Zreitag, 21.August 1956 186. Zahrgang 195 Erstes Blatt r.e i n der angewiesen, jedem Gewalt entgegen- mit des Das Echo des deutschen proieWWs D,e Meinung in London: England hätte im gleichen Jalle ebenso gehandelt. Ainttiche »IN""-' ! Seld-- g angenommen, die rtige Aufhebung s der englischen Regierung nahestehende _ . « « r « • f_ i. a h t rn i n n (I 12i er ,)niln Telegraph" schreibt: Deutschland it i n | c in e m e d) t. Durch d>°. ^-lastigun» d-s Schiss-- in s,-b°n M°.l°n CEn fernu I3 Ihrer Schiffe zutreten. Unter Führung kni daß seine Papiere vollständig pnen u n g waren. * ; Tie Vertreter der III. Internationale und nschast. °AussührUz Parva n Kem Kriegsmalenal an Bord der „Kamerun". r l i n, 20. August. (DNB.) Die deutsche Tag für Tag neue marxistische Greuelialen Jüdisch-bolschewistische Verbrecher verbrennen lebende Menschen! fi’’ 8i i 31/9 Frankreichs verbürgen könne. Zum Schluß forderte Thorez vollkommene Freiheit des Handels mit Spam en. Er sei davon überzeugt, daß die sozialistischen Arbeiter das gleiche suchten. Die Stimme des Volkes müsse verstanden werden. Die spanische Republik brauche Flugzeuge, Kanonen und Munition, denjenigen, die für Freiheit und Frieden kämpften, müsse wirksame Hilfe zuteil werden. Anschließend wurde eine Entschließung von der Regierung Blum sofortige . , - d e r Handelssperre gegen das republikanische Uflierung hat alsbald nach Eintreffen der .'lai richten über den von der spanischen Regierung , esk»affenen Zwischenfall betreffend den Dampfer ’imetun“ ihren Geschäftsträger in Madrid «tleiraphifch Weisung gegeben, unverzüglich iji sch rfster Form gegen das Völker- >Lils widrige Verhalten der spanischen :triZsfchiffe Vorstellungen zu erheben und ilatii zum Ausdruck zu bringen, dah die deutsche Neuerung die spanische Regierung für alle 11 gen verantwortlich machen wird, die l ieh aus der Wiederholung ähnlicher Vorfälle er- • jelm könnten. Isr deutsche Geschäftsträger ist zugleich ange- oiiLN worden, die spanische Regierung davon in ienfnis zu sehen, dah die deutschen Kriegs- rt ffe Befehl erhalten haben, die deul- Iftyi Schiffe vor ähnlichen völkerrechtswidrigen : lei -rgriffen außerhalb der spanischen Hoheitszone mi allen Mitteln z u schützen. ta der Angelegenheit des deutschen Dampfers ,Hl-merun", der weit auherhalb der Drei- l^iilengrenze von spanischen Regierungs- | Iri(;i5fd)iffen angehalten und durchsucht wurde, - bii> ergänzend mitgeteilt, dah der Dampfer Feile lei Kriegsmaterial an Bord hatte 42-$ 55- 12-5$ 62-9’ 42-$ 0-1J 3-051 L ki 19- 0,1$ 5-68 49^ ’hj f'S 31-S 10-P 2,492 Anspruch auf die Rechte einer kriegführenden tei hätten, da sie größtenteils nicht verantwortlichen Offizieren befeh- Befehlshabers der Auf- Konteradmiral Böhm auf klärungsstreitkräfte ------------- . Kreuzer „Nürnberg" sind am 20. August aus Kiel und Wilhelmshaven zur Ablösung der bisher in Spanien befindlichen Seestreitkrafte ausgelaufen: Panzerschiff „Admiral Graf Spee", die Kreuzer „Nürnberg" und „Leipzig", die vierte Torpedobootsflottille mit den Torpedobooten Greif" und „Falk e" und von der dritten Tor- pedobootsflottille die Boote „Jaguar" und „W o l f". Ti: der spanischen Küste haben die ^^^ungs- >hsfe einen Bruch des Völkerrechts b^ crWen Wenn es zu irgendeinem welteren Versuch cnischer Kriegsschiffe kommen sollte, stch M o lutsche Schiffahrt außerhalb der territorialen Ge- 3n- n und Jntendanlen. mlschuh in i-.tllO« ntm«!plW alrat $r.Jj't' °°m 3. bis » Tag für Den"1- n letzm R-'°-° SÄ» i Dortragen, W «Ci üf- ;t gesl^ lich alle weiteren Schritte in bezug auf eine Nichteinmischung verzögert werden. Die Madrider Regierung habe ihre Rechte, aber sie dürfe sie nicht mit einem Zoll Überschreiten. Es scheine, daß sie den unglaublichen Wahnsinn begangen habe, den Mächten nicht ihre genauen Absichten in bezug auf die unklare Blockade, die sie vergangenen Sonntag in Kraft setzte, m i t zuteilen. In diesem Falle seien andere Länder nicht verpflichtet, sich dem Durchsuchungsrecht zu unterwerfen. Außerdem müsfe die die Blockade erklärende Macht dieseauchwirksamausrecht- erhalten. Papierblockaden seien wertlos. Wenn man gefehlt habe, bann fei Berlin z u G e g e n- rnaßnahrnen vollkommen berechtigt. Auch „M ° rning P ° st" ist der Meinung, daß die Durchsuchung der „Kamerun" nicht berecy- t i g t war. Die spanischen Blockadeverordnungen und der „Kamerun"-Zwischenfall hätten die Verhandlungen für ein Nichteinmischungsabkommen w e i - ter erschwert. Es scheine jetzt w e n i g H a f f - nung auf eine baldige L ö sun g vorhanden zu sein. — Das Rothermere-Blatt „Da i l y Marl schreibt, ber „Kamerun"-Zwischenfall^be endgültig bewiesen, was schon lange off^uftchtlich g l sei, daß nämlich die seltsame MM^g von Rot Sozialisten und Anarchisten in Madrid d i e 3 9 der Regierung gar nicht mehr wirklich inder Hand habe Die Militärgruppe könne von unwissenden und mit Vorurteilen erfüllten Leuten nicht mehr als aufständisch bezeichnet werden. D e sogenannte Madrider Regierung sei nichts als eine mörderische Anarchie, und es sei zweifelhaft/ob^ ihre Streitkräfte überhaupt etnen Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 'N taatfo. W) eine, ff, larft. •sä lipr» l ■ vki Stober statt, ließen. !in®ie6eneai6 lf,bl5fei|sa0d); 1‘»«4t 24 bis 2' 31 ®«tt Marli mmer (Biegen der Verladerslf 7 693: Rohst, Estelle für M he Derarbeitunc, (ßegener Familienblätter I VA ■ Eg M Grundpreise für 1 mm höhe Himat im Bild-Die Scholle ■ ■> HM ■ M > ■ A Ä V ■Hfl V ■ VH R I fl T H fl H fl ▼ ■ für Anzeigen von 22 mm Nonatr-vezugspreir: ■ ■ ■ H Bf H H H X H H ■ H E E Hf H Breite 7 Rpf., für Text- 9J..t 4 Beilagen RM.1.95 mV M H fl H Bfl H H Hk H Jfl H H Wfl H «M ■ tzch. ■ anzeigen von 7O mm Breite S8M7:L vlVIlVIlVl SSS« LF y /v zstsssL. skHG General-Anzeiger für Oberhesten WM rieten. Anzeiger Gießen behördliche Anzeigen 6Rpf. 8onnuort?m1nain: 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche U«iverfität5.V«ch- und StetwtaKferd R. Lange in Sieben. ZchristlettANg und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel b London, 21. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der shIrfe deutsche Protest in Madrid wegen des ,Limerun"-Zwischensalles wird von amtlicher eng- Ijcicn Kreisen als durchaus berechtigt an- rl nnt. Die Berechtigung des Anspruchs der mar- sflchen Behörden auf eine Bockade gewilier Sü tenbezirke, die sich in den Händen der Militar- lUPpe befinden, sei bisher nicht erroieien, ir so weniger, als die Parteien des spanischen Li gerkrieges auch von ber Madrider Regierung h-er nicht offiziell als kriegsführende anerkannt Deutscher Protest gegen den Völkerrechtsbruch von Kriegsschiffen der Madrider Regierung. Ernste Warnung des Befehlshabers der deutschen Geestreitkräste. brechen gegen das Recht freier Schiffahrt in offener See. Ich bin nicht gewillt, solche Gewaltakten zu dulden. Ich habe meine Seestreilkräfte unberechtigten Gewaltakt d 41,98 0,1)8 3,04/ 55,90 46,g 12,52 5,519 16,3 168- 19,5' 0,732 5,65) 62-9 48,95 11-375 64,55 Sb® 31- ioF 2,488 4 84 5« 12- i 16-Ä |6P” 62^0 ä Spanien fordert. Kommunisten erpreffen Flugzeuglieserung. Im Einverständnis mit dem Luftfahrtminister. Paris, 21. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" und „Figaro" melden, die kommunistischen Arbeiter der Flugzeugwerke Bloc hätten nach Betriebsschluß eine Versammlung in d e n Fabrikräumen abgehalten und beschlossen, den spanischen Marxisten 2 Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, deren Bezahlung durch Ueberstunden erfolgt sei. Unter Androhung des Streiks habe eine Arbeiterabordnung der Direktion diesen Beschluß unterbreitet und gebeten, daß man ihr die bereits f e r t i g g e ft e 111 e n und aus dem Flugplatz Dillacoublay befindlichen dem Staat gehörenden Flugzeuge zur sosor- „Verbrechen gegen das Recht freier Schiffahrt" Deutsche Schiffe werden vor Uebergriffe geschützt. Berlin, 20.Aug. (DRB.) Der Befehlshaber der Linienschiffe, dem die zur Hilfeleistung in spanische Gewässer entsandten deutschen Seestreitkräfte unterstellt sind, hat an den Chef der spanischen Regierung s f l o t t e auf Grund des Vorgehens gegenüber dem deutschen Dampfer „Kamerun" folgendes Telegramm gerichlet: Nachdem eben erst der Rechlsbrnch gegenüber Sevilla durch „Almirante Valdez" beigelegt ist, hat Kreuzer „L i b e r t a d" gestern nachmittag den Dampfer „Kamerun" auherhalb der spanischen Hoheitsgewässer auf freier See beschossen, ins Kielwasser gezwungen und durch bewaffnete Soldaten untersuchen lassen. Dieses Verhalten gegenüber einem deutschen Dampfer ist ein fertigt feien. „Daily Expreß" schreibt, Hitler habe der Madrider Regierung erklärt: „Hände weg von deutschen Schiffen!" Der Führer habe nicht die Absicht, irgendjemand im gegenwärtigen Augenblick zu beunruhigen. Obwohl er an die Madrider Regierung eine scharfe Warnung gerichtet habe, der ie Folge leisten sollte, habe er alle deutschen Schiffe angewiesen, sich von den spanischen Häfen fernzuhalten, wenn es sich nicht um die Aufnahme deutscher Flüchtlinge handele. Ferner erkläre die deutsche Regierung, daß sich die Warnung auch auf die Schiffe der Militärgrupve und nicht nur auf diejenigen der Marxisten oeziehe. Kein deutscher Regierungschef hätte etwas anderes tun können. Wenn die spanischen Marxisten oder auch die spanischen Nationalisten britische Schiffe auf hoher See aufhalten und durchsuchen würden, dann müsse von der britischen Regierung erwartet werden, daß sie nicht mehr und nicht weniger tue, als der Führer getan habe, nämlich zu erklären: „Hände weg von unseren Schiffen". Volles Verständnis in Aom. „Seeräuberhaftes Verhalten der Madrider Marine." Rom, 20. Aug. (DNB.) Die deutsche Empörung über die Beschießung und Durchsuchung des Flüchtlingsdampfers „Kamerun" findet in der römischen Presse uneingeschränktes Verständnis. „Tevere" hat er großzügig die Bezeichnung eines afrikanischen Kurzwellensenders entliehen. Moskaus Wühlarbeit in Frankreich. Kommunisten fordern zum Bürgerkrieg auf. P a r i s, 21. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die kommunistische Partei veranstaltete am Donnerstagabend im Pariser Vorort St. Denis eine Massenversammlung, auf der der Generalsekretär der Partei Thorez sprach. Er begann mit einem Loblied auf die Volksfront, deren Regierung den Arbeitermassen Vorteile verschafft habe. Weitere Vorteile seien zu erwarten. Die Au- fünft des Landes aber müsse gesichert werden. Neben der wirtschaftlichen Erneuerung müsse auch die politische Hand in Hand gehen. Die Provokatio- nen der faschistischen Presse müßten ein Ende nehmen und die faschistischen Führer in Gefängnisse gesperrt werden". Er gab also genau die Parole aus, die in Spanien bei ber Ermorbung Sotelos befolgt wurden. In der Armee und in der Verwaltung muffe ein wahrer republikanischer Geist seinen Einzug halten. Die französischen Arbeiter ständen auf feiten der spanischen Republikaner. Hitler wolle Frankreich einkreisen. Frankreich sei ganz gleich unter welcher Regierung, st e t s b er Todfeinb Deutschlands. Die kommunistische Partei wolle eine französische Front schassen, die von niemanden abhänge und die Unabhängigkeit stellt seinen Bericht unter die mehrspaltige Heber- chrift „Seeräuberhaftes Verhalten der Madrider Marine". Das Blatt hebt als erschwerenden Um- stand hervor, daß sich der Vorfall außerhalb der spanischen Gewässer ereignet habe. „Giornale d'Ätalia" betont unter ausführlicher Wiedergabe deutscher Zeitunasstimmen, daß diese gewalttätige Handlung eine Vergewaltigung jedes internationalen Rechtes sei und in den deutschen politischen Kreisen ebenso scharfe wie berechtigte Verurteilung finde. Paris erkennt die deutsche Mäßigung an. Paris, 21. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter beschäftigen sich mit den möglichen d l p l o - mati sch en Folgen, die die widerrechtliche Durchsuchung des deutschen Dampfers „Kamerun auf hoher See durch spanische Kriegsschiffe nach sich ziehen könnte. „Petit Parisien" meint, dieser erneute Zwischenfall habe bereits einen sehrernst en Charakter angenommen. Er zeige, wie weit die Ereignisse in Spanien bereits Europa in Mitleidenschaft gezogen hätten. Deutschland habe aber durch seinen Schritt bei der spanischen Regierung erneut gezeigt, daß es den Zwischenfall selbst nicht noch vergrößern wolle und keine Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werde. Die deutsche Regierung habe sich damit zu- frieden gegeben, bei einer Wiederholung solcher Verletzungen des internationalen Rechtes der spanischen Regierung ernste Folgen an3u- fünben. Es sei zu hoffen, daß man in Madrid sobald wie möglich Berlin gegenüber eine beruhigende Aufklärung geben werde. „Malin" schreibt, man habe in Berlin am Don- nerstagabenb eine gewisse Mäßigung feststellen können. Es sei anzunehmen, daß das Reich sich für den Augenblick mit, seinem Protest in Madrid und mit der Drohung des deutschen Flottenchefs an den Kommandanten der spanischen Regierungsflotte bc- I gnügen werden. Beides aber sei dazu angetan, jeocn ; Zweifel darüber auszuschalten, daß Deutschland eine i Wiederholung derartiger Zwischenfälle nicht ' dulden werde. beutet aber einen et latenten Bruch des internationalen Rechts, da dieses vorsieht, daß außerhalb der Drei-Meilen-Zone überhaupt keine Schiffe, und seien es selbst Schmuggler- chifse, angehalten und durchsucht werden dürfen. Das deutsche Handelsschiff aber führte feine Schmugglerware, sondern war, wie auch das Kommando des roten Piratenschiffes wissen mußte, lediglich dazu bestimmt, die in Spanien ansässigen deutschen und fremden Staatsangehörigen aus dem Hexenfessel des Bürgerkrieges zu retten. Es ist selbstverständlich, daß das Deutsche Reich solche Uebergriffe der bolschewistischen Soldateska auf offenem Meer nicht einfach hinnehmen kann. Wir erwarten deshalb von der sogenannten legalen Regierung in Madrid, daß sie den Freibeutermanieren ihrer kommunistischen Bundesgenossen und Mitkämpfer ein für allemal ein Ende setzt. Sonst müßte man wirklich annehmen, daß die Madrider Regierung bereits offiziell darauf verachtet hat, als gesetzmäßige Vertretung des spanischen Staates zu gelten. London, 21. Aug. (DRV. Funkspruch.) Zwei englische Bergwerfsbeamte,die vier Wochen lang von den Marxisten in Nerva im