Montag, 2l.vezemberl936 186. Jahrgang Ur. 298 Erstes Blatt 1. 2. Stunk im VoWewistenlager 1. 2. 3. men hätten. General V a r e l a und an einstellen, was alle ersehnen: Zuversicht Vertrauen. Generaladmiral paeder dankt der französischen Marine. Paris, 19. Dez. (DNV.) Der Marineattachö Der springende punki. Don unserem Londoner tbg -Korrespondenten. London, 18. Dezember. Toledo, 21. Dez. (DNV.) Bei prächtigem Wetter wurden am Sonntag die militärischen Operationen an der Madrider Front fortgesetzt. Heftiges Artillerie- und Gewehrfeuer innerhalb der Straßenzeilen deutete auf das weitere Vorrücken der nationalen Truppen hin. Wie man hört soll es den nationalen Truppen durch Umzingelung mehrerer Häuserblocks gelungen sein, 500 Rote gefangen zu nehmen. Einzelheiten sind bisher nicht bekannt geworden und Mitteilungen darüber ind schwer erhältlich, da der Strahenkampf ja Nicht von außerhalb sichtbar und der Zutritt zu den neu eingeteilt worden, weil die von Mola befehligten Fronten eine zu große Ausdehnung angenom- Verlauf der Kämpfe am Sonntag. — Auch sonst stand der Sonntag insofern unter einem glücklichen Stern, als es dem linken Flügel der nationalen Truppen vor Madrid gelang, die am Samstag eingeleitete Operation bei Villanueva be Canada erfolgreich fortzusetzen. Rach übereinstimmenden Aussagen von den verschiedenen Kampffronten hat die Widerstandskraft der Bolschewisten ange- sichts der Mißerfolge der sog. „Internationalen Ko- lonne" erheblich nachgelassen. Bomben auf Sowjet-Munitionsschiffe. Mnnabmt oon Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8' /,Uhr oes Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen oon 70mm Breite 50Rps.,Platzoorfchrift nach vorh Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreis*: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige löelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B Zwangsweise Einziehung aller Zivilpersonen in dem von den spanischen Bolschewisten besetzten Gebiet; Einheitlicher Oberbefehl für die bolschewistischen Salamanca, 20. Dez. (DRV.) Nach Mittel- lung des Nationalsenders haben mehrere Flugzeuge den Hafen von Alicante, sowie zwei sowjetrussische Munitionsschiffe erfolgreich bombardiert. An Bord der sowjetrussischen Dampfer befand sich Kriegsmaterial, das im Hafen oon Alicante gelöscht wurde, um den roten Milizen in Madrid zur Verfügung gestellt zu werden. Die Hafenanlage von Alicante und die - - -- ' v < , die Bomben chens den geschichtlich schwersten Vertragsbruch begangen haben; zweitens: England und Frankreich unterscheiden krampfhaft zwischen Sowjetunion und Komintern und beharren bei der Auffassung, daß sie die Tätigkeit der Komintern in keiner Weise zu befürchten haben; drittens: Frankreich sieht in seinem Pakt mit der Sowjetunion ein Mittel der Friedenssicherung, während wir, von allem anderen abgesehen, in dem Russenpakt eine Fessel erblicken, die Frankreich hindert, frei und ohne Rücksicht auf fremde Interessen seine Entscheidung zu fällen; viertens: England und Frankreich verwerfen den Gedanken der Autarkie (die auch wir Deutsche keineswegs als Ideallösung ansehen), aber tun nichts, um durch Handelserleichterun- q en den autarken Bestrebungen in der Welt einen Riegel vorzuschieben; fünftens: Frankreich und England sehen die Notwendigkeit der Regelung der Rohstofffrage ein, erklären aber gleichzeitig ihren Kolonial- und Mandatsbesitz für unantastbar. Bei dieser, wie wir gewiß zugeben, flüchtigen Uebersicht der beiderseitigen Uebereinstimmungen und Abweichungen drängt sich von selbst die Frage auf: „Wie kommen wir weiter?" Lord Londonderry machte den Vorschlag, daß d t e führenden Männer Europas zusammen k o m m e n und feierlich erklären sollten, daß kriegerische Auseinandersetzungen ein für allemal unmöglich seien. Gewiß ein Vorschlag, der Beachtung verdient. Aber die Erklärungen, die Lord Londonderry oon den Führern Deutschlands, Englands, Frankreichs und Italiens fordert, sind bereits wiederholt abgegeben worden, von allen im besten Glauben und in dem ehrlichen Bestreben, das Unheil eines Krieges abzuwenden. Die Entwicklung ist aber längst weitergegangen. 'Entscheidender als solche Erklärungen ist heute doch die Ueberwindung einer geistigen Haltung, die durch die Frage bezeichnet wird: Wer bedroht wen? An den Frieden glaubt nur der, der sich sicher geborgen weiß. Die Voraussetzung aber für eine solche Sicherheit ist die Beseitigung von Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten. Menschlicher Wille vermag gewiß viel, ja, er vermag alles; aber er muß auch wissen, wo er sich einzusetzen hat. Bringen es die Staatsmänner Europas fertig, nur ein einziges praktisches Problem beherzt anzupacken, dann wird sich von selbst das Weiter griff Zyromski die Regierung seines Parteifreundes Blum wegen ihrer Haltung im Spanienkonflikt in äußerst scharfer Weise an. Weitere nationale Erfolge vor Madrid. der Kavallerie abgelöst und mit einer anderen wichtigen Aufgabe betraut worden General Queipo de Llano hob sodann hervor, daß die bei den nationalen Truppen eingetrosfenen Abordnungen englischer und französischer Parlamentarier ihren Abscheu über die von den Bolschewisten begangenen Greuel geäußert hätten. Nach einer ihm aus Barcelona zugegangenen Mitteilung sei Azana gefangengesetzt worden. „Diebe, Ansbeuier nnd ehrlose Kanaillen." Spanischer Marxist brandmarkt dasBerhalten seiner Genossne. Salamanca, 21. Dez. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) lieber den kommunistischen Sender Union Radio in Madrid sprach der Sekretär der marxistischen Einheitspartei über die Lage der Landwirtschaft, die er als täglich kritischer werdend bezeichnete. Der Redner brandmarkte unter Hinweis auf das „Ansehen der legalen Regierung" das schädigende Verhallen disziplinloser Truppen, die den Bauern die Saat, die Ernte und nicht zuletzt die Ersparnisse raubten. Dadurch würde unter der Agrarbevölkerung ein „aufständischer Geisf hervorgerufen werden. Der Redner forderte schließlich von der „Regierung" energische Maßnahmen, um die'em zügellosen Treiben ein Ende zu bereiten. In der mit ziemlichem Pathos vorgetragenen Rede wurden die Plünderer „Diebe, Ausbeuter und ehrlose Kanaillen" genannt. In einer vom gleichen Sender bekanntgegebenen Mitteilung des Anarchosyndikalistischen Arbeiterverbandes wird festgestellt, daß bei der Verbandsleitung ständig Anzeigen wegen des mit den Gesetzen nicht in Einklang zu bringenden Verhaltens der Verbandsmitglieder einliefen, die unter dem der deutschen Botschaft in Paris Fregattenkapitän L i e tz m a n n hat am Samstagvormittag dem französischen Kriegsmarineminister Gasnier- D u p a r c einen Besuch ab gestattet. Bei dieser Gelegenheit hat der deutsche Marineattachä ein Schreiben des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Raeder überreicht, in dem dieser dem französischen Marineminister seinen Dank für die Sympathie ausspricht, die den deutschen Torpedobooten „W o l f" und „Jaguar" anläßlich ihres Aufenthalts in B r c ft von der fran- Die Königskrise und damit Tage höchster dramatischer Spannung sind zu Ende. Der Alltag ist wieder eingekehrt und fordert sein Recht. Mit diesem Alltag, der so recht eigentlich die politische Temperatur Englands ist, tauchen alle jene Fragen wieder auf, die seit März dieses Jahres vergeblich auf eine Lösung warten. Und als ob das amtliche England Wert darauf legte, öffentlich zu zeigen, daß man sich jetzt wieder anderen Problemen zuzuwenden habe, hat Außenminister Eden in Bradford eine Rede gehalten, die gewiß in allen Staats- kanzleien aufmerksam studiert worden ist. Einen Tag zuvor veröffentlichte die „New Chronicle" eine Unterredung ihres diplomatischen Korrespondenten mit dem französischen Ministerpräsidenten Leon Blum, und einen Tag danach hielt Botschafter von Ribbentrop vor den Mitgliedern und Gästen der Anglo-German Fellowship eine Rede, die ebenso wie die Kundgebungen Edens und Blums zu den brennenden außenpolitischen Problemen unserer Tage Stellung nahm. Wir sprachen davon, daß der Alltag wieder seine Rechte fordert. Das bedeutet natürlich auch, daß wir kühl und nüchtern fragen, worin im einzelnen der Inhalt der Erklärungen Ribbentrops, Edens und Blums bestanden hat, worin sie übereinstimmen und wo sie auseinandergehen. Drei Punkte der Eden-Rede, um mit dieser zu beginnen, scheinen uns wichtig zu sein: ' die Ablehnung jeder einseitigen Kündigung von Salamanca, 21. Dez. (DNB.) Der nationale Rundfunksender teilt mit, daß der Oberhäuptling der sogenannten spanischen Sowjetrepublik, Azana, in einer Unterredung mit dem katalanischen „Regierungschef" den Wunsch geäußert habe, sich wegen seines „zunehmend schlechten Gesundheitszustandes für „einige Monate" von allen politischen Geschäften z u r ü ck z u z i e h e n. Nach hier vorliegenden Berichten aus Malaga und I a e n sind dort sämtliche Lebensmittel- vorräte erschöpft; Fisch bildet die einzige Nahrung der Bevölkerung. Die verzweifelte Lage, in der sich die kommunistisch-anarchistischen Steigbügelhalter befinden, geht u. a. aus der Weigerung der roten Milizen hervor, an die Front zu gehen, wenn nicht vorher Lebensmitteltransporte zusam- mengestellt worden seien, die sie begleiten würden. Da das Sowjetkomitee diesen Forderungen nicht zu entsprechen vermag und die Lebensmittelversorgung aus Sowjetrußland feit einiger Zeit ins Stocken geraten zu fein scheint, besteht die Möglichkeit blutiger Auseinandersetzungen im Bolschewistenlager. Durch einen scharfen Erlaß hat die „Regierung" in Santander die Zugehörigkeit zu nichtsantande- rischen Milizen verboten, um die Flucht wehrfähiger Männer unter dem bisher viel angewendeten Vorwand, sich in baskischen Milizen einreihen zu wollen, zu vereiteln. Die Verlautbarung des sogenannten Madrider „Verteidigungskomitees", daß infolge der Niederlagen der Roten an der Front von Madrid mehrere Aenderungen in den Kommandostellen hätten vorgenommen werden müssen, hat nach Mitteilung des nationalen Senders Salamanca Anlaß zu Schießereien zwischen den Angehörigen der roten Milizen gegeben. Azana gesangensesetzt? Lissabon, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Am Sonntagabend sprach über den Sender Sevilla Queipo de Llano. Der General erklärte u. a., daß die Reorganisation des nationalen Heeres durch General Franco im Zuge sei. Die bisher unter dem General Mola kämpfenden Truppen feien Erjchelm tagltd>, autzer Sonntags und Feiertag» Beilagen; vte jnu|tnertf (Biegenei Familienblättei Heimat >m Bild Die Scholl» monati‘Be$ngspret$: Mit 4 Beilagen NM 1.05 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anjchrist für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Horden; 3. keine Duldung irregulärer Slreilkräfle; 4. Besetzung aller entscheidenden Posten der dann geeinigten bolschewistischen Slreilkräste mit Vertretern der verschiedenen bolschewistischen Organisationen, selbst wenn die Vertreter nur Zivilisten sind; 5. Sofortige Verstaatlichung aller Zweige der Industrie. Der Schlußsatz des Manifestes ist besonders bemerkenswert. Er lautet: „D i e k o m m u n i st i f ch e Partei erklärt erneut, daß sie der Vorkämp - e r bei der Lösung aller Probleme und bei der Sicherung des Sieges sein wird." SowjettusMe Kriegsschiffe im Mittelmeer. London, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie der „Daily Expreß" aus Warschau meldet, sind am Sonntag oon Odessa aus acht sowjetrussi- che Unterseeboote, drei Torpedoboote und zwei Zerstörer nach dem Mittelmeer in See gegangen. Sie sollen den Befehl erhalten haben, das Feuer zu eröffnen, falls irgendein sowjetrussisches Schiff im Mittelmeer von Kriegsschiffen der spanischen National-Regierung angehalten oder durchsucht werde. Ein einwandfreies Zeugnis. Bestätigung sowjetrussischer Waffenlieferungen. Paris, 20. Dez. (DNB.) Das Mitglied des Sozialistischen Parteioorstandes Zyromski, der von Beginn des spanischen Bürgerkrieges an als einer der schärfsten Anhänger der Jnteroentionspolitik und als Kriegshetzer bekanntgeworden ist, hat bereits zweimal das rote Spanien besucht. Von seiner letzten Reise zurückgekehrt hat Zyromski am Samstag bei einer Veranstaltung des übel bekannten „Weltkomitees gegen den Krieg und den Faschismus" einen Bericht über feine „Jnformationsmission" erstattet. Nach dem Bericht des „Journal des D^bats" erklärte Z y r o m s k i u. a.: „Sowjetrußland hat sich für alle Zeiten die Dankbarkeit der spanischen Republik verdient; denn seine Waffenlieferungen, Flugzeuge und Techniker haben seit dem 15. Oktober die Sache der ,Demokratie- gerettet." Verträgen; Verurteilung einer Wirtschaftspolitik, Die angeblich auf Kosten der Aufrüstung den Lebensstandard eines Volkes herabschraubt und Aufrechterhaltung der Politik der Nichteinmischung im spanischen Bürgerkrieg. Bei diesem dritten Punkt ist Eden noch einen Schritt weitergegangen. Er erklärte nämlich, daß es England nicht zulassen werde, wenn im Verfolg dieses Bürgerkrieges der territoriale Besitzstand Spaniens verändert werde. Diese Erklärung rennt an sich offene Türen ein und bekommt erst dann einen Sinn, wenn man sie dahin auslegt, daß England ein sehr starkes materielles Interesse an dem Status quo im Mittelmeer besitzt, was ja auch die Besprechungen und entsprechenden Erklärungen im Unterhaus bestätigen. Wenden wir uns nun der Rede des französischen Ministerpräsidenten Blum zu, so sehen wir auch dort, daß Frankreich genau so wie England an Der Erhaltung des Status quo im Mittelmeer inter= ediert ist und daß Frankreich, ebenso wie England, eine Wirtschaftspolitik ablehnt, die im Zeichen der Aufrüstung steht. Blum erklärte wörtlich: „Frankreich ist bereit und bemüht, Deutschland bei einer Rückkehr zu einem normalen wirtschaftlichen Leben zu helfen, falls Deutschland durch eine allgemeine Nivellierung der Rüstungen Europa helfen wird, zu einem normalen politischen Leben zurückzukehren". Die entsprechende Stelle in der Rede des britischen Außenministers lautet: „England will Mitarbeiten, daß sich die Welt vom Rüstungswettlauf ab- und der w i r t s ch a f 11 i ch e n Zusammenarbeit zuwendet. Man kann aber von England keine finanzielle oder wirtschaftliche Hilfe erwarten, wenn das einzige Ergebnis einer derartigen Hilfe in einer weiteren Aufrüstung liegt". Die Ausführungen Blums und Edens find, wie wir sehen, so übereinstimmend, daß man den Eindruck ges winnen muß, daß sich London und Paris bereits vorher über den Tenor der beiden Reden verständigt haben. Außenminister Eden hat allerdings in seiner Rede in Bradford ausdrücklich erklärt, daß jede Auslegung seiner vorher in ßeamington gehaltenen Rede'und der Ausführungen des französischen Außenministers Delbos als bündnis- ähnliche Abmachungen zwischen England und Frankreich falsch seien und daß nichts weniger beabsichtigt sei als eine Einkreisung Deutschlands. Auch vor dem Weltkriege hat zwischen Frankreich und England kein feierlich verbrieftes und versiegeltes Bündnis bestanden. Dennoch redete alle Welt von der Entente cordiale. Sind heute England und Frankreich nicht an dem gleichen Punkte ange- zöfischen Marine und der Bevölkerung erwiesen wurde. Ebenso wird in dem Schreiben für die tatkräftige Hilfe bei den Ausbesserungsarbeiten eines der Schiffe gedankt. Gleichzeitig gibt Generaladmiral Roeder der Hoffnung Ausdruck, daß der Aufenthalt der beiden deutschen Torpedoboote in den französischen Kriegsmarinehäfen dazu beigetragen haben möge, die Beziehungen zwischen der französischen und der deutschen Marine enger zu gestalten. Der deutsche Marineattache hat dem Minister versichert, wie außerordentlich angenehm die deutsche Marine von der Herzlichkeit des Empfanges oon feiten der Marine und der zivilen Behörden in Brest berührt worden sei. 23* allem sei sie dankbar für die schnelle und tatkräftige Hilfe, die das Arbeiterpersonal des Marinearsenals oon Brest ihr gewährt habe. Er fügte hinzu, wenn ähnliche Umstände französische Kriegsschiffe in deutsche Häfen führen sollten, würden sich die deutschen Seeleute für die ihnen erwiesenen Dienste erkenntlich zeigen und würden besonders glücklich fein, ihre französischen Kameraden ebenso herzlich zu empfangen. Kriegsmarineminister Gasnier - Duparc dankte dem deutschen Marineattachö und bat ihn. dem Generaladmiral Roeder ebenfalls seinen Dank für diesen so herzlichen Brief zu übermitteln. Wörtlich sagte der Minister: „Alle Seeleute sind in gemeinsamer Gefahr solidarisch. Sie folgen darin großen und schönen Ueberüeferungen. Die französische Marine ist glücklich gewesen, die Gelegenheit zu haben, der deutschen Marine ihre Gefühle der Höflichkeit und Solidarität zu bekunden." Stadtteilen Madrids jenseits des Manzanares für werden Die Hafenanlage von Alicc Zivilisten unmöglich ist. Die zuständigen Kreise beiden Sowjetdampfer wurden durch äußern sich jedoch recht befriedigt über den!der nationalen Flugzeuge schwer beschädigt. London, 21. Dez. (DBB. Funkspruch.) wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Komintern die treibende Kraft in Spanien ist, so ist es ein Aufruf der kommunistischen Internationale, den heute der „Daily Telegraphaus Moskau meldet. Die Besorgnis Moskaus über die Ereignisse in Katalonien, so sagt der Korrespondent des Blattes, gehe deutlich aus den Mos- kauer Meldungen über gefährliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den ver- chiedenen Gruppen in Barcelona hervor. Um die Lage zu retten, habe der Ausschuß der spani- chen Sektion der kommunistischen Inter- i a t i o n a l e nunmehr ein M a n i s e st veröffentlicht, das für die erfolgreiche Fortführung des Krieges folgende Programmpunkte enthalte: langt? , _ , GrundfäKlicher und nicht auf einzelne Detml- fragen eingehend war die Rede Botschafter von Rippentrops. Trotzdem batte sie sehr wohl Bezug auf die einzelnen Probleme, mit denen sich Eden und Blum besaßt hatten. Da ist einmal der Hinweis auf die zerfetzende Tätigkeit der Komintern; da findet sich weiter eine klare Definierung des Zweckes und des Zieles des Vier-Jahres- planes und da erhebt sich schließlich die klare Forderung nach einer euroväischen Politik, in der nicht diplomatische Betriebsamkeit, sondern gesunder Menschenverstand ausschlaggebend ist. Fragen wir uns, worin die drei Reden, deren Inhalt wir soeben kurz skizziert haben, übereinstlm- men und wo sie voneinander abweichen. Wir sehen zwei Punkte der Uebereinstimmung: erstens Die Erkenntnis daß die Welt wieder zu einem weniger behinderten Warenaustausch zuruckkehren muß und zweitens den Wunsch, in Europa den Frieden mit neuen Mitteln aufrechtzuerhalten und zu sichern. Umfassender aber als die Punkte der Uebereinstimmung sind die Merkmale der Abweichung. Worin bestehen diese? Erstens: England und Frankreich halten immer noch wider besseres Willen daran fest, daß zum Beispiel die Wieder- befetzung derRheinlande einen Vertragsbruch bedeute, verschweigen aber, daß es gerade die Siegerstaaten des Weltkrieges waren die durch die Nichtachtung der vierzehn Punkte Wilsons und durch die Nichterfüllung des Abruftungsverspre- Die Einmischung Moskaus in Spanien Fünf Programmpunkte der Komintern-Filiale in Barcelona. isoeynung angenom-- Vorwand wohltätiger Zwecke Gelder von der fei als Kommandeur jBevölkerung erpreßten. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Nruck und Verlag: vrühi'sche Unioerfilätrvuch- und Steindruckerei «.Lauge in Sieben. Schriftleitung und SeichSstsftelle: Schulftrahe 7 so Skandal im französischen Außenministerium Der Der politische Krank ien zwei für die französisch-italienischen Beziehungen nachteilige Lage fortdauern lassen. Vielleicht sei die Angelegenheit deshalb interessant, weil die französische Ministerpräsidentschaft und gewisse französische Ministerien und das französische Außenministerium den Fall auszuschlachten such- Gewille Auswirkunaen der von ihm verteidigten „Umwälzung" scheinen dem Kriegsminister jeden Kummer zu machen, wenn sie in den angelegten Frankbeträge, in Zunahme des Goldstromes aus französischem Währungsbankenbesitz nach den Vereinigten Staaten usw. Kurzum, die Blum- Volitik ist finanziell völlig fehlgeschlagen, die Schwierigkeiten wachsen, und trotzdem gibt Frankreich seinen politischen Freunden gewaltige Milliardenbeträge, so daß man von einem zu politischen Zwecken rollenden französischen Frank mit Recht sprechen kann. Frank ab und jeder französische Sparer konnte sich ausrechnen, daß er rund 40 o. H. mehr Geld hätte, wenn er statt Franken Dollar oder Pfunde gezeichnet hätte. Die psychologische Wirkung eines solchen Vorgehens der Regierung zeigt sich übrigens auch in dem Ausbleiben der Rückkehr der im Ausland wefayren, Die Frankreich bedrohten, zum Ausdruck gesracht: Einmal gegen die blutige Revolution und zum anderen gegen den Rückfall in ^ asiatische Barbarentum. Die Fran- zvTische Sozialpartei fordert eine Staatsreform dahingehend: dem Präsidenten der Republik werden größere Machtbefugnisse eingeräumt, die Ver- teidlgungsmittel des Staates werden bis zur größten Vervollkommnung ausgebaut, die Wirtschaft des französischen Mutterlandes und seiner Kolonien wird vervollkommnet. die „Action Fran$aise“ behauptet, daß Rosenfeld sich gerühmt habe, auf ausdrückliches Verlangen der französischen Regierung regelrechte Waffengeschafte mit den spanischen Bolschewisten geführt zu haben. Deshalb habe man es höheren Orts für notwendig erachtet, „ihn aus dem Verkehr zu nehmen". Französische „Alchieinmifchung". Das nwdernste französische Kanonenflugzeug an die sPanischenBolschewisten geliefert Abteilung des Luftfahrtministeriums geprüft. Das wenden. Die Stücke in den eroberten Gräben seien „Echo de Paris" fordert den französischen Luftfahrt- hauptsächlich französischen und so wj et- minister aus, die Meldung zu dementieren, wenn er r u s s i s ch e n Ursprungs. Aber auch m e x i k a n i- dazu in der Lage sei. 