Belgisches Erwachen ■*!•**/ ---------- ' 11 l V II QV*. , - spanische Botschaft bege- sollen sich spanische Grenzwachen und Zollbeamte will erfahren haben, daß die bei-! aus die Seite der Aufständischen geschlagen haben. 2,486 1 3 5 9 3 18 >3 18 >4 U 35 34 37 19 97 29 82 kunft in die ben. Das Blatt bis 95. ) a) hoch, iter 7 cm Itoerlauf* Sie ließen nur noch Anhänger der Aufständischen über die Grenze nach Frankreich, wiesen aber Volksfrontleute zurück, die vor allem nach der Einnahme von San Sebastian durch die Aufständischen in Scharen nach Frankreich flüchten wollten. Vor allem machten Zoll- wächter-Patrouillen Jagd auf flüchtende K o m- mu nisten, die auf Bergpfaden nach Frankreich zu entkommen versuchten. Die Einwohner von Hen- baye hätten heftige Schießereien aus der Gegend von I r u m gehört. Man habe den Eindruck, daß nach der erfolgreichen Einnahme von San Sebastian die Aufständischen Herr der Lage in Rordwest-Spanien sind. 3n der Rächt zum Mittwoch sind in hendaye, wie havas weiter meldet, zwei Po- tizeibeamte aus der Leibgarde des Gouverneurs von Pamplona heimlich über die Grenze gekommen. Sie seien sofort den Gendarmerieposten zugeführt worden und hätten dort die Mitteilung gemacht, daß sich die aufständischen Truppen, die von Pamplona her kamen, am Samstagabend der Stadt San Sebastian bemächtigt hätten, ohne auf widerstand zu stoßen. Die Karabinier! hätten sich sofort unterworfen, wodurch unnützes Blutvergießen vermieden werden konnte. Auf Fragen über die Fortschritte der Aufständischen-Bewegung erklärten die beiden Polizeibeamten, daß nach ihrer Paris, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie havas meldet, hat in Madrid ein Minister- rat stattgefunden, der eine Reihe weitgehender Maßnahmen und Gesetze zur Bekämpfung der Ausstandsbewegung beschlossen hat. Es wurde ein Gesetz gebilligt, nach dem sämtliche Staatsbeamte, Beamte der Monopole und sonstige staatliche Bedienstete, die an der Aufstandsbewegung teilgenommen ha- ben, als Staatsseinde erklärt und aus ihren Aemtern entlassen werden. Die am 19. Juli für 48 Stunden verfügte Schließung der Börsen wird zum 26. Juli verlängert. Für die gleiche Dauer wird em M Oratorium erklärt. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Bereinbg.LbO/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Den regierungstreuen Truppenteilen wird die Erlaubnis erteilt, die notwendigen Beträge aus den Bewaffnungskassen abzuheben. Prioatunternehmen werden ermächtigt, von ihren Guthaben auch höhere Summen als 2000 Peseten abzuheben, wenn die Beträge zur Bezahlung des Personals bestimmt find. Die in Spanien bestehenden Banken können ihre bei der Bank von Spanien bestehenden Konten zu rück 3 t e - hen, um die Durchführung der obigen Erlasse zu ermöglichen. Privatpersonen dürfen von ihren Bankkonten Beträge bis zu 2000 Peseten, von den Sparkassen bis zu 500 Peseten abheben Eine Reihe weiterer Beschlüsse steht Strafmaßnahmen gegen einzelne Körperschaften und städtische Angestellte vor. Paris, 22. Juli. (DRB. Funkspruch.) Um Mitternacht meldet Havas aus Hendaye, daß auf der französischen Seite der Grenze völlige Ruhe herrsche. Aus sicherer Quelle erfahre man, daß in der französischen Hafenstadt Bayonne etwa 30 Anhänger der spanischen Volksfront gelandet seien, die sofort entwaffnet wurden. Der französische Ueberwachungs- dienst zu Wasser und zu Land ist bedeutend verstärkt worden. lieber die Lage in Nordspanien meldet Havas aus Pamplona, daß 400 Aufständische, von Katalonien kommend, den Bidassoa-Flutz entlang vorrückten. Die Komunisten hätten, um den Vormarsch der Aufständischen zu hindern, die Brücke von Enderlaza, die Navarra von Quipuzcoa trennt, in die Luft gesprengt. Die Truppen hätten daraufhin an einer anderen Stelle den Fluß überschritten und erwarteten nun weitere Verstärkungen. Am Dienstagabend haben Kraftwagen der Volksfront etwa 50 Engländer mit Frauen und Kindern und Gepäck bis zur Mitte der internationalen Brücke von Behobie gebracht, um sie auf französisches Gebiet zu überführen. Nach einer Haoas-Meldung aus Hendaye scheinen sich die Gerüchte von Erfolgender Aufständischen im Nordwesten Spaniens zu bestätigen. An der Grenze bet Hendaye ^eräuge« " bis auf ze hat sich ür Futter. )ar wegen nennens« ’üic zeigen schäft Den sehr flott chfutter ist les übrige W13 217, R12 160, mdelspreise te, Futter- 13 28,75, loggenmehl 23,30, R19 ieizenfutter- 713 10,65, Roggenkleie 10,50 Wh. !,85 bis 15, wh brat)!' ns Mr> iWMW Gehen g zum Ab« en Derrech« Bestimmum Durchfuhr' Versendung m Ausland, ugnissen bei der Türkei jung KP 16? Walle betr. igungen und und Nah« ermesse vom 118: Deutsche in Königs« ertung sten (Odenwalds. L 620: Die SSK ihnen Tages« iben 3,®a$ erlitt ab 8.» >ßeti ab 15-46 den Offiziere den Auftrag hätten, die Hilfe der französischen Regierung zur Wiederherstellung der Ordnung in Spanisch-Marokko zu erbitten. Dieses Gerücht, so fügt das Blatt hinzu, sei jedoch unkontrollierbar. Massenhmrichtungen in Madrid. P a r i 5, 22. Juli. (DRB. Funkspruch.) Die Rach- richten-Agentur Radio meldet aus Madrid die Hinrichtung zahlreicher Aufständi- s ch e r, die in der Rächt von Sonntag auf Montag an dem Militäraufstand der Kaserne von Ca Montana in Madrid teilgenommen hatten. Sie habe unter der Bevölkerung der Hauptstadt tiefe Erregung ausgelöst. Alle Faschisten seien mit dem Rufe „Es lebe Spanien!“ gefallen. J—M80 42,02 0,144 3,053 55,86 46, 0 12-5 A 169,32 19,5/ 0,730 5,666 62,86 49,05 11,36 64,49 81,£ 34,03 10,31 •t a.A- 20-3u£, Lissabon, 21. Juli. (DRB.) Der M o s k a u e r i Rundfunk hat in einer für Spanien bestimmten Sendung in spanischer Sprache an die Bevölkerung Spaniens einen Aufruf gerichtet und sie aufgefordert, sich zu bewaffnen und den Aufständischen schärfsten Widerstand zu leisten. Der Moskauer Aufruf wird hier als erneuter Beweis für das aktive Eingreifen der Bolschewisten in die innerpoliti- schen Verhältnisse anderer Länder gewertet. Wie hier ferner bekannt wird, soll bei der Beschießung von Ceuta auch ein mit zwei Geschützen bewaffneter russischer Oeltank- dampser unter der Sowjetflagge teilgenommen haben. lieber den Moskauer Rundfunksender ist ein Aufruf an die spanische Bevölkerung hinausgegangen, den Aufständischen schärfsten Widerstand ent- qeqenzusetzen. Allein dieser Aufruf genügt um aller Welt zu zeigen, worum es sich bei den Ereignissen in Spanien dreht: der Bolschewismus will die Gelegenheit benutzen, um unter dem Vorwand, die derzeitige Staatsform zu fchühen und zu retten, offen die Macht an sich zu reißen. „Die Silke der französischen Mennig." Ein Gerücht in Paris. 85,25 esbnef n 28. - W 'S 5 49,65, 41,96 I2,j? 16,4} 169,2* 627« 4 81-S Ne 61 Pro V? 45 o6 (^.i. Kühe aj bis 39), arsen a • Kalber ' bis 66 ) 42 bis 7 bis 48 »eine al) 551 (55), 5 56 (54 ' Rinder anfangs imet und Fett, indfleisch, Hammel, in Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Schalle Monats-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main HbSß Eingreifen regierungstreuer Kriegsschiffe in den Kampf. London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Gibraltar soll in den von den Aufständischen besetzten Küstengebieten Beunruhigung herrschen, da man jeden Augenblick eine Beschießung durch regierungs- treue Kriegsschiffe erwartet. Emer der Führer der Aufständischen habe erklärt, wenn die Kriegsschiffe zu feuern begännen, würden alle verfügbarenFlugzeugeeingesetzt wer- den, um die S ch i f s e z u v e r s e n k e n. 3nJEan- ger sollen 12 spanische Kriegsschiffe auf Befehl der Regierung zusammengezogen sein, um für ein Unternehmen auf Algeciras zur Verfügung zu 1 stehen. Der „Standaard" weist schließlich darauf hin, daß Spaak die Notwendigkeit betont habe, die Begriffe „unteilbarer Friede", „gegenseitiger Beistand" und „kollektive Sicherheit" zu klaren und abzugrenzen. Das sei eine Antwort auf die Außenpolitik Frankreichs, die gleichzeitig die Außenpolitik der Volksfront und des bolschewistischen RußDie katholische Zeitung „D i n g t l e m e S i e c l e widmet der Rede einen Leitartikel unter der Überschrift „Worte der W e i s h e i t". Das Blatt unterstreicht, daß Belgien keine Verpflichtungen übernehmen könne, die über seine Möglichkeiten hmaus- qinqen. Deshalb empfinde es mehr als jebes andere Land die Gefahren des „unteilbaren Friedens der „kollektiven Sicherheit" und des „gegenseitigen Beistandes". Die Sicherheit müsse in Regionalpakten gesucht werden. Der französisch-russische Pakt dagegen schädige das Funktionieren der Regionalpakte von vornherein, indem er eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen zwei ganz verschiedenen Teilen Europas herstelle. Wenn Frankreich entschlossen sich von feiner starren und unvernünftigen Paris, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie „Journal" meldet, sind in Le Bourget z w e i s p a - nische Fliegeroffiziere eingetroffen. Beide seien im Besitz diplomatischer Pässe gewesen und hätten sich unmittelbar nach ihrer An- Im ganzen Lande ziehen auch schon rote Bataillone umher, die alle nur denkbaren Schrecken einer bolschewistischen Revolution verbreiten. Aber der Moskauer Rundfunkaufruf ist noch etwa anderes, er ist eine unverhüllte Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes. Mag auch das offizielle Rußland wieder einmal beteuern, daß es mit den Angelegenheiten der Komintern nicht zu tun habe, und daß die Kommintern eine private Vereinigung mit dem Sitz in Moskau sei, derartige Ausfluchte können doch nicht über die Tatsache hinwegtauschen, daß das amtlich- Rußland s-in-n, S - n - her in den Dienst der Komintern gestellt hat, daß es dadurch mitschuldig wird, wie es ja ohnehin keinen Unterschied zwischen der Kommunistischen Internationale und der Sowjetunion gibt. Diese Einmischung, diese Aufforderung, den Bürgerkrieg mit den brutalsten Mitteln zu führen, ist das Signal das d i e V ö l k e r n i ch t ü b e r h o r e n m o- aen Es gibt leider einige Nationen, die meinen, durch ihre Bündnisse mit der Sowjetunion waren sie gegen die rote Gefahr gesichert. Das ist em Irrtum der sich über Nacht bitter rächen kann. Andere Nationen aber, die den Bolschewismus schon für eine Angelegenheit der Vergangenheit hai ten werden ebenfalls gut daran tun, sich die volle Bedeutung dieser Einmischung der Sowjets in tue Angelegenheiten eines anderen Staates vor "higen zu halten. Hier ist wieder einmal auf das schlagendste bewiesen, was man von den Moskauer Ni ch teinmisch u n g s v e rsprechen und Friedensbeteuerungen zu halten hat. Politik der letzten fünfzehn Jahre abwenden wolle, werde es Europa einen großen Dienst erweisen. Für den Eindruck der Rede auf die f r anko- philen Kreise Belgiens ist man 'vorläufig auf einen kurzen Kommentar der „Gazette de Eharleroi", des Hauptorgans der wallonischen Bewegung, angewiesen. Das Blatt ist mit der Rede nicht einverstanden und wirft dem ^uf^nmimlter vor, daß er zur Frage des französisch-belgischen Mi- litärabkommens keine klare Stellung genommen habe. Für die Wallonen sei diese Rede be- unruhigend. Unter den gegenwärtigen Umstanden und angesichts der geographischen Lage Belgiens ei man entweder für ober gegen Frankreich. Man sei entmeber auf Seiten ber bemokratischen Länber, ober auf Seiten Hitler-Deutschlanbs. Soldatenkundgebungen gegen die Oienstzeitverlängerung in Belgien. Srüfiet. 21. Juli. (DNB.) Di- Beunruhigung in einem Teil des b-lgiichen Heeres durch die zeitweilige Dien st Zeitverlängerung, Moskau mischi sich in Spanien ein. Ein Sowjet-Funkspruch fordert noch mehr Blutvergießen in dem schwer geprüften Spanien Die Lage noch immer undurchsichtig. Misterrat in Madrid. Aufständische als Staatsfeinde. — Finanzwirtschastliche Krisenmaßnahmen. die schon wieberholt zu Zwischenfällen in einigen Kasernen unb Truppenübungslagern geführt hat, scheint noch nicht aufgehört zu haben. Wie der „Standaard" meldet, ist es im Lager von Be- d e r l o o anläßlich einer Soldatenkundgebung gegen Die Dienstzeitverlänae- r u n g erneut zu Zusammenstößen zwischen Solda- ten auf der einen und Offizieren und Gendarmen auf der anderen Seite gekommen. Etwa 3000 Soldaten haben sich, wie das Blatt berichtet, in Gruppen auf einem öffentlichen Platz versammelt unb lärmenb gegen bie Dienstzeitverlängerung Stellung genommen. Da bie Teilnehmer an ber Kundgebung außergewöhnlich unruhig waren, erschienen bald darauf Offiziere und Gendarmen, die versuchten, der Kundgebung ein Ende zu bereiten. Dabei wurden sie von einigen Soldaten angegriffen. Die Scheiben der Kraftwagen, in denen die Offiziere gekommen waren, wurden eingeworfen. Ein Ofsizier mußte flüchten. Nach ihrer Rückkehr in die ^«fernen schlugen die Soldaten in der Kantine alles m Stucke. Ein Soldat des 2. Jägerregiments wurde m Arrest genommen. Am Montag durfte niemand bie Ma- lerne verlassen. eine . Abkehr von dem französischen Pakt- und Bündnissystem erblickt, das sich über die Welt erstrecke^Dieft Erklärungen Spants seien auch e supf;;rcfituna die von dem Blatt früher 9eafcu^n:^erfurS-e9n daß der neue sozialistisch- Lub'EE» d-m System des sranz°sisch-f°w>°trusti,ch-n standspaktes anschließen werde. Mi bel°nö-r°r feenuatuuna bebt der „Standaard die Erklärung spoaks hervor, daß ein Volk nur dann emen Krieg führen dürfe, wenn seine lebenswichtigen 3nter- Nn'seine^ünabhängigkeit und Unversehitthett seiner Grenzen auf dem Spiel stunden. „Das ist auch unsere Politik", schreibt das flämische Organ. „Wir haben immer hartnäckig betont, daß Belgien kein Abkommen, selbst defensiver Ratur, mit einer anderen großen Macht abschließen dürfe, das zur Folge haben könnte, daß wir für die Interessen des großen Landes und nicht für unsere eigenen Interessen kämpfen müßten." Die Lage in Mdspanien. französische Meldungen von Mittwochfrüh. -Erfolge der Aufständischen. Maffenflucht über die französische Grenze. Als am Ende des Weltkrieges die Vertreter der alliierten und assoziierten Großmächte zusammen- traten, um den Deutschen und ihren Verbündeten den Frieden zu diktieren, da war das Übergewicht der „high five" so stark, daß die kleineren Mitglieder der Entente sich wohl oder übel m den Schutz und Schirm der Großen begeben mußten, wenn sie bei der Neuordnung der Dinge nicht zu kurz kommen wollten. Seit dieser Zett hat die b e l - gische Politik im Fahrwasser Frankreichs geschwommen. Zwar wurden von Brüssel aus wiederholt Versuche unternommen, sich wenigstens vorübergehend von dem Leitseil des Quai d Orsay zu befreien, aber sie scheiterten meist an der Starrheit ber französischen Bormachtsidee. Es gab damals nur eine Macht neben Frankreich, auf die sich ^.sl- gien bei feinem Bestreben nach größerer Selbständigkeit hätte stützen können unb die es zu einem Gegendruck auf den großen französischen Verbündeten hätte gebrauchen können. Diese Macht war England. Aber bie britische Politik hanbelte — bank ber Unfähigkeit ber bamaligen beutschen Diplomatie nahezu während der ganzen Nachkriegszeit im eng= ften Einvernehmen mit den Franzosen, so daß auch die belgischen Staatsmänner mit ihren zaghaften Bestrebungen, sich dem Pariser Zwang zu entziehen, allein bleiben mußten. Die Lage änderte sich mit einem Schlage als der Nationalsozialismus in Deutschland die Macht über- nahm und in ber Folgezeit Volk und R-ich w.-d-r zu einer wehrhaften Einheit zusamm-nschmi-d-t-, die allein die Voraussetzung für die Auftecht-rhal- tung des europäischen Gleichgewichts, damit auch des Friedens und der Unabhängigkeit der kleineren Staaten immer sein wird. Nun gewann auch Belgien die Möglichkeit zurück, zwischen den drei großen Nachbarvölkern zu wählen und seine frühere unabhängige Stellung in der internationalen Politik langsam wiederzuerobern. Die außenpolitischen Grundsätze des Dritten Reiches welche die unbedingte Achtung vor dem Eigenleben anderer Volker und Staaten fordern, die nur auf den Frieden gerichtete Handlungsweise Adolf H l t l e r s , das Beispiel des deutsch-polnischen Vertrages und Vertragens muhte bie belgische StaatssUhrung davon Überzeugen, daß dem kleinen Lande von der deutschen Seite keine Gefahr droht, daß es vielmehr für die Brüsseler Regierung darauf antarne, Zwischen England, Frankreich und Deutschland einen Zustand gleichen Rechts und gleicher Starke Herstellen zu helfen. Die so gewonnene Bewegungsfreiheit hat Belgien in den beiden letzten Jahren öfters dazu be- I nutzt um feine Handlung der englischen These an- vassen bei gleichzeitiger vorsichtiger Losmig von der französisch-bolschewistischen These. Versuche zueiner «ermittelnden Tätigkeit wurden besonders m ben Loc?rnogesprächen nach ber Wiederherstellung ber »ollen deutschen Souveränität im Rheinlands sichtbar, und sie kommen jetzt ganz stark Fln Ausdruck in der Rede, die der belgische Außenminister Spaak vor der ausländischen Presse gehalten hab Die Ausführungen Spaaks decken sich m einige Teilen fast wörtlich mit jenen Einwendungen die Deutschland seit Jahr und Tag gegen die Absichten und Tendenzen der französischen Allianzpolitik, aeaen die Schlagworte und Verdunkelungsmanover Z Z Gen er Bundes erhoben hat. Auch wir treten -in Ml -in- Reform des internationalen Rechts, ou* wir lehnen jene unübersehbare ®etftanbSDcr- öttichtunaen ab, welche die franzofifch-fowi-trusii ch- Abenteuerpolitik uns zumuten mochte. Die (amteit ber Austastung über wichtige -uropoi che Probleme zwifch-n Berlin und Brusiel ist em gutes Sen ür ben Fortschritt einer allgemeinen V°l- keroerstänbigung und für bie Ueberminöun8 des unseligen Kriegsgeistes von 1018. „Sorte ber Weisheit" »rüffel, 21.Juli. (DNB.) Die programmatischen Erklärungen, die der neue belgisch- Aich-M Minister Spaak am Montag »^nttich ern. Frühstücks der ausländischen Presse uv Grundlinien der belgischen Außenpolitik abgab, hinterließen einen starken Eindruck. , Der flämisch-katholische „Standaard schreibst daß für die belgische Außenpolitik eineg t u n g angegeben worden sei, und zwar die Jt tung bie ber „Stanbaarb" bas ^0 flämisch- Volk unb bie groß- Mehrheit der belgischen V-°°i terung einschlagen wollen. Das Blatt z 9 Sätze aus den Erklärungen Spaaks, in Denen Stellen:, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie ein« jpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R.Lauge in Siehe». Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe^^M-ngEbichlust-staff^ Nr. 169 Erster Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 22. Zu« 1956 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Kenntnis die Aufständischen die Provinzen Saragossa, Navarra, 3aca, Guypuzcoa mit Ausnahme von 3rum und einige andere Städte an der Grenze, ferner noch die Provinzen DU- toria, Burgos und Dalladolid in ihrer Gewalt hätten. Wie der „Matin" meldet, soll der auf französischen Boden geflüchtete sozialistische Abgeordnete Bordoraz erklärt haben, daß er den f a s ch i - stischen Schlag vorausgeahnt habe. Er habe den Gouverneur und selbst den Ministerpräsidenten gewarnt, doch habe man mit einem so schnellen und heftigen Ausbruch nicht gerechnet. In I a c a sei alles so schnell gegangen, daß man kaum Zeit gehabt habe, 100 Mann zur Gegenwehr zu bewaffnen. Alle strategisch wichtigen Plätze der Stadt seien inzwischen von Militär besetzt gewesen. 3n Bordeaux sind, wie havas meldet, zahlreiche Politiker und Anhänger der spanischen Linksparteien eingetroffen, die Aragonien verlassen und auf französischem Gebiet Zuflucht gesucht haben. Sie haben sofort mit dortigen Linksorganisationen und dem spanischen Konsul Verbindung ausgenommen und die Absicht bekundet, über Port-Bou nach Spanien zurückzukehren, um an den weiteren Kämpfen gegen die Aufrührer teilzunehmen. Nach einer Meldung des „Echo de Paris" aus Hendaye soll die Flugstaffel von Leon zu den Aufständischen übergegangen sein. Die Flugzeuge führten bereits Erkundungs- flüge bis in die Umgebung von Madrid aus. Die Streitkräfte der Aufständischen hätten sich der kommunistischen Hochburg O d i e g o bemächtigt. Aus Pamplona verlaute, daß am Dienstagabend die Provinzen Navarra, Asturien, Galizien, Saragossa, huesca, Andalusien und Alt- Kastilien in Besitz der Aufständischen gewesen seien. 