die beiden Brüder Seraphim Ayvarez Quintero und Joaquin Ayvares 2 u i n t e r o sowie der Maler Jgnacio Culoaga ermordet worden seien. Benävente hat im Jahre 1932 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Culoaga war einer der kühnsten Amateur- stier k ä p f e r, ber noch im Alter von 60 Jahren in die Arena ging. Der Moskauer Gender fordert zum Massenmord auf. London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Mail" berichtet, gab in ber spanischen Senbung der Moskauer Funkstation am Freitagabend ber Ansager bekannt, bah bie Lage im spanischen Bürgerkrieg zur Zeit für bie Nationalisten günstig stehe. Der Sprecher forberte bie spanischen Genossen auf, alle Faschisten, bie noch in dem von ben Marxisten besetzten Gebiet zu iin- ben seien, z u vernichten. Von Kompromissen bürfe keine Rede sein. Es müsse bis zum Tode gekämpft werden. Allnächtliche Maffenerschießungen Lissabon, 21. Aug. (DNB.) Von einem hier eingetroffenen unbedingt zuverlässigen Gewährsmann wird über die Zustände in Madrid berichtet: Die Regierung Giral existiere nur noch dem Namen nach. Offenbar läßt man sie "och bestehen, weil das Vorhandensein eines Kabinetts, in dem links bürgerliche Elemente vertreten sind, dem Ausland gegenüber als Tarnst n 8 d es Bolschewismus erwünscht ist. In Wirklichkeit hat die Regierung schon von Anbeginn an unter der zunehmenden Kontrolle der bolschewistischen und anarchistischen Elemente gestanden. Jetzt sind in verschiedenen Ministerien bereits ganz offen revolutionäre Kontrollausschüffe gebildet worben, bie die Arbeit ber Regierung genau überwachen. Die Regierung hat ihr Selbstbeftimmungsrecht damit ein- gebüßt. Das zeigt sich darin, daß trotz ihrer papierenen Erlasse in Madrid noch immer jede Rächt zahlreiche rechtsstehende Personen, meistens von anarchistischen Millzsoldaten, aus den Wohnungen geholt und an Ort und Stelle oder an einem entlegenen Platz erschossen werden. 3n der Rächt zum Montag betrug die Zahl nach Angaben von Mitgliedern der Miliz zwischen 60 und 70 Personen, in den letzten Rächten zuvor etwa 50. In der Rähe des Madrider Südbahnhofes sind über 200 aus Andalusien eingetroffene, dort gefangen genommene Rationalisten erschossen worden. Diese wehrlosen Opfer eines fanatischen, von außen in die spanische Arbeiterschaft hineingetragenen Hasses sollen mit Hochrufen auf das neue Spanien als Helden in den Tod gegangen fein. Interessant ist es auch gegenüber den prahlerisch in bie Welt gefunkten ©iegesmelbungen bes Roten Senbers, sich einmal von Angehörigen ber Miliz selbst schilbern zu lassen, wie es im ^lOl-CQ * K sfrontregierung ie' hauptsächlich erdienst-M.) lt- daß ein neui 1 oon (Bijonor: ;en worden sei, in[r iweifelt bezeit- jedoch befohlen,! Nachrichten nicht tt t Trupp»»». ^reichende (Baron- britifdje Aegirn r Freiheit ' ßay b\t E ter: len esorgnisse coi®-1 hensull der k- m i«. jjschen Staaten»' -nommen mirü. rd von der P a !" -klärt, nun bleib.. ts weiter übrig,; in Frankri! »ringen, den illeg> rnd die vaM »te HW zu uM Sport der »er Südfrankre'ch , die etwas gefM SierwS '"S'k- d°b- EA-ck Zmhm-KS 5 un möglich- A er s, vell'' iff*® O-I - oll unh"l)l«6 *' r Ilochl JÖJL^ 7« , 50.3» 7 200 f”16.1,9tfo"9(’l d--lL ff«* ut*s!k i" * u# -SZ I n 0J J v>ie Kampfgebiet an der Sornosierra aussieht. So erklärte ein aus dem Kampfgebiet zuruckgekehrter Milizsoldat, daß er 17 Tage lang gegen seinen Willen an der Front geroefen sei. Wenn die Miliz ihre Deckung verlieh, um zum Angriff vorzugehen, geriet sie meistens in ein mörderisches Feuer, dem nur wenige zu entrinnen vermögen. Auffallend sei dagegen, daß die — meistens nicht freiwillig — auf der Seite der Regierung kämpfenden Polizeibeamten beim Verlassen ihrer Stellungen von den Gegnern in Ruhe gelassen und vom Feuer verschont werden. In den letzten Tagen seien mehr als 200 Beamte der Guardia de Asalto und der Guardia Cioil z u d e n Nationalisten übergelaufen. « Unter den an der französischen Grenze eintreffenden Flüchtlingen befinden sich auch viele überzeugte Republikaner, die aber ihre Heimat ver- lassen weil man ihnen ihre Unternehmungen beschlagnahmt hat. Ein Flüchtling erklärte, seit 40 Jahren Republikaner zu sein. Trotzdem habe er in Barcelona drei Haussuchungen dulden müssen, und sein Geschäft sei beschlagnahmt worden. In Tarragona seien auf Veranlassung anonymer roter Anzeiger 12 3 Personen e r - schossen worden. In L e r i d a seien über 200 Personen hingerichtet worden. In Villa f r a n c a habe man alle P r i e st e r er« schossen mit Ausnahme eines einzigen, der in die Miliz eingetreten sei. Die katalanische Regierung habe wohl versucht, das Morden zu verhindern. Aber die politischen Gruppen würden einfach b e i s e i t e g e s ch o b e n oon einem neuen Element, oon dem Mann im Hintergrund, von dem anonymen roten Ausschuß. Zustande w.e im Moskau der Revolution. London, 22.Aug. (DNB. Funkspruch.) Ein Sonderkorrespondent der „Daily Mail", der soeben die andalusischen Provinzen und Madrid bereist hat, meldet, daß in Madrid die gleichen Zustände herrschten, wie seinerzeit in Moskau und Petersburg, als der rote Terror (eine höchste Höhe erreicht hat. Die roten Mörder ziehen jede Nacht von Straße zu Straße, sprengen die Türen der Häuser zum Tode Verurteilter, reißen diese aus ihren Betten und schleppen sie weg. Jeden Morgen werden die Leichen von über 50 oder 60 b e - kannten Persönlichkeiten in den Rinnsteinen der Paseo de Castellano und anderen Boulevards gefunden. In Malaga, so schreibt der Korrespondent, herrschten ungefähr die gleichen Zustände. Die Häuser der Hauptstraße Calle de Lairos seien niedergebrannt worden. Kinder als Geiseln der Marxisten Fortsetzung der Moskauer Lustizkonwdie. Die Untersuchung wird auf zahlreiche führende Sowjetgrößen ausgedehnt. geroefen ist. ihnen abzurechnen. Der erste Teil des sonderbaren Theaterprozesses, den die roten Machthaber der Welt vorsetzen, aing nm Freitagabend mit der Vernehmung des letzten „Angeklagten", Fritz David alias Kruglanski, zu Ende. Bei David handelt es sich um einen „deutschen" Kommunisten, dem die Ehre zufiel, sich in schwungvoller Rede zu einem versuchten A n - schlag gegen Stalin zu bekennen, den auch er in direktem Auftrage Trotzkis ge- seine Anhänger in der Sowjetunion gegeben habe. Sichtliches Interesse riefen im Gerichtssaal, wo eine Reihe hoher bolschewistischer Parteifunktionäre zu sehen waren, die Aussagen des Angeklagten Nathan Lurje hervor. Er ist ein im zaristischen Rußland geborener Ostjude, besuchte nach 1918 die Universität in Berlin, wo er später in der KPD- eine führende Rolle spielte. Der Angeklagte sprach ohne Stocken. Er war seiner Sache völlig, . . „ sicher und wurde vom Staatsanwalt fast gar nicht i plant haben will. David sollte Stalin auf dem vorunterbrochen. Seit 1927 will er Trotzkist gewesen jährigen Kominternkongreß mit einem Revolver sein. 1932 sei er nach Sowjetruhland gekommen, L M ' "" """ um dort Verbindung mit den Resten der Trotzki- j Opposition aufzunehmen. 1932 habe er in Mos - tau Auftrag erhalten, Anschläge auf Stalin, Woroschilow, Kaganowitsch auszufuhren. Nathan Lurje schilderte, wie er versucht habe, Woroschilow erst durch einen Pistolenschuß, spater i durch eine Bombe zu „erledigen". Nach weiteren mißlungenen Anschlagsversuchen sei er schließlich am 22. Mai 1936 verhaftet worden. Moisse Lurje (identisch mit dem früheren Leiter der berüchtigten Agitprop der KPD. Emil Alexander) erklärt mit größtem Redeschwall, daß er im März 1933 von ehemaligen KP D.- Größen, Masslow und Ruth Fischer, beauftragt worden sei, in der Sowjetunion Terror- gruppen zu gründen. Dem Zweck des Prozesses entsprechend erklärte er natürlich, daß seine Auftraggeber im Einverständnis mit Trotz- k i handelten Er fyabe seinerzeit Verbindung mit den Anhängern Sinowjews aufgenommen und Nathan Lurje zu einem Attentatsversuch auf Ordschonikidse und auf Schdanow angestiftet und sich auch selbst mit Terrorplänen getragen. Er ließ es bei seiner Vernehmung nicht an Selbstbezichtigungen fehlen. Es fiel auf, daß er vom Staatsanwalt immer dann unterbrochen wurde, wenn man offenbar befürchtete, daß der „Angeklagte" in (einem Eifer zu weit gehen könnte. Der Angeklagte Waganjan versuchte, den früheren Volkskommissar Smirnow enger Beier s ch i e ß e n. Seinen Angaben nach kam es nur 1 deshalb nicht zur Tat, weil er auf der Eröffnungs- ! sitzung des Kongresses einen ungünstigen .Platz (in der Nähe des GPU.-Agenten!) hatte und i weil er „von dem großartigen Anblick dieses Schau- - spiels und dem Erfcheinen Stalins seelisch zu sehr »ergriffen und überwältigt" gewesen sei. (!) Der vor zwei Monaten abberufene Vertreter der Roten ; Armee in London Putna soll seit Jahren über । die Terrorpläne der Sinowjew-Gruppe auf dem laufenden gewesen sein und dieser sogar Weisungen Trotzkis übergeben haben. Ferner habe Putna die Absicht gehabt, unzufriedene Kreise in der Roten Armee zu Oppositionsgruppen zusammenzufassen. Der Oberste Staatsanwalt Wyschinski erklärte dann, daß auf Grund der Aussagen gegen folgende Vertreter der früheren Rechts- bzw. Linksopposition Untersuchungsoerfahren eingeleitet wurden: Radek (Leitartikler der „Jswestija"), Bucharin (Chefredakteur der „Jswestija"), T o m s k i (früherer Leiter der Sowjetgewerkschaften), R y k o w (Volkskommissar für Post- und Telearaphenwesen), P j a- । takow (Stellvertreter des Volkskommissars für die Schwerindustrie) und U g l j a n o w (früherer . Sekretär der Moskauer Organisation der bolsche- : wistrschen Partei). In Haft befinde sich bereits der ■ Volkskommissar für die Holzindustrie, Sokolni - • kow, der früher nacheinander Volkskommissar für die Finanzen und stellvertretender Außenkommissar Moskau, 21. Aug. (DNB.) Nach den amüsanten Geschichten, die am Donnerstagabend die Angeklagten O l b e r g und Berman fast ohne Unterbrechung durch den Staatsanwalt, erfüllt oon einem bemerkenswerten Mitteilungsdrang, von sich gegeben hatten, begann der dritte Tag des Prozesses mit der Vernehmung des Angeklagten G o l z - mann. Golzmann bemühte sich sichtlich, seine eigene Rolle bei den angeblichen Terrorplänen unter Anleitung des früheren Volkskommissars Smirnow als möglichst unbedeutend darzustellen. Mit auffallender Bereitwilligkeit betont er, daß Trotzki durch seine Vermittlung die- Weisung, Stalin aus dem W e g e zu schaffen, an Ziehungen zu verschiedenen Terroristenstellen zu berichtigen. (Die Anklage behauptet, daß Smirnow Anführer der Trotzki st en der Sowjetunion und hauptsächlicher Organisator der Terrorgruppen gewesen sei.) Er sagt weiter aus, daß der stellvertretende Leiter der kommunistischen Akademie S e y b e l ebenfalls eine Terrorgruppe in Leningrad gegründet habe. Auf Grund der „Enthüllungen" Waaanjans kann man wohl mit Recht annehmen, daß alle früheren Gegner des gegenwärtigen Regimes in diesen Prozeß hineingezogen werden sollen, und daß man mit allen Mitteln danach trachten wird, recht bald mit für die Auflösung angeführt. Eine nähere erläuternde Begründung ist in der Verfügung nicht enthalten. Diese Maßnahme hat in den Kreisen der deutschen Volksgruppe große Ueberraschung beroorgerufen, da die Anstalt von 300 deutschen Kindern besucht wurde. Zwar ist die Aufteilung der Schüler in zwei andere deutsche Minderheltsschulcn erfolgt, doch befürchten die deutschen Eltern, daß infolge der schon an sich überfüllten Klassen und des Mangels an Lehrpersonal ihre Kinder nur ungenügenden Schulunterricht erhalten werden. Ein internationaler Aerzte- Kongreß m Berlin. Der Internationale Oto-Rhino-Laryngo- logen-Kongretz von der Reichöregierung empfangen. Berlin, 21. Aug. (DNB.) Die Mitglieder des 3. Internationalen Oto - Rhino - Laryngologen - Kon- greß, der seit dem 17. August in Berlin tagt, wurden im Namen der Reichsregierung durch bep Reichs- und Preußischen Innenminister Dr. Frick empfangen. Dr. Frick gab seiner Freude Ausdruck, so zahlreiche Männer der ärztlichen Wissenschaft in Berlin vereinigt zu sehen. Die meisten Anwesenden hätten bereits Gelegenheit gehabt, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aus der Art, wie Deutschland seine ausländischen Gäste empfangen habe, könne man entnehmen, daß Deutschland bemüht sei, der Verständigung zwischen den Völkern zu dienen. Sie haben Gelegenheit gehabt, erklärte Dr. Frick unter lebhaftem Beifall, das neue Deutschland und uns Nationalsozialisten kennenzulernen. Im Gegensatz zu manchen anderen Ländern, die ein Herd der Unruhe sind, werden Sie feststellen können, daß die deutsche Reichsregierung unter der Führung Adolf Hitlers erfolgreich an der Arbeit ist, unserem Volke Frieden und Brot zu gewährleisten, und daß wir bereit sind, auch die Belange anderer Völker zu achten. Um so mehr dürfen wir dann auch von den anderen Völkern erwarten, daß sie uns in Freundschaft entgegen« kommen und unser Recht auf Leben und unseren Platz in der Welt anerkennen. Der Präsident des internationalen Kongresses, Professor Dr. von Eicken, dankte dem Minister, daß er aus Bayern im Flugzeug nach Berlin gekommen sei, um diesen internationalen Kongreß zu begrüßen. Sir Sinclair Thomsen (England), der im Namen aller englisch sprechenden Nationen das Wort ergriff, sand herzliche Worte der Anerkennung und Würdigung für das neue Deutschland. Vertreter aller Nationen gaben ihrem Dank für die herzliche Ausnahme in Deutschland Ausdruck. Der n ä ch st e Kongreß wird 1940 in Amsterdam abgehalten werden. Weiterbericht wohl es dem Angreifer an einigen Stellen gelungen war, mit schwachen Kräften durchzustoßen. Die Mobilisierung der Reserven hatte 36 Stunden erfordert, bis die Mannschaften in ihren Kapfstellun- gen waren. Hingegen haben die aktiven Grenzmannschaften ihre Posten in kürzester Zeit eingenommen. Die Abordnung der sowjetrussischen Generäle hat dem Manöver beigewohnt und ist vom Manöver-Generalstab empfangen worden. ZentralstudiensteUe für Landesverteidigung in Frankreich. Paris, 21.Aug. (DNB.) Das Gesetzblatt veröffentlicht eine Verordnung des Ministers für Landesverteidigung über die Schaffung einer Zentral st udien st eile für Landesverteidigungsfragen. Sie soll eine Art Mvbilmach u n g s r a t sein, der Vertreter des Heeres, der Flotte und der Luftwaffe angehören werden, um alle Probleme zu prüfen, die d i e Vorbereitung der Nation auf den Krieg betreffen. Die Zentralstudiendienststelle soll den Privatindu-, ftrien einen bestimmten E r z e u g u n g 5 p l a n oorschreiben, der mit den Bedürfnissen an Waffen im Einklang stehen und gleich vom Beginn der Feindseligkeiten an anwendbar sein soll. Dieser Organismus soll also die sofortige Mobilmachung aller Kräfte des Landes ermöglichen. Der ungarische Reichsverweser in Oesterreich Wien, 21. Aug. (DNB.) Der ungarische Reichsverweser Nikolaus von Horthy ist in Wien eingetroffen. Er empfing den Besuch des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und begab sich sodann mit seinem Kraftwagen zu einem Ferien- und Jagdaufenthalt nach Tirol. Der Reichsverweser wird zunächst in Hinterriß Aufenthalt nehmen. Die Wiener Presse begrüßt mit herzlichen Worten den Aufenthalt des Reichsverwesers in Oesterreich und unterstreicht die Tatsache, daß dies seine erste Reise nach Oesterreich nach seiner Wahl zum Reichsver- weser vor 16 Jahren ist. Die christlich-soziale „Reichspost" sieht in diesem Besuch ein neues Unterpfand der Freundschaft und loyalen Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und Ungarn. Eine deutsche Schule in Ostoberschlesien . aufgelöst. K a t t o w i tz , 21. Aug. (DNB.) Die Schulabteilung des schlesischen Woiwodschaftsamtes in Kat- towitz hat die Auflösung der öffentlichen deutschen M i n d e r h e i t s v o l k s- schule für Knaben in Kattowitz vor Beginn des neuen Schuljahres, das in Polen Anfang September beginnt, verfügt. In der Verfügung werden „pädagogische, technische und finanzielle Gründe" des Reichswekterdienskes. Aiisgabeort firanffurl Am Freitag setzte sich bei uns zunächst eine Zufuhr feuchter subtropischer Meeresluft durch, die unangenehme schwüle Witterung verursachte. Gegen Abend erfolgte ein Einbruch kühlerer Meeresluft, der unter Gewittern und vielfach heftigen Regengüssen (mehr als 20, teilweise mehr als 30 Liter Wasser pro Quadratmeter) zur Verdrängung der vorgelagerten Warmluft führte. Im Bereiche eines flachen Zwischenhochs wird sich zunächst Witterungsbesserung durchsetzen, doch läßt die allgemeine Druckverteilung Schönwetter für längere Zeit noch nicht erwarten. Aussichten für Sonntag: Morgens dunstig ober neblig, sonst zunächst vielfach heiter und ziemlich warm, später neue Witterungsverschlechte- rung, veränderliche Winde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. D. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Paris, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der ! „Matin"-Berichterstatter in Pau meldet, daß im Tal von Arossas an der französisch - spanischen 1 Grenze 72 neun- bis fünfzehnjährige • Pfadfinder von den Marxisten als (3 e i f e l n : se st gehalten würden. In der Nähe fänden । augenblicklich heftige Kämpfe statt. Die Pfad- । finbergruppe sei am 15. Juli von Saragossa kom- 1 menb im Tal von Arossas eingetroffen. 300 rote 1 Arbeiter, die in der Umgegend mit Straßenbau be- ) schäftigt gewesen seien, beherrschten das Tal, die Eltern der Kinder seien feit einem Monat ohne jegliche Nachrichten. Die Jungen hätten jedoch noch ausreichend Lebens- ' mittel. Don den Pfadfindergruppen in Pau und Tardes habe man zugunsten der Kinder eine Intervention versucht, aber jegliche Ausgänge des Tales von Arossas nach Frankreich feien vonden Roten gesperrt, man erkläre sogar, daß sie mit Spreng st off unterminiert seien. Sowjetgeneräle bei französischen Srenzmanövern. Paris, 21.Aug. (DNB.) Den Grenzmanövern im Festungsbezirk Montmödy lag die Annahme eines plötzlichen Angriffes zu Grunde. Die Verteidiger hatten in letzter Minute die Stellungen zu besetzen und sich gegen einen Angreifer zu wehren, der über die schnellsten und modernsten Angriffsmittel verfügte. 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Nach Beendigung der Hängepartien kam es zu folgenden Ergebnissen: Fünfte Runde: Holland — Dänemark 21/2:51/2, Frankreich — Litauen 2V2:5V2, Jugoslawien — Island Schweden gegen Lettland 3V»:4V-, Bulgarien — Deutschland 1:7, Norwegen — Polen 4Vr:3»/2, Estland gegen Schweiz 6:2, Brasilien — Tschechoslowakei 3:5, Finnland — Rumänien 4:4, Ungarn — Italien 5:3; Oesterreich spielfrei. — Sechste Runde: Rumänien — Ungarn 21/2:51/2, Tschechoslowakei gegen Finnland 6:2, Schweiz — Brasilien 4:4, Polen — Estland 41/2:31/2, Deutschland — Norwegen 6V2:1V2, Lettland — Bulgarien 6V2:V2 (1), Island — Schweden 2:6, Litauen — Jugoslawien 31/2:41/2, Dänemark — Frankreich 51/2:11/2 (1), Oesterreich — Holland 51/2:21/2; Italien spielfrei. — Siebente Runde: Frankreich — Oesterreich lV2:6*/2, Jugoslawien — Dänemark 51/2:21/2, Schweden — Litauen 4:4, Bulgarien — Island 3:5, Norwegen — Lettland 11/2:61/2, Estland gegen Deutschland 11/2:51/2 (1), Brasilien — Polen 11/2:61/2, Finnland — Schweiz 51/2:21/2, Ungarn — Tschechoslowakei 5V2:2'/2, Italien — Rumänien 4:4; Holland spielfrei. — Deutschland liegt punktgleich mit Polen an der Spitze. Der Spitzenstand am Freitagabend ist folgender: 1. Deutschland 40 Punkte (eine Hängepartie), 2. Polen 40, 3. Jugoslawien 37V2, 4. Tschechoslowakei 36, Laßt uns lachen bei Ludwig Manfred LOMIHEL im Caf6 Leib, 20.15 Uhr Kartenvorverkauf: Musikhaus Challier, Neuenweg 10, Telephon 2671, und an der Tageskasse ab 13 Uhr (Cal6 Leib) 5178D j Sanitäre Anlagen ^^Heizungen,Iieparaturen nur bei Withoif Seltersweg63 Telefon 2037 WIESECK Sonntag, den 23. August 1936 TANZ,, j: Gastwirt Wilhelm Dorfeld I 1 elS 6 1 nCR VJER I \ v** wird a Ringes ' \ ... «"• 3 Karten des L FÜ' uen Platin- a(te„des I 2 n6U " plattete"' - ^rton des V » « 1 4 neUu0en Piatzmretem - n des -R 9 1 6 neU6en Piatzmietem . - •' ^n des W 0 1 t° neU npiatzmietem-Ar ■ 20 neuen ,lcht es, da i dEDER_d.^ WA .mstadttneater 1 Th..»"-e —2 ihaUenseWvde fjanKlurt» eiotrttt"-r Bitte ausschneiden und aufheben! Kuul[iiriliu.Mälctiinenithreih8fl In 8 Tagen — und zwar am Montag, dem 31. 