Nr. 68 Erstes Blatt 186. Jahrgang Aeitag, 20. Marz 1936 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8l/0Ubr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.250/o mehr. ron einzelnen Nummern WW Ermäßigte Grundpreise: jifolge höherer Gewalt — AW • m ee < < ** Stellen-, Vereins-, gemein- St" General-Anzeiger für Oberhefsen ® achten: Anzeiger Gießen tz I I II gen, Bäder-, Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche AnzeigenbRpf. fronffurt am Main liess vruck und Verlag: vruhl'sche Unlverfitälzvllch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleiiung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ngenabschiüff-Staffel 8 erscheint täglich, außer sonntags und Feiertags ketlagen: Die Jllufttierte Siehener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: ylit 4 Beilagen RM. 1.95 dhne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 5uch bei Nichterscheinen k Völkerbundsrates zu seiner heutigen Tagung folgt, in dem Bestreben, auch ihrerseits einen Bei- Mtelegramm von der Äatstagmia in London In Deutschland herrscht Ordnung, wir werden die Ordnung bewahren 3. Dieses Bündnis richtet sich ausschlieh- lich gegen Deutschland. 4. Sowjetruhland, das an sich durch weite Räume von Deutschland getrennt, von diesem gar nicht angreifbar wäre, hat sich durch einen analogen militärischen Bun- desvertrag mit der Tschechoslowakei indirekt an die deutsche Grenze vorgeschoben. 5. Frankreich und Rußland erheben sich nach diesem Bündnis zum Richter in eigener Sache, indem sie gegebenenfalls auch ohne einen Beschluß oder eine Empfehlung des Völkerbundes selbständig den Angreifer b e st i m m e n und somit gegen Deutschland nach ihrem eigenen Ermessen zum Kriege schreiten können. Diese strikte Verpflichtung der beiden Staaten ergibt sich klar und eindeutig aus dem Zeichnungsprotokoll zu dem Bündnisvertrag. D. h. also: Frankreich kann in einem angezogenen Fall aus eigenem Ermessen entscheiden, ob Deutschland oder Sowjetruhland der Angreifer sei. Es macht dabei lediglich den Vorbehalt, daß es sich durch sein militärisches Vorgehen gemäß einer solchen eigenen Entscheidung nicht Sanktionsmaßnahmen seitens der Garantiemächte des Rhein- vaktes, England und Italien, aussehe. »ßen esheigi Dieser Einwand ist rechtlich und realpolittsch gesehen belanglos. Rechtlich: Wie will Frankreich bei der eigenen Feststellung des Angreifers voraussehen wollen, welche Haltung zu dieser seiner Feststellung nachträglich die angezogenen Garanten des Locarnopaktes einzunehmen beabsichtigen? Die Antwort auf die Frage, ob Frankreich im gegebenen Falle derartige Sanktionsmaßnahmen zu befürchten hätte, hängt praktisch nicht lediglich von der loyalen Vertragstreue der Garanten ab, die die deutsche Regierung in keiner Weise in Zweifel ziehen will, sondern auch von den ver.schiedensten Voraussetzungen rein faktischer Art, deren Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit im voraus in keiner Weise zu übersehen ist. Außerdem kann aber die Beurteilung des Verhältnisses des neuen Bündnisvertrages zum Rheinpakt unmöglich von dem Vertragsoerhältnis zwischen Frankreich und Deutschland einerseits und den Garantiemächten andererseits abhängig gemacht werden, sondern allein von dem unmittelbaren Vertragsverhältnis zwischen Frankreich Ribbentrops Rede auf der Tagung des Völkerbundes am 19. März in London war eine Weltsensation. Die Völkerbundstagung stand sichtlich unter dem Eindruck der bedeutungsvollen und klaren Ausführungen des deutschen Vertreters. Unser Bildtelegramm zeigt das rechte Ende der hufeisenförmigen Ratstafel. In der Mitte Botschafter von Ribbentrop, links neben ihm Ministerialdirektor Dieckhoff, der Zweite dahinter Botschafter von Hoesch, der Zweite von rechts außen Botschaftsrat Fürst Bismarck. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und Deutschland selbst. Sonst müßte man Deutschland ansinnen, jede mögliche Verletzung des Rheinpaktes durch Frankreich stillschweigend h i n ö u n e 1) m e n , im Vertrauen daraus, daß die Garanten für seine Sicherheit zu sorgen haben. Das ist sicherlich nicht der Sinn des Rheinpaktes gewesen. R e a l p o l i t i s ch : Es ist für einen Staat, der infolge einer unrichtigen, weil in eigener Sache vorweggenommenen Entscheidung von einer so übermächtigen Militärkoalition angegriffen wird, ein belangloser Trost, sein Recht in nachträglichen Sanktionen gegenüber den vom Völkerbundsrat verurteilten Angreifern zu erhalten. Denn welche Sanktionen könnten überhaupt eine so gigantische, von Ostasien bis zum Kanal reichende Koalition treffen. Diese beiden Staaten sind so mächtige und ausschlaggebende Mitglieder und insonderheit militärisch starke Faktoren des Völkerbundes, daß nach allen praktischen Erwägungen eine Sanktion dagegen von vornherein undenkbar wäre. Es ist daher diese zweite Einschränkung, die ihren Bezug nimmt auf die Rück- DersranzösischeVeistanöspattmilSowjelnißland hat das europäische Gleichgewicht zerstört. lei äer xrv ( .indischen] :ag zu leisten zur Klärung der bestehenden poli- 'chen Situation. Sie hat mich beauftragt, zu efem Zweck vor den hier anwesenden Staats- rännern ihren Standpunkt zu den auf der Tages- fichtnahme auf eventuelle Sanktionen, realpolitisch gänzlich belanglos. Ich bitte nun aber die Mitglieder des Rates sich nicht nur die rechtliche und praktisch politische Tragweite dieser Verpflichtung Frankreichs zum selbständigen Handeln zu vergegenwärtigen, sondern sich vor allem die Frage zu stellen, ob die Ansicht vertretbar ist, daß die damalige deutsche Regierung, die die Locarnoverträge unterzeichnet hat, etwa jemals die Verpflichtung des Paktes übernommen hätte, wenn sich in ihm s o einseitig belastende Momente befunden haben würden, wie sie sich nun nachträglich ergeben. Deutschland und Frankreich haben durch den Rheinpakt in ihrem Verhältnis zueinander auf die Waffengewalt verzichtet. Deutschland seinerseits hat sich, wie schon gesagt, mit der Tatsache der bei Abschluß des Rheinpaktes bestehenden und in ihrem Inhalt diesen ange- pahten Veistandsverträgen mit Polen und der Tschechoslowakei abgefunden. Den Rheinpakt aber nun nachträglich so zu interpretieren, daß er einer Partei die Möglichkeit offen läßt, über die bei Abschluß bereits bestehenden Verpflichtungen hinaus in beliebigem Maße neue Veistandspflichten militärischer Art gegen die andere Partei einzugehen, ist nach der festen Heber- zeugung und Rechtsauffassung der deutschen Reichsregierung genau so wie nach ihren politischen Pflichten gegenüber der deutschen Ration ein Ding der Anmöglichkeit. Denn diese liefen am Ende darauf hinaus, daß Frankreich in jedem beliebigen Konflikt Deutschlands mit dritten Staaten berechtigt wäre, nach freiem Ermessen einzugreifen. Damit ober würde Deutschland, das selbst keinerlei militärische Bündnisverträge mit anderen Staaten bot. pin so ungleiches ^erkraosnerbältnis tu- gemutek, wie es vernünftigerweise von keinem Staat eingegangen werden kann. Wenn in der Zeit des Abschlusses des Locarnopaktes diesem eine solche Auslegung zugebilligt worden wäre, dann würde dies bei der so gründlichen und ausführlichen Fixierung der einzelnen Punkte auch ausdrücklich vermerkt worden ffcin. Es ist aber auch bis zum Abschluß des französischrussischen Vertrages niemals versucht worden, eine solche Auslegung etwa nachträglich hineinzuinterpretieren. Auf alle Fälle aber muß die deutsche Regierung, und sie ist hierfür allein zuständig, für sich erklären, daß unter diesen Voraussetzungen e i n st der Rhein- vakt nie abgeschlossen worden wäre. Denn wenn schon Auffassungen damals bestanden hätten, dann wäre es die Pflicht der Vertragspartner gewesen, diese darauf aufmerksam zu machen. Dies ist aber weder damals geschehen, noch geschah es jemals vor dem Zeitpunkt, an dem sich Frankreich einer solch erweiterten und damit den ursprünglichen Sinn des Locarnopaktes zerstörenden Auslegung zuwandte Das franzöfisch-sowjetrussifche Bündnis aber bedeutet darüber hinaus noch nach der geschichtlichen Auffassung der deutschen Regierung eine Beseitigung des bisherigen europäischen Gleichgewichts und damit der fundamentalen politischen und rechtlichen Voraussetzungen, unter denen der Locarnopakt damals abgeschlossen wurde. Die Behauptung der französischen Regierung aber, daß dieser neue Pakt notwendig gewesen sei, um der deutschen Aufrüstung ein Gegengewicht zu bieten, beruht ersichtlich auf einem Irrtum, denn der Locarnopakt fetzte die Wiederher- stellung der Gleichberechtigung militärischer Art zwischen Deutschland und Frankreich voraus, indem er in seinem Schluh- protokoll die Verpflichtung Frankreichs wie der anderen Staaten bestätigte, der deutschen Abrüstung zu folgen. Und nur deshalb, weil Frankreich es adle h n t e, auf diesem Wege die Gleichheit der Rüstungen herzustellen, war Deutschland gezwungen, durch seinen Weg zu dem in Locarno selbst vorgesehenen Ziel eines tatsächlichen Gleichgewichtes zu kommen. Ich brauche hier nicht noch besonders festzustellen, daß Deutschland seinerseits selbstverständlich keinerlei Bündnisse abgeschlossen hat. Die deutsche Regierung vertritt daher die Auffassung, daß der fran- zösisch-sowjetrusfische Vertrag sowohl dem Buchstaben wie auch dem politischen Sinne nach dem westeuropäischen Sicherheitssystem von Locarno widerspricht und daß somit der Rheinpakt von Locarno durch die einseitiae Handlungsweise Frankreichs verletzt und damit de facto aufgehoben wurde. Deutschland hat, wie den Mitgliedern des Rates bekannt ist, sofort nach Veröffentlichung des französisch-sowjetrussischen Vertrages die übrigen Signatarmächte des Rheinpaktes auf i) i c Unvereinbarkeit dieses Bündnisses mit dem Rheinpakt von Jahre 1933 wiederholt öffentlich Ausdruck verliehen. Im Laufe des vergangenen Jahres begann der eine Vertragspartner dieses Paktes, Frankreich, seine Beziehungen zur Sowjetunion immer enger zu gestalten. Es kamen ernste Nachrichten über ein französisch-sowjetrussisches Militärbündnis, gleichzeitig aber auch über ein gleiches zwischen Rußland und der Tschecho- slowakai. Lange Zeit hindurch waren diese Meldungen unklar. Sie wurden bald dementiert, wurden dann zugegeben und wieder dementiert, bis eines Tages zur Ueberraschung der bis dahin zumindest offiziell in Unkenntnis gehaltenen anderen Mächte das neue französisch-sowjetrussisch e Militärbündnis veröffentlicht wurde. Die beängstigende Bedeutung und damit Auswirkung dieses Bündnisses für Deutschland aber ergibt sich aus folgenden schwerwiegenden Feststellungen: 1. Dieses Bündnis bedeutet die Zusammenfügung zweier Staaten, die, eingerechnet der für militärische Hilfeleistung in Frage kommenden kolonialen Gebiete, e tw a 2 7 5 Millionen Menschen umfassen. 