's ch e Munition sei gefunden worden. i bahnen. Die Londoner angesehene Handelszeitung : „The Economist" berechnete die Fehlbeträge des 1 laufenden Jahres am 14. November 1936 folgendermaßen: Fehlbetrag im Ordentlichen Haushalt 3,561 i Milliarden Franken, Wiederaufrüstung 9,502 Milliarden, Arbeitsbeschaffung 2,5 Milliarden, Pensionsfonds 1 bis 2 Milliarden, Fehlbeträge der Eisenbahnen usw. 7 bis 8 Milliarden, so daß das totale Defizit im Staatshaushalt sich bis auf 25 Milliarden Franken steigert. Die vorgesehene Deckung durch innere Anleihen, durch Anleihen der Departements usw., hängt völlig in der Luft und führt, selbst wenn sie eintreten sollte, zu einer weiteren Verschuldung des Staates. Der totale Fehl- betrag beläuft sich insgesamt, wie er sich unter den letzten Regierungen entwickelte, auf über 70 Mil- liarden Franken! Dabei sind die Staatseinnahmen im Der- gleich zum Vorjahre durchaus rückgängig. Streiks und die Wirkungen der 40-Stunden-Woche, die zu einer Verminderung der Produktion führen, erschüttern das französische Wirtschaftsgebäude. Die Rufe der Marxisten nach Besteuerung der Kapitalisten sind nur demagogisch zu werten, denn ihre Zahl ist bedeutend zurückgegangen. Die Einkommensteuer wurde erst nach dem Kriege von 1870/71 durch Thiers eingeführt; sie begann mit 2 v. H., aber schon im Jahre 1918 wurden 20 v. H. vom Einkorn- men versteuert. Unter Poincars im Jahre 1926 stieg sie auf 33V- v. H., unter Laval auf 50 v. H. und jetzt wollen Blum und Vincent Auriol, der Fmanzminister und -künstler Frankreichs, diese ^vatze noch steigern. Allerdings müssen sie offiziell zugeben, daß ein- mal nur ein kleiner Bruchteil der französischen Staatsbürger, eben die sog. „Kapitalisten", die Steuerbeträge zahlen, rund 1,7 von etwa 10 Millio- nen Emkommensteuerpflichtigen, und daß die Zahl der französischen Kapitalisten eben durch dje hohe Steuer gewaltig zusammengeschmolzen ist. Im Jahre 1929 gab es noch 851 Steuerzahler, deren Einkommen 1 Million Franken Überstieg. Im Jahre 1936 log die Zahl unter 400. Dieses Schmelzen auf mehr als die Halste bezeichnet den ungeheuren Schwund des französischen Kapitals, das keine nennenswerten Erträge mehr abwirft. Selbst wenn die kl-inen Steuerzahler erhöht zur Deckung der staatlichen Fehlbeträge herangezogen werden sollten, eine Maßnahme, die sehr unpopulär ist, sich jedoch im Hinblick auf die staatlichen Fehlbeträge kaum vermeiden läßt, bleibt dennoch ein Riesendefizit, zu dessen Deckung der Durchschnittsfranzose sich hüten wird, in Anbetracht der Finanzmißwirt- schäft durch Zeichnung von inneren Anleihen beizutragen. Wenn trotzdem die französische Regierung ihren Satelliten Milliarden borgt, wenn also diese politischen Freunde Frankreichs nur durch französische Franken bei Stimmung erhalten werden können, dann muß schließlich der französische Sparer für diese Fehlleitung der französischen Vermögensrente ebenso einstehen wie er für die 18 Milliarden Goldfranken einstehen mußte, die Frankreich vor dem Kriege zu politischen Zwecken dem russischen Zarismus lieh und von denen der französische Sparer niemals einen Centime wieder- l°h- rt Heeresvermehrung in Amerika? Vorschläge an den Präsidenten. Neuyork, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Englische Augenzeugen. London, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Fünf Unterhaus-Abgeordnete haben dieser Tage die von den Truppen der spanischen Nationalregierung besetzten Gebiete besucht. Davon werden drei am heustgen Montag nach England zurückkehren. Sie hielten den „Times"-Korre- spondenten in Toledo gegenüber mit ihrer B e - wunderung über die geordneten Verhältnisse hinter den Linien der nationalen Truppen nicht zurück. Schlechte Ernährung und andere Kriegsfolgen in den von ihnen besuchten Gebieten hätten sie! nicht beobachtet. Ueberall hätten sie normale Kommunismus ist Anarchie Ein ernstes Wort an das schwedische Volk. »Ernsthafte Annäherung zwischen Paris und Berlin." Forderungen des Obersten de la Rocque. Paris, 20. Dez. (DNB.) Auf der Schlußsitzung des ersten großen Kongresses der Französischen Sozialpartei hielt der Gründer der Parkei, Oberst de la Rocque, eine bedeutsame Rede. Nachdem er unterstrichen hatte, daß die Sozialpartei nunmehr die Zahl von 2 Millionen Mitgliedern überschritten habe, wodurch sie die größte und bestorganisierte und über ganz Frankreich verbreitete Partei geworden fei, wandte er sich vor allem gegen Sowjetrußland, dessen barbarisches System er anprangerte, und forderte die Abschaffung des franzöfifch-fow- jetrusfischen Paktes. Dann wandte er sich gegen die „Apostel der alten außenpolitischen Gewohnheiten", gegen die französischen Berufspolitiker und Parlamentarier. In diesem Zusammenhang forderte er, daß der Bestand und die Herkunft ihrer Privatvermögen geprüft werden müßten. Den Bolschewisten rief de la Rocque zu: „Eure rote Fahne wird in Frank- re i ch n i ch l durchkommen!" Der anderen Seite sagte er: „Denn ihr nicht euren Eigennutz vergessen wollt, wenn ihr euch nicht der brüderlichen Zusammenarbeit mit allen Franzosen widmen wollt, werden wir euch mit unsere^ eigenen Händen Hinwegfegen." Stockholm, 20. Dez. (DNB.) Einer der führenden Vertreter der schwedischen Rechtsparteien, Reichstagsabgeordneter N i l f f e n , äußert sich in dem konservativen Abendblatt „Nya Dagligt Alle- handa" über die Gefahren des Kommunismus wie folgt: „Zu den Erscheinungen, die in unserer Zeit geeignet sind, Unruhe und Furcht vor der Zukunft zu erwecken, gehören der Kommunis- mus und die mit ihm verwandten Strömungen, die in der Welt und auch in unserem eigenen Lande unoerhüllt und unaufhaltsam wachsen. Es ist seltsam, daß erwachsene Menschen diese Gefahr nicht sehen. Alles, was der Kommunismus getan hat und alles, was er anstrebt, ist, unsere Gesellschaftsordnung niederzureißen und zu zerstören, die Grundlagen unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu unterhöhlen, die religiösen Werte, die mit das höchste Gut des Lebens für viele Kreife Generationen hindurch darftellten, zu verspotten und zu verhöhnen. Es sollte, so scheint es, für jeden denkenden Menschen offenbar fein„ daß der Kommunismus noch niemals etwas ausgebaut und noch nie irgendwelche vor allem aber müsse die französische Diplomatie umgestellt werden auf eine realistische Cinie, die freigemacht sei von allen Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion, die auf militärischem Gebiet außerhalb ihrer Grenzen ebenso unsinnig sei wie gefährlich für den Frieden der Völker wegen ihrer Revolutionspropaganda im Innern der anderen Länder. Die Französische Sozialpartei fordert weiter den Ausbau eines festen Bündnisnetzes, besonders mit England, Italien, Polen und den Staaten der Kleinen Entente, um dann freimütig zu einer Gründung eines dauerhaften europäischen Friedens durch eine ernsthafte Annäherung zwi - schen Paris und Berlin zu gelangen. Kommunistische Wegelagerer. Paris, 20.1)63. (DNB.) Nach Abschluß einer Versammlung der Französischen Sozialpartei des Obersten de la Rocaue in Lamme bei Lille kam Aber diese Politik von offenbarer Gegensätzlichkeit treibt die finanziellen Dinge in Frankreich auf die Spitze und wird entweder den Nachfolgern der Regierung Blum einen Scherbenhaufen zurücklafsen Kasernen austreten. ober zu einer Verstärkung der Front der franzö- Nachdem er es nämlich begrüßt hatte, daß der bie unter Führung des grei- französische Ministerpräsident an die Vernunft aller Senators Caillaux sich feit jeljer gegen die Länder appelliert habe, fuhr D al ad i er fort, bis F^anzmißwirtfchaft wandte und vor drei Jahren dieser Aufruf von allen vernommen und befolgt ™en'9ften5 errei4te' die französische Kammer werde, müsse man aber, um kein Verräter oder Auslandanleihen sperrte, der Regierung aufer= Feigling zu sein, seine Pflicht gegenüber dem Va- PÄ bet jeber auslanbifcfjen Anleihe zu politischen terland erfüllen. Er persönlich würde es auch vor- erst die Kammercmsschuffe zu befragen. Ziehen, die Kasernen zu öffnen und keine H"eres- J1 j? ^,I.e Regierung Blum über diese Be- frebite zu fordern, aber um der Freiheit und Würde u"ß ^"sach hinweg. Frankreichs willen dürfe man nicht schwach sein und Man braucht nur einen Blick auf die vollständige den Eindruck erwecken, als ob Frankrei^ leichte Zerfahrenheit der französischen Finanzoerhältnisse Beute geworden sei. zu werfen, um einzufehen, daß politische Kredite geradezu wahnsinnig sind. Der Staatshaushalt ist (>runrrC!CP durch die erhöhten Militärausgaben außerordentlich und die Mittelmeer-Reqelung. Ä' ™SÄbeI^id,.5 X Paris. 2^-3. (DNP. Funkspruch., Ein Sei, fünfer Morgen blatte r, w le „Echo de Paris Franken Ausgaben, also eine Unterbilanz von 35 unb „Figaro .beschäftigt sich mit der bevorstehen- Milliarden Franken, aber die Ausgaben für die ÄnrUn9 ößS gllsch-italieni- Aufrüstung stehen zum Test in einem außer- M lJ telm.e trabte mme ns um auf ordentlichen Haushaltsvlan. Dazu kommen die Auf- d e Notwendigkeit einer Engergestaltung der franzo- Wendungen für öffentliche Arbeitsbeschaffung, für fisch-italienischen Beziehungen hinzuweisen. In die- * den Pensionsfonds und die Fehlbeträge der Eifen- n a l - G a r d e soll von 189 000 auf 210 000 Mann gebracht werden. An Stelle der bisherigen 20 000 Reserveoffiziere sollen m Zukunft 30 000 alljährlich zu einer zweiwöchigen Hebung einberufen werden. Ferner sollen jährlich 50 000 Zivilisten gegen bisher 30 000 zur Reservemilitärausbildung herangezogen werden. In einer Begründung seines Vorschlages erklärt der Kriegsminister: „Bei dem augenblicklichen Zustand der Welt können wir es uns nicht erlauben, unsere eigene nationale Sicherheit hintanzustellen. Eine gesicherte Verteidigung ist allein die beste Garantie gegen Angriffe. Nicht zu Angriffzwecken, sondern zu eigenen Sicherheit benötigen wir diese Armeestärke." Weiter führte de la Rocque aus: Schon im April 1936 hätten die Feuerkreuzler bzw. die Französische Sozialpartei Reformen gefordert, die bann von der Volksfrontregierung auf sozialem Gebiet durchgebracht worden seien. Gegenüber ben Völ- fern, bie auf ber ganzen Welt ben Schrecken bes Hasses unb ber asiatischen Sklaverei verbreiten wollten, müsse Frankreich roieber eine Macht ber Ordnung und des Beispiels werden, um seinen alten Glanz wiederzufinden. In einer Entschließung wurden dem Führer der Partei einstimmig Vertrauen, Treue und Gefolgschaft ausgesprochen. In dem vor seiner großen Schlußrede zur Verlesung gebrachten Parteiaufruf de la Rocques wird ebenfalls der unerbittliche Kampf gege Gefahren, die Frankreich bedrohten, zum & Paris, 21. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Das „Echo de Paris" teilt an auffälliger Stelle auf der ersten Seite mit, daß Luftfahrtminister Pierre C o t das neueste französische Kanonenflugzeug „D 51 0A an die spanischen Bolschewisten geliefert habe. Der Apparat sei am vergangenen Samstag von einem französischen Flieger, beffeil Namen bas Blatt ebenfalls bekanntgibt, nach Barcelona gebracht worben. Es hanbele sich um das neueste Modell von Devoitine, das mit einer 20-Millimeter-Kanone und vier Maschinengewehren ausgerüstet sei. Bis heute habe es n o ch nicht einmal in der französischen Armee Verwendung gefunden. (!) Es gebe überhaupt erst zwei Apparate des gleichen Modells; der zurückgebliebene werde zur Zi...... Abteilung des Luftfahrtminift Werte geschaffen Hal, sondern überall, wo er zu Macht und Einfluß gelangte, die Werte, die die bisherigen Generationen unter Arbeit, Mühe und Entsagung geschaffen haben, niederriß und vernichtete. Es ist zu beklagen, ja unfaßbar, daß wir uns hier im Lande zur Schaffung eines wirksamen Gesetzes gegen eine Bewegung, die derartige Ziele hat, bisher nicht einigen konnten. Alle Versuche in dieser Richtung sind gescheitert. Nicht nur die Sozialdemokraten schätzen die Wühlarbeit der Kommunisten gering ein, sondern auch ein Test der bürgerlichen Parteien ist gegen das Gesetz gewesen, das geeignet gewesen wäre, in wesentlichem Umfang Die volksvergiftende Propaganda der radikalen Parteien zu unterbinden. Man fragt sich: Soll das schwedische Volk solange schlummern, bis die Agenten Moskaus ihre Ziele auch bei uns erreicht haben? Kommunismus ist Anarchie, Auflösung der bestehenden sicheren Verhältnisse, Mangel und Rot, innere Anruhe, Gesehlosigkeil, Mord und Gewalt." sem Zusammenhang wird die Klärung der Nachfolgeschaft des bisherigen französischen Botschafters in Rom als dringend oezeichnet. Der Nachfolger konnte bekanntlich noch nicht ernannt werden, da bie italienische Regierung die Anerkennung des Königs als Herrscher Abessiniens in dem Beglaubigungsschreiben niebergelegt sehen will. „Figaro" meint, Frankreich hätte dieselbe Haltung einnehmen können, wie England, wenn der französische Fall nicht noch durch die Angelegenheit des Beglaubigungsschreibens verwickelt würde. Das Blatt runzelt aber auch die Stirn über Italien, dem es vorwirft, daß es sich eines so „kleinlichen Mittels" bediene. Das — findet „Figaro"— „einer Großmacht nicht würdig" fei. Es habe auf der ganzen Linie gesiegt, und nun wolle es wegen einer „erbärmlichen" protokollarischen Angelegenheit eine Paris, 20. Dez. (DNB.) Die „Action Fran- ?aise“ machte sich vor einigen Tagen zum Sprachrohr gewisser 'Gerüchte, die über einen angeblichen Skandal im französischen Außenministerium im Umlauf feien. Hiernach sollte am 12. Dezember eine langjährige Sekretärin des Außenministeriums verhaftet worden fein. Gleichzeitig habe man einen Helfershelfer, einen — wie das Blatt sich ausdrückt — ruf fischen Juden R.» in einem großen pariser Hotel verhaftet. Wie jetzt aus weiteren Veröffentlichungen der pariser Sonntagsblätter hervorgeht, stehen diese Aufsehen erregenden Verhaftungen im Zusammenhang mit Was f engeschaf ten mit den spanischen Bolschewisten. Die 41 Jahre alte Stenotypistin Susanne Linder es zu Zusammenstößen mit einer Kom - muniftenbanbe, die den Versammlungsbesuchern auflauerte unb mehrere Teilnehmer überfiel und verletzte. Ein Anhänger de la Rocques wurde weitab vom Versammlungslokal von kommunistischen Wegelagerern überfallen und durch Wurfgeschosse am Kopf unb im Gesicht schwer verletzt. Die roten Banbiten wurden von einer Abteilung der Mobilen Garde zerstreut. Hervorzuheben ist, Frankreichs Frank ist nach der Abwertung durch daß keine Verhaftung vorgenommen wurde, die Regierung Blum vollständig zu einem p o l i t i- v «. sche n Frank geworden. Er wird an Polen und A/fllu0l£l Rumänien in Milliardenbeträgen ausgeliehen i \~ allein an Polen in Höhe von 2,5 Milliarden ölö Oer UP Wfront Franken — und die französische Regierung beabsich- . VVIIVJIVHI. tigt zu den 500 Millionen Franken der T s ch e ch o- Paris, 21. Dez. (DNB. - Funkspruch.) Ser H o ro a f e i erneut eine Milliarde Franken zu französische Kriegsminister Da la di er sprach am leihen. Dabei zahlt Frankreich mit der offiziellen Sonntag in Avignon vor den Bürgermeistern Begründung, die schwere Wirtschaftskrise gestatte des Departements über die allgemeine Lage in ihm nicht, die Kriegsschuldenraten an Amerika Frankreich Seine Rede war ein Tr e u e d e k e nn t- abzuführen, keine Beträge an die USA. Das Rietz i s für Blum und die Sozialisten und fendefizit im Staatshaushalt zwingt zur Auflegung lief auf eine Beschönigung aller innerpolitischen einer bereits angekündigten neuenAnleihe, um Schwächen hinaus, die sich in Gestalt von Fabrik- wenigstens einen Teil des Fehlbetrages zu decken, besetzungen, Streiks usw. immer beharr- Aber der französische Sparer dürfe nach den Erfah- licher zeigen. Charakteristisch ist es, wenn er u. a. rringen mit der Frankenabwertung wohl abgefchreckt ausführte, es sei möglich, baß sein. Das Mißtrauen in bie Finanzpolitik ber Re- durchwache, einen „etwas raschen Rythmus (!) U/2 Monate zur Zeichnung auflag und bann nur nc?me» mit Mühe ber Betrag gezeichnet werden konnte, aber das sei lediglich die Folge der erschreckenden Einige Tage nach Schluß der Zeichnung wertete Trägheit der Vergangenheit. Gerade diejenigen, die Blum entgegen feinem gegebenen Wort den früfjer immer auf die Tatsache hingewiesen hätten, 6 "t* s *'x"“ £ r:t'c' daß Frankreich sich auf sozialem Gebiet einige Jahre im Rückstand befinde, produzierten heute. Daladier vertrat die Auffassung, daß keine Veranlassung zur Beunruhigung vorliege, auch wenn in Frankreich die Dinge sich „ein wenig überstürzens!) Er habe seine Unterstützung einer Regierung gegeben, die eine schwere Aufgabe zu erfüllen habe. Seine einmal gegebene Unterschrift werde er achten. Daladier ging dann auch auf die internationale Lage ein und erklärte, daß Frankreich keine im Ozean verlorene Insel fei, sondern in einem Europa lebe, das „mit einem stählernen Wald bepflanzt" fei. Sicherlich habe man sich andere Vorstellungen gemacht, aber man könne nicht auf „Bedauern", sondern müsse auf Wirklichkeit aufbauen. Weltfeind TIr. 1. — Das Sonderheft „21 n t i f o m i n t e r n" des Illustrierten Beobachters" (Eher-Ver- lag, München) zeigt in einer Reihe von Bildern aus aller Welt die Flüchte der Zusammenarbeit der UdSSR, unb ber Komintern (ber Union ber sozialistischen Sowjetrepubliken Rußlands und der Kommunistischen Internationale). Das Heft erscheint zu einem Zeitpunkt, da der Führer vor aller Welt dem verbrecherischen und großenteils jüdisch angeführten Bolschewismus den Kampf angefagt hat und führende Großmächte den Weltfeind Nr. 1 erkannt unb sich zu seiner Abwehr unb Ausrottung zu- sammengeschlossen haben zur Rettung der Menschheit vor Sadismus, Weltkrieg, Mordbrennerei und organisiertem Verbrechertum. Die in dem Sonderheft veröffentlichten Bilder, die nur einen Bruchteil bes oorhanbenen Materials barstellen, sind erschütternde und unwiderlegliche Dokumente; sie zeigen — oft eindringlicher, als Worte es vermöchten — die Wahrheit über Wesen und Wirken des Bolsche^ wismus in aller Welt. war in der Archioabteilung des Quai d'Orsay be- schäftigt. Sie sei bei ihren Kolleginnen aufgefallen, weil sie nicht nur eine verhältnismäßig kostspielige Wohnung besaß, sondern auch einen Kraftwagen. Susanne Linder habe sich in der letzten Zeit be- ............. ,uu,= sonders lur W a f f e nausfuhrgenehmigun- ten, um sich zu decken und gewisse Verantwortlichgen interessiert, die mit ihrem Arbeitsbereich an Feiten gegenseitig auf den anderen abzufchieben. Verhältnisse angetroffen. Im übrigen bestätigten sie die von den Roten in den Kirchen und Kapellen angerichteten Zerstörungen. Selbst die Gräber seien geschändet worden. Außerdem hätten sich die Abgeordneten davon überzeugt, daß „ , ---------... die spanischen Bolschewisten große ißit in der technischen Mengen ausländischer Munition oeramerikanische Kriegsminister hat dem Präsidenten in seinem Jahresbericht vorgeschlagen, die F r i e - ,» . r« • , • • , ", . _ _ _ idens stärke der Armee auf 165000 Mann (Sitte Sekretärin als Waffenschieberin/ ein russischer Jude als Helfershelfer. unb 14 000 Reserveoffiziere zu erhöhen. Zu diesem Zweck sollen monatlich 1500 Mann mehr ein- sich nichts zu tun hatten. Man habe ihr nun eine gestellt werden, so daß am 30. Juni nächsten Iah- Falle gestellt und ihr Waffenausfuhrgenehmigungs- res die Höchststärke erreicht wird. sormulare in die Hände gespielt, die sie an einen Die augenblickliche Stärke der Armee beträgt feit drei Jahren in Paris in einem großen Hotel 146 826 Mann und 12 069 Offiziere. Die amerikawohnenden 35 Jahre alten „tschechoslowakischen nischen Truppen auf Öen Philippinen in Staatsangehörigen russischer Herkunft" namens Stärke von 6386 Mann und 49 Offizieren sollen Rosenfeld weitergegeben habe, der angeblich ein nebenher beibehalten werden. Auch die Ratio- Jmmobiliengeschäft in Paris betreibe, aber in Wirklichkeit mit Abgesandten der spanischen Mar- xi ft e n wegen Waffenhandels in Verbindung stehe. Schon früher fei gegen ihn eine Ausweisungsver- orbnung erlassen worden. S' u bl be di 2 n 8 n a l i i l I i b l, t< d ei Dl lä f W $ !ü: eihnochisbotschast an die Ausländsdeutschen. Aus aller Welt. Weiter in unwandelbarer Treue Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, richtet, wie Die NSK. meldet, zum W e i h n a ch t s - f e ft folgende Botschaft an alle Ausländsdeutschen, die flammendes Bekenntnis zur Heimat und zum Reiche Adolf Hitlers ist: „Wieder ist ein Jahr vergangen, und wiederum freue ich mich, allen deutschen Mannern und Frauen und der deutschen Jugend im Ausland die y e r z - lichsten Grüße derHeimat zum Weihnachtsfest 1936 und zum Jahreswechsel übersenden zu können. wie in keinem Jahr zuvor werden unsere Ausländsdeutschen am heiligen Abend das beglückende Gefühl haben, daß Deulschland Heimat geworden ist für alle, die deutsch denken und deutsch fühlen. 