Nr. Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 20. Januar 1956 (Er)d)emt täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreir: Mt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilütr-Vuch- und Lteindruckerei B. tauge in Liehen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8* /,Uhr des Dormittaas Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B 2 ^enfpa(kr.XnbTS sind, haben erfahrungsgemäß em erhebliches tung erkrankt ist, gesehen. Königin Maud von Norwegen, die einzige noch lebende Schwester des Königs, wird dauernd über seinen Zustand auf dem Laufenden gehalten. Eine weitere Verlautbarung über den Zustand des Monarchen wird voraussichtlich heute vormittag veröffentlicht werden. der Zeitpunkt hierfür gekommen sei. Trotz dieser fortdauernden Kompromißbereitschaft kann aber nicht übersehen werden, daß der abessinische Krieg und die daraus hervoraeaangenen Spannunoen im Mittelmeer Kräfte ausgelöst haben, die unabhängig von dem Willen der maßgebenden Politiker auf eine Verschärfung der Lage zutreiben. Militärische Vorbereitungen großen Stils, -ruch wenn sie nur als Abmebrmabnabmen aedacht Koburg und Gotha, die zur Zeit in London anwesend sind. Der Erzbischof von Canterbury hat sich am Sonntag nach Sandrlng - Ham begeben, doch wird in Hofkreisen darau hingewiesen, daß der Kirchenfürst nicht so sehr in seiner amtlichen Eigenschaft als vielmehr als ein alter persönlicher Freund des Königs komme. Ein Telegramm des Führers. Berlin, 18. Ian. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hal an den König von England aus Anlaß von dessen Erkrankung das nachstehende Telegramm gerichlel: „Ich erfahre soeben von der schweren Erkrankung Eurer Majestät und möchte nicht verfehlen. Eurer Majestät auf diesem Wege meine aufrichtigsten und herzlichsten Wünsche für Genesung und völlige Wiederherstellung zum Ausdruck zu bringen. (Bey: Adolf Hitler. Deutscher Reichskanzler." Die deutschen Frontkämpfer in London. London, 20. Ian. (DNV. Funkspruch.) Um „ Uhr morgens wird von Schloß Sandringham berichtet, daß der König ein wenig geschlafen Legion. In den englischen Presseberichten wird besonders anerkennend über die große Anteilnahme berichtet, die die Mitglieder der deutschen Abordnung an dem Befinden des Königs genommen haben. Was kann in Gens geschehen? Don unserem Or. Rbst.'Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Genf, Januar 1936. Die 9 0. Ratstagung, die am Montag das 17. Jahr des Bestehens des Völkerbundes eröffnen wird, scheint keine entscheidende Aende- r u n g der durch den italienisch-abessinischen Konflikt geschaffenen Lage bringen zu sollen. Das ge- amte Problem steht zwar wieder auf der Tagesordnung, jedoch ist für seine Behandlung keinerlei Programm oder Plan, ja nicht einmal ohne weiteres ein geschäftsordnungsmäßiger Anknüpfungs- Sicherung einer einhettlichen Linie ter Partei Daladier Nachfolger Herriots im Parteivorfitz. Paris, 19. Jan. (DNB.) Der radikalsozialistische Vollzugsausschuß hat Sonntag nachmittag den ehemaligen Ministerpräsidenten Daladier zum Parteioorsitzenden gewählt, da herriot sich weigerte, eine etwaige Wahl anzunehmen, obwohl aus den Reihen der anwesenden Mitglieder immer wieder der Wunsch geäußert wurde, Herriot möge die Führung der Partei wieder übernehmen. Der dem linken Flügel der radikalsozialistischen Kammerfraktion angehörende Abgeordnete Jean Z a y erklärte, das republikanische Frankreich müsse mit ansehen, wie die radikalsozialistische Partei, die das Gerüst der Republik darstelle, zersplittert und zerrissen sei. Es sei deshalb notwendig, auf der heutigen Sitzung Einstimmigkeit über die politische Auffassung der Partei erzielt werde. Alle Radikalsozialisten fragten sich, ob es angehe, daß sie einerseits i n d e r Regierung säßen, andererseits aber im Lande draußen in den Reihen der Opposition ständen. Es sei unbedingt notwendig, eine einheitliche Abstimmung in der Kammer durchzuführen, wenn es sich um Fragen der Grundanschauungen der Partei handele. Die letzte Abstimmung in der Kammer habe gezeigt, daß die große Mehrheit der radikalsozialistischen Fraktion gegen die Politik Lavals eingestellt sei. Laval habe den Dol- kerbundspakt verleugnet, der Frankreichs Sicherheit garantierte. Laval habe die Bande gelöst, die Frankreich an England knüpften und an seine mitteleuropäischen Freunde und den französisch-russischen Pakt noch nicht ratifiziert. £erriot London, 19. Jan. (DNB.) Die deutsche Frontkämpferabordnung traf in London wohlbehalten ein. Beim Betreten englischen Bodens sandten die deutschen Frontkämpfer an den P inz e n v o n Wales folgendes Telegramm: Der erste Gedanke beim Betreten des englischen Badens gilt der Gesundheit Seiner Majestät des Königs. Wir bitten Ew. Königliche Hoheit, unser Empfinden dem König zu übermitteln. . Die Frontkämpferabordnung wurde in London von führenden Persönlichkeiten der British Legion, dem deutschen Botschafter von Hoesch, dem Landes- aruppenleiter der NSDAP. O. Bene sowie den Vertretern der deutschen Presse willkommen geheißen Zahlreiche Abordnungen der Londoner Ortsgruppen der British Legion mit ihren Fahnen bildeten auf dem Bahnsteig mit zahlreichen englischen Frontkämpfern, die ihre Orden und Ehrenzeichen angelegt hatten, ein Ehrr-.s?""'"' snnM Legion waren u. a. Generalmajor Frederick Maurice, der Präsident der British Legion General Sir Jon Hamilton, der Generalsekretär der British Legion Major Fetherstone Godley und Oberst C r o s f i e l d erschienen. Als der Zug in die Halle einlief, präsentierte die British Legion ihre Fahnen, und die Vertreter der Legion begrüßten die deutsche Abordnung auf das herzlichste. Von den deutschen Gästen fand der bekannte deutsche Flieger Oberst Übet besondere Beachtung. Nach der 'Begrüßung schritten die Mitglieder der deutschen Abordnung in Begleitung der Führer der British Legion die Front der englischen Kriegsteilnehmer ab. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich am Eingang des Bahnhofs angefammelt und begrüßte die deutsche Abordnung mit freundschaftlichen Zurufen. Die deutsche Abordnung ist am Sonntagabend Gast des Vorstandes der British gewicht, das tut Vo^weanabme ober aar zur lieber* ftürzunq politischer Entscheidungen führen kann. — Das englische Weltreich ist Anfang Dezember vor her italienischen Kriegsdrohung zurückaewichen. Es hat aber die damalige Situation grundlegend geändert durch eine unter Berufung auf den Völkerbundsvakt zustande gebrachte Mittelmeerkoalition gegen Italien, die besonders im östlichen Mitte l m e e r schon jetzt ein auf die Balkan-Entente gestütztes geschlossenes System von der Adria bis zum Suezkanal darsttllt. Entgegen den seinerzeit er* folaten Ankündigungen hat man neuerdings nichts mehr von der Absicht aehört, diese „Vorbereittmgen nur gegenseitigen Hilfeleistung" vor den. Volker» bundsrat zur Erörterung zu stellen und tn einen allgemein gebilligten Plan zusammenzufassen. Trat- tisch wird sich demnach die Rolle des Rates auf Der bevorstehenden Tagung auf die Entgegennnahnw Die Einsetzung eines Staatsrates wird am Mittwochmittag durch den Kronrat vollzogen werden, der sich im Krankenzimmer des Königs oder aber in einem anliegenden Raum versammeln wird. An der Sitzung werden neben dem Prinzen von Wales und den Herzögen von York und Stent unter anderem der Lordpräsident des Kronrates Ramsay Macdonald, der Innenminister Sir John Simon, der Lordkanzler Lord H a i l s h a m und der Erzbischof von Canterbury teilnehmen.. Der Staatsrat, der während der Erkrankung des Monarchen die Geschäfte des Königs übernimmt, wird voraussichtlich aus der Königin, dem Prinzen von Wales, dem Herzog von Y o r k und dem Erzbischof von Canterbury sowie aus dem Ministerpräsidenten und dem Lordkanzler bestehen. Wahrend der Regie- rungszeit König Georgs ist bereits zweimal ein derartiger Staatsrat eingesetzt worden; das erste Mal, als der König im Jahre 1925 zur Wiederherstellung seiner Gesundheit sich auf ferner Pacht nach' dem Mittelmeer begab und das zweite Mal während seiner langen Krankheit im Jahre 1928. Damals setzte sich der Staatsrat aus den gleichen Persönlichkeiten zusammen. In London herrschte vor dem Buckhinghampalast ein ständiges Kommen und Gehen. Besonders nach dem Kirchgang am Sonntagvormtttag sammelten sich vor dem Palast Hunderte von Menschen m Erwartung der neuen Nachrichten über das Befinden des Königs an, die in regelmäßigen A-'tabstanden auf einem schwarzen Brett am Tor des Sch osses angeschlagen werden. Der König non 3 t alt e n hat seinen Botschafter in London beauftragt, unmit- telbare Erkundigungen über die Krankheit des Königs einzuziehen und dem ^.rr' an. xu , richtigsten Wünsche für eine baldige Wlederherstel- lung auszudrücken. Das S y m p a t h i e t e l e- qramm des Führers und Reichskanzlers wurde fast von der gesamten Sonntagspresse wiedergegeben. In sämtlichen Kirchen Englands wurden am Sonntag Gebete für die Genesung des Königs verrichtet. Auch uber alle englischen Rundfunksender wurden in den !p"Een Abendstunden Gebete gesprochen. Auch m allen Kirchen Australiens wurden Bittgottesdienste veranstaltet. An einem Gottesdienst in der Wes rnmster- Abtei am Sonntagabend beteiligten sich auch der Herzog und die Herzogin von Sachsen, Unverändertes Befinden König Georgs von England. Bittgottesdienste im ganzen Reich. - Einsetzung eines Staatsrates während der Erkrankung des Königs. punkt gegeben. _ Den Abschluß der letzten Phase bildete die Ent- schließung vom 19. Dezember, die von ihren Urhebern als Erledigung des Pariser Tei- lungsplans dargestellt wurde, und die außerdem die Bedeutung hatte, daß eine Verschärfung der Sanktionen stillschweigend der Vertagung an- heimfiel. Die beiden Wege, auf denen die englisch- französische Politik in Genf von Anfang an vorgegangen ist, nämlich Kompromißbereitschaft und Sanktionsanwendung, find weiterhin offen geblieben. Auf keinem aber ist in der Zwischenzeit ein Schritt nach vorwärts unternommen worden. Um die Bedeutung der Genfer Verhandlungen richtig einzuschätzen, muß man sich stets vergegenwärtigen, daß sie sich nur auf einen Ausschnitt des abessinischen Problems beziehen. Die Sanktionen, die der Völkerbund ergriffen hat, sind m den Erklärungen der maßgebenden Regierungen der letzten Zeit im wesentlichen immer wieder als eine R e ch t s v e r w a h r u n g gegen die Art Des italienischen Vorgehens ausgelegt worden. Ueber die Berechtigung oder Nichtberechtigung der italie- nischen Ansprüche hat sich der Völkerbund zum letztenmal in dem Bericht des Fünfer-Ausschusses, der ein internationales Hilfeleistungssystem vorsah, und auch dort nur andeutungsweise, geäußert. Der Laval-Hoare-Plan, den der Völkerbundsrat bezeichnenderweise nicht ausdrücklich verworfen, sondern nur „im Augenblick ni cht geprüft" hat, beweist jedenfalls, daß die Neigung zu beträchtlichen Konzessionen besteht und daß nach Auffassung der maßgebenden Mächte die Vol- kerbundsaktion keineswegs die volle Aufrechterhaltung der territorialen Integrität Abessiniens zum Ziele hat. Eine materielle Lösung der abessinischen Frage wird früher oder später auf einer mittleren Linie zwischen den Vorschlägen des Fun- er-Ausschusses und dem Laval-Hoare-Plan erfolgen; es fei denn, daß die allgemeinen Voraussetzungen für eine solche Lösung sich grundlegend ändern. Im Augenblick stimmen aber England und Frankreich in der Auffassung überein, daß die Bedeutung Italiens als Großmacht trotz des abessinischen Abenteuers nicht geschmälert werden dürfe. Es wird sogar behauptet, daß die englische Polttlk aus diesem Grunde eine größere militärische Entscheidung, wenn sie sich zu Ungunsten Italiens ankündigen sollte, verhindern wolle. Nimmt man dazu die immer größer werdende Wahrscheinlichkeit, daß die Petroleumsank- t i o n e n die seit dem 6. November grundsätzlich beschlossen sind, zum dritten Mal vertagt werden, so ergibt sich von Genf aus fast der Eindruck eines vom Völkerbund tolerierten Krieges, — ein Zustand, bei dem unausgesprochen die Ueberzeuaung der meisten Völkerbunds- mitglieder mitspricht, daß es sich im Grunde ae- nommen um einen ,.Kolonialkrieg handelt, der mit anderem Maßstab als eine Verwicklung m Europa gemessen werden müsse und jedenfalls , nicht zu einer Derartigen Verwicklung fuhren dürfe. t Es ist also damit zu rechnen, daß nach dem großen . Anlauf, den das Genfer System im Oktober und t November geaen Italien genommen bat. die Rolle > des Völkerbundes von den führenden Mächten mie- ■ der stark eingeschränkt werden wird, daß sie völ- - l i a f r e i e H a n d für die ihnen richtig erschein-nde . N"""l"va orfrina'm. Es Iv'rd O'ich v'cht dem Völkerbund überlassen bleiben, festzustellen, daß Frankreich vor einer Regierungskrisis. Das Ausscheiden der radikalsozialistischen Minister aus dem Kabinett höchstwahrscheinlich. Logen, die ihre Richtlinien erteilen, im Besitz des Geheimnisses. So bietet sich den Franzosen ein ernstes Thema zum Nachden- d e n. Ist ein großes Land, das freie Einrichtungen zu haben glaubt, nicht Sklave einer dunklen Macht, deren Absichten undurchsichtig sind?" Kommunistische Stimmungsmache in Paris. Paris, 20. Jan. (DNB. Funkspr.) Am Sonntag wurde in Paris von den in der Volksfront zusammengeschlossenen Linksparteien und Gruppen eine Versammlung abgehalten, die unter dem Vorsitz des Kommunistenfuhrers und Senators Marcell Cachin stand. An seiner Seite hatten vier junge Neger Platz genommen, die von Cachin als Vertreter Abessiniens vorgestellt wurden. Wie das radikalsozialistische Blatt „Oeuvre" hervorhebt, hätten diese „Vertreter Abessiniens" mit „blitzenden Augen den Beifall der Anwesenden für die heldenhaften Anstrengungen des abessinischen Volkes angenommen". Nachdem ein Redner der Sozialisten und ein Vertreter der linksstehenden Frontkämpfer gesprochen hatten, bestieg ein Neger die Rednertribüne und rief unter tosendem Beifall der Anwesenden mit erhobener Faust die einzigen Worte, die er auf französisch konnte: „Dank, Volk von Frankreich !" Der frühere Luftfahrtminister Pierre Cot brachte von der Sitzung des Vollzugsausschusses der radikalsozialistischen Partei die Nachricht von der Wahl Daladiers zum Vorsitzenden mit. Ein Redner hob darauf hervor, daß der Name Daladier ein Zeichen Des Kampfes gegen den Faschismus fei. lung der Pariser Presse. Der „Petit Parisien" glaubt, daß Laval bei seiner Rückkehr aus Genf d i e Rücktrittserklärung nicht nur Herri v t s sondern auch der übrigen radikal- sozialistischen Minister vorfinden werde. Daraufhin werde das Gesamtkabinett zurücktreten, also elf Regierungen und vielleicht noch mehr in vier Jahren! — stellt das Blatt mit ein wenig Bitterkeit fest. Das sie eine Höchst- leistung und zwar eine echt französische Höchstleistung. Der „Matin" erklärt, daß mindestens ein Dutzend der radikalsozialistischen Abgeordneten bis zum letzten zu Laval stehen würden; notfalls würden sie sogar eine neue Fraktion gründen. Man dürfe dabei auch nicht vergessen, daß die Partei sich „radikale und radikalsvzialistische" Partei nenne, daß sie also bereits zwei vereinigte Gruppen umfasse. Im „Populaire" zeigt der Vorsitzende der französischen sozialistischen Partei L6on Blum unverhohlene Befriedigung über die Entwicklung der Lage. Die Wahl Daladiers bedeute nicht nur den Bruch der Radikalsozialisten mit Laval, sondern Darüber hinaus auch mit Dem System Der nationalen Einigung. Bel Den RaDikalsozialisten sei Das Steuer nunmehr für Den Wahlkampf nach links geworfen. Auch der Komunistenführer C a - chin sieht in der Entscheidung der Radikalsozialisten eine Stärkung öer Volksfront. Die Arbeit der kommunistischen Partei, so schreibt er, habe ihre Früchte getragen. Das ermutige dazu, auf dem Wege der Vereinigung der Arbeiter noch entschlossener weiter zu marschieren. Das „Journal des Debats" schreibt zu der verwirrten politischen Lage: „Laien können nichts von dem verstehen, was vorgeht. Sicher sind die 40 Aktionären. Der Ausschuß nahm Dann mit großer Mehrheit eine Entschließung an, in Der u. a. zum Ausdruck gebracht roirD, Daß Die Politik Des französischen Ministerpräsidenten Laval im Widerspruch zu dem Parteiprogramm stehe sowohl in außenpolitischer Beziehung, als auch auf anderen Gebieten. Die Entschließung fordert ein einheitliches Vorgehen und Einführung des A b st immun g s z w a n g e s bei der radikalsozialistischen Kammerfraktion. Sie enthält aber keinen Hinweis darauf, daß die radikalsozialistischen Minister nun aus dem Kabinett ausscheiden sollen. Ein diesbezüglicher Absatz ist auf Betteiben Herriots fallen gel affen worden. Das Schwergewicht der angenommenen Entschließung liegt also auf der Forderung des Abstimmungszwanges. Eine verworrene La^e Befriedigung bei den Marxisten. P a r i s, 20. Jan. (DNB.) Die radikalsozialistische Kammergruppe wird am Dienstag zusammentreten, um sich über die Frage schlüssig zu werden, ob sie die radikalsozialistischen Minister auffordern soll, aus der Regierung auszutreten oder ob sie eine politische Aussprache in der Kammer veranlassen soll. Eine Aussprache in der Kammer wurde infolge des von dem Vollzugsausschuß geforderten Abstimmungszwan g e s für radikalsozialistischen Abgeordneten mit dem Sturz oes Kabinetts Laval enden. Laval wird am Mittwoch nach Paris zuruckkehren und danni Die Schlußfolgerungen aus der bis dahin geändert n Lage ziehen können. Auf alle Falle silaubt Wan, Damit rechnen zu müssen, daß das am 7. Ium 1935 gebildete Kabinett Laval nicht mehr lange am Ruder bleiben wird. „Die Regierungskrise ist nunmehr «kut ge worden" lautet die übereinstimmende Feststel- versuchte sodann den Ausschuß von der Notwendigkeit zu überzeugen, die radikalsozialistischen Minister in der Regierung zu belassen. Ministerpräsident Laval befinde sich auf dem Wege nach Genf, wo er mit dem englischen Außenminister Zusammentreffen werde. Das sei sehr wichtig. Was würde man aber sagen, wenn er durch ein Telegramm zurückgerufen würde, und in Genf neue 23er» _._v—, —v — ------„ zöger unoen hervorgerufen würden. Die radi- habe, und daß sein Zu st and unverändert kalsozialistischen Minister hätten gegen die Tätigkeit sei. Da auch Der Herzog von Kent am Sonntag- Der KampfbünDe und den Druck protestiert, den: abend in Sandringham eingetroffen ist, hat der diese auf das Parlament ausübten. Es fei zwar' König alle feine Kinder, mit Ausnahme des richtig streng gegen die anderen zu sein; dann Herzogs von Gloucester, der selbst an einer Erkäl- müsse man es aber auchgegensichfelbst sein.1 — ---—" ®Sn?