2. Die beiden vertragsschließenden Parteien gelten jede für sich zur Zeit als die st ä r k - st en Militärmächte der Welt London, 19. März. (DNB.) Die öffentliche Atzung des Völkerbundsrates wurde am Donners- tcgvormittag kurz nach 10 30 Uhr englischer Zeit eröffnet. Der deutsche Vertreter, Botschafter von Ribbentrop, nahm seinen Platz am rechten Cnbe des hufeisenförmigen Ratstisches ein, hinter sm Ministerialdirektor D i e ck h o f f und die übri- t n Mitglieder der deutschen Abordnung. Der Rats- s7äsident erteilte ssfsrt dem deutschen Vertreter Ii5 Wort. Botschafter von Ribbentrop Ihrte wörtlich aus: Herr Präsident! Die deutsche Reichsregierung ist der Einladung *is 2.00 Mk Ermäßigung 'M« elerfolgyon eit: H. Hub iis 2.50 Mk. ccrnovertrag anpaßten. Dieser Locarnovertrag aber, der von der nafio- nalsozialistischen neuen Regierung übernommen ivurde, belastete Deutschland einseitig mit einer unendlich schweren Verpflichtung durch die Beibehaltung der im Versailler Vertrag diktierten Demilitarisierung des Rheintandes. Eins der wichtigsten und volksreichsten Gebiete des Deutschen Reiches mit 15 Millionen kerndeutschen Einwohnern sollte also ohne jeglichen militärischen Schuh bleiben. Ich glaube, daß vom Standpunkt einer höheren Gerechtigkeit aus eine solche Einschränkung primitivster Souveränitätsrechte an sich schon auf die Dauer für ein Volk eine fast unerträgliche Zumutung bedeutet. Denn das deutsche Volk trotzdem diesen Zustand so viele Iahre hindurch ertrug, so tat es dies in der Erwartung, daß dann aber auch die anderen Partner von Locarno ihre wesentlich leichteren Verpflichtungen mindestens ebenso getreulich einhalten würden, wie Deutschland die seinen. Diesem Empfinden des gesamten deutschen Volkes hat der Deutsche Reichskanzler seit der llebernahme der Regierung im is 3.00 Mk 22. März] 'M 193‘; :-K s&a *ä««> Ä!- Frankreich hat den Locarnopakt gebrochen. Botschafter von Ribbentrops Beweisführung vor dem Bötkerbundsrat in London :bnung stehenden Anträgen der franzö- schen und belgischen Regierung be- .effend den Rheinpakt von Locarno dar- :legen. Sie hat sich hierbei nach langen inneren trroägungen entschlossen, ihre verständlichen for- malen Bedenken hintan zu setzen, die sich aus der Tatsache ergeben könnten, daß Deutschland nr Zeit nicht Mitglied des Völker- undes ist, sowie, daß der heutigen Tagesordnung die Bestimmungen eines Vertrages zugrunde fit gen, den Deutschland als nicht durch seine kchuld erloschen ansehen muß. Ich persönlich hcbe mit wirklicher Befriedigung diese Mission übernommen Durchdrungen von der Ueberzeugung, d:ß eine in höherem Sinne gerechtere Cache eines Volkes in diesem Rat von Na- tunen noch nie vertreten wurde, und ferner ii der aufrichtigen Hoffnung, daß diese erste Wie- draufnahme der Beziehungen meines Landes zu bim Völkerbund einen Wendepunkt in der "vsschichte Europas nach den vielfältigen Verwir- r. ngen der unseligen Kriegs- und Nachkriegsjahre bibeuten möge. Die deutsche grundsätzliche Einstellung zu dem Noblem Locarno, das heute hier zur Diskus- sv n steht, ist der Weltöffentlichkeit durch die Rede Dis deutschen Reichskanzlers vom 7. März eingehend trr Augen geführt worden. Die Tatsache aber, daß et zu den heute hier zur Beratung stehenden Antigen der französischen und belgischen Regierung kimmen konnte, macht es erforderlich, daß ich noch- irals vor dem Rat den deutschen Standpunkt zu diesem Problem kurz darlege, damit bei biT Beschlußfassung des Rates die schwerwiegenden Mnbe, bie Deutschland zu dem bekannten Schritt Dom 7. März gezwungen haben, ihre volle Würdigung finden können. Der Sinn des Rheinpaktes von Locarno war es, d i e Anwendung von Bemalt zwischen Frankreich und Belgien einer» le ts und Deutschland anderseits für ewige Zei - h n auszuschließen. Diese Abmachung wurde gc rantiert durch England und Italien. Es wurde betätigt, daß bei einer Verletzung dieses Vertrages dir Völkerbund zwecks Feststellung des Angreifers atgerufen werden sollte. ^Es ist bekannt, daß. sich schon damals gewisse Schwierigkeiten ergaben durch Sic bereits v o r- ■Borurteilen >°rgen, daß einem aus» M Boxen fugend asser beson» lenden Buch ussührungen „Boxen ^chen Erzie» s Verfassers Mdlung all» e Echule des .. jahrelanger Übungen 'der ■ notwendige innraßfßW h-r bestehenden Bündnisverträge -mlildft ^Tantreicfjs mit Polen und der Tsche- (foflomafei, die an sich schon nicht in den 2C Nahmen dieser scharf umgrenzten westlichen Frie- dinsabmachungen hineinzupassen schienen. Deutsch- Ucnd hat diese BünSnisse aber schließlich in Kauf genommen, weil sie sich in ihrer Struktur dem Lo- 9. März| * - Parodie Locarno hingewiesen. Es hat diesen Standpunkt auch in den sich anschließenden diplomatischen Verhandlungen beibehalten. Trotzdem hielt Frankreich an diesen nun einmal geschaffenen Tatsachen fest und bereitete endlich die Ratifizierung durch die französischen gesetzgebenden Körperschaften vor. Der deutsche Reichskanzler konnte auf die Dauer einer solchen Entwicklung gegenüber nicht untätig zusehen. Immer hat er in den Jahren seit seinem Regierungsantritt Frankreich die Hand zur Versöhnung h i n g e st r e ck t. Er hat der Welt eine ganze Anzahl Angebote zur Befriedung gemacht. Das Angebot zur absoluten Abrüstung: Es wurde abgelehnt. Das Angebot eines allgemein gleichen 200000-Mann-Heeres: Es wurde abge- lehnt. Das Angebot eines 300 000 - M a n n - H e e r e s: Es wurde abgelehnt. Das Angebot eines L u f t p a k t e s wurde a b - g e l e h n t mit der Begründung, es könne ein solcker Pakt nur im Zusammenhang mit der von Deutschland geforderten Unterzeichnung eines Ostpaktes stattfinden. . Das Angebot zu einer großzügigen Befriedung Europas vom 21. Mai 1935: Es wurde einfach übergangen, ausgenommen jene Proposition, die dann später der englisch-deutschen Flottenabmachung zugrunde gelegt wurde. Wieder und wieder hat der deutsche Reichskanzler seine Befriedungsangebote unterbreitet und — ich darf es hier sagen — er und ganz Deutschland hatten gehofft, daß der russisch-französische Vertrag nicht ratifiziert würde. Als diese Ratifizierung vor kurzem dennoch von der französischen Kammer vorgenommen wurde, hat endlich der deutsche Reichskanzler im Bewußtsein der ihm obliegenden schweren Verantwortung für das Schicksal und die Sicherheit des ihm anvertrauten Volkes die einzig mögliche Konsequenz aus diesem Vorgehen gezogen. Er hat darufhin die volle Souveränität des Reiches über das gesamte Reichsgebiet wieder her- aestellt. Maßgebend für diesen Entschluß der deutschen Regierung war die für sie pflichtgemäße politische Erwägung und Berücksichtigung der Tatsache, daß: 1. Der Rheinpakt von Locarno durch das einseitige Vorgehen Frankreich dem Buchstaben und dem geschichtlichen Sinne nach entwertet und damit aufgehoben wurde, und daß 2 im Hinblick auf die neue französisch-russische Mizckärallianz Deutschland ohne weiteren Verzug die primitivsten Rechte einer Nation zur Sicherung seines eigenen Territoriums wieder Herstellen mußte. Die Deutsche Reichsregierung muh daher den Vorwurf, den Vertrag von Locarno einseitig verletzt zu haben, als unrecht und unbillig zurückweisen. Es war ihr gar nicht möglich, einen Vertrag zu verletzen, der de facto durch die Handlungsweise des anderen Partners als erloschen zu betrachten war. Ls ist ferner auch nicht möglich, daß ein Partner gegen den Buchstaben und den Geist eines Vertrages handelt, den anderen aber auf diesen Buchstaben und diesen Geist verpflichten will. Deutschland Hal am 7. März nichts getan, als die für eine Großmacht selbstverständliche Konsequenz aus einer ohne ihre Verschulden hergestellten Sachlage gezogen zu haben. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß jeder der hier anwesenden verantwortungsbewußten Staatsmänner, die ihr Volk so lieben wie der Führer das feine, Inder gleichen Lage auch genau so gehandelt haben würden. Und Folgendes muß ich noch namens der Deutschen Reichsregierung hier erklären: Wenn ein Staat gegen einen anderen plötzlich ein Militärbündnis abschließt, dann ist dies mindestens ebenso sehr ein neuer T a t b e st a n d als die darauf folgende Reaktion des auf solche Weise Bedrohten. Besonders wenn diese Reaktion in nichts anderem besteht als in der Wiederherstellung der vollen Souveränität innerhalb dessen eigenen Grenzen. Wenn daher der Vorwurf eines einseitigen Handelns erhoben wird, dann müßte diesen Vorwurf Deutschland solange ablehnen, als er sich nicht auch gegen Frankreich richtet. Die Vertreter der französischen Regierung haben allerdings in diesem Zusammenhana darauf hingewiesen, daß Deutschland die Möglichkeit oder sogar die Pflicht gehabt hätte, die Frage der Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit des neuen Militärbündnisses mit dem neuen Rheinpakt zunächst vor eine internationale Gerichtsinstanz zu bringen, und von einigen Ratsvertretern ist die Frage der Austragung der Meinungsverschiedenheiten durch eine Schiedsinstanz erneut zur Erörterung gestellt worden. Ich will nicht darauf insistieren, warum denn nicht Frankreich seinerseits auf Grund der deutschen Dorstellunaen diesen Weg vor der Inkraftsetzung des Bündnisses beschritten hat. Ich will auch nicht die weitere wichtige Frage vertiefen, ob es überhaupt angängig wäre, die Tragweite einer Bestimmung, wie der des Artikels 16 der Dölker- bundssatzung — denn darum würde es sich in unserem Falle handeln — einer Gerichtsinstanz zur Entscheidung zu unterbreiten. Es genügt meines Erachtens demgegenüber, auf die entscheidende Tatsache hinzuweisen, daß es sich um ein Problem handelt, das neben seiner rechtlichen Seite zweifellos von überragender politischer Bedeutung ist und dessen sachgemäße Klärung und Lösung daher nicht von