3n diesem Jahr hat das Reich durch feinen Führer Adolf Hitler Ehre und Freiheit wiedergewonnen. Das Rheinland steht feit langen Jahren wieder unter der vollen Souveränität des Reiches, und die Ströme Deutschlands find wieder deutsch. Freiheit und Ehre aber schützt die nationalsozialistische Wehrmacht. Ich weiß, daß unsere Deutschen im Ausland das große Geschehen unserer Tage in einem Gefühl des unbändigen Stolzes mitempfinden. Sie blicken am Abschluß dieses Jahres auf die gewaltigen Taten Adolf Hitlers und seiner Bewegung in grenzenloser Dankbarkeit zurück. Sie können gerade am Weihnachtsabend und am Ende des Jahres die wunderbare Gewißheit haben, daß die Allmacht ihrem alten Vaterlande nicht nur den Retter aus Not und Schmach, sondern auch Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichsinnenminister Dr. Frick beantwortete einem Vertreter des „Völkischen Beobachter" u. a. Fragen über das neue Realsteuergesetz. Zu den Auswirkungen der R e a l st e u e r r e f o r m auf die G e - meindefinanzen erklärte Reichsminister Dr. Frick, das wesentlichste Zeichen dieser Reform liege darin, daß sie das gesamte Steuersystem klar und übersichtlich gliedere. Für die Gemeinden werden durch die Reform eine Reihe wichtiger Gesichtspunkte verwirklicht. So forn/nt beispielsweise m der Ueberlassung der Gewerbesteuer die enge Verbundenheit der Gemeinden mit der örtlichen Wirtschaft zum Ausdruck. Das Interesse, das die Gemeinden an der Erhaltung dieser Wirtschaft haben müssen, soll sie zu einer sparsamen und gesunden Ausgabenpolltik veranlassen. Die Reformgesetzgebung wird zwangsläufig zu einer Neugestaltung der Lasten, und Aus- aabenverteilung in den einzelnen Ländern führen. Dabei wird es das Ziel sein, den. Aufgabenkreis der Gemeinden, der in den einzelnen Ländern noch sehr verschiedenartig abgegrenzt ist, für das ganze Reich einheitlich zu regeln. Reichsinnenminister Dr. Frick stellte dann fest, daß die finanzielle Gesundung der Gemeinden auch im Haushaltsjahr 1936 weitere erfreuliche Fortschritte gemacht habe. Teilweise habe man sogar in beachtlichem Maße Schulden tilgen und Rücklagen machen können. Dazu habe im we- sentlichen die Kreditpolitik beigetragen, die die Reuverschuldung der Gemeinden stark eingeschränkt habe. Eine Reihe von Gemeinden, vor allem im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, im rhein-marnl- s ch e n Gebiet, im Hamburger Gebiet, m Schlesien und Sachsen, bei denen die wirtschaftliche Besserung im Vergleich zu den anderen Teilen des Reiches zurückgeblieben ist, wird durch besondere zentrale Maßnahmen einer wirtschaftlichen Gesundung zugeführt werden müssen. Die einheitliche Aufgabe, das nationale Aufbauwerk des Führers zu sichern, gebietet nach wie vor den Zwang zur Sparsamkeit auf allen Gebieten. Alle Ausgaben, deren Leistung sich nicht als wirklich lebenswichtig für das deutsche Volk erweist, müssen zurückgestellt werden. Mittel, zu Adolf Hitler und seinem Werk! den Führer in die kommende deutsche Zukunft geschenkt hat. Für das Auslandsdeutschtum ist aber das Jahr 1936 auch ein Jahr tiefer Trauer gewesen. Im Februar fiel unser unvergeßlicher Wilhelm Gustloff jüdischer Mörderhand zum Opfer. Wenige Monate später nahm uns der Bolschewismus sieben deutsche Menschenleben in Spanien und vertrieb Tausende von braven Volksgenossen aus ihren friedlichen Arbeitsstätten. Sie alle sind mahnende Zeugen für den brutalen und rücksichtslosen Kampf, den der größte Menschheitsfeind aller Zeiten gegen den Nationalsozialismus führt. Die deutsche Weihnacht ist das schönste Fest des Friedens. Daß wir uns wiederum in diesem Jahre im Schein der Kerzen unter dem lan- nenbaum in Ruhe und Frieden zusammenfinden können, ist das Werk des Führers. Daß sich unsere Ausländsdeutschen in diesen Tagen in einem überwältigenden Maße bewußt werden, Deutsche und Angehörige einer großen und starken Ration sein zu können, soll in uns nicht nur tiefsten Dank gegenüber Adolf Hitler er- wecken, sondern vor allem für das kommende Jahr die unwandelbare Treue zu diesem Wanne und seiner von der Vorsehung gesegneten Arbeit erneuern. Die Liebe zum Volkstum und zur großen Heimat, die deutschen Menschen Lebenspflicht und Lebenswollen ist, wird in uns Ausländsdeutschen auch tm kommenden Jahr ihren schönsten und lebendigsten Ausdruck finden in unserem deutschen Gruß: Heil 'Hitler!" die durch Mehreinnahmen verfügbar werden, sind in erster Linie zur Auffüllung der Rücklagen und zur verstärkten Schuldentilgung zu verwenden. Außerordentliche Ausgaben müssen, soweit sie nicht überhaupt zurückgestellt werden können, grundsätzlich aus eigenen Mitteln der Gemeinden bestritten werden. v Auf den Hinweis, daß die Besserung der Finanzlage der Gemeinden doch wohl weitgehend auch damit Zusammenhänge, daß die W o h l f ah r t s - last en mehr und mehr gesunken seien, stellte Reichsminister Dr. Frick fest, daß feit der Machtübernahme von den Gemeinden auf dem Gebiet der öffentlichen Fürsorge mehr als rund anderthalb Milliarden eingefpart worden feien. Der Minister stellte hierbei die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge der der Systemzeit gegenüber. Die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge habe sich bestimmt weit stärker als früher gegenüber arbeitsscheuen und gemeinschaftsschädlichen Elementen verhalten. In diesem Sinne wird wohl in absehbarer Zeit ein Reichswanderergesetz ergehen, durch das eine gründliche Säuberung der Landstraßen von Landstreichern erreicht wird. Abschließend gab Reichsminister Dr. F r i ck noch einige Erklärungen über die weitere Entwicklung der kommunalen Gesetzgebung. Er stellte dazu fest, daß in organischer Fortentwicklung der Deutschen Gemeindeordnung zunächst das Zweckverbaudsgefeh werde folgen muffen, das den Zusammenschluß der Gemeinden zur Durchführung gemeinsamer Aufgaben regele. Dieses Gesetz sei bereits weitgehend vorbereitet und dürfte in absehbarer Zeit erlassen werden können. Ihm müsse dann als weiterer Vaustein eine Deutsche Kreisordnung folgen, für die gleichfalls schon vor- bereitende Arbeiten eingeleitet seien. Nebenher gingen die Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung, die zum Teil noch ausständen. Nach der Rücklagenverordnung solle das Haushalts-, Kassen- und Rechnungsrecht und später das Prüfungswesen näher geordnet werden. Damit würden die wesentlichen Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung erledigt sein. Autobahneinweihung in Thüringen. Neustadt a. d. Orla, 19. Dez. (DNB.) In dem gewaltigen Werk der Reichsautobahnen ist ein neuer, wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Am Samstag wurde in Thüringen ein 38,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen Eisenberg und der Schleizer Seenplatte dem Verkehr übergeben. Die Bedeutung dieser Streckeneröffnung liegt darin, daß durch sie nunmehr die gesamte 180 Kilometer lange Autobahn von Schkeuditz an der Autobahn Halle—Leipzig bis Lanzendorf vor Bayreuth durchgehend befahrbar ist. Zusammen mit der anschließenden Autobahn Halle—Leipzig ist diese Strecke mit 215 Kilometer Gesamtlänge das bisher größte zusammenhängende Stück des Reichsautobahnnetzes. Es ist damit bereits rund ein Drittel der Reichsautobahn Berlin- München in Betrieb. Die anschließende etwa 70 Kilometer lange Strecke Bayreuth—Nürnberg wird im Laufe des Sommers fertiggestellt werden, so daß schon zum Reichsparteitag 1937 die Autobahn Schkeuditz—Nürnberg mit einer Gesamtlänge von 285 Kilometer zur Verfügung steht. Die baulich hervorragend gestaltete Bahn ist landschaftlich eine der schönsten im ganzen Reich. Vom Flachland des mitteldeutschen Braunkohlengebietes mit seinen vielseitigen Industrien steigt sie auf dem Kamm zwischen Elster und Saale allmählich in den Thüringer Wald hinauf, führt in waldreichem Gebiet quer durch eine typische, zum Teil noch wenig erschlossene Mittelgebirgslandschaft und zieht sich dann im Abschnitt zwischen der Schleizer Seenplatte und Hof in Bayern auf einer Höhe von mehr als 500 Meter entlang. Es ist gelungen, die Linienführung so zu gestalten, daß die Straße zu einem Schmuck der Landschaft wird. Im Zusammenhang mit der Strecke Halle—Leipzig und der bei Eisenberg kreuzenden Linie Dresden-Jena Erschließt die Bahn wichtige Industriegebiete und eröffnet einen höchst bedeutsamen Verkehrsweg. Aus Anlaß der Eröffnung der neuen Strecke sprachen Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel (Weimar) und Direktor R u k w i e d von der Obersten Bauleitung Halle a. d. S. Reichsstatthalter Sauckel betonte, daß sich sein Gau der außerordentlichen Bedeutung dieser neuen Strecke bewußt sei. Aus den Ausführungen des Reichsbahndirektors R u k w i e d ging hervor, daß im Jahresdurchschnitt seit Inangriffnahme der Sauarbeiten im Mai 1934 9000 Arbeiter Beschäftigung gefunden haben, 6,6 Millionen Taaewerke geleistet und 11,1 Millionen Kubikmeter Erde bewegt worden sind. Heuer stellvertretender Präsident des Holen Kreuzes Berlin, 19. Dez. (DNB.) Der stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und der erste Stellvertreter des Kommissars der Freiwilligen Krankenpflege, SA.-Obergruvpensührer, Generaloberstabsarzt a. D. Dr. Hocheisen, hat den für das Rote Kreuz zuständigen Reichsminister des Innern aus gesundheitlichen Gründen um Entbindung von diesen Aemtern gebeten. Reichsminister Dr. Frick hat diesem Wunsche entsprochen und gleichzeitig die großen Verdienste, die sich Pg. Dr. Hoch- eisen um den Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes im Sinne der Grundsätze des nationalsozialistischen Staates erworben hat, in einem herzlichen Dankschreiben ausführlich gewürdigt. Der Führer und Reichskanzler hat aus diesem Anlaß den SA.-Oberqruppenführer Generaloberstabsarzt Pg. Dr. Hocheiseri auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick zum Ehren- Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes ernannt. Auf Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Ro- ten Kreuzes .Herzog Karl Eduard von Coburg, hat der Reichsminister Dr. Frick den Pq. SS.-Oberführer Dr. Gravitz, Reichsarzt der SS., zum stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes und ersten Stellvertreter des Kommissars der Freiwilligen Krankenpflege ernannt. Ein Film vom Heid)6fneacrfofl. Der Führer hat bestimmt, daß Kassel alljährlich Aufmarschstätte des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) ist. Vom letzten großen Krieger treffen hat der Kyffhäuserbund einen Film drehen lassen. Diesem Film kommt eine doppelte Aufgabe zu. Einmal besitzt er dokumentarischen Wert. Er hat für spätere Geschlechter das imposante Bild des Zusammenwirkens von Partei, Wehrmacht und Bund auf diesem Reichskrieger- tag festgehalten, er zeigt dabei nicht nur die alten und ältesten Krieger, Männer, in tausend Schlachten erprobt und bewährt, hinter ihren Bannern, er zeigt auch fremde Gäste, die aus einstmals feindlichem Land herübergekommen sind. Auch sie marschierten mit ihren Kameraden vom andern Graben Schulter an Schulter auf diesem Reichskriegertag auf, um demonstratio zum Ausdruck zu bringen, daß die Ehre des Frontkämpfers und die seiner Nation nur gewinnen kann, wenn er als tapferer Soldat seinem tapferen Gegner wieder die Hand reicht. Und die andere Aufgabe dieses Films besteht darin, im ganzen Reiche vor den Kameraden des Reichskriegerbundes gezeigt zu werden, isnd zwar denjenigen, denen es nicht vergönnt roar, an dem Treffen teilzunehmen, bann aber auch den Tagungsteilnehmern, die noch einmal das große Erlebnis vor sich abrollen sehen. — Der Reichskriegerbund hat aber auch noch einen anderen, und zwar einen kulturhistorischen Film drehen lassen. Dieser Bund ist der Hüter des Kyfshäuser-Denkmals. Neben dem Denkmal liegt die alte Ruine K y f f h u \ e n , von der nur noch geringe Mauerreste übriggeblieben sind. Um die Ausgrabung dieser Trümmer und die Freilegung der Fundamente bemüht sich der Bund seit Jahren. Er hat mit Hilfe des Arbeitsdienstes bereits erfreuliche Erfolge erzielt. Erhielt der Film vom Reichskriegertag in Kassel durch die Filmprüfstelle das Prädikat „Staatspolitisch wertvoll", so wurde von dem mit herrlichen landschaftlichen Aufnahmen aus dem Gebiet rings um den Kyffhäuser geschmückten Ausgrabungsfilm das Zeugnis „Volksbildend und als Lehrfilm geeignet" ausgestellt. Ehrung einer Hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Wilhelmine H e m p in ßämmersborf, Kreis Arns- walde, aus Anlaß der Vollendung chres 10 0. L e • bensjahres ein Glückwunschschreiben zugehen lassen. Schweres Erdbeben in El Salvador. Bisher über 1000 Tote geborgen. wie die heutigen Reuyorker Morgenblätter melden, wurde in der letzten Rächt die Stabt San Vincente in der Republik El Salvador in Mittelamerika von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Gleichzeitig machte der Vulkan Santa- rita einen Ausbruch. Die Stadt San Vincente, die 50 000 Einwohner hat, wurde fast gänzlich zerstört. Aber 1 000 Tote sind nach den Berichten der Morgenblätter bereits geborgen. Die Zahl der Verletzten soll in die Tausende gehen. Auch die Städte und Ortschaften Tepetion, Apase- peque, verapez, San Sebastian, San Eayetano und Tecoluca wurden von dem Erdbeben betroffen und teilweise zerstört. Da die Katastrophe sich nachts ereignete und die Lichtleitungen bei den ersten Stößen bereits rissen, entstand in den Unglücksgebieten eine große Verwirrung. Die Flüchtenden fielen teilweise in Lrdriffe, ober wurden von einstürzenden Häusern begraben. Berstende Wasserrohre erhöhten das Durcheinander. Man befürchtet den Ausbruch von Seuchen, da das Wasser sehr knapp ist. Kronprinzessin Juliana und Vrinz Bernhard von Lippe-Viesierseld feierlich aufgeboten. Im Haager Rathaus fand das feierliche Aufgebot der Kronprinzessin Juliana und des Prinzen Bernhard von Lippe-Bicsterfeld durch den Bürgermeister statt. Das Paar nahm mit einer goldenen Feder die Einzeichnung ins Standesamtsregister vor. Gleichzeitig gaben sechs Herolde die bevorstehende Hochzeit bekannt. Die Kirchenglocken läuteten. Beim Verlassen des Rathauses wollte der Jubel der Menge kein Ende nehmen. Anschließend erfolgte ein Vorbeimarsch von Zehntausenden von Schulkindern vor dem Schloß Noordeinde. Bis zum Hochzeitstage, dem 7. Januar, bleibt die Stadt reich geschmückt. Umwandlung der „International Zeppelin Transport Corporation“. In Neuyork wurde die Umwandlung der „International Zeppelin Transport Corporation“ in die American Transport Inc. durchgeführt. Edward Farley wurde zum Präsidenten ernannt. Zum Vizepräsidenten wurde v. Meister, der Amerika- Vertreter der Deutschen Lufthansa, bestellt. Das Programm der neuen Gesellschaft weist für 1937 15 bis 20 Fahrten des „Hindenburg" zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten auf. 30 „Bibelforscher" vor dem Sondergericht. Dor dem in Wanne-Eickel tagenden Dortmunder Sondergericht hatten sich 30 sogenannte „inte r- nationale Bibelforscher" zu verantwor- ten, die trotz des bestehenden Verbots ihr volksschädliches Treiben fortgesetzt hatten. Die Verhandlung gab einen Einblick in das volksfeindliche und auf die Untergrabung des völkischen Gemeinschaftslebens gerichtete Treiben dieser seltsamen „Heiligen", denen das eigene Vaterland nichts ist. die den Gesetzen den Gehorsam verweigern, die Wehrpflicht ablehnen und ihrer Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat auch dadurch offen Ausdruck geben, daß sie den Hitler-Gruß verweigern. Sogar die NSV und das WHW. lehnen sie ab, obwohl nicht wenige von ihnen das segensreiche Wirken dieser nationalsozialistischen Einrichtungen am eigenen Leibe verspürt haben. Unter religiöser Tarnung üben sie ihre gefährliche Tätigkeit aus, 'bie sich deckt mit den Zielen der jüdisch- bolschewistischen und marxistischen Lehre. In der Verhandlung gewann man keinen überzeugenden Eindruck von der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe dieser „frommen" Menschen. Der Staatsanwalt kennzeichnete in seiner Anklagerede treffend das unheilvolle Treiben der Angeklagten und beantragte erhebliche Gefängnisstrafen, um ihnen und allen anderen ähnlich irregeleiteten Menschen ein für allemal klar zu machens daß im neuen Deutschland für solche Gedanken kein Platz mehr ist. Das Gericht verurteilte sechs Angeklagte zu Gefängnis- st r a f e n von einem Jahr bis zu zwei Jahren drei Monaten. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Nur in einem Fall erkannte das Gericht auf Freisprechung. Marxistischer Volksverräter unschädlich gemacht. Der schon oft, auch im Auslande, vorbestrafte 39 Jahre alte Alfred S ch a d o w s k i wurde vom Schöffengericht Berlin wegen fortgesetzten D i e b st a h l s im Rückfalle zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für die gleiche Zeit aberkannt. Außerdem wurde Schadowski unter Polizeiaufsicht gestellt und Sicherungsverwahrung für ihn angeordnet. Die Verhandlung entrollte ein Verbrecherleben, wie es selbst vor dem Gericht in Moabit selten zur Sprache kommt. Der Angeklagte ist 2 7 m a 1 vorbe- str a f t, meist wegen Fahrraddiebstahls und Einbruchs. Er ist Marxist und flüchtete bei der Machtübernahme Durch Adolf Hitler nach Oesterreich. Seine verbrecherische Tätigkeit in Deutschland genügte den österreichischen Marxisten, um Scha- dowski in den roten „Schutzbund" aufzunehmen und ihn zum Kompanieführer in Wien zu machen. Der neugebackene „Hauptmann" beteiligte sich an den Straßenkämpfen, die sich 1934 in Oesterreichs Hauptstadt abspielten, wurde ergriffen und zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Im Sommer wurde der internationale Verbrecher nach der Verbüßung eines Teiles seiner Strafe begnadigt und ausgewiesen. Bei der Vernehmung durch die Polizei gab er unumwunden zu, daß er sich hier wieder als Agent der kommunistischen Internationale betätigen wollte. Neben seiner versuchten staatszersetzenden Tätigkeit betrieb Schadowski den Fahrraddiebstahl. Die von ihm entwendeten Fahrräder, meist das Besitztum wenig bemittelter Volksgenossen, verschob er in die Provinz. Es gelang jetzt, Schadowski zu stellen und ihn nach hartem Kampf zu überwältigen. Der Verhaftete gestand zehn Dieb» stähle ein. Dor dem Schöfsenreicht widerrief er lern Geständnis und wollte dem Gericht glauben machen. Die deutsch-polnische gute Nachbarschaft. Erklärungen des polnischen W a r s ch a u, 19. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Ausschuß des Senats fand am Samstag eine Aus vrache über die Rede des Außenministers B e ck statt Auf die von einzelnen Senatoren gemachten Ausführungen und die von ihnen gestellten Fragen antwortete Außenminister B e ck abschließend in einer kurzen Ansprache. Er ging zunächst auf die in seiner Erklärung am Freitag nicht berührte Frage der Beziehungen zu Litauen ein und unterzog die Politik der litauischen Regierung einer scharfen Kritik. w v Auf eine Frage, die die Frankfurter Rede des Reichsminisiers Dr. Schacht betraf, jagte Mi- nister Beck: „Ich möchte hier erklären, daß wir vor einigen Tagen aus dem eigenen Munde des Ministers Dr. Schacht die kategorische Feststellung erhalten haben, daß eine Jnterpreta- tion, als ob feine Rede gegen berechtigte Interessen des polnischen Staates gerichtet gewesen fei und als nicht übereinstimmend mit dem zwilchen Polen und Deutschland hergestellten Zustand der guten Rachbarschaft und des Richtangriffs angefehen werden könnte, nicht im geringsten feinen Absichten entspreche. Ich nehme an, daß diese einfache Erklärung eine genügende Antwort auf die Frage ist. Weiter berührte Minister Beck in seinen Aussuh» Außenministers. rungen die polnischen See- und Kolonialfragen. Er habe es für notwendig gehalten, diese Probleme auf internationalem Boden darzulegen, nicht, weil er äußeres Prestige oder irgendwelchen äußeren Ehrgeiz befriedigen, oder gar Störungen Hervorrufen wolle. Da aber einmal ein internationaler Meinungsaustausch und der Versuch einer internationalen Verständigung zur Uederwin- dung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen werde, solle dann die polnische Stimme nicht fehlen. Je weiter sich die Welt auf ihrem jetzigen negativem Wege fortbewege, um so breiter werde voraussichtlich die Plattform sein, von der aus man Auswege aus der jetzigen Lage suchen müsse. Daher habe er es nicht für übertrieben gehalten, auch die beiden wichtigen Probleme, nämlich das der Ueber- oölkerung und das des Rohstoffbezuges gegen Devisen hinzuweifen Hinsichtlich seines Londoner Besuches erklärte Mi- nister Beck, die damalige amtliche Verlautbarung habe so genaue Formulierungen enthalten, wie es beim gegenwärtigen Stande der Verhandlungen über einen etwaigen künftigen Westpakt möglich gewesen sei. Die Reden Edens in den letzten Tagen stellten einen wichtigen Kommentar dar, der sich nach seiner Auffassung völlig mit dem decke, was polnischerseits über die Annäherung zwischen der polnischen und der britischen Regierung gesagt wor- den fei. Das neue Malsteuergesetz. HeichSinnenminister ©r. Frick kündigt ein Zweckverbandsgesetz und eine Deutsche Kreisordnung an. Abends a/s Letztes Chlorodont - dann erst ins Bett! daß er die Diebstähle nur ^ugegeben habe, um der Befragung durch den Poüzeibeamten ein Ende 3u machen. In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende, daß der marxistische Verbrecher als ein gemeingefährlicher Volksschädling anzusehen sei, der die volle Schärfe des Gesetzes verdiene. Drei Jahre Zuchthaus für eine gewissenlose Schwindlerin. In Siegen wurde die Verhandlung im Prozeß gegen die Schwindlerin Therese Halbe zu Ende geführt. In seinem Gutachten kam der medizinische Sachverständige zu der Feststellung, daß die Angeklagte geistig durchaus normal sei; für chr Tun sei sie voll verantwortlich. Der Staatsanwalt betonte, es sei kaum glaublich, daß es im 20. Jahrhundert noch sogenannte gebildete Leute gebe, die an den Schwindel der Angeklagten geglaubt hätten. Die Angeklagte habe ihr verwerfliches Treiben bei religiös leicht beeinflußbaren Frauen angewandt, wobei sie in gewissenlosester Weise vorgegangen sei. Der Staatsanwalt beantragte wegen fortgesetzten B e - trugs in Tateinheit mit gewinnsüchtiger Urkundenfälschung drei Jahre Zuchthaus und wegen der an den Tag gelegten gemeinen Gesin- nung fünf Jahre Ehrverlust. Gegen die Mitangeklagte Mutter der Schwindlerin beantragte er wegen fortgesetzter Hehlerei ein Jahr Gefängnis und gegen die Schwester Toni Halbe neun Monate Gefängnis. Das Urteil lautete gegen die Angeklagte Therese Halbe gemäß dem Antrag des Staatsanwaltes. Die Mutter erhielt wegen Hehlerei sechs Monate und die Schwester vier Monate Gefängnis. Furchtbare Bluttat bei Siegen. In dem im Kreise Siegen gelegenen Ort Wilnsdorf wurde eine entsetzliche Bluttat verübt. Der Arzt Dr. G r ä s hat dort durch Revolverschüsse seinen Mitarbeiter, den 31jährigen Arzt Dr. Schneider, seine elfjährige Tochter Inge und seine im Alter von fünf und acht Jahren stehenden Söhne Joachim und Jürgen getötet und dann sich selbst durch einen Schuß in den Kopf ums Leben gebracht. Das Motiv der Bluttat konnte noch nicht festgestellt werden. Doppelmord aus verschmähter Liebe. In einer der vergangenen Nächte sind in Ebhausen (Kreis Nagold) in ihrem Wohnhaus die 76 Jahre alte Witwe Katharina Guhl und ihre Enkelin, die 20 Jahre alte ledige Wilma Guhl, durch Erstechen ermordet worden. Der Verdacht richtete sich von Anfang an auf den bisherigen Geliebten der ermordeten Wilma Guhl, den ledigen 24 Jahre alten Helmut Kuch aus Karlsruhe. Wie aus Briefen hervorgeht, scheint er aus verschmähter Liebe gehandelt zu haben. Die ermordete Wilma Guhl, die ein zwei Monate altes Kind von Kuch besitzt, hatte sich in letzter Zeit von dem Mann zurückgezogen. Daraufhin hatte Kuch sie wiederholt bedroht und ihr auch angekündigt, er werde sich das Leben nehmen. Kuch konnte bereits in Karlsruhe ergriffen werden. Er hatte einige Schnittwunden. Ob er sich diese bei der Ermordung der Frauen oder später beigebracht hat, als er, wie er aussagte, Selbstmord begehen wollte, steht noch nicht fest. lieber 200 Todesopfer bei dem indischen Grubenunglück? Das Grubenunglück in der Nähe von Asansol in Indien hat nach den letzten Meldungen einen noch größeren Umfang, als man ursprünglich befürchtet hatte. 208 Mann sollen in der Kohlengrube eingeschlossen sein; es besteht wenig Aussicht, die Bergleute noch zu retten. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Theodor Wiegand f. Am Samstagnachmittag verschied in Berlin- Dahlem Geheimer Regierungsrat Dr. Theodor Wiegand, Preußischer Staatsrat, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und Präsident des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches, im 72. Lebensjahr. Theodor Wiegand, 1864 in Bendorf (Rheinprovinz) geboren, studierte in München, Freiburg und Berlin und erhielt nach Studienreisen in Italien und Griechenland 1894/95 ein Stipendium des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts. 1896 übernahm er die Leitung über die Ausgrabungen in Priene, ein Jahr später erfolgte seine Ernennung zum Direktor der König! Museen in Berlin mit dem Amtssitz Konstantinopel. Wiegand übernahm später die Leitung der Ausgrabungen in Milet und Samos (1910), machte zahlreiche Reisen in der Türkei und wurde 1912 als erster Direktor der Staatlichen Museen nach Berlin berufen. In dieser Eigenschaft nahm er 1928 die deutschen Ausgrabungen in Pergamon wieder auf. 1930 konnte er das von ihm geschaffene einzigartige anttke Architekturmus"um in dem neuen Berliner Pergamon-Museum der Oef- fentlichkeit übergeben, dann schied er aus feiner Stellung aus, wurde aber schon 1932 zum Präsidenten des Archäologischen Reichsinstituts als Nachfolger von Professor Gerhard Rodenwaldt ernannt. Von Wiegands zahlreichen archäologischen Arbeiten seien hier nur genannt die Werke über die Akropolis zu Athen, über Priene und über die thronende Göttin im Museum zu Berlin; außerdem gab er mehrere wissenschaftliche Ausgrabungsberichte heraus. — Geheimrat Wiegand wurde 1931 in die Friedensklasse des Ordens Pourle Märite gewählt. Der Herder-Preis an Agnes Aliegel verliehen. In der Königsberger Universität fand die feierliche Verleihung des Johann-Gottfried- Herder-Preifes an die Dichterin Frau Dr. Agnes Miegel statt. Die Feier am Todestage Herders wurde durch Szenen aus dem Herderfchen Oratorium „Die Kindheit Jesu" eingeleitet. Dann nahm der Rektor Professor Dr. Ger ullis die erstmalige Verleihung des Herder-Preises vor. Dieser wird als Teilpreis der Goethe-Sttftung eines ungenannt bleibenden Amerikaners jährlich durch Vermittlung des Präsidenten der Reichsschrlfttums- kammer für eine besondere künstlerische Leistung im Rahmen des preußisch-baltischen Volkstums verliehen. Die Uebergabe des Preises an Frau Miegel wurde mit stärkstem Beifall ausgenommen. Der Vizepräsident der Reichsschrifttumskammer, Ministerialrat Dr. Wismann, würdigte das dichterische Schassen Agnes M i e g e l s als volkstum- gebundene Dichtung. Die Dichterin gab ihrem Dank für diese Ehrung durch Vorlesungen aus ihrem Werk Ausdruck. Gute Aussichten im tierärztlichen Beruf. DNB. Zu den Berufen, in denen sich günstige Aussichten für ein Weiterkommen bieten, gehört auch der des Tierarztes. Die Aufgaben der Freiberufs-Tierärzte, der staatlich beamteten Tierärzte, der städtischen beamteten Tierärzte mit der Endstelle als Schlachthofdirektor, die Laufbahn der Veterinäroffiziere der Wehrmacht, mit der Spitze als Veterinärinspekteur mit dem Range eines Generalleutnants sowie mehreren Generalsstellen, bieten dem Tierarzt je nach persönlicher Anlage und Fähigkeit große Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich der akademischen Laufbahn widmen will, kann zwischen den Fächern Anatomie, Physiologie, Bakteriologie, Pathologie, Parasitologie, Arzneimittel- und Giftlehre, animalische Lebensmittelkunde, Geburtskunde, Tierzucht, den klinischen Fächern wählen. Damit bietet der tierärztliche Beruf eine Vielseitigkeit, die jeder persönlichen Neigung gerecht zu werden vermag. In diesem wichtigen, interessanten und schönen Beruf besteht zur Zeit ein empfindlicher M a n g e l an Berufsnachwuchs, so daß das tierärztliche Studium empfohlen werden kann. Mit drm Lieferauto schwer verunglückt. LPD. Heppenheim, 20. Dez. Auf der Heimfahrt von einer Veranstaltung in Oberhambach hatten auf einem Lieferwagen des Milchhändlers Georg Jakobi mehrere Einwohner aus Unterhambach Platz genommen. Der Wagen kam auf der nassen abschüssigen Fahrbahn ins Schleudern und stürzte u m. Dabei wurde der 44jährige Lehrer Karl W i n- ter in das Bachbett geschleudert und so schwer verletzt, daß er bald star b. Schwer verletzt wurden außerdem zwei weitere Mitfahrer, der Metzger Georg Petermann und der Stricker Fritz Werner, während der Besitzer des Wagens Jakobi mit dem Schrecken davonkam. Oie Hundesteuer in Hessen. Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkommen fein, wenn noch einmal darauf aufmerksam gemacht wird, daß die im Laufe des Jahres abgeschafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember 1 93 6 bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. Erfolgt die Abmeldung nach dem 31. Dezember, so ist die Hundesteuer auch für das neue Kalenderjahr zu entrichten. Wer am 1. Januar selbstgezüchtete junge Hunde besitzt, wird ohne Rücksicht auf deren Alter zur vollen Hundesteuer für das kommende Kalenderjahr herangezogen. Diejenigen Hunde, die im Laufe des Kalenderjahres ihren Besitzer wechseln, unterliegen jeweils der nochmaligen Versteuerung, da nicht der Hund als solcher, sondern der Hunde besitz besteuert wird. Wetterbericht des Reichswetterdiensfes. Ausgabeort Hrankfurl. Während sich unter stürmischen Westwinden die atlantische Störungstätigkeit fortsetzt, wird unsere Witterung durch ein kräftiges Hochdruckgebiet bestimmt, das in den letzten Tagen sich über dem Festland aufgebaut hat. Die Berge weisen heiteres und ziemlich mildes Wetter auf, die Niederungen zeigen dagegen wieder verstärkte Neigung zu Nebel- und Hochnebelbildung. Aussichten für Dienstag: In den Niederungen teilweise Nebel ober Hochnebel, sonst trocken und vorwiegend heiter, bei schwachen Winden nachts vielerorts Frost. Aussichten für Mittwoch: Abgesehen von Nebel- ober Hochnebelbildung in ben Niederungen trocken unb vorwiegenb heiteres Wetter, nachts Frost. Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags 1,4 Grad Celsius, am 20. Dezember: abends 1,5 Grad, am 21. Dezember: morgens 0,1 Grad; Maximum 2,2 Grad, Minimum —0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. Dezember: abends 1,9 Grad, am 21. Dezember: morgens 1,8 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: i. V. Ernst Blumschein; für Feuilleton: l)r. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck unb Verlag: Briihl'sche Universitäts- Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. 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Die offengelegten Schätzungsergebnisse werden den Eigentümern und Nutzungsberechtigten der Grundstücke nicht besonders bekanntgegeben. Gegen die Schätzungsergebnisse steht den Eigentümern der betreffenden Grundstücke die Beschwerde nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung zu. Die Beschwerde kann in der Zeit bis zum Ablauf des 2. INärz 1937 beim Finanzamt entweder schriftlich eingereicht oder zu Protokoll erklärt werden. Mit dem Ablauf der Frist für die Einlegung des Rechtsmittels werden die offengelegten Schätzungs» ergebniffe unanfechtbar, soweit nicht Beschwerde eingelegt ist. Die Amtstage werden von der Bürgermeisterei der aufzulegenden Gemarkung noch bekanntgegeben. Gießen, den 19. Dezember 1936. Der Vorsteher des Finanzamts. | Verschiedenes j taUlta Inh. 245D Fr. W. Henkel Alicens r. 40 SprecbsloDdeo wegen d Feiertage am Mittwoch, dem 23., u. Mittwoch, d. 30. Dez. Von ölt. alleinstehend. Ehepaar tüchtiges Mädchen im Haushalt u. Kochen erfahr., für Ans. Januar gesucht. 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Verlag ; t, 1O1O mit U s Bücher unter dem Weihnachtsbaum Die f./'i es n >5 n ;s ig. e r :h, litt* )ei- s b Ein Bilderbuch der deutschen Kultur n h 'n n ts des gs- !lN' eret >en- er 0. en an :rn der )37 Fi' )en 9D mb in« ng eb- t)‘ nt« Die gesamte Presse Südaustraliens berichtete ausführlich über die festlichen Veranstaltungen in den Siedlungen der deutschen Einwanderer und nahm die Gelegenheit wahr, um ihrer Verdienste um die Entwicklung des Staates zu gedenken. Das hatten sie nicht erwartet. Eine Zeitung in Oslo erregte dieser Tage großes Aufsehen, indem sie in großer Aufmachung ein Bild brachte, auf dem man zwei Einbrecher bei ihrer „Arbeit" in einem Fenster sah. Diese Photographie war nicht etwa durch einen Trick entstanden, sondern das Ergebnis eines glänzenden Einfalls. Ein Fabrikant von Präzisionsinstrument'n, Halvorsen, dessen Landhaus verschiedene Male von Dieben heimgesucht war, richtete nun in einem Fenster, das den natürlichen Eingang für die heimlichen Besucher bildete, ein Alarmgerät ein, das mit einem photographischen Apparat und einer Magnesiumlampe verbunden war. Als die beiden Einbrecher in einer der letzten Nächte wirklich auf diesem Wege eindrangen, wurden sie mit einem starken Krach und einem aufleuchtenden Licht empfangen, und als sie sich verdutzt umsahen, sahen sie im Scheine ihrer Blendlaterne auf einem Tisch eine Visitenkarte, auf der sie freundlich also angeredet wurden: „Liebe Herren Diebe, ich bin Ihnen nicht böse, aber ich möchte gern, daß meine Sachen in Ruhe gelassen werden. Der erste Schlag war nur ein blinder Lärm, aber ich mache Sie daraus aufmerksam. daß, wenn Sie weiter vordringen. Zwei scharfe Schüsse kommen werden, und ich rate Ihnen daher, so schnell wie möglich wieder abzuziehen." Man kann sich denken, mit welcher Geschwindigkeit die beiden Kerle Reißaus nahmen. Wie erstaunt aber waren sie erst, als sie an einem der nächsten Tage ihre Photographie in den Händen der Polizisten sahen, die sie verhafteten. Angesicht des überzeugenden Beweises machten sie erst gar nicht den Versuch, zu leugnen. staltungen in Hahndorf und Tanunda statt. H a h n d o r f, so benannt nach dem Kapitän Hahn, der Ende 1838 eine Gruppe deutscher Einwanderer nach Südaustralien brachte, wurde während des Weltkrieges in Ambleside umgetauft, erhielt jedoch anläßlich der südaustralischen Jahrhundertfeier, auf Wunsch der ansässigen Bevölkerung, seinen ursprünglichen Namen wieder, zusammen mit Klemzig (während des Krieges in Gaza) in Lobethal (damals in Tweedvale umgetauft). Für die Jahrhundertfeierlichkeiten in Hahndorf, wo übrigens der berühmteste deutsch-australische Maler, Hans H e y s e n , seinen Wohnsitz hat, war eine ganze Woche, vom 21. bis 28. November, angesetzt. Schon am ersten Tage hatten sich viele Deutsch- Australier aus nah und fern eingefunden. Die Veranstaltungen fanden auf dem neuen schönen Sportplatz statt und wurden durch einen Festumzug durch die prächtig geschmückten Straßen des Ortes öinge- leitet. An der Spitze des Zuges ritt eine Schwadron Lanzenreiter mit wehenden Fähnchen, dann folgte eine Reihe Wagen, mit historischen Gruppen, darunter alte Leiterwagen, wie sie die ersten deutschen Ansiedler gebraucht hatten. Auf den Wagen standen und saßen und um die Wagen gingen Männer und Frauen in der Tracht, wie man sie in Deutschland zu Anfang des 19. Jahrhunderts getragen hat. Die Teilnehmer marschierten zur Musik des Polizei- Orchesters von Adelaide und der Stadtkapelle von Hahndorf und wurden von den die Straßen füllenden, festlich gestimmten Menschenmengen jubelnd begrüßt. Außer deutschen Trachten sah man viele originelle Phantasiekostüme. Der Umzug endete auf dem Sportplatz, der von schönen hohen Bäumen umgeben ist. Gleichsam um die alte mit der neuen Welt zu vereinen, recken sich auf einer Seite majestätische Tannen, auf der andern australische Eukalyptus- bäume empor. Die offizielle Eröffnung der Feier fand durch den Gouverneur von Südaustralien, Sir Winston D u - gern, statt, der in Begleitung seiner Gattin und eines zahlreichen Gefolges erschienen war. In seiner Eröffnungsansprache wies der Gouverneur, wie er es auch bei früheren ähnlichen Veranstaltungen getan hatte, auf die großen Verdienste der deutschenAnsiedlerum die Entwicklung Südaustraliens hin, wo sie vor 100 Jahren eine neue Heimat gefunden hatten. Er beglückwünschte die Be- wobner Hahndorfs zum schönen Erfolge ihrer Bemühungen um die Feier und sagte, daß die deutschen Siedlungen einen stolzen Ehrenplatz innerhalb des britischen Empire einnehmen. Darauf durchschnitt der Gouverneur die Bänder am Eingangstor mit einer eigens zu diesem Zwecke angefertigten Schere, die die Aufschrift „Hahndorf 1936" trug, und die ihm vom Vorsitzenden des Jahrhundertfeier-Ausschusses der Stadt Hahndorf, Herrn C. G. E. N i t s ch k e , übergeben wurde. Am folgenden Tage wurde, nachdem Ansprachen von einer Reihe evangelisch-lutherischer Pastoren gehalten und die in ganz Australien bekannte Lieder- Veranstalter geht dahin, die Stücke, die sonst unter vielen anderen ständig ausgestellt sind, aus ihrem musealen Rahmen zu befreien und sie — mit anderen weniger bekannten Werken aus Museumsund Privatbesitz — zu einzelnen Themen zusammenzustellen, wie solche als „Das Bildnis in der Plastik", „Das Ereignisbild" und „Das Stilleben" vorausgegangen sind, lieber den Wert solcher Sonderausstellungen ist kein Wort zu verlieren; der großartige Erfolg der „Großen Deutschen in Bildnissen ihrer Zeit" bewies wiederum, welche überraschende Werbekraft von diesen Veranstaltungen ausstrahlt. Sie sind das einfachste und natürlichste Mittel, den starren Museumsbesitz zu bewegen und ihn nutzbar zu machen, damit Volksschichten, die dem Museum entfremdet waren, zurückgewonnen, damit andere, die das Museum usher nicht kannten, ihm zugeführt werden. Das Gebiet des Sittenbildes ist beinahe unübersehbar weit: es umfaßt alle Darstellungen des alltäglichen Lebens, es schließt die Welt des Soldaten ebenso in sich wie die des Handwerkers, Künstlers, Bürgers; es enthält die wechselnden Formen des Gemeinschaftslebens, Spaziergang, Theater, Zirkus, Tanz und Musik. In solche Unterabteilungen gliedert sich zweckmäßig auch diese Ausstellung. Da sie Bilder von Dürers Zeit bis möglichst zur Gegenwart in sich vereinigt, stellt sie ein überraschend aufschlußreiches, buntes und spannendes Bilderbuch der deutschen Kultur da. Da sie nur etwa 150 Werke vorführt, ermüdet ihre Besichtigung nicht; die mannigfaltigsten Eindrücke behaupten sich nebeneinander und werden noch lange in der Erinnerung haften. 15 ,5 i- Oer Traum der Bäuerin. Durch den Traum einer Bäuerin im Dorfe Za- kaki auf Cypern wurde eine vergrabene Kirche mit Denkmälern aus byzantinischer Zeit entdeckt. Nacht für Nacht träumte die Frau, daß ihr befohlen würde, an einem bestimmten Ort nachzugraben, an dem sie eine alle Kirche auffinden würbe. Sie erzählte ihren Traum ihrem Manne und drängte ihn so lange, sich um die Ausgrabung zu kümmern, bis schließlich die archäologischen Beamten sich entschlossen, Ausgrabungen vorzunehmen. Schon am ersten Tage, als die Grabungen an dem von der Frau bezeichneten Ort begannen, wurde ein Teil einer alten Kirche aufgedeckt. Die weiteren Ausgrabungen haben jetzt die ganze Kirche ans Tageslicht gebracht, bei der zwei byzantinische Denkmäler, die Skelette enthielten, aufgefunden wurden. .40 durchschwimmen, werden dem Leser gedeutet. Prof. Frisch erzählt uns viele andere Probleme voller Seltsamkeiten. Fortpflanzung, Entwicklung und Vererbung, und die vielumstrittenen Fragen der Abstammungslehre erfahren eine klare und verständliche Darstellung, der Zauber des Buches ist, daß der Wissenschaft die Schwere genommen wurde, die dem Laien die Freude an der Biologie bei aller Begeisterung oft genug verdirbt, und trotzdem bleiben wir niemals an der Oberfläche. Wir sehen die Geheimnisse des Lebens so klar, wie wir die Geheimnisse des Meeres durch die Glasscheiben des Aquariums betrachten können, während sie vor- her in einer uns unergründlichen Teste verborgen waren. Dr. G. — P. C. Ettighoffer: Moskau — Corn- p t 6 g n e — Versailles, Erlebnisse eines deutschen Nachrichtenoffiziers mit 33 dokumentarischen Photos. Preis geb. 4,40 Mark. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (588) — Mit diesem Tagebuch ist ein düsteres Kapitel der Weltgeschichte auf- geschlagen. Es ist ein Blick hinter die jämmerlichen Kulissen jener Waffenstillstands- und „Friedens"- komödien, der nur wenigen vergönnt war! Dieser Offizier traf die russische Waffenstillstandskommission im Schneefeld bet Hinzenberg, erlebte in Moskau die Ermordung des deutschen Gesandten, Grafen Mirbach. Er fuhr bei Trelon mit der weißen Fahne, vom Feind beschossen, mit übers Nie- mandsland; wurde zum düsteren Wald von Com- viegne gebracht, wo in jenem berühmt gewordenen V-Zugwagen des Marschall Foch Erzberger unterschreiben sollte; er war in Versailles im Hotel des Reservoirs unter Bewachung hinter Gitter; arbeitete dann mit der „Wako" in Spa, dem ehemaligen Großen Hauptquartier. Ein erschütterndes Dokument gerade durch viele aufschlußreiche Einzelzüge und persönliche Eindrücke. — Theodor Bohner: Der ehrbare Kaufmann. Ein I ah rhund er t in Deutsch- lands Kontor en und Fabriken. Mit Die» Ueberraschung bieten. — Hans Helfritz : I m Urwald von M a l a y a. Preis in Leinen gebunden 4 Mark. Deutsche Verlags-Gesellschaft, Berlin SW. — (471) — Das Buch gibt in Bild und Text starke Ein- drücke von dem heute noch nicht völlig erschlossenen Lande Malaya, dem unter britischer Herrschaft stehenden südlichsten Zipfel Hinterindiens. Der Hauptteil ist Urwald, aber am äußersten Ziviel, dem holländischen Sumatra gegenüber, liegt Sin- gapore, Englands Schlüssel zur ostasiatischen Welt. Seine Gründung wird in diesem Buche erzählt. Helfritz hat aber auch die chinesischen Siedlungen besucht, die im Urwald bereits die malaische Urbevölkerung zurückzudrängen beginnen. Eine Menge interessanter Bilder veranschaulichen Landschaft, Leben und Treiben der Urbewohner und Einwanderer dieses seltsamen Landes. e- — Jacob Sann: Das Mädchen Lv und die Vögel. Volker-Verlag, Köln. — (38fä — Preis gebunden 3,80 Mark. Jacob Sann ist ein norwegischer Landschaftsmaler, d-r in der Natur die verschiedenen Dogellaute unterscheiden lernte und ihre Lieder in Noten aufzeichnete. Aus dem Studium der Vögel erwuchs dieses Buch. Das Mädchen Liv, das hoch im Norden auf dem Leuchtturm lebt, hat ein Rotkehlchen einen Winter hindurch zum Gefährten. Ein Buchfink läßt sich auf einem Frachtdampfer nach Norden treiben. Aus den Erzählungen beider Vögel lernen wir ihr wechsel- volles Schicksal während des Winters kennen. Das Buch zeugt von einem unaemein feinsinnigen Verständnis für Natur und Tiere. — Mirlache als. Eine Sammlung fröhlicher Mundartdichtunq. Gegeben von Dr. Ferdinand Werner. Erste Folge: Oberhessen und Nassau. Zweite verbesserte Auflage. 80 Seiten. Kart. 1,25 Mark Verlegt bei Emil Roth, Gießen. — (543) — Wir haben die erste Auflage des lustigen Büchleins seinerzeit ausführlich besprochen; zur zweiten bemerkt der Herausgeber, daß an Stelle eines auf seinen Wunsch ausgebooteten Fahrtgenossen" drei neue Gäste an Bord des fröhlichen Schiffchens ae» stiegen sind: E. Otto, Wiesbaden; R. Koch, Nidda; Anna Damm, Giffelberg; bei Frohwein, Fuchs, Rühle und Reuter konnte außerdem das ..Passagiergut" vermehrt werden. Die Sammlung, die von Anfang an keinen anderen Zweck verfolgte, als die Leute herzhaft zum Lachen zu bringen, wird auch in der vorliegenden Fassung ihren Weg machen und sowohl beim stillen Leser als auch in angeregtem Kreise verständnisvolle Heiterkeit, Freude an heimischer Mundart und bodenständigem Mutterwitz wecken. — Kosmos-Taschenkalender für d i e Jugend 1 9 3 7/38. Seinen 1,50 Mark. Franckb- sche Verlagshandlung. Stuttgart. — (505) — So ist der Kosmos-Taschenkalender: praktisch, weil er Jahrhundertfeier deutscher Ortschaften in Güdauflralien. Don unserem ständigen v. Sk.-Äerichierstatter. en« rde zu- auf ift« ,.Es kommt ein Schiff, geloben bis an den höchsten Bord", wiederum unter Leitung von Kapellmeister Bräuer, der sich um die Ausgestaltung der musikalischen Morgenfeiern sehr verdient gemacht hat. Die Veranstaltung war auch diesmal erfreulich gut besucht; es hat sich, wie Intendant Schultze- Griesheim zu Anfang betonte, in der Tat bereits eine kleine Sonntagsgemeinde gebildet, die andächtig lauschte und mit herzlichem Beifall dankte. H. Thyriot. n. B. Staatlichen Museen in Berlin veranstalten eine Ausstellungssolge „Deutsche Kunst seit Dürer", in der die Kunstschau „Das Sittenbild" die vierte ihrer Art ist. Das Bestreben der (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sidney, Ende November. Während im November die offiziellen Jahrhundertfeier-Veranstaltungen des Staates Südaustralien ihren Höhepunkt erreichten, haben auch deutsche Siedlungen, deren Ursprung auf die ersten deutschen Einwanderer nach Südaustra- l i e n zurückgeht, es sich nicht nehmen lassen, das Andenken ihrer Vorfahren zu ehren. Nachdem schon im Laufe des Jahres ein Denkmal zum Gedenken des Komponisten der südaustralischen Hymne „Song of Australia“, Carl Singer und ein zweites auf der Ruhestätte der ersten deutschen Ansiedler, dem alten Friedhof zu Klemzig, auf- gestellt waren, fanden im November große Veran- Sockschulnachrichten. Der Verein der Zellstoff- und Papierchemiker und -Ingenieure hat in seiner Hauptversammlung zu Bersin zum ersten Mal die Mitscherlich-Medaille vergeben. Diese Auszeichnung als Anerkennung für hervorragende wissenschaftliche Verdienste auf dem Gebiete der Forschung wurde dem Inhaber des Sehrstuhls für Papierfabrikatton an der Technischen Hochschule D a r m st a d t, Professor Dr.-Jng. Walter Brecht, verliehen. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den ordentlichen Professor für Sozial- und Wirtschaftspolitik Dr. Emil Werke zum Direktor der neuen Abteilung für Handwerkswirtschaft und Handwerkspolitik an dem Institut für Wirtschaftswissenschaft der Uni- 1 oerfität Frankfurt ernannt. werden. - --------- - - Hochachtung, Euerer Exzellenz sehr ergebener Frhr. von N e u r a t h." Die Verlesung dieser Botschaft machte einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden. Herr Krawinkel übermittelte auch die Glückwünsche des Premier- ministers von Südaustralien. Diele Glückwunschtelegramme und -schreiben waren eingelaufen, darunter vom Präsidenten des Bundes des Deutschtums in Australien und Neuseeland, Herrn Otto von Drehnen und dem Schriftleiter der deutsch-australischen Wochenschrift „Die Brücke", Herrn A. von S k e r ft. In der Stadt Tanunda, die vor dem Kriege das „kleine Berlin" von Südaustralien genannt wurde, und die auch heute noch von einer überwiegend deutschstämmigen Bevölkerung bewohnt wird, fanden die Jahrhundertfeier-Veranstaltungen ihren Abschluß durch einen Festumzug, an dem sich etwa 500 Personen in lustigem Mummenschanz beteiligten. Die Zahl der Zuschauer in den festlich geschmückten Straßen des malerisch gelegenen, sauberen Städtchens wurde auf über 3000 geschätzt. Am Umzug nahmen alt und jung teil, sogar der 81- jährige Herr Oscar Basedow von Adelaide marschierte, als deutscher Student gekleidet, mit. Die Konkurrenz der Königinnen, die über 800 Pfund einbrachte, wurde von Frl. D. Schulz gewonnen. Sie wurde von Frl. S. S e p p e l t als „Königin der Blumen" gekrönt. Herr Fritz Homburg, Vorsitzender des Festausschusses und Seiter der berühmten Tanunda-Siedertafel, gab bekannt, daß die Einnahmen aus dem Festumzuge sich auf 1100 Pfund stellten, die zur Verschönerung der Stadt verwendet würden. Eine solche Ausstellung kann nicht nur „große Meister" und „berühmte Namen" bringen; der Wert dieser Bilder liegt ja weniger in der darstellenden Kunst als in dem dargestellten Gegenstand. Dennoch begegnen wir auch den „Bekannten", den Malern, die die typischen Abbilder des täglich-bürgerlichen Sehens wurden: beinahe in allen Abteilungen erscheint Spitzweg, Chodowiecki ist der Sittenbildmaler des achtzehnten Jahrhunderts, Wilhelm L e i b l der Maler des Bauern- und Jägerlebens. Geschichte bedeutet Entwicklung, Wandel und Wechsel der Erscheinungsformen. Welch ein Weg von dem Feldlager Kaiser Karls V. (1546) über Spitzwegs „Gähnenden Vorposten" (denn er bewacht trocknende Wäsche) bis zu den berühmten „Trommlern" Fritz von Uhdes aus dem Jahre 1883! Welche Entwicklung im „Berufsleben": Sie geht von der mittelalterlichen Baderstube über Spitzwegs „Poeten in der Dachstube" bis zum „Eisenwalzwerk" Menzels. In der luftigen Abteilung „Lotterleben" findet man Sukas Cranachs berühmten „Jungbrunnen und Rambergs „Spiel- Höllen"-Bilder. Sehr reich ist die „Geselligkeit" ausgestattet: Wolfgang Heimbach malt ein Festmahl des 17. Jahrhunderts, Chodowiecki eine Gesellschaft im Berliner Tiergarten, die „Fahrt zum Ball" von Friedrich Kraus bringt ein Beispiel des zeitgenössischen Genrebildes, Menzel ist der Maler des höfischen „Ballfoupers" von 1878. Damit seien nur wenige Stichproben gegeben. Sie mögen von dem Umfang und der Reichhaltigkeit einer Ausstellung überzeugen, die, wie ihre Vorgängerinnen, den Berliner Museen neue ständige Freunde gewinnen wird. Gerhard Bohlmann. Seiner Exzellenz, dem Premierminister von Sudaustralien, The Honourable Richard Layton Butler! Euere Exzellenz! Die Deutsche Reichsregierung hat die Entwicklung des Staates Südaustralien zu seiner jetzigen Blüte mit Interesse verfolgt und mit Genugtuung gesehen, daß deutsche Einwanderer einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben. Sie begrüßt die anläßlich des Jubiläums des Staates Südausttalien erfolgte Wiederherstellung von einigen alten deutschen Ortsnamen als ein Zeichen dafür, daß die Verdienste des deutschen Elements der Bevölkerung um die Wohlfahrt des Staates erneut ihre öffentliche Anerkennung finden. Im Namen der deutschen Reichsregierung habe ich die Ehre, Euerer Exzellenz zu der Jahrhundertfeier des Staates Südaustralien die aufrichtigsten Glückwünsche auszusprechen, und darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch künftig die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und diesem Teil des .Australischen Bundes, mit dem es sich durch seine zahlreiche deutschstämmige Bevölkerung besonders verbunden fühlt, immer die freundlichsten bleiben täfel von Tanunda der Gelegenheit entsprechende Gesänge vorgetragen hatte, vom Vorsitzenden des Deutsch-Australischen Jahrhundertfeier-Ausschusses, Herrn H. K r a w i n k e l, auf Wunsch des Premierministers von Südaustralien, Hon. R. 8. Butler, die folgende Botschaft des Reichsaußenministers, Frhr. v. N e u r a t h , in deutscher und englischer Sprache verlesen: „Berlin, den 22. Ium 1936. Gießener Gtadttheater. VIL Morgenveranstaltung: Kantaten und Chöre zur Weihnacht. Die gestrige siebente Mvrgenveranstaltung im Theater war wiederum, dem Charakter des letzten Adventssonntags entsprechend, überwiegend dem Dortrage alter W^ihnachtsmusik gewidmet. Zu Beginn der Programmfolge stellte sich unter Leitung von Kapellmeister Ernst Bräuer der neugebildete Chor des Stadttheaters zum ersten Male mit einer selbständigen Gesangsleistung (außerhalb einer Aufführung) vor. Der Chor, der einen erfreulich geschlossenen Klangkörper darstellt und sich durch einen profunden Baß auszeichnet, brachte zunächst drei alte Chorsätze: „Nun komm, der Heiden Heiland" von L. Osiander (1586), dann das jubelnde „Quem pastores laudavere“ (Den die Hirten lobten sehre) von M. Praetorius, um 1600, und die wunderschöne, alte und vertraute Weihnachtsweise „Dom Himmel hoch, da komm ich her", im Satz von I. Crüger, um 1620, und Johann Sebastian Bach. Wir hörten darauf zwei Zwiegesänge mit Begleitung von drei Streichern, „0 Jesulein zart" (anonym, 1623) und „Steffel, du Schlafhaubn", em österreichisches Hirtenlied aus dem 18. Jahrhundert, nach Sätzen von Walter Hensel: zwei entzückende, ganz volkstümlich schlichte Gesänge, vorge- traqen von Hilde I a ch n o w (Alt) und Ilse L a s - kus (Sopran), die sich im zarten Zusammenklang der respondierenden Stimmen ausgezeichnet ergänzten Als Streicher wirkten, feinsinnig begleitend, Franz K e r z i s n i k (1. Violine), Karl J o ft (2. Violine) und Ernst Schneider (Violincello). Diese beiden Stücke bildeten, für unser Empfinden, einen reinen Höhepunkt im Weihnachtsprogramm der Morgenfeier. Die musikalische Folge wurde dann durch eine Rezitation unterbrochen; Inge B i r k m a n n las fein, behutsam und ausdrucksvoll die Erzählung „Herodesspiel" des siebenbürgischen Dichters Erwin Wittstock: die beschauliche und humorvolle Schilderung einer volksdeutschen Weih- nachtsfeier auf dem Dorfe. Hierauf folgten roieberum zw°i alte Chorsätze, und zwar „Es ist em Ros entsprungen", wohl die schönste und innigste deutsch" Weihnachtsmusik, und das zart bewegte „In du'ci jubilo“, in Sätzen von M. Praetorius und von H. L. Hasler, um 1590. Dann härten wir die große Weihnachtskantate „Willkommen, süßer Brau- tigern" des Danziger Organisten Vincent Lübeck, für zwei Solostimmen, drei Streicher und Continuo. Den Schluß bildete ein alter Straßburger Chor- satz aus dem 15. Jahrhundert von Kurt Thomas, — Das Mainschiff. Hessen-Nassauisches Dichterjahrbuch 1937. Preis 2,50 Mark. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M. — (594) — „Das Mainschiff" ist herausgegeben vom Landesleiter der Reichsschrifttumskammer und Gauschrift- tummart Hessen-Nassau und als erstes Jahrbuch hessen-nassauischer Dichter im neuen Deutschland dem Gauleiter Jakob Sprenger gewidmet. Etwa 50 Dichter unseres Gaues sind mit kennzeichnenden Proben ihres Schaffens darin vertreten. Neben berühmten alteren Namen findet man manches vielversprechende junge Talent; mit Freuden wird der Leser den Reichtum dichterischen Schaffens in unserem Gau erkennen. — Von den Mitarbeitern seien genannt: Willy Arndt, Friedrich Bethge, Helene Christaller, Werner Deubel, Otto Doderer, Kasimir Edschmid, Dorothea Hollatz, Wilhelm Müller- Scheld, Alfons Paquet, Meta Schneider-Weckerling, Nikolaus Schwarzkopf und Heinrich Philipp Tempel. — Prof. Dr. K. von Frisch: Du und das Leben. Eine moderne Biologie für jedermann. Mit 212 Textzeichnungen und 4 vierfarb. Tafeln. Preis Ganzl. 6,80 RM. Verlag Ullstein, Berlin. — (592) — Der Mensch als Lebewesen steht heute mehr denn je im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Forschung. Allein schon die Vererbungslehre macht uns die Bedeutung klar, die für uns die Lehre vom Leben, die Biologie, hat. Um aber etwas tiefer ein« zudrmgen, muß man all die vielfältigen und wunderbaren Erscheinungen betrachten, welche die Tiere und Pflanzen um uns zeigen. Das ist dos Wunder der Entwicklung, das uns jede brütende Henne offenbart. Da find die großen Geheimnisse des Bienenstaates ... Tausende von Rätseln sind es, die immer wieder dem denkenden Menschen aufgegeben werden. Professor von Frisch, Direktor des Münchener Zoologischen Institutes berichtet vom Leben, Sterben und der Unsterblichkeit, von den großartigen ßeiftunaen der Organe. Die Rätsel des Vogelzuges, die Wanderungen der Aale, die ein Drittel des Erdumfanges während ihres Lebens zweimal — (504) — Theodor Bohner ist bereits 1919 nut einem Erinnerungsbuch von seiner reichsdeutscherA Kindheit in Afrika heroorgetreten. Zehn Jahre spd- ter erst folgten vier Bücher über Kamerun, wo -Bohners Vater Missionar war. Das Buch „Die Woer- manns" gibt eine Geschichte des größten deutschen Afrika-Handelshauses, ein weiteres behandelt das Leben Gustav Nachtigals, des großen deutschen Forschers und Reisenden. Sein neues Buch will den vielerlei Namen, die uns aus dem täglichen Wirtschaftsleben entgegentreten, einen Sinn geben. Wir sollen erfahren, was hinter den Namen an täglicher Arbeit und ausschauender Ueberlegung steckt. Auch die Hausfrau, durch deren Hände der größte Teil der Wirtschaftsgüter geht, soll die Leistungen verstehen lernen, die sich heute hinter ost nichtssagenden Namen für sie verbergen. Aus der Geschichte der deutschen Wirtschaft lernen wir anhand der fesselnden Darstellung Bohners die Größe deutschen Unternehmertums und die gewaltigen Erfolge eines Kirtorf, eines Thyssen, eines Krupp und vieler anderer kennen. Das Werk, das uns die einfachsten Dinge des täglichen Bedarfs höchst lebendig macht, ist ungemein spannend geschrieben und wird auch den in der Wirtschaft Stehenden manche nicht aufgebläht ist mit Dingen, die in einem Taschenkalender nichts zu suchen haben, vielseitig, weil Wissen und Erfahrungen aus allen Gebieten hier ^usammengetragen sind, weil Schulwissen und Sport, Experimentierfreude und Scherz, Rätsel, Technik und Jungenleben berücksichtigt sind, wertvoll, weil er nicht einmal gelesen und dann beiseitegelegt wird, sondern als Begleiter durchs ganze Jahr immer und immer wieder mit Rat und Auskunft bereit ist. Er ist, wie alljährlich, zur Freude der Jugend bei der Franckhschen Verlagshandlung erschienen. — Hals über Kopf. Geschichten vom Fallschirm und was man davon wissen muß. Von E. K. B e l tz i g. Mit vielen Bildern. Halbleinen 3,20 Mark. Franckhsche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart. — (508) — Spannend erzählt Beltzig, der als Jagdflieger und Fabrikpilot mit dem Rettungsring der Luft vertraut wurde, Geschichten vom Fallschirm aus Krieg und Frieden, eigene Erlebnisse und Berichte von Kameraden. Anschauliche Bilder zeigen, wie der Fallschirm eigentlich funktioniert. Die Geschichte der „Todesrose" von Leonardo da Vinci bis zu den russischen Fallschirm-Divisionen wird kurz behandelt. Dazwischen stehen immer wieder aufregende Fotos (großenteils bisher unveröffentlichte und oft ganzseitige Bilder!) von Sprüngen in das Nichts. Jeder, der Freude an der Fliegerei hat, wird sich „Hals über Kopf" auf dieses unterhaltsame und vielseitig unterrichtende Buch stürzen. SJl.-tfpOTt Führer-Zehnkampf der HZ. Line Anordnung des Reichsjugendführers. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, erließ am 18.Dezember folgende Anordnung: „1. Die Führerschaft der Hitler-Jugend ist das Vorbild der deutschen Jugend. Alle Anforderungen, die mir an unsere Gefolgschaft stellen, verlangen wir in erhöhtem Maße von unseren Führern. Um der HJ.-Führerschast die Gelegenheit zu geben, auch auf sportlichem Gebiet ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, und um diese Leistungsfähigkeit zu erhalten, ordne ich an, daß alle HI.- und DJ.-Führer vom Fähnlein- und Gefolgschaftsführer an aufwärts einschließlich der Mitglieder der Stäbe der Banne, Jungbanne, Gebiete und der Reicbsjugendführung in jedem Jahr die Bedingungen oes Führerzehnkampfes der Hitler-Jugend zu erfüllen haben. Gleichzeitig dient der Führer-Zehnkampf der sportlichen Auslese und der einheitlichen sportlichen Ausrichtung der HJ.-Führerschaft. 2. Der Führerzehnkampf stellt an die Teilnehmer die vieseitigsten Anforderungen und umfaßt folgende Uebungen der Grundschule: 1. 100-Meter-Lauf. 2. 1000-Meter-Lauf. 3. Hochsprung. 4. Weitsprung. J 5. Keulenweitwurf. 6. Keulenzielwurf. J 7. 300-Meter-Brustschwimmen. 8. Kleinkaliberschießen: liegend aufgelegt. 9. Kleinkaliberschießen: liegend freihändig. 10. Orientierungs-Gepäckmarsch. 3. Ich erwarte, daß sich alle Führer der Hitler- Jugend und des Deutschen Jungvolks mit Ernst und Eifer für diesen Wettkampf vorbereiten, der erstmalig im Jahre 1937 ausgetragen wird. Die Sieger in diesem Wettkampf werde ich alljährlich dem Führer auf dem Reichsparteitag vorstellen. 4. Ausführungsbestimmungen zum Führer-Zehnkampf der Hitler-Jugend erläßt das Amt für körperliche Schulung. Berlin, 18. Dezember 1936. Baldur von Schirach." Fußball-Gaukämpfe um den Reichsbund-Pokal. Mit Ueberraschungen begannen die Spiele um den Reichsbundpokal in diesem Jahr: Baden konnte sich als einziger süddeutscher Gau behaupten. Und Ueberraschungen blieben auch in der Zwischenrunde nicht aus. Von Westdeutschlands stolzer Garde wurden zwei aus dem Rennen geworfen. Nur der Gau Niederrhein setzte sich gegen Mitte durch. Das 3:1-(1:0-) Ergebnis gegen den stacken Mitte-Gau spricht dafür, daß die Mannen vom Niederrhein auch in der Vorschlußrunde einen beachtlichen Gegner abgeben werden. Westfalen, ohne Schalke antretend, scheiterte erwartungsgemäß an Baden, wenn auch der Sieg für die Süddeutschen mit 3:2 (1:1) knapp genug ausfiel. Allerdings mußte Baden mit zwei Ersatzleuten — Siffling spielte nicht — antreten. Mit dem gleichen Ergebnis gewann überraschend Brandenburg gegen Mittelrhein. Der Sieg der Brandenburger siel verdient aus, selbst wenn ihr Schlußdreieck in vielen Fällen mit mehr Glück als Sicherheit abwehrte. Nachdem Sachsen in der ersten Runde Bayern bezwungen hatte, erwartete man ein sichereres Ergebnis als das 1:0 (1:0) gegen Niedersachsen. Damit haben sämtliche Heim-Mannschaften ihr Spiel verloren. Die Sieger treffen sich in der Vorschlußrunde am 7. Februar. Fußball-Gauliga Hessen. Favoriten behaupten sich. Die drei Meisterschaftsspiele, die am Sonntag in Hessen ausgetragen wurden, führten die drei Ersten der Tabelle mit dem „Unterhaus" zusammen. Dabei setzten sich die Spitzenreiter auf der ganzen Linie durch. Tabellenführer SD. Kassel ließ sich auch von der wieder erstarkten Borussia Fulda nicht unterkriegen und siegte — allerdings etwas glücklich — knapp mit 2:1 (1:0). Hessen Hersfeld landete einen Bombensieg und schickte den Tabellenletzten Niederzwehren mit einer geradezu ungeheueren 9:0- (4:0-) Packung geschlagen nach Hause. Damit haben sich die Hersfelder wieder den zweiten Platz in der Tabelle — auf Grund des besseren Torverhältnisses — ergattert. Hanau 93 verwischte seine Niederlage vom vergangenen Sonntag einigermaßen und blieb über die recht gute Elf von Kurhessen Marburg glatt und sicher mit 3:0 (1:0) sieg- reich. Aenderungen oder Verschiebungen in der Tabelle haben sich, abgesehen von dem Hersfelder Vorrücken, nicht ergeben. Aus anderen Gauen. Gau Bayern: Bayern München — VfB. Coburg 6:0; FC. 05 Schweinfurt — 1. FE. Nürnberg 2:5; ASV. Nürnberg — Spvgg. Fürth 2:1. Gau Südweft: Kickers Offenbach — Wor- matia Worms 0:0; FV. Saarbrücken — Sportfr. Saarbrücken 1:1; FK. Pirmasens — Union Niederrad 3:1. VfB.-ReichSbahrr Gießen. VfB. R. komb. — Klein-Linden I 3:1. Das Spiel hat gezeigt, daß die Mannschaft von Klein-Linden ein durchaus ernst zu nehmender Gegner ist. Sämtliche Spieler der Gäste kämpften mit einem ungeheuren Eifer und einem großen Siegeswillen. Die Glätte des Bodens stellte an die Spieler hohe Anforderungen. Dem für den ausgebliebenen Schiedsrichter eingesprungenen Spielleiter Seitz stellten sich die VfBer in der angekündigten Ausstellung. Als erfreuliche Tatsache ist festzustellen, daß die Mannschaft in dieser Besetzung den Erwartungen gerecht wurde. Die Hintermannschaft spielte ihr gewohntes Spiel. Die Läuferreihe in der Besetzung mit Krämer, Knauß, Kramer sollte in Zukunft der stärkste Mannschaftsteil sein. Der Sturm hatte in Hofmann den Mann, der auf Grund seiner ausgezeichneten Technik dieser Fünferreihe ihr Gepräge gab. Kudtel und Larwisch fügten fick sehr gut ein. Ueberraschenderweise hatten sich die Gäste sofort gefunden und trugen unter Bevorzugung des Flügelspiels gefährliche Angriffe vor. Aber auch die Platzbesitzer waren sofort im Bilde, und schon jagte Hofmann einen scharfen Schuß über die Latte. Auf der Gegenseite schoß der Mittelstürmer nach guter Vorarbeit des Linksaußen in aussichtsreicher Stellung daneben. Beide Mannschaften halten den Ball flach und spielen dadurch genau zu. Dann arbeitete sich Szponick bis zur Torlinie durch, wurde aber von dem Verteidiger abgestoppt. Nachdem der Rechtsaußen der Klein-Lindener trotz freiem Schußfeld weit daneben getreten hatte, spielten sich Hofmann und Szponick durch die gegnerische Verteidigung, der Flankenball lief aber an drei Mann vorbei ins Aus. Ein Angriff der rechten Seite der Platzbesitzer folgte, und der von links hereingelaufene Szponick nutzte einen Fehler des Verteidigers aus und schoß zur 1:0-Führung ein. Schon der Gegenangriff brachte den Ausgleich. Der Rechtsaußen der Klein-Lindener flankte zu dem. ungedeckt stehenden Halblinken, eine kurze Drehung, und unhaltbar saß der Ball in der rechten Ecke. Kurze Zeit später schoß der auf Halblinks gelaufene Kudtel zur 2:1-Führung ein. Einen durch den rechten Verteidiger verursachten Elfmeter schoß Szponick ein. Zwei Ecken für die Gießener und eine für Klein-Linden wurden abgewehrt, und dann war Halbzeit. Ohne Pause ging es dann in die zweite Halbzeit. Die Gießener hatten Kramer jetzt in den Sturm genommen und drängten die Gäste langsam in die Verteidigung zurück. Dann kam es zum Spielabbruch. Handball-Gauliga in Hessen. Im Gau Hessen gab es nur ein Meisterschaftsspiel. Der Turnverein Kirchbauna fertigte den Tabellenletzten Tuspo 86<09 Kassel überlegen mit 7:2 (3:2) ab und wurde nach diesem Erfolg mit Spielv. Kassel und Jahn Gensungen auf dem vierten Platze punktgleich. In Führung liegt noch Tuspo Bettenhausen mit 12:4 Punkten vor Kasseler Turnaemeinde mit 11:3 und dem Gaumeister Kurhessen mit 11:5 Punkten. Die übrigen vorgesehenen Tieften der Gauklasse wurden wegen des in Marburg angesetzten Uebungs- spieles abgesetzt. Oie deutschen Schützen geeinigt. Deutscher Schühenverband betreut 500 000 Schützen. Auch im deutschen Schießsport ist zum Schluß des Jahres die so dringend notwendige Vereinheitlichung vorgenommen worden. Der Deutsche Schützenbund, das Deutsche Kartell für Sportschießen und der Reichsoerband Deutscher Klein- kaliber-Schützen gehören mit dem 31. Dezember der Vergangenheit an und eine halbe Million deutsche Schützen werden in Zukunft vom Deutschen Schützenverband betreut. Mit dieser Zahl von aktiven Mitgliedern ist der Schützenverband der drittgrößte im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Bei der hohen Aufgabe, die der Schießsport für die Wehrertüchtigung der Jugend zu erfüllen hat, wird in Zukunft nicht nur die Heranziehung von Schützen mit gutem Durchschnittskönnen angestrebt, vielmehr sollen auch möglichst viele Schützen in Mannschaftskämpfen weiter geschult und gestählt werden. Der Gau Brandenburg mit seinen rund 60 000 Schützen wird 1937 nach dem Vorbild anderer Sportarten Rundenkämpfe veranstalten, wenn die Einteilung der Vereine in Gau-, Kreissonderund Kreisklassen erfolgt ist. Um einen Ueberblick über das Können der einzelnen zu erhalten, werden für die Einzelschützen Leistungskarten geführt werden. Deutsche Segelflieger werben in Brasilien. Auf dem Militär-Flugplatz in Rio de Janeiro fand am Samstag eine Flugoeranstaltung statt, in deren Mittelpunkt Vorführungen des deutschen Segelfliegers Hans Ott standen, der mit dem Luft- schift „Hindenburg" aus Deutschland auch ein von Wolf Hirth konstruiertes Segelflugzeug Typ Mini- moa mitgebracht hatte. Die von Hans Ott gezeigten Leistungen waren dazu angetan, dem brasilianischen Segelflugsport starken neuen Auftrieb zu geben. Großen Erfolg hatte auch der deutsche Kunstflieger Wolfgang Leander mit seiner Bücker-Jungmann- maschine, der auch Sckleppflüge vorführte. Mit dem von Leander hochgeschleppten Minimoa-Flugzeug unternahm der brasilianische Militärflieger Hauptmann A u i n o einen Angriff auf den Landesrekord im Dauerflug, der von Erfolg begleitet war. Hauptmann Auino blieb mit dem deutschen Segelflugzeug drei Stunden und zwanzig Minuten in der Luft, womit er den brasilianischen Dauerrekord ganz erheblich verbesserte. Wirtschast. Verteilerspannen für Pflanzkartoffeln. Fwd. Im Derkündungsblatt des Reichsnährstandes N. 114 vom 17. Dezember 1936 erschien eine Anordnung des Derwaltungsamtes betr. Preisfestsetzungen für anerkanntes Saatgut, wie Pflanzkartoffeln für das Anbaujahr 1937. In der Anordnung beißt es, daß bei Verkäufen von Pflanzkartoffeln an Wiederverkäufer anzugeben ist, in welcher Höhe die zugelassenen Verteilerspannen — auch von etwaigen Vormännern — in Anspruch genommen worden sind. Die Verteilerspanne darf in diesen Fällen nur von Verteilern ober Züchtern in Anspruch genommen werden. Der vom Erzeuger aufkaufende Verteiler oder Züchter darf bei Verkäufen an Wiederverkäufer die Verteilerspanne höchstens bis zu 0,30 RM. in Anspruch nehmen. Verstöße gegen diese Anordnung werden mit Ordnungsstrafen bis zu 10 000 RM. für jeden Fall der Zuwiderhandlung geahndet. Die Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Sie gilt auch für bereits erfolgte Verkäufe, sofern noch nicht geliefert ist. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 19. Dez. Die Börse lag am Wochenschluß still. Die Haltung war etwas uneinheitlich, da neben weiteren Abgaben auch einige Kaufaufträge Vorlagen. Allerdings war das Geschäft in Anbetracht der weiteren Schwäche für Auslandwerte, in denen teilweise sehr starkes Angebot vorlag, klein, weil stärkere Zurückyaltung geübt wurde. Am Aktienmarkt traten nur geringprozentige Veränderungen ein. Nur Bemberg waren etwas stärker gedrückt mit 103,50 (106). Am Montanmarkt bestand nach teilweise uneinheitlichem Beginn vorwiegend etwas Kaufmeinung. Verein. Stahl eröffneten 0,25, Rheinstahl und Klöckner je 0,75 v. H. freundlicher, Mannesmann und Hoesch konnten sich etwa behaupten, während Buderus 0,65 v. H. nachgaben. Chemische Aktien bröckelten ab, IG.