3n den baskischen Provinzen erhielten die Aufständischen stündlich Zuzug auf ihrem Marsche nach dem Süden. 14 000 Bauern hätten sich den Aufständischen in Navarra, rund 8000 in Lerida und 3000 in Saragossa angeschlossen. 30 Lastkraftwagen mit bewaffneten Kommunisten, die Madrid zu erreichen versucht hätten, seien am Dienstagabend von den Aufständischen gefangengenommen und entwaffnet worden. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Ra- dio aus Madrid sollen sich etwa 150 000 Mann der fünf Kolonnen regierungstreuer Truppen, Zivilgarde und Miliz, verstärkt durch die sozialistischen und kommunistischen Jugendbünde, von Madrid aus gegen Norden bewegen. Flugzeuge begleiteten diese Kolonnen. In einem Eisenbahntunnel zwischen Madrid und Burgos erwarte eine Abteilung von Aufständischen die Ankunft der Regierungstreuen, um sich ihnen zum Kampf zu stellen und ihren Vormarsch zu verhindern. M. Das erste Bild von der Aufstandsbewegung in Spanien. Man sieht den Führer der Aufständischen und Befehlshaber der Kanarischen Inseln, General Franco, bei einer Ansprache an die 3. aufständische Fremdenlegion in Melilla, das das Zentrum der Rebellen war. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) „Vormarsch in Richtung Madrid." Neuer wichtiger Sender in der Hand der Aufständischen. Lissabon, 22.Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sender von Pontevedra in Nordspanien teilt mit, daß die Aufständischen die Stadt i n Besitz genommen und die dortige rote Miliz z e r st r e u t haben. In der Mitteilung des Senders heißt es noch, in der Provinz feiere die Bevölkerung die Erfolge der aufständischen Truppen. Mit der Besetzung der Stadt Pontevedra ist den Aufständischen einzweiterwichtigerSenderindie Hände gefallen. Der Sender Sevilla hat eine Anordnung des Hauptquartiers der Aufständischen verkündet, wonach alle Zivilisten, die Mitglieder vaterländischer Bünde oder im Besitz von Waffen sind, sich zur Verfügung des Militärkom- General Sanjurjo im Flugzeug abgeslürzt. Ein tragisches Ende fand der berühmte spanische General Sanjurjo, der Besieger Abd el Krims. Er wollte sich von Lissabon, wo er im Exil lebte, im Flugzeug nach Sevilla begeben, um sich den Aufständischen zur Verfügung zu stellen. Das Flugzeug stürzte unterwegs ab, und General Sanjurjo kam ums Leben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) mandos halten wollen. Der Sender teilte ferner mit, daß der Vormarsch der Aufständi- schen in Richtung Madrid weitergehe. Der Rundfunksender Sevilla hat ferner scharfe Anordnungen des Hauptquartiers der Aufständischen zur Wiederher st ellung der Ordnung in dem besetzten Gebiet bekanntgegeben. Danach unterstehen die Arbeiter in den militärwichtigen Betrieben der Militärgerichtsbarkeit. Sämtliche Arbeiter haben sich bis Mittwoch früh an den Arbeitsstellen einzufinden, andernfalls sie strengstens bestraft werden. Die Arbeiterfyn- dlkate wurden aufgelöst. Die Bildung von Arbeitervereinigungen jeglicher Art wurde bei schwerer Strafe verboten. Der RegierungssenderVarcelona hat einen dringenden Aufruf an die Mitglieder der Volksfront gerichtet, den Vormarsch der „Faschisten" auf Barcelona zu verhindern. Nach den Berichten der verschiedenen spanischen Sender scheint es, daß sich nur noch Madrid und Barcelona mit den angrenzenden Gebieten in der Gewalt der Regierung befinden. An der portugiesischen Grenze sind in den heutigen Morgenstunden lange Automobilkolonnen mit Flüchtlingen aus Madrid eingetroffen. Um Mitternacht sprach General Queipo d e l Llano, der Führer der Aufständischen in Andalusien, über die Sendestation in Sevilla. Er wandte sich gegen die tendenziöse Berichterstattung und die Hetzreden, die der Sender in Madrid verbreite. Der General teilte dabei mit, daß sich der Flugplatz Leon in der Hand der Aufständischen befinde und daß sich größere Truppen spanischer Faschisten der Aufstandsbewegung angeschlossen hätten. Kampfe aus dem Panzerkreuzer „Zaimel". London, 21. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung aus Gibraltar ist es an Bord des spanischen Kreuzers „Jaime I" zu Kämpfen gekommen. Der Käpitän, ein weiterer Offizier und sieben Matrosen wurden dabei getötet und ins Meer geworfen. Das Fahrzeug befinde sich auf dem Wege nach Tanger. („Jaime I" ist ein Kreuzer von 15 000 Tonnen, der acht zwölfzöllige und zwanzig vierzöllige Geschütze führt.) In einer Rundfunkmitteilung der Regierung wird zu den Vorgängen auf dem Panzerkreuzer ..Jaime I" erklärt, der Kreuzer befand sich auf der Fahrt von Galicien nach Tanger. Als die Offiziere sich weigerten, den Anordnungen der Regierung zu folgen, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen an Bord, bei den ein Korvettenkapitän und ein Leutnant getötet, acht Unteroffiziere schwer und mehrer andere Angehörige der Besatzung leicht verwundet wurden. Fremde Kriegsschiffe nach Spanien. London, 21. Juli. (DNB.) Die A d m i r a l i - t ä t teilt mit, daß das erste Kreuzergeschwader im Mittelmeer angewiesen worden ist, einen Kreuzer naclst B a r c e l o n a und einen weiteren nach Palma de Mallorca zu entsenden. Die britische Admiralität hat ferner den Kreuzer „Arnphitryon" nach Teneriffa entsandt. Nach einer weiteren Mitteilung der britischen Admiralität werden auf dem Schlachtschiff „Repulse" in Alexandrien die Gordon-Hochländer nach Gibraltar eingeschifft. Ein französisches Torpedoboot ist von Casablanca nach Tanger ausgelaufen, wo es vorläufig bleiben soll, um im Falle weiterer Unruhen in Spanisch-Marokko die dortigen französischen Staatsangehörigen zu schützen. Washington, 21. Juli. (DNB.) Wie das Staatsdepartement bekanntgab, sind zwei Kriegs- schiffe nach Spanien beordert worden, obwohl den letzten Meldungen der Konsulate zufolge alle 1528 in Spanien befindlichen Staatsangehörigen der Vereinigten Staaten sich in Sicherheit befinden. Die Dreimächtebesprechung in London. „Konsolidierung des Friedens Europas durch eine allgemeine Jtege(ung.* London, 21. Juli. (DNB.) Wie amtlich milgeleilt wird, ist die Zusammenkunft der drei Mächte Großbritannien, Frankreich und Belgien auf den 23. 3 uli in London festgelegt worden. Auf der Konferenz soll nach der amtlichen Mitteilung die Lage geprüft und erwogen werden, wie der Wunsch der drei Mächte nach einer Kon- olidierung des Friedens Europas >urch eine allgemeine Regelung geörtert werden kann. Diplomaten- und Minister- besprechungen in London. London, 21. Juli. (DNB.) Der franzö' i s ch e und der belgische Botschafter hatten am Dienstagvormittag mit Außenminister Eden Be- prechungen über die beabsichtigte Konferenz der Restlocarnomächte. Unmittelbar darauf fand in der Downingstreet unter Vorsitz des Ministerpräsidenten eine M i n i - terbesprechung statt, an der u. a. Eden, Lord Halifax, Neville Chamberlain, Sir Samuel Hoare und Runciman teilnahmen. London über die Ausgaben der Besprechung. „Lediglich Borbereitungsarbeiten." London, 21. Juli. (DNB.) Die kommende Londoner Dreimächtekonferenz wird im englischen Auhenamt in der Downingstreet stattfinden. Großbritannien wird auf der Konferenz durch den Außenminister Eden und den Lordsiegelbewahrer Lord Halifax vertreten sein. Man vermutet, daß Belgien durch den Ministerpräsidenten van Ze e land und den Außenminister S p a a k vertreten sein wird. Wie verlautet, sind für die Besprechungen insgesamt zwei Tage in Aussicht genommen. Jedenfalls ist nicht vorgesehen, daß die Konferenz länger dauert. In britischen amtlichen Kreisen wird hervorgehoben, daß die Konferenz sich ledig! ich mit Vorbereitungsarbeiten zu beschäftigen habe. Trotzdem sei sie jedoch von größter Wichtigkeit für das künftige Schicksal Europas. Die Aufgabe der Konferenz werde nicht darin bestehen, die politischen Fragen zu lösen, sie solle vielmehr das Gelände für eine größere Konferenz vorbereiten, die dann Beschlüsse fassen würde. Diese größere Konferenz werde eine Fünfmächtekonferenz fein, werde also ausdrücklich Deutschland und 3 lall en mit zu umfassen haben. Das e r st e Ziel einer solchen Fünfmächtekonferenz würde in der Erzielung einer Regelung im Westen bestehen. 3hr endgültiges Ziel aber müsse eine europäische Gesamtregelung fein. 2Nit weniger werde sich die britische Regierung nicht zufriedengeben. Im Unterhaus gab Baldwin die Verlautbarung über den Zusammentritt der Restlocarnomächte am Donnerstag bekannt und erklärte, daß es sich um eine vorbereitende Konferenz handele. Die Abhaltung der Konferenz sei Deutschland und Italien auf dem üblichen diplomatischen Wege mitgeteilt worden. Zu der für später beabsichtigten Fünfmächtekonferenz glaubt Preß Association die englische Auffassung dahin wiedergeben zu können, daß auf der Konferenz nicht nur die Möglichkeit der Ersetzung des Locarno Vertrages durch einen neuen Vertrag erwogen werden werde, sondern daß auf ihr auch die Friedensoorschläge Hitlers die Grundlage der Konferenz abgeben sollen. Für den Fall, daß eine Fünfmächte, konferenz zustandekomme, werde sie wahrscheinlich im Oktober stattfinden. Die britische Regierung würde es allerdings gern sehen, wenn die Konfe- renz im September vor der Dölkerbundsversamm- lung stattfände. Es werde aber anerkannt, daß ein so frühes Datum sich als unmöglich Herausstellen könne. „Keine vorgefaßten Beschlüsse." London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die heutigen Londoner Morgenblätter beschäftigen sich eingehend mit der gestern bekanntgegebenen Der- lautbarung über die am Donnerstag beginnenoen Besprechungen der drei Restlocarno- mächte. , Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß die Londoner Zusammenkunft wahrscheinlich von sehr kurzer Dauer sein werde. Schon Donnerstagabend könne möglicherweise eine Verlautbarung herausgegeben werden, die dem Wunsche dieser drei Mächte, schon im Herbst mit Deutschland und Italien eine konstruktive Aussprache zu eröffnen, Ausdruck geben würde. Die Zeit bis dahin würde für sorgfältige diplomatische Vorbe« r e i t u n g benutzt werden. Zu dieser Vorbereitung würde auch die r e st l o s e Liquidation der Sanktionspolitik des Völkerbundes gegen Italien gehören. Der Korrespondent ist der Ansicht, daß Großbritannien die „zeitliche Pe- riode der Unsicherheit", welche zur Aufrechterhaltung gegenseitiger Beistandsabkommen mit bestimmten Mittelmeermächten Veranlassung gegeben zu haben scheine, jetzt als beendet ansehe. Wahrscheinlich werde Eden in der Lage sein, eine entsprechende Erklärung in der außenpolitischen Un- terhaus-Debatte am nächsten Montag abzugeben. Das sollte Italiens letzten Grund zur Klage, daß es nicht in der Lage sei, an den allgemeinen europäischen Besprechungen teilzunebmen, beseitigen. Der diplomatische Mitarbeiter der „Time s" berichtet, da die Grundlage der kommenden Besprechungen übereinstimmend festgelegt worden sei, sei kein Grund vorhanden, zu erwarten, daß die Bespre- chungen über den Freitag hinausgingen. Die Minister der drei Mächte würden in der Lage sein, eine gemeinsame Verlautbarung über die k o n st r u k t i - oen Ziele und die Methode, sie zu erreichen, herauszugeben. Aufgabe der Konferenz der drei Rest- locarno-Mächte sei es, einer Fünfmächte-Tagung den Weg zu ebnen. Das würde die Ordnung einiger diplomatischer Ueberbleibsel mit sich bringen, die sich während der vergangenen vier Monate angesammelt hätten. Es könne keine Rede davon fein, andere Mächte vorvorgefahle Befchlüsie zu stellen oder auhen- politifche Debatten hinter ihrem Rücken zu führen oder eine abgesonderte Gemeinschaft in irgendeinem Sinne zu bilden. „Daily H e r a l d" schreibt in einem kurzen Leitaufsatz, die Konferenz der drei Mächte stehe vor einer großen Aufgabe. Es gebe viele Wege der Annäherung. Alle seien nützlich, vielleicht auch alle Notwendigkeit. Alle müßten jedoch der Festigung des europäischen Friedens dienen. Oie Spannung in Frankreich. Angriffe der Rechten gegen den Innenminister. Paris, 21.Juli. (DNB.) Eine Rede, die Innenminister Salenaro am Sonntag gehalten hat, beschäftigt die Oeffentlichkeit. Nach dem Bericht des rechtsgerichteten „I o u r" hatte der Minister in einer sozialistischen Versammlung erklärt, er warne diejenigen, die durch irgendwelche Manöver die Regierung zu stürzen drohten. Wenn tatsächlich die Regierung stürzt, würde die Aussprache auf der Straße weitergehen. Die Straße würde sich erheben und mit ihr tausende Arbeiter, um die Regierung zu verteidigen. Das Innenministerium erklärt dazu, daß die Berichte über die Rede z. T. u n v o l l st ä n d i g, z. T. falsch seien. Der Innenminister selbst stellte am Montagabend Pressevertretern gegenüber fest, daß er sich in seiner Rede darauf beschränkt habe, auszuführen, unter den gegenwärtigen Umständen könne ein Sturz der Volksfrontregierung Straßen- unruhen nach sich ziehen. In der Kammer ist von der Rechten in dieser Angelegenheit eine Anfrage eingebracht worden, wie es möglich sei, daß ein für die öffentliche Ordnung verantwortlicher Minister selbst den Bürgerkrieg ankündigen könne. „Soldatenlieder /' Paris, 21. Juli. (DNB.) Der „Matin" berichtet aus Nancy, daß sich auf dem dortigen Hauptbahnhof bei der Durchfahrt französischer Reser- v ist en geradezu skandalöse Vorgänge ereignet hätten. Kaum sei der Pariser Zug mit den Reservisten in die Halle eingelaufen, als sich die Soldaten, die auf dem Wege zu den Truppenübungsplätzen im Osten waren, an die Fenster begeben hätten, um die Internationale und andere revolutionäre Lieder zu singen. Reisende und besonders Frauen, die sich in dem gleichen Zuge befanden, seien von den Soldaten in der unerhörtesten Weise b e - schimpft worden. Der Militärposten des Bahnhofs und der Unteroffizier vom Dienst seien ebenfalls geschmäht worden. Landarbeiterstreik in Nordfrankreich. P a r i s, 21. Juli. (DNB.) Aus zwei französischen Landstädten werden Landarbeiterstreiks gemeldet. In der Gegend von Amiens sind in etwa 20 Gemeinden Streiks ausgebrochen, jedoch ist kein Gutshof von den Streikenden besetzt worden. Streikposten bewachen allerdings den Zugang zu den Höfen, aber die Gendarmerie überwacht diese Streikposten ihrerseits und hat bereits einaegriffen, um eine Beeinträchtigung der Arbeitsfreiheit zu verhindern. Mehrere Bauern haben unmißverständlich wissen lassen, daß sie sich energisch einer Besetzung ihrer Höfe durch Streikende widersetzen würden. Die Landarbeiter einiger großer Gutshöfe von drei Gemeinden in der Gegend von Provence sind ebenfalls in den Ausstand getreten, obwohl gerade am Vortage bei Lohnoerhandlungen eine ihren Bezirk betreffende Einigung erzielt worden war. Die streikenden Landarbeiter haben sich bereit erklärt, das Vieh zu versorgen. 6000 Arbeiter der peugeot-Werke im Streik. Paris, 21. Juli. (DNB.) 6000 Arbeiter der Peugeot-Werke in Valentigny und Beaulieu sind am Dienstag in den Streik getreten. Steigende Steuereinnahmen des Reiches. Die Folge der anhaltenden Wirtschaftsbelebung. Berlin, 21. Juli. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben betrugen nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums (alle Ziffern in Millionen Mark) im Monat Juni 1936 insgesamt 999,5 gegen 764,7 im gleichen Monat des Vorjahres, und zwar erbrachten Besitz- und Verkehrssteuern 749,7 (536,2), Zölle und Verbrauchssteuern 249,8 (228,5). Für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni beträgt im laufenden Jahr das Gesamtaufkommen 2 527,9 (2113,0), und zwar Besitz- und Verkehrssteuern 1693,1 (1343,7), Zölle und Verbrauchssteuern 834,8 (769,3). Das Mehraufkommen im Berichtsmonat Juni 1936 gegenüber Juni 1935 beträgt also insgesamt 234,8, und zwar an Besitz- und Derkehrs- steuern 213,5 und an Zöllen und Verbrauchssteuern 21,3; für das Vierteljahr stellt sich das Mehraufkommen auf 414,9, und zwar an Besitz- und 23er» kehrssteuern auf 349,4 und an Zöllen und Verbrauchssteuern auf 65,5. Bei dem Mehr an Besitz» und Verkehrssteuern ist zu berücksichtigen, daß im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1936 14 Millionen Mark Körperschaftssteuer der öffentlichen 23er» sorgungsbetriebe, von denen im gleichen Zeitraum des Rechnungsjahres 1935 an Körperschaftssteuer erst 0,6 Millionen Mark eingezahlt wurden, aufgekommen sind, so daß das Mehr sich um (14 minus 0,6 —) 13,4 Millionen Mark vermindert. Das wirkliche Mehraufkommen im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1936 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres beträgt somit (414,9 minus 113,4) = 401,5. ffierfe « eine n, ! Mächte : auhen- itfen za schaff in tbeitet bet b Beaulieu den. lnerstag. lltbarung >e dieser n turjen stehe vor ege der Reicht auch der Festi- » 5# Hk anhnt, int iftW' 3614 ; jßeP n würde Borbe« Bereitung an der >unbes mdent ist liche Pe> echterhal* mit be« gegeben .Wahr» eine ent« chen Un» bzugeben. läge, daß nen euro» seitigen. m e s" be* n Bespre- en sei, sei ie Bespre* Die Mini* sein, eine strukti* ichen, her* drei Rest- agung den einiger di- n, die sich igefammelt 1 einen ?* Ion. 5 ö OTi !nfeten> Achte, m drei Te* e sind eben* gerade am iren Bezirk r. Die [tret* »rflärt das -Daily "e Lon. ,ahmen der >n Abgaben wnsffl* 0 im ®*‘ n 76V W °°k •** 536,2)- 3°Ö tir die 31 i laufend" 2113,0). 3,1 (134317,1 föSA- afll r'^hrs* W| Konse. Jiamm. bafe ein ^stellen ifr* ch-) Die gen sich en W. nnenden :Qrno. Eine Ankündigung für die deutsche Kraftfahrl! Mit dem heutigen Tage hat die deutsche Kraftfahrt in ihrer Eigenversorgung einen entscheidenden Schritt vorwärts getan. Steigerung der deutschen Rohoelförderung war die Voraussetzung. Jetzt ist es uns geglückt, aus diesem Material ein Auto-Oel zu schaffen, wie es in der ganzen Welt nicht besser geliefert wird. Rohoel besteht 1. aus erstklassigen, 2. unerwünschten und 3. schädlichen Kohlenwasserstoff - Gruppen. Gruppe 1 ist reiner Schmierstoff; Gruppe 2 führt zu Leistungsabfall und vorzeitiger Alterung; Gruppe 3 ergibt Kohlerückstände, Ventilverkrustungen, Verschlammungserscheinungen. Die bisherigen Raffinationsmethoden scheiden Gruppe 3 nur mehr oder weniger aus; Gruppe 2 wird durch sie überhaupt nicht erfaßt. Die Entwicklung moderner Motoren, wie Flugmotoren, war inzwischen so weit getrieben, daß die Steigerung ihrer Leistung nur durch grundsätzlich neue, verbesserte Oele möglich erschien. Endlich fand man hierfür ein umwälzend neues Verfahren. Es entfernt auf physikalischem Wege durch neuartige Lösungsmittel restlos alle Anteile der Gruppen 2 und 3. Der Kraftfahrer erhält also reinen Schmierstoff. 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Auf dem letzteren Verfahren basieren jetzt die erfolgreich abgeschlossenen Versuche derSiemens & Halske A G. in Verbindung mit der Trockenplattenfabrik Perutz. In einer Vorführung vor zahlreichen in- und ausländischen Pressevertretern wurde in Berlin der er sie Farbfilm nach dem Berthon-Siemens- Derfahren gezeigt. Er fand bei den Erschienenen, unter denen der Vizepräsident der Reichsfilmkammer Hans Weidemann mit zahlreichen Herren der Reichsfilmkammer und die Vertreter der großen Filmunternehmungen zu bemerken waren, außerordentlichen Anklang, scheint doch tatsächlich das Problem, mit verhältnismäßig niedrigen Kosten für Hersteller und Theater den Farbenfilm auf die Leinwand zu bringen, hier im großen und ganzen gelöst zu sein. Zur Vorführung kamen der unter der Oberleitung von Carl Froelich im Atelier gedrehte Kurzfilm „Der Schönheits- s l e ck", dessen Uraufführung im Rahmen der Olympischen Spiele am 4. August in Berlin stattfinden wird, und einige Außenaufnahmen von Blumen, Tieren und belebten Szenen. Bei allen Aufnahmen ist der Fortschritt gegenüber früheren farbigen Filmen ganz unverkennbar, und als Gesamteindruck besonders des Spielfilms bleibt bestehen, daß der deutsche Farbenfilm heute hinter dem ausländischen in nichts mehr zurücksteht. Die Farbwerte sowohl in den zarten Pastelltönen wie in den kräftigen satten Farben werden richtig wiedergegeben', in der weißen Farbe lassen sich — was bisher kaum erreicht worden ist — die feinsten Abschattierungen erkennen und die Beleuchtung des Bildes selbst ist mit Hilfe des neu entwickelten Projektionsschirmes und der neuen Beleuchtungslampen durchaus klar und zufriedenstellend. Dor der Vorführung des Filmes, wobei zum Vergleich auch eine kurze Szene in der gewöhnlichen Schwarzweih-Photographie gezeigt wurde, sprachen Direktor Storch von der Siemens 6- H a l s k e AG. über die sehr verwickelte und ausgedehnte Arbeit, die auf optischem, feinmechanischem und elektrischem Gebiete geleistet werden mußte, und Direktor Dr. von Oven von der Perutz- Trockenplattenfabrik über die Entwickelung der emulsions- und sensibilierungstechnischen Fragen. Die Ausführungen, die ein eindringliches Bild von diesem schwierigen Gebiet seit Beginn der Arbeiten überhaupt gaben, fanden den lebhaftesten Beifall. Schr. Angebote unter 03337 mit guter Schulbildung. Schriftliche Angebote Katalog frei Rupp, Frankfurt-M, Friedberg. Landstr.27 Gut erhaltenes Bett zu verkauf. Näh. Herrschaftliche 8-Zimm.