einer Gerichtsin- stanz erwartet werden kann. Ebensowenig hatte sich die deutsche Regierung — und ich will das hier mit aufrichtigem Bedauern feststellen — einen Erfolg davon versprechen können, die Angelegenheit auf dem Wege von Verhandlungen mit den Si gn aturmä ch - t e n zu klären. Nach allen Erfahrungen der letzten Jahre und nach der ganzen Entwicklung, die tde Dinge ohne Verschulden der deutschen Regierung genommen haben, war sich diese klar, daß dieser Weg zu keinem praktischen Ziel geführt haben würde. Die französische Regierung und auch die Regierungen der übrigen Signatarmächte sind bei den diplomatischen Auseinandersetzungen über die deutschen Argumente aus Gründen, die uns unbekannt sind, hinweggegangen, so daß der deutschen Regierung dies auch heute noch unverständlich ist. Zweierlei stand für die deutsche Regierung fest: 1. Frankreich war nicht mehr bereit, von dem Vertrag mit der Sowjetunion Abstand zu nehmen und 2. Frankreich wäre nicht bereitgewesen, Deutschland für die Inkraftsetzung dieses Bündnisses das einzig in Frage kommende Aequivalent der Wiederherstellung der deutschen Souveränität über die westlichen Provinzen des Reiches zuzubilligen. Oie Vereinbarung der Locarnomächie. London, 20. März. (DRV. Funkspruch.) Das englische Kabinett stimmt in seiner Sitzung am Donnerstagabend dem Wortlaut des Planes der vier Locarno-Mächte endgültig zu. Die Einzelheiten der Vereinbarung werden am Freitagnachmittag in einem Weißbuch veröffentlicht werden, lieber die Vereinbarung berichtet Reuter, daß u. a. eine internationale Koner e n z vorgesehen sei, auf der die deutschen Friedensvorschläge erörtert werden sollen, und zwar einschließlich des mitteleuropäi- chen Problems, der Abrüstung und wirtschaftlicher Fragen. Ferner wird vorgeschlagen, dem Völkerbundsrat wahrscheinlich schon in der nächsten Woche eine Reihe von Entschließungen vouzulegen. Eine fordert eine ernste Bestätigung der Heiligkeit der Verträge, eine andere die Ueberweisung des französisch-sowjetrus- ischen Paktes, anden haagerGerichtshof. Eine dritte ersucht den Völkerbundsrat, Kenntnis zu nehmen von den verschieden anderen Bor- chlägen, die in der Vereinbarung enthalten sind. Preß Association meldet, daß Frankreich seine Forderung auf Zurückziehung der deutschen Truppen aus dem Rheinland als Vorbedingung für die Verhandlungen fallen gelassen habe. Deutschland werde eingeladen werden, seine These, daß der französisch-sowjekrussische Pakt eine Verletzung des Locarnovertrages fei, dem Haager Gerichtshof vorzulegen. Wenn die Verhandlungsbedingungen in der schwierigen Zwischenzeit verwirklicht werden sollten, sei es notwendig, daß alle Parteien zur Stabilisierung der Lage beitragen mühten. Einer internationalen Konferenz zur Erörterung der deutschen Vorschläge, hätten sowohl die französischen als auch die belgischen Vertreter zugestimmt. Man sei aber der Ansicht, daß eine be- riedigende Regelung der Lage nicht herbeigeführt werden könne, falls man nicht auch die Aufgabe, eine Rüstungsbegrenzung herbeizuführen, in Angriff nehme. Schließlich müsse auch das wirtschaftliche Problem erwogen werden. Als Zeitpunkt für die Abhaltung der internationalen Konferenz wird Ende Mai angegeben, da noch zahlreiche Vorarbeiten geleistet werden mühten. Dabei würden sämtliche Vorschläge Hitlers zur Beratung kommen. Auhenminister Eden wird die Vorschläge der vier Locarnomächte heute Rachmittag um 4 Uhr MEZ. im Unterhaus behandeln. Der Vereinbarungsentwurf soll zwölf Seiten Umfang haben. Entspannung in London. Starker Eindruck der Rede Ribbentrops. London, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Die Haltung der Morgenblätter beweist deutlich, daß eine io e । e ii i 11 ü) e Entspannung in der Gesamtlage eingetreten ist. Sämtliche Zeitungen bestätigen ohne Ausnahme, daß die Rede von Ribbentrops vor dem Dölkerbundsrat einen st a r k e n Eindruck gemacht habe. Gegenüber dieser Rede und dem Diermächte-Memorandum tritt die Feststellung des Völkerbundes über den „Vertragsbruch" fast völlig in den Hintergrund. Nicht ein einziges Blatt geht aber über die Feststellung hinaus, daß es sich hierbei um eine „formale Notwendigkeit" gehandelt habe. Der deutscheStandpunkt hat zweifellos st arkanGewichtgewonnen. Gleichwohl enthält die Presse ohne Ausnahme einen neuen Appell an Deutschland, es möge großzügig den Vorschlägen des Vier- mächte-Memorandumszu stimmen, nachdem Frankreich und Belgien ihrerseits eine Geste durch Verzicht auf die Wiederräumung des Rheinlandes gemacht hätten. Die „Times" schreibt, die Verteidigung des Vorgehens der deutschen Regierung durch den deutschen Vertreter mache es leichter, sich daran zu erinnern, daß der Friede und nichts anderes das Ziel aller Zusammenkünfte und der dort zu erörternden Verträge sei. Die Rede Ribbentrops sei nicht eine Herausforderung des Rechtes selbst, sondern eine Feststellung gewesen, daß der Locarno- vertrag durch den französisch-sowjetrussischen Pakt zum Nachteil Deutschlands eine Be- einträchtigung erfahren habe. Wenn der Franco-Sowjetpakt als ein Gegengewicht gegen die deutsche Wiedererstarkung verteidigt werde, dann könne Deutschland wahrheitsgemäß nicht nur sagen, daß sein Angebot einer Rüstungsbegrenzung {trift abgelehnt worden sei, sondern auch daß der Locarnovertrag eine Gleichheit der militärischen Rechte voraussetzte. Das schwächste Glied der deutschen Beweisführung, so schreibt die „Times" weiter, liegt in der Behauptung, daß es nutzlos gewesen wäre, die Zugeftehung der militärischen Gleichberechtigung im Rheinland zu fordern. Aber könne irgend jemand, der die Mißerfolge der letzten Versuche prüfte, eine internationale Verständigung über die Abrüstung zu erzielen, daran zweifeln, daß die Reichsrea-ierung mit Rechtdie Methode der vollendeten Tatsache gewählt habe. Das Blatt schreibt, es sei klar, daß ein ewiger Konflikt oder die ewiae Unterwerfung Deutschlands nicht die Erfordernisse erfüllen würde, die dem Vertrag vorausgegangen feien und die seinen Bruch immer noch überleben. Man müsse zu einem D e r t r a g z u ruck k eh. r e n. Die französischen Minister, die diese sehr wich, tige Tatsache erkennen, seien bereits weit in der Richtung einer Mäßigung gegangen. — ,,News C h r o n i c l e" wendet sich energisch gegen das Abkommen der Locarnomächte und schreibt: Die Vorschläge kämen einer Forderung der Westmächte an Deutschland gleich, sich erneut in eine Stellung der Ungleichheit zu begeben. Ungleichheit sei aber die Wurzel des ganzen Problems der Stellung Deutschlands in Europa. Das französische Kabinett billigt den BerichtFlandins. Paris, 20. März. (DNB.) Der französische Mi- nisterrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik hat von 22 bis 0.40 Uhr (MEZ.) gedauert. Nach der kurzen amtlichen Mitteilung hat Außenminister F l a n d i n über die Ergebnisse der Londoner Verhandlungen Bericht erstattet. Der Ministerrat habe diesen Bericht einstimmig ge- billigt. Der Außenminister werde am Freitag eine Erklärung in der Kammer abgeben. Oas Echo in Warschau. Warschau, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse nimmt zu den Ergebnissen der Londoner Beratungen noch nicht Stellung. Unter Hin- weis auf das zwischen England und Frankreich angeblich während der Besprechungen der Locarnomächte erzielte Kompromiß wird hervorgehoben, England habe offenbar etwas zur Beruhigung der öffentlichen Meinung Frankreichs tun und die Stellung der französischen Regierung im Hinblick auf die Wahlen erleichtern wollen. Im „Expreß Po- ranny" heißt es, die Verständigung fei eine Art „englisches P fla ste r" für Frankreich. Frankreich habe im Endergebnis nur soviel Verlangt, daß Flandin nicht mit völlig leeren Händen nach Paris zurückkebre. Alles, was jetzt folgen werde, werde provisorischen Charakter tragen. Die eigentliche diplomatische Mr- beit, deren Ziel es sei, ein neues politisches System auszuarbeiten, werde erst nach den französischen Wahlen im Mai oder im Juni beginnen. • Damit war nach den zahllosen trüben Erfahrun- aen, die Deutschland — wie bereits erwähnt — seit Jahren mit seinen' Vorschlägen gemacht hatte, keineswegs zu rechnen. Es ist aber weiterhin klar, daß, wenn eine Großmacht wie Frankreich sich ohne Bedenken auf bestehende Verträae traft seiner Souveränität zu Militärbündnissen so gewaltigen Ausmaßes entschließen kann, dann eine andere Großmacht wie Deutschland zumindesten das Recht besitzt, den Schutz des ganzen Reichsgebietes durch die Wiederherstellung der allen Völkern zugebilligten natürlichen Hoheitsrechte innerhalb ihrer eigenen Grenzen sicherzustellen. Ich habe mit großer Aufmerksamkeit von den Reden Kenntnis genommen, die die Vertreter der anderen Mächte im Rat gehalten haben. Dabei habe ich aber zu meinem Bedauern ein Eingehen auf die von mir eben nochmals entwickelten deutschen Gedankengänge vermißt. Mit Genugtuung kann ich aber feststellen, daß von den. Vertretern anderer Mächte weitblickende und in die Zukunft weisende Dinge gesagt worden sind. Diesem auf bauen/ d e n Teile will ich mich jetzt zuwenden. Nach der nunmehr wieder hergestellten Souveränität des Reiches in seinem gesamten Gebiet und mit der damit endlich durchgeführten seit so langen Jahren ersehnten Gleichberechtigung ist aber das deutsche Volk gewillt und bereit, nunmehr einen endgültigen Schlußstrich zu ziehen unter das traurige Kapitel der geistigen und rechtlichen Irrungen und Verwirrungen in Europa, deren hauptsächlichstes Opfer es war. Mit dem Erlöschen des Locarnovertrages ist auch der letzte Rest der noch aus dem Geiste des Hasses entstandenen diskriminierenden Bestimmungen eines großen Volkes verschwunden. Ein schwerer seelischer und politischer Druck ist von dem deutschen Volk genommen, das sich nunmehr nach 17 Jahren endlich in feiner Freiheit und Ehre wiederhergestellt sieht. Dieses deutsche Volk hat aber nun nur noch den einen aufrichtigen Wunsch, in Frieden und Freundschaft mit seinen Rachbarn zu leben und von jetzt an am Aufbau einer wirklichen Solidarität Europas nach feinem besten Vermögen mitzuarbeiten. Deutschland will in Zukunft als souveräne Ration frei und ungezwungen feine Abmachungen mit den anderen Staaten treffen. Es will damit beenden die lange Zeit deutsch-französischer Spannungen, Krisen und Kriege und will von sich aus endlich einteiten helfen eine beffere Zukunft der Verständigung und der Freundschaft der beiden großen Rationen. Dies wird von dem deutschen Volk aus tiefsten Herzen ersehnt. 