Nr. 118 Erstes Blatt 186. Jahrgang Zreitag, 22. Mai 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bteßener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttatsvuch- und Steinöruderd R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wahlfeldzug in USA. Von unserem E.A.H -Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Neuyork, Mai 1936. Beinahe jeden Tag finden jetzt in irgendeinem Staat der Union sogenannte U r w a h l e n statt, republikanische oder demokratische, auf denen die Abgeordneten zu den Nationalkonoenten in Cleve- land und Philidelphia gewählt werden. Diese Wahlen sind nichts anderes als Vorpostengefechte der großen Wahlschlacht, die offiziell erst beginnt, wenn die Kandidaten beider Parteien aufgestellt sind. Präsident Roosevelt hat bereits angekündigt, daß er seine Wiederaufstellung als Präsidentschaftskandidat annehmen wird. In der Nacht vom 27. Juni soll sie auf dem Franklin Field bei Philadelphia, der berühmten Sport-Arena der Universität von Pennsylvanien, offiziell erfolgen. Bundespostmeister James A. F a r l e y , Leiter des demokratischen Wahlfeldzuges und einer der gewandtesten Drahtzieher der amerikanischen politischen Bühne, wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, aus der Ernennung eine eindrucksvolle Riesendemonstration zu machen. Bei den Republikanern liegen die Dinge nicht ganz so einfach. Nach den Urwahlen in Massachusetts und einigen Staaten des Mittelwestens zu schließen, scheint sich Gouverneur Alfred M. Landon von Kansas langsam aber sicher als republikanischer Kandidat an die Spitze zu stellen. Kenner des reichlich komplizierten Wahlapparates sagen voraus, daß Landon auf dem Nationalkon- vent der Republikaner in Cleveland bei der zweiten, spätestens aber dritten Abstimmung die notwendige Mehrheit erhalten wird. In Massachusetts erhielt er fünfmal mehr Stimmzettel als alle seine republikanischen Kollegen zusammen. In diesem Neuengland-Staat unterlag Roosevelt gegen die Republikaner. Dagegen schlug der Präsident in Pennsylvanien seinen republikanischen Gegenkandidaten, Senator Borah, im Verhältnis 9:5. Roosevelts Niederlage in Neuengland und sein Wahlsieg im dichtbevölkerten Industriestaat Pennsylvanien lassen gewisse Schlüsse zu. Die N e u e n g - landstaaten galten von jeher als konservativ. Die Arbeitslosigkeit war hier verhältnismäßig am niedrigsten, weil sich Industrie und Landwirtschaft — ähnlich wie etwa in Württemberg — in beinahe idealer Weise ausgleichen. In diesem Landesteil mit seinen wohlhabenden Farmern und seinem ausgedehnten Fremdenverkehr ist ein großer Teil der Bevölkerung dem Rooseveltschen New Deal nicht gewogen. Dagegen konnte die demokratische Parteimaschine in Pennsylvanien viel besser Fuß fassen. Nicht nur, daß die Gewerkschaften Roosevelts Kandidatur unterstützen, daß dem Arbeiter gepredigt wird: „Wir, die Demokraten, sorgen für den kleinen Mann auf der Straße, wir brachten euch den neuen Kurs, die reichen republikanischen Industriekapitäne würden euch verhungern lassen", sondern Farley hat auch dafür gesorgt, daß die riesigen von der Bundesregierung ausbezahlten Unterstützungsgelder politische Früchte tragen. Zahlreiche Fälle sind bekannt, wo Gemeinden plötzlich Unterstützungsgelder entzogen wurden, wenn der Bürgermeister sich weigerte, Anweisungen der demokratischen Parteimaschine zu befolgen, d. h. freiwerdende Amtsstellen mit Demokraten zu besetzen. Dieser Stimmenkauf ist ein offenes Geheimnis. Er und die Feindschaft von Schwerindustrie und Hochfinanz gegen Roosevelts Gewerkschafts- bzw. Währungspolitik haben dazu geführt, daß sich die Anhängerschaft beider Parteien immer mehr nach Gesellschafts - undVer- mögensklassen verschiebt. Auf demokratischer Seite finden wir den notleidenden Farmer, dem Roosevelt durch die Farmhypotheken-Gesellschaften, durch die Landwirtschaftliche Ausgleichsbehörde und neuerdings durch sein Bodenerhaltungs-Programm geholfen hat, die Arbeiter, denen er soziale Fürsorge und Schutz gegen Ausbeutung brachte, und den Mittel- st a n d ; auf republikanischer Seite beinahe alle wohlhabenderen Bevölkerungsschichten, kleine und große Aktionäre, Grundbesitzer usw. Ihre Aussichten, im Herbst einen Republikaner ins Weiße Haus zu wählen, werden, falls nicht unvorhergesehene Entwicklungen eintreten, als sehr gering angesehen, und zwar hauptsächlich aus zwei Gründen. Sie sind erstens inder Minderheit. Jeder vierte bis fünfte Bürger der Vereinigten Staaten lebt auf Staatskosten, d. h. er bezieht entweder Unterstützung oder nimmt irgendeinen Posten oder Pöstchen in dem riesigen Beamtenapparat ein, den Roosevelt in den vier Jahren seiner Regierung auf die Beine gestellt hat. Zweitens haben sie dem neuen Kurs kein zugkräftiges, positives Programm entgsgenzusetzen. Roosevelt ist fortschrittlich, er kann auf viele, wenn auch teuer erkaufte Erfolge Hinweisen. Sie sind gegen den neuen Kurs, gegen die Verschwendung von Staatsgeldern, gegen alle gewagten Experimente, gegen die hohen Steuerlasten. Sie sind zwar für die Ausgleichung des Staatshaushalts, für Währungsstabilisierung, aber damit lassen sich keine Stimmen einfangen. Sie versuchen der Wählerschaft umsonst einzureden, daß die Depression schon vorüber sein könnte, daß die Zahl der Arbeitslosen viel niedriger wäre, hätte die Regierung der Privatindustrie die Initiative über- lassen, anstatt ihr andauernd Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Der Farmer und der Arbeiter wird ihnen nicht glauben, denn die Zeit war gegen fie. Die Erinnerung an den Zustand, in dem Roosevelt das Land bei Antritt seiner Regierung fand, an das untätige Zusehen Hoovers, ist noch allzu frisch: der Verdacht, daß sie nur aus Selbstsucht reden, daß sie bei nächster Gelegenheit doch nur in oje Hände der Morgan, Mellon, Rockeseller und Dupont arbeiten werden, zu groß. Italienisch-englische Fühlungnahme. Besuch Grandis im Foreign Office. — Ltm die britische Gesandtschastswache in Addis Abeba. Kraftbeweis, man könne daher nur nach und n a ch zu rein politischen Methoden Übergehen. Dies sei auch im Interesse der zahlreichen in Abessinien lebenden Ausländer, deren Sicherheit um jeden Preis gewährleistet werden müsse. Die Bildung einer Eingeborenen-Polizei und eines (Eingeborenem Korps sei daher verfrüht. In italienischen Kreisen ist niemals bestritten worden, daß mit der Besetzung der Hauptstadt d i e Arbeit noch keineswegs abgeschlossen sei und der schwierigere Teil der kolonialen Aufgabe erst jetzt beginne. Man ist sich durchaus darüber im klaren, daß die Durchdringung des Landes hier und da Kleinkriegsmethoden aufflackern lassen können, um so mehr als im einstigen Reich des Negus Stämme und Häuptlinge leben, die niemals irgendeine Oberhoheit anerkannt haben. Flieger, die .täglich Streifen in die nähere und weitere Umgebung von Addis Abeba unternehmen, versichern, von abessinischen Truppenansammlungen nichts fest- gestellt zu haben. Zersprengte Trupps, die irgendwo im Gelände ausgemacht werden konnten, wurden sofort ausgehoben. Dank eines vorzüglich arbeitenden Erkundungsdienstes ist man über die Stimmung selbst entfernter Provinzen unterrichtet. Der Dokumentenfälscher. London, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Blätter veröffentlichen Enthüllungen über den geheimnisvollen „Oberst" Lopez, der der italienischen Regierung gefälschte Dokumente in die Hand gespielt hatte, aus denen hervorgehen sollte, daß britische Firmen Dumdum-Geschosse an Abessinien geliefert hätten. Lopez wurde vom Geheimdienst des Kriegsministeriums vernommen. Er teilte mit, daß er Variets-Zauber» k ü n st l e r sei und sich für eine neue Nummer vorbereite. „Daily Telegraph" meldet, daß Lopez mit seinem richtigen Namen Hemey Lawrence B e r n st e i n heiße und 1872 in Melbourne (Australien) geboren sei. Während des Krieges und nach- her soll er in verschiedenen Ländern, u. a. in Rußland und Bolivien, eine dunkle Rolle als Dokumentenfälscher und Agent Provocateur gespielt haben, wobei er verschiedene Namen geführt habe. Die Zukunst des Kabinetts Baldwin. London, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Gerücht, daß der Kolonialminister Thomas beabsichtige, dem Ministerpräsident seinen Rücktritt einzureichen, wird heute von der „Daily Mail" in großer Ausmachung wiederholt. Das Blatt schreibt, daß die Aerzte dem Kolonialminister eine längere Erholung geraten hätten. Don seinen Freunden werde gesagt, daß er die Nationalregierung nicht in Verlegenheit bringen wolle. In unterrichteten Kreisen glaubt man nach wie vor, daß während der Pfingstfeiertage ein oder zwei Postenwechsel im Kabinett vorgenommen würden. Baldwin beabsichtigte den früheren Außenminister Sir Samuel Hoare wieder in die Regierung zu nehmen. Der Marineminister Lord M 0 n s e l l wolle schon seit längerer Zeit in den Ruhestand treten. Eine größere Regierungsumbildung dürfe jedoch nach Ansicht gut unterrichteter Kreise kaum in Frage kommen. Baldwin war Donnerstag abend Ehrengast auf dem Festessen des konservativen Abgeordneten- Ausschusses, in dem die sogen. Back-Benchers (die auf den hinteren Bänken des Parlaments sitzenden) radikalen Konservativen, zu denen u. a. auch Sir Austen Chamberlain und Churchill zählen, zusammengefaßt sind. Baldwin nahm in keiner Weise auf die Angriffe Bezug, die in letzter Zeit aus diesem Kreise gegen die Regierung gerichtet worden waren. Er gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß der Koalitions- d) ar alter der Regierung beibehalten werden müsse. Die Konservativen müßten sich ferner bewußt sein, daß trotz ihrer großen Mehrheit die Kraft und Leistungsfähigkeit des Kabinetts durch ihre Loyalität aufrechterhalten werden könne. Es fei unvermeidlich, daß die Demokratien auf Schwierigkeiten stoßen, wenn sie es mit totalen Staaten aufnehme. Die größte Friedenssicherung in Europa und der Welt sei ein st a r k e 5 England. In den Morgenblättern wird betont, daß Baldwins Rede mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Die, Veranstaltung habe Baldwins Ansehen wieder befestigt. In den Wandelgängen des Parlaments fei man der Ansicht, daß Baldwin zur Zeit fester als je im Sattel sitze. Die britische Reichsverteidigung. London, 21. Mai. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Verteidigungsminister I n s k i n, der Verteidigungsplan der Regierung sehe zunächst einmal die Ausfüllung der Lücken in der Munitionsversorgung vor, die durch die Vernachlässigung in den letzte^ vier bis fünf Jahren entstanden seien. Man müsse die Produktion so vergrößern, daß sie innerhalb 24 Stunden verdoppelt und verdreifacht werden könne. Man habe über 400 Firmen auf ihre Eignung für Fabrikation von Kriegsmaterial geprüft und 500 weitere vorläufig geprüft. Er hoffe, in einigen Tagen die Aufträge für die erforderlichen Maschinenanlagen vergeben zu können. Jnskin behandelte darauf die L u f t a u f rüst u n g , die verdreifacht werden solle. Man habe 1500 Piloten in einem Jahre eingestellt, habe die Zahl der Fliegerschulen vermehrt und die Zahl der Flugzeuge vergrößert: ferner habe man die Moto- renfirmen aufgefordert, ihre Anlagen auf Kosten der Regierung zu vergrößern. Der Dppofitionsliberale Sinclair verlangte Aufklärung üb"r die Pläne für die Organisierung der Armee. Man könne unmöglich glauben, daß die Armee, die den britischen Verhältnissen entspreche, ohne allgemeine Wehrpflicht aufrechterhalten werden könne. Die Liberalen seien bereit, die Regierung bei jeder Vergrößerung der Rüstungen, die wichtig sei, zu unterstützen. Die' beste Form der nationalen Verteidigung bestehe jedoch in einer Politik, die am Völkerbunde festhalte. Der Führer der Arbeiteropposition A11 l e e erklärte, die Pläne der Negierung seien von keiner einheitlichen Idee geleitet. Die Arbeiteropposition werde sich gegen die Regierung aussprechen, nicht weil sie gegen eine ausreichende Versorgung mit Verteidigungsmitteln sei, sondern weil die Ünauf« richtigkeit der Regierung in der Frage der kollektiven Sicherheit ebenso groß wie ihre Außenpolitik unzureichend sei. Winston Churchill erklärte, es sei keine Rede davon, daß die internationale Lage sich bessern würde. Die Wiederaufrüstung nehme in ungeheurem Umfange zu. Die Verzögerung der Schaffung des Munitionsministeriums sei nicht zu rechtfertigen. Wenn Großbritannien stark genug gewesen wäre, würde es die Ereignisse gemeistert haben, die sich in der Welt abgespielt hätten. Der Abgeordnete Mander (Oppositionsliberal) verlangte, daß die Regierung militärische Sanktionen ergreifen solle. Der einzige Weg, um die Anwendung der Waffen zu verhindern, sei der, daß man erkläre, daß man von ihnen im Rahmen der kollektiven Sicherheit Gebrauch machen London, 22. 2Rai. (DM. Funkspruch.) Der gestrige Besuch des Londoner italienischen Botschafters Grand! In Foreign Office hat in politischen Kreisen große Beachtung gefunden, da es sich um die e r st e Fühlungnahme zwischen Grandi und dem britischen Auswärtigen Amt seit der Besetzung von Addis Abeba handelt. Der italienische Botschafter wurde von Staatssekretär V a n s i t k a r t empfangen. Grandi hat aber anscheinend keinen Schritt bei der britischen Regierung unternommen, um eine Regelung der abessinischen Frage herbeizuführen, jedoch die bereits von 2Huf- solini abgegebene Erklärung wiederholt, daß Italien keine aggressiven Absichten gegen irgendwelche britischen Interessen habe. Ohne Zweifel hat jedoch zwischen Grandi und Van- sittart eine allgemeine Besprechung der abessinischen Lage stattgefunden. 2Nan nimmt au, daß in der Unterredung auch der italienische Vorschlag zur Sprache gebracht worden sei, daß England die zur Verstärkung der britischen Gesandtschaftswache in Addis Abeba entsandte indische Kompanie zurückziehen soll, hierzu verlautet, daß die englische Regierung gegenwärtig die Zurückziehung dieser Gruppe ab t et) ne. Besprechungen haben mit der französischen Regierung stattgefunden, und man rechnet damit, daß auch die französische Regierung bis auf weiteres ihre Truppen in Diredaua zurückhatten wird, Rian sei sich durchaus bewußt, daß die Verstärkung der Gesandschaftswache nur eine zeitweilige Maßnahme sei. Man glaube jedoch, daß zur Zeit noch nicht gesagt werden könne, ob jede Gefahr neuer Unruhen vorüber sei. ♦ Die konservative „Morning Post" berichtet von neuen Plänen für eine Beilegung der Streitigkeiten zwischen Italien und dem Völkerbund. Alle drei Regierungen seien bemüht, der gegenwärtigen schwierigen Lage ein Ende zu machen. Angesichts des Regierungswechsels in Frankreich und des zögernden Verhaltens der britischen Regierung sei allerdings nicht damit zu rechnen, daß vor der Ratssitzung im Juni große Fortschritte erzielt würden. In diesem Falle würde sich der Völkerbundsrat erneut bis zum Herbst vertagen unter der Voraussetzung, daß in der Zwischenzeit Verhandlungen mit Italien stattfänden mit dem Ziel der Aufhebung der Sühnemaßnahmen, dem Abschluß eines Sicherheitspaktes für das Mittelmeer und der Aufstellung einer Formel, um das Ansehen des Völkerbundes zu retten. Die Anerkennung der italienischen Eroberung Abessiniens durch den Völkerbund werde wahrscheinlich bis auf weiteres unberührt gelassen. Die Vesriedung Abessiniens. Addis Abeba, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Von amtlicher italienischer Seite werden die Nachrichten bestätigt, daß Ras I m r u mit einem kleinen Gefolge in dem Gebiet nordwestlich von Addis Abeba umherirren soll. Er erwarte den geeigneten Augenblick für seine Unterwerfung und habe Sendboten nach der Hauptstadt entsandt, um mit den italienischen Behörden über die Bedingungen zu verhandeln. Bis jetzt sind die Bevollmächtigten Ras Jmrus jedoch in Addis Abeba nicht eingetroffen. — Am Donnerstag besetzten italienische Truppen die Hauptstadt der Provinz G 0 d s ch a m, Debra Marcos. General S t a r a c e ließ die italienische Flagge auf dem Prooinzschloß hissen. Sämtliche Häuptlinge der Provinz haben ihre Unterwerfung erklärt. Die friedliche Durchdringung des weiten Gebietes wird nun systematilch fortgesetzt. Der Generalstabschef Cona erklärte, daß die militärische Aktion in Abessinien nur durch einepolb tische ersetzt werden würde". Diese politische Aktion müsse sich vorerst allerdings noch Militärischer Mittel bedienen. Die geiftiae Einstellung der abessinischen Bevölkerung erfordere einen Dor einem Jahr schienen die Republikaner mit ihren Argumenten noch durchzudringen. Damals war Roosevelts Stern im Fallen, als der Hauptpfeiler des Neuen Kurses, die Nationale Wiederbelebungsbehörde (NRA. — der blaue Adler) einstürzte und wie später die Landwirtschaftliche «Ausgleichsbehörde für verfassungswidrig erklärt wurde. Aber was von den Republikanern damals als große Schlappe Roosevelts und als Sieg für die Konservativen begrüßt wurde, hat sich inzwischen als der größte Glücksfall herausgestellt, der dem Präsidenten widerfahren konnte. Das Veto des Obersten Bundesgerichts gegen Planwirtschaft in Industrie und Landwirtschaft nahm den Republikanern ihr stärkstes Argument und rettete Roosevelt vor beinahe sicherem politischen Ruin. Er wäre an der Frage: „Für odergegen Verfassung" gescheitert, die seine Gegner zweifellos zum Hauptschlagwort ihres Wahlfeldzuges erhoben hätten. Heute ist dieses heikle Problem ganz in den Hintergrund gerückt. r ,r, v r Bemerkenswert in diesem Wahlkampf ist, daß beide Parteien mit umgekehrten Fronten kämpfen. Als Präsident Roosevelt vor kurzem, in Neuyork anläßlich des jährlichen Gedenktages des Gründers der demokratischen Partei, Thomas Jefferson, eine Bankettrede hielt, erwähnte er den eigentlichen Helden des Tages mit keinem Wort. Roosevelt wäre in Verlegenheit gekommen, hätte er die von Jefferson niedergelegten Parteigrundsätze preisen wollen. Jefferson trat für möglichst große Unabhängigkeit der Staat en ein; Roosevelt ist es, der heute die Z e n t r a l g e ro a 11 der Bundesregierung zu stärken und die Machtbefugnisse der Einzelstaaten möglichst einzuschränken sucht. Umgekehrt traten die Republikaner ehedem für Stärkung der Bundesgewalt ein, während sie sich heute für die Rechte der Einzelstaaten einsetzen. Im übrigen sind die strittigen Programmpunkte beider Parteien keinesfalls genau umgrenzt. Es sind keine Weltanschauungsfragen, die die beiden Lager trennen, wennschon sich Demokraten und Republikaner jeder in gleicher Weise als Hüter demokratischer Ideale aufspielen und den Gegner als finsteren Gesellen hinstellen, der nur seine eigene Tasche füllen will. Es geht viel mehr um materielle als — um ideelle Werte, man schließt Kompromisse und verschleiert alle peinlichen Gewissensfragen. Es gibt Arbeitslose, die republikanisch wählen und Millionäre, die gut demokratisch gesinnt sind. Wie verschwommen die Linien teilweise sind, erhellt folgendes Beispiel: Der ehemalige Präsident Hoover erhebt den Vorwurf, der neue Kurs habe „eine Orgie monopolistischer Praktiken" gefördert. Zum Beweis hierfür führt er an, daß die Bundesregierung unter der inzwischen für verfassungswidrig erklärten Landwirtschaftlichen Ausgleichsbehörde einer Zuckerfirma in Florida, dafür, daß sie weniger (!) Zucker anpflanzte, eine Million Dollars, einer anderen in Hawaii 1 022 000, einer Firma in Porto Rico 961 064 Dollars, einem großen Baumwollplantagenbesitzer dafür, daß er w e - n i g e r Baumwolle auf den Markt warf, 123,747 Dollars und einer großen Schweinefarm dafür, daß sie so und so viele Schweine abschlachtete, 157 000 Dollars bezahlte, usw. Auch die Preiskontrolle des Blauen Adlers hat sich in vielen Fällen als eine Stärkung der Großindustrie zuungunsten der kleineren Betriebe ausgewirkt. Trotzdem wird kein Mensch glauben, daß Präsident Roosevelt ein Freund des „Big Busineß", der Großindustrie sei. Durch seinen Feldzug gegen Wallstreet, durch seine Gesetze zur Regulierung der Holding-Gesellschaften, der Effekten-Börse und Banken hat er sich eine Volkstümlichkeit gesichert, die auch durch die mißglückten Experimente des New Deal nicht gesunken sind. wolle. Die Regierung habe durch chre verhängnis- volle und erfolglose Politik der Nichtanwendung militärischer Sanktionen es dem Angreifer gestattet, seinen Willen durchzusetzen. Das habe zur Folge gehabt, daß Großbritannien beinahe als eine zweitklassige Macht angesehen werde. Der Abgeordnete Hopkinson warf Winston Churchill vor, daß seine feindseligen Behauptungen über die deutsche Wiederaufrüstung auf Hörensagen beruhten und lediglich als taktisches Manöver zu werten seien, um die Stellung Baldwins zu schwächen. Churchills Auffassung sei vollkommen vorsintflutlich. Churchill habe geschildert, was in Deutschland vor sich gehe. Er solle aber doch einmal verraten, ob er eine zuverlässige Informationsquelle habe oder ob er die Dinge lediglich aus der Luft greife. Churchill erwiderte, er halte es nicht für ein Unrecht, die Regierung zu warnen. Diele seiner Informationen seien in England erhältlich. Außerdem habe er sich bemüht, Informationen von verschiedenen Stellen aufzutreiben. Es treffe zu, daß ihm Tatsachen von briefschreibenden Leuten mitgeteilt worden seien und daß er dann sein eigenes Urteil darauf angewendet habe. — Hopkinson erwiderte hierauf, aus den Aeußerungen Churchills gehe also hervor, daß er seine „Mitteilungen" erraten habe. Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p erwiderte auf die Anfragen Churchills über eine englische Expeditionsstreitkraft, die Mittelmeerexpedition und die Möglichkeiten einer feindlichen Invasion durch Flugzeuge, man könne nicht von chm verlangen, auf der Landkarte der Wett herumzuspazieren und alle verschiedenen Kombinationen zu erwägen, die möglicherweise eintreten könnten. Der Verteidigungsminister versprach den Vorschlag Churchills zu erwägen, ein Munitionsmini- sterium zu schaffen. Gegenwärtig habe die Re- gierung jedoch entschieden, daß die Zeit für die Wiederbelebung eines Munitionsministeriums nach den von Churchill angeregten Vollmachten noch nicht gekommen sei. — Das Haus lehnte dann die gegen die Vorschläge der Regierung sich wendenden Anträge der liberalen Opposition mit 270 gegen 115 Stimmen ab. Die Kosten der Auftüstung. Die neuen Steuererhöhungen. London, 21. Mai. (DNB.) Das Unterhaus lehnte den Abänderungsantrag der Arbeiterpartei gegen die Finanzvorlage der Regierung mit 291 geaen 136 Stimmen ab. Schatzkanzler Neville Chamberlain gab zu, daß die Besteuerung in Großbritannien einen unerwünscht hohen Grad erreicht habe und daß diesem Uebelstand auch für die nächste Zukunft nicht abgeh o l f e n werden könne. Der Grund für den Mißerfolg der Abrüstungsbemühungen sei der Mangel an Sicherheit, ohne die viele Länder nicht abrüsten wollten. Die Regierung glaube, daß ihr Aufrüstungsprogramm für eine loyale Durchführung der kollektiven Sicherheit wesentlich sei. In der Aussprache gab es einen amüsanten Zwischenfall, als der konservative Abgeordnete Lord T i t ch f i e l d nicht nur eine Besteuerung der Lippen st ifte, sondern auch die Pensionierung aller Personen im Alter von 65 Jahren verlangte, wobei er aber für den Ministerpräsidenten — Baldwin wird im Auaust 69 Jahre alt — eine Ausnahme gelten lassen wolle. Er glaube, so erklärte der Redner, daß er die Meinung der großen Mehrheit der Regierungs- anhänger wiedergebe, wenn er sage, daß man Baldwin nicht gestatten dürfe, mit 65 Jahren zu gehen. M i t 7 0 würde man es vielleicht zulassen. England und die Sicherheit. Gegen den französischen Plan. London, 22. Mai. (DNB.) Im Oberhaus brachte Lord Davis (liberal) den Antrag ein, daß die Regierung angesichts des Fehlschlages des Völkerbundes den französischen Friedensplan zur Grundlage ihrer Außenpolitik machen soll. Er wandte sich gegen Regionalpakte, die im deutschen Friedensplan vorsehen sind, und verlangte, daß die britische Regierung eigene Vorschläge einbringe. Lord Arnold (Labour-Opposition) erklärte: Der französische Plan sei nichts anderes als ein Versuch, die liebel und Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages fortzusetzen. Frankreich ziehe den Status quo jeder europäischen Regelung vor. Es behaupte, daß die Vertragstreue die Grundlage der französischen Politik sei. Eine solche Behauptung stände im schärfsten Widerspruch zu dem, was Frankreich in den letzten zwanzig Jahren, insbesondere Deutschland gegenüber, getan habe. Man braucht z. B. an die Äbrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages und den Ruhreinfall zu denken. Der französische Plan wolle Deutschland i n einem Netzwerk von Pakten und Bünd- nisfen einkreisen. Kein Anhänger der Regierung sei bereit, für Frankreichs Ostpakte zu kämpfen. Der bloße Gedanke, daß man für Rußland in den Krieg ziehen solle, errege bei den Konservativen Helle Empörung. Eine bri- tisch-deutsche Verständigung werde hingegen von der großen Masse des britischen Volkes gewünscht. Man könne sie morgen herbeiführen, wenn nur Frankreich das nicht verhindere. Für die Regierung erklärte Lord Stanhope, man müsse abwarten, was für Erklärungen d i e künftige französische Regierung tatsächlich abgeben werde. Einige der französischen Vorschläge würden von der britischen Regierung wärmstens unterstützt. Der Vorschlag einer internationalen Polizeistreitkraft sei aber hoffnungslos unpraktisch. Zu Lord Arnold gewendet erklärte er, er bedauere es, daß dieser sich so feindlich gegen Frankreich ausgesprochen habe. Man solle Frankreich nicht kritisieren, sondern lieber d i e gemeinsame Linie herausgreifen. Es gebe im übrigen keine Wahl als die zwischen dem Völkerbund und einer Lage, die der von 1914 ähnele. Die Regierung sei bemüht, ein Uebereinkommen zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen. Der Anregung Lord Davis könne er jedoch nicht zu- ftimmen. Aegypten bleibt englische Interessensphäre. London, 22. Mai. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus richtete am Donnerstag der Abgeordnete der Arbeiterpartei, Leckie, an Ministerpräsident Baldwin, die Frage, ob angesichts der Eroberung Abessiniens durch Italien und der sich daraus ergebenden Bedrohung der englischen Stellung in Afrika und im vorderen Orient die Regierung es nicht eindeutig klarstellen wolle, daß sie unter keinen Um st änden irg endweiche Einmischung Italiens in bie inneren Angelegenheiten Aegyptens und P a - l ä st i n a s zulassen würde und daß jeder Versuch dieser Art als unfreundlicher Akt angesehen und entsprechend behandelt werden würde. Ferner wollte der Abgeordnete wissen, ob die Regierung die Verstärkung der Verteidigung des Suezkanals gemeinsam mit der ägyptischen Regierung erwägen wolle. Ministerpräsident Baldwin erwiderte, daß die britische Regierung bei der Aufgabe des britischen Protektorats über Aegypten darauf hingewiesen habe, daß Großbritannien diesen Staat als souverän und unabhängig betrachte, aber jeden Versuch einer Einmischung in die ägyptischen Angelegenheiten als einen unfreundlichen Akt ansehen würde, und daß sie jeden Angriff auf Aegypten mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln abwehren werde. Eine weitere öffentliche Erklärung, betonte Baldwin, sei wohl nicht nötig. Bezüglich der Suez- k a n a l - Zone fänden zur Zeit Besprechungen mitAegypten statt, die den Abschluß eines Vertrages zwischen Großbritannien und Aegypten zum Ziel hätten. Die Oelversorgunq der britischen Fernost-^lotte. London, 20. Mai. (DNB.l Wie aus Singapur gemeldet wird, hat der Radfchah von Sarawak (Borneo) mitgeteilt, daß die großen O e l f e l - det in Sarawak möglicherweise in zehn Jahren eingetrotfnet sein werden. Diese Mitteilung hat bei den britischen Flottenbehörden in Singapur einiges Aufsehen hervorgerufen, da die Oel- felder in Sarawak, die die zweitgrößten im ganzen britischen Reich sind, die Hauptquelle für dieBelieferung der britischenKriegs- schiffe im Fernen O st en darstellen. Sollten die Voraussagen des Radschah eintreffen, dann müßte die britische Fernost-Flotte in Zukunft ihren Oelbedarf aus Holländisch-Ostindien decken. Dadurch würden nach Ansicht der Flottenbehörden gewisse Schwierigkeiten entstehen. Inzwischen soll jedoch eine eifrige Suche nach neuen Oe [fei- dem im Staate Sarawak vorgenommen werden. Gleichzeitig bezeichnet der „Daily Telegraph" die „Enthüllung", daß die Oelbehälter des neuen Flottenstützpunktes in Singapur über dem Erdboden errichtet wurden und daher Luft- und Seeangriffen ausgesetzt seien, als beunruhigend. Man müsse daher die Oelbehälter unter der Erde anlegen. LZ. „Hindenburg" auf der Heimreise. Das Luftschiff „Hindenburg" hat für seine zweite Amerikafahrt von Frankfurt a. M. bis Lake- hurst eine Flugzeit von 78 Stunden 27 Minuten gebraucht. Am Mittwoch ist es zum Rückflug auf» gestiegen. Am Donnerstag um 24 Uhr stand bas Luftschiff 612 Kilometer östlich von Neufundland. Es hatte bis dahin seit seinem Start in Lakehurst 2500 Kilometer zurückgelegt. In einem Funksvruch wurde mitgeteilt, daß sich an Bord alles wohl vefin- det, und daß das Luftschiff mit einer Stunden- geschwindigkett von 150 Kilometer fahre. Das Inserat als Werbemittel Zusammenarbett von Ieitungsverlegern und Einzelhandel. Berlin, 20. Mai. (DNB.) Zwischen dem Reichsverband der deutschen Zei- tungsoerleger und der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel sind gemeinsame Richtlinien über die Zusammenarbeit der örtlichen Gliederungen beider Organisationen bei der Aufgabe von Anzeigen des Einzelhandels in Zeitungen vereinbart worden. Die Richtlinien gehen von der Auffassung aus, daß die Zeitungsanzeige ein überaus wichtiges Werbemittel für 6 e n Einzelhandel ist und durch enge Zusammenarbeit besonders auch für mittlere und kleinere Unternehmen stärker als bisher erschlossen werden soll. Den Gliederungen des Reichsverbandes und der Wirtschaftsgruppe wird daher eine ständige und enge Zusammenarbeit aufgetragen. Es werden besondere Hinweise darüber gegeben, wie die Zeitungsverleger durch zweckentsprechende Beratung den Kaufleuten zur größten Werbewirksamkeit der Anzeige verhelfen, wie andererseits die Gliederungen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel daran mitarbeiten sollen, um für eine vom Standpunkt des Wettbewerbs einwandfreie Anzeige zu sorgen. Mit dieser Zusammenarbeit soll eine Aufklärung der Kaufleute Hand in Hand gehen, die eine möglich st starke Inanspruchnahme der Anzeigen neben den sonstigen Werbemitteln des Einzelhandels (Schaufenster, persönliche Kundenpflege usw.) bezweckt. v?uge Baustelle eingenommen hat. Tagung der landwirtschafiiichen Genossenschasten in Mainz. Oie Vaterländische Front in Oesterreich Organisierung einer Frontmiliz. Wien, 21. Mai. (DNB.) Die amtliche Wiener Zeitung veröffentlicht den Wortlaut des Bundesgesetzes über die Vaterländische Front. Die wichtigsten Bestimmungen daraus sind folgende: Die Vaterländische Front ist der einzige Träger der politischen Willensbildung im Staat. Bundesbürger, die sich zum selbständigen, christlichen, deutschen, berufsständisch geordneten Bundesstaat Oesterreich bekennen, können Mitglieder werden. Führer der Vaterländischen Front ist der Bundeskanzler. Ihm steht als beratendes Organ der F ü h r e r r a t zur Seite. Dieser besteht aus dem Stellvertreter des Führers, dem Generalsekretär der Vaterländischen Front, den Landesführern, aus je zwei Vertretern der berufsständischen Hauptgruppen und aus Bundesbürgern, die vom Führer ernannt werden. Die Behörden des Bundes, der Länder und Gemeinden sind verpflichtet, Anträge, Gesuche und dergleichen, die vom Führer der Vaterländischen Front oder einem Landesführer eingereicht werden, im Rahmen der geltenden Gesetze ohne unnötigen Aufschub in Behandlung zu nehmen. Innerhalb der Vaterländischen Front wird eine uniformierte, nach militärischem Muster eingerichtete Formation, die F r o n t m i l i z, gebildet. Die Wer schlichtet Mietsstreitigkeiten? Berlin, 20. Mai. (DNB.) Der Reichs- arbertsminifter weist auf folgendes hin: Nach einem Runderlah des Reichs- und Preußischen Ministers des Inneren haben sich die Gemeinden und Gemeindeverbände der Schlichtung von Mietstreitigkeiten in Zukunft zu enthalten. Es ist daher zwecklos, Beschwerden und Anzeigen über Mietssteigerungen oder Kündigungen bei den Gemeinden einzureichen. Zur Entscheidung und zur Schlichtung von Streitigkeiten dieser Art sind allein die Amtsgerichte und gegebenenfalls die M i e t s c i n i g u n g s ä m t e r auf Grund der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, des Reichsmietengesetzes und des Mieterschutzgesetzes zuständig. Es wird auch empfohlen, sich in derartigen Füllen an die NS. - Rechtsbetreuungs- stellen zu wenden, die unentgeltlich Aus- k ü h f t e erteilen. Bildung erfolgt auf Grund freiwilliger Verpflichtung. Aktive Soldaten und Sicherheitsbeamte können nicht der Miliz angehören. Mitglieder der Miliz leisten folgenden Eid: „Ich gelobe mit meinem Manneswort, alle meine Kräfte, wenn nötig, auch mein Leben für ein selbständiges, christliches, deutsches, berufsständisch geordnetes Oesterreich einzu- setzen, die verfassungsmäßigen Einrichtungen und die gesetzmäßige Oronung zu schützen, im Dienst und außer Dienst als Vorkämpfer für die Ziele der Vaterländischen Front zu wirken, den Frontführern, den Milizführern sowie allen meinen sonstigen Vorgesetzten treu und gehorsam zu fein." Die allgemeine oder teilweise Aufbietung der Frontmiliz verfügt der Bundeskanzler auf Beschluß der Bundesregierung und bei Gefahr im Verzüge ohne vorhergehende Beschlußfassung mit nachträglicher Genehmigung der Bundesregierung. Die Mitgliederverzeichnisse der Vaterländischen Front können ähnlich, wie dies seinerzeit bei den Wählerlisten üblich war, auf Anordnung des Frontführers zur allgemeinen Einsicht aufgelegt werden. Die übrigen Paragraphen regeln den Schutz der Bezeichnung „vaterländisch", die Abzeichen der Vaterländischen Front, die Rangabzeichen für die Amtswalter usw. möglich erscheine, in diesem Jahre eine größere Menge an Oelkuchen als im abgelaufenen Wirtschaftsjahre zur Verfügung zu stellen. Die Forderung nach einem Eiweißersatz werde durch die Herstellung von Futterzucker aus Holz erfüllt. Der geschäftliche Teil des deutschen Genossenschaftstages wurde mit der satzungsmäßigen M i t- g l i e d e ro er s a m m l u n g beendet. Nach Begrüßungsworten des Präsidenten des Reichsverbandes, A. W. Trumpf, erstattete Reichsverbandsgeschäftsführer Dr. Strub den Jahresbericht für 1935. Er betonte u. a., daß die landwirtschaftlichen Genossenschaften das Leistungsprinzip zur Richtschnur ihrer praktischen Arbeit erhoben hätten. Ein Spiegelbild der Aufwärtsentwicklung gibt die genossenschaftliche Geldwirtschaft. Die Einlagen bei den Dorf kassen haben sich in 1933' um 59,8 Millionen Mark, 1934 um 166,1 Millionen Mark und 1935 um 223,0 Millionen Mark erhöht. Ent- scheidend ist jedoch nicht diese Kapitalbildung, son- dem die Tatsache, daß sich die Zahl der Spa- r e r um rund 1,1 Millionen gesteigert hat. Es bleibt die Eigenart der Genossenschaft, daß ihre Kraftentfaltung nicht allein auf der Höhe des ein- gezahlten Kapitals, sondern vor allem auf der Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder beruht. Die Zentralkassen kommen allmählich wieder zu einer selbständigen Kreditpolitik und sind zum großen Teiel bereits in der Lage, Guthaben bei der Deutschen Zentralgenosfenschaftskasse zu unterhalten. Während zu Beginn des Jahres die Gesamtverschuldung der Zentralkassen bei der Deutsch- landkasse noch 220,2 Millionen Mark betrug, ist diese bis zum Iahresschluß auf 142 Millionen Mark gesunken. Diese Entwicklung war naturgemäß nur möglich durch die ständig steigenden Rückzahlungen der angeschlossenen Kreditqenosien- schaften. Ihre Verschuldung bei ihren Zentralkassen betrug zu Beginn 1935 377,9 Mill. Mark und am Schluß des Jahres nur noch 291 Millionen Mark, gegenüber einem Höchststand von 840,7 Millionen Mark im Jahre 1927. Im vergangenen Jahr wurden 1264 Genossenschaften neu gegründet und 1060 ausgelöst, so daß der Gesamtbestand Ende 1935 41469 einschließlich 1652 wilder Genossenschaften betrug. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. v 2m Berliner B a u u n a l ü ck s p r o z e ß stellte der Vorsitzende fest, daß Weyhers Verteidiger, der vor einiger Zeit sein Mandat niedergelegt hatte und dann vom Gericht als Verteidiger von Amts wegen bestellt worden war, von jetzt ab wieder als ^dlverteidiger des Angeklagten Weyher auftreten Wilhelm Gustloffs Bestattung lmSeldenhaindeSGauesMecklenburg Schwerin, 21. Mai. (DNB.) Arn Vorabend des Himmelfahrtstages wurden die sterblichen lieber- reffe des im Februar d. I. durch jüdische Mörderhand gefallenen Landesgruppenleiters der Schweiz, Wilhelm Gustloff, zur letzten Ruhestätte in den Ehrenhain im Schloßgarten übergeführt. Gegen 21.30 Uhr wird die Urne Wilhelm Gustloffs von politischen Leitern aus dem Schweriner Krematorium des städtischen Friedhofs im Kraftwagen zur letzten Ruhestätte in den Schloßgarten gebracht. In ernstem Schweigen geht der Zug die Anhöhe zur Begräbnisstätte hinauf. Neben dem Leichenwagen schreiten SA.-Kameraden Wilhelm Gustloffs als Fackelträger. Vor der Anhöhe des Haines übernehmen vier politische Leiter die Urne und fragen sie zur Grabstätte empor. Auf dem von der Fahne des neuen Deutschland geschmückten Sockel stehen jetzt die sterblichen Ueberrefte Wilhelm Gustloffs. Im großen Halbrund formieren sich die SA.-Mckn- ner und halten stumme Wacht. In roter Flammenglut leuchten die Pylonen. Die Totenwache zieht auf. Wie aus gedampfter Ferne ertönen die Klänge des Walhall-Motivs. Dann tritt der Gauschulungsleiter Rohde vor die Versammelten und verliest in feierlicher Sprache folgende Urkunde: „3n dieser Urne sind die sterblichen Ueberrefte des Landesgruppenleiters in der Schweiz der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei, Pg. Wilhelm Gustloff, beigesetzt. Am 4. Februar 1936 feige von jüdischer Mörderhand in Davos getötet, wurde er unter größter Anteilnahme des gesamten deutschen Volkes aus der Schweiz in seine Heimat nach Schwerin überführt. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und die deutsche Reichsregierung gaben diesem ersten Blutzeugen der Auslandsorganisation das Geleit. Unter der Hakenkreuzfahne gekämpft und gelitten, für diese Fahne und ihre Idee fein Leben gegeben, wird fein Tod späteren Generationen ein Vermächtnis sein, das ewig in der Geschichte des deutschen Volkes bleibt. Schwerin, im Februar 1936. Gez.: Friedrich Hildebrandt, Gauleiter der Nationalsozialistischen Arbeiter-Partei, Mecklenburg-Lübeck." Eine zweite Urkunde verliest der Amtsletter der Auslandsorganifation Ehr ich. Dann ruft Gauleiter Bohle seinem toten Kameraden einen kurzen Nackrus über das Grab: „Die Fahne muß und wird steyen, wenn der Mann auch fällt." Mit diesen Worten Gustlosss, die er kurze Zeit vor seinem Tode schrieb, beginnt Gauletter Bohle und schließt mit dem Gelöbnis, ihm nachzueifern und weiterzu- kämpsen für Adolf Hitler und sein Reich. Die Fah- nen senken sich zu Ehren des Toten. Das Lied vom guten Kameraden erklingt sowie das Horst- Wessel-Lied. Amtsletter der AO. versenken die Urne in der steinernen Gruft. An dieser Stelle wird ein zum Denkmal gehauener Findling aus schwedischem Granit errichtet werden, um späteren Generationen das Heldentum zu künden dieses nationalsozialistischen Freiheitskämpfers, der den Opfertod starb für das neue Deutschland. Dann wandte sich die Verhandlung der Frage welche Stellung Der zuletzt vernommene Ze V r i e s e n i ck auf der Baustelle eingenommen -Bei seiner Vernehmung hatte er dies so dargestellt, als ob er nur untergeordnete Arbeiten zu erledigen gehabt hätte, während er von Noth in Wirklich- feit als Bauführer beschäftigt worden war. Dieser Punkt ist von gewisser Bedeutung für die Frage, ob die Berlinische Ballgesellschaft in der Hermann- Goring-Straße genügend geschultes Personal be- ichastigt hat. Noth erklärte, daß er Driesenick auf Grund seiner guten Zeugnisse eingestellt habe. Der Staatsanwalt fragte Den Zeugen, ob er von leiten- den Angestellten der Berlinischen Baugesellschaft darüber ausgehorcht worden sei, was für Fragen man ihm bei seiner ersten Vernehmung oorgelegt habe. Briesenick teilte mit, man habe wissen wollen, was er gefragt worden fei. Als der Staats- anwalt weiter fragt, ob dem Zeugen bekannt fei, daß auch andere Angeklagte der Berlinischen Bau- aesellschaft in der Weise wie er abgehört worden seien, beanstandet die Verteidigung diese Frage als unzulässigen Beweisermittlunasoersuch. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß Direktor Kom» becher von der Baugesellschaft an Noth vor feiner Verhaftung herangetreten fei, um zu erfahren, was er im Vorverfahren ausgesagt habe. Nach Mainz, 20. Mai. Als Auftakt der Ta- gung der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften fanden in Mainz Arbeitstagungen über die wichtigsten Aufgabengebiete des ländlichen Genossen- chaftswesens statt. Auf der vom Leiter des Reichs- lerbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genos- enschaften — Raiffeisen — e. 93., Präsident Trumpf, eröffneten Sitzung der Derbandsleiter und Verbandsgeschäftsführer wurden die wichtig- ten Fragen der Organisation, sowie der Genossen- chaftsprüfung erörtert, wobei Dir. Langenheim von der Reichsviehverwertung über die Prüfung der Viehverwertungsgenossenschaften referierte. Auf der Sondertagung für die genossenschaftliche Geldwirtschaft sprach der Reichskommissar für das Kreditwesen, Ministerialdirektor Dr. Ernst, über das Reichsgesetz über das Kreditwesen in bezug auf die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Er betonte, daß die Stellung der Kreditgenossen- chaften infolge ihres inneren Aufbaues und ihrer Anpassungsfähigkeit im Zuge des Aufbaues der nationalsozialistischen Wirtschaft erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Vor allem wird der Gedanke der Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu einer starken Leistungssteigerung durch Gemein- chaftsarbeit führen. Die Kreditgenossenschaften sind als Kreditinstitute mit in den Wirkungsbereich des Reichsgesetzes einbezogen worden, weil nur so eine Ordnung der gesamten Geld- und Kreditwirtschaft durchgeführt werden kann. Der Präsident der Deut- chen Zentralgenossenschaftskasse, Dr. Helfer ich, prach über die Aufgaben der Kreditgewährung und die Zusammenarbeit mit den Organen des Reichsnährstandes. Wenn auch die Entscheidung über die Kreditgewährung im einzelnen bei den zuständigen Organen der Genossenschaften liegt, so wird doch auf eine enge Fühlungnahme mit dem Reichsnährstand schon wegen der Beurteilung der betriebswirtschaftlichen Lage der Bauernhöfe Rück- icht genommen werden müssen. In gleicher Weise muß auf eine klare Arbeitsteilung zwischen den Geld- und Warenzentralen der landwirtschaftlichen Genossenschaften Wert gelegt werden, um eine Ueberschneidung in der Kreditgewährung zu ver- meiden. Er betonte die Notwendigkeit der Prüfung des Verwendungszwecks der Kredite. Ministerialdirektor Dr. Moritz vom Ministerium ür Ernährung und Landwirtschaft machte Ausführungen über die augenblickliche Getreidemarkt- und Futtermarktlage. Auch im zu Ende gehenden Ge- trerdewirtschaftsjahr sei die Brotversorgung ge- ichert. In früheren Jahren verlangte man eine An- bauflächenvergrößerung für Hafer und Gerste. Auch heute sei eine Erhöhung der Flächenerträge eine unbedingte Notwendigkeit, aber nicht auf Kosten der Roggen- und Weizen-Anbaufläche. Der Oel- fr u ch t m a r k t müsse auch nach dem Grundsatz der Gemeinschaftsregelung geordnet werden. An dem bewährten Festpreissystem würden Aenderungen nicht Dorgenommen werden. Die Ablieferungs-Kon- tingentierung, die Kontingentierungsmarken, die Ab’-tDtahonspreife, das Ost-Westgefälle-System, die Reports bleiben, ebenso werde an dem Mühlen- einkaufspreis und dem festen Mühlenverkaufspreis estgehalten. In der Frage der Ei weiß-Der- o r q u n g mache der Redner besonders darauf aufmerksam, daß im Jahre 1935 1,2 Millionen Ton- nen in den Verkehr gebracht wurden und es nicht kurzer Beratung ließ das Gericht die Frage zu, da sie nach der ihr gegebenen Begründung keine Beweisermittlungsfrage fei. Der Zeuge erklärte darauf, daß er von einer Abhörung weiterer Angestellter nichts wisse. Allerdings habe Direktor Kempe von der Berlinischen Baugesellschaft auch mit ihm mehrfach über Angelegenheiten der Bau- grübe gesprochen. Der Zeuge stellt aber entschieden in Abrede, daß chm irgendwelche Richllinien für seine Aussagen gegeben worden seien. Aus aller Wett. Frühlingsfest der presse in Bad Homburg. Im Bad Homburger Kurhaus findet morgen, Samstag abend, das Frühlingsfest der Rhein-Mainischen Presse zugunsten der Unterstützungskasse statt. Für dieses Pressefest ist ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt worden, so daß jeder Besucher auf seine Kosten kommen dürfte. Mehrere Kapellen werden zum Tanz aufspielen; in der Wandelhalle des Kurhauses findet ein Standkonzert des Artillerie-Regiments Frankfurt, im Kurpark ein Konzert des Kurorchesters unter Leitung von Musikdirektor John statt. Eine überaus reich beschickte Tombola (Hauptgewinn ein Auto) wird einen besonderen Anziehungspunkt für die Besucher des Pressefestes bilden. Im übrigen ist für Unterhaltung mannigfacher Art und für das leibliche Wohl der Gäste ausgezeichnet gesorgt. Jeder Besucher erhält eine Blumenspende und einen künstlerisch ausgestatteten Almanach, die Damen außerdem eine Damenspende. — Es ist zu hoffen, daß dem Homburger Pressefest ein voller Erfolg beschieden fein wird. Internationales Schachturnier in Vad-Tkauheim. In der fünften Runde des Internationalen Schachturniers in Bad-Nauheim spielte Dr. A l j e ch i n gegen den jungen Keres (Estland). Die interessante Partie wurde mit Qualitätsvorteil für Keres nach vier Stunden abgebrochen. Bogoljubow kam ebenfalls zum Abbruch gegen Professor Vid- m a r; Bogoljubow steht besser. Van den Bosch verlor ziemlich glatt gegen S t a h l b e r g. In einer spanischen Partte verlor Weißgerber gegen Rellstab. Ahues spielte gegen Heinicke remis. Desgleichen A l j e ch i n gegen Professor D i d m a r. Ebenso endete unentschieden die Partie Bogoljubow gegen Stahlberg. Eine sehr schöne Partie bot Ahues gegen Weißgerber, der glatt verlor. Die Partie Keres gegen Hei - nicke wurde unentschieden abgegeben. — Stand des Turniers nach der 6. Runde: Aljechin führt mit 3V- Punkten und einer Hängepartie, Ahues, Rellstab und Stahlberg je 3V2 Punkte, Bogoljubow 3 Punkte und eine Hängepartie, Heinicke 3 Punkte, Prof. Vidmar 2 Punkte und 2 Hängepartien, Keres 2 Punkte und zwei Hängepartien, Weißgerber zwei Punkte, van den Bosch 1 Punkt. Neuschnee in den Bergen. Der starke Temperaturrückgang, der am Donnerstag eingetreten ist, hat in den Allgäuer Bergen Neuschnee zur Folge gehabt. Bis zu 1500 Meter hinab find die Berge mit Neuschnee bedeckt. Verhängnisvoller Blitzschlag. Bei einem in der Umgebung von Roch bei Nürnberg niedergegangenen schweren Gewitter schlug ein Blitz in das Aluminium-Bronze-Werk Benda in Pfaffenhofen. Sofort entstand ein Brand, durch den der Lagerraum und der Dachstuhl zerstört wurden. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann, der Arbeiter Konrad Meyer aus Roth, von einer Stichflamme erfaßt und getötet. Ein zweiter Arbeiter trug schwere Brandverletzungen davon. Blutiger Kampf zwischen zwei montenegrinischen Sippen. In einem montenegrinischen Dorf in der Nähe der Stadt Danilowgrad kam es wegen eines Streites um die Benutzung eines Brunnens zu einer b l u - tigen Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern zweier montenegrinischer Sippen. Das Ergebnis der Auseinandersetzung waren drei Tote, acht Schwerverletzte und eine größere Anzahl von leicht verletzten Männern und Frauen. Der Streit um das Benutzungsrecht datiert noch aus der Vorkriegszeit. Anlaß zu der Auseinandersetzung gab ein behördlicher Ortsaugenschein zur Feststellung des Nutzungsrechtes. Hierbei kam es zuerst zu heftigen Beschimpfungen zwischen beiden Sippen, die schließlich aufeinander zu schießen und mit Messern loszustechen begannen. Im Verlaufe des Kampfes wurden sogar zwei Bomben geworfen. Am Kampf nahmen auch die weiblichen Sippenmitglieder teil, von denen mehrere Verletzungen davontrugen. Das Reichsführerlager der HL. Braunschweig, 20. Mai. (DNB.) Reichsleiter Alfred Rosenberg svrach im Reichsführer, lager der HI. zu der Führerschaft der HI. und des Jungvolkes über Fragen der Weltanschauung und Aufgaben der Jugendführung. „Es ist in der Geschichte der Völker das erste Mal, daß eine poli- tische Bewegung und ein Staat gemeinsam einer Heranwachsenden Jugend eine derartige 23er» antwortung übergeben haben, wie Sie sie erhalten haben. Noch nie sind allen gestattenden Möglichkeiten eines jungen Geschlechtes derartige freie Bahnen geschaffen worden wie Ihnen. Das bedeutet ein Glück. Es hat aber auch feine Gefahren, wenn diese Jugend nicht vom ersten Tage an, wo sie diese Freiheit und Möglichkeiten der Selbstfüh- rung bestätigt, ich der Verantwortungbewußt ist, die ie damit für heute und die kommenden Zeiten au ihre Schultern nimmt. Wesentlich ist nicht, daß von außen an der Jugend Kritik geübt wird, sondern daß die Jugend an sich s e l b st Kritik ü bt. Es ist nicht so sehr nötig, daß diese Jugend von außen her Schutz erhält, sondern daß sie Selbstzucht übt. Die höchste Aufgabe der Juaendführung ist die, die Einheit des nationalsozialistischen Erlebens und der nationalsozialistischen Idee schon in der Hitlerjugend so stark zu machen, daß sie durch alle Sonderaufgaben bestehen bleibt. Diese Einheit der nationalsozialistischen Idee ist das wesentliche für alle weiteren praktischen Maßnahmen und Gestaltungen und die Voraussetzung dafür, daß die nationalsozialistische Revolution nicht eine vorübergehende Epoche, sondern wirklich eine neue Grundlage- des deutschen Lebens ist." Obergebietsführer Cer ff sprach über die Kulturarbeit der Hitlerjugend. Der Künstler müsse aus dem Erlebnis der Gemeinschaft heraus schaffen und sich in der Gemeinschaft gegenwartsnahe Aufgabengebiete und Probleme suchen. Die Jugend habe mit der Arbeiterschaft den sicheren Instinkt für eine wahrhafte und echte Kunst gemeinsam. Mit der Anordnung über das VerbotvonSprechchoren in der HI. t)abe der Reichsjugendsührer sich gegen jeglichen Mißbrauch des Sprechchors gewandt. Es sei unnatürlich, wenn eine Gemeinschaft gleichzeitig ein langes Gedicht aufsage. Der Sprechchor könne vielmehr nur die Aufgabe haben, wenn er später einmal wieder von geschulten Kräften bei Feiern durchgeführt werde, um durch eine Gemeinschaft die Proklamation eines einzelnen nachdrücklich zu bestätigen.(wie z. B. die Langemarck-Kantate von Wolfgang Eberhard Möller). Das unterscheide den Sprechchor von einem Schreichor, der für die Hitler- Jugend unwiderruflich verboten sei. Stabsführer Hartmann - Lauterbacher gab einen Schulungsplan für Führer der HI. und des Jungvolks bekannt. Die weltanschauliche Schulungsarbett an den Jungen werde vom kommenden Herbst ab stufenmaßig jahraangs- weise durchgeführt werden, wobei im Zuge des bestimmten Schulungsweges und Schulungszieles jedem Jahrgange besondere Aufgaben gestellt seien. Die Schulungsarbeit des Pimpfes muffe mit dem Geburtstag des Führers und feinem Lebensweg beginnen, denn alles, was die nationalsozialistische Idee und Weltanschauung lehre, sei im Leben des Führers enthalten. Grundsätzlich sei überhaupt bei der gesamten Schulung das Wissen um die Probleme der Gegenwart in den Vordergrund zu stellen. Von der Gegenwart aus müsse die Vergangenheit mit nationalsozialistischem Blick gesehen werden, um von der Vergangenheit für das Heute und Morgen zu lernen. Die Führerschulung müsse eine körperliche, charakterliche und rassische Auslese darstellen. Grundlage für die Schulungsarbeit der Unterführer seien die Wochenend - Lehrgänge, denen für Gesolg- schafts- und Unterbannführer bzw. Anwärter Besuche der Gebietsführerschule folgen. Als nächste Stufe würden die Bann-- und Jungbann- führer bzw. Anwärter jedes Jahres neben der Teilnahme am Reichsführerlager einmal zu einem dreiwöchigen Lehrgang auf die R e i ch s führe r s ch u l e berufen. Als letzter und wichtigster Abschnitt folge später der Besuch der A k a d e m i e für Jugendführung in Braunschweig und München. Grundgedanke dieser Arbeit sei, daß die Füh- rerschulen nicht dazu da feien, Führer zu schaffen, sondern den berufenen Führern das Rüstzeug für ihre Arbeit zu oermttteln. Reichsamtsleiter Dr. Groß sprach über bevölkerungspolitische und rassehygienische Aufgaben. In den Mittelpunkt aller geschichtlichen und rassischen Betrachtungen tjabe der Nationalsozialismus den Menschen gerückt, der als Glied einer großen und jahrhundertealten Erbgemeinschaft verantwortlich sei für die Zukunft seines Volkes. Hieran anknüpfend streifte Dr. Groß das Problem des Geburtenrückganges und der Gefahr einer lieber» alterung unseres Volkes. In jeder sozialen Schicht dürfe grundsätzlich der Familienvater nicht gegenüber dem benachteiligt sein, der seine volkspolitische Pflicht nicht erfüllt habe. Jede geschichtliche Leistung eines Volkes stehe und falle damit, ob es den Schöpfern dieser Leistung gelinge, chre hochwertigen Anlagen auf kommende Geschlechter zu überfragen. Dr. Groß schloß mit einem Appell an die HI.- Führer, nicht in Dogmen und Prinzipienreiterei zu erstarren, sondern immer im innersten Wesen jung zu bleiben und über alle Prinzipien hinaus das Leben der Nation als höchstes Gesetz anzuerkennen. Am Vorabend der belgischen Wahlen. Don unserem Or. K.-Korrespondenten. (Nachdruck, auch mtt Quellenangabe, verboten.) Brüssel, Mai 1936. Am nächsten Sonntag finden in Belgien die Wahlen statt. In den ersten Wochen nach oer Auslösung des Parlaments hat man vom Wahlkampf wenig geredet. Seit dem vergangenen Sonntag aber herrscht allgemeines Wahlfieber. Die Mauern und Anschlagsäulen bedecken sich mit Wahlplakaten und Flugblättern; auch die in den Wahlkämpfen anderer Länder erprobten modernen Propaganda- mittel, wie Rundfunk, Lichtbildoorführungen, Straßentransparente usw., finden reichliche Verwendung. Die anfängliche Teilnahmlosigkeit der Bevölkerung ist in den letzten Tagen einem wachsenden und unruhigen Jrtteresse gewichen. Allerdings eine Feststellung drängt sich dem unparteiischen Beobachter und Besucher der Wahlversammlungen von vornherein unwillkürlich auf: Gering ist auch in den letzten Tagen, die dem Wahlsonntag vorausgehen, das Interesse der Bevölkerung an den Kundgebungen und an den Parolen der alten Parteien geblieben. Wenn die Wahlversammlungen der Marxisten etwas besser besucht sind als die der Katholiken und Liberalen, so deshalb, weil die belgische Arbeiterpartei über eine straffere Organisation verfügt. Was dem jetzigen Wahlkampf den Stempel aufdrückt, ist der unaufhaltsame Vormarsch einer jungen politischen Bewegung, die die meisten Belgier vor einem halben Jahre nod) nicht einmal dem Namen nach kannten, obwohl sie schon längere Zeit bestand. Leon D e gr e lle, der jugendliche Führer der Rex-Bewegung, steht unbestreitbar im Vordergrund dieses Wahlkampfes. Seine Versammlungen weisen einen Massenbesuch auf, wie man ihn in Belgien noch nie erlebt hat, eine wahre Welle von Versammlungen der Rex-Bewegung ergießt sich über das Land. Ihren Höhepunkt fand sie dieser Tage in Brüssel und Antwerpen, wo Degrelle vor mehreren Tausenden von Zuhörern sprach. An manchen Tagen spricht Degrelle in mehreren Versammlungen und an verschiedenen Orten, und zwar in allen Landesteilen. Schon das ist neu und erstaunlich; Degrelle, der Wallone ist und nur französisch spricht, versteht es, in Flandern Massenversammlungen in den größten zur Verfügung stehenden Sälen zu organisieren, während flämische Minister der Katholischen Partei, die bisher in Flandern ihr stärkstes Bollwerk hatte, in nur mäßig gefüllten Vereinshäusern sprechen. Degrelle, über den man anfänglich zur Tagesordnung übergehen zu können glaubte, wird heute sehr ernst genommen, und zwar nicht nur von der K a t h o l i s ch e n Partei, die in ihm chren schärfsten Gegner erblickt, sondern auch von den Sozialisten und Liberalen, die ebenfalls in letzter Zeit mit wachsender Besorgnis die Entwicklung der Rex-Bewegung verfolgt haben. Die drei alten Parteien, die in den letzten Jahrzehnten das Monopol der Staatsführung in Belgien zu haben glaubten, sehen in Degrelle ihren gemeinsamen Feind. Sie befinden sich in einer ausgesprochenen Defensivstellung gegenüber dieser jüngsten poli» tischen Bewegung, die eine unbändige Dynamik unaufhaltsam vorwärts treibt, und deren Anziehungskraft sich auf alle Schichten der Bevölkerung erstreckt, so daß Degrelle mit größerer Berechtigung als die Linksparteien in Frankreich und Spanien feine Bewegung als eine wahre „Volksfront" bezeichnen kann. Mit den verschiedensten Parolen wird Degrelle von den alten Parteien bekämpft. Die Katholische Partei stellt ihn als einen Verräter hin. der die Einheit des politischen Katholizismus zerstört hat und in Belgien ein faschistisches Regime aufrichten will. Sozialistenund Liberale sehen in ihm einen verkappten Klerikalen, der, auch wenn er augenblicklich bei den Bischöfen in Ungnade gefallen ist, aus Belgien einen rein klerikalen Staat nach austro-faschististhem Muster machen will. In der Wallone! behauptet man, daß er im Dienst des flämischen Imperialismus stehe; m Flandern wird er von den Katholiken und den Nationalflamen abgelehnt, well er Wallone ist und als solcher als frankophil gilt. Seine Parole „Kampf der Parteikorruption" hat mächtig gezündet; feine Volkstümlichkeit ist daher besonders groß, weil er seine Versprechungen, den Staat von unsauberen Politikern zu befreien, bereits in wirksamster und drastischer Weise eingelöst hat. Seine Enthüllungen über die korrupten Verhältnisse in der Katholischen Partei und bei den Sozialisten haben wie Bomben einge- schlaaen und mehrere der Betroffenen veranlaßt, sich schleunigst aus dem politischen Leben zurückzu- ziehen. Die Fehde, die ihm die Kirche und die Katholische Partei vor einigen Monaten angesagt haben, hat seine Volkstümlichkeit nicht vermindert. Im Gegentell, von da ab datiert eigentlich erst der Aufschwung seiner Bewegung. Eine geradezu unbegreifliche Verblendung spricht aus dem Hirtenbrief, den der Bischof von Brügge am vergangenen Sonntag von allen Kanzeln in Flandern verlesen ließ. Obwohl die Katholische Partei auf das schwerste durch Verfehlungen ihrer maßgebenden Führer kompromittiert ist, werden die Gläubigen aufgefordert, dieser Partei ihre Stimme zu geben. Aber auch die Hilfeleistung, die der Katholischen Partei von kirchlicher Seite gewährt wird, wird ihr wenig nützen. Von allen Parteien sieht die Katholische Partei mit größter Besorgnis dem Ausgang der Wahlen entgegen. Sie wird zweifellos eine Reihe von Mandaten an Rex verlieren und die Spitzenführung im politischen Leben, die sie seit beinahe hundert Jahren innehatte, an die nächstgrößte Partei, die sozialistische, abgeben müssen. So wird im kommenden Parlament die Belgische Arbeiterpartei unter der Führung Danderveldes die meisten Sitze haben, und es ist zu erwarten, daß die Marxisten, auch wenn sie selbst keine neuen Mandate gewinnen, die Führung der Regierung beanspruchen werden. Die Liberale Partei, die mit ihren 28 Sitzen immer nur eine bescheidene Rolle gespielt hat, wird sich vielleicht behaupten können. Don wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung Belgiens, namentlich in außenpolitischer Hinsicht, wird es fein, ob d i e Flamen ihren Einfluß im belgischen Parlament bei den Neuwahlen verstärken werden. Es gibt bekanntlich im belgischen Parlament keine gejchlossene Vertretung der Flamen. Am zahlreichsten sind diese in der Katholischen Partei vertreten. Ihre Wahlaussichten in Flandern erscheinen dadurch beeinträchtigt zu sein, daß einer ihrer Führer, Minister van Cauwelaert, gleichfalls durch die Enthüllungen Degrelles schwer kompromittiert worden ist, und weil trotzdem der Vorstand der Katholischen Partei seine schützende Hand über ihn gehalten hat. Gegen die Katholische