Mittwoch, 22. Januar 1« 186. Jahrgang Nr. 18 Erstes Blatt Der Schauplatz des Kronrats Die erste proklamaüon des Königs gesprochen. * MG Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8' /»Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Vorzug es war, die Männer des Imperiums a n der Front zu sehen und mit ihnen zu leben! Zweifellos verdankt England die innere Festigkeit seines Weltreiches neben der überaus vorsichtigen und taktvollen Politik des verstorbenen Königs auch seinem N a ch f o l g e r. Aber auch nach innen wirkte sich die wachsende persönliche Beliebtheit des Fürsten von Wales häufig in der Praxis der Politik aus. Als er bei dem großen englischen Bergarbeiterstreik im Mai 1926 die notleidenden Angehörigen der Streikenden durch lieber» Weisung einer Summe an den Bergarbeitersonds unterstützte, ließ er gleichzeitig betonen, das habe keinerlei Parteinahme zu bedeuten. In jeoem Fall erreichte er durch diese Geste, ohne sich selbst etwas zu vergeben, daß die Bergarbeiter zugänglicher wurden. Sicher hätte er seine persönliche Beliebtheit in allen Kreisen Englands noch gesteigert wenn er einen Eltern eine Schwiegertochter zugesuhrt uno dem Lande damit die spätere Königin gegeben hatte. Aber der Engländer ist dazu erzogen, die Privatangelegenheit jedes Anderen viel zu hoch zu achten, Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Im persönlichen Auftrage des Führers und Reichskanzlers stattete der Staatssekretär und Ches der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, dem Königlich-Britischen Botschafter in Berlin einen Bei- leidsbesuch ab. Ebenso besuchte der R e i ch s m i n i- ster des Auswärtigen den britischen Bot- schafter, um ihm das Beileid der Reichsregierung auszusprechen. Auch der Chef des Protokolls Ge- fandter von Bülow-Schwante, sprach bet dem Königlich-Britischen Botschafter vor, um ihm das Beileid des Auswärtigen Amtes zum Ausdruck zu bringen. Reichsleiter Alfred R o s e n b e r g stat- tete in seiner Eigenschaft als E h e f d e s A u ß e n- politischen Amtes der NSD AP. dem Königlich-Britischen Botschafter einen Beileidsbe- such ab. Der Vorsitzende des Reichskirchen- ausschusser Generalsuperintendant D. Zoll- ner hat h ? m Erzbischof von C a nte y - burn anläßlich des Heimganges Seiner Maie- tät des Königs G orq V. das Beileid ausgesprochen. Ebenso hat der Leiter des kirchlichen Außenamtes Bischof D. Heckel dem Vorsitzenden des auswar- tiaen Komitees der Kirche von England Lordbi- schof von Gloucester sowie dem Lordbischof von C h i ch e st e r seine Teilnahme zum Ausdruck gebracht. leistunq im Oberhaus, wo die Urkunde zunächst vom Lordkanzler und hierauf vom Lord siegelbewahr er und dem Führer des Oberhauses unterzeichnet wurde. Die Eidesleistung wird wahrscheinlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Anschließend werden sowohl das Unttn> haus als auch das Oberhaus vom Komg persönliche Botschaften entgegennehmen, die vom Voro- kanzler im Oberhaus und vom Sprecher im Unterhaus verlesen werden. Beide Häuser werden alsdann Beileids- und Glückwunschentschlietzungen annehmen. Baldwin spricht im Rundfunk. Präsident Roosevelt zum Tode des Komas. Washington, 21. Ian. (DNB.) Nach Eingang der Todesnachricht in Washington sandte Präsident Roosevelt an K ö n i g E du a r b V111. folgendes Beileidstelegramm: „Mit tiefer Trauer erfahre ich die Nachricht vom Tode Seiner Majestät Ihres Vaters. Ich übermittle Ahnen mein und des Volkes der Vereinigten Staaten aufrichtiges Beileid, in dessen Achtuna und Liebe er einen hohen und einzigartigen Platz emnahm. Ich hatte Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen König Eduard hat am Dienstag Botschaften an das englische Heer, die Flotte und die Luftstreitkräfte gerichtet. In der Botschaft an bas Heer erklärt der König u. a.. „Ich blicke aus meinen Dienst als junger Offizier im Weltkrieg e als eine der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens zurück. Er gewährte mir die Gelegenheit und die Vorrechte der Kamerad sch ast mit den Soldaten aus dem vereinigten Königreich, lernte jene wichtigen Charaktereigenschaften, durch den Dominien, Indien und den Kolonien. Ich die die Soldaten in der schwersten Krise unserer Geschichte geeinigt wurden, verstehen und festigen: die gleiche glühende Ergebenheit gegenüber per Krone, den gleichen guten Mut und die gleiche Ausdauer im Unglück sowie die gleiche Entsch ossen- heit, die Ueberüeferungen der Ritterlichkeit uno des Mutes aufrechtzuerhalten." In der Botschaft an die Flotte heißt es, daß der Komg die Leistungsfähigkeit und das Wohlergehen der britischen Flotte als eine Angelegenheit von höchster Bedeutung betrachte. Seuftolanto Tellmhme London, 21. Ian. (DNB.) Der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha wurde am Dienstagnachmittag von Seiner Maiestat, dem König Eduard VIII., im St. James-Palast empfangen, um dem König persönlich und zu- gleich der Königin-Mutter und der königlichen Familie das tiefempfundene Beileid de s F u h- rers und Reichskanzlers zum Ableben König Georgs V. auszusprechen. Botschafter von Ho e sch hat dem britischen Ministerpräsidenten Baldwin persönlich das Beileid der Reichsregie, rung anläßlich des Todes König Georgs V. aus- Schon ist Eduard VIII., bisher Prince of Wales, ber alten Tradition gemäß unter Fanfarenklängen von den Stufen der Londoner Börse herab zum ,eigenen gesetzmäßigen und rechtmäßigen Oberlord, durch Gottes Gnade König von Großbritannien, Irland und den britischen Dominions über See, Verteidiger des Glaubens, Kaiser von Indien" aus- qerufen worden unter dem historischen Heroldsspruch: „Der König ist tot, es lebe der Koma. Dieser neue englische König ist der Welt schon seit Jahrzehnten kein Unbekannter mehr, wennschon eine sensationshungrige Weltpresse lange genug uns von dem bisherigen Prinzen von Wales em Bild malte, das mit dem wirklichen Menschen kaum London, 22. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hielt Dienstagabend über a 11 e en g- lischen Sender eine durch ihre schlichte Herzlichkeit besonders eindrucksvolle Ansprache an das englische Volk. Nicht nur im britischen Weltreich, sagte Baldwin, sondern weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus habe die Nachricht über dos Ableben des Königs persönliche Trauer aus- gelcht Der Ministerpräsident erinnerte an Die Ansprache, die der König vor kaum vier Wochen am ersten Weihnachtstage an die Völker seines Reiches gehalten hat und in ber er ro t e e t n Vater zu feiner Familie gesprochen habe Als solcher werde auch der Heimgegangene betrauert. Baldwin fand herzliche Worte des Zuspruches und des Trostes sür die Königin Er schilderte die Persönlichkeit des Königs, er schilderte die Verantwortung und die schwere Bürde des ^niglichen Amtes die der König wahrend eines Vlerteftahr- hunder'ts voller Unruhe und Schwierigkeiten bis an sein Ende tapfer getragen habe. Die Feierlichkeiten aus Anlaß des Regierungsjubiläums un vorigen eiahre haben dem König bewiesen, wie tief sein Wollen für bas Wohlergehen des Volkes in den Herzen der einzelnen verankert ist. Schon damals sei der König wie ein Mann erschienen, der bereit ist, die große Pilgerfahrt anzutreten. etwas zu tun hatte! Als Eduard Albert, ältester Sohn des nachmaligen, soeben verstorbenen Georg V. von England, am 23. Juni 1894 geboren wurde, war fein Vater noch Herzog von York und wurde Prince of Wales erst nach dem Tode seines älteren Bruders. Der heutige König wurde selbst erst mit sechzehn Fahren Prince of Wales. Und eigentlich erst m den allerletzten Jahren schob sich seine Persönlichkeit sowohl innen- wie außenpolitisch starker in den Vordergrund und enthüllte ihn von einer Seite, die der Welt vorher nie vermittelt worden war. Bisher hatte man nur immer gehört, daß der Prmz von Wales ein leidenschaftlicher Sportsmann sei, und las allerhand mehr oder weniger unwahrschemüche Anekdoten aus seinem Alltag. So kam es, daß man ihm kaum mehr zutraute als ein gewisses „Faible für abwechslungsreiche und amüsante Reisen. Um jeden Preis versuchte man aus ihm em „Original zu machen Bis der nunmehrige König durch seine programmatischen Reden, seine internationalen Reisen und seine Haltung in bedeutenden politischen und sozialen Fragen bewies, daß er alles eher fei als ein bloßer Globetrotter. Gewiß: als er noch em junger Mann war, kam es zuweilen vor daß er ähnlich wie einst fein Großvater Eduard VII bei irgendeinem offiziellen Anlaß „aus der Re he tanzte" — weil er eben feinem innersten Wesen nach ursprünglich und temperamentvoll war Aber je mehr er in die reiferen Jahre kam, zeigte er sich immer mehr von einer ernsten und höchst Der» aniworlungsbewuhten Seite. Er entwickelte sch unter dem Eindruck entscheidender Erlebnisse zu einem tnpischen englischen Gentleman, der durch die selbstverständliche und phrasenlose Art fernes Auftretens alle Herzen im Fluge eroberte. Langst war Eduard VIII. schon als Prinz überall, wo das große englische Reich ^la^^tein^^u6 liebenswürdige und verständnisvoll-geschickte Vertreter der allbritischen Interessen bekannt und als daß man dem Prinzen daraus einen Vorwurf gemacht hätte. Dies um so weniger, als der Thronfolger immer wieder zeigte, daß ihm die praktischen Notwendigkeiten der weiteren Vorbereitung auf sein späteres Amt viel wichtiger als seine Prwatangele- genheiten erschienen. Das zeigte er u.a. durch die Art wie er sich um die unter seinem Protektorat errichteten Um sch ulu n g s i nst i tu te sur Er werbslose kümmerte, wie er ferner gerade die englischen Elendsgebiete häufig zu eingehendem Studium auffuchte. i So erklärt sich die ungeheure Volkstümlichkeit, > die der heutige englische König schon als ^ronfob ger genoß —: er blieb immer eines: Mensch iin ^Frontsoldat! . . Als Frontsoldat hat er sich auch den deutsch e n Kameraden gegenüber bewahrt in jener vorjährigen Rede, in der er die englischen Kriegskämpfer aufforderte, ihre deutschen Kameraden auf dem Kontinent zu besuchen — un Geiste der Achtung, der Versöhnung und der unverbrüchlichen Freundschaft! London, 22. Jan. (DNB. Funkspruch^) Im I Sitzungssaal des St. Jamespalastes wurde am i Dienstagnachmittag in einer feierlichen Sitzung des . Kronrates die Thronbesteigung König Eduards VIII. . proklamiert. Der König gab eine längere Erklärung °b' '"„Der°uüerfthbare Verlust, den der britisch- Staat durch den Tod meines geliebten Dafets erlitten hui, Hut die herrscherpstichteu aus meine Schultern gelegt. Ich weih, wie sehr alle meine Untertanen und mit ihnen, wenn ich es sagen darf, die ganze Welt meine Trauer ledern Mls mein Vater not 26 Zähren fi«nb. ettlarle er, dah eines feiner Lebensziele d e Aufrechterhaltung der verfassungÄ- mäsziaen Regierung sein werde. 3n dieser Hinsicht bin ich entschlichen, "meines Bakers Fuhkapfen zu folgen, und wie er während meines ganien Cebens ur das Glück und di- Wohlfahrt aller Klassen meiner Unlertanen ju arbeiten. 3d) sehe mein vertrauen aus die Ergebenheit und Zuneigung meiner Volker nu aamen Reich und auf die Weisheit ihrer Parlamente, dah fie mich in dieser Mroe“" gäbe unterstützen und ich bete dah Golt mich bei ihrer Erfüllung lenken^"^arIament5 MUMM- Stellen:, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. _ behördliche Anzeigen6Rpft Druck und Verlag: Srühl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruclerei «.Lange in Giehen. Schriftleitung und Seschäslsflelle. SchulftraheT—weng^ id) ff Baldwin schilderte dann die Tage, die dem Bekanntwerden des ersten Krankheitsberichtes folgten. Er erzählte, wie der König sich noch bis zuletzt nach diesem und jenem erkundigte und wie er in einem dieser letzten wachen Augenblicke an den Privatsekretär die Frage gerichtet habe: „Wie steht es um das Reich?" Lord Wigram habe auf diese Frage antworten können, daß im Reiche alles :n Ordnung sei. König Georg, so sagte Baldwin, habe den Thron zwar ererbt, aber er habe es ver- standen, sich selbst den Weg in das Herz seines Volkes zu s u ch e n. Er sei d e r e r st e Gentleman seines Landes gewesen. Nun falle auf König Eduard die schwere Bürde der Nachfolge. Durch nichts könne darum das Andenken an den toten König besser geehrt werden, als daß sich das britische Volk heute um Den jungen König schare. Der Ministerpräsident schloß seine Ansprache mit den Worten: „Gott schütze den König." Von anglikanischen Geistlichen ge- sprochene Bittgebete für den verstorbenen Komg Georg, die Königin-Witwe und König Eduard VIII. umrahmt von 'Chorgesängen und beschlossen mit dem „Vater unser" beendeten die Rundfunkübertragung. An die Wehrmacht Oie Thronbesteigung Eduards VIII. Der neu. König versichert in ferner Proklamation vor »em Kronrat »i- gleiche Achtung vor »er v-rfaffnngomah.g-n Regierung, die sein Vater bewiesen hat. bC®)uarb VIII. ist in jeder Richtung im Keifte der Gemeinschaft und Kameradschaft erzogen worden. Er verbracht- fünf Jahre in einer Kadettenfchu e und tarn dort mit einer Welt m ^br"hrung, sich durch eine vielhundertiahnge englische Tradi- tion gebUöet hatte. Er lernte im unmittelbaren Verkehr und Umgang mit seinen Kameraden lenen konservativ-sozialen Geist kennen, der England so aroß und stark gemacht hat. Er studierte an der berühmten Universität Oxford, wo er von feinen Kameraden wegen feiner natürlichen und Mensch- ( Uch?n Haltung geschätzt und geachtet wurde. Diese : klassische Schule, aus Der fcfjon fo Diele bedeutende ■ Engländer hervorgegangen sind, formte auch lhi xii einem Pionier des englischen Weltreichs . 3 Das größte und entscheidendste Erlebnis aber mar für ihn der Krieg. Er war damals noch em junger und tatenfroher Mensch, geladen mit Energie und gefüllt von einem kämpferischen Temperament, das kaum die Gelegenheit erwarten konnte ich m der vordersten F-uerlime zu betätigen. Wie leidem fchaftlich gern Hütt- er damals seine Stellung als Thronfolger mal mit ber eines em,achen Frontfol- doten vertauscht. Aber er hatte Rücksicht zu nehmen auf feinen zukünftigen Berus als Herrscher über das gewaltige britische Imperium - und so »r sich damit begnügen, INI englischen Haupt- mmrfier unb später im Divisionsstab der Garde- Zrenadiere' fein militärisches Latent und Tempera- rl^^b^Sri^St aus" Ätt Anschauung kennen le?nte, bas gewaltige Ringen ber ®ö““erflein ,° starker unb überroaltiflenber Em- 6b?Ä er U - fräteren Srie ensäel en m ViTJbfu iftTermM mt'seknen" Ästchen Ka°me- ^Ma^hkt"ben'dämaligen Prinzen von Wales Ä'uÄ tÄ fefkrUnane Sicherung heraus." Mit Detektivaugen sucht die ganze Familie nach dem herausgesprungenen Knöpfchen. Das ist beim flackernden Kerzenschein nicht so einfach, außerdem tropft Vater heißes Wachs auf die Finger, was die Stimmung nicht erhöht. „Also, die durchgebrannte Sicherung haben wir — wo ist die Ersatzsicherung?" Mutter muß gestehen. daß keine da' ist! Die Stimmung steigt auf den Siedepunkt. Der Sohn des Hauses muß sehen, wo er eine neue herbekommt Gott sei Dank bringt er nach einer halben Stunde wenigstens sechs neue Sicherungen an. Denn natürlich: als Varer die neue Sicherung einschraubt, knallt sie in der nächsten Sekunde wieder durch. ..Zuerst muß doch einmal der Schaden beseitigt werden, sonst kann man keine neue Sicherung einschrauben!" Der fachmännische Freund weiß Rat. „Meistens liegt es an einer defekten Zuleitunqs- sckmur. Wollen mal suchen ob wir nickt eine finden!" Richtig die Schreibtischlampe hat eine defekte Scknur — sie wird mit Hilfe von etwas Isolierband aumebessert. . Morgen muß aber ein Fachmann her, der eine neue Schnur einzieht, das Ausbessern mit Isolierband ist nur Notbehelf und hilft nicht lange. Sehr praktisch ist es natürlich, wenn man eine Dan"rsicheruna hat. die nie ausgewechselt zu werden braucht. Sie ist zwar teuer, aber es wird nie passieren, daß man einen Abend im Dunkeln bei K rzenschein sitzen muß, weil keine Ersatzsicherung im Hause ist. . . Dieses Herumprobieren, bis man die richtige Sicherung gefunden hat, ist gräßlich!" stöhnt Vater und kühlt seinen Finger, auf den ihm das Kerzenwachs getropft ist. , „ . , „ Ein guter Tip: Legt euch eine Schaltertabelle an'.' Jede Sicherung ist ja für ganz bestimmte Zimmer zuständig. Auf dieser Tabelle steht dann also: Sicherung rechts oben: Eßzimmer, Küche, vorderer Korridor. Sicherung links oben: Schlafzimmer, Wohnzimmer, hinterer Korridor. Wenn dann das Licht irgendwo ausgeht, dann weiß auch die technisch ungebildete Hausfrau sofort, um welche Sicherung es sich handelt." Oft brennt auch die Sicherung durch, wenn Die Leitung zu seh? beansprucht wird, wenn man gleichzeitig den Staubsauger, das elektrische Bügeleisen und eine Heizsonne in Betrieb hat. Schadhafte Zuleitungsschnüre vorn Staubsauger oder Bügeleisen sind sehr oft die Ursache der Stromstörung. Eine Sicherung brennt durch! Nur eine kleine Katastrophe im Haushalt — aber sie kann Zur großen werden, wenn nicht richtig vorgesorgt wird! Dagmar Köhler. den Küchenzettel durch Verwendung des schmackhaften Herings zu bereichern. Ch. H. Haven Sie leere Einmachgläser? Man rechnet dabei auf 2 Liter Speiseessig einen Eßlöffel Salz. Als Bismarkhering „zugeklappt" in eine milde säuerliche Tunke eingelegt, als -orat3 Hering, der Beize entnommen, nach vorheriger Panade ' knusprig gebraten, immer hat man bei unvorhergesehenen Gelegenheiten em passendes Gericht zur Verfügung. Bemerkt sei „noch, daß beim Saubern der 'Heringe alle Gerate, Schusseln Messer und die Hände der Hausfrau zunächst kalt adge- waschen werden; erst dann wird durch warmes Nachspülen der Fischgeruch beseitigt. Vom volks- und hauswirtschaftlichen Standpunkt ist es wichtig, Blusen können z u j e d e r tragen werden, einerlei ob zum kurzen Rock Vor- oder Nachmittag oder zum langen Rock stumpfen, schwarzen Rock. Neu ist die partie mit dem kleinen, stehenden Eckenkragen, den eine Kugelkette schließt. Der lange Aermel ist besonders weit geschnitten. — Sehr wirkungsvoll ist auch das gleiche Modell aus Silberlame zu einem schwarzen Samtrock. Die Nachmittagsbluse (Modell 3) aus wasserblauem S e i d e n k r e p p hat an den Schultern stark gezogene Aermel und eine am Halse gezogene Vorde'rbahn, deren beide seitliche Enden den hinten geschlungenen Gürtel bilden. Auch die langen, engen Aermel sind am Handgelenk etwas gezogen. H. Als Gabelbissen zum Brot legt man die halb- fingerlangen Heringsstücke in Sauermilch ober auren Rahm, gibt zerschnitten- Zw'°b°ln, reichlich Senf unb wenig Pfefferkörner, Lorbeerblätter unb eingemachte Kapern daran. r., v _ Auch auf dem Mittagstisch kann sich der Hering sehen lassen, sei es als Beigabe zum Gemüse, z. B. Abend. Modell 1 ist eine sehr einfache Bluse aus schwerer, cremefarbener Waschseide, die besonders auch zur Ergänzung für das Jackenkleid geeignet ist Das kurze Schößchen ist den Blusenvorderteilen angeschnitten. Ebenso sind es die Schulterteile. Kleine Kugelknöpfe, mit Seide bespannt, und Seidenschlingen bilden den Verschluß. Das zweite Modell zeigt eine Abendbluse aus silbergrauem Taft-Satin zu einem Ausgaben der Hausfrau in der Erzeugungsschlacht. Don der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Frankfurt, wird uns geschrieben: Als vor einigen Wochen auf dem Buttermarkt eine gewisse Verknappung herrschte, richtete das Reichsernährungsministerium einen Appell an die Hausfrauen, der Lage Rechnung zu tragen und den Fettverbrauch auf das unbedingt notwendige Quantum zu beschränken, namentlich aber von einer H a m st e r e i und von Angstkäufen abzu- ehen. Dieser Appell an die Disziplin hat nicht den Erfolg gehabt, den man füglich erwarten konnte. Es wurde dennoch gehamstert, und die verschiedensten Alarmgerüchte fanden willige Ohren. Auch während der kurzen Zeit einer ungemütlichen Verknappung ist immer noch soviel Butter und Fett dagewesen, daß die Gesundheit des Volkes in keiner Weise zu Schaden kam. Auch für die Zukunft wird an diesem kostbarsten Gut nichts verloren gehen, aber vom notwendigen bis zum beliebigen Quantum Butter ist ein recht weiter Spielraum! Trotz der so veränderten Sachlage ist die .'Regierung bestrebt, ohne Karten auszukommen, weil sie es für einen höheren Gewinn erachtet, wenn das Volk — insbesondere die Hausfrauen — Einsicht und Verantwortungsgefühl zeigen und auch ohne Zwang eine gerechte Verteilung der vorhandenen Fettmengen garantieren. Diese Disziplin soll kommen aus politischer Einsicht. Die Frauen haben jahrzehntelang um gleiche Rechte auf politischem Gebiet gerungen. Sie haben jetzt Gelegenheit zu beweisen, daß sie „politisch" denken und handeln können und die Allgemeinheit darf deshalb auch die nötige Einsicht für die Gesamtlage verlangen. Wir erzeugen in Deutschland 87 v. H. unseres Butterbedarfs, 13 v. H. müssen eingeführt werden. Die deutsche Landwirtschaft ist eifrig bestrebt, die „Lücken" bei der Butter- und Fetterzeugung aus eigener Kraft zu schließen. Praktisch ist das eine Angelegenheit der Tierhaltung und -zücht. Die Tiere müssen durch Zuchtwahl auf eine höhere Milch- und Fettleistung hin gezüchtet werden. Die Erzeugungsschlacht des Reichsnährstandes treibt diese Entwicklung nach allen Kräften voran. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß der Erfolg erst nach Jahren eintritt, und bis dahin müssen wir unseren Fettbedarf durch Einfuhr decken. Deutschlands Devisen für die Bezahlung der Einfuhr sind knapp, und wichtiger als die Einfuhr nicht unbedingt notwendiger Lebensrnittel ist bje Enfuhr von Rohstoffen für die Industrie und bei der labilen Lage des europäischen Friedens namentlich für die Rüstungsindustrie. Jeder vernünftige Mensch sollte sich sagen, daß die Reichsregierung sehr dringende Gründe haben muß, wenn sie dem Volke die Verknappung eines wichtigen Lebensmittels zumutet. Jede Mark, die für „unproduktive" Güter ins Ausland geht, bedeutet schlechtere Beschäftigung in der Industrie. Die Leidtragenden einer höheren Arbeitslofenziffer sind aber nicht allein die davon unmittelbar betroffenen Arbeiter und Angestellten, sondern auch Kaufleute, Beamte und freie Berufe. Das haben die Jahre 1929 bis 1932 klar erwiesen. Der Tauschhandel ist in den letzten Jahren immer mehr der Weg geworden, auf dem wir zu Gütern gelangen, die das eigene Land nicht hergibt. Wir bezahlen mit unserem Export und können daher nicht mehr einführen, als wir ausführen können, vor allem nur von den Ländern kaufen, die uns auch unsere Erzeugnisse abnehmen. Jahrzehntelang ist die deutsche Handelspolitik andere Wege gegangen. Deutschland hat nicht immer von den Ländern gekauft, an die es auch verkaufte, sondern es hat da gekauft, wo es am billigsten war. Das war in einer Hochkonjunktur des Welthandels und bei einem dichten Netz wirtschaftlicher Verbindungen, als man außerdem niemals bedachte, welche Bindungen und Abhängigkeit ein einseitiger Handel für den Ernstfall mit sich bringt! Nach dem Krieg mußten neue Formen des Güteraustausches gefunden werden, man griff zu dem primitiven Tauschhandel. Es wird auch hier Jahre dauern, bis die Fäden entwirrt und neue den heutigen Erfordernissen der Völker entsprechende Handelsverbindungen geschaffen worden sind. Erfolgversprechende Anfänge sind auf allen Gebieten gemacht. Bis zum Abschluß dieser Entwicklung werden hier und da Stockungen auf dem Markt eintreten. Sie im Einzelfall zu überwinden, ist in erster Linie Ausgabe der Frau, weil ihr die Versorgung des Haushalts mit Lebensrnitteln obliegt. Wenn eine Ware knapp ist, darf der Ausweg aus der Lage nicht der fein, daß jeder sich nun möglichst viel zu retten sucht, sondern es muß sich in einer solchen Lage jeder Haushalt für den Einzel- fall e i n s ch r ä n k e n. Der Reichsnährstand ist mit allen Mitteln am Werk, die deutsche Produktion zu steigern, seitdem er die Erzeugungs- schlacht vor einem Jahr begann. Das erste Jahr hat auf allen Gebieten Erfolge gebracht. Es ist z. T. gelungen, die Erzeugung um 600 v. H. zu steigern, ein Beweis, daß die angewandten Mittel richtig sind. Der zweite Gang der Erzeugungsschlacht hat mit diesem Winter begonnen. Der Bauer, der diesen Kampf in erster Linie führt, braucht die Unterstützung auch des Verbrauchers. Es ist wenig, was verlangt wird. Der Verbraucher soll nicht das fordern, was der Bauer in Deutschland beim besten Willen nicht hervorbringen kann. In Deutschland gibt es im März noch keine neuen Kartoffeln, kein frisches Gemüse, kein neues Obst. In diesen Jahreszeiten soll also die Frau diese Waren vom Lebensmittelhandel nicht kaufen wollen. Jede Nachfrage, die nach der Lage der Dinge unbefriedigt bleiben muß, verursacht eine Spannung auf dem Markt und eine Nervosität der breiten Masse. In einer solchen Atmosphäre entstehen die tollsten Gerüchte — und werden geglaubt, die Voraussetzungen einer Panikstimmung werden geschaffen. Die Aufgabe, die der Frau zufällt, kann ihr nicht zu schwer sein, denn sie liegt auf ihrem eigensten Gebiet als Hausfrau. Es gehört nicht viel dazu, aus dem Vollen zu wirtschaften, der Meister zeigt sich auch hier in der Beschränkung und in der geschickten Ausnutzung des Vorhandenen, ober will sich die Hausfrau das Armutszeugnis ausstellen, daß sie in ihrem Reich den kleinen Schwierigkeiten, die Der Mann im Berufsleben jeden Tag überwinden muß, nicht gewachsen ist? We&leiwerte ReMe. Alles ohne Eier! Leichte Kartoffelklöße. Zwei gehäufte Suppenteller voll geriebener, am Tag vorher gekochter Kartoffeln, ein Teller Weizenmehl, etwas Salz, eine Tasse Milch ober Bratentunke ober alle Sorten zerlaufene Fettreste knetet man zu einem festen Teig unb formt gänseeiergrohe Klöße. Scharf aeröstete Brotwürfel, zwei bis brei Stuck, stopft man in jebe Kloßmitte unb brückt das Loch gut zu. <5al roaffer etwa fünf Minuten kochen. Mit Sauerkraut und Schweinefleisch, Bratentunke. Backobst oder Dörrfleifch zu Tifch geben. Aevfelpfannkuchen. Etwa em Sechftelllter dunkles Bier wird mit vier Eßlöffeln Weizenmehl glatt gerührt zu einem mäßig festen Teig. Da hm- ? n chneidet man mürbe Aepfel in dünne Scheiben, löviel der Teig faßt. In Del oder Fett handgroß- runde Plätzchen schon braun backen und mit etwas ^Dt a°N?n p?ä^tz ch^n"Ein? Taffe trockenen fri- fchm Mattenkäfe, -men Eßlöffel Butter und fome chi nl zuiammenkneten, daß der Teig mcht zu f f m rb der am besten über Nacht ruht. Dann formt man -ine armdicke Roll-, fchn-id-t -inen Z-ntim-t-r dicke Scheiben davon ab und backt davon >n heißem Fett soviel Plätzchen, als man S-rad- braucht, heiß unb kält rnit Zucker zum Kaffee, mit Obst zum Nach- “.V? To, „„neldinittene Rolle hält sich mehrere Tage. ?sü°N??Mohn kuchen. Ein halbes Pfund raripfe Pin halbes P und Zucker, ein halbes Pfund geriebener blauer Mohn, ein Achtelliter Milch, ein Eßlöffel Rum, ein Päckchen Vanillenzucke^ em Ba^ vulver Alles tüchtig verrühren, m Tortenform langsam etwa drei Viertelstunden baden, damit der buchen nicht zu sehr austrocknet Am anberen Taa burchschneiben, mit Vanillenkrem füllen fetter) unb oben mit Guß überziehen. Glasur: 300 Gramm Puderzucke?, knapp vier Eßlöffel Wasser, einen Tee- Die ganze Familie geht nun auf Suche nach einer kaltem Wasser aufgeweicht, ausgedrückt und in Kerze. Gott fei Dank em Paket Kerzen liegt immer einem Achtelliter heißem Wasser aufgelöst. In der in der Kuchenschublade! Also Vater bekommt die warmen Milch löst man ein halbes Pfund Zucker ______ ______ — ----- ------ „Fackel in die Hand, und nun wird einmal erst unö gibt die abgeriebene Schale von zwei Zitronen Stricknadel mehrmals durchlöchert werden und durch nachgesehen, welche von den vier Sicherungen der und zwei Eßlöffel Honig dazu. Ist alles aufgelöst, Aufdrücken mit dem Reibeisen ein Muster erhalten. Wohnung durchgebrannt ist. kommt der Saft von vier Zitronen und die Gelatine i Bei mäßiger Hitze backen. „Wissen Sie denn nicht, welche Sicherung hier zu dazu. An kalter Stelle noch mehrere Minuten' Frida Aisch, Bad-Nauheim. L 'Lb-° Kä^oeL Ab°ndbro. hat vielleicht L Wn SnaU, Ä” W X? ^-r«lles schnell auf einem. Brett zu „Da ist doch schon wieder eine Sicherung durch- gebranntL" sagt Vater und bastelt am Feuerzeug. Ein kleines Flämmchen Hlüht auf unb beleuchtet bis verbüßten Gesichter ringsum. t. rv - , .r/ „ . c ■ c" ; ° . "l Minuten rühren unb in gut gefetteter Form lang- $aU5c l ist keine da d«s ist ja im= f a m backen. Erkaltet burchschneiben unb mit Him- ™er, £_• technischen Dinge vergißt bie Hausfrau beer-, Aprikosen- ober Quittenmarmelabe füllen unb ist Acht. ™ie würbe sie es unterlassen, Salz ober oben bestreichen. Um ben Raub Schokolabenplätzchen Mehl zu kaufen, wenn sie sieht, baß biese Dinge zu i [egen 1 Enbe gehen — aber bie elektrischen Sicherungen, ~ ~ ---- diese Teufelsdinge, die vergißt man immer. Jerusalem 21. Jan. (DNB.) In D a m a s - Seefeld war früher im Irrenhaus. bis Aus aller Welt. den ver- h gemacht sieht und mit drei Mann Besatzung und drei Flug- Angeklagte gasten an Bord in Marseille gestartet war, mußte Zeichen ein-1 wegen Motorschadens bei Korsika südlich von Senker, Frauen und Soldaten." des dankbaren ^Drehbuches nach ^Kräften^und^rnU Pf Gloria-Palast. aber nicht nur den einen, sondern auch zugleich den andern Prack: er steht am Ende Äug' in Äuge für acht von Um rin (Mecklenburg) begann der Prozeß gegen Lv.. w Qafjre alten Adolf Seefeld aus Potsdam, der sich unter der schweren Anklage des Mordes in zwölf Fällen und des. fortgesetzten Sittlich- keitsverbechens an Kindern zu verantworten hat. Der rätselhafte Tod von insgesamt zwölf Knaben im Alter von vier bis zwölf Jahren während der letzten Jahre in den Gebieten Brandenburg-Grenzmark und Mecklenburg-Lübeck verursachte höchste Erregung in der Öffentlichkeit. Die toten Kinder wurden in dichten Schonungen oder Kornfeldern aufgefunden. Auffallend war es, daß die Leichen sämtlich so lagen, als hätten sich die Kinder zu friedlichem Schlummer niedergelegt. An den Leiechen fehlte jedes Zeichen für eine äußere Gewaltanwendung. Die örtlichen Behörden kamen deshalb zunächst zu der Annahme, daß die Kinder an einer Pilzvergiftung oder durch Erfrieren ums Leben gekommen waren. Ein französisches Verkehrswasserflugzeug, das Personenverkehr zwischen Marseille und Tunis Nach dem Roman „Um wiuhhwiiv neunen» Prack von Fritz Reck-Malleczewen, den wir vor kurzem hier angezeigt haben, hat die Bavaria einen großen, sehr spannenden, abenteuerlich-phantastischen Film gedreht. Ein deutscher Rittmeister zwingt als Infanterieflieger an der kleinasiatischen Front kurz vor Kriegsende einen englischen Gegner in der Wüste zum Landen, muß selbst niedergehen und sein Flugzeug im Stich lassen, sucht sich mit jenem zu den Deutschen durchzuschlagen, gerät aber narf) vielen Strapazen in englische Gefangenschaft, bricht aus, flieht mit einem englischen Flugzeug nach Deutschland, wo inzwischen die Revolution ausgebrochen ist, gerät in einen Wirbel von Spielern, Schiebern und Agenten, schon fürchtet man, daß er versackt, aber er findet einen Kameraden, ehemaligen Offizier, der insgeheim Leute anwirbt für ein Freikorps gegen die Roten im Baltikum. Das ist eine neue Chance für den Rittmeister Prack, der bald an der Spitze eines Detachements gegen die Bolschewiken marschiert. Die Begegnung mit einer schönen und geheimnisvollen Frau, die ihn zuvor beit sich um eine Auswirkung der Schließung der Nationalistenklubs. Vor dem Hedschas-Bahnhof und an anderen Stellen ging die Polizei mit gefälltem Bajonett gegen die Massen vor, unter denen sich Tausende von Studenten befanden. Ueber 100 Personen wurden verletzt und zahlreiche Nationalistenführer, verhaftet. Die französischen Behörden haben- angesichts des Ernstes der Lage in ben Straßen von Damaskus marokkanische Kavallerie-Abteilungen und Tanks eingesetzt, während ununterbrochen Flugzeuge über der Stadt kreisen. Bei den Straßenunruhen wurde bedeutender Sachschaden angerichtet und von den Demonstranten einige Straßenbahnwagen umgeworfen. Französisches Verkehrsflugzeug bei Korsika verunglückt. Die geheimnisvollen Knabenmorde in Mecklenburg vor dem Schwurgerichl in Schwerin. im Spiellokal auf Grund einer Verwechslung an» sprach, stellt die Verbindung zur Gegenpartei her: sie hält ihn für seinen Vetter gleichen Namens, der als „Genosse Kommandeur" die Russen gegen die kleine Truppe des Rittmeisters befehligt. Zwar hat sie sich in den deutschen Prack verliebt, aber sie ist Agentin der Roten und kann sich aus dem unseligen Konflikt zwischen vermeintlicher Pflicht und wirklicher Neigung nicht lösen, bis (ganz zuletzt) ein Volltreffer ihr verpfuschtes Leben endet. Der Kampf zwischen den beiden Pracks, mit Erbitterung geführt, nimmt abenteuerliche Formen an: die Truppe des Rittmeisters gerät in eine verzweifelte Situation, es kommt zu einer persönlichen Begegnung der beiden Kommandeure zwischen den Fronten und zu einem Säbelbuell vor malerisch brennenden Dorftrümmern, der Russe fällt, der Rittmeister kommt verwundet (und ohne Rock) zu den Roten, wird dort für den Kommandeur gehalten, aber von der Agentin Vera verraten, als er schon im Begriff ist, seine neue Chance taktisch auszunutzen. Im letzten Augenblick gelingt es ihm zu fliehen, zu den Seinen durchzukommen und, obwohl auf der Flucht tödlich getroffen, feine kleine Truppe aus der bedrängten Lage zu lösen, zum Durchbruch und siegreichen Gegenstoß anzusetzen. — Die Fabel strotzt, wie man sieht, von Handlung und wirkungsvollen Szenen, und der Regisseur Oer Angeklagte voll verantwortlich. Der Angeklagte ist nach dem Sachverständigengutachten strafrechtlich voll verantwortlich. Er hat in der Voruntersuchung bisher trotz des erdrückenden Beweismaterials gegen ihn hartnäckig geleugnet. Beim Studium der Akten stellt sich die bezeichnende Tatsache heraus, daß ein Sohn des Angeklagten im Alter von 16 Jahren widernatürliche Unzucht begangen hat. Er ist deshalb auf Grund der neuen Gesetzesbestimmungen im vergangenen Jahre sterilisiert worden. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, erwiderte Seefeld: „Das kommt gar nicht in Frage. Ich habe niemanden umgebracht. Die bei mir waren, leben alle noch". Aus der weiteren Fragestellung ergibt sich, daß Seefeld zwar die ihm zur Last gelegten Sitt- lichkeitsvergehen zugibt, jedoch die Morde abftrei-- tet. Meistens will er sich an nichts mehr erinnern, oder er weist darauf hin, daß doch alles in den Akten stünde. Es stellt sich heraus, daß Seefeld das jüngste von neun Geschwistern ist. Sein Vater war ein Trinker und ist in einer Irrenanstalt gestorben. Die weitere Verhandlung gestaltet Schwere Explosion in einem amerikanischen Bergwerk. In einem Braunkohlenbergwerk in Lafayette (Colorado) entstand durch Entzündung von Grubengasen eine schwere Explosion, wobei acht Bergleute verschüttet wurden. Die Rettungsmannschaften stießen bei ihren Arbeiten auf die Leichen von zwei Bergleuten. Damit ist die Hoffnung, die übrigen Sechs noch lebend zu bergen, geschwunden. Achtzig japanische Arbeiter von einer Lawine begraben. 80 Arbeiter, die mit Aufräumungsarbeiten auf der Bahnstrecke Tsuruga-Niigaba beschäftigt waren, wurden von einer riesigen Lawine verschüttet. Bisher konnten vier Tote geborgen werden. 36 Mann- werden vermißt. Die ungewönhnlich starke Kälte und die heftigen Schneefälle dauern an. Sie verursachen große Verkehrsstörungen. Der Friedensschlutz zwischen Paraguay und Bolivien. Buenos Aires, 22. Jan. (DNB. Funkspr.) In Gegenwart des Präsidenten der argentinischen Republik, General I u st o , sand im Regierungs- palaft die feierliche Unterzeichnung des Protokolls der Friedenskonferenz statt. In dem Protokoll bestätigen die ehemals kriegführenden Staaten Bolivien und Paraguay die am 12. Juni 1935 getroffenen Abmachungen über die endgültige Einstellung der Feindseligkeiten und die Bedingungen über die Sicherheitsmaßnahmen. Bolivien und Paraguay verpflichten sich zur Rückgabe sämtlicher Kriegsgefangener. Das Protokoll bestimmt, daß zwischen Bolivien und Paraguay die diplomatischen Beziehungen wiederaufgenommen werden, und daß das Ab- Sochschulnockrichten. Professor Dr. Josef Vogt, Ordinarius für alte Geschichte an der Universität Würzburg, erhielt einen Ruf an die Universität Breslau. Professor Dr. Alfred H u e ck, Ordinarius fük Deutsches und Bürgerliches Recht an der Universität Jena, erhielt einen Ruf an die Universität München. Es kamen dann eine Reihe von Mordtaten an Kindern zur Sprache, die sich um die Jahrhundertwende ereignet haben. Schon damals stand der Angeklagte im Verdacht, diese Kinder umgebracht zu haben, es ließen sich jedoch keine schlüssigen Beweise erbringen. Im Laufe der sorgsam durchgeführten Verhandlungen verwickelte sich der Angeklagte in einige Widerspräche. Man kam zu dem Ergebnis, daß Seefeld, der früher auch in einer Irrenanstalt untergebracht war, ein Simulant sei. Seefeld will von allen diesen Dingen im wesentlichen nichts mehr wissen, nur hin und wieder erkennt man, wenn sich plötzlich für manche Dinge bei ihm ein erstaunlich gutes Gedächtnis zeigt, daß er sich nur verstellt, und daß fein harmlos scheinendes Lächeln wie seine Unschuldsbeteuerungen nur eine geschickte Maske sind. Am Mittwoch wird die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt werden, die wahrscheinlich zum Ende des Monats dauern dürfte. General Göring über Lustschuh. Berlin, 21. Jan. (DNB.) Am 14. November vorigen Jahres sprach der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe General Göring im Sportpalast vor über 20 000 Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes über grundsätzliche Fragen des Lustschutzes". Die Ausführungen des Ministers, die jeden Deutschen, ob Mann ober Frau, ob alt ober jung angehen, werben ihrer bleibenden Bedeutung wegen in ihren wesentlichsten Teilen am Freitag, ben 2 4. b. M., in ber Zeit von 21.30 bis 22 Uhr über alle deut- schen Senb er, mit Ausnahme bes Deutfchlanb- senbers, verbreitet. Der Reichsluftschutzbunb bereitet Gemeinschaftsempfang vor. Jeber Deutsche sollte Gelegenheit nehmen, aus dem Munde des Oberbefehlshabers der Luftwaffe selbst das zu hören, was jeder über den Luftschutz wissen muß. Eine Burg wird HZ.-Heim. Die am Nordausgang von Vacha gelegene Burg Wendelstein, die sich seit Jahrzehnten in privatem Besitz befand, wurde jetzt von der Stadt Vacha angekauft. Da die alte Burg gleichzeitig mit der Stadtmauer erbaut sein dürfte ist sie für das Rhönstädtchen ein geschichtliches Baudenkmal, das die Stadt schon lange zu erhalten bestrebt war. Es ist geplant, die Burg zu einem HI.- Heim auszubauen. Hier Schüler durch explodierende Granakzünder verletzt. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in einer Schule in Rottenmann in Steiermark. Im Hand- fertigkeitsunterricht waren die Schüler damit beschäftigt, Nachbildungen einer Granate aus Pappe herzustellen, wobei ihnen ein Granatenblindgänger aus dem Weltkriege als Vorlage diente. Durch einen Zufall fiel die Granate zu Boden, und der Zünder explodierte. Vier Schüler wurden erheblich verletzt. Der Blindgänger, der ungefährlich gehalten wurde, befand 'sich feit Jahren in der Schule. kommen durch die gesetzgebenden Körperschaften der beiden Staaten zu genehmigen ist. Mit der Unterzeichnung ist unter die Feindseligkeiten ein endgültiger Schlußstrich gezogen. Die Friedenskonferenz -wird nunmehr ihre Arbeiten für einige Monate unterbrechen, um sodann die Losung der Gebietsfrage in Angriff zu nehmen. Kritische Lage in Syrien nennen wir noch die Herren Dum cke, Wernicke und M e y e r i n ck. — Der Film scheint, dank Albers, eine beträchtliche Anziehungskraft auszuüben. -r- Bereits 1934 hatte der Oberstaatsanwalt B e u s ch in Schwerin darauf hingewiesen, daß die Knaben seiner Auffassung nach Opfer eines Sittlichkeitsverbrechens waren. Es gelang jedoch nicht, einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen mit einwandfreier Sicherheit festzustellen. Als im Februar 1935 in Schwerin' die Schäler Neumann und Zimmermann verschwanden, wurde eine Sondertommission gebildet, um das geheimnisvolle Kindersterben aufzuklären. Bei der Untersuchung zeigten sich mehrere Anhaltspunkte dafür, dbß die Kinder von fremder Hand — wahrscheinlich mit einem schnell wirkenden Gift — getötet fein mußten. Onkel „Trck-Tack", der K nderfreund. Der Verdacht richtete sich schließlich auf den 65 Jahre alten Adolf Seefeld, der als wandernder Gelegenheitsarbeiter von Ort zu Ort zog und Aufträge für Reparaturen von Uhren sammelte. Am 3. April des vergangenen Jahres wurde er im Kreise Neuruppin verhaftet. Seefeld, der unter der Landbevölkerung unter dem Spitznamen „Onkel T i ck - T a ck" ober „Onkel Adi" bekannt war, genoß überall den Ruf eines Menschen- und Kinderfreundes. Besonders die Kinder, die Seefeld durch Heine Geschenke an sich fesselte, vertrauten dem „guten Onkel Tick-Tack". Bei Nachprüfung des Vorlebens des Angeklagten stellte sich heraus, daß dieser von seinen letzten 40- Lebensjahren über 23 Jahre in Strafanstalten gesessen hat. Er ist schon zweimal wegen Sittlichkeitsverbrechens an Kindern vorbestraft und hat bereits in den Jahren 1893 bis 1930 in zehn Fällen unter dem Verdacht der Kindestötung gestanden. Erst 1926 war er nach Verbüßung von zehn Jahren Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechens wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Im Laufe der Ermittlungen konnten ihm ungefähr 40 Fälle der Anlockung und Entführung von Kindern nachgewiesen werden. Es stellte sich ferner heraus, daß der Angeklagte feit 1904 keinen festen Wohnsitz gehabt hat und nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus ein ruheloses Wanderleben führte. 