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August 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus der Provmzialhauptstadl. Erntezeit - Schicksalszeit. Erntezeit ist des Bauern Schicksalszeit. Hängt autf) das ganze Jahr hindurch das Gedeihen feiner Arbeit an der Gunst des Wetters, an Regen zur achten Zeit, an Sonnenschein zur rechten Zeit, mit» Zin viel unmitelbarer an Schicksals- und Himmelsmächten als irgendein anderer Beruf, so drängt sich doch in den kurzen Hochsommerwochen das Er- zebnis des ganzen Jahres zusammen: Bestätigung ober Enttäuschung aller Hoffnungen, mit denen er gwölf Monate hindurch tagaus, tagein gepflügt .unb gesät, gedüngt und geackert hat. Dieses Jahr üommt die Schicksalsabhängigkeit dem Landmann deutlicher zum Bewußtsein denn je. Eine reiche Zürnte stand weit und breit auf deutschen Feldern, jnb mit dankbarer, beschwingter Freude ging's ans Mähen und Binden. Dicht an dicht standen bald überall die goldenen Stiegen — standen und "onnten nicht eingebracht werden. Welcher Städter, Der über das Aprilwetter im August klagt, über Die plötzlichen Regenschauer, die den strahlend heitren Tag beenden und das am Morgen sorglos ungezogene Sommerkleid verderben, macht sich klar, -was diese täglichen Güsse für den Landmann bedeuten? Lange Regenzeiten, in denen es fast pau- enlos vom Himmel strömt, find noch leichter zu er- ragen, als gerade dieses launisch wechselnde Meter. Gewiß verdirbt das Korn bei anhaltendem Regen auch, aber die Gefahr des „Auswachsens" st größer, wenn auf die noch feuchten Garben immer wieder die Sonne scheint. Auch pflegen ausgesprochene Regenperioden immer nur beschränkte Zeit zu dauern, während der wechselnde Wettercharakter sich oft durch Wochen uno Monate Hinsehen kann. Und was bann? Dann ist die Arbeit Des ganzen Jahres vernichtet. In diesem Jahr sah es eine Zeit lang fast so nus, als sollten weite Strecken Deutschlands von itinem Erntewetter heimgesucht werden, das in feiner praktischen Auswirkung einem Mißwuchs pleichkäme, seelisch aber bei einer reichen Ernte vielleicht noch bitterer zu ertragen ist. Endlich än= verte sich das Wetter, alle Kräfte stürzten sich mit Doppeltem Schwung in die Arbeit, vielerorts wurde Arbeitsdienst und SA. eingesetzt, um dem Bauern :zu helfen und dem Volke das Brot zu sichern. Run st wohl überall der Roggen, unsere wichtigste Brot- "rucht, in den Scheunen geborgen, in manchen Gellenden sind auch die anderen Getreidesorten zum Teil schon eingefahren, die Hoffnung auf glückliche Beendigung der Ernte ist wieder lebendig^ Gewiß ist durch die Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft manche alte Poesie der Srnte unb bes Ackers verschwunden. Derschwun- Den ist vor allem schon lange das fromme Bild der Llehrenleserin; die Schleppharke macht hier gründ- iche Arbeit. Verschwunden ist zumal in den größeren Betrieben die lange Reihe der Mäher, sie st — soweit das Korn nicht zu sehr „lagert" — weitgehend durch Maschinen ersetzt. Verschwunden |ft sogar beinah der vertraute und von dem Begriff „Ernte" eigentlich unzertrennliche Anblick des Stoppelfeldes. Dem Acker wird heute so wenig Rast gegönnt, wie dem modernen Menschen. Kaum yat er "feine Frucht hergegeben, so reißt der ^chälpflug ihn schon wieder um, ihn für das Werk »es nächsten Jahres zuzubereiten. Es wäre törichte Sentimentalität, solcher scheinbaren Gemütslosigkeit nachzutrauern. Die Rot zwingt uns, das „Volk ohne Raum", unseren Lebensraum nach innen zu erweitern, d. h. aber nichts anderes als jede Ackerkrume und jede Stunde Zeit mit allen verfügbaren Mitteln zu nutzen und ihren Ertrag zu steigern. Unb es ist unnötig, sich etwa um eine innere ÜBeröbung der Landarbeit Sorge zu machen. Der Bauer auf der Mähmaschine ist ebenso wie sein Machbar mit der Sense in der Hand ein Sohn der Sröe, der es täglich wieder erfährt, daß bei allem notwendigen Fleiß nicht seine Mühe allein es ist, Oie den Segen auf sein Feld herabzwingen kann. Immer von neuem wird der Bauer an seine Abhängigkeit von einer höheren Macht gemahnt, und mancher alte, durch die Jahrhunderte unverändert ckewahrte Brauch kündet, wie sehr er sich dieser Abhängigkeit bewußt ist. Immer noch wird der Schnitter ober die Binderin während der Ernte Orei Achren am Hut oder am Gürtel tragen, wie es auch der Vater und der Großvater schon so hielten. Immer noch wird er die letzte Garbe oder das letzte Fuder mit den alten ehrwürdigen Bräuchen umgeben. Wird auch der eigentliche Erntedank und das Erntefest bis nach dem zweiten Wiesenschnitt aufgespaart, so krönt doch in vielen Gegenden eine kleine Vorfeier den Abschluß der Roggenernte. Entweder die letzten Halme bleiben auf dem Felde stehen und werden zu einem Busch zusammengedreht, der „Dergodendeel" (Anteil des Gode- Wodan), wozu mancherorts wohl auch noch der alte Vers gesprochen wird: „Wode, Wode, hal binem Roße nur Fobe, Du Distel un Dorn, tom anbren Jahr beter Korn!" Ober die letzte Garbe wird über ein paar Stäbe zur Strohfigur gebunden, mit Hose, Weste, Hut und Rock bekleidet und so der „Alte", der „Ole", der „Ollermann", je nachdem wie er in den verschiedenen Gegenden heißt, in feierlichem Zuge dem Dorfschulzen, dem Bauern ober der Gutsherrschaft gebracht, die sich dafür mit einer Spende auslösen müssen. In Pommern heißt es dazu: auf der Bühne die Harmonie-Sänaer, — Cafe Leib, 20.15 Uhr, Runxendorf mit Ludwig Manfred Lommel. Die Wespenplage. Im Hochsommer und im Herbst bildet die Wes- penplage in Haus und Garten oft eine schwere Belästigung; denn wenn wir uns bei den Mahlzeiten nur irgendwo mit süßen Gelees oder Obst im (Barten ober in Räumen bei offenem Fenster aufhalten, gleich sinb die lästigen Brummer da und umfum- men uns und unsere Teller, was bei ängstlichen Gemütern immer eine starke Beunruhigung auslöst. Wir kennen drei heimische Wespenarten: Die deutsche Wespe, die gemeine Wespe und die mittlere Wespe, ihre Lebensweise ist ungefähr gleich Als Rester schaffen sie sich kunstvolle, trau- benjörmige Gebilde, in denen die ganze Wespenkolonie wohnt. Die Anlage der Rester ist verschieden, an Schuppen und Boden in Haus und Garten, an geschützten Stellen, an Bäumen; überall können wir diese Rester finden. Untertags schwärmt die Wespengelellschaft auf der Suche nach „Süßem" in der Umgebung ihres Restes umher, abends deren Seite müssen wir besonders darauf acht haben, daß sich nicht an einem Stückchen Kuchen, auf einem Brot mit Marmelade usw. eine Wespe eben in dem Augenblick niederläßt, in dem wir uns anschicken, davon zu essen. Gefährliche Folgen kann so ein Wespenstich in die Mundhöhle mit sich bringen! Arbeitsdienstpflicht für Mädchen. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgeteilt: Um für die diesjährige Ernte die erforderliche Hilfe zu beschaffen, haben sich der Reichsminister des Innern und der Reichsarbeitsführer damit einverstanden erklärt, daß diejenigen Mädchen über 17 Jahre nicht mehr zur Ableistung der künftigen Ar- beitsdienstpslicht herangezogen werden, die nach- weislich vor dem 1. Oktober 1937 freiwillig wenig- stens neun Monate Landarbeit geleistet haben. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Arbeit a) in freiem landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis, b) in der Landhilfe, c) in einem BDM.-Umschulungslager verrichtet worden ist. Als Nachweis gilt außer dem Landhelferbrief eine Bescheinigung des für die land- wirtschaftliche Arbeitsstelle zuständigen Gemeinde- Vorstehers. Nähere Auskunft erteilt das Arbeitsamt Gießen. Artilleriffenfahrt nach Köln. Im Anzeigenteil unseres heuttgen Blattes gibt der Artillerie-Verein Gießen bekannt, daß die Fahrt eines Sonderzuges von Gießen nach Köln zur Weihe des Reichsehrenmals der deutschen Feldartillerie am nächsten Samstag, 29. August, stattfindet. Der Zug wird voraussichtlich zwischen 13 und 14 Uhr in Gießen abfahren und in der Nacht vom Sonntag zum Montag hierher zurückkehren. Der Fahrpreis für die Benutzung dieses Sonderzuges ist erheblich ermäßigt, er ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Die Anmeldungen von Kameraden aus Stadt und Land zu diesem Sonderzug müssen um- gehend, am besten noch am heutigen Samstag, erfolgen. Näheres in der Anzeige. Neue Kurse in Kurzschrift und Maschinenschreiben der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Slenografenschaft. Don der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- grafenschaft wird uns geschrieben: Aus der Erkenntnis heraus, daß Kurzschrift und Maschinenschreiben zwei engverwandte und untrennbare Gebiete sind, und daß nur d e r junae Kaufmann in der Praxis genügen kann, der diese beiden handwerklichen Voraussetzungen des kaufmännischen Berufes beherrscht, wurde der Deutschen Stenografenschaft von dem zuständigen Minister neben der seitherigen Aufgabe, Pflege der deutschen Kurzschrift, eine zweite gestellt: Pflege und Weiterbildung des Maschinenschreibens und Erziehung eines den Anforderungen der Praxis genügenden Nachwuchses. Es gibt wohl heute kaum einen Betrieb in Wirtschaft und Verwaltung, der sich bei seiner Arbeit nicht der Hilfe der Schreibmaschine bedient. Um so mehr muß es in Erstaunen setzen, wie wenig Maschinenschreiber wirklich Maschine „schreiben" können. Immer noch wird nicht geschrieben, sondern „getippt". Der Grund ist sehr einfach. Tippen kann jeder, auch der blutigste Anfänger, und mit Ucbung wird er auch eine gewisse Fertigkeit auf der Maschine erreichen; er wird sogar anfänglich dem, der Maschine „schreiben" lernt, überlegen sein, wird schnellere Fortschritte machen als jener. Aber bald ändert sich das Bild. Der Tipper erreicht eine Höchstgrenze, über die hinaus sich seine Leistung nicht mehr steigern läßt. Für den 10-Finger-Blindschrei- ber fängt bei dieser Tipper-Höchstgrenze erst das eigentliche Schreiben an. Seine Leistung steigert sich von Uebung zu Hebung, und Zahlen von 400 bis 500 Anschlägen in der Minute werden nur mit der 10-Finger-Blindschreib-Methode erzielt, dem Tipper bleiben sie unvorstellbare Geschwindigkeiten. Die Deutsche Stenografenschaft hat ihrem Auftrage gemäß in diesem Jahre der Erlernung des richtigen Maschinenschreibens ihre besondere Auf- Aufruf! An die Bevölkerung der Siadi Gießen. Am kommenden Sonntag, 23. August, um 15 Uhr, findet auf dem Universitätssportplah der diesjährige Gporttag des BOM- undFM-Llniergau^S Gießen statt. Wie im Vorjahr wollen die 2Nädel, die aus dem ganzen Untergau zusammen- kommen, beweisen, daß die körperliche Ertüchtigung weder Selbstzweck noch Spielerei, sondern ein wichtiger Teil der Gemeinschaftserziehung der Wädelgeneration ist. Die Obergauführerin Else R i e s e hat ihr Erscheinen zugesagt. Bei Regenwetter wird der Sporttag anstatt aus dem Universitätssportplah in der Volkshalle stattfinden. Es spielt die SA.-Standartenkapelle. Parteigenossen, Volksgenossen der Stadt Gieheu, bekennt euch zur Jugend des Führers und kommt; . heil Hitler! Ruth Fabian Käthe p f e s f e r Iungmädeluntergausührerin. Rlädeluntergausührerin. „Ich bringe Ihnen den lieben Alten, Er will sich nicht länger im Felde aufhalten, Auf allen Vieren will er erfrieren. So hab ich mich denn kurz bedacht Und hab ihn der Herrschaft mitgebracht." Der „Alte" wird dann übers Scheunentor genagelt, wo er bis zur nächsten Ernte bleiben muß. Doch wird er in manchen Gegenden auch aus- gedrofchen und daraus ein Brot gebacken, dem esondere Heilkraft zugeschrieben wird. Wo man diese Sitte nicht kennt, wird wenigstens das letzte Fuder mit Blumen geschmückt und besonders feiernd) in Anwesenheit aller Hofbewohner, auch der ältesten und jüngsten, abgeladen. Zuweilen wird auch ein hölzerner Hahn, der „Erntehahn", an das letzte Fuder gebunden und über das Scheunentor genagelt. A. v. .P Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Waldwinter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Sonnenschein"; auf der Bühne die Harmonie-Sänger. — Turnverein von 1846, Gießen: 20 Uhr Sommerfest auf der Pulvermühle. Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Waldwinter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Sonnenschein"; versammeln sich alle Tiere in ihrer Behausung. Diesen Moment müssen wir dann ausnützen, wenn wir uns der Wespenplage erwehren wollen. Wir umhüllen dann das Nest vorsichtig mit einem Beutel aus starkem Papier, schneiden das Nest mit aller Vorsicht ab und verbrennen es. Häufig wird empfohlen, ohne vorherige Abnahme die Nester abzubrennen. In Häusern ist schon allein wegen der im Sommer und besonders nach längerer Trockenheit immer großen Brandgefahr von dieser Methode dringend abzuraten, um so mehr, als immer die Gefahr besteht, daß die Wespen durch irgend eine Unvorsichtigkeit aus ihrer nächtlichen Ruhe aufgeschreckt werden und sich dann mit ihrer ganzen Wut auf den menschlichen Unruhestifter stürzen. Haben sich im Garten Wespen angesiedelt, die in Erdnestern hausen, so muß man auch gegen diese vorgehen. Am besten geschieht das auch am späten Abend und zwar durch vorsichtiges Eingießen von Tetrachlorkohlenstoff in die Nester. Dabei ist es freilich für jeden Fall besser, wenn wir unseren Kopf und unsere Hände schützen; denn hier ist die Gefahr noch großer, daß die eine oder andere Wespe aus dem Nest noch entkommen kann und den Menschen anfällt. Eines müssen wir uns vor allem noch zur Pflicht machen, wenn sich in diesen Wochen Wespen an unseren Tischen einfinden: Man schlage nie gegen eine Wespe! Denn erst dadurch werden die Tiere gereizt und greifen uns an. Auf der an» Nachdruck verboten! 21. Fortsetzung. eogsmahlzeit geben. Sie näherten sich der Küste. Ein Dampfer, der die i'ielgestreifte chinesische Flagge zeigte, _ tauchte steuerbord auf. Hatte das Ablenkungsmanöver der iLucille" doch nicht restlos genügt? Mr. Che Wong '.lüfterte geängstigt mit dem Kapitän. Durham jucfte die Achseln. Die „Mary D." nahm scharf nördlichen Kurs. Sie steuerte Hongkong oder Ma- oaa, jedenfalls die Mündung des .Perlflusses an., Unbekannte Fracht Roman von Frank F.Vraun. Das chinesische Fahrzeua kam nicht näher. Wahrscheinlich genügte den Leuten an Bord, wenn es überhaupt ein Regierungsdampfer war, die Feststellung, daß dieses britische Schiff ordnungsgemäß einen Hafen anlaufen wollte. Als der Chinese außer Sicht war, ließ Che Wong wieder beidrehen. Die „Mary D." manövrierte, als fei der Steuermann betrunken. Aber Che Wong wußte sehr gut, wohin er wollte. Er kreuzte auf der Karte Durham noch einmal die Stelle an. Zwischen der kleinen Kegelinsel und dem lagunenartigen Uferland, diesem Gewirr von Land und Wasftzr, Mündungen des Kantonflusses, wollten sie warten. Die Nacht war ruhig. Man konnte annehmen, auf einem Binnensee zu liegen. Das Meer war schwarz. Der Himmel schien tief zu hängen und wies kleine Risse auf, durch die Licht schimmerte. „Das Kreuz des Südens?" erkundigte sich Rudolf ierbrügge. John Schnakenbeck zuckte ohne Anteilnahme die Achseln. Sie standen alle an der Reling und horchten zum Land hinüber. Auf der Kommandobrücke war Kapitän Durham mit Che Wong beschäftigt. „Dies Zeichen für Ihre Freunde auf dem Lande kann ebensogut ein Schiff der Regierung heranlocken. Ich würde an Ihrer Stelle keine Leuchtkugel in die Luft jagen, Mr. Che Wong." Er hielt den Chinesen noch einmal zurück. Aber Che Wong lächelte listig. „Ich schieße nicht steil hoch. Ich schieße ganz flach. Die am Ufer werden es trotzdem sehen und verstehen. Sie warten ja in dieser Nacht auf uns." Durham trat zurück. Che Wong hob die Pistole mit der Leuchtrakete. Er drückte ab. In spitzem Winkel ging die Rakete hoch, beschrieb einen Bogen in zehn bis zwanzig Meter Hohe und sank rasch wieder ab. Man meinte förmlich zu hören, wie sie im flacheren Wasser verzischte. „Das Geld bekomme ich von Ihnen, Mr. Che Wona?" „Sie bekommen oon mir einen Scheck, ich bleibe iöei Ihnen an Bord, bis das Papier Ihnen von der Hongkong-Bank bestätigt ist. Es ist lediglich notwendig, daß auch ich oon den Leuten, die die La- Vung übernehmen, eine Empfangsbescheinigung erhalte." . , , _, . „Wie machen wir das?" Durham kratzte sich ln Illen Haaren. Che Wong legte den Kopf schief. .Ganz einfach", sagte er, „Sie senden mit jedem Doot, das an Land geht, einen Weißen Ihrer Bejahung mit, der sich die Ablieferung bestätigen Läßt." c Die „Lucille" setzte unerwartet Dampf auf. Sie :tfab kein Zeichen. Lautlos setzte sich der schwarze Dampfer in Bewegung; ein weißer, schaumender streifen Kielwasser verriet, daß er volle Fahrt machte, um von der „Mary D." wegzukommen. Es schien alles wirklich haargenau verabredet morgen zu fein. Nach einigen Stunden waren ihre Lichter gänzlich untergetaucht. Die „Mary D." fuhr langsam mit nördlichem Kurs. Gegen Morgen tauchten einige Male Rauchfahnen am Horizont auf; aber sie kamen nie naher, oonbern verschwanden wieder. Das Meer lag ruhig. $s war eine Lust, in diesem Gewässer zu fahren. Rudolf Ierbrügge saß am Heck und hatte die Angelleine ausgeworfen. Haifische umschwärmten den Koder; aber sie waren längst gewitzigt worden; Die grauen Räuber bemerkten die Leine ober den nafen und bissen nicht an. Immerhin fing fid) am $nbe doch ein junger, meterlanaer Bur 1 che. Es bonnte also ein frischgebratenes Fischfilet zur Mit- Sie starrten zum Land hinüber. Hans Lorenzen stand auf der Treppe zum Oberdeck. Er bemerkte als erster die leuchtende Antwort. „Dort, halbrechts!" rief er und wies allen die Richtung. Che Wong lächelte stärker. Auf dem Lande flammte ein grünes Signal auf, verlosch wieder. „Sie kommen", sagte lispelnd der Chinese. Lange, flache Boote näherten sich im stillen Wasser dem Dampfer. Sie führten kein Licht mit, fanden sich aber mühelos zurecht. Als sie längs- .. seit lagen, warf die „Mary D." Strickleitern hin- f I unter, gleichzeitig öffneten sich die Ladeluken. Sau- := bere, gutgezimmerte Kisten tarnen aus dem Leib uibes Dampfers zum Vorschein, Sie rvaxen mäßig hundert Meter standen sie osr M SchWM« M stch WUjäm* ,. Willen sein würden. Das kleine Boot der „Mary D." wurde hinuntergelassen. Die drei stiegen ein. Hans Lorenzen setzte sich an das Steuer. Rudolf Ierbrügge und John Schnakenbeck ruderten. Das Fahrzeua war für drei Menschen noch viel zu groß, aber sie brachten es vorwärts. Lorenzen erkannte bald die Stelle, wo die Chinesenboote anlegten. Als sie an Land fliegen, kam auch gerade der Führer der Chine,en von Bord. Er schritt ihnen voran. Nach einigen den niemand vorher hätte entdecken können. Er lag vom Felshang gedeckt in einer lalmulbe. Die Chinesen schleppten ununterbrochen bie Kisten heran unb türmten sie auf. Einer, roieber in Uniform, stand dabei und zählte. „Iwentyseven", sagte er zu dem herankommenden Chinesen. Vermutlich stammten sie aus sehr entfernten Gegenden des Riesenreichs unb verstauben ihre Jbiome nicht. Der Chinese nickte bebächtig. Er winkte ein paar Leute heran unb befahl etwas, bas die drei Deutschen nicht verstanden, aber sie leicht errieten. Die Chinesenarbeiter begannen die oberen der aufgestapelten Kisten aufzubrechen. Sie durchschnitten bie Zinkbleche. Sauber gereiht, blank, gefettet lagen bie Gewehre nebeneinanber. Die Chinesen stießen leise schnalzende, zufriebene Rufe aus. „Wieviel wollen Sie offen lassen?" fragte Hans Lorenzen. Er sprach ben Befehlshaber englisch an. Der Chinese machte eine unbestimmte (Bebärbe. „Einige", sagte er. „Sie können gleich zurück. Es ist eine Formsache. Die Englänber betrügen nie." Er hielt bie brei für Briten. „Wir haben es nicht eilig", gab Hans Lorenzen zurück. „Der Dampfer wartet auf uns." Es war, als habe er ein Stichwort gebracht. Genau in biefem Augenblick fiel ein Kanonenschuß. Sie konnten nicht feststellen, wer gefeuert hatte, ob es sich vielleicht um eine ganz anbere Detonation gehanbelt hatte. Möglicherweise war eine Kiste Munition in bie Luft geflogen? Hastig liefen sie ins Freie. Draußen war Bewegung in bie chinesischen Lastenträger gekommen. Sie schwirrten durcheinanber, hatten bie Kisten abgesetzt unb kümmerten sich um nichts mehr. In Eile suchten sie von der Küste weg ins Innere zu entkommen. Hans Lorenzen unb bie beiben Deutschen erkannten sofort, was geschehen war. Draußen auf See lagen zwei Schiffe, ein großes, frembes Fahrzeug, bas sie nicht kannten. Weiter süblich, scheinbar auf ber Flucht schon, qualmte bie „Mary D.". Das frembe, bunfle Fahrzeug feuerte. (Berabe blitzte roieber ein Schuß auf — bie Küste gab ein langrollendes Echo —, er schickte dem britischen Dampfer ein paar Granaten nach, die aber nicht trafen. Die „Mary D." stoppte nicht, sie wurde kleiner. Vielleicht wollten die Chinesen auch gar nicht treffen, nur den Engländer verjagen. Plötzlich drehte ber Dampfer bei; feine Breitseite kehrte sich bem Laube zu. Man erkannte im ungewissen Licht bie Geschützluken, die Rohre, SMeÄMg folgt. schwer. Zwei, drei Chinesen konnten sie handhaben. Eine nach der andern wurde auf den langen Booten untergebracht. Die Chinesen arbeiteten schnell. Man sah wenig von ihnen; gelbe, magere Gestalten, breite, mongolische Gesichter, die viel eher aus dem Norden zu stammen schienen als aus der Kantongegend. Einer ihrer Anführer trug Uniform. Sie war mit derjenigen eines Offiziers der britischen Kolonialtruppe entfernt zu vergleichen. Er führte mit Durham und Che Wong eine Unterhaltung; sie verschwanden in die Kapitänskajüte. Scheinbar bekam Che Wong schon hier an Bord seine Unterschrift. Durham kam wieder heraus. Er sah sich suchend um. Sein Blick fiel auf Hans Lorenzen, der mit den beiden Deutschen an de Reling stand und dem Abladen zuschaute. „Endlich kann man einmal zusehen, wie andere arbeiten", spöttelte John Schnakenbeck trocken, „das habe ich mir schon immer gewünscht." Rudolf Ierbrügge lachte. Da stand Durham vor ihnen. „Mr. Lorenzen", sagte er förmlich, „der Chinesengeneral, der die Kisten hier abnimmt, ist mißtrauisch, ob die Kisten wirklich das enthalten, was er bekommen soll. Wahrschenlich hat er in diesem Sinne schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Er stellt uns die Bedingung, daß an Land ein paar Kisten geöffnet werden. Nicht alle natürlich, nur einige Stichproben. Wollen Sie bitte mit hinüberfahren unb zugegen fein, wenn man bic Kisten öffnet." Hans Lorenzen nickte. „Gewiß", sagte er, „wenn Sie es anordnen." Durham sah ihn an, dann die beiden Deutschen. „Es wäre vielleicht gut, wenn Sie drei fahren würden. Sie sind Deutsche, Sie mustern bei der Heimkehr ab ..." Alle brei verstauben sie bes Briten Scheu, ßanbsleute als zu genaue Mitwisser zu haben. „Die beiben fahren mit mir hinüber", sagte Hans Lorenzen knapp; er verfügte über seine Freunde und war sicher, daß sie ihm gerne zu merksamkeit zugewandt. In den Anfängerkursen wird systematisch, Schritt für Schritt, die Methode des Blindschreibens bis zur völligen Beherrschung erlernt, ein Fortaeschrittenen-Kurs dient der Festigung der Sicherheit, beginnt mit der Steigerung der Geschwindigkeit und macht den Schreiber mit der formgerechten Anordnung des modernen kaufmännischen Briefes vertraut. Der Praktiker-Kurs fördert khn so, daß er allen Anforderungen in Kurzschrift und Maschinenschreiben genügt und führt ihn darüber hinaus in die Klasse der Meisterschreiber. Die Kurse der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft beginnen, wie aus der heutigen Anzeige zu ersehen ist, in Kurzschrift am Montag, 31. August, in der Alten Pestalozzischule, Werner- wall 18, und im Maschinenschreiben am Dienstag, 1. September, in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen. Die Kriegsopfer der Ortsgruppe Gießen der NSKOV. fahren am Sonntag, 23. August, an den schönen Rhein. Abfahrt ab Gießen 7.58 Uhr bis Niederlahnstein. Don da ab Dampferfahrt mit Musik unter Besichtigung der Burgen Stolzenfels, Marksburg usw. bis Braubach und weiter. Ankunft in Koblenz gegen 13 Uhr^ daselbst ge- weinschaftliches Mittagessen, anschließend Besichtigung unter Führung von Kameraden, und zwar Festung Ehrenbreitstein, Besichtigung der Anlagen in Arenberg, oder Fahrt nach dem Rittersturz, oder Besichtigung des Weindorfs, oder Rundgang durch die Stadt je nach Wahl. Abfahrt von Koblenz 20.43 Uhr, Ankunft in Gießen 22.24 Uhr. Sammelplatz zur Abfahrt in Gießen vor dem Bahnhof 7.30 Uhr. Sammelplatz zur Rückfahrt ab Koblenz vor dem Bahnhof 20.15 Uhr. Standquartier in Koblenz Leseverein in Koblenz, Firmungstraße 28. Soweit wie möglich Dienstanzug der NSKOV. Fahrkarten können die Stützpunkte ab Freitag mittag gegen Bezahlung auf der Geschäftsstelle in Empfang nehmen. Bis 17 Uhr müssen sämtliche Karten abgerechnet sein. Die Stützpunktobmänner erhalten die Fahrkarten mit dem Vermerk, in welches Abteil (numeriert) einzusteigen ist. Die Nummern sind leserlich an den Abteilen angebracht. Es wird dringend gebeten, genau darauf zu achten, damit es beim Ein- und Aussteigen keine Verzögerung gibt. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 22. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C UM, ungezeichnete 10, ausländische 12, Wirsing, M kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 20, gelb 10 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, M kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 4,20 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, M kg 10 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Birnen 15 bis 25, Pfirsiche 60 bis 65, Pflaumen 18 bis 20, Zwetschen 18 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, Himbeeren 35, Brombeeren 30 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ** Ein Siebzigjähriger. Am heutigen Samstag, 22. August, wird der Rentner Johannes G r ü n, Kaiserallee 8 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische 70 Jahre alt. ** Verdingung von S t r a ß e n b a u arbeiten. Das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen veröffentlicht in unserer heutigen Ausgabe eine Bekanntmachung über die Verdingung von Erd- und Straßenbauarbeiten auf der Landstraße Münster—Bodenrod. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Von einem Wachmann erwischt. Wie die Rheinische Wachgesellschaft uns mitteilt, entdeckte einer ihrer Wachmänner in der letzten Nacht in der Waschküche eines Hotels einen Mann, der durch das Fenster eingestiegen war. Der Wachmann verständigte einen Polizeibeamten, so daß der Eindringling dingfest gemacht und zur Vernehmung auf die Polizeiwache gebracht werden konnte. Dort wurde der polizeibekannte Inhaftierte, da eine Diebstahlsabsicht nicht in Betracht kam, nach Feststellung des Sachverhaltes wieder entlassen. — Ein anderer Wachmann der Wachgesellschaft entdeckte in einer der letzten Nächte auf seinem Rundgang einen Brand von Briketts, die in einem Betrieb um einen Kessel herum aufgeschichtet waren. Durch tatkräftiges Eingreifen konnte der Wachmann den bis dahin noch kleinen Brand alsbald löschen. ** Heraus mit den leeren Weinflaschen! Im Hinblick auf das „Fest der deutschen Traube und des Weines" vom 19. bis 27. September t)at sich ergeben — wie auch im vergangenen Jahre bei der Patenwein-Aktion —, daß der Einzelhandel und der Weinhandel nur schwer in der Lage sind, den Wein sofort abzufüllen, weil die leeren Flaschen fehlen. Dagegen stehen unzählige Weinflaschen ungenutzt und vergessen in irgendeiner Ecke der Haushaltungen. Es ergeht aus diesem Grunde an alle Hausfrauen die Bitte, leere Weinflaschen ihrem Einzelhändler gegen das ortsübliche Flaschenpfand zur Verfügung zu stellen. Amtsgericht Gießen. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde der 41jährige A. B., der bereits vorbestraft ist, wegen Unterschlagung und Betrugs in eine G e ■ fängnisstrafe von zwei Monaten genommen. B. hatte sich eine Wohnung gemietet und dabei angegeben, er sei Polizeibeamter a. D., obwohl er erwerbslos war. Er verschwand eines Tages mit einer beträchtlichen Mietschuld. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. Da er auf die Aussichtslosigkeit der Rechtsoerfolgung im Termin hingewiesen wurde, nahm er seinen Einspruch zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte bezüglich der Beschuldigung der Unterschlagung die öffentliche Klage fallen gelassen. Die weiteren Kosten des Verfahrens wurden dem Angeklagten auferlegt. Das Gtadttheater ist -ein Theater. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen wirbt in diesen Tagen und Wochen für seine künstlerische Arbeit und damit vor allem um Unterstützung durch zahlreichen Besuch eines festen Besucherstammes. Aber das Theater ist in den Möglichkeiten einer großzügigen Werbung sehr begrenzt. Großstädtische Propaganda verlangt nicht unerhebliche Mittel finanzieller Art. Unser bestes Werbekapital ist unser künstlerisches Wollen und Können, und das muß weithin sichtbar herausgestellt werden. Der Erfolg der Werbung wird dadurch entschieden, daß der künstlerische Ruf des Stadttheaters möglichst viele Ohren erreicht. Es gilt Ungläubige zu überzeugen, Wankelmütige und Unentschlossene mit Begeisterung zu erfüllen. Stärkste Werbe-Wirkung hat die Werbung von Mund zu Mund: Das Stadtthealer ist dein Theater! Zu dieser Werbung muß sich jeder verpflichtet fühlen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung der kommenden Spielzeit find in vollem Gange. Viele Theaterfreunde haben den Ruf unserer Werbung vernommen und sind bereitwilligst gefolgt. Aber es sind auch noch viele, denen zum Entschluß der letzte Anstoß fehlt. Es ist unser aller Aufgabe, auch derjenigen, die nicht berufsmäßig mit dem Theater zu tun haben, dafür Sorge zu tragen, daß ein festlich erwartungsvolles und überfülltes Haus an allen Spielabenden bei uns sich wohlfühlt. Denn Theater ist aufbauende Kultur — und wir wollen auf niemand verzichten! Um der Werbung den persönlichen Reiz zu geben, hat die Intendanz in diesem Jahre erstmalig den Werbepreis eingeführt. Jeder Theaterfreund, der neue Platzmieter im 1., 2. oder 3. Ring wirbt, erhält einen Werbepreis in Form von Gutscheinen für eine beliebige Vorstellung bzw. sogar eine Freiplahmiele. Der Werbepreis wird jedoch nur für die Gewinnung von solchen Platzmietern gewährt, die in der letzten Spielzeit keine Platzmiete hatten. Es ist somit jedem Theaterfreund die Möglichkeit geboten, unabhängig davon, ob er selbst Platzmieter ist oder nicht, für das Theater zu werben und selbst in den Genuß des Theaterbesuchs zu gelangen. Es ergeht an alle Theaterfreunde und darüber hinaus an jeden die dringende Bitte, die kommenden Tage zur letzen Werbung zu nützen. Sagt es allen Freunden und Bekannten immer wie- der und wieder: das Stadttheater ist dein Theater! KyWuser-WelWeßen im Kreisverband Gießen Eine starke Entwicklung des Kleinkaliberschießens im Deutschen Reichskriegerbund (DRKB.) ist überall festzustellen. Die Mitglieder im DRKB. sind als alte Soldaten in Disziplin gewöhnt und befolgen die vielseitigen Anweisungen, die von der oberen Bundesleitung und dem Bundesführer, SS.-Ober- führer und Oberst a. D. Reinhardt an die Landesführer (für Hessen ist es Generalleutnant a. D. Fett, früher Oberst in Gießen) gegeben werden. Den Landesführern unterstehen die Kreisverbände, die in Gemeinschaft mit den Kriegerkameradschaften die sog. Kleinarbeit voranzubringen haben. SS.-Oberführer Oberst Reinhardt hat zur Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes und besonders feiner alten gedienten Soldaten dem Schießsport innerhalb des DRKB. besonderen Wert zugesprochen. Seine an die Bundeskameradschaften gerichtete Ermahnung: „Diejenige Kameradschaft, die nicht schießt, taugt nichts!" hat im Kreisverband Gießen erhöhte aufmerksame Beachtung gefunden, seitdem Kreisschießwart Albin Klein nicht allein für die Spitzenleistungen, sondern auch für die Massenbeteiligung Auszeichnungen gibt. Da manche dem DRKB. (Kyfshäuserbund) fernstehende Volksgenossen der stillen Arbeit der Kyffhauser-Männer für die Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes noch nicht das richtige Verständnis entgegenbringen bzw. diese noch nicht kennen, seien die Ergebnisse des 1935er- und des 1936er- Kyffhäufer-Wetlschießens innerhalb des Kreis- verbandes Gießen nachstehend veröffentlicht. Es haben geschossen in: 1935 1936 Schützen Ringe Schützen Ringe Albach 8 538 8 711 Allendorf (Lahn) 4 108 8 500 Allendorf (Lumda) — — 4 280 Allertshausen 4 268 20 1454 Alten-Buseck 8 794 4 341 Annerod 24 2236 24 2839 Bellersheim 8 674 12 814 Beltershain — — 15 1709 Bersrod 8 611 20 1750 Bettenhausen — — 11 1080 Beuern 16 1368 20 1607 Birklar 4 221 16 1137 Burkhardsfelden 12 879 16 1707 Daubringen 20 1975 8 825 Dorf-Gill 56 3996 56 4430 Eberstadt 12 1094 12 1317 Ettingshausen 16 1410 32 2572 Garbenteich — — 8 636 Geilshausen 41 3143 48 4229 Gießen: Kr.-Kam. 1874 134 7945 36 4066 Gießen: Ehem. 115er — — 6 404 Gießen: Ehem. Leibdrag. 12 456 8 577 Göbelnrod 8 599 16 1263 Großen-Buseck 4 395 12 895 Großen-Linden 4 316 12 661 Grünberg 16 841 20 2016 ©rüningen 8 674 12 1082 Hattenrod 4 279 4 404 Harbach — — .— — Hausen 8 766 12 1112 Heuchelheim — — 12 953 Holzheim 8 749 20 1887 Hungen 20 1323 12 963 Inheiden 36 1957 12 920 Kesselbach 28 1771 20 1712 Klein-Linden 4 285 8 702 Langd 16 977 12 901 Lang-Göns 4 350 16 1173 Lauter 8 751 8 789 Leihgestern 28 2628 40 3792 Lich 8 779 7 679 Lollar 8 763 12 1207 Londorf 4 265 12 1078 Lumda 12 1013 32 2456 Mainzlar 24 1894 12 1181 Münster 4 403 4 465 Muschenheim 16 1371 7 714 Nieder-Bessingen 4 196 4 304 Nonnenroth 12 694 37 2651 Obbornhofen 12 897 12 1047 Ober-Bessingen 8 622 8 652 Ober-Hörgern 4 377 4 470 Odenhausen 4 442 8 717 Oppenrod 4 429 4 297 Queckborn 4 256 9 974 Rabertshausen — — 4 258 Reinhardshain 12 713 8 511 Reiskirchen 20 2141 20 2435 Rodheim (Horloff) —— — 4 308 Röthges 4 379 12 974 Rüddingshausen 12 1174 24 2665 Ruttershausen 12 975 8 825 Saasen — •----- 4 371 Stangenrod 4 362 4 450 Staufenberg 12 1194 30 2788 Steinbach 48 3211 40 3871 Steinheim — — — —— Stockhausen 8 897 18 1702 Trais-Horloff — —— — — Treis (Lumda) 12 1044 28 1988 Utphe 12 1166 20 1740 1935 1936 Schützen Ringe Schützen Ringe Villingen 16 1290 16 1253 Watzenborn-Steinberg 4 303 12 757 Weickartshain — — 4 335 Weitershain 12 1282 16 1526 Wieseck 48 2805 40 3352 Zusammen 955 71664 1144 99211 Die 20 besten Mannschaften (je 4 Mann) erzielten folgende Gesamtringzahlen: Annerod (1. Mannschaft 595 Ringe Reiskirchen (4. ff 585 ff Grünberg (1. ee 547 re Gießen (2. ee 545 ff Ruttershausen (1. 516 ee Rüddingshausen (6. ff 514 et Gießen (4. 506 et Reiskirchen (?. ■» 499 ee Annerod (4. ee 492 ff Beltershain (3. 491 M Gießen (3. ff 491 ff Dorf-Gill (4. ff 487 ff Beltershain (1. ee 486 ff Annerod (6. 479 ff Gießen (5. 479 ff Annerod (3. Jf 474 ff Göbelnrod (1. ff 474 Steinbach liee 474 ff Haufen tt. ff 472 ee Ober-Hörgern (1. 470 ff Geschossen wurde freihändig auf 50 Meter Entfernung auf die normale Zwölfer-Ringscheibe. Jeder Schutze hatte je fünf Schuß liegend, stehend und kniend, also 15 Schuß abzufeuern. Insgesamt waren in diesem Zähre 1144 Kameraden angelreten. den der Schütze Philipp Damm XL, Reiskirchen, hat den Titel „Meisterschütze" 1936 des Kreisverbandes Gießen des DRKB." für feine 158 Ringe sich erschossen. 158 Ringe 155 „ 154 „ 153 „ 150 „ 150 „ 150 „ 149 „ 149 „ 146 „ 144 „ 144 „ 143 „ 142 „ 142 „ 142 „ 141 „ 140 „ 140 „ 140 „ 140 „ 139 „ 139 „ 139 „ 139 „ 138 „ Wilhelm Schomber II., Geilshausen Die 1. Mannschaft von Annerod hat mit erreichten 595 Ringen die „Kreismeisterschaft 1936 des Kreisverbandes Gießen im DRKB." errungen; davon sind bei diesem Wettschiehen die 26 besten Einzelschüßen: Philipp Damm XL, Reiskirchen Philipp Glaub, Reiskirchen Wilhelm Schwarz, Annerod Heinrich Wendel, Reiskirchen Karl Magel, Annerod Konrad Rabenau, Annerod Kurt Strack, Gießen (Krieg.-Kam.) Karl Mootz, Gießen (Krieg.-Kam.) Wilhelm Paulus, Rüddingshausen Walter Müller, Klein-Linden Heinrich Appel, Gießen Ludwig Röhm, Grünberg Heinrich Schomber, Ettingshausen Willi Georg, Gießen Wilhelm Kraus, Lich Ludwig Krämer, Ruttershausen Karl Keßler, Annerod Christoph Müller, Annerod Georg Schütz, Grünberg Heinrich Felde, Mainzlar Heinrich Wagner, Muschenheim Erich Kinkel, Gießen (Krieg.-Kam.) Otto Schönau, Gießen (Krieg.-Kam.) Karl Dem II., Leihgestern Karl Erdmann, Ruttershausen Oberhessen. Sitzung der Ratsherren in Grünberg. + Grünberg, 21. Aug. Die Ratsherren unserer Stadt beschäftigten sich heute mit folgenden Angelegenheiten: Deckung von Ausgaben der Stadt Grünberg, die im Voranschlag von 1935 nicht vorgesehen waren. Die Ratsherren nehmen die Erklärungen des Stadtrechners Gehringer zu dem vorgelegten Verzeichnis der im Voranschlag nicht vorgesehenen Mehrausgaben für 1935 entgegen, ebenso die Erklärungen über Die Deckung durch die entstandenen Ueberschüsse. Errichtung eines Arbeitsdienstla- gers in Grünberg. Bürgermeister Wagner führte hierzu folgendes aus: Am 26. Juni hat der Gruppenführer der Gruppe Alsfeld in einer Besprechung mit Bürgermeister, Beigeordneten und einem zugezogenen Ratsherrn die Errichtung eines Arbeitsdienstlagers in Aussicht gestellt. Als Platz wurde das städtische Gelände am Sportplatz vorgesehen, bas gegenwärtig als Grabgelände verpachtet ist. Den Pächtern wurde vorsorglicherweise bereits gekündigt. Die Errichtung des Lagers ist an folgende Bedingungen geknüpft: 1. Kostenlose Stellung des Geländes. 2. Uebernahme von Wasser- und Lichtanschluß. 3. Anfuhr der Materialien. 4. Errichtung einiger Schuppen zum Lagern von Kartoffeln, Lebensrnitteln, Holz, Kohlen und Geräten. Außerdem wäre schon vorher die Unterbringung eines Bautrupps in Stärke von 52 Mann zu übernehmen, der die reichseigenen Ba- rarfenbauten für das Lager zu errichten hätte. Der zugezogene Architekt Balser gibt Auskunft über die Kosten der von der Stadt zu übernehmenden Leistungen, die er schätzungsweise bis zu 2000 Mark annimmt. Die Mehrheit der Ratsherrn ist grundsätzlich mit der Errichtung eines Arbeitsdienst, lagers einverstanden; wegen der angespannten fi- nanziellen Lage der Stadt wird der Vorschlag gemacht, zur Herabminderung der Kosten noch meliere Verhandlungen zu pflegen. Schaffung eines Freiplatzes amPost- g e b ä u b e. Dem vorgelegten Plane, der u. a. die Verlegung der dortigen Tankstelle vorsieht, wird allseits zugestimmt. — Vertrag der Sadt Grün berg mit dem Turnverein wegen Ueberlassung der Turnhalle für Veranstaltungen der Stadt und der NSDAP. Der zunächst für ein Jahr vorgesehene Vertrag berechtigt die Stadt, sowie die Ortsgruppe der Partei und ihre Gliederungen bis zu zwölf Veranstaltungen in der Halle abzuhalten gegen einen Pauschalbetrag von 150 Mark. Sachliche Kosten, wie Licht, Heizung und Reinigung der Halle sind hierin nicht einbegriffen und sind von dem jeweiligen Veranstalter zu tragen. Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", bei denen dieselbe Eintritt erhebt, fallen nicht unter den Vertrag. — Den Schluß der öffentlichen Sitzung bildeten Mitteilungen des Bürgermeisters. Die eine betraf den Kauf eines 1800 Quadratmeter großen Grundstückes in der Diebsturmstraße zu einem Quadratmeterpreis von 1,80 Mark. (Auf dem Grundstück ist mittlerweile mit dem Bau des ersten Hauses der gemeinnützigen Baugenossenschaft begonnen worden.) Weiterhin hat die Stadt das Grundstück am „Spitzen Stein", auf dem sich das Zeltlager der HI. befindet, durch Drängen des seitherigen Besitzers, der sich auf eine Verlängerung des Pachtverhältnisses in der seitherigen Weise nicht mehr einlassen wollte, zwecks Erhaltung des Lagers käuflich erwerben müssen, wobei sie freilich für das etwa 1600 Quadratmeter große Grundstück den verhältnismäßig hohen Preis von 1200 Mark zahlen mußte. Ratsherrensihung in Lauterbach. Lauterbach, 21. Aug. Die Ratsher - ren unserer Stadt tagten gestern in einer öffentlichen Sitzung. Bürgermeister Thiele machte zunächst Mitteilungen über den Verkauf des Krankenhauses Eichhof an den Frauen v e r e i n. Dann gab er über die vor einiger Zeit durchgeführte Prüfung der st ä d tischen Regie- betriebe durch einen staatlichen Wirtschaftsprüfer Kenntnis. Nach dem Prüfungsbericht müssen die städtischen Wirtschaftsbetriebe für die Folge rechnungsmäßig für sich geführt werden. Für das Elektrizitätswerk sowie für das Wasserwerk sind künftig Rücklagen in Höhe der Abschreibungen zu machen. An den Quellen sind Großwassermesser einzubauen, um die Übersichtlichkeit des Wasser- Verbrauchs zu gewährleisten. Bei dieser Gelegenheit wies der Bürgermeister darauf hin, daß im nächsten Jahr der Tarif für Wasserbenutzung in Gärten je nach dem Größenverhältnis gestaffelt wird. Für die Stromabnehmer wird im kommenden Jahr ein Einheitstarif eingeführt werden. Die beiden städtischen Regiebetriebe, so heißt es in dem Schlußbericht, werden auf Grund dieser Neuregelungen nach wie vor rentabel arbeiten. In den letzten Jahren waren die Mietrückstände bei der Stadt auf eine beträchtliche Höhe geraten. Um diesem Uebel, der vielfach den guten Willen zum Zahlen vermissen ließ, abzustellen, mar die Stadtverwaltung gezwungen, mit besonderen Maßnahmen vorzugehen. Bürgermeister Thiele konnte nun mitteilen, daß der größte Teil der rückständigen Mieten jetzt hereingeholt ist. Nach einem Erlaß des Reichsministers des Innern sind in Gemeinden über 5000 Einwohner drei Polizei beamte zugelassen, die allerdings nur noch Polizeidienst versehen und mit anderen Ar- beiten nicht mehr betraut werden sollen. Von den zur Zeit hier vorhandenen vier Polizeibeamten soll daher einer Ratsdiener werden. Im Interesse des Stadtbildes sollen die vielfach noch mit Holz und allem Möglichen belegten freien Plätze in der Stadt als Grünanlagen hergerichtet werden. Lauterbach verkauft das Krankenhaus Eichhof. □ Lauterbach, 21. Aug. Der Bürgermeister der Stadt Lauterbach übergibt heute der Öffentlichkeit eine bedeutsame Erklärung, derzufolge er im Einvernehmen mit dem Stadtrat den Verkauf der Gebäude des Krankenhauses Eichhof für 85 000 Mark an den Frauenverein beschlossen hat. Grund des Verkaufs ist, daß die Gebäude des Krankenhauses für den städtischen Haushalt eine zunehmende Belastung bedeuten, da die Wirtschaftlichkeit und die teure Unterhaltung in keinem Verhältnis zu dem Aufkommen stehen. Der Bürgermeister betont in seiner Veröffentlichung, daß die Stadt durch das Krankenhaus, das von ihr 1928 gekauft und seitdem vom Frauenverein betrieben wurde, rund 100 000 Mark verloren hat, da sie seitdem Jnstandsetzungsarbeiten an ihm in Höhe von 65 000 Mark vornehmen mußte und einen Zinsverlust von 23 000 Mark zu verzeichnen hat, von 1928 bis 1934 gerechnet. Um die Fortführung des Krankenhauses durch verstärktes Aufziehen einer Fremdenpension zu gewährleisten, hätte die Stadt jetzt wiederum 30 000 Mark für Reparaturen und Umbauten aufwenden müssen, welche Mittel ihr aber nicht zur Verfügung stehen. Der Frauenverein hat sich beim Ankauf des Krankenhauses Eichhof verpflichtet, die Umbau- und Jnstandsetzungsarbeiten in Höhe von 30 000 Mark vorzunehmen und dadurch neben dem Betrieb des Krankenhauses das Erholungsund Fremdenheim Eichhof im Dienst des Fremdenverkehrs der Stadt auszubauen. Die Stadt hat Vorsorge getroffen, daß sie das Objekt auch nach dem Verkauf noch in der Hand hat und feine Zweckbestimmung nötigenfalls wahren kann. Bürgermeistertagung in Lauterbach. £ Lauterbach, 21. Aug. Hier fand gestern eine Tagung der Kreisabteilung Lauterbach des Deutschen Gemeindetages statt, in der als erster Sprecher Bürgermeister Dr. Hamm (Gießen) als Gebietsreferent des Fremdenverkehrswesens m Oberhessen über die Ausgaben des Fremdenverkehrs und über den Reichsfremdenoer- kehrs-Verband sprach und die notwendige Förderung der Dorfverschönerungs-Aktio n betonte. Als Fremdenverkehrsgemeinden, die dem Landesverkehrsverband anzugehören haben, form für den Kreis Lauterbach die Städte Lauterbach und Schlitz, ferner Herbstein und Hochrvaldhausen in Betracht. lieber den Luftschutz sprach anschließend Bürodirektor Jockel als Ortsgruppenleiter des RLB. Im übrigen hatte die Tagung interne Besprechungen und dienstliche Mitteilungen zum Gegenstand. Verfehlungen des Semeinderechners von Richelsdorf. ♦ Schotten, 22. Aug. Durch eine Revision, die das Kreisamt Schotten in der G e m e i n d e k a s s e in Eichelsdorf oornahm, wurden erhebliche Verfehlungen des Gemeinderechners aufgedeckt. Rach dem bisherigen Ergebnis der Nachprüfungen steht bereits ein Fehlbetrag von etlichen tausend Mark fest. Die Verfehlungen erftretfen sich über einen Zeitraum von