186. Jahrgang Eichener Anzeiger r säSS?SK BW."ÄW SS 8 ÄÄ»‘WÄ^ Berlin, 19. Okt. (DNB.) Die N S K K. schreibt: Als der Führer in Nürnberg die großen Ideen des Vierjahresplanes verkündete, als er die Grundsätze entwarf, die dem deutschen Volke eine neue wirtschaftliche Lebensbasis geben werden, da erklärte er: „Die Ausführung wird mitnationalsozia- listischer Energie und Tatkraft erfolgen/ Energie und Tatkraft, sie waren das Geheimnis der nationalsozialistischen Erfolge, sie werden es auch künftig sein. Ebenso wie damals, als der Führer seinen ersten Vierjahresplan verkündete, so folgt auch diesmal der großen Planung die zielbewußte Durchführung unmittelbar auf dem Fuße. Nach altem und bewährten Grundsatz des Nationalsozialismus ist einem Manne die Aufgabe und die Veranwortung übergeben worden, einem Manne freilich, der feine Entschlossenheit und Tatkraft nicht erst unter Beweis zu stellen braucht. Generaloberst Göring hat als Nationalsozialist und alter Getreuer des Führers schon manche große staatsmännische Aufgabe sowohl vor der Machtübernahme wie nachher mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit in Angriff genommen und gelöst. Nunmehr ist er vom Führer erneut in einer entscheidenden Frage der deutschen Zukunft an verantwortungsvollster Stelle an gesetzt worden. Es ist eine große Aufgabe, die Hermann Göring übertragen wurde. Der nationalsozialistische Gedanke von der Arbeitsgemeinschaft der Nation, der in dem vergangenen Jahre in Deutschland zum Leben erweckt worden ist — jetzt wird er unter ent- schlossener Führung und unter zielbewußtem Einsatz der Kräfte in der entscheidungsoollsten Frage der deutschen Zukunft seine Bewährungsprobe abzulegen haben. Wir wissen es: Auch dieses Ringen, das Ringen um den neuen Vierjahresplan wird wieder ein Sieg werden. Ein Sieg vor allem aber auch deshalb, weil das deutsche Volk mit starkem Ver- trauen dem Führer und seinem Beauftragten Hermann Göring ein lebendiger Helfer sein wird bei dem Werk, das wiederum dient dem Wohle und der Kraft der Nation. Und nicht umsonst wird die nationalsozialistische Partei und ihre Gliederungen in der Verfügung jes Führers besonders genannt und hervorgehoben: Sie, die politische Führungsorganisation der deutschen Nation, wird in vorderster Front stehen beim Kampf für dieses Werk, sie wird stolz und freudig ihrem alten Vorkämpfer und Frontgenossen, dem Nationalsozialisten Hermann Göring helfen, die ihm vom Führer übertragene nationalsozialistische Aufgabe zur Tat werden zu lassen. Wieder ist ein Ruf an Deutschland ergangen und wieder wird unser deutsches Volk zeigen, daß es ihn hört. Es wird mit Disziplin, mit Tat und Ein- s a tz dem Führer für seine große Idee und ebenso für seine energischen und zielbewußten Entschlüsse Dank sagen. sitzt er neben der Frau des Oberleutnants und ich halte ihm meinen Erinnerungsreoolver aus dem u versehen. Berchtesgaden, den 18. Oktober 1936. Der Führer und Reichskanzler (gez.) Adolf Hitler." Als der Führer vor wenigen Wochen auf dem Parteitag der Ehre in Nürnberg verkündete, daß durch einen neuen Vierjahresplan die deutsche Wirt- chaft in ihrer Rohstoffversorguna von )em Zwang zur Einfuhr aus dem Ausland freigemacht werden solle, erklärte er: „Die Ausführung wird mit nationalsozialistischer Euer- gieund Tatkraft erfolgen. Die Betrauung des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring mit der einheitlichen Leitung aller Kräfte des deutschen Vol- kes und der straffen Zusammenfassung aller einschlägigen Zuständigkeiten in Partei und Staat zur Durch- ührung des neuen Vierjahresplans gibt die Gewähr )afür, daß das Wort des Führers in Nürnberg zur Tat werden wird. Der e r st e 1933 verkündete Vierjahresplan ist schon vor Ablauf der ihm gesetzten Frist erfolgreich verwirklicht worden. Die Arbeitslosigkeit wurde beseitigt, die deutsche Wirtschaft wieder aufgebaut und darüber hinaus die Wehrfreiheit des deutschen Volkes wiederhergestellt. Wenn nun in dem zweiten Vierjahresplan die Wirtschaft zur Erfüllung ihrer großen Aufgaben bei dem Bezug ihrer Rohstoffe vom Ausland unabhängig gemacht werden wird, dann erfordert diese Aufgabe den restlosen und geschlossenen Einsatz des ganzen deutschen Volkes. Die schon so oft erprobte Energie des vom Führer mit weitgehenden Vollmachten ausgestatteten Ministerpräsidenten G o - ring ist die beste Bürgschaft dafür, daß ohne Umschweife und ohne bürokratische Hemmungen das ganze Volk, Erzeuger und Verbraucher, Betriebsführer und Gefolgschaft in sinnvoller und bereitwilliger Zusammenarbeit zu gerneinsa- mem Handeln zusammengefaßt wird, deren Leichen man —..... - ... blieb, sie zu bssgraben. Hier und dort aufgeblähte Kadaver von Mauleseln und Pferden, zum Teil noch an der Deichsel umgestürzter Wagen. Alles verrät die eilige Flucht der Roten, die sich durch das Umgehungsmanöver der Nationalen plötzlich im Rücken bedroht gefühlt hatten. Es blieb ihnen kaum Zeit, die Telefonleitungen zu zerstören, die eine oder andere wichtige Brücke zu sprengen. Die Pioniere hatten jedoch in wenigen Stunden Notbrücken angelegt, sodaß der Vormarsch kaum Ministerpräsident Göring vom Führer mit der Durchführung des Vierjahresplans beauftragt. föbf denn sie bildete vor wenigen Tagen nocy oie Straße' verbrannte^Kraftwagen, verlassene Tanks, schengerippe liegen. Gefallene und Erschossene, nicht gerecht. „Die Ausführung wird mit national; sozialistischer Energie und Tatkraft erfolgen", hat der Führer selber gesagt. Auf diese Energie und Tatkraft kommt es an. Indem der Führer Hermann Göring bestellt hat, hat er d e n Mann der stärksten Energie und Tatkraft, über den die Bewegung nach dem Führer verfügt, hinter den Vierjahrplan gestellt. Das deutsche Volk kennt Hermann Göring. Es vertraut ihm, wie sein Führer ihm oer- traut In der Gestalt des Führers hat der Zu- kunftswille des deutschen Volkes Gestalt gewonnen. Das Vertrauen des Volkes darauf, daß es sich seine freie und gerechte Wirtschaft schafft, kristallisiert sich aus dem Vertrauen in die Energie und die Umsicht des Parteigenossen Göring. Dem Parteigenossen Göring ist der Befehl erteilt: „In vier Jahren muß Deutschland in allen den Stoffen vom Ausland gänzlich unabhängig sein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch unsere Chernie- und Maschinenindustrie sowie durch einen Bergbau selbst beschafft werden können." Nachdem dieser Befehl Parteigenossen Göring gegeben worden ist, wissen mir: „I n v i e r I a h r e n w ir d D e u ts ch- l and wirtschaftlich unabhängig sem. Verzögerung erlitt. Während wir in die Tajo-Niederung herabsteigen, erwächst vor uns die hoch auf einem Felsplateau gelagerte Stadt mit dem Alkazar, dessen heldenhafter Widerstand und nicht minder heldenhafte Befreiung die Bewunderung der Welt hervorgerufen hat. Der Verteidiger des Alkazar, Jose Mario Moscardo, führt mich durch die halbverschutte- ten Säle und Gänge der einst so stolzen Burg und erzählt von Kampf, Entbehrungen, Leid und endlichem Sieg. Sein Gesicht ist grau und faltendurchfurcht. Seinen eigenen Sohn, der sich bei der Belagerung in den Händen der Roten befand, hat er als Blutopfer geben müssen. Hin und wieder pfeift eine Gewehrkugel, peitscht eine Salve jenseits des Tajo, wo noch einige versprengte Rote stch festgebissen haben und erbitterten aber aussichtslosen ^Widerstand leisten. . .. Als wir weiterfahren wollen, um auf rückwärtigen Verbindungswegen hinter der Front C a c e - r e s zu erreichen, kommt ein Oberleutnant an den Wagen gestürzt und bittet, seine Frau mitzuneh- men. Beide haben zusammen mit ihrem 13iahrlgen Sohn die Belagerung des Alkazar mitgemacht. Die Frau muß aus dem Frontabschnitt zurück zu ihren Kindern, die bei Caceres bei den Großeltern wohnen Ihr Gepäck besteht aus einem Schuhkasten und einem Einholkorb; das ist der Rest ihrer persönlichen Habe. Die Wohnung ist ausgebrannt und ausgeraubt. Bevor wir starten, knöpft der Oberleutnant seine Revolver vom Koppel und reicht ihn mir mit den Worten „als Dank und Erinnerung — außerdem, man kann nicht wissen." Ich prüfe den Anschlag haben werde. Während unser Wagen seinen Weg zurucksucht bis Talaoera, von wo aus wir uns südlich halten und in der Tajoniederung bleiben, erzählt die Frau von den Erlebnissen der Belagerungszeit. „Als keine Hoffnung mehr schien", so berichtet fie sachlich, „haben wir den Kommandanten gebeten, daß man uns mit den Kugeln der Verteidiger erschießen möge, damit wir nicht in die Hände der Roten fielen. Aber wir leben und mein Sohn will Offizier werden wie sein Vater....." Inzwischen ist es Nacht geworden Hinter T a l a- ö er a ist die Straße seltsam leer, obwohl stch kaum 10 Kilometer südlich, jenseits des Tajoufers Die Front entlangzieht. Eine allerdings in diesem Abschnitt sehr dünn besetzte Front, die jedoch überraschende Vorstöße roter Streifen nicht ausschlieht. Außerdem gilt die Bevölkerung in diesem Gebiet als rot. Einige Kilometer hinter dem Dorf Oropesa ist die Straße plötzlich zu zwei Dritteln mit einer Steinbarrikade gesperrt. Wir umfahren sie. Nach einigen hundert Metern eine zweite Barrikade Auch diese passieren wir. Dann aber steht quer zur Straße ein großer Lastkraftwagen der kein Durchkommen gestattet. Kein Posten zu sehen. Also im Rückwärtsgang vorsichtig zuruck, bei Der Mündung eines Feldweges gewendet und zuruck zu einem nahe am Wege gelegenen Bauernhaus. Der Carlistenleutnant, der unseren Wagen steuert, beordert eine Frau, die auf dem Hofe arbeitet, an den Wagen. Sie will von nichts wissen, hat nie eine Barrikade, nie einen Lastwagen auf Der Straße gesehen. An der Scheune und am Wegrand tauchen zwei Männer auf, Revolver heraus, „ma- nos arriba“ („Hände hoch")! Zögernd kommt der eine in den Lichtkegel unseres Scheinwerfers; auch er will von nichts wissen. Ob Gendarmen im Orte finD ? Jawohl. Schön, dann fahren Sie nut uns ms Dorf wenn aber keine Gendarmen dort find, ist die Kugel im Lauf für Sie bestimmt! Worauf er ausweicht, fo ganz bestimmt wüßte er es nicht, ob Gendarmen im Ort feien. Also werden mir uns hüten, hmem- um auch dieser Aufgabe gerecht zu werden, die ebenfalls nur dem einen großen Ziel nationalsozialistischer Politik dient, dem deutschen Volke Unabhängigkeit und Sicherheit seiner friedlichen Aufbauarbeit zu schaffen. L. Außergewöhnliche Ausgabe erfordert außergewöhnlicheMtel Berlin, 20. Okt. (DNB.) Zu der Uebertragung der Durchführung des Vierjahrplanes an den Ministerpräsidenten Generaloberst Göring durch den Führer und Reichskanzler schreibt der „V ö l- k i s ch e B e o b a ch t e r" u. a.: Die Idee des Vierjahrplanes trägt in ihrer ungeheuren Größe den Stempel der Persönlichkeit, des Mutes und des Weitblickes des Führers. Das deutsche Volk hat den neuen Dierjahrplan richtig aufgefaßt: als einen entscheidenden Schritt zur Vollendung seiner politischen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt sozialen Freiheit. So außergewöhnlich die Aufgabe selber ist so außergewöhnlich müssen auch die MittelzuseinerDurchführung sein. Der Aufgabe werden Verordnungen, Gesetze usw. allein Alkazar entsichert vor. In Oropesa ebenfalls kein Mensch auf der Straße. Wir biegen in eine Straße ein, die uhs zur Kommandantur führen soll, plötzlich kommen aus einem Seitenhaus mehrere Männer, versperren uns die Straße. Mit Zioilkleidung, Ballonmützen, keine Armbinden, kein Abzeichen. Sie umstellen unseren Wagen und wir haben nur das seltsame Gefühl, nun ist es aus, Rote! Der Carlisten- Leutnant hat feine rote Mütze vom Kopf gerissen, mir bereitet mein Revolver einige Verlegenheit. Aber die Spannung löst sich überraschend, in Der Haustür erscheinen einige Falangisten. Wir sind also bei einem nationalen Vorposten, der uns wiederum für Rote gehalten hatte. Erleichtert fahren wir weiter. Wenige hundert Meter später sind wir im Dorf, wo arabische Truppen, die Moros, zur Unterhaltung einen kleinen Umzug mit Musik veranstalten. Nie haben mir arabische Weisen so lieblich im Ohr geklungen. Ein Hauptmann der Araber, Spanier, mit einer Hamburgerin verheiratet, begleitet uns zum Kommandanten, der eine Patrouille zur Aufklärung der Lage bei den Barrikaden losjchickt und uns zur Weiterfahrt eine starke Eskorte zur Verfügung ^Wir setzen unsere Weiterfahrt fort, aber die Aufregung des Tages ist noch nicht beendet. Kurz vor Trujillos, als wir eine steile Serpentine emporklettern, werden wir aus einigen hundert Metern Entfernung von einer roten Patrouille beschossen. Die Eskorte ist weit noraus, hört nichts. Wir drehen die Scheinwerfer ab und heulen im zweiten Gang den ^erg hinaus was der Motor hcrgcben kann «°n den etwa 15 Schüssen trifft nicht einer unseren Wagen. Gegen vier Uhr morgens sind wir endlich inJaD^rcs' wo gute Freunde Hotelbetten für uns bereit haben, die ?n diesen Kriegszeiten in Spanien sehr knapp sind. Nach wenigen Stunden Schlafes wartet be- Der Rann nationalsozialistischer Energie nnd Talkrast. Die nationalsozialistische Korrespondenz zur Betrauung Görings. die Uniformen das Straßenbild beherrschen. Wir verlassen die Stadt, die durch das unselige Bündnis der baskischen Separatisten mit den roten zersetzenden Elementen eine traurige und für Spanien schicksalsschwere Berühmtheit erlangt hat. Denn, wenn die Basken sich zur Sache s des nationalen Spaniens bekannt hätten anstatt ; egoistische Sondervorteile durch Paktieren mit einem wortbrüchigen Marxismus anzustreben, wäre der Widerstand der Roten in Nordspanien seit langem gebrochen und die dort oben gebundenen be- , deutenden militärischen Kräfte für den Marsch auf , Madrid frei gewesen. Die Straße, die uns südwärts i führt, zeigt noch kaum vernarbte Spuren der Hefti- , gen Kämpfe gegen San Sebastian: gesprengte und notdürftig wieder hergestellte Brücken, zugeschuttete Minentrichter in den asphaltierten Straßen, zahllose Gewehreinschüsse an Den Häusern. Jetzt liegt die Front gegen Bilbao 30 km westwärts. ■ Heber Burgos, Dem Sitz Der nationalen Regierung, geht Die Fahrt nach Valladolid, der Stadt, in der Cervantes lebte, Columbus verbittert gestorben ist und wo heute General Mola, Oberkommandierender der Nordarmee, fein Hauptquartier hat. Aus feinen Darlegungen erwächst em Bild von dem strategischen Vorgehen der nationalen Truppen, die den Marsch auf Madrid Durchführen, unter möglichster Schonung eigenen Menschenmaterials. Die Eroberung T o l e D o s unD Die Entsetzung Des Alkazars ist für Diese Strategie ein Beispiel. Der General steht noch ganz unter Dem Eindruck dieser Waffentat, Die Den Siegeswillen Der nationalen Truppen ebenso gestärkt hat wie Die Moral Der Roten Durch Diesen Schlag Dagegen getunten ist. In Worten höchster Anerkennung spricht Der General von Dem nationalsozialistischen DeutschlanD, Das Den neuen Männern Spaniens in vielen Dingen VorbilD für Den Neuaufbau fein werDe. Und er dankt für Die moralische Hilfe, Die Deutschland und Die Deutsche Presse Der Sache Des nationalen Spaniens im Kampf gegen Den zerfetzenden Kommunismus leiste. Das erste Ziel des nächsten Tages ist S a l a - m am c a. Ein eisiger Wind fegt über die weiten Einöden der kastilischen Hochebene Oft kilometerweit kein Baum zu sehen, auf 100 km Strecke nur zwei Ortschaften. In Salamanca treffen wir Die beiden Flugzeugführer, die in den letzten schweren Wochen der Alkazarbelagerung Lebensmittel für Die eingeschlossene Besatzung abgeworfen haben. Im Abwehrfeuer Der roten giafarhaerw^unb Dem roten Maschinengewehrfeuer sind sie nut ihren schweren Maschinen bis auf 50 Meter über dem Alkazar niedergegangen und haben aus den Bombenschächten besonders konstruierte Lebens- mittelkisten in den İs des Alkazars °b°°worem Wir lassen Den Frontabschnitt von Avila links liEn um über die Pässe der schneebedeckten Sierra de Gredos westlich von Avila Talavera d- la Reina zu gewinnen und um Toledo zu besuchen. Alle Namen der Orte, di- wir durchfahren, er chei nen uns vertraut, da he wochenlang n den Kriegs^ berichten genannt worDen smd. H h- ( Kriegsbild ernst und traurig, denn >n ,eder dieser Ortschaften ist erbittert g-kampft worden Kem Haus, das unbeschädigt wäre. In deni Doriern waren die Einzelgehöfte äu kleinen Festungen aus- gebaut, Schießscharten in Wohnhäusern und SMl hÄrÄ-aS-s ÄÄ f°°gÜf'einz"Üricht°"n, wie Soldaten es IM durch das nationale Spanien Von unserem Noe-Sonderberichterstatter. Unser Noe.-SonDerberichterstatter in Burgos hat Dieser Tage im Kraftwagen unD im Flugzeug eine große RunDreise Durch Das von Den nationalen Truppen besetzte Spanien unternommen, Die ihn von San Sebastian über Burgos, Valla- DoliD nach T 0 leDo unD von Dort über Eaceres nach Sevilla unD über S a - larnanca nach Burgos zurückführte. Burgos, Den 8. Oktober 1936. Kriegsschicksal unD moDernes Nachrichtenwesen bringen mit sich, Daß StäDte unD Ortschaften heute im Juptterlicht Der Oeffentlichkeit stehen unD morgen wieDer in Das Dunkel zurückgleiten, wenn Die Rohre Der Geschütze unD Die Zielapparate Der Bombenflugzeuge mit Dem Vorrücken Der Front neue Objektive amüfieren, Die Dann taufenDfältig in Den Kriegstelegrammen unD Aufsätzen Der Weltpresse erscheinen. Vorgestern Jrun, gestern San Sebastian, heute ToleDo, morgen vielleicht Bilbao, Huesca ober MaDriD. Aus Frontorten wirD Dann wieDer Etappe, so wie es heute San Sebastian ist. Noch sind Die Fensterscheiben im Hotel Maria Eriftina, wo 150 Offiziere von Den Roten hinge- morDet wurDen, nicht wieDer eingesetzt. Die Geschoß- einschläge in Den Mauern nicht verputzt unD schon nimmt Das alltägliche Leben seinen Lauf, gegen früher allerdings Dadurch unterschieDen, Daß 35 000 Mann Der Bevölkerung fehlen unD Daß nr. 246 Stifts Blatt 186. Jahrgang Dienstag. 20. Gttsber 1056 SHSS iTlA&A**AM\l***A**A*t Gießener Familienblättei M MM Jwjk »ssV IBM J| jSa 41W BEv Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild Die Scholl- ■ MPM M IZ M V D ■ M V BF M M H fl JF MÄH Äx M für Anzeigen von 22 mm äs» Ullr llr llr I ZI ||^lr |i|v.l. sua» Vj V -Nr «"*«■ mfolae höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- -WM General-Anzeiger für Oberhessen tidjten: Anzeigtr Sietztn U I • b-hdrdlich-AnzeigenSRpf. StaiÄ am Main 116s« Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllftrahe 7 M-ngenabschlüff- Staffel s Berlin, 19. Ott. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hai folgende Verordnung erlassen: Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Ottober 1936. „Die Verwirklichung des von mir auf dem Parteitag der Ehre verkündeten neuen Vierjahresplanes erfordert eine einheilliche Lenkung aller Kräfte des deutschen Volkes und die straffe Zusammenfassung aller eintägigen Zuständigkeiten in Partei und Staat. Die Durchführung des Vierjahresplanes übertrage ich dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Ministerpräsident Generaloberst Göring trifft die zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgabe erforderlichen Maßnahmen und hat soweit die Befugnis zum Erlaß von Rechtsverordnun- gen und allgemeinen Verwaltungs- Vorschriften. Er ist berechtigt, alle Behörden, einschließlich der obersten Reichsbehörden, und alle Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der ihr angeschlossenen Verbände anzuhören und mit Weisungen reits b n 5 Flugzeug nach Sevilla. Dort einige Stunden Aufenthalt unter fast afrikanischer Sonne und wieder im Flugzeug zurück nach Salamanca. Aber dieser landschaftlich einzigartige Flug quer durch Spanien, der zum Teil über das Gebiet der Roten führte, entzieht sich der Berichterstattung, denn nach den Aufregungen der letzten Tage habe ich im Ledersessel, eingewiegt vom Gebrumm der drei Motoren, tief geschlafen. Azana in Barcelona. Völliges Chaos in Katalonien. Paris, 20. Okt. (DNB.) Der Präsident des roten Spaniens, Azana, ist in Barcelona eingetroffen, wo er eine Unterredung mit dem Präsidenten von Katalonien, Companys, hatte. Der Madrider Arbeitsminister befand sich bereits in Barcelona. Der Aufenhalt Azanas in Barcelona scheint von längerer Dauer zu sein. In einer Mitteilung der katalanischen Generalidad wird d i e „U m- armung" der beiden „Staatsoberhäup- t e r" als Beweis dafür hingestellt, daß die „beiden iberischen Völker" in unverbrüchlicher Treue „den Kampf um die Freiheit" fortzusetzen gedenken. Ein aus Barcelona in Burgos eingetroffener Flüchtling berichtet, daß die „Regierung" von Katalonien völlig machtlos sei und nicht verhindern könne, ' daß rote Horden fortgesetzt Raubzüge in Privathäuser unternähmen und diese nach der Ausräuberung häufig noch a n - zündeten. In Katalonien seien von den Anarchisten zahlreiche Hofbesitzer gefesselt und lebend verbrannt worden. Die Waffeneinfuhr nach Katalonien über die französische Grenze soll immer noch fortgesetzt werden. Asturische Bergarbeiter in Sowjetrußland zum Bürgerkrieg „ausgebildet". London, 19. Okt. (DNB.) Der Evening Standard veröffentlicht einen Bericht, der als ein Beweis dafür gelten kann, daß die kommunistischen Machenschaften in Spanien von langer Hand vorbereitet worden sind. Im Jahre 1934 habe die 3. Internationale in Moskau kurz nach der Unterdrückung des Aufstandes kommunistischer Bergarbeiter in Asturien etwa 100 Rädelsführer dieser Revolte nach Sowjetrußland zu Ausbildungszwecken eingeladen. Diese Leute sollen im Sommer dieses Jahres nach Spanien zurückgekehrt sein. Sie erhielten Befehle, an Bord der spanischen Kriegsschiffe kommunisti- s ch e Z e l l e n zu bilden. Bei Beginn der nationalen Erhebung organisierten diese Asturier den bewaffneten Aufstand, der mit der massenweisen Ermordung der Offiziere begann Als die Lage für die asturischen Bergarbeiter, die Oviedo belagerten, kritisch wurde, verließen die roten Rädelsführer ihre Schiffe, um ihren bedrängten Gesinnungsgenossen an der Front zu Hilfe zu eilen. JNaffenverhafiuuaen von Frauen London, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter der „Times" in Valencia meldet, die Marxisten in Madrid machten neuerdings Jagd auf Frauen. In der vergangenen Woche seien in einem Madrider Stadtviertel annähernd tausend Frauen verhaftet und in zwei beschlagnahmte Häuser untergebracht worden. Ihren Gatten und Söhnen werde nicht erlaubt ihnen zu helfen. Es sei möglich, daß die Marxisten beabsichtigen, die verhafteten Frauen im Falle einer Belagerung Madrids als Geiseln zu verwenden. An der spanischen Grenze und in allen Seehäfen sei die Parole ausgegeben worden, daß keine spanische Frau Spanien verlassen dürfe. Die „Times" schreibt, es würde eine katastrophale Wirkung auf die Meinung des Auslandes haben, wenn diesen verhafteten Frauen ein Leid geschähe. Oie letzten Kirchen in Sowjetruhland vor der Zerstörung. Warschau,». Okt. (DNB.) Nach dem „F ü n s- jahresplan der Gottlosen" sollen im nächsten Jahr sämtliche Kirchen und Gebetshäuser vom russischen Boden verschwinden. Im alten Rußland gab es allein etwa 120 000 orthodoxe Gotteshäuser. Bis jetzt wurden mehr als die Hälfte von ihnen zerstört, die anderen wurden in Klubs für Gottlose, in Theater, Läden, Speicher und Badeanstalten um- gewandelt. Im Jahre 1937 sollen auch die Kirchen vernichtet werden, die bisher wegen ihres hohen künstlerischen und geschichtlichen Wertes erhalten blieben. Diese barbarischen Ankündigungen erklären sich daraus, daß in letzter Zeit überall ein wachsendes Bedürfnis der unterdrückten Bevölkerung nach religiöser Betätigung festgestellt wurde. Vor allem auf dem Lande sollen sich die Bauern trotz aller Verfolgungen und Strafen immer wieder zu geheimen religiösen Feiern zusammenfinden. Weil sich die Leiter der Gottlosenbewegung auf die antireligiöse Haltung der Bevölkerung nicht verlassen können, haben sie die Leitung des Vernichtungswerkes an den Gotteshäusern überall in die Hände von Fremden gelegt. Zumeist sind damit natürlich Juden betraut worden. Französischer Bauernführer verhaftet. Protestkundgebung in der Pariser Markthalle. Paris, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Anhänger der Antifaschi st ischen Bauernpartei veranstalteten in der Großmarkthalle von Paris eine Protestkundgebung gegen das Verbot einer Versammlung. Polizei mußte aufgeboten werden, um die Zufuhr von Lebensmitteln und Gemüse zu sichern. Der Bauernführer Dorgöres verlangte vom Präfekten empfangen zu werden, um die Freilassung der in der Markthalle verhafteten Partei- angehörigen zu verlangen. Der Präfekt weigerte sich, Dorgöres zu empfangen, worauf dieser erklärte, er werde solange im Vorzimmer des Präfekten bleiben, bis dieser ihn vorgelassen habe. Der Bauernführer und sein Mitarbeiter machten es sich darauf in den im Vorzimmer stehenden Sesseln bequem. Nach kurzer Zeit ließ der Polizeipräsident den Bauernführer verhaften und zur nächsten Polizeiwache bringen. Wieder Brotpreiserhöhung in Paris. Paris, 20. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Brotpreis für ein Kilogramm Weißbrot wird mit Wirkung vom 1. November in Paris erneut um Der italienische Außenminister wird heute in Berlin erwartet. durch ein Militärbündnis mit dem Bolschewismus die Vorherrschaft über Europa, wie die Franzosen sie verstehen, zu sichern, ohne zu ahnen, daß gerade dadurch die Grundlagen Europas auf das schwerste erschüttert wurden. Demgegenüber blieb Deutschland nichts anders übrig, als den Versailler Vertrag zu zerbrechen. Auch die italienische Politik zeigte, daß der Drang nach einer gerechteren Verteilung der Rohstoffquellen, nach einer Auflockerung des europäischen Gefüges, das in den Unfriedens- verträaen starr und unbeweglich gemacht worden war, daß diese Dynamik entwicklungsgeschichtlich den wahren Interessen Europas entspricht. Sie wird auf die Dauer zum Frieden führen und siegreich bleiben, während die alten politischen Methoden zum Absterben verurteilt sind. Da das neue Deutschland den Frieden will, aber die Gleichberechtigung als logische Voraussetzung aller Verhandlungen über einen echteren Friedenszustand als den tückischen Frieden der Unfriedensoerträge erstrebt, hat die nationalsozialistische Politik manche Berührungspunkte mit der Politik jener Staaten, die ähnliche Ziele verfolgen. Die Zeiten sind vorbei, da die Politik einer Macht oder Machtgruppe ganz Europa beherrschte, da diese Machtgruppe in Versailles über das Kernvolk Europas die Fesseln des Diktats warf. Deutschland ist unter dem Führer wieder erstarkt, und die anderen Mächte werden damit rechnen müssen. Graf Ciano gehört zu den Staatsmännern, die die Mission des neuen europäischen Gedankens deshalb erfaßt haben, weil sie unbeschwert sind von den Schlingen, die die alle politische Mechode über alle zu werfen pflegt, die in ihr aufgewachsen sind. Der Graf ist heute der jüngste Staatsmann Europas — er ist im Jahre 1903 in Livorno geboren — aber er hat gezeigt, daß gerade die Frische zugleich Hand in Hand geht mit einer Kenntnis des diplomatischen Dienstes und der Beziehungen der Völker, die ihn zu einem erfolgreichen Gegenspieler der alten Mächte macht. Er ist seit 1925 im italienischen Auslanddienst, heiratete die Tochter des Duce, Edda, die im Juni 1936 Deutschland besuchte, und war Generalkonsul in Schanghai, wo er sich während der chinesisch-japanischen Auseinandersetzungen mit seiner Gattin, die ihrem Gemahl mittlerweile zwei Kinder geboren hatte, gerade während der Beschießung dieser Stadt hervortrat. Dann ging er im Jahre 1933 zur Weltwirtschaftskonferenz nach London, wurde darauf Propagandaminister, meldete sich im August 1935 als Flieger zur abessinischen Front, führte dort schwierige Erkundungsflüge aus und wurde im Juni 1936 mit dem Posten des Außenministers, den der Duce abgab, betraut. Seitdem leitet er die italienische Außenpolitik in einem Sinne, der anttbolschewisttsch ist, aber gleichzeitig das Bestreben zeigt, alle Nationen Europas zu einer neuen Front des gemeinsamen Friedens- zustandes zusammenzuführen. Der Vertiefung der Beziehungen Italiens zu Deutschland, der Neuordnung Europas ist sein Berliner Besuch gewidmet, und seit dem Abkommen mit Oestererich die Schatten zwischen Berlin und Wien gewichen sind, die gleichzeitig unser Verhältnis zu Italien trübten, ist die Bahn frei für eine Politik, aus der ein neues und friedlicheres Europa sich abzeichnet. VekrWgmig gemeinsamer Lebensarbeit bas Ziel des Berliner Besuchs. Rom, 19. Okt. (DNB.) Zu der Reise des italienischen Außenministers nach Berlin schreibt „Giornale d'Jtalia": Die Besprechungen des Grafen Ciano in Deutschland strebten konstruktive Ziele zur Realisierung einiger fester Punkte in den Beziehungen der beiden Länder wie in den allgemeinen Beziehungen Europas an. Sie hätten zur Grundlage die Verwandtschaft der Regime das Zusammentreffen der Interessen der beiden Länder in vielen wesentlichen Problemen, die Parallelität vieler ihrer Positionen in Europa, die Festigkeit ihrer inneren nationalen Organe, die es ihnen erlaubten, auch ihre politischen Ziele festzulegen und sie vom Wechsel der parlamentarischen Jahreszeiten nicht beeinflussen zu lassen. Die Begegnung bezwecke weder Blockbildung noch Einschüchterungsversuche, sie wolle eine Bekräftigung des Friedens sein, den Italien unter Aufbietung aller seiner produktiven Kräfte dem Imperium geben wolle, und den Deutschland für die Fortsetzung seines gigantischen inneren Aufbauwerkes benötige. Beide Länder hätten d i e gleiche realistische Auffassung vom Frieden, der vom Grundsatz der internationalen Gerechtigkeit und des tatsächlichen Gleichgewichts der Kräfte und der Interessen getragen werde. Die Rückkehr Belgiens zu einer klassischen Neutralität werde weitgehende Rückwirkungen auf die internationalen Beziehungen haben. Der Grundsatz des Locarno-Gedankens sei im Begriff, Schiffbruch zu erleiden. Auch das'Völkerbundsproblem, so weit es die kollektive Sicherheit betreffe, habe sich erneut verschärft. Deutschland habe den Völkerbund endgültig verlassen, Italien habe seine Mitarbeit de facto wenn auch noch nicht de jure eingestellt. Das Fernbleiben beider Großmächte gehe auf die gleiche Art von Gründen zurück, nämlich auf eine unausrottbare Verständnislosigkeit des Genfer Institutes für die ßebensintereffen beider Staaten. Weitere Momente der europäischen Unordnung seien in den Ereignissen in Spanien und in dem lärmenden Auftreten Sowjetrußlands im Londoner Nichteinmischungskomitee sowie in der immer mehr um sich greifenden f 0 m m u n i ft i • f cf) e n Zersetzung zu sehen. Dem gegenüber wollen die starken und gesunden Völker aktiven Wider st and aus ihrer Verteidigungslinie leisten. Es sei nur natürlich, wenn diese Nationen bei der Abwicklung ihrer täglichen Aufgaben und Arbeiten zufammenhielten. Das sei auch zwischen Italien und Deutschland der Fall. Berlin, 19. Okt. (DNB.) Der italienische Außenminister Graf Ciano wird am Dienstagnachmittag als Gast der Reichsregierung zum Besuch des Reichsauhenminislers Freiherrn von Neurath in Berlin eintreffen. 3n Begleitung des italienischen Staatsmannes befinden sich der Generaldirektor für die europäischen Ange- ch legenheiten Gesandter B u t i, der Generaldirektor iir die allgemeinen Angelegenheiten Gesandter Graf Bifetti, der Generaldirektor für den Dienst der ausländischen Presse Cornm. Grazzi, oroie der persönliche Referent des Außenministers Cornm. A n f u f 0. 3m Anschluß an einen mehrtägigen Aufenthalt in der Reichshauptstadt wird sich Graf Ciano nach Süddeutfchland begeben, um einer Einladung des Führers und Reichskanzlers zu folgen. ♦ Graf Galeazzo Ciano bei Conti Coriellazzo, der Außenminister des faschisttschen Italiens, Schwiegersohn des Duce, wirb bei seinem Besuch in Deutschlanb auch von ber deutschen Oeffentlich- keit herzlich begrüßt werden, benn er ist ber Typ bes fortschrittlichen Staatsmannes, ber aus ben abgelebten Dingen bie Folgerungen gezogen hat unb ich hinwenbet zu einer Neuordnung ber europäischen Verhältnisse. Europa steht im Umbruch, steht kurz vor ber Entscheibung, ob es ich ber alles zerstörenben Art bes Weltbolschewis- mus und ber Weltrevolutionierung verschreiben will ober ob es seine heiligsten Güter in alle Zukunft baburch sichert, baß es'biefer Anarchie Tobfeinb ist unb sich als solchen erklärt. Gerade bie Ereignisse ber letzten Jahre haben gezeigt, wie sich bie Ent- cheibung anspinnt. Die Staatsmänner ber alten Fasson hatten von Genf aus Europa beherrschen wollen. Mit ihrer bemokratisch-marxistischen Jbeo- logie versuchten sie, bie Unfriebensoerträge zu verewigen, unb gleichzeitig ging Frankreich baran, 10 Centimes erhöht. Dies ist in wenigen Monaten bereits bie britte Erhöhung. Sie ist weniger eine Auswirkung ber Weizenpreiserhöhung — bas Mehl stammt noch aus vorjähriger Ernte — als vielmehr burch bie Lohnerhöhungen unb sozialen Gesetze bebingt. Der „Jour bezeichnet bie neue Verteuerung bes Brotes als „ein weiteres Geschenk ber Volksfront- Regierung" Stortinawahlen in Norwegen Oslo, 20. Okt. (DNB.) Die Wahlen zum norwegischen Storting haben bei einer bisher unbekannten Wahlbeteiligung stattgefunben. Nach ben bisher vorliegenden Ergebnissen kann angenommen werden, bah bie marxistische Arbeiterpartei von ben 150 Sitzen bes Stortings wahrscheinlich 71 gegenüber bisher 69 Sitzen erhalten wirb, so baß sie auch im neuen Parlament nicht bie Mehrheit haben wirb. Die Konservativen Haden voraussichtlich 5 Sitze gewonnen, bie Agrarier bagegen 5 unb bie Liberalen 2 verloren. Die Nationale Sammlungspartei ist gegenüber ber Wahl von 1933 zurückgegangen unb wirb auch im neuen Storting keinen S i tz erhalten. langeberWehrmacht involkstümlicher Weise burch Bilb unb Wort in ber Oesfentlichkeit zu vertreten. Sie roenbet sich an ben Solbaten, ber sich über alle wichtigen Ereignisse innerhalb ber Wehrmacht laufenb unterrichten soll, sie wenbet sich aber gleichzeitig an alle Deutschen, um über bie neue Wehrmacht, ihren Ausbau, ihre Organisation, Bewaffnung unb Ausbilbung, über bas Leben bes Solbaten in allen brei Wehrmachtsteilen Aufklärung zu geben. Ihr Inhalt wirb sich ferner auf Ueberlieferungspflege, Berichterstattung über frembe Wehrmächte unb gute Solbatenerzählungen erstrecken. Die Herstellung ber Zeitschrift einschl. Schrift- leitunq unb Verlag liegt in Hänben bes Verlages „Die Wehrmacht" GmbH. Als Hauptschriftleiter ist Dr. Richarb Jügler bestellt worben. Der Preis ber Zeitschrift beträgt bei Monatsbezug 0,50 Mk., bas Einzelheft kostet 0,25 Mark. Meine voti#ifd>c Tiadh lebten Der Führer besichtigte mit bem Reichs- jugenbsührer von Schirach bie am Sonntag ein- ge'weihte Abolf-Hitler-Jugenbher berge im Berchtesgabener Lanb. Bei bieser Gelegenheit sprach ber Führer seine volle Siner« fennuna für bie vorbilblichen Leistungen des Deutschen Jugenbherbergswerkes aus. ♦ Der diesjährige vierte Reichsbauerntag findet vom 2 3. bis 2 9. November in der Reichsbauernstadt Goslar statt. Der Reichs- bauernführer wird, obwohl seine schwere Sportunfallverletzung noch nicht ausgeheilt ist, am 29. November (Sonntag) auf der Schlußoeranstal- tung das Wort ergreifen. * Staatssekretär General der Flieger Milch ist von Mussolini empfangen worden. Anschließend besichtigten die deutschen Offiziere Pompeji und machten eine Fahrt auf ben Vesuv. Staatssekretär Milch begab sich am Montag nach Oberitalien, wo der Turiner Militärflugplatz und der Flugzeugmotorenbau ber Fiatwerke besucht würben. ♦ Der Reichsführer SS. und Ches ber deutschen Polizei Himmler traf in Rom ein. Zu feiner Begrüßung waren Staatssekretär Buffarini- G u i d i, ber Chef ber italienischen Polizei, Senator B 0 c ch i n i, ber Präfekt von Rom unb ber deutsche Botschafter von Hassel auf dem Flughafen zugegen. Wege zum Wiederaufbau des Weltmarkts Empfehlungen der Internationalen Handelskammer. Gegen Wucherer und Dolksschädlinge. LPD. Koblenz, 19. Okt. Die ßanbesftelle Koblenz-Trier teilt u. a. mit: Nachdem erst unlängst einzelne Personen wegen Ueberschreitens der Höchstpreise in Schutzhast genommen wurden, mußte heute ber jüdische Metzgermeister und Viehhändler Karl Schweitzer in Altenahr verhaftet werben, weil er in ben letzten Monaten in größerem Umfange sein Monatskontingent an Schlachtvieh überschritten und beim Ankauf von Schlachtvieh gegen bie vom Deutschen Viehhanbelsverband im Interesse ber Volksernährung erlassenen Vorschriften verstoßen hat. Außerdem hat er beim Kleinverkauf bie f e st gesetzten Höch st preise nicht eingehalten. Auch gegen einen ß a n b ro i r t aus Lötzbeuern würbe die S ch u tz h a f t verhängt, weil er beim Verkauf eines Schlachtschweines die Höchstpreise insofern überschritten hatte, als er für jedes Pfund ßebendgewicht 7 Pf. Ueberpreis forderte und außerdem den Verkauf davon abhängig machte, daß das Tier anstatt in nüchternem, in gefüttertem Zustande gewogen wurde Er hatte weiterhin ben Verkauf bavon abhängig gemacht, baß ber Metzgermeister ihn ein Geschenk von 10 Mark mache und jedem seiner Kinder eine Fleischwurst gebe. Das strenge Durchgreifen der Verwaltungsbehörde beweist somit, daß der nationalsozialistische Staat mit unerbittlicher Härte in jedem Einzelfall im Interesse der Allgemeinheit drakonisch b umgreifen wird „Oie Wehrmacht." Eine neue Ha>bmonatszeitschrist. Berlin,». Okt. (DNB.) Das R e i ch s k r i e g s. minifteriumgibtbetannt: Anfang November 1936 erscheint erstmalig im Verlag „D i e W e h r- m a ch t" GmbH., Berlin w 8, Kronenstraße 37, bie illustrierte Halbmonatszeitschrift „Die Wehrmacht". Die Herausgabe erfolgt burch das Reichskriegsmini' fterium. Die Zeitschrift hat bie Aufgabe, die Be- Paris, 19. Okt. (Fwd.) Der Verwaltungsrat ber IHK., bem von beutscher Seite bie Herren Abr. Fro- roein, Dr. O. Chr. Fischer, K. Freiherr von Schrö- ber, Dr. F. Häricke unb Dr. G. Riebberg angehören, veröffentlicht eine Erklärung, berzufolge er Die Zeit für gekommen hält, um bie zur Beschränkung bes Güteraustausches getroffenen Maßnahmen unb Zollerhöhungen allmählich z u beseitigen. Ohne planvolles Zusammenwirken würbe bie angeftrebte Währungsstabilität u n - t e r h ö h 11 werben. Die Folge bavon wäre bie Gefahr weiterer Abwertung unb einer Verschärfung bes Wirtschaftskrieges, woburch nicht nur bie wirtschaftliche Wieberbelebung, sondern auch bie Erhaltung bes Friebens ernstlich bebroht würben. Der Verwaltungsrat empfiehlt als ersten Schritt zur Verbesserung ber politischen unb wirtschaftlichen Beziehungen u. a.: Den Abschluß mehrseitiger Hanbelsverträge, bie bem Beitritt aller Staaten offenstehen unb bem internationalen Güteraustausch neuen Antrieb geben. Die systematische Einführung ber Meistbegün- ft i g u n g s f i a u f e L Die Abschaffung ber Einfuhrkontingente mittels mehrseitiger Abkommen, fobalb burch Maßnahmen auf bem Gebiete ber Währung ber Weg für ben enbgültigen Wieberaufbau bes Welthanbels geebnet worben ist. Uebergangsroeife Einführung von „Zollkontingenten" an Stelle ber Einfuhrkontingente. Regionalabkommen unb Gruppenverträge, soweit sie auf Ausweitung bes Hanbels unb Befrisbung ber Völker gerichtet finb. Die Anpassung berjenigen Währun- g e n an angemessene Paritäten, beren Wechselkurse in keinem Verhältnis mehr zur ßage ber Zahlungsbilanz, ber Relation zwischen Gestehungskosten unb Verkaufspreisen im Vergleich zu anberen ßänbern unb ber Struktur ber inneren Verschiebung stehen. Verzicht auf Abwertung zum Zwecke des internationalen Wettbewerbs, Sicherung ber Wechselkurse nach Anpassung an bie Notwenbigkeiten ber einzelnen ßänber, Ausschaltung ber saisonmäßigen Währungs- schwankungen, Anerkennung ber Notwenbigkeit eines möglichst raschen Ueberganges zu einem stabileren System. Allmähliche Abschaffung der Devisenkontrolle unb ber Clearings, in bem Maße, in bem bas Problem ber internationalen Derschulbung geregelt, ber internationale Kre- bitverkehr roieber belebt unb bie ungeregelten Ka- pitalverschiebungen beschränkt finb. Im Anschluß an die Verwaltungsratssitzung wurde eine Erklärung veröffentlicht, in ber Präsi- bent ber HJK., Dr. F- H- F e n t e n e r van V l i f \ i n g e n , über bie Schlußfolgerungen ber herangezogenen Wirtschaftssachverständigen berichtete: Politik, Derschulbung, Währung und Handel müssen als Teile bes großen Problems bes Wieberaufbaus bes Weltmarktes betrachtet werden. Der Zugang von Rohstoffen fetzt bie Fähigkeit zum Absatz ber Fertigwaren voraus. Der Absatz von Agrarprodukten bedingt seinerseits wiederum bas Recht bes Zuganges zu ben Märkten ber Jndustrielänber. Kein einziges Problem kann für sich allein gelöst werben. Solange das Vertrauen nicht wieberhergestellt ist, und bi es ist vor allem eine Frage ber internationalen Oe- rechtigkeit, kann es keine Sicherheit geben. Solange das Gefühl der Sicherheit fehlt, wird auch das verhängnisvolle Wettrüsten nicht a u f h ö r e n. Die Wiederherstellung des Vertrauens hängt in erster Linie von einer Regelung der politischen Probleme ab. Eine solche Regelung verlangt notwendigerweise die Zusammenarbeit der Staaten. Die polittsche Unsicherheit, das Währungschaos und der übertriebene Protektionismus beeinträchtigen die Zahlungsfähig- R ? M I Tausend Zähre Kampf gegen Sturmflut und Brandung Oer Schriftsteller Rudolf Sirah t« werke Rudolph Stratz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ist Wir kommen nun zu O st-Friesland. An der Nordseite ist die Brandung sehr stark und bisher wenig Land gewonnen. Sehr viel günstiger liegt es in der Leybucht an der Westküste südlich der Stadt Norden. Hier setzt man alle Hebel in Bewegung. Die 3000 Hektar große Leybucht hofft man im Laufe der Zeit ganz dem Lande zurückzugewinnen. Westlich der Stadt Emden wurden ebenfalls im Laufe dieses Jahrhunderts zwei Polder (Kögel) von zusammen 650 Hektar geschaffen. Auch auf der Ostseite des Dollart, während die Westseite zu Holland gehört, ist Landgewinn zu erwarten. Bis jetzt liegt das Groden-Vorland nur noch zu niedrig. Was die vorgelagerten Ost friesischen Inseln anbetrifft, so findet auch hier Anschlickung statt. Besonders auf der dem Festlande zugekehrten Südseite. Früher hat man es nicht für nötig gehalten, diesen Landanwachs künstlich zu unterstützen. Jetzt ist man auch hier eifrig bei der Arbeit. Auf Norderney, Borkum und Langeoog wurden gerade in letzter Zeit größere Polder geschaffen. Neuwerk, das vor der Elbmündung liegt und Marchboden hat, ist schon vor längeren Jahren eingedeicht und hat Bauernbevölkerung. Scharhörn, nicht weit davon, ebenfalls zu Hamburg gehörend, ist zwar größer als Neuwerk, hat aber nur Dünensand. Man bemüht sich nun, die Insel durch den bei Ebbe angewehten Sand zu erhöhen und diesen durch Zäune und Buschwerk festzuhalten. Bis jetzt ist die Insel nicht besiedelt und die Besiedelung auch noch nicht in Erwägung gezogen. Vielleicht kann sich dies in der Zukunft aber doch ermöglichen lassen. Einen Damm vom Festlande nach Neuwerk durch das Watt zu ziehen, haben die Wasserbautechniker bis jetzt abgelehnt, da sie fürchten, daß das Fahrwasser der Elbe dadurch geschädigt würde. Engel sitzen. Das Standbild wurde zunächst vom Provinzialkonservator für Oberschlesien im Oppelner Museum untergebracht. Im Verlauf der Prüfung des Fundes wurde der Münchener Kunsthistoriker Dr. Elten um ein Gutachten angegangen, da man in dem Fund ein wertvolles Kunstwerk vermutete. Dr. Elten stellte in dem stark wiederherstellungs- bedürftigen Holzbildwerk ein Werk des berühmten Nürnberger Holzschnitzers Veit Stoß fest, das er als eines der schönsten mittelalterlichen Kunst- Die Aufräumungsarbeiten im Neufelder Koog schreiten rüstig vorwärts. Das Wasser ist vollkommen ab gelaufen, so daß ein schnelles Arbeiten mög» lich ist. Der Damm am Adolf-Hitler-Koog hat die Sturmflut glänzend bestanden. Er zeigt keinerlei Schaden. bezeichnete. Aus aller Welt Ohne Zeilunglesen Wenn man die Landgewinnungsarbeiten und den Landgewinn dieses Teiles unserer Nordseeküste von der Elbe bis zur Ems vergleicht mit der W e st - küste Schleswig-Hol st eins, so tritt deutlich vor Augen, daß dort die Erfolge bei weitem größer sind, was sich hauptsächlich aus der dem W e st w i n d gerade zugekehrten Küstenrichtung ergibt. Aber auch hier, besonders in der Leybucht, dem Dollart und an der Nordküste von Nord- Friesland, wie auf den Inseln läßt sich mit der modernen Technik noch viel erreichen. Und es besteht die feste Absicht der Regierung, bei unserem Mangel an Land und landwirtschaftlich nutzbarer Fläche alles daranzusetzen, um soviel wie möglich dem Meey; abzugewinnen. Und selbst, wenn es nur ein kahles Watt mit Dünensand ist, das wir dem Meere entreißen, so ist schon dies für uns von Wert für die Zukunft. Denn man kann dieses möglicherweise durch Schlickauftrag verbessern oder man kann einen Flugplatz oder dergleichen dort anlegen. Selbst an schlechtestem Boden, um es einmal kraß auszudrücken, haben wir Mangel. Dr. v. B. Mehrere Todesopfer des Sturmes an der Wasserkante. Stratz wurde 1864 in Heidelberg geboren. Er studierte in Berlin, Leipzig und Göttingen und wurde 1883 Ofizier im hessischen Leibgarde-Infanterieregiment Nr. 115 in Darmstadt. 