-Farben 166,50 (166,75), Scheideanstalt 263 (264), Rütgers- roerfe 137,75 (139). Elektroaktien lagen sehr still bei wenig veränderten Kursen. Leicht rückläufig waren u. a. Reichsbank, Cement Heidelberg, Holzmann, Rheinmetall-Borsig, BMW. und Hapag, Daimler, Feldmühle Papier, Westdeutsche Kaufhof und Südd. < Zucker blieben gut behauptet. Im Verlaufe hatte das Geschäft nur kleinsten Um-, fang, da die Zurückhaltung anhielt. Die Kursentwicklung am Aktienmarkt blieb etwas unregelmäßig. Von erst spät zur Notiz gekommenen Werten zogen Conti Gummi 1,50, Rhein. Braunkohlen 1,25, einzelne Elektroaktien 0,50 bis 1 v. H. an, dagegen büßten Rheag nach Pause 3,50 v. H. ein auf 132. Für Auslandswerte war die Haltung nicht einheitlich, teilweise blieben die gestrigen Kurse behauptet, was insbesondere für Rentenwerte gilt, teilweise ergaben sich jedoch starke Abschwächungen. Matt lagen Anatolier mit 21,85 (24,80). Am variablen Rentenmarkt schwankten Kommunal-Umschuldung zwischen 90,30 bis 90,50. Der Kassarentenmarkt brachte nur geringe Abweichungen. Liquidationspfandbriefe lagen etwas uneinheitlich, große und kleine Stücke notierten meist gleich, eine größere Abweichung hatten Hamburger Liquid, mit 100,70 für große, für kleine 100,25. Von Auslandsrenten blieben Silbermexi- kaner und Rumänen ziemlich unverändert, dagegen Ungarn bis 170 gedrückt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1042 Rinder (218 Ochsen, 178 Bullen, 459 Kühe 187 Für- sen), 857 Kälber, 55 Schafe, 6469 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 29 bis 45 Mark, Bullen 28 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44; Kälber 30 bis 65; Lämmer und Hämmel 44 bis 45, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktoerlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1023: Erhöhung der Verfügbarkeiten für die Einfuhr Rumäniens aus Deutschland für das 4. Vierteljahr 1936. — 1024: Ratifikation eines deutsch-österreichischen Vertrages über den Zahlungsverkehr. — 1025: Verteilung der polnischen Kontingente für Lieferungen nach Deutschland, — 1026: Keine Ursprungszeugnisse für Warensendungen nach Aegypten. — 1027: Schweizer Uebergangsbestim- mungen für den Kompensationsverkehr. — 1028: Anordnung 41 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 27. November 1936, betr. Regelung der Erzeugung und des Absatzes von unedlen Metallen. — 1029: Abschluß der deutsch-tschechoslowakischen Regierungsausschußverhandlungen. — 1030: Vergütung der Lehrlinge in der Holzindustrie im Wirtschaftsgebiet Hessen. — 1031: Erste Anordnung über die Wahrnehmung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für die Preisbildung. — 1032: Nachtrag 2 zur Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 27. April 1935, betr. Bedarfsbescheinigungen für unedle Metalle. Neufestsetzung der Freigrenze und der für Kleinverbraucher zulässigen Derbrauchs- mengen. — 1033: Nachtrag 1 zur Bekanntmachung 5 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 27. April 1935. — 1034: Die Wirtschaftslage Jugoslawiens. 1035: Postpakete und Bri-ft-mdiin^n mit Waren nach Jugoslawien. — 1036: Auskunft über die verschärfte Prüfung der Exportvalutaerklärungen. — 1037: Anordnung 5 der Reichsstelle für Milcherzeugniffe, Oele und Fette als Ueberwachungsstelle (Verarbeitungsgenehmigung für die Fisch- Industrie). — 1038: Messe für gewerbliche Schutz- rechte in Leipzig. — 1039: Verfügung über die Zusammenfassung der gewerblichen Kraftfahrzeug- Ueberwachungs-Unternehmen. — 1040: Herabsetzung der Reisezahlungsmittel für die Tschechoslowakei. — 1041: Neue Gebühren für Einfuhrlizenzen in Lettland. — 1042: Verordnung zur Verstärkung der Gewinnung von Fichtenpapierholz. — 1043: Anordnung zur Regelung des Absatzes von Papierholz. — 1044: Anordnung 24 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern (Bewirtschaftungsoorschriften für Polsterhede). — 1045: Werbeangaben auf Postsendungen. — 1046: In Dänemark wurde am 12. November 1936 in Uebereinftimmung mit den zuständigen deutschen Behörden und der Handels- abteilung der Deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen die „Deutsche Handelskammer in Dänemark" gegründet. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. — 1047: Bildung eines Exekutivkomitees für Außenhandel in Spanien. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Arankiun a. M. Lerlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag, börse Dalum 18 12 19 1 18 L 119 12 6% Deutlche Reichsanleche 0. 1927 100,9 1009 101 101 4% Deutsche Rsichsanl. von 1934 98,1 98 98,1 98 b^,% Doung-Anleihe von 1930 . 101,75 101,9 101,9 102,4 Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mti Auslol.-Rechten ............ 115,9 115,9 115,8 116,2 *y*% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 99,9 99,9 __ 99,9 iVi% ehem. 8% Hessischer Bolle- staat 1929 trückzahlb. 102%) .. 98,75 98.75 — 98,75 4%% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 6Vi% ehem. % ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. £61.20 95 95 95 95 Steuergutlch Berrcchnungsk. 34-38 109,9 109,9 110 110 4% Oesterreichiiche Goldrente... 4,80% Oesterreichiiche Silberrente 21,25 20 — — 1,75 4% Ungarische Goldrente....... 6,65 5,65 6,5 5,75 4% Ungarische 6taalatente v. 1910 — 5,5 5 13 4Vi% desgl. von 1919......... — — 5,65 5,25 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,65 8 8,65 8 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie i..................... — — — Frankfurt a.M. Serlin Schluß- kurö Schluß,. Abend- börs- Gchluß- kurs Schlußk. Miilag- börle Datum 18-12 19.12 18.12. 19-12- 4% oesgt. ie n ........... — — — _ 5% Ruman. vereint). Rente v. 1902 — 6 6,13 5,9 414"»Rumän.vereinh.Rentev.l912 9,5 9,5 9,5 9.5 4% Rumänische vercinh. Rente 5,2 5,2 5,25 5 2%% Anatolier ............ 24,8 21,85 25 22 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 _ 15 15,4 15,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 —— 39,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,25 15,25 15,4 15,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 123 122 122,75 121,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 124 123.25 124 123-75 Commerz- und Privat-Bank ... 4 108,4 108,5 108,5 108,5 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft................ 4 109,25 109.25 109,25 109,25 Dresdner Bank.............. 4 105,25 109.25 105,25 109,25 186 185,13 186,25 185 A.E.G.................. 0 _ _ — Belula................... 8 — 164,5 165,75 165,25 Elettr. LieserungSgelelllchast... 6 136 136,13 136,5 136,13 Licht und Kraft ............. 7 149 149,5 149,25 149,13 Felten & Guilleaume......... 4 139 137,25 139 138,75 ÄeseUjch.f.Elektr. Unternehmung. 6 141.75 141,5 141.75 142,5 Rheinische Elektrizität ....... 6 — 132 132 Rhein. Wests. Eleklr.......... 6 138,5 138.5 137,75 138,4 «chuckert S Co.............. 6 156 155,75 155,75 155,5 Ziemens L Halske............ 8 193,5 194 192 194,5 Lahmeyer LLo............. 7 136 134,25 135 133,5 BuberuS ................... 119,5 118,9 119,5 119 Deutsche Erdöl .............. 4 143 143 144,5 144 Haroener................. 2% 156 155,5 156,75 155,75 Hoeicv Ellen—rroin-Neuefsen .. 3 119 118,9 119 118,75 Alse Bergbau ............... 6 177 173,5 Alse Bergbau Genüsse........ 6 146,4 145,25 145,9 145,75 Alöckn erwirke ............... 8 125,25 126 125,25 126 Mannesmann-Röhren........ 3 117,9 117,9 118,13 117,5 Frankfun a. M. Serlin Schluß- kurö Schluß«. Abend- börs-- Schluß» lurd Schlußk. Mittagbörse Datum 18-12 19-12- 18 12 19-12- Mansfelder Bergbau .. ..... 6% 152 153 152,5 154 Kokswerke......... ....... 6 —- —- 140,4 140 Rheinische Braunkohlen .....12 219,5 220,75 220 220 Rheinstahl ........... ....... 4 149,5 150,75 150,5 150,5 Berein'gke Stahlwerke. ..... 123 124 123,65 124,25 Otavi Minen ........ .......0 22 20,75 22 20.5 Kaliwerke Aschersleben. .......5 132 131,5 130,5 131 Kaliwerke Westeregeln. .......5 130,25 130,5 130,75 130.5 Kaliwerke Salzdetfurth .....vy, 180 183,75 180 3. ®. Farben-Jnvuftrte ....... 7 Scbeideanstall...............s Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerle ............... 6 -Retallgeiellschaft............. & 166,75 166.65 167,13 166,75 264 263 — 131 131 131 132 139 137,9 139,25 137,75 152,5 153 153 154 Philipp Holz mann........... 4| Zementwerk Heidelberg ...... 7| Cemenlwerk Karlstadt......... 6| 133,5 1 133 | 134,25 I 133,75 163,25 162,25 — — Schultheis Patzenhofer .......4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldbof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Deslauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........g Crenftein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cdade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Tonli-Gummt.............. 11 —— — 99,5 100 25 55,75 55 56 55 106 103,5 103,5 103,75 162 159,9 162 162 4 139,5 140 141 140 —— 108,9 120,25 107,75 120 120.25 120,4 161,5 162 161,5 162,5 —— —- 88,65 88,75 59.75 59,75 60,13 60 226 227 227 227 198 198 199 195,5 158 159,5 158 159,5 Griyner....................o| Maintraftwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker ........1O| 95 203 34,5 203 V| I I IUI— I— I ' Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.2IL Banknoten. 18/Oe?em er 19-Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Drle juerw» >!lui 0,756 0,760 0,756 0.760 Brüssel ... 42.08 42,16 42.08 42,16 Ao de Jan. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,57 54,67 54.55 54.65 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47-14 London.... 12,22 12,25 12,215 12,245 Heljingfors. 5,395 5,405 5.395 5,405 -Laris ..... 11.625 11.645 11,62 11,64 Holland ... 136,06 136,34 136,19 136,47 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Favan ..... 0,711 0,713 0,711 0.713 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5.666 C8I0..... 61,42 61,54 61,40 61 52 Wien...... 48,95 49,05 48.95 49 05 .iiiabon ... 11.10 11,12 11.095 11115 Stockholm.. 63-00 63,12 62,98 63.10 Schweiz ... 57,16 57.28 57.19 57.31 Spanien... 19,73 19,77 19,23 19.77 'Brog...... 8,736 8,754 8,726 8,744 Budapest .. — *— Renyork ... 2,488 2.492 2,488 2,492 Äerlii>,1g.Dezemocr «HF Äries AmeMannche Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41.96 42,12 Dänische Noten ................. 54,39 54,61 Englische Noten ................. 12,19 19 23 Fränzöiische Noten............... 11,57 11,61 Holländische Noten............... 135,86 136,40 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 6] ,24 61+48 Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten.............. — _ Schwedische Noten............... 62,81 63,07 Schweizer Noten................. 57,04 57,26 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ — — L WM MM «SW' , * L M«. '-' > , If*?’-,- :. # ägW. -M MMM W ^«8^ * KN / •■' E' Montag, 21. Dezemder 1936 Siehener Anzeiger (General-Anzeiger sür GderWen) Kr. 208 Drittes Blatt Wintersonnwendfeier der Gießener GA Fahnenspruch Leitung von Aus der provinzialhaupistadi Nachtfahrt, Die diese Neuerungen werden die früheren Mängel an zu verzichten. Zu unseren Bildern: Neuner, Ladenpreis: RM 2.50, 3.—, 4.50 und höhe» (Nachdruck verboten.) 38 Fortsetzung. Faßdaube erhält Schnitzbank ihre auf der Form. Die Gießener SA. begeht — wie wir in unserer Samstag-Ausgabe bereits kurz berichteten — am heutigen Montag um 22 Uhr auf dem großen Platz vor der Volkshalle die Feier der Wintersonnwende. Die Stürme treten gegen 21 Uhr an und marschieren dann nach dem Platze der Feier, wo der Aufmarsch durch den Standartenadjutanten, Obersturmbannführer M ü n k e r, dem SA.-Standortführer, Brigadeführer Schmidt, gemeldet wird Nach einem Musikvortrag des Musikzuges der Standarte 116 wird Rottenführer Nieren vom Sturm 16/116 den sprechen. Anschließend wird unter Obertruppführer Richter das Lied „Flamme empor" von sämtlichen Einheiten gemeinsam gesungen-, bei der ersten Strophe entzünden vier SA.-Männer den Flammenstoß. Die nunmehr folgende Feuer- Jn gleicher Weise wie in der Ortsgruppe Gießen» Ost werden auch in den übrigen Ortsgruppen Weihnachtsfeiern abgehalten. Die Partei- und Volksgenossen der Ortsgruppe Gießen-Mitte treffen sich heute abend in der Turnhalle am Oswaldsgar- ten, die Ortsgruppe G i e ß e n - N o r d veranstaltet ihre Feier im Saale des Cafe Leib, die Feier der Ortsgruppe Süd findet im Studenten» Haus am Leihgefterner Weg statt. Die Veranstaltungen beginnen durchweg um 18.45 Uhr. Der Beruf des Küfers oder Böttchers ist selten geworden. Die Handwerkskunst der Küferei stützt sich nur noch auf verhältnismäßig wenige Kräfte. Auch hier hat die Industrie zu Einschränkungen der Handwerksbetriebe geführt. Aber in unserer Stadt finden wir doch noch eine Böttcherwerkstatt und es ist nicht uninteressant, den Mejster die Gesellen und die Lehrlinge bei ihrer Arbeit zu beobachten Man hört von fern her gedämpfte Taktschläge ■ Nun kommen wir näher und em munterer Reifen- fchlag „klipperklapper, klipperklapper, eins zwei drei" klingt uns aus der Werkstatt entgegen hinter j jedem Schlag liegt ein summender und brummender Ton Der kommt aus dem Hohlraum des Fasses. Die Gesellen schlagen aus den Reifen, daß die ganze Werkstatt dröhnt und die Späne auf der Diele kleine Sprünge machen. Ein leises Knacken liegt manchmal zwischen den Reifenschlägen Da rücken die winzigen Zellen des harten Eichenholzes näher aneinander und die Fugen pressen sich dicht Oben links: Die Reifen des reparierten Fasses werden mit wuchtigen Schlägen festgetrie- ben. Oben rechts: Der Lehrling reißt mit dem Zirkel den Boden einer Bütte auf. Nebenstehend: Die „Ja, Rammelt steht nun vor einem höheren Richter. Er hat viel Schuld auf sich geladen, aber er hat auch viel gebüßt! Und viel gutgemacht, Herr Brands Wissen Sie, daß es sehr, sehr ernst um Sie stand? Ich selbst wußte oft kaum mehr, was ich von allem halten sollte!" Walter Brand nickte: „Ich selbst habe ja nicht mehr an die Herausstellung meiner Unschuld glauben können, Herr Kommissar! Und so ist es also allein Rammelt gewesen, von dessen Aussage es abhing, ob die Anklage gegen mich aufrechterhalten würde oder nicht!? Sie haben wohl recht--was er auch getan hat, Rammelt hat durch fein offenes Geständ- nicht viel von dem gesühnt, was er sündigte! Hätte er nicht gesprochen, nicht nur ich wäre ja ins Verderben gezogen worden, sondern auch mein Bruder, das ganze Werk ..." „Und doch hing Ihre Entlastung nicht allein von Dr. Rammelt ab, Herr Generaldirektor! Ebensosehr wie ihm verdanken Sie Ihre Freilassung den ehrlichen, und gewiß nicht ohne Ueberwindung erfolgten Aussagen Fräulein Willnoffs!" „Olga Willnoffs?" In höchstem Erstaunen rief Walter Brand es aus, während es ihm gleichzeitig seltsam zum Bewußtsein kam, daß er ihr seit Inge Schlichts Besuch keinen einzigen Gedanken mehr geschenkt hatte. „Wo ist denn aber Olga Willnoff? Warum ist sie nicht früher für mich eingetreten?" „Auch Olga Willnof ist nicht mehr, Herr Brand!" erwiderte der Kommissar in tiefem Ernst. Dann, während Walter Brand in tiefer Erschütterung seinen Worten lauschte, berichtete er von den inhaltsschweren Vorgängen der letzten Tage .. „Erst nachdem Rammelt den Aufenthalt Fräulein Willnoffs gestanden hatte, kam etwas Licht in die Sache!" schloß er seine Enthüllungen. „Aber aut- dann wäre es uns vielleicht nicht mehr gelungen, ihre eidliche Versicherung über den Lauf der Dinge zu erhalten — die gegenüber dem Verlangen der Vereinigten Zuckerwerke unerläßlich mar —, w- nn nicht Fräulein Schlicht sich für Ihre Sache eingesetzt, wenn sie nicht Olga Willnoff zum Geständnis jener Szene mit Dr. Rammelt bewogen hätte!" (Schluß folgt.) . Sie baden für jeden eine hübsche r Gabe ausgesucht. Haben Sie auch Schaumwein besorgt - zum Hesttagsbraten? Das wird eine Freude geben! SCHAUMWEIN ßen-Ost: 19 Uhr im großen Horsaal der Unwerst- tat, Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Mitte: 18.45 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Nord: 18 45 Uhr im Cafe Leib. Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Süd: 18.45 Uhr im Haus des Studenten- werks, Leihgefterner Weg. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Burgtheater". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Annemarie". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turm- Tief in die dunkle Nacht tasten die weißen Fm- : ger der Scheinwerfer. In.ihrem kalten Lichte offen- ! bart sich eine ganz andere Welt. Schattenhaft huschen Telephonmasten vorüber, Bäume wachsen । ins Ungeheuerliche, erscheinen wie Fabelwesen und strecken gespenstisch wie mächtige Fangarme ihre hellen Äeste in die Dunkelheit. Grellbeleuchtete Häuser mit verhangenen Fenstern neigen sich wie im Schlaf, um gleich wieder in die dunkle Nacht zurückzusinken, lieber weiße Kilometersteine geistert das Licht Riesenhafte Schatten jagen über den Weg und formen sich zu dräuenden Spukgestalten. Zitternd springt das Licht der Lampen über die Landstraße und läßt sie im Spiel der Schatten und Reflexe wie eine mit Kratern durchsetzte Mvndland- chaft erscheinen, lieber die Straße hastet in irrsinniger Angst, vom Lichtkegel gefaßt, kleines Waldgetier, manchmal auch ein Reh Am Wegrand leuchten phosphoreszierend die Augen einer streunenden Katze, sonst tiefe Stille ringsum, die nur durch das gleichmäßige Singen des Motors und das Rauschen der Pneus unterbrochen wird. Einschläfernd wirkt dieser Rhythmus, und doch wieder erregend sind diese Nachtfahrten mit ihrem eigenartigen Zauber Man wird die Empfindung nicht los,' das einzige Lebewesen in der schlafenden Landschaft zu sein. Von ferne blinken verschlafene Lichter durch die Nacht, ein Dorf taucht auf. Aengstlich und ärgerlich zugleich scheinen sich die kleinen Häuschen im Lichte der Scheinwerfer zu ducken, doch bald umfängt sie tiefe Nacht wieder. Arn Straßenrand liegt ein Gasthof. Matt sind noch einige Fenster beleuchtet, und aus der gerade sich öffnenden Tür tönt Radiomusik. Vor uns breitet sich bas dunkle Band der Straße aus. Leicht berührt der Fuß den Gashebel und mit hellerem Singen frißt sich der Motor schneller in die Dunkelheit hinein. Im monotonen Gleichklang des Motors aber beginnt die Müdigkeit stärker zu werden. Dann' kommt plötzlich wieder Leben in die sinkenden Lebensgeister, lieber den Wipfeln der Fichten weit voraus tauchen die bleichen Finger eines Scheinwerfers auf, und mit weißglühenden Augen kommt ein anderer Wagen entgegen. Rasch wird der Abblendhebel umgelegt, denn gleich folgt die Begegnung. Verschwommen und schattenhaft nur sieht man die Gesichter der Menschen, dann liegt wieder einsam und verlassen die Straße im nächtlichen Dunkel. Kalt schlägt die Nachtluft durch eine Spalte des Seitenfensters. Grau, aber schon deutlicher heben sich nach Stunden die Konturen von Baum und Strauch seitwärts im Gelände ab, und als der Wald zu Ende ist, die Straße über freies Gelände führt, bietet sich dem Auge ein zauberhaft schönes Bild. Noch liegt die schlafende Welt in zarte graue und rosige Dunstschleier gehüllt, wie Kulissen heben sich die Wälder auf den Höhenzügen vom Horizont ab, aber im Osten beginnt bereits der junge Tag heraufzu- . dämmern 0. M. (Aufnahmen [3]: Gießener Anzeiger.) Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gießen-Ost findet heute, am Montag, 21. Dezember, im großen Hörsaal der Universität, Ludwigstraße 23, statt. Antreten aller Politischen Leiter (in Uniform), Amtswalter der NSV. und des WHW., Amtswalterinnen der NS.-Frauenschaft und Hitler-Jugend — soweit am Winterhilfswerk beteiligt — um 18.30 Uhr vor der Universität. Besondere Einladungen ergehen nicht mehr. Die Kinder der vom WHW., Ortsgruppe Gießen- Ost, betreuten Volksgenossen, sind bereits emge» laden. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. Wege im Nebel. Vornan von Käthe Melmer. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) Zu Besuch in einer Gießener Wer-WerkW Ein seltenes Handwerk. Der Kommissar neigte zustimmend den Kopf: „Ich verstehe, Fräulein Schlicht! Ich muß dann bald eingreifen, wollen Sie sagen, damit wir nicht zu spät kommen! Aber vor allem möchte ich nun zuerst einmal Frau von Bergmann„anrufen, ob Herr Gerhard Brand sich bei ihr befindet Wenn Sie wollen, können Sie ja inzwischen auch heruber- gehen. Sie sagten doch, daß Ihre Frau Mutter bei Frau von Bergmann zu Besuch ist, nicht wahr? Fast erschrocken wehrte Inge den Gedanken ab. Nein, Herr Kommissar! Lassen Sie mich bitte jetzt hier! Ich kann jetzt nicht Fragen beantworten, Nun, To bleiben Sie eben hier!" stimmte der Kommissar zu. „Und jetzt wollen wir einmal sehen, ob man mit diesem Apparat wieder richtig tele- ^Wenige Minuten später schon betrat Gerhard Brand das Zimmer. In tiefem Ernst reichte er Den beiden die Hand, schwer sielen seine Worte: „Soeben ist Nachricht aus dem Magda enen- hospital gekommen: Dr. Ralf Rammelt ist vor einer halben Stunde verschieden! * Kommissar Wagner faßte seinen Bericht zu- sammen. au5 diesem Geheimkonto hervor, daß Ralf Rammelt seinen Freund Bernard Heller durch diese raffiniert ausgeführten Spe ulattonen um ein gesamtes Vermögen gebracht hat! So also, daß er seinen Freund dazu veranlaßte alle verfügbaren Gelder, und leider noch mehr darüber hinaus — in den Bohrölaktien anzulegen, von deren sehr kritischem Stand er jedoch bereits genau wußte! Bernard Heller wiederum der Rammelt bis aufs letzte vertraute, sich außerdem vom Krankenlager aus selbst kein Bild über die Lage machen tonnte, glaubte mit dieser Spekulation den damals gehofft haben, daß sie ihn später lieben lernte, — wer weiß das? Es war seine Liebe zu Janna, die ihn in solche Abgründe der Schuld fallen ließ." „Nein, nicht Liebe!" warf Inge Schlicht ein, „Leidenschaft mag es gewesen fein, vielleicht heißer, verzehrender, als wir alle es denken können. Nicht aber Liebe! Denn Liebe denkt nicht an sich, nicht an das eigene Glück. Liebe denkt nur an den andern!" „Sie haben recht, Fräulein Schlicht!" Beide riefen es fast zu gleicher Zeit aus. Gerhard Brand aber dachte bei sich: „Ob mein Bruder es wohl weiß, was für ein edeldenkendes Mädchen er jahrelang um sich gehabt bat?" XXII. „Ach, Sie sind es, Herr Kommissar!" Müde ließ Walter Brand die Hände sinken, die er bereits wie zum Gruß ausgestreckt hatte. „Sie erwarteten wohl jemand anders?" erwiderte der Kommissar lächelnd, der die Gedanken Walters insgeheim schon erraten hatte. „Aber seien Sie nur nicht allzu enttäuscht, Herr Generaldirektor! Auch ich bringe Ihnen gute Nachricht mit!" „Gute Nachricht? So hat sich aufgeklärt--" „Alles, Herr Brand! Alles hat sich aufgeklärt! Ich darf Ihnen die Nachricht bringen, daß Sie frei sind!" „Frei?! Ich--frei--?" Fast taumelte Brand, so hatte ihn die unerwartete Freude getroffen. „So sprechen Sie doch, Kommissar! Was ist denn geschehen? Woher kommt es so plötzlich, daß--?" „Hier lesen Sie!" Der Kommissar hatte einen Zettel aus feiner Tasche gezogen, den er Walter Brand überreichte. Eilig überflog dieser die Zeilen, las halblaut die wenigen Worte' in der zitternden, fast unleserlichen Handschrift eines Kranken: Untersuchung gegen Walter Brand niedergeschlagen! Er ist unschuldig! Er wollte nur verhandeln. Ich allein bin an allem schuld! Verzeih mir! Verzeih mir, Janna! Ralf Rammelt. Tief bewegt ließ Walter Brand das Papier sinken. „Bedeutet das, daß Rammelt---?" Der Kommissar nickte. schon sehr schlechten Stand seiner Fabrik retten zu können. So nahm das Verhängnis seinen Laus. Die Bohrölaktien fallierten, und Bernard Heller verlor damit das letzte, was er befaß. So wenigstens sah es für die Außenwelt aus! In Wirklichkeit aber hatte Rammelt die gesamten Bohrölaktien längst in Kupferpapiere umgetausckst, die damals — — im Gegensatz zu jetzt--sehr hoch standen, und von denen er, wie es in dem Geheimkonto verzeichnet ist, gleich mit hohem Gewinn einen ganzen Teil verkaufte!" In tiefer Erschütterung hatten Gerhard Brand und Inge bis jetzt regungslos dagesessen, kaum fähig, das Ungeheuerliche zu fassen, das der Kommissar in seinem Bericht vor ihnen enthüllt hatte. Jetzt hielt es Gerhard nicht länger. „Und er, Rammelt, wurde also zum reichen Mann, während Bernard Heller völlig ruiniert war!" stieß er hervor. „Oh, daß wir ihn alle nicht früher erkannt haben, diesen Betrüger, diesen--" „Nein, nicht so, junger Freund! Nicht so!" unterbrach der Kommissar. „Bedenken Sie, daß auch Rammelt in den letzten Tagen seines Lebens namenlose Qualen erlitten hat, schlimmere Qualen noch als alle, an denen er schuldig geworden ist: die Qualen der Reue! Und dann,--wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, stand hinter all dem wohl doch etwas ganz anderes als schnöde Gewinnsucht!" „Und was sollte das sein?" fragte Inge Schlicht leise. „Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen! nef Gerhard plötzlich aus, indem er den Blick nachdenklich auf den Kommissar richtete. „Ralf Rammelt hat doch nach Bernard Hellers Zusammenbruch für ihn, Janna und Frau von Bergmann so viel getan, ist mit seinem Vermögen für die Schulden der Hellerschen Fabrik eingetreten, hat das Haus vor den Gläubigern gerettet! Konnte es da nicht fein, daß Rammelt, nur um Janna zu gewinnen —" „Ganz recht, Herr Brand!" fiel der Kommissar ein. „Das ist auch mein Gefühl. Rammelt hat den Vater absichtlich in Not geraten lassen, um die Hand feiner Tochter von ihm zu erzwingen! Da er von Janna keine Liebe erwarten konnte, wollte er sich wenigstens ihre Dankbarkeit sichern, wollte sie : und ihre Familie sich so verpflichtet machen, daß sie nicht anders konnte, als ihn zu heiraten! Er mag haus am Brand. „Vurgtheater" im Gloria-Palast. Im Gloria-Palast läuft heute zum ersten Male der Willy Forst-Film „Burgtheater eine neue große Produktion der Tobis - Europa. Der Film, der schon bei der Berliner Aufführung allgemeinen Interesse begegnete, zeigt den preußischen Staatsschauspieler Werner Krauß nach langer Pause wieder in einer bedeutenden Filmrolle, lußerdem wirken mit: Hortense R a k y , Willi E i ch b e r g e r, Hans Moser und Olga T s ch e». ch o w a. (Siehe heutige Anzeige.) Weihnachtsfeiern der Gießener Ortsgruppen. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. um die vollendete Form eines zunftgerechten Fasses zu erhalten. Der Meister setzt an die heißen Stabe die Winde und zieht sie langsam mit angespannten Muskeln fest zusammen, so daß bald das Faß von Reifen umschlossen, in seiner ebenmäßigen, oauchigen Form vor uns steht. In einem anderen Teil der Werkstatt entstehen, nach den verschiedenen Model-, (en gefügt und gestaltet, aus weißer Fichte und brauner Kiefer Gefäße und Bottiche für alle wirtschaftlichen Zwecke Bott'che für die Industrie, Fässer und Behälter für die Landwirtschaft Da sind auch Wannen, Zuber und Schaffe! für die Hausfrau, nach modernen Grundsätzen und Erfahrungen unzerfallbar gearbeitet Die einzelnen Dauben werden mit einem neuen wasserfesten Leimfilm unlöslich zusammen gebunden und die Reifen erhalten elastische Federeinsätze und können sich somit dem „Arbeiten" des Holzes anpassen Wenn das Zellensystem unter der Einwirkung von Feuchtigkeit quillt, dann dehnen sich die elastischen Reifen aus. Wenn das Holz durch Wärme nachtrocknet, ziehen rede hält Sturmführer Hummel vom Stab 116. Anschließend werden die Opferkränze tn das Feuer geworfen, wobei Brigadeführer Schmidt den ersten Opferkranz den Flammen übergeben rmrö; weitere Kränze folgen bann den Weg in die Flammen. Danach wird der Sonnwendchoral „Wir stehen um den Flammenstoß und loben Gott in der Höhe" unter Leitung von Obertruppfuhrer Richter gesungen. Auf Befehl des SA.-Standortfuh- rers, Brigadeführer Schmidt, werden dann an dem lodernden Feuer die Fackeln entzündet Anschließend folgt der Gruß an den Führer. Damit swließt die Feier ab Es darf als selbstverständlich erwartet werden, daß mit den Männern unserer SA. auch die übrigen Volksgenossen sich zahlreich an der Feier beteiligen werden. Lorrwtizen. Tageskalender für Montag. । Wintersonnwendfeier der SA.: 22 Uhr vor der | Volkshalle. — Weihnachtsfeier der Ortsgruppe Gie- Rufammen. Wenn das Hotz ourcy '-warme naajiruanti, Der Meister, mit einem Schurzfell umgürtet, den sich die Reifen wieder selbsttätig zusammen Durch Schlegel in der Hand, zeigt uns halbfertige Fässer, diese Neuerungen werden die früheren Mangel an deren Dauben widerspenstig nach allen Seiten aus- Holzgefäßen ausgeschaltet und die Hausfrau braucht einanberftreben. Sie müssen erst burch Feuer unb nicht mehr auf bie ihr liebgeworbene Holzwanne Wasser biegsam unb geschmeibig gemacht werden, zu verzichten. Beigeordneter Gubheimer f. 21m destrigen Sonntag ist unerwartet nach schwe- nm Leiden der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Adolf S u d h e i m e r, im Alter von 55 Jahren verstorben. Der Entschlafene stellte seine ganze tutfrohe Arbeitskraft nach der Machtübernahme in den Dienst der gemeinnützigen Arbeit für unsere Stadt. Zunächst war er Stellvertreter des Fraktionsführers der NSDAP., Assessor Hahn, nach dessen 93er- setzuna nach auswärts er zu der Führung der nationalsozialistischen Fraktion im Stadtrat berufen rombc. Nach der Umwandlung des Stadtrats in die beratende Körperschaft der Ratsherren stand Adolf Sndheimer weiterhin im Vordergründe der Gemeindearbeit Er wurde dann als kommissarischer Beigeordneter in die Stadtverwaltung berufen und war seit 1. August d. I. als hauptamtlicher Beigeordneter Mitarbeiter des Oberbürgermeisters. Sowohl in seiner ehrenamtlichen kommunalen Tätigkeit, als auch in seinem hauptamtlichen Wirken als Beigeordneter und als Vertreter der Stadt bei der Bezirkssparkasse Gießen hat er sich stets mit großer Tatkraft und mit vorbildlicher treuer Diensterfüllung feinenAufgaben gewidmet. Er erfreute sich in denKrei- sen der Partei, bei seinen Arbeitskameraden in der Stadt, in den Reihen seines SA.-Sturms und darüber hinaus in weiten Kreisen der Gießener Be- völkeruna großer Wertschätzung. Das Andenken an den Entschlafenen, dem nur eine verhältnismäßig kurze Zeit des öffentlichen Wirkens beschieden war, wird bei allen, die ihn kennen und schätzen lernen durften, in Ehren fortleben. NSDAP., Gießen-Nord. Die Geschäftsräume der Ortsgruppe befinden sich ab Montag, 21. Dezember, in der Marburger Straße 20, Erdgeschoß. Die Dienststunden sind folgende: 1. Ortsgruppenleiter: Montag und Freitag von 20.30 Uhr bis 22 Uhr. 2. Kassenleiter: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 20.30 Uhr bis 22 Uhr. 3. Hilfskassenleiter: Montag und Mittwoch von 20.30 bis 22 Uhr. 4. NS.-Beratung: Freitags von 20.30 bis 22 Uhr. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Velr.: Sonnwendfeier. Der Unterbann I Gießen trit am Montag. 21. Dezember, einschließlich Sondereinheiten um 20 Uhr auf dem Oswaldsgarten an. Betr.: Weihnachlsfenen. Die Dienststelle des Bannes, Wartweg 19, ist in der Zeit vom 22. Dezember 1936 bis 4. Januar 1937 wegen Weihnachtsferien geschloffen. An Werktagen jedoch ist die Adjutantur von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Vekr.: Organisationsmeldungen. Sie sind von den Geff. bis zum 24. Dezember an den Bann abzuliefern. Keine Filmvorstellungen am Heiligen Abend. DNB. Die Reichsfilmkammer teilt mit: Im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Reichsfilmkam- mer hat die Fachgruppe Filmtheater angeordnet, daß — ebenso wie im Vorjahre — sämtliche deutschen Filmtheater am 24. Dezember, also dem Tag des Heiligen Abends, geschlossen zu halten sind. Durch diese Anordnung soll sowohl dem Filmtheaterbesitzer, als auch der Gefolgschaft die Möglichkeit geboten werden, den Heiligen Abend im Kreise der Familien zu verbringen. Um Unklarheiten zu vermeiden, wird besonders darauf hingewiesen, daß am Tage des 24. Dezembers keinerlei Filmvorführungen irgendwelcher Art in den Filmtheatern stattfinden dürfen. Entlastungszüge für den Weihnachtsverkehr. DNB. Um den stets außerordentlich starken Weihnachtsreiseverkehr glatt abzuwickeln, hat die Reichsbahn umfassende Maßnahmen getroffen. Für den großen Durchgangsverkehr werden in diesem Jahre Zum ersten Male besondere, aus l)-Zugwagen und Speisewaben gebildete Entlastungszüge gefahren werden, für die kein O-Zug - Zuschlag erhoben wird. Sie werden nach günstigen Fahrplänen mit wenig Zwischenhalten verkehren. Daneben werden, wie in früheren Jahren, zu den fahrplanmäßig verkehrenden Zügen Vor- und Nachzüge gefahren, deren Zahl gegenüber dem Vorjahre erheblich vermehrt worden ist. Damit die Reisenden sich möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Züge verteilen können, wird die Reichsbahn die Fahrpläne aller Sonderzüge rechtzeitig durch zahlreiche Aushänge bekanntgeben. Dank der sorgfältigen Vorbereitungen kann damit gerechnet werden, daß sich auch bei stärkstem Andrang der Weihnachtsverkehr reibungslos abwickeln wird. 3m Zeichen des Vierjahresplanes. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, kn Gemeinschaft mit der Industrie- und Handelskammer Gießen und Kreishandwerkerschaft Gießen veranstaltete im Hause der Deutschen Arbeitsfront einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Nachdem der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront die Mitglieder des Textileinzelhandelsverbandes, der Herrenschneider- und Damenschneiderinneninnung sowie deren Gefolgschaftsmitglieder und andere fachlich interessierte Besucher begrüßt hatte, ergriff der Berufsreferent der KBG. 2, Kamerad Alfred Richter, das Wort zu feinem Vortrage „D i e neuen Textilfaserstoffe, ihre Eigenschaften und ihre Herstellung". Der Vortragende behandelte das Thema von der Rohstofffrage aus, die ganz besonders im neuen Vierjahresplan eine der aktuellsten Fragen bedeutet, und gab dann einen Ueberblick über die Entwicklung der Kunstseidenindustrie, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Er erläuterte die Herstellung der einzelnen Kunstseidenarten von ihren Ausgangsprodukten, der Zellulose der Baumwolle und der Zellulose des Holzes aus und ging bann ausführlich auf die Eigenschaften der neuen Textilfasern ein. Ein Appell an alle, insbesondere an den Einzelhandel, an bas Schnei- berhandwerk und an die Hausfrauen beschloß den Vortrag. Anschließend wurden noch einige Lichtbilder gezeigt. Der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront dankte dem Redner und wies darauf hin, daß dieser lehrreiche Abend der gemeinsamen Arbeit aller Beteiligten zu banken sei. Diese Arbeit werde fortgesetzt. Außerdem werde Anfang des neuen Jahres ein „Textilwarenkunde - Lehrgang" beginnen, der eine intensive, fachliche Schulung bringe. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß das Gelöbnis der Anwesenden ein, daß jeder zu seinem Teil am Gelingen des zweiten Vl---- jahresplanes beitragen wird. Oer „Goldene Sonntag". Zn überfüllten Straßen. Hatte schon der „Silberne Sonntag" in den Straßen unserer Stadt soviel Verkehr gebracht, wie es in den Tagen vor Weihnachten eben zu sein hat, und wie er in den Tagen vor Weihnachten üblich ist, so herrschte auch am gestrigen „Goldenen Sonntag" in allen Straßen und Gassen des Stadtzentrums ein lebhaftes Gedränge. Vor allen Schaufenstern stauten sich die Kauflustigen, um noch einige Anregungen für den Weihnachtseinkauf zu erhalten; in den Läden hatten Verkäuferinnen und Verkäufer alle Hände voll zu tun und auf den Straßen begegnete man kaum jemand, der nicht ein oder mehrere Päckchen bei sich hatte. Ueberaü war es bas gleiche Bild: Brüder und Schwestern überprüften ein letztes Mal, wie sie der Mutter Freude machen könnten, Väter und Töchter waren unterwegs im gleichen Bemühen, hier brachte ein Vater für feinen Sprößling das erste Schaukelpferd und dort verließen die Mütter mit tiefgründigen Paketen das Spielzeuggeschäft, um mit den vielen Dingen den Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten. So waren die Stunden des gestrigen oerkaufsfreien Nachmittags erfüllt von einer geheimnisvollen Vorfreudigkeit des Schenkens und jeder- mannn, der gestern mit Paketen beloben nach Hause zog, freute sich schon im Stillen auf bie sicherlich begeisterten Augen, die am Heiligen Abend zum Dank für alle die schönen Ueberra- schungen erglänzen werden. Auch die Kinder waren unterwegs, um für Vater und Mutter einzukaufen, wenn sie den Gegenstand des Geschenks nicht selbst aus eigener Kraft an fertigen konnten. Ihnen fiel es besonders schwer zu wählen, denn bei so manchen der Kleinen mag die Sparbüchse sicherlich nicht allzu viel hergegeben haben. Und wenn dann der große Kauf getan war, dann bedurfte es bei der Heimkehr immer noch aller Geschicklichkeit, die Mutter woyl ahnen aber nicht wissen zu lassen, was gekauft worden ist. Und was eine richtige Mutter ist, so hat sie natürlich auch nichts gemerkt ... Wie wir in unserer Samstag-Ausgabe schon berichtet haben, verlieh der Oberbürgermeister unserer Stadt Herrn Geheimrat Prof. Dr. Sommer für seine großen Verdienste die Ehre.iplakette der Stadt Gießen. Am Samstag um die Mittagszeit versammelten sich nun einige Bekannte und alte Freunde von Geheimrat Sommer in seiner Wohnung, um dem alten Herrn zu seinem 72. Geburtstage und zu der Ehrung durch die Stadt ihre Glückwünsche auszusprechen. Von der Universität war der Dekan der philosophischen Fakultät, Prof. Glöckner, und von der Studentenschaft der Studentenführer F r a n k, der Leiter der medizinischen Fachschaft und der Kameradschaftshausführer, ferner noch einige Amtsleiter der Studentenschaft erschienen, die alle der Ueberreichunq der Ehrenplakette beiwohnten. Oberbürgermeister Ritter und Bürgermeister Prof. Dr. Hamm kamen als Vertreter der Stadt und überbrachten die Ehrenplakette mit der Urkunde. Oberbürgermeister Bitter wandte sich an Professor Sommer und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Geheimrat Sommer noch in voller Rüstigkeit seinen 72. Geburtstag begehen könne. Er habe diesen Tag zum Anlaß genommen, um auch von Seiten der Stadt dem bekannten Gelehrten für all seine Verdienste eine Anerkennung und Ehrung zuteil werden zu lassen. Die Ehrenplakette der Stadt Gießen werde nur an ganz bedeutende und verdienstvolle Männer verliehen, die Großes für die Stadt geleistet hätten. Geheimrat Sommer habe in den langen Jahren seines Hierseins stets regen Anteil an der Entwicklung der Stadt genommen und oft mit Rat und Tat die öffentlichen Belange unterstützt. Der Name Geheimrat Sommers sei nicht nur in Gießen und in der engeren Heimat, sondern weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Stadt Gießen danke ihm und hoffe, daß er noch weiterhin für die Stadt arbeiten könne. In diesem Sinne übergab der Oberbürgermeister die Ehrenplakette und Die Urkunde. Die Straßenwärter der Provinz Oberhessen versammelten sich am gestrigen Sonntag im Caf6 Leib zu einer großen Tagung. Kreisdirektor Dr. Loh begrüßte die Straßenwärter als seine Mitarbeiter und führte u. a. aus, daß neben den fachwifsen- schaftlichen auch weltanschauliche Vorträge vorgesehen sind. Sie alle, so sagte er, haben erfahren, wie das deutsche Leben und die deutsche Wirtschaft seit der nationalsozialistischen Machtübernahme einen Aufschwung erfahren haben, wie wir es nie für möglich gehalten haben. Dieser Aufschwung ist aber nicht nur wegen den fachlichen Voraussetzungen möglich geworden, sondern in erster Linie konnte er bewerkstelligt werden durch den nationalsozialistischen Geist. So kann jeder wieder stolz auf feine Arbeit jein. Wir können aber auch diese Arbeit nur leisten, wenn wir verstehen lernen, daß das Volk und die Gemeinschaft alles und wir selbst nur vergängliche Glieder in der großen Kette sind. Wir sind, so rief der Kreisdirektor aus, das Bataillon der Straßenwärter Oberhessens und marschieren in dem Geiste unseres Führers und zu den Zielen, zu denen er uns alle führt. Mit dem Wunsche, daß dieser Tag den Straßenwärtern eine Fülle von Erfahrungen fachlicher und weltanschaulicher Art bringen und eine Freude für alle fein möge, eröffnete der Kreisdirektor die Tagung. Den ersten fachlichen Schulungsvortrag hielt provinttalbaurat Leinsrt über „Neuzeitliches S t r a ß e n w e s e n". In eingehender Weise beschäftigte sich der Redner mit den Fragen aus der Tagesarbeit der Straßenwärter und besprach eine Fülle von praktischen Anregungen, die dazu dienen sollen, den Straßenwärter in die Lage zu versetzen, kleinere Schäden an den Straßen rechtzeitig zu erkennen und sie auszubessern, bevor sie größeren Umfang annehmen. Der Redner besprach die Materialzusammensetzung und die Materialoerwendung bei den einzelnen Straßenarten, ihre Herstellung und die Art der Verwendung, durch die die größte Haltbarkeit gesichert und der bestmögliche Bestand der Straßendecken erzielt Großer Tag bei der Reichsbahn. Der Verkehr auf der Reichsbahn gestaltete sich außerordentlich stark. Auf eine Anfrage beim Gießener Bahnhof hören wir, daß schätzungsweise der gestrige Sonntag 9000 bis 10 000 Personen von auswärts nach Gießen gebracht hat. Der Verkehr setzte bereits in den Morgenstunden sehr lebhaft ein und steigerte sich zusehends bis in die frühen Nachmittagsstunden. Sämtliche Personenzüge mußten mit 5 bis 6 Wagen verstärkt werden. Der für den Rücktransport der Landbevölkerung ins Lumdatal besonders eingelegte Personenzug war außerordent- lich stark — erheblich stärker als am Silbernen Sonntag — besetzt. Der W e i h n a ch t s - F e r n - reiseverkehr hat ebenfalls bereits lebhaft eingesetzt. Die V-Züge waren durchweg hundertprozentig besetzt. Im Gießener Bahnhof wurde als Neuerung erstmalig eine Lautsprecheranlage ausprobiert, die in Zukunft auf den Bahnsteigen, wie auch in der Schalterhalle in den Betrieb genommen werden soll, um die Fahrgäste der Reichsbahn über alles das zu informieren, was sie als Reifende wissen müssen. Durch diese Lautsprecher werden die Reisenden über Zugabgänge, Zugankunft, über Vorzüge und Nachzüge, über Der- fpätungen usw. unterrichtet werden. Alle Omnibusse der Beichopost unterwegs. Auch die Kraftfahrstelle der Deutschen Reichs post hatte gestern einen großen Tag. Sämtliche verfügbaren Omnibusse mußten eingesetzt werden. Sämtliche Waren waren stets voll besetzt und selbst alle verfügbaren Stehplätze waren in Anspruch genommen. Nur durch eine große Anzahl von Vor- und Nachfahrten konnte der starke Verkehr bewältigt werden. Sehr stark war der Zustrom der ländlichen Bevölkerung nach Gießen aus Krofdorf, Frankenbach, aus Wißmar und Launsbach. Geheimrat Sommer sagte mit herzlichen Worten für die durch die Stadt ihm zuteil gewordene Ehrung seinen Dank und sprach von der Zeit ehe er nach Gießen kam und gleich einem Lebenslauf schilderte er die Zett seines Gießener Wirkens. Sehr interessant berichtete der Gelehrte von seiner Amtszeit als Rektor der Universität und von den Jahren, in denen er dem Stadttat angehörte. Bei manchem Bauprojekt der Stadt, bei der Herrichtung des Universitätssport- platzes und bei der Gründung des ßiebigmufeums hat er an maßgebender Stelle mitgewirkt. Neben der großen Arbeit als Arzt und Wissenschaftler fand er immer noch etwas Zeit, um an Problemen, die feinem Fachgebiet verwandt sind und an Erfindungen zu arbeiten. Der Sport des Wasferski geht auf ihn zurück und manch neue Begriffe in der modernen Hygiene wurden von ihm gegründet. Die Verbindung zur Jugend hat Geheimrat Sommer immer gepflegt und in der Zeit nacy feiner Emeritierung nicht abreißen lassen. Der naUonalsoziali- stische Studentenbund erhielt von ihm als Erholungsort sein Häuschen an der Hardt zum Geschenk. Auch für die Stadt Gießen ist er zur Zeit wieder beschäftigt, und zwar wird ein Buch erscheinen, das über die Verbindung Liebigs mit der Stadt Gießen berichtet. Am Schlujse seiner Ausführungen dankte Pros. Sommer nochmals dem Oberbürgermeister für die große Ehrung und stellte sich für weitere Arbeiten der Stadt zur Verfügung. Ehe die Ehrenplakette überreicht wurde, ehrte die Gießener Studentenschaft ihren alten Freund und Kameraden. Studentenführer Frank übergab als Geburtstagsgeschenk dem „Altkameraden" Sommer ein Bild von den studentischen Amtsleitern, die alle schon seit längerer Zeit mit Prof. Sommer in kameradschaftlicher Weise zusammenarbeiten. Daß an diesem Ehrentag Geheimrat Sommers besonders gedacht wurde, dafür waren die vielen Glückwünsche und Blumen aus nah und fern ein deutlicher Beweis. wird. Er besprach die für die einzelnen je nach ihrer Benutzung eingeteilten Straßen in Frage kommenden Deckenlagen und führte eine Anzahl neuzeitlicher Deckenbehandlungen an, deren Zusammensetzung und Herstellung er in allen Einzelheiten besprach, um dem Straßenwart mit praktischen Erfahrungen zur Hand zu gehen, damit er von sich aus in allen vorkommenden Fällen in die Lage kommt, selbst Hand anzulegen. Zum Schluß seiner Ausführungen hob er hervor, daß die Kleinpflasterdecke immer noch die beste sei, aber infolge ihrer hohen Kosten nicht überall zur Anwendung gelangen kann. Er sprach den Straßenwärtern seine Anerkennung für ihren Eifer und ihre pflichttreue Arbeit aus und ermunterte sie, auch weiterhin in dem gleichen Geiste und mit der gleichen Gründlichkeit ihren für die Allgemeinheit so wichtigen Dienst zu versehen. Begierungsbaumeisser Keil, Frankfurt, sprach über den Wert der Verkehrszählung und behandelte eingehend ihre Unterschiede von den schon früher vorgenommenen Verkehrszählungen, auf deren Erfahrungen und Ergebnissen die neue, durch die neuzeitlichen Gesichtspunkte erweiterte Zahlung durchgeführt werden muß. An Beispielen wies der Redner noch, wie stark sich der Verkehr ändern kann und ließ dadurch den Straßenwärtern die große Bedeutung dieser Zählungen verständlich werden. Er dankte ihnen für den Eifer und Gründlichkeit ihrer schwierigen Arbeit an diesen großen Aufgaben. Nach einer Pause sprach der Ga ibettiebsgemeinschafiswalter Göbel, Frankfurt a. M., über „D i e nationalsozialistische Weltanschauung" und machte auf die weittragende Bedeutung der Betriebsgemeinschaft verständlich und sagte den Straßenwärtern, wie sehr sie im Vordergründe des öfentlichen Lebens stehen. An den Erfahrungen über den Besuch der Ausländer anläßlich der Olympiade zeigte er ihnen, wie wichtig ihr Dienst am Staat und der Allgemeinheit ist, selbst wenn er nur auf einer Nebenstraße geleistet werden muß. Gerade durch ein gutes Sttaßenweseii macht ein Staat und ein Volk den besten Eindruck auf den Fremden und Ausländer. Jeder Ausländer soll erfahren, daß im Staate Adolf Hitlers die heften Männer des Volkes an dem Platze stehen, an dem sie gebraucht werden. In ausgezeichneter Weise schilderte der Redner, wie der Führer die ganze Verantwortung für das Volk auf (eine Schultern geladen hat und das ganze Volk betreut und be- schützt und wie er jedem Einzelnen feine Aufgaben zur Mitarbeit zugewiesen hat und darum Vertrauen gegen Vertrauen fordern muß. Aus diesem Grunde hat jeder Einzelne die Möglichkeit mitzu- helfen am Aufbau und er muß mitmarschieren zum Wohle der Nation. In weiter ausholender Weise schilderte der Gau- betriebsgemeinschaftswalter die Friedensliebe unseres Volkes und des Führers, der eine ungeheure Arbeitslast für fein Volk auf feine Schultern genommen hat und für den es keinen anderen Gedanken gibt, als das Wohl feines Volkes. Im Schlußappell wandte sich der Vortragende an die Straßenpfleger und darüber hinaus an alle schaffenden Volksgenossen, dem Führer bei dieser schweren Arbeit Vertrauen mit Vertrauen zu vergelten und aus Dankbarkeit und Verehrung zu ihm sich seinen Anordnungen unterzuordnen. Mit guten Wünschen für einen vollen Erfolg der Tagung schloß der Kreisdirektor Dr. Lotz die Tagung mit dem Treubekenntnis zum Führer. Am Nachmittag besuchten die oberhessischen Straßen- wärter dann gemeinsam das Stadttheater, wo ihnen Karl Millöckers Operette „Der Bettelstudent" zu einem schönen Erlebnis wurde. Wie wird der Fettbezug geregelt? ZdR. Es bestehen vielfach noch Unklarheiten über die künftige Fettbezugsregelung. Hierzu erfährt der „Zeitungsdienst des Reichsnährstandes" folgendes: 1. Der Lebensmitteleinzelhandel führt Kundenlisten nur für Butter. Da nicht beabsichtigt ist, die Butterlieferungen an die einzelnen Geschäfte nach Maßgabe der bei ihnen eingetragenen Kunden neu festzufetzen, wird den Verbrauchern sehr empfohlen, sich bei ihrer bisherigen Bezugsguelle in die Kundenlisten eintragen zu lassen. 