lr.275 Erstes Blatt 186. Jahrgang Somstög, 21. November M6 Erschein tftg außer Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: gronffurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- und Zteindruckerei R. Lauge in Stehen. Schristleitung und Geschaftsftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzelgen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf 'Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer auf der Ordensburg Vogelsang. Jubelnder Empfang in dem befreiten Grenzland. — Triumphfahri durch die Eifel. Burg Vogelsang, 20. Nov. (DNB.) Der Führer traf am Freitagvormittag gegen 10 Uhr auf der Ordensburg Vogelsang in der Eisel ein, um zum Höhepunkt und Abschluß der Tagung der 600 Gauamtsleiter aus allen Teilen des Reiches zu sprechen. In seiner Begleitung befanden sich Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Brigadeführer Schaub, Adjutant Oberführer Wiedemann und der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Standartenführer Berndt. Die Bevölkerung des Gaues Köln-Aachen bereitete dem Führer auf seiner Fahrt durch das Rheinland einen begeisterten Empfang. Alle Städte und Dörfer, bis herab zum kleinsten Flecken, waren mit Girlanden und den Freiheitsfahnen der Bewegung überreich geschmückt. Auf allen Bahnhöfen waren Volksgenossen und Schulkinder zur Stelle, um ihren Führer zu grüßen. Die Gebäude an der Bahnstrecke hatten ebenfalls reichen Flag- genschmuck angelegt. Tannengirlanden und Spruchbänder, die den Führer im Grenzland willkommen hießen, zogen sich über die Straßen, an denen der Sonderzug des Führers vorbeifuhr. Immer wieder (rat der Führer an das Fenster seines Wagens, um für die herzlichen Kundgebungen der Liebe und Verehrung zu danken. Die Arbeiter standen längs der Strecke vor ihren Betrieben, die Bahn- arbeiter neben den Schienen, die Bauern und Büdner vor ihren Gehöften, die Schulkinder mit Hakenkreuzfähnchen in den Händen an den Bahnübergängen. Sie alle jubelten und winkten ihrem Führer zu, als der Zug in langsamer Fahrt an ihnen vorüberfuhr. 3m Braunkohlengebiet sah man die Bergarbeiter in ihrer Knappenfracht mit den Grubenlämpchen in der Hand. Die Vereine des R e i ch s k r i e g e r b u n d e s waren mit ihren Fahnen zur Stelle, vielfach sah man auch die Bauern in ihren Feier- tagstrachten, die sie an diesem Ehrentag des Grenzlandes angelegt hatten. So war der ganze Weg des Führers durch das Rheinland begleitet von einem unaufhörlichen, herzlich begeisterten Jubel der Männer, Frauen und Kinder, des ganzen Volkes der deutschen Westmark. Auf dem Bahnhof Gemünd wurde der Führer von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, dem Stabschef der SA. Lutze, den Gauleitern Grohö und T e r b o v e n und dem Hauptdienststellenleiter Schmeer empfangen. Gemünd hatte ein prächtiges Festkleid angelegt. Kein Haus ohne Grün und Fahnen, ohne Wimpelketten und Ginster- blumenbüfche, eine Ausschmückung, die um so überzeugender von der Liebe und Begeisterung der Bewohner spricht, wenn man berücksichtigt, daß es sich hier um das arme Eifelland handelt. Tosender Jubel begleitete den Führer auf dem ganzen Wege. Es war eine wirkliche Triumphfahrt. Besichtigung der Burg. Von weitem schon grüßte der stolze Bau der Ordensburg herüber, von dessen Zinnen das Hakenkreuzbanner wehte. Vor dem Wachthaus der Burg grüßte der Führer die dort angetretenen Gauleiter, Gauleiter-Stellvertreter und Hauptamtsleiter der Reichsleitung und schritt dann, begleitet von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, die Front der 600 Gauamtsleiter ab, die in der Vorhalle der Burg angetreten waren. Auf dem Vorplatz der Burg mit dem herrlichen Blick auf den Urftfee und die bewaldeten Eifelhöhen war die Burgmannschaft angetreten, deren Front der Führer unter den Klängen des Präsentiermarsches abschritt. Dann befichttgte er unter Führung des Reichsorganisationsleiters die Baulichkeiten. Der Rundgang führte durch alle bereits fertigqeftellten baulichen Anlagen. Die am Hang der Höhe gelagerten Unterkunftshäuser, die schlichten und zweckmäßigen Einrichtungen, tragen in der Bauform den gleichen herben Charakter der Landschaft, der an die alte deutsche Bauweise erinnert und in feiner monumentalen Linienführung und seiner erhabenen Würde symbolisch für die Zielsetzung dieser Ordensburgen ist. 3m Vottragssaal. Während der Besichtigung der Ordensburg durch den Führer hatten die Gauämtsleiter im großen Vortragssaal der Ordensburg Platz genommen, um hier den Führer zu erwarten. Der Dor- tragsfaal ist mit der gleichen Schlichtheit gestaltet, die das Kennzeichen der Ordensburg ist. Die dachförmige Balkendecke, die Aufteilung der Wandflächen, die breiten Fenster und lichten Farben der Verkleidung geben ihm einen feierlich-würdigen Eindruck. Hinter dem Podium mit der Rednerkanzel liegt, durch einen weinroten Vorhang begrenzt, die Kulthalle der Ordensburg, zu der ein Vor- raum führt, dessen Wände zwischen schräggestellten Fahnen der Bewegung die Namen „Horst Wessel" und „Schlageter" tragen. Die eigentliche Kulthalle liegt in dem 50 Meter hoben Turm der Ordensburg. Wie ein gewaltiger Dom streben die Wände empor. Der Vorhalle gegenüber steht eine überlebensgroße Plastik des deutschen Menschen, • & * */ > x -SN k L Auf unserem Bilde, das die prachtvolle Lage der Burg wiedergibt, sieht man den Reichsjugendführer beim Abschreiten der Front auf dem Hofe der Burg. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) der sinnbildlich das „Hier" für den letzten Appell der am 9. November 1923 als erfte Blutopfer der Bewegung vor der Feldherrnhalle in München Gemordeten spricht. Verdeckt angebrachte Lichtstrahler und wiederum schräg gestellte mächtige Freiheitsfahnen tauchen den Raum in eine wundervolle feierliche Stimmung. Der Führer spricht. Als der Führer die Halle betritt, empfängt ihn tosender Jubel der Gauamtsleiter, der kein Ende nehmen will und sich vervielfacht, als der Burghauptmann das Sieg-Heil auf den Führer ausbringt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley weist mit wenigen Worten auf Sinn und Zweck der Tagung der Gauamtsleiter hin. Es sei immer wieder notwendig, daß die Partei ihre Führer aus allen Gauen zusammenhole, um einmal, aus dem Getriebe des Alltags herausgehoben, sich wieder gemeinsam auf die Grundkräfte der Bewegung zu besinnen, neuen Glauben, neue Stärke und neuen Mut wieder mit hinaus zu nehmen. Unter stürmischem Beifall der Gauamtsleiter bestätigte Dr. Ley, daß auch diese zehn Tage reiche Früchte für die Teilnehmer getragen hätten, daß die alten Bindungen wieder neu und fester geknüpft worden seien. Dr. Ley dankte dem Führer dafür, daß er dieser Tagung durch fein Kommen ihren Höhepunkt gegeben habe: „Wir müssen Sie unter uns haben! Das ist das Gewaltige und Große dieser Tagung, daß wir Sie hier auf dieser Burg, in diesem Saal allein für uns haben!" Minutenlang jubelten die Männer der alten Garde aus allen Gauen dem Führer zu. Dann sprach der Führer zu den Gauamtsleitern. Er behandelte, wie NSK. meldet, in seiner Rede grundsätzliche Ideen unserer Tage und gab von der Schwelle des 3. Jahrtausends deutscher Geschichte, in das der Nationalsozialismus das deutsche Volk heute führt, einen Abriß der deutschen Geschichte der letzten beiden Jahrtausende. Die Worte des Führers wurden immer wieder von dem jubelnden Beifall seiner alten Mitkämpfer unterbrochen. Die allgemeine Begeisterung löste sich am Schluß der eineinhalbstündigen Rede in den spontan angestimmten Liedern der Nation. Der Führer verweilte noch längere Zeit im Kreise der Gauamtsleiter, der Angehörigen des laufenden Jahrgangs der Ordensburg Vogelfang und feiner Gauleiter, die ebenso wie einige Reichsleiter an der Schlußveranstaltung teilnahmen. Der Führer trug sich in das Goldene Buch der Ordensburg Vogelsang ein und begab sich dann im Kraftwagen zum Bahnhof Gemünd. Die Zahl der Menschen, die sich in dem kleinen Städtchen zusammengefunden hatte, um den Führer zu sehen und zu grüßen, hatte sich inzwischen noch erheblich vergrößert. Autobusse und Sonderzüge hatten viele Tausende aus dem westlichen Grenzland herangeführt, die noch nie den Führer gesehen hatten. An der fünf Kilometer langen Straße von Vogelsang bis Gemünd stauten sich ebenfalls viele Tausende, die trotz der schneidenden Kälte ausgehalten hatten. Im armen Eifelgebiet hat sich wie nirgends der Satz verwirklicht, daß des Volkes ärmster Sohn auch sein getreuester war. Die Eifel war schon eine Hochburg des Nationalsozialismus, als in den großen Städten Millionen noch nichts von ihm wissen wollten. Durch seinen Besuch dankte nun der Führer den Männern und Frauen der Eifel für ihre jahrelange hingebungsvolle und opferbereite Treue, und die Bevölkerung des Eifellandes bekräftigte diese ihre Treue aufs neue durch die begeisterte und überaus herzliche Aufnahme, die sie dem Führer auf seiner ganzen Fahrt bereitete. Wegbereiter des Friedens? Französischer Frontkämpferführer spricht zu deutschen Kriegsopfern. Hamburg, 20. Nov. (DNB.) Eine Kundgebung der nationalsozialistischen Kriegsopferoer- forgung gewann besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Präsidenten der Union F&ferale des Associations framjaises d’anciens Combattants et de Victimes de la Guerre Professor Henri Pichot und des Reichskriegsopferführers Oberlindober. Nach einer Ehrung der Toten des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Revolution gab P i ch o t in deutscher Sprache einen Ueberblick über die Versorgung der Kriegsopfer in Frankreich. Ihr habt den Krieg mitgemacht, erklärte er einleitend, und ich habe den Krieg mitgemacht. Wir haben gegeneinander Krieg geführt. Ihr seid harte Soldaten gewesen, und wir, eure Gegner, sind harte Soldaten gewesen. Dieser Krieg, der zehn Millionen Männer getötet hat, ist nicht der erste Krieg gewesen, in dem Deutsche und Franzosen gegenübertreten mußten. Wir französischen Kriegsteilnehmer wollen, daß er der letzte sei, und wir glauben, daß dies auch euer Wunsch und euer Wille ist. (Stürmischer Beifall.) Weil wir wissen, was Krieg bedeutet, und wie sein wahres Gesicht ist, verabscheuen wir ihn. Aber wir wissen ebenso genau, daß ein neuer europäischer Kriegsbrand den Zusammenbruch einer zivilisatorischen Arbeit von 15 Jahrhunderten bedeuten würde. Diese beiden Gründe machen aus uns friedenswillige Männer. (Langanhaltender Beifall.) Unsere Vaterländer brauchen Frieden, und der Frieden zwischen Deutschland und Frankreich ist die Grundbedingung für den europäischen Frieden. (Erneute lebhafte Zustimmung.) Der Krieg hat Ruinen gesät. Das gegenseitige Verstehen, der gute Wille und der Geist der Gerechtigkeit müssen die Geister öffnen und d i e Atmosphäre des Friedenswillens vorher e i t e n , die es den Regierungen erlauben wird, ohne Hintergedanken die schwierigsten Fragen in Angriff zu nehmen. Wir Frontkämpfer waren gleich in Der Pflicht des Krieges, wir bleiben gleich vor den Pflichten des Friedens. Aus der Erbitterung des Kampfes bleibt die gegenseitige Achtung übrig. Machen wir diese gegenseitige Achtung nutzbar für die Arbeit am Frieden zwischen Deutschland und Frankreich. Reichskrieqsopfersührer Oberlindober führte dann u. a. aus: Wir suchen nicht das Trennende zwischen unseren Völkern, sondern das Gemeinsame und wir haben uns gefunden in der Erinnerung an viereinhalb Jahre Krieg, in dem wir Frontsoldaten auf beiden Seiten unsere Pflicht getan haben. Wir Frontkämpfer haben den Willen zum Frieden der Ehre und der Gerechtigkeit! Wir Frontsoldaten des großen Krieges wollen in unsere immer noch harten Hände das Banner der Verständigung und des guten Willens nehmen! Aus Anlaß der Anerkennung der spanischen Regierung des Generals Franco durch die Reichsregierung hat zwischen General Franco und dem Führer und Reichskanzler ein in herzlichen Worten gehaltener Telegrammwechfel stattgefunden. Mare Verhältnisse. Die deutsche Reichsregierung und das faschistische Italien haben die spanische Nationalregierung des Generals Franco in Burgos als tatsächliche und alleinige Inhaberin der politischen Macht in Spanien völkerrechtlich anerkannt und die diplomatischen Beziehungen zu ihr aufgenommen. Nationalsozialismus und Faschismus haben aus ihren moralischen Sympathien für die nationale Bewegung in Spanien niemals ein Hehl gemacht, weil sie in ihr die Abwehrkräfte des spanischen Volkes gegen den Versuch einer Bolschewi- fierung des Landes sahen, von dessen Gelingen sie eine ungeheure Gefahr für den europäischen Frieden befürchten muhten. Aber die völkerrechtliche Anerkennung geschah aus der ganz nüchternen Erwägung, daß die Nationalregierung des Generals Franco das einzige Element der Ordnung darstellt und in dem weitaus größten Teil des Landes die tatsächliche Macht ausübt, während in Katalonien und den übrigen letzten Zufluchtsstätten der Bolschewiken von der Ausübung einer verantwortlichen Regierungsgewalt längst keine Rede mehr sein kann. Ueberall herrscht dort vielmehr ein nackter Kampf um die Macht unter den verschiedenen Gruppen der Marxisten, Kommunisten und Anarcho-Syndikalisten untereinander, von denen keine der anderen die Führung gönnt und von denen jede einzelne in den noch von ihnen beherrschten Städten, wie Barcelona, Valencia, Alicante und Malaga, durch ihre lokalen Terrorausschüsse in den radikalen Gewaltmitteln, mit denen sie alle ihre Blutherrschaft ausüben, die Konkurrenten zu übertrumpfen und aus dem Sattel zu heben suchen. Selbst den Krieg führt anscheinend jede Gruppe auf eigene Faust. Immer häufiger besagen die Meldungen von den verschiedenen Fronten, daß die roten Milizen mehr und mehr den internationalen Bataillonen, die sich aus Sowjetrussen und französischen Kommunisten rekrutieren, den Kampf gegen die nationalen Truppen Francos überlassen,' weil sie an einen Sieg der bolschewistischen Sache nicht mehr zu glauben vermögen und nicht die Letzten sein wollen, die bei dem weiteren Vordringen der nationalen Truppen mit der Waffe in der Hand betroffen werden. Nachdem Caballero und Azana mit ihren roten „Minister"-Kollegen die Hauptstadt fluchtartig verlassen haben, um sich in Valencia und Barcelona im Schutz sowjetrussischer Waffen vorerst in Sicherheit zu bringen, hätte es auch den verstocktesten Gemütern in Paris und London klar werden müssen, was man in Berlin und Rom seit langem wußte, daß nämlich der Sowjetbotschafter Moses Rosenberg und seine Emissäre die einzigen sind, die das schon verlorene Spiel nicht aufgeben wollen und mit allen Mitteln der Verzweiflung, gestützt auf die Zufuhren an Mannschaften, Waffen und Munition aus Frankreich und Sowjetrußland den Widerstand organisieren und die bejammernswerte Bevölkerung in den von ihnen noch gehaltenen Gebieten durch eine beispiellose Schreckensherrschaft in Schach halten. Daß hier von einem Rest staatlicher Ordnung oder gar von einer sich verantwortlich fühlenden Regierung längst keine Rede mehr sein kann, hat ja Deutschland wieder und wieder wie eine Reihe anderer Mächte zu spüren bekommen. Weder für die Ermordung zahlreicher Reichsdeutscher, noch für die Beschlagnahme eines reichsdeutschen Zivilflugzeugs oder für die Plünderung des deutschen Eigentums, wie deutscher Schulen und Klubs, und das völkerrechtswidrige Verhalten roter „Kriegsschiffe" gegenüber dem deutschen Dampfer „Kamerun" vermochten die marxistischen Gewalthaber Sühne zu leisten. Schließlich mußte die deutsche Botschaft mit ihrem Personal von Madrid nach Alicante in den Schutz der dort vor Anker liegenden deutschen Kriegsschiffe übersiedeln, weil man in Madrid sich außerstande sah, ihre Sicherheit vor den tätlichen Uebergriffen des roten Mob zu gewährleisten. Alle Versuche, Leben und Besitz der ansässigen deutschen Staatsbürger zu sichern, scheiterten an der gänzlichen Machtlosigkeit der Behörden, die durch unverantwortliche Revolutionsausschüsse und Volksemissäre längst aller Macht entkleidet waren. Gegenüber diesen völlig verworrenen Zuständen galt es klare Verhältnisse zu schaffen. Während in den von den Bolschewiken noch besetzt gehaltenen Gebietsteilen eine verantwortliche Regierungsgewalt nicht mehr vorhanden ist und schrankenlose Anarchie jeden Schutz ausländischer Staatsangehöriger und ausländischen Eigentums unmöglich macht, hat es die nationale Regierung des Generals Franco verstanden, in dem von ihren Truppen besetzten Gebiet, und das ist heute schon der erheblich größere Teil Spaniens, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen und die ersten Voraussetzungen für die Rückkehr zu einem geregelten Wirtschaftsleben zu schaffen. Auch staatsrechtlich hat die nationale Regierung bereits bemerkenswerte Schritte zur Konsolidierung getan. General Franco wurde von der nationalen Junta zum spanischen Staatschef erklärt und die Gliederung des die Regierungsgewalt ausübenden nationalen Verteidigungsausschusses bekannt gegeben, in dem ©errat y Bonastre, der ehemalige spanische Botschafter in Warschau, als Außenminister die Verbin- düngen mit dem Ausland aufnahm. Portugal und Uruguay haben die Beziehungen zu den roten Gewalthabern schon vor längerer Zeit abgebrochen, die blutsverwandten mittelamerikanischen Staaten Guatemala und San Salvador darüber hinaus die nationale Regierung in Burgos anerkannt. Mit Deutschland und Italien haben nun auch zwei europäische Großmächte aus der tatsächlichen Lage die entsprechende Folgerung gezogen. Dieser Schritt fiel um so leichter, als weder in Berlin noch in Rom eine diplomatische Vertretung der spanischen Bolschewiken bestand, vielmehr uuf beiden Botschaftsgebäuden seit langem schon die ratgelbrote Flagge des nationalen Spaniens weht. Nachdem der bisher in Alicante weilende deutsche Geschäftsträger spanischen Boden verlassen hat und ein Beamter der deutschen Gesandtschaft in Lissabon der spanischen Nationalregierung in Burgos den Entschluß des Reiches notifiziert hat, werden beide Teile nicht zögern, durch Entsendung diplomatischer Vertretungen die amtlichen Beziehungen zueinander aufzunehmen. Die Bedeutung des deutschen und italienischen Schrittes ist nirgends verkannt worden. Das begeisterte Echo, das die Anerkennung Francos tn Regierungstreisen sowohl wie in der Bevölkerung Spaniens gefunden hat, bezeugt, daß man die Tatsache wohl zu würdigen weiß, durch zwei Großmächte vom Range Deutschlands und Italiens als gleichberechtigtes und -geachtetes Mitglied in die europäische Staatsgesellschaft eingeführt zu werden. Man wird diesen Schritt um so höher einfchätzen in einem Augenblick, wo die Bolschewiken offenbar darangehen, aus dem roten Katalonien nun auch in aller $or»a eine Sowjetrepublik zu machen, was zwar an dem tatsächlichen Zustand nichts ändern wird, daß nämlich Barcelona als Dependance von Moskau sich nur solange zu halten vermag, wie Sowjetrußland allen im Nichteinmischungspakt übernommene Verpflichtungen zum Trotz ,ort- fährt, Truppen und Kriegsmaterial aller Art dorthin zu schaffen. In Burgos und Salamanca weiß man narurlicy sehr genau, daß die nationalen Truppen ja cmch noch nach der Einnahme Madrids eine schwere Ausgabe vor sich haben, bis auch die letzten roten Widerstandsnester, besonders an der Biskaya und an der Mittelmeerküste, ausgeräumt, das Hauptbollwerk der Bolschewiken in Barcelona zerschlagen sein werden und überall im Lande die Fahne des nationalen Spaniens aufgerichtet werden kann. Gerade die militärischen Führer der Nationalregierung haben ja oft genug und eindringlich gewarnt, sich in dieser Hinsicht einem übertriebenen Optimismus hinzugeben. Die Rücksicht auf die unter dem Bürgerkrieg namenlos leidende Bevölkerung wie auch die unermeßlichen Kunstschätze und wirtschaftlichen Werte innerhalb des Kampfgebietes legen der nationalen Kriegführung Hemmungen aus, die die Bolschewiken natürlich nicht kennen. Dies und die große Ausdehnung der Fronten hindern begreiflicherweise oftmals ein schnelles Fortschreiten der Operationen und machen es durchaus möglich, daß noch Monate darüber hingehen werden, bis sich die spanische Nationalarmee am Ziel be,indet. Der etappenweise Angriff auf Maorid zeigt ja, mit welcher Vorsicht man zu Wege geht, um unter denkbar weitgehender Schonung von Bevölkerung und Bauwerken und mit möglichst geringem Einsatz von Kriegsmaterial, für dessen Beschaffung man ja weder den Staatsschatz, noch so eifrige Lieferanten zur Verfügung hat wie die Roten, die Hauptstadt in seinen Besitz zu bringen. Der Gang des Bürgerkrieges hat bewiesen, daß die Nationalregierung durchaus richtig handelt, wenn sie jede Zersplitterung ihrer Kräfte vermeidet und mit aliem Vorbedacht einen Schritt nach dem andern tut. Die Anerkennung der Nationalregierung durch Deutschland und Italien hat weder in London noch in Paris sonderlich überrascht, wenn auch hier wie dorr die ewig Unbelehrbaren, die in völliger Miß- acytUNg der Tatsachen nach wie vor sich nicht entschließen können, von der nationalen Bewegung anders als von „Rebellen" zu sprechen und die kommunistischen und anarchistischen Revolutions- ausjchüsse in Madrid, Barcelona, Valencia und anderswo mit dem Titel einer „verfassungsmäßigen Regierung" zu beehren, es auch jetzt natürlich nicht uni.rlassen tonnen, den Schritt Deutschlands und Italiens zu bekritteln und die Folgen in den duftersten Farben an die Wand zu malen. Aber die „ernste Lage", von der sie sprechen, hat ja in Wahrheit Moskau mit seinem eklatanten Bruch des Nichteinmijchungspaktes geschaffen. Selbst der Londoner Ausschuß hat dies unter dem Druck des von Deutschland, Italien und Portugal vorgelegten Belastungsmaterials trotz aller Abschwächungs- und Vertuschungsversuche einräumen müssen und auch Eden konnte nicht anders, als im Unterhaus auf die Anzapfung des Führers der Arbeiterpartei dies anzuerkennen, wenn er sich dabei auch recht gewunden hat. Ob sich der Nichteinmischungsausschuß in absehbarer Zeit zu irgendwelchen praktischen Schritten aufraffen wird, um der offenen Unterstützung der katalanischen Marxisten durch Moskau endlich ein Ende zu machen und für wahre Neutralität zu sorgen, ist angesichts des überaus schleppenden Ganges seiner Verhandlungen und des allzu augenscheinlichen Wunsches Englands und Frankreichs, nichts gegen Moskau unternehmen zu müssen, durchaus fraglich. Die Ankündigung des Generals Franco, daß er die Häfen von Barcelona und Valencia blockieren werde, um die sowjetrussischen Zufuhren zu sperren, zwingt nun England zur Stellungnahme. Man hat bereits Verhandlungen mit der Nationalregierung in Burgos angeknüpft, um eine neutrale Schiffahrtszone in den von der Blockade betroffenen Häfen zu erreichen. Hätten England und Frankreich zur rechten Zeit die strikte Innehaltung des Nichteinmischungspaktes durch Moskau erzwungen, statt gute Miene zum bösen Spiel zu machen und wie die französische Dolksfrontregierung sogar ihren eigenen Staatsbürgern und Regierungsstellen die Unterstützung der spanischen Marxisten durchgehen zu lassen, so sähen sie sich heute nicht der Gefahr gegenüber, daß sich aus der offenkundigen Absicht Moskaus, aus Katalonien einen Sowjetstaat zu machen, Verwicklungen von unabsehbarer Tragweite ergeben können. Gerade angesichts dieser Gefahr ist der Wunsch Deutschlands und Italiens, durch die Anerkennung der spanischen Nationalregierung klare völkerrechtliche Verhältnisse zu schaffen, die den politischen Tatsachen Rechnung tragen und keine Zweideutigkeiten erlauben, eine ernste Mahnung an England und Frankreich, die Dinge nicht so lange treiben zu lassen, bis sie ihnen über den Kopf wachsen und die friedenzerstörende Politik Moskaus sich am Ziel sieht. F. W. L. Marxistischer Ler.eger in Danzig wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Danzig, 20. Noo. (DNB.) Vor dem Schöffengericht hatte sich der sozialdemokratische Verlagsinhaber Anton F o o k e n aus Danzig wegen Steuerhinterziehung zu verantworten. Fooken war der Verleger des inzwischen auf Grund b?r energischen Maßnabmen des Danziger Senats verschwundenen marxistischen Hetzblattes „D i e V o l k s st i m m e". Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in den Fahren 1933 bis 1936 mehrfache Steuerhinterziehungen verübt hatte, wobei sich die nicht versteuerten Beträge auf insgesamt 15 000 Gulden beliefen. Das Schöffengericht n^rirteilte Fooken zu einer Geldstrafe von 17 OOO Gulden und zwei Monaten Gefängnis. England und die Blockade Barcelonas. Mrd England die Nationalregierung als kriegführende Partei anerkennen? London, 20. Nov. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Außenminister Eden: Am 17. November fei der britischen Negierung von den Behörden in Burgos folgende Nachricht über eine mögliche B e- schießung Barcelonas zugegangen. Diese Mitteilung yabe wie folgt gelautet: „Der skandalöse Transport von Waffen, Munition, Tanks, Flugzeugen und sogar von Giftgasen über den Hafen von Barcelona ist wohl bekannt. Dieses gesamte Material ist nach diesem Hafen in Schiffen befördert worden, die verschiedene Flaggen führen, aber deren tatsächliche Nationalität zum größeren Teil sowjetrussisch ober spanisch ist. Die Nationalregierung, die entschlossen ist, diese Transporte mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kriegsmitteln zu verhindern, wird nötigenfalls sogar bis zur einer Zerstörung des Hafens gehen. Sie macht daher alle in diesem Hasen liegenden ausländischen Schiffe daraus aufmerksam, daß es wünschenswert sei, Barcelona möglichst bald zu verlassen, um den Schaden zu vermeiden, der ihnen infolge der erwähnten militärischen Maßnahmen, hinsichtlich welcher keine weiteren Warnungen erfolgen werden, unbeabsichtigt zugefügt werden könnte. Ausländer und Nicht kämpfer in Barcelona erhalten gleichfalls den Rat, diese Stadt und vor allem die Gebiete in der Nähe des Hafens zu verlassen, damit sie selbst keinen Schaden erleiden, den wir zu vermeiden wünschen." Eden teilte weiter mit, daß der britische Botschafter in Hendaye angewiesen worden sei, Burgos um eine Sicherheitsgarantie für bestimmte Ankerplätze in Barcelona zu ersuchen, und zu bitten, daß vor dem Beginn der Operationen ein angemessener Zeitraum zum Abtransport der in Barcelona ansässigen britischen Staatsangehörigen zugestanden werde. Der britische Generalkonsul in Barcelona und die britischen Marinebehörden im Mittelmeer seien unterrichtet worden. Major A 111 e e (Arbeiterpartei) verflieg sich hier- auf zu der demagogischen Frage, ob die angedeutete Aktion nicht an Seeräuberei grenze, was er mit den alten Schlagworten von den „Rebellen", die keinerlei international anerkannte Rechte hätten, zu begründen suchte. Eden antwortete, daß das Unterhaus sorgfältig unterscheiden müsse zwischen der Rechtslage der brittschen Schiffe auf hoher See und der Lage von Schiffen in einem ausländischen Hafen, der vielleicht Schauplatz militärischer Operationen werde. Reuter bezeichnet als den Sinn dieser Erklärung, daß England auf hoher See in keinem Fall das Anhalten englischer Schiffe von irgendeiner spanischen Seite dulden wolle. Innerhalb der Dreimeilenzone, also in spanischen Hoheitsgewässern, sei die „spanische Regierung" als solche berechtigt, britische Schiffe anzuhalten und zu durchsuchen. Aber Franco repräsentiere keine von England anerkannte Regierung, und daher werde England auch keine Durchsuchung seiner Schiffe durch die Franco-Regierung innerhalb oder außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer zulassen. Jede Regierung, die das Nichteinmischungsabkommen anerkannt habe, habe das Recht zu einem Protest verloren, falls Waffen in einem ihrer Schiffe beim Anlaufen spanischer Häfen gefunden werden; denn das bedeute einen Bruch des Abkommens. Die Ansichten der Fachleute gehen aber doch darüber auseinander, was unter Konterbande zu verstehen fei. Sobald beide Parteien als kriegführende Mächte anerkannt würden, würde es ihnen überlassen bleiben, den Begriff Konterbande zu bestimmen, während es neutralen Ländern überlassen bleibe, diese Begriffsbestimmung anzuerkennen oder nicht. Die englischen Morgenblätter vermuten, daß die britische Regierung demnächst die beiden spanischen Parteien als k r i e g f ü h r e n d e Mächte anerkennen wird, um Reibungen zu vermeiden, die über die von General Franco an- gekündigte Bombardierung Barcelonas und die Durchsuchung von Schiffen nach Kriegsmaterial entstehen könnten. Eine derartige Anerkennung bringe in keiner Weise eine Verletzung der eng- lichen Neutralität mit sich. Moskaus „iniernationale Armee" in Spanien. Bemerkenswerte Enthüllungen des ,'Dmty Herold". London, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Blatt der oppositionellen Labour-Party „Daily Herald" veröffentlicht bemerkenswerte Enthüllungen über bie ausländischen Waffen- und Munitionslieferungen an die spanischen Bolschewisten und über bie sogenannte „internationale Armee", bie zur Zeit hinter den Linien der roten Streitkräfte gebildet werde. Diese Enthüllungen sind um so bemerkenswerter, als sie in einem Blatt veröffentlicht werben, bas sich fortwährend über die angebliche „deutsche und italienische Einmischung" (!) in Spanien entrüstet. Ein Sonderberichterstatter des Blattes berichtet u. a., daß der Oberbefehl der „Internationalen Armee" in den Händen von Wänern liege, die eine „beträchtliche Erfahrung in Bürgerkriegen und Revolutionen an einer anderen Stelle in Europa" besäßen. Er beziehe feine Informationen von einem General, dessen Ramen international bekannt sei, den er aber nicht bekanntgeben dürfe. Unter den Offizieren der „Jnlernationalen Armee" seien viele frühere Soldaten der französischen Kolonialarmee. Die Rationalität der Mannschaften verschweigt der Berichterstatter jedoch wohlweislich. Er teilt lediglich mit, daß zwei Brigaden von 4 0 0 0 Mann bereits an die Front geschickt worden feien, und daß eine dritte Brigade, darunter ein französisches Regiment, auf dem Wege sei. Eine vierte Brigade werde zur Zeit ausgebildet. In der „Internationalen Armee" dienten auch 23 Engländer. Der Korrespondent berichtet ferner, daß d i e marxistischen Kampfflugzeuge von den modernsten Typen größter Geschwindigkeit seien. Die Marxisten seien ferner mit moderner Artillerie, Tankabwehrgeschützen, leichten Geschützen, Maschinengewehren, Flaks und neuen Scheinwerfern beliefert worben. Auch Munitionsreserven seien reichlich vorhanben. Die WaffenttarWotte durch die Dardanellen. Scharfer italienischer Protest. Istanbul, 20. Noo. (DNB.) In wachsendem Maße läßt sich an dem Schiffahrtsverkehr in den türkischen Meerengen feststellen, in welchem Ausmaß bie Roten in Spanien von Sow- jetrußlonb unterstützt werben. Der Weg ‘ durchs Suit'.elmeer unb burchs Schwarze Meer ist bie kürzeste Verbindung für bie Kampfmittelversorgung ber spanischen Bolschewisten burch Moskau. Seit Wochen durchfahren täglich schwer b e • labene Sowjetdampfer, barunter auch zahlreiche Tankschiffe, bie Meerengen in westlicher Richtung und kehren leer zurück. Die Ausweise ber türkischen Seebehörben unb bie Meldun- gen ber türkischen Kontrollstationen in Canakkale unb in Büyükbere lassen erkennen, baß die m e i • ft en dieser Sowjetbampfer nach Alicante, Valencia unb Barcelona reifen unb von bort leer zurückkommen. Auffallend ist bas Anwachsen bes Schiffsverkehrs unter ber Flagge der spanischen Marxisten nach den Häfen ber UbSSR. im Schwarzen Meer. Zu Beginn ber Auseinandersetzungen zwischen bren Bolschewismus und den Nationalen in Spanien kam durchschnittlich ein einziger spanischer Dampfer im Monat nach Istanbul. In den letzten Tagen treffen täglich ein bis zwei leere Damv - fer unter ber Flagge rotgelbviolett, ben „offi- ziellen" Farben ber Marxisten Spaniens, auf ber Fahrt nach bem Schwarzen Meer im Hafen von Istanbul ein. In ber gleichen Anzahl durchziehen die Meerengen schwer beladene Dampfer der spanischen Bolschewisten, die nach ben Bestim- mungshäfen Alicante, Barcelona und Valencia laufen. Sie führen nicht nur Lebensmittel, sondern auch Munition unb Waffen, die sie in Obessa unb Noworossijsk übernommen haben. Wie „Giornale b'Jtalia" dazu erklärt, werbe Italien nicht zulassen, baß im Mittelmeer unb auf spanischem Boben eine neue Zentrale ber roten Revolution, eine neue Basis für militärische unb politische Operationen bes Kommunismus errichtet werbe. Wenn anbere Großmächte seinerzeit in Montreux ben sowjetrussischen Kriegsschiffen unb ihren Waffen unb Sprengstoffen im Dienste ber Weltrevolution ben Weg ins Mittelmeer haben öffnen wollen, so fei Italien a I s Mi11elmeer -> macht unb mit ihm anbere Nationen ent- schlossen, zuverhindern, daß dieser schwere Fehler zum Ausgangspunkt noch schlimerer Störungen ber europäischen Orbnung werbe. Den Gefängnissen derRoten entronnen. Paris, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) In Marseille traf bie unter dänischer Flagge fahrende Dampfjacht „White Shaoow", von den spanischen Küjtengewässem kommend, ein. Wie bie Mit- glieber ber Besatzung ber „White Shabow" mitteilten, hatte bie Jacht, bie von Cannes aus runb um Spanien herum nach Le Havre fahren wollte, vor IV2 Monaten wegen schlechten Wetters bie Bucht von Rosas in Katalonien aufsuchen müssen. Die spanischen Bolschewisten, bie an Borb kamen, verhafteten ohne Grund sofort ben Kapi - tän unb bie Mannschaft unb plünder» t e n bas Schiff teilweise aus. Die Gefangenen wurden nach Barcelona übergeführt, wo sie über drei Wochen im Gefängnis festgehalten unb schließlich ohne weitere Erklärung ober Ent- schulbiaung bann roieber freigelassen würben. Unter biefen Umftänben habe ber Kapitän barauf verzichtet, die ursprünglich beabsichtigte Weiterreise an Der spanischen Küste entlang fortzusetzen unb es vorgezogen, Gegenden aufzusucyen, wo noch Orbnung und Gesetz Geltung hätten. Oer türkische Flottenbesuch in Malta. L 0 n b 0 n , 20. Nov. (DNB.) Unter Führung bes Schlachtkreuzers „Sultan Iawus Selim" traf am Freitag bie türkische Flotte zu einem sechstägigen Freunbschaftsbesuch im britischen Kriegshafen von Malta ein. Es hanbelt sich um ben ersten Auslanbsbesuch ber türkischen Flotte feit bem Weltkriege. Der Berichterstatter bes „Daily Telegraph" aus Malta zieht aus ber Tatsache bes Flottenbesuches bie Folgerung, daß ein englisch-türkisch-griechisches Bünbnis für bie Aufrechterhaltung bes Friedens im östlichen Mittelmeer gebildet werde. Er weist darauf hin, daß ein Teil ber türkischen Flotte auf bem Rückwege Grie - chenlanb besuchen wirb unb baß man in Malta Ansang nächsten Monats ein griechisches Ge- schwader erwartet. 