3n diesem Geist hat der Deutsche Reichskanzler der Welt ein historisches und wohl einzig dastehendes Angebot zur Befriedung Europas gemacht: 25 Jahre Frieden sollen sicher- gestellt werden, d. h. es soll ein Friedenswerk entstehen, das weit über die Generation der 21länner hinausreicht, die von der Geschichte berufen sind, dieses Werk heute abzuschließen. Ich bin mir bewußt, daß der Rat für die Weiterbefolgung der Vorschläge nicht das zuständige Gremium darstellt, allein ich kann gleichwohl nicht darauf verzichten, auf ihre säkulare Bedeutung hier nock einmal hinzuweisen. Sie bilden mit der Herstellung der deutschen Souveränität eine politische Einheit und können deshalb auch vom Rate nicht unberücksichtigt bleiben, wenn er zu einer geschichtlich standhaltenden Beurteilung des politischen Charakters und der Gesinnung einer Aktion gelangen will, die, indem sie die letzten Reste einer ungleichen Bewertung europäischer großer Völker beseitigt, den er st en Grund st ein zu einer neuen großen europäischen Gemeinschaft legt. Die Voraussetzung aber für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen dieser europäischen Völker- familie ist die Sicherung eines Friedens, der in i seinem Segen durch keinerlei aggressive Aktionen, und wären sie noch so erfolgreich, ersetzt werden könnte. Der Inhalt und die Tragweite der deutschen Vorschläge bedürfen keines Kommentars. Sie find so weit gespannt und umfassend, daß wohl jeder Staatsmann, dem das Wohl Europas am Herzen liegt, nur wünschen kann, sie in dieser oder Der Völkerbundsrat hat den von Belgien und Frankreich eingebrachten Entschließungsentwurf über die Verletzung des Vertrages von Locarno b e i Stimmenthaltung Chiles und in Abwesenheit Ecuadors sowie gegen die Stimme des deutschen Vertreters angenommen. Chile enthielt sich der Stimme mit der Begründung, daß in der vorgelegten Entschließung eine enge Verbindung zwischen dem Vertrag von Versailles, dessen Verletzung Chile anerkenne, und dem Locarnovertrag, dessen Verletzung bestritten sei, bestehe. Der Ratspräsident stellte fest, daß die Entschließung einstimmig mit einer Stimmenthaltung und einem Nein, das als Stimme einer von Locarno aarcmtierten Macht nicht zähle, angenommen sei. Zu den Stimmen der Garanten und der Garantierten von Locarno wurde festgestellt, daß diese abgestimmt hätten, ihre Stimmen aber nicht zählten. Der Entschließungsentwurf lautete: „Aus Grund des am 8. März erfolgten Ersuchens Belgiens und Frankreichs bekundet der Dölkerbundsrat, daß die deutsche Regierung einen Bruch des Artikels 43 des Versailler Vertrages beging, indem sie am 7. März 1936 veranlaßte, daß militärische Streitkräfte in die demilitarisierte Zone einmarschierten und sich dort festsetzten, eine Maßnahme, auf die sich der Artikel 42 und die nachfolgenden Artikel des Versailler Vertrages und des Vertrages von Locarno beziehen. Der Völkerbundsrat beauftragt den Generalsekretär, unter Bezugnahme auf Artikel 4 Absatz 2 des Locarnovertrages, über diesen Befund des Dölkerbundsrates ohne Verzögerung die Signatarmächte dieses Vertrages zu verständigen." Botschafter von Ribbentrop gab nach der Feststellung des Abstimmungsergebnisses folgende Erklärung ab: „Die deutsche Regierung lehnt die soeben beschlossene Resolution aus tiefinnerster lleberzeu- gung ab und muß hiergegen in aller Form Verwahrung eintegen. Richt Deutsch- land hat den Locarnovertrag zum Erlöschen gebracht, sondern Frankreich durch den Abschluß des französisch-rufsischen THUifärbänb- nisses. Der deutsche Schritt vom 7. März — die Wiederherstellung der vollen Souveränität in feinem eigenen Gebiet, dieses primitivste Recht eines Volkes zur Verteidigung feiner Grenzen — war ausschließlich die Konfequenz dieser sranzöfifchen Handlungsweise. Ich habe heute vormittag eingehend eine umfassende Darstellung des deutschen Rechts- und politischen Standpunktes gegeben, und ich denke, daß, wenn die Herren Ratsmitglieder mehr Zeit gehabt hätten, diese Darstellung zu würdigen, sie zweifellos zu einer anderen Entschließung gekommen wären. Die deutsche Reichsregierung und mit ihr das gesamte deutsche Volk haben die heilige Ueber- zeugung, daß die soeben angenommene Rats- jener Form bald verwirklicht zu sehen. Möge an« aesichts dessen der Rat über die Empfindungen des Augenblicks hinweg die Tragweite der geschichtlichen Entscheidung erkennen, die in seine Hand gelegt ist, und die mithelfen soll, dem friedlosen Europa den Weg in eine bessere Zukunft offen zu halten. enlschliehung vor dem Urteil der Geschichte nicht bestehen wird." Der französische Außenminister Flandin sagte, daß das Recht nicht einseitig bestimmt werden könne und daß Frankreick von Anfang an bereit gewesen sei, die Angelegenyeit dem Haager Gerichtshof au unterbreiten. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Der Rat hält morgen nachmittag eine nichtöffentliche Sitzung ab und wird außerdem als Dreizehner-Ausschuß gleichfalls morgen nachmittag den italienisch-abessinischen Streitfall prüfen. Laßtuns einen neuenAnsang machen!' London, 19. März. (DNB.) Einen bemerkenswerten Artikel, der die Fehler der internationalen Politik schlaglichtartia beleuchtet, veröffentlicht der ehemalige englische Ministerpäsident und Mitunterzeichner von Versailles Lloyd George. Unter der Ueberschrift „Laßt uns einen neuen Anfang machen" begrüßt der greife Staatsmann zunächst die Anwesenheit Ribbentrops, der das Vertrauen Hitlers besitze, in London und schreibt, das Unglück bestehe bis jetzt darin, daß die am Bern» tungstisch sitzenden Mächte bereit gewesen seien, mit einer einzigen Ausnahme über alles zu verhandeln, nur nicht über den Frieden. Die meisten Menschen seien an der juristischen Auslegung dunkelsinniger Klauseln von Pakten und Verträgen nicht interessiert. Niemand i n E n g l a n d sei gewillt, die Entsendung deutscher Truppen in deutsches Gebiet als einen flagranten Angriff zu behandeln. Warum also setze man sich nicht sofort an den Verhandlungstisch, um über den Frieden zu sprechen? Die größten Vertragsbrecher seien diejenigen, die jetzt in erster Linie die Entrüsteten über das Vorgehen Deutschlands spielten. „Wie steht es denn eigentlich mit der allgemeinen Abrüstungsklausel des Versailler Vertrages?" Lloyd George zählt hierauf sämtliche Abrüstungsmaßnahmen Deutschlands und die übrigen Belastungen auf, die der Vertrag von Versailles dem Reich auferlegte, und stellt fest, daß Deutschland jahrelang die siegreichen Nationen vergeblich an die Erfüllung ihres Abrüstungsversprechens erinnert habe. Das einzige Ergebnis des ebenso ausgedehnten wie kleinlichen Abrüstungsgeschwätzes in Genf fei eine ftetige Vermehrung der Rüstungen der festländischen Versailles-Mächte unter Führung und Finanzierung Frankreichs gewesen. Frankreich habe kein moralisches Recht, Deutschland einer Verletzung von Versailles oder Locarno anzuklagen. Eine zweite englische Lustschuhdivision. London, 16. März. (DNB.-Funkspruch.) Die englischen Militärbehörden haben nun eine zweite Luftschutzdivision in dem großen Industriegebiet der North Midlands gebildet, nachdem bereits im letzten Jahr eine Londoner Luftschutzdivision ge' schaffen worden war. Die neue Division ist, wie in der englischen Hauptstadt durch Umbildung mehrerer Infanterie-Bataillone der Territorial-Armee gebildet worden. Ein Urteil, das vor der Weltgeschichte nicht bestehen wird! Botschafter von Ribbentrop legt in aller Form Verwahrung gegen den Ratsbeschluß ein. Art lrier E&p R hedonm „„ 6» SE IW nW .u« qu5 ben u E'w d-" d- £lin N« * Riefen ju ' 1, !»■ gNlr£h0tin ^2gebEN feste DlunstDE. i den Zähren be le innere Beft'edu Ebenso wie Most leutschionds erfteb jtfriebunfl steter unb gleic Durch ben Brad; Mkreich beging Abiinbliisses mi Segnet, bet Son Lutopa geschaffen ishligle, sonbern iise bet Sichethe! Jtleben Deuts, tyni. Diese St Derbünbeten bes schützt gegenüber. mH weitreichende unser Canb stets leben llnre Handlungen oöüig ungeschuh ungeschützter nän Härte Hubolf h die Gefahr. Schwierigkeiten llbenteuer nach manb wird des letzten Jahren i habt hat. Dah Pakt mit Soroj mögen wir nick Zestnngssystem feret Sichethe les und seine sich um feinen eine (EnlfrWi WMbet burd baut haben. Dies Stieben Lnt hat, datz ein land kein Sp< verteidigt am 1 gen bi > KW vvniet, wolle et putsche. Wir Di «guninp diesem »wje wie die bt $ eben mit tta 9*t ®r Mfa wäre fc'Ä d-- Wen Writ d» ° ^die L MnbiebVeöieru bA; wird u\°c °Ke?,°e7^' 3°ne oJ'J1 -°i A -- ■4a*1 o|ferh9egei SÄ exX*. des-Kl 1 Wenn zwei das Gleiche tun heit, eine Dankes M! FrankenMrer Stteicher spricht in Frankfurt smann ZU' ini> 'Endet,; °tt &r\ i Trier, 19. März. (DNB.) In Trier sprach der Ztellvertreter des Führers, Rudolf H e ß, vor 70 000 Alksgenossen. Seine Rede begann Rudolf Heß mit dir Betonung, daß das deutsche Volk in den großen Treuekundgebungen für den Führer fremden Döl- Dis französische Volk, so betonte Rudolf -eß nulter, wolle ebensowenig einen Krieg wie das Kitsche. Wir wünschten nur, daß die franzäfische en. Möge Ml Endungen d« ■ geschichtlich» »and gelegt ifll n Europa de: i halten. fern und besonders fremden Staatsmännern zurufe: „Klaubt nicht, daß Versprechungen oder Drohungen uns vom Führer zu lies, was jch chen Cho- lomatischeM! lolitische- t nach dec Nai ober. in Dr.Goebbelsspncht inFrankfurt/M. Am Montag, dem 2 3. INärz 1 9 3 6, spricht der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda vr. Joseph G o e b b e l s in der Festhalle zu Frankfurt a. 2TL Die Kundgebung beginnt pünktlich 20 Uhr. Saalöffnung um 18 Uhr. Ab 18 Uhr: Konzert. vr. G o e b b e l s wird im Lause des Monlagnachmittag in Frankfurt a. IN. a u s dem haupkbahnhofeintressen. Die genaue Zeit wird rechtzeitig bekanntgegeben. Vor dem Hauptbahnhof wird eine große Ehrenformation, bestehend aus Abteilungen der Gliederungen, Aufstellung nehmen. Daß vr. Goebbels, der in seiner Eigenschaft als Reichswahlleiter unerhört mit Arbeit überlastet und durch ein großes Wahlprogramm vollkommen in Anspruch genommen ist, sich dennoch entschlossen hat, hier zu sprechen, ist eine besondere Auszeichnung für Frankfurt a.2N. und den Gau Hessen-Nassau. Die Kundgebung wird nicht durch den Rundfunk, sondern lediglich durch direkte Leitungen in 12 parallelversammlungen übertragen. Infolgedessen ist es empfehlenswert, fichfofortkartenzufichern. Karten find erhältlich: bei der Kreisleitung der NSDAP. Groß-Frankfurt, bei allen Ortsgruppen der NSDAP. des Kreises Groß-Frankfurt sowie bei den Geschäftsstellen allerKreisederRSDAP. im Gau Hessen-Nassau. kN. eil der Gr- rb.