Nr. 272 Erstes Blatt 186. Jahrgang Zreitag, 20. November 1636 Grfchetm tügltch, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 8chriftleilung und GeschSstrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von7O mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Bereinbg.25"/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Pan-Amerika Es müssen schon außerordentliche Anlässe vorhanden sein, wenn ein Präsident der Vereinigten Staaten während seiner Amtszeit einmal eine Auslandsreise unternimmt. Wilson tat es, als er im Jahre 1919 zu den Friedensoerhandlungen nach Paris fuhr — mit negativem Erfolg, wie wir alle wissen. Auch die Bürger der USA. haben das Unternehmen Wilsons immer als einen Fehlschlag empfunden. Wenn nun, trotz der amerikanischen Abneigung gegen Auslandsreisen des Staatsoberhauptes, der wiedergewählte Präsident Roosevelt sich auf dem Kreuzer Indianapolis" eingeschifft hat, um eine wochenlange Fahrt nach der südlichen Hälfte des amerikanischen Doppelkontinents anzutreten, dann ist in der Tat mit einem weltpolitischen Ereignis von größter Tragweite zu rechnen. Es handelt sich um den 8. Panamerikanischen Kongreß, der am 1. Dezember dieses Jahres in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnt und der die Vertreter von 21 amerikanischen Staaten vereinigen wird. Präsident Roosevelt beabsichtigt, sich nur zwei Nächte und einen Tag in Buenos Aires aufzuhal- ten, aber er wird diesen einen Tag dazu benutzen, um der feierlichen Eröffnungssitzung mit einer großen Rede die rechte Weihe und das Leitmotiv der Konferenz zu geben. Diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung, die man dem Kongreß jenseits des großen Teiches diesmal zuerkannt. Aber auch Europa und die übrige Welt werden gut daran tun, die Zusammenkunft der amerikanischen Staatsmänner in Buenos Aires nicht zu unterschätzen. Noch verbinden uns viele politische und wirtschaftliche Beziehungen mit dem amerikanischen Kontinent. Wenn aber eines Tages die panamerikanische Solidarität Wirklichkeit wird, wenn der gewaltige Erdteil, der fast von Pol zu Pol reicht, sich ganz auf seine eigene Lebens- und Wirtschaftskraft zurückzieht, dann kann das nicht ohne tiefgreifende Rückwirkung auf die politische und wirtschaftliche Struktur des Erdraumes bleiben. Die diesjährige Konferenz von Buenos Aires ist, wie gesagt, nicht der erste großangelegte Versuch, so etwas wie eine gesamtamerikanische Gemeinschaft aufzubauen. Es ist auch fraglich, ob jetzt schon der Grundstein zu einem Völkerbund der Neuen Welt gelegt werden kann. Die Tendenz, etwas Aehnliches zu schaffen, ist jedenfalls trotz aller Gegensätzlichkeit zwischen den amerikanischen Staaten drüben vorhanden. Frühere Vorstöße in dieser Richtung sind allerdings mißglückt. Noch der vorige panamerikanische Kongreß vom Jahre 1932 in Montevideo brachte keine nennenswerten praktischen Ergebnisse. Wenn heute die Bestrebungen nach einem allamerikanischen Zusammenschluß sehr viel günstiger beurteilt werden, dann müssen inzwischen Ereignisse emgetre- ten sein, welche die damaligen Hemmungen zum großen Teil beseitigt haben. Diese neuen Momente liegen auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet. Wir erinnern uns noch des überaus blutigen und hartnäckig geführten Krieges im Gran C h a c o , der die ungeklärten Besitz- und Grenzverhältnisse auf dem südamerikanischen Kontinent ins hellste Licht rückte, und der Abgründe erkennen ließ, die scheinbar niemals zu schließen waren. Und doch war der endlich zustandegekommene Waffenstillstand zwischen Paraguay und Bolivien ein neuer Anfang der amerikanischen Geschichte, er war geradezu em Sinnbild der besonderen Friedensidee, die sich im Laufe der Zeit drüben herausgebildet hat, und die im stärksten Gegensatz zu der Ideologie der Genfer Liga steht. Auch der Völkerbund hat bekanntlich die Aufgabe der Kriegverhütung, aber um dies Ziel zu erreichen, verpflichtet er die Staaten zu automatischen Beistand, organisiert er den Krieg gegen den Krieg und nennt das Ganze „kollektive Sicherheit" oder „unteilbaren Frieden". Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns Deutschen, aber auch den südamerikanischen Staaten gezeigt, daß dieses System entweder völlig versagen oder, wenn es doch angewandt wird, einen neuen Weltenbrand von ungeheuren Ausmaßen entfachen muß. Im Gegensatz zu der Genfer Doktrin geht der Vorschlag eines panamerikanischen Neutralitätspaktes von der natürlichen Friedensliebe der Völker aus. Er verpflichtet im Falle eines irgendwo ausbrechenden kriegerischen Konfliktes nicht die ganze Welt zum gegenseitigen Beistand, sondern bezweckt lediglich die Isolierung der beiden streitenden Parteien durch das Verbot von Waffenlieferungen und finanziellen Beihilfen. Außerdem sollen sich die Nachbarstaaten um eine friedliche Schlichtungdes Konfliktes bemühen. Dieses Prinzip hat auch ?m Chaco-Krieq schließlich zum Erfolge geführt, wahrend alle Versuche des Völkerbundes kläglich scheiterten So wuchs die Abneigung gegen die Genfer Institution bei den lateinamerikanischen Ländern immer mehr Der Eintritt Sowjetrußlands in die Ligo und besonders die lächerliche Rolle^ die Genf im Abessinienkonflikt spielte, haben die Loslosungstendenzen weiter gefördert. Mehrere Staaten Südamerikas haben ihren Austritt aus dem Genfer Verein bereits vollzogen, die Vereinigten Staaten sind sogar niemals Mitglied des Völkerbundes ge= wesen. , So sind von der politischen Seite her alle Vor- aiissetzungen für eine panamerikanische Einigung gegeben, zumal auch die USA sich bemüht haben, durch das Abqehen von der früher so gefürchteten Dollar-Diplomatie die Bedenken Lateinamerikas zu zerstören Präsident Roosevelt Hut die Monroe- Doktrin alten Stils verabschiedet. Er will sie in Zukunft nur noch auf die außeramerikanischen Staaten anwenden. Das heißt, daß man eine von außen kommende Einmischung in interkontinentale Angelegenheiten nicht mehr dulden wird. Auch die USA. verzichten damit auf ihre Vorherrschaft und betrach- Der österreichische Besuch in Berlin. Aussprache beim Führer. B e r l i n, 19. Nov. DerFührerundReichs- kanzler empfing den österreichischen Slaatsfekre-1 tär Dr. Schmidt zu einer etwa zweistündigen Aussprache über schwebende politische Fragen. An der Besprechung nahmen Reichsminister Freiherr von Reurath, der österreichische Gesandte in Berlin Dr.-Jng. T a u s ch n i h, Botschafter von Popen und Staatssekretär Dr. Meißner teil. 3m Anschluß hieran stellte Staatssekretär Dr. Schmidt dem Führer seine Mitarbeiter, Gesandten Dr. W i l d n e r, den Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung, Gesandten hoffinger, den Leiter der Abteilung Mitteleuropa des Wiener Außenministeriums, sowie seine anderen Begleiter vor. Der österreichische Staatssekretär des Aeußeren, Dr. Guido Schmidt in einer Unterhaltung mit Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Staatssekretär Schmidt am Ehrenmal. „Den gefallenen Helden des verbündeten deutschen Heeres." Staatssekretär Dr. Schmidt gedachte Donnerstag mittag durch eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden der Gefallenen des deutschen Heeres. Um 13 Uhr marschierte vor dem Ehrenmal Unter den Linden eine Ehrenkompanie des Wachregiments unter Führung des Hauptmanns Hoebel, eines Trägers des Blutordens, mit klingendem Spiel auf. Kurz darauf erschien Staatssekretär Dr. Schmidt, begleitet vom Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow-Schwante, dem Botschafter von Popen, Gesandten Wildner und Gesandten Hoffinger. Sie wurden von dem Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, begrüßt. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritten sie die Front der Ehrenkompanie ab und begaben sich bann in das Ehrenmal, wo sie einen Lorbeerkranz niederlegten, dessen rotweißrote Schleifen die Inschrift trugen: „Den gefallenen Helden des verbündeten deutschen Heeres. Der österreichische Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten". Nach stillem Gedenken, währenddem von draußen die Klänge des Liedes vom guten Kameraden hineintönten, bildete ein Vorbeimarsch der Ehrenkompanie den Abschluß der Totenehrung, der viele Hundert Berliner beiwohnten. Vertiefung der Zusammenarbeit. Vom Bewußtsein und Bekennen gemeinsamen Volkstums getragen. Abendtasel beim Reichsaußenmimster. Zu Ehren des Staatssekretärs Dr. Schmidt veranstalteten der Reichsminister des Auswärtigen und Freifrau v. Neurath eine Abendtafel im Haufe des Reichsministers. Von österreichischer Seite waren außer dem österreichischen Gesandten Tau- schitz sämtliche Herren der Begleitung des Staatssekretärs sowie die Herren und Damen der österreichischen Gesandschaft erschienen. Außerdem nahmen der königlich-ungarische Gesandte S z t o j a y, sowie der königlich-italienische Geschäftsträger und Gräfin M a g i ft r a t i teil. Deutscherseits waren neben Mitgliedern des Reichskabinetts führende Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht und Partei mit ihren Damen anwesend. Während des Essens begrüßte der Reichsminister des Auswärtigen den Gast der Reichsregierung mit folgenden Worten: „Herr Staatssekretär! Es ist mir eine besondere Freude, im Namen der deutschen Reichsregierung Sie und die Herren Ihrer Begleitung als Vertreter Oesterreichs hier in Berlin begrüßen zu können. Ich hoffe, datz trotz der Kürze Ihres Aufenthaltes Sie Gelegenheit finden werden, an der Wärme und Herzlichkeit, mit der die Bevölkerung der Reichs- haupfftadt die Gäste aus deutschem Stamm auf» nimmt, den hohen Grad des Zusammengehörigkeitsgefühl zu ermessen, den jeder Reichsdeutsche für jeden Oesterreicher empfindet. Die politischen und wirtschaftlichen Fragen, deren Erörterung den Anlaß Ihres Besuches bilden, liegen aus den gleichen Gründen uns allen besonders am Herzen. Ihre Besprechung dient dem Zwecke, die durch das Abkommen vom 11. Juli neu erstandene Zusammenarbeit der beiden Staaten des gleichen deutschen Volkstums zu vertiefen und zu erweitern. Es ist mein ernster Wunsch, daß diese Arbeit zu einem vollen Erfolge führen möge. Ich bitte die Anwesenden, mit mir zu trinken auf das Wohl Sr. Exz. des Herrn österreichischen Bundespräsidenten, Sr. Exz. des Herrn Bundeskanzlers sowie auf das Wohl unserer hier anwesenden österreichischen Gäste. Staatssekretär Schmidt antwortete darauf: Herr Reichsminister! Die liebenswürdigen Worte, mit denen Sie, Herr Reichsminister, mich als Vertreter Oesterreichs zu begrüßen die Freundlichkeit hatten,' haben in meinem Herzen warmen Widerhall geweckt. Es ist mir vor allem ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Reichsminister, sowie allen, die es sich angelegen sein lassen, uns den hiesigen Aufenthalt so überaus angenehm zu gestalten, meinen aufrichtigsten Dank auszusprechen. Die Wärme des Empfanges, der uns hier zuteil geworden ist, ist mir ein Beweis für die Gefühle der Freundschaft und Verbundenheit zwischen den beiden deutschen Staaten. Ich begegne mich mit Ihnen, Herr Reichsminister, in den herzlichen und auf- richttgsten Wünschen, daß unsere polittschen und wirtschaftlichen Besprechungen, die vom Geiste der durch das Abkommen vom 11. Juli wieder belebten Zusammenarbeit unserer Staaten von dem Bewußtsein und Bekennen gemeinsamen Volkstums getragen sind, beiden Staaten zu Nutzen und Frommen gereichen mögen. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, mit mir Ihr Glas zu erheben auf das Wohl Seiner Exzellenz des Führers und Reichskanzlers und des Herrn Reichsministers des Auswärtigen." ten sich nur als „primi inter pares“. Die von Roosevelt vertretene These der guten Nachbarschaft kam bereits sinnfällig zum Ausdruck in der Beseitigung des „Platt Amendement" für Kuba, das den Vereinigten Staaten das Recht der Truppenstationierung und des Eingreifens bei Unruhen auf Kuba gab, in der Souveränitätserklärung für die Philippinen und für Haiti und in ähnlichen Bestrebungen hinsichtlich Portoricos. Verschwanden so die politischen Streitpunkte zwischen Nordamerika und Südamerika immer mehr, so fordert anderseits der wirtschaftliche Zustand in beiden Amerika eine engere Zusammenarbeit. Jbero-Amerika hat in den letzten Jahren den Charakter eines reinen Rohstofflandes verloren. Auf südamerikanischem Boden wuchsen eigene Industrien empor, und diese Entwicklung gibt wiederum der nordamerikanischen Schwerindustrie Gelegenheit, die nötigen Maschinen und Ausrüstungsgegenstände für diesen Wirtschaftsaufbau zu liefern. Der Handelsaustausch Südamerikas mit Europa hat dementsprechend einen Rückgang erfahren. Es find also überaus wichtige Probleme, die auf dem Kongreß von Buenos Aires zur Sprache kommen werden. Der großartige Plan eines politischen und wirtschaftlichen Zusammenschlusses der Neuen Welt kann niemanden gleichgültig lassen, der an dem Frieden und der Wohlfahrt der europäischen Völker interessiert ist. Roosevelts Reise nach Buenos Aires. Die Friedensaltion im Vordergrund. Washington, 17. Nov. (DNB.) Der Kreuzer „I n d i a n o p o l i s", der den Präsidenten der Vereinigten Staaten nach Argentinien bringt, wird von dem Schwesterschiff „C h e st e r" begleitet. Roosevelt nimmt kein Personal seiner Kanzlei mit, sondern nur seinen ältesten Sohn und einen Flügeladjutanten. Der Zweck seiner Reise ist, mit dramatischer Geste eine große Friedensbewegung einzuleiten, von der Roosevelt hofft, daß sie ihren Siegeszug über die ganze Welt nehmen werde. Den über 100 Bürgermeistern amerikanischer Städte, die in Washington den Präsidenten zum Eingreifen in den Seemannsstreik aufforderten, erklärte Roosevelt, der Friede der Welt sei wichtiger als die Beilegung des Streiks, der auch ohne feine Anwesenheit in Washington zu einem befriedigenden Abschluß gebracht werden könne. Auf der lagesorbnung der panamerikanischen Friedenskonferenz in Buenos Aires stehen folgende Punkte: Vervollkommnung bestehender Anti- kriegsverträge, Richtlinien über die Rechte und Pflichten neutraler Staaten, Verbesserung interamerikanischer Verkehrsverbindungen, Austausch von Professoren und Studenten und Reform der Handelsbeziehungen mit dem Ziele der Vermeidung jeglicher Bevorzugung einzelner Fremd st aaten. Gerade bei Erörterung des letzten Punktes dürfte Staatssekretär H u l l, der Führer der Abordnung der Vereinigten Staaten, sehr tätig werden, da die Erreichung einer allgemeinen Meistbegünstigung eines seiner Lieblingsziele ist. Hüll hielt in Rio de Janeiro eine Rede, in der er den Zweck feiner München, 19. Nov. (DNB.) Am Donnerstag wurde in der großen Aula der Münchener Universität die „Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland" feierlich eröffnet. Unter Musikklängen wurde in feierlichem Zuge der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, in den Saal geleitet. Der wissenschaftliche Leiter der neuen Forschungsabteilung, Professor Karl Alexander v. Müller, begrüßte weiter u. a. Ministerpräsident Siebert, Vertreter zahlreicher wissenschaftlicher Institute und Universitäten, darunter die Rektoren der Universitäten München, Berlin, Heidelberg, Frankfurt a.M., Tübingen, Jena, Erlangen und Gießen. Er dankte weiter dem Präsidenten und Schöpfer des Reichsinstituts, Professor Walter Frank, für die Bildung dieser Abteilung. Mit Stolz erlebe die deutsche Wissenschaft, daß auch sie jetzt vom Führer wieder aufgerufen sei in den größten Kampf um die Freiheit und die Ehre und Zukunft unseres Volkes. Dann überbrachte der Chef des Wissenschaftsamtes im Reichs- erziehungsministerium, Ministerialdirektor Professor Dr. V a h l e n , die Grüße des Reichswirtschaftsministers Rust. Der Präsident des Heichsinffituts Professor Wolter ftratif. zeigte bann, wie in ber liberalen wissenschaftlichen Welt selbst die rein tatsächliche Erwähnung des Ju- „Pilgersahrt" nach Buenos Aires darlegte. Wenn die Pilger aus allen Ländern Amerikas in Buenos Aires ihren Entschluß klar machten, daß sie stark, aber gleichzeitig friedfertig sein wollten, wenn sie es schwieriger für diejenigen machten, die den Krieg als Werkzeug nationaler Politik ober eigennütziger Gebietsvergroßerung benutzen mochten, wenn ferner biejenigen, beren Leben auf ben Schlachtfeldern geopfert würbe, über die Wirklichkeit des Krieges nicht im Dunkeln gelassen würben und wenn sie schließlich die Handelsbeziehungen fördern könnten, bann sei bie Zusammenkunft in Buenos Aires vollauf gerechtfertigt. bentumes unb feiner Rolle verfemt würbe. An ber Judenfrage entzünbe sich bie sogenannte wissenschaftliche Objektivität als bie ärmliche Unterwerfung bes Erkenntniswillens unter bie tatsächlichen Machtver- hältnisse bes liberalen Zeitalters. Am 1. April 1936 wurde die besondere For- schungsabteilung Juden frage geschaffen. An bie Spitze würbe Prof. Karl Alexander v. Müller gestellt, weil nichts besser als bie Wahl biefer Persönlichkeit ben Willen hätte ausbrücken können, auch an bie Erforschung ber Judenfrage mit bem weiten Blick einer beutschen und universalen Bilbung heranzutreten. Die geschäftsführenbe Leitung ber Abteilung mürbe in bie Hänbe von Wilhelm Grau gelegt. Eine große Reihe von Arbeitsplänen für bie auf lange Sicht berechnete Forschungsarbeit ist bereits begonnen. Zur umfaffenben Forschung zur Jubenfrage soll in München bie großangelegte technische Voraussetzung burch bie Gründung ber größten europäischen Bibliothek zur Jubenfrage geschaffen werben. Von München aus soll, wie weiter erklärt wurde, der Angriff der beutschen Wissenschaft gegen bie westliche Ideologie geführt werben. Professor Frank erklärte, baß bie Zeit ber Wissenschaft unb ber Hochschulen nicht vorbei ist, baß aber roohl bie Zeit einer erneuerten Wissenschaft unb einer erneuerten Hochschule gekommen ist. Zur Eroberung ber Hochschulen unb zur Losung ber Hochschulkrise sieht er nur einen Weg: die Geistige Aufrüstung der deutschen Wissenschaft. Oie Forschungsabteilung „Iudenfrage" des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands in München eröffnet. England und die Anerkennung der spanischen Monalregierung Lustschlacht über Madrid * des Eine eindrucksvolle Aufnahme von Madrid während eines Fliegerangriffs auf militärische Stützpunkte der Roten. Rechts das Königsschloß. — (Presse-BUo-Zentrale-M.) der sog. „Internationalen Kolonne an. ortige Einberufung des Völkerbundsrates, um die ,,v o 1 °.. v. v , s.. v ' f। - ‘•'icuu-oieiieis jiutflie. Jiocg ein zweues rores ernste Lage iu erwägen, die durch die deustche und Flugzeug wurde abge,ch°sien. Die nationale Ar- trrtl IrttUimA . t H rt nt A >KI ft tTrt nfl« i • < « • < r « •• . - - .... - _ italienische Anerkennung Francos und die Blockade- Die Tagung der Gauamtsleiter auf der Burg Vogelfang Burg Vogelsang, 19. Nov. (DNB.) Der e ganze sprach klärte Von der Londoner Presse wird die Nachricht von der Anerkennung der spanischen Nationalregierung durch Deutschland und Italien stark beachtet, ohne jedoch besonderes Aufsehen heroorzurufen. Die Blätter weisen darauf hin, daß mit dem Beschluß der Anerkennung schon seit längerer Zeit gerechnet worden sei. „Daily Telegraph", der der englischen Regierung nahesteht, nimmt den deutsch-italienischen Schritt sehr kühl auf und verrät neuerdings eine Zuneigung für die rote spanische „Regierung". Verständnis für die Beweggründe des deutsch-italienischen Schrittes zeigt dagegen das Rothermere-Blatt „Daily Mail", das u. a. schreibt: „Die beiden europäischen Großmächte Deutschland und Italien haben der Bande von Kommunisten und Mördern, die die Roten in Spanien regiert, endgültig den Rücken gekehrt und sich rechtzeitig auf Seiten der zukünftigen spanischen Regierung gestellt. Hitler und Mussolini erkennen damit General Franco als den Befreier Spaniens an. Sie find sich bewußt, daß hinter ihm alle religiösen, patriotischen und gesunden Elemente der Nation stehen. Deutschland und Italien haben es stets völlig klar gemacht, daß sie die Errichtung einer neuen bolschewistischen Republik in Europa nicht dulden werden. England sollte jetzt die Wirklichkeiten in Betracht ziehen und keine Zeit mit der Anerkennung der Franco- Regierung verlieren." Das Labourblatt „Daily Herold" fordert eine so- Reichsminisker Pg. Dr. Frick dann über den Neubau des Reiches und er- die geraubten Gelder der Bank von Spanien für die Waffenlieferungen an die Roten anzunehmen. Die Roten würden offen ihre hoffnungslose Lage zugeben. Die am Donnerstag in Madrid verbreiteten Aufrufe zum restlosen Einsatz aller, ob Männer, Frauen oder Kinder, zeigten deutlich, daß die roten Anführer bereits alle Hoffnung aufgegben hätten. Die durch die Bombardierungen in den verschiedenen Stadtteilen Madrids entstandenen Brände tun ein übriges, um die Verwirrung und Unordnung noch zu steigern. Die Besetzung der Universität s st a d t sei vollkommen beendet. Alle roten Soldaten, die überhaupt noch angriffen, gehörten Eine Erklärung Edens im Unterhaus. — Oer Nichteinmischungspakt unberührt. Der französische Ministerpräsident Leon Blum hat beschlossen, die Leitung des durch den Tod Sa- lengros freigewordene Innenministerium interimistisch zu übernehmen. Der Korrespoydent berichtet weiter, daß zusammen mit Caballero und seinen Genossen auch der Polizeichef und der Bürgermeister, begleitet vom Hauptzensor und einer Horde marxistischer Jornalisten aus Madrid flüchteten. Der Sowjetbotschafter Moses Rosenberg sei schon einige Tage vorher verduftet. Der Widerstand der roten Milizen in Madrid wäre ohne Der litauische Staatspräsident hat im Gnadenweg drei Msmelländer, die im Kriegsgerichtsprozeß im Jahre 1935 verurteilt worden sind, d i e Strafen erlassen. Es handelt sich um den zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilten Fritz Losch und die zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilten Szagarus und Krieger. Von den Verurteilten befinden sich noch 53 im Zuchthaus. Front vor Madrid, 20. Nov. (DNB. Funk- spruch.) Am Donnerstagnachmittag fand über Madrid eine Luftschlacht statt, an der insgesamt etwa 60 Flugzeuge beteiligt waren. 