Nr. 17 Erstes Blatt Dienstag, 21. Januar 1936 186. Jahrgang Eichener Anzeiger leinen Atem ausgehaucht. Die Königin, die sich bis a Ne K dahin eifern aufrecht gehatten hatte, umarmte unter f gelautet. dien im Sabre 1905. Am 6. 5.1910, dem Todestage Eduards VII., bestieg der Prinz den Thron Großbritanniens. Am 22. Juni 1911 fand die Krönung des englischen Herrscher-Paares statt, zu der außer anderen deutschen Fürstlichkeiten auch der deutsche Kronprinz erschien. Unmittelbar darauf erfolgte die Entsen- düng des deutschen Kriegsschiffes „Panther" nach Adagir, an die sich eine Krisis in den deutschen Beziehungen zu England und Frankreich knüvfte. Am 11.11.1911 trat das englische Königspaar seine Reise zur Krönungsfeier nach Indien an, die am 12.12. in Delhi stattfand. Hierbei gab der König bekannt, daß der Siß der englischen Regierung von Kalkutta nach Delhi verlegt werden würde. Die erste Reise, die das englische Herrscherpaar nach der Thronbesteigung an einen fremdländischen Hof unternahm, führte im Mai 1913 nach Berlin zur Hochzeitsfeier des Prinzen Ernst August von Cumberland und der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen. . ,, Während des Krieges trat der König außerhalb der ihm durch die englische Verfassung eng, ge^o« genen Grenzen kaum hervor. Mehrfach weilte et zur Bekräftigung der Allianz in Paris und auch an der Front. Im Juli 1917 legte er den deutschen Namen seines Hauses Sachsen-Koburg und Gotha mehr zu zweifeln war. Die Nachricht ovm Tode des Königs wurde noch in der Nacht zum Dienstag von London aus nach allen Teilen des britischen Weltreiches durch Funk übermittelt. Auch in Kanada hat die Nachricht tiefe Trauer ausgelöst. Als das Hinscheiden des Königs bekannt wurde, wurden alle Kirche ng locken im ganzen Lande Die Teilnahme des Führers. Telegramme an den Thronerben und die Königin-Witwe. Berlin, 21. Ian. (DJIB.) Der Führer und Reichskanzler hal unmittelbar nach Eingang der Meldung vom Ableben des Königs von England an den Thronerben folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Die Trauernachricht von dem Ableben $. M. des Königs Georg V. hat mich tief betrübt. Ich bitte Lw. Majestät mit meinem und der Reichsregierung aufrichtigem Beileid die Versicherung ent- gegenzunehmen, daß mit mir das ganze deutsche Volk an dem schweren Verluste, den das königliche Haus und die britische Ratton betroffen hat, herzlichen Anteil nimmt. (Gez.) Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Zugleich hak der Führer 3. M. der Königin- Witwe wie folgt telegraphisch feine Anteilnahme bekundet: „Lw. Majestät bitte ich, den Ausdruck meines tief empfundenen Beileids zu dem schmerzlichen Verlust entgegenzunehmen, den Lw. Majestät erlitten haben. (Gez.) Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Halbmast in Berlin. Berlin, 21. Jan. (DNB.) Ebenso hat der Reichsminister des Auswärtigen, FreiherrvonNeu» r a t h, dem königlich britischen Außenminister Eden seine Anteilnahme und das Beileid der Reichsregierung telegraphisch zum Ausdruck gebracht. Zum Zeichen der Trauer setzen die Präsidialkanzlei, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag ihre Dienstflaggen auf h a l b m a st. wer Leoenswea des Königs Eine Aufnahme des englischen Königspaares aus der jüngsten Zeit auf Schloß Windsor. (Scherl-Bilderdienst-M.) war die E r ö f f n u n g Bundesparlaments am 9. Mai durch eine Thronrede, die der Prinz im Namen des Königs hielt. Nach der Rückkehr bekam der Thronfolger den Titel eines Fürsten von Wales. Es folgte eines Staatsreise des prinzlichen Paares nach In- König Georg V. wurde am 3. Juni 1865 in Marlborough House als zweiter Sohn des damaligen Fürsten von Wales und der Prinzessin Alexandra von Dänemark geboren. Er genoß seine Erziehung gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Albert Viktor, späteren Herzog von Clarence. Nach einer Weltreise noch im Knabenalter trat Prinz Georg am 1. Mai 1883 in die britische Kriegsmarine ein und tat als Offizier meist auf Schiffen ausländischer Stationen Dienst. Im Jahre 1898 wurde er als Kapitän zur See Kommandeur des Schlachtschiffes „Crescent" und noch in dieser Stellung zum Vizeadmiral befördert. Durch den Tod des Herzogs von Clarence trat Prinz Georg, der den Titel eines Herzogs von Port führte,' im Januar 1892 in die Rechte des britischen Thronfolgers ein. Am 6. Juli 1893 verheiratete sich der Prinz mit der am 27. Mai 1867 in England geborenen Prinze s- f i n Mary von Teck, der Braut seines verstör- benen Bruders. Dem prinzlichen Paare wurde am 23. Juni 1894 der erste Sohn Prinz Eduard geboren; vier weitere Kinder, drei Söhne und eine Tochter, folgten in den nächsten Iobren. Im Jahre 1901 besuchte das prinzliche Paar die englischen Dominien. Der Höhepunkt dieser Reise ~ "" des australischen König Georg hatte einen friedlichen Heimgang. Er ist bis zum Ende ohne besondere Schmerzen geblieben. Als die Aerzte erkannten, daß das Ende nur noch eine Frage von Minuten war, riefen sie die Königin mit ihren K'ndern m das Sterbezimmer. In ihrer Gegenwart hat der Komg . . , t. t.l <7önrii ntn nitf flm htfi Die amtliche Mitteiluna London, 21. Fan. (DRV.) Die amtliche Mitteilung über den Tod des Königs lautet: Der König starb friedlich um 11 Uhr 55 nachmittags in Gegenwart 3.211. der Königin, des Prinzen von Wales, des Herzogs von Hort, der königlichen Prinzessinnen, des Herzogs und der Herzogin von Kent. Gez.: Frederlc Williams. Stanley Hewett. Dawson of penn. Die letzten Stunden oes Komas Der König hatte Montagvormittag noch den vorgesehenen K r o n r a t in seinem Krankenzimmer abgehalten. Die Türen des Raumes neben dem Krankenzimmer des Königs wurden weit geöffnet. Der König w-ar in der Lage, vom Bett aus den Vorgängen zu folgen. Auch der Leibarzt des Königs Lord Dawson of Penn nahm an der Sitzung teil. Nach den üblichen Förmlichkeiten wurden dem König die Staatspapiere zur Unterzeichnung vorgelegt, die die Einsetzung des S t a atsrats vorsaben. Der Leibarzt nahm die Papiere und brachte sie dem König zur Unterschrift. Nach dem kurzen Kronrat verliehen die drei Mitglieder der Regierung mit dem Sekretär des Geheimen Rats Sir Maurice Hankey das Zimmer und nahmen ihr Mittagsmahl zusammen mit der Königin ein Die Minister kehrten hierauf nach London zurück. Das Befinden des Königs galt am Montagabend als sehr kritisch, da ein deutlich wahrzunehmender Kräfteverfall eingetreten war. Im Lause des Tages wurde dem Kranken erneut Sauerstvst zugeführt. Am Vormittag waren die Aerzte noch der Meinung, daß der unveränderte Zustand des Königs noch mehrere Tage anhalten wurde, doch wurden sie durch eine neuerliche Untersuchung des Patienten am Nachmittag in dieser Erwartung enttäuscht. Die Aerzte mußten erkennen daß jebe Hoffnung auf eine Wiedererholung des Königs aus- gegeben werden mußte. Der König war jedoch noch Montagnachmittag in der Lage, die Königin wieder zu erkennen und grüßte seine Kinder mit einem erkennenden Lächeln, als sie sein Krankenzimmer betraten. Tränen ihren ältesten Sohn. König Eduard VIII. wandte sich dann zu seinen Geschwistern, und die königliche Familie verließ das Totenzimmer und begab sich in den daneben liegenden Raum. König Georg ist fast zu der gleichen Stunde ae- storben, in der sein Vater, König Eduard VII., im Jahre 1910, starb. Tiefe Trauer im Vrttischen AM Die amtliche Nachricht vom Tode des Königs wurde kurz nach 1 Uhr am Tor des königlichen Palastes in London angeschlagen. Hunderte von Menschen hatten sich vor dem Palast versammelt. Als die Todesnachricht eintraf, verharrten sie in tiefem Schweigen und entblößten die Häupter. Einige Frauen knieten nieder und verrichteten ein Gebet. Auf dem Schlosse wurde die Flagge des Hauses Windsor aus Halbmast gesetzt. Um 1.30 Uhr begannen d i e Glocken vom Turm der Londoner Guild Hall zu läuten. Auch in den übrigen Stadtteilen wurde die Todesnachricht mit Windeseile bekannt, da viele Menschen auf den Straßen und Plätzen gewartet hatten. Die meisten Gasthäuser und andere öffentliche Lokale hatten bereits um Mitternacht ihren Betrieb geschlossen, als es sicher war, daß der König nicht mehr lange am Leben bleiben konnte. Im englischen Rundfunk waren schon in den letzten Abendstunden sämtliche üblichen Sendungen eingestellt worden. Alle Viertelstunde wurde eine Verlautbarung über das Befinden des Königs verlesen. In der Zwischenzeit hörte man nur das Schlagen der Uhr vom Westminster-Parlament. In ganz England hat der Tod des Herrschers tiefe Trauer ausgelöst. Als die Nachricht bekannt wurde, wurden in vielen Städten und Dörfern d i e Glocken geläutet. In London selbst hörte man beinahe zwei Stunden lang den Ton einer Totenglocke der Westminsterabtei. In Liverpool und anderen großen Städten hatten sich viele Menschen auf d e n Straßen angesammelt, obwohl ein heftiger Regen niederging. Ueberall verbreitete sich die Trauerbotschafte wie ein Lauffeuer. Manche Frauen sollen auf offener Straße in Tränen ausgebrochen sein. Die Theatervorstellungen waren an den meisten Orten abgebrochen worden, als an dem bevorstehenden Tode des Königs nicht König Georg V von England t. London, 21. Januar (ONN.) Georg V., König von Großbritannien und Irland, Kaiser von Indien, ist am Montag um 23 Uhr 58 englischer Zeit aus Schloß Gandrmgham im 71. Lebensjahr, nach einer Regierungszeit von 25 Iahrcu und 8 Monaten saust entschlafen. Er|d)emt täglich, nutzer Annahme von Anzeige« Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte M A A. A A. A W AA bis8' /.Uhr des Vormittags MM ölCnCllCr ZUlwlQCi iss von einzelnen Nummern MV > VW Ermäßigte Grundpreise: infolge l)0^rcr ®®roaIt M e - < < Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberheffen poßschecklonto: behördliche Anzeigen6Rpf. frontfurt am Main liess Druck uitb Verlag: vruhl'sche Universitäts-Such- und Steinöruderct R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsie Staffel 8 Freund seines Volkes. Auch wer die Feiern und Feste zum 25jährigen Regierungsjubiläum Georgs V. nicht miterlebt hat, sondern den Jubel eines Volkes und eines 500- Millionen-Reiches nur aus dem Niederschlag in den Zeitungen kennt, der weiß, daß das englische Volk m seinem König nicht nur einen Monarchen verliert, sondern einen Vater, einen Menschen, der Engländer unter Engländern war, der keine unsichtbare Scheidewand zwischen sich und seinem Volk kannte. Wenig gilt dem Engländer in diesem Augenblick die Politik mit ihrem Auf und Ab und allen ihren Schwierigkeiten, Wegen und Umwegen — ganz steht das Mensch Li ch e im Vordergrund, und wenn Tausende von Briten in den letzten Tagen um das Leben ihres Königs beteten und es still ward in den Straßen, in den Heimen und in den Klubs, so hat hier zweifellos ein echtes und tiefes Gefühl nicht nur für den König gesprochen, sondern auch für den Menschen, der selbst bei keiner Gelegenheit versäumte, sich als Mensch in „rank and file“ des britischen Volkes und nicht als Herr und Herrscher zu fühlen. Die wunderbare, warme und einfache Schlichtheit, die aus den Botschaften des Königs an feine Völker zu seinem Jubiläum und zuletzt noch zum Weihnachtsfest sprach, appellierte stärker an das Gefühl des Briten, als die funkelndste Adresse es hätte tun können. Georg V. bestieg 1910 den Thron als zweitgeborener Sohn Eduards VII. Sein älterer BruLer, der Herzog von Clarence, war früh gestorben. Georg V. besaß nicht den glänzenden Channe seines älteren Bruders; er war ein Seemann, der leiten viele Worte machte, aber er war ein Seemann, der seinen Beruf nicht als die äußere Fassade seines hohen Standes betrachtete, sondern Der arbeitete und der Zeit seines Lebens ein Manne- sachverständiger war, dem kein Lord der Admiralität etwas vormachen konnte. Den „Mannekomg hat das Volk ihn später, als der Tod seines Vaters Eduard ihn auf den Thron berief, gern genannt, und noch bis in di- l-tzt-n Jahr- gehörte bie groß- Liebe des Königs der See und der Flotte. Man weiß daß Georg V., sicher in froher Erinnerung an seine Leutnantsjahre, mit Vorliebe seine Jacht „Britannia" selbst zu steuern pflegte. Aber das ist nur eine Seite von Georgs V. Wesen und nicht die wichtigste. Was die Liebe des Volkes und das unendliche Vertrauen rechtfertigte, das alle Kreise des britischen Reiches von der Regierung dis zu „Seiner Majestät allergetreuester Opposition von den Engländern bis zu den Bewohnern der fernsten Winkel des Weltreiches nie vertteh, ist die Rolle, die der König i n d e r P o H t l k.fernes Lan- bes spielte, so passiv diese auch bei fludjtiger Betrachtung — im Gegensatz 3U ber Aktivität seines Vaters — auch erschien. Georg V. war in der britischen Innenpolitik der große Vermittler, der ruhende Pol, das ausgleichende Moment Er war dies in einer Alt, wo es nicht leicht war, auszugleichen, denn wenn wir auch von der schwersten Belastung des Empire, dem Weltkrieg absehen, so war bte Nachkriegszeit zweifellos die schwerste und schwierigste, die Groß^ britannien, seine Dominions und Kolonien eit langem durchmachen mutzten. Fraglos hatten sich als Folge des Weltkrieges die Bande gelockert, die einst das britische Weltreich einten. D i e P e rfon b e s Königs war es, die immer über aßen Zwiespalten und Differenzen stand und m der sich bie Glieder des britischen Weltreiches immer wieder einten und zusammenfanden. In der Innenpolitik war eine Umwertung aller Werte erfolgt. Die traditionelle Trennung in die Regierungspartei und bie Oppositionspartei hatte aufgehört. An ihre Stelle war eine Vielzahl von Parteien getreten unb zum ersten Male in der britischen Geschichte tonnten in ben Jahren nach dem Krieg auch b,- Arbeiter ihre Ansprüche anmelben. Es war zweisel- ein schwerer aber ein für ben ..Vater bes m f.rinnhes" sicher auch ein bebeut amer Augen- H d als r 3=itmeUig bie Regierung einer Part^ überantwortete, die ihrem ganzen We en nach britischen Traditionen nicht entsprach. Parteien zer- svlitterten neue bildeten sich. Es ist heute eine be- fnnntJ Tatlache daß die Einigung aller aufbauenden Kräfte in der nationalen Regierung e i n W e r f ben grafte in , Andere Sturme sind ?eit5lahin stets bei ber Thronbesteigung in England üblich gewesen fei, fortgelassen worben. Der „Messaggero" schreibt, bas italie- , . -—v—• ---- —v- nische Volk teile mit bem englischen Volk in Auf- er Kanada und die Vereinigten Staaten, 1920 richtigkeit die Trauer um den toten König und neige Australien und Neuseeland, 1921 Indien und Ja- sich in Ehrfurcht vor ihm. Der König von Jla- pan und 1925 Südafrika und Südamerika. Diese Iren hat sogleich sein aufrichtiges Beileid ber eng- Reisen, bie anfangs nur zur Information bes künf-1 lischen Königsfamilie zum Ausbruck gebracht. biete, daß sie aber auch bereit sei, eine Regie« runaderVolksfrontzu bilden. — Der Ma- bin" hingegen ist der Ansicht, daß sich die Krisenmacher von der Unmöglichkeit überzeugt hätten, eine Regierung der Volksfront auf die Beine zu bringen. Die Schlacht von Dolo. ZmmernochwidersPrechendeHeeresberichte R om, 20. Jan. (DNB.) Das neueste Telegramm des Marschalls Badoglio lautet: „Die bei Ganala Doria geschlageneArmee des Ras Desta Dampto wird von unseren Truppen unaufhaltsam verfolgt. Die von General Graziani befehligten Abteilungen sind am 18. Januar in das Gebiet des Galla Bo- rana vorgedrungen und haben F i i t u 230 Kilometer von Dolo entfernt, besetzt, wobei sie die feindlichen Truppen, die versuchten, Widerstand zu leisten, verstreuten. Unsere Truppen trafen entlang den Karawanenstraßen auf Scharen o°n Flüchtlingen in erbarmungswürdigem Zustand, die sich ergaben und Wasser und Lebensmittel erflehten, da die Verpflegung des Gegners m tiefer Zerrüttung befinden. Auch den Daua Parma und Webi Gestro entlang rücken unsere Truppen vor, wobei sie feindliche Truppen zerstreuen." Nach Berichten aus Addis Abeba dauert die Schlacht bei Dolo und am Ganale Doria weiterhin an. Die Italiener setzen dort vor allem Somali truppen ein, mit deren Spitzenabteilungen die Heeresgruppe Ras Desta ständig im Kampf liegt. Die abessinische Regierung erklärt, daß die italienische Presse kleine örtliche Erfolge bei Dolo in einen großen italienischen Sieg umgewertet habe, um den Kampfgeist der eigenen Truppen und des Volkes zu heben, da die bisherigen außerordentlich schweren Verluste in keinem Verhältnis zu den erzielten Erfolgen stünden. Man versuche, durch derartige Meldungen auch die Widerstandskraft der abessinischen Truppen ünd der Bevölkerung zu schwächen. Aber selbst der Gebrauch von Gas und die Bombenabwürfe auf Städte, Lazarette und Verbandsplätze würden das abessinische Volk nicht zum Abbruch des Kampfes bringen. Selbst unter schwersten Verlusten werde das abessinische Volk bis zur Befreiung seines Landes kämpfen. Die Ratstagung in Genf. Keine Unterfuchungskommission nach Abessinien.—Finanzhilfe abgelehnt. Genf, 20. Jan. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat heute um 11 Uhr seine 90. Tagung eröffnet. Der Rat beschloß die Einberufung einer internationalen Konferenz, die ein internationales Abkommen über die Verwendung d e s Rundfunks im Interesse des Friedens und zur Herstellung eines besseren Verständnisses unter den Völkern ausarbeiten soll. Auch Deutschland, die Vereinigten Staaten, Brasilien, Costarica, Danzig, Aegypten, Island und Japan sollen eingeladen werden. Der polnische Vertreter begrüßte die Entschließung als einen Schritt a u f dem Wege zur geistigen Abrüstung, die Polen seit dem Scheitern der Abrüstungskonferenz durch zweiseitige Abkommen zu verwirklichen bestrebt sei. Der Völkerbundsrat nahm auch eine Entschließung über die im Schulunterricht zu verwendenden Geschichtsbücher an, die den Wunsch ausdrückt, daß im Interesse guter internationaler Beziehungen die Jugend in allen Ländern eine gründlichere und vorurteilslosere Unterrichtung über d i e Geschichte der anderen Völker erhalten solle. Der D r e i z e h n e r a u s s ch u ß des Völkerbundsrates hat über den italienisch-abessinischen Konflikt beraten. Das Ergebnis war die Feftellung, daß kein Anlaß zur Entsendung eines Untersuchungsausschusses nach Abessinien vorliege, daß im Augenblick nichts hinsichtlich der Schlichtung geschehen könne und daß ferner der 18er-Ausschuß der Sanktivns- konferenz über den Fortgang der Sanktionen zu beschließen habe. Der Dreizehner-Ausschuß hat auch das Verlangen Abessiniens nach einer Finanzhilfe abgelehnt. In einer neuen Erklärung der abessinischen Regierung heißt es: Es zeige sich jetzt, daß die kleinen Völker bei der Verteidigung ihrer Unabhängigkeit und territorialen Unversehrtheit vorwiegend auf s i ch selbst angewiesen seien. Das abessinische Volk sei fest entschlossen, so lange zu kämpfen, bis sein Gebiet vom Feinde befreit sei und es Bürgschaften gegen einen künftigen Angriff erlangt habe. Die abessinische Regierung stelle aber die Frage, ob die Opfer und die Leiden Abessiniens nicht abgekürzt werden könnten. Wenn nicht nachdrücklich und rasch eingegriffen werde, werde der Krieg langwierig sein. Die Note spricht sodann von trügerischen Meldungen über sensationelle Siege am Vorabend der Ratstagung und von einem Manöver, das Verlangen der abessinischen Regierung nach Untersuchung der italienischen Greuel in eine politische Untersuchung zur Vorbereitung eines Anschlages auf die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Abessiniens umzuwandeln. Die abessinische Regierung erkenne Italien keinerlei Expansionsrecht und keinerlei historische Mission in Afrika zu. Eine Aufforderung an Abessinien, ein solches Recht durch die Aufgabe seiner Unabhängigkeit und Unversehrtheit anzuerkennen, verstoße gegen den Pakt. Die Grundlage für eine Regelung des Konfliktes müßten die Schlußfolgerungen des Dreizehnerausfchufses vom 5. Oktober 1935 betreffend von Italien mit dritten Mächten über Abessinien abgeschlossene Verträge, ferner der im September 1935 vom Fünferausschuß ausgestellte Grundsatz bilden. Das Balfour-Memorandum über die Kriegsziele der Alliierten veröffentlicht. Große Erregung in Amerika.-Oie Regierung in peinlicher Verlegenheit. Washington, 20. Jan. (DNB.) Das bisher oirfs strengste geheim gehaltene Memorandum Balfours (des britischen Außenministers im Kriegskabinett Lloyd George) vom 18. Mai 1917 ist jetzt veröffentlicht worden. In diesem Memorandum berichtet Balfour über d i e Verträge, durch die die Alliierten die Kriegsbeute auf Kosten Deutschlands, Oesterreichs und der Türkei unter sich z u teilen planten. Bekanntlich hatte Lansing, der dies Memorandum von Balfour im Jahre 1917 erhielt, noch 1919 vor dem Senatsausschuß erklärt, er habe er st in Versailles 1918 von diesen Verträgen Kenntnis erhalten. Senator Nye hat den Zorn gewisser Kreise hervorgerufen, als er deswegen Wilson der Unwahrheit bezichtigte. Das Memorandum zählt die Versprechungen auf, die man Italien machte, um es aus dem Dreibund in die Entente zu locken und enthält Pläne zur Zerstückelung der Mittelmächte. Die britische Regierung hat schon, als seinerzeit der Munitionsausschuß seine Tätigkeit aufnahm, die Anfrage Hulls, ob dieses Dokument veröffentlicht werden dürfte, mit Nachdruck verneint; das Staatsdepartement ist jetzt sehr verlegen über diese Veröffentlichung, die dadurch entstanden ist, daß Senator Nye von der Opposition, der sog. Alten Garde schwer bedrängt, sich rächte und den Inhalt des Memorandums an die Presse gab, obwohl die Regierung ihm Schweigepflicht a u f e r l e g t hatte. Die Veröffentlichung des Dokuments hat in Amerika starke Erregung ausgelöst. Staats- sekretär Hüll hat am Montag eine scharfe Erklärung abgegeben, in er es heißt, daß die amerikanische Negierung es als ihre heiligste Pflicht betrachten müsse, das Vertrauen anderer Mächte nicht zu miß- brauchen und Dokumente nicht zu veröffentlichen, die diese im Vertrauen auf die amerika- nische Verschwiegenheit und Anstandspflicht an die Regierung der Vereinigten Staaten mit der Bitte um Geheimhaltung senden. Wenn der Kongreß hierbei nicht mitarbeite, sondern die Verschwiegenheitspflicht verletzte, so sei die Regierung der Vereinigten Staaten gezwungen, den Mitgliedern des Kongresses fortan Ein- blick in diese Dokumente z u verweigern. Wie verlautet, hat Staatssekretär Hüll am Montag alle noch nicht veröffentlichten Geheimakten vom Senatsausschuß zurückholen lassen. vertiefen. Führende Staatsmänner würden den tieferen Sinn einer Völkergemeinschaft besser verstehen, wenn sie andere Nationen richtig erkennten und achteten. Auflösung des japanischen Reichstags. Tokio, 21. Jan. (DNB. Funkspr.) Der japanische Reichstag wurde am Dienstag aufgelöst, lieber die Gründe der Reichstags-Auflösung erfährt man aus Extrablättern der japanischen Presse, daß die Partei der Seiyukai beabsichtigt hatte, gleich bei Beginn der Reichstagssitzung einen Mißtrauensantrag gegen bi e Regierung einzubringen. Aus wahltaktischen Gründen beantwortete die Regierung diesen Plan mit der Auflösung des Hauses. Japan entsendet Beobachter zur Flottenkonferenz. London, 20. Jan. (DNB.) Wie verlautet, hat Japan die Einladung der in London vertretenen vier Flottenmächte, Beobachter in die Flottenkonferenz zu entsenden, angenommen. Am Montag fand eine Sitzung des technischen Unterausschusses der Flottenkonferenz statt, die einen befriedigenden Verlauf nahm. Wegen des Todes des Königs Georg wird die Londoner Flottenkonferenz bis auf weiteres unterbrochen. 