'der Indizienbeweis. hier zum großen Teil verlorengegangen sind. Die Aufgabe der vorwiegend landwirtschaftlich-naturwissenschaftlich orientierten Deutschen Hindukusch- Expedition war es daher, in Jnnerasien Fragen der Abstammung und Wanderung unserer Kulturpflanzenarten an Ort und Stelle zu studieren. Darüber hinausgehend waren durch Sammlungen lebenden Pflanzenmaterials (Samen, Stecklinge, Reifer ufw.) neue Erbanlagen unserer Kulturpflanzen der wissenschaftlichen und praktischen Zächter- arbeit in deutschen Instituten zuzufähren. Die Expedition hatte damit sowohl landwirt- schafts-wissenschaftliche wie auch praktisch-wirtschaftliche Aufgaben, von denen die letzteren in engstem Zusammenhänge mit den Planungsarbeiten der maßgeblichen Reichsstellen auf dem Gebiete der Sicherstellung und des Ausbaues der deutschen Ernährungswirtschaft stehen. Für die Arbeiten in den afghanisch-indischen Grenzgebieten konnte aber im Einvernehmen und gleichzeitig unter großzügiger Unterstützung seitens der Königlich-Afghanischen und Britisch-Indischen Regierung der Forschungsrahmen der Expedition noch bedeutend erweitert werden. So hat die Expedition in mehrmonatiger Arbeit die ganze afghanische Provinz Nuristan (auf alten Landkarten „Kasiristan" bezeichnet) sowie die in Nordwestindien gelegenen Landschaften Chi trat, Dir und Swat erforscht und in diesen bisher für Europäer noch fast völlig verschlossenen Gebieten an den Sädhängen der Hindukusch-Hauptkette wichtige Forschungen in geographischer, an- !^opologisch-ethnographischer, linguistischer, botanischer und landwirtschaftlicher Hinsicht durchführen können. Die Expedition ist dabei im Norden bis an das Hochland von Pamir und im Osten bis an bas grandiose Gletschermeer des Karakorums vor- gestoßen. Darüber hinaus erstreckten sich die Samm- lungsarbeiten der Expedition in Afghanistan im Süden bis an die Wüstenzonen Belutschistans, im Norden in Afghanifch-Turkestan bis an den Oxus und im Westen bis an die afghanisch-persische Grenze. Nach zehnmonatiger Auslandszeit, nach Ueber- windung von häufig schweren Strapazen und Ent- u und nach Erledigung von teilweise recht beachtlichen alpinistischen Unternehmungen in der Hmdukusch-Hauptkette kehrte die Expedition in den legten i)ei5embertagen des vergangenen Jahres mit En Teilnehmern gesund wieder nach Deutschland zuruck. Aus diesem Anlaß fand in Berlin am 21. öiefes Monats ein feierlicher Empfang der Mit- glieder der Deutschen Hindukusch-Expedition durch ?Inu^r^lbecnte2 der Deutschen Forschungsgemein- sihaft Prof Dr. Stark, vor Vertretern von ^!.aat und Partei, vor der Presse und geladenen Gasten statt. und Säbel gegen Säbel sich selbst gegenüber. Freilich ist er darstellerisch doch zu primitiv, um beide Gestalten wirklich innerlich gegeneinander abzusetzen; er spielt sie hinter- und nebeneinander, und es bleibt im Grunde eine Angelegenheit verblüffender Ähnlichkeit und gewechselter Waffenröcke. Uebrigens muß man sagen, daß ihm der russische Bluthund weniger „liegt" als die Figur des Rittmeisters. Den gibt er auf feine derbe, muskelfrohe, zupackende Art; ein Draufgänger, ein Mannsbild, mit Energie und trockenem Witz geladen, ein Kerl, der, wenn es drauf ankommt, einen langen Eng. länber ober ein paar bewaffnete Bolschewiken k. o. schlägt unb sich davon macht, zu Fuß durch die Wüste, im Flugzeug (mit Selbstanlasser), durchs Fenster aufs Pferd, das schon wartend bereit steht. Das geht manchmal wie bei Tom Mix ober Harry Viel. — Außer einer riesigen Statisterie ein großes Ensemble; etliche Gestalten heben sich heraus: Jack Trevor recht glaubhaft als der englische Captain. Charlotte Susa in ber für sie schon typischen Rolle ber Agentin Vera, geheimnisvoll unb bennoch ganz burchsichtig, mit halblauter Stimme unb halbgeschlossenen Augen; man kennt das schon. Sehr gut und scharf profiliert M i - netti als Hauptkommissar bei ben Roten, Wäscher als Waffenlieferant. In kleineren Rollen Aus einem Taschenkalender, der sich in seinem Besitz befand, ging hervor, daß Seefeld etwa den dritten Teil des Jahres im Freien in dichten Schonungen übernachtet hat, obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, Quartier bei feinen Kunden zu erhalten. Es konnte auf Grund seiner Notizen auch festgestellt werden, daß ber Angeklagte sich immer zu ber Zeit,, in ber Kinber. verschwunden waren, in ber unmittelbaren Nähe des späteren Fundortes ber Leichen aufgehalten hatte. Besonders belastend ist auch ber Umstand, baß in bem Tagebuch an ben Mordtagen nachträglich die Ursprungsvermerke unkenntlich gemacht worden waren. Zum Teil hatte hier der statt der Ortsbezeichnung eigentümliche Zeichen Vor dem Schwurgericht beim Landgericht Schwe-1 gesetzt, für deren Bedeutung er keine Erklärung ' c x f- v ■ **' " i öen 65 | geben konnte ober wollte. Die deutsche Hindukusch- Expedition 1935. 3n aller Stille und ohne das Aufsehen der breiten Öffentlichkeit für sich zu beanspruchen, hat im abgelaufenen Jahre eine deutsche Expedition in ben Gebirgen und Hochsteppen Südwestasiens umfangreiche Forschungs- und Sammlungsarbeiten durch- gefuhrt. Jetzt, nach erfolgreicher Arbeit und Rückkehr m die deutsche Heimat, ist es an der Zeit, die deutsche Öffentlichkeit über Sinn und Zweck dieser Expedition sowie über ihre Durchführung zu unterrichten. Die Deutsche Hindukusch-Expedition ist ein Unternehmen des Forschungs dien st es der deutschen Landbauwissenschaften gewesen. Die Mittel zu ihrer Durchführung stellte in großzügiger Weise die Deutsche Forschungsgemeinschaft („Notgemeinschaft ber Deutschen Wissenschaft' ) zur Verfügung. Im Auftrage bes Forschungsdienstes der Landbauwiffen- schaften wurden Vorbereitung, wissenschaftliche Planung unb Auswertung ber Expebition in Deutschland ben Professoren Roemer unb Troll von ber Universität Halle übertragen; die Führung und Leitung der Expedition selbst lag in den Händen bes Diplomlandwirtes Dr. habil. 21. Scheibe von ber Universität Gießen. Die weiteren Expeditions- tellnehmer waren: Dr. A. Herrlich (Universität München), Diplomlandwirt Dr. von Rofen - stiel (Kaiser-Wilhelm-Jnstitut Müncheberg-Mark), Dr. G. Kerstan (Universität Halle) und Diplomlandwirt Dr. W. Roemer (Universität Halle). Zwecks besonderer sprachwissenschaftlicher Studien schloß sich der Expedition in Afghanistan noch der wissenschaftliche Hilfsarbeiter an ber Preußischen Akabemie der Wissenschaften Berlin, Dr. W. Lentz, an. Sinn unb Aufgaben ber genannten Expedition waren, in ben Gebirgen unb Hochsteppen Sübweft- afiens umfangreiche agrar-botanische Forschungen unb Sammlungen durchzuführen, um insbefonbere bie in ben Gebirgslagen Afghanistans unb Norb- westinbiens angebauten Kultur- unb vorkommenben Wilbpflanzen eingehend zu studieren und zu sammeln. Nach den Ergebnissen der modernen Kultur- pflanzen-Forschung gelten weite Landschaften Jnner- afiens als die Heimat- und Ursprungsgebiete für eine große Zahl unserer Kulturpflanzen. Landwirtschaftliche unb gärtnerische Kulturpflanzen treten hier in reicher Formenfülle auf; sie enthalten auch heute noch eine Fülle von Erbanlagen, die ihnen nach einer langen Wanderungszeit aus den inner- asiatischen Gebirgen und Hochsteppen nach Europa Ajaccio auf hoher See notwassern. Obgleich Ajaccio aus sofort zwei Hilfsdampfer an die falXftelle entsandt worden sind und in Marseille ein Flugzeug startete, um sich an der Suche zu beteiligen, sind alle Nachforschungen bisher erfolglos geblieben. Auch das Flugzeug Tunis—Marseille, das ben gleichen Kurs fliegt, hat das notgewasserte Flugzeug nicht gesichtet. In zuständigen Kreisen herrscht Beunruhigung über das Schicksal des Flugzeuges unb seiner Insassen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der am 22. Januar seinen 5 9. Geburtstag begeht, folgen- bes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Zu Ihrem 59. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und weitere erfolgreiche Arbeit aus. Adolf Hitler." * Der Führer unb Reichskanzler hat Staatsmini- fter Riecke zum Ministerialdirektor im Reichsund Preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Riecke trat 1914 15jährig als Kriegsfreiwilliger in das Heer ein. Er wurde viermal verwundet und ist Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse und des Sächsischen Militär-St.- Heinrich-Ordens. Nach der Novemberrevolte war er zunächst Werbevfsizier für das Freikorps Hälfen und nahm dann an den Kämpfen ber Eisernen Division im Baltikum teil. Born Jahre 1921 ab gehörte er bem Bund „Oberland" an. Nach praf- tischer und akademischer Ausbildung als Landwirt war er von 1926 bis 1933 bei der Landwirtschaftskammer Westfalen tätig. 1933 wurde er Staats- minifter in Lippe und 1934 Sonderbeauftragter für Landeskultur im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft * Der Danziger Senatspräfibent Greiser hatte in Genf eine Unterredung mit dem polnischen Außenminister B e ck und mit dem englischen Außenminister Eden. * Bon einem litauischen Feldgericht würben bie Reserveoffiziere Karutis, Skurauskas und Sinkevicius zum Tode und mehrere Personen zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt. Man nimmt an, baß bie Verurteilten Anhänger Wolde- maras’ gewesen finb, die versuchten, durch einen Handstreich wieder an bie Macht zu kommen. * Die Wahlen zum japanischen Reichs- t a g werben am 20. Februar stattfinden. Der neue Reichstag wird am 20. April zusammentreten. Man nimmt an, daß die Regierungsparteien Minseito und Kokumin und die neue Showakai-Partei die Mehrheit gegenüber der Seiyukai erringen werden, bie bisher mit 242 von 425 Stimmen im Reichstag eine entscheibende Rolle spielte. * Die mexikanische Hafenstabt Tampico steht zur Zeit völlig unter bem Terror kommunisti - scher Kreise, deren verstärkte Hetze sich bereits seit einiger Zeit bemerkbar macht. Rote Kraft- wagenfährer erzwangen dieser Tage eine völlige Stillegung des gesamten Verkehrs in der Stadt. Auf die Lichtspielhäuser wurden U e b e r f ä H e ausgeführt, ohne daß die Behörden eingriffen ober für Drbnung sorgten. Der Unterstaatssekretär bes Innenministeriums begab sich im Flugzeug nach Tampico, um die dortige Lage zu prüfen. bedeutendem Einsatz von Menschen und Material auszunutzen verstanden. Allerdings mußte er Un- Ein Mannsbitt/ namens Wahrscheinlichkeiten und hvchrvmantische Intermezzi . (wie bas Duell und anderes) in Kauf nehmen, unb gegen Ende wird die Berguirfung von Heroismus und Abenteuerlichkeit denn doch ein bißchen beklemmend. — Daß ber Rittmeister eine Paraderolle für Albers ist, wird man schon aus der Erzählung her Fabel haben entnehmen können; dabei spielt er sich äußerst schwierig, da ber Angeklagte auf die an ihn gestellten Fragen in dummdreister Weise ober überhaupt nicht antwortet. Immer kehrt bie Redewendung bei ihm roieber: „D i e Bergan- g, enheit ist für mich tot, nur bie Zukunft ist mein." Es kommt zur Sprache, daß Seefeld in ben 90er Jahren in Kiel seine spätere Frau kennen lernte. Später ließ sich Seefeld, ber auch noch in Beziehungen zu vielen anderen Frauen stand, von seiner Frau scheiden. Die Oesfentlichkeit wurde bei der nun folgenden Erörterung der Bor- v*• w i u 1 c vjjw.) -uh jj u m u » » strafen des Angeklagten wegen Gefährdung der I f u 5 brachen erneut schwere Unruhen aus. Es Han- Sittlichkeit ausgeschlossen. Nr. 18 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 22. Zanuar 1956 Neues vom Ehestanvsvarlehen. Was jetzt besonders beachtet werden muß. Aus der Provinzialhauptstadt. Werkstuben entstehen. NSG. In allen Untergauen des BDM.-Obergaues 13 Hessen-Nassau entstehen jetzt Werkstuben, in denen die Mädels basteln und werken können' Wir legen in unserer gesamten Arbeit gerade Wert auf die geschmackliche Ausrichtung und Schulung unserer Mädel, denn so wie ein Mädel sich jetzt seine besondere, zum ihm passende Form und Gestalt in seiner Werk- und Bastelarbeit schasst, so wird es einmal als Frau auch den Stil finden der zu Heim und Haus paßt. Ein Mädel, das gelernt hat, daß Werkarbeit = Wertarbeit ist, wird sich weigern, in feiner Kleidung und feinem Schmuck Achtung, Achtung' Am Montag, 27.3anuar, fingen, erzählen, tanzen und spielen die Gießener Zungmädel im Lase Leib. Niemand darf fehlen! Zeder Vater und jede Mutter kommt zu uns. Alles freut sich mit den Gießener Zungmädeln. mit Schundarbeit zufrieden zu fein, das wird sich nicht durch die Aufmachung über die eigentliche Dürftigkeit hinwegtäufchen lassen. Bisher fehlten noch oft die geeigneten Räume und das Handwerkszeug, um richtige Werkarbeit leisten zu können: das soll jetzt durch die Werkstuben in allen Untergauen behoben werden. Zu der Einrichtung einer Werkstube gehört vor »allen Dingen ein tadellos eingerichteter, mit allem Handwerkszeug versehener Werkschrank, dann große Arbeitstische, an denen man sich bewegen Eann" eine Nähmaschine, Laubsägetische, Bänke' und Hocker und vor allen Dingen auch Webrahmen. Bis alle Werkstuben im Obergau fertig eingerichtet sind, gibt es noch viel Arbeit, aber wir hoffen, daß schon in wenigen Wochen die Werkstuben in allen Untergauen entstanden sind. Im Hanauer Schloß ist die erste fertig: in spätestens drei Wochen will der Untergau Wiesbaden mit drei weiteren folgen. Langsam geht die Arbeit voran, und wenn wir melden können, die Werkstuben des Obergaues stehen, dann wissen wir, daß wir gerade auf einem Gebiet, das uns Mädeln besonders naheliegt, ein großes Stück weitergekommen sind. Gegen den Mißbrauch nati^na^ozia^Nischer KanihMeder. Die Polizeidirektion Gießen hat nach Anhörung der Ratsherren der Stadt Gießen und mit Genehmigung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung Abt. la — nachfolgende Polizeiverordnung gegen den Mißbrauch nationalsozialistischer Kampflieder erlassen: § 1. Der Mißbrauch der Kampflieder der nationalsozialistischen Bewegung durch Umdichten des Textes, durch Benutzung ihrer Melodie für einen fremden Text oder in ähnlicher Weife ist verboten. § 2. Die Nichtbefolgung des § 1 wird gemäß § 9 Abf. 2 des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole vom 19. Mai 1933 — RGBl. I Seite 285 — mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bis zu zwei Wochen bestraft. § 3. Diese Polizeiverordnung tritt sofort in Kraft. Vornoiizen. Tageskatender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr in der Volkshalle großer Bunter Abend in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt. Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstraße. — Landschaitsbund Volkstum und Heimat: 20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Vortrag „Deutsches NSG. Durch einen neuen Runderlaß über die Gewährung von Ehestandsdarlehen hat der Reichsminister der Finanzen den bisherigen Erfahrungen auf diesem Gebiet Rechnung getragen und eine Reihe wesentlicher Erleichterungen für die Erlangung und Rückzahlung des Ehestandsdarlehens verfugt, die nachstehend zur Kenntnis gebracht werden: Gemäß § 3 der Dritten Durchführungsverordnung über die Gewährung von Ehestandsdarlehen ist der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, Ehestandsdarlehen ausnahmsweise zu bewilligen, wenn zwar die Voaraussetzungen nicht alle gegeben sind, jedoch mit der Hingabe des Darlehens der Zweck des Gesetzes erreicht werden kann und Mittel für die Gewährung solcher Darlehen vorhanden sind. Hierzu ordnet der Runderlaß des Reichsministers der Finanzen folgendes an: a) Die Anträge auf Gewährung eines Ehestandsdarlehens find beschleunigst zu behandeln, damit der Arbeitsplatz der Antragstellerin möglichst schnell für einen anderen frei wird. b) Gegen ablehnenden Bescheid der Gemeinden kann beim zuständigen Finanzamt Beschwerde eingelegt werden: dieses entscheidet über die Gewährung des Darlehens endgültig. c) Anträge, die unter Hinweis auf § 3 der Dritten Durchführungsverordnung vom 22. Aug. 1933 als Ausnahmeanträge an den Reichsminister der Finanzen gestellt werden, find nur auf dem Dienstwege über das Finanzamt weiterzuleiten. d) Auch ohne besonderen Hinweis der Antragsteller auf § 3 der Dritten Durchführungsverordnung hat das Finanzamt die Anträge an den Reichsminister der Finanzen weiterzuleiten, wenn sich bei der Nachprüfung ergeben hat, daß das Darlehensgefuch erst einige Tage nach der Eheschließung gestellt worden ist und die Ablehnung des Antrages für den Antragsteller eine Härte bedeuten würde. Das Finanzamt hat zu dem Antrag Stellung zu nehmen. Zur Freimachung von Arbeitsplätzen hat das Gesetz zur Förderung von Eheschließungen bestimmt, daß sich die künftige Ehefrau verpflichten muß, eine Tätigkeit als Arbeitnehmerin solange nicht auszuüben, als der Ehemann in Arbeit steht und das Darlehen nicht restlos getilgt ist. Diese Bestimmung hat für die Landarbeiterfrau zu gewissen Härten geführt. Der neue Runderlaß bestimmt daher, daß eine in der Landwirtschaft übliche Mitarbeit der Ehefrau des Landarbeiters dann nicht als eine nach Aushändigung der Bedarfs- deckungsfcheine unzulässige Tätigkeit als Arbeitnehmerin anzusehen ist, wenn diese Tätigkeit zwar nicht im Rahmen des Arbeitsvertrages des Ehemanns, aber doch im Zusammenhang mit der Beschäftigung des Ehemanns in einem landwirtschaftlichen Betrieb des Arbeitsgebers des Ehemanns erfolgt und nicht in einer von der Tätigkeit des Ehe- Weidwerk im Wandel der Zeiten". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung". — Gloria-Palast. Seltersweg: „Henker, Frauen und Soldaten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Stützen der Gesellschaft". — Industrie- und Handelskammer: 20.30 Uhr im UE. Vortrag „Die Leipziger Messe im nationalsozialistischen Deutschland — ihre Bedeutung für Binnenmarkt und Erport". — . Oberhesfifcher Kunstverein (Turmbaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr und 15.30 bis 18 Uhr Ausstellung des Künftlerbundes „Isar". Stadttheater Gießen. Als 14. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement kommt heute das Gesellschaftsstück „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oskar Wilde in der Neubearbeitung von Karl Lerbs unter der Spielleitung von Intendant Schultze-Griesheim zur Aufführung. Dauer der Vorstellung von 19.30 bis 22 Uhr. mannes unabhängigen Arbeitnehmertätigkeit der Ehefrau bei einem anderen Arbeitgeber besteht. Durch den Runderlaß vom 27. März 1934 hatte der Reichsminister der Finanzen angeordnet, daß mit den Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandsdarlehen nicht rückständige SchuldenaufMö- bel oder Hausgerät abgedeckt werden dürfen, die aus der Zeit v o r der Einreichung des Antrages auf Gewährung des Ehestandsdarlehens stammen. Nach dem neuen Runderlaß können derartige Schulden künftig dann mit Bedarfsdeckungsfcheinen bezahlt werden, wenn die Anschaffung von Möbeln und Hausgerät im Hinblick auf die Eheschließung kurz vor der Antragstellung erfolgt ist. Ferner sieht der neue Runderlaß vor, daß die monatlichen Tilgungsbeträge nicht wie bisher zum 10. jeden Monats, sondern vom November ab bis zum 15. jeden Monats an die Finanzkassen eingezahlt werden können. Eine besondere Benachrichtigung jedes Rückzahlungspflichtigen findet nicht statt. Gemäß § 8 der 1. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1933 kann das Finanzamt auf Antrag gestatten, daß bei der Geburt eines Kindes die Tilgung des Ehestandsdarlehens auf 12 Monate unterbrochen wird. Im übrigen finden für die Einziehung der Tilgungsbeiträge die Vorschriften der Reichsabgabeordnung Anwendung. Auch hiernach (§ 127 Reichsabgabeordnung) kann in besonderen Fällen eine Stundung der Darlehensrückzahlung bewilligt werden, wenn die Einziehung mit erheblichen Härten für den Zahlungspflichtigen verbunden ist und der Anspruch nicht gefährdet wird. Darüber hinaus bestimmt der neue Runderlaß, daß für Wehrdienstpflichtige vom Finanzamt für die Dauer der Ausübung der Wehrpflicht die Tilgung des Ehestandsdarlehens auf Antrag unterbrochen werden kann, wenn während dieser Zeit ein ausreichendes Einkommen nicht bezogen wird und deshalb die Bezahlung der Tilgungsbeträge für den Wehrpflichtigen eine Härte bedeuten mürbe. Nach dem Gesetz zur Förderung von Eheschließungen beträgt die monatliche Tilgungsrate 1 v. H. d e s gewährten Darlehens. Der Tilgungsbetrag unterlag auch keiner Veränderung bei der Gewährung eines Teilerlasses durch die Geburt eines Kindes. Durch das Rundschreiben des Reichsministers der Finanzen vom 19. Oktober 1635 wird nunmehr angeordnet, daß der Tilgungsbetrag nach einem gewährten Teilerlaß wegen der Gehurt eines Kindes nur 1 v. H. des um den Teilerlaß verminderten Ehestandsdarlehens beträgt. Bei einem Ehestandsdarlehen in Höhe von 600 Mark beträgt der ursprüngliche Tilgungsbetrag 6 Mark, der nach der Geburt eines Kindes zu zahlende Betrag 4,50 Mark im Monat. Endlich wird noch darauf hingewiefen, daß die Ehestandsdarlehen in Zukunft wieder bis in Höhe von 1000 Mark bewilligt werden können. Werbeschrift ift fein „Extrablatt". Fwd. Verschiedentlich haben Firmen in der Werbung für ihre Erzeugnisse Werbeblätter verwendet, die in großer Aufmachung als Ueberschriftszeile das Wort „Extrablatt" trugen. Gleich der von der Einzelhandelsorganisation gegenüber solchen Werbungen stets vertretenen Auffassung hat der Werberat der deutschen Wirtschaft erklärt, daß eine derartige Werbung als eine Irreführung des Publikums anzusehen sei. Der Leser, der ein solches Werbeblatt bekommt, muß aus der Schlagzeile den Schluß ziehen, daß es sich bei dem nachfolgenden Text um eine außergewöhnliche und wichtige Preffeveröffentlichung handele, die eine Bekanntmachung einer amtlichen Stelle oder ein Ereignis von überragender Bedeutung zum Inhalt hat. Dieses bedeutet einen Mißbrauch einer presseüblichen Form der Bekanntmachung wichtiger Ereignisse oder amtlicher Verlautbarungen. Die Verbreitung von Werbeblättern, die als Schlagzeile das Wort „Extrablatt" tragen, ist daher unzulässig und wirv vom Werberat verfolgt werden. Hundert NS.