20 dreimotorige nationale Flugzeuge warfen über der Gegend des Nordbahnhofs und des Königspalastes sowie über dem Kriegsministerium und dem Toledo-Viertel 60 000 Kilo Bomben ab, deren unheimliche Explosionen in einem Umkreis von 40 Weder unter den Toten noch unter den Gefangenen befände sich auch nur ein einziger spanischer Milizsoldat. Trotz der ungeheuren Verluste fülle sich diese Kolonne immer wieder auf, was ein Beweis für ununterbrochene „Freiwilligen" - Transporte von Ausländern sei, die zur Verstärkung herangeführt würden. Man hofft, daß die Luftangriffe die roten Horden zur baldigen Aufgabe ihres rätselhaften und sinnlosen Widerstandes zwingen. Ueberläufer berichten immer wieder, daß nur noch die s o w j e t r u s s i s ch e n und französischen Drahtzieher Interesse an dem Widerstand und der gewaltsamen Zerstörung der Stadt haben und mit allen Mitteln die von der Bevölkerung ersehnte Uebergabe zu verhindern suchen. Der Sender Teneriffa teilt mit, daß der Sohn des Marxistenhäuptlings Largo Caballero, der sich in der Gefangenschaft der Nationalisten befindet, zum Tode verurteilt worden ist. Auf Vorschlag der Regierung der Südafrikanischen Union hat der König von England den südafrikanischen Bergbauminister Patrick Duncan zum Nachfolger des bisherigen britischen Generalgouverneurs von Südafrika, Lord Clarendon, ernannt. Damit wird zum ersten Male ein Südafrikaner berufen. Eiano berichtet dem Faschistischen Rat. Rom, 19. Nov. (DNB.) Die Nachtsitzung Kilometer deutlich hörbar waren. Der größte Teil des Häusermeeres der Hauptstadt verschwand nach dem Bombardement in riesigen Rauchwolken. Bei dem sich an das Bombardement anschließenden L u f t k a m p f schoß ein dreimotoriges nationales Bombenflugzeug ein bolschewistisches Flugzeug ab, das zwischen die Häuserblocks des Toledo-Viertels stürzte. Noch ein zweites rotes Oer Neubau des nationalsozialistischen Führerstaats Großen Faschistischen Rates dauerte sechs Stünden. Die amtliche Mitteilung besagt, daß nach zweistündigen Ausführungen Mussolinis vom Rat eine Reihe von Erklärungen genehmigt worden ist. Zur militärischen Lage in Italienisch-Ostafrika wird nach Kenntnisnahme des neuesten Berichts des Vizekönigs Marschall Graziani diesem und seinen Generälen lebhafte Anerkennung gezollt und betont, daß sie zur Zeit „an der Spitze ihrer unermüdlichen nationalen und Eingeborenen-Kolon- nen die Besetzung des ganzen Gebiets des Imperiums und die Befriedung der Bevölkerung vornehmen." Zur militärischen Vorbereitung der Nation ist der Rat der Ansicht, daß sie „in diesem besonderen Zeitpunkt vor allem für die Luftwaffe und die Kriegsflotte beschleunigt werden muß." Die Bemühungen für die höchstmögliche wirtschaftliche Autonomie, besonders für die Zwecke der Landesverteidigung, sollen mit allem Nachdruck fortgesetzt werden. „Jeder aktive oder auch nur theoretische Widerstand gegen diese Richtlinien ist Sabotage, die streng bestraft werden muß." Die Aktion der Faschistischen Partei zur Ueberwachung der Preisentwicklung wird gutgeheißen und die Partei aufgefordert, „sie unter Berücksichtigung aller nicht nur inneren, sondern auch internationalen Faktoren weiter zu entwickeln". Dem Devisenkommissar wird nach Kenntnisnahme der wirtschaftlichen und Währungslage ein Lob erteilt. Dann nahm der Große Faschistische Rat den Bericht des Außenministers (Siano entgegen. Rach Kenntnisnahme der in Wien und Berlin unterzeichneten Protokolle gab der Rat seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß damit die Grundlagen für eine wirksame Zusammenarbeit zwischen dem faschistischen Italien und dem deutschen, dem österreichischen und dem ungarischen Volk gelegt worden sind. Für die erzielten Ergebnisse spricht der Rat dem italienischen Außenminister den lebhaftesten Beifall aus. Ferner erteilte der Rat nach Anhörung des Berichtes des italienischen Bol- schaflers G r a n d i der von ihm im Londoner Richteinmischungsausschuß entfalteten Tätigkeit seine volle Zustimmung. Es wurde dann ein Ausschuß aus dem Kammer- vorsitzenden Graf Costanzo 'C i a n o , dem Parteisekretär S t a r a c e, dem Justizminister S o l m i, dem Erziehungsminister B o t t a i und dem Korporationsminister Santini gebildet, der Vorschläge über die Zusammensetzung und die Aufgaben der neuen „Kammer der Fasci und der Korporationen" machen soll. London, 19. Nov. (DNB.) Außenminister Eden erklärte im Unterhaus zur Anerkennung der Franco-Regierung durch Italien und Deutschland, die Haltung der britischen Regierung bleibe die gleiche, wie bereits bei früheren Gelegenheiten auseinandergesetzt worden sei. Als der Führer der Labour-Opposition Attlee erklärte, die britische Regierung beabsichtige also nicht, Franco anzuerkennen, antwortete Eden: „Das Unterhaus wird es zu würdigen wissen, daß ein Unterschied besteht zwischen der Anerkennung einer kriegführenden Partei und der Anerkennung einer der beiden Seiten als der Regierung von Spanien. Dem habe ich nichts weiter hinzuznfügen!" Auf die Frage, ob die Erklärungen Deutschlands und Italiens nicht einen bewußten Bruch des Nichteinmischungsabkommens darstellten, entgegnete Eden, auch wenn man die Regierung der einen oder anderen Seite anerkenne, sei es möglich, die Nichteinmischungspolitik in bezug auf die Waffenlieferungen aufrecht zu erhalten. „Was die Nichteinmischung angeht", erklärte der Außenminister, „so sage ich kategorisch, daß nach meiner Meinung andere Regierungen eine größere Schuld (?!) tragen als diejenigen Deutschlands und Italiens." Diese Feststellung, die zweifellos auf Sowjetruß- land gemünzt war, erregte den Protest des einzigen kommunistischen Abgeordneten Oes Unterhauses. Die Frage, ob man sich von der deutschen und italienischen Regierung die Versicherung geben lassen wolle, daß die Anerkennung Francos nicht etwa bedeute, daß die beiden genannten Regierungen sich für berechtigt hielten, Waffen an Franco zu liefern, bejahte Eden und fügte hinzu, es sei das einzige Ziel der britischen Regierung, den Grundsatz der Nichteinmischung praktisch durchzusetzen. England sei dabei auf die Mitarbeit aller interessierten Regierungen ungeachtet der besonderen Ideologien dieser Länder angewiesen. die Verstärkungen an Mannschaften, Geschüken und Material, die dauernd über Valencia und Albacete nach Madrid strömten, nicht möglich gewesen. Unter den Verstärkungstruppen habe sich auch eine Kavallerie-Schwadron befunden, die zum größten Teil aus Franzosen bestehe. (!) Weitere Abteilungen hätten Emigranten aus Deutschland enthalten. Stabschef der SA. Viktor Luhe legte ein Bekenntnis ab, daß die SA. das Jnitru- ment ist, das immer in der festesten Tuchfühlung mit der gesamten Bewegung stehen muß. Indem er darauf hinwies, daß viele der Gauamtsleiter früher selbst SA.-Männer waren und genau so wie er treppauf, treppab mit Plakaten und Flugblättern gelaufen und dem Gegner auf der Straße mit der Faust entaegengetreten sind, zeigte er, wie durch diesen Kampf in der SA eine Auslese mutiger und gläubiger Männer entstanden ist. „Ich muß verlangen", so sagte er, „daß die SA.-Fübrer sich nicht nur als Vorgesetzte fühlen, sondern ich muß auch von dem Führer verlangen, daß er geistig und weltanschaulich führend vor der Front steht." An die Führer stelle er eine zweite Forderung: Er hierzu u. a.: Neubau des Reiches ist das Werden und Wachsen der lebendigen Volksgemeinschaft, die im deutschen V o l k s st a a t ihre äußere Organisation finden soll. Dabei kommt es in erster Linie auf die Wiedererweckung der durch das gleiche Blut bedingten Gemeinschaftskräfte im deutschen Volke und dann erst auf ihre organisatorische Erfassung in einem nach außen handlungsfähigen und einfach und klar aufgebauten Staatsapparat an, der von der nationalsozialistischen Bewegung ihren Impuls und ibre tragenden Ideeen erhält. Das Wesen dieses so enx« stehenden nationalsozialistischen Führerstaates besteht einmal darin, daß an der Spitze ein Führer steht, dessen Geist und Wille den Staat beseelt und gestaltet, ihm sein Gepräge gibt. Bei ihm liegt die höchste und letzte Entscheidung in allen Angelegenheiten des Staates. In seiner Hand ruht damit letzten Endes alle Macht. „Es muß e i n Wille sein und es muß ein Wille führen." Der kleine politische Nachrichten Der Regierungsausschuh für die deutsch-ungarischen Wirts chaftsbeziehungen hatte Gelegenheit, den Rahmen für die gegenseitige Ein- und Ausfuhr im Jahre 1937 festzulegen. Die Regelung ermöglicht eine Steigerung der beiderseitigen Ein- und Ausfuhr vorletzte Tag der Gauamtsleitertagung auf Burg Vogelsang in der Eifel wurde mit einem arund- sätzlichen Referat Alfred Rosenbergs eröffnet. Er umriß die weltpolitische Situation Europas, in der die Nationalauffassungen und Kulturen aller europäischen Mächte und Länder gemeinsam vom Weltbolschewismus bedroht seien. Die bolschewistische Gefahr, die früher für Deutschland eine innenpolitische Angelegenheit gewesen sei, habe sich zu einer europäischen Frage ersten Ranges entwickelt, wie es sich im Beispiel Spaniens am bedeutsamsten ausdrücke. Das Interesse Deutschlands an der Erhaltung und am Aufbau der eigenen und der europäischen Kultur bestimme seine Verbindung mit allen, auch den sogenannten kleinen europäischen Staaten und regele die freundschaftlichen Beziehungen zu den Ländern, die für einen Austausch kultureller und wirtschaftlicher Werte offen stünden. tillerie beschränkte sich hauptsächlich auf die Beschießung des Platzes Puerto del Sol. Die „internationale Kolonne" leisiet allem noch Widerftand Lissabon, 20. Nov. (DNB. Funkspr.) Ueber den Sender Sevilla teilte General 2 u e i p o de Llano mit, daß aus Anlaß der Anerkennung der spanischen Nationalregierung durch Deutschland und Italien in Sevilla eine große Freuden- kundgebung der spanischen Jugend stattfand. Die Begeisterung für diese beiden Nationen sei in ganz Spanien außerordentlich groß. Der General führte weiter aus, es sei unverständlich, daß sich einige Staaten dazu hergeben, verlange von einem Führer, daß er in Zivil und Uniform, da, wo er gehe und stehe, eine Werbung für den Nationalsozialismus ist. „So sehr wie ich außenpolitisch für ein machtvolles und starkes Deutschland eintrete, so sehr bin ich aber auch der Auffassung, daß man innenpolitisch nicht mit Machtmitteln regieren kann, sondern daß das Volk mit dem Herzen gewonnen werden muß. Wir wollen wie eine gläubige Gemeinschaft vor dem Führer stehen, so daß er bei den großen Aufgaben, die ihm gestellt sind, nicht rückwärts zu schauen braucht." Die Sendung unserer Zukunft ist die Schaffung einer solchen Gemeinschaft durch die Partei als Vorbild für das Volk. Erklärung geschaffen sei. (!) Die jüdisch - liberale „News Chronicle" stellt die absurde Behauptung auf, daß die Anerkennung der spanischen National- Regierung eine „offene Verletzung des Nichteinmischungsabkommens" sei. (!) Francos Vlockaoebeschluß. Englische Fühlungnahme in Burgos. London, 19. Nov. (DNB.) Auf Grund der Ankündigung des Generals Franco, daß er d i e Häfen von Barcelona und Valencia zu blockieren beabsichtige, hat die britische Regierung durch ihren in Hendaye befindlichen Botschafter in Burgos anfragen lassen, ob eine neutrale Schiffahrtszone im Hafen von Barcelona vorgesehen sei. Die Bereitstellung solcher Zonen in Valencia, Taragona, Alicante und Cartagena ist von General Franco der englischen Admiralität bereits z u g e f a g t worden. Sollte England bei der spanischen Nationalregierung vorstellig werden, so würden sich diese Vorstellungen darauf beziehen, daß England irgendeine Beeinträchtigung seiner Schiffahrt innerhalb der Dreimeilenzone nicht zulassen könne. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß die Blockade-Erklärung der National-Regierung in erster Linie darauf hinziele, die Belieferung der spanischen Bolschewisten mit Waffen, Munition und Mannschaften durch die Sowjetregierung zu verhindern. Man glaube, daß Moskau sich der Tatsache bewußt sei, daß es nicht in der Lage fei, die Blockade des Generals Franco zu durchbrechen. Das gehe auch daraus hervor, daß Moskau gegen die Beschlagnahme von zwei owjetrussischen Schiffen durch die Flot- enftreitfräfte Francos keinen Protest eingelegt habe. Role Äorgien in Mdrid. Sowjetrussische und französische Berstärtungen von der Küste her. London, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht einen unzensierten Bericht ihres Sonderberichterstatters aus Madrid. Darin heißt es u. a.: „M adrid ist heute das größte kommunistische Experiment, das jemals in Westeuropa durchgeführt worden ist. Ein kommunistischer „Erziehungskommissar" sorgt dafür, daß die Stadt mit Moskauer Plakaten überschwemmt wird, und daß in den Licht- pielhäusern endlose Reihen kommunistischer Filme gezeigt werden. In der Woche, in der Caballero^ aus Madrid floh, wurde eine „Reini- gungsaftion" unter den Beamten der Mini- terien und der Polizei vorgenommen. Es kam zu blutigen Kämpfen, in denen die Mauern des Retiro-Parks mitLeichen umsäumt wurden. Auch in den Hauptstraßen ah man Leichen, bevor der Verteidigungsausschuß die Lage in die Hand nahm. innere Erneuerung der Wissen- s ch a f t s i d e e und die Sammlung von neuen Menschen, die diese Idee einmal auf den Lehrstühlen der hohen Schulen vertreten können. Zur Erreichung dieses Zieles müßten, auch außerhalb der alten Universitäten geistige Zentren geschaffen werden, von denen langsam und planmäßig die neuen Menschen der Wissenschaft hinüberwechseln könnten auf die Kommandobrücken der Universitäten. Gegen die Befürchtung, daß jetzt, wo der Führer die Wissenschaften des Laboratoriums zur Mitarbeit am großen Werk des Vierjahresplanes aufrief, die geistigen Wissenschaften in den Schatten treten würden, erklärte Walter Frank: Wenn die geistigen Wissenschaften so wie jene Wissenschaften des Laboratoriums die wirtschaftliche Aufrüstung der Nation betreiben, ihrerseits a r - beiten an der geistigen Aufrichtung der Nationalseele, dann werden sie sich auch wieder jene öffentliche Achtung erringen, die sie in den vergangenen Epochen unserer Geschichte besaßen. Anschließend an eine frühere Aeußerung eines der führenden Juden der Vorkriegszeit, Maximilian Harden, die Schuld an der Uebermacht der Juden im geistigen Leben Deutschlands hätten vor allem die Deutschen selbst; denn ihre Politiker seien ungeistig und ihre geistigen Führer unpolitisch, versicherte der Vortragende, daß von der neuen wissenschaftlichen Front diese Lücke, in die sich als einflußreiche Vermittler die Juden eingefügt hatten, geschlossen werden würde. „Nicht die Einsamkeit des Staates", so schloß der Redner, „und nicht die Einsamkeit des Geistes wollen wir, sondern d i e ergänzende Zweisamkeit einer von Geist getragenen Politik und eines von der Politik beflügelten Gei st es. Möge darum die deutsche Wissenschaft und die deutschen Hochschulen den Ruf wohl verstehen, der heute von dieser Stelle aus an sie ergeht. Es ist nicht der Rus der Zerstörung, sondern der Rus der Rettung. Und derjenige, der der stärkste Anwalt der nationalsozialistischen Revolution bei der Wissenschaft und bei den hohen Schulen ist, wird zugleich auch der stärkste Anwalt der Wissenschaft und der hohen Schulen sein bei der nationalsozialistischen Revolution." • W Plockstraße 7 ... und dabei spart man fast die Hälfte Wascharbeit! ,enSiesich dasWaschen leichter, mitÄur- rirb das Einweichen zum Schmuhiösen, Burnus ist mehr als ein Einweichmittel. irifchast aus? Wie steht es in der 7337 V Uniformen »■ Lp'ctrtQ von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- lacniasse holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Sa. 78654JUt 71780.-^ 7328 D Leupin-Creme u. Seife Ohne Beschwerden wieder schlank durch 40800.- 5Ut einschl. Nr. 6 weiter Kreise wesentlich gesteigert. Wer tellhaben will an den Erfolgen nationalsozialistischer Wirt- schaftspolitik, muß auch helfen, diese Erfolge sicherzustellen. Anleihezeichnung ist selbstverständliche nationale Pflicht. P ei ping, 17. Nov. (DNB.) Nord chinesische Zeitungen bringen lange Berichte über einen Angriff der Jnnermongolen auf die nordöstlich von Peiping gelegene Provinz Suily an. Der innermongolische Pnnz T e w a n soll sich in dem Besitz der strategisch wichtigen B a h n st r e ck e Kalgan —Kweihwa (Suiyan) sehen wollen. Nach umfassender Fliegeraufklärung bis zur Bahnstrecke verdichtete sich am 14. November der Kavallerieschleier der von Nord-Tschachar angesetzten Truppen. Sonntag morgen begann ein von Feld- Innermonqolischer Vorstoß in Nordchina. Standortvertragsschnei der 6567 D 4680.- SUt 4680.- JUL 1242. - 5Ut 25 412. — «RaM, t <)« qaa RjH 2000.- 2630°- Triumphzug. Trotz der nebligen kühlen Witterung hatten sich Tausende von Menschen am Wege eingefunden, die Dr. Goebbels immer wieder zujubelten. Der Minister mußte wiederholt anhalten, um Volksgenossen die Hand zu drücken. Diesem überwältigenden Empfang durch die Bevölkerung des Eifellaitdes folgte eine ebenso herzliche Aufnahme in der Ordensburg durch die Gauamtsleiter. Dr. Goebbels verglich die Taktik der Staats- sührung mit der Taktik eines Schachspielers, der seine Regeln und Maßnahmen, die ihn zum Ziele geführt haben, auch erst nach erfolgreichem Spiele bekanntgebe. Die nationalsozialistische Taktik sei von Vernunft und dem gesunden Menschenverstand beherrscht. Dann forderte Dr. Goebbels die Gauamtsleiter auf, aus ihren Arbeitsgebieten Fragen an ihn zu richten, die er beantworten wolle. Diese Unterhaltung gab vielen verantwortlichen Männern der NSDAP. 'Gelegenheit, Probleme des politischen Lebens mit dem Reichspropagandaminister selber zu besprechen. So führte die Unterhaltung zur Behandlung sozialer Vrobleme, Rechtsfragen, zur Erörterung nationalsozialistischen Lebensstils, des Siedlungsvroblems, der Verbrauchslenkung, der Menschenführung, sowie der grundsätzlichen politischen Ausrichtung des deutschen Volkes durch die nationalsozialistische Bewegung. uns. Das Fundament des neuen Gebäudes bildet die Blutsgemeinschaft des deutschen Volkes. Auf ihnen erheben sich als die das Gebäude tragenden drei großen Säulen: Partei, Verwaltung und Wehrmacht, jede mit einer spezifischen Sonderausgabe, lieber allen zusammen steht die Einheit und Stärke des Reichs, wahrend und mehrend als höchste Spitze derFüh- r e r. Nach außen wird diese Einheit des Baues symbolisch verkörpert durch die Hakenkreuzslagge und das Hoheitszeichen der Bewegung, die auch Symbole des neuen Reiches sind. Kameradschaftliche Aussprache mit Reichsminister Dr. Goebbels. Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet, stand der . letzte Nachmittag im Zeichen des Besuches von Reichsminister Dr. G o e b b e l s, der gegen Mittag in Köln eintraf. Dort wurde er von Gauleiter Grohä im Kraftwagen zur Ordensburg Vogelsang geleitet. Die Fahrt durch die geschmückten Dörfer und Städte gestaltete sich zu einem Gießen, den 22. Oktober 1936. ftür das Amtsgericht Bietzen: Karle. Ortsgerichtsvorsteher. Schlaf-Zimmer Speise-Zimmer Die schönst. Küchen in Schieillack n.natnrlasiert Einzelmöbel, Schreibschränke BUfetts, Schreibtische, Bücherschränke, Chaiselongues KailtSCh ^nswahl Möbelhaus ökvrg KOOS Gießen 736iA Schulst!-. 6 3. fflur IV Nr. 176 Grabgarten am kleinen Steinweg rechts.........•••• -E qm 4. Flur IV Nr. 177 Ludw.gstrab- Nr. 1 daselbst.............. qm 5. Flur IV Nr. 178 Brak- 6. FlurlvNn 17S 'H°ft->'t° (3U Ludwig. 7. Flur°I^ Nn l80 Hafr-it- ßubmigftrabe eine Stellungnahme Nankings. Grützen Glauben finden Gerüchte, daß Marschall T s ch i a n g tausch e ck sich bereits auf dem Wege nach Suiyan befinde. Zustimmungstelegramme und Geldspenden zeugen von der eindeutigen Stellungnahme der chinesischen Bevölkerung, besonders der Hochschulen für die Verteidigung von Suiyan. Das japanische Außenamt erklärt auf das entschiedenste, daß Japan mit den Vorgängen in Suiyan nichts zu tun habe, es verfolge aber die gegen den Kommunismus gerichtete Abwehraktion des innermongolischen Prinzen Tewan mit großer Aufmerksamkeit, da Japan und Manschukuo an der Bekämpfung des Kommunismus äußerst interessiert seien. __________ Für den Einzelhandel beginnt jetzt die sog. Hochsaison. Die beiden letzten Monate des Jahres sind durch das Weihnachtsgeschäft die wichtigste Arbeitszeit des Handels überhaupt. Ihm fallt es zu, in diesen Tagen die Erzeugnisse, die me Industrie längst fertiggestellt hat, an den letzten Verbraucher heranzutragen. Wie groß die Bedeutung des Einzelhandels ist, geht aus der Tatsache hervor, daß er im Laufe des Jahres mindestens für 25 bis 27 Milliarden Mark Waren über den Ladentisch an die Verbraucherschaft absetzt. Die Jahresumsätze des Einzelhandels steigerten sich seit 1933 ständig. 1933 beliefen sie sich auf 21,7, 1934 auf 24,1, 1935 auf 25,2 Milliarden Mark und für dieses Jahr schätzt man den Umsatz auf Grund der bisherigen Ergebnisse auf mindestens 27,5 Milliarden. Selbstverständlich sind nicht alle Einzelhandelsge- biete gleichmäßig am Weihnachtsgeschäft beteiligt. Für die Damenkonfektion ist beispielsweise das Frühjahr ein wichtigerer Termin als die Weihnachtszeit. Gardinen werden im Dezember auch nicht mehr gekauft als in anderen Monaten. Die Parfümerien dagegen gewinnen schon stärker durch den großen Festtermin und setzen rund 28 v. H. des Jahresgeschäftes in den beiden Weihnachtsmonaten um. Der Umsatz von Taschentüchern entfällt zu 37, von Pelzen zu 43 und von Spielwaren sogar zu 64 v. H auf das Weihnachtsgeschäft. (Die Spielwarenhändler haben sogar während der ganzen übrigen Zeit des Jahres so etwas wie eine tote Saison.) Auch Wein- und Likörgeschäfte haben rm November und Dezember ihre große Zeit. • und Wüsensckvatt. Die Sängerin Ernestine Schumann-Heink f. Die bedeutende Opern- und Konzertsängerin Ernestine Schumann-Heink ist nach schwerem Leiden, 76 Jahre alt, in Hollywood gcftorben. Ernestine Schumann-Heink, die in Dresden Berlin, Bayreut und Neuyork Triumpfe feierte ist noch als 64jährige in einer Ncuyorker „Rheingold - Aufführung aufgetreten; nach im letzten 2ahre sang sie im Rundfunk und mit 74 Jahren drehte fie m Hollywood in voller Rüstigkeit ihren ersten Film. Vom Hessischen Landestheater. Der Generalmusikdirektor des Hessischen Landestheaters, Karl Friderich, der m letzter Zeit wiederholt Angebote als Konzeridirl- aent erhielt hat die Generaldirektion des Hessischen Landestheaters gebeten, von einer Verlängerung seines bestehenden Vertrages als Generalmusikdirektor abzusehen, damit er sich in größerem Umfange als bisher seiner Konzerttätigkeit widmen kann. Auf dem internationalen Kapitalmarkt haben sich merkwürdige Dinge ereignet. Trotz der bekannten Erklärung des amerikanischen Staatssekretärs M o r g e n t h a u , die englische und französische Regierung könnten künftighin zu Preisen, die Amerika festsetzt, dort Gold kaufen (bie Schweiz hat sich in dieses Abkommen eingeschaltet), ist seit der sogenannten Wahrungs- reaulierung, deren Zweck sehr umstritten ist, der Goldstrom nach Amerika nicht eingehakten worden sondern Amerika hat innerhalb der Wahrungs- Der neue Erlaß des Reichswirtschaftsministers, der die Kartelle der Aufsicht durch die Organisation der gewerblichen Wirtschaft unterstellt, bedeutet eine völlige Neuerung in der Geschichte der Kartellkontrolle. Meist entstanden die Kartelle, wenn der Absatz besonders schwierig und die Konkurrenz unhaltbar groß geworden war. Aus dem Gedanken heraus, daß Einigkeit stark macht, pflegten sich die Unternehmer in solchen Fällen an den Verhandlungstisch zu setzen und gewisse Richtlinien zu verabreden, die in Zukunft für sämtliche, dem Zusammenschluß angehörenden Mitglieder verbindlich waren. Die Abmachungen konnten sich entweder nur auf Lief erungs bebingungen ober auf die Aufteilung bes Absatzgebietes, auf die Festsetzung ber Preise ober ben Umfang der Erzeugung beziehen. Erstrebt mürbe mit diesen Vereinbarungen die Ausschaltung des freien Wettbewerbs zwecks Sicherung „auskömmlicher Preise . Diese Preise wurden stets so hoch festgesetzt, bah auch bas schwächste, also auch der unter den ungünstigsten Bedingungen arbeitende Kartellbetrieb dabei noch bestehen konnte. Es versteht sich von selbst, daß, so lange es in dem kartellierten Wirtschaftszweig Außenseiter gibt, die sich nicht an Kartellabmachungen halten, ein Kampf um die Einbeziehung der Außenseiter in das Kartell geführt wird. Der Wert ober Unwert der Kartelle hantzt von der wirtschaftlichen Einsicht ab, mit der oie Möglichkeit ber Marktbeherrschung unb bes Preis- biktates ausgenutzt wirb. Kartelle können in Richtung einer stetigen, krisenrnindernben Preisgestaltung wirken unb eine Ueber-Erzeugung verhindern. Sie können aber auch eine große Gefahr bedeuten, indem sie auf Kosten ber Allgemeinheit Gewinne einheimsen unb damit mittelstänbische Existenzen vernichten. Um derartigen Gefahren oorzub-ugen, • ist die Neuregelung des Reichswirtschaftsministe- . riums erfolgt. Die Regelung bestimmt, daß ein- t zelne Gruppen, wie es die Kartelle sind, keine > marktregelnden Funktionen mehr aus- - üben bürfen, während ihnen nach wie vor bie . Pflege ber marktordnenden Tätigkeit geblieben ist. In Zukunft liegen die Hauptaufgaben der Kartelle in ber Förderung ber Wirtschaftlichkeit ihrer Mitglieberbetriebe sowie in ber weitgehenden Anpassung und Einführung in bie Aufgaben des zweiten Dierjahresplanes. Hierzu erklärte ber Reichswirtschaftsminister ausbrücklich unb sehr un- mißverstänblich: „Hierbei werben alteingewurzelte Vorstellungen, die vielfach von vermeintlichen privat- wirtschaftlichen Rentabilitätsgrunbsatzen bestimmt waren, barauf zu überprüfen fern, ob ste gegem über ben großen Zielen des