Partei in Flandern hat sich für den Wahlkampf ein aus verschiedenen nationalflämischen Gruppen bestehender Block gebildet, dessen Hauptkern der Flämische Nationaloerband darstellt. Dieser nationalflämische Block ist übrigens die einzige Partei im Wahlkampf, die ein klares außen» politisches Programm auf ihre Fahnen geschrieben hat. Alle anderen Parteien, auch die Rex- Bewegung, vermeiden es, zur Außenpolitik Stellung zu nehmen. Die flämischen Nationalisten fordern mtt aller Entschiedenheit die Loslösung Belgiens aus allen Verstrickungen der Großmächtepolitik, namentlich Unabhängigkeit gegenüber Frankreich. lieber die Wahlaussichten dieser Gruppe, die in der letzten Kammer acht Sitze errungen hatte, lassen sich nur schwer Voraussagen machen. Auf die innerpolitischen Wahlprogramme der einzelnen Parteien einzugehen, verlohnt sich nicht. Sie überbieten sich gegenseitig in Versprechungen, von denen der Wähler schon jetzt weiß, daß sie doch nicht gehalten werden, und denen er deshalb auch keine Beachtung schenkt. Die Marxisten nehmen für sich das Verdienst in Anspruch, wenn das Experiment van Zeeland geglückt ist. Nicht ganz mit Unrecht übrigens, denn sie waren die einzige Partei, die in den vergangenen Jahren mit van Zeeland durch Dick und Dünn gegangen ist. Ob sie damit bei ihren Wählern Eindruck machen, ist eine andere Frage, denn die Maßnahmen, denen sie in einjähriger Regierungstätigkeit ihre Zustimmung geben mußten, hatten oft einen wenig sozia» len und einen noch weniger sozialistischen Charakter. rundXBM Die Wahlen am rammenden Sonntag find von großer Bedeutung. Die außen- und innerpolitischen Spannungen, in denen sich eine Reihe von Ländern befinden, sind auch an Belgien nicht spurlos vorübergegangen. Wird auch Belgien, das klassische Land der Demokratie und des Parlamentarismus, denselben Weg gehen, den Spanien und Frankreich eingeschlagen haben? Die Marxisten und die Kommunisten — diese hatten bisher in Belgien so gut wie keinen Einfluß und waren im Parlament nur durch drei Abgeordnete vertreten — wünschen und hoffen es. Das Bürgertum sieht einer solchen Entwicklung mit Ruhe entgegen. Die Entscheidung ist ungewiß. Viel hängt davon ab, und ob und in welchem Ausmaß die jungen Kräfte, die namentlich Rex mobilisiert hat, sich durchsetzen werden, und ob die im bodenständigen Volkstum verwurzelte flämische Bewegung sich auch mit dem Stimmzettel im Staate die führende Stellung sichert, auf die sie einen unbestreitbaren Anspruch hat. Ein Denkmal -es Odysseus. Erinnerung an die Ausgrabungen des homerischen Ithaka. Von Professor Dr. Wilhelm Oörpfeld. Der bekannte deutsche Archäologe stellt uns die folgenden Ausführungen zur Verfügung. An der Einfahrt in den großen, aber jetzt einsamen Hafen von Vlicho an der Ostseite der heutigen Insel Leukas steht bei einer Felsgrotte ein Kirchlein der Heiligen Kyriaki. Wenn der Schiffer hier den Hafen verläßt, schlägt er ein Kreuz, um von der Heiligen eine gute Fahrt zu erbitten und bei der Rückkehr in den Heimathafen vergißt er nicht, der Heiligen zu gedenken. So ist es seit Jahrtausenden geschehen. Aber vor 3000 Jahren Zur Zeit des Odysseus stand hier noch nicht die Kapelle der christlichen Heiligen, und es wohnten hier noch nicht die heutigen Griechen im Dorfe Nydri. Sondern die Insel Leukas war damals das homerische Ithaka, und am Vlicho-Hafen lag damals die Stadt Ithaka mit dem Königshause des berühmten Achäerfürsten Odysseus. Und' an Stelle der Heiligen Kyriaki wohnten in der Felsgrotte an der Einfahrt die Nymphen, wie die Ausgrabungen bewiesen haben; denn bei der Grotte wurden tief unter dem jetzigen Boden uralte Idole und griechische Tonreliefs mit tanzenden Nymphen und mit ihrem Führer Hermes gefunden. Zu diesen Nymphen hatte gewiß Odysseus gebetet, als er die Seinigen verließ, um mit den anderen achäischen Fürsten gegen Troja zu ziehen. An die Nymphen richtete er auch sein Dankgebet, als er von den Phäaken in den Phorkys-Hafen seiner Heimat zurückgebracht worden war. Zu den Nymphen des Stadtbrunnens betete er auch, als er in Begleitung seines treuen Hirten und Spielgenossen Eumaios zur Stadt Ithaka wanderte, um seine Frau wiederzusehen und ihre frechen Freier zu bestrafen. Ueber derselben Nymphengrotte oben auf der Höhe steht das Haus, das mir vor 28 Jahren unser damaliger Kaiser Wilhelm II. schenkte, als er im Jahre 1908 meine Ausgrabungen besuchte und sich durch den Augenschein davon überzeugte, daß die Insel Leukas mit Sicherheit für das homerische Ithaka, für die Heimat des Odysseus, erklärt werden darf. In langjährigen Grabungen und Studien habe ich auf der Nymphenhöhe in dem schönen und bequemen Hause wohnend die Arbeiten auf Leukas-Jthaka durchgeführt und nicht nur viele Reste der Stadt des Odysseus, sondern namentlich auch viele Gräber der Könige und der Bürger ausgegraben. Der Inhalt dieser Gräber zeigt uns die einfache aus dem Norden Europas kommende 'Kultur, welche die Achäer von Ithaka nach Homer beibehalten hatten, während andere Könige, wie die von Sparta und Mykene, die phönikifch-mykenische Kultur mit ihren wundervollen Schätzen aus dem Orient erhalten und angenommen hatten. Neben dem Haus, wo ich jetzt jeden Winter zubringe, steht das Museum der Altertümer, in welchem mein Mitarbeiter Prof. P. Goeßler aus Tübingen die bei den Grabungen gefundenen Bronzen, tönernen Töpfe und sonstigen Gegenstände geordnet und aufgestellt hat. Nur die goldenen und silbernen Schätze der Königsgräber werden im Zentralmuseum in Athen aufbewahrt. Auf dem hohen Felsen über der ehemaligen Nymphengrotte habe ich jetzt ein Denkmal errichtet, welches ein Erinnerungsstein an die Ausgrabungen und ein Denkmal für den einstigen König von Ithaka, Odysseus, sein soll. Der fünf Meter hohe Obelisk ragt dort, auf Felsenwegen zugänglich, in die Luft und ist weithin vom Meer, von den Inseln und vom akarnanischen Festland aus sichtbar. Es trägt eine griechische Inschrift, die in deutscher Uebersetzung lautet: „Denkmal des Odysseus 4- Nymphenfelsen 4- Homerisches Ithaka." Es soll ein Denkmal für den berühmten Odysseus sein, den Eroberer der Burg Troja, der nach lan- gen Irrfahrten zu seiner Frau Penelope, seinem Sohn Telemachos und zu seinem geliebten Ithaka heimkehrte. Es steht ferner oben auf dem Felsen der Nymphen, an deren Grotte Odysseus so oft gebetet hat und wo jetzt die heilige Kyriaki die Ge- bete entgegennimmt. Es bezeugt endlich, daß die Insel, auf der es errichtet ist, das wahre homerische Ithaka ist. Am 7. Juli jeden Jahres findet bei der Kyriaki- Kapelle ein großes Volksfest statt. Don allen Seiten strömen die Segelbarken und Motorschiffe hier zusammen, um die geliebte Heilige zu feiern, die allen Menschen, besonders den Schiffern, gnädig ist. In diesem Jahre werden besonders viele Besucher bei dem Fest erscheinen: denn das Gerücht hat sich überallhin verbreitet, daß bei der berühmten Kapelle ein großes Monument des Odysseus errichtet ist und dort neue Anlagen mit Sitzplätzen und einem neuen Brunnen für die Besucher hergestellt sind. Festnahme eines betrügerischen Zeitschristenwerbers. LPD. Frankfurt a. 2R., 20. Mai. 3m Lauf- der letzten Monate hat hier ein Mann Abonnenten für die „Braune Post" geworben. Er zeigte einen grünen Ausweis vor und erklärte, daß er von der Ortsgruppe der NSDAP, käme, die darum bitte, die Zeitschrift für einen armen Volksgenossen zu bestellen. Die Ortsgruppe würde die so bestellten Exemplare Arbeitslosen zur Verfügung stellen. Die Bezugsgelder hat er gleich kassiert und die ausgestellten Quittungen mit „Hans G r ö n n" unterzeichnet. Der Schwindler, der auch in anderen Städten aufgetreten ist, konnte jetzt festgenommen werden. Büchertisch. — Ernst Streit: Affen, Ameisen, Abenteuer und Absprünge. Deutschlands bekannter Fallschirmpilot erzählt. Mit 24 photographischen Aufnahmen. Geb. 2,50 RM. Leipzig, 2l. Anton & Co., Verlag. — (4) — Ein echtes Abenteuerbuch. Der berühmte Fallschirmpilot und ehemalige Weltrekordmann Ernst Streit erzählt aus seinem an spannenden und abenteuerlichen Ereignissen überreichen Leben. Streit ist ein ganzer Kerl, der gewohnt ist, nur das zu tun, was der Augenblick gebietet. So hat er aus der Fülle des Erlebten dieses urwüchsige Buch geschrieben. Ueberall war er als Freiwilliger dabei: im Weltkrieg, im Freikorps, im Baltikum. Nach kurzem Hochschulstudium, währenddessen er nebenbei als Arbeiter tätig war, beginnt das große Abenteuer Brasilien mit seinem brutalen Daseinskampf im Urwald. Als Ziegelei- arbeiter, Metzgerlehrling, Konditor, Urwaldvermesser, als „Tropenarzt" schlägt er sich auf alle nur mögliche Weise durchs Leben, ständig vom Gespenst des Hungers verfolgt. Als Kohlentrimmer fährt er wieder nach Deutschland zurück und wird schließlich Fallschirmpilot, dessen Namen bald guten Klang hat. Seine Erlebnisse bei seinen vielen Fallschirm» abfpxüngen erzählt er im zweiten Teil seines Buches. — In der 20-Pfennig-Jugendreihe „Spannende Geschichten" des Verlages C. Bertelsmann, Gütersloh, erschienen zwei neue Hefte: Werner Beumel » bürg „D o u a u m o n t, ein Heldenkampf um Verdun" und „Skagerrak, die größte Seeschlacht der Geschichte" von A. Dohm, mit Einführung vom damaligen Stabschef der Hochseeflotte Admiral v. Trotha. Weiterbericht des Reichswelterdiensfes. Ausgabeort Frankfurt. Durch die Ausbildung eines kräftigen ostatlantischen Hochdruckgebietes bei gleichzeitigem Tiefdruck über Mitteleuropa war in den letzten Tagen eine für die Kaltlufteinbrüche des Mai ungewöhnliche Luftdruckverteilung zur Entwicklung gekommen. Die Zufuhr polarer Kaltluftmassen brachte unserem Gebiet einen Temperaturrückgang von durchschnittlich 7 Grad. Die Niederschläge hielten sich bei uns im allgemeinen in wesentlichen Grenzen, doch kam es in den niedrigen Mittelgebirgen zu Schneefällen. Sehr unbeständiges und für die Jahreszeit zu kühle Witterung hält vorerst an. Aussichten für Samstag: Nach verbreiteten Niederschlägen wieder mehr bewölkt, mit einzelnen Schauern, für die Jahreszeit kühl, westliche und nordwestliche Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der sehr unbeständigen und kühleren Witterung. Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 7,5 Grad: am 22. Mai: morgens 8,9 Grad. Maximum 14 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Mai: abends 16,5 Grad; am 22. Mai: morgens 13,2 Grad. — Sonnenscheindauer 5,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. mehr» Die Beerdigung findet Samstag nachm 3 Uhr vom Sterbehaus aus statt. 3319D WI Jbtfrww Ohne Gewähr Nachdruck verboten Else Schmidt geben. 3316U im blühenden Alter von 16 Jahren. 2. Ziehungstag 20. Mai 1936 Heuchelheim, den 20. Mai 1936. 3317D| 105424 111080 263261 800 M. 94995 122256 273192 284383 399013 Lichtbilder legen otnmerjpronen MüllernSielhrHaar 129307 153382 181077 196584 227032 265762 303915 334568 383009 146601 166630 192362 226537 246283 257207 317870 336477 355928 376143 129708 165762 188698 201899 238907 277696 309984 358142 398585 124360 147399 174089 196213 230125 253410 260217 318249 342417 358399 382489 126552 148025 175733 197753 236216 253638 269365 327341 343592 360563 387343 123614 130084 172507 189292 202911 242960 286575 327611 370967 309465 69878 22022 61806 103237 131149 131601 155681 182114 206647 240457 254336 275910 328554 345203 361401 396936 102324 124274 150915 176498 193353 216400 252934 295785 332738 378893 Mündlich können (Sie mir wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie e§ allen 123704 137729 175175 191346 208976 243282 289431 331761 374313 117619 133570 156951 183581 221973 241724 255663 281122 329072 349834 362230 145056 165405 189126 223003 242773 256677 306467 331654 350732 363985 Müllern Sie Ihr Haar mit Dr. Müllers Haarwuchs* Elixier und $rieöri(D5d)neiöer Baumaterialien Dutenhofen Tel.2560 Gießen Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief am Mittwoch, dem 20. Mai, plötzlich und unerwartet unsere innigstgeliebte, einzige Tochter und Schwester Staufenberg, Lollar, den 21. Mai 1936. Die Beerdigung findet Samstag, den 23. Mai, 2.15 Uhr, vom Trauerhause, Friedrichstraße 10, aus statt. ötnWkllll lVerschiedenesl zu kaufen gesucht Kl eine Anzeig en Keine Zeugnisse in Urschrift lonoetn nur ZeugntS» obichdftpn dem Be- werdungsichreiben bei. 129553 163013 184247 197623 234091 275365 309627 357559 394452 Die trauernden Hinterbliebenen -. Familie Heinrich Geißler Ww. Familie Louis Pfeffer Ww. Familie Friedrich Seipp Familie Ludwig Grölz I. Familie Wilhelm Geißler. im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelei»n Awc fOttdnwnnfloet Schwarzarbeit können Aebeite-Ang» bete von Handwerkern nur mit Aamensnen- oonfl n. unter Vorlage deeSewerbenachweise« ausgenommen werden. 18 Gewinne zu 132419 133347 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II un )Bewb ' s- front freiwillig gewahrt werden, oder nicht. 3u entscheiden ist hierbei zwischen der Einräumung d-'s Stammrechts und der Auszahlung der einzelnen Leistungen. Entscheidend kommt es darauf an, ob die einzelnen Leistungen fteiwillig geschehen. Der Reichsminister der Finanzen kommt in seinem Antwortschreiben zu dem Ergebnis, daß zwar von der Deutschen Arbeitsfront das Stammrecht gegenüber den Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront freiwillig eingeräumt wird, daß aber die Einzelleistun- gen auf Grund der Satzung gewährt werden und eine Art Naturalverbindlichkeit vorliegt. Die Steuer- pflicht ist daher bejaht worden. Die Richtlinien der Deutschen Arbeitsfront werden z. Zt. neu gefaßt. Die Ueberprüfung wird auch nach steuerlich-rechtlichen Gesichtspunkten erfolgen. Das Sozialamt wird das Problem der Bürgersteuer in diesem Zusammenhang mit dem Reichsfinanzministerium erneut behandeln. Sprechstunden der Redaktton. 1130 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Z)atnm | 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6H% Poung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mH Äuslos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4¥i% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 trückzahlb. 102%) ... *¥i% ehem. 8% Hessische Lande« banl Darmstadt Gold R. 12... 5y,% ehem. 4^% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLtau. 4%% ehem. 8% Darmsi. K»mm Landesb.Goldschuldverschr. R.t Lberhessen Provinz-An leihe mb AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4¥i% ehemL% Franks. Hyp.>Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1985 6¥i% ehern. 4Vi% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5%% ehem. 4 yt% Rheinische HyP.-Bank-Ltqu.^Soldpse. ... *¥i% ehem. 8% Pr. LandeSpfand brtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4¥i% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £61.20 Lteuergutsch. BerrechnungSk. 84-38 4% Oesterreichischc Goldrente... 4,20% Lestcrretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4&% desgl. von 1918.......... 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagtvdbahn-Auleihe Serie I.................... Krankst,rt a. Ul. Uerun Kranksun a. Ul. Berlin Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a. 2!L AL hörte (Schluß- Küßt. Abend« Mrle knrs 19 5- 20.5. 195. 20.5 Datum 19.5. 19-5 20-5 144 141,25 103,4 103,4 115,1 । 115,35 115,2 115,5 100,25 100,3 100,4 100,5 15 16,5 129,25 129,5 98,5 98,5 98,5 96,75 96,75 96,75 174 172,13 101,25 101,5 110,5 109,25 92,5 92,5 6 135,75 135,25 5 133 Reichsbank PHUtvp Hol» mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerl Karlstadt.. 117,25 I 122,5 140,5 I 155 | 117,25 117,25 124,9 117,65 123,5 96,75 97 6 155 101,75 101,7 111 i 109,75 Banknoten. 53,25 97 97 109,4 183,5 31,25 9,75 210 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der 101 98,1 103 95,5 95,25 189,5 114 183,5 53 87,5 139 101 101 98 134,5 145,5 193,13 138,4 16,13 119,5 117,13 92,75 18 119 117 92,25 95,5 95,25 188,75 4| 124,25 7 141,25 Schluß- kurs 237,5 130 93,9 22,9 132 131 183 141,5 135,75 236,75 127,65 92,9 21,9 130,25 44 406 Schluß!. Abend» bSrte 53,5 86,75 139,5 99 87,13 140,13 101,75 130,5 113,75 183 89 43,9 406 189,5 183,25 133,25 101,5 98 7 s 5 43 409 189,75 183 236 127,75 92,9 22,25 Buderus .... Deutsche Erdöl 37,25 149 132,25 151 131 140,5 134,75 101 93,5 37,25 148,75 132 150 130 140 37,4 149,75 132,5 151,5 131,75 141 137,75 134,5 145,9 192,5 140,25 37,5 149,5 131 150 129,65 140,5 136,75 132 144,75 192 138 173,5 239 110,75 172,25 239 109 135 132,75 131,75 144,5 191 139,25 102 122,4 127,5 105,65 170 133,9 101,75 98,75 6H . 6 11 112,25 184 0 8 0 0 9 12 11 0 6 G 0 8¥, .. 0 . b . 5 l¥i 15,13 31,75 16,5 120,13 117,75 93 53,65 86 139,25 99,25 127,5 112,25 184 87,9 42,9 409 192 183 144 137,25 237,5 131 94,25 22,75 i 132,25 1 135,9 135,25 133 I 132,5 100,9 | 101 98 | 98,1 130,75 | lzy,23 183 I 182,5 99,5 121 127 103,9 170 133,25 100,13 93,75 Schultheis Patzenhofer ..... 2lhi (Allgemeine Kunstseide) 94,5 95,25 188 94,5 95,25 187,75 I- ®- starbeu-Jnduftrte . Scheide anstatt......... Goldschmidt .......... RütgerLwerke ......... iiretallgeiellichoft....... 31,9 I 98 । 210 I 2,2 8,9 8,65 8,65 13,5 Grttzaer....................o| Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........10| börse 20.5. Manch ei der Bergbau .. Kokswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rheinftahl ........... Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 16,13 31,9 18 119,25 117 92,5 Bemberg........... Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... Bereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. 8altwerte Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 101,5 1 100 122 121 126,75 127 105,5 103,65 31,5 32,25 1 98,5 - 211 I 211 ' Daimler Motoren . ... Deutsche Linoleum ... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Cha de.............. Accumulawren-Fabrst Conti-Gummi....... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamdurg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '2L©. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Banl und Dioconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Barch.............. 4 A.S.S...................... 0 Bekula..................... s Ciektr. LieferungSgetellschaft ... 6 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume......... 4 Gefellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 'Rhein. Wests. Gleite..........6 Schuckert L Co............... g Siemens L Halste............g Lahmeyer L Co.............. 7 Spener................. 2 yt sch Eisen—Söln-Neueffen .. 3 Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 klüchnerwerte ............... 3 Mannesmann-Rähren........ s Heansturt a.M. ■Berlin Schlußkurs Schlutzt. Abend» börse Schlvß» lurS Schlugt. Mittag- börte Datum 19.5 20 5 19 5- 20-5 4% oesgi. Serie 11 ............ 9,75 9,75 _ _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,65 6,8 6,8 4H"/k>Rumän.vereinh.Rentev.lSl3 9,55 9,55 9,6 9,5 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,65 5,6 5,75 5,65 2 ¥*% Anatolier............ 42,75 43,25 42,5 43,25 19.Mai 20-Mal Amtliche Geld Dotierung Srief Amtliche Jlotierung Geld | Brie- Jueno» Vliiv 0,684 0,688 0,684 0,688 Brüssel .... 42,05 42,13 42,06 42,14 Rio de Ian. 0,137 0,139 0,137 0,139 -osta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,18 55,30 55,16 55,28 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,36 12,39 12,355 12,385 helsingfors. 5,445 5,455 5,445 5,455 Laris ..... 16,365 16,405 16,37 16,41 Holland ... 167,91 168,25 168,01 168,35 .Italien .... 19,48 19,52 19,48 19,52 3 Är ef ‘ ümerltangche iWutea.............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,91 55,13 Englische Note» ................. 12,32 12’36 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 167,59 168,27 Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. 61,88 62,12 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.............. — Schwedische Noten............... 63,48 63,74 Schweizer Noten................. 80,20 80.52 Spanische Noten................. 33,71 Ungarische Roten................ 