-Studenten des Gaues Hessen-Nassau auf der Zehnjahresfeier des NSD.-Studentenbundes in München. NSG. Aus dem Gaugebiet Hessen-Nassau werden an der Zehnjahresfeier des NSD.-Studentenbundes in München am 25. und 26. Januar etwa 100 Kameraden von den 5 Hoch- und 18 Fachschulen des Rhein-Maingebietes teilnehmen. Das Kameradschaftshaus Langemarckdes NSDStB.-- Frankfurt a. M. nimmt in feiner neuen NSDStB.- Uniform geschloffen an den Feierlichkeiten teil. Außerdem sind von der Reichsstudentenbundsfüh- rung noch mehrere Ehrengäste aus unserem Gaugebiet geladen, die ebenfalls von dem Wirken und Schaffen des NSDStB. auf feinem besonderen Kampfabschnitt an den Hochschulen zeugen werden. WK -^Die deutsche Arbeitsfront .. Kreis Gießen. Urlaubsfahrl zur Automobitausftellung nach Berlin vom 22. bis 27. Februar. Um jedem Volksgenossen Gelegenheit zu geben, die große internationale Automobilausstellung in Berlin zu besuchen, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in der Zeit vom 22. bis 27. Februar einen Urlaubszug nach Berlin. Der Preis für diese Fahrt beträgt einschließlich Fahrt, Verpflegung, Uebernachtung und Eintritt zur Ausstellung 27,50 RM. Anmeldeschluß: 10. Februar 1936. Heute, Mittwoch, abend, 20 Uhr, findet in der Volkshalle der Große heitere Abend „Lache mit uns“ in Verbindung mit dem Reichsfender Frankfurt statt. Karten find an der Abendkasse ab 19 Uhr noch zu haben. Gysriami „Kraff durch Freude". Heute findet folgender Kurs statt: Allgemeine Körperschule (Frauen u n d M ä n n e r). Von 20.30 bis 21.45 Uhr: Lyzeum, Dammstraße 26. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich.) Hau6ü6erfoll bei Hombera. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: In der Nacht zum 20. Januar gegen 1.30 Uhr wurde der landwirtschaftliche Arbeiter Joseph M a r g o 11, der zur Zeit in der Kolonie Neu-Ulrichstein bei Homberg a. d. O. beschäftigt ist, auf dem Nachhauseweg von Homberg, kurz hinter den letzten Häusern nach Appenrod zu, überfallen und feiner Barschaft in Höhe von etwa 100 Mark beraubt. Die am gleichen Vormittag durch die Kriminalpolizeistelle Gießen in Verbindung mit der Gendarmerie Homberg angestellten Ermittlungen führten am Abend zur vorläufigen Festnahme von zwei tatverdächtigen Personen. Die beiden Festgenommenen leugneten zuerst hartnäckig, mußten aber später auf Grund des inzwischen herbeigeschafften Beweismaterials die Tat eingestehen. Es handelt sich um den 30jährigen Ferdinand Reichert aus Cleve, wohnhaft in Homberg, und den 25jährigen Wilhelm Kraft aus Homberg. Beide wurden dem Amtsgericht Homberg zwecks Erlaß von Haftbefehlen zugeführt. Pflichtprüfung derKaufmannölehrlinge Anmeldung bis 5. Februar. . Jrn März, spätestens April, haben alle männlichen und weiblichen kaufmännischen Lehrlinge, die dis zum 30. Juni 1936 die Lehre beenden und deren Lehrfirmen der Wirtfchaftsgruppe Großhandel, Einzelhandel, Industrie, Banken und Sparkassen, Verkehrsgewerbe und Versicherungsgewerbe ange« Weil wir gerade bei der Eisenbahn sind: dicht bei Stuttgart liegt die Hochebene Fildern. Eine ehrwürdige Sekundärbahn hält die Verbindung zwischen den kleinen Ortschaften aufrecht, und obwohl das „Zügle" mehreremals am Tag verkehrt, so kennt doch der Zugführer die meisten seiner Kunden persönlich. So wußte er auch, daß die Besitzerin eines Landhauses sich in Stuttgart einer Operation hatte unterziehen müssen, und als nach wochenlanger Abwesenheit jene Dame wieder auf dem Bahnhöfle erschien, bot der Zugführer der mühsam Gehenden ritterlich den Arm: Nei, nei, in den vollbesetzte Wage dürfe Sie net eisteige: des ischt no nix für Sie", sagte er und bugsierte die sich sträubende Rekonvaleszentin sankt aber unnachgiebig in das hochgelegene Bremserhäuschen am Wagenende. Damit war's aber nicht genug der Hilfsbereitschaft: auch in der folgenden Woche erzwang der Gute stets diese Beförderungsart, so daß jener Dame nicht übrig blieb, als künftighin mit dem Postomnibus nach Stuttgart zu fahren: denn sie brachte es nicht übers Herz, dem Zugführer einzugestehen, daß sie nicht — schwindelfrei war und beim Fahren im Bremserhäuschen alsbald seekrank wurde. Landbriefträger und Ortsgendarmen, das sind in Württemberg meist ausgeprägte Originale. Von beiden weiß ich eine Geschichte, und die Geschichten sind — wie alle hier erzählten — restlos wahr. Ein Landbriefträger hatte 30jähriges Dienstjubiläum. Weil innerhalb feines Bezirkes auch ein Dichter wohnte, so erschien am festlichen Tag in der Stuttgarter Zeitung ein ehrender Aufsatz über Den Herrn Postrat". Dies aber hatte zur Folge, daß von nun an der erste (und einzige) Bnefbestellgang erst am späten Abend beendet wurde: denn der Postbote läutete nun — einerlei, ob etwas abzugeben war ober nicht — an jedem Haus eines weitgestreckten Reviers, versammelte die betreffende Familie um sich und las ihr mit zunehmendem Pathos feinen Gedenkaufsatz vor. Der Landjäger aber, der aus Gefälligkeit den abgelegenen Siedlern auch die Morgenmilch brachte, wurde einst von einer Dame um Rat gefragt; es fei jetzt fo qefäljrfid), bei Dunkelheit oom Ort über die Landstraße nach der Siedlung zu gehen west die Radfahrer meist fein Licht hatten und ein Zusammenstoß oft kaum zu vermeiden wäre. An wen man sich wohl in dieser Sache um Abhilfe wenden müssei „An mi net", erwiderte hebens- würdig lächelnd das „Auge des Gesetzes . Schwäbische Gemütlichkeit. Erlebte Geschichten von Paul Echper. Wenn ich hier ein paar schildbürgerlich-heitere Geschichten aus meiner schwäbischen Heimat erzähle, so sei zunächst mit allem Nachdruck festgestellt, daß der Chronist weder sich selbst über seine Landsleute belustigen will, noch gar bei den Lesern dieses Berichtes eine geringschätzige Auffassung über die Schwaben Hervorrufen möchte. Ganz im Gegenteil; auch die Gemütlichkeit ist ein wesentlicher Teil jener Kraft, die im Schwabenland zu allen Zeiten beispielhafte Menschen heroorbrachte; f^ss hat zudem etwas ungemein Liebenswertes. Im übrigen gilt auch heute noch, was U h l a n b reimt: "Der wacker» Schwabe forcht sich nit, ging seines Weges Schritt vor Schritt". Es gibt selbst bei uns eine Stelle, wo „der Eichstrich erreicht ist"; davon sagt ein» anderes Sprichwort: „Saugrob und gradaus, dös ischt der Schwob!" * Aber mit besonderer Stärke wirkt in Stadt und Land die sehr bezeichnende Beschwörung: „No net hudla!" das ift äußerlich und innerlich echteste Schwaben-Mundart und bedeutet in nüchternem Hochdeutsch: „Bitte, nur nichts überstürzen; wir haben Zeit!" Selbstvertrauen spricht daraus und das Wissen um den Wert der Gründlichkeit. Unter solchen Gesichtspunkten hat ein Z e p p e l l n sein Luftschiff gebaut, ein Daimler den ersten Ben- zinmotor, 'fo schrieb Eduard Morike ferne herrlichen Gedichte. Sie alle wußten, daß zu guter Ernte vor allem die gründliche Reife notig ist. * Wie im großen wirkte sich dergleichen auch im kleinen aus im Grotesken. „No net hudla , meinte ge= wift der Beamte am Fahrkartenschalter des Stuttgarter Hauptbahnhofs, bei dem 'ch .kürzlich mittag um halbzwei Uhr eine Karte für den Zwei- uhr°ZÜ7 nach Aalen fauste. Oben an der Sverre betra-ht-te sich der „Knipfer" gründlich wem Bstlet und belehrte mich, daß ich unnötigerweise^E> zugs- ^nlfhlaa befahlt hatte, denn dies fei em Betonen Aua Ich hätte aber noch genügend Zeit, die Karte umzutauschen und das übrige Geld zuruckzuholen. fchen Abstammung - "staunt, MS der Schalterbeamte ohne weiteres d-n Umtausch voll zog, dabei mild lächelnd zu mir sagte^ „D° no, S e wellet wirtlich fetzt fch° fahret doch erseht abend nut dem Eilzug. Was dem Berliner der Tiergarten ist, sind dem Stuttgarter seine „Anlagen": ein schöner großer Park mit vielen Bänken. Auf solch einer Bank faß im Sommer eine schwäbische Bauersfrau, saß und betrachtete gut eine Stunde lang einen kohlrabenschwarzen Neger, der — durchaus bürgerlich gekleidet — neben ihr Platz genommen hatte. Schließlich konnte sich die alte Bäuerin nicht mehr beherrschen, und es entspann sich folgender Dialog: „Herr, Sie sind net von hier?" — „No", antwortete der Neger, und sieghaft strahlend erwidert die Frau: „Ja, drom", was dem Sinn nach heißen will: Sehen Sie, das hab ich doch gleich gewußt. * An der Tübinger Universität amtierte der ebenso verehrte wie strenge, zudem hochgewachsene Prälat Blank. Kam da einst ein Kandidat, um bei dem Hochmögenden seinen Antrittsbesuch zu machen. Vor Schüchternheit verwirrt, begann der Jüngling zu stottern, vergaß die einstudierte Begrüßungsrede und preßte roten Kopfes endlich Den Satz hervor: „Mein werter Name ist Huber." Worauf Der Prälat ihm die Hand schüttelte und lächelnd von feiner Höhe herunterfprach: „Sehr erfreut; und mein Allerwertester ift Blank." * Die Verkehrsregeln einer neuen Straßenordnung wollen gelernt fein, und auch hier sagen sich die Schwaben: No net hudla! Aber dann kann es geschehen, daß der Landrat und der Veterinärrat eines württembergischen Oberamts am Nordeinfall nach Stuttgart vom landeshauptstädtifchen Verkehrsschutzmann jäh angehalten werden, weil der Herr Tierarzt unvorschriftsmäßig gesteuert hat. Das Schicksal fügte es, daß jener Schutzmann nicht nur den Schwaben-Dickkopf, sondern auch die polternde Grobheit geerbt hatte, und so schimpfte er die beiden Verkehrssünder weidlich aus. Sie schwiegen still, einmal, weil sie ihr Unrecht einsahen und dann auch, weil die beiden Oberamtsgewaltigen („Gottsöbersten" sagt man in Württemberg) mit innerem Schmunzeln daran dachten, wie hier einmal der Spieß umgedreht war, wo doch sonst alle Schutzleute vor ihnen stramm standen. Aber jener Landrat müßte nicht sprichwörtlich „humorvoll" gewesen sein, wenn er nicht am Schluß der öffentlichen Strafrede mit einer bejammernswerten Armsündermiene gesagt hätte: „Lieber Herr Wachtmeister, schimpfet Sie bloß net gar so arg mit uns; wir sind halt vom Land". Worauf der Straßendiktator die Schranken seiner wegversperrenden Arme öffnete und mit einem hörbaren Seufzer sagte: „Ha no, des sieht mer Euch auf hundert Schritt scho an!" Der Adler in der „E--hsensuvpe" In London herrscht jetzt meist wieder jener dichte Nebel, der so bezeichnend für das Winterantlitz der englischen Hauptstadt ift. Die Engländer nennen ihn scherzhaft „Erbsensuppe", um seine Undurchdringlichkeit und Dichtigkeit zu kennzeichnen, und neben manchen ernsten Verkehrsunfällen werden dem „Fog“ auch viele lustige Geschichten und Streiche zur Last gelegt. Große und kleine Spitzbuben benutzen den dichten Nebelschleier, um unbeobachtet ihre Streiche zu verüben und die Zeitungen sind voll von Nachrichten über merkwürdige Nebelabenteuer. Kürzlich hat sich im Londoner Zoo ein eigenartiger Vorfall zugetragen. Ein Adler wollte den dichten Nebel als Schutz zur Durchführung eines Wochenendausfluges benutzen und er hat sich denn auch mit Erfolg drei Tage sang gegen feine Wärter gewehrt, die ihm den Freiheitstraum verkürzen wollten. Auf unerklärliche Weife gelang es dem Adler, aus dem Käfig zu. entweichen. Er bezog zunächst Wohnung auf einem Baum in der Nähe des Vogelkäfigs, so daß man seine Umrisse wohl beobachten konnte. Sobald man aber den Versuch machte, den Ausreißer wieder einzufangen, flog er einige Aeste höher und hockte wiederum im Nebel als eine schattenhafte Spukgestalt. So mußte man Denn höher klettern, aber jedesmal, wenn man glaubte, ihn eingeholt zu haben, nahm er wieder die Tarnkappe, um seine Verfolger zu narren. Schließlich war er ganz verschwunden und man gab die Suche auf. Man beschränkte sich darauf, neben die offene Käfigtüre einen besonders einladenden Happen zu legen, in her Hoffnung, daß der hungrige Adler sich schon wieder zu seinen Fleischtöpfen zurückfinden werde. Aber man hatte wiederum nicht mit dem Nebel gerechnet. Er gestatte dem Flüchtling nicht nur ungesehen im ganzen Zoo herumzustreifen, sondern gab ihm auch so oft Gelegenheit zu kleinen Diebstählen, daß er es nicht nötig hatte, an die gedeckte Tafel in seinem eigenen Haus zurückzukehren. Den ganzen Sonntag über trieb er fo fein Wesen, bald 3um Greifen nahe über den Häuptern feiner Verfolger schwebend, bald als gespenstiger Vogel ahnungslose Wanderer erschreckend. Erst nach Schluß des Wochenendes fand er sich wieder ein, als der Nebel ein wenig durchsichtiger geworden war und er weniger Gelegenheit zur Selbstversorgung hatte. Da kehrte der flüchtige Adler harmlos wieder von seinem Wochenendausflug in den Käfig zurück. Obwohl man die ganze Bevölkerung Londons darum gebeten hatte, Angaben über den verschwundenen Adler sofort an die Leitung des Zoos weiterzugeben, war der Ausreißer unbehelligt und unbemerkt im Schutz des Nebels den ganzen Sonntag über umher- I geschweift. hören, ihre Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung ab- zulegen. Durch die Prüfung soll ein Ueberblick über den Stand der praktischen Berufserziehung in den Lehrstellen gegeben werden. Nur derjenige Lehrling, der nach bestandener Prüfung den Kaufmanns- gehilfenbrief erhält, besitzt das Recht, sich Kaufmannsgehilfe zu nennen. Ohne das praktische Mindestmaß an Können und Wissen, das diese Prüfung verlangt, soll in Zukunft niemand mehr Kaufmannsgehilfe werden. Die Prüfung ist eine praktische Prüfung, d. h. der Lehrling soll beweisen, was er im Geschäft während seiner Lehrzeit gelernt hat. Es kann sich daher kein Lehrling auf die Prüfung theoretisch oorbereiten. Für die Anmeldung zur Prüfung ist folgendes zu beachten: Die Lehrherren sind verpflichtet, ihre Lehrlinge der zuständigen Industrie- und Handelskammer auf dem vorgedruckten Anmeldebogen zu melden. Die Vordrucke sind bei der Industrie- und Handelskammer in Gießen zu erhalten. Mit der Anmeldung sind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen: 1. Ein vom Lehrling Hand geschriebener Lebenslauf; 2. das Schulentlassungszeugnis; 3. alle Zeugnisse der Berufs- und Fachschule; 4. der Lehrvertrag; 5. ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt. Die unter 2 bis 4 genannten Unterlagen sind im Original oder in beglaubigter Abschrift beizufügen. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 20. Januar bis 5. Februar bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, zu erfolgen. Mit der Anmeldung ist vom Lehrherrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr in Höhe von 3 Mark auf das Postscheckkonto der Kammer, Frankfurt am Main Nr. 615 99 zu überweisen. Der lieber» Weisungsabschnitt l)at den Vermerk „Kaufmanns- aehilfenprüfung" zu tragen. Die Gebühr hat der Lehrling aufzubringen. lieber Einzelheiten erhalten die Lehrlinge auf Grund ihrer Anmeldungen von dem örtlichen Prüfungsausschuß Nachricht. Man beachte die heutige Anzeige. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Januar: 2. Januar: Emilie Köhler, geb. Abe, Wwe., 66 Jahre alt, Schiffenberger Weg 19; Hermann Kreu- der, ohne Beruf, 75 Jahre alt, Ludwigstraße 8; Max Schicker, Schlosser, 58 Jahre alt, Am Nahrungsberg 30. 3.: Joh. Herm. Pfeffer, Werkmeister i. R., 67 Jahre alt, Crednerftraße 12. 8.: Marie Elis. Wolf, geb. Burg, 68 Jahre alt, Credner- straße 37; Johannette Hebell, geb. Schmitt, 69 Jahre alt, Doeringstraße 11. 9.: Karl Euler, Elasermeister, 57 Jahre alt, Kirchstraße 13; Frieda Schäfer, geb. Höpfner, Wwe., 44 Jahre alt, Marktstraße 20; Otto Röhmig, Lackierer, 56 Jahre alt, Ebelstraße 4. 10.: Dr. Wilhelm Holzapfel, Zahnarzt, 29 Jahre alt, Seltersweg 70. 11.: Agathe Körner, ohne Beruf, 89 Jahre alt, Horst-Wessel- Wall 48. 13.: Theodor Kliffmüller, Feldschütz i. R., 76 Jahre alt, Steinstraße 42. 14.: Hilde Henriette Steih, 11 Monate alt, Marburger Straße 58. 15.: Ferdinand Nennstiel, Kaufmann, 58 Jahre alt, Seltersweg 67; Katharine Schraner, geb. Jakobi, Wwe., 83 Jahre alt, Glaubrechstraße 5; Heinr. Beckstein, Schauspieler, 40 Jahre alt, Walltorstr. 71. *’*' D i e Wildspende im Kreise Gießen für bas WHW. Wie uns vom Forstamt Gießen in Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die Wildspende der Jägerschaft des Kreises Gießen für das Winterhilfswerk heute vormittag mitgeteilt wird, find nach einer neueren und nunmehr endgültig abschließenden Feststellung von der Jägerschaft des Kreises Gießen 82 Rehe und 215 Hasen für das WHW. gespendet worden. Große Strafkammer Gießen. In der gestrigen Hauptverhandlung hatte sich die Kammer mit dem K. H., dem D. B., dem E. D., dem A. P., dem K. S., dem G. D., dem K. Sch., dem M. Sch. und dem O. B, sämtlich aus Gießen, wegen Bandendiebstahls zu befassen. Die Angeklagten, die sich zur gemeinschaftlichen Begehung von Autodiebstählen verabredet hatten, entwendeten von März 1935 bis September 1935 in Gießen, Friedberg und Bad-Nauheim, um sich hierdurch Geldmittel zu beschaffen, fortgesetzt Autoreifen, Zubehörteile und sonstige Gegenstände. Diese wurden teilweise in Gießen und in Frankfurt verkauft. Mehrere Reifen konnten wieder herbeigeschafft und den Geschädigten ausgehändigt werden. Etwa 5 Liter Benzin wurden abgezapft und von den Angeklagten M. Sch. und B. in ihren mitgeführten Maschinen verfahren. K. Sch. nahm an diesen Fahrten als Beifahrer teil. Die Angeklagten H. und D. entwendeten aus dem Hofe einer hiesigen Wirtschaft von einem Motorrad eine Werkzeugtasche und ein Kabel, sowie eine Lampe und einen alten Mantel. Das Diebesgut konnte bis auf die Werkzeugtasche bei D. aufgefunden und sichergestellt werden. Um Spazierfahrten zu machen, nahmen die Angeklagten Wagen und Motorräder, fuhren damit, brachten sie. dann wieder zurück, oder ließen sie Stehen, wo sie sich gerade befanden. Die Angeklagten B., H., D. und S. stahlen außerdem aus einem Schaufenster eines hiesigen Kaufhauses durch Beschädigung der Scheibe Spielwaren, aus zwei weiteren Geschäften Strümpfe, Selbstbinder, sowie ein Zigaretten-Etui. Der Angeklagte B., der genau wußte, wo die Gegenstände herstammten, kaufte von H. einen Reifen mit Felge, den er weiter verkaufte, einen Dynamo, einen Mantel, sowie ein Mrrnb. Die Angeklagten, die im wesentlichen geständig waren, wurden wie folgt verurteilt: M. Sch. zu 1 Jahr 10 Monaten, B. 1 Jahr 4 Monate, H 1 Mr 2 Monate, D. 3 Monate 2 Wochen, S. 1 Monat, D. 5 Wochen, B. 4 Monate S eine Woche. Der Angeklagte K. Sch. wurde freigesprochen. Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde der K. W. aus Hopfgarten zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt, Urtier Anrechnung oon 4 Monaten 6 Tagen erlittener Unterfuchungs- Der I. B. aus Lau^rbach erhielt wegen versuchter Kuppelei 1 Jahr 2 Monate Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister K. V. aus Lollar erhielt wegen Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz durch Strafbefehl eine Geldstrafe von 50 Mark, hilfsweise 10 Tage Gefängnis. (Er verkaufte Blutwurst, die mit Maden durchsetzt war) Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde festgestellt daß der Angeklagte nur fahrlässig gehandelt hat und somit nur wegen Uetertretung des Lebensmittelgesetzes bestraft werden konnte. Das Gericht -rfannte auf die gleiche Strafe. Jedoch besteht die Eventualstrafe in 10 Tagen Haft. Oberheffen. "(5 Lollar, 20.Jan. Der hiesige Geflügelzuchtverein veranstaltete am Sonntag und am vorheraegangenen Samstag im Saale zur „Germania^ eine bunte Schau des heimischen Generalversammlung des Turnvereins 1862 Wieseck. * Wieseck, 21. Jan. Die Generalversammlung des hiesigen Turnvereins wurde bei Gastwirt Braun abgehalten. Mit dem Liede „Getreu allezeit" wurde die Versammlung eröffnet. Vereinssüh- rer Daupert begrüßte die Turnbrüder und erstattete anschließend den Bericht Über die Geschehnisse im abgelaufenen Vereinsjahr. Der Verein kann, so führte er u. a. aus, stolz darauf sein, mit dem Jahr 1935 auf turnerischem Gebiet wieder ein arbeits- und segensreiches Jahr abgeschlossen zu haben. Es wurden viele Veranstaltungen innerhalb des Vereins durchgeführt und auswärtige Feste besucht, die alle gute Erfolge brachten. Das umfangreiche turnerische Jahresprogramm stellte an die Turner und alle übrigen Mitwirkenden große Anforderungen. Durch die gute Zusammenarbeit war es jedoch möglich, stets das Beste zu zeigen. Der Vereinsführer freute sich, am Jahresende dieses Plus für den Verein buchen zu können, und dankte allen bewährten Mitarbeitern für ihren vollen Einsatz. Der im Jahre 1935 verstorbenen Mitglieder wurde in üblicher Weise gedacht. Nachdem der Vereinsführer noch verschiedene wichtige interne Angelegenheiten behandelt hatte, berichtete Dberturnroart Hch. Römer. Dieser hatte den Ausführungen des Vereinsführers im wesentlichen nichts hinzuzufügen, sondern wies lediglich auf einige technische Umstellungen hin. Sein besonderer Dank galt den Riegenführern für ihre Unterstützung. Gesangswart G. Weller brachte zum Ausdruck, daß er mit der Gesangsabteilung sehr zufrieden sei, es wäre jedoch zu wünschen, daß sich noch einige jüngere Leute für die Pflege des deutschen Liedes finden möchten. Kassenwart Pausch gab den Kassenbericht, der günstig abschloß und die Kassenverhältnisse in bester Ordnung zeigte. Der gleichzeitig bekanntgegebene Haushaltvoranschlag wurde genehmigt und zu Kassenprüfern auf zwei Jahre die Mitglieder Otto Göbel und Ernst B i e r a u bestimmt. Dem Gesamtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Im weiteren Verlause der Versammlung wurden die künftigen Veranstaltungen behandelt. Der Turnverein wird nm kommenden Samstag, 25. Januar, seine diesjährige Veranstaltung für das Winterhilfswerk abhalten. Die chorische Festgestaltung als Auftakt zu den Coburger Festspielen, die zur Aufführung kommt, sowie das Auftreten der Kreis-Riege, die in voller Besetzung ihre Mitwirkung an diesem Abend zugesagt hat, werden dem Abend die besondere Note geben. Der Erlös des Abends kommt restlos dem Winterhilfswerk zugute. Aus demKrankenhaus inSKrankenhauS * B u tz b a ch , 21. Jan. Am Montagnachmittag ereignete sich auf der Landstraße Pohlgöns—Butzbach ein schwerer Verkehrsunfall. Dort stieß ein von dem Kraftfahrer Karl Jung aus Hochweisel gesteuertes Personenauto, in dem das Ehepaar Karl G a tz e r t aus Hochweisel saß, mit einem Fernlastzug zusammen. Dabei wurden die beiden Männer fo schwer verletzt, daß sie dem Krankenhaus in Niederweisel zugeführt werden mußten; der Autolenker Iun g soll einen doppelten Schädelbruch davongetragen haben. Besonders tragisch ist der Unglücksfall für den Ehemann Gatzert, der mit dem verunglückten Personenauto aus der Gießener Klinik, wo er operiert worden war, nach Hause zurückkehren wollte und nunmehr in ein anderes Krankenhaus kam. Landkreis Gießen. Wieseck, 21. Jan. Die Bautätigkeit ist hier im Laufe des vergangenen Jahres normal verlaufen. Im ganzen wurden acht neue Wohnhäuser errichtet, zumeist im neuen Viertel. Ein Neubau ist an der höchsten Stelle des erschlossenen Baugeländes in unmittelbarer Nähe des Wasserbehälters errichtet worden, so daß der Besitzer eine besondere Hauswasserleitung mit elektrischer Pump- anlage einbauen mußte. In den meisten neuen Häusern wurde noch eine Wohnung zum Vermieten eingerichtet, da hier die Nachfrage nach Wohnungen sehr groß ist. Die Druckerei Schmelz und Spahn hat einen Anbau an das bereits bestehende Gebäude aufgeführt, und im alten Dorf entstanden verschiedene An- und Erweiterungsbauten in landwirtschaftlichen Betrieben. Gegenwärtig geht der Rohbau eines Zweifamilienhauses seiner Vollendung entgegen, das ein hiesiger Einwohner auf feinem Grundstück errichtet, das unmittelbar an die hiesige Gemarkung grenzt, aber dem Bereich der Stadt Gießen zugehört. Wie verlautet, ist für das laufende Jahr bereits eine größere Anzahl Bauvorhaben geplant. Da die Bau- und Bodenbank zu Berlin die zweitstelligen Hypotheken übernimmt, ist eine leichtere Vaufinanzierung durchzuführen. HAlten-Buseck, 21. Jan. Am Samstagabend hielt die Sängervereinigung „Eintracht" ihre Generalversammlung in ihrem Vereinslokal (Wirtschaft Rühl) ab. Vorsitzender Muhly erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahr in jeder Hinsicht erfolgreich genannt werden kann. Anschließend erstattete Vereinsrechner Schäfer den Kassenbericht. Der Vorsitzende dankte für die gewissenhafte Führung der Kassengeschäfte und erteilte dem Rechner Entlastung. Die Neuwahl des Vorstandes brachte keinerlei Veränderung, da die Htberigen Vorstandsmitglieder auf einstimmigen Wunsch der Versammlung ihre Aemter weiterführen. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Verein in Kürze einen Familienabend für die Mitglieder und deren Angehörige und in einigen Wochen ein Wohltätigkeitsfest zugunsten des Winterhilfswerks veranstalten werde, wozu er um rege Beteiligung ersuchte. Weiter ermahnte er die Mitglieder zum regelmäßigen und pünktlichen Besuch der Singstunden und forderte sie auf, den dem Gesangswesen noch fernstehenden Teil der männlichen Jugend zum Beitritt zu veranlassen, damit sich durch recht hohe Sängerzahl die Schaffenskraft des Vereins immer mehr entfalten könne. Mit dem Treu- gelöbnis für Führer und Vaterland fand der ge- sch östliche Teil seinen Abschluß, dem sich noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins anschlossen. wg. Groß en-Buseck, 20. Jan. In einer qut besuchten Bauernversammlung, die in der Wirtschaft „Zum kühlen Grund" stattfand, gab ,!k.bauernführer Wilhelm Schmidt zunächst die restlichen Kontingentierungsmarken für Weizen aus. Dann wies er auf die Viehverwertungsgenosfen- lchaften und ihre Arbeit hin. Ferner beschäftigte er Nch ™fr den Erfordernissen der Erzeugungsschlacht. In diesem Zusammenhang sprach er über Schäd- Mbbe.kampfung über die Beizung der Saatfrucht, schließlich über den Silobau zur Einsäuerung von Futterkartoffeln und die für den Silobau vom Reich gewahrten Zuschüsse. Eine rege Aussprache über Fragen der Feldbereinigung schloß sich an. Abschließend beschäftigte sich Bürgermeister Rebholz in einer kurzen Ansprache mit innen- und außenpolitischen Fragen, gleichzeitig streifte er die Judenfrage. Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und zum Reichsbauernführer schloß Ortsbauernführer S ch m i dt die Versammlung. — Bei Gastwirt G e r l a ch fand die Jahreshauptversammlung des Gesangvereins „Germania" statt, in der der Vereinsführer zunächst einen kurzen Ueberblick über die im Laufe des Jahres geleistete Arbeit gab. Nachdem der Schriftführer den Tätigkeitsbericht erstattet hatte, gab der Rechner den Kassenbericht, der einen guten Stand aufwies. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Im weiteren Verlause der Versammlung wurde der Vorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung wieder bestätigt. Nachdem noch über die Abhaltung einer Winterfestlichkeit und über die im Mai statt- flndende Sängerfahrt nach Gundersheim am Rhein gesprochen worden war, fand die Versammlung mit einem kameradschaftlichen Beisammensein ihren Abschluß. — Aus dem Busecker Tal, 20. Jan. Der Zweigverein Busecker Tal des Vogelsberger Höhen-Clubs im Bund deutscher Wandervereine unternahm gestern eine Wanderung nach dem Heuchelheimer Mühlchen. Bei richtigem Wanderwetter ging es in mehrstündigem Marsch durch die vorfrühlingsmäßige Natur. Am Ziele brachte eine gute Kaffeerast dem Körper die nötige Stärkung und Erholung. Unter Leitung des Vereinsführers VHC.-Bruder Jung (Großen- Buseck) wurde der schon aufgestellte Jahres-Wan- derplan durchgesprochen und verschiedene Vereins- angelegenheiten geregelt. Nach wie vor sollen auch die Mittwochsgänge durchgeführt werden. Die nächste Monatswanderung führt nach Großen-Bu- seck, wo die Jahreshauptversammlung mit Aus- zeichnungsfest stattfindet. */* Lollar, 21. Jan. Die Kriegerkameradschaft Lol la r veranstaltete am Samstagabend im Gasthaus „Zum Schwanen" ihren diesjährigen Kameradschaftsabend, der einen sehr starken Besuch aufwies. Nach einem Prolog und einigen schneidigen Märschen einer aus Mitgliedern der Feuerwehrkapelle bestehenden Kapelle, die auch weiterhin den Abend mit ihren Darbietungen verschönte, begrüßte Vereinsführer T a u b e r t mit herzlichen Worten die Kameraden und ihre Angehörigen. Er erinnerte an die Bedeutung des 18. und des 30. Januar und ließ seine Ansprache in ein Sieg-Heil auf den Führer, der im vorigen Jahre Deutschland wieder die Wehrfreiheit gegeben und damit das Sehnen aller Kameraden und ehemaligen Soldaten erfüllt hat, und das Vaterland ausklingen, woran sich das Deutschland- und das Horst- Wesfel-Lied anschlossen. In Verbindung mit dem Weihespiel „Langemark" ehrte man die gefallenen Helden. Im Verlaufe des Abend kamen noch zwei weitere Theaterstücke zur Aufführung. Alle Aufführungen fanden durch die jugendlichen Darsteller eine sehr gute Wiedergabe und diese dankbare Zuschauer. Musik und Tanz beschlossen den schön verlaufenen Abend. Federviehs. Die Ausstellung zeigte eine er« staunliche Vielseitigkeit in den verschiedenen Geflügelarten. Der besondere Zweck der Veranstaltung außer der Werbung war belehrend auf die Geflügelhalter einzuwirken. Das dürfte vollkommen erreicht worden sein. Die ausstellenden Züchter haben sich offensichtlich befleißigt, das Beste ihrer Zuchten zu zeigen. Besonders bei der Hühnerzucht wurde das Hauptgewicht auf Erhöhung der Leistung gelegt, da diese neben dem Vorteil, den der Züchter für sich buchen kann, eine wertvolle Steigerung der deutschen Wirtschaftskraft mit sich bringt Eine besondere Abteilung zeigte Ziergeflügel, wie Goldfasanen, Tauben u. a. m. Die mit rund 150 Nummern beschickte Schau zeigte beste Klassentiere, darunter bei den Hühnern eine Anzahl, die auf großen Schauen mit höchsten Auszeichnungen bedacht wurden. Besonderes Lob erhielten die „Wyan- dottes" aus der Zucht Ludwig Klinke! XIII. in Lollar und die Schwarze Italiener aus der Zucht Heinrich R i e h m. Beide hatten auch auf der großen Schau in Frankfurt a. M. höchste Auszeichnungen erhalten. In der Abteilung Ziergeflü- g e l fielen die Nummern von der Au ganz besonders auf. Diese zeigten eine erstklassige Kollektion Tauben „Steinheimer Bagdetten" und „La- horen". Auch diese hatten schon verschiedentlich auf auswärtigen größeren Ausstellungen höchste Auszeichnungen erworben. Der Preisrichter Jean Dörr aus Neuenhain hatte bei diesem Material keine leichte Aufgabe. Dem Veranstalter dürfte die Anerkennung über diese wohlorganisierte Schau nicht versagt bleiben. Eine außerordentlich große Zahl Interessenten nahm die günstige Gelegenheit wahr, sich durch Augenschein zu überzeugen, wie die Geflügelzüchter bestrebt sind, zum Vorteil der gesamten deutschen Wirtschaft auf ihrem Gebiete höchste Leistungen zu erzielen. + Staufenberg, 21. Jan. Die jüngste Pfundsammlunq (Lebensmittelopferring) ergab in unserem Orte etwa 58 Pfund Lebensrnittel. Bei den Hausschlachtungen wurden bis jetzt gesammelt 23 Büchsen (Fleisch bzw. Wurstkonserven), 10 Pfund Dauerwurst und etwa 7 Pfund Speck. . + Staufenberg, 21. Jan. Am Samstag hielt der Turnverein Staufenberg sein Winterfest auf der Burg ab. Der Vereinsführer hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und ermahnte die Jugend, sich turnerisch und sportlich zu betätigen, denn nur ein guter Turner werde auch ein tüchtiger Soldat sein. Er schloß bann mit einem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Reichskanzler. Neben turnerischen Darbietungen gelangten auch zwei Theaterstücke zur Aufführung, die starken Beifall fanden. — Bei dem jüngsten Sturm wurden im hiesigen Gemeindewald wieder 60 bis 80 Festmeter Fichten umgerissen. 1) 0 aubringen, 21. Jan. Die N S G. „K r a f t d u r ch F r e u d e" veranstaltete im Saale E r b einen Dorfgemeinschaftsabend. Ein Marsch der Kapelle Schreiner, ein Begrüßungs- gedicht, verfaßt von Frl. S ch m i n ck e, vorgetragen oon E. Wagenbach, und ein Sprechchor der Hitler-Jugend leiteten den Abend ein. Der Orts- Gesunde Vorratswirischast. ZdR. Gesunde Vorratswirtschaft im Haushalt hat nichts zu tun mit dem Hamstern und Zusam- menraffen, das wir in den letzten Wochen während der Butterknappheit bei manchen Volksgenossen beobachten konnten. Gesunde Vorratswirtschaft bedeutet, daß man sich in Zeiten d e s großen Angebotes von Waren, die dann besonders preiswert am Markte sind, einen Vorrat einkauft, der in erzeugungsarmen Monaten unsere Ernährung abwechslungsreich gestaltet und eine zusätzliche Bereicherung unseres täglichen Speisezettels ermöglicht. Hierin zeigt sich der große Unterschied zwischen einer gesunden Vorratswirtschaft und einem volksschädlichen Hamstern. Der Hamsterer kauft dann, wenn die Ware knapp ist oder knapp zu werden droht. Er will sich vor Entbehrungen schützen und denkt nicht daran, sich mit seinem Verbrauch den auf den Markt kommenden Warenmengen anzupassen. In der Marktordnung des Reichsnährstandes nimmt die ge-funbe Vorratswirtschaft einen breiten Raum ein. In großzügiger und planvoller Weise werden in Zeiten des lleberangebots oon Ware die den augenblicklichen Verbrauch überfteigenben Mengen aus dem Markt herausgenommen und in Kühlhäusern und Speichern für die Monate aufbewahrt, in denen die Erzeugung nicht zur Deckung des Bedarfs ausreicht und ohne gesunde Vorratswirtschaft ausländische Ware eingeführt werden müßte. Diese Schäden verhütet eine gesunde Vorratswirtschaft, indem sie die Nahrungsgüter, die sonst beim W' müberangebot verderben würden, in geeign r Weise für den späteren Verbrauch ansammelt. Große Mengen oon Fleisch, Milch, Butter, Eiern, Obst und Gemüse finden auf diese Weise eine sachgemäße und alle Nährwerte erhaltende Lagerung, bis sie wegen des Nachlassens der Erzeugung dem Verzehr zugeführt werden. Auf diese Weise werden Millionenwerte dem Volksoermögen erhalten, die Preise sinken in Zeiten des lleberangebots nicht ins Uferlose, steigen aber auch nicht in den erzeugungsarmen Monaten, so daß dem Erzeuger und dem Verbraucher durch die gesunde Vorratswirtschaft des Staates während des ganzen Jahres ein gleichbleibender Preis gesichert wird. An dieser Vorratswirtschaft muß sich künftig auch der Privathaushalt beteiligen. Das Schlachten und Einmachen ist auch heute noch im bäuerlichen Haushalt eine gern geübte Tradition; darüber darf aber auch die städtische Hausfrau nicht ihre Vorrats- Wirtschaft vergessen. Zur Zeit der Obsternte ist die in reichlichen Mengen vorhandene billige Ware ein« zukochcn, damit im Winter eine abwechslungsreiche und nahrhafte Kost auf den Tisch gebracht werden kann. Die schon seit Jahren geförderte Zuckersparkasse zeigt, wie die städtische Hausfrau sich den für die Zeit des Einmachens notwendigen Zucker nach und nach ersparen kann. Leere Einmachgläser werden im Laufe des Jahres mit Zucker gefüllt, so daß zur Einmachzeit hierfür kein Geld mehr ausgegeben Zu werden braucht. Gesunde Vorratswirtschaft nach dem Vorbild unserer Mütter, die stets ihre Töpfe, Gläser und Aorratsräume gefüllt hatten und dadurch bei Aufstellung ihres Küchenzettels unabhängig waren vorn täglichen Warenangebot, muß auch das Ziel unserer heutigen Hausfräuengenera- tion in Stadt und Land fein. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 22. Januar: 12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus u?m Sendebezirk). 13.15: Von Saarbrücken: Mlttagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Schallplattenkonzert. 15.30: „Zwoa Brettln und a gführiger Schnee". Ein luftiges Dreigespräch von Margit Aßrnann. 15.40: Bücherfunk. 16: Unterhaltungsmusik. Wo die Zitronen blühn. 17: Lieder mit Klavierbegleitung. 17.30: Wie Deine Zeitung entsteht. Funkbericht aus dem Redaktionsbetrieb einer nationalsozialistischen Zeitung. 18: Nachmittagskonzert. 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Bunte Stunde. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Donnerstag, 23. Januar: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8-10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk, 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial- dlenst. 12: Mittagskonzert I des NS.-Reichs-Sym- phonieorchesters. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Von München: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei oon Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 17.45: Das aktuelle Buch. 18: Konzert. 19-45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Deiner Söhne Schöpfungen. Schillers Flucht in die Freiheit. Hörbild. 21.15: Hymne an die Tonkunst. Festkantate für Soli, Chor Orchester und Orgel, Werk 22, von Alexander Friedrich von Hessen: 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Feldberg im Schwarzwald. Bergland — Sportland. 23: Tanzmusik. Das Kleine Funkorchester. 24—2: „Der Bajazzo". Drama in zwei Akten. Freitag, 24. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht: Die Handschuhmacher — ein moderner Industriezweig. 15.15: Einst und jetzt: Hinweise auf die Gestaltwerdung des neuen Reiches. Männer und Taten aus der Zimmerschen Chronik. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: 75 Jahre Fernhörenk Eine Erinnerung an Philipp Reis, den Ersinder des Telephons. 17.45: Jagdrecht! Ein Vortrag oon Dr. Goltermann. 18: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21.30: Von Verlin: Reichssendung: Rede des Reichsluftfahrtministers General Göring. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende« bezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Orchesterkonzerl. 1 i. U M Ein technisches Kulturdenkmal in der Wetterau ken aber die Preise wieder. Besonders für Tannen- reisig sanden sich kaum noch Käufer. Sehr zahlreich hatten sich dieses Mal Steigerer aus den preußr- chen Nachbargemeinden eingefunden. Im Durch- chnitt wurden folgende Preise erzielt: Buchenscher- ter (je 2 Raummeter) 17 bis 20 Mark, Buchen- knüppel 13 bis 15 Mark. Eichenknüppel 7 bis 9 Mark, Kiefernrundholz 7 bis 9 Mark, Stöcke 3 bis 5 Mark, Reisig (je 50 Wellen), Buchen: 5 bis 7 Mark, Eichen 3 bis 4 Mark. Tannen und Kiefern laden wurden, ist nunmehr auch der Verkehr mit i Großvieh über die Gesellschaft ausgenommen war- ; den. Es wäre z'u wünschen, daß jedermann von dieser für den Bauern so segensreichen Einrichtung Gebrauch macht. _ r Leihgestern, 20. Jan. Der Gesangverein „Sieb ar fr an 3" hielt am Samstagabend in seinem Vereinslokal ein gutbesuchtes Konzert ab. Nach kurzen Begrüßungsworten des Vereinsführers und einem einleitenden Musikstuck brachte die nahezu hundert Mann starke Sängerschar unter Leitung ihres Dirigenten, Oberreallehrers Blaß (Gießen), eine Anzahl ausgewahlter Volkslieder zu Gehör. Reicher Beifall belohnte die auf beachtlicher Höhe stehenden Leistungen der Sänger. Die Kapelle Großhaus erfreute durch gut ausgeführte Musikstücke. _I_ A l l e n d o r f a. d. Lahn, 20. Ian. Der © e - sangverein „Einheit" hielt in der Gastwirt- chaft „Zur Linde" feine Generalversammlung ab, die von Vereinsführer Luh geleitet wurde. Der Verein zählt gegenwärtig 80 Mitglieder, von denen 40 aktiv sind. In diesem Zusammenhang wurde besonders die Jugend ermahnt, die Singstunden zu besuchen. Im Jahresbericht tarn zum Ausdruck, daß der Verein im verflossenen Jahre bei allen Veranstaltungen und Feiern innerhalb der Gemeinde mitwirkte. Im Laufe des Abends wurde in ehrender Weise des verstorbenen Ehrenmitglieds Ludwig Weiß gedacht. Beim Gesang einiger schöner Dolks- ; lieber blieb man geraume Zeit beisammen. Zum - Schluß würbe eine Sammlung burchgeführt, beren Ergebnis bem Winterhilfswerk zugute kommt. Mit i einem Sieg Heil auf ben Führer klang ber Abenb Das Wasserrad bei Schwalheim (Kreis Friedberg), das im Jahre 1730 im Zusammenhang mit der Neuordnung der Saline in Bad-Nau- Heim durch den berühmten Salzgrafen Waitz von Eschen, den späteren Minister Friedrichs des Großen, erbaut worden ist. Es erhält seinen Antrieb durch die vorbeifließende Wetter und dient auch heute noch dazu, mit Hilfe eines langen Holzgestänges und eines Pumpwerkes das Solwasser auf die Gradierbauten zu befördern. — (DNB. - Heimatbilderdienst.) aus. M . "Y Watzenborn-Steinberg, 20. Jan. Am Samstagabend veranstaltete der Männer- gefangoerein „Eintrach t" im Vereinslokal „Zum grünen Baum" sein Wintervergnügen, das gleichzeitig mit der Feier des 66jährigen Bestehens des Vereins verbunden war. Nach dem Eröffnungsmarsch der Kapelle Bender und dem Sängervorspruch begrüßte der Vorsitzende Karl Ruckels- hausen die Besucher, u. a. auch den Kreiswalter Müller vom Sängerkreis Gießen im Gau XII des Deutschen Sängerbundes. Der Cbor unter der Stabführung feines Chormeisters Georg Harnisch füllte mit gut vorgetragenen Chören und Volksliedern den ersten Teil des Programms aus, die von den Zuhörern mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Anschließend wurden vier 23er=. einsmitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit bzw. aktive Sängertätigkeit geehrt. Im Namen des Vereins überreichte der Vorsitzende dem Johannes Pauli und Jakob Burger für 50jährige Mitgliedschaft, sowie Johann Georg Hauser XVII. und Ludwig Schmandt für 35jährige aktive Sängertätigkeit je ein Geschenk. Sodann wurde em schönqespieltes Laienstück von Mitgliedern aufge- sührt, die für ihre Mühe mit starkem Beifall belohnt wurden. Bei Tanz verbrachte man die restlichen Stunden. f > Holzheim, 21. Jan. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des Gesangvereins „Harmonie" im Vereinslokal bei Gastwirt und Dirigent Sarnes statt. Nach einem Chor- lied eröffnete der Vereinsführer, Landwirt Heinrich Jung, die Versammlung. Zunächst gedachte er ber Verstorbenen bes vergangenen Jahres, die in üblicher Weise geehrt würben. Den Jahresbericht erstattete Schriftführer Denharbt. Den Kassen- bericht gab ber Kassierer Wilhelm Grieb bekannt. Der Abschluß verzeichnete einen Ueberschuß. Die Kasse würbe von ben Mitgliebern Karl Faber unb Ernst Zeiß II geprüft unb für richtig befun- ben. Dem Rechner, sowie bem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Den Kontrollbericht über ben Besuch ber Singftunben gab ber 2. Vereinsführer Wilhelm Kleinbienst. Für ben besten Besuch ber Singstunben würben ben Sängern P. A. Wilhelm Klee, Konrab Klee unb Otto Sarnes eine Ehrennabel überreicht. Es wurde noch beschlossen, am Samstag, 25. Januar, einen Familienabend zu veranstalten. Chormeister Sa- m e s ermahnte alle Sänger, die Singstunden fleißig zu besuchen. Der Vereinsführer sprach allen denen, die ihm im vergangenen Jahre mit Rat und Tat treu zur Seite standen, insbesondere dem Dirigenten Gg. Sarnes, für seine unermüdliche Arbeit im Verein herzlichen Dank aus. Der Chor sang einigt Lieder. Mit dreifachem Sieg-Heil auf das deutsche Lied, unser geliebtes Vaterland und -unseren Führer Adolf Hitler, sowie mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. cxo Eberstadt, 20. Jan. Dieser Tage fand im benachbarten Arnsburger Wald eine Brennho l z- oerfteigerung statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18 bis 21 Mk., Buchenknuppel 12 bis 16 Mk., Hainbuchenknüppel 11 bis 13 Mk., Eichenscheiter 12 bis 14 Mk., Eichenknüppel 8 bis 10 Mk., Fichtenknüppel 4 bis 5 Mk. che zwei Raum- meter. Für Buchenreiser wurden je Raummeter j bis 80 Pf. geboten. — Die jüngste Pfundsammlung in unserer Gemeinde zeigte ein befriedigendes Stunden. , y Watzenborn-Steinberg, 21. Jan. In der jüngsten G e m e i n d e r a k s s i tz u n g fanden nachstehende Punkte ihre Erledigung: Em Bürgschaftsbarlehen für einen Schulbner wurde oon der Gemeinde übernommen. Abgelehnt wurde der Antrag eines Einwohners auf Sozialrente, da eine Bedürftigkeit nicht vorliegt. Vor der Verlängerung der im Bau befindlichen Kanalanlage soll' zuerst eine Besichtigung des Orts ftattfmden. Zur Herrichtung einer Eisbabn wird auf ber Ge- meinberoiefe in ber Au bas Wasser zur gegebenen Zeit gestaut werben. Dem Reichsbunb für Körperbehinderte würben 10 RM. überwiesen Die m ber alten Schule freigeworbene Dienstwohnung würbe an Frl. Guth, Lehrerin vermietet. * Lang-Göns, 20. Jan. Am Samstag hielt unsere Freiwillige Feuerwehr in ber Wirtschaft Wallenfels ihr 54. <5 11 f t u n g s f e ft. Branbmeister Wilh. Lang begrüßte bie zahlreichen Besucher unb wünschte bem Fest einen guten Verlaus. Bürgermeister Wenzel hielt eine Ansprache, in ber er auf örtliche Verhältnisse naher einging unb besonbers erwähnte, baß auch unsere Einwohnerschaft Zeuge sein sollte, wenn bemnachst bie Dicke Eiche" bei Kirch-Göns (von ber im Gieß. Anz." in ber letzten Donnerstag-Nummer ein Bilbbericht erschien), bie oon unfern Vorfahren gepflanzt unb gepflegt worben sei, mebergelegt werbe. Der Abenb verlief m schönster Kamerab- ?d)s % a n g = (9 ö n 5 , 21 Jan. Bei ber gestrigen zweiten B r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g m unterem Gemeinbewalb (Distrikt „Wehrholz , in ber Nähe ber „Dicken Eiche") würben zu Beginn höhere Preise erzielt als vor acht Tagen, zum Schluß san- 2 bis 3 Mark. r v . D Steinbach, 20. Jan. Dieser Tage fanb im Saale bes „Einhorn" eine Bauernversamm- (ung statt. Der Ortsbauernführer Heinrich Ludwig B a l's e r sprach im Rahmen ber Erzeugungsschlacht über Schäblingsbekämpfung, währenb ber Baum- roart Balthasar Jakob Haas über bie Bekämpfung ber Schüblinge im Obstbau sprach. Eine ausführliche Aussprache fanb babei statt. (D ©rüningen, 21.Jan. Dieser Tage hielt ber Gesangverein „Eintracht" im 23er- einslokal 23 e über seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer Abam Buß begrüßte bie Sänger unb Scmgesfreunbe unb erstatte ben Jahresbericht. Er bankte ben Mitgliebern unb Freunden bes Vereins für ihre Unterstützung unb gab ber Hoffnung Ausbruck, daß sie auch weiterhin bie eble Kunst bes Gesangs förbern unb pflegen helfen. Be- fonberer Dank gebühre bem Dirigenten bes Vereins, Robert Häuser-Steinberg, ber burch seine unerrnüblichen Bestrebungen ben Verein auf eine Höhe gebracht habe, daß er im ©efangsroettftreit, schon wie in ben vergangenen Jahren, auch in bie- sern Jahre wieder in Grohen-Linden mit der Note „Gut" abschneiden konnte. Jrn weiteren Verlause des Abends gab der Vereinsrechner Karl Lei- d i ch den Kassenbericht bekannt. Der Kassenbestanb, ber auch in diesem Jahre ein Guthaben auswies, konnte als sehr gut bezeichnet werben. Nachbem ; burch zwei Vereinsrnitglieber (L e i b i ch unb = Schmalz) sämtliche Belege geprüft unb alles m ! Orbnung befunben worben war, konnte bem Rech- - ner unb bem Dorftcmb Entlastung erteilt roerben. - Der satzungsgemäß ausscheibende Vorstand wurde wieder in seiner seitherigen Zusammensetzung für weitere drei Jahre im Amte bestätigt. Von der Versammlung wurde der Beschluß gefaßt, in diesem Jahre zur Verschönerung des Osterfestes wieder einige Lieder zu fingen, ferner wurde beschlossen, an einem größeren Ausflug der NSG. „Kraft durch Freude" teilzunehmen. Von dem diesjährigen Stiftungsfest soll zugunsten des Sportvereins 1933 Grüningen Abstand genommen werden. Zum Schluß ermahnte der Vereinssührer die Sänger, tets Disziplin zu wahren und die Singstunden regelmäßig zu besuchen. Mit Sieg-Heil auf ben Führer, bas beutsche Vaterlanb unb ben beutschen Männergesang würbe bie Versammlung geschlossen. Nach bem offiziellen Teil löste ber Vereinshumorist W. Marsteller mit seinen Vorträgen große Heiterkeit aus Bei Gesang unb gemütlichem Beisammensein verbrachte man noch einige frohe Die ©etreibefammlung brachte ebenfalls ein sehr erfreuliches Ergebnis. Es wurden 83,70 Zentner Korn gefpenbet. — Die Holzhauerei in unserem Gemeinbewalb ist beendet. Die Brennholz- preife gingen bei ber Versteigerung gegenüber bem Vorjahr etwas zurück. _ . ch Ettingshausen, 21. Jan. Am Sonntag fanb hier im Saale von Paulus Walter ein Volksbilbungsabenb statt, zu bem bie aanze Einwohnerschaft eingelaben war. Zellenleiter D p p e r hieß bie Teilnehmer willkommen. Gemeinsam würbe fobann bas Lied „O Deutschlcmb hoch in Ehren" gesungen. In ber Folge wechselten ©e- bichtvorträge ber HI , bes BDM. unb bes Jungvolks, Theaterstücke unb gesangliche Darbietungen des Gesangvereins miteinanber ab. Herr Schilling trug burch zwei Liedvvrträge zur Verschönerung bes Abenbs bei. Mit einer kurzen Ansprache schloß ber Propaganbawart, nachbem noch gemein» am ein Lieb gesungen worben war, bie wohlge- lungene Veranstaltung in üblicher Weise. CO Klein-Linben, 20. Jan. Fraulem Wolf (Darrnstabt) vorn Hessischen Lanbesverein für evangelische Kinderpflege sprach m einer Versammlung der Evangelischen Frauenhilfe, zu der auch die Mütter der Kleinkinderschu er eingeladen mären, über das Thema „23om mnerften Dienst am Kleinkinde" Sie ermahnte, die Kinder schon in ; frühester Jugend zur Wahrhaftigkeit und zur ©e- - betspflege zu erziehen. Der Vortrag war recht gut “□r Sroe6 = n = 2inben, 21 San. 3m »origen Ä nachdem S^hull SÄ sx?» lein-Lind en, 21. Jan. Im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche^ hielt am Montag- °chen bMrbH???ronÄtC,neinen öffentliche ^Ver- schen in den Betrieben auf bas eine große Zieh bas Deutschlanb heißt, auszurichten. Er sprach ferner über bas rechte Verhältnis zwischen Be- triebsfüDrer unb GefolMaftsmann das von gegenseitigem Vertrauen getragen sein müsse. Zum Schluß Mete ber Redner die Aufforberung an bie Zu- hÄer bie noch abseits stehenben Dolksgenossen in die DAF hereinzuholen, um im Zusammenstehen oie unfprpci Vaterlanbes mitzuarbeiten. Lrtswalt?r N-u7°r ch-oß mit Kerlchen Dankes- °or”n an ben Redner bie Versammlung in ul» Ergebnis. Dorf-Gill, 20. Jan. Wie in allen Orten, bie zur Ortsgruppe Lich bes Reichs- luftfchutzbunbes gehören, so wurde auch m unserer Gemeinde dieser Tage durch den Gememde- gruppensührer und den Werbewart eine eifrige Werbetätigkeit burchgeführt. Diese Werbung hatte auch ben erwünschten Erfolg, lieber 80 Mitglieber gehören nunmehr ber ©emeinbegruppe Dorf-Gill an. Etwa 20 v. H. ber gesamten Einwohner sinb jetzt im Reichsluftschutzbunb erfaßt. — An einem ber letzten Abenbe veranstaltete bie Bäuerliche Wer kschule Gießen in unserem Gemeinde- saal einen Lichtbilbervortrag über „Geflügelhaltung auf bem Land." Der Vortrag war sehr stark besucht. Die Ausführungen der Rednerin Frl. Lanz-Gießen wurden sehr beifällig ausgenommen. — Der in hiesiger Gegend bekannte Missions-Inspektor Volkmann von der Berliner Zeltmission hält vom Mittwochabend ab in unserer Kirche mehrere bibliche Vorträge. ]) Lich, 22. Jan. Das Volk mit den Werken unserer großen deutschen Komponisten bekannt zu machen, ist seit vielen Jahren hehrstes Ziel des Frauenchors Lich. Daß es dem Chor gelang, seinem Ziele näherzukommen, hat er neben seinem vorzüglichen Stimmenmaterial in erster Linie seiner unermüdlichen Leiterin Fräulein Marie I ä g e r zu verdanken. In diesom Jahre kann der Chor aus sein 20jähriges Bestehen zuruckblicken. Als im Jahre 1916 der hiesige Kirchenchor aus Mangel an Männerstimmen seine Arbeit einstellen muhte, gründete Fräulein Marie Jäger den ^rauenchor und stellte diesen in'den Dienst ber Kirchenmusik Aus liebe zur Musik unb aus Freude am mehrstimmigen Gesang blieb auch nach Veendigung des Weltkrieges der Chor bestehen, wandte sich jedoch bann mehr ber weltlichen Musik zu. In lebem Jahre tritt er mit einer Veranstaltung an bie Oessentlich- roart ber „KdF.", Karl Bolte, hielt eine kurze. Ansprache. Im Verlause des Abends wechselten I bann gemeinsam gesungene Volkslieber, Konzert-1 stücke, Lieber bes Gesangvereins Daubringen unb I bes Frauenchores, Sprechchor bes BDM. und Der» I Ichiedene luftige Darbietungen miteinander ab. Eine I Theateraufführung der Laienfpielschar ber „Kraft I durch Freude" Gießen fand reichen Beifall. Bürger-1 meister Deines beschloß den Abend mit einer I kurzen Ansprache in üblicher Weise. — Dieser Tage I hielten bie Ortsbauernschast unb die Bäuerliche Bezugs- unb Absatzgenos-I senschast in ber Bürgermeisterei einen Sprech-! abenb ab. Ortsbauernsührer Grolz sprach über I wichtige Tagesfragen. An die Bekanntgabe ber I neuen Festpreise für Schweine schloß sich eine lebhafte Aussprache über Schweinemastverträge an. I Es würben 14 Schweine angemeldet. — M a i n z l a r, 21. Jan. Die NSG. „Kraft! durch Freude" veranstaltete im Saale des Gast-1 wirts Müller eine Filmvorführung für die Betriebsgemeinschaft der Didier- Werke. Neber 300 Arbeitskameraden nahmen an der Nachmittagsveranstaltung teil, so daß am Abend noch eine zweite Vorführung erfolgen mußte. Zunächst sah man Bilder vom Reichsparteitag in Nürnberg, anschließend gelangte der Film „Schloß Hubertus" zur Aufführung, ber viele herrliche Lanbfchaftsvilber aus ben Alpen brachte. Den Abschluß ber Vorführungen bilbete ein Film unter bem Titel „Schönheit ber Arbeit". t Treis a. b. Lba., 20. Jan. Gestern abenb fanb in Mills Saal eine Werbeverfamm- lung bes Reichsluftfchutzbunbes, Ortsgruppe Alten-Bufeck, statt, bei ber Lehrer Dr. Haas- Alten-Bufeck einen eingehenben Vortrag hielt über „Die Notwenbigkeit ber Luftfchutzbe- ftrebungen" unb über bie in Kürze zu erroartenben polizeilichen Anordnungen zur Durchführung ber erfotberüdjen Maßnahmen. Leiber konnte ber I Vortragenbe feine interessanten Ausführungen durch! die mitgebrachten Lichtbilder nicht unterstützen, da! ber vorhanbene Lichtbilberapparat versagte. t Treis a. b. L d a., 20. Jan. Auf Einladung des hiesigen Obstbauvereins hielt gestern nachmittag Obstbauinspektor Rentsch (Friedberg) in ber Wirtschaft von Becker bahier einen Vortrag über „Die Schädlingsbekämpfung in der Obstbaum-1 pflege". Die Schädlingsbekämpfung, fo führte der Gnbe bc5 verfloffenen Jahres 32 betrug. 1 ^kg7ngsfchlacht°unbed!n/m°ti7und m^ im Ans! Mzukammen nach 3° L°hrg°ngsteilnehmer fo da^ > lande (äugft befolgt Dazu gehört die Sefeitigung "t $”e'ne(6a°mt$İ* k" 2el;rqäugf Ältet. von allen Bauminvaliden ,n einer Gemarkung die W Snsgeiamt lonnien a a bessere Pflege der vorhandenen Bäume durch fach- werdenl GinDie Orts- männifches Äusputzen, Reinigen, Kalken, g^ppe beteiligte sich rege an den Leistungsfchrei- Anlegen von Leimgurteln und Fanggurteln. Beim PP ’ 9 Frankfurt. 18 Arbeiten konn- Spritzen mutz die Winter- und Sommerspritzung m I ben '".^^ar uno in r5rami^ unb g Anwendung kommen. Endlich ist auf Anlegen neuer rvor ag , erwähnte er d, -tz schon bestehenben Vergünstigungen berKmber reichen bei der Reichsbahn E,nkomm-nft-uer V r^ teilunq von Fettkarten und wies auf noch wetter geplante derartige Maßnahmen hm 18 " pfmn 30 Anwesenben erklärten ihren fosort gen Stritt einer Ortsgruppe, als beren vorlaufi- gCr Leiter Kaufmann Friedr C. W-ih bestimmt wurde. Als vorläufige Mitarbeiter stehen 'hm zur 50 M - Der hiesige Mannerchor g°b °m Sonntagabend in der Turnhalle em Konzer . Der erste Teil der Vortragsfolge brachte Chore atte^ rer Meister, währenb ber zweite -pu .. 9 >»,!„ SS'S'e?” («Ä NB SS. S" ’S- ■*- w-lS einen Kinderchor verstärkt, durchweg gute Leistungen verständnisvolle Auffaffung und gute 2.™, Abenb burch ein klemes ch l ^ubeYti Weber, Berufsmusikern, bie feiner Weife zur ©rieg, Wagner unb ^aseag; ^e5 Abenbs, Darbietung brachten. ß c j b eine ein» offenes Singen, gab Ehorm f kulturpoliti- leitenbe Erklärung, wobei er aus oie u, a. schen Aufgaben ber Eejangv m , ^3 t)inn)ie5 auch bas Gememschaftssingen g bat^n seichte einer offenen Singstunbe w eingeübt, unb Volkslieder und -in -'N'^Webe ünd Freude bei die Besucher waren mit v umritz in einer d-r Sache. Kr-iskulturwart H ß Q(fangDereine den wohlgelungenen Abend. c. 2)ie Ortsgruppe + ©rünbcrg, 21. 3 Steno gra- ©rünberg ber D>e J.^^auptDerfammlung Mitglieder wurden n-u^uf- Memv.eh^Kalber, ^ch^^^^^gefellfchast „er= genommen, 5 traten aus, so daß oer KRAFT DURCH FREUDE JEacfte mit uns Heute abend, in derVolkshalle, Beginn 20 Uhr: Großer Bunter Abend in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt. Mitwirkende: Margarete Slezak, Berlin, John Gläser, Frankfurt, Frido Grothey, Hamburg, Heinz Vogel, Düsseldorf, Lale Andersen- Wilk, Hamburg, Georg BlädeL München, Jan und Hein, Hamburg, und die Tanzkapelle Franz Hauck mit ihren Solisten. Eintrittspreise: RM. 1.20, 0.80, 0.60, 0,50 für DAF.-Mitglieder RM. 1.50, 1.20, 0.80. 0.60 für Nichtmitglieder der DAF. Vorverkaufsstellen: Oberhessische Tageszeitung, Schokoladenhaus Huntemann, Musikhaus Challier, Verkehrs verein, Seltersweg, Kreisdienststelle „KdF“, Schanzenstr. 18, sämtliche Betriebswarte. _________________________ 419 D ■IUI llllllllllll Nachlässe 11 lllll Immen-? Unmadiüoh abzugeb. Bestell erb wir v Poftk DampisägewerkLollar B.NuhnA.G., Lollar. KleineAnzeiaen im Gießener Anzeiger werden von Tauienben beachtet und aeleien. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoßlACo., Gießen Seltersweg44 tfn-a Trockenes kurz- geschnittenes Tannen- AMüNolz liefert Sägewerk WellerJeihgestePD Herein y.M Voranzeige! 426d Der große Turner-Maskenball am Samstag, dem 15. Februar 1986, in sämtl. Räumen der Turnhalle. Restaurant Stadt Mainz Heute Mittwoch bis 4 Uhr nachts geöffnet Donnerstag: 42iD Bunter Abend Bis 4 Uhr nachts geöffnet! Masken-Anzüge und alle Karneval-Artikel villlgsk del Karnbach, Kaplansg. 29 ß Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei feit. So veranstaltete er in den letzten Jahren Haydn-, Mozart-, Beethoven-, Schumann-, Schubert- und Brahms-Abende. Auch die modernen Meister, wie Wagner, Trunk, Knab usw. ließ er zur Geltung kommen. Daß er daneben das deutsche Volkslied nicht vernachlässigte, kam darin zum Ausdruck, oaß er einen besonderen Volksliederabend mit einem Vortrag von Lehrer Schmidt (Friedberg) veranstaltete. Auch die alten deutschen Märchen sanden bei ihm eine gute Pflegestätte. Zur Feier seines 20jährigen Bestehens bot der Frauenchor am gestrigen Abend in der hiesigen Turnhalle einen Chorabend, dessen erster Teil dem Gedenken Bachs und Händels gewidmet war. Seine Einleitung fand der Abend mit dem Chor „Dir Jehova will ich singen" von Johann Sebastian Bach. Lebhaften Beifall erwarb sich Frau Marie Wagner durch die Lieder „Willst du dein Herz mir schenken" (von Bach), „Er weidet seine Herde" (Händel) und dem Largo von Händel, von Fräulein Jäger mit großem Einfühlungsvermögen auf dem Klavier und Herrn Ph. Sommer auf der Violine begleitet. Im Verlauf der Feierstunde folgten zwei weitere mit Geschick vorgetraqene Ehöre und verschiedene auf dem Klavier vierhändig vorgetragene Konzertstücke. Der zweite Teil des Abends'stand im Zeichen der Hausmusik und des Volksliedes. Verschiedene Chorgesänge und Jnstrumentalvorträge zeigten, wie Eltern und Kinder teilhaben können an häuslicher Musik, die sowohl zur Erholuna nach anstrenaender Arbeit und Sammlung neuer Kräfte als auch zur Ausgestaltung von Familienfeiern und -festen beiträgt. Reichen Beifall fanden u. a. auch das musikalische Märchen „Die Eiskönigin" (für Frauen- und Kinderchor, Soli, Rezitation und Melodram mit Klavierbegleitung) von Holländer, ein Blumentanz, ausgeführt von Turnerinnen des Turnvereins Lich, ein 'bunter Strauß deutscher Volkslieder und weitere Chöre. Die weit über 100 Personen zählende Zuhörergemeinde folgte mit sichtbarer Freude allen Darbietungen. I Hungen, 21. Jan. Der VDA. veranstaltete im Saal des „Darmstädter Hof" eine eindrucksvolle Kundgebung für das Deutschtum im Ausland. Rach einleitenden Begrüßungsworten des Leiters der Schulgemeinschaft für das Deutschtum im Auslande, Dr. Kratz von der hiesigen Realschule, sprach Dentist Weiß im Rahmen eines Lichtbildervortrages in anschaulicher Weise über seine Erlebnisse und Eindrücke, die er anläßlich eines mehrjährigen Aufenthaltes in Südamerika gewonnen hatte. In humorvoller Weife verstand es der Redner, feine zahlreichen Zuhörer zu fesseln. Ausgezeichnete Aufnahmen vermittelten dem Zuhörer den Reiz der tropischen Länder. Mit dem Hinweis auf die Schwere des Kampfes, den der Deutsche heute überall auf der Erde um die Erhaltung seines Deutschtums zu führen habe, bat der Redner eindringlich am Schluß seines mit aroßern Beifall aufqenornrnenen Vortrages, durch Beitritt in die O'-tsariwpe des VDA. das Vollen und Schaffen des Vereins für das Deutschtum im Ausland tatkräftig zu unterstützen. Die beiden hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „Liederkranz" umrahmten mit ausgezeichneten Gesangsvorträgen die Veranstaltung. — In diesen Tagen hielt die Freiwillige Feuerwehr bei Gg. Weck ihre Jahreshauptversammlung ab. Rach den Begrüßungsworten des Hauptbrandmeisters Köhler konnte er in seinem Jahresbericht feststellen, daß die Gemeinde Hungen in dem verflossenen Jahre von Bränden verschont geblieben ist. Lediglich auswärts mußte die Wehr zweimal in Tätigkeit treten, nämlich bei zwei orn^n Bränden in Nidda und Geiß-Nidda. Anschließend hielt Hauptbrandmeister Köhler einen Vortrag über die Bedeutung des Luftschutzes. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, anläßlich des 60jährigen Bestehens der Wehr eine Jubiläumsfeier zu veranstalten. Die Freiwillige Feuerwehr, deren Gründung am 19. Februar 1876 durch den Turnverein erfolgt ist, kann auf eine segensreiche Tätigkeit zurückblicken. — Die den Heinrich Weck iV. Erben gehörige Hofreite Kaiserstraße 35 aina zum Vreise von 12 000 Mark in den Besitz des Elektromeisters Paul Reuter über. Der neue Besitzer will durch Einbau von Schaufenster in der Straßenfront das Gebäude zu Geschäftszwecken benutzen. 