Dierlahresplanes noch eine Berechtigung haben." Entente einen Saldo der Goldbewegung zu seinen Gunsten von über 100 Millionen Dollar zu verzeichnen. Mit anberen Worten: Die Parität der neuen Währung würbe einige Wochen gehalten, um bie Verhältnisse in ber Golboerteilung n o ch schlimmer zu gestalten. Jnfolgebessen ist aus ben Finanzmärkten starke Nachfrage nach Dollars, bie ber amerikanischen Regierung nicht paßt, man« renb bas Pfund und vor allem der sranzostlche Frank sanken. Frankreich hatte sich bet seiner Abwertung zwar eine Grenze nach unten oon zo bis 34 Prozent vorbehalten, aber ber französische Frank nähert sich ganz bebenklich bem tief ft en vorgesehenen Satz. Solange bie USA. Hochschutz' zölle, einen überwerteten Dollar unb eine aktive Zahlungsbilanz haben, ist burch bie angefunbigten Mittel überhaupt keine Aenberung zu erzielen, benn bie angefünbigten Maßnahmen hängen in ber Luft Wenn bie Amerikaner bie Gefahr einer lieber« frembung ihrer Wirtschaft wirklich so lebhaft befürchten, wie sie es barstellen, muß vor allem die amerikanische Handelspolitik ber Schutzzölle radikal aboebaut werden. Aber darüber ist man sich Drüben nicht einig. Wenn auch die Schwäche des englischen Pfundes saisonbedingt erscheint, so zeigt sich doch, daß der französische Franken dadurch m eine prekäre Lage geriet, daß das französische Auslands- kapital heute einfach von England nach Amerika ab wandert, wo größere Derdienstmog- lichkeiten winken, daß es aber n i ch t uft ch F r a n k- r ei ch z u r ü ck k e h r t. Zudem hat bie Volksfrontregierung burch Lohnerhöhungen, Verkürzung ber Arbeitszeit usw. schon bie Folgen vorweggenommen, bie man von einer Abwertung bes Franks erwartete nämlich eine Belebung ber französischen Uöirb schäft. Man fühlt in Frankreich, baß man sich durch i bie Frank-Abwertung nicht besser gebettet hat, und i nicht zuletzt barauf finb bie politischen unb wirt- - schaftlichen Kämpfe zu erklären, bie heute Frank« - reich erschüttern. griff in den Bezirken von Tsaolin und Hsingho, ber trotz starken Schneefalls um Montaamorgen wieder aufgenommen wurde. Obwohl die Zahl der inner- mongolischen Truppen nur auf 3000 geschätzt wird, cheint ihre technische Ausrüstung ihnen beträchtliche Anfangserfolge ermöglicht zu Haden, da die chinesischen Verteidiger von Suiyan weder Flugzeuge noch Tanks besitzen. Die nordchinefischen Zeitungen beschuldigen die japanische K w a n t u n g a r m e e offen der Unterstützung des innermongolischen Vorstoßes auf Suiyan. Man glaubt, daß Japan angesichts des Stockens der Besprechungen mit der Nankinger Zentralregierung über die Bildung einer antikom- munistischen Front bie Welt vor vollendete Tatsachen stellen wolle.. Man wartet ungeduldig aus Führer teilt den einzelnen Organisattonsformen des Volkes, der Partei, dem Heere, der Verwaltung, den ständischen und wirtschaftlichen Selbstoerwal- tungseinrichtungen ihre Aufgaben zu. Er ist bie höchste Einheit aller Erscheinungsformen bes Voltes. Der Führer trägt allein bie Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft. Zum Führer gehört bie Gefolgschaft. Der Führer führt daher durch bie Ueberzeugungskraft seiner Leistung. Um der Gemeinschaft willen unterstellt die Gefolgschaft sich in freiwilligem Dienst bem Führer. Der nationalsozialistische Führerstaat muß begrifflich ein Einheitsstaat sein. Die nationalsozialistische Bewegung ist bie mit der Führungsaufgabe be= traute Organisation. Dem Staat liegt die Durchführung des durch den Führer unb die Bewegung verkörperten Dolkswillens ob. „Die gesamte Staatsgewalt in Deutschlanb ruht beim Führer unb Reichs- kanzler; politische Führung, Gesetzgebung und Verwaltung sind in seiner Hand vereinigt. Außerbem ist er ber oberste Gerichtsherr. Die drei tragenden Säulen bes Reichs: Bewegung, Staatsverwaltung und Wehrmacht gehorchen alle bem gleichen Führer. Damit verkörpert das Gesetz auch in reinster Form die Einheit von Partei unb Staat. So sehen wir nach einer Aufbauarbeit von 3^ Jahren den Neubau des Reichs bereits in großen Zügen vor Aus aller Wett. Lleberfchwemmungskatastrophe in Japan fordert über 3S9 Todesopfer. In Korbjapan hat sich eine furchtbare Hat ur- kataftrophe ereignet, bei ber mehrere hunbert japanische Bergleute ums Leben gekommen sind. Das Unglück ereignete sich in dem Bergarbei- kerdors Osaruzawa, etwa 50 Kilometer südlich Aomori auf der Insel Hondo. In dieser Gegend war schwerer Sturmregen niedergegangen, der sämtliche Dämme zerstörte unb das Dorf vollkommen überschwemmte. Mehr als 300 Bergleute der zum rNitsubischi'Konzern gehörenden Kupfergrube Osaruzawa kamen durch bie hereinbrechenden Wassermassen ums Leben. Bisher konnten nur 30 Tote geboren werben. Noch unbestätigte Gerüchte sprechen sogar von mehr als 1000 Todesopfern. Die neuesten Berichte aus dem Grubengebiet von Osaruzawa in Nordjapan lassen erkennen daß es sich bei dem Dammbruchunglück um eine noch viel gröbere Katastrophe handelt, als man bisher angenommen hatte. Bisher sind nach der letzten hier einge» troffenen Meldung 350 Todesopfer als sicher festgestellt. Man befürchtet jedoch, daß noch sehr viel mehr Bergleute den Fluten zum Opfer gefallen sind. k 52/35. Zwangsversteigerung. Montaa!dem 7. Dezember 1936, vorm. 9 UW, m erb en mi Amtsaerichtsgebäube in Gießen, Zimmer 204, bie bem Derg^ssessor a. D. Theodor Ludwig Petri inGi-b-nzug°!ch«°b-n-n Grundstuckeo-rsteigert. 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Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (279) — Das Schicksal der Auslanddeutschen, die auf fremder Erde in fremden Staaten und inmitten fremder Völker ihr Deutschtum behaupten, wird zu unmittelbarer Wirklichkeit erweckt durch diesen neuen Roman, in dem Heinrich Zillich, der mehrfach preisgekrönte, siebenbür- gische Dichter, von Rot und Kampf und Stolz und Größe der Deutschen im Osten erzählt. Die politische Sendung und Aufgabe, die ihnen im alten Oesterreich zur Zeit des unaufhaltsamen Zerfalls und Zusammenbruchs der habsburgischen Monarchie aufgetragen war, lernt auch Lutz Rheindt erkennen, der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts als Sohn einer siebenbürgifch-deutschen Familie zur Welt kommt. In einer Fabriksiedlung; wo Deutsche neben Ungarn, Rumänen und Juden leben und arbeiten, wird er frühzeitig die gefährliche Völkerverschiedenheit gewahr, während seiner Schuljahre in Kronstadt fühlt Reindt sich hingerissen in die Zwietracht, die durch den unüberbrückbaren Gegensatz der verschiedenartigen zusammenlebenden Völker und Rassen heraufbeschworen wird. Die Entscheidung bringt schließlich der Weltkrieg. Je länger er dauert, um so mehr fällt das aus dem bunten Völkergemisch zusammengewürfelte Heer auseinander. Während heldenhaft um die bedrohten Grenzen gekämpft wird, halten die Völker Oesterreichs ihre Stunde für gekommen, ihr Selbstbestimmungsrecht als autonome Nationalstaaten zu verkünden. Statt der Erlösung aus den volkspolitischen Spannungen und der erhofften Festigung der staatlichen Macht, stehen nach dem Zusammenbruch des Krieges die Deutschen im Osten Europas, obwohl sie Jahrhunderte lang die Hüter und Mehrer der abendländischen Kultur waren, vor einer ungewissen Zukunft. Aber sie werden wie Lutz Rheindt und seine Kameraden auch unter den widrigsten Umständen ihr Volkstum wahren und ihre Rechte verteidigen, wie es die Ehre ihres Volkes von ihnen fordert. Mit diesem Einsatz wollen sie beitragen zum Neuaufbau Europas. Selten tritt in einem Buch so klar zu Tage, wie auf das persönliche Dasein des einzelnen die Schicksalsfragen der Volksgesamtheit einwirken, die die Menschen zum höchsten Opfer bereit machen für ihre Nation. Darauf vor allem beruht der Wert dieses Buches. Es ist em Mahnruf, der die in weiter Welt versprengten Deutschen sammelt zu einer durch keine Grenzen zu trennenden Gemeinschaft. — Walter Görlitz: Marc Aurel. Kaiser und Philosoph. Mit 15 Bildtafeln. Preis in Leinen 5 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (322) — Dieser letzte große Kaiser auf dem Thron eines geeinten römischen Weltreiches war ein Herrscher von lauterster Gesinnung, der in der Hingabe an seine Pflichten gegenüber dem Staat keine Einschränkungen kannte. Mare Aurel ist nicht der in sich gekehrte Philosoph, von dem man sich nur wundern kann, daß er sich in der harten Wirklichkeit bewähren konnte. Nein, Marc Aurel war ein Kämpfer, ein Feuerkopf, dessen Philosophie als Stoiker vor allem in einem Streben nach religiöser Vollkommenheit bestand. Als schaffensfrohen Tatmenschen lernen wir ihn auch in dem Buch von Görlitz kennen. Die Vielfältigkeit seines Wirkens gibt dem Verfasser Gelegenheit, ein farbenprächtiges Bild der Zustände im damaligen Rom zu entwerfen und die Schwierigkeiten herauszustellen, mit denen das römische Weltreich in jener Zeit zu kämpfen hatte, da die Völker an den Grenzen sich immer drohender erhoben. Die beigegebenen ganzseitigen Bildtafeln mit Szenen von der Aurelsäule illustrieren die Germanenkämpfe des Kaisers. — Georg Bayerer: Tagebuch BI. Heitere Erlebnisse eines Freiwilligen aus dem Großen Krieg. 92 Seiten. Kart. 1,80 Mark. Verlegt bei Emil Roth in Gießen. — (348) — Georg Bayerer Herrenzimmer echt Eiche mit Nußbaum, Bücherschrank, dreiteilig, Schreibtisch, runder Tisch, 1 Sessel, 2 Stühle mit echtem Leder nur RM.375 Möbelhaus 6g. Koos Gießen 7349A Schulstraße 6 Generalvertretung: 7335, ganz und gar kein Problemrosan. Ramm ist selbst Arbeiter und schrieb den „Roman eines kleinen Schicksals", wie er es nennt, den Roman eines deutschen Arbeiters. Er kennt die Welt, die das Buch gestaltet, aus engster Lebensnähe heraus und hat die Gabe, sie so zu gestalten, daß sie kein totes Bild bleibt, sondern zu einer lebendigen und nahen Wirklichkeit wird. Es ist ein Abbild der Zeiten, die eben erst hinter uns liegen, gesehen in einer neuen warmherzigen Realistik, geschrieben aus der Liebe zum einfachen Menschen. Uns, gewori hingat gesegn, arbeite scheiden sehen t Gewi seiner f seines 1 gnadete geben rr gen gea * n Künstler schling, «chen I wir #r ui Hetzen Aber wnes L S grö' W nu selbst & । * ( s ° te,PUhft JSs. wirkte, tin- tön schreibt in dem aus Beltershain datierten^Morwort zu seinem Büchlein: „Als ich in den Krieg zog, nahm ich zwei Tagebücher mit. A 1 war für sachliche Aufzeichnungen über die von mir zu erlebenden Kriegshandlungen, B1 für interessante Erlebnisse mehr persönlicher Natur bestimmt. Letzteres ist gerade voll geworden, zu A1 kamen noch neun hinzu ..." Wir haben es hier mit einer Sammlung kleiner, heiterer Geschichten zu tun, die, in volkstümlicher, soldatischer Sprache niedergelegt, ein wahrheitsgetreues Spiegelbild des deutschen Kriegers und seiner persönlichen Eindrücke enthalten. Was da vom ersten Tag in der Mainzer Kaserne, von der Fahrt an die Front, von der Feuerstellung, vom Vater Philipp, vom hohen Besuch und vom ersten Bart, von der Entlausung und doit den kleinen Mädchen, nebst manchem anderen, berichtet wird, dürfte von vielen alten Soldaten, die auch dabei waren, gerne gelesen werden und scheint geeignet, der jungen Generation die heitere Seite des Soldatentums im Kriege vor Augen zu führen. So wird sich das Tagebuch, das auch allerlei zum Vorlesen enthält, bald viele Liebhaber finden und manche fröhliche Stunden bereiten. — Gert Buchheit: Das Reichsehrenmal Tannenberg. Mit 60 Bildern. Kart. 2,50 Mark. Verlag Knorr 6- Hirth, München. 1936. — (341) — Auf Geheiß' des Führers ist das Tannenbergdenkmal zum Reichsehrenmal des deutschen Volkes' erhoben worden. Im Jahre 1935 erfuhr das Denkmal eine großzügige Umgestaltung. Architekten, Bildhauer, Maler, Erzgießer und Kunstschmiede fanden sich zu selbstloser Arbeit zusammen. So entstand das Reichsehrenmal Tannenberg. Seine Baugeschichte und vor allem seine jetzige Gestalt mit allen Einzelheiten ist in dem neuen Buche von Buchheit im Wort und besonders durch viele ausgezeichnete Abbildungen niedergelegt. An Hand von Tafelbildern, Skizzen und Modellen wird zum erstenmal die Entwicklung des Denkmals von seinen Anfängen bis zu seiner Vollendung aufgezeigt. Dem geschichtlichen Ueberblick mit einer knappen, packenden Schilderung des Verlaufs der Riesenschlacht (nebst Skizze) folgt die Deutung der einzelnen Kunstwerke. Wir sind überrascht nicht nur von der Wucht und Würde des Gesamtdenkmals, sondern auch von der Fülle edelster Einzelkunstwerke im Innern des Mals. Ihre vorzügliche Wiedergabe in Kunstdruck machen den Wert dieses Buches aus. — Paul Bommersheim, Dozent der Philosophie an der Technischen Hochschule Darmstadt: Heimat und All. Philosophische und pädagogische Forschungen in der Heimat. 95 Seiten mit einer Bildtafel. Geheftet 2,50 Mark. Felix Meiner Verlag, Leipzig, 1936. — (338) — Die Schrift gibt in ihren sechs Aufsätzen der Philosophie eine neue Richtung, indem sie ihr den „Mikrokosmos" der Heimat erschließt, und zeigt zugleich aller Heimatforschung und Heimaterziehung ihre umfassenden Zusammenhänge. Nach einer Ueberschau über das Ganze jenes „Mikrokosmos" untersucht sie in diesem Ganzen naturphilosophisch den Stufenbau der Wirklichkeit, wertphilosophisch das „einfache Leben" und die „bäuerische Gemeinschaft", erhellt das Verhältnis von Volkskunst und Raum und erweist die Heimatgeschichte als eine eigentümliche Dimension der „Weltgeschichte". Die Schrift wendet sich an die Philosophen, an alle an der Heimatforschung und Heimatpflege Beteiligten, an Lehrer, darüber hinaus an jeden, der ein persönliches Verhältnis zu seiner Heimat hat. — Hugo Ramm: D i e Bonifers. Roman. 346 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark. Bergstadtverlag, Breslau. — (334) — Dieses Buch von Ramm ist nicht ein Roman im literarischen Sinne, sondern es ist ein Bericht von dem Kreislauf menschlichen Lebens, wie er im letzten halben Jahrhundert an vielen aus unserem Volke offenbar geworden ist. Es ist die Ausgestaltung eines sozialpolitischen Themas, aber es ist dabei Einheitliche Disziplinarordnung für die HI. Berlin, 17. Nov. (DNB.) Der Leiter des Per. sonalamtes der Reichsjugendführung Obergebietsführer John machte Mitteilungen über die neue Disziplinarordnung der Hitlerjugend. Sie überträgt den Einheitsführern vom Führer der Gefolgschaft aufwärts einheitliche Difziplinarbefugnisse und bestätigt die bisherige Praxis, daß Ausschlüsse in der Regel Sache der HI. - Gerichts» b a r k e i t sind. Die beiden großen Aufgaben des HJ.-Disziplinarwesens sind die Erziehung durch Anwendung von Disziplinarmitteln und die negative Auslese durch Entfernung aus der HI. Das Wort Strafe ist in der neuen Ordnung vermieden worden. Zu HJ.-Richtern sollen die ä l t e st e n und bewährte st en HI. - Führer auserwählt werden. Die Gebietsführer und die Obergauführerinnen erhalten eine weit über den bisherigen Rahmen hinausgehende Diszi- plinarbefugnis. Sie können Hitlerjungen und -mädel aus den Listen st r e i ch e n und Kameradschaftz- und Scharführer degradieren. Sie können ferner Strafbeurlaubungen aussprechen und in dringenden Fällen jeden ihnen unterstellten Hitler- jungen bis zum Bannführer oder Untergauführerin durch einstweilige Verfügung ausschließen. Die Aufgabe der Disziplinarordnung ist die Reinhaltung der HI. von Elementen, die eine moralische oder politische Gefahr für die Gemeinschaft sind und die Erziehung aller derer, die im Kern gesund und anständig sind und sich nur eine jugendliche Entgleisung zu schulden kommen ließen, ge» Bei dem von der Katastrophe betroffenen Gebiete handelt es sich um zehn meist von Grubenarbeitern bewohnte Dörfer mit einer Bevölkerung von 6000 Menschen, darunter 2000 Grubenarbeiter. Von den etwa 1000 Häusern der Ortschaften sind 350 völlig zerstört. Die Einwohner sollen schon öfter auf die von dem Damm drohenden Gefahren hingewiesen haben, worauf die Sicherungsanlagen nachgeprüft worden sind. Anscheinend hatte aber niemand mit einem derartigen Ausmaß der Ueberschwemmung und mit einer solchen Gewalt der Wasserfluten gerechnet. Die Osaruzawa-Gruben liefern jährlich etwa 6000 Tonnen Kupfer, 6000 Kilo Silber und 350 Kilo Gold. Schweres Eisenbahnunglück in Galizien. In Chabowka auf der Eisenbahnlinie Zakopane— Krakau ereignete sich Donnerstagabend ein schweres Eisenbahnunglück. Die zwei letzten Wagen des fahrplanmäßigen Zuges entgleisen aus bisher nicht geklärten Gründen und wurden zum Teil zertrümmert. Vier Personen fanden dabei den Tod, sechs Personen wurden schwer und acht weitere leichter verletzt. Bei einem Buhlagsausflug verunglückt. Zwei Mitglieder eines Kasseler Wintersportvereins wollten den Buß- und Bettag auf dem Meißner verbringen. Im Haldenhaus der früheren Zeche übernachteten sie. Als ein dritter Vereinskamerad dort eintraf, fand er den einen der beiden röchelnd auf, während der andere schon verschieden war. Nach den bisherigen Ermittlungen handelt es sich wahrscheinlich um eine Oxydgasvergiftung, welche durch einen Petroleum-Heizapparat heroor- gerufen worden ist. Der noch lebend aufgefundene Sportler wurde dem Krankenhaus zugeführt. Frost und Schneefall in Schlesien. In Schlesien ist der Winter eingezogen. Wie der Reichswetterdienst meldet, lagen die Temperaturen Freitagfrüh durchweg bei 0 Grad und etwas darunter. Besonders im Flachland traten verbreitet? Schneefälle auf. Die Schneedecke hatte bereits eine durchschnittliche Höhe von fünf Zentimeter, stellenweise sogar bis zehn Zentimeter. Zuchthaus für einen jüdischen Rassenschänder. Die Große Strafkammer des Hamburger Landgerichtes verurteilte den 45 Jahre alten Volljuden Willy Curl and wegen Raffenfchande zu einem Jahr sieben Monaten Zuchthaus. Cur- land hat noch nach Erlaß des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre bis in den März dieses Jahres Rassenschande getrieben. Die Behauptungen, die er nach seiner Verhaftung aufstellte, daß er nicht Volljude sei, wurden klar widerlegt. Besonders kennzeichnend für die niebrige Gesinnung dieses Juden ist, daß er bei der Durchführung seiner Geschäfte stets versuchte, sich den Anschein eines Ariers zu geben. Aus diesem Grunde hatte er auch am 9. November vorigen Jahres die Hakenkreuzfahne an feiner Wohnung gehißt, obwohl ihm bekannt war, daß der § 4 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre Juden das Hissen der Reichs- und National- . flagge verbietet. Ein Augenzeuge der kaiserproklamalion in Versailles. Einer der wenigen noch lebenden Augen- zeugen der Kaiserproklamation zu Versailles am 18. Januar 1871, Generalmajor a. D. Grieben in Weilburg, vollendet am 20. November sein 9 3. Lebensjahr. Generalmajor Grieben, der sich einer außergewöhnlichen Rüstigkeit erfreut, nimmt an den Geschehnissen der Zeit regen Anteil und empfindet es als ein Glück, in feinem hohen Alter den Wiederaufstieg der deutschen Nation und den Neuaufbau der deutschen Wehrmacht durch den Führer noch miterleben zu dürfen. Der General nahm als Pionier am Feldzug 1870/71 teil und war zur Kaiserproklamation als Vertreter seines Regiments abgeordnet. Seit Jahren lebt Generalmajor Grieben in Weilburg. 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Vom Südrand des über Nordosteuropa zum Auf« bau kommenden Hochdruckgebiets wird mit einer kräftigen Ostströmung fortgesetzt (öftere Luft auf das europäische Festland verfrachtet. Sie hat auch in unserem Gebiet stärkere Abkühlung herbeigeführt, wenn auch Frost auf die höheren Lagen beschränkt blieb. Der Einfluß des sich südwärts verlagernden Hochdruckgebiets auf unser Wetter wird sich noch verstärken. Aussichten für Samstag: Wolkig bis aufhe-iternd und meist trocken, bei lebhaften östlichen Winden kalt, nachts vielerorts Frost. Lustteinperaturen am 19. November: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 3,3 Grad: am 20. November: morgens 2,1 Grad. Maximum 8,8 Grad, Minimum heute nacht 1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. November: abends 6,1 Grad; am 20. November: morgens 4,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. | Vermietungen | Einfamilien-Haus mit 5 Zimmer, Bodenz., Badez. u. Heizung, in d. Karl-Vogt-Str. per 1. 1. 37 zu vermieten. 73«d Schriftl. Bewerbungen erbeten. Bounenofienfdiaft 1894 e.G. m. ö. 9. (Bietzen. | Mietgesuche~| Ruh., möbliertes Zimmer m. voll.Pension von alt., berufstätigem Herrn z. 1. Dezember ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 05348 a.d. G.A. 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Eine Schar einfallsreicher Köpfe strebt nach dem gleichen Ziele. Viele geraten auf Irrwege, aber hin und wieder kommt doch einer auf den richtigen Pfad und dringt ein Stückchen weiter voran. Vis schließlich einer den Durchschlupf findet, der endgültig aus dem Dickicht der Schwierigkeiten hinausführt. Bei der Dampfmaschine ist es so gewesen, beim Verbrennungsmotor, bei den Erzeugern elektrischen Stromes und vielen anderen Schöpfungen der Elektrotechnik; auch bei der Eisenbahn, bei Luftschiff und Flugzeug, beim Kraftwagen, beim Rundfunk und noch un- aezählten anderen Dingen, die wir aus unserem Leben kaum noch wegdenken können ... So war es auch beim Kino. Seine Ahnen sind die „L a t e r n a m a g i c a" und das „Lebens- r a d". Die Laterna magica stammt von dem zu seiner Zeit berühmten neapolitanischen Naturforscher Johann Baptist Porta, der sie um die Mitte des 16. Jahrhunderts seinen erstaunten Freunden vorführte. Das „Lebensrad" erdachte der Belgier Plateau im Jahre 1828. Die einzelnen Zustände einer Bewegung, beispielsweise eines Pferdes im Galopp, sind hintereinander auf einen Papierstreifen aufgemalt. Durch die Schlitze einer schnell bewegten Trommel betrachtet, fließen die Einzelbildchen zu einem scheinbar lebenden Bilde zusammen. Daß man die Trägheit unseres Auges durch solche rasche Folge von „Phasenbildern" zur Vortäuschung lebendiger Bewegungen benutzen kann, erwähnt bereits ein französisches Buch aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Nutzbringend war diese Erkenntnis allerdings erst zu verwenden, als die Photographie weit genug fortgeschritten war, um solche Teilbilder von Bewegungen unmittelbar nach der Natur festzuhalten. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Momentphotographie bereits imstande, ausgezeichnete Bewegungsaufnahmen von Tieren auf die Glasplatte zu bannen. Ottomar An schütz in Berlin erfand sogar einen Betrachtungsapparat, in dem man solche auf Glasplatten kopierte Aufnahmen durch rasche Drehung als „lebende Photographie" in natürlichen Bewegungen sah. Thomas Ä. Edison kam durch den „Schnellseher" von Anschütz auf den Gedanken, ein optisches Seitenstück zu seinem Phonographen zu schaffen. Sein guckkastenähnliches „K i n e t o s k o p" hatte als Träger der BewegungsbilÄer keine Glasplatte mehr, sondern einen langen Zelluloidfilmstreifen, der zur Fortbewegung an den Seiten gelocht war. Er hat sich fast unverändert bis heute als „Normalfilm" erhalten. Mit ihm ließen sich, falls man den Streifen recht lange wählte, beliebig ausgedehnte Handlungen aufnehmen. Es lag nahe, den Edijonfilm nicht nur im Guckkasten des „Kineto- skop" einzelnen Betrachtern vorzuführen, sondern sie durch einen entsprechenden Bildwerfer auf der Leinwand gleichzeitig zahlreichen Zuschauern sichtbar zu machen. Viele Erfinder bemühten sich um diese Aufgabe, deren technische Hindernisse weit weniger leicht zu nehmen waren, als es auf den ersten Blick erscheint. Den besten Erfolg hatten die Brüder L u m i e r e in Paris. Vor allem weckten sie mit ihrem „Cinematographe“ — das Wort stammt von ihnen — die Begeisterung der Pariser für die lebenden Bilder, wenn sie auch noch manche Mängel hatten. So waren im Jahre 1895 scheinbar alle Voraussetzungen für den endgültigen Aufstieg des Films gegeben. Ob die Kinematographie indessen mehr werden könnte als ein interessanter Versuch, als eine modische Ueberraschung der Technik, hing noch von einem großen Problem ab: es war noch nicht geglückt, die Einzelbildchen auf zuverlässige Weise genügend lange stillstehen zu lassen und dann hinreichend rasch weiterzuschalten. Erst dadurch aber konnte eine befriedigende Bildwirkung und störungsfreie Vorführung gewährleistet werden. Oskar Meßter, dem heute Siebzigjährigen, war es vorbehalten, diese wesentliche Schwierigkeit zu überwinden. Das Malteserkreuzgetriebe der von ihm erfundenen Bauart, mit dem er damals, im Jahre 1896, die Frage der Filmschaltung löste, ist heute noch ein unentbehrliches Hauptstück aller gebräuchlichen Kinovorführungsgeräte auf der ganzen Erde. Als Sohn des Berliner Optikers Eduard Meßter hatte sich der Jubilar mit dem Bau und der Vervollkommnung wissenschaftlicher Instrumente erfolgreich befaßt. Es lag in seiner Art, wie auch in der Arbeitsweise des wissenschaftlichen Jnstrumentenbaues, daß er sich nicht auf die Lösung einer Aufgabe beschränkte. Auch allen anderen Einzelteilen schenkte er vielmehr höchste Aufmerksamkeit. Er entwarf und vervollkommnete die Filmführung, das Bildfenster, den Vor- und Nachwickler und viele andere Glieder des Ganzen. So schuf Oskar Meßter damals, vor vierzig Jahren, die Form des kinematographischen Vorführungsgerätes, die heute noch in der gesamten berufsmäßigen Kinematographie gültig ist! Mit seiner Maschine konnte Meßter im Mai 1896 zunächst einzelnen Leuten Edison - Kinetoskopfilme mit solchem Erfolg vorführen, daß alsbald der Schausteller R o g u l i n aus Moskau ein Meßter- Kino kaufte. ' Die von Meßter soeben begründete deutsche Kinoindustrie erweiterte ihr Absatzgebiet soaleich über die Reichsgrenzen hinaus! Bis zum Jahresende waren bereits an 57 Kunden 64 Meßtersche Vorführungsapparate verkauft, davon 22 ins Ausland. Inzwischen hatte Meßter im September 1896 eine Aufnahmekamera gebaut und drehte nun selbst Filmaufnahmen. Schon im Oktober kauften die Gebrüder Köhler in Hamburg solch eine Kamera. Damit war der iunqen deutschen Kinoindustrie ein weiteres Arbeitsfeld erschlossen. Noch vor Ende 1896 hatte Meßter aber auch F i l m k o - piermaschinen und alle sonstigen Einrichtungen zur Aufnahme und Bearbeitung von Filmen entworfen und hergestellt. Damit hatte er aber auch das von ihm neugeschaffrne deutsche Kino- und Filmgewerbe vom Auslande unabhängig gemacht. Ein wichtiger Fortschritt, gerade vom Gegenwartsblickpunkt aus gesehen! Meßters Filme waren nicht nur mit seinen Geräten ausgenommen und bearbeitet. Auch der Inhalt stammte von ihm. Daß er die Natur mit der Kamera belauschte, daß er bald Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen für Forschungszwecke wagte, daß er erblühende Blumen, chirurgische Eingriffe. Gehstörungen. Geschoßwirkungen im Filmbild einfing, nimmt bei Meßters beruflichem Werdegang nicht wunder. Manche jener Vorgänge hat er überhaupt zuerst gefilmt. Aber Meßter wußte, was der Kinobesucher in erster Linie verlangte, nachdem das erste Staunen über die „Lebende Photographie" verflogen war. Um die Wünsche des zahlenden Zuschauers kennen zu lernen, dessen Eintrittsgeld die Grundlage des gan- Der O^enbacher Schreiber. Zum 60 (Heburtetage von Rudolf Koch Der hervorragende deutsche Schriftkünstler Rudolf Koch, am 9. April 1934 gestorben, wäre heute, am 20. November, 60 Jahre alt geworden. Wir geben aus diesem Anlaß einige Abschnitte des Gedenkaufsatzes von Ernst Kellner wieder, den das „Insel- Schiff" nach dem Tode des Offenbacher Meisters veröffentlichte. Unser Offenbacher Meister ist kaum 58 Jahre alt geworden. Mitten aus einem Leben inbrünstiger Hingabe an ein vielseitiges Schaffen und ans einem gesegneten Wirken in dem Kreis von jungen Mitarbeitern und Freunden, deren Entwicklung er entscheidend bestimmte, wurde er abgerufen. Und doch sehen wir keine Tragik in seinem frühen Tod. Gewiß wäre uns aus der unerschöpflichen Quelle seiner frommen Liebe zu den Dingen, aus der Kraft seines Erlebens und aus dem Reichtum seiner begnadeten Hände noch manches beseelte Werk gegeben worden, und er mag auch noch an vielen Dingen gearbeitet haben, welche nun nicht mehr vollendet werden können. Auch haben wir nicht viele Künstler unter uns von solchem Ernst der Auffassung, solcher Treue und Ausdauer der handwerklichen Bemühung und solcher Fülle der Begabung, daß wir unsere Reihen über der Lucke, die sein Tod unter uns gerissen hat, rasch und mühelos wieder schließen könnten. Aber das Erbe seines Werkes, das Verpflichtende seines Lebens und Schaffens unter uns ist wichtiger und größer und läßt uns den Tod dieses Mannes nicht nur als hoffnungslos zerreißendes Geschehen erleben an dessen Sinn wir ohnmächtig rütteln. Er selbst hat uns in den letzten Wochen seines Lebens, in denen er seinem baldigen Tod ruhig ins Auge sah, zu diesem Verstehen mit einfachen Worten geholfen: „Ich habe meinen Teil getan, so gut ich konnte, — jetzt seid Ihr dran." Wer an das Schriftschaffen Rudolf Kochs, das in seinen vielfältigen Materialisationen stets im Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens stand und von dem auch seine anderen Arbeiten immer ihren Ausgang nahmen, mit formalen und ästhetischen Maßstäben herangeht, dem wird es sich nie erschließen. Denn stets' war es zuerst das Erlebnis des Wortes, was ihm mit unentrinnbarer Gewalt in inxmer neuen Gestaltungen seiner Schriften auszudrücken drängte, und der Sinn, der hinter den Worten steht, der sich in geschriebener, gedruckter, geschnittener. gemeißelter, gepunzter, gewebter oder gestickter Schrift sinnfällig offenbaren mußte. Ihre erschütterndste Ausdruckskraft fanden seine Schrist- ten, wo sie die Sprache redeten, welche die konzentrierteste und hintergründigste ist und die ihn stets am meisten erfüllte und packte: Die Sprache der Bibel in der deutschen Prägung Martin Luthers. Zur sonntäglichen Erholung und zur Entspannung von den bewegenden Äufgaben, die er sich damals mit den immer neuen Gestaltungen von einzelnen Texten und ganzen Büchern der Bibel setzte, begann er im Jahre 1921 Blumen zu zeichnen, wie sie sich in den Wäldern und Wiesen um Offenbach fanden. An der anspruchslosen Arbeit der getreuen Zeichnung nach der Natur fand er so große Freude, daß solche Blätter bald in großer Zahl entstanden. Es war natürlich, daß auch diese Tätigkeit auf die Arbeitsgemeinschaft seiner Werkstatt Übergriff und schließlich den Wunsch aufkommen ließ, diese Blumenzeichnungen vervollständigt in Buchform zu veröffentlichen. 1930 ist dann das fertige Werk im Insel-Verlag erschienen, von Christian Kleukens in Mainz vorbildlich gedruckt. Die ersten Schreibversuche Kochs im Jahre 1903 galten einer neuen deutschen Schrift und auch später standen die deutschen Schriften immer im Mittelpunkt seines ausgedehnten Schriftschaffens. Die deutsche Landschaft und Sprache, deutsche Kunst, Dichtung und Musik waren ihm vor allem anderen vertraut; in weiser Beschränkung mochte er sich nicht durch fremde Welten verwirren lassen, seine Liebe und Hingabe wollte er ungemindert den unerschöpflichen Gütern des deutschen Volkes widmen. Von der Großmutter. Von Anton Gabele. Wir mußten drei Stunden durch die Tannenwälder fahren, um die Großmutter zu besuchen. Weil meine Eltern aber ein wohl angefülltes Tagewerk hatten, geschahen solche Besuche selten, gewöhnlich nur zweimal im Jahre: An Allerheiligen, um den Toten ein Wachslicht und ein Vaterunser zu schenken, und an Silvester für die Lebenden, denen man in einem Kiffenbezug den braunen, duftigen Brotkranz und den Segen für's neue Jahr brachte. Zu solch einem Befuch an Allerheiligen durste ich einst mit dem Vater unter dem ledernen Verdeck der Kutsche sitzen. Ich war erst vier Jahre alt, besinne mich aber noch, wie ich mit dem Vater an den mit Moos und grellen Papierblumen verzierten Gräbern stand und das Murmeln der Gebete hörte. Besonders gut besinne ich mich auf die Großmutter, die ich nur dies eine Mal fah. Denn sie starb das Jahr darauf. Eine rundliche, kleine Frau mit einem seidenen, schwarzen Tüchlein um die weißen Haare — so sitzt sie auf der Bank am Herrgottswinkel, lächelt und nickt ntir immer wieder zu, streichelt über weizen Kino- und Filmwesens ist und bleibt, hatte Meßter noch im September 1896 das e r st e d e u t- sche Lichtspieltheater in Berlin, Unter den Linden 21, übernommen. Die Vorbesitzer waren mit ausländischen Vorführgeräten schlecht gefahren. Hier konnte nun Meßter seine Erfindungen im täglichen Gebrauch erproben und lebendige Verbindung mit dem Zuschauer halten. Aus solcher Kenntnis heraus drehte Meßter zahlreiche Unterhaltungsfilme, meist humoristischen Inhalts. Sie hatten nur wenige Minuten Vorführzeit. Aber die Technik schritt fort, und die Ansprüche wuchsen. Längere Handlungen, richtige Stücke mußten gefilmt werden. Meßter richtete das e r ft e deutsche Filmatelier ein. Er mußte Helfer haben. Es gab keine Filmregisseure, keine Filmdarsteller, keine Atelierarchitekten, keine Drehbuchschreiber, überhaupt keine Filmberufe. So mußte Meßter sie alle selbst erst heranbilden. Es war nicht leicht, die geeigneten Kräfte für den Film zu finden, zumal die Künstler anfänglich es zumeist für unter ihrer Würde hielten, sich mit solcher Volksbelusti* gung abzugeben. In feinem demnächst erscheinenden Buche „Mein Weg mit dem Film", einer wahren Fundgrube für die Geschichte des Kinos, erzählt Meßter Ergötzliches von jenen Schwierigkeiten. Der Aufstieg des Films bis zur allgemeinen Anerkennung als Kunstwerk war schwer, und Meßter hat an diesem Weg zur Höhe beträchtlichen Anteil. Das unterscheidet ihn von Anschütz, Edison, Lu- miere und den anderen Erfindern, die alle kein Filmgewerbe aufbauten. Im Jahre 1902 trat bei Meßter als Techniker Carl Froelich ein, der aus dem Elektrofach kam. Meßter erkannte bald Froelichs künstlerische Gaben und bot ihm die Möglichkeit, als Dramaturg und Spielleiter tätig zu sein. Mancher entsinnt sich vielleicht noch des 1911 bei Meran unter Froelichs Spielleitung gedrehten Films „Tirol in Waffen". Sechzehn Jahre wirkte Froelich bei Meßter. Zu Beginn des Weltkrieges Hessische Auswanderer. Ein Aufruf der „Forschungsstelle Stammheimat" beim DDA., LB. Hessen. Zahllose wertvolle Volksgenossen wandten in der Vergangenheit der Heimat den Rücken, wanderten aus, um draußen in der Fremde ihr Glück zu suchen. Sie gingen dem deutschen Volk verloren — ein unersetzlicher Verlust an rassisch kostbarem Blut, an Wagemut und Schöpferkraft; denn der Entschluß, über See ein neues Leben aufzubauen, war schwer. Das neue Deutschland erkennt seine Pflicht. Wir wollen die Fäden wieder knüpfen, die eine verständnislose, selbstsüchtige Vergangenheit abreißen ließ. Wir wollen den Deutschen draußen in der Welt wieder deutsche Heimat schenken. Ueberall in Deutschland sind durch die Bundesleitung des VDA. Forschungsstellen geschaffen worden, die diese Arbeit leisten sollen. Auch in Hessen ist im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsstatthalter eine solche „Forschungsstelle Stammheimat" gegründet worden. (Anschrift: Dr. Adolf Müller, Stadtbücherei Darmstadt, Pädagogenstr. 1, Fernruf: Darmstadt 3500, Nebenstelle 433.) Demnächst werden durch die Kreisämter und Bürgermeistereien Fragebogen ausgegeben werden. Trage jeder die Namen und Anschriften der Auswanderer seiner Familie ein! Es gibt kaum eine Familie in unserem Gebiet, die nicht Sippengenossen im Ausland besitzt. Die Forschungsstelle verfolgt nicht nur rvifsen- senschaftliche Ziele. Wichtiger ist, durch Briefe und Lesepatenschaften, durch Buch- und Zeitschriften- versand unseren deutschen Brüdern im Ausland zu zeigen, daß wir uns mit ihnen verbunden fühlen. Eine große vaterländische Aufgabe ist zu lösen. Sie kann nur gelöst werden, wenn viele Helfer sich zur Verfügung stellen. Darum ans Werk! Das Kirchenbuch der Gemeinde Steinbach erzählt.... Der Vorsitzende des hessischen Gustav-Adolf-Vereins hatte in einem Rundschreiben an die Pfarrämter die Bitte ausgesprochen, daß ihm alle in den Kirchenbüchern befindlichen Notizen über Auswanderung, Gründe der Auswanderung, Ziel derselben, Namen der Auswanderer, Zeit der Auswanderung, ob einzeln oder in Gruppen und über etwa bekanntgewordenes Schicksal der Auswanderer mitgeteilt würden. Im Steinbacher Kirchenbuch hat Pfarrer Stückrad die Auswanderer von 1819 (24 an der Zahl), von 1821 (acht Personen) und von 1834 (vier Personen) und das Ziel dieser Auswanderungen (Nordamerika) angegeben. Darüber und über die Auswanderungen nach dem Wolgaland in Rußland ist im „Gießener Anzeiger" schon berichtet worden. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist überaus reich an Auswanderungen. Die Steinbacher Chronik berichtet darüber: „Von den 30er Jahren an haben diese Auswanderungen aus allen Orten unserer Gegend sehr zugenommen und in jedes Dorf kommen jetzt Briefe aus Amerika. Diele Gemeinden haben sich durch Bezahlung der Ueberfahrtskosten ihrer armen Leute zu entledigen gesucht. Großen-Buseck z. B. beförderte 1856 gegen einige 140 Seelen auf einmal in die überseeische neue Heimat. Von uns zogen auch Vermögende mit Reisegefährten aus anderen Gemeinden ab. Doch waren es mehr jüngere Leute, welchen ich beim Abschied neue Testamente und Andachtsbücher schenkte. Da der evangelische Verein für Innere Mission sich mit der Bitte an alle Geistlichen gewandt hatte, die Auswanderer, welche in Amerika oft ohne alle Pflege des religiösen Lebens waren, vor ihrer Abreise wenigstens feierlich beim öffentlichen Gottesdienst aus der Heimatkirche zu entlassen, so kamen wir auch dieser Aufforderung im Sommer 1855 nach. Da wanderten nämlich auf Kosten der Gemeinde aus: Heinrich Schreiner und dessen Sohn gleichen Namens; Wilhelm Müller und Heinrich Diehl mit seiner Familie. Sein Sohn Louis wurde, obgleich er noch nicht das gesetzmäßige Alter erreicht hatte, noch vorher konfirmiert und ging mit seinen Eltern und den übrigen Auswanderern zum Tisch des Herrn." Die Predigt hielt der Chronist Pfarrer Völker über Apostel-Geschichte 17, 26, „und alle Anwesenden waren bewegt und fühlten sich durch diese noch nie erlebte religiöse Feier erbaut". Auch nach 1855 wanderten noch Steinbacher nach Amerika aus, wie gelegentliche Notizen in den Kirchenbüchern beweisen. Auffallend ist es, daß in Albach anscheinend in dieser Zeit niemand auswanderte. Wenigstens ist aus dem Albacher Kirchenbuch nichts darüber zu ersehen. Vermutlich liegt die Erklärung darin, daß die Albacher, die in der Heimat nicht das Leben fristen konnten, nach Paris zogen und dort ihren Lebensunterhalt suchten und fanden. Von Steinbach dagegen ist kein Fall der „P a r i s g e h e r e i" bekannt. Diese war in den Dörfern Lindenstruth, Saasen, Reinhards- Hain, Beltershain, Lumda, Stangenrod in jener Zeit bis zum Ausbruch des Krieges 1870 sehr häufig. Sogar nach England zogen Leute aus diesen Dörfern, um sich durchzuschlagen und einige Ersparnisse nach der Heimat zurückzubringen. Wenn wir heute als Bürger des dritten Reiches solch einen Blick auf die Zeit vor 100 Jahren zu- rückwerfen, dann muß dankbare Freude in uns sein, daß wir in einer anderen Zeit leben, wo keiner mehr wegen Hunger auswandern muß. nen Scheitel und schiebt mir ein Stück Gugelhupf nach dem andern hin. Auch läßt sie einen Korb voll Obst bringen und stopft mir Mund und Tasche damit. Birnen so schmalzig auf der Zunge zerfließend, Aepfel, so rot und würzig, wie ich sie all mein Tag nicht wieder gesunden. Auch die Sitztruhe unserer Kutsche hat sie mit roten Aepfeln füllen lassen, daß nun ihr paradiesischer Dust um uns ist auf der ganzen Heimfahrt durch die Nacht, den Wald und Nebel, den unser Kerzenlaternchen am Wagen nicht zu durchdringen vermag. Dann habe ich noch eine blasse Photographie der Großeltern, die einst in unserer Stube hing. Da sitzen sie in ihrem Festtagsstaat. Der Großvater im braunen Rock mit Silberknöpfen, ledernen Kniehosen und weißen Strümpfen. Die Großmutter hält die Hände über der blumigen Seidenschürze gefaltet und blickt darauf nieder, als wundere sie sich, daß diese Hände einmal Ruhe haben. Mein Vater hat kaum je von feinen Eltern erzählt, zumal nicht von der Mutter. Er sagte wohl: „Die Mutter selig hat es so und so gemacht" oder „Die Mutter selig ist ’ne rechte Frau gewesen". Dieses „die Mutter selig" klang feierlich und endgültig, daß es kein Geschichtlein mehr zuließ. Aber da ich heranwuchs, hätte ich gern noch mehr gehört von den Großeltern und Ahnen, schlug also die alten Standesbücher auf und folgte ihren Spuren die Jahrhunderte empor. Bauern waren sie, hart und herb, mit verpreßter Lippe und aufgestemmter Faust wie der Großvater. Aber zwischen den Marksteinen ihres Lebens, dem Stern der Geburt, dem Kreuz des Todes schwebte auch das Kränzlein der Liebe, klang der Name einer Mutter, hinter der sich die Kinder reihten. Es rührte mich, sooft ich solch einen milden Frauennamen durch das harte Gebälk der Jahrhunderte schweben fühlte. Anna Maria hieß meine Großmutter, den Namen der beiden biblischen Mütter in sich vereinend. Und sie war wohl eine Erzmutter. Elf Kinder hat sie geboren und großgezogen. Drei davon hat sie sterben sehen. Einer von den dreien war ihr Aeltester, Magnus hieß er und sollte Geistlicher werden, wurde aber schwermütig, acht Tage bevor er die letzten Weihen erhielt, und starb ein Jahr darauf. Und auch der Großvater starb, als noch sechs von den neun Kindern unversorgt waren. „'Ne rechte Frau" nannte mein Vater seine Mutter. Wie gering erscheint uns Vielsprechern dies Wort beim ersten Hören; und wie erfüllt es sich, wenn wir bei ihm verweilen. Ich brauche von der Großmutter nicht mehr zu wissen. Eine rechte Frau, das will sagen: sie war, wie diese d"utschen Bauern- mütter noch sind, still und treu hingegeben ihrer Pflicht, zäh, innig und fromm. Was wird die Großmutter getan haben, damals als man ihren Sohn Magnus begrub, als sie ihrem Manne das letzte Weihwasser gegeben? Sie schlug ein Kreuz und kehrte heim zu den hundert Wesen, zu Mensch, Tier und Pflanze, die ihrer harrten. Aus dem Schmerz erschuf sie neues Leben. Nur Sonntags über dem Gottesdienst hatte sie eine kleine Weile, der Toten zu gedenken, zündete zu ihrem Gedächtnis den Wachsstock an und sann in die zitternde Flamme hinein. Die Arbeit war ihr Trost, die Mühe ihre Labung. Genug schon, elf Kindern das Leden zu geben. Mehr noch, sie in der Ernte, im Heuet, in der schweren Zeit drängender Arbeit zu gebären. Und das allermeiste, sie zu ernähren, zu brauchbaren, wackeren Menschen heranzubilden und wieder an ein Brot zu bringen. Fünfzig und mehr Jahre hat diese Großmutter gekocht und gebacken, gesponnen, gewaschen, genäht und geflickt. Kein Hälmchen im Garten, fein Huhn im Hof, fein Rind und Schwein im Stalle, dem sie nicht ihre Pflege gab. Sie mußte Butter und Käse machen, Klee mähen, Disteln stechen, Garben binden. Sie war die erste am Morgen, die letzte am Abend. Wo ein Streit war, wo Kummer und Sorgen und Kranfheit, da trug man es zu ihr, daß sie schlichte und versöhne, verbinde und tröste, darüber bete und gute Hoffnung werfe. Und so, sich vergessend, für andere sich verzehrend, wurde sie achtzig Jahre alt und setzte sich eines Mittags in den Lehnstuhl und schlummerte zu ihrem Gott hinüber, so still, daß es feiner im Hause merfte. Ein Colleom-Mnseum. Jedem Besucher Venedigs wird das Reiterstandbild des Colle oni von Verrocchio in seiner unerhört energisch gestrafften Haltung in Erinnerung geblieben sein. Dem großen Condottiere des 15. Jahrhunderts soll nun in seiner Vaterstadt Bergamo auf Betreiben des Colleoni-Jnstituts ein Museum gewidmet werden, in dem alle Gemälde, Medaillen, Waffen, Dofumente und Handschriften die sich auf ihn beziehen, vereinigt werden. Das Museum soll in der Casa Colleoni untergebracht werden, in der in einem Saal schon das berühmte Gemälde aus dem 15. Jahrhundert den Heerführer darstellt, wie er zusammen mit dem hl. Franz zu den Seiten des Gekreuzigten fniet. Das Bild war im Jahre 1912 plötzlich verschwunden, tauchte (pater in Rom aber wieder auf unD wurde durch Mussolini der Stadt wiederzugeführt. Zugleich mit dem Colleoni-Museum soll auch das Schloß Mal- paga, in dem Colleoni im Jahre 1475 gestorben ist. in feinem alten Glanze wiedererstehen. Hier stellen eine Reihe non Fresken d'e bcrübmteften Szenen aus dem Leben des Condottiere har, der in seinen besten Jahren geradezu königlich Hof hielt und Fürsten und Gesandte empfing. machte er für Meßter Frontaufnahmen, der daraus dann die „M e ß t e r - W o ch e" entstehen lieh. Außer Froelich begannen viele andere, später berühmt gewordene Künstler bei Meßter ihre Filmlaufbahn. So stand in seinem Atelier Henny Porten im Jahre 1907 zum ersten Male vor der Kamera. Emil I a n n i n g s spielte dort im Jahre 1914 seine erste Filmrolle als Partner von Erna M o r e n a in „Fromont jun. und Rießler sen.". Viele beliebte Darsteller, manche heute längst da- hingegangen, viele aber noch unvergessen, manche aber auch heute auf der Höhe des Ruhms, traten in Meßterfilmen auf: Girardi und G i a m p i e- tro, Thielfcher und Otto Reutter, Steide l, Decarli, Liedtke, Richard Alexander, Beckerfachs, Kaiser-Tietz, Viggo Larsen, Junkermann, Pauli g, Piel, Adalbert, Ossy Oswalda, Leopoldine Konstantin, Frida Richard, Adele Sand rock, Olga Limburg, Lil Dagover und viele andere. Anna Pawlowa und die S a h a r e t tanzten in Meßterfilmen. Paul L i n ck e erschien als Dirigent seines „Glühwürmchens" vor Meßters Kamera ... Ständig arbeitete aber Oskar Meßter an der technischen Vervollkommnung der Kinematographie bis in die jüngste Zeit. Die Riesenzahl seiner Patente zeugt davon. Besondere Bedeutung gewann das „Panzerkino", das er 1912 herausbrachte. Es zeichnete sich durch gekapseltes Werk mit selbsttätiger Schmierung und auswechselbarem Malteserkreuzgetriebe aus und wurde das Vorbild der heute gebräuchlichen Theatermaschinen. Dann führte er aber auch schon im August 1903 im Berliner Apollotheater Tonfilme vor. Es waren die ersten öffentlichen Tonfilmvorführungen der Welt. Meßters „Biophonapparate" arbeiteten natürlich mit Schallplatten. Die Biophone waren so vorzüglich, daß sie zehn Jahre lang in Lichtspieltheatern vor- gefuhrt werden tonnten' Schließlich wurden jedoch die Theater zu groß für die Klangfülle der damaligen Tonfilmgeräte, und Verstärker gab es noch nicht. Dadurch endete jene erste Tonbildepoche ... Im Weltkriege meldete sich Meßter freiwillig. Als Fliegeroffizier stand der schon Fünfzigjährige im Westen. In jener Zeit machte er zwei bedeutsame Erfindungen auf militärischem Gebiete. 1915 entwarf und baute er die ersten selbsttätigen Luftbildaufnahmegeräte. Mit diesen „Reihenbildnern" konnte ein einzelner Flieger in wenigen Stunden lange Frontabschnitte selbsttätig aufnehmen und Hunderte lückenlos zusammenpassende Bilder von einem Fluge mitbringen. Die Vorteile der Reihenbildner für ’ die Truppenfühyung erwiesen sich als so gewaltig, daß bald eigene „Reihenbildzüge" aufgestellt wurden. Mancher ReihenbiQflieger erhielt den „Pour le merite". In vervollkommneter Form bilden solche selbsttätige Luftbildkammern heute noch die Grundlage der Luftaufnahmen für Heer und Landesvermessung. Meßter erfand im Weltkriege auch die „M. G. - K a m e r a" als Zielübungsgerät für den Kampfflieger. Sie ist heute mit geringfügigen Abweichungen bei allen Militärstaaten eingefuhrt. Auch hier hat die Erfindertat Oskar Meßters weit über die deutsche Heimat hinaus schöpferische Wirkung geübt! Als ihre höchste Auszeichnung verleiht die Deutsche Kinotechnische Gesellschaft alljährlich für die beste Leistung auf ihrem Fachgebiet die „Goldene Meßter-Medaill e". Sie ehrt damit nicht nur den jeweils Ausgezeichneten, sondern auch den deutschen Bahnbrecher des Filmwesens, Oskar Meßter. Vom richtigen Schenken. Werbung der NS.