-5n Wmth nnn Der Vollzugsausschuß sei da, um die allgemeine Grundanschauung der Partei zu bestimmen. Aber die Parlamentarier seien dazu da, nach ihrer Verantwortung zu handeln. Der Abgeordnete Marchandeau warnte vor allzu häufigen Regierungskrisen und betonte, daß eine radikalsozialistische Regierung erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden haben werde und nicht mit Sicherheit damit rechnen könne, daß sie bis zu den Wahlen am Ruder bleibe. Daladier erklärte, man müsse den Staat von der Diktatur gewisser wirtschaftlicher Mächte befreien. Daladier spielte auf die Vormachtstellung Der Bank von Frankreich an. Es sei nicht möglich, daß in Frankreich zwei Mächte vorhanden seien, die Macht des Landes und diejenige von fast stereotyp gewordener Erklärungen Edens und Lavals beschränken, wozu die abessinische Beschwerde wegen der Art der italienischen Kriegführung den äußeren Anlaß bieten könnte. Es ist aber nicht anzunehmen, daß darüber hinaus der avessiniscbe Vorschlag zur Entsendung einer Untersuchungskommission verwirklicht wird, und vor allem ist nicht zu erwarten, daß der in diesem Zusammenhang oft genannte belgische Ministerpräsident zum zweiten Male eine undankbare Dermittlerinitiative ergreifen wird. Es wird sich vermutlich im Januar die Tendenz verstärken, die bereits im Dezember zu beobachten war, nämlich das Abwarten einer Klärung der militärischen Situation in Abessinien. Keine Erwartungen in England. London, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter sind einig in der Ansicht, daß von der Sitzung des Völkerbundsrates keine Aufsehen erregenden Beschlüsse zu erwarten sind. Aufschlußreich für die Einstellung englischer Kreise ist das Bestreben der Blätter, die Frage der Oelsperre überhaupt in den Hintergrund zu schieben und die Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Besprechungen über Danzig abzulenken. „Daily Telegraph" schreibt, die britische Regierung sei der Meinung, der Völkerbund würde im Augenblick gut tun, langsam vorzugehen, das beziehe sich sowohl auf den italienisch-abessinischen Streitfall, als auch auf Danzig. Die Frage der Oelsperre sei offensichtlich nicht beschlußreif, da eine Einschränkung der Oellieferungen infolge der Quellen, aus denen Italien seinen Oelbedarf decken könne, w i r k u n s l o s wäre. Die Oppositionspresse glaubt, daß die Völkerbundsmächte dem italienisch-abessinischen Streit hilflos gegenüber stehen werden, wenn nicht England wiederum die Führung übernehme. „News Chronicle" meint, selbst die Sowjetregierung, die sich dauernd ihrer kommunistischen Leidenschaft für den Frieden rühme, ziehe es vor, die Führung der kapitalistischen und konservativen britischen Regierung zu überlassen. Die sanktionsfeindliche „Daily Mail" fordert, daß die englischen Schlachtschiffe sofort aus dem Mittelmeer zurückgezogen werden. Die Gefahren seien angesichts der „vulkanischen Spannungen" in Europa größer denn je. Eine Verringerung der englischen Flotte im Mittelmeer würde außerordentlich zur internationalen Entspannung beitragen und den Weg zu Friedensverhandlungen ebnen. Abessinien bestreitet die italienische Siegesmeldung Addis Abeba, 19. Jan. (DNB.) In einer amtlichen Erklärung der abessinischen Regierung werden die Mitteilungen des italienischen Heeresberichtes von einem italienischen Siege an der Südfront, bei dem 4000 Abessinier getötet worden und 120 Kilometer abessinisches Gebiet besetzt sein sollen, als jeder Grundlage ent- b e h r e n d bezeichnet. Die Nachricht solle offenbar lediglich dazu dienen, die Stellung Italiens bei den kommenden Völkerbundsverhandlungen zu stärken. Meldungen von der Südfront berichten von dem Einsatz einer großen Anzahl italienischer Bombengeschwader, die die anstürmenden abessinischen Truppen mit Gasbomben bewerfen. Dadurch seien die Abessinier gezwungen worden, besser geschützte Stellungen zu suchen. Die abessinische Regierung bestreitet auch die italienischen Behauptungen von der großen Zahl abessinischer Gefangener. Im Dolo-Gebiet haben die Italiener seit Sonntag ihre Gegenangriffe eingestellt und nehmen Umgruppierungen vor. Zwei neue Divisionen sollen aus der Heimat im Hafen von Mogadischo ausgeladen werden. Es bestehen weiterhin Anzeichen dafür, daß die Italiener in die Provinz B a h i einzudringen versuchen werden. Zu beiden Seiten der Flüsse Ganale Doria und Webb sind abessinische Streifabteilungen eingesetzt, um die Italiener zu beunruhigen. Die Italiener unternehmen mit Tanks und Panzerwagen Erkundungsfahrten und haben ihre Fliegertätigkeit aufs äußerste verstärkt. Ein neuer mongolischer Staat „Mengno". Peiping, 19. Jan. (DNB.) In Nordchina ist plötzlich eine neue Lage geschaffen worden. Der stellvertretende Vorsitzende des „politischen Rates der inneren Mongolei" Fürst Tew an g hat in einem Zirkulartelegramm die Ausrufung eines neuen mongolischen Staates M e n g u o bekanntgegeben. Das Telegramm ist noch von dem Kommandierenden der vom japanischen Oberkommando in Mandschukuo organisierten mandschurischen Truppen T s o s ch i h a e unterzeichnet. 2000 Kavalleristen der Armee Tsoschihae sind bereits in der mongolischen Stadt P i n d i t s u j a n eingetroffen, die nur 40 Kilometer von der Provinz Tschachar entfernt liegt. Der Eisenbahnverkehr auf der durch die nordchinesischen Provinzen Schansi und Tschachar führenden Strecke Peiping — Suiyuan ist fast völlig eingestellt. Die Truppen des Generals Lifchuhsin eroberten im Norden von der Grenzstadt Kalgan den strategisch wichtigen Punkt D a t s i n m y (Provinz Tschachar). In der Provinz Suiyan ist es nördlich des Ortes Sinhe bereits zu einem Zusammenstoß zwischen der japanisch-mandschurischen Armee unter dem Befehl des Generals Lifchuhsin und den Truppen der Provinzialregierung von Schansi gekommen, wobei Lifchuhsin den Rückzug angetreten haben soll. Heer und Politik in Japan. Tokio, 19. Jan. (DNB.) Wie die Zeitung „Juji Sbimpo" berichtet, baden 30 jüngere Maine- offiziere den Stationschef des Kriegshafens Yokusuka, Vizeadmiral I o n a i, aufgesucht, und ihm ihre Unzufriedenheit über die Entwicklung der politischen Lage und die mangelnde Energie des Kabinetts in der Frage der Klärung der wahren japanischen S t a a t s i d e e auszudrücken. Vereidigung des SA.-Heldjägerkorps durch Ministerpräsident Göring. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Am 65. Jahrestage der Grundsteinlegung des Deutschen Reiches in Versailles — sämtliche Gebäude des Reiches, des Staates, der Stadt Berlin und der Körperschaften des öffentlichen Rechtes haben das Hakenkreuzbanner gesetzt — fand im Lustgarten die Vereidigung von über 500 SA.-Feldjägern durch den Religion, Partei und Staat Eine Ltnterredung mit dem Neichsmimster für kirchliche Angelegenheiten Kerrl. Hannover, 19. Jan. (DNB.) Der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten Pg. K e r r l behandelte in einer längeren Unterredung mit dem Hauptschriftleiter der „Niedersächsischen Tageszeitung" eine Reihe grundsätzlicher religiöser und kirchenpolitischer Gegenwartsfragen, wobei er auch auf die Lage in der evangelischen Kirche einging. Zu der Frage, wie er die gegenwärtige Lage beurteile, und was er unter positivem Cdrift e n t u m verstehe, erklärte der Minister u. a.: Das Ringen unserer Zeit ist im großen und ganzen gesehen nicht ein Ringen aegen die Religion, sondern ein Ringen um die Religion. Der nalionalsozialistische Staat bejaht die Verlebendigung des Glaubenslebens, weil er den religiösen Menschen zur Grundlage seines Staatsbaues macht. Lin Nationalsozialist muß religiös sein, er muß Ehrfurcht vor der religiösen Ueberzeugung eines anderen haben, aber die Form seines Glaubenslebens bleibt ihm freigestellt; jeder „kann nach seiner Fasson selig werden". Alle Behauptungen, die Religionsausübung sein in irgendeiner Form behindert worden, stellen eine unerhörte Verleumdung dar. Seit der Machtübernahme ist niemals irgendwo oder irgendwann dergleichen vorgekommen. Die Deutsche Glaubensbewegung ist keine Gottlosenbewegung, sie hat aber auch nichts mit der NSDAP, zu tun. Der Staat steht diesen Dingen durchaus objektiv gegenüber, er hat jedoch dafür zu sorgen, daß im kirchlichen Leben Zucht und Ordnung herrscht, daher wendet er sich gegen religiöse Versammlungen öffentlichen Charakters außerhalb der Kirche, denn Religion ist nach unserer Auffassung kein politischer Massenartikel, sondern Sache der dazu berufenen Gemeinschaften. Der Streit unter den Konfessionen ist rein negativ, positiv dagegen ist es, dem Wollen und handeln des Stifters der christlichen Kirche praktisch nachzueifern, um in wahrhaft christlicher Gesinnung durch die lebendige Tat Jesu zu dienen. Weniger Dogmenstreit sollten sie dabei in den Vordergrund stellen, vielmehr die Religion der Gesinnung und des Einsatzes für die Nächsten und die Gemeinschaft des Volkes, denn das ist wirklich positives Ehristentum. Tendenzen, die zur Gottlosigkeit führen, bekämpft der nationalsozialistische Staat auf das schärfste, weil er sie als den Feind jeder Ordnung und Kultur betrachtet. Daher der Kampf gegen den Bolschewismus, daher der Schutz der Kirchen. Daher aber auch die Forderung an die Kirchen, daß sie diesen Staat bejahen und aus völliger innerer Freiheit zu ihm kommen. lieber seine Stellung z u den Konfessionen sagte Minister Kerrl dann weiter: „Bezüglich der Religionsausübung besteht völlige Freiheit. Dis Kirchen beider Konfessionen erfahren in jeder Beziehung staatliche Hilfe und Förderung; sie haben sich jedoch auf ihr religiöses Gebiet zu beschrän- k e n. Der Staat kann keinesfalls dulden, daß die Kirchen auch heute noch da und dort in mehr oder weniger versteckter Form eine politische Einflußnah me erstreben und damit die nationale Einigkeit und Disziplin unseres Volkes untergraben. Zu dem bedauerlichen Bruder st reit in der evangelischen Kirche betonte der Minister, daß die Deutsche Evangelische Kirche bekanntlich selb st nicht einig in ihren Uederzeugungen ist. Der Streit sei dadurch so scharf geworden, daß sich die Parteien selbst als rechtmäßige Kirchen proklamierten. Weder Kirchenrecht noch Staatsrecht erkennen eine Möglichkeit an, daß sich eine Partei innerhalb der Kirche als dieKirche betrachte und entsprechende Ansprüche äußere. Der Staat als Garant der öffentlichen Ordnung und des kirchlichen Friedens müsse da eingreifen; denn er habe dafür zu sorgen, daß keine Gruppe unterdrückt werde. Er habe es in einer treuhänderischen Form getan, indem durch Bildung des Reichskirchenausschusses die bisher vorhandenen, sich streitenden kirchlichen Fronten ihrer machtpolitischen Position entkleidet worden feien* Heute sei der Kirchenausschuß die kirchlich legitimierte Leitung der Kirche und als solche im Kirchenvolk anerkannt. Die Bruderräte hätten vielfach Veranlassung gegeben, daß gegen sie hätte eingeschritten werden müssen, jedoch sei noch keiner aufgelöst worden. Die Frage, ob die Auseinandersetzungen innerhalb der evangelischen Kirche bereits zu einer Erschütterung ihrer Stellung in der prote st antischen Welt geführt haben ober Aussicht vorhanden sei, daß diese Krise zu einer Stärkung ihrer Position beitragen könne, beantwortete der Minister u. a.: Die Stellung des deutschen Protestantismus in der evangelischen Welt hängt davon ab, ob er sich wieder auf seine Aufgabe besinnt, um damit die ihm naturgegebene Position seit Luther zu behaupten, andernfalls läuft er Gefahr, zur Bedeutungslosigkeit herabzusinken. Während in anderen Ländern, beispielsweise in England, in Italien und auch in Frankreich, die Kirchen durchaus auf nationaler Grundlage stehen, haben sich in Deutschland leider nur allzu häufig Tendenzen gezeigt, die nationalen Belange des eigenen Volkes in bezug auf die Kirchen als etwas Zweitrangiges zu betrachten. Dis evangelische Kirche würde sich jedoch damit von dem Vorbilde Luthers mehr und mehr entfernen. Zu der letzten Frage, ob die Bekenntniskirche in protestantischen Kreisen des Auslandes, z. B. in der Schweiz, eine gewisse moralische Unterstützung finde, stellte Minister Kerrl bann fest, daß man im Auslande, veranlaßt durch eine unzureichende und tendenziöse Berichterstattung, das Aufbauwerk des Reichskirchenausschusses in der Deutschen Evangelischen Kirche oft falsch beurteilt habe. In letzter Zeit sei aber auch hier einbegrüßenswerterWandel eingetreten. Ich bin überzeugt, so schloß der Minister, in dem Augenblick, wo sich irgendwo im Auslande eine Richtung als die Kirche bezeichnet und eine illegitime Kirchenleitung einrichten würde, würden Staat und Kirche selbst derartige Erscheinungen sehr schnell unterdrücken, und zwar in völlig legitimer Ausführung ihrer Aufsichtspflicht. preußischen Ministerpräsidenten General Goring statt. Fast das gesamte Offizierskorps und 14 Ehrenhundertschaften der Feldpolizei sowie zahlreiche Ehrengäste und Tausende von Zuschauern nahmen an der Feier teil. Keine „Kontingentierung" der HI. Schwerin, 17. Jan. Bei der Führertagung des Gebietes Mecklenburg wandte sich der Stabsführer der Reichsjugendführung, Hartmann-Lauterbacher, scharf gegen die Gerüchtemacher, die von einer Kontingentierung der Hitler-Jugend reden. Nach wie vor soll die Jugend des Führers den größten Teil des jungen Deutschlands umfassen. Sie soll auch darin dem Gesetz treu bleiben, nach dem sie angetreten ist. Besonders beachtliche Ausführungen machte der Stabsführer ferner über d i e Stellung des deutschen Mädels in der Hitler-Jugend. Die Vorsehung hat Mann und Frau verschiedene Aufgaben im Volk gegeben: Hier Schutz und Führung des Staates, dort feine Erhaltung in der Familie. Diese Aufgaben sollen schon den jungen Menschen formen, sollen den Jungen männlich und hart, das Mädel weiblich erziehen. Eine Verkehrung dieser Ausgaben und der damit verbundenen Haltung ist ebenso verwerflich wie eine gegenseitige Geringschätzung. Besonders der Junge soll wahrhaft ritterlich fein, das heißt, die nötige Achtung und Ehrfurcht vor dem Mädel haben, die als künftige Frau das Gesicht der Familie und damit des Staates gestalten wird. Auch bei der Staatsjugend religiöse Betätigung gewährleistet. Berlin, 19. Jan. Vor der Führerschaft der HI. undd es BDM. im Gebiet Schlesien erläuterte Hartmann Lauterbacher die angekündigte Neuordnung der Jugendorganisationen. Mit Nachdruck betonte er, daß durch die Erfassung in der Staatsjugend oder in der HI. das Verhältnis jedes einzelnen zu seiner Kirche und die religiöse Heberzeugung sowie die Ausübung seiner religiösen Pflichten in Zukunft ebensowenig berührt würden, wie sie bisher berührt worden seien. Führer der Staatsjugend könnten nur Führer der HI. sein, denn allein oiefe gäben die Gewähr für eine der nationalsozialisti- chen Weltanschauung entsprechenden Ausrichtung der Staatsjugend. Der Heranbildung eines Führerkorps werde auch die Akademie für deutsche Jugendführung dienen, die noch in diesem Jahr in München und Braunschweig errichtet werden soll. Auf besonderen Wunsch des Führers werde außerdem eine Schule für die BDM. -Führerinnen, die Reichssportschule in Berchtesgaden, erstehen. Die sportliche Leistungsprüfung beim Neichsberufswetlkampf. Berlin, 17. Jan. Da beim Reichsberufswettkampf die Gesamt-Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden soll, haben die Sieger aus den Ortsentscheidungen innerhalb der Gauentschei- dungswettkämpse 1936 auch noch an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen. Durch diese Anordnung wird vermieden, daß nicht durch Zu- all etwa ein Schwächlings- ober Strebertyp Sieger wird, sondern ein gesunderJungarbei- ter. Die Bedingungen sind auch für Ungeübte äußerst einfach und stellen lediglich Mindestforderungen dar, die an jeden körperlich einwandfreien Menschen gestellt werden können. Die Wertung ist entsprechend den Altersstufen angesetzt. Für sämtliche Altersgruppen wird eine Mindestpunktzahl ungeschrieben, deren Erreichung den Bewerber berechtigt, weiterhin in der Entscheidung mitzu- kampsen Schwächen in einer Hebung können durch gute Leistungen in der anderen Hebung ausgeglichen werden. Die Gesamtpunktzahl ist en t s che id e n d. Heberpunkte werden gewertet. Es ist je eine Lauf-, eine Sprung- und eine Wurs- ubung vorgesehen. Mit Ausnahme des Laufes finden die Hebungen in der Halle statt. Die „Nationalsozialistische Bewegung Oesterreichs" fordert Volksabstimmung. Wien, 18. Jan. (DNB.) In ganz Oesterreich wurde gestern in Hunderttausenden von Exemplaren ein Flugblatt verteilt, unterzeichnet von der „Nationalsozialistischen Bewegung Oe st erreich s", in dem eine allgemeine Volksabstimmung verlangt wird. In dem Flugblatt heißt es: Wir stellen fest, daß die Regierung des derzeitigen österreichischen Regimes durch Rechtsbeugungen und Verfassungsbrüche den Boden der Legalität verlassen, den Volkswillen ausgeschaltet und damit die den Staat tragende Rechtsgrundlage zerstört hat. Wir stellen fest, daß das derzeitige System sich nur mit Mitteln gewaltsamer Hnterdrückung und mit fremder Hilfe an der Macht erhält. Tausende der Besten des Volkes, die für Freiheit und Recht der Nation eintraten, wurde verfolgt, entrechtet und in die Gefängnisse geworfen. Wir stellen fest, daß das derzeitige Gewaltsystem zur Erhaltung seiner eigenen Macht gegen den Willen des Volkes ungeheuere Summen sinnlos verschleudert, während es der immer mehr um sich greifenden Verelendung des Volkes nicht zu steuern vermag. Wir stellen fest, daß die Regierung des gegenwärtigen Systems, indes sie vorgab, zum Besten des gesamten Deutschtums Oesterreichs Um abhängigkeit zu wahren, diese längst völlig preisgegeben hat zugunsten fremder Mächte, die den deutschen Staat Oesterreich als Werkzeug ihrer deutschfeindlichen Politik mißbrauchen. Wir stellen fest, daß die vom gegenwärtigen Regierungssystem mißbräuchlich durchgeführte Vermischung von Religion und Staat das Ansehen der Kirche weitgehend herabgesetzt hat. Wir fordern: Wiederherstellung eines unanta st baren Rechts- und Berfas- s u n g s z u sta n d es in Oesterreich. Wir fordern eine freie, allgemeine und geheime Abstimmung zur Ermittlung des unverfäschten Volkswillens. Durch sie soll eine vom Vertrauen des Volkes getragene Regierung an die Macht gebracht werden, deren Aufgabe es sein wird, im Innern Arbeit und Brot für jeden Volksgenossen ju schaffen und wahre deutsche Volksgemeinschaft zu verwirklichen und nach außen eine Politik gesamtdeutscher Solidarität zu betreiben, die in Ablehnung jeder volksfremden Abhängigkeit aus dem bisherigen Unruheherd Oesterreich ein Element der Sicherheit und des Friedens im Herzen Europas schafft. Unerschütterlich auf dem Boden des nationalsozialistischen Programmes stehend, erklären wir österreichischen Nationalsozialisten uns entschlossen, in eigener Verantwortung und aus eigener Kraft bis zur äußersten Grenze der Zurückhaltung mit den Waf- fcn des Geistes und Charakters dafür zu kämpfen, daß die kostbarsten nationalen Güter: Vaterland, Volkstum, Heimat, Religion, Freiheit, Ehre und Recht — dem eigennützigen Mißbrauch der Gegenwart entzogen und in einer größeren Zukunft Gemeingut aller deutschen Volksgenossen in Oesterreich fein werden! Deutsche und ungarische; & irtschast. Der Besuch des ungarischen Handelsministers Dr. Stephan vonWinchkler in Berlin galt Handels- und wirtschaftspolitischen Fragen. Bei den engen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn und der geschichtlicben und gegenwärtigen Bedeutung des guten deutsch-ungarischen Verhältnisses Dr. von Winchkler mit der gleichen Herzlichkeit begrüßt worden, mit der Ministerpräsident Gömbös bei seinem letzten Besuch am 29. September 1935 vom Deutschen Reiche empfangen worden ist. Der ungarische Handelsminister sieht seine Hauptaufgabe darin, den Warenaustausch zwischen den beiden Ländern zu heben und zu vertiefen. Als Anfang November die deutschen und ungarischen Regierungs- ausscküsse über die Probleme verhandelten, die eine schnell wechselnde Zeit aufwarf, und im Zusatzabkommen zum Handelsvertrag vom 21. Februar 1934 nicht vorgesehen waren, standen sie vor der Tatsache, daß Deutschland im Jahre 1935 zum ersten- mal vor Oesterreick) und Italien an die Spitze des ungarischen A u ß e n h a n d e l s verte h r s gerückt war. Deutschland war der beste Kunde und der befte ß i e"f e r a n t Ungarns. Wir führten hauptsächlich nach Ungarn aus: chemische Erzeugnisse, Holz- und Papierwaren, Porzellanwaren, Glas, Eisen- und Metallwaren, Messerschmiedewaren, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, kurzum Erzeugnisse, die Deutschland mit seiner hochqualifizierten Arbeiterschaft herstellt. Dagegen bezogen wir aus Ungarn vor allem landwirtschaftliche Produkte. Diese Einfuhr aus Ungarn hat in der letzten Zeit sich noch vermehrt, vor allem nehmen wir Ungarn Schweinefleisch und Fett ab. Die früher also stark beschränkte Vieheinfuhr nach Deutschland ist erweitert worden. Vor allem wurde der Zahlungsverkehr durch Kompensationen der Devisen neu geregelt. Die ungarischen Warenschulden gegenüber Deutschland sind im Vorjahre glatt beglichen worden. Die Ziffern für das letzte Vierteljahr 1935 liegen noch nicht vor, doch zeigen die Tabellen über die Entwicklung des deutsch-ungarischen Handels die Bedeutung des Gesamtverkehrs. Denn in ben er ft en neun Monaten des Jahres 193 5 entfielen auf die Gesamteinfuhr U n- g a r n s in Höhe von 267,4 Millionen auf Deutschlands Anteil 62,7 Millionen und auf Oesterreich nur 57, auf Italien 20,5. In derselben Zeit betrug bie Ausfuhr aus Ungarn nach Deutschland 62,1 Millionen Pengö, nach Oesterreich 60,9 Millionen und nach Italien 39,2. Es ist also nicht wahr, daß in Verfolg des Abkommens von Rom Italien der beste Absatzmarkt Ungarns wurde, denn Italien kam erst an d i e dritte Stelle hinter Deutschland und Oesterreich. Die Forderungen Ungarns an Italien bereiten in Budapest erhebliche Kopfschmerzen. Dagegen verläuft der Handel zwischen Ungarn und dem Deutschen Reiche glatt. Deutschland war in den Jahren 1933 mit 19,9 1934 mit 18,2, in den ersten neun Monaten des Jahres 1935 aber 23,5 Prozent an der ungarischen Einfuhr beteiligt. Dagegen nahm Deutschland von der ungarischen Ausfuhr 1933 nur 10,7 Prozent auf, 1934 20,3 Prozent, in den ersten neun Monaten des Jahres 1935 20,8 Prozent. Gegenüber 1933 hat sich also die ungarische Ausfuhr nach Deutschland beinahe verdoppelt. Das Zusatzabkommen vom 21. Februar 1 93 4 hat dem Warenaustausch einen neuen Auftrieb gegeben. Aus der ungarischen Einfuhr- Statistik geht hervor, daß die deutschen Erzeugnisse sich in allen Positionen erheblich vermehrten. In den ersten neun Monaten des Vorjahres führte Ungarn aus Deutschland für 62,725 Millionen Pengö aegen 44,853 im Jahre 1934 ein und nach Deutschland für 62,075 Millionen gegen 56,669 aus. Auf der ungarischen Ausfuhrseite spielten vor allem die landwirtschaftlichen Erzeugnisse eine Rolle, besonders Schweinefleisch und Speck. Bereits im Vorjahre lieferte Ungarn ein Zusatz- kontingent von 2500 Rindern, und die letzte Erhöhung der landwirtschaftlichen Kontingente; vor allem die vermehrte Lieferung von Schweinefleisch und Schweinefett ist den Ungarn hoch willkommen, weil das Land noch immer unter den Wirkungen der Agrarkrise zu leiden hat. Zudem hat Ungarn auch seine Landwirtschaft auf die Erzeugnisse umgestellt, die Deutschland fortlaufend in großen Mengen benötigt, so vor allem auf den Anbau von Sojabohnen und Leinsaaten. Die Oelsaatenverwertungsgenossenschaft Ungarn* hatte bereits im Jahre 1934 60 000 Katastraljoch nicht mehr mit Weizen, an dem Ueber- stuß herrscht, sondern mit Leinsaaten bepflanzt, um auf dem neuerschlossenen deutschen Markt damit vorzudringen. Andererseits steht im *• fefs Itan» feis >»>s«> "nh gu'?e" auf tJ6) m -SZL ‘»"‘S >°chkn $ jjff i« mo. -Wüster Äerrf eWt durch .Derich/erst^ lhenausschuffes hf(r-au$ hier J1 «‘“getreten. h*« m dem ,,^°nde eine und eine illem, DU& würden .