109,4 109,4 109,4 31,5 31,5 31,25 2,35 2,3 2,4 8,75 8,8 8,8 8,5 8,6 8,65 8,6 8,65 8,65 13,3 13,4 13,3 9,75 10 10 .M.118 Drittes Blatt A^s Der Provinzialhauptstadt. t Schmückt Balkone und Fenster mit Blumen! Jedes -aus, das Blumen an den Fenstern hat, wirkt wohnlich und anheimelnd. Geschmückte Ballone und Blumenfenster beleben das Straßenbild und geben der Stadt oder dem Dorf ein freundliches Aussehen. Für viele Stadtbewohner ist der Balkon, oft auch nur das Fenster, der einzige Platz, der ihnen den Garten ersetzen muß. Nun ist es Zeit, mit der Ausschmückung der Balkone und Fenster zu beginnen. Die Blumenkasten sind nachzusehen, die Abzugslöcher werden mit kleinen Steinchen gesichert. Darauf kommt eine Schicht Torfmull. Dann kann die frische Blumenerde eingefüllt werden. Der Torfmull saugt das überflüssige Gießwasser auf und gibt es nach und nach wieder an die Erde ab. Wer keinen Garten hat, läßt sich die Blumenkasten am besten beim Gärtner mit guter Komposterde füllen, denn die Blumen stehen auf einem sehr kleinen Raum und bedürfen guter Erde. Wenn man keine Kasten hat, muß man versuchen, die Blumentöpfe gegen die sengenden Sonnenstrahlen und den ausdörrenden Wind zu schützen. Die Bretter, die man vor die Töpfe stellt, genügen nicht. Man stopft deshalb zwischen die einzelnen Töpfe Moos oder Torfmull und halte diese Schicht immer feucht. Für das Gedeihen der Pflanzen ist die Lage des Fensters oder des Balkons von größter Wichtigkeit. Aber auch der nach Norden gelegene Balkon braucht keineswegs ohne Schmuck zu fein. Da gedeihen noch Farnkräuter, Immergrün, Efeu, Tradeskantie, Afpi- distra usw. Man muß diese bescheidenen Pflanzen nur richtig pflegen und düngen. Vor allem muß man ihnen — wenn nötig — morgens und abends Wasser geben, nicht nur oberflächlich gießen, sondern durchdringend Wer seine Pflanzen beobachtet, wird bald merken, wieviel Wasser zu geben ist, denn auch ein Uebermaß kann schaden. Vom Juli ab kann man zweimal wöchentlich einen Dungguß geben. Am bequemsten sind hier die bekannten Vlumendünger, die man überall kaufen kann und die in Wasser aufgelöst werden. Niemals gieße man mit kaltem Wasser auf der Leitung, auch nicht in der grellen Mittagssonne. Für halbschattige Balkone und Fenster eignen sich vorzüglich Fuchsien. Da gibt es alle möglichen Arten, aufrechte und hängende, einfache und gefüllt blühende in allen Farben. Aber auch Knollenbegonien gedeihen in halbschattiger Lage noch sehr gut. Die besten Erfolge hat man auch mit der Kapuzinerkresse erzielt. Diese überaus dankbaren Blumen vertragen die sengende Sonnenhitze nicht gut. Wie oft sieht man das an Fenstern, die nach Süden zu liegen. Man pflanze deshalb die Kapuzinerkresse an Fenster und Balkone, die ein wenig im Schatten liegen. Dann wird man Freude an ihnen haben. Man kann sie nach unten hängend wachsen lassen, aber auch hoch ziehen. Für die Südwände gibt es sehr viele Blumensorten. Da sind die Geranien, Petunien, Nelken, Lobelien usw. Die besten Massenblüher sind immer noch die Geranien. Mit ihnen kann man auch die größten Farbenwirkungen erzeugen. Es ist nicht gleichgültig, ob der Hintergrund eine farblose, oder eine grau oder gelb verputzte Wandfläche bildet. Zu einem grauen Mauerwerk werden leuchtende, kräftige Farben besser passen als matte Töne. Man darf hierbei niemals die einzelnen Blumen betrachten, sondern muß auch die Fernwirkung berücksichtigen. Die beste Farbenharmonie erzielt man immer mit leuchtendem Rot und dunklem Grün, mit Gelb und Violett oder mit Blau und Orange. Durch Zusammenstellung mit weißen Blumen werden die anderen Farbtöne verstärkt. Dor weißen Wandflächen wirken schließlich alle Farbentöne. Eine der dankbarsten Balkonpflanzen ist die Petunie. Man kennt sie in allen möglichen Sorten und Farben, und wenn sie von üppig wachsenden Schlingpflanzen eingerahmt sind, dann wirken solche Fenster oder Balkone wunderschön. Die Abwechslung ist die Hauptsache. Man darf nicht nach einem bestimmten Schema pflanzen, oder einfach den Nachbar nachahmen. Die Bepflanzung und die Pflege der Balkon- und Fensterblumen ist meistens Angelegenheit der Hausfrauen. Aber auch die Kinder können sich hier schon betätigen. Man lasse deshalb auch junge Herzen und Hände mithelfen bei der Arbeit an den Blumen. Die Kinder sollen die Wunder des sprossenden Lebens mit eigenen Augen sehen und sich daran erfreuen! M. Bornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstr. 26; 20.30 bis 21.30 Uhr (Frauen und Männer) und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSLB., Abt. „Höhere Schule": 16 Uhr Sitzung der Arbeitsgemeinschaft. Es spricht Prof. Dr. Fischer über „Die nordisch-germanische Grundlage der englischen Kultur". (Fachschaft „Neuere Sprachen", gleichzeitig für die Deutfch- kundliche Fachschaft und die Fachschaft „Geschichte"). — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Pygmalion". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Kurier des Zaren". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Engel mit kleinen Fehlern". Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr die Gesellschaftskomödie „Pygmalion" von Bernhard Shaw. Die Spielleitung liegt in den Händen von Wolfgang Kühne. 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Förderung des Volksbüchereiwesens. Die Landesregierung — Abteilung II — hat folgende Verfügung an die Kreis- und Stadtschulämter, die Kreisämter und die Oberbürgermeister von Darmstadt, Offenbach, Mainz, Worms und Gießen gerichtet: Die in den letzten Wochen im Einvernehmen mit mir durchgeführte Umfrage der Staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen in Hessen hat ergeben, daß die Aufwendungn der hessischen Kreise für das Dolksbüchereiwesen ihrer Gemeinden noch sehr unzulänglich sind. In den meisten Fällen wurde Fehlanzeige erstattet oder als einzige Leistung ein Zuschuß für die Kreislehrerbücherei, die nicht den öffentlich zugänglichen Volksbüchereien zuzurechnen find, angegeben. Wenn auch bei der angespannten Finanzlage der Kreise eine ausreichende Unterstützung des volkstümlichen Bücherei- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefstn) greitag, 22. Mai 1956 Amerikanische Austauschstudenten in Gießen. M r 1 —..... Beim Kaffee im Studentenhaus. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Am Mittwochnachmittag trafen die amerikanischen Austauschstudenten zu einem kurzen Besuch in Gießen ein, die die Vereinigung Earl Schurz anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens auf einer „Carl-Schurz-Reise" durch alle mitteldeutschen Hochschulstädte bis an den Rhein führt, um sie mit Deutschland bekanntzumachen. Don Marburg mit großer Verspätung eintreffend, sanden sie in Gießen nur wenig Zeit zu einer knappen Kaffeepause. Nachdem sie auf der Durchfahrt einen flüchtigen Eindruck von der Schönheit unserer Stadt bekommen hatten, wurde ihnen das Beisammensein im Studentenhaus mit den Austauschstudenten der Universität Gießen zu einer hoffentlich bleibenden Erinnerung. Hauptamtsleiter Knecht begrüßte sie auf ihrer schnellen Rundfahrt in Gießen mit Befriedigung darüber, daß sie die Gießener Universität mit eingeschlossen haben in den großen Reiseplan. Der Vorsitzende der Akademischen Austauschstelle der Universität, Prof. Dr. W. Fischer, überbrachte die Grüße des Rektors. Er gab ihnen in launiger Ansprache das neue Schlagwort: „Jeder amerikanische Student eine Stunde in Gießen!" mit und machte sie vertraut mit den Wechselbeziehungen des Landes Hessen und der Universität Gießen zu Amerika. Er erinnerte die Studenten daran, daß die Hessen wertvolle Kolonisationsarbeit drüben verrichtet haben und daß selbst in Gießen eine Auswanderungsstelle für Amerika bestand. Dazu kamen die besonderen Beziehungen der Gießener Universität zum Harvard College, an dem Karl Fallen, eine der stärksten Persönlichkeiten unter den Deutschamerikanern neben Carl Schurz, als Lehrer wirkte. Bezeichnend ist, daß die erste angelsächsische Grammatik in Amerika von einem Klipstein gedruckt wurde, dessen Name in Gießen und Oberhessen noch heute vorkommt und der den Titel des Gießener Ehrendoktors führte. Ein Spiel des Zufalls ist es, daß 100 Jahre, nachdem der Gießener Karl Fallen die Universität Harvard verlassen mußte, ein anderer Gießener Professor, der Ordinarius für deutsche Philologie Dr. Vieta r, als Gastprofessor an das Harvard College berufen wurde. Prof. Dr. Fischer wünschte den Gästen frohe Stunden und viele Eindrücke auf der schnellen Fahrt, damit die Jugend die. Brücke baut zur Jugend und zur Verständigung der Völker untereinander. Bürgermeister Dr. Hamm verstand es in humorvoller Weise den Studentinnen und Studenten die guten Beziehungen Gießens zu Amerika verständlich au machen, die durch zahlreiche Besuche immer wie- oer vertieft wurden. Ganz besonders unterhält die Gießener Bürgerschaft zu den Gesangvereinen und den Turnern jenseits des Meeres jahrelange, persönliche Verbindungen, die zu erweitern nun auch die Studenten gekommen sind. Er überreichte jedem Gast ein gerahmtes Bild der Universität mit einer Widmung, das viel Freude machte. Gerhard I. Krüger vom Wittenberg College Springfield, der in Göttingen studierte, sprach namens der Gäste den Dank für die ferundliche Aufnahme aus. Was er nicht recht zum Ausdruck bringen konnte, das sagte er nachher in der privaten Unterhaltung, daß seinen Kameradinnen und seinen Kameraden das schöne Geschenk des Bürgermeisters am besten von den vielen bisher schon erhaltenen Geschenken gefallen hat, weil es eine bleibende Erinnerung ist. Von dem Kanzler der Universität Professor Dr. Hummel, dem Direktor Dr. Grebe vom Studentenhaus und dem Studentenführer Frank verabschiedet, setzten die Gäste ihre Fahrt nach Frankfurt a. M. fort. ** Eine Himmelfahrtsenttäuschuna brachte uns der gestrige Feiertag. Statt des nach dem Verlauf der vorhergehenden Tage allgemein erwarteten schönen Ausflugswetters machten die Eisheiligen verspätet ihren Besuch. Sie brachten eine Temperatur mit sich, die den Aufenthalt in der möglichst noch geheizten Stube angenehmer machte, als den Spaziergang ober sogar das Sitzen im Freien. Wenn trotzdem der Wandererverkehr verhältnismäßig lebhaft war, so mußte das auf die gestrigen Sternwanderungen zurückgeführt werden. Jedoch dürften leider die Ausflugs-Gastwirte mancherlei Enttäuschung erfahren haben. Von Unglücksfällen ernsterer Art bei dem gestrigen Verkehr ist bisher nichts bekannt geworden. ** Goldene Hochzeit. Der Oberpostfchaff- ner i. R. Georg Schmalz und Frau Wilhelmine, geb. Lattermann, Bleichstraße 35 wohnhaft, begehen am morgigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Mai verstorben: 3. Mai: Wilhelm Nagel, Oberpostsekretär im Ruhestand, 69 Jahre alt, Crednerftraße 1. 4.: Luise Mayer, geborene Majewski, 53 Jahre alt, Liebigstraße 37. 5.: Otto Pickert, Kaufmann, 78 Jahre alt, Frankfurter Straße 27; Marie Sommerkorn, geborene Pfeiffer, 73 Jahre alt, Ederstraße 21; Luise Weber, geborene Waldschmidt, 77 Jahre alt, Welckerstraße 8. 7.: Eduard Silbereifen, Fabrikant, 66 Jahre alt, Alicen- straße 22. 8.: Anton Semmler, Hausbursche, 37 Jähre alt, Gaffkystraße 11; Wilhelm Schöttler, Architekt, 49 Jahre alt, Wilhelmstraße 6. 9.: Irmgard Wieth, 7 Jahre alt, Kaiserallee 127. 12.: Gustav Schad, Kaufmann, 77 Jahre alt, Ludwig- straße 24. 13.: Martha Wolf, geborene Kauermann, 37 Jahre alt, Anneröder Weg 21. 14.: Heinrich Wilhelm Krieger, Schriftsetzer, 85 Jahre alt, Ebelstraße 20. 15.: Katharine Berg, geborene Hendrich, 58 Jahre alt, Stephanstraße 34. ** Bildnis-Aus st ellung. Unser Mitbürger Louis Frech, den Lesern des Gießener Anzeigers aus manchen heimatgeschichtlichen Beiträgen gut bekannt, ist in Anerkennung der Verdienste, die er sich um die städtische Geschichte erworben hat, im Auftrage der Stadt von dem hiesigen Maler Hans Hagenauer gemalt worden. Das vortreffliche Brustbild ist zur Zeit im Schaufenster der Ferber- schen Universitäts-Buchhandlung, Seltersweg, ausgestellt und soll später an einer geeigneten Stelle aufgehängt werden ** Eine Polizei-Verordnung über d i e Bekämpfung des Kartoffelkäfers bringt der Oberbürgermeister im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Die Versteigerung von Nachlässen kündigt das städtische Wohlfahrtsamt im heuttgen Anzeigenteil an. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten. ** Kleine Unglücksfälle. Der 20 Jahre alte Ernst L o e b e r von hier, Brandgasse 7 wohnhaft, wurde mit einem Unterschenkelbruch in die Klinik eingeliefert. — Der 32 Jahre alte Ernst Römer aus Wieseck mußte mit einem Unterarm» bruch und Verletzungen am rechten Auge ebenfalls in Klinikbehandlung verbracht werden. Mrine-SA. wirbt für das Dankopfer der Nation. wesens noch nicht erwartet werden kann, so ist es doch wichtig, daß sich die Kreise ihrer Aufgaben beim Auf- und Ausbau des ländlichen Büchereiwesens bewußt werden und im Rahmen des Möglichen nach Kräften mitarbeiten. Diese Forderung entspricht auch den von der Reichsstelle für volkstümliches Büchereiwesen aufgestellten Grundsätzen: „Der Kreis muß viel mehr zur Mitarbeit gebracht werden. Es gehört durchaus zu den kulturellen Aufgaben der Kreisverwaltungen, daß sie auch geistiges Leben in den ihnen unterstellten Gemeinden pflegen. Darum ist die Fürsorge für die Dorfbüchereien in ganz starkem Maße mit eine Angelegenheit der Kreise." Ich erwarte, daß die Kreise auch für diese Aufgaben volles Verständnis zeigen. Wegen der Einzelheiten dieser Zusammenarbeit wird in meinem Auftrage der Leiter der Staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen sich mit den Kreisämtern und Kreisschulämtern, soweit noch nicht geschehen, unmittelbar in Verbindung setzen. Den Kreisen, die bereits Mittel zur Verfügung stellen bzw. dies in Zukunft tun werden, wird es zur Pflicht gemacht, die Mittel da einzusetzen, wo sie am notwendigsten sind, und auf eine Weise, die eine möglichst zweckoolle Anlegung gewährleistet. Um dies zu erreichen, besonders auch um Doppel- und Fehlleistungen von vornherein auszuschalten, ist es unbedingt notwendig, daß die Verwendung^ dieser Mittel durch die Kreisämter und Kreisschulämter nur in enger Zusammenarbeit und nur mit Zustimmung der von mir beauftragten Landesstelle, die durch ihre laufenden Erhebungen und unmittelbaren Fühlungnahmen allein einen zuverlässigen Ueberblick über die Lage und die Notwendigkeiten der einzelnen Büchereien eines Kreises haben kann, erfolgt. Betreuung der schulentlassenen männlichen Jugend ohne Lehr- und Arbeitsstelle. Den Kreis- und Stadtschulämtern ist die nachstehende Verfügung der Landesregierung — Abteilung II — zugegangen: Die Zahl der Schulentlassenen, die keine Lehrstelle finden konnten, ist in diesem Lahr verbaltn^- mäßig groß. Um zu verhindern, daß hierdurch und durch die heranstehenden schwachen Jahrgänge in einigen Jahren ein empfindlicher Mangel an gelernten Arbeitskräften eintreten kann, wird, demnächst durch die Arbeitsämter und die DAF. folgende Sondermaßnahme durchgeführt: Die berufsschulpflichtigen männlichen Jugendlichen ohne Lehr- und Arbeitsstelle werden in besonderen Gemeinschaften zusammengefaßt und zunächst ein halbes Jahr beruflich betreut. Drei Tage in der Woche werden sie an Metall, Holz, Leder, Papier usw. handwerklich vorgeschult, einen Tag genügen sie ihrer Berufsschulpflicht und je ein weiterer Tag ist der körperlichen und weltanschaulichen Schulung gewidmet. Der Berufsschule fällt hierbei die Aufgabe zu, die durch die Maßnahme erfaßten Schuler m besonderen Klassen zusammenzufassen und sie in Anlehnung an entsprechende Lehrpläne der Fachklassen zu beschulen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß eine direkte Ausrichtung auf einen bestimmten Beruf nicht erfolgen soll. Ich ersuche Sie, die Durchführung obiger Maßnahmen zu fördern, zumal der Schule besondere Kosten nicht erwachsen. Haus- und Gtraßensammlung des Reichslustschutzbundes. Arn (Samstag, 23. Mai, und Sonntag, 24. Mai, wird zum ersten Male seit seinem Bestehen auch der Reichsluftschutzbund mit Genehmigung des Reichsministers des Innern im ganzen Reichsgebiet eine Haus- und Straßensammlung veranstalten. Zur Durchführung seiner bedeutsamen Aufgaben bedarf der Bund der tatkräftigen Unterstützung des ganzen deutschen Volkes. Darum, deutsche Volksgenossen, spendet am 23. und 24. Maik Ihr tut es um der Familie und der Volksgemeinschaft willen! . -X Die dcutfthe Arbeitsfront n;8.?öemeinf(häft „firaft durch freute" Heute abend veranstaltet das Gauschulungsamt, Abteilung Volksbildung, um 20.30 Uhr, im großen Saale des Studentenheimes, Gießen, Leihgesterner Weg 16, einen Vortragsabend „Landschaft und Volk", bei dem Pg. Professor Roedemeyer, Dr. Stander und Architekt Hellwig sprechen werden. Wir laden alle Volksgenossen ein und bitten um zahlreiches Erscheinen. Volkstanzkreis. Heute abend ist im Saal im Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18, Uebungsabend des Volkstanzkreises. Zu Pfingsten mit dem Omnibus nach INittenberg am Main. Zu Pfingsten fährt ein Omnibus nach Miltenberg am Main. Die Fahrt geht ab am 31. Mai vormittags bis 1. Juni abends. Der Teilnehmerpreis beträgt ab Friedbera 10,20 Mark einschließlich 1 Mittagessen, 1 Abendessen, 1 Uebernachtung mit Frühstück. Anmeldungen müssen bis spätestens Montag abend auf der „KdF."-Dienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, ober in Friedberg aufgegeben werden. Schöffengericht Sieben. Der mehrfach vorbestrafte 23 Jahre alte H. B. von Berstadt hatte in der Nacht zum 3. und zum 24. Februar einem Juden die Fensterscheiben ein- geschlagen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten und zur Kostentragung. Der Angeklagte ist bereits einmal wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1935 vorbestraft. Das Gericht führte in der Urteilsbegründung aus, daß derartige Handlungen keinesfalls dem Wohle des Reiches dienen und nur schädigend gegen Partei und Staat sich auswirken. 4.H • .8 >>!<$: — - "M. 'K Einzeichnungsstelle bei den Kriegsschiffmodellen. Die Marinestürme 11/34 und 13/34 Gießen unterstützten die Werbung für das Dankopfer der Nation durch die Ausstellung zweier Schiffsmodelle gegenüber ihrer Sturmdienststelle („Auerhahn") in der Sonnenstraße. Die Ausstellung, die während der verkehrsreichen Stunden des Tages gezeigt und mit SA.-Posten besetzt wurde, erinnerte die Vorübergehenden in sinniger Weise an die Wiederherstellung der Wehrfreiheit durch den Führer und hat manchen dadurch veranlaßt, auch sein Scherflein in den Einzeichnungsstellen beizutragen. Die beiden Modelle sind von der Marine-HI. Gießen gebaut und stellen in naturgetreuer Wiedergabe das Panzerschiff „Admiral Scheer" und den Kreuzer „Leipzig" im Verhältnis 1:100 dar. Das Kreuzermodell ist sogar mit zwei kleinen Elektromotoren ausgerüstet und schiffbar. Diese Modelle werden übrigens, wie wir hören, demnächst gemeinsam mit weiteren Arbeiten auf einer Ausstellung der Marine-HI. Gießen gezeigt und oorgeführt werden. Nationale pflicht! Mitglied des Reichsluftschuhbundes zu sein ist nationale Pflicht. Mitzuarbeiten ist Sozialismus der Tat! Lunge Musik in Deutschland. Don Or. Erwin Kroll. Wenn man sagt, daß die deutsche Wandlung unfern Taae im wesentlichen das Werk einer neuen Jugend sei, so gilt es, diesen Begriff „neue 3u» genb" richtig zu fassen. Nicht alles, was heute als jugendlich ausgerufen wird, ist wirklich jung, und das, was man bisweilen als verkalkt und „bartbehangen" abtut, braucht nicht immer wirklich greisenhaft zu sein. Zugegeben: der tatsächliche Unter- schied zwischen alt und jung ist heute immer noch groß, aber er ist weniger an die Jahre als an die innere Einstellung der Zeitgenossen gebunden. Auch im Bereiche der Musik steht neu gegen alt. Aber es gibt sehr junge Komponisten, die greisenhafte Musik machen, und es gibt ziemlich alte, deren Schöpfungen musikalisches Neuland erschließen. Die wirklich junge Musik ist kaum an die Jahre der- jenigen gebunden, die sie schaffen. Rein zeitmäßig betrachtet kommt die älteste Generation unserer lebenden Komponisten von der Spätromantik her. Aber hat nicht der bedeutendste Spätromantiker unserer Tage, Hans P f i tz n e r, Werke geschaffen, die an vorwärtsweisender Kühnheit mit den Jüngsten wetteifern können? Seine cis-moU-Symphonie z. B. ist, obschon die Schöpfung eines Sechzigjährigen, gerade unserer Jugend aus der Seele gesprochen. Neben Pfitzner aber wirkt eine Reihe nur wenig jüngerer Spätromantiker, deren Musik keineswegs als überholt und altmodisch gelten kann, sondern uns zeigt, daß mit der Beibehaltung oder Weiterführung überkommener Formen keineswegs inhaltliche Grftarrung verknüpft zu sein braucht, und daß die vielgcscholtene Romantik nun einmal der Jungbrunnen ist, aus dem die deutsche Musik immer wieder schöpfen muß. Da schreibt z. B. Rudolf Siegel, der Schöpfer einer der schönsten komischen Opern seit dem „Barbier von Bagdad" und dem „Corregidor" — sie heißt „Herr Dandolo" — ein kleines Liederspiel auf altdeutsche Texte, das in der kunstvollen Linienführung der Singstimmen und der sie umspielenden, köstlich gelockerten Kontrapunkte einiger weniger Begleitinstrumente ganz gegenwartsnah wirkt und dabei doch die naturselige Innigkeit zeitloser Romantik atmet. Da schaffen, um nur noch einige, wenige Namen zu nennen, Max Trapp (geb. 1887) und Kurt von W o l f u r t (geb. 1880) Jnstrumentalwerke, die, unberührt von den Gefahren spätromantischer Verneblung, klare Umrisse und musikantischen Schwung zeigen. Wenn sich diese Musiker an der Kunst der großen Barock- 9 Jl.