Nr. 92 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 20. April 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-BezugLpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniversitStsvuch- und Steinörudcrci R. Lange in Gießen. Zchristieitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundvreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermatzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen so«ie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Dem Führer zum Geburtstag. 3m Kerzen des Volkes. Von Fritz Kirschner. Das Haus, in dem Adolf Hitler geboren ist, steht jenseits der Grenze. Das Werk, das er errichtete, aber ruht mitten in unser aller Herzen. Das sind die beiden Tatsachen, die das Leben des Führers begrenzen, der am heutigen 20. April seinen 48. Geburtstag feiert. Wenn an diesem Tage im ganzen Reich die Fahnen der nationalen Erhebung zu Ehren Adolf Hitlers flattern, dann darf der Führer darin die freudige Gewißheit sehen, daß die Millionen deutscher Menschen ihm zujubeln als der Verkörperung ihrer Sehnsucht. Nicht Zwang läßt die Fahnen wehen, nicht Befehl und nicht Gewohnheit, sondern die tiefe Liebe und Verehrung, die der Mann bei allen Deutschen findet, der aus dem Lazarett einst an sein Regiment schrieb: „Ich will nicht in München sein, wenn meine Kameraden am Feind liegen." Still, wie es seine Art ist, hat er den Tag stets verlebt. Der wahre Glückwunsch liegt darum auch in der Tat, die der Einzelne für die Gemeinschaft vollbringt,, in der Gesinnung, mit der er den Sinn für die Volksgemeinschaft beweist, und in dem Glauben, mit dem er an des Volkes Zukunft baut. Es ist ein gerader Weg, der aus dem einfachen Haus in Braunau hineinführt mitten ins deutsche Herz. Ihn begrenzen Hingabe und Pflicht, Treue und Selbstverleugnung um des Volkes willen. Ihn zeichnete Not und Glaube, Entsagung und Vertrauen in gleicher Weise. Und ihn meisterte eine Persönlichkeit, die zu allen Zeiten sagen konnte, sie habe nichts anderes als Leitstern gehabt denn das eine. Unvergängliche: Deutschland! Männer machen die Geschichte; nicht Mäuler und schwankende Rohre; nicht Klassen und nicht Stände; sondern Charaktere, die auch in trüben Tagen den Mut behalten, aufrecht zu stehen. Nicht Pöstchenjäger, die ihr Amt gern drangeben, um ein besseres einzutauschen, sondern Führer, die ihr Leben freudig hingeben für die Gewißheit, dem Volke gedient zu haben. Und nicht Mehrheiten, die wechseln und verfliegen wie die Spreu vor dem Wind, sondern Kämpfer, die den Glauben an ihre Sendung im Herzen tragen. Führer und Pöstchenjäger — an beiden ist die deutsche Geschichte reich. Nur, daß von den einen noch in Jahrhunderten geredet wird, während der Name der anderen längst vergessen ist. Denn die Geschichte ist gerecht. Sie mißt den Mann nach einem Herzen und wertet nicht die schönen Worte, ondern die dem Volk gebrachte Tat. Daß ie trotzdem eine Kette opfervoller Hingabe ist, er» üllt uns Deutsche mit stolzer Freude, ist es doch das Volk und seine Sehnsucht, das sich in den Großen der Vergangenheit spiegelt. * Die politische Geschichte des ersten Deutschen Reiches ist nicht eine Geschichte der Einheit, sondern der Zersplitterung gewesen. Während Frankreich in seinem Königstum zugleich die erste nationalpolitische Formung des Volkes fand, während England in Oliver Cromwell der nationale Gestalter erstand, sank das Deutsche Reich durch die innere Zerrissenheit zu einer Ohnmacht herab, die ihren tiefsten Stand in jener Stunde erreichte, da die Rheinbundfürsten ihre Pflicht aussagten und die Niederlegung der Kaiserkrone 1806 das erste Reich beendete. Es ist das Meisterwerk Bismarcks gewesen, aus diesem politischen Chaos das zweite Reich zu errichten. Ihm die große politische Führung zu sichern, mußte er denen überlassen, die fein Erbe antraten. Daß sie es nicht vermochten, wissen wir. Warum sie es nicht vermochten, spüren wir nun, da wir im Rückblick auf das Einst und im Vergleich mit der Gegenwart abschätzen können, was echtes Führertum vom Amt und Führung von Regierung unterscheidet. Oft hat unser Volk in der Geschichte durch tiefe Täler gehen müssen. Selbst das Genie des großen Königs konnte es davor nicht bewahren. Aber wo der Funke glüht, da reißt ein Mann sein Volk aus der Not zu neuer Zukunft. Und wo ein Führer steht bricht neuer Glaube aus der Volksseele Wo er jedoch fehlt, scheitert das an Kräften reichste Volk. Denn das Volk gleicht dem Heer: das Heer ist an sich eine Kraft, es wird aber eine Macht erst durch die Führung, die dieser Kraft die Richtung gibt. Und das Volk wird eine Macht erst durch den Führer, der seinem Wollen ein Ziel, seiner Sehnsucht eine Erfüllung gibt. Das unterscheidet ihn gerade von dem Parlamentarier, daß dieser sich von einer Masse führen lassen will, während sich der Führer das Volk in dem Sinn schmiedet, daß er Urkräfte frei macht, aus denen er selbst feine Berufung empfangen hat. Parlamentarische Zeiten sind darum ein gutes Feld für Demagogen, den wahren Erfolg aber haben für ihre Völker immer nur d i e Männer erftrib ten, die das Mandat nicht ans irgendwelchen Koalitionen nahmen, sondern ihre Genbuna in der eigenen Brust trugen. ♦ Die Geschichte mißt ein Zeitalter nicht nach dem Namen und dem System, sondern nach der L e i st u n g. Und sie wertet nicht den Einzelvorgang, sondern d,e aonte Lebenserscheinuna eines Volkes. In chrem Mittelpunkt steht der politische Wille. Ihr Gestalter ist der Charak - t e r. Besteht doch ein Volk nicht nur aus einer Reihe politischer Erscheinungen, wie es der Parlamentarismus so gern sehen will, sondern es umfaßt in Höhe und Tiefe alles, was an Lebensäußerung in den Menschen ruht. Weshalb auch der in die Irre gehen muß, der eine Reform der Zustände etwa von einem politischen Umschwung allein erhofft. Parlamentarier mögen sich damit genügen lassen, durch ihre Koalitiönsarithmetik ein politisches System wieder um einige Wochen „ge- pagne und die Schlammlöcher Flanderns trug Adolf Hitler seinen Glauben an Deutschland, bewies er ihn durch die Tat. Und aus diesem Glauben an Deutschland pflanzte er mitten in all der Not und dem Elend der ersten Nachkriegszeit fein Banner auf, griff er die deutsche Aufgabe an, so wie sie der Ruf der Geschichte an ihn richtete. lieber drei Jahre lenkt Adolf Hitler bereits die Geschicke des Deutschen Reiches. Sie haben ein neues Deutschland erstehen lassen, das herausgeboren wurde aus der Grabengemeinschaft des Weltkrieges und das getragen wird von jenem MW » j 'M" iiii HW (Prefse-Jlluftration-Hoffmann-M.) Gauleiter Sprenger gratuliert dem Führer. NSG. Zum Geburtslage des Führers hak Gauleiter und Reichsstatthatter Sprenger folgendes Telegramm an Adolf Hiller gerichtet: Mein Führer! Zu Ihrem heutigen Geburtstage, den Sie in bester Frische begehen, darf ich Ihnen persönlich und insbesondere auch namens der Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau herzliche Glückwünsche darbringen. 3n Ihrem neuen Lebens- und Kampsjahre werden Sie sich stets aus uns verlassen können. Heil! Sprenger. rettet" zu haben. Der wahre Führer weiß, daß die Entscheidung über sein Werk nicht in Parlamenten gesprochen wird, auch nicht auf d^m Felde der politischen Einzelerscheinung liegt, sondern steht und fällt mit der Frage, ob es ihm gelingt, in den Herzen aller den Brand zu entzünden, daß sie Jdeenträger werden und Hefe n n e r seines Willens Oftmals verlor sich im Lause der Jahrhunderte das deutsche Volk in die Irre. Die Zwietracht überschattete jede große Idee; die Kämpfe um Einheit und Freiheit, wie das Ringen um die wahre Führung, den Zusammenklang von Volk und Staat. Aber nach Weltkrieg, Umsturz, Inflation und geistigem Chaos erstand den Deutschen der Mann, der Volk und Staat zu einer Einheit schweißte und aus dem Gären und Brodeln der Meinungen das gestaltete, was Sehnsucht der Deutschen durch die Jahrhunderte war: das einige deutsche Volk! Durch die Kreide der Cham- Geiste soldatischer Pflicht, der stets „das wahre Wesen deutsch" ausmachte. Wenn wir alle in dieser Stunde einen Blick zurückwerfen auf die Spanne, die Deutschland seitdem durcheilte und an die großen Entscheidungen denken, die sie brachten, dann dürfen wir am heutigen Geburtstag des Führers und Reichskanzlers mit unseren herzlichsten Glück» und Segenswünschen und mit unserem Treugelöbnis für dielen besten deutschen Mann dankerfüllt und gläubig sagen: Deutschland ist auferstanden! Und es ist auferstanden unter der Führung und im Geiste des Mannes, von dem ein schwedischer Universitätsprofessor schrieb: Alle Nationen, die im Weltkrieg gekämpft haben, huldigen dem unbekannten Soldaten. In Paris ruht der unbekannte Soldat unter dem „Arc de triomphe". In London schläft er seinen letzten Schlaf unter dem schwarzen Marmor der Westminster-Abtei. In Berlin aber residiert er im Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße. Deutschland ist das einzige Land, in dem der unbekannte Soldat nicht tot ist, sondern lebt'" Frühe Jugend Adolf Hillers. Von H. A Hemz*) Hitlers Vater hatte die Absicht, seinen Sohn Adolf auf die Realschule nach Linz zu schicken, als er seinen Wohnsitz in ein Dorf namens Leonding, nicht weit von dieser Stadt, verlegte. Linz war damals die bedeutendste Stadt in Oberösterreich, sehr schön zu beiden Seiten der Donau in der Ebene gelegen. Ehrgeizig, wie Alois Hitler für seinen Sohn war, hielt er es für besser, ihn auf eine Realschule gehen zu lassen, als auf ein Gymnasium. Es schien ihm Zeitverschwendung, Jahre auf das Studium der toten Sprachen zu verwenden und er war der Meinung, daß Adolfs neuerdings in Erscheinung getretenes Talent zum Zeichnen in einer mehr praktisch geleiteten Schule größere Förderung finden würde. Sein Herzenswunsch war, daß sein Sohn einmal irgendwie in einer Staatsstelle Unterkommen und ebenso „etwas werden" sollte, wie er selbst etwas geworden war, und er betrachtete alles unter diesem Gesichtspunkt. Es kam ihm niemals in den Sinn, auf Adolfs eigene Neigungen Rücksicht zu nehmen. Ein Junge seines Alters hatte in dieser Hinsicht einfach nichts zu sagen, sondern nur zu tun, was befohlen wurde und zu glauben, daß der Vater alles am besten wußte. Alois Hitler gehörte noch zu der alten Schule von Eltern mit autoritativen Erziehungsgrundsätzen. So konnte ebensowenig wie in anderen Fällen aus» bleiben, daß er bei seinem Sohn scharfen und hartnäckigen Widerstand fand. Es zeigte sich bald, daß Adolf nicht die Absicht hatte, die für ihn bestimmte Laufbahn anzutreten. Er wollte Kunstmaler werden. Mit elf Jahren stand dieser Entschluß bei ihm fest und mit der ihm eigenen Zähigkeit stürzte er sich in einen unablässigen Kampf um dieses Ziel. Ein Wille stand hier gegen den anderen und keiner war bereit, auch nur einen Zoll nachzugeben. Adolf war in der Schule sehr aufnahmefähig und lernte mit erstaunlicher Leichtigkeit. Diese Tatsache gab ihm viel freie Zeit, um seinen Neigungen anderweitig nachzugehen als hinter seinem Pult. Wenn er konnte, lief er in die Wälder, freute sich in frischer Lust und Freiheit und stärkte seinen Entschluß, sich niemals in ein staubiges Büro einsperren zu lassen, was sein Vater auch immer sagen mochte. Der Sohn hatte diesen Kampf oft genug mit seinem Vater auszutragen. „Du wirst Beamter werden, mein Junge", bestand der alte Hitler und wollte sich über dieses Thema verbreitern. „Ich werde nicht!" erwiderte Adolf heftig. „Ich werde ein Maler werden." Es war aber vergeblich, dies feinem Vater begründen zu wollen. „Niemals, so lange ich nur einen Funken von Autorität in meinem Hause habe", unterstrich der Vater seinen Willen, aber die ganze Antwort, die er bekam, war: „Warte es nur ab, du wirst schon sehen!" Wenn es soweit kam, mischte sich die Mutter ein, um die Kluft wieder zu überbrücken. Diese Auseinandersetzungen, auf der einen Seite so hartnäckig geführt wie auf der anderen, störten den Frieden der Familie ein Jahr lang ziemlich. Nur weil Adolf ungern feine Mutter betrübt sah, ließ er es immer zu einem einigermaßen guten Abschluß solcher Gespräche kommen. Er entschloß sich, seinem Vater auf eine andere Weise beizubringen, daß fein Sinn auf die Malerei gerichtet war und auf nichts anderes. Absichtlich vernachlässigte er seine Schularbeiten, damit die immer wiederholten Klagen über ungenügende Leistungen, die sich auf allen Seiten feiner Uebungshefte häuften, feine Eltern überzeugten, daß er nicht umsonst sagte, er würde niemals^ ein Federfuchser werden. Aber trotzdem konnte Adolf nicht vermeiden, daß er in drei Fächern, die ihn interessierten, immer der erste in der Klasse war, nämlich im Zeichnen, in Geographie und vor allem in Geschichte. Offenbar hatte er im letzten Fach einen Lehrer mit einer einzigartigen Begabung, den Unterrichts- ftoff aus der trockenen Atmosphäre der Schulstube herauszuheben. Geschichte war für Adolf Hitler keineswegs nur Geschichte der Vergangenheit, toter und verschwundener Personen und längst verflossener Geschehnisse, Geschichte war für ihn die unmittelbare Grundlage der Gegenwart, mit lebendigen Beziehungen in die Zukunft. Der Geschichtsunterricht, den Adolf genoß, legte den Grund zu jener stetigen und weitreichenden Entwicklung seines Geistes, welche später nicht zum wenigsten von entscheidender Bedeutung für die Weltanschauung wurde, auf der er sein neues Deutsches Reich aufgebaut hat. Er war offensichtlich ein sehr nachdenklicher Junge und wir finden an dieser Stelle seiner Entwicklung auch die Anfänge von jenem entschlossenen Nationalismus, der später unsere Nachkriegswelt so in Erstaunen versetzte. Hitler konnte schon damals die Grenzen nicht verstehen, die rein gebietsmäßig und nicht rasse- mäßig bedingt sind, wie zum Beispiel zwischen den Deutschen Oesterreichs und denen des Reiches. Die * Diesen Aufsatz entnehmen wir dem Buche von H. A. Heinz „Germany's Hitler", dem in England erschienenen Buche über den Führer, das die Genehmigung der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums besitzt. (Wicking- Verlag, Berlin \V 9.) Berlin gratuliert dem Führer. Oie Reichshaupt im Festschmuck. - Begeisterte Kundgebungen vor der Reichskanzlei. in den Schaufenstern stehen Büsten und Bilder des Führer, umrahmt mit Frühlingsblumen. In der Wilhelmstrahe und am Wilhelmsplatz hat der Andrang der Volksgenossen schon sehr früh ein-^ gesetzt. Auf der Reichskanzlei ist die Standarte des Führers aufgezogen. Schon feit 6 Uhr früh stehen hier Hunderte und bald Taufende, Männer und Frauen jeden Alters, die den Wunsch haben, an diesem Tage ihrem Führer möglichst nahe zu fein. Unter den Tausenden der Gratulanten, die darauf warten, in die Reichskanzlei eingelassen zu werden, um sich in die Gratulationsbücher einzutragen, befinden fich mehrere hundert deutsche Mädels, von denen jedes einzelne einen Blu- menstrauh als Geburtstagsgeschenk mitbringt. hell und froh klingen die jugendlichen Stimmen beim Gesang der Lieder. Dazwischen ertönen Sprechchöre, in denen der Wunsch zum Ausdruck gebracht wird, den Führer sehen zu können. Eine Abteilung Hitler-Jungen nimmt mit ihren Fahnen unmittelbar gegenüber der Reichskanzlei Aufstellung. Im Vorgarten der alten Reichskanzlei ist die Kapelle der L e i b stan - d a r t e angetreten, um dem Führer das G e * burtstagsständchen zu bringen. die Liebe eines eigenen Volkes erwirbt, sondern zur gleichen Zeit auch zu einem moralischen Faktor für die ganze Welt wird! Der Führer hat in diesen drei Jahren den Mut gehabt, in einem Europa, das vor der Gefahr stand, an seiner eigenen senilen Unwahrhaftlgkett zugrunde zu gehen, der Wahrheit, auch wenn sie vorerst bitter war und Schmerzen bereitete, die Ehre zu geben. Er hat damit eine sterile Situation wieder fttisstg gemacht und in Bewegung gebracht. Mehr noch, er hat nicht nur das W a h r e gesagt sondern auch das Richtige getan. Damit wurde er für die auswärtige Politik das, was er für die innere deutsche Politik seit langem gewesen war: der große Vereinfacher, der die komplizierte und kaum noch entwirrbaren Gegensätze, die Europa in feine Bestandteile aufzulösen im Begriff waren, wieder auf das natürlichste und verständlichste Matz zurückführte. Der Friedensplan, den er kürzlich der Welt vorlegte, ist ein Meisterstück dieser konstruktiven und vereinfachenden Aufbaupolitik; er ist europäisch im besten und modernsten Sinne. Er wird zweifellos einmal von einer späteren Geschichtsschreibung als dos tiefste und befreiende Atemholen eines in seinen Gegensätzen schon fast erstarrten und leblos gewordenen Erdteils angesehen werden. Das alles sichert dem Führer das Vertrauen und die blinde Gefolgschaft der breiten Massen unseres Volkes. Die Liebe, die sie ihm entgegenbringen, gilt vor allem seiner Person, seiner tiefen und ergreifenden Menschlichkeit, die in all seinen Worten und Handlungen zum Ausdruck kommt. Als am 29. März spät nachmittags die ersten, in ihrer Größe uns alle überraschenden Wahlresultate über den Draht gingen, und die Aetherwellen eben der Welt den kraftvollsten Ausdruck des deutschen Wunders vermittelten, als es nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen und ging in der Reael gleich nach dem Nachmittagsunterricht nach Hause. Deswegen haben mir eigent- lich wenig von ihm gesehen, außer während der Schulstunden. War er aber sonst einmal in der Stadt, dann spielten wir Indianer. Wir konnten ihn alle sehr gut leiden, sowohl in der Schule als beim Spielen. Er war eigentlich nicht stärker als wir anderen, aber sehr unternehmend. Er hatte ,Schneids Er war kein Hitzkopf und doch ein größerer Draufgänger als die meisten anderen. Er vereinigte in sich zwei extreme Charaktereigenschaften, welche man nicht oft beisammen findet. Er war ein ruhiger Fanatiker. Die ganze Klasse betrachtete ihn als ihren Anführer. Seine liebsten Unterrichtsstunden waren Geschichte, Geographie und Deutsch. Der Geschichtslehrer war oft sehr erstaunt über Hitlers großes Auffassungsvermögen. Unser Deutschlehrer war Dr. huemer. Er ließ Hitler mit besonderer Vorliebe wiederholen, d. h. irgend etwas wurde uns laut vorgelesen und dann mußte es einer der Jungen mit eigenen Worten nacherzählen. Hitlers Wiederholung war in der Regel ein gut Teil unterhaltsamer als das Original. Hitler war auch gut im Turnen. Er war während seiner ganzen Schulzeit Vorturner unserer Klasse. Eigentlich kümmerte er sich weniger darum, was er erlernen sollte, sondern nur um das, was er lernen wollte, hatten wir gerade einen Unterrichtsstoff, der ihn nicht interessierte, so las er wohl auch den „Lederstrumpf" oder ähnliche Bücher. In Fächern, die er liebte, wie z. B. Geschichte, zeigte er aber die größte Aufmerksamkeit. Unsere Schlachten kämpften wir untereinander in unseren Jagdgründen in den Donau-Auen aus. hier war Hitler in seinem Element. Es konnte ihm nicht heiß genug zugehen und man sah ihn immer dort, wo der Gegner am stärksten war. Er geriet dabei immer in großes Feuer. Hitler legte, wie die meisten von uns, sehr viel Wert darauf, als Deutscher zu gelten. Je schärfer die Maßnahmen der Regierung waren, um diese nationalen Regungen zu bekämpfen, um so verbissener hielten mir aus. Bismarck war für uns der große Nationalheld. Die österreichischen Behörden hielten ihn natürlich nicht in gutem Andenken. Das Bismarcklied und mit ihm eine Menge anderer deutschen Hymnen und Gesänge dieser Art waren verboten. Es war sogar em Verbrechen, ein Bild von Bismarck zu besitzen. Und obwohl unsere Lehrer persönlich wohl denken mochten, daß wir Jungen mit unserer Anschauung im Recht waren, hatten sie uns doch wegen des Singens solcher Lieder streng zu bestrafen und unsere deutschen Gefühle öffentlich zu verurteilen. Berlin, 19. April. (DNB.) Zum Geburtstag des Führers hielt Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag über alle deutschen Sender folgende Rede: Weine Volksgenossen und Volksgenossinnenk Am morgigen Montag begeht der Führer seinen 4 8. Geburtstag. Wie in den Jahren vorher seit der Machtergreifung nehme ich diese Gelegenheit wahr, um anläßlich dieses festlichen Ereignisses zur ganzen deutschen Natton zu sprechen. Ein Volk gedenkt an diesem Tage in seltener Einmütigkeit und nie dagewesener Geschlossenheit des Wannes, der für alle Deutschen im Reich und über die Grenzen hinaus in allen Ländern und Teilen der Erde Inbegriff der deutschen Wiederauferstehung und Symbol des erstarkten und neuaufgerichteten Reiches geworden ist. Dieses Volk möchte am morgigen Tage dem Führer seine Liebe und Verehrung bekunden, möchte ihm aber auch seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen für sein menschliches und geschichtliches Wirken. Es sind das alle die ungezählten Millionen, die ihm am 29. März dieses Jahres ihre Stimme gaben und damit feierlich bestätigten, daß sie in ihm den Glauben an unsere nationale Zukunft, an die Sicherheit und an die Ehre des Reiches verkörpert sehen. Niemals In der Geschichte aller Zeiten hat ein Wann so wie er das Vertrauen und das Zusammengehörigkeitsgefühl eines ganzen Volkes auf feine Perfon vereinigt. Ich bin glücklich in dem Bewußtsein, am heutigen Abend der Dolmetsch all dieser Empfindungen sein zu dürfen. Wir stehen augenblicklich noch mitten im Aufbauwerk des Führers. Jeder von uns hat sich noch mit Sorgen und Bedrängnissen mannig- facher Art abzumühen und die Aufgaben, die, manchmal kaum in Angriff genommen, noch der Lösung harren, sind ungezählt. Auch konnten selbst- verständlich in den drei Jahren des Wirkens Adolf Hitlers nicht alle Spannungen und Differenzen, nicht alle Mißverständnisse und Reibungspunkte im deutschen Volke beseitigt werden, aber in einem sind wir uns alle einig: daß Deutschlands Führung bei Adolf Hiller in den besten, treuesten und zuverlässigsten Händen liegt und daß damit in ihm. in feiner Person und in feinem menschlichen und politischen Wirken die Sicherheit gegeben ist. daß auch die letzten Probleme zu ihrer Zeit die ihnen gemäße orgaüische Lösung finden werden. Er steht über allen Sorgen und Unzulänglichkeiten des Alltags wie ein Fels im Weer. der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Die Ausstrahlungen seines geschichtlichen handelns sind dem ganzen deutschen Volke schon so tief in Herz und Seele eingedrungen, daß es sich vollkommen zu erübrigen scheint, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Das ist auch nicht die Absicht, die mich veranlaßt, am heutigen Abend zu seinem morgigen Geburtstag zu reden. Ich will über i h n persönlich sprechen. Die ganze Welt kennt ihn als Staatsmann und Führer; wenigen aber nur ist es vergönnt, ihn aus nächster Nähe als M e n sch zu sehen und sein rein persönliches Wirken täglich mit tiefer Beglückung zu verspüren. Millionen Deutsche haben im Innersten getroffen aufgehorcht, als er bei seinen Reden zur Wahl am 29. März dieses Jahres in ergreifenden Worten, aus denen man die innere Bewegung heraushörte, davon sprach, daß er dem deutschen Volke drei Jahre lang Kraft gegeben habe, daß das deutsche Volk nun seinerseits ihm Kraft geben müsse, daß er die Nation so oft im Glauben stärkte, daß die Nation ihn jetzt im Glauben bestär- k e n müsse. Wie oft haben wir aus seiner nächsten Umgebung in den vergangenen Jahren feststellen können, wie notwendig Kraft und Glauben sind, um sein Werk zu tragen und zu verantworten. kein Tag und keine Nacht vergeht, keine Stunde verrinnt im Gleichmaß der Zelt, die für ihn nicht ein gerütteltes Wah von Arbeit und Sorgen mit sich brächte. Es ist vielfach so. daß ein Volk die Erfolge einer großen Politik fast wie selbstverständlich hintttrnrnt und fich allmählich sogar daran gewöhnt. Es hat dann kaum noch einen Begriff davon, wie viel Anstrengungen, wieviel Wut, wieviel Entschlußkraft und Verantwortungsfreudigkeit daran gewandt werden müssen, um sie überhaupt möglich zu machen. Die meisten Menschen werden fich dessen erst bewußt, wenn neben den Erfolgen die Gefahren auftauchen; jene Gefahren, die der weitblickende Staatsmann immer gesehen und immer in Rechnung gestellt, mit denen er sich im einsamen Ringen früh und spät und bis in die tiefen, schlaflosen Nächte hinein auseinandergesetzt hat. Je größer uns heute das Wunder der deutschen Wiederaufrichtung erscheint, um so größer muß uns das Wunder erscheinen, daß ein Mann in einer Zeit vollkommener Hoffnungslosigkeit, die weiteste Kreise seines Volkes ergriffen hatte, den Mut und das starke und unerschütterliche Herz dazu aufbrachte. Es ist nicht leicht, ein am Boden liegendes Volk wieder hochzuheben; dazu bedarf es nicht nur der Klugheit, sondern auch der Kühnheit. Was aber bedeutet es erst, wenn ein Wann, der die Atlaslast dieser Verantwortung auf sich nimmt, sich dabei nicht nur das Vertrauen und Berlin, 20. April. (DNB.) Schon am Sonntagabend gegen 10 Uhr versammelten sich vor der Reichskanzlei am Wilhelmsplatz Hunderte von Menschen, um als erste dem Führer um Mitternacht den Glückwunsch der Berliner Bevölkerung barbringen zu können. Gegen Mitternacht war die Menschenmenge auf T a u s e n d e von Personen angewachsen, die im Sprechchor immer wieder nach dem Führer verlangten und riefen „W i r gratulieren!" Als kurz nach 12 Uhr der Führer auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien, da überfluteten die Tausende im Nu die gesamte Sttaße vor der Reichskanzlei, und ein minutenlanges Jubelbraufen dankte dem Führer dafür, daß er den Berlinern Gelegenheit gegeben hatte, als erste ihm an feinem Geburtstage erneut ihre Liebe und Treue zu bezeugen. Die Reichshauptstadt steht heute seit den frühesten Morgenstunden ganz im Zeichen dieses festlichen Tages. Ueberall flattert die stolze Hakenkreuz- sahne, vielfach sind ganze Häuserfronten förmlich bedeckt mit Fahnen. Straßenbahnen und Omnibusse und Tausende von privaten Kraftwagen sind mit Fähnchen geschmückt. An den Fronten der großen Geschäftshäuser sind vielfach Girlanden angebracht, In der unmittelbaren Nachbarschaft fanden mir auch das Bauernhaus, in welchem die Familie Hitler einst lebte. Es hat seitdem oft die Besitzer gewechselt, weshalb uns der gegenwärtige Bewohner nichts über die früheren Eigentümer sagen konnte. Dennoch aber trafen wir in Leonding einen dritten Schulkameraden des jungen Adolf. „Manch, mal gingen wir miteinander auf die Apfelbäume", erzählte er, „wie es die Kinder hier herum zu tun pflegen. Ich erinnere mich, daß Hitler niemals au essen begann, bevor jeder andere auch einen Apfel hatte. Sonst teilte er den eigenen mit den Kameraden. Manchmal saß er auf der Kirchhofmauer und betrachtete unverwandt die Sterne. Niemand kümmerte sich um ihn, der in den nächtlichen Himmel Oesterreichs hinaufblickte." Kehren wir zu Hitlers Vaterhaus zurück. Dort löste sich die Spannung wegen Adolfs Berufswahl und Zukunft mit ttagischer Plötzlichkeit. Auf dem Rückweg von einem Nachmittagsbesuch bei einem Nachbarn wurde der Vater auf der Sttaße von einem Herzschlag getroffen und entschlief in den Armen eines Vorübergehenden. Dies geschah am 5. Januar 1903, als Adolf 13 Jahre alt war. Hitlers Mutter Klara fühlte sich zunächst verpflichtet, an den Plänen ihres Mannes mit dem Jungen festzuhalten. Infolgedessen setzte er die nächsten drei Jahre den Schulbesuch fort, um Beamter zu werden. Dann aber wurde Adolf krank und mußte längere Zeit mit einer Lungenentzündung zu Bett liegen. Nach seiner Gesundung überzeugte der Arzt Frau Hitler, daß das Leben in einem Büro nicht das Beste für den Jungen wäre. Zunächst dürfe er mindestens ein Jahr auch nicht in die Schule gehen. So entschloß sich die arme Mutter, den Wünschen des Jungen, Maler und Zeichner zu werden, keinen Widerstand mehr entgegen zu setzen. Aber auch jetzt wurden seine Hoffnungen nochmals enttäuscht. Nach einer längeren Krankheit, die die geringen Ersparnisse ihres Mannes völlig aufgezehrt hatte, starb auch die Mutter am 21. Dezember 1908. Nichts blieb für Adolf übrig, als eine kleine Waisenrente, ungenügend, um Körper und Seele beisammen zu halten. Das Haus wurde verkauft und mit 18 Jahren sah sich Adolf Hitler vor die Notwendigkeit gestellt, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Er war sich keinen Augenblick unschlüssig, was er nun zu tun hatte. Er ging nach Wien, um dort Kunstschüler zu werden und in die romantischen und abenteuerlichen Reihen jener einzutreten, die zu jeder Zelt zufrieden waren, von einem harten Stück Brot zu leben, austechterhalten von ihrem Idealismus und der herrlichen Kameradschaft ihrer Mitstudenten, ebenso begeistert und ebenso arm wie sie selbst. Llnser Führer Adolf Hiller! Ganz Deutschland grüßt seinen Führer durch Minister Dr. Goebbels Hitler besuchte unsere Realschule vier Jahre lang, bis er plötzlich krank wurde. Zu meinem Bedauern habe ich dann nichts mehr von ihm gehört. Erst nach vielen Jahren begegnete mir wieder sein Name in den Zeitungen. Es war damals zu lesen, daß er sich in Müncken mit Politik abgäbe. Ich sah ihn wieder im Jahre 1926. Damals ging ich zu seiner Wohnung, und er war sehr erfreut, vom alten. Linz zu hören. Er lud mich ein, ihn hie und da zu besuchen. Ich habe Mps auch einige Male getan, und er war immer sehr freundlich zu mir, immer der alte Schulkamerad." Ich wurde auch noch mit einem anderen Karne- raben von der Linzer Realschule bekannt, der im allgemeinen dasselbe über Adolf Hitler zu erzählen wußte. Eine interessante Einzelheit fügte er aber hinzu: „Für kurze Zeit wohnte Hitler damals bei einer alten Bürgersfrau. Diese erzählte mir, wie der Junge immer Kerzen gekauft habe und sie sich nicht vorstellen konnte, wozu er bei Nacht immer Licht brauche. Bei einer Gelegenheit Überraschte sie ihn und fand ihn über Karten gebeugt, sehr geschäftig darauf mit Farbstiften herumzeichnend. Sie fragte ihn, was um alles in der Welt er da macke. Hitler blickte aber nur auf und sagte: .Karten studieren.' Dieser Schulkamerad zeigte mir als einen besonderen Schatz ein Aquarell, das er selbst als Junge einmal begonnen und das Hitler für ihn fertig gemalt hatte. Man sah daraus eine malerische kleine Mühle in den Bergen, und es war leicht festzustellen, wo der eine Künstler aufgehört und der andere begonnen hatte. ,Hitler war unser bester Zeichner', sagte er. ,Er wandte bei feiner Malerei Farbtöne an, die uns anderen niemals gelangen und stellte die Gegenstände so lebenswahr dar, daß wir alle erstaunt waren.'" Ich besuchte Leonding in Begleitung dieser beiden Jugendfreunde Adolf Hitlers. Wir gingen dieselbe Straße, die er vier Jahre lang täglich hin und her zurückgelegt hatte, einen grünen Rucksack mit seinen Büchern und Bleistiften auf dem Rücken. Der Weg windet sich größtenteils Hügelketten hinauf, denn Linz liegt unten an der Donau. Dann kamen wir durch Felder und Wiesen, in denen hie und da niedrige dicke Türme standen, Ueberbleibsel der napoleonischen Zeit, in der von hier aus die Donau bewacht wurde, zur Rechten die Kürnburg, wo das Niebelungenlied entstanden fein soll. Etwa eine Stunde gingen wir, bis wir an die verstreuten Häuser von Leonding kamen. Es ist ein echtes kleines Hochlanddorf, wie es nur in Bayern und Oesterreich denkbar ist. In der Mitte liegt die Dorfkirche und ein paar Schritte weiter auf der anderen Seite der Straße der verwachsene Fiedhof. Hier besuchten wir das Grab von Hitlers Eltern. damalige Lage lehrte ihn zu unterscheiden zwischen dem Nationalgefühl eines ganzen Volkes und einem bloß dynastischen Patriotismus. Er merkte bald, daß Oesterreich niemals eine „Nation"gewesen war, sondern nur das reiche Jagdgebiet eines im 17. Jahrhundert zur Herrschaft gekommenen Hauses. Alles dies ist natürlich allgemein bekannt und gehört heute der Vergangenheit an, es muß an dieser Stelle aber angeführt werden, um die entscheidenden Einflüsse zu zeigen, welche auf den außerordentlich aufnahmefähigen Jungen Adolf Hitler eingewirkt haben. Er wandte den Geschichtsunterricht seines Lehrers Dr. Pötsch ständig auf die täglichen Ereignisse und Gespräche seiner Umwelt an und legte dadurch unbewußt die Grundsteine für eine zukünftige aktive Politik von bisher unvorstellbaren Ausmaßen. Mit den Schwierigkeiten der damaligen Zeit mußte er natürlich auch feine praktischen Erfahrungen machen. Schon in der Dorfschule hatte der wilde Junge aus dem Waldoiertel und andere Gesinnungsgenossen die Gepflogenheit, beim Gesang der österreichischen Nationalhymne den Text eines deutschen Liedes mitzusingen. Es gab dann die unvermeidlichen Schläge, aber mit dem ebenfalls unvermeidlichen Ergebnis einer Stärkung des jugendlichen Widerstandes. Später, wenn in der Linzer Realschule ein Junge mit einer Kornblume hinter dem Ohr — dem Zeichen der Reicksfreundlichkeit — angetroffen wurde, stürzte sich der Direktor über 5 ihn, wie ein Wagen voll Ziegelsteine, und er konnte einiger Stunden Arrest sicher sein. Wenn anläßlich eines Turnfestes eine Anzahl deutscher Turner aus dem Reich herüberkamen und die Gunst der Bevölkerung zu erringen versuchten, so mußten die Schuljungen sehr vorsichtig sein, um nicht in den Verdacht zu geraten, daß sie unerlaubte Verständigung mit ihnen suchten. Wenn sie dieser- halb von irgend jemand verpetzt wurden, so erhielten die Schuldigen eine Eintragung^ ins Klassenbuch für schlechtes Benehmen. Adolf störte das nicht. Für ihn war nur sein Deutschtum entscheidend. Aus solchen kleinen Erlebnissen heraus entspann sich der Kampf, der später sein ganzes Leben ausfüllen sollte. Adolfs eifriges Studium des Deutsch-französischen Krieges ebenso wie sein Interesse und Verständnis für Geschichte machten ihn schon in diesem Alter sehr vertraut mit den politischen Verhältnissen Mit- teleurovas während des letzten Jahrhunderts. Nur o ist fein glühender Eifer für das Deutschtum und eine entschiedene Haltung in der Nationalitäten- rage zu verstehen. Er könnte uns als ein etwas überreifer und altkluger Knabe erscheinen. In Wirklichkeit war dies keineswegs der Fall, sondern er war nur ein Junge von brennender Begeisterungs- fäbinfeit und sehr durchdringendem Verstand. 1916 starb der alte Kaiser Franz Joseph und fein Nachfolger wurde der unglückliche Mann, der zwei Jahre später elend in der Verbannung starb, fluchbeladen wegen feiner Bemühungen, Deutschland im Sticke zu lassen und einen Sonderfrieden mit den Alliierten zu schließen. Diese kaiserlichen und königlichen Hoheiten und die wurmstichigen Auffassungen, die sie vertraten, stellten die politische Wett dar, in der ein Knabe und später ein junger Mann aufwuchs, dem es beschicken sein sollte, sie so in die Vergessenheit zu befördern, wie dies noch nie zuvor geschah. Einst nur ein Schuljunge in Linz und dann ein unbekannter Frontsoldat, der Schulter an Schulter in den Schützengräben zusammen mit ebenso unbekannten Kameraden kämpfte, das war Adolf Hitler. Nicht einer hat den Aufstieg Adolf Hitlers vor- hergesehen. Wenn irgend jemand im Jahre 1916 dem Kaiser Franz Joseph vorausgesagt hätte, daß die Habsburger verschwinden und daß die Geschichte völlig darüber hinweggehen würde; wenn irgend jemand dem Kaiser Wilhelm gesagt hätte, als er im November 1918 in Spa überlegte, ob er fliehen sollte oder nicht, daß die Lenkung der Geschicke des Vaterlandes aus seinen schwachen Händen hinübergleiten sollte in die unendlich stärkeren eines einfachen Soldaten aus seinen Schützengräben, _ von dem bisher niemand außer seinem Kompanieführer jemals etwas gehört hatte; wenn irgend jemand noch im Jahre 1932 dem verehrungswürdigen Reichspräsidenten von Hindenburg erzählt hätte, daß der Frontsoldat aus München, der eine so unruhige und geräuschvolle Partei gegründet hatte, einmal die letzte Hoffnung eines vor dem endgültigen Zusammenbruch stehenden Landes sein würde, Kaiser und Reichspräsident würden in gleicher Weise diese Idee in ungläubiger Ablehnung empört von sich gewiesen haben. In der Tat, hätte irgend jemand etwa gar schon im Jahre 1903 dem Direktor der Realschule in Linz vorhergesagt, daß dieser Junge, den er eben gescholten und eingesperrt hatte, weil er mit einer Kornblume in die Schule gekommen war, einmal berufen sein sollte, die deutsche Welt als ihr Führer und Retter zu regieren, es wäre ihm schwer gefallen, dies zu glauben. Und doch sollte es so kommen. Sein nachdenkliches Geschichtsstudium brachte den österreichischen Jungen folgerichtig zu seiner Auffassung vom Werte und der Wurde einer starken völkischen Verwurzelung und verlieh ihm einen glühenden Stolz. Adolf Hitler fühlte sich durch und durch deutsch, deutsch bis ins Mark. Angesichts der neueren Entwicklung in 'Oesterreich ist es bemerkenswert, daß die Proklamation der österreichischen Regierung, die um 3 Uhr nachmittags an jenem schicksalsschweren 18. November 1918 vor der deutsch-österreichischen Nationalversammlung im Herrenhaus am Franzensring in Wien verlesen wurde, auf den Buchstaben genau all die leidenschaftlich nationalen Gedankengänge des jungen Hitler zu erfüllen schien. „In dieser Stunde", so erklärte Dr. Renner, der damals nach dem Zusammenbruch die neue österreichische Verfassung entworfen hatte, „sollen die Deutschen in aller Welt wissen, daß wir e i N Volk mit einer gemeinsamen Bestimmung sind." Aus Berlin kam aber keine Antwort. Die deutsche Regierung war dort mit einer Hydra von dringenden inneren Fragen beschäftigt. Seitdem hat sich ja das Blatt der europäischen Politik gewendet, aber diese Einzelheiten sind notwendig, um die gewaltigen Eindrücke aufzuzeigen, welche auf Hitler während seiner Kindheit und Jugend und in seinen ersten Nachkriegsjahren einwirkten. In der Absicht, aus erster Quelle etwas über Hitlers Schulzeit zu erfahren, besuchte ich Linz, wo er, wie gesagt, die Realschule besuchte. Ich traf dort eine Reihe von seinen früheren Schulkameraden. Es war nicht leicht, diese aufzufinden, denn die meisten seiner Mitschüler find heute natürlich in alle Winde zerstreut. „Ich lernte ihn", erzählte einer von ihnen, „im Jahre 1901 hier in der Realschule kennen. Wir waren 32 Schüler in der Klasse, falt alle gleichen Alters. Hitler wohnte nicht in Linz selbst, sondern ganz in der Nähe in einem Ort namens Leonding. Er aß irgendwo in der Umgebung der Schule zu Mittag Welt kaum noch einen politischen Menschen gab, der um diese Stunde mit seinen Gedanken nicht bei dem Manne weilte, der der Schöpfer und Gestalter dieses Wunders war, da sitzt er in seiner Wohnung in Berlin inmitten einer Gruppe von Jungmädel des BDM., die aus allen Zonen des Reiches zum Wil» Helmsplatz gekommen sind, um mit 'bescheidenen Blumensträußchen ihre Liebe und Anhänglichkeit zum Ausdruck zu bringen, beim Kaffee, läßt sich von ihren Freuden und Sorgen erzählen, schenkt jedem Wort und jeder Freundlichkeit seine ganze Aufmerksamkeit und ist dabei nicht eine Sekunde abwesend von ihnen. Das Wunder eines Menschen, den das kleine und scheinbar bedeutungslose der neuen Welt fesselt und der aus der Sammlung des kleinen und scheinbar Bedeutungslosen die kraft schöpft zum Großen und weltenbewegenden. Das deutsche Volk vor ihm war nie ein Wett- volk im letzten Sinne dieses Wortes. Er hat ihm den willen dazu eingegeben. Die gelassene würde, mit der er das Reich vertritt, ist für die ganze Ration vorbildlich. Die Einfachheit seiner Repräsentation verbindet sich sinnnvoll mit der Monumentalität seines geschichtlichen wirkens. Großzügigkeit Dingen und Menschen gegenüber, die sie verdienen, paart sich bei ihm mit Heftigkeit Dingen und Menschen gegenüber, die sie erforderlich machen. Er heißt nicht nur der Führer, er i st der Führer. Sein Verhältnis zu Kindern ist für uns alle immer aufs neue bewegend und ergreifend. In voller Zutraulichkeit treten sie an ihn heran, und mit derselben Zutraulichkeit begegnet er ihnen. Kinder müssen wohl das natürliche Empfinden haben, daß er mit dem Herzen und mit der Seele zu ihnen gehört. Vielleicht sagt ihnen eine dunkle Ahnung, daß es ihm allein zu verdanken ist, wenn für deutsche Kinder ein deutsches Leben wieder lebenswert wurde. Als der Führer am 28. März, dem Vorabend des großen deutschen Bekenntnistages, von Köln aus seinen letzten Appell an das deutsche Volk richtete, ging es wie eine tiefe Erschütterung durch die ganze Ration. Man hatte das Gefühl, als sei Deutschland in ein einziges großes, alle Stände, Berufe und Konfessionen umschließendes Gotteshaus verwandelt worden, in dem nun fein Fürsprecher vor dem hohen Stuhl des Allmächtigen trat, um Zeugnis abzulegen für fein Werk und feine Gnade und feinen Schuh zu erflehen für eine Zukunft, die noch ungewiß und undurchdringlich vor unseren Augen lag. Es war ein Anruf an das Schicksal, wie er in dieser lapidaren Monumentalität bisher in deutscher Sprache noch nicht vernommen wurde. Wir sahen in Köln scharfe und eifenfefte Männer, die mancher Gefahr getrotzt hatten, bei den letzten Worten des Führers in Tränen ausbrechen. Es war uns, als könnte dieser Aufschrei eines Volkes nach Freiheit und Frieden vor dem Himmel gar nicht ungehört verhallen. Das war Religion im tief ft en und geheimnisvollsten Sinne. Da bekannte sich eine Ration durch ihren Sprecher z u Gott und legte ihr Schicksal und Leben vertrauensvoll in feine Hände. Wir fuhren dann auf kurzen, menschenleeren Umwegen zum Bahnhof, faßen im verdunkelten Abteil des fast geräuschlos dahingleitenden Zuges zusammen und schauten wortlos auf die schnell entschwindenden Städte und Dörfer dieser arbeitsreichen deutschen Provinzen. Fern lohten durch die Nacht die Essen und Hochöfen des Ruhrgebietes, Tausende und aber Tausende von Lichtern glitzerten über die Felder herüber, dort weit unten dröhnten wohl die Hämmer, sangen die Maschinen, ratterten die Bohrer und heulten die Sirenen: das Lied der Arbeit, das auch jetzt njcht verstummte. Auf den Bahnhöfen, auf denen wir kurz Halt machten, standen dichtgedrängt die Menschen: sie waren wohl einer geheimnisvollen, stummen inneren Aufforderung gefolgt und winkten und jubelten noch einmal dem Manne nach, dessen Stimme sie angerufen hatte. Er aber saß schweigend am Fenster seines Abteils und fuhr durch fein Land, fuhr durch fein Volk und hatte wohl in dieser Stunde das beglückende Gefühl, ganz tief und wohlgeborgen im herzen feiner Ration zu ruhen. Und am anderen Tage strömte nun dieses Herz aus; da gingen sie zu den Wahlurnen, festen und sicheren Schrittes, in Nord und Süd und Ost und West, jung und alt und hoch und niedrig und halfen ihm das unerschütterliche Fundament bereiten, auf dem er stehen sollte, wenn er nun im Namen dieses ganzen Volkes mit der Welt spricht, um seine nationalen Lebensrechte zu verteidigen. Wo anderswo auf dem weiten Erdball steht ein Staatsmann so sicher wie er? 3n der ganzen Well mit Achtung umgeben, von seinem Volke aber geliebt! Das ist das höchste, was ein Mensch in diesem Erdenleben erreichen kann. Morgen nun werden von überall her, wo Deutsche wohnen, die Glück- und Segenswünsche zu ihm emporsteigen. Möge ein gütiges Schicksal ih m Gesundheit, Kraft und eine gesegnete Hand geben und uns ihn noch lange, lange erhalten; denn wenn er bei uns ist, dann wird alles wohl geraten. Er ist uns, was er uns war, und er wird uns bleiben, was er uns ist: Wer Silier! „Mein Kamps" ans Pergament. Oie Geburistagsgabe der deutschen Beamten für den Führer. Berlin, 20. April. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" meldet: Zum 20. April, als einem läge der Freude und des Stolzes für das ganze deutsche Volk, hat der Reichsbeamtenführer Hermann Neef dem Führer und Reichskanzler namens der Deutschen Beamtenschaft in Ehrerbietung und Treue die herzlich st en Glückwünsche der deutschen Beamten ausgesprochen. In dem Schreiben heißt es: „Möge das gütige Geschick, das nach langen Jahren der Schmack und Not Sie zum Retter und Reformator des Deutschen Volkes werden ließ, auch in der Zukunft den friedlichen Aufbau und Aufstieg Deutschlands unter Ihrer starken Führung segnen. Als äußeres Zeichen der unlösbaren Verbundenheit zu Ihnen und Ihrer Mission, mein Führer, bittet Sie die Deutsche Beamtenschaft In meinem Ramen Ihr werk „Mein Kampf, das zum Buch der Deutschen geworden ist, und das die deutschen Geschicke auf unabfehbare Geschlechterfolgen unverlierbar bestimmt, auf Hautpergament geschrieben als Geburtstagsgabe entgegenzunehmen. Die Deutsche Beamtenschaft, noch vor wenigen Jahren politisch-weltanschaulich zerrissen und dem Spiel volksfremden Jnteressentums ausgeliefert, will damit vor der Geschichte bekunden, daß sie g e- schlossen dem Ziel verschworen ist, das Sie, mein Führer, dem deutschen Volke gerate- sen haben und dem es in einer in der Geschichte ohne Beispiel dastehenden Einheit und glä- big en Hingabe folgt." Bei der Geburtstagsgabe, deren Ueberreichung in den Glückwunschschreiben angekündigt wird, handelt es sich um eine künstlerisch gestaltete Wiedergabe des Werkes „Mein Kampfs in einer durch- gebildeten Schönschrift auf echtem Hautpergament in einem mit geschmiedeten Platten bekleideten Einband. Die deutsche lugend vor dem Berlin, 20. April. (DNB.) Die deutsche Jugend entbot am 20. April um Punkt null Uhr dem Führer durch eine Ringsendung des deutschen Rundfunks, die von Jungen und Mädels aus den fünf Obergebieten der Hitler-Jugend gestellt wurde, als e r st e r Gratulant die Glückwünsche zu seinem Geburtstage. Obergebietsführer C e r f f leitete die Sendung mit einer kurzen Ansprache ein: „In dieser mitternächtlichen Stunde zu Beginn 2hres Geburtstages grüßt Sie, mein Führer, die deutsche Iugend über die wellen des Aethers. Sie will unter den Gratulanten der erste fein.“ Als erstes Obergebiet der HI. meldet sich München: „Hier ist München, die Haupt st a d t der Bewegung, hier ist der deutsche Süden". Abwechselnd sprechen nun Jungen und Mädel aus allen Gebieten des deutschen Südens dem Führer ihre Glückwünsche aus. Sie schließen mit dem Gelöbnis: „W i r wollen dir versprechen, unsere Pflicht zu tun, heute als Jungen und Mädels, morgen als Männer und Frauen des deutschen Volkes. Wir möchten, daß unser Glaube und unsere leuchtenden Augen dir, Adolf Hitler, Sonnenschein sind in deinem Leben und in deinem Kampf für Deutschland." Nach Fanfarenklängen eine andere Stimme: „Hier spricht der freie Westen!" Nun erzählen Jungen und Mädel von dem unvergeßlichen Erlebnis des 7. März, als die deutschen Soldaten wieder in die befreite Westmark einzogen. Wir hören dazu den Marschtritt der marschierenden grauen Kolonnen der jungen deutschen Wehrmacht. Aus der Waffenschmiede des Deutschen Reiches entbietet die Jugend des deutschen Westens dem Führer als dem ersten Arbeiter der deutschen Nation drei Hammerschläge zum Gruß. Und wieder eine andere Stimme: „Hier grüßt der Norden!" In plattdeutscher Mundart sprechen nun helle Pimpfenstimmen dem Führer die Glückwünsche der Jungen und Mädel von der Waterkant aus. Sie schließen ihre Sendung mit dem alten als erster Gratulant Führer. niederdeutschen Trutzlied: Lever dod a s Slav ! Kaum sind diese Klänge verhallt, so meldet ein Hitlerjunge: „Hier spricht die Jugend des deutschen O st e n s. Unser Geschenk an Dich find u n - serejungen Herzen und der tiefe Glaube an Dich und Deine Berufung. So geloben wir Dir, unserem Führer, unerschütterliche Treue und Gefolgschaft bis zum letzten Atemzuge als der neue junge Orden Deines Reiches im O ft e n." Und schließlich als letztes Obergebiet: „Hier spricht die Jugend aus des Deutschen Reiches Mitte!" Die Jugend der Gaue Halle-Merseburg, Sachsen, Thüringen und Magdeburg-Anhalt gelobt dem Führer in schlichten Worten aufs neue unverbrüchliche Treue. ReichsjugenWhrer Valdur von Schirach faßte sodann alle Glückwünsche und Treuegrüße der Jugend aus dem ganzen Reich noch einmal in einer Ansprache an den Führer zusammen. „Tiefbewegt", so sagte er u. a., „schaut Ihre Jugend, mein Führer, zu Ihnen empor, und selbst der kleinste Junge weiß: Ihr Leben Ist das deutsche Leben, Ihr Geburtstag ist der deutsche Geburtstag. Mögen die Millionen und aber Millionen unserer nationalsozialistischen Jugendbewegung noch recht jung sein, sie alle find mit Ihnen, mein Führer, so eng verbunden, wie es Worte gar nicht auszusagen vermögen. Es ist nicht nur das, daß wir uns Hitlerjugend nennen und so schon rein äußerlich vor der ganzen Welt Ihre ureigenste Jugend find. Es ist vielmehr das Gefühl, das heute in jedem Jungen und Mädchen lebendig ist, daß Sie, mein Führer, über diese Jugend wachen und Ihre Sorge, Ihre Arbeit, Ihr Wille und Ihre Kraft dieser Jugend gilt. Mit der ganzen Inbrunst eines dankerfüllten herzens wünsche ich Ihnen zugleich im Ramen der jungen Generation Ihres Volkes, daß diese Generation Ihrer immer würdig fein möge. Wir wollen uns selbst erziehen zu der Treue, Opferbereitschaft und Kameradschaft, die Sie uns in guten und schweren Tagen vorgelebt haben. Wir wollen so, wie Sie, mein Führer, es vollbracht haben auch unsererseits versuchen, uns selbst zu vergessen im Gedenken an das Reich. So wollen wir als Ihre jungen Kämpfer den Weg des deutschen Schicksals gehen und Ihr Werk von Generation zu Generation weitergeben, um es auf den Schultern der Iugend in das kommende Jahrtausend zu tragen. Das geloben wir Ihnen, mein Führer, an Ihrem heutigen Geburtstag für heute, morgen und immerdar.“ Der dumpfe Klang der Jungvolktrommeln beendete die eindrucksvolle Feier der Hitlerjugend zu Ehren des Führers. Auszeichnungen durch den Führer Berlin, 20. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat zum heutigen Tage folgende Auszeichnungen verliehen: a) Den Adlerschild des Deutschen Reiches: dem Professor Geh. Reg.-Rat mag. Dr. Gustav lammann in Göttingen; b) die Goethemedaille für Wissenschaft und Ä u n ft: dem Prof. ©eg. Reg.