“ "Mische M iier v;) gedauert II' dtt &J, Je lnimig ge. Freitag M. Spruch.) Z)j, Isen der ßon-': I- Unter hin, d Frankreich der ßocarnoi ervorgehoben Nlhigung dci' und die Siels, Hinblick aw »Expreß Po, ei eine ArlI rankreich ir soviel ter« Dann kam der Frankenführer auf die n e u i Zeit zu sprechen, auf die deutsche Dolksgemein- schäft, die größte Tat des Führers, dem das ganze deutsche Volk am 29. März einmütig seine Stimme geben werde. Wenn das ganze deutsche Volk hinter Adolf Hitler stehe, dann sei der Führer in der Lage, alles zu erreichen, denn er werde sich dann auf eine Macht stützen können, der es nichts Gleichwertigesentgegenzu st eilen gebe. Langandauernder tosender Beifall dankte dem Frankenführer für seine aufklärenden Ausführungen. Männer vom Bau. Viel ruhiger werden! .auf KAFFEE HAG umstellen! Deutschland verteidigt am Rhein die Kulturwelt gegen den Bolschewismus. Oer Giellverireier des Führers Rudolf Heß spricht in Trier vor 70000 Volksgenossen durch die deutsche Revolution gerettet. Er hat seine Revolution begonnen, weil er seinen Glauben an dos deutsche Volk und besonders den deutschen Arbeiter nicht verloren hat, ein Glaube, den er mitbrachte aus den Feuerzonen des Weltkrieges. Adolf Hitler hat den deutschen Arbeiter wieder eingegliedert in die deutsche Nation und ihm die Wege gewiesen zu neuem Schaffen." Rudolf Heß gab dann einen Abriß über die Entwickelung Deutschlands bis zur Machtergreifung und in den Jahren der Revolution, wobei er besonders die innere Befriedung durch den Führer hervorhob. „Ebenso wie Adolf Hitler diese innere Befriedung Deutschlands erstrebt hat, strebt er jetzt nach einer Befriedung Europas, eines Europas gleichgeachteter und gleichberechtigter Nationen. Durch den Bruch des Locarnovertrages, den Frankreich beging mit dem Abschluß des Mlli- tärbündnisfes mit Deutschlands erbittertstem Gegner, der Sowjetunion, war eine Lage in Europa geschaffen, die den Führer nicht nur berechtigte, sondern verpflichtete, im Interesse der Sicherheit Deutschlands und Europas Frieden Deutschlands West grenze zu sichern. Diese Grenze lag Frankreich als dem Verbündeten des Bolschewismus ständig ungeschützt gegenüber. Sie lag einem Feslungswall mit weitreichenden Geschützen gegenüber, die unser Land stets bedrohen. Adolf Hitler hat jeden Anreiz zu kriegerischen Handlungen beseitigt, den diese bisher völlig ungeschützte Westgrenze bedeutete. 3e ungeschützter nämlich eine solche Grenze ist, erklärte Rudolf Heß, desto größer ist auch die Gefahr, daß Staatsmänner die inneren Schwierigkeiten in ihrem Lande etwa durch Abenteuer nach außen abzulenken suchen. Niemand wird bestreiten, daß Frankreich in den letzten Jahren innere Schwierigkeiten genug gehabt hat. Daß diese Schwierigkeiten nach dem Pakt mit Sowjetrußland geringer werden, vermögen wir nicht zu glauben. Dem französischen Festungssystem haben wir zur Wahrung unserer Sicherheit die Einheit des Volkes und seine Entschlossenheit entgegengesetzt, sich um keinen Preis vergewaltigen zu lassen, eine Entschlossenheit, die wir allerdings vorsichtshalber durch ein starkes Volksheer unterbaut haben. Dies ist aber auch ein Garant für den Frieden Europas, weil man die Gewißheit hat, daß ein Einmarsch nach Deutschland kein Spaziergang mehr ist. Deutschland verteidigt am Rhein die Kulturwelt gegen den Bolschewismus. w**, SS- den beider Staaten und damit dem Frieden Europas gedient hätte, einfach hinweggegangen? Wenn es über das letzte und größte Angebot wieder hinweggeht, woher sollen wir den Glauben nehmen, daß Frankreich ernsthaft Frieden wünscht? Durch Adolf Hitler wünscht aber Deutschland wirklich ernsthaft den Frieden. "Frankreich rufen wir zu: Es mag endlich einschlagen in die von Adolf Hitler so oft dargereichte Hand und Europa vom Albdruck entlasten, der durch den Arg- LPD. F r a n k f u r t a. M., 19. März. Zum vierten Male in ebensoviel aufeinanderfolgenden Ta- gen war die Frankfurter Festhalle der Schauplatz einer großen Wahlkundgebung, und wieder einmal war die Riesenhalle kaum in der Lage, die ungeheuren Menschenmassen aufzunehmen, die der Spre- cher des Abends, Gauleiter Streicher, angelockt hatte. Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Krebs begrüßte den alten Parteigenossen. Wenn er die überfüllte Halle wieder sehe, so sei das ein Beweis dafür, daß der deutsche Arbeiter den Führer verstanden habe, weil sich der Führer als der erste Arbeiter fühle und weil er dem Arbeiter das zurückgegeben habe, wonach er sich gesehnt habe, die nationale Freiheit und Gleichberechtigung. Ungeheurer Beifall empfing darauf den Frankenführer, als er zu Beginn seiner Ausführungen meinte, daß er sich der Versammlung wohl nicht erst vorzustellen brauche. Dann kam er auf die Ereignisse des 7. März zu sprechen. Die Wiederbelegung der entmilitarisierten Zone mit deutschen Truppen sei ein Ereignis gewesen, das als die Vorbereitung dafür anzusehen sei, was noch nachkommen müsse. Gauleiter Streicher berührte dann die traurige Zeit nach dem verlorenen Krieg und rechnete dabei unter stürmischem Beifall der Massen mit den Elementen ab, die damals den Frieden un« wohn, den Frankreich gegen uns hegt, auf ihm lastet. Wir Deutschen werden am 29. März tun, was an uns liegt, und werden dem Führer das Ja-Wort unserer Treue geben, mit dem wir ihm als den Repräsentanten des Willens von 65 Millionen von neuem bevollmächtigen, im Namen Deutschlands zu kämpfen, für Deutschlands Ehre, Gleichachtung und Gleichberechtigung und für den Frieden unseres Kontinents. Jede Stimme, die wir abgeben, ist eine Stimme für den Frieden." landin saz!^ timmt werbt- lang an W Berlin, 20. März. (DNB.) Professor Dr. Grimm (Essen) veröffentlicht in der NSK. folgenden angesichts des heutigen Beschlusses des Völ- kerbundsrates besonders bemerkenswerten Artikel: Man wundert sich, weshalb gerade Frankreich heute unserem Rechtskampf so wenig Verständnis entgegenbringt. Gerade Frankreich hat in einem Kampf um einen viel weniger schlimmen Frieden (die Verträge von 1815) uns ein bewundernswertes Beispiel für einen Rechtskampf um die Revision von Friedensverträgen gegeben, der in Frankreich 35 Jahre mit leidenschaftlicher Wucht geführt worden ist. Am 1. März 1848 sandte der französische Minister Lamartine ein Rundschreiben an die Vertreter Frankreichs bei den auswärtigen Regierungen (veröffentlicht im „Moniteur Univerfel, Journal Officiel" vom 5. März 1848), in dem es heißt: Herr Botschafter, gemäß den Prinzipien, die die Grundsätze Frankreichs sind, Prinzipien, welche Frankreich ohne Furcht und ohne Herausforderung seinen Freunden und Feinden präsentieren kann, wollen Sie sich ernstlich in folgende Erklärungen vertiefen: Die Verträge von 1815 existieren in Öen Augen d e r französischen Republik nicht mehr zu recht. Neuerdings sind die territorialen Abtretungen dieser Verträge eine Tatsache, welche Frankreich als Basis und als Ausgangspunkt seiner Beziehungen zu den anderen Nationen gelten läßt. wenn aber die Verträge von 1815 keine tatsächliche handhabe für Abänderungen in gemeinsamer Ueberein- st l m m u n g bieten, wenn ihnen gegenüber die französische Republik laut und offen erklärt, daß es ihr Recht und ihre Mission ist, auf regulärem und friedlichem Wege zu diesen Abänderungen zu gelangen, so zeugt dies von dem gesunden Sinn, der Mäßigung, der Gewissenhaftigkeit und der Klugheit der französischen Republik, und alles dies ist für Europa eine bessere und ehrenhaftere Garantie als die Bewußtsein, zu wissen, daß die größten Planungen des Führers, seine Reichsautobahnen, seine Gemeinschafts- und Bewegungs- bauten durch die Mithilfe der Männer vom Bau entstehen dürfen. Der Mann, der damals selbst auf dem Bauplatz arbeitete, ist der schlichte und einfache Mensch geblieben, wenn er auch hinaufgewachfen ist zum ersten Mann vom Bau, zum Baumeister des Dritten Reiches. Dem wachsenden Bau des freien Deutschen Reiches etzt am 29. März der deutsche Bauarbeiter d i e Richtkrone der Zustimmung auf. Für ihn gibt es keine Wahl, sondern nur b i e Stimme ür den Führer. An den deutschen Handel! Berlin, 18. März. (DNB.) Der Leiter der Reichsgruppe Handel, Prof. Dr. Lüer, wendet sich mit einem Wahlaufruf an den deutschen Handel, in dem es u. a. heißt: In einer historischen Stunde voll schicksalhafter Bedeutung hat der Führer das deutsche Volk zu einem Urteil über seine Arbeit und seine Politik aufgerufen. Es geht darum, dem Ausland, das mit angespanntester Aufmerksamkeit unseren Freiheitskampf beobachtet, den Beweis zu erbringen, daß des Führers Kampf um Ehre, Freiheit und Brot des deutschen Volkes Kampf ist, daß des Führers Wille der Wille des Volkes ist und daß des Volkes Wille der Wille des Führers ist. Keiner kann sich diesem Appell und dieser Entscheidung entziehen Wer wie der deutsche Kaufmann sich freiwillig dem GefetzderLeistung unterstellt hat, muß sich froh und freimütig, offen und verantwortungsbewußt zu dem Trager jener Lei - ftung bekennen, die, in ihrem historischen Ausmaß noch nicht zu ermessen, nur feiten von einem großen Mann und feinen Mitarbeitern erreicht wurde. In diesem Bewußtsein geht der deutsche Kaufmann am 29. März zur Urne und gibt dem Führer seine Stimme. An die Soldaten der früheren Wehrmacht. Berlin, 18. März. (DNB.) Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundsss (Kyffhäuser- d u n d), SS.