-Irauenschast für dos handwerkliche Weihnachtsgeschenk. NSG. Weihnachten rückt näher heran und damit auch der Gedanke an das Weihnachtsgeschenk. Es soll viel Freude bereiten, schön soll es sein, aber es darf auch nicht zu kostspielig werden. Von „teuer" und „billig" sollte man aber hier nicht reden. „Preiswert" ist gute Handwerksarbeit stets, wenn wir von ihr mit Stolz sagen können: hier habe ich etwas Einmaliges, Dauerhaftes, ein beseeltes, meisterliches Werk, das immer neue Freude spendet. Wenn wir uns umsehen in unserem Heim, was uns zum täglichen guten Freund geworden ist, was wir immer gern zur Hand nehmen, dann müssen wir feststellen: das ist ein formschönes, praktisches Erzeugnis des deutschen Handwerks. Ein Vorurteil der Hausfrau gegen die Erzeugnisse des Handwerks Jft durchaus nicht berechtigt. Ein bißchen Bequemlichkeit ist oft auch dabei, wenn wir gedankenlos zur Massenfabrikation und zur Serie greifen. Gerade im Gau Hessen-Nassau gibt es so viele Gelegenheit, den Handwerker zu unterstützen und schöne Weihnachtsgeschenke aus der Werkstatt eines geschickten Meisters zu wählen. Wie besonders schön sehen unsere Blumen in einem handgemalten Krug aus dem Kannebäckerland aus. Aber es müssen nicht immer nur diese bekannten Handwerkszweiae ein Geschenk liefern. Die Hausfrau freut sich ebenso sehr ü6er ein Geschenk aus der Hand des Drechslers, des Buchbinders, des Kürschners ufw. In diesen Wochen wird in allen Ortsgruppen der NS.-Frauenschast und des Deutschen Frauenwerkes im Gau Hessen-Nassau eine Werbung für das handwerkliche Weihnachtsgeschenk durchgssiihrt. Ein Film des deutschen Handwerks bringt den Frauen Anregungen zu praktischen Weihnachtsgeschenken, die auch die Kasse erschwingen kann. Am 8. Dezember findet im Neichssender Frankfurt zwischen 15 und 17 Uhr eine Sendung statt: „Vom richtigen Schenken". Wir hoffen, daß alle Hausfrauen unseres Gaues sich überzeugen werden, daß ein Weihnachtsgeschenk vom Handwerker das schönste Geschenk auf dem Weihnachtstisch sein wird. Aus den preußischen Nachbargebieten. 50000 Frankfurter besuchten die Ausstellung „Weltfeind Nr. 1 — Der Bolschewismus". Lpd. Frankfurt a. M., 19. Nov. Die Wanderausstellung „W eltfeind Nr. 1 — Der Bol- fchewismu s", die während sechs Tagen in Frankfurt a. M. besichtigt werden konnte, wird morgen Frankfurt wieder verlassen, um in einer anderen Stadt unseres Gaues der Bevölkerung das verderbliche Treiben des Bolschewismus vor Augen zu führen. Nicht weniger als 5 0 000 Frankfurter haben die Schau besucht, also täglich 8000 bis 9000 Personen. Die Ausstellung, die in eindringlicher Weise zeigt, welches Schicksal uns beschieden gewesen wäre, wenn Adolf Hitler nicht dem Kommunismus in Deutschland den Garaus gemacht hätte, hat auf jeden Besucher einen tiefen Eindruck gemacht, und aus 50 000 wären sicherlich bald 100 000 Besucher geworden, wenn es möglich gewesen wäre, diese Schau noch einige Tage in Frankfurt zu lassen. Schweres Unglutf beim Sprengen. * Neustadt (bei Rennerod), 19. Nov. In der hiesigen Gemarkung ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Landwirt Martin Groß, der mit einem Schießmeister bemüht war, aus einem seiner Aecker einen Felsen ausp> sprengen, erlitt — da die Explosion des Spreng- matenals vorzeitig erfolgte — schwere Verletzungen am Oberkörper und im G e - sicht. Auch der Schießmeister erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht. Beide Verunglückte mußten in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Gemeinschastsarbeit des Volkstums im Sau. NSG. In der Kreisstadt Biedenkopf findet am 28. und 29. November eine Kreistagung für die Gemeinschaftsarbeit des Volkstums im Gau Hessen- Nassau statt, die unter dem Motto: „Volkstum als Erbe und Aufgabe" steht. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sowie andere führende Persönlichkeiten des Gaues werden sprechen. Heimatschristleiter Heinrich Naumann 80 Lahre alt. Marburg, 19. Nov. Am 20. November kann ein treuer Sohn des Hessenlandes, der bekannte Heimatschriftsteller, Dichter und Volksredner Heinrich Naumann in Nanzhausen, sein 8 0. Lebensjahr, vollenden. Kreis Wetzlar. M. Wißmar, 19. Nov. Der Neubau der Kleinkinderschule und des Spritzenha u- f e s unserer Gemeinde ist soweit oorangefommen, daß nunmehr das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Bauleitung hat Architekt Haas- Krofdorf. — Von den Landwirten unserer Gemeinde wurden fast 46 Zentner Flachs zur Ablieferung gebracht und an der Station Abendstern zum Versand verladen. Der Preis belief sich je nach Qualität auf 3,20 bis 3,80 Mark pro Zentner. — Die hiesige S ch ä f e r e i g e n o f s e n s ch a f t hielt unter Leitung ihres Vorsitzenden Hermann bei Gastwirt Wolf eine Versammlung ab. Als Nachfolger des ausgeschiedenen Schäfers L. Weber wurde der Schäfer D. E ck a d t von hier als, Schäfer eingestellt. Die Schafherde befindet sich in gutem Zustand. Es wäre zu begrüßen, wenn sich im kommenden Jahre noch weitere Landwirte zur Schafhaltung entschließen würden, da die Schafweide in unserer Gemarkung ziemlich groß ist. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. 00 Lützellinden, 19. Nov. In unserer Gemeinde wurde die Bürgersteuer für 19 3 7 auf 300 v. H. des Reichssatzes festgesetzt. Die diesjährigen Holzhauerarbeiten im Oberwald wurden dem Holzhauermeister Ludwig Krombach, die gleichen Arbeiten im Markwald dem Holzhauermeister Wilhelm Bonn zu den üblichen Richtsätzen übertragen. Mit den Holzhauerarbeiten soll in der kommenden Woche begonnen werden. Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. LPD. Worms, 17. Nov. Durch enges Zusammenarbeiten zwischen Publikum und Kriminalpolizei in Mannheim und Worms ist es gelungen, in der Nacht zum 12. November in Mannheim einen in Worms wohnhaften, 34 Jahre alten verheirateten Mann wegen Verbreitung von Falschgeld festzunehmen. Im Verlauf der Ermittlungen konnte in Worms eine sehr gute eingerichtete Falsch- münzerwerk statt entdeckt und weitere tat- verdächtige Personen festgenommen werden. Fest- gestellt wurde, daß Fünfmark stücke mit der Eichbaumprägung hergestellt worden sind. Zur Zeit befinden sich vier Personen in Haft. Meine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts Nidda war der Gg. Hch. K. aus Augsburg-Fischbach wegen Übertretung der Reichsstraßen-Verkehrsordnung und fahrlässiger Körperverletzung zu 25 RM. Geldstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte hatte hiergegen Berufung eingelegt. In dem gestrigen Hauptverhand- lungstermin war er jedoch nicht erschienen, weshalb das Gericht die von ihm eingelegte Berufung kostenpflichtig verwarf. Rundfunkprogramm. Samstag, 21. November. 6 Uhr: Ehoral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Staats» jugendtag: BDM.-Sport! 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: „Buntes Wochenende." 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: „Buntes Wochenende." 14: Nachrichten. 14.10: Allotria! 15.15: Volk uni) Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: HJ.-Funk. „Basteln..." Der Weg zu Handwerk und Erfindung. 16: „Froher Funk für alt und jung." 18: Märsche ehem. rhein. Regimenter und Soldatenlieder. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Taktvoll und bunt. Ein großer Unterhaltunasabend. 22: Nachrichten (auch aus dem Settdebezirk). 22.20: Sportschau. 22.30: „... und morgen ist Sonntag." Wirtschaft. Oie neue NeichSanleihe. Jrn Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird zur Zeichnung der neuen 4% v. H. auslosbaren Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1936, Dritte Folge, rückzahlbar zum Nennwert in den Jahren 1943 bis 1948, aufgefordert. Die Schatzanweisungen lauten über 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20 000 RM. Sie sind vom 1. Dezember d. I. ab mit 41l2 v. H. jährlich verzinslich. Der Zeichnungspreis beträgt 9824 v. H. Zeichnungsfrist vom 20. November bis 5. Dezember 1936. Näheres über die Anleihe, auch über die Einzahlungsfristen, ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 953: Tarifordnung für die in den Kalkwerken und Kalkbrüchen im Wirtschaftsgebiet Hessen beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder. — 954: Tarifordnung zur Urlaubsregelung für die in allen Betrieben und Betriebsabteilungen beschäftigten Ge-folgschaftsmitglieder, die Sand und Kies gewinnen, im Wirtschaftsgebiet Hessen. — 955: Neuausgabe der Sammlung „Die Anordnungen der lieber» wachungsstelle für unedle Metalle und die damit zusammenhängenden Bestimmungen" (5./6. Auflage). — 956: Aenderung der Bestimmungen zur Führung von Lagerbüchern für unedle Metalle. — 957: Anordnung 18 der Ueberwachungsstelle für Eisen- und Stahl (Schrotthandelsgliederung und Schrotthöchstpreise für das westliche Entfallgebiet). — 958: Anordnung 19 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Herstellungsverbot für bestimmte Gießereierzeugnisse). — 959: Das vorläufige Handelsabkommen mit Kanada. — 960: Flugpreisermäßigungen für Messe- und Kongreßbesucher.— 961: Zusammenstellung der bevorstehenden Ausstellungen und Messen. Nhein-Mainische Börse. INittagsbörse still. Frankfurt a. M., 19. Nov. Schon vorbörslich herrschte in den Bankbüros starke Geschäftsstille, die sich auch auf den amtlichen Börsenverkehr übertrug. Es lagen kaum Aufträge der Kundschaft vor, während die Börse selbst sich völlig abwartend verhielt, besonders im Hinblick auf die Durchführungsbestimmungen über den Depotzwang für ausländische Wertpapiere. Eine ausgesprochene Tendenz war nicht zu erkennen, die Haltung war indes recht lustlos. Am Aktienmarkt kamen nur wenige Papiere während der ersten halben Stunde zur Notiz, die keine einheitliche Linie aufwiesen. Für Elektroaktien war die Tendenz schwächer, besonders Lahmeyer büßten auf die Dividendensenkung erneut 3,50 v. H. auf 138,50 ein, ferner verloren Siemens 2,25 v. H., Schuckert 1 v. H., Felten 0,75 v. H. und AEG. 0,65 v. S).; etwas höher lagrn Bekula im Zusammenhang mit der Aufsichtsratssitzung. Don Montan- werten ermäßigten sich Verein. Stahl auf 122,50 (124), Mannesmann auf 118 (118,50), während Klöckner 2 v. H. höher notierten mit 125,50 und Harpener und Ilse Genuß gut behauptet blieben. Gut behauptet lagen sämtliche Zellstoffpapiere. IG. Farben gaben 1 v. H. nach auf 169,40. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 1 v. H., Daimler und Westdeutsche Kaufhof je 0,25 v. H. schwächer, Holzmann 0,25 v. H. freundlicher. Auch der R e n t e n m a r k t lag sehr ruhig und Erstnotierungen lagen zunächst nicht vor. Im Freiverkehr nannte man zertif. Dollar-Bonds auf der Dienstagabend-Basis, 6 v. H. Preußen 74,25, 6,50 d. H. 74,75. Kornmunal-Umschuldung waren unv. 89,90, Altbesitz etwas höher mit 118,50 (118,40). Im Verlaufe blieb das Geschäft wohl klein, die Haltung am Aktienmarkt war jedoch etwas fester. Die Veröffentlichung über den Depotzwang mit ihren Bestimmungen übte keinen Einfluß auf die Gesamthaltung der Börse aus, nachdem bereits schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen wurde. Montanwerte erholten sich um etwa 1 v. H., Verein. Stahl 123,50 nach 122,50, Mannesmann 119 nach 118, Hoesch 118,25 bis 119,25 (120), Rheinstahl 151 bis 151,50 (151,25), Buderus 122,50 (123,50). IG. Farben erhöhten sich auf 170,50 nach 169,40, ebenso Kaufhof auf 59 nach 58,75 bis 58, Bemberg auf 113,75 nach 112,25 (114), dagegen ließen Aschaffenburger Zellstoff auf 140 Brie^ nach 140,50 nach. Lahmeyer waren 0,50 v. H. erholt auf 139. Renten blieben auch später still; von Industrie- Obligationen 5 v. H. Verein. Stahl 99,40 (98,90). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obliaationen blieben unverändert, Liquidationspfandoriefe wichen um 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihe lagen nahezu unverändert. Von Auslandsrenten notierten u. a.: 4 v. H. Rumänen 5,97Vr (5,50), 5 v. H. äußere Goldmexikaner nach Pause 9,65 (10,50), 4 v. H. Goldmexikaner 7,50 (6,40). Abendbörse still. Die Geschäftslosigkeit des Mittags teilte sich auch der Abendbörse mit. Die Unternehmungslust blieb allgemein gering. Die Haltung war gegen den Berliner Schluß behauptet, und die Kurse wichen nur um Prozentbruchteile ab. 1 v. H. fester notierten Hoesch mit 119,75, auch Cement Heidelberg waren zu 166,50 (166) gesucht. Metallgesellschaft büßten 1,13 v. H. auf 152,40 v. H. ein. Am Rentenmarkt blieb es still. 6 o. H. zertif. Preußen wurden mit 74 und 6'/sproz. mit 74,50 und 74,65 umgesetzt. Von Auslandswerten wurden notiert: 5 v. H. innere Mexikaner 5,50 (5,40), 4 v. H. Rumänen 6 (5,90), 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 120 (120,25), 4 v. H. Ungarn Kronen 1,30 (1,25). U. a. notierten: 6 v. H. JG.-Farben 136,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien E 126, DD.-Bank 110,50, Harpener 151,50, Hoesch 119,75, Mannesmann 118,50, Rheinstahl 151,75, Verein. Stahl 123,50, Bemberg 114, Ee- ment Heidelberg 166,50, Daimler 122,75, IG. Farben 169,65, Gesfürel 144, Holzmann 134,50, Lahmeyer 137,75, Metallgesellschaft 152,40, Westdeutsche Kaufhof 59,25, Südd. Zucker 201. Frankfurter Schlacbtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 106 Rinder (3 Ochsen, 4 Bullen, 83 Kühe, 16 Färsen), 666 Kälber, 191 Schafe, 642 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 45 Mark, Bullen 41 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 41 bis 44, Kälber 40 bis 65, Hämmel 35 bis 48, Schafe 25 bis 40, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. __________________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. - Frankfurt a. BL • Frankkun a. M. 3erhn Frankiurt a.M. Berlin Frantfun a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin - Schluß, turs Echlußk. Abend- Schluß- kurs Schluß! Mittag. Schluß, kurü Schlum. Abend- böri" Schluß« kurs Schluß!. M) tag- Schlußkurs Schlug. Abend. bör>- Schluß. kurs Schlußl. Miitag- bSrse 17.November 1g.November Amtliche Notierung Geld | Arie- £)atum 17-11- 19 11 17 11. j19 11 Datum 17 11 . 19-11 . 17.11 19-11. Datum 17.11 19-11 17-11 19-11. Geld | Brief 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192’< 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6*/2% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit Ausio,.-Rechten ............ *y*% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1 ..... 4N°/-> ehem. 8% Hessischer Bolls staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. 4Vi% ehem.8% Hessische Landes banl Darmstaot Gold Si. 12... 6y«% ehem. 4y,% He>s. Landes Hypothekenbank TarmstadtLiau. 4'/,% ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Goldichuldverschr R.< Lberhejjen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSloj..Rechten 4 ’/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6yz% ehem. 4>/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfanvbriese...... 6*4% ehem. 4%% Rheinische Hyp-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4h% ehem. 8% Pr. Landespfand bnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4 yt°/0 ehern. 7% Pr.Landespfano briefmift., Gold Komm. £ bl. 20 Sleuergittich.Berrechnungsk. 34-3? 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrenle ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*2% berg!, von 1913......... 6% abßefi. Golomexitaner von 99 4% Tückische Bagdaobahn-Anleihe Serie t..................... 98 102,9 118,4 99,9 98,75 97 100,5 93 130 122 97 100,5 97,5 95 109,8 101,4 98 102,9 118,5 99,9 98,75 97 100,5 93 121,75 97 100,75 97,5 95 109,8 2,1 7,15 9,65 101,5 98 102,75 118,4 99,8 98,5 97 122 97 97,5 95 109,9 22,25 2J 101,4 98 102,75 118,75 99,8 97 130,5 121,9 97 97,5 95 109,9 2,25 7 8 9,5 4% oesgl. Serie h ............ 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rente«.1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier............ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Teutiche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Retchsbank ................it A.E.G...................... 0 Bekula..................... s cietu. Lieferungsgeselllchaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 -reiten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Sämckert L Eo............... 6 Siemens & Halske............ 8 Lahmeyer LLo............. 7 Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% Hoeicü Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau .............. f Ilse Bergbau Genüsse........6 Klücknerwrrke ...............8 Mannesmann-Rohren........3 6,5 10,4 5,5 28,4 14,75 15 123 109 110,5 107,5 188 166 135,25 157,5 138 143,5 129 137 158 200 142 123,5 143,5 150,5 120 145,5 118,5 10,65 6 29,8 14,13 14,75 123 109 110,5 108 187 168,5 134 158 137,25 144 130,65 138,75 157 199 137,75 123 142,5 151,5 119,75 145,5 125,25 118,5 6,55 10,4 5,55 29 14,75 40 15,25 123,4 125 109 110,5 107,5 187,75 166,5 134,75 157,25 137,13 144 129 138,5 158,25 199 140,75 123,5 143,25 151 119,9 192 145 125,5 118,4 ■6,85 10,5 5,9 30 14,5 40,5 15 122,75 127 109 110,5 108 187 169,4 134,75 157,5 137,4 144,5 130 138,9 157,25 199 137,5 124 143 152,25 118,75 195,5 145,5 125,25 118,75 Mansfeider Bergbau....... 6yt Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8% Llavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y, 3. G Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft.............6 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Eementwerk Karlstadt......... 6 SchultbetS Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Teulsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade...................... 9 Accumulatoren-Fabrll....... 12 Lonti-Gummi.............. 11 Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 155 227,5 151,25 124 26,25 139 133 170,4 267 130 138,5 153 ! 134,5 | 165^ 56,25 114 162,5 140 123 166 59 232 170 200,5 229 151,75 123,5 28 135 169,65 267 131.75 138 152,4 134,5 166,5 158 114 162,5 140 122,75 165 59,25 241,5 168 95 201 155 139,9 226 151,75 123,4 26 138,75 135,9 190 170,9 129 138,13 153,5 l~ 101 55,75 114 162,75 142 109,5 122,9 166 93 58,5 232 200 170 34,25 200,75 154,5 139,25 228,5 152 123,5 27,75 139 135 169,9 131,9 138 153,5 134 100,9 114 163 140 110 123 164,5 92,5 59,65 240 167,5 34,5 200 ouenuä Uli. Brüssel .... Rio de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HeljingsorS. Baris ..... Holland ... .Italien.... Japan ..... Jugoslawien CSlo..... Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schwei,, ... Spanien... Brag...... Budapest .. Reuyork .. 0,690 42,08 0,145 3,047 54,26 47,04 12,15 5,365 11,56 134,27 13,09 0,709 5,654 61,07 48,95 11,035 62,65 57,16 21,98 8,771 2,487 0,694 42,16 0,147 3,053 54,36 47,14 12,18 5,375 11,58 134,53 13,11 0,711 5,666 61,19 49,05 11,055 62,77 57,28 22,02 8,789 2,491 Banknoten 0,690 42,06 0,146 3,047 54,32 47,04 12,165 5,37 11,57 134,47 13,09 0,710 5,654 61,13 48,95 11,045 62,71 57,19 21,98 8,771 2,488 0,694 42,14 0,148 3,053 54,42 47,14 12,195 5,38 11,59 134,73 13,11 0,712 5,666 61,25 49,05 11,065 62,83 57,31 22,02 8,789 2,492 25erhn,19.?lovemt>er , Geld Aries Ameritanuche Boren.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,45 41,92 54,16 12,14 11,52 134,13 60,97 62,54 57,04 2,47 42,08 54,38 12,18 11,56 134,67 61,21 62,80 57^26 DM ./ , :» f .' d " ' "i ■ ■ . I E •>■: WW • M > -- 'X<*^^x^v2 MWWS«-» «1 W fi •■ < Zreitag, 29.November 1936 Oer Elefant im Dienst der Wissenschaft. Das Carnegie-Institut in Washington hat ein Laboratorium für Nahrungsforschung, das sich neuerdings auch lebhaft mit Tierversuchen beschäftigt. Besonders der Elefant schien dem durch seine biochemischen Forschungen bekannten Gelehrten Francis Benedict so viel: wichtige Probleme zu bieten, daß er lange Jahre nach dem idealen Dickhäuter suchte, durch den er Antwort auf seine Fragen erlangen könnte. Im vorigen Jahr hat er nun Jap, ein gutgeartetes Elefantenweibchen gefunden, das bisher die Hälfte seiner Zeit in einem Zirkus verbrachte, während es in der anderen Hälfte mit Aufgaben, wie Geschäftsreklame oder Teilnahme an politischen Aufzügen beschäftigt war. Jap erwies sich infolge seines gleichmäßigen Temperamentes als ein äußerst brauchbarer Diener der Wissenschaft, der sogar sehr beflissen war, auch da mitzuarbeit- ten, wo es ihm unbequem wurde. Er war so artig, daß kein besonders starkes Gebäude aus Balken und Beton wie bei den gewöhnlichen Elefantenhäusern für ihn gebaut werden mußte, sondern daß einfache Bretter genügten. Er war durchaus bereit, den Rüssel eine halbe Stunde lang in eine lange Röhre zu stecken, die mit einem Apparat verbunden war, durch den die Atmungsvorgänge bei ihm gemessen werden sollten. Er ließ sich sechs Stunden lang in eine luftdichte Kammer einschließen, weil gemessen werden sollte, wieviel Wärme sein Körper abgab und wieviel Sauerstoff er verbrauchte; dabei war die Zelle so schwach gebaut, daß er mit seinem massigen Körper durch die Wände hätte gehen können, als ob sie nicht vorhanden wären. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen, die jetzt veröffentlicht werden, enthalten manches Ueber- raschende. Zunächst ist es auffallend, ein wie geringes Schlafbedürfnis die Elefanten haben. Sie scheinen wenig mehr als 2V< Stunden täglich zu schlafen. Sie kommen selten vor 1 Uhr morgens zur Ruhe; sie können dabei auch im Stehen schlafen, und wenn sie sich niederlegen, so fallen sie gewöhnlich sofort in Schlaf, wobei sie ihre Rüssel wie eine Schlange aufrollen. Oft machen sie sich ein regelrechtes Kissen aus ihrem Stroh zurecht. Jap schnarcht sogar häufig. Obwohl die Elefanten es vorziehen, durch den Rüssel zu atmen, können sie auch durch den Mund atmen, zum Beispiel, wen» sie Wasser tragen. Im Durchschnitt tun sie zehn Atemzüge in der Minute, und ihr Herz schlägt halb so schnell wie das des Menschen. Jap atmet 310 Liter Luft in der Minute ein und strömt am Tage 24rnal so viel Wärme aus wie ein Mensch. Aus der Provinzialhauptstadt. Krähenflug. Eines Novemberabends überflogen die schwarzen Schwärme als Borboten des Winters zum ersten Male die Stadt. Es sind schwarze Raben- und Saatkrähen, jene mit bläulich, diese mit violett schimmerndem Halsgefieder, und Nebelkrähen mit aschgrauem Rücken und Bauch. Sie haben bis auf vereinzelte Ausnahmen ihre Brutstätten an der Elbe, die Nebelkrähen im östlichen, die Rabenkrähen im westlichen Flußgebiet und sind nun, strichweise im Land herumzigeunernd, als Fremdlinge zu uns gekommen, sich über den Winter einzuquartieren. Sie lieben die Nähe menschlicher Siedlungen und haben wohl die Felder und Triften am Rande der Stadt bis auf weiteres zu Futterplätzen ausersehen, zumal der nahe Wald ihnen genug Schlafbäume zum Uebernachten bietet. Nun führen sie täglich zweimal das lärmvolle Schauspiel ihrer Flüge auf: vom Frühstücks- und Mittagstisch zum Nachtquartier und von der Schlafstätte wieder zur Nahrungssuche. Wenn im Westen sich das wundervolle Feuerspiel der untergehenden Sonne entzündet und den ganzen Himmel mit dem Abglanz seines Glühens und Flammens verschönt, erheben sich die schwarzen Gesellen, einer nach dem andern, und rudern ihre vollgefressenen Bäuche mit kraftvollen Schwingenschlägen langsam empor, um schließlich zu unregelmäßigen Schwärmen zusammengerottet hoch am abendlichen Firmament hinzuflattern. Ihre lockeren Gruppen nehmen die mannigfachsten Formen an wie treibende Wolken im Sturm. Bald sind sie dicht zusammengeballt, bald fließen sie auseinander, niemals gleicht ihr Flug einem geordneten Marsch. Jeder einzelne Bogel ist und in wuchtigen Zügen frißt sich das (Sägeblatt mit scharfen Zähnen rasch ins Holz hinein, immer genau dem schwarzen Längsstrich nach, den zuvor eine angelegte, mit Holzkohle geschwärzte Schnur hinterlassen hat. Ist das Schwellenstück bis zum Schwellenbockkopf durchgesäat, so wird es herumgedreht und vom anderen Kopfende aus eingesägt. Haarscharf laufen die Sägeschnitte von beiden Enden in der Mitte ineinander. Der ganze Vorgang dauert nur sieben bis acht Minuten. Jede fertige Schwelle erhält in beide Kopfenden einen eisernen 8-Haken eingeschlagen, wodurch einem Aufreißen des Holzes infolge S'aftspannunaen vorgebeugt wird. Manchmal sitzen die Schwellen aufge- stapelt eine Zeitlang im Wald, meist aber bringt sie ein Fuhrunternehmer gleich zur Verladestation nach dem Bahnhof Abend st ern, von wo sie zur letzten Zubereitung an ein bestimmtes Werk gehen. Etwa dreiviertel Jahre lang lagern die Schwellen zum Austrocknen luftdicht in Stapeln. Dann gehen sie durch Hobelmaschinen zum Glätten noch vorhandener Unebenheiten und in Bohrmaschinen, wo sie an jedem Ende vier Löcher erhalten. Zumeist rollen sie von hier sofort auf besondere Rollwagen, die 50 bis 60 Schwellen aufnehmen können. Acht bis zehn solcher dicht beladenen, aneinandergekuppelten Wagen fahren auf Schienen in einen großen „Tränkungskessel" zum Imprägnieren des Holzes mit fäulniswidrigen Stoffen. Nach Angabe der Schwellenhauer werden Buchenschwellen vollkommen durchtränkt, bei Eichenschwellen nur der Splint. Die Benutzungsdauer auf offener Strecke beträgt: bei Eichenschwellen 35 Jahre, bei Buchenschwellen 25 Jahre, bei Kiefernschwellen (die es im Krofdorfer Wald nicht gibt) 15 Jahre und bei Eisenschwellen 12 Jahre. Es ist ein weiter und gewiß nicht ganz billiger Weg, den die hölzernen Eisenbahnschwellen bis zu ihrer Zweckbestimmung zurücklegen müssen. Uns aber freut es, daß auch der schöne heimische Wald in seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung der Deutschen Reichsbahn mit ihrem Riesenoerkehr dienen darf. K': Ren H ’^Qlb p kosten. rr M L ‘ 90115« kirchlich, Anende." L ■ 13.15: ' J4-10: [' Allerlei L“‘ 2er V "bioher & 8* fugend. (Jin /Cn (auch 22.30; Mcher, Holz. I und ■; 5tn Frei. Ws auf der |'U5, 6,50 Waren uno. I (H8,40). l klein, die doch etwas ^potzwang Jinjluß auf dem bereits esen wurde. H-, Verein. n 119 nad) Rheinstahl '0 (123,50). ach 169,40, Bemberg gen ließen nach 140,50 ilt auf 139. n Industrie. 