114 neue Torpedobomber für Amerika ist das Saar-Industriegebiet an den Rhein und damit an das deutsche Binnenschiffahrtsnetz anzuschließen, die ungünstige Frachtlage des Grenzlandes auszugleichen und der Wirtschaft im Gau Saarpfalz Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Auch für die übrigen süddeutschen Gebiete ist der Kanalplan von großer Bedeutung, zumal im Hinblick auf den weiteren Ausbau von Neckar, Main und Hochrhein, und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten eines frachtbilligen Güteraustausches zwischen Saar und Süddeutschland auf dem Wasserwege. Zu dem Versand von Saar- k o h l gen Osten tritt zukünftig in umgekehrter Richtung als neues, wichtiges Massengut der B e - zugoon süddeutschen Eisenerzen durch die Saarhütten, wodurch die Rentabilität des Kanals sich wesentlich erhöht. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Januar 1936 befördert: zum General der Kavallerie Generalleutnant Knochenhauer, Kommandierender General des X. Armeekorps; zu Generalleutnanten Generalmajor von (Boiler, Kommandeur der 19. Division, Generalmajor Keitel, Chef des Wehrmachtamtes. Aus aller Wsli. te W K 4« ws® MSN Japans Politik in Ostasien. Ein Oreimächteblock mit Ehina und Mandschuko gegen den Kommunismus. Tokio, 20. Jan. (DNB.) Der japanische Außen- ’ Minister Hirota erklärte im Reichstag, daß Japan besondere Aufgaben wie Erhaltung und Festigung des Friedens im fernen Osten habe. Die grundsätzlichen Voraussetzungen hierfür seien die U n - trennbarfeit Japans und Mandschu - k u o s und der Ausgleich mit China und der Sowjetunion. Hirota setzte sich bann lebhaft für die Bildung eines Dreiländerblocks Japan-China-Mandschukuo ein und stellte für die Verwirklichung dieses Zieles drei Forderungen auf: Erstens müsse China ein eindeutiges Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit Japan ablegen, um die Einmischung dritter Länder zu verhindern. Japan werde dann bereit sein, China in jeder Beziehung zu unterstützen. Zweitens müsse China Mandschukuo anerkennen und diese Anerkennung durch die Duldung der Selb st Verwaltung Nordchinas vorbereiten. Drittens müssen sich die drei Länder, Japan, China und Mandschukuo, zur Bekämpfung des Kommunismus zusammen- schließen. Dies sei die notwendige Grundlage für ■«WHWMI.I I MUI ■ ■WIWB—MMm——MMram—EM 'M Ausgleich mit der Sowjetunion, durch ihre gewaltigen Rüstungen an der Ost- aze die Verständigung verhindere unb Gefechten auslöse. Hirota kam dann auf die Beziehungen Japans zu den Vereinigten Staaten. Zwischen beiden Ländern werde es zu keinen Konflikten kommen, wenn man auf beiden Seiten die geographischen Gegebenheiten achte. Auch mit England könne ein Ausgleich auf breiter politischer und wirtschaftlicher Grundlage gefunden werden, wenn England einer vernünftigen Regelung im (Seifte alter Freundschaft zustimme. Japan fordere die Befreiung des Außenhandels von „ungerechten und unsinnigen Schranken". Ferner die Sicherstellung der Rohstoffe als Grundlage des nationalen Lebens und des internationalen Ausgleichs, insbesondere für übervölkerte Länder. Japan hat bisher fremde Kulturen ausgenommen und verarbeitet und so Verständnis für andere Völker gefunden. Jetzt muß ein Austausch der Kulturen erfolgen, um die geistige Verbindung von West und Ost zu Washington, 20. Jan. (DNB.) Wie das Marineamt bekanntgibt, sind bei den Flugzeugwerken Douglas Aircraft Co. in Santa Monica 114 neue Torpedobomber in Auftrag gegeben worden. Die Kosten betragen 3 636 000 Dollar. In der Erklärung des Marineamtes wird mitgeteilt, daß es sich bei diesen neuen Flugzeugen um Eindecker des sog. Typs TBD handelt, die gegenüber anderen Typen eine erheblich größere Geschwindigkeit und viel größeren Aktionsradius besitzen. Die neuen Flugzeuge sollen den Flugzeugträgern zugeteilt werden. Gründung eines Saarpfalz-Rhein- Kanalvereins. LPD. Mannheim, 20. Jan. Der mit der Rückgliederung des Saarlandes in den Vordergrund gerückte Plan einer Kanalverbindung von der Saar durch die Pfalz an den Rhein bei Mannheim-Ludwigshafen ist durch die soeben in Saarbrücken erfolgte Gründung eines „Saarpfalz-Rhein-Kanalvereins" in ein neues Stadium getreten. Die Städte Saarbrücken und Mannheim haben die Führung ergriffen, um alle am Kanalbau interessierten Kreise des Saarlandes, der Pfalz und der angrenzenden Gebiete zu gemeinsamer Arbeit zusammen- zuschließen. Das mit dem Kanalbau verfolgte Ziel Ehrung des Abtes Schachleiter. Die Philosophische Faktultät der Universität München verlieh auf Grund einmütigen Beschlusses dem Abt Alban S ch a ch l e i t e r anläßlich seines 75. Geburtstages den Titel D r. p h i 1. h. c. Diese Ehrung Schachleiters erfolgte wegen feiner großen Verdienste um die Musikwissenschaft. Ihm ist es zu verdanken, daß die antike Schönheit der gregorianischen Choralmelodie neu erstand. Kasseler hikler-Iugendführer tödlich verunglückt. Der Standortführer Kassel der Hitler-Jugend, Unterbannführer Hans Humbert, verunglückte bei einer Dienstfahrt mit dem Motorrad so schwer, daß er nach feiner Einlieferung in das Landeskrankenhaus an dem erlittenen schweren Schädelbruch ft a r b. Unterbannführer Hans Humbert war als alter Hitlerjunge aus der Kasseler HI. hervorgegangen. Sein jäher Tod überschattete die große Führertagung der kurhessischen HI. am Sonntag, mit deren Vorbereitungsarbeiten der Verunglückte zu einem großen Teil beauftragt war. Große Kälte verursacht Eisenbahnunglück in Mandschukuo. Auf dem östlichen Abschnitt der Ostbahn ist in der Nähe der Grenzstation Suifenho in der Provinz Kirin ein Personenzug entgleist. Das Unglück forderte einen Toten und 24 23 er« letzte. Die Lokomotive und sechs Wagen wurden Wie die Blume eines guten Weines, so entwickelt sich auch das Aroma edlen Tabaks erst nach mehrjährigem Lagern. Deshalb verarbeiten wir jetzt die hervorragenden 33er Macedonen in der ALVA-Mischung. den die organisatorischen Maßnahmen für den zer- 57: 58: 59: bis 60: bei Kunst und Wissenschaft Lche'ii * fipffrir . tio' Q u.Flugzeugbiu hellgr., fast neu, sofort oder zum zu miet, gesucht Schriftliche Ang. Gießen, Duisburg, Heuchelheim, den 21. Januar 1936. Die Beerdigung findet in aller Stille statt 400 D Holx Die führende natorkandliche Monatsschrift! 0301 UnzerbrecMicb.feichb hält waf,n' Fllegerlager Lehrfabrik f. Praktikanten Elektrotechnik Masch... Auto- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Hahn, Postassistent i.R. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 ftlmoorfuhrungen nach dem Berglundschen Verfahren bereits im Jahre 1921 in Berlin und sogar noch früher in Stockholm stattfanden, die demnach als die ersten öffentlichen Tonfilm- oorfuhrungen derWelt gelten können. Erst jetzt wird bekannt, daß Berglund bereits 1911 einen Tonfilmapparat hergestellt hat, auf dem im gleichen Jahre Tonfilme unter Verwendung von zwei Streifen (für Bild und Ton) vor einem kleinen Kreise vorgeführt wurden. Dieser Tonfilmapparat besteht noch heute, und auch von diesen Tonstreifen gibt es noch einige, wie die Vorführung eines Streifens aus dem Jahre 1913 durch Dr. Berglund dieser Tage bewies. Die Lehrstätte für deutsche Volkskunde in Heidelberg. Sie neuen volkskundlichen Sammlungen der Lehr statte für deutsche Volkskunde an der Universität Heidelberg wurden dieser Tage vom Leiter der Lehrstätte, Prof. Dr. Eugen Fehr le, eröffnet. Prof. Fehrle gab einen Einblick in Sinn und Aufgaben der neuen Sammlungen, die einen Längsschnitt durch drei Jahrtausende deutscher Volkskultur geben und ein Zeugnis der unzerstörbaren Lebenskraft der germanischen Vorstellungen und Symbole darstellen. Die vorbildlich aufgebaute Sammlung ist eine erlesene Zusammenstellung schönster volkstümlicher Arbeiten und bedeutet zugleich einen neuen Schritt der Bindung der Universität an das lebensvolle Kulturgut des deutschen Volkstums. Am 19 Januar, nachts 1 Uhr, entschlief unerwartet unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Hahn, geb. Schmidt Sie führt über den Sabi - Fluß und hat eine Länge von 330 Metern. Diese Brücke bedeutet für KleineAnzeigen 'M (fliehener Anzeiger ro-rben von Tarnende« beachte« und flele>«*n. interessieren. Die Ausstellung dauert vom 18. 27. Januar 1936. Vereitelte Vanknolenschiebung. An der sächsisch-tschechoslowakischen Grenze Gewaltige Ausmaße der Reichsnährstandsnusftelluna. NSG. In einer Besprechung der Organisations- Oberwiesenthal konnte die Verschiebung eines namhaften Betrages in deutschen Banknoten im letzten Augenblick verhindert werden. Einige Schüler fanden etwa 100 Meter von der Grenze entfernt einen kunstseidenen Frauenstrumpf, in dem sich Reichsbanknoten im Betrage von 4530 Mark befanden. Bei weiterem Suchen entdeckte man noch ein Päckchen mit 7000 Mark. Die Gesamtsumme von 11 530 Mark wurde bei der Polizei abgeliefert. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß das Geld von dem jüdischen Ehepaar Heinrich L i e b s ch ü tz aus Halle beim Erscheinen eines Grenzbeamten, der die beiden ihm verdächtig erscheinenden Personen nach einem vergeblichen Fluchtversuch festnahm, fortgeworfen wurde. Der Beamte hatte bei dem Ehepaar 500 Mark vorgefunden und beschlagnahmt, worauf das Ehepaar nach Feststellung der Personalien wieder entlassen worden war. Als man nach Bekanntwerden des Geldfundes an der Grenze das Schmugglerpaar wieder festnehmen wollte, war der Mann bereits über die Grenze entkommen, während die Frau im Zuge nach Chemnitz festgenommen werden konnte. Gefährlicher Verbrecher gefaßt. In Oberlahnstein gelang es der Polizei, auf einem Gehöft einen jungen Mann festzunehmen, der am 6. d. M. den Pfarrer von Materborn im Kreise Cleve in den späten Abenstunden zu einem außerhalb des Ortes wohnenden angeblich im Sterben liegenden Kranken rief, den ahnungslosen Pfarrer aber am Dorfausgang überfiel und ihn so schwer verletzte, daß heute noch Lebensgefahr für ihn besteht. Der Täter war nach der Tat geflüchtet, bis jetzt feine Verhaftung erfolgen konnte. Es handelt sich um einen 24jährigen Burschen aus b?m Dorfe, in dem der Pfarrer amtierte. Vrillanlendiebslahl in Baden-Baden. In dem Juweliergeschäft E. Bürgermeister in Baden-Baden wurde dieser Tage ein dreister E i n- bruchsdiebstahl verübt. Diebe drangen nach Zerstörung der schweren Schutzgitter in die Ver- kaufsräumlichkeiten vor und stahlen aus der Schau- fenfterauslaae Brillantringe, Anhänger und andere Schmuckstücke. Der Schaden beläuft sich, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, auf 26 000 Mark. Disher 170 Todesopfer der Kälte in Amerika. Die Kältewelle, die in den letzten Tagen mit Schneewehen und Schneestürmen die Vereinigten Staaten heimgesucht hat, forderte bisher 170 To - desopfer. Verkehrsunfälle und vereiste Straßen hatten eine Unzahl von Verletzungen zur Folge. Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen flibt Auskunft: Neuregelung der Verarbeitungskontingentierung von Rohtabak. Erleichterung des Kraftfahrzeugverkehrs mit Dänemark. Betriebstechnische Tagung Leipzig 1936. — Am 6. März 1936: Die wichtigen Probleme der wirtschaftlichen Zerspanung. — Am 7. März 1936: Der Gesundheitsschutz als Betriebsaufgabe. Näheres bei der Kammer zu erfahren. Die Wirtschaftsgruppe Nichteisenmetall-Industrie hat ein Merkblatt über das Verfahren mit Ausfuhrverbrauchsscheinen und Ausfuhrbedarfserklärungen herausgegeben. Die zweite Auflage gibt den Stand von Anfang Dezember 1935 wieder. Bestellungen bitten wir bei der Kammer aufzugeben. Ist das nicht wunderbar? Wie angenehm läßt es sich damit in Haus und Küche arbeiten. Abwaschwanne, Schüsseln, Fußbadewanne, Tablett, Eimer gibt es davon. Preiswert sind sie bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 131 - Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Zahlen um eine Brücke. Das Brückenwunder von San Iranzisko vor -er Vollendung stflöitoeoiei ''•»•eben 362d Mittw., 22.Jan«, 19.30-22 Uhr 14. Borstellung t Mittw.-Adon. '4>re'ie non 0.,4"lns2.50NM. Eine Frau ohne Bedeutung Schauspiel aus der Gesellschaft von Wilde. Spielleitung: De' .1ntenr>nnt. „Oer Nalursorscher" Ä'U«. 3ckbi:uerf^ona^rd)riff für bas gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschuh, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeg. von OberftudienratOr. N. Rein u. Prof. Or. W. Schoenichen. ^Oer Naturforscher" unterrichtet fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Er ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift fürgeistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. n Vierteljährlicher Bezugspreis: NM. 2^0. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. - Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen Hugo Bennühler Verlag * Berlin-Lichterfelde Kohlen Koks 310 Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 leitung der Reichsnährstandsausstellung mit den Vertretern der einzelnen Landesbauernschaften wur- Wer schreibt den besten Unterhaltungsroman? Einen Wettbewerb zur Erlangung zeitgemäßer, bester Unterhaltungsromane, die sich zum fortsetzungsweisen Abdruck in Tageszeitungen und Zeitschriften eignen, schreibt die Reichsschrifttumsstelle beim Reichspropagandaministerium aus. Gesucht werden lebensnahe, stilistisch und gedanklich einwandfreie Romane, die — wie Reichsminister Dr. Goebbels in feiner Weimarer Rede sagte — nicht leichte und seichte Amüsierware, sondern gute und kräftige Tageskost für die Erholung und Entspannung aller Volksgenossen sind. Die Beteiligung steht jedem Deutschen arischer Abstammung frei. AnPreisen sind ausgesetzt 10 000, 3000 und 2000 Mark für die drei besten Romane. Das Erstoeröffentlichungsrecht geht mit der Prämiierung an den Verlag der „Deutschen Wochenschau" über, der auch nachfolgend die Buchausgabe gegen besondere Honorierung übernimmt. Die zehn nächstbesten Romane werden durch die Reichsschrifttums- stelle beim Reichsprogagandaministerium der deutschen Presse zum honorierten Abdruck zugeleitet. Die genauen Bedingungen für die Teilnahme und der dafür notwendige Fragebogen sind durch die Reichs- schriftfumsstelle, Berlin W 8, Thürinaenhaus, erhältlich. Lin Vorkämpfer des Tonfilms. In der off erörterten Frage nach dem Erfinder des Tonfilms ist ein Name bisher im Hintergrund geblieben: der Name des Schweden Svend A. Berglund, der bereits vor dem Kriege auf diesem Gebiete in Deutschland arbeitete. Nunmehr hat Berglund, wie gemeldet, durch die Ernennung zum Dr.-Jng. e. h. der Technischen Hochschule eine verdiente Ehrung erfahren. Man weiß zwar, daß in Berlin nach dem Triergon-Verfahren Ende des Jahres 1922 Tonfilme vorgeführt wurden, kaum bekannt dürfte jedoch die Tatsache sein, daß Ton- Eine Ausstellung des Beichsarbeitsoienstes. LPD. Kasfel, 18. Jan. Aus Anlaß der fünften Führertagung des Arbeitsgaues 2 2 des Reichsarbeitsdienstes, der ersten großen Tagung eines Arbeitsgaues im Reich nach der Umstellung zum Reichsarbeitsdienst, wurde im Landesmuseum durch den Gauarbeitsführer Neuerburg eine vom Arbeitsgau 22 veranstaltete Ausstellung mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Die Ausstellung gibt ein anschauliches Bild von der im Arbeitsdienst geleisteten Erziehungsarbeit, aber auch von den Leistungen und dem Leben der Arbeitsmänner. Die von den Arbeitsmännern mit den einfachsten Mitteln am Feierabend selbst hergestellten Modelle zeigen in getreuer Nachbildung Unterkunftshäuser und Aufenthaltsräume. Weitere Nachbildungen veranschaulichen die vom Arbeitsdienst ausgeführten Arbeiten, wie Fluß- regulierungen, Wegebauten usw. Eine große Reliefkarte des ganzen Arbeitsgaues, die von den einzelnen Gruppen hergestellt wurde, bildet ein bemerkenswertes Stück dieser Ausstellung. Man sieht weiter Nachbildungen der Hersfelder Stiftsruine, der Sprungschanze von Willingen, ein germanisches Bauernhaus, ausgezeichnete Holzschnitzereien und die Ausrüstung des Arbeitsmannes mit allen „Waffen", die er für feine Arbeit benötigt. Auch eine Sammlung vorgeschichtlicher Funde, die bei den Arbeiten ausgegraben wurden, wird die Besucher Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel 2). 21. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. gelegt. Für den Transport der Bauern aus ganz Deutschland werden 281 Sonderzüge eingesetzt. Der An- und Abtransport der Besucher von den verschiedenen Bahnhöfen Frankfurts bedarf einer genauen Durchorganisation, für welche die Richtlinien in Zusammenarbeit mit der Reichsbahn festgelegt wurden. Das Riesenausstellungsgelände wird in den Hallen und den neugeschaffenen 17 Hektar Freigelände bis auf den letzten Quadratmeter belegt werden. Mit welchen Besuckermengen zu rechnen ist, ergibt sich aus den Zahlen der Reichsnährstandsausstellung 1935 in Hamburg. In Hamburg wurden 204 Sonderzüge eingesetzt, die Gesamtbesucherzahl betrug mehr als eine halbe Million, nämlich 507252. Der Reichsnährstand rechnet in Frankfurt ebenfalls mit einem großen Besuch. m. Beschreibung u. Preisangabe unt.409Danben Gieß. Anzeiger. Großes, od. zwei mittelgroße leere Zimmer in guter Lage, v. alleinstehend. Herrn, Mitte 40 Dauermiet., sor. gesucht. Schriftl. ausf.2lngeb.unt. 0298 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Februar gesucht. Schr. Ang.' unt. 0295 an d. G.A. JlütblüffC von 3 bis 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Ausnahmen einer Anzeige fahrt tehende „Queen Mary" vermögen bequem zu pas ieren. In welchem Maße man sich vor Zufällen icherte, ergibt sich u. a. daraus, daß die großen Kabel bei dieser teilweise als Hängebrücke gebauten Meeresüberquerung auf 17 464 einzelnen Drähten bestehen! Bisher wird der gesamte Verkehr, der über diese Fucht hinwegführt, mit Fähren erledigt. 50 000 Menschen gehen Tag für Tag hinüber. Man rechnet damit, daß im Jahre 1937 8 Millionen Lastfuhrwerke und 16 Millionen Privatautos die Brücke passieren werden. Bis zum Jahre 1950 soll die Gesamtzahl der die Brücke passierenden Verkehrsmittel die Hohe von 50 Millionen überschreiten. Das beste Geschäft dabe»... Unter den Angestellten und Arbeitern bei diesem riesigen Brückenbau hat zweifelsohne das beste Geschäft jener Taucher gemacht, der täglich die verschiedenen Senkkästen zu kontrollieren hatte. Er hatte ein garantiertes Gehalt von 14 000 Dollar im Jahr und außerdem bekam er 1 Dollar für jede 30 Zentimeter, die er unter die Tiefe von 30 Meter hinabstieg. In einer Zeit von drei Monaten hat dieser Taucher-Eypert ein kleines Vermögen verdient und bezieht auch heute noch ein prinz- liches Einkommen. Schließlich mußte der Senkkasten längere Zeit hindurch 235 Fuß tief hinuntergelassen werden. Also bekam er in diesem Falle für jeden Abstieg einen Zuschlag von 135 Dollar. Der Abstieg war ziemlich einfach. Schwierig dagegen war der Aufstieg. Man brauchte nämlich mehrere Stunden, um ihn aus der Rekordtiefe zur Vermeidung von ernsten gesundheitlichen Störungen wieder emporzuholen. Rhodesien eine außerordentliche Verkehrserleichterung. Das technische Wunder dieser Brücke wird jedoch bei weitem in den Schatten gestellt durch die Tatsache, daß sich die große Brücke von San Franzisko, die hier die Goldene Bucht überspannt, der Vollendung mit Riesenschritten nähert. Mehr als 13 Kilometer gurgelnden Wassers werden hier mit einem verblüffenden Brückenwerk überzogen. Allein für 20 Millionen Dollar Stahl wurden verarbeitet. Ungefähr 7 v. H. der gesamten Stahlproduktion der USA. sind hier verwertet. Bei diesem Brückenbau ist es nicht schwer, mit weiteren verblüffenden Zahlen aufzuwarten. Man hat 1 Million Kubikmeter Zement verbaut und die gleiche Menge in festem Gestein für die Grundmauern und 3ur Auszementierung der Sockel verwertet. 30 Millionen Fuß Holz wurden für die notwendigen Abstützungsarbeiten verbraucht. Bis heute hat man schon über 800 000 Liter Farbe benötigt. Um die meist sehr tiefen Unterwasserarbeiten zweckentsprechend ausführen zu können, war es nötig, einen Senkkasten zu konstruieren, der alles übertrifft, was bis heute auf diesem Gebiet gebaut wurde. Außerdem trieb man an einigen anderen Stellen Unterwassertunnels langsam vor, um auf diese Weise „im Trocknen" arbeiten zu können. Der Riefensenkkasten hatte eine Länge von 30 Metern und eine Breite von 60 Metern. Im Innern befanden sich 55 Einzelkammern, um das Ein- und Aussteigen aus diesen Senkkästen zu ermöglichen. Alle Schiffe können passieren. Mit Ausnahme von zwei Schiffen, nämlich der „Majeftic" und des „Leviathan", die einen aus- Kürzlich hat man in Afrika d i e dritt-l nehmend hohen Aufbau haben, können alle Ään.V.b.r£'!Lb^.®e.Il 1 S ch i l s - d ° r E r d - unt-r den Bog-N dieser K°-j rtführer und die einqüartierung für di- lossalbrucke hindurchfahren. Selbst em Schiff wie - r %inkfprn Besucher der III. Reichsnährstandsausstellung, welche d,e ..Normand,- , oder wie die vor der Jungfern- bi5 24. Mai in Frankfurt stattfindet, fest- Wl» „ffSer Vermietungen 6 Zimuu-Wohn. m.Bad, Mädch.- Zimm.,Zentral- heiz.usw.,ingut. Hause, z.1.II. od. sp. z. verm. Nah. Büro Kirchner Seltersrch. 8. 4o?d Eineschöne mod. 3-Zimm. Wohn, mit Zubehör u. Garten sofort o. 1. April 1936 zu vermieten. Anfragen an DAF.s Ortswaltnng Bischoffen bei Herborn, Dillkr. Bahnstation.aosl) l.Febr.v. Herrn im Zentrum der Stadt, möglichst separat, zum 1. Nr. 17 Zweites Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 2l.ZanuarM6 schreibungen der überschwenglichen Südländer nicht mehr gesteigert werden. 