- Rat Dr. Reinhold Sckmaltz in Altlandberg, dem Prof. PH. Wonrsch in Altona; c) den Titel Professor: dem Konterpianisten Wilhelm Backhaus in Bioggio Lugano, dem Komponisten Franz v. B 1 o n in Berlin-Wilmersdorf, dem Komponisten und Dirigenten Dr. Gerhard v. Keußler in Berlin-Steglitz, dem Direktor Bruno Kittel in Berlin, dem Chordirektor Hermann Lüddecke in Berlin- Charlottenburg, dem Zoologen Dr. Otto Riesch u l z in Utrecht, dem Pianisten Michael Raucheisen in Berlin-Wilmersdorf, dem Komponisten Emil Nikolaus Frhr. v. Rezni - ce'k in Berlin-Charlottenburg; dem Arzt Dr. Gottfried Siems in Teheran, dem Direktor Will). Teudt in Detmold, dem Komponisten Julius Weißmann in Freiburg i. Br. Beförderungen im NSKK. Berlin, 18. April. (DNB.) Der Führer hat, dem „Völkischen Beobachter" zufolge, zum 20. April folgende Beförderungen im NSKK. ausgesprochen: Befördert wurden zu Obergruppenführern die Gruppenführer Herzog Carl Eduard von Coburg, Erwin Kraus und Josef Seidel; zum Gruppenführer der Briaadeführer Eberhard P o n n d o r f; zum Brigadesührer der Oberführer Ernst Z y n e n. Der Geburistagsmorgen in der Reichskanzlei. Berlin, 20. April. (DNB. Funkspr.) Bei herrlichem Sonnenschein begann die Feier des Geburtstages des Führers in der Reichskanzlei mit einem Ständchen, das die Kapelle der Leibstandarte Adolf Hitler im Ehrenhof gegen 8 Uhr dem Führer darbrachte. Nachdem die Vertreter des Staates dem Führer ihre Glückwünsche ausgesprochen hatten, erschien als erster in der Reichskanzlei der Reichsführer SS. Himmler mit seinem Hauptamtschef und dem Kommandeur der Leibstandarte, Obergruppenführer Dietrich, und übermittelte dem Führer die Wünsche seiner Schutzstaffel. Mit ihnen zusammen trat der Führer auf den Ehrenhof hinaus und hörte sich aufmerksam das Geburtstagsständchen an. Im Anschluß an das Ständchen nahm der Führer geaen 8.45 Uhr vom Balkon der Reichskanzlei aus zusammen mit dem Reichsführer SS. die Parade eines Bataillons der Leibstandarte Adolf Hitler ab, an deren Spitze SS.-Ober- aruppenführer Dietrich marschierte. In glänzender Haltung kam die Truppe vorbei, jubelnd begrüßt von der begeisterten Menge. Anschließend erschienen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Buch und Reichsminister Dr Frick zur Gratulation. Dann folgte Deutschlands I u - g e n Ö, viele Kinder, die dem geliebten Führer ihre Glückwünsche darbrachten. 11. a. kamen die Insassen eines Berliner Kindergartens, die Ge- dichtchen aufsagten und ein Liedchen sangen „Alle, alle find wir da, wollen wir gratulieren". Unter Führung von Reichsminister Darrs erschienen die Landesbauernführer mit Kindern aus sämtlichen Reichsbauernschaften des Reiches in ihren hübschen Trachten, sangen Lieder und sagten ebenfalls Gedichte auf. Im Anschluß darauf überbrachte Stabschef Lutze dem Führer die Glückwünsche der SA. Weiter nahm der Führer die Geburtstagswünsche von zahlreichen führenden Männern der Partei entgegen, unter ihnen die Reichsleiter Bouhler und Rofenberg, der Reichsarbeitsführer Hierl, Gauleiter Bohle und Korpsführer Hühnlein. Oer Reichsjugen-sLhrer spricht über dir Pflicht der deutschen Eltern Oie Iugend als Mitgestalterin der deutschen Zukunst. Berlin, 19. April. (DNB.) Reichsjugendführer Baldur von Schirach sprach am Sonntag von Köln aus über alle deutschen Sender zur deutschen Elternschaft. Der Reichsjugendführer dankte zunächst den vielen Müttern, deren Worte des Vertrauens und der Zustimmung ihn tief bewegt haben, und wies darauf hin, daß die Hitlerjugend, heute die gewaltigste Jugendbewegung der Welt, ohne die Mitarbeit und Unterstützung der deutschen Eltern niemals das geworden wäre, was sie ist. „Die Iugend“, so fuhr der Reichsjugendführer dann u. a. fort, „die heute in Deutschland auf- wächst, ist glücklicher. Sie erntet die Früchte der Arbeit aller derer, die als Pioniere unserer Zeit gekämpft und gelitten haben. Was heute im deutschen Iungvolk, in der Hitlerjugend marschiert, das braucht die allen Vorurteile nicht mehr zu überwinden, denn sie sind nicht mehr. Diese Pimpfe erwachen zum Bewußt- fein in einer Zeit, die, wie keine vor ihr, Ausdruck ist des alle Deutschen bewegenden Gefühls ihrer Schickfalsverbundenheit. Die Ehre und Freiheit, nach der die Kelteren riefen, ist ihnen mitgegeben.“ Deutsche Eltern! Die Führung der gesamten Jugend des Deutschen Reiches ist eine Aufgabe, die mich immer erneut zur Wachsamkeit gegenüber allen Gefahren, die der Jugend drohen, verpflichtet. Diefe Verpflichtung bedeutet für mich, daß ich ohne Rücksicht und Sentimentalität gegen alle diejenigen mich wenden muß, die unsere Jugend zu schädigen versuchen. So wie ich es für meine Pflicht hielt, innerhalb der Jugend selbst gegen alle Verfallserscheinungen vorzugehen, ganz gleich, ob sie sich auf sittlichem oder politischem Gebiet zeigten, so habe ich auch nach bestem Wissen und Gewissen versucht, die Menschen und Organisationen, die unsere Hitler- Jugend in ihrer Einigkeit zu bedrohen versuchen, zu überwinden oder zum mindesten zurückzudrängen. Ich glaube, daß dieser Teilabschnitt der nationalsozialistischen Aufbauarbeit, wenn er auch im Vergleich zu den gewaltigen Aufgaben, die die NSDAP, in den vergangenen drei Jahren gelöst hat, klein ist, doch mit Erfolg durchgeführt wurde. Ueber den Sonderanspruch gewisser klerikaler Kreise auf Erziehung der Jugendlichen außerhalb der großen Jugenogemeinschaft, die den Namen des Führers trägt, hat sich die Jugend selbst hinweg- gesetzt. Gott allein sieht ihr Herz! Wenn sie den Führer liebt, den er dem deutschen Volk geschenkt hat, und ihm und unserer deutschen Heimat treu und tapfer zu dienen versucht, handelt sie nach einem inneren Auftrag, den sie von der Ewigkeit empfangen hat. Die Frömmigkeit einer Jugend kann nicht daran gemessen werden, ob sie einem katholischen Sportverein angehört oder nicht, wohl aber vermag man die Frömmigkeit einer Jugend daran zu erkennen, wie sie sich im Angesicht des Todes verhält. Gedenken wir jener 21 Hitlerjungen, die in ihrer Todesstunde eine Tapferkeit bewiesen haben, die bei solcher Jugend nur von denen gelebt werden kann, die ganz ourchdrungen sind von dem Bewußtsein, in Übereinstimmung mit dem höchsten Richter des Weltalls zu handeln. Wenn ie eine Jugend an Gott geglaubt hat, so ist es diese. Keine vor ihr trug so sichtbar seinen Segen an sich. Deutsche Litern! Schaut euch um im weiten Deutschen Reich! In den Augen eurer Kinder ist ein ewiges Leuchten, ob sie hinter ihrer Fahne in ihre Zeltstädte ziehen, oder ob sie, die Sammelbüchsen in den Händen, treppauf und treppab laufen und durch alle Straßen und Höfe eilen, um ein Werk der Rächstenliebe zu vollbringen, wie es keine andere Einrichtung in unferem Volke jemals fo selbstlos und gewaltig vollbringen konnte. Ich appelliere an euch, ihr deutschen Eltern, am Vorabend des Geburtstages unseres Führers, im Ramen der Iugend, der er feinen Ramen verliehen hat. Gebt eure Kinder dem deutschen Jungvolk. Ich weih, daß ich diese Worte nur an wenige zu richten brauche. 90 v. h. aller Jugend zwischen 10 und 14 Jahren befindet sich bereits in dieser Gemeinschaft der Jüngsten der nationalsozialistischen Bewegung. Ich wende mich aber an die Eltern der wenigen, die noch außen stehen, auch sie möchte ich ge- geroinnen. Ls soll keinen Jungen zwischen 10 und 14 Jahren geben, der nicht im deutschen Jungvolk feinem Führer dient. Der auf viele Jahre verteilte Aufbau der Reichs- jugenb wird hier und heute mit meinem Appell an euch, ihr Eltern unserer Jugend, begonnen. Das größte Erziehungswerk der Welt hat damit seinen Anfang genommen. Elternhaus, Schule und Hitlerjugend werden in vertrauensvoller Zusammenarbeit als eine dem heiligen Ziel verschworene Arbeitsgemeinschaft ohne Satzung und Vorstands- wahl an der Erziehung der Jugend zusammen» wirken, damit auch in der fernsten Zukunft eine unerschrockene Garde von Männern dastehe, die in Treue bereit ist, die Ideenwelt Adolf Hit- lers mit ihrem Herzblut zu verteidigen. Dazu brauchen wir alle Jugend, dazu brauchen wir das ganze deutsche Volk. Der morgige Geburtstag des Führers ist der Tag des Eintritts der Jugend in das deutsche Jungvolk. In feierlicher Verpflichtung spricht dort jeder deutsche Junge, der in die Bewegung eintritt, die Worte: „Ich vrspreche, im deutschen Jungvolk alle- 3eit meine Pflicht zu tun, in Siebe und Treue Rum Führer und unserer Fahne! So wahr mir Gott helfe!" Möge der morgige Tag die gesamte Jugend Deutschlands, soweit sie noch nicht bei uns ist, bereit finden, das wäre für unseren Führer das schönste Geburtstagsgeschenk!" Oer Tag des Jungvolks in Berlin. Berlin, 19. April. (DNB.) Wie in ganz Deutschland fand auch in Berlin die Neuaufnahme zehn- bis vierzehnjähriger Jungen in das Jungvolk statt, und die braunen und dunkelblauen Blusen der Jungvolkpimpfe beherrschten am Sonntag das Straßenbild der Reichshauptstadt. 20 000 zehn- und elfjährige Jungen wurden ausgenommen, gleichzeitig wurden 3000 Jungvolkpimpse in die Hitler-Jugend übergeführt. Zu den Aufnahmefeiern und Werbeveranstaltungen waren insgesamt 60 000 Hitlerjungen an- aetrefen. Mit der Eröffnung von zwei Ausstel- lungen legte das Jungvolk gleichzeitig Zeugnis von der im letzten Winter geleisteten Arbeit ab. Zum Abschluß des großen Tages des Berliner Jungvolks fuhr am Nachmittag eine Wagenkolonne von fast 100 Kraftwagen mit Jungvolkpimpfen durch die Stadt. Mit Fanfaren und Sprechchören, Kampfliedern und Transparenten riefen die Jungvolkpimpfe ihre Kameraden auf zum Eintritt in ihre Formationen. Reichsleiter Rosenberg spricht in Dresden. Weihe des ersten ASOStB.-Kameradschastshauses. Dresden, 19. April. In Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen Reichsstatthalter und Gauleiter Martin M u t s ch m a n n, fand am Sonntag die Weihe des ersten Kameradschaftshauses des NSDStB. durch Reichsleiter Alfred Rosenberg statt. Ehrenabordnungen aller Gliederungen der Partei und des Arbeitsdienstes gaben der Veranstaltung ein festliches Bild. Rach den Reden des Rektors der Technischen Hochschule Dresden Professor Kowalewski und des Erbauers des Hauses Professor Wilhelm I o st sprach Reichsleiter Rosenberg. Er sagte u. o.: Wenn der RSDStB. sich heute sein erstes Haus in Deutschland erbaue, dann habe er die Reife des Willens in sich erfüllt, eine Verantwortung zu übernehmen, die weit über diesen Tag und die kommenden Jahre hinausreiche. Der RSDStB. habe gemeinsam mit der ganzen NSDAP, die schweren Kampfjahre miterlebt. Er habe mit allen seinen jungen Kräften dafür gesorgt, daß auf den deutschen Hochschulen ein neuer Wille lebendig werde, und daß die alten Formen des vergangenen Lebens, die einmal ihre Berechtigung gehabt hätten, nach und nach hätten obgelöst werden können nicht nur durch neue äußere Formen, sondern auch durch eine neue Formung des Denkens. Was in diesem haus geschehe, werde einmal lraditionsbildend sein. So wie früher Gründungen des akademischen Lebens 100 Jahre dieses Lebens bestimmten, so werde jeder nationalsozialistische Student sich heute sagen müssen, daß jede Tat, jede Formung seines Lebens in diesem haus einmal für das übrige Deutschland als Vorbild gewertet werde. „Diese innere Verpflichtung". so fuhr Reichsleiter Rosenberg fort, „ist das größte, was wir dem Studentenbund heute mitgeben können, und wir wünschen, daß hier ein Anfang gelegt werde nach den Jahren des Kampfes, nach einer Zeit innerer Reife, nunmehr in die Zeit der Gestaltung dieses Lebens einzutreten." Nach dem Dank an den Rektor der Technischen Hochschule und die Mitarbeiter an dem Bau übernahm Reichsleiter Rosenberg das Haus für die Nn ionalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und übergab es dem NSDStB. und seinem Führer Pg. Derichsweiler. Reichsstudentenbundführer pg. Derichsweiler übernahm das Haus mit der Versicherung, daß der Studentenbund dieser neuen Form studentischen Lebens einen neuen Inhalt, einen neuen G e i st geben werde. Man werde dafür sorgen, daß die neue Studentengeneration neben ernster Arbeit hier auch Stunden der Freude und des Frohsinns erleben werde. Im ganzen Reich sei man heule an der Arbeit, die neue Lebensform für die studentische Jugend zu schaffen, damit das, was in die Zeit nicht mehr hineinpasse, erseht werde durch eine einheitliche nationalsozialistische Ausfassung. Mit einem Appell an die erste Mannschaft des Kameradschaftsheimes, sich ihrer Verantwortung bewußt zu sein, schloß Pg. Derichsweiler, während gleichzeitig an dem Fahnenmast des Kameradschafts- Hauses zum ersten Mal die Fahne des NSDStB. emporging. Mit Dankesworten des Hochschulgruppenführers der TH. Werner Starke und mit einem Sprechchor des NSDStB. schloß die Feierstunde. Im Zusammenhang mit der Weihe des ersten Kameradschaftshauses des NSDStB. fand im Ausstellungspalast eine Kundgebung statt, in deren Mittelpunkt eine Rede des Reichsleiters Rosenberg stand. An der Kundgebung nahmen außer der Dozentenschaft und den Studierenden der Technischen Hochschule auch die zur Zeit in Dresden zu einer Reichstagung versammelten Führer des NSDStB., sowie zahlreiche hervorragende Vertreter aus Partei und Staat teil. Reichsletter Alfred Rosenberg sprach zu dem Thema „Die geistige Revolution des Nationalsozialismus". Die nationalsozialistische Bewegung habe sich nie darüber getäuscht, daß die Probleme tiefer gelegen hätten, als an der Oberfläche des politischen Kampfes zu erkennen gewesen sei. Es sei von vornherein darauf angekommen, eine ganz bestimmte innere Charakterhaltung des deutschen Volkes zu seinem Schicksal herbeizuführen. Das möge heute nicht mehr wichtig erscheinen. Es habe aber damals zu Beginn des nationalsozialistischen Kampfes den Mut erfordert, für dieses Jahrhundert, für diese Zeit einzutreten, ohne viel zu fragen, was unsere Väter und Großväter gedacht haben. Inmitten der geistigen und politischen Zerrüttung fei seinerzeit der Rationalsozialismus auf die Suche nach der Einheit des Letz e n s gegangen. Er habe sie in der Einheit von Leib, Seele und Geist gefunden. Das fei fein Materialismus, wie manche Gegner heule noch behaupteten. Denn der Rationalfozialismus proklamiere nicht, daß der Leib allein die Grundlage aller geistigen und seelischen Fähigkeiten fei. Lr sage nur, daß die Rasse die Außenseite der Seele und die Seele die Innenseite der Rasse sei. Damit sei allerdings eine geistige Revolution angebahnt, die heute schon das Denken von 60 Millionen Deutschen bestimme. „Wir glauben", so erklärte Reichsleiter Rosenberg, „daß die Rassen- kunde nur die Wiederherstellung der Aera des gesunden Menschentums ist." Der Rationalsozialismus wolle mit der Durchführung dieses Gedankens nur den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes dienen. Mit großem Ernst wandte sich Reichsleiter R o f e n b e r g sodann gegen den Vorwurf, der auch aus sonst Deutschland durchaus wohlgesinnten Kreisen der Gelehrtenwelt erhoben worden sei, daß nämlich in Deutschland die g e i st i g e Freiheit und die Forschungsfreiheit unterdrückt werde. Dieser als sehr schmerzlich empfundene Vorwurf richte sich insbesondere auch gegen die deutschen Universitäten und Hochschulen. „Wir sind allerdings", so erklärte Reichsleiter Rosenberg, „der Ueberzeu- gung, daß im ersten Aufräumungsprozeß der deutschen Revolution Dinge vorgekommen sind, die absolut notwendig waren, und daß von den deutschen Hochschulen diejenigen vertrieben werden mußten, die die Freiheit der Forschung mit der Freiheit der Beschimpfung des deutschen Volkes verwechselten. Wenn wir nunmehr daran gehen, auch die Vertreter unserer Anschauung auf die Lehrstühle der Hochschulen zu bringen, so holen wir damit nur etwas noch, was die einstmaligen Menschen der geistigen Freiheit verabsäumt haben. wir sehen in den deutschen Hochschulen nicht nur die Vertreter alter Anschauungen, sondern wir glauben, daß sie die Aufgabe haben, das neue Leben unserer Zeit zu verkünden und zu verkörpern. Entgegen den Vorwürfen, die man uns macht, bin ich sogar der tiefsten Aeberzeu- gung, daß erst durch die nationalsozialistische Bewegung die Freiheit der Forschung wiederhergestellt worden ist. Die nationalsozialistische Revolution habe so viele Gedanken reif zur Ausarbeitung gemacht und so viel Ausblicke in die Zukunft und Vergangenheit eröffnet, daß dem Forscher und Denker heute das Herz im Leibe lachen müsse. Das Schicksal habe Deutschland gezwungen, e n t- weder unterzugehen oder neu zu erstehen. Da sei die nationalsozialistische Bewegung aus der Ebene des Tieflandes emporgestlegen und stehe heute vor uns wie ein gewaltiges Bergmassiv. „Wir leben heute", fuhr Reichsleiter Rosenberg fort, „in einer ganz großen Epocheder Weltgeschichte, wie sie nur selten einmal aus dem Schoß der Jahrtausende entstehen. Schon heute wird durch die nationalsozialistische Revolution, auch wenn sie eine rein deutsche Angelegenheit ist, das G-Iicht Europas für die kommen, den Jahrhunderte gezeichnet. Erst durch sie wird auch die Völkerwanderung im tiefsten Sinne beendet. Im physischen Smne fand sie ihr Ende durch die Gründung des ersten deutschen Rel ches. Mit dem Sieg der natlonalsoziallstlschen Idee hat sie jetzt auch ihr geistiges Ende gefunden indem das deutsche Volk nach Jahrhunderten des I » rens und Wanderns in fremden Ideen zu sich selbst zurückgefunden hat." Ausstellung eines nationalsozialistischen Reiterkorps München, 19. April (DNB.) Wie die NSK. meldet, hat Stabschef Lutze folgende Verfügung erlassen: v „ ., 1. Durch Verfügung des Führers und Reichskanzlers vom 10. Marz 1936 ist die 21 u f ft e I - lung -eines nationalsozialistischen Reiterkorps angeordnet. 2. Dem NSRK. müssen alle 18» bis 20, ah- r i g e n und dürfen auch jüngere undältere Jahrgänge beitreten, die für die Reit- und Fahrausbildung vor der Dienstzeit in Frage kommen und den Reiterschein erwerben wollen, um bei einer berittenen oder fahrenden Truppe dienen zu können. 3. Das NSRK. wird in der S A. - R e l t e r e k, die etwa 80 v. H. der deutschen Reiterei umfaßt, gebildet. Die hierzu notwendigen Anordnungen trifft der Reichsinspekteur für Reit- und Fahrausbildung, SA.-Obergruppenführer Litz mann. 4. Aufgabengebiet und Tätigkeit des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung bleiben unverändert. Der Stabschef: gez. Lutze. Der R e i ch s i n f p e k t e u r für Reit- und Fahrausbildung hat unter dem 7. April folgendes angeordnet: 1. ' Durch Verfügung des Führers und Reichskanzlers vom 10. Marz 1936 ist die Aufstellung eines nationalsozialistischen Reiterkorps angeordnet. 2. Durch Verfügung des Stabschefs wird das nationalsozialistische Reiterkorps innerhalb der SA. gebildet und ist der Reichsinspekteur für Reit- und Fahrausbildung mit der Aufstellung beauftragt. 3. Hierzu ordne ich an: Alle für die Reit- und Fahrausbildung vor der Dienstzeit in betracht kommenden Männer, soweit sie nicht bereits der SA. oder SS. angehören, haben sich zum Zwecke ihrer Ausbildung bei dem zuständigen SA.-Reitersturm zu melden. In den Gegenden, in denen sich noch keine SA.- Reitereinheiten befinden, sind die Meldungen schriftlich an meine Beauftragten bei den betreffenden SA.-Gruppen zu richten. 4. Mit dem Fortschreiten der Ausbildung der Jungreiter wird der planmäßige Aufbau des NSRK. durchgeführt. Der Reichsinspekteur für Reit- und Fahrausbildung: gez. L i tz m a n n , Obergruppenführer. Die Vereidigung der Kämpfer Adolf Hitlers. München, 19. April. (DNB.) der Traditionsgau München-Oberbayern gibt bekannt: Die Vereidigung der Politischen Leiter der NSDAP., der Hitlerjugend-Führer und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der nationalsozia- listischen Organisationen am Montag, 20. April, im gesamten Reichsgebiet beginnt um 20.30\ Uhr mit den Ansprachen der Hoheitsträger der Partei. Die Uebertragung der Feier aus der Hauptstadt der Bewegung durch den Rundfunk wird das ganze Volk an dem gewaltigen Bekenntnis der Hunderttausende teilnehmen lassen, und Millionen deutscher Volksgenossen werden Zeuge dieser denkwürdigen Stunde sein. So wird der Geburtstag des Führers wie im Jahre 1935 zum geschichtlichen E r - e i g n i s der Bewegung und zum B e k e n n t n i s» Tag für ein neues Heer kampf- und opsererter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich freudigen Herzens und mit stählernem Willen dafür bereit» erklären, eher selbst mit Hab und Gut zugrundezugehen, als den Führer und seine Bewegung im Stiche zu lassen. . . Die Fahnen des Dritten Reiches werden wehen an diesem Tage, und deutsche Menschen werden Spalier stehen, wenn die zu vereidigenden Politischen Leiter und Angehörigen der Gliederungen zu ihren Aufmarschplätzen ziehen, um dort dem Stellvertreter des Führers den Treueschwur zu Adolf Hitler und seinem Reich abzulegen. Geschwader Hindenburg. Ein Befehl des Führers. Berlin, 18. April. (DNB.) Das Reichsluft, fahrtministerium gibt nachstehenden, vom Führer und Reichskanzler aus Anlaß feines Geburtstages erlassenen Befehl bekannt: Die mir vom Deutschen Reichskrieger» bund Kyffhäuser gestifteten Flugzeuge habe ich auf Vorschlag des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe in einem Fliegergeschwader vereinigt. Dazu befehle ich: Das Fliegergeschwader Greifswald führt fortan die Bezeichnung „Geschwader Hindenburg". Die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften tragen am Rock ein Erinnerungsband mit dem Namen: „Geschwader Hindenburg". Nähere Bestimmungen darüber erläßt der Reichsminister der Luftfahrt. Es ist mein Wille, mit der Verleihung dieses Namens an ein Fliegergeschwader der überragenden Persönlichkeit unseres verewigten Generalfeldmarschalls auch in der Luftwaffe den gebührenden Ehrenplatz zu sichern und in der Gestalt des großen Feldherrn aus dem Weltkrieg der starken Verbun- denheit des jungen Wehrmachtsteiles mit dem alten * ruhmvollen Heer Ausdruck zu verleihen. Der Name „Hindenburg" schließt eine ganz besondere Verpflichtung in sich. Ich vollziehe diesen Erlaß in der Gewißheit, daß das Geschwader „Hindenburg" — durchdrungen von der hohen Bedeutung der ihm übertragenen lieber» lieferung — sich in Geist und Leistung dieser besonderen Verpflichtung stets gewachsen zeigen wird.________ Adolf Hitler. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschristleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Unsere liebe, herzensgute, treu sorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Mitkämpferin der NSDAP. Frau Luise Friedrich, geb. Rau Witwe des Preuß. Amtsgerichtssekretärs i. R. Adam Friedrich ist nach Gottes Ratschluß nach kurzer, schwerer Krankheit von uns zu ihren Lieben in die Ewigkeit heimgegangen. Elisabeth Balzer, geb. Friedrich Willi. Friedrich, Postinspektor, und Familie Fritz Friedrich, Dentist Aug. Balzer. Gießen (Ludwigsplatz 11), den 20. April 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ____________________________________________________________________________________________________________________2533 L) Gießen, den 20. April 1936. 2531 D ■II WERBEST ■■ Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner innigstgeliebten, unvergeßlichen Frau sage ich. zugleich im Namen aller Hinterbliebenen, meinen herzlichsten Dank. Heinrich Bender, Reichsbahn - Zugrevisor i. R. LwangSversleisevutts Dienstag, den 21. Avril, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 2$ brw. an Ort ».Stelle(Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Grammophon, drei Schreibmaschinen, 1 Registrierkasse, 2 Motoren, 1 Motorrad, 1 Pritschenwagen, 2 Blumen- bänke, 1 Klavier, 4 Herde, vier Lesen, 1 Staubsauger, 1 Auto, 1 Kassenschrank, 1 Pelzjacke, 1 Schaufenster - Umrahmung, Kleider- und Anzugstoffe. Bestimmt: Mehrere Flurgarderoben, 1 Posten Damenschuhe. Gibavmann Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33 2524D Tel. 3108. Erhält!. i.d. Drog. Bornemann, Bahn- hofstr.l7,KilhingerNchi.,Seltersw.69 verzehren die besten Kräfte Drum vernichte die Parasiten SPULMAKO Iö6LJünfl.Betiüüfetin für ein Textilwarengeschäft in Wetzlar per l.Juni od. früher gesucht. — Es kommen nur Bewerberinnen in Frage, die außergewöhnlich gewandt und eine besond. leichte Auffassungsgabe besitzen. Schriftl. Angeb. unt. 2527D an d. Gieß. Anzeig. 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Mai suche ich einen kl. Omnibus oder einen l2528V W.kkIMW. mit zuverlässig, und nüchternem Fahrer. Ang. an Hans Quambnsch Essig-n.Senffabr. Alicenstr. 22-26. VereinCreditrelorm Curt Goetz. 3. Verschiedenes Geschäftskarten bei Brühl,Gießen 6. V. 01817 Generalversammlung am 23. April 1936 um 17 Uhr In den Geschäftsräumen d.Vereins Tagesordnung: 1. Geschäftsber. 2.Vorstandswahl SkMWM Gießen 249oD Dienst., 21.2lvr. 20-22.30 Uhr 27.Dienst.