-Spott lovoyobeieinemSiraßemenlien Riesenerfolg der Berliner Städtestaffel. 100 000 Menschen sahen am Himmelfahrtstag im Norden Berlins die erste Wiederholung der Rad-Städtestaffel, an der sich 16 Mannschaften beteiligten. Auf der drei Kilometer langen Rundstrecke waren insgesamt 45 Kilometer zuruck- zulegen. Die Stuttgarter Mannschaft, deren besonderer Vorzug in einer gesunden „Mischung" von ausgesprochenen Bahn- und Straßenfahrern liegt, gewann in 1:03:34,3 Stunden vor Chemnitz und Köln. Der Stuttgarter Bahn- und Straßenfahrer Weimer zeigte sich im Endspurt allen seinen Mitbewerbern überlegen. Die Berliner haben in diesem Jahre wenig Glück. Nachdem im Vorjahre der Stab verloren ging, machten diesmal zwei Stürze von Herb. Schmidt und Kaluppa alle Aussichten zunichte, und so reichte es nur zum vorletzten Platz vor den wirklich vom Pech verfolgten Leipzigern, bei denen nach einem Reifenschaden von Aurich auch noch ein Wechsel verunglückte. Don Beginn an drückte man scharf auf das Tempo, und das Stundenmittel sank in keiner einzigen Runde unter 40 Kilometer. Besonders die Kölner, Stuttgarter, Bielefelder und Hamburger machten sich um die Führung verdient. Ober- quelle- Bielefeld, der beim ersten Stabwechsel leicht stürzte, aber dennoch den Anschluß nicht verlor, unternahm in der 14. Runde einen Vorstoß und kam etwa 50 Meter vom Felde weg, aber bald darauf sah er sich wieder eingeholt. Nachdem auch Frankfurt a. TL, Breslau und Stettin zurückgefallen waren, bogen noch elf Fahrer in die leicht ansteigende Sonnenburger Straße. Weimar gewann leicht. Straßen-Naiionalmannschast in Nürnberg. Zum siebenten Male in der neuen Rennzeit startete am Himmelfahrtstag die deutsche Nationalmannschaft der Amateur-Straßensahrer in einem Rundstreckenrennen, das rund um den Nürnberger Flughafen führte und eine Gesamtlänge von 105 Kilometer aufwies. Auf der 7,5 Kilometer langen Rundstrecke hatten sich trotz strömenden Regens rund 10 000 Zuschauer eingefunoen, die die Fahrer immer wieder durch stürmische Zurufe zu ermuntern suchten. 48 Fahrer fanden sich am Start ein. In den bei» den ersten Runden sah man den Bielefelder Oberdeck vor G r o n w a l d (Berlin) an der Spitze. Zwei Runden später hatte sich der Chemnitzer Hup - f e l d auf den ersten Platz gesetzt. Nun wechselte die Führung fast ununterbrochen. Oberbeck, Scheller (Nürnberg), Schulze (Chemnitz), Woelkert (Schweinfurt), Fischer (Düsseldorf) und Dubaschny (Berlin) sah man verschiedentlich sogar mehrere Male in Front. Im Endspurt lagen noch 17 Fahrer beisammen. Der spurtschnelle Berliner Dubaschny, der schon bei „Rund um Frankfurt" sein großes Können offenbarte, gewann nach einer Fahrzeit von 2:41:55 vor dem dichtauf folgenden Düsseldorfer Fischer und Scheller (Schweinfurt) (weitere fünf Meter zurück). Generalversammlung des M. Reichsbahn. Der VfB.-Reichsbahn hielt am Mittwoch im Vereinsheim am Waldfportplatz feine diesjährige Generalversammlung ab, die der Vereinsführer Reichöbahnrat Niederstraßer mit Begrüßungsworten und dem Hinweis auf den Uebergang der Turn- und Sportverbände in den DRfL. eröffnete. Die Reichsbahn-Turn- und Sportvereine werden bestehen bleiben und geschlossen dem Reichsbund eingealieüert. In einer ueberficbt über die Entwicklung Des Vereins konnte der Vereinsführer ein Anwachsen der sportlichen Aufbauarbeit und fortschreitende wirtschaftliche Gesundung berichten. In der Sportarbeit waren es besonders die Abteilungen Fußball und Leichtathletik, die sich ausgezeichnet haben. Der Mitgliederbestand ist trotz des Ausscheidens von Soldaten auf gleicher Höhe geblieben. Die rund 1200 Mitglieder, von denen ein großer Teil Eisenbahner sind, können sportlich und finanziell nicht so gewertet werden, wie die eines reinen Sportvereins; denn es liegt an der Art des Gießener Eisenbahnpersonals, das überwiegend Fahrpersonal ist, daß es sich nicht so regelmäßig turnerisch oder sportlich betätigen kann. Nachdem der Verein über die Schwierigkeiten des letzten Jahres hinweggekommen ist, stehen ihm neue Zukunftsaufgaben bevor. Die Sportanlage, die in den letzten Jahren stark gelitten hat und nicht so laufend erneuert werden konnte, wie es einem guten Verein entspricht, bedarf besonderer Zuwendungen. Neben dem Sportplatz bedarf auch die Turnhalle einer Reihe von Erneuerungen, die erhebliche Aufwendungen fordern. Auf dem Sportplatz soll zunächst die Duschanlage in einen besseren Zustand gebracht werden. In die Turnhalle soll eine Waschanlage eingebaut werden. Auf dem Sportplatz sind nun auch die Betonmauer, der Durchgangsweg zur Galerie und diese selbst in einen besseren Hustand zu versetzen. Zu den Aufwendungen für die Turnhalle, deren Umkleideräume erst kürzlich heraerichtet wurden, zählt namentlich die Erneuerung der Fenster. Bei all diesen Maßnahmen aber wird der strenge Sparwille im Vordergrund bleiben. Für die treue Mitarbeit des hiesigen Geschäftsführer M ü s s i n g, der anläßlich seiner Versetzung bereits durch ein Bild des Führers ausgezeichnet wurde, sprach der Vereinsführer ihm nochmals Dank und Anerkennung aus. Mit feiner Vertretung wurde Bellof und zum Abteilungsleiter der Leichtathletik, Sportlehrer Fischer bestellt. Oer Leiter der Fußballabteilung, Gemmer, gab sodann seinen Tätigkeitsbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß die Aufbauarbett sich bewährt hat. Der Verein konnte drei Mannschaften ins Feld stellen, die von 117 ausgetragenen Spielen 55 gewinnen und 20 unentschieden gestalten konnten und 42 verloren. Die 1. Mannschaft gewann von 46 Spielen 23, verlor 16 und spielte siebenmal unentschieden. Das Torverhältnis betrug 111:92. Die 2. Mannschaft gewann von 32 Spielen 12, verlor 16 und spielte 14mal unentschieden. Die 3. Mannschaft gewann von 39 Spielen 20, verlor 7 und spielte zwölfmal unentschieden. Die 1. Mannschaft nimmt in der Bezirksklasse den 4. Platz ein, obwohl sie durch ernstere und lange anhaltende Verletzungen ihrer besten Spieler stark zu leiden hatte. Sie konnte gegen spielstarke Mannschaften gut abfchneiden und hat in letzter Zeit erfolgreiche Gesellschaftsspiele ausgeführt, so daß sie dem Fußballsport an sich gute Anregungen brad)te und den Gießener Fußballfreunden namentlich tüchtige süddeutsche Mannschaften vorführte. Besondere Anerkennung sprach G e m m e r der Jugend aus, die sich tapfer gehalten und schöne Spiele durchgeführt hat. Oer Leiter der Fußball-Iugendabteilung Bernhardt, konnte ein Anwachsen der Zahl der Jugendlichen von 35 auf 74 melden, so daß trotz des Aufrückens von 10 Mann zu den aktiven Spielern 3 Jugend- und 2 Schülermannschaften gebildet werden konnten. Obwohl es nicht immer leicht war, für diese 5 Mannschaften Spielrnöalichkeiten zu schaffen, hat sich der Spielbetrieb günstig entwickelt, so daß Der I Verein über gutes Sptetermafedat in seiner Jugönd verfügt. Die 1. Jugendmannschaft hat in ihrer Gruppe die Meisterschaft mit 18:2 Punkten errungen, in den Zwischenrunden um die Kreis- meisterschast war sie führend. Die Entscheidung fällt am nächsten Sonntag. Auch die arideren Mannschaften haben sich bewährt, was sie der treuen Obhut ihres Trainers, des Sportkameraden Post, verdanken. Oer Leiter der Handballabteilung, Balser, der nicht immer die Führung hatte, konnte über wechselvolle Spielerfolge berichten. Namentlich durch den Fortgang von Soldaten hat die Abteilung stark gelitten, aber sie will sich in Zukunft nur auf ihren Nachwuchs verlaßen, der sich gut anläht. Durch die Zusammenarbeit mit den Leichtathleten soll der Jugendarbeit und dem Ausbau besondere Pflege gewidmet werden. Oer Leiter der Abteilung Leichtathletik, Fischer die an 24 Veranstaltungen beteiligt war, teilte mit, daß die Abteilung eine noch nie erreichte Siegeszahl erringen konnte. Sie erkämpfte sich 155 erste, 120 zweite und 80 dritte, also insgesamt 355 Preise, unter denen sich manche sehr wertvolle und auch schwer zu erringende Siege befanden. Auf dem Bezirkssportfest der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine der Direktion Frankfurt errang die Abteilung trotz stärkster Konkurrenz, noch dazu ohne Luh, den Ehrenpreis des Frankfurter Präsidenten und 9 von den 11 Ehrenpreisen, sowie ein Relief für die beste Sonderleistung. Es gereicht der Abteilung zur Ehre, daß Luh in die Olympia-Kernmannschaft berufen wurde. Im Vorjahr konnte er als 20jähriger den sechsten Platz bei den Deutschen Meisterschaften erringen, und mit feinem Wurf von 15,07 Meter steht er an dritter Stelle Tn Deutschland. Die Abteilung zählt etwa 30 Aktive, 40 Jugendliche. 20 Schul«? und 25 Frauen. Trotz des zahlreichen Abganges ziM Arbeitsdienst und zum Militär hat sich die Tlaxm, schäft gut gehalten. Die Jugend konnte die (Sau. lugendmannfchastsmeisterfchaf^ erringen. Oer Leiter der Turnabteilung, Hans Köhler, der 35 Schüler und 30 Schülerinnen, sowie 50 Jugendturner zu betreuen hat, wies gleichfalls rege Betätigung und gute Erfolge auf. Die Schwimm- abteilung unter Hellmuth Köhler konnte sich nicht in gewünschter Weise entwickeln, aber ihr, wie der Frauen-Abteilung, die von Bellof geführt wird, sollen besondere Pflege zugewandt werden. Nach dem Vortrag des Kassenberichtes wurde auf Anregung aus der Versammlung dem Vereinsführer, Reichsbahnrat Nieder st raßer, unter dessen Leitung sich der Verein in jeder Hinsicht wieder emporgearbeitet hat, so daß er nicht nur finanziell gefestigt datteht, sondern auch durch einen zahl- reichen Nachwuchsstamm einen sportlichen Wiederaufstieg vor sich hat, Dank und Anerkennung ausgesprochen, und Mitglied Simon schlug seine einstimmige Wiederwahl vor, die spontan oorgenom- men wurde. Der Dereinsführer nahm dis Wiederwahl an, bestellte Reichsbahnrat Wahr» l i ch zu seinem Stellvertreter und bestätigte die bisherigen Mitarbeiter. Zum Verbindunasmann zwischen dem Verein und der HI. wurde Jugend- kamerad Zecher berufen. Nach einem Hinweis auf das Bezirksturnfest der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine am 21. Juni in Hersfeld, zu dem ein verbilligter Sonderzug durchgeführt wird, weil damit die Jubiläumsfeier der Stadt verbunden sind, schloß der Vereinsführer die Versammlung mit dem Treuegelöbnis zum Führer. Gwßstaffel-Lauf in Gießen. 3m Olympiajahr wird die Reihe der großen Leichtathletikoeranstaltungen in Gießen durch den Großslaffel-Lauf „Rund um die Anlage n", der am kommenden Sonntag zum Austrag kommt, eingeleitet. Die Ortsgruppe Gießen des DRL. hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeweils zu Beginn der sommerlichen Wettkampszeit diese Veranstaltung durchzuführen, wodurch der in früheren Jahren bereits durchgeführte Lauf „Rund um die Anlagen" wieder aufleben soll. Die Einrichtung dieses Staffeltages wird von den Gießener Leichtathleten sehr begrüßt, und es liegt m n an den Vereinen, ohne Rücksicht auf die Gegnerschaft zahlreiche Meldungen zu erfüllen. Für alle Leichtathleten soll dieser Staffeltag eine Prüfung sein für die im Winter geleistete Sorbe« mtungsarbeit. Es ist Pflicht und Ehrensache aller Leibesübung treibenden Vereine und Formationen, sich an diesem Lauf zu beteiligen. Der DRL. will mit dieser Veranstaltung erreichen, daß gerade im Olympiajahr der Gedanke an die Leibesübung mehr denn je unserem Volke vor Augen geführt wird. Darüber hinaus sollen diese Veranstattungen nicht nur eine Werbung sein, sondern sie sollen allen deutschen Männern und Frauen Gelegenheit zur sportlichen Betätigung geben. Nicht nur die Besten sollen in diesem Kampfe stehen, sondern alle die, die bereit sind, sich für ihren Verein zur Verfügung zu stellen. Gleichgültig, ob Anfänger oder überragender Könner, allen soll die Möglich, keit gegeben werden, sich an diesem Lauf zu beteiligen. Es darf deshalb in Gießen keinen Verein geben, der sich etwa deshalb nicht an der Staffel beteiligt, weil er fürchtet, daß feine Mannschaft nicht Sieger wird. Wir glauben nicht, daß es heute noch derartig eingestellte Vereine gibt, und dürfen deshalb hoffen, daß diese Veranstaltung zu einem bedeutenden sportlichen Ereignis wird. Der Start für alle Herren- und Jugendklassen befindet sich an der Straßenecke Hitlerwall-Gar- tenstraße, der der Frauenklasfe an Der städtischen Waage im Horst-Wessel-Wall. Das Ziel ist für sämtliche Mannschaften am Stadttheater. Zeitplan: 11.00 Uhr Start der Frauenklasse 11.15 „ „ „ Jugendklasse 11.30 „ „ „ Sonderklasse 11.45 „ „ „ Klasse B 12.00 „ „ „ Hauptklasse. So rüstet euch nun Leichtathleten und beweist, daß ihr die Bestrebungen des DRL. unterstützt. Fußball und Handball am Himmelfahrlslag. Allzu umfangreich war das Sportprogramm des Himmelfahrtstages nicht, es gab aber eine Reihe interessanter Veranstaltungen. 3m Fußballfport war das Stuttgarter Everton -Spiel das wichtigste Ereignis. Im vierten Spiele stand den Engländern eine sehr starke deutsche Mannschaft gegenüber, die verdient mit 4:2 (3:0) Toren gewann. Der Wormser Linksaußen Fath und der Bonner Rechtsaußen Elbern schossen jeweils zwei Treffer, neben ihnen war der Wormser Eckert der beste Stürmer. Sonst war die deutsche Elf ausge- zeichnet, Läuferreihe und Hintermannschaft waren ohne Fehler. Die beiden Tore der Engländer erzielte der Halbrechte Cunlisse. Das Spiel hatte in der Stuttgarter „Adolf-Hitler-Kampfbahn" Rieseninter- esse gefunden, es wohnten dem Spiele rund 25 000 Zuschauer bei. Danzigs Fußballer trugen ihr zweites Spiel gegen eine Ludwigshafener Stadt- e l f aus und gewannen 2:1 (2:0). 3m Kampf um den „T f ch a m m er - P o k a l" meister geschult haben, so verwarfen sie doch weder die reichen musikalischen Mittel der Romantik, noch gingen sie achtlos an den strengeren Ausdrucksformen der Gegenwart vorüber. Es ist Zucht und Verantwortlichkeit und eben deshalb Jugend in ihrem Schaffen. Die Anknüpfung ans musikalische Barock ergab sich in dem Augenblicke, als die junge musikalische Nachkriegsgeneration in einem zertrümmerten, ent» götterten Deutschland nach neuen Idealen suchte. Die Romantik zu entthronen wurde damals als Verdienst angesehen; Expressionismus, Atonalität, Neue Sachlichkeit sollten an ihre Stelle treten. Ein Schlagwort jagte das andere, und viel starkes jugendliches Wollen ging bei dieser Jagd verloren. Ein kundiger Beobachter dieser Zeit mußte sich noch kürzlich von Hindemith, den er „als die größte musikantische Begabung der jungen Generation bezeichnet, zu dem Wunsche bekennen: „Möchte er sich harmonisch immer mehr wieder zu fester Tonalität zurückfinden und nach so langem Spötteln sich nicht mehr vor seiner eigentlichen religiösen Wärme genieren". Es spricht manches dafür, daß Hindemith, der die Vierzig inzwischen auch schon überschritten hat, zu solcher Läuterung gelangt ist. Aus jeden Fall hat er und die musikalische Jugend, die ihm folgte, sich auseinanderfetzen müssen mit den gewaltigen kulturpolitischen Wandlungen, die uns das neue Deutschland bescherte, und diese Auseinandersetzung beherrscht heute die jüngste Musikergeneration naturgemäß noch stärker als die Aelteren. Diese Musiker um Zwanzig und Fünfundzwanzig herum find heute keineswegs alle in einem Lager geeint. Gewiß hat das Gemeinschaftserlebnis für sie, die Söhne eines endlich wieder geeinten Volkes, eine neue Bedeutung bekommen. Aber Musik ist nun einmal eine Kunst, die auch Der Einsamkeit bedarf, und so sucht mancher junge Schaffende abseits von der großen Heeresstraße seinen Weg. Zu ihnen zahlt der Süddeutsche Karl Höller, von Dem neu» !!$ Cm ®enner gesagt hat: „Er ist einer Der rassig- jtcn Vertreter unserer jungen Generation, ober er sihreibt keine „Jugendmusik". Er kennt keine Bindungen an kadenziale Begriffe und Tonarten, aber siok sich nie der Zwölftonreihe eingegliedert. Er •ft Süddeutscher, aber er schreibt keine „Bauern« (roie fein in letzter Zeit vielgenannter Landsmann Werner E g k). Er kommt von der Bamberger Domorgel und vom gregorianischen Choral, aber er musiziert nicht katholisch. Er ist Romantiker ufro. Wenn in diesen Sätzen auf eine „Jugend musik besonderer Art angespielt wird, so bedarf das einer Erklärung. Tatsächlich hat es — und zwar schon lange vor dem Kriege — eine Jugendbewegung gegeben, die sich bewußt nicht nur oon den Alteren, sondern auch von Den Gleichallri- gen abfonDerte. Sie entftanD in DeutschlanD um Die JahrhunDertwenDe und lebte sich auch mufita- lifch aus. Vom „Wandervogel" führte ihre Entwicklung über Die „FreiDeutsche JugenD", „Freischar" und sonstige BünDe folgerichtig zum Jungvolk, zur HitlerjugenD und zum BunDe Deutscher MäDel. Ein zunächst oft unklares Ringen um neue völkische Ge- meinschaftsiDeale fand darntt seinen letzten, tiefsten Sinn. Was jene musikalischen Gemeinschaften, also den „Finkensteiner Bund" und die sonstigen Singgemeinden und „Musikantengilden" auszeichnete, war der Glaube an Die völkische Aufgabe Der Musik, an ihre gemeinschaftsbilDende Macht, war Die Auflehnung gegen einen veräußerlichten Konzertbetrieb, ein innerlich untätiges sattes Musik- genießen, war Der WiDerwille gegen gespreiztes romantisches Pathos unD jeDe Art von Uebermaß im Gebrauche musikalischer Mittel. Diese Abneigung ist geblieben, und geblieben ist auch Die Liebe zum Volksliede. Gewiß hat es auch hier Wandlungen gegeben, inDem immer mehr Das ältere VolkslieD vorgezogen rourDe, bis sich ihm schließlich Das Kampf- unD Marschlied einer neuen JugenD zugesellte. Die, zunächst keineswegs „musisch" gesonnen, sich erst nach und nach wieder zu einem wirklichen Musizieren vokaler und instrumentaler Prägung zufammengesunden hat. Wenn man dabei der älteren Instrumental- und Vokalmusik den Vorzug gegenüber der romantischen gibt, wenn man neben den alten und neuen Volksliedern Kanons und Madrigale singt und sich an alten Sonaten und Suiten und an alten Instrumenten ergötzt, so entspricht das dem Willen dieser Jugend, immer klarer, einfacher, oolkhaster zu werden. Die oon der ehemaligen Jugendbewegung her- kommenden Komponisten wie Heinrich Kaminski, Armin K n a b, Ludwig Weber, Walter R e i n^ Die ja auch nicht mehr zu Den Jüngsten zählen, fanden mit ihren Schöpfungen naturgemäß hier be- fonDeren Widerhall, unD wenn sie in Der Anknüpfung an Das Alte, in Der Stellung zur Romantik unD in Den besonderen Persönlickkeitswerten ihrer Tonsprache unter sich immer noch verschieden sind so gilt das auch oon Dem kompositorischen Nachwuchs in diesen Kreisen. Hier lasten uns Männer wie Heinrich S p i 11 a, Paul Höffer, Ernst Lothar von Knorr, Kurt Thomas, Hugo Di ft l e r, Ernst Pepping hoffen, daß ihre junge Musik nach und nach immer mehr aus chrem Son- DerDafein heraustreten unD Den Weg zum Herzen Des ganzen Deutschen Volkes finden wird. „Das Beste ist das Wasser." Die berühmten Worte Pindars in feiner Olym- plfchen Ode, daß das Wasser das Beste fei, hatten für Das griechische Altertum auch insofern Bereift tigung, als Die Heilbehandlung mit Wasser hier bereits eine große Rolle spielte. Dr. W. Groh stellt in der Wochenschrift „Hippokrates" einige Zeugnisse aus alten Schriftstellern zusammen, Die zeigen, daß öte Griechen eine Reihe von Grundsätzen hatten, die auch heute noch in der Heilkunde unumschränkte Gültigkeit haben. Schon Thales oon Milet, Der Be- grunDer Der griechischen Philosophie unD Damit Der europäischen Wissenschaften überhaupt, hat den Satz aufgestellt: „Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser. In Der Zett Der hippokratischen Aerzte unD ihrer Nachfolger, Die etwa um 400 o. Chr. be- ginnt, hat Die Wasserbehandlung Dann eine befonDere Rolle gespielt. Die Leitsätze Des Hippokrates enthal- ten die ersten biologisch-medizinischen Grundlagen Dieses Gebietes Der Heilkunde. Von Griechenland aus kam die Lehre auch nach Italien, wo Asklepia- des die Technik der Wasserbehandlung weiter ausbaute. Der Leibarzt des Kaisers Augustus, Muss wurde einer ihrer stärksten Vertreter und gewann solchen Einfluß, daß Das Kaltbaden allgemein ein- geführt wurde: „Wer da will die kurze Zett seines Lebens in Gesundheit zubringen, muß sich recht oft kalt baden. Denn ich kann es kaum genug sagen, wie nützlich diese kalte Waschung sei", erklärte Ori- basius der Leibarzt Des Kaisers Justinian; ebenso sagte Agathinus: „Diejenigen, so Die kurze Zeit Des liebens in guter Gesundheit zubringen wollen, müssen sich oft der kalten Bäder bedienen." Gestützt auf Hippokrates hat Galen genaue Vorschriften von Wasserbehandlung gegeben: er hat auch die Wechselbäder besonders empfohlen, indem er „die Patienten zu den kalten Bädern bereitete, dadurch daß er sie zuvor in das warme tat". Das Kaltbaden gehörte ja auch, wie die römischen Schriftsteller be- richteten, zu der Gewohnhett Der Deutschen. Diese gesunden Anschauungen des Altertums gerieten Dann lange in Vergessenheit, bis sich zuerst um 1700 wieder deutsche, englische und französische Aerzte um Die Einführung Der Wasserbehandlung bemühten und Dann, nach einer neuen Zeit Des Vergessens. Priesnitz, Pfarrer Kneipp, Lahmann, Schweninger unD andere die heutigen Erfolge der Wasserbehandlung einleiteten. Priesnitz, der in der ersten Hälfte Des 19. Jahrhunderts aus genialer Begabung Die WasterbehanDlung methodisch neu durchdachte und in dosierbare Formen brachte, hat Formen Der Anwendung ausgebildet, die bis heutt die Grundlage für jede Wasserbehandlung bilden. gm bcm WSt 5:0- ! Erk-Diel ^einzige E-Sal» Kampfur 6er Sebii * einen großen schmuck. Der Brunnen trui ^alinenschmui ftömten auf i Wegen und !s Sonberjüqe i Ren Gebie Nmb Mal mbSBanbe DÄnführer i Jerung unb «Örtsoe Wlsberger Mboeteins, b Vereine, be J ?