1887 nahm er den Abschied und widmete sich seitdem erfolgreich der Romanschriftstellerei. Eine große Reihe von Romanen, in denen er Deutschlands Aufstieg im 19. Jahrhundert und Stoffe aus dem Nachkriegsleben mit gleichbleibender Gestaltungskraft behandelt, hat er veröffentlicht. Don seinen zahlreichen Büchern wurden besonders viel gelesen: „Stark wie die Mark , „König und Kärrer", „Das deutsche Wunder", „Der Väter' Traum", „Das Schiff ohne Steuer", „Der Platz an der Sonne", „Und wenn die Welt voll Teufel wär" und „Schloß Vogelöd": einige davon haben über 100 Auflagen erlebt. In den Bänden „Schwert und Feder" und „Reisen und Reifen" sammelte Stratz seine Lebenserinnerungen. 1929 erschien „Flammender Sumpf", ein fesselndes Werk, qieraÜf wurde eine Anzahl f°rbenph°t°gr°ph.° scher Kleinbilder vorgesührt. Dielfach wurden st- mit starkem Beifall ob der „ausgezeichne en Far- b-nwiedergabe und ihrer natürlichen Wirkung auf- aenommen Die seinsten Farbtönungen oom leuch. tenden^Weih llber die Skala de- R°«-nbog°ne hm- weg bis zum tiefen Schwarz. Aufnahmen von Kindern, von See und Wald, ja von Nebel und Gegenlicht, vor allem von Blumen wurden gezeigt. Anschließend wurden auf einem normalen Schmalsilmgerät zwei Agfa - Calor - Filme von der Olympiade, ausgenommen bei zum Teil recht u günstigen Witterungso-rhaltn,II-n, und vom Ost^ seestrand oorgesührt, die den lebhostesten Bestall fanden und erkennen ließen, bei 9rncnrhPi, Wicklung dieses Verfahrens und bei der Ausarbe - tung eines Kopierprozesses tatsächlich mit dem deut- schen Farbenfilm aerechnet werden kann. von einer hochstehenden römischen Kultur verteidigt, : sondern die Germanen nahmen von ihrem eigenen : Lande wieder Besitz, als sie in der Keltenzeit in unser Land eindrangen. — Den zweiten Vortrag hielt der Stabsamtsführer Dr. R e i s ch l e (Berlin) über „Die germanischen Grundlagen des schwäbischen Bauerntums". Bei den Urblutsstellen und der Urheimat beginnt die Geschichte eines Volkes, so führte Dr. Reischle aus. Das gilt auch für die Geschichte des schwäbischen Stammes. Sie ist, wie die aller germanischen Stämme, bis in die jüngste Gegenwart die Geschichte bäuerlicher Menschen. Bei der bäuerlichen Herkunft dieses Stammes muß daher die Geschichtsschreibung unserer Zeit beginnen. Heute blickt der schwäbische Bauer wie alle deutschen Bauern voll Vertrauen in die Zukunft. Aufbauend auf den Rechtsgrundsätzen seiner Vorfahren hat ihm das Reichserbhofgesetz, der Reichsnährstand und die landwirtschaftliche Marktordnung wieder Besitz- und Arbeitsertrag gesichert. Säend und erntend schreitet der schwäbische Bauer über seine Scholle zum Wohle des ganzen Volkes! Die Agfa zeigt ihren neuen Farbenfilm. Im Haus der Deutschen Presse in Berlin zeigte die IG. Farbenindustrie vor einer interessierten Zuhörerschaft aus dem Kreis der Tagungs- und Fachpresse ihr neues farbenphotographisches Verfahren, das auf einem rein chemischen Prozeß beruht. Allerdings mußte die Vorführung vorerst auf die Projektion von Standphotos auf Normalfilm und von zwei Schmalfilmen beschränkt werden, da das Verfahren noch nicht so weit entwickelt ist, daß es bereits für Kinovorführungsfilme benutzt werden könnte. Immerhin lassen die gezeigten Bilder erkennen, daß im Prinzip die Lösung des Farbenfilms, gefunden ist. Der Fortgang der Arbeit läßt erwarten, daß auch die Geburt des Kinooorführungsfilms nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Der Geschäftsführer der Reichsfilmkammer, Kultursenator Carl Melzer, dankte der einladenden Ge ellschaft und betonte, daß die Reichsfilmkammer das größte Interesse an der technischen und künstlerischen Entwicklung des Farbenfilms habe. Er sei besonders befriedigt, daß eine deutsche Firma auf dem Wege des Farbenfilms einen erheblichen Schritt weitergekommen sei. Anschließend sprach Professor Dr. E g g e r t, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Agfa, über das neue Verfahren. Er gab einen Ueberblick über die verschiedenen Farbfilmprozesse und schilderte hierauf die Arbeit der Agfa auf diesem Gebiet. Das neue Verfahren sei rein deutschen Ursprungs und so billig, daß jeder Amateur die Möglichkeit erhalte, ohne irgendwelche Aenderungen seiner Opük bunte Bilder aufzunehmen und zu projizieren Professor Eggert beschrieb die Entwicklung des Verfahrens das sich auf das von Dr. Fischer (Berlin) 1911 gefundene und patentierte Verfahren stutzt. Von der Agfa wurde dieses Verfahren ausgebaut. In naher Zukunst werde der Amateur bereits in der Lage sein, farbige Standaufnahmen und Schmalfilme selbst zu entwickeln, wahrend es schon aus wirtschaftlichen Gründen itp Augenblick noch Vorlieben sei diese Arbeit in einem Laboratorium vornehmen zu' lassen. Was die Entwicklung des Kinofilms anlange, so sei dies nur noch eme Frage der Zeit und der Auffassung, wie weit man hier Der schwere Sturm, der über die Nord- und Ostsee hinwegbrauste, hat an den Küsten und auf den Inseln gewaltige Schäden angerichtet. Teilweise ist es zu Deichbrüchen gekommen, aber im allgemeinen haben die Deiche der Wucht der heranrollenden Wogen standgehalten. Besonders gut haben sich die in den letzten Jahren im Rahmen der Landgewinnung angelegten Schutzbauten bewährt. Wieder einmal dürfen wir erkennen, wie wertvoll und wie wichtig Deiche sind, die von vornherein so angelegt werden, daß sie auch dann ihre Aufgaben erfüllen können, wenn die Wassermassen mit aller- stärkstem Druck heranbrausen. Die Deiche haben den Verlust kostbarer Güter verhindert, der jedesmal eintritt, sobald sie irgendwo brüchig werden und die Wassermassen durchlassen. Nicht nur daß Menschen und Vieh ums Leben kommen und Häufer zerstört werden, nein, die Wiesen und Aecker versanden und können auf lange Zeit hinaus nicht mehr in den Dienst der Volksernährung gestellt werden. In den meisten Aufsätzen über Landgewinnung wird von der schleswig-holsteinischen Küste berichtet. Sehr viel schwieriger wegen der andersartigen Lage ist der Kampf gegen den „Blanken Hans" an unserer übrigen Nordseeküste vonder Elbe bis zur Ems. In grauer Vorzeit wird die Küste wahrscheinlich noch über die ostfriesischen Inseln hinaus gereicht haben, bis sich durch den Durchbruch des Meeres zwischen den Kreidefelsen von Dover und Calais eine zweite Verbindung zwischen dem Atlantischen Ozean und der Nordsee auftat. Während vorher nur im Norden Zusammenhang mit dem Ozean bestand, konnte nun auch der Westwind seine Wellen durch den Aermelkanal peitschen. Die Folge war, daß die Flutverhältnisse wesentlich gesteigert wurden und die Brandung an Man hat aber auch sehr früh begonnen, dem Meere das wieder zu entreißen, was ehemals Land gewesen ist. Aber noch immer, trotz der hochentwickelten Wasserbautechnik, ist dies eine schwere Arbeit. Das Land zwischen Unterelbe und Unterweser, vor allem in der Gemarkung Cuxhaven ist durch die Strömung so in Gefahr der Abspülung, daß man froh ist, durch Steindossieruny und Buhnen die jetzige Küste zu halten. Ein wenig besser steht es an der Küste von B u t j a d i n g e n aus, der vorspringenden Marchhalbinsel zwischen Wesermündung und dem Jadebusen. Beim I a d e b u s e n liegen die Verhältnisse insofern ganz besonders, als ein Reichsgesetz aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als der Kriegshafen Wilhelmshaven angelegt wurde, weitere Eindeichungen des 166 Quadratkilometer großen Jadebusens verbietet. An und für sich findet innerhalb des Busens, besonders auf der West- und Südseite starke Anschlickung statt und wächst das Land von selber Auch die kleinen Inseln innerhalb des Meerbusens ließen sich erhalten und mit dem Festland verbinden. Jetzt versinken sie allmählich im Meer. So können jetzt bedauerlicherweise nur außerhalb des eigentlichen Busens, wo die Anlandungsverhältnisse sehr viel schlechter sind, Landgewinnungsarbeiten vorgenommen werden. Westlich des Jadebusens liegt das Land Jever und westlich davon das sogenannte Harlinge r Land, das im 16. Jahrhundert zum großen Teil die Harlinger Bucht bildete, aber schon sehr bald mit großem Eifer eingedeicht wurde. der Küste wuchs. Die alten Chroniken sind voll von Berichten über die furchtbaren Sturmfluten, die vom 12. Jahrhundert ab all die Jahrhunderte hindurch das Land überschwemmt, die Aecker verwüstet und alles samt den Häusern hinweggespült haben. Unzählige Tausende von Menschen sollen dabei ertrunken sein. Helgoland hat ehemals, wie man geologisch nachweisen kann, mit dem Festland zusammengehangen. Etwa von 1300 ab ist die Verbindung zwischen Düne und dem hohen Teil der Insel zerrissen. 1277 bei der „Ersten Weihnachtsflut" wurden an der Mündung der Ems 30 Dörfer von den Fluten verschlungen, und es entstand der Dollart, der dann durch spätere Sturmfluten noch erweitert wurde. Durch die Flut von 1509 und die Antoni-Flut von 1511 wurden der Iade - busen und gleichzeitig die Harlinger Bucht westlich davon geschaffen. Vom Jahre 1000 ab hat aber auch der Stamm der Friesen, der diese Küste vorwiegend bewohnte, den Kampf gegen seinen Feind, das sturmgepeitschte Meer ausgenommen. Während man sich früher darauf beschränkte, Furten oder Warften, d. h. erhöhte Erdhügel zu schaffen als Wohnung für Mensch und Vieh, wie man sie heute noch auf den Halligen antrifft, baute man jetzt Deiche. Aber wie die Berichte über die furchtbaren Sturmfluten beweisen, waren diese Deiche völlig ungenügend, um der Gewalt der Wellen zu widerstehen. Erst im 19. Jahrhundert ist die Technik des Deichbaues so weit vorgeschritten, daß die Bewohner der Marschen sicher hinter ihren Deichen wohnen können. das den Kampf der „Unterirdischen" mit dem Zarismus zum Gegenstand hat, ähnlich wie Stratzens Roman „Der Hexenkessel", der den brodelnden Sumpf der russischen Emigration während der Inflation in Berlin vorzüglich schildert. Rudolf Stratz gehörte ohne Zweifel zu den fruchtbarsten und ae- lesensten deutschen Unterhaltungsschriftstellern. In der letzten Zeit wurde auch die (zweite) Verfilmung von „Schloß Vogelöd" viel gespielt. Franz-Liszt-Gedenkwoche in Bayreuth. In Anwesenheit zahlreicher führender Persönlich- keilen aus dem Reich sowie aus Ungarn begann in Bayreuth die Franz-Li st- Gedenkwoche. 235 Künstler und Künstlerinnen waren unter der Führung des Direktors der Königlich Ungarischen Oper in Budapest, Ladislaus von Markus, ein» getroffen, außerdem Staatssekretär von Jalso- v i c z k y , Ministerialrat Dr. H a a s z , der ungarische Gesandte in Berlin, Döme von S t o j a y und der österreichische Gesandte in Berlin, Stephan T a u s ch i tz. An der Spitze der Ehrengäste aus dem Reich Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r, Ministerpräsident Siebert. Ministerpräsident Siebert weihte das wiederhergestellte alte Markgräfliche Theater im Rahmen einer Feierstunde. Der Ministerpräsident wies darauf hin, daß die Wiederherstellung des Opernhauses dem Führer zu danken sei, der den Wunsch ausgesprochen habe, daß das Haus als Bau- und Kulturdenkmal erhalten werde. Die musikalischen Veranstaltungen begannen mit einem Gastspiel der Budapester Königlich Ungarischen Staatsoper mit dem Oratorium Liszts „Die Legende von der Heiligen Elisabeth" (Dichtung von Otto Ro- quette). Die Aufführung bekam besonderes Gewicht durch die hohe musikalische Kultur der ungarischen Gäste. Das Orchester entfaltete unter Ianos Ferenc s i k ein Höchstmaß an Klangschönheit und Spieldisziplin. Die Chöre, die von Vilmos R o u - b a l einstudiert waren, fielen durch den Reichtum ihres ausgeglichenen Stimmenmaterials auf. Von den Solisten feien die Darsteller der „Heiligen Elisabeth", Anna B a t h y , und des „Landgrafen Her- mann", György Losonczy, hervorgehoben. Ein Bildwerk von Veit Stoß entdeckt. In der kleinen Ortschaft Mühlenbach irn Kreise Oppeln wurde von einer Kommission, die gegenwärtig in staatlichem Auftrage Oberschlesien bereist, um Baudenkmäler und Kunstwerke zu inventarisieren, ein Aufsehen erregender Fund gemacht. Man entdeckte ein völlig übermaltes Holzstandblld, das die Mutter Gottes darstellt, zu deren Füßen zwei Die verheerende Sturmflut, die am Sonntag das gesamte Küstengebiet heimsuchte, hat mehrere Todesopfer gefordert. In einer Laube bei Geesthelle in der Nähe von Geestemünde wurde ein Mann ertrunken aufgefunden. Es soll sich um einen früheren Schiffskoch handeln, der vermutlich auf seinem Laubengrundstück eingeschlafen und dann in den eingedrungenen Fluten ertrunken ist. In Altenbruch, südöstlich von Cuxhaven wurde der 27jährige Sohn des Landwirts Albert R e e s ch ein Opfer der großen Ueberflutungen. Er wurde beim Abtreiben der Tiere von der Weide von einer großen Flutwelle erfaßt und davongetragen. Der 68jäyrige Landwirt Schwartau, der eine Landstelle in Dradenau bei Waltershof besitzt, wurde auf der Jagd vom Hochwasser überrascht. Er tarn vom Wege ab und stürzte in einen Graben, in dem er den Tod fand. Im Guderhandviertel im Alten Lande ist am Sonntagnachmittag der Lühe-Deich gebrochen. Obwohl die Einwohnerschaft stundenlang die schwächeren Deichstellen mit Sandsäcken verstärkt hatte, entstand durch den ungeheuren Wasserdruck ein Loch, das sich sofort auf mehrere Meter vergrößerte. Eine Frau Hol ff, die gerade ein auf dem Deich stehenden Haus verlassen wollte, wurde von den einbrechenden Wassermassen erfaßt und fortgerissen. Ihr Mann konnte sich an einem Baum festhalten, die Frau wurde später im Felde tot aufgefunden. Die Bevölkerung eilte söfort an die Einbruchsstellen. Don Hamburg und Stade wurden Truppen angefordert, die alsbald eintrafen. Erst nach stundenlanger Arbeit konnte die Gefahr gebannt werden. teil des Schuldners, ebenso wie die Fähigkeit des Gläubigers, die ihm geschuldeten Leistungen zu empfangen. Eine Ausweitung der Erzeugung nach einer Neuordnung müßte die Schuldenlast vermindern, die Transferschwierigkeiten verringern, und den Gläubigerländern die Anpassung erleichtern. Eine auf Expansion gerichtete Welt hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, wenn sie die Regelung der Schulden der Ver- gangenhsit in Angriff nimmt, und einen Kredit- verkehr wieder aufnimmt, der die erforderlichen Sicherheiten bietet. Eine auf Abbau der Handelshemmnisse und auf Ausweitung des Güteraustauschs gerichtete Politik, die von den Gläubigerländern eingeleitet werden müßte, würde die Aufnahmefähigkeit des Weltmarktes rascher als die Erzeugungsfähigkeit entwickeln. Kunst und Wissenschaft. Reichstagung für deutsche Vorgeschichte In Ulm begann die dritte Reichstagung des Bundes für deutsche Vorgeschichte. Der Bundesführer Professor Dr. Reinerth eröffnete die Tagung mit einer Begrüßungsansprache und gedachte der Männer, die wie Lisch und Gustaf K o s s i n n a sich mit der deutschen Vorge- fchichtsforschung unvergängliche Verdienste erworben haben, und gab bekannt, daß der Reichsbund den Gustaf Kossinna-Preis 1935/36 dem Erforscher der germanischen Himmelskunde Otto Siegfried Reuter verliehen habe. Auch wurde den noch lebenden Mitkämpfern Kossinnas Adam Günter- Koblenz und Martin Schulz e-Neuruppin der Ehrenring des Reichsbundes verliehen. Danach hielt Professor Dr. Reinerth einen bedeutungsvollen Vortrag über die süddeutsche nordisch - germanische Sendung. Wir wissen heute, so führte er u. a. aus, daß das süddeutsche Geschehen nur verständlich wird in einer rassischen Betrachtung. Süddeutschland be- zoa seine Kraft einzig und allein aus dem Norden. Längst vor den Römern haben die Germanen das süddeutsche Land besessen. Der Limes wurde nicht oefit es auch auf dem Lande nicfit. ZdR. Der Landesbauernführer von K u r h e s s e n hat einen Aufruf zur Werbewoche der deutschen Presse erlassen, in dem es u. a. heißt: „Eines der wichtigsten Mittel der Aufklärung und Unterrichtung ist die Tageszeitung. Vor allem der deutsche Bauer und Landwirt, der für die Sicherstellung der Er- nährung zu sorgen hat, kann nicht ohne eine Tageszeitung auskommen. Das Ernährungsgebiet ist so sehr den Notwendigkeiten der Stunde unterworfen, daß ständige Unterrichtung, mit anderen Worten Zeitunglesen, zu einer selbstverständlichen Pflicht f ü r alle Volksgenossen wird, die in der Ernährungswirtschaft ihren Arbeitsplatz haben. Ich richte daher an alle Bauern und Landwirte und auch an die Betriebsgefolgschaft der Landwirtschaft die Aufforderung, soweit sie nicht schon zur Leserschaft einer Tageszeitung gehören, nunmehr zum Zeitungsbezug uberzugehen. Die geringe Ausgabe für den Bezugspreis wird durch die Vorteile, die das ständige Lesen einer Zeitung nut sich bringt, doppelt ausgewogen. Also: In jedes Bauernhaus gehört eine Tageszeitung!" Ausstellung „Das deutsche Gamswild 1937“ in München. Bayern besitzt sieben Hochgebirgsjagdkreise: Berch- tesgaden, Chiemseegebirge, das Mangfallgebirge, Jsarwinkel, Werdenfels, Füssen und Sonthofen. Um einen zuverlässigen Ueberblick über den derzeitigen Stand der Hege des G a m s w i l d e s zu bekommen und um einwandfreie Unterlagen für zukünftige Hegemaßnahmen zu erhalten, hat der Landesjägermeister von Bayern eine genaue kartei- mäßige Aufnahme der gesamten Gamswildstrecke Der bekannte Romanschriftsteller Rudolf Stratz auf seinem Gut Lambelhof am Chiemsee nach zweitägiger Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. 7 ' , h<, /Z? ^VLW ßen Geme /ernt, sich anftellung (Sanft einj lernt, mit ; heutigen Du stellen! Täglich bet Gltern, 'Ne c die Führerin ihre Kinder ii FunWädelsch^ im deutschen i ab, mit benei Renn unse M fenW W möbeln gel> die Slnlafj ja gerades deren Fük mancher L das besser gaben zu wörtlich, e Erfahrung läßt, berat Es folge ken: Fünf; geht, zehner folgen. Lichtspiel .Kriegsfilm ehr selten - solche, hie t chöhlten,- wir ln Flammen M°hr uni [froren DQri KR” L"S El?ttt» SS WB 3C“ und A f «®ft ü t SH aeinein a e , sie teder Ache iE gliche 2uar Lichen D'-en einen gemeu man nach e meinen, mb nicht mehr alle gleiches sames Erleb rechtigke.tu. Außenwelt e bestimmt oo: lung ZU, "ns Wir kenne nM ö'e,a: /ernten. Alle siöndnis un|t mit ihrem Pi manche Man sind jene M empfinden. . verbunden | die der Rnti tern standzi Diese Mi auch sie ma sich in jede genau so st sation und schicken uns daß wir eir zu leisten h beste Schul Es ist bi 7. nett unh Wiehre fruft J(|' hn j, e»ien i n''' ich> Jünnf?»86« k«*n » w?-1 het’J'n Sä «»tlltr n d, '»L°N de, «H »"Men S Ar tage ?°hl-n X k’"s i Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft geltend gemacht, die sich auf dre mangelhafte ümb für Arbeitsschutz stand unter dem Thema „Arbeit spannung in der kurzen Pause stutzten, aber auch und Ernährung" Der stellvertretende Reichsärzte- auf den Mangel der gewohnten warmen Mah zeit führer, Reichsamtsleiter Dr. Bartels, wies in und mangelnde Ruhe nach dem Essen hinwiesen.. einem Vortrag darauf hin, wie die Natur die Men- Dort, wo heute noch eine geteilte Arbeitszeit mit ’M« letzte Million Effekten Reparaturen 04819 j Vermietungen I | Mietgesuche | [Stellenangeboteli Junger Bödet l 1 I ■■! 1 1 1 der kleinen Lie- Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er. mäßigten Grund, preis von 5 Pf. für dieWllimeier. teile veröffentlicht Ein oder zwei möblierte Parterrezimmer an Dauermieter zu vermiet. lv4sie Lomfttraße 20. Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.EL Marktplatz Vertragsschneiderei der Heeres-Kleiderkasse 6663A ferwagen fahren kann, aufs Land bringe, würden gesundheitliche Bedenken gegen sie leltend gemacht, die sich auf die mangelhafte Ent- d die Heimat, in das eigene Dorf, das oft genug schon vorher von den feindlichen Granaten getroffen und in Trümmer gelegt wurde. Die Stand,chutzenkom- panien gehen in ihrer patriarchalischen Eigenart und Zusammensetzung auf eine alte Tiroler Wehr- Derf-affung zurück, und wenn man sieht, wie sie ein- berufen werden, wie sie die Offiziere aus ihrer Mitte wählen, wie sie — ganz Alte und Blutjunge, immer die letzten, überhaupt waffenfähigen Männer aus jeder Gemeinde — antreten und aus- rüden, bann wird man unwillkürlich an Defreggers berühmtes „Letztes Aufgebot" von 1809 erinnert. Von der Handlung dieses Films, soweit sie in den Bergen und also an der Front sich abspielt, ist eigentlich nichts zu sagen, was nicht schon gesagt wurde: es ist ein ungeschminktes, hartes Wirklichkeitsbild aus dem Kriege, dem nichts hinzuzu- fügen ist, und von dem man nur wünschen kann, daß viele es auf sich wirken lassen möchten: sie werden dann eine kleine Ahnung haben, was damals auch an dieser Front ausgehalten und geleistet worden ist. Die Eindrücke sind so unzweideutig und nachhaltig, daß alles, was als „Spielhandlung" nebenbei und im Hinterland eingeflochten wird, nicht sehr bedeutsam, ja eigentlich abschwächend wirkt. Die Stärke der Regie liegt gerade in ihrer nüchternen Wirklichkeitsnähe und in dem Gemeinschaftsausdruck der Darsteller, bei denen man wiederum des öfteren an die prachtvollen, wuchtigen Bilder von Egger-Lienz erinnert wird. Ludwig F. Ker scher aus dem Ensemble des Münchener „Platzls" gibt frisch, herzhaft und jugendlich den Bruggler. Markante Charakterköpfe aus der Stand- fchützenkompanie: Friedrich Ulmer, Rolf Pin - egger, Eduard Köck, Beppo Br em, Wilhelm Schultes, Viktor Gehring. Als Bruggler- Bäuerin sieht man — eine feine, starke und innerliche Leistung — Franziska Kinz, die von der Bühne herkommt und die, als gebürtige Tirolerin, nach der Iphigenie und der Penthesilea, mit einer Rolle wie dieser eine lange gehegte Sehnsucht in Erfüllung gehen sah. ♦ Vom Beiprogramm ist ein farbiger Kulturfilm hervorzuheben, der in technisch und naturkundlich gleichermaßen interessanten Aufnahmen sehr schöne Bilder von seltenen Fischen zeigt. Gloria-Palast: „Moskau—Schanghai." Um dieselbe Zeit wie der „Standschütze Bruggler" — ebenfalls im Kriege — setzt die Handlung des Films „Moskau — Schanghai" ein, den Paul Wegener nach einem Drehbuch von Kurt Hey - nicke und M. W. Kimm ich für die Terra gedreht hat: aber auf einem ganz anderen Schauplatz, Moskau 1917, unmittelbar vor dem Zusammenbruch der zaristischen Armeen; lange Jahre nach dem Krieg und der Revolution endet das Spiel im Fernen Osten, in der unruhigen Weltstadt Schanghai. Zwischen diesen beiden weit getrennten Polen vollzieht sich in zwölf Jahren das merkwürdige und beklagenswerte Schicksal einer Frau und Mutter, der russischen Offizierswitwe Olga Petrowna, die in den Wirren des Krieges und der bolschewistischen Schreckensherrschaft nacheinander ihr Kind und den Geliebten aus den Augen verliert, einen jungen Offizier, den sie in Moskau kennenlernte und an dessen Seite sie ein neues Glück zu finden hofft. Als sie, nach endlosem und unermüdlichem Warten und Suchen, beiden wiederbegegnet, muß sie in der inzwischen herangereiften Tochter die Verlobte ihres Alexander wiedererkennen und schweigend zum zweiten Male verzichten. Diese Olga Petrowna spielt Pola Negri; man hat im Hinblick auf die Rolle an den Film „Mazurka" erinnert, wo sie eine ähnliche Gestalt verkörperte. Aber wir finden, daß sie die außerordentliche Leistung von damals hier nicht erreicht, auch von der Rolle aus nicht zu wiederholen vermocht hätte, die ihr kaum eine Entfaltung ihrer großen Möglichkeiten gestattet und alle Ausdrucksfähigkeit in Tränen und klagendem Verzicht erschöpft. Von ihren Mitspielern sind Gustav Diessl und vor allem Wolfgang Keppler zu nennen, dessen markantes Gesicht einem im Gedächtnis bleibt. Susi Lanner in der Rolle der Tochter Maria erscheint neben der Negri blaß, übrigens auch sprachlich ganz unzulänglich. W e - geners Spielführung wirkt sich hier nicht mit der großartigen und mitreißenden Intensität aus wie kürzlich in der „Stunde der Versuchung"; dieSpan- nungsel"mente fmh hier viel äußerlicher und primitiver erfaßt, allerdings bot auch die Fabel an sich nicht entfernt so ungewöhnliche Möglichkeiten wie in jenem Film. Anerkennung verdient die gute, klare Photographie (an der Kamera: Franz W e i kirn a y ri: prachtvoll und feierlich wi" je die melodischen Chöre der Don-Kosaken unter Serge Iarofs. * Im Beiprogramm: Ufa-Tonwoche; die Bühnenschau; und ein Kulturfilm „Der chinesische Drache." hth. Sochschulnacknchten Der Ordinarius für Apparatebau und Fabrikanlagen der Chemischen Industrie an der Technischen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Philipp Schub erg, ist auf Grund des Gesetzes vom 21. Januar 1935 („Entpflichtung und Versetzung von Hochschullehrern aus Anlaß des Neuaufbaues des deutschen Hochschulwesens") von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Wegen Erreichung der Altersgrenze ist in der Rechts- und Staatswiffenfchaftlichen Fakultät der Universität Berlin Professor Dr. Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld aus seinem Lehramt ausgeschiedeu. Wie das Volk sich Fremdworts erklärt. Eine hübsche Zusammenstellung volkstümlicher Deutungen für unverständliche Worte bringt die letzte Nummer von „Reclams Universum". Das Volk will verstehen, was es spricht, darum sucht es für Worte, die es nicht ohne weiteres verstehen kann, eine vertrautere Form, die zugleich eine Erklärung gibt. So ist es bei dem Wort Armbrust einleuchtend, an die beiden Körperteile Arm und Brust zu denken. Mit denen hat die Waffe aber gar nichts zu tun. Ihr Name kommt von den lateinischen Worten arcus — Bogen und balista — Wurfmaschine. Als mit diesem Gerät auch sein fremder Name nach Deutschland kam, hat ihn sich der Volksmund so zurechtgelegt, daß auch eine scheinbar ganz andere Erklärung für seine Entstehung aufkam. Auch die in der Medizin vielfach verwendete Chinarinde hat ein ähnliches Schicksal gehabt. Sie kommt keineswegs aus China, sondern aus Peru, und hieß dort quina = Rinde, so daß sie in ihrer heutigen Bezeichnung eigentlich zweimal dasselbe bedeutet. Und jeder hält den Vielfraß für ein besonders gefräßiges Wesen, während er in Wahrheit bescheiden und genügsam ist. Dabei bedeutet das skandinavische Fiällftaß einfach Felsenbewohner und ist nur in Deutschland so merkwürdig umgeformt worden. Wenn man von einem langsamen oder phlegmatischen Menschen sagt, er sei pomadig, so denkt man sofort an das bekannte Haarpflegemittel und versucht einen Zusammenhang herzustellen, indem man das Zähe und Klebrige dieses Stoffs mit menschlichen Charaktereigenschaften zu vergleichen sucht. Aber diese Ueberlegung trifft nicht den wahren sprachlichen Sachverhalt. In Wirklichkeit steckt das polnische Wort pomalu = langsam dahinter, das vom Volk mit der bekannten Pomade in Verbindung gebracht und entsprechend umgeformt wurden. Auch die schlesische Sagengestalt des Rübezahl hat ihren Namen nicht vom Zählen der Rüben, wenn es auch in einer später zur Erklärung dieses Namens erfundenen Sage so heißt. Die Rübe ist allerdings an ihm beteiligt, aber der zweite Teil kommt von dem alten deutschen Wort zagel = Schwanz, fo daß der Alte vom Riesengebirge eigentlich der Mann nut dem Rübenschwanz ist. Alte Seeleute dezelchnet man oft als Teerjacken und denkt dabei an irgendein Kleidungsstück, von dem dessen Besitzer seinen Namen empfangen haben mag. Aber diese Jacke ist in Wirklichkeit ein Jakob, oder vielmehr ein englischer Jack. Die deutschen Seefahrer hörten oft von einem Jacktar = Teerjakob sprechen und legten sich dies nach ihren Begriffen zurecht. lil Wirtschaft Links: Are'v Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Berlin Sronrfurt a. M. Berlin $ranffurt a. M. XT «g* AW 'urs h-rse börse fur* börse 19.10. 17-10- Datum 93 128,5 128,5 I 135,25 1 133 | hitl -! 134,75 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 d. 5). Die hinter den 98,75 97 100,4 o 8 6 7 101 97,5 95 109.8 3,45 13,9 11,25 12 14,65 101 97,5 95 109,8 samten würde. 6 6 6 8 7 40 165,5 135 159 139,25 146,75 140,25 160,5 203 154 120,75 144,75 155,4 118J> 150 129,65 115 122 146,75 158 120 153 132,5 116,75 39,9 165,5 134,5 159,75 139 146,25 140 161,13 202,75 153 40,4 165,75 134,5 161,25 140,5 147,25 135 141,4 162 206,5 154,5 177 273,5 118,5 139,75 147 94,5 117 172,75 144 123,5 169,5 64 470 202,5 174,5 178,4 274 121,5 140,5 148 176,9 118,5 139,25 147,5 106,13 93,25 108,5 169,4 140,9 113,5 121 168 89,25 63,13 460 174,75 162,25 143,5 241,5 155 121 45,5 147,5 141,5 196 178,25 121,25 139,75 147,9 101,4 98 103,25 117,65 99,9 98,75 97 46,65 166 134,5 160,25 139,75 147,5 141,75 162,75 207,9 154,5 122 146,4 157,5 119,75 204 153,75 132 116,13 133,5 159,5 157 106,5 94 118,5 171,5 143,4 112 122,5 169,75 91 64,13 470 203 174,5 30 21 0 97 100,2 100,65 97,5 95 109,75 97 100,4 100,75 97,5 95 109,75 120 144,5 156 118,25 196 150,65 129,25 115 161 233,5 153,75 119,9 46 142,4 139,5 192 93 110,5 171 141,9 120 167,75 63 460 173 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. SchuckertLEo. ..... SiemensL HalSke... Lahmeyer L To..... Grttzner................... Mainkraftwerke Höchst S.M.. Süddeutscher Zucker ........ Ä.E.G...................... Bekula..................... Elektr. Lieferungsgesellschaft... Licht und Kraft ............. .'selten & Guilleaume......... Spiele nur durch eine Portion Härte zu Ende führen können. Welcher Zweck damit verfolgt werden soll, ist schlechterdings nicht zu verstehen. Immerhin wäre es für die Schiedsrichter eine Gelegenheit, ihre Kunst zu beweisen und ohne Rücksicht auf die Folgen mit aller Strenge durchzugreifen. Die Spiele der Jugendklasse mußten zum größten Teil verlegt werden. Rur zwei Treffen kamen im ganzen Kreis zum Austrag, und zwar Tv. Garbenteich — Tv. Grüningen 7:3 (4:0) und Tv. Burgsolms — Tv. Münchholzhausen 4:20 (2:8). OieWinterkampfspiele im Kreis Gießen Die Spiele beginnen in aller Kürze, da sie bis Anfang Dezember beendet sein müssen. Die Be- 25 Jahre besteht in diesen Tagen die „Bode- Gymnastik". Dr. Bode, der Begründer dieser Gymnastikart ist von Reichsleiter Rosenberg als Leiter 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4‘/a% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l......... .......... 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ ngestümen A.'.^lffen der Platzbesitzer standzu- halt^u, so verdient die gesamte Mannschaft ein Lob. Es war ein typisches Lokaltreffen, das an spielerischen Handlungen arm, dagegen aber außerordentlich schnell war. To. Herborn — Tv. Grüningen 11:6 (2:5). Wenn Grüningen in der zweiten Halbzeit nicht so stark abgef-allen wäre, hätte es vielleicht noch zy einem Unentschieden gereicht. So aber konnte Herborn ohne großen Widerstand einen sicheren Sieg feiern. To. kahenfurt — Tv. Garbenheim 4:6 (4:3). Garbenheim hat in diesem Spiel erneut bewiesen, daß sich seine Mannschaft wieder eingefunden hat. Denn es will schon etwas heißen, den „Bären in seiner Höhle zu besiegen". 2. Kreisklasse. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Lang-Göns 2:14 (1:5). So hilflos haben die Allendörfer wohl noch nie gespielt. Es soll zwar zugegeben werden, daß die Gäste einen sehr schönen Handball spielten. Ihr durchsichtiges Stürmerspiel hätte aber eine aufmerksame Hintermannschaft veranlassen müssen, stets rechtzeitig einzugreifen. Auf diese Weise wären bestimmt Treffer verhütet worden. Tv. Wetzlar II — Mlv. Gießen II 6:2 (2:1). Auch die zweite Mannschaft der Gießener, der ein so guter Ruf vorausginq, kann in ihren Spielen nicht gefallen. Zwar hatte Wetzlar eine verhältnismäßig gute Vertretung zur Stelle, sie war keineswegs so überragend, daß die Gäste nicht zu weiteren Treffern hätten kommen können. Tv. Lich — Tv. Nauborn 6:6 (3:3). Man kann eigentlich schlecht verstehen, warum es ' immer wieder Mannschaften geben muß, die ihre Handball im Sporlkreis Gießen Ausgezeichnete Spiele isnt> große Lleberraschungen. 32 3,4 14,25 11 11,75 14 die Höhe der jährigen Produktions-Programmes f e r t i g g e st e l l t. In diesen Tagen konnte nach Mitteilung der Adam Opel-AG., Rüsselsheim, der 100 000. Wagen des diesjährigen Fabrikationsprogrammes das Montageband des Rüsselsheimer Werkes verlassen, nachdem im Vorjahre diese Ziffer erst am Jahresschluh erreicht wurde. Don den in neuneinhalb Monaten hergestellten Wagen der diesjährigen Erzeugung wurden 85 443 Stück im Jnlande und 14 557 Stück im Auslande abgesetzt. Im Auslandabsatz konnte gegenüber dem Vorjahre (11 361) eine Steigerung um rund 28 v. H. erzielt werden. Ihre voraussichtliche Jahreserzeugung für das Jahr 1936 schätzt die Gesellschaft auf 125 000 Wagen, was einen Anteil von mehr als 40 v. H. an der voraussichtlichen Jahresproduktion der ge- deutfchen Automobilindustrie entsprechen Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% fcoeidi Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ille Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwrrke ...............8 Mannesmann-Röhren........8 30,25 I 30,75 1 211 I 210 1 Schutzgebietsanl.-Certtf. mit 11,20 und im Freiverkehr zertif. Dollar-Bonds, auch Kommunal-Umschul- düng mit 89,40 eher gefragt. Auslandrenten lagen still, Ungarn Gold mit 14,25 (14,30) nicht ganz be- hauptet, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 2 v. H. hoher mit 212. U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 132,75, Reichsbahn-VA. E 125,40, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquid. 100,40, 4,5proz. Nass. K. O. 94, Schutzgebiete-Certlf. 11,20, 1914er Ungarn 12,13, do. Goldrente 14,25. Frankfurter Getreidebörse. Besin V > Nachtzug m einziges Mc mnnoe aus die einmQ[ so angei knarrte, ( emem leisen M ?‘5 Di3uges dii ™«nen liefen M md [erlief "«»i einem? SL»p Gang -W.;, in rsL itm »m ®r««6 >"1 mit L"°>>den sä; Sy SK Dar. S^al &«' S ; “Hb I, ?erl)eif9 -Llhe WÄ $U l| frankfurter Schlacbtviehmarkt. Frankfurta. M., 19. Okt. Auftrieb: 1109 Rinder (gegen 940 am letzten Montagsmarkt), darunter 405 (345) Ochsen, 99 (100) Bullen, 376 (299) Kühe, 229 (196) Färsen; zum Schlachthof direkt: 188 (77) Ochsen, 1 (1) Bullen, 14 (15) Kühe, 58 (45) Färsen; Kälber 321 (323), Hämmel und Schafe 148 (236), Schweine 1977 (1843). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 12. 10. 42 bis 45), b) 41 (41), c) 36 (36); Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 27 bis 33 (27 dis 33), d) 25 (25); Färsen a) 41 bis 44 (42 bis 44), b) 36 bis 40 (38 bis 40), c) 35 (—); Kälber a) 65, b) 55, c) 40 d) — (gegen die Höchstpreise vom letzten Donnerstag unverändert); Hämmel b2) 48 bis 50 (53 bis 56), c) 44 bis 47 (45 bis 52), d) 35 bis 42 (—); Schafe e) 40 bis 46 (35 bis 42), f) 30 bis 38 (—); Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). Markt- verlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberstand (21 Stück.). Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 19. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 405 Ferkel darunter 135 Händlerschweine, zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 13 bis 16 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 16 bis 20 RM. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb ein Ueberstand von etwa 100 Stück. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 841: Anordnung Nr. 6 der lieber- wachungsftelle für Mineralöl (Prüfung von Zusatzmitteln für Kraft- und Schmierstoffe). — 842: Neuordnung des rumänischen Kontingentierungsamtes, Eintragung der Einfuhrgesuche für das 4. Vierteljahr. — 843: Wiederaufnahme des technischen Clearingsverkehrs. — 844: Weihnachts- und Neujahrsgeschenke in Postsendungen nach fremden Ländern. — 845: Die neuen Bestimmungen im Zahlungsverkehr mit Rumänien. — 846: Einschränkung der Möglichkeit des Tausches von Wertpapieren "im Ausland. — 847: Vereinheitlichung des Kontingentwesens in Belgien. Ernennung eines Kommissars für Kontingentfrägen — Presse fordert Kontingentabbau. — 848: Ausführungsbestimmungen zur allgemeinen französischen Zollermäßigung um 20,17 bezw. 15 Prozent. — 489: Anordnung V 8 der Ueberwachungsstelle für Waren verschiedener Art (Herstellung und Verarbeitung von Werkböden und Werkbestandteilen für Armbanduhren). Oie Einzelhandelsumsätze im August. Fwd. Das Institut für Konjunkturforschung und die Forschungsstelle für den Handel beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit veröffentlichen einen gemeinsamen Bericht über die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze im August 1936, dem u. a. zu entnehmen ist, daß die Einzelhandelsumsätze im August ein erheblich anderes Bild als in der vorangegangenen Zeit zeigen. In den ersten sieben Monaten des Jahres lagen sie (von gewissen saisonmäßigen Verschiebungen abgesehen) ständig um 10 bis 11 v. H. über Vorjahreshöhe, im August dagegen nur um rund 4 v. H. Die Kräfte, die feit langem die verhältnismäßig günstige Entwicklung des Einzelumsatzes heroorgerufen haben — die Zunahme der Beschäftigung und des Einkommens — haben sich im August nicht im gleichen Maße auf den Einzelhandel auswirken können, wie bisher. Das Einkommen wurde in diesem Monat anders verwandt und auch an anderer Stelle als sonst aus- gegeben. Ein großer Teil der kaufkräftigen Bevölkerung kam im August zu einem Besuch der Olympischen Spiele nach Berlin. Dementsprechend haben die Ausgaben für Reisezwecke (Beförderung, Ueber- nachten, Verpflegung in Gaststätten) eine sehr viel größere Rolle als sonst gespielt, und dem Einzelhandel ist ein geringerer Teil des Einkommens der Verbraucher zugeflossen. Besonders stark war dies in den Provinzstädten zu spüren, während sich in Berlin, in den Hafenstädten Hamburg und Bremen (Ausländerverkehr!), sowie in anderen vom Fremdenverkehr bevorzugten Plätzen die Umsätze belebt haben. Im ganzen hat sich der Einzelhandel im August in einer besonderen und einmaligen Situation befunden, und die Annahme erscheint gerechtfertigt, daß sich in der folgenden Zeit wieder eine ähnliche Entwicklung zeigen wird, wie sie den bisherigen Verlauf dieses Jahres gekennzeichnet hat. ♦ * Der 100 000 Opelwagen des dies- 21. Oktober, 14.30 Uhr, in der neuen Pestalozzi- schule statt. Zu dem Lehrgang, in dem Korbball, Fußball und Handball behandelt werden, entsenden die Volks- und Höheren Sck)ulen einen Vertreter. Turnkleidung mitbringen. Kurze Sportnotizen. Einen Frankfurter Schwimmersieg gab es beim Bezirkswettkampf zwischen Frankfurt und Köln-Bonn in Köln. Die Frankfurter siegten im Gesamtergebnis mit 87:84 Punkten, nachdem die Kölner am Samstag noch mit 33:32 Punkten in Führung gelegen hatten. Der Wasserballkampf Köln gegen Frankfurt endete 15:5 (7:4) für die Kölner. * Peru hat seinen Austritt aus dem Jnternatio- nuten Fußball-Verband (FIFA.) erklärt. 17-10 101,4 38 103,5 117,75 100 v. H., Klöckner 2,40 v. H., Rheinstahl 2,25 v. H., und Harpener 2 v.H. an. Von Kaliwerten stiegen Aschersleben um 4 v. H. auf 146,25. Chemiewerte erfuhren Erhöhungen von 1 v. H., I. G. Farben plus 1,40 v.H. auf 178,40, Deutsche Erdöl plus 1,25 v. H.. Maschinenwerte erhöhten sich meist bis 1 v. H., sehr fest lagen Daimler mit 122,40 (120), ferner wieder Deutscher Eisenhandel auf Dividendenerwartungen mit 143,25 (141,75). Arn Elektromarkt wurden AEG. mit 40,50 bis 40,75 bis 40,65 (40) lebhaft umgesetzt, sonst ergaben sich Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H., Siemens plus 2,75 v. H. auf 205,75. Kunstseide Bemberg erschienen mit „Plus- Plus-Zeichen" und wurden mit 115,50 (110,50) taxiert, AKU. sehr schwankend, anfangs 94,40 (93), dann etwa 95,25 bis 94,25. Von Auslandsaktien stiegen Conti Linoleum Zürich auf 208 (200) und Chade A—C auf 465 (460). Recht fest blieben Westdeutsche Kaufhof mit 64,50 bis 64 (63), sonst gewannen u. a. Zellstoff Waldhof 1,25 v. H., Jul. Berger 1 v. H., Reichsbank 0,90 v. H., Feinmech. Jetter 0,75 v. H., Holzmann 0,25 v. H. und Hapag 0,50 d. H. Schwächer waren Otavi Minen mit 44,25 (46). Am deutschen Rentenmarkt stiegen Altbesitz auf 117,85 (117,65), Kommunal-Umfckuldung bei größeren Umsätzen 89,40, dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,40 (125,65). Im Freiverkehr zogen zertif. Dollar-Bonds 1 bis 1,50 v. H. an, 6 v. H. Preußen 78,50, 6 v.H. Spargiro 77,40. Von Auslandsrenten schwächten sich Ungarn Gold weiter ab auf 13,75 (14,20). Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft am Aktienmarkt stark ein, da weitere Aufträge ausblieben. Die Kurse lagen etwas uneinheitlich bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 nach beiden Seiten; die führenden Werte lagen meist etwas leichter. Stärkere Schwankungen unterlagen weiterhin Aku zwischen 94,25 bis 95. Die später zur Notiz gekommenen Papiere erfuhren durchweg Erhöhungen von 1 bis 1,50 v.H., Kaliaktien plus 2 bis 3 v.H. Etwas schwächer lagen AG. für Verkehr mit 124,25 (125). Auch am Rentenmarkt war das Geschäft später kleiner, zertif. Dollar-Bonds bröckelten etwas ab. Etwas lebhafter waren Ungarn Gold mit 13,75 bis 14,20 nach zutiefst 13,60. Goldpfandbriefe kaum verändert; Preuß. Landespfandbrief-Anstalt Reihe 24 tarnen heute erstmals mit 98 zur Notiz. Stadtanleihen fast unverändert, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich. Von Industrie-Obligationen 6 v.H. Verein. Stahl 102,90 (102,50). Im Freiverkehr galten: Adlerwerke 102,50, Pokorny 119, Ufa 67, Wayß & Freytag 127, VDM. 144,50, Kali Wintershall 138,50. — Tagesgeld war leicht und wurde auf 2,50 (3) v. H. ermäßigt. 19 io 101,4 98 103,25 117,9 100 98,8 97 19 10- 161,2? 237 155,5 121,5 45,75 146,25 142 195 Schlußk. Abend- börie 19 10- 101,4 98 103,25 117,85 17.10 160,25 142,4 233,5 154 119,4 45,13 144,5 139,5 192,5 Frankfurt a. M., 19. Okt. Durch die Herbst- arbeiten sind die Ablieferungen von Brotgetreide zur Zeit zurückgegangen. Auch Braugerste wirb wenig angeliefert, in Futtergerste kommen nur die bei der Braugerstenlieferung anzuüienenden Mengen an den Markt. Die Haferzufuhren sind gleichfalls sehr klein. Mehl hat normales, stockungsfreies Geschäft. Auf dem Futtermittelmarkt ist die erste Oelkuchenzuteilung zur Zeit in der Ablieferung begriffen. Mischfutter mit 70 v. H. Oelkuchengehalt sind begehrt. Die Versorgung mit Weizenkleie ist befriedigend; Roggenkleie vom Niederrhein ist in diesem Monat noch nicht geliefert worden, so daß teilweise eine gewisse Knappheit besteht. Weizenfuttermehl ausreichend vorhanden. Vollwertige Zuckerschnitzel aus neuer Ernte sind bereits lieferbar, Trockenfchnitzel noch nicht. Der Rauhfutter- markt ist ruhig, aber eher fest. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) tn Mark: "Weizen W13 201, W16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R12 164, R15 167, R18 171, R19 173, Grohhandelsprei'se der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerfte —, Brauaerfte 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,00, W16 28,10, W19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,60 bis 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebunden) 2^40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mk., weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Schultheis Payenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstfetde) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waidhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Deslauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Crenftein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade...................... 9 Accu mu l atoren-Iabrik....... 12 Tonti-Gummi.............. 