^Wmungen r* ** Sing nm>g. vom gegenwär« ch durchgeführte i n und Staat herabgesetzt hat. Huna eines nd Berfas« , Wir fordern eine immung zur 5nullens. Durch des Volkes bie HJladjt ge> i wird, im In« oUsyx\o\\en ; UmemfchafiH Politik gej®> iie in Ablehnunz 5 dem bisherigen t der Sicherheit >pas schafft, es nationalsozia« ren wir österrei« chlossen, in eige* t Kraft bis zur 1 mit den Waf« :ür zu kämpfen, iter: Vaterland, freit, Ehre und mch der Gegen« en Zukunft Se« m in Oestemich ick ।ad) Deutsch' ,ach Oesterreich 19,2. Es ist also Ibtommens non markt Ungarns n bie brüte Österreich- M ereilen gegen rerW dem Deutschen i fahren 193» a neun M°n°» razent an der laaegen nahm S WM"“ t in den «f*™ 208 WnL °5s-br““l An ®nf* "K-L-™ «Ad «4/ Huf d-r “/' allem »le ior ■(fe eine H"1 'gpetf. di- * L -UKi'-L ch aßirfunflen >k",.Ungar» S'-fc l'»’ttJrt « °7,n b" i«;1 h«ü« K- F* * Schlummernde Kräfte der Heimatscholle Aus derTätigleit derOeutschenRentenbank-Kreditanstaltin derArbeitsbeschaffung Zahlreich und vielseitig sind die Aufgaben, die in der Arbeitsschlacht zu lösen sind. Der nationalsozialistische Charakter dieser Maßnahmen tritt besonders bei der Arbeitsbeschaffung im engeren Sinne und hier wieder beiden Arbeiten zur Bodenverbesserung zutage. Im Bereich der deutschen Landwirtschaft boten sich erhebliche Möglichkeiten, eine im Verhältnis zu den aufgewendeten Mitteln besonders große Entlastung des Arbeitsmarktes zu erreichen, gleichzeitig aber im Sinne der dringend notwendigen Erzeugungssteigerung beträchtliche wirtschaftliche Werte zu schaffen. Der Deutschen Rentenbank-Kredttanstalt als landwirtschaftlicher Zentralbank und als größtem landwirtschaftlichem Meliorationskreditinstitut fiel die Aufgabe zu, die für diese Zwecke bereitgestellten öffentlichen Mittel aus dem Papen-Programm, dem Sofort-Programm und dem Reinhardt-Programm in Höhe von rund 350 Millionen Mark zu verteilen. Ausschlaggebend für die Bewilligung oder Ablehnung der Anträge war die Entscheidung eines gemischten Kreditausschusses. Dieser hatte sich an die Richtlinien zu halten, nach denen die durch die Kredite der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt zu fördernden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen volkswirtschaftlich wertvoll, arbeitsmarktpolitisch zusätzlich sowie landwirtschaftlich zweckmäßig sein mußten. Dabei wurden erfaßt landwirtschaftliche Meliorationen, Folgeeinrichtungen, Bach- und Flußregulierungen, Ent- und Bewässerungen, Eindeichungen, der Ausbau ländlicher Wege und Straßen bis zur Grenze der Kreischaussee, Zusammenlegungen (Feldbereinigungen), der Ausbau von ländlichen Siedlungswegen sowie schließlich Aufforstungen. Die Bearbeitung der Kreditanträge war deshalb besonders schwierig, weil die gründliche Prüfung sowie die Anpassung an die gültigen Vorschriften nicht zu Verzögerungen führen durfte. Gerade bei diesen Arbeiten hat sich die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt wieder als die gegebene Stelle für die Durchführung derart wichtiger und umfangreicher Aufgaben erwiesen. Man wird dies daran erkennen, daß in der kurzen Zeit bis Anfang April 1934 über nahezu 10 500 Anträge Beschluß gefaßt worden ist. Die bei der Bearbeitung der Kreditanträge anfallenden Unterlagen sind dann von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt nahestehenden Landwirtschaftlichen Betriebsprüfungsstelle statistisch bearbeitet worden. Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden jetzt in einer aufschlußreichen Schrift „Die Deutscke Rentenbank- Kreditanstalt im Dienste der Arbeitsbeschaffung" veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß als Träger der Arbeit bzw. als Kreditnehmer 6 Gruppen zu unterscheiden sind, nämlich Reich, Länder, Provinzen, Kreise, Gemeinden sowie Meliorationsgenossenschaften und Verbände. Hierbei stehen die Gemeinden mit 58,8 v. H. aller Anträge und die Genossenschaften mit 20,7 v. H. weit über der Beteiligung der übrigen Gruppen. Die Unterlagen sind f'rner gegliedert nach Wirtschaftsgebieten (Ostdeutschland, Westdeutschland, Süddeutschland) und nach der Höhe der auf die einzelnen Vorhaben entfallenden Kreditbeträge. Der bäuerliche Charakter der gesamten Maßnahmen kommt darin zum Ausdruck, daß mehr als zwei Drittel aller Vorhaben auf Kredite unter 25 000 Mark entfallen, während bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen anderer Stellen teilweise überhaupt nur Kreditobjekte von mehr als 20 000 Mark in Frage kamen. Bei den kleinen und mittleren Vorhaben, also bis zu einer Höhe von 25- bis 50 000 Mark sind vorwiegend bäuerliche Gemeinden und bäuerliche Genossenschaften oftmals mit einer großen Anzahl von Mitgliedern beteiligt gewesen. Infolgedessen sind die über die Deutsche Rentenbank Kreditanstalt geleiteten Arbeitsbeschaffungskredite einer verhältnismäßig großen Zahl bäuerlicher Betriebe zugute gekommen. Richt selten haben durch eine einzige Maßnahme z. B. eine von einer Gemeinde durchgeführte Bachre- aulierung, die vielleicht einen Kredit von 20 000 Mark erforderte, eine große Anzahl Bauern gute Wiesen erhalten. Die großen Maßnahmen umfaßten zumeist die Landgewinnungsarbeiten an der schleswig-holsteinischen Westküste und die großen Oedlandkultioierungen, bei denen landwirtschaftlich wertvolles Neuland für die Neubildung deutschen Bauerntums gewonnen und durch die Neusiedlung eine Befruchtung des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes auf lange Sicht erzielt wird. Der Umfang der Kredite war in den drei Wirtschaftsgebieten verschieden. Das gleiche gilt von den einzelnen Verwendungszwecken. Die für Boden- verbesserungen im engeren Sinne gewährten Arbeitsbeschaffungskredite kamen einer Fläche von insgesamt rund 360 000 Hektar zugute. Dies entspricht nahezu der Gesamtfläche des Landes Braunschweig. Dabei entfallen 32 v. H. der vorteilhabenden Fläche auf den Osten, 57 v. H. auf den Westen und 11 v. H. auf den Süden. Das Tempo der im nationalsozialistischen Deutschland durchgeführten Bodenverbesserungsarbeiten kann man daran ermessen, daß in ungefähr zwei Jahren rund 8 4 0 0 0 Hektar Moor und Oedland urbar gemacht wurden, während nach zuverlässigen Schätzungen von 1914 bis 1930 nur 290 000 Hektar kultiviert wurden. Die flächenmäßig größten Moor- und Oedlandkultivierungen sind i m Westen von Hannover mit rund 33100 Hektar, im Süden von Hessen mit 113200 Hektar und im Osten von Brandenburg mit 17 400 Hektar ausgeführt, bzw. in Ausführung begriffen. Von den Ackerdrainage-Arbeiten entfällt der arößte Teil, nämlich 53 v. H., auf den Osten, es folgen der Westen mit 37 v. H. und der Süden mit 10 v. H. Dabei haben im Osten Niederschlesien und Pommern mit zusammen rund 22 600 Hektar bei weitem den größten Anteil. Auch die Regulierung von Wasserläufen und der Wegebau spielen eine wichtige Rolle. Allein die Wegebauten würden eine Strecke von rund 6150 Kilometer ergeben, also so lang sein wie der Seeweg von Hamburg nach Neuyork. Die Kredite für A u f forst u n g e n sind an den Gesamtmitteln gemessen mit nur 3,1 v. H. verhältnismäßig gering. Im Vordergründe stehen hier jene Gebiete, die im letzten Jahrzehnt durch Forl-Eulen und Nonnenfraß besonders gelitten haben: Brandenburg, Mecklenburg, Niederschlesien und Grenzmark. Wasserleitungsbauten wurden in erster Linie in Hannover mit 55 v. H. vorgenommen. Schließlich sei noch ein Wort über die Grün- landmeliorationen gesagt, denen im Hinblick auf die im Rahmen der Erzeugungsschlacht angestrebte Vermehrung unserer Eiweißfuttergewinnung besondere Bedeutung zukommt. Verbessert wurden hier mehr als 200 000 Hektar, also über 50 v. H. der von den Meliorationen überhaupt erfaßten Fläche. An der Spitze steht dabei das Wirtschaftsgebiet Westdeutschland mit 66 v. H., es folgen Ostdeutschland mit 28 v. H. und Südeutschland mit 6 v. H. Dabei entfallen allein auf Hannover 91700 Hektar, auf Brandenburg 24 900 Hektar, Pommern 19 400 Hektar, die Provinz Sachsen 17 200 Hektar und Schleswig Holstein 10 500 Hektar. Dieser Ueberblick zeigt, in welchem Umfange es möglich gewesen ist, bisher ungenutzte Werte in den Dienst der Aufbauarbeit zu stellen. Die Arbeitsbeschaffungspolitik und die nationalsozialistische Bauernpolitik bieten die Gewähr dafür, daß auf diesem Wege fortgefahren wird. Dr. K. H. Austausch Gegen diese ungarischen Erzeugnisse eine verstärkte Einfuhr deutscher Fertig - iabrikate. Der ungarische Handelsminister ist in Berlin als Vertreter einer befreundeten Nation auf jenes Entgegenkommen gestoßen, das auch materiell auf die günstige Gestaltung der deutschungarischen Handelsverflechtung gegründet ist. MeGaiischuleHeffen-Mffau. Von Willi JRuher, Gamchulungsleiter. NSG. Kaum ein anderes Gebiet kann die Auswirkung nationalsozialistischer Führung so deutlich dokumentieren als das Rhein-Main-Gebiet. Mit feinen 3 Millionen ist es im deutschen Gesamt- raum ein besonders wichtiges Kraftfeld — durchzogen von zwei großen Kraftlinien, dem Rhein und Main —, das durch hochentwickelte Industrien und ein gesundes Bauerntum, durch eine fleißige und fähige Bevölkerung ein Beispiel deutscher Arbeit und deutscher Leistung ist. Auch hier lagen, dank Ser Parteienherrschaft des Weimarer Staates, seiner Ziellosigkeit und Schwäche, jahrelang die Kräfte brach, Arbeitslosenheere und tote Fabrikhallen, entmutigte und Willensschwäche Menschen ohne jede gemeinsame Aufgabe und Bindung, führerlose Massen ohne Einsatz, das sind die Tatsachen, die uns aus jener Zeit nur allzu bekannt geworden sind. Bis dann der Nationalsozialismus das Volk von einet Letargie befreite, die es zum Untergang führen mußte. Männer kämpften auch in diesem Gebiet den Kampf Adolf Hitlers, rissen den Glauben an die eigne Kraft wieder hoch, zerstörten den unseligen Bruderkrieg und schufen eine große Front der schaffenden Deutschen, steckten die kalten Oefen wieder an und trieben mit ihrer Feuerkraft die tausend Räder unserer Wirtschaft. So kam das Leben, die Arbeit, die Kraft und Lebensfreude wieder zu dem Volke. Waren es neue Gesetze, neue Wirtschaftsprogramme, günstige Verhältnisse, die nun auf einmal, wie im ganzen Vaterland, so auch in unserem Gau das entmutigte Volk zu neuem Schaffen führten? Nein, Männer waren es, Führer aus der Bewegung Adolf Hitlers! Alles, was nun geschaffen wurde, war von ihrem Geist getragen, ihre Persönlichkeit band die sonst widerstrebenden Kräfte an eine große Aufgabe, ihr Vorbild führte die Massen immer wieder zum Einsatz an die Front der Arbeit und des Aufbaues. Immer sind es Männer gewesen, die Geschichte machten, und auch in unseren Tagen ist von Männern der nationalsozialistischen Bewegung ein Werk geschaffen, das einmal als das große deutsche Wunder in die Geschichte unseres Volkes eingehen wird. Wenn vom Aufbau im Rhein-Main-Gebiet gesprochen wird, muß auch eine Einrichtung Erwähnung finden, die der Gauleiter geschaffen hat, mit der Aufgabe, daß aus ihr das politische Führertum hervorgehe, das allein den nationalsozialistischen Aufbau garantieren kann. Im ersten Jahre nationalsozialistischer Führung wurde die Gauschule Hessen-Nassau gegründet. Seit dieser Zeit verlassen monatlich 50 Politische Leiter die Lehrgänge dieser Schule, um an der politischen Front ihren Dienst weiter zu tun. Sie sind es, die als verantwortungsbewußte Männer lange Kampfjahre hindurch die Idee Adolf Hitlers gepredigt haben und nun d i e Führung des neuen Deutschland darstellen. Nicht solche, die etwa draußen versagt haben, werden zu den Lehrgängen Unberufen, die Schule ist keine Krückenfabrik für politisch Lahme! Man muß in der Praxis des Lebens schon eine Leistung hinter sich haben, um das Recht zum Besuch der Führerschule zu haben, denn hier sollen Führer ausgebildet werden, für hohe und höchste Führerstellen der Partei und des Staates. Auch das ist für die nationalsozialistische Haltung typisch, daß wir nicht mit einer einmaligen Leistung uns begnügen, sondern das Führertum der nationalsozialistischen Bewegung jederzeit unter Beweis stellen wollen. Zwei Aufgaben der Führerschulen seien allen voraus gestellt: 1. Die einheitliche Durchdringung der gesamten Führerschaft der Bewegung mit den Postulaten der nationalsozialistischen Weltanschauung, die jede politische, wirtschaftliche, kulturelle oder sonstige Aufgabe einheitlich bestimmen, und 2. die durch das nationalsozialistische Prinzip der Leistung bedingte Auslese zur Führung der Besten und ihre Zusammenfassung in der politischen Führung der Partei. Dieser zweifachen Aufgabenstellung ist der gesamte Lehr- und Ausbildungsplan der Schule angegliedert. Die Grundlagen nationalsozialistischer Weltanschauung, die Anerkennung von Blut und Boden als Grundlagen unseres völkischen Daseins, das nationalsozialistische Führerprinzip und die G e - folgfchaftstreue, das große Gesetz, unter dem alle stehen: „Gemeinnutz geht vor Eigen- n u tz", der nationalsozialistische Ehrstandpunkt und das Prinzip der Leistungsgemein- schäft, die unbedingte Treue zum Führer, das sind die weltanschaulichen Fundamente, die in den Unterrichtsstunden an erster Stelle behandelt werden und deren Richtigkeit noch besonders durch bie Behandlung der deutschen Geschichte erhärtet wird. Außer diesen grundlegenden weltanschaulichen Fragen werden die aus ihnen abgeleiteten praktischen politischen Forderungen der einzelnen .Hoheitsgebieten von ihren Trägern im Gau, den Gauamtsleitern, behandelt. Die Richtigkeit einer Idee wird nur dann bewiesen, wenn sie in der Lage ist, die Volksgemeinschaft und ihre Arbeit tatsächlich zu Gestalten So bleibt das in der Schule gelehrte nicht trockenes Wissen, sondern erfährt durch die aus der Schule hervorgehenden politischen Leiter in den Gemeinschaften des Volkes, die sie führen und betreuen, eine lebendige Verkörperung. Daß während der vierwöchigen Kurse das Gesetz der nationalsozialistischen Kameradschaft über allen steht, daß die Lehrgänge selbst das Bild einer wirklichen Volksgemeinschaft bilden, (der Bauer, der Arbeiter, der Landrat und der Angestellte, der Betriebsführer und das Gefolgschaftsmitglied, der Handwerker und der Akademiker finden sich selbstverständlich als nationalsozialistische Kampfgenossen zusammen), das ist im nationalsozialistischen Staat eine Selbstverständlichkeit und bedarf hier keiner näheren Ausführungen mehr. Die von uns geforderte systematische Führerauslese wird besonders dadurch unterstrichen, daß dem Besuch der Gauschule, die Teilnahme an einem Lehrgang d e r Kreisschule als erste Stufe der Führerschulung vorausgeht, daß weiterhin demjenigen, dem ein fester Charakter, ausgesprochene Führereigenschaften und durch fleißige Arbeit er> worbene Fähigkeiten eigen sind, nach dem Besuch der Gauschule die weitere Ausbildung auf den Führerschulen des Reiches ermöglicht wird, so daß er nach dieser Ausbildung höhere Führerstellen ausfüllen kann. Hierdurch sichert sich die Partei bewußt nicht nur eine dauernd gleichmäßig geschulte und zur Leistung angespornte Führerschaft, sondern gleichzeitig einen gesunden Nachwuchs für die Führerschicht aus den jungen Kräften des Volkes. Es entspricht dem Wesen der nationalsozialistischen Weltanschauung, daß ihre Träger nicht nur geistig geschult sind, sondern auch in ihrem äußeren Auftreten und in ihrer Haltung die Sauberkeit und disziplinierte Starke der Idee als die politischen Soldaten Adolf Hitlers verkörpern. Daher nehmen Leibesübungen und Sport, Ordnungs- und Geländedienst einen weiteren Teil des Lehrplans in Anspruch und sorgen damit für einen gesunden Ausgleich der geistigen und körperlichen Arbeit. So ist die Gauschule Hessen-Nassau nicht nur ein wesentlicher Teil der politischen Arbeit, son- dern auch ein lebendiges Beispiel für den Erfolg einer systematischen Erziehungsarbeit und einer zielbewußten Führung. Aus dieser Schule gehen die Männer als Glaubens- und Jdeenträger der nationalsozialistischen Weltanschauung für den ganzen Gau hervor, zu denen das Volk mit feinen Sorgen und Nöten kommt, um Hilfe zu finden. Ihre Entscheidungen müssen klar aus ihrer nationalsozialistischen Haltung gefällt werden, wenn es fein muß, müssen sie hart und unerbittlich sein können, aber mit einer grenzenlosen Liebe müssen sie dem letzten ihrer Volksgenossen helfen. Diese Männer bestimmen das Gesicht eines Gaues, der vom Gauleiter bis zum letzten Blockleiter der Bewegung nur einen Dienst kennt, den für Volk und Führer. So feien auch an dieser Stelle zum Schluß die Worte angeführt, die der Gauleiter der Schule bei ihrer Eröffnung mit auf den Weg gab und die für alle Zeiten Richtschnur für unsre Arbeit fein sollen: „Wir können heute nichts besseres tun, als die neue Führerschule dem Geist des Nationalsozialismus, dem Geist des Führers zu weihen. In diesem Geist soll hier geschaffen werden." Aeichsgründungstag und Tag der nationalen Erhebung an den Hochscku'en Berlin, 18. Jan. (DNB.) Reichsminister Rust ordnet an: Der 1 8. 3a nuar als Reichsgründungstag und der 30. I a n u ar als Tag der nationalen Erhebung liegen zeitlich so nahe zusammen, daß es unzweckmäßig ist, an jedem der beiden Tage eine besondere akademische Feier abzuhalten. Ich ordne deshalb an, daß künftig beide Feierlichkeiten zusammengelegt werden und am 30. Januar des Jahres stattzufinden haben. Für die Ausgestaltung und Durchsührung dieser akademischen Feier im Sinne der Ausrichtung auf das Dritte Reich ist mir b e-r Rektor (Direktor) persönlich verantwortlich. Ein starres Festhalten an den altgewohnten Formen dieser Feier ist nicht erforderlich. Von Ansprachen einzelner Studierender ist ab» zusehen. Ein Chargieren vonKorporatio- nen entfällt; dagegen ist das geschlossene Auftreten weltanschaulich ausgerichteter Studentengruppen (z. B. NSDStB., Amtsleiter der DSt., Kameradschaftshausgruppen) sowie das Führen von Fahnen der Bewegung im Rahmen des Einmarsches zu ermöglichen. Der 30. Januar ist dies academicus. Zur gleichen Stunde, in der die akademische Feier statt- findet, dürfen andere parallele Feiern von Teilkörperschaften der Universität (Hochschule) nicht abgehalten werden. Reichstaaung der Naiurärzie. Eine Ansprache des Reichsärzteführers. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Auf der 3. Reichstagung der Naturärzte im Landwehrkasino legte der Reichsärzteführer Dr. Wagner seine Stellungnahme zur art- und naturgemäßen Heilkunde dar, zu der er aus innerer Ueberzeugung aus der Erfahrung in feiner Praxis gekommen fei, weil er feftgeftellt habe, daß man mit den allgemeinen schulmedizinischen Methoden nicht immer den erwünschten Erfolg habe. Aber auch im Interesse der Aerzteschaft selbst und des deutschen Volkes müsse sich der Arzt wieder mehr der biologischen Medizin zuwenden. Die viel besprochene Krise in der Medizin werde überwunden, wenn sich die gesamte Aerzteschaft wieder mit den naturgemäßen Behandlungsmethoden bekannt mache, denen das Volk fein Vertrauen zugewendet habe. Der Reichsärzteführer wies dann auf die bisher zu diesem Zweck getroffenen Maßnahmen, die E r - richtung von Lehrstühlen, Kliniken und Krankenhäusern für naturgemäße Heilkunde und die Durchführung von Lehrkurfen für die Aerzteschaft hin. Es sei für ihn ein Erlebnis gewesen, auf einem solchen Kurs in Dresden festzustellen, daß dieser zu 9 0 v. H. von alten praktischen Aerzten b e - sucht war, die voll des Lobes erklärten, vieles gelernt zu haben, was ihnen bisher unbekannt oder verfälscht baraeboten worden war. Es gehe nicht an, daß die führende Aerzteschaft den Fragen der Naturheilkunde gegenüber abseits stehe und sie verneine. Der Vorwurf gegen die Volksheiloerbände, daß sie von Laien und Heilpraktikanten geführt würden, sei so lange gegenstandslos, wie die Aerzteschaft es ablehne, in sie hineinzugehen. Wüßte die Aerzteschaft um die naturgemäße Heilkunde und verstünde sie, in der Sprache des Volkes zu sprechen, so werde sie in diesen Verbänden mit offenen Armen empfangen. Im Dritten Reich seien dem Arzt große Aufgaben gestellt. Die Voraussetzung, daß sie die Aerzteschaft erfüllen könne, fei die, daß das Volk wieder Vertrauen zu dem Arzt habe. Mit Nachdruck hob der Reichsarztefübrer hervor, daß er eine einseitige Stellungnahme ablehne. Für ibn komme es darauf an, eine Synthese zwischen der gesamten Medizin und der Naturheilkunde zu finden. Er sei entschlossen, diesen Weg, den er bis! gen habe, allen Widerständen zum ! und entschlossen weiterzugehen. Amerikas Neutralität. Von Konteradmiral a. O Gadow Die amerikanische Regierung hatte bereits am 5. Oktober eine Kundgebung erlassen, die als grundsätzliche Abkehr von ihrer historischen Politik der Vertretung aktiver neutraler Rechte zu bewerten war. Die gegenwärtige Ge- fttzgebung, stark unterstrichen durch die Botschuft Roosevelts vom 3. Januar, setzt diese Richtung fort und zieht den Schlußstrich unter ein wichtiges weltgeschichtliches Kapitel. Neutralität, wie die Vereinigten Staaten sie feit dem Tode Washingtons aufgefaßt haben, bestand in dem unbehinderten Recht, mit kriegführenden Mächten Handel zu treiben nach Gefallen, mit Ausnahme von Kriegsbann- roare. Dieser Anspruch brachte sie schon während der navoleonischen Kolonialsperre in Konflikt mit England, der zu dem Kriege von 1812 führte, viel Bitterkeit hinterließ und beiläufig die Begründung der amerikanischen Seemacht zur Folge hatte. Im Sezessionskrieg 1861 bis 1865 waren die Nordstaaten keineswegs geneigt, dem neutralen England ähnliche Rechte zugunsten der Südstaaten zuzugestehen, die sie nicht als kriegführende Macht, sondern als einen rebellischen Landesteil anzusehen verlangten. Jedoch fehlte es an militärischer Macht, die eigene Auffassung durchzudrücken, und dasselbe wiederholte sich im Weltkrieg. Es kann nicht bestritten werden, daß die amerikanische Regierung 1914—1916 einen erbitterten Notenkrieg mit England um ihre neutralen Rechte ebenso führte wie mit Deutschland, obgleich der Historiker weiß, daß diesen Protesten nicht die gleiche Bedeutung innewohnte, wie den an uns gerichteten, und daß der amerikanische Botschafter in London dafür sorgte, ihnen ihre Schärfe zu nehmen. Als Deutschland wegen der einseitigen Bevorzugung der Verbündeten mit Kriegslieferungen Einspruch erhob, wurde ihm von Präsident Wilson erwidert: „Es ist Sache der Kriegführenden, die Zufuhren zu ihrem Gegner zu hindern". Als dies versucht wurde in Gestalt des U-Boot-Krieges, der uns fast allein dazu auf Verfügung stand, erzeugte dies die größte Feindseligkeit mit dem bekannten Endergebnis des Eintritts Amerikas in den Krieg. England gegenüber erhob Amerika Einspruch wegen der gesperrten Seegebiete, wegen des Untersuchungs- Zwanges für alle nach Europa gehenden Ladungen (verbunden mit Geschäftsspionage), wegen Rationierung der Deutschland benachbarten Neutralen, zusammen in über 50 diplomatischen Noten, um dann 1917 den Umschwung zu vollziehen und sich die englische Kriegspraxis voll zu eigen zu machen. Nach dem Kriege wollte es bann scheinen, als wenn Amerika zur alten „Freiheit der Meere" zurück- strebe. Es war die Rede von einer Neuaufstel» luncj eines See- und Prisenrechtes, aber diese Ansätze versandeten. Die USA. hatten Geschmack gefunden an eigener Seegewalt, die als Gegengewicht gegen die englische Selbstherrlichkeit entstanden war, und sahen Möglichkeiten voraus, wo sie auf ähnliche Seerechtsgrundsätze angewiesen sein könnten, wie England im Weltkriege. Den Anstoß zur Revision dieses ganzen Systems gab biß Untersuchung ber Senatskommt s s i o n N y e gegen Rustungsschacher, Korruption unb Kriegstreiberei burch Rüstungsfirmen in Derbinbung mit amtlichen Stellen. Im September 1934 beginnens beckte biese sehr rabikale unb erstaunlich antikapitalistische Kommission einen der- artigen Sumpf auf, baß selbst Häuser wie Morgan unb Dupont in Schrecken gerieten. Unglaubliche Dinge zogen vorüber: Rüstungsschieber, bie ohne Kapital in wenigen Monaten Hunderttausende Der- bienten, wie der Mexikaner Miranda, tätige Werbearbeit von Diplomaten, Armee- und Marinestellen für Waffenabsatz privater Firmen, in Spanien, Südamerika, in Polen, in der Türkei. Preisgabe militärischer Geheimnisse für privaten Gewinn und vieles mehr. Der Skandal wurde so groß, auch erhoben auswärtige Regierungen Einspruch, daß das Ministerium um Schonzeit bitten mußte. Heute gehen die Untersuchungen weiter und erfassen das Weltkriegsgeschäft. Was man schon wußte: daß die Kreditgebung Morgans für englisch-französische Kriegsbestellungen die Großfinanz von Wallstreet mit Ruin bedrohte, wenn Amerika dem Krieg fernblieb ober bie Verbünbeten ihn verloren, baß Regierung unb Lanb unter ben Druck bicfer Drohung gesetzt würben, bie ben Ruin ber spekulativen Bankiers mit bem „ber ganzen amerikanischen Wirtschaft" frech gleichsetzte, — bas wirb jetzt aktenmäßig bewiesen. Hoffentlich zur Belehrung berjenigen Historiker, bie immer noch ben Kriegseintritt Amerikas allein auf ben U-Bootskrieg und die „Verletzung neutraler Rechte" zurückführen möchten. Es wirb, wie ber Ausschuß erklärt, gezeigt werben, „baß bie ganze Neutralität Amerikas unter bem Druck ber Bankiers z u - sammengebrochen ist, unb baß bas Volk ahnungslos war". Das babei auf Wilson fallenbe Licht wirb gleichfalls genügen, bas Bild feines „Jbealismus" unb seiner „Sendung" enb- gültig zu vervollstänbigen. Die künftig geplante Neutralität Amerikas wirb anders aussehen und dem Motto des Senators Nye entsprechen: „Es hat sich gezeigt, daß es ein schlechtes Geschäft fein kann, überall in ber Welt feinen Dollars bewaffnet n a ch z u l a u f e n". Das Kriegsgeschäft mit feinem Nettoverlust von 50 Milliarben Schulden der Verbündeten und bem Zusammenbruch einer Weltwirtschaft soll für Amerika verschwinden. Dieser Teil des Testaments Washingtons: „Dehnt unsere Handelsbeziehungen aus, ohne euch in die Händel der anderen zu mischen" wird neu interpretiert, wahrscheinlich zum ersten Male im Sinne des Urhebers. Ausfuhrverbot für alle Kriegsware, nach Entscheidung des Präsidenten, kein Flaggenschutz für amerikanische Schiffe und Personen im Kriegs- gebiet, keine Kredite ober Schiffe für Kriegführenbe, keine Häfen für ihre Kriegsfchisfe. Das ist bas Programm. Wie sind feine Wirkungen? Der gegenwärtige Konfliktsfall steht noch nicht im Zeichen ber äußersten Neutralitätsstrenge, bie jenes Programm der Senatskommission vorsieht, jonbern im Zeichen bes amtlichen Gesetzentwurfs. Italien erhält sein Del wie nach Friedensbedarf. Das ist nicht viel, aber etwas, und da Rumänien und Rußland ähnlich verfahren können und eine Menge kleinerer Produzenten in Mexiko, Veneter elngefchla- Aus aller Welt in sein himmliches Reich abgerufen. In tiefster Trauer: Gießen (Hitlerwall 33 p), den 18. Januar 1936. Bad-Nauheim, den 18. Januar 1936. 39~ D 88U 0288 0242 Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Amtsgerichtsdirektor i R Rausch und Frau Paula, geb. Eise Helene Hoos, geb. Rausch Leonhard Hoos, Fabrikant Sonnige 5-Ziniin.- Wohnn:: g mit Bad und Balkon am Lud- wigsplatz zu vermieten. Schriftt. Angeb. u. 3940 an d. Gieß. Anz. Statt Karten. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres teueren Entschlafenen Frau Frieda Schäfer, geb. Hopfner danken wir herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Horst Schäfer Ernestine Hopfner Familie Kirstein. Gießen, den 20. Januar 1936. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sage ich auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Witwe Anna Kliffmüller. Gießen, den 20. Januar 1936. bot auf Kriegsmaterial zu erlassen, weil ein solches Vorgehen nicht neutral gewesen wäre, ebenso dürfe auch Roosevelt jetzt nicht die während eines im Gange befindlichen Krieges bestehenden Ausfuhrverbote weiter ausdehnen, weil sich ein derartiges Verbot allein gegen Italien richten würde. Unter der italienischen Bevölkerung Amerikas find bereits viele „A n t i - R o o f e v e l t - Clubs" gegründet worden; wie das Staatsdepartement bekannt gibt, erhält es täglich über 500 Protestbriefe von Jtalo-Amerikanern, die fast stets den gleichen Wortlaut haben. Die Lage wird weiter dadurch verwickelt, daß der republikanische Senator Nye durch seine sensationellen Enthüllungen über das england - freundliche Verhalten des demokratischen Präsidenten Wilson den Zorn der demokratischen Alten Garde auf sich geladen hat, und diese seine Enthüllungen durch Verweigerung weiterer Geldmittel Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Mutter, sowie Herrn Pfarrer Lindenborn für die trostreichen Worte am Grabe, und Schwester Maria für die liebevolle Pflege sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Familie Peter Koch Odenhausen a d. Lahn, den 20. Januar 1936 zuela usw. nur darauf warten, ins Geschäft zu kommen, so erscheint trotz englischer Auffassung die Oelsperre nicht so zwingend, daß der italienische Kriegsverzicht folgen muß. Hier müssen noch andere Momente wirksam werden, wie die ausgesprochene militärische Blockade. Vor größerer, historischer Bedeutung ist die Auswirkung für die Zukunft. In Frankreich, wo man gewohnt ist, die ganze Welt als natürlichen Verbündeten und Amerika als den vertragsmäßigen Kriegslieferanten anzusehen, ist man entsetzt, sieht man ein ganzes Sicherheitsgebäude erschüttert und klammert nur seine Hoffnung an einen Passus des Gesetzvorschlags, wonach der Kongreß Ausnahmen von der Neutralitätsregel festfetzen kann, so daß das „wehrlose Frankreich" nicht völlig einem bochgerüsteten „Angreifer" ausgeliefert ist. Aehnliche Bedenken beherrschen England, obgleich diesem der amerikanische Verzicht auf die „Freiheit der Meere" für seine traditionelle Blockadepraxis ein Gegengeschenk gibt, solange England stark genug ist, solche Praxis zu üben. Italien, etwas erleichtert, erwidert vor allem scharf auf die maßlosen Angriffe Roosevelts gegen die „autokratischen Friedensbrecher", die der bekannten amerikanischen Mentalität und Farbenblindheit für fremde Verhältnisse entstammen und die wir nicht auf uns zu beziehen brauchen. Wichtig ist, daß bei dem Ausfall des größten Kriegslieferanten der Welt der Drang zur Autarkie in den europäischen Ländern, die ihre Friedensparole noch nicht gefunden haben, einen weiteren Auftrieb erfahren muß. Somit wird, vom deutschen Standpunkt aus, durch den impulsiven amerikanischen Entschluß zwar einer Wiederholung der verhängnisvollen • Gruppierung aller Kräfte wie im Weltkriege vorgebeugt, dafür aber das überautarkische Moment zum Schaden unserer und der Weltwirtschaft verstärkt. Ob die verminderten Aussichten Frankreichs auf amerikanische Hilfsstellung im Sinne einer höheren Neigung zur Verständigung oder im Sinne nach verschärfter Bündnispolitik wirken werden, kann nur Zeit und ehrliches Bemühen lehren. Um Roosevelts AeuttaliMsgesetz Protestfeldzug der Jtalo-Amerikaner. Washington, 19. Jan. (DNB.) Der Kampf um Amerikas Neutralitätspolitik ist wieder einmal in das Gebiet egoistischer Intrigen und parteipolitischer Taktik geraten. Staatssekretär Hüll, der wie Roosevelt weitgehende Vollmachten zur Durchführung unbedingter Neutralität im Falle eines Krieges wünscht, muß täglich in den Ausschüssen beider Häuser seinen Standpunkt gegen Interessen verteidigen, deren Vertreter teils auf reiche Kriegsgewinne wie im Weltkrieg nicht verzichten wollen, teils I t al i e n von dem geplanten Verbot der Ausfuhr von Kriegsrohstoffen, wie Oel, Kupfer usw., ausgenommen sehen möchten. Diese Parlamentarier stehen unter starkem Druck von Rechtsanwälten und Schriftstellern, die i m Auftrag italo - amerikanischer Vereine darauf dringen, daß Italien nicht von der Oelzufuhr abgeschnitten werde. Diese Vereine sind besonders stark in Neu-England, wo große Scharen italienischer Einwanderer in Schuh- und anderen Fabriken beschäftigt sind. Ihre Beweisführung geht dahin, daß Wilson im Weltkrieg sich weigerte, ein AusfuhrverSchreckenstat eines Wahnsinnigen. Ein kleines französisches Dorf in der Nähe von Nyons wurde zum Schauplatz einer Wahn« f i n n s t a t. Als der Milchmann am Morgen wie üblich an die Tür eines Hauses klopfte, in dem eine Arbeiterfamilie wohnt, erhielt er keine Ant- wort. Er benachrichtigte die Polizei. Beim (Einbringen der Beamten in die Wohnung bot sich ihnen ein furchtbarer Anblick. Die Frau des Arbeiters und ihre beiden Kinder lagen mit zerschmettertem Schädel und durchschnittener Kehle in den Betten. Der Ehemann hatte sich e r« schossen. Aus einem hinterlassenen Brief geht hervor, daß der Arbeiter seine Familie und sich selbst in einem Wahnsinnsanfall getötet hat. Lin Kind bei lebendigem Leibe verbrannt. In Groß-Steinrade bei Lübeck ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Drei in einem Hause allein gelassene Kinder — ein vierjähriger Junge und zwei Nachbarskinder, Mädchen im Alter von 5 bis 6 Jahren — spielten mit sogenannten Wunderkerzen, die sie an einem glühenden Ofen entzündeten. Plötzlich fingen die Haare des fünfjährigen Mädchens Feuer, das rasch auf die Kleidung der Kleinen Übergriff. Die gellenden Hilferufe der Unglücklichen alarmierten die Mutter der Mädchen und andere Nachbarn, die in die verschlossene Wohnung eindrangen und die Flammen erstickten. Das Mädchen hatte jedoch derart schwere Brandwunden davongetragen, daß es auf dem Wege ins Krankenhaus starb. Die beiden anderen Kinder blieben unverletzt. Haefeler-Ulanen, wahrt. Der Kyffhäuserbund war durch Generalmajor Müller, Landesverbandsführer Berlin-Brandenburg, vertreten. Die Gedenkfeier fand in der kleinen Dorfkirche in Hamekop statt, in der der Generalfeldmarschall beerdigt liegt. Divisionspfarrer Streckenbach, der früher die 7. Division seelsorgerisch betreute, hielt die Gedenkpredigt. Eine große Zahl von Kränzen wurde an der Gruft des Toten niedergelegt. Die Gedenkfeier schloß mit einem kameradschaftlichen Beisammensein in dem schlichten Schlosse in Hamekop, das der Generalfeldmarschall bewohnt hatte. Britischer Minister durch einen Schneeball verletzt. Ein eigenartiger Unfall ist dem britischen Do- minienminifter Malcolm Macdonald zugestoßen. Als er nach einer Wahlversammlung in Ullapoot (Schottland) von den Anhängern der Nationalregierung auf den Schultern aus dem Saale getragen wurde, wurde ein Schneeball gegen ihn geworfen, der die Brille zerttümmerte, so daß sich der Minister eine Verletzung am Auge zuzog. Wie es heißt, handelt es sich um einen reinen Unglücksfall, dem feine böse Absicht zugrunde lag. Die Verletzung scheint verhältnismäßig leicht zu sein; denn Macdonald beabsichtigt, sein Redeprogramm durchzuführen. Schwere marxistische Bluttat in Spanien. In der südspanischen Stadt Jerez verübten marxistische Verbrecher eine schwere Bluttat, die insgesamt vier Todesopfer forderte. In der Nacht zum Samstag wurde der Polizeidirektor von Jerez von drei Unbekannten überfallen und durch mehrere Schüsse aus einer Maschinenpistole lebensgefährlich verletzt. Ein unbeteiligter Arbeiter, der sich in der Nähe des Tatortes befand, wurde von einer verirrten Kugel getötet. Als eine Polizeistreife, bestehend aus einem Offizier und zwei Wachtmeistern der Guardia Civil, die Täter am Samstagabend in Arcos de la Frontera Überraschte und festnehmen wollte, wurde sie von Verbrechern mit Pistolenfeuer empfangen. Der Poli- zewffizier wurde auf der Stelle getötet; die Beamten erwiderten das Feuer, erschossen zwei der marxistischen Mörder und verletzten den dritten schwer. für seinen Ausschuß abzudrosseln sucht. In dieser Atmosphäre macht natürlich das neue Neutralitätsgesetz wenig Fortschritte und es wird noch mehrere Wochen dauern, bis es sich entscheidet, ob Präsident Roosevelt die Vollmacht erhält, die Ausfuhr von abnormen Mengen Oel, Eisen, Kupfer und Baumwolle nach Italien zu verbieten. Sehr bezeichnend ist schließlich, daß die „freie Presse" Amerikas, die vom Staatsdepartement herausgege- bcnen Dokumente über Wilsons wahre Einstellung gegenüber England so gut wie ganz unterdrückt und sich mit wenigen schamhaften Zeilen ohne Angabe irgendwelcher Einzelheiten begnügt. Nur republikanische Blätter greifen einige Punkte in den Dokumenten auf, offenbar weil sie die demokratische Regierung diskreditieren und Hulls Verlangen nach freiem Ermessen bei Ausfuhrverboten, was der Großindustrie nicht paßt, als gefährlich erscheinen lassen. I Mietgesuche | Moderne 5-6 Mim freie Lage, nahe Stadtmitte ge- sucht.Schriftliche Angeb unt. 0285 an d. Gieß. Anz. Dttindlich können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Schwere Schneestürme über Amerika. Heber den Vereinigten Staaten wüten außerordentlich schwere Schnee st ürme. Der Verkehr liegt vielfach vollkommen still. Der Flugverkehr ist unterbrochen. Der Eisenbahnverkehr ist auf weiten Strecken eingestellt. Die Sttumwarnun- gen sprechen von einer Sturmfront, die von Maine bis Florida reicht. In Neuyork gab es außerdem schwere Gewitter, die von einem außergewöhnlich starken Donner begleitet waren. Der Straßenverkehr stockte völlig. 20 000 Schneeschaufler versuchen vergeblich, die Straßen von dem Schnee zu befreien. Die Schneestürme, die die Gewitter begleiteten, verursachten zahlreiche Verkehrsunfälle. Bisher sind in den Stürmen 10 Personen e r - froren. Aus Pittsburg kommt die Nachricht, daß dort der gesamte Verkehr eingestellt werden mußte. Philadelphia meldet eine Schneehöhe von 30 Zentimeter. Von Tornados, die sonst zu dieser Jahreszeit nicht auftreten und die anscheinend in atmosphärischem Zusammenhang mit den Schneestürmen stehen, wurden die Südstaaten Florida, Alabama und Georgia besonders schwer betroffen. Der während den Stürmen herrschenden Kälte fielen am Wochenende 17 Personen zum Opfer. 