-Oberführer Oberst a. R. Reinhard, wendet sich erneut an die Soldaten der früheren deutschen Wehrmacht in einem Wahlaufruf, der u. a. lautet: ,Kameraden! — Achtung! Der Führer hat das deutsche Volk aufgerufen, vor der Welt zu bezeugen, ob es zu feinen Taten und Handlungen steht! Da gilt es für uns alte Soldaten, die wir im Feuer der Materialschlachten zu Lande, zur See und in der Luft für Volk und Vaterland erprobt worden sind, auch heute wieder, eine Front zu bilden! So wie wir einst den Wall um Deutschland gegen eine Welt von Feinden bildeten, so wollen wir heute als ein Block zusammen stehen hinter dem Führer und Obersten Befehlshaber der durch seinen Willen wiedererstandenen deutschen Wehrmacht! Adolf Hitler war im Kriege einer der Unseren! Auch heute bekennt er sich immer als unser Kamerad. Bezeugen wir ihm von unserer Seite unsere Kameradschaft! Am 29. März bezeugt jeder von uns dem Kameraden Adolf Hitler feine treue bedingungslose Gefolgschaft! Gedenkt am 29. März unserer gefallenen Helden von Tannenberg, vom Skagerrak, von der März-Offensive 1918 und aller Schlachten an allen Fronten des Weltkrieges! Zeigen wir uns ihrer würdig, so wird auch mit friedlichen Mitteln der Sieg am 29. März 1936 unter Adolf Hitlers Führung der unsere sein! Die Welt soll erkennen, daß Deutsck- land der großzügigen Friedenspolitik unseres Führers folgt, und daß ein einiges Volk zu ihm und feinen Taten steht! Aufruf des Evangelischen Bundes zur Heichslagswahl. Berlin, IS. März. (DNB.) Professor D. Hein- rief) Bornkamm, der Präsident des Evangelischen Bundes, veröffentlicht nachstehenden Aufruf zur Reichstagswahl: Ehre und Freiheit, Berechtig- feit und Friede find die Gaben des Schöpfers, die einem Volke zu Schutz und Pflege anvertraut finD" Darum stehen wir im Kampfe um die Ehre unseres Volkes und um einen wahrhaften Frieden zwischen Völkern gleichen Rechts mit selbstverständlicher Treue zum Führer. Ich bin sicher, daß alle Mitglieder des Evangelischen Bundes an dem schicksalsvollen 29. März dieser Treue und der Dankbarkeit für die wiedererrungene Freiheit unseres Volkes Ausdruck geben werdey. terschrieben und denen, die in der Heimat die Revolution machten. Es seien in der Hauptsache Angehörige der jüdischen Rasse gewesen, die den Schandfrieoen angenommen hätten, Menschen fremder Rasse, die einen wahren deutschen Frieden ja nicht schaffen konnten, weil sie fremden Blutes waren. In der Vergangenheit fei leider das Volk mit dem Gehirn und zu wenig mit bem Herzen erzogen worden, fo daß der größte Teil des Volkes Judenknechte werden mußte. Viel bejubelt wurde darauf der Redner, als er weiter ausführte, die Anwesenden hätten sicher gleich gewußt, was er ihnen erzählen werde, als sie gehört hätten, daß er in Frankfurt sprechen werde. Die Rassenfrage müsse er eben immer wieder aufwerfen, denn sie sei zu wichtig für die Zukunft unseres Volkes. Oft von minutenlangem Beifall unterbrochen, kam dann der Frankenführer auf alle diejenigen zu sprechen, die sich durch Ueberhebung, Heuchelei und Handlungen gegen die Weltanschauung des Nationalsozialismus vergingen. Auch in der Partei gebe es noch vieler dieser Elemente, an denen die Parti noch lange zu verdauen haben werde. Gauleiter Streicher schilderte in sehr eindrucksvoller Weise all die Schäden, die dem deutschen Volke durch die Rassenschande drohten und noch drohen. Er feierte die Nürnberger Gesetze, die geeignet seien, dieser Schmach ein Ende zu bereiten. 10 Äurirfib Aütlcye. ’415ir muntren nur, oag ine jransoiijaje iQQ9e.r Sligierung diesem Wunsche ebenso Rechnung tragen 3e mrde wie die deutsche. Der Führer wirke für Den hdm al Frieden mit klaren Reden und konkreten Vor- 1 ^ero , Wägen. Er verberge seine Gedanken nicht hinter gen nach j,er Geheimsprache Der Diplomatie, Die Die Völker iH Pru'en' nicht verstehen. ADolf Hitler sage frei heraus, ns er denke, und die Völker verstünden )n. Wenn auch Politiker die Aufrichtigkeit der forte des Führers bezweifeln mögen, fo sind diese ucht weniger aufrichtig. Der Führer Buchstaben dieser Veriräge, die off von Europa verletzt oder abgeändert sind. Befleißigen Sie sich, Herr Botschafter, diefe Loslösung der französischen Republik von den Verträgen von 1815 begreiflich und willig annehmbar zu machen und zu beweisen, daß diese Offenheit nichts mit der Ruhe Europas Unvereinbares hat... An anderer Stelle heißt es in Dem Rundschreiben: Der Sinn der drei Worte „Freiheit", „Gleichheit" und „Brüderlichkeit" ist, auf unsere auswärtigen Beziehungen angewendet folgender: Befreiung Frankreichs von den Ketten, die bisher auf feinen Prinzipien und feiner Würde lasteten. Wiedergewinnung des Ranges, Den es i m Niveau Der europäischen Groß m ä chte innehaben muß, und zum Schluß BünDnis- unb Freundschaftserklärung mit allen Völkern. Wenn sich heute Hitler im Kampf um wahren unD gerechten Frieden an Das Gewissen Der Völker roenDet, i st Das etwas anDeres als was Lamartine 1848 zum Ausdruck gebracht hat? Führende französische Staatsmänner haben das, was sich in Deutschland heute vollzieht, ja schon lange vorausgesagt. Pierre (Töt hat am 29. März 1930 ausgeführt: „Wenn mir nicht bald zum Ziel kommen, entsteht die Gefahr, daß Deutschland seine Handlungsfreiheit wiedererlangt und sich nicht mehr durch die Entwaff- nungsbeftimmungen des Versailler Vertrages gebunden glaubt." Und Paul-Boncour schrieb am 26. April 1930 im Journal: „Endlich braucht man kein Prophet zu sein. Es genügt, Die Augen offen zu halten, um festzustellen, Daf? im Falle eines endgültigen Scheiterns Der Abrüstungsver- hanDlungen ober auch nur im Falle ihrer fortwährenden Vertagung, Deutschland, das vom sonstigen Zwange befreit ist, s i ch a n s ch i ck e n wird, diese Abrüstung abzuschütteln und nicht mehr allein eine Rüstungsbeschränkung zu dulden, die der Versailler Vertrag selbst als Die Bedingung, aber auch als das Versprechen einer allgemeinen Rüstungsherabsetzung bezeichnet hat. Wir haben keine Wahl mehr." ”, olleSM. r “« . einen ntii w SU iP*’ Jj n.bi'i'Ä ’ “n’hMS * ungsm°v^ f.»«*5 *■>«* Nichte heute? j>at Frankreich keinen Vertragsbruch begangen, eis es s e i n e e t ge n e e n t m 11 i ta r l s l e rt e Zone Ost- Savoyen einst ohne vertragliche Regelung besetzte? hat Frankreich versessen, daß der schweizerischeVundes- t a t 1923 in seinem Protest feststellte, daß .Frankreich die Prinzipien verletzte, die das Völkerrecht zur Grundlage der Beziehungen zwischen den Völkern festgelegt hat?" Will Frankreich bestreiten, daß es den Vertragsbruch vornahm gegen den Willen der Bevölkerung Ost- Savoyens? Und will demgegenüber jemand behaupten, daß die Besetzung der entmilitarisierten Jone in Deutschland etwa gegen den Willen der Bevölkerung tiefes Gebietes erfolge? Frankreich mag heute tiber eine Rechtsverletzung Deutschlands schreien. Das Recht ist dennoch auf unserer Seitek Und was hat Frankreich wirklich für Den Frieden Mein? Ist es nicht über Die wieDerholten klaren Angebote Des Führers, Deren Annahme Dem Frie- xu VIn,lkennen vermöchten, Dessen Weg ganz l)e5 e^eben i JDeutfdjlanD geht. Er hat Die Deutsche Nation aus n ffu ihrer tiefsten ErnieDrigung, als sie haarscharf Daran roPQ' war, Dem Bolschewismus in Die Arme zu treiben, icff ................ ’ dins. Ber 1 in, 18. März. (DNB.) Der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Bau, Harpe, erläßt einen Wahl- aufruf, in Dem es u. a. heißt: Wenn am 29. März das deutsche Volk dem Führer seine feierliche Zustimmung zu der nunmehr vollendeten Wiederherstellung der vollen Souveränität und Gleichberechtigung des Reiches und der dreijährigen Aufbauarbeit geben wird, so werden an diesem geschichtlichen Tage die Millionen Männer vom Bau von ganz besonderen Gefühlen bewegt sein. Zum ersten ist ihnen dieser Tag die beglückende Gelegen- ", ", ~ * 'chuld abzutragen, die ihnen schon lange auf dem Herzen brannte, denn von den überwältigenden Leistungen des dreijährigen nationalsozialistischen Regimes ifteinUeber- maß gerade ine Baugewerbe geslos - f e n. UeberaU, wo früher Kelle und Hammer feierte, wird wieder gewerkt und g e b a u t, gibt es wieder Arbeit und Brot. Es ist ein stolzes w* J deswegen Nicht weniger aufrichtig. Der Führer "Z * <°lt Verträge! Für Adolf Hitler gibt es ein- er h WnW Heiligkeit Der Abmachungen zwischen Den Völkern, U ae. UnM M Der Die anderen so gerne sprechen! ie°ren An die Regierung Frankreichs richtete Rudolf Lun 3una*' -eß Die Frage: Woher nehmt ihr Das Recht, euch 5mh,r bas $ ben Tust U *eihes QJh ÄnniJ1 Gieß, Joseph Welche kraf ["Weifen u n g" innem Jeranfoortung Dorbereitete g ?°-ken kann, i . Wns Ans s* b "««US, bi,”!? -ster be' Ä rSK S-K ihi (Tkn °nte, der ZN.,, lG über ••mJ 1 «iq M alle J ?en M durch. erMi a 8U tir, tQ9, 20. jh? Hnbettti herbei um gehörig, undlänz, n ^rbeitspij eine ©äfltj n bitten. Gieß« verursachte 1 Origes FaW b SalzhaussD einem M°e : ' sie mit tU st- Sowohl; •eben ohne r \ rt 3ranksi( bat sich x Oie über V 'it langsam: iet bleibt dop id, doch wer! Spanien r| iförungsgebk lertbar mait ich übermkf : Wolkiger i mehr buiq: i noch freunt südliche Wir Bei LuW ;en freundli.' ittags 13,96: März: nwrr Minimum k tuten in 10 c d; am 20. K mnenschein^ __ lilhelm Bangt ür die Wf iir Feuillkli: i >n Teil: Gri i. Bwante» I \eobor KiimÄ rlag: BrM'ii 19t. Bange,U chließlich 25 < i 15 Ps- ■* imstags 15'' mehr. Zum 1935 B iling * ,r zeigene' ItigeAus*5' ,r Mode«1 inen Pa* Beispiel , hübsche,li offen ; 32.- 11 40/ ie .d, blaü,t ,dische iu,‘ 16 > .-/S- 45.