11 Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 19. Okt. Die Börse war am Aktienmarkt weiter fest. Den weiteren Käufen des Publikums stand nur wenig Angebot gegenüber trotzdem war das Gesamtausmaß der Umfatztätigkeit recht lebhaft. Viel Beachtung fanden die Ausführungen von Staatssekretär Reinhardt über die künftige Steuerpolitik. Die ersten Kurse lagen zumeist 1 bis 1,50 v. H. über denen vom Samstag. Montanwerte wurden von den Ausführungen Klöckners angeregt und zogen durchschnittlich 1 bis 1,501 Die Gauklasse des Hessengaues stand gestern mit acht Mannschaften im Kampf, darunter auch erstmalig unser heimischer Vertreter, der Tv. Wetzlar. Die Mannschaft, der durch die Sportplatzfrage jegliches Training fehlt, hielt sich bis zur Halbzeit recht gut, konnte sogar einen knappen Vorsprung herausarbeiten. Nach der Pause allerdings fiel die Mannschaft stark ab, so daß sie schließlich mit 10:6 (4:5) reichlich hoch gegen Svielverein Kassel verlor. In der Bezirksklasse. brachten alle drei Spiele Ueberraschungen. Niemand hatte mit so klaren Entscheidungen gerechnet. Tv. Heuchelheim — Tuspo. Marburg 13:8 (7:2). Wer wollte nicht zu geb en, daß gerade dieses Ergebnis eine große Ueberraschung darstellt. Die Mannschaft, die noch vor kurzem den Mtv. Gießen so überzeugend zu schlagen wußte, muß eine verdiente zweistellige Niederlage hinnehmen. Allerdings muß man ihr zugestehen, daß sie Ersatz in ihren Reihen hatte und daß Heuchelheim wieder einmal sehr gut in Form war. Alle Mannschaftsteile harmonierten vorbildlich zusammen und auch der Sturm I. G. Farben-Jnvustrie.......7 Srhetdeanstait...............9 Goldschmidt ................ 6 Rülgerswerke ............... 6 Metallgeiellschaft............. 5 Datum ManSfewer Bergbau....... 6y, Kokswerke .............. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhetnstabl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke......8yz Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Afchersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% Der Leiter Drandinjpektor Montagabend Di und die Giehene zu einer großei Mges, durch chwieriges Obs waren das R e ßenden Nebe Aborte und T grenzende T u i t zeigte folgende Wae Explosii des Reaighmn Haus und d Brand gerater /reffen der ftc gestellt: 1. In 2. Stockwerk fi Treppenhaus ff bar, die ^e^f^^। 3. Die westliche falls in Flaum Meisterwohnung, stehen bereits ii Oberrealschule fit 9er Brandinspektor durch Drücken t Mrnnchurn der innerW mit schienen W sich — natürü nähme — um : zu dessen Bek reichten. Sie Rückmeldung 18.30 Uhr die und hierdurch sowie die L alarmierte. Obwohl bei männer zunäck punkte eilen u Philipp Holzmann...........4l Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6| jirfseinteilung der Unterstufe bleibt wie im Som- der Fachgruppe ^^nnasiik und Äürtttlerischer Tanz mer. Eine Besprechung der Bezirksspiel- in den Kampfbund für Deutsche Kultur berufen warte findet vor dem Kurzlehrgang am Mittwoch, worden. Schluß- hird 17-10. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- turs Schluß,. Abend- börs» Schluß« hird Schluyk. Mittag« bSr'e Datum 17-10 19 10 17-10 19-10 4% oesgt. Serie h ........... — — — — 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 8,75 8,4 8,75 8,4 4yz%Rumän.vereinh.Rentev.l913 13,2 — 13 13 4% Rumänische veretnh. Rente 2^% Anawlier ............ 7,8 7,85 7,8 7,9 41,15 — 41,5 40,75 Hamburg.Amerika-Paket ..... 0 16 16,5 16,4 16,4 Hambnrg-Südam. Dampfschiff. 0 —— — 39,5 38,75 Rordneutscher Lloyd ......... 0 16,13 16,13 16,13 16,13 Ä.G *ür Verkehrswesen Akt. .. 0 125 124,5 123,75 124,65 Verli"er Handelsgesellschaft ... 6 —— 127,5 127,25 128 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bant und D'Lconw- 4 103 103 103 103 Gesellschaft................ 4 104,5 105,5 104,5 105 Dresdner Bank.............. 4 104,5 105,5 104,5 105,25 Leichsbank ................ 12 192 193 191,25 193,5 17.Oktober 1g.Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet juenuä Uluc 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel .... 41,87 41,95 41,87 41,95 Rio de Ian. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,33 54,43 54,27 54,37 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,165 12,195 12,155 12,185 Heljingfors. 5,37 5,38 5,365 5,375 Laris ..... 11,59 11,61 11,585 11,605 Holland ... 133,97 134,23 133,82 134,08 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 3flDan ..... 0,710 0,712 0,710 0,712 ^ngostawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,14 61,26 61,08 61,20 48,95 11,055 49,05 11,075 48,95 49,05 11,065 Lissabon... 11,045 Stockholm... 62,73 62,85 62,67 62,79 Schweiz ... 57,15 57,27 57,08 57,20 Spanien... 22,98 23,02 22,48 22,52 Prag...... 8,761 8,779 8,761 8,779 Budapest .. — — —— — Reuyort ... 2,489 2,493 2,489 2,493 Banknoten 3erlm,19.0flob er Geld Ärief Amerikanische Roten...... Belgische Noten.......... ........ 2,451 41,72 54,11 12,13 2,471 41,88 54,33 12,17 Englische Noten ......... 11,535 11,575 Holländische Noten....... 133,43 133,97 Italienische Noten........ — Norwegische Noten ...... 60,92 61,16 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — —- Rumänische Noten....... — —— Schwedische Noten....... 62,50 62,76 Schweizer Noten......... 56,93 57,15 6 Banti die Noten ......... Ungarische Noten .......... . ... *•* - Ä UM AM» ■ Ml* UM U * f I Dienstag, 20. Moder 1956 Hr. 246 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 241 den ließe. Sie soll jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfenl Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und dabei doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden. L HMgm d hemmtet Es töteten 5 16 » M. Das । ein Heber« oberster Leiter der Hebung den Befehl zum Abbruch der Feuerwehrarbeit. Die Wehren zogen ihre Geräte ein und machten sich marschfertig. Am Schluß erfolgte der gemeinsame Abmarsch, der zur Werbung für den Feuerwehrgedanken durch die Bismarckstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, Sonnenstraße zum Brandplatz erfolgte, von wo aus nach einem Vorbeimarsch in die Depots abgerückt wurde. Bei einem anschließenden kameradschaftlichen Beisammensein der Feuerwehren im „Frankfurter Hof" besprach Brandinspektor Lenz den Verlauf der Hebung im internen Kreis der Feuerwehren. 41,95 0,lW 3,053 54- 47,1} 12,185 5,375 ii,605 M,08 13,11 0,712 5,666 «'S 49,05 11,068 62,79 , 57,g 22-52 2,493 Links: Freiwillige Feuerwehr bei einer Rettungsübung über die große Leiter. Rechts: Mit Rauchmaske und Spritze wurde das Großfeuer auch in den Schulsälen bekämpft. — (Aufnahmen [2j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die wilden Affen. In Kairo hat die Polizei soeben zwei Affen „verhaftet", weil sie bei einem Diebstahl eine gewisse Rolle gespielt haben. Sie werden beschuldigt, die Aufmerksamkeit einer reichen Aegypterin auf sich gelenkt zu haben, um der Tochter ihrer Herrin Gelegenheit zu geben, eine Brosche von großem Wert vom Kleide der Dame zu stehlen. Nach ihrer Verhaftung hatten dis beiden Hebeltäter richtige Wutanfalle, so daß sie mehrere Polizisten anfielen und alles zerbrachen, was sie nur erreichen konnten. Schließlich wußten sich die Polizisten nicht anders zu helfen, als daß sie im Zoo um Hilfe anriefen: aber hier erhielten sie den Bescheid, daß das den Zoo nichts anginge. Die sonderbaren Gefangenen rasten aber immer wei- ter, und schließlich ließen die Polizisten einen Ver- wandten der Besitzerin dieser Affen kommen. Sobald sie den Mann erblickten, beruhigten sich die Affen sofort und ließen sich von ihrem „Onkel" friedlich fortführen. । cfwdtt— ,te wich nur die 'n Men. gleich, Mfreiez d'e erste rung be. enthalt ‘"eie ist ist in Mzen- uwertige ts lteser. whfntter. rken m 846: Em' is von Wert- einheitlichung ennung * presse foltert asbestimmun' fllermähigung . Anordnung aren cheitung DD" ur Armband Ich überlegte ernsthaft, ob sich in drei Tagen wohl eine genügende Kenntnis der Landessprache erwer- ^schtll. in J®** be. 0- höher '?.*lchs. . Nib. «’Mf. le 14,25. rosigen Kleidern, sehr zart und appetitlich anzu- sehen. Ich hatte große Lust, den Hut zu ziehen und ihnen meinen Arm zu bieten. Ich gebe nicht nur viel, sondern sogar beinahe alles auf erste Eindrücke; dies war also nicht nur ein solides, sondern auch ein schönes Land. Nach dem „Cafe complet", zu dem eine enorme, hochblonde Frisur aus Butter gehörte, fügte ich innerlich hinzu: Es ist auch ein sehr nahrhaftes Land. Das, was man immer gehört hat: von den vielen Radfahrern in Kopenhagen, hat feine Richtigkeit. Aber schon die Räder selbst sind ganz anders als bei uns. Sie sehen durchaus wie mathematische Figuren aus etwas steif, streng und in Trauer gekleidet, denn sie sind ganz schwarz. Chrom oder Nickel sieht man kaum. Ihre Ketten verbergen sie schamhaft in Wachstuchhüllen und über das Hinterrad ist meist eine kleine Wachstuchschürze geschnallt in Form einer dreieckigen Badehose. Die Lenker haben die Form, die wir als Jungens verächtlich „Gesundheits- lenker" nannten. Kurzum: die Fahrräder in Kopenhagen find nicht sportlich. Sie werden aber sehr geschickt und selbstbewußt gefahren. In Berlin ist ein Radfahrer ein verhuschtes Wesen, ein Mäuschen, bas auf Tod und Leben zwischen den großen Katzen der Autos hindurchschlüpft. In Kopenhagen repräsentiert der Radfahrer die Mehrheit und ist angesehen. Er fährt auch meistes seine eigenen Wege. Ich habe schon wiederholt seine Entrüstung erregt, weil ich auf einer Fla^e stehenblieb, die ich für einen Bürgersteig hielt. Es war aber kein Bürgersteig, sondern ein Radfahrweg. Was man sonst von Kopenhagen gehört hat, von den vielen hübschen Mädchen, stimmt auch. Aber es entspricht nicht ganz den Jugenderinnerungen und den hochgespannten Erwartungen. Ich glaube, es liegt daran, daß die Mädchen bei uns in den letzten zehn Jahren bedeutend hübscher und sportlicher geworden sind; wir waren früher nicht so verwöhnt. Man erwählt sich ja immer mit den Augen ein Mädchen aus der Menge und ernennt sie in Gedanken zu „der" Kopenhagenerin. Mein Fräulein Kopenhagen sah so aus: Sie trug ein sehr gut geschneidertes Kostüm aus blauer Wolle mit einem Schimmer von rötlichen Wollhärchen über den Stoff, einem Flaum. Das Blau hatte die Farbe ihrer Au- gen und das Rot fast die Farbe ihres Haares. Der Rock war geschlitzt und zeigte im Gehen keck em . wohlgeformtes, langes Bein in einem glanzenden : Seidenftrumpf. Sie steckte voller Leben und Bewe- - qunq, sie trug ihr kleines Näschen hoch, witterte neu- ! gierig damit in das schöne Dasein und flirtete un- i schuldig nach allen Seiten. Großalarm der Gießener Feuerwehren. Umfassender Llebungs-Brandangriff zur Erfüllung einer schwierigen Aufgabe Kopenhagen ist zwar groß, aber die City ist durchaus übersichtlich. Was der Fremde an „Sehenswürdigkeiten" sucht, liegt in einem ziemlich kleinen Radius. Die vielen schönen und markanten Türme erleichtern die Orientierung sehr; man kann nach ihnen Peilung nehmen, Richtungen einhalten, und diese Art der Großstadtnavigation ist mir lieber als die nach der Karte. Ganze Flotten von sinkenden Schiffen in Schlepp von Motorbooten fielen mir auf. Es wurden aber keine Notsignale gegeben, und die Menschen zeigten keinerlei Alarm. Es waren schiffsförmige Fischkästen, die man nach dem Fischmarkt bugsierte, wo em unglaublich lebendiges, farbiges Leben war mit Tausenden von zappelnden, glitzernden Fischleibern und einem starken, frischen Duft, einer Essenz von Meer und großen Seen. Natürlich mußte ich einen dieser Fische zum Frühstück essen, und er schmeckte so gut, wie eben nur ein Fisch schmecken kann, der noch vor einer Viertelstunde springlebendig war. Zeitungskioske — zuerst sah ich gar keine, aber sie waren doch da, ganz klein, ganz unauffällig. Der Händler hockte in dem Kästchen so versteckt wie em Jäger auf dem Ansitz. Die Magazine reizten mich nicht zum Kauf; sie waren meist kleiner im Format als die unfrigen, mit matten Farben auf den Deckblättern und Bildern, die altmodisch wirkten für unsre Begriffe. Nicht zu übersehen aber waren die Zigarrenladen. Durch eine riesige golbne Zigarre kündigten sie sich an, die quer über den ganzen Bürgersteig hing, von dicken Spiralfedern gehalten, an die man gut einen Elefanten hätte aufhängen können. Die Spiralfeder war ein gutes Symbol für die Kostbarkeit der Zigarren, wie sie so fanfMm Winde hingen. Neben mir sitzt K i e r k e g a a r d auf einem Denkmalssockel, Birken werfen fliegende Schatten über sein Bronzehaupt; er scheint zu lächeln, er schreibt. Vor der Königlichen Oper saß O e h l e n s ch l ä g e r, auch in Bronze und auch er schrieb. Auf einem anderen Platz saß ein mir unbekannter Bronze-Mann und las in einem großen Buch. Man hatte ganz den Eindruck, in einer literarischen Stadt 5" sein. Es scheint glaubhaft, daß die Dichter auf den öffentlichen Plätzen träumen und schreiben; der Lärm ist nicht io gro6, das Gedränge ist nicht so groß, es wird sie nicht weiter stören. Nachmittags besuchte ich einen Bekannten; er lebt weit draußen in den Vorstädten in einem großen „Apartementhaus". Wir hatten uns sechs Jahre nicht gesehen, wir hatten uns nur zwei Tage gekannt, aber er erkannte mich sofort, und es war, als fei ich gestern dagewesen. Man lebt nicht so schnell wie bei uns, das Gedächtnis kann darum treuer sein. Aber mein Eindruck von Dänemark als einer glücklichen Insel abseits von einem schwer ringenden Kontinent wurde im Gespräch mit ihm zerstört. Wir wollten einen Whisky mit Zitrone trinken, aber dis Frau sagte, es seien wieder einmal keine Zitronen zu bekommen. — Es gäbe keine Valuta dafür. Der Whisky schmeckte auch ohne Zitrone ausgezeichnet, aber das zu hören, war mir völlig unerwartet. Man unternimmt Ausflüge nach Schweden, um bei der Gelegenheit Zitronen zu kaufen. Im letzten Jahr war er in Deutschland. Er hätte sich gern eine hochwertige Kamera bei uns gekauft, aber mit der Touristenmark waren solche Anschaffungen nicht erlaubt. Er hätte gern deutsche Geländereifen gekauft für sein Auto, aber auch die tarnen nicht herein nach Dänemark. Amerikanische Autos find teuer, weil die Einfuhr beschränkt ist, dagegen gibt es englische Autos so viel man haben will, weil genügend englische Valuta vorhanden ist. Französische Waren sind dafür wiederum wenig oder gar nicht zu haben. Unt) ich hatte geglaubt, dergleichen wirtschaftliche Schwierigkeiten gäbe es in Skandinavien nicht. Brandstelle abrücken müssen, traf die erste Feuerwehrhilfe von den Freiwilligen Wehren doch schon vier Minuten nach dem ersten Sirenenton an der Brandstelle ein; innerhalb der nächsten Minuten tarnen dann, in rascher Folge hintereinander, die weiteren Lösch- und Rettungsfahrzeuge der Feuerwehren und der Sanitätskolonne an, so daß schon sehr kurze Zeit nach dem Großalarm der umfassende Löschangriff und die vielseitige Rettungsarbeit in Angriff genommen werden konnte. Im Verlaufe der etwa eineinhalbstündigen Hebung legten die Feuerwehren insgesamt 18 Schlauchleitungen, zu deren Speisung mit Löschwasser die Motorspritzen an der Wies eck angelegt hatte, ferner auch das Wasser des Klingelbachs, das unter der Ludwigstraße hindurchführt, in Anspruch genommen wurde. Rund um das Brandobjett herum waren die Löschfahrzeuge der Wehren in sorgsamer Gliederung aufgefahren, und ein vielfältiges Gewirr von Schlauchleitungen bedeckte den weiten Hofraum sowie die davorgelegenen Straßen, um das Löschwasser mit starker Wirkung heranzuleiten. Die Bekämpfung des „Brandes" im Realgymnasium wurde sowohl im Außen-, wie im Jnnenan- grtff durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden die großen Leitern der Berufsfeuerwehr ausgefahren, zunächst zur Menschenrettung aus dem brennenden Gebäudeteil, dann zur wirksamen Bekämpfung der Flammen durch kräftiges Löschen. Zugleich wurden durch den Haupteingang einige Schlauchleitungen gelegt und entsprechende Löschmannschaften vorgeschickt, allerdings wurde im Innern des Gebäudes kein Wasser gegeben. Um die Brandwirkung möglichst weitgehend dem Ernstfälle nahezubringen, wurde reichlich mit Rauchsetzen gearbeitet und dadurch eine starke Qualmentfaltung erzielt, die für längere Zeit die Räume völlig in dichten Rauch hüllte und auch in großen Schwaden nach außen abzog. Die Löschmannschaften beim Jnnenangriff sahen sich dadurch zum Aufsetzen der Rauchmasken gezwungen. Zur gleichen Zeit wurde die Menschenrettung über die große Leiter geübt, wobei die Feuerwehrmannschaften mit einer dem Maß eines erwachsenen Menschen entsprechenden Hebungspuppe arbeiteten. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr nahm, während die Berufsfeuerwehr am Hauptgebäude des Realgymnasiums tätig war, die Brandbekämpfung und die Menschenrettung in den Der Leiter des Gießener Feuerwehrwesens, Vrandinspektor Lenz, alarmierte am gestrigen Montagabend die gesamten Gießener Feuerwehren lind die Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu einer großen Hebung, für die er ein weiträumiges, durch feine vielfältige Bauart gleichzeitig ichwieriges Objekt ausgesucht hatte. Hebungsstätte ®aren das Realgymnasium mit den anschließenden Nebengebäuden (Hausmeisterwohnung, Uborte und Turnhalle) und die unmittelbar angrenzende Turnhalle der Oberrealschule. Oer UebungSpian ■ eigte folgende Ausgangslage: Durch eine eftiae Explosion im Chemiesaal im rechten Flügel ) es Realgymnasiums sind das westliche Treppenhaus und der westliche Teil des Dachstuhls in Sranb geraten. Es herrscht Westwind. Beim Ein- treffen der städtischen Berufsfeuerwehr wird fest- 1 gestellt: 1. In den westlichen Ecksälen im 1. und Stockwerk sind noch Menschen. 2. Das westliche lOreppenhaus steht in Flammen und ist unpassierbar, die Menschen sind durch das Feuer abgeriegelt. Die westliche Hälfte des Dachstuhles steht eben- tetts in Flammen. 4. Die Nebengebäude (Hausmeisterwohnung. Abortgebäude und Turnhalle) Rehen bereits in Flammen. 5. Die Gebäude der Oberrealschule sind stark gefährdet. Oer Liebungsverlauf. Brandinspektor Lenz gab kurz vor 18.30 Hhr durch Drücken des Feuermeldeknopfes am Realgymnasium der Feuerwache das Brandsignal. Die innerhalb weniger Minuten an der Alarmstelle erschienene Berufsfeuerwehr erkannte sofort, daß es Ach — natürlich immer nur nach der Hebungsan- ,ahme — um ein gefährliches Großfeuer handelte, ! j.u dessen Bekämpfung ihre Kräfte allein nicht aus- eichten. Sie gab daraufhin sofort entsprechende Hiückmeldung an die Feuerwache, die nun Punkt 1.8.30 Hhr die F e u e r f i r e n e n in Tätigkeit setzte und hierdurch die beiden Freiwilligen Feuerwehren Mwie die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz »larmierte. _ Obwohl bei derartigen Alarmen die Feuerwehrmänner zunächst nach ihren Depots als Sammel- puntte eilen und von dort mit den Geräten zur Aus her Provinzialhaupistadt. Höflichkeit ist eine Zier. Es aibt immer Leute, die im Konzertsaal eine Karte für den 14. Platz in der 6. Reihe haben und im letzten Augenblick vor Beginn erscheinen, so daß alle, die bereits auf ihren Plätzen sitzen, wieder aufstehen müssen. In Theatervorstellungen, im Kino, immer begegnen uns diese Zeitgenossen, die nicht pünktlich sein können. Es sind die gleichen Leute, die zum Schluß die völlig überflüssige Schlacht vor der Kleiderausgabe veranstalten, als wenn ihr Leben davon abhinge, die Straße eine Minute früher zu erreichen. Zu ihrer Gruppe gehören auch die Menschen, die unbedingt vor jedem anderen in das Bahnabteil hinein und ebenso wieder unter allen Umftänben als erste aussteigen müssen. Wo Menschen zusammenkommen, erst recht wo man anstehen muß, um etwas zu bekommen ober abgefertigt zu werden, sind diese ewig eiligen unb aufgeregten Mitbürger, die alles um sich herum wie Feinde betrachten und behandeln, eine Quelle von Aerger, Unruhe und Streit. Sie haben selber nichts davon, denn sie selber ärgern sich am meisten. Sie leben in der dauernden Angst, zu spät zu kommen, etwas zu versäumen, um ihr Recht betrogen zu werden, sie kommen nie zur Freude, weil ihnen noch die Hast unb Aufregung von eben in den Gliedern steckt und weil sie schon voller Schrecken an die Hetze und den Krach denken, der ihnen nachher wieder bevorsteht. Die letzten Minuten eines jeden Theaterstückes gehen an ihnen unverstanden, ungehört vorüber, weil die Sorge um die Garderobe sie bereits ganz in Anspruch nimmt. Sie sind zu bedauern — aber die auch, die unter ihren Fehlern zu leiden haben. Sie sind unhöflich, denn höflich sein heißt, niemandem anderen vermeidbare Unannehmlichkeiten zu bereiten. Dazu gehört, daß man sich selbst beherrschen kann unb nicht grunblos erregt ist unb daß man weiß, was man will unb sich danach einrichtet. Unb damit man das weiß, muß man sich rechtzeitig unterrichten. Wenn das Konzert des berühmten Dirigenten mit dem bekannten Orchester um 8 Uhr beginnen soll unb Saaleinlaß um 7.30 Uhr ist, muß sich der Besucher so einrichten, daß er spätestens um 7.50 Uhr da ist; er muß also wissen, wie er zu dem Konzertsaal kommt unb welche Zeit er dazu braucht. Wenn er sich nicht rechtzeitig darum kümmert und dann dadurch zu spät kommt und anderen lästig fällt, ist es schon der Beginn der Unhöflichkeit gewesen, daß er sich nicht genügend unterrichtet hat. Unser ewig aufgeregter Konzertbesucher ist aber nur eine Abart der überaus unhöflichen Menschen, die selber nicht wahrhaben wollen, welche Plage sie . für bie Mitmenschen sind. Es gibt so viele Dinge, deren volle Wirkung, deren erhebende und be- [ glückende Kraft gerade davon abhängt, daß keiner [ sich ausschließt. Unb es ist trotz des überwältigenden ‘ Das (oll Jhce Zahnbürste schaffen? Besuch in Kopenhagen. Von Heinrich Hauser. i Im Nachtzug nach Kopenhagen erwachte id) nur ; Än einzige- Mal; da- war, al- der Zug in Warne- münde auf die Fähre roUte. Der Boden wurde auf ; j einmal |o angenehm weich unter dem Schta wagen cholz knarrte, ein vertrautes Schisfsgerau^. In einem leiien Wiegen spurte man, rote das Gewicht de- o-Zuges A Fähre tiefer in Waffer drückte Ich tat einen tiefen Atemzug warf mich au, du- andere Seite und schlief weiter; beruhigt. Es war gut wieder auf einem Schiff ZU sein. Die Schritte draußen aus dem Gang von Zoll-, Paß- und Dem,-nk°n- »rolle hatten alles Spanende verloren, was st- |on|t für den Reisenden zu haben Pflegen ~ ®5. «auch niemand in das verdunkelte Abteil. Paß und Len Rest des deutschen Geldes hatte ich demSchlaf- magenfchassner abgeliefert Off‘«8«jn: ich hatte mir bie Reise nicht so einfach vorgeftellt. * Al- dann in aller Frühe der Schaffner an die 'Tür klovfte qlitten schon bie Vorstädte von Kopenhagen Dorbeu Ich hastete mit der A^"e, aber Kopenhagen ist eine große Stabt; sie reicht vollkommen aus zum Waschen unb Anziehen. * Die bänischen Zollbeamten erschienen taktooller- weise erst iettf Sie waren nicht neugierig auf mein geringes ©epärf; mein dänischer Mitreisender, mit dem ich mid)Pam Abend zuvor gut unterhalten hatte, schien eine freundliche Au-kun, Uber mich zu geben. Draußen standen die Gepäckträger. Grade wollt- ich mit Schwung meinen «off« °u- dem F-ust-r zu ihnen hinausbefördern, wie mir oe;rhcn des land gewohnt find, da kam mit a Entsetzens der Schlafwagenschaffner angesturzt Nein, nein! Das gehört sich h-er " uht. Das Gepäck marschierte wie Menschen tjubfef) ,3 Zum erstenmal spürte ich, daßi* tmb« grembe mar D e Backsteinsronten und die Gepcyrer oer Menschen hatten bisher nichts Fremdes ausg s g. Da- kleine fiotel am Bahnhof war noch ein biß. khuna von Emil Jannings und Petrus. Im Fayr- hih?9h?na eine staatliche Bescheinung über ferne Ucherh it ähnlich wie bei uns an den Lokomotiven. Ich hatte da- Gefühl, in einem sehr sicheren, soll- den Land zu sein. Oben m den schmalen, schifss- artigen Korridoren wirkten zwei Hausmädchen, fuße blonde Geschöpfe, blutjung mit rosiger Haut und Ängvolk-Vrotsammllmg am 24. Oktober 90 d. M., Nachdruck verboten! 