40 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. In der Nacht zum Sonntag sind allein in Nordflorida 13 Menschen, darunter eine sechsköpfige Negerfamilie, ums Leben gekommen. Der Sachschaden beträgt mehrere 100 000 Dollar. Das Sturmzentrum bewegt sich anscheinend vom Golf von Mexiko entlang der Küste des Atlantik seewärts Der 100. Geburtstag des Heldmarschalls haeseler. Das kleine Dörfchen Harnekop bei Eberswalde hatte am Sonntag einen großen Tag. Es feierte den 100. Geburtstag des Generalfeldmarschalls Gottlieb Graf von Haefeler. Aus diesem Anlaß waren Vertreter der Wehrmacht, des Kyffhäuser- b it n d'e s und des Haeseler-Bundes von nah und fern gekommen. Von der Wehrmacht waren erschienen Generalleutnant von Witzle b e n , Generalleutnant Schwarz, Offiziere und Unteroffiziere der 1. Kompanie der Kraftradschützen in Gera, die die Tradition der 11. Ulanen, der Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit der Entwicklung eines kräftigen Wirbels über Großbritannien hat sich zunächst wieder eine Zufuhr subtropischer Warmluft eingestellt. Sie gab bereits in der Nacht zum Montag Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen, die anfänglich aus Schnee bestanden, aber auch in den Gebirgen heute früh in Regen übergegangen sind. Die Zufuhr warmer Luft wird sich zunächst noch steigern, doch kann im weiteren Verlauf wieder mit dem Einströmen kälterer Meeresluft gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: lleberroiegenb bewölkt, vereinzelte Niederschläge, bei lebhaften südwestlichen, dann westlichen Winden anfänglich noch milder, dann wieder Abkühlung. Lufttemperaturen am 19. Januar: mittags 2,4 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 20. Januar: morgens 2,4 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Januar: abends 0,8 Grad; am 20. Januar: morgens 0,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. — Niederschläge 4,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. [Stellenangebote! Beine Ursprungszeugnisse, lonDem nur Zeugnis« abidiriften Dem Be- werbungsichreiben beilegen I - Littnbnver undBewerbungsuntev» lagen müllen m 2 Junges 39oO MW» das kochen kann, und alle Hausarbeiten versteht, u. Liebe zu Kindern hat, per 1. Februar gesucht. Liebigstraße 66. Gut empfohlen., nicht zu junges MädSen für halbe bis 8/< Tage z. 1. Febr. gesucht. 0290 Frankf.Str.3vt. Aelt., erfahrenes MMH für den Haushalt per sofort gesucht von Kaffee-Rest. Schriftliche Angebote unt. 397D an den Gießener Anzeig, erbeten. [Verschiedenes | Stummer Gießen 362D Dienst.,21.Aan^ 20-23 Uhr 15. Vorstellung i.Dienst.-Abon. Preise von 1.00b. 3.20 RM. Die Fledermaus Operette von Johann Strauß. Musik. Leitung: Paul Wa ter. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: TbernSchultbeis Die Einsegnung findet am Dienstag, dem 21. Januar 1936, nachmittags 3 Uhr, in der Friedhofskapelle zu Bad-Nauheim statt. Die Beerdigung erfolgt in Lauterbach am Mittwoch, dem 22 Januar 1936, nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle aus. Der allmächtige Gott, der Herr über Leben und Tod, hat heute nach schwerem, tapfer und mit grober Geduld ertragenem Leiden unseren Heben unvergeßlichen Vater nach langen schweren, mit größter Geduld getragenen Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen, im Alter von 34 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Elli Becker, geb. Berghöfer Karl Georg Berghöfer Anni Berghöfer Hermann Berghöfer Hans Becker, Rechtsanwalt Emilie Betz Walter Reul, Gerichtsassessor. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren braven treuen Sohn, meinen innigstgeliebten Bruder und Schwager Auf Wunsch des Entschlafenen findet die Bestattung auf dem Friedhof zu Butzbach statt, und zwar am Mittwoch, 22. Januar, nachmittags 2% Uhr. Herrn Diplomlandwirt Bertold Rausch Georg Berghöfer Gendarmeriemeister i. R. 392 D Klein-Linden, den 18. Januar 1936. 0289 Gott der Allmächtige nahm heute 7 Uhr vormittags meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Hintergasse 6. aus statt. Frau Elisabetha Drolsbach geb. Reuschling nach kurzer, schwerer Krankheit im 55. Lebensjahr zu sich in sein himmlisches Reich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Drolsbach. ttrjb Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2Y.Zanuar ty36 Oie Freiflächen im Stadtbild. Aufgaben und Ziele neuzeitlichen Städtebaus. Von Fritz Schumacher. Ueberall in Deutschland entfaltet sich eine großzügige Bautätigkeit, die das Gesicht vieler Städte und Gemeinden bereits wesentlich verändert hat. In seinem im Verlag E. 21. Seemann, Leipzig, erschienenen Buch „Strömungen in deutscher Bau- k u n st seit 1800" behandelt Fritz Schumacher, der an der Lösung städtebaulicher Aufgaben entscheidend mitgewirkt hat, eine der wichtigsten Fragen dieses Gebietes, die Rolle der Freiflächen im Stadtbild. Die F r e i p l ä tz e, die dem Sport dienen, werden immermehr Schlüsselpunkte der Bebauungs- plan-Gestaltung, denn der Sport, der vor dem Kriege noch um jeden Platz schwer zu kämpfen hatte, wird nach dem Kriege ein Objekt bewußter Pflege, mußte er doch einem Volk, das seine allgemeine Militärdienstpflicht aufzugeben gezwungen war, ein Ersatz für die damit verlorene Zucht und Leibesübung seiner Jugend werden. Die gut geleiteten deutschen Großstädte erkennen jetzt erst eine Id e a l f o r d e r u n g, die der Städtebauer schon früher erhoben hatte, als Norm ihrer Flächenpolitik an: 2,5 Quadratmeter Sport- und Spielplatz auf den Kopf der Bevölkerung. Das bedeutet meistens mehr als eine Verdreifachung der bisherigen Anlagen. Köln konnte dies Ideal nunmehr erreichen, aber Hamburg brachte es beispielsweise trotz aller Anstrengungen nur auf rund 1,7 Quadratmeter, es hatte zu viel Sünden der Vergangenheit wieder gutzumachen, denn 1919 fand es nur 0,58 Quadratmeter Spielplatzfläche auf den Kopf der Bevölkerung vor. Das Beispiel zeigt, wie in dieser Zeit des Uebergangs trotz unbefriedigendem Endergebnis oftmals eine große städtebauliche Arbeit geleistet wird. Die Grünflächen mit ihren Spiel- und Sportplätzen bilden das Grundelement der Freiflächenpolitik, durch die der Städtebauer die Gesamtmasse seines Stadtkörpers so zu gliedern versucht, daß nicht ein klumpenförmiges, sondern ein aufgeschlitztes Gebilde entsteht, das sich in die umgebende Natur mit Polypenarmen einsaugt, statt sich in Ringen gegen sie zu verschanzen. Um das erreichen zu können, bedarf es einer systematischen Zusammenfassung alles dessen, was im Organismus einer Stndt als Freiland eines Rolle spielt, Flugplätze, Friedhöfe, Wasserflächen, Sportanlagen, Kleingärten, Wälder. Darüber hinaus wird es zur besonderen Kunst, die Verkehrsbänder, die offengehalten werden müssen, organisch mit diesen Elementen der Freiflächen zu verbinden. Man sieht: es erwacht die neue Erkenntnis, daß nicht die Baufläche allein und ihre zweckdienliche Entwicklung Gegenstand des Städtebaues ist, sondern daß i)ie Organisation der Freifläche mindestens die gleiche Bedeutung besitzt, ja, man kann leicht merken, daß sie noch schwerer mit den Mitteln durchzuführen ist, die dem Städtebau gesetzlich gegeb»n sind. als die Gliederung des Baulandes, denn der Gesetzgeber hat diesen grundlegenden Gesichtspunkt einstweilen noch nicht erkannt. Dieser Blick für das Zusammenwirken großer positiver und negativer baulicher Massen ist schließlich nichts anderes, als die eigentümliche Fähigkeit der doppelten Vorstellung von Körper und Raum, die der Architekt auch bei Hausbau zu bewähren hat, nur wird sie vom Gebiet des Technisch- Individuellen ins Gebiet des Geographisch-Sozialen herübergezoqen. Es ist eine neue Art, die Gestaltung des Lebens zu sehen, was hier zum Vorschein kommt, eine Art, die auch auf die eigentlichen künstlerischen Probleme umaestaltend wirkt. Man hat kurz vor dem Kriege davon geträumt, unsere Zeit werde den beherrschenden Domen früherer Stadtentwicklunq eine neue Art von „Stadtkronen" gegenüberstellen können, in den unsere heutigen Bedürfnisse nach künstlerischer und geistiger Kultur und gehobener Festesstimmung mit allerlei sozialen Bedürfnissen vereinigt und zu gewaltigem monumentalen Ausdruck gebracht werden würden. Projekte von Weihetempeln aus Glas und Eisen haben solche Wunschphantasien, die zwanzig Jahre früher etwa in Otto Rieths Skizzen ihre andersartige Gestalt fanden, greifbaren Ausdruck gegeben. Der Glaube an diese Form der Verwirklichung jener Regungen war ein weltfremder Irrtum; die Erfüllung liegt vielmehr nach einer ganz anderen Seite, einer Seite, bei der im ersten Augenblick die weithin erkennbare Gipfe- lung in einem Bau fehlt und doch ein nicht kleiner architektonischer Geist wirksam gewesen sein kann. Wir sehen sie in einer zielbewußten städtebaulichen Zusammenfassung aller der jetzt meistens im Stadtkörper willkürlich zerstreuten Bauten, in denen sich der soziale Wille heutiger Gemeinwesen äußert: Schulen, Volkshaus, Badeanstalt, Volksbibliothek, Theater. Auch die architektonischen Gipfelungen der neuen Großstadt können selbst in dieser kunstgeleiteten Konzentrierung öffentlich-sozialer Bauten nicht allein gefunden werden, wir müssen sie vielmehr suchen in Zusammenhängen von Freiflächen mit Bauten, in großgedachten Gefügen, bei denen Raumbildungen der freien Luft mit steinernen Raumbildungen Zusammenwirken. Unter den Elementen neuen Lebens, die in heutigen Zentralschöpfungen ihren Ausdruck finden, spielt die Leibesübung und die Betätigung in freier Luft im Gegensatz zu früheren Zeiten eine solch gewaltige Rolle, daß wir uns keine plastische Verwirklichung unserer Kulturideale mehr vorstellen können, die allein in Mauern voll erfüllt werden kann. Nicht allein in den Symptomen der Industrialisierung unserer Städte, auch im Beginn dieser baulichen Am Freitagnachmittag fand im Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts zu Gießen eine Vortragsveranstaltung des Vereins der Freunde des ländlichen Genossenschaftswesens statt, die zwei interessante Referate brachte. Zunächst sprach Or. HiNemann, Frankfurt a. M., über die Bedeutung der landwirtschaftlichen Genossenschaften, über ihre Formen und ihr Wesen. Er gab in seinen einleitenden Worten zunächst einen Ueberblick über die in Deutschland, bzw. im Bezirk Frankfurt a. M. bestehenden ländlichen Genossenschaften und unterschied sie nach ihrer Art. Anschließend beschäftigte er sich mit dem inneren Wesen der Genossenschaft. Der Aktionär gebe, so führte er u. a. aus, Geld in der bestimmten Absicht, dafür Dividende zu erhalten. Es handelt sich hier also um ein rein kapitalistisches Streben. In der Genossenschaft braucht man zwar auch Kapitel, es mache aber nicht ihr Wesen aus. Genossenschaft sei in erster Linie Personengemeinschaft. Dieser ethische Wert halte die Ge- nossenschaftssorm hoch. Jrn Vordergrund stehe der Mensch und nicht das Kapital. Wenn auch aus der Personenqerneinschaft der Genossenschaft manchmal Schwierigkeiten erwachsen könnten, so bedeute das keinen Beweis gegen den inneren Wert der Genossenschaft an sich. Die praktische Arbeit der Genossenschaften auf dem Lande bestehe zwar zu einem großen Teil aus Geldgeschäften, jedoch selbst bei Kreditgenossenschaften' sei es nicht die einzige Geschäftsform. Herausarbeitung ihres sozialen Organs liegt etwas für diese Zeitepoche Charakteristisches. Die Ansätze zur Verwirklichung solcher Ziele sind noch bescheiden und vielfach aus dem festgelegten Plan erst zur Sichtbarkeit entwickelt. Das ist für unsere Beurteilung nicht entscheidend. Alles, was wir hier von städtebaulichen Dingen sagen, steht unter der Ueberschrift eines Wortes von Alois Riegl: „Kunstgeschichte ist nicht Geschichte des künstlerischen Könnens, sondern Geschichte des künstlerischen Wollens." Es liegt in der Natur städtebaulicher Arbeiten, daß sie zu der Zeit, wo ihr künstlerischer Gedanke geboren und durch Beschlüsse lebenskräftig gemacht wird, nur erst im Reich des kulturellen Wollens stehen. Aber man würde auch ein sehr mangelhaftes Bild vom künstlerischen Leben und von den künstlerischen Leistungen der Zeit, von der wir sprechen, haben, wenn man sich nicht die in der Öffentlichkeit unsichtbare Arbeit vergegenwärtigte, die darin liegt, daß es wohl keine bedeutendere deutsche Stadt gibt, die nach dem Krieg nicht das Wunschbild ihrer Ent- wicklung nach neuen von sozialem und künstlerischem Reformgeist getragenen Zweckpunkten in Form eines Generalbebauungsplanes festgelegt hat... Wenn die Generation, die diese entscheidende Wendung des architektonischen Lebens erarbeitet hat, selber noch nicht mehr von ihrer Saat hat ernten können, so liegt das nicht nur in der unabänderlichen Natur solcher Arbeit, sondern zum wesentlichen Teil auch darin, daß sie bei ihren praktisch in die Erscheinung tretenden Leistungen zu kämpfen hatte mit den nicht mehr austilgbaren Sünden ihrer Vorgänger. Das Ringen mit halb- entwickelten, gesetzeskräftigen aber ganz unzulänglichen Bebauungsplänen ist eines der äußerlich unscheinbarsten, aber doch wichtigsten Kapitel dieser Zeit der Genesung. Es ist ein undankbares Kapitel, denn die relativen Ergebnisse, die dabei nur zu erreichen sind, werden dem mühsam Ringenden nur zu oft als Ziel seiner Wünsche ausgelegt und entsprechend gewertet. Meist sei mit den Kreditgenossenschaften auch Warengeschäfte verbunden. Die Kreditgenossenschaften seien jedoch völlig eingespannt in alle Formen genossenschaftlichen Geldgeschäftes. Wer einer solchen Genossenschaft vorstehe, müsse über umfangreiche Kenntnisse, ja sogar über Spezialkenntnisse verfügen. Mit dem Warengeschäft sei es nicht anders. Der Vorstand müsse besonders bann spezielle Kenntnisse haben, wenn in seinem Absatzgebiet besondere Dinge verlangt würden. Vor allem muß von den leitenden Personen verlangt werden, daß sie buchungstechnisch auf der Höhe sind. Die Vorschriften der Marktregelung, wie auch die steuerlichen Vorschriften forderten genaue Beachtung. Erwähnenswert sei, daß die Molkerei- und Milch-Absatzorganisationen in unserem Bezirk hinsichtlich ihrer Durchorganisation mit an der Spitze im Reiche stünden. Für die ländlichen Genossenschaften bildeten sich täglich neue Erfordernisse heraus, denen man gerecht werden müsse. Ueberall müßte deshalb Fachwissen vorausgesetzt werden bei allen denen, die für den Geschäftsverkehr in der Genossenschaft verantwortlich sind. Selbst die Arbeit der Dreschgenossenschaften sei nicht so einfach, wie es auf den den ersten Blick hin erscheinen könne. Auch hier seien umfangreiche praktische Erfahrungen voraus- Zusetzen. Weist ergebe sich in einer Genossenschaft ein ganzes Konglomerat der verschiedensten Tätigkeiten. Die Fragestellung, die uns gegenwärtig besonders berühren müsse, laute: „Ist unser Bezirk mit Genossenschaften übersetzt?" Die Beantwortung dieser Frage sei, so fuhr der Redner fort, nicht leicht, und könne auch nicht grundsätzlich erfolgen. Die Beantwortung ergebe sich aus der Sachlage in jedem einzelnen Dorfe. Man könne aber zunächst der Meinung sein, daß in Orten bis zu 1000 Einwohnern das Geld- und Warengeschäft sehr wohl in einer einzigen Genossenschaft vereinigt sein könnten. Wenngleich nicht zu leugnen sei, daß sich auch hier Gefahren ergeben könnten. Es sei meist schwierig, eine Vereinheitlichung im Genossenschaftwesen durchzuführen, Zusammenlegungen zu veranlassen. Für das Geldgeschäft bestünden durch die Revisionsverbände zwar die gesetzlichen Handhaben zu Zwangszusammenlegungen, für das Waren- und Absatzgeschäft allerdings nicht. Immerhin sei es möglich, Vereinigungen und engere Verbindungen unter den örtlichen Genossenschaften durch personelle Verzahnungen zu schaffen. Zwangsläufige Rationalisierungen könnten sich aber, so betonte der Redner zum Schluß sehr unglücklich auswirken. (Lebhafter Beifall.) Bezirksbauernführer Michel, Habitzheim i. £>., sprach sodann über seine Gedanken hinsichtlich der Schaffung von Dorfgenossenschaften. Er wies einleitend darauf hin, daß es endlich aufhören müsse, daß in Dörfern gegeneinander gearbeitet werde, wie es leider häufig noch der Fall sei. Vereinigungen seien notwendig, wenn sich die Verhältnisse bessern sollten. Der Bauer habe durchaus Verständnis für Zusammenschlüsse, denn der Bauer sei ja immer wieder auf die Gemeinschaft angewiesen. Nur müsse alles, was hier geschehe, auf der Grundlage der Gerechtigkeit aufgebaut fein. Dem einzelnen dürften keine Sondervorteile eingeräumt werden, die man dem anderen versage. Der Bauer wisse, daß er der Führung bedürfe, damit er sich seiner Erzeugungsarbeit mit einer um so größeren Energie widmen könne. Er müsse aber auch wissen, daß er für seine Erzeugnisse Absatz finde und zu Geld kommen könne. Der Gedanke der Gemeinschaft im Dorfe sei schon immer lebendig gewesen und stelle ein Jdealziel dar. Mit Hilfe der Genossenschaft, die das ganze Dorf erfasse, müsse es möglich sein, die Dorfgemeinschaft als Volksgemeinschaft vom Wirtschaftlich-n her vertiefen zu helfen. Es solle aber zu Dorf- genossenschaften kommen können, ohne daß dabei dem einzelnen Bauern die Initiative für den eigenen Verkauf seiner Erzeugnisse genommen werde. Zum Erzeugungswillen müsse ihm anderseits aber auch die Erzeugungsmöglichkeit gegeben werden. Eine gesteigerte Leistung eines jeden Bauern im Dorfe würde aber häufig nur möglich fein, mit Hilfe der Dorfgemeinschaft, die dem helfen müsse, der die wirtschaftliche Grundlage oder die Kenntnisse als Voraussetzung für eine gesteigerte Erzeugung von sich aus nicht habe. Im übrigen würden die Dorfgenossenschaften, wie die Genossenschaften überhaupt den Kaufmann nicht ausschließen. Von denjenigen, die dem Bauern seine Waren abnehmen, müssen aber pünktliche Zahlung erwartet werden. Dabei solle nach Möglichkeit das Geld des Dorfes immer auch dem Dorfe erhalten bleiben. Gewinne, die von der Dorfgenosienschafk erzielt würden, müßten dazu verwandt werden, den Dauern die kreditnahme zu ermöglichen. Auf diese Weise könne dem wirtschaftlichen Schwächeren geholfen werden, ohne daß der Stärkere irgendeine Einbuße erleide. Vor allem gelte es aber, als Voraussetzung für die Schaffung von Dorfgenossenschaften die vielen Widerstände zu überbrücken, die sich aus persönlichen Gegensätzen herausgebildet haben. Erst dann werde das zu erreichen sein, was im Interesse einer Leistungssteigerung des ganzen Dorfes im Sinne der Erzeugungsschlacht notwendig sei. In einer angeregt verlaufenen Aussprache wurden anschließend an die beiden Vorträge noch verschiedene spezielle Fragen des Genossenschaftswesens erörtert. Mit Worten des Dankes schloß Dr. Pfaff die Vortragsveranstaltung. Das Wesen der ländlichen Genoffenschaffen. Schmuggel. Von Hans Friedrich Blunck. Aus der Dänenzeit erzählte ein alter Oheim uns Kindern einmal eine Geschichte, die uns um so lebhafter in der (Erinnerung haften blieb, als der Schmuggler Hickedutt und seine Braut aus der Verwandtschaft waren. Aber der Schmuggel galt damals, es war dicht vorm Aufstand, in Holstein als eine vaterländische Angelegenheit, ich brauche die Geschichte deshalb nicht zu verhehlen. An der Küste im Nordwesten unseres Landes liegen drei kleine Häfen nebeneinander, Norderloh, Middelburg und Süderloh. Norderlohn und Süder- loh waren damals dänische Zollstationen und mit Kommissaren und Gendarmen dicht besetzt, aber in Middelburg wurde am sträflichsten geschmuggelt, da hätte die Regierung am ehesten aufpassen sollen. Wichtiger für meine Geschichte ist noch, daß in Süderloh ein junger Schiffer wohnte, der hatte einen ordentlichen Taufnamen wie wir alle. Aber jedermann nannte ihn kurz Hickedutt. Dieser Hickedutt war ein hübscher Kerl und hätte längst eine Braut von den Großen Höfen haben können. Aber es hieß von ihm, daß er mit einem Mädchen von Norderloh versprochen sei, mit der Tochter des Kapitäns Raven, einem Manne, dem alle dänischen Zollkommissare allzu gern den Schmuggel nach- aewiesen hätten, ohne daß es ihnen cm einziges Mal gelungen wäre. Denn Kapitan Raven hatte keine Heimat, er wohnte auf feiger Bark draußen auf See, aber feine Tochter hatte er m Norderloh bei einem Verwandten untergebracht. Und sie muh ein schönes Mädchen von untadeligem Rus gewesen sein; mein Großohm, der mir diese Geschichte erzählte, tat immer einen tiefen Seufzer, wenn er den Namen nannte. _ . . Eines Tages ist aber auch die hübsche Tilde m das Schmugglergewerbe ihrer Landsleute verstrickt worden, ob wollend oder nicht wollend, weiß man nicht genau. Und das ist so gekommen: Den dänischen Behörden war bekannt geworden daß Kapitän Raven allerhand Ladung m England eingetauft hatte, Gewehre, Pulver und vielerlei mehr. Und obwohl alles ordentlich nach Hamburg verklart war, gab man doch den Kommissaren in Süderloh und in Norderloh rechtzeitig einen Wink und mahnte beide zu größter Wachsamkeit. Und beide dachten an ihre Pflicht und an tue Prämie beim Fang solcher Ladung, spitzten die Ohren, waren schon im voraus scheelsüchtig aufeinander und begegneten einander jeden Tag halben Weges zwischen Süderloh und Norderloh im großen Gasthaus am Middelburger Deich. Und der Kommissar in Süderloh beobachtete den armen Hickedutt, der Kapitän Ravens Freund war und ließ seine We^e überwachen. Der Kommissar von Norderloh aber verfolgte eine andere Spur; er ließ die schone Tilde Raven nicht eine Stunde aus den Augen. Und beide Herren schrieben an das Hauptzollamt, die hohe Behörde solle sich keine Sorge machen, sie wüßten in ihren Bezirken Bescheid und bei ihnen