1236 wurden die Mauren vertrieben, und damit hielt die christliche Kultur ihren Einzug. Dieses Jahr stellte einen Wendepunkt dar. Cordoba verfiel und verlor seine Bedeutung, da andere Städte an seiner Stelle aufblühten. Und was machte man aus der Moschee? Wenige Tage nach der Eroberung wurde sie der heiligen Jungfrau geweiht. Die Tore nach dem Hof wurden zugemauert, der kostbare Fußboden mit anderen Steinen bedeckt, die Decke verlor ihr eigenartiges Gepräge, und nicht zuletzt baute man in die Mitte einen gewaltigen Hochaltar hinein, der noch heute wie ein Fremdkörper, ja wie eine Kirche für sich wirkt. Heute sieht man jedoch die Fehler vergangener Jahrhunderte ein und versucht den alten Zustand wiederherzustellen. Man hat jedoch schon 40 Jahre damit verbracht und ist immer noch nicht fertig geworden. Wenn auch außer dem steinernen Zeugen nicht mehr viel an die Maurenherrschaft erinnert, so werden doch noch viele Jahrhunderte der maurischen Moschee in Cordoba ihre Bewunderung zollen. Kurzlebige Städte. Dor rund 2300 Jahren erbaute Amenophis IV., der Echnaton genannt wurde, eine Stadt, deren Ueberreste vor einiger Zeit von einer britischen Forschungsgesellschaft ausgegraben worden sind. Der ägyptische Herrscher hatte versucht, an Stelle der alten Religion die Verehrung einer einzigen Gottheit, des Sonnengottes Aton, einzuführen. Er begründete bei Tell el Amarna eine neue Residenz. Aber sofort nach seinem Tode wurde die neue Gottheit abgeschasst, und Amenophis selber brandmarkte man als Ketzerkönig. Rach den gemachten Funden ist die Stadt nicht länger als zehn Jahre bewohnt gewesen. — Einen ähnlichen Fall hat die indische Geschichte mit der Stadt Fatepur Sikri aufzuweisen, die von dem großen Akbar gegründet worden ist. Dieser Großmogul von Indien, der seine Herrschaft über ganz Nordindien und das östliche Afghanistan ausbreitete, und der eine Verschmelzung der verschiedenen sich bekämpfenden Religionen durch Begründung eines neuen Kultes versuchte, hat die Stadt zu Ehren des Scheichs Salim errichtet, aber sie wurde nur siebzehn Jahre bewohnt und dann aus einem nicht feststellbaren Grunde von der gesamten Bevölkerung verlassen. Sie hat einen ansehnlichen Umfang, und die herrlichen Palastt befinden sich trotz ihres Alters von ungefähr vierhundert Jahren noch in gutem Zustand. Seit dem Tode des Scheichs Salim haben die Nachfahren dieses Würdenträgers fein Grab sorglich gepflegt. Starhemberg lehnt eine Volksabstimmung ab Die Furcht vor dem Volkswillen n i ch t d e u eltkriegs-Alliierten, verdankt, und Ein freies und unabhängiges Oesterreich liegt im Sinne der göttlichen Weltordnung. Mit diesen Worten begann der Vizekanzler Starhemberg seine Rede vor dem sonntäglichen Generalappell der Vaterländischen Front, und gleich danach prägte er den Satz: Weil wir gute Deutsche sind, müssen wir es energisch ablehnen, in ein politisches System gezwungen zu werden, das in seinem innersten Wesen undeutsch und deutschsremd ist. Das scheinen mannhafte Worte zu sein, die dem österreichischen Vize- Die Frage ist nur allzu leicht beantwortet. Was der Vizekanzler als ein im innersten Wesen undeutsches System bezeichnete, das ist nach seiner Meinung nicht etwa der Faschismus, der Völkerbund oder die französische Demokratie, sondern — das Deutsche Reich Adolf Hitlers. Was über 40 Millionen erwachsene deutsche Menschen in mehreren Abstimmungen als ihr politisches Glaubensbekenntnis aus freien Stücken bekräftigt haben, was für 40 Millionen erwachsene Menschen Inhalt und Sinn ihres Lebens ist, das also ist nach der Auffassung des österreichischen Vizekanzlers nicht der echte Ausdruck des Deutschtums. Die Berechtigung, das unverfälschte Deutschtum zu repräsentieren, soll offenbar nur dem gegenwärtigen ö st e r - sozialistischen Bewegung Adolf Hitlers hat es die „Vaterländische Front" Schuschniggs und Starhem- bergs bisher ängstlich vermieden, ihre Politik und ihre Auffassung vom Deutschtum mit Hilfe einer Wahl oder Abstimmung durch das Volk in Oe st erreich bestätigen zu lassen. Starhemberg empfindet den in dieser Unterlassung liegenden Widerspruch augenscheinlich selbst sehr stark, denn er hat sich vor den Amtsträgern der sügung ständen. Da der reichsdeutsche Nationalsozialismus nicht die Absicht hat, mit der Vaterländischen Front in Konkurrenz zu treten, kann Starhemberg nur die Propaganda der österreichischen Nationalsozialisten im Auge gehabt haben. Wenn sich die Wiener Regierung aber nicht einmal dieser innerösterreichischen Propaganda gewachsen fühlt, so ist das ein bezeichnendes Einge- ständnis der Schwäche des gegenwärtigen österreichischen Systems. So wie in diesem Punkte Starhemberg keine positive Lösung des deutsch-österreichischen Problems zu geben vermochte, so war auch seine ganze Rede von inneren Widersprüchen durchzogen. Besonders deutlich wurde diese Unsicherheit, als Starhemberg aus die staatliche Zukunft Oesterreichs zu sprechen kam. Es sei unmöglich, ein Oesterreich der Zukunft wir, wohin gehen wir?" Das immer noch unbefriedigte Sehnen habe endlich seine Erfüllung gefunden in dem schlichten, namenlosen Zimmermannssohn aus Nazareth, der nicht nur gewaltiger predigte als die Schriftgelehrten und darum vom Volke verstanden wurde, sondern der auch durch sein Leben die Wahrheit seiner Erkenntnis bewies. Als Parallele hierzu entwickelte der Redner ein Bild des deutschen Sehnens nach der großen Volksgemeinschaft durch Jahrhunderte hin, die Kämpfe und Nöte in diesem Ringen und das langsame Weiterschreiten auf dem Wege zu diesem Ziel. Dann sei, genau wie vor 1935 Jahren ein einfacher Mensch, der namenlose Gefreite des Weltkrieges, gekommen und habe das große deutsche Sehnen gestillt. Auch er habe anders und gewaltiger geredet als die Schriftgelehrten, und auch er sei vom Volke verstanden worden. So habe das Werk der deutschen Einigung geschehen können, die Auferstehung aus Schmach und Schande. Der Minister sagte, es sei Unsinn zu glauben, reichischen Regierungssystem zustehen. Es ist aber nicht recht erfindlich, aus welchen Tatsachen die Wiener Machthaber diesen Anspruch herleiten wollen. Denn im Gegensatz zur national1 Spruche der baß die jetzige Wiener Regierung sich auf Gnade oder Ungnade einem außerdeutschen Zwange unterworfen hat. Um so erstaunlicher ist es, wenn ein Mitglied eben dieser Regierung so tapfere, freiheitliche Gedanken vertritt. Hat Starhemberg sein eigenes Programm verraten? kanzler alle Ehre machen und die wir Reichsdeutschen gerne unterstreichen würden. Denn es ist ja gerade das Unglück des jetzigen österreichischen Staates, daß er sein Entstehen fremden, ~ e ro a 11 e n , nämlich dem in Konkurrenz zu treten mit den Mitteln, die den Nationalsozialisten zur Verfügung ständen. Aus dem Funktionärappell am Sonntag erwähnte auch Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, daß man in der letzten Zeit in Oesterreich versuche, für eine Volksabstimmung Propaganda zu machen. Je mehr man aber glaube, die Regierung zwingen zu können, d e st o später werde die Volksabstimmung durchgeführt werden. Er freue sich, feststellen zu können, daß Oesterreich begründete Aussicht habe, durch Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zu den Nachbar st aaten, zu denen bisher nicht die nötige Fühlung bestanden habe, einen Fortschritt in der Konsolidierung des Landes zu machen. Fürst Starhemberg erklärte, daß ein freies und unabhängiges Oesterreich im Sinne der christlichen Weltordnung liege. Einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland, einen Zusammenschluß Oesterreichs mit deutschen Stämmen in der Form, daß Oesterreich in ein zentralistisches Reich eingegliedert würde, lehne er ab. Der Kampf gegen die Anschluß-Ideologie sei ein Hauptprogrammpunkt der Vaterländischen Front. Wenn er die Theorie bekämpfe, daß Oesterreich ein widerrechtlich abgetrennter Teil des Deutschen Reiches sei, daß Oesterreich nicht eine Provinz von Groß- Deutschland werden dürfe, so schließe diese Auffassung sein Bekenntnis zu einem gesunden deutschen Denken nicht aus. Gerade weil er und seine Freunde gute Deutsche seien, wollten sie i m Sinne der österreichischen Vergangenheit den Weg in die Zukunft gestalten. Er müsse es ablehnen, in ein politisches System gezwungen zu werden, das seinem innersten Wesen nach undeutsch und deutschfremd sei. Wenn es Leute in Oesterreich gebe, die behaupteten, daß der Anschluß gestalten zu wollen, das nicht in irgendeiner Form in der Vergangenheit verwurzelt sei. Diese Vergangenheit aver heißt für Starhemberg: Habsburg. Mit Nachdruck betonte der Bundesführer der „Vaterländischen Front", daß der Begriff Habsburg untrennbar mit dem Vaterlande verbunden fei und daß die monarchistische Propaganda absolut in der Richtung der „Vaterländischen Front" liege. Um den Oesterreichern diesen Braten schmackhaft zu machen, verteidigte Starhemberg die Habsburger Familie gegen den Vorwurf, sie sei eine degeneriertes, undeutsches Herrscherhaus. Herr Starhemberg hätte das nicht tun sollen. Vielleicht saß unter den Zuhörern einer seiner alten Kampfgenossen aus jener Zeit, da der einstige Heimwehrführer die Habsburger selbst als Spanier bezeichnete. Starhemberg sollte überhaupt etwas vorsichtiger in der Beurteilung seines künftigen Herrscherhauses sein, denn jeder, der die Familiengeschichte der Habsburger kennt, weiß, daß der Thronprätendent Otto zwar einen deutschen Vater gehabt hat, daß aber seine Mutter Zita aus dem welschen Hause Bourbon-Parma stammt. Die jetzt noch lebende, in Steenockerzeel residierende Exkaiserin Zita aber war es, die im Großen Kriege das deutsch-österreichische Heer an ihre Verwandten in Frankreich und Italien verriet, diese mit einer ungeheuren Blutschuld beladene Frau ist es, die im Zusammenspiel mit allen deutschfeindlichen Kräften des Auslandes die Rückkehr ihres Sohnes auf den Thron der Väter in Wien betreibt. Starhemberg aber preist das Haus Habsburg als ein deutsches Haus. Man kann es dem deutschen Volke in Oesterreich wahrlich nicht Übelnehmen, wenn es sich leidenschaftlich dagegen wehrt, unter dem Dache dieser Monarchie zu wohnen. Der Sinn dieser ganzen monarchischen Propaganda wird sofort klar, wenn man hört, wie der Vizekanzler und Führer der schwarz-gelben Front die Anschlußfrage behandelt. Er sieht im Anschluß Oesterreichs ein zentralistisches Reich, in dem Oesterreich nichts als eine „Provinz" Großdeutschlands wäre. Gegen diese Ideologie zu kämpfen, sei die Hauptaufgabe der Vaterländischen Front. Starhembergs Sorge, bei einer Volksabstimmung unangenehme Überraschungen zu erleben, ist mehr als bezeichnend. ---------------/ Reichsminister Kerrl spricht zu den Krauen Hannovers. Wien, 20. Jan. (DNB.) Die Vaterländische Front hat am Sonntag einen Funk- tionärappell abgehalten, bei dem Bundeskanzler Dr. Sch u sch n i g g und Vizekanzler F ü r st Starhemberg gesprochen haben. Am Tage vorher hielt die Vaterländische Front eine Pressekonferenz ab, auf der Vizekanzler Fürst Starhemberg die Vaterländische Front als gemeinsame Plattform für verschiedene politische Gruppen bezeichnete, die allmählich zu einem Kampfblock z u s a m m e n w a ch s e n wollten, der eine e inheitliche Zielsetzung im Ra h- m e n des Dollfuß-Programms haben solle Der Grundsatz werde praktisch durchgesetzt werden, daß niemand außer der Vaterländischen Front berechtigt sei, in Oesterreich Politik zu machen. Dieser Grundsatz behindere in keiner Weise das politische Mitbestimmungsrecht der öfterreichi= schen Bevölkerung, da die Vaterländische Front zwei Millionen Mitglieder zähle und das vaterländische Oesterreich verkörpere. Jeder, der vom Staat bezahlt werde, müsse auch der Vaterländischen Front angehören. Das habe nichts zu tun mit einem absolut undeutschen Kadaver-Gehorsam gegenüber der Staatsführung (!). Fürst Starhemberg wandte sich dann gegen die vielfach verbreitete Auffassung, daß es im heutigen Oesterreich zwei miteinander um d i e Vormacht ringende Richtungen gebe, die Richtung Schuschniggs und die Richtung Starhembergs. Allerdings bestünden innerhalb der Vaterländischen Front verschiedenartige Auffassungen über viele Probleme des öffentlichen Lebens und es würden über die Probleme innerhalb der Vaterländischen Front Diskussionen geführt. Da sei aber durchaus begrüßenswert. Starhemberg wandte sich ferner gegen die Gerüchte, d"ß er nach dem Thron oder der Reichsverweserschaft in Oe st erreich ft r e b e. Eine Monarchie in Oesterreich sei nur möglich, wenn sie den historisch-traditionellen Wünschen entspreche. Es sei aber falsch, daß man nun etwa am Vorabend der Ausrufung der Monarchie stehe. Kaiser Otto werde sich niemals unter solcher Voraussetzung ausrufen lassen, da er bestimmt keinerlei Erschütterungen der Ruhe Europas heraufbeschwören wolle und eine Monarchie in Oesterreich stets in der Gesamtheit des österreichischen Volkes verwurzelt fein müsse. Starhemberg begründete dann den Totalitätsanspruch der Vaterländischen Front. Er werde mit allen Mitteln danach streben, daß sämtliche P o st e n des öffentlichen Lebens ausnahmslos, und möge es sich auch um die scheinbar bedeutungslosesten Posten, beispielsweise eines Vereinsvorstandes in irgendeinem kleinen Orte handeln. ausschließlich von Oesterreichern, die bewußte Oesterreicher sind, besetzt würden. Auf eine Anfrage, wie stark die kommende Mi- l i z sein würde, antwortete Fürst Starhemberg, es würden alle Mitglieder der Wehrverbände, soweit sie sittlich einwandfrei wären, in die Miliz übernommen werden. Aus eine weitere Frage, was an den Gerüchten über eine bevorstehende Bolfsab ff immun g wäre, erwiderte Fürst Starhemberg. eine Volksabstimmung komme in absehbarer Zeit in Oe st erreich nicht in Frage. Wohl werde erwogen, im Rahmen der ständischen Körperschaften nach Möglichkeit dem Gedanken der Wahlen Rechnung zu tragen. An sich könne Oesterreich eine Volksabstimmung wohl abhallen, wenn es die Garantie hätte, daß diese unbeeiufluh- bar ^i. Eine Abstimmung fei aber Sache der Propaganda, und diese hänge ab von den zur Verfügung stehenden Witteln. 3n dieser Hinsicht sei Oesterreich nicht in der Lage, tete nämlich, eine Abstimmung fei Sache der Propaganda und diese hänge ab von den zur Verfügung stehenden Mitteln. Der österreichische Staat könne aber nicht in Konkurrenz treten mit den Mitteln, die den Nationalsozialisten zur Ver- an das heutige Deutschland vereinbar sei mit einem richtigen und ehrlichen Bekenntnis zum Vaterland, so sage er, das sei Schwindel und Betrug. Zum innerpolitischen Kurs erklärte Fürst Starhemberg: „Radikaler, systematischer und hartnäckigr als bisher wollen wir den Kampf gegen versteckte und offene Feinde des vaterländischen Gedankens führen. Nicht nur die öffentlichen Angestellten, nicht nur die Beamten und Angehörigen der bewaffneten Wacht müssen vaterländisch denken und verlieren das Recht, öffentliche Funktionen auszuüben, wenn sie nicht bewußt und erprobt vaterländisch sind, sondern auch in der Wirtschaft haben Vaterlandsfeinde nicht mehr das Recht, aus der österreichischen Volkswirtschaft zu leben. Wir find entschlossen, stärker und gröber als bisher zuzupacken." Eine gesunde monarchistische Propaganda liege absolut in der Richtung des vaterländischen Gedankens. Er könne sich vorstellen, daß einmal der Zeitpunkt komme, wo die Begriffe Habsburg und Oesterreich wieder zu beider Glück und Aufblühen zusammenkämen, nicht nur zu Nutz und Frommen Oesterreichs, sondern zum Heile ganz Europas. Er wandte sich dann gegen die Art, mit der die nationale Propaganda in Oesterreich früher den habsburgischen Gedan- k e n gegeißelt habe. Von dieser Seite sei erklärt worden, Habsburg sei ein degeneriertes, undeutsches Herrscherhaus und deshalb abzulehnen. Diese verlogene Legendenbildung über das Haus Habsburg werde er bekämpfen, weil die Schaffung dieser Legenden Oesterreich schade. Hannover, 19. Jan. (DNB.) Im Kuppelsaal der Stadthalle sprach vor den Amtsträgern der N S. - F r a u e n s ch a f t Reichsminister K e r r l. Er knüpfte an das Raabe-Wort an: „Habt Acht auf die Sachen, schaut auf zu den Sternen!" das für die Kämpfer der Bewegung heiße, zwar auf das Alltägliche des Lebens zu achten, sich darin aber stark, Denn er yal iicy vor oen zimisiragern uer nicht zu verlieren, sondern das Hochziel der „Vaterländischen Front" heftig wenn auch erfolg- Bewegung nie aus den Augen zu lassen. los bemüht, diesen Mangel zu erklären. Er behaup-1 Der Minister ging aus von der uralten Frage i.i. ..n-ri-r. tut.r«: x-' * menschlichen Suchens und Sehnens: „Woher kommen geben dem Ganzen ein heiteres Gepräge. Cordoba zehrt von feiner Vergangenheit. Schon beutenbfte Schöpfung der maurisch-religiösen Kunst in Spanien. Staunend steht man vor dem gewaltigen Kunstwerk. Dian mag unsere gotischen Dome noch so sehr ins Herz geschlossen haben, man kann dem Kunstempfinden der Mauren seine Achtung nicht versagen. Monumentalität war ein wichtiger Faktor. Iftaä) den verschiedenen Erweiterungen nimmt die Moschee ein Rechteck von 180 Meter X 130 Meter ein. Der gewaltige Komplex ist von einer zinnengekrönten Mauer umgeben. Durch den Turm für die Muezzin (Rufer des Gebets) gelangt man in den Patio de los Naranjos, der feinen Namen nach dort stehenden Apfelsinenbäumen hat. Es herrscht eine feierliche Stille in diesem einstmaligen Hof der Reinigungen, wo die Araber sich auf den Antritt in das Heiligtum vorbereiteten. Betritt man das Innere der Mafchee, so mag es zunächst wundernehmen, daß man hier keine hohen Schiffe mit gewaltigen Pfeilern antrifft. Man sieht nur Säulen und immer wieder Säulen, über 850 an der Zahl. Unwillkürlich wird jeder Besucher von ehrfürchtiger Andacht gepackt. Die Stimmung wird durch das Halbdunkel des Lichtes gewaltig beeinflußt. Der Raumeindruck ist überwältigend. Die Perspektive all der verschiedenen Säulen verschiebt sich bei jedem Schritt. Die Gesamthöhe des Innern beträgt nur 11 Meter, wobei die Säulen im allgemeinen das Maß von 4 Metern nicht überschreiten. Die verbindenden weiß- roten Hufeisenbogen geben dem Ganzen zunächst ein befremdendes Gepräge. Man zählt 19 schmale Längsschiffe, die alle durch einen Bogen nach dem Hof geöffnet waren. Gegenüber befinden sich die Gebetsnischen, die dem Gesamteindruck die rechte Harmonie verliehen. Der Fußboden war einst vollkommen mit Mosaik ausgestattet. Die Decke bestand aus geschnitztem Balkenwerk, das in rot-gold- blauen Farben erstrahlte. Dazu hatte jedes Längs- schiff wieder eine andersgeartete Decke. Dieses Wunder der Baukunst läßt es uns begreiflich erscheinen, daß Cordoba der bedeutendste Wallfahrtsort des westlichen Islams wurde. Der Glanz der Stadt konnte nach den orientalischen Bestürzten mit einem metallischen Ton auf den Estrich; sie glänzten hell in dem Flurdunkel. Der Bauer traf feine Tochter weinend über den goldenen Spänen. Cordoba und die Mauren 13 on Dr. $r h Zeffel, Madrid. Er wollte ihr eine Birke Umschlagen. „Die nicht! Sie ist krank. Es hat ihr jemand einen C Da °wand*'er sich 3U einem alten mächtigen Lia roanuie vi r o crox**««« hielt le nen nichts mehr." „Halte die Schürze her." — . Er hackte die Späne hinein, wartete gar nicht auf zentrum des Islams. Studierende aus dem ganzen den Dank, sondern verschwand im Gebüsch. Dem Abendlande kamen hierher. Der Höhepunkt der Mädchen aber wurde die Schürze immer schwerer, i Blütezeit fiel in das 10. Jahrhundert. daß sie kaum noch die Zipfel in den schmerzenden £a5 bedeutendste Denkmal aus jener Zeit ist die Fingern halten konnte. Auf der Schwelle des Hauses ehema[ige Hauptmoschee des westlichen Islams. Sie mußte sie die Schurze fallen lasten, und die Spane - &er größten Kirchen der Welt und die be- ri.-: molnfftirhort T nn nut hert flrftrim- .1 ... .. .. ' - -r. . <^..._ri „Der schadet nichts mehr", sagte der Bärtige. I in Cordoba sest, nachdem er aus Damaskus ver- Das Mädchen schaute den Baum von allen Seiten 1 trieben worden war. Er erklärte feine Uuabhängig- qenau an, dann stimmte es zu: „Nein, dem schadet feit vom Kalifat des Ostens. Cordoba wurde die -• • " Hauptstadt des spanischen Kalifats. Bald wurde es eine der reichsten Städte Europas und ein Kultur- unhon,.. Iaate ... ml[ ,el|tlll ________ zur Römerzeit war di- Zeit em strategisch wichtiger haben? sagte mn i f Bie W-stgot-nz-it ist ziemlich purios vorbei- „Es ist gut brummte der inan, u im r,qan(,etL gine Epoche der Blut- erlebte die Stadt vor der Holzsammlerin her. Sie h e nun aue 8 8 9 fierr(d,^[t der Mauren. Nach der ent- Sch°u verloren und fürchtete sich mcht m-yr.- Di- unr-r^-e^^ I^i Zeres de la Frontera im beiden kamen an den Waldrand, 9l 1 » oahre 711 hielten sie auch hier ihren Einzug. Adder- dorrte Fohre mit abgestorbenen A-sten und rot- W^711 der Omajaden setzte sich braunen Nadeln 1 Bettelumkehr. Von Josef Friedrich perkonig. Ein Bergbauer, dem die schiefen Aecker und Wiesen wenig eintrugen, geriet schließlich in Schulden. Sein Weib starb vor Kummer, Knecht und Magd verließen ihn, so daß er nur mehr mit feiner Tochter hauste. Und die ganze Gegend nannte den verwahrlosten Hof nur noch die „Bettelumkehr . Weil der letzte Bergteil schon verkauft war, muhte die Tochter in fremden Wald gehen, um Holz zu holen. Aber wie sie auch suchte, sie fand kein dürres Reisig in den Farnkräutern und keine trockenen Fichten- und Föhrenzapfen auf dem Moose. Als sie eben heimkehren wollte und traurig war, weil sie nun nicht einmal die Abendmilch sieden konnte, trat ein bärtiger Mann aus dem Gesträuch. Er trug eine Hacke auf der Schulter und sah unheimlich aus. Das Mädchen erschrak bis tief in ihr Herz hinein, als er sie mit rauher Stimme anredete: „Was tust du hier im Wald?" „Ich bin arm und suche abgefallenes Holz, erwiderte sie voll Angst. „Du hast ja eine leere Schürze." „Ach, ich kann keines finden, der Wald ist wie De2a$minfte ihr der Mann, daß sie ihm folgen Sie zögerte eine Weile, aber endlich ging sie ihm langsam nach, tiefer und tiefer in ben Wald hinein. Bei einer Tanne hielt er, hob die Axt, um Holz vom Stamm zu spalten. „Nicht von diesem Baum", bat sie, „er ist so schon UT1I)a9nriUn)oUte er ihr von einem anderen die Schürze °°^cht"von diesem, es ist ein Spechtnest in dem Stämme; die Vögel würden sich erschrecken. Ties und nachhaltig sind die Eindrücke, die Cordoba auf jeden Fremden ausübt. Am nördlichen Ufer einer großen Schleife des Guadalquivir und am Fuße der Sierra de Cordoba, einem Ausläufer der Sierra Morena, ist die Stadt wunderhübsch gelegen. Noch heute erkennt man den Grundriß der einstmals maurischen Stadt. Enge, winklige Gassen deuten an, daß man früher mit dem Raum sehr sparsam umgegangen ist. Dort stehen viele kleine Häuser mit entzückenden Höfen, in die man von der Straße hineinsehen kann. Hohe Palmen zieren sie häufig. Hier und auf den Straßen trifft man Apfelsinenbäume, von denen in dieser Jahreszeit die reifen Früchte herabhängen. Nach Norden erstreckt sich der moderne Teil der Stadt mit seinen breiten Straßen und Alleen, mit seinen Caf6s, in denen der Spanier so gern seine freien Stunden verbringt, und mit den Klubs, wo man nur Manner antrifft, die das Straßenleben betrachten und dabei ihre Diskussionen über die neuesten Tagesereignisse fuhren. Das Klima ist im Winter milde. Nur ganz wenige Häuser haben Heizung. Cordoba ist eine typisch andalusische Stadt, wo man die Männer des einfachen Da wancu- er U=) »u .................Volkes noch mit den bekannten breitkrempigen Hüten Stranf aber bie Hand des Mädchens hielt fernen sich,. Jungen ziehen singend durch die Straßen und isirunr, aver uic ■>/“- v Lu.