1,40 (98,90), Honen blie» iefe wichen ileihe lagen en notierten >0), 5 o. j). (65 (10,50), vcwber _ , Dnerung ’ । 3rif — 42,14 0,08 3,053 54,42 47,14 12,195 5,38 11,5 134,73 13,11 0,712 5,666 kl- 49,0 11,065 62,83 57,3 22,02 8,789 2,492 ft. Bericht.) Hm uftrieb: 106 16 Färsen), rZ kosteten: ; 43, Kühe 40 bis 65, chweine 51 Wer und inb We le fid) and) islust blieb n den Der- wichen nur tt notierten Iberg waren chaft büßten Rentenmarkt wurden mit i5 umgesetzt. 5 o.j). in- Rumänrn 6 120 (120,25), i, notierten: «-Vorzugs. ier 151,50, Rheinstahl l 114, Ce- , IG. Far« £50, Loh' Westdeub Ur. 272 vrttter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die letzten Kampfe. 3u Heinrich von Kleists 125. Todestage am 21. November Nach Jahren der Unrast tauchte Heinrich von 8 leist im Februar 1810 wieder in Berlin auf: terber, resignierter. Noch einmal schien ihm die Zukunft licht zu werden. Im März überreichte er ter Königin Luise das wundervolle Sonett: „Die tu das Unglück, mit der Grazie Tritt, auf jungen schultern herrlich hast getragen..." Das „Käthchen ton Heilbronn" wurde einigemal im Theater an ter Wien aufgeführt. Bei Reimer erschien der erste Äand seiner Erzählungen mit dem „Michael Kohl- Inas", der „Marquise von O." und dem „Erdbeben h Chili". Aber Jffland lehnte das „Käthchen" für das Berliner Nattonaltheater ab. Die Todes- urcht des Prinzen von Homburg erregte bei einer Borlesung des Schauspiels im Hause des Fürsten Rad zi will den Unwillen der Offiziere und Hof- iamen. Im Herbst wandte sich Kleist dem Journalismus M. Am 1. Oktober 1810 erschien die erste Nummer i-er „Berliner Abendblä11e r". Alle Ge- : iete, Kunst und Theater, Politik und Tagesereig- :iisse sollten darin besprochen werden. Der Gedanke nner täglich erscheinenden Abendzeitung war in Berlin, wo es neben einigen Zeitschriften nur die Rassische und Spenersche Zeitung gab, die dreimal wöchentlich erschienen, völlig neuartig, und die Abendblätter hatten anfangs großen Erfolg. Aber «chon nach zwei Wochen brachte die scharfe Polemik Adam Müllers, des wichtigsten politischen Mitarbeiters, die Maßnahmen des Staatskanz- «ers Hardenberg Kleist in Schwierigkeiten mit der Regierung. Im November erschien eine Kabinettsorder gegen das Blatt. „Wie zwei Schwerdter, kreuzweise durch unsere theuersten und heiligsten Interessen gelegt", empfand Kleist die Rotstiftstriche Der Zensur, der die „Abendblätter" allmählich er- agen. Sogar die Theaterkritik wurde ihnen schließ- ich untersagt. Dazu kamen Streitigkeiten mit den Mitarbeitern und dem Verleger, der von Kleist Schadenersatz für den immer geringer werdenden Absatz verlangte. Verhandlungen mit der Regierung zwecks Förderung durch amtliche Mitteilungen limd Aufsätze versandeten in Kompetenzstreitereien. Kleist schrieb Briefe, Gesuche, wartete in Amtsstuben, wollte sich sogar mit einem Regierungsrat duellieren. Mit dem 30. März 1811 stellten die „Abendblätter" ihr Erscheinen ein. Es kommt ein letzter, hoffnungsloser Sommer in der heißen, grauen Stadt. Der Sammer der Ve*- lassenheit. Die Freunde sind fort. Die Frau, die er liebt, unerreichbar fern. Jrn September richtet er an den Staatskanzler ein Gesuch: da der König ihm die Wiedereinstellung in den Heeresdienst zu- gefagt habe „und mir, bei der beträchtlichen Unordnung, in welche, durch eben jenen Verlust des Abendblattes, meine Casse gerathen ist, die Anschaffung einer Equipage höchst schwierig wird: so wage ich, im Vertrauen auf Ew. Excellenz Höchst- dieselden um einen Vorschuß von 20 Luidor anzugehn". Er erhält keine Antwort. Eines Tages taucht er in Frankfurt bei der Schwester auf, die bei feinem Anblick „ungeheuerlich" erschrickt. Aus ein paar hastig hingeworfenen Zeilen an sie spürt man die Verwundung seines empfindsamen Herzens wie einen verhaltenen Schrei. Nach zehn Jahren ununterbrochenen Kampfes ist er am Ende. Seine Werke haben keine Anerkennung gefunden. Durch den Tod der Königin ist die kleine Pension, die sie ihm aus ihrer Schatulle zahlte, ausgefallen. In Dresden und Frankfurt liegen Schuldverschreibungen bei den Geldoer- leihern. Sein Körper verzehrt sich in unerträglicher Ueberreiztheit. Das Schicksal Deutschlands, nun in tiefster Erniedrigung, bedrückt ihn, und er schreibt auf das Titelblatt der „Hermannsschlacht" das bittere Wort: „Wehe, mein Vaterland dir! Die Leier zum Ruhm dir zu schlagen. Ist, getreu dir im Schoß, mir, deinem Dichter, verwehrt!" In dieser Zeit findet Kleist in Henriette Vogel die Todesgefährtin. Eine Frau, kleinbürgerlich bei aller romantisch-überspannten Gefühlsschwelgerei, „die sich eine Celebrität hat geben wollen auf diese Weise". Dem Grauen jener Krankheit zu entgehen, die ihren Körper zerfraß, sucht sie den Tod: rasch, schmerzlos, romantisch. Sie ordnet pedantisch ihren Haushalt — „Dörte soll frisch überziehen". Am 22. November suchte der Geheime Staatskanzler die immer noch unerledigte Bittschrift Heinrich von Kleists hervor und schrieb lakonisch an den Rand: „Zu den Akten, da der p. v. Kleist nicht mehr lebt". In der entsetzlichsten Weise erfuhr Ulrike von Kleist den Tod des Bruders. In einem Gasthof hörte sie die Leute von einem Selbstmord erzählen, der überall großes Aufsehen erregt hatte. An einem frühen November - Nachmittag waren ein Herr, ein untersetzter Vierundreißigjähriger, in braunem Rock und Schlappstiefeln, und eine Dame im blauen Mantel und zerknittertem Spitzenhut, in einem Mietfuhrwerk aus Berlin -LLommev und im Neuen Krug von Sttmmings am Wannsee abgestiegen. Die ganze Nacht hindurch sah der Knecht Kerzenschimmer in den Zimmern der beiden. Sehr früh am Morgen hatte die Dame nach der Dienstmagd ge Hin gelt, die, verschlafen, Kaffee für die beiden besorgte und der Dame beim Schnüren behilflich war. Gegen Mittag schickten sie einen Boten mit Briefen nach Berlin. Dann bestellten sie ihren Kaffee nach einem Hügel, an der Machnower Heide, ganz nahe dem Kleinen Wannsee. Die alte Tagelöhnersfrau, die das Geschirr vom Krug herbeischleppte, sah die beiden Steine ins Wasser schleudern. Als sie zurückgeschickt wurde, um eine Tasse auszuspülen, hörte sie, als sie die Chaussee erreicht hatte, einen Schuß und, nach ein paar Schritten, einen zweiten. Auf dem Hügel, zwischen Wacholdersträuchern, fand man die Fremden tot. Die Dame lag in einer kleinen Bodensenke; unter der linken Brust war ihr Mieder von dem Einschuß versengt. Der Herr neben ihr; den Kopf mit dem wirren, braunen Haar an ihrer Schläfe, die Pistole in der erstarrenden Hand. Aus seinem Munde quoll das Blut. Tags darauf kam die Polizeikommission, und am Abend wurden sie, nach der Obduktion durch den Kreisphysikus, begraben, wo man sie gefunden hatte. Die Dame und ihr Gefährte, der gewesene Leutnant Heinrich von Kleist. Walther Schwerdtfeger. Zeitschriften. — Die Zeitschrift „Das Innere Reich" (Herausgeber: Paul Alverdes und Karl Benno von Mechow; Verlag Albert Langen / Georg Müller, München), bringt im Novemberheft unter anderm ein im Auftrage des Reichssenders München geschriebenes großes Hörspiel „Die Flucht" von Al- verdes, das auf eine ältere Novelle gleichen Namens zurückgreift, ein friderizianifches Thema aus dem Siebenjährigen Kriege in einer eindringlich-starken, dichterisch geformten Szenenreihe behandelnd. Vom übrigen Inhalt heben wir die Rede des Oesterrei- chers Bruno Brehm beim Kriegsdichter-Treffen in Berlin, die Novelle „Kapitän Perthes" von Heinrich Ringled und einen Aufsatz von Friedrich Sacher hervor, der sich um eine eingehende Deutung des Gesamtwertes von Josef Weinheber bemüht; einige Gedichte dieses außerordentlichen Lyrikers aus dem Bande „Späte Krone" ergänzen und verdeutlichen die Darstellung. Als Bildbeigaben: sechs Landschaften von Franz Lenk, deren klare, raumgliedernde Schönheit sich auch ohne das Medium der lebendigmachenden Farbe unmittelbar auf den Beschauer überträgt. 3,00 bis 7,20 Meter Länge und 28 Zentimeter Min- destzopfdurchmesser. Die Krümmung darf höchstens betragen für 2,60 Meter Länge 8 Zentimeter, bei Weichenschwellen aber nur ein Zentimeter je Meter Schwellenlänge. In dieser Normung trifft der Schwellenhauer die zu bearbeitenden Holzabschnitte an. Mit der kleinen, etwa fünfpfündigen Axt wird die grobe Vorarbeit begonnen, während die große Axt die Feinarbeit leistet. In verhältnismäßig kurzer Zeit ist aus dem runden, von rissiger Rinde umkleideten Baum- tück eine weiße, glatte, nun eckige Schwelle ent- tanden, mit ganz genauen Maßen: Die als Unter» age zu dienende Seite mißt in der ersten Klasse 26 Zentimeter Breite, die Höhe 16 Zentimeter und die obere Breite 16 Zentimeter, in der zweiten Klasse die untere Breite 25 Zentimeter, die Höhe 15 Zentimeter und die obere Breite 16 Zentimeter. Die Schwellen erster Klasse kommen auf Hauptverkehrsstrecken, die zweiter Klasse auf Nebenstrecken und Rangiergleise. Am besten und schnellsten bearbeiten sich Stücke mit 27 bis 29 Zentimeter Durchmesser. Auf einen Festmeter rechnet man etwa sieben Schwellen. Bei Buchen, besonders aus älteren Beständen, ist auf den Rotkern zu achten. Er darf höchstens ein Sechstel des Querschnittes ausmachen, sonst ist die Schwelle unverwendbar, da hier zuerst Fäulnis einsetzt. — In diesem Winter sollen im Krofdorfer Staatsforst 800 Festmeter Buchen für Schwellenholz geschlagen werden; das ergibt etwa 5400 Schwellen. Recht interessant ist der „S ch w e 11 e n b o ck" und feine Verwendung. Trotz ihrer Primitivität bedeutet diese Einrichtung ein unerläßliches Hilfsmittel bei der Schwellenhauerei. Dicke Stammstücke sollen zwei, vier oder gar sechs Schwellen ergeben. Da heißt es, 2,60 Meter der Länge nach zu durchsägen. In einem modernen Sägewerk mit entsprechenden Motoren und Maschinen ist das eine Kleinigkeit. Im Walde aber, mit einer einfachen Handsäge, erscheint dies sehr mühevoll und umständlich. Doch des Schwellenhauers Geschicklichkeit und Uebung zerstreut die Bedenken. Er stellt sich seinen „Schwellenbock" zurecht: Eine fünf Meter lange Stange liegt mit ihrem einen Ende als Stütze auf dem Boden, mit dem anderen auf zwei kräftigen, mannshohen Streben. Die Hauptsache ist, daß dieser Bock fest zu stehen kommt. Mit vereinten Kräften wird das zu durchschneidende Schwellenstück auf. ihn hinaufgehoben und in die Längsrichtung der Stange gelegt. Während die eine Hälfte des Holzstückes waagerecht frei über den Kopf des Schwellenbockes nach vorn ragt, ist das hintere Ende mit einer Kette gut an die lange Stange befestigt. Nun tut die Schwellenhandgattersäge, die „zum Stoß gefeilt" ist und in einer Spannung steht, ihre Arbeit. Ein Mann steht oben auf dem Bock, zwei stehen unten. Sie setzen die Säge senkrecht an, ziehen rauf und runter, Links: Mit einem breiten Beil wird die grobe Form der Schwelle aus dem Stamm gehauen. Rechts: Mit einem scharfen Schnitzmesser wird nachgearbeitet. Gchwettenyauer im Krofdorfer Forst. , fis sind wohl an die hundert Jahre her. Da schiieb einmal ein Freund unserer Heimat ein lob» firmendes Lied auf den herlichen, auch die Mcn- schm unserer Zeit noch begeisternden Krofdorfer Nn l d. Und wenn jener Chronist dabei der Volks- Iw! tschaftlichen Bedeutung des Waldes für damalige guten gedachte und die vielfältige Verwendbarkeit opr und uralter Eichen und Buchen herausstellte, io ahnte er nichts davon, daß später aus diesem Aalde Holzmengen in tausenden von Festmetern gt einer ganz neuen Zweckbestimmung ins Land hr.aus gehen müßten, nämlich als — Eisenbahnschwellen. Bn neuerer Zeit gibt der Krofdorfer Wald mehr ti! früher Schwellenhölzer an die Reichsbahn ab, b.h. eine große Holzfirma kauft das bei den winke ichen Holzfällungsarbeiten für diesen Zweck sor- ticte Holz und läßt es bereits im Wald zu Schwelle, behauen. Waren es vor dem Kriege oft Italiker, die als Schwellenhauer im Krofdorfer Wald jh!»n Lebensunterhalt suchten, so find es heute Spezi- arbeitet aus dem Spessart. Dort, auf den iöLbbeberften Höhen, hat sich die Handwerkskunst de Schwellenhauens ausgebildet und erhalten. Es istiinteressant, au wissen, daß es ein ausgesprochene „Schwellenhauerdorf" gibt, Rechten- b - ch heißt es. Es liegt im Main-Viereck, sieben tfcmeter vom Fluß entfernt, und es hat etwa Ifcaflenb Einwohner. Man nennt es nicht mit Un- rc.it „das Dorf ohne Männer", denn gut die Hälfte de über vierzehn Jahre alten männlichen Personen jbenöet sich jahrein, jahraus bei der Schwellen- berarbeit in der Fremde. Manche kommen monctte- l'TfA nicht ins Dorf zurück, ja einzelne kaum ein- otm zweimal im Jahr. Es sind arbeitsame Mensch n. Ihr Arbeitstag reicht aus der Morgen- in di Abenddämmerung. otatten wir den Schwellenhauern einen Besuch ot sehen ihnen zu und lassen uns erklären! Vier W nn treffen wir zusammen an. Sie sind im £cnfe der Zeit so aufeinader eingearbeitet, daß die 2l:3eit wie am laufenden Band vor sich geht. Na- kiiüch stehen sie im Akkordvertrag mit der Holz- fima, und je mehr sie leisten, desto höher ist der D'dienst. Ihnen bei der Arbeit zuzusehen, macht ßi-Ube: In der Geübtheit ihres Berufes handhaben fit mit Leichtigkeit die acht bis neun Pfund schwere ;2l:z aus geschmiedetem Stahl. Jeder Hieb damit ft! . Krachend fliegen die Splitter von dem 2,60 19J ter langen Eichenstamm-Stück. Das scharfe Auge tixtet mit untrüglichem Maß. Das Behauen der Ltchenschwellen wurde im Frühjahr gleich nach Stenbigung der Holzfällung vorgenommen; es tnfjte bestimmungsgemäß, mit Rücksicht auf den Ein Stamm, aus dem zwei Schwellen geschnitten werden können, wird mit einer großen Trummsäge geteilt. (Aufnahmen s3j: Neuner, Gießener Anzeiger.) veränderungsbaren Zustand des Buchenholzes, bis 15. Juli beendet sein. Und jetzt ist das Eichenholz, das eine längere Lagerung im Wald verträgt, an der Reihe. Der Förster hat die mittlere Holz- qualität für Schwellenholz ausgewählt. Es sind gesunde, auch etwas ästige, mindestens einschnürige (einseitig gekrümmte) Abschnitte von Stämmen. Die Holzmaßanweisung für den Dienstgebrauch in den preußischen Forstämtern unterscheidet drei Schwellenholzklassen: Klasse A sind Abschnitte von 2,60 Meter Länge oder einem Vielfachen davon und 27 Zenttmeter Mindestzopfdurchmesser, gemessen ohne Rinde (Zopf — oberstes Ende des Stammabschnittes). Klasse B und C sind Abschnitte von je 2,50 Meter Länge oder einem Vielfachen davon, erstere mit einem Mindestzopfdurchmesser von 24 und letztere von 22 Zentimeter. Außerdem gibt es noch besondere Weichenschwellen in Abschnitten von Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 ungebunden und seiner eigenen Laune und Lust überlassen. Es gibt keinen Vordermann, keine Reihen und Glieder, keine Vor- und Nachhut. Jede Krähe fliegt wie es ihr beliebt, überholt und läßt sich überholen und krächzt ihren heiseren Schrei ebenso aus sattem Behagen, wie morgens aus Hunger und Gier. Tauben sind im Vergleich zu ihnen ein geordnetes Geschwader und gar die Schwalben — nicht bei ihren sommerabendlichen Flugspielen, wohl aber auf ihrer Südafrikareise — zeigen ihnen gegenüber eine Disziplin, was Flugtempo, Eingliederung und Flügelrhythmus betrifft, die man schon militärisch nennen könnte. Die Krähen fliegen, als seien sie auf der Flucht. Als fei der westliche Gluthimmel eine brennende Stadt, aus der sie so rasch wie möglich fortzukommen suchten, jeder Vogel um sich selbst bekümmert, um sonst nichts. Fast hinter jeder Flugwolke gibt es einige Nachzügler — allerdings ständig wechselnde — die gewissermaßen die Verbindung mit der folgenden Kolonne aufrechterhalten. Trotzdem kann diese jederzeit rechts oder links herausschwenken und vorbeifliegen. Es gibt immer Ueberraschungen, solange man den schwarzen Schwärmen mit den Blicken zu folgen vermag. In der Ferne erst nehmen sie ruhigere Formen an. Sie gleichen dann oft einer langgestreckten Kette mit weitläufig aufgereihten dicken Perlen. Dies ist aber das Merkwürdigste an den Krähenflügen: daß sie dem feurigen Himmel ausweichen, abends aus Sonnenuntergang in die östliche Nacht und morgens aus dem Frührot in den erst dämmerigen Westen. Auch damit künden sie sich als Vorboten des Winters, der der warmen wohltätigen Sonne entbehrt und Nebel und Schnee, Frost und Eis bringt. Darum gebraucht sie Nietzsche in seinem Gedicht „Vereinsamt" als Träger jener winterlichen Verlassenheitsstimmung, die in folgenden Zeilen anklingt: „Die Krähen schrei'n Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnei'n — Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!" P. B. Lornotizen. Tageskalender für Freitag. NS.-Lehrerbund, Gießen, Abteilung „Höhere Schule", Fachschaft „Neuere Sprachen", 16 Uhr Sitzung der Arbeitsgemeinschaft in der Oberreal- schul'. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Hänsel und Gretel", Märchenoper von Humperdinck. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Du bist mein Glück". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fiaker-Lied". — Deutsche Fraueukultur, 16 Uhr Kinderkleider-Schau (Vorführung), 19 bis 21 Uhr, Ausstellung im Saale der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera . Stadttheater Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung der Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck statt. Immer wieder zur Weihnachtszeit taucht auf den deutschen Bühnen diese bei allen so beliebte Oper auf. Infolge plötzlicher Erkrankung von Kapellmeister Walter yat die musikalische Leitung der Kapellmeister Hans H. Hampel übernommen. Die Spielleitung führt Paul Wrede. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner und ausgeführt unter der Leitung von Willi Endrich. Mitwirkende: Damen: Elgg, Fornalläz, Jachnow, Jülfs, Perry; Herren: Bley, Kuen. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Die Vorstellung findet als 10. Vorstellung der Freitag- Miete statt. Die als 4. Vorstellung für die NSG. „Kraft durch Freude", für Samstag, 21. November, angekündigte Aufführung von „Gustav Kilian" findet infolge plötzlicher Erkrankung einiger Mitglieder nicht statt. Dafür geht der große Erfolg „Ein idealer Gatte" Schauspiel von Oscar Wilde in Szene. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Die für Sonntag, 22. November, für 11 Uhr vormittags angesetzte geschlossene Vorstellung für die Studentenschaft fällt aus, da die Mitglieder der Studentenschaft und ihre Gäste an der freien Abendoorstelluna teilnehmen. Diese Vorstellung am Sonntag von Gerhart Hauptmanns „Bogen des Odysseus" ist vorläufig die letzte Aufführung dieses Werkes. Biblische Woche. Man schreibt uns: Die Luthergemeinde veranstaltet in der letzten Woche des Kirchenjahres eine biblische Wege im Nebel. Teoman von Käthe Mehner. (Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.) 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das Anklopfen Paulines unterbrach fein Grübeln. „Herr Doklvr, draußen ist ein Herr, der Sie unbedingt sprechen möchte! Ich habe ihm zwar gesagt, es ginge jetzt nicht, aber er läßt sich nicht abweisen!" „Fragen Sie ihn, worum es sich handelt! Wie ist denn sein Name? .. " „Mein Name ist Möller, Lebensoersicherungsagent!" Ehe Pauline es noch verhindern konnte, hatte ein schlanker, geschmeidiger Herr das Zimmer betreten und näherte sich Rammelt unter vielen Entschuldigungen. Rammelts erstes Gefühl war, den Eindringling abzuweisen. Dann aber überwältigte ihn das eigentümliche Empfinden, daß ein Leoensoersicherungs- agent gerade jetzt sein Haus betrat, nachdem er dem Tode knapp entronnen war! Der Versicherungsagent redete unaufhörlich auf Rammelt ein, daß es nach diesem Unglücksfall erst recht seine Pflicht sei, sich versichern zu lassen. Aber Rammelt war inzwischen bereits aufgestanden, kam mit einer Mappe zurück, deren Inhalt er dem Agenten vorlegte. Es war der Vertrag einer schon vor zwei Jahren eingegangenen Versicherung. Trotzdem konnte der Agent, als er nach einer kurzen halben Stunde das Haus Rammelts verließ, seine Bemühungen als gelungen betrachten. Wohl noch unter dem Eindruck seines Unfalls patte Rammelt die Dersicherungsquote um ein bedeutendes erhöht! Diesmal würde die Firma mit ihrem Agenten zufrieden fein! Aber auch Ralf Rammelt selbst bereute den auf den ersten Blick jetzt sehr hoch erscheinenden Abschluß nicht. Der Gedanke an Janna hatte ihn geleitet, ebenso der Gedanke an das so überaus kritische Schwanken seiner Wertpapiere. Wenigstens Janna sollte nicht zu darben haben, wenn einmal ... ! Herr Doktor noch nat die entschuldigen Sie Also, heraus mit be Schultern ihr Blick wirbelten Gedanke, un be nehmen! Während sie langsam aufstand, fiel aufs Fenster, vor dem die Schneeflocken und tanzten. Sehnsüchtig kam ihr der Sei?b0nr N.4| Welter, Edith Merlau, Heinrich Bosiold. 1. Preist Anneliese Hildebrandt, Werner Stork, Heinz Hill- gärtner, Paul Zitzer, Marie Pfaff. Abteilung 60 Silben: Epr.: Lieselotte Schwenke. Richtigschreiben, a) Verkehrsschrift: Sehr gut: Otto Balser, R. Schmidt, Theo Otto, Heinrich Bossold, Heinz Hillgärtner, Ernst Schimmel; Gut: Heinz Günther Schäfer, Gertrud Maintzer, Karl Sommerlad, Anneliese Hildebrandt; b) Redeschrift: Sehr gut: Franz Trauth, Gg. Heilmann; Gut: Leni Roth. Geschichtliche Iorschungsarbeii an der Reichsauiobchn bei Garbenteich Die , Sie i-lbiShrlj Die Nennwert Werden in Nett 1$ liebem "s ausgeli , Die Andelsich gaben bc am. kasse für den Kreis Gießen fordert im heutigen Anzeigenteil auf, bis zum 25. November die noch rückständigen Krankenkafsenbeiträge für den Mo- Oktober zu bezahlen. Säumige Zahler seien auf Bekanntmachung besonders 'hingewiesen. Oberhessen. Mit Sonntagsrückfahrkarten zum Bauerntag nach Schotten. „Ach, bitte, Herr Doktor, nur..." „Was soll ich entschuldigen? der Sprache!" „Ja, gestern abend spät, als nicht zu Hause waren, da hat nämlich das Fräulein Willnoff noch angerufen ..." so sehr davor bangen! Niemand, nicht einmal Gerhard konnte ihr diese Last von den Mühsam unterdrückte Ralf seinen Unmut. Die Anspielung auf sein schnelles Fahren, das Janna freilich nur zu gut kannte, erbitterte ihn. „Ich dachte mir ja schon, daß du nach mir selbst nicht viel fragen würdest!" sagte er fast scharf, wartete dann, ob sie sich verteidigen würde. Aber wieder antwortete Janna nicht. Dann endlich sprach sie noch einmal. „Ist es dir recht, wenn ich am Sonntag heim- komme? Ich wollte gern mit dir sprechen!