8 Obbornhofen, 21. Jan. Der Regsamkeit des Landwirts Heinrich Block I. ist es zu danken, daß nunmehr auch hier ein O b st b a u v e r e i n ins Leben getreten ist. Bis jetzt zählt der Verein siebzehn Mitglieder. In einer Sitzung am gestrigen Abend wurde Heinrich Block zum 1. Vorsitzenden und Friedrich Groß zum Rechner des Vereins bestimmt. Gleichzeitig wurde hierbei das wichtigste Interessengebiet, die Schädlingsbekämpfung und deren Durchführung, besprochen und dabei bestimmt, mit der Winterspritzung der Obstbäume alsbald zu beginnen. Da dem Verein noch keine eigene Spritze zur Verfügung steht, soll vorerst die der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenoffenfchaft gehörige Hederichspritze nach Anbringung einer Vorrichtung für das Spritzverfahren benutzt werden. Schon feit Jahren waren hier Bestrebungen vorhanden, eine allgemeine Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Aber sie scheiterte immer an dem mangelnden Verständnis vieler Besitzer. Nach den nun bestehenden reichsgesetzlichen Bestimmungen über die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge ist jeder Obstbaumbesitzer verpflichtet, die Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen. Diese Aufgabe hat nun hier der neugegründete Obstbauverein übernommen. Welchen materiellen Nutzen eine systematische Schädlingsbekämpfung im Gefolg hat, zeigen die jährlichen Obsternten in der Nachbargemeinde Bellersheim, wo schon seit Jahren die Schädlingsbekämpfung regelmäßig durchgeführt wird, in geradezu offensichtlicher Weife. Möge auch hier die Tätigkeit des Obstbauvereins zu einem vollen Erfolg werden. Kreis Alsfeld. * Mücke, 21. Jan. Die Ortsfachgruppe „Imke r" hielt in der Gastwirtschaft B a i st eine stark besuchte Versammlung ab. Im Mittelpunkt des Abends stand auf der Tagesordnung der Lichtbilder-Vortrag von Pfarrer i. R. A i f ch - Bad-Nau- heim über das Thema: „Der Honig als Kraftquelle für das Herz." Damit auch weitere Kreise unseres Volkes den Wert des Honigs für die Ernährung und die Volksgesundheit kennenlernen sollen, waren über den Rahmen der Fachschaftsmitglieder hinaus interessierte Kreise der Bevölkerung — vor allem Hausfrauen — eingeladen worden. Die Versammlung folgte mit größter Aufmerksamkeit den Ausführungen des Vortragenden. An Hand von Bildern zeigte dieser die ungeheure Arbeitsleistung des Herzmuskels. Kein anderer Motor sei überhaupt imllande, ein'' solch" Belastung dauernd auszuhalten, wie sie der Motor Herz jahraus, jahrein leiste. Das Herz könne das ja auch nur deshalb, weil es im Gegensatz zu unseren sonstigen Maschinen immer wieder neu ernährt und gekräftigt werde. Diese neue Stärkung erfolgt durch' die Aufbauarbeit des Blutes, das ständig erneuert werden Müsse. Hier nun zeigte der Vortragende, wie gerade der Bienenhonig dem Blute und damit auch dem Herzen direkt die Stoffe zuführe, die es brauche. Eine gewisse Vorverdauung habe sich ja schon im Bienenkörper abgespielt, so daß die Hauptbestandteile des Honigs, vor allem Frucht- und Traubenzucker sofort in die Blutbahn des menschlichen Körpers gelangen. Darauf beruhe die sofortige Wirkung dieses in der Öffentlichkeit leider noch nicht hinreichend bekannten Heilmittels. Honig stelle ein wunderbar zusammengestelltes Rezept dar, — „einen geradezu vollkommenen natürlichen Herz- betriebsstoff" wie ihn Prof. Dr. Koch, der Leiter des Kerckhoff-Jnftitutes Bad-Nauheim nennt. Zahlreiche praktische Winke über die Verwendungsmöglichkeit des Honigs fügten sich in den Rahmen des zu behandelnden Stoffgebietes ein. Der Vortrag hinterließ einen starken Eindruck auf die Zuhörer. Nach einer kurzen Pause wurde — ebenfalls anhand von Lichtbildern — den Versammelten die Unsitte zum Verständnis gebracht, die in dem Abreißen der Weidenkätzchen liegt. Auch diese Ausführungen verfehlten ihren Zweck nicht. Nach herzlichen Dankesworten an den Vortragenden und nach der eindringlichen Mahnung an die Versammelten, alles zu nm. was der Bienenzucht, diesem oft stiefmütterlich behandelten Teil der deutschen Volkswirtschaft, diene, schloß der Vorsitzende Erb die Versammlung. Kreis Ariedberg. > Kirch-Göns, 20. Jan. Bei der G e - meindebrennholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 19—22 RM. je 2 Raummeter, Eichenscheit 8—10 RM. je 2 Raummeter, Hainbuchenscheit 6 RM. je Raummeter, Kiefernscheit (Rollen) 6—7 RM, je Raummeter, Buchenknüppel 12—15 RM. je 2 Raummeter, Eichenknüppel 8—12 RM. je 2 Raummeter, Kiefernknüppel 3—4 RM. je Raummeter, Buchenwellen 8—14 RM. je 100 Stück, Eichenwellen 6—7 RM. je 50 Stück, Kiefernwellen 0,65 RM. bis 1 RM. je 50 Stück, Buchenstöcke 1 RM. je Raummeter, Eichenstöcke 1 RM. je Raummeter. Aus Den preußischen Nachbargebieten Es leben noch Brautausbinderinnen im Hüttenberg. I Dornholzhausen, 19. Jan. Durch die Presse ging vor kurzem die Nachricht, daß in der Person der Frau Heß aus L e i h g e st e r n die letzte Aufbinderin des Brautschmuckes der Hüttenberger Tracht gestorben sei. Diese Nachricht bedarf insofern der Richtigstellung, als in unserem Orte heute noch zwei solcher Aufbinderinnen leben: die 70 Jahre alte Witwe des verstorbenen Kreisstraßenwärters Anton Sauber, Wilhelmine, geb. Mack, und deren 33 Jahre alte Tochter, Maria Arnold, geb Sauber. Frau Sauber hat das Brautaufbinden vom Jahre 1888 bis 1920 nicht nur in unserem Dorfe, sondern auch irt den Nachbarorten besorgt; von da ab hat es ihre damals erst 17 Jahre alte Tochter übernommen, die heute noch in wenigen Fällen, in denen Bräute in Hüttenberger Tracht zum Traualtar geführt werden, die Braut „aufbindet". Frau Sauber hat auch das Brautgebinde selbst angefertigt; von ihr hat es ihre Tochter übernommen, die den Schmuck dann, wenn es nötig ist, verbessert und ihn nach Wunsch der Braut gestaltet. Weitere Brauaufbinderinnen, in Hüttenberger Mundart „Offbennische" genannt, leben noch in Hochelheim und in Cleeberg. Kinder an Dip*»i->ne aestorben <£ Vetzberg, 21. Jan. Nachdem man hier allgemein mit einem Abflauen der in unserem Orte seit Monaten herrschenden Diphtherie rechnete, tritt die heimtückische Seuche neuerdings wieder st ä r f e r auf, und zwar in äußerst heftiger Form. In den beiden letzten Tagen fielen ihr zwei K i n - der zum Opfer, darunter ein Knabe als zweiter Todesfall in einer Familie. Oie Zigeuner-Oeviienaffäre. Richter vorgeführten Beschuldigten Haftbefehl erlassen worden. Die weitere Bearbeitung liegt in den Händen der Staatsanwaltschaft. Kreis Detzlar. T Wißmar, 20. Jan. Die hiesige Ortsbau - ern schäft hielt dieser Tage bei gutem Besuch eine Versammlung ab. Ortsbauernführer Wagner gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder W. S e i b und Chr. Groh. Anschließend erstattete der Rechner den Rechenschaftsbericht. Von den Kassenprüfern wurde die Kasse in bester Ordnung befunden. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach der Ortsbauernführer über die Erzeugungsschlacht und wies auf die zu erfüllenden Aufgaben hin. Er erinnerte an das erfreuliche Ergebnis, das im Sommer bei einem Gemarkungsgrundgang festgestellt werden konnte, betonte den Wert der Einsilierung von Futter und Kartoffeln und sprach dann kurz über den Flachsanbau. Die Sandwirte erklärten sich bereit, die für die hiesige Gemarkung feftgelegte Fläche anzubauen. Sodann beschäftigte sich der Ortsbauernführer mit der Schädlingsbekämpfung, mit der Anpflanzung von Obst- und Nutzbäumen und mit der Hühnerhaltung. Eine planmäßige Winterspritzung soll auch in diesem Jahre von der Gemeinde durchgeführt werden. Weiter wurde davon Kenntnis gegeben, daß die Zuteilung der neuen Grundstücke im „Berghaufen", die durch den Abtrieb einer großen Waldfläche zur Verfügung stehen werden, nach der Abmessungsarbeit des Kul- turbauamtes in aller Kürze vorgenommen werden wird. Zum Besuch der Reichsnährstands-Ausstellung in Frankfurt a. M. meldeten sich viele Bauern. Schließlich wurde noch auf die Notwendigkeit des Bezugs hochwertiger Saatkartoffeln hingewiefen. Ortsbürgermeister Kraus forderte auf, mit allen Kräften dazu beizutragen, daß die Volksernährung aus eigener Scholle sichergestellt werden kann. In üblicher Weise wurde dann die Versammlung geschlossen. SPD. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Juftiz- pressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: In dem Strafverfahren gegen die Zigeuner Kor- patsch und andere wegen Devisenver-I (D Krofdorf, 21. Jan. Am Sonntag hielt gehens usw. ist gegen dreizehn der dem'der Gesangverein „Germania", der bereits im neunten Jahrzehnt seit seinem Bestehen die Tradition früherwachten dörflichen (Semem» schaftssingens pflegt, im Stammlokal Abel seine Jahreshauptversammlung ab. Der neuernannte Vereinsführer Ernst Schleenbecker gab einen eingehenden Jahresbericht über die Arbeit und die Veranstaltungen des Vereins, der unter der Stabführung des Dirigenten Phil. Groß- Wiefeck steht. Der Kassenabschluß wies einen günstigen Stand auf. Zu seinen Mitarbeitern im Dor- stand ernannte der Vereinsführer K. Drescher als Schriftführer, K. Will als Kassenwart, Will). S t r a cf b e i n und A. Bechthold als Beisitzer. Die vom Deutschen Sängerbund herausgegebenen Dereinssatzungen fanden einstimmige Annahme. Um für die deutsche Gesangssache und den Verein zu werben und der Oeffentlichkeit Rechenschaft über die Arbeit in den Singstunden zu geben, wurde beschlossen, zu Beginn des Frühjahrs, wie im Vorjahre, ein Konzert zu veranstalten. Auch neigte man zu der Annahme, daß der diesjährige Kreisliedertag nach Krofdorf verlegt werden wird. <£ Rodheim a. d. Bieber, 21. Jan. Einen schweren Unfall bei d e r Arbeit erlitt gestern der beim Schwelkraftwerk Wölfersheim in der Grube Weckesheim beschäftigte Bergmann Heinrich Bender von hier. Der bedauernswerte Mann stürzte so unglücklich ab, daß er einen schweren Schädelbruch daoontrug und in ernstem Zustande nach Gießen in die Klinik verbracht werden mußte. A Ä i n 3 e n b a d), 20. Jan. Der hiesige Turnverein „G u t H e i l" hielt im Vereinslokal Peusch seine Generalversammlung ab. Nach der Begrüßung gab Vereinsführer 93 epi er den Geschäftsbericht bekannt, gleichzeitig berichtete er über den Mitgliederbestand, der durch die Auflösung der Schüler- und Schülerinnenabteilung zurückgegangen ist. Der Rechner erstattete den Kassenbericht, der einen befriedigenden Stand der Kasse auswies. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Anschließend gab der Oberturnwart einen umfassenden Bericht über sein Arbeitsgebiet. Er erwähnte dabei, daß alle Veranstaltungen des Kreises wie auch das Gaufest in Gießen besucht wurden. Verschiedene Veranstaltungen führte der Verein selbst durch. Sehr rührig war die Turnerinnenabteitung, die eine stattliche Anzahl Siege errang. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden die für das Jahr 1936 vorgesehenen Veranstaltungen besprochen. Da der Verein in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiern kann, soll an den Kreis wegen der Uebertragung des Volksturnenr im Kreisgebiet an den hiesigen Turnverein herangetreten werden. Der bisherige Vereinsführer wurde einstimmig wiedergewählt Nach einer kurzen Aussprache über interne Vereinsangelegenheiten fand die Versammlung ihren Abschluß. - ch Dornholzhausen, 20. Jan. Bei der hiesigen Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Fichtenscheit 6—8 RM., Fichtenknüppel 3—4 RM., Fichtenreiferknüppel 3 RM., Kiefernscheit 7—8 RM., Kiefernknüppel 6—7 RM., Fichtenabraum 1,50 RM. je 2 Raummeter, gemischte Reiser 2. Klasse 5—8 RM. je 50 Wellen. > Dutenhofen, 20. Jan. Dieser Tage wurde in unserer Schule der neu eingerichtete Saal, welcher der fortbildungsschulpflichtigen weiblichen Jugend unseres Ortes zum Unterricht dienen soll, seiner Bestimmung übergeben. Zu einer kleinen Feier fanden sich Bürgermeister G e r l a ch , Stützpunktleiter Gaß, Fräulein Fröhlich, wie auch die schulpflichtigen Schülerinnen ein. Der neu eingerichtete Saal ist zweckmäßig unterteilt, so daß alle hauswirtschaftlichen Arbeiten darin ausgeführt werden können. Der Unterricht findet jeweils am Donnerstag und am Samstag statt Die Schülerinnenzahl beträgt einschließlich der schulpflichtigen Mädchen von Münchholzhausen 76. * Dorlar, 21. Jan. Der 46 Jahre alte Sandwirt Sudwig F ö r ft e r zog sich durch einen unglücklichen Sturz in der Scheune einen Bruch des rechten Oberschenkels zu und mußte durch die Sanitätskolonne Gießen in die Klinik gebracht werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. h. in R. Die Firma selbst kann keinen Wandergewerbeschein beantragen, sondern nur der Gewerbetreibende. Jedoch kann die Firma, wenn sie Artikel durch einen Angestellten vertreiben lassen will, bei der Bürgermeisterei ihres Sitzes die Ausstellung eines sog. Segitimationsscheins beantragen. bei reichhaltiger Auswahl preiswert im Bitte beachten Sie mein Masken-Fenster Hftys DER GUTEN £ie für das 'n befpro» 1 25jiih. den Kreis rnens im । herange- rer wurde i^en Aus- eiten fand Bei der ’n folgende iiditen'fnüp. M, Kie. 5-7 M., imeter, ge« Wellen. 'age wurde :te Saal, weiblichen dienen soll, ner kleinen ich, Stütz- roie awf) r neu ein» o daß alle sührt wer- am Don- lülerinnen« igen Mdalte Land- । einen un- len Bruch und mußte t Klinik ge- YMIMMlMlk». Vornan von © von ©ellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. $)., Berlin SW 68. 1. Fortsetzung. Nachbruck verboten! „Na, sehr wohlhabenb sah er nicht aus," meinte Hans, „unb krank ist er auch gewesen. Aber da wart ihr schon hinausgegangen, als er das erzählte. Deshalb schlief er doch an Muttis Schulter ein." Die schöne Frau ließ die Hand sinken, die sie im müßigen Spiel leise hin und her bewegt, unb sah schnell auf — „Eingeschlafen? An Mamachens Schulter?!" r s Das ist ein starkes Stück," warf ihr Mann dazwischen. „Warum hast du denn da nicht mit Mama den Platz gewechselt. Junge? Frau Margret lächelte wieder ihr hinterhältig vergnügtes Lächeln „Ach, da hätte er auch nich beguemer geruht," antwortete sie arglos, „mein alter Sealmantel ist immer noch weicher als Han- lens Valetot" Grete nickte der Mutter mit funkelnden Augen zu, aber Elfriede Stalling schüttelte den Ko^si „Mamachen, manchmal bist du doch wirkliche bißchen unmöglich. Wer weiß, wer der Mensch war!" Es klang weit weniger entrüstet als farm, wenn die reizende Frau ihre sL fand. Sie lehnte den Kopf zurück und preßte die Fingerspitzen gegen beide Schlafen. „Ich hab rasenoe Kopfschmerzen", klagte sie. _ . . Frau Mervius beugte sich besorgt vor„Das tat mit schrecklich leib, schon fett fjeute mtttag? aber Kind, warum sagtest bu mir kein Wort, ba waren wir doch nicht in die Kirche 6egauge wollte Ick backte es wurde wieder vergehen, wouie euch doch die Freude nicht verderben, aber es.schentt eine meiner bösen Migränen ju»«ben 3™ Elfriede seufzte und schloß H führe? wärst du sehr böse, wenn ich nach Hause führe. Du kannst ja dann zuruck zu Mama „Aus keinen Fall", ?P^u9"!nen äärtl&Torgten sandte seiner jungen einen za a? Blick zu, „wenn du dich krank s Y! , l ^enn t2 beide heim. Das wäre ja , Schatz!" dich am Neujahrsabend allein M -^rau Margret Die Leidende lächelte matt^ Auch Frau Margr^ betrachtete den breiten Rucken a wenig Wenn Th-obor Stallmg chr auch p«rf°nu^w°n g Sympathie «-nsl-ßt-: Elfn-be lt-bt- jüngeren nicht zu bezweifeln, gottlob. Die teitnahms= Geschwister saßen merkwürdig steif Menschen los ba. Wenig B-rstandm- haben ,UN^- ^ m für körperliches Leiden, dachte Frau jka h streichelte zart die Hand der Tochter Sträuße märchenhafter Gewächse auf dem Glas. — Und behutsam streicht der Finger darüber hin, sachte, mit einer leichten Scheu unb verschämter Feierlichkeit. So hab ich es oft als Bub getan. Ja, also boch! Auch ber Winter spenbet bem Blumen, ber ein Herz hat, zu sehen. Die Blume bes Januars ist bie Eisblume. W. Neurath. Deutsche Hattentennismeisterschasten in Bremen. Die Deutschen Hallentennis-Meisterschaften in Bremen brachten lebhaften Spielbetrieb. Es gab auch einige Ueberraschungen. So würbe ber Franzose Lanbky von bem Deutschen Gerstel 6:4, 6:2 geschlagen, währenb Henkel gegen Sperling ben ersten Satz abgab, aber boch noch 5:7, 6:0, 7:5 gewann. Werner Menzel warf ben Italiener Rabo 6:4, 6:2 aus bem Rennen; sonst gab es auf ber ganzen Linie bie Siege ber Favoriten. Dre Reichs* und-Fa ne ist öa! Mit bem 20. Januar würbe bie laut Genehmigung bes Reichsminifters bes Innern vom 13. September 1935 geschaffene Fahne bes Deutschen Reichsbunbes für Leibesübungen ber Öffentlichkeit übergeben. Gleichzeitig bamit erscheint auch bie am 14. Januar unterzeichnete Verorbnung über bas Reichsbunb- Abzeichen, bas in golbener Ausführung, mit einem Eichenkranz versehen, ben Gewinnern einer beutschen Einzel- ober Mannschafts-Meisterschaft zum erstenmal für bie vorjährigen Meisterfchastskämpfe verliehen wirb. Gewinner früherer beutscher Meisterschaften können nachträglich Verleihung bes Abzeichens burch ihr Fachamt beantragen. Den Vereinen unb ben sonstigen Organisationen bes Deutschen Reichsbunbes für Leibesübungen ist es gestattet, bas Abzeichen bes Reichsbunbes auf Urkunben, Siegerpreisen unb ähnlichen Gegenstän- ben anzubringen, jeboch sinb bie Entwürfe bem 1920 allein der Halbrechte der zu erzielen. mer Wirtschaft. Auslandsrenten ca. 63,75 (64,25) etwas leichter. Hach de be- Devifenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. Banknoten. heim noch zu zwei Straiwürfen, ihnen nicht mehr, den Ausgleich wahrte ihre feste Grundhaltung, aber das Geschäft war heute weiter vermindert und Spezialbewegungen waren nicht zu verzeichnen. Die geringe Publikumsbeteiligung führte beim berufsmäßigen Börsenhandel zu weiterer Zurückhaltung, und lediglich die vorliegenden günstigen Wirtschaftsnachrichten gaben der Börse das freundliche Gepräge. Wie bisher, blieb die Börse auch heute von den außenpolitischen Vorgängen völlig unberührt. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich, wobei aber meist leichte Erhöhungen eintraten. Größeres Interesse erhielt sich am Montanmarkt. Hoesch gewannen 1, Klöckner 0,75, Rh-in. Braunkohlen 1 v. H., Mannesmann gaben 0,50 v. H. nach, Stahlverein, Harpener und Mansfelder lagen behauptet. Bon Elektroaktien blieben Siemens mit 173,90 (172,75) fest, Schuckert mit 127,50, (128) lagen ruhiger. Lahmeyer und RWE. zogen je 1 v. H. an, AEG., Bekula und Geffürel lagen unverändert, schwächer waren aber Deutsch-Atlan- ten-Telegraf mit 110,50 (112,50). IG. Farben notierten bei kleinen Umsätzen mit 151,75 bis 151,50 (151,65), andere chemische Werte lagen vorerst geschäftslos. Maschinen- und Motoren-, sowie Zellstoffaktien blieben behauptet. Im einzelnen eröffneten Holzmann mit 96,75 (95,50), Deutsche Linoleum mit 146 (145,50), Westdeutsche Kaufhof mit 31.90 (31,50), Haufwerke Füssen mit 91 (90,50), AKU. mit 52,65 (52,75), ferner AG. für Verkehr mit 103 (104) und Jul. Berger Tiefbau mit 119,25 (119,75). Am Rentenmarkt war das Geschäft sehr klein und die Kurse lagen zumeist unverändert. Höher gefragt waren Zinsoergütungsscheine mit 92,60 (92,40). Zertif. Dollar-Preußen lagen mit Dankesworten an die Turnerinnen und Turner, sowie mit einigen Mahnworten an die Jugend den Kampf. Anschließend folgte der Werbeabend, des Turnvereins Launsbach, der die Turnfreunde bei Tanz und einigen Turnerliedern noch geraume Zeit zusammenhielt. Handball im Männer-Turnverein. MTV. Gießen I — Tv. Heuchelheim I 7:6 (1:2). iL lebhaft. — Nächster Markt: 4. Februar. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Börse 98 Brief. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Gemüse- zufuhren blieben allgemein stark und vielfach verblieben bei meist rückläufigen Preisen und unbefriedigendem Geschäftsgang Ueberstände.. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9 bis 18 Stück, 2,25 bis 3,00 ital., Eskarol 6 bis 12, Feldsalat groß 25 bis 35, klein (Mistbeet) 50 bis 75, Gelbe Rüben 2% bis 4, Karotten 4 bis 5, Kohlraben 2% bis 4, Kopfsalat Steige 24 Stück 5,50 bis 6,00 span., Pilze 30 bis 35, Rosenkohl 15 bis 20, Rotkraut 7 bis 10, Sellerie je nach Größe 10 bis 30, Spinnt 7 bis 12, Tomaten Steige 20 Pfund 5,50 bis 6,00 (Sarmr., Weißkraut 3 bis 6, Wirsing 4 bis 8, Winterkohl 7 bis 8, Zwiebeln 7 bis 9. Obst- und Südfrüchte: Angebot von deutschen Aepfeln gut, Nachfrage nach la Auslesen gut, im übrigen recht schleppend. Preise unverändert. U. a. notierten: Aepfel I 24 bis 30, II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 14 bis 17, Goldparmänen 20 bis 30, Boskop 20 bis 30, Amerikaner: Kiste zirka 40 Pfund rote 16,00 bis 18,00, do. gelbe 16,50 bis 18,00, im Faß 120 Pfund 28 00 bis 30.00, Apfelsinen blond 14 bis 20, Navel 26 bis 28, Blut 22 bis 25 ital., Birnen 22 bis 28, Mandarinen 16 bis 24, Feigen 25 Pfund 11,00. Kranz-Feigen 50 Plund 8,00 bis 9,50, Walnüsse 45 franz., Zitronen Kiste 300 und 360 Stück 6,00 bis 7,00. Frankfurter Häuteauktion. Fwd. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die gut besuchte Frankfurter Zentral-Auktion brachte, gleich den anderen süddeutschen Auktionen, erhöhte Preise für Kalbfelle (+ 3 bis 5 Pf. je Pfund). Auch die Höchstpreise für die Rinder-, Kuh- und Bullenhäute waren leicht gestiegen (+ 1 bis 2 Pf.). Das gesamte anfallende Material, etwas mehr als im Dezember, wurde zugeteilt. To. 1846 — Lollar 2:1. Sportverein 1920 Lollar. Am vergangenen Sonntag kämpfe der SV. mit vier Mannschaften, und zwar spielten: Tv. 1846 Gießen I — Lollar II 2:1 — Grüningen ausgefallen; Heuchelheim II — Krofdorf 5:7; Fellingshausen — Wißmar 4:1; Londorf — Rüddingshausen 0:3; Flensungen — Gro- ßcn-Buseck II 2:2; Daubringen — Geilshausen ausgefallen; Grünberg II — Lollar III 4:0; Spfr. Wetzlar II — Naunheim II 6:3; Waldgirmes — Sportfr. Wetzlar III 1:7; Aßlar II — Waldgirmes II 2’3 Gesellschaftsspiele: Staufenberg — Großen-Linden II 5:5; Garbenteich — 1900II 3:3; den Ton angeben. Ihr Eifer wurde sogar mit einem dritten Tor belohnt. Schließlich hatte der MTV.-Sturm die schwache Stelle in der Ver- Eine stark geschwächte Elf (Bingel, Jungheim, Menges und Strack mußten ersetzt werden) stellte sich den Heuchelheimer Turnern zum fälligen Punktespiel. Daß unter diesen Umständen wenig Lorbeeren zu ernten waren, stand für die Männerturner von vornherein fest. Heuchelheim ist als schnelle und vor allen Dingen eifrige Mannschaft bekannt. Es war ein spannendes Ringen um die wertvollen Punkte zu erwarten. Die Heuchelhei- hatten um den eventuell drohenden Abstieg zu Kommentar zur Marktordnung sür das graphische Gewerbe. Bekanntlich hatte der Reichskommissar für Preisüberwachung die Fachoerbände des graphischen Gewerbes durch die neue „Ordnung für das graphische Gewerbe" vom 21. Mai 1935 zu einer Marktregelung in Verbands-Selbstverwaltung ermächtigt. Die Ordnung war ergänzt worden durch eine Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 7. Juni 1935 mit einem Neuerrichtungs- und Erweiterungsverbot für graphische Betriebe und mit dem Anschlußzwang für Außenseiter-Firmen. Die marktregelnden Verbände des graphischen Gewerbes haben mit Ende 1935 ihre verschiedenen Durchführungsaufgaben formell abgeschlossen. Heber das gesamte Ordnungswerk nebst Durchführungs-Anordnungen erscheint im Verlag des Deutschen Buchdrucker-Vereins E, V. (Berlin W 9) eine Textausgabe mit Erläuterungen von Stadtrat a. D. Dr. Leiste und Amts- und Landrichter G l i ß m a n n (Reichskommissariat für Preisüberwachung). Das Ordnungswerk für das graphische Gewerbe stellt sich dar als ein Kalkulationskartell auf Richtpreis-Basis mit stark ausgeprägter Erziehungstendenz; es wird in feinem selbstverwalten- den Ausbau und in feiner neuen Methodik weit über das graphische Gewerbe hinaus bei der gewerblichen Wirtschaft, insbesondere bei der verarbeitenden Industrie Interesse auslösen. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 730 Stück Großvieh, 154 Fresser, 139 Kälber zunx Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450 bis 600 RM., 2. Qualität 320 bis 430, 3. Qualität 200 bis 300; Rinder, bis Xjährig 120 bis 190, %= bis zweijährig 190 bis 270, tragend 270 bis 490; Kälber bis 3 Wochen 24, bis 4 Wochen 30, bis 6 Wochen 52 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf ringen, den Männerturnern lag vor allem am Herzen, ihren unmittelbaren Anschluß an die Spitze weiter zu festigen. Heuchelheim fand sich schnell zusammen und erzielte das Führungstor. Bei den MTVern wollte es zunächst nicht so recht klappen, trotzdem sich der Ersatz gut in die Mannschaft einpaßte; allem der sicher arbeitenden Hintermannschaft war es zu verdanken, daß das Halbzeitergebnis mit wenig Toren 1:2 für Heuchelheim endete. — Nach Wiederbeginn waren es wieder die Platzbefitzer, die eine Zeitlang Ihr Eifer wurde sogar mit waren sehr still, Mexikaner gaben etwas nach. Im Verlaufe unterlagen die Kurse einigen Schwankungen, bei kleinem Geschäft ergaben sich aber meist leichte Rückgänge, insbesondere am Montagsmarkt. Ferner ermäßigten sich Aku auf 51 (52,65), Holzmann auf 96 (96,75), IG. Farben auf 151,25 nach 151,75. Westdeutsche Kaufhof bis 32 nach 31,75—31,90. Fest waren bei lebhaftem Geschäft Siemens mit 175 nach 173,90 und Schuckert mit 128,50 nach 127,50, ferner fliegen Cement Heidelberg auf 124,50 (123) und Lahmeyer auf 126,75 (125). Am Rentenmarkt bröckelten Kommunal-Umschul- dung auf etwa 87,30—87,35 ab. Altbesitz notierten 109,80 (109,90). Industrie-Obligationen lagen behauptet. Von Goldpfandbriefen bröckelten 4,5 Franks. Hyp. R 1—4 auf 96,40 (96,50) und dto. R 8—10 auf 96,25 (96,50) ab, die übrigen lagen unverändert. Von Liquidations-Pfandbriefen notierten u. a. Frankf. Hyp. 101,90 (101,65), Franks. Pfandbriefbank 101,40 (101,75), Stadtanleihen lagen nur um Bruchteile eines Prozentes verändert. Tagesgeld unverändert 2 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse verzeichnete nur sehr kleines Geschäft und brachte nur geringfügige Kursveränderungen. Die Stimmung war nicht unfreundlich. Auf höhere Meldungen aus Amsterdam waren Kunstseide AKU. gut erholt auf 53 (51,50). Im übrigen lag das Kursniveau zumeist behauptet. Montanwerte bröckelten aber zum Teil noch etwas ab. Am Kaffamarkt kamen Allianz-Verein AG. mit 256 (am 20. Januar 223,50) zur Notiz, ferner - notierten Kalter Brauerei mit 40,50 (35); für Siemens-Reiniger erhöhte sich die Taxe auf 100 nach 97 heute mittag und einem letzten Kurs von 93,50 am 18. Jan. Der Rentenmarkt war bei unveränderten Kursen geschäftslos. Im Freiverkehr blieben neue Türken schwach, I. Tranche 99,50, II. Tranche «s# «k'Äm-r« ^«sorechali Ä teiöigung erkannt; . MTVer konnte in regelmäßigen Abständen fünf Tore einsenden. Mit dem Stande 7:4 kam Heuchel- ' ~ ' jedoch gelang es Die Nets Nr MN R unter bi bes$ Mieilt btj tJtj beten, Der neuen 1 Ni L*n S Nt, "* Ma । Nti *)nbe lich 's s* hbent s. iv^ i-N-r« b.‘lrQ ssr Kabine^ nach ist oielineyr, da seich ans Rude Vorzeichen em M neu zu v eines bedenkst [ie wird namlu len 60 Jah die Rekordlels alle breioiertel braucht hat. - die gegenr periode von 1 derrekord aufs Vorgängern c ft ü r 31- In dieser A um die Reg Gstaltung t Spielen. Dc Asche Regi Kassen, ' Goldschatzes Minister not wendigsten Arbeitsbesä j (nicht wem !aus. GewÜ ungeheure! gen Laval nen Spar' Sparprvg' dringlichst w i l l i g i vor sich si Frankreic an den i : rüstuna . unter "at einmal z angemess Laval Lächeln \ stur zr eis aus Ge i thietunl sen gix Herriol sestgeste Ministe zugeger riots. feen W auf dl hat ja; erst er! kehren, und di- geführt fand jh fungspo und die .gliederte sten Ai Wenn den seit vernhr Spitze traun seinen ger e sowohl nach d tenfofic i der Ut anderer Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 4 o. H., Lvmbardzinsfuß 5 v. H. 47,0 benötigte, leicht überlegen, während Barwa - Berlin in 49,6 und May- Berlin in 50.4 Sekunden die nächsten Plätze belegten. Auch über 1500 Meter war der Berliner Sarnes in 2:32,2 Min. der schnellere vor Sandtner, der 2:33.4 Min. brauchte. War über 500 Meter und 1500 Meter der Münchner Sandtner dem Sieger Sames-Berlin schon immer dicht auf den Fersen, so konnte er schließlich das 5000-Meter-Rennen so überlegen in 9:02.8 mit fast 9 Sekunden Vorsprung vor seinem Ueber- winber in den beiden kurzen Strecken siegreich beenden, daß er im Gesamtergebnis als knapper Sieger vor Sarnes hervorging. Den Damenlauf über 500 Meter gewann Ruth Hiller- Berlin in 59 Snkunden vor ihrer Landsmännin Jngred Grube mit 62.7 Sekunden. Sieger bei den Junioren über 500 Meter wurde Taufmann-München in 50.4 Sek. vor Gall- München, und Juniorensieger über 1500 Meter wurde Brewitz - Berlin in 2:45.8 vor Gall- München. Am Montagmittag wurde als letzte Konkurrenz der 10 000-MeterLauf entschieden. In der Meisterklasse siegte Willi Sandtner (München) in 18:54,7 Min. vor Sarnes (Berlin) in 19:18,7 Minuten und gewann damit die Deutsche Eisschnellauf-Meisterschaft. Sandtner führte von der 15. Runde an das Rennen und hatte in der 20. Runde Sarnes abgehängt. Die letzten 1000 Meter lief Sandter in Stil und Technik gleichmäßig hervorragend und ging mit einer halben Runde Vorsprung vor Sarnes durchs Ziel. Die Eisverhältnifse waren durch die Frosttempera- turen der Nacht besser geworden, so daß das Rennen einwandfrei gelaufen werden konnte. Olympiakämpfer im letzten Training. Rund um Garmisch-Partenkirchen. Strahlender Sonnenschein liegt über dem Wer- denfelser Land. Mit Rücksicht auf den Schnee ist es sogar zu schön und warm. Natürlich herrscht vom frühen Morgen an im ganzen Garmisch-Parten- kirchener Gebiet lebhaftes Treiben. Am Kreuzeck sind mit Ausnahme der Neuner-Strecke alle übrigen zum Training frei. Amerikaner, Kanadier, Norweger und die Italienerinnen tummeln sich dort hoch oben. Die Amerikaner planen für Mittwochmittag ein Ausscheidungsrennen, in dem die endgültigen Teilnehmer für die Abfahrt ermittelt werden sollen. Am Montagvormittag traf der hervorragende kanadische Eiskunstläufer Montgommery Wilson, der Zweite von Lake Placid, zusammen mit seiner Schwester Frau Samuel, die ebenfalls im Kunstlaufen startet, in Gatmisch-Partenkirchen ein. Das Geschwisterpaar begab sich schon wenig später zum ersten Training in das Olympia-Kunsteisstadion, wo auch der schlanke Jackie Dünn und Ceeilia C o l l e d g e, die beiden englischen Hoffnungen, trainieren. Große Zuschauermengen verfolgten die Uebungen mit starkem Interesse. Der Präsident der Olympischen Winterspiele, Ritter von Halt, gab am Dienstag für die anwesenden Teilnehmer ein Essen. Im Verlauf des sehr herzlich gehaltenen Zusammenseins stellte es sich heraus, daß Ritter vonHalt und der italienische Mannschaftsführer General B e v i l a q u a Kriegskameraden waren, die sich im Weltkrieg an der Alvenfront gegenüberstanden. In den Nachmittagsstunden fand von 2 bis 4 Uhr ein offizielles Training auf der Kleinen Olympia- Schanze statt. Außer den Deutschen beteiligten sich nahezu alle bereits vertretenen Nationen. Viel zu sehen gab es allerdings nicht, denn keiner wollte seine wirkliche Leistungsfähigkeit verraten. Von den Schweden absolvierte Sven Eriksson seinen ersten Sprung. Auch der Norwegische Meister A. Christiansen und sein Landsmann Per F o s - s u m, der eigentlich der Abfahrtsgilde angehört, versuchten sich auf der Schanze. Von den Amerikanern, die in erster Linie an ihrer Stil-Verbesserung arbeitete, gefielen Sverre Fredheim, Hend- r i f f e n und Chevers am besten. In der italienischen Mannschaft ragte Bononv hervor. Großes Aufsehen erregte der Weltrekordspringer von Ratege Planicka, Olaf Ulland, der zum ersten Mal über eine deutsche Schanze ging, .lebhaft begrüßt von rund 1000 Zuschauern. Für Donnerstag vormittag 11 Uhr schrieb der Ski-Club Partenkirchen auf der Kochelberg-Schanze ein internationales Springen aus, an dem sich voraussichtlich sämtliche Ausländer beteiligen werden. Im Laufe des Dienstag trafen zwei Rumänen in Garmisch-Partenkirchen ein, die Gebrüder Schleser, die deutscher Abstammung und in Siebenbürgen beheimatet sind. Beide hatten die lange Reise im Auto zurückgelegt. Horst Schiefer ist Abfahrtsläufer, fein Bruder Bruno Mannschaftsbegleiter. Beide kündigten an, daß Bobweltmeister Papana in Kürze eintreffen werde. Fußball der Kreisklaffe». Verbandsspiele: Rodheim — VfB.-R. II 4:2; Heuchelheim — Leihgestern 7:2; Spfr. Wetzlar — Burgsolms 4:1; Biffenberg II — Leun 2:1; Steindorf — Albshausen 10:3; Aßlar — Nauborn 3:0; Hermannstein — Werdorf 0:4; Großen-Linden — Lich II. Lich nicht angetreten; VfB.-R. III FL Grünberg — Lollar III 4:0 Lollar Schüler — VfB.-R. Gießen Schüler 1:0. Die erste Mannschaft pausierte, um sich für die bevorstehenden schweren Spiele zu schonen. Die Reserveelf lieferte für die erste Mannschaft das an- aesetzte Gesellschaftsrückspiel gegen 1846 Gießen. Die Mannschaft verlor knapp mit 2:1 Toren trotz teilweiser sehr starker Feldüberlegenheit in der zweiten Spielhälfte. Ausgesprochenes Schußpech verhinderte den verdienten Ausgleich. Die dritte Mannschaft lieferte den Grünbergern, die mit ihrer ersten Elf auf den Plan traten, einen schnellen Kampf und verlor mit 4:0 Toren. Die Schüler retteten die Ehre des Tages, indem sie ihren Gegner, die erste Schülerelf von VfB.-R. Gießen, verdient mit 1:0 schlugen. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — 1900 Gießen Reserve 3:3 (1:3). Leider konnte die Mannschaft des Sportvereins Garbenteich nun doch nicht in vollständiger Aufstellung antreten, sondern mußte den Linksaußen sowie einen Verteidiger ersetzen. Die Gastgeber hatten infolgedessen einen schweren Stand, gegen die zweite der Spielvereinigung einen gleichwertigen Gegner abzugeben. Der Tabellenführer behauptete sich jedoch sehr gut und bei etwas mehr Glück hätte es sehr wohl zum Siege reichen können. Es entwickelte sich sofort nach dem Anstoß ein flotter Kampf, bei dem die Gäste bis Halbzeit mit 1:3 in Führung gehen konnten. Die Gastgeber hingegen ließen die sichersten Chancen unausgenützt. In der zweiten Spielhälfte gingen die Garbenteicher zum Generalangriff über und brachten das Gästetor des öfteren in erhebliche Gefahr. Nur der aufopfernden Arbeit ihrer Verteidigung hatten es die Gießener zu, verdanken, daß es beim Unentschieden von 3:3 blieb. Beiden Mannschaften gebührt für ihre faire Spielweise ein Gesamtlob. Die Reineinnahmen des Spieles flössen restlos dem Winterhilfswerk zu. Die Jugend wie auch die Schülermannschaft warteten vergeblich auf ihre Gegner. . Jugend-Fußball der Spielvgg. 1900. 1900 1. Fugend — Lollar 1. Fugend 5:0. Nur die 1. Jugend trat am Sonntag auf den Plan. Der Gegner war Lollar. Die Gäste stellten eine kräftige Mannschaft ins Feld, die den Blau-Weißen den Sieg schwer machte. Die größere Spielerfahrung und die Tatsache, daß sich die Mannschaft endlich gefunden hat, stellten den Sieg sicher. Kunstturnkampf Großen-Linden — Leihgestern - Launsbach. Turnverein Launsbach siegt mit 323 Punkten vor Großen-Linden und Leihgestern. Ein ritterlicher Turnkampf, der alle Zuschauer bis zum Schluß im Bann hielt und der erst mit der letzten Hebung entschieden wurde, fand am Sonntag in Launsbach seine Austragung. Nach kurzen Begrüßungsworten unseres Kreisoberturn- wartes Paul Schüler (Wetzlar) eröffneten die Turnerinnen von Großen-Linden mit sehr gut aufgeführten Schrittübungen den Kampf, sodann traten die obengenannten Mannschaften zum Kampf an. Schon nach dem ersten Gerät zeigte sich, daß alle Mannschaften über gleiche Kräfte verfügten und Turnverein Launsbach mit einigen Punkten in Führung lag. Sodann folgte Tv. Großen-Linden und dann Leihgestern. An dieser Reihenfolge änderte sich bis zum Schlüsse nichts mehr, und man sah erst nach der letzten Hebung die Mannschaft des Tv. Launsbach als glücklicheren Sieger. Bester Turner des Tages war Karl Wagner mit 56,5 Punkten vor Willi Winter mit 55,5 Punkten und Albert S ch i e f e r ft e i n mit 53 Punkten alle van Launsbach. Die beste Freiübung wurde von W eite r s h a u s (Großen-Linden) gezeigt, die mit 19 Punkten gewertet wurde. Die beiden Kampfrichter: Karl Müller (Gießen) und Heinrich A m e n d (Krofdorf), die schon so manchen Kampf leiteten, waren auch dieses Mal wieder die gerechten Leiter. Großen Beifall fanden die Vorführungen der Turnerinnen von Großen-Linden, die mit prachtvoll ausgeführten Volkstänzen und Ball- rcigen die Schönheit des Frauenturnens dokumentierten. Nach schlichter Siegerehrung schloß Kreis- oberturnroart Schüler (Wetzlar) ‘ mit herzlichen Sranriuri a. JJI. Äerun 3i anhur' a.M. «Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« fürs Schluß!. Abendbörse Schluß» kurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schluß.. Abend- börsc Schluß- turs Schluß!. Miitag- börie Schluß« kurs Schluß!. Abend- börfc Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 20.1 | 21 1 20-1 21 1. 'Datum 20 1 21 -1 20.1. 21-1 Datum 20-1 21 .1 20-1 21 1 . 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,4 100,4 100,5 100,5 4% vesgl. Serie 11 ............ 9,5 9,5 10 10,25 Mansfelder Bergbau....... .. 6 126,5 126,5 127 126,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,25 97,5 97,4 97,5 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 6,65 6 5 6,5 Kokswerke ................ .. 6 118,25 117,4 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit — — 103,5 103 4!4%Rumän.vcreinh.Rentev.l913 9 9 9 9,13 Rheinische Braunkohlen .... . 12 219 220 218 219,75 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,25 5,25 5,35 5,3 Rheinstahl ................ .. 4 110,25 109,75 110,25 110, 5 Ausloj.-Rechten ............. 109,9 109,75 109,75 109,9 2’4% Anatolier............. 39,4 39 — - Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 79,25 78,13 79,13 78,25 4‘/,% Deutsche Reichspostschatzan Ctaoi Minen ............. .. 0 17,65 17,75 17,65 17,75 Weisungen von 1934, I....... 99,9 99,9 99,9 99,9 Hamburg-Amerlka-Paket .....0 15,25 15,25 15,25 15,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 129,5 130 129 75 6% eöem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rirckzahlb. 102%)............ Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 121,5 1?2 97,5 97,5 — 97,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 — 27,25 27,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy» 190 19?1 190,5 190 454% ehern. 8% Hessische Landes 17,25 17 17 17 baut Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 _ _ A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 104 102 103,75 102.5 554% ehein. 4 54% Hess. Landes- Berliner Handelsgesellschaft ... 6 118,25 118 117,5 117 G. Karben-Industrie..... .. ? 151,65 151,25 151,4 151,25 Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101,2 101,25 _ Commerz- und Privat Bank ... 0 86,75 86,5 86,75 86,75 Scheideanstalt............. .. 9 214,5 215 4*/2% ehern. 8% Darmst. Komm Deutsche Bank und D'.sconto- Goldschmidt .............. .. 5 111 111 110,75 111 Landesb.Goldschuldverichr. R.e 93,25 93,25 _ _ Gesellschaft................o 86,5 86 86,5 86 Rütgerswerke ............. Metallgesellschaft........... .. 6 118,25 118,5 118,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Dresdner Bank..............o 87 86,75 87 86,75 .. 4 116 116,75 116 116,75 Auslos.-Rechten ............. 119 119 — Reichsbank ................ 12 184,5 185 185,25 185 Deutsche Komm. Sammelabl. An Philipp Holzm»nn......... 95,5 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,75 113,9 113,9 113,9 .. 4 95-25 95,75 95,25 454% ehern.8% Franks. Hyp.-Bank A.E.G......................g 37,4 37,13 37,25 36,9 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 123 124,5 Goldpfe. 15 unkundbar bis 1935 96,5 96,5 _ Bekula.................... io 137,75 137,75 137,75 138,13 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 128 128 554% ehern. 454% Franks. Hyp. Eleltr. Lieferungsgeielhchaft... 5 114,5 114,4 115 Bank-Ligu.-Pfandbriese....... 554% ehern. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpsc. ... 454% ehern. 8% Pr. Landespfand- 101,65 101,65 101,9 101,65 101,65 101,65 Licht und Kraft ..........6*4 ,gelten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 131,9 111,75 127,75 129,5 131 112 127,5 131,5 111,75 127,4 131 112 127,5 130 Schultheis Patzenhoser..... Aku (Allgemeine Kunstseide) Bem berg................. ::J .. 6 52,5 92,5 53 98,5 52,65 92 99,25 51,5 91,75 briefanstalt, Pfandbriefe R 19 454% ehern. 7% Pr. Landespsand 97 97 97 97 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert & Co...............4 127.65 128 128,25 128,5 128,13 128,25 128,4 128,75 Zellstoff Waldhos .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 83,75 119 83 118,5 83,5 119 82,75 briefanst., Gold Komm. tbl.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 97 108,4 108?4 97 108,4 97 108,4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 172,75 125 175 126,5 173 125,5 175,25 126,5 Dessauer Gas ............. Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... .. 0 .. 8 98,iT 145,5 97,5 146 123,25 98,13 145,5 123,13 97.5 146 Lrenstein L Koppel ........ .. 0 — — 78,75 78,13 4% Lesterretchtsche Goldrente... — — — 131 Buderus ................... 4 97 96,5 97 96,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 31,25 32 31,4 32,13 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 1,25 1,35 1,30 Deutsche Erdöl ............. 4 109,5 108,75 109,5 108,5 Chade .................... 7*/i 287,5 288 287,5 287,5 4% Ungarische Goldrente ....... 9,15 9 9,2 9,05 Harpener...................0 110 109,75 1 io 109,75 Accumulatoren-Jabrik...... . 12 171,5 171 172 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,15 9,13 — 9,10 Hoesch Eisen—Köln Neuessen .. 8 87,25 88 87,5 87,65 Conti-Guminj............. .. 8 162,25 164 162,75 164,25 454% vesgl. von 1913.......... 9,2 9,13 9,5 9,20 Ilse Bergbau ............... 6 157 158,75 5% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 14 13,5 14 13,4 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 8 129,25 84 128,75 84 128,75 84,25 128,75 84,13 Grlhner.................. Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 0 .. 4 27 89,25 26,65 89 1 ” 27 Serie i..................... 9,5 10 Mannesmann-Röhren........ 0 84 8? 83,9 83,25 Süddeutkcher Zucker ....... . 10 198 199 1 198 193 20.3a-1uar 21.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Aries Geld 1 Aries Buenos Atre 0,671 0,675 0,673 0,677 Brüssel .... 41,92 42,00 41,96 42,04 Rio de Jan. 0,137 «. 0,139 0,137 0,139 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,82 54,92 54,82 54.92 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,275 12,305 12,275 12,305 Heisingsors. Paris ..... 5,41 5,42 5,41 5,42 16,37 16,41 16,37 16,41 Holland ... 168,63 168,97 168,63 168,97 Italien .... 19,93 19,97 19,93 19,97 Japan ..... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5.666 Oslo..... ; 61,64 61,76 61,64 61,76 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,14 11,16 11,14 11,16 Stodbolm... 63,28 63,40 63,28 63,40 Schweiz ... 80,87 81,03 80,84 81,00 Spanien... 33,93 33,99 33,92 33.98 Prag...... 10,275 10,295 10,275 10,295 Budapest .. —— — — Reu York .. 2,483 2,487 2,483 2,487 äernn,21 Januar voeio Ara Amertkaniiche Roten.............. 2,435 2,455 Belgilche Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 54,61 54,83 Englische Noten ................. 12,24 12,28 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 168,21 168,89 Italienische Noten................ — •— Norwegische Noten .............. 61,48 61,72 Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten ...‘............ 63,11 63,37 Schweizer Noten................. 60,66 80,98 Spanische Noten................. 33,56 33,70 Ungarische Noten................