« x.« runr,™« ein heiteres Kevraae. bereits hoch erhobenen Arm. , Seht Ihr nicht, daß die Ameisen dann ihr Haus haben?", sagte sie mit leisem Dorwurf. Wirtschaft im Dezember. steigerte seine Leistung l e rz b e r g b a u ist die etal gen; die Förderung dagegen infolge der geringen । Zahl der Arbeitstage zurückgegangsn. Im Erdöl-! b e r g b a u nahm die Produktion gegenüber dem Vormonat um 11 v. S). zu. Tagesgeld unverändert 2 v. H. Regelung -es Absatzes von Landbutter 2. 3. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ^raiuiuL a. Dl. Serun Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. lurS börs- 18.1 20 1. 20 1. 100,25 100,4 97,25 97,25 99,9 99,9 113,9 l| 97.5 I ' 124 I 128 I 96,5 95,75 Banknoten. 89,5 89,25 I 198 | 1981 Die hinter den a Dividende an. Lombardzinsfuß 5 v. H. 63,37 81,01 33,71 101,5 97 97 108,4 o 8 b fl 8 0 37,13 137,5 114,5 131,5 112 127,5 127,75 126,5 169 15,25 17,25 104 118,25 86,75 86,5 87 184,5 97 108,5 110 86,5 158,75 128,75 83,65 82,75 53,65 92 118,9 83,5 97,75 147,25 31,65 288 162,5 52,5 92,5 119 83,75 98,13 145,5 31,25 287,5 162,25 151,65 214,5 111 116 95,5 123 128 2,435 41,76 54,61 12,24 16,32 168,21 61,48 63,11 80,69 33,57 109,65 99,9 97,75 96,4 101,1 93,25 119 113,25 96,5 101,9 101,65 97 97 108,4 113,6 96,5 97,25 108,75 110 86,65 128,5 83,5 83 37,4 137,75 131,9 111,75 127,75 129,5 127.65 128 172,75 125 37 137,9 114,25 131,5 112,5 127 127,13 127 169,25 124,5 97 109,5 110 87,5 128,75 84,25 83,9 37,25 137,75 114,4 131,5 111,75 127,4 128,13 128,25 173 125,5 101 52,65 90,75 118 83 123,25 97,5 147 80,65 31,4 171 161,5 -I 198 I 151,4 110,75 118,5 116 101,65 97 97 108,4 97 109,5 110 87,25 157 129,25 84 84 15,5 17,25 102,4 118,25 87 86,5 87 183,25 15,25 27,25 17 103,75 117,5 86,75 86,5 87 185,25 98,5 52,65 92 118,5 83,5 123,25 98,13 145,5 78,75 31,4 287,5 171 162,75 27 198 109,9 99,9 97,5 96,4 101,2 93,25 119 113,75 96,5 101,65 101,65 97 97 108,4 15,65 17,65 102,75 87 86.5 87 184 Die Reichs-Kochschule in Frankfurt a. M. eröffnet. Die neueröffnete Reichskochschule betreibt Berufserziehung in theoretischer und praktischer Hinsicht. Das Haus selbst bietet neben den erforderlichen Unterrichtsräumen jeweils über 40 jungen Köchen, die hier während einer Dauer von drei Monaten geschult werden, Platz. wurde die arbeitstägliche Novemberförderung durch die des Monats Dezember noch um 2 v. H. über- troffen, gegenüber dem Dezember des Vorjahres Ia9 sie um 10 v. H. höher. Die Belegschaft konnte bei rückgängigen Haldenbeständen vermehrt werden. Die Braunkohlenförderung behauptete sich gegenüber dem Vormonat, war aber erheblich höher als im Dezember des Vorjahres. Der Eisenerzbergbau ...... weiterhin. Im 2JI. 2 o___o___V1V Belegschaft gegenüber dem Vormonat leicht gestie- 150 | 110,75 118 . 114,75 | tiuenod Aire Brüssel Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen. Danzig..... London Helstngfors.. Paris ..... Holland ... Italien..... Japan Jugoslawien Lslo..... : Wien . Lissabon.... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest ... Reu York ... Berlin, 20 Ianu r ~~~ Ämerilanuche Noten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten......... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten 4% Lesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Tür/ljche Bagdadbahn-Anlethe Serie 1......... ........... 1,2 9,15 9,15 9,2 14 9,5 Cxportvalutaerklärung für Wertbriefe und Päckchen nach dem Ausland. Fwd. Nach einer Amtsblattverfügung des Reichspostministeriums wurde, wie erinnerlich, die schriftliche Anmeldung der über die Grenzen des deutschen Wirtschaftsgebietes ausgeführten Waren durch Abgabe einer Exportvalutaerklärung auch auf Päckchen und Wertpapiere ausgedehnt. Nachdem das Reichspostministerium die größeren Postanstalten davon hat verständigen lassen, daß bei den Devisenbanken auf die Beibringung der Exportvalutaerklärung verzichtet werden kann, ist jetzt auf Anregung des Centralverbandes des Deutschen Bcmk- und Bankiergewerbes die allgemeine Regelung getroffen worden, daß Devisenbanken zur Abgabe einer Exportvalutaerklärung für die in bestimmter Weise gekennzeichneten Postsendungen nicht verpflichtet sind, wenn diese Zahlungsmittel, Wert- papiere oder sonstige Dokumente enthalten. * * Reger Lahnsch i ffahrtsverkehr im Dezember. Die gute Beschäftigung der Lahnschifffahrt wahrend des Jahres 1935 hielt auch im letzten, sonst stillen Monat des Jahres an. Obwohl Hochwasser verschiedentlich die Schiffahrt behinderte, wurden insgesamt 10 692 Tonnen Fracht (1055 Tonnen 3U Berg und 9637 Tonnen zu Tal) befördert. 76 Guterschiffe teilten sich in diese Verfrachtungen. Rhein-Mainische Börse. Mltagsbörfe fest. 1,3 9,1 9,2 9,13 14 9,4 1,35 9,2 9,5 14 10 » Abendbörse behauptet. Das Fehlen von Publikumsaufträgen ließ auch bei der Kulisse keine rechte Unternehmungslust auf- ; kommen. Infolgedessen nahm das Geschäft an der ' Abendbörse einen sehr stillen Verlauf. Die Grund- ' tendenz war jedoch meist noch fest, und im großen . und ganzen blieben die Kurse auf dem Stand des Berliner Schlusses behauptet. Den wenigen leichten Erhöhungen standen ebensolche Rückgänge gegenüber. Von lokalen Werten ermäßigten sich Scheide- anstatt auf 214,50 (215,50). Vermehrtes Interesse fanden nur JG.-Farben mit 151,65 (151,40) und Stahlverein mit 79,25 (79,13). Kunstseide Bemberg, die im hiesigen Mittagsverkehr bis auf 94,50 nach 92 anfangs angezogen hatten, gingen im Einklang mit Berlin wieder auf 92,50 (92) zurück. Am Einheitsmarkt notierten von Jnduftriewerten Aluminium-Industrie Neuhausen mit 322 (320), Hilpert Maschinen mit 58 (57,50). Bankaktien lagen unverändert. Der Rentenmarkt war fast völlig ohne Umsatz. Etwas Nachfrage fanden nur Reichsaltbesitz zu 109,90, dagegen wurden Kommunal-Umschuldung mit 87,40 (87,50) etwas niedriger bewertet. Auslandsrenten lagen still. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 109,90, 6proz. Stahlverein 403,50, 6proz. IG. - Farben - Bonds 125,25, 4>2proz. Ungarn von 1914 9,15, 4proz. Rumänen 5,25, 5proz. innere Mexikaner 5,70, Adca 71, Commerzbank 86,75, DD-Bank 86,50, Dresdner Bank 87, Frankfurter Bank 106,50, Harpener 110, Mannesmann 84, Hoesch 87,25, Rheinstahl 110,25, Stahlverein 79,25, Aku 52,50, Bekula 137,75, MAN 100, Bemberg 92,50, Chade D 284,50, Conti Gummi 162,25, Daimler 98.13, Deutscher Eisenhandel 112,50, Deutsche Erdöl 109.50, Scheideanstalt 214,50, Deutsche Linoleum 145,50, Eßlingen Maschinen 85,75, JG.-Farben 151,65, Feinmech. Setter 84, Gesfürel 127,75,- Goldschmidt 111, Holzmann 95,50, Jung- hans 86, Hilpert-Maschinen 58, Moenus-Maschinen 83,75, Neckarwerke Eßlingen 110,50, Rheag 129,50, Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20 Jan. Auftrieb: Rinder 902 (am letzten Montagsmarkt 1112), darunter 160 Ochsen, 47 Bullen, 545 Kühe, 150 Färsen. Auslandsrinder (Oesterreicher) 71. Kälber 370 (474), Schafe 36 (28), Schweine 3085 (2729). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in i Mark: Ochsen a) 43 (am 13. Januar 43), b) 43 I (43), c) 43 (43), d) 35 bis 42 (40 bis 43). Bullen ! 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 42 bis 43 (40 bis 43). Kühe a) 43 (43), b) 37 bis 42 (38 bis < 43), c) — (30 bis 36), d) — (23 bis 29). Färsen s a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 38 bis 42 ' (40 bis 43). Kälber andere a) 62 bis 70 (62 bis J 1,25 9,15 9,2 9,25 14,25 100,4 100,5 97,25 97,4 103,65 | 103,5 109,6 1 109,75 Fwd. Nach einer Anordnung des Vorsitzenden des Milchversorgungsverbandes darf die in landwirtschaftlichen Betrieben hergestellte Butter nur in folgender Weise entgeltlich abgesetzt werden: 1. an Verbraucher innerhalb der Gemeinde des Betriebsbesitzes oder auf einem Wochenmarkt, sofern der Betriebsinhaber eine von dem zuständigen Milchver- forgungsverband hierfür ausgestellte Erlaubniskarte besitzt, oder 2,455 41,92 54,83 12,28 16,38 168,89 61,72 e |ei geschaffen worden zu. igen deutschen Köche auf die Kochkunst, die heute wesentlich Ä.E.G 0 Bekula ........ 'jo Elektr. LleferungSgelellichäft5 Licht und Kraft ........... ßy. Felten & Guilleaume 4 Geselljch.f.Eleklr.Unternehmung. g Rheinische Elektrizität ........ « Rhein. Wests. Eiektr Schuckerl L Eo.............. 4 Siemens L Halske ’* 7 LahmeyerLEo ,* 7 Buderus Deutsche Erdöl ** Harvener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen'.. Ilse Bergbau ............... Ille Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren Frankfurt a. M., 20. Jan. Die Börse eröffnete — den vorbörslichen Erwartungen entsprechend — m fester Haltung, obwohl größere Aufträge der Kundschaft nicht Vorlagen. Die Kulisse war Hauptträger des Geschäfts, indem sie in größerem Umfange Deckungen vornahm. Da anderseits kaum Angebot bestand, führte die Enge der Märkte zumeist IU Kurserhöhungen. Von winschaftlichen Momenten fand die Entwicklung der Außenhandelsziffern für Dezember und das Jahr 1935 Beachtung. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse zwar nicht ganz einheitlich, aber überwiegend 0,50 bis 1 v. H. fester. Eine Sonderbewegung verzeichneten Siemens mit 171,25 bis 172,50 (169), auch Schuckert mit 127,25 bis 128,50 (126,50) fest, wobei bei beiden Werten Dividendenerwartungen mitsprechen; die übrigen Elektrowerte erhöhten sich von 0,50 bis 1 v. H., nur Gesfürel und RWE. nicht ganz behaupt- tet. Montanwerte waren wieder lebhafter, insbesondere Stahlverein mit 78,65 bis 79 (78,25), sonst ergaben sich Geminne bis 0,75 v. H., knapp gehalten waren Buderus und Hoesch. Rheinische Braunkohlen stiegen auf 219 (217). Maschinen-, Metall- und Motorenwerte lagen ruhig und behauptet. Von chemischen Werten wurden JG.-Farben mit 150,50 bis 151 (150,25) lebhaft umgesetzt, Scheideanstalt ließen 0,50 v. H. nach. Schiffahrtsaktien bröckelten bis 0,40 v. H. ab, ferner gingen Deutsche Linoleum auf 146,50 (147,25) zurück. Kunstseide Bemberg beruhigt und mit 92 unverändert, Aku indes mit 52,75 (53,65) etwas matter. Von Banken Braubank unverändert 117,50. Der Rentenmarkt war freundlich, das Geschäft aber sehr still. Etwas fester lagen Altbesitz mit 110 (109,65), sonst blieben die Kurse gegen den Samstag unverändert; Kommunal-Umschuldung 87,50, Zmsvergütungsscheine 92,40 und späte Schuldbuchforderungen 96,50. Zertif. Dollar-Bonds lagen etwa 0,25 v. H. höher, von Industrie-Obligationen 6 v. H. Hoesch 104 (104,25). Von fremden Werten blieben Serben und Warschau-Wiener beachtet und fest. In der zweiten Börsenstunde blieb die Grundhaltung fest, das Geschäft war allerdings etwas kleiner. In der Farben-Aktie fanden jedoch zu 151,25 bis 151,50 noch größere Umsätze statt, auch Montanwerte, wie Stahlverein, Hoesch und Rheinstahl, zogen noch um 0,25 bis 0,50 v. H. an. Siemens und Schuckert blieben auf dem erhöhten Stand gut be- 70), b) 51 bis 58 (51 bis 61), c) 40 bis 50 (40 bis 50), d) 32 bis 39 (30 bis 39). Lämmer und Hämmel b2) 51 (50), c) 50 (48 bis 49), d) 47 bis 48 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57) g2) 57 (57). Marktverkauf: Rinder lebhaft, geringe Kühe abflauend. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausoerkauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftanö: 15 Kühe. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung 281 Viertel Rind- fleisch, 95 ganze Kälber, 18 ganze Hämmel, 990 halbe Schweine, Preise pro 50 Kilogramm in Mk.: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 73 bis 74 (am 16. Januar 67 bis 75). Bullenfleisch b) 74 bis 77. Kuh- fleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 73 bis 74 (67 bis 75). Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Jan. Das kleine Weizenangebot aus hiesiger Gegend wird von den Mühlen glatt aufgenommen. In Roggen gingen die Zufuhren weiter zurück, die hiesigen Landmühlen suchen sich vorsorglich einzudecken. In Brau- und Jndustriegerste ist die Haltung bei umfangreichen norddeutschen Zufuhren schwächer. Hafer läßt sich nur in sehr beschränkten Geschäften umfetzen. Treber und Malzkeime weiter, rückgängig. Kleieangebot kaum vorhanden. Futter- und Nachmehle wurden reichlich, teils unter Mühlenpreis zum Verkauf gestellt. Heu und Stroh liegen bei mäßigen Umsätzen stetig. Heu gab jedoch weiter nach auf 8,50 nach 8,50—8,75. an einem vom Milchversorgungsverband zum Ankauf zugelassenen Verteiler. Die obengenannte Erlaubniskarte wird denjeni- gen Milcherzeugern erteilt, die den Wochenmarkt, auf den sie ausgestellt ist, bisher schon zum Zwecke des Butterverkaufs besucht haben und für die die Milchablleferungsverpflichtung nicht besteht. Sie kann entzogen werden, wenn der Inhaber sie mißbraucht oder wenn sich ergibt, daß er sich der Erfüllung der ihm vom Milchversorgungsverband auf» erlegten Verpflichtungen entzieht. Die vom Milch- versorgungsverband zum Ankauf zugelassenen 23er» (Schluß, ^cylußk. öa?IUB Mittagbörse teilet erhalten einen Ausweis. Der Verkäufer ist berechtigt und verpflichtet, sich beim Verkauf von Butter an einen zugelassenen Verteiler eine Empfangsbescheinigung ausstellen zu lassen, auf der die Menge und der Verkaufstag vermerkt sind. Der Verkäufer ist verpflichtet, die Empfangsbescheinigung aufzubewahren und dem Beauftragten des Milchversorgungsverbandes auf Verlangen vorzu- meifen. Diese Anordnung gilt nicht für die im Sinne des § 29 der ersten Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes vom 15. Mai 1931 her- gestellte Bukker. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Ordnungsstrafe belegt. Bezweckt wird mit dieser Anordnung eine Sicherung ber gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit Landbutter aus den Gebieten, in denen eine Erfassung der Milch durch Molkereien nicht möglich ist. Hiermit soll nicht etwa eine Lockerung der Milchablieferungspflicht, sondern eine Ergänzung dieser Verpflichtung überall dort bewirkt werden, wo sich bei der Verteilung der Landbutter Mängel gezeigt haben. Lieble Hetze eines amerikanischen Berichterstatters gegen die olympischen Winterspsele. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Berliner Be- richterstatter der amerikanischen Nachrichtenagentur „Universal Service" hat sich bemüßigt gefühlt, gegen die olympischen Winter- spiele tn Garmisch-Partenkirchen eine neue Hetze einzuleiten, offenbar aus Aeraer darüber, daß es der jüdischen Boykotthetze in Amerika nicht gelungen ist, die Teilnahme amerikanischer Sportler an den olympischen Spielen zu verhindern. Dieser Berichterstatter behauptet, daß von dem deutschen Olympia-Komitee keinerlei Ouartiervorberei- lungen getroffen worden seien, und daß man alle Hotels und deren Telephone für „Nazi-Größen" reserviert habe. Wie mangelhaft die deutschen Vorbereitungen überhaupt seien, gehe schon daraus hervor, daß noch nicht einmal das deutsche Eishockey-Team organisiert wäre. Es genügt, diese Verleumdungen niedriger zu hängen und folgendes feftzuftellen: Obwohl von Amerika innerhalb der vorgeschriebenen Frist nur wenige Presseanmeldungen eingelaufen waren, sind vom deutschen Olympia-Komitee für die amerikanische Presse 14 Plätze in Garmisch-Partenkirchen reserviert und für ebenso viel Unterkunftsmöglichkeiten gesorgt worden. Zum Teil liegen auch heute noch nicht einmal feste Anmeldungen für diese Plätze vor. Für die Presse stehen in Garmisch- Partenkirchen allein 57 Telephone sowie ein eigene sOlympia-Po st amt zur Verfügung, das mit den modernsten technischen Mitteln arbeitet, die überhaupt jemals auf einer Winterolympiade Verwendung gefunden haben. Was die Aufstellung des deutschen Olympia-Eis- Hockey-Teams anlangt, so hätte ein einziger Telephonanruf den betreffenden amerikanischen Korrespondenten dahin informieren können, daß diese Ausstellung bereits seitlängererZeit erfolgt ist. Es steht also fest, daß der amerikanische Korrespondent, der überhaupt selb st noch nicht in Garmisch gewesen ist, bewußt Hetznachrichten gegeben hat. Franksurta. M., 20. Jan. (DNB.) Im hiesigen Kochkun st- Museum fand in Anwesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters in Hessen, Sprenger, und des Reichsorganisationsleiters und Reichsleiters der DAF., Dr. Robert Ley, die Eröffnung der Reichskochschule statt. Der Leiter der Reichsberufsgruppe Handel, Walter, erklärte, diese Reichskochschule sei geschaffen worden zur Ausrichtung der jun> . neuzeitliche deutsche Kochkunst, die heute wesentlich beeinflußt werde durch eine neue Gesundheitslehre. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erklärte, es fei möglich, den Lohn dadurch indirekt wertmäßig zu erhöhen, daß man die Hausfrau richtig wirtschaften, richtig kochen und haushalten lehre. Dr. Ley ging dann auf die Berufsfchulung im allgemeinen ein. Der Bau einer großen Reichsberufsfchule fei geplant. Jede Be- tnebsgemeinschaft werde dort mustergültige Aus- bildungsmöglichkeiten besitzen. Es fei unbedingt erforderlich, daß man den Tüchtigen wieder den Weg nach oben öffne, selbständige Menschen und Existenzen schaffe und darüber hinaus dem Grundsatz huldige, den deutschen Menschen im Beruf zu ertüchtigen. Philipp Holzmann 4,1 Zementwerk Heidelberg 7 Cementwerk Karlstadt......... ß| Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 207, W 16 210, W 19 214, W 20 216, Roggen R 12 170, R 15 17?' R 18 177, R 19 179 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer —, Braugerste 225—230. Weizenmehl W 13 28,15, W 16 28,40, W 19 28,40, W 20 28,75, Roggenmehl R 12 22,45, R 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlen- ftation. Sojafchrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Treber —, Trockenfchnitzel 8,92 Großhandelspreis ab Fabr.- Station, Heu 8,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,80—4,00, gebündelt 3,50—3,80. — Kartoffeln: Industrie hief. Gegend 3,20, gelb- fleischige hies. Gegend 3,10, weiß-, rot- und blau- schälige hies. Gegend 2,80. Tendenz: ruhig. Schwelnemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 20. Januar. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 288 Ferkel, darunter, 202 Händlerfchweine, aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, acht bis zehn Wochen alte Tiere 25 bis 30 Mark. Das Handelsgesellschaft war gut. Es verblieb ein lieber- stand von etwa 70 Stück. Deutschlands (krdölaewmnung im Dezember und im Jahre 1935. Fwd. Die deutsche Erdölgewinnung betrug im Dezember und im ganzen Jahre 1935 nach den vor- läufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik: Deutschland: Dezember 1935 Tonnen: 37 697, Jahr 1935 Tonnen: 429 678. 9m Jahre 1934 wurden insgesamt 314 614 Tonnen Erdöl gewonnen. Der Monatsdurchschnitt der deutschen Erdölgewinnung beträgt demnach im Jahre 1935 35 807 Tonnen. Im Jahre 1934 hatte er 26 218 Tonnen betragen. daß der Nationalsozialismus dem Volke feinen Glauben nehmen wolle. Der Führer habe selbst qe- fQ9t e in wahrer Nationalsozialist müsse Glauben haben und könne nicht gottlos sein. Es komme aber auf den Glauben an und nicht auf die Paragraphen eines Bekenntnisses. Der Nationalsozialismus habe den Grundsatz, die Kirche zu schützen, er habe aber keinen Zweifel daran gelassen, daß die Führung im Staat nur Einem gebühre: Adolf Hitler! Wer das anerkenne, werde in kirchlichen Dingen niemals behindert. In unserer Hand liegt unser Schicksal; denn Gott hat es selbst hineingelegt. Das Reich Gottes ist um uns, und durch unser Blut spricht Gott selbst zu uns, was wir zu tun haben. Beugen wir uns unter diesen Willen, so kommen wir zu wahrer und wirklicher Freiheit. „Unsere Religion ist Deutschland", sagt man, aber das kann nur heißen, daß Deutschland die uns von Gott gestellte Auf- gäbe ist. Schon in diesem Leben wollen wir seinen Willen erfüllen, auf daß wir leben, und wenn wir auch stürben. Schultheis Pahenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg B Zellstoff Waldhof ß Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer (Aas ............... 7 Daimler Motoren o Deutsche Linoleum g Lrenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Thade.................... 71/ Accumulatoren-Fabrik ,.'***. 12 Conti-Gummi............... Grihner............. oi Mainkraftwerke Höchst H'''' 4 Süddeutscher Zucker ........ roj iure 18 1 Hamburg-Amertka-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd .........o A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... g Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und T'sconto» Gesellschaft o Dresdner Bank 0 Reichsbank Oatum ManSfelder Bergbau ß1 Koksw^rke .................. Rheinische Braunkohlen ...*. 12 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke 0, Ltavt Minen y Kaliwerke Aschersleben. ...\” 5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... iyt Schluß- A'u»'- Abcnd- Die Sägt des deutschen Bergbaues hauptet, auf den übrigen Marktgebieten traten feine — Aenderungen ein. Maschinen- und Motorenwerte blieben vernachlässigt, Zellstoffaktien lagen voll be= Fwd. Im deutschen Steinkohlenbergbau hauptet, etwas niedriger lagen Zement Heidelberg "rho ----------- 1 mit 123 (124). Arn Kassamarkt fliegen Seilindustrie Wolff auf 74,50 (73,50) bei 50-v. H.-Zuteilung. Der Rentenmarkt blieb sehr ruhig und unverändert. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen lagen behauptet, Liguidations - Pfandbriefe bröckelten teilweise bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen lagen ruhig und behauptet, etwas höher Frankfurter. Von fremden Werten lagen Ungarn etwas fester, dagegen Mexikaner nicht ganz einheitlich. Im Freiverkehr wurden bewertet: Adlerwerke Kleyer 101,50 bis 102 (102), Ufa-Aktien 53 (53), Growag 79 (79), Wayß & Freitag 91 (91), FMA. 103,50 (103,50) Feist Sekt 23,50 (25,50), Rastatter Waggon 10,50. t’atuin 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AnSlos.-Rechten ............ 