* ltr.68 Zweites Blatt Freitag, 20. März 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Ein Mann reist durch Deutschland. Dem Reich wird eine Provinz gewonnen. Oie Emsland-Aktion, ein Schlag gegen Sumpf und Oedland. Von unserem Sonderberichterstatter Bentheim, Mitte März. Nachdem unser Sonderberichterstatter das nationalsozialistische Aufbauwerk an der Westküste Schleswig-Holsteins und in Deutschlands größter Hafenstadt Hamburg geschildert hat, hat er sich nunmehr ins Ems- land begeben, wo der Reichsarbeits- d i e n st dem Deutschen Reich im Frieden eine neue Provinz gewinnt. IV. 20000 Hektar Moor werden anbaufähig. W WW Des Lagers ganzer Stolz ist ein schönes Tor. — Das Bayernlager im Emslandmoor. Wenn man von der stillen und bedächtigen Stadt Oldenburg das Auto nach Südwesten lenkt und hinter Edewecht sich gerade auf einen freien, schnellen Rutsch über 14 Kilometer bis nach Friesoythe gefaßt gemacht hat, dann winkt plötzlich, ganz unerwartet, von der rechten Straßenseite her ein Schild: „Straßenkreuzung". Die Karte, auch wenn sie neuesten Datums ist, wird man vergebens befragen, auf der ist keine Landstraße eingezeichnet. Aber in der Landschaft, da liegt sie, groß und breit und eben und schön geschottert. Man muß einfach, ob man will oder nicht, herausbekommen, wohin sie denn eigentlich führt. Und so befindet man sich, ehe man's noch richtig begriffen hat, schon mitten drin in der „Emsland-Aktion", der jüngsten und vielleicht größten Sanierungsaktion des Dritten Reichs. Mitten drin fein in der Emsland-Aktion ist natürlich nur bildlich gemeint. Wörtlich sieht man sich zunächst einmal mitten in der seltsamsten Landschaft, die ich bisher in Deutschland gefunden habe. Sie beginnt, als wenn sie Lüneburger Heide werden wollte, sie wird dann ein riesiges Teufelsmoor und endet schließlich — die geographische Nähe erklärt den Vergleich — wie eine holländische Holzpantinen-Landschaft ohne Windmühlen. Von der einen neuen Landstraße zweigen ein gutes Dutzend andere neue Straßen und Wege ab. Kanäle gibt es, große und kleine, die ebenfalls nicht auf der Landkarte verzeichnet stehen, und wo die gleiche Karte, Drucklegung 1935, noch unbewohnte Flächen oder Sumpf anzeigt, da stehen in langer Reihe schmucke, kleine Siedlungshäuser. Von Oldenburgs Umgebung bis scharf westlich zur holländischen Grenze, von dort in Höhe Papenburgs südlich an der Grenze entlang über Aschendorf, Meppen und Lingen bis in die Gegend Bentheim und von dort schließlich in nordöstlicher Richtung zurück bis nach Oldenburg wird man zwischen altbesiedelten Gebieten immer wieder auf Gegenden stoßen, die feit der Machtübernahme ihr Gesicht gründlich verändert haben. Und diese Gesichtsveränderung nennt man „Emsland-Aktion" oder „Emsland-Sa- nierung". AufWorifchemGrundundVoden Alt sind die Bestrebungen, aus den riesigen Moorgebieten, die sich um Ems, Vechte und Hase herum ausbreiten, Kulturland zu machen. Schon um das Jahr 1600 herum ließ der Bischofsdrost Freiherr von Velen von der Stadt Papenburg aus die Feenkolonien ins Moor vortreiben, und 70 Stern- und mehr als 300 Hügelgräber, die auf älteste germanische Siedlung schließen lassen, hat man in dem Gebiet gefunden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden rund anderthalb Dutzend kleine Siedlungen im Sumpf, und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man einige Straßen und einmal über hundert Kilometer Kanal in das Gebiet hineingeschoben. Ein großes. zusammenhängendes Projekt wurde aber selbst in der Vorkriegszeit nicht für möglich gehalten, und die Notstandsarbeiten, die nach dem Kriege begonnen wurden, trugen erst recht Verleaenheits-Cha- rakter. Der schlimmste Raubbau an dem Sumpfgebiet, das sogenannte Kultivieren des Bodens durch Moorbrände, galt in der ganzen Zeit als der bequemere Weg zur Neulandgewinnung. Es blieb dem nationalsozialistischen Staat vorbehalten, aus all den kleinen Verlegenheits-Lösungen und den zaghaften Anfängen einen großen Planzu entwerfen und diesen mit allem Ungestüm in Angriff zu nehmen. Von der freien Fläche des oben umrissenen Dreiecks, die verschiedentlich auf 45 000 bis zu 70 000 Hektar geschätzt wird, sind in den letzten drei Jahren 20 000 Hektar durch den Staat angekauft und für die Besiedelung in Arbeit genommen worden. Links und rechts der Ems ist ein Straßennetz entstanden, das heute schon rund 150 Kilometer umfaßt und das, wenn es fertig fein wird, dem Gebiet 500 Kilometer neue Zugangswege zur Verfügung stellt. Die Kilometerzahl an Kanälen läßt sich überhaupt im Augenblick noch nicht feststellen, denn diese Kanäle rangieren von richtigen Schiffahrtswegen mit Schleusen und hohen Brücken bis zu Vorflutanlagen und Gräben für Entwässerung und Ortsverkehr. Es gibt Sumpfstrecken, die bisher noch nicht in Arbeit genommen werden konnten, trotzdem rund 10000 Menschen an der Ausführung des Plans schaffen. Es gibt aber ebenso schon weite Gebiete, die völlig trockengelegt sind, und die erste fertige Gemeinde, Hilkenbrook mit Vor allem muß das überflüssige Wasser weggeschafft werden. Eine Ausschachtstelle wird ausgepumpt. 985 Hektar, ist schon eingerichtel und von den Siedlern übernommen m o r • den. Mit dem Spaten für Deutschlands Größe. Denn anders als an Deutschlands Nordseeküste, beim Adolf-Hitler-Koog und beim Hermann-Göring- Koog, ist hier die Arbeit. Dort ist die Hauptsorge, den Deich aufzuwerfen, der das gute Land vor den Fluten des Meeres bewahrt. Hier muß erst einmal überhaupt das gute Land geschaffen werden. Die Männer des Arbeitsdienstes, denen man auf Schritt und Tritt im Emsland begegnet, wissen davon ein Lied zu singen. Sie haben Schwielen an den Händen von jedem Teil der langwierigen und schweren Arbeit. Da muß zunächst einmal die Straße ins Land gebaut werden, die jede Kultivierung überhaupt erst möglich macht. Das heißt, der Sumpfboden muß bis auf den festen Grund beseitigt, dieser feste Grund dann mit Sand soweit erhöht werden, da,ß die Straßenlage erreicht ist, und danach erst kann die eigentliche Straße gebaut werden. Dann kommen die Gräben und Kanäle. Sie fangen mit dem kleinsten Kaliber, Rinnsalen von kaum einem halben Meter Breite an. Die entleeren sich in mannsbreite Gräben, diese in Vorfluter und diese schließlich in die großen Hauptvorfluter von 500 bis 1000 Meter Breite, die durch Dünenstreifen nach dem Moore zu abgedämmt werden. Es ist ein unübersehbares Netz von Wasserläufen aller Größen, das endlich das Moor dazu zwingt, sein Wasser herzugeben und das auf der anderen Seite dafür sorgt, daß dieses Wasser nun anderswo auch kein Ueberschwemmungsunheil anrichtet. Aber damit ist das Moor erst trocken geworden, damit ist es noch lange kein Siedlungsland. Der Roteisenstein, der im Moorland der wertvollste Bestandteil bei der Bestellung ist, liegt zumeist am tiefsten unten in der Moorschicht, die wertloseren Schichten bedecken ihn. Da gilt es bann einfach, den ganzen Moorboden bis zur festen Sandschicht umzustülpen. Unter dem Titel „Kuhlungsarbeit" erfreut sich diese Tätigkeit besonderer Wertschätzung. Denn so eine Moorschicht bringt es gut und gern auf einen Meter, manchmal auch auf 1,20 Meter Tiefe. Und wie schwer verfilzter Torf zu stechen ist, wird männiglich sich ja vorstellen können. Mit dem Ankauf durch das Kulturamt, der Erschließung mit Wegen und Gräben durch das Kulturbauamt und der „Kühlung" und eigentlichen Kultivierung durch eine landwirtschaftliche Verwaltung ist die Siedlung aber noch lange nicht fertig. Der dem Moor abgewonnene und kultivierte Boden geht dann erst in die Hände der landwirtschaftlichen Administration über, die den gesamten kulturfähig gemachten Boden erst einmal nach den Grundsätzen einer Gutsverwaltung auf längere Zeit bestellt und prüft. Erst muß einmal eine gesunde Basis für das Urteil darüber gelegt werden, was der Boden denn nun hergeben kann, bevor der Siedler darauf ausgesetzt wird. Den Siedler selbst hat inzwischen die hannoversche Siedlungsgesellschaft im Benehmen mit dem Reichsnährstand ausgesucht, für ihn kann garantiert werden, daß er in jedem Sinne bauernfähig ist. Den Siedlungsplan aber überprüft noch einmal das Kulturanck in Papenburg. Erft wenn alle Instanzen sich überzeugt Haden, daß Mensch, Boden und sonstige Vorbedingungen für einen Erfolg der Sied- luna sprechen, erst dann wird der Siedler losgelassen auf feine Z u - k u n f t. Stürmischen Angriffsgeist kann man wohl solange gebrauchen, wie es nur um die Gewinnung der Erde geht. Wenn aber Menschenschicksale verankert und neuen Geschlechtern eine neue Heimat Gießener Konzertverein. Joseph Haydn: „Die Schöpfung". Welche kraftvollen musikalischen Ausstrahlungsmöglichkeiten Haydns unsterblicher „Schöpfung" innewohnen, und wie eine sorgfältig und verantwortungsvoll mit tiefgründigem Eindringen vorbereitete Aufführung allerstärkste Eindrücke erwecken kann, das erwies das gestrige Konzert in der Stadtkirche. Haydns Anforderungen an die Solisten spiegeln den Hochstand der gesanglichen Kunst seiner Zeit wider und bieten so dem Sänger der Gegenwart schwierige, aber auch um so dankbarere Ausgaben. Die Beherrschung des stark kolorierten Ziergesanges setzt bei ihm sowohl reifste Durchbildung des Stimmlichen wie auch eine hohe musikalische Intelligenz voraus, die sowohl organisch aufzufassen als auch mit musikalischem Impuls zu erfüllen imstande ist. An der Spitze des Soloterzetts glänzte Ria Gin - -st e r (Sopran), Frankfurt, mit vollem Einsatz ihrer reichen stimmlichen Mittel. Was sie gab, war reifste Kunst, erfüllt von einem starken Willen zu darstellendem Ausdruck. Ihre Domäne ist die Arie. Hier läßt sie alle ihre Fähigkeiten im hellsten Licht erstrahlen, eine geschliffene, plastische Koloratur bei ausgeglichener Verzierungskunst. Stellenweise erschien es allerdings, als träte ein virtuoses Moment zu sehr in den Vordergrund, ebenso wie zeitweilig im Ensemble ein Dominieren des Klanges die beabsichtigte Zurückhaltung der anderen Stimmpartner übertönte, z. B. „Die Nacht, die verschwand", im Chor: „Die Himmel erzählen". Da, wo sie in der Höhe über dem Chor die Stimme aufstrahlen läßt, berührt sie leicht die durch Klangschönheit gebotene Grenze. Willi Lorscheider (Tenor) belebte die Rezitation akzentuiert und charakterisierte treffend beispielsweise den Gang der Himmelsgestirne. Die fein 'r Stimme von Natur aus gebotenen Grenzen umging er geschickt unter voller Wahrung und Ernillung seines musikalischen Partes Gustav Bley (Baß) prägte mit seiner schon oft bewiesenen Gestaltungsgabe die vielen malenden Einzelheiten, besonders in den Rezitatioen, anschaulich ab. Das Eingangsrezitativ war von feierlicher Weihe getragen; ebenso seien die Duettszenen mit Eva besonders anerkannt. Abgesehen von leichten Donibergebenben Dämpfungen des Stimmklanges zeigte er gerade in der Art, wie er die Koloraturen mupkalisch und stimmlich behandelte, innere Wärme und feinsinniges Eingehen. In dem Gebetsterzett am Schluß des zweiten Teiles fügten sich alle drei Solisten zu schönster klanglicher Einheit. In den symphonischen Teilen war das Städtische Orchester unter der Führung von Professor Dr. Stephan Temesvarn dem Ausdruckswillen des Dirigenten bis zur letzten Regung gefügig in Klangschönheit und Einsatz des instrumentalen Könnens in den