28 Fortsetzung. ich den Mann? eben, Hanna war sehr lieb gewesen, und Melanie kein Vertrauen zu dir hat, Herbert. Was ich erfuhr, hatte geweint vor lauter Seligkeit, daß nun alles erfuhr ich durch Zufall. Ganz von selbst ist sie zu beigelegt sein sollte. ^bem Entschluß gekommen, sich mit deiner Frau denken können." „Enttäuschung? Paul Laoerenz „Herbing?" „Herbing." „So. Wo finde Durch wen?" gibt keine Antwort. tragung vorzulegen. Die Päckchen sind inhaltlich durch eine klare Aufschrift kenntlich zu machen. Es wird daraus hingewiesen, daß die Pfundsammlung im Winterhalbjahr bei allen Volksgenossen, also nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, durchgeführt wird! Vermittlung landwirtschaftlicher Wanderarbeiter für das Zahr 1937. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der Reichsnährstand geben folgendes bekannt: Die Vermittlung landwirtschaftlicher Wanderarbeiter wird auch in diesem Jahre durch die Reichsanstalt planmäßig vorbereitet, um Bedarf und Angebot an Arbeitskräften der Arbeitslage und den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Um einen rechtzeitigen Ueberblick über den Bedarf zu erhalten und das Angebot auf die Gesamtlandwirtschaft möglichst gerecht zu verteilen, sind die Anforderungen von landwirtschaftlichen Wanderarbeitern bis spätestens 15. November 1936 an das zuständige Arbeitsamt zu richten. Auch diejenigen Bauern und Landwirte, welche dieselben einheimischen Wanderarbeiter, die sie im Jahre 1936 beschäftigt haben, für die nächste Saison wieder einstellen wollen, haben dem zuständigen Arbeitsamt einen entsprechenden Auftrag zu erteilen. Für diese Arbeitskräfte ist in den Aufträgen Vor- und Zuname, Heimatort und Kreis an^ugeben. Dabei ist möglichst zu vermeiden, daß für eine Gruppe Wanderarbeiter aus verschiedenen Kreisen angefordert werden. Verspätete namentliche Anforderungen finden keine Berücksichtigung. Die Werbung von landwirtschaftlichen Wanderarbeitern durch Betriebsführer oder deren Beauftragte oder sonstige Personen ist nach der Anordnung über die Regelung des Einsatzes landwirt- Leder hilft dem WHW.l Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das Winterhllsswerk des Deutschen T$ot- kes. kreisführung Welterau in Gießen. Postscheckkonto Nr. 23 b33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkafse Gießen zu überweisen. schaftlicher Wanderarbeiter vom 30. Dezember 1935 verboten und unter Strafe gestellt. Da das Angebot an landwirtschaftlichen Wanderarbeitern 1937 noch geringer als in diesem Jahr ein wird, ist es unbedingt notwendig, daß alle Bauern und Landwirte ihre Anforderungen von Wanderarbeitern auf das äußerste Maß beschränken. Zunächst muß unter allen Umständen versucht werden, den Bedarf an Arbeitskräften unter Inanspruchnahme der Arbeitsämter aus der näheren Umgebung der Betriebe zu decken. Jeder Auftrag an das Arbeitsamt wird durch die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung^ und Arbeitslosenversicherung und den Reichsnährstand auf seine arbeitseinsatzmäßige Notwendigkeit geprüft. In den gestellten Gruppen ist mit mindestens 50 v. H. an männlichen Arbeitskräften zu rechnen; Frauen- und Mädchengruppen können keinesfalls gestellt werben. Notgedrungen werden auch verheiratete Landarbeiter den einzelnen Gruppen beigegeben werden müssen. v Der unbedingt notwendige Bedarf an Wander- arbeitskräften ist bis zum 15. November 1936 beim zuständigen Arbeitsamt unter Verwendung der dort erhältlichen Vordrucke zu beantragen. Spätere Anforderungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Schutz dem schaffenden Menschen! NSG. Die Erhaltung des Lebens und der Gesundheit des deutschen Menschen ist uns höchste Pflicht und Aufgabe. Aus diesem Grunde setzt die Deutsche Arbeitsfront immer und immer wieder ihre ganze Kraft ein, um die Zahl der Unfälle herabzudrücken. In diesen Tagen beginnt eine Großaktion für Unfallverhütung der Reichsbetriebsgemeinschaft „Eisen und Metall", die unter dem Leitwort „Schutz und Sicherheit in der Eisen- und Metallindustrie" steht. Zur Durchführung dieser Aktion werden in allen Betrieben und bei Großbetrieben in allen Abteilungen Unfalloertrauensmänner (Arbeitsschutzwalter) und Unfallvertrauensfrauen eingesetzt. In Betriebsappellen wird die Durchführung der Unfalloerhütungsaktion durchgesprochen und der genaue Zeitpunkt durch den Betriebsführer festgelegt. Die Betriebsappelle sollen, der Wichtigkeit des Anlasses entsprechend, besonders feierlich aufgezogen werden. Die NSBO. und die DAF. werden eingesetzt. Fahnen und Werkscharabteilunaen marschieren auf, Werkskapellen spielen, und schmückende Transparente weisen auf den Zweck der Unfallverhütung hin. Der Betriebsführer spricht zur Gefolgschaft, und gibt dabei den Aktionsplan für die Ueberprüfung der gesamten Betriebsanlagen während der Aktion bekannt. Gleichzeitig wird ein Preisausschreiben verkündet und die Betriebspreise bekanntgegeben. Dieses Preisausschreiben soll für alle Gefolgschaftsmit- glieder ein Ansporn sein, sich an der Unfallverhütungsaktion zu beteiligen. Der Betriebsobmann (Be- triebswalter) schließt den Betriebsappell in der gewohnten Weife. Dann fetzt die Arbeit jedes einzelnen ein; jedes Gefolgschaftsmitglied überprüft seine Arbeitskleidung, seinen Arbeitsplatz, seine Maschinen, Werkzeuge und Schutzgeräte auf Unfallsicherheit. Die Ueberprüfung der gesamten Betriebsarlagen auf > ihre Unfallsicherheit erfolgt gemeinsam durch den Be- ■ triebsführer und den Unfallvertrauensmann (Ar- „Wo?!", schreit Leonhardt im Wolde und packt den Kameraden am Arm. „Ich muß unbedingt hinterher — Mensch, hast du eine Ahnung!" „Du wirst keinen Blödsinn machen und jetzt zu ©Untermann fahren!" widersetzt sich Herdegen. „Tu ich auch, nur sehen muß ich den Mann. Mit eigenen Augen. Ich will ja gar nicht reden mit ihm — los, grünes Licht!" „Tauentzien-Ecke Nürnberger war es." Leonhardt fährt um die Gedächtniskirche herum, die Tauentzien langsam hinunter. „Dort steht er. Vor dem Wäschegeschäft." Es ist wirklich John Herbing, Leonhardt hat ihn eben erkannt, als er sich umdreht und den Laden betritt. Langsam fährt Leonhardt im Wolde weiter. Sein Atem geht stoßweise. Eine ungeheure Last fällt von ihm ab, wie schwer sie war, spürt er erst jetzt, wo sie von ihm genommen ist. „Ich muß mal in den Milchladen, Ludwig, dauert nicht lange." Er fährt zurück und gibt dem Kameraden nun endlich Bescheid. „Siehst du, der Gedanke, daß sie mit dem Mann losfährt, hat mich bald verrückt gemacht. Es ist ja noch nichts klar, aber das Schlimmste war doch das." Er hält an und ist mit einem Sprung bei Liesel Gottschalk. „Na, dann ist ja alles gut! Sie hat es eben ganz einfach satt gehabt bei mir, und bei dem Herbing wird sie wohl endlich gewußt haben, woran sie war." „Nein. Es ist auch falsch, zu glauben, daß sie kein Vertrauen zu dir hat, Herbert. Was ich erfuhr, „Mach dir keine Gedanken, Melanie, ich werde mich sofort mit Paul in Verbindung setzen." Aber der Verleger ist nicht daheim, und als er dann kurz entschlossen zu Liesel Gottschalk fährt, macht ihm niemand auf. Liesel sitzt im Kino, sie gönnt sich das auf den heftigen Schreck. Aber am nächsten Morgen ist der erste Gang des Anwalts zu seinem Freund Laverenz. Er fällt ihm auch ohne Vorrede mit der Tür ins Haus. „Weißt du, wo Hanna ist?" „Hanna? Ich vermute in ihrer Pension oder bei Fräulein Gottschalk," wundert sich Laverenz. „Nein. Weder, noch. In der Pension hat sie sich abgemeldet, und Fräulein Gottschalk hat gestern aufgeregt bei meiner Frau angerufen. Sie muß verreist sein. Ich dachte, daß du es wüßtest, Paul." Es klingt fast wie ein Vorwurf. „Ich weiß nichts, Herbert. Aber ich muß dir nun aanz offen sagen — ich bin stark beunruhigt. Hanna ist vor einiger Zeit bei mir gewesen — ehe sie sich mit deiner Frau aussöhnte. Dabei —" Laverenz stockt, der Anwalt setzt sich. „Dabei kam es zwischen uns zu einer Aussprache. Ich mußte erkennen, daß ich bei Hanna keine Aussichten habe, Herbert." „Aber ich bitte dich, was hat das denn mit ihrem plötzlichen Verschwinden zu tun? Das soll ja vorkommen, daß — daß ein Mann nicht das erreicht, was er sich denkt. Ich bedaure das, Paul, du weißt es ohne meine Versicherung, aber jetzt — ich kann doch nicht annehmen, daß Hanna deshalb fort ist." „Nein. Aber darf ich dir einen Rat geben, Herbert? Dann laß jetzt Hanna in Ruhe, sie wird eines Tages wieder hier fein — was sie aber jetzt braucht, ist Sammlung." „Ich muß ja glauben, daß du mehr weißt als ich, Paul. Ich bin immerhin Hannas Vater, wenn sie zu mir kein Vertrauen hat, so ist das — bitter. Aber du kannst mir die Sorge abnehmen, wenn du jetzt offen mit mir sprichst. Hat es denn doch mit mir und meiner Heirat zu tun?" Am Sann Tläniterdji such im Saa 90,ähriger tuns waren c ein und der ferner nahm Musiklehrer her Umgegen ©ängerverein, verein (ßolla corbia“ (Wiebe girmes) — an nerein von 18 Stiftungsfest bi Kameraden, bei Telegramm. Die Kapell Wagners „Sin; in feiner Weise den Vortrag de Mn. Nach ei ton HvchUn sprach der üto grüßte die H Partei der £ Thomas i zugegen wa Gießen Bür Vertreter de Heimat Herr Am Donnerstag, 22., und Freitag, 23. wird die Pfundsammlung durchgeführt. Die Mitglieder werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhatten und die Mitgliedskarte zur Ein- „Na, sehen Sie," ringt es sich Leonhardt im Wolde ab. „Alles halb so schlimm, und alles schon dagewesen." „Was? Daß sie mit dem Herbing zum Wintersport gefahren ist? Das wäre aber doch allerhand!" Leonhardt im Wolde schweigt, Liesel geht ruhelos auf und ab. Je länger sie darüber nachdenkt, um so mehr glaubt sie es. Daher hat sie sich auch so lautlos gedrückt — schlechtes Gewissen, weiter nichts. So mal eben mit diesem Herbing auf Reisen gehen — das hat sie ihr nicht zugetraut — das nicht! „Entschuldigen Sie, Herr im Wolde, ich bin wahrscheinlich eine große Gans. Mir war nur der Schreck so in die Glieder gefahren — Wiedersehen —" Draußen ist sie. Ihr ist ebenso der Tag verdorben, wie dem Manne, den sie in der Bücherei zurückläßt. Er kann den Abend kaum erwarten, um zu seinem Wagen zu kommen. Sie haben da etwas ausbaldowert, und wenn das klappt, wären sie ein gutes Stück vorwärts. Punkt sieben Uhr schlägt er die Ladentür zu und braust ab. Er will Herdegen bei der Gedächtniskirche abholen, muß aber warten; er steigt aus und bummelt ein paar Häuser weiter, als er zu- rückkommt, steht Herdegen am Schlag. „Entschuldige, aber ich konnte nicht eher/ Sie steigen ein und wollen los, da funkelt das rote Licht auf. „Natürlich. Ich bin übrigens beinern Nebenbuhler begegnet, aber ohne sie." „Wem bist du begegnet? Meinem Nebenbuhler — versteh ich nicht." „Willst wohl nicht verstehen; dem Manne aus dem Waldgasthaus, aber ohne deine heimlich An- gebetete." S er Ä M $>«*■ HU ben belV0 h [ b SÄ.-S ,"»erbere KS-n asserin der 9r ene" und der. che liest oora ner, bekannt Kriegsfälle md geftun 3 Sechs Lortra weiten und M Meutnant a. Brandenfe wird seinen Lu velin gegen bei Jahren infolge Expebitionsleiti Schmalfilmvor amerika" ein aus Gießen t Der Lorsij blick auf die besondere der »Harmonie* ( nnd „Soncort oorhob. Mit Mei, daß die Hutung dieses Arbeit zur Pi ^iüße bewußt Trundungstaq Mgvereins f punkt des W Wen habe. U/reins f Wen, den fc lchen ian( Me, als $eri Tiek^nur /V.tW Knstvolle ™ S1" ®irb es krLs £/ leitet w äS" ÄS Iw W V ferne ein C°l Reif»3 ; lung recht groß fein wird, das kann sich jeder denken, und daß sie auch kein Haus vergessen werden, das wissen wir alle noch aus dem vorigen Jahr. Unsere Jugend! Sie gibt ein Zeugnis ihres sozialen Bekenntnisses und ihrer inneren Einstellung. Du, Volksgenosse, steh auch in diesem Jahr mit deiner Brotspende nicht zurück! Die Jüngsten des Volkes, die Zukunft, sie rufen dich am 24. Oktober, ihnen deine Spende zu geben. Voller Freude sind dann die Buben, wenn sich ihre Mühe gelohnt hat. Dann wissen sie, daß sie durch ihre Kraft und Mithilfe Not und Hunger, die sie vielleicht noch selbst verspüren müssen, lindern bür- fen. Wenn bann die Brotübergabe erfolgt, wird jeder Pimpf stolz mit den Kameraden antreten, weil seine Hilfe nicht verachtet wird. Diese Jugend verkörpert einen marschierenden Willen, eine sozialistische Gemeinschaft. Denkt daran, daß am 24. Oktober die Brot- fammlung des Deutschen Jungvolkes ist. Jeder helfe mit. gestellt. 10 Prozent Ermäßigung. Wichtige Neuerung für die auswärtigen Besucher des Gießener Stadttheaters. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Die auswärtigen Besucher des Stadttheaters Gießen erhalten an allen Werktagen gegen Dorzeigen der Fahrkarte 10 v. H. Ermäßigung auf allen Plätzen. Eine praktische Berdnnkelungs- einrichtung. Ein Leser des Gießener Anzeigers schreibt uns: Ein praktischer Wink zur Abschirmung der Zimmerbeleuchtung bet Verdunkelung ist folgender: Man nimmt ein Stück schwarzen Stoffes, dessen Breite etwas großer ist als der Umfang des Lampenschirmes und dessen Länge so bemessen wird, daß der Stoff ein angemessenes Stück über den Lampenschirm herabhängt. Die beiden Längsseiten des Tuches werden zusammengenäht, so daß ein Zylinder gebildet wird, die obere Seite wird gesäumt und ein Stück Bindfaden durchgezogen. Zur Verdunkelung zieht man einfach diese Röhre von unten nach oben über den Beleuchtungskörper, bindet die Schnur, nachdem man sie angezogen hat, zu, und die Sache ist erledigt. Diese Vorrichtung hat den Vorteil, daß man sie immer zur Hand haben kann und daß ihre Anwendung denkbar einfach ist und wenig Zeit beansprucht. Schwalben Milte Oktober. Aus Trais-Horloff wird uns mitgeteilt, daß dort am Sonntag und an den vorhergehenden Tagen noch Schwalben beobachtet wurden. Man vermutet, daß es sich bei der unzeitgemäßen Anwesenheit der Vogel um Nachkömmlinge aus einer verspäteten Brut handelt, die zur Zeit des allgemeinen Schwalbenfortzugs noch nicht flugfähig waren. Gießener Wochenmarktpreife * G i e ß e n , 20. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vt kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Marken- butter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 5 kg 40, H kg 4 Pf., 50 kg 3,20 Mk., Falläpfel, kg 5 bis 6 Pf., Aepfel 15 bis 25, Boskop 23 bis 28, Birnen 8 bis 15, Zwetfchen 10 bis 12, Nüsse 40 bis 50, Blumenkohl, das Stück 50 bis 70, Salat 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30 Pf., Weiß- Sie sind nun wieder beide beruhigt. Um so weniger aber Herbert Brandes. Seine Frau hat noch einmal von der Oper aus angerufen, weil sie ihn vorher nicht mehr erreichen konnte; nicht der Umstand, daß seine Tochter verreisen sollte, macht ihm Sorgen, sondern daß sie zu allen darüber geschwiegen hat. Auch zu der kleinen Gottschalk. Es paßt so gar nicht zu ihr, daß sie die Freundin einfach fitzen läßt. Auch Melanie gegenüber benimmt sie sich sonderbar, sie hatten sich doch ausgespro- kraut, 50 kg 3,50 Mk., Wirsing (grün) 5.— bis 6.—, Aepfel 15.— bis 25.—, Boskop 23.— bis 28.— Mark. Zahresfest des Overyeffischen Vereins für Basler Mission. Am Sonntagnachmittag wurde in der Stadtkirche das Jahresfest des oberhesfifchen Vereins für Basler Mission gefeiert. Schon die Gottesdienste am ©onntagoormittag in der Johanneskirche und der Kapelle der Petrusgemeinde standen ganz im Zeichen der Mission. In der Johanneskirche predigte Herr Direktor Dr. Hartenstein (Basel) unb in der Petrusgemeinde Missionar Kaufmann. Das Fest am Nachmittag war ein Höhepunkt und zugleich ein würdiger Abschluß des Missionskurfus, über den wir an anderer Stelle berichteten. Die Stadtkirche war mit Blumen festlich geschmückt. Zur besonders schönen Ausgestaltung war der Po- saunenchor von Lang-Göns gewonnen worden. Ein Vortrag des Posaunenchors, ein Bach scher Satz über den Choral „Nun bitten wir den heiligen Geist..." unter Stabführung von Dirigent Boller leitete die Feier ein. Die stattliche Festgemeinde antwortete mit dem Choral „Es wolle Gott uns gnädig fein". Der Feftprediger, Direktor Dr. Hartenstein (Bafel) predigte über Jesaja 55, Vers 11 „Das Wort, das aus meinem Munde geht, soll nicht wieder zu mir leer kommen... Der Redner schilderte zunächst die Schwierigkeiten, die in der Heimat und Ferne die Missionsarbett zu überwinden hat, und berichtete über die Erfolge auf einzelnen Missionsfeldern. Dekan i. R. Gußmann, der Vorsitzende des oberhessischen Vereins für Basler Mission, ermahnte zur Mithilfe an denen, die in der Arbeit der Mission stehen und dankte allen NSG. Da hat sich einer geirrt, wenn er glaubt, daß die älteren Volksgenossen allein im Dienst des Winterhilfswerks stehen und ihre Kraft zur Verfügung stellen. Es dürfte bereits bekannt sein, daß seit der Machtübernahme die Jugend im Dienste des Winterhilfswerks voll ihren Mann gestellt hat und daß sie es als Pflicht auch in aller Zukunft ansehen wird, dem Führer bei seinem großen Aufbauwerk zu helfen. Einmal sind es die jungen Mädel, die eine Wäschesammlung durchführen, ober bie Hitlerjungen, die bei der Kleibersammlung unb begleichen mithelfen, biesmal sind es die Pimpfe, bie am 2 4. Oktober im ganzen Gau Brot- fammlungen durchführen. Jeder von uns weiß, mit welchem Eifer der Pimpf seinen Dienst im Jungvolk versieht und mit welcher Liebe er immer bereit ist, mitzuhelfen, wenn er gerufen wird. Ja, es ist für ihn ein Erlebnis, und er ist stolz, daß ihm schon jetzt in seiner Jugend das Vertrauen der Weiteren entgegengebracht wird. Daß der Eifer der Pimpfe bei dieser Brotsamm- beitsschutzwalter) des Betriebes. In den einzelnen Abteilungen und Werkstätten wird der Leiter derselben und der jeweilige Abteilungsunfallvertrauens- mann hinzugezogen. Die Großaktion dauert bis zum Ende dieses Jahres an. Es ist Ziel und Hoffnung der Reichsvettiebs- gemeinschaft „Eisen und Metall', daß es gelingt, die Unfälle in den Betrieben noch weiter zu vermindern und unserem Volk wertvolle Arbeitskräfte zu erhalten. Zur Ueberprüfung des Erfolges wird die Zahl der Unfälle während der Aktion genauestens fest- Mittvirkenden, namentlich aber dem Posaunenchor von Lang-Göns, der noch mehrere Bach'sche Kompositionen barbot. Mit Segen und Orgelspiel (Organist Lehrer Simon) klang bas Fest aus. * ** Feuer im Zimmer. Gestern gegen 22.30 Uhr brach in einer Schneiderei in einem Hause an der Plockstraße ein Kleinfeuer aus, das glücklicherweise rasch bekämpft werden konnte. Ein Bügeleisen, das nicht ausgeschaltet war, brannte die Tischplatte durch, unb das Feuer griff auch einige herumliegende Stoffteile an. Die Feuerwehr konnte nach kurzer Tätigkeit wieder abrücken. ** Weih nachts- und Neujahrsgeschenke in Postsendungen nach fremden Ländern. In fast allen Ländern bestehen zur Zeit Beschränkungen des Außenhandelsverkehrs durch besondere Einfuhrverbote, Einfuhrbewilligungen, Monopole u. bgl. Es besteht daher die Gefahr, daß der Inhalt von Weihnachts- und Neujahrspaketen ober -pückchen aus Deutschlanb von ben Zolleingangsstellen fremder Länder ebenso wie Handelsware betrachtet wird. Die Sendungen würden danach von den fremden Zollstellen u. U. beschlagnahmt, ober mit höherem Zoll ober Zollstrafe belegt werden. Es ist hier notwendig, bie deutschen Absender vor Nachteilen und Schädigungen zu bewahren. Die Postannahmestellen werden daher über die Behandlung von Weihnachtsgeschenken ober Liebesgaben beim Zolleingang in bas fremde Land für Monat Dezember Auskunft geben, soweit die fremden Poftverwaltungen Einzelheiten darüber mitgeteilt haben, oder in nächster Zeit noch mit- teilen werden. Zur Zeit liegen Auskünfte vor aus Belgien, Dänemark, Großbritannien unb Nordirland, bem Freistaat Irland, Luxemburg, ben Niederlanben, Norwegen, Oesterreich unb Schweden. Fünf Schwerverletzte bei einem Auwznsammenftoß. Frankfurt a.M.. 19.Okt. (LPD.) Ein schwe- rer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonn- tagnachrnittag in der Schweizerstrahe in Frankfurt. Zwei Personenwagen fuhren mit großer Wucht aufeinander, so daß beide Autos einen einzigen Trümmerhaufen bildeten. Die Insassen beider Wagen, fünf Personen, wurden schwer verletzt und mußten in ein Krankenhaus gebracht werden. „Laß ihn aus bem Spiel, Herbert. Ich habe mit ihm gesprochen, er geht in meinem Auftrag nach Afrika unb Asien. Es wäre für Hanna nicht ber rechte Partner gewesen, sie muß es jetzt durch- stehen, unb sie wird es auch." „Um dich zu heiraten, Paul?" Es klingt eisig. Der Verleger fährt hoch, schüttelt aber dann resigniert ben Kopf. „Nein, Herbert. Ich fürchte, nein. Jedenfalls würde ich kaum ben Versuch machen. Ich habe weniger als Mann gehandelt, ber beine Tochter liebt, sondern als dein und auch ihr Freund." „Verzeih —" murmelt der Anwalt. „Ich sehe heute mehr als je ein, daß ich viel versäumt habe. Es ist mein Fehler mit, daß sie jetzt allein hindurch muß, ich weiß ja nicht, was zwischen Herbing unb meiner Tochter vorgefallen ist. Tu mir jetzt den Gefallen und fahre mit mir zu Fräulein Gottschalk. Vielleicht hat sie eine Spur für uns." Der Verleger steht sofort auf und geht mit. (Fortsetzung folgt.) auszusöhnen. Wie es geschehen ist, Herbert — vielleicht durch ein zu starkes Erlebnis," zögert Laverenz. „Durch ein Erlebnis, durch eins, das sie mich und Melanie hat verstehen lassen. Das konnte nur das — gleiche sein, Paul." „Ja," wird zugegeben. „Und was hat das mit der Abreise zu tun?