-Wohn. Etag.-Heiz.,Bad/ rn. allen modern. Einr., i. Gießen, A. d.Johannes- kirche 6, z. verm. Näheres durch: £>. 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Während die planmäßigen Südamerikafahrten sonst stets in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in 14tägigen Abständen in Frankfurt beginnen, wurde die Ausreise des „Hindenburg" jetzt um zwei Tage vorverlegt, um dem Luftschiff die rechtzeitige Rückkehr nach Deutschland vor Beginn der Olympischen Spiele zu ermöglichen, denn am 1. August soll das Luftschiff bekanntlich zur Eröffnung der Olympischen Spiele über der Reichshauptstadt erscheinen. Mit den letzten aus Südamerika kommenden Besuchern für die Olympischen Spiele wird das Luftschiff „Hindenburg" schon am 30. Juli wieder in Frankfurt eintreffen. Alle für die Rückreise verfügbaren Plätze sind schon seit längerer Zeit vergeben, und die Nachfrage nach Plätzen ist so stark, daß das Condor- Syndikat, die Vertretung der Deutschen Zeppelin- Reederei in Südamerika, eine Dormerkliste einführen mußte, auf der schon über 50 Namen stehen. Jeder Anwärter hofft, durch einen bis zur Abfahrt des Luftschiffes etwa noch freiwerdenden Platz die Möglichkeit zu einem Besuch der Olympischen Spiele zu haben, denn nur das Luftschiff „Hindenburg", das Rio de Janeiro am 25. Juli verläßt, bringt seine Fahrgäste noch rechtzeitig zur Eröffnung der Olympischen Spiele nach Deutschland. französische Anerkennung für die Olympia-Vorbereitungen. „Es fehlt kein Gamaschenknopf", so hat der Der- waltungssekretär des Französischen Olympia-Aus- schusses, Denies, nach seiner Rückkehr aus Berlin in Paris erklärt, wo er die letzten Vorbereitungen für die Unterbringung der französischen Sportler getroffen hat. Alles fei in Bersin bereit und gut bereit. Man müsse anerkennen, daß das Berliner Olympia-Stadion ein totaler Erfolg sei. Denies ist des Lobes voll über die Aufnahme, die die französische Abordnung bei ihrem vorbereitenden Besuch durch die Berliner Olympia- Leitung erfahren habe. Der geringste der französischen Wünsche sei nicht nur erfüllt, sondern oor= au'^aLnt worden. Die endgültige und amtliche Zahl der französischen Olympia-Sportler beträgt -Strebsame Herren^ von altangesehener leistungsfähiger Maschinenfabrik zum Verkauf ihres patentierten Monovol- artikels an Handwerker u. Kleingewerbetreibende bei hoher Provision gesucht. - Vorzustellen am 23.Iuli bei Herholz. Hotel Schütz, Gießen, 12-1 Uhr Suche für sofort 2 Zimmer und (ruhige Mieter). Schr.Angeb.unt. 03336 and.G.A. In ruhiger Lage 6-Zimmer-Wohn. Parterre,rn.Bad und allem Zubehör zum 1. Aug. oder später zu vermieten, oaai» KMIMiiMl vertilgtjedes Ungeziefer. 4596D Schomber, Gießen, jetzt Kirck- straße 20. 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In tiefer Ergriffenheit sah es die Szenen vorüberziehen, die der Spielleiter Heinrich George in immer stärkerer Anpassung an den Heidelberger Schloßhof gegenüber früheren Ausführungen sehr gewandelt hat. Es ist jetzt eine aus drei Bearbeitungen erwachsene, aber auch stark mit eigenen Regieleistungen durchsetzte Heidelberger George-Aufführung von besonderer Prägung, die auch diesmal wieder neue Lichter aufweist und den Götz sehr in den Vordergrund treten läßt, so sehr auch Goethe selbst in feiner ersten Bearbeitung „adelheidisch" geworden war. Mehr noch als früher wird vom Spielleiter diesmal der Palast zur Kulisse, bald als Ausgangspunkt glanzvoller Zuge, bald als grellrotes Fanal der Bauernknegskampfe, oft aber auch nur als zauberischer Hintergrund stimmungsvoller Szenen gestaltet. Die Aufführung war getragen in erster Lmie von der großen Darstellungskunst Heinrich G e o r- g e 5, der den Götz als kernigen deutschen Ritter, als furchtlosen Streiter, aber auch als liebevollen Familienvater, als treuesten Freund feiner Freunde und als gutmütigen und gutgläubigen Helfer der Schwachen gestaltete; eine wundervolle Mischung von Größe und erdgebundener Menschlichkeit. Neben Georges Götz finden wir wieder Lina Carstens als seine Frau schlicht und bieber,. (Kernens H ässe als prächtig-lebendigen Knappen Georg. Elise Knott spielt die Marie, Alice Verden die Adelheid, Walter S u e ß e n g u t war ein eindrucksvoller Weißlingen, Kuhlmann ein kerniger Lerse. Daneben Wittgens als Selbitz, Bäuerle als Sickinaen, K o 11 e n k a m p als Kaiser. Mit der von Leo Spieß schon früher geschriebenen Musik, mit der lebendigen Gesamteinrichtung und mit den prächtigen Kostümen ist der „Götz" em neuer Höhepunkt der Heidelberger Reichsfestspiele. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das atlantische Hochdruckgebiet hat einen kräftigen Ausläufer auf das Festland vorgeschoben, unter dessen Einfluß sich eine allaemeine Wetterberuhl- gung eingestellt hat. Da Westdeutschland aber noch immer im Bereiche sehr feuchter Luftmassen liegt, kommt es bei teilweiser Aufheiterung zu verbreiteten Gewitterstörungen. Bei im allgemeinen etwas höherliegenden Temperaturen sind anhaltende Regenfälle nicht zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Der- änderliche Bewölkung mit nur vereinzelter Aufheiterung und Neigung zu gewittrigen Niederschlagen, Tagestemperaturen um 20 Grad etwas schwül, schwache Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer der teilweise aufgeheiterten zu gewittrigen Störungen neigenden Witterung. Lufttemperaturen am 21. Juli: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 15,7 Grad; am 22. Juli: morgens 14,2 Grad. Mäximum 21 Grad, Miffimum heute nacht 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Juli: abends 19,4 Grad; am 22. Juli: morgens 16,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. 23er- antwortlich für Politik und für die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. 23. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 182. Am 29. Juli morgens werden die französischen Teilnehmer nach Berlin abfahren. Lebenslanges Zuchthaus für einen Landesverräter. Der Volksgerichtshof in Berlin hat durch Urteil vom 21. Juli den 35jährigen Walter S ch w e r d t - e g e r aus Berlin wegen Landesverrats zu lebenslangem Zuchthaus und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Vier Bergsteiger an der Eiger Nordwand vermißt. Aus Bern wird berichtet: Am Samstag find vier Alpinisten, und zwar die Deutschen Engerer und Rainer sowie die Oesterreicher H i n d e r - ftoiffcr und Kurz, zur gemeinsamen Bezwingung der fast unbesteigbaren Nordwand des 3975 Meter hohen Eiger in den Berner Alpen aufgebrochen. Nach zwei Nachtbiwaks an der Eigerwand haben sie die Besteigung aufgegeben und den Abstieg begonnen. Am Dienstag waren die vier durch Lawinen und Steinschlag gefährdet und befanden sich nur 150 Meter vom Stollen der Jungfraubahn entfernt. Eine Rettungsaktion durch Bergführer mußte wegen Nebels unterbleiben. Die Alpinisten müssen jetzt schon ihr viertes Nachtlager bezogen haben. Man betrachtet ihre Lage als sehr gefährlich. Zur Rettung der vier Alpinisten ist heute um 4.30 Uhr eine Führerkolonne, bestehend aus den besten Bergführern von Wengen, abgegangen. Man konnte am Mittwoch früh beobachten, daß die Kletterer unbeweglich an ihren Seilen hängen. Nur einer von ihnen gibt noch Lebenszeichen von sich. Vrückeneinslurz. Die Stahlbrücke der Reichsautobahn, die über die Reichsbahnstrecke Zuffenhausen—Calw zwischen den Bahnhöfen Kornthal und Ditzingen und über die Straße Ditzingen—Weilimdorf führt, ist aus noch nicht festgestellter Ursache eingestürzt. Eine auf der Strecke befindliche Leerlokomotive ist unmittelbar nach dem Einsturz auf die herabgefallenen Trümmer aufgefahren. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden dabei verletzt, zum Glück jedoch nicht schwer. Die Aufräumungsarbeiten sind sofort ausgenommen worden. Die Untersuchung der Ursache des Einsturzes ist im Gange. Retlungslat eines deutschen Jungen in Dänemark. Eine schöne Rettungstat hat am Dienstag ein deutscher Junge vollbracht, der in Dänemark seine folglos. Französisches Militärflugzeug abgestürzt. Cin Militärflugzeug der 12. französischen Luft- Brigade in Reims ist etwa sechs Kilometer von Troyes entfernt im Nebel gegen einen Hügel geflogen. Es wurde vollständig zerschmettert. Die beiden Insassen, ein Oberstleutnant und sein Adjutant, waren auf der Stelle t o t. Französischer Autobus stürzt in einen Abgrund. Ein großer Autobus, der den Fremdenverkehr zwischen Paris und Nizza versieht, stürzte in der Nähe von Draguignan infolge falscher Steuerung i n einen 45 Meter tiefen Abgrund. 17 Rei- sende und die beidenWagenlenker wurden lebensgefährlich verletzt. Küstendampfer in Seenot. Nach einer Meldung aus Manila sandte ein Küstendampfer mit 43 Mann Besatzung 808-Rufe aus. Das Schiff ist offenbar während eines Taifuns an der Küste der Insel Luzon auf ein Felsenriff aufgelaufen. Kunst und Wiffenschast. Oie Bayreuther Festspiele. Das Programm der Bayreuther Fest- spiele sah für Dienstag die zweite Ausführung des „L o h e n g r i n" vor. Der Führer wohnte auch dieser Aufführung bei. Die Titelrolle wurde wieder von Franz Völker gesungen. Auch bei der Dienstagaufführung ernteten die Künstler und Künstlerinnen wieder reichen Beifall, der auch dem Dirigenten Staatsrat Dr. Wilh. Furtwängler, dem Leiter der Gesamtinszenierung Staatsrat Heinz Tietjen und denjenigen Künstlern galt, die auf dem Programm für bestimmte Sondergebiete verantwortlich zeichnen. Unter diesen sind besonders der Leiter der Chöre, Friedrich Jung (Berlin), der Leiter der musikalischen Vorbereitung, Karl Kittel (Bayreuth), der Leiter der Gesamtausstattung, Emil Preetorius (München), sowie der Leiter des Kostümwesens, Kurt Palm (Berlin) und der technische Oberleiter, Paul Eberhardt (Bayreuth), hervorzuheben. Das Festspielprogramm sieht für Mittwoch einen Ruhetag vor, der den Künstlern nach ihren großen Leistungen eine kurze Erholung bieten wird. Es folgt dann an den letzten vier Tagen der Woche die erste diesjährige Ring-Ausführung. Am Schluß des zweiten Aufzuges der „Lohen- grin"-Auftührung am Dienstag begab sich der Führer — nachdem der Vorhang gefallen war — Ferien verbringt. In der Nähe von Fredericia an der Küste des Kleinen Belt war er mit dem ältesten Sohn seines Gastgebers und einem gleichaltrigen Mädchen mit einem Prahm hinausgefahren, der 100 Meter vom Land entfernt kenterte. Von den Kindern konnte nur der deutsche Junge schwimmen. Er brachte zuerst das Mädchen m Sicherheit und schwamm erneut hinaus, um den Jungen zu retten. Dieser war jedoch schon untergegangen und von der Strömung weggespült worden. Das Unglück spielte sich vor den Augen der Gastgeberin ab, die ins Wasser gesprungen war, um Hilfe zu leisten. Ihre Kräfte verließen sie aber doch konnte sie in bewußtlosem Zustande an Land gebracht werden. Im Sägemehl erftkfL In Neustadt an der Weinstraße ereignete sich bei der „Jbag" ein tödlicher Betriebsunfall. Der 18jährige Hilfsarbeiter Willi Sch anz e n- bächer wollte mit einem Arbeitskameraden den Sägemehlbehälter reinigen. Dabei fiel er von oben durch den Sägemehlkanal. Das gestaute Sagemehl gab nach, und der Junge erstickte, ehe er aus seiner Lage befreit werden konnte. Drei Menschen vom elektrischen Strom getötet. In Linkenheim bei Karlsruhe ereignete sich durch das Reißen eines Elektrizitätsdrahtes cin schweres Unglück. Ein Radfahrer namens Heinrich Wetzstein streifte mit feinem Rad den auf dem Boden liegenden Draht und stürzte, vorn Strom getroffen, zu Boden. Zwei junge Leute, die 24jährige Tochter des Bahnarbeiters Nagel und der 19jahrlge Leopold H ä u f e r , die zur Hilfeleistung herbeieilten, wurden bei dem Versuch, den Draht zu entfernen, gleichfalls vom Strom getroffen. Wiederbelebungsversuche blieben bei den drei Verunglückten er» [Stellenangebote] SDtilalgeW Groß-und Kleinhandel sucht zum baldigen Eintritt (Milt 4—5sitzig, steuerfrei, billig zu verkaufen. 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Zu» 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 169 Zweites Blatt Hohlspiegel das Olympische Feuer entzündet. v 7 w ”, v orx . _/____hin H inn fo tränt großen Spiele. ankfurl. in krästi. en, unter :erberuhi- iber noch sen liegt, verbreite-. en etwas nhaltende j: Der- r Aushei- erschlagen, 5 schwül, dauer der Störungen 19,6 Grad morgen; im l)eute cm Tiefe ulv. xnof Lauer 3,6 In einem feierlichen Aki wurde am Montag an d°r heiligen Stätte D1W>« m“ncg^äXrn7uTbem’ffiege'3Ümaitae;'öie^ün8fte“trögt D°-°us ft-r^d^erste Säufer Ä*^ünMUmpiWen Altar auf dem Festplatz dao Seuer Q^n den N unb 1 »et. Von Tschammer und Osten, Reichssportführer und Präsident des Deutschen Olympischen Komitees. 3000 Läufer sind unterwegs von Olympia bis Berlin. (Olympisches-Komitee-M.) bei der Bewerbung politische Momente in die Wagschale geworfen wurden. Der Präsident des IOC. erklärte, daß die Spiele nicht zum Handels- objekt von Politikern werden dürften, und verschob die Entscheidung auf den 29. Juli d. I. Inzwischen ist außer Tokio, Helsingfors und Rom noch London als Bewerber aufgetreten." „Sie kennen, wie kaum ein zweiter, die Verhältnisse im deutschen Sport der Vorkriegs- und Nachkriegszeit. Sie haben an dem großen Einl- gungswerk, das sich nach dem Willen des F ü h - rers im deutschen Sport vollzog, vollen Anteil gehabt. Würden Sie mir den grundlegenden U n - ter schied zwischen dem Gestern und Heute umreißen?" i Lange, chein. Per» lder t&* 5 Thyriot; Anzeigen- Inhalt der 36: 9400. Buch- und in Gießen- ich 25 Pf. Pf. mehr. igs 15 Pf-, 1935 gult'S- holte er sich noch zweimal die Meistertitel im Zehnkampf und gleichzeitig auch im Kugelstoßen. Nach dem Ausscheiden aus dem Wettkampfsport — aktiv ist er bis auf den heutigen Tag geblieben — wurde er Sportwart der deutschen Leichtathleten, deren Führung er 1932 übernahm und auch nach der Einigung im deutschen Sport beibehielt. Dr. Karl Ritter von Halt ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele und des Deutschen Olympischen Ausschusses. Unsere erste Frage galt daher dem Modus, nach dem die Spiele vergeben werden, da hierüber immer noch Unklarheiten bestehen. .Immer ein Jahr vor der Durchführung der Spiele", erklärte Ritter v o n Halt, „erwerben sich gewisse Städte, nicht die Länder, um die Spiele. Die Mitglieder des IOC. prüfen die von diesen Städten für die Durchführung getroffenen Maßnahmen und fallen dann die Entscheidung. Sie ist ein Jahr vor den Spielen in Los Angeles 1931 in Barcelona zugunsten Berlin gefällt worden, das ja schon 1916 Austragungsort sein sollte." Und warum ist 1935 tn Oslo keine Entscheidung getroffen worden? „Weil Grab des unbekannten Soldaten vorbei durch Athen getragen. Der Weg ging dann zunächst u b e r Eleusis nach Theben. Längs der Straße tand die Bevölkerung, die den Läufern Blumen zuwarf und frohe Grüße nachrief. Um 2 Uhr nachts wurde Theben erreicht, wo die ganze Stadt aufgeblieben war und von allen Kirchen die Glocken läuteten. Gegen 6 Uhr morgens langte die Fackel in Levadia, dem griechischen Manchester, an. Das Olympische Komitee an den Führer. Das Griechische Olympische Komitee hat aus Olympia an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet, „Wir melden von Land zu Land, die Fackel ist gestartet, die olympische Idee zu verewigen. Olympisches Komitee. N i k o l a i d i s." Der Führer hat hierauf wie folgt geantwortet: „Ich danke für die Meldung vom Start der olympischen Fackel. Möge sie glücklich in Berlin eintreffen und hier alsbald die olympische Flamme entzünden, die der XI. Olympiade zu erfolgreichem Verlauf leuchten soll. Adolf H i t l e r." Der Reichssportführer an den Kronprinzen von Griechenland. 16. itt dn 'orten- '« Ur. gebens Ireidjeg Mine . es die Winrich den 1 Äufne aus uk mit Iberger «8. die mb den sehr Zeitung 1 früher iur Ku. iQmpfe, ergründ r Linie ®eor« Ritter, beoollen Freunde lfer der Mischung ■ Neben rstens Hasse 1 Elise >ie Adel- ’ttsooller rfe. Da- le als Hit der i Musik, mit den n neuer Der erste Läufer Konstantin K o n d y l i s läuft mit der Fackel vom Altar, von den Segenswünschen der Menge begleitet. — (Sämtliche Bilder: Scherl-Bilderdienst-M.) ßiE fleisr [rette 500 8 4» 1 500 g 50 5 >AS fiele« ihrräder ,2/sr Reichssportführer von Tschammer und O st e n hat an den K r o n p r i n z e n von Griechenland folgendes Telegramm gesandt: Ew. Königlichen Hoheit als dem Präsidenten des griechischen Olympischen Komitees, sowie dem gesamten griechischen Volk übermittle ich mit dem Ausdruck der innigsten Teilnahme an der hlston- schen Stunde des Starts zum großen Olympm- Fackellauf meine herzlichsten Grüße und Wunsche. Möge mit der Flamme der Fackel zugleich der klassische olympische Geist nach Berlin getragen werden und so den Spielen die rechte Weihe geben. Das ist der heiße Wunsch aller Teilnehmer an dem Friedenswerk der modernen olympischen •ris «hf Ü> irauc , Roll- 1 u rt amMa|n | ankfu^strJ dahin. Als der Läufer die griechische Hauptstadt erreicht hat, hört man immer wieder die Ruse „W e r o - lino, Werolino" (Berlin) oder „Germania, Germania" (Deutschland). Der Lauf führt über die Heilige Straße. Der Läufer erreicht das Theseion, den besterhaltenen griechischen Tempel, und erklimmt. von vielen Menschen begleitet, den heiligen A k r o p o l i s f e l s e n. Ein unvergeßlicher Augenblick, als der Fackelläufer vor dem Parthenon, auf dem vor diesem errichteten Altar das heilige Feuer entzündet, das während der Berliner Olympiade ununterbrochen brennen soll. Im Gegensatz zu der schlichten, aber erhebenden Feier in Olympia ist die Feier im Athener Stadion als Glanzpunkt der Festlichkeiten in Griechenland anzusehen. Attika ist besonders stolz weil es den Olympia-Sieger im Marathonlauf Louys, den ersten Sieger der Spiele tm Jahre 1896 zu seinen Bürgern zählt. Louys freut sich übrigens, persönlich an den Spielen in Berlin teil- nehmen zu können. . v . .... Unter feierlichen Klängen wird die griechische Nationalflagge vor dem neu erbauten Altar am Stadion gehißt. Plötzlich kommt Erregung in die Menge' Der Läufer namens Krams ist da. Unter unbeschreiblicher Begeisterung übergibt er dem Bürgermeister Konstantin die Fackel, der nun die Flamme auf dem Altar entzündet. Im gleichen Augenblick und während die Musik und hie Chöre die Olympische Hymne vortragen, wird die Olympische Flagge gehißt. Nun wohnen der griechische König, der Mimsterrat, das diplomatische Korps und all die anderen Zuschauer einer ergreifenden Handlung bei: die Fackel wird durch eine der vier Hauptetappen der griechischen Geschichte darstellende Mädchengruppe durchgereicht, um zu bekunden, daß der olympische Geist von der Antike bis in unsere Tage lebendig blieb. Der Läufer übernimmt nun wieder die Fackel und trägt sie durch Athen bis nach Eleusis zurück. Hier teilt sich die Straße. Links geht es nach Korinth, der rechts abbiegende Weg führt über Theben nach Delphi. Levadia, 22. Juli. (DNB. Funkspruch. Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Die olympischen Fackelläufer setzten ihren Lauf programmaßlg fort. Gestern abend wurde die Fackel um 20 Uhr am Olympischer Fackel-Giaffettauf an den klassischen Stätten Griechenlands Erhebende Feier im Stadion von Athen. ,Zch möchte da zunächst auf die grundsätzlichen Ausführungen des Reichssportführers in der letzten Sitzung des Deutschen Olympischen Ausschusses verweisen, die gerade diese Frage eingehend behandeln. Sehen Sie, so führte Ritter v o n H a l t aus, früher gab es neben unserer Organisation noch die marxistische, die die Beteiligung an den Olympischen Spielen ablehnte und eine eigene sogenannte „Arbeiterolympiade" aufzog. Es gab ferner die verschiedenen konfessionellen Organisationen, da war eine konzentrierte Arbeit, wie sie das Ansehen des deutschen Sports verlangte, einfach unmöglich. heute hat das Neben- und Durcheinander aufgehört, wir haben eine einheitliche und straffe Gliederung und Leitung und find nun erst in der Lage, alle Kräfte zusammenzufassen und zum Einsatz zu bringen, hinzu kommt die geistige Ausrichtung auf das gemeinsame Ziel, heute weiß jeder, um was es geht, daß er für die Farben des Vaterlandes kämpfend, fein eigenes Ich in den Hintergrund rücken muß. Der Mannschaftsgeist hat eine grundlegende Wandlung erfahren und jeder fügt sich mit Begeisterung in die Mannschaft ein, weil er den Vorteil einer einheitlichen Leitung und Führung erkennt. Das Entscheidende aber ist die lebendige Anteilnahme des nationalsozialistischen Staates und seines Führers Adolf Hitler. Der Führer hat durch seinen Beauftragten, den Reichssportführer von Tschammer und Osten, den deutschen Sport zur Einheit zusammengeschmolzen. Der Führer hat ihm das große Ziel gewiesen. Dem Führer ist die G e st a l t u n g der olympischen Kampf st ätten in Garmisch-Partenkir- chen und Berlin in dieser nie dagewesenen Größe und Gewaltigkeit zu danken Die Anteilnahme aller Ministerien aber gilt nicht nur der Ausrichtung der XI. Olympschen Spiele, sondern dem deutschen Sport Überhaupt. Wir treiben nicht Sport um des Sportes willen, sondern weil wir durch planvoll betriebene Leibesübungen im Rahmen der geistigen und charakterlichen Erziehung einen neuen, gesunden Menschen formen wollen. Die Zusammenfassung aller Kräfte, die geistige Aufrichtung und die lebendige Anteilnahme des neuen Deutschland ergeben die Gesamthaltung des deutschen Sportes." Zu den Vorbereitungen der Leichtathleten erklärte Ritter von Halt: „Wir haben getan, was wir tun konnten. Schon vor drei Jahren haben wir in ganz Deutschland die am besten Veranlagten ausgesucht und zu größeren Mannschaften zusammengestellt, die planvoll vorbereitet wurden. Im vergangenen Jahre haben wir aus diesen kleinere Kernmannschaften gebildet, die, durch Spezialsportlehrer besonders geschult, von Kampf zu Kampf geführt wurden, um durch den beständigen Kampf in ihrer Leistungsfähigkeit zu wachsen und kämpfen zu lernen. In diesem Jahre schloß sich ein ganz organischer Aufbau an. Die erste Siebung, der auch die Kernmannschaft unterworfen war, erfolgte bei den Meisterschaften der Bezirke, die zweite bei den Gaumeisterschaften und der letzte Prüfttein waren die deutschen Meisterschaften. Sie waren allerdings nicht allein ausschlaggebend, auch die Sicherheit des Könnens, die Gleichmäßigkeit der Leistung und der Jahresdurchschnitt wurden stark in Erwägung gezogen." „Der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, hat einmal gesagt, daß es nicht darauf ankomme, wieviel Medaillen eine Nation erringt, sondern i n welchem Geiste sie kämpft. Glauben Sie, Ritter von Halt, daß unsere Leichtathleten als Mannschaft bei den Olympischen Spielen in ihrem kämpferischen Einsatz die neue Geisteshaltung des deutschen Sportlers verkörpert werden?" „Das glaube ich nicht nur, davon bin ich festen- fest überzeugt!" Korinth, 21.Mi. (DNB.) Die Olympische Fackel traf hier um 11.20 Uhr ein. Die reichgeschmückte Stadt empfing mit unzähligen Fahnen und Glockenläuten den Fackelträger Spilioto- p u I o 5. Die Einwohner hatten sich trotz der sengenden Julihitze auf dem Hauptplatz versammelt. Der Läufer übergab dem Bürgermeister die Fackel, der damit auf einem Altar das Feuer anzündete. Der Festplatz war mit griechischen und deutschen Fahnen geschmückt. Vor dem Altar führten 30 Mädchen einen Nationaltanz auf, der von Leni R i e f e n st a h l gefilmt wurde. Dann wurde der Fackellauf nach Athen fortgesetzt. Der Läufer eilte bei einer Hitze von 35 Grad im Schatten im schnellsten Tempo auf der Straße Olympia Berlin das größte Sportfest alter Zeiten Eine Unterredung mit Dr Rorl JRifter von Halt Berlin 21. Juli. (DNB.) Die Vorbereitungen für die XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin sind abgeschlossen, die letzten Meldungen ab- neqeben. Was sich nach dem ersten Meldeschluß ankündigte, ist zur Gewißheit geworden: Die XI. Olympischen Spiele werden das größte Sportfest aller Zeiten werden! Ein Mitglied der DNB.-Schristleitung hatte Gelegenheit, einen der namhaftesten deutschen Sportführer, Dr Karl Ritter von Halt, den Organisator der IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, deren vorzügliche Vorbereitung und großartiger Verlauf die uneingeschränkte Bewunderung der ganzen Welt gefunden hat, um die Beantwortung einiger Fragen zu bitten. Karl Halt war vor dem Kriege der beste deutsche M e h r k ä m p f e r , der sich drei Jahre hintereinander den schönsten Titel, den der olympische Sport, die Leichtathletik, zu vergeben hat, die Zehnkampfmeisterschaft holte. 1912 bestritt er den Zehnkampf der Olympischen Spiele in Stockholm. Im Kriege wurde Karl Halt für eine glanzende Wa fentat zum Ritter des höchsten bayenschen Ordens geschlagen und geadelt. Nach dem Kriege »5 J Safoxiki. U SWÄMWH Wirtschaft Abendbörse fest. Die Abendbörse brachte am Aktienmarkt bei nicht sehr großen Umsätzen weitere Befestigungen. Lebhafter waren IG. Farben mit 171,50 (171,13) und Westdeutsche Kaufhof mit 51,50—51,90 (51,40), auch Waldhof nochmals 0,50 v. 5). über den schon festen Berliner Schluß anziehend auf 154. Ferner konnten sich einzelne Montanwerte, sowie Daimler Motoren und Elektroaktien noch etwas befestigen. Bankaktien bei lebhafter Kundschaftsnachfrage weiter fest, besonders fest Commerzbank mit 105 (103,50), die übrigen Werte 0,25 bis 0,50 o. H. über den Mittagskursen. Die Rentenmärkte lagen weiter vernachlässigt und unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 112,50, 6proz. IG. Farben 131,65, 6proz. Krupp 102,50, 5,5proz. Rhein. Liquid. 101,75, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 227, 4proz. Rumänen 5,50, AEG. 38,50, BMW. 148, Bekula 155, Buderus 113,65, Daimler 135, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 175, Deutscher Eisenhandel 141, Licht & Kraft 160, IG. Farben 171,50, Gesfürel 147, Goldschmidt 115, Harpener 130,75, Hochtief 129,50, Holzmann 132,50, Mannesmann 111,75, Muag 119, Metallgesellschaft 139,25, Moenus Tödlicher Unfall eines betrunkenen Motorradfahrers. LPD. Offenbach a. Tt, 21. Juli. Auf der Kreisstraße nach Seligenstadt in der Kurve der Hauptstraße in Froschhausen, ereignete sich am Montag gegen 16 Uhr ein schwerer Unglücks- f a l l. Der 30 Jahre alte Weißbinder Wilhelm aus Bieber bei Offenbach kam in angetrunkenem Zustande mit seinem Motorrad von Bieber und wollte nach Seligenstadt fahren. In Froschhausen wurde er von einem ihm entgegenkommenden Auto gestreift und anscheinend durch den Türgriff am Kopfe so stark verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. * Die Lahnfrachten i m Juni weiter gediegen. Rach den Feststellungen des staatlichen Wasserbauamtes Diez wurden im Juni 16 325 Tonnen Güter auf der kanalisierten Lahn befördert, gegen 12 511 Tonnen im Juni 1935. Die im ersten Halbjahr 1936 beförderte Frachtenmenge beträgt damit 79 219 Tonnen gegen 54 808 Tonnen im ersten Halbjahr 1935. Diese Steigerung kündet von der zunehmenden Belebung der Lahnschiffahrt. Rbein-Mainiscke Börse. rNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M, 21. Juli. Die heutige Börse bot im wesentlichen das gleiche Bild wie gestern. Die Grundtendenz blieb weiter fest, nur hat sich das Geschäft womöglich noch verkleinert, da der Auftragseingang aus dem Publikum kaum nennenswert war. Das wenige Geschäft bestritt vorwiegend der berufsmäßige Börsenhandel. Am Aktienmarkt überwogen Kursbesserungen von etwa 0,5—1 v. H. Montanwerte wurden durch günstige Berichte vom Eisenmarkt angeregt, auch die Einigung über den anglo-kontinentalen Stahlpakt fand Beachtung. Buderus plus 1,50 v. H., Mannesmann plus 1,40 v. H., Hoesch und Verein. Stahlwerke plus 0,75 v. H., dagegen Rheinstahl 0,65 v. H. niedriger. Don Kohlenwerten Ilse Genuß plus 0,75 v. H., Harpener plus 0,25 v. H. Fest lagen Maschinenaktien auf den Bericht der Maschinenbauanstalten über weiter steigende Beschäftigung. Muag 119 (117), Moenus 93,50 (93), Eß- linger ca., 96,50 (95,50). Don Autoaktien BMW. in Nachwirkung der Bilanz nochmals plus 2 v. H. auf 148, später jedoch leicht nachgebend, Daimler mit 133,50 (134) nur knapp behauptet. Don den gibt Auskunft: 621 : Ausstellung der besonderen dänischen Valutabewilligungen. — 6 2 2: Erleichterung der Devisenbestimmungen für Einwanderer. — 623: Neue Abgaben für die Erlangung von Einfuhr- und Devisenbewilligungen in Rumänien. — 6 2 4: Bestimmungen über die Mitnahme von Lei und Devisen bei der Einreise in Rumänien. Oie Eröffnungsfeier. Wenn der Führer seinen Platz erreicht hat, ertönen das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. Mit der Olympia-Fanfare von Herbert W i n d t wird anschließend die eigentliche Feier eingeleitet. Während die Olympische Glocke die Spiele einläutet, steigen ringsumher auf dem First des Stadions langsam die Flaggen der beteiligten Nationen auf. Es beginnt der Einmarsch der Nationen, Griechenland an der Spitze, Deutschland am Schluß. Etwa 40 Minuten dauert der Aufmarsch. Die Wettkämpfer nehmen Aufftellung. Anschließend werden die Leitworte Barons de Coubertins, des Begründers der Spiele, verkündet. Der Präsident des Organisationskomitees, Exzellenz L e w a l d , hält eine Ansprache, die er mit der Bitte an den Führer schließt, die Spiele zu eröffnen. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Oas Programm für den 1. August. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde ein Mann aus einem Dorfe bei Gießen wegen eines Sittlichkeitsverbrechens unter Annahme mildernder Umstände zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. 12 Wochen Untersuchungshaft werden angerechnet. Der L. P. aus R. wurde wegen schwerer Urkundenfälschung vom hiesigen Schöffengericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Ange- klagte richtete im Januar d. I. zwei Briefe an zwei Zeugen, in denen er sie aufforderte, ihm einen von ihnen verursachten Schaden, den er auf eine Sachbeschädigung zurückführte, zu ersetzen. Den Briefen gab er durch die Unterschrift den Anschein, als ob sie von einem Rechtsanwalt herrührten. Die gegen das obige Urteil eingelegte Berufung des Ange- geklagten wurde zurückgewiesen. Der Führer eröffnet die Spiele, die große Flagge steigt am Hauptmast hoch, Fanfaren erklingen, Salutschüsse ertönen, 30 000 Brieftauben schwirren auf und tragen die Botschaft des Geschehens in alle Welt. Richard Strauß dirigiert die von ihm geschaffene Olympische Hymne. Wenn ihre Töne verklungen sind, trifft am Osttor die Fackelstaffel ein. Das Feuer wird durch den Jnnenraum zum Marathontor getragen und das Flammenbecken entzündet. Dann tritt der Marathonsieger von 1896, der griechische Bauer Spin- don Louis, aus dem Kreise der Mannschaften hervor, geleitet von dem Bürgermeister von Athen, Kotzias. Sie übergeben dem Führer den am Vortage von Olympia herbeigeholten O e l z w e i g, das Symbol des olympischen Sieges. Oer Olympische Eid. Hierauf folgt die Leistung des Olympischen Eides in der üblichen Form. Das „Halle- lujah" von Händel leitet zum Schluß über. Die Fahnenträger treten wieder ein, und der Abmarsch beginnt. Nach den Aktiven wird auch der Führer das Stadion verlassen, und damit — gegen 18 Uhr — hat die Eröffnungsfeier ihr Ende gefunden. 93,90, Rheinstahl 148,50, RWE. 142, Schuckert 164,25, Siemens 206, Verein. Stahl 110,50, Westd. Kaufhof 51,50—51,90, Zellstoff Waldhof 154, Adca 88, Bad. Bank 118, Bayr. Hypotheken-Bank 95, Commerzbank 105, DD.-Bank 104,50 Dresdner Bank 104,50, Effektenbank 91, Pfalz. Hypotheken- Bank 89, AG. für Verkehr 121, Hapag 15,25. Tiindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 628 Stück Großvieh, 207 Fresser und 139 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 630 RM., 2. Qualität 330 bis 440, 3. Qualität 200 bis 300; Rinder, bis Xjährig 120 bis 200, bis zweijährig 220 bis 270, tragend 350 bis 510; Kalber bis zwei Wochen 29, bis vier Wochen 50, bis sechs Wochen 70 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: anfangs lebhaft, spater abflauend, kleiner Ueberstand. — Nächster Markt: 4. August. Iranksurter Obst- und Gemüjemackt. F r a n k fu r t a. M., 20. Juli. Gemüse: Starkes An- gebot von Bohnen, Gurken, Karotten, Weißkraut und Wirsing. In Bohnen zufriedenstellendes, sonst ziemlich schleppendes Geschäft. Preise für Erbsen höher, für Rotkraut, Weißkraut und Wirsing gefallen. Ausländische Tomaten bei unveränderten Preisen gut gefragt. U. a. notierten: Blumenkohl I 35 bis 50, 11 20 bis 30, Bohnen: Pfalzer 10 bis 12, Gärtner 12 bis 15, Erbsen 16 dis 20, Eskarol 8 bis 10, Gurken: Salat (Treibh.) 15 bis 35, Haften 8 bis 30, Einmach: Salz 100 St. 1,60 bis 2,00, Essig 0,90 bis 1,20, Karotten Bdl. 3 bis 4, V- Kilogramm 4 bis 5, Kartoffeln: Erstlinge 5,40, Aöhms allerfrühste 5,00, Kopfsalat 4 bis 8, Kohlrabi 2Vr bis 4, Pilze: Pfafferlinge 25 bis 28, Stein 25 bis 30, Rettich 3 bis 8, Römischkohl 4 bis 5, Rote Ruben Bdl. 4 bis 5, Vs Kilogramm 8 bis 10, Rotkraut 6 bis 9, Spinat: Wurzel 12 bis 14, Blatter 15 bis 16, Tomaten (Treibh.) 25 bis 28, ital. 16 bis 19, bulgar. 15 bis 18, Weißkraut 2V- bis 4, Wirsing 3 bis 4, Zwiebel: Pfälzer 6Vr bis 7Vt, Sachsen 6V< bis 6V2 Gärtner 7 bis 8. O b st: Reichliches Angebot von Birnen und Pfirsichen; Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren nachlassend. Angebot von Sommeräpfeln und Früh-Zwetschen zunehmend. Absatz durch Regenwetter ungünstig beeinflußt. Preise für Birnen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, und Zwetschen gefallen, sonst wenig verändert. U. a. notierten: Sommeräpfel 20 bis 30, Slffltofen 38 bis 40, Zucker-Birnen 10 bis 15, Heidelbeeren 20 bis 22, Himbeeren (Garten) 35 bis 42, Johannisbeeren 13 bis 15, Sauer-Kirschen 22 bis 32, türk. Kirschen 25, Melonen St. 1,50 bis 2,00 holl., Pfirsiche 28 bis 40, ital. 30 bis 40, Pflaumen 25 bis 30, Spillinge 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 16, Zwetschen 30 bis 35. Die Industrie- und Handelskammer Gießen Berlin, 21. Juli. (DNB.) Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele hielt unter dem Vorsitz von Dr. L e w a l d eine Arbeitsbesprechung ab, an der Staatssekretär Pfundtner, l Generalmajor Busch, Generalleutnant Keitel, 1 Oberstleutnant von und zu Gilsa und Stadt- < rat Spiew 0 ck teilnahmen. Generalsekretär Dr. 1 Diem beschäftigte sich mit zahlreichen Einzelfragen. < Die Vorbereitung der Abzeichenausgabe wird mit i peinlicher Genauigkeit durchgeführt, denn 6 8 00 1 Abzeichen sind an die Mannschaften auszugeben, weiter die Abzeichen für die Oberleitungen , der einzelnen Sportarten. Ebenso bedarf die Ver- । teilung der 2 67 goldenen, silbernen und bronzenen — insgesamt 801 — Sieger- ; Plaketten und der 20 000 Erinnerungsplaketten einer besonderen Vorbereitung. Der Mitarbeiterstab des Organisationskomitees ist planmäßig auf 315 Personen ausgebaut worden. Der Presseapparat ist einsatzbereit. Das Rundschreibesystem, das von mehreren Stellen aus gespeist werden kann, arbeitet seit drei Tagen. Kurz und gut: e s i st alles bereit! Die olympischen Tage können steigen. Major Feuchtinger gab einen umfassenden Ueberbüd über den Eröffnungstag der 11. Olympischen Spiele, den 1. August. Um 8 Uhr früh veranstaltet das Wachregiment Berlin großes Wecken. Die Truppe wird auf dem normalen Marschweg um 8 Uhr das Brandenburger Tor erreichen und Unter den Linden bis zum Zeughaus und zurück marschieren. Kurz vor 10 Uhr werden die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und die anderen Ehrengäste (die Präsidenten der nationalen Olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände) vom Ehrendienst in ihren Hotels abgeholt und zum Gottesdienst geleitet, der um 10 Uhr im Dom und in der Hedwigskirche beginnt. Nach Schluß des Fest- gottesdienstes versammeln sich die Ehrengäste an der Schloßbrücke und begeben sich zum Ehrenmal Unter den Linden, wo sie den im Weltkrieg Gefallenen ein kurzes Gedenken weihen und mit dem Kommandanten von Berlin General Schaumburg anschließend den Vorbeimarsch des Ehren- bataitions abnehmen. Das Eintreffen der Fackelstaffel. Von hier aus begeben sie sich zu Fuß ins Alte Museum, wo sie vom Preußischen Ministerpräsidenten, Generaloberst Göring, als Hausherrn empfangen' werden. 25 000 Jungen und Mädel der Hitlerjugend haben sich in der Zwischenzeit im Lustgarten zu einem Jugendfest aufgestellt, dem die Ehrengäste von der Freitreppe des Alten Museums aus als Zuschauer beiwohnen. Um 12.50 Uhr trifft von der Wilhelmstraße her über die Linden die Fackelstaffel ein. Das olympische Feuer wird auf einem im Lustgarten errichteten Altar bis in die Nachmittagsstunden genährt, um 15.50 Uhr wird es von hier aus zur Eröffnungsfeier im Stadion weitergetragen. Empfang der Ehrengäste beim Führer. Um 13 Uhr begeben sich die Ehrengäste zum Palais des Reichspräsidenten, wo der Führer und Reichskanzler sie empfängt. Gegen 15 Uhr beginnt die Auffahrt der Ehrengäste über die prächtig geschmückte Triumphstrahe durch Charlot- tenburg hindurch zum Reichssportfeld. Die Wagen fahren im 25-Kilometer-Tempo durch das 10 Kilometer lange Spalier. Der Führer wird zum Schluß fahren. Oie Aufstellung der Olympiakämpfer. Auf dem Maifeld hat schon von 13 Uhr an die Aufstellung d e r Aktiven begonnen. Erfrischungen und Musik werden ihnen das unvermeidliche Warten erleichtern. Eine Salutabteilung der Wehrmacht nimmt zu beiden Seiten des Glockenturms Aufstellung. Nachdem der Führer am Glockenturm eingetroffen ist, begibt er sich zusammen mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees Graf de B a illet - La - tour und dem Präsidenten des Deutschen Organisations-Komitees, Staatssekretär a. D. Dr. Th. L e - wald, durch die von den Aktiven freigelassene breite Gasse über das Maifeld zum Marathontor hinüber. Fanfaren, die von 30 Bläsern vom Glockenturm geblasen werden, begleiten seinen Weg. Nach dem Eintreffen des Führers im Marathontor nehmen 60 auf den Türmen des Marathontores ausgestellte Fanfarenbläser das Signal auf, und während sich der Führer durch den Jnnenraum zu seiner Loge begibt, werden sie von dem großen, im Jnnenraum ausgestellten Orchester abgelöst, das den Huldigungsmarsch von Richard Wagner spielt. Oie Leistung der Bausparkassen im ersten Halbjahr 1936. Fwd. Die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot legt ihre neue Statistik über die Baugeldzuteilungen der deutschen Bausparkassen per Ende Juni 1936 vor. Aus der Statistik geht hervor, daß sich die Neuzuteilungen der Bausparkassen erneut erhöht haben. Sie belaufen sich im ersten Halbjahr 1936 auf rund 50 bis 55 Millionen Reichsmark (1935 im ganzen Jahr 85 bis 90 Millionen), an denen die privaten Bausparkassen mit rund 35 bis 40 Mill. RM. an rund 4000 Bausparer und die öffentlichen Bausparkassen mit rund 15 Mill. RM. an rund 2000 Bausparer beteiligt sind. Insgesamt stiegen hierdurch die Zuteilungen auf rund 800 Mill. RM. an 85 000 Bausparer. Kein schlachtunreifes Vieh anliefern. Fwd. Der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Diehwirtschaft hat an alle Viehwirtschaftsverbände nachstehendes Rundschreiben gerichtet: „Neuerdings ist die Tendenz zu beobachten, daß in vermehrtem Umfange schlachtunreifes Vieh, vor allem Bullen und Färsen, den Schlachtoieh- märkten zugefuhrt wird. Da eine Zurückweisung solchen Viehes, sofern es dem Viehmarkt bereits zugeführt worden ist, aus veterinärpolizeilichen Gründen unmöglich zu sein pflegt, ersuche ich um Anweisung der zuständigen Marktbeauftragten, daß mit allen Mitteln eine verschärfte Klassifizierung unreifer Tiere durchgesetzt wird. Im Durchschnitt werden junge, noch mastfähige, schlachtunreife Tiere, vor allem Bullen, um eine Klasse niedriger gestempelt werden müssen, als in normalen Zeiten, um sie vom Markt abzuschrecken und ihre Aufstallung in Mastställen zu ermöglichen. im Freiverkehr gehandelten Autvwerten Kleyer 119,50 (118,50), Auto-Union 133 (132). IG. Farben nach unverändertem Beginn 0,50 v. H. höher mit 170,75. Elektrvaktien wurden stark vernachlässigt, vorläufig wurden nur AEG. mit 38,50 (38,25) und Schuckert mit unv. 163 notiert. Lebhaftes Geschäft hatten auf Publikumskäufe Westdeutsche Kaufhof mit 50,50 (plus 1 v. H.). Fester lagen ferner Ce- ment Heidelberg mit 148 (146,50), Holzmann mit 132 (131), Aku mir 53,40 (52,75). Zellstoffaktien lagen unverändert, ebenso Schiffahrtswerte. Don Metallwerten Rheinmetall minus 0,50 v. H., dagegen Metallgesellschaft plus 0,50 v. H. Reichsbank-Anteile waren etwas angeboten und lagen 2,25 v. H. schwächer. Der Rentenmarkt blieb sehr still, die Kurse für Altbesitzanleihe, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine sowie für zertif. Dollar- Bonds lagen etwa behauptet. Auslandsrenten vorerst ohne Kurse und Geschäft. Im Verlaufe wurde das Geschäft am Aktienmarkt in Montanwerten ziemlich lebhaft. Besonders Mannesmann mit 111,25 nach 110 und Vereinigte Stahlwerke mit 110 nach 109 waren fest, die übrigen Werte fliegen ebenfalls um 0,5—1 v. H., Klöckner um fast 2 v. H. auf 115,75—116,25. Lebhaft waren außerdem Kaufhof mit 51 nach 50,50, IG. Farben mit 171,50 nach 170,75, dagegen lagen Autowerte etwas ruhiger. BMW. 147,50 nach 148, aber Daimler 134 nach 133,50. Maschinenaktien nicht weiter erhöht. Eßlinger schließlich 96,75 (95,50). Elektrowerte kamen größtenteils nur knapp gehalten zur Nottz, einzelne Tarifwerte etwas höher. Am Kassamarkt zogen Großbankaktien stark an, Commerzbank 103,50 (100,50), DD.