einigen Jahren. Die Gemeinde Eichelsdorf soll durch die Kaution des Rechners und dessen inzwischen weiter übereignete Vermögenswerte vor Schaden gesichert sein. Der Rechner konnte am 31. Juli dieses Jahres auf eine 25jährige Tätigkeit als Gemeinderechner zurückblicken. Landkreis Gießen ch W i e s e ck , 21. Aug. Seit fast zwei Wocken sind hier drei Dreschmaschinen an der Arbeit. Hier ist es von jeher Brauch, daß selbst mittlere Landwirte ihre Körnerernte im Felddrusch gewinnen und nur etwa 4 Betriebe in der Hofreite Maschinen. Tag und Nacht und bei günstiger Witterung auch Sonntags sind die Maschinen auf dem Dreschplatz an dem alten Treiser Weg in Tätigkeit. Wagen voll Garben lösen solche mit Stroh, Spreu und gefüllten Fruchtsäcken ab und stehen oft über die Alten-Busecker Straße bis in die Radenauer Straße hinein. Da auch hier die Erwerbslosigkeit so gut wie beseitigt ist, mangelt es an Arbeitskräften, und so helfen sich Verwandte und Bekannte gegenseitig aus. Wegen der Lagerung und der starken Regenfälle gibt es viel Dreschstaub, der aber im Freien verhältnismäßig wenig lästig wird. Der Äörnerertrag ist recht verschieden. Bei früh gelagertem Roggen liegt er unter dem des Vorjahres, während Standfrucht mittelgut läuft. Wintergerste bringt die beste Körnerernte, aber auch Sommergerste bringt zufriedenstellenden Ertrag. In den letzten Tagen ist auch schon Weizen gedroschen worden. Im allgemeinen ist man mit dem Druschergebnis zufrieden. △ Aus dem Wiesecktale, 21. Aug. Die Wespen werden hier geradezu zu einer Plage. In Küchen und Vorratskammern dringen sie ein und naschen an den Vorräten. Selbst in den Wohnungen werden sie lästig. Sehr geklagt wird auch über das starke Auftreten der Ohrwürmer, die sich tagsüber in ihren Schlupfwinkeln verborgen halten, um in der Dunkelheit am Obst und dem zarten Blattwerk aller Kulturpflanzen sich gütlich zu tun. * Grünberg, 22. Aug. Der Bezirk Grün- berg des NSLB. hält am nächsten Mittwoch, 15.30 Uhr, hier im „Wilden Mann" eine Tagung ab, bei der Oberstudiendirektor Hüthwohl über das Thema „Gesundheitliche Winke für das Bergwandern" sprechen wird. Falls gutes Wetter herrscht, treffen sich die Tagungsteilnehmer um 14 Uhr im Waldschwimmbad. » V Watzenborn-Steinberg, 22. Aug. Am heutigen Samstag begeht der Zimmermeister Balthasar S ch m a n d t X. bei bester geistiger und körperlicher Frische seinen 8 4. Geburtstag. (xd Eberstadt, 20 Aug. Bei schönem Sommerwetter fand am vergangenen Sonntag das Preisschiehen und die Preisverteilung der hiesigen Kriegerkameradschaft statt. Die Beteiligung war wegen der dringenden Erntearbeit nicht allzu stark. Den ersten Preis errang Dentist Holl- mann, den zweiten Erwin Löbrich, den dritten Hermann Eich, den vierten Rudolf Kuhl, den fünften Karl Kiefer, den sechsten Lehrer Müller, den siebten Herrn. Buß, an achter Stelle folgte Wilh. Müller IV. = Lich, 21. Aug. Die günstigen Erfolge planmäßiger Baumpflege kann man an der Provinzialstraße Lich—Langsdorf feststellen. Der beiderseitige Baumbestand zeigt wie im Vorjahre teilweise einen sehr guten Behang. Nur die Bäume, die im Vorjahre stark fruchteten, zeigen nur vereinzelte Früchte. Neben der Landsberger Renette, der Grauen Herbstrenette und der Harberts sind es verschiedene Wirtschaftssorten, die gut tragen. Auch die Birnbäume hängen fast durchweg voll. Preußen. Aotvieh-Bersteigerung in Wehlar. Der Reichsoerband der Rinderzüchter Deutschlands, Abteilung Mitteldeutsches Rotvieh, veranstaltet am Freitag, 4. September, in Wetzlar eine Ausstellung und Zuchtviehversteigerung von mitteldeutschem rotem Höhenvieh. In Verbindung damit findet ein Zuchtschweineverkauf des Landesverbandes der Schweinezüchter in Hessen-Nassau statt. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Wanderpreisschießen im Kreis Wetzlar Unter Leitung von Kreissportleiter C h r i st fand am Sonntag in Fellingshausen das ffianöer = preisschiehen der Kleinkalibers ch u tz e n des Kreises Wetzlar-Nord statt. Es schossen Mannschaften zu je drei Schützen, von denen jeder drei Schüsse liegend freihändig und drei Schutze stehend freihändig abzugeben hatte. Sieger wurde Krofdorf mit dem ausgezeichneten (Ergebnis von 175 Ringen vor Bieber mit 166 und ^auns = dach mit 148 Ringen. Die besten Emzelichutzen und damit Gewinner der Plaketten waren: Willi Kinzenbach (Krumbach) 61, Helmut Wagn e r (Bieber) 58, Otto Melching (Bieber) 57 Rmge. Blitzschlag in die Knobelsmühle bei Bad Homburg. Lpd. Bad S)omt>urg, 21. Aug. lieber dem Taunus ging am Freitagabend ein s ch m c r e s Gewitter nieder. Neben den Schäden, die durch die in großen Mengen niedergehenden Watzermassen auf Feldern und Fluren verursacht wurden, richtete auch der Blitz Verheerungen an. In der Hnobeis» mühle, die am Ausgang von Bad Homburg rechts der Sttaße nach Oberursel liegt, ich lug der Blitz in die große Scheune welche die (Ernte barg und auch die Stallungen beherbergt. -Lie Scheune stand im Nu in Hellen lamme n. Trotz der infolge der aufgeweichten Wege schwierigen Zufahrt waren die Freiwilligen Feuerwehren von Bad Homburg und Oberursel schnell zur stelle. Das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden, bis auf ein Schwein, das in die Flammen zuruckrannte, wahrscheinlich ist auch ein Taubenschlag zum Teil dem Brand zum Opfer gefallen Trotz äußersten Einsatzes der Wehrmänner brannte da- Fachwerk der Scheune fast völlig aus, ebenso wurde die gesamte Ernte vernichtet. Menschen kamen zum Gluck nicht zu Schaden. d.Ji.-tfport Schmeling—Braddock nicht vor November! Schmeling auf dem Heimweg. Die Neuyorker Athlettk-Univn hat den Austragungstermin für den auf der ganzen Welt mit Spannung erwarteten Bax-Weltmeisterschaftskampf zwischen dem anerkannten deutschen Herausforderer Max Schmeling und dem amerikanischen Titelhalter James I. Braddock in ihrer Sitzung am Freitag zunächst auf den 15. September verschoben. Der mit der Untersuchung des Weltmeisters betraute Knochenspezialist berichtete der Kommission, daß die Heilung der linken Hand Braddocks mehrere Wochen beanspruche. Nach der Entgegennahme des ärztlichen Befundes hielten die Mitglieder der Kommission eine kurze Beratung ab, wonach der Vor- itzende James Helan dem Titelverteidiger Braddock drei Wochen Zeit zur Ausheilung seiner linken Hand gewährte. Braddock wurde angewiesen, sich zu einer erneuten Untersuchung am 15. September bei der Kommission zu melden. Joe G o u l d, der Manager von James I. Braddock, gab zu verstehen, daß sein Schützling mindestens sechs Wochen zur Vorbereitung auf seinen Kampf gegen Schmeling nötig habe. Sollte also die Athletik-Kommission Braddocks Linke am 15. September für geheilt erklären, so wird der Titelkampf vor Anfang November nicht zum Austrag kommen. Max Schmelina, der der Sitzung beiwohnte, hatte zunächst die Absicht, bis zum 15. September in den Staaten zu bleiben; als er aber merkte, daß seine Begegnung mit Braddock noch in „grauen Fernen" schwebte, beschloß er, mit seinem Trainer Max M a ch o n auf der „Bremen" sofort die Heimreise anzutreten. Beförderungen erfolgreicher Olympiakämpfer in der SG. Der Reichsführer der SS. beförderte den SS.- Rottenführer Eichhorn 2/pi/2 in der Mannschaft des Zweier ohne Steuermann und den SS.-Rottenführer ©aber 2/13 SS.-Reiterftandarte in der Mannschaft des Vierer mit Steuermann, die beide eine Goldmedaille erkämpften, zum SS.-Unter- sturmführer. Außerdem beförderte der Reichsführer der SS. den SS.-Unterscharführer Schulze 1/21 SS Standarte als Angehörigen der Wasserballmannschaft, die eine Silbermedaille errang, zum SS.-Hauptscharführer und den SS.-Sturmmann O k r e n t 5/22. SS.-Standarte als Angehörigen der Hockey-Mannschaft, die ebenfalls eine Silbermedaille errang, zum SS.-Oberfcharführer. Wieder Schlechtwetter über der Mön Nach einem nur schwachen Flugbetrieb am Donnerstag brachte der Freitag noch „unmöglicheres" Wetter, so daß die Segler, die sich an der „17. Rhön" beteiligen, diesmal völlig leer ausgingen. Wieder herrschte mehr ober minder dichte „Knofe" und die zahlreichen Segler, die sich trotzdem immer wieder am Start einfanden, mußten ihr Vorhaben notgedrungen wieder aufgeben, da ein Start wegen immer neuer Regenschauer nicht freigegeben werden konnte. Amerika gewinnt den Preis des Führers Gutes Segelwetter bei der Kieler Woche. Nach lagen der Flaute herrschte am Freitag bei der Kieler Woche zum erstenmal wieder ideales Segelwetter. Die erste Entscheidung fiel auf der Außenbahn der Kieler Förde in der 6 - Meters-Klasse. Unter Führung von Whiten siegte wiederum ganz überlegen das amerikanische „Wunderboot", der „Indian Scout", und gewann damit den Preis des Führers. Da die Wettfahrt gleichzeitig als erste Fahrt für den wertvollen Felca-Preis gewertet wird, ist „Indian Scout" bereits erster Anwärter auch auf diese Trophäe. Hinter dem mit vier Minuten Vorsprung durchs Ziel gehenden amerikanischen Boot konnte unsere deutsche „Gustel V" auf der letzten Dorwind-Strecke „Michel" und „Winning" überholen und sich damit den zweiten Platz sichern. Bei den „8 e r n" gelang es der „Germania III" zum ersten Male, den Sieg zu erringen. Nach gutem Start sicherte sich das deutsche Boot einen Vorsprung, den die zum Schluß mächtig aufkommende französische „E. A. II" nicht mehr ganz einholen konnte. Einen Sieg in letzter Minute fuhr bei den 30er Schärenkreuzern die Berliner „Nirwana" heraus, die auf der letzten Kreuzstrecke die führenden schwedischen Boote „Lillie" und „Ire Sang" überholte. Zu einem abermaligen (Erfolg kam der Hamburger Stardoot-Segler von Hitfckler mit „Pimm", dem damit der Gesamtsieg sicher sein dürste. Auf der Innenbahn der Kieler Förde lief in der Olympia-Jollen-Klasse der Kieler Hansohm vor Kapitänleutnant Pahl durchs Ziel. Fußball der heimischen Mannschaften. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — Sportfreunde Siegen. Am heutigen Samstag empfangen die Blau- Weißen die Sportfreunde Siegen zu einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste sind nicht unbekannt, denn sie gehörten ehemals zu dem hiesigen Bezirk. Gehörten doch die Spiele dieser Mannschaft mit unseren hiesigen Vertretern stets zu den spannendsten und interessantesten der damaligen Begegnungen. Die Sportfreunde verstanden es nämlich von jeher, ihre Mannschaft auf beachtlicher Leistungsstufe zu halten, was ihnen mehrmals die Meisterschaft einbrachte und die Berechtigung zur Teilnahme an den Endspielen um die Westdeutsche Meisterschaft sicherte. Durch die überaus starke Entwicklung des Fußballs im Westen konnten sie es allerdings nicht verhindern, daß sie zur Bezirksklasse absteigen mußten. In diesem Jahre Haven sich die Sportfreunde jedoch wieder gut herausgemacht. Sie wurden Meister ihrer Gruppe mit klarem Vorsprung. In den abgelaufenen Aufstiegspielen hatten sie allerdings großes Pech, denn zahlreiche Verletzungen und nur knapp verlorene Spiele ließen sie nur durch das Torverhältnis auf dem vorletzten Platz enden. Die Blau-Weißen haben sich eine sehr schwere Aufgabe gestellt. Ob sich das Training, mit dem in der Sommerpause begonnen wurde, schon auswirkt, ist fraglich, denn die Spiele selbst sind wohl am geeignetsten, die Spielstärke einer Mannschaft zu fördern. Es bedarf daher des restlosen Einsatzes eines jeden einzelnen. VfB. Oberschmitlen — 1900 Liga. Am Sonntag folgen die Blau-Weißen einer Einladung nach Öberschmitten. Auch hier ist die Aufgabe nicht so leicht, denn die Mitwirkung von Hainbach (früher 1900) hat sich bei den Gastgebern sehr vorteilhaft ausgewirkt. Neben der Meisterschaft ist der Aufstieg zur Bezirksklasse geglückt, und das hat dieser Mannschaft mächtigen Auftrieb verliehe^. Es ist daher kein Spaziergang für die Blau-Weißen, und ein Erfolg wird erkämpft werden müssen. Die Blau-Weißen müssen sehr auf der Hut sein. Jugendfuhball der Spielvg. 1900. Bereits am Samstag vor dem Ligaspiel spielen die erste und die zweite Schülerelf auf eigenem Platz gegen die gleichen Mannschaften des Turnvereins 1846. Die Gäste dürften inzwischen an spielerischem Können gewonnen haben. Die erste Schülermannschaft der Blau-Weißen jedoch wird sich den Sieg kaum nehmen lassen, selbst dann, wenn einige Spieler ersetzt werden müssen. Die zweite Schülermannschaft konnte vor einiger Zeit einen Sieg^ gegen die Turner landen und sollten auch in diesem Spiel den Sieger stellen. Am Sonntag tritt in neuer Aufstellung die dritte Jugend der gleichen des Lokalgegners gegenüber. Die Grün-Weißen werden wohl die kräftigere Mannschaft zur Stelle haben, jedoch werden die kleinen 1900er versuchen, diesen Vorteil durch Eifer auszugleichen. VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Marburg. Die Ligamannschaft folgt am Sonntag einer Einladung des RSD. Germania 08 Marburg. Die Marburger Germanen haben von jeher den Gießener Vereinen einen schweren Gegner abgegeben. Besonders überraschten sie bei diesen Spielen durch halbhohes ganz auf Erfolg aufgestelltes Spiel. Neben einer guten Hintermannschaft verfugen die Germanen über einen sehr gefährlichen Sturm. Man erwartet von den Gießenern, daß jie sich auch in Marburg gut schlagen werden. Die Gießener fahren mit: Balser; Lotz, Hauptfeld; Kugel, Mund, Feuster; Hebel, L. Schmidt, Jakob, Heß, Szpomck. Für Leutheuser spielt Hauptfeld, der ihn vollwertig ersetzen sollte. Jrn Gießener Sturm muß die rechte Seite produktiver spielen, wenn sie sich durchsetzen will. Man erwartet ein interessantes Spiel. Die AH.-Mannschaft spielt ebenfalls in Marburg gegen die gleiche der Kurhessen. Da die Gießener Mannschaft in ihrer AH.-Mannschaft zum Teil noch Spieler stehen hat, die trotz ihres Alters noch aktiv tätig sind, so wird man von ihnen nicht das typische Spiel einer AH.-Mannschaft zu fehen bekommen. Bei den Kurhessen liegen die Verhältnisse ähnlich. Spiele der Jugendmannschaften. Die 1. Jugend spielt auf eigenem Platze gegen die gleiche der Germania 01 Bieber bei Offenbach. Die Jugend der Germanen ist als sehr spielstark anzusprechen. Die 2. Jugend ist nach Leihgestern zu dem dort stattfindenden Blitzturnier verpflichtet und hat Aussichten, ein Diplom zu erwerben. Die 3. Jugend spielt gegen den Lokalgegner 1900. Die 4. neuauf» gestellte Jugend hat sich die neuaufgefteüte 2. Jugend des TV. Allendorf als Gegner auf dortigem Gelä-lde erkoren. Die 1. Schülermanschaft spielt gegen die gleiche der Germanen von Bieber. Beide Mannschaften sind spielstark. VfB. hat den Vorteil des eigenen Platzes. Die 2. Schüler spielen gegen Garbenteich 1. Schüler. Garbenteich dürfte den Sieger stellen. Die 3. Schüler spielen gegen Garbenteichs 2. Schüler. Beide Mannschaften sind neu aufgestellt. 10 Jahre Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag feiert die Spieloereini» gung 1926 Leihgestern ihre zehnjähriges Bestehen verbunden mit einem Blitzturnier, das in drei Klaffen (A», B= und Jugendklasse) ausgetragen wird. Außerdem findet nach ein 3000 - Meter - Waldlauf statt. Zu dieser Veranstaltung haben sich mehrere Mannschaften gemeldet, u. a. Steinberg, Steinbach, Lich, 1846 Gießen, Großen-Linden und Hungen. Man erwartet spannende Kämpfe, die sich bis in den Nachmittag hineinziehen. Außerdem tritt am Nachmittag die erste Mannschaft der Spieloereinigung Leihgestern gegen die verstärkte Ligareserve des VfB. Friedberg zu einem Werbespiel an. Die Friedberger, die in Leihgestern immer gern gesehene Gäste sind, werden den Zuschauern und Gästen guten Fußball zu zeigen wissen. Spielvereinigung 1900 Gießen 1. Jugend — Spielvereinigung Leihgestern 1. Jugend 0:4 (0:2). Am vorigen Sonntag wurde bas Entscheidungsspiel um die Jugendgruppenmeisterschaft der Serienspiele nochmals ausgetragen. Beim Wiederholungsspiele gewannen die Leihgestemer Jungens verdient mit 4:0 Halbzeit 2:0. Die Leihgesterner waren stets tonangebend und brachten dies durch vier wunderschöne Tore zum Ausdruck. Mit diesem Siege hat die Jugend der Spieloereinigung Leihgestern die Meisterschaft errungen, und zwar mit einem Torergebnis von 14:8 und 9:3 Punkten. Der Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Fußball-Spieltermine im Gau Hessen. Für die Meisterschaftsspiele des Gaues Hessen wurden für die ersten beiden Spieltage folgende Fußballspiele feftgelegt: 6. September: VfB. Friedberg — Borussia Fulda; Spielv. Kassel — 1. FC. Hanau 93; Spog. Niederzwehren — Hessen Bad Hersfeld; Germania Fulda — Sportclub 03 Kassel; Kewa Wachenbuchen gegen Kurhessen Marburg. 13. September: SC. 03 Kassel — Kewa Wachenbuchen; Hanau 93 — Germania Fulda; Borussia Fulda — Spielv. Kassel; Kurhessen Marburg — Spvg. Niederzwehren; VfB. Friedberg gegen Hessen Bad Hersfeld. Gießener Leichtathleten starten in Diez. Spielvereinigung 1900. Am morgigen Sonntag führt der VfB. Diez seine traditionellen Oranienkampfspiele durch. Die Wettkämpfe haben wieder eine oute Besetzung gefunden. Man erwartet sogar Olympiateilnehmer. Den 1900ern wird es unter diesen Umstanden schwer fallen, sich durchzusehen. Es starten A. Kilo im Diskuswerfen, H. Jung im Stabhochsprung, Rudolph im Hoch- und Weitsprung, Herrmann im 110-Meter-Hürdenlaufen. In den Wettbewerben der Klasse II werden Kleemann (3000 Meter) und Adam (100 Meter) am Start sein. Don den Staffeln werden die 1900er voraussichtlich nur die 4 mal 100-Meter-Staffel bestreiten. VfB.-Reichsbahn. Auch einige Vertreter des VfB.-Reichsbahn werden in Diez an den Start gehen. Bei den Männern werden es besonders Luh und Herrmann (ein, die mit Erfolgen rechnen können. Bei den Frauen hofft man, trotz starker Konkurrenz aus Frankfurt und Koblenz, auf einen (Erfolg in der 4 mal 100- Meter-Staffel. Turnverein Heuchelheim. Am Sonntaa starten die Leichtathleten bei den Oranien-Kampfspielen in Diez. 21. Kehr belegt den Weitsprung, E. Reidel 1500 Meter und H. Reidel 5000 Meter. (Es sind dort schwere und spannende Kämpfe zu erwarten, sind doch dort die Darmstädter und Bonner Vereine stets vertreten. (Erfolge des Tv. Heuchelheim in Weilburg und Kassel. In Weilburg kamen die Leichtathleten des Turnvereins Heuchelheim zu achtbaren Erfolgen. Ludwig Ulm lief die 100 Meter in 11,4 Sekunden und belegte den zweiten Platz. Erwin Neidei lief nur 800 Meter und wurde Dritter hinter Seibert (Kassel) und Tölle (IG. Frankfurt). Hans Neidei wurde Zweiter hinter Schwertel (Limburg) über 3000 Meter. Krämer und Kehr mußten im Zwischenlauf über 100 Meter ausscheiden. Henkelmann konnte sich im Diskuswerfen nicht durchsetzen. Die noch jugendlichen Turnerinnen konnten gegen die schwere Konkurrenz nicht viel bestellen. Im Weit- und Hochsprung konnten sie ihre persönlichen Bestleistungen erzielen. Bei dem Abendsportfest in Kassel Ponte H. Neide! im 5000-Meter-Lauf den dritten Platz hinter Be- oiacqua (Italien) und Simon (Kassel) belegen. Handball im Männer-Turnverein. Am morgigen Sonntag messen vier Handballmannschaften des Mtv. in Freundschaftsspielen mit auswärtigen Gegnern ihre Kräfte. Den Beginn macht die Schülermannschaft, die gegen die gleiche vom Tv. Hausen das bessere Ende für sich behalten sollte, wenn der Gegner nicht körperlich allzu stark ist. Die zweite Mannschaft spielt gegen die erste vom Tv. Hausen. Hausen ist eine Kampfmannschaft, die sich so leicht nicht von den Gießenern schlagen lassen wird. Es muß abgewartet werden, wie sich die Zweite vom Mw. zusammenfindet. Der Gegner der zweiten Jugend ist die erste Jugendmannschaft von Münchholzhausen. In diesem Spiel gibt es für Gießen nichts zu gewinnen. Die erste Mannschaft des Männerturnvereins hat sich Münchholzhausens Erste verpflichtet. Die Gießener werden versuchen, den guten Eindruck vom letzten Sonntag zu vertiefen. Die Mannschaft steht etwas stärker als am Vvrsonntag, es fehlen jedoch an der stärksten Besetzung immer noch drei Mann. Voraussichtlich wird in folgender Aufstellung angetreten: Sdjeuernwnn; Winter, Zehner; Lübke, Brenner, Schmidt; Barth, Weigand, Seipp, Feh- renbach, Strack. Lang-Göns — Kirch-Göns kombiniert. Lang-Göns hat aus Spielern der Jugend eine neue erste Mannschaft zusammengestellt, die morgen ihr Glück zum ersten Male versuchen soll. Kurze Sportnotizen. Zur internationalen Sechstageführt liegen jetzt die deutschen Meldungen vor. BMW. vertritt wieder Deutschland als Nationalmannschaft im Kampf um die Internationale Trophäe. DKW. und NSU. haben sowohl für den Kampf um die Silberoase als auch um die Große Goldene Medaille der FJCM. Mannschaften gemeldet. * Das (Ergebnis der „Military" bei den Olympischen Spielen in Berlin ist in der Mannschaftswertung auf Grund eines Einspruches geändert worden. Hinter Deutschland liegt nun England vor der Tschechoslowakei an zweiter Stelle, während Polen disqualifiziert wurde. England hat also ein silberne, die Tschechoslowakei eine bronzene Medaille mehr erhalten. ♦ Jesse Owens, der sich weigerte, an dem Stockholmer Sportfest teilzunehmen und in Ungnade gefallen ist, hat sich bereits von Southampton aus mit der „Queen Mary" auf die Heimreise begeben. Der Olympiasieger wird nun einer Bestrafung entgegen- sehen. ♦ Vier deutsche Meisterschwimmer werden im kommenden Monat in England starten. Hel- muth Fischer, Joachim Balke, Hans Freese und H. Schwarz werden an internationalen Schwimmfesten in London, Derby, Stockport, Hereford, Cardiff und Norwich teilnehmen. * Beim zweiten Trainingstag zum „Großen Autopreis der Schweiz" in Bern wurde der am Donerstag von Rudolf (Earacciola aufgestellte Rundenrekord von Bernd Rosemeyer übertroffen. Mit 2:38,3 blieb Rosemeyer als Erster unter 2:40 Minuten. Sein Durchschnittstempo betrug 165,773 st/km. Auch von Brauchitsch, Lang und Darzi blieben unter dem auf 2:41,7 stehenden Rekord Caracciolas. FürdieRad-Fernfahrt Berlin—Warschau wurde von Deutschland folgende Amateur-Mannschaft gemeldet: Scheller, Wendel, Löber (alle aus Schweinfurt), Hauswald, Hupfeld, Schulze (alle aus Chemnitz), Schöpflin, Dubaschny, Bartoskiewicz (alle aus Berlin), Ruland (Köln), Oberbeck (Bielefeld), Leppich (Cosel). Richard Hofmann, der sächsische Fußballspieler, wurde jetzt von Fachamtsleiter Linnemann begnadigt und kann ab 25. Dezember 1936 wieder spielen. Hofmann wurde vor einiger Zeit wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen aus dem Fachamt Fußball ausgeschlossen. Sportamt „Kraft durch Freude^. Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene: Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 bis 22.30 Ubetrauen und Männer, Volksbad. 9t eit en: Don 20 bis 21 Uhr, Unioersttäts- Reitinstitut, Brandplatz. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 23. August. 11. Sonntag nach Trinitatis. Giehen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrasfistent Weckerling; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Lukas- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechung im Jo- hannesfaal; Pfarrasfistent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs wegen Herrichtung geschloffen. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Luthersaal. 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst; Pfarrer Naumann (Alten-Buseck). — Alten-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Albach. 8.45: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstunde; Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstunde; Kollekte. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre; 13: Kindergottesdienst (1. und 2. Abteilung).— Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 8.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lumda. 10: Gottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.30: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Pfarramtskandidat Schäfer; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte für die deutschen Spanienslüchlinge. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte für die deutschen Spanienflüchtlinge. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Jungtheologen der Bekennenden Kirche; keine Christenlehre. — Trais- Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Jungtheologen der Bekennenden Kirche; keine Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. Mittwoch, den 26. August. Giehen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 27. August. Giehen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Evangelische Sladlmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 23. August. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 26. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Baptiflengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 23. August. 11: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 27. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden (Händelstraße 1 und Ederstraße 13). Sonntag, den 23. August. 9.30 und 16 Uhr: Gottesdienste. — Mittwoch, den 26. August. 20.30 Uhr: Gottesdienste. Ehristliche Gemeinde (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 23. August. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Montag, den 24. August. 20.30: Jugendstunde für junge Mädchen. — Dienstag, den .25. August. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 23. August. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 26. August. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 22. August. Giehen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 23. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 24. August. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 26. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Veffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. w Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schliehfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht au erreichen: Aerzte : Dr. Klein, Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Briefkasten der Mdaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. S. 70. Die Beantwortung Ihrer Frage hängt von mehreren Voraussetzung ab. Am besten wenden Sie sich an das zuständige Versorgungsamt Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Giehen. gibt Auskunft: 697: Ergänzung und Abänderung des RE. „Nebenkosten im Warenverkehr". — 698: Bekanntmachung KP 183 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 699: Wei- tere Einfuhrbegünstigungen für den Umschlagver- I kehr über den Rhein. EJjjj vom Edelweißrade . . M. 100.— 2 Stühle.. .. M. 20 2 Sessel m. PL Alles tadellos erhalten und i. A. zu verkaufen. 6219A Möbel-Hahn / Löberstraße 17 Gott der Allmächtige hat heute um 0.30 Uhr unsere liebe Herr Dein Wille gescheheI Gießen (Liebigstraße 71), den 21. August 1936. Die Beerdigung aut dem Neuen Friedhof findet Montag, 24. August, 03803 52060 zu verkaufen. Gießen (Wilsonstraße 10), den 22. August 1936. Gießen, den 21. August 1936. Die Beerdigung findet Montag, den 24. August, nachm. 21/, Uhr statt. 5222 D Hohensolms, im August 1936. 5200D Gott der Herr hat heute morgen 734 Uhr meinen lieben Mann, unseren herzensguten Vater Marianne Klapsch, geb. Gerster Theodor, Marie Agnes, Harald und Roswitha. Heinrich Brühl Maria Brühl, geb. Montag Gertrude Brühl Herrn Georg Erhard, Bäckermeister im 52. Lebensjahre von seinem langen, schweren, qualvollen Leiden erlöst und in sein Reich abgerufen. Die Altersvereinigung 1884 —1934. _____________________5220D Was sind denn dies für seltsame Gestalten? Ja, Photo-Winterhoffhat sich eine neue Errungenschaft zugelegt: die beiden Werbemänner Licht und Schatten. Es sind symbolische Figuren, die für die nächste Zukunft in allen Werbungen von Photo-Winterhoff auitreten sollen. Hinter ihnen steht mit Wort und Tat, mit fachmännischer Erfahi ung, mit Lust und Liebe zur Knipserei, der bekannte und beliebte Photo-Berater Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast) 68 Pf-« in Apoth.u.Drog. Sicher zuhaben: Med.-Drog. Hans Hindenburg H.Elges, Seltersweg 68 a; Löwen-Brog. W« Kliblnger Nach!., Seltersw. 69; Ler^ mania-Drog. C.Seibel, Frankf. Str. 39 um 14 Uhr statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hof Marken- SchreibmaschiD erhalten Sie bei sofortiger Lieferung schon von Monatsraten von RM. 9,- an. Alte Masch. jed. Systems werd.i. Zahl, genomm. Fr. Roth & (So.. Frankfurt a.M., Arndtstrahe 3. Telephon 72171 Fordern Sie kostenlose, bindl. I rung. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Erhard Hans und Paula Erhard 1 Schlafzimmer, Eiche, mit Spiegelschrank, Marmorwaschtisch, komplett...........M. 250.— 1 Büfett. Nußbaum .... M. 40.— 1 Schreibtisch, Nußbaum M. 30.— Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde am 18. August meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Margarethe Hof, geb. Kaiser im Alter von 73 Jahren nach schwerer Krankheit in die Ewigkeit abgerufen. Dem Wunsche der Verstorbenen entsprechend hat die Beisetzung in der Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme danken wir herzlich. Hühnerauge Arkawokrt Pflajter Photo - Kino Kreuzplatz 9 Unerwartet ist unser lieber Alterskamerad Georg Erhard von uns gegangen. Wir verlieren in ihm einen prächtigen, lieben Kameraden, dessen Andenken unauslöschlich in uns wohnen wird. Agnes im Alter von 19 Jahren zu sich genommen. Allen, die uns beim Tode unseres lieben Verstorbenen Dr. med. Alexander Klapsch Teilnahme erwiesen haben, danken wir hiermit herzlich, da es uns unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken. Md MgerunWöliel durch Dauerwellen mit Kolestral, die meisterhaft a u s geführt werden im Ich kann Ihnen nur sagen, daß ich in Jeder Beziehung befriedigt bin. Das Edelweißrad hat bis hierher eine Bahnreise von 914 km gemacht. 350 km habe ich es schon geprobt. Studienrat H. Mochel, 25. 2. 1935, Freiburg i. Br. Vor 22 Jahren habe ich ein Edelweißrad und für meine Schwester eine Edelweiß-Nähmaschine bezogen. Das Edelweißrad ist noch jetzt in gutem Zustande, trotz täglichem Gebrauch. An der Edelweiß-Nähmaschine bis jetzt noch keine Reparatur. Arbeiter J. Vortmann, 30. März 1935, Flaesheim. Auch Sie werden wir zufriedenstellen. Ober 1'2 Million Edalwelßräder seit 1897 schon geliefert Lieferung an Private. Verlangen Sie unseren neuesten Katalog Nr. 136 Edelweiß-Decker, Fahrradbau, Deutsch-Wartenberg, 14C Pianohandlanfi Erwin Zollinger Klaviertechniker und Stimmer Gießen, Wilsonstr. 5 p, Tel. 3119 Gut erhalt.WiöioioÄ zu verkaufen. bi«0 Wewer! Mel Allendorf/Lda. 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August 1936. 03783 03782 Gott der Allmächtige, der Herr über Leben und Tod, hat heute nachmittag plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere Tante und Schwägerin Am 17. August verschied plötzlich und unerwartet im vollendeten 89. Lebensjahr der Altveteran von 1870/71 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 23. August, nachmittags um 3 Uhr, in Ober-Widdersheim statt Herr Johannes Herzberger Oberbriefträger a. D. Die Trauerfeier fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt Für die Kranzspende der Deutschen Reichspost, sowie für alle Teilnahme unseren aufrichtigen Dank. Im Namen aller Trauernden: Thekla Böttger, verw. Wöll 500. 'eichen: < berg, 14C v' 0 iy>< nn dies für sstalten? off hat sich eine haft zugelegt: männer »chatten, ie Figuren, die kunft in allen jto-VVinterhof Hinte W \MHg, ulL npserei,«« te Photo W- ion. i'chkeit her MW' Kreuzplalil "ft#: SK- 69; •0*5 ,-B-S w hJf*Q0e wenden *5Qmt Gießen. Atzen. 'ehrQnbc?8 " 69§: toQ%WeHe -7 699: Wei. Hwlchlagven rade ll9t bin. Das »«t 350 km ■eiburgl.Br. 2r eine Edel- n gutem Zu- 'ne bis jetzt . Haesheim. °er selt1897 jppelherz dos bewährte rvenoufbotN" für Wödvie- osn, Nervöse, diöpft® o. oÜe, sich mott und nd fühlen, oh Wgungs^61 .atbehrlich.^0, enzo3.95RM ORMo.4.651^ ppelhen-Dfo- esLSORM- s«& “* taeh:S<*? L-Klavitf olideplirs*®ft SEJg-fiSt %t4ereiei»e^ Fr. 196 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 2?. August (936 Lahnregulierung bei Marburg. ßin neuer Kulturbauabschnitt zur Beseitigung der Hochwasserschäden. Blick auf ein Teilstück des neuen Lahn-Durchstichs. übrig, als den Flußlauf zu kanalisieren, um dem Wasser rascheren Abfluß zu verschaffen und damit eine Gefahr zu beseitigen, die jährlich zu bestimmten Zeiten aufzutreten pflegt. Der Kreis Marburg hat zur Begegnung der Hochwassergefahr schon sehr viel getan. Seit demJahre 1926 sind immer wieder in größeren oder kleineren zeitlichen Abständen Kanalisierungsarbeiten durchgesührt worden. Der bedeutendste Arbeitsabschnitt der bisherigen Lahnregulierung gab vor etlichen Jahren schon der Landschaft oberhalb von Fronhausen ein erheblich anderes Gesicht. An Stelle des vielfach gewundenen Flußbettes wurde ein gradliniger Ablauf für das Wasser geschaffen, trblich schlängelt sich die Lahn zwischen i ßen und Marburg in vielen Windungen tun ein fruchtbares Tal. Ursprünglich fließen die er dahin, in einem Bett, das sich der Fluß fl-lb geschaffen hat, das er aber auch, seinen eigener Gesetzen folgend, immer wieder verändert, ’jtnr geschehen diese Veränderungen des Flußbettes nicht mehr in der großen Linie, wie es zu zu beiden Seiten die erforderlichen festen Dämme hergerichtet und auch ein neuer, den veränderten Flußveryältnissen entsprechender Brückenbau dem großen Gesamtwert eingegliedert. Das erfreuliche Ergebnis dieser Arbeiten zeigte sich bereits von der nächsten Hochwasser- welle ab und seitdem alljährlich immer wieder: Die vom Oberlauf der Lahn herbeiströmenden Wasser- mengen konnten in dem neuen Flußbett schnell wurde ein weiterer Abschnitt der Kanalisierungs- arbeit in Angriff genommen. Etwa 180 Arbeiter wurden eingesetzt, die in zwei Schichten am Werk sind. Aus der Stadt Marburg und aus der näheren Umgebung wurden sie zu dieser Arbeit als Notstandsarbeiter herangezogen und schaffen hier an einem großen gemeinnützigen Werk. ♦ Unweit von Gisselberg macht die Lahn eine starke Biegung nach links auf die Lahnberge zu. Diese starke Krümmung hemmte den Ablauf des Wassers in der dortigen Gegend besonders stark. Man mußte sich deshalb entschließen, mit einem Durchstich dem Uebel abzuhelfen. Diese Arbeit wurde mit aller Kraft in Angriff genommen. Die Krümmung wird durch den Durchstich völlig ausgeschaltet. Der Kanal selbst hat eine Länge von etwa 380 m. Die Sohle weist eine Breite von 24 m auf, in der Uferlinie beträgt die Breite etwa 40 m. Selbstverständlich sind für dieses Vorhaben umfangreiche Erdbewegungen notwendig. Ununterbrochen fahren die Lorenzüge hin und her, gezogen von starken Benzollokomotiven. Das aus dem Aushub gewonnene Erdreich wurde bereits zu einem Teil zur Schaffung eines Dammes verwandt, der ebenfalls auf dem rechten Lahnufer verläuft und eine zusätzliche Hoch- wasserschutzmaßnahme darstellt. Er riegelt das Tal auf einer Länge von etwa 3 km gegen Hochwasser ab und erhebt sich etwa 1,60 m hoch über das Gelände. Der Damm hat eine Basis von 10 m und eine obere Breite von etwa 2 m. Soweit das anfallende Erdmaterial — sandiger Lehm — nicht für die Aufschüttung des Dammes notwendig wurde, wird es jetzt dazu verwandt, den bisherigen natürlichen Lahnlauf, hauptsächlich in der Krümmung, zuzuschütten. Ob es allerdings vollständig möglich ist, steht noch nicht fest. Die Erdarbekten gingen bisher verhältnismäßig rasch oonftatten, da sich das Erdreich leicht ausheben ließ. Wenn die Arbeiter auf Kies treffen — wie zu erwarten steht — wird die Arbeit doch wohl etwas schwerer werden. - ■-*' V 7 - ■'■■■ ! ä £ «s In unmittelbarer Nähe von Marburg wird der Lahn ein neues Bett gegraben, um die scharfe Flußkuroe bei Gisselberg (in der sich bei Hochwassergefahr stets viel Wasser staute) auszuschalten. Die Skizze zeigt die Stelle des Durchstichs. — (Aufnahmen 17) und Skizze: Neuner, Gießener Anzeiger.) Schadens durch ein plötzliches Anschwellen des Fluß- laufes vorzubeugen. Für die Ueberleitung der Lahn in den Durchstich sind naturgemäß ebenfalls alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. ♦ Die Arbeiterschaft, die an diesem Kulturbauwerk beschäftigt ist, setzt sich — wie es bei einer solchen Notstandsarbeit ja meist der Fall sein wird — aus Männern zusammen, die aus den verschiedensten Berufen kommen. Trotzdem manchem der dort Beschäftigten die Hacke und die Schaufel ein ungewohntes Werkzeug sind, wird doch gute und rasche Arbeit geleistet. In kurzen zeitlichen Abständen rollt ein Lorenzug nach dem andern ab. Die Führer der Lokomotiven, die mit großer Geschicklichkeit auf den schwanken, nur aufgelegten Gleisen ihre Züge hin- unb herlavieren, machen sich über die Anzahl der gefahrenen Züge ihre Anmerkungen, nach denen dann die Arbeitsleistung eines Tages errechnet werden kann. Jede Lore saßt etwa 1 cbm Erde. Die Arbeit an dieser Strecke wird einige Monate in Anspruch nehmen. Die Ausführung der Arbeiten wurde der Bauunternehmung Hoß & Kape11er aus Sichertshausen übertraaen, die schon mehrere Abschnitte der Lahnkanalisierung durchgeführt hatte. Die Leitung der gesamten Arbeiten und deren Planung liegt bei der Außenstelle Marburg des Kulturbauamtes Kassel. Neben der Herstellung des Durchstichs unweit von Gisselberg wird etwas weiter flußabwärts, und zwar zwischen Rohnhausen und der Nehemühle, ebenfalls an einer Regulierung des Flusses gearbeitet. Dabei handelt es sich vor allem um Uferkorrek- 1 E z ßb WMMW WL wA/ v«. J»< ; Ar- Das Bild, das sich dem Beschauer an dieser Seit der Vollendung dieses bisher größten Lahnaufgelegt worden, um WgtzWMtz MjeMcktz P UtechMüMigsmatLLttch , Solche Weideygejlechte dieses der Userhejßjtchun^ Links oben: Viele Hände sind am Werk, das neue Flußbett auszuheben. — Rechtsoben: Das bisherige Bett der Lahn wird ausgefüllt. — Links unten: An Biegungen des Lahnlaufes werden Uferteile abgehoben. — Rechtsunten: Der Fluß wird an seichten Stellen ausgebaggert. immer wieder der Wunsch der Landbevölkerung in den Vordergrund, diese Kulturbauarbeiten in breitem Ausmaß fortgesetzt zu sehen. Neuerdings (vor nunmehr etwa vier Wochen) Der, größte Teil aller Arbeit wird als Handarbeit geleistet. Dadurch ist es möglich, vielen Volksgenossen Erwerbsmöglichkeit oder zusätzlichen Verdienst zu geben. Im Bewußtsein dessen, werteschaffende gemeinnützige Arbeit zu leisten, ist jedermann gerne bei dieser Sache. Es herrscht gute Laune unter den Arbeitskameraden. Die schöne landschaftliche Umgebung und die Beschäftigung in der frischen Luft läßt die Arbeit leichter werden. abströmen, das wertvolle Acker- und Wiesenland blieb seitdem frei von Überschwemmungen, die Feldkulturen und die Wiesengräser wurden in ihrer Qualität nicht beeinträchtigt, dem schwer ringenden Bauersmann droht nun nicht mehr die Gefahr, daß ihm durch die zerstörende Gewalt des Hochwassers ein erheblicher Teil der Früchte seines Fleißes und seiner aufgewandten Geldmittel zerstört wird. beitsstelle bd Gisselberg bietet, ist das einer wertvollen volkswirtschaftlichen Maßnahme. Zwar wird mancher Naturfreund bedauern, daß die natürliche Schönheit und das natürliche Bild der Landschaft verändert und dadurch vielleicht auch um etwas nüchterner gestaltet wird — der wirtschaftlichen Notwendigkeit dieser Maßnahme wird sich aber kaum jemand verschließen. Die bäuerliche Bevölkerung turen; Uferränder werden ausgeglichen, geradegelegt, Buchten in den Ufern werden ausgefüllt, und an seichten Stellen wird Erdreich ausgehoben, so daß sich der Abfluß des Wassers auch hier rascher vollziehen kann. Für diese Maßnahmen ist ein großer Bagger eingesetzt worden, der zunächst und vor allem an seichten Stellen auszuheben hat. Mit den am endlosen Band laufenden Eimern wird die Erde vom Fluß- grunb ausgehoben und auf ein langes Förderband geschüttet, mit dessen Hilfe die Erde an das Ufer gebracht und in Loren geschüttet wird. Mit dem aus den seichten Flußstellen gewonnenen Erdreich werden Löcher im Ufer und in den Buchten ausgefüllt, so daß man auch hier im Schlußergebnis glatte Ufer erzielen wird. Selbstverständlich wird auch hier für die notwendige Befestigung gesorgt. So flechten zum Beispiel einige Mann aus dem Gestrüpp (das am Flußrand abgeholzt wurde), mit Hilfe von festem Draht kräftige Bänder, die dann in der regulären Wasserhöhe in die schrägen Uferflächen eingebaut werden. Darüber hinaus werden die korrigierten Ufer mit Rasenstücken belegt, so daß auch hier das Wasser festen Widerstand findet. Soweit es möglich ist, werden starke Biegungen des Flusses an den Ufern abgeflacht. An solchen Stellen wird zunächst durch Handarbeit von höheren Stellen des Ufers die Erde bis etwa auf die Höhe des Wasserspiegels abgetragen und dann der Bagger eingesetzt. Die Arbeit ist dabei auch für die kraftvolle Maschine nicht immer leicht, denn manchmal liegen uralte Baumwurzeln im Erdreich des Ufers fest und hemmen die Arbeit. 28lr;iiten der Fall gewesen fein mochte, vielmehr nirbies nur auf kleinerem Raum abgewandelt. Ge« mdnd) fließt das Wasser in den wenigen Geraden brnji1^ rascher und reißender in scharfen Kurven, an niaVQen Stellen rauscht und plätschert es ordent- li Linier und da gibt es hinter kurzen Kurven 3 Eitel — ganz, wie es die Natur ergibt. An man« dfa stellen trägt das Wasser Schlamm und Sand x lilmtiefen auf, während an anderen Teilen des Ulfa: Löcher gerissen werden. So bietet der Fluß- hlnfisin abwechselungsreiches Bild. Auf den Sand- u m) Schlammbänken baute sich Schilf an, das aller« liü ri'ildem Wassergeflügel zur Heimat wurde; m ff Le Buchten wuchsen üppige Wasserpflanzen, die bin: Uferbild bereichern. Für den Wanderer ist es miirliü, an solchen Teilen des Flusses entlang zu g;tk:tf für den Paddler ist die Lahn in ihrem na« tinfiegen Lauf ein Dorado, eine Quelle der feinen um) ftiUen Freude ... Ihr! Aber! Es ist hier so, wie überall: Was bih -inen die Eule, ist dem andern die Nachtigall! ißauer in der Nähe des Flusses zum Beispiel h|a tber die Art, in der sich das Wasser unbe- k innert durch das Tal bewegt, seine eigenen und cirk.en Gedanken, als der Wanderer und der Wiler. Die Lahn macht ihm fast Jahr für Jahr eiriun Kummer. Der stark gewundene Lauf der »Ni, insbesondere unterhalb von Marburg, ist £1* Ursache von Hochwässern, die oft das ganze i;u einem riesigen See machen. Selbstoerständ- ! ndet das Ackerland drunter. Der Ablauf des SKite-rs wird — das ist leicht verständlich — durch d» leien Windungen des Flusses stark behindert, s a^iß Hochwasser' die unausbleibliche Folge sein m3 i:r mußte der Mensch korrigierend eingreifen, b» :an so vielen anderen Stellen, wo die natür- Iifcn Verhältnisse in der Landschaft den Jnter- e ifli !der Menschen entgegenstehen, ihn benachteilige!-: mb er gar kme Eristenz gefährden So blieb bitenaud) im T a l der Lahn zwischen M a r- blsUjz und Gießen nichts anderes, au tun regulierungsabschnittes im Kreise Marburg trat wird die Schaffung dieses Durchstiches sehr begrüßen. Für die Uferbefestigungen sowie für die Befestigung des Dammes mußte viel Rasen abaestochen werden. Zum großen Teil ist der Rasen schon am Damm allen Möglichkeiten eines Wirtschaft Run-funkprogramm Frankfurt a.M. Berlin 6*6- » 'urs börse 20-8. 