* Der Anwalt schöpft einen Verdacht, ber ihm bie Hitze in die Schläfen treibt. Er steht langsam auf unb bleibt am Schreibtisch seines Freundes stehen. „So sprich boch enblich, ich bin jetzt auf alles gefaßt." „Hanna hat eine Enttäuschung erlebt, Herbert. Du weißt, wie schwer sie mit allem fertig wirb. Bitte, glaube mir, baß ich bis zur Stunde nichts von ihrer — Flucht wußte. Ich hätte es mir nur BrooliewtW Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts • Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Maßes ehrenamtlicher Arbeit nicht möglich, jeden einzelnen zu jeder Sache einzuladen unb aufzuklären. Er muß sich felber unterrichten, wenn er nicht unhöflich gegen bie ganze Gemeinschaft, gegen sein Volk sein will. Unb er kann sich ausgezeichnet unterrichten. Die Hausfrau kann sich mcht aus- reden, sie habe nichts vom Eintopfsonntag gewußt, unb der Hausherr nicht, baß ihm keiner gesagt habe, baß unb warum geflaggt werden soll. Es hat rechtzeitig in der Zeitung gestanden unb es steht jedesmal rechtzeitig in der Zeitung. Unb genau so steht alles andere, was man wissen muß, rechtzeitig darin. Wer so unhöflich ist, keine Zeitung zu lesen, hat dadurch keine Entschuldigung. Er braucht sich bann nicht zu wundern, wenn einmal die Saaltore vor seiner Nase geschlossen werben wie bei bem Unhöflichen, der glaubt, immer zu spät kommen zu dürfen. Denn dieser kann immerhin einmal eine Entschuldigung gehabt haben, eine Verkehrsstörung ober ähnliches Hindernis. Aber einen glaubhaften unb überzeugenden Grund dafür, keine Zeitung gelesen zu haben, kann keiner Vorbringen. Denn keine Zeitung zu lesen, ist einfach eine Unhöflichkeit gegen die Volksgemeinschaft. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr, „Gustav Kilian". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Moskau —Schanghai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Standschütze Bruggler". Stadtlheater Gießen. Heute abend zum letzten Mal der große Erfolg „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros und en dötail gegr. 1821, Obere Gaffe Nr. 19". Ein alt» modisches Stück von Harald Bratt. Spielleitung: Der Intendant. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Dienstag-Miete. 5. Vorstellung. WHD.-Sammelergebnis der OAF. 5000 Mark. Die erste Sammlung für das Winterhilfswerk 1936/37. die durch die Deutsche Arbeitsfront durchgeführt wurde (wir berichteten bereits gestern ausführlich darüber), brachte in unserer Stadt nach der amtlichen Abrechnung ben erfreulich hohen Betrag von 5108,96 Reichsmark. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Nord. Lebensmittelopferring. Könnens. s Vfruxfeg 1(rff MAGGI Fleischbrühe Vorstandssitzung im Gleidergverein 90 Zähre Groß'scher Mannerchor Gießen Früh- sind an bas len Boi. in Sie. auf dessen Diehen zn bokunenchor uh'sche Som« Wei (Orga. aus. Gießener Skiläufer rösten für den Winker. Generalversammlung des Skiklubs Gießen. — Rückblick und Ausblick. tungsmuslk. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Kohle führend in der Welt. 15.15: Kinderfunk: Die Nelke. Ein Funkspiel nach dem Märchen von Grimm. 16: 1. Unterhaltungskonzert. 2. Kleine Musik. 17.30: Adolf Lüdevitz, der erste Kolonialdeutsche. Zu seinem 50. Todestag. 17.45: Auf großer Fahrt in Krieg und Frieden. Neue Marinebücher. 18: Konzert. 19: „Kilometerstein 40". Funkbericht von einer Straßenkreuzung. 19.30: Kleines Intermezzo. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters mit Instrumental-Solisten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert: gegen 22.30 einem Haufe s, das glück« nie. Ein Pu« brannte die f auch einige :rwehr konnte n. ujahrsge« rach frern« dern bestehei, ekchandelsver« e, Einfuhche« teht daher die its» und Neu« ltfchland von r eberrfo wie hingen mür* i u. 11. be* tr Zollfttafr ne ixvyfr > irr« m w vbtr -schenken oft’ i fremd« ßci en, soweit i» eiten darüb:! )eit noch mit' ünfte vor am i und Wort' iremburg, den und Schweden. te enüoß. .) Ein sch"t' sich am Sonn« in Frankfm n mit großer be Autos einen ie Insassen bei« urden scharr enhaus gebrachi Debussy. 17.30: „Herbstsonne über Strom und Wald." Ein Streifzug durch das Land der jungen Weser. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Kampf dem Verderb. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Schubert-Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag. 22. Oktober. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Neue Unterhal- Rundfunkprogramm. Mittwoch. 21. Oktober. Stobt. 5ereins ,7 unb ! 9an> in, in ? und Au. wen. die Mniiickt. lr der Po. ■erben. ^ch'l-her oen hejsi- n?lrgent 8efl. wolle [ Direktor Qefaja owrnen.. - ^Gleiten, ■nsorbeit au Buhmann 19kfür Aas. denen, bis dankte ollen Der Gießener Goethe-Bund in Vortragsgemeinschaft mit dem Kaufmännischen Verein rüstet zu neuer Arbeit. Die Vorarbeiten für den Veranstaltungsplan 1936/37 sind abgeschlossen, ein auserlesenes und vielseitiges Vortragsprogramm konnte zusammengestellt werden. Zn diesem Jahre steht wieder eine Reihe von vier Vorlesungen von Dichtern im Mittelpunkt der Vortragsfolge. Zur Eröffnung und zugleich als Kundgebung aus Anlaß der „Woche des Deutschen Buches 1936" ist eine Dichterstunde mit den beiden hervorragenden österreichischen Dichtern Robert H o h l b a u m und Joses W e i n h e b e r angesetzt worden. Robert Höhlbaum, der das Schicksal twes Grenzlanddeutschen menschlich zu tragen hatte und dichterisch zu gestalten wußte, nimmt im Schrifttum Oesterreichs eine besondere Stellung ein. Josef Weinhebe-r, der erst in jüngster Zeit bekanntgeworden ist, ausgezeichnet mit dem Mozartpreis, ist einer der größten Lyriker der Gegenwart. Es folgt eine Vorlesung von Edwin Erich Dwin- g e r , der bereits vor einigenJahren Gast des Goethe- Bundes war und der zu unseren stärksten Dichterpersönlichkeiten gehört. Der dritte Dichterabend die- es Winters wird eine Frau an den Vortragstisch ührpn: Josefa Berens Totenohl, die Ver- asserin der großen Bauernromane „Frau Magdalene" und der „Femhof". Zum Abschluß der Dichterreihe liest voraussichtlich Josef Magnus Wehner, bekannt vor allem durch seine gewaltigen Kriegsromane „Sieben vor Verdun" und „Stadt und Festung Belgerad". Sechs Vortragsabende sollen den Blick in die Welt weiten und das Allgemeinwissen bereichern. Kapitänleutnant a. D. Freiherr von Buttlar- Brandenfels, ein mutiger Wikinger der Lüfte, wird seinen Lichtbildervortrag „Vier Jahre im Zeppelin gegen den Feind" nachholen, den er vor zwei Jahren infolge eines Flugunfalles absagen mußte. Expeditionsleiter CurtBackeberg wird in einem Schmalfilmvortrag „Kreuz und quer durch Südamerika" einen interessanten Bildbericht geben. gen wurden in verdienter Weise mit lebhaftem Beifall ausgenommen, wodurch dem Jubiläumsverein zugleich ein neuer Beweis der Anerkennung für fein und seines Chormeisters Groß vortreffliches Wirken gegeben wurde. Nach den Darbietungen des feftgebenben Vereins und der Kapelle übermittelte Bürgermeister Professor Dr. Hamm im Namen der Stadt Gießen dem Jubiläumsverein herzliche Glückwünsche zu seiner Jubelfeier und wohlverdiente Anerkennung für fein bisheriges Wirken; er würdigte dabei insbesondere auch die verdienstvolle Mitarbeit der Sänger bei der Ausgestaltung zahlreicher Veranstaltungen im Laufe der Jahre unb die dadurch bekundete Bereitschaft zum kulturellen Dienst am Volk. Herr Schwarz als Vertreter des Land- schaftsbur.des Volkstum und Heimat schloß seinen Glückwünschen noch besonderen Dank für die Mitwirkung des Großschen Männerchors bei den Der- anstaltüngen der Ortsgruppe Gießen des Land- fchaftsbundes Volkstum unb Heimat an. «Sänger» kreiswalter Müller gab den herzlichen Wünschen ber Sängerschaft des Sängerkreises Gießen Aus- bruck unb betonte die große Aufgabe, die von den Sängern im Dienste des deutschen Liedes für unser Volk unb seinen kulturellen Aufbau erfüllt werbe. Herr Haas vom Gesangverein „Heiterkeit" Annerod wies besonders auf die Verbundenheit der beiden Vereine hin und überbrachte mit den Glückwünschen zugleich eine Fahnenschleife für den Jubiläumsverein. Der durch anderweitige Inanspruchnahme erst später erschienene Ortsgruppenleiter von Gießen-Nord, H. Thomas, verband mit seinen Glückwünschen einen kurzen Rückblick und Ausblick auf die Sängerarbeit, wobei er insbesondere betonte, daß im neuen Reich die Pflege der Sänger- ideale besser und leichter als früher möglich fei. Anschließend erfreute der Gesangverein „Heiterkeit" Gießen durch zwei schöne Chorvorträge, in weiterer Folge die übrigen auswärtigen Brudervereine durch ihre gesanglichen Darbietungen in hohem Maße. Die Zuhörer nahmen diese schönen Gaben zur Bereicherung der Jubiläumsfeier mit starkem Beifall auf. Die auswärtigen Gastvereme wurden bei ihren Darbietungen von Chormeister Groß geleitet, dessen verdienstvollem Wirken ber Beifall ber Zuhörer in hohem Maße mit zukam. Der weitere Verlauf bes Abenbs brachte noch mancherlei gesellige Unterhaltung, wobei insbesonbere humorvolle Darbietungen von Sangesfreunben aus Niebergirmes viel Freube bereiteten. Der Abenb nahm in allen Teilen einen prächtigen Verlauf, ber für bie Wertschätzung ber Sänger bes Großschen Männerchors einbrucksvoll Zeugnis ablegte. Es wäre nur zu wünschen gewesen, baß sich neben ben vielen Sängern unb ihren Angehörigen auch noch erheblich mehr Nicht-Sänger eingefunben hätten, um sich bei dieser Gelegenheit von der vorbildlichen Sängerarbeit im Dienste des deutschen Liedes im Rahmen eines kräftig aufstrebenden Gesangvereins zu überzeugen. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: _ . konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 14.20: „Die schöne Stimme" (XXII). Rudolf Gerlach. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Rohstoffe (2): Schafwolle und Altwolle. 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen. 15.40: Der Dramatiker Kurt Langenbeck. Ein Vortrag. 16: Unterhaltungskonzert. 16.50: Blinder Eifer vi i .... r..... ■* n . f . TI P »Aw Cx T ah Ai Der Goethe-Vuni) im Vorlragswinier 1936/37 Bon Or. Otto Henning. LÄd lebius, „ d°- Da6 könnte nur lt auf aUt9 ” ■*;LS itte es nur In Erwartung der Winterherrlichkeit. Der Skiklub Gießen vereinigte gestern einen Teil feiner Kameradinnen unb Kameraden zur Generalversammlung im Hotel Prinz Carl. Der Abend war allerdings nur zu einem Teil den geschäftlichen Dingen gewidmet. Vielmehr erhielten die Besucher dieses Abends einen Vorgeschmack ber kommenden Winterfreuden, die in diesem Jahre reichlicher aus- fallen sollen, wie im vergangenen Winter. Die Skiläufer erwarten für dieses Jahr, entsprechend den Mutmaßungen ber Wetterpropheten „Schnee in rauhen Mengen". Im Geiste versetzten einige Filme, die zur Vorführung gelangten, in bie Herrlichkeiten der Winterwelt, bie sich nun auch balb wieder unseren heimischen Skiläufern eröffnen soll. Kamerad A l t - haus zeigte Bildstreifen aus dem Walsertal und von Garmisch-Partenkirchen unb auch bie Skiläufer in dieser Wunderwelt des Schnees, auf mehr oder weniger beherrschten Brettern. Ein Film vom Jugend-Skikurs im Walsertal, ber unsere heimischen Skisportler im Bild zeigte, interessierte befonbers. Der Jahresbericht. Der Abend brachte in kurzer Fassung auch einen Jahresbericht, der Rückschau hielt auf das vergan- gene Jahr, aber auch den Ausblick eröffnete für das was kommen sollte. Vereinsführer Althaus erinnerte an die Olympischen Winter- und an die Sommerspiele, die uns Ereignisse zu sehen gaben, wie wir sie in den zehn Jahren zusammen genommen nicht wieder erleben könnten. Sowohl in Garmisch-Partenkirchen, wie auch in Berlin war unser Gießener Skiklub zahlreich vertreten und die Mit- Generalmajor a. D., Universitätsprofessor Dr. Karl Haushofer, einer unserer bedeutendsten Geopolitiker, wird in diesem Winter über das Thema „Deutsche Geopolitik" sprechen. Professor Walter, deutscher Austauschprofessor in Schweden, in unserer Stadt bereits bestens bekannt durch seine ausgezeichneten deutschen Heimatvorträge, hat sich diesmal das Thema seines Lichtbildervortrages „Deutschland. Vom deutschen Menschen, vom deutschen Land unb bem beutschen Wesen" gewählt. Vortragsmeister Emil Kühne, besten Ruf als einer unserer besten Sprechkünstler ebenfalls in Gießen bekannt ist, wird Wilhelm Busch sprechen und damit einen Abend beschaulicher Freude und besinnlicher Einkehr vermitteln. Zum Abschluß dieser Vortragsreihe spricht der Wehrwissenschaftler Prof. Dr. Frauen- h o l z (München) über „Deutsche Kriegsgeschichte von den Urzeiten bis zur Gegenwart". Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß gerade dieser Vortragsabend in unserer Stadt, bie von jeher mit bem beutschen Solbatenturn und der deutschen Wehrmacht eng verbunden ist, besonderes Interesse finden wird. Eine besondere Ueberraschung für jung und alt wird das Gastspiel des weltberühmten Ivo Puhonnys - Marionetten - Theaters bedeuten. Ivo Puhonny und sein Mitarbeiter Direktor Ehlert sind Meister der Marionette. Das Spiel ber Puppen wirb, wie überall, bie Zuschauer unwiberstehlich in ben Bann ziehen. Mit diesem ausgezeichneten Vortragsprogramm will unb wirb ber Goethe-Bund seine zahlreichen Freunde und Vortragsbesucher nach des Tages Mühen und Lasten für Stunden den Alltag vergessen lassen. Die Vortragsbesucher sollen in seinem Kreis Stunden der Erholung verleben, und aus den Quellen deutschen Wesens und deutschen Kulturschaffens neue Kraft unb neues Wissen für bie tägliche Berufsarbeit schöpfen. Der Goethe-Bund ruft alle Volksgenossen unserer Stabt zur tätigen Mitarbeit und zu regem Vortragsbesuch auf! . h«b- i 6ur4' nJ; ... SÄ «*,*4 flt lu „ Verein führte im September 1935 die Gautagung bes Fachamtes Skilauf im Gau 12/13 durch. Per- schiedene Lichtbildervorträge wurden gehalten, Filmvorführungen hielten das Interesse am Skilauf auch zu anderer Jahreszeit denn im Winter wach. Mit großer Aufmerksamkeit war besonders der Film des Skiklubs Gießen von den Olympischen Winterspielen aufgenommen worden. An sportlichen Ereignissen war ber Winter 1935/36 sehr arm. Es herrschte fast chronischer Schnee- mangel. Nur vom 8. Dezember bis Weihnachten etwa hielt die Schneeherrlichkeil an, im Februar gab es einige Sportmöglichkeit unb zwei schöne Märzsonntage konnten auf Skiern auf dem Hohe- rodskopf verbracht werden. An der traditionellen Jugendskifahrt in das Walsertal nahm wiederum eine Reihe der Jugendlichen des Vereins teil. Verpflegung, Organifatton und Unterbringung für diesen Kursus wurden vom Deutschen Skiverband als mustergültig anerkannt. Eine stattliche Anzahl von Mitgliedern beteiligte sich an Fahrten in das Allgäu, in die Dolomiten und in das Arlberggebiet. Im Sommer unb Herbst 1935 war auf bem Uni- verfttätsfportplatz norbereitenbes Training durch- geführt worben. Kostenlose Trockenskikurse würben veranstaltet, an benen sich jeber Volksgenosse beteiligen konnte. Schließlich erinnerte Kamerad Althaus noch an die Reichsfachschaftstagung in Wiesbaden, an der auch Gießener Skiläufer teilnahmen. Nach einer weiteren Filmvorführung erstattete der Schriftführer unb Rechner Fritz Dörfner ben Kassenbericht, ber bei einem Betrag von 2039,88 in Einnahmen unb Ausgaben bei einem Kassenbestand von 498,08 Mark abschließt. Dem Rechner wurde für feine überaus exakte und aufopferungsvolle Arbeit betont werden, daß zu jeder Zeit, auch gelegentlich der Schulungslehrgänge, der Zutritt zur Burg jedem offen sieht, und daß in keinerlei Weife die Erholung und Ruhe suchenden Gäste in ihrer Gemütlichkeit gestört werden. Die Burg verbinde aufs beste das Alte mit dem Neuen, welche Erkenntnis längst zahlreichen Glei- bergfreunden zum Bewußtsein gekommen ist. Ober-Bauinspektor Mohr machte dann Mitteilung über die Voranschläge für die Instandsetzung des Kaisersaales, Ausbesserung im Bergfried, ber nörblichen Ringmauer, bes Fußbodens auf bem Philippsturm, an bem Altan bes Nassauer Baues unb sonstigem. lieber bie Kassenlage referierte Schrift- unb Kassenführer Praß, ber u. a. eine beträchtliche Senkung ber Umbauschulden bekanntgab, was möglich gewesen sei durch bie Treue ber Mitglieder unb bie Zuschüsse ber Körperschaften. Daß ber Mitglieder- ftanb in feiner Höhe erhalten geblieben :ft, zeuge von ber Heimatverbundenheit ber Volksgenossen, ihnen allen gebühre öffentlicher Dank. Verantwortungsbewußte Arbeit habe Großes an unb in ber Burg geleistet, so baß ber Verein mit Stolz bie Schwelle in bas zweite Jahrhunbert seines Bestehens überschreiten kann. In eingehenber Aussprache, in ber insonberheit Bürgermeister Schmib 1 - Krofborf banfensroerte Anregungen gab, würbe bie Instandsetzung bes Zufahrtsweges zur Burg von ber Linbe ab festgelegt, wovon bie Autofahrer mit großer Freube Kenntnis nehmen werben. Die Steine zur Wegdeckung stellt entgegenfommenber Weife bie Ge- meinbe Krofdorf-Gleiberg. Zur nächstjährigen Hundertjahrfeier des Vereins konnte die einheitliche Auffassung feffge- stellt werden, daß man von einer offiziellen Feier des 1000jährigen Bestehens der Burg felbst absieht, da das Gründungsjahr der ersten Burganlage nicht genau festliegt, zumal schon in der karolingerzeil die Gleiberghöhe besiedelt war. (Wan rechnet allgemein die Entstehung des ältesten viereckigen Turmes in die Zeit von 910 bis 940.) Zur Ausgestaltung der lOOjähri- gen Vereinsfeier machte Lehrer Praß Vorschläge dahingehend, die Feier in schlichter, volkstümlicher Weife aufzuziehen, fo daß alle Volkskreife auf ihre Rechnung kämen. Je ein Abend in Gießen und Krofdorf-Gleiberg und Sonntags ein Volksfest auf der Burg im Monat Mai 1937 mit entsprechender Ausgestaltung dürfte in eindringlicher Weife den alten, schönen Gleiberg in seiner vollen Bedeutung und damit die Verdienste des Vereins in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses rücken. Lin Ausschuß von Gießener und Krofdorfer Volksgenossen wird die nötigen Vorbereitungen In die Hand nehmen und alles aufs beste ein- leilen. Mit der Bitte an die Anwesenden, bei allen Gelegenheiten für das Wohl des Gleibergs einzutreten und vor allem dem Verein neue Freunde zuzu- führen, schloß der Vereinsführer die eindrucksvolle Sitzung, nachdem er zuvor mit einem dreifachen Sieg-Heil des Führers gedacht hatte. Arn Samstagabend beging der Großf che Männerchor in Gießen bei zahlreichem Besuch im Saale des Caf6 Leib bie Feier feines . 