-Bank und Dresdner Bank je 104 (102); von Jndustriewerten Stempel ca. 79 (76,50). Renten blieben sehr still und unverändert, späte Schuldbücher 98,13 (98). Gvldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen behauptet. Frankfurter Hypotheken- und Frankfurter Pfandbank Liquid, je plus 0,40 v. H. auf 101,40 bzw. 101,50. Auslandsrenten lagen still, Ungarn und Mexikaner etwas ab- brockelnd. Im Freiverkehr jugoflaw. Quote 0,90 und lebhaft. Freiverkehr: Pokorny 107 (105,50), NSU. 144 (141,50), VDM. 142 (141), Kali Wintershall 125,50 (124), Wayß & Freytag 122 (120,25), dagegen Growag 83,50 (84). — Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 20.7 21 7 20.7 21.7- 6% Deutsche Rerchsanleihe v. 1927 101 101 101 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97,5 97,4 97,65 &y2% Young-Anleihe von 1930 ., 102,5 102,25 102,25 102,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mi> Ausloj.-Rechten ............ 112,65 112,5 112,65 112,5 *Vt% Deutsche Retchspostschahan Weisungen von 1934, 1....... _ 100,1 100,1 4Vi% ehem. 8% Hessischer Volks float 1929 (rückzahlb. 102%) .. 98,25 98,5 _ 98,5 G2-71 ras auf den Kaiser senden sie der Heimat den letzten Gruß, und als die See ihren verehrten Kommandanten mit fortgerissen hat, stimmt der Oberfeuerwerksmaat R a a h m das Lied von der Flagge schwarz-weiß-rot an, und in dem Chaos der brechenden Trümmer, der tosenden See und dem heulenden Sturm zwingen sie mit diesem Gesang das unerbittliche Schicksal heldenhaft hinter sich, bis einem nach dem anderen die salzige Flut den Mund auf ewig schließt: Ein Vorbild für jeden Deutschen, daß, was uns auch schicksalmäßig gegenübertritt, noch das Leben selbst aufgehen muß in der großen Aufgabe, die dem Deutschtum vor der Welt gestellt ist. Der Name „Iltis" hat in der Marine diese Tradition hochgehalten. Am 17. Juni 1900 hat das neue Kanonenboot „Iltis" während der Boxerunruhen im Kampf der verbündeten europäischen Mächte gegen die Küstenforts von Taku unter seinem ehemaligen Kommandanten, Korvettenkapitän v. Sans, die Entscheidung zum Sieg errungen. Der Kaiser verlieh nicht nur dem Kommandanten den Pour le merite, sondern bestimmte auch als Anerkennung für die gesamte Besatzung, daß das Kanonenboot dies Ordenszeichen für immer am Bug zu führen hätte. Das Lied, von der tapferen „Jltis"-Befatzung in der Todesstunde gesungen, wurde fortan zum Flaggenlied der deutschen Marine. ___ ---£682 42,01 0,144 3,053 55,79 46,90 12,50 5,50 16,47 169,23 10,57 0,729 5,666 ; 62,79 40,05 i 1.35 I 64. > 81- i 14,03 iMI ' 2,Ü5 Huf bet irue her axn tziüäS' Uhelin :runte« on Bieber ,1« Frosch- ntommen« rch ben , dah der U. Ade, h5, „Einen Gruß b e r Heimat nach langer, langer Zeit! Dank ben braven Wächtern unseres Heiligtums! — Otto Schniewin b". Einem jeden kurz und fest die Hand gebrückt, frohe Fahrt unb glückliche Heimkehr! Balb jährt sich ber Tag b e s Unterganges ber „Ilti s" zum 40. Male. Da wollen wir uns roieber hier von Chefoo auf bie Pilgerfahrt machen, um ben braven Kameraben am norböft« lichen Schantunger Vorgebirge bie Ehre zu erroei- fen. Wir wollen ihnen ben Dankesgruß aller Deutschen bringen, ben Gruß eines Vaterlanbes, bas roieber im Besitz seiner Ehre ist, ben Gruß ber roieberauferstanbenen beutschen Flotte, beren Ueberlieferung sich noch immer grünbet auf bem Heldentum ber Besatzung von S. M. Ka- Dies ist ein Heiligtum ber beutschen :, war es vor bem Kriege unb wirb es 5- sonst Erbsen n9 ge- Tier" von Castell. Reinholb Schünzel inszeniert zwei Filme „Die H o f I o g e" unb „Die un- entschulbigte Stunb e". In die Zeit des Boxerausstanbes führt ber Cine-Allianz-Film „Neun Offizier e". Der gleiche Probuzent liefert „R e v o l u t i o n s h o ch z e i t" nach bem Bühnenstück von Sophus Michaelis mit Käthe von Nagy unb Walbemar Leitgeb in ben Hauptrollen. Regie: Johannes Meyer. Augusto Genina inszeniert bei ber Gloria in Wien „Blumen aus Nizza", in bem bie Sängerin Erna Sack debütieren wird. Neben ihr spielen Friedl Czepa und Paul Kemp. Dostojewskys Roman „Der Spieler" wird mit Carl Ludwig Diehl in der Hauptrolle unter der Regie von V. Tourjansky verfilmt. Die Patria-Wien liefert „Romanze", dessen Handlung eine Liebesgeschichte mit einem Werkspionagefall verbindet. Christi Mardayn, Peter Petersen, Willi Eichberger unb Trübe Marlen sind unter ber Spielleitung von Herbert Selpin für bie Hauptrollen eingesetzt. Erich Waschneck benutzt Fritz Reuters „Ut mine Stromtib" als Unterlage für feinen Film „Onkel Bräfig" mit Otto Wernicke in ber Hauptrolle. Harry Piel ist im Programm mit bem Film „Sein bester Freunds Der- treten — ein beutfcher Schäferhunb wirb diesmal 64,z fein Partner fein. Die Majestic liefert für bie Tobis Rota vier Filme. Zwei werben inszeniert von Josef von Baky, nämlich „Intermezzo" mit ber für ben Film neu entbedten Tresi Rubolf unb Albrecht Schoenhals als Partner, sowie „Das ver- schwunbene B r i l l a n t e n k o l l l e r". Erwin van ber Noß inszeniert „Geheimnis eines alten Hause s", ein Lustspiel mit Maada Schneiber unb Wolf Albach-Retty. Unter Mitwirkung ber Schultes - Truppe wirb Anzengrubers Bauernkornöbie „Der G'roisfenswurm als Tonfilm erscheinen. Veit Harlan hat mit ben Ausnahmen zu „Maria, d ie M ag d" begonnen, mit Hübe Koerber in ber Titelrolle; Hübe Hilde- branb, Hans Schlenck, Alfreb Abel unb Ernst Le- qal vervollstänbigen bie Besetzung. Die Attila-Budapest verfilmt Georg Frasers „Regenbogen , ein Stück aus der Artistenwelt, für das bisher Lu Dagover und Fritz Kämpers verpflichtet find. Eine dankbare Rolle für Paul Hörbiger bringt der RN.-Film „Kinderarzt Dr -Engel m dem Viktoria von Ballasko, Luis Trenkers Neu- « _ 1 Anin nnn SlnnnrmeS ;Aie* Das Programm der Tobis ZRota 4936/37. Das neue Derleihprograrnrn der Tobis Rota umfaßt 22 Filme. An feiner Spitze stehen em neuer Luis-Trenker-Film „Tornado" und ein Willi- Forst-Film „Die zweite Frau, deffen Drehbuch nach einem Manuskript von Dr. Roland Schacht und Jochen Huth, Willi Forst selbst schreibt. Jenny Jugo ist mit drei Filmen vertreten, von denen zwei Stoffe feststehen: „Die 91 ad) t mit dem Kaiser" — eine Episode um Napoleon, Regie Erich Engel — unb „Tapfere I e n n y nach bem Roman „Begegnung mit einem dosen 10 bis Ebkarol 35, Sa. is 2,00, Kilo. Böhms abi 2Vt 25 bis ote Rü. 0, Rot. Blätter itaL 16 bis 4, 's 7V», n unb Der Untergang der „Litis" 1896 Zum 23. Juli. Don Admiral Adolf von Trotha. d 139 ■ ober w, 5 300; Zwei, 'er bis lechz Notiz. ®erer Ur« richtzu/ )cr Anze- je an 5®el einen ron eine W len Bnefen ein, als ob Die gegen des W Als im Sommer 1933 ber beutfdje Kreuzer .Köln" auf feiner Auslandsreife in unsere Geroäs- -r kam unb wir hörten, baß er auf bem Wege :on Dairen nach Tsingtau beim norböstlichen Sorgebirge ber Schantung-Halbinsel anfern würde, im dem „Iltis" - Friedhof einen Besuch ab- justatten, machten wir uns von Chefoo aus auf, m den Kreuzer dort zu treffen unb ebenfalls, um !ie benkwürbige Stätte zu sehen. Eine anstren- tenbe unb ermübenbe Fahrt in einem Mietsauto i ber Lanb bei glühenber Hitze unb hunbsmiserabler Straße brachte uns nach acht entbehrungsreichen Stunben an Ort unb Stelle. Wir burchquerten bie Schantung-Halbinsel in süböstlicher Richtung unb irreichten über Mooping unb Wenteng ben kleinen tzinesischen Hasen unb Fischereiplatz Schitao. Der hinesische Zollbeamte bes Platzes war ein alter Sreunb aus Chefoo, unb er sorgte bafür, baß wir , ^ch am gleichen Abenb mit einer Dschunke zum keuchthaus übersetzen konnten, bas auf ber äußerten Klippe des norböstlichen Vorgebirges steht. Der „Jltis"-Friebhof liegt nur wenige Schritte ..abseits von ber Leuchthausanlage auf einem Fels- i)dei, ber ihn hoch über bas Meer erhebt, das den ieutfd)en Seeleuten, bie hier ihre letzte Ruhestätte anben, zum Schicksal würbe. Ein richtiger kleiner deutscher Friedhof. Hohe, starke Steinmauern, die ivn dichtem Efeu überwuchert sind, erheben sich inmitten von Kaoliang- unb Maisselbern unb schliefen ein Stückchen ewigen Friebens in sich ein. Wir treten ein burch ein schönes, schmiebeeisernes Tor, las bie Überschrift trägt: „Friedhof ber helben- nütigen Besatzung — S. M. Kbt. Iltis". — i±maler, bicht mit Bäumen beftanbener Weg fuhrt cuf einen großen, weihen Obelisk, ber in ber 9Jii te te5 Friebhofes steht unb bas Ganze majestätisch 6 berraqt. Zu beiben Seiten reihen sich bie Grad- I Mann' ber Besatzung (darunter alle Offiziere!) eßen babei ihr Leben. „ Als am nächsten Tage nach 24 Stunben äußerer Not bie letzten 11 Ueberlebenben, bie sich an :n Resten bes Wrackes unb ber Takelage angc- lammert hatten, von chinesischen Fischern gerettet raren, erfuhr bie Welt von deutschem Heldentum, las bis zum letzten Atemzuge in dieser grausigen tackst ben Seemannstob überrounben hat. Im oe- onberen Auftrage bes Geschwaberchess, bes bama- igen Konterabmirals Tirpitz, nach unserem späten ostasiatischen Stützpunkt Tsingtau entfanbt, ritte einer ber verheerenben Taifune bas schwache anonenboot ersaßt, ehe es die freie See gewinnen Höhe des Gommers. Von Eberhard Meckel. Es ist je nach ben Jahren unbestimmt, wann cenau es geschieht, benn nie fällt es mit ber astronomischen Jahresmitte zusammen, sonbern gewohn- !äch ist es in ber Zeit von Mitte bis Enbe Juli — l a wacht man vielleicht ohne sichtbaren Grunb in t-er Nacht auf ober unvermittelt rührt einen am ^aqe eine Stunbe seltsam an, unb ba weiß man Mötzlich: Jetzt, jetzt ist bie Witte bes Sommers, bis i ahin unb nicht weiter geht es mit ihm aufwärts, nun hat sich bas gewaltige Rab bes Jahres zum höchsten Punkt hinaufgebreht, nun wirb es eine Weile, eine bitter kurze Weile oben bleiben, um äch bann langsam unb rasch roieber schneller hinab- usenken in ben Grunb bes grau unb öbe endenden Lahres. Es ist nicht zu sagen, wie alles kommt, wie iiinem geschieht, aber auf einmal liegt es eben m der Luft, man kann es einatmen, wenn man oas Befühl dafür hat, man kann es fühlen, riechen. Bis gestern, bis vorhin, bis eben sind vielleicht noch d ie Blätter an den Hecken und Bäumen gewachsen vielleicht noch um den Bruchteil eines Millimeters drängten sich die Ränder weiter hinaus. Aber nun g;eht es nicht mehr, nein, es geht nicht wehr weiter die letzte Größe, die äußerste Grenze der Fülle ist einmal erreicht, und nun bleibt alles wie atemlos fliehen. Bis gestern, bis vorhin, bis eben stiA vielleicht noch der Saft leicht und rasch den Stamm mb pulste schnell durch die Adern, Abzweigungen mb unendlich feinen Verästelungen; nun aber be. rinnt er sich zu verbicken unb zah 3111 rocrt। , ch unb schwerer von Tag zu Tag rollt er em Bellen unb Kammern unb geheimen Ach auf e d er Lflanzen. Bis gestern Haden aus den Aeckern viel- .eicht noch die Rispen des Kornes stell n di Luft tzestochen, heute sind sie em roemg gefenft well die »er Endreife entgegenwachsende Frucht in Den Spelzen sie allmählich mehr und mehr hmabzu iiiehen beginnt. „ UcberaU sättigt sich das junge Grün zur vollen Narbe tief aus, jetzt gibt es nur nach Helles und schwarzen Schatten gegeneinander nichts cha °es mehr, denn der Sommer drangt zur Ent toeibuna Der frische Geruch, zuwellen >m ttruq- wmmer Reicht daher geweht, wird stetig und durch, »ringend, von Rosen und Jasmin genährt. Cme Trägheit unb Schwere breitet sich "ber alles lagert iich lässig unb gemächlich hin. In jeden Raum, in liebe Pore, in jede Ritze dringt sie unmerklich ein unb füllt alles mit Getragenheit und Sattheit der Zeit. „Iltis", wie sie auf ber Fahrt von Chefoo nach Tsingtau vorn Taifun überrascht wurde, wie hie Maschinen sich der Naturgewalt gegenüber als zu schwach erwiesen, den letzten verzweifelten Versuch, Segel zu setzen. Schließlich bie Stranbung, bie den Kommandanten, der unerschütterlich und treu auf ber Brücke ausharrte, zuerst in bie Tiefe riß. Und bann ben letzten Teil ber tragischen Szene, ber auf alle Zeiten hinaus biesen Schiffsuntergang verklärt hat: ein Rest ber Besatzung bes zerborstenen Schiffes stimmt bas Flaggenlieb an „Stolz weht bie Flagge schwarzweißrot...! " bis sie von ben tosenden Fluten verschlungen werben. Dieses heldenmütige Sterben würben seither zum leuchtenben Beispiel für bie späteren Geschlechter, unb ber große Krieg hat es zur Genüge bewiesen, wie sehr ber Geist ber „Iltis" in unserer Flotte lebenbig war. — Der Kommanbant spricht. Seine Worte fallen hart unb knapp. Wie ein Befehl klingt es, als er seinen Männern bas Vorbilb weist: „wie jene starben in treuer Pflichterfüllung für Kaiser unb Reich, so müßt auch ihr bereit sein...!" — Der Kommanbant legt einen Kranz am Gebenkstein nieber. Die Kapelle spielt: „Ich hott' einen Kameraben..." unb bann „Stolz weht bie Flagge schwarzweißrot...", währenb sich ein jeber strafft zum stummen, ernsten Gruß bem Andenken ber toten Helben. Währenb bie Mannschaften sich einschiffen, sind wir mit ben Offizieren noch kurz im Leuchthaus zusammen. Wieder geht bas alte Gästebuch von Hanb zu Hanb. Die „Köln" soll es beschließen. Als ber Kommanbant es weitergibt, steht barin; bleiben. Damals im letzten Jahrzehnt bes voriaen Jahrhunderts, inmitten einer Zeit, ba das Deutsche Reich sich zu Macht und Größe erhob, da die deutsche Flotte sich zur Weltgeltung entwickelte, war es das kleine Kanonenboot „Jlti s", das bie rühm- reiche Ueberlieferung beutschen Seehelbentums be- grünbete unb bie Aufmerksamkeit ber ganzen Welt auf sich zog. Im Kampf mit ben Gewalten ber Natur hatten beutsche Seeleute ein Beispiel heldenmütigen Sterbens gegeben. So war ber ,,Jltis"-Friedhof vor bem Kriege ein Pilgerplatz ber beutschen Flotte geworben. Wir blättern in bem alten Gästebuch bes Leuckst- hauses. Da stehen zuerst bie Namen ber elf Ueberlebenben ber „Iltis": Bootsmannmaat A. Mosböh- mer, Mat.-Derw. 21. Meifarth, Laz.-Geh. I. Olbruck, Schreiber H. Westbunk, Oberheizer Langenberg, Mat. K. Zimmerling, Obermat. Rabe, Obermat. Priebe, Obermat. Kühl, Mat. Habeck, Mat. C. Keil. Dann folgen viele berühmte Namen. Es haben wohl so ziemlich alle beutschen Seeleute, bie auf ber ostasiatischen Station gebient haben, biefem Platz bie Ehre erwiesen. Tirpitz war einer ber ersten, ber bie Stelle nach bem Unglück besuchte unb bie Anlage bes Friebhofes anorbnete. Dann finben wir bie Namenszeichnung aller Gouverneure von Tsingtau unb vieler später berühmt geworbener Seeoffiziere, Grasen von Spee, Trotha, Zenker unb vieler anberer. Auch bie Prinzen Heinrich unb 21 b a l b e r t von Preußen haben bem Friebhofe ihren Besuch abgestattet. Wir haben Stunben über biefem Gästebuch gesessen, aus bem uns ber Hauch einer vergangenen, für uns fo stolzen Zeit entgegenwehte. Unb nun ankerte die „K ö 1 n" braufeen in ber Dabei darf neuerbings auch Beurlaubung zur Erntehilfe im elterlichen Betriebe und in Betrieben von Verwandten erfolgen, wenn Mißbrauch ausgeschlossen ist. Ferner ist bie K 0 m m a n b i er u n g geschlossener Abteilungen, von Zugen, Trupps unb Halbtrupps bes Reichsarbeitsbienstes vorgesehen. Bei Einzelurlaub und bei Kommandierungen ist der Tariflohn für unverheiratete Arbeiter zu zahlen. Einzelurlauber, die zum Betriebsführer in keinem Verwandtschaftsverhaltms stehen, erhalten ihren Lohn unmittelbar, während bet Kommandierungen unb bei Beurlaubungen zu Eltern unb Verwanbten ber Lohn an bie zustänbige Gruppe des Reichsarbeitsbienstes abzuführen 'ft. Diese letzte Bedingung entspricht dem Wesen bes Einsatzes des Reichsarbeitsbienstes als einer staatlichen, rein volkswirtschaftlich be - grünbeten Maßnahme unb läßt feinen Zweifel darüber aufkommen, daß es sich nicht etwa um eine Unterstützung von Privatbetrieben handelt, sondern um ben Kampf für bie Nahrungsfreiheit bes beutschen Volkes. Die Durchführung erfolgt in engstem Einvernehmen zwischen der örtlichen Führung bes Reichsarbeitsbienstes, ben Erntenothilfe geht jeder anderen Arbeit vor! ZdR. Es ist schon im vorigen Jahr wieberholt so gewesen, baß bei ber Einbringung ber Ernte Mangel an Arbeitskräften war. In solchen Fällen hat der Reichsarbeitsdienst schon damals geholfen. Auch in diesem Jahr, wo eine gute Ernte auf dem Felde steht und der Arbeitermangel in der Landwirtschaft sich noch verschärft hat, wird ber Reichs- arbeitsbienst in Notfällen eingesetzt werben. Der Reichsarbeitsführer hatte bereits am 28. Mai einen grundsätzlichen Erlaß für ben Einsatz bes Reichsarbeitsdienstes bei diesjährigen landwirtschaftlichm Erntenotständen herausgegeben. Seitdem hat sich aber durch teilweise ungünstige Witterungsverhaltnisse die Notwendigkeit von weitergehenden Hilfsmaßnahmen zur Einbringung der Ernte herausgestellt. Dieser Lage hat der Reichsarbeitsführer durch einen zusätzlichen Erlafe vom 13. Juli Rechnung getragen. Darin ist einleitend gesagt, daß zur Einbringung der zu erwartenden großen Ernte seitens des Reichsarbeitsdienstes jede nur mögliche Hilfe zu leisten ist. „Erntenothilfe geht jeder anderen aufschiebbaren Arbeit vor." Die Hilfeleistung erfolgt durch Einzelurlaub, der in weitestem Maße bei Erfüllung ber Voraussetzung (bescheinigter Notstanb, Unmöallchkeit der Beschaffung anderweitiger Arbeitskräfte) zu gewähren ist. Besuch aus dem „Ä1is"-Friedhos Don unserem W. O.