100 türkische Offiziere wer- den an Bord bes britischen Flugzeugträgers „Glo- rious" einer militärischen Flugvorfüh- rung beiwohnen. Das englische Großkampfschiff „H 0 0 b" wirb währenb bes türkischen Flottenbe- suches in Malta eintreffen. Nationalistische Bewegung in Französisch-Maro ko. Paris, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) In der Großen Moschee in Dran kam es bei bem Freitagsgebet zu ernsten Zwischenfällen. Ein Eingeborener versuchte einen Aufruf zu verlesen, der die Unabhängigkeit Französisch-Marokkos forderte. Man nahm ihn sofort in Haft. Seine Anhänger wurden, als sie vor ber Moschee eine Kundgebung veranstalteten unb einen Umzug bil- ben wollten, von der Polizei auseinander getrieben. Auch aus Fez, Rabat, (Ta fabln n c a und Oudjda werden Unruhen unter ben Arabern gemeldet. Wie Haoas meldet, reifen nationalistische Sendboten in den großen marokkanischen Plätzen herum und versuchen, Kundgebungen gleichzeitig in verschiedenen Städten Marokkos zu entfachen. Die Bewegung habe offensichtlich eine franzosenf einbliche Einstel- lung und fordere ein autonomes Marokko mit einer eigenen Regierung. Da diese Kreise sich aber auch gegen die Obrigkeit bes Sultans wenden, der der religiöse Chef sei, zeige die eingeborene Bevölkerung wenig Neigung für dies« Agitation. tt-Boot „tt 18" gesunken. Deutschland trauert um acht vermißte Angehörige der Reichsmarine. Berlin, 21. Rov. (DNB.) Am Freitagvormittag ist das U-Boot „U. 1 8" von der Unterseeboots, floktille „Debdigen" während einer Torpedoschieh. Übung in der Lübecker Bucht infolge eines Zusammen st oßes gesunken. Don der 20 Wann starken Besatzung konnten 12 Wann gerettet werden. Für die Geretteten besteht keine Lebensgefahr. Vermißt werden 8 Wann. Wit ihrer Rettung ist leider nicht zu rechnen. Für die Bergung des Bootes und der Vermißten sind alle geeigneten Waßnahmen eingeleitet. Die Kamen der Vermißten sind: Oberleutnant (3ng.) Bastian. Obermaschinist Ezygan, Waschinistenmaat Wen« f eck, Stabsmatrose Vorrath, Stabsmatrose S ch r u m m, Stabsheizer Erich, Stabsgefreiter A b e l d, Torpedobootsmechanikergast P a n l h i. ♦ Acht Angehörige unserer Kriegsmarine haben im Dienst für deutsche (Seegeltung ben Tob in ben Wellen gefunben. Ein Unglück, wie es leider in Der Geschichte aller Flotten verzeichnet ist, hat ihrem jungen Leben, bas sie für die Wiederwehrhaftmachung unseres Volkes eingesetzt hatten, vorzeitig ein Ende gemacht. Daß es Angehörige unserer stolzen U-Bootswafse waren, die an Bord ihres Sch'sfes ein frühes Seemannsgrab gefunden haben, empfinden wir besonders schmerzlich, knüpft doch unsere junge U-Bootswaffe an stolzeste Überlieferungen ber beutschen Seekriegsgeschichte an. Unsere herzliche Anteilnahme gilt ben Angehörigen ber Vermißten unb ben Kameraden, bie alles daran gesetzt haben, bie Besatzung bes gesunkenen Bootes zu retten. Unsere Flaggen gehen auf Halbmast, bas Baterlanb gebenkt tn Trauer unb Stolz seiner im Waffenbienst für deutsche Freiheit unb Ehre gebliebenen Söhne. Reichsminister Or. Goebbels spricht im Reichskriegsministerium. Berlin, 20. Nov. (DNB.) Auf Wunsch der Reichskriegsministers sprach Reichsminister Dr. Goebbels zu ben Offizieren unb Beamten des Reichskriegsministeriums. Nach herzlichem Empfang durch Generalfeldmarfchall von Blomberg behandelte Dr. Goebbels in Inständiger Rede bie Grundsätze politischer Propaganda und Taktik. Unter den Zuhörern befanden sich u. a. ber Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber per Kriegsmarine Generaladmiral Raeder sowie der Chef des Generalstabes, General ber Artillerie Beck. Die grunbsätzlichen . Ausführungen des Ministers wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Reichskriegsminister Generalfeldmarfchall von Blomberg richtete herzliche Dankesworte an Dr. Goebbels. Er begrüßte di' enge Verbundenheit zwischen Wehrmacht unb Partei; Dr. Goebbels habe sich heute wieder nicht nur als Minister, sondern als Meister der Propaganda gezeigt. Oie deutschen Schriftleiter bei Muffolini. Rom, 20. Nov. (DNB.) Der deutsche Pressebesuch in Rom fand seinen Abschluß mit einer eindrucksvollen Stunde, in der der Duce in Begleitung des Propagandaministers Alfieri und des Staatssekretärs Ricci die Hauptschriftleiter ber nationalsozialistischen Presse im Forum Mussolini empfing und ihnen bas junge Italien zeigte. Mussolini übernahm selbst bie Führung durch die Akademie für Leibesübungen, deren Anlagen den Bauwillen des faschistischen Italiens und seine schöpferische Gestaltungskraft zeigen. Mussolini, der ein leidenschaftlicher Florettfechter ist, trat gegen einige Schüler und seinen persönlichen Fechtmeister an. Der Duce erkundigte sich zum Schluß in deutscher Sprache bei der Presseabordnung nach ihren Eindrücken. Er nahm von ihnen herzlich Abschied, nachdem Neichspressechef Dr. Dietrich für die persönliche Führung gedankt hatte. Unberechtigte polnische „Vergeltungsmaßnahme". Berlin, 20. Nov. (DNB.) Wie aus Posen berichtet wurde, hat bie polnische Regierung den d e u t s ch e n P r i v a t g y m n a s i e n in Posen unb Graubenz bie Oeffentlichkeits- rechte entzogen. Ganz offenbar soll es sich dabei um eine Vergeltungsmaßnahme handeln im Zusammenhang mit einer Maßnahme ber deutschen Unterrichtsbehörde innerhalb des polnischen Gymnasiums in Beuthen (Oberschles.). In Beuchen hanbelte es sich aber barum, beftimmungs« roibrige Anordnungen, bie bie polnische Schulleitung eigenmächtig getroffen hatte, wieder aufzuheben. Dort hatte man nämlich ohne Genehmigung ber Behörben einen realgymnasialen zu bem erlaubten unb weiter bestehenden gymnasialen Unterrichtsbetriebe anzugliedern versucht. Lediglich dieser Uebergriff ist rückgängig gemacht worden. Demgegenüber muß die von der polnischen Behörde für ihr Vorgehen gegen bie beutschen Pri« vatgymnasien gegebene Begrünbung, baß biese bei ber Aufnahme neuer Schüler die bestehenden Prüfungsvorschriften nicht scharf genug beachtet hätten, allzusehr als nachträgliche Konstruktion erscheinen. Finnland rüstet zur Präsidentenwahl. Helsinki, 20. Nov. (DNB.) Mit dem l.März 1937 findet die Amtszeit des Staatspräsidenten Svinhufvud ihr Ende. Bei ber letzten Präsi- bentenwahl 1931 hatte Svinhufvud, der ber Finnischen Sammlungspartei angehört, über den Demokraten Stalberg mit zwei Stimmen Mehrheit den Sieg davongetragen. Für die kommende Präsidentenwahl sind die Parteien inzwischen mit ihren Anwärtern hervorgetreten. Der Große Rat der Finnischen Sammlungspartei hat sich einstimmig für bie Wiederwahl des Staatspräsidenten Svinhufvud ausgesprochen. Die übrigen Parteien Haden jede ihren eigenen Parteiführer für die Präsidentschaft vorgeschlagen, und zwar die Sozialdemokraten Direktor Tanner, die Agrarier den jetzigen Ministerpräsidenten K a l l i o , währenb die Fortschritt- l e r gleich brei Namen nennen: den jetzigen Reichsbankdirektor Ryty, den Führer der Fortschritts- Wen. °°>u i* Mtr voraus. mit Uebereinffimmung der Auffassungen. •fr «L. Unverbindliche Vorführung in jedem FechgeschSft I gl KÖRTING-RADIO Tz n D HIPT7 L DITTCD C M R H gemeinsam angehen. Die Aussprache bewegte sich in freundschaftlichem Geiste und ergab in alten Die amtliche Verlautbarung. Berlin, 20. Rov. (BJtB.) Der österreichische Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten. ihren Damen teilnahmen Auch der deutsche Botschafter in Wien, v. Popen, war erschienen. , Su?. tone bi« sekretär Dr. Schmidt unter Führung des Staats» sekretärs Milch zuerst die Einrichtungen der Luft« kriegsakademie und der flugtechnischen Akademie in Gatow, dann den Flughafen und den Fliegerhorst des Jagdgeschwaders Richthofen in Döberitz. Rach Rückkehr des Staatssekretärs nach Berlin führte Generaloberst Göring seinen Gast persönlich durch das Luft» fahrtministerium und das Haus der Flieger. Abends veranstaltete der österreichische Gesandte T a u s ch i tz in der Gesandtschaft einen Empfang, an dem u. a. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, die Staatssekretäre Meißner, Dieck» Vierteljahr und rund 58 v. h. mehr als im ersten Vierteljahr 1936. Diese Zunahme ist wohl überwiegend als Saisonerscheinung aufzufassen. Die Entwicklung der Unfallhäufigkeit war in den einzelnen Landesleilen sehr uneinheitlich. In B e r- l i n nahm die Zahl der Unfälle ab, obgleich gerade hier anläßlich der Olympischen Spiele ein besonders starker Verkehr herrschte. Das dritte Kalender-Vierteljahr hebt sich von den anderen Vierteljahren auch durch die Schwere der Straßenverkehrsunfälle ab. So hat sich die Zahl der Unfälle, bei denen Personen gelötet oder verletzt wurden, vom zweiten zum dritten Vierteljahr in den Sladtgebie- len um 9 v. H. und in den Landgebieten um 28 v.h. erhöht. Weitaus die überwiegende Anzahl der Unfälle ist im letzten Vierteljahr wieder durch Kraflfahrzeugführer verursacht worden. Bemerkenswert ist, daß in 2535 Fällen unter Alkoholeinfluß stehende Kraftfahrzeugführer Slraßenverkehrsunfälle verschuldeten. Nationalsozialistische Bevöikerunqspolitik. Berlin, 20. Nov. (DNB.) Nach einem Bericht des Statistischen Reichsamtes wurden im dritten Vierteljahr 1 936 im Deutschen Reich 4 3 3 7 8 Ehestandsdarlehen ausgezahlt und für 47014 lebendgeborene Kinder Erlasse von Darlehen ge» währt. Damit ist die Zahl der seit August 1933 ausgezahlten Ehestandsdarlehen nunmehr a u f 6 4 5 5 2 7 gestiegen. In diesen mit Ehestands» Darlehen geschlossenen Ehen wurden bisher 437 459 Kinder lebend geboren. Berlin, 20. Rov. (DRB.) Seit der Einführung der Reichsstatistik der Straßenverkehrsunfälle liegt zum erstenmal ein Jahreser- g e b n i 5 über diese Unfälle im gesamten Reichsgebiet vor. Rach dem Bericht des Statistischen Reichsamtes ereigneten sich in der Zeit vom 1. Oktober 1935 bis 30. September 1936 insgesamt rund 263000 Straßenverkehrsunfälle. Dabei wurden über 8 5 0 0 Personen getötet und 1 7 1000 verletzt; das ergibt durchschnittlich je Tag 718 Unfälle mit 23 Getöteten und 467 Verletzten. Das allgemein verkehrsschwächere Winterhalbjahr brachte im Durchschnitt je Tag 610 Unfälle mit 19 Getöteten und 350 Verletzten, das verkehrsstärkere Sommerhatbjahr dagegen durchschnittlich je Tag 826 Unfälle mit 28 Getöteten und 583 Verletzten. 3m letzten Vierteljahr (3uti bis September 1936) wurden insgesamt 79 400 Unfälle festgestellt, 9,5 v.h. mehr als im vorangegangenen DIE LEISTUNG ZU DEM PREIS, DAS GAB ES NOCH NICHT'- Mit Schwundausgleich, automat. Trennschärfe-Regelung, Leucht-Amplimeter, Stummabstimmung, Blitzwähler usw. Wechselstrom RM 208.- m. R. Allstrom RM 222.- m. R. (o. Gleichr.-R.) Deutsch-österreichische Zusammenarbeit Oer Berliner Besuch Staatssekretär Schmidts. Wie Warschauer Blätter berichten, hat die polnische Regierung das Agrement für Minister Papse als Gesandten in Prag nachge- sucht. Der jetzige Geschäftsträger in Prag, Marjan C o d a ck i, soll zum diplomatischen Vertreter Polens in Danzig ernannt werden. * Der Metallarbeiter st reik, der am Mittwoch in zahlreichen Liller Betrieben ausgebrochen war, ist zum General st reik geworden. Die Streikenden haben verschiedene Forderungen aufgestellt, worunter die Einführung der 4 0- Stunden-Woche ab 30. November ohne Lohnkürzung und eine sofortige Heraufsetzung der Löhne infolge der Steigerung der Lebenshaltungskosten an erster Stelle stehen. hoff und General der Flieger Milch, Ministerialdirektor W e i s z ä ck e r, ferner der apostolische Nuntius Orsenigo, die Botschafter von Frankreich, England und Polen, der italienische Geschäftsträger und fast alle in Berlin akkreditierten Gesandten Das Haus der Deutschen Kun st in München geht seiner baulichen Vollendung entgegen und wird im Juni 1937 mit der Großen Deutschen Kunstausstellung 1 937 im Haus der Deutschen Kunst in München eröffnet werden. Die fte. *S5 K R. N'-n Kd 'Mia» ,ab5mafro|e .haben bis0 ’.n den * in der 'Jot ihrem r?Qftmad)Uno Täglich 718 Verkehrsunfälle mit 23 Todesopfern und 467 Verletzten Zahlen, die zur Besinnung mahnen _ 1 M KßE *1« sA Ä! D *’i( ibtV 1-iL noW'- is Posen bf erung den in Pol/" [idjUih* oll er M adeln im3u' der deuM Men W* gn Beuthen mmun flS* die polmschk te, wieder [ich ohne @e» MosialenZN Ä 4*. henden.P" djlet rutsche Presse- mit einer ein- )uce in Be- llfieri und luptschriftleiter sorum Musso» Italien zeigte. na durch bie Anlagen den > und seine Itussolini, der trat gegen ' Fechtmeister fluß in deut- nach ihren ilid) Abschied, für die per« Es wurde verlautbart, daß der Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich alsbald in Angriff genommen werden soll, um den Umfang des gegenseitigen Handelsverkehrs beträchtlich zu erweitern, schließlich, daß die diesbezüglichen Verhandlungen am 7. Dezember d. 3. in Wien beginnen werden. Ebenso wurde die Frage der Finanzierung des Wintersportverkehrs nach Oesterreich von Witte Dezember 1936 ab bereits jetzt in zufriedenstellender Welfe bereinigt. Ferner wurden alle anderen Wöglichkeiten der Fortentwicklung der zwischenstaatlichen Beziehungen gründlich durchgesprochen und hierbei festgestellt, daß sich bei Wahrung der Grundsätze des Abkommens vom 11. 3uli d. 3. auf weitem Gebiet die Möglichkeit ersprießlicher Zusammenarbeit ergibt. Beide Regierungen sind darüber einig, daß der mit dem Abkommen beschrittene Weg in Anbetracht und im Dien sie des gemeinsamen Volkstums den 3n- fereffen der beiden deutschen Staaten förderlich ist und einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Friedens zu leisten vermag. Besuch bei GeneralBerst Gorina Ministerpräsident Generaloberst Göring empfing am Freitag Staatssekretär Dr. Schmidt zu einer längeren Besprechung und gab anschließend ein Frühstück, an dem neben der österreichischen Delegation der Gesandte Dr.-Jng. T a u s ch i tz mit den Herren der Gesandtschaft teilnahmen. Wei» ter waren unter den Anwesenden Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Botschafter v. P a p e n , die Staatssekretäre General der Flieger Milch, Körner und v. Keudell, Ministerialdirektor D i e ck h o f f, Gesandter v. Bülow- Schwante, SS.-Gruppenführer Heydrich, von der deutschen Luftwaffe Generalleutnant Kesselring, Generalmajor Stumpf, Oberst Übet. Im Anschluß an das Frühstück besichtigte Staats- r" r5 Schisses xjmpfin. M unsere Sangen Herz, en der Der. daran geseht Bootes zu albmast, das olZ seiner im lnd Ehre ge. Akademie der Wissenschaften Professor Karl Me-1 xander von Müller. Kunst und AZiffenschaN Reichsfilmkammer-Ball in Frankfurt. NSG. Wie bereits berichtet, wird am 5. Dezember im Frankfurter „Palmengarten" der grofee, repräsentative und offizielle Ball der Reichs» filmkammer stattfinden. Fünf Kapellen werden zum Tanz aufspielen. Schon jetzt liegen Anmeldungen bekannter Filmkünstler vor. Die Veranstaltung will im Sinne der Zusammengehörigkeit von Film und Volk Filmkünstlern, Filmwirtschaftlern und den Vertretern der Reichsfilmkammer Gelegenheit geben, mit allen Bevölkerungskreisen Frankfurts und seiner Umgebung in Fühlung zu kommen. Vom hessischen Landestheater. Das Hessische Landestbeater wird im Januar das erste Bühnenwerk des Dichters Manfred Hausmann, die dramatische Ballade „Lil o fee", zur Uraufführung bringen. Meine politische Nachrichten Der Gesundheitszustand des Präsidenten des Danziger Senats, Greiser, der zur Kur in Bad W i I D u n g e n weilt, hat sich erfreulicherweise gebessert. Senatspräsident Greiser wird nach einer kurzen Nachkur in der ersten Dezemberhälfte nach Danzig zurückkehren, um seine Amts» geschäfte wieder aufzunehmen. Geschäftsstelle München, Maximiliansplatz 22/III — Fernruf 13 900 — auf Anforderung zugesandt. „Haus der Deutschen Kunst (Neuer Glaspalast)", Anstalt des öffentlichen Rechts in München. Oie Forschungsabteilung Zudenfrage »es Veichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands Mit der Eröffnung der Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Ge- schichte des neuen Deutschlands ist die erste akademische Tagung der Forschungsabteilung verbunden, zu deren geschlossenen Sitzungen sich ein engerer Kreis versammelt. Diese Tagung wurde vom geschäftsführenden Leiter der Forschungsabteilung Judenfrage, Dr. Wilhelm Grau, in der Universität München eröffnet. Dr. Grau gab bekannt, daß mit Zustimmung des Präsidenten des Reichsinstituts folgende Gelehrte als Mitglieder der Forschungsabteilung berufen worden sind: Professor Dr. Johannes Alt, Würzburg, für Literaturgeschichte; Professor Dr. Hans Bogner, Freiburg i. Br., für alte Geschichte; Generaldirektor Dr. Rudolf Buttmann, München, für Bibliothekswesen; Dr. Hans Alfred Grunsky, München, für Philosophiegeschichte: Professor Dr. Johannes Heckel, München, für Staatsrecht; Professor Dr. Gerhard Kittel, Tübingen, für Religions» Wissenschaft; Professor Dr. Franz Koch, Berlin, für Literaturgeschichte; Dozent Dr. Karl Georg Kuhn, Tübingen, für Talmud; Dr. Otto Karl Lorenz, Berlin, für Wirtschaftsgeschichte; Professor Dr. Herbert Meyer, Götttngen, für Rechts- geschichte; Dr. W. Stapel, Hamburg, für Litera- wraeschichte; Geh. Professor Dr. Ph. Lenard, Heidelberg, für Naturwissenschaft; Professor Dr. Rudolf Tomaschek, Dresden, für Naturwissenschaft; Professor Dr. Max Wundt, Tübingen, für Philosophiegeschichte; und Oberregierungsrat Dr. Ziegler, Berlin, für politische Geschichte. Zu diesen Referenten treten noch Vertreter des Archiv- wesens, der Rassenkunde und Referenten für die romanischen und angelsächsischen Länder, Osteuropa und Rußland. Bei der Eröffnungsfeier gab der wissenschaftliche Leiter der Abteilung, Professor Karl Alexander von Müller, die Preisaufgaben der Forschungsabteilung bekannt. Das Reichsinstitut will das Thema „Die Geschichte des Hofjudensystems" in einem wissenschaftlichen Wettbewerb bearbeiten lassen. Es stellt deshalb drei Preisaufgaben: Die Geschichte des Hofjudensystems für das Gebiet Oesterreichs, für das Gebiet der süddeutschen Staaten und für das Gebiet der norddeutschen Staaten. Es wird für jede dieser Ausgaben ein Preis von 4000 Mark ausgesetzt. Als Preisrichter sind bestimmt der Präsident des Reichsinstituts Professor Walter Frank, der gesckäftsfuhrende Leiter der Forschungsabteilung Juoenfrage des Reichsinstituts Dr. Wilhelm Grau und der Präsident der Bayerischen bbels ifferium. Wunsch -es Minister Dr. Beamten des schein Enip- Blomberg iger Rede dir d Taktik. Un» . der Oberbe- Freiherr r der Kriees- >wie der Wf tillerie Beck, des Ministers unten. Reichs- >on Llomb^g Goebbels. Er lischen Wett- be ]id) tyute als OTer» Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 OOOi Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Aus öfter Wett. Cie iapon id)C Dammbruchkatastrophe. Der letzte amtliche Bericht über das furchtbare DammbruKunglück in Osaruzawa in Nordjapan besagt, daß von der Katastrophe insgesamt 16 0 0 Menschen betroffen morden sind. Von diesen wurden bisher 195 als Leichen geborgen und 688, darunter 80 Verletzte, gerettet. 717 Menschen, darunter 250 Schulkinder, werden noch vermißt. Der weitaus größte Teil von ihnen dürfte ebenfalls ums Leben gekommen sein. Die japanische Presse veröffentlicht Extrablätter über das Unglück mit Bildern, die den Umfang der entsetzlichen Katastrophe ahnen lassen. Wasser- und Erdmassen, vermischt mit Geröll und Baumstämmen, haben die unterhalb des Staudammes gelegenen Dörfer völlig verwüstet. Die Behörden und die Presse haben eine strenge Untersuchung angekündigt, um die Verantwortlichen festzustellen, nachdem die Aufsichtsorgane wiederholt auf die Mängel des Dammes hingewiesen hatten. — Der deutsche Botschafter von Dirksen hat dem stellvertretenden Außenminister Hort- n u i ch i das Beileid der deutschen Regierung ausgesprochen. Luftschiff „fiinbenburg“ besucht deutsche Ansiedlungen in Südbrasilien. Der Deutschen Zeppelin-Reederei ist es gelungen, ohne Aenderung ihres Fahrplanes die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um noch vor Beendigung der diesjährigen Südamerikafahrten die feit langem geplante Fahrt zum B e s u ch der deutschen Ansiedlungen in Süobra- s i l i e n zu verwirklichen. Bevor das Luftschiff „Hindenburg" von seiner letzten diesjährigen Südamerikafahrt nach Deutschland zurückkehrt, wird es am 30. November von Rio de Janeiro aus eine 24ftünbige Rundfahrt an der Küste entlang und in das Jnnnere des Landes unternehmen, auf der die bedeutendsten deutschen Siedlungen in den Staaten Sao Paulo, Para und St. Catharina berührt werden sollen. Es ist damit zu rechnen, daß während dieser Fahrt Hunderttausende unserer Stammesbrüder außer Millionen von Brasilianern Gelegenheit haben werden, dieses Wunderwerk deutscher Technik zu erleben, das zu einem Künder deutschen Schaffensgeistes und deutscher Qualitätsarbeit im Auslands geworden ist. Furchtbare Explosion in einer italienischen Munitionsfabrik. In der Munittons- und chemischen Fabrik der Montecatini-Werke bei Meran ereignete sich aus ungeklärter Ursache eine furchtbare Explosion. Amtlich wurden bisher acht Tote und 70 Verletzte, darunter vier Schwerverletzte, gemeldet, wahrscheinlich ist aber die Zahl der Todesopfer viel größer. Die Fabrik bei Meran ist erst nach dem Kriege gegründet worden. Sie war für die Erzeugung von Säuren und anderen Chemikalien eingerichtet. Das Unglück ereignete sich in dem Flügel der Fabrik, in dem Ammoniak erzeugt wird. Nach einer gewaltigen Detonation stand der ganze Gebäudeteil sofort in Flammen. Die Feuerwehren der ganzen Umgebung wurden sofort gerufen. Nach einftünhtger Arbeit gelang es, das Feuer so weit einzudämmen, daß ein Uebergreifen auf die anderen Teile der Fabrik, die zum Teil mit hochexplosiven und leicht brennbaren Stoffen angefüllt waren, verhindert wurde. Leichenfund bei Bingerbrück. In dem Anwesen auf dem Elisenhof bei Bingerbrück, das seit Jahren sich selbst überlassen daliegt und zerfallen ist, fanden Wandergesellen in einem Nebenraum eine Leiche. Die Leute hatten die Nacht in dem verfallenen Gebäude zugebracht. Die Gendarmerie stellte fest, daß die Leiche sich schon seit längerer Zeit hier befunden haben muß. Die Person des Toten konnte noch nicht festgestellt wenden. Auch steht noch nicht fest, ob es sich um einen Selbstmord durch Erhängen oder um einen Mord handelt. Ein Rudel Hirsche vor dem Auto. In der Nähe von Dörrebach (Hunsrück) fuhr aegen Abend ein Kraftwagen aus Spabrücken über die Landstraße durch den Wald, als plötzlich ein Rudel von etwa zwölf Hirschen euer über die Straße lief. Im Halbdunkel rannten Die Tiere durch den Lichtkegel der Scheinwerfer, die meisten kamen noch glücklich vor dem Auto vorbei, die beiden letzten wurden jedoch erfaßt. Ein Hirsch geriet vor den Kühler und wurde einige Meter mitgeriffen, ohne jedoch ernstlich verletzt zu werden. Ein anderer kam unter den Wagen und wurde so schwer mitgenommen, daß er durch einen Schuß von feinen Leiden erlöst werden mußte. Der Fahrer konnte den Wagen ohne Unfall zum Stehen bringen. Wetterbericht Des Reichswetter Dienstes. Ausgabeort Frankfurt Infolge der heftigen vom Atlantik ausgehenden und über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit hat sich das Hochdruckgebiet südlich auf das Festland verlagert. Damit ist die weitere Zufuhr kalter Luft abgeschmtten, doch werden die nächtlichen Temperaturen infolge Ausstrahlung noch stärker zurückgehen. Trotz der über Norddeutsch- land wieder aufkommenden Westströmung bleibt für unser Wetter das Hochdruckgebiet ausschlaggebend. Aussichten für Sonntag: Vielfach Dun- sttg, sonst wolkig bis aufheiternd und meist trocken, nachts vielerorts Frost, veränderliche Winde. Aussichten für Montag: Fortdauer der zeitweise aushetternden und im wesentlichen trockenen Witterung, nachts falt. partei Professor Cajander und den ersten Präsidenten Finnlands Professor S t a l b e r g Weder Stalberg noch Svinhufouo haben sich bisher Darüber geäußert, ob sie eine Wahl annehmen würden, so daß die Lage völlig ungeklärt ist. Die Londoner Wldarmontter in Kranlsutt. Sir Thomas Beschäm von der deutschen Gastfreundschaft begeistert. Auch Der Frankfurter Besuch Der LonDoner Philharmoniker gestaltete sich zu einem Dollen Erfolg. Der große Saal des Saalbaues war bis auf den letzten Platz gefüllt, und Die Begrüßung Der Gäste war um so herzlicher, als durch Die vielfachen Reifen Des Frankfurter Oberbürgermeisters Dr. Krebs nach England in den letzten Jahren recht enge Beziehungen zwischen Landon und Frankfurt entstanden find. Die Gäste eröffneten ihr Programm mit dem temperamentvollen Vortrag der lustigen „Wespen" von V. Williams, denen sie die 5.Sinfonie D-dur von Haydn folgen ließen. An Den Schluß hatten sie Die 4. Sinfonie G-dur von Dvorak gestellt, Die so stürmischen Beifall auslöste, daß Der Dirigent immer aufs neue Den herzlichen und spontanen Dank der Frankfurter Musikfreunde entgegennehmen konnte. Bei einem Beisammensein im „Frankfurter Hof" begrüßte Oberbürgermeister Dr. Krebs die Gäste im Namen des am Erscheinen verhinderten Gauleiters Sprenger, dankte für die festlichen Stunden, welche Die Gäste bereitet hätten, unD betonte, wie England und Deutschland sich in künstlerischer Beziehung seit Jahrhunderten gegenseitig befruchtet hätten. Der Besuch Der DresDener Oper habe ein wirksames Gegenstück in dem Besuch des Londoner Philharmonischen Orchesters gefunden. Sir Thomas Beech am fang in feiner Erwide» rung ein Loblied Der deutschen Musik, die zwei Drittel Der gesamten Musik Der Welt bedeute. Er werde nicht verfehlen, nach seiner Heimkehr in England über seine guten Erfahrungen in Deutsch» land zu berichten. Die Gäste werden ihre Deutschlandreise mit einem Konzert in Köln abschließen. Dr. A. W. * Sir Thomas Beech am schilderte auf Der Durch» reife durch Frankfurt Die Eindrücke, Die er bei feiner Konzertreise durch Deutschland empfangen hat. Er sagte u. a.: „Die außerordentliche Kundgebung der Freundschaft und die beinahe unglaubliche Gastfreundschaft haben einen tiefen Eindruck auf uns alle gemacht. Das deutsche Konzertpublikum in seiner herzlichen demonstrativen Art ist wundervoll." Große Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst. . _________________ Dr. Guido Schmidt, hat während seines Aus- Ausstellung, deren Beschickung ausschließlich unseren 1 enthaltes als Gast der deutschen Reichsregierung in lebenden deutschen Künstlern offenstehen soll, wird!Vertin mit dem Reichsaußenminister Freiherrn hoben, -m möglichst umfafen d-- 00n Neurath m-hrs°ch- politische Aussprache» ,i,ch?n deutschen Kunst «Malerei," Plastik Mp'-ogen bei denen alle aktuellen Probleme eror- und Graphik, zu zeigen. Es ist daher beabsichtigt, *’rf wurden. Es war dies nach dem Abschluß des bei Der Auswahl Der Werke weder bestimmte Kunst-Abkommens vom 11. 3uli d. 3. die erste Gerichtungen zu bevorzugen, noch andere auszuschlie- > t e g e n h e 11 zu einer allgemeinen politischen Un- feen; Daaegen wird an Den künstlerischen Wert Der terredung, wobei insbesondere diejenigen Fragen eingefanoten Werke ein hoher Maßstab angelegt politischer, wirtschaftlicher und kultureller Natur ein- merDen. Die ^efefjufung Der Musfteüung fetzt sonach gehend behandelt wurden, die die beiden Staaten einen hohen Grad von Fähigkeiten und Können 9 1 ’ - - ■ Es ergeht hiermit an alle deutschen . . . , - • , - , f. . Künstler, welche nach ihrer Ueberzeugung diese behandelten Fragen eine erfreuliche Voraussetzungen erfüllen, die Einladung, ihre 1 ~ besten, andernorts m ö g l i ch st noch n t d) t gegeigten Werke zur „Großen Deutschen Kunstausstellung 1937 im Haus Der Deutschen Kunst in München" anzumelden. Die Ausstellungsbestimmungen, aus denen Die Einzelheiten der Ausschreibung zu ersehen sind, und die Anmeldepapiere werden gegen Voreinsendung einer Gebühr von 1,— RM. (auf Postscheckkonto München Nr. 4200) von Der I Stellenangebote! Führende Krankenversicherungs-A.G. Mäuler vergibt Zimm. Wohn. Der Vorsitzende 7364D 7414 A 7379 D Gewandte [05385 tags. Anmachholz m. 7415D genommen. Junges sucht. [05415 Schottstr. 21 p. 05388 O | Kaufgesuche | 7356 V 7413 A tag. 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Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeldung auqj im folgenden Jahre, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. 7372C Gießen, den 13. November 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. ßohDer-tadharniooika-Scliiile Walter Keil Wilsoustr. 5 p, ben. Telefon 3119 Einzel- u. Gruppenunterricht Anmeldung jederzeit. 7361D Praxis bis 28. Dez. geschlossen MMM kauft laufend. Auch empfehle ick gebrauchte Auloersatzteile. KarlDörr, Autoverwertung 05417 Gießen, Marb. Str. 51. (Sehr. Motor f. Nähmaschine gesucht. Schriftl. Ang. unt. 05381 a. d. Gieß. Anz. Kinderbett (Holz), m. Matr. evtl. Oberbett gesucht. [05391 Watzenborn, Bahnhofstr. 90. Auf gutem, oberbess. Platz ist groMöinÄ in dem seit Jahrzehnten solides und nutzbringendes Geschäft (Eisen, Baustone, Holz, Kohlen und Salzhandlung) betrieben wurde, weit unter Wert für zirka 12000 RM. zu verkaufen. (Neuester Einheitswert ist'RM. 15 500.-.) Schriftliche Angebote unt. 7347V an den Gieß. Anz. 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Es denkt der Einzelne, die Familie, das Volk zu besonderen Gräbern hinüber: einige, die uns erreichbar sind, besuchen wir auch — für Unzählige tritt nur ein Denkmal ein, unter dem die Gebeine der Helden nicht ruhen. Soviel echte Treue und Liebe nun auch die Gedanken beschwingt, die wir zu jenen Begrabenen hinübersenden, so seltsam bereit wir uns fühlen, fast all unseren Toten nur Gutes nachzusagen, so manche von uns, falls sie unverfälschter Erinnerung wirklich eine Stunde sich lassen, irgend ein Etwas in des Gedächtnisses Bilderschrift angstvoll ouslöschen möchten. weil sie wohl wissen, daß ihr eigenes nie mehr zu sühnendes Unrecht auf jenen Schatten liegt — trat; alle diesem tun wir doch nur selten so gründliche Einkehr, daß wir zugleich erfaßten, wie für die Entbehrten und Bedauerten nun wirklich alles vorüber, für uns Lebendige aber ihr Totsein ein Nichts ist, wenn es uns nicht bewegt, an denen die noch unter der Sonne wandeln und irren, gerechter und liebevoller uns zu erzeigen als an den auf ewig Entwichenen. „lieber die Toten nichts als Gutes", mahnt ein alter lateinischer Spruch: er bedeutet durchaus nicht, daß wir verschwenderisch wären an Edelmut, wenn wir streng nach ihm handeln. Reden wir über einen Toten nur Gutes, so legen wir zumeist nur Gewicht in die Waagschale, die allzu lange ganz ledig verblieb — denn als jener noch neben uns ging, haben wir über ihn, zu ihm viel Uebles nicht nur geredet, sondern auch an ihm getan. Wir stellen also nur eine Ordnung wieder her, die wir selber leichtmütig verstörten — oder vielmehr, wir machen den bloßen Versuch dazu: was frommt dem Toten unsere Bemühung, die schon darum so billig ist, weil wir nun die Ecken und Stacheln, die alles, was lebt, uns zu merken gibt, gar nicht mehr fühlen? Doch ist uns ein besserer Weg als die fruchtlose Reue gegeben, der Ordnung, als deren höchstes Gleichbild wir das Walten Gottes erahnen, den einzig ergiebigen Zins zu leisten. Der kann — das ist unwiderlegbar — immer nur Lebenden dargereicht werden — und wirklich: wenn wir nicht durch angeborene Enge und Eitelkeit schon außerhalb jeden Menschentums stehen, so werden wir anders das uns zugemessene und mögliche Glück nimmermehr finden, als indem wir uns Taq um Tag härter gewöhnen, nach der Erkenntnis, daß Nachsicht den Weggenossen um uns nicht minder gebühre als dem eigenen verhätschelten Herzen, auch tapfer zu handeln. Fast immer ist es ein Irrtum. aber einer der geläufigsten, das, was uns durch Anlage von den Uebrigen trennt, für einen Vorzug zu halten — sonderbar sein ist aber noch lange nicht wertvoll sein, und mit großer Gebärde den Andersstrebenden allzeit „in seine Schranken verweisen", ist vielleicht eine Haltung, über die Teufel und Engel (könnten wir sie doch gewahren!) lochen und lächeln. Doch auch die uns durch Erziehung oder Zwang oder Faulheit lediglich zugefallenen Dinge, die uns freilich zu der Vielzahl in bequeme Beziehung versetzen, sind noch lange keine Tugend — ja wir müssen schon fast verzweifeln, wenn mir an uns etwas entdecken wollen, das wirklich Verdienst ist und Stich halten würde, zöge es dereinst vorüber vor unseren schon brechenden Augen. Diese brechenden Augen sind nicht verschleiert wie manche glauben, nein, sie sehen sehr peinlich scharf. Biele von denen, die etwa in großer Wassersnot waren oder draußen im Kriege mehr als einmal gestorben sind, wissen davon zu erzählen. Ich meine: am liebsten erblicken solche Augen all jene, die sie einst schauten, einfach in ihrer leidenschaftlosen, nichts von uns fordernden Gestalt: das wäre die beste Bürgschaft, auf Erden ein Rechter gewesen zu sein. Als Napoleon auf St. Helena im beginnenden Todeskampf lag, rief er ganz plötzlich mit starker Stimme und zum Staunen seiner Getreuen nach seinem Testament, krallte die vielfachen Siegel wieder auf und jagte die Worte darunter: „Ich habe den Herzog von Enghien verhaften und vor Gericht stellen lassen, weil dieser Prozeß notwendig war ..." Unendlich lang war das her — aber die sterbenden Augen sahen die Wahrheit: die »achgetragene Selbstbeschwichtigung enthüllt seine Qual um verübtes Unrecht allein. Doch dies ist nur em Gleichnis—vor so tragischem Schuldigwerden sind die meisten von uns dadurch bewahrt, daß sie machtloser sind. Aber ob das scheinbar geringere Unrecht, das einer von uns an Frieden und Freiheit, an Ehre und Wohlsein des Anderen wagt (sei dies in der Ehe, im Verhältnis zu den Eltern und Freunden, sei es im Gebrauch gesetzter Befugnis) — ob es den brechenden Augen wirklich geringer sich darstellt als jenem Kaiser sein Mord? Ich glaube das nicht — denn das Höchste, was jeder für sich an Gutem oder Ueblem zu vollbringen vermag, ist auch der einzige Maßstab, mit dem sich selber zu messen ihm ansteht; ja vielleicht ist irgend ein zehrendes Quälen, das wir durch Jahre über einen der sich nicht wehren konnte oder mochte, verhängten, ärger vor dem echten Gewissen, als ein Verbrechen, das in einer Verhängnisstunde begann und zu Ende ging. Doch was suchen wir nach schlechteren Worten, wo dies längst mit besseren gesagt ist? Die weise süße Stimme des Lieblingsjüngers Johannes ertöne uns zu diesem Totenfest: „Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch in Finsternis. Er ist in Finsternis und wandelt in Finsternis — und weiß nicht, wo er hingehet." Oer Führer beim Gigli-Konzert in Berlin Ml v';4< Wäir v ■ Am Bußtag gab der berühmte italienische Tenor Benjamino G i g l i in Berlin ein Konzert, dem auch der Führer beiwohnte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gesang in den Schären. Erzählung von Ehristian Ienssen. Kord, unser schweigsamer Nordlandfahrer, schaute versonnen durchs Fenster des Kaffeehauses, in dem wir drei Freunde uns von Zeit zu Zeit trafen. Zwei glückliche junge Ehemänner — Kord und ich — und ein verbissener Junggeselle —- Jürgen —, das gab nicht immer einen harmonischen' Dreiklang. Jürgen hatte eine geradezu herausfordernd geringe Meinung von den Frauen. Zweifellos lag ihr eine bittere Erfahrung zu Grunde; aber es machte ihm auch Spaß, sie um so unverblümter zu äußern, je mehr er uns damit in Harnisch brachte. Als mir nun heute unglücklicherweise ein leichter Eheseufzer entfuhr, hakte er sogleich boshaft ein: „Ja, ja, fo sind die Frauen überhaupt: feige, untertänig, auf ungestörte Freude versessen, und wenn einmal alles nicht ganz glatt abgeht, lassen sie gleich die Flügel hängen." Da erwachte denn doch jäh mein eheliches Gewissen. Hatte ich nicht eine Frau, die gegen den Willen ihrer Eltern mir tapfer ins Ungewisse gefolgt war und die niemals, auch wenn einmal Matthäi am letzten war, den Mut sinken ließ? Vor allem aber dachte ich an Kords Frau, die ihm und sich selbst mit wunderbarer Seelenkraft über das schwere Schicksal hinweghalf, daß ihr nach einer an den Rand des Lebens führenden Erkrankung Kinder versagt blieben, und die nun einen tüchtigen kleinen Adoptivsohn großzog. So war ich mit Jürgen heftig aneinandergeraten. Es war ja ein Leichtes, ihn mit den großen Heldinnen, Forscherinnen und Helferinnen der Weltgeschichte ins Unrecht zu setzen. Doch bleibt einem gerade dann, wenn man eine unangreifbare Ueberlegenheit ausgenutzt hat, leicht ein bitterer Nachgeschmack auf Der Zunge. So kam unsere Auseinandersetzung in ein ungemütliches Stocken. Kord hatte sich bisher mit keinem Wort an ihr beteiligt. Während wir nun gleich ihm durchs Fenster hinausblickten, hob er sachte seine Kaffeetasse und fragte uns nach einem Schluck unvermittelt: „Habe ich euch schon einmal von der Mutter meines Jungen erzählt?" Wir schüttelten den Kopf, ich erwartungsvoll, Jürgen mit der gewohnten Zweifel« sucht in den Mienen. Wir wußten nichts weiter, als daß Kord den Adoptivsohn vor zwei Jahren aus Schweden geholt hatte. Das nahm uns damals nicht wunder; denn Kord war, feit ich ihn kannte, ein begeisterter Freund des Nordens gewesen. Ruhig zündete er sich eine Zigarre an, betrachtete sie einige Augenblicke und begann dann, wieder aufs Fenster starrend, zu erzählen: „Im Februar 1929 — ihr erinnert euch vielleicht des strengen Winters — schiffte ich mich in Finnland als einziger Fahrgast auf einem kleinen schwedischen Holzsrachtdampfer ein, um über Schweden die Rückreise anzutreten. Mit dem Sohn des Kapitäns Norberg, der mit zu der nun siebenköpfigen Mannschaft des Vaters gehörte, hatte ich mich in Helfingfors angefreundet, und der Alte hatte mir gegen ein geringes Entgelt die Mitfahrt aeftattet, nicht ohne mich pflichtgemäß auf die Gefahren der um diese Jahreszeit besonders tückischen Witterung aufmerksam zu machen. Ich vertraute indes meinem guten Stern und freute mich auf eine rechte Seefahrt in kleiner wetterfester Gesellschaft, zu der übrigens auch eine Frau gehörte, ein Mädchen in den ersten zwanziger Jahren. Es war die Köchin und Schiffsaufwärterin Elin Pihlava, und Norberg, der ihr anscheinend zugetan war, hatte mir erzählt, daß sie ein Kind in Stockholm habe, für das sie mit unerschütterlichem Frohsinn den schwierigen Dienst verrichte. Wir waren kaum einen Tag auf hoher See, als ein gewaltiges Unwetter losbrach, einer jener furchtbaren nordischen Winterstürme, die den seltenen Schiffsgast so schreckensvoll betäuben, daß er nicht einmal in der Erinnerung eine annähernde Vorstellung davon bewahrt. Alle Teile des Schiffes bedeckten sich im Nu mit Eis, es tobte und krachte mörderlich rings um uns, und es kam mir vor, als werde das Schiff unaufhörlich in tiefe Strudel gerissen. Vater und Sohn Norberg wechselten sich am Steuer ab und hielten den höllisch entfesselten Elementen mit einer schier übermenschlichen Ausdauer stand. Bis dann auch ihr Werk vergeblich wurde: das Steuer brach, wir wurden von einem anscheinend erbarmungslosen Schicksal in die Schären von Västervik abgetrieben, und wir mußten jeden Augenblick darauf gefaßt sein, daß das Schiff an einer Klippe zerschellte. Nur eine Rettung war überhaupt noch denkbar: sich auf einer der Schären zu bergen. Vater Norberg besann sich nicht lange; mit seltsam beklemmender Entschiedenheit erklärte er dem Sohn, der ihm zuvorkommen wollte, er, der Kapitän, sei der bessere Schwimmer, band die Leine um und stürzte sich in die eiskalte See. Es gelang ihm, mit unvorstellbarer Anstrengung, auf dem nächsten Riff Fuß zu fassen und die Leine zu befestigen. So erreichen wir an der Leine nacheinander die Insel, zuerst Elin Pihlava, dann ich, dann die anderen, zuletzt der junge Norberg. Er hatte sich die Taschen seines Lederzeugs mit Proviant vollgestopft. Gerettet? fragten wir uns. Das Schicksal schien unser zu spotten. Die Insel maß etwa 300 Meter im längsten Durchmesser und war völlig mit verharschtem Schnee bedeckt. Nichts anders ragte hervor, als ein einsamer grauer Steinblock und in einiger Entfernung davon ein einzelner Wacholderstrauch. Wenn wir nicht erfrieren wollten, mußten wir uns rastlos bewegen, und so bildeten Stein und Busch die natürlichen Ziele einer Wanderung, die mit dem Hin- und Herlausen wilder Tiere inj Käfig vergleichbar war und deren Ende wir nicht fähig waren auszudenken. Der Sturm chatte sich etwas gelegt, aber die Kälte drang durch Mark und Bein. Besonders elend stand es um Vater Nor- Seit Jahren die größte und führende Maß-Schneiderei für Zivi I und Uniformen Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragslieferant der Heeres-Kleiderkasse „Du bist mein Glück." Gloria-Palast. Dies ist, nach „Vergißmeinnicht" und „Ave Maria", L'er dritte Gigli - Film in Deutschland, diesmal von der Bavaria gedreht, die den berühmten Italiener, rote der unschöne Fachausdruck lautet, „ganz groß" herausstellte. Wieder hat man Gelegenheit, seine erstaunliche Stimme auf sich wirken zu lassen — deutsch und italienisch, man hört ganze Partien aus „Aida", aus „Manon Lescaut" (vom Münchener Staatstheater übertragen), man hört — vielleicht der unmittelbarste Gesangseindruck — das berühmte „Santa Lucia", das G i g l i natürlich besonders liegen mußte, und das Lied „Tu sei la vita mia", das Dem Film den deutschen Namen gegeben hat. Aber es ist, bei aller Bewunderung, doch zu überlegen, ob man hier nicht des Guten etwas zu viel getan hat: ein Film, auch ein Gesangsfilm ist eben keine Oper und kein Konzert; es gehört, außer einer Kette von Arien und Liedern, noch etwas mehr dazu. Das Drehbuch stammt von Walter Wassermann und C. H. D i l l e r, und man muß staunen, wie vollkommen sie es auf den berühmten Star zugeschnitten haben; es gibt da schlechterdings keine Situation, in der er nicht ganz improvisiert zu fingen vermöchte. Es ist wie in der Oper, und in der Tat spielen ja auch große Parken des Films auf und hinter der Bühne, aber dieser illusionistische Stil steht in einigem Widerspruch zu der stellenweise ganz realistischen Handlung. Der große Tenor hat als junger Anfänger seinem Lehrer die von der Naturstimme des Italieners bezauberte Frau genommen; jener hat „aus Rache" ihr einziges Kind mit sich nach Amerika genommen. Die von der Mutter verzweifelt gesuchte Tochter taucht schließlich als kleines Ballettmadel an der gleichen Bühne wieder auf, wo der berühmte Meister für einen verhinderten Tenor in „Manon Lescaut" eingesprungen ist und alsbald auf der Bühne Triumphe feiert. Sein früherer Lehrer, der in Amerika sehr heruntergekommen ist, hat nach seiner Rückkehr eine kleine Inspizientenstelle an der nämlichen Oper angenommen, um dort, unerkannt, seiner Tochter nahe zu sein, die er damals hat adoptieren lassen. Mit einer Erkennungs- fzene, einem großen Verzicht und der Wiedervereinigung von Mutter und Tochter schließt der Film. Die Spielleitung von Earl Heinz M a r t i n hat keine Mühe und keine Kosten gescheut, um den Austritten Giglis den nötigen Rahmen zu schaffen; er stellt sogar einen deutschen Tenor, um ihn alsbald von Gigli überstrahlen zu lassen, und stellt ihm auch ein Double für die Liebesszene vor fünfzehn Jahren. (Dieser Ersatzmann scheint übrigens nicht allen Ansprüchen genügt zu haben, denn er muß die ganze Szene „ohne Gesicht" spielen, mit dem Rücken gegen das Publikum.) Als Partnerin hat Gigli diesmal eine Landsmännin, Isa M i - randa, eine interessante Erscheinung, die in manchen Augenblicken ein wenig an die Garbo erinnert; sie hat als Bianca, die Mutter, und Mary, die Tochter, sogar eine Doppelrolle, aber eigentlich nur ganz im Anfang eine Szene, die wirklich zu spielen war und darstellerische Fähigkeiten erforderte. Auch sonst ist der Film, schauspielerisch gesehen, nicht besonders ergiebig. Josef Sieber gibt den Gesangslehrer und betrogenen Ehemann als einen finsteren Außenseiter, Gustav Waldau, scharmant und heiter wie immer, den Impresario. Sonst sind in kleineren Aufgaben noch Eric H e l g a r, Annie Markart, Joe Stoeckel, Meyerinck und Valentins Münchener Partnerin Lisi Karlstadt zu nennen. Dom Staatstheater München: Hildegard Ranczak, Maria Cornelius und Ludwig Weber. — Musik und musikalische Leitung: Dr. Giuseppe B e c c e. Im Beiprogramm sieht man schöne Aufnahmen von einer Fahrt durchs Mittelmeer. Die Wochenschau bringt u. a. einen großen Bildbericht von den Feiern am 9. November in München hth. Malta einst und seht Em Heilebrief von Or. Hritr Zessel Malta ist zweifellos eine der interessantesten Inseln des Mittelmeeres. Seine strategische Lage ist in allen Jahrhunderten von der größten Bedeutung gewesen. Nicht umsonst haben die Völker des Morgen- und Abendlandes dieses Eiland so heftig um- kämpft. Die ersten Bewohner waren vermutlich die Phönizier. Allem Anschein nach haben dann die Griechen bei ihrer Kolonisation des Mittelmeeres von dieser Insel Besitz ergriffen. Sie wurden um 550 von den Karthagern abgelöst, als diese im Begriff waren, ihre Mittelmeerherrschaft aufzurichten In der großen Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago eroberten die Römer diese für sie wichtige Insel und behaupteten sie bis zum Jahre 870 nach Christus. Dann folgte die Sturmwelle der Araber, van der Südeuropa betroffen wurde. Diese waren 200 Jahre die Herren des Landes, bis sie 1090 von dem Normannenherzog Roger besiegt wurden. Als der Ritterorden der Johanniter auf Rhodos den vordringenden Türken nicht länger standhalten konnte, räumte Kaiser Karl V. dem Orden die Maltagruppe ein Am 26. Oktober 1530 landete hier der Großmeister mit seinen Rittern und 4000 Ausgewiesenen. Malta wurde im 16. Jahrhundert zum Bollwerk gegen den türkischen Halbmond. Jeder Großmeister begründete seinen Ruhm darauf, daß er die Befestigungen mehr und mehr ausbaute. 268 Jahre vermochten die Johanniter sich auf dieser Insel zu halten. Das Schicksal wollte es, daß der erste deutsche Großmeister, Ferdinand von Hompesch, zugleich der letzte des Ordens war. Im Verlaufe der letzten Jahrzehnte ihres selbständigen Dasems waren diese einst so stolzen und traditionsbewußten Ritter stark degeneriert. Ebenso wie der Deutsche Ritterorden vor mehreren Jahrhunderten ergaben auch die Johanniter sich dem Trunk und dem Spiel, nachdem sie den eigentlichen Inhalt ihrer Lebensaufgabe verloren hatten. Ferdinand von Hompesch hatte ein schweres Erbe angetreten, da viele seiner Ritter mit dem Keim der französischen Revolution infiziert waren. Als Bonaparte auf seinem Wege nach Aegypten mit einer Flotte von 41 Schissen vor Malta erschien, gelangte die Insel durch Verrat in seine Hände, allerdings ohne daß der Großmeister seine Unterschrift zur Uebergabe gegeben hatte. Da Bonaparte in Geldverlegenheit war, wurden viele Edelsteine mitgenommen. Gold und Silber zu Barren eingeschmolzen und auf sein Flaggschiff „Orient" gebracht. Der Franzose sollte sich dieses Raubes aber nicht lange erfreuen. Das Flaggschiff wurde samt den großen Schätzen in der Schlacht bei Abukir, wo die französische Flotte von Nelson vernichtend geschlagen wurde, versenkt. Noch heute ruht dieses Gold auf dem Meeresboden. Der nächste Besitzer dieser Insel war England. Die Franzosen wurden ausgehungert und mußten sich im September des Jahres 1800 ergeben. Für die Engländer ist Malta ein wichtiger Stützpunkt auf ihrem Wege nach Indien. Im Jahre 1801 bestimmte das Londoner Parlament, daß Malta fortan nicht mehr zu Afrika, sondern zu Europa gehören sollte Im 19 Jahrhundert hatte Malta seine große strategische Bedeutung. Es war nicht nur ein wichtiger Stützpunkt auf dem Wege durch das Mittelmeer, sondern auch eine willkommene Station, um Kohlen einzunehmen. Darum hat England auch die Befestigungen des Hafens erneuert. Aber heute? Die ^ugroaffe ift in diesem nnhrhunh<*rt immer mehr in den Vordergrund gerückt. Einst als uneinnehmbar geltende Punkte haben ihren Wert verloren. In diesem Jahre veranstaltete die englische Admiralität ein großes Luftmanöver, sicherlich in Anlehnung an das gespannte Verhältnis zwischen Großbritannien und Italien infolge des Abessinien- Krieges. Es konnte kein einziges Kriegsschiff im Hafen bleiben, wenn es nicht Gefahr laufen wollte, von Bombenflugzeugen versenkt zu werden. Die englische Admiralität kam zu der Erkenntnis, daß man die Meeresstraße zwischen Sizilien und Nordafrika im Kriegsfälle nicht mehr offen halten könnte, da der Flugweg von beiden Küsten aus außerordentlich kurz sei. Die prächtigen Naturhäfen von La Valetta sind für heutige Begriffe ausgesprochene Mausefallen. Nähert man sich der Insel mit dem Schiss, so erkennt man fünf Inseln, von denen Malta die größte ist. Es sind Karsthochflächen, die einsam aus dem Meere hervorragen. Man hat von fern den Eindruck, als ob diese Inseln ohne jede Vegetation seien, da Bäume wegen der häufigen Stürme nicht frei wachsen können. Die Insel kann ihre Einwohner (200 000, dazu 1100 Mann englisches Militär) auch nicht allein ernähren. Obgleich hier Korn, Kartoffeln, Baumwolle und Gemüse wachsen, ist doch eine große Einfuhr nötig. Felder und Gärten, die dem Boden in saurer Arbeit abgerungen sind, müssen der Sturmgefahr wegen mit höhen Mauern umgeben werden. Hinzu kommt, daß ein großer Teil der Insel in Händen der Kirche ist und die Bevölkerung somit keine Möglichkeit hat, sich aus- zudehnen. Viele haben schon zum Wanderstab greifen müssen, weil für sie fein Brot vorhanden war. Aber diese Ausgewanderten hängen mit großer Liebe an der oben Scholle ihres Geburtslandes und senden Geld aus der Fremde, um den Zurückgebliebenen das Los zu erleichtern Die Bevölkerung ist streng katholisch und nimmt es mit ihrem Glauben sehr ernst. Prunkvolle Kirchen zeugen von ihrer Ehrfurcht Die Kleidung der Einwohner hat sich ganz den europäischen Verhältnissen angepaßt Von der alten Volkstracht finden wir nur noch die Faldetta vor. Sie bildet den Schmuck vieler Frauen. Es ist ein großer schwarzer Ueberwurf mit einer gesteiften Kapuze, die gegen den starken Wind schützen soll — Die frühere Sprache der Eingeborenen m-'irhf nnfl^mm ib von der der Kulturnationen. Sie hat keine Schrift- svrache entwickelt Im Jahre 1790 hat ein Landesfremder den ersten Versuch unternommen, eine Grammatik der maltesischen Sprache >u verfassen. Erst zur Zeit der englischen Herrsch-iss tmirhori B"ich"r ’n m^t-sircher Sprache gebri1 "l ^eut?' d ch scheint die Sprache langsam auszusterben. Jeder Eingeborene ist nämlich gezwungen, vom 9. Lebensjahre an in der Schule Englisch zu lernen. König Eduard besucht die Aotstandsgebiete von Süd-Wales oer« tetDigen, wohl aber dieses Hochland, das praktisch nur durch die Lücke oon Soekaboemi, dem G e» burtsortoon L i l Dagooer, zu erreichen ist. Zehn Minuten nach Tjimahi erreicht der Zug Javas jüngste Großstadt: B a n d o e n g. Als ich im Auto den Dagoweg hinauffahre, knöpfe ich unwillkürlich meinen Tropenanzug fester. Mich fröstelt. Äm Badezimmer finde ich später einen Warrn- wasserosen oor und' es ist ein für den Europäer zu Hause kaum zu beschreibendes Gefühl, als ich dann noch in einen Wollanzug schlüpfen kann, warmen Tee trinke und mit einem Male das lähmende Gefühl der Hitze aus der Ebene verliere. Spät abends beim Schlafengehen steht mir noch eine Ueberraschung bevor: Ich vermisse jetzt erst die Moskitonetze, hinter denen man da unten immer einzelnen von uns und machte jeden durch ihr Singen aus weiß wölkendem Munde froh und lebenswillig. Währenddessen aber hatte sich der alte Norberg still beiseitegeschlichen und war unter dem Wacholderstrauch eingeschlafen. Wenige Stunden später tat er in den Armen seines Sohnes den letzten Atemzug. Es war ein unsäglich erschütterndes Bild. Elin hörte auf zu singen, aber der Klang ihrer Stimme blieb uns in den Ohren, unsere Lebensgeister waren entfacht, wir wanderten noch einige Stunden und begriffen kaum das große Wunder, daß wir bann von einem Lotsendampfer aufgefunden wurden." Kord schwieg. Er nahm den letzten kalten Schluck aus seiner Tasse und sog an der erloschenen Zigarre. Nach einer langen Pause fragte ich etwas verworren und unbedacht: „Und ihr hast du bas Kind genommen?" Korb sah mich groß an: „Elin Pihlava hat sich auf ber Bästervik-Schäre durch ihr Singen ben Tob geholt. Drei Jahre später starb sie an ber Schwinbsucht im Söberby-Kranken- haus in Stockholm. Ich erfuhr davon burch ben jungen Norberg, mit dem ich in Verbindung blieb, unb habe mich bann um die Aboption ihres Sohnes bemüht." Er sprach sachlich, leise, fast mieber ein wenig abroefenb. Jürgen saß in sich versunken da, sichtlich erchüttert unb mit sich uneins. Mir war über Korbs Erzählung unser Streit ganz aus bem Sinn gekommen. Wir schwiegen lange in bie auffommenbe Dämmerung unb brachen nach ein paar belanglosen Worten auf. Korb verabschiebete sich sogleich. Jürgen begleitete mich ein Stück. Das einzige, was er sagte, bevor wir uns trennten, mar: „So eine — ja!" Mas jüngste Großstadt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) XII. Banboeng, im Oktober 1936. Besinnliche Weltreise Von unserem E.M.-Korrespondenien. mieber einen oerzmeifelten Kampf gegen bie sich raffiniert einschleichenden Blutsauger fuhrt. Banboeng hat bank biefer Umftänbe bei mir sofort mieber feinen alten Krebit. Wie sehr bie Stabt es auch bei anberen Europäern hat, sehe ich am nächsten Morgen als ich burch bie Villenviertel Lembangs, Dagos unb ber Riouxstraat gehe. Weißhaarige Männer unb Matronen kommen mir entgegen. Sie alle mußten weit über 70 sein. Die straffe Haltung ber alten Herren verrät beutlich bie pensionierten Militärs. Es ist barunter auch so mancher Deutscher, ber hier feinen ßebensabenb verbringt. Sie alle haben bie Legende vom tödlichen Tropenklima zerstört. Dor einigen Jahrzehnten war die Stadt noch ein Kampong, ein Malayendorf, dessen dicke Nebel der größte Feind aller Kinder war. Holländische Tatkraft hat aber aus den Wäldern unb Sawahs, Reisfelbern, eine moberne Großstabt von 250 000 Einwohnern, barunter mehr als 20 000 Europäer, geschaffen. Es hätte nicht viel gefehlt und Bandoeng wäre überhaupt Residenz des niederländischen Besitzes am Rande der Südsee ge- worden. Die Pläne für bie Ueberfieblung aller Ministerien aus Batavia waren bereits fertig. Die Krise ließ alles mieber einschlafen. Geblieben sind nur bie Departements van Orlog unb van Verkehr en Waterstraat. riesige Gebäude mit unzähliaen An- gestellten aller Rassen Diese verhinberte Resibenzwerbung hat aber Banboengs Lebenswillen nicht unterbunben. Wenn man über ben Grooten Postweg, ben Bragaweg unb ben Aloen-Aloen geht, ist man immer mieber über ben Betrieb erstaunt. In langen Reihen stauen sich bie Autos Demmos, eigentümlich von hinten zu besteigende Kleintaxis, unb Sabos, zmeiräbnge Pferdedroschken, vor ben Verkehrsampeln unb ihren braunen Polizisten. Ich habe mehr Sorgfalt beim Ueberqueren ber Straßen beachtet als in Berlin unb mußte auch länger warten als bort. Große ßäben umrahmen bie Straßen unb in bem größten Textilgeschäft ber Stabt, bem natürlich chinesischen To ko be Zoon, sah ich bie herrlichsten Seibenstoffe in einer Auswahl, bie man in Deutschland nirgends findet. Die Preise würden unsere Hausfrau vor Neid erblassen lassen. Neben den Textilgeschäften findet man häufig gleich bie chinesischen Juweliere. Die Ebelsteine der Welt scheinen sie zusammen- L o n b o n, 20. Nov. (DNB.) Der zweitägige Besuch König Eduards in dem Notstandsgebiet von Sübwales hat überall Bewunberung für bie sozialen Bemühungen bes Monarchen hervorgerufen. Der König unterhielt sich eingehenb mit vielen Arbeitslosen über ihre Lage unb ließ sich genaue Auskünfte von ihnen geben. In einem Schreiben an bie Lorbleutnants oon Glamorgan unb Monmouthshire forberte er bie Bevölkerung auf, ben Mut nicht zu verlieren unb versichert zu fein, baß ihre Schwierigkeiten nicht in Vergessenheit geraten würben. Dor seiner Rückreise nach Lonbon hatte Jahren, als bie Plantagen bis zu 200 v. H. Dioi- benbe ausmarfen. Wenn am Morgen Frühlingswinb weht, ber Mittag Sommer unb ber Abenb linbe Herbstluft bringt, ist man allzu leicht geneigt, zu vergessen, baß man sich in ben Tropen befinbet. Allzu rasch gewöhnt man sich an bie Königspalme, ben Sursack, bie Kokoskalme, bie melonenartige Papaja, bie Apfelsine, ben violetten Bougainville, ben Bambus, ben feuerroten Kemdang Sepatu unb an bas, was bie Tropen noch an Vegetation erbacht Haden. Was es aber sonst noch gibt, Tiere unb Krankheiten, bas kommt immer plötzlich. Ich war gerabe am Geburtstage ber Königin in Banboeng. Es würben aus biefem Anlaß in ber Zeitung auch bie Orbensoerleihungen veröffentlicht. Unter ben wenigen ganz befonbers ausgezeichneten Männern befanb sich auch Professor Otten vom Pasteurinstttut Banboeng. Es war ihm gelungen, ein Serum gegen Pest zu finben, eine für bie Stabt unschätzbare Tatsache. Vor einem Jahrzehnt ist nämlich hier in bas kühle Klima, wohin sie immer zieht, aus bem Osten d i e Pestra11e eingeroanbert. Ungezählte Tausende sind ihr zum Opfer gefallen. Noch für das Jahr 1935 gibt man eine Ziffer oon 8000 an, während Pessimisten von 40 000 reden. Mühselige Kleinarbeit war notwendig, um bas Schlimmste zu oer- Hinbern, stellenweise gegen ben Wiberstand ber Sunbanesen, bie ihre Lebensgewohnheiten umstellen mußten. Biliks, Doppelwänbe aus Bambus- geflecht, würben verboten. Volle Rohre bürfen nicht berg mit feinen durchnäßten Kleibern. Außer Elin, tn ber eine unzerstörbare Hoffnung zu leben schien 77 gmg mir burch ben Kopf, baß vielleicht nur bie Sehnsucht zu ihrem Kinbe ihr biese Kraft gab — waren wir alle tief erschöpft unb niedergeschla- gen. Gleichwohl gewann nach wenigen Minuten, ohne unser Zutun, eine ungeahnte Zähigkeit bes Lebenswillens Macht über uns. Wir wanderten bis tief in bie Nacht hinein, schlugen mit ben Armen um unseren Körper unb umarmten uns gegen* jeihg. Gegen Morgen jeboch würben einzelne von jäher Mattigkeit befallen, sie setzten sich, sprangen aber erschauernb mieber auf, als sie fühlten, baß ihre Kleiber steif mürben unb festfroren. 2n diesem entscheibenben Augenblick geschah es, Pihlaoa anfing zu fingen. Ich argwöhnte Idjon einen unheilvollen Trug meiner Sinne, als "h e? fyörte unb sah. Eine in biefer Lage unaus« oenkliche Verzückung ging von bem Mäbchen aus. e !°nft unauffällig blaß, mager, ja unschön mime, erschien uns allen verklärt wie eine Heilige. Mit völlig entspanntem Gesicht fang sie Dolkslieber, Gassenhauer, Marschlieber, Kinberweisen, alles, mas ipr einfiel, unb ich glaube heute, baß ihr viel mehr einfiel, als sie je im Leben hatte fingen können, toie wuchs über sich selbst hinaus. Ihr Gesang klang trotz ber lustigen Weisen schauerlich in dieser cqigen (iinöbe unb vor bem unheimlichen Branden bes Meeres, unb boch zugleich süß wie das Lieb eines Vogels im Märzechchnee. Unb als Vater Nor- berg mit sckmerzlichem Lächeln erklärte, er sei am Ende mit seiner Kraft, er wolle nichts mehr als schlafen, ba nahm sie ihn am Arm unb manberte nngenb mit ihm unb hielt ihn aufrecht. Dann, als ber Kapitän etwas erholt schien, nahm sie jeden getragen zu haben, wovon bem Fremben bie Arbeiten aus Jabe, Bergkristall, Lavislazuli, Rosenquarz, Elfenbein am meisten auffallen. Auch am Abenb herrscht in ben Straßen unverminderter Verkehr. Dann ist bie Zeit bes Sunbanesen gekommen. Vor ben beiben großen Hotels promenieren farbenprächtig aekleibete Frauen unb stolze junge Männer in weiß. Sie alle find viel heller als bie mitunter tiefbraunen Javaner. Ein graziöses Volk, wenn es lachenb mit einem „Duka", ja, ober „Nie", nein, auf ben Bürgersteigen vorbei- zieht. Es trägt feine Leichtlebigkeit im Gesicht. Eine übereifrige Behörbe hat einmal festgestellt, baß in einem Bezirk Preangers 3500 Eheschließungen mehr als 5000 Scheibungen gegenüberstehen. Aber bas besaß nur akabemisches Interesse, denn ber Koran gestattet es unb minbeftens in biefer Beziehung ist ber Sundanese strenggläubig. Ja, wovon lebt benn biefes Banboeng? Dahinter bin ich auf meinen Ausflügen in bie Umgebung sehr schnell gekommen, als ich mit bem Auto bis auf bie Spitze ber Vulkane Papanbajan unb Tankoebanprahoe fuhr. Ueberall, soweit bas Auge reicht, stehen hier Tee unb Chinabäume. Preanger liefert 95 v. H. ber Chinarinbe auf ber Welt. Die Stecklinge wurden einstmals von einem deutschen Botaniker von ben Hochebenen Sübamerikas geholt. Man hat ihm, Jung- huhn, auf ßembang bafür ein Denkmal errichtet. Außerbem ist Preanger auch eines ber größten Teezentren ber Erbe. Davon lebt Banboeng, wenn auch lange nicht mehr so gut wie oor zehn ber König noch einmal eine eingehende Aussprache mit den Ministern unb Sachverständigen. Der königliche Besuch hat ohne Zweifel bie Wirkung ausaelöft, daß die Regierung energische Maßnahmen zur Abhilfe ber Notlage in Sübwales unb anberen britischen Elendsgebieten treffen wird. So beschäftigt man sich mit Plänen für die Errichtung neuer Jnbustrien und für eine staatliche Unter st ützung ber Kohlenausfuhren aus Südwales. — (Scherl Dttderdienst-M.) Mit rafenber Gefchwinbigkeit burcheilt ber Schnell- Zug erst bie Vororte und bann bie Ebene von Batavia nach Norbosten. Es ist einer der „Dlugge Vier", ber bie Hauptstabt mit feinem natürlichen Hinterlanb, ber Hochebene von Preanger, oerbinbet. Bei Poewakarta beginnt er mehr unb mehr zu fteiaen. Auf riesenhohen Brücken, unter unenblichen Schleifen burchbricht ber Zug, langsam auf fajt 800 Meter fteigenb, ein wilb- zerrissenes Berglanb, bas Urbilb vulkanischer Zer- ftörungsrout. Trotzbem braucht man für bie gesamte Strecke von 180 Kilometer weniger als brei Stunden, bie Hälfte bes Weges bavon in ber Ebene. Eine erstaunliche ßeiftung, wenn man bebenft, baß es sich um unternormale Spurweiten hanbelt unb ber Verkehr meiste von Malayen geregelt wirb. Als ich am frühen Abenb meinem Ziel näher komme, liegt bie Hochebene im Mondlicht. Einige Offiziere in meinem Abteil machen sich bereit zum Slusfteigen Wir nähern uns Tjimahi, bem Döbentz Javas. Das zeigt auch ber Bahnhof, ben wir wenige Minuten später erreichen. Uniformen, wohin man auch sieht, unb als ich im Monblicht bie bis zu 3000 Meter hohen Berge ringsum sehe, verstehe ich biefes Döberitz auch: Die weiten Küsten Javas lassen sich mit geringen Mitteln nicht teibigen, wohl aber biefes Hochlanb, bas pro & Gießener Gtabttheater. Engelbert Humperdinck: „Hänsel und Gretel". Siegmunb von Hausegger hat uns ein Gespräch überliefert, in bem Richard Wagner Alexander Ritter, dem Schöpfer der Märchenoper „Der faule Hans", bie Ziele bes zukünftigen Opernschaffens vorzeichnete: „Daß bie jungen Komponisten heutzutage weder würben in den Stil der alten Oper zurückkehren dürfen, ohne sich lächerlich zu machen, noch etwa nach den gewaltigen Stoffen des germanischen Heldenmythos greifen könnten, ohne in Nachahmung seiner Werke zu verfallen. Es ruhe aber noch ein reicher ungesehener Schatz im kleineren Jdeenkreise der Sage, des Märchens und der ßegenöe, der Gelegenheit böte, auf enge» rem Gebiete auch nach ihm Neues zu schaffen." Diese Anregung Wagners hatte sowohl bei Alercm- ber Ritter als auch bei seinem eigenen Sohne Siegfried Beachtung gefunden, in idealstem Sinne verwirklichte aber diesen Gedanken Engelbert Humperdinck. Ja, fein Märchenspiel „Hänsel unb Gretel" hat alle bie anberen Märchenopern mit seinem Ruhm überschattet und in ber Fülle feiner Erfinbungskraft unb ber anmutig vertiefenden Musik ein kaum zu wieberholenbes Beispiel gegeben. Humperbinck hatte die letzte ßebenszeit bes Bayreuther Meisters in engster Fühlung mit ihm verlebt: er war ihm bei ber Abschrift der Original« partitur des „Parsival" behilflich gewesen unb hatte bei ber Uraufführung biefes Bühnenweihfestspieles wertvolle Dienste geleistet: u a. hatte er die Der- wanblungsmusik, bie in ihrer originalen Form für ben Ablauf ber Wanbeldekoratton nicht ausreichte, um einige Takte ergänzt. Er war so zum treuen Hüter bes Bayreuther Erbes geworben Das burch feine innere Größe überwiegende Wagnersche ßebenswerk lastete wie ein lähmendes Hemmnis auf dem Schaffen der Epigonen-Genera- tion. Dazu kam, daß in der Zeit nach Wagners Tode die ßiteratur dem Naturalismus sich zugewandt hatte; auf der Opernbühne hatten Anfang ber neunziger Jahre Mascagni unb ß e o n = cavallo Das Felb mit ihrem Verismus erobert. In biese geistige Sphäre trat plötzlich „Hänsel unb Gretel" unb siegte. Ursprünglich war biefes Werk nicht für bie Bühne gebucht gewesen: Humperbincks Schwester Abelheid JßcHe bie Gattin bes Schriftstellers Hermann Wette, hatte bie Verse für eine häusliche Aufführung entworfen, unb ber finberfinnige Engelbert Humperbinck hatte biefen ein musikalisches Gewanb gegeben. Das Märchenspiel wuchs sich immer mehr aus, unb bei einem Besuch im Hause Humperbinck ZU Frankfurt wirkte Hugo Wolf auf Humperbinck ein, an Stelle ber ursprünglich geplanten einzelnen Musikstücke boch bas ganze Werk burchzukompo- nieren. Gelegentlich ber Gothaer Festspiele legte Humperdinck bie fertige Partitur maßgebenden Persönlichkeiten vor: sie wurde für wenig geeignet befunden. Als er dann weiterhin aufgeforbert wurde, für bie Münchener Tonkünstlerversammlung einen Beitrag zu liefern, ba sandte er die Engelpantomime aus „Hänsel und Gretel" ein mit dem Erfolg, daß München sich die Uraufführung der Märchenoper sicherte. Auch Richard Strauß lernte das Werk kennen: er setzte es durch, in Weimar am 23. Dezember 1893 die Uraufführung zu bringen, ba in München burch Darstellererkrankung eine Verzögerung eingetreten war. Mit Begeisterung schreibt er dem Komponisten: „Wahrlich, es ist ein Meisterwerk erster Güte: bas ist mieber seit langer Zeit etwas, was mir imponiert hat. Welch herzerfrischender Humor, welch köstlich naive Melobik, welche Kunst unb Feinheit in ber Behanblung bes Orchesters, welch blühende Erfindung, welch prachtvolle Polyphonie und alles originell, neu und so echt deutsch. Mein lieber Freund, du bist ein großer Meister, der den lieben Deutschen ein Werk beschert, bas sie kaum verbienen, aber trotzbem hoffentlich recht halb in seiner ganzen Bedeutung zu würdigen wissen werden." Mit einem Schlage eroberte nun das Märchen- spiel bie ganze Welt, allein in elf Sprachen ist es übersetzt worben Solch beispielloser Siegeslauf wäre dieser Oper niemals beschieden gewesen, wenn sie nur unter dem Zeichen ber Wagner-Nachfolge geftanben hätte. Was jene Werke bes Verismus unb Naturalismus in ben Vorbergrunb bes Interesses gestellt hatte, war einmal die Nähe zum Volksleben unb bie Wendung zum Alltäglichen So geht auch Humperbincks Oper über ben Kreis bes Märchengebundenen hinaus. Die Schilberung ber Not bes elterlichen Hauses im ersten Akte entbehrt ben Realismus nicht unb hebt somit ben Kontrast zur Märchensphäre. Dann aber gelingt es Humperdinck, sich von dem Opernpathos zu lösen unb in ber Schlichtheit ber Tonsprache sich äußerst bem Volkslieb zu nähern. Ja, er trifft in seiner Melobik so genau ben Ton bes Volksliebes, baß es Stimmen gab, bie ben Erfolg ber Oper nur ben verarbeiteten Volksliebern zuschreiben wollten. In Wirklichkeit hat er nur zwei originale Volksweisen aufgenommen: „Ein Männlein steht im Walde" unb „Suse, liebe Suse". All bie vielen, uns so ursprünglich anmutenben Melodien sind Humperdincks eigene Gabe, und gerabe diese Beurteiler sprechen unbewußt angesichts dieser Tatsache damit Humperdincks Erfinduna das größte ßob aus. Allerdings, wie er das melodische Gut mit liebevoller, ja bewunderungswürdiger Kleinarbeit thematisch verarbeitet und ineinanderfügt und in der Farbigkeit des instrumentalen Gewandes zu immer neuem Eigenwert erhebt, bas ist ein Reiz, bem sich keiner entziehen kann. In unerschöpflichen Kombinationen verbindet er bie Themen, unb in bem Knusperwalzer baut er beispielsweise vier verschiedene Gruppen zum gleichzeitigen Erklingen übereinander. Diese so überreich über das Werk ausgegossene künstlerische Arbeit erscheint bem Hörer dennoch so einaängig, weil er sie im Rahmen ber ihm von frühesten Kinbertagen her geläufigen Märchen- hanblung erlebt, unb alles Interesse kann sich ganz auf bas Ausnehmen ber vielfältigen Stimmungen konzentrieren. Der Walb mit seinem Raunen, im Spiegel bes Erfassens burch bie gläubige Kinber- feele, bie Weihe der Nacht, bas Sandmännchen, der Abendsegen, der Befreiungsjubel lassen selbst dem durch bas ßeben hartgewordenen Erwachsenen ein Stück der eigenen Kindheit wieder wachwerden. So erschließt Humperdinck in Einmaligkeit bas Fühlen bes Kinbergemütes unb bie ewig junge Welt des deutschen Märchens Die gestrige Aufführung ließ alle bestimmenden Faktoren: Darsteller unb Orchester, Bühnenbilb unb Beleuchtung unter bewußter Spielleitung Paul W r e b e s zu einheitlichem Wollen zusammenstreben unb so bie Märchenwelt in ihrer naiven Kindlichkeit unmittelbar werden, frei von jedem Zug aufdringlicher Theaterhaftigkeit, getragen oon dem Ernst der Verantwortlichkeit bem Werk gegenüber. Eine er* quirfenbe Natürlichkeit verlieh bem Ganzen lebendigen Impuls, ausschwingenb in bem unwibersteh- lichen Reiz ber Einzelstimmungen. Der Anteil bes Orchesters ist gerabe in biefer Oper bestimmenb. Angesichts ber verhältnismäßig starken Instrumentierung hätte von vornherein viel mehr auf bynamische Abstufungen, namentlich in ben schwächeren Graben, hingearbeitet werben müssen nicht zuletzt mit Rücksicht auf bie Tragkraft ber Ge-' fangsftimmen. Kapellmeister Hampel war für ben vorgesehenen ßeifer, ber durch Krankheit verhindert wurde, eingesprungen. Er traf mit sicherer Hand das Wesentliche der musikalischen Entwicklung, arbeitete bas Plastische im Thematischen ebenso heraus, wie er jebem Einzelinstrument in seinem inbivibuellen Wesen volle Entfaltung gewährte. Er schöpfte so bie symphonischen, lyrischen Episoben in gleicher Weise aus, wie er ber fpannenben Dramatik ihr Gewicht gab unb charakteristische Szenen musikalisch abprägte. Ein Geschwisterpaar voll inniger Besorgtheit für- einanber im vollen Auskosten bes Kindheitsfrohseins wie im Erschauern schlichter Gläubigkeit, einanber helfenb in ihrer Angst: bas waren Hildegard Jach ° now als Hänsel unb Friebel Fornallaz als Gretel. Beibe konnten frohlocken, jubeln, ganz bem kinblichen Unbekümmertsein sich ergeben in anspre- chenber Natürlichkeit, ohne gewollten Zwang; blut» volle Kinder voll Herzlichkeit. Köstlich in der gewinnenden Frische ihres Singens, musikalisch fein aufeinander abgestimmt, ja, im edlen Wettstreit einer ben anbern fast überbietenb an Schönheit bes Klanges unb Ausgeglichenheit ber musikalischen Durchbringung. Bestrickenb, ja bämonisch unheimlich, tn jeber Gebärbe bas Schleichende, Berechnende, Heirn- tückische durchblicken lassend, so stellte Paulus Kue n bie Hexe bar, ber, abweichenb von bem üblichen Brauch, als Männerstimme biese Rolle gab. Daburch würben manche Züge noch bringlicher, unb unterstützt burch bie burchschlaqenbe ' Kraft stimmlichen Timbres, bas sich in machtvollen Ak- Zenten ausstrahlte, bannte er mit brarnatischer Wucht. Die Eltern waren in feiner Gegensätzlichkeit zueinander geprägt. Gustav Bley als Vater mar außerordentlich lebhaft im Spiel, von ganz besonders bestimmter Note, ebenso wie er bas Gesang- liche überaus typisch mit voller Beherrschung der Ausdrucksmittel darstellte. Maria Perry als ge- strenge Mutter entsprach den schauspielerischen Be- Dingungen ebenso, wie sie bie musikalischen Anfor- berungen voll erfüllte. Don befonberer Wirkung burch bie ßidjtführung (R- Konen) waren bie Erscheinungen des Sand- Männchens und Taumännchens. Anne E1 g g und 2Inne Iü 1 fs fangen dazu mit Geschick hinter Der Szene Die Engelpantomime war sorgsam abge» stimmt, voll gefangennehmendem Schauer in wohlerwogener Anordnung baute sich das Bild auf Solchen Eindrücken konnten sich die Hörer nicht entziehen. Spontan ausbrechender Beifall, verschiedentlich auf offener Szene, zeugte für wohlverdiente Anerkennung und Dankesverpflichtung. Dr. Hg. WujaSr&schiqtel Das große Fachgeschäf t für Damen- und Pelzkleidung Frankfurt am Main. Zeil 109 00 V.H. Divi' stage bet n aus tiefem -Verleihungen nz blonder- xud) Pcvsesivr ng. Es war ^eft zu jinder, Tatsache. An in das kühlem Osten di! ihlte laufende für das Zahr ) an, während ihselige Klein« mmste zu oer« Werstand der iheiten umstel« aus Bambus« re dürfen nicht ■«% litt ««' u fify licklung, arbei« -benfo heraus, n individuellen schöpfte jo die gleicher Weise f ihr Gewicht ifd) abprägte. 'orgtheit für- eitsfrohseins >it, einander gard Jach- ,aUaz als n, ganz dem in in * ^wang: blu-' in der gew°' isch sein au* ettstreit einer chönhelt musikalische" weht, der Mit« irbstlust bringt, 'ssen, daß man lllzu rasch ge« e, den Suchch Papaja, die , den Bambus, d an das, was ht haben. Was rantljeiten, das ch in l'edel nde, S-'E »te ,b von d« liefe 5>" i dringliche ' 'ende Kl° t htoollen A drawatlsche^ cs arängen. Der & Wirkung 'scheMaß. Silage in Elendggebieten 9 Mt Plänen ustrien und S oer Koh. (Scherl Neues für den Büchertisch kein alltägliches Ding zu gerin; nem Künstlerauge als Dorwurf Wir sehen die riesenhaften Fi liehen sanitären Anlagen, Ki talent geschildert, das trübte Freude erlebt. Zweikamps nm Deutschland Die führende natnrknndliche Monatsschrlftl sabriken mit vorbild- irankenanstalten und Unseren ausführlichen Prospekt i Sie kostenlos und unver- paradiesische Zustande herrschen müssen, geht aus einem von dem Sohn eines Priesters verfaßten Schreiben an die sowjetrussische Zeitung „Jsweftija" hervor, in dem es u. a. heißt: „Mein Vater bleibt nicht mehr Geistlicher. Die Kinder von Geistlichen haben die Pflicht, sich dafür einzusetzen, daß die Eltern ihre religiöse Betätigung einstellen." Mit anderen Worten: Wenn die Eltern, denen in Jot» cher Weise zugesetzt wird, nicht parieren, werden sie von ihren eigenen Kindern kaltherzig aus einer Welt befördert, in der es keinen Gott mehr geben darf. geringfügig war, um fei- -----f zu dienen. —e. verwendet werden, um den Ratten die Ristmoglich- leiten zu nehmen. Jetzt werden nun 2 Millionen Menschen mit dem neuen Serum geimpft. Alles hofft, daß die Gefahr damit behoben ist, von der allerdings nur selten ein Europäer betroffen wird, weil er durch Sauberkeit im Haus und am Körper jene gefährlichen dreißig Flohstiche verhindert, die für die Uebertragung der Krankheit notwendig find. „Oer Naturforscher" S Ä w. Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naiurwissenschasten und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgegebcn von Oberstudienrat Dr.5t.GRdn und Prof. Dr. W. Schoenichen. ,Oer Naturforscher' unterrichtet fortlaufend tn Bild und Dort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen auS allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. <$r ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberstächltchen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. Diertelsährlicher Bezugspreis: 0.230.- Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. — Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen. Hugo Bermühler Verlag/Berlin-Lichierfelde „Prinz Lugen, der edle Mer — Robert Hohlbaum: Zweikampf um Deutschland. Roman. Preis in Leinen geb. 6.— RM. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. — (370) — Robert Hohlbaum, der österreichische Dichter will uns den seelischen Konflikt nahebringen, den das deutsche Volk in Oesterreich durchzufechten hatte, bis es im Zweikampf um Deutschland die Partie aufgab. Er tut es mit soviel Verständnis und heimlicher Hochachtung für den so ganz anders gearteten preußischen Geist, daß sein Roman über der Erkenntnis bedeutsamer geschichtlicher Zusammenhänge hinaus der Erziehung zu großdeutschem Denken dienen wird. Drei junge Wiener Studenten erleben auf sehr verschiedene Weise den Zusammenbruch der Revolution des Jahres 1848. Der eine fällt zurück in das gefahrlose Leben eines geschäftstüchtigen Bürgers, der ungern an die „Jugendeselei" der Revolutionstage erinnert wird und schnell Anschluß findet an die jüdische Hochfinanz, die keine nationaldeutschen Skrupel hindert, überall dort den Rahm abzuschöp- jen, wo sich ihr Gelegenheit dazu bietet. Der andere beharrt in wildem Trotz bei seinen revolutionären Idealen und zerbricht in den Kasematten des Spielberg. Der dritte, dessen Lebensweg das Rückgrat des Romans ist, läßt sich einreihen in die österreichische Armee, die in Oberitalien den Habs- Wir finanzieren Ihr Eigenheim lösen Ihre drückenden Zinshgpotheken ab, geben Geld zum Laustauf. Erwerben Sie einen Baufparbriej der Bauwiftrins Aktiengesellschaft Bremen» Wachtsir. 27/29 Baumappe mH 40 Eigenheim I prßQtfAn abblldungen und Beschreibung I clx :l ä, < < , , i- rm *ut6aik^.4OP(9.8«*J buMch. Schreiben Sie noch tyaxkA — Paul Ernst: „Das Kaiser bu ch." Volksausgabe in drei Bänden. Preis jedes Bandes in Leinen gebunden 8,50 Mark. Band 3: Die Schwabenkaiser. Alle drei Bände (Band 1: Die Sachsenkaiser; Band 2: Die Frankenkaiser; Band 3: Die Schwabenkaiser) in Geschenkkassette 24 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (474.) — Die Idee des mittelalterlichen deutschen Kaisertums, von den Sachsenkaisern zuerst geschaut und verwirklicht, von den Frankenkaisern in harten Kämpfen aufs neue errungen, erlischt am Ende der Herrschaft der Schwabenkaiser, nachdem sie in dem Kaisertum Barbarossas ihre Kraft noch einmal strahlender und schöner denn je gezeigt fygt. Reich und tief sind die Gesänge, in denen Paul Ernst diesen Kaiser, seine Taten und Kämpfe und die Menschen seiner Zeit beschwört. Reben seiner heldenhaften Gestalt steht der mächtige Kanzler Rainald von Dassel, und dem Kaiser gegenüber der leidenschaftliche Herzog Heinrich der Löwe, aus schicksalhafter Notwendigkeit zu seinem Gegenspieler bestimmt. Schönheit und Würde von Kunst und ritterlichem Leben durchleuchten die Herrscherjahre Friedrichs I., dessen tragisches Ende wie eine gewaltige Erschütterung auch durch diese Dichtung Seht. Die neuerlichen Kämpfe mit dem Papst, die neinigkeiten im deutschen Land, die dunklen Anzeichen einer inneren Gärung und zuletzt die Herrschaft Friedrichs II. sind das Nachspiel des großen Werks. Sie zeigen, wie dieses Zeitalter glanzvoll, aber unaufhaltsam zu Ende geht. Dann endet die Dichtung, wie sie am Anfang des ersten Bandes begann, wieder im mythischen Bereich mit einer Vision der Kyfshäusersage von unheimlicher Größe. Häufiger als in den anderen Bänden sind hier deutende und sinnbildliche, bald ernste, bald heitere Märchen in die Dichtung eingefügt. Schärfer noch als bisher heben sich in diesem Band die großen Entscheidungen der damaligen Zeit heraus, noch leuchtender sind die Feste geschildert, noch eindringlicher die Menschen gezeichnet, noch bunter und bewegter die Umwelt von Volk und Land, in dem die großen Gestalten der Dichtung leben. — D i e Rose Feuerzauber. Roman von Paul Oskar Höcker. (Verlag Scherl, Berlin. Gbd. 3,80 Mark.) — 469. — Der bekannte und beliebte Romanschriftsteller führt in diesem Werk seine Leser zurück in die 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, mitten hinein in das damals mächtig aufstrebende Berlin, dessen Weg zur Weltstadt Höcker selbst mit- gegangen ist und miterlebt hat. Er läßt den Leser fesselnde Einblicke tun in das damalige Kleinbürgertum der Reichshauptstadt, aber auch in den Alltag untergraben, daß die Priester der russischen Kirche, wenn sie nicht Almosen empfingen, verhungern müßten und daß den bolschewistischen Machthabern kein Mittel zu gemein ist, um es im Kampf gegen die Religion nicht anzuwenden. Und welches Mittel wäre wohl niederträchtiger als das von dem „Komsomol", der kommunistischen Jugendorganisation, ganz systematisch benutzte, die „aufgeklärten" Kinder gegen die Eltern, die noch religiös sind, aufzuhetzen, d. h. eine Kontrolle des Familienlebens zu organisieren, die darauf hinausläuft, die Eltern „auf den rechten Weg zu lenken"! Was da für Neffen, Otto Nöldeke, übergeben, der es 1910 herausgab. Hans Balzer, der die vorliegende Neuausgabe veranstaltet hat, macht in feiner feinsinnigen, auch dem Charakter Wilhelm Buschs gerecht werdenden Einleitung darauf aufmerksam, daß aus der Anschauungsart der Volksmärchen, die für Wilhelm Busch eine zweite Welt geworden waren, sehr wesentliche Elemente auch die Bildergeschichten des Künstlers beeinflußt haben, daß z. B. die oft kritisierte Grausamkeit, mit der Busch die haarsträubendsten Foltermethoden erfindet und die gelassene Ruhe, mit der er die Geschöpfe seiner Phantasie oft auf grausigste Weise zu Tode kommen läßt, durchaus märchenhaft zu begreifen sind, als etwas ebenso Unwirkliches, wie die Märchen und Sagen selber, die wir ja auch als ein abseits unseres Verstandes liegendes Reich des Irrealen nur als grotesk, nicht aber als grausam empfinden. So rührt diese schöne Sammlung alten Volksguts an den Kern des Künstlertums Wilhelm Buschs. Und nicht minder offenbaren uns die vielen eingestreuten, aber nicht zum Text gehörenden Zeichnungen den Meister des Stiftes, dem der sog. großen Welt eines bedeutenden Berliner Unternehmerhauses. Zwei Pole stellt er also einander gegenüber, die Brücke von hüben nach drüben stellt ein junger Architekt dar. Das Ganze gruppiert sich um das Lebensschicksal zweier junger Menschenkinder, deren entscheidungsvolle Zeit völlig im Banne der großen Berliner Gewerbeausstellung von 1896 steht, und in deren Zeit des Sichkennen- lernens und Sichfindens die für die damalige Welt so sensationelle Züchtung einer zweifarbigen Rose, der Rose „Feuerzauber", weithin Aufsehen erregte. Alles das hat Höcker in seinem Roman so warmherzig, so feinempsindend und mit so meisterhafter Gestaltungskraft und seinem fesselnden Erzählertalent geschildert, daß man an dem Buche ungetrübte Freude erlebt. B. — Edwin Erich Dwinger: Und Gott schweigt... Bericht und Aufruf. Preis gebunden 2,40 Mark. Verlag Eugen Diederichs in Jena. — (397) — Dwinger war als deutscher Kriegsgefangener Zeuge jener entsetzlichen Tragödie, in die der Kampf „Zwischen Weiß und Rot" ausmündete und die so recht eigentlich die Geburtsstunde jenes Bolschewismus war, der heute über die Grenzen seines eigentlichen Ursprungslandes hinaus die ganze Welt für die Revolution reif zu machen sucht. In seinem jüngsten Buch macht Dwinger sich zum Sprachrohr für die Anklage eines jungen Deutschen, der einst vor drei Jahren als begeisterter Anhänger der kommunistischen Idee nach Sowjetrußland auswanderte, dort aber durch furchtbare Erlebnisse belehrt und durch unerschütterliche Tatsachen vom vollständigen Versagen der kommunistischen Ideologie in der Praxis überzeugt zum bewußten Kämpfer gegen den Bolschewismus geworden ist. Mit unserem Gewährsmann werden wir Augenzeugen des Alltagslebens im roten Moskau. Wir fahren dann mit der „Intourist" im Luxuszug durch das weite Land zu den Mammutwerken am Dnjepr. burgifchen Besitz gegen den aufflammenden italienischen Nationalismus und die ihn schützenden Franzosen verteidigt. Das seltsam spannungsreiche Leben in diesen österreichischen Garnisonen, die wie auf einem Vulkan inmitten einer Welle tödlichen Hasses eine innerlich schon verlorene Stellung behaupten müssen, wird von Hohlbaum in vielen Nuancen ungemein lebendig und fesselnd geschildert. Ein Ungar, ein Italiener, ein Deutscher, alles Offiziere in der k. u. k. Armee, werden in den schweren Gewissenskonflikt gestellt zwischen der Treue zu Staat und Herrscherhaus und der Treue zu ihrem Volk, das zur Befreiung der Nation aus den Fesseln eines überoölkischen Großstaates aufbricht. Der junge Wiener, der auf dem Schlachtfeld von Novara mit Leib und Seele in den Bann der großen Uebertieferungen und der staatserhaltenden Aufgaben der altösterreichischen Armee gezogen wird, erlebt auf dem Schlachtfeld von Königgrätz fein Damaskus. Noch einmal gelingt es Klerus, Aristokratie und Hochfinanz den Kurs gegen die Idee der deutschen Einheit zu steuern, erst als 1870 sich Oesterreich, durch die ersten deutschen Siege nachdrücklich gemahnt, zur Neutralität bekennt, ist der Zweikampf um Deutschland ausgefochten. Auch das deutsche Volk in Oesterreich packt das Bewußtsein gemeinsamen deutschen Schicksals. —e. — Alfons von Czibulka: Das Volksbuch vom Prinzen Eugen. Mit 31 Bildtafeln. Verlag Hugendubel, München. — (374) — Die nationaldeutsche Bedeutung des Prinzen Eugen, dessen unvergängliche Feldherrntaten um die Wende des 18. Jahrhunderts das Reich aus der schweren Krise gleichzeitiger Bedrängnis durch Franzosen und Türken rettete, und der der Begründer der modernen österreichischen Großmacht wurde, ist nicht immer hinreichend erkannt und gewürdigt worden gegenüber dem späteren diese Zeit deutscher Reicysherrlichkeit überschattenden Konflikt zwischen Preußen und Oesterreich seit den Tagen Friedrichs des Großen. Eugen von Savoyen, ein Prinz französischen Geblüts, dessen Mutter einst dem Herzen des Sonnenkönigs nahegestanden hatte, betrat in dem Augenblick das Feld seines späteren Ruhms, als die Türken sich anschickten Wien zu erobern. Als kriegfreiwilliger Dragoner des Türken- louis im Heere Karls von Lothringen folgt er nach dem Entsatz von Wien den fliehenden Türken in das weite ungarische Land. Wenige Jahre später schon entschied er die gewaltige Schlacht von Mohacs. Aber ein selbständiges Kommando erhielt er erst 1697, als der Türke, dem von Paris aus Mut gemacht worden war, wiederum weit nach Ungarn einbricht, während dort selbst ein Aufstand gegen die habsburgische Herrschaft tobt. Die Schlacht bei Zenta, die das türkische Heer vernichtet, war des Prinzen Eugen erste große gewonnene Schlacht. DRanbgloffen zur kleinen Zeitgeschichte Bon Ernst von Niebelschüh. Unter all den Gefahren, die heute die Leiter der französischen Politik mit banger Sorge um die Zukunft des Landes erfüllen, gibt es eine, gegen die offenbar fein Kraut gewachsen ist, es wäre denn eine vollständige Umkehr der französischen Mentalität. Wir meinen das Bevölkerungs- oder besser das Entvölkerungsproblern. Es muß eine sehr ernste Unterredung gewesen sein, die kürzlich der Senator Georges Pernot in seiner Eigenschaft als Vorstand des Bundes der Kinderreichen mit Leon Blum hatte und in deren Verlauf der Regierungschef eine, auch in Deutschland bekannt gewordene Karte Frankreichs zu Gesicht bekam, die mit unbarmherziger Deutlichkeit zeigt, daß Frankreichs Volkszahl unaushörlich finkt und heute schon in keinem gesunden Verhältnis mehr zu den übersteigerten Ansprüchen der Nation auf Weltgeltung steht. Mit Ausnahme einer schmalen Zone in der Betagne, der Normandie und in den nordöstlichen, an Belgien und Deutschland grenzenden Provinzen sind sämtliche Departements, wie die Karte klar erkennen läßt, von dem Gespenst der inneren Auszehrung bedroht. Genau Zweidrittel des Landes weisen einen Ueberschuß der Todesfälle über die Geburten auf, aber lehrreicherweise sind es nicht etwa die Jndustriebezirke, sondern umgekehrt die vorwiegend von bäuerlicher Bevölkerung besiedelten Gebiete, in denen der Geburtenrückgang am sichersten hervortritt. Das verheerende Einkindersystem hat, einer Seuche gleich, auf. alle Stände und Berufsschichten übergegriffen und ist heute schuld daran, daß sich Frankreich aenötigt sieht, massenhaft fremde Einwanderer ins Land zu rufen, um wenigstens dem wachsenden Mangel an Arbeitskräften avzuhelfen. Man mag nun das Problem anfassen, wo man will, man mag durch Gewährung von Steuererleichterungen und Beihilfen die Fortpflanzungsfreudigkeit zu heben suchen — das alles hilft doch nu~ vorübergebend, solange es nicht gelingt, den sittlichen Willen zum Kinde zu wecken und die Nation davon zu überzeugen, daß sie sich selbst aus der Lifte der Lebendigen streicht, wenn sie es verschmäht, um einer bequemeren Gegenwart willen tragkräftige Familien zu gründen und damit an der Zukunft zu bauen. Zwar fühlen wir uns nicht befugt, den Franzosen gute Lehren zu erteilen, aber die Lehre, die das aus den gekennzeichneten Gründen langsam dahin- siechende Frankreich der übrigen Welt gibt, ist so grauenhaft, daß kein Kulturvolk ungerührt daran Vorbeigehen kann. Wenn auch das deutsche Volk unter dem Schutz und der Führung eines Staates, der Ehe und Familie nach Krä ten fördert, keinen Anlaß hat, für feinen biologi chen Bestand zu fürchten, so wissen wir doch, daß das französische Beispiel der beschränkten Kinderzahl oder gar der Kinderlosigkeit auch auf uns nicht ohne verhängnisvollen Einfluß geblieben ist. Nur die größte Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Lebens und der Heiligkeit der Ehe wird das Gespenst, wo es bereits umgeht und die Köpfe verwirrt, bannen können. Keinesfalls darf die Bekämpfung in der Weise geschehen, wie sie neuerdings von privater Seite vorgeschlagen und durch Drucksachenoersand propagiert wird. Von der Erkenntnis ausgehend, daß in Deutschland wenigstens 1,5 Millionen Menschen geboren werden müssen, um die statistisch ausgerechnete „Kinderbeschaffungsziffer" zu erreichen, legt nämlich ein hurtiger Bevölkerungspolitiker, der offenbar glaubt, das Problem auf maschinellem Wege im Handumdrehen lösen zu können, eine Art Vierjahresplan für die deutschen Geburten vor. Man traut seinen Augen nicht, wenn man liest, daß normalerweise nur Zweidrittel der geforderten Gesamtsumme von Jahresgeburten von den jungen Ehen aufgebracht werden könnten, „das restliche Drittel also als eine nachträgliche Beitragsleistung von den älteren Jahrgängen zurück bis zum Geburtsjahr 1900 zu beschaffen" sei. Hier wird mit dem Derehrungs- würdigsten, was es gibt, ein wahrhaft frevelhaftes Spiel getrieben; der findige Statistiker scheint die deutsche Familie mit einem Gestüt zu verwechseln. Mit Recht bezeichnet die Nationalsozialistische Par- teikorrespondeuz diese Vorschläge als eine unerhörte Herabwürdigung von Dingen, die jedem gesund denkenden Menschen als unantastbar gelten müssen, und zieht daraus den Schluß, daß sie geeignet sind, „weitere Verwirrung zu stiften und das Wesen der nationalsozialistischen Bevölkerungs- Politik zu entstellen". * Wenn das heutige Rußland immer noch die dreiste Behauptung, daß in dem bolschewistischen Paradies die „freie Ausübung der religiösen Kulte" gewährleistet sei, zu verbreiten wagt, so überschätzt es denn doch die Leichtgläubigkeit derer, die durch die russische Gottlosenpropaganda selber und durch die entseuchen Vorkommnisse in Spanien darüber belehrt worden sind, was von solchen Versicherungen zu halten ist. Nur die Dümmsten unter den Dummen können noch daran zweifeln, daß die Ausrottung der religiösen Gefühle eine der Grundforderungen Lenins ist, daß seine Erben es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit dem Christentum die Fundamente der alten Welt zu Kinderheimen. Wir werden durch ein landwirtschaftliches Mustergut geleitet und sind überrascht über diese Leistungen. Aber sobald wir vom schmalen Wege abkommen, den die „Intourist" für neugierige Fremde bereit hält, wenn wir mit unserem Gewährsmann in der Ukraine die Dörfer aufsuchen, in der er während des Krieges weilte, so finden wir verlassene Gutshöfe, tote Städte, Menschen vor Hunger apathisch am Wege liegend, Kinder, die vor Schwäche ihr Bett nicht mehr verlassen können und unzählige andere kaum zu beschreibende Bilder schrecklichsten Elends. Im Wolgagebiet, im Kaukasus, früher Gegenden ertragreichster Landwirtschaft, heute öde Felder, tote Dörfer: das Gespenst des Hungers schreitet durch das weite Land. Und nun geht uns das Auge dafür auf, daß die wenigen Musterfabriken am Wege der „Intourist" nur bestehen können, weil Millionen Bürger, Arbeiter und Bauern in Erdlöchern hausen, daß ein paar fette Kühe im Staatsstall auf weißen Kacheln stehen können, weil Millionen dafür hungern, daß eine kleine Schicht roter Bonzen ein mehr als auskömmliches Leben führen können, weil 160 Millionen in ihrem Lebensstandard auf das Niveau eines Tieres herabgedrückt sind. Dies offene Bekenntnis eines Bekehrten muß auch dem Letzten die Augen dafür offnen, daß der Bolschewismus die Vernichtung menschlicher Kultur schlechthin bedeutet. ge. — Friedrich Schnack: Die wundersame Straße. Ein Roman von Liebe und Unruhe. 250 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (477) — Dies ist die Geschichte des Mannes Silvester, der mit seiner Ziehharmonika und seiner Klarinette über die deutschen Landstraßen wandert und unterwegs allerlei merkwürdige und aufregende, idyllische und schmerzliche Begegnungen und Erlebnisse bat. Ein romantisches Buch also, ein später Nachkömmling von Eichendorffs „Taugenichts". „Um dem Dasein Silvesters eine tiefere Bedeutung zu geben", sagt Schnack, „suchte ich ein Sinnbild für ihn"; er fand das Symbol der Straße mit ihrer Unruhe und ihrer Bewegung, „mit allen ihren Erscheinungen, Vorfällen und Schicksalen ... Gleichnis für ein Höheres und Bedeutungsvolleres ..., nämlich ein Gleichnis für das Leben selber." So ist dieser Silvester nicht eine zufällige Phantasiegestalt, sondern ein beispielhafter Mensch, ein deutscher Typus, ewig umgetrieben und auf der Wanderschaft. Aber er findet das Ende des Weges und das Ziel, das er zuvor nur dumpf geahnt und gesucht hat: die große und grausame Weltstadt Berlin, wo er um die Weihnachtszeit ankommt, und wo er zuerst, verlassen und ratlos, verzweifeln zu müssen meint, beschert ihm ein großes Glück, die schicksalhafte Wende feines Lebens: läßt ihn unter Millionen die beiden Menschen finden, mit denen zusammen er von der Landstraße Abschied nimmt, und in denen die suchende Unrast seines Blutes, die dunkle Sehnsucht seines Herzens gestillt und befriedet ihre Erfüllung finden. hth. — Wilhelm Busch: Aus alter Zeit, herausgegeben von Otto Nöldeke und Hans Balzer mit Handzeichnungen des Dichters. Preis in Seinen gebunden 4,50 RM. Insel-Verlag, Leipzig. — (421) — Wilhelm Busch ist gemeinhein berühmt und geschätzt um seiner Bildergeschichten willen. Nur wenige kennen seine Passion für altes Volksgut an Märchen, Sagen und Liedern und fein feines Verständnis für die Sprache, mit der er sich besonders im letzten Jahrzehnt seines Lebens, während er den Zeichenstift ganz ruhen ließ, mit beharrlichem Eifer beschäftigt hat. Seine niederdeutsche Heimat Wiedensahl, der er immer verhaftet blieb, war der nie versiegende Quell, aus dem er schürfte. Was er hier im einsam gelegenen Dors an alt übernommenen Geschichten und Reimen hat erzählen hören, hat er fleißig gesammelt und, in seinem Notizbuch zusammengetragen, einige Jahre vor seinem Tode seinem Genau,schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE II A ß IIIIC der Optiker 7371 a mAUHUU Ihres Vertrauens Gießen,Se tersweg 33-Lieferant all.Krankenkassen Das Reich hat den Rücken frei, als vom Westen her der Franzose um der spanischen Erbschaft willen zu neuem Angriff schreitet. In der Schilderung C^ibulkas, der selbst im österreichischen Heere gekämpft hat, werden die Berichte über die glänzenden strategischen Manöver des Prinzen bei Rooeretv, über sie großen Schlachten bei Höch- städt, Oudenaarde und Malplaquet zu einem wahren Ruhmessang eugenischen Feldherrntums und österreichischen Wassenglücks. Die Siege im Westen werden noch übertroffen durch den Ruhm des zweiten Türkenkrieges, in dem die Schlachten von Peterwardein und Temeswar und die Eroberung von Belgrad aus dem großen Feldherrn den unsterblichen Dolkshelden machten. Czibulka vergißt aber auch nicht neben dem Feldherrn Eugen, dem er in hinreißender Begeisterung einen Ruhrnes- kranz flicht, den bedeutenden Staatsmann, der vielleicht als erster eine Vorstellung von einem großen einigen Reich der Deutschen hatte, das zwischen der Nordsee und dem Balkan, der Ostsee und dem Mittelmeere die beiden Stromgebiete vereinigte, deren Wasserläufe vor allen anderen die Schicksals- ftröme unseres Erdteils sind. Er hat auch später seinem Kaiser die Verheiratung der österreichischen Erbtochter Maria Theresia mit dem Bayernprinzen (dem späteren Kaiser Karl VII.) angeraten, um damit Oesterreich zu einem überwiegend deutschen Staat zu machen und das Reich gegen französische Eingriffe für alle Zeiten gefeit zu sehen. Und Eugen war nicht minder groß als Freund der Wissenschaften und Künste. Die Meister des österreichischen Barocks, ein Fischer von Erlach und ein Hildebrand, bauten ihm sein Stadtpalais und das herrliche Belvedere. Der große Leibniz wurde fein Freund, und nur eine Hofkabale hat es verhindert, daß damals in Wien eine nationaldeutsche Akademie der Wissenschaften entstanden ist. So sehen wir aus der begeisternden Schilderung Czibulkas das Bild des großen Savoyers emporragen, den Friedrich der Große, der ihm in so vielem ähnlich war, den Helden Deutschlands genannt hat, den Meister der Kriegskunst, den weitblickenden Staatsmann und verständnisvollen Mäzen der Künste und Wissenschaften. —e. — Alfred Rapp: Die Habsburaer. Die Tragödie eines halben Jahrtausends deutscher Geschichte. Dreis in Leinen geb. 6,50 Mark. Franckh- sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (314) — Vom Ende der Hohenstaufen bis zum Ende des Weltkrieges sind die Habsburger schicksalhaft mit der deutschen Geschichte verbunden. In allen Schicksalsstunden der deutschen Nation von der Renaissance bis zu den Reichskämpfen des 19. Jahrhunderts, vom Bauernkrieg bis zum Weltkrieg steht ein Habsburger an der Spitze des Reiches. Diese Schlüsselstellung Habsburgs in der deutschen Vergangenheit, die bisher in der deutschen Geschichtsbetrachtung nur selten und immer nur stückweise beachtet worden ist, will dies Buch von ihren Anfängen bis zu ihrem Ausgang in Gänze und Geschlossenheit aufzeichnen. Deutschland und Habsburg das bedeutet Nation und Dynastie. Die Habsburger sind die Dynastie an sich. Sie werden niemals identisch mit einer Nation wie etwa die Bourbonen, die Romanows oder die Hohenzollern. Ihre Eigentümlichkeiten sind keine völkischen, es sind Sippenmerkmale. Ohne große Mäner auf dem Thron, hat diese Dynastie sich ein großes Reich geschaffen. So werden die Habsburger nicht als Persönlichkeiten, wohl aber als Dynastie eine große Erscheinung in der Geschichte. Daß diese Dynastie ohne Bindung an eine Nation Jahrhunderte hindurch die deutsche Kaiserkrone trug, darin liegt das große historische Problem Habsburg und Deutschland, dem der Verfasser in seinem Buch mit großer Kenntnis der Details, aber auch mit einem scharfen Blick für die große Linie und die weltgeschichtlichen Zusammenhänge nachgeht. Persönlichkeiten wie Maximilian der letzte Ritter, der trotz seiner vielen Kriege nicht mit seinen Hellebarden, wohl aber mit seinen Hochzeitspakten seine historischen Erfolge erringt, wie sein Enkel Karl V., dessen Stammbaum zum Baum der habsburgischen Weltmacht wurde, die Kaiser des 30jährigen Krieges, der zwar das Ende von Habsburgs Uebermacht über Deutschland, aber auch das Ende aller Reichsgewalt in Deutschland brachte, die Gründer eines spezifisch österreichischen Reiches, dessen deutsche Länder nur noch auf dem Papier zum Deutschen Reich gehören, und dessen Oberhaupt neben dem Reich steht, dessen Krone er noch trägt. Schließlich Maria Theresia, die große Kaiserin, die aber ebensowenig das Symbol des Reiches ist wie ihre Vorgänger und gerade zur Begründerin der altösterreichischen Tradition wird, alle diese Figuren eines großen geschichtlichen Weltbildes werden in der Darstellung des Verfassers plastisch und in ihrer geschichtlichen Bedeutung offenbar; sie alle spielen ihre Rolle in der Aufrichtung des rein dynastisch eingestellten habsburgischen Reiches, dessen Bindung an Deutschland ohne Bindung an die deutsche Nation der letzteren zum Verhängnis werden sollte. Ein reiches Bildermaterial, gute Karten, viele Zeittafeln und Stammbäume erleichtern des Verständnis des fesselnd geschriebenen Buches. —e. — Kaiserjäger — ausharren! Eine Kriegserzählung von Gisbert W. Kühne-Hell- messen. (Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg. Gebd. 4,80 Mark.) — 414. — Das Buch berichtet von dem stolzen Siegeszug und von dem Heldensterben des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger in den Septembertagen 1914 in Galizien. Es ist zwar nur das Leben und heldische Ende einer kleinen Truppe von den zahlreichen Armeen, die in dem großen Völkerringen einander gegenüberstanden, aber das hohe Lied des tapferen Soldatentums in allen seinen guten Erscheinungsformen, das in diesem Kriegsbuche aus jener Zeit zu uns herübertönt, weist viele Anklänge auf an die Heldengröße, die wir Deutsche mit den Namen Langemarck und Verdun verbinden. Daneben stellt das Buch ein leuchtendes Ruhmeszeichen für die völkischen und soldatischen Tugenden des Tiroler Bergvolkes dar, dessen Söhne sich bekanntlich in dem großen Kriege als eine der besten Kerntruppen der k. u. k. Armee erwiesen haben. Der Verfasser vermeidet in anerkennenswerter Weise alles Unechte, alles Theatralische, alles Ueberhebliche, er berichtet schlicht und einfach von den Tatsachen des Geschehens bei diesem Regiment und bringt nur den Soldaten, nur den bis in den Tod getreuen Mann der Waffe in Ehren zur Geltung. Damit setzt er den Gefallenen jenes Tiroler Regiments ein würdiges Denkmal und zeigt der Jugend zugleich ein großes Vorbild. Darum wünschen wir dem Buche viele Leser, ins- besottdere unter der Jugend. 6. Ein neues Znselbüchlein. — Edgar Allan Poe: Phantastische Erzählungen. Mit Zeichnungen von Fritz Fischer. Uebertragen von Grete R a m b a ch. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (481) — Das in der Insel-Bücherei (Nr. 129) erschienene Bändchen vereinigt in neuer Uebersetzung drei der bekanntesten Geschichten des berühmten amerikanischen Erzählers: „Die Maske des roten Todes", den „Goldkäfer", „Die Wassergrube und das Pendel"; alle drei zeugen für die Eigenart und literarische Ausnahmestellung Edgar Allan Poes; „Der Goldkäfer" gehört sicher zum Besten, was er überhaupt je geschrieben hat: ein kleines Meisterwerk novellistischen Scharfsinns und romantischer Phantasie. Das Unheimliche und Grauenhafte hat niemand erregender zu schildern verstanden; man liest die drei Erzählungen aufs neue mit angehaltenem Atem und hört nicht eher auf, bis man am Ende ist. Die Federzeichnungen des Illustrators passen sich dem Stil dieser Geschichten mit lebendiger Einfühlung an. hth. winden. Schon 1926 wurden dann aber die Zuge« ständnisse an die Bauern immer mehr zurückgezogen. Man wollte sie zwingen, zu den zu Eingang geschilderten Zwangspreisen ihre Erzeugnisse ausschließlich an den Staat zu verkaufen, während der Bauer zu den überhöhten Zwangspreisen die In» dustrieprodukte aus den Staatsläden zurückkaufen sollte. Durch diese Preisschere sollte der erste Fünfjahresplan finanziert werden. Diesen gewaltigen Ausbeutungsoersuch beantwortete der Bauer mit einem Uebergang zur S e l b st verso r g u n g s w i r t s ch a f t. Das führte zur furcht- baren Lebensmittelknappheit und 1929 zur Einführung der Lebensmittelkarten. Der Kreml war damit vor die Frage gestellt, entweder die geschilderten „Finanzierungsgrundlagen" des Fünfjahresplanes aufzugeben, um dem Bauern sein Recht werden zu lassen, oder aber mit dem Mittel brutalsten Terrors zu versuchen, den Bauer zur roten Sklaverei zu zwingen. Stalin selbst kündigte am 27. Dezember 1929 den Weg des Terrors an, indem er erklärte, die Sowjet-Union wäre „von der Politik der Einschränkung der ausbeuterischen Tendenzen des Kulaken- tums (Bauerntums, d. V.) zu der Politik der Liquidierung des Kulakentums als Klasse übergegangen". „Liquidierung des Kulakentums" bedeutete Zwangskollektivierung! Wie das gemacht wurde? Man zwang den Bauer mit den Mitteln des brutalsten Terrors, mit Erschießung, Verbannung, seine Erzeugnisse an den Staat zu „verkaufe n", so daß ihm für seine eigene Ernährung nicht mehr das Notwendigste übrig blieb. Dann schickte man einen besonderen Beauftragten in das Dorf zur Mobilisierung der „armuts- aktiven Elemente". Der hatte bann das nur irgendwie aufzutreibende Gesindel um sich zu versammeln, das „mit Begeisterung" beschloß, zur Kollektivwirtschaft in dem Dorf überzugehen, der zu bildenden Kolchoze beizutreten. Der einzelne Bauer war dann vor die Frage gestellt, entweder sich auf seinem Hof zu behaupten und damit als „Staatsfeind" erschossen oder verbannt zu werden, oder ebenfalls seinen „freiwilligen Beitritt" zur Kolchoze zu erklären. Zu Hunderttausenden sind russische Bauern erschossen oder, schlimmer als das Vieh in Waggons zusammengepreßt, in Verbannungsorte geschickt worden. Durch diese Methode hatte man es erreicht, daß bereits 1933 rund 15 Millionen Bauernwirtschaften in 225 000 Kolchoze verwandelt waren neben 5000 Sovchozen, das heißt Staatsgütern von teilweise 100 000 Hektar und mehr. Diese Kolektivwirt- schaften hatten schon 1933, wie Michael schreibt, 83,4 v. H. der Gesamtanbaufläche der UdSSR. Noch etwa 8 Millionen Individualwirtschaften mit dem Rest der Anbaufläche waren 1933 vorhanden, die aber inzwischen auch völlig unter „staatliche Planung" gekommen sind. Die Kolchoze sind nicht am Ende irgendwelche „Produktivgenossenschaften", sondern sie sind staatliche Zwangsbetriebe, in denen die Bauern zu Sklaven herabgedrückt sind. Deshalb trifft es schon zu, was wir sagten: Bolschewismus bedeutet Bauerntod. Bolschewismus ist der schlimmste Feind des Bauern. Hört es das Bauerntum der Welt? Bolschewismus bedeutet Bauerntod. Oie rote Sklaverei in der bäuerlichen Kollektivwirtschaft der Sowjetunion. ZdR. Von Nürnberg aus hat der Führer alle Kulturnationen aufgerufen zum Kampf und Zusammenschluß gegen den Bolschewismus. Alle in oer Welt geht das an. Besonders aber auch das Bauerntum der Erde. Denn die rote Industrialisierung und die phantastischsten Rüstungszisfern der Roten Armee sind aus den russischen Bauern herausgepreßt. Ein einziges Beispiel möge das belegen. Wie Dr. K. Michael in seinem soeben erschienenen Werk „Die Agrarpolitik der Sowjet-Union und deren Ergebnisse" (Nibelungen-Verlag, 304 S.) unter Zitierung der amtlichen Sowjetquellen schreibt, zahlt der bolschewistische Staat dem Bauern, auch dem im Kollektiv, für 1 Kilogramm Roggen 4,15 bis 6,25 Kopeken und für 1 Kilogramm Weizen 6,05 bis 9,75 Kopeken. Der gleiche Staat verkauft dann in seinen städtischen Konsumläden das Kilo Roggenbrot mit 60 bis 150 Kopeken und das Kilo Weizenbrot mit 90 bis 160 Kopeken. Aber selbst diese festgesetzten Preise werden in den Staatsläden nicht immer eingehalten. Bis zu 400 Kopeken und teilweise noch darüber wird oft von der städtischen Bevölkerung für 1 Kilogramm, noch dazu schlechtes, Weißbrot verlangt. „Diese Methode des Sowjetstaates", schreibt Michael, „bei der Bereitstellung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse diese in völliger Ignorierung des volkswirtschaftlichen Wertes dem Bauern einfach zu enteignen, ist der Weg, auf dem hauptsächlich die Umleitung der Werte vom Lande in die Stadt vor sich geht. Diese Umleitung der Mittel, worauf das Milliarden-Experiment des Bolschewismus zur Erreichung seiner weltpolitischen Ziele basiert, ist auch einer der Hauptgründe dafür, daß die Sowjetregierung mit allen erdenklichen Mitteln (des Terrors, d. V.) den Bauern zur Produktion zwingen will.". Der russische Bauer ist es also, der die Rote Armee, den bolschewistischen Imperialismus mit Sklaverei ober gar mit seinem Leben bezahlen muß. Der Bolschewlsmus ist ber Tobfeinb gerabe bes Bauern. Alle Bauern ber Welt müssen beshalb ben deutschen Ruf zum Kampf gegen bie bolschewistische Gefahr hören. In ber „NEP."-Zeit — „NEP." = Neue Ökonomische Politik — hatte selbst bie Sowjetunion bem russischen Bauern zahlreiche Zugestänbnisse, besonbers bas bes Privathanbels, gemacht, um da- burch bie bamalige Welle ber Hungersnot zu überGiefeener Vermählte Weimar, Brühl 16 Gießen, Bleichstr. 12 Brauhaus den 21. November 1936 7365 D Pils Cafe Amend Das Produkt langjähriger Erfahrung 7060 D Einspaltige Kleinanzeigen Auto-re de rn Drei Zachini 7375 D Drei Stunden . brüllen. . alle Mittwoch Preise: Numeriert Volkshalle 7383 D Bechstein-Flügel vom PianohauG Schönau Vorverkauf: Musikhaus Challier, Schokol.-Haus Huntemann, Hapag-Reisebüro, Oberhess. Tageszeitung, KreisdienststeUe Schanzenstr. und an der Abendkasse. werden zum er» mäßigten Grund» preis von 5 pf. fürdteMillimeter» reite veröffentlicht Ende 23 Uhr Anfang 20.15 Uhr ehemaL Osten*, k. u. k. Hofballmusikdirektor mit seinem Orchester Preise von 0.80 bis 3.00 RM. ... lachen ... schreien Sorgen vergessen .... Spannung.... Staunen in atemloser Dresdner Anzeiger Ernst Erhard Henny Erhard, geb. Sommerkorn Ein paar Stunden rheinischen Frohsinns und echter Lebensfreude, die auch Sie begeistern werden. Tanz, Gesang, Humor Unkostendeckg. 60 Pf. Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. DI. Schnlze-Kahleyss, Nervenarzt Oberhess. Geschiditsverein (im Deutschen Volksbildungswerk) außerdem: 8 Nummern des internationalen Groß-Varietd Montag, den 23., und Dienstag, den 24. Nov., nachmittags 4.00 Uhr und abends 8.00 Uhr Karneval-Tanzschau Im STADTTHEATER GIESSEN nur Montag, den 23. November 1936 Gastspiel der weltberühmten ital. Clowns Lindner-Lastanhänger ab Lager Frankfurt/Main lieferbar General-Vertretung für Hessen und Hessen-Nassau Fritz Keunecke, Frankf./M. Schneidhainerstraße 13, TeL 76746 ________________________________________________4264D I ■ 11Ja Clane Koloratursopran von der ■llllv vIÖUw Wiener Staatsoper Deutschlands bestes William D|o komisches Tanzpaar n.Emek DKXvRvI Jf¥Al fri der fröhliche Wiener ■ ®»wl UgwlMOII Sänger am Flügel 3f e der NS.-Gemeinschaft . Jahresfeier „Kraft durch Freude Gießener Konzertverein Montag, 23. November, 19.30 Uhr, in der Stadtkirche Orgel-Abend Günther Ramin Organist zn St. Thomas in Leipzig. Orgel-Werke von Sweeling, Buxtehude, Bach, Reger und Ramin. 72390 Eintrittskarten: RM. 1.—, 1.50, 2.25 und 3.- bei Ernst Challier u. abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. — Deutsche Bühne halbe Preise. Goethe-Bund u. Kaufm. Verein Mittwoch, den 25. November 1936 abends 8 Uhr in der Neuen Aula 2. Dichter-Abend Edwin Erich Dwinger liest aus eigenen Werken, Die Mitglieder des Goethe-Bandes and des Kaal- männischen Vereins erhalten gegen Rückgabe des Gutscheines Nr. 4 bis za 3 Plätzen freien Eintritt. Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenschaf*, des Landschaflsbunties Volkstum and Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. geg. n Vorzeigen ihres Mitgliedausweises, Nichtmitglieder zu 1.50 RM. bei Challier und an der Abendkasse: Stadenten and Militär 50 Pf. 7360d für alle Wagen Autobedarf Weinern Großer Heiterer Wiener Abend Johann Strauss STADT BERLIN Heute Samstag, den 21.November KONZERT bis 4 Uhr geöffnet ?4iev Prälat D. Dr. Diehl: Oberhessische Friedhofskapellen Donnerstag, 26. November 1936,20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Gäste willkommen 7370D -.70, 1.-, 1.50 RM. 25. Nov., 20.30 nicht numeriert 50 Pf. L „IIIIW" '<0)$ ‘•niDllllj/Z//. *//, u ■ in Cid io. ■ I ?er > Men, !?|t| Melbs. der Ute »Jver, r *h |'8»ten5* (N; r« 1929 d,. IL^ tun1 der Lj, h«s k:X R.ti r"seiii. lVn^Olnm,,n. Ischen, d-r ,n PA K " l»h auf I tuerben, a6tt JW K-Ichoz, LK '»W 5 d°- Siel) [roannungsorte 5 erreicht, daß nuernwirtichaf- waren neben "ern von teil. c Kolektivwirt- 'rfjaef schreibt, der UbSSl 'rrichasten mit •j3 vorhanden, ter „staatliche M sind nicht nossenschoften", Zwangs« Zu Sklave» schon zu, was et Bauerntoi. ? Feind d» er Welt^ )m hstr. 12 7365 D !4. Nov., i.OO Uhr iaib hsinns ucb Sie .60 Pf. 5EN 7368D 6 iwns s <( alle nloeer nzei0er je Ihr Nr. 273 Drittes Blatt Samstag, 2i. November 1936 Giehener Anzeiger (General-Anzetger für Oberheffen- Hausbriefkästen Dreimal am Tage wandern unsere Briefträger durch die Straßen, um die Post zuzustellen. Schwer beladen mit den Brief-, Zeitungs- und Päckchentaschen ziehen sie ihres Weges. Vielfach haben sie rechts und links an den Taschen noch kleine Pakete und Päckchen hängen, die sie auf andere Weise nicht verstauen können. Es ist eine schwere Last, die sie vom Postamt aus zu tragen haben und die zum Teil über eine weite Strecke ihres Bestellweges mitzuführen ist. Mit dieser Belastung müssen sie in den meisten Fällen zwei bis drei Treppen hoch steigen, um dort an der einzelnen Wohnung schließlich nur immer ein kleines Stück ihre Traglast loszuwerden. Morgens, mittags und nachmittags ist diese beschwerliche Wanderung zu vollbringen. Am Mittag und am Nachmittag mag die Last zwar leichter sein als am Morgen, dafür ist aber ihr Träger von der großen Anstrengung des Frühbestellganges schon erheblich ermüdet. Jeder von uns hat diese Postboten schon irgendwann mit ihrer umfangreichen Last von Haus zu Haus, treppauf und treppab schreiten sehen. Keinem wird es wohl entgangen sein, daß diese Männer am Ende ihres Bestellganges, besonders am Nachmittag bei der dritten Tour, erheblich mitgenommen waren von den Strapazen, die mit ihrem schweren Beruf verbunden sind. Das brauchte zu einem großen Teile nicht s o zu sein. Die Post kann da natürlich ebensowenig Abhilfe schaffen, wie der Briefträger selbst. Ihm helfen und ihm die Arbeit erleichtern kann nur der einzelne Volksgenosse, oder die Gemeinschaft eines Hauses. Die Erleichterung des schweren Dienstes der Briefträger durch Hausbriefkästen ist zu einem Teile schon zu verzeichnen. Jedoch ist der weitaus größere Teil der Volksgenossen die Erfüllung dieser Aufgabe bisher noch schuldig geblieben. Und dabei wäre es fast durchweg eine Kleinigkeit, den schwer bepackten Briefträgern die Last nicht nur leichter zu machen, sondern ihnen auch den Weg zu verkürzen. Es ist doch nicht notwendig, daß diese Männer zwei oder drei Treppen hoch steigen müssen, nur um an einer Wohnungstür einen Brief, oder eine Drucksache abzugeben, dabei aber ihre schwere Last unter erheblichem Kräfteverbrauch mit hinaufzutragen und wieder herunterzuschleppen. Es wäre doch viel vernünftiger, zweckmäßiger und aüch kameradschaftlicher gehandelt, wenn in allen Häusern Hausbriefkästen angebracht würden, die sich im Parterre unmittelbar beim Hauseingang befinden müßten. Der Briefträger könnte mit einem einzigen kurzen Gang in das Haus dort feine ganze Poft für die Hausbewohner loswerden. Er würde bei der Vielzahl seiner Bestelloerpflichtungen erheblich weniger von seinen körperlichen Kräften verbrauchen, aber auch mit seinem Bestelldienst schneller zu Ende kommen und dann vielleicht noch für andere Aufgaben zur Verfügung stehen können. Gewiß wird man nicht in allen Häusern Hausbriefkästen in so guter, baulich vielfach auch schöner Art schaffen können, wie man sie heute fast in allen Neubauten antreffen kann. Aber unmöglich ist diese Aufgabe auch in alten Häusern nicht, wenn man es nur praktisch anzufangen versteht und den guten Willen zur helfenden Tat besitzt. Da findet sich bestimmt eine günstige Wandfläche im Parterre, an der in Form eines größeren Holzkastens, der für die Mietparteien des Hauses unterteilt ist, ein G e- meinschaftsbriefkasten angebracht werden kann, oder es besteht zum mindesten für jeden Hauseinwohner die Möglichkeit, seinen eigenen Metall- oder Holzbriefkasten in der Nähe der Haustür für sich allein anzuhängen. Im Laufe des Vormittags wird von allen Familien bestimmt mehrmals ein Glied den Hauseingang passieren. Da wäre es doch nur eine Kleinigkeit, auf einem dieser Wege den Briefkastenschlüssel mitzunehmen und den Kasten zu leeren. Wenn bei dieser Einrichtung zweckmäßig verfahren wird, dürfte es auch nicht unmöglich sein, eine ausreichende Gelegenheit zum Einwurf kleiner Päckchen in den Briefkasten zu schaffen. Eine solche Ablegestelle für Postsachen könnte natürlich auch der jetzt noch vielfach auf anstrengendes Treppensteigen angewiesenen Zeitungsträgerin eine Erleichterung ihrer Arbeit bereiten. Gerade in einer Stadt wie Gießen, in der es noch viele ältere Häuser ohne die bei Neubauten heutzutage üblichen Gemeinschaftsbriefkästen am Hauseingang gibt, ist es besonders dringlich, daß die Hausgemeinschaft oder der einzelne Volksgenosse, auch unter Einsatz eines gewissen Opfers, sich bemühen, durch eine derartige Einrichtung im Parterre schwer arbeitenden Volksgenossen eine Erleichterung ihres Berufes zu verschaffen. In den meisten Fällen wird die ganze Sache, soweit es sich um die anderweitige Befestigung der jetzt schon vorhandenen Briefkästen handelt, mit einigen Nägeln und mit wenigen Hammerschlägen getan sein. Falls sich aber eine Hausgemeinschaft auf die Anbringung des vorerwähnten Gemeinschaftsbriefkastens einigt, so dürften auch hierbei die Unkosten nur verhältnismäßig bescheiden sein und jedenfalls keinen Grund darstellen, eine gute Sache deswegen scheitern zu lassen. Sicherlich sind in allen Häusern der schwer bepackte Briefträger und die Zeitungsfrau wegen ihrer anstrengenden Arbeit gelegentlich schon bedauert worden. Lassen wir alle es nicht bei einem solchen Bedauern bewenden, sondern seien wir bereit, ihnen dadurch zu helfen, daß wir in allen Häusern am Hauseingang Hausbrief- kästen anbringen, wie sie in zahlreichen Neubauten und auch in den Großstädten zur Zufriedenheit beider Teile schon längst bestehen! B Aus der Provinzialhauptstadt Totengedenken. „Getrenntes Leben, wer Bereinigt’s wieder? Vernichtetes, wer stellt es her?" — Der Geist! Goethe. Am Totensonntag gedenken wir derer, die für immer von uns gegangen find. Wunden des Schmerzes, die die Zeit heilsam vernarben lassen wollte, werden an diesem Tage wieder aufgerissen. Sollen wir uns dieses Schmerzes schämen? Haben wir nicht ein Recht auf den Schmerz? Wer dürfte uns dieses Recht absprechen, im Schmerze der Toten zu gedenken? Mag sein, daß das vorwärtsstürmende Leben sagen muß: Kein Mensch ist unersetzlich! Mag sein, daß dies für den harten Alltag Geltung hat, obwohl wir wissen, daß sich auch am Werktag eine Lücke oft nur allzu notdürftig schließt. Die Lücke .ober, die der Tod in unferm Herzen gerissen hat, schließt sich nimmer! Die Liebe weiß nur zu gut, Saß der Heimgegangene für uns unersetzlich ist. Auch der Schmerz will feinen Ausdruck haben. Und der Mann, vom Schmerze überwältigt, Braucht sich seiner Tränen nicht zu schämen! Denn was ist der Schmerz in seinem tiefsten Gründe? Und was ist die Trauer? Wohnen nicht Trauer und Treue dicht beieinander? Echte Trauer ist Treue! Echte Trauer ist die Treue, die wir unfern Toten halten, die wir unfern Toten halten müssen! Uns allen gilt der Ruf Theodor Körners „Vergiß die treuen Toten nicht!" So wächst aus dem Schmerz und aus der Trauer Sie Pflicht zur Treue gegen den Dahingeschiedenen. Was für eine Liebe wäre das, die am Grabe Haltmachen wollte? Allen Toten schulden wir die Treue über das Grab hinaus, denn ihnen allen sind wir verpflichtet. Diese Verpflichtung wird durch den Tod nicht aufgehoben. Spüren wir nicht immer wieder beim Abschied eines geliebten Toten: „als wär's ein Stück von mir?" Was sind wir aus uns selbst? Was wären wir ohne die Sippe? Gustav Kossinna hat es einmal so ausgesprochen: „Nichts wären wir von dem, was wir sind, hätten wir nicht die große Erbschaft von unseren Urvätern zu eigen!" Diesen Urvätern, diesen Ahnen haben wir die Treue zu halten, denn sie gaben uns das, was in uns ist. Aber verdanken wir nicht auch das, was darüber hinaus von außen zu uns kam, denen, die uns liebten denen, die uns Freunde waren? Wie vieles an uns ist von ihnen! Auch diesen Toten schulden wir Treue. Was aber wäre Treue ohne die Tat? Sie wäre leerer Wortschwall! Nein, nicht mit Worten, so schön sie auch klingen mögen, können wir Treue halten. Wir können nur Treue halten, indem wir uns der Aufgabe bewußt werden, die unsere Toten, die unsere Gestorbenen uns hinterließen. Es ist die Aufgabe zu leben! Ergreifend hat es der am Skagerrak gefallene Dichter Gorch Fock ausgesprochen: „Die Gestorbenen, die im Leben mein gewesen sind, muß ich ersetzen, fortan muß ich für sie mitleben!" Und so erfahren wir: wohl darf uns niemand den Schmerz wehren, den wir an den Gräbern unserer Toten empfinden! Wohl darf niemand über unsere Tränen lächeln! Aber Schmerz und Tränen sind noch kein Totengedenken! Aus unserer Trauer muß die Treue der Tat erstehen! Das aber heißt: W i r müssen jetzt für die Toten mitte b e n! Wir müssen im Geiste bei ihnen sein. Wir müssen aus ihrem und in ihrem Geiste leben und wirken und kämpfen! Leben und kämpfen wir so für und mit unseren Toten, so wird, wie Goethe sagt, getrenntes Leben vereinigt und vernichtetes wieder hergestellt. Und so wird unser Totengedenken ein heiliges Totengedenken fein! Dornoiiren. Tageskalender für Samstag. NSDAP., Amt für Beamte, Kreis Wetterau: 20 Uhr Gemeinschaftsabend im Cafe Leib für die Kreisabschnitte Gießen, Allendorf a. d. Lda, Grünberg, Hungen und Lollar. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Ein idealer Gatte" (geschlossene Vorstellung der NSG. „Kraft durch Freude"). — Glo- ria-Palast, Seltersweg: „Du bist mein Glück". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fiaker-Lied" — Deutsche Glaubensbewegung, Ortsring Gießen, 20.15 Uhr im Burghof (Ebel) Vortrags-Abend, Studienrat K W. Schollmayer spricht über „Jüdisch- christliche oder deutsche Erziehung". — Mtv.: 20 30 Uhr: Familienabend im Restaurant „Zum Andres". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden. Aquarellen und Tempera Tageskalender für Sonntag Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Der Bogen des Odysseus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Du bist mein Glück". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fiaker-Lied". Musikalische Abendfeier 17 Uhr in der Johanneskirche. — Luther-Gemeinde, Beginn der Biblischen Woche 20 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs. — Oberheffifcher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Sladttheater Gießen. Heute abend findet eine geschloffene Vorstellung für NSG. „Kraft durch Freude" statt. Es geht der große Erfolg „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oskar Wilde, in Szene. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Es findet kein freier Kartenverkauf statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Am Sonntag, 22. November, findet die zweite Wiederholung des Schauspiels „Der Bogen des Odysseus" von Gerhart Hauptmann statt. Die Spielleitung führt der Intendant. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. — Montag', 23. Noo., Anfang 20.15 Uhr, Ende 23 Uhr, Einmaliges Gastspiel der weltberühmten italienischen Clowns „Drei Zachinis" mit acht Nummern des internationalen Groß-Variete. — Dienstag, 24. Nov., Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Zum letzten Male „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oscar Wilde. Spielleitung Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete. 10. Vorstellung. — Mittwoch, 25. Nov., Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel: Spielleitung: Paul W r e d e. Mittwoch-Miete. 10. Vorstellung. — Freitag, 27. Noo., Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Erstaufführung „Jngeborg"; Komödie von Curt Götz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Freitag-Miete. 11. Vorstellung. — Samstag, 28. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23,15 Uhr, Theater- nng der NS.-Kulturgemeinde, 4. Vorstellung. Zum letztenmal „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Freier Kartenverkauf an der Abendkasse. — Sonntag, 29. November, Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr, zum erstenmal „Prinzefsin Allerliebst" oder „Der wundersame Günther Ramin. HM Der hervorragende Orgelmeister Günther Ramin, Organist der Thomaskirche zu Leipzig, gibt am Montag ein Konzert in der Stadtkirche. Regenschirm", Märchenspiel von Friedrich Forster. Spielleitung: Karl V o l ck. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Außer Miete. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr: „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Außer Miete. Groh-Variete-Gastspiel im Sladttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz hat für kommenden Montag die drei weltberühmten italienischen Clowns „Die drei Zachinis" zu einem Gastspiel in das Stadttheater verpflichtet. Sie find der Schlager der vielgestaltigen und abwechslungsreichen Vortragsfolge. Drei Burschen von unendlichem Humor, nicht allein grotesk in der Maske, sondern auch in der Absonderlichkeit ihrer Einfälle. Drei Komiker als lachende Philosophen, von einer tollen Ausgelassenheit und schier unerschöpflichen Fülle origineller Urwüchsigkeit, gehören die „drei Zachinis" zu den besten italienischen Clowns. Neben ihnen ein ausgezeichnetes Variete- Programm internationaler Artistik. U. a. ein Kunstradfahrakt, dessen Fertigkeit zum Besten gehört, was Kunstradfahrer leisten können. Die beiden acht- bzw. zehnjährigen Wunderkinder Quintino und Diana Zachini, die jüngsten Musik- und Tanzartisten, die mit verschiedensten Musikinstrumenten erstaunlich umzugehen wissen und entzückende Tanzkünstler sind. Ein glänzender Kraftakt der Brüder Harrissvn wechselt mit einem Perche-Gymnastik-Akt der zwei Nanzedils ab, tollkühne Kopfbalancen am schwebenden Trapez, die Willi Rogaly mit verblüffender Sicherheit ausführt. In der reichhaltigen Vortragsfolge außerdem die durch den Rundfunk bekannte Sängerin Erika Achtmeyer als angenehme Unterbrechung der artistischen Darbietungen. Eine ganz neue Nummer ist die Wurfnummer der vier Metropolis. Dieser Ueberblick der wichtigsten Nummern des Programms zeigt deutlich die Vielseitigkeit des Abends. Jeder Freund artistischer Kunst und herzhaften Humors wird voll auf seine Kosten kommen. Diesem Umstand hat die Theaterleitung hinsichtlich der Preise in weitem Maße Rechnung getragen. Der Abend dauert von 20.15 bis 23 Uhr. ^Steinhäger f Urquell 1 Wege im Nebel. Vornan von Käthe Mehner (Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.) 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich habe Skier!" rief er ihr sofort freudig entgegen. „Ja, wirklich, man bekommt hier welche zu leihen! Wenn sich das Wetter einigermaßen aufklärt, können wir nun doch noch miteinander laufen! Sieh nur, es wird schon heller!" In der Tat ließ das heftige Schneegestöber langsam nach. Ein heller Schein am Himmel verriet, daß die Sonne bald durchbrechen würde. So zögerten sie denn auch nicht mehr lange. Auch Skianzüge wurden im Hotel, das auf solche Fälle gut eingerichtet war, schnell aufgetrieben, und kurze Zeit später waren Gerhard und Janna schon auf dem Wege zum Berggipfel, von wo aus sie herrliche Abfahrt haben würden. Noch hatten sie die Skier auf dem Rücken, während ihnen beim Gehen die Füße bis fast zu den Knöcheln im tiefen Schnee versanken. Jannas Wangen glühten. Wie schön, herrlich schön war dies Wandern im Schnee und in der stillen Vergeinsamkeit, dachte sie froh. An einer hochgelegenen Stelle zwischen den vom Schnee weiß überstäubten Tannen machten sie halt, halfen sich gegenseitig beim Anschnallen der Skier. Ein paar prüfende Versuche, — — dann fuhren beide schon in sausender Fahrt dahin. Beide liebten sie nichts mehr als dieses Dahingleiten und Abspringen! Die Berge hinauf und hinunter ging es, bald in mühsamem Anstieg, bald in kühnem Absprung über die Abhänge und Schluchten! Dazu strahlte jetzt der fast wolkenlose Himmel! Was konnte es Schöneres geben? Nur zu schnell vergingen die Stunden. Ties stand die Sonne, als sie endlich, die Skibretter wieder auf dem Rücken, in einem stillen, aber in der Nähe der Straße gelegenen Gasthause ankamen. Dort, an einem der massiven, mit einfachem Tischtuch gedeckten Tisch in dem stillen, ungestörten Gastzimmer nahmen sie Platz. Schnell wurde der dampfende Kaffee gebracht. Der eiserne Ofen verbreitete behagliche Wärme, so daß die müden Skifahrer sich bald von neuem erfrischt fühlten. Freilich, — — mit dem finkenden Abend kam auch wieder die Frage auf: was sollte nun morgen geschehen? Wann sollte Janna zurückfahren, um die Aussprache mit Ralf herbeizuführen, die die ersehnte Klarheit, die Lösung aller Konflikte bringen sollte? „Ach, Gerhard, du weißt ja nicht, wie mir immer wieder vor allem bangt! Wie ich mich fürchte vor Ralf..." „Wenn du dich vor Ralf fürchtest, so ist das ja um so mehr ein Grund, daß du dich von Ralf trennen mußt!" sagte Gerhard ernst. „Jede wirkliche Freundschaft, und wieviel mehr noch eine Ehe, muß doch auf gegenseitigen^ Vertrauen aufgebaut sein, nicht aber auf Furcht und Zweifeln! Meinst du das nicht auch, Janna?" Janna sah zustimmend zu ihm auf: „Ganz gewiß, Gerhard! Bei dir ist das ja auch alles so selbstverständlich! Aber bei Ralf... Ich weiß ja oft selber nicht, warum ich nie zu ihm so rechtes Vertrauen haben konnte! Er ist ja so widerspruchsvoll, heute so, morgen so. Man weiß nie recht, in welcher Laune man ihn findet. Und trotzdem, das, was mir bisher mehr als alles andere die Hände gebunden hat, ist immer wieder nur das Gefühl der Dankbarkeit für all das, was er an uns getan hat, für uns noch tut! Muß er nicht Recht behalten, wenn er mir schwärzesten Undank vorwirft, wenn ich mich von ihm trennen will...?" „Nein, Janna! Nein! Wenn Ralf Rammelt ein wirklich edler Mensch wäre, der euch die Hilfe aus guten Beweggründen hat angedeihen lassen-, so würde er es gerade dich niemals fühlen lassen, daß du ihm Dank schuldest! Verstehst du, wie ich es meine, Janna? Sag, wirst du stark sein können?" Statt aller Antwort schlang sie ihre Arme um seinen Hals und küßte ihn heiß. Sie fühlte sich in diesem Augenblick so stark, so mutig, daß sie glaubte, allen Widerständen trotzen zu können. Fest preßte Gerhard sie an sich, flüsterte dann innig, indem er sanft ihren blonden Kopf zu sich emporhob: „Glaub mir, es wird schon alles gut werden!" Es wurde schon dunkel, als sie sich endlich, erholt und gestärkt durch den herrlichen Tag, auf den Rückweg zum „Tyüringer Hof" machten. VIII. An diesem Nachmittag aber hatte einer der Schnellzüge, die wie immer zum beginnenden Wintersport eine Menge Menschen mit sich führten, auch Olga Willnoff nach Oberhof gebracht. Soeben war sie in einem am Bahnhofsvorplatz wartenden Omnibus gestiegen, um sich zu den auf der Höhe gelegenen Hotels mitnehmen zu lasten. Ohne Mühe bekam sie einen Fensterplatz, von dem aus sie die Straße gut übersehen konnte. Langsam schraubte sich der schwere Wagen den in Serpentinen verlaufenden Weg hinauf. Jeder der Vorübergehenden war leicht und deutlich zu erkennen. In ihrer Erregung glaubte Olga mehr als einmal sogar Gerhard und Janna in einem der Paare zu sehen, die die Straße hinunterkamen. Beim Näherkommen erst stellte sich der Irrtum heraus. Es hätte ja auch ein besonders günstiger Zufall fein müssen, wenn sie beide schon jetzt' getroffen hätte, gestand Olga sich ein. Vielleicht aber war es sogar das beste, wenn sie sie überhaupt noch gar nicht zu sehen bekam! Zu leicht wurde sie gleichzeitig auch selber entdeckt! Und ihre eigene Anwesenheit jetzt schon verraten, hieß von vornherein alle Chancen aus der Hand geben, ehe der Endsieg sicher war! Das Wichtigste war, erst einmal abzuwarten und aus dem verborgenen Hinterhalt zu beobachten! Dann erst konnte sie ihre Pläne gestalten! Schon eine knappe Viertelstunde später befand sie sich bereits in einem der eleganten Zimmer des „Berghotels", das dem „Thüringer Hof" unmittelbar gegenüberlag. Die Lage des Zimmers war in der Tat zum Beobachten wie geschaffen. Solange die Vorhänge vor den Fenstern drüben auf der anderen Seite nicht zugezogen waren, konnte man sogar mühelos in einzelne der Fenster hineinblicken. Doch ob Janna überhaupt nach vornheraus wohnte? Vielleicht war es das beste, zuerst einmal Näheres zu erkunden, ehe sie sinnlos Zeit mit Warten vergeudete! Nachdenklich trat Olga vom Fenster zurück, schlüpfte in den weiten Mantel, an dem sich der Kragen so gut hochschlagen ließ, daß die untere Gesichtshälfte fast völlig darin versank. Sie vermied auch die kleine Sportkappe, in der Janna sie allzuschnell hätte erkennen können, sondern barg das verräterische, rotglänzende Haar unter einem breitrandigen Hut. Mit eiligen Schritten ging sie sodann die Treppe hinunter, zuerst einmal eine kleine Erkundungstour zu machen. Jedoch schon nach wenigen Minuten war sie zurück. Nein, es war unmöglich, einfach unmöglich, in der engen und fast einzigen Straße nicht erkannt zu werden, wenn sie durch einen Zufall Gerhard oder Janna begegnen sollte! Es blieb eben nichts anderes übrig, als zu warten, bis die Dämmerung hereingebrochen war. Langsam, unendlich langsam verging Olga die Zeit, die sie teils lesend, teils immer wieder zum Fenster hinausblickend verbrachte. Doch endlich begann es auch draußen immer dunkler und dunkler zu werden. Von ihrem Beobachtungsposten aus sah Olga, roie, hier und dort hinter den Fenstern das Licht aufflammte und helle Lichtstreifen auf den Schnee lallen ließ, bis die zugezogenen Fenster sie wieder verdeckten. Doch so sehr sie auch spähte, keines der Zimmer, in die sie hineinblicken konnte, wurde von Janna betreten, und Olga empfand ärgerlich die Tatsache, daß sie ohne Kenntnis der Lage von Jannas Zimmer nichts würde anfangen können. Inzwischen war es mit zunehmender Dunkelheit auf den Straßen eher lebhafter als stiller geworden. Kleine Gesellschaften im Skidreß, die Bretter auf dem Rücken, kehrten in ihre Hotels zurück. Dann wieder sah man einige Nachzügler, einzelne Paare, die sich von den andern getrennt haben mochten. Jetzt sogar kamen Damen und Herrn in Abend- kleidung den Weg von unten herauf. Zu ihrer Verwunderung sah Olga, daß alle im hellerleuchteten Eingang des „Thüringer Hofes" verschwanden. Hastig erhob sie sich, drückte auf die Klingel. (Fortsetzung folgt!) Edwin Erich Dwlnger Nest in Gießen. Der bekannte Dichter EdwinErichDwinger wird, wie man uns schreibt, am kommenden Mittwoch in Gießen auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins aus eigenen Werten lesen. Edwin Erich Dwinger hat sich mit seinen Werken, die in unserem Schrifttum eine Sonder- stellung einnehmen, eine große Gemeinde geschaffen. Er gehört zu den stärksten Dichterpersönlichkeitrn der Gegenwart. Der Dichter, der vor vielen Jahren bereits schon einmal Gast des Goethe-Bundes war und damals in Gießen eine seiner ersten Vorlesungen hielt, wird aus seinen neuen Arbeiten lesen. Sicher wird es auch diesmal wieder viel Freunde um sich vereinen. (Siehe heutige Anzeige.) Märchenveranstattung im Fröbelseminar. In unferm heutigen Anzeigenteil kündigt das Fröbelseminar eine Märchenveranstaltung an, die in diesem Jahre erftmalig auch eine Ausstellung von Märchen- und Sagenbüchern für die Eltern bringen soll, um die Eltern zum guten Märchenbuch als wichtige Aufgabe der Jugenderziehung hinzuführen. In einem Vortrag sollen den Eltern auch Erläuterungen zu dieser Bücherschau gegeben werden. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen. Oeberhessischer Geschichlsverein. Am nächsten Donnerstagabend in der Aula des Gymnasiums Vortrag von Prälat D. Dr. Diehl über „Oberhessische Friedhofskapellen". (Siehe heutige Anzeige.) 7!S.-Beratungsstellen. Von der Kreisleitung Wetterau der NSDAP, in Gießen wird uns mitgeteilt: Es ist in der Bevölkerung nicht allgemein bekannt, daß bei allen Ortsgruppen und Stützpunkten der NSDAP. NS. - Beratungsstellen einge- ricktet sind. Es wird deshalb darauf hingewiesen. Aufgabe dieser Beratungsstellen ist es, jeden Volksgenossen, einerlei, ob er Parteigenosse ist oder nicht, ohne Ansehen der Person anzuhören, zu beraten und zu unterstützen. Die Partei will nicht nur in politischen Fragen Führer sein, sondern auch jedem Volksgenossen in den kleinen Sorgen des täglichen Lebens hilfreich aur Seite stehen. Jedermann kann und soll sich da- yer vertrauensvoll an sie wenden, wenn persönliche Sorgen und Nöte vorhanden sind, mit denen er nicht zurechtkommt. Namentlich solche Personen, die alleinstehen oder ungewandt sind, brauchen sich nicht zu scheuen, die Hilfe der NS.-Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Daß diese Stellen zur vertraulichen Behandlung der Sachen verpflichet sind, ist selbstverständlich. Sprech st unden haben: Ortsgruppe Gießen -- Mitte: jeden Montag von 20.15 bis 21.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Seltersweg 38, Eingang Löwengasse. Ortsgruppe Gießen - Nord: jeden Freitag ab 20.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Walltorstraße 16. Ortsgruppe Gießen - Süd: jeden Mittwoch 19.30 bis 20.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednerstraße 24. Ortsgruppe Gießen - Ost: jeden 1. und 3. Freitag des Monats, auf der Geschäftsstelle Kaiserallee 141. Dritter Jahrestag. Die deutsche Rrbcitefroni / n.9.=0emeinr(haft „Kraft öurdi frcuöc Aus Anlaß des drillen Jahrestages der NSG. „Kraft durch Freude" findet am Mttwoch, 25. November. in der Volkshalle Gießen ein großer heiterer Wiener Abend statt, zu dem Johann Strauß mit seinem Orchester und weitere Künstler verpflichtet wurden. Näheres im Anzeigenteil des heutigen Blattes. Eintrittspreise: Numeriert —.70, 1,00 und 1,50 Vlark, nicht numeriert —,50 Mark. Anfang 20.30 Uhr; Saalöffnung 19.30 Uhr. Alle Vetriebswarte reichen sofort ihre Sammelbestellungen bei der Kreisdienststelle ein. Karten sind erhältlich in den bekannten Vorver- kanfsstellen und an der Abendkasse. Don der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Mit der Vertretung des nach Amerika beurlaubten Prof. V i e t o r (Lehrstuhl für deutsche Literaturgeschichte) wurde für das Wintersemester 1936/37 der Dozent Dr. Walter Rehm von der Universität München beauftragt. Oie auslandsdeutschen Studenten in Gießen. Die Akademische Auslandstelle der Universität Gießen hatte für gestern nachmittag die studierenden Ausländer und Austauschstudenten unserer Universität zu einem kurzen Beisammensein in das Konferenzzimmer des Studentenhauses eingeladen. Anlaß zu diesem Treffen gab die Anwesenheit eines Vertreters des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Berlin. Der Leiter der hiesigen akademischen Auslandstelle Professor Fischer begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Reichsstelle und die neu an unsere Universität gekomme- nen Ausländer. In Gießen war die Betreuung der ausländischen Studierenden schon immer sehr gut, das hat sich ja auch in der relativ hohen Zahl der aus dem Ausland zur Gießener Universität ge- kommenen Studenten gezeigt. Dr. Golste in (Berlin) dankte für die freundliche Begrüßung und sprach von dem guten Zusammenarbeiten der Gießener Auslandstelle mit der Zentrale. Bei angeregter Unterhaltung blieben die Gäste noch ein Stündchen beisammen. Klarheit über die Backwarenverteilung. Alle Betriebe, die Brot oder andere Backwaren Herstellen und an Wiederverkäufer absetzen, haben nach einer neuen Anordnung des Getreidewirtschaftsoerbandes Hessen und'Nassau die Pflicht, dem genannten Verband bis zum 25. November 1936 eine vollständige Meldung einzureichen, an welche Wiederoerkäufer sie die selbsthergestellten Waren ganz oder zum Teil absetzen. Ebenso sind alle Betriebe, die Brot und andere Backwaren zum Zwecke des Weiterverkaufs beziehen, verpflichtet, bis 3um 25. Noo. 1936 der gleichen Dienststelle die Anschrift des eigenen Betriebes, sowie jeder einzelnen Verkaufsstelle zu melden und jeden Betrieb, von dem sie mit irgendwelchen Backwaren beliefert werden: hierbei ist eine nähere Kennzeichnung von Art und Menge erforderlich. Emfuhrerleichierung für Geschenksendungen. DNB. Der bevorstehende Weihnachtspaketverkehr brachte an die mit der Bewirtschaftung von Lebensmitteln befaßten Reichsstellen zahlreiche Anfragen wegen Erteilung von Uebernahmescheinen für die Einfuhr von Geschenksendungen mit bewirtschafteten Waren, wie Butter, Käse, Schmalz, Speck, Eier und Speiseöl. Um die Stellen nicht mit unwirtschaftlicher Kleinarbeit zu belasten und die Einfuhr von Geschenksendungen von vermeidbaren Kontrollen, die anderen Zwecken dienen, freizustellen, wird ab 1. Dezember 1936 durch Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsministers für Finanzen die Einfuhr von je 5 kg durchgesalzenem gepökeltem oder geräuchertem Schweinespeck, Schweineschmalz, Butter, Käse, Eier, sowie Speiseölen ohne Vorlegung eines Uebernahmescheines zur Einfuhr zugelassen, wenn sie als Geschenk aus dem politischen Ausland im Post- und Frachtverkehr zum Verbrauch im Haushalt des Einführenden eingeführt werden. Die gleiche Vergünstigung gilt für die Einfuhr im Per- fonenfernverkehr (also nicht Grenznahverkehr). Bei der Einfuhr sind neben dem jeweiligen Zoll die Verbrauchssteuern zu zahlen, denen die betr. Waren bei der Einfuhr unterliegen, so z. B. für Speiseöl die Fettsteuer und für Schweinespeck die Schlachtausgleichssteuer, außerdem bei allen Waren, mit Ausnahme von Speiseöl, ein Unterschiedsbetrag. Bei der Einfuhr aus Vertragsländern, also insbesondere den europäischen Nachbarländern, sind hiernach neben einer statistischen Gebühr von je 0,10 RM. je Postsendung und 0,20 RM. je Frachtsendung, folgende Beträge insgesamt zu zahlen: Je 1 kg Speck etwa 1,00 RM. „ 1 „ Schmalz „ 0,75 „ „ 1 „ Butter „ 1,35 „ „ 1 „ Käse „ 0,55 „ „ 1 „ Eier „ 0,50 „ „ 1 „ Oel „ 0,80 „ Es ist ferner darauf zu achten, daß Schweinespeck einer gebührenpflichtigen Trichinenschau unterliegt, die nicht bei jeder Zollstelle vorgenommen werden kann: es empfiehlt sich daher nicht, Schweinespeck im Reisefernverkehr einzuführen; die Gebühr für die Trichinenschau ist in der oben aufgestellten Ab- gabendelastung nicht mit berücksichtigt. Kinderkleider, wie sie sein sollen... Die Ortsgruppe Gießen des Vereins für Frauenkultur, die sich feit Jahren darum bemüht, auf allen Gebieten des Wirkungskreises der Frau erneuernd, kultivierend und fördernd zu wirken, hatte für den gestrigen Freitagnachmittag zu einer Veranstaltung eingeladen, die allen Frauen, die sich im Hause der Deutschen Arbeitsfront in der Schanzenstraße einfanden, reiche Anregungen gegeben haben dürfte. Das Thema galt diesmal der Kinderkleidung, wie sie sein soll: materiell gerecht, qualitativ wertvoll, einfach, praktisch und nicht zuletzt geschmackvoll. An vielen Beispielen wurde gezeigt, wie jede Frau für ihre Kinder eine Kleidung schaffen kann, die dem Wesen des Kindes gerecht wird. Die Schau brachte die Vorführung von etwa 50 verschiedenen Arbeiten, die um so anregender wirkte, als man sich nicht darauf beschränkte, Die Kleidchen, Jäckchen, Mäntel, Kombinationen usw. einfach auszulegen, sondern sie von Kindern tragen ließ. Die Kinder, mehrere Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren, etliche Buben auch, taten dies herzerfti- schend schlicht. Einer etwa raffinierten Zurschaustellung bedurften die Kleidchen nicht, denn sie sprachen für sich selbst. Was die Ausstellung, die vom Gesamtverband der Deutschen Frauenkultur zusammengestellt war, so wertvoll machte, war das sichtliche Bemühen, aus einfachstem Material (häufig aus getragenen Kleidungsstücken der Mutter selbst) Kinderkleidung zu schaffen, die allen Anforderungen entspricht und dabei des persönlichen Charakters nicht enträt. Immer wieder sah man die meist freundlich Hellen oder bunten Stoffe (Wolle, Leinen, handgewebte Stoffe usw.) anders verarbeitet, mit Stickereien verziert, mit einfach durchgezogenen Fäden belebt und mit gehäkelten Kanten versehen. Dabei hatte jedes der Kleidchen, oder der Anzug für den Jungen etwas Festtägliches an sich. Viele Kleidchen waren außerdem so gestaltet, daß sie mit Ueberjäckchen, mit oder ohne Aermel getragen werden konnten, so daß sie also für Herbst, Winter oder Frühling gleichermaßen brauchbar waren. Einige Kleidungsstücke, die von Schülerinnen des Fröbelsemi- n a r 5 , wie auch der Frauenschule (Lyzeum) zu dieser Schau beigesteuert wurde, bewiesen, daß an den genannten beiden hiesigen Lehranstalten in gleichem Geiste gearbeitet wird. Den Besuchern war immer wieder Gelegenheit gegeben, sich die Kleidchen, Jacken usw. genau anzusehen und sich mit der Technik vertraut zu machen, in der die Sachen gefertigt worden waren. Außerdem gab Fräulein Kellner während der Vorführungen Erklärun- gen über die Einzelheiten der Verfertigung ab und förderte damit das Verständnis. Schließlich war nach den Vorführungen noch die Möglichkeit gegeben, die nunmehr ausgelegten Kleidungsstücke eingehend zu betrachten. Die Deutsche Frauenkultur hat mit dieser Veranstaltung erneut bewiesen, daß mit durchaus einfachen Mitteln sehr wohl geschmackvolle Kinderkleidung geschaffen werden kann. Das Bemühen der Ortsgruppe Gießen um die Schaffung formschöner und zweckentsprechender Kleidung verdiente von einem breiten Kreis gewürdigt zu werden. Auf rassischer Grundlage ein neues Geschlecht! Rassenpolitischer Schulungslehrgang für BDM- Führerinnen im Gau Hessen-Nassau. NSG. Unter Leitung von Dr. Kranz vom Rassepolittschen Amt der NSDAP., Gau Hessen- Nassau, findet vom 24. bis 28. November in Gießen ein Schulungslehrgang für sämtliche mit der Schulung beauftragten Führerinnen der BDM- Untergaue und Obergauschulen statt. Das Bestreben des BDM., die ihm anoertrauten Mädel auf den Grundlagen von Volk und Rasse einem neuen Ideal entgegenzuführen, wird in diesem Lehrgang neue Anregungen und Vertiefung erfahren. Dann wird es in wenigen Monaten so weit sein, daß auch die letzte Führerin draußen und damit das letzte Mädel sich der Bedeutung der Rassefrage bewußt wird, nicht nur theorettsch, sondern ihr ganzes Tun und Denken darnach richtet. Das Mädel, einst Hüterin der Familie, muß heute mehr denn je Hüterin des kostbarsten Gutes seines Volkes sein: seines Blutes und seiner Gesundheit. Um dieses Ziel wollen wir jeden Tag arbeiten und ringen. Oie Ablösungsschuldverschreibungen der Provinz Oberheffen. Der Sparerbund für das Deutsche Reich in Berlin teilt uns mit: Die Provinzialdirektion Oberhessen wandte sich im Mai d. I. an die Anleihebesitzer zwecks Einlösung ihrer Ablösungsanleihe (Neubesitz) und bot diesen den Kurs der Komm.-Sammel-Neubesitz-Anleihe, der damals zwischen 24 und 25 Prozent lag. Der Sparerbund für das Deutsche Reich in Berlin hatte durch seinen Reichsoerbandsführer, Freiherr Wolf von Todenwarth, die Provinzialdirektion Oberhessen ersucht, im wohlverstandenen Interesse des Spargedankens ihr Angebot auf 100 v. H. zu erhöhen. Die Provinzialdirektion teilt nunmehr mit, daß sie sich dazu entschlossen habe, die noch im Umlauf befindlichen oberhessischen Ablösungsschuldverschreibungen ohne Auslosungsrechte zum vollen Nennwert zurückzukaufen. Die Reichsleitung des Sparerbundes glaubt die Hoffnung hegen zu dürfen, daß dieses großzügige Entgegenkommen recht viele Nachahmer findet. Auf Anfrage bei der Provinzialdirektion Oberhessen hören wir, daß es sich in diesem Falle um die folgenden Papiere handelt: A. 828/29; 833; 835 bis 843; 845/46; 856 bis 860; pro Stück 12,50 Mark. B. 1119/20; 1124; 1134 bis 1142; pro Stück 25 Mark. C. 654 bis 659: pro Stück 50 Mark. D. 999 bis 1005; 1012 bis 1019 pro Stück 100 Mark. Schuldverschreibungen, welche die Provinz Ober- Hessen in den Jahren 1902,1909, 1913, 1914, 1920 und 1923 ausgegeben hat und die nicht entsprechend den gesetzlichen Vorschriften bei der Provinzialdirektion wegen Ausgabe von Ablösungsschuldverschreibungen emgeschickt wurden, kommen für die Ablösung nicht in Betracht. Weihnachtsmarkt in Gießen. Die Stadtverwaltung (Marktverwaltung) kündigt in einer Bekantmachung in unserem heutigen Anzeigenteil einen Weihnachtsmarkt für die Zeit vom 9. bis 22. Dezember an, auf dem hauptsächlich Weihnachtsgeschenkartikel zum Verkauf kommen sollen. Bei der Vergebung der Derkaufsstände werden ortsansässige Einzelhändler und ambulante Gewerbetreibende arischer Herkunft bevorzugt zuge- lassen. Verkaufsstände werden nicht gestellt. Nicht zugelassen sind Ausspiel-, Fahr-, Belustigungs- und Schaugeschäfte. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Deutsches Porzellan. Das herannahende Weihnachtsfest lenkt die Gedanken bereits auf mancherlei Dinge hin, von Deren Erscheinen auf dem Weihnachtsgabentisch man sich eine Freude für seine Familienangehörigen oder für die beschenkten Freunde erhofft. Ein bedeutsamer Platz als Zierde des Weihnachtstisches, aber auch als bleibender Schmuck der Wohnung, oder als nützlicher Gebrauchsgegenstand im Haushalt kommt bei der Auswahl der Festgefcbenke dem Porzellan zu. Auf diesem Gebiete deutschen Gewerbefleißes und deutschen Kunstschaffens steht eine so vielfältige und reizvolle Auswahl zur Verfügung Der Kauflustigen, daß man schon bei der Auswahl seine helle Freude haben kann. Da gibt es Porzellanstücke von der einfachen bis zur feinsten Materialverarbeitung, von prächtigen künstlerischen Formen und mit allerlei Verzierungen geschmückt. Deutsches Porzellan ist ein Besitz, der nicht nur jede Hausfrau mit Freude erfüllt, sondern der auch Wohlgefallen bei den Männern findet, wenn diese Stücke in schöner Gestaltung als Nutzgeschirr auf dem Tische erscheinen, oder als Schmuck die Wohnräume zieren. Es ist daher zu verstehen, daß das Porzellan sich allenthalben großer Wertschätzung erfreut und besonders für Die Weihnachtsanschafsungen in den Vordergrund Des Interesses gestellt wird. Oie Weihnachtswerbung des Einzelhandels. LPD. Im Einvernehmen mit Der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wird auch für das rhein- mainische Wirtschaftsgebiet von Der Wirtschaftskammer Hessen — Unterabteilung Einzelhandel — der Beginn der Weihnachtswerbung auf Samstag, 28. November, festgelegt. Der Werberat der Deutschen Wirtschaft beftimmt in seiner zweiten Bekanntmachung vom 1. November 1933, daß Werbungen den religiösen Sitten und dem vaterländischen Empfinden nicht widersprechen dürfen. Es wird daher auch vom deutschen Einzelhandelskaufmann erwartet, daß er in zweckentsprechender Form diese Grundsätze bei der Weihnachtsdekoration berücksichtigt. Nach den neuen Richtlinien der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel über die Weihnachtswerbung kann nun auch der Weihnachtsbaum mit brennenden Lichtern, selbstverständlich in geschmackvoller Weise, den Grundsätzen des Werberats der Deutschen Wirtschaft entsprechend, bei der Weihnachtsausschmückung der Geschäfte Verwendung finden. Bei der Verwendung sakraler und völkischer Symbole muß Zurückhaltung geübt werden. Gegen eine Dekoration der Schaufenster und Jnnenräume der Geschäfte mit Tannenorün, Lametta, Adventskranz, Christkind, Engel, Krippe, Knecht Ruprecht, Weihnachtsstern usw. in geschmackvoller Weise ist selbstverständlich nichts einzuwenden. ♦ ** Die Gemeinde-Hundesteuer für 1 9 3 7 wird von der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Die Ausgabe von Brennstoff. Bezugsscheinen betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes in unserem heutigen Anzeigenteil, auf welche die Bezieher von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung, sowie verschämte Arme besonders hingewiesen seien. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. Näheres in der heutigen Bekantmachung Der Stadtverwaltung. ** Konkursverfahren. Das Amtsgericht Gießen hat über das Vermögen Des Heinr. Lehm- becker in Gießen, Seltersweg 73, das Konkurs- verfahren eröffnet und den Kaufmann Louis Alt» hoff in Gießen zum Konkursverwalter ernannt. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Landwirt Martin Groß aus Neustadt bei Rennerod, der — wie gestern von uns berichtet — bei Felssprengungen auf seinem Acker durch einen zu früh losgegangenen Sprengschuß an Brust und Kopf schwer verletzt worden war und in die hiesige Chirurgische Klinik eingeliefert wurde, ist dort gestern nachmittag an seinen schweren Verletzungen verstorben. Der ebenfalls erheblich verletzte Schießmeister befindet sich noch in Der hiesigen Klinik. ** Gepäckauflieferung ohne Fahr- karte. Es ist noch wenig bekannt, Daß Die Reichs- bahn Gepäck auch ohne gleichzeittge Vorlage einer Fahrkarte für Den Beförderungsweg zu den nur wenig höheren Sätzen des Expreßguttarifs nach allen Bahnhöfen annimmt, nach denen Expreßgut abgefertigt wird. Das Mindestgewicht für die Frachtberechnung beträgt 10 Kilogramm. Bei Gegenständen im Gewicht von 11 bis 15 Kilogramm wird die Fracht für 15 Kilogramm, im Gewicht von 16 bis 20 Kilogramm für 20 Kilogramm berechnet. Selbstverständlich kann Gepäck auch als Expreßgut mit Expreßgutkarte aufgeliefert werden. Die Aufgabe als Gepäck bedeutet aber eine Erleichterung in der Abfertigung, und es besteht dabei die Mög- lichkeit. Den Gepäckschein im Brief einem beliebigen Empfänger zu übersenden, wenn man Das Gepäck am Bestimmungsort nicht selbst in Empfang nehmen will ober kann. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 21. Noo. Auf Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Y» kg 1,57 Mk., Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,43, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12 Pf., Wirsing, % kg 6 bis 8 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, kg 7 bis 10 Pf.,' 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, Y kg 8 bis 12 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kar- Waren Sie schon in der Plockftrahe 11? Haben Sie sich schon die sehenswerte Schau prachtvoller Teppiche und geschmackvoller Fenster-Dero- rationen angesehen? Wenn nicht, dann gehen Sie heute noch bin. Es lohnt sich, Dieie sehenswerte Schau, die das Teppich- und Gardinenhaus Ludwig, Geise und Pfaff, früher Brumlik-Haus, Frankfurt am Main, Liebfrauenstraße 1-3 veranstaltet, SU besichtigen. 7088v löffeln, X kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aevfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, % kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, kg 10 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Cnten 1 bis 1,10 Mk., Tauben, Das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, EnDioien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. Nundfunkprogramm Sonntag, 22. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel- choräle. 9: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet vom Amt für Kirchenmusik Der Landeskirche Hessen- Nasfau. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: Georg Usadel, „Zucht und Ordnung". 10: Kantate vom gläubigen Leben. Von Max Wagner. 10.3Ö: Chorgesang. 11.10: Und Gott schweigt? Bericht und Aufruf (III). Von Edwin Erich Dwinger. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Die Verdunfahrt deutscher Frontsoldaten. Von Dr. Pricken. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmit- tagskonzert. 18: Aslaug. Einer nordischen Sage nachgestaltet von Günther Hoffmann. Musik: Helmuth Riethmüller. 18.30: Kleist, Hörspiel von Hans Heyck. Vom Dichter nach seinem gleichnamigen Bühnenstück für den Funk bearbeitet. 19.50: Sportbericht. 20: Konzert. 20.30: Das Schwanenlied. Die letzten Werke großer Meister der Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportspiegel Des Sonntags. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. ZUontag, 23. November. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Haus- frau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus Dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aus unserer tönenden Wunsch-Mappe. 15: Volk und Wirtschaft. Wert und Unwert einer Börse. 15.15: Kinderfunk. „Jetzt basteln wir wieder." 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Martin Naschte: „Glück in der Dorfbäckerei." 17: Hausmusik. 17.30: Das Heimathaus. Herbstlicher Rückblick in frohe Kindertage. 18: Zur Unterhaltung: Bunte Musik. 19: Aus den Geheimnissen eines Schallarchivs. Geräusch-Sinfonie mit verbindenden Versen von Albin Eckhardt. 19.30: Das Mikrophon unterwegs. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Fröhlicher Tanz. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik. Dienstag, 24. November. 6 Uhr: Morgenspruch. — Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkkonzert. 9.30: Heitere Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Nachrichten. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Neue Werkstoffe und Materialschutz! 15.15: Die deutsche Frau. Frauen meistern ihr Schicksal. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: lieber dem Alltag! Sendboten aus fernen Himmelsräumen. Funkfolge. 18: Unterhaltungskonzert. 19: „Singt mit — HI. singt vor " Alte Kampflieder mit Lesungen aus dem Buch „Schicksal SA." von Fritz Stelzner. 19.30: Kampf Dem VerDerb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Anläßlich Des IQjäljrigen Bestehens des Senders Freiburg im Breisgau. Die Alpenhütte. Romantische Oper in drei Bildern von Konradin Kreutzer in der Bearbeitung von Ernst Brügger. 21.15: Alemannische Heimat. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirt. Nachrichten der DAF. 22.30: Unter- halttmgs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagaach- mittag geschlossen. 9. A.-Sport Mercedes-Benz schult Nachwuchsfahrer in Monza. Bei den Prüfungsfahrten, die im Oktober auf dem Nürburgring von Mercedes-Benz unter der Aufsicht von Rennleiter N e u b a u e r durchgeführt wurden, war eine grobe Auslese aus der großen Zahl der Prüflinge getroffen worden. Schon damals war es klar, daß Talente für die Mercedes- Rennmannschaft nicht gleich auf Anhieb gefunden werden konnten. Man erkannte, daß die geeigneten Leute erst einer systematischen Schulung unterzogen werden müssen, bevor man sie in den Kampf schickt. Geleitet von dieser Erkenntnis wird sich Mercedes- Benz Anfang der Woche nach Monza begeben und die folgenden Fahrer neuerlich scharf unter die Lupe nehmen: Seaman (England), Kautz (Schweiz), Brendel (Frankfurt), Hartmann (Dortmund) und Baumer (Bünde). Diesen fünf Fahrern steht ohne Zweifel — wenn sie das undefinierbare Fingerspitzengefühl für die Feinheiten des hochgezüchteten Motors erst gefunden und die Geheimnisse des Wagens ergründet haben — eine große Karriere bevor. In Monza werden sie nun erneut Gelegenheit haben, sich mit dem Mercedes-Benz vertraut zu machen und ihre Steuerkunst zu beweisen. Die Monzabahn bei Mailand ist für das neuerliche Unternehmen denkbar geeignet; denn sie ist nicht so schwer wie der Nürburgring und von den „Prüflingen" in ihren Eigenarten leichter zu erkennen. Diese Tatsache wiederum wird dazu beitragen, daß die „Neuen" in der Hauptsache ihr Augenmerk auf den Wagen richten können. Das ist unbedingt erforderlich, weil die Fahrer in Monza ihr Talent nicht nur bei mittleren, sondern auch bei Spitzen- aeschwindigkeiten bis zu 300 km/st zu beweisen haben. Ihre Anpassung an den Wagen wird dabei genau beobachtet werden können. Die Schulung beginnt am Montag, 23. November, zunächst auf der „Schikanenstrecke" und wird dann auf der freien Monzastrecke fortgesetzt. Erstes Skispringen auf dem Zugspihplati. Am kommenden Sonntag findet auf dem Zugspitzplatt die erste diesjährige Wintersport-Veranstaltung mit einem Eröffnungsspringen statt. Für diesen Auftakt haben nach Meldeschluß 70 Springer ihre Meldung abgegeben, unter denen sich so bekannte Leute wie Toni Bader, Gump old, Sörensen (Partenkirchen), H a a s e r, Toni Neu (Oberammergau), Hechenberger (Bay- K befinden. Die Schneeverhältnisse auf der sind ausgezeichnet; es schneit weiter, so daß sich nach der letzten Meldung die Schanze auf dem Platt in hervorragendem Zustand befindet. Göhe-Lohmann wieder beim Gordon-Bennett-Nennen Für den größten internationalen Wettbewerb der Ballonfahrer, das Gordon-Bennett-Rennen, hat der Reichsluftsportführer bereits jetzt eine der voraussichtlich drei deutschen Mannschaften bestimmt. Es sind dies die Düsseldorfer Karl Götze und Werner L o h m a n , die in diesem Jahr bei der Wettfahrt von Warschau aus im Endergebnis den 4. Platz belegten. Sie starten im kommenden Jahr, in dem Belgien als Sieger 1936 den Flug von Brüssel aus ausrichtet, mit einem neuen Ballon (ihren alten Ballon mußten sie bei der Landung im sowjetrussischen Moorgebiet zurücklassen). Die beiden anderen deutschen Mannschaften sind noch nicht bestimmt. Götze-Lohmann konnten für ihre ausgezeichnete Leistung von Warschau keine bessere Anerkennung finden als durch ihre jetzt schon vorgenommene Aufstellung, während es sonst üblich ist, eine Mannschaft erst nach schweren Probefahrten zu bestimmen. Japan wünscht auch die Winterspiele Den in Europa verbreiteten Meldungen nachgehend, wonach Japan aller Wahrscheinlichkeit nach sich n i ch t um die Durchführung der 5. Olympischen Winterspiele bewerben werde, sprach ein Vertreter des DNB. im Sekretariat des Japanischen Olympischen Komitees vor. Ein Vertreter des Japanischen OK. erklärte offiziell, daß Japan keineswegs darauf verzichte, auch die Winterspiele zu veranstalten. Der Präsident des Japanischen Skiverbandes, C. Kojima, bereite sich jetzt schon darauf vor, Japans Ansprüche im Frühjahr 1937 auf der JOK.-Sitzung in Warschau zu vertreten. Braddock hofft auf Sieg gegen Louis. Der Manager des Negerboxers Joe Louis ist zur Zeit damit beschäftigt, um die Gunst des Madison Square Garden, an den Weltmeister James Braddock noch vertraglich gebunden ist, zu werben. Es geht darum, den Weltmeister für den am 2. Febr. in Atlantic City vorgesehenen Kampf gegen Louis vom „Garden" sreizubekommen. Ein Zeichen dafür, daß man den Kampf unter allen Umständen zustandebringen will, ist die Tatsache, daß Louis' Manager nunmehr dem Neuyorker Konkurrenzunternehmen ein Drittel der Einnahmen des Kampftages am 22. Februar versprochen hat, wenn vie Garden-Gesellschaft den Weltmeister sreigibt. Braddock ist übrigens recht zuversichtlich. In Dallas (Texas), wo er sich zur Zeit aufhält, erklärte er jetzt ftei heraus, daß seine Hände gesund seien und daß er schon in den nächsten Tagen mit einem leichten Training beginnen werde. Heber den Ausgang des Kampfes äußerte er sich sehr selbstbewußt; er glaubt, den Neger besiegen zu können. Hessen-Westfalen im Neichsbundpokal- Dorrundenkompf. Vor einem Ereignis von besonderer Bedeutung steht am kommenden Sonntag die hessische Sportgemeinde und insbesondere die Kasseler Anhänger des runden Lederballes. Auf dem Kurhessen-Sportplatz an der Frankfurter Straße stehen sich im Vorrundenspiel um den Reichsbundpokal die Gauvertretungen von Hessen und Westfalen gegenüber, um sich darüber auseinander zu setzen, wer zur Teilnahme an der Zwischenrunde berechtigt sein wird. Leider ist der Gau Hessen nicht mit allzu reichem, überdurchschnittlichen Spielermaterial gesegnet. Aber in den bisher zur Austragung gekommenen Treffen hat er durch eine, sich vorwiegend auf den Kampfgeist aufbauende Mannschaftsleistung bewiesen, daß er einen Gegner abgibt, der nur mit den stärksten Waffen besiegt werden kann. Westfalen ist diesmal der Gegner! Auch ohne die Schalter Spieler sind die Westfalen eine Mannschaft, die unbedingt als stark angesprochen werden muß. Die Mannschaftsaufstellung, in der für Hessen auch wieder Lippert (1900 Gießen) steht, teilten wir bereits mit. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am morgigen Sonntag spielt die Schülermannschaft von der Fußball-Abteilung des Turnvereins Wieseck gegen die Schüler von VfB.-R. Gießen. Aller Voraussicht nach werden die VfB.er tonangebend sein und den Sieg für sich beanspruchen. Im Anschluß hieran stehen sich Wiesecks erste Jugendmannschaft und die gleiche von DfB.-Reichs- bahn gegenüber. Wieseck als Gruppenmeister wird alles hergeben müssen, um ehrenvoll abzuschneiden. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Tv. Allendorf 1. Jugend — VfR. Lich 1. Jugend 6:3 (4:1). Die 1. Jugendmannschaft des VfR. Lich weilte in Allendorf zum fälligen Verbandsspiel. Da zwei Spieler der Platzbesitzer zur Zeit wegen Verletzung nicht spielfähig sind, mußten diese mit Ersatz antreten. Es entwickelte sich von Anfang an ein flottes, aber hartes Spiel, in dem die Turner die bessere Mannschaft stellten und dieses mit einem ^-Resultat bis zur Halbzeit zum Ausdruck brachten. Nach der Pause war der Kampf ausgeglichen und brachte jeder Partei noch zwei weitere Tore, so daß mit einem gerechten 6:3-Resultat das Spiel beendet wurde. — Vorgenanntes Spiel bildete für die Allen- börfer das Abschlußspiel der Vorrunde. Die Platzbesitzer, die von sechs Verbandsspielen vier Spiele gewonnen, ein Spiel unentschieden und ein Spiel verloren haben, stehen zur Zeit mit 9:3 Punkten als Tabellenzweiter in der Gruppe. Die neuen Sport-Kurse bei „KvF/". Für den erwachsenen Menschen ist es eine unbedingte Notwendigkeit, seinen Körper durch tägliche Gymnastik (ausgleichende Hebungen) und durch frohes Spiel in frischer Luft gesund und kräftig zu erhalten. Deshalb hat sich die NSG. ,Kraft durch Freude" die große Aufgabe gestellt, jedem Volksgenossen Gelegenheit zu geben, sich in ihren Sportkursen körperlich zu stärken und Erholung zu finden. Alle können daran teilnehmen, jung und alt. Hier wird gelaufen, gesprungen, mit dem Ball gespielt und andere fröhliche Scherzspiele lassen die Sorgen des Alltags vergessen. Um den Werktätigen der Stadt Gießen Gelegenheit zu geben, sich m den Sportkurzen zu billigen Gebührensätzen körperlich zu kräftigen, und damit die Leistungsfähigkeit im Berus zu steigern, beabsichtigt das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude^ folgende, außer den bereits bestehenden, Sportkurse einzurichten. Allgemeine Körperschule (für Frauen und Männe? gemeinsam) im Lyzeum, Dammstr. 26, Mittwochs von 20 bis 22 Uhr und Freitags von 21 bis 22 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen) im Lyzeum, Dammstraße 26, Dienstags von 21 bis 22 Uhr. Hallen-Tennis (für Frauen und Männer gemeinsam) in der Liebigshöhe Samstags von 14.30 bis 15.30 Uhr; Sonntags von 9.30 bis 10.30 und 10.30 bis 11.30 Uhr. Tisch-Tennis (für Frauen und Männer gemeinsam). Hebungsstätte und Beginn der Sportstunde wird noch bekanntgegeben. Ski-Trocken (für Frauen und Männer gemeinsam). Sie erleichtern dem, der das erstemcck draußen im Schnee auf den Brettern steht, das Ler« nen. Die Schneeschuhe werden gestellt. Hebungsstätte: Hnioersitätsreitinstitut, Brandplatz, Montags von 21 bis 22 Uhr. Boxen (nur für Männer). Hebungsstätte und Beginn der Sportstunde wird noch betanntgegeben. Für die Teilnahme an diesen Kursen ist vorherige schriftliche Anmeldung an das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Fernruf 2919, einzureichen. Genaue Anschrift und evtl. Telephonnummer ist erforderlich. Das Kulturgut des Sportes gibt frohen Mut und Lebenskraft. Darum ergeht auch an dieser Stelle wiederholt die Mahnung und Aufforderung an alle Volksgenossen: Reiht euch ein in die Front des „Kraft-durch-Freude"°Sportes! Macht euren Körper stark und widerstandsfähig durch Teilnahme an Leibesübungen bei den Sportkursen der NSG. „ftraft durch Freude", Gießen. Die Leitung der Sportkurse liegt in den Händen ausgebildeter Fachlehrkräfte, die fast ausnahmslos dem Reichsverband Deutscher Tum-, Sport- und Gymnastiklehrer angehören. Geringer Spielbetrieb im Handball! Durch die herrschende Terminnot ist man im Handball — vor allem in den oberen Klassen — von der seitherigen Gepflogenheit abgegangen und hat auch am Totensonntag Spiele angesetzt. Dadurch soll keineswegs dem Tage die Weihe genommen werden. Denn im Laufe der Spiele wird in sinniger Weise derer gedacht, denen der Tag gilt. Wenn man nun meint, die kleine Zahl der an- gesetzten Treffen ließe die Spannung vermissen, so trifft das keineswegs zu. Denn die verschiedenen Gegner werden schon dafür sorgen, daß die Heber- raschungen auch diesmal nicht ausbleiben. Das größte Interesse begegnet zweifellos dem Auftreten des derzeitigen Tabellenführers der Gauklasse in Hessen, dem Spv. Kurhessen Kassel. Für Wetzlar steht viel auf dem Spiel. Ein Sieg würde bedeuten, daß der Anschluß noch nicht verpaßt und noch Aussicht vorhanden ist, entscheidend einzugreifen. Bezirksklasse. lufpo. 1860 Marburg — 1900 Gießen. Nach langer Pause sind die 1900er zu einem Pflichtspiel wieder einmal Heimmannschaft, und zwar empfangen sie morgen den Tuspo. 1860 Marburg. Für die weitere Gestaltung der Tabelle der Bezirksklasse ist das Spiel van außerordentlicher Bedeutung. Werden die Spielversinigungsleute weiter die Führung behalten können? Wenn durch eine Mannschaft die Position gefährdet werden kann, so ist es durch die Marburger. Ihr eindeutiger Sieg über die Männerturner und der Punktgewinn gegen die gefährlichen Münchholzhäuser, die als ernster Anwärter auf den Meistertitel gelten mußten, lassen aufhorchen. Die Stärke der Gästemannschaft ist in erster Linie in ihrem wendigen, aber auch sehr wurfkräftigen Sturm zu suchen. Die 1900er werden schon alle Register iyres Könnens ziehen müssen, um ungerupft davonzukommen. Falls die Gießener ihre beste Vertretung stellen können, hat die Mannschaft folgendes Gesicht: Enders; Birkenstock, Lehrmund; Schmittdiel, Neist, Richter; Schüler, Höing, Vock, Berg, Schott. Tuspo Niedergirmes — Tv. Heuchelheim. Auch dieses Spiel ist vollkommen offen und eine Voraussage unmöglich. Mag auch Niedergirmes auf eigenem Platz immer gefährlich sein, so hat Heuchelheim bewiesen, daß es zu spielen versteht. Eine Mannschaft die sich in Lützellinden einen Punkt holen kann, braucht auch in Niedergirmes nicht vorzeitig zu kapitulieren. Tv. Münchholzhausen — Tv. Hochel« beim. Man darf gespannt sein, wie dieses neue Auftreten der Hochelheimer enden wird, zumal sich die Mannschaft am letzten Sonntag recht gut gehalten, Münchholzhausen dagegen vollkommen versagt hat. 1. Kreisklasse. Tv. Holzheim — Tv. Garbenheim. D7e Holzheimer haben zwar den Vorteil des eigenen Platzes. Dieser Hmstand sollte sie aber keinesfalls leichtsinnig machen. Denn wir mtffen, daß die Gäste immer ihren Mann gestanden und ebenfalls schon für manche Heberraschung gesorgt haben. Tv. Grüningen — Tv. Atzbach. Die Mannschaft der Gäste konnte in ihrem letzten Spiel restlos gefallen; sie wird auch morgen wieder siegen, wenn Grüningen erneut mit Ersatz antreten muß. Es wäre zu hoffen, daß man sich endlich einmal aufrafft und auch in Grüningen einmal zeigen würde, was die Mannschaft wirklich kann. Tv. Herborn — Tv. Hörnsheim. Hörnsheim geht einen weiteren schweren Gang. Daß die Trauben auch für die guten Mannschaften in Herborn ziemlich hoch hängen, hat sich schon mehrfach bewiesen. VfB.-R. I und II — Mlv. I und II. Am kommenden Sonntag spielt die neuaufgestellte erste und zweite Handballmannschaft gegen die gleichen vom Mtv. Gießen. Die Mannschaften werden vor eine schwere Aufgabe gestellt, zumal der Mtv. zwei eingespielte Mannschaften auf das Feld stellt. Eine Voraussage über den Ausgang beider Spiele ist nicht zu treffen, da die Mannschaften des VfB.-R. ihre ersten Spiele machen. Oberheffen. Bon der Neichsantobahn. ch Dorf-Gill (Kreis Gießen) 20. Nov. Bei den Arbeiten an der Reichsautobahn herrscht seit einigen Wochen Hochbetrieb. Nicht weniger als drei Bagger sind in der Nähe unseres Dorfes in Tätigkeit. Der schwerste, ein sog. Löffelbagger, der ein Gewicht von 1400 Zentner hat, arbeitet in unserem Walde. Spielend leicht hebt er die schwersten Steine und die stärksten Wurzeln aus dem Boden. Er hat bereits einen Höhenrücken im Grüninger- Dorf-Giller Markwald abgehoben. Eine andere Gruppe Arbeiter hat in der letzten Woche mit den Arbeiten am Pfahlgraben begonnen. Ein Teil des Limes ist bereits fieigelegt. Diese Arbeiten werden unter ständiger Aufsicht eines Vertreters der Reichslimes-Kommission ausgeführt. Weiter ist in unmittelbarer Nähe unseres Dorfes mit den Bau von drei Brucken begonnen worden. Die größte überbrückt die Straßen Dorf-Gill—Holzheim und Dorf-Gill—Grüningen. An der Holzheimer Straße ist der Ehauffeebau bereits entfernt. Diese Straße wird stellenweise bis zu 4 Meter tiefer gelegt. Der Feldweg von Dorf-Gill nach Grüningen wird ebenfalls chauffiert, da er zum Anfahren von Baumaterial benutzt werden muß. Ferner wird in der Feldgemarkung Bergheim, die auch von der Autobahn durchschnitten wird, ein etwa 300 Meter langer und bis zu 4 Meter hoher Damm errichtet. Die Erd- und Sandmassen dazu werden von dem Rockenberger Sandberg herbeigeschafft. Eine Kleinbahn ist zu diesem Zwecke erbaut worden. Bis zum Mai nächsten Jahres sollen die Erdarbeiten beendet sein. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 21. Nov. Am morgigen Sonntag, 22. November, kann der Landwirt und Kohlenhändler Heinrich Volkmann III., Lud- wigstraße 9 wohnhaft, in bester Gesundheit seinen 7 5. Geburtstag begehen. 8 Alten-Buseck, 20.Nov. Die Wiederherstellungsarbeiten an unserem Gemeindehaus, in dem sich die Geschäftsräume des Bürgermeisters, des Gemeinderechners, der Ortsgruppe der NSDAP, und der NSV. befinden, sind nunmehr abgeschlos- pvBvlla« IßVÄ tote HMmt HERMANN METTENHEIMER Inh.: A. Menges Kreuzplatz 3 Das führende Fachgeschäft in Glas- und Porzellanwaren Besichtigen Sie unverbindlich meine große Auswahl und überzeugen Sie sich von meinen vorteilhaften Preisen 7411 D Praktische Weihnachtsgeschenke in Tafel- und Kaffeeservicen, Sammeltassen, sowie Keramik u. Kristall finden Sie in reicher Auswahl bei M.Semmler GIESSEN Walltorstr. 15 7363 D das schönste Geschenk für den Weihnachtstisch erhalten Sie in reicher Auswahl in den’einschlägigen Geschäften PORZELLAN V das 1 WEISSE WUNDER k.U K',F ' ‘ 5." v > £ö wer <£ fäecfistein Neustadt 2-4 Das Fachgeschäft für Porzellanwaren zeigt zur Reichsporzellanwoche eine reiche Auswahl in Tafelgeschirren । complett sowie Kaffeegeschirren > in Serien TeegeMhirren ' zum Einzelkauf Sammelgedecken, Leuchtern, Vasen, Figuren, Schalen, Körben usw. Zierporzellan u. Gebrauchsporzellan Besichtigen Sie unverbindlich unser reichhaltiges Lager parterre und I. Stock HBel kleiner Anzahlung stellen wir Ihnen schon heute II für das Weihnachtsfest bestimmte Waren zurück 1 Beachten Sie morgen Sonntag unsere große Innendekoration: Porzellan-Geechenke-Schau 7412D Seit 170 Jahren JUL. BACH KUNSTGEWERBEHAUS Luxus- und Gebrauchs-Porzellan staatlicher und erster privater Manufakturen 7381 D Vergessen Sie nicht! s^Sturm Lang-Göns, Osthofen, den 20. November 1936. Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. November, nachmittags 2.30 Uhr statt Marktstraße 17 7382 D 7357 A kleiner Schritt ist es vom ein 7393 D Lieferant aller Krankenkassen 6038A Das gro^e Einrichtungshaus stimmt bei: 393V Loden- Frey-, München-Fabrikate — Eigene Maßschneiderei Annahme ven Ehestands-Deriehenwhcioen ügfflpj 1. Dezember Eröffnung! wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne Freitag morgen 9 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante •ach wie I Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bopf und Frau Karl Bopf und Frau Willi Bopf Pfarrer Letzing und Frau Emmy, geb. Bopf Hedwig Bopf Heute nachmittag gegen 3 Uhr nahm Gott unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Bopf Wwe,, geb. Bopf im 74. Lebensjahre zu sich in die ewige Heimat. Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Karn Germania- Drogerie C. Seibel Drogerie Winter hoff Parfümerie H. Plank Salon Buchberger. In Laubach: Solms Laubacher- Drogerie Karl Klein. Gießen (Hammstraße 13), Nordhausen, Bingen, Frankfurt, Köln, Köln-Mühlheim. Staufenberg, Gleiberg u. Kl -Linden, 20. Nov, 1936. Die Leichenfeier findet statt am Montag, dem 23. November, nachmittags 2 Uhr in der Kapelle deÖNeuen Friedhofs. - Das Lager füllt sich Die Renovierungsarbeiten schreiten fort in erlesenem Geschmeide und allen Preislagen zur ÄuswaM. Eine Auslefe der deutf dien Mobdinduftrie monen-“ MWWlz abzugeb. Bestell. erb.wirv.Postk. od.and.Bierver- lagMicheLWl.ll- torstr.71,T.2479 Damplsäqewerk Lollar B. Nuhn A. 6., Lollar zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit* Am Bahnhof Gießen Gewissenhafte Anpassung durch erfahrene Fachoptiker! Haben, und von den großen wirtschaftlichen Schwie. rigkeiten zur Erhaltung des Deutschtums. Von be. sonderem Interesse waren die Ausführungen des Redners über die Verhältnisse der Deutschen in Spanien und Portugal, aus denen hervorging, daß in den letzten Jahren in der deutschen Kolonie reges Leben herrschte. Die Hetze der Emigranten und ihrer Presse machte auch den Deutschen in Spanien viel zu schaffen; man suchte die Deutschen überall zu schädigen durch Boykott und ähnliche Maßnah, men. Hier haben die Ausländsdeutschen eine große Aufgabe, aufklärend zu wirken. Sie sind die Pro» niere in der Fremde, die für die Heimat arbeiten. Der Abend wurde stimmungsvoll umrahmt durch musikalische Darbietungen des Schülerorchester^ der Oberrealschule und des Schülerchors der Volksschule und der Oberrealschule. — — Homberg, 19. Roo. Die Gaufilmstelle brachte in der hiesigen Stadthalle den Film „Friesen not" zur Vorführung, der auf die zahlreichen Besucher einen starken Eindruck machte. Den Arbeitsdienstlagern Homberg und Rieder- Ofleiden war der Film bereits am Abend vorher vorgeführt worden. Brandstifter festgenommen. LPD. L i m b u r g, 20. Rov. Anfangs März d. I. brannte in Dorndorf (Westerwald) ein Wohnhaus mit Scheune nieder. Die damaligen Ermittlungen nach der Brandursache führten zu keinem Ergebnis und der Besitzer erhielt die Versicherungssumme. Er baute damit ein schönes Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, schaffte sich eine schönere Wohnungsreinrichtung an und hatte auch sonst durch den Brand große Vorteile. Die Kriminalpolizeistelle Frankfurt wurde jetzt mit den Ermittlungen beauftragt, und der Brandbetroffene, der sich schon in Sicherheit wiegte, wurde der vorsätzlichen B r a n dst i f t u ng überführt. Er wurde in das Gerichtsgefängnis Limburg eingeliefert. Vier Verletzte bei einem Autounfall. LPD. Diez, 20. Rov. Auf der Straße Limburg—Diez geriet auf dem abschüssigen Teil der Straße innerhalb von Freiendiez ein A u t o ins Schleudern. Der Fahrer verlor die Herrschaft über den Wagen und wurde zudem noch kopflos, so daß er erst auf den rechten Bürgersteig fuhr, dann das Steuer herumriß, die Straße überquerte und auf den gegenüberliegenden Bürgersteig rannte. Dabei wurde ein Baum umgeknickt und zwei mächtige Torpfeiler umgeworfen. Eine Frau, die gerade in das Tor gehen wollte, wurde von dem Auto erfaßt, gegen die Tür gedrückt und schwer verletzt. Der Wagen wurde völlig zertrümmert und drei Insassen ebenfalls schwer verletzt, während der Fahrer selbst mit dem Schrecken davonkam. Köhler hai schon Tausenden Herren zu ANZUG und MANTEL verhelfen Köhler ist das Geschäft der alten und jungen Generation. Die Väter und Söhne kommen von weit und breit und lassen sich beraten. Alle wissen: Köhler ist zuverlässig und man bekommt Qualität fürs Geld. 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Gestern gegen 14Uhr kam es an der Rechtskurve oberhalb des Dorfes zu einem Zusammenstoß zweier Kraftwagen. Ein kleinerere Lastwagen, aus Richtung Nidda kommend, fuhr einem von Schotten kommenden Personenwagen in der Kurve in die Flanke, so daß dieser aufs Bankett geriet, hart einen Baum streifte und im Zwischenraum zweier Chausseebäume in den Chausseegraben fuhr. Der Wagen wurde stark beschädigt, die beiden Insassen kamen, von einigen leichteren Schnittwunden abgesehen, mit dem Schrecken davon. Der Lenker des Lastwagens suchte mit Vollgas das Weite, konnte aber nach einer Stunde ermittelt werden. Wie die polizeilichen Feststellungen ergaben, fuhr der Lastwagen nicht auf der rechten Straßenseite, so daß der Zusammenstoß unvermeidlich wurde. Kreis Büdingen. O Nidda, 20. Nov. In diesem Jahre war die Bautätigkeit hier größer, als jemals. Nach den zu Beginn dieses Jahres fertiggestellen Arbeiten an den aus 1935 stammenden Rohbauten wurden zahlreiche Ergänzungs-, Erweiterungs- und Neubauten durchgeführt, die teilweise schon bezugsfertig geworden sind. Zur Zeit ist man daran, noch zwei Wohnhäuser an der Beundestraße, ein Wohnhaus an der Salzhäuser Straße und eins in der Hopfengasse im Rohbau unter Dach und Fach zu bringen. Durch Instandsetzung zahlreicher Feld-, Wald- und Wiesenwege mit steinernem Unterbau, sowie umfangreiche Wald- und Kanalisationsarbeiten wurde weiterhin vielen Arbeitslosen Beschäftigung und damit Brot gegeben. Es dürfte wohl als Seltenheit bezeichnet werden, daß zu letzteren Arbeiten in Ermangelung einheimischer Kräfte auch Volksgenossen aus ziemlich weit entfernten Orten herangezogen werden mußten. Kreis Alsfeld. ♦!* Alsfeld, 17. Nov. Am vergangenen Samstag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des VDA. im großen Saale des „Deutschen Hauses" einen volksdeutschen Abend. Als Redner war Lehrer K ö b l e r (Gießen) gewonnen worden, der mehrere Jahre im Ausland, in Südamerika und in Spanien, verbracht hat. In seiner Einleitung zum Vortrage gedachte er der deutschen Volkskämpfer in den Notjahren Deutschlands, die im Baltikum, in Schlesien usw. für das Deutschtum gekämpft haben. Besonders gedachte er Leo Schla- geters. Der Redner gab dann ein anschauliches Bild von dem harten und erbitterten Kampf, den die Ausländsdeutschen um ihre Existenz zu führen Alllv- frowotte aller Art mit geschlossenem Lastwagen führt aus [7402D Hermann Behm Steinstraße 37. Telephon 4039. Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Wer zeitgeiDvrfte WOHNKULTUR für sein Heim wünscht, besudle die interessante grofic MÖBEL-SCHAU wofaferteg eingerichteter Räume einschließlich T epp idien,Beleuchtungskörper, KiHYstge werbe, Dekorationen. Cd. ießen 46d Friedrichstr. 7 Kassenlieferant Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. Anmachholz ä Wagen r> Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mt frei Keller. 383d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb.Str. 24. Kpl.72tl.Bestecke schwervers.,100k Silbaufl., rostfr. Kl. v. d. rda. So- bemaM.Müller, Essen, f. 72,50 g. bar evtl. i. Rat. Zubesicht, hierd. Firmenvert. An- frag.u.e.8.13513 (7352V)a.d.G.A. KleineAnzeigen IM Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und gelesen. Durchschnittzum Besonderen, und doch: welch ein Unterschied I Gebr.lmheuser haben es sich zur Aufgabe gestellt, stets das Besondere zu bringen, aber trotzdem bei niedrigen Preisen zu bleiben. Das betrifft die prächtigen Kleider und die schönen Mäntel. Gebr.lmheuser am Markt 7354a von der Firma Büddecker & Laux, Butzbach, käuflich erworben worden. Diese Firma hat in' den letzten Tagen, nachdem die Räume neu hergerichtet wurden, ihren Betrieb hierher verlegt. Die Fabrikation umfaßt die Herstellung von Arbeitsschuhen, Stiefeln u. a. Es werden zur Zeit etwa 70 Arbeitskräfte beschäftigt. Die Betriebs» Verlegung ist soweit beendet, so daß am nächsten Montag mit der Arbeit in den neuen Räumen begonnen wird. Kreis Schotten. y. Schotten, 19. Nov. Am Dienstagabend fand in der Turnhalle ein stark besuchter General- appell der Ortsgruppe Schotten der NSDAP, unter Leitung des Ortsgruppenleiters Zefchky statt. Pg. B e h r e n d sprach in aufschlußreicher Weise über die Bedeutung und Auswirkung des Dierjahresplans. Die Darlegungen des Redners wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise geschlossen. O Laubach, 20. Nov. Anläßlich des Tages der deutschen Hausmusik veranstaltete die Realschule L a u b a ch unter Leitung von Studienassessor Dr. Kammer in der Aula der Schule einen musikalischen Abend. In der Begrüßungsansprache wies der Leiter der Anstalt, Studienassessor Hainz, aus die Bedeutung der Musik im allgemeinen hin, die in der Erhebung der Seele über das Alltägliche und der Vertiefung des Menschen liegt, wie auf die besondere Aufgabe der Hausmusik, die Verschönerung des Familienlebens. Kein „Konzert" solle an diesem Abend geboten werden, wie Dr. Kammer darauf in humorvoller Weise zum Ausdruck brachte, sondern echte Hausmusik, an der auch der jüngste Schüler sich im Rahmen seines Könnens beteiligt. Dann folgten die Darbietungen der Schüler und Schülerinnen, Klavier- und Violin- oorträae, Blockflötespiel, auch ein Zitherspieler erfreute durch einen flotten Marsch, Trios und Quartette. Auch Väter und Mütter haben in gütiger Weise zu dem Gelingen des Abends beigetragen, indem sie mit ihren Kindern zusammen Musikstücke oortrugen und hierdurch so recht ine Bereicherung des Familienlebens durch gemeinsames Musizieren zur Darstellung brachten. Auch das im vorigen Jahr gegründete, unter Leitung von Dr. Kammer stehende Schülerorchester, das in selbstloser und dankenswerter Weise von Herrn Hühner unterstützt wird, trat mehrfach auf und bewies ein sehr erfreuliches Können. U. a. brachte das Orchester die Serenade aus der „Kleinen Nachtmusik" von Mozart, das Menuett von Boccherini und die den Abschluß des Abends bildende „Kindersymphonie" von Haydn zu Gehör. Ferner erfreute der unter Leitung von Reallehrer Haas stehende Chor durch den Vortrag mehrerer flott und schön gesungener Lieder. Welch großen Anklang die Veranstaltung gesunden hat, bewiesen der äußerst starke Besuch sen. Es ist begrüßenswert, daß der alte Fachwerkbau erhalten und in passenden Farben heroorge- hoben worden ist. In seinem schmucken Aussehen reiht sich unser Gemeindehaus jetzt würdig in das Dorfbild ein. • Lollar, 21. Nov. Gestern gegen 18 Uhr ereignete sich in der Hauptstraße inmitten des Ortes em aufregender Vorfall. Ein Personenkraftwagen, der in der Richtung nach Gießen unterwegs war, geriet in Brand und stand im Nu in Hellen Flammen. Der Wagen fiel fast vollständig dem Feuer zum Opfer. Der Fahrzeugführer konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. * Burkhardsfelden, 21. Nov. Heute feiern die Eheleute Heinrich Schmidt und Frau Anna Maria Elisabeth, geborene Becker, das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubilare stehen im 74. Lebensjahre. Aus ihrer Ehe stammen zwei Töchter und drei Söhne. Zehn Enkel sind der besondere Stolz der beiden Alten. > Alb ach, 21. Nov. Da unser Ort keine Arbeitslosen mehr hat, wurde vor einiger Zeit durch die Ortsschelle bekanntgemacht, daß sich die Kleinbauern zum Holzmachen melden sollten. — Die Autobahn beansprucht in unserer Gemarkung etwa 40 Morgen Ackerland. Die Landwirte werden durch ein Ausgleichsverfahren mit dem Land, das durch eine neue Zusammenlegung gewonnen wird, entschädigt. * Lang-Göns, 21. Nov. Auf der Straße zwischen unserem Orte und Kirch-Göns ereignete sich gestern gegen 18 Uhr ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer, der einen Scherenschleifer Überholen wollte, streifte den Karren des Scherenschleifers und kam dadurch zu Fall. Im gleichen Augenblick passierte ein Lastkraftwagen von entgegengesetzter Richtung her die Straße. Das Motorrad des Verunglückten geriet unter die Räder des Lastkraftwagens und wurde schwer beschädigt. Der Motorradfahrer erlitt glücklicherweise nur leichte Verletzungen am Kopfe. (D Dorf-Gill, 20. Nov. Die NS. -Frauenschaf t hatte die Frauenschaft Grüningen mit ihren Angehörigen zu einem gemeinschaftlichen Kaffeekränzchen eingeladen. In großer Zahl hatten sich am Dienstagabend die Gäste in dem Gemeindesaal zu Dors-Gill eingefunden. Die hiesige Frauenschaftsführerin hieß die Gäste herzlich willkommen. Gedichtoorträge, Theaterstückchen aus alter Zeit und Gesangsvorträge wechselten in bunter Reihenfolge ab, und bei Kaffee und Kuchen verlebte man noch einige frohe Stunden. Man hofft, daß dieser schöne Brauch sich fortsetzen wird. Kreis Friedberg. A Pohl-Göns, 20. Nov. Das Fabrik- gr und stück der in Konkurs geratenen Maschinenfabrik Volk-Freitag, am Süd aus gang unseres Dorfes gelegen, ist vor einigen Monaten Puppenwagen in großer Auswahl Fr. Linker & Sohn Ludwigstraße 16 7401 d Sanitäre Anlagen Heizungen. Reparaturen nur bei Withoii Seltersweg 63 1 27osa Telefon 2037 Die Brille nach Maß! Geller 0 2 0 3 w pW I \ol n iM * ßE . ' O >M C " * > Z ■"' * 1 y\sV '7. WZ 8 WMrWK UM'hächlx J'?' W fc HsM U -v WZ W*B MMDOW omt ♦Ä ' MD - tM ■< x ZW ' Nr. 273 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Samstag, 2i. November M6 Herbstein: Grabmal des Bürgers Iah. Bonert (1714). & Ein schöner Grabstein aus Hörnsheim. Die ganze Familie schart sich um den Gekreuzigten. Jost Nachtigalls Grabdenkmal (Kirche Salzböden). Schenklengsfeld: Denkmal des P. Schneider (1888). Hachborn bei Marburg: Der Grabstein veranschaulicht reichen Kindersegen. Grabstein des Bürgers, Hus- und Fahnenschmiedes 3UL Traut, Herbstein. Grabstein aus Schenklengsfeld. (2Iufn.: Aus dem Prioatbesitz des Verjasters.) K > lieber die künstlerische Trostlosigkeit mancher heu- Hqen Friedhofsdenkmäler ist schon viel geschrieben worden. Man klagt mit Recht, daß viele neuere Grabdenkmäler im großen und ganzen nichts find, als Fabrikware, von den Hinterbliebenen in irgendeinem Grabsteingeschäft ausgesucht, und außer einer kärglichen Aufschrift, die nur die allerdürftigsten Daten enthält, völlig unpersönlich sind, Freilich ist es heute außerhalb einer großen Stadt, wo man von wahren Künstlern beraten werden kann, oft schwer, aus dem allgemeinen Massenangebot heraus etwas Gutes zu finden. ten stehen oder auch knien. Rechts steht die Mutter mit den Töchtern, links der Vater mit den Söhnen. Frühverstorbene Kinder erschienen als Wickelkinder, vor den Eltern Verstorbene werden mit einem darüber gesetzten Kreuz bezeichnet. An der Regel, daß Söhne und Töchter getrennt werden, wird gewöhnlich streng sestgehalten. Das kann zu dem eigenartigen Ergebnis führen, daß auf der einen Seite der Raum für die Söhne oder Töchter nur knapp ausreicht, während der Raum auf der anderen Seite leerbleibt. (Dgl. das Beispiel aus Ober- Was bei den meisten alten Grabsteinen auffällt, ist die oft sehr große Anzahl der Kinder eines Ehepaars. Ein Grabstein aus Dautphe bei Biedenkopf zeigt die Bilder von fechs Söhnen und acht Töchtern. Alte Inschriften sagen uns geradezu, daß der Kindersegen Zweck und Ziel der Ehe ist, indem sie berichten, daß die Eltern in ihrer Ehe soviele Söhne, soviele Töchter „erzielet" haben. Freilich ist auch zu sehen, wie so viele Kinder in zartestem Alter verstorben sind. Wir wissen zwar, daß m früheren Zeiten die Kindersterblichkeit außerordentlich groß war. Vielen verheerenden Krankheiten — man denke an Diphtherie — stand der Arzt fast hilflos gegenüber. Aber es ist doch erschütternd, daß auf fast keinem Grabmal, auf welchem Kinder mit abgebildet sind, die frühverstorbenen, als Wickel- kinder Dargestellten fehlen. Der Grabstein des Johann Jost Burkhard Orth in Roßdorf (Kreis Marburg) und seiner Frau Magdalene, geb. Naumann, ist ein besonderes eindrucksvolles Beispiel. Die Frau starb ihres Alters 38 Jahre alt am 23. April 1695, nachdem sie in zwanzigjährigem Ehestand drei Söhnen und 10 Töchtern das Leben geschenkt hatte. Ein Sohn und nicht weniger als sieben Töchter sind klein verstorben, und mit dem letzten Kind wurde auch die Mutter vom Tod hin- wegqerafft. Auf diesem Grabstein (ähnlich auf fob dien in Hachborn, Hörnsheim, Butzbach u. a. O.) sind die Namen der Kinder einzeln über den Köpfen angegeben: Johann Konrad, Ludwig, Johann Heinrich f, Christine t, Anna t, Elisabeth t, Magdalena t, Juliana t, Anna 7, Anna Maria, Elisabech und Anna Elisabeth, und ein ungetanstes Kind, welches die Mutter in den Armen h°Aber es sind nicht nur Personen schlechthin dar- aestellt, nicht selten trifft man auf Steine, aus denen Handwerk oder Beruf des Verewigten zu erkennen ist Das Grabdenkmal des Schlossermeisters Johann Henrich Bendrod, t 1787, auf dem Kirchhof m Bettenhausen bei Lich, zeigt in emem von zwei Engeln gehaltenen Schild unter der Lebens- Dreispitzhut abgebildet, 1 aus einer andern Zeit 1 dagegen mit einem hohen ' zylinderartigen Hut ohne Krempe; auf einem Grab- 1 stein in Dautphe bei Biedenkopf erscheinen die Männer in einem runden Hut; auf einem andern, in Solz, halten sie den Hut mit der Trauerschleife vor sich. Bemerkenswert ist auch, wie man auf den Steinen nicht selten die Trauertracht feststellen kann. Da tragen z. B. die Männer noch den langen Trauermantel genau wie er auf einer Abbildung des Trauergefolges eines im Jahr 1667 verstorbenen Landkomthurs in Marburg von den Männern getragen wird. Das schwarze Kopfmäntelchen, welches die Frauen, soweit sie noch die Tracht beibehalten haben, in ganz Oberhessen bei der Beerdigung tragen, und wodurch sie, in Verbindung mit dem in der Reihe Gehen, demTrauer- gefolge diesen ganz eigenartig stimmungsvollen, tiefernsten Zug zu verleihen, dieses gleiche Kopfmäntelchen tönen wir auch auf Grabsteinen bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Manche Steine veranschaulichen noch, wie der Bauer fein Haupthaar lang herabwallend trug, so wie es in der Schwalm noch vor zwei bis drei Jahrzehnten üblich war! Die alten Grabsteine sind ein bedeutsames Kulturdokument unseres Volkes. Aber nicht nur das, sie sind auch Quellen der Familiengeschichte. Mancher Forscher seines Stammbaumes hat schon auf einem Grabstein Anhaltspunkte für feine Ahnen- reihe finden können, eben deshalb, weil die Steine vielfach Namen, Stand und Alter der Eltern und ihrer Kinder vermelden. Mit den kärglichen Angaben der heutigen Steine, welche kaum den Namen des Verstorbenen mit Geburts- und Todestag enthalten, wird ein späterer Familienforscher wenig anfangen können. Darum die Mahnung an Alle, die es angeht, 'Pfarrer, Bürgermeister, Lehrer: Sorgt dafür, daß die alten Grabsteine erhalten bleiben, womöglich geschützt aufgestellt werden, ihr erfüllt damit ein Gebot heimatlicher Kunst- und Kulturgeschichte! K. von Baumbach. Herbstein weist das Bild eines Fahnenträgers auf. Die Inschrift besagt, daß es das Grabmal des 1727 verstorbenen Johannes Staubach, „HVIVS OPPIDI VEXILLIFER“ ist, Fahnenträger dieser Stadt. Ist dieser Grabstein einfacher Art, so ist ein anderer auf dem Herbsteiner Kirchhof des Bürgers Johannes Bonert, t 1714, von hohem künstlerischem Wert. Die Gewandung der Figuren ist sorgfältig ausgeführt, die Gesamtdarstellung frei und ungezwungen. Der Steinmetz hat sich offenbar bemüht, den Köpfen Bildnisähnlichkeit zu geben, was auch auf anderen Grabsteinen manchmal der Fall zu sein scheint. Oft freilich entspricht dem guten Willen nicht das Können. Der Unterschied in der Ausführung der Grabdenkmäler bewegt sich in allen Stufen vom ganz schlicht Handwerksmäßigen bis zum beachtenswert Künstlerischen, und zwar in Stadt und Land. Es müssen keineswegs immer städtische Meister gewesen sein; man , kann sich durchaus den- ■ ken daß auch Stein- 1 meßen auf dem Land es zu ' trefflichen Leistungen brachten. Alte Grabmalkunst. Kulturdokumente unseres Volkes. — Quellen der Familiengeschichte. walgern.) ,, ... Diese Art der Darstellung geht wohl auf die „Stifterbilder" des 16. Jahrhunderts und früher zurück, bei welchen eine Familie ein Bild des Erlösers oder der Mutter Gottes in die Kirche stiftete, und sich selbst darauf mit abbilden ließ. (Das schönste solcher Bilder ist die berühmte Holbeinsche Madonna in Darmstadt, auf welcher der Bürgermeister Meyer mit seinen Angehörigen abgebildet ist) Ganz dieser Art entspricht das Grabdenkmal des Jost Nachtigall aus 1586 an der Kirche in Salzboden. Es ist nun bemerkenswert, wie diese Art sich fast dreihundert Jahre lang erhalten hat. In ganz Hessen finden wir solche Grabsteine. Es waren offenbar die Begüterten, die sie unfertigen ließen. Wer keine Mittel hatte, begnügte sich mit einem einfachen Holzkreuz. Naturgemäß sind solche mit der Zeit vermorscht und zerfallen. In andern Gegenden wieder, wie in Niederheffen, ist das Motiv einer Krone, welche von Engeln über den Sargefteliten gehalten wird, üblich und weit verbreitet, nach dem Bibelwort: „Ich will Dir die Krone des Lebens geben." Zuweilen trägt der Stein noch die Inschrift „Die Himmelskron wird mir zum Lohn." Solche Steine kommen in großer Anzahl in Schenklengsfeld bei Hersfeld und Umgegend vor. Auf dem dortigen Friedhof find mehr als 100 alte Grabsteine aus der Zeit von etwa 1600 an bis fast in die neueste Zeit, denn der jüngste Stein in alter Art ist erst aus dem Jahr 1888! Alle Stilepochen sind vertreten; der Friedhof ist em einzigartiges Freilicht- und Heimatmuseum, an welchem man die Stilentwickelung der verschiedenen Zeiten studieren kann. Aber nicht nur diese, auch die Veränderungen der bäuerlichen Tracht und der Zeittracht überhaupt kann man auf den Steinen erkennen. In Schenklengsfeld sind z. B. Männer mit dem großen Bettenhausen: Grabstein von I. H. Bendrod. Vergleicht man Grabdenkmäler aus früheren Zeiten, wie wir sie noch vielfach auf Friedhöfen der Dörfer oder Landstädte oder an den Kirchenmauern aufgestellt finden, so fällt der Unterschied in die Augen. Da sind die aus heimischem Sandstein gearbeiteten starken Platten, aufrecht stehend, am oberen Ende je nach dem Zeitstil ausgestaltet und mit einer entsprechenden Umrahmung verziert In der Mitte sind regelmäßig die Personen dargestellt, denen das Denkmal gesetzt wird; und zwar wenn es ein Ehepaar ist, mit den Kindern in der Art, daß sie neben dem Bild des Gekreuzig- krone die Symbole des Handwerks: gekreuzte Schlüssel und Hammer. Aus der Inschrift erfahren wir ferner, daß der Meister langjähriger Herzoglich Braunschweigischer Salpeterfabrikant war. Gewiß ein einträgliches Geschäft, denn in den damals häufigen Kriegen war der Bedarf an Schießpulver Nicht gering. Aehnlich ist auf bem sehr schonen und stattlichen C -abmal des Nikolaus Tram, t 1726, welcher zu H e r b st e i n Bürger Huf- und Fahnenschmied war, das Handwerkszeug eines Hufschmieds zu sehen Auf einem Stein in Solz (Kreis Rotenburg) hält ein Mann, sich dadurch als Fleischer kennzeichnend, einen Schild mit Fleischerwerkzeu- gen: auf einem Stein daneben ist ein Jäger, vielleicht ein Trottscher Förster, unter einem Baum mit Gewehr, Hund und Reh oder Hirsch zu sehen. Ein anderer Stein .in Wirtschaft nicht Kirchliche Nachrichten Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. 40 55 Hammel b2) 44 bis 48 (47 bis 48), c) 40 bis 44 (45 bis 46), d) 32 bis 38 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hammel und Schafe langsam. Ueberstand: 14 Kühe, 53 Schafe. kicher zum Verkauf. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Dt. Markenbutter 148, Feine Dt. Molkereibutter 145, Dt. Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 Frankfurter Eiergroßmarkt. Frankfurt a. M., 20. Roo. Die Marktlage in Eiern wird erwartungsgemäß angespannter. Die Anlieferungen sind allgemein zurückgegangen, ausländische Frischeier gingen mit Verzögerungen em. Es steht aber zu erwarten, daß der tiefste Stand sowohl der in- als auch der ausländischen Erzeugung erreicht ist, so daß in den kommenden Wochen mit größeren Eingängen von frischen Eiern gerec^ net werden kann. Die Anforderungen haben durch die beginnende Weihnachtsbäckerei zugerrommen. Die Nachfrage wird weiterhin hauptsächlich mit Kühlhauseiern zufriedengestellt. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Kühlhauseier S 1034 bis 11, A 10)4 bis 10^, B 9% bis 934, C 9 bis 9>4, D 8% bis 834. Frankfurter SchladUviehmarkt Großmarkt für Fleisch und Fett- waren. Beschickung: 775 Viertel Rindfleisch, 543 halbe Schweine, 149 ganze Kälber, 30 ganze Hammel, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuhsleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Hammelfleisch b) 90 bis 100, Schweinefleisch b) 74. Fettwaren notiert. Marktverlauf: Mittel. 13.30: Sonntagsschule; 16: Jungfrauenstunde; 20.15: Gedächtnis der Toten. — Mittwoch, 25. November. 10 und 14 Uhr: Frauen-Missionstag (Frau Missio» norm Spohr, China); 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 22. November. 9.30 Uhr: Erbauungs- stunde; 15.30: Bibelstunde (Prediger Bussemer); 20.30: Evangelisation (Prediger Bussemer). — Dienstag, den 24. November. 20.30: Bibelstunde (Missionar Böcking). Neuaposiolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 22. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst (nur Händelstraße); 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 25. November. 20.30: Gottesdienst. Vapttstengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 22. November. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Pre- digt und Abendmahl; 20.30: Predigt. — Donnerstag, 26. November. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntagabend 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwochabend: 8.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstagabend: 8.30 Uhr: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 21. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 22. Nov. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion des Elisabethenvereins; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt. (Die Zeit beachten: 11.15 Uhr.) In allen Gottesdiensten Kollekte für den Elisabethenverein. 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 10.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Messe, Hochamt mit Pre- digt. — Lich. 7.30: Messe, Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Messe, Hochamt mit Predigt. Montag, den 23. November. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Mittwoch, den 25. November. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: 21 erste : Dr. Ploch, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Haubach. Apotheke: Engel-Apotheke. Farben zunächst bis 168,75 nach 168 erholt, dann wieder 168,25 bis 167,75, Lahmeyer bröckelten auf 136 nach 136,50 ab. Später notiert wurden u. a. Ilse Genuß mit 146,50 (145,50), Mannesmann mit 118 (118,50), Rheinstahl mit 151,50 (151,75), Muag mit 129 (130,50), Metallgesellschaft mit 152,75 bis 151,50 (152,40) und Scheideanstalt mit uno. 267. Die Rentenmärkte lagen völlig geschäftslos. Don Industrie - Obligationen gingen 6proz. Verein. Stahl auf 102,13 (102,50), 5proz. do. auf 99 (99,40) zurück. Pfandbriefe und Stadtanleihen erfuhren nur ganz geringe Veränderungen. Etwas höher lagen Dekofama I mit 122,13 (121,75). Von Auslandsrenten notierten u. a.: 5proz. Rumänen 7,20 (am 17. November 6,50), 4prvz. Rumänen mit 5,75 (6), 5prvz. Tehuantepec mit 6,25 (uno.) und 4,5 Oesterr. Schatz mit 26,75 (27,25). Im Freiverkehr galten: Adlerwerke 104 bis 106, Pokorny 127 bis 128, Wayß & Freytag 126 bis 128, Growag 91 bis 93, Ufa 66. Tagesgeld uno. 2,50 v. H. Abendbörse still und nachgebend. Die Abendbörse hatte nur sehr geringes Geschäft und eine überwiegend etwas schwächere Haltung. Die Zurückhaltung bzw. Unternehmungsunlust hielt in vollem Umfange an. Auf Basis der Berliner Schlußnotierungen lag etwas Angebot vor, so daß die Aktienkurse durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. abbröckelten. IG. Farben gaben auf 167,50 bis 167 (167,90), Buderus auf 121,50 (122,50), Verein. Stahl auf 122,25 bis 121,50 (122,50), Mannesmann auf 117 (117,40), Rheinstahl auf 150 (150,50), Metallgesellschaft auf 150 (151) nach. Am deutschen Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 118,25 (118,50), Reichsbahn-VA. auf 125,65 (125,90) und 6 v. H. IG. Farben auf 135 (135,40) ab. Von Auslandswerten wurden notiert: AKU. 57 (am 17. Nov. 56,25), Chade A bis C 240,50 (241,50), IG. Chemie Basel leere 133,75 (134,75), Otavi 24,90 (25), 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 114 (120), 4 d. H. Ungarn Gold 8,13 (8,50), 4 v. H. Ungarn Kronen unverändert 1,35, 4 v. H. Rumänen 5,90 (5,75). U. a. notierten: Reichsanleihe Altbesitz 118,25, Reichsbahn-DA. 125,65, 6 v. H. IG. Farben 135, 4 v. H. Ungarn Gold 8,13, 4 v. H. Rumänen 5,90, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 114, Commerzbank 109, DD.-Bank 109,50, Dresdner Bank 107, Buderus 121,50, Ilse Genuß 146,25, Mannesmann E 117, Rheinstahl 150, Laurahütte 16, Verein. Stahl 122,25 bis 121,50, Otavi Minen E 24,90, AKU. E 57, AEG. 39,13, Bemberg 115, Chade A bis C 240,50, IG. Chemie Basel leere 133,75, Deutsche Erdöl 143, Scheideanstalt 267, IG. Farben 167,50 bis 167, Gesfürel 143, Goldschmidt 129,50, Holzmann 132,50, Muag 128,50, Metallgesellschaft 150, Schuckert 156,50, Conti Linoleum 151, Südd. Zucker 201, AG. für Verkehr 121,50, Kons. Braun 83. Frankfurter Obst- und Gemüfemark» Frankfurt a. M., 20. Nov. Das Angebot von Gemüse blieb stark. Nachfrage trotz sehr gedrückter Preise recht schleppend, nur Blumenkohl besser gefragt. U. a. notierten: Blumenkohl 20 bis 45, Eskarol 4 bis 10, Feldsalat 30 bis 50, Karotten 3 bis 5, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 4 bis 8, Meerrettich 40 bis 45, Rosenkohl 14 bis 18, Rote Rüben 3 bis 5, Rotkraut 2,5 bis 4, Sellerie, je nach Größe, 8 bis 35, Spinat 10 bis 15, Schwarzwurzel 15 bis 25, Tomaten 35 bis 60, Weißkraut 2 bis 3, Filter Weißkraut 2,75 bis 3,50, Wirsing 2,25 bis 4, Winterkohl 6 bis 8, Zwiebeln 5,50 bis 6. Obst und Südfrüchte: Angebot gut; ausL Trauben nur gering, Nüsse aller Art ausreichend. Absatz zufriedenstellend. Preise unverändert, nur holl. Trauben merklich höher. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 20 bis 28, Goldparmänen I 35, Renetten 22 bis 28, Schafsnase 16 bis 20, Birnen I 20 bis 30, Birnen II 14 bis 18, Gräfin von Paris 20 bis 30, Mollebusch I 18 bis 20, II 14 bis 16, Haselnüsse 30 bis 38 itaL, Trauben 60 bis 70 holl., Walnüsse 30 bis 35 bulg., 42 bis 48 Sor- rento, 23 bis 30 itaL, Zwetschen 20 bis 22. Frankfurter Vuttergrohmarkt. Kirche und Schule. Evangelische Pfarrpersonalien. EPNH. Ernannt wurden: der Pfarrer Gustav Schmidt zu Beuern, Dekanat Gießen, zum Pfar- rer der Pfarrei Treis a. d. Lda., gleiches Dekanat, ovm 1. November 1936; der Pfarroerwalter Hans H ö r r zu Westhofen, Dek. Worms, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Ruppertsburg, Dek. Schotten, ab l.Nov. 1936; der Direktor des Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Wilhelm Röhricht zu Darmstadt, zum Pfarrer der Pfarrei Nieder-Ram- stadt, Dek. Darmstadt, ab l.Nov. 1936; der Pfarr- vermalter Paul Dietz zu Fränkisch-Crumbach, Dek. Groß-Umstadt, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Beuern, Dek. Gießen, ab 1. Nov. 1936. Jtetie Hektolitergewichte für Hafer. Für Hessen-Nassau 44 bis 46 Kilogramm. Nachdem nunmehr die notwendigen Erfahrungen " über den Ausfall der diesjährigen Haferernte vor- ] liegen, wird durch die Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft vom 7. November 1936 das endgültige Durchschnittsgewicht , für inländischen Hafer der Ernte 1936 in Abände- < rung der in der Getreidemarktordnung vom 11. ( Juli 1936 getroffenen vorläufigen Festsetzung be- ; kanntgegeben. Wegen des außerordentlich verschiedenen Ausfalls der Ernte in den Anbaugebieten hat sich die Notwendigkeit ergeben, von der bisherigen Gepflogenheit einer einheitlichen Festsetzung des Hektolitergewichtes für das ganze Reichsgebiet abzugehen. Demnach wurden für die Bezirke der Getreidewirtschaftsverbände Bayern, Württemberg, Hessen-Nassau und Schlesien gegenüber der für die restlichen Gebiete geltenden Festsetzung erheblich niedrigere Gewichte auf Grund des Ernteausfalles festgelegt. Für diese Gebiete beträgt das durchschnittliche Eigengewicht 44 bis 46 Kilogramm je Hektoliter, während es für die sonstigen Getreidewirtschaftsverbände mit 46 bis 49 Kilogramm je Hektoliter als Durchschnittsgewickt gilt. Die Anordnung bestimmt, daß diese Festsetzung für alle, also auch die vor der Verkündung dieser Anordnung abgeschlossenen Verträge Gülttgkeit hat, sofern sie hinsichtlich der Lieferung noch nicht erfüllt sind. Die Mahl- und Schrotlöhne. Für die Lohn- und Umtauschmüllerei bei Roggenmehl Type 997 wurden soeben die Mahl- und Schrotlöhne festgesetzt. Für Starkenburg und Rheinhessen beträgt der Barlohn, wie bisher, 2,30 Mark je 100 Kilogramm; so sind auszuliefern 70 Kilogramm Roggenmehl Type 997, 25 Kilogramm Roggenkleie. Der Naturallohn beträgt 13 v. H. der angelieferten Roggenmenge ausschließlich Fuhrlohn, so daß 61 Kilogramm Roggenmehl Type 997 und 22 Kilogramm Noggenkleie auszuliefern sind. Diese Sätze verstehen sich bei Lieferung des Getreides frei Mühle und Abholung der Mahlprodukte ab Mühle. Für das übrige Gebiet des Getreidewirtschaftsverbandes Hessen und Nassau beträgt der Barlohn, wie bisher, 2,20 Mark je 100 Kilogramm, die Auslieferungsmengen sind auch hier 70 Kilogramm Roggenmehl Type 997 und 25 Kilogramm Roggenkleie. Der Naturallohn beläuft sich bei Lieferung des Getreides frei Mühle und Abholung der Mahlprodukte ab Mühle durch den Selbstversorger: 60 Kilogramm Roggenmehl Type 997 und 26 Kilogramm Roggenkleie. Bei Abholung und Rücklieferung durch die Mühle bleibt die Roggen- mehlmenge unverändert, die Roggenkleiemenge vermindert sich von 26 Kilogramm auf 23 Kilogramm. In einer Schlußbestimmung wird darauf hingewiesen, daß sich diese Auslieferungssätze für gesunde, trockene Durchschnittsqualität der diesjährigen Ernte verstehen. Nhein-Mainische Börse. Mttagsbörse: ruhig. Frankfurt a. M., 20. Nov. Das Geschält an der Börse blieb sehr träge und war ohne Bewe- aung. Da Anregungen nach keiner Seite Vorlagen, hielt die Unternehmungsunlust des Publikums und der Börsenkreise an. Wenngleich sich die Kurse nur um Prozentbruchteile veränderten, so war die Haltung angesichts der Geschäftsstille meist etwas schwächer. Die starken Verluste, die auf. den Auslandswerten ruhen, hemmen jede Gefchäftstättgkeit. Am Aktienmarkt lagen wiederum nur wenig Erstnotierungen vor. Am Montanmarkt büßten Hoesch 1,40 v. H. ein, Buderus und Klöckner bröckelten um 0,50 v. H. und Verein. Stahl nach uno. Beginn um ebensoviel ab. Harpener lagen 0,50 v. H. höher. Am Chemiemarkt ermäßigten sich JG.-Far- ben auf 168,65 bis 168 (169,65), Deutsche Erdöl gewannen 0,50 v. H. Elektrvaktien blieben größtenteils gut behauptet, nur Lahmeyer weiter ermäßigt auf 1'36,50 (137,75), auch AEG. 0,13 v. H. leichter. Sonst kamen noch zur Notiz: Daimler 121,75 (122,75), Westdeutsche Kaufhof 58,25 (59,25), Bemberg uno. 114, Reichsbank uno. 187. Nach den ersten Notierungen zeigte sich vereinzelt etwas Kaufneigung. Am Rentenmarkt setzten Altbesitzanleihe 0.13 v. H. höher ein, dagegen gingen Kvmmunal- Umschuldung auf 89,75 (89,90) zurück. Don zertif. Dollar-Bonds nannte man 6 v. H. Preußen mit 74, 6.5proz. mrt 74,75, von zertif. Gulden-Obligationen Young-Anleihe mit 84,50 bis 85 und Efchweiler mit 86 bis 87. Der Verlauf blieb sehr ruhig, die Zurückhaltung hat sich eher noch verstärkt. Die Kurse am Aktienmarkt erfuhren jedoch kaum Veränderungen. IG.- Frankfurt a. M., 20. Nov. Am Buttermarkt xeigt sich ein jahreszeitlich üblicher Rückgang der Anlieferungen. Die Anforderungen des Verbrauchs konnten vorläufig noch glatt befriedigt werben. Bei den Verteilern find aber die Vorräte geringer geworden. Da sich die Nachfrage durch schwächere Margarinezufuhren nach Butter erhöht hat, muß auch im Kleinhandel in nächster Zeit mit einer leichten Verknappung gerechnet werden. Durch den angestiegenen Trinkmilchverbrauch stand den Molkereien weniger Milch für die Buttererzeugung zur Verfügung. Die Abwärtsbewegung des Butteranfalles wird sich noch fortsetzen, doch wird bei angemessenen Anforderungen der Verbraucher sich keine nennenswerte Veränderung in der Versorgung ergeben. Schweine- und Rinderfett standen reich- Fr an kf urt a. M., 20.Nov. Auftrieb: Rinder 106 (gegen 62 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 3 (—) Ochsen, 4 (4) Bullen, 83 (51) Kühe, 16 (7) Färsen. Kälber 666 (521), Hämmel und Schafe 191 (95), Schweine 642 (988). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kühe a) 41 bis 43 (am 12.11. 41 bis 43), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (30 bis 33), d) 20 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (44), b) 38 dis " (—). Kälber a) 57 bis 65 (60 bis 65), b) 43 bis (50 bis 55), c) 40 (40), d) 30 bis 40 (40). Evangelische Gemeinden. Totensonntag, den 22. November 1936. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfarroerwalter Damerau. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Militärgottesdienst; Pfr. Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; musikalische Abendfeier; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Bangert. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Kapelle des Neuen Friedhofs. 14.30: Pfr. Trapp. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 11: Kinderaottesdienit (I. Abteilung); 13: Kindergottesdienst (II. Abteilung). — Wieseck. 9.45: Hauptgottesdienst; Chorschule; Kollekte; 11: Kinderkirche. — Steinbach. 10: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins Germania Steinbach; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Treis a. d. Lda. 13: Gedächtnisgottesdienst; Pfr. Andres (bei günstigem Wetter auf dem Friedhof); Posaunenchor; Kollekte. — Allendorf a. d. Lda. 10.30: Pfr. Andres; Kirchenchor; Kollekte; 13.30: Gedächtnisfeier (liturgisch); Vikar Repp; 20: Beginn der Bibelwoche über die Bergpredigt. (Jeden Abend in der Kirche bis zum 1. Advent.) Pfr. Andres. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 11.15: Kinderaottesdienst; 14: Totenfeier auf dem Friedhof (bei schlechtem Wetter in der Kirche); Posaunenchor und Gesangverein Arion. — Wahenborn- Sleinberg. 13.30: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; anschließend Gedächtnisfeier am Kriegerdenkmal der Gemeinde. — Garbenleich. 9.45: Gottesdienst. — hausen. 11: Gottesdienst; Mit- Wirkung des Frauenchors. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte; 15.30: Trauerfeier auf dem Friedhof: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst: Kirchenchor: Kollekte; 20: Totenfeier. — Bettenhausen. 13.30: Hauptamtes- dienst; Kollekte. — Ittünienberg. 11: Gottesdienst; Kollekte; 20: Gottesdienstliche Feierstunde; Mädchenschar Niederweisel; Kollekte. — Trals-Münzenberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; anschließend am neuen Kriegerdenkmal Gedenkfeier; 15: Gottesdienst auf dem Friedhof. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekt". — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 14: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 19: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 25. November. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 26. November. Gießen. Zohannesfaal. 20 Uhr: Bibelstunde: Pfr. Ausfeld. Evangelische Sladlmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 22. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdlskont 4 o.H., Frankfurt a. M. 1 Berlin Frankfurt a.M. Herlin Frankfurt a. M. 3erim Schluß-' kurS | Schluß!. Abend' härte Schlußkurs Schluß». Mittag, dörse Schlußkurs Schlußt. Abend- hört- Schlußkurs Slbluvk. Mittaghörte Schlußkurs Schlug!. Abendbörse Echluß- ture Schlußk. Mittag- börse Datum 19-11 - 2C 11 19 11 ■ 20 11- Datum 19 11- 20-11- 19 11 20-11- Datum 19-11 20-11 19-11 20-11 - 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsani. von 1934 b/,% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mli Auslos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, 1. ...... **/i% ehcm. 8% Hessischer vollr- ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4/»% ehem.8% Hessische Lande« bant Darmstadt Gold R. 12.... ehem 4/i% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4/t% ehem. 8% Darmst. Komm Lanoesb.Goldschuldverlchr 8t t Oberheilen Provinz-Anleihe ml' Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bi« 1935 5/,% ehem. 4/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 5/i% ehem. 4 Yi% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4/,% ehem. 8% Pr. Landespfand. vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/.% ebem. 7% Pr. Landespfand orieffinft., Gold Komm. Obi. 20 Lteuerautich Verrechnung«!. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4.20% Oesterreichische Stlberrentr 101,4 98 102,9 118,5 99,9 98,75 97 100,5 93 121,75 97 100,75 97,5 95 109,8 2,1 ,15 9,65 1ü1,4 98 102 9 118,15 99,5 98,75 97 100,5 93 130,5 122,13 97 100,75 100,75 97,5 95 109,8 8,13 101,4 98 102,75 118,75 99,8 97 110,5 121,9 97 97,5 95 109,9 2,25 7 8 9,5 98 102,75 118,5 99,9 98,75 122,13 97 101,25 97,5 95 109,9 1,9 8,4 7,25 7,65 9,75 4% oesgl. Serie n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/»%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2&% Anatolier.......... Hamburg-Amenka-Paker .....0 Hamdurg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiLconto. Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Retchsbank ................ 1* A.E.G...................... 0 Bekula.....................8 Elektr. LieferungSgesellichast... 6 Licht und Kraft ............. 7 .yelten & Guilleaume......... 4 Geselljch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schlickert LCo........... 6 Siemens L Halske............ 8 ughmeyerLEo............. 7 Buderu« ................... Deutsche Erdöl ..............4 Larvener................. 2/i Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 3 Ilse Bergbau ..........e Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ...............8 10,65 6 29,8 14,13 14,75 123 109 110,5 108 187 168,5 134 158 137,25 144 130,65 138,75 157 199 137,75 123 142,5 151,5 119.75 145,5 125,25 118,5 7,2 10,75 5,9 30 14,5 14,75 121,5 125,75 109 109,5 107 169 134,4 158,25 137 143 138,5 156,5 198,75 136 121,5 143 152 118,75 193,5 146,25 124,75 117 6,85 10,5 5,9 30 14,5 40,5 15 122,75 127 109 110,5 108 187 169,4 134,75 157,5 137,4 144,5 130 138,9 157,25 199 137,5 124 143 152,25 118,75 195,5 145,5 125,25 118,75 7,1 10,7 5,9 30 14,4 41,25 14,25 121,5 126,5 109 109,5 107 187 - 169 135 158,5 136,75 143,25 130 138,9 156,75 199,5 135,5 122,5 142,13 151,65 118,13 191,5 146,25 124,75 117,4 Man«feiver Bergbau....... 6/, Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinttabl.................. 4 Vereinigte Stahlwerke......8/, Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/, I. G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ............... 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgeiellichafl............. 6 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Cchultdet« Patzenhoser ....... 4 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Mas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 229 151,75 123,5 28 135 169,65 267 131,75 138 152,4 134,5 166,5 158 114 162,5 140 122,75 165 59,25 241,5 168 | 95 201 226,75 150 121,5 24,9 134,75 167 267 129,5 138 150 122,5 167,5 57 115 162 140 121,75 164,5 58,5 240,5 167,5 33,75 , 95,5 201 154,5 139,25 228,5 152 123,5 27,75 139 135 169,9 131,9 138 153,5 100,9 114 163 140 110 123 164,5 92,5 59.65 240 167,5 1 34,5 1 200 152 138,25 226 150,5 122,5 25,25 136 134,25 186,5 167,9 129 137,25 151 100,65 115,5 161 140,75 109,25 121,13 165 92,13 58 240 167,75 34 Äccu mul atoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi ........11 Grchner....................u Mainkraftwerke Höchst a.M>... 4 Süddeutscher Zucker........10 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 41/’,, deogl. von 1913...... 5% abgest. Goldmexitaner von 99 4% Türkische Bagdadbahu-Anlethe Serie I.................... Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Ig.Novemler 20.November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Ärlef Geld I Sri e juenoj tim 0,690 0,694 0,691 0,695 Brüssel ... 42,06 42,14 42,07 42,15 Rio de Ian. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,32 54,42 54,33 54,43 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,165 12,195 12,17 12,20 Helitngfor». 5,37 5,38 5,37 5,38 Paris ..... 11,57 11,59 11,575 11,595 Holland ... 134,47 134,73 134,57 134,83 .Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Iaoan ..... 0,710 0,712 0,710 0,712 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,13 61,25 61,15 61,27 üBien...... 48.95 49,05 48,95 49.05 Lissabon... 11,045 11,065 11,05 11,07 Stockholm.. 62,71 62,83 62,73 62,85 Schweiz ... 57,19 57,31 57,19 57,31 Spanien... 21,98 22,02 21,98 22,02 Prag...... 8,771 8,789 8,771 8,789 Budapest .. —— — — Reu yorl .. 2,488 2,492 2.488 2,492 Banknoten. 3erlm,20 November Gelk Brief Amenkanifche Noten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,17 54,39 Englische Noten ................. 12,145 12,185 Französische Noten............... 11,525 11,565 Holländische Noten............... 134,23 134,77 Italienische Noten................ —— Norwegische Noten .............. 60,99 61,23 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — —* Rumänische Noten.............. — — Schwedische Noten............... 62,56 62,82 Schweizer Noten................. 57,04 57,26 Spanische Noten................. Ungarische Noten ...„•.......... «■» Jugend und Hochschule. Die wirklichkeitsnahe UniversM. Ben Or. $. W. Könitzer. „Von allen Menschen hat der Gelehrte den wichtigsten Beruf: er soll Menschenbildner zur Menschlichkeit sein, Gestalter und Nachschöpfer der unvollendeten Welt werden ... Mit jeder Hochschule mutz eine Gesellschaft der Wissenschaften verbunden sein, und dazu gehören Männer, die gerade nicht alle auf Lehrstühlen stehen oder dort eingezünftet sind. Bei der bloßen zünftigen Gelahrtheit verbauert der Gelehrte zu leicht, die Wissenschaft wird gemeines Tagewerk, der Vortrag gemächliches Heftoffenbaren, wo jeder Paragraph mit jüdischem Wucher angebracht wird und die Zuhörer endlich ein gedankenloser Nachschreiberpöbel werden ... Ist es nicht Zeit und Geist tötend, wenn der Jüngling ein Jahr dazu braucht, um nur die Hefte abzuschreiben, worüber sein Lehrer liest? ... Umgebildet müssen die Universitäten werden zu wahren hohen Schulen. Das Höchste aller Wissenschaften mutz auf ihnen gelehrt werden, nur nicht nach dem kindischen Zunftmatz der vier Fakultäten. Einige Trennungen sind begreiflich ... aber Staats- und Kriegswissenschaften nach allen Teilen überall." So schrieb schon vor nahezu 120 Jahren Friedrich Ludwig Jahn, der Vorkämpfer für eine volkstümliche Erziehungsaufgabe der deutschen Schulen und Hochschulen, volkstümlich nicht in dem abgeschmackten Sinn von „populär", sondern in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes als „dem Volke gemäß". Stehen wir nicht heute noch vor ähnlichen Fragen, deren Lösung nun allerdings längst begonnen hat? „Wenn die Wissenschaften auch Himmelstöchter sind, so müssen sie dennoch auf der Erde wandeln lernen" — so spricht Jahn im gleichen Zusammenhang das aus, was uns heute Antwort auf die Frage nach der Wissenschaft an sich ist. Die Wissenschaft kann für uns genau wie damals für Jahn nur Wert haben, wenn sie in das Gesamtgefüge des Lebens eingebaut ist. Es soll hier nicht einmal die Rede von den Studenten sein, die die Wissenschaft zum Beruf erwählt haben. Für uns ist zunächst die große Zahl derer wichtig, die eine wissenschaftliche Ausbildung auf einer Hochschule durchmachen, um sich das nötige Rüstzeug für ihren Beruf zu erwerben. Gerade in dieser Hinsicht lag der Universitätsbetrieb in dem Nachkriegsjahrzehnt allzu sehr im argen. Die ersten Jahre nach 1918, die viele Kriegsteilnehmer sahen, denen es auf ein möglichst baldiges Examen ankam, hatten ein anderes Gesicht. Da wurde in erster Linie Prü- sungsstoff zusammengepaukt. Mit den Jnflationsjahrgängen aber eröffnete sich allmählich ein neues Bild. Es kamen die von der Wissenschaft „Besessenen", die die Welt um sich her völlig aus dem Blick verloren. Es ist eine zwar sehr bedauerliche, aber nicht wegzuleugnende Tatsache, daß es in jener Zeit eine große Zahl von Studenten gab, die außer ihren Kollegs, ihren Seminaren und wissenschaftlichen Debattierklubs aber auch nichts anderes kannten, die nichts von dem Kampf um Oberschlesien oder dem Ringen mit dem Bolschewismus in Mitteldeutschland wußten, weil sie tatsächlich keine Zeitung lasen. Entschuldigt wurde solcher Mangel oft damit, daß das Geld knapp war und man möglichst schnell Examen machen mußte. Das wurde zwar zumeist doch anders, aber die Einstellung änderte sich nicht. Auf der anderen Seite standen die, denen es weder um die Arbeit, noch um die Wissenschaft ging, sondern allein darum, daß sie irgendwann einmal schlecht und recht dem Vater oder auch einem eigenen Wunsch zu Gefallen ihre Staatsprüfung ablegten. Beide Zustände waren so ungesund wie möglich. Wieviel Professoren gab es schon, die diesen Mißstand erkannten und sich bemühten, ihn zu ändern? Und wieviel gab es dagegen, auf die Jahns Vorwurf zutrifft: die nur erstarrtes Wissen von sich gaben, so daß man nach zwei Jahren in das gleiche Kolleg gehen konnte und wörtlich denselben Vortrag hörte? Wo blieb da die Vorbereitung für den Beruf? Man hat der Schule früher so oft den Vorwurf gemacht, daß sie vielerlei lehre, was der Schüler im Leben niemals brauche. Wieviel schärfer wäre dieser Vorwurf auf mancher Unioerfität angebracht gewesen! Wie oft war die Vorbereitung der Studenten auf die Universitätslaufbahn abgestellt statt auf den praktischen Beruf des Lehrers, Pfarrers, Richters! Wo hat man z. B. in jener Zeit etwas Studentin von heute. Bon Brigitte Herdt. Bevor die Studentin von heute zum Studium gelangt, muß sie die Schule des Arbeitsdienstes durchwachen. Vielleicht ist es im Anfang nicht jeder leicht gefallen, sich all den Gesetzen und Geboten des Arbeitsdienstes zu beugen. Manche sah in dem ständigen Sichunterordnen und Gehorchen eine allzu große Beschränkung der Persönlichkeit. Aber später, nach einigen Wochen Arbeitsdienstzeit, merkte wohl jede, die guten Willens war, daß es so und nicht anders sein mußte, sollte die ausgleichende Idee des Arbeitsdienstes erhalten bleiben. Auch die Erziehung zur körperlichen Arbeit war nicht immer leicht. So manches Mädel, das frisch von der Schule kam, bisher lange Aufsätze geschrieben, mathematische Gleichungen gelöst und lateinische Texte übersetzt hatte, seufzte beim Anblick eines ewig lang anmutenden Spargelgrabens, der von sämtlichen Disteln, Dornen und Nesseln mit den noch ach so zarten Fingern befreit werden sollte. Doch alles Seufzen nützte hier nichts. Es mutzte geschafft werden, und es wurde auch geschafft. Denn Unmenschliches wird im Arbeitsdienst nicht verlangt: nur so viel, wie ein gesunder junger Mensch zu leisten vermag. Wenn auch bei der Arbeit manchmal ein wenig geschimpft und gestöhnt wurde, hinterher war dann die angehende Studentin stolz auf ihre Leistung. Und wie oft hort man heute auf der Universität den Ausspruch: „Wenn man im Arbeitsdienst war, kann man alles." So verlangt der Arbeitsdienst gewissermaßen eine körperliche und geistige Kraftprobe vom jungen Menschen, von der angehenden Studentin. Die Abiturientin, die im Arbeitsdienst in wirklicher Gemeinschaft mit all den andern Alters- genossinnen: den Verkäuferinnen, den Arbeiterinnen, den Schneiderinnen und was sie sonst noch alles sein mochten, gelebt hat, wird auch als Studentin diese Gemeinschaft nicht wieder vergessen oder aufgeben. Mit der Ableistung der Arbeitsdienstpflicht ist die Studentin von heute noch lange nicht frei. Mancherlei Pflichten ijat sie zu erfüllen. In erster davon gehört, was nun auf den Schulen unterrichtet werden sollte? Es gab Stoff, ungeheuer viel Stoff, es gab viel Wissenschaft und Arbeitsmethode. Es gab viel Wissenschaft und Arbeitsmethode. Es gab selbst theoretische Kollegs über Pädagogik. Aber man versäumte, den Lehrstoff auf die spätere berufliche Notwendigkeit zu beziehen. Man trieb eben Wissenschaft „um der Wissenschaft willen." Jedes Fach wurde allmählich zu einem eng begrenzten Sonderfach. Es wuchsen Mauern zwischen den einzelnen Wissenschaftsbereichen, wodurch allmählich ein riesengroßes Nebeneinander entstand, aber keine — hier im durchaus guten Sinn gemeinte! — allgemeine Bildungsmöglichkeit mehr gegeben war. Wenn wir aus mancherlei Gründen Jahns Vorschlag, die Fakultäten nicht so scharf zu trennen, auch nicht ganz bejahen können: zu einem Teil hat er recht. Denn was von unseren Universitäten kam, waren zumeist Spezialisten. Der eine konnte dies, der andere das — und wenn sie nachher vor ihren beruflichen Aufgaben standen, dann fehlte beiden das Gleiche: nämlich die Verbindung mit dem Leben. Der Inhalt des Wortes „Wissenschaft" ist mit der Weltanschauung des Nationalsozialismus ein anderer und der gesamte Universitätsbetrieb notwendig auf eine andere Grundlage gestellt worden. Die Verbindung zum Leben ist die wesentliche Voraussetzung für alle wissenschaftliche Arbeit. Denn diese hat nur solange ihre Berechtigung, als sie eine wirkliche Aufgabe im Leben zu erfüllen hat. Wenn wir den Beruf als den Bereich betrachten, in dem sich das Leben jedes einzelnen auf seinem Platz schöpferisch zu erfüllen hat, so kommt es zuerst auf den Beruf und nicht auf die Wissenschaft an. Mit dieser Erkenntnis sind gleichzeitig jene Mauern zwischen den einzelnen Sondergebieten niedergerissen. Der Richter, der keinen deutschen Dichter, der Arzt, der keinen Geschichtsschreiber, der Studienrat, der keinen großen Rechtsschöpfer kennt — sie alle stehen noch abseits von dem, was wir von ihnen als den Exponenten ihres Berufes erwarten müssen. Zwar werden wir um des gewaltigen Umfangs unseres ständig erweiterten Wissenstoffes willen nicht mehr zu einer Allgemeinbildung im Sinne von Leibniz gelangen, aber dennoch ist es nötig, große Schritte auf diesem Weg vorwärts zu tun. Der „reine Wissenschaftler" ist für uns der „reine Tor", der nichts in unserer Welt der Wirklichkeiten zu tun hat. Jeder Lehrsatz, jede Formel, jedes System sind an sich tot, wenn sie nicht durch ihre Beziehungen auf das tätige Leben Blut erhalten. Das setzt natürlich voraus, daß auch der Hochschullehrer selbst in diese geistige Reform mit eingeschlossen ist. Er wird, wo er bisher vielleicht einzeln auf seinem bevorrechteten Platz stand, in den Kraftstrom der lebendigen Forderungen einbezogen. Das wird sich nicht nur in Kollegs und Seminaren, sondern vor allem deutlich in Prüfungen auswirken. Wer heute noch das Eigenrecht einer rein theoretischen Wissenschaft behauptet, steht längst außerhalb unseres Glaubens an das Vorrecht des Geistes im schöpferischen Leben des Berufs. Der Geist schwebe nicht in fernen Höhen, sondern bemächtige sich der ihm gestellten Aufgaben. Das bedeutet keine Vereinfachung der wissenschaftlichen Arbeit, vielmehr eher eine Erschwerung. Aber es bringt den Sinn in die vorbereitende und die berufliche Tätig- Die Schule für den deuischen Imgbauem. Bericht aus einer Landwirtschaftlichen Schule. Die Landwirtschaftliche Schule, die den ganzen Sommer über einsam unb fast verlassen dalag, öffnet jetzt wieder ihre Tore und durch sie ziehen Jungbauern ein, die sich im Winter für ihren Beruf schulen wollen. Im Sommer waren sie unermüdlich bei der Feldarbeit, standen in heißer Sonne, schwangen die Sensen und Sicheln, standen hoch oben auf dem Heuwagen und luden die Fuder auf. Hinter dem Pfluge gingen sie her, saßen auf Mäh- oder Dreschmaschinen. An ihre Weiterbildung konnten sie nicht denken, kaum sanden sie Zeit, die Zeitung zu lesen ober wichtige Ereignisse im Rundfunk zu hören. Denn jeder schöne Tag mußte zur Feldarbeit aus» genutzt werden. Nur am Sonntag dursten sie feiern. z(ber ein vollkommenes Feiern war es auch nicht, denn bann rief der Dienst in der SA., SS., HI. oder auch als Politischer Leiter. Aber schnell genug ist der Sommer vergangen, und nun ziehen sie wieder hier ein in die Landwirtschaftliche Schule mit Köfferchen und Kisten, mit Körben und Tornistern. Immer zwei und zwei wohnen sie in den hellen Zimmern mit dem Blick auf den großen Hof, weit über Felder hinaus bis hinten zum Wald. In den ersten Tagen werden gegenseitig Fragen gestellt, werden Herkunft und Ackergröße des elterlichen Hofes erforscht und auch Freundschaften geschlossen. Haus und Hof, vor allem aber die Stallungen und Felder werden besichtigt, und dann geht es an die Arbeit. 700 Morgen Acker gehören für Versuchszwecke zur Schule, auf denen Futterpflanzen an- gebaut werden und erprobt wird, welche Art sich für die einzelnen Böden eignet. Viehzuchtfragen werden aufgerollt und in die Praxis übertragen. In der Lehrmittelsammlung sind Pflanzen, Früchte und Tiere, Anschauungskarten, Obsthorden oder Stall- und Scheunenmodelle aufgebaut. In Glasschränken sind herrliche Aepfel und Birnen aufbewahrt, die sich jahrelang halten ober gesunde und kranke Pflanzenmodelle, bort Pflanzenschäb- linge und ihre Bekämpfung. Chemische und physikalische Apparate stehen dem Unterricht zur Verfügung. Eine reichhaltige Bibliothek mit allerhand Fachzeitungen und Zeitschriften und Büchern sorgt ebenfalls für die Weiterbildung des Jungbauern, der hier während feiner Ausbildungszeit in zwei Semestern soviel lernt wie bei seiner praktischen Arbeit auf dem Bauernhof in Jahren. Denn bort hätte er erst all die Erfahrungen sammeln müssen, die hier schon verarbeitet sind und auf denen er aufbauen kann. Er kann jetzt mit feiner ganzen Kraft dazu beitragen, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen. Während nun der Jungbauer in die Schule ein- zieht, liegt die Gärtner-Lehranstalt still da, und Frühjahr und Sommer sind dort die besten Arbeitszeiten. Die Frühbeete sind sorgfältig geschlossen, damit die Frühnebel des Herbstes den Der- suchspflanzen keinen Schaden tun können oder etwa schon Reif hineingerät und die ganze, mühselige Aufzuchtarbeit zunichte macht. Die zukünftigen Berufsgärtner, Gartenbautechniker usw. haben bei ihren Versuchen zur Pflanzenzüchtung gute Fortschritte gemacht und die Ergebnisse niedergelegt und die Erfahrungen durchgesprochen. Von drüben, von der anderen Hausseite klingt das Klappern von Milcheimern und Kannen. Die Diehpfleger haben gerade ihren theoretischen Unterricht beendet und gehen hinaus zum Melken. Während sie in die Ställe gehen, treten wir in den Schulraum. Rundherum an den Wänden hängen Bilder mit Anschauungsmaterial über den Bau des Rindviehs, in der Fensterecke steht gar ein ganzes Kuhskelett neben einem Schemel, an dem das Melken zuerst geübt wird. Meist wird mit der Hand gemolken, aber auch ein elektrischer Melkapparat steht für Versuche bereit. In einem Mu st er stall wird die Ankettung des Rindviehs ausgeprobt, auch die Schüttung des Strohs. Aus dem Schweinestall von nebenan klingt durchdringendes Grunzen, während auf dem Hof Gänse und Enten schnattern und schreien, ein Hahn umherstolziert und Hühner gackern. Zu der Landwirtschaftlichen Schule gehört auch eine Abteilung für Jungbäuerinnen und außerdem noch eine Versuchs- und Lehranstalt für Geflügelzucht. Alle wollen sich weiterbilden, damit sie, wenn sie den väterliche Hof übernehmen oder auf einen Hof einheiraten, ihn weiterbringen und vergrößern können. Damit sie beitragen können zur Sicherstellung der Ernährung ihres ganzen Volkes. Der Landwirtschaftlichen Schule ist eine B e» ratungs stelle der Kreisbauernschaft angegliedert, an die sich jeder einzelne Bauer in Zweifelsfragen wenden kann. Hier werden auch die Jungbauern später noch in allen Dingen beraten, denn nicht umsonst schlingt sich während der Ausbildungszeit ein freundschaftliches Band um Lehrer und Schüler. E, Schulemann. Linie sind hier die „Arbeitsgemeinschaft nattonal- sozialistischer Studentinnen" und der „Bund Deutscher Mädel" zu nennen. Obwohl weder bei der AnSt. noch bei dem BDM. ein direkter Zwang zur Mitgliedschaft ausgeübt wird, sind ungefähr 90 v. H. aller Studentinnen in ihnen ersaßt. In der AnSt. wird die Studentin in den Fragen des politischen Lebens geschult und fortgebildet. Große Fahrten führen in deutsche Grenzgebiete und zu den Deutschen in das Ausland. Die soziale Frage wird nicht nur in der Theorie behandelt, die Praxis beweist die wirkliche sozialistische Gesinnung der Studenttn von heute. Im Fabrikdienst steht die Studenttn 14 Tage lang an der Stelle einer älteren erholungsbedürftigen Arbeiterin, um dieser Urlaub und Ferien zu ermöglichen. Die Arbeit der Studenttn im BDM. stellt sie als Kameradin unter Kameradinnen. Auch als Führerin muß sie Kameradin bleiben, sonst wird sie lediglich zu einer Art Aufsichtsperson, die sich auf die Dauer nicht im BDM. halten kann. Eine Reihe anderer Verpflichtungen, die die Studentin auf sich nehmen muß, wenn sie an der Hochschule verbleiben will, läuft außerhalb des BDM. und der Anst. Neben der Sportaüsbildung finden während der ersten drei Semester dauernd verschiedene Kurse statt, die im „Pflichten- heft" testiert werden. Ein Beweis, daß auch für die Studentin die körperliche Erziehung gleichberechtigt neben der geistigen und wissenschaftlichen steht, ist der studentische Pflichtsport. Der Staat braucht gesunde, frische und sportgestählte Menschen: kränkliche und schlappe Schwächlinge kann er nicht brauchen. Leichtathletik, Geräteturnen, Schwimmen, Handball, Waldlauf sind die Sportarten, in denen die Studentin von heute während der drei ersten Semester ausgebildet wird. Im Leben der Studentin hat der Begriff der sogenannten „akademischen Freiheit" seinen Sinn verloren. An ihre Stelle tritt die Verpflichtung gegenüber dem Volk. Die Studentin darf keine besonderen Rechte für sich in Anspruch nehmen. Im Gegenteil, es erwachsen ihr besondere Pflichten, die sie später einmal, vielleicht als Lehrerin, als Aerzttn, oder auf welchem Poste» De sonst noch stehen mag, zu erfüllen hat. Den Satz aus Rosenbergs „Mythus": „Richter, Soldat und Staatenlenker ist der Mann und muß es bleiben", erkennt die Studentin von heute an. Sie ist sich aber auch ihres Rechtes bewußt, neben und mit dem Mann an der ihrem Wesen und ihrer Art entsprechenden Stelle im Staat zu stehen und zu wirken. Die Volkskunde. Ein bisher wenig beachteter llnterrichtszweig. In letzter Zeit will die Forderung nach st ä r k e - rer Berücksichtigung der deutschen Volkskunde im Unterricht nicht verstummen. Und das ist gut, denn auf diesem Gebiete warten für den Lehrer große Aufgaben, deren Wert anerkannt und betont wird. Doch wie viele sind wirklich bereit und vor allem befähigt, der Zustimmung die Tat folgen zu lassen? Erst seit der nationalsozialistischen Revolution erhält die Volkskunde die Beachtung, die ihr gehört. Vorher wurde sie als unwissenschaftlich, als Sammelwissenschaft, als nationale Schwärmerei abgelehnt. Es liegt auf der Hand, daß von solcher Haltung auch die Vorbildung und Erziehung der gesamten Lehrerschaft beeinflußt wurde. In der Regel wurde weder der zukünftige Volksschullehrer auf dem Seminar, noch der Student der Hochschule auf die deutsche Volkskunde hingewiesen oder gar in sie eingeführt. Ein Teil der Volksschullehrer wurde durch seinen Lebenskreis und nicht zuletzt durch die volkskundliche Wissenschaft selbst, die an ihn herantrat, gewonnen. Von der Universität wurde jedes Jahr nur ein verschwindend kleiner Kreis von Volkskundlern entlassen. Dieser blieb dann allerdings fast immer eine Gemeinschaft und arbeitete weiter Hand in Hand an dem gemeinsamen Werk. Inzwischen hat sich die Lage wesentlich verschoben. Die Hochschulen für Lehrerbildung vermitteln ihren Schülern das notwendige volkskundliche Rüstzeug und entlassen sie mit der richtigen volkskundlichen Einstellung. Das mag mit ein Grund dafür gewesen sein, daß in Zukunft diejenigen, die das Lehramt für höhere Schulen erwerben wollen, zunächst einmal die Hochschule für Lehrerbildung beteil, die innere Berechtigung, weil solche Arbeit nur auf Leistung und Bewährung aufbauen kann. Zwar wird die Wissenschaft damit von ihrem Wolkenthron herabgeholt, aber sie erhält eine viel sinnvollere und bedeutsamere Aufgabe. Sie ist nicht Herrin, die den Menschen dem Dasein entfremdet, sondern Kameradin, die ihn auf seinem Weg helfend und fördernd geleitet. Aufgaben der Verussberatung. Auch eine Frage der Schulen. Im Rahmen der nattonalsozialisttschen Erziehungs- Politik nimmt die Berufsberatung einen oe- sonderen Platz ein. Sie hat heute mehr denn früher die bedeutsame Aufgabe, die schulentlassenen Jugendlichen bei der Wahl des Berufes zu unterstützen, und zwar nach Grundsätzen, die die bestmögliche Auslösung der persönlichen Anlaaen mit der wirtschaftspolitischen Lage unseres Volkes vereinigen und beide entsprechend ihrer Bedeutung für den einzelnen wie für die Gemeinschaft berücksichtigen. Die Berufsberatung darf sich nie wieder zu einer „B e r u f s a b r a t u n g" auswachsen, wie es zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit im Jahre 1932 häufig der Fall war. Durch den Nattonalsozialismus hat die Berufsberatung eine zielbewußte Ausrichtung und Förderung erfahren. Die neue Auffassung vom Sinn und von der Ehre der Arbeit bringt auch ein neues Verhältnis zur Berufswahl mit sich. Die Frage darf für den Jugendlichen nicht mehr heißen: „In welchem Beruf kann ich das meiste verdienen", sondern: „In welchem Beruf diene ich meinem Volk am besten!" Die Grundsätze der nationalsozialisttschen Wirtschaftspolitik, die reichhaltigen Methoden zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit schlechthin gelten sinngemäß auch für den Arbeitseinsatz der Jugendlichen. Es erwächst dadurch der Berufsberatung eine Reihe von Sonderaufgaben: Sie soll mitwirken bei der Auflockerung der Großstädte, indem sie bei ihren Bemühungen zur planvollen Berufslenkung der Jugendlichen einen Ausgleich zwischen städtischen und ländlichen Berufen zu verwirklichen sucht; weiter muß sie sich um die Sicherstellung von Kräften für die Haus- und Landwirtschaft bemühen, und schließlich hat sie gegen die Ueberfüllung der sogenannten Modeberufe zu kämpfen und alle Schwächen und Unzulänglichkeiten, die sich daraus für die Bedürfnisse des Dolksganzen ergeben könnten, auszumerzen. Aber nicht nur die allgemeine Arbeitsbeschaffung, sondern auch das erzieherische Ziel des nattonalsozialisttschen Staates ist richtungweisend für den Arbeitseinsatz der Jugendlichen. Der Berufsberater muß dieses Erziehungsziel erkennen und aus seinem Ideengut für seine praktische Arbeit Anregung und Stärkung sinden. Dann wird er auch als den eigentlichen Sinn seiner Arbeit die B e - rufsführung erkennen, die einmal zu sehen ist in der Förderung der inneren Haltung der Jugendlichen zur Berufswahl, bann aber auch in der eigentlichen Berufs- oder Arbeitsvermittlung. Dies muß das erste Ziel aller Berufsberatung sein: die Schulentlassenen vertraut zu machen mit den Aufgaben, die ihrer im täglichen Arbeitseinsatz warten und die absolute Bereitschaft zu wecken, die auch später von ihnen verlangt wird. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um den Arbeitseinsatz bei der Landhilfe handelt, die insbesondere die Siedlungsfrage praktisch Doranbringen soll, oder um den Arbeitsdienst, der die Brücke schlagen soll von der Arbeit des einzelnen zu der Gesamtheit, ober um das Landjahr, das die schulentlassene Stadtjugend mit Verständnis für die Belange und die Bedeutung des Bauerntums erfüllen will. Bevor der einzelne sich feinem Beruf zuwenden kann, muß er mindestens eine dieser Schulen des Gemeinschaftseinsatzes durchlaufen haben. Um nicht unvorbereitet in diese Arbeit gehen zu müssen, ist es notwendig, daß berufsethische Unterweisungen in den Stoffplan der Schulen eingebaut werden, der ja auch in den sonstigen Unterrichtssächern die vorbereitende Erziehung zum Beruf berücksichtigt. Schon auf der Schule ist bei allen Jungen und Mädeln in irgendeiner Weise die berufliche Veranlagung und Neigung zu berücksichtigen, die allein auch zu einer beruflichen Leistungshöhe führen kann. Hier hat die Arbeit des Berufsberaters einzusetzen, die Kräfte sinnvoll zu verteilen, die ihm als wertvolles Gut unseres Volkes in die Hand gegeben find. B. suchen sollen. Doch darf sich die Universität nicht daran genügen lassen, sondern sie muß auf der Grundlage, die nun der zukünftige Lehrer mitbringt, weiterbauen. Gerade die Volkskunde erfordert ein- gehendes Studium. Oberflächliche Betrachtung ver- leitet zu vorschnellen und unüberlegten Folgerungen und Behauptungen. Es steht nun zu erwarten, daß sich die Stellung der deutschen Volkskunde in der Schule wesentlich bessern wird. Die jetzt im Amte stehenden Lehrer für die deutsche Volkskunde zu gewinnen, wird nicht mehr so schwer sein wie in vergangener Zeit. Volkskunde ist nicht nur Wissen, sondern in erster Linie Leben und Erleben. Sie ist bedingt durch die Stellung des einzelnen in der Gemeinschaft, in deren Verhältnis zueinander ein grundlegender Wandel durch den Nationalsozialist mus eingetreten ist. Heute wird jeder Lehrer wie von selbst zu volkskundlicher Betrachtung geführt, denn jedes Fach hängt in einem oder mehreren Punkten doch irgendwie mit der Volkskunde zusammen. Die Hilfsmittel, die dem Lehrer zur Vertiefung seines volkskundlichen Wissens geboten sind, stellen reiche und mannigfaltige Möglichkeiten bar. Für den Nichtvolkskunbler bebeutet bas insofern eine Schwierigkeit, als bie Fülle ihn vielleicht verwirren und mutlos machen könnte. Deshalb widmet er sich zunächst einer volkskundlichen Erscheinungsform — der Volkstracht, der Sage, dem Volkslied — und erschließt sich aanz allmählich ein größeres Gebiet. Er mag sich Darum an kurze Einzeldarstellungen halten und erst später zu einem großen Werk (vielleicht der von Spanier herausgegebenen zweibändigen „Deutschen Volkskunde") greifen. Der „Reichsbund Volkstum und Heimat" gibt eine sehr einfache und recht nützliche Schriftenreihe „Deutsches Volksgut" heraus. Deren Benutzung fei nicht nur jedem Lehrer empfohlen, sondern überhaupt allen, die die deutsche Volkskunde als wesentliche Erziehungskomponente erkannt haben. Die Kunde vom deutschen Volkstum muß sich auf alle Gebiete der Schulung und auf alle Fächer der Schule erstrecken und sie durchdringen. Deutsche Volkskunde geht jeden etwas an, der zur Erziehung berufen ift. Kurt Haß. 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