90 jährigen Bestehens. Zu der Veranstaltung waren aus Gießen ber Bauer'sche Gesangverein unb ber Gesangverein „Heiterkeit" erschienen, ferner nahmen sämtliche unter ber Leitung von Musiklehrer Groß stehenden Gesangvereine aus der Umgegend — nämlich Heiterkeit" (Annerod), Sängeroereinigung (Wieseck), Turn- unb Gesangverein (Lollar), „Germania" (Kroborf), „Concorbia" (Nieder-Girmes) unb „Lieberkranz" (Wald- girmes) — an ber Feier teil. Der Gießener Turnverein von 1846, ber am gleichen Tage sein 90. Stiftungsfest beging, begrüßte feinen gleichalterigen Kameraden, den Groß'schen Männerchor, durch ein Telegramm. Die Kapelle Krengel leitete ben Abenb mit Wagners „Einzug der Gäste auf ber Wartburg" in feiner Weise ein, anschließend erfreute sie durch den Vortrag der „Festouvertüre" von C. M. von Weber. Nach einem Prolog, gesprochen von Fräulein Böhling, unb einem weiteren Musikstück, sprach ber Vereinsvorsitzende H. Ph. Heiß. Er begrüßte bie Ehrengäste, von denen als Vertreter ber Partei ber Ortsgruppenleiter von Gießen-Nord H. Thomas unb von Gießen-Mitte Pg. Weber zugegen waren, ferner als Vertreter der Stadt Gießen Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, als Vertreter bes Lanbschaftsbunbes Volkstum und Heimat Herrn Schwarz, als Vertreter bes Sän- gerkreises Gießen ben Sängerkreis-Walter Müller, außerdem die vorerwähnten Brudervereine aus Gießen unb Umgegenb. Der Vorsitzende gab weiter einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, wobei er insbesondere den Zusammenschluß der Gesangvereine „Harmonie" (gegründet 1846), „Gemütlichkeit" (1885) und „Concordia" (1864) im September 1933 hervorhob. Mit besonderer Genugtuung erwähnte er dabei, daß die beteiligte Sängerschaft sich der Bedeutung dieses Zusammenschlusses für die künftige Arbeit zur Pflege des deutschen Liebes in vollem Maße bewußt gewesen sei und einftimmig ben Gründungstag des ältesten Stammvereins, des Gesangvereins „Harmonie" von 1846, als Ausgangspunkt des zusammengeschlossenen Vereins angenommen habe. Bei der Festlegung des Namens des Vereins habe man sich bewußt dahin entschlossen, den Namen des Chormeisters Groß, der chon lange Jahre die „Concordia" geleitet hatte, als Vereinsnamen zu verwenden und mit der Bezeichnung „Grohs ch e r Männer chor Gießen" dem Dank an ben Chormeister für feine verdienstvolle Tätigkeit Ausdruck zu geben. Der Verein wird es, wie feit 1933 stets als seine besondere Aufgabe ansehen, in bester Weise Dienst für bas beutsche Lied zu leisten, dabei die Liebe zum Volkstum, Heimat unb Vaterland auch durch das Lied zu verbreitern und zu vertiefen. Diese kulturelle Arbeit könne jetzt mit um st größerer Freude bereitet werden, als im Dritten 9t ei cf) ber Sänger und fein ideelles Wirken hoher emgeföafct würden als in den Jahren vor der Machtübernahme. Mit einem Aufruf, allezeit diese kulturelle Arbeit ber deutschen Sängerschaft zu fordern, schloß der Redner seine Ansprache. Im weiteren Verlaufe ber .ffeler erfreute ber Jubiläums-Verein burch eine Reihe prächtiger Gesangsvorträge, bei denen in erfreulicher Weise das Volkslied stark im Vordergründe st°"d und diese Tatsache erkennen ließ, daß ber Verein sich der Pflege des Dolksliedgutes in ausgezeichneter Weste armimmt. Die Kapelle Krengel erfreute durch die schon^Wieder- gäbe ber Einleitung zum dritten Akt aus b£n ,,2Heti fterfingern", sowie der Phantasie aus ber Oper „La Traviata", ferner burch ein Potpourri unb einen Marsch. Als Solist gab Herr S ch war z l o s e burch ein prächtiges Trompetensolo erneut Zeugnis seines großen musikalischer Zu Nutz unb Frommen unserer 1000 Jahre alten schönen Heimatburg Gleiberg hielt ber Vorstand bes Gleibergvereins im Beisein weiterer Heimatfreunde am gestrigen Montag im „gemalt Stübche" auf ber Burg eine eindrucksvolle Besprechung ab, ber wir folgendes, bie Allgemeinheit Interessierendes entnehmen: Der Vereinsführer Direktor M e n t e n, Kinzenbach, begrüßte bie Anwesenden, insonderheit bie Vertreter ber Partei, der Stadt Gießen und anderer Körperschaften unb bie Presse. Er verband damit ben Dank bes Vereins an bie Stadt Gießen, den Kreis Gießen, bie Provinz Oberhessen unb den Kreis Wetzlar, deren lausende jährliche Geldzu- schüsse wesentlich zur Vollendung dringender Arbeiten in der Burg beitragen würden. Die eingehend überlegte Frage, ob bie B u r g w i r t s ch a s t mit ober ohne Landwirtschaft geführt werben müsse, sei dahin geklärt worben, baß im Interesse eines geregelten Wirtschaftsbetriebes vorerst bie Landwirtschaft beibehatten werden müsse. Dement» prechend mußte, um bem Verlangen bes Feuer- unb Luftschutzes Rechnung zu tragen, ber Albertus- bau von ber Lagerung der Heu-, Stroh- unb Holz- Vorräte frei werben, was den Bau einer Not- cheune erforderte. Die Mittel hierzu brachte ber Verein aus eigener Kaffe in Verbindung mit einem Zuschuß ber Kreise Gießen und Wetzlar auf. Eine weitere Ausgabe entftanb durch die Anschaffung dreier großer Oefen, zwei für ben Kaisersaal und einen für bie Bauernstube, weil in biefen Räumen bie fünfzig Jahre alten Oefen nur mangelhaft heizten. Auch der Küchenherd war vollkommen abgängig, weshalb ein anderer — man wählte aus Ersparnisgründen einen noch gut gebrauchten — beschafft werden mußte. Außerdem wurden wieder erhebliche Geldmittel für Ausbesserung ber Ruine verwendet. Eine Besichtigung der Burganlage durch den Regierungspräsidenten und den Konservator für Denkmalspflege brachte dem Verein hohe Anerkennung für den guten Zustand des Mauerwerks und der Gebäude. Noch nicht erledigt ist bie Instandsetzung des großen Kaise-rsaals, wo Holzwerk und Decke, mssonderheit die zahlreichen Fenster ber Erneuerung bedürfen. Das soll aber bis zum Spätfrühjahr in Ordnung gebracht werden, um bie Gäste zur Hundertjahrfeier in würdigem Raum empfangen zu können. Doch feien hierzu die Geldmittel zu beschaffen. Auch ein neuer Ofen für das Luxemburger Zimmer ist noch nötig. Das Schulungslager, in dem zur Zeit einige Kurz-Schulungen für Amtswalter des Kreises Wetzlar laufen, erweist sich mit feinen 25 Betten manchmal zu klein. Für freundliche Aushilfe des studentischen Kameradschaftshauses in Gießen mit feh- lenden Betten, die im Luxemburger Zimmer auf geschlagen werden, sprach der Referent herzlichen Dank aus. Gesuche um Bewilligung der Kosten für die Herrichtung des Stockwerks über dem Lager zu Schlafräumen laufen zur Zeit bei dem Reichsstatthalter, Reichsminister Dr. Frank und Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau. Aus Vereinsmitteln kann diese Aufgabe nicht gelost werden. Vornehmste Ausgabe des Vereins bleibe nach wie vor die Erhaltung der Burg für die Bevölkerung. Es mutz immer und immer wieder im Dienste des Vereins herzlicher Dank gesagt. Kamerad Dörfner bat allerdings dringend darum, ihm seine Arbeit nicht unnötig zu erschweren, wie es leider immer wieder aus Unachtsamkeit geschehe. Kommende Veranstaltungen. Der Winter 1936/37 wird, so fuhr dann der Ver- etnsführer A l t h a u s fort, wieder eine stattliche Reihe von Veranstaltungen bringen. Ende Oktober werden die Trockenskikurse in der Reithalle wieder ausgenommen. Lichtbild-Projektionen werden die Lehrarbeit unterstützen. Verschiedene Film- und Lichtbilderoorträge werden auch in den kommenden Monaten veranstaltet werden. An sportlichen Veranstaltungen sind vorgesehen: Weihnachts-Jugend- kursus im Walsertal, Weihnachts-Skikursus aus dem Hoherodskopf; sonntägliche Autobusfahrten in die Skigebiete (Hohensolms, Vogelsberg, Rhön, Sauerland usw.) werden unternommen. Im Februar soll ein weiterer Kursus in das Hochgebirge führen. Wohin, das steht noch nicht fest. An Wettkämpfen sind vorgesehen: Kreisrennen im Vogelsberg, Kreisjugendrennen ebenfalls im Vogelsberg, Gaufugendrennen In der Rhön und die Beteiligung an den SA.-Skimeisterschasten in der Rhön und am Reichsjugendskitag in Lauscha- Ernstthal. „Wilhelm -Wodaege -Schanze" am Hoherodskopf. Mit besonderer Genugtuung wurde dann die Mitteilung ausgenommen, daß die Sprungschanze aus dem Hoherodskopf zum stetigen Andenken an den früheren verdienten, leider allzu früh verstorbenen Vereinsführer „Wilhelm-Wodaege-Schanze" genannt werden soll. Ferner soll unter gleichem Namen jährlich ein Kombinations-Abfahrts- und Torlauf gestartet werden. Zum Abschluß seiner Ausführungen wies Kamerad Althaus darauf hin, daß der Skiklub die berechtigte Hoffnung hege, bis Weihnachten dieses Jahres das 500. Mitglied in seinen Reihen zu haben. Die durch die glückliche Mischung von Filmbild und gesprochenem Wort recht anregend verlaufene Versammlung stellte den rechten Auftakt für die kommende Wintersaison dar. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Rödgen, 19. Oft. Der hiesige Arbeiter Etzenmüller erlitt heute nachmittag an seiner Arbeitsstätte, einer Baustelle, einen Unfall. Er stürzte von einem Gerüst ab und erlitt erhebliche Prellungen an Kopf und Brust. Der bedauernswerte Mann wurde durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht. Sein Befinden ist, den Umständen entsprechend, gut. A Großen-Buseck, 19. Oft. Am Sonntag fand in unserer Gemeinde das Dekanatsfest des Evangelischen Bundes statt. Der Festgottesdienst begann um 14 Uhr. An Stelle des dienstlich verhinderten, ursprünglich als Festprediger vorgesehenen Pfarrers Heinemann von Brauer- schwend hielt Pfarrer Zentrum von Watzenborn die Festpredigt und zeigte in eindrucksvollen Worten, warum wir den Evangelischen Bund brauchen. Als Vertreter des Dekanats begrüßte Defan Sattler von Wiefeck die Festversammlung und mahnte zur Treue dem Bunde gegenüber, der immer wieder für die evangelische Kirche und ihre Lebensfragen sich eingesetzt habe. Der Vertrauensmann des Evangelischen Bundes im Defanat Gießen, Pfarrer Trapp (Gießen), berichtete von der großen Tagung des Bundes, die dieser anläßlich seines 50jährigen Bestehens in Erfurt abhielt, und verlas zum Schluß einige Hauptpunkte aus der „Kundgebung des Bundes an die deutschen Protestanten". Der Festgottesdienst, dessen Liturgie von zwei Gesangsvorträgen des Kirchenchors umrahmt war, hinterließ in der Gemeinde einen tiefen Eindruck. * Lollar, 19. Oft. Zwei 15 Jahre alte Jungen aus Ruttershausen spielten am Sonntagabend im hiesigen Kino während der Vorstellung mit einem Tesching. Die Waffe entlud sich durch die Unvorsichtigkeit des einen Buben, und das Geschoß traf den anderen Jungen in den Oberschenkel. Hoffentlich wird das väterliche Strafgericht nicht ausgeblieben fein. — Bei der Durchfahrt durch unseren Ort sprang dem Autofahrer Dr. Ruppert aus Bad-Nauheim plötzlich eine Kuh in den fahrenden Kraftwagen hinein. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt, dagegen entstand allerlei Sachschaden. T Mainzlar, 19. Oft. Nach Beendigung des hiesigen Mütterschulungskursus fand im Saale des Gastwirts Müller die Abschlußfeier statt, zu der alle Einwohner geladen waren. Der Saal war voll besetzt. Die Führerin der NS.- Frauenschaft, Frau Helene Wehn, eröffnete die Veranstaltung. Es folgten Ansprachen der Leiterin des Kurses, Schwester Lüders, und des stellvertr. Ortsgruppenleiters Pflüger. Ferner wechselten Gedichtvorttäge und gemeinsam gesungene Lieder miteinander ab. Bei Kaffee und Kuchen verbrachte man den Rest des Abends noch in fameradschaftlicher Weise. (xd Oaubringen, 20. Oft. Am morgigen Mittwochabend findet hier eine Verdunkelungsübung statt. Der Beginn wird durch Hornsignale der Feuerwehr befanntgegeben. t Treis a. d. Lda., 19. Oft. Gestern abend fand in der hiesigen Kirche ein Vortragsabend der hiesigen Ortsgruppe des Evangel. Bundes statt. Nach einer einleitenden Ansprache des Ortspfarrers über die Notwendigkeit und Berechtigung des Evangel. Bundes hielt Pfarrer G o n t r u m (Watzenborn) einen Vortrag über „Lebendiges Christentum", wozu der Evangel. Bund ganz besonders aufrufe. Nach dem Vortrag wurde die vom Evangel. Bund zu seiner 50-Jahrfeier herausgegebene 'Lichtbilderreihe „Fünfzig Jahre Evangelischer Bund" gezeigt, die allgemein gefiel. (D Allendorf a. d. Lda., 19. Oft. Der hiesige diesjährige N i ck e l s m a r k t findet am 11. November statt. Die Vorbereitungen hierzu sind allenthalben eifrig im Gange. Die Marktkommission hat schon einige Sitzungen abgehalten und Verkehrs- und sonstige Verbesserungen beschlossen. Auch die hiesige Geschäftswelt ist rege bei der Arbeit, um allen von Seiten der Marktbesucher an sie gestellten Anforderungen gerecht werden zu können. — Die gestern von der DAF. durchgeführte Straßenfamm- l u n g erbrachte in der hiesigen Ortsgruppe zusammen 129,95 RM. Hiervon entfallen auf unsere Stadt 82 RM. Die Stützpunkte Treis a. d. Lda. und Climbach erbrachten 42,80 RM. und 5,85 RM. Die hiesige Feuerwehrkapelle hatte sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache gestellt, indem sie während des Sammelns in den Ortsstraßen konzertierte. I Großen-Linden, 19. Oft. Die feierliche Einführung der diesjährigen Konfirmanden unserer Gemeinde fand gestern in einem Großkampftag des Jungvolkes am 24. Oktober im Gau Hessen-Nassau. Sie sammeln für die Bedürftigen unserer Volksgemeinschaft. Auch du sollst mithelfen! besonderen Gottesdienst statt, zu dem die Eltern und Verwandten der Kinder sowie die Gemeindeglieder zahlreich erschienen waren. Pfarrer Schultheis legte seiner Predigt das Wort aus dem 26. Psalm zugrunde: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet" und wies Eltern und Kinder mit ernsten Mahnworten auf die Bedeutung und den Sinn der Konsirmandenzeit hin. Die Zahl der Konfirmanden ist gegenüber dem vergangenen Jahre wieder wesentlich größer; sie beträgt 46, und zwar 16 Knaben und 30 Mädchen. # Großen-Linden, 19. Oft. Heute wurde die hiesige Apotheke durch das Amtsgericht Gießen zwecks Zwangsauseinandersetzung v e r - steigert. Es wurden von zwei Liebhabern Gebote von je 40 000 und 45 000 Mark abgegeben. Bis jetzt weiß man noch nicht, wer Inhaber der Apotheke wird, weil es davon abhängig ist, wem von den beiden die Konzession von der Landesregierung zugesprochen wird. = Großen-Linden, 19. Oft. Zur monatlichen Wanderung des Zweigvereins „Hütte n b e r g" des VHC. am gestrigen Sonntag hatte sich nahezu die Hälfte aller Mitglieder eingefunden. Trotz des starten Herbstwindes war es eine herrliche Wanderung. Auf schön abgetrockneten Wiesenpfaden ging es durch das rechtsseitige Lahntal bis nach Launsbach, von da wurde der Wettenberg („Napoleonsnase") erstiegen, von dem man einen umfassenden Rundblick auf die Stadt Gießen und Umgebung hatte. Der Weg führte dann durch den Krofdorfer Wald, den der Herbst so schnell mit allen Farben geschmückt hat. Die Sonne tarn in den Nachmittagsstunden hinter den Wolfen hervor und vergoldete die ganze Landschaft. Wohl waren die Pfade glatt und schlüpfrig, und manche Wanderin fam ins Rutschen oder trat plötzlich daneben. Dafür war die Laune ausgezeichnet. Es ging darauf durch das sonntägliche Krofdorf hinauf nach dem Gleiberg, wo längere Zeit gerastet wurde. Auch hier vom Turm wurde die wundervolle Aussicht genossen. Der Rückweg führte wieder über Gießen, von wo aus die Bahn die Wanderer nach ihren Heimatsorten brachte. < A l l e n d o r f tL a h n), 19. Oft. Dieser Tage ist es endgültig geworden, daß Frl. Roth, die hier schon seit Jahren tätige S ch u l v e r w a l t e r i n, uns verläßt. Besonders die Kleinen, denen sie während der Zeit ihres hiesigen Wirfens in nie gefann- Neues für den Büchertisch. — Professor Dr. Wilhelm Martin Becker: Taschenbuch des Heimatforschers. 101 Seiten. Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1936. — (261) — Das Werfchen erschien als Heft III der von der Hessischen Landesregierung, Abteilung II, herausgegebenen Handbücher des hessischen Heimatforschers und ist als ein bequemes und handliches Hilfsmittel für Heimatfreunde und -Forscher gedacht, denn die nötigen sachlichen Vor- fenntniffe für einen ersprießlichen Gebrauch geschichtlicher Ouellen fehlen. Bei der Zusammenstellung sind in erster Linie frühe, nicht mehr gebräuchliche und deshalb unerflärliche Begriffe und Ausdrücke aus dem mittelalterlichen deutschen Wortschatz gelegt, die, häufig wiederkehrend, zum Verständnis alter Urfunden unerläßlich sind. Lateinische Vokabeln (in geringerer Zahl) sollen vor allem dem Sippenforscher die oft mühselige, meist sehr zeitraubende Arbeit in den Kirchenbüchern erleichtern. Alles in allem: ein nützliches und zeitgemäßes Hilfsmittel, das vielen Laienforfchern gute Dienste leisten und sehr willkommen fein wird. — Das ältere Münzwesen der Wette r a u bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. Bearbeitet von Walter Hävernick, Kustos an den Herzogl. Anstalten für Kunst und Wissenschaft in Gotha. 116 Seiten. Mit 21 Tafeln und einer Karte. N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung (Kommissionsverlag), Marburg a. d. Lahn, 1936, — (249) — Als Band XVIII, 1 der Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck erschien mit der vorliegenden Schrift der erste Band des Werkes „Das hessische Münzwesen", das seit langem geplant ist und auf die umfassende Materialsammlung des ersten Bearbeiters und besten Kenners des älteren hessischen Münzwesens, Prof. Heinrich Buchenau, zurückgeht. Der hessischen Münzgeschichte des späteren Mittelalters geht mit dem vorliegenden Bande die Bearbeitung der bis ins 14. Jahrhundert reichenden Brakteatenzeit als eines in sich geschlossenen, wissenschaftlichen Spezialgebietes voraus; die hier behandelten Wetterauer Gepräge nehmen eine landschaftliche Sonderstellung ein. Das übersichtlich gegliederte Werk behandelt im ersten Teil das Münzgebiet der Wetterau in feiner fortschreitenden Erweiterung, und zwar zunächst die Münzherren und Münzstätten, dann Ausprägung, Münzfuß und Verbreitung der Wetterauer Prägung, anschließend die Prägungen nach dem Kölner Fuß; im zweiten Teil ist das Münzgebiet um Wetzlar bis zum Jahre 1524 dargestellt, und zwar die Reichsmünzstätte Wetzlar selbst wie die auf Wetzlarer Schlag prägenden Münzherren und Münzstätten. — Das mit wissenschaftlicher Akribie gearbeitete Werk behandelt den weitschichtigen Stoff unter Heranziehung eines umfänglichen Schrifttums und der einschlägigen Sammlungen erschöpfend; die eigentliche Darstellung, die sich durch gründliche Einzelbeschreibung der Funde auszeichnet, wird in willkommener Weise durch eine die Verbreitung der Wetterauer Währung aufweisende Karte und ein auf 21 Tafeln verteiltes, sehr klar wiedergegebenes Abbildungsmaterial veranschaulicht und vertieft. — Heilkräuter nach Kneipp. Mit sieben- farbigen Abbildungen von über hundert Heilkräutern auf 20 Tafeln, genauer Beschreibung, leicht- verständlichen Anwendungsvorschriften, sowie Angaben über Standort und Sammelzeiten unserer heimischen Heilpflanzen. Kart. RM. 2.80. Verlag Kösel und Pustet, München. — (241.) — „Lange Jahre hindurch habe ich sondiert und geprüft, getrocknet und zerschnitten, gesotten und gekostet. Kein Kräutchen, kein Pulver, bas ich nicht selbst versucht und als bewährt empfunden habe, ist darunter." So schreibt Pfarrer Kneipp in dem Haupt- werk seiner Naturheilweise, dem „Großen Origl- nalkneippbuch", dem auch die 20 Tafeln des vorliegenden Buches entnommen sind. Einige Abschnitte über das Sammeln, Aufbewahren und Zubereiten der Heilpftanzen, ihre genaue Beschreibung und Anwendung, je ein Verzeichnis der deutschen und lateinischen Pflanzennamen und was besonders hervorzuheben ist: ein Verzeichnis der Krankheiten mit Angabe, welche Kräuter jeweils für die Heilung geeignet sind, ist in neuer Bearbeitung beigefügt. — Die Glas Harmonika. Von Horst Wolfram Geißler. Roman.. 290 Seiten. Geh. 2,50 Mark, Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW. 68, 1936. — (259) — Geißler erzählt die bewegte Geschichte der Glasharmonika und die vielen seltsam verwirrten Schicksale derer, die mit ihr in Berührung kamen. Die Glasharmonika, jenes von Franklin vollendete, geheimnisvolle Mufikinstru- ment, fetzt alle Zuhörer in Erregung; das Europa des 18. Jahrhunderts, dessen wirbelndes Leben in Deutschland, London und Paris, Venedig und Wien an uns vorüberzieht, ist hingerissen; bezaubert auch von dem zarten, lieblichen Mädchen, das als einzige das Instrument zu spielen weiß. — Ausrüstungsratgeber. Verlag des Blodigschen Alpenkalenders, Karl Müller München. — (30) — Der Verlag Karl Müller hat in einer Zusammenstellung von Karl Schmidt ein Merkchen herausgebracht, das jeder Wanderer, Bergsteiger, Schneeschuhläufer und Faltbootfahrer als sehr willkommen betrachten wird. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Unglücksfälle nicht lediglich durch Naturgewalten ausgelöst werden, durch unglückliche Zufälle, durch Ungeschicklichkeiten oder durch Ermüdungserscheinungen, sondern daß in vielen Fällen auch eine unzweckmäßige Ausrüstung verhängnisvolle Folgen zeitigen kann. Das gilt in erster Linie für die Alpinisten und für Schneeschuhläufer im Hochgebirge. In dem vorliegenden Werke ist nun eine umfassende Darstellung gegeben von allen jenen Dingen, die dem ernsten Sportler auf feinen Fahrten unentbehrliche Hilfmittel sind. In lückenlosen Verzeichnissen, in genauesten Anweisungen findet der Sportler all das zusammengestellt, was aus vielen Erfahrungen heraus gewonnen und entwickelt worden ist. Der Wanderer, der Bergsteiger, der Schneeschuhläufer und der Faltbootfahrer, füt die dieses Buch besonders gedacht ist, wird nicht versäumen, sich die vielen Vorteile zunutze zu machen, die ihm dieses wertvolle Büchlein bietet. — Reinhold Lorenz. Ofens Befreiung in der deutschen Geschichte. (Schriften zur Volkswissenschaft.) 32 Seiten, kart. 0,70 Mark (Berlin W 30 1936. Verlag Grenze und Ausland). — (265) — Am 2. September 1686 wurde die Festung Ofen von deutschen Truppen aller Stämme erstürmt; damit war Ungarn von der Türkenherrschaft, das Abendland von einer Gefahr befreit, die viele Generationen hindurch wie ein Alpdruck auf ihm gelastet hatte. Der Wiener Historiker Reinhold Lorenz hat diesen Abschnitt des Türkenkrieges in das neue Licht gesamtdeutscher Geschichtsbetrachtung gestellt; fein Buch konnte die ausführlichen Berichte verwerten, die der venezianische Gesandte Cornaro aus dem Lager vor Ofen an feine Regierung richtete. ter Weise Erzieherin und — was man selten findet — Freundin war, sind ob ihres Weggangs tief betrübt. Aber auch die erwachsenen Glieder unserer Gemeinde sehen diese überaus tüchtige Schulverwalterin, deren Hilfsbereitschaft stets aufs neue bewundert werden konnte, ungern scheiden. Die besten Wünsche begleiten sie in ihren neuen Wirkungskreis. Lich, 19. Oft. Nur sieben Wochen nach dem Tode ihrer Schwester, Frl. Anna Fischer, verstarb dieser Tage Frl. Luise Fischer als eine der ältesten Einwohnerinnen unserer Stadt im Alter von 84 Jahren. Ihr ganzes Leben lang sind die beiden Schwestern gemeinsam ihren Lebensweg gegangen. Kreis Alsfeld. # Alsfeld, 19. Ott Die Entstehung des Brandes am Donnerstag voriger Woche in dem Kreisort Ober-Ohmen ist nunmehr als Brandstiftung durch unmündige Kinder fest- gestellt worden. Der Fall zeigt erneut, wie man hinsichtlich der Verwahrung von Feuerzeug vor Kindern nicht vorsichtig genug sein kann. G Ober-Ohmen, 19. Oft. Gestern nachmittag überflogen zwei Luftballons in der Richtung Nordwest—Südost unser Dorf. Der eine der Ballons war oberhalb des Dorfes beim Ueberfliegen einer Höhe gezwungen, Ballast abzuwerfen, um wieder in fahrtfördernde Höhe zu kommen. Die Zuschauer erhofften schon eine Landung, als der Boston dann doch wieder kräftigen Auftrieb erhielt. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 18. Oft. Auto- und Fuhrwerksbesitzer, die die Durchfahrtsstraße durch den Krofdorfer Wald, Krofdorf—Forsthaus Waldhaus— Schmelz (im Salzbödetal), zu Ausflügen bzw. zur Holzabfuhr benutzten, hatten alle Ursache, den schlechten Zustand dieser Waldstraße zu bemängeln. Während sich feit dem Vorjahre der Teil Waidhaus—Schmelz in gut fahrbarem Zustand befindet, ist nunmehr auch die dem Fiskus gehörige Strecke vom Waldhaus ab ein Kilometer in Richtung Krofdorf bis zur Abzweigung der Wege nach Wißmar und Krumbach mit einer neuen Decke versehen worden. An den übrigen vier Kilometer der Straße konnten leider nur ein paar ganz besonders schlechte kleine Stücke ausgebessert werden. Man hofft allgemein, daß in absehbarer Zeit die Neuherrichtung der immerhin noch beträchtlichen Schlaglochstrecke geschehen kann. oo Wißmar, 16. Oft. Die erste Eintopf- s a m m l u n g ergab in unserem Orte den Betrag von 90,70 RM. — Am Mittwochnachmittag wurden die Gemeindegrablandstücke auf dem „Lohr" verpachtet. Zahlreiche Interessenten hatten sich eingebunden. Die erzielten Pachtpreise waren befriedigend. Die Gemeinde ist gegenwärtig damit beschäftigt, ebenfalls auf dem „Lohr", Schrebergär- t e n anzulegen, die nach ihrer Fertigstellung verpachtet werden sollen. Plockstraße 7 die führende Maßschneiderei 6567 D Oberhess. Geschichtsverein im Deutschen Volksbildungswerk Donnerstag, den 22. Oktober, 20.15 Uhr, im Kunstwiss. Institut, Ludwigstraße 32 Professor Dr. H. Bechtel: Raumforschung im Lahntal 6666 d mit Lichtbildern Gäste willkommen Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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