Holzbläsern, den Hörnern und den überaus anschmiegsamen Streichern. Dem Chor (Akademischer Gesangverein) füllt bei seinem reichen Anteil stets die Aufgabe zu, die einzelnen Schöpfungstage zusammenfassend ausklingen zu lassen. In allen Stimmgruppen voll besetzt und klangschön durchgebildet, bewies er sich zu machtvollem Krescendo fähig und im ersten Duett des dritten Teiles von einer ganz besonderen Wirkungskraft des ausgeglichenen Pianos. Jeder einzelne Satz war mit innerer Spannung erfüllt und von erquickender Frische aetranen; nur in den fugierten Teilen wäre verschiedentlich eine schärfere dynamische Gliederuno ö^r Auffassungsgabe des Hörers noch mehr entgegengekommen. Die Schlußdoppelfuge sicherte in ihrer Klangentfaltung dem Werk allerstärksten Nachhall. Dr. H. Der Film ,,V ftona " Gloria-Palast Es führt zu nichts, und es kann nicht bis zum Ueberdruß bei jedem neuen Werk untersucht werden, mit wieviel Recht oder Unrecht man aus einer Erzählung einen Film machen kann. Diesmal ist es nun eine sehr berühmte Erzählung, Hamsuns „Viktoria", die Geschichte einer Liebe. Gewiß ist jedenfalls, daß das Buch immer und überall aus dem Film herauszuspüren ist — im Guten wie im Bösen: ein echter, ein „filmischer" Film ist bestimmt nicht daraus geworden; zwei oder drei kurze und nicht einmal entscheidende Szenen gibt es, wo der Film aus eigener Kraft über das Buch schöpferisch oder nachschöpferisch hinaus reicht. Wir denken A. B. an die Tanzszene im Schloß. Sonst erzählt der Film nur in Bildern (sehr guten, klaren und eindringenden Bildern übrigens) nach, was die Novelle in Worte gefaßt hat. Aber sicher ist auch, daß der Glanz einer echten Dichtung in diesen Bildern noch allenthalben zu spüren ist. Wer weiß, was aus dem Film geworden wäre, wenn nicht eben ein Dichter wie Hamsun zuvor das Wort gehabt hätte. Es gibt Szenen darin und Motive, die gefährlich in eine finstere und tränenselige Kolportage hätten abgleiten und entgleisen können. Die Geschichte einer Liebe — also eine alte und ewige Geschichte, immer neu zwar aus neu entzündetem Gefühl und Erlebnis, aber die Schwierigkeiten, die Konflikte, die Schicksalsfügungen, an denen das Gefühl sich wundstößt und verblutet, sind immer wieder die gleichen und alten. Das ist wohl das skandinavische Klima, die Herkunft aus Norwegen, die alles, was da geschieht, so düster und hoffnungslos und beschattet fein läßt, und gegen Ende muß man danken fei nun genug, nach so viel Widrigkeit und Verhängnis könnte eine freundliche Fügung alles zum Guten wenden, aber nein: diese Liebe war von Anfang an, wie es einmal heißt, eine unmögliche und eine ganz hoffnungslose Liebe. Und es ist nicht die unüberbrückbare soziale Kluft allein zwischen Mühle und Herrensitz; die würde das große, reine und starke Gefühl der jungen Viktoria überwinden. Aber man zwingt sie, ihre Hand einem anderen, ungeliebten Mann zu geben, um Ansehen, Luise Ullrich als Viktoria. Ehre und Bestand des alten Hauses zu retten. Auch das schlägt fehl, Viktorias Verlobter kommt durch einen Unglücksfall auf der Jagd ums Leben. Oeff- net sich nun endlich der immer wieder verschüttete Weg, die Brücke herüber und hinüber? Nein, es ist zu spät, nun ist Johannes seinerseits gebunden, auch er an einen ungeliebten, gleichgültigen Menschen; viel Demütigung und Verzweiflung, Kränkung und Bitternis ist umsonst erlitten worden. In Johannes reift wohl aus dem großen Erlebnis eine mit hohen Ehren gekrönte schöpferische Leistung Aber Viktorias Opfer war vergeblich, das Haus ihrer Väter endet als traurige Irümmerftätte, und fie Jelber verzehrt sich in schmerzlicher und ungestillter Sehnsucht, leidet und erlischt wie ein Flämm- rfjen im Wind. Ohne die dichterische Kraft Hamsuns, die noch jede Szene überstrahlt und innerlich trägt, wäre dies alles wohl in einem zweideutig- gefährlichen Doppelsinn eine „unmögliche" Liebesgeschichte. * Die Hersteller des Films (Robert A. Stemmte schrieb das Drehbuch) haben nun freilich das Glück gehabt, für die beiden Rollen, von denen alles abhängt, auf deren Besetzung so gut wie alles ankam, Zwei junge Schauspieler zu finden, die, jeder für sich, vollkommen dem Bilde entsprechen, das hier gegeben werden sollte. Luise Ullrich ist die Viktoria, und schon um ihretwillen allein müßte man diesen Film gesehen haben. Bereits in der „Rechne" vor längerer Zeit wurde es klar, daß wir in ihr eine der bezauberndsten und beseeltesten jungen Darstellerinnen haben, über die der deutsche Film heute verfügt. Ihre Viktoria steht auf der gleichen inneren Linie und auf der gleichen künstlerischen Höhe wie jenes Mädchen aus Gottfried Kellers Welt. Frei- lich weht hier, wir sagten es schon, eine andere, strengere, herbere Luft, und die oft überwältigende Strahlkraft eines großen Gefühls, das dort zu fpü- ren war, ist hier fast völlig nach innen getrieben, verhalten, verdeckt, überspielt von gesellschaftlicher Gebärde und verbindlichem Gespräch. Aber es ist, unterirdisch flackernd gleichsam, immer wach, immer oa, in ihren Augen, in einer winzigen Krümmung des Mundbogens, in einem Handaufheben, und in den paar Sekunden, wo „es" ganz ungehemmt, wie ein Sturzbach, eine Elementarkraft aus ihr heraus- bricht, rührt uns diese tiefe, klare, sehnsüchtige, ge- triebene und mißhandelte Empfindung umso stör- ker und unmittelbarer an. Den Johannes spielt Mathias Wiemann: er spielt ihn ausgezeichnet, und man könnte sich niemanden an seine Stelle denken. Wiemann war immer (wir kennen ihn auch auf der Bühne) ein guter, aber ein spröder Schauspieler. Gerade dies Spröde nun, das Schwer- faüige, Schwerblütige und Kantige paßt genau auf Den Charakter des jungen Menschen, der da geschil- Dert wird. Er ist so überzeugend in feinem Stolz, feinem verletzten und gedemütigten Gefühl; man begreift von ihm aus völlig die schmerzhafte Belastung feiner Empfindung durch jene sozialen Un- terschiede und Abstände. Und es ist sehr schön zu sehen, wie die ihm von Landschaft und Tempera- ment angeborene Sprödigkeit sich lockert und löst, wie er aus sich herausgehen kann unter dem Eindruck eines einmaligen großen Erlebnisses. — Carl Hoffmann führt Regie, sehr gepflegt und ful- hmert, eingedenk offenbar der Verpflichtung vor dem erlauchten Namen des Autors. Schöne Land- schaftsaufnahmen aus Hamsuns Heimat seien nicht vergessen. Die Träger der Hauptrollen beherrschen den Eindruck so ausschließlich, daß die übrigen Mitspieler fast nur als Statisterie wirken; wir nennen von ihnen Abel, G o e tz k e, Hein t von Eleve, die Morena und Erika Dann h o s s. MreWÄuskmS ImtmdirMtiWt Tschechosl. U.SA. MSt 259 DeutschL Schweiz 5103 kamt. | Morgenmeldung. 8.45: auf zum öiaaisjugenuiu». h/fffl«, mA Wasserwerk bei 5°VL SiTÄÄ & SÄ ""SsSsS ffl] Wirtschaft großen Zahl finanziell mungen, Die in der In- des Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Berlin $ranlfurf a. UL Sranliun a. 2JT. Berlin Schluß- sa- Schluß. Ä!L kurs börsc ,urd börse «ÄL «ffi* kurs Ur(F 'urs börsc 18.3. | 19.3. Datum | 18.3- 19.3. 153,41 155,4 216 i 217,75 ,1 97,5 1 97,25 1 1 132,25 134 i| 130 I 1301 97,5 97,5 114,6 114,6 Die hinter den 20 v. H. 4 v. H. v. H. v. H. v. H. v. H. 108 120 114,5 110,9 100 98,25 96,4 101 114,5 96,5 101,4 101,4 97 97 109 27 21 17 11 15,75 17,5 108,5 111,5 92,25 92 92,5 186 35,75 141 121,5 138 115 129 126,5 127,4 136 171 129,75 95 110,9 114 90,25 129,5 86,5 83,5 95,75 110,9 115,5 90,13 156,75 130 86,4 83,65 15,75 25,4 17,5 107,5 112 92 92,5 92,5 184,25 36 141 121,25 138,5 115,75 129 126 127,5 136,5 171 129,25 108 121 114,5 225 114,13 83,9 19,05 126 122 49,25 90,5 120,75 86,75 99 163,5 31,25 321^ 181,5 153 108 120 113,5 155,25 108 120,4 114,5 o 10 36 141 121,5 139,4 115,5 128,75 127,9 136 171 128,25 36 141,25 121 139,5 115 128,5 126,5 127,75 136,25 171 129 133 221,5 114,75 84,5 126,25 122 180,5 133 120,5 222,25 114,5 84 18,75 126,5 123 182 99,25 50,65 90,75 120,75 87 127,25 98,65 163 76,75 31,25 321 174 183 132,5 120,5 226,5 114,4 83,65 18,9 125 122 181,5 Hausbesitzer . Handwerker . Fabriken . . 16,13 17,75 108,25 111,5 92 92 92,5 185 95 111 114 89,65 158 130 85,9 83-4 114,5 96,5 101,13 101,13 97 97 109 96,5 110,4 115 90,25 129,75 86,75 84 . 6 . 6 . 0 . 7 . 0 . 8 . 0 0 71/, 12 8 O| .. 4 . 101 SchulthetS Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 101,25 97 97 109 30,5 8,9 8,85 8,9 14 99,4 49,65 90,5 120,75 86,5 127,9 98,9 163,5 76,65 31,13 319 174,5 181 28 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag. 4% Oesterreichstche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4&% deögl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4°^Türtische Bagdadbahn-Aulethe 1,15 8,85 9 8,85 14 9,13 Oie Förderung des Kleinkredits im Mein-Mainischen Wirtschaftsgebiet M 6. in E 2 P .9 E g £ q Sa; * Lumda, 20. März. Der 54 Jahre alte Landwirt Wilhelm Rau von hier erlitt bei einem unglücklichen Sturz einen Oberschenkelbruch. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Grünberg, 19. März. Heute ereignete sich hier ein A u t 0 z u s a m m e n st 0 ß. Ein Personenauto aus Grünberg rannte mit einem Lieferwagen aus Mücke zusammen, wobei beide Fahrzeuge stark beschädigt wurden. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Kreis Friedberg. < Butzbach, 18. März. Der Vogelsber- ger Höhen-Club, Ortsgruppe Butzbach, unternahm bei guter Beteiligung am Sonntag die fällige Monatswanderung nach Staufenberg bei Lollar. Diese Strecke wurde mit dem Zuge bis Gießen zurückgelegt. Don dort aus begann die Wanderung durch die herrlichen Waldungen des Hangelsteins und Lollarer Kopfes. Die ^ersten Frühlingsboten unter den Blumen und Vögeln erfreuten die naturfrohen Wanderer. Auf der Burg Staufenberg wurde gerastet, die Burgruine besichtigt, von der aus man einen herrlichen Rundblick und Weitblick in das Lahn- und Lumdatal genießt. Von Lollar aus wurde der Heimweg mit der Bahn angetreten. Bausparvertrag über 18000 Mk. abzugeben. Schriftl. Angeb. unter 1709V an den Gießen.Anz. Weißer, gut erhaltener SinöenDagen Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie, deren Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensongaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen Heineren Lebewesen. 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