Ur.94 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 22. April 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatrvezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ä Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lauge in Stehen. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.2^^>a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Gesetz der Wett. Äon Or. Hans von Malottki. Atempause in der großen Politik. Freilich nicht im Sinne einer befreienden Entspannung, eines Abklingens der Erschütterungen, die das politische Gefüge Europas nun schon seit Monaten aufwühlen bis auf den Grund. Es ist vielmehr, als verharre die europäische Politik gegenwärtig nur in einem Zustand nervöser Erschöpfung und allgemeiner Ratlosigkeit, um sich alsbald wieder von neuem in eine mehr aufreibende, als klärende Auseinandersetzung zu stürzen. Die einzelnen Gegenstände dieser Auseinandersetzung sind bekannt. Aber der diplomatisch-politische Tageskampf um Abessinien urtb Rheinlandfrage, die Debatten um Wiederaufrüstung Oesterreichs und Dardanellenbefestigung usw. vermitteln immer nur begrenzte Einblicke in Sinn und Bedeutung des gegenwärtigen Geschehens. Erst wenn wir die geistig-politische Gesamtsituation ins Auge fassen, die Bewegung, in die alle diese Einzelprobleme einmünden, erst dann sind wir der Frage nahe, um die es heute auf dem weiten Felde der europäischen Politik letztlich geht. Um die Frage, ob Europa in dem gegenwärtigen Niederbruch seiner zwischenstaatlichen Ordnung Grundlage und Form eines echten Gemeinschaftslebens findet oder rettungslos einer völligen Anarchie, einer Herrschaft der Willkür und Gewalt anheimfällt. Wo ist heute das Gesetz der Welt, das Herr Baldwin im Bölkerbund verwirklicht sehen möchte? Heute spüren auch die Völker der ehemaligen Siegerstaaten, daß dieses Gesetz nicht vorhanden ist und daß man in Versailles, im Völkerbund, in Pakten und Bündnissen nicht den Frieden, sondern den Unfrieden organisierte. Die seelischen Rückwirkungen dieser Erkenntnis sind nur zu ermessen, wenn man sich den Abscheu, ja den Haß vergegenwärtigt, den die Vernichtungserscheinungen des Weltkrieges bei allen kriegführenden Völkern hervorgerufen hatten. Dies zwang die Regierungen, zugleich mit der Beendigung des Krieges ein umfassendes Programm der Kriegsverhütung und Friedenssicherung aufzustellen, ein Programm, dem die Ideale Wilsons leuchteten und das in eine bessere Zukunft führen sollte. Es wurde in Angriff genommen. Aber in der politischen Wirklichkeit mußte es sich als ein völliger Fehlschla a erweisen. Deshalb, weil man den wahnwitzigen Versuch gemocht hatte, das neue Friedenssicherungssystem mit der gewaltsamen Aufrechterhaltung eines ungerechten Status quo und mit der künstlichen Niederhaltung und Ehrenminderung eines Teiles der Völkerfamilie in Verbindung zu bringen. Dies ist der tiefste Grund, aber auch die ungeheure Schwierigkeit der gegenwärtigen Krise: Man kann nicht dem Frieden dienen, nicht die Geschicke der Welt nach Grundsätzen höherer Gerechtigkeit lenken und zugleich den Gei st des Unfriedens und der Rachsucht verewigen wollen! Der Versuch, diesem unerfüllbaren, in sich widerspruchsvollen Anspruch nachzukommen, macht die geschichtliche Schuld und Tragik der ganzen französischen Nachkriegspolitik aus. Erst dieser Tage hat sogar eine Persönlichkeit wie der frühere französische Ministerpräsident D a l a d i e r es offen zugegeben, indem er der französischen Politik vorwarf, sie habe „Deutschland nicht erledigt, aber auch nicht versöhnt". In der Tat hat das Nach- kriegsfrankreich kaum einmal die Kraft zu einer reinen Friedensaktion gefunden: immer waren feine Beiträge zur neuen Gemeinschaft mit Restbeständen eines ausgesprochenen Gewaltdenkens belastet und dadurch weithin entwertet. Auf kaum einem Gebiete hat sich die unheilvolle Verklammerung von Friedensrecht und Diktat deutlicher erwiesen als in der Praxis des Völkerbundes. Der Idee nach sollte die Genfer Einrichtung jene überstaatliche Institution abgeben, die nach festen und bindenden Normen das Dölkerleben leiten und alle Probleme und Streitfragen der zwischenstaatlichen Politik nach Maßgabe eines höheren und alle verpflichtenden Rechtes entscheiden und klären sollte. Es lag die Vorstellung zu Grunde, daß es möglich sein müsse, an Stelle der Herrschaft der Gewalt, die Herrschaft des Rechtes a u f z u richte n", um mit Baldwin zu sprechen. Diese sicherlich kühne und eindrucksvolle Idee stößt an sich schon auf eine Schwierigkeit. Sie setzt den Willen und die Fähigkeit der Nationen und der Staatsmänner voraus, sich den Forderungen dieses Rechtes stets und in jedem Falle zu unterwerfen, gleichgültig gegen wen, oder für wen dieses Recht gegebenenfalls spielt. Ein Höchstmaß von Sachlichkeit, von Verleugnung eigener Interessen, politischer Bindungen und Freundschaften ist notwendig, wenn dieses System verläßlich funktionieren soll. Vor allem aber muß die Richtigkeit des Rechtes, das die Grundlage aller Entscheidungen bilden soll, gewährleistet sein. Dieser Frage ist man bei der Errichtung des Völkerbundes bekanntlich aus dem Wege gegangen; ja, indem man das „Recht" der Friedendiktate als Grundlage des Genfer Bundes proklamierte, machte man aus einer erhabenen Rechtsinstitution ein politisches Werkzeug zur Erhaltung der ungerechten Macht- und Besitzlage von 1919. So hat vor allem die französische Politik den Völkerbund von Anfang an aufgefaßt. Weil sie in ihm nur ein Instrument zur Bewahrung der Versailler „Ordnung" sah, seine Wirksamkeit in anderer Richtung sich gar nicht vorstellen konnte, deshalb hat sie stets auf die Steigerung seiner Zuständigkeit, auf die Verstärkung England und die Krage der Mandatsgebiete. „Es wird weder die Auslieferung der Kronkolonien, noch der Mandate erwogen." London, 22. April. (DNB.) Im Unterhaus fand am gestrigen Dienstagabend eine Aussprache über die Frage der Mandatsgebiete statt. Der konservative Abgeordnete Wise forderte von der Regierung eine eindeutige Erklärung, lieber die Kronkolonien habe sich die Regierung zwar geäußert, nicht aber über die Mandatsgebiete. Es handle sich besonders um Tanganjika. (Das frühere Deutsch-Ostafrika. D. Red.) Der konservative Abgeordnete und frühere Kolo- nialminifter Amery widersprach der Auffassung, daß Deutschland ein Recht auf einige der Mandatsgebiete habe. Der konservative Abgeordnete Hauptmann Guest betonte, daß Kenia und Tanganjika heute eine verwaltungsmäßige Einheit bildeten. Der oppositionelle Arbeiterführer Grenfell widersprach der von Wise vertretenen Auffassung, daß England Tanganjika auf friedlichem Weae erworben habe. Der Redner stellte sich auf den Standpunkt, daß die Frage dieser Besitzungen auf dem Wege einer freundschaftlichen Vereinbarung zwischen den Nationen der Welt geregelt werden müsse. Zur Begründung kolonialer Forderungen verwies er auf die lleberbevölkerung in Japan, Deutschland und England sowie den Wunsch nach einem Zutritt zu den Rohstoffen. Amery scheine zu glauben, daß England sich nicht von einem Quadratzoll britischen Gebietes trennen könne, obwohl 27 v. H. der Bevölkerung der Welt unter britischer Flagge lebe. Seiner Ansicht nach sei für die Regierung die Zeit gekommen, der Welt zu erklären, daß die britischen Gebiete jedermann offen ständen. Ottawa und andere Abmachungen hätten die Politik der offenen Tür von Grund auf geändert. Der Minister für die Dominien Thomas, der vor der Unterhaussitzung zwei Unterredungen mit Baldwin hatte, erwiderte, daß er die Opposition vor Gedankengängen, wie sie Grenfell vorgebracht habe, warnen müsse. Deutschland dürfe keinen falschen Eindruck bekommen. Es könne feit der Uebernahme der Mandatsgebiete durch England jeden Rohstoff zu genau den gleichen Bedingungen erhalten wie England. Für die Erschließung Tanganjikas seien neun Millionen Pfund ausgegeben worden. Er habe einer großen Firma, die jetzt weiteres Kapital in Höhe von einer Million Pfund in Tanganjika anlegen wolle, geantwortet, daß er, soweit es sich um die politische Lage handele, keinen Grund sehe, hiervon abzuraten. Dies habe er auch mit Zustimmung des Schatzamtes erklärt. Es werde weder die Auslieferung der Kronkolonien, noch der Wandale erwogen. Sollte ein Land — Deutschland oder ein anderes — irgendwie behaupten, daß es sich — soweit es sich um die Mandatsgebiete handele — nicht sämtlicher Vorteile und Vorrechte erfreue, deren sich England erfreue, so entspreche diese Behauptung nicht den Tatsachen. England habe das seiner Obhut a?vertraute Gebiet fair und gerecht verwaltet. Die Eingeborenen, für die England seht verantwortlich fei, begrüßten feine Verwaltung, wenn die Frage der Uebertragung irgendeines Wandates jemals auftauche — bis jetzt fei es nicht der Fall, und er möchte klarmachen, daß England diese Frage nicht anschneiden werde —, fo werde England nicht allein zu entscheiden haben, da Australien, Neuseeland und Südafrika Wandale hallen und die britische Regierung die Auslieferung irgendwelcher ihrer Wandale nicht erwägen werde, solange nicht gleichzeitig die ganze Frage der Empire-Wandale überprüft werde. Darüber hinaus gehe diese Frage auch Frankreich und Belgien an. Das Unterhaus, so hoffe er, werde diese Frage nicht nur vorn Gesichtspunkt des Tauschhandels an- sehen, sondern sich auch daran erinnern, daß es ein großes menschliches Problem sei. Die Eingeborenen müßten befragt und ihre Interessen erwogen werden. Die Politik der Regierung laute: „W i r haben diese Frage nicht erwogen und erwägen sie nicht. Es wird aber unsere Pflicht sein, die Umstände zu prüfen, wenn irgendwelche anderen Leute die Frage ,aufwerfen'." Für deulsch-sranzösische Verständigung Das Ergebnis einer französischen Abstimmung. Paris, 22. April. (DNB.) Die Tageszeitung „L e I o u r n a l", die seit einigen Tagen die Ergebnisse ihrer Abstimmung unter ihren Lesern über vier wichtige Fragen veröffentlicht, gibt am Dienstag das Gesamtergebnis von 212 000 Einsendungen bekannt. Auf die erste Frage: „Glauben Sie, daß der Frieden Europas von der französisch-deutschen Annäherung abhängt?" äußerten sich mit Ja 162363, mit Nein 48868. Die zweite Frage: „Glauben Sie, daß wir uns mit Deutschland verständigen können?" wurde von 135110 Abstimmenden mit Ja beantwortet und nur 62 212 stimmten mit Nein. Die dritte Frage: „Haben Sie zu dem französisch-sowjetrussischen Pakt Vertrauen?" beantworteten mit Ja 31 972, mit Nein 174128. Die vierte Frage: „Glauben Sie, daß der Völkerbund eines Tages dahin gelangen wird, einen dauerhaften Frieden in Europa zu errichten?" beantworteten mit Ja 42 264, mit Nein 166 496. Eden über die Dardanellensrage. London, 21. April. (DNB.) Auf eine Frage des Oppositionsführers Attlee gab Eden, der erst kurz zuvor aus Genf zurückgekehrt war, eine Erklärung über die Dardanellenfrage ab. Der türkischen Regierung sei ferner mitgeteilt worden, daß die englische Regierung, bevor sie im einzelnen Stellung nehmen könne, mit den britischen Dominions Rücksprache nehmen müsse, da die Dardanellen-Konvention im Namen des gesamten britischen Reiches unterzeichnet worden sei. Die Regierung sei daher gezwungen, gegenwärtig einen Kommentar zur Lage zurückzustellen. Nichtsdestoweniger erkenne sie jedoch an, daß die türkische Regierung durchaus zu der Forderung nach Besprechungen berechtigt sei. Der Dank des Führers. Berlin, 21. April. (DNB.) „Zu meinem gestrigen Geburtstag find mir von meinen Volksgenossen aus dem Inlande wie dem Auslande Glückwünsche und Zeichen treuen Gedenkens in fo überwältigender Fülle zugegangen, daß es mir leider unmöglich ist, jedem einzelnen zu antworten. Ich muß daher diesen weg wählen, um all denen zu danken, die meiner mit Glückwünschen gedacht haben: ich verbinde hiermit auch meinen Dank an die vielen Tausende, die gestern vor der Reichskanzlei und bei der Parade mir durch Zurufe ihre Treue und Verbundenheit zum Ausdruck brachten. A d o l f h i t l e r." Wettere Glückwünsche des Auslandes. Berlin, 21. April. (DNB.) Seine Durchlaucht der Reichsverweser von Ungarn richtete an den Führer und Reichskanzler nachstehenden telegraphischen Glückwunsch: „Anläßlich Ihres Geburtstagsfestes bitte ich Eure Exzellenz, meine und der ungarischen Nation herzlichste Glückwünsche entgegenzunehmen. Möge der Allmächtige Eurer Exzellenz zur Durchführung Ihres großen Werkes noch viele glückliche und erfolgreiche Jahre schenken. H o r t h y , Reichsverweser des Königreiches Ungarn." Der Führer hat mit folgendem Danktelegramm geantwortet: „Eurer Durchlaucht danke ich herzlichst für Ihre mir anläßlich meines Geburtstages ausgesprochenen freundlichen Wünsche. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Ferner erhielt der Führer und Reichskanzler ein Glückwunschtelegramm des Ministerpräsidenten der chinesischen Nationalregierung in Nanking, Marschall Tschiangkaischek, worin dieser die freundschaftlichen Beziehungen und die erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China besonders hervorhob. Der Führer und Reichskanzler hat ihm in gleichherziger Weise telegraphisch gedankt. Die in Berlin ansässigen ausländischen Missionschefs, an ihrer Spitze der apoftollfche Nuntius, Monsignore O r s e n i g o , sowie zahlreiche Mitglieder der fremden Vertretungen haben dem Führer und Reichskanzler ihre Glückwünsche durch (Eintragung ins Besuchsbuch und im Hause des Reichskanzlers aufliegende Gratulationsliften übermittelt. Unter den in der Präsidialkanzlei eingegangenen, nach Zehntausenden zählenden Kundgebungen für den Führer befinden sich zahlreiche Telegramme und Schreiben von Ausländern, die ihm neben ihren Geburtstagsglückwünschen den Ausdruck höchster Verehrung und größten Vertrauens in eindrucksvollster Weise kundtun, darunter auch herzliche Glückwunschtelegramme von Lord und Lady L o n • donderry, sowie von Lord Rothermere. seiner Machtfülle hingearbeitet. Deshalb auch die immer wiederkehrenden Versuche, die kollektive Aktion, den Artikel 16, immer automatischer zu gestalten. Maßgebend war dabei stets der Gedanke, daß die Parallelität der Genfer Prinzipien und der Interessen Frankreichs nach menschlichem Ermessen gesichert sei, alle Vorkehrungen gegen den Angrei- fer aber um so nützlicher wären, als ein Angriff — bezeichnende Bloßstellung des schlechten Gewissens! — nur von Deutschland zu erwarten sei. Man hat versichert, daß schon Herr Laval schlaflose Nächte wegen des italienisch-abessinischen Konfliktes gehabt hat. Dies wäre in der Tat verständlich: denn nun, da der Genfer Apparat einmal in anderer Richtung spielen muß, fängt sich die französische Politik — wie schon oft — in ihrer eigenen Schlinge. P a - r i s war nun gezwungen, sich jenen Anwendungsmöglichkeiten der Genfer Satzung in den Weg z u stellen, um deretwillen man einst den ganzen Völkerbundbau führend mitbetrieben hatte. Nur selten in der Geschichte, nur selten sogar in der Geschichte der Versailler Zeit ist der nackte, bedenkenfreie (Egoismus eines Staates so deutlich in Erscheinung getreten, wie bei der augenblicklichen französischen Politik. Sanktionen gegen Italien? Dieselbe Pariser Presse, die sich sonst nicht genug tun konnte in der Lobpreisung der kollektiven Aktion, überbietet sich jetzt in Warnrufen vor ihrer Gefährlichkeit. Sanktionen bedeuten Krieg, bedeuten Entfesselung eines Brandes, einer Katastrophe, — das schreibt die gleiche Presse, die sich zu dem R u s s e n p a k t beglückwünschte, weil er noch über die normale Anwendungsform des Artikels 16 hinausgeht! Es wirkt fast komisch, wenn der „Temps" in diesem Fall den Sanktionswahn mit genau den Argumenten bekämpft, die von deutscher Seite schon immer geltend gemacht wurden. Freilich, was deutscherseits grundsätzliche Ueberzeugung ist, ist auf französischer Seite nur taktischer Winkelzug. Denn man ist bereit, die eben geäußerten Erkenntnisse sofort wieder zu verleugnen, wenn es sich nicht um Abessinien, sondern um das Rheinland- Problem handelt. Dann hält man es wieder mit jener Generalisierung eines Konfliktes, den man in dem anderen Falle zur gleichen Zeit als Wahnwitz verurteilt. Aber nicht nur das. Obwohl man in Paris die Schädlichkeit der Sanktionen gegen Italien betont, ist man bereit, sie weiter fortzuführen. Italien skrupellos also als Objekt zu benutzen, wenn mit diesem „Opfer" ein ähnliches Verfahren gegen Deutschland in Gang gebracht würde. Freundschaft gegenüber Italien? Es ist wenig davon zu merken bei einer Politik, die Ita - lien in jedem Falle nur als Objekt und nur als Figur auf dem Schachbrett des Quai d'Orsay benutzen will: sei es als „Rechtsbrecher", sei es als „Rechtswahrer". Welche Folgen dieses Spiel mit hohen Menschheitsidealen und mit den Belangen und Interessen der anderen Völker heraufbeschwören wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist, daß die Genfer I n ft i t u t i o n in ihrer gegenwärtigen Gestalt sich kaum von den schweren Schlägen erholen wird, die ihr — Ironie der Geschichte — von ihrer wichtigsten Gründermacht zugefügt werden. Wir Deutsche, die wir durch 17 Jahre die unheilvolle Verquickung von Frieden und Versailles in ihrem ganzen bitteren Ausmaß zu kosten bekamen, können diesen Prozeß der fortschreitenden Zerstörung der Versailler Welt nur mit Zustimmung begleiten. Er ist geschichtlich notwendig, wenn der Gedanke einer echten und reinen Friedensordnung und einer echten Staatengemeinschaft belebende Wirklichkeit werden soll. Daß auch die übrige Welt hellhörig geworden ist, gibt uns, neben der Wiedergewinnung der eigenen Kraft, vermehrte Zuversicht. Denn entweder gelingt es in den Kämpfen und Auseinandersetzungen der kommenden Wochen und Monate, das neue Friedensrecht aus der tödlichen Umklammerung der Gewaltverträge von 1919 zu lösen und das von den Völkern ersehnte wahre „Gesetz der Welt" zu errichten, oder (Europa sinkt ab in die Niederungen einer politischen und moralischen Anarchie. Glückwünsche der SA. Berlin, 21.April. (DNB.) Aus Anlaß ihrer Beför- derung hat Stabschef Lutze dem Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst Göring telegraphifd) die herzlich sten Glückwünsche der SA. übermittelt. Oer Stabschef zeichnete zuerst. Berlin, 21. April. (DNB.) Stabschef Viktor Lutze zeichnete sich am Montagfrüh als erster in dem für seinen Wohnbezirk zuständigen Sturmlokal des Sturmes X/7 in der Iltis-Straße in Dahlem in die Ehrenliste des Dankopfers der Nation ein. Und so wie der Stabschef feinen SA.- Männern ooranging, so werden die SA.-Männer ihren deutschen Volksgenossen vorangehen und wer- den mit ihnen gemeinsam das große Dankeswerk für den Führer schaffen als ein Teil dieses Volkes mit diesem Volke. Der Tag -er deutschen Lustwaffe in Berlin. Zum ersten Male seit -er Vorkriegszeit Truppenparade mit Fahnen. 17* lw i WLH < ßWMA M W |0w.- £ Nach der Ueberqabe der zwölf neuen Fahnen fand auf dem Militärflugplatz in Gatow bei Berlin eine große Parade der-deutschen Luftwaffe vor dem Oberbefehlshaber Generaloberst Göring statt. Man sieht links Generaloberst Göring bei der Abnahme der Parade. — (Scherl-Btlderdienst-M.) Fliegerhelden gleichzeitig eine Ehruna sowohl für did gesamte Luftwaffe, wie auch für alle Kämpfer der Luft darstelle, die während des Weltkrieges für das Vaterland starben. Für die neue Luftwaffe seien deren Taten ein heiliges Vermächtnis und die unbedingte Verpflichtung, in jeder Lage die Pflicht treu bis zum Tode zu erfüllen. Anschließend dankte General der Flieger M t l ch dem Manne, der Deutschland die Gleichberechtigung unter den Völkern wiedergegeben, der uns die neue Wehrmacht geschenkt und die Wiederauferstehung unserer neuen Luftwaffe zu neuer Große ermöglicht hat. Volksgerichtshof wird ordentliches Gericht. Berlin, 21. April. (NdZ.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz beschlossen, wonach der Volksgerichtshof seinen bisherigen Sondercharakter auf- aibt und künftig ordentliches Gericht im Sinne des Gerichtsverfassungsgesetzes ist. Der Volksgerichtshof wird an hauptamtlichen Mitgliedern mit einem Präfkdenten und der erforderlichen Zahl von Senatspräsidenten und Räten besetzt. Der Präsident, die Senatspräsidenten und -räte werden auf Lebenszeit ernannt. Sie müssen die Befähigung zum Richteramt besitzen und das 35. Lebensjahr vollendet haben. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Volksgerichtshofes werden vom Führer und Reichskanzler auf Vorschlag des Reichsjustizministers für die Dauer von fünf Jahren bestellt. Das Amt der Staatsanwaltschaft beim Volksgerichtshof wird durch einen oder mehrere Reichsanwälte oder Staatsanwälte ausgeübt. Gleichzeitig werden durch das Gesetz mit Wirkung ab 1. April 1936 die Mitglieder und das Büropersonal des Volksgerichtshofes in die Besoldungsordnung eingegliedert. Das Gesetz bestimmt, daß die auf Grund von früheren Vorschriften ernannten ehrenamtlichen Mitglieder des Volksgerichtshofes nach Maßgabe ihrer bisherigen Ernennung weiter im Amt bleiben. Dasselbe gilt für Mitglieder, die die Befähigung zum Richteramt haben müssen. Von ihnen scheiden jedoch am 31. Oktober 1936 diejenigen aus, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu hauptamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes ernannt worden sind. Kommunisten -Verhaftungen Berlin, 21. April. (DRV.) Der „Tag der Luftwaffe", der seit dem vorigen Jahr am Todestag des hervorragendsten Kriegsfliegers, Rittmeisters Manfred Freiherr von Richthofen, in allen Standorten feierlich begangen wird, wurde in der Reichshauptstadt durch eine große Parade- oufstellung von Formationen des Luftkreises II auf dem Gelände der Fliegerhorst - Kommandantur Gatow eingeleitet. Dabei erfolgte die Verleihung der kürzlich durch Erlaß des Führers gestifteten neuen Truppenfahnen an zwölf Formationen der Luftwaffe und die Vereidigung der neuen 'Fahnenjunker-Lehrgänge der Luftkriegsschulen Gatow und Wildpark Werder. Diese Truppenfahnen sind die ersten, die bisher zur Verleihung fertiggestellt wurden. Generaloberst Göring richtete bei dieser Feier an die Truppen eine Ansprache. Ein großer Teil von euch, so erklärte, er u. a., hatte die Ehre, gestern vor unserem Obersten Kriegsherrn vorbeizumarschieren, dem Mann, der uns Soldaten und dem ganzen Volk die Ehre und die Freiheit wieder zurückgegeben hat. Seit unser Führer das Steuer des Deutschen Reiches in der Hand hält, ist auch das deutsche Volksheer wieder erstanden und in diesem die deutsche Luftwaffe. Ihr dürft stolz darauf sein, dieser Waffe anzugehören. Es war auch notwendig, gerade unserer Waffe von Anfang an klarzumachen, daß ihr Fundament die soldatischen Tugenden sein müssen; daß es nicht darum geht, nur eine technische Truppe zu sein, sondern daß wir unseren Stolz darein setzen, an erster Stelle zu stehen, wenn es sich darum handelt, die soldatischen Tugenden und die soldatische Diszi- plin zu beweisen. Der F ü h r e r hat befohlen, daß zehn Truppenteilen wieder jenes Symbol zu geben ist, das zu allen Zeiten immer das äußere sichtbare Zeichen des Zusammenhaltens einer Truppe war: d i e F a h n e. Soldaten, auf jene Fahnen schwuren sie den Eid, unter dem Flattern dieser Fahne marschierten sie gegen den Feind, stürmten, siegten und starben sie fürs Vaterland! Darum sind uns die Fahnen heilig. Ein ehrwürdiges Schauern erfaßt uns, wenn wir die alten Feldzeichen an uns vorüberziehen sehen. Die ältesten von ihnen find kaum noch ein Fetzen Stoff, aber das, was sie ausstrahlen, das erzählt von gewaltigen Kämpfen, großen Siegen und ungeheuren Opfern. heute, Kameraden, erhaltet auch ihr das äußere und sichtbare Zeichen des Soldaten und seiner Ehre, erhalten eure Truppenteile die Fahnen mit dem Symbol jener alten und ruhmreichen Vergangenheit aus zahlreichen Schlachten und Siegen, dem Kreuz von Eisen, geschmückt aber auch mit dem Symbol der neuen Zeit, dem Symbol der Auferstehung unseres Volkes, dem uralten Siegeszeichen unserer Vorfahren. Vergeßt nicht, unter diesem Zeichen des Hakenkreuzes ist Deutschland aus Rot und Schande, aus Schmach und Elend heraus- aeführt worden. Unter diesem Zeichen haben Tausende gelitten