2. Das Fleischerhandwerk führt Kundenlisten für Schweinefleisch, Speck und Talg. 3. Der Verkauf von Speiseölen, Speck. Schweineschmalz, Kokosfett und Margarine, Mittel- und Spitzensorte, im Lebensmitteleinzelhandel ist an Kundenlisten nicht gebunden. 4. Die Bezugsberechtigten von Konsum-Margarine können in jedem beliebigen Geschäft ihren Bezugsschein abgeben und sich damit ihren Anspruch auf Belieferung mit Margarine sichern. Alle Projekte sind dem Reichsstatthalter in Hessen anznmelven. Lpd. In einer Anordnung an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts ordnet der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — an, daß, da die schlagkräftige Durchführung des Vierjahresplanes die ftrafffte Zusammenfassung aller schwebenden Pläne notwendig macht, alle unterstellten Behörden von allen schwebenden und neu auftauchenden Projekten sofort 1. dem Reichsstatthalter in Hessen, Darmstadt, Neckarsttaße 7. 2. der Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP.. Abteilung Vierjahresplan, Frankfurt a. M... Gutleut- sttaße 8 bis 12, Mitteilung zu machen haben. Die Mitteilungen sind in Telegrammstil zu halten, und für jedes Vorhaben ist ein besonderes Blatt zu verwenden. * ** Verlängerte Polizeistunde an Weihnachten und an Silvester. Durch Verfügung des Herrn Reichsstattbalters in Hessen — Landesregierung — wird die Volizeistunde am zweiten Weihnachtsfeiertag auf 2 Uhr und am Silvestertag auf 6 Uhr festgesetzt. Am Neujahrstag selbst tritt hinsichtlich der gewöhnlichen Polizeistunde keine Veränderung ein. .** Das städtische Volksbad Gießen teilt uns mit, daß das Bad für sämtliche Abteilungen am Mittwoch vor den Feiertagen bis 20 Uhr geöffnet bleibt, damit sämtlichen Werktätigen Gelegenheit zum Baden gegeben ist. Dagegen ist am Heiligen Abend und Silvester, sowie nach Neujahr das Bad nur bis 14.30 Uhr offen (am Samstag nach Neujahr). Genaue Aufstellung im Anzeigenteil. ** Die Offenlegung der Ergebnisse der Bodenschätzung betrifft eine Bekanntmachung des Finanzamtes Gießen im heutigen An- zeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. Oberhessen. Generalversammlung der Spar- nnd Darlehenskasse Wieleck. £ Wieseck, 21. Dez. Arn Samstagabend hielt die Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. bei Gastwirt Richard Weller ihre Herbstgeneralversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Schreinermeister Seibert eröffnete die Generalversammlung und gedachte der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder. Aus dem von Ge- chäftsführer Werner erstatteten Geschäftsbericht geht hervor, daß die Kaffe, dank der günstigen Entwicklung im Wirtschaftsleben, das sich auch in unserer Heimatgemeinde durch eine sehr rege Bautätigkeit auswirkte, wiederum einen weiteren erfreulichen Aufstieg zu verzeichnen hat. So beträgt der Ge- amtumsatz bis zum 1. Dezember im laufenden Geschäftsjahr 1 961 900 Mark gegenüber 1 617 200 Mark im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 829 000 Mark in 1932. Der Kassenumsatz beträgt im gleichen Zeitraum 1936 = 648 200 Mark, 1935 = 516 600 Mark und 1932 = 182 600 Mark, das ist ein wöchentlicher Kassenumsatz von zur Zeit 13 600 Mark. Die Spareinlagen haben sich in 1936 gegenüber 1935 verdoppelt und betragen in Einzahlung bis 1. Dezember 41 900 Mark. Die Auszahlungen auf diesem Konto betrugen im Berichtsjahr 38 700 Mark. Dieses Geld wurde fast reff os zur Arbeitsbeschaffung verwandt und kam somit der heimischen Geschäftswelt zugute. Ferner wurden noch eine größere Anzahl Kredite gewährt, die zur Belebung auf dem Arbeitsmarkt beitrugen. Eine weitere erfreuliche Entwicklung hat unsere Schul- parkasse zu verzeichnen. Die Einzahlungen be» trugen bis 1. Dezember 1936 3256 Mark und irt der gleichen Zeit 1935 2843 Mark. Auch der Kartenverkauf innerhalb des Ortes erbrachte eine Steigerung von rund 2000 Mark. Geschäftsführer Werner, der fatzungsgemäß aus dem Vorstand au«* chied, wurde wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde Gustav Schneider wiedergewählt und Karl Schäfer XIII. neu gewählt. Einem Antrag von Rechner Lang wurde entsprochen; ebenso wurde IeierlicheLleberreichungderEhrenplakette an Geheimrat Gommer. Oberheffens Straßenwärter tagen in Gießen. ^nbtj Sann jolfer Siir die Gesttage s^ereeöes 7060 D 7867 A Wf//> Lichtspielhaus | GLORIA Heute Monta : Erstaufführung Heute Montag Briefpapier von und Ufa-Ton-Woche 8239 A Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr — An den Feiertagen 3, 5.30 und 8.30 Uhr 65 Pf. am Tage in die Sparbüchse So leicht können Sie die Mercedes* Selecta - Kleinschreibmaschine, den zuverlässigen und dazu eleganten Mitarbeiter fürs ganze Leben, erwerben. Denn sdion bei einer Anzahlung von RM 25.- und 14 Monatsraten zu je RM 19.55 sind auch Sie einer von den zahlreichen zufriedenen Mercedes- Selecta-Besitzern. — Der Kassapreis beträgt netto RM 265.—. Willy Elchberger Musik: P. Kreuder elannt' en An. im ge» Hans Moser Olga Tschechowa empfehlen besonders unser hervorragendes | i e an Durch rssen- n zwei- ilvester- bst tritt ne Der- Jlarga. en Bk. Spruch leQrf. ib hielt m. b.f); s = I . I I E r - Itellten nb fon> orbnel Zierung ng bes faflung die un- nd neu teftafb 7. 2. Abtei. utftub n. 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Der Film ist in Dankbarkeit gewidmet dem ewigen, jungen Theater! im Beiprogramm: Unser Junge will Kapitän werden Zuckerkranke finden bei uns eine große Auswahl von Nährmitteln aller Art. Besonders zum Weihnachtsfeste sind unsere tiebäcke zu empfehlen. Auch Weihnachtsstollen für Diabetiker sind erhältlich im Reformhaus Gießen Kreuzblatt 5. sissD Siebener Sroufidus JL & 117. DciminSftojQf Oil GESCHICHTE EINE» JUNGEN UEBt Ein Georg - Witt-Film der Ufa mit Gisela Uhlen Viktor v. Zitzewitz Paul Bildt, Margarete Schön Nach dem Roman „Lauter Sonntage“ von Bruno Wedenkamp Musik: Franz R. Friedl Spielleitung: Fritz Peter Buch Ein Film von Glück und Leid, von Treue unn n zu stsichif' ’te die letzten on sbericht -n Ent- n unje- autätig' eulilhen >er Ef ufenden 617 200 es und beträot ■t, 1935 rf, W « Ä in 1«* in Ein' ie MS' zerichts' rest'o; 1 l°« wurden die zlik n. gen W und ttortett* Steigs Oer' nd sichte lt lang in üblicher Weise schließen. Ein guter Rechnungsabschluß. Y Sd) ottcn, 18. Dez. In ihrer gestrigen Sitzung nahmen die Ratsherren zunächst das Ergebnis der Prüfung der Stadtrechnung aus dem Rechnungsjahr 1935 entgegen. Sie schließt mit einem Ueber schuß von rund 37000 Mark ab, Ler die Grundlage für den neuen 1937er Voran- jschlag bildet. Es wurde alsdann die Beschaffung $tnes H I- und Jungvolk-Heimes beraten, kdie nötigen Vorbereitungen hierfür werden weiter «getroffen. Die Bedingungen für die Abgabe von Aiedlungsbauten und Dolkswohnun- gen wurden festgesetzt. 60 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. EIN WILLYFORST=FILM =s die Eltern dankte Herr S ch n e i d e r und überreichte der Leiterin ein schönes Weihnachtsgeschenk. Mit Jubel begrüßt, erschien der Nikolaus und verteilte an die Kleinen Gaben; auch die Eltern wurden mit selbstgefertigten Geschenken der Kleinen bedacht. Y Watzenborn-Steinberg, 21. Dez. Am Samstagvormittag fand in der hiesigen Filiale der Zigarrenfabrick Rinn & Cloos AG., Heuchelheim, eine Ehrung von drei Gefolg- schastsmitgliedern statt. Aus diesem Anlaß versammelten sich Gefolgschaft und Betriebsführer zu einem Betriebsappell. Im Auftrage der Firma sprach Betriebsführer Cornelius den Geehrten Eleonore Sommer, Katharine Zulauf und Katharine Schmitt den herzlichsten Dank für ihre 25jährige treue aufopfernde Mitarbeit und Pflichterfüllung im Betriebe aus und überreichte ihnen zum Zeichen der Dankbarkeit ein künstlerisch gestalletes Ehrendiplom und einen Geldbetrag von je 100 Mark. Krankenkaffen-Beitragssenkung in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 19. Dez. Die allgemeine Gesundung der deutschen Wirtschaft, die erhebliche Verminderung der Zahl der Arbeitslosen und die Besserung der allgemeinen Moral bei den Versicherten, die ein regelwidriges Ausnutzen der Kassenmittel verbietet, haben dazu geführt, daß die Allgemeine Ortskrankenkasse Darmstadt-Stadt ab 1. Januar 1937 eine Beitragssenkung vornehmen kann. Der Beitragssatz wird von diesem Datum ab auf 6 v. H. herabgesetzt, was für die Gesamtzahl der Versicherten eine Minderbelastung von rund 75 000 Mark bedeutet. Unter ungeheurem Jubel, unter unseren Sieg- Heil-Rufen auf Mussolini und den „Eja Eja Alalla"- Rusen der Italiener auf Adolf Hitler und Deutsch- lano verläßt unser Sonderzug die Bahnhofshalle. Am Nachmittag erreichen wir die Stadt der Türme und Laubengänge, die Universitätsstadt B o- l o g n a. Alle faschistischen Formationen stellen Ehrenformationen. Unter begeisterten Zurufen und Beifallsbezeigungen des itanenischen Volkes marschieren wir'durch Bologna in das Rathaus, wo wir von den Spitzen der Partei und Behörden herzlich empfangen werden. Im prächtigen Saale des Rathauses genießen wir die Gastfreundschaft der Italiener und der Stadt Bologna. Zum letzten Male wird im Studentenhaus der Universität gegessen. Eine riesige Menschenmenge umlagert das Studentenhaus und bricht immer wieder in herzliche Beifallskundgebungen aus. — Antreten. Marsch zum Bahnhof. — Tausende von Menschen, Ehrenformationen, Soldaten, Offiziere, Faschisten, Frauen und Kinder haben sich auf dem Bahnsteig versammelt. Herzlich ist der Abschied. Nur ungern verlassen wir das schöne Bologna. * Am 25. September vormittags treffen wir auf der Rückreise aus Italien auf dem Hauptbahnhof in München ein. Zur letzten gemeinsamen Verpflegung marschieren wir unter klingendem Spiel in die Jugendherberge in der Wendel-Dietrich- Straße. Eine Kranzniederlegung an den Ehrentempeln der Gefallenen des 9. November beschließt die Jtalienfahrt der Hitler-Jugend. Erziehungsarbeit, hier besonders unserer Auslands- arbeit, eingefügt worden. Eins haben mir sicher erreicht: die seit einiger Zeit bereits angeknuvfreL freundschaftlichen Beziehungen zur italienischen Jugendorganisation sind in hohem Maße bekräftigt und vertieft worden. Zur rein menschlichen Verständigung der Jugend unserer beiden Völker untereinander, die wir erstreben, haben wir viel bei getragen. Hierbei ist uns Hitlerjungen selbst der Blick unermeßlich geweitet worden. Wir sind auf unserer Fahrt durch die fremde Landschaft gekommen, sahen die weiten, fruchtbaren Ebenen mit den einzelnen Gehöften, sind durch viele kahle Berge sahen das Meer und die antiken schönen Stäo: mit ihrem Reichtum an Kunstwerken großer Meister, wir sind durch den sonnigen Süden gewandert durch das schone Italien. Wir haben das italienische Volk, die italienische Nation in ihrem nationalen Stolz und in ihrer überschwenglichen Begeisterung erlebt und haben manche Eigenart unseres Gastlandes und des italienischen Volkes kennengelernt. Dabei erwachte in uns um so stärker das Bewußtsein, daß wir, Träger eines höchst „realen Ideals", die jungen Soldaten unseres großen Volkes sind, ein Menschentrupp gebauter Disziplin in den von begeisterten Menschen gefüllten Straßen Roms, nicht um der billigen Propaganda willen, sondern eben als Ausdruck unseres Seins. Wir waren in jenen Tagen ein Stück Deutschland, das sich gleich Italien zu einem neuen Ordnungsprinzip bekennt. In diesem Gedanken hat die Fahrt der Hitler-Jugend nach Italien über den Rahmen des Gedanken- und Erfahrungsaustausches von Jugend zu Jugend hinaus eine politische Bedeutung. Die Aussprache von Jugend zu Jugend kann immer nur von Nationen gewünscht werden, die den Idealismus ihrer Jugend einzusetzen wissen, die ihr einen Zukunftsglauben zu geben vermögen und artgemäße Weltanschauung ihr eigen nennen. ... noch einige Vorschläge! Der Hausfrau, ebenso wie dem jungen Mädchen für die Aussteuer, werden Sie damit eine Freude machen: Brotkasten, emailliert . . 6.80 Wandkaffeemühle .... 3,00 Fleischhacker, verzinnt . 3.80 Gasbacktorm, Reibemaschine, Waage. Noch andere praktische Dinge gibt es bei J. B. Häuser Gießen 7626 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Aundsunkprogramm. Dienstag, 22. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Musik im Haus zur Weihnachtszeit. 10: Schulfunk. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 20: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXX). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Die deutsche Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Kriegsweihnacht! Berichtet von Dichtern, die damals Soldaten waren. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Friedrich List, ein Mann ohne Volk. Eine Hörfolge. 19.30: Kamps dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Der Günstling", Oper in drei Akten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Die Liebe nimmt dich bei der Hand. Ein Musizieren vor festlichen Türen. 23: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nacht- konzert. IV. (Schluß) *. 23. September. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Rom fahren wir zum Strandbad Ostia, dem Lido di Roma. Der Lido di Roma ist eine der frühesten Schöpfungen Mussolinis, der damit das antike Ostia in einen bedeutenden Badeort verwandelt hat. Hier am Meeresstrand finden wir nach den zahlreichen Besichtigungen und Empfangsfeierlichkeiten einige Zeit der Ruhe. . . Um 16 Uhr werden wir mit dem Reichsiugend- führer und seinem Stabe vom Gouverneur von Rom, Exzellenz B o 11 a i, auf dem Capitol, seinem ständigen Amtssitz, empfangen. Staatssekretär Ricci und der deutsche Geschäftsträger sind anwesend. In dem Cäsarensaal, der mit den alten römischen Stadtfahnen geschmückt ist, dankt der Reichsjugendführer dem Gouverneur für die herrlichen, unvergeßlichen Tage und die beispiellose Gastfreundschaft in Rom, und er schließt mit einem Sieg-Heil auf die Ewige Stadt. Am späten Nachmittag haben wir zwei Stunden Freizeit. Wir besichtigen in der Freizeit die Peterskirche. Am Abend besuchen wir ein Kino und sehen den italienischen Film „Cavalleria". 24. September. Mit klingendem Spiel ziehen wir zum letzten Male, mit Blumen geschmückt, durch die Straßen der Ewigen Stadt Rom. Auf dem Bahnsteig sind Ehrenabordnungen der faschistischen Jugend angetreten. Der R e i ch s j u g e n d f ü h - r e r, der von Staatssekretär Ricci und zahlreichen Offizieren begleitet ist, verabschiedet sich von uns. ♦ Teil I in Nr. 293, Teil II in Nr. 295, Teil III in Nr. 296 des Gießener Anzeigers. -toÄ rtrer notwendig gewordenen Satzungsänderung zu- gestimmt. In der geschäftlichen Aussprache wurden noch einige Fragen beantwortet, ebenso wurden noch Anregungen zur weiteren Belebung der Kasse gemacht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates konnte mit einem Dank an die Anwesenden die Versamm- ft Franz flogt & Co., Gießen Mercedes-Generalvertretung Seitenweg 44. Rot 2464, Vokohaus Beien IM: Bürden .... bring!-der [ Weihnachtsmann, L iinjSL" •'iuiIIIIII/ä Illllllllllllllllllllllllllll! Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinan« zeigen in die Heimatzeitung, den Bießener Anzeiger llllllllllllllllllllllllllllll Beigeordneter Adolf Sudheimer im Alter von 55 Jahren Gießen, Kassel, den 21. Dezember 1936 8262 D Frau Katharina Schardt, geb. Sommer im Alter von 63 Jahren. Gießen (Podheimer Straße 38), den 19. Dezember 1936. 05815 8246 D Heute morgen entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine herzensgute Frau, unsere innigstgeliebte,treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Die beiden Neffen: Adolf Presber und Rudolf Götz Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher In tiefer Trauer: Konrad Schardt Heinrich Schardt Familie Karl Schardt Wilhelm Schardt nebst allen Verwandten In tiefem Schmerz: Henny Sudheimer, geb. Lenz Pauline Presber, geb. Sudheimer Marie Götz, geb. Sudheimer Lollar, den 19. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Montag, dem 21. Dezember 1936, nachmittags 7,4 Uhr, in Lollar statt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 23 Dezember, nachmittags 23/< Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Trauerfeier und Beisetzung finden in der Stille statt. - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Statt jeder besonderen Anzeige Am 20. Dezember verschied nach qualvollem Leiden unerwartet mein geliebter Mann, mein treuer Lebenskamerad, unser Bruder und Onkel Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 7,10 Uhr meine liebe Frau, meine un rergeßliche Mutter und Schwiegermutter, unsere treusorgende Großmutter Frau Eliesabethe Bremer, geb.Zimmermann nach kurzer schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit im 58. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer Ludwig Bremer Heinr ch Bremer Carola Bremer, geb. Göttlich und 2 Enkelkinder. Weihnachten steht vor der Tür Gießen, Neustadt 5 Ruf 4165 8255 A Brotkasten, Kaffeemühlen, Kessel (vernickelt und verchromt), Fleischhackmaschinen und viele kleine Geschenkartikel Für farbige Böden REGINA - BEIZE Zu haben bei: iesiV Cent» al-Drogerie Emil Karn: Kreuz-Drogerie Aug. Noll; Kronen-Drog. Gebr. Michel; Löwen-Drog. W.Kil bingerN chf. Ein schöner Fußboden im Lichterglanz, macht selige Stunden vollends ga z, Regina-Wachs spart Ai- beit und Verdruß, jetzt ist die Bodenpflege ein Genuß. Sind die Tage auch wieder vergangen, man merkt dem Fußboden nach nicht, w e viel Gäste wurd. empfangen Besuchskarten Verlobungs- und , Vermählungsanzeigen Druckerei Weinert Gießen, Neuenweg 9 8078D borrmann: Mit einem FAHRRAD machen Sie Ihrem Kin e gSWeihnachtsfreude Unterhalte ein reichhaltiges Lager in Märken-u. Spezial- Fahrrädern zu günstigen Preisen u. 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Preis Pianohaus Schönau Giesren Bahnhofstr. 76. Danksagung Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen entgegengebrachte Teilrahme, unserer Krankenschwester tür die liebenswürdige Pflege, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Metzler sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Ludwig Schultheis II. und Kinder Daubringen, den 21. Dezember 1936. Karl Denhardt, Postassistent Durch eifrige Tätigkeit und Pflichterfüllung bis zum letzten hat er sich große Verdienste um unsere Kameradschaft erworben. Dank und Anerkennung unserem treuen Kameraden. Der Kamerad'dia tsführer der Kavallerie-Kaireradscljaft Dietzen. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. Dezember, nachmittags 1.15 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Teilnahme aller Kameraden Ehrenpflicht. ___________________________________________8252D Am 19. Dezember verschied nach kurzer,sei iwererKrankheitunser lieber Kamerad und Vorstandsmitglied | Empfehlungen Zierfische Aquarien bei 825 aD Klembenn Bahnhofstr. 61. Mita Heute mittag trifft letzte frische Sendung ein. VerkaufSelters« tor gegenüber Caf6 Heiter. osbis L. Römer. Herr Johannes Schneider 05812 8247 D Am 18. Dezember entschlief nach einem arbeitsreichen und gesegneten Leben sanft im Herrn im Alter von 84 Jahren unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Gießen und Montevideo, den 21. Dezember 1936. Schiffenberger Weg 29 Die Beerdigung findet heute Montag, 21. Dezember, nachmittags 2.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Frau Margarethe Denhardt, geb. Kopf Georg Denhardt Heinz Denhardt Lore Denhardt, geb. Biele Else Denhardt, geb. Nebendahl. Gießen (Bruchstraße 5), Halle i. W., Kiel, den 19. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. Dezember, nachmittags 174 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Rudolf Schneider. Heute entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Denhardt, Postassistent Wir zeigen Ihnen in 14 Schaufenstern was Sie brauchen \ und, kaufe für Weihnachten nur praktische, Geschenke für den Haushalt bei- rEGINÄ^ HARTGLANZWACHS ... und zum Bauen Abermann entfernte bas %Sapler von ben ^Sateten. ftafiet roarf ffe iebesmat I banten. Dk« urmeffflrft»