4*/i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ Wo ehem.8% Hessische Landes, bani Darmstaot Gold R. 12.... W/o ehem. 4tz% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadiLiaui W’o ehem. 8% Darmsl. Komm Landcsb.Goldschuldverlchr. R.6 Lberhessen Provinz-Anleihe mü Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten Wo ehem.8% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 b'/r% ehem. 4V2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... W/o ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... W*o ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ebem. 7% Pr. Landespfand. briesansi., Gold Komm. £61.VI Eteuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 3. ®. Farben-Jndustrie.......7f 150,25 Scheideanstalt....... . q oic Goldschmidt 5) 111 Rütgerswerke «' 110 Metallgesellschaft 4] 114,75 uieiujäuuiuuiöioni 4 v. j)., Sranffurt a. M. 23erhn Schluß» kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß?. Miitag- börse 18-1- 20.1 18.1 20 1. 126 126,5 125,75 127 — — 117,75 118,25 217 219 217 218 108,65 110,25 109 110,25 78,25 79,25 78 79,13 18 17,65 17,9 17,65 — —— 128,5 130 — 121,5 122 122 — 190 189 190,5 Frankfurt o.M. «Serhn Schlußkurs Schluß«. Abend- börlr Schluß- kurs Schlutzk. Mittag- büre Oatum 18-1 20-1. 18-1. 20.1. 4% vesgl. Serie 11 ............ 9,4 9,5 9,75 10 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6 65 6,65 6,65 6,5 s'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,05 9 9 9 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2 54% Anatolier .............. 5,25 5,25 5,3 5,35 39,13 39,4 39,65 18.Za uar 20.3anuar Amtliche Jloflerung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Sri ei 0,669 0,673 0,671 0-67 " 41,91 41,99 41,92 42,00 0,137 0,139 0,137 0,139 3,047 3,053 3,047 3,053 54,84 54 94 54,82 54,92 46,80 46,90 46,80 46,90 12,28 12,31 12,275 12,305 5,41 5,42 5,41 5,42 16,38 16,42 16,37 16,41 168,73 169,07 168,63 168,97 19,93 19,97 19,93 19,97 0,717 0,719 0,717 0,719 5,654 5,666 5,654 5,666 61,66 61,78 61,64 61,76 48,95 49,05 48,95 49,05 11,14 11,16 11,14 11,16 63,30 63,42 63,28 63,40 80,84 81,00 80,87 81,03 33,95 34,01 33,93 33.99 10,27 10,29 10,275 10,295 2,480 2,484 2,483 2,487 YlT.ll Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Dienstag, ZI. Zanuar M6 ^zunge Schauspieler wachsen heran Eindrucksvolle Stunden im Berliner Staatsthealer. Aus der Provinzialhauptstadt Menschen mit Fingern zeigen, die nur Spott für die ganze Fliegerei überhaupt hatten unb'Oie den alten Grafen Zeppelin für „total meschugge" hielten! Da man aber nicht mit dem Finger auf jemand zeigen darf, unterlassen wir es. Aber wir denken uns unser Teil! Und — zum dritten — die Angelegenheit mit der Funkentelegraphie! Auch da sind's gerade 25 Jahre her, seitdem die Deutsche Betriebsgesellschaft für Funkentelegraphie gegründet wurde, deren Arbeiten dann auch zum Rundfunk führten. Ich kannte einen Menschen ganz genau, der damals voller Hohn sagte: „Unglaublich!" Aber ich nenne seinen Namen nicht, weil--weil---weil ich es damals eben für unglaublich hielt! Seit dieser Zeit bin ich etwas vorsichtiger geworden! Und ich bin ja auch nicht der einzige Mensch, der sich so blamiert hat. Aber als ich ieht alle die Erinnerungen an jene eben geschilderten Erfindungen gelesen hatte, uns aus ihnen sah, wie die Menschen sich immer und immer wieder mit ihrem „Unglaublich!" bloßgestellt haben, da habe ich jenen festen Entschluß gefaßt, nie mehr etwas — unglaublich zu finden! Mag jetzt entdeckt, erfunden, erdacht werden, was will: ich glaube daran! Ich habe keine Lust, mich nochmals auslachen zu lassen. Ich strebe vielmehr nach dem Ruhm, immer der erste gewesen zu sein, der's geglaubt hat. Vielleicht gehe ich auf diese Art einmal ruhmvoll in die Geschichte ein! Wissen Sie übrigens, daß man jetzt Pillen erfunden hat, die die Schwerkraft der Erde aufheben? Man braucht sie nur zu schlucken und kann sich frei durch die Luft überall dahin bewegen, wohin man sich bewegen will. Sehen Sie: Selbst diese Pille schlucke ich! Und wenn S i e es für unglaublich halten, i ch glaube daran! Das heißt, in Wirklichkeit glaube ich nicht daran — aber ich sag' es keinem öffentlich. H. D. Unglaublich! Seit einigen Monaten habe ich mir vorgenommen, das kleine Wort „unglaublich" nicht mehr zu benutzen. Nicht etwa, weil ich dies oder das nicht auch für unglaublich hielte, sondern weil ich mich vor der Zukunft fürchte oder genauer ausgedrückt: weil ich mich nicht gern blamieren möchte, mich nicht gern bloßstellen, mich nicht lächerlich machen möchte. Wie ich das meine, und wie ich zu dem Entschluß kam, will ich gern verraten, obwohl eigentlich jeder, der die letzten Monate mit wachem Sinn durchlebt hat, auf denselben Gedanken gekommen sein müßte. Denn in diesen letzten Monaten haben wir drei mal hintereinander uns solcher Menschen erinnern können, die sich in unfern heutigen Augen einfach unsterblich blamiert haben! Denken wir — zum ersten — an die Eröffnung der ersten Eisenbahn in Deutschland, jetzt vor hundert Jahren! Wie oft, wie betont und wie erregt haben damals viele kluge, sogar sehr kluge Menschen gesagt: „Unglaublich!" Sie konnten weder an die Möglichkeit der Fortbewegung eines Wagens ohne Menschen- oder Tierkraft glauben, noch an die Möglichkeit irgendeiner nennenswerten Ausdehnung des Eisenbahnverkehrs. „Woher sollen denn die vielen Menschen kommen, um mit der Eisenbahn zu fahren? So viel Zeit haben doch die wenigsten!" Wie lächerlich klingt das heute, wo wir die Eisenbahn benutzen, um Zeit zu sparen! Dann — zweitens — die Geschichte mit der Fliegerei! Just liegt die Jubelfeier anläßlich der Gründung der „Lufthansa" vor zehn Jahren hinter uns! Manchem von uns klingt noch das „Unglaublich!" unserer damaligen Mitmenschen im Ohr. Ja, wir könnten heute vielleicht noch auf diesen oder jenen Schema in allen kulturpolitischen und weltanschaulichen Fragen. Die Schüler müssen den Ort ihrer Erziehung einst als ganze Menschen verlassen. Ihnen darf nicht passieren, was ich neulich bei einem Schauspieler erlebte, der eine wesentliche Rolle im „Prinzen von Preußen" zu spielen hatte und der auf eine Frage nach Hcmz Schwarz erklärte, den Herrn kenne er nicht. Eine wichtige Ergänzung des allgemeinen Unterrichtes bilden die Gymnastik, Schwimmen und Fechtkurse bei Herrn I a n n e ck e. Die Schule ist auch räumlich mustergültig eingerichtet. Jeder Schüler hat im gemeinsamen Zimmer seinen Schrank. Helle, luftige Ankleideräume und Duschen ermöglichen eine gesunde Körperpflege. Die zweijährige Ausbildung ist völlig k o st e n l o s. Wer die Ehre hat, hier seine Ausbildung zu genießen, muß sich so führen, daß er auch außerhalb der Schule ihrer würdig ist. Lothar M ü t h e l ist ein idealer Lehrer. Für ihn und seine Helferin gehen die Schüler durch das Feuer. Was er will, ist eine Elite. Keiner wird ihn enttäuschen wollen. Die Stunden der Prüfung vor den .Ferien waren ein Erlebnis Den Schülern brachte sie das Lob ihres Meisters und das Versprechen, bei der nächsten „Faust"aufführung im Chor und bei der bevorstehenden „Hamlet"aufführung in kleinen, aber nicht unwesentlichen Rollen im Staatstheater mitspielen zu dürfen. Ich schüttle Lothar M ü t h e l die Hand und danke ihm. Auch beim deutschen Theater wird heiß um die neue deutsche Kunst gerungen. Dr. Robert Oberhäuser. Lothar Müthel lud mich zum Besuch der D e r l l n e r st a a t l i ch e n Schauspielschule ein, deren Leiter er ist. Ich kam zu einem Festtag. Zum erstenmal sollten die Schüler in den neuen Raumen fpielen, die durch den großen Umbau des staattichen Schauspielhauses frei geworden waren. Diese feierliche Einweihung war zugleich mit der ersten geschlossenen Vorführung des unteren Jahrganges vor dem Leiter der Schule verbunden An diesem Tage als einziger Pressevertreter anwesend sein zu dürfen, war eine Ehre, die ick au schätzen wußte. 1 0 Das Erlebnis dieser Stunden war die Bekanntschaft mit dem künstlerischen Nachwuchs unserer deutschen Bühnen. Hier stellt sich Cln z n euer Typ des Schauspielers vor: Menschen, die mit ungeheurer Leidenschaft am Werk sind und ihren Beruf als eine ganz große Ausaabe auffassen und verstehen. Der lockenwerfende Jüngling, der mit Pathos und rollendem Rrrr den zukünftigen Mimen markiert, hat einer harten männlichen Jugend Platz gemacht, der ihr Beruf tiefstes Erlebnis ist und die leidenschaftlich ihre flammenden Rufe in die Herzen des kunftgläubigen Volkes senken möchte Zwei Jahre dauert die Ausbildung dieser Schule, die eine Elite deutschen Künstlernachwuchses erziehen will. Von durchschnittlich hundert Anwärtern werden von Lothar Müthel und seiner getreuen Helferin Helma Clement, die den unteren Jahrgang der Schule betreut, jedes Jahr 12 Schüler und Schülerinnen für den laufenden Jahrgang ausgesucht. Die ganze sprachliche Ausbildung des ersten Jahrganges leitet Fräulein Clement. Sie schafft die Grundlage für das Können des zukünftigen Schauspielers. Sie gibt das technische Rüstzeug, lehrt sie die Kunst der Sprache. Wie haben doch die Nichtigkeiten der Bühnenliteratur der letzten Jahre die Sprache des Schauspielers verdorben! Wer kann heute noch Goethe oder Schiller sprechen? Wie wundervoll dagegen sprechen diese jungen unverdorbenen Stimmen, die an den schönsten Beispielen der deutschen Klassik geschult werden. Es ist eine wahre Freude und ein Genuß ihnen zuzuhören. Der neue schöne P r o b e s a a l mit der kleinen Probebühne ist sauber und geräumig und besitzt eine ausgezeichnete Akustik. Durch ein kleines Fenster sieht man hinunter auf die Bühne des Staatstheaters — wir sind hier ganz oben im Dachgeschoß. Dort unten stehen allabendlich die besten deutschen Schauspieler auf der Bühne und erfreuen Tausende durch ihre begnadete Kunst, und hier oben arbeiten zwölf junge Menschen zwei Jqchre mit heißer Leidenschaft und ungeheurem Ehrgeiz für den Tag, der Abschluß und Anfang augleich sein wird: Entlassung aus der Gemeinschaft strebender Menschen und erstes freies Tasten in eine Zukunst voll Hoffnung und heiße Wünsche. Die Schülerinnen beginnen. Sie tragen alle den dunkelblauen Rock und die kurze weiße Bluse. Sie stellen Szenen aus dem „Faust" dar: Ariel mit Elfen, Sprechchöre aus dem Helena-Akt und dem Himmel. Wundervoll, was ihre Lehrerin in kaum drei Monaten aus ihnen gemacht hat. Sie sprechen klar wie Kristall. Wie rein und keusch sind die Empfindungen, wie gläubig der Blick, wie rührend die Gesten. Das sieht man auf den ersten Blick: unter diesen fünf jungen Mädchen sind große Begabungen. Nach ihnen kommen die jungen Männer. Sie stehen in Reih und Glied, dunkelblaue Hosen, dunkelblaues Hemd. Wie klar sie die Sätze von Krieg, Tod und Heldentum sprechen, wie sie die „Braut von Messina" neu sehen und erleben, das ist schon wundervoll. Dann eine kleine Meisterleistung zweier Schüler: die Szene Okelly-Mortimer. Interessante Dergleichsmöglichkeiten: Drei, vier Schüler sprechen hintereinander dieselbe Szene. Wie stark ist hier schon in der Schule die verschiedene Auffassung, wie deutlich sind die verschiedenen Temperamente schon jetzt zu spüren. Einer wird an diesem Abend wegen seiner außerordentlichen Begabung vom ersten Jahrgang in den zweiten übernommen. Die berühmte Ama- zonen-Szene aus „Penthesilea" („Sie liegt den grimmen Hunden beigesellt...") wird so erschütternd von den jungen Schauspielerinnen gestaltet, daß man Raum und Ort vergißt. Man wird von der Gewalt der Dichtung überfallen. Nachdem die Schauspieler im ersten Jahrgang hauptsächlich sprachlich geschult wurden, gilt die Arbeit des zweiten Jahrganges, der unter Leitung Lothar M ü t h e l s steht, dem Rollen st udium. Weiter unterrichten an der Schifte Walter Frank, Maria Koppenhöfer und Güncher H a - dank. Wie fortschrittlich der Unterricht an dieser Schule gehandhabt wird, zeigen vor allem auch die Stunden, die Alfred M ü h r, der bekannte Kulturpolitiker und frühere Theaterkritiker der „Deutschen Zeitung", hält. Er unterrichtet in lebendiger anschaulicher Form und nicht nach einem starren llnser neuer Vornan. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" den Abdruck des Romans „Nicht müde werden, Annelies!" von Bernhard Songer zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit der Veröjfentlichung eines neuen großen Werkes, das den Roman-Jahrgang 1936 ganz be« sonders erfolgreich und verheißungsvoll eröffnen soll. Der Roman, mit dem wir heute beginnen, führt den Titel: „Das Äild der Unbekannten" von ßelma von Wettermann und erneuert die Bekanntschaft mit einer außerordentlich beliebten und begabten Autorin, deren Roman „Der Weg in den neuen Tag" sich als einer unserer stärksten und nachhaltigsten Erfolge im Jahre 1933 bewährte. Die hervorragenden Eigenschaften, die jenes Werk auszeichneten und es gerade zur fortsetzungsweisen Veröffentlichung in der Tageszeitung wie geschaffen erscheinen ließen, finden sich womöglich in noch ausgeprägterem Maße in unserem heute beginnenden neuen Roman, der letzten, erst vor kurzem zum Abschluß gebrachten Arbeit von Helma von Hellermann. Es handelt sich hier um einen Gesellschafts- und Liebesroman, wie er nicht alle Tage geschrieben wird, und dessen Hauptgestalten sich die Herzen der Leserschaft (zumal der weiblichen) sofort erobern werden; eine mit Temperament, mit Wärme und mit großartiger Spannung geschriebene Erzählung, die mit ungewöhnlichem Geschick die Fäden der Handlung zu schürzen und zu entwirren versteht, so daß der Leser den so beweglich und lebenswarm geschilderten Schicksalen mit klopfendem Herzen bis zum glücklichen Ende folgt. Mit einem Wort: Hier ist ein Roman, der allgemein gefallen und unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine von Tag zu Tag mit Freuden erwartete Lektüre sein wird. Domotizen. Tageskalender für Dienstag. NS.-Frauenschaft: 20 Uhr im Cafe Leib Vortrag von Pgn. Johanna Bopp. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik, nur für Frauen, im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Die Fledermaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Henker, Frauen und Soldaten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „April — April". Sladttheater Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr als 15. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung des großen Erfolges: „Die Fledermaus", Operette von Johann Strauß, in neuer Ausstattung und Inszenierung. Leitung haben Walter-Wrede-Schultheis. ** Die Hessische Handwerkskammer Darmstadt weist wiederholt darauf hin, daß ihre Geschäftsstelle lediglich in der Zeit von 8 bis 13 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet und nachmittags geschloffen ist. Großer heilerer Abend der NSG. „Kraft durch Freude". Am morgigen Mittwoch, 22. Januar, veranstaltet die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, einm aroßen heiteren Abend, bei dem namhafte Künstler mitwirken. So tragen zur Unterhaltung u. a. bei der bekannte bayerische Komiker Georg B l ä d e l aus München, der Ansager Heinz Vogel aus Düsseldorf, die Komiker Jan und Hein aus Hamburg, die berühmte Sängerin Margarete ©legal aus Berlin. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. MIÖMMM. Vornan von © von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 1. Kapitel. „Des Jahres letzte Stunde ertönt mit ernstem Schlag--" Frau Mervius hob den Kopf ein wenig und lauschte. Herrlich klangen die Stimmen des Chors, kein Wunder, daß er bei seinen Konzertreisen im Ausland so gefeiert wurde! Hier in der Heimatstadt nahm man diese schone Kunstvollendung mit ruhiger Selbstverständlichkeit hin. Immer wieder bewahrheitete sich die alte Erfahrung: Besitz sättigt, und Sattheit stumpft ab. Aufs Feinste abgetönt schwebte der Klang durch die säulengehaltene Hohe der Kirche, die bis auf den letzten Platz hoch unterm gewölbten Dach besetzt war. Leise schwang der große aoldene Adventsstern unter der Orgelempore im Luftzug hin und her. Zum letzten Mal leuchtete er heute, zum letzten Mal brannten die Kerzen an Kranz und Baum, in wenigen Minuten war das Jahr erloschen.^ „Es brachte Leid und Kummer viel--" Ja, weiß Gott, das hatte es. Konnte es noch schlimmer kommen, konnten Menschen noch mehr leiden ohne Schaden zu nehmen an ihrer Seele? Verkehrt gedacht. Leid weckte, Wohlergehen schläferte ein. Regten sich nicht überall neue Kräfte unter dem Druck der Not, stemmten sie sich nicht gegen alles, was sie niederhielt, und erstarkten sie nicht just unter dem Zwang dieses Kampfes um Leben und Ihr Blick streifte das Gesicht des noch jungen Mannes, der rechts neben ihr saß. Sehr hager, ernst, festgeschlossen der schmale der schongesormte Mund, die dunkelumschatteten Augen in grübelnder Nachdenklichkeit auf das große Altarbild — Die Kreuzigung Christi — gerichtet, zu dessen Setten die beiden Riesentannen lichterflammende Wacht hielten. Das war das neue Mannesgesicht, das man fetzt so oft sah. Hier wuchs stählerner Willen unter den Schlägen des Schicksals, fuhr es der Frau durch den Sinn. Und sie wandte sich ab und betrachtete Tochter und Sohn, die zu ihrer Linken saßen. Lag nicht jener unverkennbare Hauch innerer Festigkeit auch auf Gretes blondem Gesicht, auf Hans jungen Qüaen die trotz feiner siebzehn Jahre schon an Weiche einzubüßen begannen? Merkwürdig schnell reifte die Jugend von heute. Eine kleine Falte steilte sich unbewußt zwischen den grauen Augen, die nun au dem gerade vor ihr sitzend Schwiegersohn hasten bliebe^ den sie immer und ungewollt als Mißklang im harmonisches Frieden ihrer Häuslichkeit empfand, wenn er diese mit seinem Besuch beehrte, was nicht oft geschah. Gottlob und leider zugleich. Gottlob, denn in den seltenen Besuchen balanzierte Margret Mervius geschickt aber mühsam über die sie trennende Kluft, vermied sorgsam alles, was zu Reibereien führen konnte, und versuchte auf feine ihr sehr fernliegenden Interessen einzugehen. Und leider, weil mit dem Gatten auch Elfriede fernblieb und dadurch den Ihren immer mehr entfremdete. Wie hatte ihr Kind nur diesen oberflächlichen Geldmenschen heiraten können, dem nur Besitz imponierte und Gemütswerte unbekannt waren. Nachdenklich, ein wenig traurig betrachtete Frau Margret das feine Profil ihrer Aeltesten, das sich in gemmenhafter Tadellosigkeit aus dem großen Kragen des kostbaren Breitschwanzmantels gegen das Licht hob. Sehr, sehr schön war Elfriede in den zwei Jahren ihrer Ehe geworden, das war nicht zu leugnen, aber — die Stirn glättete sich, als der Mutter Blick wieder zur neben ihr sitzenden Tochter wanderte: Gretes Gesichtel war ihr lieber in seiner mädchenhaften Frische! Tief und klar wie ein Gebirgssee leuchteten die graublauen Augen, in denen sich das Licht der Kerzen schimmernd widerspiegelte. Ein Stück Natur und Salonkünstlichkeit. Wie verschieden Schwestern doch sein konnten! Grete Mervius gewahrte der Mutter Blick, lächelte ihr zu und streichelte ihren Arm, dabei verstohlen auf den Nachbarn zu Frau Margrets Rechten weisend, dessen Kopf auf die Brust gesunken war. „Eingeschlafen," flüsterte sie, „paß auf, daß er nicht — —" Aber da war es schon geschehen: ein kleiner Ruck Des auf der glatten Holzbank zusammengesackten Körpers, und der Kopf des Schläfers lag auf Frau Margrets Schulter. Amüsiert und gleichzeitig mißbilligend sahen es die Umsitzenden. Der neben dem Eingeschlafenen befindliche Herr machte Miene, ihn hochzuziehen, hielt aber in Der halben Bewegung inne, Denn Frau Mervius hatte in lächelnDer Abwehr leicht Die Hand gehoben. Ganz still saß sie Da, ganz in Wärme und Mütterlichkeit getaucht, und ließ den Fremden, Den Müdigkeit übermannt, an ihrer Schulter weiterschlafen, während die großen Armleuchter erloschen und im golddurchdämmerten Raum Der PreDiger auf Der Kanzel tiefempfundene Worte fand, die' zu Herzen gingen, weil sie von Herzen kamen. Frau Margrets Gedanken wanderten ein wenig abseits dabei. Ob der junge Mensch da neben ihr wohl jemanden besaß, der sich um ihn kümmerte, oder ob er fremd in der Stadt war und allein? Vielleicht gar stellungslos, arm? So weiß und hager war sein Gesicht, das dem ihren nun sehr nahe, die geschlossenen Augen lagen richttg in den Höhlen. Krank oder unterernährt. Beides schlimm. Armer Junge-- l Ach, da sprach Der Geistliche schon Den Segen — Frau Mervius blieb ruhig sitzen, neigte nur tief Das Haupt. — „UnD gebe euch Seinen FrieDen", wünschte Die milDe Stimme voller Inbrunst. Eine Welle aufbrechenDer Bewegung ging Durch Die nach Tausenden zählenDe Menschenmenge, als nun in Das Schweigen des Schlußgebets zwölf Dumpfe Schläge vom Kirchturm erschollen und in Die aufbrausenden Orgelklänge die Glocken zu dröhnen begannen. Zu den geöffneten Türen drangen mit der kalten Luft Die Rufe Der Draußen versammelten Menge herein. Die Das neue Jahr begrüßten. Vom Lärm geweckt fuhr Der Schläfer hoch, sah verstört auf, just in Das über ihn geneigte Gesicht Frau Margrets, Das ihn anlächelte. „Mein Gott, ich habe Doch nicht--ich bitte tausendmal um Verzeihung — —" „Wenn Ihnen das kurze Schläfchen nur wohlgetan hat," unterbrach sie das Gestammel, „Sie sahen so müde aus! Dazu die Kälte draußen. Die Wärme hier Drin, Da fallen einem leicht Die Lider zu. Sie brauchen gar nicht so entsetzt zu sein" — leicht Die behandschuhte Rechte auf des jungen Mannes Arm legend — „ist noch gar nicht lange her, daß mein großer Junge Da nach einer herrlichen Wanderung im Zug an derselben Schulter einschlief!" Lachend blitzten die grauen Augen ihn an, der verwundert zu dem hochaufgeschossenen Jüngling und blonden Mädchen hinüberblickte und wieder am Gesicht der Frau herumtastete, die viel zu jung aussah für solche erwachsenen Kinder. Doch da ihn die Blicke der beiden trafen, stieg wieder die Scham in ihm hoch. Mit unsicheren Händen griff er nach feinem Hut, sprang auf und verbeugte sich — „Gnädige Frau sind so gütig--" „Na, fertig, Mama?" schnitt eine knarrende Männerstimme seine erneute Entschuldigung ab. Der in der vorderen Reihe sitzende Herr hatte sich umgedreht und musterte mißbilligend den mit Frau Mervius sprechenden Fremden. „Wenn wir uns nicht beeilen, kommen wir gerade in den größten Rummel." Ungeduldig schlug Theodor Stalling den Kragen hoch. Zu den offenen Türen zog es herein, und den Hut durfte man doch nicht aufsetzen. Auch Elfriede Stalling hatte sich fest in ihren Mantel gewickelt. Ohne auf ihre Umgebung zu achten, stand sie, den Blick in selbstvergessener Nachdenklichkeit auf den sacht bin und her pendelnden Weiynachtsstern geheftet — bis sie, un- merklich zusammenzuckend, gewahr wurde, daß jemand just vor ihr sie betrachtete. Ein schmales, strenggeschnittenes Jungmännerantlitz war es, dessen dunkle Augen wie gebannt an ihr hingen, beim Ertapptwerden schnell wegsahen — und wieder zu ihr fanden. Ihre Blicke tauchten für den Bruchteil einer Sekunde ineinander. Und da geschah Das Seltsame, Daß das siegessichere, etwas selbstgefällige Lächeln, Das Die Lippen Der jungen Frau umspielt, schwand und sie verwirrt Die Lider senkte vor diesem Blick, der wie ein feiner Feuerstrahl in geheimste Tiefen zu bringen schien. Aber schon hatte der Fremde sich gefaßt, verneigte sich abermals leicht und wollte sich zum Gehen wenden, als Frau Mervius ihm Die Hand hinhielt. „Da wir als Nachbarn Das alte Jahr verschwinden sahen, sollen Sie wenigstens einen guten Wunsch für Glück und Wohlergehen ins neue mit hinübernehmen," sagte sie voll ruhiger Herzlichkeit, ohne die Zwischenbemerkung des Schwiegersohnes zu beachten. Fest umschloß sie die Hand des Fremden, deren Kälte sie durch den Handschuh hindurchfühlte, und nickte ihm freundlich zu, dabei seine Züge durchforschend. „Krank gewesen?" „Jawohl, gnädige Frau, fünf Wochen an Lungenentzündung im Diakonissenhaus gelegen. Wieder ganz gesund, Gottlob, nur noch ein bißchen schlapp." Er lächelte zum ersten Mal, da Frau Margret ihn anblinzelte. Hatte plötzlich rote Flecke auf Den eingefallenen Wangen. Was mochten all Diese Menschen von ihm Denken — Frau Mervius sah es unD gab seine HanD frei — „Alles Gute!" Einen Moment sah sie noch Dem Manne nach, Der gleich Darauf im Gewühl Der hinausstrebenDen Masse untertauchte, wanDte sich dann ihren wartenden Kindern zu: „Nun wollen wir gehen." 