-Sonderderichierstntier. Im hoffnungslosen Kampf gegen die rasende Gewalt des Orkans wurde, mitten in der Nacht, die Iltis" von der haushohen See auf die Felsen ^schleudert und hin- und hergeworfen; von der berfftäumenöen Brandung barst der Rumpf des leinen Fahrzeuges auseinander. dieser furchtbaren Lage sind die Geber Braven nur beherrscht von der Dienstes am Deutschtum. Mit drei Hur- Drei Wochen lang mag das so anhalten, drei lange oder kurze Wochen scheint nach allem Dor- wärtsdrängen, Vorwärtsstürmen des Wachsens, des Blühens, des ungestümen Hinaustreibens, was bie Natur hergibt, nun bie Zeit still zu stehen. Das wuchernbe Leben, aufgeschlossen zur letzten Ueppig- feit, genügt sich einmal selbst unb steht in ruhiger Verhaltenheit. Die Gewichte an ber Waage bes Jahres sinb gleich verteilt, hier wie bort Fülle, Fülle ohne Rest. Was jetzt noch wächst unb reift, wächst unb reift gleichsam unter ber Decke ber ruhenben Zeit, ohne bie Leichtigkeit, ohne bas Heitere unb Unbekümmerte bes ersten Triebes, aber im Glück ber satten Säfte unb ber darin enthaltenen erdigen Sonnensüße, die zur schweren prallen Reife langsam sich in die Frucht ergießt. Drei Wochen lang, und man selbst ist, gleich, ob man durch die Straßen der Stadt ober an ben mahn- unb korndlumburchblühten Felbrainen entlang geht, wie im Traum unb benommen von dieser Zeit. Drei Wochen, und bie Schwalben hasten unaufhörlich burch ben Himmel, unb ihr Gefieber blitzt bei ben Wenbungen rasch gegen bas ewige Blau. Drei Wochen, bis sich auf einmal verräterisch die ersten Flecken an den Blättern zeigen. Noch fällt es nicht auf, noch sieht man nicht l)in? noch will man es nicht glauben, daß sich kaum merklich die Spitzen Ahornbäumen zu krümmen und dürr einzurollen beginnen, daß ein erstes gelbes Blatt sich löst, als gelte es nur einen sanften Flug zur Erde und nichts weiter. Aber damit ist die Zeit des Sommers um. Noch, ja noch werden erst die Sensen gebengelt, noch sinb bie Birnen nicht geborgen, noch bröhnt ber Boben nicht roiber vom Fall bes zeitigen Obstes. Nur sind erst die Körbe unb Bütten gerichtet unb noch wahrt es eine ganze Weile bis zum ^116™, aber das Rad, das oben verweilte, das Rad des Jahres dreht sich schon wieder langsam, ganz langsam hinab. Und unser Herz dreht sich mit. Bai. Nach nahezu zwanzig Jahren, Jahren ruhmreichen Kampfes, Jahren schmählichen Niedergangs und mühsamen Wiederaufstiegs, erscheint wiederum einSendbote der deutschenKriegs- flotte, um den tapferen Kameraden der „Iltis" einen Gruß der fernen Heimat zu bringen. Das Landungsmanöver gestaltet sich sehr schwierig, denn die Gegend ist reich an Riffen. Wir sind mit Sampans hinausgefahren und führen die Boote ein. Dann stehen wir im feierlichen Rund auf dem Friedhof, um das Denkmal gruppiert die Offiziere, Mannschaften unb zwei Spielmannszüge. „Morgenrot, Morgenrot..." tönt bie feierliche unb tapfere Weise. Der Pfarrer spricht, kurz unb markig. Er auf uem w beschreibt mit knappen Worten ben Untergang ber' nonenboot „Iltis . manbant, Kptl. Otto Braun. Als erster war er auch feinen Leuten vorangegangen in ben Tob. Es folgen bie Hügel von Offizieren unb Mannschaften, wahrscheinlich in ber Reihenfolge, wie sie ange- trieben worben sinb. Ein Grab, Wilh. Prasse, Ltn. zur See. Ein Gemeinschaftsgrab, Schmiebt, Spitz- kowski, Engler, Preugschat, zwei Unbekannte. Steuermann Hein. Wieber ein gemeinsames Grab, Seeger, Kiel, Natelberg, Ulrich, Bohlen, Altmann, be Wall, ein Unbekannter. Linker Hanb bie Reihe zuruck das Grab von Masch. Maat Fuchs. Ein anderes, Anton Moritz von Holbach, erster Offizier der „Iltis . Zahlmeister Applik. Gieseler. Ein gemeinsames Grab, Klatt, Kau, Freese, Kopp, vier Unbekannte. Als letzter in der Reihe ruht der deutsche Leuchthauswärter Schliep, ber hervorragenben Anteil an der Rettung der wenigen Ueberlebenben hatte, unb der diese Stätte Jahre hindurch liebevoll pflegte. Der Obelisk in der Mitte des Friedhofes tragt die Inschrift: „Bei ber Stranbung am 23. Juli 1896 starben ben Helbentob für Kaiser unb Daterlanb", e5 folgen bie Namen aller, bie geblieben sinb. Darunter bie Wibmung: „Ihren gebliebenen Kameraben bie Schiffe auf ber ostasiatifchen Station Kaiser, ,Irenes ,Prinzeß Wilhelm', ,2Icona‘, ,Comoran' 1896." Dichterbesuch in unserer Stadt. Kreisbauernschaften und den Arbeitsämtern, so daß für den erstrebten Erfolg volle Gewähr gegeben ist. Äornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Unter falschem Ser« dacht". Ole Lerkehrsopfei- der letzten Woche. Als Opfer des Straßenverkehrs in der abgelaufe- ven Woche sind wieder 151 Tote und 4256 Verletzte zn beklagen. Der Reichsverkehrsminister bemerkt: Line häufige Ursache der Unfälle ist die Unvorfichtig- kett an Straßenkreuzungen. Die Vorfahrtregelung muh zur Vermeidung von Zusammenstößen besser beachtet werden. Ausgabe der ersten Wehrpässe. Die neuen Wehrpässe werden nun zum erstenmal ausgeqeben. In einem Erlaß an die Nachgeordneten Landesstellen teilt der Reichsinnenminister mit, daß die Wehrpässe für diejenigen Wehrmachtsfreiwilligen, die nicht den Geburtsjahrgängen 1913, 1915 und 1916 (in Ostpreußen auch 1911) angehören, durch die Wehrersatzdienststellen ausgestellt werden und an die Freiwilligen durch die für ihren Wohnsitz zuständigen polizeilichen Meldebehörden auszuhändigen sind. Die Wehrpässe werden bis 5. September 1936 den polizeilichen Meldebehörden durch die Wehrersatzdienststellen unter Beifügung einer Namensliste, die auch die Wehrnum- mer und Anschrift der Dienstpflichtigen enthält, übersandt werden. Die Freiwilligen haben auf der Liste den Empfang des Wehrpasses zu bescheinigen und ferner ihre Unterschrift auf und unter das Lichtbild des Wehrpasses zu setzen. Soldaten erhalten keine Zeuaengebühren Wehrmachtsangehörige — Soldaten und Wehrmachtbeamte — erhalten als Zeugen, Sachverständige oder Dolmetscher im militärgerichtlichen Verfahren keine Gebühren. Ist damit eine Dienstreise verbunden, so steht ihnen- eine Reisekostenvergütung zu Landeskirchenausschuh und Erntekindergärten. Unter dem 13. Juli hat der Landeskirchenausschuß die Pfarrer der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hesien auf die Einrichtung von Ernte-Kindergärten (vgl. den Aufsatz von Marie Luise Lüddeke: „Kindergärten für die Erntezeit" in Nr. 166, 3. Blatt des „Gießener Anzeiger" vom 18. Juli) hingewiesen. Der Landeskirchenausschuß hält die Mitwirkung der Kirche in dieser Arbeit nach Möglichkeit für dringend erwünscht. Dabei überläßt er es dem eigenen Ermessen der Geistlichen, inwieweit und in welcher Form der kirchliche Einfluß geltend gemacht werden kann. Nach Möglichkeit sollen kirchlich gesinnte Helferinnen bei der Betreuung der Erntekindergärten herangezogen werden. Wo schon ein kirchlicher Kindergarten besteht, soll er durch Erweiterung seines Arbeitsfeldes in der Erntezeit diesen Dienst mitübernehmen. Verwüstete Getreidefelder! NSG. Verwüstete Getreidefelder mit umgeknickten Halmen und leergefressenen Aehren sind besonders in der Nähe der Städte keine Seltenheit. Urheber dieses Schadens, der recht beträchtliche Ausmaße annehmen kann, sind die Sperlinge, die oft in großen Schwärmen in die Felder einfallen. Da sie außerdem unsere nützlichen Kleinvögel, wie Meisen, Schwalben und dergleichen aus denNestern vertreiben, soll jeder Garten- und Feldbesitzer dazu beitragen, den Schädlingen das Handwerk zu legen. Ratschläge hierzu gibt gegen Erstattung des Rückportos die Haupt- Zur Zeit unternehmen auf Einladung des Lan- desfremdenverkehrsverbandes „Rhein-Main" einige deutsche Dichter eine Besichtigungsfahrt durch das Rhein-Main-Gebiet. Auf dieser Reise trafen die Fahrtteilnehmer am Montagabend auch in unserer Stadt ein, wo sie als Gäste Gießens empfangen wurden. Zum Begrüßungsabend hatten sich zahlreiche Gäste, darunter Vertreter der Wehrmacht, der Universität, des Theaters, der NS.-Kultur- gemeinde und der Stadtverwaltung eingefunden und so bot schon rein äußerlich die Zusammen- setzung der erschienenen Vertreter den Gästen tue Viel eitigkeit unserer Stadt dar. Nach einem Imbiß begrüßte Bürgermeister Dr. Hamm, in Vertretung des durch einen Trauerfall verhinderten Herrn Oberbürgermeisters, die Dichter und Schriftsteller und hieß sie mit herzlichen Worten in Gießen willkommen. Dann kam Dr. Hamm auf die Stadt Gießen selbst zu sprechen und entwickelte in kurzen Zügen ein Bild von Gießen als Universitäts-, Garnison- und Gartenstadt. Gerade durch Universität und Garnison sei in Gießen ein in allen Teilen angeregtes kulturelles Leben. Von den Sehenswürdigkeiten Gießens hob der Redner besonders das Liebig-Museum hervor, das noch allzu unbekannt sei. Besonders schön sei die Umgebung unserer Stadt, mit Lahn, Burgen und tiefen Wäldern. Die Bevölkerung Gießens sei sehr gastfreundlich und nähme immer Gäste herzlich auf. Mit dem Wunsche, daß sich die Dichter in unseren Mauern wohl fühlen mögen, schloß Dr. Hamm seine Begrüßungsansprache. Für die Reisegesellschaft dankte dann der stelle für Pflanzenschutz, Gießen, Senckenbergstrahe Nr. 7. Hitler-Jugend. Bann 116. Donnerstag, 23. Juli, findet um 20 Uhr eine Sitzung für sämtliche Stabsmitglieder statt. Im Anschluß daran ist 20.30 Uhr eine Sitzung für sämtliche Gefolgschaftsführer des Bannes 116. X. Die deutsche Rrbeitofront ■y I n.s.-Gemeinschaft „Kraft durch kreude" Volkstanzkreis. Donnerstag, 23. Juli, 20 Uhr, findet wieder pünktlich die nächste Uebungsstunde des Dolkstanz- kreises im großen Saal im Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18, statt. Wanderung nach Kloster Arnsburg. Am Sonntag, 26. Juli, findet eine Wanderung nach Kloster Arnsburg zu dem Sommerfest statt. Die genaue Abmarschzeit wird morgen hier bekanntgegeben. Fußwanderung nach dem Dünsberg. Am Sonntag, 26. Juli, findet eine Fußwanderung nach dem Dünsberg statt. Die Wanderung führt über Wißmar—Krumbach nach dem Dünsberg, zurück über Fellingshausen—Krofdorf—Gleiberg—Gießen. Abmarsch erfolgt pünktlich 7 Uhr am Oswaldsgarten. Die Führung hat Wanderwart Nebe. Rucksackverpflegung. Omnibusfahrt nach Heidelberg. Am 1. und 2. August findet eine Omnibusfahrt nach Heidelberg statt. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Uebernachtung, Frühstück und Mittagessen pro Teilnehmer 11,30 Mark. Anmeldeschluß ist der 27. Juli. Sommerfest in Kloster Arnsburg. Am Sonntag, 26. Juli, findet wieder, wie alljährlich, das große Sommerfest in der schönen Burgruine Kloster Arnsburg statt. Näheres erfolgt in der nächsten Ausgabe. Geschäftsführer des Landesfremdenverkehrsverban- Des Herr K a r b u s der Stadt Gießen und ihren Vertretern für den herzlichen Empfang und die erwiesene Gastfreundschaft. Des weiteren gab Herr Karbus einen kleinen Ueberblick über den seitherigen Verlauf der Besichtigungsfahrt und sprach von den vielen Schönheiten, Sehenswürdigkeiten und Schätzen, durch das sich gerade das Rhein- Main-Gebiet auszeichne. Don Wiesbaden sei man auf einer „Bäderschleife" über Nab-Nauheim nach Gießen gekommen und der folgende Tag werde die Dichter durch das romantische Lahntal nach Bad Ems bringen. Groß sei die Zahl der Heilbäder in unserem Gau und gerne würden sich die Bäder in den Dienst der Volksgesundheit stellen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Teilnehmer dieser Fahrt einen nachhaltigen Eindruck von Land und Leuten unseres Gebietes mitnähmen in ihre Heimat. Bei angeregter Unterhaltung verbrachten die Gäste mit den Vertretern aus unserer Stadt den Abend. Gestern morgen fand dann unter Führung eines Herrn vorn städtischen Verkehrsamt die Besichtigung der Stadt Gießen statt. Besonderes Interesse fand bei den Dichtern das Gießener Stadttheater, die Universität mit ihren einzelnen Instituten und das Liebig-Museum. Ein schneller Abstecher brachte dann noch die Reisegesellschaft auf die Burg Gleiberg, wo ganz besonders die herrliche Aussicht ins Lahntal und in die engere und weitere Umgebung von Gießen gefiel. Auch das Schulungslager im Albertusbau fand den ungeteilten Beifall der Besucher. Nach einer kurzen Pause ging es zurück nach Gießen und von hier weiter nach Wetzlar. ♦* U n f ä H e. Sie hiesige 22jährige Heinrich Lind, der ein junges Pferd beim Schmied beschlagen lassen wollte, kam dabei zu Schaden. Das Tier schlug einige Male aus und traf den jungen Mann. Die Verletzungen erwiesen sich glücklicherweise als nicht sehr schwerer Natur. — Die Frau eines hiesigen Kaufmanns erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Unterschenkels und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Der Unfall auf der Reichsautobahn. Wie wir auf weitere Anfragen erfahren konnten, handelte es sich bei den auf der Reichsautobahn bei Pfungstadt Verunglückten nicht um Gießener, sondern um Frankfurter Einwohner. Die Mutmaßung, daß es sich um Gießener Bürger handeln könnte, kam bei dem Berichterstatter des Landespressedienstes dadurch auf, daß der verunglückte Führer des Kraftwagens vor Jahren in Gießen wohnte und auch in unserer Stadt den Führerschein erwarb, dann aber nach Frankfurt am Main verzog. ** Schützt d i e Rehkitze vor der Mähmaschine! In jedem Jahre werden aus allen deutschen Gauen Fälle gemeldet, daß beim Mähen frei lebende Tiere, insbesondere Rehkitze, durch die Mähmaschine schwer verletzt oder getötet werden. Das Gras ist dicht und hoch, der Maschinenführer kann die kleinen Tiere nicht sehen, die abgearbeiteten Pferde gehen interesselos an allem vorüber, ohne Zeichen zu geben — und einem kleinen Geschöpf werden oft Stunden ärgster Qual bereitet, ehe diese durch den Tod beendet wird. Mit einem einfachen Mittel sind solche Quälereien und Verluste zu verhüten ober mindestens beträchtlich zu verringern. Man befestigt an der Spitze der Deichsel eine schrill tönende Klingel, Glocke oder dergleichen. Versuche haben ergeben, daß am ersten Mähtage ohne Klingel zwei Kitze so schwer angeschnitten wurden, daß sie getötet werden mußten. Nach der Anbringung des Geläutes haben sich solche Fälle nicht mehr ereignet. An sich macht zwar schon der Grasmäher Lärm, doch scheint diese Art Lärm auf die Kitze nicht zu wirken, während das Klingeln die Tiere zum erschreckten Abspringen veranlaßt. Der Reichs-Tierschutzbund bittet daher alle Landwirte, durch die Ä IfllL df Puddingpulver in Beuteln 7 -4 ''Ä 1 ( berl hohe Vesm deskirchenausschuß hat am 17. Juli auf feinen Antrag den hiesigen Pfarrer Heinrich Büchner mit Wirkung vom 1. November unter dankbarer Anerkennung feiner der Landeskirche geleisteten treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. Pfarrer Bachner wurde am 31. Dezember 1867 zu Freiensteinau als Sohn des Gendarmerie-Wachtmeisters Jakob Bachner geboren und war nach Vollendung seiner Studien und dem Besuch des Predigersemi- nars in Friedberg seit 23. Dezember 1894 Vikär und seit 17. Mai 1895 Verwalter in Stadecken.. Am 11. Mai 1896 wurde er Rektoratsverwalter in Schlitz und Verwalter in Willofs. Seine defi. nitioe Anstellung erhielt er am 30. Mai 1897 als Pfarrer in Udenhausen: seit 12. Februar 1905 he. kleidete er das hiesige Pfarramt. In den über 31 Jahren seiner Tätigkeit hat er sich die Liebe und Anhänglichkeit seiner Gemeinde erworben, lieber seine Gemeinde hinaus war er tätig als Vertrauens- mann für evangelische Pressearbeit und die Krankenkassengemeinschaft der evangelischen Geistlichen Hessens, ebenso für den Pfarrverein und den Evangelischen Bund, der ihm vor einigen Jahren die große Luthermedaille verlieh. Auch int vergangenen Dekanatsausschuß arbeitete er mit. Selbst ein tüchtiger Imker, l)at er sich große Verdienste um die Sache der Bienenzucht erworben. Silbernes Priesterjubiläum in Lich. ) Lich, 22. Juli. Am morgigen Donnerstag, 23. Juli, kann der katholische Pfarrer Crönlein (Lich) die Feier seines silbernen Priester« jubiläums begehen. Der Jubilar, der sich in Stadt und Land, bei alt und jung sehr großer Beliebtheit erfreut, kann auf eine segensreiche Tätigkeit als Seelsorger zurückblicken. Nach Ablegung der Maturitätsprüfung widmete er sich von 1907 bis 1911 den theologischen Studien an der Theologischen Fakultät in Mainz. Seine Primiz konnte er am 23. Juli 1911 in der Pfarrkirche seines Geburts- und Heimatortes Hechtsheim bei Mainz feiern. Seine erste seelsorgerische Tätigkeit übte er von 1911 bis 1916 als Kaplan und Pfarradmini- ftrator in Bürstadt bei Mannheim aus. Hiernach berief ihn sein Bischof bis zum Jahre 1918 nach Büdesheim bei Bingen, von dort nach Bretzenheim bei Mainz, wo er bis zum Jahre 1923 tätig war. Von 1923 bis 1930 betreute er als Pfarrer die Pfarrei Weinoldsheim bei Oppenheim. Seit dem 15. Januar 1930 ist Pfarrer Crönlein als Dekanats« Vertreter und Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Hungen-Lich tätig und betreut als Seelsorger die Städte Lich, Hungen, Laubach, Echzell, sowie weitere 42 Gemeinden. Die kirchliche Feier der silbernen Primiz findet Donnerstag in der Franziskanerklosterkirche „Heiliges Grab" in Mainz statt, während die eigentliche Jubelfeier am kommenden Sonntag in der hiesigen katholischen Kirche stattfinden wird. Auf der Serienreife tödlich verunglückt. * Lauterbach, 22. Juli. Einen tödlichen Unfall erlitt, fern feiner Heimat am Bodensee, em hiesiger junger Mann, der 26jährige Schlosser Karl Stoppler. Der Verunglückte, der sich auf einer Serienreife befand, stürzte so unglücklich und heftig vom Fahrrad, daß er bald nicht seiner Einlieferung in das Krankenhaus in Friedrichshafen verstarb. — Seit einigen Tagen wurde hier der Kutscher Georg can fß SLtiunteOT' BrS -°4SS D führe die Om ße M Um Men alle W Kßer benJ* M eine 1 s.j C a n g3 ®01 Ach kann unsere Irir Wwe., geb. 1 \r körperlicher in Karts tag feie ßiniivohnerin oor Birger ist heinri z:. Lebensjahr d> Anbringung eines Geläutes an den Mähmaschinen viele Tausende von Jungtieren vor qualvollem Tode bewahren zu Helsen. Oberhessen. Pfarrer Böchner-TreiS tritt in den Ruhestand. X Treis a. d. Lumda, 21. Juli. Der Lan- w. KZ M dE Abens! :Q Nidda. 1 tnar es dem hies tu vergangenen b ensjahr zu Inner Militärzeil tznegerkameradft fcie Treue bemüh Mschaftssührer \ itiB Kriegerkamei übermittelt u Zeichen der Ane Mmeinschaftssimi Zugehörigkeit zu saune sahrzehntela Sfrsangoerein jun "*%ibba, 21. l|.|6a mirb in b Mntschleifer Uihm Vtotaty ^Arbeit unb % brüte aus ander Mschulung Arde' . tpn# Vie ■ fei’ . « M lind' Verfluchtes Gold! Vornan von I. Schneider Foerfil. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 31 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wem gehörte diese Stimme? Die kannte er doch? Er sah in den Spiegel. Daß man so grau werden konnte innerhalb weniger Wochen? Und solch strenge Furchen um Mund und Nase bekam? Er stäubte ein Fädchen vom Aermel des Rockes, sah noch einmal in den Spiegel und straffte den Rücken. Es mußte sein! Frau Schroder hatte schon gesagt, daß er zu sprechen sei. Der Lüster im Nebenzimmer beleuchtete ein blasses, schmales Frauengesicht, das ihm lächelnd entgegenblickte. „Erschrecken Sie nicht. Ich wollte nur fragen, ob ich Ihnen irgendwie dienlich sein kann." Terry konnte kein Wort erwidern. Obwohl er Hertha Amselmann schon an jenem Abend gesehen hatte, überraschte ihn ihre Anwesenheit doch derart, daß er sich nicht gleich zu fassen vermochte. „Es wundert Sie," fuhr sie fort, „daß ich um Ihr Hiersein weiß? Aber vor mir brauchen Sie wirklich keine Furcht zu haben. Ich bin lediglich gekommen, mich Ihnen zur Verfügung zu stellen, falls ich Ihnen irgendwie helfen kann. Ich tue es von Herzen gern." Er hatte sich wieder soweit in der Gewalt, ihr einen Stuhl anbieten zu können und ließ sich dann selbst neben ihr nieder. „Ihr Besuch zeigt mir, daß ich doch nicht vorsichtig genug gewesen bin." „Wieso?" „Genau so gut, wie Sie, können mich auch andere gesehen haben und wissen, wo ich mich verborgen halte." „Nein", erwiderte sie lächelnd. „Denn ich habe Sie ja gar nicht gesehen, mein Freund, und hatte keine Ahnung, wo sie sich aufhalten. Ich bin auf Sie aufmerksam gemacht worden und habe den Tip bekommen, daß ich Sie hier treffen kann. Es war mein Schwager, der mich davon benachrichtigte und mir Straße und Hausnummer angab, sowie den Namen ihrer Wirtin." „Sie haben einen Schwager hier?" „Juwelier Mangold." „Ihr Schwager?" wiederholte er ungläubig? „Sie haben sich wieder verheiratet?" „Nein! Aber er ist der Bruder meines ersten Mannes, Karl Mangold, der — Gott, man soll die Toten nicht um ihre Ruhe bringen. Er starb im Zuchthaus." „So ist das," stammelte Terry. „So ist das, ja. Vielleicht ist es Ihnen ein Trost. Mit jedem treibt das Leben einmal ein böses Spiel. Für mich war diese Ehe jedenfalls ein Weg nach Golgatha. Ich hätte nie geglaubt, daß man soviel ertragen kann. — Ihre Tochter ist nicht hier?" „Nein. Sie ist bei Ihrem Sohn Wolfgang, auf Ihrem Wochenendhaus in Grainau. Ich bin so dankbar, daß ich Maria in guten Händen weiß." „Ja. Meine Jungens werden ihr sicher nichts zuleide tun." „Wissen Ihre Söhne, wo Sie sich zur Zeit befinden?" „Sie wissen es nicht. Aber sie sind ja schon groß und brauchen keine Mutter mehr." „Hertha!