käme keine Ladung an Land, auf die sie nicht schon mit dem Fernrohr Beschlag gelegt hätten. Nun wurde das Warten mit der Zeit aber ärgerlich und beunruhigend und beide Herren waren darauf aus, ihre Wachsamkeit zu verschärfen. Als der Kommissar Arelsen von Norderloh deshalb eines Tages beobachtete, wie der Postbote der Tochter Kapitän Ravens einen Brief aurhändigte, hielt er es für seine Pflicht, einzuschreiten. Er hielt das schone Fräulein Tilde also mit einem höflichen Kratzfuß an und wünschte ihm viele schöne Sonnentage wie diesen. Aber dann mußte sie trotz allen Schmollens das Schreiben aus dem Tuch unterm Kinn heraufholen. Und Axelsen las es im Namen des Gesetzes. Er gab es schweigend wieder zurück und tat, als müsse er sich sehr entschuldigen. Aber sein Herz lachte. Der Brief kam nämlich von Kapitän Raven und besagte, seine Tochter Tilde solle sich an eben diesem Tag des Abends spät im Middelburger Krug einfinden. Er käme mit seinem Boot vor und hätte mit seiner Tochter Hochzeit und Aussteuer festzulegen. Auch Hickedutt in Süderloh bekam in aller Öffentlichkeit durch die Post einen Brief, der ihm ähnliches aufgab. Und die Post, die seine Briefschaft sorgfältig prüfte, gab sogleich Nachricht an den Kommissar Sjoland in Süderloh. Der nahm die Sache so wichtig, wie sie war. Er war nicht so plump wie sein Kollege in Norderloh, er beschlagnahmte keine Briefe, um keinen Faden zu zerreißen. Dafür bot er aber alle Gendarmen auf und beobachtete mit Heimlichkeit und viel Aufwand den Schiffer Hickedutt, wie er mittags zum Barbier ging, danach zum Wäschemann, wo er sich einen Kragen und eine neue Strickjacke erstand. Und man beobachtete, wie Hickedutt bei waberndem Heißwetter den Weg nach Middelburg einschlug um Kapitän Raven und die schöne Tilde zu treffen. Wie es im Brief gestanden hatte. Es war den Zollkommissaren nicht angenehm, daß sie infolge so großer Wachsamkeit einander wieder einmal in der Schenke von Middelburg beim dicken Wirt Molsen begegneten. Aber es konnte auch nicht mehr schaden; sie waren beide des Wartens müde und harrten auf Fang und Prämie. Ihre Leute, aus allen Stationen zusammenqezogen, lagen wohlgerüstet in den Prielen von Middelburg, sie' selbst beobachteten sprungbereit zwischen Teepunsch und Grog die Brautleute, die sich in einer Ecke des Kruges eingenistet hatten und in Erwartung des Kapitäns mit dem dicken Wirt und lieber noch miteinander schwatzten. Und der Krug war voll von Schiffern und arbeitslosen Schiffsleuten, kaum wußte man, wo sie herkamen, und man aß und trank vom Abend in die tiefe Nacht hinein. Die Stunden gingen. Kapitän Raven verspätete sich. Aber diese Art Leute lassen meistens auf sich warten, das nahm man in Kauf. Einmal wurden auch Hickedutt und die schöne Tilde unruhig und gingen deichlängs spazieren. Der Mond lachte, und hinter allen Fliederbüschen folgten aufmerksame Schritte. Sie wanderten bis ins Vorland und die Herren Kommissare verdoppelten ihre Wachsamkeit, ihre Gewehre lagen bereit, um anzuhalten, wer immer zu den beiden stieße. Das Liebespaar schien es nicht zu merken, es ließ sich vom Mondlicht treiben, es lief Arm in Arm an den schlafenden Häusern entlang und die zwei Menschen waren so ausgelassen, daß es die Dänen bei so ernsten Dingen verdroß. Endlich kamen sie wieder zum dicken Wirt Molsen. Und sie neckten einander laut und fragten ' scherzend, wo der Kapitän doch bleibe, ließen sich aber besänftigen und von der Wirtin gut beraten wegen Einkaufs von Wäsche und Küchengeräte. Jedermann konnte dabei zubören. Die armen Kommissare begannen zu gähnen, alle Leute gähnten und warteten und warteten, bis die Glocke Mitternacht schlug, bis es ein Uhr wurde und endlich nur noch zwei verblüffte Herren vom Zoll und die armen Wartenden allein im Krug saßen. Endlich sagten sich aber auch Tilde und Hickedutt, daß Kapitän Raven wohl schlechten Wind gehabt habe, sie trennten sich wie es einem Brautpaar geziemt. Und so weit man ihnen auch auf der Spur blieb, es war nichts anderes festzustellen, als daß die schone Tilde vom Wirt Molsen selbst1 nach Norderloh heimgefahren wurde und daß Hickedutt auf feinen Schuhen den Weg nach Süder- lob suchte. Wohl aber erfuhren die Zollkommissare anderntags durch reitende Boten, in der Nacht sei die bekannte Schmuggelbark des Kapitäns Raven auf See von einem dänischen Kanonenboot angehalten worden, sei jedoch schon ohne Ladung gewesen. Ob dort Beweise gegen den (Eigentümer vorlagen? Die beiden Kommissare konnten aber nur berichten, daß in Middelburg nichts ausgeladen fei. Und an Beweisen hatten sie nichts als die zwinkernden Augen und das vralle Schmunzeln der Leute in Norder- ' loh und Süderloh, und das genügte nicht zur lieber- führung. Haydn-Anekdote. Der große Komponist Josef Haydn verfügte über ein goldenes Gemüt. Das bewies er einmal einem jungen „Rivalen". Zwei Vettern, Andreas und Bernhard Romberg, junge Komponisten, besuchten auf ihrer Rückreise von Italien Heydn, den sie schwärmerisch verehrten. Und Haydn nahm sie liebevoll auf, verschaffte ihnen Zutritt in die einflußreichsten Häuser Wiens und ernannte den Andreas Romberg sogar zu seinem „lieben Sohn". In einem berühmten musikalischen Salon, wohin er die Beiden gebracht, legte er eines Tages nun die Stimmen zu einem Quartett auf. „Ah — etwas Neues, das der Haydn hat —1* Das Quartett wird gespielt — und zum Schluß erheben sich alle Gäste, umdrängen den Meister und jubeln ihm zu. „Hat's Ihnen wirklich gefallen?" fragt Haydn. „O Meister: es war göttlich —" „Ach, wie mich das freut! Denn das Quartett ist von dem jungen Mann da! — Komm her, mein Sohn Andreas, bedanke dich!" Weltrekord im „Lustanhalten^. Bereits der englische Naturforscher Michael Faraday hat 1833 eine Abhandlung über die Mittel veröffentlicht, „wodurch man die Respirationswerkzeuge so vorbereiten kann, daß man den Atem lange bei sich zu halten imstande ist." Er wies darauf hin, daß der der Mensch es durch tiefes Atemholen erreichen kann, die doppelte Zeit unter Wasser oder in unatembaren Gasen zu bleiben. Nun ist vor kurzem, wie in der im Hugo Bermühler Verlag, Berlin erscheinenden Monatsschrift „Der Naturforscher" mitgeteilt wird, in Saint Denis bei Paris von einem Sportklub ein Wettbewerb veranstaltet worden, bei dem ermittelt werden sollte, wie lange es die insgesamt 22 unter Wasser tauchenden Test« nehmer ohne Atemholen aushalten konnten. Einer der Wettbewerber, ein Mann von kräftigem Körperbau, brachte es auf 2 Minuten und 38,5 Sekunden. Die bisherige Höchstleistung, die von einem Amerikaner erzielt worden war, ist damit um ganze 31 Sekunden Überboten worden. Geschäft wenig verändert. Montanwerte bröckelten ein- aus iut. U. a. notierten: itürf 2,50—3,50 itaL, Wirtschaft Sranffurt o. M. 3erlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Banknoten. 31,25 1,35 9,15 9,15 9,35 14 97,25 108,75 110 86,65 128,5 83,5 83 97 108,5 110 86,5 158,75 128,75 83,65 82,75 I 7! 9, 5 6. 54,5 97,75 117,5 82 98,13 145,5 32,25 288,5 175 162,65 150,5 216 111,5 117 114,9 97 123,5 128 Schlußk. Abend- 97 109,25 109,5 86,75 157 129,25 83,5 83 96 108,25 109,5 85,75 157 129 82,25 81,9 1,3 9 9,13 9 14 9,4 nötigen werbetechnischen Erfahrung bei der Formulierung und richtigen Unterbringung der Anzeige. Diese Hemmung soll dadurch überwunden werden, daß die Zeitungsverlage besonders sorgfältig den Interessenten aus dem Einzelhandel bezüglich einer wirksamen Text- und Bildwerbung beraten. Die Wirtschaftsgruppe weist ferner darauf hin, daß 27,4 89,5 199 Der letzte „Inventurverkauf" 1,3 9,1 9,2 9,13 14 9,4 1,25 9,15 9,2 9,25 14,25 Lpd. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hat Anlaß des bevorstehenden Inoenturverkaufs ihre Gliederungen aufgefordert, bei den Kaufleuten des Einzelhandels auf den Wert der Zeitungsanzeige als wirksames Werbemittel hinzuweisen. Die Wirtschaftsgruppe würdigt in dem Rundschreiben auch Gründe einer mitunter zu bemerkenden Werbezurückhaltung des Einzelhandels, z. B. die verringerten Betriebsmittel des Einzelhandels und teilweise die Anzeigenpreise. Oft fehle es zudem gerade in kleineren und mittleren Betrieben an der Rundfunkprogramm. Dienstag, 21. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: „Stürme um Marienburg." Schicksal einer Ritterschaft. Hörspiel von Fritz Sotke. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14.10: Allerlei von zwei bis drei.. 15: Wirtschaftsbericht: Die Arbeit der Handelsauskunfteien. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Konzert. Aus Hessens musikalischer Vergangenheit. 17: Musik für zwei Klaviere von Bruno Stürmer. 17.30: Ein Großbetrieb sucht geeignete Mitarbeiter. 18: Musik zum Feierabend! 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: „Die Landstreicher", Operette in einem Vorspiel und zwei Akten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezixk. 22.25: Das gerettete Dorf. Von dem Mut und der Schönheit einer oberhessischen Bäuerin. 22.45: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. t ®. Farben-Jndustrie cheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4>/,% desgl. von 1913.......... o% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbaha-Arüethe Serie I..................... jedoch noch etwas ab, auch IG.-Farben 150,13 nach 150,50. Sehr schwach waren erneut Bemberg, die auf 89 nachgaben und später mit 90 nur unwesentlich erholt waren. Kunstseide Aku kaum davon berührt unb mit 53 bis 53,50 nach 53,75 fast unverändert. Eßlingen Maschinen notierten später 86 (84), ferner Moenus Maschinen 84 (83,75), Allg. Lokal & Kraft 124 (122,50), Holzmann 97,50 (97), Gement Heidelberg 124 (123,50). Tagesgeld unverändert 2 o. H. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. MÄgtun Ät«V "W ä#n, w SS Berlin, 18 Januar Ameriianische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten................ Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Kk kommt ja ni Mkk liegt nicht litiroen ober groß Ost, wo der Me wlo''ihnen das Erf ocktrefsliche Lebrec Mond, selbst au zk fangen. Unb eben bas ift ZÜltog nennt. 1 Tages fal Behrmacht-Konzer Nw Uhr im (Slorii Äifth durch Freud dckticheu W: 21 Menichchtlichen Wuchhardt, Ünmpel der Burg bis 22 Uhr Reiten theater (Ring Dei Zer Maskenball" W „April, As trau» und Siedlun Irarrnftabt: 20 Uhr ertrag von Herrn * Volle Unterbringung der 4Apro- 3 en ti g e n Reichsbahnschätze von 1936. Die Zeichnung auf die 4^prozentigen Reichsbahnschatzanweisungen von 1936 ist abgeschlossen. Der gesamte vom Konsortium übernommene Betrag ist untergebracht worden. Die Zuteilung an die Zeichner erfolgt in voller Höhe. Rhein-Mainische Börse. Tendenz: freundlich; Bemberg weiter schwach. Frankfurt a. M., 18. Ian. Nach dem festen und lebhaften Verlauf der Abendbörse zeigte sich im Wochenschlußverkehr etwas Zurückhaltung, zumal da nennenswerte Aufträge der Kundschaft ausblieben. Indes war die Grundtendenz weiter freundlich. Etwas Anregung gab die Mitteilung über die Dollzeichnung der Reichsbahnanleihe. Aus der Börse heraus erfolgten einige Gewinnmitnahmen, so daß die Kursgestaltung am Aktienmarkt uneinheitlich war. Die Veränderungen erfuhren aber selten mehr als 0,50 bis 1 v. H. Montanwerte lagen zuvor noch etwas fester, aber doch wesentlich ruhiger; später ergaben sich teilweise leichte Rückgänge. Stahlverein 79 bis 78,50 (78,75), Mannesmann 83,50 bis 83,25 (83), Harpener 110 (109,50), Klöckner 84 (83,50), Hoesch 86,65 (86,75). IG.-Farben eröffneten mit 150,50 gut behauptet. Elektroaktien lagen zumeist fester, nur einige Tarifwerte blieben nicht ganz behauptet. Lebhaft waren Siemens mit 168,25 bis 169 (166,50), auch Schuckert waren 1, Licht 8- Kraft 1, AEG. 0,65 v. H. höher, während RWE. 0,40 o. H. nachgaben. Maschinen- und Motorenwerte lagen still und nicht voll behauptet, höher gesucht blieben Eßlingen Maschinen. Zellstosfaktien lagen fester, Aschaffenburg 82,75 (82), Waldhof 118,90 (117,50). ferner erhöhten sich Deutsche Linoleum auf 147,50 (145,50). Kunstseideaktien waren angeboten, insbesondere setzten Bemberg aus dem bekannten Grunde ihre Abschwächung auf 95 (97,75) fort, Aku verloren 0,75 v. H. auf 53,75. Gut behauptet lagen Holzmann, AG .für Verkehrswesen und Schiffahrtsaktien. Bankaktien gaben etwas nach, Reichsbank 184,25 (185), Bank für Brauindustrie 117,25 (117,50), ferner verloren Südd. Zucker 1 v. H.. Der Rentenmarkt lag nach den gestrigen Ansätzen zu einer Geschäftsbelebung wieder sehr ruhig. Altbesitz 109,65 (109,65), Kommunal - Umschuldung unverändert 87,50, Zinsvergütungsscheine unv. 92,40 und späte Reichsschuldbuchforderungen unv. 96,40 bis 96,50. Don fremden Werten fanden im Freiver- kehr Serben auf festere Pariser Kurke lebhafte Nachfrage: Talonserben 8 bis 8,25 (7,50), 1909er Serben 7,75 bis 8 (7,25), außerdem lagen Warschau-Wiener fest, Mark-Obligationen 10,75 (9,75), Stücke-Obl. 10 (9). ,7 erM er mir S'i U Dauer bl nrifii ffreunb miede And einer W Wllkge befand. können |w) JL das Tierchen Merung, ,MN BMI gewöhnen, da Dabei gtui Mr fein Geficht- XDer Mann hatte ftrtbkrt, aber er be\ Irjimmrr einen & i|m kleinen Zeiji it an ihn dachte. - ti nicht mit fem Mhlich das Entfc U, is dem anne Hiutfr, und was i ijilm andern Diel! Welei oder die ' Ausgabestellen (Reisebüros, Devisenbanken) abgegeben werden. Die besonderen Bestimmungen über Sanatoriumsaufenthalte, Studien- und Erziehungsaufenthalte behalten daneben ihre Gültigkeit. Da für den Reiseverkehr nach der Schweiz nur bestimmte Gesamtkontingente zur Verfügung stehen, wird dringend davor gewarnt, Reisen nach der Schweiz anzutreten oder Reiseaufenthalte in der Schweiz zu verlängern, wenn nicht bereits die erforderlichen Reisezahlungsmittel von den Ausgabestellen ausgehändigt worden sind. Diese Warnung gilt auch für den Reiseverkehr nach allen anderen Ländern. Eskarol 8—12, Steige 15—32 Stück 3,00—3,50 itaL, Feldsalat groß 25—35, klein (Mistbeet) 45 bis 90, Karotten 3—5, gelbe Kartoffeln 3,60—3,80, Kohlraben 4, Kopfsalat, Steioe 24 Stück 6,25—7,00 span., Lauch 2—6, Meerrettich 35—45, Römisch- tohl (Treibhaus) 25, Rosenkohl 18—20, Rote Rüben ö’/2—8, Rotkraut 9—10, Sellerie je nach Größe 10—30, Spinat 10—12, Schwarzwurzel 14 bis 22, Tomaten, Steige 20 Pfd. 5,50—6,50 Canar., Weißkraut 5—6, Wirsing öVz—8, Winterkohl 7—8, Weiße Rüben 5—6, Zwiebeln 7—10. Obst und Südfrüchte: Die Marktlage zeigte gegen den Wochenanfang keine Aenderung, die Preise zeigen allerdings weitere Neigung zum Nachgeben. U. a. notierten: Aepfel I 24—30, II 18—22, Wirtschaftsäpfel 14—17, Goldparmänen 22—30, Renetten 22—28, Amerikan. Aepfel, Kiste ca. 40 Pfund, rote 16,00—18,00, dto. gelbe 16,50—18,00, dto. im Faß ca. 120 Pfund 28,00—30,00, Apfelsinen blond 14—20 span., Palermoblut 25—28 itaL, Birnen 25—30, Kochbirnen 18—20, Bananen, Kiste 25 Pfund, 7,50 Kamerun, Kranz-Feigen 25 Kilogramm Sack 9,00—9,50, Mandarinen 18—24, Trauben Steige ca. 20 Pfd. 6,50—7,00 Almeria, Walnüsse 45 franz., Zitronen, Kiste 300—360 Stück 6,50—7,00. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20. Ian. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 902 Rinder, darunter 71 Auslandsrinder (160 Ochsen, 47 Bullen, 547 Kühe, 150 Färsen), 370 Kälber, 36 Schafe, 3085 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 43 Mark, Bullen 42 bis 43, Kühe 24 bis 43, Färsen 41 bis 43, Kälber 30 bis 68, Hämmel 44 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber ruhig, Hämmel und Schafe mittelmäßig; Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Buderus Deutsche Erdöl .............. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. s Me Bergbau ............... g Me Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren o ßure aus 3oi Jr“ Witomen leit 3< Wotete wrfuÄi Mlias be SMofatöen g l.*3n »er ne cä s fe; £ S” ,eber übene 7öir“"flen btr MUnbI=W iüb S Gieht L H,Mor A de ^°bwoh hn P»""ter j 'ütfej Qnen, Sf'ÄW'n n^ ^ornd) •"Pfinlifa „u Sto, ü0”, Mn i N'« d«d, "Mmi L treife sa.u$ b. 3>fit ff?11» k QUs h ^birqe SÄ®’» tot ^QQenlv flerl SS'gy Aus aller Welt. Glückwünsche des Führers an Abt Schachleitner zum 75. Geburtstag. Der Führer und Reichskanzler hat an den Abt Alban Schachleitner, der heute seinen 7 5. Geburtstag begeht, folgendes Telegramm gerichtet: Zu Ihrem heutigen 75. Geburtstage spreche ich Ihnen in dankbarer Erinnerung an ihre bewährte und treue Mitarbeit herzlichste Glückwünsche aus. Adolf Hitler. Vater von neun Kindern tödlich verunglückt. Auf dem Bahnhof Michelbach bei Aschaffenburg (Kahlgrund) ereignete sich ein Unglücksfall. Ein in der Richtung nach Schöllkrippen abgehender Zug war eben angefahren, als der Händler Karl Koch aus Strötzbach noch auf den Zug aufspringen wollte. Dabei glitt er aus und fiel unter den Zug. Die Räder gingen ihm über den Körper, und er wurde so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte war 50 Jahre alt und Vater von neun Kindern. Vier Todesopfer eines Wirbelsturmes In USA. Wie aus Fyffe (Alabama, USA.) gemeldet wird, wurde dort ein mit zahlreichen Farmen bestandener Berghang von einem plötzlich auftretenden Wirbelsturm heimgesucht. Die Gewalt des Sturmes wehte viele Häuser um und richtete großen Schaden art. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden bei dem Unglück mindestens vier Menschen getötet, während zahlreiche weitere Personen mehr oder weniger schwere Verletzungen da- oontrugen. Ehrung einer Hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Auguste Twiesel in Wolgast (Pommern) aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gibt im Nachfolgenden nochmals die Bestimmungen über den Inoenturverkauf 1936 be« könnt, deren genaueste Beachtung jedem Einzelhändler dringend empfohlen wird. 1. Termin: Die Veranstaltung findet vom 27. Januar bis einschließlich 8. Februar 1936 statt. 2. Bezeichnung: Für die kommende Veranstaltung ist letzmalig die Bezeichnung „Jnventur- verkaus" oorgeschrieoen, und zwar auch dann, wenn eine Inventur den Verkäufen nicht ooran- gegangen ist. Die für die Zukunft vorgesehene Bezeichnung „Winterschlußverkauf" erhält vraktische Bedeutung erst für die im Januar 1937 oeginnen- den Verkäufe. Die Schreibweise der Bezeichnung „Inoenturverkauf" (geteilt oder nicht, Hervorhebung einzelner Wortteile tm Druck) ist freigestellt. 3. Zugelassene Warengruppen: Es dürfen zum Verkauf gestellt werden: Waren aus Porzellan, Glas und aus Steingut, aus der Gruppe Lederwaren, Damenhandtaschen, Lederblumen und Damengürtel; ferner Textilien, Bekleidungsgegenstände und Schuhwaren. Aus der Gruppe Textilwaren sind jedoch folgende Waren ausgenommen: Glatte weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel, Handtücher, Küchenhandtücher, Frottierhandtücher, Frottierbadelaken, glatte, ungarnierte Bettwäsche, Bettsatins und Bettzüchen, Inletts. Unter glatten Stoffen ist ungemusterte Ware zu verstehen. Die durch die Musterung der Stoffe gekennzeichneten Bettdamaste dürfen also verkauft werden. Dagegen sind kunstseidene Wäschestoffe und Mischgewebe oder aus Textilmischungen hergestellte Wäschestoffe von den Verkäufen ausgeschlossen, sofern iie weiß und ungemustert find. Allgemein aus- geschlossen sind Bettsatins — auch die fog. Streifensatins —, nicht dagegen Matratzenorelle. Vom Inoenturverkauf sind ferner die Waren ausgeschlossen, die nach ihrem Verwendungszweck und dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung oder Herstellung durch den Verkäufer für den Vertrieb oder Verhauch in dem künftigen Verbrauchsabschnitt bestimmt sind. Betroffen ist hiervor im wesentlichen ausgesprochene Frühjahrs- und Sommerware neuer Kollektion. Ferner dürfen parteiamtliche Gegenstände einschließlich der Bekleidunas- und Ausrüstungsgegenstände nicht in den Inoenturverkauf einbezogen werden. Ankündigung des I n v e n t u r Verkaufs. Auf die Verkäufe bezugnehmende öffentliche Bekanntmachungen und Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, dürfen frühestens an dem letzten Werktag vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe ab 19 Uhr erfolgen. Eine Ausnahme ist für folgende Fälle vorgesehen: a) Soweit bei Tageszeitungen die letzte Ausgabe vor Samstag, 25. Januar 1936, 19 Uhr, erscheint, dürfen Ankündigungen und Anzeigen des Jnventurverkaufes bereits in dieser Ausgabe enthalten fein. b) Bei Zeitungen und Zeitschriften, die mindestens wöchentlich erscheinen, nach der vorstehend getroffenen Regelung Voranzeigen aber nicht bringen können, dürfen Hinweise auf die be« vorstehenden Verkäufe, die keine Warenangebote enthalten, in der letzten Ausgabe vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe enthalten sein. c) Mit der Anbringung von Plakaten und der Verteilung von Druckschriften darf am letzten Werktag vor dem Beginn der Verkäufe ab 16 Uhr begonnen werden. Ankündigungen und Mitteilungen, die durch Schaustellung von Waren in Schaufenstern, Schaukästen und dergleichen erfolgen, können bereits am Samstag, 25. Januar 1936, abends nach Ladenschluß der Besichtigung durch das Publikum frei- gegeben werden. Falls mehrere Schaufenster vorhanden sind, müssen die Fenster, in denen die Jnventurverkausswaren ausgestellt sind, durch Anbringung eines Plakates am Fenster ober in sonst auffallender Weise gekennzeichnet sein. Werden in einem Schaufenster Waren ausgestellt, die nur teilweise unter den Inoenturverkauf fallen, so sind die unter den Inoenturverkauf fallenden Waren deutlich sichtbar zu kennzeichnen. Dasselbe trifft für die Auslagen in den Läden selbst zu. Ebenso müßen auch in Anzeigen sich die im Inoenturverkauf ab» zusetzenden Waren von den übrigen Waren unterscheiden. Preisherabsetzung durch Gegenüberstellung der früher und der während des Jnoenturverkaufs ' gültigen Preise ober burch Durchstreichen ber alten und Hinzusetzen der neuen Preise darf nicht an- , gekündigt werden, soweit derartige Preisgegenüberstellungen für außerhalb der Geschäftsräume Befindliche erkennbar sind. Dies trifft vor allem i für Preisgegenüberstellungen in Schaufenstern, | Schaukästen, Inseraten, Werbeprospekten usw. zu. < Unzulässig ist ferner, bevorzugte Kunden schon vor i dem allgemeinen Stichtag zu Jnventurpreisen zu l Oer deutsche Außenhandel im Dezember und nn Satire 1935. Fwd. Die Außenhandelsumsätze sind im Dezember sowohl in der Einfuhr als auch in ber Ausfuhr gestiegen. Die Einfuhr war mit 373 Mill. Mk. um annähernb 8 v. H. höher als im November. Diese Zunahme beruht z. T. auf einer Erhöhung ber Preise bei ber Einfuhr von Lebensrnittel unb Rohstoffen. Mengenmäßig betrug die Zunahme nur etwa 5 v. H. An dieser Steigerung, die größtenteils jahreszeitlich zu erklären ist, waren alle Hauptgruppen beteiligt. Zugenommen hat vor allem die Einfuhr von lebenden Tieren und Lebensrnitteln. Nennenswerte Rückgänge sind nur in wenigen Fällen, so z. B. bei Obst eingetreten. Die Rohstosfeinsuhr hat gegenüber dem Vormonat dem Werte nach um annähernd 6 v. H., mengenmäßig um nicht ganz 4 v. H. zugenommen. Die Fertigwareneinfuhr war gegenüber November nur leicht erhöht. Die Steigerung der Einfuhr im Dezember entfällt auf die Gruppe ber europäischen Liefer- länber. Die Ausfuhr ist mit 416 Mill. Mk. um rund 4 v. H. höher ausgewiesen als im November. Die tatsächliche Zunahme der Ausfuhr gegenüber dem Vormonat war jedoch etwas geringer, weil das Dezemberergebnis z. T. Lieferungen (Wasserfahrzeuge) enthält, die in den Vormonaten bereits ausgeführt worden sind, aus technischen Gründen jedoch erst im Dezember erfaßt werden konnten. Die ausgewiesene Ausfuhrsteigerung entfällt ausschließlich auf Fertigwaren. Die Ausfuhr von Rohstoffen und Lebensrnitteln ist gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Entwicklung der Ausfuhr, ländermäßig betrachtet, war im Dezember wenig einheitlich. Die Handelsbilanz schließt im Dezember mit einem Ausfuhrüberschuß von 43 Mill. Mark ab. Gegenüber dem Vormonat (+ 54 Mill. Mark, Novemberzahl berichtigt) ist der Ausfuhrüberschuß um 11 Mill. Mk. zurückgegangen. Im Jahre 1935 betrug die Gesamt einfuhr, unter Berücksichtigung eines Nachtrages aus dem Jahre 1934 in Höhe von 13 Mill. Mk., 4159 Mill. Mark. Die Ausfuhr belief sich 1935 auf 4270 Mill. Mark. Die Handelsbilanz schließt hiernach für das ganze Jahr 1935 mit einem Ausfuhrüberschuß von 111 Mill. Mk. ab. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet dies eine Aktivierung um rund 400 Mill. Mark. Sie ist zum weitaus größten Teil durch den Rückgang der E i n- fuhr bedingt. Insgesamt war die Einfuhr wert- und mengenmäßig um etwa 7 o. H. geringer als 1934. Die Ausfuhr war im vergangenen Jahre um rund KJO Mill. Mk., das sind 2,5 v. H., höher als 1934. Mengenmäßig betrug die Steigerung demgegenüber rund 11 v. H., da die Ausfuhrdurchschnittswerte in ber gleichen Zeit um annähernd 8 v. H. gesunken sind. Die neuen Bestimmungen über den Reiseverkehr mit der Schweiz. Fwd. Wie bereits angetünbigt, hat ber Leiter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung neue Bestimmungen über den Reiseverkehr nach der Schweiz erlassen. Danach können Reisekreditbriefe unb andere Reisezahlungsmittel bis zum Betrage von 500 RM. je Person von ben hierzu ermächtigten Frankfurt a. M., 18. Jan. Die starken Zufuhren am Gemüse markt hielten in ber vorigen Woche an, befonbcrs von Felbsalat, Karotten, Rosenkohl unb Wirsing. Bei im ganzen wenig Der- änberten, für Rosenkohl etwas niebrigeren unb für Spinat etwas höheren Preisen nahm bas Geschäft einen zufriebenstellenben Verlauf. In ausl. Blumenkohl unb Eskarol bestaub Ueberangebot. Bei rückläufigem Geschäft gi' ” Blumenkohl, Steige 9—18 Si Schluß« hir< 171 126 217,5 108,5 78,75 17,75 127 188 bebienen ober auch nur Bestellungen bei ihnen zuforbern. Anzeigenwerbung zum Inoenturverkauf. Beratung ber Einzelhanbelsgeschäfte burch bie Zeitungsverlage. Datum ManSfelder Bergbau &l Kokswerke .................. g Rheinische Braunkohlen 18 Rheinitahl.................. Bereinigte Stahlwerke 0, Otavi Minen .............. o Kaliwerke Asrl'eroleben Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth durch bie Anzeige eines der wichtigsten Instrumentes Im Verlaufe lagen bie meisten Kurse bei kleinem der Aufklärungspolitik des nationalsozialistischen ——i- — Staates, die Zeitung und Zeitschrift, unterstützt wird. W Hlück »«Sw AW " atliiite ucl,' Schultheis Patzenhofer 4 Wfu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof 5 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ......... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum g Orenstein « Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof 0 Ehade I Accumulatoren-FabrU 12 Conti-Gummt............... g Grttzner....................0| Mainkraftwerke Höchst 4| Süddeutscher Zucker 10 Jran.iur a. JJl. 2)enin Jranffurf a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schluß« kurs Schluß!. Abenb- bön'e Schlußkurs Schlußk. Miiiag- börle Oatum 17.1 18.1. 17-1 18 1. Datum 17.1 18.1. 17.1. 18.1 . 6% Deutsche Retchtzanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 t>¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten........ 100,4 97,25 109,65 99,9 97,75 96,4 101,2 93,25 119,25 113,25 96,5 101,9 101,65 97 97 108,4 100,25 97,25 109,65 99,9 97,75 96,4 101,1 93,25 119 113,25 96,5 101,9 101,65 97 97 108,4 100,4 97,25 103,5 109,5 99,9 97,5 96,4 113,5 101,5 97 97 108,4 100,4 97,25 103,65 109,6 99,9 113,6 96,5 101,5 97 97 108,4 4% deSgl. Serie II ............ 9.4 6,65 9,1 5,25 39,13 15,65 17,4 102,75 118,5 87,25 87 87,25 185 36,75 137,25 114,5 130 112 127 128,25 126 166,5 9,4 6 65 9,05 5,25 39,13 15,65 17,65 102,75 87 86.5 87 184 37,13 137,5 114,5 131,5 112 127,5 127,75 126,5 169 6,6 9,1 5,3 39,25 15,4 17,5 101,75 118,25 86,75 86,5 86,75 184,25 36,75 137,4 114 130 112,25 126,5 130 127,75 125,5 165,75 124,25 9,75 6,65 9 5,3 39,65 15,5 17,25 102,4 118,25 87 86,5 87 183,25 37 137,9 114,25 131,5 112,5 127 127,13 127 169,25 124,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereinh.Rentev.iS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... 4*/»% Deutsche ReichSpo Weisungen von 1934, 6% et)em.8% Hess. Volks (rückzahlb. 102%) .... stschatzan ....... taat 1929 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank unb Disconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................12 A.E.G....................... Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... gy. Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ e Rhein. Wests. Elektr..........« Schuckert L Co................ Siemens L Halske............. Lahmeyer L Lo............... *¥)% ehem.L"/» Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12.... W/o ehem. 4/x% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstavtLigui ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Samm leihe Serie 1 mit AuSlo 4%% ehem.8% Franks. H Goldpfe. 15 unkündbar 6K% ehem. 4*4% Yrar Bank-Liqu.-Pfandbrie 6yz% ehem. 4>/2% Hyp.-Bank-Ligu.-Gold 414% ehem. 8% Pr. Can vriefanstalt, Pfandbrie 4Vi% ebcm. 7% Pr.Lan briefanst., Gold Komn Steuergutsch-Berrechnun labl. Am .-Rechten Yp.-Bank bis 1935 ks- HYP- Rheinische Pse..... despfand- fe R. 19 deSpfand- . Lbl.Vl gsk. 34-38 17.3anuar 18.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld 1 Brief Buenos Aire 0,668 0,672 0,669 0,673 Brüssel .... 91,90 41,98 41,91 41,99 Rio de Ian. 0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,81 54,91 54,84 54,94 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,28 12,31 HelsingforS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Paris ..... 16,38 16,42 16.38 16,42 Holland ... 168,79 169,13 168,73 169,07 Italien..... 19,93 19,97 19,93 19,97 3aoan..... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 C6io..... : 61,63 61,75 61,66 61,78 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,135 11,155 11,14 11,16 Stockholm.. 63,27 63,39 63,30 63,42 Schwer, ... 80,79 80,95 80,84 81,00 Spanien... 34,00 34,06 33,95 34,01 Prag....... 10,275 10,295 10,27 10,29 Budapest ... — Neuyork... 2,478 2,482 2,480 2,484 18.1 17.1 18 1- 126 125,5 125,75 —— 118,65 117,75 217 216 217 108,65 108 109 78,25 77,65 78 18 17,65 17,9 — 126 128,5 -— 121,75 122 — 188,5 189 150,25 149,9 150 216 — 111 109,5 110,75 118 118 118 114,75 114,9 114,75 I 97.5 96,75 96,5 124 - 128 - _ 101,25 101 53,65 53,75 52,65 92 99,5 118,4 90,75 118,9 118 83,5 81,75 83 — 123 123,25 97,75 97,75 97,5 147,25 144,5 147 — 83,25 80,65 31,65 31,9 31,4 288 287 — —— 174,75 171 162,5 162,5 161,5 — 27 27 89,5 — —— 198 199 198 Geld 25nei 2,432 2,452 41,76 41,92 54,63 54,85 12,245 12,285 16,33 16,39 168,31 168,99 61,50 61,74 63,13 63,39 80,66 80,98 33,59 33,73 —• —■ tr.16 Drittes Blatt Aus der Provinzialhaupistadt *e6lQt!t nortt Hammel und n zugeteilt. ftitb fax; sein nur tau ftfili Ml et, aber er besaß sie. Für ihn gab es im All- nnmer einen Augenblick des Glücks, wenn er i kleinen Zeisig zuhörte, oder wenn er auch :n ihn dachte. Jedenfalls erschlug ihn der All- licht mit seiner Grämlichkeit. Und das ist ftich das Entscheidende. „Wat dem einen sin is dem annern sin Nachtigall", sagt Fritz ibtn und eine 4 5 7 69 91 97 17 14 10 !8 II 9« 13 33 17 >4 >6 T673 41,99 0,139 3,053 54,94 46,90 12, 5,42 16,42 169, 19,97 0,71 5,666 61,79 49,05 11, 63,42 81,00 34, । 10,29 2,484 Utl 6*211 m.3gn“flr___ 'liS 168,99 «Ci* e.» 80- f. GM liegt nicht in den Dingen, mögen sie be- sck^eit n oder großartig sein. Das Glück ist da zu G»ist, wo der Mensch die Dinge richtig betrachtet und iEmen das Erfreuliche abgewinnt. Wie es jener vartr ffliche Lebrecht Hühnchen tat, der die Kunst Detrfhnb, selbst aus den giftigsten Blüten Honig zus, saugen. Uri» eben das ist es ja, was man das Glück im AWoz nennt. H. W. Sch. Vornoiien Tageskalender für Montag. Mrrmacht-Konzert zu Gunsten der Winterhilfe 2Ü.30 Uhr im Gloria-Palast, Seltersweg. — NSG. ,Äwt durch Freude", „Wissenschaft im Dienst am dciulslhen Volk": 20 Uhr im Hörsaal des Kunst- wase'Uchaftlichen Instituts Vortrag von Pros. Dr. S:ch': chhardt, „Neue Forschungen über die alten TÜM-el der Burg von Athen". — Sportamt: 21 bist 72 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadt- tijleabr (Ring Deutsche Bühne): 20 bis 23 Uhr „13ar Maskenball" — Lichtspielhaus, Bahnhof- stfaß: „April, April". — Bausparkasse Deutsche Wu und Siedlungsgemeinschaft e. G. m. b. H. Mr^stadt: 20 Uhr im Hotel Viktoria Aufklärungs- oirrtmg von Herrn Lang, Butzbach. — $iere auf der Wanderschaft Don Kranz Hohen Dcs Phänomen des Vogelzuges hat die Menchheit seit Jahrtausenden beschäftigt: bereits Alrisl»teles versucht, die Erscheinung zu erklären, u&i !die Ilias berichtet von dem alljährlich sich writd'rholenden Südlandflug der Kraniche und Stirche. In der neueren und neuesten Zeit hat die Wßsimschaft, gestützt auf die Beobachtungen der Dlogt warten und Flugzeuge und die Ergebnisse ebner planmäßig durchgeführten umfassenden Berin- gtm vor allem die Wege und Ziele zahlreicher jörter von Zugvögeln zu klären vermocht, ohne frbilif) die übrigen Fragen des Problems abschlie- ßivd zu beantworten. Daß sich das Interesse der Wlqcrneinheit sonderlich auf die Vogelwelt beschränkt, liegt in der Sichtbarkeit und Wahrnehm- bliitiit des Vorganges begründet, die auch den ßtoier zu Beobachtungen anregt; denn daß unsere Dloqr welt in der rauhen Jahreszeit nach Zahl und Eirlt^inungsformen ärmer ist als im Sommer, daß ejijim Winter keine Kuckucke, Nachtigallen und Rot- k'M^en bei uns gibt, davon hat sich gelegentlich schm jeder überzeugt. Wie aber steht es mit den Winterungen der Säugetiere und Fische? Cie grundlegender Unterschied drängt sich von VW auf — dem Wandertrieb gewisser Arten von Llanlsäugern fehlt die unbedingte Regelmäßigkeit, iimi der Stadtortswechsel mancher Fischarten emtchht sich, obwohl er nachweislich alljährlich er= filblgt der allgemeinen Beobachtung. Zu den Wan- tMftigen unter den Säugetieren zählen neben dilüi Pavianen, Fischottern und Spring- biiöä e n vor allem die Eichhörnchen und Erd- oibir Backenhörnchen, eine in Erdhöhlen lebende Familie der Eichhörnchen. Unser einheimisches „Baum- oiWi-n" wandert nur ausnahmsweise, nur im Falle eimplänbüd)en Nahrungsmangels; im Norden da- fifei, vornehmlich in Sibirien, treten sie alljährlich cw-c-dehnte, Hunderte von Kilometern weite, mehr tDibir minder regelmäßige Wanderungen an, durch- ?i iditn dabei auch baumlose Strecken, durchschwim- rnm breite Ströme wie Lena und Jenissei, und i-ibirjueren Gebirge, deren Höhenzügen sie sonst gM aus dem Wege gehen. Vor allem suchen sie im Spätherbst mit überraschender Jnstmktsicher- fiteit Gegenden zu erreichen, die große Bestände an ZKb lkiefern mit reichem Zapfenbehang aufweisen, Eiern schon eine geringfügige Abweichung von dem erschlagenden Wege würde die Tiere m Dickun- pten aahrungsarmer Rottannenwälder oder in limte LLauiholzbestände führen, deren eigentliche Bewohner, die Erdhörnchen, beim Eintreffen der zu- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Montag, ?v. Zanuar 1956 Wohnhausbauten an her Marburger Straße. s ■ 2 _ In den letzten Monaten wuchsen gegenüber der Gastwirtschaft „Karls- ruhe" an der Marburger Straße mehrere Wohnhausneubauten in massivem Ziegelsteinbau auf. Mit den Bauten war Anfangs November begonnen worden. Im Rohbau sind sie bereits fertig- gestellt. Es handelt sich um insgesamt sieben neue einzeln stehende Wohnhäuser, deren jedes drei Familien aufnehmen kann. Jede der in diesen Neubauten enthaltenen Wohnungen enthält drei Zimmer. Bad und Küche Gegenwärtig ist man mit dem Innenausbau beschäftigt. Man hofft, die Häuser zum Teil bis zum 1. März bzw. bis zum 1. April fertigstellen zu können. Zu jedem der neuen Häuser gehört ein stattliches Stück Gartenland Firma H. W. Rinn. Wie wir von zuständiger von etwa 600 Quadratmeter Größe, das anteilmäßig Stelle hören, sind die neuen Wohnungen bereits alle von den Mietern bebaut werden kann. Die Jnitia- oermietet. tive für dieses Wohnungsbauprogramm liegt bei der (Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger) Der Spielplan des Gießener Sladtthealers. Montag, 20. Januar, von 20 bis 23 Uhr als Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne, Verdis Meifteroper „Maskenball" Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung der Intendant. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. — Dienstag, 21. Januar, Wiederholung der Straußschen Meisteroperette: „Die Fledermaus". Leitung haben: Walter, Wrede, Schultheis. Dauer von 20 bis 23 Uhr 15. Vorstellung im Dienstag-Abonnement — Mittwoch, 22. Jan., als 14. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, von 19.30 bis 22 Uhr, Wiederholung des Gesellschaftsstückes: „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oskar Wilde, in der Neubearbeitung von Karl Lerbs, unter der Spielleitung des I n t e n d a n t e n. — Freitag, 24. Januar, 20 Uhr, Erstaufführung des Schauspiels „Der Kanzler von Tirol" von Josef Wenter; Svielleitung Kurt L ü p k e. Dauer bis 22.30 Uhr. 15. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Samstag, 25. Januar, von 20 bis 22 30 Uhr, als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne. „Der Stern von Sevilla von Lope de Vega, aus dem Spanischen übersetzt und frei bearbeitet von Hans Schlegel Spielleitung der Intendant. — Sonntag, 26. Januar, 19 Uhr, außer Abonnement und zum letzten Male der Operettenerfolg „Die Tanzgräfin" mit Maria Perry in der Rolle der Eolette. Ende 21.30 Uhr. Leitung haben: Bräuer, Wrede, Schultheis Lhrenabend für Kapitän Schmehl. Vor kurzem hat der Oberbürgermeister der Stadt Gießen dem Kapitän und Oberregierungsrat a. D. Karl Heinrich Schmehl, einem geborenen Gießener, für feine mutigen Taten zu Wasser und zu Lande die Ehrenplakette der Stadt Gießen verliehen. Besonders bekannt wurde Kapitän Schmehl dadurch, wie bereits im Gießener Anzeiger berichtet wurde, daß er im Jahre 1903 im Hafen von Bombay eine geradezu beispiellose Rettungstat vollbracht". Dort war der Hansa-Damp- fer „Ockenfels" in Brand geraten, das Feuer drohte die aus 2000 Kisten Dnnamit, 620 000 Dnnamit- zündern und Spiritusfässern bestehende Schiffsladung zur Explosion zu bringen. Schon war nicht nur die Schifssbesatzung, sondern die ganze Bevölkerung des Hafenviertels vom Bombay in größter Gefahr, als der damalige Erste Offizier Schmehl unter Einsatz seines Lebens das Feuer zum Ersticken brachte. Er erlitt dabei schwere Brandwunden. Der frühere Kaiser verlieh dem wackeren Manne dafür den Roten Adler-Orden. Im Weltkrieg war Schmehl zunächst Navigationsoffizier auf Linienschiffen, von 1916 bis 1918 war er Erster Offizier des weltbekannten deutschen Hilfskreuzers „Wolf", dessen abenteuerliche Kaperfahrten damals die ganze Welt in Erstaunen versetzte. Als Dank für die ihm von seiner Vaterstadt Gießen zuteil gewordene Ehrung hat er sich zu einem Vortrag zur Verfügung gestellt. An Hand von 130 prächtigen Lichtbildern wird er am Freitag, 24. Januar, über die 15monatige abenteuerliche und wagemutige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf" mit dem Flugzeug „Wölfchen" berichten. Zur Eröffnung und Begrüßung wird der Herr Oberbürgermeister sprechen. Der Eintrittspreis ist mit 25 Pf, so niedrig angesetzt, daß jedem Volksgenossen der Besuch des interessanten Abends möglich ist. (Siehe heutige Anzeige.) Derbuna *är das Dinierhilsswerk Die Landesregierung hat allen unterstellten Behörden, Gemeinden und Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts den nachstehenden Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern zur Kenntnis und Beachtung mitgeteilt: Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk beabsichtigt, die Gebäude der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden in die Propaganda des Winterhilfswerks einzubeziehen und Transparente, Plakate usw an den Fassaden und Eingängen dieser Gebäude anbringen zu lassen. Bei der Sonderstellung, die das Winterhilfswerk einnimmt, bestehen keine Bedenken, die beabsichtigte Propaganda in angemessenem und zweckdienlichem Umfange ausnahmsweise zuzulassen Deutsche Iäg-rschast Jagdkreis Gießen. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters teilt mit: 1. Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat hat die Jägerschaft zu einem am Mittwoch 22. Januar, um 20.15 Uhr pünktlich in der Aula des Gymnasiums (Hindenburgwall) stattfindenden Lich^ bildervortrag „Deutsches Werdwerk im Wandel bef Zeiten" eingeladen. Es spricht Stabsjägermeistek Studienrat Ernst H ö l z e l. Eintritt gegen Vor» zeigen des Jagdscheines 10 Pfennig. 2. Der Hegering Gießen hält am Samstag, 25. Januar, um 20.30 Uhr, im „Hindenburg" eins Hegeringverlammlung ab. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen aller Jagdscheininhaber des Hegeringbezirkes ist Pflicht. 