2. Kapitel. Stalling saß schon am Steuer seines Wagens am Parkplatz, als Margret Mervius mit Sohn und Tochter angehaftet kam. „Na, endlich", knurrte er. „War Denn Diese Beglückwünschung unbedingt nötig?" Vorsichtig manövrierte er den Wagen aus Der langen Reihe wartender Gefährte, fuhr langsam, unaufhörlich hupend, zwischen den Menschenmassen dahin. Die mit luftigen Zurufen bunte Papierschlangen über Die elegante Limousine warfen, unD gab an Der nächsten Straßenecke mit erleichtertem „Gott sei Dank" Vollgas. Leise furrenD schoß Der schnittige Wagen durch Die nächtliche Stille, Die hier trotz Neujahrnacht unverändert herrschte. Frau Margret hatte sich behaglich neben ihre älteste Tochter in die weichgepolsterte Ecke gekuschelt und lächelte ob des Vorwurfs stillvergnügt vor sich hin, ohne zu antworten. „Nöttg war es ja nicht gerade, aber ich fand es riesig nett von Mutti, dem armen Kerl ein gutes Wort zu geben", erwiderte an ihrer Stelle die pingt Grete und saß dabei sehr gerade und kampfbereit — wie meist in Gegenwart Des von ihr wenig geliebten Schwagers. „Wieso ,arm'," erkundigte sich Elfriede Stalling, die linke Hand hebend, von der sie den Handschuh gestreift, um den neuen Ring zu betrachten. Der in Diesem matten Licht prächtig und geheimnisvoll funkelte. (Fortsetzung folgt!) Landschaftsbund Volkstum und Heimat. Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat hält am movylgen Mittwoch, 22. Januar, in der Aula des Gymnasiums einen Lichtbildervortrag ab. Studienrat Ernst Hölzel wird über das Thema „Deutsches Weidwerk im Wandel der Zeiten" sprechen. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Münchener Kunstausstellung verlängert. Die Gemäldeausstellung des Münchener Künstlerbundes „Isar" im Oberhessischen Kunstoerein (Turmhaus am Brand) wird wegen regen Interesses bis einschließlich Sonntag, 26. Januar, verlängert. Täglich Führungen um 17 Uhr. Besuchszeiten von 11—13 und 15.30—18 Uhr. Schulklassenbesuche außer dieser Zeit sind nur möalich bei vorheriger Anmeldung. (Siehe heutige Anzeige.) Musikalische Abendfeier. Die Bezirksinspektion Mitteldeutschland der Gtoß- deutschen Feuerbestattung kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil für kommenden Donnerstagabend eine musikalische Abendfeier in der Aula der Universität an. Die Leitung der Veranstaltung hat Universitäts-Musikdirektor Professor Dr. fernes» vary. Näheres in der heutigen Anzeige. Vortrag über die Leipziger Messe. Die Industrie- und Handelskammer Gießen veranstaltet am morgigen Mittwochabend im Saale des Universitäts-Cafes einen Vortrag über „Die Leipziger Messe im nationalsozialistischen Deutschland." Lichtbilder werden die Ausführungen des Vortragenden bereichern. Alle beteiligten Wirtschaftskreise werden bei diesem Vortrag erwartet. (Siehe heutige Anzeige.) Die Sprechstunden der Gauleitung. Wie in den parteiamtlichen Bekanntmachungen mitgeteilt wird, sind die Sprechstunden der Gauleitung mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt worden: vormittags: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr: nachmittags: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 17 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Zeit sind Rücksprachen nur in dringenden Fällen nach vorheriger Anmeldung möglich. Sportamt „Krast durch Freude". heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Neue Schwimmkurse, für Frauen und Männer. Von 20 bis 21 Uhr, neuer Anfängerkursus, Volksbad. Don 21 bis 22 Uhr, für Anfänger und Fortgeschrittene, Volksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unioerfitäts-Rett- institut, Brandplatz. „700000 ritten Attacke!" Was für 700 000? Nun, die Holzreiterchen, die die Hitler-Jugend bei chrem Großeinsatz für das WHW. in der Zeit vom 18. bis 22. Dezember 1935 verkaufte. Das Ergebnis, das erst heute endgültig bekannt wird, im Gebiet Hessen-Nassau war glänzend. Mit dem Verkauf von 700 000 Holzreitern und einem SakirmAergebnis von über 140 000 RM. marschiert das Gebiet Hessen-Nassau mit an der Spitze aller Gebiete. Diese Leistung verdient um so größere Achtung, als in unserem Gebiet die Sammlung nicht einmal durch die gesamte Hitler-Jugend durchgeführt wurde. Der Bund Deutscher Mädel in der Hitler-Jugend Hessen-Nassaus hatte bekanntlich kurz vorher mehr als 10 000 Weihnachtspakete fertig- gestellt, was ebenfalls eine außerordentliche Leistung darstellt. So wurde der Verkauf der Holzreiterchen und die Straßensammlung nur durch Hitlerjungen und Pimpfe durchgeführt. Einjähriges Bestehen des Ergänzungs-Bataillons 53. LPD. Das Ergänzungs-Bataillon 53 in Gießen begeht am 25. d. M., 20 Uhr, in der Volkshalle in Gießen die Feier seines einjährigen Bestehens. Im Jahre 1935 find viele Volksgenossen aus dem Hessenlande und der Rheinprovinz in 8-Wochen-Lehr- gängen im Schützen- und Maschinengewehrdienst ausgebildet worden. Die 25- bis 35jährigen, denen durch die Fesseln des Versailler Vertrages es in den ORäffd der Geschwindigkeit. Don Or Helmut Thomasius. Größer und größer werden die Geschwindigkeiten, die die heutige Technik entwickelt. Was eben noch einen staunenswerten Erfolg darstellte, ist vielleicht morgen schon überholt. Alle unsere Verkehrsmittel, welcher Art sie auch sein mögen, nehmen mit wenigen Ausnahmen an diesem Wettstreit teil, der ein rasches zeitliches Schrumpfen der Entfernungen herbeiführt, und dessen Ende vorerst noch nicht abzusehen ist. Auf die 0rage gibt es vorerst noch keine Antwort, wann die höchste technisch mögliche Schnelligkeit erreicht fein, wann es heißen wiro: bis hierher und nicht weiter! Die Folgen dieser unentwegt sich steigernden Beschleunigung wirken sich nicht nur auf die Fortbewegung selbst und auf so vielerlei aus, was damit zusammenhängt, sie ziehen auch weitere Kreise, erfordern vor allem die Bereitstellung neuer technischer Hilfsmittel. Allerlei muß in feinem Verlauf genau ergründet werden, was sich mit so ungeheurer Geschwindigkeit vollzieht, daß ihm unser Auge nicht mehr zu folgen vermag. Für die Zergliederung derartig schneller Vorgänge hat sich die Zeitlupenaufnahme bereits trefflich bewährt. Es werden im gleichen Zeitabschnitt mehr Bilder des zu untersuchenden Bewegungsoorgangs auf einem Film ausgenommen als gewöhnlich. Läßt man dann diesen Film mit der üblichen Geschwindigkeit abrollen, so ziehen, da diese Geschwindigkeit ja viel geringer Et als die bei der Aufnahme verwendete, im gleichen Zeitabschnitt weniger Bilder vor unserem Auge vorüber als während dieses Abschnitts ausgenommen wurden. Die Bewegung erscheint also um so mehr verlangsamt, je mehr Ausnahmen in der gleichen Zeit gemacht wurden. Wir haben jetzt Gelegenheit, alle Einzelheiten des Vorgangs in Ruhe zu beobachten. Das Verfahren hat sich in unzähligen Fällen bewährt und wird in der Technik, insbesondere zur Prüfung der Arbeit von Maschinen und zur Erkennung von Fehlern und Unregelmäßigkeiten bei dieser Arbeit häufig angewendet. Dabei macht es im allgemeinen keinerlei Schwierigkeiten, das Getriebe oder bestimmte Einzelteile einer Maschine aufzunehmen. Die Kamera steht ruhig vor ihr. Sobald aber der aufzunehmende Gegenstand nicht mehr ortsfest ist, sondern sich selbst weiterbewegt, ändern sich die Verhältnisse. Dann muß auch Die Kamera, und zwar mit einer seiner Schnelligkeit anaepatzten Geschwindigkeit bewegt werden. Der Abstand zwischen ihrem Objekt und ihren aufzunehmenden Teilen muß stets richtig blei- Keine Veschäst'gung mehr ohne Arbeiisbuch. DNB. Nach einer soeben erlassenen Verordnung des Reich^arbeitsministers dürfen in folgenden Betriebsgruppen Arbeiter und Angestellte, für die ein Arbeitsbuch auszustellen ist, vom 1. März 1936 an nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind. 1. Industrie der Steine und Erden, 2. Eifen- und Stahlgewinnung, 3. Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke, 4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, 5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei), 6. Elektrotechnische Industrie, 7. Optische und feinmechanische Industrie, 8. Chemische Industrie, 9. Papierindustrie, 10. Leder- und Linoleumindustrie, 11. Kautschuk- und Asbestindustrie, 12. Baugewerbe und Baunebengewerbe, 13. Großhandel, 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und sonstige Hilfsgewerbe des Handels, 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Wer entgegen den gesetzlichen Vorschriften einen Arbeiter oder Angestellten beschäftigt oder sich als Arbeiter oder Angestellter beschäftigen läßt, macht sich strafbar. Die Verbraucher in her Erzeugungsschlachi. Was bedeutet überhaupt Erzeugungsfchlacht? Es bedeutet weitestgehend die Möglichkeit schaffen, das D e u t f ch e D o l k aus den Erzeugnissen seines ihm zur Verfügung stehenden Bodens zu ernähren, da hiervon einzig und allein seine politische Freiheit, sein Bestand überhaupt gesichert wird. Die Außerackt- lassung oder nicht genügende Wahrnehmung dieser Tatsachen in den letzten Jahrzehnten hat namenloses Elend über unser gesamtes Volk gebracht. Die ungeheure industrielle Entwicklung im letzten Jahrhundert hatte zur Folge, daß große Teile unseres Volkes in den Städten des Westens zusammenströmten und hier die Meinung Allgemeingut wurde, es mache uns nichts aus, die notwendigen Lebensmittel, wie Getreide, Fette, Gemüse und alles mögliche billig aus dem Ausland hereinzunehmen. Dies ging so weit, daß bei allen Behörden nur der einseitige Verbraucherstandpunkt zur Richtschnur ihrer Anordnungen wurde und unsere deutschen Märkte dem Ausland auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren. Hierdurch wurde die deutsche Jnlanderzeugung natürlich schwer geschädigt. Sie ging in Qualität und Menge mit jedem Jahr mehr und mehr zurück. Bei Ausbruch des Krieges -haben unsere Gegner sich die Blöße Deutschlands sofort zunutze gemacht und uns rücksichtslos alle Zufuhren von Lebensrnitteln und Rohstoffen abgeschnitten. Solange Deutschland nicht in der Lage ist, sich selbst zu ernähren, ist es immer wieder dieser Notlage ausgesetzt, deshalb Erzeugungsschlacht und deshalb agrarpolitische Gesetze: wie das Reichsnährstandsgesetz, das Reichserbhofgesetz, die Marktordnungsgesetze und das Entschuldungsgesetz. Die städtische Verbraucherschaft muß in allererster Linie bestrebt sein, die Erzeugnisse der deutschen Scholle zu verbrauchen, indem sie lernt, deutsche Erzeugnisse von Ausländischen zu unterscheiden. Wir können und wollen es dem deutschen Volk nicht direkt verbieten, hier und da, wenn es notwendig ist, ein ausländisches Erzeugnis zu kaufen, jedoch es muß bedenken, daß hierdurch die deutsche Landwirtschaft einer Einnahme beraubt wird, die sie zur Verbesserung ihrer Betriebe, so wie die deutsche Wirtschaft im allgemeinen, zum Wiederaufbau bitter notwendig haben. Denn es ist klar, nur durch die restlose Verwertung ihrer Erzeugnisse zu gerechten Preisen werden die Erzeuger in die Lage versetzt, wieder Gelder zur Bodenoerbesserung, besseren Düngung, Qualitätsverbesserung, Mehrerzeugung und Anschaffung der notwendigen technischen Betriebsmittel auszugeben. Dies wirkt sich dann wieder in einer Verminderung der Arbeitslosigkeit in den Städten aus und trägt zur Erhöhung des industriellen Umsatzes bei. Wir rufen deshalb der städtischen Verbraucherschaft zu: „Kämpft mit in der deutschen Erzeugungsschlacht!" letzten V/t Jahrzehnten nicht vergönnt war, von chrem vornehmsten Recht Gebrauch zu machen, als wehrhafte deutsche Männer im Notfall für Volk und Staat mit der Waffe in der Hand eintreten zu dürfen, haben den Zwang einer oft harten Ausbildung voll Begeisterung und freiwillig auf sich genommen. Sie alle sind — auch mit ihren Angehörigen — herzlich eingeladen zu dieser Feier in ihrem ehemaligen kurzen Standort. Die Feier, die ja erst durch die Wehrgesetzgebung unseres Führers und Kanzlers, des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, ermöglicht ist, soll, um auch den ärmeren Volksgenossen den Eintritt möglich zu machen, so billig wie möglich gehalten werden. Für ein Eintrittsgeld von 0,50 Mark wird eine Festschrift geliefert mit Beiträgen von Vorgesetzten und Schützen des Ergänzungs-Bataillons 53 über den Aufbau und das Leben in und bei der Unterkunft in der Gailfchen Fabrik. Besondere Einladung wird an die ehemaligen Angehörigen des Ersatz-Bataillons 53 versandt. Anmeldung der Teilnehmer bis Mittwoch, 22. Januar, auf einfacher Postkarte an Ergänzungs- Bataillon 53 Gießen erwünscht. Verlängerung der Straßenbahn bis zur Artillerie-Kaserne. Das Kreisamt Gießen hat die Pläne für die Weiterführung der elektrischen Straßenbahn (rote Linie) in Gießen von der jetzigen Endhaltestelle bis zu der Schneise vor dem Hause Grünberger Straße 42, gegenüber dem Eingang zur Artillerie- Kaserne, vom morgigen 22. Januar bis zum 4. Februar einschließlich während der üblichen Dienststunden (8 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr) auf Zimmer 6 des Kreisamts zur Einsichtnahme offengelegt. Innerhalb dieses Zeitraumes können Ein- ben. Das geht, solange die Schnelligkeit ein gewisses Maß nicht überschreitet und sich keine sonstigen störenden Umstände geltend machen. Der dahinrasende Schnellzug ist schon soundsooft gefilmt worden. Das konnte in der Weise bewirkt werden, daß vor ihm ein anderer Zug dahinfuhr, von dem aus der Film gedreht wurde. Jetzt haben wir aber die neuen „fliegenden Züg e", die teils mit Dampflokomotiven, teils elektrisch, teils dieselelektrisch fahren. Hier läßt sich die Aufnahme bei höchster Geschwindigkeit nicht so ohne weiteres von einem zweiten Zug aus durchführen, besonders wenn es sich darum handelt, das Triebwerk samt den von ihm ausgehenden Geräuschen in Form eines Tonfilms feftzuhalten. Diese Aufgabe wurde in anderer Weise gelöst. Die Kamera wurde in der Lokomotive befe- st i g t und so eingerichtet, daß sie selbständig arbeitete. Das erscheint einfach und war doch schwer, denn wie soll man eine Kamera an einer Dampflokomotive erschütterungsfrei befestigen? Die auf die Treibachse wirkenden Hauptkurbeln sind, um das Anfahren zu ermöglichen, um 90 Grad gegeneinander versetzt. Man strecke den einen Arm senkrecht nach oben, den anderen wagerecht nach vorn, dann mache man die entsprechenden Drehbewegungen. Man wird sofort erkennen, welche Erschütterungen diese Stellung der Hauptkurbeln nach sich zieht. Die Aufnahme des Triebwerks wurde dennoch, und zwar in der Weife durchgeführt, daß unterhalb des rechten Zylinders ein Gestell besonderer Bauart angebracht würbe, dessen Plattform gegen die Erschütterungen unempfindlich gemacht werden konnte. Auf diese Plattform wurde die eine Kamera gestellt. Eine zweite Kamera, die unter einem anderen Winkel arbeitete, der ein weiteres Gesichtsfeld nach hinten zu erschloß, wurde am äußersten Punkt eines eisernen Gestells angeordnet, das drei Meter weit seitwärts vom vordersten Teil des Lokomotivrah- mens aus herausragte. Auch hier gelang es, eine Bauart zu finden, die ein ruhiges Arbeiten der Kamera gestattet. Die Strecke, auf der der Zug fuhr, war für selbsttätige Wasseraufnahmen eingerichtet. Ein kleiner Fluß wird in einen Kanal geleitet, der zwischen den Schienen entlang fährt. Wenn die Maschine Wasser fassen will, braucht der Zug deswegen nicht anzuhalten. Es wird ein Rohr in den Kanal hinabgelassen, durch das das Wasser infolge der bei der Fahrt entwickelten Geschwindigkeit emporsteigt und in den Wasserbehälter des Tenders emströmt. Auch dieser Vorgang und sein Verlauf mußten gefilmt werden. Deshalb trat unter der Lokomotive noch eine Dritte Kamera Wendungen gegen die Pläne schriftlich beim Kreisamt erhoben werden. Nach Ablauf der Frist werden Einwendungen nicht mehr entgegengenommen. Hervorragendes Ergebnis der WNdspende im Kreis Gießen. Die Jägerschaft des Kreises Gießen hat über das Forstamt Gießen das Winterhilfswerk in einer außerordentlich tatkräftigen Weife unterstützt. Die Wildfpende Der Jägerschaft im Kreise Gießen erbrachte nicht weniger Denn 78 Rehe unD 171 Hasen, Die zum Teil in Gießen zubereitet unD verteilt, zum Teil nach Frankfurt a. M. gebracht rourDen, um Dort notleiDenDen Volksgenossen zugute zu kommen. polizeibencht Festnahme wegen Abkreibung. Von Der Kriminalpolizeistelle Gießen roirD uns nutgeteilt: Vor etwa zehn Tagen murDen in Bleichen- bach ein junges Mädchen und ihr Verehrer wegen Abtreibung festgenommen. Im Laufe Der Ermittlungen wurde festgestellt, daß eine ältere Frau in Hanau die Abtreibung bet dem Mädchen gegen Bezahlung vorgenommen hatte. Auf Grund Der Personenbeschreibung unD Hausbezeichnung konnte Die Frau, Die nach Den Aufzeichnungen Der Kriminalpolizei Hanau bereits früher wegen gleicher Straftaten in VerDacht stand, ermittelt und festge- nommen werden. Es handelt sich um eine 60jährige Frau. Obwohl die Beschuldigte hartnäckig leugnet, Dürfte sie auf GrunD Der bestimmten Angaben Der MitbeschulDigten unD Der bei ihr bei Der Durchsuchung ihrer Wohnung unD Körpervisitation vor- in Tätigkeit, für Die gleichfalls eine von Erschütterungen freie Art Der Aufstellung gefunden wurde. Sanft und ruhig fahren trotz ihrer außergewöhnlichen Geschwindigkeit die neuen schnellen Züge dahin. Die Technik hat es verstanden, ihren Lauf äußerst gleichmäßig zu machen. Das schließt nicht aus, daß doch einmal irgendein Umstand auftauchen kann, der sich störend geltend macht. Bei einem solchen Zug erfolgte ein merkwürdiges Schwingen Der Wagen, sobald eine bestimmte Schnelligkeit erreicht war. Die Ursache ließ sich auf gewöhnlichem Weg nicht ermitteln. Deshalb mußte auch hier der Zeitlupenfilm zu Hilfe genommen werden. Es handelte sich Darum, Die Berührungsstelle Der Schiene mit Dem in voller Fahrt außerordentlich schnell sich drehenden Rad in zahlreichen Einzelbildern festzuhalten. Die Kamera mußte nahe an Die Schiene herangebracht, es mußte für genügend Beleuchtung und vor allem auch wieder für Erschütterungssreiheit gesorgt werden, wenn die Schwingungen des Wagens eintraten. Auch hier gelang es, eine allen Anforderungen genügende Aufhängung Der Kamera zu finDen. Diese rourDe in einen Kasten eingeschlossen, um sie gegen einzelne Steine zu schützen, Die infolge Der Schnelligkeit manchmal von Der Schienenbettung aus emporgeschleudert werden. Räder verschiedener Art, alte und neue wurden eingesetzt. Durch die Aufnahme ergab sich der Verdacht, daß die Verjüngung der Räder zwischen Achse und Radkranz vielleicht die Ursache der Schwinggungen sein könnte. Es wurden Räder ohne jede Verjüngung, aber mit einem Radkranz von gleicher Form und Größe wie bisher geprüft. Die Schwingungen hörten auf, und auch auf den Zeitlupenaufnahmen ließen sich keine größeren Schwingungen mehr erkennen. Das blieb auch so, nachdem der Versuchswagen 50 000 Kilometer gefahren mar. Eine Frage, die große Schwierigkeiten bereitete, wurde somit lediglich dadurch gelöst, daß es gelang, in rasender Fahrt mit einer schwingungsfrei aufgehängten Zeitlupenkamera lange Reihen von Aufnahmen zu machen. Eigene Wagen zur Untersuchung von Tunnels gibt es schon lange. Von ihnen aus werden Die Tunnelwände angeleuchtet, um sie genau beobachten zu können. Besondere Arten von Tunnels erfordern aber besondere Arten derartiger Wagen. Auf einer Strecke mit 29 Tunnels, an denen festgestellt werden muß, ob sich die Tunnelwölbung nicht verändert hat, wurde ein Wagen in Betrieb gesetzt, Der so leicht ist, Daß er beim Herannahen von Zügen ohne Mühe von zwei gefundenen Beweisstücke als überführt anzusehen fein. Sie wurde unter Haftbefehl gestellt. Diebstähle im Vühnenraum Des Sladtthealers. In den letzten Tagen wurden wiederholt aus Den OarDeroberäumen Der Schauspieler und Der übrigen Mitspielenden im StaDttheater Geldbeträge aus den Kleidungsstücken entwendet. Auf Grund der Ermittlungen konnte am 18. Januar der in Gießen wohnhafte 18jährige Karl Fischer aus Alsfeld, Der sich Eingang in den Bühnenraum zu verschaffen wußte, ermittelt und festgenommen werden. Fischer ist geständig. Oie Ehefrau in her Angestelitenversicherung. Im Falle der Heirat kann die Ehefrau Des Versicherten nach Der Heirat Die Hälfte Der für sie bezahlten Beiträge zur Angestelltenversicherung nach § 47 Des AVG. zurückerhalten oder aber diese Versicherung freiwillig fortsetzen. Mit Der Zurückerstattung erlischt jeDer Anspruch Der Angestelltenoersiche- rung. Die Ehefrau Des Versicherten kann, wenn sie sich weiterversichert, im Falle einer Erkrankung, Die Durch eine Kur behoben werden kann, Die Durchführung eines Heilverfahrens beantragen unD hat, wenn sie berufsunfähia im Sinne Des AVG. wird oDer wenn sie Das 65. Lebensjahr vollenDet hat, Ansprüche auf RuhegelDer aus Der Angestelltenversicherung, sofern Die Anwartschaft erhalten unD Die Wartezeit erfüllt ist. Das Ruhegeld wird auch gezahlt, wenn Der versicherte Ehemann gleichfalls RuhegelDer Der Angestelltenversicherung erhält. Es können also zwei Renten an eine Familie gezahlt roerDen; allerDings ist es nicht zulässig, Daß zwei Renten an eine Person gezahlt werDen. Im Falle Des ToDes Des Versicherten erhält Dann die Witwe nicht Die Witwenrente aus Der Versicherung Des Ehemannes zu ihrem Ruhegeld, sondern sie erhält nur die höchste Der beiDen Renten. Gietzener Wochenmarktpreife. * Gießen, 20. Jan. Auf Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, Das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwie» beln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, Das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, Das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüffe 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, Das Stück 25 bis 40, Salat 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. * ** D i e Zustellung Der Steuerbe- scheiDe über Die Burger st euer betrifft eine Bekanntmachung Der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf Die wir besonders Hinweisen. ** Nichts damit zu tun. Herr Wilhelm W i ß n e r, Lahnstraße 3, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem Wilhelm Wißner, der in dem Gerichtsbericht im Gießener Anzeiger vom vorigen Mittwoch genannt wurde, nicht identisch ist und mit der ganzen Strafsache überhaupt nichts zu tun hat. ** Hauptversammlung des Wester» waldvereins Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Westerwaldvereins hielt am Samstag ihre Hauptversammlung ab. Der Ortsgruppenführer Gg. Mader verlas einleitend einen Neujahrsaufruf des Reichswanderführer Prof. Dr. Werner und betonte, daß es sich auch der Gießener Verein zur Aufgabe gefetzt habe, Heimat und Scholle näher kennenzulernen und die Brücken zwischen Stadt und Land zu festigen. Der Jahresbericht für 1935, der sodann zur Verlesung gelangte, ließ gute ideelle Fortschritte erkennen. Es wurden auf Wanderungen 900 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. 