21 8- A.E.G. o 8 Banknoten. Berlin, 21 -Au -ust Berlin — Frankfurt O.HL 7 4 110,75 123 125 106,5 135,5 109,5 104,25 64,28 80,89 31,14 14,13 14,5 112,4 100 100,5 100,25 186 108 123,25 124,25 104 133,5 105,5 101,75 14,4 41 14,5 112,5 124 100 100,5 100,25 186,9 108 122,75 124,5 103,75 162 133 105,25 101,25 0,692 41,97 0,146 3,047 55,85 46,80 12,51 5,514 16,38 168,96 19,57 0,732 5,654 62,87 48,95 11,37 64,50 81,07 31,47 10,27 2,488 37,25 153,25 125 147 129 133 126,5 130 152,25 187 140 111,5 124 125,75 106,5 161,5 136 109,5 104,4 14,25 40,5 14,5 110,25 123 99 98 98,25 180 36,9 151,5 122,65 143,5 124,5 131,5 125 127,5 149,5 182,5 137 Licht und Kraft Felten & Guilleaume 14,13 14,65 110,5 122,25 99 98,5 99 180 ouenoa titre Brüssel.... iRio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork... O,69ii 42,05 i 0,1411 3,0551 55,91' 46,951 12,541 5,52«! 16.41! 169,301 19,6 0,734 5,666 62,991 49,05। 11,A 64,6g 81,2» 31-® 10,221 2,49*1 Sonntag, 23. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.45: Orgelmusik. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Gold oder Blut" von Otto Bangert. 10: . und unser Herrgott zürnt uns nicht, daß wir woll'n frei sein!" Morgenfeier aus dem Olympischen Lager 1936 der HI. 10.30: Chorgesang. 11.15: Südwestdeutsche Erzähler: Hans Jüngst: „Der Tod des Komödianten". 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Der Bolkssender ruft! 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Funkbericht von den deutschen Radmeisterschaften im Stadion zu Frankfurt a. M. 18.20: Ausländische Meister der Moderne. 19: Deutsches Volk auf deutscher Erde. „Frohe Fahrt über südwestdeutschem Land." Eine Funkfolge von Werner W. Knoeckel. 20: Sportbericht. 20.10: Wir spielen zum Tanz. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik. TUontag, 24. August: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: 64,5« 81,211 31,28 6,7 10,1 5,5 45 6,6 10,05 5,25 44,25 9,75 5,4 44,25 Gelt» 2,44 41,84 55,65 12,475 16,33 168,54 62,65 10 5,5 44,75 MI 42,001 55,87’ 12,51' 16,3 169,22! 62,911 Bekula 8 Elektr. Lieferungsgelelljchast ... 6 37,5 | 153 I 124,65 146,5 128,75 134,75 126,5 128,75 153 186,5 139,25 Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 105 Schulfunk: Kampf der Riesen und Zwerge. Unh! wie der Mensch beide bezwang. Ein MärckensM von Angelica von Bonin. 11: Hausfrau, hör M 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloß konzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendet zirk). 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme. Enrico Gw rufo; gestorben 2. August 1921. 15: Volk und ®irh schäft. Die neue Autoversicherung. 15.15: Kinderfuck Heute sprechen wir wieder über unser Gärtchen. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler M serer Zeit: Robert Hohlbaum. Zu seinem 50. burtstag (28. August). 17: Kammermusik. 17Jj Von Freiburg: Heilende Wasser im Schwarzwal^ 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: CD schöne Sommerzeit! Sommerlieder. 19.40: Der W funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10® Kammermusik. 21: Geleit durchs Leben. Ein W bild aus dem Leben des Wandsbecker Boten W thias Claudius. Von Willi Koch. 21.10: Zwischen Tag und Traum. 22: Nachrichten (auch aus oero Sendebezirk). 22.15: Der Volkssender 1936 tujnt 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24—2: musik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Wilhelm von Opel. 50JahreArbeit in der deutschen Wirtschaft. Dor 3 Monaten konnte Geheimer Kommerzienrat Dr. Ing. h. c. Wilhelm von Opel seinen 65. Geburtstag feiern, 65 Jahre — ein Leben, überreich an Arbeit. In voller Rüstigkeit blickt der Jubilar jetzt auf eine fünfzigjährige Tätigkeit im Wirtschaftsleben zurück. Arbeitsreich war schon die Jugend! Als Sechzehnjähriger stand Wilhelm von Opel im väterlichen Betrieb hinter Werkbank und Schraubstock, inmitten der großen Arbeiterfamilie. Der Besuch der Technischen Hochschule in Darmstadt und eine längere Tätigkeit als Arbeiter in großen Werken Nordamerikas ergänzten das Rüstzeug für seine Lebensaufgabe: das Werk des Vaters, Adam Opel, fortzuführen. Dessen Tod im Jahre 1895 bürdete dem erst Vierundzwanzigjährigen die Verantwortung auf, mit der Mutter und seinen Brüdern das zu einem Weltunternehmen sich entwickelnde väterliche Werk zu leiten. Nähmaschinen und Fahrräder umfaßte das damalige Fabrikationsprogramm, Erzeugnisse, die den Namen Opel bald über die Reichsgrenzen bekannt machten. Frühzeitig erkannten er und seine Brüder die gewaltige Zukunft des Automobils. 1898 ist das Geburtsjahr des Opel-„Motorwagens". In zielbewußter Arbeit, steter Verbesserung der Konstruktion und andauerndem Ausbau der Fabrikationsanlagen wurde der Fortschritt erzwungen. Ein schwerer Schlag — das große Schadenfeuer des Jahres 1911 — schien alle Arbeit vernichtet zu haben. Aus den Ruinen aber entstand die schon für Vorkriegsbegriffe modernste Automobilfabrik Deutschlands. Der Weltkrieg stellte den Jubilar vor neue schwere Aufgaben. Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten setzte er das Werk instand, trotz Rohstoff- knappheit und Mangel an Arbeitskräften den Kampf der Heimat erfolgreich für die Front zu führen. Sollten die Nachkriegsjahre mit der Besetzung durch die Feindmächte und dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands das Schicksal des Rüsselsheimer Werkes besiegeln? Mit nicht zu brechendem Glauben an den Aufstieg haben die Brüder Opel das väterliche Erbe schon vor dem Krieg zu hoher Blüte geführt, sie halfen auch über die Notzeit hinweg. Ein preiswerter und leistungsfähiger Gebrauchswagen war die Forderung der Zeit. Dieses Fahrzeug kam im Jahre 1924, es war der 4-PS.-Opel. Bald war er, dem der Volksmund den Namen „Laubfrosch" verlieh, der populärste deutsche Wagen. Der für damalige Verhältnisse unerhört niedrige Preis von 5250 Mark für die Limousine leitete eine Preisentwicklung ein, deren Abschluß heute noch nicht abzusehen ist. Der „Urenkel" dieses ersten deutschen Serienwagens kostet heute mit 1650 Mart weniger als ein Drittel seines Vorgängers des Jahres 1924. Mit dem Aufschwung der Motorisierung Deutschlands fanden die Fabrikationsgrundsätze des Hauses Opel — Herstellung großer Stückzahlen bei Beschränkung auf wenige Typen — ihre erneute Bestätigung. Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Produktion, und 1935 konnte das Rüsselsheimer Werk als derzeit größte Automobilfabrik des europäischen Kontinents erstmals über 102 000 Automobile Herstellen. Das Lebenswerk des Jubilars umfaßt das denkwürdige Stück Wirtschaftsgeschichte von der Zeit des Entstehens eines neuen Industriezweiges, der Automobil-Industrie in Deutschland, und schließt ab mit dem gewaltigen Pulsschlag des neuen Deutschland: der Motorisierung. Wenn Geheimrat Dr. Wilhelm von Opel als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Adam Opel AG. die Mission des Begründers des Unternehmens, das heute über 20 000 Menschen in den Werken Rüssels- Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff . O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Reichsbank ...... 12 Die Rückgänge vollzogen sich bet im allgemeinen nicht sehr großen Umsätzen. Flau lagen besonders Montanwerte, Klöckner verloren 5,25 v. H., Housch 4 v. H., Verein. Stahl und Mannesmann je 3,50 d. Sy, Buderus 3,75 d. Sy, Rheinstahl 2 o. H. und Harpener 1 vH. Von chemischen Werten ermäßigten sich IG. Farben auf 157,75 (160), Scheldeanstalt auf 269,50 bis 268,50 (271), Metallgesellschaft auf 123 (127,75) und Deutsche Erdöl auf 122 (123). Am Elektromarkt betrugen die Abschläge ziemlich gleichmäßig 2 bis 3 ü. Sy, Bekula minus 1 v. Sy, AEG. minus 0,50 v. Sy Sehr schwach lagen auch Zellstoffaktien, Waldhof 141,75 (146), Aschaffenburg minus 2,25 v. Sy, Feldmuhle 12650 (13150) Stark gedrückt waren außerdem (Sehr. Junghans mit 94 (99), Daimler mit 117,50 (122), ferner büßten BMW. 2,25 v.H., Deutscher Eisen- handel 3 v.H. und Muag 2 v.H. ein. Im einzelnen eröffneten Holzmann 4 v. H., Kunstseide AKU. 2,40 v. Sy, Westdeutsche Kaufhof 1,75 v. H. und Rheinmetall 2,50 d. Sy schwächer. Behauptet lagen lediglich Schiffahrtsaktien. Der Rentenmarkt lag sehr still, die Kurse lagen etwa behauptet, nur Altbesitz etwas schwacher mit ca. 112,75 (113,13). Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 123. Don Auslandsrenten notierten 4Vs v. Sy Defterr. Silberrente mit 2,80 (3), 4 v. Sy Mexikaner mit 9,50 (9,60) und 4 v. Sy Rumänen mit unverändert 5,50. Im Verlaufe herrschte starke Zuruckhaltung. Die Kurse am Aktienmarkt lagen nicht weiter schwächer, teilweise ergaben sich auf kleine Rückkäufe der Kundschaft und der Kulisse geringfügige Erholungen. Weiter etwas gedrückt lagen Westdeutsche Kaufhof mit 49,50 nach 50 und Otavi Minen mit 29,50 nach 30,90. Don erst später notierten Werten verloren Deutsche Linoleum 2,50 v. H., Felten 4 v.H. und AG. für Verkehrswesen 2,65. Der Kassamarkt lag ebenfalls überwiegend schwächer, Frankfurter Bank 103,50 (106). Am variablen Rentenmarkt kamen Altbesitz mit 112,65 zur Notiz, zertif. Dollar-Bonds bröckelten 0,50 v.H. ab, auch Zinsvergütungsscheine und späte Schulbuchforderungen lagen nur knapp gehalten, Kommunal-Umschuldung unverändert 88. Der Pfandbriefmarkt brachte kaum Veränderungen, auch Stadtanleihen konnten sich überwiegend voll behaupten. Von Auslandsrenten lagen Ungarn und Mexikaner etwas schwächer, auch in den in letzter Zeit gestiegenen österr-ungar. Vorkriegsrenten zeigte sich Angebot. Quoten zu früheren österreichischen Eisenbahnanleihen lagen gleichfalls schwächer. Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tages- gelt unverändert 2,75 v. Sy Abendbörse beruhigt. Die Abendbörse zeigte sich nach den starken Abschwächungen von heute mittag etwas beruhigt, zumal nur noch kleines Angebot vorlag, das von der Börse ausgenommen wurde. Darüber hinaus bestand etwas Nachfrage seitens der Arbitrage, so daß gegen die Berliner Schlußkurse Besserungen von 0,5—1 v. Sy eintraten. Don wirtschaftlichen Momenten fanden die Ausführungen auf der a. o. HD. der AEG. sowie der Geschäftsbericht der C. A. Lorenz AG. Beachtung. Der Rentenmarkt lag still und erfuhr keine bedeutsamen Veränderungen; zertif. Dollar-Preußen wurden mit 67,75 in kleinen Posten umgesetzt. U. a. notierten: Mannh. Altbesitz 114,50, 5proz. Eisenbahn-Rentendank 94,75, 4proz. Rumänen 5,25, Akkumulatoren 198, Aku 59,75, AEG. 36,65, Aschaffenburger Zellstoff 114, Bekula 151,50, Buderus 108, Cement Heidelberg E 141, Daimler 119,25, Deutsche Erdöl 123,25, Scheideanstalt 269, Deutscher Eisenhandel 129,25, Licht & Kraft 143,50, •2lmenlani|d)e Utoien Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ... Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwer iche Noten Schweizer Noten......... ....... Spanische Noten Ungarische Noten Rechnung von Unternehmern oberhalb von Gießen in der Lahn nach Sand und Kies graben, stehen indirekt auch im Dienste der Lahnkanalisierung. In der Nähe und unmittelbar an der Wißmarer Brücke wurden mit diesen Baggern Uferkorrekturen vorgenommen, die einen Beitrag zur Lahnkanalisierung darstellen, wenngleich sie keine endgültige Bereinigung sein können. Zu berücksichtigen ist bei einem Vergleich Zwischen den Aufgabengebieten für Marburg und Gießen auf dem Gebiete der Lahnkanalisierung, daß für die Marburger Gegend diese Maßnahmen erheblich dringlicher waren, als für den Kreis Gießen. In der Nähe der Stadt Marburg und auch weiter flußabwärts wies die Lahn erheblich mehr und schärfere Krümmungen auf, als es im Kreisgebiet Gießen der Fall ist. als sie ist. Morgens um vier Uhr nehmen die Männer der ersten Schicht die Spaten in die Hand zu einem achtstündigen Schaffen. Und während die erste Schicht um die Mittagsstunde „Feierabend" macht, tritt die Belegschaft der zweiten Schicht an. Ende Oktober hofft man mit diesem Abschnitt der Kanalisierungsarbeit fertig zu werden. Für den Bezirk Marburg bleiben, wenn das Vorhaben bei ©iffelberg beendet ist, nur noch zwei Abschnitte zur Kanalisierung übrig. Gegenüber der energisch angegriffenen Arbeit an der Lahn im Abschnitt des Kreises Marburg, haben die Arbeiten im Bezirk des Kreises Gießen bisher weniger starke Fortschritte gemacht. Nach der Schaffung des Durchstichs unterhalb des Schlachthofes in Gießen geschah in der Zwischenzeit nicht sehr viel. Lediglich die Bagger, die auf Datum 4% oeegi. Senk n 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 214% Anatolier .............. Schluß!. Mittag- börse 21.8. Schluß« fürs 20.8. IG. Farben 158,75, Gesfürel 131, Harpenq 124,25, Hoesch 104, Holzmann 121,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a.M., 21.Aug. Am Gemüse« markt blieb das Angebot überreichlich, besonder, von Bohnen, Gurken, Karotten und Kohlgemüse. Nachfrage unbefriedigend. Preise für Blumenkohl, Bohnen, Gurken und Tomaten gefallen, im übrigen unverändert. In Bohnen, Gurken und Kohlgemüsei, verblieben erhebliche Ueberstände. U. a. notierten^ Blumenkohl I 35 bis 45, II 20 bis 30, III 10 bis 18 Bohnen: Busch 5 bis 7, Stangen 10 bis 12, Wach, 10 bis 14, Pfälzer 5 bis 6, Erbsen: Sack 13 bis 15„ Gärtner 20 bis 25, Eskarol 3 bis 7, Gewürze! gL Bdl. 20 bis 40, Salatgurken 8 bis 10, Einmach« gurken 100 St. Essig 0,50 bis 0,80, Salz 0,90 bis 1,20, Karotten 4 dis 5, Kartoffeln, gelbe, rund 3,401 bis 3,50, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 3 bis 10„ Petersilie 20 bis 25, Pilze (Pfifferlinge) 24 bis 25„ Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 3 bis 10, Römischkohl 4. bis 5, Roterüben 4 bis 6, Rotkraut 3 bis 5, Gelle-, rie St. 5 bis 20, Spinat: Blätter 10 bis 12, 5ßur. zel 10 bis 13, Tomaten 15 bis 22, Weißkraut 2% bis 4, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln: Gärtner, Wß„ und Sachsen 5 bis 5%. Obst - und Südfrüchte: Angebot DOn Aepfeln, Birnen und Zwetschen gut, von Mirabellen nachlassend. Nachfrage allgemein schleppend, nur nach schönen Pfirsichen gut. Preise durchweg rüd- läufig. Starkes ausL Traubenangebot, Preis, schwach, Absatz flott. U. a. notierten: Aepfel 15 bi; 22, Alexander 15 bis 18, Kochäpfel 9 bis 10, Fall 4 bis 5, Gravensteiner 27 bis 32 ital., Bananen,. 12^-lcg-Kiste netto Kamerun I 6,00, II 4,00, Westindische 6,50, Brasil. 4,00, Tafelbirnen I 20 bis 25, II 14 bis 18. Kochbirnen 8 bis 10, Klapps I 20 bi- 22, II 15 bis 18, Dr. Gyoth I 20 bis 25, II 16 bi; 18, Brombeeren 23 bis 25, Mirabellen 1] bis 24, Pfirsiche 25 bis 35, ital. 35 bis 45, Pflaumen 15 bis 16, Preißelbeeren 22 bis 30, Reineklauden. 12 bis 16, Trauben ital. 17 bis 22 brutto, Zrveh schen 12 bis 15, Eier-Zwetschen 15 bis 17. Frankfurter Vuttergrotzmarkt. Frankfurt a. M., 21. Aug. Der Buttermarkl! war rege. Wenn auch die Erzeugung in unserem Gebiet der Jahreszeit entsprechend weiter leicht ad" nahm, so konnte doch durch die Zuteilungen bcr: Hauptvereinigung der Deutschen Milchwirtschaft diu von den Großverteilern angeforderten Mengen gt* liefert und die Verbraucher voll befriedigt werden.. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm freü Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an Derr Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Fein« Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkerei- butter 140 bis 142, Landbutter 125. Holländisch« Butter 148. An den Fettmärkten blieb die Lac« weiterhin unverändert. Margarine A 97, B Ä,i C 56. Deutsches Schmalz 100. Frankfurter Eiergrotzmarkt. Frankfurt a. M., 21. Aug. Auf dem (Fier? markt ist im Gegensatz zur seitherigen Knappheit jetzt volle Bedarfsdeckung möglich, nachdem unsi'' Gebiet ausreichende Zuteilungen erhalten hat, bw überwiegend aus Kühlhausbeständen, zum Teil aiM dänischer und bulgarischer Frischware und zu einer kleinen Teil aus deutschen Frischeiern, hauptsächliti von Hannover und etwas aus Bayern, ftammer. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfm am Main (Großhandelsverkaufspreise an den Kleiin handel): Deutsche Markeneier S 12 Vs bis 13, A 11V bis 12, B 10V-, bis 11, C 10 bis 10*A, D 9 bis 9Vii Dänen S 12V4, A IVA, B 10’A. Flandern S 12% I A IVA, B 1OV4. Holländer (Kühlhaus) B 10. Buderus < Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2/2 Hoejch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............... k Ille Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ............... 8 Mannesmann-Röhreu 3 21 .August Amtliche Notierung GeldsSriü, heim und Brandenburg Arbeit und Verdienst gibt, ortführt und das seltene Fest des fünfzigjährigen Arbeitsjubiläums feiert, so kann auch die deutsche Wirtschaft den Jubilar als einen ihrer bahnbrechenden und erfolgreichen Führer beglückwünschen. Juli-Bilanzen im Zeichen der Reichsanleihe. Es war zu erwarten, daß die im Juli erfolgte Begebung der großen Konsolidierungs-Anleihe des Reichs den anhaltenden Einlageanstieg bei den Banken, wie er in den Vormonaten zu verzeichnen war, unterbrechen würde. Denn natürlich konnte die Uebernahme der Anleihe-Stücke teilweise nicht ohne Rückgriffe auf die bei den Banken unterhaltenen Guthaben erfolgen. Wie reibungslos sich diese Finanzierungs-Vorgänge abgewickelt haben, machen die Juli-Bilanzen im vollen Umfange deutlich. Die Einlagen-Ab- züge, die sich z. B. bei den Berliner Großbanken auf 150 Millionen belaufen, konnten mühelos aus den Mitteln finanziert werden, die den Banken durch fällige Wechsel und Schatzanweisungen zuflos- sen. Besonders bemerkenswert ist, daß dabei der Geldbedarf der Wirtschaft in keiner Weise zu kurz kam. So verzeichnen die Berliner Großbanken eine Gesamt-Zunahme ihrer Wechsel-Bestände und einen gegenüber den Vormonaten nur noch geringfügigen Rückgang ihrer Kontokorrent-Ausleihen. Die Finanzierung der Anleihe-Zeichnungen war demnach den Banken ohne Vernachlässigung des legitimen Kreditbedarfs der Wirtschaft möglich. Der deutsche Bergbau im Juli. Fwd. Im Juli war die Förderung des Steinkohlenbergbaus, gemessen am arbeitstäglichen Ergebnis, um 1,8 v. Sy geringer als im Vormonat, lag damit aber immerhin noch um 11,6 v. Sy über der des gleichen Monats im Vorjahr. Die Gefolgschaft konnte etwas vergrößert werden. Die Lagerbestände zeigten keine Abnahme. — Die Gesamtförderung Januar-Juli war um 9,8 d. Sy höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Braunkohlengewinnung war rückläufig. An Rohbraunkohlen wurden arbeitstäglich 5,2 v. H. weniger gewonnen, an Preßkohlen 8,8 v. Sy weniger. Der Rückgang traf hauptsächlich das westelbische Revier, das vstelbische Revier verzeichnet sogar eine kleine Steigerung. Die Braunkohlengewinnung Januar-Juli übertraf die des Vorjahres um 10,3 ö. Sy Durchschnittsgewichte für Roggen. Fwd. Der Getreidewirtschaftsverband Hessen und Nassau teilt mit, daß auf Grund einer Anordnung der Hauptversammlung der deutschen Getreidewirtschaft vom 12. August 1936 das durchschnittliche Eigengewicht für inländischen Roggen der Ernte 1936 in Abänderung der vorläufigen Festsetzung in Abschnitt A Nr. 2 (Beschaffenheit des Getreides) der Anordnung vom 11. Juli 1936 für das Gebiet aller Getreidewirtschaftsverbände, mit Ausnahme des Getreidewirtschaftsverbandes Bayern, auf 69/71 Kilogramm je Hektoliter festgesetzt ist. Diese Festsetzung gilt für alle Verträge, die hinsichtlich der Lieferung noch nicht erfüllt sind. Nbein-Mainische Börse. Mllagsbörse: Aktien sehr schwach. F r a n k f u r t a. M., 21. Aug. Die Börse eröffnete am Aktienmarkt in ausgesprochen matter Haltung. Durchschnittlich ließen die Kurse 2 bis 3 d. Sy nach; eine große Zahl von Spezialpapieren erlitten darüber hinaus Einbußen bis zu 5 v. H. Sehr schwach lagen Reichsbank mit 177,50 (186). Den Abgaben des Publikums und der Börse stand keine Aufnahme gegenüber. Erft später zeigte sich auf der stark ermäßigten Basis etwas Kaufneigung, so daß die Abschwächungen zum Stillstand kamen. 36,65 151,5 123 143,5 125 131 127 149,75 183,5 136,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske., 8 LahmeyerLEo.............. 7 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börft Schluß- turs Schlußk. Mittag- börse Datum 20.8. 21 -8- 20.8. 21 .8- Mansselder Bergbau....... 6N. 150 144 150 144,5 Kokswerke................ . 6 — — 127,4 124 Rheinische Braunkohlen .... Ryetnstahl ................ 12 . 4 134 215,5 132 216,25 134,65 215,75 131 Vereinigte Stahlwerke...... BVi 105,5 102,9 105,9 102,13 Otavi Minen ............. . U — 29,75 31,75 29,75 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 119 116,5 119 116,75 Kaliwerke Westeregeln...... . b 115 115 115,5 115,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy» — 174 172 I. G. Farben-Industrte..... .. 7 160 158,75 160,65 158,13 Scheideanstalt............. .. 9 271 269 — — Goldschmidt .............. .. 6 110,5 109 110 108,5 Rütgerswcrke............. .. 6 128 124,25 127 123,25 Metällgesellschaft........... .. 5 127,75 124 128 123 Philipp Holz mann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 124,5 121,5 124,75 121 .. 7 143 141 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 154 155 Schultheis Pahenhofer ..... .. 4 _ _ 106,65 104, E Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 62,4 59,75 61,75 60,25 Bemberg................. .. 6 83,5 82 82,75 81,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 146 143 146 142,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 117,5 114 118 114 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 106,5 105 Daimler Motoren.......... .. O 122 119,25 122,75 118,5 Deutsche Linoleum .... .... .. 8 166 164 165,65 163,5 Orenstein & Koppel ........ .. O — 82,75 81 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 51,75 50,5 52 50 Chade .................... .. $ 386,5 398.5 386,5 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 198 200 198 75 Eontt-Gummt............. . 