und geblutet. Unter diesem Zeichen errangen wir die Freiheit und Ehre unseres Volkes. Und darum wird es auch unsere Fahne, umklammert von den Fängen des fliegenden Adlers, des stolzen Vogels, der der Sonne entgegenfliegt. Schwört bei euch selbst, daß ihr nie lassen werdet von dieser Fahne! Denn das sage ich euch, wenn ihr dieses Zeichen umklammert, dann haltet ihr damit das Schicksal Deutschlands in euren Fäusten. Das Schicksal unseres Volkes ist unzertrennlich verbunden und verknüpft mit unseren Fahnen. Wenn einmal das Schicksal es fordert, daß zur Verteidigung von Volk und Vaterland die Fahnen enthüllt werden müssen, dann erwarte ich von euch, daß ihr mit dem gleichen Wut, der gleichen Unverzagtheit und der gleichen Treue wie eure Vorfahren hinter den Fahnen marschiert, wohin sie auch immer getragen werden mögen. Sie sind das Pfand, das der Führer, unser oberster Kriegsherr, uns anvertraut hat. Wögen sie auch die Nachkommen erinnern an die große Zeit, da Deutschland aus tiefer Nacht der Sonne enlgegenschritt. Wögen sie dann auch erinnern an den Wann, der unser Volk und Vaterland wieder zu einem Begriff und einem Inhalt gemacht, für den das höchste Opfer zu geben wir freudig bereit find! Verleihung der Truppenfahnen. Nach der Ansprache wurden die Fahnen enthüllt. Während die Truppen das Gewehr präsentierten, begab sich Generaloberst Göring zu jeder einzelnen Fahne, nahm sie aus der Hand des Fahnenträgers, weihte sie mit einem besonderen Fahnenspruch und übergab sie dem Kommandeur des Truppenteils, der sie künftig führen wird. Im Augenblick der Uebernahme jeder einzelnen Fahne gab eine Gruppe von Flakgeschützen jeweils eine Gruppensalve ab. Oie Vereidigung der Fahnenjunker. Die Fahnen rückten dann zu ihren Truppenteilen ab, lediglich die Fahnen der Luftkriegsschulen blieben vor dem Podium stehen. Por diesen Fahnen nahmen die neuen Fahnenjunker-Lehrgänge Aufstellung, deren Vereidigung nunmehr von dem Kommandeur der Luftkriegsschulen Oberst Schubert vorgenommen wurde, nachdem zuvor ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher auf die Heiligkeit des Eides hingewiesen hatten. Dann richtete Generaloberst Göring noch eine kurze Ansprache an die neuen Fahnenjunker. Er wies sie auf die Bedeutung des eben geschworenen Eides hin, mit dem sie sich ihrem Volk und dem Führer dieses Volkes verschworen hätten. Generaloberst Göring erinnerte dann an den heutigen Todestag Manfred von Richthofens und forderte seine jungen Kameraden auf, in dem Leben dieses unsterblichen deutschen Lufthelden stets ihr Vorbild zu sehen. „Wenn Richthofen lebt — dann wird die Luftwaffe unüberwindlich sein? Das ist der tiefere Sinn eures Eides, den ihr heute leisten durftet." Göring schloß mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Die Kapelle spielt die Nationalhymnen. Damit war die Paradeaufstellung beendet. Die Truppen formierten sich zum Vorbeimarsch. Oer Vorbeimarsch Die Parade vor dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe war deshalb ein besonderes Ereignis, weil zum ersten Male seit der Vorkriegszeit wieder deutsche Truppen mit Fahnen vorbeimarschierten. Dem Vorbeimarsch der Offiziere des Luftkreiskommandos folgten die Truppen in der Reihenfolge der Paradeaufstellung. Der Parademarsch der Flaktruppen in Marschkolonnen wurde abgeschlossen von der Vorbeifahrt der Flak. Ehrung der Luftwaffe für Aichthosen am Ehrenmal. Berlin, 21. April. (DNB.) Während an sämtlichen Ehrenwachen des Standortes Berlin am Ehrentag der Luftwaffe die Wachen von der Luftwaffe bezogen worden waren, gestaltete sich die Vergatterung am Ehrenmal zu einer eindrucksvollen Ehrung des Fliegerhelden Manfred von Richthofen. Unter Vorantritt des Stabsmusikkorps der Kommandantur des Fliegerhorstes Gatow zog eine Ehrenkompanie der Wachtruppe der Luftwaffe mit klingendem Spiel am Ehrenmal auf. Hier erwartete Generalmajor und höherer Fliegerkommandeur Kühl die Truppe. Der führende Oberleutnant Einwächter meldete beim Generalmajor die Wachtruppe. Während das Musikkorps das „Lied vom guten Kameraden" spielte, grüßte der Generalmajor zum Ehrenmal hinüber, und die Hände der Tausende von Zuschauern reckten sich zum deutschen Gruß. Nach der Vergatterung trat die Wache wieder unter präsentiertes Gewehr, während Generalmajor Kühl sich in das Ehrenmal begab, um einige Minuten der Gefallenen des Weltkrieges zu gedenken. Ein Vorbeimarsch der Wachtruppe beendete die Richthofen- Ehrung und die feierliche Vergatterung. Kranzniederlegungen am Grabe Richthofens. Berlin, 21. April. (DNB.) Zu Ehren von Deutschlands berühmtesten Fliegerhelden, dem u n - besiegten Sieger in 81 Luftkämpfen, wurden am Dienstagnachmittag auf seinem Grabe im Jnvalidenfriedhof in der Scharnhorststraße mehrere Kränze niedergelegt. Ein Doppelposten hielt vor dem schlichten und wuchtigen Grabmal die Ehrenwache. Es erschienen Abordnungen der Luftwaffe und legten im Namen des einstigen Feldflugchefs, des Jagdgeschwaders Richthofen und der alten Kriegskameraden drei mit Lilien, Hortensien und roten Schleifen geschmückte Lorbeerkränze nieder. Weitere Kränze stammten von der Mutter und den Geschwistern R i ch t h o f e n s und von dem Ulanen-Regiment, dem er vor dem Uebertritt zur Luftwaffe angehört hatte. Auch an dem im Zeughaus aufgestellten Flugzeug Richthofens wurde von der Generalverwaltung der Staatlichen Museen ein Kranz niedergelegt. Ehrung gefallenerdeutscherFl-rrgerhelden Berlin, 21. April. (DNB.) Auf dem Paradeplatz in Neu-Tempelhof wurde am Dienstag durch den Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, die feierliche Umbenennung von 16 Straßen Neu-Tempelhofs auf die Namen gefallener deutscher F l i e g e r h e l d e n vollzogen. Die Bedeutung des Festaktes wurde unterstrichen durch eine Ansprache des Generals der Flieger Milch, der namens des Oberbefehlshabers der Luftwaffe der Stadt Berlin den Dank für diese Ehrung der gefallenen Kameraden übermittelte. Er erklärte, daß die heutige Ehrung von 16 gefallenen Berlin, 21. April. (DNB.) Am 21. April 1936 jährte sich zum 200. Male der Todestag desPrin - zen Eugen von Savoyen. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat angeordnet, daß an diesem Tage bei allen Einheiten der Wehrmacht Appelle stattfinden, bei denen nachstehender Erlaß bekanntaegeben wird: Die deutsche Wehrmacht geoenkt nm heutigen Tage des großen Soldaten, fier vor 200 Jahren sein heldenmütiges Leben endete: des Prinzen Eugen von Savoyen, der unter dem Ehrennamen des „edlen Ritters" in die Geschichte eingegangen ist. Aus norditalienischem Fürstengeschlecht stammend, in Paris erzogen und zum Priester bestimmt, von kleiner Gestalt und schwächlichem Körper, aber scharfem Geiste und beseelt vom unbändigen Willen zur großen Tat — so war der junge Prinz Eugen, als er verhöhnt und verfolgt vom französischen König und seinem Hof, über den Rhein nach Deutschland entfloh, um dort dem Kaiser und einer neuen Heimat zu dienen. Ohnmächtig und zerrissen, geschwächt durch die Wunden des 30jährigen Krieges befand sich das Reich damals erneut in schwerer Gefahr. Vom Südosten drohten die Türken die deutsche Kultur zu vernichten; im Westen drangen die Eroberungsheere des französischen Königs Ludwig XIV. plündernd, sengend und mordend an den Rhein vor. 1681 fiel Straßburg in französische Hand, zwei Jahre später standen die Türken vor Wien. Vor der Habsburger Kaiserstadt begann der 20jährige Prinz Eugen in der großen Befreiungsschlacht am Kahlenberge von 1683 seine lange Soldaten- und Feldherrnlaufbahn, die ihm in 31 Feldzügen auf die Höhe des Ruhmes führte. Noch befehligten die besten Feldherren ihrer Zeit die Heere des Kaisers im Kampf gegen die osmanischen Eindringlinge. Aber schon die Erstürmung von Ofen 1686 war in erster Linie Eugens Umsicht und Kühnheit zu verdanken. Immer weiter wurden die türkischen Armeen zurückgedrängt. Immer stärker wurde Eugens führender Anteil an den Siegen der kaiserlichen Truppen. 1697 ist der 34jährige Prinz Eugen selbst ihr Oberbefehlshaber: Mit seinem herrlichen Siege bei Zenta, der die Armee der Osmanen vernichtet und Ungarn von türkischer Herrschaft befreit, ist sein Feldherrnruhm begründet. 20 Jahre später krönt er seinen Namen als Türkenbezwinger durch die Eroberung von Belgrad. Seit diesem großen Tage des Jahres 1717 erklingt das Lied von „Prinz Eugen, dem edlen Ritter ..." durch alle deutschen Gaue. Anderthalb Jahrzehnte zuvor aber rief das Schicksal den Prinzen zu seiner zweiten großen Ausgabe. Es galt, das Reich vor der Raubgier des französischen Königs zu schützen. Im spanischen Erbfolge- in Polen. Warschau, 21. April. (DNB.) 60 Kommu - nisten, die im Verlauf der letzten blutigen Zwischenfälle in Lemberg verhaftet worden waren, sind in das Konzentrationslager von Dereza Kartuzka gebracht worden. In Warschau wurden nach erneuten Haussuchungen am Dienstag wiederum 56 K o m - muniften, darunter eine Reihe leitender Parteimitglieder, verhaftet. Oie polnische akademische Jugend gegen Kommunismus und Judentum. Warschau, 20. April. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit den Straßenunruhen in Lemberg und in Krakau veröffentlicht die Lemberger polnische akademische Jugend zugleich im Namen der akademischen Gesellschaften ganz Polens eine Entschließung, in der der Kommunismus als Totfeind der polnischen Kultur bezeichnet und auf die Rolle der Juden bei den kommunistischen Wühlereien hingewiesen wird. Die polnische akademische Jugend, heißt es weiter, fordert die Abtrennung der Juden als zersetzenden Faktor vom Organismus des nationalen Polens, die Einschränkung des Einflusses der Juden auf die Hochschulen und rücksichtslosen Kampf gegen den jüdischen Einfluß in Presse, Literatur, Theater, Kino und Rundfunk. krieg, von 1702 bis 1714, stand Eugen der mächtigen französischen Koalition gegenüber als Seele des politischen und strategischen deutschen Widerstandes; ihm zur Seite focht der berühmte Herzog von Marlborough mit den Truppen des verbündeten England. Den glänzenden Siegen, die Eugen Anfang des Kriegs in Oberitalien erfocht, folgten die Waffentaten von Höchstädt im Jahre 1704, von Turin 1706, bei Dubenaarbe 1708 unb bte Eroberung von Lille, bis enblich ber übermütige Sonnenkönig um Frieden bitten mußte. Das Deutsche Reich war frei unb verdankte feine Freiheit bem Solbaten, Feldherrn und Staatsmann Eugen von Savoyen, dem Reichsfeld- mar f ch a l l, dessen Name längst in aller Welt Munde war. Wenn auch das alt gewordene Heilige Römische Reich deutscher Nation später der jungen Macht weichen mußte, die in Preußen unter Friedrich Wilhelm I. und seinem Nachfolger, dem großen Friedrich, erwachsen sollte, so war dieses Reich doch einst unser großes Vaterland. Unter den berühmtesten Feldherren jener Zeit fochten alle deutschen Stämme für die Reichsidee und sicherten für die Zukunft unser gemeinsames Deutschtum gegen die Mächte des Orients im Südosten und die des französischen Imperialismus im Westen. Die gemeinsamen Abwehrkämpfe des in zahllose Staaten zerrissenen Reiches schufen wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl des Deutschtums. Die Waffentaten des Prinzen Eugen machten den Weg frei für einen neuen Strom von Siedlern germanischen Blutes, die noch heute in Ost- und Sudeuropa deutsche Kultur auch in fremden Staaten bewahren und heilig halten. Wir deutschen Soldaten des Dritten Reiches neigen uns in Ehrfurcht vor demReichs- feldmarfchall des alten Reiches, weil auch fein Leben und Kampf nur ein Ziel hatte: Deutsch, land! oonBlomberg. prinz-Eugen-Gedenkfeier der Wachtruppe Berlin. Berlin, 21. April (DNB.) Aus Anlaß der 200. Wiederkehr des Todestages des Prinzen Eugen von Savoyen fand in Gegenwart des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, eine Feier bei der Wachtruppe statt, an der auf Einladung des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht der österreichische Militärattache Oberst Pohl teilnahm. Nach Verlesung des Erlasses des Reichskriegsministers endete die Feier mit dem Spielen ber österreichischen und der Rutschen Nationalhymnen. Deutsche Wehrmacht ehrt einen großen Soldaten. Zum Mai. Aufruf Nr. Leys an die Arbeitsfront. Berlin, 22.April. (DRV.) Der Reichsleiker der Deutschen Arbeitsfront erläßt, wie die Deutsche Arbeitskorrespondenz mitteilt, folgenden Aufruf zum 1. Mai: Männer und Frauen der Deutschen Arbeitsfront, werktätige und schaffende Menschen Deutschlands! Zum vierten Male feiern wir den 7k a l i o n a l - tag der Arbeit im neuen, wiedererstandenen, freien Deutschen Reiche. Deutschland steht kraft feiner eigenen Energie und Willensäußerung gleichberechtigt unter den Völkern der Erde. Die Fesseln von Versailles, die Ketten der Schande und Knechtschaft find kraft eigener Anstrengungen abgestreift. Die wiederqewonnene Freiheit ist kein Geschenk anderer Mächte oder des Völkerbundes, sondern wir sind frei, geachtet und gleichberechtigt unter den Rationen der Welt, weil wir es so wollen. Das ist der wahre Frühling unseres Volkes. Jetzt erst ist es uns so recht bewußt, daß der 1. Mai die Vermählung der wiedererstandenen Ratur, der aufsteigenden Sonne mit der Disziplin und dem Fleiß des Menschen bedeutet, so recht ein Fest der Arbeit. Das alles danken wir einem Mann. Das wollen wir nie vergessen. Ls soll keiner annehmen, daß es sein eigenes Verdienst sei, daß Deutschland wieder frei, groß und mächtig geworden ist und damit geachtet und geehrt unter den Völkern dasteht. Wenn so letzten Endes die Arbeit wieder Sinn und Wert erhalten hat, verdanken wir dies allein Adolf Hitler und feinem unerschütterlichen Glauben. Das Vertrauensbekenntnis vom 29. März hat bewiesen, daß du, schaffender Mensch, die Zeichen der Zeit verstehst, daß du die großen Schicksalsfragen deines Volkes innerlich miterlebst und daß du deines großen Führers würdig geworden bist. So stehe denn der I.Mai 1936 unter dem Symbol, daß Führer und Volk, Adolf Hitler und Deutschland eins sind und eins bleiben wollen für alle Ewigkeit. Hitler ist Deutschland und Deutschland ist Adolf Hiller. So marschieren wir in eine bessere Zukunft. heil Hitler! Dr. Robert Ley. Die BetriebSgemeinschast am 1. Mai. Berlin, 21. April. (DNV.) Der Leiter des Hauptamtes für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, und Reichswalter des Reichsbundes der deutschen Beamten, Neef, sowie der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, Körner, haben zum 1. Mai folgenden Aufruf erlassen: Anläßlich der Feier zum 1. Mai 1936 begehen die Stätten der nationalen Arbeit in sichtbarer Einigkeit den Festtag einer neuen sozialen Ordnung mit dem Ziel der Gemeinschaft aller Schaffenden! Das Ideal der Betriebs- g e m e i n s ch a f t oom Betriebsführer über jeden Mann der Gefolgschaft gilt auch dort, wo Arbeiter, Angestellte und Beamte im Dienst der öffentlichen Hand tätig sind. Wir rufen die Schaffenden dieser Betriebe und Verwaltungen auf, sich bei Aufmärschen, Kundgebungen oder Gemeinschaftsabenden geschlossen zu beteiligen und damit die Verbundenheit von Arbeitern, Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst zum Ausdruck zu bringen! Oie Arbeitstagung -er Kreisleiter. Or. Goebbels, Himmler, Hühnlein und Hierl sprechen. Berlin, 22. April. (DNB.) Wie der „Völkische Beobachter" berichtet, sprachen im Verlaufe der A r - beitstaguna der Kreisleiter in der Schulungsburg Cröfsinsee am Dienstag Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, Reichsführer - SS. Himmler, der Korpsführer des NSKK. Hühnlein und Reichsarbeitsführer hierl. Als Erster sprach in dieser bedeutsamen Tagungsfolge der Korpsführer des NSKK. Hühnlein über die Aufgabe des Korps, das als neue Gliederung in die alte Kampfkameradschaft der NSDAP, eingerückt ist. „Eine starke politische Gruppe der Partei und ein neues Kampfinstrument des Führers zu fein, ist des NSKK. höchstes Ziel." Mit besonderem Interesse folgten die Kreisleiter dann den Ausführungen des Reichsleiters - SS. Himmler, der in umfassender Darstellung ein Bild von den Schutzstaffeln, ihrer Organisation und ihren vielgestaltigen und verantwortungsvollen Aufgaben gab. Reichsführer Himmler schilderte zunächst die Entstehung der Schutzstaffeln, an deren Aufbau er vom Standpunkt der rassischen Auslese herangegangen ist. Nachdem der Reichsführer dann die Spezialauslese und Tätigkeit innerhalb des Gesamtverbandes der SS. erläutert hatte, betonte er, daß sich die SS. in der Strenge der Anschaungen, der Härte der Forderungen und der Größe der Leistungen das höchste Ziel gesetzt habe. „Wir haben die Garantie übernommen, daß niemals mehr eine Untermenschenrevolution in Deutschland entstehen kann. Diese Aufgabe werden wir mit gnadenloser Unbarmherzigkeit vollziehen, wie es für die Zukunft Deutschlands erforderlich ist." Nachmittags traf Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels ein, der im Vortragssaal nicht das Rednerpult bestieg, sondern inmitten seiner Kreisleiterkameraden das Wort ergriff. Davon ausgehend, daß die hier versammelten hoheitsträger keine allgemeinpolitifche Rede hören wollten über Dinge, die ihnen allen geläufig sind, forderte er 3u einer Aussprache über alle die Fragen auf, die den führenden Parteigenossen am Herzen liegen. Die Tatsache, daß wir keine Parlamente mehr haben, dürfe nicht dazu führen, daß jede Diskussion über politische Fragen auch unter denen aufhöre, die die politische Verantwortung trügen. Jeder Mensch, und vor allem der im öffentlichen Leben tätige, habe seine Sorgen. Aber es habe nur Zweck, sie vor denen zu behandeln, die durch Rat und Tat für Abhilfe zu sorgen in der Lage seien. Es habe auch keinen Zweck, große theoretische Vorträge über Propaganda zu halten, denn Propaganda sei eine rein praktische Angelegenheit. Die Kreisleiter hatten nun Gelegenheit, eine Reihe von Fragen, die sie beschäftigen, über politische Probleme zu stellen, die Dr. Goebbels durchweg rückhaltlos und unter starkem Beifall der Versammlung beantwortete. Er gab dabei den Kreisleitern gewissermaßen einen Einblick in die intimsten Werkstätten der Politik des Reiches. Aufschlußreichen Einblick in die für die Erziehung des Volkes und die Gestaltung der Nation so bedeutungsvolle Tätigkeit der Führung des Reichs- arbeitsdienstes erhielten die Kreisleiter durch einen Vortrag des Reichsarbeitsführers hierl, mit dem die eindrucksvolle Tagungsfolge des Dienstags ihren Abschluß fand. Er befaßte sich besonders eingehend mit der Laufbahn des Führeranwärters des Reichsarbeitsdienstes, dem besondere Sorgfalt gewidmet wird. Eingehend auf den Frauenarbeitsdienst, der als Sache des ganzen Volkes und Staates bezeichnet wurde, brachte er unter Zustimmung der Hörer zum Ausdruck, daß er sich als Reichsarbeitsführer für die Verwirklichung der Frauenarbeilsdienstpflicht einsetzey werde, wie er es für die Dienstpflicht der männlichen Jugend getan habe. Oer Völkerbun-srat „bedauert. Ein neues Dokument der Genfer Hilflosigkeit. Genf, 21. April. (DNB.) Der Völker- b u n d s r a t hat am Montagabend feine Aussprache über den italienisch-abessinischen Streit mit der Annahme der nachstehenden Entschließung beendet: „Der Rat bedauert, daß, wie aus dem oom Vorsitzenden des Dreizehner-Ausschusses und vom Generalsekretär einaeholten Erkundigungen hervorgeht, der Ver- söhnungsversuch des Dreizehner-Ausschusses nach dem an die beiden Parteien gerichteten Appell nicht zum Ziele geführt hat. Der Rat bedauert, daß unter diesen Umständen die Einstellung der Feindseligkeiten nicht herbeigeführt werden konnte und daß der Krieg unter Bedingungen weitergeht, von denen fe'stgestellt wurde, daß sie paktwidrig sind und die Erfüllung von Verpflichtungen, wie sie in diesem Falle vom Pakt für die Völkerbundsmitglieder vorgesehen sind, nach sich ziehen. Es richtet an Italien noch einmal einen feierlichen Appell, damit es unter den gegenwärtigen Umständen, die die Zusammenarbeit aller Nationen erfordern, bei der Lösung seines Konfliktes mit Abessinien den Geist walten läßt, den der Völkerbund von einem seiner Gründungsmitglieder und ständigen Ratsmitglied erwarten darf. Der Rat erinnert daran, daß Italien und Abessinien durch das Protokoll vom 17. Juni 1925 über die Verwendung von Gift- und ähnlichen Gasen und durch die Abkommen über die Kriegsführung, an denen diese beiden Staaten beteiligt sind, gebunden sind, und weist auf die Wichtigkeit hin, die diesen Pakten durch alle vertragschließenden Staaten zuerkannt worden ist." Gegen die Entschließung stimmte der Vertreter Italiens, dessen Ablehnung jedoch auf Grund der Satzung bei der Berechnung der Einstimmigkeit nicht in Betracht kommt. Zum Schluß bemängelte der Vertreter Abessiniens, in der Entschließung komme nicht klar genug zum Ausdruck, daß Italien einen Vernichtungsfeldzug gegen Abessinien führe. Wenn der Rat das geschehen lasse, dann schaffe er einen gefährlichen Präzedenzfall. Der Achtzehner-Ausschuß vertagt sich. Genf, 21. April. (DNB.) Der Vorsitzende des Achtzehner-Ausschusses, de Dasconcellos, hat an die Mitglieder des Ausschusses ein Schreiben gerichtet, in dem er folgendes mitteilt: Nach gründlicher Prüfung der gegenwärtigen vo- litischen Lage und nach Befragung der Mitglieder des Achtzehner-Ausschusses, die sich zur Zeit in Genf aufhalten, bin ich zu dem Schluß gekommen, daß der gegenwärtige Augenblick nicht den geeigneten Zeitpunkt für eine Zus ammen- kunft darstellt. Unbeschadet der Bemerkungen, die Sie machen könnten, schlage ich vor, den Ausschuß in zeitlicher Nähe der nächsten Ratstagung einzuberufen, es fei denn, daß ein früheres Datum vorgeschlagen wird, oder daß ich selbst ein solches für notwendig halten sollte. Gleichzeitig macht Vasconcellos den Ausschuß auf die Tatsache aufmerksam, daß die neuesten Ziffern über den Handel mit Italien beweisen, daß die Auswirkungen der Sanktionen immer fühlbarer werden. So ist die italienische Einfuhr im Februar 1936, verglichen mit dem gleichen Monat des Jahres 1935, von 14,2 Millionen Golddollar auf 5,8 und die italienische Ausfuhr von 20,2 auf 10,0 Millionen Golddollar zurückgegangen. „Reform des Völkerbundes notwendig" Paris, 22. April. (DNB. Funkspruch.) Das „O e u v r e" beklagt, daß der Völkerbund feiner Aufgabe nicht gerecht geworden sei. Die kleinen Mitgliedsstaaten seien fast einstimmig der Auffassung, daß eine Reform der Genfer Einrichtung dringend notwendig sei. Diese Auffassung werde auch in London und Paris vertreten. Der italienische Vormarsch. Erbitterte Kämpfe an der Eüdfront. Asmara, 21. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Aus den aus dem Hauptquartier einlaufenden Meldungen über den Verlauf der Ogaden-Schlacht scheint sich zu ergeben, daß noch nicht die gesamte Streitmacht Ras Nasibus vernichtet worden ist. In den äußerst blutigen und für die Abessinier verlustreichen Kämpfen in der Gegend von S a s s a b a - n e h standen den Italienern nicht die Hauptmacht der Abessinier, sondern nur vorgeschobene Truppen gegenüber. Auf italienischer Seite ist man der Auffassung, daß als Ergebnis dieser Kämpfe immerhin der Weg auf Harr ar für General Graziani frei fei. Die im italienischen Hauptquartier ausgegebenen Nachrichten lassen darauf schließen, daß der Vormarsch an der Südfront möglich st rasch fortgesetzt werden soll. Hingegen ist es noch nicht zu übersehen, ob der weitere Vormarsch der Nordarmee über D e s s i e hinaus unabhängig von den Vorgängen an der Südfront erfolgen wird. Wie von italienischer Seite berichtet wird, hat eine längere Besichtigung von D e s s i e ergeben, daß zahlreiche amtliche Bauten, Feldlazarette usw. von der Bevölkerung vor dem Einmarsch der italienischen Truppen z e r st ö r t worden sind. Sämtliche Ausländer hatten Dessie verlassen, bis auf einen französischen Lazaristen- pater und seinen Gehilfen, die in einem Lazarett geblieben waren, das sie gegen Ueberfälle der Bevölkerung in Verteidigungszustand gesetzt hatten. Beide erzählten, daß die abziehenden abessinischen Truppen nicht nur von den Asbo- Gallas, sondern auch von den Einwohnern der Stadt angegriffen worden feien. Oer amtliche italienische Heeresbericht. Rom, 21. April. (DNB.) Der von Marschall B a d o g l i o gedrahtete Heeresbericht Nr. 191 lautet: Der von den Truppen General Grazianis in der Provinz Ogaden bei Gianogobo nordwestlich von Danone errungene Sieg hat für die abessinischen Streitkräfte schwere Folgen gezeitigt. Der geschlagene Feind wurde längs der Karawanenwege versprengt und wird von unseren Truppen verfolgt. Motorisierte Abteilungen haben gestern Orte erreicht, die mehr als 100 Kilometer von ihren Ausgangsstellungen entfernt liegen. Die libysche Division, die ausschließlich aus in unserer Mittelmeerkolonie eingezogenen Freiwilligen besteht, hat Proben ihres Kampfwertes während der erbitterten und schweren Gefechte geliefert. Die Luftwaffe trug wesentlich zur Erbringung des Sieges bei, ungeachtet schwieriger atmosphärischer Bedingungen. Die Leitung des Nachschubes und die Pionierabteilungen haben eine wertvolle Tätigkeit zur Sicherung der rückwärtigen Verbindungen und Verpflegung der Truppen während der Kampfhandlungen entfaltet. An der Nordfront dauern die Unterwerfungen der Häuptlinge des Gebietes westlich oom Takazze an. Das Hauptquartier unserer Truppen wurde nach Dessie verlegt. Abtransport der Engländer ans Addis Abeba? London, 21. April. (DNB.) In London wurde am Dienstag mitgeteilt, daß Pläne über den A b- transport bet britischen Staatsangehörigen aus Addis Abeba zwischen dem englischen Außenministerium und dem britischen Gesandten in Addis Abeba besprochen worden seien. Es handelt sich um etwa 1000 Personen. Allerdings halte man das Eintreten eines solchen Notstandes nicht für wahrscheinlich; außerdem wäre eine Räu- mung auf dem Luftwege mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden. Addis Abeba ist von fast 30 v. H. der Bevölkerung mit Hab und Gut in den letzten drei Tagen verlassen worden. Die Europäer wohnen größtenteils auf den Grundstücken ihrer Gesandtschaften. Die englische Gesandtschaft ist fast wie eine Kriegsfestung mit Stacheldraht- verhauen und ähnlichem ausgebaut. Oie Sieger im Reichsleifiuugskampf -er -euifchen Gtu-enten. Berlin, 21. April. (DNB.) Nachdem rund 5000 Hochschulstudenten und 6000 Fachschulstudenten in viermonatiger Arbeit im Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend den Reichs- leistungskampf der deutschen Studen- t e n durchgeführt haben, ist jetzt die Bewertung der außerordentlich wertvollen und umfangreichen Ergebnisse abgeschlossen worden. Der Reichsbewertungs- ausschuß, der sich zusammensetzte aus Vertretern der Partei, der berufsständischen Organisationen, Professoren und hervorragenden Einzelpersönlichkeiten, die insgesamt auch bei der Aufgaben stelluna wesentlich Einfluß hatten, war im Studentenhaus Berlin zu einer Schluhtagung zusammengetreten. Auf feinen Vorschlag wurden von der Neichsführung der deutschen Studentenschaft und Fachschulschaft folgende Arbeitsmannfchaften zu Siegermannschaften erklärt: Hochschulen: Technische Hochschule Breslau: Der Aufbau eines schlesischen Hüttenwerkes. Universität Berlin: Das Vordringen des Rö- mertums und Christentums im niedersächsischen Raum. Universität Köln: Untersuchung des Eifeldorfes Berk im Kreis Schleiden. Technische Hochschule Danzig: Deutsche Jugend im Kampf um den Freistaat Danzig von Versailles bis heute. Technische Hochschule Danzig: Bau einer Siedlung in Ostpreußen. Staatliche Kunstakademie Düsseldorf: Entwurf zu einem deutschen Dorf. Technische Hochschule Hannover: Der Oberharz als Arbeitsbeispiel. Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg: Grundzüge echten Bauerntums im Roman. Hochschule für Lehrerbildung Lauenburg: Mitarbeit der Schule am Existenzkampf des Dorfes. Universität Halle: Die germanisch-slawischen Grenzverhältnisse im Saalekreis. Landeskonservatvrium Leipzig: Feier- und Festgestaltung im Lager. Universität Leipzig: Untersuchung im Dorf Wolfersgrün. Universität Königsberg: Clemenceau und der demokratische Nationalismus in Frankreich. Universität Heidelberg: Philipp Lenard, der deutsche Naturforscher, sein Kampf um nordische Forschung. Universität Breslau: Volkskampf in Ober» fchlesien. Fachschulen: Fachgruppe Bauingenieurwesen: Die Mannschaft der Fachschulschaft Höhere Technische Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau in Wuppertal-Barmen mit der Aufgabenstellung Autobahn in Volk und Land. Gestaltung einer Teilstrecke Köln—Hagen. Fachgruppe Architektur: Die Mannschaft' der HTL. für Hoch- und Tiefbau Berlin-Neukölln mit der Aufgabenstellung: das deutsche Dorf. Planung und Gestaltung eines Dorfes in der Mark Brandenburg. Fachgruppe Kunsthandwerk und Bildende Kunst: Die Mannschaft A der Fachschulschaft der Staats« schule für angewandte Kunst München mit der Aufgabenstellung: Das deutsche Dorf. Anlage und Gestaltung des Dorfes Buckwies bei Mittenwald. Fachgruppe Maschinenbau und Elektrotechnik: Die Mannschaft 2 der Fachschulschaft der Gauß- Schule Berlin mit der Aufgabenstellung: Jndu- strieanfiedlung im Dorf. Fachgruppe Bergbau: Die Mannschaft 1 der Fach- schulschaft der Bergschule Bochum mit der Aufgabenstellung: Sicherheit im Bergbau. Fachgruppe Kulturbau: Die Mannschaft der Fachschulschaft der THL. für Kulturbau in Königsberg mit der Aufgabenstellung: Dorfanlage in Workallen (Ostpr.). Fachgruppe Textil: Die Mannschaft der Höheren Textil-Fachschule in Krefeld mit der Aufgaben- fteüung: Rohstoffversorgung. Fachgruppe Seefahrt: Die Einzelarbeit aus der Fachschulschaft der Seefahrtschule Altona mit dem Thema: Schiffsoffizier als Führer an Bord und als Deutscher im Ausland. Fachgruppe Gartenbau: Die Mannschaft 2 der Fachschulschaft der HTL. für Gartenbau in Pill - n i tz mit der Aufgabe: Gartentechnifche Gestaltung einer Kleinsiedlung. Fachgruppe Gymnastik: Die Gruppe 3 der Fachschulschaft der Lohelandschule L o h e l a n d über Fulda mit dem Thema: Der völkische Gedanke tn den Festeszeiten im Jahresablauf. Fachgruppe Frauenberufe: Die Gruppe der Fachschulschaft der Staatlichen Schule für Frauenberufe Hamburg mit dem Thema: Die Kleidung der deutschen Familie bei Arbeit und Feier. Von jeder der benannten Siegermannschaften kommt je ein Student bzw. Studentin symbolhaft als Vertreter seiner Slegermann- s ch a f t nach Königsberg zum Reichskampf des RBWK., wo die Besten der Gauwettkämpfe um die Reichssiegermannschaft ringen. Die anwesenden Studenten werden sich hierbei der letzten sportlichen und weltanschaulichen Prüfung unterziehen. Und einigen von ihnen wird das große Glück zuteil, mit ihren Kameradinnen der Werkstätten und Fabriken am 1. Mai dem Führer vorgestellt zu werden. 3Ä *■» der eiundheil ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Adolf Hitlers „Mein Kamps" aus Pergament 30. April bis Juni bis 6. Aus aller Welt. zur Lina Wittich, geb. Flammer. DiinpH Gießen, den 22. April 1936. Die Bestattung erfolgte in der Stille. 2554 D Schöne Briefumschläge l-MM r in einem Ein- [ bei Brühl, Gießen Mietgesuche"] sauberes 01844 Junges, sauber. Tüchtiges I2559D q n*imm Ulnlin Junges, sauber. Tüchtiges I2559D 018" Mädchen Mädchen UW sofort gesucht. f. norm. sof. ges. 'ti?x Die deutsche Arbeitsfront n.9.=t>cnieinf(haft „firaft 6unhfrcu6c" Nestaurant Ins Lobe" Landgrafenstrabe e I. „p Am 16. d.H verschied meine unvergeßliche Lebensgefährtin, unsere liebe Schwester und Schwägerin sperrt sind: SF 202/36 fahrt. UF 18/36 Keine Zeugnisse in Urschrift ivndern nur ZeugntS- abschristen Dem Be- werbungslchreiven bet» legen; — Lichtbilder unvBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber» meidung von Verlusten aus der Rückseite Ra» men und Anschrift des Bewerbers tragen! 7. Mai 1936 Norwegen- 14. Juni 1936 Allgäu- 5. Juli 1936 Schliersee. 30. Juli 1936 Allgäu- zahl am 1. April 1936 7 6 1 7 7 9 7 betrug gegenüber einer deutschen Teilnehmerzahl von 7 583 841. Damit ist durch Deutschland die englische Zahl der amtlich gemeldeten Rundfunkteilnehmer bis aus 34 000 erreicht worden. Um die Bedeutung dieser Tatsache ermessen zu können, sei darauf hinge- wiesen, daß bis 1933 kein Rundfunkland der Erde dem englischen Rundfunk die absolut führende Stellung hat streitig machen können. Am 1. Jan. 1933 zahlte England selbst gegenüber Deutschland ein Mehr von 1 000 000 Rundfunkteilnehmer. Es ist das Verdienst des nationalsozialistischen Rundfunks, daß Deutschland mit der weiteren englischen Rundfunkentwicklung nicht nur Schritt gehalten, sondern darüber hinaus noch mehr als 1 000 000 aufgeholt hat, eine Tatsache, die in der Geschichte des Weltrundfunks kein Beispiel findet. Deutsche Schüler beim englischen König. Die Leichtathletikmannschaft der Deutschen Salemschule (Baden), die in London den cherausfor- derungspokal gegen eine Reihe englischer höherer Schulen erfolgreich verteidigte, wurde zusammen mit Vertretern'des Londoner Leichtathletikklubs von König Eduard im Schloß Windsor empfangen. Der König, der sich mit jedem Schuler in deutscher Sprache unterhielt, bekundete sein größtes Interesse an den Leichtathletikleistungen der deutschen Schüler und an ihrer Schule. Er .beglückwünschte den besonders erfolgreichen Schuler Merz sowie den Mannschaftsführer von O h e 1 m b. z.1.Mai gesucht. öemerroall 63 vl. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Wittich. Feuergefecht mit einem Lisenbahnräuber. In der Nähe von Brieg spürten Breslauer Kriminalbeamte einen der an dem U e b e r f all auf den Postwagen eines Personenzuges am 12. Mai 0. I. bei Rothwasser beteiligten Räuber namens Hermann Schüller aus. Dieser zog sofort eine Pistole und eröffnete ein Schnellfeuer. Die Beamten erwiderten das Feuer. Es gelang Schüller aber bei dem Schneetreiben in der Dunkelheit zu entkommen. Die Nachsuche ergab, daß Schüller offenbar schwer verletzt wurde, denn die Beamten fanden einen von ihm weggeworfenen blutdurchtränkten Lodenmantel. Die Breslauer Landeskriminalpolizei hat erneut Aufrufe an die Bevölkerung erlassen, sie bei der Fahndung zu unterstützen. Die Aufrufe erinnern an die seinerzeit ausgesetzte Belohnung von 5000 Mark. Vollstreckte Todesurteile. In Stettin wurde der 1914 geborene Matthias Spengler hingerichtet, der vom Schwurgericht in Stettin wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Spengler hat am 12. August 1935 ui Linde, Kreis Greifenhagen in Pommern, die 4Ojah- rige Ehefrau des Bauern Hapke, bei dem er sich zwei Tage zuvor als Landhelfer verdungen hatte, in Abwesenheit ihres Mannes und ihres Vaters in räuberischer Absicht erwürgt. Am 21. April ist in Trier der 1911 geborene Peter Pint aus Bürbach h i n g e r i ch t e t worden, der am 23. Oktober 1935 vom Schwurgericht in Trier wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Pint hatte die 22jährige Susanna Diedrich, die von ihm schwanger war, ermordet, um sich der aus der Schwangerschaft erwachsenden Verantwortung zu entziehen. Raubmord in Hamburg. In Hamburg wurde der 59 Jahre alte Hafenarbeiter Richard H 0 e h n e in seiner Wohnung e r - schlagen aufgesunden. Nach Mitteilung der Polizei liegt Raubmord vor. Schwerer Murbruch an der Brennerbahn. Ein schwerer Murbruch verursachte bei Kol- mann an der Brennerbahn eine starke Verkehrsstörung. Die Fluten eines Wildbaches verlegten das Bahngleis und die Eisenbahnbrücke zwischen Atzwang und Waidbruck aus einer Strecke von 60 Meter. Der Bahnverkehr erlitt dadurch eine längere Unterbrechung. Nach mühevoller Arbeit gelang es- öie Strecke wieder freizumachen. Sehr gut möbl. SffilflHimmei zu vermiet, [owo Bahnhof str. 60IR. Anges. Sterbekasse sucht ehrl. Mitarbeiter für Gießen und Umgeb. Schr. Angeb. u. 2561V a. d. G. Anz. heiße Quellen in Frankreich. In der Nähe von Angoulemes im französischen Departement Charente sind plötzlich mehrere heiße Quellen durchgebrochen. Das Wasser ist fast siedend. Auf einer Strecke von mehreren hundert Meter sind die Gräser und Sträucher vollkommen verbrüht worden. Bisher hatte man in dieser Gegend keine warmen Quellen vermutet. „Queen Mary“ entspricht den Erwartungen. Der neue englische Ozeandampfer „Queen Mary" unternahm Probefahrten. Nach privaten Mitteilungen hat das Schiff eine Geschwindigkeit von 32,84 Knoten erreicht. Nach Abschluß der Probefahrten Übersandte der Direktor der Cunard White Star Line der Presse ein Telegramm, in dem er mitteilte, daß die Geschwindigkeitsprüfungen in jeder Hinsicht zufrieden st eilend ausgefallen seien. Die Leistungen des Schiffes entsprächen den Erwartungen. Zwei französische Fischkutter verschollen. In Quimper (sranzös. Departement Finistere) herrscht große Besorgnis über das Schicksal von zwei Fischkuttern, die mit je sechs Mann Besatzung an Bord vor einem Monat zum Fischfang an der portugiesischen Küste ausgelaufen waren und von denen man bis heute ohne jede Nachricht geblieben ist. Man befürchtet, daß die beiden Schiffe in einen der heftigen Stürme geraten sind, die in den letzten 14 Tagen im Atlantik herrschten Deutsche Missionarsfamilie von chinesischen Kommunisten verschleppt. Aus Jünnanfu einlaufende Nachrichten lassen befürchten, daß die deutsche Missionarsfamilie Uhlmann am 15. 4. gemeinsam mit anderen Ausländern in die Hände chinesischer Kommunistenbanden gefallen ist. Die Gefangennahme soll sich in Tsu- i)ung halbwegs zwischen Jünnanfu und Talifu zu- SUoföft auf Ovelwagen für ältere Reisedame gesucht. Schr. Ang. unt. 01807 a.d.G.A. [Stellengesuche] langjähr.Jahrer- sucht Stellung, übernimmt auch Nebenarbeit. Schr.Angeb.unt. 01847 a.d.G.A. Für Den Naturfreund! 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Die genauen Abfahrtszeiten werden an dieser Stelle noch bekanntgegeben. nahmen 323 Stunden in Anspruch. Die Korrektur wurde von vier Personen in 247 Stunden gelesen. In seinem Gesamteindruck ist das Buch trotz seiner mit 14,4 bzw 17,5Zentimeter recht ansehnlichen Dicke und seines 70 Pfund betragenden Gewichtes keineswegs unförmig. Die Höhe des Gefamtbuches beträgt 44, feine Breite 29,7 Zentimeter. In dem aus je fünf Sperrholzeinlagen bestehenden oberen und unteren Deckel sind Platten aus gehämmertem deutschen Stahl eingelassen; der obere trägt mit einer aus dem Block herausgemeißelten, also nicht etwa aufgesetzten Schrift die Titelworte des Buches: „Mein'Kampf". Das Buch erhebt sich auf einem Sockel aus Spef- farteiche, aus der auch die Decke und Seiten umhüllende Kassette angefertigt ist. Diese Holzkassette wiederum trägt oben das in Stahl geschmiedete Hoheitszeichen. Kunstvolle Verschlüsse, die die Dehnfähigkeit des Pergaments in Rechnung stellen, klammern das kostbare Buch zusammen. Die Herstellung des Buches wurde nach einer Idee von Julius Vogel von dem Reichsbeamtenführer Hermann Reef im April 1935 in Auftrag gegeben. Ausgeführt wurde es unter Leitung einer Arbeitsorganisation mit dem Stellvertreter des Reichsbeamtenführers, Josef R e u s ch , an der Spitze. Die abschließende künstlerische Begutachtung lag dem Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung, Hanns Schweitzer (Mjölnir) ob. Die allgemeine Beratung in künstlerischen und technischen Fragen hatte Dr. Fritz D e b u s. Für Gestaltung und Ausschmückung der Schrift zeichnet der Leiter der graphischen Werkstätte der NS.-Be- amtenpresse, Bemeleit, verantwortlich. AWisl abzugeben. 2562D fjammfttoBelß. Telefon 2095. Pfronten. UF. 29/36 26. Juni bis UF 41/36 22. Juli bis Pfronten. die Bevölkerung der Oase Fayum wurde Durchsuchung des angrenzenden Geländes aufge- 1 Vertiko, 2Chaifelong.,1Dlman 2 Perfonenwag., 3 elektr. Kühlschränke, 1 Büfett, 1 Klavier, 2 Grammophone, 1 Teppich, 1 Bücher- und 1 Aktenrollschr., 2 Bände Meyers Lexikon, fünf Särge, 10 Autodecken, 1 Partie Autoöl u. -putzmittel, 5 Mantelkessel, 1 Jauchevumpe, Zug- u. Kuhketten, Milch- u. Komtövfe, Kaffeekannen, 1 Räucherapparat, 15 Bohnenschneidemaschi- nen, 15 Kohlenfüll., 1 Eßservice, 12 Kartons Bestecke. 2565V Ittflfl Gerichtsvollzieh.in Gießen, MM, Ludwigstr. 331, Tel. 3239. Donnerstag, den 23. Avril 1936, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier an Cct und Stelle (Bekanntgabe im Bersteigerungslok.Neuen- iveg 28) zwangsweise gegen Barzahlung : 2 Registrierkassen, 2 Kassen- und 4 Warenschränke, 8 Schreib- masch., 2 Schreibtische, einen Schreibmaschinentisch, Sessel, Wenn Sie Jhrem Kind den Provian t empucken,dann vergessende niemals die extra starken Df HILLERS TS PFEFFERMINZ | Vermietungen"] 3-Zimm.-Wohnung mit Etagenbzg., bequeme Lage (für Dame oder Jungges. bestens geeign.), v. 1. 6. zu vermieten. Schr. Angeb. u. 2486D a.d.G.A. Reisen. Wandern. Urlaub. Nachstehende Urlaubsfahrten sind bereits von unserer Gaudienststelle gesperrt. Wir bitten alle meiern» gen, die auch in diesem Jahr wieder eine Urlaubs« fahrt mit „Kraft durch Freude" machen wollen, sich umgehend auf der Kreisdienststelle anzumelden. Ge- Oer deutsche Gesandte in Kairo in der Wüste verschollen. Am Montagvormittag meldete eine ausländische Agentur, daß der deutsche Gesandte in Kairo, von St 0 hrer, am Samstag früh in einen Sandsturm in dek Wüste geraten und seitdem verschollen sei. Später veröffentlichte die gleiche Agentur, Herr von Stohrer sei im Lause des Taaes wohlbehalten in Baharia eingetroffen. Inzwischen wird jedoch dazu aus London gemeldet, daß sich die Nachricht über das Wiederauffinden des in der ägyptischen Wüste verschollenen deutschen Gesandten von S t 0 h- r e r, die auf den Telephonanruf einer unbekannten Person bei der deutschen Gesandtschaft zuruckzufuh- ren ist, bisher leider nicht bestätigt hat. Zwei Geschwader der englischen ßuftftreitfrafte, die zusammen mit fünf ägyptischen Armeeflugzeugen die Wüste seit Dienstag früh durchsuchten, haben an ihr Hauptquartier telegraphiert, sie hätten keine Spuren des deutschen Gesandten gefunden. Der bekannte englischer Fliegerleutnant Webster, der sich gleichfalls an der Suche beteiligt hatte' teilte einem Pressevertreter mit, daß Gesandter von Stohrer in einem kleinen Zweizylinderwagen am vorigen Samstag nach Baharia abgefahren sei, um dem Autowettrennen des Königlichen Automobilklubs beizuwohnen. Webster erklärte, daß das völlige Verschwinden Stohrers umso bemerkenswerter sei, als die Sicht außerordentlich gut sei. Auch die von der deutschen Gesandtschaft in Kairo auf die Suche gesandten drei Kraftwagen haben keine Spur entdecken können. Der Gesandte hatte Vorräte an Lebensrnitteln und Wasser mitgenommen, die jedoch jetzt verbraucht sein dürsten, um so mehr, als die Gegend von schweren Sandstürmen und großer Hitze helmgesucht worden ist. Die Nachforschungen werden unter (Ansatz des Kamelreiterkorps von den ägyptischen Behörden mit allem Nachdruck fortgesetzt. Für Mittwoch ist eine verstärkte Suche durch Flieger geplant. In der Mitte des Gebietes, das abgefuckt werden muß und das so groß wie Bayern ist, wurde am Dienstag ein behelfsmäßiger Flugplatz mit Benzinvorräten angelegt, um die Ruc^ kehr der Flugzeuge nach Kairo zu ersparen. Auch Wohnungen m lebei Größe sucht Uänb.isosD Büro Kirchner, Seltersweg 8. Zu klein Kindern sucht kinderliebes Mädel aus gutem Hause tagsüber Stelle. Schr.Angeb.unt. 01843 and.G.A. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Eingefübrter Vertreter für Oele ».Fette für hiesigen Bezirk gesucht. Schriftliche Anfrag. unt. 01845 an den Gießener Anzeiger erbet. Zuverlässiges Kalisalz 40°/o Superphosphat Schwefelsaur. Ammoniak Natronsalpeter Leunasalpeter Nitrophoska A Alberts Pflanz.-Nährsalze Harnstoff-Kali-Phosphor Hornspäne Gartendünger »Ovis« empfiehlt WkIUIid Wolkengasse 2441 A Ecke Bahnhofstraße, TeL 3403 MM in Latein ges. Schr. Ang. unt. 2563V a.d.G.A. Entflogen weißblauer [01842 MlWW Klinikstraße 24. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der gestern noch vor der französischen Westküste gelegene Tiefdruckwirbel hat sich mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit auf das Festland verlagert. Sem Zentrum liegt heute im Maingebiet. Durch das Zusammenführen verschieden temperierter Luftmassen kam es vornehmlich über West- und Süddeutschland zu recht ergiebigen Regenfällen. Nord- und Mit-^ teldeutschland befanden sich bereits am Mittwoch morgen im Bereich kälterer Lust, so daß es bet Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad stellenweise zu Schneefällen kam. Die kältere Luft wird weiter Raum gewinnen, führt gleichzeitig aber zum Auf-: bau eines Hochdruckgebietes. . Aussichten für Donner s t a g : Bei ab- nehmender Schauerneigung zeitweilig schon Aufheiterung, für die Jahreszeit zu kalt, lebhafte nörd- liche und östliche Winde. Aussichten für Freitag: Zunächst viel- fach aufheiternd und höher ansteigende Tagestemperaturen, doch nachts Frostgefahr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschem; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. getragen haben. Uhlmann war Mitglied der Sansburger Mission, die im Rahmen der Cchna- Jnlandsmission der Bethel-Mission irMittelchina angeschlossen war. Die Deutsche Botschaft in jSei ping hat Schritte zur Befreiung Uhlmanns und seiner Familie eingeleitet.. Kunst und Wissenschaft. Vom hessischen Landesthealer. Das Hessische Landestheater in Darmstadt hat für die kommende Spielzeit die. Uraufführung des neuen Bühnenwerkes „D e r Ko n t g v B tugalien" von Selma Lagerlo f angenommen' dessen Hauptrolle Generalintendant Ev er th selbst spielen will. - Zum Todestage des "Dattench . Dichters Ernst Elias N i e b e r g al führte die Hessische Spielgemeinschaft dessen Lustspiel »D tolle Hund" oder „Des Burschen Heimkehr vor vollbesetztem Kleinen Haus auf und erntete stürmischen Beifall. Berlin, 21. April. (DNB.) Ein prachtvolles Zeichen deutschen Kunstsinnes und handwerklichen Fleißes ist die künstlerisch gestaltete Wiedergabe des Werkes „M ein Kampf" in handgemalter Schrift auf echtem Hautpergament. Das kostbare Buch stellt, wie bereits gemeldet, die Geburtstagsgabe der deutschen Beamtenschaft an den Führer und Reichskanzler dar. Eine Unsumme von Fleiß steckt in diesem Werk, bei dem man zwangsläufig an mittelalterliche Handwerkskunst erinnert wird. Mit Andacht und Ehrfurcht und mit allex Behutsamkeit durchblättert man die Seiten dieses Buches. Auf 965 pergamentenen Seiten, zu denen nach alter Meisterart eine Reihe von unbeschriebenen Vorsatzblättern hinzukommt, sind in bewundernswert gleichmäßig geschriebenen, klar lesbaren und prachtvoll durchgearbeiteten gotischen Schriftzeichen die 1 841 664 Buchstaben zu einem wundervollen Schriftgut, das wie ein Druck anmutet, zusammengesetzt. Die Seiten aus Hautpergament haben eine Höhe von 42 Zentimeter und sind 29 Zentimeter breit. 32 Zeilen stehen auf jeder Seite. Die sieben graphischen Künstler schrieben, nachdem sie sich zunächst einmal auf eine nahezu gleiche Schrift mühsam eingeschrieben hatten, den Text mit einer schwarzen Spezialtusche, der Aquarellfarben zugesetzt wurden Die Stellen und Sätze, bei denen der Verfasser eine Sperrung angeordnet hat, sind durch rote Buchstaben hervorgehoben. Der Anfangsbuchstabe eines jeden Kapitels ist zu künstlerischen Initialen ausgemalt. Zur Herstellung der Schrift und des Schrift- schmuckes wurden 1000 ccm Tusche benötigt. Allein die Linierarbeiten zur Vorbereitung der Schrift samilienhaus, neu herZerichtet, m. gr. Werkstatt und Hof sofort zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 2545V a.d.G.A. öeschättsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. SchulstrJ boten. „Graf Zeppelin" auf der Heimreise. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" stand heute, Mittwoch, um 8 Uhr MEZ. 390 Kilometer westlich der kanarischen Insel Palma. Siegreicher Wettlauf des deutschen Rundfunks mit dem englischen. Der Aufschwung, den der deutsche Rundfunk in den letzten drei Jahren unter nationalsozialistischer Leitung genommen hat, wird besonders klar bei einem Vergleich mit dem Ausland. So wird bekannt, daß die englische Rundfunkhörer- 15. Juni gesucht. Schr.Angeb.unt. 01846 a.d.G.A. Morl Md erhalten Frauen und Männer bei BesuchvonVieh- haltern. 2551V Kreoer, Düsseldorf Schließfach 143. 