950 Wanderer nahmen teil. Es wurde von der Ortsgruppe ein Lichtbildervortragsabend, ferner fünf Diet» abenbe, ein Heimatabend abgehalten, zwei Besichtigungen durchgeführt und eine Großwanderung an Mann aus den Schienen herausgehoben werden kann. Auf diesem Wagen befindet sich eine Plattform. Von ihr aus werden schwingende Hebel über die Wände hinweggeführt, deren Drehpunkt genau in der Tunnelachse liegt. Wo sich die Wölbung infolge irgendwelcher Umstände verengt hat, zeichnen die Hebel weiße Striche auf, so daß die betreffenden Stellen nachgearbeitet werden können. Musikverstänhige Ameisen. Bienen können dazu gebracht werden, Schachteln mit Zucker nach ihrer Farbe zu unterscheiden, Schmetterlinge lernen zwischen Apfelsaft und anderen Flüssigkeiten einen Unterschied zu machen, und eine bestimmte Art der Ameisen besitzt ein so hohes Musikoerständnis, daß sie auf Die hohen Stakkato- töne einer Geige reagiert. Das finD nur einige Beispiele Des besonders hoch entwickelten Sinnesvermö- gens mancher Insekten, wie Dr. H. Eltringham in einem Vortrag der Entomologischen Gesellschaft in London angeführt hat. „Viele Infekten find so hoch organisiert", sagte er, „daß ich mich veranlaßt sehe, ihnen in mancher Beziehung Fähigkeiten zuzuschreiben, die über instinktives Handeln hinausgehen. Ameisen erkennen sich untereinander und unterscheiden sich unfehlbar von Mitgliedern einer feindlichen Kolonie. Ebenso ist bei ihnen bekanntlich die Gewohnheit ausgebildet, sich zu den größten Unternehmungen zweckmäßig zu oereiniaen und so Werke zustande zu bringen, Die im Vergleich zu Der geringen Größe Der Tiere geraDezu als ungeheuerlich erscheinen." Hochschulnachrichten. Vor kurzem starb in Halle, 84 Jahre alt, der emeritierte Professor der Theologie, Geheimer Kon- fiftorialrat D. Dr. Ferdinand Ka11enbusch. Kat- tenbusch war von 1879 bis 1904 in Gießen tätig und hat hier seine bekanntesten Werke („Das apostolische Symbol"; „Konfessionskunde") verfaßt. Von Gießen ging er nach Göttingen und von dort (1906) nach Halle. Hier widmete er sich der Theologiegeschichte („Die deutsche evangelische Theologie seit Schleiermacher", 6. Auflage 1933) und Dem Stu- Di um Luthers, Das in zahlreichen Aufsätzen reiche Früchte trug. Kattenbusch war EhrenDoktor De« Gießener Philosophischen Fakultät. Er blieb aucy nach seinem Fortgang in enger VerbinDung mit Der Theologischen Fakultät unD Der hessischen Pfarrerschaft. Oberheffen durch das Dorf, dann auch durch die Nachbarorte neuem empfundenen habe man bei Aus- Äthen noch ein Funder Grundriß eines in unserem Dorfe. Mittags fand ein Platzkonzert statt, an das sich auf dem Anger eine Werbefahrt ben werden eine Platthebel über ivnkt genau Völbung in« iot, zeichnen ie betreffen« ien. schloß. Nachmittags fand eine Vorstellung im Saale von Wagner für die Kinder, anschließend eine Funkschau statt. Am Abend wurde eine sehr gut besuchte Werbekundgebunq abgehalten. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Rebholz hielt eine Ansprache über die Bedeutung des Rundfunks, betonte. wie durch den Rundfunk dem Führer die Möglichkeit gegeben ist, zu allen Volksgenossen zu sprechen, er erinnerte aber auch an jene Zeit des Kampfes, da dem Führer der Rundfunk nicht zur Verfügung stand. Im weiteren Verlauf des Abends wurden einige Tonfilme gezeigt, in deren einen auch die Wichtigkeit des Rundfunks für den Bauern dargestellt war. Ein weiterer Film führte in den Werdegang und die Technik des Rundfunks ein. Mit dem Gedenken an den Führer schloß der Ortsgruppenleiter die Vorführungen. Zum Abschluß gelangten noch zwei Volksempfänger zur Verlosung die von dem Kreisfunkstellenleiter Pg. Dörr-Lollar den Gewinnern überreicht wurden. Die Veranstaltung hinterließ bei der Bevölkerung den dankbar besten Eindruck. 'Fuifj-oi Schönheit. Vor ungefähr 50 Jahren grabungen in der Burg von dament entdeckt, das sicher Tempels gewesen sein müsse. Mit insgesamt 350 000 Mark, in Oberhessen über 600 mit mehr als 3,5 Millionen Mark Darlehen erhalten können. Eine sehr beachtliche Zahl ist dadurch schon in den Besitz eines eigenen Heimes gekommen. Durch monatliche Spareinlagen kann auch der Anteilnehmer mit einer geringen Sparsumme lm Laufe der Zeit dazu kommen, wenigstens im Liter aus dem Mietshaus in das eigene fchulden- freie Haus zu gelangen. Das gemeinsame Sparen lst.ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Arbeitsbeschaffung und damit auch ein wertvoller Beitrag zum Aufbauwerk des Führers. An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Aussprache an. Mit dem im Gloria-Palast am gestrigen Montagabend veranstalteten Konzert von drei Musikkorps und zwei Spielmannszügen der Wehrmacht unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße wurde die von größtem Erfolg begleitete Konzertreise durch eine Reihe von Städten am Rhein und im Saargebiet beendet. Die Begeisterung, die diese Konzerte allenthalben auslösten, hatte ihren Grund einesteils in den vorzüglichen Leistungen, andernteils aber in der Liebe, die von jeher in unserem Volk für das Militär lebt und die in dem entmilitarisierten Gebiet begreiflicherweise besonders groß ist. Mit dieser Tat hat sich die Wehrmacht aber auch wiederum in die Rrihe derer gestellt, die das Winterhilfswerk erfolgreich durchführen helfen. Die etwas reichhaltige Folge (im Verlauf des Konzerts wurden einige Stücke des zweiten Teiles weggelassen) war bewußt so gestaltet, daß jeder der sehr zahlreichen Besucher zu seinem Recht kam. Neben den anspruchsvollen Werken für großes Orchester von Weber, Beethoven, Richard Strauß und Franz Liszt im ersten Teil, kam im zweiten Teil die leichtere Muse in Werken für Blasmusik ausschließlich zu Wort. Wissenschaft im Dienst des Volkes Neue Forschungen über die alten Tempel der Burg von Athen. Alten-Buseck, Trohe und m. Schachteln terfdjeiben, unb onbe« idjen, und i so hohes Stakkato« mige Bei« nesüermo« nahm in Mast m n sind so veranlaßt leiten F i hinaus' nder und ern einer bekannt« i grölen n und so ch zu der geheuer« Amtsgericht Gießen. Wegen übler Nachrede wurde die W. M. aus Gießen zu 3 0 Mark Geldstrafe und in die entstandenen Kosten verurteilt. Die Angeklagte hatte einen in demselben Hause wohnenden Mieter beschimpft. ; &tu- n reiche or de' ,b au- mit der starrer' NU »erf* Ms Werkes eine seltene Geschlossenheit erreichte. Reicher Beifall ehrte den Künstler und das Orchester. Richard Strauß und Franz Liszt sind die größten Vertreter der Programmmusik. Im Gegensatz zu den absoluten Musikern wollen sie äußere und innere Vorgänge in ihrer Musik darstellen. Liszt hat mit seinen Orchesterwerken auf den jüngeren Richard Strauß den größten Einfluß ausgeübt. Nicht nur in bezug auf den Inhalt, sondern auch im Hinblick auf die Behandlung des Orchesters, das eine bis dahin unbekannte glänzende Instrumentation erhielt. „Les Preludes“ ist ein liebenswürdiges Werk, das auch heute noch des Erfolges sicher ist. Zum besseren Verständnis war auf der Vortragsfolge eine Erklärung des Inhalts beigegeben, aber auch ohne sie ist das Werk gut verständlich. Aus dem „Rosenkaoalier", wohl der bedeutendsten Oper von Richard Strauß, hat man die schönsten Stücke zu einer Suite zusammengestellt, und in dieser Form hat das Werk mit Erfolg auch Eingang in den Konzertsaal gefunden. Ins Ohr fallend war die Aehnlichkeit der Instrumentation in beiden Werken. Gespielt wurden sie mit viel Temperament, und besonders das Lisztsche Werk erhielt eine grandiose Schlußsteigerung, die begeisterten Beifall auslöste. Der zweite Teil zeigte das Orchester auf feinem ureigensten Gebiet. Hier konnte man feststellen, welche Kraft und Anfeuerung aus diesen Märschen strömt. Die Beherrschtheit und Genauigkeit, die der Unterordnung unter einen zur Einheitlichkeit zwingenden Willen entsprach, verdient Bewunderung. Gerade diese Darbietungen lösten bei einem großen Teil der Besucher wohl den herzlichsten Beifall aus. Wohl den größten Anteil an dem Erfolg hat der Leiter, Obermusikmeister Krauße, aber ebenso große Anerkennung verdienen, alle die Musiker bis zum letzten Trommelschläger, die nach einer anstrengenden Konzertreise auch bei diesem Konzert ihr Bestes gaben. Die gestellte Aufgabe, besonders im ersten Teil, war sehr schwer, aber die Lösung zeigte, welche Künstler sich in dem feldgrauen Rock befinden. So sind unsere Militärkapellen eine Stätte, in der unsere deutsche Musik eine hervorragende Pflege findet. Dafür können wir nicht genug dankbar sein. * Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil sprach Generalleutnant Lüdke als Vertreter der Wehr- macht über die Bedeutung und den Sinn der nun GroßesKonzeriderWehrmachtinGießen Das Ende der Konzertreise für das Winterhilfswerk. Rödgen an- Nahe und Rhein, sowie eine Autobusfahrt nach Eisenach unternommen. Im weiteren Verlaus der Versammlung beschäftigte sich Dietwart Karl H ö l- z e l in einem Vortrag mit dem Thema „Reichs- gründung". Mit einem dreimaligen „Sieg-Heil!" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. ** Die Bausparkasse Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft (DBS.) Ortsgruppe Gießen, hielt unter dem Vorsitz von Herrn Adam im „Hotel Viktoria" einen Vortragsabend ab, bei dem Herr Lang- Butzbach sprach. Einleitend wies er darauf hin, daß in Deutschland bisher nur 10 v. H. Volksgenossen ein eigenes Heim besitzen. Die Bausparkassen wollen 2rbre,r.,ben Weg dazu ebnen, um durch gemeinsame Arbeit unö gemeinsames Sparen den Volksgenossen Wohnen zu ermöglichen, dabei gleichzeitig die Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen und die Verbin- dung des Menschen mit der eigenen Scholle herzu- stellen Di- DBS. hat seit ihrem Besteh?» für X: 58 000 Eigenheime rund 66 Millionen Mark aufgebracht. In Gießen haben bereits 25 Mitglieder alt der uerKm ch. Ka/' > n tätig as apo- M Bon ni906) beendeten Konzertreise. Es sei vor allem Ziel gewesen, den Volksgenossen am Rhein und im Saargebiet, die leider nicht Gelegenheit hätten, die Wehrmacht als geschlossene Gemeinschaft zu sehen, einen kleinen Teil derselben zu zeigen. Man hätte das nicht der Truppe wegen getan, sondern um sich in den Dienst des vom Führer geschaffenen großen Winterhilfswerkes zu stellen und ihm dienlich zu fein. Dazu komme noch die Freude, die man dem Hörer bereiten wolle. Als Vertreter des Reichsstatthalters dankte der Gaubeauftragte des WHW. Bürgermeister Haug- Darmstadt der Wehrmacht für ihr freudiges Einsetzen. Beispiellos sei der Empfang und die Begeisterung im ehemals besetzten Gebiet gewesen. Die Wehrmacht habe sich als hervorragendes Instrument im Dienst der nationalsozialistischen Idee des Führers erwiesen. Dieses Einsetzen erfordere ein dankbares Volk, und es fei auch eine Freude, ZU danken. Bürgermeister Haug überbrachte dann die Grüße des Reichsstatthalters und überreichte dem 9. Armeekorps ein Bild des Führers. Generalleutnant Lüdke sprach den Dank der Wehrmacht aus und betonte, daß diese ihre Hilfeleistung für bas WHW. nur als Pflicht und Schuldigkeit dem Führer gegenüber ansehe, der unsere stolze Wehrmacht erst wieder geschaffen hätte. Er leite aber den Dank weiter an die tapferen Musiker, die ihn verdienten. Das Bild des Führers werde an hervorragender Stelle einen Ehrenplatz erhalten. In fein auf den Führer ausgebrachtes Sieg- Heil stimmten alle Besucher freudig ein. Mit den beiden Nationalhymnen fand der bedeutungsvolle Abend feinen würdigen Abschluß. Das Echo am Ahern und an der Saar. Aus Wiesbaden und Saarbrücken liegen uns Berichte der dortigen Zeitungen über die Konzerte der drei Musikkorps und der zwei Spielmannszüge der Regimenter 36, 57 und 87 unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße vom Ins.-Rgt. 36 in Gießen vor. Alle Berichte — auf deren Ausführungen im einzelnen wir mit Rücksicht auf den Raum leider nicht näher ein» gehen können — schildern in begeisterten Worten den Verlauf des Besuchs unserer Soldatenmusiker und insbesondere den gewaltigen Eindruck, den sie mit ihren künstlerischen Darbietungen auf alle Zuhörer gemacht haben. Uebereinstimmend kommt in diesen Berichten zum Ausdruck, mit welcher tiefen ..... Und in der Tat habe man dann einige Jahre später an Hand eines Randes des Marmordaches, der kostbar verziert sei, weitgehend Zusammensetzungen vornehmen können. Die Ausmaße der gefundenen Reste ergaben einen Tempel, der auf das ausgegrabene Fundament genau paffe. Wenn auch der Archäologe sich oft mit Kleinigkeiten beschäftigen müsse, wie hier zum Beispiel der Rand eines Daches, so würden doch diese Brocken, die selbst ruhig lückenhaft gefunden werden können, oft wichtige Anhaltspunkte zu Rekonstruktionen ergeben. So habe sich der Tempel aus Am gestrigen Montagabend sprach Professor VlnrirXn h 0 rdt im Rahmen der Sortrage „Wissenschaft im Dienst des deutschen Volkes vor einer stattlichen Zuhörerschaft im ^mstwissenschaftlichen Institut über „Neue For- Idjungen an den alten Tempeln der Burg von ^b Zahlreicher Lichtbilder, die ihre architektonische Wirkung nicht verfehlten, wurde der bretteren Oeffentlichkeit ein Bild aus dem Arbeitsfeld des Archäologen geboten, und mancher Zuhörer mag sich einen neuen Blick für alte Baudenk- maler mit nach Haufe genommen haben. „Die Burg von Athen, die Akropolis, sollte mit ihren Tempeln, nämlich dem älteren Tempel der Athena und dem Parthenon, ein Beispiel bieten über die Art der Forschung und ihre späteren Ergebnisse. Der Parthenon aus der Zeit des Phidias und des Perikles sei um 450—430 erbaut worden. Dieses berühmte und heute noch gut erhaltene Bauwerk habe man im Herzen Griechenlands auf per Burg von Athen errichtet. Was über den Parthenon gesagt werde, treffe für die ganze Kultur per Griechen zu, denn dieser Tempel sei rin klassisches Beispiel griechischer Architektur. Das riesige Gebäude des Parthenon rage weit strahlend über die Mauern der alten Stadt hinaus. Drei Stufen, die in kunstvoller Kurvatur verlaufen, führten zum eigentlichen Sockel,, auf dem die Säulenreihe sich erhebe. Die einzelnen Säulen zerfielen wieder in einzelne Trommeln, von denen die unterste aus Rücksicht auf die Kurvatur der Stufen ihre Unterseite schräg geschnitten habe. Senkrecht stehe die Säulenreihe vor dem Inneren, der Cella. Die ungefähr 10 Meter hohen Säulen verjüngten sich nach oben ungefähr um ein Viertel ihres Umfangs am Boden, außerdem seien die einzelnen Säulen etwas nach der Cella zu geneigt. In geschwungener Liniv fei das Problem der aufsteigenden Kraft und der sich senkenden Last organisch gelöst worden. Sogar bis in das Gesims fei diese Beschwingtheit des Baues genau durchgeführt worden. Der Aufbau des Gebälkes ruhe auf dem Kapitell, einem „Polster", der die aufsteigende Kraft nach oben entlasse und entlade. Die Last des Gebälkes hinwiederum wenig gefundenen Trümmern zeichnerisch auf dem Papier wieder erstellen lassen. In die Giebel ließen sich archaische Strukturengruppen einfügen, die uns einen kleinen Begriff der Plastik der damaligen Zeit bieten würden. Der so entstandene rekonstruierte Tempel sei etwas anderes als der ungefähr 150 Jahre später erbaute Parthenon, aber man könne sehr gut die Entwicklung verfolgen. Wir Deutsche ständen heute in unserer Baukunst in unmittelbarer Beziehung zu der der Antike. Die alten Griechen hätten sich die Probleme gestellt, diese würden uns auch noch heute beschäftigen. Beim Betrachten der Bauten müsse man die Art, wie die verschiedensten Probleme gelöst und gemeistert wurden, als lebendiges Erbgut in sich aufnehmen. Reicher Beifall wurde den interessanten Ausführungen des Vortragenden zuteil. Zu Anfang des Konzertes standen zwei Werke von Vertretern der absoluten Musik, Webers „Eu- ryanthe"-Ouvertüre und Beethovens bedeutendstes Klavierkonzert in Es-dur. Die Ouvertüre, in der die Romantik herrlichste Blüten treibt, wurde mit jener dynamischen und rhythmischen Spannung wiedergegeben, die bei Werken gerade dieser Art unerläßlich ist. Hierbei zeichneten sich die Streicher durch klangsattes und warmes Spiel besonders aus. Der Höhepunkt des Abends war ohne Zweifel das Beethovensche Klavierkonzert mit Ludwig Kaiser- Kassel als Solist. Diese Ruhe und Ueoerlegenheit hat nur ein ganz großer Meister! Sie zwang vom ersten Takt an in den Bann des großen Werkes. Hier war eine vollendete Technik niemals Selbstzweck sie wurde restlos in den Dienst des Ausdrucks gestellt, fo daß die in echt Beethovenschem Feuer aufbrausenden Stellen, sowie auch die gesangsmäßigen Teile gleich gut gestaltet wurden. Die schlichte Größe, mit der der Künstler das Adagio spielte, wird ihm so leicht keiner nach- machen und wie fein war der Uebergang zu dem sprühenden Schlußsatz. Trefflichste Untersetzung wurde dem Solisten durch die aufmerksame Begleitung des Orchesters unter Obermusikmeister Krauße, so daß die Aufführung gerade dieses Liebe sich unsere Brüder und Schwestern in dem militärfreien Gebiet am Rhein und an der Saar mit unserer deutschen Wehrmacht verbunden wissen, wie außerordentlich stark aber auch diese Konzerte der Militärmusiker des IX. Armeekorps zur Vertiefung und Verbreiterung des Gefühls der innigen Gemeinschaft mit unseren Soldaten beigetragen haben. In packenden Ansprachen und noch gewaltiger in den überwältigenden Stürmen des Beifalls wurde vernehmbar, daß man diesen Konzertbesuch der Soldaten als eines der größten Erlebnisse der Lokalgeschichte jener Städte dankbar ausgenommen hat und ebenso dankbar in Erinnerung behalten wird. Dabei erhielten diese Bekundungen von Liebe und Verbundenheit der dortigen Volksgenossen zu der deutschen Wehrmacht ihre besondere Bedeutung auch noch dadurch, daß es nicht etwa nur ein kleiner Kreis von Menschen war, dem diese Konzerte zum unvergeßlichen Erlebnis wurden, sondern daß gewaltige Menschenmassen sich bei diesen Darbietungen zusammenfanden und selbst — wie z. B. in Wiesbaden, wo der Konzertsaal des Kurhauses noch durch die Hinzunahme der ganzen Wandelhalle und der anschließenden Gesellschaftszimmer für diesen Abend als Stätte der Militärmusik erweitert werden mußte — die größten Säle bis zum allerletzten Plätzchen gefüllt waren, ja vielfach nicht ausreichten, um den Taufenden von Besuchern Raum zu bieten. Besonders hervorzuheben ist ferner die Tatsache, daß auch schon vor den Konzert- lokalen sich große Menschenmengen eingefunden hatten, um hier den deutschen Brüdern im feldgrauen Soldatenrock durch herzliche Sympathiekundgebungen ihre Liebe und feste Verbundenheit kundzutun. Daß in allen Presseberichten natürlich auch der außerordentlich hohe künstlerische Wert der Darbietungen der Musikkorps, wie des Solisten in begeisterten und dankerfüllten Worten hervorgehoben wird, fei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber ebenfalls verzeichnet. Als Gesamteindruck kann man die Pressestimmen vom Rhein und von der Saar dahin zusammenfassen: die Konzertreise der Militär-Musikkorps unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße war nach jeder Richtung hin ein überwältigender Erfolg, der künstlerisch und volklich den deutschen Brüdern und Schwestern in den Städten der militärfreien Zone viel Erhebendes gebracht hat, die aber auch für die große Sache des Winterhilfswerks, zu dessen Gunsten alle Konzert-Veranstaltungen vor sich gingen, ein bedeutsamer Aktivposten geworden ist. Raisherrensihung in Grünberg. + Grünberg, 18. Jan. Bürgermeister Wagner eröffnete die erste Sitzung der Ratsherren im neuen Jahre und gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß auch in diesem Jahre in den Ratssitzungen und den dabei gepflogenen Beratungen ersprießliche Arbeit für die Stadt geleistet werden möge. 1. Beitrag zum Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge. Die Ratsherren sprachen sich einstimmig für die Bewilligung eines Beitrages aus. Es soll der gleiche Betrag wie im Vorjahre — 10 RM. — überwiesen werden. 2. Gesuch des Reichsluftschutzbundes. Die hiesige Ortsgruppe bittet in einer Eingabe um Bewilligung eines monatlichen Beitrages von 5 bis 10 Mark und um Anschaffung einiger Gasmasken für Uebungszwecke. Die Ratsherren sind damit einverstanden, daß ein monatlicher Beitrag von 5 Mark geleistet wird und 1 bis 2 Gasmasken beschafft werden. 