11 172,65 170,5 172,25 170 Grttzner.................. .. 0 1 34,13 | 32,25 1 34 32 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 93 93 Süddeutscher Zucker ....... . IC 1 211 I 207 1 211 210 Franksurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20-8. 21.8- 20-8- 21-8. 6% Deursche Relchsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 97,9 97,9 97,9 5/i% Doung-Anlethe von 1930 .. 102,5 102,5 —- 102,5 Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Ausloj.-Rechten ............ 113,13 112,75 113,25 112,9 4%% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 100 100,13 100 100,13 4/z% ehem. 8% Hessischer Dolks- itaat 1929 (rückzahib. 102%) ... 98,75 98,75 — 98,5 4/»% ehem. 8% Hessische Landes dank Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 _ 6/2% ehem. 4/i% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiqu. 101,3 101 — — 4/«% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.GoldschuIdverschr. R-6 93,75 93,75 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ 125,25 125,75 _ — Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 120 120 120,25 120,25 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 _ — 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 101 101 _ 6/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. ... 101 101,13 101,4 101,13 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfank briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4/i% ehem. 7% Pr. LandeSpsand brictanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 4% Oesterretchtsche Goldrenle... — — 30,25 30 4,20% Oesterretchische Silberrente 3 2,8 2,95 2,9 4% Ungarische Goldrente....... 9 8,9 8,95 8,85 4% Ungnriiche Staatsrente v. 1910 8,5 8,35 8,4 8,3 4/i% deögl. von 1913......... 6% abgest. Goldmexikaner von 98 8,75 8,5 8,6 13,8 8,45 13,9 13,75 13,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I................... — 8,9 9 20-August Amtliche Notierung Geld Brief 0,691 0,695 41,99 42,07 0,146 0,148 3,047 3,053 55,90 56,02 46,80 46,90 12,52 12,55 5,519 5,531 16,375 16,415 168,90 169,24 19,57 19,61 0,732 0,734 5,654 5,666 62,92 63,04 48,95 49,05 11,375 11,395 64,55 64,67 81,05 81,21 31,47 31,53 10,27 10,29 — —— 2,488 2,492 grohmarkk. Slug. Auf dm i seitherigen M: löglich, nachdem. igen erhallen k ständen, zuni!ei ischware und zu r rischeiern, hauplsc. us Bayern, stör' Stück frei fro; Fspreife an bnl > 12V< bis 13, .1: s IO'/«, D 9k U. WS er 10 bis i1) in* Gartner, \ 'm Ml ?ut, von Nist M-p« ^rchivi: Jb Angebot, i erten: Aepfel *QPfeI 9 bis V 1 J:oo, n 4,oo elbirnen 120 k O'KlappsI-' 20 bis 25, n 25, Mirabell-- • öS bis 45, M- I5 K Reines bis 22 brutto n 15 bis 17.' 'großmarkt, lug- Der Butte Zeugung in L hend weiter lr. die Zuteilun« sn Milchwirtsce forberten Mee: 'Oll befriedigt »- 50 Kilogrop- -verkaufsprchi- kenbutter 148/ ' Deutsche littet 125. jjofc irkten blieb di-. garine A 97, E 121,50. B'faütn|“H' be' »■’S : 6« lh{; h^| ;t FruhM^^ sen und W lang. Ein W 11: haussrau, £ )ozialdienst. 17/ iuch aus dm -- II. 14: Nahe ■ Stimme- 6niic 121.15: rung. 15.15: M über unjet »r 16.45: $* m. 3" W «»rnmerrf aff« im„6d) ? buntes Sonjett ■fieber. E Mrütaebrnffl" W SG Nacht. M. 3.047 55»g 46,80 2,51 । MH | 18Z 168- 19.5' 0,732 ! S.6Z ■ 62. 48»g 11,31 64-58 81. i ,4, fr | 2,488 ’ 195 07 48 >53 ,02 ,90 ,55 531 415 ,24 ,61 734 666 ,04 ,05 395 ,67 ,21 ,53 ,29 492 Wandern und Reisen. Galerie der Reisegefährten. XSon Zulius Kreis. Reisen in Gesellschaft, wenn auch nur eines Geehrten, macht immer ein bißchen kribbelig. Man lt in der Fremde um eine Spur reizbarer als aheim, die Fülle neuer Eindrücke laßt die Nerven empfindlicher werden, man spürt am Gegenüber Nuancen, die sonst in der gewohnten Umgebung ar nicht Beachtung finden, ja manchmal ist es rfjon Dorgefommen, daß sich sonst gute Bekannte Zusagen „auseinandergereist" haben. Natürlich ist mmer der „andere" daran schuld. Und weil wir Llbst für den andern auch der andere sind, drum mögen wir bei den nachfolgenden Porträts selbst iin bißchen an die Brust klopfen, wenn wir da und ort die Züge unserer Reisegefährten wiederfinden. Jnö nun die kleine Galerie der Reisegenossen. Da ist der Begleiter, der alles ver - essen hat. Nein, nicht aus schnöder Gewinn- ucht, aus Eigennutz, Nassauerei oder Schnorrerei. Lolche Reisegenossen haben wir gar nicht. Er hat Ilies aus Schlamperei, aus Leichtsinn vergessen. Mas geht beim Taschenmesser an. Ach bitte, leihen Sie mir doch mal Ihres. Ich muß meines am gahnhof verloren haben. Dann: Haben Sie Feuer? ,ch hab' natürlich wieder vergessen... Hören, Sie, Kirf ich mal eine Zigarre bei Ihnen schnorren-, nein Kistchen liegt unten im Koffer. Haben Sie üelleicht zufällig eine alte Zeitung einstecken? Eine I Sicherheitsnadel hätten Sie wohl nicht dabei? Kön- en Sie mal die paar Groschen für den Träger mslegen, ich habe nur diesen großen Schein. Frühmorgens: Entschuldigen Sie, lieber Freund, jarf ich mal Ihre Seife benützen? Ich weiß nicht, no sich die meinige, dieses Aas, herumtreibt. Don- lerroetter ist diese Rasierklinge stumpf. Hätten Sie ächt eine übrige, die Sie entbehren können? Da haben wir die Bescherung! Abgerissen! Na- Urlich keine Schuhlitze! Es wäre reizend, wenn Sie nir aushelfen könnten! Eine Aspirintablette haben wie wohl nicht dabei? Schreckliches Kopfweh! So - danke! Ich habe das oft am Morgen. Aspirin ülft immer! Menn Sie vielleicht einen übrigen Kofferriemen iiätten...? Nicht wahr, ich darf ein bißchen was von Ihrer »onnenbranbfalbe nehmen Jetzt wäre eine Zigarette ein Labsal, oh, vielen .Dank! Und so durch hundert Stationen hindurch. Er ist onft reizend, unser Reisegefährte, großzügig, gar licht eng. Aber wir sind die ganze Reise über, sein Kammerdiener, sein Reservefonds. Wir haben oft ine leise Wut auf unfern Herrn „Hätten Sie vielleicht..." Dann gibt's einen Reisegefährten, den Herrn: Wei uns zu Hause ..." Ob wir mit ihm auf inem Gletscher stehen oder am Meeresstrand, ob inir ein Wienerschnitzel essen ober eine Mittelrneer- nschsuppe, vor dem Kolosseum in Rom und im .Krater in Wien, im Tiroler Bauernwirtshaus und m Hamburger Hotel, vor der Mona Lisa im jouore und im Luna-Park in Berlin — immer ist -in erstes Wort: Bei uns zu Hause. Er nimmt es :oie einen Klapp-Maßstab aus der Tasche und mißt /des Ob» und Subjekt damit ab. Verwandt mit ihm ist der Herr „Sehr mäßig", /äs Essen auf jeder Redeflation sehr mäßig, der Dein ist sehr mäßig, die Frauen hier sind sehr iäßig, die Landschaft, das Wetter, die Aussicht, lie Bahnverbindungen, die Betten, alles ist sehr mäßig. Dann ist au nennen der Herr: „Dortgewesen oe i n". Er schenkt seinem Reisehandbuch gar nichts, r muß alles sehen, überall „dort gewesen sein". [I ii’ein noch so obskures Denkmal, kein Stadtmuseum, 'eine Burg, keine Kapelle, kein Kloster und kein '.lussichtsturm, den er nicht „mitnimmt". Er schleppt Ms auf steile Hügel und in tiefe Schächte, durch Sonnenbrand und Museumsstaub und legt sich erst »friedigt schlafen, wenn er alles in feinem Reise- aibrer als „erledigt durchgestrichen hat. Sein Verwandter ist der Herr „Hören Sie -n a l" und „S i e m ü s s e n w i s s e n". Er geht als sandelndes Lexikon neben uns, und an jedem Tag !$r Reise ist uns wie in der Schulstube zumute, neo wir Namen, Daten, Jahreszahlen lernen. Wir hnb abends heilfroh, wenn er uns nach dem Essen - 'cht ins Examen nimmt und wir davor bewahrt t leiden, das Pensum bis zum nächsten Morgen fünfmal abschreiben zu müssen. Der Herr „E i n g e f p a r t" ist selig über ein Stückchen Zucker, das er morgens erübrigt, über In3 Zimmer, das nach der Brandmauer zu liegt, Infür aber eine Mark weniger kostet, über das i (ütnckchen Rostbraten, das er sich vom Mittagsmahl j.ir ein Vesper aufheben kann und über das ein» c?fparte Zehner! auf 00. Dann ist noch der Enthusiastische, der nur in Superlativen schwelgt, jeden Bach wunder- frir, jeden Hügel unvergleichlich, alles was da keucht md fleucht entzückend, herzig, goldig, süß, bezau- t-rnb, ideal findet. Dieser Reisegefährte ift meist üblichen Geschlechts und mit ihm sei die Galerie t ir Reisegefährten geschlossen: denn hier beim blben Gegenüber fingen erst die eigentlichen Schwierigkeiten an. (Solf als Rurübunfl. RDD. Der „Große Golfpreis der Nationen", der uiter starker internationaler Beteiligung vom 26. k-s 27. August in Baden-Baden ausgetragen riirb, lenkt die Aufmerksamkeit auf ein schönes Ibafenfpiel, das in deutschen Heilbädern vielfach richt nur als Sport, sondern auch als regelrechte Surübung betrieben wird. B a d E m s an der Lahn führte z.B. 1935 das Golfspiel als ausgesprochene fii urübung für Asthmatiker ein Sem Qulfplatj mit 280 Morgen Fläche, der größte des europäischen Festlandes, liegt 370 Meter hoch inmitten eines vielgestaltigen Waldparkgeländes auf bm Höhen des Westerwaldes. Das „Spiel im torün" und das Heilklima von Bad Ems haben r«ch Ansicht maßgeblicher Aerzte über die Bade-, -link- und Inhalationskuren hinaus große Wir- kumg auf alle in Ems zur Heilung gelangenden Blankheiten. Ueberöies dient der 18-Löcherplatz, der ! Ateisterschaftsplatz Deutschlands, vielen Ausländer^ k;e nicht zur Kur kommen, als täglicher Tummel- ^cltz. Bad Wildungen, das Weltbad für Sllafe und Niere führte in diesem Jahre Golf als Trübung ein; ebenfalls unter ärztlicher Kontrolle vnb nach ärztlicher Verordnung. Die Nierensteine lAen durch das Golfspiel in ähnlicher Weise zum klaffen der Niere angeregt werden, wie dies 1 b:im (bisher als Kurübung gebräuchlichen) Reiten wer dem Herabhüpfen vom steilen, weglosen Hang b.;5 Homberges geschieht. Wie in Wildungen, so fielen auch in Bad Salzbrunn in Schlesien litt langem viele Ausländer auf dem landschaftlich reizvoll liegenden Golfplatz. Weitere deutsche Heilbäder, in denen Golf eine Rolle spielt, sind Bad Homburg, Wiesbaden und Baden- Baden. Der kleine Homburger Golfplatz hat die berühmten Homburger Goldpokale als Preise; sie stammen aus jener Zeit, als dieser älteste Golfplatz Deutschlands (1891 angelegt) einem Golfklub offenftanö, der 3000 Mitglieder zählte. Präsidenten dieses Klubs waren englische Herzöge. Der starke Aufschwung, den der Golfsport in den letzten Jahren genommen hat, ließ die Zahl der Golfplätze in Deutschland auf 53 steigen. Elf davon befinden sich in bekannten deutschen Heilbädern: außer den genannten noch in Nauheim, Aachen, Eilsen, Kissingen und Weißer Hirsch bei Dresden. Weitere elf Golfplätze gehören zu deutschen Kurorten und Seebädern: m Freudenstadt (Schwarzwald), in Oberhof (Thüringen), Garmisch-Partenkirchen, in Heiligendamm, auf Norderney und Föhss u. a. findet man sie. Wanderfahrten. Gießen — Fernewald — Oppenrod — Grohen-Buseck — Gießen. Bei der Universitätsbibliothek beginnen die blauen Punkte, die vorerst unser Führungszeichen bilden. Wir gehen den Schreiberweg und das „Niz^a" entlang durch den Stadtwald auf dem Alten Steinbacher Weg bis zum Ausgang des Waldes. Hier wenden wir uns links, überschreiten bald darauf die Landstraße nach Lich und gelangen in den Fernewald, ein durch seine geruhsame und friedliche Stille sich auszeichnender Walddistrikt. Nach geraumer Zeit genußreichen Wanderns weist uns eine Tafel nach rechts. Wir verlassen den Wald und auch die Zeichen und gehen zur Rast nach Oppenrod. Von hier schlagen wir den Weg nach Grohen-Buseck ein, überschreiten in der Nähe der Leppermühle die Grünberger Straße und erreichen bald darauf das stattliche Dorf. Wenn wir nicht vorziehen, von hier aus die Bahn zur Heimfahrt zu benutzen, wandern wir die Straße über Rödgen und am Flughafengelände vorüber zur Stadt zurück. Dauer der Wanderung 4% Stunden. Schotten—Rudingshain—horst—hoherodskopf— herchenhainer höhe—harlmannshain. Zu dieser Wanderung lösen wir zweckmäßig Sonn» tagskarte Schotten—Gedern zurück. Von Schotten benutzen wir rote Kreuze, die uns das Niddatal aufwärts nach Rudingshain bringen. Der stattlichen Schule gegenüber führt uns ein kurzer, aber kräftiger Anstieg hinauf zur Ruine Horst, einer gewaltigen Basaltsteingruppe mit Resten ehemaliger Befestigung. Teils durch den prächtigen Oberwald, teils über blumige Triften, unterwegs öfters Ausblicke in die Täler und nach den umliegenden Bergen: Gackerstein, Bilstein, Hoherodskopf mit den Klubhäusern genießend, führt uns das Zeichen am Hüttenborn, später am Landgrafenborn vorbei über die, durch ihre seltene Flora bekannte Breungeshainer Heide zum Hohe- rodskopf. (Im Klubhaus gute Einkehr.) Don hier benutzen wir das rot-weiße Band, das uns zunächst zum Taufstein, von dessen Bismarckturm man eine weite Rundschau hat, sodann abwechselnd durch Wald und über Wiesen, an der Lauterbacher Hütte vorüber, hinauf zum Gefallenendenkmal auf der Her- chenhainer Höhe bringt. Auf unserem Abstieg zum Vater-Bender-Heim, wo Erfrischungen zu haben sind, bietet sich uns eine überraschend schöne Fernsicht. In kurzer Zeit erreichen wir über Herchenhain unser Endziel Hartmannshain. Von hier bis Gedern nachlösen. Wanderzeit SVa Stunden. Aus aller Wett. Erfolg eines deutschen Films in Venedig Auf der Internationalen Filmkunstschau in Venedig errang der deutsche Ufafilm „Verräte r", der unter der Spielleitung von Karl Ritter, dem Regisseur des „Hitlerjungen Quex", entstanden ist, einen starken Erfolg. Mit diesem Film, dessen Handlung aus der Welt der Spionage eine ununterbrochene Reihe von spannenden Geschehnissen darstellt, hat die deutsche Lichtspielkunst ein bemerkenswertes Werk geschaffen. Die Handlung erreicht durch den Einsatz ungewöhnlicher technischer Mittel Höhepunkte, die der Tonfilm bis jetzt kaum zu bieten imstande war. Die Aufnahmen von Flugzeugen neuester Bauart, von Panzerwagenabteilungen im Manöver, von Maschinenanlagen in vollem Betrieb sind von bezwin- aenber Großartigkeit. Spielleitung und Photographie haben die vielseitigen Möglichkeiten meisterhaft auszuwerten verstanden. Die Darsteller erfüllten mit größtem Geschick ihre Aufgabe. Bis in die kleinen Einzeltypen war alles prachtvoll durchgezeichnet. Interessant war die Aufführung eines indischen Films der Prabhat- Filmproduktion mit dem Titel „U n st e r b 1 i ch e Flamme", weil er einen wertvollen Aufschluß über den völlig anders gearteten Geschmack gab, auf den der überseeische Film zugeschnitten ist. Der Film mit einer abenteuerlichen Handlung greift oft zu einem großen Aufwand an Mitteln, fällt aber stellenweise in äußerst primitive Formen, die an die Frühzeit des stummen Films gemahnen. — Mit großem Beifall wurde auch der in Deutschland unter dem Titel „Die klugen Frauen" bereits bekannte französische Film „Heroische Kirmes" ausgenommen, ein launiges, satirisches Spiel in einem flämischen Milieu, reich an Einfällen, hübschen Motiven und geistvollen komischen Szenen. Kleines Kind erstickt. In Trier legte eine Frau ihr neun Monate altes Kind abends schlafen. Als sie etwas später nach dem Kinde sehen wollte, fand sie es tot vor. Es hatte in der Zwischenzeit mit seinem kleinen Händchen die Decke über sein Gesicht gezogen und so den Erstickungstod erlitten. Lebenslängliches Zuchthaus. Gegen den 36jährigen Erwin Röder, der am 2. Mai 1920 seinen Vater, den 47 Jahre alten Zigarrenhändler Pkax Röder, in Mahlsdorf umgeb r a ch t hat, wurde folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte ist des Totschlages an feinem Vater schuldig und wird deshalb z u lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Verlust der Ehrenrechte verurteilt. Zwei deutsche Bergsteiger auf dem Eiger vermißt. Am 15. August wurden zwei deutsche Bergsteiger beim Aufstieg über den stark zerrissenen Eiger- gletscher beobachtet. Diese Strecke wird sehr selten begangen. Jrn Einvernehmen mit der Deutschen Gesandtschaft in Bern ist eine Suchmannschaft über das Obere Mönchjoch bis zum nördlichen Eigerjoch gestiegen. Sie konnte die Spuren der Vermißten über den Eigergletscher hinaus bis zum Großen Gendarmen verfolgen. Beim Uebergang von dem einen Gendarmen zum anderen Gendarmen sind die Touristen wahrscheinlich Zuchthausstrafe für ehemaligen Franziskanerbruder. Koblenz, 21. Aug. (DNB.) In her Reihe der angeklagten Franziskanerbrüder von Waldbreitbach tand als 3 5. Angeklagter der 1908 in Bonn am Rhein geborene Joseph Werner, der frühere Franziskanerbruder Gratian vor der Großen Strafkammer in Koblenz. Der Angeklagte wurde beschuldigt, in den Jahren 1932 und 1933 mit dem Bruder Alexander widernatürliche Unzucht getrieben und in mehreren Fällen mit einem minder- übrigen Anstaltszögling unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Nach seinem Vorleben befragt, erklärte der Angeklagte, daß er erst mit 19 Jahren, nachdem er arbeitslos geworden war, auf Wunsch feiner Mutter ins Kloster gegangen sei. Als völlig unschuldiger Mensch sei er in die Genossenschaft der Franziskaner eingetreten. Der Bruder Novizenmeister habe die jugendlichen Klosterinsassen wohl in gewissen Dingen aufgeklärt und auf geschlechtliche Verirrungen aufmerksam gemacht, doch hätten die Brüder nach der Unterrichtsstunde zweideutige Witze darüber gemacht und schließlich habe er auck gemerkt, was eigentlich los war. Damals habe er sich keiner Verfehlungen schuldig gemacht. 1932 befand sich der Angeklagte in einer Klosterniederlassung in Duisburg und nun folgte ein ebenso trauriger wie abstoßender Lebensabschnitt. Der Angeklagte kam nach Waldbreitbach, um dort zehn Tage lang Exerzitien mit™» machen. Gleich am nächsten Tage näherte sich ihm der Bruder Alexander und verführte ihn. Fast während der ganzen Exerzitienzeit hat er sich mit dem Verführer eingelassen und Unzucht getrieben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich denn gar keine Gedanken gemacht habe, erklärte er, in der Zwischenzeit hätten sie doch religiöse Pflichtübungen machen müssen. Der Angeklagte muß sich sagen lassen, daß er die denkbar schlechteste Auffassung von seinem Beruf gehabt habe. Im Jahre 1933 war der Angeklagte in Linz. Hier hatte er als stellvertretender Abteilungsleiter einen Saal mit etwa 25 Anstaltszög- l i n g e n zu beaufsichtigen. Er verführte einen 16jährigen Zögling, der sein Zimmer zu reinigen hatte, auf die gemeinste Weise. Als einzige Erklärung für sein schmutziges Verhalten hat er die Ant- wort: „Ich bin mir damals der Tragweite meiner Handlungen nicht bewußt gewesen." Bei seiner weiteren Vernehmung gibt der Angeklagte an, daß er im September 1933 aus der Genossenschaft ausgetreten fei. Er bekam eine Zivilanstellung als Krankenpfleger und suchte sich auch sonst als Sanitäter zu beschäftigen, bis er am 13. Dezember 1935 verhaftet wurde. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten, der im übrigen auch geständig ist, für voll überführt, bejahte die Erziehereigenschaft des Angeklagten und beantragte als gerechte Strafe Awei Jahre Zuchthaus und zwei Jahre Ehrverlust. Von besonderem Interesse ist noch folgende Einstellung des Angeklagten nach seinem Austritt aus dem Kloster. Der Staatsanwalt gab einen Brief bekannt, in dem sich der Angeklagte um einen Poften in der deutschen Jugend bewarb, da er durch fein Vorleben besonders geeignet sei, als I u - genderzieher zu gelten. Dabei wies der Schreiber auch noch auf feinen letzten Poften im Kloster zu Linz hin, wo er als Jugenderzieher tätig ge- wesen sei. Der Staatsanwalt bemerkte dazu, daß es, milde gesagt, eine bodenlose Unverschämtheit gewesen sei, einen derartigen Brief zu schreiben, besonders, wo der Angeklagte wußte, daß er nicht Jugenderzieher, sondern Jugendverführer im allerfchlechtesten Sinne war. Dieser Tatbestand zeigte, wie undeutsch und gemein der Angeklagte gedacht haben muß, als er die unerhörte und traurige Kühnheit besaß, einen derartigen Brief zu schreiben, nachdem er selbst innerlich verdorben war und einen jugendlichen Anstaltszögling unglücklich gemacht hatte. Der Verteidiger konnte in seinem Plädoyer keine Argumente finden, die für den Angeklagten sprachen. Er bat um eine gerechte Strafe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 174, 1 und wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer G e - samtstrafe von einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust. Auf Grund seines Geständnisses wurden sieben Monate Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Das Gericht betonte, daß das Entscheidende bei der Strafzumessung die einwandfreie Feststellung der Erziehereigenschaft des Angeklagten gewesen sei. Ein Erzieher, der sich auf solche Weise an seinen Pflegebefohlenen vergehe, wie es der Angeklagte getan habe, müsse mit der ganzen Strenge des Gesetzes verfolgt werden. Die Zubilligung mildernder Umstände hab? deshalb auch versagt werden müssen. auf die zwischen den Gendarmen etwa 15 Meter hinausragende Wachte getreten, die unter ihrem Gewicht nachgegeben hat, so daß die Bergsteiger etwa 500 Meter tief die Ostwand des Eigers hinunter auf den Grundelwalder Viescherfirn stürzten, Die Suchmannschaft wird sich auf den Grindelwal- der Viescherfirn zu weiteren Nachforschungen begeben. Furchtbares Unglück bei einer Prozession. Am Sonntag ereignete sich in dem polnischen Wallfahrtsort Kalwarya im Kreise Biala ein furchtbares Unglück. Anläßlich des Ablaß-Festes waren Tausende von Wallfahrern nach Kalwarya gekommen. Als die Wallfahrer dem religiösen Brauch entsprechend die Anhöhe zur Kirche kniend hinaufrutschten, entstand ein großes Gedränge. Im Mittelflügel des Kircheneinganges wurden die Betenden derart zusammengedrängt, daß zahlreiche Wallfahrer zu Boden stürzte n und sich nicht mehr erheben konnten. Die nachströmenden Menschenmassen waren nicht mehr aufzuhalten und bewegten sich, ohne es verhindern zu können, über d i e Unglücklichen hinweg. Sieben Menschen wurden von der Menge buchstäblich zertreten. Ein Mädchen erlitt so schwere Verletzungen, daß es in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Explosionsunglück in Garmisch-Partenkirchen. In Garmisch-Partenkirchen ereignete sich in dem für die Olympischen Winterspiele erbauten Eisstadion ein schweres Unglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. In der letzten Zeit war festgestellt worden, daß im Aufbewahrungsraum der zur künstlichen Eisbereitung notwendigen chemischen Lösungen ein Soleschwund erfolgte. Auf Grund von Untersuchungen kam man zu dem Ergebnis, daß die Sole wahrscheinlich die Eifenbetonwände angefressen habe. Der Soleraum wurde daraufhin ausgepumpt. Bei den weiteren Arbeiten, die von dem 29 Jahre alten Albert Eifen und dem 27 Jahre alten Bernhard Kasper ausgeführt wurden, explodierte ein großer Ammoniakkessel, der sich über dem Soleraum befand. Durch die ausströmenden ätzenden Gase wurden die beiden Arbeiter sofort getötet. Ein dritter, der kurz zuvor den Arbeitsraum verlassen hatte, kam mit leichteren Schäden der Atmungsorgane davon. Ein Datermorb nach 16 Fahren vor Gericht. Vor dem Berliner Schwurgericht hat sick der 38- jährige Erwin Röder zu verantworten, der unter dem dringenden Verdacht steht, am 1. Mai 1920 seinen Vater, den Zigarrenhändler M. Rödcr, ermordet zu haben. Max Röder wurde damals in seiner Laube von seinem Grundstücksnachbarn mit zertrümmertem Schädel, schweren Halsschnitt- wunden und einem Kopfsteckschuß aufgefunden. Im Verlaufe der Ermittlungen waren die Ehefrau des Toten und ihr zu dieser Zeit 20jähriger Sohn Erwin, der jetzige Angeklagte, unter dringendem Tatverdacht fe ft genommen worden. Beide wurden aber wieder auf freien Fuß gesetzt, da die Verdachtsmerkmale nicht ausreichten. 