• waren ei WH geft ^n Zauberei w Aonio ^errechtzs, 21 Hfenj S«A' ans n'S. Man« .mit bem m"3'"- ®)e «r Ollr u ft ander« Ulaubt, öQ6 Nu er' ‘■’B x*«* M», rtzr «.i» <>ch°n nL hatte «unb i Nittel! (elbftS D 4 Sui (Ein J c0n bt«6. Sn '»161 « 'M, (Er',1N jk A. Srn -Sii ^niers in 5rfll 3«ri ,,i mürben, w iwlegten dieDei” Vier M M- L) las ^inSühlw- ,i S6.au” « unterboten M der schnell! tichling en $kg in 63*/s S Die Eignun Spanne (ai Üt Dauerprüfui dMen hatten Kampfbahn. Sn Hengste. Zw« Wifpänner be Inges, lieber 2l Wach niurb gut war bie Be SnLKttbe M schönem, Hsnahrstant sh'ahrtstag < :chch gesunde' tags beanjptu Jagdspringen versehen war besten deutsch, rief. Nach den fehlerlos. Seo w“! aell. ,7', hie b[ M J Haus- iuna, lluiWt d, h21.3ur I bonierjit Munisfeie pinsfüljre ponis fÄH M l? foiöie e IAm ke lg zu einen d. Rfe fc» le nen zatz fen Wieds 09 au» r9 feine ei» [ °or9enoi» f nahm bi Mi« ra jugendklaffei lerwall-Ean ■t Mifchs I Ziel ist für ter. lenklaffe nMajfe derklaffe fe B pfflaffe. uni beweisi | nterftüfot G etyelti V falte in bei i Mjeninter rund 25 OOC ihr zweit« , er Stabil «r.Pokal' Foto Film ier/ einer Olym- e fei, hatten fern Lerch Kaffer N Droh stellt e Zeugmjst zeigen, das Hotten, bit lnifchränktr et, der Le- । damit der at den Satz je ist ben Aerzll o.Lhr be e befördere ,tes enthal' Zrundlatzen Iriechenlan« 0 zlsklepw' neiter tus, »g-°l°" i«n«»,e'” ÄA M an- ebenso >des “ Gestutzt 'oMisteU auch d n er "die dadurch' Kaltbade'' xs ;°s i UM r' bemühte" telgesseuS' man"' ^rsolgk ! der >n k: ’Ä bilden- wurden rückständige Spiele der dritten flauptrunbe abgewickelt. Im Gau Südwest gab es die lieber- raschuna des Tages mit dem Ausscheiden der Frankfurter Eintracht, die auf eigenem Platze dem SV. Flörsheim 1:2 unterlag. In Hessen endeten die beiden Spiele des Donnerstags mit Kasseler Siegen. Spielverein Kassel gewann in Marburg mit 2:1 über die dortigen „Kurhessen" und Kassel 03 siegte zu Hause 5:3 über Hessen Hersfeld. In Bayern trafen sich Wacker-Marktredwitz und FC. Röthenbach, die beide am letzten Sonntag die bayerischen Gauligavereine Bayreuth und ASV. Nürn- berg aus dem Rennen geworfen hatten, Marktredwitz siegte 5:0. Im Gau Mittelrhein gewann Westmark-Trier 2:1 über Oberstein, die Trierer sind hier der einzige Ueberlebende der letztjährigen Mit- telrhein-Gauliga. Im Kampf um den Auf st ieg zur Gauliga gab es zwischen Reichsbahn-Rotweiß Frankfurt und 1. FC. Kaiserslautern einen Kampf im Gau Südwest, den die Frankfurter mit 3:1 gewannen. Jrn Kampf um die Teilnahme am Endspiel um die deutsche H o ch f ch u l m e i st e r s ch a f t trafen sich in Greifswald die dortige Universitätsmannschaft und die Elf der Universität Frankfurt. Die Frankfurter blieben mit 3:2 siegreich und kommen nun ins Endspiel. 3m Handball stand als wichtigstes Ereignis ein Spiel zwischen dem Freiburger FC. und der Schweizer Elf von Old Boys Basel auf dem Programm, das die Badener mit 11:6 (4:3) gewannen. Im Gau Südwest kam ein Pokalspiel zur Nachholung, das der SV. 98 Darmstadt in Bieber mit 7:3 über den dortigen TV. gewann. Reichsnährstailds-Reillumier. Oie Kämpfe am Mittwoch. Sportlicher Mittelpunkt des Reichsnährstandsturniers in Frankfurt war am Mittwoch bei wieder ausgezeichnetem Besuch ein Z e i t s p r i n g e n , bei dem Fehler an den Hindernissen in Zeit umgerech- net wurden. Drei Pferde gingen in der ersten Abteilung fehlerlos über den Kurs, zwei von ihnen belegten die beiden ersten Plätze. Der dritte Fehlerfreie kam dagegen nur auf den 8. Rang. Den Sieg holte sich Oblt. v. Trotha auf RRgts. Nr. 8 „Nelke" in 71 Sek. vor A. Hakenmüllers „Lido" (F. Hakenmüller) mit 83,8 Sek. und F. o. Wiluckis „Flieger" (H. o. Wilucki) mit 85 Sekunden. In der zweiten Abteilung des Zeitfpringens (Klasse L) lag zunächst Rittmeister Sahla mit Erle in Führung. Seine Zeit wurde jedoch sehr bald von SS.-Sturmführer F e g e l e i n mit Galgenstrick unterboten, aber auch dieser Ritt war noch nicht der schnellste: Der Saarbrücker Reiter K. Th. Röchling errang schließlich mit „Anmut" den Sieg in 63Vs Sekunden. Die Eignungsprüfung für Wirtschaftsgespanne sah die Pferde, die noch am Vortag die Dauerprüfung über 60 km und die Zugleistung bestritten hatten, wieder frisch und munter in der Kampfbahn. Siegreich blieb ein Gespann badischer Hengste. Zwei wundervolle Fahrprüfungen für Zweispänner beschlossen das Programm des dritten Tages. Heber 20 Gespanne kamen hier in die Bahn. Mehrfach wurden die Preise doppelt vergeben, so gut war die Besetzung dieser Wettbewerbe. Oer Wettbewerb am Himmelfahrtstag Bei schönem, fast sommerlichem Wetter hatte das Reichsnährstands-Reit- und Fahrturnier am Himmelfahrtstag einen unbeschreiblichen Publikums- befuch gefunden. Das Hauptinteresse des Nachmittags beanspruchte das Barrierenspringen (Jagdspringen Kl. Sc.), das mit sechs Barrieren versehen war (1,10 bis 1,60 Meter Höhe) und die besten deutschen Springpferde auf die Kampfbahn rief. Nach dem ersten Umgang blieben sieben Pferde fehlerlos. Sechs weitere Pferde placierten sich mit je vier Fehlern auf dem achten Rang, darunter allein dreimal der Sieger im „Preis des Reichsnährstandes" Rittmeister Sahla. Die Sprünge beim ersten Stechen erhiellen eine Erhöhung auf 1,20 bis 1,70 Meter. Sofort gelang Oblt. von Trotha mit „Nelke" ein fehlerloser Ritt. Hauptmann Großkreutz stürzte mit „Muse" und gab auf, SS.-Ustuf. von Zastrow schied mit ,Kur- fürst" infolge dreimaligen Verweigerns aus. Ein Versehen beim fünften Sprung ergab dann für Hauptmann Großkreutz auf „Harras" vier Fehlerpunkte. Die gleiche Fehlerzahl hatte Herbert Frick mit dem Rotschimmel „Koralle", jedoch wurde das Abwerfen von den Richtern übersehen und Hptm. Frick zum zweiten Stechen zugelassen, für das sich noch SS.-Ostuf. Temme mit „Bianka" und Oblt. von Trotha mit seinem Zweiten Pferd „Hermann" qualifizierten. Wieder waren im zweiten Stechen die Bedingungen verschärft. 1,30 bis 1,80 Meter hoh waren diesmal die Hindernisse. Oblt. von Trotha erreichte mit „Nelke" den fünften Sprung, mußte aber bann wegen dreimaligen Verweigerns ausscheiden. Auch Herbert Frick kam mit „Koralle" nicht weiter uno gab entmutigt auf. Unter ungeheuerer Spannung ritt bann SS.-Ostuf. Temme mit „Bianka" in bie Bahn. Er blieb fehlerlos und gewann. Oblt. von Trotha mußte mit feinem zweiten Pferd „Hermann" beim letzten Sprung infolge Verweigerns aus dem Sattel, ein nochmaliges Anreiten brachte dann zwar den Fuchs auch über diesen Sprung, jedoch war der Sieg von S S. - O st u f. Temme mit „Biank a" einwandfrei festgestellt. Eine Dressurprüfung für Reitpferde (Kl. M) und eine Eignungsprüfung für Vierspänner vervollständigten das Programm des vierten Tages. In der Dressurprüfung (für Reiter, die noch keine schwere Dressurprüfung gewonnen haben) siegte der Frankfurter Polizeioberst Freiherr von Waldenfels mit Doja. In der Eignungsprüfung hatten die Preisrichter bei der Fülle und Qualität des Materials keine leichte Arbeit. Drei Gespanne erhielten gemeinsam den ersten Preis zuerkannt. Obecheffen. Sternwanderung der Gebirgs- und Wandervereine. * Butzbach, 21. Mai. Unsere Stadt hatte heute einen großen Tag. Die Stadt prangte im Fahnenschmuck. Der historische Marktplatz mit seinem Brunnen trug außerdem noch reichen Birken- und Tannenschmuck. Schon in der frühen Morgenstunde strömten auf allen in Butzbach mündenden Straßen, Wegen und Pfaden Hunderte von Wanderern zu; Sonderzüge und Kraftwagen brachten aus dem ganzen (Gebiet des Gaues Hessen-Nassau einige tausend Mitglieder der deutschen Gebirgs- und Wandervereine zu der von dem Reichswanderführer nach hier festgelegten Sternwanderung und der damit verbundenen Kundgebung. Fast 60 Ortsvereine des Rhönklubs, Taunusbundes, Vogelsberger Höhenclub, des Frankfurter Stadtwaldvereins, der Westerwälder- und Pfälzer Wan- bervereine, bes Odenwaldklubs, des Speffartklubs u. a. waren erschienen. Eine große Ehrenpforte am Bahnhof, geschmückt mit den Stadtfarb^n, zeigte den Wanderern, daß auch die Stadtverwaltung alles getan hatte, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Gegen 9 Uhr wimmelte es in unseren Straßen. Tausende froher Wanderer und Wanderinnen wurden von Einwohnern in die Schönheiten der nächsten Umgebung und die geschichtlichen Stätten unserer Stadt geführt. Am frühen Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen. Jeder Verein trug seine Fahne und Wimpel voran, die sich in das farbenprächtige Bild der Festteilnehmer, die fast alle m ihren Wandertrachten erschienen waren, schön einfügten. Viele Zuschauer waren auch aus der Umgegend gekommen, um den Festzug zu betrachen. Auf dem Marktplatz begrüßte zunächst Bürgermeister Dr. Mörschel die Besucher, besonders den Reichswanderführer, Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner. Er wünschte der Kundgebung einen erfolgreichen Verlauf und hoffte, daß die Wandervereine unsere Stadt in bester Erinnerung behalten und ihre Wanderziele noch oft nach Butzbach, der „Perle der Wetterau", legen möchten. Das gastfreie Städtchen sei stets für sie gerüstet. Darauf sprach der Reichswanberführer Prosesior Dr. Werner, der stürmisch begrüßt wurde. Er führte u. a. aus, daß in dieser Stunde im ganzen deutschen Vaterlande in 45 großen Sternwanderungen hunderttausende Angehörige der deutschen Ge- oirgs- und Wandervereine angetreten seien, um in machtvollen Kundgebungen sich zur deutschen Wan- dersache zu bekennen. Sinn und Zweck der Stern- Wanderungen sei, den Wandergedanken noch mehr als bisher ins Volk zu tragen und die Liebe zur Heimat und Natur zu wecken. Neben dem Hohenstaufen und dem Brockenberg fei Butzbach eine ebenso wichtige historische Stätte. „Es gibt keine Landschaft, die die Seele so in ihren Bann zieht, wie die hiesige. Wir müssen uns bekennen zu allen lebenspendenden Kräften des Heimatgedankens." In allen 45 Kund- gebungen des Reiches am heutigen Tage wurde die folgende Botschaft verkündet: „Alljährlich, am Himmelfahrtstage, wenn der deutsche Frühling feine ganze Herrlichkeit entfaltet, treten die wandernden Volksgenossen an bestimmten Orten zusammen, um von dem Gelingen der deutschen Wanderbewegung Zeugnis abzulegen. Wo die Kundgebungen statt- finben, wehen Fahnen und verkünden deutschen Wandergeist, der die Liebe zur Heimat, Volkstum und Vaterland fördert und pflegt. Wandern tut not." Er schloß mit begeistert aufgenommenen Frischauf unb Sieg-Heil auf Führer, Volk unb Deutsche Wan- bersache. In der stäbtischen Reithalle, bie ebenfalls prächtig mit den Fahnen des Reiches und ben Farben ber einzelnen Wanbervereine geschmückt war, fanb anschließend ein gemütliches Beisammensein statt, bei dem der Führer des hiesigen Taunusbundes, Herr Fülling, sprach und den Gebietsführer Staatsrat Dr. Krebs, Oberbürgermeister von Frankfurt, und feinen Stellvertreter Rödding besonders bewillkommnete. Für die 100. Wanderung wurden Frl. König, Frl. Sauer- Hach, Herr Hohl von Frankfurt und Frl. Bruchhäufer- Runkel ausgezeichnet. Allen an der Sternwanderung beteiligten Vereinen wurde ein großes, von der Stadtverwaltung gestiftetes wertvolles Bild vom Butzbacher Marktplatz als Andenken überreicht. Der Gesangverein „Eintracht-Orpheus" trug einige Lieder zur Unterhaltung vor. Bei Musik, Reigen und Tanz verlief die übrige Zeit bes Tages, bis die vorgerückten Stunden zum allgemeinen Aufbruch mahnten. Allen.Wanderern uno Wanderinnen werden sowohl die Sehenswürdigkeiten Butzbachs, als auch das innere Erlebnis des heutigen Tages unvergeßlich bleiben. Kameradschaft und Volksverbundenheit, das waren die Grundtöne, auf bie bie heutige Kundgebung gestimmt war, und sie machen mit Der Pflege ber Heimat- unb Vaterlanbsliebe bie Hochziele der beutfchen Gebirgs- unb Wander- beroegung aus. Sternwanderung nach Alsfeld. * Alsfeld, 21. Mai. Die für ben Ostgau bes Gebietes des V H C. festgesetzte Sternwanderung hatte als Ziel A l s f e I b. In ben Vormittagsstunden trafen die Vereine aus ben benachbarten Wandergebieten teils nach größeren Wanderungen, teils mit Wagen ein. Außer den Zweig- oereinen des VHC. aus Den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten waren der Rhönklub Fulda mit dem Präsidenten bes Rhönklubs, Justizrat Dr. Pfeifer (Fulba), sowie einige Vereine des Knüllgebirgsvereins und dessen Führer, Amtsgerichtsrat Dr. H e u ß n e r (Hersfeld), unb einige Zweigvereine bes Oberhessischen Gebirgsvereins vertreten. Die Vormittagsstunden wurden mit der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt Alsfeld unter Führung von Mitgliedern des VHC. aus- gefüllt. Bei ber um 14 Uhr auf dem Marktplatz veranstalteten Kundgebung begrüßte Bürgermeister Dr. Völ- s i n g namens der Stadt Alsfeld die Gäste, denen er einen herzlichen Willkommengruß entbot. Er würdigte bie großen Verbienste ber deutschen Gebirgs- und Wandervereine um die Forderung des Fremdenverkehrs, insbesondere für bie Erschließung bes Vogelsbergs durch den VHC. und gedachte dabei auch ber verbienstvollen Tätigkeit bes früheren Verkehrs- bundes Oberhesien. Der Führer des VHC. Dr. B r u ch h ä u f e r gab in feiner Ansprache einen Ueberblick über Die Entwicklung ber Sternwanberungen der Gebirgs- und Wandervereine, bie am Himmelfahrtstage an 43 verschiedenen Orten des deutschen Wandergebietes ftattfinben. Er wies auf die Verdienste hin, welche der VHC. während seines 50jährigen Bestehens für das deutsche Wanderwesen auf den verschiedensten Gebieten, insbesondere der Wegebezeichnungen, Schaffung von Unterkunftshütten, Erbauung von Aussichtstürmen unb bergleichen sich erworben habe Der Redner betonte ferner die Notwendigkeit des Weiterbestandes der deutschen Wandervereine, die der Reichssportführer damals in Frankfurt als bie Seele bes Reichsbundes für Leibesübungen bezeichnet habe und bie, wenn sie noch nicht da wären, gegründet werden müßten. Rhönklubpräfident Dr. Pfeifer (Fulda) überbrachte die Grüße des Reichswanderführers Professor Dr. Werner und dankte für ben warmherzigen Empfang in Alsfeld. Er gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die deutschen Gebirgs- und Wandervereine Ausnahme im Reichsbund für Leibesübungen gefunden hätten, dessen treueste Mitglieder sie seien. Er verlas sodann die Kundgebung des Reichswanderführers zu der Himmelfahrt-Sternwanderung. Dr Pfeifer ließ feine Rede in ein Treugelöbnis auf das Vaterland und den Führer ausklingen. Das Lied der Deutschen und das Horst-Wessel-Lieb bildeten ben würdigen Abschluß der Kundgebung. Unter den Klängen der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes Alsfeld fetzte sich der stattliche Festzug in Bewegung nach dem „Deutschen Haus", wo im !roßen Saale ein geselliges Beisammensein ftatt- and, in dessen Verlauf der Führer der Ortsgruppe Ilsfeld des Reichsbundes für Leibesübungen, Ebeling, (Erläuterungen über bie Organisation bes Reichsbunbes für Leibesübungen gab und die Stellung der Wandervereine innerhalb des Bundes näher umriß. Bei den munteren Weifen der Kapelle des Arbeitsdienstes, bei weiteren Ansprachen und gefang« lichen Darbietungen verlebten die Teilnehmer in echter Volksgemeinschaft noch einige frohe Stunden, bei denen es auch an einem Tanz für die Jugend nicht fehlte. Achtung! Iungreiter im Lumdatal! Die Meldestelle für 3ungreiker Im Bezirk des SA. Reiter st urms 4/147 Londorf ist bei Obertruppführer Heinrich Schudt in Londorf, vurgstrahe Nr. 1. Mit dem Bulldogs schwer verunglückt. tt Ober-Widbersheirn, 20. Mai. In ber Nähe unseres Dorfes ereignete sich heute ein schwerer Unglücksfall. Auf der abschüssigen Straße nach Station Häuserhof versagte die Bremse eines Bulldogg, an dem zwei Anhänger mit Hartbasaltsteinen hingen. Die Last drängte den Bulldogg in schräger Richtung nach dem Straßengraben, wo er u m f i e l unb ben Lenker bes Fahrzeuges, Heinrich Müller aus Selin- rot>, unter sich begrub und festklemmte. Nur mit großer Mühe konnte der Unglückliche durch bie sofort herbeigeeilte Sanitätskolonne von Nidba aus feiner Lage befreit werden. Ein Nervenschock unb schwere Beinquetschungen machten ben Bebauernswerten, ber in ein Krankenhaus gebracht wurde, vorläufig nicht vernehmungsfähig. Der Bulldogg sowohl, als auch bie beiden Anhänger mußten wegen schweren Beschädigungen außer Gebrauch gesetzt werden. Tödlicher Verkehrsunfall am Vilbeler Berg. LPD. Vilbel, 20. Mai. Arn Mittwochnachmittag ereignete sich an dem von den Kraftfahrern gefürchteten Vilbeler Berg wieder ein schwerer Derkehrsunfall, dem ein 12jähriaer Junge zum Opfer fiel. Der Junge wurde, als er die Straße überqueren wollte, von einem Kraftwagen erfaßt unb auf bie andere Straßenseite geschleudert. Dabei erlitt er so schwere Der- letzungen, baß er balb Darauf im Krankenhaus starb. Landkreis Gießen. * Rödgen, 22. Mai. Ein Zusammenstoß zwischen einem Personenauto und einem Lieferwagen ereignete sich gestern am Ausgang unseres Ortes nach Gießen zu. Bei dem Un- glücksfall wurde der Insasse des Personenautos Das fall Ihre Zahnbürste schaffen? Sie soll jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfen! Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und dabei doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden. Doifleioötotosdeimoi Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsfchutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 21 Fortsetzung Nachdruck verboten! Nein, er hatte keine Lust mehr, zu schuften, selbst nicht um den Preis der zehntausend Mark, die er nach fünf Jahren laut Testament erben sollte. Er konnte es nicht mehr mit ansehen, daß Benedikts sich immer enger an diesen windigen Pauker anschloß. Er wollte sie haben, und wenn ihm das nicht gelang, dann ging er. Mit dem verfluchten Testament hatte es angefangen. Ehe Benedikte hierher auf die Insel gekommen war und diesen behördlich konzessionierten Weisheitsverzapfer kennengelernt hatte, war sie ganz anders zu ihm gewesen. Er hatte so sicher geglaubt, daß sie einmal [eine Frau werden würde, wenn er nur erst imstande wäre, sie zu ernähren. Jetzt schien diese Aussicht vernichtet. Verzweifelt sah er vor sich hin. Nun saß man hier auf dieser Insel, hatte nichts au tun und zu denken, als immer nur Benedikte — keine Zerstreuung, kein Theater, kein Kino, keine Menschen, immer nur Arbeit unb grenzenlose Einsamkeit. Ein paar Male war er schon unten im Dorfwirtshaus zum Tanz gewesen, hatte bis tief in die Nacht getrunken, bis er müde unb seiner Sinne nicht mehr mächtig nach House getorkelt war. Aber am nächsten Tage ekelte ihn bas an. Das waren ja alles nur Versuche, sich lelbft davonzulaufen. Solange man hier in der Nöhe Benebiftes war, kam man nicht von ihr los und nicht von sich selbst. Em Dumpfer Haß mar in ihm, ein Lebensüberdruß. Er wußte nicht, wohin mit feiner Qual. _ , . 11. x- Cl$t es Steffens gefallen war, alles Notwendige über Benedikte Zedlitz zu erfahren, ebenso leicht wurde es ihm, von Hans-Hermann alles zu hören was ihm wissenswert dünkte. Er beobachtete den jungen Mann nur kurze Zeit, wahrens Der man ihm oben auf der „Burg" dabei half. Man sah Hans-Hermann hier unb bort, immer mit bem gleiche» verzweifelten Gesicht, einem rastlosen Ausdruck in den Augen — kein Zweifel, der Freund dieses Fräuleins Zedlitz war sehr unglücklich. Das war aber die richtige Verfassung, in der man Menschen leicht für sich gewinnt. Steffens hatte eines Abends eine kurze Unterredung mit Lonne und Nina. Nina maulte ein wenig. Sie war von Natur aus sehr faul und schätzte es nicht, sich um des Geschäftes willen anzustrengen. Aber Lonne zeigte ihr nur stumm den Bankauszug der Kopenhagener Bank. Sie wurde blaß. Nun sah sie selbst ein, man mußte wieder an die Arbeit gehen. Als sie sich eines Tages trennten, war Der neue „Schlachtplan" fertig. Hans-Hermann faß allein in Der kleinen Schonung Des Norderwaldes. Ein paar Stunden wohl verweilte er hier schon und konnte sich doch nicht entschließen, heimzugehen. Was sollte er auch daheim? Was sollte er überhaupt auf der Welt? Alles war so gleichgültig und so leer. Er grub verzweifelt den Kops in die Hände. Da ließ ihn ein Knacken des Unterholzes auffahren. Ein junger Mann in weißem Hemd, Sport- Hofe, ein Skizzenbuch unter dem Arm, kam aus dem Wald und fetzte sich ohne weiteres mit einem fjöf-1 lichen „Sie gestatten?" neben ihn ins ©ras. Hans-Hermann sah ihn finster an. Der Fremde klappte nunmehr sein Skizzenbuch auf, holte einen Kasten mit Pastellstiften aus der umgehängten Tasche und begann mit ein paar Strichen ein Stück des Waldsaumes zu skizzieren. Das sonderbare Verhalten des jungen Mannes begann Hans-Hermanns Interesse zu wecken. Unauffällig schaute er zu dem Fremden hin. Der ließ nach ein paar Augenblicken ben Stift sinken, lächelte ihn an unb sagte liebensroürbig: „Sieht so leicht aus unb ist boch so schwer! Sie müssen wissen, je einfacher eine Landschaft ist, um so schwerer kann man ihr wirklich beikommen. Uebrigens, gestatten Sie, daß ich mich vorstelle: Steffens. „Zedlitz." Hans-Hermann verbeugte sich leicht im Sitzen. Der andere fah überrascht auf: „Zedlitz? Verzeihen Sie, gehören Sie zu dem Haus mit bem drolligen Namen „Endlich allein"? Dort hat doch Hubert Zedlitz gewohnt, ber bekannte Maler." „Ich bin fein Neffe unb wohne bort." Steffens streckte ihm die Hand entgegen: „Oh, das freut mich aber herzlich. Gerade heute vormittag habe ick einen Besuch bei Ihrem Fräulein Kusine gemacht." „Bei Benedikte?" „Jawohl, Herr Zedlitz. Sie sehen, ich bin Maler. Nun habe ich vor kurzem gehört, daß noch sehr schöne Bilder von Hubert Zedlitz vorhanden sein sollen. Das interessiert mich natürlich sehr. Ich weiß, daß seine letzten Bilder auf den internationalen Kunstausstellungen sehr gesucht waren. Ick wollte mich nun einmal informieren. Vielleicht baß bas eine ober andere Bild zu verkaufen wäre, auch in dieser Richtung hätte ich Interesse. Nun hat mich Ihr Fräulein Kusine Itebensroürbigerroetfe für morgen nachmittag zum Kaffee eingeladen. Ich hoffe, ich sehe Sie doch auch?" Hans-Hermann hatte eigentlich nicht die Absicht, sich sehen zu lassen. Er hatte ein schlechtes Gewissen Benedikte gegenüber. War doch die Arbeit in letzter Zeit von ihm sträflich vernachlässigt worden. Aber nun beschloß er, doch anwesend zu sein. Dieser Steffens schien ein netter unb interessanter Mensch zu jein, und daran war hier, weiß Gott, Mangel. „Sind Sie Sommergast hier, Herr Steffens?" Der Maler wies auf die „Burg", deren rote Backsteinmauern undeutlich durch das Grün des Waldes schimmerten. „Jawohl, ich bin zu Gast bei meinem Freunde Lonne dort oben auf ber „Burg". Ein furchtbar nettes Haus, immer etwas los, reizenbe Menschen. Man ist schrecklich vergnügt ba oben. Kennen Sie eigentlich Graf Sonne?" fragte er ben begierig lauschenden Hans-Hermann. Dieser verneinte. „Nur ein paar Gäste von oben — so zufällig vom Baben her." ,T)h, dann müssen Sie aber mal hinauf kommen, Herr Zedlitz. Ganz bestimmt! Und ich alaube, es wird Ihnen gefallen. Graf Lonne freut sich übrigens über jeden netten Menschen, Den man ihm bringt. Wie wäre es morgen abenD? Warten Sie, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie kommen morgen mit mir herauf! Wir rechnen auf auswärtigen Besuch, da werden wir eine Bowle brauen, ein bißchen tanzen, ein bißchen Musik hören. Passen Sie auf, es wird sehr nett sein. Vielleicht ist Ihr Fräulein Kusine auch mit von Der Partie?" „Für meine Person sage ich gern zu, Herr «Steffens, für meine Kusine kann ich nicht bestimmen." „Aber Sie werden meine Bitte ein bißchen unterstützen, nicht wahr?" Steffens fah ihn erwartungsvoll an. Hans-Hermann nickte steif. Der Maler zog seine Uhr. „Nun muß ich aber wirklich eine halbe Stunde fleißig sein. Entschuldigen Sie mich, Herr Zedlitz, ich werde mich ein Stuck weiter verflüchtigen. Ich furchte, sonst komme ich immer wieder ins Schwatzen. Auf Wiedersehen morgen nachmittag. Es war mir eine große Freude!" Benedikte war ganz verwundert. Hans-Hermann kam zum ersten Male feit Wochen mit einem liebenswürdigen und aufgeschlossenen Gesicht zu Ti ch zurück. Sie war geradezu erlöst. Nichts konnte sie schlechter vertragen als Mißverständnisse und Spannungen zwischen Menschen. Sie war Hans-Hermann ja doch von ganzem Herzen gut. Daß sie ihn nicht liebte, wie er sich bas gedacht, dafür konnte sie doch nichts. Aber mußte man deswegen so feindlich aneinander vorübergehen? So benahm sie sich so freundlich wie nur möglich, und die Mittagsmahlzeit verlief ganz friedlich. Als sie fertig waren, sagte Benedikte: „Uebrigens, ehe ich es vergesse, Hans-Hermann, wir haben morgen nachmittag Kaffeebesuch, einen Herrn Steffens von ber „Burg", er ist Maler. Er interessiert sich für Onkel Huberts Bilder. Vielleicht bist du auch dabei?" „Gern. Uebrigens habe ich diesen Herrn Steffens schon kennengelernt." Er erzählte von dem Zusammentreffen oben am Wald. „Ein reizender Mensch", sagte er lebhaft, „es würde mich freuen, wenn wir öfter mit ihm zusammenkämen." Ihm fiel sofort die Veränderung in den Mienen einer Base auf. „Du machst ja ein so merkwürdiges Gesicht, Benedikte?" „Ach nichts, nichts", erwiderte diese hastig. Der Gedanke, mit Steffens öfter zusammenzukommen, war ihr plötzlich sehr unangenehm. — (Fortsetzung folgt!) Der Lustsport rüst. An den Werbe- und Sammeltagen des deutschen Luftsports, am 2 3. und 2 4. Mai, werden neben den Gliederungen des Reichsluftsportführers auch die Hitler-Jugend und die Nationalsozialistische Kriegsopfer-Versorgung (NSKOV.) bereitwillige und tatkräftige Helfer am Werk sein. Zwei geschmackvolle Abzeichen, welche den Ge- meinschaftsgedanken im deutschen Luftsport versinnbildlichen, werden von allen Sammlern und Helfern auf den Straßen und Platzen im ganzen Reich verkauft werden. Durch die Herstellung der Abzeichen hat der deutsche Luftsport außerdem vielen Volksgenossen in der Metall- und vor allem auch in der ostpreußischen Bernstein-Industrie Brot und Arbeit gegeben. Der Erlös dient der Durchführung der großen Aufgaben, welche der Führer und sein Reichsminister der Luftfahrt dem deutschen Luftsport als oorflie- gerischem Erzieher der Nation und Sammelbecken / der aus der Luftwaffe ausgeschiedenen Soldaten gestellt haben. Das die deutschen Volksgenossen an diesen Tagen dem Luftsport spenden, das geben sie der fliegenden Jugend, welche dereinst das fliegende deutsche Volk fein wird. Oberst Udet, der Altmeister deutschen Luftsports, hat einmal gesagt: „Die Jugend, die nach uns kommt, wird der Richter unserer Taten sein!", sie wird nicht nur richten, sondern auch den Taten ihrer Vorbilder zur Luft nacheifern. Um dahin zu kommen, muß die ganze deutsche Volksgemeinschaft um deutscher Luftgeltung willen restlos mit dem Luftgedan- k e n erfüllt sein. „Aus Luftsportgeist ist jeder Flug geboten!“ Früh soll die Jugend das Fliegerhandwerk erlernen und beherrschen, um sich und dem Volke in der deutschen Luftwaffe Ehre zu machen! durch Glassplitter leicht verletzt, der Wagen wurde leicht beschädigt. Z L i ch, 20. Mai. Der Sängeroeteran Weißbindermeister Karl Schäfer feierte am Dienstag seinen 7 5. Geburtstag. Don vielen Seiten mürben ihm Glückwünsche entgegengebracht. Unter den Gratulanten war auch die „Sängervereinigung Cäcilia", die ihrem langjährigen Ehrenmitglied und ältesten aktiven Sänger am Abend ein Ständchen brachte. Gerührt dankte Herr Schäfer, der in diesem Jahr auf eine 57jährige aktive Sängertätigkeit zurückblicken kann, für die Ehrung. Der Jubilar dürfte mit seiner langjährigen aktiven Mitgliedschaft zu den ältesten Sängeroeteranen unserer Provinz zählen. Er ist bis auf den heutigen Tag ein fleißiger, gewissenhafter Besucher der Singstunden seines Vereins, den sich mancher junger Sänger zum Vorbild nehmen dürfte. Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 21. Mai. Der Landwirt und Arbeiter Karl Schott von hier erlitt am Mittwoch an seiner Arbeitsstelle einen Knöchelbruch, der seine Ueberführung nach Gießen in die Klinik erforderlich machte. * Ruppertsburg, 21. Mai. Bei der Arbeit verunglückte der 52 Jahre alte Landwirt Adolf Lehr von hier. Der bedauernswerte Mann mußte mit einem Schenkelhalsbruch nach Gießen in die Klinik verbracht werden. _________ Sportamt „Krast durch Freude^. Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen undMänner. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Von 19.45 bis 21 Uhr, Großen- Buseck, Neue Schule. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus. Schwimmen, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr und von 21.30 bis 22.15 Uhr, Volksbad. Reiten. Don 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Neue KdF.-Sportkurse im Freien. Reichssportabzeichen, Frauen und Männer. Samstags von 17.30 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. AllgemeineKörperschule undSpiele, Frauen und Männer. Montags von 17.30 bis 19 Uhr, Unioersitätssportplatz am Kugelberg. Leichtathletik undWaldlauf,Frauen und Männer. Donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr, Unioersitätssportplatz am Kugelberg. Rettungsschwimmen. Montags von 18 bis 19 Uhr, Müllersche Badeanstalt. Schwimmen für Anfänger, Frauen und Männer. Montags von 18 bis 19 Uhr, Müllersche Badeanstalt. Anmeldungen für diese Kurse werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, ober vor Beginn ber Uebungsstunden in der Uebungsstätte von ben Lehrkräften angenommen. hGLORinl | PQLQST Giessen ■ Ein Filmwerk, von dem man mit Begeisterung spricht: Der Kurier des Zaren mit Adolf Wohl brück B in der Hauptrolle. 3312a ■ Ein überwältigender Erfolg! B Noch bis Sonntag, 24. Mai elnschl. I Zwangsversteigerung. 1A36 Am Montag, dem 8. 3uni 1936, vormittags 9 Uhr, wirb im Amtsgerichtsgebäube in Gießen, Zimmer 204, bas bem Möbelschreiner Karl Andreas Schreier in Gießen zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 91: Flur I, Nr. 4v5, hckfreite an der Kirche (Kirchen- platz Nr. 11), 279 qm, Betrag der Schätzung 32 000,— RM. Einheitswert (1.1.1935): 41 600,— RM. In bem Anwesen wird ein Möbelgeschäft betrieben. Gießen, den 30. April 1936. 3307V Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Verkauf herrschaftl. Möbel Renaissance-Speisezimmer mit reicher Schnitzerei, Büfett (2,20 Meter), Vitrine, Auszugtisch, 2 Sessel, 4 Stühle. Barock-Herrenzimmer Bücherschrank (2,20 Meter). Schreibtisch, Tisch, Schreibsessel, 2 Stühle. Klubgarnitur, Sofa und 2 Sessel. Elegant. Damenzimmer in Mahagoni (Englisch) Sofabank. Vitrine. 2 Sessel, 2 Stühle, runder Tisch, Schreibtisch. Moderne Rohrgarnitur Sofa mit losen Kissen und 2 Sessel. Schlafzimmer, dunkel Birke Schrank (2,20 Meter), 2 Betten, 2 Nachtschränke, Frisierkommode mit Bteiligem Spiegel, 2 Stühle, 1 Gondel. Elnzelmöbel:Dielenschrank. Vitrine,Sekretär (Biedermeier), Kabinettschrank, Barock-Kommode, Empir-Sekretär. Eckvitrine (Baiock), geschnitzte Sessel. Echte Teppiche und Brücken in allen Giößen sowie Kunst-Gegenstände aller Art. Besichtigung ohne jeden Kaufzwang Kunst- u. Möbelhaus Georg Koos Gießen, Schulstraße 6 — Gegr. 1894 — Tel. 3904 3306 A 3hr neuer Stpplthöon fltinridi I I Jtodiftätter > v, I Iäm brand Leupin-Creme u, Seife vorzOal. Hautpflegemittel, seit Ober 20 Jahren bestens bewährt bei autjucken-Flechte Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen VermAhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Ausschlag. Wundsein usw. Lrvgerie Winter hon, ttreu^vl.lv; Lvwen-TronJW.ttilbingerNachk., Leltcrsweg 69: Med. -Troacric H. t^lgeS, Telterswen 66; Droa. Bvrnemann, BadnlwMr. 17. ™3v Germania -Drogerie (5. Seibel. frankfurter Straste 39______ Ihre Blumen gedeihen prächtig mit 3147 A Albert’s Blumendünger; Harnstoff - Kali - Phosphor; Blumendünger „Ovis“ und Hornspänen Seit Jahren bestens bewährt! Samenhaus Heinricli Bahn Bahnhofstraße Telefon 3403 2951 v Zu G * ■ i i•• der V * t • r 11 i ti iiiiiiiiiiiiimiiiii lllllllllllllllllllllllllllllllllll! Karten sind in den Geschäftsstellen der Zeitungen des Rhein-Main- Gebietes und in den bekanntgegebenen Verkaufsstellen erhältlich. Jeder Besucher erhält eine Blumenspende und einen künstlerisch aus- gestatteten Almanach, ferner jede Dame noch eine besondere Spende Von Anfang an Tanz (Kurhauskapelle Ludwig Burkart; Kapelle Franz Hauck; Tanzkapelle, gestellt von Mitgliedern des M.-Z. der Brigade 49 unter Leitung von Musikzugführer H. Steuer); in der Wandelhalle bis 21 Uhr Standkonzert des Artillerie-Regiments Frankfurt unter Leitung von Stabsmusikmeister Heuer; im Kurpark großes Konzert des Kurorchesters unter Leitung von Musikdirektor Kurt John. Darbietungen von Künstlern aus Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Wiesbaden; gegen 22 Uhr im Kurpark das Frankfurter Opemhausballett. In der Wandelhalle eine überaus reich beschickte Tombola, Hauptgewinn ein Auto. In den oberen Sälen: Schieß stände mit wertvollen Preisen, sowie sonstige Unterhaltungen, im Laubensaal eine weitere Tanzkapelle. In den von Presse- zeichnem ausgeschmückten Kasinoräumen Sekt- und Likörausschank EINTRITTSKARTE RM Die Karten berechtigen zur Benutzung der verbilligten Straßenbahn- Sonderzüge „Pressefest Bad Homburg<( (Hin- und Rückfahrt je 50 Pfg) Frühlingsftst DER RHEIN-MAINISCHEN PRESSE Samstag, den 23. Mai 1936, 20 Uhr IM KURHAUS BAD HOMBURG ’gö so 70 SO 50 40 M 20 - -150 - —140 ■ -150 ■ -120 —110 -1—100 90 ccm lösen den Schmutz in einer ganzen Wanne Wäsche Sehen Sie bitte im Bild: nur so viel Burnus brauchen Sie, damit sich der Schmutz in einer ganzen Wanne voll Wäsche löst. Eine Wanne - das ist so viel wie 4 Eimer. - Ist das bei einer so kleinen Menge nicht eine erstaunliche Schmutzlösewirkung? Bei Burnus erklärt sich diese Schmutzlösewirkung durch seine Zusammensetzung, die nur auf dm Schmutz und nicht auf die Wäschefaser wirkt. Das ganze Gewebe wird wie neu. Und die Hauptsache: weil in der Einweichwanne fast aller Schmutz gelöst ist, brauchen Sie ja jetzt nur halb solange zu waschm, und Sie sparen Arbeit, Zeit und Gelb. Sollte man darum nicht sofort Burnus benutzm? Große Dose BumuS 49 Pfg., überall zu haben. Gutskhrtn C18197 Än fingufi Jacobi Ä.-®. Darmstadt Vch möchte BurnuS aud probieren. Senken Sie mit Kostenlos eine Detsuchspackung. Name..................................—— ©d u. Strafe ............— Bekanntmachung. Betr.: Die Versteigerung von Nachlässen. Am Montag, dem 25., und erforderlichenfalls am Dienstag, dem 26. Mai d. J., vormittags 10 Uhr, werden im Hofe des Wohlfahrtsamts, Gartenstraße Nr. 2, anschließend am Lager „Auf der Bach Nr. 4" und anschließend im Lager Rodheimer Straße (Ecke Schützenstraße) eine große Anzahl, teilweise sehr gut erhaltener, aus Nachlässen herrührender Gegenstände wie: Möbel, Küchengeräte, Porzellan und Gläser, Spiegel, Bilder, Sofas und Stühle usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Gießen, den 19. Mai 1936. 33O8D Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Bekanntmachung. Nachstehende Polizeiverordnung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. 3309C Der Oberbürgermeister: Ritter. Polizeiverordnung. Betr.: Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Auf Grund des Artikels 64 der Kreis- und Provinzialordnung in Verbindung mit Artikel 3 der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 (Reichsgesetzblatt I S. 44) und Artikel 3 des^Gesetzes, Maßregeln gegen den Coloradokäfer betreffend, vom 11. Juni 1879 (Reg.-Bl. S. 362) wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Ministeriums des Innern vom 6. Sluguft 1925 zu Nr. M. d. 1.23 254 nachstehende Polizewerordnung erlassen: § 1. Die landwirtschaftlich genutzten Felder und Gärten des Kreises Gießen unterliegen der Beaufsichtigung zum Zwecke einer rasch durchgreifenden Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Die Aufsicht wird vom Kreisamt sowie den Bürgermeistereien im Benehmen mit dem Landwirtschastsamt ausgeübt. § 2. Den mit der Aufsicht betrauten Personen sowie erforderlichenfalls deren Helfern, die sich durch eine vom Kreisamt ausgestellte Bescheinigung ausweisen, ist das jederzeitige Betreten der in § 1 genannten Grundstücke zwecks Untersuchung der verdächtigen Grundstücke und Vornahme der zur Bekämpfung erforderlichen Maßnahmen zu gestatten. § 3. Den zur Schädlingsbekämpfung getroffenen Anordnungen der in § 2 genannten Personen ist unverzüglich Folge zu leisten. § 4. Im übrigen finden die Bestimmungen des Gesetzes, Maßregeln gegen den Coloradokäfer betreffend, vom 11. Juni 1879 Anwendung. § 5. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §§ 1 bis 3 werden, sofern nicht nach anderen gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark und im Unvermögensfalle mit Haft bestraft. § 6. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 24. August 1925. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Braun. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er« mäßigten Grund« preis von 5 Pf. für die Millimeter, reite veröffentlicht WUMrlch-MelBeo der Kragen ohne Ärger KeinWaschen-kein Platten! Hygienisch Zeitgemäß! Dutzend ...... M 2.50 6 Stück 1.2S 3 Stuck - .65 Rudolf Richter Marktstraße 24 26. M87d Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Ludwig Haas GIESSEN Plockstraße 7 liefert preiswerte Gardinen Beachten Mt0A Sie bitte die neuen Auslagen