* „Und warum haben Sie das nicht sofort ge- „Es war doch schon so spät, und ich dachte, heute morgen könnte ich ja noch... und dann hab ich es ganz vergessen! Entschuldigen Sie nur ..." Wieder flössen Paulines Tränen. Ungeduldig fuhr Rammelt ihr ins Wort: „So hören Sie doch schon auf mit Heulen! Hat Fräulein Willnoff Ihnen etwas bestellt?" „Nein, gar nichts! Nur, was das Mädchen von Frau Bergmann ist, die hat mir heute morgen erzählt, daß Fräulein Willnoff dort auch angerufen hat!" „Ach so, das gilt also nur meiner Braut! Wenn Fräulein Willnoff also noch mal anrufen sollte, sagen Sie bitte, daß Fräulein Heller in Oberhof ist!" Aufatmend verließ Pauline das Zimmer. Rammelt aber verfiel in ein dumpfes Grübeln, aus dem ihn erst die dröhnenden Schläge einer w Ä *1 erst ft*? „iioerli So ist gegenwärtig der Assistent an unserem hiesigen Oberhessischen Museum, Dr. Jörns, im Auftrage des Denkmalpflegers für Oberhessen, Dr. Richter, damit beschäftigt, einen Teil des Limes in der Trasse der Reichsautobahn auszugraben und durch genaue Erhebung über die Struktur des Limes an dieser Stelle zu sichern, was vom wissenschaftlichen Standpunkt aus zu sichern notwendig ist. Auf einer Breite von 6 Meter wurde der Graben freigelegt. Dabei konnte festgestellt werden, daß der sogenannte Spitzgraben befestigt, und ihm eine lose Trockenmauer vorgesetzt ist. Im übrigen entspricht der Pfahlgraben in feinen Formen der bereits bekannten Bauweise. In etwa einer Woche werden die notwendigen Feststellungen abgeschlossen sein. Interessant ist, daß in weitem Bezirk unserer Heimat diese Stelle im Grüninger Markwald die einzige Stelle ist, an der die Reichsautobahn den ehemaligen Dertei- bigungsgraben der Römer schneidet. Hier begegnen sich also, über einen großen Zeitraum hinweg, zwei Großtaten menschlichen Geistes: der Derteidigungs- wall der Römer gegen Germanien — der zu seiner Zeit wohl eine der umfassendsten Verteidigungsanlagen war — mit dem Kultur- und Friedenswerk, den Straßen des Führers, deren Planung und Durchführung großzügigsten deutschen Geist verrät. noch einmal mit Gerhard Skilaufen zu tonnet, wie einst sooft. Ach, noch einen, nur einzigen Tag glücklich sein, dann wollte sie gern allem Trüben ins Auge sehen! Eilig zog sie sich an, streifte bas braune Strickkostüm über, bas Gerhard so gut gefiel, befestigte ben kleinen Sportkragen barauf. Dann war sie schon fertig unb begab sich mit schnellen Schrittei hinunter ins Frühstückszimmer, wo Gerhard -* wie es schien, ohne sich um bie neugierigen Blicke, mit benen man ihn unb Janna seit gestern beobachtete, zu kümmern — bereits auf sie wartete. (Fortsetzung folgt!) Uhr aufschreckten, bie laut die zwölfte Stunde verkündeten. Dann erst begab er sich mit schwerfälligem Schritt in sein Schlafzimmer. VII. Auch in Oberhof hatte über Nacht Kälte eingesetzt, unb mit beginnenbem Morgen fiel Schnee, weich und weiß in dichten, wirbelnden Flocken, die in der Sonne wie Diamanten glitzerten. Noch schlief Janna Heller, tief in seligen Träumen versunken, die ihr die Erlebnisse der Vortage aufs neue erstehen ließen. Das glückliche Lächeln, bas ihre Livpen im Schlafe umspielte, gab deutlich Kunde davon. Erst das laute Klopfen des Hausdieners weckte sie aus dem süßen Schlummer, und langsam nur fand sich Janna nun in die Wirklichkeit zurück. Wohl stand bie beglückenbe Gewißheit von Ger- Harbs Nähe wieder vor ihren Augen, doch ebenso schnell drängten sich die Gedanken an alle die Nöte und Schwierigkeiten wieder in ihren Sinn, bie sie gestern für ein paar Stunden hatte vergessen dürfen. Und wie grausam hatte auch das späte Telephongespräch mit Ralf sie diesem seligen Sichvergessen entrissen! Ja, hart klopfte bie Wirklichkeit schon jetzt an bie Pforten, unb sie konnte sich ihr nicht entziehen! Auch ber Auseinanbersetzung mit Ralf konnte sie nicht entrinnen, mochte ihr auch noch Dingfest gemacht. Der 21 Jahre alte Hans Pohl mann von Gießen, ber — wie mir gestern bereits berichteten — auf einem Baubüro in Garbenteich Diebstähle unb Unterschlagungen von Lohngelbern zum Nachteil seiner Arbeitskameraben unb seiner Firma begangen hat, ist am heutigen Freitag früh von ber Gie- ßener Kriminalpolizei verhaftet unb in Polizeigewahrsam genommen worben. Im Laufe bes heutigen Vormittags wird er bem Amtsgericht vorgeführt werben. ** Regierungsrat Dr. Krüger vom Kreisamt Gießen, der seit einigen Monaten die Dienstgeschäfte des Kreisdirektors des Kreises Alsfeld wahrnahm, wurde auf feinen Antrag an das Kreisamt Gießen zurückversetzt. Die Dienstgeschäfte bes Kreisbirektors in Alsfelb werben nunmehr von Regierungsrat Kess el versehen, ber vom Kreis- amt Alzey an bas Kreisamt in Alsfelb versetzt würbe. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage kann Herr Wilhelm S ch m i b t aus Rödgen fein 25jähriges Arbeitsjubiläum als Heizer bei ber Firma Poppe & Co., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen, feiern. Der Jubilar hat sich burch fein aufrechtes unb gerabes Wesen das Vertrauen feiner Vorgesetzten und seiner sämtlichen Arbeitskameraden erworben. Die Firma sowie bie gesamte Belegschaft ehrte ihn burch einen anläßlich seines Ehrentages angesetzten Betriebsappell, wobei ihm von feiten ber Firma unb ber Belegschaft Ehrengaben überreicht würben. ** Die Liste ber Scho f fen und Ge> schworenen für 1937/38 betrifft eine Bekanntmachung ber Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. ** Rückständige Krankenkassenbeiträge bezahlen! Die Allgemeine Ortskranken- Eine plötzliche Sehnsucht, ihre Stimme zu hören, ergriff ihn. Er wollte sie anrufen, jetzt gleich! Die Nachricht von seinem Unfall würde sie gewiß milder gegen ihn stimmen, sie ihr Verletztsein von neulich vergessen machen! Schon nach wenigen Minuten war die Verbindung hergestellt. Da,--schon meldete sich der Geschäftsführer des „Thüringer Hofs", versprach, auf Jannas Zimmer umzustellen. „Hier Janna Heller! Wer ist am Apparat, bitte?" „Hier ist Ralf. Ich wollte dich nur gern noch einmal sprechen!" Noch ohne ihre Antwort abzuwarten, fing Rammelt an zu erzählen. Ihm selbst unbewußt, trat auf sein Gesicht wieder der alte selbstgefällige Ausdruck, während er seinen Bericht über ben Unfall immer bramatischer steigerte, um ihn wirksam vor Janna erscheinen zu lassen. Aber seltsam,--es blieb ganz still im Apparat. Kein Wort, keine Antwort! „Was ist benn, Janna, bist bu noch da?" Ader nicht einmal der Apparat hatte versagt, wie Ralf einen Augenblick geglaubt hatte. Die Verbindung bestand. Es war nur Janna, die nicht geantwortet hatte. Denn jetzt erklang auch ihre Stimme,--aber wie matt, wie fast gleichgültig antwortete sie auf seinen Bericht! Die Anteilnahme, das Mitgefühl, das er erwartet hatte, blieben aus! „Es tut mir wirklich sehr leid, Ralf!" war alles, was sie zu sagen hatte! Und dann schon fraate sie nach dem Chauffeur, erkundigte sich nach feinem Ergehen, teilnehmender fast als nach seinem eigenen, wie es Ralf schien. „Hast du ihn denn wieder so schnell fahren lassen, daß das passieren konnte?!" fragte sie noch zum Schluß. Im Zuge ber Fortführung ber Reichsautobahn im Gebiete unserer oberhessischen Heimat ist immer wie- ber bamit zu rechnen, daß man bei ben umfangreichen Erbbewegungsarbeiten auf Funbe stößt, bie von hoher wissenschaftlicher Bebeutung fein können. So würbe vor einiger Zeit in ber Gemarkung Butzbach ein, wie ber Wissenschaftler sagt, „bandkera- misches Dorf" aufgebedt, bas manchen wertvollen Funb brachte. Nun werben gegenwärtig unweit von Garbenteich, und zwar im Grüninger Markwalb, ebenfalls Grabungsarbeiten burchgeführt, bie biesmal aber ber weiteren Forschung des „Limes" gelten, ber, wie es schon bei ber Planung der Reichsautobahn bekannt war, von der Trasse der Reichsautobahn geschnitten wird. Ein Teilstück des Limes, etwa in der Breite ber Reichsautobahn wirb daburck nicht erhalten werden können, es soll aber durch Freilegungen von fachmännischer Seite versucht werden, aus ber Form, bie der Limes dort aufweist, einen Beitrag zu erlangen, der dazu geeignet sein soll, die Kenntnis über bie Technik bes Pfahlgra- benbaues zu unterstützen. Durch ein Abkommen, bas generell zwischen den Bauleitungen der Reichsautobahn und den Denkmalpflegern besteht, ist es möglich, diese Arbeit mit aller Sorgfalt zu lei st en und Ausgrabungen im notwendigen Ausmaß vorzunehmen. ist unter diesem Namen am 16. Oktober 1936 in Gießen aufgetreten. Es ist daher anzunehmen, daß er sich neuerdings in der hiesigen Gegend aushält. Beschreibung bes Konen: 1,76 bis 1,80 Meter groß, kräftig, blonde Haare, Berliner Mundart, trägt braungestreiften Anzug, rotbraun karierten Ulster, hat gepflegtes Aussehen und sicheres Auftreten. Es wird ersucht, Konen beim Antreffen dem nächsten Polizeibeamten zu übergeben. Die KdF.-Ierienkarte für erfolgreiche Kurzschriftler. Die Arbeitsschule ber Deutschen Arbeitsfront, bie vom Führer mit ber Berufsertüchtigung aller Schaf- fenben betraut würbe, pflegt als eine Besonberheit bie Deutsche Kurzschrift. Die Kurzschrift-Vereinigung ber DAF. ist eine Organisation, bie in ganz Deutschlanb alle Kurzschriftler umfaßt unb die es als ihre Pflicht betrachtet, tüchtige, leistungsfähige Schnellschreiber für das Wirtschaftsleben heranzubilden. Die Ortsgruppe Gießen führt jeden Monat ein Leistungsschreiben durch, um immer unb immer mieber bie Leistungsfähigkeit der Mitglieber zu kontrollieren. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß nur einwandfreie, gute Arbeiten gewertet werden. Bei dem Anfang dieses Monats durchgeführten Leistungsschreiben wurden erstmalig als Anerkennung für besonders gute Leistungen KdF.-Ferien- farten ausgegeben. Wer bekommt nun eine Ferienkarte? Die abgelieferte Arbeit muß eine wortgetreue Wiedergabe der Ansage darstellen und keinen Verstoß gegen die Rechtschreibung und Satzzeichenlehre aufweisen. Der betreffende Schreiber erhält bann je nach Leistung in ber Silbenzahl eine entsprechend Wertmarke in feine Ferienkarte. — Durch biefe Einrichtung ist wiederum vielen Arbeitskameraden die Möglichkeit gegeben, durch die eigene Leistung im kommenden Jahr mit „Kraft burch Freube^ in Ferien zu fahren. Das (Ergebnis bes Delkschreibens: Ehrenpreis — Ferienkarte, 1. Preis: Arbeiten mit Satzzeichenfehler. Abteilung 220 Silben: Ehrenpreis: Wilma Leipold, Greta Jochum, Anni Kompf. Abteilung 16 0 Silben: Epr.: Lieselotte Nikolaus, Else Kompf, Anni Bolz. Abteilung 140 Silben: Epr.: Gefr. Willy Liebmann, Willi Arnolb, Frieba Merz, O. Weigel, Otto Kompf. Abteilung 120 Silben: Epr.: Helm. Viehmann. Abteilung 100 Silben: Epr.: Wilh. Ziegler, Kurt Hannes. 1. Pr.: Elfriebe Weiß, Therese Frank, Alfreb Oehler, Hilde Menges, Irmgard Walther, Otto Balser, Gottfried Bcückel, Theo Otto. Abteilung 80 Silben: Epr.: Gertrud Maintzer, Otto Sommer, Adelheid Brück, Frieda VSlein-Ll b Rranfen- ction vchnM riinlfflien W ,-Mch den M Ms neu in i ^mien Hei i^Mete il teif 013 dafür, IrfiiM die 2 MMMMN Jl In billigen. Er Lnleqtation ein higtn hilss- kn. Da durch tue Atzungsa! fr gesicherter ba1 i es möglich, au l!MM des Ji rhtsseier der L Mnt stattsindei ir Mrckrche । Woche, in ber bie ganze Bergprebigt in Abenbvor- trägen betrachtet werben soll. Es gehört zur Not ber evangelischen Verkünbigung im sonntäglichen Gottesdienst, baß ba immer nur ein Wort ober ein kleiner Abschnitt aus ber Fülle ber Heiligen Schrift ausgelegt werben kann. Es ist barum wichtig, baß ber Gemeinbe von Zeit zu Zeit eine Anleitung gegeben wirb, einen größeren Schriftabschnitt im Zusammenhang lesen und verstehen zu lernen. Die Luthergemeinde lädt alle evangelischen Christen zu den abendlichen Betrachtungen ein, die jeweils von verschiedenen auswärtigen Rednern gehalten werden, unb zwar um 20 Uhr in ber traulichen alten, nun neuhergerichteten Friebhofskapelle. Man beachte bie heutige Anzeige. Schaufenster werben für das Winterhilfswerk. In Zusammenarbeit mit ber Reichsführung des Winterhilfswerks hat bas Hauptamt für Handwerk und Handel der NSDAP, eine großzügige Weihnachtswerbung für das WHW. beschlossen. Im Gau Hessen-Nassau hat sich bie NSRDW. (Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute) für biefe Werbung voll eingesetzt. In den nächsten Tagen werben bie Werbefachleute die Einzelhandels- und Handwerksgeschäfte besuchen, um für bas Winterhilfswerk-Schaufenster zu werben. Durch rege Beteiligung der Geschäftswelt soll dieses WHW.-Liebeswerk zu einem vollen Erfolg geführt werden. NSRDW. Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute, Gau Hessen-Nassau: Esche. Der Gaubeauftragte für bas Winterhilfswerk 1936/37: Haug. NSDAP., Amt für Beamte. Kreis Wetterau. Am 21. November finbet im Cafe Leib in Gießen um 20 Uhr ein Gerneinschaftsabenb für bie Kreisabschnitte Gießen, Allenborf a. b. Lba., Grünberg, Hungen unb Lollar statt. Vollzähliges Erscheinen ber Berufskarneraben selbstverständliche Pflicht. Familienangehörige unb Gäste sinb willkommen. Warnung vor einem Betrüger. SPD. Seit Mitte 1935 reift ber am 27. Juni 1896 in Mayen geborene Willi Konen in Deutschland umher und nimmt Aufträge auf Diapositive (sog. sprechende Geschäftsreklame) und Schallplatten für Kinoreklame entgegen. Hierfür läßt er sich Anzahlungen bis zu 30 Mark geben. Lieferung erfolgt in den meisten Fällen nicht. Es kommt ihm in erster Linie darauf an, eine Anzahlung zu erhalten. K. nennt sich auch Willi Kremer und Das war ihm nun wieder völlig unverständlich. Er hatte auch gar keine Lust mehr, es zu verstehen! Verflogen war die Stimmung von vorhin. Immer und immer nur wurde er von Janna enttäuscht! „Ich meine, ob ich dich am kommenden Sonntag sprechen kann, Ralf?" „Nein!" schrie er da, bis zum äußersten erregt. „Nein, ich will nicht mit dir sprechen! Ich will jetzt Ruhe haben! Oder hast bu es noch nicht verstauben, daß ich einen Unfall gehabt ljabe und wohl ein Recht auf Ruhe fyaben kann?!" Dann wartete er. Aber von Janna kam keine Antwort mehr. Sie hatte abgehängt. Erregt trommelte Rammelt mit ber Hanb auf den Tisch. Sein Gesicht war gerötet. Wie zwei schwarze Striche standen bie Zornesfalten über seinen Brauen. Es traf sich unglücklich, daß Pauline in biefem Augenblick bas Zimmer betrat. Rammelt herrschte sie so sehr an, daß sie beinahe schluchzenb ihren Bescheid herausstammelte: Wfnni Ktz Illi y*1“ ' *25*.“.,’ !“.r Schuld L ri r>°" Teni Ols » . Mern und ch frühere, da °°ren,M ittis 5egen M i salte. Can Zum Besuch bes Bauerntages der Kreisbauern« I schäft Oberhessen-Ost, ber am 5. unb 6. Dezember I in Schotten ftattfinbet, gibt bie Reichsbahn für [I ben Besuch von 75 Kilometer um Schotten Sonn« PI tagsfarten heraus, woburch sich bie Fahrt um etwa PI ein Drittel verbilligt. Da bie mit bem Bauerntag Pl Derbunbene Vogelsberger Heimatschau PI „Blut und Boden" bereits einige Tage vorher, [I am Mittwoch, 2. Dezember, eröffnet wird, gewährt [I bie Reichsbahn auch für die Tage von Mittwoch W bis Freitag einschließlich bie gleiche Vergünstigung. || An sämtlichen Tagen gibt es aus einem Umkreis von 75 Kilometer Sonntagskarten nach Schotten, bie jeweils am Tag ber Lösung von 0 Uhr bis 24 Uhr Gültigkeit haben. Die am Samstag unb Sonntag gelösten Karten gelten, wie Sonntagsrückfahrkarten überhaupt, bis Montag um 24 Uhr. Bis zu biefem Zeitpunkt muß bann bie Rückfahrt beendet sein. Eine alte Bauernsippe in Bettenhausen. • rad)t, d'-d» teul leit 16401 assig ist. flachweis erbracht weiten Medes Kranken- und K l e i n ki n d e r schulgenommen. Die Zeichnung kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers, Sparkassen und Kreditgenossenschaften bei den Zeichnungsstellen vorgenommen werden. Früherer Schluß des Zeichnungsgeschäfts bleibt Vorbehalten. 3. Die Zuteilung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungssrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nur hergeleitet werden, soweit durch die Zeichnungsstellen die Berücksichtigung der gezeichneten Beträge fest zugesagt worden ist. 4. Die Bezahlung der zugeteilten Schatzanweisungen hat spätestens ;e von MüwvH DntzünsügumI is einem Umkreis en nach Scholien/ von 0 Uhr bis 2 amstag und Sonr-'i Sonntagsrückfahm Sächsische Staatsbank. Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. Berliner Handels-Gesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. m 24 Uhr. Bis zu Rückfahrt beende! H. Aufhäuser. Bayerische Staatsbank. Merck, Fink & Co. Staatliche Kreditanstalt Oldenburg (Staatsbank). Württembergische Notenbank. zuzüglich 4i/2% Stückzinsen vom 1. 12. 36 (einschl.) bis zum Zahlungstage Aktiengesellschaft. Norddeutsche Kreditbank Aktiengesellschaft. Bayer & Heinze. Gebrüder Bethmann. Frankfurter Bank. Hallescher Bankverein 7. 1. 1937 20. 1. 1937 18. 2. 1937 Kreis Schotten. D.Laubach, 19.Nov. Der Turm der evangelischen Stadtkirche wird zur Zeit neu gedeckt. Schon lange ließen schwere Schäden des Turmdaches bei schlechtem Wetter Wasser eindringen, wodurch u. a. auch die Kirchenuhr in Mitleidenschaft gezogen wurde. So konnte eine gründliche Wiederherstellung nicht länger hinausgescho- ben werden. Die Arbeiten führt Dachdeckermeister Silz unter Bauleitung des hiesigen Architekten Silß aus. bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnungen entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen und Vollzahlung vor diesen Terminen sind zulässig; von den Zeichnungsstellen fest zugesagte Beträge können auch schon vom 30. November 1936 ab beglichen werden. Für Zahlungen vor dem 1. Dezember 1936 werden Zinsen nicht vergütet. Bei allen Teilzahlungen werden nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Die Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. 6. Die Lieferung der 4%% Reichsschatzanweisungen, Dritte Folge, erfolgt baldmöglichst. Im November 1936. Berlin, Altona, Bochum, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Halle (Saale), Hamburg, Karlsruhe (Baden), Köln, Leipzig, München, Oldenburg i. O., Schwerin (Meckl.), Stuttgart, Weimar. Von den vorstehend bezeichneten RM 500000000,— 4%% auslosbaren Schatzanweisungen von 1936, Dritte Folge, sind RM 100000000,— bereits fest gezeichnet worden. !Rm. 400000000,- 47,% auslosbare Schatzanweisungen des Deutschen Reichs von 1936, Dritte Folge, werden hiermit im Auftrage des Reichs durch das unterzeichnete Konsortium zur öffentlichen Zeichnung unter den nachfolgenden Bedingungen aufgelegt. Ieichnungsbedingungen I. Der Zeichnungspreis beträgt Warfen Schotten. der Kreisbauern» „ 25% „ und „ restl. 25% „ nachtsfeiertages verlegt wurde. Pfarrer König teilte noch mit, daß der im verflossenen Fahr ins Leben gerufene Verein zur Förderung der Kleinkinderschule auf über 100 Mitglieder angewachsen sei; der Jahresbeitrag von 1 Mark, der im Januar erhoben werden soll, ermögliche es fast allen Familien unseres Dorfes, Mitglied des Vereins zu werden, um das Bestehen der Kinderschule auch für die Zukunst zu sichern. * Steinbach, 19. Nov. Der hiesige 34 Jahre alte Postarbeiter Georg Röllhausen, der beim Postamt in Gießen beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Unter Verdacht auf innere Verletzungen mußte er in die Chirurgische Klinik gebracht werden. * Lollar, 20. Nov. Am morgigen Samstag, 21. November, begehen die Eheleute Johannes Körner und Frau Marie, geb. Schmidt, Kirchstraße 13 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. 8 Daubringen, 20.Nov. Am gestrigen Donnerstag wurde im Gemeindewald mit der Holz- fällung begonnen. Es sollen im Laufe des Winters etwa 460 Festmeter Nutz- und Brennholz gefällt werden. < Beuern, 19. Nov. In unserem Gemeindewald wurden die Holzhauerarbeiten mit drei Rotten ausgenommen. Dabei finden auch einige len. und Ge. betrifft eine 8e. Jn9 m unserem lönbers fjingemie« Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. Deutsche Landesbankenzentrale . , Aktiengesellschaft. Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Dresdner Bank. I. Dreyfuß & Co. Gebr. Arnhold. Hardy & Co. Mendelssohn & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Reichs-Kredit-Gesellschaft Westholsteinische Bank. Westfalenbank Aktiengesellschaft. ' ------ ' Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt.) Eichborn & Co. enfaffenbei. t 'eme Ortskranken. £ ’ert im heutigeir fL t, ii uci |uimnc ich jiuj um yjiuiuuyuucuu qui mber Die y gmeinsamen Sitzung im Pfarrhaus. Nach Eröff- «Im l" kmg durch den Vorsitzenden, Pfarrer König, hieß -Wer (eiend jdas neu in den Vorstand berufene Mitglied, rt Ae- Nit L ™ Ä izJahrhunderts in Bettenhausen wohnt und Acker- pPr.: n. fc(1 treibt. Wie alt die Sippe ist, wird sich nie aus- I znchen lassen; denn da in hiesiger Gegend die Fa- Rsfarju ^jennamen erst um das Jahr 1600 endgültig amt- ° Otto ft ft: [ie festgelegt wurden, läßt sich über die Sippen- örnmti lhrit ZU^mmenhänge vor dieser Zeit nur selten Be- ^ainbp' N: ktinmtes sagen : b) gSr» w jn unserem Dorfe von etwa 75 Familien lassen Hann |id mit leichter Mühe einige 20 feststellen, die 'ÖUt: Lilj Lyer als 200 Jahre hier siedeln; einige Stämme sirr bis ins frühe 15. Jahrhundert urkundlich nach- M.sbar. Kälte M* [nben herien. .. • ys ausdieners nW nb langsam ^ MÄ mJ Ute 0 e >hr.2 m Schu"-" >, st' AM -sl°ch'" 'U'Ar-u'" , glri'l -sM ÄH kleine Landwirte und Gewerbetreibende für mehrere Wochen lohnende Beschäftigung. § Lumda, 19. Nov. Am Dienstagabend fand in unserem Dorf die er sie Verdunkelungsübung statt. Da die Einwohnerschaft mit gutem Willen an diese vaterländische Aufgabe heranging, verlief die Hebung zur allgemeinen Zufriedenheit. # Duettborn, 19. Nov. Bei einer größeren Grund stücksverpachtung wurden hier für den Morgen gutes Ackerland durchschnittlich 40 Mk., für gutes Wiesenland durchschnittlich 30 Mk. Pacht bezahlt. & Harba ch, 17. Nov. Durch das Regenwetter der letzten Tage hat es bei den Feldarbeiten einen unerwünschten Stillstand gegeben. Dadurch können sich unsere Landwirte wieDer mehr den Kleinarbeiten in Haus und Hof widmen, an denen es im Spätherbst niemals mangelt. Zu diesen Arbeiten gehört nicht zuletzt die Aussortierung des Obstes. Leider gibt es in diesem Jahre viele faule Früchte. Deshalb muß in den Lagerräumen von Zeit zu Zeit eine gründliche Auslese vorgenommen werden. Mit den Ob st ertrügen war man im Herbste sehr zufrieden. Besonders die Zwetschenernte war recht ergiebig. Ueberall hingen die Bäume, selbst die kleinsten, zum Brechen voll. Die Obstzüchter konnten deshalb beträchtliche Mengen absetzen. Es wurden weit über 500 Zentner verkauft. Die Früchte wurden teils durch die von Kulisch, Kaempf & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. Badische Bank. Sal. Oppenheim jr. & Cie. I. H. Stein. Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt. ~ ~ ~ ’ Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Vereinsbank. i9c *uHc uuujtij । «chtsseier der Kleinkinderschule soll am vierten et wird, (itmähxt livent stattfinden, während die Weihnachtsfeier ie- Kinderkirche auf den Abend des ersten Weih- Bahn verschickt, teils durch Lastautos abgeholt. Auswärtige Obsthändler schafften die Zwetschen auf die Großmärkte nach Frankfurt, Koblenz, Duisburg und Essen. Durch den Vorsitzenden unseres Obst- und Gartenbauvereins, der alljährlich mit großem Geschick den Obstversand regelt und die Verhandlungen mit den Aufkäufern führt, konnten 2300 Mark an die hiesige Einwohnerschaft ausbezahlt werden kann. ch L i ch, 19. Nov. Am Sonntagabend wurde In der Turnhalle das 9 8. Stiftungsfest der Sängervereinigung „Cäcilia" gefeiert. Die Musikkapelle des Jnf.