--" „Nicht," wehrte sie und streifte feine Hand ab, die über ihre Finger streicheln wollte. „Ich habe Ihnen schon damals nach Ihrem Aufruf in den Zeitungen Bescheid gegeben, die Vergangenheit ruhen zu lassen. — Man soll Gestorbenes nicht wieder ins Leben zurückrufen wollen. Es hat keinen Sinn." „Zumal dann nicht", versetzte er bitter, „wenn der ehemalige Jugendgeliebte wegen gewisser Delikte vom Staatsanwalt gesucht wird." „Seien Sie nicht ungerecht", verwies sie ihn, „damals--Sie wissen doch noch, Terry-- wer seinerzeit der Schuldige war." „Ich weiß es, ja." Er wurde ganz kleinmütig und hielt den Kopf gesenkt. „Wir wählen unser Schicksal nicht selbst, Hertha. Es wird uns zudiktiert. Wir müssen immer so handeln, daß wir dahin kommen, wohin es uns eben haben will." „Eine bequeme Ansicht." „Nein, Hertha, nur die richtige Ansicht. Sonst konnten wir unmöglich zuweilen so Sinnloses vollbringen. Sonst hätte ich dich seinerzeit mit tausend Armen gehalten, hättest du nicht diesen Karl Mangold geheiratet, hätte Amselmann dich nie zur Frau bekommen, hätte ich nie und nimmer eine Schuld auf mich geladen, unter der ich jetzt zusammenbreche und vor der ich jetzt selbst zurück- schrecke, wäre ich nie der Bettler geworden, der ich bin, müßte ich nicht selbst auf mein Kind verzichten. ---Wir müssen, Hertha! Alle müssen wir, ob wir wollen oder nicht. Das ist der einzige Trost, den es für mich gibt: daß alles mir zudiktiert wurde." „Vielleicht!" sagte sie nachdenklich. „Es ist ja möglich, daß du recht hast. Ich möchte dir einen Vorschlag machen: immer kann deine Tochter nicht bei meinen Söhnen bleiben. Gib sie in meine Obhut." „Ich kann sie ja auch zu mir nach Köln nehmen." „Nein, das kannst du nicht. Einer vermag sich zur Not versteckt zu halten. Für zwei ist es schon bedeutend schwieriger, und ich bleibe ja auch nicht hier. Ich reife in den nächsten Tagen nach Italien. Sorrent oder Subiacco. „Und ich?--" Sie sah ihm voll in die Augen und sagte ernst: , „Du mußt sorgen, daß du wieder zum Frieden mit i dir selbst kommst." „Du meinst also, ich soll mich freiwillig stellen?" „Das meine ich, ja." Im Hause mochte eine Storung der elektrischen Leitung eingetreten sein, denn der Lüster erlosch plötzlich. Der Kegel eines Scheinwerfers zog durch die Dunkelheit, und von draußen horte man erregt Frau Schroders Stimme. Sie klopfte und steckte den Kopf zur Türe herein. „Ich werde sofort Licht bringen." „Nicht nötig", erwiderte Hertha Amselmann. Sie horte das schwere Atmen Terrys und suchte nach seiner Hand. „Schuld, die man begangen hat, kommt dem Gewisfen gegenüber nur zum Schweigen, indem man sie sühnt. Jedes Vergehen aber, das gesühnt ist, verliert seinen bittersten Stachel, denn mehr wie bereuen und büßen können wir nicht. Und daß wir straucheln, ist menschlich." „Und wenn ich gesühnt habe, Hertha?" Sie schwieg erst eine Weile, ehe sie Antwort gab. „Die Welt ist groß. Was heute Sensation ist, findet morgen schon kein Interesse mehr. Für alles kommt einmal ein Vergessen. Zumal in der Jetztzeit, wo sich soviele große Ereignisse abwickeln, die alles andere in den Hintergrund drängen. Hab keine Angst, daß du Richter findest, denen es eine Genugtuung bedeutet, dich auf der Anklagebank zu sehen, und die nur darauf warten, dich zu demütigen. Du wirst Menschen gegenüberstehen, denen es ein Bedürfnis ist, dir zu helfen, so viel und so wc»it dir geholfen werden kann und dir alles an Demütigung zu ersparen suchen. Sie werden dich nicht schwerer sühnen lassen, als du es verdient hast." „Und wenn ich gesühnt habe, Hertha?" „Dann weißt du ja, wohin du gehen mußt." „Ich weiß es nicht, Hertha." „Dorthin, wo deine Tochter sein wird." „Zu dir?" „Zu mir!" sagte sie und entzog ihm ihre Hand nicht, als er sein Gesicht hineinbettete. Kommerzienrat Terry hat sich gestern abend dem Staatsanwalt freiwillig gestellt! Terry? — Ach ja, das war doch der Generaldirektor der Dysoltwerke, die ein so großes Defizit hatten. Na ja, wieder mal einer. Kriegen tat die Staatsanwaltschaft natürlich einen jeden, und die sich freiwillig stellten, waren nicht immer die Schlechtesten. Ein paar Jahre Gefängnis ober Zuchthaus ... Na, wenigstens hatten sie ihn jetzt. Die nächsten Seiten der Zeitungen meldeten schon nichts mehr davon. Es gab so viel anderes, wichtigeres zu berichten. Am anderen Tag war der Fall Terry bereits wieder vergessen. Wolfgang Amselmann dünkte der Gang ins Untersuchungsgefängnis als der schwerste seines Lebens. Nicht einmal jener, auf dem er den Vater zum letztenmal begleitet hatte, war ihm so fürchterlich gewesen. Was sagte man Terry, wenn er nach Maria fragte? Mußte das dem ohnehin schon völlig niedergeschmetterten Mann nicht noch den letzten Rest geben? Hylmar und er taten alles, was nur irgendwie getan werden konnte, die Vermißte ausfindig zu machen. Nur die Polizei hatten sie nicht in Anspruch genommen. Die mußte ausgeschaltet bleiben. Marias Name durfte nicht in den Mund der Öffentlichkeit kommen. Lois hatte ihm, von Gewissensbissen geplagt, alles erzählt. Sie waren gleich am nächsten Tage nach Garmisch gefahren und hatten im Hotel Zugspitz Vorgesprächen. Aber Rolf Steffen war noch am Abend vorher abgereist, unbekannt wohin. Ach, die Liebe war doch nicht das, als was man sie sich immer vorstellte: ewig, unveränderlich, alles vergebend, alles verzeihend und verstehend. — Nicht einmal die Liebe einer Mutter! Wenigstens die Liebe ihrer Mutter nicht. Keine Zeile, fein Gruß, war seit jenem Abschiedstage für ihn und Hylmar gekommen. Keiner ihrer vielen Aufrufe in den Blättern war erwidert worden. Sie wollte nichts mehr von ihren Söhnen wissen. Terry trat ihm sehr gefaßt entgegen. Schon in der nächsten Minute wurde die gefürchtete Frage gestellt: „Warum ist meine Tochter nicht gekommen?" Wolfgang hatte sich die Antwort seit Tagen zu- rechtgelegt und wurde nicht einmal verlegen, als er nun sagte, daß Maria an Grippe erkrankt sei. Von der Wahrheit verriet er fein Wort. Vielleicht konnte Terry, wenn er von Marias Verschwinden erfuhr, kein Auge mehr zutun, vielleicht auch tat er in der Verzweiflung etwas ganz Unbesonnenes. Also besser gelogen, es würbe sich schon ein Ausweg finden. Was Terry sprach, ging ungehort an seinem Ohr vorüber. Er behielt nichts als ein paar Worte: daß Maria sich schonen solle und für keinen Fall aus dem Hause gegen dürfe, solange sie noch so erkältet sei. Wolfgang fagie: „Selbstverständlich!" und daß Terry sich nicht im geringsten zu sorgen brauche. Als sich das schwere Tor wieder hinter ihm schloß, mußte er sich gegen die Mauer lehnen. Gott, war das schwer gewesen! Zum Glück hatte Terry nichts gemerkt! Die Sonne flimmerte auf dem Schnee. Er xnat arg vertreten und schmutzig, und die Kinder, die Burgen und Tunnels aus ihm formten, hatten braune Hände. In Grainäu war das anders. Da lag alles in fleckenlos glitzerndem Weiß. Sonderbar, überall, wo viele Menschen waren, brachten sie Schmutz und Unsauberkeit mit. Alles verdarben sie. Alles wurde durch sie besudelt. Er sah nach den vergitterten Fenstern hinauf und schauerte zusammen. Lieber tot fein! Und dort oben war nun Kommerzienrat Terry und muhte es ertragen. Mußte abroarten, was man über ihn beschloß. — (Forts, folgt) !l S SeteirL" -SM Net, Io etft, ?"Jr ®6 Wjeffel ein p S: <5 r a n f ! CHÄ I S be,> >9 6a'° fei ttuj .«leinen R d ’n fesilic S5J hoc “hb J Ihren ■ W |l. Fest SÄ' $t bcs I , S »u * 'Marburg, Wtspiele habe: Z zeichnetem E U ) Tausende - I\ adern aus alli 1 jungen Don -• Wchen von $ ! modie" und n Mieter *e 1934 zur * der Fi J*hrM928 l.1’# - beb. Würzburgs Sieg im Vierer „offne' Wieder Braune Messe in Gießen in Sau. Ausstellung fürIndustrie,Handel,Handwerk und Landwirtschaft in derVolkshalle Heizung, Kühlung, Lüftung, Sanitäre Anlagen, vergangen? nen fßW ftobenfee, » Berufs- , wenn er «■ . iiffi) e n Spielen fahren. jingene Feier. en verstarb. - Kutscher @totc U-b°rblick über di- großen K°g°lb°hn°n in der Deutschlondhalle in Berlin wo die Weltrneisterschnsten der Kegler ausgetragen werden. — (Presse-Bud-Zentrale -UL) machte In einer besonders für die Presse vorgesehenen Besprechung wurden gestern nachmittag im Krausmüllersaal in kurzen grundsätzlichen Erläuterungen die wesentlichen Gesichtspunkte für die Gestaltung der Baunen Messe in Gießen gegeben. Die große Schau des Handels, des Handwerks aber über das rein Wirtschaftliche hinaus auch eine Kulturschau darstellen, in der sich der Leistungsstand des deutschen Handels, der Industrie und des Handwerks spiegeln soll. Gleichzeitig soll die Schau in ihrem äußeren Bild einen geschlossenen Eindruck machen; in bewußter Gestaltung soll die Volkshalle in den Tagen der Braunen Messe einen Anblick bieten, der neben dem vielen Interessanten, was es rein ausstellungsmäßig zu sehen geben wird, auch in geschmacklicher Hinsicht befriedigt. So sollen u. a. auch zwei Grünflächen innerhalb des Raumes geschaffen werden, die dem Saal die freudliche und lebendige Rote geben sollen. Die Ausstattung der einzelnen Abteilungen (was die Wandflächen betrifft, vor denen die Dinge zur Schau gestellt werden sollen), wird planmäßig erfolgen, wenngleich damit der eigenen Initiative des Ausstellers nicht vorgegriffen werden soll. Dem Aussteller wird Möglichkeit genug gegeben sein, eigene schöpferische Arbeit zu leisten. Es werden für über 100 Aussteller der verschiedensten Branchen Boxen zur Verfügung stehen. Die Nachfrage ist bereits sehr groß. Die Braune Messe soll sich im Uebrigen in diesem Jahre nicht nur auf den Raum der Volkshalle beschränken, sondern es soll auch das Gelände unmittelbar an der Volkshalle, das gegenwärtig planiert wird, mit einer Fläche von 5000 Quadratmeter verfügbar werden und insbesonder" für die Ausstellung von Maschinen, in der Hauptsache landwirtschaftlichen Maschinen, bestimmt sein. Neben Handel, Handwerk und Industrie, wird sich, das steht bereits heute fest, auch die Stadtverwaltung durch das Verkehrsamt beteiligen. Dor allem wird hier die repräsentative Schau der Stadt Gießen gezeigt werden, wie sie erstmalig auf der großen Rhein-Mainischen Wirtschaftsschau in Frankfurt a. M. zu sehen war. Die Braune Messe in ihrer Gesamtheit gliedert sich in acht verschiedene Abteilungen, die wir nachstehend näher kennzeichnen. Mit der Braunen Messe und der Deutschen Woche in Gießen werden verschiedene Tagungen, Modeschauen, Hausfrauennachmittage, Vorträge und täglich wechselnde Darbietungen und Vergnügungen Das 5. Welt-Keglerturnier begann am Dienstag in der Deutschlandhalle mit den Kämpfen um die Deutschen Meisterschaften. In der Bohlenmeister- schaft sicherte sich überraschend Lehner-Berlin den Titel. Zu Meisterehren kamen weiter auf der Internationalen Bahn H a r t m a n n- Frankfurt am Main, im Dreibahnenkampf Roschllo - Berlin, auf der Asphaltbahn Engelmann-Meerane, im Dreier-Klubmannschaftskampf „Aeru Frankfurt a. M. und in der Frauenmeisterschaft Frau Harms- Hamburg. In den Klubkämpfen >..z, Wiesbaden, den Rhein Hiner nach Köln und von da zu den Olyrn- auf der Scherenbahn siegte „Jupiter" Hannover, auf der Bohlenbahn KSK. 1924 Hannover und auf der Asphaltbahn „Sturmfalke" Kassel. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: AllgemeineKörperschule und Schwimmen (FrauenundMänner): von 20 bis 21.15 Uhr Müllersche Badeanstalt. m Reiten - von 21 bis 22 Uhr, Universitats-Reit- institut, Brandplatz. In der Zeit vom 25. September bis 4. Oktober a>irb, entsprechend einem aus Kreisen des Handels, des Handwerks und der Industrie häufig geäußerten Wunsches, in der Volkshalle wieder eine Braune Messe veranstaltet. Der große Erfolg der Braunen Messe im Jahre 1933 ließ den Wunsch zu einer solchen Veranstaltung über die vergangenen beiden Jahre hinweg lebendig bleiben. Die Vorarbeiten für die bevorstehende Deutsche Woche wurden bereits mit großer Energie in Angriff genommen und werden auch für die kommenden Wochen unter sachkundiger Leitung zielbewußt fortgeführt werden. Der ideelle Träger der Großveranstaltung ist das Amt für Handel und Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront, der wirtschaftliche Träger ist das Institut für Deutsche Wirt- schaftspropaganda in Berlin. Die Ausstellungsleitung liegt im Auftrag des Institutes in Händen von Herrn Gustav Hinte, der sich schon bei verschiedenen großen Ausstellungen im Reich, insbesondere aber in Westdeutschland verdient Kreisarntsleiter Schimmel vom Amt für Handwerk und Handel gab der Meinung Ausdruck, daß der Erfolg auch der diesjährigen Braunen Messe nicht zweifelhaft sei und betonte die Hoffnung, daß dem heimischen Gewerbe neben aller ideellen Förderung auch die wirtschaftliche Befriedigung nicht versagt bleiben möge. Oie Gliederung der Schau. In den erwähnten acht verschiedenen Abteilungen werden nach dem bisher vorliegenden Plan die nachstehenden Zweige der Wirtschaft vertreten bzw. zusammengefaßt sein. „Handwerk und Gewerbe". Fleischer, Konditoren, Päcker, Brauer und Mälzer, Buchbinder, Buchdrucker, Klempner und Installateure, Böttcher und Küfer, Glaser, Elektroinstallateure, Dachdecker, Baugewerbe, Maler, Friseure, Schmiede, Putzmacher, Töpfer und Ofensetzer, Optiker und Feinmechaniker, Juweliere, Gold- und Sll- berschmiede, Sattler, Polsterer und Tapezierer, Stellmacher und Karosseriebau, Kraftfahrzeughandwerk, Schuhmacher, Zimmerer, Uhrmacher, Mechaniker, Tischler, Schlosser, Herren- und Damenschneider. „Technik in Küche und Haus". servierung, Reinigungs- und Trockenapparate, Haus- und Küchengeräte jeder Art, Porzellan, Glas, Zier-, Luxus-, Gebrauchsgegenstände, Tofelgeräte, Bestecke, Wasch-, Reinigungs-, Böden- und Möbelpflegemittel, Wäscherei-, Bügelanlagen, Nähmaschinen Transportmittel jeder Art, Fahrräder, Motorräder Automobile, Lieferwagen, Garagen, Motore, Werkzeuge, Werkstattbedars, Gartengeräte. „Schönheit der Wohnung". Einrichtungen, Wohnungsbedarf, Fußbodenbelag, Wandbekleidungen, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küchen, Badezimmer, Möbel jeder Art, Büroeinrichtungen, Bürobedarf, Teppiche, Gardinen, Dekorationsstoffe, Kunstgewerbe, Beleuchtungskörper. „Volkswirtschaft — Hauswirtschaft". Ernährung und Erfrischung, frische, geräucherte konservierte Lebens- und Genußmittel, Delikatessen, Nährmittel, Gewürze, Landesprodukte, kalte und warme Getränke, — „Kampf dem Verderb — Frischhaltung für Konservierung. Die Frischhaltung. „Bekleidung — Wäsche — Körperpflege". Berufs-, Straßen-, Sport- und Abendkleidung, Bett-, Tisch-, Herren-, Damen- und Kinderwäsche, Handarbeiten, Kunstgewerbe, Schuhe, Lederwaren, Reise- und Photoartikel, hygienische Körperpflege- mittel, Bade- und Toilettenartikel. „Schaffende Industrie". Bauindustrie, Maschinenbau, Elektroindustrie, Energiewirtschaft, Textilindustrie, Druckgewerbe u v. a. Sonderschau: ,*Z) e r neuzeitliche Werkstoff". Maschinen, Motore, Fahrzeuge. „Reise — Verkehr — Transport". Reisen und Wandern, Freizeitgestaltung, Verkehrswerbung, Verkehrswesen: Eisenbahn, Post, Flugzeug, Schiffahrt; Fortbildung, Unterhaltung, Erholung, Lektüre, Gesang, Tanz, Spiel, Sport, Gymnastik. Musikinstrumente, Radio, Telefon. „Gartenbau — Landwirtschaft". Kreis Wehlar L Rod heim a. d. B., 21. Juli. Unter z ah l- {eini' i Mier Beteiligung aus der Gemeinde und bet »hört Ml । jt'tt- Witterung fand am Sonmtag nach mittag ^nn in''er kleine Preise und jedes eine fd^ne SregeL »'Meßend trugen ihrs Mütter — in Mutteraben- geübt — auch ein Lied vor; Pfarrer V o m e l iiTjbete mit einem kurzen Schlußwort die wohl- ein buntes Programm abspielte. Es war herz- ^riuenb, zu sehen, wie die Kinder in HA und Reigen in kindlich froh-bewegter Weife tigaen, daß im Kindergarten unter Leitung der führten Kindergärtnerin Schwester M tu na • < zr. - .x«. * « , z~s # • .'XX hfon hbnll i Pi 9J.-fpor< Berlin, der Treffpunkt der Kegler aus aller Well Während der Meisterschaften der Ruderer am Sonntag in Berlin-Grünau war der Würzburger Vierer mit dem Wiking-Boot zusammengeprallt. Der Kamps wurde am Montag wiederholt und von den Würzburgern, die einen äußerst frischen Eindruck machten, sicher gewonnen. — Hier bringen Karl, Rom und Eckstein ihrem Schlagmann Willi Menne freudige Ovationen dar, weil Menne hiermit seinen 100. Steg errang. — (Schirner-M.) Australiens Sieg im Znterzonenfinale. In Wimbledon ist am Dienstag die Entscheidung im Davispokalkampf zu Gunsten der Australier gefallen. In einem mörderischen Kampf unterlag der Deutsche „Henner" Henkel seinem australischen Gegner MacGrath, der für den verletzten MacQuist eingesprungen war, in vier Sätzen 3:6, 7-5 4:6 4:6; die Australier hatten den entscheidenden dritten Punkt errungen. Der deutsche Mann- schaftsführer Dr. Kleinschroth verzichtete — nachdem kurz nach Beendigung des Spieles Henkel gegen MacGrath Regen eingesetzt hatte — auf die Austragung des letzten Einzels und überließ den Australiern so den 4:1-Sieg. * In der Herausforderungsrunde stehen sich nun am Wachende in Wimbledon der Verteidiger Eng- land und Australien gegenüber. Kurheffenfahrt 1936 der Motorgruppe Hessen. NSG. Am 9. August 1936 veranstaltet das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, Motorgruppe Hessen, die K u r h e s s e n f a h r t 1936 als Orientierungs- fahrt im Gelände für Krafträder mit und ohne Seitenwagen und für Personenkraftwagen. Das Gebiet der Motorgruppe Hessen geht weit über den Gau Hessen-Nassau hinaus, doch wird die Mehrzahl der Meldungen wahrscheinlich gerade aus dem Gau Hessen-Nassau kommen. Wie immer werden vor allem die Wehrmacht, weiterhin aber auch SA., SS., HI., DDAC., Polizei, Reichsbahn, Reichspost und RAD. teilnehmen. Die sportliche Durchführung wird bei den Erfahrungen, die die Motorgruppe Hessen mit ihren Großveranstaltungen d. I. schon gesammelt hat, alle Wünsche erfüllen. Die Kurhessenfahrt dient zur Prüfung des Orientierungs- vermögens der Fahrer im Gelände und ihrer Fahrtechnik. s Start und Ziel ist Marburg (Lahn). Die Strecke muß vom Fahrer selbst zusammengestellt werden. Es werden ihm lediglich zehn Gelände- 1 punkte angegeben, die er festzustellen hat und von denen so viel als möglich angefahren werden müssen. Der Meldeschluß ist Samstag, 1. August. Außer wertvollen Ehrenpreisen kommen Plaketten in Gold, Silber und Eisen zur Verteilung. Die NSKK.-Männer des gesamten Gaues Hessen- Nassau werden bei dieser Großveranstaltung der Motorgruppe Hessen beweisen, daß das sportliche Niveau ihrer Leistungen den Vergleich mit anderen kraftfahrsportlichen Veranstaltungen im Reich nicht zu scheuen braucht. 3. Kreisvolksturnen in Kinzenbach. Aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens (verbunden mit Fahnenweihe) hat der Turnverein „Gut-Heil" Kinzenbach das 3. Dolksturnen übernommen. Der gastgebende Verein ist bereits für die am 23. August durchzuführende Veranstaltung mit den Vorbereitungen beschäftigt, um der Veranstaltung zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Sollte das Wetter der Sache günstig sein, so rechnet man mit einer Teilnehmerzahl von 800 Völks - turnern und Turnerinnen, die in 11 Klassen ihre Kräfte messen werden. Die Ausschreibungen zu den Kämpfen sind bereits ergangen. Der Turnverein „Gut-Heil" Kinzenbach wird alles aufbieten, um die Stunden der Turnkameradschaft zu einem Erlebnis werden zu lassen. Unsere Olympia-Radfahrer. Für die Olympischen Rad wettbewerbe hat Deutschland folgende Fahrer gemeldet: Straßenfahren: Fritz Scheller, Schweinfurt; Emil Schöpflin, Berlin; Fritz Ruhland, Klein- 1 Steinheim; Willi Meurer, Köln; Walter Löber, " s*9*' Ä 1 .ui Qumüu. Schweinfurt; Willi Oberdeck, Hagen. Bahnfahren. 4-km-Verfolgungsrennen: Hans Hofmann, Klein-Steinheim; Karl Klöckner, Köln» Ehrenfeld; Erich Arndt, Krefeld; Heinz Hasfelnberg, Bochum; Alfred Mende, Dresden; Arno Pietsch, Dresden. — 1 km stehender Start: Toni Merkens, Köln; Rudolf Karsch, Leipzig; Hans Gehre, Dresden. — 1-km-Malfahren: Toni Merkens, Köln; Karl Lorenz, Chemnitz; Horst Ohlschlegel, Dresden. — 2-km-Tandemfahren: Ernst Jhbe-Karl Lorenz, Leipzig-Chemnitz; Karl Klöckner-Hans Hofmann, Köln- Klein-Steinheim; Walter Iung-Horft Rosenlöcher, Dresden-Hösterlitz. Siedeln, Bauen, Wohnen; Siedlung und Land- wirtschaft; Hilfsmittel, Geräte, Maschinen. Innerhalb der Abteilung „Volkswirtschaft — Hauswirtschaft" wird besonders der Sonderschau „Kampf dem Verderb" Aufmerksamkeit zu schenken sein, ferner wird in der Abteilung „Schaf- ^eitl U <5 lä r m p f, ein allseits geachteter und flelßiger ‘ uRjinr vergißt. Drei Tage lang blieben die Nach- foVchlngen ohne Ergebnis. Nunmehr wurde der Öeimyte als Leiche aus der Lauter ae- i b air ge n. Wie wir von der Gendarmerie! in terjad hören, hat Schrimpf aus eigener Initiative . den Dd gesucht. Die Gründe für diesen verzwei- ■ di Jungen von Shakespeares „Sturm , Kleist s pichen von Heilbronn" sowie Hillers „Hammel- mvie" und nahmen unvergeßliche Eindrücke mit LV'K tui , feltüri schritt sind unbekannt. Verhängnisvoller Stur» „S®"Lshrdach, 21.Juli. Auf dem nahen Schmitt- ; JbQtnMer:ignete sich dieser Tage ein schwerer Unglücks- , uen SfaU 2 ^Baronin v o n M i ch a e l k o v s t n, bie dort , Wbev. iirer Schwester zu Besuch wellte, stürzte von M-denH-mstreppe des Pachterhauses jo ungludhd) mel). ^^E r tufen hinab, so baß sie mit dem Kopf heftig ..