3. Abschluß einer Einbruchsdieb st ahlver- sicherung. Da die Stadt seither noch nicht gegen Einbruchsdiebstahl versichert ist, dies aber im Hinblick auf die in den beiden städtischen Gebäuden, Rathaus und Volksschule untergebrachten Werte — Stadtkasse, Schreib-, Nähmaschinen u. a. — von Wichtigkeit ist, erklären sich die Ratsherren sämtlich mit dem Abschluß einer solchen Versicherung einverstanden. Weiterhin machte Bürgermeister Wagner noch Mitteilung über die Kosten der I n st a n d s e tz u n g des unteren Triebwasserteiches im Brunnental. Der ursprünglich ausgestellte Voranschlag betrug 7896,80 Mark, dazu kam später noch die für Ausbetonierung der Zuflußrinne eingesetzte Summe von 1560 Mark, so daß der Gesamtvoranschlag 9456,80 Mark betrug. Die Gesamtkosten der Arbeit beliefen sich dagegen nur auf 8178,18 Mark und stellten sich somit um 1278,62 Mark niedriger als veranschlagt. Viindfunk-Besuch in Großen-Buseck wg. Großen-Buseck, 20. Jan. Dieser Tage weilte der Reichs-Rundfunk-Webewagen sammle sich auf den Deckplatten, die sie zu dem Kapitell niedersenke. Das Gebälk nehme ebenfalls die Kurvatur der Stufen wieder auf, und so bestehe fast der ganze Bau aus geschwungenen Linien. Jeder Teil des Parthenon von der Stufe bis zum First fei genau durchdacht und in einer lebendigen und organischen Weise geschnitten. Mit ungeheurer Konsequenz sei das Bauwerk gestaltet worden, seine Linien stiegen und fielen, und dies fei das Geheimnis seines Zaubers und feiner immer wieder von Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI5 Würze und achten Sie genau darauf, daß Ihr Fläschchen aus MAGGI5 großer Original- flasche gefüllt wird. In dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGPWÜRZE llgemeineBezeichnung für Suppenwürzen,sondern die gesetzlich geschützte Fabrikmarke für alleMAGGI-Produkte Landkreis Gießen. £ Wiefeck, 20. Jan. Die Kriegerkameradschaft Wieseck beging am Samstagabend in der Wirtschaft „Zur Germania" ihren diesjährigen Familienabend, der einen guten Besuch zu verzeichnen hatte. Einleitend wurde das Lied „Volk ans Gewehr" gemeinsam gesungen. Dann hielt Kamerad Petri einen fesselnden Vortrag über Abessinien. Die recht anschaulichen Ausführungen wurden durch 70 gute Lichtbilder ergänzt. Vereinsführer Kamerad Euler leitete dann in längerer Begrüßungsansprache zum gemütlichen Teile über, forderte, von der Schützengrabenkameradschaft ausgehend, höchste Aktivität im Sinne echter deutscher Volksgemeinschaft und schloß seinen Appell mit dem Gedenken an den Führer, dem der Gesang der beiden Nationallieder folgte. Unter Leitung von Kamerad Pilgram kamen nun Lust und Freude zu ihrem Recht. Darbietungen aus der Versammlung heraus, mundartliche Gedichtvorträge von Fräulein Schneider, gemeinsam gesungene Volks-, Vaterlands- und Soldatenlieder, Konzertstücke der SA.-Kapelle und eine Verlosung von gestifteten Gegenständen verschiedener Art beschlossen die in allen Teilen wohlgelungene Feier, der sich der übliche Tanz anschloß. wg. Großen-Buseck, 20. Ian. Am vergangenen Freitag feierte unser Mitbürger Wilhelm Scheid, Weichensteller i. R., im Kreise seiner Angehörigen in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Die Reichsbahndirek- tion Frankfurt a. M. übermittelte ihm aus diesem • Anlaß durch den hiesigen Bahnhofsvorsteher Göbel herzlichste Glückwünsche. Am Nachmittag besuchte Reichsbahnamtmann i. R. Dörr, früher am Bahnhof Gießen, den Jubilar und überbrachte ihm im Auftrage seiner Kollegen ebenfalls herzliche Glückwünsche. Pfarrer Müller grüßte den hochbetagten Mann im Auftrage der evangelischen Kirchengemeinde und sprach ihm die besten Wünsche für seinen Lebensabend aus. Der Achtzigjährige ist noch sehr rüstig, versieht noch sämtliche Hausarbeiten und kann auch noch täglich beim Füttern des Viehes helfen. Seit 40 Jahren lieft er den „Gießener Anzeiger". — Als der Landwirt Heinrich Wagner dieser Tage morgens auf den Hof trat, mußte er feststellen, daß das Hoftor und die Stalltüre offen standen und zwei Kühe fehlten. Eines der Tiere konnte auf dem Gleis des hiesigen Bahnhofes eingefangen werden, das andere wurde erst später auf den Wiesen gefaßt. * Steinbach, 21. Jan. Wie das Kreisamt Gießen bekannt gibt, ist bei der Schafherde der Gemeinde Steinbach die Schafräude festgestellt worden. Die Schutzmaßnahmen nach den Vorschriften des Reichsviehseuchengesetzes sind ungeordnet. = Steinbach, 20. Jan. Die erste H o l z v erste igernng in unserem Gemeindewald sand am Samstag statt. Die erzielten Preise waren angemessen; das Raummeter Buchenscheit kostete ca. 9 Mark, 50 Wellen kosteten 8 bis 9 Mark. Auch das Eichenbrennholz erreichte mit ca. 7 Mark pro Raummeter einen ordentlichen Preis. 8. Lang-Göns, 20. Jan. Am Samstag gegen 17 Uhr war ein Teil unserer Gemeinde ohne Licht- und Kraft st rom. Eine Gans war gegen die Ueberlanbleitung geflogen und hatte Kurzschluß herbeigeführt. Durch die Ausbesse- runasarbeiten wurde es nötig, daß auch die anderen Stränge der Leitung für kurze Zeit ausgeschaltet werden mußten. Während einer halten S^'nde lag unser Dorf im Dunkeln. Dann war der Schaden behoben. ■^erUllg. beg m Wder 3 Ver. fcs«- ■ ' . °es Set. leise. ®o*en. in. UM«, in 15 5is ünl M 6pini11 12 bis Pfund 4 Pf , e*'; Pfund fi* 50, junge Hühner 80 bis b 15 40, Galat 15 10, Rettich Steuerbe. er betrifft Okerei in un» besonders' Herr Wilhelm 5 mitzuteilen, 'r in dem 0e> ' vom vorigen ntisch ist und mch/s zu tun ; UBefter« Vuppe ®ie» amstag ihre nsuhrer Ty. usahrsausrus einer unb r Verein zur :d)oUe näher Men Stadt icht für 1935, h flute ideelle i Wanderunit. 950 Wan- Ortsgruppe fünf Diet« zwei Befich« inberung an 9 Jl.-4p ort Frankfurt liefert für Vie Olympischen Spiele die Erinnerungsplakette. Für die in Kürze beginnenden IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen werden von Frankfurt die Erinnerungsplaketten geliefert. Eine in Sachsenhausen ansässige Metallwarenfabrik versendet 1000 Plaketten in Gold, Silber, Bronze nach dem Schauplatz der Winterspiele. Die Plakette zeigt eine steil emporragende Bergspitze, die Zugspitze, und darunter das Wettkampfsymbol der fünf Ringe. Auf der Rückseite befindet sich die lateinische Inschrift: „citius, altius, fortius“, auf Deutsch: „Eiliger, höher, stärker". Ausklanq des Frankfurter Neitturwers. Die Frankfurter Festhalle war am Sonntagabend bei der Schlußveranstaltung des Frankfurter Reit- und Fahrturniers bis auf den letzten Platz besetzt. Eingeleitet wurde der Abend mit einem Jagdspringen der Klasse M um den Preis der Stadt Frankfurt. Elf Pferde kamen fehlerlos über den Kurs, darunter drei von Frau von Opel, zwei von SS.- Untersturmführer Temme und zwei von Oblt. Nie- mack geritten. Im Stechen erreichte Frau von Opel mit ihrem Arnim die weitaus schnellste Zeit, zog sich aber durch einen kleinen Fehler vier Strafpunkte zu. Sieger wurde so der deutsche Champion der Turnierreiter, SS.-Untersturmführer Temme, auf Stall Georgens Nordland vor Oblt. Niemack auf „Eifersucht" und Oblt. Le n n 6-Gießen auf „Figaro". Zwei schöne Frankfurter Erfolge gab es in den Dressurprüfungen der Klasse L und M durch Frau Gömöri auf „Tantris" und SA.-Sturmfuh- rer Eckhardt und „Jolanthe". Große Begeisterung bei den Zuschauern löste die Eignungsprüfung für Gespanne aus, als Dreier- und Viererzüge auf der Bahn erschienen. Landstallmeister Dr. Denker, der in der Klasse der Viererzüge siegte, zeigte sich hierbei wieder als ein meisterhafter Fahrer. DieGleßenerEishoüey-MnnschastmDüffeldors Westdeutsche Eissportmeisterschasten. Noch im vergangenen Jahre lag der Schwerpunkt des Eissportes in Westdeutschland mehr in unserer klimatisch günstiger gelegeneren Heimat, was sich auch insbesondere an dem überlegenen Können oer Frankfurter, Aschaffenburger und Kasselaner Eisläufer erwies, sobald sie mit Remscheider, Düsseldorfer und anderen rheinischen Eisläufern zusammentrafen. Die Rheinländer beschränkten sich daher in erster Linie auf Rollschuhsport, und haben es hierin zu sehr guten Leistungen gebracht. Das ist nun mit der Erstellung der Düsseldorfer Kunsteisbahn anders geworden, und zwar so ausschlaggebend, daß nach den wenigen Wochen ihres Bestehens die Wettkämpfer aus der dortigen Gegend in alle Kämpfe entscheidend eingreifen konnten. Die gesicherte Eisdecke und die hierauf beruhende geregelte Ausbildung durch Fachlehrer vermag wesentlich mehr aus veranlagten Eisläufern zu machen, als die zwei bis drei Wochen dauernde Eislaufzeit in unserer Gegend, weil diese wenigen Tage restlos ausgenutzt werden müssen und dementsprechend zu einer Ueberbeanspruchung der Kräfte führen. Das Düsseldorfer Eisstadion zeigte sich den Gießenern als eine von Grund auf in allen Dingen zweckmäßig angelegte Stätte. Die 30 mal 60 Meter große Eisfläche ist ringsum mit Sitz- und Stehtribünen umgeben, die auf einer Seite in einem massivem Bau untergebracht sind. In diesem liegen außerdem die Verwaltung-, Umkleide- und Duscheräume, die den Wettkämpfern jede Bequemlichkeit bieten. Die Beleuchtung der Bahn ist abends schlagschattenfrei und taghell, so daß beispielsweise beim Eishockey überall beste Sicht vorhanden ist. So wurden die Eishockey-Wettkämpfe für die Gießener Mannschaft zu einem besonderen Erlebnis, aus dem sie viel lernen konnte und das trotz zweier Niederlagen in bester Erinnerung bleiben wird, nicht zuletzt dank der zuvorkommenden Kameradschaft der Düsseldorfer Eisläufer. Die Mannschaft spielte in der Aufstellung: Tor: Zimmer, Verteidigung: Noll und Rinn, 1. Sturm: Werner, Iüngst, Dr. Pfeffer, 2. Sturm: Dr. Walter Loh, Dr. Wilhelm Loh. LV. Gießen — R.u. SLl. Dortmund 5:2. Die Spiele waren in die Wettbewerbe der Kunstläufer eingelegt und begannen daher nicht immer pünktlich, da eine große Zahl Nachmeldungen zum Kunstlauf der Jugend erfolgt waren. Das erste Treffen führte gegen den Dortmunder Roll- und Schlittschuh-Club, der unter gleichen Voraussetzungen wie die Gießener, nämlich in diesem Winter nur einmal auf Schlittschuhen gestanden zu haben, antrat. Allerdings hatte die Mannschaft voraus, Gaumeister im Rollhockey zu sein. Das anfangs auf beiden Seiten sowohl lauftechnisch wie im Zusammenspiel vorsichtige erste Drittel zeigte schon eine gewisse Ueberlegenheit der Gießener mit 1:0. Das zweite Drittel endete mit 1:1 unentschieden, hatte aber dem Gießener Sturm Zeit zum Einspielen der Kombination gegeben, die dann im letzten Drittel mit 3:1 das Gesamtergebnis auf 5:2 zu stellen vermochte. EV. Gießen — SL.Frankfurt-Forsthausstrahe 0:12. Damit hatte Gießen die Berechtigung, am Abend gegen den bisherigen Gaumeister, der auch in Gießen gern gesehenen Mannschaft des SC. Forsthaushausstraße Frankfurt anzutreten. Die Mannschaft war sich darüber klar, daß es galt, möglichst eine zweistellige Niederlage (das letzte Treffen in 1935 endete mit 14:0) zu verhindern. Aber außer der größeren Spielerfahrung sprach zugunsten der Frankfurter, daß sie eine 14tägige Spielreise durch die Schweiz hinter sich hatten und daß sie mit frischen Kräften antraten, während die Gießener sich am Mittag gegen Dortmund schon ziemlich ausgegeben hatten. Bei diesem Spiel zeigte sich der Wert der Kunsteisbahn, denn ttotz strömenden Regens konnte es glatt zu Ende geführt werden. Die Gießener Mannschaft zeigte in allen Dritteln immer wieder ungeschwächten Kampfgeist, der aber an dem ausgeruhten überlegenen Können der Frankfurter scheiterte, so daß nicht einmal das Ehrentor erzielt werden konnte. Allein der Gießener Torwart konnte sich die Erfahrung des vorhergehenden Spieles zunutzen machen. Gut gezielte Nah- und Fernschüsse der Frankfurter hielt er mit größter Sicherheit und riß damit die Zuschauer zu wiederholten Beifallstürmen hin. Aber nachträglich sollte sich zum Ende des Spieles noch auswirken, daß er mit regenbeschlagener Brille oft schlechte Sicht hatte und infolgedessen einige leichte Schüsse einfach nicht sah. So konnte auch er nicht verhindern, daß das Ergebnis mit 12:0 doch zweistellig wurde. LV. Gießen — Ev. Remscheid 1:4. Hatten die Gießener anfänglich befürchtet, in Düsseldorf nur zu einem Spiel zu kommen, so brachte der anfängliche Sieg schließlich noch die Verpflichtung zu einem dritten Spiel gegen den zweiten Sieger der anderen Gruppe, den Eislauf- Verein Remscheid. Don insgesamt vier ausgetragenen Spielen mußte also Gießen drei und jedesmal gegen einen ausgeruhten Gegner bestreiten. Die Ueberanstrengung des Samstags machte sich bemerkbar. Die Stürmer gingen schon mit einem beachtlichen Muskelkater in das Spiel, der die Standfestigkeit und Ausdauer des ersten Spieles nicht mehr aufkommen ließ. So kam der Sturm, obwohl er in allen Dritteln ständig drückte, nicht mehr mit der nötigen Sicherheit durch. Das Ergebnis laut"t" 41 für Remscheid Das Endspiel zwischen Frankfurt und Düsseldorf brachte nach Verlängerung mit 3:2 wiederum den Frankfurtern den Gaumeistertttel. Handball im Kreis VIII ILahn-MIl). Auch die am gestrigen Sonntag zum Austrag gekommenen Spiele haben weder in der Bezirksklasse noch in der 1. Kreisklasse eine Klärung gebracht. In der 1. Kreisklasse ist im Gegenteil die Frage um den Meister noch undurchsichttger geworden. Denn dadurch, daß Groß-Rechtenbach verlor, hat Hörnsheim wieder die Tabellenführung übernommen, die ihm höchstens noch von Niedergirmes, das noch zwei Spiele auf eigenem Platz hat, streitig gemacht werden kann — In der Bezirksklasse führen Lützellinden und Wetzlar klar, während der Mtv. Gießen nach seinem erneuten Sieg stark nach vorn gekommen ist Es sollte also auch hier noch spannende Kämpfe geben, bis daß die Meisterschaftsfrage endgültig geklärt ist. Tv. Wetzlar — Tv. Roth 9:2 (3:1). Wetzlar hat, trotzdem es Ersatz in seinen Reihen hatte, den erwarteten sicheren Sieg errungen, obwohl die Aussicht bei Halbzeit noch nicht so rosig waren. Tv. Hochelheim — Tuspo. Marburg 9:2 (4:0). Der Ausgang dieses Spieles muß als lieber« raschung gewertet werden. Man hätte angenommen, daß Marburg, zumal es noch am vergangenen Sonntag Wetzlar ziemlich sicher schlagen konnte, in Hochelheim gewinnen würde. Die Platzbesitzer haben aber wieder einmal mehr gezeigt, daß sie auf heimischem Gelände keinen Gegner zu fürchten brauchen und daß sie zur Zeit — trotzdem sie mit reichlich Ersatz antreten müssen — wieder über eine ganz stabile Mannschaft verfügen. Tv. Heuchelheim — Mtv Gießen 6:7 (2:1). Dieses Ergebnis entspricht nicht ganz dem Spielverlauf. Denn danach hätte Heuchelheim gewinnen müssen. Seine Stürmer wußten aber selbst mit den schönsten Torchancen nichts anzufangen, so daß es nicht verwunderlich ist, wenn die Gießener doch noch knapp gewinnen und beide Punkte mit nach Hause nehmen konnten. Tv. Lützellinden — Tv. Hachenburg 4:2 (2:1). Hachenburg ist schneller als man erwartet hatte, wieder ins Spiel gekommen. Das bewies ihr Auftreten in Lützellinden. Die Mannschaft ist außerordentlich spielstark und dürfte noch manchem Verein zu schaffen machen. Bei der Betrachtung des Ergebnisses muß allerdings berücksichtigt werden, daß die Einheimischen ohne einen ihrer besten Stürmer antraten und auch sonst noch Ersatz in ihren Reihen hatten. Tv. Münchholzhausen — VfB. - R. © i e« feen 8:4 (1:3). Nach dem schönen Erfolg vom oer- gangenen Sonntag mußten die Gäste wieder eine unverdient hohe Niederlage hinnehmen. Allerdings war Münchholzhausen seit langer Zeit zum ersten Mal richtig in Fahrt und konnte, wenn auch die erste Hälfte verloren ging, schließlich doch noch einen hohen Sieg feiern. I. kreisklasfe. Tv. Hörnsheim — Tv Groß-Rechtenbach 6:2 (2:1). Das obige Treffen kam bei denkbar schlechtesten Platzverhältnissen zum Austrag. Darunter litten nicht nur beide Mannschaften, sondern vor allem auch das Spiel. Es wurde zwar bis zum Schluß mitreißend gekämpft und besonders Hörnsheim war gegenüber seinen Leistungen in der letzten Zeit nicht wieder zu erkennen. Gegen seine ungestümen Angriffe war die nicht sonderlich gute Hintermannschaft der Gäste machtlos und mußte so Treffer um Treffer passieren lassen Hörnsheim hat jedenfalls verdient gewonnen und hält, nach der augenblicklichen Form zu urteilen, auch mit Recht die Tabellenspitze Tv. Dorlar — Tv. G a r b e n h e i m 6:4 (2:2). Trotzdem es darum ging, zu ermitteln, wer absteigt, lieferten sich beide Mannschaften einen äußerst anständigen Kampf, den die Platzbesitzer knapp für sich entscheiden konnten Damit hat jetzt Garbenheim endgültig den Schluß der Tabelle. Tv. Alsfeld — Tv. Homberg 7:0 (abgebrochen). Nach einem vollkommen einseitig durchgeführten Kampf wurde das Treffen kurz vor Schluß abgebrochen. Jugend. Tv. Lang-Göns — Tv. Grüningen 7:4 (2:3). Der erwartete klare Sieg der Platzbesitzer kam nicht zustande. Grüningen konnte sogar bis zur Halbzeit noch führen, verlor dann durch Platzverweis einen Spieler, so daß Lang-Göns nicht nur gleichziehen, sondern sogar noch gewinnen konnte. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 II — Tv. Wißmar I 14:3. Die für die zweite Garnitur des MTV. Gießen eingesprungene Mannschaft des Turnvereins Wißmar mußte eine überraschend hohe Niederlage einstecken. Das kam einmal daher, daß die 1900er Elf gleichmäßiger als in den letzten Spielen besetzt war, zum anderen, daß die Gäste über ein sehr schwaches Schlußdreieck, insbesondere einen unzureichenden Hüter verfügten. 1900 Jugend — Tv. 1846 Jugend 8:8. Nachdem die 1900er Jungens gegen die Mannschaft des Turnvereins 1846 noch in den vor wenigen Wochen stattgehabten Verbandsspielen hohe Niederlagen hatten einstecken müssen, bedeutet das Unentschieden einen schönen Erfolg. Zunächst sah es allerdings nicht nach einem ausgeglichenen Kampf aus, denn die Gäste gaben den Ton an und lagen mit 4:0 Toren in Führung, dann kamen die Blauweißen besser ins Spiel und schafften bis zum Seitenwechsel den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit waren die Chancen verteilt. Da jede Partei noch deren vier wahrnahm, trennte man sich beim Stande von 8:8 Toren. Der Abschluß der Deutschen Gki-Meisterschasten. Herbert Leupold gewinnt das Ski-Rlarathon. Nach fünftägiger Dauer wurden am Montag in Oberstdorf die Deutschen Ski-Meisterschaften, die letzte Dorprobe der deutschen Skiläufer vor den Olympischen Winterspielen, mit dem auf 4 4 Kilometer verkürzten Dauerlauf beendet. Der für die Kemptener Jäger startende Schlesier Herbert Leu - p o l d zeigte sich in seiner besten Form. Vom Start weg hielt er die Bestzeit (3:26.15 Stunden) und siegte mit fünf Minuten Vorsprung vor Johann Hieble (Kempten) und Helmut Müller (Hirschegg). Die Strecke war nicht sonderlich schwer und stellte keine übermäßigen Anforderungen an die 60 gestarteten Teilnehmer, zumal sie auch eine Verkürzung auf 44 Kilometer erfahren hatte. Allerdings hatte Tauwetter — es herrschten drei Grad Wärme — den Schnee naß und stumpf gemacht. 60 von 74 gemeldeten Teilnehmern — von den Angehörigen der deutschen Olympiamannschaft fehlten nur Josef Ponn und Mathias Wörndle — warteten vor der Schule in Oberstdorf auf ihren Abruf. Nach kurzer Flachstrecke ging es hinauf zum Karratsbichel, der mit seinen 1080 Metern der höchste Punkt der Laufstrecke war. Ueber die Höllenwiesen ging es nach Birgsau, wo eine 9 Kilometer lange Schleife dreimal zu durchlaufen war. Dann führte der Weg durch das Stillachtal zum Ziel in Oberstdorf. Kurze Gportnotizen. Handballspiel 19 0 0 — CT. Kassel. Im gestrigen Bericht ist durch einen Setzfehler die Zuschauerzahl bei diesem Spiel falsch wiedergegeben worden. Es mußte 1000 Zuschauer — nicht 100 — heißen. Zn Darmstadt wieder Fastnachfszuq. LPD. D a r m st a d t, 20. Jan. In der Vorkriegszeit war auch in Darmstadt der F a st n a ch t s z u g ein Höhepunkt der Narrenzeit. Dieser Brauch soll jetzt wieder eingeführt werden, und zwar will man in diesem Jahre mit einer Kappenfahrt beginnen, im nächsten Jahr soll dann der Fastnachtszug wieder steigen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach. mittag geschlossen. KRAFT DURCH FREUDE Jdcfie mit uns Mittwoch, den 22. Januar, in der Volkshalle Beginn 20 Uhr: Großer Bunter Abend in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt. Mitwirkende: Margarete Slezak, Berlin, John Gläser, Frankfurt, Frdo Grothey, Hamburg. Heinz Vogel. Düsseldorf. Lale Andersen- Wilk. Hamburg, Georg BlädeL München, Jan und Hein. Hamburg, und die Tanzkapelle Franz Hauck mit ihren Solisten. Eintrittspreise: RM. 1.20, 0.80. 0.60, 0,50 für DAF.-Mitglieder RM. 1.50. 1.20, 0.80. 0.60 für Nichtmitglieder der DAF. Vorverkaufsstellen: Oberhessische Tageszeitung, Schokoladenhaus Huntemann. Musikhaus Challier, Verkehrs verein. Seltersweg, Kreis- dienststelle „KdF“, Schanzenstr 18, sämtliche Betriebswarte. 401 D ßroMßutfchßtöußrbcMunq J VERSICHERUNGS VEREIN J AUF GEGENSEITIGKEIT J Bezirksinspektion Mitteldeutschland: Erfurt, Kirchbachstraße 15 Geschäftsstelle Gießen: Dammstraße LO - Fernruf 2330. Donnerstag, den 23. Januar 1936,20 Uhr, in der Aula der Universität in Gießen, Ludwigsti alle Musikalische Abendfeier Mitwirkende: Helene Wacker. Sopran v. Stadttheater Gießen: das Schättler-Qnartett: W altrand Schält- Vortrag: Die Leipziger Messe im nalionalsoz. Deutschland - ihre Bedentong iir Binnenmarkt und Export am Mittwoch, dem 22. Januar 1936, 20.30 Uhr, itn UC.. Blockstraße 5. Alle Interessenten sind hierzu eingeladen. 405u Industrie-n. Handelskammer Gießen. Druckschriften £ °X'r" Bo=«n In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von ler, Gretel SevHarth, Barta Schilber. Hellwig Bo off; Männerchor: der Banersche Gesangverein Musikalische Leitung: Unlv.-ProL Temesvary. Unsere Mitglieder, deren Angehörige sowie alle Fi eunde der Feuerbestattung sind zu dieser Abendfeier herzlichst eingeladen. I0292I Eintritt frei! Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswertI Bezirksinspektion Mitteldeutschland. Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Oberhessischer Kunstverein Ausstellung Münchener Maler verlängert bis einschließlich Sonntag, 26. Januar 1936. Geöffnet von 11 -13 und 15%-18 Uhr. Täglich um 17 Uhr Führung. 0294 L.-B. Volkstum u. Heimat Mittwoch, den 22. d. M.. 20*'4 Uhr, in der Aula des Gymnasiums 404D Stabs Jägermeister Ernst Höleel: „Deutsches Waidwerk im Wandel der Zeiten“ Es wirken mit: ..Frohsinn-Quartettverein“. ..Neapolita“u, Herr Schwarzlose (Trompete) Eintritt 10 Pf. «Mitglieder) u. 20 Pf. (Nichtmitglied.) Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Volkstümliche Naturwissenschaft m reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla-s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verla, gtn Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde lllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Bekanntmachung. Betr.: Die Zustelluna der Steuerbescheide über die Bürgersteuer für Kj. 1936. Nachdem die Zustellung der Steuerbescheide über die Bürgersteuer 1936 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, wird als Tag, an dem sämtliche Steuerbescheide als zugestellt zu gelten haben, der 18. Januar 1936 hiermit festgesetzt. 403C Gießen, den 20. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Aut der Bühne: „Die 3 Kilians-Harmonists“ bekannt vom Frankfurter Sender. Auserwfthltes Beiprogramm u. Fox-Ton-Woche THgllch 4, 6. 8.30 Uhr, Sonntags 3. 5.30, 8.30 Uhr Heute Dienstag die große Premierei Ein Spitzenfilm der Weltproduktion I nach dem spannend. Roman „Ein Mannsbild namens Prack“. Weitere Darsteller: Charlotte Susa, Jack Trevor, Annie Markart, Otto Wernicke, Hubert v. Meyerinck, Ernst Dumcke Ein filmisches Groß-Ereignis 410A j POLOST Giessen