Rio - Tinto-Gebiet gefangen gehalten worden waren, sind in Gibraltar eingetroffen und haben dem Sonderberichterstatter des „Daily Telegraph" über ihre Erlebnisse berichtet. Sie schilderten u. a., wie die kommunistischen Arbeiter in der Nacht vor ihrer Flucht vor den nationalistischen Truppen 17 Gefangene, darunter zwei 1 4 j ä h - rige Knaben, in einem Schlachthause niedermetzelten. Ein nationalistischer Soldat wurde auf einem Traktor festgebunden, mit Ben - 3 i n übergossen und inmitten der Ortschaft lebendig verbrannt; die übrigen Gefangenen wurden dadurch getötet, daß man Dynamitpa t r o n e m i n i h r Gefängnis schleuder- t e n. Beim Einmarsch der nationalistischen Truppen in die Ortschaft wurde fein einziger Schuß abgegeben. Das portugiesische Blatt „Draw de Lisboa" berichtet über ähnliche entsetzliche Grausamkeiten den am Moskauer Beispiel geschulten spanischen Marxisten. In Almendraleja bei Merida . wurden 80 Personen ermordet, davon ein großer Teil gekreuzigt, dann mit Benzin übergossen und lebendig an gezündet. Ein Grundbesitzer wurde zusammen mit seinen beiden Kinder lebendig verbrannt. Zuerst wurden die Kinder angezündet. Der Vater mußte Augenzeuge der grausamen Ermordung seiner Kiner sein. Dann ereilte ihn das gleiche Schicksal. Angesichts dieser bolschewistischen Scheußlichkeiten, die Angehörige neutraler Staaten an Ort und Stelle beobachten mußten, ist die Frage am Platze, wie lange die Kulturnationen Europas es noch mit ihrem Gewissen vereinbaren zu können glauben, die bolschewistische Mordmeute nach Moskaus Direktion in Spanien hemmungslos wüten zu lassen. MoskausSendllnqe an derArbeit Bolschewistischer Kurzwellensender in Barcelona. Madrid, 20. Aug. (DNB.) Der Chefredakteur der Moskauer Zeitung Prawda ist in Madrid eingetroffen. Er stattete noch am gleichen Tage dem Ministerpräsidenten Giral einen Besuch ab. Giral sprach dem Chefredakteur Koldzow gegenüber feine Genugtuung über die zahlreichen Freundschaftsbeweise von sowjetrussischer Seite aus. Koldzow hat vor seinem (Eintreffen in Madrid Barcelona sowie den Frontabschnitt S a r a g o s s a—H u e s c a besucht. Der Kurzwellensender in Barcelona, für den der bolschewistische Moskauer Sender bekanntlich das Redaktionspersonal gestellt hat, bezeichnet sich seit Mittwoch in aller Oeffent- lichkeit nunmehr als „Sender der antifaschistischen Miliz" in Barcelona. Dieser in Barcelona arbeitende Kurzwellensender wurde von den Sowjetrussen mit seiner gesamten Tech- - nik für d i e spanischen Bolschewisten : aufgebaut. Da ein international bekanntes?cus- i Zeichen für diesen Sender nicht zur Verfügung stand. Äl-sfront-Jnternationale haben ihr Eingreifen zu- |ur ten der spanischen „frente populär“ immer Didier damit begründet, daß man die legale Re- jie ungsgewalt eines fremden Staates sehr wohl iiiirstützen könne, nicht aber den ungesetzlichen Üiistan'd einiger Militärkreise. Wie es jedoch in Mlichkeit um die „Legalität" der Madrider Re- lieung bestellt ist, das hat nicht nur das blutige =c~c kreuzen. Im Namen ber Marxisten unb Kommu 1, ften. Kurzum, er ist bas Schreckenskind das Kabinetts geworben unb nicht nur bie Parißx Rechtsblätter beuten an, baß er so wenig M Minister passe wie ein Bock zum Gärtner. Die massive Sprache Salengros gegen Berlin u-J Wien mag aus feiner Einstellung als SalonfoziM herrühren, ber sich rabikaler gibt als ber Mann 1 ber Straße, unb zubem mögen gewisse perfönlire Erfahrungen aus ber Kriegszeit mitsprechen, bei Salengro hat als Kriegsgefangener in Kottbus & beitsdienst machen müssen, weil er seine Mitgesw- genen zu Streiks gegen bie Anordnungen b? deutschen Heeresleitung aufgefordert hatte. Aber dr ehemalige Student der Pariser Sorbonne hat sfh nicht gewandelt. Er hat mit den Jahren nicht 1 Verstandesklarheit gewonnen, und daher spricht r gerade das aus, was die Mehrheit der Franzosst nicht wünscht: den Kreuzzug gegen alle NichtliM« regierungen unb bie Einmischung in b;e Verhältnisse anberer ßänber. Salengro mag sich nicht als Aufwiegler, nicht ols Demagoge fühlen, in Wirklichkeit wirb er als sicher empfunben unb zubem als Vermehrer frr Unruhe unb Unrast, die feit den Maiwahlen ofjneh auch dem unpolitischen Franzosen allmählich Bit Ueberzeugung eingehämmert hat, baß Franknst an einer Schicksalswenbe, baß es in einem Umbruch, in einer Aenberung eines ZustW bes steht, ber über zwei Menschenalter gebauert U unb nunmehr zu Grübe getragen wird. Das Em:- finbungsbarometer bes Franzosen reagiert je nccj ber Landschaft sehr verschieden, unb diese £om> schäften, die Normandie, Bretagne, Jsle defframe, Touraine unb bie südlichen Provinzen reagieren anders als Paris unb bie Städte; aber sie geborn doch schließlich in der Geschichte Frankreichs bem Ausschlag. Mehr als in Deutschland ist der FranzM Bewohner der kleinen Städte unb Dörfer, nirii schließlich hat in allen Revolutionen biefe Masse bin Ausschlag gegen bie großen Stäbte gegeben. 6:e vernichteten bie Jakobiner der großen französisch-n Revolution, stellten Napoleon bie besten Soldaten, überroanben bann bie Revolutionen von 1830 uri 1848, stellten bie Stimmen für ben dritten W- poleon, zwangen die Kommune von 1871 nieder mri haben seitdem nichts von ihrer Zähigkeit, ihren?:■ zialen Verhältnissen, ihrer Friedensliebe eingebiW Man will auf dem Lande den Frieden, M allem nach den Erfahrungen des Weltkrieges. IM auch in den Städten richtet sich der Witz der irrt unter einer Wolke Lebenden bitter gegen die FrUi- densstörer, die von ihren Aemtern aus den Bal' schewismus oder Linksradikalismus der ganM Welt lenken möchten, während der Franzose dich zunächst nur und ausschließlich an sich selbst benlit Das ist entscheidend. Man hat sich daran geroöhrri, daß das moderne freie Verfassungswesen beftänbi??* Aufregungen verursacht, und diese Aufregungen eri- prechen dem französischen Charakter, 'man nr6 auch, daß zum Politiker nicht gerade eine fü|§< Lavendelseele geeignet ist und nimmt Unvollkommenheiten. ja ein gewisses Maß Korruvtion in bad Kauf. Maitre Arouet-Voltaire kannte seine Land-'-- leute wenn er sagte, sie seien Parfaits dans le petit, sublimes en bijoux, Grands inventeurs de riens ... also im Kleinen vollkommen. Aber das ist nur Anregung für bie Nerven bes Franzosen. Man immer wieber finben, baß im Familienleben, in’ Arbeitsethos, in der individualistischen Auffassung vom Staate, in allen täglichen Gewohnheiten toit Franzose selbst der proletarischen Schicht bist „Niens" zu „Etwas" macht, und die Pariser M1 nettes, die zwar gewerkschaftlich organisiert slin), aber mit einer Schleife ihr billiges Fähnchen einem unsagbaren Chick veredeln und davon träi? men unb es manchmal erreichen, Besitzerin ein -s kleinen Labens zu werben, finb gewissermaßen ö'f Tnp bes Franzosentums. Jeboch zum erstenmal seit 60 Jahren ist jetzt di^ ganze Drbnung in Gefahr. Man erkannte da- zuerst nicht, man ließ die Streiks, bie Blumf^' Gesetze, über sich ergehen und trat nur für die Mr rechterhaltung der Ordnung ein. Seit vielen Jahr-'’ war nichts geschehen, um bas soziale und wirtsäfl'/ liche Leben mit den Erfordernissen der Neuzeit Einklang zu bringen. Jetzt erhob gerade zum 6|r:‘ setzen der ruhigen, aus ReoolutionstraditionalisM» links wählenden Franzosen nicht die Reform^ sondern die Revolution ihr Haupt. 3uen1 war man unsicher, dann aber spürte man, daß Regierung Blum daran ging, das soziale sicht Frankreichs zu verändern. Ihr Gesetz«^' ist insofern eine Vorstufe des Bolschewismus, es den Kollektivismus dem individuali! scheu Frankreich aufzwingen möchte. Man erkennt jetzt, daß die Regierung Blum &11’ Z w a ngsorganifierung bes Franzose” erreichen, die Unternehmer in Trusts, die BauelU in kollektive Genossenschaften, die Arbeiter in ®e' werkschaften gliedern möchte. Die Regierung Bl^ läutet seit Monaten die Totenglocke über den fr5(1« 1 ein- unb mm GH WK WO “MA Hie n°ti $ liberroieaenb kleinen Unternehmer, bie bis Arolsen ein Maschinengewehrsteckschuß aus ber fünf Arbeiter als „patrons“ beschäftigen, ge-1 hnt 9n nnh« jungen, sich von ber Arbeiterschaft zu trennen unb ien Drganifationen ber Großen anzufchliehen, sie chat die Bauern burch bas Weizenamt in Drga= •niiationen aexmunaen. bie gerabe bem Bauern DerMoskauerprozeß gegen die Opposition Moskau. 20. Slug. (DNB.) Im Prozeß gegen Sinowjew und Genossen kam der Angeklagte Kamenew erneut auf Verbindungen der Sinowjew- Trotzki-Organisation mit Angehörigen der früheren Rechtsopposition zu sprechen. Solche Verbindungen hätten bestanden mit dem Chefredakteur der „Js- westija", Bucharin" ferner mit dem ehemaligen Leiter der Sowjetgewerkschaften T o m s k i, sowie mit dem Post- und Telearaphen-Kommissar R y - kow. dem früheren Vorsitzenden des Volkskommissariates. Diese seien über die terroristischen Absichten der Sinowjew-Gruppe im Jahre 1934 u n - t e r r i ch t e t gewesen. Sie hätten ihre Hoffnungen, wieder zur Macht zu gelangen, auf den Erfolg der beabsichtigten Anschläge gegen Stalin und die übrigen Parteispitzen aufgebaut. Kamenew betonte, daß ihm und Sinowjew, die unrechtmäßig von der Macht abgedrängt worden seien, jedes Mittel brauchbar erschienen sei, um wieder an die Macht zu kommen. Seine Gruppe sei stets sicher gewesen, im Einverständnis mit dem im Ausland weilenden Trotzki zu handeln, da dieser immer die Ansicht vertreten habe, daß die „blutige Konzentrierung der Macht in den Händen Stalins für Sowjetrußland verderblich sei". Sinowjew machte ausführliche Aussagen über die Vorgeschichte der „gegenrevolutionären Tätigkeit" seiner Gruppe. Im wesentlichen bestätigten feine Aussagen die Feststellungen der Anklageschrift. Im Laufe des Sinowjew-Verhörs kam zum erstenmal auch Moisse Lurje zu Wort, der nach der Anklageschrift Terrorakte auf Veranlassung einer fremden Stelle geplant haben soll. Die Stichhaltigkeit dieser Anklage wurde dadurch nicht gerade bekräftigt, da es sich herausstellte, daß Moisse Lurje mit dem berüchtigten Emil Alexander identisch ist, der früher die Abteilung für Agitation und Propaganda im Zentralausschuß der Kommunistischen Partei in Deutschland leitete! Smirnow, den Sinowjew noch am Donnerstag früh als den Führer der Trotzkischen Truppe seiner Organisation bezeichnet hatte, b e st r i t t, an der Vorbereitung terroristischer Akte im Auftrage Trotzkis unmittelbar teilgenommen zu haben. Die Angeklagten O l b e r g und Bärmann erklärten, sie seien früher aktive Mitglieder in der ehemaligen deutschen kommunistischen Partei gewesen und hätten sich seit den letzten Jahren Trotzki verschrieben. Im Tone harmloser Plauderei erzählte Olberg u. a., wie er im Frühjahr 1936 unter der Mitwirkung einer Terroristen-Gruppe aus Gorki (Nischninow- gorod) bei der Parade auf dem Roten Platz in Moskau aus Anlaß der Feier des ersten Maies einen Anschlag auf Stalin durch das Werfen einer Bombe geplant habe. (!) Seine sowie Bärmanns Aussagen müssen mit größter Vorsicht ausgenommen werden. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? In der Außenhandelsbilanz für das erste Halbjahr 1 936 kommt die Beobachtung wieder zum Ausdruck, daß die Ausfuhr weiterhin zunimmt. Mit dieser Ausweitung unseres Warenverkehrs wird im weiteren die Tatsache bestätigt, daß man auf die Dauer die Kaufkraft eines 67-Millionen-Volkes ebenso wenig am Weltmarkt entbehren kann, wie das hochwertige deutsche Erzeugnis. Während die deutsche Handelsbilanz im ersten Halbjahr 1935 noch mit 163,2 Millionen Mark passiv war, schloß die Handelsbilanz des ersten Halbjahres 1936 mit einem Aktiv- Saldo von 131,7 Millionen Mark. Mit anderen Worten, der Ausfuhrhandel zeigt eine Gesamtbesserung Bfiji 330 Millionen Mark. Besonders erfreulich ist die weitere Stärkung des Warenverkehrs mit den europäischen Ländern. Die besonders starke Zunahme unserer Fertigwaren-Lieferun- gen nach Frankreich und Großbritannien, die in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zu verzeichnen ist, zeigt, daß gerade die am stärksten durchindustrialisierten Länder nach wie vor die besten Abnehmer für hochqualifizierte Erzeugnisse sind. Aus diesem Gesichtspunkt heraus haben wir an einer immer stärkeren Technisierung und Industrialisierung in unseren Nachbarländern durchaus Interesse. Die Einfuhr ist im ersten Halbjahr 1936 um nicht ganz 1 Prozent geringer als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Im großen Ganzen hat sich infolge des durch die Vergrößerung der Beschäftigtenzahl gesteigerten Nah- rungs- und Genußmittelbedarfes die Einfuhr nur aus solchen Ländern erhöht, die vorwiegend Lebensmittel erzeugen. So u. a. aus Ungarn (Fleisch), Bulgarien (Fleisch, Obst, Rohtabak), Italien (Südfrüchte, Kartoffeln), Griechenland (Rohtabak), Spanien (Südfrüchte), Dänemark (Rindvieh, Schweine), Lettland (Schweine). Unter den Rohstoffländern haben namentlich Schweden durch Lieferungen an Eisenerz, Finnland durch Holz- und Kupferlieferungen und die Türkei durch Wolllieferungen mehr Waren als zur gleichen Zeit des Vorjahres nach Deutschland ausgeführt. In der Zeit vom 16. bis 19. August trafen sich in Hamburg die Lebensmitteleinzelhänd- ler aus aller Welt zu ihrem 9. Kongreß zusammen. Auch bei dieser Zusammenkunft war es zunächst notwendig, sich mit einer Reihe von Vorurteilen auseinanderzusetzen, die sich im Ausland gegenüber dem deutschen Einzelhandel eingeschlichen haben. Die Auffassung, als sei der Einzelhändler in Deutschland heute nicht mehr berechtigt, an sein eigenes Geschäft zu denken, nicht mehr berechtigt, Individualist zu sein, wurde vom Bürgermeister Krogmann dahingehend richtiggestellt, daß gerade bei uns in Deutschland der Individualismus mit am stärksten ausgeprägt sei, allerdings mit der Einschränkung, daß auch dieser Individualismus sich heute ausschließlich im Rahmen der Gemeinschaft zu betätigen habe. Von verschiedenen Seiten wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die Olympische Glocke, die am 1. Tag des Hamburger Kongresses in Berlin zum letzten Mal erklang, nicht nur die Sportler, sondern auch die Wirtschaftler der ganzen Welt zu gemeinsamer Arbeit und zu gemeinsamem Wettstreit zusammenrufen müsse. Von den Vertretern aller Länder wurde die Notwendigkeit betont, dem Kleingewerbe größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, so wie es bei uns in Deutschland seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus der Fall ist, so wie Italien es seit langem tut und wie man es in Oesterreich schon immer gehandhabt hat. Eine Reihe weiterer Vorträge galt der Förderung von Fachbildungsfragen, sowie dem Gedanken gesunder internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Einer der Hauptaufgaben der 1927 gegründeten internationalen Vereinigung ist das Bestreben nach gegenseitiger wirtschaftlicher Verständigung. * Eine zusammenhängende Statistik der deutschen Arbeitslosigkeit ergibt bis Ende Juli 1936, daß zum erstenmal die Arbeitslosigkeit niedriger liegt als Ende Juli 1929, dem letzten Jahr der Scheinkonjunktur, denn damals hatten wir gut 80 000 Arbeitslose mehr als Ende Juli 1936. Die Arbeitslosigkeit als Massenerscheinung ist also dank der Energie der Führung für Deutschland beseitigt, es macht sich sogar in manchen Berufen ein gewisser Mangel an fachlich geschulten Arbeitern oe- Ist es jetzt deutlich genug? Verschärfung des antireligiösen Kampfes in der Sowjetunion. NSG. Wer sich der leisen Hoffnung hingegeben har, daß mit der Einführung der neuen S o w j e t - „V e r f a s s u n g" der Kampf der Bolschewisten gegen die Religion eingestellt oder wenigstens abgeschwächt werden würde, ist durch die allerletzten Ereignisse schnell und bitter enttäuscht worden. Der Gottlosenfeldzug in der Sowjetunion nimmt nicht nur seinen Fortgang, in der letzten Zeit ist sogar eine Verschärfung der Unterdrückungsmethoden zu verzeichnen, so daß kein Zweifel darüber bestehen kann, daß die Sowjets nicht eher ruhen werden, bis auch die letzte Kirche ge sch lassen und verletzte Priester verbannt oder ausgerottet ist. Daß sich die neue Verfolgungskampagne ganz besonders gegen die deutschen Gemeinden richtet, beweisen die soeben aus der Sowjetunion hier eingegangenen Nachrichten. Die einzige deutsche Kirche in Odessa ist den Bolschewisten seit langem ein Dorn im Auge. Für die gottesfürchtigen deutschen Menschen, die fern der Heimat unter dem bolschewistischen Joch schmachten, ist die Kirche ein Ort der Zuflucht und der Tröstung, wo sie sich wenigstens auf Stunden der grauenvollen bolschewistischen Wirklichkeit entziehen können. Mit bewundernswertem Opfermut hat die deutsche Gemeinde jahrelang die unglaublichsten Schikanen der bolschewistischen Gottlosen ertragen. Diese holen nunmehr zum entscheidenden Schlag aus. Von der GPU. tatkräftigst unterstützt, zwirn gen sie die deutschen Einwohner, eine Petition zu unterschreiben, in der d i e Schließung der Kirche gefordert wird. Der Druck, den die Bolschewisten ausüben, ist so brutal, und die Drohungen so unmißverständlich, daß an dem Erfolg dieser Aktion nicht zu zweifeln ist. Besonders die deutschstämmigen Studenten Odessas haben unter diesem neuesten Terror unsäglich zu leiden. Mit der Schließung der letzten deutschen Kirche hofft der Bolschewismus dem Deutschtum in Odessa einen tödlichen S ch l a g zu versetzen und eine der letzten Inseln europäischer Kultur zu vernichten. In Saratow ist, der gleichen Quelle zufolge, die deutsche Kirche in eine Filiale der Staatsbank umgewandelt worden. Der Kirchturm wurde ni e d e r g e r i s s e n. Auch bie große Kathedrale der Stadt ist wie das bekannte Denkmal Alexanders II. entfernt worden. Ohnmächtig müssen die deutschen Gläubigen dem grausamen Liquidierungswerk der jüdischen Sowjetmachthaber zusehen. Die noch nicht bolschewisierte Kulturwelt aber hat die heilige Pflicht, ihre Stimme gegen den bolschewistischen Vernichtungswahn zu erheben. merkbar, der auch noch einige Zeit anbauern wird, bis die Umstellung Erfolg verspricht und die Vermehrung der gelernten Kräfte sich auswirkt. Dabei ist es bemerkenswert, daß hauptsächlich auf dem Lande die Arbeitslosigkeit stark sank, aber der Reichsdurchschnitt in den Großstädten vor allem übergipfelt wird. Wenn auch die Arbeitslosigkeit in biefen selbst zurückging, so ist doch noch viel zu tun, um eine gesundere Beziehung zu schaffen. Ferner kommt hinzu, daß gelernte Arbeiter in erster Linie von der Jnvestitionsgüter-Jndustrie beschäftigt werden, während der Außenhandel immer noch nicht seine normale Höhe erreicht hat. Zudem werden unter den Arbeitslosen auch die älteren und beschränkt erwerbsfähigen Personen mitgezählt, die für die meisten der angebotenen Stellen nicht in Betracht kommen. Jedenfalls marschiert Deutschland in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weitaus an erster Stelle. Der Stahlverein wurde im Dezember 1933 zu einer Holding-Gesellschaft umgebildet und hat seit dieser Zeit immer mehr sich auf sein natürliches Gebiet, nämlich die Erzeugung von Eisen beschränkt; bas Aufgeben der Maschinenbau-Interessen war also gegeben und die jetzige Aktion lag in Vorbereitung. Jetzt f)at der Stahlverein, nachdem er feinen Aktienbesitz an der Demag, der Deutschen Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft Duisburg, schon im Jahre 1933 aufgab — die Demag ist eine Vereinigung einer großen Anzahl von Maschinenbauunternehmungen des rheinisch-westfälischen Industriegebietes — auch die ihm noch verbliebene Hälfte der Aktien abgestoßen, zumal es gelungen ist, die Rentabilität der Mgschinenbau- Jndustrie wieder herzustellen. Vor einigen Mongten gab der Stahlverein sein Aktienpaket von 70 Millionen Essener Steinkohle an die Gruppe Harpen-Flick. Der Stahlverein hat jetzt nur noch Züricher Böhler, Aktien einer Braunkohlengesellschaft, der Ofenbau-Union und einen Jmmobilien- besitz, der mit 3,5 Millionen Mark ausgewiesen wird. Auch diese Beteiligungen dürften bald liquidiert werden. Finanziell ist das Geschäft für den Stahloerein günstig, denn er erzielt einen Barbetrag von 19,18 Millionen Mark und erreicht dadurch eine Verstärkung seiner Umsatzmittel. Die Stellungnahme der Großeisenindustrie zur Verfeinerungsindustrie wird durch die Demag-Transaktion und die Verselbständigung des zweitgrößten Maschinenbau-Konzerns, der Schies-Defries- Gruppe nicht berührt. Die anderen Großkonzerne, z. V. Krupp, Hösch, Klöckner, Gutehoffnungs- Hütte, haben den Weiteroerarbeitern nicht solche Zusagen wie der Stahlverein gemacht, sondern haben sogar in den letzten Jahren Umschau nach neuen Erwerbsmöglichkeiten gehalten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Nach dem Durchzug einer langgestreckten Regenfront, die am gestrigen Donnerstag in ganz Deutschland von West nach Ost fortschreitende kräftige Niederschläge lieferte, konnte sich zunächst rasch wieder Besserung durchsetzen, lieber Frankreich vordringende feuchte subtropische Warmluft, die an der vorgelagerten kälteren Luft zum Aufgleiten kommt, brachte am Freitagmorgen vornehmlich dem Rhein- Main-Gebiet neue landregenartige Niederschläge. Die Großwetterlage bedingt auch die Zufuhr feuchter, vom Meere stammender Lustmassen, so daß zwar gelegentlich Schönwetter zum Durchbruch kommt, im ganzen genommen bleibt die Witterung jedoch sehr unzuverlässig. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig und meist wolkig, zeitweise auch Regen, Temperaturen wenig geändert, südliche bis westliche Winde. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der unbeständigen, aber nicht durchweg unfreundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 20. August: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 21. August: morgens 16,9 Grad. Maximum 20,7 Grad, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Slumjdfdn. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Öen Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VU.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gebleichte und ungebleichte Baumwollwaren führen wir in einer sehr groß. Auswahl Sie finden: Rohnessel, Rohköper, Rohkretonne, ungebl. Haustuche, Calmuc, Betttuchbiber, Bettuchhalbleinen, Bett- r/atin, Bettdamaste, gebl. 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In Frank, it Einbruchs- Gelegenheitsdieb' Kaujhäuiern aus- ltchs- uno Laden- ins aus Frank- d 14 Jahren er- Diese haben seit )5», Einsteige- und Zerschlagungen in 7 bie Wohnungr- > tjaben an ver- Türrahmen mit Falle haben fr \\xti W' »chGen R/i Apparat, typ und zahlrch agungen beging nterschlagene SÄ ater wurden dein 'wer Gießen uPPe Kraftstoss- 10 der lieber- leti, - für unedle M uspreise für un- *W 41,99 0,lj6 3,041 55,90 46,8 <2,52 = 519 16,375 19,5' ,732 5,654 62,92 48,95 11'8 64,9 8>. 31,4' 10,21 2,488 lerinnen au; 13 Jahren enwt- >se hatten in t)K- bstähle ausg!- likum Geldbor' ,[en. Sie drängten n das einkaujM ^Handtaschen Nach Aussuhrung von den Totem- fer den Arm un) »US. 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Die Ein- Links oben: Feierlichkeiten zum Links unten: In glücklicher Weise fügen sich die Gebäude in die Landschaft ein. einem gesunden Körper wohnen könne; dieser Spruch hat heute mehr denn je seine Gültigkeit! ... Wenn ich Sie am Sonntag, 30. August, auf dem Sportplatz der Universität treffe — Beginn 14.30 Uhr —, werde ich Ihnen noch einige Erläuterungen $ug des MG. - Bataillons in seine neue Kaserne zogen viele Zuschauer in ihren Bann. Hier sieht man den Auszug des Musikkorps für den Vorbeimarsch. Oben rechts: Die Kasernenbauten $u Büdingen zeichnen sich, wie allenthalben die neuen Bauten dieser Art, durch ihre klare und einfache Gliederung aus. Dornoiizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Waldwinter". - Lichtspielhaus (Bahnhofstraße: „3m Sonnenschein". Körperschule des BDM. mit der Musik von Oberbannführer der RIF. Georg Blumensaat. Jungmädel-Mannschaftskämpfe mit lebenden Hindernissen. Ballgymnastik. harten Arbeit, in der Glut ihrer Felder, hinter ihren Zäunen und niederen Mauern begraben sind, weil sie die Stimme der Welt wohl hören, lhr vielbewegtes Antlitz aber niemals sehen werden. — Du könntest dir vielleicht denken, daß du ein paar Tage, aber nicht, daß du Jahr um Jahr unter ihnen leben solltest. — Aber da fährt einer mit dem Zug, der dir auf- ällt, weil ihn plötzlich beim Anblick dieser kleinen Dörfer die Unruhe packt. Er steht auf und tritt ans Fenster und sieh^ über die eintönige Gegend hin, als habe er Jahr für Jahr nur diesem Blick gelebt. Sinnlos scheint es dir, daß er seinen un- örmigen Koffer aus dem Netz holt und ganz nahe zur Tür hinträgt, wo du doch weißt, daß der Zug vor der erstenViertelstunde nicht halten wird. Sinnloser noch erscheint es dir, daß er dich nach der Zeit fragt, wo er doch selbst eine Uhr am Arm trägt. Er zählt dir die Namen der kleinen Dörfer auf, ohne daß du ihn danach gefragt hast, und plötzlich faßt er dich am Arm und zeigt dir einen Kirchturm weit dort hinten. Du hättest dir denken können, daß alle, die dort um den Kirchturm wohnen, zu dir in den Zug gekommen wären, um die Eintönigkeit zu fliehen; aber schwer nur kannst du dir denken, daß einer neben dir im Zug steht, der danach fiebert, die Tür aufzureißen, um mit langen Schritten über die staubigen Wege und durch die heißen Felder zu stapfen, als gäbe es nichts Schöneres für ihn als diese Eintönigkeit und dieses kleine Dorf dort um den fernen Kirchturm. — Es liegen kleine Dörfer an der Strecke, die du fährst, und große Städte, und irgendeiner sitzt Immer im Zug, der es kaum erwarten kann, dort auszusteigen. Irgendeiner immer. Und einmal wird auch dein Kirchturm in Sicht kommen, und du wirst vor der Zeit noch deinem Koffer greifen, um ihn näher nach der Tür zu tragen. Dann wird es dir gleichgültig sein, ob einer hinter dir ans Fenster tritt und sich verwundert, warum du dich gerade Wochen gern einen Tag der Ausspannung gegönnt, aber die Arbeitsfülle und das schöne Sommerwetter ließen niemand zur Ruhe kommen. Wie zuvor angekündigt, trafen am Morgen Erntehelfer aus Gießen und Wiefeck ein. Es war eine größere Anzahl HI. und BDM., die sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung stellte. Die Gäste wurden herzlich empfangen. Während die HI. beim Einfahren half, waren die Mädels mit Flachsgeben! ... Heil Hitler! 5. Grenzballspiel der Gießener Mädelgruppen. 6. Bodenturnen der Jungmädel. 7. Volkstanz von 250 Mädeln. 8. Einholen der Fahne. Die Führerin des Oberbannes 13 Hessen-Nassau, Else Riese, wird sprechen. Es spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116. Die bereits verkauften Programme ßum 5. Juli haben selbstverständlich ihre Gültigkeit. Die damals ergangenen Einladungen übertragen sich ohne weiteres auf den 23. August. Tagung der Deutschen physiologischen Gesellschaft in Gießen u. Bad-Nauheim. Vom 30. August bis 2. September wird die Deutsche Physiologische Gesellschaft ihre 14. Tagung in Gießen und Bad-Nauheim abhalten. Am Sonntag, 30. August, wird im Physiologi- schen Institut in Gießen gegen Abend eine Vorstandssitzung die Tagung einleiten, von 20 Uhr ab werden sich die Tagungsteilnehmer zwanglos im Studentenhaus treffen. Die Eröffnungssitzung der Tagung wird am Montag, 31. August, 8.15 Uhr im Großen Hörsaal des Physiologischen und Physiologisch-Chemischen Instituts in Gießen stattfinden. Im Anschluß an die Einleitungsansprache von Prof. Dr. R e i n, Göttingen und an die Begrüßungsansprache von Prof. Dr. B ü r k e r, Gießen, wird sofort mit den Fachvorträgen begonnen. Die Tagesordnung weist für sämtliche Beratungstage eine große Fülle von Fachvorträgen auf. Daneben ist auch eine Führung im Liebig-Museum durch Geheimrat Professor Dr. Sommer vorgesehen, ferner wird am Dienstag, 1. September, bie Geschäftssitzung und Mitgliederversammlung abgehalten werden. Am Mittwoch, 2. September, wird eine gemeinsame Tagung mit der Deutschen Pharmakologischen Gesellschaft in Bad-Nauheim im Kerckhosf-Jnstitut durchgeführt. rupfen beschäftigt. Trotz der enormen Hitze verrichteten sie eifrig die ungewohnte Arbeit. Bei frohem Geplauder und munteren Scherzen vergingen die Stunden wie im Fluge. Gerne opferten die jungen Menschenkinder ihren Sonntag, um den Landleuten zu beweisen, daß sie Anteil nehmen an dem schweren Beruf des Bauern und Verständnis besitzen für seine Sorgen. Diese selbstlose Tat hat zur Vertiefung der Volksgemeinschaft beigetragen. Rechts unten: Das MG -Bataillon zur Feier angetreten. Im Vordergrund der Bataillons- Kommandeur, Oberstleutnant T h e u r i ch , bei feiner Ansprache. und Rücksendung aller Ballone bzw. Drachen sicherzustellen. Beim Auffinden von Ballons und Drachen mit Registrierinstrumenten wird die Erstattung der Unkosten und die Belohnung für richtige Behandlung etwa vorhandener Instrumente auch weiterhin gewährt. Auch aufgefundene Kinderballone sind abzugeben! LPD. In Abänderung der bisher für Preußen geltenden Bestimmungen ist angeordnet worden, daß künftighin alle Ballone und Drachen mit Re- gistrierinstruinenten oder Anhängekarten (also auch Kinderluftballons mit Anhängekarten), die an Reichsgebiet gefunden werden, an die Ortspolizeibehörde abzuliefern sind. Diese Anordnung ist ge- Vorbildliche Erntehilfe 00 Harbach, 20. Aug. Wie in vielen Orten der Umgebung, so war man auch hier am vorigen Sonntag mit Einfahren beschäftigt. Unaufhörlich rollten hochbeladene Erntewagen in das Dorf. Erst beim Einbruch der Dämmerung stellten unsere fleißigen Bauersleute die Arbeit ein. Zwar hätten sie Es liegen kleine Dörfer ... Es liegen kleine Dörfer an der Strecke, die du fährst, und du bist stolz und denkst an deme Stadt. I durch die Hunderte von Autos fahren, die Museen hat und Theater, breite Straßen, hohe Raufer unö - eindrucksvolle Fassaden, in der man durch Garten gehen und vor Läden verweilen kann, m Der ote Lichtspielhäuser das Neueste bringen aus aller 21 eit, wo du die Auswahl hast am Abend, wenn du ein Vergnügen suchst, wo der Sonntag angefullt ist mit Leben und Menschen und festlichen Darbie- tnnqen — und du hast ein wenig Mitleid mit den Menschen, die in diesen kleinen Dörfern wohnen, weil rings um sie her nur Weite ist und heißes ^--ld und Staub auf den Wegen, weil sie nach 'Feierabend nichts anderes unternehmen können, denn vor dem Haus zu stehen und mit dem Nachbar zu schwatzen, weil ihre Zeitung ihnen von lockenden Dingen aus deiner Stadt und anderen größeren Plätzen berichtet, von Dingen, die sie hier nicht haben und niemals haben werden, weil sie in ihrer Links' Hitler-Jugend hllst beim Getreideaufladen. Keine leichte Arbeit! Aber mit gutem Willen wird es geschafft! — Rechts: Einfacher und weniaer anstrengend ist das Flachsrupfen. Die Jugend macht sich hier sehr nützlich. Auch am kommenden Sonntag werden Hitler-Jugend und BDM. ä ö auf Anruf der Ortsbauernführer wieder zur Verfügung stehen, e- (Ausnahmem Archiv HL) Heil Hitler! Hier spricht der Hitlerjunge! ... Wie bitte, Sie wünschen Karten für die „Gießener Olympiade" am 30. August auf dem Sportplatz der Universität? ... Aber ich bitte Sie, das Sportfest des Bannes 116 können Sie doch nicht mit einer Olympiade vergleichen! ... Warum? wollen Sie wissen? ... Aber hören Sie einmal, die Sache liegt doch ganz einfach! Auf der Olympiade, wie sie gerade jetzt in Berlin so glänzend durchgeführt wurde, wird einem Weltrekord nach dem anderen das Lebenslicht ausgeblasen! Die Arbeit der Hitlerjugend kann aber doch nicht in Spitzenleistungen gesehen werden! ... Haben Sie verstanden? ... Sehen Sie, unsere Arbeit geht darauf hinaus, eine Generation gesunder und leistungsfähiger Menschen 3u erziehen, die einmal völlig geeignet sein wird, der Träger unseres Staates zu werden. Dazu bedürfen wir aber einen gefunden Durchschnitt, nicht einige Rekordhelden allein! Nicht, daß ich deshalb etwas gegen den olympischen Gedanken sagen wollte. Nein, nur die Gebiete liegen eben auf ganz verschiedenen Ebenen! ... Ja, leuchtet Ihnen das ein? ... Sehen Sie, da haben wir uns ja verstanden! Deshalb muß auch das Bannsportfest ein ganz anderes Gesicht tragen! ... Sozusagen, die Herb st- parabe der Hitlerjugend! ... Unser Programm scheinen Sie ja schon zu kennen! Unser Sportfest steht also vollkommen im Zeichen des Mannschaftskampfes, im Zeichen des Einsatzes einer Vielheit von Menschen! ... Ja, natürlich führen wir auch Einzelwettkämpfe durch, um dadurch die Möglichkeit zu haben, talentierte junge Kräfte zu erkennen! ... Ich freue mich riesig, daß Sie sich von der Wichtigkeit unserer Erziehungsarbeit überzeugen ließen, denn, sehen Sie, schon in der Antike war der Spruch bekannt, daß ein gesunder Geist nur in Menschen in Gedränge. Seltsam, daß noch niemand eine „Philosophie i Les Gedränges" geschrieben hat. Welche Lebens- i «veisheiten lassen sich doch im Gedränge gewinnen! ■ Nirgends so wie in einem handfesten Gedränge ; »erkennt man seinen lieben Nächsten. Man kann i zgetrost den bekannten Satz abwandeln und sagen: „Zeige mir, wie du dich im Gedränge benimmst, mnö ich will dir sagen, wer du bist!" Grundlegend für jedes Gedränge ist dieses: es । Drängt immer nur der andere! Wer kennt nicht I jenen empörten Mitbürger, der mitten im Ge- । Dränge fortwährend nach hinten ruft: „Drängen -Sie doch nicht sol", der sich aber währenddessen , mit Hilfe seiner trainierten Ellenbogen immer weiter nach vorne rudert? Und wer kennt nicht jenen amtieren Mitbürger, der sich — zum Beispiel vor Dem Postschalter — harmlos und gleichsam nichts- «hnend an den Rand der „Schlange^ stellt und Leim jedesmaligen, schrittweisen Vorwärtsrücken Ler Schlange sich vor ein altes Mütterchen schiebt, Die natürlich nichts zu sagen wagt, der aber bann, rroenn ein anderer sich ebenso unberechtigterweise tüor i h n stellen will, donnernd losbricht: „Herr, 'schließen Sie sich gefälligst hinten an! Sie wissen avohl nicht, was sich gehört!?" Ja, man kann im Gedränge seine Studien machen! Mitunter aber erlebt man etwas, was man noch nie erlebt hat. Zum Beispiel jüngst, als jich am vorletzten Abend der Olympischen Spiele in Berlin bas Gebränge vor bem Brandenburger Sor so verdichtete, daß es kein Vorwärts und kein Rückwärts mehr gab. Plötzlich sah ich, wie ein Mann auf einen Radfahrer einschlug, der wohl allzu dicht am Bürgersteig vorübergefahren war. Ob nun der Radfahrer Len Bürgersteigler schuldhafter- oder unschuldhafter- iweise gestreift hatte, weiß ich nicht. Ich sah nur, iroie der Radfahrer mit feinem Rad auf das Pflaster Es dauerte nur Sekunden, bis die einen für, bie oanbern gegen den Radfahrer Partei nahmen. Und jso war alsbald trotz des Gedränges ein heftiger ;(Streit im Gange. Es bildete sich der berühmte »Kreis um die Streitenden, und schon erschien auch Ldie Polizei. Für einen kurzen Augenblick ließ man vonem- oanbcr ab, um dem mit einem Notizbuch bewaff- metcn Hüter der Ordnung den Vorfall zu erklären. Während die einen aufgeregt den Radfahrer behafteten, bemühten sich die andern, ihn zu entlasten. »Alles redete durcheinander, bis der Wachtmeister, über gtis dem Hin und Her der Worte und Zurufe wicht klug wurde, energisch zu wissen begehrte, von iwelchem Radfahrer denn eigentlich die Rede Jei? KFr, der Wachtmeister, sähe ja überhaupt keinen Radfahrer. . . Der Wachtmeister hatte Recht! Denn, rote ich tn- zzwischeu mit diebischer Freude beobachtet hatte, lhatte sich der Radfahrer längst wieder auf fein !Rad geschwungen und war nach Hause gefahren. ?Auch der Gegner des Radlers mar feines Weges [gegangen. , .... Ich muß gestehen, es war ein herrlicher Anblick, ibie Gesichter der Streitenden zu sehen, als sie merk- Iten, daß sie sich für zwei Menschen ins Zeug ge- i Hegt hatten, die sich längst still und leise fortgemacht Ihatten. Und ich muß gestehen, daß mir diese beiben 'Menschen als wahre Philosophen des Gedränges I «erschienen, indem sie das Klügste taten, roas fte itun konnten: sich nämlich im Gedränge Des OJe- I ibränges aus dem Staub zu machen, um nicht noch imehr ins Gedränge zu kommen! BNM.-Gporttag in Gießen am 23. Angnst. Beginn: 3 Uhr auf dem Universitätssportplatz. 1. Fahnenhissen. Aufruf zur Ausstellung „Unsere Zähne". NSG. Das Gauamt für Volksgesundheit Hessen- Nassau der NSDAP, erläßt zur Ausstellung „Unsere Zähne", die gegenwärtig in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. gezeigt wird, folgenden Aufruf Volksgenossen und Volksgenossinnen des Gaues Hessen - Nassau! Vom 20. August bis 9. September findet durch den Reichsverb'and Deutscher Dentisten im Bachsaal auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. eine zahnhygienische Ausstellung „Unsere Zähne" statt. Ungeheuere Summen deutschen Volksvermögens gehen alljährlich durch leichsinnige und gedankenlose Vernachlässigung des Körpers und seiner Organe verloren. Deshalb ist Aufklärung dringend von Nöten. Gerade das nationalsozialistische Deutschland ist bestrebt, in klarer Erkenntnis Des hohen Wertes der Volksgesundheit, auf allen Gebieten für die notwendige Aufklärung zu sorgen, um dadurch die Arbeitsund Schaffenskraft des gesamten Volkes zu heben. Niemand versäume daher die zahnhygienische Ausstellung „Unsere Zähne" zu besuchen. Eintritt wird nicht erhoben. Gauamtsleiter für Volksgesundheit, Gau Hessen-Nassau. I. V.: Dr. Märchen. Gerichte haben den Parteigerichten Rechtshilfe zu leisten. Zur Klärung von Zweifelsfragen über die Rechtshilfe der Gerichte bei parteigerichtlichen Verfahren hat der Reichsjustizminister eine Verfügung erlassen. Von dem Grundsatz ausgehend, daß der Gesetzgeber den Parteigerichten bei der Wahrheits- forschüng die staatliche Unterstützung in möglichst weitem Umfange zur Verfügung stellen solle, hat der Minister die Auffassung als unrichtig bezeichnet, daß eine Pflicht zur Leistung von Rechtshilfe noch nicht bestehe, weil die im § 8 des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat dem Führer vorbehaltene Bestimmung über das Inkrafttreten der Vorschriften über die Parteigerichtsbarkeit noch nicht ergangen sei. Der Minister stellt fest, daß nach § 8 des Gesetzes der Reichskanzler als „Führer der NSDAP." die erforderlichen Vorschriften erlasse, daß sie also der Sphäre des Parteirechts zugehörten. In diesen Sphären werde der Führer allgemein durch den „Stellvertreter des Führers" vertreten. Man könne daher in der Tatsache, daß der Stellvertreter des Führers die vom Obersten Parteirichter erlassenen „Richtlinien für die Parteigerichte" genehmigt habe, eine Inkraftsetzung der Vorschriften über die Parteigerichtsbarkeit erblicken. Daraus ergebe sich, daß Die Gerichte nach § 6 des genannten Gesetzes zur Leistung von Rechtshilfe an die Parteigerichte verpflichtet seien. Regelmüßige Kontrolle der amtlichen Verkehrszeichen. Der Reichsverkehrsminister hat eine regelmäßige Prvfvng der amtlichen Verkehrszeichen angeordnet. Mit der Zunahme des Kraftverkehrs wächst die Bedeutung der amtlichen Verkehrszeichen, und ihrer Ausstellung und Unterhaltung gebührt daher erhöhte Aufmerksamkeit. Ziele der regelmäßigen Signalschau sind u. a? auch Feststellungen über die Notwendigkeit eines Verkehrszeichens, die Beseitigung überflüssiger, oder die Aufstellung neuer Zeichen. Der Minister erklärt, daß davon auszugehen sei, daß Wahrnungszeichen durch ihre Häufung an Wirksamkeit verlieren. Der neuzeitliche Kraftverkehr könne nicht mehr mit den Maßstäben des Jahres 1910, als der ersten reichsrechtlichen Regelung, gemessen werden. Bei Gebots- und Verbotszeichen soll sich die Prüfung auch auf die Beseitigung veralteter Geschwindigkeitsbeschränkungen erstrecken. Die Durchführung der Signalschau, die in einem Zeitraum von etwa zwei Jahren regelmäßig wiederholt werden soll, obliegt den Verkehrspolizeibehörden. Die Straßenunterhaltungspflichtigen und Vertreter der Verkehrsteilnehmer, für Kraftfahrer das NSKK. und der DDAC., sind an der Signalschau zu beteiligen, an Eisenbahnübergängen auch die zuständigen Reichsbahnbetriebämter. Die Erbschaft. Von Hans Terkelsen. Der Rechtsanwalt sah mit freundlichem Lächeln auf das schmale Männchen, das da vor ihm saß und sich vergeblich bemühte, seine Aufregung zu verbergen. „Ja, Herr Lyngvad, so liegen also die Dinge. Die Gelder sind alle in guten Papieren angelegt und können Ihnen bald überwiesen werden." „Und — und es ist also ganz sicher, daß ich der Erbe bin?" „Vollkommen! Sie sind des verstorbenen Althändlers Lyngvad einziger Verwandter." „Ich habe meinen Onkel seit Jahren nicht mehr gesprochen — er war ja ein Sonderling." „Ja, der Verstorbene lebte sehr zurückgezogen, und sein Gallenleiden machte ihn auch nicht umgänglicher", meinte, der Rechtsanwalt. „Also — da Sie damit einverstanden sind, nehmen wir das Angebot auf das Warenlager Ihres verstorbenen Onkels an; es scheint mir durchaus günstig und Sie selbst reflektieren ja, wie Sie mir sagten, auf keines der alten Stücke." Kurz daraus stand Buchhalter Lyngvad wieder auf der Straße und versuchte sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß er Erbe eines Vermögens von ungefähr einhunderttausend Kronen sei! Plötzlich durchfuhr ihn ein Gedanke: Jetzt wird Schluß gemacht mit dem bisherigen Sklavenleben! Hochaufgerichtet betrat Lyngvao das Büro. Das war nicht mehr das kleine schüchterne Männlein, das vor wenigen Stunden den Seniorchef Herrn Himmelev bescheiden und furchtsam um eine Stunde Urlaub in einer dringenden Angelegenheit gebeten hatte. „Der Direktor hat vorhin einige Akten für Sie hingelegt, er sagte, sie wären eilig", berichtete ihm die zweite Buchhalterin, die ihren Platz ihm gegenüber an dem großen Doppelpult hatte. „Möglich, aber ich habe augenblicklich etwas Besseres vor", erwiderte Lyngvad. Die Kollegin stierte ihn mit runden, verwunderten Augen an; auch das übrige Büropersonal, soweit es seine Worte gehört hatte, betrachtete den kleinen Buchhalter wie aus den Wolken gefallen. „Ich werde jetzt zunächst mal mit dem alten Seniorchef ein Wörtchen reden!" fügte Lyngvad hinzu und genoß die Sensation, die feine Kühnheit erweckte. ’ Mit festen Schritten näherte er sich der Tur zum Privatbüro des Gewaltigen, während die Kollegen Starke Steigerung der Zahl der Berichten im Straßenverkehr 4-273 □ULI AU6 □UNI 37 <73 452. 49-9 4M 139 -431 ■134 3303 11 AUS 18 AUS 17 JULI 28 JULI 30 JUNI 749 743 4S- 4/34 W9 4450r 21 JULI 451 23 JUNI SW 9011 Diese Darstellung veranschaulicht auf Grund der allwöchentlich vom Reichsverkehrsminifterium veröffentlichten Unfallstatistik des ganzen Reiches die Zu- oder Abnahme der Opfer des Straßenverkehrs. Die ausgezogene Kurve zeigt die Todesziffer mit dem Tage ihrer Bekanntgabe, wahrend die unterbrochene Kurve die Zahl der Unfallverletzten angibt. Man ersieht daraus, daß die Zahl der Toten in der letzten ÄZoche zwar etwas abgenommen hat, die Zahl der Verletzten dagegen eine beträchtliche Steigerung erfuhr. — (Zeichnung von Zglimcki. Scherl-M.) 5L Einziehung von Funkgeräten der Schwarzhörer. In einer allgemeinen Verfügung betont der Reichsjustizminister die Bestrebungen der Reichsregierung, den Rundfunk weitesten Volkskreisen zu- gäng zu machen, die durch die Einräumung von Abzahlungsmöglichkeiten an minderbemittelte Käufer von Funkgeräten durch die Händler unterstützt werden. Nun entstehen aber Schwierigkeiten für das Abzahlungsgeschäft durch die Entziehung des Funkgeräts der Schwarzhörer. Deshalb hat der Minister angeordnet, daß auf Einziehung des Funkgeräts nur dann erkannt werden muß, wenn das Gerät dem Beschuldigten gehört. Gehört es aber einem Unbeteiligten, insbesondere einem Händler, der das Gerät dem Beschuldigten auf Teilzahlungen unter Eigentumsvorbehalt verkauft hat, so erklärt der Reichsjustizminister es in der Regel für gerechtfertigt, von der Einziehung wegen vorsätzlichen Schwarzhörens abzusehen, sofern der Händler den Beschuldigten bei Ueberlassung des Geräts auf die für den Betrieb einer Empfangsanlage maßgebenden Bestimmungen ausdrücklich hingewiesen und ihm deren Einhaltung zur Pflicht gemacht hat; dagegen soll man dem Verkäufer grundsätzlich nicht zumuten, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen durch den Käufer lausend zu überwachen. * ** Brücken-Erneuerung am Bahnhof Gießen. Seit gestern sind an der Eisenbahnbrücke, die vom Bahnhofsplatz aus nach der Friedrichstraße das Gelände der Oberhessischen Bahn überquert, Erneuerungsarbeiten am Brückenbelag im Gange. Es handelt sich darum, an der Eisenkonstruktion unter dem Gehsteig neues Material einzufügen und zugleich den schadhaften alten Asphdltbelag durch einen neuen zu ersetzen. Während der Bauzeit kann sich der Personenverkehr über die Brücke an der jeweiligen Baustelle nur behelfsmäßig abwickeln, dagegen kann die Brücke auch mit kleinen Fahrzeugen, wie Handwagen, Fahrrad usw., in dieser Zeit nicht befahren werden. Oberheffen. Arbeitsgemeinschast Volksschule Gießen-Land. Nach längerer Pause nahm die Arbeitsgemeinschast Volksschule Gießen-Land ihre Arbeit wieder auf und behandelte das Thema „Die Geschichte des deutschen Bauern." Dr. R e i d t eröffnete die Versammlung und gab den Arbeitsplan für die folgende Zeit bekannt. Dann berichtete Pg. H e r b st über die Geschichte des deutschen Bauern aus der indogermanischen Zeit bis in die Gegenwart. Es wurde dabei vor allen Dingen herausgestellt, daß der germanische Bauer nicht Nomade war, wie früher fälschlich gelehrt wurde, sondern ein seßhafter Ackerbauer, der schon Weizen, Gerste und Hafer lang vor der Römerzeit anbaute. Der Roggen kam erst später. Als Waldbauer hatte der Germane schon früh den Holzpflug, den er selber im Lauf der Zeit vervollkommnete. Dann zeichnete der Redner das wechselvolle Schicksal des deutschen Bauerntums im Mittelalter und in der Neuzeit auf und beleuchtete besonders den Niedergang vor 1933. Zum Schluß feiner interessanten und lehrreichen Ausführungen schilderte der Vortragende den Wiederaufstieg des Bauernstandes unter Adolf Hitler. An den Vorttag schlossen sich eine lebhafte Aussprache und ergänzende Darlegungen des Arbeitsleiters an. lieber das Wesen und die Bedeutung des Bauerntums werden in den nächsten Tagungen noch weitere Vorträge folgen. Dr. Reidt schloß dann die Versammlung in der üblichen Weise. Canöfrris (Sieben. = Steinbach, 21. Aua. In der vergangenen Woche waren zwei Dreschmaschinen oberhalb des Dorfes in Tätigkeit. Dort dreschen die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Seit dieser Woche geht das Dreschen im Dorfe vor sich, die Maschine wird in die einzelnen Höfe gebracht. Die wenigen Tage mit günstigem Wetter haben Gelegenheit gegeben, daß ein großer Teil der Ernte nach den Scheuern verbracht werden konnte. Seit Beginn der Woche hat auch die Grummeternte schon begonnen. Durch das feuchte Wetter ist der Graswuchs gut geraten und eine gute Grummeternte in Aussicht. t Albach, 20. Aug. Am nächsten Sonntag findet hier das Kirchweihfest statt. Die heutige Kirche wurde am 23. Oktober 1774 eingeweiht. Die alte Kirche, die an derselben Stelle stand wie die heutige, hatte schon im Dreißigjährigen Kriege schwer gelitten. Die Mauer um den Kirchfriedhof war zerstört und eingefallen. Türen und Fenster fehlten, das Gestühl war von den Truppen verbrannt. 1650 meldet die Kirchenkostenrechnung: „Dem Schreiner Johs.Cremern zu Lich 6 fl. geben, daß er die Kir- chenstühl, so die Krieger verbrennt, von neuem gemacht." Schon während des Krieges wurde die Kirchhofsmauer wieder aufgebaut und die Fenster erneuert. Die Reparaturen gehen durch mehr als 100 Jahre weiter, zumal Blitzschlag (1679) und Hagelwetter (1770) großen Schaden anrichteten. 1770 meldet die Rechnung in Ausgabe „vor ein neu Kirchenfenster, welches die Kissel völlig entzwei gelchlagen." 1772 sollte das Mauerwerk an der Kirche ausgebessert werden, da stellte sich heraus, daß es so schadhaft war, daß die Gemeinde sich zum neuen Kirchbau entschließen mußte. Den Plan zur neuen Kirche entwarf Baumeister R o ck st r o h von Lich. Kaspar Schäfer jun. und Kaspar Kr äm e r wurden von Pfarrer Brück zu Rödgen — damals gehörte Al- bach zur Pfarrei Rödgen — als örtliche Bauaus- ihn mit einer Miene betrachteten, als ob er im Begriff stünde, sich in einen Tigerkäfig zu stürzen. Lyngvad klopfte unerschrocken an und trat ein. „Was ist denn los?" knurrte der Seniorchef, „Sie wissen doch, daß ich um diese Zeit nicht gestört werden will. Gehen Sie gefälligst mit Ihrem Anliegen zu Herrn Ohlsen, ich will jetzt meine Ruhe haben!" Lyngvad fühlte doch ein wenig Herzklopfen, aber da dachte er an die Erbschaft, und sein Mut kehrte wieder. „Ich wünsche aber gerade mit Ihnen zu sprechen, Herr Direktor Himmelev!" sagte er mit fester Stimme. Ein General, dessen erprobte Truppe plötzlich Meuterei treibt, konnte nicht verblüffter sein als der Direktor. Er warf einen forschenden Blick auf seinen Buchhalter, um festzustellen, ob der Mann nüchtern wäre. Er hatte allerdings nie bemerkt, daß Lyngvad Neigung zum Alkohol besaß, doch wie sollte er sich dessen Benehmen sonst erklären? Aber anscheinend war er vollkommen nüchtern. „Es handelt sich um eine private Angelegenheit", fuhr der kleine Buchhalter fort. „Vor einigen Monaten behaupteten Sie, Herr Direktor, ich wäre ein Dussel, und es sind kaum vierzehn Tage her, da erlaubten Sie sich zu bemerken, ich hätte von der doppelten Buchhaltung ebensowenig Ahnung wie ein Esel vom Lautenspiel, und erst gestern verhöhnten Sie mich, daß ich so leise spräche, als ob ich wattierte Zähne hätte. Das sind nur ein paar Stichproben von all den Beleidigungen, die Sie mir im Laufe der Jahre zuzufügen geruhten, Herr Direktor!" „Wenn Ihnen der Ton nicht paßt", fauchte Himmelev, „so steht es Ihnen ja frei, sich nach einer anderen Stellung umzusehen, ich glaube, die Firma wird Sie gut entbehren können, mejn Lieber!" Lyngvad lächelte sarkastisch. Wie oft hatte er nicht in den verflossenen vierzehn Jahren diese Worte gehört? Bei der geringsten Unstimmigkeit, dem schwächsten Schatten eines Widerspruchs, gab der Tyrann zu verstehen, daß man seine Sachen packen und gehen konnte, es wäre keiner, der ihn halten würde. Natürlich wußte er, daß man eine Frau besah und nicht mehr jung war und darum eine sichere Stellung nicht aufgeben konnte! „Ganz meiner Meinung", erklärte Lyngvad, „ich will mir Ihren Ton nicht länger gefallen lassen. Ich kündige Ihnen hiermit meine Stellung zum nächsten zulässigen Termin!" Und mit einer kurzen Verbeugung verließ der kleine Buchhalter in ruhiger, selbstbewußter Haltung das Privatbüro seines Chefs. Dieser starrte ihm aufs äußerste verblüfft nach. Dann erhob er sich und ging raschen Schrittes zu seinem Kompagnon Ohlsen in das neben dem seinen gelegene Zimmer. „Lyngvad ist übergeschnappt, er hat mir eben gekündigt, weil ihm mein Ton nicht paßt!" „Da haben wir den Salat!" schnaubte Ohlsen böse hinter seinem Schreibtisch, „wie oft habe ich dir gesagt, daß deine Art, mit den Angestellten um= zugehen, durchaus verkehrt ist. Und vor einem halben Jahre habe ich schon vorgeschlagen, Lyngvad eine Zulage zu geben; er ist tüchtig und zuverlässig und kennt das Geschäft durch und durch — aber du wolltest ja nie." „Wenn der Mann bisher zufrieden war", unterbrach ihn Himmelev. „Na, es hat sich ja jetzt gezeigt, daß er nicht zufrieden ist, weder mit deinen Umgangsformen, noch mit seinem Gehalt! Ich vermute sogar, daß ihm eine bessere Stellung bei der Konkurrenz an- geboten worden ist." „Ach, so was wird er doch nicht tun —" stammelte Himmelev, „nach der langen Zeit, die er hier bei uns gewesen ist... allerdings, das heißt, er wäre wohl niemals so aufgetreten, hätte er nicht einen Rückhalt. Der Mann war ja wie ausgetauscht — meinst du wirklich, er wird zur Konkurrenz gehen?" „Und ob ich das meine", sagte Ohlsen. „So einen tüchtigen und pflichttreuen Mann werden wir so bald nicht wiederfinden!" „Hör' mal, Ohlsen, könntest du nicht ein paar Worte mit ihm reden", sagte Himmelev kleinlaut. „Ich selbst werde ja leider leicht ein bißchen zu heftig — versuche doch herauszubekommen, wieviel Gehalt ihm die anderen geboten haben, dann bieten wir ihm ebensoviel, wenn er bleiben will." Kurz daraus wurde der kleine Buchhalter zu Direktor Ohlsen gerufen. „Bitte, nehmen Sie Platz!" sagte Ohlsen zuvorkommend. „Ja — also — ich habe gehört, Sie fühlten sich durch meinen Kompagnon beleidigt. Ich gebe gern zu, daß Direktor Himmelev etwas cholerisch ist und leicht rauh und bärbeißig wirkt; aber im Grunde — und das wissen Sie ja selbst, Herr Lyngvad — ist er ein ausgezeichneter Mensch —" Lyngvad schwieg. „Wir haben uns doch immer ausgezeichnet verstanden, nicht, Herr Lyngvad", fuhr Ohlsen fort, „ich habe Sie stets außerordentlich geschätzt, und deshalb ist es mir auch sehr schmerzlich zu hören. seher ernannt. Die Kosten des Kirchbaues betrugen 10 016 fl., 15 Albus, 7 Heller. Die Gemeinde brachte die Kosten größtenteils durch Abholzen des Waldes „Roter Erdenkopf" auf. Die Gemeinden des Bu- feder Tales stifteten zum Bauholz der Kirche je einen Eichbaum. Besonders erwähnt wurde der Baum der Gemeinde Beuern, der so schwer ge- wesen sei, daß 5 Paar Ochsen ziehen mußten, und der Licher Standesherr auf Bitten der Albacher seinen Baumwagen zum Herbeiholen auslieh, ferner stiftete das Kloster Arnsburg aus seinem Walde bei Alb ach — dem Mönchswatd — Holz zum Kirch, bau. Die Orgel aus der alten Kirche — sie war 1741 von Orgelbauer Wagner (Allendorf an der Lumda) erbaut — wurde in der neuen Kirche wieder aufgestellt und diente bis 1862. I. G. F ö r ster (Lich) baute 1862/63 die jetzige Orgel. Die Bilder, die heute noch an der Empore hängen, wurden in Frankfurt a. M. gekauft, es sind Darstellungen aus der Biblischen Geschichte. Am 23. Oktober 1774 (21. n. Tr.) wurde die Kirche eingeweiht, Pfarrer Brück hielt die Predigt über Matth. 17, 4. Unsere Kirche soll im nächsten Jahre gründlich renoviert werden, um sie auch für die kommenden Geschlechter zu erhalten. § Harbach, 19. Aug. Seit Ende voriger Woche brummt auch in unserem Dorfe die Dreschmaschine. Wie alljährlich, stand sie zunächst einige Tage in der „Baumschule", damit die Kleinbauern, die aus räumlichen Gründen die Maschine nicht in ihrer Hofreite gebrauchen können, ihre Frucht dreschen konnten. Gestern fuhr sie ins Dorf, um bei den größeren Bauern den Bord rusch zu erledigen. Vorläufig werden nur Korn und Gerste gedroschen. Weizen und Hafer folgen später, sobald Raum in den Scheunen geschaffen ist. Die Weizenernte ist beendet. Die Haferäcker sind zum größten Teile noch abzuernten. Mit dem D r u scher g e b n i s ist man bis jetzt allgemein zufrie- den. Da es bei uns sehr viel Lagerfrucht gab, läßt der Körnerertrag mitunter zu wünschen übrig. Besonders diejenigen Landwirte, die im Frühjahr viel künstliche Düngemittel streuten, haben einen beträchtlichen Ausfall zu verzeichnen und überdies noch angekeimte Frucht dazu, die manchmal 2 v. H. des Gesamtertrags ausmacht. Sttoh gibt es wie -———————————-- Heute beginnen wir in den Gießener FamilienbMern mit dem Abdruck eines neuen Romans. Von dem W mischen Dichter Felix Timmermans, der in diesem Sommer 50 Mre alt wurde und der nicht erst seit seinem Besuch in Gießen gute Freunde und Verehrer bei uns hat, bringen wir die wohl am wenigsten bekannt gewordene, aber vielleicht dichterischste unter allen seinen Erzählungen, „Die Delphine": eine Geschichte „aus der guten, alten Zeit", deren Handlung heiter und schmerzlich, zart und leidenschastlich zugleich, ein Reigen anmutiger, kurioser und liebenswerter Gestalten durchzieht. daß Sie uns verlassen wollen. Sie haben wohl ein Angebot von anderer Seite bekommen?" „Das kann man vielleicht so nennen", antwortete Lyngvad geheimnisvoll. „Ich will Sie nicht weiter aussraaen", fuhr Ohlsen fort; „aber wir würden Sie gern der Firma erhalten. Wenn wir Ihnen eine angemessene Gehaltsaufbesserung anböten? —" Lyngvad runzelte die Stirn und machte ein abweisendes Gesicht. Mindestens einmal jährlich hatte er Direktor Himmelev um Zulage gebeten und war jedesmal abgewiesen worden — jetzt, wo er nicht mehr daraus angewiesen war, sollte die Gehalts- zutage plötzlich da sein! „Es handelt sich natürlich um Hermansen & Mell?" warf Ohlsen leicht hin. Da ging dem kleinen Buchhalter ein Licht auf. Diese Firma war Himmelev & Ohlsens gefährlichste Konkurrentin! Man nahm also an, daß er von dort ein Angebot in der Tasche hatte. Warum sie nicht in dem Glauben lassen?! „Bei dem augenblicklichen Stand der Verhandlungen kann ich mich leider noch nicht darüber äußern", sagte er kühl. „Natürlich", pflichtete Ohlsen verärgert bei, „aber wenn Sie noch keine bindende Zusage gemacht haben, Herr Lyngvad, könnten wir Ihnen wohl mit einer Gehaltsaufbesserung von fünfzig Prozent entgegenkommen." „Ich hätte schon längst Zulage bekommen müssen", sagte der kleine Buchhalter streng. „Ich muß Ihnen leider darin recht geben", antwortete Ohlsen. „Also — um es kurz zu machen — sagen wir fünfundsiebzig Prozent und gegenseitige Kündigungsfrist von einem Jahr!" Der kleine Buchhalter wollte etwas entgegnen; doch Direktor Ohlsen klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter: „Sie brauchen mir nicht sofort zu antworten, überlegen Sie sich das alles noch einmal gründlich bis morgen früh."-- Als sich Lyngvad am nächsten Morgen im Büro einfand, erblickte er ein großes, gelbes Kouoert auf feinem Pult. Es war der Entwurf zu einem neuen Kontrakt zwischen der Firma und ihm. Aber als er ihn gerade weglegen wollte, kam die zweite Buchhalterin angestürzt: „Ein Rechtsanwalt Buhl hat angerufen", sagte sie, „er bittet Sie, augenblicklich zu kommen, es sei etwas sehr Wichtiges!" Lyngvad machte sich sofort zum Gehen fertig „Sagen Sie den Chefs, ich hätte eins Kmlferens überall reichlich. Die Folge davon ist, daß mittlere Bauern, die sonst ihre Frucht auf einmal dreschen konnten, in diesem Jahre auch einen Vordrusch rinlegen müssen. Wenn das Wetter hält und die übrige Ernte noch glücklich eingebracht werden kann, ist trotz der vielen Lagerfrucht mit einem durchaus befriedigenden Gesamtergebnis zu rechnen. ch Lauter, 20. Aug. Begünstigt durch das schöne Wetter der letzten Tage ist hier der größte Teil der diesjährigen Ernte geborgen. Die als Erntehilfe hier tätigen Arbeitsdienstmänner haben sich gut eingearbeitet. Wenn auch zunächst sich einige Schwierigkeiten entgegenstellten, so half doch der gute Wille über alle diese Hemmnisse hinweg. Gestern traf nun die Dreschmaschine ein. Zunächst wird nur Notürusch durchgeführt. Wie sich bei den Druscharbeiten zeigt, ist der Körner- ertrag doch besser, als im ersten Augenblick vermutet wurde. Die Landwirte sind mit dem Ergebnis zufrieden. — Heute feierte Elisabeth (Reibt, Ehefrau des Wagnermeisters Karl Reidt, ihren 8 0. Geburtstag. Der Ehegatte konnte im vorigen Monat fein 82. Lebensjahr vollenden. ftnwetterfchäden bei Limburg. Limburg, 20. Aug. (LPD.) Im benachbarten Elz schlug der Blitz in einen ziemlich kräftigen Baum, dessen Stamm glatt gespalten wurde. Bei Staffel schmolz ein elektrischer Leitung^draht durch, wobei die drohenden Gefahren glücklicherweise rechtzeitig beseitigt werden konnten. Aus mehreren Orten der Umgegend werden zündende Blitzschläge in Garbenhaufen auf den Feldern gemeldet. Auch an Kartoffeln entstand durch Wegspülen des Erdreichs großer Schaden. Ferner wurde durch Schlammanspülung auf vielen Wiesen das Grummetheu vernichtet. Bei Heisten - bad) trieb ein aus seinen Ufern tretender Bach das Grummetheu eines ganzen Tälchens von dannen. In Altendiez standen mehrere Keller unter Wasser. Beim Baden im Schleusenkanal ertrunken. Laurenburg (Lahn), 20. Aug. (LPD.) Ein junger Mann aus dem benachbarten Dorfe Scheid badete im hiesigen Schleusenkanal, obwohl er auf die Gefährlichkeit eines solchen Badeplatzes hingewiesen wurden. Er sprang ins Wasser und tauchte nicht wieder auf. Man nimmt an, daß vielleicht große Temperaturunterschiede, die ja besonders in Schleusen möglich sind, seinen sofortigen Tod herbeiführten. Die Leiche konnte nach einigem Suchen geborgen werden. Arbeitsabkommen für Volkstumsarbeit. Zusammenarbeit zwischen der NS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude" und dem Landschastsbund Volkstum und Heimat, Gau Hessen-Tiaffau. Die Arbeilslosigkeit ist gegenwärtig nicht über- all gleich niedrig. In den meisten Städten ist sie weit höher, als auf dem Lande. Zu einem großen Teil ist diese Differenzierung der Arbeitslosigkeit auf die Eigenart des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwunges zurückzufuhren. Im Zeichen der staatlichen Konjunkturpolitik hat sich die Belebung in ganz anderen Formen vollzogen als früher, etwa in den Jahren 1926 bis 1928. Das Schwergewicht der Produktionszunahme und damit des Bedarfs an Arbeitskräften liegt diesmal viel tärfer bei den Jnvestitionsgüterinduftrien. Der Außenhandel ging dagegen zunächst noch zurück und hat sich erst in letzter Zeit etwas erholt. Die Er- Zeugung von Verbrauchsgütern ist verhältnismäßig langsam gestiegen. 3n jeder Volkswirtschaft kann die Zahl der Arbeitslosen nicht unter ein gewisses Minimum sinken, weil ständig ein Teil der Arbeitskräfte den Arbeitsplatz wechselt und dabei vorübergehend arbeitslos wird. Berücksichtigt man, daß sich ein solcher Austausch um so mehr verzögert, je stärker die Wandlungen innerhalb der Wirtschaft sind, so hat man diesen Windest- bestand an Arbeitslosen heule sicher höher an- zusehen, als vor dem Kriege. Wan kann ihn auf rund eine halbe Willion schätzen. Alle diese Arbeitslosen sind nur vorübergehend arbeitslos und finden über kurz oder lang wieder einen neuen Arbeitsplatz. Es wird kaum möglich fein, diese Arbeitslosigkeit zu beseitigen, da dann große Schwierigkeiten bei der Deckung des Bedarfs an Arbeitskräften eintreten mühten. Ein Teil der noch vorhandenen Arbeitslosen, der etwa ebenso groß sein mag, besteht aus älteren und beschränkt oder gar nicht erwerbsfähigen Kräften, die einen vollen Arbeitsplatz nicht mehr ausfüllen können und deshalb für die meisten angebotenen Stellen nicht in Frage kommen. Die Arbeitsämter bemühen sich vor allem darum, diese Kräfte wieder in Arbeit zu bringen. Soweit es sich dabei um Berufe handelt, in denen im Augenblick die Arbeitskräfte knapp sind, konnten hier in letzter Zeit schöne Erfolge erzielt werden. Metallfacharbeiter gesucht! Dom Arbeitsamt Gießen geht uns die nach- stehende Mitteilung zu: Die metallverarbeitende Industrie sucht dringend Fachkräfte zu guten Lohnbedingungen in Dauer- fteUungen. Geeignete Kräfte sind nur noch vereinzelt unter den sich arbeitslos Meldenden. So ergeht der Ruf an alle gelernte oder angelernte Metallarbeiter in berufsfremder Arbeit, sich bei dem für sie zuständigen Arbeitsamt sofort entweder persönlich zu melden, oder unter Angabe ihrer genauen Anschrift, des Geburtsdatums, des Berufes und der gegenwärtigen Beschäftigung „Bewerbungspapiere für Metallarbeiter" beim Arbeitsamt Gießen ober einer der Nebenstellen anzu- fordern. Den Metallarbeitern, die bereits längere Zeit I außerhalb ihres Berufes tätig waren oder eine weitere Ausbildung nötig haben, werden Anlernzuschüsse unter Weiterzahlung der vollen Unterstützung gewährt. NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau und der Landschaftsbund Volkstum und Heimat Gau Hessen-Nassau haben sich zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, um der Dolkstumsarbeit in unserem Gau eine einheitliche Ausrichtung zu geben. Das Ergebnis der Verhandlung zwischen den beiden Organisationen ist ein Arbeitsabkommen, in dem im einzelnen die Richtlinien niedergelegt sind für die gemeinsame Arbeit. Dieses Abkommen ist geignet, der Dolkstumsarbeit unseres Gaues neuen Auftrieb zu geben. Nun können alle Kräfte eingesetzt werden, um die wertvollen Güter des rhein-mainischen Volkstums neu zu wecken und zu pflegen. Das Arbeitsabkommen hat folgenden Wortlaut: Arbeitsabkommen zwischen NSG. „Kraft durch Freude- und Landschaftsbund Volkstum u. Heimat Gau Hesien-Aasfau. Aus der Erkenntnis der Notwendigkeit einer straffen Zusammenfassung und gleichmäßigen Ausrichtung aller an der Erfüllung des Gemeinschaftslebens tätigen Kräfte haben die NSG. „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau und der Landschaftsbund Volkstum und Heimat Gau Hessen- Nassau das nachfolgende Abkommen zur gemeinsamen Arbeit im Gau Hessen-Nassau getroffen: 1. Die Ausrichtung der gemeinsamen Dolkstumsarbeit bestimmt der Ministerialrat R i n g s h a u ° sen, Darmstadt. 2. Die Arbeit wird durchgeführt in Zusammenarbeit der Abteilung Volkstum und Brauchtum im Amt Feierabend der Gaudienststelle NSG. „Kraft durch Freude" und des Gauorganisationskomitees des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat. 3. Die Kreisringleiter des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat versehen in Personalunion das Amt der Kreisreferenten für Volkstum und Brauchtum bei den Kreisdienststellen der NSG. „Kraft durch Freude". 4. Die Ortsringleiter des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat unterstützen die Ortswarte der NSG. „Kraft durch Freude" in der praktischen Feierabendgestaltung. Durch das Abkommen werden die inneren Zuständigkeiten und der organisatorische Aufbau Der beiden Träger dieser Arbeit nicht berührt. Landschaftsbund Volkstum und Heimat Gau Hessen-Nassau Ringshausen, Landschaftsleiter. NSG. „Kraft durch Freude" Gau Hessen-Nassau von Rekowski, Gauwart. Die Wirtschaft sucht Fachkräfte. Neue Aufgaben der Arbeitspolitik. Fwd. Bis Ende Juli 1936 ist die Zahl der Arbeitslosen auf 1,17 Millionen gesunken. Zum ersten Male ist damit die Arbeitslosigkeit niedriger als 1929, dem Jahre der letzten Hochkonjunktur. Schon jetzt ist die Arbeitslosigkeit als Massen- erscheinung beseitigt. Die Aufgaben der Arbeitspolitik und damit die Aufgaben der Arbeitsämter haben sich infolgedessen gewandelt. Jetzt gilt es vor allem, den Wangel an gelernten Arbeitskräften zu beseitigen, die Unterschiede in der Arbeitslosigkeit von Beruf zu Beruf auszugleichen und die Jugendlichen in ihrer Berufswahl richtig zu beraten. Die Not- und Grenzgebiete mit ihrer noch immer verhältnismäßig hohen Arbeitslosigkeit sind de- sonders zu betreuen, die älteren arbeitslosen Arbeiter und Angestellten, die am schwersten Arbeit finden können, sind durch besondere Maßnahmen wieder in den Wirtschastsprozeh einzugliedern, Kräfte mit Fachkenntnissen, die nicht mehr be- notigt werden, sind umzuschulen, Notstandsarbeiter in reguläre Beschäftigung zu überführen usw. An Stelle der Arbeitslosigkeit mckcht sich in einzelnen Wirtschaftszweigen und Wirtschaftsgebieten mehr und mehr ein Wanget an Fachkräften bemerkbar. Oft besteht dieser Mangel, wie im neuesten Wochenbericht des JfK. ausgeführt wird, nur für einzelne Werke und nur an den wichtigsten Standorten des betreffenden Industriezweiges. Besonders groß ist der Mangel an Arbeitskräften (Jugendlichen und Ledigen) in der Landwirtschaft. Es erscheint auf den ersten Blick paradox, wenn in einer Zett, in der sich noch 1,17 Millionen Menschen bei den Arbeitsämtern als Arbeitslose haben eintragen lassen, es an vielen Stellen an geeigneten Arbeitskräften fehlt. Dieser Widerspruch ist aber nur scheinbar, wie folgende Ueberlegungen zeigen: mit meinem Rechtsanwalt", warf er beim Fortgehen über die Schulter zurück. „Ich muß Sie bitten, sich zu fassen, Herr Lyng- vad, ich habe Ihnen leider eine sehr unangenehme Mitteilung zu machen", sagte der Jurist. „Was ist denn los?" fragte Lyngvad beunruhigt. „Ja, sehen Sie, als Ihr Onkel starb, bekam ich doch von einem Althändler sofort ein Angebot auf fein hinterlassenes Warenlager und nahm auch mit Ihrem Einverständnis dies Angebot an." „Sehr wohl," nickt Lyngvad „und weiter? „Gestern kommt nun der Mann und erzählt, er hätte in einer Kiste mit Gerümpel ein Testament des Verstorbenen gefunden! Und in diesem Testament hier", und dabei wies der Rechtsanwalt auf ein vor ihm liegendes Dokument, „das übrigens in juristisch durchaus einwandfreier Form abgefaßt ist, vermacht der Verstorbene fein gesamtes -vermögen dem Altersheim der Kleinhändler — Sie dagegen werden mit fünftausend Kronen abgefun- benr , . . Lyngvad faßte in seine Tasche nach feinem Taschentuch, dabei bekam er einen großen, gelben Umschlag, der seinen neuen Kontrakt enthielt, zu lassen — — und plötzlich lächelte er erleichtert auf. Der Rechtsanwalt sah ihn überrascht an. „Na — ja —", meinte der kleine Buchhalter^ „das ist ja nun mal Pech: aber schließlich kann ich dem alten Sonderling, um den ich nuch nie gekümmert habe, keinen Vorwurf machen! Wurden Sie mir bitte eine Mitteilung senden, sobald ich Die fünftausend Kronen ausgezahlt bekommen kann es ist doch immerhin ein hübscher, kleiner Extraverdienst!" Und damit verabschiedete sich Lyngvad mit freundlichem Lächeln. ...... . s , Der Rechtsanwalt sah ihm kopfschüttelnd nach. Ob der Mann nicht doch übergeschnappt war mfo ge der plötzlich wieder verlorengegangenen Erbschaft.. Als Lyngvad wieder in seiner Arbeitsstätte an- langte, ging er geradenwegs in das JkiDatburo Direktor Ohlsens, bei dem sich eben auch Direktor Himmelev befand. . ., , , „Herr Direktor", sagte Lyngvad, „ich habe mir Ihren Vorschlag überlegt und de" Kontra",e n twurs hier durchgeblattert. In Anbettacht, daß hier nun schon viele Jahre — wenn auch sehr schlecht entlohnt — gesessen, wäre ich vielleicht geneigt, zu bleiben - jedoch, ich muß eine Bedingung stellen. „Und die wäre?" fragte Ohlsen gespannt. „Herr Direktor Himmelev muß mir versprechen, sich in Zukunft gegen mich eines angemessenen Tones zu befleißigen!" „Na, selbstverständlich, und dann ist wohl alles wieder in Ordnung!" sagte Himmelev erleichtert. „Hör mal. Ohlsen, gib doch bitte die Flasche Portwein aus dem Schrank, daraufhin müssen wir doch einmal anstoßen!" „Auf fernere, gedeihliche Zusammenarbeit! , sagten die beiden Chefs zu ihrem kleinen Buchhalter; dieser aber fügte bei sich hinzu: „und auf meine verlorene Erbschaft?" (Berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen.) Gchilsgesang. Von G. A. Oedemann. Es will Abend werden. Leichte Nebel fliehen über die stillen Wasser des Großhartmannsdorfer Teiches, lieber dem Freiwald steht die Sonne wie ein glühender Feuerball. Der ganze westliche Horizont ist in eine rote Flammenglut getaucht. Unser Boot steht still im Schilfe. Wir haben die Ruder eingezogen, sitzen schweigend da und warten auf etwas, das unausbleiblich ist an diesem langsam verglühenden Tag. Noch ist es still ringsum. Nur das leise Rascheln der Halme und hin und wieder ein ferner Dogel- ruf bringt an unser Ohr. Mücken spielen über dem Wasser und hundert Schwalben segeln weidwerkend durch die Luft, gleiten und stürzen und schießen wie blaue Blitze über die sanfte Dünung des Wassers dahin. Jetzt gehen drei Stockenten hoch mit lautem, klatschendem Flügelschlag. Den schönen, grünen Kopf weit oorgeftrecft, die blaßroten Füße dicht an Öen Leib gepreßt, so fliegen sie in Pfeilordnung über den See, werden kleiner und kleiner und verschwinden, drei winzige Punkte, im flackernden Rot des Horizontes. Und nun wirds lebendig im Ried. Der Frosch läßt seine Schallblasen schwillen. „Quak, quak —" „Quak, quak —" antwortet es hier und dort. Das Abendkonzert beginnt. Zwischen Binsen und Rohr lauft ein Heiner, brauner Schatten schnell dahin, an Große der Wachtel gleich. Die langbeinige Wasserralle ist s. Nur selten erhebt sich dieser Schilfvogel einmal zum Fluge. Mit erstaunlicher Behendigkeit spaziert er durch den Schilfwald, und nicht einmal die Gefahr treibt ihn aus dem Dickicht. Jetzt quillt em eigenartig piepsender Laut aus des Dogels Bruft. „Dig, dig!" Und wieder: „Dig, dig!" Es ist schon so. Mit dem Abend, mit Dem ersten Froschgeguake kommen die Lieder im Schilfe. Das ist wie unter der Linde im Dorf, abends, da erwacht S.ji-ifporrf Tv.1846 Gießen im Vorschlußrundenkamps um die Deutsche Fauftball-Meifterschafi. Der kommende Sonntag bringt die letzte Runde im Faustball vor der Deutschen Meisterschaft. 16 Gaumeister, aus Hunderten von Mannschaften als beste hervorgegangen, ermitteln an sechs Spielorten die letzten „Sechs", die am 5. und 6. September in Schweinfurt um die höchste Würde in diesem Sommerspiel kämpfen. Für den Gießener Turnverein ist es nicht das erstemal, daß er bis in die Vorschlußrunde Vordringen kann. Seine führende Stellung im Faustballspiel im Gau Hessen bewies er von neuem bei den Gaumeisterschaften dieses Jahres. Die Mannschaft zeigte sich auch in neuer Aufstellung als die sichere, kampferfahrene und vor allem körperlich ausgezeichnet durchgebildete Mannschaft, als die sie seit vielen Jahren weit über den Gau hinaus bekannt ist. Auf dem großen reichsoffenen JG.- Turnier in Frankfurt endeten die Gießener hinter den Gaumeistern Licht-Luft Frankfurt, Hamburg und Pforzheim, also auf einem der ersten Platze bei dieser sehr gut besetzten Veranstaltung. Die Gegner des Sonntags in Koblenz sind die Gaumeister von Südwest und Mittelrhein, Ludwigshafen und Köln-Sürth. Die Mannschaften kommen alle zum erstenmal gegeneinander, so daß der Ausgang völlig ungewiß ist. Daß sie alle jedoch über hohes spielerisches Können verfügen, versteht sich bei einem Gaumeister von selbst. Der sich erst durch zahlreiche Runden durchkämpfen mußte. Das gilt vor allem für den Südwestmeister. Blieb doch in diesem Gau Licht-Luft Frankfurt, lange Jahre Vorbild und d i e Faustballmannschaft Deutschlands, auf der Strecke. Für unsere Vertretung aus Gießen wird der Ausgang dieses Kampfes und mithin die Teilnahme an den Deutschen Weisterschaften im wesentlichen davon abhängen, wie schnell die Wannschaft ins Spiel kommt. Denn ihr erstes Spiel ist bisher stets sehr schwach gewesen, wie Überhaupt für sie bezeichnend ist, daß sie das letzte Spiel als bestes liefert. So bei den Gaumeisterschasten, wo die Mannschaft im siebten Spiel erst ihr wahres Können zeigte, während die anderen bereits aus Uebermübung nicht mehr ganz durchstanden. . Da es sich am Sonntag nur um zwei Spiele handelt, muß von Anfang an mit äußerster Konzentration gespielt werden. In der Fünferreihe Grünig, Riexinger, Pfeffer, königer, Loh bietet jeder einzelne die Gewähr für bestes spiele- risches Können und eine einwandfreie sportliche Leistung. Da sie ihren Gegnern unbedingt gewachsen sind, hängt der Erfolg nur davon ab, ob die Mannschaftsarbeit den Erwartungen entsprechend ausfällt. Bei dem hohen Stand, den das Faustballspiel technisch und leistungsmäßig heute in allen Gauen erreicht hat, wäre ein Sieg und damit Eintritt m die Endrunde ein wertvoller Erfolg und der schönste Lohn für die jahrelange planmäßige und nie er- müdende Uebungs- und Wettkampfarbeit im Gieße- ner Turnverein, der in kurzem das neunte Jahr- zehnt seines Wirkens im Dienste Jahns und der deutschen Leibesübungen beschließt. Gaumeisterschasten der Schützen. Titelkämpfe im Gau Hessen. Die als Bezirksmeister aus den Punktwettkämp- fen hervorgegangenen Mannschaften werden an den beiden kommenden Sonntagen (23. und 30. August) auf den Ständen des Schützenvereins Eschersheim um die Meisterschaft des Gaues Hessen kämpfen, und zwar: Klasse A: Postsportverein Frankfurt (Bezirk Frankfurt), Polizeisportoerein Wiesbaden (Be- Gute Möbel bei Koos Giess en Schulstn 6 die Minne auch bei allen Riedbewohnern. „Dig, big!" unb „quorr, quorr!" unb „quak, quak!" Das piept unb ruft und lockt, mir sitzen still in unfern Boot und lauschen. Plötzlich hallt ein geisterhaftes Brüllen über den See. Ein Ruf, der schaurig echot vom Hag her. Kein Rind ist auf der Weide, und kein Gutshof ist in der Nähe. Und doch war es, als hätte soeben des Waldviertlers rotscheckige Kuh gebrüllt. Das ist aber nicht des Waldviertlers Kuh, das ist der großen Rohrdrommel Ruf, der so voll und brünstig auflodert. Dann klirrt wieder eine andere Tonart dazwischen, ein Laut wie Glas und Scherben. Des Zwergsteißfußes seltsames Geschrille ist es, des grauweißen Tauchers komische Redensart. Immer lauter und lauter wirds im Schilfe unter den grünen Katarakten der Weiden. Und immer blasser wird der Tag. Schon hat der Himmel die ersten Sterne angezündet. Die fernen Züge dunkler Waldberge lösen sich auf. Das ist die Zett, da die Himmelsziegen zu meckern beginnen, lieber der Sumpfwiese kreist ein Vogel, schießt schräg herab, steigt wieder hoch und fällt noch einmal mit ausgebreitetem Flugeischlag meckernd zur Erde. Balzflug ists, Liebesflug! Das Bekassine-Männchen zeigt seine Kunst der im Grase harrenden Liebsten, unb sein kurioses Meckern, ists her Flügelschlag? — ists ein Laut aus übervollem Herzen? Der Abend am See läßt uns nicht zu einem tieferen Nachbenken kommen. Die letzte, die umfaffenbt'te Sttophe kommt jetzt aus dem Schilf. Der Drosselrohrsänger sitzt am äußeren Ende eines Halmes, ein dunkelbrauner Vogel, in dessen kleiner Kehle alle Stimmen des Schilfes eine fröhliche Wiederkehr feiern. Dem Frosch hat der Rohrspatz ein Stück abgelauscht, der Ente Geschnatter kommt mit vor in feinem Liede, des Regenrufers ulkiges Gelächter und der Wasserratte schnurriges Gepiepe. Das ist des Schilfes Schlußgesang, in dem sich aller befiederter Wesen Lust vereint zum kraftvollen Jauchzer der Liebe. Nun ist es ganz Nacht geworden. Wie eine große Lampe hängt der Mond über den Weiden, lieber die weite Wasserfläche streicht ein kühler Nachtwind, spielt mit den silberhellen, blinkenden Wogen und flüstert heimlich mit dem Schilfe, das leise raunend Antwort gibt. Die Stimmen gehen schlafen. „Quak, quak —" klingts manchmal noch hohl und gurgelnd auf. Aber das unterstreicht nur die Stille der Nacht, llnfer Boot sticht hinaus in die silberne Weite des Wassers. Die Ufer treten zurück, der Winkel im Schilf entschwindet unseren Blicken. Manchmal hören wir noch einen einsamen Schrei. Der gelehrige Diener. Eine Earl-Pelers-Anekdole... Der deutsche Afrikaforscher und Gründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika nahm einmal einen Neger namens Kalumba in seine Dienste, der ihm das Haus besorgte und Botengänge übernahm. Da Kalumba die Befehle seines weißen Herrn anfangs jedoch zu wörtlich nahm und allzu sklavisch ausführte, gab Peters ihm eine ausführliche Instruktion. „Hör zu, Kalumba!", sagte er. „Ein guter Diener muß selbst denken können und bei jedem Befehl auch an alle Folgen denken, die damit verbunden sind. Er muß seinem Herrn überflüssige Worte ersparen. Wenn ich z. B. sage: Kalumba, ich möchte essen! — dann darfst du nicht bloß Essen bereiten und herbringen, du mußt auch das Tischtuch aufdecken, Teller und Besteck holen, den Wein herbringen und nachdenken, was sonst noch dazu erforderlich ist!" So fuhr Peters fort, feinem Diener die Notwendigkeit selbständigen Handelns klarzumachen, und Kalumba sagte schließlich freudestrahlend: „Jawohl, Massa, Kalumba hat alles verstanden." Einige Tage später erkrankte Peters an einer Halsentzündung. Es war keineswegs gefährlich, da sich aber die Entzündung nicht besserte, schickte er Kalumba zum Arzt. Der Diener ging, aber es dauerte sehr lange, bis er wiederkam. In seiner Gesellschaft befanden sich fünf Männer, unter ihnen der Arzt. Peters betrachtete erstaunt die Besucher, die mit bedenklichen Mienen auf sein Bett blickten. „Was ist denn los, Kalumba?", fragte er den Schwarzen. ,Zch habe dir doch nur befohlen, den Herrn Doktor zu holen!" „3a, Massa, aber ich habe selbst nachgedacht und mir die Folgen überlegt, und da habe ick gleich noch den Leichenbestatter, den Totengräber, den Pfarrer und den Notar mitgebracht ..." Carl Peters war nahe daran, den pflichtgetteuen Kalumba zum Teufel zu jagen. Aber die stolze Miene des Negers, der sich viel auf fein selbständiges und vorausfchauendes Handeln einbildete, rührten ibn, und er nahm die ganze Sache mit seinen Gästen von der scherzhaften Sette. Künftig aber mußte sich Kalumba blindlings nach den Befehlen seines Herrn richten. AM N»- H ID D r M ^M7 W^M GLORifi Ab heute Freitag Waköwi/rrM <&w "feriduwtat (ßowM. vw. 3&1&A \/ mit Ingeborg Hertel, Ed. v. Winterstein ffl Hans Zesch-Ballot Spielleitung: Fritz Peter Buch Der Uta-Volksillm, der mit Schöpfungen wie ■ „Schloß Hubertus“, „Mädchen vom Moor- I hof“, „Ehestreik“ und „Die Heilige und ■ ihr Narr“ Triumphe feierte, beschert auch ■ mit „Waldwinter“ das Erlebnis einer H leidenschaftlich bewegten Handlung in- ■ mitten einer erhabenen Natur. Wer die romantische schlesische Berg- ■ weit als Schauplatz erregender Ereignisse ■ kennenlernen und die beseelte Schauspiel- ■ kunst einer Hansi Knoteck auf ■ sich wirken lassen möchte, der sehe und g genieße „Wald wint er“. sneA ■ Dazu: Kultnrfilm u Ufa-Ton-Woche I von den Olympischen Spielen Täglich4,6,8.30Uhr,Sonntag3,5.30,8.30Uhr W HANSI KNOTECK VIKTOR STAAL SCHÄLKUR bktechse Packung 0.50 OH «// i«m Bad 1.-0H IN ALLiN APOTHCK£H».0AO&tailM 5 T ei 3 '03 — c,lr 3 ? 5®^ 'S 11 ’M $ B“-C E£ E §e* M S 3^. Sa :o = E E — 3 r-'l o.Eq.'I a_*,' £ E ßitt Tauschhandel. Internationales Tennisturnier chwamm. in Mannheim. und Korn); 2. Mannschaftsschießen beliebige Vi- Runde weiter zu kommen. Reihenfolge als Erste ein. Knofe" auf her Wasserkuppe AeuerdeulschermidLmoparekordimKugelstoßen Wöllke stößt 16,60 Meter beim Frankfurter Leichtathletik-Sportfest, Aacholympische Wettkämpfe Lleberall erfolgreiche Starts der Olympia-Kämpfer, 800-Meter-Weltrekordlauf in Stockholm. Japans Schwimmergarde in Leipzig. war Braddock tatsächlich verletzt! USA.-Sd)roimmer in Oberfchlefien. Mit 40 Jahren 4383V Gewinnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr 11. Ziehungstag 20. August 1936 72814 364983 384075 3789 7556 9023 13015 1802 49875 66358 79308 84öböj 110181 120085 124548 144167s 83144 1251 5419 6448 7188 780 787 994 1409 4711 4000,— RM. 8000,— 2 Gewinne zu ym Gewinnrade verblieben: Kl UXnnfl von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder- Nacniasse holten Veröffentlichungen einer Anzeigei 136993 193752 239860 303770 341777 154117 195875 253723 324737 157068 201894 255791 344333 12845 23962 35278 48527 65814 78771 94151 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 309969 1000 RM. 16312 26234 46148 72965 83039 17751 28802 40827 57303 75907 85872 137043 189003 238804 284246 143280 193137 247847 311352 111893 173408 226998 277926 328054 123238 158475 209734 272778 356067 7220 344104 571 13832 346201 25016 105021 234203 323052 222380 330754 350392 379203 118214 173508 235719 286595 341080 14871 26504 35844 54241 72031 80330 94814 109291 131897 146554 157722 175693 183792 196192 203641 219432 230262 239975 254141 268756 281085 299370 310105 315829 329289 341334 355385 379107 390833 157197 196072 256874 314403 341935 27692 100479 146268 224520 331561 352628 10054 21036 31199 51313 78823 94435 168702 206617 261999 319627 387868 111379 169788 214340 272358 322697 390236 300 RM. 12369 21794 31497 47248 60485 77723 90790 158755 277398 338860 356995 300 RM. 91977 109614 124156 138391 149617 162664 174023 181535 191884 203202 212641 229864 250428 267579 291302 301985 318077 335485 357826 375447 391573 97302 112738 124522 138789 155169 164855 174195 182061 193271 203965 214969 234972 253670 270385 291486 305871 324667 337020 360303 378458 395859 208093 306828 347598 376560 10152 20174 29655 45626 58321 77480 89525 108675 126223 142113 152221 170750 181687 194885 199083 218437 229092 239832 253765 266573 274778 295267 307876 315035 328828 339232 355275 377544 389462 91905 106565 124041 137947 149482 161938 171901 179049 191317 198838 209713 226133 244960 264935 286324 301316 314642 335214 349804 374293 391536 196546 279090 339344 363610 15536 24711 41351 61351 82982 103241 113893 130939 146662 158609 166092 174737 184975 194338 205517 216607 243410 257577 273258 292030 306801 325838 341048 364661 382233 399803 101260 116284 134504 148017 160557 177560 190439 196485 209087 223360 231135 245026 257759 269271 283553 302436 312864 317431 334960 349449 370794 380422 398.71Ö 103404 119374 136287 148202 167524 177797 191254 197776 210761 226761 234043 246099 258231 274075 292987 302739 313310 326257 336069 353927 373197 380479 399684 12818 22683 33279 47786 62335 77915 91681 104601 158071 260323 331965 353803 13985 23263 38388 57444 82892 185407 211212 273164 375153 16500 27784 37437 55274 74419 85139 98804 115303 134421 147402 158596 177460 187529 196360 206069 221365 230990 241484 256995 269042 282625 301386 311306 317241 330944 341559 365378 379457 394643 7605 20074 29263 49941 75957 89954 105382 120149 136696 149418 160102 170415 177580 187508 196850 208330 225955 244333 260348 286231 295733 309167 332630 343716 367317 386903 11284 23198 32350 55935 82436 236127 76142 363600 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 16 Gewinne zu 105079 288271 88 Gewinne zu 500 RM. 6179 11314 15038 15541 26420 27085 31380 62395 64729 67846 77561 87881 283135 4830 54308 135709 190899 232997 331313 Vleiweih startete in Riga. : eines Leichtathletik-Abendsportfestes in 160428 174013 186812 206112 259331 270234 298133 307679 361353 385743 387088 35099 109445 i 239588 333462। 328 Gewinne zu Zwangsversteigerung. K3529 104887 120755 141985 148630 169296 180186 193175 198344 210797 227686 234145 253411 259976 274560 295215 307204 313969 327026 336572 354609 373550 383445 16996 27172 46890 74447 87015 104726 118033 135266 148107 159307 169362 176351 186983 194679 208207 218219 243651 257897 273629 294742 307494 326308 343291 365082 382983 50 Gewinne zu ________ 38371 53188 61312 65185 91726 378 Gewinne zu 9815 10020 " ein Greis sein oder sich „wie 20“ fühlen, liegt in Ihrer Hand. Täglich Sonnen-Tee trinken und Sie bleiben jung und gesund. Beutel 50 Pf.. Paket Mk. 1.—. Weitere Auskunft u. Verkauf: Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17. 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie tretenden Schmerzen für angebracht, den Welt» Meisterschaftskampf Schmeling—Braddock w e n i g- stens um einen Monat hinauszuschieben. Der Vorsitzende der Neuyorker Boxkommission erklärte, daß eine Entscheidung über die Verlegung des Kampfes am heutigen Freitag gefällt werde, wenn die Kommission den schriftlichen Bericht des Arztes vorliegen habe. Für das Amtsgericht Gießen. Gez.: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Alur V, Jlr. 1216/10, Hofreife am untersten Riegelpfad zwischen den Wegen (zu Am Riegelpfad 56), 514 qm Betrag der Schätzung . . . . Flur V, Rr. 122, hofreite daselbst (Am Riegelpfad 56), 324 qm Betrag der Schätzung . . . . je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 30000, 8 zu je 20000, 66 zu je 10000, 110 zu je 6000, 224 zu je 8000, 610 zu je 2000, 1826 zu je 1000, 8124 zu je 500, 12288 zu je 300 RM. sierung (d. h. Diopter oder Zielfernrohr); 3. Ein- zelschießen offene Visierung; 4. Einzelschießen (beliebige Visierung). Zum Abschluß der Veranstaltung zeigten die beiden amerikanischen Sieger im Olympia-Kunstspringen, Marshall Wayne und Root, ihr großes Können. Ihre feinen Sprünge fanden starken Beifall. 1:10,2 vor Kojima (1:10,5) und dem Deutschen Meister Hans Schwarz (Wünsdorf), der 1:11,2 chaftsfchießen, bereichert worden ist. Die Veran- taltung weist folgende Disziplinen auf: 1. Mann- chaftsschießen offene Visierung (d. h. über Kimme Vornehm/ GeschmackvollI Persönlich/ tXeee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 n, schriftlich reren, durch Kleinanzeige Gießen ,085a Bahnhofstraße 82" Gewinne zu 500'RM? 5144 8136 10957 20363 --- 32543 44802 49875 66358 79308 84565, Japans Olympia-Schwimmer gewannen ihre Kämpfe bei ihrer Vorstellung in Leipzig. In einem Schauspringen fanden der deutsche Meister Erhardt viel Anklang bei In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen Ägendsußball-Mtumier der Spielvereinigllng 1900 Zürn erstenmal findet am kommenden Sonntag in Gießen auf dem 1900-Platz ein Blitzturnier statt. Zu dieser Veranstaltung haben die besten Mannschaften der Kreise Marburg, Friedberg, Wetzlar und Gießen ihre Meldung abgegeben. Gerade der Sport unserer Jugend wird im allgemeinen noch nicht so beachtet, wie er es verdient. Aus diesem Grunde hat sich die Jugend die Aufgabe gestellt, durch die am kommenden Sonntag stattfindenden Spiele zu beweisen, was sie kann. Unter den teilnehmenden Mannschaften sind solche, die über gutes Können verfügen. Der Sportverein Wetzlar war es erst vor kurzer Zeit, der im Spiel gegen den VfB.-R. Gießen die Zuschauer durch fein schönes Spiel begeisterte. Nicht nachstehen werden die Friedberger, die als starke Mannschaft bekannt sind und auch in diesem Jahre, wie der Sportverein Wetzlar, die Kreismeisterschaft erringen konnten. Als dritter Kreismeister sei die Jugendmannschaft von „Germania" Marburg genannt, die in der letzten Verbandsserie unumstrit- 5:15 Minuten. Ein Teil der japanischen Olympia-Schwimmer stellte sich am Mittwoch in Magdeburg vor. Der deutsche Meister Joachim Balke kam über 200 Meter Brust unter dem Jubel der 3000 Zuschauer zu einem schönen Sieg in 2:45,2 vor Koike (2:46,2) und dem Olympiasieger Hamuro, der mit 2:52,2 nur knapp den dritten Japaner, Ito (2:53,1) auf den vierten Platz verwies. Helrnuth Fischer kam dagegen im 100-Meter-Kraulschwimmen nicht über den dritten Platz hinaus. Arai gewann in 58,8 vor Yusa mit 59,5 und dem Deutschen Meister mit 1:00,2. Einen zweiten japanischen Doppelerfolg gab es über 200 Meter Rücken. Kiyokawa gewann in traf der Donnerstag mit einer völligen Flaute alle Erwartungen. Anfänglich wehte noch eine leichte Brise aus Nord und die Kämpfe konnten vorerst auf der großen Bahn durchgeführt werden. Spater legte sich jedoch der Wind vollkommen, so daß sich die Abwicklung der Fahrten über sieben Stunden Am Donnerstag, dem 27. August 1936, vormittags 9% Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 204, die den a) krack, Jnnocenz, b) krack, Lina, geb. Lipp, dessen Ehefrau, als Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft zugeschriebenen Grundstücke versteigert: 4909D Grundbuch für Gießen, Rand 32, Blatt 1495: Ein Teil der amerikanischen Olympia-Schwimmer startete am Donnerstag in Bielitz (Oberschlesien). Infolge des regnerischen Wetters waren nur 1500 Zuschauer erschienen. Die 50-Meter-Kraul gewann Peter Fick in 25,2 Sekunden, während über die 400-Meter-Kraulstrecke R. Flanagan in 4:59,8 Min. vor dem Olympiasieger Jack Medica triumphierte. Mannheims internationales Tennisturnier, an dem sich eine ganze Reihe von bekannten deutschen und ausländischen Spielern beteiligt, nahm am Mittwoch seinen Anfang. Die glanzvolle Besetzung brachte es mit sich, daß in Anwesenheit einer großen Zuschauermenge bereits in den ersten Runden Spieler mit bekanntem Namen aufeinandertrafen. Der Kieler Kaj L u n d unterlag in der ersten Runde zirk Wiesbaden); Klasse B: Schützenverein Eschersheim (Bezirk Frankfurt), Schützenverein „Gut Ziel", Wiesbaden (Bezirk Wiesbaden); Klaffe C: Schützenverein Eschersheim (Bezirk Frankfurt), Schützenverein „Gut Ziel", Wiesbaden (Bezirk Wiesbaden), Schützenverein Friedberg (Oberhessen). Bedingungen: Mannschaften zu vier Schützen, kleine Serie, das sind 15 Schuß (je 5 liegend freihändig, kniend oder sitzend und stehend freihändig) auf die 12-Ringscheibe in 50 Meter Entfernung. Zur gleichen Zeit veranstaltet der Gau Hessen des bisherigen Kartells für Sportschießen auf den Eschersheimer Ständen zum letzten Male in der hergebrachten Form sein Gaumeisterschaftsschießen, dessen Programm diesmal durch einen interessanten Wettbewerb, nämlich das Vierkampf-Mann- Weiß und Gerda Daumerlang viel Änklanx den 2000 Zuschauern, lieber 100-Meter-Kraul Pusa auch mit der für ihn recht mäßigen Zeit von 1:02 Minuten nicht zu schlagen. Yoshwka gewann das 100-Meter-Rückenschwimmen in 1:11,4 Min., während der Olympiasieger Hamuro nur 2:54 Min. benötigte, um die 200-Meter-Brust zu gewinnen. Im 400-Meter-Kraulschwimmen war die Reihenfolge Makino mit 5:05,9 Min. vor Negami mit Die Meldung über eine Verletzung des derzeitigen Schwergewichtsmeisters im Boxen, des Amerikaners James I. Braddock, entspricht den Tatsachen. Der von der Neuyorker Boxkommission mit der Untersuchung Braddocks betraute Arzt stellte fest, daß der Amerikaner unter einer heftigen Gelenkentzündung an der linken Hand und an beiden Ellenbogen leidet. Die Entzündung an der linken Hand besteht schon seit mehreren Jahren. Der Arzt hält es in Anbetracht der immer starker auf- ir RM. 186.— schon für .30 monatlich Alleinverkauf: dem jungen Franzosen Iamain 7:5, 2:6, 4:6, der Franzose freute sich seines Sieges jedoch nur kurze Zeit, denn anschließend schlug ihn der Oesterreicher Graf B a w a r o w s k i. Heinrich Henkel stand m der zweiten Runde gegen den Dänen P l o u g - man; er hatte jederzeit das Spiel in der Hand und gewann überlegen. Bei den Frauen hatte die Polin Jedrzejowska gegen die Dänin Hol- I i n s hart zu kämpfen, ehe sie ihren Sieg sicherstellen konnte. Marieluise Horn benötigte zwei Sätze, um über die Engländerin Peters eine 2 Gewinne zu 10000 RM. 293949 4 Gewinne zu 3000 RM. 22 Gewinne zu 2000 RM. 169964 176529 188307 Der fünfte Tag im „17. Röhnsegelflug-Wettbe- werb" fiel der Ungunst der Witterung zum Opfer. Während des ganzen Tages herrschte der nach der Fliegersprache bekannte „Knofe", also ein regnerisches und nebliges Wetter. ten den Sieger stellte und nicht ein Spiel verlor. Weiterhin haben gemeldet die Jugendmannschaften von Butzbach, Sportfreunde Wetzlar, Kurhessen Marburg, Großen-Linden, Naunheim und Großen- Buseck. Es treffen sich hier also die stärksten Mannschaften, die zur Zeit in den vier oben genannten Kreisen gestellt werden können. Jede Mannschaft verfügt über solides Können und geht mit outen Aussichten in den Kampf, zumal nicht nach k.-o.- System gespielt wird, sondern jeder gegen jeden anzutreten hat. Die Spiele werden infolge der zahlreichen Meldungen in zwei Gruppen ausgetragen. Den Höhepunkt wirb dann das Spiel der beiden Gruppensieger um die Turniermeisterschaft darstellen. Schon morgens früh nehmen die Spiele ihren Anfang, um bis gegen den Abend zu dauern. Zu wünschen wäre, daß die Gießener Sportanhänger, wie auch die Bevölkerung überhaupt, durch ihr Erscheinen diese Veranstaltung würdigen. Mittelpunkt eines Leichtathletiksportfestes in Stockholm war der 800-m-Lauf, in dem der Amerikaner Glenn Cunningham mit 1:49,7 neue Weltrekordzeit herauslief und dabei den Engländer Powell mit 1:51,8, Lanzi (Italien) mit 1:52,4 und den Schweden E. Ny mit 1:52,8 hinter sich ließ. In 1:55,2 wurde der Dresdner Harbig in dem schweren Rennen nur Sechster. Im Hammerwerfen war Hein, der deutsche Olympiasieger aus Hamburg, in blendender Form. Er gewann mit 54,96 m vor Warngard (Schweden) mit 52,73 m, Jansson (Schweden) mit 51,99 und Pärni (Finnland) mit 51,10 m. Ausgezeichnete Zeiten brachte der 110-m-Hürdenlauf, den Forest Town in 14,2 Sekunden vor Lidmann, Schweden (14,4), O'Connor, Kanada (14,5) und dem Zehnkampf-Weltrekordler Glenn Morris (Amerika) mit 14,7 gewann. Olympiasieger Meadows bewältigte im Stabhochsprung „nur" 4,15 m, sein Sieg stand nie in Frage. Das internationale Leichtathletik-Sportfest Im Frankfurter Sportfeld am Donnerstagabend hatte schwachen Besuch zu verzeichnen. Das war um so mehr zu bedauern, als sich die Athleten aus Deutschland, Japan und Polen schöne Kämpfe lieferten und sogar ein neuer deutscher und Europa-Rekord des Olympia-Siegers Wöllke im Kugelstoßen den sportlichen Höhepunkt des Abends diwete. Wöllke schaffte gleich beim ersten Durchgang die Weite von 16,60 Meter und rief dadurch Beifall hervor. Auch sonst waren die Leistungen wirklich zufriedenstellend In den kurzen Strecken der Männer überragte der Mannheimer Neckermann. Er stellte über 100 und 200 Meter den deutschen Meister Hornberger in den Schatten. Der 400-Meter-Lauf war dem Berliner Hamann in 48,8 nicht zu nehmen, seine gewaltige Anfangsgeschwindigkeit verschaffte ihm einen so großen Vorsprung, daß er zum Schluß von dem kraftvoll spurtenden Japaner nicht mehr geholt werden konnte, lieber 800 Meter lief Dessecker ein sehr schönes Rennen. Der Staffeler Seibert lief zwar auf den letzten Metern auf, schlagen konnte er jedoch den Stuttgarter nicht. Im Weitsprung hatte Leichum Glück. Im Schlußgang erst kam er auf 7,35 Meter und verwies damit den Japaner Harada (7,24 Meter) auf den zweiten Platz. Im Diskuswerfen placierte sich Lampert erwartungsgemäß als Erster, knapp hinter ihm belegte der Königsberger Blask den zweiten Platz. Die Polin Walasiewicz lief über 100 Meter ein sehr schnelles Rennen; in 11,9 siegte sie knapp vor der Dresdenerin Krauß, die auch im Diskuswerfen hinter der Hamburgerin Mollenhauer einen schönen zweiten Platz beanspruchte. Die amerikanische Olympia-Mannschaft nahm nun Abschied vom Olympischen Dorf. Doch in den letzten Tagen wurde noch lebhaft getauscht. Diese drei amerikanischen Olympiakämpfer hatten ihre Strohhüte gegen die Kopfbedeckungen anderer Mann, schäften eingetauscht. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Höhepunkt ...........—v.....—. .. . . Riga war am Donnerstag des 10-Kilometer°Gehen, bei dem auch der deutsche Meister Bleiweiß startete. Zur großen Ueberraschung der Zuschauer gewann der junge Lette Jakorickis in neuer Landesrekord- zeit von 46:16,9 Minuten. Den zweiten Platz belegte der lettische Rekordhalter Dahlinsch vor Priga und Bleiweiß (Berlin). Flaute bet der Kieler Woche. Nicht allzusehr vom Glück begünstigt sind die Segler auf der Kieler Förde. Hatte schon der Vortag einen nur „zahmen" Wind gebracht, so überlang hinzog. In der 6-Meter-P-Klasse war der amerikanischen Jacht „Indian Scout" der Sieg nicht zu nehmen. Die Staarboote ergaben einen Erfolg von Hitschler. Dr. Giesicke als Zweiter kam erst eine Stunde später ein. Auch auf der Innenbahn ließen die herrschenden Windverhältnisse eine einwandfreie Abwicklung nicht zu. In der Jollen-KIasse kamen Böß, Bickel, Hansolm und Hansen in dieser 86 Gewinne zu 1000 RM. 33597 49348 54384 55112 56317 59362 74868 86529 89010 90612 106845 107626 115132 ------ 123607 *----- ------ ------ ------ Zusammen 12 000,— RM. Einheitswert (1.1.31) zusammen 13 200,— RM. Gießen, den 17. Juli 1936. 25 Jahre Turnverein Kinzenbach. Der Turnverein Kinzenbach, der für den kommenden Sonntag die Ausrichtung des Kreis- volkstumens für die Kreise Gießen und Wetzlar übernommen hat, kann in diesem Jahre auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein wurde im Jahre 1911 mit 58 Mitgliedern ins Leben gerufen. Von diesen sind heute noch 17 Gründer im Verein. Sie werden am Sonntag durch Ueberrei- chung eines Diploms besonders geehrt. Der Verein nahm nach seiner Gründung einen recht guten Aufschwung und betätigte sich auf turnerischem Gebiet sehr rege. Der Weltkrieg nahm 17 Mitglieder, hauptsächlich Aktive, aus seinen Reihen. Nach dem Weltkrieg setzte trotzdem wieder der Turnbetrieb gut ein. Der Verein schloß sich dem seinerzeit bestehenden Dünsberg-Bund an und hatte sowohl in turnerischer sowie organisatorischer Hinsicht regen Anteil am Geschehen des kleinen Bundes. Nach ber Gründung des Lahn—Dünsberg - Gaues nahmen die Turner an fast sämtlichen Veranstaltungen dieses Gaues mit gutem Erfolg teil, u. a. wurden mehrmals Gaumeistertitel und sogar einmal eine Verbandsmeisterschaft errungen. Die Wende des Jahres 1933 brachte dem Verein wieder neuen Auftrieb. Dies beweist vor allem die in diese Zeit fallende Gründung einer Turnerinnenabteilung, die sich sehr gut entwickelt hat und heute einen sehr aktiven Bestandteil des Vereins darstellt. Der Verein pflegte lange Zeit das Handballspiel und ebenfalls auch Fußball, hat diese beiden Sportarten zur Zeit aber nicht mehr im Betrieb. Die Leitung des Vereins und vor allem auch die der turnerischen Abteilungen liegt in guten Händen. Aus Anlaß des Jubiläums wird am Sonntag eine aus eigener Kraft geschaffene Vereinsfahne ihre Weihe erhalten. J. B. HÄUSER GIESSEN, am Oswaldsgarten fMielel Nr 55 Die neue elektrische Waschmaschine mit schwenkbarem Elektro-Wringer In der bekannten erstklassigen Miete-Qualität und dabei außergewöhnlich preiswert von RM 235.- an einschl Elektro-Wdnqee Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Hühneraugen Hornhaut PPQLRST j Giess en i