-Regts. 116 spielte Märsche und Konzertstücke und erntete dafür reichen Beifall der vielen Besucher. Zwischendurch fang der Chor unter Leitung von Chormeister Ernst I l g e schöne Lieder. Vereinsführer Jakob Uhrhan ehrte zwei verdienstvolle Sangesbrüder, den Ehrenvorsitzenden Heinrich Schmidt VIII. und das Ehrenmitglied Fritz Fischer für 50- bzw. 40jährige aktive Sängertätigkeit und überreichte beiden die Sängernadel. Sangesbruder August Garde, der Vereinsführer des Gesangvereins „Liedertafel", Marburg, mit dem die „Cäcilia" feit Jahrzehnten treue Freundschaft hält, würdigte in einer An- spräche die Verdienste der „Cäcilia" um das deutsche Lied und die Pflege echter deutscher Volkstumarbeit. cxd Langsdorf, 19. Nov. Bei der jüngst abgehaltenen Wald-Treibjagd wurden nur Zwölf Hasen zur Strecke gebracht. Auf Rehwild wurde nicht gejagt. Ein seltenes Exemplar eines Fuchses wurde erlegt; er war fast ein Albino, denn der gelbe Körper bis zur Mitte der Rute war weiß behaart. Das Jagen mußte vorzeitig abgebrochen werden, weil aus dem benachbarten Solrns- Braunfelsschen Revier ein Rudel von 15 Wildschweinen gemeldet wurde. Bei dem darauf durchgeführten Treiben gelang es dem Förster Sarnes von Hungen, eine Bache von etwa einem Zentner zu erlegen. Die übrigen Sauen brachen nach der Richtung der Hubbach durch. — Nunmehr haben die Holzfällerarbeiten in unserem Gemeindewald begonnen. Es sollen über 4000 Festmeter, hauptsächlich Buchenholz, bearbeitet werden, die meist im Hegerichswalde stehen. Zur Abfuhr ist geplant, quer durch den Bestand von der Nonnenröther Straße bis zu der Waldecke hinter den Alten Landen einen Weg anzulegen. Er wird mitten durch den Distrikt „Heidenkippel" geführt werden, ein der Mundart unkundiger Schreiber hat vor Zeiten den Namen in „Hainköppel" verdorben. Der Forstort hat seinen Namen von zahlreichen prähistorischen Grabhügeln, die seit Jahrzehnten erforscht sind. Die Forstbehörde plant, dem Vernehmen nach, den neuen Holzweg so, daß keiner der ehrwürdigen Tumuli beschädigt wird. — Es ist auffallend, daß sich hier nur noch 3 5 Holzhauer gemeldet haben; vor etlichen Jahren waren es noch weit mehr. Durch die Arbeitsbeschaffung im Dritten Reich ist Arbeitslosigkeit bei uns sozusagen ein unbekannter Begriff geworden. Leitungsrohren machten sich Veränderungen bemerkbar, die den Chemikern und Wasserfachmännern Veranlassung gaben, sich mit diesem Problem 3U beschäftigen. Professor Tillmanns, der Meister der Wasserchemie, erkannte als Ursache das Auftreten freier Kohlensäure und fand neben anderen Wissenschaftlern ein bis heute sich bewährendes System der Entsäuerung des Wassers. In ausführlicher wissenschaftlicher Begründung setzte der Vortragende die Veränderung der Bestandteile des Wassers auseinander und gab die Formel für das Gleichgewicht der SBeftanbteile des Wassers an, dem zufolge kein Angriff des Wassers auf das Eisen oder den Beton erfolgen kann. Die Zerstörung des Eisens durch das Wasser ist durch das Zusammenarbeiten der Wissenschaft mit der Technik durch verschiedene Filterverfahren wirksam bekämpft worden. Der Vortragende ging dann näher auf die einzelnen Verfahren ein, u. a. auf die zuerst erfundene Marmor-Filtration, schilderte den Vorgang beim Kalkhndratversahren und zeigte, wie das Magnesitverfahren sich in dem Magnofilter als erfolgreichste Bezähmung der Angriffslust des Wassers bewährt hat. Hierauf ging der Vortragende auf den großen wirtschaftlichen Schaden ein, den die Angriffslust des Wassers an den Leitungsrohrnetzen der Städte ausübt, und belegte mit reichem Zahlenmaterial die Verluste für die Volkswirtschaft. Nach einer kurzen Aussprache richtete Dr. Schaffner einen Appell an die Chemiker und Techniker zum Zusammenschluß in der RTA. der Reichs- gemeinschaft technisch-wissenschaftlicher Arbeitsgemeinschaften zur Bewältigung der Probleme, die ihnen durch die Ausführung des Vierjahresplanes der Reichsregierung gestellt werden. 10% in der Zeit bis zum 11. 12. 1936 40% Kankenstation einige Neuanschaffungen von not- madigen Hilfs- und Heilmitteln nötig gewesen ue Reichsbahn'füc wren. Da durch die im letzten Jahre vorgenom- * । tn:ne Stützungsaktion die Kinderschule heute wie- k gesicherter dasteht als in früheren Jahren, so r.rft walte. Landkreis Gießen. 987.% unter Verrechnung von Stückzinsen (siehe Ziffer 4). Die Börsenumsatzsteuer trägt der Zeichner. 2. Zeichnungen werden in der Zeit vom 20. November bis 5. Dezember 1936 bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Banken, Bankfirmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden entgegen» Siigeorbneten Heinrich Bechtold, willkommen rb verpflichtete ihn durch Handschlag. Der Vor- f ende sprach dem Vertreter der Gemeinde den link aus dafür, daß sich die Gemeinde bereit« eilcirt hatte, die Mittel für die im letzten Sommer virgenommenen Jnnenarbeiten an der Kinderschule i bewilligen. Er teilte ferner mit, daß für die MM W M1936, Mt Stift, rückzahlbar zum Nennwert in den Jahren 1943-1948 hnn ÖOn 4»ZahreKindergottesdienst in Laubach |) 3 Sau bad), 19. Nov. Am Sonntag feierte In QJfc M hiesige evangelische Gemeinde das 4 0 j a h r i g e L Mfil 2-stehen ihres Kindergottesdienstes, luh hI?® begas, Schon vorher bestand ein sogenanntes „Kinderlid in Ver Eik ftndchen" Sonntags m der Kleinkinüerschule. Als halr'N- Yin Pfarrer Dolp hierher kam, entsprach er kJ?05 h°ll. qrne der Anregung, es als Kindergottesdienst in Dorfie. $ Kirche zu verlegen. Durch 40 Jahre hindurch | ,1; er nun eine ständige Einrichtung der Kirchen- tj'meinde gewesen, von der, wie in mancherlei Zu- Ln «m9er vWMisten freudig bekannt wurde, viel Segen aus- [hPc & .aten dir Zangen ist. nr ,Äreifes Alb Die Jubiläumsfeier bewegte sich in den schlichte- L*Ä Qn bas frti Formen. Im Dormittagsgottesdienst predigte ) -0'enstgeschgi,. ic Ortsgeistliche über bas dritte Gebot: „Du \n nunMr Don W den Feiertag heiligen" unter dem Thema: .ü°m Kreiz. „^ie erhalten wir den Kindern den Feiertag?" ^seld oechbi Mchmittags der Gründer des Kindergottes- , . Wnstes, Dekan i. R. V o l p dahier, den festlichen J heiüioen 2afl( Jhöergottesbienft, zu dem eine besonders große Vor einem ansehnlichen Kreis von Männern der Wissenschaft und der Praxis eröffneten der Bezirks- verein Oberhessen des Vereins Deutscher Chemiker und die Gießener Chemische Gesellschaft im Großen Hörsaal des Chemischen Institutes den Kampf gegen den Verderb. Der Vorsitzende des Vezirksvereins Oberhessen, Direktor W r e d e (Gießen), zeigte den Anteil der technischen Wissenschaften an dieser Mitarbeit zum Dierjahresplan auf und war erfreut, daß sich u. a. auch die Männer der Technik und der technischen Behörden so zahlreich zu dieser ersten Anregung eingefunden hatten. Zur Einführung des Abends selbst rotes er auf die große Zerstörung des Eisens hin, das außer den atmosphärischen Einflüssen ganz besonders der Zerstörung durch das Wasser ausgesetzt ist. Nur durch die Zusarnmenarbeit von Technik und Wissenschaft sei hierbei eine große Arbeit zu leisten, die des Erfolges wert sei. Er begrüßte zu einem anregenden Vortrag auf diesem Gebiet einen Schüler des bekannten Frankfurter Professors Tillmanns, den auf diesem Gebiete erfolgreich vorgeschrittenen Dr. Schilling aus Frankfurt a. M. Dr. Schilling sprach dann über „Die Angriffslust des Wassers auf das Eisen und ihre Behebung". Er behandelte einleitend das Auftauchen dieses Problems. Früher fand man wohl Unterschiede im Wasser selbst, aber man hatte keine große Ursache, diesen Fragen näherzutteten. Auch nach der Aufspeicherung des Wassers und seiner Leitung durch Gußrohre nahm der Verbraucher den Angriff des Wassers und die dadurch beeinflußte Geschmacksänderung nicht wahr. Erst beim Bau von Grundwasserreseroaten machte sich oft eine Ueberfäuerung des Wassers bemerkbar. Das Wasser enthielt ausgeflocktes Eisen, und auch an den F heutigen Ion«..____o__________,. FUs tigen Kinder und auch viele Erwachsene erschienen ö:ren. In seiner Schlußansprache erwähnte er be- ^"fabrik, Leders den Dienst vieler Helfer und Helferinnen, sein aufrechtes m denen besonders zwei schon lange ununter- W 3orqefeh.tr ^en im Amt stehen, Freiin L. von Folle- fameraben ermor.V'115 25 Aahre und Lehrer i.R. Weil 10 Jahre. Vckgschaft ehrf-'P^rer Schmidt überbrachte herzliche Glück- Ehrentages anae. versehe und Dankesgrüße im Namen der Ge- 1 von feiten btt winde und als Vorsitzender des Hessischen Kinderladen überreittilfetesdienst-Verbandes. Er dankte dem Gründer, tzki Helfern und Helferinnen, von denen auch itrnche frühere, darunter auch von auswärts, ge- mmen waren, und wünschte für die Zukunft, daß V: ttes Segen über dem Laubacher Kindergottes- ZMWgsMgevsl Im Zuge der weiteren Durchführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich RM. 500000000,- 47,% auslosbare Schatzanweisungen von 1936, Dritte Folge. 1 Die Schatzanweisungen lauten über RM 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000. Sie sind vom 1. Dezember d. I. ab mit 4%% jährlich verzinslich. Die Zinsen werden halbjährlich am 1. Juni und 1. Dezember j. I. gezahlt, erstmalig am 1. Juni 1937. Die Tilgung der Schatzanweisungsausgabe erfolgt nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert mit je einem Sechstel zum 1. Dezember der Jahre 1943—1948. Sie Auslosungen werden in der Weise bewirkt, daß in den Jahren 1943, 1944, 1946 und 1947 je 17, in den Jahren 1945 und 1948 je 16 der Ziffern 00—99 gezogen werden. Alle Schatzanweisungen aus jedem Wertabschnitt, deren Nummern in den beiden letzten Stellen gezogen sind, gelten als ausgelost und sind an dem auf die Ziehung folgenden 1. Dezember zum Nennwert rückzahlbar. Die neuen Schatzanweisungen des Deutschen Reichs sind gemäß § 1807 BGB. mündelsicher. Sie können im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen. Die Einführung der 4%% Reichsschatzanweisungen von 1936, Dritte Folge, an den deutschen Börsen wird alsbald nach ihrem Erscheinen veranlaßt werden. t bem Sauerntas is- es möglich, auch hier einige Anschaffungen zur fieimatfdjaiz ki.qänzung des Inventars vorzunehmen. Die Weih- S.JL-fport Große Pläne für das Olympia-Eisstadion. Auch im kommenden Winter wird das Olympia- Eisstation in Garmisch-Partenkirchen Mittelpunkt großartiger Kämpfe sein. Der Beginn wird am 13. Dezember mit einem Eishockeytrcffen und mit Schaulaufen gemacht. Eine Woche später begegnen sich dort Rießer-See und Brandenburg Berlin, und am 25. Dezember setzt das Weihnachtsturnier um den Ritter-von-Halt-Pokal ein, an dem sich neben dem Verteidiger SC. Rießer-See u. a. die Zehlendorfer Wespen, der Wiener EV. und eine Budapester Auswahl beteiligen werden. Den Abschluß des Turniers bildet eine Begegnung zwischen den beiden Meistermannschaften von SC. Rießer-See und Berliner Schlittschuh-Club. Das Kunstlaufpro- gramm bestreiten Herber-Baier, Erich und Ilse Pausin, Cecilia Colledge, Megan Taylor, der Engländer Sharpe, der Wiener Kaspar und das Ehepaar Cliff. Am 17. Januar spielen die „Kimberley- Dynamiters" in Garmisch-Partenkirchen, und im Rahmen der internationalen Wintersportwoche Ende Januar soll ein Länderturnier Deutschland, Oesterreich, Italien, Schweiz durchgesührt werden. Deutsche Steher nur mit deutschen Schrittmachern. Neue Sonderbestimmungen für Meisterschaften. Eine Reihe der bekanntesten deutschen Dauerfahrer wie Metze, Krewer und Möller bestreiten seit Jahren den größten Teil ihrer Rennen hinter ausländischen Schrittmachern. Der Deutsche Radfahrer-Verband hat jetzt eine Sonderbestimmung für die Schrittmacher-Verträge erlassen und dabei gleichzeitig verfügt, daß zu deutschen und Weltmeisterschaften in Zukunft deutsche Fahrer nur hinter deutschen Schrittmachern zugelassen bzw. entsandt werden. Eine Ausnahme wird lediglich gemacht, wenn der betreffende ausländische Schrittmacher seinen Wohnsitz ständig in Deutschland hat. DKW.-Sieg in Schweden. Die erste Winterprüfungsfahrt in Schweden, eine 24-Stunden-Tag-und-Rachtfahrt mit Start und Ziel in Upsala, brachte der deutschen Industrie einen beispiellosen Erfolg. Vier DKW.-Maschinen endeten auf den ersten Plätzen, und damit fiel dem deutschen Werk zugleich der Mannschafts- und Industriepreis zu. Sieger in der Einzelwertung wurde der Schwede E. Sagftröm vor drei weiteren schwedischen Fahrern. Rückspiel gegen Italien in Mailand. Es ist der Wunsch der Fußball-Verbände von Italien und Deutschland, die Spiele der beiderseitigen Nationalmannschaften in Zukunft in kürzeren Abständen als bisher durchzuführen. So werden in Italien schon demnächst Vorbereitungen für das siebte Spiel gegen Deutschland eingeleitet. Noch unter dem überwältigenden Eindruck der 100 000 Zuschauer stehend, die dem Kampf am letzten Sonntag im Berliner Olympiastadion einen unvergleichlichen Rahmen gaben, soll der voraussichtliche Austragungsort, das Stadion San Siro zu Mailand, auf ein Fassungsvermögen von 80 bis 90 000 Zuschauer vergrößert werden. Wegen der Weltmeisterschaft wird die Reihe der deutsch-italienischen Länderspiele im Jahre 1938 unterbrochen und erst im folgenden Jahr mit dem achten Kampf in Deutschland fortgesetzt. Italien wird im kommenden Jahr noch ein Länderspiel gegen Belgien in Rom austragen. Hesten-Elf gegen Westfalen. Für das Reichsbundpokalspiel in Kassel. Das am kommenden Sonntag in Kassel stattfindende Reichsbundpokal ° Vorrundenspiel gegen Westfalen wird der Gau Hessen mit folgenden Spielern bestreiten: Sonnrein (Hanau 93); Eufin- ger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900); Reinhardt (Hanau 93), Engelhardt (Kassel 03), Becht- hold (Hersfeld) oder Eberwein (Kassel 03); Markert (03 Kassel), F. Schultheiß (Wachenbuchen), Bock (H.-Pr. Kassel), Beyer (SV. Kassel), Bonard (Hersfeld). Ersatz: Ziehe, Klein (Kassel 03). Schiedsrichter ist Glöckner (Pirmasens). Winterhilfsspiele im Kreis Gießen. Rodheim komb. — Raunheim komb. 3:3. Rodheim a. d. B. stand am Sonntag im Zeichen der Winterhilfsspiele. Auf dem Waldsportplatz standen sich eine kombinierte Mannschaft vom Turn- und Spielverein Naunheim und Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. B. gegenüber. Beiderseits wurden beachtenswerte Leistungen gezeigt. Das Spiel wurde fair ausgetragen. Dreimal ging Rodheim in Führung, ebenso oft glich Naunheim aus. Endergebnis 3:3. Ecken 8:3 für Rodheim. Dem WHW. konnten 23,40 Reichsmark zugeführt werden. Fußball im Tv. Launsbach. Launsbach I — Londorf I 3:3. In Launsbach trafen sich die beiden vorgenannten Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Launsbach war fast während des ganzen Spieles leicht tonangebend, während die Gäste heftig bemüht waren, jeden Erfolg der Platzbesitzer zu vereiteln. Der Schiedsrichter sah sich durch das etwas harte Spiel der Gäste gezwungen, zweimal Elfmeterball gegen Londorf zu verhängen. Beide konnten verwandelt werden. Mit einer 3:0-Führung für Launsbach wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause kamen die Gäste ebenfalls durch einen Eismeterball zu ihrem ersten Erfolg, der allerdings erst in der Wiederholung gelang. Die Platzbesttzer waren auch weiterhin im Vorteil, allerdings zeigte der Sturm nicht das nötige Schußoermögen, wahrend andererseits die Verteidigung der Londorfer hart abwehrte. Wenn die Launsbacher in dieser gezeigten Form weiterspielen, wird noch mancher Erfolg der Mannschaft zu erzielen fein. — Die Launsbacher Jugend trat in Krofdorf, allerdings mit Ersatz an, und mußte eine Niederlage hinnehmen. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. Jugendfutzball. 6:0-$$eg über Rot-Weiß Frankfurt a. 2U. Der Ausgang dieses Spieles war eine große Ueberraschung. Mit einem erfolgreichen Abschneiden hat niemand im Lager der DfBer gerechnet. Es muß zugestanden werden, daß die Rotweiß-Jugend nicht das Spiel zeigte, das man vor Jahresfrist bei ihr gesehen hat. Es mag daran liegen, daß drei Spieler inzwischen in die erste Mannschaft aufgerückt sind. Trotzdem kann diese Tatsache nicht das vollkommene Versagen des Rotweiß-Sturmes entschuldigen. Im Feldspiel waren die Gäste nicht viel schlechter als der Gastgeber. Der VfB.-Sturm zeigte ein ideenreiches Spiel und nahm auch jede Gelegenheit wahr um die gebotenen Torgelegenheiten auszunutzen. Aus dem Spielverlauf ist zu berichten, daß die erste Viertelstunde die Leute aus Frankfurt eine leichte Feldüberlegenheit für sich erzielen kannOer Boxkampf Musel—Foord. Der glänzend trainierte Walter N e u s e l besiegte in London — wir berichteten darüber — den neuen englischen Schwergewichtsmeister Ben Foord in 15 Runden nach Punkten. Man sieht hier die Boxer im Kampf. Links: Walter N e u s e l. — (Associated-Preß-M.) ten, um aber dann das Spielgehen sich von den Platzbesitzern aufzwingen zulassen. Bis zur Halbzeit konnten diese viermal erfolgreich sein, während die Gäste leer ausgingen. Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gießener weiterhin tonangebend, konn. ten aber nur noch zweimal die auf Verteidigung spielenden Gäste überwinden. Watzenborn-Steinberg 1. 3gd. — VfB.-R. Gießen 1. Jgd. 1:4. Auch bei ihrem Auftreten in Steinberg konnten die Gießener überzeugen. Allerdings wurde ihnen der Sieg nicht so leicht gemacht, wie die Höhe des Resultates es vermuten läßt. VfB.-R. Gießen 3. Igd. — Heuchelheim 2. Jgd. 3:0. Die dritte Jugend enttäuschte nach der angeneh. men Seite und zeigte ein gutes Spiel, das sie Der« dient gewann. Lehrgang für das Frauenturnen in Dillenburg. Die gründliche Arbeit, die der Turnkreis 8 im Frauenturnen leistet, wurde wieder einmal bewiesen durch den in der Turnhalle des Turnvereins Dillenburg stattgefundenen Lehrganges für das Frauenturnen. In dem den Lehrgang einleitenden Dietabend konnte Kreisfrauenturnwart Schnei« d e r (Wetzlar) 70 Lehrgangsteilnehmerinnen begrüßen, denen er zur Pflicht machte, das im Lehr« gang Erlernte an die Vereine, an die Turn- fchweftern weiterzugeben. Kreisfachamtsleiter D a u« p e r t betonte in kurzer Ansprache, daß es int Interesse unserer Volksgesundheit liege, wenn sich Turner und Turnerinnen immer weiter bemühten, das Frauenturnen in weitere Kreise hineinzutragen. Dem Leiter des Lehrganges standen in Else R o m p f (Herborn), Heinrich Schönberger (Niedergirmes), K. Erb und Jdel Hauck (Gießen), Jansen (Sinn), Erika Schneider (Wetzlar) und Am end (Krofdorf) für die praktische Arbeit eine Reihe tüchtigster Hilfskräfte zur Verfügung, die ihre Sache verstanden und den Turnerinnen auf allen turnerischen Gebieten wertvollste Anregungen und Anleitungen gaben. Aus dem Uebungsstoff nehmen wir als besonders wesentlich heraus die Uebungen für den gymnastischen Vierkampf (Medizinball, Schwebekante, Seil und Keulen), dann Geräteübungen, Turnen an den Ringen, ein sehr lehrreiches Stundenbild für das Kinderturnen, Seil- und Keulengymnastik sowie Volkstänze und Spiele. Bei dem Eifer, mit dein die Lehrgangsteilnehmerinnen den ganzen Uebungsstoff durcharbeiteten, ist anzunehmen, daß sie auch nunmehr alles daransetzen, ihr Können in ihren Vereinen anderen weiterzugeben. Kreisfrauenturnwart Schneider schloß den. Lehrgang, der als letzter im Jahre 1936 anzusehen ist, mit herzlichem Dank an den Turnverein Dillenburg für die Aufnahme der Turnerinnen, die Lehrkräfte und den turnerischen Einsatz der Lehrgangsteilnehmerinnen. Sein Gruß an das deutsche Volt und seinen Führer fand freudigen Widerhall. Kurze Sportnotizen. Die Neuyorker Boxkommission hat den Beschluß gefaßt, sich in der Frage eines Kampfes Louis — Braddock neutral zu verhalten unter der Voraussetzung, daß Braddock die geforderte Garantiesumme von 5000 Dollar für den, Kampf gegen Schmeling hinterlegt und den Kampf- vertrag mit Schmeling für den 3. Juni 1937 sofort I unterzeichnet. Halle nmei st erschuften im Schwimmen werden unter Umständen in Deutschland noch in diesem Winter stattfinden. Der in den Kreisen der Schwimmer immer mehr Zustimmung findend- Gedanke veranlaßt die Leitung des Fachamtes, den Wünschen bald Rechnung zu tragen. GLORIr 0 ^Geschäfts-Drucksachen Briefblätter = Briefumschläge Wbei Brühl. Schulstraße 7 Geschäfts Karten Bim bestes Fabrikat, wie neu, nur 750 M. August Msker Gießen 05377 Bahnhofstr. 71. Pelze billig! Pelz-Reparaturen EoOM.Liebler Asterweg 16. ZweSSBekümpmugoer Schwarzarbeit lönnen Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage deSGewerbenachweije« auigeoommcn werden. Verlag -esSteßenerAnzetger- Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter« teile veröffentlicht Heute Freitag Premiere BENIAMINO GIGLiin .lujt kaisckonlanüt sogen alle Beiprogramm und neue Ufa-Ton-Woche Tägl. 4, 6, 8.30. Totensonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr < bis Dienstag, 24. November einschließlich g TORPEDO SIMPLEX die vollkommene Büromaschine zu niedrigem Preis Alleinverkauf NiedeMen Gießen Bahnhofstraße Ein Film, der überall, wo er bis heute angelaufen ist, größten Erfolg verzeichnen konnte I Benjamino Gigli Isa Miranda in ihrer großen Doppelrolle die ital. „Marlene Dietrich“ Gustav Waldau - Annie Markart - Joe Stoeckel u. a. rru Der Lebensroman eines großen Sängers und einer schönen Frau! Selten kam Giglis Stimme so klar und so herrlich zur Geltung wie in diesem Film. Ein ungetrübter Genuß I PPLAST Giessen Gewinnauszug 2. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 17. November 1936 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 NM. gezogen 56 Gewinne zu 500 RM. 3834 40082 44537 77456 83196 92918 95122 127737 136624 137330 138690 177568 180728 200397 167016 272634 291708 366997 357670 69013 70925 73975 76134 85174 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM. gezogen 176611 Diese 3 wesentlichen Eigenschaften cer guten Geschmackvoll Familien-Drucksache Brühl’sche 190249 200697 264013 311478 391303 192024 202324 267885 323210 395339 71236 289946 61250 129124 218260 238330 333411 76263 140161 218492 238935 123840 171748 195923 235573 292983 380126 137145 175792 198774 256317 300564 380808 118715 157155 177201 200089 229623 245274 270382 308509 332591 362002 378643 395963 82780 142229 221963 239658 176351 200267 263864 308300 386299 91403 158169 223603 276242 387654 119038 164171 179476 201620 231153 248151 272026 314871 342355 367424 383358 398450 111494 189045 225723 288191 135453 164492 181888 208217 234321 248460 280140 318742 342865 370481 384235 398845 121101 206125 228442 330626 161494 192890 206045 280071 356410 396819 106440 149417 165956 197992 222643 242397 259031 294201 327623 348266 376730 389198 105391 146485 165771 182309 210636 236649 251507 282729 319783 345829 372560 389086 112199 150145 171029 199122 223850 243701 264908 295099 329600 356725 377144 394740 19869 286463 160853 251722 162905 176709 246872 290419 296326 322425 378994 10997 220023 355977 26 Gewinne zu 800 RM. 91677 99704 152858 292179 305820 328706 139859 158597 215062 218539 326682 341453 2 Gewinne zu 10000 RM. 2 Gewinne zu 5000 RM. 4 Gewinne zu 3000 RM. 192 Gewinne zu 300 RM. 343 756 758 8507 20109 21523 34240 34603 36582 42790 46661 46735 51913 52850 65147 65647 65952 68010 68400 Vornehm Persönlich Die Ziehung der 3. Klasse der 48. Preußisch- Süddeutschen (274. Preuß.) Klassen - Lotterie stndet am 11. und 12. Dezember 1936 statt. 375403 381633 ------ 146 Gewinn« zu 300 RM 4641 9159 20560 23828 33385 34064 34172 38156 46150 54055 55729 69427 59548 67861 69061 69684 70598 75028 94779 95935 96228 98515 102498 105463 106929 108400 112664 118205 122712 123214 123660 —......... 144099 150485 150691 161494 167094 .... ...... 194205 209250 286404 369053 398986 bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- führungsarton schnell und zu mäBIgen Preisen Druckerei, Schulstraße 7. 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