^ll-auö ds Erde aufschlug. Em Halswirbelbruch setzte 1 eoyrtiet3i; t=eben der bedauernswerten Frau em Ende. ^4 Gunteriiem Geläut der Lehrbacher Glocken fand für ^tabe^ie, im 64. Lebensjahr verstorbene Frau tm Fa- ^verwchtni Preise eine Gedenkfeier statt. lQl *n.ebi; CanöftPie Dietzen ’ar 19nb Z r o ß e n - B u s e ck , 21. Juli Am oergange- ben über'Kew Sonntag fand in Großen-Buseck bet Gerlach i Liebeim Besprechung der Amtstrager des Reichsluft- rben tiWflnbe5 Ortsgruppe Busecker- und Lurrüatal Serirnn Jtaid- Gemeinde-, Untergruppenfuhrer und Block- b bie Suade mar en erschienen. Besonders wurden Fragen Qeiitn* t>eiü $TbunteIung und der Schulung behandelt. Der b ben öoriisguppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) for= W alle Amtsträger auf, sich tn Anbetracht der aXL1®Weit des Luftschutzes voll ihren Aufgaben zu [bften93öWn. Der Kreis derer, die gewonnen werden, immer größer. Aber nicht mit der bloßen ^NW-dschaft sei es getan, sondern der Luftschutz roBrtcii: beharrliche und unermüdliche Mitarbeit M kiä>olll-r Iolksgenossen. Wer einmal an einem Kursus M,'be-t ^ichsluftschutzbundes teilgenommen habe, fei Donnerst in erriger Vertreter des Luftschutzgebankens. Des- ßrönlehaifr fihre die Ortsgruppe in allen Gemeinde- und P r i e st e Umist: ruppen Kurse durch. Nur während der Ernte- ber fid) f.nbe eine Unterbrechung statt. Im besonderen sehr gEolütei alle Luftschutzhauswarte geschult werden, segensreichllüße den beiden angeführten Themen wurden 9laä) Htoch ine Reihe organisatorischer Fragen erörtert, e er fid) do- iang-Göns, 22. Juli. Am heutigen Mltt- ibien an 'ann unsere Mitbürgerin, Frau Anna Mul- Deine $rimii e nr Sme., geb. Hofmann, Amthausstraße, bei vol- crkircheseini;erskcpsrlicher und geistiger Frische ihren 85. Ge° n bei Mm) r.r>°s t a g feiern. Frau Müller ist die älteste iqkeit übte i^iimlhnerin von Lang-Göns. Der älteste Mll- ^fanabmiir.’üirgi ist Heinrich Kiefer, der im Februar Jem ms. hiernaMDuensjahr vollendete. re 1918 na6 Kreis Bübingen verbunden fein. Kreishandwerksmeifter Stühler gab zur Kenntnis, daß sich das Handwerk nach heften Kräften an der Braunen Messe beteiligen werde. In wel- ßSÄÄS I Sonder,chau ® er n en- Handwerkszweige Rücksprache gepflogen werden zeitliche Werkstoff manches Sehens- und I Wissenswertes bringen. 5 idda, 21. Juli. Als neuer Gewerbezweig in dc wird in den nächsten Tagen eine Dia- vuutHi“,,-int d) I e t f e r e i den Betrieb aufnehmen. MlpM birn Unternehmen, das zahlreichen Volksgenos- fich auf eineretiii Arbeit und Brot bieten wird, sollen auch junge ,iS) unb Mdlle aus anderen Berufen nach einer "" >r EinlieserunzMulung Arbeit finden können. Preußen. Gutes Ergebnis der Marburger Festspiele ch? 1934 zum Teil erheblicher finanzieller Zu- iifs der Stadtverwaltung — allein im ihre 1928 betrug der Zuschuß 34000 — bedurften, stellte man im Jahre 1935 $)otel Organisation der Spiele mit dem Ergebnis um, «ar noch 09j U fle ohne Fehlbetrag abschlosfen. Die t wohin. I^stichszifsern der nunmehr verflossenen Spielzeit s, als was M^^M |0 erfreulich, daß als Gesamtergebnis für eränb”'5hDi Jahr 1936 wiederum ein ausgeglichener stehend. - octt feftgefteöt werden konnte. Französische (Studenten uf» ?«' aus einer Oeutschlandfahrt. |s;D. Franksurt a. M., 21. Juli. Auf einer Köhnen chlandreise traf am Dienstag eine Gruppe ,AQen. ^onf im zösischer Studenten und Studen- Me FE^tiiin e n in Frankfurt ein, wo sie von Vertretern nekoMlN^ Äkademischen Auslandstelle empfangen und be- ieit ^°9en £ 1 Mi wurde. Die französischen Studenten werden vellEDonnerstag in Frankfurt bleiben, hier d^ erkrank I' § ßhmswürdiqkeiten besichtigen, und dann nach sLI ch,-h°«"" 1 itr D" jiiiioeiuuiiuciui Lchflee- $ Ud ihrer Gehilfin die Kleinen nicht bloß behütet, Vto > l^rn auch noch Leib und Seele innerlich und 6 ö fetrlid) ihren Jahren gemäß beweglich 1 ' p zielbewußt ertüchtigt werden. Durch Mckwir- lag W k!, des Posaunenchors und gemeinsame Gesänge da- Fest belebt. Zum Schluß^rhielt-N^die SÄ ^iohe Besucherzahl — kein Zuschuß mehr. Murburg, 21. Juli. (LPD.) Die Marburger s^nMMI-'iele haben ihr zehntes Spieljahr nut aus- hlN V7kMWchnetem Erfolg beendet Wiederum erfreuten och Den «W Rufende — nicht nur aus dem Hessenlande, . ^„ffllrbin aus allen deutschen Gauen — an den Aus- l.r9en0E HnSr naen von Sbakefveares „Stur nur e ausfindig? , ? nicht in 91 WrvS- V Alltagsleben. 'Während die Festspiele bis zum den Mund m ; ^g34 Xeil erheblicher finanzieller Zu- iBretzenhiii 7)^1660, 21.Juli. In körperlicher Rüstigkeit sm 8 s dem hiesigen Sattlermeister Friedrich Uhl - 4)iarrer ö;iin$ i^gangenen Sonntag vergönnt, das 8 0. Le - D!C' cm: i^r zu vollenden. Da er unmittelbar nach x £ai?-ei«ei Militärzeit von 1878 bis 1881 der hiesigen d)en M?.IMcg[rfamerab|d)aft ^5 aktives Mitglied bis heute 'eut als jieue bewahrt hat, so wurden ihm durch Kame- abach, M-aMiiftsführer Helfrich die besten Glückwünsche irchliche K"iegerkameradschaft und des Reichskriegerbun- irstag in bi:>ej y. ermittelt und ein Hindenburgbild als äußeres ab" in MmjrLchm der Anerkennnung ausgehändigt. Seinen eier am k°7.ß, aschaftssinn brachte er durch feine 34jährige Men WZrjtzeÄrigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr, sowie eine »ahrzehntelange Mitgliedschaft zum Turn- und s^mMbM-NZverein zum Ausdruck. crui,y|uu1, q ihhn. 21. Juli. Als neuer Gewerbezweig in ^Dre wie- Ga^, Wasser Elektrizität, Elektro-Gasgerate ftder der als eine V e r k a uf s s ch a u organisiert, sie soll Art, Herde, Koch-, Backofen, Raucherschranke, Kon- *- .M M iiu W Utz! MM NK Deutsche Olympia-Mannfchasten Das Aufgett>t der Schwimmer. Krug (Berlin). Erich Georg bringt er seinen eigenen Körper in Unordnung und Arendt (Berlin), Maria Magdalena (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Im 19. Jahrhundert, in dem wir glaubten, willkürlich und hemmungslos mit den Kräften der Natur schalten und walten zu dürfen, wollte es die Schicksalsironie, daß wir zu Sklaven der Technik wurden. Heute stehen wir am Eingang einer Zeit, in der ein neues Lebensgefühl sich wieder eingeordnet erkennt in die großen Mächte von Natur, Volk, Heimat, Landschaft. Nur diesem neuen Lebensgefühl und den schöpferischen Kräften, die hier in Bewegung gesetzt werden, kann es gelingen, auch die Frage der Technik, die Schicksalsfrage der Zukunft, zu lösen. Es gibt Gebiete, auf denen die wechselseitige Durchdringung von Natur und Technik sichtbaren Ausdruck erfährt, ihre Linien für viele Jahrhunderte in die Landschaft eingräbt und Naturnähe oder -ferne eines Zeitalters sich noch von den kommenden Geschlechtern ablesen läßt wie von einer Fieberkurve. Dazu gehört vor allen Dingen und von jeher der S t r a ß e n b a u. Die neuen Reichs- auto st raßen sind der vielleicht großartigste „Es entsprach der nur-technischen Auffassung vom Wesen neuzeitlicher Verkehrswege des letzten Jahrzehnts, daß die ersten Kraftfahrbahnen mit langen Geraden und mit Kurven von möglichst großem Halbmesser geplant wurden. Das vermeintliche Verkehrsbedürfnis sollte die Linienführung bestimmen, nicht die Landschaft. Schon der erste Versuch, Ausdruck einer Technik, die sich wieder in Dienst genommen weiß von ordnenden Mächten. Die Ausführungen, die der Leiter der landschaftlichen Gestaltung der Reichsautobahnen, der Architekt und Gartengestalter Alwin Seifert in den „Süddeutschen Monatsheften" zu dem Thema „Natur, Technik und der deutsche Straßenbau" macht und denen wir die folgenden wichtigen Abschnitte entnehmen, beleuchten das neue Lebensbewußtsein und den neuen Kulturwillen, die hier am Werke sind. Scheiben-Pistole: Dr. Wehner-Wiesbaden, Krempel-Suhl, Erich Martin-Bonn. Schnellfeuer-Pistole: Heinz Hax-Berlin, Dern-Berlin, Cornelius van Oyen-Berlin. Frauen: 100 - Meter - Freistil: Gisela Ingeborg Schmitz (Berlin), Lohmar (Bonn). Gegenwärtig wird an der Diehoersteigerungs- halle (an der Margarethenhütte) mit großem Eifer weitergebaut. Die Balkenkonstruktion der Halle wird ausgemauert. Auch der Innenausbau, besonders der Tribünen, wird vorbereitet. messern je nach der Bodengestaltung jedes Landschaftsraums so weit herunterzugehen, wie es die Geschwindigkeiten erlauben, für welche die Straßen gebaut werden, hat gezeigt, daß das Naturnähere immer das technisch Vollkommenere und, auf die Dauer gesehen, auch das einzicfWirtschaft- l i ch e ist. Denn je mehr ein Verkehrsweg sich einschmiegt in die gegebenen Bodenformen, um so geringer werden die technischen Eingriffe in sie, um so leichter die Einschnitte, um so niedriger die Dämme, um so geringer also die Erdbewegungen und um so billiger die Straße. Und je weniger die Landschaft durch Dämme und Einschnitte zerfurcht ist, um so schöner bleibt sie und um so enger ist die Straße mit ihr verbunden — und mit der Straße auch der, der auf ihr fährt. Er erlebt die Landschaft mit, er hat Teil an ihrem Rhythmus, wenn er ihre Schwingungen ausfährt. Das gemeinsame Kennzeichen alles Lebendigen ist Rhythmus, ist Schwingen von einem Pol zum anderen. So kann nur die schwingende Straße lebendig sein und lebensnah. Es gibt in der belebten Natur keine Gerade, und kein Lebewesen kann sich geradlinig fortbewegen. Die Gerade stammt nicht von der Erde, sondern aus dem Weltall; wo wir alte Straßen in langen Geraden haben, da sind sie angelegt auf den Schaulinien jener uralten kultischen Ortung, mit der einst Mitteleuropa überzogen war. Auch die Gerade gehört zu den gestern noch absoluten Werten, die heute nur noch so bedingte Geltung haben. Die Gerade ist nicht die kürzeste Verbindung zweier Orte; sie ist zu stark belastet mit der Gefahr, daß man auf ihr gar nicht ankommt, weil man unterwegs verunglückt. Die vollkommen kreuzungsfreie lange gerade Schnellverkehrsstraße ist schon deswegen gefährlich, weil sie langweilig ist. Alle Gefahrenpunkte der alten Straßen, die Ortsdurchfahrten, scharfen Krümmungen und Kreuzungen mit anderen Verkehrswegen waren gleichzeitig Punkte der Anregung für den Fahrer. Mit dem Wegfall dieser Gefahren entstand die neue der raschen Ermüdung. In Amerika war man schon gezwungen, zu lange Gerade durch späte künstlich eingebaute Krümmungen zu unterbrechen. Alles Willkürliche aber ist auch falsch. Ort und Maß der Krümmung muß aus der Natur abgeleitet sein, damit das Gebaute eines Geistes ist mit dem Gewachsenen. Nicht eine geschlängelte Straße ist richtig, sondern eine mit der Landschaft schwingende. Und diese Schwingung ist anders in Holstein als in Hessen, anders in Thüringen als in Württemberg. Mögen es nur wenige Minuten sein, in denen der Fahrer eine sechs oder zehn Kilometer lange Gerade durcheilt, er will sie doch so rasch wie möglich hinter sich bringen, spannt sich an und seinen Motor und vergißt zu atmen; damit aber bürg), Jos. Hauser (München), Alfred K i e n z l e (Stuttgart), Helmut S ch w e n n (Hannover), Fritz Stolte (Hannover), Heinrich Eifrige Arbeit an der Zuchtviehversteigerungshalle Gießen "1X100 - Meter - Staffel: Gisela Arendt, Jnge- borg Schmitz, Ruth Halbsguth, Ursula Pollack (alle Berlin), Maria M. Lohmar (Bonn), Ursula Groth (Breslau). 200 - Meter - Brust: Martha Genenger (Krefeld), Hanni H ö l z n e r (Plauen), Trude W o lisch l ä g e r (Duisburg). 100-Meter-Rücken: Christel Rupke (Ohligs), Anni S t o I t e (Düsseldorf) Kunstspringen Olga Jentsch-Jordan, Gerda Daum erlang, Suse Heinze (alle Berlin). Turmspringen: Anneliese Kapp, Aenne Eh- scheid (beide Frankfurt a. M.), Käthe Köhler (Hamburg). Deutschlands Olympia-Handballspieler Für das Olympische Handballturnier sind von Deutschland folgende 22 Spieler gemeldet worden: T o r l e u t e : Heinrich Keimig, Darmstadt; Heinz Körvers, Minden; Karl Kreutzberg, Aachen. Verteidiger: Willy Bandholz, Neumünster (Holstein); Arthur Knautz, Minden; Wilhelm Müller, Mannheim-Waldhof. Läufer: Wilhelm Brinkmann, Düsseldorf; Gg. Dascher, Darmstadt; Kurt Dossin, Leipzig; Hermann Hansen, Schleisheim bei München; Hans Keiter, Mülheim (Ruhr); Rudolf Stahl, Darmstadt. Stürmer: Wilhelm Baumann, Berlin; Helmut!) Berthold, Leipzig; Helmuth Braselmann, Burg bei Magdeburg; Fritz Fromm, Berlin; Erich Herrmann, Berlin; Alfred Klingler, Magdeburg; Günther Orthmann, Breslau; Edgar Reinhardt, Mülheim (Ruhr); Fritz Spengler, Mannheim-Waldhof; Hans Theilig, Hamburg. Oie deutschen Schützen für Olympia. Für die Olympischen Schieß-Wettbewerbe wurde folgende deutsche Mannschaft gemeldet: Kleinkaliber: Schulz-Berlin, Hoffmann-Berlin, Hotopf-Essen. Nach den zum Teil sehr guten Leistungen, die unsere Schwimmer und Schwimmerinnen am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften zeigten, konnte man auf die Zusammenstellung der deutschen Olympia-Mannschaft besonders gespannt sein. 19 Schwimmer, 17 Schwimmerinnen und 11 Wasserballer sind es, die das Vertrauen des Reichssportführers fanden. In den Einzel-Wettbewerben sind durchweg die drei Ersten der Meisterschaften gewählt worden. Lediglich im Kunstspringen der Männer und über 100-Meter-Rücken bei den Frauen starten nur je zwei deutsche Teilnehmer. Als einzige Konkurrenz ist das 400 - Meter - Freistilschwimmen der Frauen ohne deutsche Besetzung geblieben. Die Olympia-Mannschaft umfaßt folgende Aktiven: Männer: 100-Meter-Freistil: Helmut Fischer, Hermann Heibel (beide Bremen); Heiko Schwartz (Magdeburg). 100-Meter-Freistil: Hans Freese (Bremen), Heinz Arendt (Berlin), Otto Przywara (Hindenburg). 1500 - Meter - Freistil: Hans Freese, Heinz Arendt, Otto Przywara. 200 - Meter - Brust: Joachim Balke (Dortmund), ErwinSietas (Hamburg), ArthurHeina (Gladbeck). 100-Meter-Rücken: Hans Schulz (Wünsdorf), Heinz Schlauch (Wünsdorf), Erwin Simon (Gladbeck). 4 X 200 - Meter - Staffel: Werner Plath (Berlin), Helmut Fischer (Bremen), Gerh. N ü s k e (Stettin), Hermann Heibel (Bremen), Heiko Schwartz (Magdeburg), Wolfgang Heimlich (Reichenbach). Kunstspringen: Erhärt Weiß (Dresden), Leo Esser (Wünsdorf). Turmspringen: Erhärt Weiß (Dresden), Herm. Stork (Frankfurt a. M.), Siegfried V i e b a h n (Berlin). Wasserball: Paul Klingenburg (Duisburg), Bernhard Baier (Hannover), Dr. Gustav S ch ü r - g e r (Nürnberg), Fritz G u n st (Hannover), Hans Schulze (Magdeburg), Hans Schneider (Duis- diese Straßen naturnäher zu machen, ........ ... ------------ sie den Landschaftsformen einzufügen, mit der wird durch lächerlich kleine äußere Veranlassungen Länge der Geraden und den Krümmungshalb- aus der Bahn geworfen. Auf wirklich Verkehrs- Die Reichsaiiiostraßen in der deutschen Landschaft Wechselseitige Durchdringung von Natur und Technik. sicheren, also technisch richtigen Straßen darf be Fahrer nicht immer nur Beton und Fahrzeuge in Blickfeld haben, sondern ständig Wechselndes. L: aber die neue Straße allen Siedlungen aus dm Wege geht — auch an den Reichs- und Landstraße; muß man immer mehr Ortumgehungsstraßei bauen — so kann dies ewig Wechselnde nur Land schäft sein. Also ist schon um der technischen Vev kehrssicherheit willen an der Straße von morget die Landschaft alles. * Zwanglos soll man überall die Straße verlasse» und in einer nicht technisch zerschnittenen Nab' Ra st und Freude finden können. An der neu eröffneten Kraftfahrbahn Berlin—Joachimsthol stehen Sonntags mehr Wagen am Rand der Straßr als auf ihr fahren. Die Autobahn, im ersten danken ein Schrecken jedem Naturfreund, hat siS erwiesen als kürzerer Weg zu echter Natur als jede alte Reichs- oder Landstraße, die ja besonders am Rande der Großstädte auf Stunde;»- weite hinaus Mit mehr oder minder häßlichem Gebauten aller Art eingerandet ist. Der Erhaltung und Wiederherstellung echte» Natur dient auch alle Bepflanzung öei neuen Straßen. Nach den Straßenbauten vor fünf und zehn Jahren zu schließen, schien der,Techniker ebenso baumfeindlich zu sein wie mancherorts der Landwirt. Eine Straße aber muß Bäume haben, wenn anders sie eine deutsche Straße feim soll. Denn zu allem, was deutschem Wesen nahesteht, gehört Baum und Busch. Der Baum gehört zum Haus und zum Hof, zum Friedhof und zum Wirtgarten, die Linde gehört zur Kirche und zuir» Dorfplatz, der Holunder an den Zaun und an dis Wand des Stadels. Wo immer deutsche Landschast noch echt ist und noch nicht von materialistischen» Eigennutz zur Kultursteppe verödet, da ist sie in einer unvergleichlichen Vielfalt durchzogen doi» Wäldern und Gehölzen, von Feldrainen und Ufergebüsch, von Markbäumen und Grenzhecken. Uni» was an Gebautem nicht herausfallen will aus dieser Harmonie des Gewachsenen, sei es Siedlung, sei es Verkehrsweg, das muß teilhaben an ihr. Und wie in Formen und Schwingung jeder Raum etwas Besonderes ist, so ist noch viel enger die Bewachsung mit Baum und Busch nach Art, Krall: und Vergesellschaftung abgestimmt auf Boden unb Klima jedes kleinsten Gebietes. Dieses Typische jeder Landschaft her- auszuarbeiten ist oberstes Gesetz alles Gestaltungswillens in der Bepflanzung der neuen Straßen. Der Landschaftsanwalt, dem diese Aufgabe übertragen ist, muß alle eigene Absicht als Willkür ausschalten und demselben Gesetz sich einfügen, das in vieltausendjährigem Wachsen das Gesicht der Landschaft geschaffen hat. Nichts Fremdes darf er hereinnehmen, aber nichts Bodenständiges darf fehlen ..." C. K. u.Flugzeugbau Fahrpreis Mk. 4.80 einschließlich Mittagessen. 4568A Hapa^-Reisebüro Gießen 4595A 500 g Weizen-Auszug-Mehl, Type 405... 500 g Weizen-Mehl, Type 563 500 g Neue Kartoffeln 5 kg 65 Neue deutsche Fettheringe 3 st. 20 33 125 g Dr. Koch verreist bis 16. August Himbeer-Sirup, gar. rein 7. Fl. 900 g 1.65 4589A 4594 D SClÄFiiUM ..und zum Bauen 42 38 38 25 23 20 45 34 Reise-Uhren Sport-Uhren Elektrotechnik Masch.., Auto- Fllegerlager Lehrfabrik f. Praktikanten Flock- und Zervelatwurst, Hoist... 125 g Schweizerkäse, vollfett, 45% Fett lt., 125 g lautet für den Photofreund: »Lehrling ist jedermann!« Lernen kann selbst der mit allen Wassern gewaschene Meister-Photograph täglich Neues. Ich unterrichte meine Freunde immer über die Neuheiten,gebe Anregungen zeige Tricks und helfe Fehl- aufnahmen vermeiden Ein neues Fahrrad Emmenthaler o. Rinde Vollfett-Käse, 45% Fett i.T.... 500 g 500g 500 g Kristallzucker, extra grob Kristallzucker, grob.... Gemahlener Zucker. Weizen-Auszug-Mehl Type 405, mit 10% Ausland-Weizen tieschättsdrucksactien Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 ... und nächsten Sonntag zur Hillersbadis geschlossen vom 22. Juli bis 10. 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Das ist der Grund für die Formtreue meiner Fertigkleidung mit dem immer guten Aussehen. Das muß man sich merken! Wichtige Neuerscheinung! NkWWnMlMuMiMI nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. 1 Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Pros, der Rechte und Referent int Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er- ganzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Auf« Klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur über« Haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Na« »urfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier« und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Verein«, Naturalien- und Her« barien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, PräpW ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, SchmuckreB sig-Verkäufer, Kranzbindereien und die mit der Uber« rvachung der Märkte beauftragten Beamten, Feld« Hüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. No MMitt verlas, M-MierM Inanen-4“ AlMMSlZ abzugeb. Bestell. erb.wirv.Postk. DampMgewerk Lollar B.NuhnA.6.,Lollar MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und gelesen. Deutscher Wermutwein.... Literfi. o.gi. 85 Deutscher Wermut, weiß.....7t fi. o.gi. 1.10 Apfelwein.......................Literfl. o.gi. 38