Äbon. Preise von 0.40—2.50 RM. Towarisch. Komödie von Jacaues Deval, bearbeitet von erschiedenes Spielleitung: Der Vorstand, HäBoIfgangStüSne Nr. 92 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 20. April M6 westwärts. Er schwang seine Büchse über dem Kopf urtb rief: „Wenn ich seine Spur finde, dann habe ich ihn!" Ganz langsam und geräuschlos, ohne ein Wort zu sprechen, statten meine Schwarzen den Einbaum nahe dem Ufer vorbei. Am Mittag machten wir an einer sandigen Stelle Essenspause. Dann ging es langsam und vorsichtig weiter. Die Sonne stand schon ziemlich tief. Wir näherten uns einer Stelle am Ufer, die mit wohl drei Meter hohem Büffelgras bewachsen war. Dicht dahinter begann der hohe, finstere Urwald. Unerwartet hob sich der schwarze Jäger Ma- bunda, der vorne im Einbaum hockte und mit seinen Falkenaugen vorausspähte, er deutete nach vorne und sagte leise: „Ngana, Herr, dort ist der Büffel!" Ich blickte der Richtung seiner Hand nach, sah aber zuerst nichts. „Dort, Herr! Wo das Loch im Gras ist!" Richtig! Dort stand ein starker Büffel. Er hatte uns noch nicht eräugt und äste, das Haupt von uns abgewandt. Leise glitt der Einbaum auf ihn zu. Nun bemerkte der Bulle die Bewegung unserer langen Stakstangen; er sprang wie der Blitz herum und äugte mit hocherhobenem Haupt zu uns herüber. Ich hatte nur die eine Angst: Jetzt springt er ab und verschwindet im Wald. — Doch dieser tückische Bursche kannte keine Furcht. Oder war er gar wahnsinnig? Er machte vier, fünf Sätze am Ufer entlang durch das hohe Gras uns entgegen und ging dann sogar in das knietiefe Wasser, wild das bewehrte Haupt wider uns schüttelnd. Dann stieg er an Land, lief im Stechtrab hin und her, stand wieder still und warf mit wütenden Schlägen seiner Dorderschalen ganze Schollen Erde hoch. Sein dumpfes Brüllen klang wie eine Herausforderung, wie eine Kampfansage. Unser Einbaum hatte sich bis auf achtzia Meter genähert. Ich stand vorn im Kanu und befahl den Stakern, die Stangen in den schlickigen Grund zu stoßen, damit das schwankende Fahrzeug ruhig lag. Die Schwarzen saßen voller Erwartung regungslos wie Statuen. Als der Bulle einen Augenblick breit stand, gab ich Feuer. Er stürzte vorne zusammen, war aber sofort wieder hoch und im dürren Gras verschwunden. Mabunda sagte: „Herr, du hast ihn gut getroffen, er wird sterben." ... Ich sah nach der Zeit: es war schon fünf Uhr nachmittags. Der Bulle lag bestimmt im Wundbett und mußte bald verenden. Jetzt konnten wir nichts weiter tun. So fuhren wir denn zur Halbinsel zurück und machten das Lager fertig. Dann kam die Nacht. In der ersten Frühe waren wir unterwegs. Bald stieß das Fahrzeug ans Ufer, und ich ging zum Anschuß. Der Büffel mußte unbedingt in nächster Nähe verendet liegen, denn ich war gut auf dem Blatt abgekommen. Wir fanden das erste Wundbett. Schweiß in Mengen. Aber der Bulle war nicht da. Sollte er doch noch nicht verendet sein? Dann war die Sache faul. Denn wenn der Büffel noch auf den Läufen war, konnte er jeden Augenblick aus dem Halbdunkel des Waldes hervorbrechen und uns annehmen. Seine Fährte führte ins dichte Unterholz hinein. Die Schwarzen waren zurückgeblieben, nur Mabunda stand über die Trittsiegel gebückt neben mir. Er zitterte. Er wußte Bescheid. Wir pürschten mit größter Vorsicht weiter, ich hatte die Büchse schußfertig in der Hand. Da schwang sich Mabunda mit Affenschnelle auf die niedrigen Aeste eines Baumes und sagte leise: „Herr, dort ist er. Er steht!" Im Dämmer des dichten Waldes, kaum fünfzehn Schritt von uns, stand der JBulIe neben einem dicken Stamm. Die wütenden Seher des schwarzen Teufels brannten giftig und tückisch. Ich riß die Büchse hoch, zielte auf die Stirn und machte den Finger krumm. Im Knall stürzte der Büffel prasselnd in das dürre Unterholz. Da war er auch schon wieder hoch. Er machte zwei, drei Sätze auf mich zu. Ich schoß schnell auf den Stich, sprang zurück und fiel rücklings über eine Liane. Auch der Büffel war wieder zusammengebrochen. Das Geräusch meines Repetierens machte ihn aber noch mal hoch, und sitzend konnte ich ihm im letzten Moment ein Geschoß auf den Hals geben, das ihn endgültig zusammenwarf. Ein tiefes, dumpfes „Mu-u-u-uh!" dicht vor mir, dann hörte ich, wie er sich zitternd streckte. Es war aus. Er hatte fein wildes Leben teuer verkauft. Und ich? — Na, ja! Menschliche Nerven sind schließlich keine stählernen Klaviersaiten. Es war noch mal gerade gut gegangen. Wie so oft bei der Jagd auf wehrhaftes Großwild. Ich war recht froh, daß ich noch eine Flasche Rotwein im Blechkoffer hatte. Die nahm ich denn und trank den Bullen tot. tzochschulnackrichten. Der Führer und Reichskanzler hat den nicht- beamteten außerordentlichen Professor der Musikwissenschaft Dr. phil. Josef Müller-Blattau von der Universität Königsberg unter Berufung in das preußische Beamtenverhältnis zum ordentlichen Professor der Universität Frankfurt ernannt. Er habe off genug darauf Hingewiefen, daß der nächste ft r i eg das Ende der Zivi- fifafion in Europa bedeute. Das wäre um fo sicherer, wenn die Völker Europas ihr Wort brächen und ihre Unterschrift verleugneten und wieder Giftgas in Europa verwendeten. Denn das geschähe, so würde dieser Krieg alle Völker in Europa vernichten und nur noch eine Anarchie von einem Ende zum anderen Ende übrig lassen. Wenn der Völkerbund nicht alles erreicht habe, was man erhofft habe, so müsse man bestrebt bleiben, die kollektive Sicherheit doch zu erreichen, indem man suche, festzustellen, was für eine weitere Garantie in Europa notwendig sei, damit diese Gase nicht verwendet würden. Er könne aber nicht sagen, was für Aussichten dafür vorhanden seien. Ministerpräsident Baldwin schloß nach einem Hinweis auf die deutschen Friedensoorschläge mit der Feststellung, daß der Führer in der Lage sei, den Frieden in Europa zu garantieren. nicht erreicht, und wir haben noch einen beträchtlichen weg zurückzulegen, bevor wir sie erreichen werben! Die kollektive Sicherheit wird niemals funktionieren, wenn nicht alle Kationen, die an ihr beteiligt sind, gleichzeitig und gemeinsam einen Angreifer mit Sanktionen bedrohen und ihn bekriegen, wenn das notwendig ist. Aber das heißt, daß die Kationen, die an der kollektiven Sicherheit beteiligt find, hierzu bereit fein müssen!" Wenn der Schrecken eines neuen Krieges über diese Welt komme, werde es keine „begrenzten" Verpflichtungen mehr geben. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind werde eingesetzt werden müssen. Das sei der Grund, warum man alle Energien, alle Hoffnungen dafür einsehen müsse, daß der Krieg nicht komme. Baldwin verteidigt den Völkerbund Kollektive Sicherheit soll alle Gefahren bannen. Daladier über den Frieden. »Vielleicht der kommende Ministerpräsident.^ London, 18. April. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hielt am Samstag vor der Unionisti- schen Bereinigung in Worcester eine Rede. Der Ministerpräsident wies darauf hin, daß es in den letzten Jahren zwei Ereignisse von Weltbedeutung gegeben habe: die Wiederbewaffnung Deutschlands und den Versuch, die Völkerbundssatzung durchzuführen. Das Zusammenwirken dieser beiden Ereignisse habe es ihm klar- gemacht, daß er die Rüstung Britanniens vermehren müsse, wenn dieses Land seinen Verpflichtungen unter dem Völkerbund nachkommen wollte. Er bedauere, daß der Völkerbund niemals die gesamten Völker der Welt umfaßt habe und ins- besondere, daß die Vereinigten Staaten, Deutschland und Japan, drei der größten Mächte, außerhalb stünden. Ihr Fehlen gebe der Auferlegung von Sanktionen ein geringeres Gewicht, als wenn sie ebenfalls an ihnen teilnähmen, jedoch fei festzustellen, daß die dem Völkerbund angehörenden Völker, obwohl sie nicht in der Lage gewesen seien, den Kriegsbeginn zwischen Italien und Abessinien zu verhindern, alle oorge- schriebenen kollektiven Maßnahmen ergriffen hätten, indem sie den Angreifer bestimmt und ihm gewisse Sanktionen auferlegt hätten. D;e Erfahrung hätte gezeigt, daß sich zwei Dinge herausgebilbet hätten: 1. Es gäbe f einerlei wirksame Maschinerie, einen Krieg z u verhinbern, bevor er begonnen habe, wenn eine Partei entschlossen sei, zum Kriege zu schreiten unb bie Streitfragen keiner Erörterung unb keinem Schiedsverfahren zu unterwerfen. 2. Es habe sich ergeben, baß Sanktionen nur langsam wirkten, unb baß sie einen großen Teil ihrer Macht verlören, wenn sie nicht unterstützt würben burch jene letzte Maßnahme, bie in einer vlockabe ober ber Gewaltanwenbung bestäube. Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Völkerbundes sei es aber schwierig, zu sehen, wie man zu einer Übereinstimmung über die Herbeiführung einer Blockade kommen könne. Baldwin erinnerte daran, daß er Genf erklärt habe, Großbritannien werde, soweit eine kollektive Aktion gesichert sei, diese mitmachen, aber nicht schneller und nicht langsamer als andere Länder und nur mit allen zusammen. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich Baldwin dagegen, daß man einzelne Persönlichkeiten, wie z. B. Eden, für die Völkerbundspolitik verantwortlich mache. Er wünsche klarzustellen, daß der Außenminister in dieser Frage nicht eine persönliche Politik führe, sondern daß es sich um die Politik der gesamten britischen Regierung handele. Er sei überzeugt, daß diese Politik von einer überwältigenden Mehrheit des britischen Volkes unterstützt werde. Hier handele es sich nicht um eine antiitalienische Politik. Diese Politik erstrebe weder die Besiegung noch die Erniedrigung Italiens, sondern stelle lediglich die Befolgung der Dölkerbundssatzung dar. Großbritannien wünsche, daß die Völkerbundssatzung zum Gesetz der Welt werde. Baldwin erklärte, daß er einige wichtige Worte über die Frage der kollektivenSicher- h e i t sagen wolle. Es fei leicht, alle Schwierigkeiten damit abzutun, daß man erkläre, die kollektive Sicherheit werde schon alles in Ordnung bringen. Das sei der Fall, wenn sie durchgeführt werden könne. Er wünsche jedoch, ganz offen zu sagen: „Wir arbeiten für bie kollektive Sicherheit unb werben für sie arbeiten. Wir haben sie aber Paris, 20. April. (DNB.) Der Sonderberichterstatter des „Matin" Stephane Lauzanne hatte mit dem Vorsitzenden der radikalsozialistischen Partei und ehemaligen Ministerpräsidenten Daladier, der, wie er in seinem Bericht schreibt, vielleicht der kommende Ministerpräsi- d e n t sei, in Orange eine Unterredung. Im Verlaufe des Gespräches kam Daladier auch auf aktuelle Fragen der Außenpolitik zu sprechen. Er sei, so betonte Daladier, mehr als irgend jemand Anhänger der kollektiven Sicherheit. Aber wenn das die kollektive Sicherheit sei, so flöße sie ihm eine verständliche Unruhe ein. In einer Wahlversammlung, die Daladier am Freitagnachmittag in seinem Wahlbezirk abhielt, führte er aus, die Verfasser des Vertrages von Versailles seien die großen Schuldigen. Immer wieder habe man eine unklare Schaukelpolitik getrieben. Man habe England vor den Kopf gestoßen und Italien mit Sanktionen belegt, die nicht wirkungsvoll genug gewesen seien, um es aufzuhalten, aber sie hätten genügt, um es zu verstimmen. Zum Schluß erklärte Daladier, man müsse Deutschland beim Wort nehmen. Da es erklärt habe, den Frieden in der Gleichberechtigung zu wollen, müsse man es einladen, zuvor die R ü ft u n g e n nicht zu erhöhen. Auf beiden Seiten müßte zunächst die gleiche Anzahl Soldaten festgelegt werden. Dann hätte eine gleichmäßige Herabsetzung unter internationaler Kontrolle auf beiden Seiten zu folgen. Wenn Deutschland diese Vorschläge annehme, sei das Problem gelöst, wenn es aber ablehne, so werde Deutschland entlarvt sein. Äaliemscher Sieg an der Soniaüsroni. Der Vormarsch vom Süden im Gange. Rom, 19. April. (DNB.) Der von Marschall B a d o g l i o gedrahtete Heeresbericht Nr. 189 lautet: An der Somalifront haben unsere Truppen unter dem Kommando von General G r a z i a n i in den frühen Morgenstunden des 14. April eine Offensivbewegung begonnen. Am linken Flügel unserer Front hat sich eine Schlacht entwickelt. lieber die neue Offensive an der Somalifront gibt am Sonntagabend ein weiterer, als amtliche Mitteilung Nr. 190 veröffentlichter Heeresbericht folgende Einzelheiten: „Am Morgen des 14. April hat die von General Nasi befehligte l y b i s ch e Division an der Somalifront die abessinischen Streitkräfte angegriffen, die am Flusse Dschanagobo zusammengezogen waren und unter dem Befehl der Dedschiatsch Abbebe Damtu und Maconnel Endelatschu stehen. Der Feind hat unter Ausnutzung des unwegsamen Geländes voller Höhlen und Schluchten in den Tagen des 15., 16., sowie am Morgen des 17. hartnäckigsten Widerstand geleistet. Die nationalen, lydischen und Somalitruppen, dauernd von den Schwärmen unserer Luftwaffe unterstützt, haben diese zweieinhalb Tage schärfsten Kampfes mutig durchgehalten und dem Feinde nach einer auf beiden Flügeln vollkommen gelungenen Umfassung eine vollständige Niederlage beigebracht. Um die Mittagsstunde des 18. konnte der letzte Widerstand als gebrochen betrachtet werden, und der Vormarsch unserer Truppen in der Richtung auf weitere Ziele begann. Unsere Verluste, einschließlich der des Samstag, belaufen sich auf 10 Offiziere tot oder verwundet, ferner drei Fliegeroffiziere verwundet mit dem Der? lüft von zwei Flugzeugen, die in unseren Linien niedergegangen sind, und einigen hundert außer Kampf gesetzten Mannschaften. Auf dem Schlachtfeld liegen mehrere tausend tote Feinde, darunter einige wichtige Unterführer. Tausend Gewehre und Dutzende von Maschinengewehren wurden eingebracht. Die Luftwaffe hat sich bis zum äußersten eingesetzt. Sicherhettsvorkehrungen für die deutsche Kolonie. Addis Abeba, 19. April. (DNB.) Der deutsche Geschäftsträger in Addis Abeba hat alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der Reichsangehörigen bei Luftangriffen und DerSchrecken vomAgolome-See Bon H. G. Althoven. Der Postläufer von Cassoalala zum Hauptlaaer der schwarzen Fischer am Ngolome-See war seit drei Tagen überfällig. Die ausgesandte Askari- Patrouille fand seine Ueberreste und das kleine Briefpaket auf dem schmalen Steig im dichten Wald nahe dem Ufer an der Nordostecke des Sees. Die Spuren verrieten, daß der Läufer von einem einzel- gehenden Büffelbullen überraschend angenommen und getötet worden war. Sicher handelte es sich um denselben Büffel, der vor einer Woche zwei Kilometer weiter südlich einen landenden Einbaum angegriffen und die Insassen, zwei Selle-Fischer, im seichten Uferwasser getötet hatte. Solche einzelgehenden, von der Hauptherde abgekämpften alten Büffelbullen sind griesgrämige, gefährliche Burschen, die in blinder Zerstörungswut alles überfallen und vernichten, was sich in ihre Nähe wagt. Die Angriffe erfolgen stets plötzlich und überraschend aus dem Hinterhalt und enden fast immer mit dem Siege des Büffels. Der Postenchef Vasco Nunes war ratlos, denn der Abtransport der Trockenfische vom Lager war völlig unterbunden. Er besuchte mich in meinem Camp, wo ich für die Baumwollpflanzung Beatrice nach Flußpferden jagte. Den ihm unterstellten Großwildjäger Albuquerque hatte er zur Nordostecke des Sees geschickt, um dem gefährlichen Bullen das Handwerk zu legen. Aber Albuquerque hatte trotz eifrigen Suchens feit Tagen kein Haar von einem Büffel gesehen. Es ist die Gewohnheit der tückischen Einzelgänger, unstet hin und her zu wandern. Da kam nach sechs Tagen der Libollo-Läufer Kipungo zum Lager, der die Schreckenskunde mitbrachte, daß der Teufelsbulle im dichten Wald am Ufer, dort, wo der schmale Weg nach Manzombe führt, schon wieder zwei Träger getötet hatte. Nun war das Maß voll. Am anderen Tage erschien der Postenchef schon mittags mit Albuquerque bei mir, um zu beratschlagen, was zu machen sei. Der letzte Platz des Ueberfalles war etwa zehn Kilometer von meinem Lager entfernt. Wir tarnen dahin überein, daß Albuquerque von Westen und ich von Osten mit je fünf fährtenkundigen und zuverlässigen Schwarzen den jetzigen Standort des Büffels ausmachen würden. Koste es, was es wolle, der Bulle mußte beseitigt werden! Am nächsten Tage fuhren wir mit zwei Einbäumen los und trennten uns an der Spitze der kleinen Halbinsel Cbakikanda. Albuquergue fuhr anderen Vorkommnissen getroffen, so daß im Falle der Gefahr bei Befolgung der Vorschriften kaum Zwischenfälle zu erwarten fein dürften. Die deutsche Kolonie wird ein gutes Beispiel deutscher Disziplin und Ordnung im Falle ernster Gefahr geben und sieht der Entwicklung der Dinge mit Ruhe entgegen. Oie Beisetzung -es Botschafters von Hoesch. Am Samstag fand in Dresden in Anwesenheit der Vertreter der Reichsregierung mit dem Reichs- außenminister Freiherrn von Neurath an der Spitze, der als Vertreter des Führers und Reichskanzlers zugegen war, der Vertreter der Partei, der Regierung, zahlreicher Behörden, der Wehrmacht ufw. die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle des deutschen Botschafters von Hoesch statt. In den Straßen, durch die sich der Trauerzug bewegte, hatten sich große Menschenmengen aufgestellt, die dem Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen. Ehrenstürme der SA. und SS., der Politischen Leiter, des NSKK. und eine Ehrengefolgschaft der HI. gaben dem Toten das letzte Geleit. Als Vertreter des englischen Königs und der englischen Regierung war der englische Botschafter in Berlin zugegen. Der Sarg wurde mit großer Feierlichkeit vom Fürstenpavillon des Bahnhofs nach der Trinitatiskirche geleitet, wo ein Trauergottesdienst stattfand und die Kranzniederlegungen, darunter auch ein prächtiger Kranz des Führers und ein Kranz des Stellvertreters des Führers, erfolgten. Dann wurde der Sarg zum Erbbegräbnis der Familie Hoesch auf dem Trinitatis-Friedhof geleitet. Hier sprach der Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath herzliche Worte der Würdigung des Werkes des Verstorbenen und des Dankes, sowie des Abschieds. Dann erfolgte die Beisetzung des Verstorbenen. Der Führer und Reichskanzler hat dem König von England telegraphisch für seine Anteilnahme am Ableben des deutschen Botschafters in London, Dr. Leopold v o n H o e s ch, gedankt, insbesondere dafür, daß die Uebersührung des Verstorbenen auf einem englischen Kriegsschiff unter militärischen Ehren erfolgt und der Königlich britische Botschafter in Berlin, Sir Eric P h i p p s, mit der Vertretung des Königs bei der Beisetzung beauftragt worden ist. Unfall des Generals der Artillerie Freiherr von Fritsch. Berlin, 18. April. (DNB.) Der Oberbefehls- Haber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, hat sich auf dem Truppenübungsplatz Berge in Westfalen durch Sturz mit dem Pferde einen Bluterguß und Quetschungen an der Brust zugezogen. Wenn die Verletzungen auch nicht schwerwiegender Art sind, so machen sie es doch dem General zur Zeit unmöglich, nach Berlin zurück- zukehren. In seiner Vertretung wird infolgedessen General der Infanterie von Rundstedt, Oberbefehlshaber der Gruppe I, an den militärischen Ver- anftaltungen anläßlich des Geburtstages des Füh- rers und Reichskanzlers teilnehmen. Aus aller Wett. „Graf Zeppelin- zur Heimreise gestartet. Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist am Montag um 0,50 Uhr MEZ. in Pernambuco zur Heimreise gestartet. Es überflog um 6.37 Uhr MEZ. die Insel Fernando do Moranta. Der Maibaum in Berlin. Aus dem Anhalter Güterbahnhof in Berlin traf der Maibaum für die Lustgartenveranstaltung am Nationalfeiertag des deutschen Volkes ein. Für den Transport der 40 Meter langen Rotfichte wurden zwei Langschienenwagen und ein Kurzwagen verwendet. Ein vierter Wagen brachte die prächtige, vom Stamm getrennte Baumkrone mit. Aus den Kindheitstagen unserer Flotte. Kann man sich vorstellen, daß der Bug eines deutschen Kriegsschiffes die Wellen des Ozeans durchschneidet, von dem in großen Lettern der Name leuchtet „Der preußische Urwähler?" Und doch ist es einmal der Traum vieler Tausende gewesen, die mit ganzem Herzen dabei waren, ihrem Vaterlande zu helfen. Es ist eine rührende Geschichte aus den Anfängen unserer Kriegsmarine, die in der „Marine-Rundschau" wieder aufgefrischt wird. Es war in dem „tollen Jahr" 1848, als die Wogen der Marinebegeisterung im deutschen Volk hoch gingen. Jeder Mann wurde aufgefordert, an dem großen Werk mitzuarbeiten, und so erging auch ein „Aufruf an die preußischen Urwähler zu freiwilligen Beiträgen, behufs Erbauung eines Kriegsdampfers für den Schutz des preußischen Handels und Eigentums." Urwähler, das waren die dreieinhalb Millionen Männer im damaligen Preußen, die Wahlmänner zu wählen hatten, die ihrerseits erst die eigentlichen Abgeordneten in den Landtag schickten. Durch „Herumreichen von Becken" vor der Wahl sollte die Sammlung unterstützt werden. Man gab sich die größte Mühe, aber es kamen schließlich doch nur 28113 Taler zusam- men, und das langte selbst in der damaligen Zeit nicht für einen ganzen Kriegsdampfer. Auch 4505 Taler, die ein Danziger Komitee dazubrachte, füllten die Schiffbaukasse nicht genügend. Trotzdem schien den Sammlern ihr Erfolg so bedeutend, daß sie ihre Bedingungen stellten. Als man den Betrag dem Kriegsministerium überwies, forderten die Danzi- ger, daß das Schiff in ihrer Stadt gebaut werde, die Berliner aber dachten ideeller, sie wollten nur, daß es den Namen „Der preußische Urwähler" erhielt. Fast noch merkwürdiger als diese Tatsache ist die andere, daß das Preußische Kriegsministerium auf diese Bitte einging. Aber es dauerte zu lange, bis zum Jahre 1852, ehe die Verhandlungen zum Abschluß kamen, und der Bau eines Schoners wurde der Rest der hochfliegenden Pläne; dazu aber mußte der Marinefonds seinerseits noch einen Zuschuß von 16 000 Talern leisten. Unter diesen Umständen bestand das Berliner Komitee nicht mehr auf seinem Schein. Danzig wurde zwar der Bauart, aber die Wahl des Namens für das Kriegsschiff wurde der Entscheidung des Königs anheimgestellt und dieser bestimmte durch Ordre vom 16. September 1852, daß das Schiff den Namen „Hella" erhalten sollte. Es war das erste deutsche Kriegsschiff dieses Namens, dem dann noch zwei andere gefolgt sind. Wirtschaft Gestürzten erfaßte. Mit schn wurde Biedenbender in das Kri ankenhaus gebracht, Fahrrad von Büdesheim nach Bingen fuhr, wurde er vom Sturm erfaßt und auf die Gleise der Straßenbahn geschleudert, wo ein Triebwagen den Gestürzten erfaßte. Mit schweren Verletzungen ,Kinderlandverschickung" in unserem Gau durch die ' tatkräftige Mitarbeit aller zu einem vollen Erfolg wird. Diese Arbeit dient der Gesunderhaltung des deutschen Volkes. Darum helft alle mit! Die geworbenen Plätze sind sofort den zuständigen Ortsgruppen der NSV. zur Prüfung der Stellen zu melden. Die Ortsgruppen geben die geworbenen Freiplätze auf dem Dienstweg an die Gauamtsleitung weiter: von dort aus werden sie gesammelt an die Reichsleitung weitergeleitet. erbewoche für das Erholungswerk des deutschen Volkes. wo er kurze Zeit später st a r b. Großer Schaden im Rheinland und Westfalen. Der außerordentlich st a r k e Schneefall, der bereits am Freitag über das bergische Land, das gesamte Mittelrheingebiet, die Eifel und den Hunsrück niederging, wuchs in der Nacht zum Samstag zu einem schweren Schneetreiben, verbunden mit einem orkanartigen Sturm. Allenthalben ist schwerer Schaden entstanden. Große Büchertisch. — Lorie auf der Brücke. Erzählung von Mario Heil de Brentani. Volkstümliche 25- Pf.-Bücherei, Band 17. Herausgegeben von Kurt Arnold Findeisen. Wilhelm Limpert Verlag, Dresden. — (23) — Ein rührendes Kinderidyll in einem deutschen Vogesenstädtchen, das durch den Weltkrieg ein schreckliches Ende nimmt. Lorle wird bei dem Versuch, ein Kind aus Todesgefahr zu retten, von einer feindlichen Fliegerbombe getroffen. Gewaltige Gchneestürme brausten über Deutschland hinweg So hat es selbst im Winter nicht bei uns geschneit. bestand nach Zellstoff Waldhaf bei 131 1Ms; 131,50 (130), Aschaffenburger plus 0,7 5 v. H.So nst eröffneten im einzelnen u. a.: Reichsbank, kehr und Rheinmetall je 0,25 v. H. hoher, Hanf werke Füssen, Deutsche Erdöl und Cement Heidel- berg bis 0,40 v. H. niedriger. Holzmann blieben aus der stark erhöhten Abendbörsenbasis mit 115,25 (115) voll behauptet. Schiffahrtspapiere lagen unverändert. Rach den ersten Kursen ergaben sich verschiedentlich wieder leichte Ruckgange, spater waren dann wieder mäßige Erhöhungen zu beobachten, im ganzen blieb die Haltung unencheit- lich. Der R e n t e n m o r k t laa still und T^nia v^- ändert. Altbesitz 111,80, (111,75), spate Schuldbuch- forderungen 98,40 bis 98,50 (98,40), Kommunal» Umschuldung unverändert ca. 87, Älusvergutungs» scheine unverändert 92,30. Zertis. Dollar-Bonds waren 0,13 bis 0,25 v. H. höher g-iragi Bon un- notieren Werten Kali Wint^rsball 117,50 b,« 118 (116,50), Wayß & Freytag 103,50 bis 104 (103). Im Verlaufe schwankten die Kurse am Aktienmarkt nach beiden Seiten nur um Bruchteile eines Prozentes, das Geschäft blieb sehr ruhig. Etwas höher gesucht blieben Holzmann und Waldhof, ferner AG. für Verkehr mit 113,50 ntid) 113 und Daimler mit 102,75 nach 102,50. 3®. im freien Markt 163,25 bis 163,50 nach 163,75 bis 164. Rheinmetall waren sehr gesucht mit 134,50 bis 136,50 (133,50), aber ohne Umsatz. Die erst spater notierten Werte wiesen nur kleine Abweichungen auf. Am Kassamarkt Seil Wolff weiter fest mit 93 (90,40), dagegen Konserven Braun angeboten, Taxe 71 bis 72 (75). Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 20. April. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 337 Rinder (58 Ochsen, 50 Bullen, 161 Kühe, 68 Färsen), 494 Kälber, 22 Schafe, 4814 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 24 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 43 bis 75, Hämmel 46 bis 48, Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Störungen im gesamten Verkehr sind zu verzeichnen. Stellenweise nahm der Schneesturm ein Ausmaß an, wie man es seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet hat. Die Eifel ist mit einer Schneedecke von solcher Stärke überzogen, wie man sie kaum im Winter hat beobachten können. In der Gegend des Nürburgrings liegt der Schnee 60 bis 80 Zentimeter hoch, stellenweise sogar infolge Verwehungen bis zu zwei Meter. Der Verkehr ist fast vollkommen eingestellt. Der' starke Schneefall hat im ganzen s ü d w e st f ä l i s ch e n Bezirk starke Derwüstungen angerichtet. Ein großer Teil der Eisenbahnverbindungen des Sauerlandes wurde durch die Schneemassen unterbrochen. Nach 2 0 Stunden Dauer hat der Schneefall im Südwesten Westfalens aufgehört. Alle verfügbaren Kräfte sind daran gegangen, die Straßen von von den ungeheuren Schneemassen zu befreien. Die Vhein-Mainifche Börse. Freundlich. Frankfurt a.M., 18. April. Der gl f t i e n - markt verzeichnete zum Wochenschluß bei kleinen Umsätzen überwiegend eine weitere leichte Erholung. Die Grundtendenz war freundlich. Indes war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, da verschiedentlich wieder Abgaben oorgenommen wurden. Die Kundschaft trat aber meist als Käufer in kleinem Umfange auf. Gegen die etwas festere Abendborse betrugen die Kursveränderungen nur Bruchteile eines Prozentes. Von chemischen Werten gewannen Farben-Jndustrie 0,40 o. H. auf 163,75, Scheideanstalt blieben mit 231 unverändert. Von Montan- werten hatten Mansfelder eine Sonderbewegung mit ca. 143,50 (140), auch Otavi Minen mit 20,25 bis 20,50 (20) waren stärker beachtet. Mannesmann mit 86,65 (86,75) nur knapp gehalten, die übrigen Werten lagen 0,25 bis 0,50 o. H. höher. Von Elektroaktien zogen Siemens 1,25 v. H. an, während RWE. 0,75 v. H. und AEG. 0,25 o. H. abbröckelten. Sehr fest lagen Chade A—C mit 350 (345,50). Maschinen- und Motorenwerte erholten sich um 0,50 v. H., Muag plus 0,90 v.H.: Fein- rnech. Setter waren aber angeboten und mit Minus-Zeichen angeschrieben. Lebhaftere Nachfrage Frachtenausgleich beim Eierversand. Durch eine Bekanntmachung Nr. 2 der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft zur Anordnung über Preisfestsetzung für inländische Hüh- i nereier werden über die Durchführung des Frach- ■ tenausgleichs nähere Bestimmungen getroffen. Der j Frachtenausgleich kann nur beim Versand von ! (Eiermengen, die nach der am 29. Juli 1935 in i Kraft getretenen Anordnung der Eierwirtschafts- l verbände (Eierverwertungsverbände) genehmi- gungs- und schlußscheinpflichtig sind, stattfinden. , Die Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft entscheidet in Zweifel'sfällen über die Durchführung des Frachtenausgleichs. Der vom Verkäufer nach Ziffer II Abs. 4 der Anordnung Nr. 1/36 an die Hauptoereinigung zu zahlende Frachtenanteil beträgt mit Wirkung ab 14. April 1936 bis auf weiteres 0,08 Pf. je Ei. Der Antrag auf Erstattung der vorgelegten Fracht ist vom Käufer bei der Hauptoereinigung der deutschen Eierwirtschaft zu teilen. Für die Erstattung gilt bis auf weiteres, ohne Rücksicht auf die Beförderungsart, der Reichsbahntarif. Bis auf weiteres findet die Gewährung des Frachtausgleiches nur beim Versand aus dem Arbeitsgebiet einer Ausgleichsstelle eines Eierwirtschaftsverbandes in das Gebiet einer anderen Ausgleichsstelle statt. Ausgleich aus dem Eiermarkt. Fwd. Nach einer am 17. April in Kraft getretenen Anordnung Nr. 5 der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft sind Mitgliedsbetriebe, die Hühner- oder (Enteneier kaufen, verkaufen, vermitteln oder lagern, verpflichtet, die übernommenen Mengen der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft bzw. dem zuständigen Eierwirtschaftsverband jederzeit auf Anfvrdern zur Verfügung zu stellen. Die Abgabe der Hühner- ober Enteneier hat nach näherer Weisung der genannten Verbände an bestimmte Stellen sofort zu erfolgen. Zuwiderhand- (ungen werden bestraft. Die Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh. Fwd. Die im Reichsgesetzblatt soeben erscheinende Dritte Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 8. 4. 1936 bringt eine bedeutende (Erroeiteruna des Kreises der Mitgliedsbetriebe der Diehwirftchaftsverbände, (bisher Schlachtviehverwertungsverbände), sowie der Befugnisse der HV. der deutschen Viehwirtschaft und der Diehwirtschaftsverbände. Es werden nunmehr auch die Betriebe, die Därme, Magen oder Blasen von Schlachtvieh bearbeiten ober mit biefen Waren hanbeln, ben Viehwirtschaftsverbänben angeschlossen, unb es wird der Verkehr mit diesen Waren den Vorschriften nach der Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh unterworfen. Der Vorsitzende der HV. wird ferner ermächtigt, Mit- gliebsbetrieben die Fortführung zu untersagen, wenn der Betriebsinhaber oder ein Mitglied der i Betriebsleitung die für die Fortführung des Be- - triebes erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. Die ■ Viehwirtschaftsverbände erhalten sodann die De- i fugnis, beim Handel mit Schlachtvieh oder beim > Großhandel mit Fleisch bei bestimmten Verstößen ! eines Mitglieds über die Waren zu verfügen. Wasserläufe im Hochsauerland sind stark angeschwollen. Da die Temperaturen steigen, besteht für die Täler Hochwassergefahr. VomSchwarzwald dis zum Erzgebirge. Die andauernden Schneefälle der letzten Tage, die besonders den württernbergischen Schwarz- roalb heimgesucht haben, waren von einer Heftigkeit, wie sie im tiefsten Winter nicht zu verzeichnen gewesen ist. Im württernbergischen Oberland wurde die Stromversorgung der Städte Ravensburg und Friedrichshafen teilweise unterbrochen. Aus verschiedenen Teilen des Landes liegen Meldungen über empfindliche Störungen des Verkehrs vor. Im Allgäu ist ein Todesopfer zu beklagen. Der Wirt der Fichtlhütte am Edelsberg geriet unweit von Nesselwang im Allgäu mit seiner Tochter in eine Lawine. Während sich der Vater aut den Schneemassen halten konnte, wurde bas Mädchen verschüttet. Rettungsexpeditionen konnten es erst nach mehreren Stunden als Leiche bergen. Ein gewaltiger Schnee st urm tobte auch über dem Erzgebirge. Die Straßen über die Kamme sind teilweise verweht. In höheren Lagen wurden rund 40 Zentimeter Neuschnee gemeldet. Die Schäden sind bedeutend. Das Unglück der englischen ; Schülergruppe im Schwarzwald 1 Fünf Todesopfer. Deutschlands Teilnahme. Die Gruppe der englischen Schüler, die am Frei- । tag auf dem Schauinslcmd von einem so schrecklichen । Unglück betroffen wurde, wurde nach Freiburg gebracht, wo sie vorläufig in der Medizinischen < Klinik Unterkunft fand. Der Abtransport gestaltete : sich infolge der riesigen Schneemassen außerordentlich schwierig. Einer der in die Klinik eingelieferten Schüler st a r b ebenfalls. In Freiburg wurden die ; toten Jungen in der Altkatholischen Kirche aufgebahrt. Hitlerjungen halten dort die E h r e n w a ch e. — Dabei sei festgestellt, daß diese englische Jugendgruppe keine Fühlung mit der HI. ober anberen zuständigen deutschen Stellen ausgenommen hatte. Aus der Wanderung durch den Schwarzwald mar sie daher auch ohne deutsche Begleit- f ü h r u n g. Diese Feststellung ist notwendig, weil ein ausländischer Rundfunksender auch dieses so bedauerliche Unglück zum Anlaß nimmt, um auf die schändlichste Weise unwahre Behauptungen gegen Deutschland zu verbreiten. * Der Reichsaußenminister, Freiherr v. Neurath, nahm während der Trauerfeier für Botschafter von H o e s ch in Dresden Gelegenheit, dem englischen Botschafter, Sir Eric P Hipps, sein Beileid auszudrücken. Der Reichsjugendführer hat an den englischen Botschafter in Berlin folgendes Telegramm gerichtet: „Soeben erhalte ich die Nachricht von dem schweren Unglücksfall im Schwarzwald, der fünf englischen Jungen auf einer Wanderung durch Deutschland das Leben kostete. Tief erschüttert bringe ich Ew. Exzellenz das herzliche und tiefgefühlte Beileid der gesamten deutschen Jugend zum Ausdruck. Ich habe den Leiter des Auslandamtes der Reichs- jugendführung, Gebietsführer Schultze, beauftragt, in meinem Namen und im Namen der deutschen Jugend einen Kranz am Orte der Aufbahrung niederzulegen und angeordnet, daß Hitlerjugend des Gebietes Baden an den Bahren der Toten eine Ehrenwache bis zur Ueberfüfjrung in die Heimat stellt. gez. Baldur von S ch i r a ch." Schwere Unwetter im Taunus und Westerwald. Das Unwetter wütete auch über dem gesamten Taunusgebiet. Der Regen wandelte sich bald in Schneeschauer um, die sich zu einem Schnee- ft u r m von katastrophaler Auswirkung entwickelten. Der Sturm schwoll zum Orkan an, der unaufhörlich niederstürzende Schneemassen in die gerade aufblühende Taunuslandschaft hineinpeitschte. Die Gegenden um Königstein, Falkenstein, Ober- und Nieder-Reifenberg, Schmitten und das Weiltal wurden am meisten betroffen. Der Schneesturm, der über unser Gebiet hinwegging, hat besonders schweren Schaden an den Telegraphen- und Fernsprechleitungen nördlich von Wiesbaden und auf dem südlichen Westerwald angerichtet. Darm- st a d t ist besonders schwer betroffen worden, da in feinem Ortsbereich allein 400 Störungen aufgetreten waren. Durch die Schneefälle der letzten Tage sammelten sich im hohen Mesterwaldgebiet Sch n e e- mengen an, wie sie seit vielen Jahren selbst im tiefsten ' Winter nicht oorgekommen sind. Heftige Stürme haben kaum vorstellbare Schneeverwehungen verursacht. Der Verkehr ist stellenweise völlig unterbunden. Als der Arbeiter Biedenbender mit seinem NSG. Bis zum 25. April werben folgende Gliederungen und Formationen der Partei und die folgenden Verbände G a st st e l l e n im Rahmen der Hitler-Freiplatz-Spende: SA., SS., NSKK., Politische Leitung, National- sozialistische Kriegsopserversorgung, Reichsbund Deutscher Beamten, Deutsche Jägerschaft, NS.- Juristenbund, Reichsbund für Leibesübunaen, Technische Nothilfe, Reichsnährstand, Reichsstand des deutschen Handwerks, Reichskriegerbund „Kyff- häuser", Deutscher Gemeindetaa, Reichsfremdenverkehrsverband, Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. In gemeinschaftlicher Arbeit soll im Gau H esse n - N a l s a u die notwendige Freistellenzahl erreicht werden, die für die bedürftigen und würdiaen Kameraden gedacht sind. Die Gauamtsleitung her NSV. hat sich bereits an alle genannten Gliederungen und Formationen gewandt, alle zur Verfügung stehenden Kräfte in dieser Werbewoche einzusetzen und ihre Dienststellen angewiesen, in gemeinsamer Arbeit an die Lösung der großen Aufgabe heranzugehen. Die Gauamtsleitung wendet sich nunmehr an die gesamte Bevölkerung unseres Gaues und bittet sie, ihr möglichstes zu tun und in Geschlossenheit und Opferbereitschaft für die Hitler-Freiplatz- Werbung einzutreten. Gleichzeitig wird eine umfanareiche uni) großzügige Werbung um Familienpflegestellen für die Kinderlandverschickung angesetzt, die ebenfalls bis zum 25. April ihren Höhepunkt erreicht. Volksgenossen! Auch hier muß jeder mithelfen! Es gilt Tausende von bedürftigen Kindern in Erholung zu schicken. Die NS.-Volkswohlfahrt ist der Ueberzeugung, daß die Aktionen „Hitler-Freiplatz-Spende" und Zwei gefährliche Einbrecherband"« unschädlich gemacht. LPD. Hanau, 18. April. Ein großer Schlag ist der hiesigen Kriminalpolizei gelungen. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft gelang ihr nach umfangreichen Ermittlungen die Unschädlichmachung zweier gefährlicher Einbrecherbanden, die schon seit geraumer Zeit ein wahres Schreckensregiment in Hanau führten und schwere Einbruchsdieb st ah.le am laufenden Band ausführten. Mit den Einbrechern konnten erfreulicherweise auch die Anstifter und Hehler unschädlich gemacht werden, fo daß auf der ganzen Linie sauberer Tisch gemacht werden kann. 15 männliche und weibliche Personen, die sich fast ausnahmslos in Straf- und Untersuchungshaft befinden, konnten einer ganzen Reihe von schweren Einbruchsdiebstählen usw. überführt werden. Nicht uninteressant ist es, daß sich weibliche Mitglieder der Bande ohne jegliche männliche Begleitung auf Einbrecherzüge begaben und „erfolgreich" arbeiteten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantturi a. 2)1. 23erim Schluß« turs Schlußt. Abend« Schluß, hird Schlußt. Mittag- börse börse Datum 17-4. 18.4. 17.4. 18.4. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100,5 100,65 100,65 100,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,3 97,4 97,3 97,4 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Mlös.-Schuld mst 103 103 102,5 103 Auölos.-Rechten ............. 111,75 111,8 111,75 111,6 4*/,% Deutsche Reichspostschatzan. Weisungen von 1934, 1....... 6% et)em.8% Hess. Bolksstaal 1929 100,05 100,1 100,2 100,3 (rückzahlb. 102%) ............ 98,25 98,25 ehern. 8% Hessische LcmdeS' banl Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehern. 4y,% Hess. Landes. 96,5 96,5 — 96,5 Hypothekenbank DarmstadtLiaui 101 101 — —e *Yi% ehern. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 92,25 — — 120,75 120,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 114,4 114,4 114,4 114,5 96,5 96,5 — — 6/t% ehern. 4yt% Franks. Hyp.- 101,2 101,2 _ 6y,% ehern. 4yx% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 4y,% ehern. 8% Pr. LandeSpfand- 101,25 101,25 101 101 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4y,% ehern. 7% Pr. LandeSpfand» briefanst., Gold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.BerrechnungSk. 84-38 108,8 108,85 108,9 108,9 4% Orsterretchiscye Goldrente.... 28 — 28,75 — 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,4 8,2 8,1 1,45 1,5 1,55 8,2 8,3 8,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,15 4»/,% deSgl. von 1913.......... 8,13 8,13 8,15 5% abgest'.' Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 13 i 13,4 13 13,3 Serie 1..................... • 9 — Siantfurt a.M. | Berlin Schluß- kurS Schlußt. Abendbörse Schlußkurs Schlußt. Mittag- börle Latum 17-4- 184 174- 18-4. 4% desgl. Eene 11 ........... 9 9 — — 5% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 6,65 6,65 6,75 6,75 4y»°/c>Rumän.vereinh.Rentev.l913 — 9,3 9,5 9,3 4% Rumänische vereinh- Rente - . 5,5 5,5 5,5 5,45 2 Yi°/n Anatolier........... — 39 39,2 39,5 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15 14,9 15 14,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 27 27,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,9 15,9 15,9 16 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 112,75 113,5 — 113,9 Berliner Handelsgeselllchaft ... 6 — •— 111,5 112 Commerz, und Privat-Bank ... 0 91,5 91 91,25 91 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 88,75 88,5 88,75 88,5 Dresdner Banl.............. 0 92,75 92,75 92,75 92,75 Reichsbank ................ 12 182,5 182 183 182,25 A.E.G...................... G 35,25 35 35,13 34,9 Bekula.................... 10 144,5 144,13 144,75 144,65 Elektr. LieserungSgesellschaft... 6 ’ 128 127,75 127,5 128,5 Licht und Kraft ........... gy. 141 141,5 141,25 140,5 Felten & Guilleaume......... 4 122,25 123 121,75 122,75 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 132 132 131,5 131,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 132 131 131,25 1 131,25 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 128 127,25 128,25 127,25 Schuckerl LCo............... 4 139 138,5 I137,75 Siemens S Halske............ 7 184,4 185,65 184 185 Lohmener & Co.............. 130 75 Buderus .................. 101,4 102,4 Deutsche Erdöl ............. 117,25 11 ?! 25 N7 117,5 Harpener.................. c 122,5 122 122175 Hoejch Eisen—Köln-Neuessen . 96,25 96,25 96 96,13 Ilse Bergbau .............. — 174,75 Ilse Bergbau Genüsse....... 133,5 133 133,25 134 Klöcknerwerke .............. 1 91,75 91,25 91,4 91,5 Mannesmann-R Ihren....... 86,75 I 86,5 86,65 86,13 Frankfurt a. M. 25er Im Schluß- kurS Schlußt. Abendbörse Schlußkurs Schlußt. Mittagbörse Oatum 17-4. 18.4. 174. 18 4- ManSfelder Bergbau .. .......6 140 143 140 144 Kokswerke ........... .......6 — — 127,25 127,75 Rheinische Braunkohlen ..... 18 229 229,5 229 230 Rhetnstabl ........... .......4 122 122,5 121,65 122 Vereinigte Stahlwerke. .......O 85,25 85,5 85 85,4 Otavi Minen ........ .......0 20 20,5 20,4 20,65 Kaliwerke Aschersleben. .......6 129,75 128,75 129,25 128 Kaliwerke Westeregeln. .......6 128 127,5 128,5 128,25 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y, 188 189 188,4 189 t®. Farben-Jndustrie....... cheideanstalt............... Goldschmidt ................ Rütgerswerke ............... Metallgesellschaft............. 7| 163,4 163,25 163,25 162,9 s' 231 231 — — 5j 110 109,5 109,5 110,4 8 127 127,25 126,5 127,75 4j 121,25 121 120 120,5 Philipp Holzmann...........4| 115 1 115,5 | 112,9 I 114,25 Zementwerk Heidelberg ...... 7 138 138 — — Lememwerl Karlstadt......... ß| —I — I — | — Sdmltbete Patzenhoser .......4 Wu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstosi Aickassenburg .......O Destauer Gas ...............7 Daimler Dio toten............0 Deutsche Linoleum...........6 Lrenstetn & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................... 7t/l Accumulatoren-FabrS.......18 Lonti-Gummi...............8 Gritzner................. o| Mainkrastwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker ------.. 101 — — 104,25 104,5 49,13 49,25 49,4 49,9 82 81,5 82 82 130 132 130,25 131,25 90,25 91 90 91 130,13 130,5 102 102,75 102,5 102,9 169,25 169,25 169,25 169,25 — — 80,5 80,75 35,75 35,25 35,65 35,4 345,5 350 348 351 188 188,5 188,25 189,25 180 181 179,75 181 29,75 | 29,25 I 29 29 91,5 92 198,5 1 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 17.April 18. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Bries Buenos Sitte-. 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel .... 42,07 42,15 42,07 42,15 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,86 54,96 54,84 54,94 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,285 12,315 12,28 12,31 Heliingfot».. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ...... 16,385 16,425 16,40 16,44 Holland .... 168,76 169,10 168,78 169,12 Italien..... 19,68 19,72 19,68 19,72 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,73 61,85 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,145 11,165 11,145 11,165 Stockholm... 63,32 63,44 63,30 63,42 Schweiz ... 81,03 81,19 81,07 81,23 Lpanien.... 33,94 34,00 33,97 34,03 Prag....... 10,275 10,295 10,28 10,30 Budapest .. — — Reuyork ... 2,486 2,490 2,487 2,491 Banknoten. üerlm, 18-April iseio 2)rie' Amerikanische Noten...... 2,439 2,459 Belgische Roten.......... ....... 41,92 42,08 Dänische Roten ......... 54,58 54,80 Englische Roten ......... ....... 12,245 12,285 Französische Roten....... ...... 16,35 16,41 Holländische Roten....... 168,36 169,04 Italienische Roten........ —— — Norwegische Noten ...... ....... 61,50 61,74 Deutsch Oesterreich, 1 IOO Schilling — Rumänische Noten....... — Schwedische Noten....... 63,08 63,34 Schweizer Noten......... 80,89 81,21 Spanische Noten......... 33,63 33,77 Ungarische Noten .. . ... — Nr. 92 Dritter Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2V. April 1956 Gießen feiert -en Geburtstag des Führers Heute morgen kam, nach Tagen mit, Regen, Schnee und stürmischen Winden, hell und strahlend die Sonne herauf — dem Geburtstag des Führers ein Zeichen! Die Sonne hatte bald den leichten Reif überwunden, der auf den Wiesen und auf den Dächern lag, und der Frühlingstag schien schöner an diesem heutigen Morgen denn sonst. Festlich sah es auch bald in den Straßen aus. Als die Sonne höher und höher stieg, brachte sie überall das Rot der Fahnen zu Hellem Leuchten, denn überall schmückten für diesen Tag des Führers die Volksgenossen unserer Stadt ihre Häuser. Als dann die Stunde kam, da die arbeitenden Volksgenossen sich auf den Weg in das Geschäft begaben, tauchten auch die braunen Uniformen der SÄ. auf und belebten das Bild. Für die Schulen brachte der heutige Morgen auch eine besondere Vertiefung. Schlichte Feiern vereinigten Lehrerkollegium und Schülerschar. In Dankbarkeit wurde des Führers gedacht. Die Universität würdigte den Tag ebenfalls mit einer Morgenfeier, zu der der Rektor eine bedeutsame, eindrucksvolle Ansprache hielt. Morgenseier der ilniverW. In eindrucksvoller Geschlossenheit beging die Gefolgschaft der Universität die Geburtstagsfeier des Führers. Mit Fanfarenklängen einiger Jungvolkjungen wurde die Feierstunde eröffnet. Nachdem die Fahnen des NSDStB. und des IV. in die mit der Büste des Führers geschmückte Aula her- einaetragen waren, leitete ein Musikvorspiel zu der Ansprache des Rektors Professor £>r. Pfähler über, der u. a. ausführte: „Der Führer": So, wie wir hundertmal im Tage im Gruß von Volksgenosse zu Volksgenosse fast achtlos „Heil Hitler!" sagen, so ist dieses Wort beinahe zu einem Gebrauchsgegenstand unseres Alltags geworden, lieber uns Menschen waltet die oft gütige, aber auch ebenso schreckliche Macht der Gewöhnung. Sogar unser Leid und unsere Schmach wurden uns gewohnt — ja gewöhnlich, wenn wir nicht Macht über sie einsetzen. Und wenn der innersten Sehnsucht unseres Herzens Erfüllung widerfuhr, ist niemand schneller bei der Hand, sie und die zu ihm gehörige Dankbarkeit zu verflachen, als die Gewohnheit. Wie wir für die Atempause unseres Lebens oder für unsere völkischen Gedenktage einen Sinn suchen, um sie nicht auch bloße Gewohnheit werden zu lassen, dann finden wir ihn nirgends eher als darin, das veralltäglichte Große der Hand der Gewöhnung zu entreißen. Der Führer: Wo ist ein Volk auf Erden, wo in unserer eigenen Geschichte eine Zeitspanne, von denen man sagen könnte, sie hätte dieses Wort auch nur annähernd so erfüllt gesehen wie wir, die deutsche Nation von heute? Aller Glaube, alle Hoffnung, alle Liebe des ganzen Volkes ist beschlossen und wird wach in dem Wort: Der Führer. So groß und so selbstverständlich steht heute seine Tot an unserem Volke in der Erfüllung vor uns, daß sie bereits dem Spießer „geläufig" zu werden droht. Wie sollte er auch sein Werk nicht vollbracht haben, da er doch so groß ist und das Werk so unaufschiebbar war. Kameraden, wir wollen uns durch keine Macht der Gewöhnung unseren Blick dafür trüben lassen, daß Adolf Hitler damals der Führer war, als er seinen Todfeinden nur ein Gelächter und noch lange keinen Haß wert war; daß er damals groß war, als er für uns alle ohne Ausnahme kleiner war als irgendeine der Tagesgrößen und irgendeine Re- volutionsgröhe von 1919, an die wir unsere letzten Hoffnungsreste banden. Gröhe ist nie gröher, als wenn sie auf bloße Ungläubigkeit losgeht; Führertum nie herrlicher, als wenn es den ersten Gefolgsmann erobert; den allerersten von 60 Millionen. Was war 1919 der Glaube an unser Volk, der sich auf nichts gründete als auf das Wissen um die Jahrhunderte geschichtlicher Entwicklung dieses Volkes. Hinterher, da ihn die Geschichte bestätigt hat, mag er bedeutsam erscheinen. Damals, als Versailles geschmiedet wurde, als Neger das Rheinland beherrschten, als Taufende Kriegs- und Inflationsgewinnler dem oberflächlichen Ausländer „das Bild" Deutschlands verzerrten, während Millionen hungerten und Tausende verhungerten, damals, als unsere Gewehre auf Menschen von unserem Fleisch und Blut gerichtet waren, damals war dieser Glaube bloße Verbissenheit von Verzweifelnden. Aber als aller Glaube tot war, hat der unscheinbare Gefreite, der erblindete Feldsoldat seinen Glauben mit dem Entschluß zur Tat als Bedingung und Rechtfertigung gegeben. Damals schrieb er: „Und als mich endlich selbst — noch in den letzten Tagen des fürchterlichen Ringens — das schleichende Gas anfiel und sich in die Augen zu fressen begann, und ich unter dem Schrecken, für immer zu erblinden, einen Augenblick verzagen wollte, da donnerte mich die Stimme des Gewissens an: elender Jämmerling, du willst wohl heulen, während es Tausenden hundertmal schlechter geht als dir, und so trug ich stumpf und stumm mein Los. Nun konnte ich nicht mehr anders. Nun sah ich erst, wie sehr alles persönliche Leid versinkt gegenüber dem Unglück des Vaterlandes. Ich aber beschloß Politiker zu werden." Das ist der Führer: als aller Glaube zu Ende ist, glaubt er und haucht seinem Glauben den heihen Atem des Entschlusses ein: Ich will Politiker werden. Dann kommt der 9. November 1923; wie eine schauerliche Bestätigung jenes anderen 9. November. Und was seit 1918 an Hoffnung aufgespeichert war, scheint an diesem Tage endgültig erledigt. Als alle Hoffnung am Ende ist, schreibt der Gefangene von Landsberg sein Buch der Hoffnung, nicht wie ein Literat, sondern als Sämann, der seinen Acker kennt und den Samen, der Früchte tragen wird. Das ist der Führer. Und als er entlassen ist und die ersten Männer um sich sammelt in dem Entschluß zum unbarmherzigsten Kampf, um sich ein Volk, in dem jeder jeden haßt, da ist es doch ein Weg, der ohne eine grenzenlose Liebe kein Ziel hätte. Als alle Liebe am Ende ist, überschüttet er fein Volk mit Liebe, zweifelt er keine Stunde daran, daß Menschen gleichen Vlutes und gleichen Schicksals mitten durch den Haß zur Liebe marschieren. Er, der weiß, daß kein Haß in der Welt fruchtbar wird und Werke schafft, wenn ihn nicht irgendwo eine abgründige Liebe trägt. Das ist der Führer. Kameraden! Wenn wir den Geburtstaa Adolf Hitlers nützen, um das Wort „Führer" der Gewöhnung zu entreißen, dann hat das nur Sinn, wenn wir das gleiche mit dem Wort Gefolgschaft tun. Da, wo unser Glaube furchtsam wird, weil irgendwo Schatten neben dem Lichte steht; wo unsere Hoffnung zittert, weil allzu vi§Ie Gefahren uns bedrohen; wo unsere Liebe erlahmt, weil der Volksgenosse noch nicht aan.v gewonnen ist: genau da ist der Punkt, an dem wir uns selbst der Gewohnheit entreißen sollen; der Punkt, an dem Gefolgschaft dessen würdig werden könnte, daß ihr der Führer geschenkt ist. Durch 17 Jahre hat es uns der Führer vorgelebt: Glauben, hoffen, Lieben waren ihm nie bloße Gesinnungen, dafür immer die stärksten Mächte des Lebens in dem Augenblick, da sie Taten wurden. Führen hieß ihn stets Taten tun. Wir wollen ihm durch die Tat danken dafür, daß wir Gefolgschaft sind. Dies zum Gelöbnis stimmten die überaus zahlreich Erschienenen in ein freudiges Sieg-Heil auf den Führer ein und fangen begeistert das Horst- Wessel-Lied „Wir geloben Treue." feierliche lleberführung der Lungvolkjungen in die Hitler-Zugen- Die feierliche Ueberführung der Gießener Jungvolkjungen in die Hitler-Jugend fand am Sonntagvormittag auf dem Oswaldsgarten statt. Mit frischen Marschliedern und Fahnen, die lustig im scharfen Frühlingswind flatterten, rückten die Gießener Einheiten des Bannes 116 durch die Straßen der Stadt auf dem Oswaldsgarten an, wo sie im geschloffenen Viereck Aufstellung nahmen. An der Stirnseite, neben den Fahnen stand die Marine-HI. und auf der diesen gegenüber liegenden Seite die Jungvolkjungen, für die der beglückende Augenblick der Uebernahme in die Jugend des Führers gekommen war. Unterbannführer B ö tz machte dem mit feinem Stabe angekommenen Bannführer Schreiber Meldung, worauf dieser unter den Marsch- flängen des Spielmannszuges die Fronten abschritt. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied: „Ein junges Volk baut auf" nahm die Feierstunde ihren Anfang. Ein Sprechchor, der mit Liedweifen von der neuen Fahne, unter der die Jugend nun schreitet, begann und dem Wunsche „Führer, so reihe uns ein, Kämpfer für ein neues Deutschland zu sein", Ausdruck verlieh, leitete über zur feierlichen Verpflichtung. Der Unterbannführer Bötz sprach den Jungvolk- jungen Satz für Satz des Gelöbnisses vor und mit frischen, Hellen Knabenstimmen antwortete die Schar. Damit waren die Jungvolkjungen in die Reihen der Hitler-Jugend ausgenommen und Bannführer Schreiber machte sie noch einmal darauf aufmerksam, daß sie durch einen Schwur gelobt haben, ihre ganze Kraft nun in den Dienst der HI. zu stellen. Den Kleinen, die ihre erste Zeit schon im Jungvolk abgedient haben, werden jetzt in der HI. größere und schwerere Aufgaben gestellt. Diese müssen nun mit der gleichen Liebe und Hingabe und in der gleichen Disziplin erledigt werden. Durch diesen Schwur haben sich die Jungen zur Jugend des Führers bekannt, jetzt müssen sie auch beweisen, daß sie dessen würdig sind. Sie müssen beweisen, daß sie dem Führer verschworen sind, wie es von der Jugend des Führers verlangt wird. Es wird immer neue Jugend sich zum Führer bekennen, sie wird in dem Geiste zum Führer erzogen und dann in die Bewegung hineinwachsen und so stets ein neues Glied der unendlichen Kette bilden, die Volk und Führer zusammenhält und den Bestand des Dritten Reiches sichert. Der Bannführer gab zum Schlüsse der Hoffnung Ausdruck, daß auch die jetzt neu in die HI. aufgenommenen Jungvolkjungen sich so einreihen möchten, daß später einmal gesagt werden kann, daß unser Volk das disziplinierteste ist und der Wunsch des Führers in Erfüllung gehen möge: Unser Volk, eines der Tüchtigsten! In diesem Sinne brachte er ein dreifaches „Sieg- Heil" auf den Reichsführer der HI. und den Führer aus, in das der Bann freudig einstimmte. Mit dem Liede der Jugend war die feierliche Stunde beschlossen. Nach kurzen Einteilungen der Neuauf- genommenen setzte sich der Bann 116 in Marsch- beroegung und rückte durch die Straßen der Stadt den Standorten zu. Acht Gebote für Iungmädel. jungmädel fein heißt in selbstloser Kameradschaft stehen und selbstverständliche Zucht im Diensttuen üben. Zungmädel sein heißt mit offenen Augen froh und stolz im Leben, im Werktag stehen, an seinem Teil im Volke arbeiten und schaffen als des Führers jüngste Helfer. Fungmädel sein bedeutet Mut und Ernst haben zu Dingen, die Verantwortung auferlegen, zu jeder Arbeit, die gefordert, zu jeder schweren Aufgabe, die gestellt wird. jungmäbd sein heißt froh und fest anpacken, reden dürfen die anderen. jungmäbd sein heißt nie den Kopf hängen lassen, heißt lachen können, wenn kleine Mädchen meinen, heißt Zähne zusammenbeißen, roenn’s einmal hart kommt. jungmäbd sein heißt, ein ernst zu nehmender Mensch sein. jungmäbd sein heißt ein ganzer Kerl sein. jungmäbd sein heißt Jugend des Führers sein. Mit der SA. beim Gepäckmarsch. Anläßlich der am nächsten Sonntag stattfindenden Ausscheidungskämpfe der SA. für die Olympia 1936 hatten die Standarte 116 am gestrigen Sonntag einen Uebungs - Gepäckmarsch angesetzt. Den einzelnen Sturmbannen war befohlen, einen 30-Kilometer-Marsch, mit dem Ziel Gießen, durchzuführen. Bereits am Samstag begannen die Vorarbeiten hierzu mit dem Empfang von Tornister, Decke und Zeltbahn. Als Gepäckgewicht wurden 25 Pfund Sand milgeführl. Während die auswärtigen Sturmbanne ihre Wegstrecke so einzurichten hatten, daß der Rückweg von Gießen in ihre Standorte in die 30 Kilometer mit» zuberechnen war, marschierten die Einheiten des Standortes Gießen über Leihgestern, Watzenborn- Steinberg, Garbenteich, Steinbach, Annerod nach Gießen. Schon in der frühesten Morgenstunde traten die Einheiten an. Dreißig Kilometer Wegstrecke lag vor ihnen. Kilometer um Kilometer wurde marschiert! Schon waren die elften zehn geschafft. Schwer drückte der Tornister. Der mitmarschierende Spielmannszug setzte ein, und weiter ginge im gleichen Schritt — links — zwei — drei— vier —. Schwer und gleichmäßig hallte der Schritt auf der Landstraße. Marschlieder erklangen, die braunen Kolonnen zogen ihren Weg. Scherzhafte Worte flogen hin und her, ermunternde Zurufe der Führer, jeder hilfsbereit dem anderen gegenüber — echte Kameradschaft! Nur so war es auch möglich, gute Marschzeiten herauszuholen. Vom Reservesturmbann wurden z. 23. die 30 Kilometer mit kurzen Rasten in 3V- Stunden bewältigt und vom Sturmbann 11/116 in 3 Stunden 50 Minuten. Dies ergibt eine Stundenkilometerzahl von 8 Kilometer. Eine gute Leistung. Der Sturmbann R/116, der fast durchweg aus Frontsoldaten besteht, traf als erste Einheit in guter Marschdisziplin an der Volkshalle um 10,50 Uhr ein. Standartenführer Lutter nahm dort die Meldungen der eintreffenden Einheiten entgegen Eine große Menschenmenge hatte sich vor der Volkshalle eingefunden, um dem Eintreffen der SA.-Stürme beizuwohnen. Der Sanitätssturm hatte in der Volkshalle eine Hilfeleistungsstelle errichtet. Eine sofort nach Eintreffen der Einheiten durch die Sanitätsmannschaften vorgenommene Fuh- untersuchung der Marschteilnehmer zeigte ein gutes Ergebnis. Um 11.40 Uhr hatten die Sturmbanne 1'116, 11/116, III/ll. IV/116 und R/116 das Ziel erreicht. Im Vorhofe der Volkshalle hatte die Standarte eine Feldküche und fünf große Kessel aufstellen lassen, in denen das Mittagessen (Erbsensuppe mit Rind- und Schweinefleisch) gekocht und dann verabreicht wurde. Die Austeilung ging sehr schnell oonftatten und bald lagerten überall die „Braunen", ihren „gefaßten Schlag" verzehrend. Der Musikzug der Standarte, unter Führung von Musikzugführer Herrmann spielte flotte Marschweisen, und so entstand rasch ein reges Lagerleben. An der verstummten Unterhaltung und dem lauten Geklapper der Eßgeschirre konnte man feststellen, daß dem Essen mit größtem Appetit zugesprochen wurde. Die Erbsensuppe mit ihrem reichlichen Fleisch war derart schmackhaft, daß es sogar mehrere Volksgenossen vorzogen, ihr Mittagessen mit der SA. einzunehmen, anstatt zu Hause. Das bedeutet gleichzeitig einen erneuten Beweis des guten Einvernehmens zwischen der Gießener Bevölkerung und ihrer SA. Nach zweistündigem Aufenthalt wurde das Kommando zum Abrücken gegeben. Die Sturmbanne I und III/116 marschierten wieder zurück zu ihren Standorten, während die Gießener Sturmbanne 11/116, IV/116 und R/116, unter Vorantritt des Musikzuges der Standarte, in Gießen einmarschierten und sich auf dem Hofe der Standarte auflösten. An dem strammen Einmarsch der SA.-Männer merkte man nicht, daß sie schoiDeine Wegstrecke von 30 Kilometer mit 25 Pfund Gepäck hinter sich hatten. Dies ist wieder ein Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit der SA. Aus der Provinzialhauptstadt. Die Hitlerfreiplatzspende ein Aufgabengebiet der RS.-Volkswohlfahrt. NSG. Im Rahmen des Erholungswerkes des deutschen Volkes ist der NS.-Volkswohlfahrt die Durchführung der Hitlerfreiplatzspende als besondere Aufgabe übertragen. Durch die Spende von Freiplätzen stattet jeder Volksgenosse den Kämpfern und unentwegten Fahnenträgern der Bewegung seinen Dank dafür ab, daß sie Deutschland vor dem Bolschewismus und seinen furchtbaren Folgen bewahrt haben. Ueberall im ganzen deutschen Vaterland sollen die treuesten Kämpfer des Führers Erholungsmöglichkeit finden, um neu gestärkt an der Seite des Führers den Kampf für die Erneuerung Deutschlands weiterzuführen. Die Deutsche Reichsbahn gewährt dem Inhaber einer Hitlerfreiplatzspende eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. H. In begründeten Ausnahmefällen, wenn lange Parteizugehörigkeit, Mittellosigkeit, Bezug von Arbeitslosen-, Krisen- oder Wohlfahrtsunterstützung vor- liegen, können die restlichen 50 v. H. auf Antrag von der Kreisamtsleitung übernommen werden. Dem Freiplatzinhaber ist somit nicht nur Gelegenheit zu einer Erholung gegeben, sondern er lernt auch ihm sonst unbekannte und unerreichbare Teile des deutschen Vaterlandes und seine Bewohner im Zeichen der Volksverbundenheit kennen, und das heißt ja für uns Deutsche lieben. Aus den Augen eines jeden von einem Hitlerfreiplatz Heimkehrenden leuchtet ein stilles Glück; immer bleibt in seinem Herzen ein wenig Heimweh nach den Schönheiten und Wundern des von ihm erlebten neuen Deutschland und nach der ihm von seinen Bewohnern entgegengebrachten Liebe zurück. Wer für die Hitlerfreiplatzspende wirbt, dankt dem Führer! Dornotizen. Tageskalender für Montag. SA.-Standarte 116: 20.30 Uhr aus Oswaldsgarten Vereidigung der SA. mit anschließendem Großen Zapfenstreich. — NSDAP., Ortsgruppe Gießen- Süd: 20.30 Uhr im kleinen Saal des Studenten» bauses Kundgebung zum Geburtstag des Führers; Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr im „Aquarium" Generalmitgliederappell. — Ortsgruppe Gie- ßen-Mitte und Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr in der Aula der Universität Kundgebung anläßlich des Geburtstages des Führers. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Heißes Blut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die letzten vier von Santa Cruz". Deutsche Arbeitsfront. Links: Hitler-Jugend im Viereck auf Oswaldsgarten angetreten. — Rechts: Bannführer Schreiber schreitet die Front der neu in die Hiller-Jugend aufzunehmenden Jungvolkjungen ab. — (Aufnahmen (2jt Photo-Pfaff.) Ortsgruppenwallung Gießen-Ost. Wir machen unsere DAF.-Walter nochmals auf den am 2 2. A p r i l, 20.15 Uhr, in der Wirtschaft „Stadt Lauterba ch", Licher Straße, stattfindenden DAF. - Walter-Appell aufmerksam. Es wird pünktlich um 2 0.15 Uhr vor dem Lokal angetreten! Anzug: DAF.» Anzug oder Uniform. ©porfamf „Kraff durch Freude" heule fallen sämtliche k. d. F.-Sportkurse aus! Das neue Vierteljahres-Sportprogramm, welches über alle von der K. d. F. durchgeführten Sportarten Auskunft gibt, ist erschienen. Es gelangt in allen Ortsgruppen und Betrieben zur Verteilung und ist außerdem auf der Geschäftsstelle, Schanzen- straße 18 kostenlos erhältlich. Morgen folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. (Vorherige Anmeldung nicht er® forderlich.) Neue Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Volksbad. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich.) Von 21 bis 22 Uhr nur Das hessische Steuergesetz für 1936 Die Sanitätskolonne Gießen des Deutschen Roten Kreuzes hielt — wie man uns berichtet — am Samstag im oberen Saale des Restaurants „Zum Andres" ihre diesjährige Hauptversammlung ab, die von aktiven und inaktiven Mitgliedern gut besucht war. An der Versammlung nahmen auch der Vorsitzende des Kreismännervereins, Kreisdirektor Dr. L o tz, sowie der stellvertretende Vorsitzende, Regie- rungsrat Grein, teil. Ferner waren anwesend als Vertreter der Stadt Gießen Bürgermeister Dr. Hamm, der Provinzialkolonnenführer Professor Dr. Eger, die Führerin des Alicefrauenvereins vom Deutschen Roten Kreuz, Frau Ella Giese, und Kreiskolonnenarzt Dr. G r o s. Kolonnenführer Kratz gab einen Ueberblick über die Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und stellte hierbei heraus, daß die Kolonne auch in diesem Jahre wieder ihre ganze Kraft in den Dienst der Allgemeinheit gestellt habe, jederzeit hilfsbereit, wo es galt, kranken oder verunglückten Dolksgenos» Vorbildliche Arbeit der SanMskolonne Gießen Oie Leistungen im Jahre 1935. und Bauplätze, auf 47 Pf. je 100 Mark Steuer- wert des land» und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, auf 63 Pf. je 100 Mart Gewerbe- kapital und auf 286 Pf. je 100 Mark Gewerbeertrag; , „ b) für die Kreisrealsteuersätze (mit Aus- nähme der auf die fünf großen Städte entfallenden Besteuerungsgrundlagen): auf 5,2 Pf. je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, auf 9,1 Pf. je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, auf 11,8 Pf. je 100 Mark Gewerbetapital urtb auf 41 Pf. je 100 Mark Gewerdeertrag; c) für die Provinzialreal st euersätze: auf 3,1 Ps. re 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, auf 6,6 Pf. je 100 Mart Steuer- wert des land» und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, auf 6,5 Pf. je 100 Mark Gewerbe- kapital und auf 25,3 Pf. je 100 Mark Gewerbe» ertrag. Abänderungen des Gemeindeumlagegesetzes betreffen die Filial - und Warenhaus ft euer; der Steuersatz wird bei beiden von 100 auf 200 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer erhöht. Eine weitere Bestimmung regelt die Zusammen- setzung des kommunalen Ausgleichs- stocks. Das Gesetz ist mit Wirkung vom 1. April in Kraft getreten. Rach dem vom Herrn Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung in dem soeben erschienenen Hessischen Regierungsblatt Rr. 5 verkündeten Steuergesetz für das Rechnungsjahr 1 936 bleibt für 1936 die staatliche Grundsteuer unerhoben, insoweit sie auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundstücken einschließlich der Weinberge ruht. Grundsteuerpflichtig bleiben die Gebäude nebst Zubehör, der zugehörige Hofreitegrund und die damit zusammenhängenden Grab- und Grasgärten, ferner Grundstücke, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden (z. B. Bauplätze, Steinbruche), auch dann, wenn diese Grundstücke (Gebäude) im Eigentum eines Landwirts stehen. Im Zweifel entscheidet die Landesregierung (Finanzverwaltung). Im übrigen sind die Steuersätze der staatlichen Grundsteuer einschließlich des Grundsteuerzuschlags nach dem Gesetz vom 5. Dezember 1930 für das Rechnungsjahr 1936 die gleichen, wie für das Rechnungsjahr 1935. Das Gewerbe st euergefetz von 1928 wird mit einigen Aenderungen auf das Rechnungsjahr 1936 erstreckt. Der Anteil des Landes Hessen an der vom Reich für 1936 zu überweisenden Einkommen- und Körperschaftssteuer beträgt 65 v. H. Der Landesdurchschnitt der Realsteuersätze wird, wie folgt, festgesetzt: a) Für die Gemeindereal st euersätze: auf 34 Pf. je 100 Mark Steuerwert der Gebäude je fünf Sanitätsleuten tm Depot in Bereitschaft ge» halten. Bei sonstigen Veranstaltungen wurden au Verlangen 62 Wachen gestellt ^d dabe m 239 Fal. len erste Hilfe geleistet. Im Geschäftsjahr wurden unter Leitung der Kolonnenärzte vier Ausbildungs» kurse in der ersten HUfeleistung abaeha ten Des weiteren stellte die Kolonne ihr Ausbildungsmate- rial und ihre Unterrichtsräume für Kurse des Alice- Frauenoereins und der NS.-Frauenfchaft zur Der- fügung. Bei der Ausbildung der Luftschutzhauswarte durch den Reichsluftschutzbund hat die Kolonne den sanitären Teil durch ihre Merzte und ihr Ausbi - dungspersonal durchgeführt. Von der Derleihanstalt wurden insgesamt in 382 Fällen Krankenpflegegerat ausgeliehen. ,„ri , ... ... . 3m Schlußwort des Geschoitsberichts ist der Stadtverwaltung Gießen, der Verwaltung des Krei- ses Gießen und der Provinz Oberhessen, dem Orts- männeroerein vom Roten Kreuz, den Unterstützenden Mitgliedern und sonstigen Gönnern der Kolonne für die zuteil gewordene Unterstützung Dank ausgesprochen. sen Hilft zu leisten. Rach einer Mahnung an die Mitglieder, auch im kommenden Jahr in gleicher Weise ihre Pflicht im Roten Kreuz zu erfüllen im Dienst für Volk und Vaterland schloß er seine Ausführungen mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Deutschlands und Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes. Aus dem Tätigkeitsbericht ist hervorzu- heben: Im Berichtsjahr waren im ganzen 6477 Hilfeleistungen zu verzeichnen, darunter 1770 Krankentransporte. Mit vier Krankenkraftwagen wurden insgesamt 31 200 Kilometer gefahren und 1670 Trans- porte ausgeführt. Don den Transporten entfallen auf die Stadt Gießen 1177, die Provinz Oberhessen 395, und außerhalb der Provinz 198. Die Hilfsdesinfektoren der Kolonne führten in 130 Fällen Desinfektionen aus. In 57 Fällen wurden Kolonnenmitglieder zur Hilft beim Umbetten und Baden von Schwerkranken herangezogen. Im Laufe des Jahres wurden an Sonn- und Feiertagen 61 Wachen mit Licht und Schatten Vor Bildern des Rembrandt van JRijn. Rembrandt, der Maler von Hell und Dunkel, das wissen wohl fast alle von dem Meister, das haben sie vielleicht schon in der Schule gehört oder es an einem Bilde von ihm selbst gesehen. Doch ob sie auch mehr dahinter gefthen haben, ob sie je verstanden haben, was Rembrandt eigentlich will? Ein Künstler spricht sich selbst, aber er kündet auch das Leben aller Menschen. Die Seelen, die Geister der Menschen sind tausendfach unterschieden, und doch gibt es Lebensformen, Erlebnisse, die alle einmal durchleben, der eine mehr, der andere weniger. Sie ringen mit diesen Dingen in sich und haben oft schwer daran zu tragen. Der Künstler ist der, der diesen Erlebnisien Gestalt und Form geben kann, der sie sichtbar macht. Oberflächliche Menschen werden darum große Künstler nie verstehen, benn sie vermögen nicht in die liefe zu steigen und können nicht auf Höhen gehen, für sie gibt es nur Oberfläche. Als Rembrandt feine bekannte „Nachtwache" gemalt hatte, die von der Amsterdamer SchützenMorgenfeier im Gtadttheater. Die gestrige vierte Morgenfeier im Stadttheater war im wesentlichen der Wiedererweckung wenig bekannter alter Musik gewidmet. Den Anfang machte ein Trio in G-dur von Giovanni Battista Pergolese; wir haben des Meisters anläßlich seines 200. Todestages mit einer ausführlichen Würdigung in den Familienblättern gedacht. Das Trio erwies sich als das lieblichste und zarteste unter den drei Stücken der Morgenfeier. Das Cembalo gibt dieser Musik ihren eigentümlichen Stilcharakter und erfüllt eine doppelte Funktion mit der akzentuierten Untermalung des kleinen Streichkörpers wie auch als harmonisches Element innerhalb des gesamten Klangbildes. Im ^.-dur-Konzert des Wieners Karl Ditters von Dittersdorf (1739 bis 1799), das sich besonders durch den überaus reizvollen Mittelsatz auszeichnet, tritt das Cembalo im Gesamteindruck noch ausgeprägter hervor; stellenweise gewinnt es geradezu den Charakter eines Soloinstrumentes, so daß man sich gelegentlich an ein altertümliches Klavierkonzert erinnert fühlt. Rosenmüllers Studentenmusik bewahrt ebenfalls noch den eigentümlichen Klangcharakter des Cembalos, doch ist hier der Gesamteindruck fülliger und schon orchesterhafter, zumal der Cembalopart nicht so ausgeprägt wie etwa bei Dittersdorf die Führung übernimmt, und die Besetzung durck zwei weitere Streicher aufgefüllt ist. Die musikaliscye Leitung des Konzertteils hatte Kapellmeister Ernst Bräuer, der auch das Cembalo spielte; Ausführende waren ferner die Herren Rein, Jost, Köhler, Scheuermann, Schneider. Herr V o l ck ergänzte die Vortragsfolge von der literarisch-historischen Seite her mit einer Vorlesung von Anekdoten um Friedrich den Großen; wir hörten zunächst die Ansprache des jungen Königs an seine Generale beim Regierungsantritt im Jahre 1740; unter den dann folgenden Anekdoten fanden sich neben sehr volkstümlichen Stücken, wie etwa der Geschichte vom Müller Arnold in Sanssouci und vom Berliner Kammergericht, vom saufenden Rittmeister, von den „lauter Wedells", die mehrfach literarisch behandelt wurde, auch ganz oder fast unbekannte Anekdoten, wie die Sache mit der katholischen Bittschrift und dem Traum des Königs, die Scherze mit Voltaire und die hübsche Episode mit Zielen, dem Husarenkdachtmeister und einem FascM von der königlichen Tafel in Sanssouci. — Die Morgenfeier war diesmal erfteulicherweise besser besucht; allen Beteiligten wurde verdienter- l maßen reicher Beifall zuteil. httu gilbe bestellt war, da war es alles andere als ein Paradestück, das die Mitglieder dieser Gilde in schönster Pose darstellte, es war etwas so Gewaltiges geworden, datz jene es nicht verstanden, weil sie sich auf ihm nicht wiedererkannten und es im allgemeinen nicht der Mode gemäß war. Trotz ihrer Bestellung haben sie es dein Meister nicht abgekauft. Was er aber hineingelegt, hineingelebt hatte, war gewaltiger und größer und ging über ihren Krämergeist hinaus. Die „Nachtwache" wurde jenes Bild genannt, obwohl eine Szene am hellichten Tage dargestellt werden sollte. Das 18. Jahrhundert verstand das nicht mehr und gab dem Bild jenen falschen Namen. Und da liegt das Ungeheure, Umwälzende in Rembrandts Kunst, er macht Schluß mit aller bequemen, glatten Art. In allen seinen Werken ballt er das Sein der Menschen zu Licht und Schatten zusammen, packt sie gewaltsam und stellt sie vor Die Menschen: Seht, bas seid ihr! Erschrocken sind damals all die kleingeistigen engherzigen Menschlein vor diesem Gewaltigen gewichen, das riß sie aus aller Gemütlichkeit m ein entschiedenes Hoch und Tief hinein, darum flohen sie und wollten die Darstellung nicht verstehen. Die Lichter Rembrandts kommen aus einer anderen, geheimnisvollen Welt, die in das Dunkel aller Not, aller Schlechtheit ragt. In Nacht und Schatten leuchten plötzlich Farben auf, beginnen Gesichter zu leben, als wollten sie sagen: Wir kamen aus dem Dunkel und haben ins Licht gefunden. So spricht sich in den großen, figurenreichen Werken das zwiespältige Sein aller Menschheit überhaupt aus, so redeten aus seinen Bildnissen einzelner Menschen die beiden Mächte Gut und Böse, Kraft und Schwäche. Das alles war ja auch Rembrandts Lebenskampf. Er rang mit der ganzen Kraft feiner Seele um klares, warmes Licht wider die Schatten. Taufend Nöte feines Lebens, Geifer und Haß der andern, Geld und Krämergeist waren die Schatten. Die Macht seiner Kunst, Die Kräfte seiner Seele und seines Geistes, das Ringen um höchste Vollendung überhaupt, das war das Licht. Er selbst lebte auch bald mit Geist und Seele und mit (einer Kunst ganz im Hell und führte mit seiner Umgebung nur noch ein Schattendasein, zur Qual seiner Angehörigen. So hat 9iembranbt sein Leben immer ein Stück vorausaefthen, er hat das Leben aller Menschen in seiner Zwiespältigkeit gesehen, er hatte für gestern, heute und morgen geschaffen. Gewaltig war das innere Leben, das er geführt, gewaltig war sein Werk. FriedrichLange. staltsoberwachtmeister L R., 75 Jahre alt, Steinstraße 45; 10. April: Mathilde Euteneuer, geb. Becker 44 Jahre alt, Kaiserallee 1; 11. April: Luise Müller, geb. Koch, 67 Jahre alt, Rodheimer Straße 81; 11. April: Karl Schick, Dostassistent i. R„ 53 Jahre alt, Ebelstrahe 5; 12 April: Johanna Ben- der, geb. Lehrmund, 68 Jahre alt, Ebelstrahe 30; 13. April: Martin Gerhardt, ohne Beruf, 55 Jahre alt, Sandgasse 18. ** Seinen schweren Verletzung «ne r - legen. Der am Freitagfrüh auf der Landstraße Dutenhofen—Klein-Linden schwer verletzt aufgefundene Lokomotivführer Weber aus Dutenhofen, der auf dem Wege mit dem Fahrrad zu seiner Dienststelle beim Bahnhof Gießen gestürzt war und schwere Kopfverletzungen, u. a. auch eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte, ist in der Chirurgischen Klinik in der Nacht zum Sonntag verstorben. ** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Die Ziehung der 1. Klasse der neuen Lotterie (47.Z273.) findet am 24. und 25. April statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen mahnt in em er Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil Oie Beitrage für Monat März an. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. das weitere zu veranlassen." Ob der fragliche 23er- dienst von der Anrechnung auf die Wohlfahrtsunterstützung freibleibt und der Antrag auf die Befreiung des gleichen Personenkreises von der Lohnsteuer gewährt wird, darüber ist im Augenblick eine Entscheidung noch nicht gefällt worden. ** Die Jubiläumstagung des Hessischen Fürsorgevereins für K r ü p pel, die ursprünglich Ende März in der Orthopädischen Universitäts-Klinik in Gießen stattfinden sollte, dann aber wegen der Reichstagswahl abgesagt wurde, findet nunmehr in Verbindung mit der ordentlichen Jahres-Mitgliederversammluna am 9. Mai in der Orthopädischen Universitäts-Klinik in Gießen statt. ** Sterbe fälle in Gießen. In der Zett vom 1. bis 15. April verstorben in Gießen: 1. April: Emma Laub, geborene Ruckelshaus, 40 Jahre alt, Ebelstraße 39; 2. April: Georgine Kochs, ohne Berus, 60 Jahre alt, Bahnhofstraße 26; 3. April: Marie Becker, geb. Loth, 67 Jahre alt, Asterweg 43; 4. April: Karl Walbrach, Oberjustizinspektor i. R., 73 Jahre alt, Goethestraße 68; 5. April: Anna Katharine Feiling, geb. Mader, 31 Jahre alt, Sel- tersweg 9; 6. April: Christian Schweitzer, Reichs- bahnlokomotivführer i. R., 63 Jahre alt, Wetzlarer Weg 63; 9. April: Friedrich Kohlweyer, Strafan- Oberhessen. OiamantschleifereibetriebinOberhessen LPD. N i d d a, 19. April. Um auch in den kleinen Städten und deren ländlicher Umgebung in Ober- Hessen neue Arbeits - und Verdien st mög» l i ch k e i t e n zu schaffen, sind im Zuge der Arbeits- befchaffungsmahnahmen schon mancherlei gute und dankbar begrüßte neue Unternehmungen ins Leben gerufen worden. Nunmehr wurde in Nidda eine Diamantschleiferei eingerichtet und fertig zum Betrieb gemacht. Die Arbeit, die manchem Volksgenossen wieder Brot geben wird, soll in den nächsten Tagen aufgenommen werden. Auto von der Lokomotive erfaßt. ch M ü ck e, 18. April. Der Schwiegersohn des Metzgermeisters Weifenbach von hier befand sich auf einer Geschäftsfahrt nach Ober-Ohmen. An der Reichsver- kehrsstrahe kamen dem Kraftwagenfahrer ein Radfahrer und ein Motorradfahrer entgegen, die bei dem stürmischen und regnerischen Wetter, das die Sicht stark beeinträchtigte, die ganze Aufmerksamkeit des Kraftwagenlenkers in Anspruch nahmen. Infolgedessen entging dem Fahrer das Herannahen eines Zuges der Nebenbahn Hungen—Laubach— Mücke; es erfolgte ein Z u s a m m e n st o ß, und das Auto wurde ungefähr 80 Meter weit vor der Lokomotive hergeschoben, bis der Zug zum Stehen kam. Glücklicherweise kam der Fahrer ohne wesentliche Verletzungen mit dem Sckrecken davon; das Auto glich einem Trümmerhaufen. Landkreis Gießen. > Aliendorf a. d. L d a., 18. April. Hier verstarb der weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannte, allgemein beliebte und geachtete Arzt Dr. Friedrich Kunz infolge eines Schlaganfalles im Alter von 68 Jahren. Ueber 31 Jahre hat der Verstorbene die ärztliche Praxis hier und in der Umgebung unermüdlich und segensreich ausgeübt, und so manche Person verdankt ihm die wiedergewonnene Gesundheit. Dr. Kunz war hier einer der ersten, der sich der NSDAP, anschloß' und der hiesigen Ortsgruppe beitrat. Seit drei Jahren war er in der SA. Sturmbannarzt, und auch in dieser Position zeigte er sich unermüdlich. Ferner gehörte der Verstorbene noch mehreren hiesigen Vereinen als Mitglied an, die ihm aKe neben der übrigen hiesigen Einwohnerschaft weit über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren werden. * Hungen, 18. April. Auf dem benachbarten Hof Graß machte in der Nacht zum Samstag Meister Reinecke den Hühnern seine Aufwartung. Nicht weniger als 2 2 H ü h n e r im besten Legealter wurden von dem Räuber getötet. * Geilshausen, 19. April. Im hiesigen Gemeindewalde wurde ein Wildschwein verhungert aufgefunden. Nach den Feststellungen des Försters war dem Tier der Rüssel abgeschossen worden, so daß es nicht mehr frejfen konnte und dem Hungertod erlegen ist. Jener tm Luftschiff. Don Lustschiffkapiian Ernst A Lehmann. Mit Genehmigung des Volksverbandes der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin, entnommen dem spannenden, aktuellen Tatsachenbericht „Auf Luftpatrouille und Weltfahrt" von Luftschiffkapitän Ernst A. Lehmann. Erlebnisse eines Zeppelinführers in Krieg und Frieden. Herausgegeben von Leonhard Adelt. 332 Seiten, reichillustriert. Einer der wenigen, die einen erfolgreichen Fliegerangriff auf einen Zeppelin überlebt haben, ist Leutnant z. S. Otto Mieth. Er war Bombenoffizier auf L 48, einem neuen Fahrzeug von 55 800 Kubikmeter, als dieses Marineluftschiff zusammen mit L 42, Kommandant Jahn, am 17. Juni 1917 London angriff. Geführt wurde das Luftschiff auf dieser Fahrt von Kapitänleutnant Eichler; der bisherige Kommandant Schütze war jedoch ebenfalls mit an Bord. Dem Schwesterschiff L 42, gelang es, ein Munitionslager bei Ramsgate, in die Luft zu sprengen. L 48 wurde bei Harwich von einigen zwanzig Scheinwerfern gefaßt, und sofort war die Luft mit pfeifenden Granaten, Schrapnellen und Brandgeschossen erfüllt. Aber das Schiff ließ sich nicht stören, warf planmäßig seine Bomben ab und entfernte sich dann erst aus der Feuerzone. Nach und nach wurde das Feuer schwächer, die Scheinwerfer erloschen einer nach dem andern, und die Mannschaft des L 48 atmete auf. Tief hinter ihnen glimmten die Brände, die ihre Bomben verursacht hatten, während das Luftschiff der See entgegenstrebte. In diesem Augenblick entdeckte man, daß der Kompaß versagte, Staat nach Osten steuerte man nach Norden, und wertvolle Zeit war verloren. Außerdem setzte einer der vorderen Mo- toen aus, so daß sich die Geschwindigkeit des Schiffes verringerte. Gerade hatte der Funker die Meldung über den Erfolg des Angriffs ausgesandt, als die Strahlen eines einzigen Scheinwerfers auf» flammten und voll auf die Hülle prallten. Im nächsten Augenblick meldet der Posten auf dem Ausguck: „Feuer im Hinterschiff!" Mieth beugt sich aus der Führergondel und schaut nach hinten, er sieht einen rötlichen Schein, der unheimlich rasch zunimmt. Er wendet sich tem Kommandanten zu, aber es tut nicht mehr not, daß er ihm die Tat- fache bestätigt. Korvettenkapitän Schütze weiß es selber, was dieser rote Schein zu bedeuten hat; ohne seine Haltung zu verändern, mit ruhiger Stimme sagt er: „Es ist alles aus." Noch laufen die Motoren, aus den Maschinengondeln kommt durch das Sprachrohr die Anfrage des Maschinisten, ob sie abstellen sollen. Der Kommandant lächelt bitter: Wackere Jungen, aber es ist jetzt schon alles einerlei! Das Feuer wälzt sich schnell vom Heck aus nach vorn, greift mit gierigen Zungen nach den Matrosen, die durch den Laufgang flüchten, erreicht nun auch das Vorderschiff und entfaltet sich über der Führergondel zu einem purpurnen Baldachin. Schwarzer Rauch füllt den engen Gondelraum des Kommandostandes. und droht das Häuflein wehrloser Helden zu ersticken. Einer von ihnen denkt an die Vorschrift im Schiff und knurrt ingrimmig vor sich hin: „Rauchen streng verboten!" Danach gibt es nichts mehr zu sagen. Einige Sekunden lang behält der L 48 noch ebenen Kiel, ein flammendes Band, das sich langsam gegen die aufgehende Sonne bewegt, 3600 Meter über der füllen englischen Stadt. Dann bricht das Luftschiff auseinander und saust mit dem Heck voran zur Erde. In der Führergondel, die sich mit brechenden Streben in das Gerippe vreßt, kollern die Eingeschlossenen haltlos durcheinander. Mieth bleibt in der Funkbude, bis die brennende Masse mit Donnergetöse auf die Erde kracht. Er erwacht in einem englischen Krankenhaus, und eine freundliche Stimme fragt: „Wünschen Sie eine Zigarette?" für Frauen. (Vorherige Anmeldung nicht erfor» i derlich.) Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unwersitäts-Reit- inftitut, Brandplatz. Neuanmeldungen für die Kurse: Fechten, 1 Schach, Kindergymnastik, Reiten, Rollschuhlaufen werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Amt für Volkswohlfahrt. Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Osl. Die Sammlung wird Dienstag, 21. und Mittwoch, 22. April von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen bte Pfundpäckchen bereithalten und den Inhalt außen sichtbar angeben. Wiedergefaßte Ausbrecher. Die beiden in der Nacht zum Dienstag aus der Strafanstalt Butzbach ausgebrochenen Sträflinge Fritz Sichert und Adam Gidrowfki hatten sich auf ihrer Flucht in den Landkreis Hanau begeben und sind dort zwischen den Dörfern Ostheim und Eichen nach einem wahren Kesseltreiben, an dem sich Gendarmeriebeamte sowie der Bürgermeister der Gemeinde Eichen und zwei Ostheimer Einwohner beteiligten, festgenommen worden. Unzulässige Eintragungen in den Arbeitsbüchem. Wie m der letzten Zeit beobachtet wurde, haben Arbeitsbuchinhaber und auch Betriebsführer auf den Seiten 1 bis 5 der Arbeitsbücher unberechtigterweife Eintragungen oorgenornmen. So sind in die Arbeitsbücher Lichtbilder und Originalzeuanisft des Inhabers eingeklebt worden. Das bei Der Ausstellung des Arbeitsbuches ausgehändigte Merkblatt enthält alle näheren Angaben über die Eintragungen in das Arbeitsbuch. Nach § 17 der ersten Verordnung zur Durchführung über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 16. Mai 1935 setzt sich jeder, der unbefugt oder andere als vorgeschriebene Eintragungen in das Arbeitsbuch macht, einer Geldstrafe bis zu 150 Mark oder entsprechender Haft aus. Scharfschießen bei Erda. Dod 21. April bis 23. April von 7 Uhr bis 17 Uhr finden auf der Schußbahn beiErda Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich der Sttaße Erda—Frankenbach, westlich der Straße Krumbach—Fellingshausen, nördlich der Straße Fellingshausen—Bieber—Königsberg- Hohensolms und ostwärts der Straße Hohensolms —Erda. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach BeendiKng des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiefen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Die Straße Fellingshausen—Frankenbach wird an den genannten Tagen während den obengenannten Stunden für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach. Zusätzlicher Verdienst. Den Aushilfskräften des Gaststättengewerbes wird der Verdienst am 1. Mai nicht angerechnet. Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat auf einen Antrag der Reichsfachgruppe Gaststättenge- roerbe der RBG. „Handel" wie folgt entschieden: „Im Hinblick auf die Bedeutung, die der 1. Mai als nationaler Feiertag des deutschen Volkes hat, bin ich damit einverstanden, daß in diesem und in den folgenden Jahren der Verdienst, den die am 1. Mai aushilfsweise tätigen Gastwirtsgehilfen und in Gaststätten spielende Musiker an diesem Tag und in der folgenden Nacht bis zum Schluß der Gaststätten durch Beschäftigung im Gastwirtsgewerbe erzielen, von der Anrechnung auf die Arbeitslosenunterstützung (oersicherungsmäßige Unterstützung und Krisenünterstützung) freibleibt. Der Reichsminister der Finanzen hat dieser Regelung gleichfalls zugestimmt. Ich habe den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung angewiesen, 130 Kurzschriftler werden ausgezeichnet. Don der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Ste- nographenschast wird uns geschrieben: Ernste Arbeit, strebsames, fleißiges und zielbe- wuhtes Schaffen machen den Kurzschriftler aus, der es über stümperhaftes Halbkönnen hinaus zu wirklicher Leistung bringen will. Dieses notwendige stetige Arbeiten verlangt den Einsatz nicht nur aller geistigen, sondern ebenso sehr auch den der ganzen Willenskräfte, um so mehr, als bei nahezu allen Kurzschrift Erlernenden die Berufstätigkeit den Tag ausfüllt. In diesem Moment ist wohl auch in den meisten Fällen der Grund für die vorzeitige Aufgabe des gesteckten Zieles zu suchen. Um so erfreulicher ist es, berichten zu können, daß in den letzten Jahren nicht nur das Interesse, sondern, was ausschlaggebend ist, die Beteiligung an Kurzschriftlehrgängen in unserer Stadt bedeu- tend gestiegen ist, was sich in den Berichten über die Tätigkeit der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft, über Leistungsschreiben usw. deutlich widerspiegelt. Besonders zeigte dies das vor einigen Wochen hier stattgefundene Leistungsschreiben der Ortsgruppe Gießen. 130 Urkunden für hervorragende und sehr gute Leistungen bei oieser Prüfung der Gießener Kurzschriftler konnten am Samstagabend in der „Karlsruhe" durch Ortsgruppenführer Graf verteilt werden, wo zur Sie- gerehrl^ig Preisträger, Mitglieder und Freunde der Ortsgruppe Gießen zusammengekommen waren. Nach einleitenden Musikstücken der Kapelle D a u- bertshäuser bot Ortsgruppenführer Graf allen Besuchern im Namen der Ortsgruppe herzliches Willkommen. In seinen weiteren Ausfübrun- gen sprach er über den Verlauf und die Ergebnisse des letzten Leistungsschreibens und betonte, daß das Ergebnis einer der größten Erfolge der Ortsgruppe gewesen sei. Es wurden im Schnellschreiben in den Abteilungen 60—240 Silben 39 Arbeiten mit hervorragend, 51 mit sehr gut, 24 mit gut, im Richtigschreiben 26 Arbeiten mit hervorragend, 63 mit sehr gut und 31 mit gut bewertet, insgesamt 65 Arbeiten mit hervorragend, 114 mit sehr gut, 55 mit gut. Für 17 hervorragende Arbeiten wurden Ehrenpreise verteilt. Das besondere Interesse der Kurzschriftler des Kreisgebiets Gießen gelte jetzt der am 2. und 3. Mai in Wieseck stattfindenden Kreisgebietstagung. Aus der Ortsgruppe Gießen lägen bereits 115 Meldungen für das Leistungsschreiben vor, und der Ortsgruppenführer gab der Erwartung Ausdruck, daß die Beteiligung aus Gießen noch die Zahl 150 erreichen werde. Er bat die Mitglieder, sich bereits vollzählig zu dem Eröffnungsabend am 2. Mai im Saale des Gasthauses „Zum Gambrinus" einzufinden, den die Ortsgruppe Wieseck in Gemeinschaft mit der NSG. „Kraft durch Freude" mit einem vielversprechenden Varietä-Programm mit namhaften Künstlern ausgestalte. Die Teilnehmerkarte, die zur Teilnahme an den Leistungsschreiben in Kurzschrift, sowie zum freien Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen berechtigt, stellt die Ortsgruppe Gießen ihren Wettschreibern kostenlos zur Verfügung. Weiter erfreute Ortsgruppenführer G r a f die Mit- glieder durch die Mitteilung, daß die neuen Kurse, die in der vergangenen Woche begonnen haben, außerordentlich gut besucht sind, und auch in dieser Woche neue Anmeldungen zu erwarten seien. Er gratulierte außerdem dem ältesten Mitglied der Ortsgruppe, Reg.-Baurat von Lemmers, zu seinem 75. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters nimmt Reg.-Baurat von Lemmers noch regen Anteil an dem Leben der Ortsgruppe und beteiligt sich oft erfolgreich an den Wettbewerben der Reichsführung der Deutschen Stenographenschaft. Sehr lebhaft bedauert die Ortsgruppe den Weggang eines der tüchtigsten und tätigsten Kurzschriftler Gießens, des Dipl.-Handelslehrers Paul D e h - m e r. Er war Mitglied der Prüfungskommission zur Abnahme der staatlichen Stenographielehrerprüfung und hat als Führerratsmitglied der Ortsgruppe Gießen Außerordentliches geleistet. Ortsgruppenführer Graf sprach ihm für seine Tätigkeit herzlichen Dank aus. Bei lustigen Vorträgen von Fritz Z i e a l e r, Musik und Tanz verginget die Stunden sehr schnell. S.Upori Die Gaumeijierschast der Radfahrer im Radsport Spannende Kämpfe im Cafe Leib. Die Radfahrer unserer Stadt und deren Umgebung bzw. des Bezirkes Gießen und des Gaues Nordhessen traten bereits am gestrigen Sonntag wieder mit einer großen sportlichen Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Im Cafe Leib wurden die Meisterschaften im Zweier-Radball, ferner in den vermiedenen Disziplinen des Kunst- und Reigen- sahrens ausgetragen. Zum Kampf um die Meisterschaft des Gaues im Zweier-Radball traten folgende Mannschaften an: Kassel, 1885 Gießen 1. und 2. Mannschaft und Wetzlar-Niedergirmes. Die Kämpfe, bei denen jede Mannschaft gegen jede Mannschaft anzutreten hatte, nahmen einen überaus spannenden Verlauf. Bereits am Sonntag um 8 Uhr wurde mit den Spielen begonnen. Neben der ^.-Klasse, die um die Gaumeisterschaft kämpfte, wurden auch Spiele der 8 - K l a s s e ausgetragen, in der sich in der Hauptsache Mannschaften unseres heimischen Bezirkes trafen. An den Wettkämpfen der 8-Klasse nahmen die Mannschaften von Krofdorf (1. und 2. Mannschaft), Aßlar, Limburg und Nordshausen (bei Kassel) teil. Um die Radball Goumeisterschast. Die Kämpfe der ^-Klasse brachten folgende Ergebnisse: Kassel — Wetzlar-Niedergirmes 7:6, 1885 II — Wetzlar-Niedergirmes 11:6, 1885 I — Kassel 13:4, 1885 I — Wetzlar-Niedergirmes 10:6, 1885 II — Kassel 10:7, 1885 I — 1885 II 7:7, nach Verlängerung 12:7. Kassel — Wetzlar-Niedergirmes 7:6: Der Kampf Kassel gegen Wetzlar-Niedergirmes zeigte die Kasseler technisch sehr auf der Höhe, aber sie mußten sich anfänglich doch den Wetzlarern beugen. Erst gegen Schluß kamen sie gegen die beiden eifrigen Wetzlarer Göbel-Nolte auf und sicherten sich einen knappen Sieg. Für Kassel traten Wehrhahn - Momberg, für Wetzlar - Niedergirmes Göbel-Nolte an. 18 8 5 I — Wetzlar-Niedergirmes 11:6: Ein erwartetes Ergebnis! Die Gießener Deibel und V o n - E i f f waren anfänglich stark überlegen und führten bis kurz vor Schluß eindeutig. Dann aber rafften sich die beiden Niedergirmeser auf und konnten mit einigen Toren das Ergebnis erträglicher gestalten. 1 8 8 5 I — Kassel 13:4: Den beiden technisch ausgezeichneten und sehr kampfkräftigen Gießenern konnten die Kasseler bei weitem nicht standhalten. Das Spiel dokumentierte Klassen-Unterschied. Die Tippgräfin. Vornan von Klothilde v Gtegmann Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 41 Fortsetzung Nachdruck verboten! Tief atmend trat er wieder ans Fenster und schaute hinaus. Dein Land!, sagte er vor sich hin. Hier war es gut sein. Hier war alles geschaffen für Glück und Frieden. Hier wollte er ausruhen. Sein Gepäck würde wohl auch heute mit dem Wagen von Berlin kommen, hatte er Lore gesagt. Was sie wohl denken mochte? Wieder lächelte er vor sjch hin und schloß die Augen, um den goldenen Traum nicht zerrinnen zu lassen. Lore Ankermann stieg inzwischen die gewundene Treppe von dem Turmstübchen hinunter. Plötzlich blieb sie stehen. Wie ihr Herz klopfte! Lieber Gott, dachte sie, was ist das nur? Glück und Angst stritten in ihrer Seele miteinander. Die nächsten Tage vergingen für Lore wie in einem wirren Traum. Sie wachte auf mit dem Gedanken an den neuen Mieter und ging mit diesem Gedanken schlgfen. Traf sie Paul Allmann, so war wieder dieses Gefühl zwischen Freude und Angst in ihr. Sie versuchte sich Pepita Arlesi vorzustellen. Immer wieder nahm sie sein Bild hervor und versenkte sich in seine Züge. Aber immer wieder legte sie es vor Schreck beiseite, denn es war ja nicht Pepita Arlesi, der aus diesem Bild sie ansah, sondern Paul Allmann. Immer öfter mußte sie jetzt an Mariella denken, an ihre heiße Liebe zu Erhard, dem Manne, den sie trotz all ihrer Hingabe innerlich nie gekannt hatte, und in dessen Hand sie doch weich wie Wachs gewesen war. Sie versuchte ihren Tag ganz mit Arbeit auszu- füllen, versuchte, nicht mehr an Paul Allmann zu denken. Aber was konnte sie dagegen tun, daß er bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit in ihrer Nähe auftauchte? Er schien sehr viel von Landwirtschaft zu verstehen. Denn wo sie auch war, ob auf dem Hühnerhof oder beim Abnehmen im Obstgarten, ob beim Ausgehen der Lebensmittel im Wirtschaftsflügel, so erschien er und griff mit zu. Wenn sie dann sagte: „Aber Herr Allmann, Sie sind doch hier, um sich zu erholen! Warum machen Sie nicht irgendeinen schönen Ausflug oder liegen in dem Liegestuhl, den ich Ihnen auf den Altan in die Sonne habe stellen lassen?" bann meinte der junge Mann, mit einem spitzbübischen Lächeln in seinen strahlenden Augen: „Die Menschen erholen sich auf verschiedene Weise, mein gnädiges Fräulein! Und glauben Sie mir, es gibt für mich keine größere Erholung, als Ihnen ein wenig helfen zu dürfen!" Dann wußte sie nicht, was sie erwidern sollte. Denn er sagte alles mit einer entwaffnenden Fröhlichkeit. Im stillen gestand sie sich, daß sie selbst ja froh war, wenn er bei ihr war. Er war ja auch der einzige Gast jetzt — und |o wäre es ihr als Wirtin ungezogen erschienen, ihn fortzuweisen. Er fühlte sich wohl einsam und suchte Anschluß, damit entschuldigte sie ihn und sich selbst. Aber sie fühlte, diese Selbstentschuldigung konnte nicht mehr lange standhalten. Mehr und mehr ergriff Paul Allmann Besitz von ihrem Herzen. Und mit der Ehrlichkeit, die Lore Ankermanns beste Eigenschaft war, sagte sie sich eines Tages: Lieber Gott, was tue ich denn — ich liebe ihn ja und gehöre einem anderen, der sich mir aus der Fremde anverlobt hat, und dessen Vertrauen mir heilig bleiben muh! Es war ein wunderschöner Mondscheinabend, an dem Lore Ankermann endlich sich selbst und ihrer Liebe zu Paul Allmann ins Gesicht sah. Der junge Mann hatte sie zu einem Spaziergang aufgefordert; aber Lore hatte abgelehnt. Sie mußte einmal zur Klarheit über sich selbst kommen. Es mußte Schluß sein mit dieser Liebe, die sie überfallen hatte. Sie hatte Paul Allmann nach dem Abendbrot fortgehen sehen. Und dann erst hatte sie es gewagt, ihr Zimmer zu verlassen. Die Wände schienen sie zu erdrücken. Die Unruhe und Not ihres Herzens nahmen ihr den Atem. Sie dachte an Renate und was die zu ihrer romantischen Verlobung mit einem Unbekannten gesagt. Nun war sie gestraft genug, daß sie aus einem übermütigen Jungmädchenstreich — aus einer Laune hatte Wirklichkeit machen wollen. Jetzt wußte sie, was es hieß, mit einem Unbekannten verlobt zu sein, wenn ein lebendiger Mensch von Fleisch und Blut kam und einem das Teuerste auf der Welt wurde. Wie eine Verzweifelte war Lore draußen in der wundervollen Mondnacht herumgelausen. Nun saß sie, aufgewühlt bis ins tiefste, in dem kleinen, verträumten Burggärtchen, in dem schon Generationen junger, törichter Mädchen ihr Liebesglück und -leid getragen hatten. Derselbe silberne Mond lag schon über dem efeuumsponnenen Winkel, als vor dreihundert Jahren das Fräulein Leonore von Geyer dem Herrn Guntram nachweinte, der auf Nimmerwiedersehen in den Krieg zog. Und er beschien das Glück von Lores Eltern, als ihre Mutter, Waltraut von Geyer, sich Kurt Ankermann für immer zu eigen gab. In dies verschwiegene, romantische Eckchen trug die kleine Lore ihr hilfloses Herz. Sie hatte es einem ManU geschenkt, den sie nie von Angesicht zu Angesicht gesehen. Nun aber schlug es so warm für den anderen, dem sie ebensowenig angehören durste wie er ihr, wenn er ein Mann von Ehre 1885 I — Wetzlar-Niedergirmes 10:6: Auch hier war das Ergebnis nicht anders zu erwarten. 18 8 5 II — Kassel 10:7: Auch in diesem Spiel zeigten sich die Gießener sehr gut. Die beiden 1885er, die auch nicht mehr die jüngsten sind, zeigten erneut, daß sie in jüngster Zeit zu einer glänzenden Form aufliefen. Die Kasseler mußten sich geschlagen bekennen, wenn auch diesmal das Ergebnis nicht so eindeutigen Unterschied aufwies. Der letzte Kampf dieser Serie sah die beiden Mannschaften des Radfahrvereins 1885 einander gegenüber. Hier entwickelte sich eine überaus spannende Begegnung. Es erwies sich bald, daß sich beide Mannschaften nahezu gleichwertig waren. Das kam auch sehr klar in den Ergebnissen des Spieles zum Ausdruck. Anfänglich führte die erste Mannschaft, konnte aber nicht mehr wie zwei Tore Vorsprung erringen. Dann holten Deibel und Von- Eiff auf und stellten das Spiel auf 2:2. Dann folgte den Führungstoren immer auf dem Fuße der Ausgleich. 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6 und 7:7 — in dieser Reihenfolge fielen die Tore. Mit dem Unentschieden endete das Sviel nach regulärer Spielzeit. Man mußte sich also zu einer Verlängerung entschließen. Diese Verlängerung sah die 1. Mannschaft fast durchweg rasanter im Angriff und glücklicher im Sturm auf das Tor, während der 2. Mannschaft nichts gelingen wollte. So fiel der Sieg in der -^.-Klasse wohlverdient an die 1. Mannschaft des Radfahrervereins 1885. Der Sieg bedeutete gleichzeitig die Erringung der Gaumeisterschaft. Oie Kämpfe der 8-Klaffe. In der 6-Klasse gab es auch verschiedene sehr interessante Begegnungen, wenngleich feshustellen war, daß die Mannschaften noch einiges hinzuzulernen haben und zum Teil auch noch durchschlagskräftiger werden müssen. Krofdorfs erste und zweite Mannschaften machten in dieser Runde gute Figur und sicherten sich die ersten beiden Plätze. Der Sieg fiel verdient an Krofdorfs erste Mannschaft. Die Ergebnisse im einzelnen lauteten: Krofdorf I — Aßlar 5:1, Limburg — Nordshausen 10:3, Krofdorf II — Aßlar 9:9, Krofdorf I — Limburg 10:3, Krofdorf II — Nordshausen 10:5, Aßlar — Nordshausen 6:5, Krofdorf I — Krofdorf II 6:6, Krofdorf II — Limburg 11:8, Nordshausen — Krofdorf I, kampflos f. Krofdorf, Aßlar — Limburg 7:10. In der Punktwertung ergab sich folgendes Bild: Krofdorf I 7 Punkte, Krofdorf II 6 Punkte, Limburg 4 Punkte, Aßlar 3 Punkte, Nordshausen 0 Punkte. Krofdorfs I stellte somit den Sieger der Oie Meisterschaften im Kunst- und Reigenfahren. Nachdem die Radball-Wettkämpfe zum größten Teil am Vormittag ausgetragen worden waren, folgten am Nachmittag neben den noch ausstehenden Radball-Entscheidungskämpfen auch die Wettbewerbe um die Gaumeisterschaften im Kunst- und Reigenfahren. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden und verfolgten die Darbietungen mit großer Aufmerksamkeit. Der Führer des Gaues Nordhessen im Deutschen Radfahrerbund, Eggert- Kassel, hieß nach dem Aufmarsch aller Wettkampfteilnehmer die Radfahrer und die Zuschauer herzlich willkommen. In seiner kurzen Begrüßungsansprache wies er auch auf die Ziele hin, die sich der deutsche Radfahrerbund im Dienste der Ertüchtigung der deut chen Jugend gestellt hat und betonte, daß der deut che Radfahrerbund auf diese Weise zum Aufbauwerk des Führers beitragen wolle. Er ermahnte zu fairen Kämpfen und gab, nachdem man ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler ausgebracht und den ersten Vers des Horst-Wessel- Liedes gesungen hatte, die Bahn frei. In den Saalsport-Wettbewerben, im Kunst- und war. Denn auch er hatte sich ja an eine andere Frau gebunden. Leise Schritte ließen sie empor fahren. Eine Gestalt näherte sich ihr, die sie im ersten Augenblick für das Schloßgespenst der Geyerburg hielt. Sollte es jener sagenhafte Ritter Guntram sein, der hier in stillen, mondbeschienenen Nächten vergebens sein blondes Lieb, Leonore, suchte, die aus Verzweiflung über seinen Tod vom Burggarten in die Tiefe gesprungen war? „Nur wenn sich an dieser Stätte einmal zwei Menschen für immer fänden, deren einer aus weiter Ferne kommt, soll Guntram erlöst werden und die ewige Ruhe finden", schloß die alte Historie. Natürlich war es kein Ritter von Anno dazumal, der sich hierher verirrte, sondern ein höchst lebendiger Mann des zwanzigsten Jahrhunderts, der die wundervolle Aussicht vom Burggarten in das mondüberflutete Land genießen wollte. Der aufs höchste erstaunt war, die hier zu erblicken, an die er den ganzen Abend gedacht hatte. Lore fuhr aus ihrer Versunkenheit auf, als der junge Mann plötzlich vor ihr stand. Das Mondlicht lag auf feinen festgefügten, schönen Zügen, den Zügen, die sie vom Bild ihres Verlobten so genau zu kennen glaubte. Und da war es mit ihrer Kraft vorbei. Sie schluchzte auf und legte voll Scham das Gesicht in die Hände. Da vernahm sie sanft und zärtlich seine Stimme: „Warum weinst du denn so bitterlich, meine süße Märchenprinzessin? Weißt du denn nicht, daß wir zusammengehören?" Da fuhr sie aus. Scham und Zorn wurden mächtiger in ihr als ihre Verzweiflung. „Gehen Sie! Gehen Sie augenblicklich, Herr Allmann, und lassen Sie mich allein! Wie dürfen Sie es wagen, so zu mir zu sprechen?! Sie, der Bräutigam eines anderen Mädchens, zu mir, der Verlobten eines anderen Mannes? Fühlen Sie nicht, wie ehrlos das ist, Herr Allmann?" Aber da erstarrte sie. Denn statt empört oder beschämt zu sein, antwortete Paul Allmann mit einem übermütigen Lachen: „Findest du den Namen Allmann eigentlich sehr schön, kleine Lore? Oder würde es dir lieber sein, wenn ich, nicht Paul Allmann hieße?" „Ja, wie heißen Sie denn dann?" Lore wurde totenbleich, so bleich, daß der junge Mann erschrak. Bittend streckte er die Hände aus. „Lore, verzeih! Es war ein übermütiges Spiel, so übermütig wie deine luftige Idee mit dem Porträt auf dem Ei. Ich bin nicht Paul Allmann! Ich bin Pepita Arlesi aus Rom. Frisch heimgekehrt aus Afrika! Kannst du mir verzeihen, Lore? Du schriebst immer von einem schwarzhaarigen, glutäugigen Italiener, der das Ideal deiner Mädchenträume war. Und so fürchtete ich, ich würde dir nicht gefallen, blond und blauäugig, wie ich nun leider Neigenfahren bekam man außerordentliche Leistungen zu sehen. Die Darbietungen ließen durchweg erkennen, daß ganz im Stillen und unbemerkt von der Oeffentlichkeit in den Vereinen und von den einzelnen Fahrern eine eifrige und zäh gepflegte Ürainingsarbeit geleistet worden ist, die nun hier im Wettkampf eingesetzt und gezeigt wurde. Dabei fiel immer wieder auf, welch außerordentliches Maß von Körperberherrschung von den Kunstfahrern verlangt werden muß, wenn sie sich in den Kämpfen um Gaumeisterschaften behaupten bezw. die nötige Punktzahl erreichen wollen, die zur Erringung einer Gaumeisterschaft Voraussetzung ist. Im Einer-Kun st fahren trat zunächst der Wetzlarer Walter Göbel an, der nicht nur als ein ausgezeichneter Rennfahrer und Radballspieler bekannt ist, sondern auch im Kunstfahren feinen Mann stellt. Von einigen Fehlern abgesehen, fuhr er seine Hebungen ausgezeichnet durch und errang mit 216,7 Punkten die Gaumeisterschaft gegen den Kasseler Nuhn, der es nur auf 198,7 Punkte brachte. ■ Im Zweier-Kun st fahren kam es zu keinem eigentlichen Kampf und die beiden Kasseler U s i n g e r und Nuhn hatten ihr Augenmerk lediglich darauf zu richten, daß sie mindestens die vorgeschriebene Punktzahl erreichten. Mit 263,6 Punkten sicherten sie sich die Gaumeisterschaft. Der Radfahroerein Anspach im Taunus zeigte dann einen hervorragend reibungslos gefahrenen Achter-Kunstreigen, der viel Beifall fand. Eine Wertung als Gaumeisterschaft erfuhr die gestrige Darbietung aber nicht, da der gleiche Reigen bereits anläßlich der in Anspach ausgetragenen Be- zirksmeisterschasten schon als Gaumeisterschaft anerkannt worden war. Den großartigen Abschluß der Saalsportoeranstal- tung bildete das Auftreten des Deutschen Meisters im Sechser-Kunstreigen, der Mannschaft von „Flottweg" Kastel, die im Meisterschaftstrikot (schwarz- weiß-roter Streifen mit Reichsadler) auftrat und einen Reigen fuhr, der an Schwierigkeiten wohl kaum zu überbieten war, dabei aber so exakt zur Ausführung gelangte, daß die Zuschauer zum Schluß spontan Beifall spendeten. Die Gaumeisterschafts-Veranstaltung nahm in ihrer Gesamtheit einen ausgezeichneten Verlauf. Daß sich die Fahrer unseres heimischen Bezirks dabei so ausgezeichnet behaupten konnten, mußte mit besonderer Freude erfüllen. Oie zweite Runde um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Gruppe 1: in Berlin: Berliner SV. 92 — Pol. Chemnitz 1:4 (1:0); in Königsberg: Hindenburg Allenstem- Schalke 04 1:4 (1:2). Gruppe 2: in Gleiwitz: Vorw. Rasensp. Glei- witz — Werder Bremen 5:2 (1:1); in Stolp: Dikt. Stolp — Tvd. Emsbüttel 1:0 (1:0). Gruppe 3: in Stuttgart: Stuttgarter Kickers — Wormatia Worms 3:2 (2:0); in Jena: 1. SD. Jena — 1. FC. Nürnberg 1:5 (0:2). Gruppe 4: in Hanau: 1. FC. Hanau 93 — SV. Waldhof 0:0; in Köln: Kölner CfR. — Fort. Düsseldorf 0:2 (0:1). Oie Handball-Meisterschasts-Endspiele. Gruppe 1: in Drtelsburg: Hindenburg Bischofsburg — BSC. 92 3:14 (1:8); in Leipzig: MTSA. Leipzig — Post Oppeln 10:5 (6:3). Gruppe 2: in Hamburg: TV. Oberalster — Post Hannover 10:7 (4:4); in Stettin: KTD. Stettin — MTSA. Magdeburg 5:12 (2:4). Gruppe 3: in Koblenz: TV. Obermendig — Spvgg. Fürth 8:2 (3:1); in Geislingen: TV. Altenstadt — Hindenburg Minden 7:9 (3:6). Gruppe 4: in Darmstadt: MSV. Darmstadt — Kurh. Kassel 17:11 (10:5); in Mannheim: SV. Waldhof — Rasensp. Mülheim 5:7 (3:3). Fußball der Gießener Mannschafien. 1900 I — Germania Marburg I 3:1. 1900II — Germania Marburg II 5:4. DfB.-R. I — Ockershausen I 2:7. Gottes von Natur bin. Und so versuchte ich, erst einmal mich dir unerkannt zu nähern. Wirst du mir verzeihen können, Liebling?" Heißes Flehen lag in seinen Worten. Schon hielt er sie an seinem Herzen. Aber die letzten Tage, mit ihren nagenden Zweifeln an ihrer Liebe zu Pepito, waren doch ein wenig zuviel für Lore gewesen. Sie zitterte am ganzen Körper und wäre zusammengesunken, hätte der Geliebte sie nicht fest, ganz fest gehalten. Aber Lore hätte nicht Lore Ankermann fein müssen, mit ihrem energischen Willen und ihrer frischen Kraft, wenn sie länge fassungslos geblieben wäre. Als Pepito Arlesi sie noch einmal fragte: „Sag. mir, Lore, kannst du mir vergeben — und wirst du dich gewöhnen, daß ich blond bin und nicht dunkel?", da sagte sie unter Lachen und Weinen: „Ich glaube, an dich werde ich mich überhaupt nicht gewöhnen, du gräßlicher Mensch!" Und dann schloß sie ihre Arme mit einem Jubel- laut um seinen Hals und wußte nicht mehr, war es der Geliebte, der sie küßte, oder war sie es, die ihm ihre frischen, jungen Lippen bot. Selig ließ sie sich von ihm liebkosen, wieder und immer wieder. Plötzlich schien ein ganz leiser Seufzer aufzuklingen. Sternschnuppen zogen ihre Bahn, und den Liebenden war es, als streife ein kühler Hauch ihre glühenden Gesichter. 26. Kapitel. Heimwärts! Drei glückliche, erwartungsvolle Menschen befanden sich an Bord des Luftschiffes „Speranza". Mit großen Kinderaugen saß Jlaro regungslos am Fenster ihrer Kabine; sie konnte sich nicht satt sehen an dem Zauber der vorübergleitenden, ständig wechselnden Landschaftsbilder, die mit dem Meere in bunter Reihenfolge abwechselten. Alles war ihr neu und fremdartig. Das zauberhafte Flugschiff, die Maschinen, die es trieben, der Kommodore, der begeistert von der kleinen Jlaro war, und die Matrosen, die zu ihr aufsahen wie zu etwas Fremdartigem, Köstlichem. So hatten der wiedergenesene Prinz Bonaglia und sein Retter, Doktor Heßling, Gelegenheit genug, alles zu besprechen, was notwendig war, um Mariellas Ehre baldigst wiederherzustellen. Durch die alles aufklärenden Telegramme des Herzogs der Abruzzen wußten sie bereits, daß es der kleinen Principessa gut ging, aber das war nicht viel. Auch der Tod Erhard von Hagens war ihnen durch die Mitteilung des Herzogs bekannt geworden. Sorgenvoll fragte sich Doktor Heßling, ob nun fein Weg zu Mariella frei wäre? Eine» schwor er sich indessen zu: er würde nicht eher rasten und ruhen, bis er auch den geringsten Schatten von dem Namen der Geliebten getilgt hatte, bis Mariellas Feindin, Annina von Gellern, der verdienten Strafe zugeführt war. (Forts, folgt.) E :<5 0 a föy- u £ 0.5! äß.f 0)00, rgÄä JjM-gj B«E = 0=SS c*«Ö «og£ 4>‘~? y f«le .* n = ? 9 > E C -2 E _ 8 g :9oe jqB^ C C u £ £3ce B Dolk ein Volk leibestüchtiger Männer unb Frauen ren und ewig untereln zu machen, einmal verwirklichen werden, In diesem heilrgen Volk zu dienen, ®nn= grüßen wir im Mühlheiliger V°n> lrchümg «an« »um Zen Gruß, Der Marsch in die Einheit DDAS-AachAhrt-boch eine Mnlersahrt unseren Führer und seine Bewegung mit einem dreifachen „Sieg-Heil". Der neuen Fahne in Kraft und Starke bte Treue zu halten, unter ihr kameradschaftlich zu marschie- Wetterberichi des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Sturmwirbel, der für die katastrophale Wetterentwicklung der letzten Tage verantwortlich war, hat sich unter Verflachung von Deutschland nach Skandinavien verlagert. Er verfrachtete auch am Sonntag noch unter kräftigen Nordwest-Winden polar- maritime Luftmassen zu uns, die bei häufiger Sonneneinstrahlung die Temperaturen noch unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt hielten und noch zu einigen, teilweise recht kräftigen Schauern Anlaß gaben. In der vergangenen Nacht kam es bei heiterem Himmel vielfach zu Nachtstrahlungsfrösten. Eine zur Zeit über Südengland liegende kräftige Störung wird uns noch einmal Verschlechterung brfn- gen, dann kann jedoch mit zunehmender Witterungsbesserung, wenn auch anfänglich noch nicht ganz beständig, gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Nach Regenfällen (im wesentlichen in der Nacht zum Dienstag) wieder Wetterungsbesserung, aber noch nicht ganz beständig, nachts nicht mehr so kalt, Winde um West. Aussichten für Mittwo ch: Voraussichtlich weitere Witterungsbesserung mit höher ansteigen- , den Tagestemperaturen; Einzelheiten noch nicht absehbar. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 2,9 Grad; am 20. April: morgens — 0,6 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht —3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abends 7,2 Grad; am 20. April: morgens 4,2 Grad. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Die ursprünglich für den 21. März vorgesehen gewesene Nachtfahrt des DDAC.-Gaues Hessen kam nach mehrfacher Verlegung in der vergangenen Samstagnacht zur Durchführung. Was man mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit kaum mehr angenommen hatte, traf nun dennoch ein: die Nachtfahrt wurde zu einer Winterprüfung, erhielt also den Charakter, der ihr beim- ersten Termin zugedacht worden war. Niedrige Temperaturen und starke Schneeverwehungen in den von den Fahrern berührten Gebrrgsstrecken stellten erhebliche Anforderungen an Mensch und Maschine. Insgesamt waren in den verschiedenen Klassen 87 Teilnehmer gestartet, während 113 Fahrer gemeldet hatten. Die Fahrt, gliederte sich in zwei Hauptprüfungen, und zwar in eine Zuverlässig? ei tsfahrt von etwa 300 Kilometer Streckenlänge und in eine reine G e s ch w i n d i g k ei t s- prüfung auf der Reichsautobahn. Hinzu kamen die üblichen Start- und Beleuchtungsprüfungen, bei denen erwähnenswert ist, daß bei der Beleuchtungsprüfung 48 Prozent der Motorradfahrer und 25 Prozent'der Wagenfahrer infolge mangelhafter Lichtanlage mit Strafpunkten belegt wurden. Die Aufgabe bei der Zuverlässigkeitsfahrt bestand darin, fünf Kontrollen, deren Lage die Teilnehmer erst beim Start erfuhren, in beliebiger Reihenfolge anzufahren. Diese Kontrollen, unbekannte und kleine Orte im Vogelsberg, am Main, im Spessart und im Odenwald, waren schwer auffindbar, ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, die die Fahrer infolge der schneeverwehten Gebirgsstraßen zu überwinden hatten. Nach einer Zwangspause, die für jeden Fahrer eine halbe Stunde betrug, unterzogen sich die Teilnehmer einer Geschwindigkeits- prufung auf der Strecke Frankfurt—Mannheim der Reichsautobahn. Die beste Durchschnittszeit fuhr hier der Kasseler R o st e ck auf einem BMW.-Wagen mit 118 km/st. Die Tatsache, daß nur wenige Fahrer strafpunktfrei blieben, beweist die Schwierigkeit der gestellten Aufgaben. Wie schon erwähnt, holten sich viele Teilnehmer bereits bei der Beleuchtungsprüfung Strafpunkte, die bei einiger Sorgsamkeit zu vermeiden gewesen wären. Selbstverständlich forderte auch die Zuverlässigkeitsprüfung noch manche Ausfälle. Der Schnellste in der Zuverläffigkeitsprufung war der Mainzer Opelfahrer Th re es, in der Gefchwindiqkeitsprüfuna — wie schon erwähnt — Roste ck-Kassel auf BMW. Insgesamt blieben nur acht Fahrer strafpunktfrei; sie erhielten die Goldene Plakette. Die Ergebnisse folgen. An der Fahrt nahmen auch verschiedene Fahrer unserer engeren Heimat mit denkbar besten Erfolgen teil. In der Klasse der Motorräder mit Bei- wagen vermochten sich die beiden Angehörigen der Gießener Wehrmacht Frey und Weiß auf Zun- dapp gegen starke Konkurrenz auf dem zweiten, bzm. dem dritten Platz behaupten. Gefreiter Ische errang auf Zündapp eine bronzene Medaille; Diplomingenieur Schad, der auf Adler-Kübelsitz am Wettbewerb teilnahm, konnte sich ebenfalls eine bronzene Medaille sichern. In der Klasse der Personenkraftwagen bis zu 2100 Kubikzentimeter sicherte sich Dr. N o l l - Gie- untereinander unter ihr unserem "zu dienen, geloben wir. Erhebt die inöe zum ersten Gruß: Heißt Flagge- Das Deutschlandlied und das Horst-We sel-ÄÄ beendeten die erhebende Kundgebung d-, zum erstenmal die vereinigten Sportverbande s h. ßen (auf BMW.) einen sehr ehrenvollen Zweiten Platz In der Klasse Über 2100 Kubikzentimeter kam Schad-Gießen (auf Adler) zu ebenfalls einem zweiten Platz. Heber die gesamten Ergebnisse berieten wir noch. Neugliederung des Gaues 12 «-Hessen^ Das Gebiet des Gaues XII „H e ssen" (nicht mehr wie früher N o r d h e s s e n) hat eine Oleuglieberung erfahren und setzt sich nunmehr aus zwölf Kreisen zusammen. Die Kreise Rhein und Dill kommen m Fortfall. Der Kreis Rhein ist dem Kreis Limburg und der Kreis Dill dem Kreis Gießen zugetcUr worden. Oie Kundgebung des Reichsbundes. Unter dem Motto „Gesundes Volk durch Leibesübungen" hat der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen zu seiner ersten großen Festveranstaltung nach der Deutschland-Halle in der Reichshauptstadt gerufen. Das flaggengeschmückte Haus war überfüllt. Es ist unmöglich, der Fülle des Dargebotenen im einzelnen gerecht zu werden. Don Vorführung zu Vorführung steigerte sich der Beifall der Zuschauer, die nicht nur über das begeistert waren, was sie sahen, sondern noch mehr über die neuartige und vollendete Art, wie es vorgeführt wurde. 3270 Männer und Frauen, Knaben und Mädchen der verschiedenen Fachämter des Deutschen Reichs- dundes für Leibesübungen, der Wehrmachtschule Wünsdorf, des Sportamtes der NSG. „Kraft durch Freude", der Hannoverschen Musterturnschule, weiter 80 Sportlehrer und -lehrennnen, die Deutschlandriege des Fachamtes Turnen usw., sie alle waren mit ganzem Herzen bei der Sache. Die fröhliche Beschwingtheit der Aktiven sprang sofort auf die Zuschauer über, so daß von der ersten Vorführung an eine wirklich festliche Stimmung in Dem mit dem neuen Symbol des Reichsbundes geschmückten Hauses herrschte. Das Landessymphonie- Orchester, unter der Stabführung von Professor Hagemann, bestritt den musikalischen Teil, wahrend die künstlerische Leitung der Regisseur N i e* decke-Gebhard übernommen hatte. Als Sprecher wirkte Rudolf Stamm, der dieses Amt mit sehr viel künstlerischem Feingefühl ausführte. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand die Ansprache des Reichssportführers von Tfchammer und Offen. „Deutsche Männer und Frauen! Arn gestrigen Tage haben die zuständigen Körperschaften der Verbände durch freiwillige, mutige und großherzige Entschließungen den Weg zu Dem einen und emsigen Bund aller leibestüchtigen Deutschen freige- rnacht. Mit diesem Entschluß haben vier Millionen Menschen ihre alten Gemeinschaften aufgegeben und haben sich hineingestellt in die große Volksgemeinschaft des Reichsbundes. In dieser historischen Stunde des Opfers alter Heberlieferungen verlangen Herzen und Hirne das mitreißende Erlebnis eines feierlichen Gelöbnisses und die unbeirrbare Gewiß- heit, daß dieser Schritt nicht Aufgabe, sondern Beginn eines größeren Werkes ist. In der ganzen Welt streiten im Sport wie überall zwei Prinzipien um die Vorherrschaft: das Materielle und das Ideelle. So sehen die einen in den Olympischen Spielen nichts anderes als ein Riesensporttreffen mit phantastischen Rekorden und sensationellen Er- gebnissen, die anderen große Kulturmanifestationen. Es ist den Trägern der olympischen Aufgaben in Deutschland eine unabdingbare Pflicht geworden, demonstrativ zu erklären, daß wir in Deutschland nicht den Schein einer Leibeskultur wollen, sondern diese Kultur selbst. Hnser letzter und tiefster Ge- danke war dabei das Volk in Leibesübungen, wie es Friedrich Ludwig Jahn vor mehr als 100 Jahren erträumt hat. Heute hat die Tat Adolf Hitlers beide Hindernisse aus dem Weg geräumt. Daher hegen die Turner und Sportler das Gefühl heiliger Verpflichtung gegenüber dem Mann, der Jahns Traum und aller großer Geister Sehnen erfüllt hat. Wenn wir daher heute am Vorabend feines Geburtstages mit tiefster Verehrung des Führers gedenken, so ist das Bekenntnis unserer unverbrüchlichen Treue zugleich ein Gelöbnis, von unserem Werk der Leibeserziehung unseres Volkes niemals zu lassen. Unfere Dankbarkeit soll sein, daß wir unseren fanatischen Glauben, aus dem deutschen Beförderungen in der HL. Zum Geburtstag des Führers beförderte, wie der Reichsjugendpreffedienft mitteilt, Der Reichs- jugenDführer folgende Führer und Führerinnen im Gebie 13 (Hessen-Nassau): Unterbann, führer Cuntz zum Bannführer, Hnterbannfuhrer K r u m e i ch zum Bannführer, Hnterbannfuhrer Volkenand zum Bannführer, Stammfuhrer Änderte zum Jungbannführer, Stammführer Brand zum Jungbannführer, Stammführer Kornmeyer zum Jungbannführer, Stammführer M a g f a m zum Jungbannführer, Stammführer Stroh zum Jungbannführer. Oie Auflösung der Gportverbände. Die deutschen Tum- und Sportverbände haben am Samstag in Berlin das Werk der Einigung vollzogen uno sich nach der beschlossenen Auflösung in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. In allen Versammlungen, beim Deutschen Fußball-Bund, Deutschen Leichtathletik-Ver- band, Deutschen Hockey-Bund, Deutschen Tennis- Bund, Deutschen Schwimm-Verband, Deutschen Ski-Verband, Deutschen Eislauf-Verband, Deutschen Kanu-Verband, Deutschen Athletik-Sportver- band, Deutschen Fechter-Bund und ReichsverbanD für Amateurboxen, kam der einmütige Wille zum Ausdruck, mitzuarbeiten am großen Gemeinschaftswerk des deutschen Sportes. Heberall ist die Auflösung der alten Verbände einstimmig beschlossen worden. Die noch junge Handballbewegung ist bereits organisatorisch in den Reichsbund • eingegliedert. Oer letzte Deutsche Turntag Der letzte Deutsche Turntag — der 23. in der großen Geschichte der Deutschen Turnerschaft — gestaltete sich am Samstag in der Berliner Krolloper zu einer erhebenden Feierstunde, in deren Mittelpunkt die großgngelegte Rede des Reichssportführers von Tfchammer und Osten stand. Nachdem die Bannerträger aus allen Gauen des Reiches einmarschiert waren, sang man gemeinsam das Lied „Treu alle Zeit". In seiner Eigenschaft als Führer Der Deutschen Turnerschaft begrüßte Der Reichssport, führer Die Versammlung unD nahm Die ErleDigung des geschäftlichen Teiles vor. Durch Erheben von Den Plätzen wurde einstimmig die Auflösung Der DT. beschlossen. Die am 30. September in Kraft tritt. In seiner bedeutsamen Rede schilderte der Reichssportführer in großen Zügen die Entwicklungs. geschichte der DT. bis zu den großen Tagen des Stuttgarter Turnfestes im Jahre 1933. In den 75 Jahren Geschichte der Deutschen Turnerschaft ist zu- gleich ein Stück Geschichte des deutschen Volkes und nicht zuletzt Geschichte der deutschen Leibesübungen ausgezeichnet. Friedrich Ludwig Jahn hat darum ge- rungen, aber erst dem Nationalsozialismus Hieb es Vorbehalten, die vor 120 Jahren von Jahn gesteckte Saat zur vollsten Blüte zu bringen. Die Leibesübungen haben sich zu allen Zeiten an Die Kräfte gewandt, die das Volk erhalten, und nicht an diejenigen, die das Volk zerstören. In der Einheit des Reichsbundes für Leibesübungen wird es nunmehr möglich fein, alle Kräfte an entscheidender Stelle einzusetzey, um das große Ziel, Deutschland zu einem Sportvolk zu machen, zu erreichen. Nach der Aufforderung, dem Gesetz die rechtliche Formulierung zu geben, teilte der Reichssportführer mit: „Das Vermögen der DT. wird im hilsswerk Deutsche Turnerschaft erhalten bleiben. Die allen Turnern heiligen Stätten wie der Jahn-Platz in der Hasenheide und die Iahnslatlen in Frei- bürg an der Unstrut sollen zu Denkmälern der ganzen Nation ausgebaut und wallfahrtsplätze für das deutsche Volk werden." Mit dem Absingen Der nationalen Lieder, dem Ausmarsch der Fahnenträger und dem alten Kampf- lieb „Turner auf zum Streite schloß Der 2d. Deutsche Turntag. GLORIfi Lichtspielhaus Gießen Vorher 3S25A Bekanntschaft! Selbst. Kamm., mit eig.fein.,gut. Mode- u. Stoß' Geschäft, lucht tütiiilg.Ber(öufetln aus der Branche zwecks sp. Heirat kennen zu lernen. Bermittl.verbet. Alter 22bis 27 I. Einwandfr.Vor- lebenu.Tüchtigk. Vedingung.Dis- tret. Ehrensache. Angeb. mit Bild unt.01819anden Gieß. Anzeiger. Beiprogramm und Ufa -Ton-Woche Täglich 4.00. 6.00 und 8.30 Uhr. 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Eigene Wertpapiere..........- - Konsortialbeteiligungen . . . . » - - - - • • Kurzfällige Forderungen unzweifelhafter Bonität und Liquidität gegen Kreditinstitute . . . • • • • Forderungen aus Report- und Lombardgeschäften gegen börsengängige Wertpapiere . . . . . - Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren Schuldner . ....... Hypotheken-, Grund- und Renten schulden . • • • Durchlaufende Kredite (nur Treuhandgeschäfte) . . Dauernde Beteiligungen einschL der zur Beteiligung bestimmten Wertpapiere .......... Grundstüche und Gebäude . . ........ Geschäfts- und Betriebsausstattung ..... Eigene Aktien (Nennbetrag RM 604 520, ) • • • Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen. • • Sonstige Aktiva...... DRESDNER BANK Bilanz zum 31. Dezember 1935 Gläubiger - - Verpflichtungen aus der Annahme gezogener und der Ausstellung eig. Wechsel (Akzepte u. Solawechsel) Spareinlagen......... Hypotheken-, Grund- und Renten schulden .... Durchlaufende Kredite (nur Treuhandgeschäfte) . . Grundkapital......... - - - - Gesetzliche Reserven nach § 11 des Reichsgesetzes über das Kreditwesen.......... Nicht aufrechnungsfähige Rückstellungen .... Pensionsfonds . ...... 12 000 000,— davon in Wertpapieren angelegt. . 4 344 091,07 Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen . . Reingewinn Gewinnvortrag aus dem Vorjahr • • 2 388 490,76 Gewinn 1935 ......... 7 595 154,46 Nach dem abschließenden Ergebnis unserer pflichtgemäßen Prüfung auf Grund der Bücher und Schriften der Gesellschaft sowie der vom Vorstand erteilten Aufklärungen und Nachweise entsprechen die Buchführung, der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht den gesetzlichen Vorschriften. Berlin, den 23. März 1936. Deutsche Revision»- und Treuhand - Aktiengesellschaft 302 260,— 4 766 631,62 385 656,60 2 441 796 905,06 RM 1 781 695 346,66 AUFWENDUNGEN Peraonalaufwendungen........... Ausgaben für soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen............. Sonstige Aufwendungen •••••••■•• Zuweisung zum Pensionsfonds ..... RM 56116531,92 4 908 736,68 11 990 355,52 6 694 563,43 1 395 578,49 2 000000,— 9 983 645,22 Reingewinn Gewinnvortrag aus dem Vorjahr . • 2 388 490,76 7 595 1 54,46 93 089 411,26 EINNAHMEN Gewinnvortrag aus 1934 ...... Provisionen und Gebühren .... Effekten-, Devisen- und Sortengewinne ..... RM 2 383 490,76 43 705 136,35 37 038 619,92 9 957 164,23 93 089 411,26 2401 A Der heutigen Gesamtausgabe liegt ein W e r b e b l a t t der Firma Kathreiner, G. in. b.H. Berlin bei Bei Nervenleid.,' Schlaflosigkeit, Rheuma, Verkalkung, Asthma, Leber- u.Gallen- leiden usw. wirksam. Alles Nähere lesen Sie in dem großen Gesundheitswerk „Die Kneipp-Kur, die Kur der Erfolge“ v. Dr. Schalle, in Leinen RM.7.50 im unterzeichn. Fachgeschäft. — Alle Heilkräuter zur Kneipp-Rur. 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