1934 geriet der Angeklagte erneut in den Verdacht. Gelegentlich einer Unterhaltung mit einer Frau, deren Mann einige Zeit vorher verstorben war, hatte Röder die Witwe gefragt: „Hat Ihr Mann auch so geröchelt wie mein Vater?" Diese Aeußerung mar der Polizei zu Ohren gekommen und in aller Stille wurden nun die Ermittlungen gegen den Angeklagten wieder ausgenommen. Röder wurde am 17. April d. I. überraschend festgenommen. Nach hartnäckigem Leugnen gestand er schließlich ein, feinen Vater getötet zu haben. Die Behauvtung des Angeklagten, er habe das Verbrechen im Affekt begangen, scheint wenig glaubhaft. Es sind keine Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß ein Streit zwischen Vater und Sohn stattgefunden hatte. Nach den bisherigen Feststellungen war das Verhältnis des Angeklagten zu seinem Vater, der dem Sohn gegenüber streng auftrat, nicht günstig. Das überspitze Selbstgefühl des damals 20jährigen lehnte sich gegen diese väterliche Gewalt auf. Es ift möglich, daß auch dieses Moment in ursächlichem Zusammenhang mit der schrecklichen Tat steht. 54 Kellereinbrüche und Fahrraddiebstähle. LPD. Frankfurt a. M., 21. Aug. Am Montag wurde in Frankfurt der Kellereinbrecher Wallkamm fe ft genommen. Bei der anschließenden tagelangen Vernehmung hat Wallkamm insgesamt 54 Kellereinbrüche und Fahrraddieb- st ä h l e zugegeben. Der Einbrecher hat hierbei einige tausend eingelegte Eier, eine Menge Wein, Kognak und andere Spirituosen, Konserven, eingemachte Früchte sowie über 50 Fahrräder gestohlen. Im Laufe dieser Ermittlungen konnten weitere fünf Personen, darunter ein Fahrradhändler, wegen Hehlerei festgenommen und dem Amtsgericht zugesührt werden. Den Einbruch in der Fichardstraße, bei dem der gestörte Täter in der Nacht zum 10. August auf feine Verfolger geschossen und einen Volksgenossen durch Bauchschuß erheblich verletzt hat, bestreitet Wallkamm bisher noch. Die Arbeitsweise, die Oertlichkeit, das Stehlaut und die Beschreibung von Zeugen sprechen aber Dafür, daß Wallkamm Der Täter fein dürfte. Blitz lötete 10 Schafe. Westerburg, 21. Aug. (LPD.) In der kleinen Gemeinde Berod suchte dieser Tage die Schafherde vor einem schweren Gewitter Schutz im Tannenwald. Durch einen dort einschlagenden Blitz wurden zehn Tiere getroffen und auf der Stelle getötet. Ein weiteres Schaf wurde vom Blitz schwer verletzt, so daß es nvtgeschlachtet werden mußte. Dem Schäfer, der sich in der Nähe aufhielt, geschah nichts. Feuerwehrmann als Brandstifter. M a i n z, 21. Aug. (LPD.) Der 29jährige Johann Gleich aus Biblis war Steiger bei der Freiwilligen Feuerwehr und widmete sich mit solchem „Feuereifer" der Sache, daß er es nicht erwarten konnte, bis ein Brand ausbrach. Um einmal zu sehen, ob er es im Ernstfall auch richtig kann, zündete er kurz hintereinander zwei Scheunen an. Die Erste Große Strafkammer in Mainz verurteilte ihn unter Berücksichtigung seiner Jugend wegen Brandstiftung zu einer Gefängnis st rafe von 3 Jahren abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft. Untreuer Gemeinderechner. Mainz, 21. Aug. (LPD.) Der 47jährige Jakob Barth aus Appenheim unterschlug als Gemeinderechner in der Zeit von 1927 bis 1936 über 1 7 0 0 0 Mark amtliche Gelder. Zur Verschleierung seines Vergehens machte er in den Büchern falsche Angaben und fälschte fortgesetzt Urkunden. Die Zweite Große Strafkammer in Mainz verurteilte ihn wegen Amtsunterfchlagung und Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr Und 10 Monaten. Buntes Allerlei. NoS Grabmal Botticellis entdeckt. Bei Studien im Archiv der Kirche £>gnifantl (Allerheiligen) in Floren z entdeckte der Pater Giuseppe Calamandrei ein Aktenstück, mit dessen Hilfe es nunmehr gelungen ist, das bisher unbekannte Grabmal des berühmten Malers Sandro Botticelli einwandfrei zu lokalisieren. Der berühmte Künstler ist in der Gruft der Patrizierfamilie F i l i p e p i zur letzten Ruhe beigesetzt worden, von der er abstammte. Den Namen Botticelli hatte er von einem Goldschmied angenommen, bei dem er in der Lehre gewesen war. Auf Grund dieser Entdeckung hat man das Filipepi- kreuz, das Werk eines unbekannten Bildhauers des sechzehnten Jahrhunderts, in diese Kirche geschafft und dort über dem Grabmal der Familie die auch die sterblichen Reste Botticellis deckt, neu errichtet. Neues für den Büchertisch richte pol Tchwe Obell Bauer. so fängt es an. Aber während Pallieter Das neue Buch vom Elch Ist es in irnionf lichen Gei Ung V D v Tanzunterricht Tanzschule Paul Will Gießen / Bahnhofstraße 53 03790 Gewlnnauszug und Herde in großer Auswahl Bormann S: Nachdruck verboten Ohne Gewähr 29 75 38. 48.- 12. Ziehungstag 21. August 1936 fieber si J.B. Häuser Sei |ä 17007 linben 98240 114080 111391 CARLJMcWAC 100 Gewinne zu Erz! ■ der? z GIESEN SELTERSWEG 83 Zentral-Heizungen, Ganitai ' 322 Gewinne zu 300 RM. 3673 Anlagen, Reparaturen MMMiMle Ludwigstratze^O Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu 397507 ** rfjidleMW! 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Anmeldungen werden entgegengenommen. ;0 r m e i lautet: - y $a Gießen / Neustadt 5/ Ruf 4165 5234 A y. . , Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Mllllmeterzene veröffentlicht! Gießen,am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145, 2146 die Freuden des Landlebens gewiß aus vollem, dankbaren Herzen, aber doch gleichsam ohne innere Verpflichtung empfand und genoß, ist Knoll im tiefsten Grunde seines Wesens ein Bauer; er hätte nie etwas anderes werden können:' er ist, so heißt es von ihm, der ewige Bauer; sein Acker ist nicht nur sein größter und geliebtester Besitz, seine tägliche Freude und sein Heiligtum; er kann gar nicht ohne ihn leben: er würde, so schwer und mühselig und bitter sein teben auf und von seinem Acker auch sein mag, ihn dennoch niemals aufgeben können. Wohl hat er noch andere Güter, geliebten Besitz, der ihm das Leben lebenswert macht: eine gute, tüchtige, starke Frau, an der er mit seinem Herzen hängt, und viele Kinder; aber die Frau stirbt. Er nimmt eine andere, ist glücklich auch mit ihr, aber aud) diese wird ihm genommen, und Knoll ist inzwischen nicht jünger geworden. Nun hat er eigentlich genug, da verschafft ihm der Pfarrer, der es gut mit ihm meint, eine dritte Frau; wenn er sie heiratet, hat er nicht bloß wieder ein Weib, dann hvt er auch ausgesorgt für sich und die Kinder, denn die dritte ist zwar hager und mager, Niederlage für GIESSEN zu vergeben. Vorläufig direkter Bezug durch: — Stendhal: R o t und Schwarz. Zeitbild von 1830. Überträgen von Arthur Schurig. 587 Seiten. In Leinen 3,50 Mark. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (200) — Unter den ersten zehn Bänden, mit denen die Insel, sehr verdienstlich, ihre wohlfeile Bibliothek der Romane eröffnet, befindet sich auch dieses Buch, welches Goethe, der es sich von Ottilie hat oorlesen lassen, für Stendhals bestes Werk hielt. „Rot und Schwarz" ist auch — bis zu Nietzsche hin — immer ein Lieblingsbuch berühmter Deutscher geblieben. Wenn der Verlag in der allgemeinen Einführung der Reihe davon spricht, daß der Leser in diesen Bänden „ein Stück Weltgeschichte im bunten Bilderbuch der dichterischen Erzählung kennenlernen" und aus ihnen „das reine Vergnügen einer edlen Unterhaltung schöpfen" werde, so trifft beides gerade auf Stendhals berühmtestes Werk bestimmt in besonderer Weife zu. Wir möchten empfehlen, die Lektüre mit dem Nachwort des Herausgebers zu beginnen, das auf wenigen Seiten die merkwürdigsten Daten zur Geschichte dieses Romans zusammenftellt; wenn man weiß, welche Rolle die Erzählung im Leben ihres Schöpfers gespielt hat, wird man sie mit doppelter Anteilnahme lesen und alsbald, schon nach den ersten Kapiteln, beides bestätigt und gerechtfertigt finden: die Bezeichnung als Roman wie als Zeitbild. Eine auf die klassische Erzählerkunst der Franzosen gegründete Technik bewältigt und gliedert den weitschichtigen Stoff mit bewundernswerter Mühelosigkeit und Eleganz. Sie formt einen echten Roman mit aller gehörigen Breite und Tiefe, mit einer Fülle interessanter Haupt- und Nebenfiguren und mit einer Handlung, die gegen Ende hin immer spannender wird. Schon der Umstand, daß die Liebesabenteuer des eigentlichen Helden eine außerordentlich große Rolle spielen, trägt sehr wesentlich dazu bei, daß der Leser sich durch alle 75 Kapitel hin im ursprünglichsten Sinne des Wortes unterhalten fühlt. Aber über diese äußerlich und stofflich anziehenden und fesselnden Elemente hinaus ist das Buch auch ein Entwicklungs- und Erziehungsroman, in welchem mit psychologischer Schärfe und oft erschreckender Eindringlichkeit die Entfaltung eines männlichen Charakters von ausgeprägter Eigenart geschildert wird. Und endlich ein Zeitbild, wie der Untertitel sich ausdrückt, ein Stück vielfach satirisch gefärbter, politischer und Ge- fellschaftsgeschichte aus dem Frankreich um 1830. An diesen Partien bewährt sich wohl am deutlichsten u -ÖQ Ä — Felix Timmermans: Bauernpsalm. Roman. Aus dem Flämischen übertragen von Peter Mertens. 217 Seiten. Zn Leinen 5,— Mark. Jrn Insel-Verlag zu Leipzig. — (217) — Zu seinem 50. Geburtstage hat uns der Dichter diesen Roman beschert — einen echten Timmermans, das heißt, ein Buch, in dem wir viele vertraute Züge aus früheren Büchern des Mannes aus Lier wiederfinden, aber ebenfovieles auch, was uns bisher bei ihm unbekannt war und für feine innere, dichterische und menschliche Entwicklung zeugt. Man muß wohl beim „Bauernpsalm" zuerst an den unvergeßlichen „Pallieter" denken und den letzten Roman als ein (Segenftüd zu jenem ersten betrachten; aber der „Pallieter" war, wie es einmal heißt, „der Erlösungsschrei seiner befreiten Seele", mit dem der Dichter das nach schwerer, fast tödlicher Krankheit wiedergewonnene Leben grüßte, ein überwältigender Jubelhymnus auf die Freuden der Welt und die Segnungen der Erde. Bon diesem starken, feurigen, mit allen Sinnen leidenschaftlich empfangenen Lebensgefühl hat Timmermans auch mit fünfzig, auch auf der Höhe und Mitte feines Daseins nichts verloren und preisgegeben. Aber er hat, mit zunehmender Reife auch erfahren, daß das Leben kein Spaß ist, wie es in feinem neuen Roman mehrfach heißt, — das Leben des Bauern zumal. Hier wird berichtet die Geschichte des flämischen Bauern Knolls und zwar in der direkten Form, in der ersten Person: „Ich bin nur ein armer Der W bereits i die Zir mititc dem ! wurde, den gec Ilach Dläller Sauern salla stürm Vorräte tat ein' zmische Bad Wildunger Heilquellen A.-G. Königsquelle, Bad Wildungen. sanitäres Tafelwasser von köstlichem Wohlgeschmack. 2 Gewinne |U 5000 RM. 120651 6 Gewinne zu 3000 RM. 5671 223763 26 Gewinne zu 2000 RM 61490 81329 92075 94384 135518 186232 203486 260636 276590 279158 308677 FRANZ VOGT SCO. 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Das Schönste an ihm ist aber die wohlge-- lungene Verbindung von Wort und Bild. Erst durchi die hervorragend naturnahen und doch durchau-i künstlerisch gesehenen, Tier und Landschaft als Einheit erfassenden Aufnahmen des Verfassers wick die Schilderung des Elchlebens für uns fo eindrucksvoll und^ plastisch. Wir beobachten mit dm Augen des Verfassers die ersten unbeholfenem Schritte des Elchkälbchens an der Seite der Mutter, wir sehen es heranwachsen und sich eingliedern inn die Welt seiner Artgenossen, wir sehen den fapitalenn Schaufler auf der Nahrungssuche, beim Bade inm Meer und in der Brunstzeit, wir erleben das Gr- regende eines Elchkampfes und folgen den Elch- spuren durch den Schnee des langen ostpreußischeim Winters. Das alles sehen wir in ganzen fortlaufenden Bildreihen vor uns, ergänzt durch die fesselnde? Schilderung des Verfassers. So ist hier ein Buchg entstanden, das wir getrost den schönsten beiitjd)en\ Naturschilderungen an die Seite stellen bürfen. —e. noch rannte ich wie der Blitz, ohne mich um Zusehen, in den Wald hinein, und ich lachte, lachte, erlöst und glücklich. Ich konnte gar nicht aufhören zu laufen... Ich hatte mein Feld wieder! Mein Feld! mein Feld!" In solchen Szenen und Worten klingt wieder das mächtige und feiner selbst gewisse Lebensgefühl des Pallieter, aber es kommt aus dem Herzen eines Menschen, der das Leben geschmeckt und erfahren und erlitten hat mit all feinen Mühen und Sorgen, mit seinen Freuden, seinen Bitterkeiten und Enttäuschungen, — ein Dasein jedoch, das seinen tiefen Sinn hat, und in dem es jeden Tag zu leben sich lohnt. Darum stehen am Ende dieser Bauerngeschichte diese Worte, die für den Dichter ebenso zeugen wie für feinen schlichten Helden: „Ich danke dir, o Herr! ... Und laß deinen Knoll, als Zeichen dafür, daß du feinen Dank annimmft, noch viele Jahre im Schweiße feines Angesichts auf deinem Acker arbeiten! Dank im Voraus!" — y — Der Waschtag ist weniger mühevoll mit so guten Helfern, wie die Waschmaschine, Wringmaschine und Wäschemangel. Viele Arten gibt es davon. — Lassen Sie sich fachmännisch beraten im bekannten Fachgeschäft A Ubewährt., rein natürl. H eilwasser und Vorbeugungsmittel bei Nieren-, Blasen-u.Frauenleiden, Gicht, Rheumatismus, Gries und Steinbildung, sowie Übergangs-Mäntel aus modischen Noppenstoffen u. Stoffen engl. aber reich, und Knoll brauchte für den Nest seines Lebens keinen Finger mehr krumm zu machen. Dennoch nimmt er sie nicht, denn wenn er sie nähme, müßte er seinen Acker aufgeben, anders geht es nicht. Und nun kann man sehen, daß Knoll wirklich im tiefsten Grunde seines Herzens und Wesens ein Bauer ist; er weiß: die Menschen vergehen, eine Frau ist sterblich, aber der Acker ist ewig im Kreis der Gestirne. Diese dritte Heirat würde für ihn bedeuten, was für den Soldaten schimpfliche Fahnenflucht ist. Schon ist das Aufgebot bestellt und die Hochzeit ' ' rer, der gute, will ihn Knoll, der Bauer, und mich mnbUcke, bin ich dachte ich. Und ich lief bis ich seine Worte nicht 2 Gewinne zu 5000 RM. 389988 4 Gewinne zu 3000 RM. 79847 83872 24 Gewinne zu 2000 RM. 14923 34191 68991 80725 180588 2Q&588 209425 267011 386826 397432 Gabardine-Slipons aus reinwollenem, imprägnierten Gabardine, flott verarbeitet, in mode und marine Zivi Nlpn — Martin Kakies: Elche zwischen Meer und Memel. Mit 82 Naturaufnahmen des Verfassers, in Leinen geb. 3 Mk. Verlag Hugo Bermühler, Berlin-Lichterfelde. — (244) — Die Schilderung des Tierlebens unserer Heimat hat in den letzten Jahrzehnten außerordentliche Fortschritte gemacht, lieber das rein Jagdliche hinaus hat die Kamera Jäger und Tierfreund zur Naturbeobachtung und Naturschilderung geführt, wobei das erregende Erlebnis des Menschen ganz zurücktritt hinter dem Tierleben selbst in seinem wechselvollen Ablauf. Hermann Löns mit feinem „Mümmelmann" hat dieser neuartigen Tierschilderung die Bahn gebrochen und ihr verdanken wir es, daß uns nun auch, inzwischen außerordentlich gefördert durch die technische und künstlerische Entwicklung der Lichtbildnerei, Tiere unserer Heimat nahegebracht werden, die, wie der Seeadler, der Biber, der Wisent und der Elch, infolge der fortgeschrittenen Besiedelung und Industrialisierung Deutschlands nur noch in ganz bestimmten Gegenden unseres Vaterlandes in freier Wildbahn beobachtet werden können. Der staatliche Naturschutz erstreckt sich auch auf die sorgfältige Hege der leider nur geringen Bestände, die uns von diesen Tieren aus einer Zeit weit größeren Wildreichtums überkommen sind. Das große Interesse, das der Reichsforstmeister grabe diesem Zweig des Naturschutzes entgegenbringt, bürgt für die Erhaltung dieser Arten, die bereits auf dem Aussterbeetat der Natur standen. Das schöne Elchbuch des memelländischen Schriftleiters Martin Kakies zeigt, vor welch schmerzlichem Verlust wir durch die staatliche Naturdenkmalpflege auch im Tierreich unserer Heimat bewahrt bleiben. Im äußersten Nordosten des das Dantonfche Motto, welches dem Buche vorangestellt ist: „Die Wahrheit! Die bittere Wahrheit!" In den knappen, sachlichen Anmerkungen, die der Herausgeber feiner Übertragung beigegeben hat, findet sich auch eine Erklärung des Titels „Le Rouge et le Noir“. Stendhal, Der den Stoff zu feinem Roman aus einer wirklichen Begebenheit schöpfte und ein Hauptmotiv dem Zeitungsbericht über einen Mordprozeß (1827) entnahm, „stellt Rot als das Symbol des Krieges hin, des Soldatentums, der Lebensfreude, des freien Lebens; Schwarz dagegen als Symbol der dogmatischen Kirche, der seelischen Knechtschaft, der Heuchelei, der Reaktion. Und das ganze soziale Leben erscheint ihm als ein Glücksspiel, gleichviel, ob der strebende Mensch auf Rot oder Schwarz fetzt." — Die verlegerische Ausstattung der Bibliothek der Romane ist so geschmackvoll und gediegen, wie wir das feit jeher von den Veröffentlichungen des Insel-Verlages gewohnt find. Wir möchten nicht versäumen, zum Schluß noch einmal auf den erstaunlich geringen Preis der schmucken und inhaltreichen Bände mit Nachdruck hinzuweisen. — y— — Wörterbuch der Wirtschaft. Von Friedrich Bülow (Kröners Taschenausgabe Band 114). 464 Seiten. Seinen 3,75 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — (228) — Der Verfasser der bekannten „Volkswirtschaftslehre" legt hier ein nach dem neusten Stand gearbeitetes, praktisches Taschenlexikon vor, das alles enthält, was Mos Äufrüstui in den le Mü haben, amtlich „einen nötige, dazu b Moti täusche partl ten 5} roter Der keine! in de das T Baue der Ar Wahre, Arbeite: schalls! Regenmäntel aus gummierten Stoffen in großer Auswahl 19.75, 16.75 10.90 der heutige Mensch von der Wirtschaft wissen muß Es erläutert in reichhaltiger Kürze alle Begriffe die als Fremdwörter ober Fachausbrücke in bei Wirtschaftspraxis vorkommen. Doch begnügt es fiß nicht mit Begriffsbestimmungen, fonbern verfolg seine Stichworte stets anschaulich in bie konkreten Tatsachen unb Verflechtungen ber Wirtschaft hinein. Daburch gewinnt es erheblich an Reichhaltigkeio unb praktischem Wert Mr ben Benutzer. Eine be= sonbere Bebeutung erhält es u. a. dadurch, bas es zum ersten Male bas gesamte neue Wirtschaftsrechn übersichtlich in Wörterbuchform barstellt. Da es ffa bie Praxis angelegt, in klarer, einfacher Sprache geschrieben ist unb keine Fachvorkenntnisse voraus- setzt, wirb es bei Kaufleuten, Männern ber Industrie unb ber Banken, geschätzt fein. — Ratbüchlein in Reim unb Bild. ®e.. schrieben unb gezeichnet von Elisabeth B ehrend 2. Säuglingspflege. Mit einem Geleitwort von Kinberarzt Dr. med. W. R i e h n. Kart, je —.gg Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig Unb Berlin 1936. — (220.) — Die leicht faßlichen Söerje zusammen mit ben anschaulichen Zeichnungen fpre« chen zu Gemüt unb Verstaub der jungen Mutter. Alles, was zur Säuglingspflege gehört, wird in lebendiger Weise, oft mit Humor gewürzt, ihr bis in jede Einzelheit bargeboten. Angefangen Dom Bettchen und seinem Platz, Kleidung, Waschen uni Trocknen ber Wäsche, Bab, Turnen unb Gewöh. nung zur Sauberkeit, Spielzeua, Nahrung, Er. ziehung, Achtsamkeit auf kleine Leiden bis zu all. gemeinen Grundsätzen der Ruhe, Regelmäßigkeii und Reinlichkeit ist hier alles in ansprechend« Form zusammengefaßt. Ebenso der P orbentli hohe 5 dings । Werf) rnuni Dozent Neju ?ffi3i Gabardine - Mäntel in der sportlichen, kleidsamen Reversform, gute Qualitäten '48.- 39.50. 34.- 29.75 ------ ---------- 1456 10196 11012 16539 24882 35226 47772 58346 59431 64240 66673 76462 85528 93651 97662 97859 ------ ------ 125881 126341 ............ Slud) . von el infolge ont«£ SnschN! 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen