Selbstverwaltung des Sports, die in Deutschland durchgeführt sei, eingreifen, wenn die Selbstverwaltung nicht richtig arbeite und Schäden entstehen. Zum Schluß erklärte der Reichssportführer, er sei ein großer Freund der internationalen Wettkämpfe, 'insbesondere der Olympischen Spiele. Er habe diese mit Begeisterung gefördert, denn er sehe in der Zusammenkunft der Sportler das b e st e Mittel zur Verständigung der Völker untereinander. Er habe Hochachtung vor den Leitern des französischen Sports, insbesondere vor Francois Pietri (dem Kriegsmarineminister, der zu den Führern des französischen Sports gehört). Ein Geschenk an den Führer. Sanitätsrat Dr. G e l h o r n , der kürzlich starb, schenkte seine Nervenheilanstalt „Theres i e n h o f" dem Führer Adolf Hitler. Dieser überwies das Sanatorium an die NSV. Süd- Hannover-Braunschweig. Bei einer Besichtigung der Anstalt, die dieser Tage im Beisein der Gauamtsleiter der NSV. Nordwestdeutschland stattfand, wurde bekannt, daß im „Theresienhof" nach Vollendung des Umbaues viele kinderreiche Mütter mit ihren Kindern Er« holung finden werden. c Kampf um den reinen Nationalismus im japanischen Volk. Mordanschlaa auf den Vater der „Organtheorie". Tokio, 21. Febr. (Oslasien-Diensi des DM.) Am Freilagmittag gegen 12 Uhr (japanischer Zeil) wurde auf den bejahrten Professor IN i n o b e, den Verfasser der heiß umkämpflen sog. Organtheo- c i e, ein Revolveranschlag verübt. Der Professor wurde schwer verletzt. Der Täter, ein Zljähri- ger Arbeitsloser, der in die Wohnung Winobes eingedrungen war, ist bei der Verhaftung tödlich verwundet worden. ♦ Der Anschlag auf Professor Minobe geht zurück auf geistige Strömungen, die man als Nippo- n i s m u s bezeichnen kann. Es steht dahinter ein scharfer japanischer Nationalismus, der das japanische Volk von fremden Einflüssen befreien und auf den wahren „Kaiserlichen Weg" zurückführen will. In weiten Schichten der jungen Generation, besonders unter Studenten und Offizieren haben sich Gesinnungsgemeinschaften gesammelt, um für die Verwirklichung des „ewigen, unendlichen und unabänderlichen Kaisergedankens" zu kämpfen. Professor Minobe, ein bekannter Staatsrechtler der Universität Tokio, hatte es gewagt, die vom Kaiser gegebene Verfassung Japans unter europäischem Gesichtswinkel zu erläutern. Er hatte erklärt, wenn im Artikel 5 der japanischen Verfassung davon die Rede ist, daß der Kaiser seine gesetzgebende Macht in Uebereinstimmung mit dem Reichstag ausübt, so ist der Kaiser als „O r - gan des Staates" zu betrachten. Gegen diese sog. Organ theorie geht der Kampf der „Nip- ponisten". Minobe wurde als Staatsschädling bezeichnet und gezwungen, aus dem Oberhaus auszuscheiden und auf seinen Lehrstuhl zu verzichten. Seine Werke wurden beschlagnahmt und die Anhänger der Organtheorie im japanischen Kabinett, darunter der Lordsiegelbewahrer M a k i n o und der Direktor der Verfassungsabteilung Kanonori, mußten zurücktreten. Auch die Ermordung des Generalmajors Nagata, Abteilungschefs im Kriegsministerium, durch den Oberstleutnant A i z a w a im September 1935, geht auf den Kampf der japanischen Nationalisten gegen die Organtheorie zurück. In ihren Kreisen befinden sich auch die Vorkämpfer des schärfsten japanischen Imperialismus, die „Verrat am kaiserlichen Gedanken" alles das nennen, was den Aufstieg Japans im Kampf um die Führung in Ostafien und um das letzte Ziel: „Asien den Asiaten" beeinträchtigen könnte. tell’r Nr. 44 Erstes Blatt 186. Jahrgang Zreitag, 21 Zebruar 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-vezugspreis: gjtit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.250/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ebbetg S* der Aus- beirufügen: letzte ^olksichuleh laut. ' Mähren zur ^umehmen, Dachsen sind, -lucht haben. i-März 1936 Ibauschule: mb. 1076 D e und Gardiner 5 Schaufensterj ssenschalt eschriebenen Wer- ten unsere Vertag i Einblick In die ssö? n.Lichterfelde 1072* ■y Erhöhte Rüstungsbereitschast der englischenIndustrie Neue Werke für Rüstungszwecke sollen durch Regierungskredite gestützt und auch in Friedenszeiten kriegstüchtig gehalten werden. Die Unfälle bei den englischen Luststreiikrästen 50:50. Italien hat bisher in der propagandistischen Auswertung der militärischen Ereignisse auf dem ostafrikanischen Kriegsschauplatz eine bemerkenswerte kluge Zurückhaltung und Mäßigung gezeigt. Es hat wohl aus dem großen Kriege gelernt, daß die Erhitzung der öffentlichen Meinung durch Siegesfeiern in das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung umschlagen kann, wenn Rückschläge eintreten oder die politische Folge, die ein richtiger Sieg haben sollte, ausbleibt, nämlich das Näherrücken des Friedens, den jedes im Kriege stehende Volk am innigsten erhofft. Zum ersten Male hat man jetzt auf Anordnung Mussolinis selbst den Erfolg der Truppen Badoglios an der Nordsront bei Amba Aradam im Stile einer großen Siegesfeier begangen und das Land unter die Suggestion eines für den Ausgang entscheidenden Ereignisses gesetzt. Zweifellos ist schon die rein militärische Bedeutung des Sieges, die Lösung Makalles aus der abessinischen Umklammerung und die Mattsetzung, wenn nicht Vernichtung eines beträchtlichen Teiles der feindlichen Streitkräfte, ein genügender Anlaß, die bisherige italienische Kriegsbilanz wesentlich zu verbessern, die nach vier Kriegsmonaten nicht allzu günstig bewertet werden konnte. Das Entscheidende aber für die italienische Auffassung ist — dies geht aus den Kommentaren der Blätter deutlich hervor — daß der militärische Erfolg und Fortschritt zusammenfällt mit einem Abschnitt der politisch-diplomatischen Seite des Krieges, nämlich mit der dreimonatigen Wirksamkeit der Sanktionen. Die Fahnen, die in diesen Tagen über Italien wehten, feierten gewiß die Tapferkeit der siegreichen Truppen, mehr aber noch die anschaulich gemachte Tatsache, daß Italien, ungebrochen durch die wirtschaftlichen und moralischen Wirkungen des völkerbündlerischen Federkrieges seinen Waffenkrieg weiterzuführen imstande ist. Bedeutet der Sieg um Makalle wirklich, daß die Wege sich zum endgültigen Erfolge Italiens zu neigen beginnen? Die italienischen Hoffnungen, die sich daran knüpfen, sind nicht rein militärisch-strategischer Natur, sondern mal rechnet nach wie vor mit einer allmählichen Auflösung des inneren Zusammenhalts der abessinischen Territorialgewalten und dem schließlichen Zusammenbruch der Herrschaft des Negus, für dessen legitime Stellung und Rechte ja der Völkerbund angeblich in die Schranken getreten ist. Die Freiheit und Souveränität eines Volkes und Staates ist — so rechnet man in Italien, und es sprechen viele geschichtliche Erfahrungen dafür — ein moralischer Schild nur solange, als ein Staat und Volk wirklich existiert. Erweist sich die italienische Behauptung als richtig, daß der Negus nur ein Gewaltherrscher ist und daß die abessinischen Stämme unter den Hammerschlägen der italienischen Heere in ihr Eigenleben oder gar unter die italienische Flagge flüchten, so wird auch die Genfer Ideologie wesenlos, es sei denn, daß die Mächte, die sich ihrer bedienen, sich auch dazu entschließen, Abessinien zum Glück seiner Einheit unter einen einzigen Herrscher zu zwingen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß selbst England, geschweige denn die übrigen, schon der Sanktionen müden Staaten vor einer solchen Ueberspitzung einer Politik zurückschrecken würden, die jede tatsächliche und revolutionierende Veränderung übersehen und in das Bett eines erstarrten Zustandes bannen würden. Insoweit ist also die italienische Spekulation, wenn sie durch die künftige Entwicklung auf dem Kriegsschauplatz und in der inneren Lage Abessiniens unterstützt werden sollte, richtig, das heißt: der Völkerbund kann in absehbarer Zeit vor eine neue Situation gestellt sein, in der die Begriffe, mit denen er bisher operierte, nur noch wesenloser Schein sind. An dem Tage, an dem Abessinien, wehrlos und in sich zerfallen, offen vor dem Zugriff der italienischen Heere läge, vielleicht sogar bereit, sich mit dem Sieger allein über sein künftiges Leben und Schicksal zu einigen, würde allerdings mit aller Gewalt der wahre Charakter der abessinischen Frage offenbar, der sich bisher notdürftig unter der modernen Ideologie des staatlichen und völkerrechtlichen Zusammenlebens verbarg. Für Italien würde dann der zweite, viel schwerere Teil seiner großen Unternehmung beginnen, nämlich die Aufgabe, die ihm zugefallene Siegesbeute gegen die Eifersucht und die konkurrierenden Interessen anderer zu schützen, das was es erobert hat, auch wirklich zu behalten und zu genießen. Es würde in diesem Kampfe, der zunächst ein diplomatischer sein würde, allerdings mit den „Bataillonen, die hinter ihm stehen", als Hauptgegner England gegenüber haben, das feine afrikanischen und vorderasiatischen Interessen gegen eine Ueberfrem- dung durch italienischen E'nfluß und Besitz schützen roilL Ob England in einem solchen reinen Jnteres- senkampfe, bei dem nur noch von englischem Imperium, nicht mehr von Moral gesprochen werden kann, die Politik anderer Staaten im bisheriaen Maße für sich einspannen könnte, ist immerhin zweifelhaft. Aber die Geschichte der neueren Zeit zeigt an zwei Fällen, an Rußland nach seinem Siege über die Türkei 1877, und an Japan nach dem Kriege gegen China, daß ein durch den siegreichen Krieg e r sch ö p f t e r Staat so gut wie wehrlos ist gegen die Diplomatie anderer, die ihm den Sieg zu schmälern entschlossen sind und dafür ihre unnerbrauchte Kraft einsetzen können. Wir sind von dieser z w e i t e n Phase der abessinischen Frage noch ein gutes Stück entfernt; aber es ist jetzt schon deutlich, daß sich England darauf vorbereitet. Es rechnet wohl nicht mehr damit, daß die Sanktionen einen wesentlichen Einfluß auf den Krieg selbst ausüben, aber sie sollen den militärischen Erschöpfungszustand, in dem sich Italien nach einiger Zeit befinden wird, wirtschaftlich und finanziell ver- London, 21. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die englische Regierung ist nach dem Bericht des „Daily Telegraph" mit der Ausarbeitung weitgehender Pläne zur Umstellung der Industrie auf die Bedürfnisse der drei Waffengattungen beschäftigt. Hierbei soll vor allem darauf geachtet werden, daß in dem gewöhnlichen Arbeitsgang der Industrie keine unnötige Störung eintritt. Außerdem sollen Vorkehrungen getroffen werden, um übermäßig hohe Gewinne bei der Vergebung der Rüstungsaufträge auf ein Mindestmaß zu beschränken. Ferner ist beabsichtigt, den Fabrikanten, die neue Werke f ü r Rüstungszwecke anlegen, gewisse Ausfall- bürgschaften zu geben, da diese Werke auch nach der Erledigung der in Aussicht genommenen Aufträge für etwaige Notfälle arbeitsfähig gehalten werden sollen. Die britische Industrie soll in die Lage versetzt werden, gegebenenfalls erhöhten Ansprüchen sofort genügen zu können. E i n Mitglied des Kabinetts wird beauftragt werden, die Rüstungsbereitschaft der eng- lichen Industrie in jeder Beziehung sicherzustellen. Diesem Minister, der in unmittelbarer Verbindung mit dem Reichsverteidigungsausschuß stehen soll, wird eine Reihe technischer Sachverständiger zur Verfügung gestellt. Für den Posten des Hauptberaters des „Gleichschaltungsministers" wird Lord Weir genannt, der sich bereits als industrieller Berater bei der Inangriffnahme der Aufrüstung der britischen Luftstreitkräfte betätigte. Die Zeitung „Daily Telegraph" schreibt, daß die organisatorischen Vorteile, deren sich die „autoritären Staaten" gegenüber den demokratischen Ländern erfreuten, ihren Eindruck auf die englische Regierung nicht verfehlt hätten. Für die erweiterten Werksanlagen, die ausschließlich Rüstungszwecken dienen, sollen besondere Gesellschaften begründet werden, denen die Regierung Kredite einräumen wird. Diese sogenannte Wehrindustrie- Gesellschaften werden gegen Verluste, die dadurch entstehen, daß die Werksanlagen in Friedenszeiten kriegstüchtig gehalten werden müssen, geschützt werden. Bei all diesen Maßnahmen geht die Regierung von der Ansicht aus, daß der Krieg der Zukunft sich mit einer solchen Schnelligkeit entwickeln werde, daß keine Zeit für eine ausreichende U m ft e 11 u n g der Industrie ohne die nötigen Vorbereitungen vorhanden sein werde. Man glaubt, daß diese Ansicht ganz besonders für den Luftkrieg zutrifft, .und steht auf dem Standpunkt, daß dasjenige Land siegreich aus einem Kampfe hervorgehen wird, dessen Industrie die besten Möglichkeiten für die Neu- beschaffung von Flugzeugen besitzt. London, 21. Febr. (DNB. Funkspr.) Die drei schweren Unfälle, die in den letzten 24 Stunden die britischen Luftstreitkräfte heimgesucht haben, veranlaßten die zuständigen englischen Stellen zur Einleitung einer gründlichen Untersuchung der Ursachen. Nach einer Meldung der „Daily Mail sind Kriminalbeamte hinzugezogen worden, da die Umstände den Verdacht einer Sabotage nicht ausschließen. Bestätigt wird diese Annahme durch die kürzlichen Enthüllungen über verbrecherische Anschläge an Bord englischer London, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Veröffentlichung des britischen Geheimberichtes über Abessinien durch das „Giornale d'Jtalia" nimmt das Interesse der Oeffentlichkeit erheblich in Anspruch. Mit Spannung wird der Erklärung entgegengesehen, die Außenminister Eden heute vormittag im Unterhaus abgeben wird. Die Zeitungen, die der Regierung nahestehen, betonen, daß eine Beunruhigung nicht am Platze sei, zumal der Inhalt des Berichtes beweise, daß England keine selbstsüchtigen Ziele verfolge, sondern nur getreu seinen Dölkerbundsgrund- sätzen handele. Eingehend wird die Frage erörtert, aus welchen Beweggründen die italienische Zeitung den Bericht, der tatsächlich eine hervorragende Stütze der englischen Völkerbundsthese sei, veröffentlicht habe. Die der Regierung nahestehenden Blätter betonen übereinstimmend, daß die Enthüllung in London in keiner Weise als feindlich empfunden werde. Die liberale „News Chronicle" schreibt, daß das Schriftstück die geräuschvollen Behauptungen widerlege, daß hinter dem Widerstand der britischen Regierung gegen den italienischen Angriffskrieg imperialistische und selbstsüchtige Ziele stünden. Der sozialistische „Daily Herold" meint, es sei nun der Beweis erbracht, daß die Unterstützung des Völkerbundes durch England keineswegs von britischen Kolonialinteressen diktiert werde. Der „Daily Telegraph" schreibt ironisch, die Bombe habe nicht England, sondern Italien getroffen, dessen Oeffentlichkeit nun in überzeugender Weise bewiesen werde, daß England keine selbstsüchtigen Ziele verfolgt habe, als es sich in Genf gegen den Staat wandte, I ber die Völkerbundssatzungen gebrochen habe. Kriegsschiffe. Als besonders eigenartig wird der Umstand bezeichnet, daß es sich bei den beiden Maschinen, die in der Nacht zum Donnerstag ab- stürzten, um Nachtbomber der neueren Bauart handelt, die im gleichen Flughafen beheimatet waren und in der gleichen Nacht verloren gingen. Die auf der Höhe von Le Havre abgestürzte Maschine konnte gestern abend geborgen werden, wobei sich herausstellte, daß das Flugzeug nur wenig beschädigt ist. Die beiden Bombenflugzeuge waren mit modernen drahtlosen Stationen ausgerüstet, so daß die Möglichkeit daß die Maschinen sich verflogen haben, so gut wie ausscheidet. Entgegen der ursprünglichen Erwartung trägt sich die Regierung nun doch mit dem Gedanken, den Bericht in vollem Umfange zu veröffentlichen. Erwähnt zu werden verdient noch die Tatsache, daß der Ausschuß, der etwa Mitte vorigen Jahres das Geheimdokument anfertigte, sich aus Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Kriegsministeriums, der Admiralität, des Luftfahrtministeriums und des Ministeriums für die Dominions zusammensetzte. Der Vorsitzende dieses Ausschusses, der ständige Unterstaatssekretär des Kolonialministeriums Sir John M a s f e y, ist zur Zeit von England abwesend. Ins Foreign Office berufen. London, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der britische Botschafter in China Sir Alexander C a - bogan ist zum stellvertretenden U n t e r st a a t s- sekretär für auswärtige Angeleg e n- beiten ernannt worden. e>ein Nachfolger wird der britische Gesandte in Teheran Sir Hugh Knatchbull-Hugessen. Der „Daily Telegraph" sieht in der Berufung Cadogans einen Beweis für den Wunsch des Außenministers Eden, im Auswärtigen Amt auch weiterhin einen Völkerbundskurs zu steuern. Cadogan war vor seiner Entsendung nach China mehrere Jahre Leiter der Völkerbunds-Abteilung des englischen Außenamtes. Auf feinem neuen Poften wird er Vertreter des ständigen Unterstaatsfekre- tärs Sir Robert V a n f i 11 a r t fein. Bemerkenswert ist die Feststellung des „Daily Telegraph", daß Vanfittart sich seit dem Amtsantritt Edens auf Urlaub befinde und noch nicht wieder nach Whitehall zurückgekehrt fei. stärken, fo daß an der Tafel der kommenden Abessinienkonferenz ein armes, ausgeblutetes Italien dem reichen und wohlgenährten England gegenübersitzt. Auch diese Rechnung hat viel für sich. Aber beide, die italienische wie die englische, können, da es sich nicht um reine Algebra handelt, Fehlerquellen haben, die heute noch nicht sichtbar sind. Das Spiel steht mehr als je 50:50. O. M. Sport verbindet die Völker. Der Reichssportführer spricht mit einem französischen Journalisten. Paris, 20. Febr. (DNB.) Der Sonderberichterstatter des „Paris Soir" in Garmisch-Partenkirchen hatte eine Unterredung mit dem Reichssportführer von Tschammer und Osten über die Bedeutung des Sports. Ein moderner Staat, so erklärte von Tschammer und Osten u. a., könne in der Erziehung seiner Jugend auf die Leibesübungen nicht verzichten. Gerade das Großartige in der griechischen Kultur sei es, daß in ihr die völlige Harmonie zwischen Leib und Seele erreicht worden sei. Die Gegner des Sports, die behaupten, daß die Förderung der Leibeserziehung und der sportlichen Hebungen nichts als eine Vorbereitung a u f den Militärdienst und auf den Krieg fei, vertreten eine ganz primitive Auffassung. Ein gesunder Mensch werde in jedem Fall ein fröhlicherer und umgänglicherer Mensch sein als ein kranker. Er glaube, daß die Freundschaften, die, der Sport vermittele, den Krieg sicherer verhinderten, als die Tatsache ihn fordere, daß Svort- ler mutige und tapfere Leute sind. Es gebe keine bessere Gelegenheit als die Olympischen Spiele, iim festzustellen, daß die Sportsleute aller Nationen untereinander sehr schnell Freunde werden. Das sei darauf zurückzusühren, daß der Spart zur Natürlichkeit und zur Ritterlichkeit erziehe. Ritterliche und natürliche Menschen aber hätten eine Gesinnung, von der nur zu wünschen sei, daß sie Allgemeingut der Welt werde. Der Staat dürfe den Sport nicht kommandieren. Nur in der freiwilligen Ausübung des Sports liege fein großer sittlicher Wert. Der Staat solle nur die Oberleitung übernehmen und in die Eden spricht heute über den englischen Geheimbericht. London sieht in dem Bericht Bestätigung für die Uneigennützigkeit Englands. natürlich gewachsene und Die Aufdeckung dieses Unternehmens durch die Geheime Staatspolizei beweist, daß zwischen ge* wissen Teilen katholischer Verbände und illegalen kommunistischen Organisationen eine enge Zusammenarbeit besteht. Erst vor einigen Tagen mußte ein Kaplan verurteilt werden, weil er sich die Verteilung von Flugblättern eindeutig kommunistischen Inhalts hatte zu Schulden kommen lassen. Von bekannten katholischen Tageszeitungen des Auslandes ist ja schon seit langem eine solche Zusammenarbeit gegen den Nationalsozialismus offen empfohlen worden. Mit Genugtuung kann fest- gestellt werden, daß die katholische Bevölkerung Deutschlands in ihrer überaus großen Mehrheit über die jetzt aufgedeckten Tatsachen außerordentlich bestürzt ist und von den hochverräterischen Machenschaften der jetzt Verhafteten mit aller Entschiedenheit abrückt. waren. Ferner wurde in Prag eine Druckerei entdeckt, in der die Propagandaschriften hergestellt wurden und aufgestapelt waren. Als Urheber der gesetzwidrigen Agitation wurden 15 Personen, größtenteils reichsdeutsche Emigranten, verhaftet. Paris, 20. Febr. (DNB.) Die Kammer nahm am Donnerstag die Aussprache über den französisch-sowjetrussischen Pakt wieder auf. Der seinerzeit von der Dritten Internationale ausgeschlossene unabhängige kommunistische Abgeordnete D o r i o t wandte sich sehr nachdrücklich gegen die Ratifizierung des Paktes. Er habe es begrüßt, daß Frankreich seinerzeit die Sowjetunion anerkannt und später einen Nichtangriffsvertrag abgeschlossen habe, der beiden Teilen völlige Freiheit gelassen und die gegenseitigen Beziehungen in erfreulicher Weise geklärt habe. Dabei hätte es bleiben sollen. Der neue Pakt habe ein doppeltes Gesicht. Frankreich sei ein demokratischer Staat und Hüter des Versailler Systems. Der Anschein, daß S o w j e t r u ß l a n d sich allmählich der Auffassung Frankreichs genähert habe, sei eine Täuschung. Lenin habe erklärt, daß die Sowjetunion den Anfang der Weltrevolution darstelle. In Rußland habe man es mit zwei Einrichtungen zu tun, mit der Sowjetregierung und der Dritten Internationale, die beide von dem gleichen Mann gelei- t e t würden. Wenn das französische Bürgertum mit der Sowjetunion einen Pakt unterzeichne, so gebe es sich einer Utopie hin, mit der rechten Hand würde der Bolschewismus den Pakt unterzeichnen, mit der linken Hand die weltreoolutionäre Propaganda weiterführen. Alan müsse sich nach dem Hauptgrund fragen, der die Sowjetunion veranlasse, den Pakt mit Frankreich anzustreben. Die Sowjetunion könne nicht mehr auf das deutsche Volk in feinem Kampfe gegen die an de- Donauträume - Donauschäume. In Prag wollen sich am 24. Februar die Der- rreter des Kleinen Verbandes um den zusetzen. Die Regierung werde niemand ver. folgen, der sich nicht außerhalb des Gesetzes stelle. Dem Sonderberichterstatter des „Paris Soir" er- klärte Azana: Die neue Regierung sei für die Aufrechterhaltung der Verfassung. Ordnung, Friede und Gerechtigkeit seien die ersten Grundbedingungen hierfür. Er wolle mit einer schwierigen Aufgabe anfangen und den Ausgleich der Finanzen schaffen. Es gebe zu viel Armut und Elend in Spanien. Als erstes sollen die Agrar- und die Arbeits frage in Angriff genommen werden. In Spanien fei die Bauernschaft ähnlich wie in Frankreich von der wirtschaftlichen Not am meisten betroffen. Die A m n e st i e werde in den Cortes angenommen werden. 30 000 Gefangene warteten auf ihre Befreiung. Dies müsse aber ebenfalls gesetzlich geschehen und daher erst nach Zusammentritt der Cortes. Die Sozialisten beschränkten sich auf eine stille Duldung des Kabinetts. Ein Mindest- Programm sei mit diesen vor den Wahlen ausgearbeitet worden. Das Kabinett gehöre zu den gemäßigten und wünsche, legal zu bleiben. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde heute nachmittag der Politiker der Republikanischen Union Pedro Rico wieder in das Bürgermeisteramt der Stadt Madrid eingeführt. Pedro Nico war bereits Bürgermeister in Madrid unter der ersten Regierung Azana. — Zum Generaldirektor der spanischen Polizei wurde Alonso M a y o l ernannt, der bereits unter der ersten Regierung Azana als Gouverneur von Asturien tätig war. reu Völker zählen. Der Rationalsozialis- mus habe dem Bolschewismus die größte Niederlage beigebracht, und Deutschland sei ein Schuhwall gegen den Bolschewismus. Die Leiter der Sowjetunion nützten in genauer Kenntnis der französischen Psychologie Frankreichs Furcht vor einem deutschen Angriff aus. Früher spielte der Bolschewismus den Besiegten gegen den Sieger aus. Jetzt würde der Sieger gegen den Besiegten ausgespielt, da der Besiegte sein Regime geändert habe. Die sowjetrussischen Diplomaten sagten, man müsse den französisch-sowjetrussischen Pakt um der allgemeinen Sicherheit willen unterzeichnen: gleichzeitig aber begründeten die kommunistischen Abgeordneten in Frankreich den Massen gegenüber die Unterzeichnung damit, daß der französisch-sowjetrussische Pakt das beste Mittel sei zur Erreichung der Weltrevolution. Herriot sprach sich fürdieRatifizierung aus. Er bestritt die Berechtigung der an den Wert der sowjetrussischen Armee geäußerten Zweifel. Sowjetrußland verfüge zur Zeit über 1,3 Millionen Mann aktiver Truppen. Zusammen mit der Reserve und mit der Landwehr könne Sowjetrußland etwa 13 Millionen Mann unter die Waffen st e l l e n. Sowjetrußland habe ferner große Fortschritte hinsichtlich der Beförderungsmog» l i ch k e i t e n gemacht. Die Bedeutung seiner Luft- streitkräfte sei bekannt. Herriot führte die Deutscher Protest in Bern. Oer Beschluß des Bundesrats eine politische Demonstration. Moskan spielt mit Frankreich. Gin unabhängiger Kommunist gegen die Notifizierung des NuffenpaktS Schwere Unruhen in Spanien. Ausschreitungen gegen Rechtsverbande, Kirchen und Klöster in vielen Städten Nordspaniens und Andalusiens. wurden die politischen und sozialen Sträflinge frei- gelassen. Die wegen krimineller Vergehen verurteilten Gefangenen benutzten die allgemeine Unruhe, um zu entkommen. Die Sträflinge bildeten mit ihren Angehörigen, die vor den Torey des Gefängnisses auf die Freilassung gewartet hatten, einen Umzug mit roten Fahnen und Plakaten. In Cordoba (Andalusien) wurden aus Wohnungen bekannter rechtspolitischer Personen das Mobiliar auf die Straße geschleppt und dort verbrannt. Die Linksradikalen schleppten ferner aus einem Nonnenkloster sämtliche Insassen auf die Straße. Die Nonnen wurden von der Menge in ihre elterlichen Wohnungen gebracht. Ein Apotheker und seine Frau wurden als Organisatoren der dortigen Faschisten verhaftet. Azalias Programm. Madrid, 20. Febr. (DNB.) Ministerpräsident Azana wandte sich in einer Rundfunkrede an das spanische Volk: Die Regierung werde i m r e - publikanis chen Gei st das von der Mehrheit des spanischen Volkes für richtig befundene Programm durchführen. Mit der Wiedereinführung der im April 1931 gewählten links- politifchen Gemeinde-Verwaltungen sei der erste Schritt getan, um die während der letzten zwei Jahre begangenen Ungerechtigkeiten wiedergutzumachen. Den Ministerien seien bereits Richtlinien gegeben worden, um die anläßlich der politischen Ereignisse entlassenen Beamten möglichst umgehend wieder in ihr Amt ein - ausgesetzten Glashaube ersticken wolle, so müsse sie „ja" sagenzu dem Geschehen in Deutsch- land. Man müsse in der deutschen Erhebung einen Vorgang von weltgeschichtlichen Ausmaßen, der auch für das übrige Europa allerhand bedeute, sehen, und nicht wie kürzlich eine Schweizer Wochenzeitung, „Die Nation", schrieb, eine „weltgeschichtliche Schmierenposse". Wörtlich sagt dann Henne: „Die heutige Haltung der schweizerischen Oeffentlichkeit gegenüber Deutschland entspringt nicht der Stärke, sondern innerer Schwäche und mangelndem Selbst- vertraue n". Es wäre besser, mit offenen Augen sorgfältig all das zu verfolgen, was in Deutschland seit dem Umsturz g e I e i ft e t worden ist, statt sich in unfruchtbarer Kritik zu erschöpfen. Aufgabe der Schweiz sollte es auch hier wieder sein, unter Wahrung ihrer Eigenheit schöpferisch mitzugestalten. Eine starke gegenseitige Kon- taktnahme zwischen der Schweiz und dem Reich sei richtig und notwendig. Der jetzige Zustand sei nicht nur unwürdig, sondern auch in höchstem Grad gefährlich, nicht für Deutschland, wohl aber für d i e Schweiz. Statt den europäischen Sittenrichter zu spielen und einen Naturschutzpark für bie überholten Ideen von gestern einzurichten, sollte die Schweiz sich zur Wirklichkeit zurücksinden und beherzt an die Aufgaben Herangehen, die ihr gestellt sind. Wieviel schweizerische Vereine gibt eS in Deutschland? Basel, 20. Febr. (DNB.) Wie aus der Schweizer Presse hervorgeht, bestehen gegenwärtig in Deutschland 40 schweizerische Hilfs- und Unter st ützungsgesellschaften, die vom Bund und teilweise auch von den Kantonen sowie durch bestimmte schweizerische Sammlungen unterstützt werden. Diese Gelder werden an die in Deutschland lebenden bedürftigen Schweizer auf dem Wege über die Konsulate überwiesen. Daneben gebe es noch ungefähr 30 Klubs und gesellige Schweizer Vereinigungen, außerdem bestehen noch einige Studentengruppen an mehreren deutschen Hochschulen. Die meisten Vereinigungen seien der Auslandsorganisation der neuen Helvetischen Gesellschaft angeschlvssen, die eine überparteiliche Organisation darstelle. In B er- l i n befinden sich die Schweizer Wohltätlgkeits- gesellschaft, der Schweizer Klub, der Schweizer Verein und der Verein der Eidgenossen. Prag, 20. Febr. (DNB.) In Prag und in der Provinz sind Agitationsschriften in deutscher Sprache aufgetaucht, die durch ihren hetzerischen Inhalt gesetzwidrigen Charakter trugen. In diesen Schriften wurde für eine gewaltsame Aenderung der demokratischen Staatsordnung eingetreten Von der Polizei wurde ermittelt, daß diese Propagandaschriften unter den reichsdeut- schen Emigranten umliefen und auch für die Verbreitung jenseits der Grenze bestimmt fremde Märkte aufzusuchen. i Es gibt keinen größeren Widerspruch als den, daß z. B. die Tschechoslowakei, die über- ( wiegend industrialisiert ist, mit den Agrarstaaten ’ des Donauraumes trotzdem nicht in ein Tausch- Verhältnis treten kann, weil die Agrarstaaten bei ; dem Mangel an geeigneten Märkten die tschecho- j ilowakischen Erzeugnisse nicht kaufen können. 5 Umgekehrt kann auch die Tschechoslowakei nicht als , Hauptkäufer für die Agrarerzeugnisse der Länder < des Donauraumes auftreten, weil sie zunächst selbst i Getreide und Vieh hervorbringt, sodann aber da , taufen muß, wo sie selbst Absatz finden kann. Was vor allem die Länder des Kleinen Verbandes weiter empfindlich geschädigt und belastet hat, war und ist der Zwang, eine militärische R ü - ft u n g aufrecht erhalten zu müssen, deren Kosten weit über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Lander hinausgehen. Frankreich, das diese militärische Bereitstellung erzwungen hat, hat zwar Kredite gewährt, allein gerade diese Kredite haben sich für die einzelnen Länder als besonders verhängnisvoll erwiesen. Dabei kann Frankreich auf der anderen Seite den Nachfolgestaaten wirtschaftlich so gut wie gar nichts bieten, denn Frankreich braucht keine Agrarerzeugnisse; es kann aber auch die Industriewaren nicht aufnehmen, die die Tschechoslowakei herstellt, weil es im wesentlichen die gleichen selbst herstellt, wie z. B. Galanteriewaren. Die Nachfolgestaaten, die Länder des Kleinen Verbandes an der Spitze, wären trotz aller Kredite Frankreichs wirtschaftlich und finanziell schon zusammengebrochen, wenn nicht Deutschland seine Märkte geöffnet hätte. Wie immer sich auch die wirtschaftliche Entwicklung international gestaltet, ob es sich um eine Hochkonjunktur handelt oder um den Einbruch einer Wirtschaftskrise, immer war und ist Deutschland der Markt, auf dem die Länder des Donauraumes den größten Teil ihrer Ausfuhr absetzen können. Wenn wir einmal für 1934 berechnen, daß die Ausfuhr aller Nachfolgestaaten mit Einschluß Oesterreichs und Ungarns 1920 Millionen Mark betrug, daß von dieser Gesamtausfuhr 375 Millionen Mark nach Deutschland gingen, so zeigt das, wie entscheidend der deutsche Markt für die Nachfolgestaaten heute noch ist. Es ist dabei zu beachten, daß der Außenhandel der Nachfolgestaaten sich in der Hauptsache untereinander vollzieht, so daß der Außenhandel mit Ländern, die außerhalb der Grenzen der Nachfolgestaaten liegen, mit Ausnahme Deutschlands verhältnismäßig gering ist. Aber für die wirtschaftliche Entwicklung der Nachfolgestaaten kommt es darauf an, daß sie nicht nur untereinander tauschen können, sondern auch imstande sind, rege wirtschaftliche Beziehungen mit anderen Ländern zu unterhalten. Es ist bisher nicht gelungen, für den Donauraum eine wirtschaftspolitische Lösung zu finden, die einigermaßen danach aussieht, dauerhaft zu sein. Weder in Lausanne noch in Stresa, weder in Paris noch in London, weder in Genf noch in Rom konnte früher eine solche Lösung gefunden werden, ganz einerlei, ob die Nachfolgestaaten geschlossen auftraten oder auftreten mußten, ober ob einzelne von ihnen in irgendeiner Hauptstadt Europas gesondert verhandelten. Es war keine Lösung möglich, weil es keine Lösung ohne den Staat geben kann, der nun einmal das Kernstück Europas ist und bleibt, der als solcher auch die Herzkammer bedeutet: Deutschland. Wenn in Prag versucht werden soll, eine Lösung zu finden, die aus den Nachfolgestaaten einen wirtschaftspolitischen Block zusammenschweißt, so wird es vielleicht eher möglich sein, die Quadratur des Kreises zu finden. Abgesehen davon, daß weder der Kleine Verband noch die Nachfolgestaaten sich untereinander Vorzugszölle gewähren können, um so einen wirtschaftlich und handelspolitisch gefestigten Block herzustellen, bleibt immer zu beachten, daß dienatürlichen Verkehrsstraßen des Donauraumes über und nach Deutschland führen. Es bleibt weiter zu beachten, daß Deutschland mit den Nachfolgestaaten handelstechnisch im Verhältnis der M e i st b e g ü n st i - g u n g steht, so daß Vorzugszölle der Nachfolgestaaten untereinander auch Deutschland gewährt werden müssen. Wenn das nicht geschehen soll, so müssen alle handelspolitischen Bindungen vorher gekündigt werden, was aber für einen Teil der Nachfolgestaaten sich kaum empfehlen dürfte, weil dann die Ausfuhr dieser Staaten in sich zusammenbrechen würde. Wir werden ja sehen, was aus den Verhandlungen in Prag herauskommt, wir werden also auch prüfen können, ob der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Hodza so etwas wie eine Quadratur des Kreises gefunden hat. Aber es ist gut so, daß sich die Vertreter des Kleinen Verbandes zunächst um den Runden Tisch zusammensetzen, um dann wieder einmal zu entdecken, daß es mit der Versailler Politik in Europa nicht geht. Welche Schlüsse sie daraus ziehen, ist ihre Sache. Deutschland kann warten. Prager Donauträume haben von jeher daran gekrankt, nur Donauschäume zu sein. Die Präger Polizei gegen die Umtriebe der Emigranten. derten. In Vigo (Galizien) drangen Anarchisten in das Büro der spanischen faschistischen Partei ein und versuchten, die sich dort aufhaltenden Faschisten zu l y n ch e n. Die Polizei verhinderte das Verbrechen im letzten Augenblick. In E l Ferrol (Galizien), Huelva, Malaga (Andalusien) und anderen Orten wurden die Parteihäuser der katholischen Dolksaktion und der f a s ch i st i s ch e n Partei, ferner die nationalen Versammlungslokale und ein theologisches Seminar gestürmt und in Brand gesteckt. In La Coruna (Galizien) wurde eine Kirche angezündet. In Acija wurde die kommunistische Revolution ausgerufen. Nach dem Ort sind starke Polizeiabteilungen aufgebrochen, um die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. In Alicante brachen die Insassen einer Erziehungsanstalt aus. Zwei von ihnen wurden von der Polizei erschossen und drei schwer verletzt. In O o i e d o (Kantabrien) stürmte die Menge das Gefängnis und befreite 900 Gefangene. In Gijon (Kantabrien) Runden Tisch setzen, um einmal zu überprüfen, wie sich das umstrittene Schicksal des Donauraumes gestaltet, wenn die Länder des Kleinen Verbandes sowie im Anschluß daran die Mitglieder des Bal- tanbunbes so etwas wie einen Versuch machen, ein wirtschaftspolitisches Großreich mit Vorzugszöllen untereinander herzustellen. Zunächst liegt darin, daß der umstrittene Donauraum nicht zur Ruhe kommen kann und will, eine vernichtende Kritik an der unheilvollen Versailler Politik, die ewachsene und gewordene Wirtschaftsmachtpolitischen Gründe, aus Engherzig- Sicherstellung des Führernachwuchses der Partei. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Das Presse- referat des Reichsorganisationsleiters D r. Ley teilt u. a. mit: Heute beginnt in Köln eine Aktion der nationalsozialistischen Bewegung, die den Auftakt für eine Sicherstellung des Führernachwuchses der Partei bildet und in den nächsten Wochen ihre planmäßige Fortsetzung in allen anderen Gauen des Reiches finden wird. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley wird an der Spitze einer Kommission im Kölner Gauhaus der NSDAP, mit der Ausmusterung jener Männer beginnen, die demnächst d i e drei neu errichteten Burgen d e r NSDAP. „Vogelsang", „Grös- sinsee" und „Sonthofen" für die Mindest- öauer eines Jahres beziehen, um dort eine Ausbildung für ihren späteren Wirkungskreis in der nationalsozialistischen Bewegung zu erhalten. Der Kommission, der Staatsrat Pg. Schmeer, ferner Pg. Marrenbach, der Leiter des Haupt- Personalamtes der Reichsorganisationsleitung der NSDAP. Dr. med Streck vom Hauptamt für Volksgesundheit und ein Beauftragter des Schatzamtes der Deutschen Arbeitsfront angehören, werden 30 Parteigenossen im Alter von 25 bis 30 Jahren zur Ausmusterung stellen. Sie müssen die Hitlerjugend, den Arbeits- d i e n st und die Wehrmacht absolviert und sich als Politischer Leiter, SA.- oder SS.-Mann betätigt haben. Auch ihre rassische Eignung wird entsprechende Beurteilung erfahren. Die in allen Gauen Deutschlands ausgemufterten ersten 500 Mann werden am 1. Mai d. I. auf bet Burg „Vogelfang" in der Eifel einrücken. Sie sollen durch eine ausgewählte Erzieherschaft die beste Lebensschulung erhalten, die Menschen überhaupt Menschen zu nieten vermögen. Nach Abschluß der auf diesen Burgen der NSDAP, absolvierten Zeit werden diese Männer als hauptamtliche Kräfte der Partei Verwendung finden. Wo sich etwa ein Versagen gezeigt haben sollte, wird die Ausscheidung aus jenem Kreis, der als eine verschworene Gemeinschaft bezeichnet werden kann, im rechten Zeitpunkt erfolgen. Diejenigen aber, die sich erfolgreich allen ihnen auferlegten Prüfungen gewachsen zeigten, haben und bieten die Gewähr, als Glieder bes Führerkorps der nationalsozialistischen Bewegung und zum Segen des ganzen deutschen Volkes angesetzt zu werden. Hochverräterische plane von Kommunisten und katholischem Zugendverband. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Irn Rheinland und Westfalen läuft zur Zeit durch die Geheime Staatspolizei eine polizeiliche Aktion mit dem Ziele, die Zusammenarbeit zwischen einem katholischen I u n g m ä n n e r v e r - band sowie der illegalen k o m m u n i st i - schen Organisation Deutschlands aufzudecken und das gemeinsam geplante hochverräterische Unternehmen zu unterbinden. Im Verlaufe dieser Aktion wurden bis jetzt sieben kommuni st ische Führer, zehn Geistliche und 45 Laienführer des katholischen Iungmännerverdandes fe st genommen. Madrid, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) In zahlreichen spanischen Provinzen kam es am Donnerstag zu schweren Ausschreitungen gegenAngehörigeberRechtsparteien, deren Parteibüros und Versammlungslokale, ferner gegen Kirchen und Klöster. In verschiedenen Städten brachen dieGefangenen aus. Bei Amnestie - Kundgebungen fanden s ch w ere Zusammen st öße zwischen Polizei und Linksradikalen statt, die insgesamt bisher fünf Tote und 31 zum Teil Schwerverletzte for- Berlin, 20. Febr. (DNB.) Der deutsche Gesandte in Bern ist beauftragt worden, der schweizerischen Regierung eine Rote zu übermitteln, in der nachdrücklich st Protest gegen den Beschluß des Bundesrates erhoben wird, der eine Landesleitung und Kreisleitungen der RSDAP. in der Schweiz untersagt. Die deutsche Rote weist die Unzulässigkeit des schweizerischen vorgehens nach und wendet sich gegen die in diesem Vergehen liegende politische Demonstration. Sie spricht die Erwartung aus, daß der Beschluß des Bundesrates rüdgän- g i g gemacht wird. Mehr Mut! NSG. Rolf Henne, der Führer der Schweizer „Nationalen Fron t", veröffentlicht im Januarheft der Schweizer Monatsschrift „Nationale Hefte" einen bemerkenswerten Aufsatz über das Verhältnis der Schweiz zum neuen Deutschland. Eingangs feines Aufsatzes weist Rolf Henne auf die Einstellung des Durchschnittsschweizers hin, welcher meint, es gehöre zum guten Ton, über das neue Deutschland zu schimpfen und kein gutes Haar an ihm zu belassen. Unter dem Terror der öffentlichen Meinungsmache, die jeden schon zum Hochverräter stempele, der nicht gleich in das allgemeine Verdammungsurteil gegen Deutschland ein* stimme, sei auch manch wackerer Eidgenosse zusammengeknickt, der sich ursprünglich seinen freien Blick bewahrt hätte. Diese künstlich von der Emigranten- und Systempresse gezüchtete antideutsche Psychose sei aber eine gewaltige Gefahr, nicht für Deutschland, wohl aber für die Schweiz selbst. Die große Schweizer Presse bringe grundsätzlich nur ungünstige Meldungen aus Deutschland, verschweige aber hartnäckig alle positiven Leistungen des Nationalsozialismus, wobei sie den Anspruch erhebt, Sachlichkeit und Objektivität für sich allein gepachtet zu haben. Henne fordert nun aus geschichtlichen Betrachtungen heraus einen Anschluß der Schweiz an das Geschehen in Deutschland. Keinen politischen Anschluß, wie er übrigens auch von den führenden deutschen Nationalsozialisten abgelehnt worden wäre, wohl aber das Wiederbewußtwer- den des Zusammenhangs mit dem deutschen Kulturzentrum. Wenn die Schweiz nicht kulturell verdorren und unter der sich selbst gebiete aus machtpolitischen Gründe, aus Engherzigkeit, aus. Dummheit und aus Unverstand zerrissen hat. Aber bas Gebilde, das dafür geschaffen wurde, kann sich noch immer nicht in die Ausgabe hineingewöhnen, die ihm die Versailler Politik zugewiesen hat. Das erklärt sich in der Hauptsache dadurch, daß die Nachfolgestaaten der Donaumonarchie ohne Rücksicht auf die nationalen Grenzen aus- einanbergeriffen würben, fobann baburch, baß bei der Zerreißung wirtschaftliche Tatsachen überhaupt keine Rolle spielten. So entftanben Agrar- länber, von benen jebes für sich Überschüsse liefert, bie sie also nicht gegenseitig austauschen können, so baß nichts anberes übrig bleibt, als 0a W JjjAi ’strl ÄM-i' ffe". U M Die Gntancth pilanj zeigt meijen im Fak einen Aussuh I lionen Mar 'ee palfio war, c W auf 468,41 | ch burd) bie M i Anfuhr ai l, ^ühstosse B h toode, wobei rber der G . jetzt die Ei I Wen und Pe I ' 'igten Sta I Nger barlegte M Rolle in -:^r machen i ; Zuletzt dürst W Verschiebe Wangen. Die ; •Jrt an dem Rüc !,,n, die 70,3 1 Hussein 7" vertreten, : !'lfa zunahm, ^enverkehrs, '^Hinter e'ch «erlin, 20.ö -lillhalteko *en dem deu .^ländische Wirkung der Diskontbank -.Aufrecht ^kkred'te L Auch dieser jtn Abkomme ■W von > Men Forde d sind. , Kred'tvolu yiarben Mark jrt eine wei nähernd r diesem Ergeb ■ife von Ree iindsürRei Daher bes Wz darin, d Irisemark" im Einrichtung in diesem Sin Stimmen zwische iijt, wenn ein 0 hing beruhende :bruf t, unb bei | Irn Registermark 'iir Reisezw ! I yn der Reichst) en 5*116 1 f C: n. a( We H Ke",!i K b4T L .Ät ' S-I-tzlich g„ Antritt ber sich ou ,?!” ®inbe[t. ll>len ausgeoi, ' W d-n , )en. 9 r der Republik °'eder in bQ5 ^Madrid Bürgermeister J9 Azanm - .folizei wurde "s unter der uoerneur oon m. so müsse sie in Deutsch. Erhebung eipen usmaßen, der rhand bedeute, schweizer Wo. eine „weltge. leutige chalthng enüber Deutsch. Jem innerer em Selbst, t offenen 2Iußen in Deutschland en ist, statt sich n. Ausgabe der r sein, unter schöpferisch genseitige Son- i bem Reich sei uftanb fei nicht fjftem Grad d, wohl aber ätschen Sitte» chpark fürA? irichten, M ütffinben M i, die ihr M Imme ind? iU5 der Schwei- gegenwärtig in Hilfs- und en, die vom Kantonen fo®’1 mlungen unter en an die « ,weizer auf dem , Daneben gebe b gesellige außerdem be> gruppen.«" rneistenBere.nl' M der neuen ngeschlossen, d'k stelle. In Ber' Wohltäiigkelis' Schmelzer Ber , ffr^ unflierNt st;r'M tneif«1- df1 fjltio »Ski .r nroBc u! ner 9 gsln"s., .run0 flyfj ■rioi । rnvatiS. .onalloN* QtÖfeU W* anb Dn nutjfe« « n ri«»°'Z xZ $,*■« abe. ... i 7 L-hM Zeugnisse des tschechoslowakischen Generalstabschess und des Leiters der französischen Militärmission Loiseau an, die die sowfterussische Armee als eine der mächtigsten Europas bezeichnet hätten. Herriot wies dann die Auffassung zurück, daß man keinen Vertrag mit einem Lande ratifizieren fönne, das 1917 oon seinen Bundesgenossen abgefallen sei. Zur Beurteilung der Schuldfrage sei zu berücksichtigen, daß zwischen dem deutsch-russischen Waffenstillstand und dem Friedens- schluß, nämlich zwischen Dezember 1917 und März 1918, oon Rußland an Frankreich wiederholt Hilferufe ergangen seien, die man aber nicht beachtet habe. Schließlich habe auch Rumänien einen Sonderfrieden a b - geschlossen, und doch habe man Rumänien nachher Vertrauen geschenkt, und zwar mit Recht. Der französisch-sowjetrussische Pakt stimme mit den Dölkerbundssatzungen völlig überein. In Wirklichkeit sei er ein französisch-tschechoslowakisch-sowjetrussischer Pakt, denn Frankreich sei der Tschechoslowakei gegenüber Verpflichtungen eingegangen. Seitdem Sowjetrußland in den Völkerbund eingetreten sei, hätte es sich vorbildlich benommen. Ministerpräsident Görings Besuch in Warschau Warschau, 20. Febr. (DNB.) Wie die polnische Presse meldet, nehmen an der Jagd in Bia- l o w i e s ch neben dem Ministerpräsidenten Göring und den deutschen Gästen u. a. General Fabrycy, der Chef des Militärkabinetts des polnischen Staatspräsidenten General S ch a l l y und der Vizedirektor des politischen Departements des Außenministeriums Graf I. Potocky teil. Die Gattin des Ministerpräsidenten Göring, die bis zum Samstag in Warschau bleibt, folgte heute nach einer B e - fichtiaungsfahrt durch die Stadt einer Frühstückseinladung des Grafen Potocky im Schlosse Jablona bei Warschau. Abends wohnte Frau Göring einer Vorstellung des „C i d" oon Corneille im Warschauer Nationaltheater bei. Das neue Kreditabkommen fördert den Reiseverkehr. Berlin, 20 Febr. (DNB.) Auf der diesjährigen Stillhaltekonferenz wurde wiederum zwi- schen dem deutschen Ausschuß und dem ausländischen Gläubigerkomitee unter Mitwirkung der Reichsbank und der Deutschen Golddiskontbank ein neuer Vertrag über die A u f r e ch t e r h a l t u n g ausländischer Bankkredite an die deutsche Wirtschaft vereinbart. Auch dieser Vertrag läuft wieder ein Jahr und umfaßt alle Länder, die an dem jetzt ablaufenden Abkommen beteiligt waren mit Ausnahme von Italien, dessen zu keiner Zeit erheblichen Forderungen zur Erledigung gelangt sind. Das Kreditvolumen, das 1935 noch mit etwa 1% Milliarden Mark in Anspruch genommen war, weist eine weitere Verminderung um annähernd 400 Millionen Mark auf. Zu diesem Ergebnis trugen überwiegend die A b - rufe von Regiftermark bei, die vorwiegend für Reifezwecke Verwendung gefunden haben. Daher bestand eine der Aufgaben der Konferenz darin, durch förmliche Schaffung einer „Reisemark" einen verstärkten Ausbau dieser Einrichtung zu schaffen. In diesem Sinne unterscheidet das neue Kreditabkommen zwischen der R e g i ft e r m a r f, die entsteht, wenn ein Gläubiger seine auf fremder Währung beruhende Forderung als Reichsmark a b r u f t, und den Reifemarkkonten,die aus den Registermarkkonten gespeist werden und nur f ü r Reisezwecke im Rahmen der Bestimmungen der Reichsbank benutzt werden dürfen. Die Direktkredite, die Handels- und Industrie- firmen bei ausländischen Bankiers genommen haben, können halbjährlich mit je einem Viertel, frühestens also über zwei Jahre verteilt, mit sechswöchiger Kündigung abgerufen werden. Während Bank-zu-Bank-Kredite immer wieder benutzbar gemacht werden können, weil sie von den verschiedensten Kunden der deutschen Banken in Anspruch genommen werden, können Direkt- k r e d i t e endgültig gestrichen werden, soweit sie drei Jahre unbenutzt geblieben sind. Das vergangene Jahr hat in einigen Ländern des Goldblocks wiederholt nicht unerhebliche Schwankungen der Diskontsätze hervorgerufen. Die seit Jahren eingeführte gleichförmige Zinsregelung für die verschiedenen Arten oon Stillhaltekrediten wurde dadurch einer gewissen Belastungsprobe ausgesetzt, so daß die deutschen Vertreter auf der Konferenz sich dringlichen Wünschen der Gläubiger auf Erhöhung dieser Zins - sätze gegenübersahen, die jedoch angesichts der deutschen Devisenlage nicht erfüllbar waren. Die Gläubiger haben sich den deutschen Darlegungen nicht verschlossen, so daß die bisherige Verzinsung unverändert geblieben ist. Am Abkommen sind nur wenige Aenderungen getroffen worden, im wesentlichen solche, die Kapitalrückzahlungen alter Schulden in Devisen im Interesse der deutschen Devisenlage verhindern. Solche Kredite, die sich für die Finanzierung des Außenhandels als sehr nützlich erweisen, werden jeweilig pünktlich bezahlt und können wieder neu in Anspruch genommen werden. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Die Entwicklung der deutschen Handelsbilanz zeigt nach den jetzt vorliegenden Ausweisen im Jahre 1935 im Verkehr mit Europa einen Ausfuhrüberschuß von 556,6 Mi l- lionen Mark, während der Handel mit lieber» jee passiv war, allerdings ging diese Passivität von 903,3 auf 468,4 Millionen Mark zurück, hauptsächlich durch die Pflicht zur Einfuhrbeschränkung. Bei der Einfuhr aus Uebersee spielen die beiden Textilrohstoffe Baumwolle und Wolle die Hauptrolle, wobei besonders bemerkenswert ist, daß Gegenüber der Einfuhr an Baumwolle aus den USA. jetzt die Einfuhren aus der Türkei, Mexiko, Brasilien und Peru die Hauptsache sind. Die Vereinigten Staaten verlieren — wie wir schon häufiger darlegten — immer mehr ihre beherrschende Rolle in der Baumwollproduktion, andere Länder machen darin erhebliche Fortschritte und nicht zuletzt dürste die Notlage in den USA. mit dieser Verschiebung der Produktionsgebiete Zusammenhängen. Die deutsche Wolleinfuhr ist besonders stark an dem Rückgang der Einfuhr aus Austra- lien, die 70,3 Millionen Mark ausmacht, sowie aus Neuseeland mit minus 31,3 Millionen Mark vertreten, während die Einfuhr aus Südafrika zunahm. Die übrigen Verlagerungen des Warenverkehrs, soweit sie Europa angehen, zeigen unter erheblichen Verschiebungen des Handels mit den einzelnen Ländern eine Vergrößerung des europäischen Anteils, vor allem Süd ost- und Osteuropas mit Ausnahme der Sowjetunion und Litauens. Unsere Außenhandelsstatistik war bisher nach dem sogenannten internationalen Warenverzeichnis, das rund 2000 Warenpositionen umfaßt, gestaltet. Die Mängel lagen auf der Hand, denn abgesehen davon, daß unter Rohstoffen und Halbwaren viele Dinge geführt wurden, die ebenfalls unter der Rubrik Fertigwaren wieder auftauchten, war die Unterscheidung zwischen Ernährungswirtschaft und den übrigen Gruppen nicht streng durchgeführt, das neue Schema für die deutsche Außenhandelsstatistik präzisiert nun die einzelnen Gruppen genauer und vor allem erfaßt sie klarer die Ernährungswirtschaft. Diese Neuordnung ist zum erstenmal für die Statistik des Januar 1936 durchgeführt worden. Damit werden die Mängel der internationalen Handelsstatistik beseitigt. Die Reichs st ekle für Raumordnung arbeitet an der Reichs- und Landesplanung als oberste Reichsbehörde, die ihre Organisation nach den Aufgaben richtet und möglichst einheitlich die Richtlinien für die Grundsätze aufstellt. Die Organisationsform ist damit gegeben. Nur grö- here Landschaftsräume können den notwendigen Ueberblick geben, die großen Richtlinien und die Durchsetzung der Planung liegt in der Hand der zentral ausgerichteten staatlichen Verwaltung. Die Planung, die eine Verständigung der Beteiligten voraussetzt, muß unter Aufsicht des Staates erfolgen. Die Einzelarbeit muß möglichst nahe an die Gemeinde herangelegt werden. Durch die Verordnung vom 15. Februar 1936 wird so der ungeheuren Zersplitterung, die sich auf diesem Gebiete zeigte und die nicht nur zur Verschandelung des Landschaftsbildes, sondern zu einer anarchistischen, wilden Besiedelung führte, ein Ende bereitet. Das große Ereignis dieser Woche ist die Berliner Automobilausstellung, die als eindrucksvolle Leistungsschau eines großen und wichtigen Wirtschaftszweiges allenthalben dem lebhaftesten Interesse begegnet. Besonders aufschlußreich ist für alle an der Rohstoffwirtschaft interessierten Kreise die von der IG. Farbemndustrie veranstaltete Schau der bisherigen Ergebnisse aus den Bemühungen um den synthetischen Gummi, dessen Verwendung für Kraftwagenbereifung ein aktuelles Problem der Automobilwirtschaft ist. Der nach dem Verfahren der IG. Farbenindustrie aus Kalk und Kohle gewonnene Kunstkautschuk hat zahlreiche Eigenschaften, die ihm gegenüber dem Naturkautschuk eine große technische Überlegenheit geben. Er ist temperaturbeständiger, widerstandsfähiger gegen Chemikalien und unempfindlich gegen Oel und Benzin. Er altert langsamer und hat eine wesentlich größere Abreibunasfestigkeit, die bis zu 100 v. H. höher ist als beim Naturkautschuk. Der deutsche synthesische Kautschuk ist unter dem Namen „B u n a" aus der Taufe gehoben worden. Die vom wirtschaftlichen Standpunkt aus wichtige Kostenfrage kann heute noch nicht eindeutig beantwortet werden, da man noch nicht sagen kann, wie hoch sich die Unkosten bei Herstellung großer Mengen stellen werden. Die IG. Farbeninoustrie hofft, den Kunstkautschuk in absehbarer Zeit auf wirtschaftlicker Grundlage Herstellen zu können. Schon das bisher Erreichte jedoch berechtigt dazu, stolz auf die Erfolge deutschen Erfindungsgeistes zu sein. Im Ausland wird nur in den Vereinigten Staaten und in Sowjetrußland synthetischer Gummi im industriellen Rahmen hergestellt. Heber die Herstellungskosten ist auch dort noch nichts Genaues bekannt. * Bei der Eröffnung der Automobilausstellung hat der Führer nachdrücklichst auf die Pflicht zur Verbilligung des Kraftwagens und der Unterhaltungskosten hingewiesen, und der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach ging vor allem auf die Senkung der Unterhaltungskosten ein. Er wies darauf hin, daß abgesehen von einer notwendigen Verbilligung des Kraftwagens die Versicherungsgesellschaften vor allem, die Mineralölproduzenten, die Garagenbesitzer, die Reifenlieferanten nicht den andern großmütig den Vortritt bei der Verbilligung lassen müßten, sondern alle zusammen an der notwendigen Herabsetzung der Unterhaltungskosten zu arbeiten hätten. Diese Mahnung ist um so notwendiger, als z. B. die Versicherungsgesellschaften sich gerade jetzt mit Plänen tragen, die Versicherung auf eine neue Grundlage zu stellen, wobei für den Kraftwagenbesitzer eine Verteuerung der Versicherungskosten leicht eintreten könnte. Richtiger wäre es aber, die herrschende Konjunktur zu einer Verbilligung der Versicherungssätze auszunutzen. Und ähnlich reformbedürftig sind die anderen Unterhaltskosten der Kraftwagen. Weiter dürfte die Ansicht eines führenden Kraftfahrzeugindustriellen, man sei mit der Verbilligung des Kraftwagens gewissermaßen am Ende angelangt, doch kaum den Tatsachen entsprechen. Das Auto ist heute zwar — nachdem die Preise zunächst bedeutend höher lagen als in Frankreich und England — auf den Stand der französischen und englischen Preise angelangt, aber wir haben immer noch im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Kraftwagen viel zu viel Typen, die einer Massenfabrikation von Autos abträglich sind. Die Motorisierung drängt aber zur Massenware, zur Serienherstellung im Großen, denn jede Fertigware, die in gewaltigen Mengen hergestellt wird, trägt in sich den Zwang, billiger zu werden. Im Jahre 1925 bauten 86 Firmen nicht weniger als 150 Typen, heute sind nach der Reinigung der Automobilindustrie nur 11 Firmen übrig geblieben, die trotzdem noch 55 Typen Herstellen. Im Vorjahre wurde in der meistgekauften 1- bis 1,5-Liter-Type die Serienherstellung immerhin noch auf 13 Typen „spezialisiert". Es wurden Serien von 6600 Wagen hergestellt; in der 2-Liter-Type gab es sogar 14 verschiedene Konstruktionen mit einer Durchschnittsfabrikation von 3400 Wagen. Bei den höheren Klassen war die Anzahl der hergestellten Wagen und dabei die Zersplitterung dementsprechend. Es ist genau so wie bei dem Fahrrad, das zunächst mehrere hundert Mark kostete und erst im Laufe der Jahre auf heute 40 bis 70 Mark gesunken und dabei technisch einwandfreier herzustellen ist. Der Zwang zur Massenfabrikation ist noch nicht in vollem Ausmaß von den Fabriken ausgenutzt worden. Nur durch weitgehende Typisierung, auch wenn das Publikum sich zunächst noch dagegen sträubt, durch Verbilligung der Serienherstellung kann die Motorisierung gefördert werden. ♦ Die Deutsche Bank und Diskonto-Ge- s e 11 s ch a f t hat in diesen Tagen einen für sie und andere deutsche Unternehmungen wichtigen Prozeß in zweiter Instanz vor dem Appellationsgerichtshof der Vereinigten Staaten gewonnen. Das Gericht entschied, daß die DD.-Bank zu recht 650 000 Dollar Entschädigung für ihr im Kriege beschlagnahmtes Eigen- tum in USA. reklamieren könnte. Dieser Entscheid hebt den vor einem Jahr vom Kongreß gefaßten Beschluß auf, wonach die Gewährung und Begleichung deutscher Ansprüche so lange zurückgestellt werden müsse, bis Deutschland seine sämtlichen Schulden an die Vereinigten Staaten bezahlt habe. Sollte dieses Urteil rechtskräftig werden, so würden ewa 7 Millionen Dollar ähnlicher deutscher Forderungen an USA. dadurch betroffen. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, daß die amerikanische Regierung das Urteil anfechten wird. Die Schiffahrtsfreigabe, die nach dem Betrag den wichtigsten Block der deutschen Freigabeforderungen an USA. darstellt, wird durch das Urteil nicht berührt. * Die schon von der Regierung Laval eingeleiteten Verhandlungen über eine Anleihe der französischen Regierung bei den englischen Banken haben nun nach englischen Meldungen zu einem Ergebnis geführt. Die Pariser Regierung bekommt 40 Mill. Pfund Sterling, also etwa 3 Milliarden Frank, zu einem Zinssatz von 3 v. H. (während sie auf dem französischen Kapitalmarkt 5 v. H. und mehr zahlen muß) auf die Zeit von neun Monaten. Heber die Frage, ob und wie diese Summe transferiert werden soll, herrscht noch keine Klarheit. Man spricht vielfach von einer etwas kompliziert anmutenden Transaktion zwischen der Bank oon Frankreich und der Bank oon England mit Hilfe von Schatzwechseln, die die formelle Bestimmung umgehen würde, daß die französische Notenbank keine Schatzwechsel ihrer Regierung mehr diskontieren darf, weil die Höchstgrenze bereits überschritten ist. Jedenfalls dürfte der eigentliche Sinn des Anleihegeschäfts der sein, daß die französische Regierung, die ja mit außerordentlichen Kassenschwierigkeiten zu kämpfen hat, den heimischen Kapitalmarkt schonen und beruhigen will, um dann um so besser in absehbarer Zeit ihren Kreditbedarf zu erträglichen Bedingungen langfristig decken zu können. Die Tatsache, daß der französische Sparer insgesamt etwa 35 Milliarden Frank in Form von Gold und Banknoten gehortet, also im Strumpf versteckt hat, gibt zu denken. Die große Empfindlichkeit des französischen Publikums gegenüber allen politischen Unsicherheitsfaktoren macht sich hier bemerkbar und sollte offensichtlich durch den Abschluß der englischen Anleihe berücksichtigt werden. Amerika überwacht den Waffenhandel. Washington, 21. Febr. (DNB. Funkspr.) Der sogenannte Munitionsausschuß des Senats, der in 20monatiger Tätigkeit d i e Äriegsgeroinne der amerikanischen Munitionsfabriken und insbesondere die verschiedenarttgen Kreditgeschäfte I. P. Morgans zur Finanzierung des Weltkrieges unter die Lupe nahm, hat seine Untersuchung abgeschlossen. Als unmittelbares Ergebnis der zutage geförderten Enthüllungen hat der Senat einstimmig ein Gesetz angenommen, wonach der Verkauf sowie Ein- und Ausfuhr von Feuerwaffen und Munition außer durch amtlich zugelassene Händler künftig als Verbrechen angesehen und mit Gefängnis bis z u fünf Jahren oder Geldstrafen geahndet werden. Dieses Gesetz richtet sich hauptsächlich gegen die Waffenversorgung der amerikanischen Unterwelt. Die macedonischen Tabake dieser hervorragenden Ernte entwickeln nach mehrjähriger Lagerung ein so edles Aroma, daß wir die Mischung der ALVA durch Hinzunahme von Tabaken des Jahrgangs 33 noch weiter verbessern konnten. M W8 Einweihung derneuenHeeres- Veterinär-Akademie. Hannover, 20. Febr. (DNB.) Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hat es ermöglicht, auch die Heeres-Deterinär-Akademie wieder zu errichten, die durch den Versailler Vertrag nach 70jährigem Bestehen in Berlin zu Grabe getragen werden mußte. Sie ist nun in Hannover neu erstanden und wurde am Donnerstag im Beisein zahlreicher Vertreter des Reichskriegsministeriums, des Reichskultusminifteriums sowie vieler hervorragender Veterinärwissenschaftler aus Berlin und dem Reich feierlich einaeweiht. Die Einweihungsfeier in den festlich geschmückten Räumen der Anstalt wurde eingeleitet mit einer Begrüßungsansprache des Kommandeurs der Heeres- Veterinär-Akademie, Generalveterinär Dr. Fontaine. Der Rektor der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Götze, versicherte dann, die Tierärztliche Hochschule sei stolz darauf, daß ihr durch Einrichtung der Heeres-Deterinär-Akademie in Hannover die wissenschaftliche Ausbildung des gesamten Veterinär-Offiziersnachwuchses des deutschen Heeres anvertraut sei. Die Hochschule werde den Fähnrichen und Fahnenjunkern (im Veterinärkorps) klares Wissen und klare Erkenntnis vermitteln. Darauf gab der Veterinär-Inspekteur im Reichskriegsministerium, Generalstabs - Veterinär Dr. Schulze, einen geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung der tierärztlichen Hochschulen im 18. Jahrhundert und auf die Entwicklung der mit Kriegsende beschlossenen Militär-Veterinär-Akademie in Berlin. Nach Wiedererlangen der Wehrfreiheit sei nun nach löjähriger Pause durch die wohlwollende Förderung aller für das Heeres-Veterinär- wefen verantwortlichen militärischen Dienststellen, insbesondere des Reichskriegsministeriums und des Oberbefehlshabers des Heeres sowie des Rektors der tierärztlichen Hochschule Hannover, den Dete- rinäroffizieren des Heeres eine neue eigene P f l e g e st ä t t e für die geistige und militärische Erziehung ihres Nachwuchses geschaffen worden. Die Heeres-Veterinär-Akademie werde ihre Zöglinge in vaterländischer und soldatischer Gesinnung zu starken, charaktervollen Persönlichkeiten erziehen. Der Veterinär-Inspekteur forderte die Fähnriche auf, in Treue, Gehorsam, Pflichtbewußtsein und Einsatzbereitschaft den großen Männern unserer Zeit nachzueifern, die mit starkem Wollen unbeirrt den Weg zur Ehre und Freiheit unseres Vaterlandes gehen. Er schloß mit einem dreifachen Sieg- Heil auf Führer, Volk und Vaterland. Aus alter Welt. Fernfehsprechdienst Berlin—Leipzig. Die Uebertragung von Fernsehbildern aus dem Funkweg ist wegen der Notwendigkeit der Benutzung ultrakurzer Wellen an gewisse Entfernungen gebunden. Daher hat die Deutsche Reichspost im Rahmen ihrer Entwicklungsarbeiten auf dem Fernsehgebiet auch Fernsehoersuche über weite Entfernungen auf Kabeln durchgeführt. Für die ersten Versuche dieser Art diente eine 10 Kilometer lange Fernsehkabelstrecke zwischen Tempelhof und Charlottenburg. Im Anschluß daran hat die Deutsche Reichspost ein Fernsehkabel zwischen Berlin und Leipzig aufgelegt. Vor kurzem konnte auf diesem Kabel eine hochwertige Fernsehübertragung zwischen zwei Fernsehstellen auf 395 Kilometer einwandfrei durchgeführt werden. Es ist das erstemal, daß Fernsehbilder auf eine solche Ent- Zwölssache Todesstrafe gegen Seefeld beantragt. Die Plädoyers des Staatsanwaltes und des Verteidigers. 3m Seefeld - P rozeh beantragte der Oberstaatsanwalt am Schluß feines Plädoyers gegen Seefeld die T o d e s ft r a f e wegen 7N o r d es in 12 Fällen Thomas, Zimmermann, Neumann, Dill, Eipel, Wischnawjki, liefe, Korn, Praelorius, Tesdorf, Wehdorf und Gnirk zu erkennen und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit in jedem einzelnen Fall abzuerkennen. Ferner beantragte er die Entmannung und wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht in drei Fällen, Notzucht in zwei Fällen, sowie wegen Nötigung und Beleidigung insgesamt die höchst zulässige Zucht- hausstrafe von 15 Jahren sowie 10 Jahre Ehrverlust. Außerdem forderte er, gegen Seefeld die Sicherheitsverwahrung auszusprechen. Der Vertreter der Anklage, Oberstaatsanwalt Beu sch, führte u. a. aus: Ein grauenvolles und erschütterndes Kapitel menschlicher Verirrung und Entartung, menschlicher Verschlagenheit und Boshaftigkeit, menschlicher Hinterlist und Vertiertheit, menschlicher Gefühlsroheit und Stumpfheit ist an uns vorübergezogen, so daß es mir manchmal hat scheinen wollen, als wenn in der Person des Angeklagten der personifizierte Teufel durch die deutschen Gaue geschritten ist. Er hat nur ein Lebensziel gehabt: nämlich seinem Laster von Jugend an bis in sein spätes Alter zu frönen. Ueber 10 0 Knaben hat dieser Angeklagte verdorben. Die Zahl der Morde des Angeklagten Seefeld wird sich mit Sicherheit niemals mehr feststellen lassen. Wenn ich sie heute auf etwa 3 0 schätze, so habe ich sicher nicht eine zu hohe Zahl genannt. Ungeheures Leid hat dieser Unmensch Vätern und Müttern der Knaben bereitet. Die Weltanschauung des Liberalismus ist mitverantwortlich für die Taten des Angeklagten. Der Fall Seefeld ist eine einzige Anklage gegen die sogenannte Humanität des Liberalismus. Diese Humanität, die in den Logen oereinsmäßig verankert war, ist eins der verdorbensten Lockmittel für den deutschen Spießer gewesen. Es mag genügen, Ihnen die wirkliche Humanität der nationalsozialisti- schen Gesetzgebung über Sterilisation, Entmannung und Sicherheitsverwahrung vor Augen, zu führen. Der Fall Seefeld ist ein Schul- und , Meisterbeispiel für die Richtigkeit dieser Gesetzgebung. Wenn es immer noch Volksgenossen gibt, besonders in kirchlichen Kreisen, die diese Gesetzgebung verurteilen, dann mögen sie sich, wenn sie überhaupt belehrbar sind, an dem Fall Seefeld unterrichten und sich eines Besseren belehren lassen. So sehr auch die Forderung vieler Volksgenossen, mit einem solchen Scheusal kurzen Prozeß zu machen, verständlich sein mag, so werden doch verschiedene Punkte nicht dabei berücksichtigt. Zunächst: Wir leben in einem Rechtsstaat, und ich habe nicht die rechtliche Handhabe, um mit einem solchen Menschen kurzen Prozeß zu machen. Ferner: Jeder Vater und jede Mutter hat ein Recht darauf, zu wissen, wer ihren Sohn ermordet und geschändet hat. Ich darf mich nicht darauf beschränken, etwa nur zwei Fälle aufzuklären. Dann würde immer die Unruhe im Volk Zurückbleiben, ob nicht noch ein zweiter Mann wie der Angeklagte sein Unwesen treibe. Der Prozeß hat für Staatsanwalt, Polizei und medizinische Wissenschaft wichtige Erkenntnisse gebracht. Schließlich aber ist dieser Fall auch ein furchtbarer Anschauungsunterricht für die Kinder, Eltern und Erzieher. Zur Beruhigung der Bevölkerung könne gesagt werden, daß auch die in diesem Prozeß nicht behandelten Mordfälle noch genauestens nachgeprüft werden. Der Oberstaatsanwalt ging dann auf die einzelnen Fälle der Anklage ein. Der Angeklagte fei planvoll vor- gegangen, und alles spreche dafür, daß er vorsätzlich gehandelt habe. Keinesfalls dürfe dieses Ungeheuer, so erklärte der Oberstaatsanwalt zum Schluß, etwa aus formellen Gründen wieder auf die Menschheit losgelassen werden. Als Vertreter der Volksgemeinschaft müssen Sie dann, meine Herren Richter, von dem Notwehrrecht Gebrauch machen. Alle Eltern befinden fich in Notwehr gegenüber diesem Angeklagten. Im Anschluß an die Ausführungen des Anklagevertreters hob der Verteidiger hervor, daß sein Mandant heute nicht unter dieser furchtbaren Mordanklage stehen würde, wenn früher fchon die Möglichkeit der Sicherungsverwahrung bestanden hätte. Der Verteidiger glaubt, daß der Angeklagte ohne vorherige Ueberlegung feine Taten begangen hat. Sodann erhält der Angeklagte Seefeld selbst das letzte Wort. In feiner verworrenen, verlogen wirkenden Art macht er längere Ausführungen und beteuert feine angebliche Unschuld. Seine Erklärung gipfelt schließlich in der stumpfsinnigen Redensart: „Meine Person kommt nicht in Frage". Am Samstag wird das Urteil verkündet werden. fernung auf dem Kabelweg übertragen worden sind. Nach diesem günstigen Ergebnis ist beabsichtigt, Anfang März zur Leipziger Messe zwischen Berlin und Leipzig einen Fernsehsprechverkehr zu eröffnen. Neue Bestimmungen über das Vorfahrlrecht. Die vorn Reichsgericht bezüglich des Vorfahrtrechts neuaufgestellte These lautet: Der Vorfahrtberechtigte darf sich grundsätzlich auf sein Vorfahrtrecht verlassen. Erst wenn besondere Umstände erkennen lassen, daß der zur Gewährung der Vorfahrt Verpflichtete aus irgendwelchen Gründen die Vorfahrt nicht einräumt, muß der Berechtigte zur Vermeidung eines Unfalles sein Verhalten danach einrichten. Don dieser Neuformulierung sind, wie die „Juristische Wochenschrift" ausführt, für die Praxis große Vorteile zu erwarten. Schweres Erdbeben in Witteljapan. Die japanischen Städte Osaka, Kyoto, Kobe wurden von einem schweren Erdbeben heimgesucht. In Osaka ist an verschiedenen Stellen Feuer ausgebrochen. Viele Häuser in und um Osaka sind eingestürzt. Die Polizei hat einen umfangreichen Sicherheitsdienst eingesetzt. Der Telephon- und Telegraphenoerkehr nach den betroffenen Gebieten ist zum großen Teil unterbrochen. Die Berichte aus dem Erdbebengebiet verzeichnen bisher drei Tote. Der Herd des Bebens liegt zwischen Kyoto und Osaka. Die Erdbebenwarte in Tokio spricht von einer selten großen Ausdehnung des Erdbebengebiets, wobei nach den bisherigen Meldungen verhältnismäßig wenig Schäden zu verzeichnen sind. Am Freitagvormittag um 11.10 Uhr (japanische Zeit) erfolgten in dem Gebiet um Osaka weitere Erdstöße. Die Einwohner haben die Häuser ver- lassen. Zunahme der Kalle in Rußland. In den letzten Tagen nahm die Kälte im europäischen Rußland erneut zu. So wurden in Moskau 25 Grad, in Leningrad 20 Grad und in Saratow 28 Grad Kälte gemessen. Durch Zufrieren des sonst eisfreien Kolaer Meerbusens konnten vier Sowjetdampfer nicht in den Hafen von Murmansk einlaufen. Sie liegen schon einige Tage im Eise fest. Da die Schiffe nur über wenig Heizstosf und Lebensrnittel verfügen, ist die Lage an Bord ernst. Aus Murmansk lief der Eisbrecher „Malygin" zur Hilfeleistung aus. 3m Arlberg-Expreß gefesselt aufgefunden. Im Arlberg-Expreß wurde in der Nähe von Linz in einem Abteil 2. Klasse ein junger Mann auf dem Boden gefesselt aufgefunden. Im Munde hatte er einen Knebel. Seine Kleider waren zerrissen. Der Mann will von unbekannten Tatern überfallen worden sein, doch ist auch die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß es sich um einen vor» getäuschten Ueberfall handelt. Wetterbericht des Reichswetlerdiensles. Ausgabeork Frankfurt. Die aus Rußland ausfließende arktische Kaltluft hat in Deutschland weitere Fortschritte gemacht und die Elbe westwärts überschritten. Bei den in der Nacht zum Freitag in West- und Süddeutschland aufgetretenen Frösten handelt es sich durchweg um leichte Strahlungsfröste, lieber Frankreich stößt zur Zeit wieder milde Meeresluft ostwärts vor, doch ist damit zu rechnen, daß sie an der westwärts vordringenden Kaltluft zum Aufgleiten kommt, so daß in den unteren Luftschichten weitere Abkühlung ein- treten wird. Der Witterungscharakter wird dabei wieder etwas unfreundlicher, und es sind besonders nach Norden und Osten hin leichte Nieder- schlage wahrscheinlich. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst meist wolkig und besonders nach Norden und Osten hin leichte Niederschläge (teilweise Schnee), fortschreitende Abkühlung und vielerorts Fröste, östliche Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der kälteren Witterung. Lufttemperaturen am 20. Februar: mittags '9,3 Grad Celsius, abends 0,5 Grad; am 21. Februar: morgens —2,4 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum heute nacht —3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Februar: abends 1,2 Grad; am 21. Februar: morgens 0,4 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 1,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. la handverl. [98oD SpeteWel z. billigst. Preisen stets auf Lager. i.M* Steinstr. 73, Tel. 3581 Wo gute Möbel wenigkosten, ist Vetter immer auf dem Posten. 64igD Ausstellung und Verkauf nur Wiesenslrafie 6 Gestern morgen 8% Uhr entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Schwager Konrad Schmidt Eisenbahnarbeiter i. R. im Alter von nahezu 82 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Schmidt Familie Heinrich Schmidt Familie Karl Gerstenberg Familie Otto Schmidt Gießen (Neuenweg 50), den 21. Februar 1936. 0791 Die Trauerfeier findet Montag, den 24. Februar, nachm. 2 Uhr statt Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Am 19. Februar verstarb unser früherer Mitarbeiter 1099 D 1868 1918 Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma W. & G. Schuchard. Der Verstorbene war fast 50 Jahre in treuester Pflichterfüllung in unserem Betrieb tätig. Er wird uns stets unvergessen bleiben. Herr Wilhelm Fink Klein-Linden. Seit 30 Jahren litt ich an Bronchitis und Atemnot. War sehr erstaunt, welch grobe Wirkung Husta-Glycin in solch veralteten Fällen noch bewirkt G Sdielbjhorn. Fünh s. 7.1935. Gustavs«, io Tausende ähnliche Urteile liegen vor. Husta-Glycin: Fl i.65u. i.- Hustobons (Bonb.)i Ds.75 Pfg Drog. Seibel, Frankfurter Str. 39 Drog. Winterhoff, Kreuznl. 9 811d Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17 Drog. Kilbinger Nchf., Selters w. 69 Wh* erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen 1095d Herrn Marlin Stroh in Kenntnis zu setzen. Trauerfeier: Samstag, 22. Febr., 11‘Az Uhr, Neuer Friedhof. Der Verstand. ZUR KONFIRMATION IHRES SOHNES steht Ihnen bei uns ein reichhaltiges Lager flotter, tadellos gearbeiteter Anzüge zur Verfügung. - Unsere Preislagen in reinem Kammgarn: RM. 30.— 34 — 38.— 42.— Bitte beachten Sie unser Spezialfenster! * GIESSEN MARKTMATZ Zwangsversteigerung Am Wontag, dem 24. Februar 1936, vormittags 9 Ahr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße 1, Zimmer 221, das der Margarete klotz, geb. Dorfeld, Witwe des Philipp klotz in Gießen, zugeschriebene Grundstück versteigert: 781D Grundbuch für Gießen, Band V, Blatt 211: Flur I, Nr. 1271, Hofreile in der Wehsteingaffe (Wehsieingasfe Nr. 18), 170 qm Betrag der Schätzung 5950,— RW. Einheitswert (1.1. 31) 6100,— RM. Gießen, den 19. Dezember 1935. Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Gewlunauszug 5. Klaffe 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ostne Gewähr Nachdruck verhören Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II_____________ 10. Ziehungstag 19. Februar 1936 Bn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 304539 4 Gewinne zu 10000 M. 110912 220651 2 Gewinne zu 5000 M. 65878 8 Gewinne zu 3000 M. 63614 221965 248452 345526 12 Gewinne zu 2000 M. 96479 135091 152673 161552 272269 321304 52 Gewinne zu 1000 M. 5388 48620 67621 72044 76262 99277 125903 128324 150870 153801 161337 188671 215196 232978 245316 256978 275811 311348 315041 317589 320448 321899 325240 334520 383273 395435 78 Gewinne zu 500 M. 6050 9252 9802 45140 66641 74020 88609 91379 109459 117912 120558 140497 148320 148364 163807 181269 187918 207549 216457 222278 227106 239696 261752 263611 268606 282885 28431Z 285190 304050 305970 321517 331639 338365 349784 350558 354521 360757 378052 394926 372 Gewinne zu 300 M. 906 4938 6265 10063 10738 13994 15815 17130 24882 29028 29976 30993 41844 53474 63207 78475 102772 112570 136224 156621 166984 173884 186101 209685 230550 233748 250553 267916 279750 286216 303293 310739 315344 326320 347848 360493 374958 378307 388517 396468 31195 35589 36627 38439 39760 41371 44066 44198 46868 48694 50617 52763 54304 56511 56685 61114 61184 61645 65310 65544 68595 68884 71617 76418 79545 80400 80965 84557 93144 94028 105063 106949 110382 111451 112444 114373 139981 162731 171305 174472 185529 220789 230749 234513 258013 269575 281859 283709 303616 311210 315573 331204 354532 366582 375140 379194 393792 397476 122896 143948 163011 171877 175054 188776 222770 232127 234805 258774 273433 281930 291103 307655 311420 317644 341993 354889 368435 375719 382860 393933 126046 148458 164012 172604 178251 198128 225736 232409 235077 259723 274489 282609 296738 309747 311964 318457 343276 356972 368438 375748 382991 394142 126451 148782 164838 172863 181054 199732 229543 232841 246705 263313 275819 283417 299548 310125 312368 318731 343791 360017 372470 376462 386839 394917 135746 166139 164971 173847 184096 204640 230324 233130 248785 264164 279688 285046 302000 310647 312922 319898 346261 360445 373823 376911 388312 395602 1.19 V In der heutigen Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 20000 M. 77660 4 Gewinne zu 10000 M. 306231 331490 2 Gewinne zu 5000 M. 357012 8 Gewinne zu 3000 M. 55158 287867 363957 18 Gewinne zu 2000 M. 143292 287146 321560 46 Gewinne zu 1000 M. 80123 118934 119658 149447 151715 181703 276089 293127 304759 342160 343248 66258 106218 333107 378988 12041 35429 121477 136515 202156 232433 306950 327032 90 Gewinne zu 600 M. 16320 21211 33290 34849 39930 70231 82019 87375 101388 142436 144968 162163 172068 184763 187117 205642 219030 222472 242566 246004 261911 258530 270178 281210 284599 287328 293864 296160 311646 322227 327282 328897 330255 363182 365679 370349 390587 395665 294 Gewinne zu 300 M. 1636 7269 8976 14733 22697 24812 24920 27709 28775 37569 45912 46305 47604 49644 50069 59460 63170 65840 68516 68758 69479 72778 76360 79369 81138 83560 84414 86762 87330 90231 90796 93744 98314 100499 101996 118663 124456 126828 130537 131209 131472 139216 141519 152483 158784 164392 172982 176261 184130 185886 186622 188876 191921 200798 201113 205550 206823 213575 219446 220012 231124 231803 238974 241035 241421 241521 245113 246761 250009 253202 257059 258066 258437 262173 264651 265242 266902 270331 271547 271646 273585 277937 279387 283627 286197 286318 286761 297871 299478 301066 303076 303421 306133 318477 320054 321098 325739 326740 331150 333658 339706 340229 342499 345261 348840 355660 357466 363125 366794 367856 368818 371820 373101 375742 377882 379662 381894 383162 384442 386561 390444 393459 398083 323712 107783 395243 78688 144246 246285 336135 27569 100084 182160 224062 276769 298051 339107 13132 28853 62763 69516 86318 98533 127057 151341 180535 200678 214901 239063 247351 261335 271128 282195 298367 314546 327859 344251 363956 373835 384122 398262 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 4 zu je 50000, 2 zu je 30000, 8 zu je 20000, 74 zu je 10000, 156 zu je 5000, 284 zu je 3000, 644 zu je 2000, 1946 zu je 1000, 8314 zu je 500, 12966 zu je 300 Mk. AB Kanins- genannten einen Ausz Zur 3®° Ain' Wint 'n Hamburg' i* B Jem * generali auf ..,nie her 3l WM durch I < einem We! M legt M 1 ■ jst der etwa > Larra p natürlicher 2 IS auch dieF I; tzr als 100 . f :ie", wie fie ' le, durchfchn i,evre-Et>ei Bastion we $ gekrönt. T Hälts, fast ük jungen des ÜJ fr her Maas ty natürlicher a, Berge, Echlu ist die Festur chstigt. hier > | :i mit Sicherhei irr tief in her C „Gote", zogen | c Nord-Südrich jll erstarrte, j Mrs war bi ring. hier knickte sen Winkel, nach ' ; W ausspringer I iilfront, her sich d die deutsche .brdsront, schnit cuf der hochsläch lingetänbe zu bi Sonbe her befef Mrbereich der Men her beu 'ich hie deutscher lie Festung beir iissen, zurückweic behämmert M pne/n Rateau , ! Vium aud) bie ei , 3 her sich di '^uswählte, b '--enigstens l ■-irroinben. ! - Aerbun ein -'H Auch hj Jiilidje Festi Verdun pn Augen qe JJ Jahreszeiten s6>ie Festste! Wn können, ^«französische § „Akademie" un '!l,r ßegenb: „C ^jamp ff e [\ N Wil ? englische § 4"nd Wild ?Ä* Ä"r neulich .'/Mm und W Mr _ Nut ton Neu Ä 4 E *rl 3’iniff ^11 $ Sä vs IjS ' Uber Uraufführung in Darmstadt. Am Hessischen Landestheater in Darmstadt wurde die Uraufführung des Schauspiels „Die Hochzeit von D o b e st i" von Theodor H a e r t e n mit warmem Beifall ausgenommen. Auf dem Boden eines starkblütigen Bauerndorfes in Rumänien wird der Großbauer Hiob, belastet von mütterlicher Seite durch abenteuerndes Zigeunerblut, in Not, Verzweiflung und Verbrechen getrieben und als unwürdiges Glied aus der Sippe ausgeschieden. Die spannende Handlung läßt in dem Verfasser den praktischen Theatermann erkennen, der mehrere Jahre als Dramaturg und Spielleiter an deutschen Bühnen gewirkt hat. Stärksten Anteil an den Erfolg hatte die ausgezeichnete Inszenierung durch den Generalintendanten Franz E v e r t h , die farbenprächtige, bewegte Bilder schuf und in der Darstellung von Max Nemetz, Jochen Pölzig, Hannes Stelzer und der begabten Elli Hall eindringlich unterstützt wurde. Verfasser und Spieler wurden am Schluß der Aufführung wiederholt an die Rampe gerufen. L. Das Gießener Stadttheater bereitet, wie wir hören, die Aufführung von Haertens Schauspiel „Der tolle Christian" vor. Das Werk des Bernsteinmeisters Schreiber in Königsberg. Lange Zeit hat der Bernstein als künstlerisch gestaltbarer Stoff kaum Beachtung gefunden, und erst in den letzten Jahren ist darin ein Wandel eingetreten. So rücken auch die Leistungen der deutschen und vor allem der preußischen Beinsteinkunst, die im 16. und 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, wieder mehr in den Vordergrund. Einer der am frühesten wieder bekannt gewordenen Bernsteinschnitzer ist Georg Schreiber, auch Georgius Scriba, dessen Tätigkeit sich für 1617 bis 1643 in Königsberg urkundlich nachweisen läßt. Als Arbeiten von seiner Hand sind bis jetzt mit Sicherheit ein kleiner Kasten im Weimarer SchloMuseum, ein etwas größerer in den Städtischen Kunstsammlungen von Königsberg, eine Deckelkanne im Darmstädter Schloßmuseum, sowie je ein Kästchen im Gothaer Schloß und im Münchener Residenz-Museum festgestellt worden. Aus der Reifezeit Schreibers stammt noch, wie Otto Pelka in der bei F. Bruckmann AG. München erscheinenden Kunstzeitschrift „Pantheon" ausführt, ein zweigeschossiger ebenso reich wie der Münchener verzierte Kasten im Landesmuseum von Kassel in einer Höhe von 25 Zentimeter. Don den hier aufgezählten Arbeiten stellen die Kästchen in Weimar und Königsberg Zweifellos eine frühe Stufe in der Entwicklung des Künstlers dar, ihnen reiht sich zeitlich der Gothaer Kasten an. Diese drei Stücke sind durch eine bevorzugte Verwendung abstrakter Renaissance-Ornamente gekennzeichnet. Der reich mit Behangwerk verzierte Darmstädter Humpen aus dem Jahre 1617 leitet einen neuen Entwicklungsabschnitt Schreibers ein. Der Münchener Kasten folgt zeitlich unmittelbar hinter dem Darmstädter Humpen. „Den Abschluß der bis jetzt bekannten Arbeiten Schreibers bildet bann der Kasseler Kasten. Während seine Ornamentierung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Münchener Kassette steht, ist die Aufteilung der Hauptflächen nach architektonischen Grundsätzen bis auf die konstruktiv belanglosen, nur als dekorative Unterbrechung der Fläche gemeinte Risalite vollkommen zugunsten einer rein dekorativen Flächenbehandlung aufgegeben worden. Die Säulenstellungen sind völlig verschwunden, und die Nischen, für die Schreiber offenbar eine ganz besondere Vorliebe hatte, sind in den Maßen so stark reduziert, daß sie fast wie Zierglieder wirken. — Der Zufall hat es gewollt, daß Schreiber vorläufig der einzige Königsberger Bernsteinkünstler ist, dessen Arbeiten eine geschlossene entwicklungsgeschichtliche Reihe bilden. Er war ein Künstler, der, weit über dem Durchschnitt seiner zeitgenössischen Zunftgenossen stehend, mit seiner Zeit ging, sich neuen künstlerischen Forderungen nicht verschloß und, nachdem er sich von pseudoarchitektonischen Vorurteilen befreit hatte, sich verhältnismäßig rasch in die Eigentümlichkeiten seines Werkstoffes einfühlte." Zeitschristen. — „D e r Bergsteiger" (Verlag F. Bruckmann AG. München.) Im Februar-Heft wird uns von der Kaukasusfahrt der Jungmannschaft der A. V. Sektion „München" berichtet, dann erzählt uns Fritz Schütt in dem Beitrag „Der Teufelsturm" von dem Schicksal der ersten sechs Begeher dieses Berges, die fast alle im Laufe der Zeit den Bergtod gefunden haben. Auch die Frage, ob die Schwierigkeitsgrenze im Fels schon erreicht ist, wird von dem jungen Felsgeher Ludwig Schmaderer eingehend beleuchtet. Wir finden auch Beiträge über Skitouren sowie zwei volkskundliche bzw. geschichtliche Beiträge. Der Nachrichtenteil enthält alles Wichtige über Reise, Verkehr, Hütten und Wege, sowie über Lichtbildnerei und eine Reihe praktischer Winke für Skiläufer. Die ausgestaltete Bücherschau gibt ein ungeschminktes Bild von den Neuerscheinungen in der alpinen Literatur. anb, ”"•»4 S'funbtn. ,ern übersä ?*"« «-hi non " e|nen Dor, 1 J'rnitfott. SaltluH ' M°cht und in d-r -E-Mond .rchweg um °nkre>ch stößt Jarf s vor, doch Ostwärts vor. kommt, so hak Abkühlung ein. !r wird habet ■5 sind beson- leichte Nieder. Vielfach dun. s nach Norden 1Q9e (teilweise und vielerorts Fortdauer der c: mittags n 21. Februar: | 3 Grad, Mini, rdtemperaturen f ends 1,2 Grad; 'ab Celsius.' - Helm Lange, ir die Bilder: Feuilleton: m Teil: Ernst ck. Verantwort' eodor Kümmel, tag: Brühl'sche B.Lange,K.-(S, Mich 25 Pf. 15 Pf. mehr, is/ags 15 Pf, lehr. ni 1935 M Tben Gewiße 8 . 07569 ® iS 172068 224062 ä -s AZ 3391” -M -s,si! 7626 191921 2l3bF q 3«« 363^ AZ 490 7867 323712 16218 ^243 7ZLS % 35429, ,44246 1366$ 246285 K 333135 in F Kr.44 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 2f. Februar Mb knochenhart, bei Regen und Tauwetter zerfließt also mit Recht — neben der deutschen Festung Metz in zähen Morast. Nur dünn ist die Ackerkrume. । — als d i e stärkste Festung der Welt. er er Kärglich, arm i st auch der Boden. Es ist schwerer, brackiger Lehm. Bei Trockenheit erstarrt Natur hier in idealer Vollkommenheit fast alle Spielarten an Hindernissen für einen Angreifer angehäuft hätte, die sie in ihrer Schatzkammer birgt. Schlucht reiht sich an Schlucht, Falte an Falte, Nase an Nase, kreuz und quer, gerade und gekrümmt, unberechenbar, nach allen Himmelsrichtungen. Das ganze Terrain besteht fast nur aus Buckeln, Abhängen und Steilwänden. Man sucht vergebens einen Platz von wenigen Quadratmeter, der eben wäre. Es ist, als seien die Kuppen, die sich aus der Landschaft emporwölben, nur dazu da, neue Abhänge und neues Gefälle für Schluchten abzugeben. Es gibt keinen freien Blick über freies Feld, und wo es so aussieht, da ist es Trug, denn die Mulden oder Einschnitte, die zwischen Auge und Ziel liegen, sind dem Auge verborgen. Sie entdeckt erst der vorschreitende Fuß. Noch häufiger aber verdecken breite Waldbänder den freien Blick, die ebenso unregelmäßig in das Gelände eingestreut sind. Auch der Wald selbst könnte fast wie ein künstliches Hindernis scheinen, wenn er nicht von Natur so geschaffen wäre. Hoher dichter Buchenwald reckt sich zum Himmel, auf dem Boden aber wuchert und kriecht ein fast undurchdringliches Gestrüpp von Unterholz — der richtige französische Wald. Verteidigung war das Fort Douaumont und der rückwärts von ihm auf Verdun zulaufende Höhenrücken „Kalte Erde". Die Festung galt Kaum einen halben Meter reicht sie hinab, und schon beginnt der gewachsene Stein, Kalkstein oder Fels. Die Namen der Höhenrücken „Kalte Erde" und „Pfefferrücken" sind sicher kein Zufall. Auch der Mensch hat wenig zur Erschließung dieser stiefmütterlich bedachten Landschaft beigetragen. Kaum eine wirkliche Straße öffnet den Zugang zu diesem verschlossenen Winkel. Meist sind es nur schmale Wege oder Pfade, die ein Dorf mit dem anderen verbinden. Trist und kahl schauen die wenigen Dörfer drein, die in den Falten verstreut liegen. So haben auch die Menschen dieser Landschaft nicht zu spenden vermocht, was die Natur ihr versagt hat. Sie ist weder lieblich noch froh und heiter, sondern schwermütig, düster und trostlos. Mit einem Wort: melancholisch. Sie bedrückt das Gemüt. Und wenn erst die Winternebel durch die Schluchten wallen, und Sturm und Regen die Wipfel peitschen, dann kann da draußen auch den Mann mit starken Nerven ein Gefühl der Beklemmung beschleichen. Dann wandert das Grauen durch die Landschaft. Hier also, im Norden, sollte der Stoß gegen die Festung geführt werden, der im Frühjahr 1916 Verdun mit einem Schlage zu einem Begriff für die ganze Welt machte. Die Festung selbst war auch technisch auf der Höhe der Zeit und in bestem Zustand. Rund 20 Forts und 40 Zwischenwerke umgaben sie in einem riesigen Quadrat. Sie alle stammten aus der Jahrhundertwende. Die wichtigsten Werke namentlich an der Nordostfront waren erst kurz vor dem Kriege gebaut oder auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden. Die stärkste Stelle der Zur zwanzigjährigen Wiederkehr des Beginns der Offensive vor Verdun erscheint in der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg, von Dr. Wilhelm Ziegler, Oberregierungsrat im Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda, eine Darstellung der Schlacht von Verdun (Leinen 5,80 Mark). Der Verfasser gibt auf Grund eines umfangreichen Quellenmaterials, zu dem auch die bisherigen Veröffentlichungen von französischer Seite über den Verlaus der Schlacht und insbesondere das französische Generalstabswerk gekommen sind, eine eingehende Schilderung dieses gigantischsten Kampfes. Wir veröffentlichten aus diesem genannten spannenden Werk nachstehend einen Auszug. Wer auf Verdun von der deutschen Grenze her zustrebt, der steht nach einem langen Marsch durch eine dicht besiedelte Ebene plötzlich vor einem langgestreckten Höhenzug. Steil wie eine Mauer legt sich dieser quer vor das Gesichtsfeld. Es ist der etwa 50 Kilometer lange Zug der Cötes Lorraines, der sich wie ein gigantischer natürlicher Wall vor den Lauf der Maas und damit auch die Festung Verdun schützend vorschiebt. Mehr als 100 Meter liegt der Höhenrand der ,Me", wie sie in der Soldatensprache abgekürzt wurde, durchschnittlich über der Talsohle der Woevre-Ebene. Und die Zinnen dieser natür- Sturm auf die stärkste Festung der Welt Die Landschaft von Verdun. Von Or. Wilhelm Ziegler. ... und nach der Landung zu Tolinski! Am Stammtisch der Piloten. — Aus den Kindertagen der Fliegerei. lichen Bastion werden ununterbrochen von dichtem Wald gekrönt. Tief dehnt sich dieser Wald nach rückwärts, fast überall bis dicht an die schmalen Windungen des Maas-Tales. Und auf dem anderen Ufer der Maas erhebt sich wieder eine ähnliche Kette natürlicher Sperrforts, gebildet durch Kuppen, Berge, Schluchten und Wälder. Von hier aus also ist die Festung Verdun durch die Natur ideal begünstigt. Hier ist darum jeder frontale Angriff, fast mit Sicherheit, zum Scheitern verurteilt. Und hier tief in der Ebene, nicht weit weg vom Dach der „Cote", zogen sich die deutschen Stellungen in der Nord-Südrichtung, als die Front im Herbst 1914 erstarrte. Anders war die Lage im Norden der Festung. Hier knickte die deutsche Front, fast im rechten Winkel, nach Westen um und machte so Verdun zum ausspringenden Eckpfeiler der französischen Ostfront, der sich immer wie eine drohende Schanze auf die deutsche Front richtete. Hier aber, an der Nordfront, schnitten die deutschen Schützengräben auf der Hochfläche der „Cote" quer durch das Wellengelände zu beiden Ufern der Maas. Dicht am Rande der befestigten Zone der Festung, noch im Feuerbereich der Geschütze ihrer Forts, zog sich der Graben der deutschen Front entlang. Dort hatten sich die deutschen Trdppen im Herbst 1914, als sie die Festung beinahe schon umzingelt hatten, festgebissen, zurückweichend, aber fest an den Gegner angeklammert. Hier lagen Freund und Feind auf einem Plateau einander gegenüber. Hier war darum auch die einzige Möglichkeit für jeden Feld- t)errn, der sich diesen Stützpunkt als strategisches Ziel auswählte, den Hebel anzusetzen. Denn hier war wenigstens kein wesentlicher Höhenunterschied zu überwinden. Trotzdem war auch nach dieser Front Verdun ein von der Natur selten begünstigter Platz. Auch hier war es geradezu eine n a - türliche Festung. Wer dieses Vorfeld der Festung Verdun rechts und links der Maas mit eigenen Augen gesehen, bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten selbst „erlebt" hat, der allein wird diese Feststellung in ihrer ganzen Tragweite ermessen können. Der französische Schriftsteller Madelin, Mitglied der „Akademie" und selbst Verdunkämpfer, sagt von dieser Gegend: „Sie ist keine Landschaft, sondern ein Kampffeld (un camp)." Es ist, als ob die Franz Tolinski, erster Fliegerwirt Berlins, Deutschlands und vielleicht der Welt überhaupt, war der nächste Augenzeuge einer Zeit, in der das Wunder des Fluges wie kaum spater wieder Abenteuer bedeutete. Noch heute betreibt Tolinski in Johannisthal vor dem Flugplatz die vor dreißig Jahren gegründete Schankwirtschaft. In einem kleinen, eng beschriebenen Tagebuch drängt sich alles zusammen, Chronik und Bericht einer neuen, sich langsam ankündenden und dann jäh heraufziehenden Epoche. Ein kleines Tagebuch ist übrig geblieben von dem großen und ersten Flugmuseum der Welt, das Franz T o - l i n s k i in den Räumen seiner Gastwirtschaft gegründet hatte, und das seit langer Zeit als Sonderabteilung dem Luftfahrtministerium unterstellt wurde. Aber was die toten Dinge in diesen Räumen nicht mehr bezeugen können, wird im Berichte lebendig, dramatischer und vielfältiger denn je, heraufbeschworen von einem Zeugen, der von Anfang an im Brennpunkt dieser jäh vorstoßenden Entwicklung stand. Er kann erzählen, dieser Tolinski! Da steht wieder der Hund Pilot vor ihm. Er war ein ehrgeiziger Geselle, dieser Pilot, ehrgeizig wie sein Herr, der oft mit ihm in der kleinen Gastwirtschaft erschien. Es gab kein Flugzeug auf dem Feld, mit dem er nicht — oft zum Verdruß der Insassen — beim Anlauf vor dem Aufstieg sein, Wettrennen abhielt. Verflogener Reichtum. Abenteurer aller Welt fanden sich in Johannisthal und bei Tolinski zusammen. Einer war darunter, Sohn eines steinreichen Fabrikbesitzers, der in nicht ganz einem Jahr 16 0 000 Mark durchbrachte; ein anderer, Peter Siemens, Erbe ausgedehnter Güter in Rußland, erschien mit 26 000 Mark zur Erholung in der Reiechshaupt- stadt, um neun Tage darauf nicht einen Pfennig mehr zu besitzen und bis zum Eintreffen des Geldes für die Heimreise bei einem Freund im vierten Stock eines Hinterhauses der Dieffenbachstraße zu wohnen. Den größten Teil des Geldes hatte eine Flugmaschine gekostet, die der Besitzer, des neuen Sports bald überdrüssig, einem Monteur geschenkt hatte, dem er obendrein noch die Flugausbildung bezahlte. Die ersten Maschinen kosteten durchschnittlich 12 000 bis 14 000 Mark, eine Ausbildung tausend Mark, wenn man jeden Bruchschaden an den Uebungsmaschinen selbst bezahlte. Mit Einschluß einer Versicherung erhöhte sich der Preis gleich um das Fünffache. Oft genug wurde selber konstruiert. Ein Stammgast von Tolinski, Thaddens R o b b l e r, einer der berühmtesten Rennradfahrer der Vorkriegszeit und mehrfacher Weltmeister, verlor und verschwendete sein ganzes Vermögen im Bau von Flugmaschinen. Aus der Reihe der von Tolinskis Gästen gebauten und nie aufgestiegenen, sonderbaren Konstruktionen wurde besonders der Apparat des Fliegers T e l s ch o w bekannt, eine Maschine, die wegen ihres ungeheuren Gewichts in Pilotenkreisen den Spitznamen „Der Fliegende Brauerwagen mit Erkerwohnung" führte. Die Konstruktion lebte zwei Jahre, 1911 und 1912, und diente für diese Zeit einem sonderbaren Zweck. Telschow, ein starker Trinker, wurde oft am Abend von seiner Frau aus dem Schankraum geholt. Meldeten ihm gute Freunde das Auftauchen feiner Frau, so holte er eilig seine Maschine aus der Halle und rollte im Flugsitz des Vehikels, das nicht zum Fliegen zu bewegen war, quer über den Flugplatz zu einer dort neu entstandenen Kneipe. Da die Kraft der Propeller ihn ein wenig schneller vorwärtsbrachte, als den normalen Fußgänger feine Beine, und die Frau bei der Verfolgung außerdem rund um den Platz mußte, da sie das Feld nicht betreten durfte, hatte Telschow drüben eine Viertelstunde Zeit, um sein Gelage fortzusetzen. In dem Augenblick, wo die Verfolgerin auftauchte, wiederholte sich das Spiel in umgekehrter Richtung, manchmal drei- bis viermal am Abend. Alles zog nach Johannisthal. Sv wenig der neue „Sport" es den meisten möglich machte, von sich aus diesem teuren Vergnügen nachzugehen, um so größer war die Anziehungskraft, die die er st en flugsportlichen Ver - anstaltungen auf die Berliner Bevölkerung ausübten. 1912 führte der französische Flieger P £ g o u b in Johannisthal bei einem Schaufliegen die ersten Loopings vor. Schon einen Tag vor der Veranstaltung lagerten Tausende von Familien auf den Wiesen und Abhängen um den Flugplatz, um über Nacht draußen zu kampieren. Der nächste Tag brachte einen Massenbesuch wie er nie zuvor bei einer Veranstaltung erreicht worden war. Die ganze Umgebung von Johannisthal war schwarz von Menschen, der gesamte Verkehr mußte umgeleitet werden, da man kaum einen Schritt gehen konnte. Nach vorsichtigen Schätzungen betrug die Zahl der Zuschauer weit über eine Million. Schon allein die zahlenden Gäste auf dem Flugfeld sicherten P e g o u d einen Reingewinn von 180 000 Mk. Nicht Kunstflug allein! Schon im Jahre 1912 sollte der Versuch unternommen werden, in einem Luftschiff den Ozean zu überfliegen. Eine Gesellschaft hatte sich gebildet, die sich von dem Unternehmen Gewinn versprach. Wochenlang führte der Parfeval „Suchard", ein halbstarres System seine Probeflüge über Johannisthal aus, bann würben Hülle unb Gonbel verlaben, um von Teneriffa aus nach Amerika zu starten. Als bie Zollbehörben in Teneriffa feftfteUen mußten, baß in einem großen Teil ber Gasflaschen zum Auffüllen bes Luftschiffes wertvolle Schmuggelware versteckt worben war, würben Hülle unb Gonbel beschlagnahmt. Die gerichtlichen Streitigkeiten zogen sich hin, ber Krieg kam dazwischen ... Die „Suchard" kehrte nie mehr nach Deutschland zurück. Erhalten von ihr blieb ein Photo, das noch heute in der Gaststube von Franz Tolinski hängt, einem unscheinbaren und nur durch die zahlreichen Bilder auffälligen Raum, in dem doch die berühmtesten Flieger und Konstrukteure der ganzen Welt, die Gebrüder Wright, die ersten Aermelkanal- bezwinger und die berühmtesten deutschen Kampfflieger Jmmelmann, Richthofen, Boelke verkehrt haben. Hitler und Göring als Paten in einer Familie. LPD. Herborn, 20. Febr. Beim zehnten Kinde der Eheleute Vinzenz Rinker in dem Westerwaldort Rennerod hat Ministerpräsident Göring jetzt die Patenschaft übernommen. Ehrenpate des neunten Kindes ist der Führer und Reichskanzler. Bahnbau Rabenscheid-Breitscheid. LPD. Dillenburg, 20. Febr. Wie bie Jnbu- strie- unb Hanbelskammer Siegen-Olpe-Dillenburg mitteilt, hat bie Deutsche Reichsbahn-Hauptverwaltung ben Vertrag zwischen bem Dillkreis, ber Nassauischen Lanbesbank unb ber Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft rechtskräftig unterzeichnet, wonach bie Reichsbahn-Hauptverwaltung sich verpflichtet, ben Bahnbau Rabenfcheib-Breitfcheid unverzüglich fertigzustellen. Damit ist es nach großen Schwierigkeiten bem Zusammenwirken ber beteiligten Stellen, nämlich ber Jnbustrie- unb Hanbelskammer, bem ßanbrat bes Dillkreises unb ber Partei gelungen, biefes für bie Wirtschaft unb ben Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit so bebeutfame Projekt burchzusetzen. Die Ausschreibungen zum Bau ber Strecke finb zum Teil vorgenommen, in Haiger ist bereits ein Baubüro errichtet. Spätestens in ben ersten Tagen bes Monats März wirb mit ben Arbeiten begonnen. „Lady Windermeres Fächer". Gloria-Palast. Die englische Literatur von Shakespeare bis Shaw unb Wilbe ist gegenwärtig bei uns in Deutschlanb aufsallenb beliebt. Die Grünbe bafür sind verschiebener Art. Was Shakespeare betrifft, fo haben wir neulich ausführlicher barüber gesprochen; was Shaw und Wilde angeht, so kommen für deren wieder zunehmende Beliebtheit, die sich in Neubearbeitungen und steigenden Aufführungsziffern ausdrückt, verschiedene Motive zusammen: beim Theater ein Mangel an typischen Gesellschaftsstücken dieser repräsentativen Art, beim Film ein Mangel !) 'o deagl. Serie 11 ............ /o Ruman. vereinh. Rente v. 1903 4%Rumän.vereinh.Ren«ev.l913 /0 Rumänische vereinh. Rente .. !4% Anatolier .............. amburg-Amerika-Paket .....0 amburg-Südam. Dampfschiff . 0 orddcutscher Lloyd .........0 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 erliner Handelsgesellschast ... 6 ommerz- und Prival-Bank ... 0 eutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o resdner Bank..............0 eichsbank ................ ii> .E.G......................u 6,5 9,3 5,4 38 15,65 17 105,25 117 91,75 90 90,5 186,5 38,5 139,5 119,13 133,75 115 129 125,25 126,75 130,25 174,5 127,5 96 110,65 114,75 89,25 128,25 85,25 85 6,5 9,3 5,35 38,13 15,65 17,4 105,25 117,25 92 90 90,5 186,5 37,9 139,5 119 133,5 115,25 129,75 127 130,75 176 128 96,5 111,5 1 115 | 89,5 1 128,5 ! 85,5 1 85,75 6.« 9,25 5,35 38 15,5 17,13 105,65 116,75 91,75 90 90,5 186,5 38,75 139,5 119,4 134,5 115 129,5 127 127 130,5 174,65 127 96,5 110,5 115 88,9 160 128,25 85,25 85,13 6,4 9,2 5,4 38 15,5 17,13 105,65 116,75 92 90 90,5 186,5 37,9 139,75 119 133,25 115,5 130 124,25 127,13 130,65 176 127,75 95,75 111,25 114,75 89,5 158,5 128,5 85,5 85,9 <*/»% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% d)cm.8% Hess. Bolk'sstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4ty% ehem.8% Hessische Landes- banl Darmstadt Gold R. 12.... bYi% ehem. 4/,% Hess. Landes- Hhpotbckenbank DarmstadtLigui *¥i% ehem. 8% Darmsl. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Ausloj.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabi. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vt% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6y,% ehem. 4’/.% Franks. Hhp. ekula.................... io lehr. LieferungSgelellschaft... 6 icht und Kraft ........... eiten & Guilleaume......... 4 esellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 iheintsche Elektrizität ........ 6 Hein. Wests. (Sieht..........6 -chuckert LEo................ Ziemens L Halske............. ahmeyerLLo..............7 3u6erud ................... 4 deutsche Erdvl ............... Zarpener...................q 6%'% ehem. XVt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 4/,% ehem. 8% Pr. Landeüpfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 *Vi% ehem. 7% Pr. LandeSpsant^ briesanst., Gold Komm. £bl.V Steuergutlch.BerrechnungSk. 34-36 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 4v. °/„ desoi von 1913.......... !>oesch Eiscn—Köln-Neuessen .. Zlse Bergbau ............... jl(e Bergbau Genüsse........ klöcknerwrrke ............... 6% abgest. Goldmexikaner von 9t 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Nannesmann-Röhren........ Irankfurl a. Dl. Berlin Schlußkurs Schlüße. Abend- bärse Schlußkurs Gchlußk. Mittag« bflrfe Votum 19-2- 20.2- 192- 20-2. ManSselder Bergbau .. .......6 130 132 130,5 132 KokSwerke ........... ....... 6 — 119,75 119,25 Rheinische Braunkohlen ..... 12 221 221,25 222 Rhetnslahl ........... .......4 112,25 112,75 112,5 112,5 Vereinigte Stahlwerke. .......0 82,13 83 82,13 83,13 Ltavi Minen ........ .......0 18,4 18,4 18,4 18,5 Kaliwerke Aschersleben. .......6 —— 126 126 126 Kaliwerke Westeregeln. .......5 —— 121 120,5 121,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7K — 184 184,25 184 I. G. Farben-Industrie .......7 151 151,25 151,13 151,13 Scheideanstalt........ ....... 9 210,25 211 Goldschmidt ......... ....... 5 107,5 108 107,25 107,75 Rütgerswerke ........ ....... 6 121 120,9 121,4 MetallgeseUschaft...... .......4 117,75 112,5 117,25 112,25 Philipp Holzmann........... 4l Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6| Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoss Waldhof ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade.................... 7*/, Accumulatoren-FabrU....... 12 Eonti-Gummt............... 8 Grttzner....................o| Mainkrastwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker ........io| 96,5 127,75 128 96,75 127,5 129 964 96,5 _ _ 100 99,75 51,25 51,25 51,4 51,65 91,5 90,75 91,13 91,13 121 120 120,5 120,75 85,4 86 85,5 86 — 123,65 124,75 100,5 100,75 100,65 101 150,5 149,5 150 149 —— — 77,13 77,65 31 32 31,65 32 297 296,5 296 296,5 173,5 175 173,65 174,5 167,75 168,5 168 — 30 29,75 I 30 29,75 90 90 — - 197,75 198 1 198 198 Devisenmarkt Berlin — - Frankfurt a. BL 18.Febmar 20-Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Zrtef Buenos Lire 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel..... 41,91 41,99 41,925 42,005 Rio de Ian. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sosta ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,79 54,89 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,27 12,30 HeljingsorS.. 5,41 5,42 5,045 5,415 Paris ...... 16,42 16,46 16,43 16,47 Holland ... 168,82 169,16 168,88 169,22 Italien..... 19,76 19,80 19,76 19.80 Japan ...... 0,716 0,718 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 £31o..... : 61,69 61,81 61,66 61,78 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 L'iiiabon ... 11,135 11,155 11,13 11,15 Stockholm... 63,29 63,41 63,26 63,38 Schwerz .... 81,23 81,39 81,27 81,43 Spanien.... 34,01 34,07 34,03 34,09 Prag....... 10,30 10,32 10,31 10,33 Budapest .. —— Reuyorl ... 2,462 2,466 2,460 2,464 Banknoten. Berlin, 20-^cbruar Geld Briei Amerikanyche Roten...... 2,412 2,432 Belgische Roten.......... 41,76 41,92 54 53 Englische Roten ......... 12,235 12,275 Französische Roten....... 16,38 16,44 Holländische Rolen....... 168,46 169,14 Italienische Roten........ — Norwegische Noten ...... 61,45 61,69 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten....... — — Schweizer Noten......... 8h 09 8M1 Spanische Noten......... ••••••• 33,69 33,83 Ungarische Noten........ Vie Gießene ?!l>logenve iche ®e ••iltunbe o ich gemem|a unb aus b Darmsti ch Abteilung kmit, nach ist' -Mwissenschast - Achbarsch fester ausges Digen Leiters M, erhielten |-:r Eigenart un Etil vor jetzt g> tilgen Bau bes W Lchaustelü jillt worben, b , M will unb n mb Grtlärungc ; Wcherzahlen ' üze Weg beschr btt Ausstellung bie Eigenart b ber bei säst jeb beit ihres Seite Her, um nur oleiett bes Eli Mr seiner lv gen eines Ze immer bie Be fordern wirb: i eleganten Sabi hüt/e, in ber l | ’J nenblifyn H)li Wien Winter h \ Ganz bei ] Wdjung fanb All 6in Sund fit ” & WH SL“b" & lvifi h Sein Herr! M) war burcf häßlichen S caj)bem der B- M fällige JJre Aeußeru chig. Mglaube, so als Langt schaben ist/ S meiner '( K Ausdrüd tonnen ir d Mrd'"« -'N (Wällt, au =d)tBeHent)auetn »UM °«L A*« ««in. 0L - Die hie. rgenossen! ^flabenb eine ^nossenlchafts. «en. Nach b,„ ute man sich mcherlei gesell? Giftet M -'Punkt iS? Ott r,'K! *4ft ke°L 1 hiesigen Ober, uuholzver. eung gelangten 3 und Buchen. JPpel 9 Raum. Buchenmellen, "en Brennholz, lesenden Käufer ' trotzdem noch öuchenscheit pro 1 "knüppel 11 bis chknüppel 2,25 > 17 Mark und >0 Stück. 3n einer Äit. l Schweine. £ em Borsitz des wurde u. a. be« n für den Sn> so daß der Sn- senfchast erfölgt "gekört ist. Das i • । und kann Nach en des Halters »läge ist es für ! chaft notwendig, zweimalige He- erhaltungskosten chlosien einstini' . Ferner wurde Versicherung des Gießen g standen M jen KörpM- Hausstiedm- ibertretung der amtliche Änge- .achen ihre Bd i erster Instanz MIM r. Gymnastik. 6.30: In der Paus: 8.45: Auf M Schulfunk. 10^ m! 11.45: 6c- 13: Nachricht Buntes Wochenei von zwei: du ibt's Neues? - Wirtfchaftsmei' im CauresuB sss Bfasmufit W T Jugend. W. K 5$«S A fein. 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Die Meldung eines Jungvolkführers oder einer Jungmädelführerin über das Nichterscheinen von Jugendlichen zum Dienst am Staatsjugendtag ist daher weiter zu verfolgen und gegebenenfalls eine Bestrafung wegen Schulversäumnis vorzunehmen. Wiederholung der Reifeprüfung. Der Reichserziehungsminister hat verfügt: Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Einführung der Arbeitsdienstpflicht lassen es erforderlich erscheinen, die Wiederholung der Reifeprüfung in kürzeren Zeitabständen als bisher zu gestatten. § 26 der Reifeprllfungsordnung wird daher wie folgt geändert: „Eine Wiederholung der Reifeprüfung kann bei einem Schüler erst nach dem Verlaufe eines Halbjahres erfolgen." Danach können ab Ostern 1936 an allen Schulen zum Oster- und Herbsttermin Reifeprüfungen abgehalten werden. Kein Arbeitsbuch - keine Arbeit. Altrhein-Ufer. Gruppen, die weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt und beispielgebend geworden sind. Unter bewußtem Verzicht auf die Wiedergabe erstarrter Augenblicksbilder von Einzeltieren sind hier zusammengedrängt Ansichten der Lebewelt auf den verschiedenen Kontinenten, im deutschen Urwald, im Mittel- und Hochgebirge, an den Fluß- und Seeküsten, in jahrzehntelanger Arbeit geschaffen worden — ein unvergleichliches Lehrmittel für Schüler und Studenten. Don Darmstadt aus erreichte die Exkursion in der Frühe des nächsten Morgens die Naturschutzinsel K ü h k o p f zwischen In den Kopfweidensümpfen. — (Aufnahmen [3]: Ankel, Gießen.) Rhein und Altrhein. Der in der Nacht erfolgte Wetterumschlag hatte die Landschaft in Nebel gehüllt und dadurch die Eigenart ihres Gepräges nur noch gesteigert. Auf den überschwemmten Kopfweidensümpfen sanken unter der plötzlichen Wärme die weiten Eisflächen knirschend und krachend zusammen; Entenschwärme, Reiher und Krähen belebten den Himmel, im Urwalde hatte die erste Frühlingsluft die Kleinvögel ermuntert, und auf den ausgedehnten, mit hohen Pappeln bestandenen Wiesenflächen stand Rehwild in ganzen Rudeln. Arn eindrucksvollsten aber war die Beobachtung der Wasservögel, die am Rande des Eises und auf den fließenden Teilen des Altrheines sich zu Tausenden versammelt hatten und beim Ruhen, Schwimmen, Hin- und Wiederfliegen ein fesselndes Bild boten. Außer verschiedenen heimischen und nordischen Entenarten konnten Säger, Taucher und Möven beobachtet werden. Der Lehrausflug fand seinen Abschluß in Oppenheim, wo gegen Abend unter der Führung eines dort beheimateten Teilnehmers noch der berühmte Dom eingehend besichtigt werden konnte. A. Blick auf das Röhricht. Die Gießener Ortsgruppe des Deutschen Biologenverbandes und die O b e r h e f - fische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstalteten in der vergangenen Woche gemeinsam einen Lehrausflug nach Darmstadt und auf die Rheininsel K ü h k o p f. In D a r m st a d t wurde am Samstag die Zoologische Abteilung des Landesmuseums besichtigt und damit, nach Frankfurt und Mainz, die dritte der naturwissenschaftlichen Sammlungen in der näheren Nachbarschaft Gießens in diesem Winter- Semester aufgesucht. Unter Führung des langjährigen Leiters der Zoologischen Abteilung, Prof. List, erhielten die Gießener einen Eindruck von der Eigenart und Bedeutung des hier Geschaffenen. Seit vor jetzt gerade dreißig Jahren Messel den stolzen Bau des Landesmuseums errichtete, ist hier eine Schaustellung zoologischer Präparate aufgestellt worden, die jedem Volksgenossen verständlich sein will und mit Hilfe sorgfältiger Bezeichnungen und Erklärungen unmittelbar zu ihm spricht. Die Besucherzahlen haben bewiesen, daß damit der richtige Weg beschritten wurde. Nicht nur in der Art der Aufstellung und Beschriftung allein aber liegt die Eigenart dieser Sammlung, sondern auch in der bei' fast jedem Stück spürbaren persönlichen Arbeit ihres Leiters und seiner Präparatoren. Wenn hier, um nur ein Beispiel zu nennen, neben dem Skelett des Elephanten auch die lebenswahren Abgüsse seiner Muskulatur stehen, so sind das Zeugen eines Zeitabschnittes deutscher Zoologie, der immer die Bewunderung der Nachfahren herausfordern wird: Welch ein Unterschied zwischen den eleganten Laboratorien von heutzutage und der Hütte, in der der gestorbene Zirkuselephant unter unendlichen Mühen (und Gefahren!) einen eiskalten Winter hindurch präpariert und abgeformt wurde.' Ganz besondere Beachtung und eingehende Besprechung fanden schließlich die tiergeographischen Das Arbeitsamt Gießen teilt uns mit: Es wird immer wieder festgestellt, daß noch nicht alle Volksgenossen die Ausstellung eines Arbeitsbuches beantragt haben, die den nachfolgenden Betriebsgruppen angehören. Arbeiter und Angestellte, die nach § 1 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 16. Mai 1935 ein Arbeitsbuch erhalten, dürfen vom 1. März 1936 an nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind: 1. Industrie der Steine und Erden. 2. Eisen- und Stahlgewinnung. 3. Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke. 4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren. 5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei). 6. Elektrotechnische Industrie. 7. Optische und feinmechanische Industrie. 8. Chemische Industrie. 9. Papierindustrie. 10. Leder- und Linoleumindustrie. 11. Kautschuk- und Asbestindustrie. 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe. 13. Großhandel. 14. Einzelhandel. 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels. 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Wer entgegen dieser Vorschrift einen Arbeiter oder Angestellten beschäftigt, oder sich als Arbeiter oder Angestellten beschäftigen läßt, macht sich nach § 4 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches strafbar. Die Säumigen werden hiermit nochmals aufgefordert, bei ihrem zuständigen Arbeitsamt die Ausstellung des Arbeitsbuches unverzüglich zu beantragen. Polizeiaufklärungswoche mit „Tag der Polizei-'. Aus der Provinzialhaupifladt. zu Ihrer Aeußerung „Verfressenes Vieh" sagen. Ihre Ansicht, daß Hundekuchen die beste und gesünEin Hund schreibt an seinen Herrn. Mein Herr! Ich war durch Zufall heute morgen Zeuge, mit welch häßlichen Ausdrücken Sie über mich sprachen, nachdem der Beamte des Finanzamtes die lange für mich fällige Steuer abgeholt hatte. Ihre Aeußerungen sind ebenso lächerlich wie unrichtig. Ich glaube, sagen zu dürfen, daß mein Stammbaum als Langhaar-Terrier wohl über jeden Zweifel erhaben ist, was schon die zahlreichen Ehrenpreise meiner Eltern und Großeltern beweisen. Ihre Ausdrücke: „Scherenschleifer" und „Dreckige Töle" können mich mithin nicht treffen. lieber meine Schönheit brauche ich mich mit 3tjnen nicht zu unterhalten. Ich bin ein hübscher, schlanker, netter Kerl, was man von Ihnen, selbst wenn man Ihnen mit dem größten Wohlwollen gegenüber steht, nicht behaupten kann. Uebrigens müßte auch ein Blick in den Spiegel Sie von dieser Tatsache überzeugen. Sie unterschätzen überhaupt vielfach meine Bedeutung. Wenn Sie mich morgens in der Frühe auf meinem Spaziergang begleiten, so bin ich doch die Hauptperson und nicht Sie. Wegen Ihrer gehen wir beiden ja nicht auf die Straße. Ich nehme Sie mit, weil Sie schon früher angezogen sind, als Ihre Frau Gemahlin, mit der ich weit lieber gehen würde, als mit Ihnen. Nicht nur, weil ich einen guten Geschmack habe, sondern weil sie sich mit mir auch eingehender und liebenswürdiger beschäftigt. Auch das können Sie sich merken. Wenn ich mit Ihnen gelegentlich dann nachmittags in den Anlagen spazieren gegangen bin, hörte ich sehr oft den Ausruf bewundernder Damen: „Schau mal, was für ein reizender Kerl!" Sie werden wohl nicht sagen wollen, daß Ihnen das galt. Aber wenn Sie das doch für sich in Anspruch nehmen wollen, was bei Ihrem stark entwickelten Selbstbewußtsein möglich wäre, so werden Sie mir aber doch zugeben müssen, daß viele Damen mich schon gestreichelt und an den Ohren gekrault haben. Mich, — nicht Sie! Ihre Ohren sind nach meinem Rasseempfinden auch zu groß und haben eine häßliche rote Farbe. Auch können Sie diese Ohren ja nicht einmal in lauschender Spannung nach vorne stellen! Ich könnte es nicht verstehen, daß jemand auf den Gedanken kommen könnte, Sie an solchen Ohren zu kraulen. Auch über Ihre sonstige Erscheinung gäbe es allerhand zu bellen. Aber da Sie der Mann meines Frauchens sind, will ich diese Dinge mit einem eleganten Satz überspringen. Ich will nur noch kurz, weil wir als Hund zu Mann Abrechnung halten, einen kleinen Hals voll deste Nährweise darstelle, kann ich nicht teilen. Ich erinnere mich, daß in meiner Jugend Ihre Pantoffel z. B. mir ausgezeichnet schmeckten und auch gut bekamen. Auch zwei Ihrer Hüte habe ich, wenn auch nur teilweise, verzehrt. Der Rest war für Sie angeblich unbrauchbar. Als Nachtisch nahm ich damals allerdings, wie üblich, ein Stück Kohle und einmal ein Notizbuch mit allerhand darin vermerkten Adressen und Fernsprechnummern. Das muß Ihnen wohl besonders nahe gegangen sein, denn Sie konnten sich tage- und wochenlang darüber nicht beruhigen Auch nahm ich Ihnen einmal einen Schlips fort. Die Farbe war zu scheußlich. Wie Sie überhaupt in selbstgekauften Schlipsen einen schlechten Geschmack entwickeln. Sie suchten lange danach und konnten sich auch hier nicht beruhigen. Ich gebe Ihnen die Versicherung daß ich ihn nicht verzehrt, sondern nur leicht ausgefranst habe. Ich habe ihn dann im Garten, links neben dem kleinen Fliederbaum, vergraben. Auf Wunsch bin ich gerne bereit, ihn wieder zu holen, falls Sie ihn tragen wollen. Sie würden mit ihm in seinem jetzigen Zustand nicht viel schlechter aussehen, als vorher. Ein kurzes Wort noch über Ihr ewiges Ge- raunze hinsichtlich meines ständigen Aufenthaltes auf dem Kiffen Ihres Schreibtischstuhls. Wenn ich es an sich schon unmännlich finde, daß der Schreibtischstuhl des Hausherrn mit einem weichen Kissen belegt ist, so mache ich daraus entschieden eine bessere Figur, als Sie. Ich liege still, in harmonischer Rundung, räkele mich nicht hin und her. schaukele nicht mit dem Stuhl, daß er fast umfällt, kratze mich nicht auf dem Kopf, beschmutze den Schreibtisch nicht mit Tintenflecken und Zigarrenasche und versuche auch nicht, mir aus Langeweile mit der Papierschere die Fingernägel zu schneiden. Das alles hat Ihnen Ihre Frau Gemahlin ja schon so oft gesagt, daß ich es mir eigentlich ersparen könnte. Ich wollte Sie nur wegen des Ausdrucks: „Dreckiges Mistvieh" ergebend daran erinnert haben. Eines aber sage ich Ihnen noch: In wirklicher Selbstüberwindung hatte ich es in den letzten zwei wahren unterlassen, pflichtgemäß zu bellen, wenn Sie spät in der Nacht nach Hause kamen. Nicht Ihre Tritte und Schimpfworte bei den ersten Malen hielten mich später zurück, sondern lediglich das kameradschaftliche Gefühl, daß ein Hund seinem Herrn zu helfen habe. Ja, selbst dann, wenn Sie wie ein Dieb hereinschlichen, verschiedene Male sogar schon mit den Stiefeln in der Hand, beherrschte ich mich, war still und dachte mir mein Teil. Ihre Aeußerung heute morgen aber: „Wenn er wenigstens noch wachsam wäre", wird mir Anlaß geben, Sie beim nächsten späten Nachhauskommen pflichtgemäß und vernehmlich anzumelden. Ich werde einen Lärm vollführen, der Sie von meiner Wachsamkeit durchaus überzeugen wird. Das merken Sie sich von ihrem sehr verärgerten, aber dennoch getreuen Trim. P. K. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis. 22 Uhr Ski- Trockenkursus, Reitschule Schömbs.— Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Krach im Hinterhaus". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Lady Windermeres Fächer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Friesennot". — Oberhessischer Kunstoerein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Sterb (Berlin). Stadttheater Gießen. Heute von 20 Uhr bis 22.30 Uhr das Lustspiel „Krach im Hinterhaus" von M. Böttcher. Spielleitung Heinrich Hub. 19. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Deutsche Arbeitsfront Verwaltungsstelle 19 Gießen. Achtung, DAF.-rNitglieder! Wir weisen hierdurch nochmals darauf hin, daß wir ab 1. März 1936 nur solche Anträge auf Kranken-, Erwerbslosen- und sonstige Unterstützungen annehmen können, denen das neue umgeschriebene Mitgliedsbuch beiliegt. Anträge, denen das alte Mitgliedsbuch beigefügt ist, müssen zurückgewiesen werden. Wer bis heute sein Mitgliedsbuch bzw. -karte noch nicht zur Umschreibung abgegeben hat, wird Sn der Zeit vom 15. bis 20. März findet im ganzen Reich eine Polizei-Aufklärungswoche mit anschließendem „Tag der deutschen Polizei" statt. In der Aufklärungswoche soll in allen Teilen des deutschen Volkes für die verantwortungsvolle Arbeit der Polizei aller Dienstzweige Verständnis und der Wille zur zweckentsprechenden Mitarbeit geweckt werden. Die Bevölkerung soll mit modernen Mitteln der Propaganda von der Polizei belehrt und dadurch veranlaßt werden, von sich aus vorbeugend zur Bekämpfung von Rechtsbrechern, Verkehrssündern usw. beizutragen. Fahnenjunker im Sanitäts- und Veterinärkorps. Im Zusammenhang mit dem Neuaufbau der Wehrmacht ist auch die Zahl der Stellen für Sani- täts- und Veterinäroffiziere im Heer vermehrt worden. Der Wunsch von jungen Leuten, als Fahnenjunker in das Sanitäts- oder Veterinärkorps eingestellt zu werden, kann daher heute leichter Erfüllung finden, als im 100 000-Mann-Heer. Ebenso sind die Beförderungsoerhältnisse wesentlich günstiger. Voraussetzung für die Annahme als Fahnenjunker im Sanitäts- oder Veterinärkorps ist allerdings nach wie vor, daß der Bewerber den Anforderungen, die in charakterlicher, geistiger und körperlicher Hinsicht an einen künftigen Sanitäts» ober Veterinäroffizier gestellt werden müssen, in jeder Beziehung entspricht. Die Laufbahn im Sanitäts- oder Veterinärkorps eignet sich vor allem für Abiturienten, die neben innerer Neigung zum Soldatenberuf besonderes wissenschaftliches Interesse haben. In der Verbin- düng von praktischem Truppendienst und einem vielseitigen Studium liegt ein besonderer Anreiz. Da die Annahme als Fahnenjunker im Sanitäts« oder Veterinärkorps nur in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März des Jahres erfolgt, das der Ein« Von den Eisschieß- meisterschasten bei Mittenwald. Der Lauter see bei Mittenwald, aufdemdieDeutschen Eisschießmeisterschaften ausgetragen wurden, an denen sich auch der Gießener Eisverein beteiligte. Das Bild zeigt einige Gie- ßenerEisschützenimKreise der favorisierten bayerischen Wettbewerber. (Aufnahme: Mohr, Gießen.) großen werden genau festgelegt, und alles umrahmt und zwingt in sich hinein die Stadtmauer. Sie be. stimmt den Verlauf der Straßen. Die anfänglich ur- wüchsige Anlage ordnet sich in Haupt- und Neben- straßen, rippenförmig, parallel und meridional ver- laufen sie unter dem Einfluß der Umrißlinien, bis sie ihre letzte Klärung und Festlegung erfahren durch ben rein geometrischen Wohnblock, der dann für alle Zeiten seine Gestalt erhält. . So wächst langsam das germanische Dorf im Zeit- raum eines Jahrtausends durch immer straffere Fas- jung in den Zeiten der rationalistischen Denkweise zur deutschen Stadt. Gerade die hessischen Städte zwischen Mam und Weser geben für die Entwicklung sehr schone Set- spiele, da die meisten von ihnen über den mittelalterlichen Rahmen nicht hinausgewachsen sind, auf jeden Fall aber ihren damaligen Kern noch klar erkennen lassen. So läßt sich an Hand der Grundrisse von mehr als 40 hessischen Städten die Entwicklung Gedenket der hungernden Vögel! und 21.50 22.07 22.32 23.03 0.42 Frauen 21.45 Uhr, Spiele, Frankfurt a. M. Friedberg Butzbach Gießen Marburg Die deutsche flrbeitöfront >" 1L9.=Gemcinfchaft „firaft durch freuöc" in Marburg zusteigen. , . Zu diesem Urlaubszug sind noch einige Platze frei. Anmeldungen sofort bei den zuständigen Dienststellen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Kosten der Fahrt einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Besuch der Automobilausstellung 28,50 Reichsmark. Sportami „Kraft durch Freude". Uhr, Dolksbad. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. (Neuanmeldungen für die in der nächsten Woche beginnenden Reitkurse werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen.) SonnlagSrückfahrkartenzumKarneval. Von der Fahrkartenausgabe Gießen werden Sonntagsrückfahrkarten zum Karneval nach folgenden Bahnhöfen ausgegeben: Zum Mainzer Karneval nach Mainz-Hbf., Mainz-Süd und Mainz-Kastel zur Hinfahrt vom 22. Februar, 12 Uhr, bis 25. Februar und zur Rückfahrt vom 22. Februar bis 26. Februar, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückreise). Zum Karnevalszug in Marburg (Lahn) am 25. Februar zur Hinfahrt vom 25. Februar, 11 bis 24 Uhr, und zur Rückfahrt vom 25. Februar bis 26. Februar, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückreise). Zum Karnevalszug in Friedberg am 25. Februar zur Hinfahrt am 25. Februar von 0 Uhr und zur Rückfahrt bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückreise). Schulung der Wandersührer. Die für Sonntag, 23. Februar, im Haus der Deutschen Arbeitsfront angesetzte Wanderführer- Schulung beginnt vormittags 8.30 Uhr. Wir bitten hiermit alle Wanderführer, pünktlich zur Schulung anwesend zu fein. Achtung KdF.-Iahrer! NSG. Wir teilen nachstehend die genauen Fahrzeiten des Sonderzuges der NSG. „Kraft durch Freude" zur Automobilausftel- l u n g in Berlin mit: heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, und Männer. Von 20.30 Uhr bis Kassel Berlin, Potsdamer Bahnhof an 9.24 „ Die Abfahrt von Berlin, Potsdamer Bahnhof, erfolgt am 26. Februar, 18.20 Uhr. Ankunft in Frankfurt a. M., Hauptbahnhof, am 27. Februar um 5.35 Uhr. In Gießen steigen die Teilnehmer der Kreise Unterlahn, Unter- und Oberwesterwald, Limburg, Oberlahn, Wetzlar, Dillenburg und Gießen ein. Die Teilnehmer des Kreises Biedenkopf können Schwimmen, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr und vom 21.30 bis 22.15 Abfahrt des Zuges am Samstag, 22. Februar, in: ~ 21.14 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik Frauen. Von 20.30 Uhr bis 21.45 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus. stellung vorausgeht, müßen stch Unterprimaner, die sich für eine der beiden Laufbahnen entscheiden möchten, baldmöglichst melden. Bewerbungsgesuche sind für Fahnenjunker im Sanitätskorps an den Wehrkreisarzt des nächsten Wehrkreiskommandos (z. B. Kassel), für Fahnenjunker im Veterinärkorps an den Wehrkreisveterinär des nächsten Wehrkreiskommandos zu richten. Bei den genannten Dienststellen sind auch Merkblätter über die Sanitäts- und Veterinäroffiziers-Laufbahn zu erhalten, sie geben über alle Annahmebedingungen sowie über die Ausbildung nach erfolgter Annahme als Fahnenjunker erschöpfende Auskunft. ♦* Scharfschießen des II. Bails. Jnf.- R e gt s. 3 6. In der Zeit vom 5. bis 7. März und vom 9. bis 14. März wird das II.Batl. Jnf.-Regts.36 in der Gegend von Erda Scharfschießübungen abhalten. Für die Zeit dieser Hebungen werden die Truppen in den Orten Hohensolms, Erda und Groß-Altenstädten Quartier beziehen. ** Verstärkte Kurzarbeiter-Unter - stützung für die Schuhmacherei. Der Präsident der Reichsanstalt hat mit Wirkung ab 23. Februar diejenigen Betriebe der Schuhmacherei und Schuhindustrie zur verstärkten Kurzarbeiterunterstützung zugelassen, in denen regelmäßig mindestens zehn Arbeiter oder Angestellte beschäftigt werden. ** Ausbau d e s Leihgefterner Weges. Bereits vor einigen Jahren wurde der obere Teil des Leihgefterner Weges — Ludwigftraße bis Gummifabrik — durch die Herstellung von Kleinpflaster an der Fahrbahn und durch Plattenbelag für die beiden Fußsteige neu befestigt, während der untere Teil, Ludwigstraße bis zur Einmündung in die Wilhelmstraße, bis jetzt unbefestigt blieb. Nachdem in letzter Zeit hier zwei neue Wohnhäuser errichtet wurden, die ihren Zugang von «diesem Straßenteil aus haben, ist man jetzt dabei, die Fahrbahn zu verbreitern, auf der Südseite einen Fußsteig anzulegen und beide zu befestigen. Da auch an der hier anschließenden Straße, Rodthohl, im vergangenen Jahr ein Neubau errichtet und die Straße neu befestigt wurde, so'wird durch diese Ausführungen eine wesentliche Verbesserung im Südviertel unserer Stadt erreicht. ** Der Landesverband der DLRG. (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) wird eine öffentliche Tagung am Sonntag, 1. März, im Studenten - Kameradschaftsheim in Gießen abhalten. Mit der Tagung wird eine Ausstellung der DLRG. und des Roten Kreuzes Gießen über das Wasserrettungswesen verbunden sein. ** D i e Kneipp-Bewegung veranstaltete am Donnerstagabend im „Bayerischen Hof einen öffentlichen Vortrag, der sehr gut besucht war. Frl. Stang aus Bad Wörishofen sprach über das Thema „Die Kochkunst vergangener Zeit und der Gegenwart". In ihren Darlegungen brachte die Vortragende eine Fülle von praktischen Ratschlagen und Hinweisen, deren Anwendung dem Wohle des einzelnen und dem Nutzen der Volksgemeinschaft diene. Die Rednerin ermahnte die Hausfrauen, es auf dem Gebiete einer natürlichen und gesünderen Ernährung an Tatkraft und Energie nicht fehlen zu lassen und auch dabei die Aufbauarbeit unseres Volkes zu fördern. Im weiteren Verlaufe ihres Vortrages ging die Rednerin auf die Ziele der Kneipp-Bewe- gung ein, die keine Medizinlehre für kranke Menschen sei, sondern die natürlichste Lebensbetätigung bezwecke. Durch die Anwendung von Wasser, Licht und Luft habe sie Tausenden von Menschen neue Wege zu einer gesunden Lebenshaltung und einer glücklicheren Lebensführung gewiesen. Auch auf dem Wege über die Küche der Hausfrau wolle die Kneipp-Bewegung am Aufbau der Volksgesundheit und eines kraftvollen und zufriedenen Volkes mitwirken. Die Vortragende gab sodann eine Reihe von Kochrezepten bekannt, ferner konnten sich die Besucher durch Kostproben ein Urteil über die Ratschläge der Vortragenden bilden. Zum Schlüsse gab die Vortragende noch Ratschläge für die hauptsächlichsten Krankheiten. Vereinsleiter Sier unterstrich noch in kurzen Worten die Darlegungen der Vortragenden und schloß sodann den Abend mit dem Sieg-Heil - Gruß an den Führer. Oie Cniwicklungslinien des deutschen, besonders des hessischen Städtebaues. Heber diesen Gegenstand sprach im letzten Vortrag des Oberhessischen Geschichtsvereins am gestrigen Donnerstagabend Stadtbaurat G r a o e r t. Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden Dr. Glöckner führte der Vortragende etwa folgendes aus: Der deutsche Städtebau kann in feiner vollen Bedeutung als Ausdruck deutscher Willenskraft nur erkannt werden, wenn er im Rahmen der deutschen Siedlungsgeschichte gesehen wird. Es hat drei große Abschnitte städtebaulicher Gestaltung auf deutschem Boden gegeben: Den römischen Garnison-Stadtbau von 100 vor Christi bis 400 nach Christi, den germanischen Dorfbau von 400 bis 900 nach Christi und den deutschen Städtebau von 900 bis 1400 nach Christi. Also drei große Perioden von je einem Halbjahrtausend. Der römische Städtebau in Deutschland braucht nicht weiter eingehend behandelt zu werden, denn er ist fremdes Gut auf deutschem Boden, und begrenzt sich in feinen Nachwirkungen vielleicht nur auf den durch den Limes abgegrenzten Teil Deutschlands. Er vergeht wieder unter den Stürmen der germanischen Völkerwanderung. Der deutsche Städtebau dagegen hat feine Wurzeln im eigenen Boden, ist aus eigener Kraft gewachsen und wurde der reinste Ausdruck deutscher Jugend. Zwischen Rhein und Elbe entwickelt sich nach dem Seßhaftwerden der germanischen Stämme, je nach dem Charakter der Landschaft, der Einzelhof (Sippenhof), oder das Haufendorf. Der Einzelhof in Gebieten vorwiegend extensiver Weidewirtschaft, das Haufendorf mit seiner Gewann-Flureinteilung in Gebieten mit intensivem Ackerbau. Die Struktur des Haufendorfes ist urwüchsig und in der Entwicklung feiner Gestalt nur bestimmt durch die Bevölkerungsvermehrung. Aber der Germane ist nicht nur Bauer, sondern er muß auch Krieger sein. Sein Leben ist ein dauernder Kampf gegen die Natur, gegen Menschen und Tiere. Deshalb spielt die Frage der Sicherung bei der Gestaltung seiner Siedlungsanlagen eine dauernd wichtige Rolle. Die Fliehburgen auf Bergeshöhen treten in ihrer Bedeutung zurück. Jede Siedlungsgemeinschaft sichert jsich selbst durch Anlage eines befestigten Platzes, eines „umfriedeten Hofes", in ruhigen Zeiten die Stätte des Gerichts, der Götterverehrung, der Spiele; in kriegerischen Zeiten die Stätte des Schutzes für Mensch und Vieh. Diese Platzanlage ist der Kern jeder Siedlung. Später wird aus dem Friedhof der „Kirchhof", als jede Gemeinde sich ihr Gotteshaus baut. Aber auch jetzt noch behält der Platz mit feiner Kirche Wehrcharakter. Viele Kirchtürme, zumal in Hessen, zeigen heute noch ihre Schießscharten, ihre unter den Dachhelmen liegenden Zinnen, die Pechnasen usw. Rund um diesen Platz standen die Häuser in „Rundlingsform", und strahlenförmig, rippenförmig oder netzförmig liefen die Gassen von hier aus. So entwickelt sich das germanische Haufendorf, gleichzeitig üi günstiger Acker- und Schutzlage, ungekünstelt und urwüchsig, kein Gesetz und keine sonstige Bindung bestimmen seine Struktur. Aber das Volk wächst und der Lebensraum wird enger, nicht mehr alle kann der väterliche Hof ernähren. Die nicht erbberechtigten Söhne wandern aus und suchen sich neue Lebensaufgaben. Der Bedarf des Volkes steigt. Der Handel mit den Nachbarn beginnt. Produktionsüberschüsse treten ein; was der eigene Bedarf nicht mehr verbrauchen kann, wird verkauft. Es bildet sich der Markt. Nicht nur der Wand erhandel, auch im Ort selbst bildet sich ein an bestimmte Zeiten gebundener Markt. Aber er kann nicht der Willkür überlassen bleiben, denn der Kaufmann braucht Sicherheit für seine Waren, die sein ganzes Vermögen darstellen. Das Marktrecht gibt sie ihm. Der Marktplatz aber entsteht unter dem Schutze des Grundherrn, d. h. am Fuße einer Kirche oder einer Burg. Auf ihm als dem neuen Mittelpunkt laufen auch hier alle Straßen zusammen. Der Bürger, der neue Stand neben dem Bauern, geht mit seiner Ware über Land, es entsteht der Verkehr von Ort zu Ort, von Land zu Land. Die Sicherheit wächst, der Bürger verdient und sein Seldstbewuhtsein läßt ihn langsam selbständig werden. So wandert der Marktplatz von seinem Schutzplatz unter der Burg an die Verkehrsstraße. Die Straßen der Stadt richten sich aus. Jeder braucht seinen Platz an ihr. Deshalb bildet sich eine immer straffere Form des Wohnblocks, die Grundftücks- des deutschen Städtebaues von dem noch dorfähnlichen Gebilde verfolgen bis zum rein geometrischen Straßennetz, wofür gerade nordhessische Städte viele Beispiele geben. Als dann unter den Karolingern die ersten Schritte über die Elbe getan werden zur Gewinnung neuen deutschen Bodens im Osten, liegen die Formen der Siedlung fest. Im slawischen Grenzland entsteht der deutsche Rundling, der sich durch Zuwachs der Ansiedler erweitert zum Angerdorf, dieses wieder zum Sttaßendorf. Unb auch die deutsche Stadt im Osten ist ein klares Gebilde aus rechtwinkeligen Straßenblöcken mit dem Marktplatz in der Mitte, eingeschlossen von dem meist ovalen Ring der Stadtmauern. Ueberall, wo deutsche Bauernsöhne und Kaufleute deutschen Boden gewonnen haben, ob im slawischen Osten, im tschechischen Böhmen oder in Ober-Oesterreich, überall erkennt man die gleiche, auf germanischem Boden entwickelte, jetzt nur klar angewandte Siedlungsform. So entsteht deutscher Städtebau aus deutscher Wurzel und bringt deutsche Kultur weit hinein in den Osten und Südosten. Das deutsche Dorf und in ihm das deutsche Bauernhaus, von keinem anderen Volk vor- oder nachgemacht, wird weit über die politischen Grenzen Deutschlands im ganzen deutschen Lebensraum das Symbol deutscher Kraft und deutscher Kunst und bewahrt diese innere Kraft bis in die Tage unserer Gegenwart. Der Vortragende schloß mit einem Wort des berühmten Kunstgeschichtlers Pinder: „Gewiß war die große Kaiserzeit des deutschen Mittelalters keine Zeit wissenschaftlicher Forschung, sie ergriff ein ganz anderes. Sie ergriff die große Form. Wissen kann sie zerstören, Glaube allein kann sie möglich werden lassen. Ein Zeitalter, das wieder Glauben hätte, nur aber, ohne sein Wissen zu verlieren, wäre ein großes und dankbares Ziel. Wer ihm zustrebt, hilft nicht, das Mittelalter zu überwinden, sondern es wieder zu finden. Denn unsere Zukunft ruht auf unserer Herkunft." In feinem Schlußwort dankte Dr. Glöckner dem Vortragenden herzlich für seine ausgezeichneten, von vielen Lichtbildern unterstützten Ausführungen. Er gab dann noch einen kurzen Heber- blick über die Arbeit dieses Winters und berichtete über einen Werbefeldzug des Oberhessischen Geschichtsvereins. Der Verein, der in Kürze den 33. Band seiner „Mitteilungen" herausbringt, kann feine Aufgabe nur erfüllen, wenn er einen Mindestbestand von Mitgliedern hat, die für nur 3 Mark bei freiem Besuch der Vorträge und des Oberhessischen Museums unentgeltlich die „Mitteilungen" erhalten, welche im Buchhandel 4 Mark kosten. Diese „Mitteilungen" sind die einzige geschichtswissenschaftliche Zeitschrift der Provinz Oberhessen und unentbehrlich für die geschichtliche Arbeit an dem historischen Institut der Universität. Sie werden der Universitäts-Bibliothek in 350 Stücken zum Tausch zur Verfügung gestellt, die von 350 in- und ausländischen Geschichtsinstituten und -vereinen deren Veröffentlichungen erhält. Dr. Glöckner schloß mit dem bekannten Wort Fontanes: „Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du". MMMMklMlkN. Vornan von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Blaß war das schöne Gesicht geworden, hatte jetzt oft einen nervösen Leidenszug. Schatten unter den früher so strahlenden Augen sprachen von durchwachten Nächten. Hnd doch waren diese matten Züge manchmal rosig überhaucht, srraff und glückstrahlend, wenn Elfriede von „einem schönen Spaziergang" oder von „Besorgungen" heimkam. Hatte sie da jemanden getroffen? — An jenen Abend mußte die Mutter denken, da Drau in dem ersten Vortrag Selldöns in ihrer Nähe gesessen, sein und Elfriedes Blick so selbstvergessen ineinander geruht. War Drau schuld am Zusammenbruch dieser Ehe ober ein anderer? Der Gatte selbst? Ach, es war nicht leicht, all diese Fragen zu verschweigen, zu warten, dis Elfriede sich ihr freiwillig offenbarte. Oft schien sie nahe daran — verhielt aber dann das befreiende Wort und trug, was ihr Herz beschwerte, stumm weiter. Auch heute war sie gekommen, saß im Sofawinkel, den Kopf an der Mutter Schulter, von derem Arm umschlungen, und plauderte verträumt von vergangenen Tagen. „Weißt du noch, wie schön wir deinen letzten Geburtstag vor Vaters Tod feierten, Mamachen? Er wollte ihn ganz besonders festlich begehen, als ahnte er, daß er es im nächsten Jahre nicht mehr tun könne. Alles war mit Rosen geschmückt, frühmorgens fangen wir dir ein Stündchen, wobei Gretelchen immer falsch den Baß brummte, und abends brannten bunte Lampions im Garten, dessen Wege wir Kinder eifrig mit frischen Blumen bestreut hatten. Väterchen sah so froh aus und du wie ein ganz junges Mädchen in dem weißblauen Sommerkleid! Wir waren allein, wir fünf, brauchten keine fremden Menschen, um unser Fest zu feiern, waren glücklich unter uns im eigenen Heim. Wie anders ist alles geworden — — „In meinem Herzen nicht", sagte Frau Margret erinnerungsoersunken und lächelte mit nassen Augen, „da blüht jede Glücksstunde sorgsam gehütet weiter." „Wie reich bis du Mamachen!" „Solltest du ärmer sein, Kind?" Die feinen Hände krümmten sich zusammen, da Elfriede Stalling den Kopf von der Mutter Schulter hob und abwandte, als scheue sie ihren Blick. „Viel, viel ärmer, als du ahnst", sagte sie leise. Margret Mervius hielt den Atem an. Jetzt war die Last zu groß geworden zum Weiterschleppen... Vorsichtig suchte sie nach dem rechten Wort. „Vieles in dem glänzenden Gesellschaftsleben mag dich bitter enttäuscht haben, Elflein, hast wohl hinter all dem Prunk manche Leere entdeckt, nicht wahr, dich wohl manchmal verwundet an Dornen, die du inmitten der bunten Pracht nicht geahnt hast. Auch in deiner Ehe wird manch kleiner Schatten aufgetaucht fein. Teddy ist keine Idealfigur, wie sie sich so ein törichtes kleines Mädchenherz erträumt, — die gibt es nun einmal nicht im Leben. Aber er hat viele vorzügliche Eigenschaften, ist gut zu uns allen, liebt dich zärtlich. Darf eine Frau ich „arm" nennen, die geliebt wird?" Die warme (Stimme bat förmlich um Wiber- pruch. Elfriede richtete sich auf, sah ihre Mutter voll an: „Theodor Stalling hat mich nie geliebt, Mama, er hat sich nur verliebt in mein Aeußeres, es schmeichelt seiner Eitelkeit, eine schöne Frau zu besitzen. Wie die innerlich beschaffen ist, kümmert ihn nicht. Er läßt sie nach Belieben (eben, solange cs seinen Interessen dient. Unb zeigt sein wahres Gesicht, sobald das nicht der Fall ist." Die blassen Züge wurden hart. „Er beklagt meinen Mangel an Leichtlebigkeit. Wie viel könnte ich für den guten Teddy erreichen, in wie viel Aufsichtsräte ihn hineinschmeicheln, denn der bewußte Freund, der umworben werden soll, ist reich und vermag Diel, wenn er will — und schön gebeten wird. Warum siehst du mich so entsetzt an, Mama? Das ist modern, fortschrittlich gedacht! Man wechselt die Ehefrauen öfters einmal aus. schlüpft in ein fettbezahltes Pöstchen für die erwiesene Gefälligkeit. Warum nicht? Nur schade, wenn einem die Frau einen Strich durch die Rechnung macht und sich weigert, teilzunehmen am .Kämmerchenvermieten'--" Die höhnende Stimme brach. „Ach, Mama, nicht die Leere, nicht die Kälte aller Not der Mitmenschen gegenüber, nicht der krasse Egoismus ist's, an dem man zugrunde geht — der Schmutz um einen ist's, man versinkt darin!" Das war ein Hilfeschrei. Wortlos vor Erschütterung nahm Margret Mervius ihre Tochter in die SJrme und ließ den Verzweiflungssturm sich an ihrem Herzen austoben. Alles, was die junge Frau monate«, jahrelang mit sich herumgetragen, quoll nun hemmungslos aus ihr hervor, all das Häßliche, das sie sorgsam unter Scherz und Lachen verborgen, brach auf wie eine schwärende Wunde. Frau Margret suchte zu begreifen, was sie hörte. Theodor Stalling und sein nur für Geld und Genuß lebender Kreis waren ihrer ganz auf Innerlichkeit und Nächstenliebe eingestellten Art nie sonderlich sympathisch gewesen, dieser ganzen oberflächlichen Lebensauffassung stand sie fremd und verständnislos gegenüber. Aber unter der Protzsucht, unter dem vergnügten Poltern — das in ihrer Gegenwart sich immer in gewissen Grenzen gehalten — hatte sie ein warmes Herz, viel Gutmütigkeit und echte Liebe zu der Frau vermutet, die sich jetzt verzweifelt in ihre Mutterarme geflüchtet hatte. Das Telephon im Flur gellte. Elfriede hob das tränenüberftrömte Gesicht, sah aus verschwollenen Augen die Mutter angstvoll an. „Das wird Teddy sein! Wir sollten mit Egidys Wegerdts und Brucks eine Spreewaldfahrt machen, die anderen sagten aber ab — nun will er mit Brucks und mir allein fahren, aber ich gehe nicht mit — nie mehr!" Margret Mervius küßte die nasse Wange, schob ihre Tochter dann sanft von sich und stand auf. „Beruhige dich, wenn es wirklich Teddy sein sollte, so werde ich ihm sagen, du seiest hier mit Erkältung und Kopfweh. Du legst dich auch gleich in meinem Zimmer hin." Die Stimme des Schwiegersohns klang ungewöhnlich kurz, als er auf seine Anfrage, ob Elfriede dort sei, die Antwort hörte. „Alles schon und gut, Mama, aber an die Migräne glaub ich nicht, mit deiner gütigen Erlaubnis! Jedenfalls werde ich mich selbst davon überzeugen, ob Elfi wirklich krank" — spöttisch betont — „ist, oder nur mal wieder tücksch." . Der Hörer wurde aufgeknallt. Langsam ging Frau Margret wieder zur Tochter hinein. „Stalling wird Herkommen", sagte sie, überlegend, was am besten zu tun fei, und ohne zu wissen, daß sie ihn beim Familiennamen genannt hatte. „Du wirst dich sofort legen, Kind, komm —" Elfriede Stalling schüttelte den Kopf. „Nein, Mamachen, laß ihn kommen! Mag er endlich erfahren, daß ich — so — nicht weiterzuleben vermag. Es muß Klarheit zwischen uns bestehen." Das tränennasse Gesicht erstarrte. „Ich werde ihn hier erwarten." Die Minuten verrannen. Margret Mervius saß neben der Tochter, hielt ihre Hand fest. Sie konnte nicht abreden, es war gut so. Wenn Elfriede übertrieben hatte, würde eine Aussprache alles klären. Es konnte ja nicht fein, daß ... Als es draußen Sturm klingelte, zitterte die • ältere der beiden wartenden Frauen. Die junge saß ganz still, sah steilerhobenen Hauptes dem Mann entgegen, der, von Frau Margret herein- gelassen, grußlos das Zimmer betrat. „Was ist denn das wieder?" begann er zornig. „Gleich ist es ein Hhr — um zwei holen Brucks uns ab, und wir haben noch keinen Bissen gegessen! Du weißt, daß mir gerade an dieser Tour viel liegt —" er stockte, betrachtete sie mißtrauisch: „Du hast doch gar keine Migräne —" „Nein", sagte Elfriede Stalling sehr ruhig, „aber ich werde trotzdem nicht mitfahren." „Da soll doch gleich der Deu ..." Stalling wurde dunkelrot. „Hnd warum nicht, wenn ich fragen darf?" Die junge Frau bat ihre Mutter mit einem Blick, sie allein mit dem Gatten zu lassen. „Weil ich mich weigere, den Verkehr sowohl mit Herrn als auch mit Frau Bruck fortzusetzen", erwiderte sie, als sich die Tür hinter Margret Mervius geschlossen. Ihr Mann sah sie fassungslos an. „Sag mal — bist du verrückt geworden?" Ein seltsames Lächeln huschte über das blasse Frauengesicht. „Nein, aber wissend." „Das heißt —?" Er trat näher, einen lauernden, etwas unsicheren Blick in den Augen. „Daß ich mich weigere, deine Geliebte weiter bei mir zu empfangen." „Meta Bruck meine ... Nun höre einer den blühenden Blödsinn!" Sie unterbrach ihn mit einer kurzen, herrischen Handbewegung. „Ihr eigener Mann hat es mir gesagt, in der Hoffnung, mich seinen Wünschen gefügiger zu machen. Er täuschte sich. Aber seine Nähe ist eine stete Beleidigung und Belästigung für mich, die ich nicht länger ertragen kann." Ihre sonst so weiche Stimme hatte einen schrillen, gläsernen Klang — „verstehst du, Teddy — ich kann nicht mehr!" Der lief mit gerungenen Händen im Zimmer herum, stieß einen Stuhl, der im Wege stand, beiseite, daß er umflog. Diese Frau — — feinen Funken von Großzügigkeit, von Verständnis für feine Nöte besaß sie---Unb wenn zwischen ihm und der Meta wirklich so eine kleine Tändelei bestand: war das nicht geschäftlich klug gehandelt gewesen, hatte ihm Meta nicht die Sechsundvierzig« tausend zum Anlegen überlassen, an denen sie beide so fein verdient hatten, ihm nicht manches Sümm« chen zugewiesen durch einen von Bruck erlangten guten Tip? Mußte man denn jede Kleinigkeit in engherziger moralischer Entrüstung auf die Spitze treiben? (Fortsetzung folgt!) tot« * !> 5p M colaltoln ^[portpM 11 Dli-cinde ,«s rienipu*" Lt als 61 jteiü ,00' , die ®afU „m Ungnfie J Weiterten üjtrio i>et ■ mürben oi sii« °d°l du trt gemeistert. 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NSG. Die Ausschreibungen zur Nachtsuchfahrt sind herausgegangen, und Die Nachfrage aus den Fahrerkreisen des NSKK. und der Wehrmacht sind erfreulich groß. Nachtsuchfahrt — was soll das nun eigentlich geben? So fragen wohl die meisten Fahrer, und im engeren Kreise werden alle Möglichkeiten erwogen und fleißig Karten studiert. Und wenn es dann vom Start losgeht, sieht es meist anders aus. Der Fahrtleiter dieser Veranstaltung ist dann für einige (Stunden der unbeliebteste Mensch. Man versteht dann nicht mehr, wie soviel List und Tücke in eine einfache Nachtfahrt gelegt werden können. Das wäre aber zuviel gesagt, denn es ist keinesfalls List und noch weniger Tücke, die der Fahrtleiter darauf verwandt hat, eine solche Strecke zusammenzustellen; er muß ja vorher alles selbst ausfahren und darüber hinaus noch viel mehr, um für alle Möglichkeiten gerüstet zu sein. Aber auch das nimmt der Fahrtleiter gern auf sich; er will ja den Fahrern eine sportlich reizvolle Aufgabe stellen, und es sollen auch Aufgaben sein, die den Motorsportfahrer über das Maß des normalen Autofahrers hinausheben. Die zu befahrende Strecke wird erst am Start bekanntgegeben, ja und wohin? — das muß sich jeder selbst heraussuchen. Orientierungsvermögen nach der Karte und große fahrtechnische Leistungen werden dem zum Siege verhelfen, der mit dem Kopfe fährt. Der Fahrer muß also einen genauen Fahrtplan entwerfen und gut rechnen können. Er muß entscheiden: wo habe ich die besten Straßen, wo sind schwierige Strecken, wie erreiche ich die nächste Kontrolle ohne nennenswerten Zeitverlust bei geringster Fahrtleistung. Wo liegt überhaupt die Leistungsmöglichkeit für die Strecke und was dergleichen Fragen mehr sind. Und alles das muß sofort nach dem Start entschieden werden, denn Zeit ist das kostbarste auf einer solchen Fahrt. Die Bewertung hat diesmal der Fahrer selbst in der Hand. Cs entscheidet die Höchstleistung im Verhältnis zu den übrigen Leistungen. „Eine Anzahl Kontrollen liegen in der Gegend verstreut. Hier nimm deine Karte, fahr los und such die meisten auf. Fe mehr du findest, um so besser für die Wertung. Aber ja nicht die 10- Stunden-Fahrzeit überschreiten, das bringt Strafpunkte." So lautet die Aufgabe für den Fahrer. Die Motorgruppe Hessen wünscht allen Fahrern eine Höchstleistung! Unsere wackeren Kämpfer werden sicherlich roieoer zeigen, daß sie ihr Fahrzeug zu meistern wissen. macht das wenig aus. Sie sind mit Leid und Seele bei der Sache und schon lange vor dem Spiel wird getippt, wie man gegen den nächsten Gegner — natürlich gewinnt! Arn heißesten geht es dann her, wenn man gegen den nächsten Ort oder gegen eine Schule der eigenen Stadt spielt! Meist kennen sich die Gegner schon sehr genau. Die Verteidigung weiß, daß der Karl oder der Wilhelm die gefähr- lichsten Stürmer sind und stellt sich darauf ein. In den meisten Mannschaften sind die „Kanonen" natürlich aus den Hand- und Fußballsport treibenden Vereinen. Viele technische und taktische Feinheiten, die man so sehr oft bei unseren aktiven Spielern vermißt, kann man hier bewundern. Die Zuschauer sind meist Schüler der beteiligten Schulen. Sie stellen auch ihren Mann. Sie halten weder mit Lob, noch mit Tadel zurück und gar oft muß der Schiedsrichter sie zur Ruhe ermahnen. Aber diese Mahnungen halten, was ja auch verständlich ist, meist nicht lange vor. Nach dem Spiele wird dann eifrig diskutiert, wie man es hätte besser machen können, daß der oder jener nicht mehr mitspielen darf, weil er au faul war, daß der Philipp „tot- sichere Sachern versiebt hat,>daß der Ernst ganz groß in Fahrt war und daß auch das nächste Spiel gewonnen werden muß. Die verlierende Partei läßt keineswegs die Köpfe hängen. Sie hat natürlich nur durch „Pech" und selbstverständlich durch den Schiedsrichter verloren, der zwei Elfmeterbälle nicht gegeben hat und nicht gesehen hatte, daß das erste und das dritte Tor aus „Abseits" erzielt wurden. Das nächste Mal, wenn sie zu Hause auf eigenem Platz spielen, wird es bestimmt anders! Das ganze Drum und Dran erinnert lebhaft an die Stimmung bei den Großen. Das ist es ja auch, was erreicht werden soll. Eine Herausentwicklung der Spiele aus der Jugend, aus ihrem Geiste und aus ihrer Begeisterungsfähigkeit. Nicht der Sieg selber, sondern der Weg znm Enderfolg ist entscheidend. Die Leibesübungen in der Schule müssen ein Segen für die Wenge, nicht eine Kunst für Wenige darstellen. Zweimal Lokalkampf 1900-VsS-R. Der kommende Sonntag bringt den Anhängern der Iußballfportes in unserer Stadt wieder einmal das besondere Erlebnis eines Lokalkampfes zwischen den Ligamannschaften 1900 und VfB.-Reichs- bahn. Ls geht im Verbandsspiel um die Punkte. Die Mannschaftsaufstellungen liegen noch nicht endgültig fest. Wer gewinnt, ist kaum vorauszusagen. Vermuten läßt sich nur, daß der Sieg bei den Grünweihen liegen kann, die gegenwärtig in besserer Aorm erscheinen als die Elf der Spielvereinigung. Das Spiel wird bereits am Vormittag ausgetragen, da am Nachmittag jedermann Gelegenheit gegeben sein soll, die Horst-Wessel-Gedenkfeier in der Volkshalle zu besuchen. Der Lokalkampf findet den darausfolgenden Sonntag bereits seine zweite Auflage, und zwar werden sich beide Mannschaften dann auf dem Valdsportplah im Pokalspiel gegenüberstehen. Spielabteilung Tv. 1889 Klein Linden. Klein-Linden I — VsR. Lich I 1:1 (0:0). Das Freundschaftstreffen in Klein-Linden ließ die von ihm erhoffte Spannung fast völlia vermissen. DsR. Lich trat nur mit 9 Mann an, bei Klein-Linden wirkten drei Ersatzleute mit. In der Platzmannschaft entpuppten sich bald nach Spielanfang einige Spieler als Statisten. Die Turner beherrschten wahrend des ganzen Spieles das Mittelfeld, während die Gäste immer wieder durch rasch Borge- tragene Angriffe zu Erfolg zu kommen suchten. Diese scheiterten jedoch an dem sicher abwehrenden Schlußtrio der Klein-Lindener. Auf der anderen Seite wurden die sichersten Torgelegenheiten aus- gelassen oder durch den vorzüglichen Licher Torwart gemeistert. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit gewann das Spiel an Reiz, als VfR. Lich den Führungstreffer erzielte. Jetzt wurde für die Klein-Lindener die Lage ernster, Angriff auf Angriff rollte vor das Licher Tor, um jedoch an der Licher Hintermannschaft zu scheitern. Erst als ein Verteidiger mit den Händen abwehrte, wurde der Ausgleich durch den fälligen Elfmeter erzielt. Während in der Platzmannschaft die Leistungen des linken Verteidigers überragten, muß bei den Gästen aus Lich vor allem der große Eifer des Torhüters anerkannt werden. Schiedsrichter Offenbacher (Lollar) leitete stets korrekt. Laut Verfügung der Hessischen Landesregierung sind für sämtliche hessischen Schulen verbindlich Hand- und Fußballrunden ausgeschrieben worden. Die Schulen stehen gegenwärtig mitten in den Spielen, die bis zu Beginn der Osterferien beendet sein müssen. Jede Schule kann in einer Stufe nur mit einer Mannschaft entweder Handball ober Fußball spielen. Die Unterstufe spielt bis zur Kreis- melsterfchaft, die Mittelstufe bis zur Bezirksmeister- schäft, die Oberstufe bis zur Landesmeifter- fchaft, deren Endspiele in Darmstadt ausgetragen werden. In freundlicher Weise haben sich die Fachämter Handball und Fußball im Reichsbund für Leibesübungen bereit erklärt, in jeder Weise durch Gestellung von Schiedsrichtern und Ueberlassung der Spielplätze die Runden zu fördern. Es ist wünschenswert, daß zu den Spielen, die in Zukunft vorher bekannt gegeben werden, auch Zuschauer erscheinen. Sie werden sehen, daß grabe bie Kleinsten es sehr oft in Technik und Taktik mit den aktiven Spielern aufnehmen können. Der Eifer, den sie entwickeln, ist bestimmt größer. Die Spiele werden im Gegensatz zu den Som- merkampfspielen entweder im Ein-, oder wo es möglich ist, im Zwei-Rundensystem ausgetragen, so daß jede Schule zu ihrem Rechte kommt und wenigstens vier bis fünf Spiele austragen kann. Da alle Schulen leilnehmen müssen, ist die Anzahl der Mannschaften in der Provinz Oberhessen ziemlich groh. Es spielen rund 180 Mannschaften Fußball und 150 Mannschaften Handball. Die Durchführung der Spiele in den Kreisen obliegt den Kreissachbearbeitern im Nationalsozialistischen Lehrerbund, die je nach Bedarf die Kreise noch einmal in Unterkreise aufgeteilt haben. Für die Mannschaften der Mittel- und Oberstufe sind besondere Obmänner für die einzelnen Bezirke be- beftwHmt. Alle Spiele einer Provinz unterstehen einem Provinzobmann Die Durchführung der Spiele ging bis jetzt reibungslos üonftatten. Wenn auch Die Spielfelder in nicht gerade gutem Zustand sind — den Jungen ...und zum Bauen I Abermann iw___ Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kuyrertiefdrucktafeln.mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und O.Wolff. Oanzleinenband.. ..........RM.4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3 60. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br. RM.2.-,geb. RM.3 -. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo BermOhler Verlag Berlln-Llchterfelde Deutsche Keeres-SkimeisterMaffen bei Mittenwald. Die Zwischenrundensieger liefern sich am Sonntag- Oberhessen auch in unserer Gemeinde keinen Erwerbstätigen über 16 Jahren mehr geben, der nicht Mitglied des RLB. ist. Die Einteilung des Ortes in Blocks ist vorgenommen. Die Blockwarte werden in den nächsten Tagen ernannt und die L u f t s ch u tz gern e i n s ch a f t e n gebildet. Die Schulung der Einwohnerschaft wird fortgesetzt. Geschult sind bis jetzt etwa 100 Personen. Staufenberg, 19. Febr. Im Rahmen einer schlichten Feier wurde am Samstag das Mitglied des hiesigen Gesangsvereins, Sangesbruder und langjähriger Schriftführer H. Kaiser für 25jährige Tätigkeit im Verein durch den Vereinsführer Fuchs zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine Ehrenurkunde überreicht. Anschließend nahm der zweite Kreisführer Eberle die Ehrung eines alten Sängers, L. Zecher V. vor. Er überreichte ihm mit herzlichen Worten die silberne Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes für 40jährige Mitgliedschaft. § Staufenberg, 20. Febr. Eine Versammlung der hiesigen Mitglieder der Verbrauchergenossenschaft Gießen und Umgegend fand am Mittwochabend im Saale von Geißler statt. Geschäftsführer Stork erstattete den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr und sprach sodann über Fragen der Verbraucherwirtschaft. Die Zahl der Mitglieder der Filiale Staufenberg ist gegenüber dem Vorjahre unverändert geblieben, der Umsatz hat jedoch eine Steigerung erfahren. Im Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen sand ein gemütliches Beisammensein statt, bei dem die Besucher mit Kaffee und Kuchen bewirtet und mit 3m Gebiet von Mittenwald begannen am Dienstag die diesjährigen Deutschen Heeres-Skimeisterschaften mit den äußerst schwierigen Patrouillenläufen. Die Mannschaften bestehen aus einem Offizier oder Feld- roebel, einem Unteroffizier und drei Mann mit voller Ausrüstung. Unser Bild zeigt links die Patrouille der Nachrichtenabteilung 7, München, am Ziel. Rechts: General der Artillerie Freiherr von Fritsch im Gespräch mit einem Patrouillenteilnehmer. — (Schirner-M. und Scherl-Bilderdienst-M.) Mit dem 4X10-Kilometer-Skistaffellauf wurden die Deutschen Heeres-Skimeisterschaften 1936 am Donnerstag bei Mittenwald abgeschlossen. Da es in der Nacht einen Wärmeeinbruch gegeben hatte, konnte die ursprünglich vorgesehene 40-km-Strecke nicht benutzt werden. In den frühen Morgenstunden wurde eine neue Strecke gewählt, eine 20 Kilometer lange Schleife, die zweimal zu durchlaufen war, mit Start und Ziel in Klais. Die weitaus beste Zeit lief erwartungsgemäß die Olympia-Ersatz- mannschast mit Obltn. Bader, Oberjäger Holzner, Gefr. Prinzing und Seeweg, die außer Konkurrenz startete, weil sie aus verschiedenen Truppenteilen zusammengesetzt ist. Sie kam auf 2:38,14 Stunden und erreichte mit ihrer Patrouillenzeit von 2:46,07 Stunden eine Gesamtzeit von 5:24,21 Stunden. Den Sieg und damit die Deutsche Heeresmeister- schaft errang das I. Bataillon Gebirgs-Jäger-Regi- ment 99 Kempten mit Oberjäger Hieble, Jäger Enzensberg, Gefr. Birl und Jäger Solgadi. Mit einer Zeit von 2:41,06 Stunden vollbrachte die siegreiche Mannschaft eine Gesamtleistung von 5:28,47 Stunden. Bei den Mittelgebirgstruppen triumphierten die Hirschberger Jäger, die schon beim Patrouillenlauf den Sieger gestellt hatten. Im Hochgebirgslager Luttensee nahm General- wobei die beste Mannschaft einen von der ungarischen Armee gestifteten Sonderpreis, einen Honved- leutnant von Reichenau die Preisverteilung vor, Husaren aus Porzellan, überreicht bekam. Weitkämpfe der Segelflieger. Schwerer Einbruchsdiebstahl in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheirn, 20. Febr. Die hiesige Polizei meldet: In der Zeit vom 11. bis 17. dieses Monats wurde in einer hiesigen Villa ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt, wobei Kleider, Bettwäsche und Silbersachen gestohlen wurden. Als Täter wurden zwei Familien ermittelt, von denen die eine früher in der fraglichen Villa gewohnt hat. Nach ihrer Festnahme in Friedberg durch die Bad- Nauheimer Kriminalpolizei haben sie einen Teil der gestohlenen Sachen herausgegeben. Man fand auch noch Gegenstände, die aus anderen Diebstählen herrühren. Canöfn’is Gießen □ Lollar, 19. Febr. Am Montag begann hier ein neuer Lehrgang des Reichsluftschutzbundes, an dem etwa vierzig Personen teilnehmen, und zwar diesmal ausschließlich Frauen. Schulungsleiter ist Lehrer Eberle. — Von der hiesigen Gemeindegruppe desReichsluftschutz- b u n d e s wurde in den letzten Tagen eine großzügige Werbung durchgeführt, die den Erfolg hatte, daß etwa 500 neue Mitglieder ausgenommen wurden. Damit hat die Gemeindegruppe einen Mitgliederstand von annähernd 800 erreicht, d. h. nahezu 30 v. H. der Einwohner sind im RLB. Immer aber gibt es auch hier noch Leute, die bis jetzt die Notwendigkeit des Beitritts nicht einsehen. Auch diese müssen noch überzeugt und für den RLB. gewonnen werden. Insbesondere darf es Uebungen, denen die Bedingungen für Erwerb des SA.-Sportabzeichens zugrunde liegen, wird über Weltanschauung und sonstige Schuluna geprüft und schließlich die Montage eines Segelflugzeuges bewertet, wobei Schnelligkeit und Genauigkeit für die Anzahl der Punkte maßgebend ist. Innerhalb der Landesgruppe 11 (Darmstadt) fanden Ausscheidungskämpfe in Wetzlar und Frankfurt a. M. statt, bei denen die Mannschaft des Segelfliegersturmes Limburg mit 4147 Punkten vor Gelnhausen mit 3840 und Darmstadt mit 3560 Punkten an die Spitze kam. Insgesamt waren 46 Mannschaften im Wettbewerb. Am 29. Februar kämpfen die zehn besten Mannschaften in Darmstadt um die Endentscheidung. Oie Auslosung zur Deutschen Eishockey-Meisterschaft. Für den ersten Tag der diesjährigen deutschen Eishockey-Meisterschaft, die am morgigen (Samstag, 22. Februar, im Nürnberger Kunsteis-Stadion ihren Anfang nimmt, hat die Auslosung folgende Paarungen ergeben: SC. Rießer See — HG. Nürnberg. EV. Füssen — EV. Hindenburg. Berliner SC. — SRC. Stuttgart. SV. Rastenburg — Brandenburg Berlin. In der Zwischenrunde treffen sich dann zunächst die Siegermannschaften der beiden ersten Treffen (Rießer See — Nürnberg und Füssen — Hindenburg) und die Sieger aus den Spielen Berliner SC. — Stuttgart und Rastenburg — Brandenburg Berlin bestreiten das zweite Zwischenrundenspiel. Der Deutsche Luftsportverband führt zur Zeit innerhalb seiner Landesgruppen Mannschaftswett- _ o. kämpfe durch. Abgesehen von den wehrsportlichen I abend das Endspiel um die Meisterschaft. öruftCoronulleni mit den 3 Tonnen Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. bstoa bietet dem Wintersportler Zuflucht u. Sicherheit. Vergessen Sie aber beim Sport nicht Die echten „Kaiser's Brust-Caramellen" in der Tasche mitzuführen. Sie schützen damit die Schleimhäute Ihrer Atmungsorgane vor Erkältungen. WOiuiftch-Meißeo mv Warum kodit sie den ganzen Sdunutz mit? Sic macht es noch wie viele Frauen: sie nimmt die eingeweichte Wäsche, in der der ganze Schmutz noch darin ist, und tut sie in den Waschkesscl. Der ganze Schmutz wird also mitgekochtI Diese Waschmethode ist natürlich töricht und veraltet. Selbstverständlich muß das Einweichen schon vor dem Kochen allen Schmutz lösen. Dazu genügt aber ein gewöhnliches Einwcich- mittel nicht. Man braucht vielmehr ein richtiges Schmutzlösemittel - wie Burnus. Burnus zieht über Nacht im Einweichwasser fast allen Schmutz aus der Wäsche. Die Wäsche kommt so gut wie sauber aus dem Einweichwasser. Eine leichte Nachbehandlung genügt in den meisten Fällen zum völligen Klarwaschen. Burnus, große Dose 49 Pfg-. überall zu haben. 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Dienstag-Abend Eintritt Faschings-Dienstag im „Hotel Prinz Carl' die große . der Lukasgemeinde Sonntag, 23. Februar, abends 8 Uhr, im Lukassaale Samstag, den 22. Februar: Bunter Abend /Tanz Rosenmontag, nachmittags: Kinder - Kostümfest mit Ueberraschungen; abends: Bunter Abend /Tanz Fastnacht - Dienstag, nachm.: chor gelangte ein Bühnenspiel zur Aufführung. Bilder vom Aufenthalt im Lager, von Fahrten, im Dienst usw. zeigten das Leben im Jungvolk. Jungbannführer Taesler sprach über die vor 10 Jahren erfolgte Gründung der Hitler-Jugend, über ihren Kampf und ihre Erfolge. Ein weiteres Buhnenspiel, Lieder und Sprechchöre gestalteten den Abend aus. Eine Musikkapelle, die sich uneigennützig zur Verfügung gestellt hatte, verschönte die Veranstaltung. Mit dem Gelöbnis der Treue zum Führer und mit dem Gesang des Liedes der HI. wurde der Abend beschlossen. ■y Watzenborn-Steinberg, 19. Februar. Bei der B r e n n h 0 l z v e r st e i g e r u n g im hie- siaen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 21 bis 22 Mark, Buchenknüppel 16 bis 17, Eichenscheit 15 bis 16, Eichenknüppel 13 bis 14 Mark je zwei Raummeter. Für 100 Wellen wurden geboten: Fichte 10 bis 11 Mark, Buche 12 bis 13, geliefert. Im Vorstand wurde eine Umbesetzung zweier Aemter vorgenommen. Nach einem Bericht über die letzte Lokalschau hielt der Zuchtwerbewart einen kurzen Vortrag über „Kleintierzucht im Rahmen der Erzeugung'sschlacht". Die Versammlung wurde sodann in üblicher Weise geschlossen. oo Eberstadt, 19. Febr. Dieser Tage besuchten 20 Studenten der Landwirtschaft an der Breanabot- WWlle für 6 25 all. Art billigst z. verkauf. H. I. Baehr Franks. Str. 43. Laden zu Ausstellungszwecken für März ev. Avril gesucht. Günstige Preisangebote unter 07&2 an d. Gieß. Anzeiger erbet. schilder werden demnächst angebracht. )( Saubringen, 20. Febr. Die hiesige Frauenschaft bereitete den Alten und Aeltesten in unserem Dorfe im Saale der Gastwirtschaft von Weimer einen frohgestimmten geselligen Abend. An den schön geschmückten Tischen konnten sich die Besucher bei gutem Kaffee und Kuchen vortrefflich erholen, ferner sorgten allerlei kurzweilige Vorträge für angenehme geistige Genüsse. Der schöne Abend fand verdientermaßen allgemeine dankbare Anerkennung. — Aus dem Hühnerbestand eines hiesigen Einwohners rückten dieser Tage mehrere Hühner durch eine schadhafte Stelle im Gartenzaun aus und suchten ihren Auslauf in den am Dorfrand gelegenen Gartenstücken. Abends fanden die Tiere den Rückweg nicht mehr, so daß sie in einem Garten- häusche'n auf einem Tische Zuflucht suchen mußten. Dort wurde ein umherstreifender Fuchs auf das Hühnervolk aufmerksam, von dem er mehrere Tiere tötete und seine Beute zum Teil an Ort und Stelle auffraß bzw. verscharrte. Es handelt sich dabei um junge, wertvolle Tiere, die mit der Legetätigkeit gerade begonnen hatten. * Kesselb ach, 20. Febr. Zu einem schönen Erlebnis gestaltete sich das vom Gesangverein „L i e d e r k r a n z" am Samstagabend im Saale von Johs. Höchst veranstaltete Wintervergnügen. Der Vereinsführer, Gemeinderechner Scho mb er, wies in seiner Bearüßungs- und Einführungsansprache u. a. daraus hin, daß es Aufgabe der Gesangvereine sei, in das Volk hineinzugehen mit dem deutschen Liede, dem tiefsten und schönsten Ausdruck deutschen Wesens und deutschen Gemüts, um um unser Volk ein zwar unsichtbares, aber um so festeres Band zu schlingen. Er schloß seine Ansprache mit den Worten: „Was wir tun, was wir erstreben, für Deutschland soll es sein". Der Vereinssührer begrüßte weiterhin mit herzlichen Worten den Sängerkreisführer Gengnagel (Grünberg) und die außerordentlich zahlreich von auswärts erschienenen Sangesbrüder, insbesondere die Sänger des benachbarten Brudervereins „Frohsinn" in Londorf. Im ersten Teile des Abends bot der Sängerchor in prächtiger Weise vaterländische Lieder und Chöre und bereitete dadurch den Zuhörern, die sich ganz der Macht der Töne Hingaben, einen erlesenen Genuß. Sänger0784 TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1085a Bahnhofstraße Tagesmädchen in allen Hausarbeiten bewandert, für 5 bis 6 Wocb. gesucht. Zu erfr.imGieß. Anzeiger. 1023V 1 Kellen 4,75X19, neuro., zu verkauf. 0795 H.F. Baehr Franks. Str. 43. MM zumReinigender Büroräume ges. Emil Schmall Frankfurter Straße7H.lio9ov 8 ung! Samstag, den 22.Februar Kappenabend in sämtlichen Räumen des „Frankfurter Hofs“ Auch in diesem Jahr der so beliebte und gemütliche Fastnacht-Dienstag im „Hotel Hindenburg“ ab 20 Uhr 2 Kapellen / 2 Sektbüfetts ✓ 1 Bierstube Einlab -Verzehrkarten ä Mark 1.50 sind am Büfett im Modernes möbl. Wohn-u.Schlafzim. mit fließ. Wasser zuverm.Evtl.mil Küche und Bad. Landgraf-Phil - Platz 7 II. O78i für die Konfirmation bringe ich meine reichsortierten Läger in Erinnerung kreisführer Gengnagel sprach hierauf in zündenden Worten zu den Sängern und Sangesfreunden, die die Ansprache mit Begeisterung aufnahmen. Packend und eindrucksvoll wurde im zweiten Teile des Abends ein Dolksstück in zwei Aufzügen gegeben, das den hohen ideellen Gehalt der Heimat dank der ausgezeichneten Wiedergabe durch die Darsteller zum Ausdruck brachte. Nach einer heiteren Darbietung sprach der Ehrenpräsident Jakob Becker am Ende des offiziellen Teils das Schlußwort, wobei er betonte, daß der Verein auf den Verlauf des Abends mit Recht stolz sein könne. Zellenleiter Köhler dankte dem Vekeins- führer für die mustergültige Durchführung des Abends, der sicher zur weiteren Vertiefung des Volksgemeinschaftsgedankens beigetragen habe. Besonders vermerkt seien noch die hervorragenden Darbietungen der Musikkapelle, die aus einem Teil des Streichorchesters des Musikoereins Londorf bestand. Im gemütlichen Teil des Abends verblieb man noch bei Gesang und Tanz einige Stunden frohgestimmt beisammen. △ Harbach, 19. Febr. Hier fand eine Versammlung des Obstbauvereins statt, in der die Anschaffung einer Spritze beschlossen wurde. Voraussichtlich wird das Reich einen Zuschuß gewähren. Die Gemeinde hat sich bereit erklärt, einen Teil der Anschaffungskosten zu tragen. Der Rest wird durch einen Sonderbeitrag der Mitglieder gedeckt. Durch den neugegründeten Obstbauverein sind endlich einmal Mittel und Wege gefunden worden, die eine energische Schädlingsbekämpfung gewährleisten. Aber auch sonst findet der junge Verein ein reiches Betätigungsfeld. Zwar sind im Spätherbst v. I. im Anschluß an einen Gemarkungsrundgang zahlreiche Baumkrüppel entfernt worden, aber immer noch stehen hier und da wertlose Bäume, die nur sehr geringe Erträge liefern und deshalb Jungbäumen das Feld räumen müssen. Vielfach fehlt es an sachgemäßer Stamm- und Kronenpflege. Mitunter liefern die Bäume deshalb so schlechte Erträge, weil sie weder gedüngt, noch ausgelichtet werden. Oft stehen sie auch viel zu dicht zusammen und rauben sich dadurch gegenseitig Luft und Licht. Wenn die hiesigen Baumbesitzer größere Ernten erzielen wollen, dann müssen sie eine regelmäßige Düngung mit Superphosphat, Kali und Kalk durchführen; denn Jauche allein genügt nicht. Nur dann ist auch der Obstbaum jederzeit in der Lage, Blütenholz anzusetzen und schmackhafte Früchte zu bilden. Im Hinblick auf die praktische Lösung dieser Fragen wäre es zu begrüßen, wenn sich ein junger Landwirt auf der Obstbauschule als Baumwart ausbilden ließe. I Garbenteich, 19. Febr. Das Jungvolk, Fähnlein 7, hielt im Saalbau Lotz einen E l - ter nabend ab, der gut besucht war. Ein Lied eröffnete die Veranstaltung. Fähnleinführer B ö i n g begrüßte die Eltern und sprach über den Geist, der in den Jungvolkscharen herrscht. Er war dabei bemüht, in der Elternschaft alles Verständnis für die Arbeit des Jungvolks zu wecken. Nach einem SprechEiche 11 bis 12 Mark. < Holzheim, 19. Febr. Der Turnverein hielt im Vereinslokal von Gg. Sarnes einen Fami- lienabend ab, der in allen Teilen einen schönen Versauf nahm. Nach einem Marsch des Spielmannszuges hielt der Schriftwart Ernst Z e i ß II. die Begrüßungsansprache, die mit freudig aufgenommenem Sieg-Heil auf den Führer, das Vaterland und den Reichsbund für Leibesübungen schloß. Es folgten dann turnerische Darbietungen der Schüler und älteren Turner. Dietwart Gg. Sarnes hielt eine längere Ansprache an die Besucher. Im weiteren Verlaufe des Abends fand eine Verlosung statt, Gedichte in Wetterauer Mundart wurden vorgetragen, die Hauskapelle erfreute durch einige schöne Musikstücke. — Die M i l ch a b s a tz g e n 0 s s e n- schast hielt unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Jung ihre Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Geschäftsführers Karl Buß war zu entnehmen, daß die Einnahmen im Jahre 1935 insgesamt 77 534,60 RM., die Ausgaben 77 534,30 RM. betrugen, so daß ein Ueber-- schuß von 30 Pf. verbleibt. An die Milchzentrale in Gießen wurden 576 063 Liter Vollmilch geliefert. Die Genossenschaft zählt zur Zeit 168 Mitglieder. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die turnusgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Karl Jung und Wilhelm A r ch wurden einstimmig wiedergewählt. — In der Generalversammlung des Kninchen- und Geflüael- zuchtvereins konnte der Vereinsführer Heinrich Alles in seinem Jahresbericht über eine außerordentlich rege Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre berichten. Zuchttiere und Bruteier wurden von dem Verein nach allen deutschen Gauen für Küche und Hausarbeiten v. sof. gesucht. Brno Hessischer Hof Gießen Franks. Straße 7 Sauber., ehrlich. Mädchen täglich 0.8-llUhr 1084[> Der Kutscherverein Mminillel- oerltkö- Exlfienr an zuverlässige Person zu vergeben. Schriftliche Angeb. mit. 0787 an d. Gieß. Anzeig, erbeten. Mündlich können (Sie e§ mir wenigen sagen/ schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen 2 große helle Zimm, mit sev. Eingang u. fließ. Wasser f. Büro, leer 0. teilweise möbl./zum 1. 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Die neuen Straßen- Universität Gießen unter Führung von Dr. P f a ff unsere Gemeinde, um hier eine Anzahl von Landwirtschaftsbetrieben zu besichtigen. Bürgermeister Görlach machte die Besucher zunächst im Saale der neuen Schule in einem kurzen Vortrag mit den wichtigsten grundlegenden Verhältnissen der bäuer- liehen Wirtschaft in unserem Dorfe bekannt. Anschließend folgten die Besichtigungen, die den Studenten lehrreiche Einblicke in die Praxis gaben. Q] Hungen, 19. Febr. Dieser Tage wurden von der Gemeinde ein zur Zucht untauglich ge> morbener Bulle und ein Eber meistbietend d e r ft e i g e r t. Für den Bullen, 19 bis 20 Zentner schwer, wurden 40,15 Mark je Zentner erzielt. Der Eber, 303 Kilogramm schwer, brachte 190 Mark. Durch Neuankauf wurde als Ersatz em junger Eber (Deutsches Edelschwein) zum Preise von 180 Mark erworben. Ein junger Bulle, im Stamm- bäum recht gute Milchleistungen nachweisend, wurde in Leusel bei Alsfeld für 700 Mark angetauft. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 17. Febr. Heute vormittag trat die Faselmarkt-Kommission zusammen, um über den am 19. März stattfindenden Fasel- markt zu beraten. Es wurde beschlossen, den Markt in dem seither üblichen Rahmen mit Prämiierung von Pferden, Rindvieh, Schweinen und Ziegen abzuhalten. Ebenso findet, wie bisher, eine Verlosung statt. — Der seit einigen Monaten verwaiste Posten des hiesigen Bahnhofsvorstehers wird in Kürze durch den Bahnhofsinspek- tor Karl Hahn, der seither den Bahnhof Hungen verwaltete, wieder besetzt werden. # Butzbach, 17. Febr. Der Zweigver- ein des Vogelsberger Höhen-Clubs veranstaltete gestern eine Wanderung nach Holzheim, wo in der Gastwirtschaft von Sarnes die erfte Erfrischung eingenommen wurde. Nach kurzer Rast ging der Weg weiter über Dorf-Gill nach Kloster Arnsburg. Die Ruine der ehemaligen Klosterkirche und der Kapitelsaal des Schlafhauses wurden eingehend besichtigt. Dann folgte der Rest der Wanderung nach Muschenheim. Die Bahn brachte alle Teilnehmer am Abend hierher zurück. Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 19. Febr. Am Montag konnte Frau Elise H ö g y , Witwe des Bauinspektors H ö g y , ihren 9 0. Geburtstag begehen. Der Jubilarin wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen dargebracht. Ihr vor einigen Jahren verstorbener Gatte stammte aus Ruppertsburg, wohin er nach seiner Versetzung in den Ruhestand zurückkehrte. " Kreis Alsfeld. *!* Ruppertenrod, 20. Febr. In der unübersichtlichen Kurve der Straße Mücke—Ober-Ohmen an der Kirche in unserem Dorfe stießen ein Personenauto und ein Lastkraftwagen zusammen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt, Per- IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIP Ein Buch für Sommertage u. Ferienzeit öalöroetien Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waides in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pfianzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 nuvfertiefdruL- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.töerbard u.G. 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