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Nr. 94 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 22.AprilM6 Deutschlands jüngster Generalseldmarschall. Der Gohn einer alten Soldatenfamilie. - pour le mente und Verwundetenabzeichen. — An vorderster Stelle bei der Neugestaltung des Heeres. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichskriegsminister WernervonBlom- b er g am 20. April den Feldmarschallstab überreicht. Diese Beförderung ist die Krönung eines Soldatenlebens voller Treue und Pflichterfüllung. Reichskriegsminister Werner von Blomberg, Deutschlands jüngster Generalfeldmarschall, dem das Heer, die Kriegsmarine und die Luftflotte unterstellt sind, entstammt einer alten Soldatenfamilie. Er ist Pommer, 1878 in Stargard geboren, und erhielt seine Erziehung im Kadettenkorps in Lichterfelde. (Scherl-Bilderdienst-M.) 1897 trat er als Leutnant in das 73. Füsilierregiment ein, wo die großen militärischen Begabungen des jungen Offiziers schon bald auffielen. Dadurch war seine Laufbahn schon von früh auf ziemlich eindeutig festgelegt: Besuch der Kriegsakademie und 1908 bereits Beförderung zum Großen Generalstab. Vor dem Kriege war er noch kurze Zeit Kompaniechef im Infanterie-Regiment Nr. 130. Als der Krieg ausbrach, erfolgte feine Kommandierung als Generalstabshauptmann zur XIX. Reservedivision, die damals unter dem Kommando des Generalleutnants von Bahrfeldt stand und dem X. Reservekorps angehörte. Hier machte er den Vormarsch durch Belgien mit und zeichnete sich in der mehrtägigen Schlacht an der Sambre aus. Die Schlacht bei St. Quentin am 28. und 29. August stellte ihm neue, dankbare Aufgaben, und auch an der Marne- Schlacht nahm er in dem Abschnitt von Petit-Morin wesentlichen Anteil. Der Held vom Chemin-des-Dames. Das Jahr 1915 ließ ihn an der Winterschlacht in der Champagne teilnehmen, dann wurden seine großen Fähigkeiten im Oberelsaß verwandt, wo die schweren Kämpfe am Reichsackerkopf und am Hartmannsweilerkopf sowie die zweite Schlacht bei Münster alle seine Kräfte in Anspruch nahmen. Auch die große Verdun-Offensive zog ihn in ihren Bann; der inzwischen zum Major beförderte von Blomberg wurde im Juli 1916 erster Generalstabsoffizier des XVIII. Reservekorps. Der Abschnitt von Douaumont und Vaux war damals sein Arbeitsgebiet, bis er im Frühjahr 1917 als erster Generalstabsoffizier zum Armee-Oberkommando der VII. Armee versetzt wurde. Sein größtes Ruhmesblatt bildeten die Schlachten von Soisfons und Reims im Mai und Juni 1918, die zur Rückeroberung des Chemin-des-Dames führten und den großen Vorstoß nach der Marne im Gefolge hatten. Die hervorragenden Vorbereitungen dieser Kämpfe waren zum größten Teil Blombergs Verdienst, so daß er am 3. Juni 1918 den „Pour le mdrite“ erhielt. Wie intensiv Blomberg seine Auf- aaben anfaßte, ergibt sich daraus, daß er keinen Augenblick den Einsatz seiner eigenen Person scheute und neben dem „Pour le merite“ auch das Verwundetenabzeichen erhielt. Von der Front zur Reichswehr. Daß man einen derart hervorragend begabten Offizier der Reichswehr zu erhalten suchte, war selbstverständlich. So sehen wir ihn nach dem Kriege als Chef des Stabes im Wehrkreiskommando V in Stuttgart, bis er im Jahre 1921 in das Reichswehrministerium berufen wurde. Hier war er zunächst Abteilungsleiter, dann Chef des Truppenamtes: hierauf übernahm er, nachdem er 1928 Generalmajor geworden war, das Oberkommando über den Wehrkreis I Ostpreußen. Eine längere Studienreise durch Amerika folgte im Jahre 1930. 1933 wurde er beim Umbruch Reichswehrminister und General der Infanterie, am 1. November des gleichen Jahres Generaloberst. 3m neuen Deutschland. Generalfeldmarschall von Blomberg hat im geistigen Ringen um die Neugestaltung der Wehrmacht Deutschlands stets an vorderster Stelle gestanden, wie er überhaupt zu jenen Vertretern preußisch-deutscher Arbeit gehörte, die, bewußt ihrer großen Tradition, Reformatoren aus innerer Ueber= zeugung sind und die geistigen Kräfte in der Entwicklung sehen, werten und zur Geltung bringen. Schon die äußere Erscheinung unseres neuen Feld- marschalls charakterisiert am besten den alten Soldaten: seine hohe, schlanke Figur mit dem Gardemaß, sein scharfgeschnittenes offenes Gesicht mit den klaren, hellen Äugen, feine ausgesprochene Reitererscheinung, verbunden mit seiner von Sport gestählten Beweglichkeit. Was ihn aus der Reihe der anderen hohen Offiziere der Armee hervorhebt, ist seine ausgesprochene rednerische Begabung, die ohne jede Phrasenmalerei knapp und exakt den Kern der Dinge umreißt. „Dir wollen den Frieden ..." Schon in seiner Rede vom 3. November 1933 zeichnete er das Ziel unserer deutschen militärischen Aufbauarbeit ganz konzentriert in folgenden Worten: „... Uns treibt nicht der Wille zum Krieg, wir wollen kein Wettrüsten, und wir fordern keine Angriffswaffen. Wir fordern nur das Recht, das jedem anderen Staate unbenommen ist, nur das Recht auf Sicherheit. Deutschland will den Frieden, es will in Ruhe feinen Staat neu aufbauen, es will ungestört die Wunden heilen können, die ein unglücklicher Krieg und ein unseliger Frieden der deutschen Wirtschaft schlug. Es will den deutschen Menschen das Glück der gesicherten Arbeit wiederbringen. Nie hat ein Staatsmann vor aller Welt seinen Friedenswillen eindringlicher verkündet, als der deutsche Reichskanzler. Nie hat ein Führer so ehrlich sein Volk zur Bekundung dieses Friedenswillens zur Abstimmung gerufen, wie Adolf Hitler. Wir deutschen Soldaten haben die Schrecken des Krieges kennengelernt, wie kein anderer Soldat der Welt, wir deutschen Soldaten wissen, daß ein Krieg der Zukunft ein Krieg der Völker sein würde. Wir wollen deshalb mit Adolf Hitler den deutschen Frieden " Man könnte auch eine Stelle aus einem Interview anführen, das von Blomberg einem Vertreter einer großen amerikanischen Zeitung gegeben hat, und wo er sagt: „Wir sehen in dem Militär nicht ein Instrument des Angriffes und der Eroberung, sondern eine hohe Schule zur Bildung des Charakters. Alles jenes, wofür sich der Nationalsozialismus einsetzt — der Geist der Einigkeit, des Gehorsams, der Disziplin, des Zusammenwirkens, der Kameradschaft — alles dieses ist und war stets ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Wehrmacht. Wir wünschen. daß jeder diensttaugliche Deutsche diese Schule zur Entwicklung seines Charakters durchmacht." Ein deutscher Generalfeldmarschall, der solche Ideen verficht, muß in Wort und Werk über Deutschland hinaus in der ganzen Welt gehört und anerkannt werden. Generaloberst v. Geeckt 10 Lahre alt. Zu seinem Geburtstag am 22. April. Nach dem Zusammenbruch des Kapp-Putsches war General von Seeckt zum Chef der Heeresleitung berufen worden. Sein erster, am 18. März 1920 an das Offizierkorps gerichteter Erlaß begann mit den ernsten Worten: „Das Offizierkorps der Reichswehr steht in seiner Schicksalsstunde", und es hieß dann weiter: „Im festen Vertrauen auf das Offizierkorps bin ich an die Spitze der Heeresleitung getreten. 35 Jahre lebe ich in der Armee und für sie. Ihr gehört der Rest meiner Kräfte." So wurde von Seeckt der Organisator der Reichswehr, die unbeirrt in den Jahren der Reichstags- Mißwirtschaft und der üblen Parteienherrschaft ehernen Schrittes ihren Weg ging und auf ihre Stunde wartete, die dann kam, als Adolf Hit- l e r Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes wurde. Seeckts Lebenswerk ist die Reichswehr. In Schleswig wurde Hans von Seeckt am 22. April 1866 geboren, wo fein Vater als Offizier in Garnison stand. Sie sind eine alte Soldatenfamilie, die Seeckts, die einst in Pommern gesessen haben: auch der Vater des Generalobersten brachte es zu hohen Stellungen, war er doch zuletzt Kommandierender General des V. Armeekorps in Pofen. Im Jahre 1885 trat der junge Seeckt in das Kaifer-Alexander-Garde-Grena- dier-Regiment Nr. 1 ein. Jahre eifriger Arbeit und guten Vorwärtskommens folgten, so daß bei Ausbruch des Weltkrieges der Oberstleutnant von Seeckt als Chef des Generalftabes des III. Armeekorps unter dem Kommandierenden General von Lochow ins Feld zog. Bekanntlich gehörte das III. Korps, das Brandenburgische, zur 1. Armee unter dem Kommando des (Scherl-Bilderdienst-M.) Generals von K l u ck. So hatte Seeckt Anteil an den ruhmreichen Kämpfen dieser Armee, der dann in unglückseliger Verkennung der Lage von der Obersten Heeresleitung der Rückzugsbefehl gegeben wurde. Im Jahre 1915 war Seeckt als Generalstabschef bei Mackensen. An den großen militärischen Erfolgen gegen die Russen, die in dem Durchbruch von Gorlice-Tarnow und in dem Aufw Am gestrigen Dienstag, dem Tag der Luftwaffe, hat Ministerpräsident Generaloberst der Flieger Göring im Fliegerhorst Gatow bei Berlin der Truppe die neuen Fahnen übergeben. Auf der einen Seite trägt sie das Hoheitszeichen der Luftwaffe, umgeben von einem Lorbeerkranz: in den Ecken vier Hakenkreuze. Die andere Seite schmückt das eichenumkränzte Eiserne Kreuz. Je nach der Formation sind die Fahnen in der Farbe verschieden. Für die Flieger: gelb, für Flak: rot, für die Luftnachrichtentruppe: braun. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Gavoy-Hoiel 217." Gloria-Palast. Der Dramatiker Gerhard Menzel, der seinerzeit mit dem Drehbuch zu den „Flüchtlingen" einen nachhaltigen Erfolg erzielte, schrieb für die Ufa auch „Savoy-Hotel 217": damals spielte die Handlung, die stellenweise wie eine zeitgeschichtliche Reportage wirkte, im Fernen Osten: diesmal ist sie unseren Grenzen etwas näher gerückt, obwohl, von hier aus gesehen, noch immer östlich genug. Das alte kaiserliche Rußland vor dem Kriege ist seit langem einer der beliebtesten Filmschauplätze, und auch hier gibt das längst versunkene Moskau des Jahres 1911 den Vorgängen ihre eigentümliche, landschaftlich-nationale Farbe Die Szenen im Hotel, im Panoptikum, im Tanzlokal, in der nächtlichen Kathedrale beim Osterfest, in einem kleinen Spezialitätentheater und in einem Nachtasyl haben jene schwer zu beschreibende russische Atmosphäre, die zu den stärksten Eindrücken des Films gehört: dies fesselt im Grunde mehr als der gewiß spannend und auch verwirrend aufgezogene Kriminalfall, die Aufklärung des Mordes im Savoy-Hotel, Zimmer 217 Natürlich wird der Fall aufgeklärt — zuletzt — und es geht, vom Standpunkt des normalen Filmbesuchers aus gesehen, alles gut und glatt zu Ende. Zu gut und glatt; der Schluß ist ein wenig entgleist, ein etwas gewalttätiges happy end mit sonny-boy-@efang. Dabei ist der Fall selbst, in feiner Vorgeschichte und in seinen Motiven, so unerfreulich wie möglich, eine düstere Geschichte mit Ehescheidung, betrogener Liebe, Eifersucht, Verleumdung und Verdächtigung, mit Haß und blutiger Gewalttat. Es lohnt kaum, dies in allen Einzelheiten zu rekonstruieren; niemand kann verlangen, daß uns ein noch dazu erfundener Kriminalfall vor 25 Jahren etwa um des Opfers oder um des Täters willen menschlich berührte oder auch nur stärker fesselte als irgendein gut gemachter amerikanischer Reißer: was uns fesselt, und weshalb es sich lohnt, diesen Film zu sehen, ist nicht der Fall an sich, sondern die menschlichen Hintergründe, die erst durch das akute Geschehen bloßgelegt werden, sind nicht die Hauptbeteiligten, sondern, juristisch gesprochen, die Nebenpersonen, jene, die es nur mittelbar oder peripherisch angeht, berührt und streift; mit anderen Worten: zu sehen, wie das Schicksal oder der Zu- iall spielen kann, wie es einen Ahnungslosen, Unbeteiligten, Außenstehenden plötzlich hinterrücks überfällt, hineinreißt und verstrickt in einen Wirbel von Zweideutigkeit, offener oder versteckter Anklage, von Verdacht und Schuld. Dabei ist es sehr gleichgültig, ob der Fall im Savoy-Hotel sich so oder anders ereignet hat, ob er sich überhaupt je ereignet hat ober zutragen könnte . . zumal manche wesentlichen Voraussetzungen uns merkwürdig oder höchst unwahrscheinlich vorkommen. Der Besucher wird sich vermutlich erst hinterher, nach und nach, über diese Eindrücke Rechenschaft geben können, weil er während der Handlung vollauf beschäftigt ist, den Faden nicht zu verlieren und sich beispielsweise zu überlegen, wann und wie der Täter in der verhängnisvollen Stunde ins Zimmer gelangt fein kann .. Aber wir sagten schon, daß uns dergleichen Ueberlegungen nicht sehr belangvoll scheinen. Wichtiger als die Frage, ob der Regisseur Gustav Ucicky, der ja ein alter, erfahrener Filmhase ist, das rein kriminalistisch geschickt und zweckmäßig eingefädelt und aufgebaut hat, ist die Feststellung, daß es ihm gelang, einen Schauplatz von ganz besonderer Art zu beschreiben und das Beispielhafte eines an sich unwichtigen und ziemlich unerfreulichen Tatbestandes ans Licht zu ziehen * „Savoy-Hotel 217" ist angekündigt als ein Hans- Albers- Film; also muß wohl von ihm zuerst die Rede sein, wenn es sich um die Besetzung handelt. „Ein Mordskerl, ... schön, stark, mit blitzenden Zähnen, immer lustig" — so wird er in der Inhaltsangabe des Programmheftes charakterisiert, und fo, im wesentlichen, wirkt er auch Er spielt den Zimmerkellner Andrei im Hotel, aber es ist im Grunde der gleiche Typ, den er als Rittmeister Prack oder als Wanderartist im „Variete" zeigte. — Die Gestaltung der Frauenrollen in diesem Film weist, soweit sie im Vordergründe stehen, eine ungleich größere innere Spannweite, darstellerische Intensität und Wandelbarkeit auf. Da ist Käthe Dorsch als die Hausverwalterin Anna Fedo- rorona Orlowa, und obwohl diese Gestalt seelisch gleichsam nur auf einen einzigen Ton gestimmt ist, nur aus einem beherrschenden Gefühlsantrieb handelt, wird man bemerkt haben, was für eine künstlerische Kraft da am Werke war, eine der ganz wenigen, großen, seelenhaften Schauspielerinnen und Menschendarstellerinnen in Deutschland: wer sie nicht auf der Bühne sah, kann nach dieser Rolle nur ahnen, welcher Entfaltung und Fülle sie fähig ist. Auch Brigitte Horney sieht man nicht häufig, aber immer gleichmäßig gut; beispielsweise den russischen Weibsteufel Natasja hier entwickelt sie mit bestechender und völlig glaubhafter Natürlichkeit. Ein neues Filmgesicht: Gusti Huber, eine junge Schauspielerin, die, von der Ufa zum erstenmal herausgestellt, gleich eine starke Talentprobe liefert; sie spielt, was sie zu spielen hat, ganz aus ihrem jugendlichen Gefühl heraus und gewinnt damit sofort. Auch sonst sieht man noch manche lebendige, darstellerisch konzentrierte Gestalt: Rene Deltgen vor allem, bann Alexander Engel, der kürzlich eine ähnlich angelegte Rolle spielte, Aribert Wäscher, Leidelt, Tiedtke und Wester- meier. — An der Kamera stand, was nicht unerwähnt bleiben soll, F. A. Wagner Das Beiprogramm bringt neben der Wochenschau einen interessanten Kulturfilm von der Transozean- Flugpost. der hier schon einmal gezeigt wurde, einen Vorspann zu „Schloß Vogelöd" und, auf der Bühne, die drei Londos mit einer hübschen, sauber ausgearbeiteten Schleuderbrett-Nummer. —r— pimpsenprobe bestanden. Ein Zehnjähriger berichtet. Als auf dem Heimabend bekanntgegeben wurde, daß wir eine dreitägige Fahrt in unser Dambrauer Landheim machen wollten und daß dabei die Pimpfenprobe abgenommen werden würde, wollten alle gleich mitmachen. So hatten sich am Freitag über vierzig Jungen auf dem Bahnhof eingefunden, die alle die Probe ablegen wollten. Nachdem wir uns in Dambrau häuslich eingerichtet hatten, versammelten wir uns noch eine Weile im Tagesraum, um das Horst-Wessel- und das HI.-Fahnenlied zu üben, die jeder bei der Prüfung kennen muß. Nachdem diese Lieder allen geläufig waren, gingen wir zuversichtlich schlafen. Am anderen Morgen ging es früh raus zum Geländesport. Da aber ein Sprühregen einsetzte, gingen mir bald wieder ins Heim und dort begann die Schulung. Zuerst nahmen mir die „Sieben Schwertworte" des Jungvolkjungen und ihre Bedeutung durch. Darauf folgte das Tornisterpacken, und bald war das Mittagessen herangekommen und mit ihm nahte der bedeutungsvolle Nachmittag immer mehr. Trotz des Regens gingen wir auf den Sportplatz, wo die Leichtathletikübungen abgenommen wurden. Mit dem Weitsprung wurde begonnen. In meiner Altersklasse mußten 2,50 Meter gesprungen werden. Ich war einer der ersten und zuversichtlich sprang ich ab. Aber mein erster Sprung war „übergetreten", mein zweiter ebenfalls. Beim dritten Sprung setzte ich alles auf eine Karte und holte 2,89 Meter heraus. Zufrieden wartete ich auf das Laufen. Für meine Ältersklaffe war es erforderlich, daß man 60 Meter in 12 Sekunden lief. Da wurde ich auch schon aufgerufen und lief sofort, als das Zeichen ertönte, ab. Aber ich stolperte in dem Grase mehrere Male, lief aber schließlich doch 11,7 Sekunden. Nun kam als letzte Uebung das Ballwerfen an die Reihe. 25 Meter weit mußte man den Ball werfen, wenn man die Hebung erfüllen wollte Ich warf 32 Meter, und somit hatte ich die Leichtathletikübungen alle geschafft. Nun kam noch die Schulung an die Reihe. Aber vorher tranken wir alle noch einmal einen kräftigen Kaffee. Ich mußte sehr lange warten, bis ich endlich zum Tornisterpacken drankam. Nun kamen nur noch die Lieder und die Sieben Schwertworte. Damit aber war ich erst nach dem Abendbrot an der Reihe. Als auch das geschafft war, und ich somit die Pimpfenprobe bestanden hatte, war cs schon sehr spät und wir gingen alle schlafen. Den ganzen Äbend sprach keiner; alle mögen wohl an die Pimpfenprobe gedacht haben Am Bahnhof wartete bereits mein Vater auf mich. Seine erste Frage war, ob ich die Pimpfenprobe auch bestanden hätte. Als ich seine Frage bejahte, mag er wohl auf feinen Sprößling sehr stolz gewesen sein, denn ein Lächeln glitt über sein Gesicht, wie es sehr selten bei ihm geschieht. Was alles verloren wird. Die Fundstellen der verschiedenen Verkehrsgesellschaften liefern immer wieder neues Beweisfnate- rial für die Behauptung, daß die Vergeßlichkeit eine der am weitesten verbreiteten Eigenschaften des Menschen ist, und daß sich kaum ein Gegenstand denken läßt, das in dieser „Statistik der Zerstreutheit" nicht eine Rolle spielt. Kürzlich fand ein Polizeibeamter in den Straßen von Nizza eine Eule, die, wie einige Einwohner übereinstimmend versicherten, ein Soldat auf einem Motorrad verloren hatte, ohne daß er feinen Verlust in den folgenden Tagen anmeldete. In London vermißte jemand vor einiger Zeit einen „versteinerten Menschen", einen von Kalkablagerungen „umfrufteten" Körper, der in einer Höhle entdeckt worden war In Paris sind im letzten Jahr allein 350 falsche Gebisse von ihren Besitzern verloren worden Das Fundbüro der Neuyorker Untergrundbahn teilt in seinem letzten Bericht mit, daß bei ihm vom Trauschein bis zum lebendigen Affen so ungefähr alles abgeliefert worden sei, was man sich überhaupt nur vorstellen kann. Unter den verlorenen Dingen des vergangenen Jahres befanden sich eine Klapperschlange, ein stattlicher Satz funkelnagelneuer Verbrecherwerkzeuge, ein großer Kasten mit Rosenkränzen, beträchtliche Mengen künstlicher Zähne, mehrere Violinen, fünf chinesische Grammatiken, ein Jockey-Dreß und einige Paar Krücken. Ganz un- verständlich aber erscheint dem Amerikaner die Tatsache, daß unter den Fundgegenständen auch eine ansehnliche Flasche mit gutem echten Whisky ist. Auf einer Station der Untergrundbahn ist ein wohlausgestatteter Kinderwagen mit Decken und Kissen stehengelassen worden, und auch die Babyflasche fehlte nicht. Wirtschaft Gil müsse es hören. * gekommen, Kinderland D. j). X5on cyerniscyen Werren uuluch tlu,U3 r"’' 1 ----- *? lebhafter mit 165 bis 165,50 (164,50), Rutgers- 104,25, Contt Gummi werke 4- 1,13 o. S)., dagegen Scheideanstalt 2311 leum 170,75, Ravenö 126,.50, Licht & Kraft 142, Eß- Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Scrlin 5ranffurf a.M. kurs I 116,5 I 116 I 116 | 138,5 141,5 116,25 10 Banknoten. Den !| 50 83 14,75 15,75 115,5 111 91,25 88,5 89,5 184 103,65 119 124,5 97,65 173 134,5 93,5 87,4 21 63,36 81,17 33,77 35,75 144,4 129,5 142 124,65 132,5 132,25 128,25 139 185,4 131 104,25 119 124 98,5 134,5 94 87,9 15 28,4 15.65 115 110,25 91,5 88,5 92,5 183,5 35,9 145,13 129,75 142 124,5 132,5 131,75 128,75 139 185 131 36,5 145,5 130,75 142 124,65 132,65 131,75 129,5 138,5 185,75 132,5 104 119,25 124 98,5 173 135,25 94,25 87,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cemeniwerk Karlstadt . 164,5 231,5 164,75 231 112 129,9 123,25 37 352 192,5 180 164,4 111 128,9 121,75 180,25 ; 29,9 200 I 165 112 129,25 124 91,9 132,25 104,13 170,9 80,75 37 30,75 200 2,439 41,92 54,60 12,25 16,335 168,34 61,52 63,10 80,85 33,63 o 8 G 6 3 0 14,75 15,75 115,5 110 91,5 88,5 92,5 182,75 103,25 118,75 124,25 98 134,5 93,5 87,25 O| 6 5 0 7 0 8 0 0 U 0 0 0 6 0 0 o 12 A.E.G Bekula Schultheis Patzenhoser Alu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... «Dru "2,459 42,08 54,82 12,29 16,395 169,02 61,76 ?'/. 12 . 8 36,,75 145,25 129,5 142 125,25 132,5 132 129,65 138 185 133,25 Hamburg-Amenka-Patei Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconw« Gesellschaft................ Dresdner Bank Reich'sbank ................ geschaffen hatte. Ein armseliges Kinderland zwischen grauen Hau- sermauern, wo sich Quader an Quader fügt. Von den Fenstern der kleinen Wohnung schaut man auf einen engen, düsteren Hof mit schief zugedecktcn Mülltonnen, auf eine fensterreiche Häuserfront mit häßlichen Wänden, von denen der Putz abbröckelt und der zeternde Lärm manchmal bis zum vierten Buenos Aire. Brüssel..... Rio de Ian. Sofia ..... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HeliingsorS.. Paris ..... Holland .... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Prag....... Budapest .. >ieuyort .. gekauft. Im übrigen blieben die Aktienkurse ziemlich behauptet. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig und ebenfalls nur minimal verändert. Von Auslandwerten gaben 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn auf 188 (189) nach. Im Freiverkehr lagen Verein. Deutsche Metall (VDM.) weiter fest mit 129 zu 131 (127). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,50, 6proz. Verein. Stahl 103,75, 6proz. JG.-Farben 132,75, 6proz. Krupp 104, 5,5proz. Rass. Landesbank Liquid. 101, 4,5proz. Oesterr. Schatz 40, 4proz. Rumänen 5,40, 3,5proz. SBB. 188, Aku 50, AEG. 36,50 bis 36,75, Aschaffenburger Zellstoff 91,75, Buderus ----- " • ~ i 180, Dt. Erdöl 119, Dt. Lino- 7. Juli 1919 als Chef des Allgemeinen Truppenamtes im Reichswehrministerium tätig und nach dem Kapp-Putsch, wie bereits eingangs gesagt, Chef der Heeresleitung. Von 1920 bis 1926, in fechs schweren Jahren, hat dann der Generaloberst von Seeckt am Aufbau und Ausbau der Reichswehr gearbeitet, Die immer mehr ein geschloffenes und festgefügtes Ganzes wurde, auf das Beste vorbereitet für künftige große Aufgaben. Mitten aus dieser Arbeit heraus mußte Seeckt gehen; es wurde ihm von den damaligen politischen Machthabern als „Verbrechen" ausgelegt, daß er den ältesten Sohn des Kronprinzen, den jugendlichen Prinzen Wilhelm, an einem Reichswehrmanöver hatte teilnehmen lassen. Es war eine Bagatelle, ans Licht gebracht und stark vergröbert aus innerpolitischen Gründen, Der der verdiente General zum Opfer fiel. Der jetzt Siebzigjährige kann auf ein an mrli- tärischen Erfolgen reiches Leben zurückblicken. Unlösbar ist sein Name mit der Reichswehr, der Hüterin bester preußisch-deutscher Militärtradition, verbunden. Möge dem Jubilar ein Lebensabend beschieden sein, 'der ihn die Last des Alters leicht tragen läßt! 92,25 131,5 103,4 170,13 81,25 36,5 I 356 । 6,5 5,4 39,5 Steppke fährt aufs Land Aus der Kinderlandverschickung der NSV. Von Lem Emmerich. 6,55 9,4 5,45 39,75 6 110,75 6 128,75 4| 121 36,9 356 189,75 180,4 I G. Farben-Inbustrie ©rbeiheanftolt Goldschmidt RütgerSwerke Merallgeiellichaft 134 129,75 92 । 91,75 103,9'- 104 170 । 170,75 50,5 82,65 14,65 28,5 15,65 115,25 111,5 91,25 88,5 89,5 184.5 Zellstoff Waldhof ......... Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer GaS........... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Lrensiein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade Accumulaioren-Fabrik Tonti-Gummi ........... Gritzner Mainkraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker Buderus Deutsche Erdöl Harven er ................ Hoesch Eisen—Köln-Neuessea Ilie Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. McmneSmann-R Ihren — , 353 189,75 191,75 O e r 1111,21 .Apnl___________ Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten......... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten „Mutti! Mutti!" ruft Steppke schon auf der Treppe und stolpert bann hastig und ein wenig atemlos die letzten Stufen zum vierten Stock hinan. So randvoll Glück und Jubel ist sein kleines Bubenherz, und er hatte das Ende Der Unterrichtsstunde gar nicht erst abwarten können. So Drängte es ihn, nachdem Der erste hoffnungslose Glückstaumel vorüber war, heimzurennen und Der Mutter die große Neuigkeit zu verkünden. Steppke pflegte sein Kommen stets ein wenig ungestüm anzukünden. Heute aber tut Die heisere Türklingel einen förmlichen Aufschrei. „Aber Junge!" sagt Die Mutter, „mußte Denn immer Die Treppe so raufpoltern?" Steppke aber kann gar nicht die Zeit abwarten zu berichten. „Mutti, denk Dir, Denk Dir bloß — Mutti! Ich komme in Den Ferien aufs Land. Heute war eine Frau von Der NS.-Volkswohlfahrt bei uns in Der Klaffe und hat alle aufgerufen, die bei der letzten Schuluntersuchung eine Vier hatten. Da war ich auch dabei und morgen um 9 Uhr muß ich beim Doktor sein und dann geht's los! In die Heide sollen wir kommen. O, Mutti, ist das fein, und dann kann ich Milch trinken und komme auf einen Bauernhof mit Hühnern und Kühen. Vielleicht haben die auch einen Hund — und einen 106,13 I 106,13 50.5 ; 50.75 82 1 84,5 133,9 1 128,5 Frankfurt a.M., 21. April. Die Börse brachte am Aktienmarkt weitere Kursbefestigunaen von durchschnittlich etma 0,50 bis 1 o. H. Indes hatte das Geschäft kein besonderes Ausmaß, da den vorliegenden Kundschaftsaufträgen kein entsprechendes Angebot gegenüberstand, woraus auch vielfach stärkere Kurssteigerungen zu erklären sind. Heber den genannten Durchschnitt hinaus erhöht waren Zement Heidelberg mit 141,50 (138,50), Accumula- toren Hagen mit 191,75 (189,75), Metallgesellschaft mit 123,25 (121) und Deutscher Eisenhandel mit 127,40 (126). Schwächer lagen Chade A bis C mit 353 bis 352,50 (356) und Mansfelder Bergbau mit 139,50 (143). Montanaktien bei kleinen Umsätzen durchweg 0,50 bis 1 v. H. fester, Rheinstahl + 1,25 o. H. Von chemischen Werten IG. Farben etwas Stock hinaufdringt. Unten im Erdgeschoß hat die dicke, gemütliche Tante Quietsche! ihren Grunkram- laden und neben dem Gemüsegefchaft ist Peter Schimmelmanns Altwarenhandel. „Getragene Garderobe, Wäsche, Schuhe" steht über ber ßcrbentur. Ach, Steppke kennt Den Geruch unD Das bunte DurcheinanDer Dieses kleinen Düsteren TrodlerlaDens, vollgestopft mit abgelegten K^tm^sstucken aller Art, billiger abgelegter Tand unD Plunder, wahllos hier zusammengekehrt vom unbarmherzigen Besen der Not. Ja, es ist eine sehr ärmliche Gegend, m welcher der kleine Steppke zu Hause ist, eine Gegend mit großen Mietshäusern und engen, lichtlosen Hosen. Aber wenn Steppke manchmal träumend zu dem Stückchen Himmel aufgesehen, das sommertags über dem engen, schmutzigen Hofe blaut, Dann hat er an Wunder und Märchen gedacht. Nun aber soll dieses Wunder, so groß und unfaßbar es auch ist, Wirklichkeit werden. * Die Mutter gibt ihrem kleinen Steppke das Geleit zum Bahnhof. Ach, Der Bahnsteig wimmelt schon von Menschen und strahlenden Ferienkmdern. Und so ganz anders wie ein gewöhnlicher Zug steht dieser lange Sonderzug für Die FerienkinDer Da. Em gewöhnlicher Zug verpestet mit seinen schwarzen Qualmwolken ganz einfach Die Luft. Dieser Ferienzug aber kräuselt seinen Rauch so leicht unD launig in Die Luft wie Seufzer aus befreiter Brust. Der ganze Bahnsteig summt unD surrt wie ein aufgestochertes Wespennest. Mütter und Väter, Tanten und Großmütter nehmen wortreichen Abschied und durch Armbinden aekennzeichnete Helferinnen der NSV. weisen Die Abteile an. Abschiedsgespräche flattern aus Dem Siebenem- anDer Der Fenster unD auch Steppke, Der glücklicherweise noch einen Fensterplatz erwischt, nickt brav auf Die letzten mütterlichen Ermahnungen herab. Sein Herz klopft vor Freude, Stolz, Erwartung und wieder Freude, so laut, daß er meint, man Fünf Stunden Bahnfahrt. Dann ist Steppkes Gruppe am Ziel. Ach, Du lieber Gott, es ift ein winziges Dorf, dieses kleine „Büttel", ein Nichts in Der Geographie, ein Punkt auf der Landkarte. Ein kleiner ländlicher Bahnhof gleitet heran, ein Häuflein roter Dächer schart sich im Hintergrund um Den runden, schiefergrauen Zwiebelturm einer kleinen Dorfkirche. Fünfzehn FerienkinDer, von einem NSV.-Helfer begleitet, steigen an der kleinen Station aus. Aber Steppke glaubt seinen Augen nicht zu trauen. Da steht ja Jungvolk und Jungmädelschaf t des Dorfes zum feierlichen Empfang am Bahnhof aufgebaut Ein lautes „Heil", ein „Herzliches Willkommen!" und mit frischem, frohem Gesang und Trommelklang marschiert man in das Dorf hinein bis zum Gemeindeamt, von wo aus dann die Zuweisung der kleinen Feriengäste an die Pflegeeltern erfolgt. Kirschbaum im Garten!" Steppke flattert vor Vergnügen und kindhaftem Uebermut. Er schwimmt in einem Meer von Seligkeit und könnte Die ganze Welt umarmen. "-'gentlich heißt Steppke mit Rufnamen Stephan. Die Großmutter hatte es so gewünscht, weil es Des seligen Großvaters Name gewesen war. Aber noch zu Großmutters Lebzeiten streifte man Den Namen ab, wie ein Wams, Das nicht paßt. Namen erwecken bestimmte Vorstellungen. Da aber Der kleine Steppke eine so ulkige kleine Nudel war mit einem widerspenstigen blonden Schopf und einem spitzbübischen Schelmengesichtchen, so nannte man ihn einfach Steppke, und dieses „Steppke" blieb nachgerade an ihm hängen. Steppkes kleines Leben war bisher wenig sonnig gewesen. Der Vater, Bauarbeiter von Beruf, war jahrelang arbeitslos und ein mürrischer, verbitterter Mensch geworden. Die Mutter hatte mehrere Waschstellen, und so war Steppke sich vielfach selbst überlassen, bis Dann Die Schule seinem regen Geist zu richtiger Betätigung verhalf. Wenn Die Mutter oft abends mübe und abgespannt von Der anstren- genDen Arbeit am Waschiubben nach Hause kam, hatte sie weder Zeit noch Lust, sich viel mit ihrem Jungen zu beschäftigen. UnD so war's daß sich Der kleine Steppke sein eigenes t------------ ünger Maschinen 88,50, JG.-Farben 165 bis 164,75, Gesfürel 132, GolDschmiDtE 112, Holzmann 116, Mannesmann 87,90, MansfelDer 140,25, Muag 89,90, Moenus 89,50, RWE. 129,65, Schuckert 138, Verein. Stahl 86,50, Kaufhof 37, Commerzbank 91,25, Lux. Inter. Bank 6,50, AG. für Verkehr 115,50, Allianz Verein 250. Frankfurter Obfl- und Gemüfemarkl. Frankfurt a. M., 21. April. Gemüse: FelD- salat 20—25, Gewürzei gr. BDI. 30—40, Salat- Gurken (Treibhaus) St. 25—50, 35—50 holl., Karotten 5—9, Kohlrabi (Treibhaus) St. 15—30, Kopfsalat (Treibhaus) St. 15—20, Steige 30 St. 4,00—5,00 holl., Steige 18, 24, 30 unD 40 St. 3,00 bis 4,50 itaL, Schlüpfer 35—40, Lattich 50—60, Meerrettich 30—40, Petersilie 50—60, RaDies BDI. 7—10, Rettich BDI. 15—70, Rhabarber 12—15, Römischkohl 12—15, Rotkraut 14—16 holl., Sellerie je nach Größe 7—28, Spargel I 1,10—1,30, II 0,75 bis 0,90, III 0,40—0,45, Spinat 4—8, Schnittlauch 25—35, Tomaten Steige ca. 10 Kilogramm netto 5,50—6,50 Canar., Weißkraut 12—15 holl., Zwiebel 8—11, IIV2—12 ungar. Obst- unD SüDfrüchte: Deutsches Aepfel- angebot noch ausreichend, Nachfrage schleppend, Preise unverändert. Treibhaus-ErDboeren nur in geringen Mengen am Markt, die Nachfrage wird jedoch voll gedeckt. Preise nachgebend. U. a. notierten: Ananas 1,10—1,20, Aepfel I 28—38, Kiste 20 Kilogramm rote 20,00—22,00, amerif. Aepfel, deutsche Aepfel II 20—26, III 15—18, Roter Eifer 24—30, Apfelsinen blond 15—20 span., Blut 14V2 bis 20 span., 20—25 itaL, Bananen, Kiste 12,5 Ki- I logramm 7,00—7,50 Kamerun, 5,00—6,00 Canar., Umsatzsteigerung bei Buderus. Fwd. Die Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar erzielten im Geschäftsjahre 1935 (31. Dezember) einen Gesamtumsatz von 46 764 000 Mark gegen 43 315 000 Mark im Vorjahre, was einer Steigerung um 8 0. H. entspricht. Dieser Erhöhung steht jedoch keine entsprechende Steigerung des Rohgewinnes gegenüber, was auf Die vermehrten Lasten zurückgeführt wirD. Auch im Berichtsjahre hielt Die Belebung Des Bedarfs im JnlanDe an, allerdings ist Die Aufwärtsbeweaung etwas langsamer geworden. Im Ausfuhrgeschäft konnte trotz aller Bemühungen ein mengenmäßiger Rückgang von 19 v. H. und ein wertmäßiger von 24 v. H. nicht vermieDen werden. Die in einer außerorDentlichen Hauptversammlung am 19. November 1935 beschlossene Vereinigung mit Dem Hessen-Nassauischen Hüttenverein G. m. b. H., BieDenkopf-LuDwigshütte, bedingte erhebliche Veränderungen in Den Abschlußziffern. Die Buderus-Jungsche HanDelsgesellschaft m. b. H., Wetzlar, hat im Zusammenhang mit dieser ab 1. Dezember 1935 wirksamen Verschmelzung aufgehört, Organgesellschaft Der früheren Interessengemeinschaft zu sein. Unter ihrem alten Namen Buderussche HanDelsgesellschaft roiDmet sie sich roieDer allein ihren früheren Aufgaben. Der Betriebsüberschuß wirb mit 16,76 (i. V. ohne Hüttenverein 12,79) Mill. Mark ausgewiesen. Beteiligungserträge erbrachten 31 231 (5415) Mark, Zinsen unD sonstige Kapitalerträge 368 000 (336 000) Mark, außerordentliche ZuwenDungen 22 000 (38 000) Mark. — Andererseits erforderten u. a. Lohnauf- wenDungen 10,12 (8,15), soziale Abgaben 1,41 (1,05), Abschreibungen auf Anlagen 1,88 (1,49) Mill. Mark, anDere Abschreibungen 45 814 (254 767) Mark, sonstige Aufwendungen 301000 (133 000) Mark. Einschließlich des Vortrages aus Dem Vorjahre von 173 307 (130 510) Mark ergibt sich ein Reingewinn von 1,37 (1,11) Mill. Mark. Hieraus werDen wieder 4 v. H. DiviDenDe vorgeschlagen, 250 000 Mark einer neu zu bilDenDen Unterstützungsrücklage zugewiesen und 72 600 Mark zur Tilgung unD Verzinsung von Genußrechten beftimmt, 193 029 Mark sollen oorgetragen werben. Die Gesellschaft förderte im Jahre 1935 174 698 Tonnen Eisenstein gegenüber 155 333 Tonnen im Jahre 1934. . Die ersten Monate Des neuen Geschäftsjahres brachten einen guten Auftragseingang und Die Gesellschaft rechnet Damit, daß der Geschäftsumfang etwa dem des Vorjahres entsprechen und auch für 1936 ein befriedigendes Ergebnis bringen wird. Nhein-Mainische Börse. rNittagsbörse fest. , .„c, Schluß:. Abend- 20.4- 9" 6,65 9,3 5,4 39,5 8,00—8,50 Westtnd., Erdbeeren 4,00—7,00, Smyrna- Feigen, Kiste, 25 Kilogramm 10,00, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 6,00—8,00. Üinfrermßrff in Gießen. Auf Dem gestrigen RinDer-Nutzviehmarkt in Gießen ftanDen 581 Stück Großvieh, 154 Fresser und 97 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragenbe Kühe 1. Qualität 480 bis 650 Mark, 2. Qualität 350 bis 460 Mark, 3. Qualität 200 bis 300 Mark; Rinber %= bis ^jährig 140 bis 210 Mark, bis 2jähr. 210 bis 280 Mark, tragend 290 bis 500 Mark; Kälber bis 2 Wochen 26 Mark, bis 4 Wochen 46 Mark, bis 6 Wochen 68 Mark. Die Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 3 6 4: Deutsche Reisenbe in ber Tschechoslowakei. Eine Mahnung zur Zurückhaltung. — 3 65: Erleichterungen für bie Verwenbung von Sperrpengö im Reiseverkehr mit Ungarn, — 3 6 6: Rumänien, neukontingentierte Waren, u. a. Pappe. Wegen Steuerhinterziehung verurteilt. LPD. Friebberg, 21. April. Vom hiesigen Finanzamt würben gegen ben Viehhänbler August Seewalb aus Gambach, ber zuletzt in Butzbach lebte unD sich jetzt in Frankreich aufhält, folgenDe GelDstrafen verhängt: wegen Umsatz st euerhin- terziehung 1 0 0 0 R M. sowie wegen versuchter Einkommensteuerhinterziehung unD versuchter Hinterziehung Der staatlichen unD kommunalen Gewerbesteuer 510 RM. (231,50). Elektroaktien notierten übermiegenD bis 1 v. H. fester, RWE. gewannen 1,25 v. H., Siemens bröckelten 0,40 v. H. ab. Zellstoff WalDhof notierten exklusive 5,4 v. H. NettobividenDe mit 129,75 (134). Im einzelnen erhöhten sich u. a. Reichsbank, AG. für Verkehr, Holzmann, Daimler Motoren • unD Deutsche ErDöl bis 0,75 v. H., Kunstseide Bemberg um 0,40 v. H. unD WestDeutsche Kaufhof bei etwas größeren Umsätzen um 0,13 v. H. Leicht ermäßigt waren MAN. mit 110,75 (111). Der Rentenmarkt hatte bei wenig veränderten Kursen nur sehr kleines Geschäft. Fest lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,40 (125,13). Zertifizierte Dollar-Bonds gewannen bei lebhafterem Geschäft 0,25 bis 0,50 v. H. Altbesitz mit 111,50 (111,60) nur knapp gehalten, ebenso 6 0. H. Vereinigte Stahlwerke mit 103,75 (103,90). Späte Schuldbuchforderungen 98,25, Kommunal-Umschul- dung 87, Zinsvergütungsscheine 92,25. Von Auslandsrenten lagen 5 v. H. Goldmexikaner etwas fester mit 13,40 (13,25), ferner 4 0. H. Ungarn Gold 8,40 (8.20). Im Verlaufe schrumpfte das an sich schon sehr kleine Geschäft stark zusammen und am Aktienmark t ergaben sich gegen den Anfang überwiegend Abbröckelungen um 0,25 bis 0,50 v. H., so u. a. bei Montanwerken, IG. Farben, AG. für Verkehr. MAN. später wieder 111,25 nach 110,75, ferner Otaoi 22,30 nach 22,13. Von später notierten Werten Feldmühle fest mit 128,25 (125,50), Rheinmetall 138,75 (137,75), Dagegen Aschaffenburger Zellstoff 91,50 (92). Von variablen Renten wurden Kommunal- Umschuldung mit 87,10 nach 87 gehandelt. Zertifizierte Dollar-Bonds blieben gut behauptet. GolD- pfanbbriefe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich bei Abweichungen von 0,13 bis 0,25 v. H. Stadtanleihen ebenfalls etwas ungleichmäßig. Don Jndustrie-Obligattonen 6 0. H. IG. Farben 132,75 (132,50), 6 v. H. Hoesch 104 (103,75). Don Auslandsrenten lagen Schweizer Bahnanleihen fester, ferner im Freiverkehr neue Türken: II. Tranche 101,50 (99,25), I. Tranche 106 (104). Im Freiverkehr galten: Adlerwerke 104 bis 103,50 (103,50), Wayß & Freytag 104,75 (104,50), BDM. 126,75 (125,75), Kali Wintershall 119 bis 118,50 (118,75) und Ufa-Aktien 56 (55,50). — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. fMbenbbörfe behauptet. An der Abendbörse vermochte sich mangels entsprechender Anregungen kein nennenswertes Geschäft zu entfalten. Teilweise lag noch Kaufinteresse vor, z. T. erfolgten aber auch noch kleine Glattstellungen. Indes erreichten die Kursveränderungen nach beiden Seiten nur geringstes Ausmaß. Farbenindustrie abbröckelnd auf 165 bis 164,75 (165,25), Aku schwächer auf niedrigeres Amsterdam mit 50 (50,75). Etwas Geschäft hatten AEG. mit 36,50 bis 36,75 (36,50), ferner wurden Westdeutsche Kaufhof bei unverändert 37 und Buderus bei 104,25 (104) rollen ihrer ganzen Karpathenfront gipfelten, und geaen die Serben, die zur Eroberung von Serbien und Montenegro führten, war auch General von Seeckt führend beteiligt gewesen. Als im Jahre 1916 Der FelDzug gegen Rumänien kam unD Der österreichische Thronfolger Erzherzog Karl, Der spä- tere Kaiser, eine Gruppe führte, war Seeckt bei ihm DerbinDungsmann zur Deutschen Obersten Heeresleitung unD gleichzeitig sein Generalstabschef. Seiner Bewährung auf Diplomatischem Gebiet verDankte Seeckt es Dann, Daß er 1918 Stabschef beim Oberbefehlshaber Der türkischen Streitkräfte wurDe. Der Zusammenbruch Der Fronten Der Mittelmächte ließ ihn im Dezember 1918 nach Deutsch- lanD zurückkehren, geraDe zu Der Zeit, als PlünDe- rungen in Berlin unD überall in Der Provinz auf Der Tagesordnung ftanDen und Die Machthaber aus Dem marxistischen Lager vor ihren Genossen auf Der Straße kapitulierten. Da war es Seeckt, Der Die refignierenDen Offiziere zum Aushalten aufrief unD ihnen einDringlich klar machte, welche Opfer Das VaterlanD gerade von ihnen forderte. Er selbst stellte sich für weitere Verwendung zur Verfügung und war erst beim Grenzschutz Nord, bann ab Datum 4% vesgl. Serie 11 5% fliumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh Rente . 2%% Mnatolier Schlußkurs 204. Schluß!. Mittag« börle 21 4 Datum Mansfelder Bergbau 5 Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke O Otaoi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben 5; Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth IVi. börse 21 4. 9" 6,75 9,35 5,4 39,9 Elektr. Lieferungsgesellschaft... b Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume 4 GeseUich.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr 6 Schucken L Co...............4 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L To.............. 7 Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzk beschloßenen Dividende an. — Relchsbankdiskoni 4 0. H., Lornbardzinsfuß 5 v. H. 0| 29,25 I 29,5 I 4 93 93,75 101 201 1 -I Sranffurf a. DL Berlin Schiuß- furd Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!, mittag« börse 20 4. 21 4. 20 4- 21 4- 142 140,25 142 140,75 — 128,75 128,5 230 230 230 230 123 — 122,75 123,9 86,75 86,5 86,25 86,5 22 22,3 22 21,65 128,5 129,25 128,5 129 128,5 128,5 128,5 128,75 ! 190 — 189,75 190 AranNuri a. DL Lenin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag- börse Oatum 20-4- 21 4. 20.4. 21 -4- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,65 , 100,75 100,75 100,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 | 97,3 97,3 97,75 5y2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103 102,75 102,9 102,9 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auvlos.-Rechten ............. 111,6 111,5 111,6 111,65 4‘/,% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 100,25 100,1 100,13 100,2 98,25 98,25 _ 98,25 lVi% ehem. 8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold 91.12.... 96,5 96,5 96,5 654% eljcm. 4 %% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101 101 _ 454% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 92,25 92,25 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mH AuSIos.-Rechten ............. 120,5 120,5 118,75 Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,75 114,75 114,65 114,75 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6y,% ehem. 4J4% Franks. Hyv- Bank-Liau.-Pfandbriefe....... 101,13 101,13 _ _ t>y2°/0 ehem 4y,% Rheinische Hyp -Bank-Liau.-Goldpse. ... 101,5 101,13 101,4 101.4 454?/o ehern. 8% Pr. LaudeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 *yz% ehem. 7% Pr.Lanbespfand briesanst., Gold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 tzteuergutich VerrechnuugSk. 34-38 108,85 108,8 108,9 1 108,9 4% Cttterreidmine Goldrenle... — — — 29 4,20% Oesterreichifche Silberrente 1,75 1,75 1,8 1,7 4% Ungarische Goldrente ....... 8,2 8,4 8,3 8,35 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 8,15 8,25 8,15 8,25 45-»% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 8,25 8,15 8,15 8,2 13,25 13,4 13,25 13,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l.................... 9 ! 9 - — 20-April 21 April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld 1 Briel 0,682 0,686 0,682 0,686 42,09 42,17 42,07 42,15 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3,053 3,047 3,053 54,86 54,96 54,86 54,96 46,80 46,90 46,80 46.90 12,285 12,315 12,285 12,315 5,415 5,425 5,415 5,425 16,395 16.435 16,385 16,425 168,76 169,10 168,76 169,10 19,60 19.64 19.60 19,64 0,717 0,719 0,717 0,719 5,654 5,666 5,654 5,666 61,73 61,85 61,73 61,85 48,95 49,05 48,95 49,05 11,145 11,165 11,145 11,165 63,32 63.44 63,32 63.44 81,05 81,21 81,03 81,19 33,97 34,03 33,97 34,03 10,28 10,30 10,275 10,295 2,487 2,491 2,487 2,491 Rr.94 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 22.April 1936 Dankopfer der Nation Aufruf des Führers der SA.Kameraden der Gruppe Hessen! Der Stabschef hat uns allen, die sich zu unserer Kampfgemeinschaft bekennen, zu einem Dankopfer für den Führer aufgerufen. Wir gehören dem Führer mit allem, was wir haben, und zu seinem Geburtstage drängt es uns erneut, dies durch unsere Ehrenliste zum Ausdruck zu bringen. Kun soll es unser Stolz sein, diesem Zeichen unseres engsten Verwachsenseins mit dem Führer ein tausendfaches Echo zu verschaffen. Unsere Gabe soll nicht nur ein Beweis für unsere Dankbarkeit sein, sondern auch für die Verwurzelung der SA. im Volk: Jeder, der das Braunhemd trägt, aber auch jeder Volksgenosse, der seine Dankbarkeit zum Führer und seine Verbundenheit mit uns zum Ausdruck bringen will. SA.-Sruppe Hessen. trägt sich in die Ehrenliste zum Dan- kesopfer ein. Vom Sturm ging in der Zeit des Ringens der Kampf um Deutschlands Einigkeit und Freiheit aus; der Sturm soll auch jetzt die ehrenvolle Pflicht haben, seine Dienststelle allen zur Einzeichnung in die Ehrenliste zu öffnen. Ab 21. April bis 22. Mai liegen demgemäß in jedem Slurmzimmer die Ehrenlisten für alle Kameraden und jeden Volksgenossen auf. So soll von nun an unser Opfer dem Führer alljährlich stets aufs neue an seinem Geburtstag in unverlöschlicher Dankbarkeit und einmütiger Geschlossenheit unser Leitwort bekunden: Alles für den Führer! Der Führer der SA.-Gruppe Hessen. B e ck e r l e, Gruppenführer. Eröffnungsvorlesung im neuen Hörsaal der Nervenklinik. Professor Mau; über die neuen Aufgaben des Arztes. Am gestrigen Dienstagvormittag wurde der neue Hörsaal der Nervenklinik mit einer feierlichen Eröffnungsvorlesung seiner Bestimmung übergeben. Zu dieser Feier hatten sich neben dem Rektor der Universität, Pros. Dr. Pfähler, dem Führer der Dozentenschaft, Professor Dr. Hummel, neben Aerz- ten und Psychologen auch viele Studenten eingefunden. Geheimrat Prof. Dr. Sommer, der Gründer der Klinik, wohnte der Feier ebenfalls bei. Aerzte, Assistenten und die Angestellten der Klinik nahmen ebenfalls teil. Prof. Dr. Mauz, der neue Direktor der r U -X Der Gründer der Nervenklinik, Geheimrat Professor Dr. Sommer (links), im Gespräch mit dem neuen Direktor Professor Dr. Mauz. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Klinik, hieß die zahlreichen Gäste der Klinik herzlich willkommen und erinnerte zunächst an das 40jährige Bestehen der Klinik. Worte der Dankbarkeit fand er für den anwesenden Gründer der Klinik und herzlich gedachte er auch der fördernden Arbeit seines Vorgängers, Professor. Dr. Hoffmann, der die Neugestaltung des schönen Hörsaals anregte und eigentlich berufen wäre, den Hörsaal seiner Bestimmung zu übergeben. Ihm sei viel Aufbau innerhalb der Klinik zu danken, in der schon viel Arbeit zum Segen der Volksgesundheit geleistet worden sei. Die Tatkraft des Direktors sei ergänzt worden durch den Aufbauwillen eines jeden einzelnen, der im Dienste der Klinik stehe. Der Fülle der segensreichen Arbeit der Klinik sei besonders im Rahmen jener Feier gedacht worden, da Geheimrat Sommer ausschied. Aus Anlaß der Einweihung des neuen Hörsaals habe er, der Redner an Professor Hoffmann besondere Grüße übermittelt. In der Antwort übermittelte Professor Hoffmann beste Wünsche für das weitere Gedeihen der klinischen Arbeit zum Segen des Volkes.________________ Besonders erfreulich sei es gewesen, daß man in Darmstadt viel Verständnis für die Notwendigkeiten in der Klinik gefunden habe. Regierungsrat Dr. Köhler habe sich mehrmals vom Stand der Arbeit überzeugt. Mit den Worten: „Das Werk ist gelungen — Möge die Arbeit, die wir hier leisten, ebenso gut und wertvoll für unser ganzes Volk sein, daß jeder, der hier mitgeholfen hat, sich bedankt fühle," übergab der neue Direktor den Hörsaal seiner Bestimmung. Dankbar gedachte Prof. Mauz der symbolischen und schönen Stiftung, die Professor Hoffmann der Klinik in der Gestalt eines Führer-Bildnisses übermittelt hat Das Bildnis werde stets daran erinnern, in diesem Hörsaal und in der Klinik Arbeit im Geiste des Führers zu leisten, einheitlich ausgerichtet auf das ganze deutsche Volk. Sodann ging Prof. Dr. Mauz zur eigentlichen Vorlesung über, in der er einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema „Aerztliche Psychotherapie" hielt. Seinen Ausführungen folgten die Zuhörer mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Zum Abschluß der Eröffnungsfeier sprach noch Geheimrat profeffor Dr. Sommer, der zunächst einen interessanten Vortrag über die Geschichte der Entwicklung der Nervenklinik gab. Gleichzeitig streifte er auch die Entwicklung seines eigenen Lebenswerkes, der Psychotherapie und gab seiner großen Freude darüber Ausdruck, daß es sich der neue Direktor zur Aufgabe gemacht habe, an der gleichen wissenschaftlichen Aufgabe weiterzuarbeiten. Mit großer Freude wurde es aufgenommen, daß er sich als „Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen der Klinik zur Verfügung halten werde. Damit hatte die würdige Eröffnungsvorlesung ihren Abschluß gefunden Semester-Eröffnungsappell desNGDSiB.,HochschulgruppeGießen Am gestrigen Abend hielt in der großen Tageshalle des Gießener Studentenhauses die hochschulgruppe Gießen des NSDStB. ihren Semester- Eröffnungsappell ab. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Brüder in Zechen und Gruben" und nach einem Gedichtvortrag begrüßte der Hausführer des Stammhauses des NSDStB. S ch u st e r die zahlreich erschienenen Gäste. An allen deutschen hoch- und Fachschulen würden in dieser Woche auf Anordnung der Reichsleitung des NSDStB. diese Eröffnungsappelle durchgeführt und zwar ganz bewußt. Eindeutig müsse auch in diesem Semester betont werden, daß der NSDStB. als Gliederung der NSDAP, ein Machtfaktor innerhalb der Studentenschaft sei. Der Führer selbst habe am 26. Januar zu dem Studentenbund gesprochen und in München sei dem Bund eine eigene Fahne und somit eine endgültige Ausrichtung gegeben worden. Nun wende man sich an alle aktivistischen und aufbaufreudigen Studenten, sich dem Studentenbund anzuschließen und seine Reihen zu stärken. Jeder müsse daran denken, daß nur Einigkeit stark mache. Nach dem Vortrag des Gedichts von Dietrich Ekhard „Deutschland erwache" sprach der Hochschulgruppenführer Albert Frank und führte u. a. ungefähr folgendes aus: Erst wenige Tage seien verflossen, da in Dresden anläßlich der Einweihung des ersten Kameradschaftshauses der Reichsstudentenbundsführer D e - r i ch s w e i l e r die wahrhaft großen und bedeutenden Aufgaben des Studentenbundes bekanntgegeben hätte. Auf dem Wege zu dem gesteckten Ziele gälte es, noch manche unebenen und unerschlossenen Teile zu überwältigen. Es käme im jetzigen Augenblick nicht darauf an, ob diese oder jene Einrichtung auch wirklich ihren vollwertigen Ersatz gefunden habe. Maßgebend sei nur, daß der Führer des deutschen Volkes den NSDStB. geschaffen habe und seinen Weg bestimmte und in Zukunft noch bestimmen werde. Wie gering und klein seien doch die Opfer, die gebracht worden seien gegenüber der großen und gewaltigen Taten der nationalsozialistischen Revolution. Darüber müßten wir alle uns klar sein, ohne Adolf Hitler wäre Deutschland heute ein Chaos. Wer würde daran zweifeln, daß der Weg, den der Führer dem deutschen Studenten zeige, der richtige sei? So müßten wir auch jetzt dem Führer glauben und vertrauen, er allein sei für das handeln maßgeblich. Aus den jüngsten Anordnungen der Reichsstudentenbundsführung gehe hervor, daß der wahrhaft nationalsozialistische Student mit dem NSDStB. gehen könne und gehen werde. Rur Freiwillige könne man gebrauchen, die als Mitarbeiter beweisen würden, daß sie Nationalsozialisten seien und restlos zum Führer ständen. In Zukunft würden an den Hochschulen Stamm- Mannschaften des NSDStB. aufgestellt werden, in denen der deutsche Student drei Semester lang Dienst zu leisten stabe. Die politische Schulung läge nun allein beim NSDStB. Nicht einem Verein gleich könne man dem NSDStB. beitreten oder nicht, sondern der Student habe sich zuerst würdig zu erweisen, in diesen Bund berufen zu werden. So sei die Gewähr gegeben, daß nur tapfere, ehrliche Kerle diesem Orden angehören würden. Deutschland habe jahrhundertelang daran gekrankt, daß der deutsche Mensch Künstler, Wissenschaftler, gewissenhafter Arbeiter und Beamter, unbedingt treu und zuverlässig, aber nicht politisch gewesen wäre. Man müsse bedenken, daß das Ziel fei, deutsche Führer zu schaffen, die politisch seien und den wahren Lebensmut und Lebenskampf in fich fühlten. Volksgemeinschaft sei das Ziel und damit sei alles gesagt. Wenn man zum Führer stände, würde man auch einsehen, daß er recht habe, die Studenten müßten nur den Weg finden und geschlossen für ein mächtiges und großes Deutschland marschieren. Anschließend verlas Pg. Frank den Erlaß des Reichsstudentenbundführers Derichsweiler, den wir in Auszügen folgen lassen. Das Gebot der Stunde. Am 29. März hat das deutsche Volk sich in einer überwältigenden Geschlossenheit hinter die nationalsozialistische Partei und damit hinter Adolf Hitler gestellt. Damit ist der ganzen Welt der Anblick eines zur Schicksalsgemeinschaft verschmolzenen Volkes gegeben. Wenn ein Volk von 67 Millionen sich zur nationalsozialistischen Bewegung fast einstimmig bekennt und damit auch den absoluten Führungsanspruch dieser nationalsozialistischen Organisation anerkennt, dann ist es nur folgerichtig, wenn die viel kleinere Gemeinschaft von nur 60 000 deutschen Studenten sich freudig und bedingungslos der Führung der Partei unterstellt. Mögen alle diejenigen, die das Gestern eines studentischen Lebens nicht vergessen können, sich klar sein: Das Rad der Geschichte kann man nicht zurückdrehen. Es ist die Mission der studentischen Jugend seit Jahrhunderten gewesen, Künder und Vorkämpfer einer großen, starken und herrlichen deutschen Nation zu sein, nicht aber der Verteidiger einer vergangenen Zeit. Adolf Hitler hat das Traumbild vieler vergangener Studentengenerationen zur Wirklichkeit werden lassen. Würdig zeigen wir uns der Vergangenheit, wenn wir aus uns selbst heraus, dem Gebot der Stunde gehorchend, Hand anlegen am Neubau eines nationalsozialistischen Studententums. Gebt es auf, neben das Hakenkreuz, welches allen Deutschen als heiligstes Symbol ihres ewigen Schutz- und Trutzbündnisses gilt, noch die Fahnen kleiner studentischer Gemeinschaften zu setzen. Gebt es auf, konfessionell gebundene Gruppen zu bilden, über die das deutsche'Volk am 29. März zur Tagesordnung übergegangen ist. Wir sind an der Arbeit, die Grundlagen eines neuen studentischen Lebens zu schaffen. Zeigen mir Bewegung und Staat unseren geschlossenen Willen zur Neuformung unseres studentischen Lebens unb unseren Willen zum Neubau unserer Geistesstätten. Als Führer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes rufe ich alle deutschen Studenten der ersten bis dritten Semester auf, in die studentischen Kameradschaften einzutreten und durch ihre Mitarbeit den Willen zum Neuaufbau und zur studentischen Selbstverwaltung zu dokumentieren. Am Schlüsse der Kundgebung wurde ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer ausgebracht und das Horft-Weffel-Lied gesungen. Oie Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Steqmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 43. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl 27. Kapitel. E i n Unrecht und seine Folgen. Als Mariella nach „Villa Liliput" zurückkehrte, sah sie überall Menschengruppen und Grüppchen herumstehen, die alle neugierig nach dem Himmel blickten. Andere starrten auf ihre Uhren oder disputierten aufgeregt über irgendein fliegerisches Ereignis, das bevorzuftehen schien. Schließlich wurde auch die kleine Principessa von der allgemeinen Neugier angesteckt. Fragend wandte sie sich an einen alleinstehenden Schuljungen, wer denn erwartet würde. Prompt kam die Antwort, in echtem, unverfälschtem Berliner Dialekt: „Na, Sie drehen wohl ooch Ihren Rundfunk nich an, Frollein? Sonst müßten Sie doch wissen, daß der anjesagt hat, in die nächste Viertelstunde wird ein italienisches Luftschiff uns hier ’ne Ehrenreverenz machen, und denn uff’n Tempelhofer Feld landen? Sperr—ranza — oder so ähnlich heeßt der Kasten! Aba da is er ja schon!" Mariella klopfte das Herz zum Zerspringen, als das zierliche Luftschiff jetzt gerade über ihrem Kopf zu kreisen schien. Aus allen seinen Fenstern sahen winkende Menschen, und gerade als die kleine Principessa in ein Auto sprang, schlich ein blondlockiges, junges Mädchen in dem Luftschiff auf Zehenspitzen neben einen der Schiffspassagiere und» flüsterte verzweifelt: „Ich fürchte mich ja so schrecklich sehr vor Mariella, Väterchen!" „Kindskopf!" lachte Prinz Bonaglia Jlaro aus. „Sie wird dich sicherlich zum Mittagessen verspeisen, liebe Jlaro!" Als Mariella auf dem Tempelhofer Feld ankam, wurde sie dort bereits von dem Herzog und Renate erwartet. Sie hatte ein förmliches Rennen mit der „Speranza" mitgemacht, denn als sie dem Chauffeur ihres Wagens gesagt hatte, daß sie noch vor der Landung in Tempelhof sein müsse, war er tollkühn drauflos gefahren. Dem Luftschiff hatten sich bereits inzwischen zahlreiche deutsche Flieger in ihren Maschinen angeschlossen, die ihm das Ehrengeleit gaben. Wie sehr bedauerte Doktor Heßling, nicht auf feinem- Flugzeug dabei zu sein. Doch er hatte dem Herzog versprochen, den Prinzen unterwegs nicht zu verlassen, und daran hielt er sich gebunden. Bereits seit einigen Stunden erwarteten Polizei und Militär die „Speranza", um bei den Lan- dungsmanöverii behilflich zu fein. Gerade als die kleine Priiicipeffa ihre Freunde gefunden hatte und klopfenden Herzens neben dem Herzog stand, senkte das Luftschiff sich nieder und warf gleich darauf Taue aus, an denen die Mannschaften es zu Boden zogen und verankerten. Die Fenster des Luftschiffes waren noch immer dicht besetzt. Doch der braungebrannte, energische Kovf Giovannis war ebensowenig dabei wie das Helle Antlitz Ikaros oder das Gesicht Walter Heßlings. Diese drei Menschen waren zu erregt, um für Empfangsfeierlichkeiten irgendwelcher Art Zeit zu haben. Keinen Blick ließ die kleine Principessa indessen von dem Luftschiff. Blaß bis in die Lippen, stand sie hochgereckt an der Seite des Herzogs in ihrem knappsi^enden, silbergrauen Marocainkostüm, zu dem die kleine blaue Kappe, die sie trug, trefflich harmonierte. Tasche, Schuhe und Handschuhe stimmten mit der dunkelblauen Farbe der Kopfbedeckung überein. „Sieht sie nicht reizend aus?" flüsterte eine Kollegin entzückt Renate zu, die Mariella von der Gerichtsverhandlung her kannte. Doch außer den wenigen Eingeweihten wußte niemand auf dem weiten Platz, welch ein Wiedersehn sich hier vor aller Augen abspielen sollte. Afrikaforscher — unter ihnen auch ein junger Deutscher, dessen Name sich sonderbarerweise nicht ermitteln ließ — das war alles, was die Pressevertreter in Erfahrung bringen konnten. Das genügte aber immerhin, um Scharen von Menschen auf die Beine zu bringen. Doch auf ausdrücklichen Wunsch des Herzogs hielt die Flughafenpolizei sie alle in großer Entfernung von dem Luftschiff zurück. Nur Mariella und Renate mit ihr durften die Sperre passieren. Jetzt stiegen die Insassen des Luftschiffes aus. Salutierend schritt die Bordmannschaft an den dreien vorüber, dem Kommodore schüttelte der Herzog Enrico warm die Hand und blieb mit Renate und ihr in anscheinend lebhafter Unterhaltung zurück. Wie im Traum schritt die kleine Principessa weiter. Jetzt stand sie vor der Treppe, die in das Flugzeug führte Ein hochgewachsener, stattlicher Mann war zu sehen. Seine Kesichtszüge kannte sie — kannte sie nur zu gut. Wie oft hatte sie im Traum dieses geliebte, unvergessene Antlitz gesehen, von ihm immer wieder Beistand erfleht und Krast geschöpft, wenn sie in den schrecklichen Jahren, die hinter ihr lagen, zusammenzubrechen drohte. Der bis in sein tiefstes Innere aufgewühlte Mann hatte jetzt die letzte Stufe der Treppe erreicht. Da stand vor ihm ein süßes Wunder — Marianne, fein heißgeliebtes verstorbenes Weib. Ja, das war ihr Gesicht, Zug um Zug ihre bis zur Verzweiflung beweinten Züge. Das tiefe Blau ihrer Augen, in denen sich die Farbe des deutschen Himmels widerspiegelte — der reizende Mund, der so gern schalkhaft gelacht hatte! Nur Mariannes herrliches, weizenblondes haar fehlte ihrem Ebenbilde. Der Mann stand und starrte das Mädchen an, das sich nicht rührte. Endlich breitete er die Arme aus. Er hatte Zeit und Ort vergessen. Er wußte nur eins: Es war fein Kind, das vor ihm stand. Er sah Mariella wieder. „Bambina mia — mein Kind, mein wiedergeschenktes Glück", flüsterte er. Tränen liefen über feine Wangen. Mariella aber war unfähig, zu sprechen. Mit einem erlösten Laut warf sie sich an die Brust des Vaters, den sie für immer verloren geglaubt. Indessen saßen zwei andere Menschenkinder in der Speisekabine des Luftschiffes fich unruhig gegenüber. Es waren merkwürdige Gedanken, denen sich Jlaro und Walter Heßling Hingaben. Besonders das Mädchen war geradezu verstört und verzweifelt. „Sonst um diese Stunde", sagte sie, mit einem Blick auf die Sonne, „hatte ich Väterchen ganz für mich. Wir lagen auf der Wiese im Urwald, er lehrte mich Gutes und Schönes und sagte immer wieder, ich sei sein geliebtes, einziges Kind, fein Trost und fein Sonnenschein. Wie wird das jetzt werden?" Bittere Verzweiflung sprach aus der Stimme Jlaros. Jlaro sah in ihrem Kleide aus leichtem rosa Wollstoff, das in weichen Falten über ihren schlanken Körper herabfiel, wie der lichte Frühling aus. Jlaro war in Paris, wo man einen kurzen Aufenthalt gemacht hatte, vollständig eingekleidet worden — und sie hätte keine Frau sein müssen, wenn sie nicht darüber entzückt gewesen wäre. Ganz Europa war ein einziges Wunder für sie, und das strahlende, kindlich entzückte Lächeln war bis zu diesem Augenblick nicht von ihrem Gesicht gewichen. Aber jetzt sah Jlaros Gesichtchen beinah zornig aus. „Sie sind ein Kind, Jlaro!" schalt Walter Heßling lächelnd. „Gönnen Sie etwa Mariella nicht, daß sie ihren Vater wiedergefunden hat? Schämen Sie sich nicht, Jlaro?" Zorn blitzte in Jlaros Augen auf. „Nein, ich schäme mich nicht. Ich gönne ihr ihr Väterchen nicht!" sagte sie leidenschaftlich. Gerade wollte sie noch etwas hinzufügen, als sie den jungen Mann zusammenzucken und hastig in eine der Mannschaftskabinen, die hinter ihm lagen, schlüpfen sah. Gleich darauf stand ein Mädchen vor ihr. Mit weit aufgeriffenen Augen sah Jlaro, das Naturkind, das sie trotz ihrer Schönheit noch immer war, dieses gepflegte Wesen an. Sie glaubte, nie zuvor etwas so holdes. Zartes gesehen zu haben wie dies Geschöpf mit dem weichen, seidigen Schwarzhaar und den reinen Zügen. Schließlich war Mariella die erste, die sprach. „Liebe Jlaro", sagte sie mit tiefer Innigkeit, „unser Vater hat mir verraten, daß hier sein Reisegeschenk auf mich wartet, und ich hoffe bestimmt, daß er d i ch damit meint, sorellina mia!" Zwei Hände streckten sich Jlaro bittend entgegen. Jlaros Gesicht war dunkelrot geworden. Beschämt fragte sie: „Unser Vater haben Sie gesagt, und sorellina mia — mein Schwesterchen nennen Sie mich, Signorina? Ja, dann darf ich wohl — dann soll ich wohl..." Ihr brach die Stimme. „Du darfst nicht und du sollst nicht, sondern du mußt den Vater mit mir teilen, Jlaro, süßes Schwesterchen. Glaubst du wohl, wir könnten uns allein ein neues Leben aufbauen? Ach, du Törichtes! Du kannst ja nicht wissen, daß durch dich mein Leben einen noch schöneren Sinn und Inhalt bekommen wird, wenn der Vater uns ein neues heim schafft. Willst du mich denn nicht ein bißchen schwesterlicher begrüßen, Jlaro mia?" Jetzt trat die Kleine vor, und jeder ihrer Gedanken stand in ihrem unbeherrschten Gesicht zu lesen. „Signorina..." Scheue Liebe sprach aus ihren glücklichen, großen Augen. „Wie heißt das?" Die kleine Principessa sah bittend in das junge Antlitz. „Sorella mia — liebe, große, teure Schwester!" Als sich Mariella erst nach geraumer Zeit den Armen Jlaros zu entwinden vermochte, als die Blicke beider Mädchen in den gegenüberliegenden Spiegel fielen, mußten sie lachen. ■ So wie sie jetzt aussahen, mit ihren zerzausten haaren, den feuchten Augen und den tränenüberströmten, geröteten Wangen, sahen sie keineswegs mehr den eleganten jungen Damen ähnlich, die sie vorher gewesen waren. Doch das machte nichts. Die Liebe zueinander, das war wichtiger als ein tadelloses Aeuheres. Fortsetzung folgt. Mit ISprozentiger Fahrpreisermäßigung nach Frankfurt. Aus dem Bereiche der Landesbauernschaft Hessen- Hinfahrt Stationen sind bei der Ausübung dieses Berufes notwendig.' giften Dom 17. bis 24. Mai zur III. Reichsnähr-. gßefe£ar Besonders der Umgang mit den Kleinsten verlangt stondsausstellung nach Frankfurt a. M. Berechtigt Dutenbl ab Dutenhofen an Rückfahrt Hinfahrt Stationen ab an Friedberg 22.00 ab an hausen. Rückfahrt Hinfahrt Hinfahrt Rückfahrt ab an 21.28 ab an Anschluß von Allendorf. Stationen met?" am 20.Rlai ab Nidda. am 23.2Rai ab Mücke. er sie Rückfahrt Hinfahrt ab an am 23. Rlai ab Londorf über Lollar. ab an Hinfahrt ab Anschlüsse von Lumda, Reiskirchen. an Lmpfpflicht. ;ten m- be- 8.55 9.01 9.14 9.63 0.15 0.07 0.00 23.56 22.30 6.25 6.39 6.55 7.03 7.14 8.18 9.01 9.34 7.36 7.43 7.50 8.18 9.01 9.34 23.23 23.17 23.10 22.45 6.32 6.44 6.54 7.01 7.57 7.36 7.46 8.02 8.12 8.19 9.16 1.00 0.50 0.31 0.20 0.11 23.26 1,60 RM. 1,50 „ 1,40 „ 1,20 „ 1,20 „ 2,60 RM. 2,40 „ 2,20 „ 2,20 „ 2,— „ 1,40 „ Fahrpreis 1,40 RM. 1,20 „ Stationen Butzbach Ostheim Bad-Nauheim Frankfurt-West Gießen Großen-Linden Lang-Göns Frankfurt-West Stationen Grünberg Göbelnrod Saasen Gießen Friedberg Frankfurt-West 1,80 RM. 1,80 „ 1,80 „ 1,40 „ Reichsbahnzug । Stationen Londorf Allendorf Treis Mainzlar Daubringen Lollar Gießen Frankfurt-West Stationen Gießen Großen-Linden Frankfurt-West Anschlüsse von Rückfahrt an 22.07 „ 21.58 „ 21.49 „ 21.29 „ 21.22 ab 20.20 an 23.15 „ 23.07 ab 22.00 Fahrpreis 1,— RM. 1,— „ 0,80' „ Rückfahrt an 22.59 „ 22.54 „ 22.42 ab 22.00 ab 7.26 an 7.38 „ 8.42 der Ka- Geduld und immer wieder Geduld. Dafür erlebt aber auch der Lehrer in ihrem Kreise die glücklichsten und ungetrübtesten Stunden seiner Erziehertätigkeit. Manch lustiger Vorfall würzt ihm die Arbeit und spornt ihn zu neuem Schaffen an. Im folgenden einige lustige Erlebnisse mit Abcschützen auf dem Lande, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben. Platzes Er ist so vertieft in die Arbeit, daß er die Rückkehr der blondlockigen Schülerin übersieht. Plötzlich erhält er einen unsanften Rippenstoß, und die kleine Uebeltäterin ruft ihm entrüstet zu: „Ewegg, In den nächsten Wochen finden die Frühjahrs- impfungen statt. Aus diesem Anlaß sei darauf hm- gewiesen, daß nach dem Reichsimpfgesetz jedes Kind vor dem Ablauf des auf seinen Geburtstag folgenden Kalenderjahres und jeder Schüler innerhalb des Jahres, in dem er das zwölfte Lebensjahr zurückgelegt, gegen Pocken geimpft werden. Alle Eltern, Pflegeeltern und Vormünder haben deshalb ihre Kinder und Pflegebefohlenen, die im Jahre 1935 geboren sind oder im Jahre 1936 das zwölfte Lebensjahr zurücklegen, an den festgesetzten Impfterminen impfen zu lassen. Von der Gestellung zum Impftermin sind befreit Kinder und Schüler, die in den letzten fünf Jahren die natürlichen Pocken überstanden haben oder in den fünf Jahren mit Erfolg geimpft sind, ferner der, die ohne Gefahr für ihr Leben und ihre Gesundheit nicht geimpft werden können oder dreimal ohne Erfolg geimpft worden sind, desgleichen diejenigen Kinder, die spätestens zum 31. Dezember von einem approbierten Arzt privat geimpft werden. Erst mit der zweiten Gestellung (Nachschau) ist der gesetzlichen Pflicht genügt. Stationen Mücke Stockhausen . Weickartshain Freienseen Laubacher Wald Laubach Wetterfeld Villingen Hungen Obbornhofen- Bellersheim Frankfurt-West Anschlüsse von Heute von 19.30 bis 22 Uhr „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. 27. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Ehegesundheitssachen sind vordringlich Zur Durchführung des Ehegesundheitsgesetzes haben der Reichsjustiz- und der Reichsinnenminister einen Runderlaß an die Landesregierungen gerichtet, der die Bestimmung enthält, daß eine Ehe nicht geschlossen werden darf, wenn einer der Verlobten entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft steht. Ob dieses Ehehindernis vorliegt, hat das Gesundheitsamt vor Ausstellung des Ehetauglichkeitszeugnisses festzustellen. Um diese Feststellung zu ermöglichen, bestimmt der Erlaß, daß dem Gesundheitsamt die in Entmündigungssachen ergehenden Entscheidungen der Gerichte und die Entscheidungen des Vormundschaftsgerichts, Lurch die eine vorläufige Vormundschaft angeordnet oder aufgehoben wird, zuzuleiten sind. Das Gesundheitsamt des Wohnortes hat ein Doppel der Entscheidungen an das für den Geburtsort zuständige Gesundheitsamt weiterzuleiten. Die Gesundheitsämter, Erbgesundheitsgerichte und -obergerichte werden gleichzeitig darauf hingewiesen, daß Ehegesundheitssachen als vordringlich mit besonderer Beschleunigung bearbeitet werden müssen. wegten Worten. In Kassel findet am 4. und 5. Juli 1936 Reichskriegertag statt, an dem sich die meradschaft zahlreich beteiligt. „Papa." „Ich meine, wie er sich schreibt. „Papa." „Wie ruft denn deine Mama dem Papa?" „Wilhelm." „Er schreibt sich also Wilhelm. Wie schreibt sich denn noch?" „Wilhelm Papa." Monatsversammlung der Kriegerkameradschast4874 Gießen. Die April - Monatsversammlung der Krieger- kameradschast 1874 Gießen fand im Vereinslokal Eafö Ebel statt Der erste Kameradschaftsfuhrer Trümpert gedachte des kürzlich verstorbenen Kreisführers vom Kyffhäuserbund, Kam. Oberst a. D. Köttschau, dessen Andenken geehrt wurde. Kamerad Trümpert begrüßte sodann den neuen Kreisführer, Kamerad Oberstleutnant a. D. R a i t h, und teilte dann mit, daß die Kameraden Hahn, Karl H a u p t und Karl R ü ck zu Ehrenmitgliedern ernannt worden seien. Gleichzeitig betonte er, daß er die heutige Versammlung zum letzten Male als 1. Kameradschaftsführer leite und sprach der Kameradschaft für die ihm gewordene Ehrung seinen Dank aus. Anschließend sprach Kamerad Trum- pert von dem gewaltigen Sieg bei der Vertrauenskundgebung für den Führer am 29. März. Er gedachte ferner des Geburtstages des Führers und verband damit den Wunsch, daß er bei bester Gesundheit dem deutschen Volke noch recht lange Zeit als Führer erhalten bleiben möge. Die Rede klang aus in einem dreifachen „Sieg-Heil". Der neue Kreisführer, Kamerad Raith, bedauerte, daß Kamerad Trümpert auf seinem Entschluß bestehe, als Kameradschaftsführer zurückzutreten, schilderte die großen Verdienste, die sich Kamerad Trümpert um das Kriegervereinswesen in langjähriger treuer Arbeit (darunter 24 Jahre als 1. Führer der Kriegerkameradschaft Gießen) erwarb. Kreisführer Raith teilte mit, daß er den Kameraden Rektor Stroh als neuen Kamerad- schaftsführer bestätige. Für die Kriegerkameradschaft 1874 sprach sodann der zweite Kameradschaftsführer Wagner, der betonte, daß mit Worten nicht auszudrücken sei, was Kamerad Trümpert in 25jähriger treuer Ar- Fahrpreis 1,40 RM. 1,20 „ 1,20 „ 1,10 „ 1,— RM. 1,— „ 0,80 „ UÖ2)u Fahrkartenbedarfsmeldung hat spätestens bis zum 24. April zu erfolgen. Reichsbahnzug am 19.2Uai ab Gießen. Anschlüsse von Reiskirchen, Lollar. Reichsbahnzug am 23. Rlai ab Buhbach. Rundsunkprogramm Donnerstag, 23. April. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert 1.13: Nach- richten (anschließend auch aus dem Sendebezirk), Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Zeitangabe, Nachrichten, Wetterbericht bei der Reichswetterdienststelle Frankfurt a. M. 14.10: Bayrisch woll'n ma lustig sein! 15: Wirtschaftbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Musik am Nachmittag. 17.30: „Kreuz und quer durch unsere Zeit." Eine heitere Textfolge mit Beiträgen von Peter Bamm. 18: Konzert. 19: Kammermusik. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Sorgen über Bord". Ein bunter Abend an Bord des Der- gnügungsdampfers „Frankfurt". 22: Nachrichten (anschließend auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Werkkameradschaft. Ein Hörbild aus dem Alltag deutscher Arbeiter. Von Karl Mathis. 23: Großer Unterhaltungs- und Tanzabend des Reichssenders Berlin „Die ganze Welt bereit zu Tanz und Heiterkeit". 24 bis 2: Nachtmusik. Spanische Komponisten. beit der Kameradschaft geleistet habe. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß er noch lange Jahre mit seinen Kenntnissen im Beirat der Führerschaft verbleiben möge. Kamerad Trümpert dankte in ' Lich, Alsfeld, Bad Salzschlirf. Stationen Gießen Großen-Linden Lang-Göns Kirch-Göns Frankfurt-West doas leh moin Platz!". * Der Lehrer ist fremd im Orte und erkundigt sich deshalb nach den häuslichen Verhältnissen seiner Schützlinge. Dabei entspinnt sich folgendes Gespräch: „Wie heißt dein Vater?" Reichsbahnzug Stationen Mücke Stockhausen Weickartshain Freienseen Laubacher Wald Laubach Wetterfeld Villingen Hungen Obbornhofen Friedberg Frankfurt-West Anschluß von Lich. Reichsbahnzug Reichsbahnzug Stationen Nidda Bad Salzhausen Geiß-Nidda Häuserhof Reichelsheim Friedberg Frankfurt-West Anschlüsse von Lang-Göns. Reichsbahnzug am 22. Rlai ab Gießen. Lollar, Geilshausen. jiig am 19. Rlai ab Schotten. Frachtvergimstigung „ für die Beförderung von frischem Grün zum 1. Mai. Nach einer Verfügung der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft wird frisches Grün, das der Aus- schmückung am 1. Mai — dem Nationalfeiertag des deutschen Volkes — dient, auf den Strecken der Reichsbahn frachtfrei befördert. Voraussetzung hier- ür ist, daß die Sendungen an öffentlichen Stellen (Reichs- und Staatsbehörden, Gemeinden ufw.), io- wie an nationale Verbände gerichtet sind. Auf den Frachtbriefen müssen die Versender bescheinigen, daß der Grünschmuck unentgeltlich geliefert worüen ist. Die Frachtermäßigung tritt am 20. April in ^raft und ist bis einschließlich 1. Mai 1936 be- ristet. Sportamt „Kraft durch Freude". heule folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Frauen u n d M ä n n e r. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstrahe 26. Achtung! Tenniskurse! Ab 1. Mai beginnen die KdF.-Tenniskurse. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF. 4,80 Mark, für Nichtmitglle- der 6 Mark. In die Gebühr ist einbegriffen: Platz- benutzung, Bälle, Schläger und Balljungengebuhr. Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten. Anmeldungen für die Kurse: Reiten, Fechten, Kindergymnastik, Schach, Rollschuhlaufen werden noch angenommen. Für alle anderen Kurse ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Das neue Vierteljahres-Sportprogramm, welches über alles Wissenswerte der KdF.-Sportkurse unter- richtet, ist kostenlos auf der Geschäftsstelle, Schan- zenstraße 18, und in den Betrieben erhältlich. * ** Schulpersonalie. Ernannt wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis der Schulamtsanwärter Otto Jäger aus Holzheim (Kreis Gießen) zum Lehrer an einer Volksschule im hessischen Landesdienst. ** Der kehr sunfall. Gestern ereignete sich an der Ecke Goethestraße und Hindenburgwall em schwerer Verkehrsunfall. Der Student H o r n e f - er, der mit dem Motorrad vom Seltersweg her aus der Goethestraße nach links in den Hindenburgwall einbiegen wollte, fuhr mit einem Kraftwagen zusammen. Der Motorradfahrer überschlug sich und kam schwer zu Fall. Er erlitt einen komplizierten Beinbruch und Knieverletzungen und mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Acht Tage billige Pfingstreise mit der Festtagsrückfahrkarte. Auch zu Pfingsten wird die Deutsche Reichsbahn wieder die billigen Festtagsrückfahrkarten ausgeben. Sie werden vom 28. Mai 0 Uhr (Donnerstag vor Pfingsten) bis zum 4. Juni 24 Uhr (Donnerstag nach Pfingsten) gelten und so eine Pfingstreise bis zu acht Tagen Dauer ermöglichen. Auch die Geltungsdauer , der Arbeiterrückfahrkarten und Kurzarbeiterwochen, karten, sowie die Vorverkaufsfrist dieser Karten und : der Platzkarten werden wieder entsprechend ver- längert. ; ** Vom 27. Juli bis 8. August Som- Peterchen ist sehr ängstlich und hat einen Mordsrespekt vor dem „Schullihrer". Bei der Aufnahme muß ihn die Mutter buchstäblich in den Schulsaal hineinzerren. In einem unbeobachteten Augenblick witscht er aber schreiend wieder zur Tür hinaus. Alles Zureden und alle Versprechungen helfen nichts. Der verängstigte Schulrekrut brüllt aus Leibeskräften und wehrt sich mit allen ihm zu Gebote stehenpn Mitteln. Verärgert muß sich die Mutter mit itzrem Sprößling wieder nach Hause begeben. Um dem kleinen Hasenfuß die Schule etwas schmackhafter zu machen, bringt sie noch an demselben Tage dem Lehrer eine große Tüte mit Zuckerzeug. Viele nute Worte und die nötigen Zuckersteine lassen denn auch den Kleinen in der früher so gefürchteten Schule bald heimisch werden. Stolz nimmt er vor und nach Beendigung der Unterrichts seinen „Zoackerstoa m Empfang. Schließlich wird er aber doch das ewige Zuckerzeug müde, und er sagt vertraulich zu seinem jungen Lehrer, der zufällig bei einem Bäcker wohnt: „Woas willste dann als met doine Zoackerstoa. Woarimm brengste m'r dann niet emoul -n syRnrf Seftellmg von Mlengrün für den 1. Mm. Am l.IHai sollen Zensier. Türen und alle öffenf- lichen totale und Gasthäuser mit rischem Grmi geschmückt werden. Es werden geUesert W«x- reiser in wellen und Bäume in beschrankter 2tn- ^Die Bestellungen sind spätestens bis Montag, 27. April, 16 Uhr, bei der Stadlverwaltung, Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben, damit diese ordnungsgemäß erledigt werden können. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Sängerkreises, und dessen wertvollen Arbeit für das deutsche Lied. Erst durch Kleinarbeit sei es möglich, das Lied, hauptsächlich das neue Liedgut, in die breite Masse des Volkes hineinzutragen und so am kulturellen Ausbau des Führers mitzuhelfen. Die rege Aussprache in allen Punkten der Tagesordnung zeigte das große Interesse der Kreisführer an den gegebenen Anregungen, die eine einheitliche gute Weiterarbeit gewährleisten. Nachdem der Provinzführer den Kreissührern sowie den anwesenden Vertretern der Gauleitung für ihre Mitarbeit gedankte hatte, schloß er die Tagung in der üblichen Weise. Der Lehrerberuf ist ein sehr edler, aber auch ein schwerer Beruf. Reiches Wissen und Können, vtiii ________________ ,.v , , .. große Liebe zum Kinde und unermeßliche Geduld n>affau fahren 53 Sonderzüge mit je 1000 Fahr- provmziaqung der oberhessischen Gängerkreisführer! Dieser Tage fand in Gießen, in der Gaststätte Faulstich eine Tagung der Sängerkreisführer der Provinz Oberhessen statt. Zu dieser Tagung waren u. a. auch der stellvertretende Gauführer Schulrat Born- Darmstadt, Gaugeschäftsleiter Wilk- Darmstadt und Gauchormeister Pros. Dr. Temesvary - Gießen erschienen. Der Provinzführer Wendler- Bad-Nauheim begrüßte die Teilnehmer und ging nach kurzen einleitenden Worten zur Tagesordnung über, in der man sich mit folgenden Angelegenheiten beschäftigte: Provinzbericht, (thorleiterkurse, Kreiswertungssingen, Gauschulungslager, Maßnahmen betr. ruhender Vereine, Organisationsfragen, Bundesfest in Breslau, Gaufest in Oberhessen 1938 und Allianz-Rückvergütung. lieber jeden der einzelnen Punkte entwickelte sich eine rege Aussprache. Bestehende Unklarheiten konnten durch die Gau- und Prooinzleitung geklärt werden. Besonderes Interesse erregten die Gauschu- lungslager für 1936. Es wurde mit Nachdruck darauf hinqewiefen, daß es unbedingt ermöglicht werden müße, daß jeder Chormeister, der dem Deutschen Sängerbund angehöre, mindestens ein Scku- lungslager zu besuchen habe. Gerade in diesen Lagern werde der Dirigent mit dem neuen Liedgut und den neuen Richtlinien des DSB. bekannt gemacht. Der Sängerschaft, als Hüterin des gesamten deutschen Liedgutes sei es vorbehalten, wegbereitend zu wirken. Kreisführer S e u m - Ortenberg hielt einen Vortrag über die Gruppeneinteilung innerhalb eines Erwin ich nicht „gäbfch", wie man auf dem Lande sagt, d. h. er gibt nicht gerne. Sein Vater ist ein Schafliebhaber und hat zahlreiche Lämmer. Der Lehrer fragt deshalb den kleinen Egoisten: „Erwin, wieviel Schaflämmchen habt ihr denn dieses Jahr?" „Ganz ville." „Behaltet ihr sie alle?" „Noa, mer brauche sie niet all." „Ei, bann könntest du mir eins greifen." „Ach, däi laare fort." „Na, dann will ich mir eins fangen." „Se foi alleweil niet dehaam." „Wo find sie denn?" „Beim Schefer." „Dann mag der mir eins greifen. Der kann es doch jo gut." Tiefes Schweigen!!!! „Aber Erwin, willst du denn deinem Lehrer nicht einmal ein Schäfchen schenken? Schäm dich!" Nach einigem Zögern: „No ioa, warms aoar niet annerscht gitt, sollste oans krieje. Daroer Freundche, rooann de mich emoul hägst, dann kriehste des Schoof wirrer genomme." Vornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Deutsche Arbeitsfront, Ortsgruppen!!) Ortung Gie- ßen-Ost: 20.15 Uhr in der „Stadt Lauterbach" DAF.- Walter-Appell. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Savoy-Hotel 217". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die letzten Vier von Santa Cruz". — Neue Aula der Universität: 20.15 Uhr Vortrag mit Lichtbildern über die Deutsche Hindukusch-Expedition 1935. Stadttheater Gießen. Die Kleinen strunzen mit ihrem Wissen, das sich in der vorschulpflichtigen Zeit angeeignet haben. Else will besonders gut zählen können. Der Lehrer gestattet ihr, eine Probe ihres Könnens abzulegen. Daß sie sich schon beim erstenmal verhaspelt, kommt ihr sehr ungelegen. Sie sagt aber nur verärgert: „Nooo?" Aber auch beim zweiten- und drittenmal wird sie wieder irre. Nun ruft sie ganz erbost: „Gewirrer noach emoul, aich soi joa ganz durchenoa." Erst beim viertenmal klappt das Zählen. Sie quittiert ihre „Glanzleistung" mit einem hörbaren Aufseufzen und bricht erlöst in die Worte aus: „No, endlich hunn ichs gepackt!" zur Benutzung dieser mit 75 v. H. Preisermäßigung fahrenden Züge ist jeder, der bei feinem Ortsbauern- führer die Fahrtausweismappe mit einliegender ermäßigte Vorverkaufseintrittskarte in die 150 Morgen große Ausstellung und einliegender Plakette zum Gefamtpreis von 1,90 RM. gelöst hat. Die Ausstellung kann am Besuchstage vorübergehend gegen Lösung eines 0,10 - Mark - Knipsbandes verlassen 15 mer Dome ^uuukihuu. p., H dann niet emoul en Wäck Schien * Eichelsdorf Emma, die an dem Eckplatz der ersten Bankreihe ^ter^imitten sitzt, muß einmal „enaus". Während ihrer Abwesin- ’ heit setzt sich der Lehrer auf die Tischplatte ihres। Edberg zr- rn h.o grrhott hafe er die ^ranksurt-West Reichsbahnzug am 21. Rlai ab Buhbach. Fahrpreis Frankfurt-West Anschlüsse von Nieder-Ofleiden, Homberg, Stock- merschlußverkauf. Um Mißverständnisse zu vermeiden, weist die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel darauf hin, daß nach der gesetzlichen Regelung von 1935 der Sommerschlußverkauf grundsätzlich im gangen Reich am letzten Montag im Juli beginnt. Danach wird der ' diesjährige Sommerschlußverkauf vom 27. Juli bis 8. August stattfinden. Von dieser einheitlichen Festlegung der Sommerschlußverkäufe können jedoch von den höheren Verwaltungsbehörden für Kur- und Badeorte Abweichungen getroffen werden, da hier die Saison später endet. Sofern ein Bedürfnis vorliegt, kann mit Zustimmung des Reichswirtschaftsministers auch an anderen Orten eine Ausnahme von diesem Termin getroffen werden. ** Störer d e s Rundfunkempfangs werden bestraft. Kürzlich wurde eine Frau in Saalfeld (Saale) der absichtlichen Störung des Rundfunkempfangs überführt. Um einen Nachbarn zu ärgern, machte sie durch den Gebrauch eines elektrischen Heilgeräts während der Hauptsendezeiten den Rundfunkempfang in ihrer Umgebung unmöglich. Das Gericht fetzte eine Geldstrafe in Höhe ' von 10 Mark fest. Gleichzeitig wurde die Einziehung des zur Störung benutzten Hochfrequenzheilgerätes gerichtlich verfügt. Reichsbahnzug am 17.2Hai ab Alsfeld. Fahrpreis Reichsbahnzug am 19. Rlai ab Wetzlar. Fahrpreis Reichsbahnzug am 20. Rlai ab Grünberg. ..... ‘ Fahrpreis -uus Der Provinzialhauptsiadt. ! Sonderzüge zur Michsnährstandsschau Lustige Erlebnisse mit Abcschützen. । Alsfeld werden. _ Zell-Romrod Auf Grund der in feinem Orte verkauften Fahrt-i Ehringshausen berechtigungen zum Preise vom 1,90 RM. meldet. Bg -N.-Gemünden der Ortsbauernführer bei feiner Bezirks- bzw. Kreis- Meder-Ohmen bauernfchaft den Eifenbahnfahrkartenbedarf an, den I @iGscn er für die einzelnen, feine Bahnstrecke fahrenden - • ■ - und an feiner Station haltenden Sonderzuge be- Hinfahrt Rückfahrt Fahrpreis ab 8.00 an 23.23 1,50 RM. 8.09 „ 23.10 1,40 „ 8.16 „ 23.02 1,40 „ 8.23 „ 22.55 1,30 „ 8.29 „ 24.48 1,30 „ 8.51 „ 22.35 1,20 „ 9.39 „ 21.42 0,70 „ an 10.12 ab 20.50 am 22. Rlai ab Rlücke-Flenfungen. Hinfahrt Rückfahrt Fahrpreis ab 5.57 an 0.01 1,70 RM. „ 6.05 „ 23.56 1,70 „ „ 6.10 „ 23.52 1,60 „ „ 6.15 „ 23.46 1,60 „ „ 6.22 „ 23.35 1,50 „ „ 6.32 „ 23.24 1,40 „ „ 6.39 „ 23.18 1,40 „ „ 6.49 „ 23.06 1,30 „ „ 7.12 „ 22.55 1,20 „ „ 7.29 „ 22.38 1,10 „ „ 8.08 an 8.42 „ 22.08 ab 21.28 0,70 „ Hinfahrt Rückfahrt Fahrpreis ab 7.40 an 22.32 1,20 RM. 7.49 „ 22.27 1,20 „ 7.54 „ 22.23 1,20 „ 8.01 „ 22.12 1,10 „ 8.21 8.43 „ 21.42 ab 20.50 0,70 „ an 9.16 Hinfahrt Rückfahrt Fahrpreis ab 5.00 an 0.01 1,70 RM. „ 5.08 „ 23.56 1,70 „ „ 5.13 „ 23.52 1,60 „ „ 5.19 „ 23.46 1,60 „ „ 5.26 „ 23.35 1,50 „ , 5.35 „ 23.24 1,40 „ „ 5.41 „ 23.18 1,40 „ „ 5.51 „ 23.06 1,30 „ „ 6.06 „ 22.55 1,20 „ „ 6.47 „ 22.08 1,10 „ an 7.20 ab 21.28 Stationen Hinfahrt Rückfahrt Lp Gießen (7.25) (23.26) Lp Butzbach ab 7.55 an 23.05 Oftheim 8.01 •I 22.54 Bad-Nauheim ,, 8.14 ti 22.42 Friedberg 8.37 22.00 Frankfurt-West an 9.10 ab Hinfahrt Rückfahrt Fahrpreis ab 8.04 an 1.40 1,80 RM. „ 8.11 „ 1.30 1,50 „ „ 8.16 „ 1.24 1,50 „ „ 8.27 „ 1.16 1,60 „ „ 8.31 „ 1.12 1,60 „ „ 8.40 „ 104 1,50 „ „ 9.04 „ 0.53 1,40 „ an 10.12 ab 23.28 Peter sangt ganz unten an wandert ... Wolter. Oberheffen die die bei tigt ist. Stumm hörte er sich an, was man von ihm will, dann aber ist er auch bald dabei. „Die Karre drüben, das ist eine Affenschaukel, sage ich Ihnen. Daß das Ding überhaupt noch jemand fährt, lieber renn' ich zwei Stunden zu Fuß, als daß ich mich mit so 'ner Kiste blamiere. Da macht doch bald das ganze Getriebe nicht mehr mit, der Mann hat ja mehr Kosten als Vorteil. Wenn ich hier Geselle bin, lege ich mir ein Motorrad zu. Wenn jetzt erst die Autostraßen gebaut sind, dann sollen Sie mal sehen, wieviele sich noch ein Auto oder ein Motorrad zulegen. Deshalb bin ich ja auch Autoschlosser geworden. Eigentlich wollte ich zuerst zu den Flugzeugen, aber dazu muß man viel älter sein. Vielleicht komme ich dort mal hin, wenn ich hier ausgelernt habe. Wenn nicht, dann mache ich eine eigene Tankstelle mit Reparaturwerk st ätte oder sowas auf. Vater will mir was zugeben, wenn ich hier wirklich tüchtig bin. In der Gefolgschaft, ich bin nämlich in der H I-, ist noch einer, der Autoschlosser werden will, vielleicht kann ich mal mit dem zusammen einen Laden aufmachen. Wir werden die Kiste schon schmeißen. Mehr weiß ich Ihnen nicht zu sagen, aber kommen Sie doch bloß mal rüber und sehen Sie sich die Nuckelpinne an. Das ist wohl das erste Auto, das erfunden wurde ..." Die „Nuckelpinne" wird betrachtet, man hört sich die Erklärungen an, aber man ist doch nicht ganz dabei. Drei Gespräche, auf kurzer Spritztour erhascht, ohne Schminke festgehalten, drei Jungens unserer Zeit. Eines ist ihnen allen gemeinsam. Jeder weiß, was er will, jeder sieht die Zukunft, wie man sie heute sehen muß. Nüchtern, praktisch, mit den Augen bei dem Ziel, und aus dieser Zielstrebigkeit heraus begeistert für den langen Weg, der beoorsteht. Mehr ist darüber nicht zu sagen. Glückauf für alle drei und für jene große Schar, die mit ihnen später auch als Verkäufer bei sich einstellen wird. Beim Bedienen muß ich ja auch jetzt schon manchmal helfen, es ist alles gar nicht so schlimm. Mächtig stolz bin ich gewesen, als ich das erste Geld bekommen habe. Einen Teil gebe ich zu Hause ab, aber trotzdem behalte ich doch noch soviel übrig, wie ich es früher nie besessen habe. Jetzt kaufe ich mir ein Fahrrad, damit ich noch das Geld für die Straßenbahn einsparen kann. Die Arbeit hier in der Drogerie macht wirklich Spaß, der Chef ist anständig, und man lernt auch so eine ganze Menge nebenbei. Bloß, ich glaube, ich werde meinen Laden später doch noch moderner aufziehen ..." Er wird„dieWe schon schmeißen" Schließlich landet die Erkundungsfahrt nach mehreren Fehlschlägen in einer Autoreparatur- Werk st ä t t e. Der Chef wirft einen kurzen Blick nach hinten in den zweiten Raum, in dem mehrere Mann mit einer uralten Kaffeemühle von Wagen beschäftigt sind. „Wirklich, ich bin erstaunt, was der Knirps schon weiß und wie der sich im Wagen auskennt. Nach der Richtung hin werde ich dem bald nichts mehr beibringen können, die Jungens heute sind auf dem P o st e n. Das dazugehörige Mundwerk hat er allerdings auch, ich habe schon einige Male dämpfen müssen, aber die Gesellen haben schon beinahe Achtung vor ihm. Na, dann sprechen Sie mal selber mit ihm ..." Willi B. sieht erst ein paar mal über den Wagen, ehe er herankommt. Gern tut er es anscheinend nicht, er zeigt durchaus,' daß er beschäf- dem man ... „Wissen Sie, ich hatte mir — ehrlich gesagt — die ganze Sache zuerst vollkommen anders gedacht. Erich, von Nachbars, die jetzt verzogen find, war als Bote bei ’nem großen Hotel tätig und hatte stets mit feiner Uniform ganz mächig angegeben. Und dann die Trinkgelder, die er immer fürs Gepäcktragen erhielt! Wenn wir 'ne Eiswaffel bestellten, nahm er gleich immer eine ganze Portion mit Sahne. Und Geldverdienen ist doch wichtig, wenn man vorwärtskommen will. Außerdem ist doch in so 'nem Hotel, wenn man nicht gerade in irgendeine Mottenkiste kommt, immer allerhand los. Man kann da mal mit der Zeit eine ganz gute Stelle kriegen. Also habe ich meine Eltern gedrängelt, daß sie mich als Bote oder Laufjunge ins Hotel gehen ließen. Zuerst wollte niemand davon etwas wissen, schließlich habe ich es dann doch durchgesetzt. Ich hatte mich in dem gleichen Hotel wie Erich angemeldet, und da ich den Portier kannte, bin ich auch reingekommen. Aber dann^ging die Pleite los. Wenn ich gedacht hatte, ich krieg' gleich 'ne Uniform oder Trinkgelder ... Gleich am ersten Tag mußte ich runter in den Weinkeller, aufräumen, neue Fässer einlagern und die Fenster, durch die von der Straße Dreck gekommen war, säubern. Vielleicht in ’nem halben Jahr kann ich in die Halle, man muß ganz von unten anfangen." ?„Aber ..." „Ach so, die Sache mit dem Ding, das mir der Kellermeister geklebt hat. Aber Sie müssen nun nicht glauben, daß mir das alles keinen Spaß mehr macht. Zu Haufe herumsitzen, das ist doch auch nichts, und in der Berufsschule, in die ich jetzt noch muß, bekommt man manchmal auch noch eine gekleistert. Wenn ich hier mal Kellermeister bin, werd' ich irgendeinem wahrscheinlich ebenso eine langen. Das kam nämlich so. Eine neue Ladung Fässer war eingetroffen und die alten mußten weg. Fritz und ich gingen auch mächtig ran, und der Chef sah zu. Wir meckerten natürlich, und da war er schon in Fahrt. Wie ich dann ein Faß die Rampe hinauf- rollte, rutschte es, da Fritz losgelassen hatte, zurück und siel, nachdem es mir über den Fuß gegangen war, was mächtig zog, quer hinunter. Da gab es eben eine ausgezahlt, weil ein Reifen gesprungen war ..." „Aber trotzdem gefällt es dir?" „Klar. Das halbe Jahr hier unten krieg' ich auch schon rum. Und schließlich — anfangen muß man ja überall ..." Traum von einer kleinen Drogerie Ganz anders Wilhem T., der in einer Drogerie beschäftigt ist. Langsam, stockend und ein wenig unsicher, erzählt er von seinen Zukunftswünschen und dem Weg, auf dem er sie zu verwirklichen gedenkt. In ungefähr zehn bis fünfzehn Jahren — er ist jetzt fünfzehn — will er von dem Gehalt, das er al s Verkäufer oder Lage- r i st erhalten wird, soviel gespart haben, daß er sich eine kleine Drogerie zulegen kann. In der Stadt will er nicht bleiben, sondern in eine Kleinstadt oder in ein ganz großes Dorf hinaus, wo es sich lohnt, vielleicht als Erster eine Drogerie aufzürn a ch e n, und wo man trotzdem noch ein kleines Haus irgendwo im Grünen haben kann. Bis vor drei Jahren haben die Eltern noch auf dem Land gewohnt, es hat ihm da draußen besser gefallen, aber hier wird man doch sicherer vorwärtskommen. „Ich hatte mich schon mehrfach auf Inserate beworben, aber niemals wollte es klappen, so daß ich bereits eine ganze Zeit zu Hause saß. Aber jetzt bin ich auch ganz zufrieden, daß es nun endlich losgehen kann. Da ich selber einen Photoapparat besaß und ckuch allein entwickelt habe, kann ich hier in der Drogerie schon ganz gut in der Dunkelkammer helfen. Das hat dem Besitzer gefallen, ich glaube sicher, daß er mich behalten und vielleicht Also: die Sache ist gar nicht so einfach. Da wird man aus der dunkelsten Ecke eines Weinkellers, in dem man gerade mit Schaufel und Handbürste tätig war, heraufgeholt, um Auskunft zu geben. Aber Peter F., der jetzt in dem kleinen Raum hinter der Hotelhalle vor einem steht, ist nicht auf den Mund gefallen. Ungefähr 1,50 Meter groß, mit Vaters altem Schlips versehen, um die eigene Konfirmationskrawatte zu schonen, nimmt er forsch neben dem Reporter Platz, um ein Interview zu geben. Die Scheu ist bald überwunden. Eigentlich ist einem in den ersten Tagen, die man in dem neuen Beruf steckt, soviel passiert, daß einem nichts mehr aus der Fassung bringen kann. Selbst Tatsache nicht, daß jemand es für wichtig hält, Geschichte mit der Maulschelle auizuschreibcn, Drei neugebackene Lehrlinge erzählen „Oie Jungens heule sind auf dem posten/' Oer Geschäftsbericht der Spar- und Leihkaffe Hungen. Q] Hungen, 18. April. Die Spar- und Leihkasse zu Hungen e. G. m. b. H. veröffentlichte ihren Geschäftsbericht für das 97. Geschäftsjahr 1935. Das Geschäftsjahr 1935 kennzeichnet die erfreuliche Feststellung, daß sich auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens eine stetige Aufwärtsentwicklung bemerkbar macht. Der Gesamtkassenumsatz betrug 17 088 039,66 Mark. Dieser hat sich gegen das Vorjahr um nahezu 2 Millionen Mark vermehrt. Die B i - lanzsumme hat sich auf 914 795,14 Mark erhöht um den Betrag von 11 545,94 Mark. Ende 1935 wurde der Wirtschaft innerhalb des Tätigkeitsbezirks 786 691,66 Mark an Krediten zur Verfügung gestellt. Auf das Geschäftsjahr 1935 entfallen 87405 Mark. Insgesamt konnten 49 Kreditgesuche Genehmigung finden. An Zinsen für Leihkapital wurden rückwirkend vom 1. Januar 1935 ab 53/4 v. H. berechnet. Dieser Satz entspricht dem Reichsdurchschnitt und bedeutet gegen das Vorjahr eine Senkung von 3/< v. H. Der Stand der Spareinlagen einschließlich Kündigungsgelder betrug am Bilanztage 727 685,99 Mark. Hierfür wurden die Höchstzinssätze für Genossenschaften (3Vz v. H. bis 43/s v. H.) vergütet. Im Laufe des Jahres wurden 3 2 0 neue Sparbücher ausgegeben. Die Spareinlagen vermehrten sich 1935 um 66 882,02 Mark. Insbesondere hat sich die S ch u l s p a r k a s s e in Hungen weiter gut entwickelt. Sie brachte im Berichtsjahre 3 318,13 Mark neue Einlagen. Die flüssigen Mittel betragen: Kassenbestand, Reichsbank- und Postscheckguthaben 21 677,91 Mark: Scheckbestand 2 606,60; Wechselbestand 20 506,13; Wertpapiere (Bilanzwert) 66 273,30; Bankguthaben 12 368,03, zusammen 123 431,97 Mark. Diese flüssigen Mittel sind gegen das Vorjahr um rund 50 000 Mark gestiegen. Daraus ist zu ersehen, daß die Liquidität der Kasse in einem gesunden Verhältnis zu den täglich fälligen Verpflichtungen steht. Das eigene Betriebskapital fetzt sich wie folgt zusammen: Reservefonds 17 631,89 Mark; Betriebsrücklage 13 821,89 Mark; Rückstellungen 10 018,13 Mark; Geschäftsguthaben 26 410 Mark, zusammen 67 881,91 Mark. Unter Hinzurechnung der Haftsumme im Betrag von 522 000 Mark beziffert sich das gesamte Garantiekapital auf 589 881,91 Mark, das sind über 70 v. H. des an- vertrauten fremden Kapitals. Die Bilanz schließt nach Abzug aller Unkosten, die sich gegen das Vorjahr um ca. 600 Mark verringert haben, mit einem Reingewinn von 3181,72 Mark ab, welcher der Generalversammlung zur Verfügung gestellt wird. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 21. April. Die Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim hielt in der Wirtschaft „Zum Treppchen" ihre Generalversammlung ab. Wehrführer Schmidt begrüßte die Kameraden und gedachte der im vergangenen Jahre verstorbenen vier Angehörigen der Wehr. Schriftführer Luh erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß die Wehr 119 aktive und 37 inaktive Mitglieder zählt. Die Beteiligung an den Hebungen war mit 80 v. H. der aktiven Mannschaft sehr gut. Rechner Keil trug den Kassenbericht vor, der eine günstige Finanzlage ausmies. Kamerad Schmidt, der die Wehr 22 Jahre als 1. und 2. Kommandant geführt hat, gab bekannt, daß er fein Amt aus Altersrücksichten niederlege. Als Nachfolger wurde der 1. Brandmeister Ludwig Schmidt VII. vorgeschlagen. Bürgermeister Rinn würdigte die Verdienste des ausscheidenden Wehrführers und schlug vor, ihn zur Anerkennung für seine Tätigkeit zum Ehren-Kommandanten zu ernennen. Die Wehr stimmte diesem Vorschlag zu. Um den über 60 Jahre alten Kameraden auch weiterhin eine aktive Tätigkeit bei der Wehr zu ermöglichen, ist eine Altersabteilung gebildet worden, die in der Hauptsache mit Absperrungsmaßnahmen beauftragt wird. 20 Kameraden, die damit einen schönen Beweis ihrer kameradschaftlichen Gesinnung geben, gehören dieser Abteilung an. V Mainzlar, 18. April. In der Gastwirtschaft von Koch dahier fand die Generalverfamm- lung des Vereins Krankenpflege unter dem Vorsitz von Pfarrer G u ß m a n n (Kirchberg) statt. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht des Vereins für 1935. Der verstorbenen drei Mitglieder wurde in üblicher Weise gedacht, der Vor- ftandsbeschluß bekanntgegeben, wonach Nichtmitglieder (es handelt sich nur um wenige Personen) etwaige geleistete Krankenpflege bezahlen müssen. Das Jahr 1935 war für die Krankenschwester Margarete H. ein schweres Arbeitsjahr. Denn es wurden 446 Kranke verpflegt und 4952 Krankenbesuche gemacht, außerdem 13 Nachtbesuche und 5 Nachtwachen geleistet. Ihr wurde im Namen des Vereins und Vorstandes für diese selbstlose treue Arbeit warm gedankt, sowie allen, die die soziale Einrichtung mit Geld oder Naturalien unterstützt hatten. (Gemeinde, Innere Mission, Ev -kirchl. Frauenhilfe.) Die Rechnung wurde vom Rechner Wehn vorgetragen; sie ergab einen ganz kleinen Ueber- schuß. Nachdem zwei Mitglieder aus der Versammlung die Rechnung geprüft und als richtig bekunden, Entlastung beantragt hatten, dankte der Vorsitzende mit herzlichen Worten dem Rechner W. für feine pünktliche Arbeit. Er schloß die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer. <£ Reiskirchen, 22. April. Aus Anlaß des 48. Geburtstages unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hatte die N S. - Frauen- schäft Reiskirchen für jedes schulpflichtige Kind der Gemeinde je eine große Brezel backen lassen. Die Verteilung fand nach der Schulfeier in der hiesigen Schule statt. = Steinbach, 21. April. Gestern fanden hiev und in Albach Holzversteigerungen statt, die letzten für dieses Frühjahr. Es handelt sich um eine Holzfällung im Zuge der Reichsauto- b a h n. Die erzielten Preise waren trotz der schwierigen Abfuhroerhältnisse — das Holz muß teilweise' ein Stück getragen werden — reichlich hoch, so daß beide Gemeinden eine gute Einnahme haben. I Großen-Linden, 21. April. Der im 49. Lebensjahre stehende Bergmann Wilhelm Degen erlitt gestern bei Beginn der Arbeit an der Ar- deitsstätte einen Schlaganfall. Der bedauernswerte Mann wurde sofort in die Klinik nach Gießen verbracht. — Wie man erfährt, soll die Ludwigstraße an der Einmündung in die Obergasse durchgebaut werden. Das Gelände steht zur Verfügung. — Der an die Wasserleitung neu anzuschließende Brunnen ist z. Z. acht Meter tief. Die Arbeit ist recht schwer, da man auf Felsen stößt. A Lang-Göns, 20. April. Gestern abend fand in der Turnhalle eine Hauptversammlung des Turnvereins statt, die sehr gut besucht war. Vereinsführer Karl Müller eröffnete die Versammlung und ließ die neuen Satzungen des Reichsbundes für Leibesübungen vorlesen. Dann gab er einen Bericht über Einnahmen, Ausgaben und Kaffenbestand des Vereins. Oberturnwart Lang las den Jahresbericht über die turnerische Arbeit des Jahres vor und konnte feftfteüen, daß der Lang- Gönser Turnverein auf fast allen turnerischen Veranstaltungen Siege errang. Dann wurden Vereinsführer Müller und die beiden Kassenprüfer Wagner und K ö st e r einstimmig auf zwei Jahre wiedergewählt. Dem Antrag, die Tore und den Umkleideraum des Sportplatzes zu erneuern, wurde stattgegeben. Nach einer kurzen Ansprache des Diet- wartes wurde die Versammlung mit der Ehrung des Führers und den Nationalliedern geschlossen. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 21. April. Die Kleeäcker zeigten am Anfang des Monats ein ganz prächtiges Bild. Nirgends sah man Lücken in dem Bestand. Leider ist nun durch die Kälte i>as Wachstum gestört worden. Aber nach einigen Tagen warmen Wetters kann hier und da mit dem Schnitt des Grünfutters begonnen werden. In den letzten Jahren ist der Klee selten so schön durch den Winter gekommen wie heuer. Die kalte Nacht vom Sonntag auf Montag — man maß bis zu 3 Grad unter Null — hat erfreulicherweise an der Obstbaumblüte f a ft gar keinen Schaden angerichtet. Sämtliche Fruchtknoten sind noch grün. Es blühen zur Zeit die Pfirsiche, Pflaumen, Frühzwetschen und einzelne Birnensorten. Kreis Schotten. * Ulfa, 22. April. Der hiesige 24jährige Steinbrucharbeiter Richard Graf erlitt einen Unfall. Mit einem schweren Schädelbruch mußte er von seiner Arbeitsstelle im Steinbruch Ober- Widdersheim in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Sein Befinden ist ernst. Große Strafkammer Gießen. In der gestrigen Hauptoerhandlung hatte sich die Kammer mit dem R. M. aus Burkhardsfelden wegen fahrlässiger Tötung zu befassen. Der Angeklagte, der als Wachmann bei der Wach- und Schließgesellschaft in Gießen tätig war, kam am 3. Februar ö. I. morgens vom Außendienst in das Wachlokal in der Stephanstraße zurück. Wie üblich, war er mit dem Entladen seiner Schußwaffe beschäftigt, als ein Schuß krachte und den im gleichen Raum weilenden Wachbeamten Even auf der Stelle tötete. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte grob fahrlässig gehandelt hatte, zumal man ihn einige Wochen vorher bei einer ähnlichen Gelegenheit auf die Folgen seines leichtsinnigen Verhaltens aufmerksam machte. Das Gericht verurteilte ihn zu 7 Monaten Gefängnis und 35 Mark Geldstrafe. Sodann hatten sich wegen Betrug und Urkundenfälschung der Ernst Paetow und Der Fritz Sam« r o ro aus Bad-Nauheim zu verantworten. Der Angeklagte Paetow besuchte beruflich eine Anzahl Geschäftsleute. Gelegentlich dieser Besuche fragte er fiö, ob sie schon ihre Steuergutscheine eingelöst hätten. Als er davon in Kenntnis gesetzt wurde, daß die Einlösungsfrist bereits abgelaufen sei, erbot er sich unter Hervorhebung seiner Beziehungen zu einem Finanzbeamten, trotz dieses Hindernisses die Gutscheine einzulösen. Der Angeklagte ließ sich eine Vollmacht ausstellen, änderte das Datum dieser Scheine ab und begab sich zu dem Angeklagten D a m r o w , der beim Finanzamt tätig war und trotz Kenntnis der Fälschungen die Einlösung vornahm. Den Angeklagten wurden für ihr Vorgehen ansehnliche Beträge ausgehändigt. Das Gericht erkannte gegen Paetow auf 10 Monate, gegen Damrow apf 10 Monate und 3 Wo ch e n Gefängnis und erließ gegen beide Angeklagten sofort Haftbefehl. nicht immer beiseite stehen. » Weg und Tempo selbst bestimmen schneller sein als andere, 4 Frei sein, Von geschäftlichen Vorteilen ganz zu schweigen! Sie brauchen nicht erst „zu gewinnen". 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Lackmann werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! Heeresforstastessor Hermann Nicolaus und Frau Maria, geb. Noll Äerlln-Halensee Ringbahnstraße 11 19. April 1936 Oipl.-Ing. Brust-Ludwig Nicolaus und Frau Auni, geb. Äeutel lackiert und verzinkt, viele Größen u. Formen, preiswert, kauft man im Fachgeschäft aJ.B. Häuser Gießen 2185 a Am Lamatag. 20.30 Uhr hält Kamerad üniv.-ProLSessons imCasS Leib für die angeschlossen. Kameradschaften ein. sehr interess. LiciitDilder-Vortrag über seine Erlebnisse in Samoa. Kameraden hab. mit Familie frei. Eintritt. 2558i Arbeitsgemeinschaft Lietzener Soldatenkameradschaften. Untereinzingen Battenfeld über Walsrode (Cüneburg) a. d. Eder 29. März 1936 SÄ | Kleinanzeigen Statt Karten z _ „, . , , . , ------- Ihre Vermahlung geben bekannt Rheingold Telephon 3329 25mD Das schöne Familien-Caf6- Restaurant., 100 Pers, fassend, zum 1. Mai noch frei. Abends: Unterhaltungs - Konzert. Solide Preise, aufmerksame Bedienung. 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B. an unsere: Damen-Blusen in einfarbig und moderner Musterung Damen-Unterwäsche in den mannigfaltigsten modernen Ausführungen Damen-Strümpfe in vielen neuen Modefarben QlEßßEN^NUU^ß UR Glö 2557 A Mische Rutbarcch, Seelachs Kabeljau, Pfund 34 „5 Ejlnfv.See’achs 36<) iliclv. Kabeljau 42^ Makrelen, gr.Heringe Donnerstag markt gegenüb.d. Reitbahn Dungkalk Torfmull Torf streu Gartenkies liefert 23330 promptu.billigst H. Maars Sohn Telephon 3144 Frankfurt. Str. 19 Ultthlstraße 18 Dissertationen bei Brühl, Gießen Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVogt&Co., Gießen Seltersweg 44 lln a Inanen-r AnninrWlz abiuaeb. 'Beileil erb wir v Postt üamplsägewerklollar B.NuhnA.6.,Lollar. öJ-fpori sich den 5:2-Sieg. Kunst und Wissenschaft baden (NSU.) Bis 1175 nomag) 0; 2. rius-Frankfurt 45. Personenkraftwagen. ccm: 1. Schreiber-Frankfurt (Ha- Send-Camberg (Adler) 1; 3. Pisto- (DKW) 7; 4. Wiswedel-Frankfurt voraus, daß man gezwungen war, Ersatz einzustel-' len. Dazu kam noch, daß Garbenteichs guter Mittelläufer in der zweiten Spielhälfte wegen Verletzung ausscheiden mußte. Aber trotzdem war der Gastgeber überlegen. Krofdorf ging zunächst mächtig aus sich heraus und konnte auch bald die Führung übernehmen. Der Ausgleich ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Ueberraschenderweise waren es aber wieder die Gäste, die das Ergebnis auf 2:1 stellten. In der Folge hatten sie aber nur noch wenig zu bestellen, denn Garbenteichs Hintermannschaft schaffte unermüdlich und setzte den Sturm mit brauchbaren Flanken ein. Bei Halbzeit stand das Spiel 3:2 für den Sportverein. Nach dem Seitenwechsel waren die Platzbesitzer meist leicht überlegen und sicherten Sportverein 1920 Lollar. Aufstiegspiel Lollar I — Burg I 2:1 (0:1). Dem Spiel der ersten Mannschaft sah man mit Bangen entgegen, mußte doch im letzten Augenblick außer W. Ziegler und Naumann auch noch Kreiling ersetzt werden. Burg hatte den Wind im Rücken. Bei einem Durchbruch der Lollarer wurde der Halblinke in sicherer Schußstellung gelegt. Gabriel stolperte bei der Ausführung des Elfmeterballs. Der Ball rollte langsam auf das Tor zu und der Gästetorwart hielt mühelos. Bei verteiltem Spiel gelang es Burg, durch ein Selbsttor des Lollarer rechten Läufers in Führung zu gehen. Lollar drängte auf den Ausgleich, jedoch vor der Pause gelang nichts mehr. Nach Halbzeit stellte Lollar um und erzwang nun eine leichte Feldüberlegenheit. Ein Elfmeterball für Lollar wurde von Ziegler zum Ausgleich verwandelt. Beide Mannschaften gingen nun mächtig aus sich heraus. Die Lollarer waren dabei etwas glücklicher. Löhr brachte einen schönen Schuß aus kurzer Entfernung zum 2:1 an. Burg fetzte jetzt alles auf eine Karte. Jedoch die Lollarer Hintermannschaft war auf der Hut. Es tat jeder feine Pflicht. Nicht zuletzt hat Lollar diesen Sieg seinem überaus sicheren Torwart zu verdanken, der die schwersten Schüsse meisterte. Mit diesem Sieg führt Lollar als einziger Verein die Tabelle mit 6:0 Punkten und 8:2 Toren vor Burg mit 4:2 Punkten und 5:3 Toren ungeschlagen an. Lollar II — Burg II 3:1 (1:0). Die zweite Elf hatte fünf Spieler ersetzt. Es klappte aber sehr gut. Ein Bombenschuß des Halblinken landete zur 1:0-Führung in den Maschen. Nach Halbzeit glich Burg sofort aus. Jedoch zwei schöne Tore des Lollarer Rechtsaußen stellten den Sieg sicher. Sportvereinigung 1926 Leihgestern. Spvgg. Leihgestern I — Tv. Klein-Linden I 1:3. Am Sonntag empfing die Spielvereinigung drei Mannschaften des To. Klein-Linden. Die erste Mannschaft hatte anscheinend das Spiel zu leicht genommen und mußte den Sieg den Gästen überlassen. Leihgestern belagerte von Anstoß weg bas Klein-Lindener Tor, konnte aber nichts Zählbares erreichen. Dagegen stand den Gästen das Glück zur Seite und konnte am Ende einen glücklichen Sieg landen. Beide Mannschaften verschossen zwei Elfmeter. Die Jugendmannschaft kämpfte ebenfalls unter unglücklichen Umständen und mußten den körperlich stärkeren Gästen mit 1:3 Toren den Sieg überlassen. Die neu aufgestellte Schülermannschaft konnte gleich in ihrem ersten Spiel einen haushohen Sieg feiern. Mit 9:1 mußten die Gäste aus Klein-Linden abtreten. Staufenberg I — Londorf I 2:0 Am Sonntag trafen sich obige Mannschaften auf dem Staufenberger Sportplatz zu einem Freundschaftstreffen, das durch größeren Eifer für die Einheimischen gewonnen wurde. Leider wurde das Spiel kurz vor Schluß beim Stande 2:0 für Staufenberg von den Londorfern abgebrochen. Sportverein 1928 Garbenteich 5:2-Sieg im 1. Aufstiegsspiel gegen VfB. Krofdorf. Wohl die wenigsten der Zuschauer hätten für die 1. Elf des Sportvereins bei diesem Spiel einen so klaren Sieg erwartet. Wußte man doch schon im Die ersten Rekorde des Adlerwagens auf der Autobahn. Die Dauerfahrt, die die Adler-Werke zur Zeit auf der Reichsautobahnstrecke Frankfurt a. M- Viernheim durchführen und die infolge maschineller Störungen im Laufe des Montags zweimal unterbrochen und neu aufgenommen werden mußte, zeitigte am Dienstagmittag ihre ersten Erfolge in Gestalt von zwei neuen internationalen Klassenrekorden. Es gelang den Fahrern des 1,7 Liter-Stromlinienwagens, die von dem Engländer Eyston aufgestellten Rekorde über 12 Stunden und 2000 Kilometer zu unterbieten. Der Bersuchswagen hat in 12 Stunden 1913,812 Kilometer zurückgelegt und dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 159,484 Stundenkilometer erreicht. Eystons Rekord stand auf 1898,150 Kilometer (158,179 Stundenkilometer). Der neue internationale Klassenrekord über 2000 Kilometer wurde mit 12:30:40,4 Stunden (159,856 Stundenkilometer) aufgestellt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Versuchswagens, die während der Nachtfahrt infolge des regnerischen und böigen Wetters herabfank und zwischen 148 und 166 Stundenkilometer lag, konnte im Laufe des Dienstagvormittags gesteigert werden; sie lag dann zwischen 153 und 166 Stundenkilometer. An Spitzengeschwindigkeiten auf der Geraden wurden 180 Stundenkilometer gestoppt. DieErgebnisse der NOA6.-Nachtfahrt. 2Hoforräber: B i s 250 ccm: 1. Dr. Kellner-Wetzlar (BMW.) 1 Strafpunkt; 2. H. Steinmetz-Frankfurt (NSU.) 1. Bis 3 5 O ccm: 1. Naujoks-Frankfurt (NSU.-D.) 0 Pkt.; 2. Bingemer-Frankfurt (NSU.-D.) 2; 3. Riemann-Hofgeismar (NSU.-D.) 42; 4. Fiedler- Frankfurt (Ariel-MAG.) 52. lieber 3 5 0 ccm: 1. Dinges-Frankfurt (NSU.) 0; 2. Scheel-Frankfurt (NSU.) 0; 3. Mann-Neustadt bei Marburg (DKW.) 3; 4. Heupt-Freiwein- heim (Zündapp) 33. Mit Seitenwagen bis 10 0 0 ccm: 1. Behlau-Frankfurt (NSU.) 0; 2. Frey- Gießen (Zündapp) 6; 3. Weiß- Gießen (Zündapp) 23; 4. Bremmer-Niederzwehren (Zündapp) 24; 5. Meißner-Frankfurt (Zündapp) 27; 6. Ische- Butzbach (Zündapp) 32; 7. Rohrmann-Herborn (BMW.) 43; 8. Besel-Bad Homburg (Horex) 60; 9. Ickes Wies- kischen Theaters erst wenige Jahre zählt, so muß anerkannt werden, daß die Aufführung durchaus gelungen war, und daß die darstellenden Kräfte sich gut in die deutsche Dichtung eingefühlt haben. Der Erfolg, der sich auch in dem überaus regen Besuch der Vorstellung zeigte, hat den wagemutigen türkischen Darstellern Recht gegeben. Im künstlerischen Leben der Türkei bedeutet jedenfalls die Aufführung ein Ereignis von größter Bedeutung. Der Komponist Ottorino Refpighi f. Der bekannte italienische Komponist Ottorino Re - spighi ist im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben. Refpighi, der 1879 in Bologna geboren wurde und seit 1913 als Kompositionslehrer in Rom wirkt, galt als wesentlicher Vertreter des Impressionismus in der italienischen Musik. Er schrieb Symphonien, Opern und Kammermusik. Hauptmanns Märchenstück „Die versunkene Glocke" diente ihm als Stoff zu einer feiner bekanntesten Opern. „Zwei Jahrhunderte deutscher Landschaftsmalerei" in Wiesbaden. Oberbürgermeister Schulte eröffnete im Nassauischen Landesmuseum die von der Stadt Wiesbaden und dem Nassauischen Kunstverein veranstaltete Ausstellung „Zwei Jahrhunderte deutscher L a n d s ch a f t s m a l e r e i". Diese Ausstellung ist die größte Wiesbadener Veranstaltung auf dem Gebiete der deutschen Malerei feit 1914. Der Oberbürgermeister dankte insbesondere dem wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung, Professor Dr. Voß, und seinen Mitarbeitern. Professor Voß verbreitete sich über Ziel und Zweck der Ausstellung, die durch die Zusammenfassung der drei Gruppen „Heimatliche Landschaft", „Deutsch-römische Landschaftsauffassung" u. „Ideale Landschaft" eine fast lückenlose Darstellung der deutschen Landschaftsmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts gibt. 5:08; (über 2100): Eberle-Asfenheim (Lancia) 5:15; Kübelwagen: Norkus-Niederzwehren (Horch) 5:26 Stunden. Die Schnellsten der Geschwindigkeilsprüfung: Motorräder (bis 250): Dr. Kellner-Wetzlar (BMW.) 74 Stundenkilometer; (bis 350): Naujoks- Frankfurt (NSU.) 103 Stundenkilometer; (über 350): Dinges-Frankfurt (NSU.) 104; Seitenwagen: Rohrmann-Herborn (BMW.) 87. Wagen (bis 1175): Karthal-Frankfurt 100 Stundenkilometer; Kübelwagen: Waltz-Hofgeismar (Hanomag) 74 Stundenkilometer; (bis 1575): Euler- Frankfurt (Röhr) 100 Stundenkilometer; (bis 2100): Müller-Kassel (BMW.) 118; (über 2100) Eberle- Assenheim (Lancia) 106; Kübelwagen: Norkus-Niederzwehren (Horch) 104 Stundenkilometer. bas Spiel für verloren zu halten. Hart wurde auf beiden Seiten gekämpft, und so gelang es den eifriaen Turnern nach schönem Zusammenspiel, Tor um Tor wettzumachen, ja sogar bis zu 6:9 (.) m Führung zu gehen. Kurz vor Schluß gelang es dann noch den Blauweißen, ein Tor entgegenzusetzen. MU 7:9 wurde der jederzeit schone und jpannende Kampf abgeschlossen. Genera1versammlungimTv.Lich^860 Der Turnverein Lich 1860 hielt am Samstag seine 75. Generalversammlung im Holländischen Hof ab. Der 1. Vereinsführer gedachte der Toten des Jah^ res. Ehrenmitglied PH. O s w a l d und Mitglied P. K. Kohler. Der abgelegte Geschäftsbericht zeugte von reger turnerischer Arbeit, die im vergangenen Jahre geleistet wurde. Höhepunkt tnar das 75. Vereinsjubiläum. Der Mitgliederbestand hat sich auf 205 erhöht. Das bedeutet eine Zunahme von 7—8 v. H. gegenüber dem Vorjahre, xrogöem ist der Turnstundenbefuch mäßig. Die Entlastung des Vereinsführers und seiner Mitarbeiter wurde erteilt und besonders dem Kassenwart Ehr. Volz für seine außerordentlich mustergültige Rechnungsführung von den Kassenprüfern Turnbruder K. Dörner und W. Schäfer gedankt. Der Vereinsführer K. Volz wurde auf Vorschlag seines Stellvertreters R. Zimmer wiedergewählt. Der Haushaltsvoranschlag wurde genehmigt, er schließt in Einnahme und Ausgabe mit dem Betrage von 2080,50 Mark ab. Turnbruder W. Schäfer betonte, daß der TV.-Vorftand nicht für sich die Arbeit schafft und die Turnwarte die Opfer bringen, Turnstunden zu halten. Sie wollen nur Menschen erziehen, die mutig und stark sind. Auch er betonte, unter Namensnennung, daß Soldaten, Flieger und Marine nur auf Grund ihrer turnerischen Befähigung es zu etwas gebracht haben und forderte die Jugend auf, denselben nachzueifern. In hochherziger Weise stellte er seinen Schuldschein zur Verfügung, um dadurch den Betrag, den er zum Turnhallenumbau stiftete, dem TD. zu schenken. Der 1. Vereinsführer dankte ihm hierfür und forderte alle Schuldscheininhaber auf, diese Tat nachzuahmen. Der Dietwart Gg. Schon sprach anschließend noch über die Olympiade 1936 in Berlin. (Adler) 7; 5. Dr. Siebels-Dillenburg (Adler 7; »6. Lind-Wetzlar (Ford) 11; 7. Wolfgang Prinz von Hessen-Frankfurt (Adler) 26; 8. Dr. Grulich-Höchst (Adler) 46. (Kübelwagen): 1. Waltz-Hofgeismar (Hanomag) 1; 2. Marhold 1; 3. Hinger 1; 4. Esche 8; 5. Glotze (alle Hofgeismar auf Hanomag) 25. B i s 1 5 7 5 ccm: 1. Kolbeck-Frankfurt (BMW.) 0; 2. Leder-Frankfurt (Opel-Olympia) 1; 3. Schulte- Wetzlar (Adler) 23; 4. Euler-Frankfurt (Rohr jr.) 30 Punkte. B i s 210 0 ccm: 1. Kipka-Wiesbaden (BMW.) 0; 2 Dr. Noll-Gießen (BMW.) 1; 3. Threß- Mainz (Opel) 2; 4. Heil-Bad Homburg (Mercedes) 4; 5. Iller-Hanau (Adler) 13; 6. Glockler-Frank- furt (BMW.) 54; 7. Müller-Kassel 57. lieber 2100 ccm: 1. Eberle-Assenheim (Lancia) 1; 2. Schad- Gießen (Adler) 54; (Kübelwagen): 1. Schmitz-Niederzwehren (Horch) 0; 2. Norkus-Niederzwehren (Horch) 1; 3. Koch-Hofgeismar (Adler) 23; 4. Forkel-Hofgeismar (Adler) 62. * Die Schnellsten der Zuverlässigkeitsfahrt. Motorräder (bis 250): Steinmetz-Frankfurt (NSU.) 82:32 Std., (bis 350): Bingemer-Frankfurt (NSU.) 6:10; (über 350): Scheel-Frankfurt (NSU.) 6:01 Std.; Seitenwagen: Behlau-Frankfurt (NSU.) 6:05 Std. Wagen (bis 1175): Schreiber-Frankfurt (Hanomag) 5:32; Kübelwagen: Waltz-Hofgeismar (Hanomag) 7:32; (bis 1575): Leder-Frankfurt (Opel- Olympia) 5:48; (bis 2100): Threß-Mainz (Opel) Neue Ehrung des Pathologen Geheimrat Aschoff. Auf der Bad-Nauheimer Gemeinschaftssitzung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung und des Aerztlichen Ausschusses der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz wurde ein um die deutsche Wissenschaft hochverdienter Forscher geehrt: der bekannte Pathologe Geheimrat Ludwig Aschoff (Freiburg), dem erst vor kurzem zu seinem 70. Geburtstage der A d l e r s ch i l d vom Führer verliehen wurde. Jetzt ehrte ihn die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung durch Ueberreichung der Silbernen Carl-Ludwig-Ehrenmünze, die bisher nur ganz wenigen um die Kreislaufforschung verdienten Männern verliehen wurde. Die Münze hat ihren Namen von dem Begründer der Kreislaufwissenschaft, Carl Ludwig. Professor Eberhard Koch feierte Geheimrat Aschoff als Vorbild eines klassischen Forschers und als Vorbild eines kerndeutschen Mannes. Geheimrat Aschoff erwiderte mit herzlichen Dankesworten und gedachte der regen Mitarbeit seiner Schüler, die er gleichzeitig durch die ihm überreichte Münze geehrt sehe. Er drückte dann seine Freude darüber aus, daß die Gesellschaft ihre Tagung nach Bad-Nauheim verlegt habe, einen Ort, der durch das Kerckhoff- und das Medizinische Institut so viel zur Erkennung der Kreislaufkrankheiten beigetragen habe. Uraufführung des „Faust" in türkischer Sprache. Als Beweis für die künstlerische Reife des jungen nationalen türkischen Theaters kann die dieser Tage in Istanbul erfolgte Uraufführung des „F a u st" in türkischer Sprache angesehen werden. Das Werk Goethes ist dem türkischen Leserkreis bereits in einer Uebersetzung bekannt gewesen. Diese Uebersetzung bildete auch die Grundlage für die Ausführung. Eine Reihe von Kürzungen hatte die Spielleitung als notwendig erachtet, um keine zu großen Anforderungen an die Zuhörer zu stellen, denen die deutsche Gedankenwelt zum Teil fremd sein mußte. Zieht man in Betracht, daß die Entwicklung des neuzeitlichen tür- Schüler-Fußball'Pflichtspiele. 26.4.: 1900 I — Alten-Buseck (Einhäuser, Gießen); Lollar — Klein-Linden (Heinze, Lollar). 3.5.: VW.-R. I — Watzenborn-Steinberg I (Bernhardt, Wieseck); 1900 I — Lollar (Rohrbach, Gießen). 10. 5.: Lollar — DfB.-R. I (Heinze, Lollar); Alten- Buseck — Garbenteich (Körber, Alten- Buseck). 17.5.: Garbenteich — Lollar (Decker, Garbenteich). HandballimKreisLahn-Oitt(GauXU) Spielvgg. 1900 Jgd. — TV. 1846 Jgd. 7:9. Am Sonntag trat wieder einmal nach langer Pause die Handballjugend des TD. 1846 auf den Plan. Lokalspiele haben schon immer gewisse Reize. Dieses Spiel gewann noch mehr an Spannung, zumal der Gegner bei der letzten Begegnung ein Unentschieden von 8:8 erzielte und auch vor kurzem noch ein Spiel gegen den anderen Lokaloerein MTV. mit 9:7 gewinnen konnte. Zum Spiel ist zu sagen, daß sich die körperlich kräftigere Mannschaft der Spvgg. 1900 nach anfänglich verteiltem Spiel etwas mehr durchsetzte und bis zur Halbzeit eine Führung von 3:2 herausarbeiten konnte. Nach der Pause konnten die Spielvereinigungsleute ihren Vorsprung sogar bis auf 6:2 vergrößern. Das sollte aber für die jungen Turner, die bisher etwas Schußpech hatten, fein Grund sein,