71SLB. Kachfchast Volksschule, Sießen-Sladt. Sitzung der Arbeitsgemeinschaften Deutsch und Geschichte - Vorgeschichte am Mittwoch, 22. Januar, 16 Uhr, im Physiksaal der Schillerschule. Sitzung des provinzialausschuffes als Verwaltungsgerich'shof. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen als Verwaltungsgerichtshof hatte sich in feiner Sitzung vom Samstag zunächst mit dem Karl Walter in Wieseck zu beschäftigen, der eine ganz ansehnliche Vorstrafenliste zu verzeichnen hat. Hochtrabend war die Aufmachung seiner Briefköpfe und Rundschreiben, und wenn er ein Opfer in der Hand hatte, dann legte er ein Geschäftsgebahren an den Tag, das jeder Beschreibung spottet. Nur ein Fall fei hier erwähnt. Ein Landwirt, der in Not geraten war, kam ratsuchend in die Hände Walters und beauftragte diesen, durch Einleitung eines Entschuldungsverfahrens ihm Erleichterungen zu verschaffen. Walter brachte es fertig, den Landwirt unter Ausnützung dessen Gutgläubigkeit um einen Betrag von 540 Mark zu bringen und in seine eigene Tasche zu stecken. Das Geschäftsgebahren und die unlauteren Praktiken gaben dem Prooin- zialausschuß Veranlassung, dem Karl Walter in Wieseck die gewerbsmäßige Besorgung fremder Rechtsangeleaenbeiten und bei Behörden wabrzu- nehmender Geschäfte sowie die gewerbsmäßige Vermittlung von Jmmobili"n und Darlehen 3u untersagen. Die Kosten des Verfahrens hat Walter unter Zugrundelegung eines Streitwertes von 2000 Mark zu tragen. Ferner kamen die Klagen der Jakob Hildebrand Eheleute, des Wilhelm C r o m b a ch und der Wilfried Guericke Erben in Bad Nauheim wegen Heranziehung zu den Kosten des Geländeerwerbs für die Wege zwischen Karlstraße und Waitz-von-Eschenstraße in Bad Nauheim zur Verhandlung. Der Provinzialausschuß stellte fest, daß die Kläger tur Zahlung der ihn»n von der B ''raer- meifteret Bad-Nauheim angeforderten Gelände- ■'rurrbgfoften nicht verpflichtet sind Die Kosten des Verfahrens find von der Stadt Bad-Nauheim zu tragen. SchulunaS- und Kamerodschoffsabend der ^achschaff „Ve'chakahn". Der Schulungs- und Kameradschaftsabend der Fachschaft „Reichsbahn" am Samstag im (Safe Ebel war gut besucht. Nach musikalischer Einleitung widmete Fachschaftsleiter R e u s ch den Kameraden, besonders dem Redner des Abends und Kreisleiter z. b. D. Adam Lotz, den Willkommengruß. Anschließend hielt der stellv. Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte der NSDAP., Zollinspektor Ulrich, einen Vortrag über „Die Bedeutung und Auswirkung der drei Grundformen der Berufsarbeit". In feinen berufs- und wirtschafts-ethischen Betrachtungen machte er verständlich, wie bei rechtem Hineinwachsen in den Beruf zu der inneren Verbundenheit mit der Arbeit auch die innere Be- friebiaung tritt, bie eine Steigerung ber Leistungen zur Folge haben unb burch bie bann in 23er- binbung mit der Gesamtleistung des Volkes Arbeit sich als Segen auswirke Die Gesamtheit der Leistungen eines Volkes lasse drei Grundformen der Berufsarbeit erkennen: die Arbeit des Bauern, des Handwerkers und des Geistesarbeiters, die die Volkskultur geschaffen haben. Rückschauend betrach- gewanderten Artgenossen unter den vorhandenen Mengen an Eicheln und Bucheckern bereits gründlich aufaeräumt haben. Die Eichhörnchen rücken bei ihren Märschen nicht, wie Ziesel und Lemming, in geordneten Zügen vor, sondern schweifen in verteilten Gruppen und Haufen über Berg und Tal, bis sie die Landstriche, wo, bildlich gesprochen, Milch und Honig für sie fließt, erreicht haben Wie stark dieser Wandertrieb unter Umständen ist, beweist die Beobachtung, daß man bei derartigen Zügen ganze Eichhornvölker angetroffen hat, die mit einer ansteckenden eitrigen Zehenentzündung behaftet waren; dennoch den Marsch unbeirrbar fortsetzen. Zu den wanderfrohen Säugern zählen auch die Lemminge, eine zur Familie der Wühlmäuse gehörige Nageart, kleine, gedrungene, auf höheren Gebirgen, stellenweise aber auch in Steppen leb"nde Tiere, die in fruchtbaren Jahren ungeheure Wanderungen antreten, wobei ihre Feinde, sonderlich die mittelgroßen Raubvögel, deren Hauptnahrung sie in manchen Gegenden bilden, zu folgen pflegen. Auch für den Lemming gibt es kaum ein natürliches Hindernis, das er nicht zu bewältigen vermöchte; dabei aber treten sie in Mengen auf, die sich einer sicheren Schätzuna entziehen, ohne Zweifel aber in jedem Einzelfall Millionen umfassen. Wiederholt sind schon solche Lemmina-Wanderungen den kanadischen Weizengebieten verhängnisvoll geworden. Am bemerkenswertesten von allen Tier- wanderungen aber erscheinen neben den der Zugvögel die der Wasserbewohner, um so mehr als diesen alle Orientierungsmöalichkeiten fehlen. Von den regelmäßigen Zügen der Sprotten und Thunfische sei hier abaesehen, denn die Annahme der Wissenschaft, diese Massenzüge kämen nicht aus entlegenen Gebieten des Weltmeeres, sondern stiegen aus mehr oder minder großen Tiefen der See an die Oberfläche, hat viel für sich. Doch von den Meeressäugern wissen wir mit Sicherheit, daß sie weite Wanderungen unternehmen, z. B. gewisse Robbenarten. Diese kommen immerhin zeit, weilich noch mit dem Land in Berühruna, so daß ihnen nicht jede Orientierungsmöglichkeit abgeschnitten ist; bei den ausschließlich im Wasser lebenden Walen kommt jedoch eine solche nicht in Frage, sie sind auf ihren natürlichen Instinkt angewiesen und die riesenhaften Wale treten alljährlich weite Reisen an. Die meisten fischfressenden Waltiere, von denen die größeren fast sämtlich in der kalten Zone, an den Küsten Grönlands und Spitzbergens leben, ziehen im Dezember den Heringsschwärmen nach, vornehmlich die Delphine und Springwale, die Meerschweine und Finnfische oder Furchenwale, ihnen schließen sich die Schwertfische an, die im Januar die norwegische Küste erreichen. Im Atlantischen Ozean erscheinen die Grundwale und Schnabelwale, in der Bucht von Biskaya die Nordkaper. Gegen Ende Februar, also bei steigender Erwärmung, wenden sich die meisten der vorher nach Süden wandernden Wale wieder nach Norden, die Geschwader des langfloffigen Finnwals erscheinen im März schon an den Bermuda-Inseln, um die gleiche Zeit verläßt der Schwertwal mit nördlichem Kurs den Gold von Biskaya, im April sind Narwale und Grönlandwale bereits wieder in der Baffinsbai, also im hohen Norden, angelangt, um ihn im Setember wieder zu verlassen und von neuem südlich zu ziehen. Die Uebereinftimmung der Wanderungen der Wale mit denen der Zugvögel zeigt sich am deutlichsten in der Regelmäßigkeit ihrer iöhrlichen Wiederholung, und zwar sowohl hinsichtlich der Zeit wie der gewählten Straßen, Standorte und Ruheplätze, obwohl sie nicht ganz die südlichen Breitengrade erreichen, unter denen die Zugvögel den Winter verbringen Der Wandertrieb von Norden nach Süden und umgekehrt ist also keineswegs auf die Zugvögel beschränkt Kahri nach her Teufeisinsel In diesen Tagen hat wieder einmal die „Martiniöre" mit ihrer traurigen Menschenlast an Bord die Ueberfahrt nach Cayenne angetreten. 350 Verbrecher, die zur Verschickung in die Strafkolonie verurteilt wurden, sind ihre Passagiere, und in Nordafrika soll die „Martiniöre" weitere 300 Gefangene aufnehmen. Vergeblich hofften die Verurteilten, daß die feit geraumer Zeit erhobenen Einwände gegen die Deportation sich durchsetzen würden und daß man zunächst davon Abstand nehme, weitere Gefangene nach Südamerika zu verfrachten. Aber während die Gegner dieser Strafe, die den Aufenthalt in Cayenne als ein Leben in der Hölle bezeichnen, jeden erzieherischen Wert dieser Strafe in Zweifel ziehen, haben die Strafvollzugbehörden wieder eine Liste von Verurteilten zusammengestellt und ihre Verbringung nach dem Hafen angeordnet, von dem aus jeweils die Fahrt angetreten wird. Gemäß den Anweisungen der Polizei müssen beim Abtransport der Verurteilten, der früh am Morgen stattfindet, alle Fenster, die auf die Straße führen, durch die der grausige Zug geht, geschlossen bleiben. Weiterhin soll niemand auf den Straßen sein; aber auch diesmal fanden sich wieder viele Angehörige der Verurteilten ein, um hier noch einmal wortlos Abschied von ihnen zu nehmen. Zeitsckriffen — Im Januarheft der „Zeitwende" (Wi- chern-Verlag, Berlin-Spandau) schildert der Psychotherapeut Dr. Johannes Neumann den „Menschen der Angst", die Lebensangst als stärkste Triebkraft des von allen Bindungen gelösten, „emanzipierten" modernen Menschen und als Hauptursache aller seelischen Erkrankungen: den Glauben als einzige Rettung. Es zwingt zum Aufhorchen wenn er hier aus feiner Erfahrung nüchtern und sachlich feststellt: „Der Mensch von heute braucht das Evangelium. Und 3mar nicht als eine Weltauffassung, der er in willkürlicher Wahl wegen ihres gedanklichen Gehaltes oder ihrer gedanklichen Möglichkeiten vor anderen den Vorzug chbt, sondern weil er in feiner Selbstveraottung einfach nicht mehr leben kann." Die Betrachtung von Professor D. Johannes von Walter über „Meister Eckhard im Kreuzfeuer neuzeitlicher Weltanfchauungskämpfe" arbeitet die Zwiesnältigkeit im Denken dieses heute vielberufenen Mystikers deutlich heraus: feine Herkunft einerseits aus neuplatonischen, andererseits aus augustinischen Gedankengut, eine Zwiespältigkeit, die zwar die erstaunliche Tatsache erklärt, inwiefern beute sowohl der römische Katholizismus wie der Deutschglaube Eckhard für sich in Anspruch nehmen können, die aber für eine nüchterne Betrachtung diesen selbst schwankenden Denker nicht als geeigneten Führer in die religiöse Zukunft unseres erfd)"inAn läßt. — Der Brinz von W">les, der Thronanwärter des britischen Weltreiches, ist durch seine Ansprache an die deutschen Frontkämpfer und durch feine Stellungnahme zu einer innerenglifchen Frage in das scharfe Rampenlicht der Weltbühne gerückt worden. Seiner Persönlichkeit und seiner Stellung im öffentlichen Leben Englands widmet das neue Heft der „I l l u ft r i r t e n Zeitung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) mehrere Bildseiten. — Von der neuen Universitätsstadt in Rom, die in ihrer Gesamtheit 20 Gebäude umfaßt, und um die herum ein mächtiger Komplex von wissenschaftlichen Instituten entstanden ist, wird in Wort und Bild ausführlich berichtet. Ein weiterer Beitrag bringt interessante Aufnahmen vom Suezkanal, der, gleich wichtig für Verkehr und Po» litik, durch den abessinisch-italienischen Konflikt erneut im Mittelpunkt des Weltgeschehens steht. Der bedeutende Kinderarzt Geheimrat Profesfok Dr. Adalbert Czerny, seit langen Jahren Direktor der Universitäts-Kinderklinik in Berlin, übernimmt den Lehrstuhl für Kinderheilkunde an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf und die Leitung der dortigen Kinder- und Jnfektionsklinit. tet finden wir den Bauern am Ursprung, dessen Arbeit die Grundlage für alle Berufsarbeit wurde. Der Handwerker steht neben dem Bauern, denn der Bauer bedarf des Arbeiters, der ihm feine Handwerkzeuge schafft, und beide ergänzen sich. Dem Arbeiter ist im Ringen um einen neuen Glauben die soziale Verbundenheit zuerst aufgegangen. Seine Arbeit bekommt neuen Sinn in oer sozialistischen Verbundenheit mit dem Gesamt- schafsen feines Volkes. Aus dem Grundsatz: Einer für alle und alle für einen! ist zugleich abgeleitet die Verpflichtung des Staates, dem Arbeiter die Grundlage für eine freudige Arbeit zu sichern. Die nationalsozialistische Regierung Adolf Hitlers ist unermüdlich bestrebt, den letzten Volksgenossen in Arbeit zu bringen und ihm seine wirtschaftliche Lage zu verbessern. In diesem Zusammenhang wies der Vortragende aus die Rede des Führers hin, die dieser anläßlich Der Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahn in Nürnberg gehalten hat. Der Führer habe in dieser Rede betont, daß man aerobe in der Eisenbahn das erste ganz große sozialistische Unternehmen zu sehen habe gegenüber den Gesichtspunkten der Vertretung rein kapitalistischer Einzelinteressen. Der Führer wies ferner darauf hin, daß sich der sozialistische Charakter der Reichsbahn auch darin ausdrücke, daß sie eine Warnung darstelle gegenüber den ausschließlichen Ansprüchen der privatkapitalistischen Doktrin. Die Reichsbahn, das größte Wirtschaftsunternehmen und der größte Auftraggeber der ganzen Welt, fei der lebendige Beweis dafür, daß man sehr wohl ein Gemeinschaftsunternehmen führen könne, ohne privatkapitalistische Tendenz und ohne privatkapitalistische Führung. Dabei sei dieser im höchsten Sinne des Wortes sozialistische Gemeinschaftsbetrieb der bestgeleitete, bestorganisierte und kaufmännisch rentabelste Betrieb. „Berufskameraden", so sagte der Redner weiter, „Sie sind zu beglückwünschen, in einem solchen, in wirtschaftspolitischer Hinsicht einzigartigen und richtunggebenden Betrieb arbeiten zu können zum Wohle des Volksganzen, daß Sie als Wirtschaftspioniere einer neuen Zeit und eines neuen Geistes arbeiten dürfen für einen Staat, der sich ganz aufbauen soll auf dem Gedanken, daß Gemeinnutz vor Eigennutz zu stehen hat." Der Vortragende vollendete die Betrachtungen über die Entwicklung des Arbeiters mit der Feststellung seiner kulturellen Leistungen, die ihn als Glied zwischen Bauer und Geistesarbeiter stellen. Der Geistesarbeiter, als die dritte Grundform, schaffe ebenfalls aus dem Ursprünglichen; denn vor Pflug und Hammer war der Geist. Das leitet aber nicht ein Sonderrecht der Ueberheblichkeit ab, da er ursprünglich nur bleibe in der Verbindung mit Bauer und Arbeiter. Nach einigen grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben und Verpflichtungen des Beamten schloß Kreisamtsleiter Ulrich seinen Vortrag mit dem Hinweis auf den Führer als das hervorragendste Vorbild für1 Den deutschen Beamten. Den mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen ließ Fachschaftsleiter R e u s ch in packenden Worten die Schilderung der Reichsgründung durch den eisernen Kanzler Bismarck, deren Tag sich jährte, folgen, der er eine Betrachtung über die Entwicklung des Reiches bis zur Wiedergewinnung der Macht durch den Nationalsozialismus anschloß. In das auf Volk und Führer ausgebrachte „Sieg- Heil" wurde freudig eingestimmt und die ersten Verse des Horst-Wessel- und des Deutschland-Liedes gesungen. Im Auftrage des Intendanten und der NSG. „Kraft durch Freude" richtete Herr Kurt Richter vom Gießener Stadttheater einen packenden Appell an die Kameraden von der Reichsbahn, so weit es ihnen der Dienst erlaube, das Theater zu besuchen und nach eigenen Kräften durch die Entsendung ihrer Frauen das Theater zu unterstützen. Er wies auf die Werbeveranstaltungen hin und darauf, daß einem gemeinsamen Werk der Erfolg nicht versagt fein werde. Die Erhaltung dieses Kunstinstitutes sei Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Derlag, Berlin. Schluß. „Versteh' mich nicht falsch", fuhr sie fort. „Ich sage nicht, daß du mich bewußt belügst, dessen bist du nicht fähig. Ich kann nur deinem Herzen nicht mehr glauben. Du glaubst ihm ja selber nicht mehr. Heute meinst du, daß es nur Mitleid ist, und morgen rüttelst du an den Fesseln, die dich an mich binden. Ich bin dessen müde geworden, es muß ein Ende haben. Je eher es geschieht, desto besser ist es für uns alle beide." Eine müde Traurigkeit war in der Bewegung, mit der sie den Blick wieder dem Fenster zuwandte. Günter sah ihr mit schmerzenden Augen in das verhärmte Gesicht, das er — nie so sehr geliebt hatte wie in diesem Augenblick. Er hätte sie in seine Arme nehmen und sagen mögen: „Es ist ja alles nicht wahr, Annelies! Es war ja nur ein böser Traum. Ich liebe dich, nur dich!" Aber sie war ihm so weit entrückt, so fern und fremd geworden. Sie war müde geworden bei den inneren Kämpfen — ja, und sie war ihm dabei entglitten. Nun war es also wirklich so weit, daß ihm nichts blieb — nichts als das Bewußtsein, ein liebendes, vertrauendes Menschenherz langsam zugrunde gerichtet zu haben... Er atmete ein paarmal schwer, bann trat er roieber auf sie zu „Ich kann es verstehen, Annelies, wenn du müde geworden bist — keiner kann es so gut verstehen wie ich, der ich schuld daran bin! Aber laß das nicht dein letztes Wort sein. ,Jch werde immer für dich da sein!' hast du mir damals gesagt — weißt du es noch? Und ich bitte dich, bleib mir Annelies — bleib mir! Du weißt ja nicht, wie sehr ich dich noch brauche." Ein leises Zucken ging um ihre Lippen. Sie sah ihn nicht an, aber sie sagte: „Ich bin ja da, ich bleibe ja da. Du wirst mich immer finden, wenn du mich brauchst. NUr — du sollst dich nicht mehr an mich gebunden fühlen." Er nahm ihre Hand und zog sie an seine brennenden Augen. Sie ließ es geschehen. Dann entzog sie ihm die Hand wieder. Mit langsamen, schweren Schritten ging sie hinaus in die Küche. 16. Kapitel. Costa trat an die Loge des Pförtners vom Continental-Hotel heran. „Ich möchte zu Frau Rechberg. Die Zimmernummer, bitte!" „Nummer drei, erstes Stockwerk!" lautete die höflich gegebene Auskunft. Costa dankte kurz und wandte sich wieder ab. Einer der Hotelpagen machte ihn zuvorkommend AuW zum Reichsberufswettkamps 1936. Tagung der Wettkampfleiter und -leiterinnen aus 15 Kreisen in Gießen. Am geftriaen Sonntag fand im Saale des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße, in Gießen eine Tagung der Wettkampfleiter und -leiterinnen zur Vorbereitung des Reichsberufswettkampfes 1936 statt. An der Tagung nahmen etwa 400 Personen aus 15 Kreisen des Gaues Hessen-Nassau teil. Nach einem musikalischen Gruß des Musikzuges der Gießener HI. und dem gemeinsam gesungenen Liede „Brüder in Zechen und Gruben" sprach Gaujugendwalter Sauer über den Sinn und Zweck der Reichsberufswettkämpfe, deren dritten die deutsche Jugend Anfang Februar durchführt. Der Redner begrüßte es mit Freude, daß das Verständnis für das Wollen und die Ziele der HI. in immer breitere Volkskreise immer tiefer einbringt und sich immer mehr Helfer der Sache der HI. zur Verfügung stellen. Er wies weiter darauf hin, daß unter den Verhältnissen des früheren Systems und auch vor dem Kriege bei der tiefen Spaltung unseres Volkes ein Unternehmen wie der Reichsberufswettkampf unmöglich war, aber heute, da der Führer das ganze deutsche Volk geeint und mit einem einheitlichen Willen erfüllt hat, mit Leichtigkeit durchzuführen ist. Bei dieser Arbeit zum Wohle der deutschen Jugend und zum Nutzen des ganzen deutschen Volkes begrüßt die Jugend alle Helfer, die sich zu ihr bekennen, auch an Jahren ältere Menschen, deren Herzen und Denken aber jung geblieben und die darum als in ihrem Wirken und Streben der Jugend gleichgerichtet anzusehen sind. Mit Hilfe dieser an Erfahrungen reichen Volksgenossen, aber auch aus der eignen Kraft der Jugend soll der Reichsberufswettkampf dem Zweck dienen, die Mängel der früheren Berufsausbildung zu beseitigen und das fachliche Können der Arbeiter der Stirn und der Faust immer mehr zu vertiefen und zu vervollkommnen, damit ein hervorragend ausgebildeter fachlicher Nachwuchs auf allen Gebieten der Arbeit geschaffen wird. Wie stark das Interesse der Jugend an den Reichsberufswettkämpfen sich gesteigert hat, geht daraus hervor, daß im Gau Hessen-Nassau im Jahre 1934 rund 18 000, im Jahre 1935 rund 32 000 Teilnehmer am Berufswettkampf zu verzeichnen waren, für den bevorstehenden Wettkampf aber 56 000 Jungens und Mädels des Gaues Hessen- Nassau sich gemeldet haben und damit die in Betracht kommende Jugend fast restlos erfaßt ist. Rund 8000 Wettkampfleiter in über 300 Orten des Gaues werden diese Arbeit in ehrenamtlicher Tätigkeit leiten, wie überhaupt die ganze Vorarbeit und die Auswertung des Reichsberufswettkampfs in völlig ehrenamtlicher Arbeit vollbracht wird. Aus den Erfahrungen dieses Reichsberufswettkampfes soll dann auch die künftige Winter-Schulungsarbeit bestimmt werden. Mit der eindrucksvollen Aufforderung, in der Arbeit und ihrer Erledigung immer nur Dienst an Deutschland zu sehen und sich dabei stets vor Augen zu halten, daß die nationalsozialistische Weltanschauung und die Arbeit eine untrennbare Einheit zum gedeihlichen Aufbau des deutschen Volkes sind, schloß der Redner seine von starkem Beifall begleiteten Ausführungen. 3g. Niese von der Gaujugendwaltung gab sodann an Hand der Bewertungsbogen für den Reichsberufswettkampf eine Reihe von technischen Aufklärungen. Dabei teilte er u. a. mit, daß für praktische Arbeiten 70 Punkte als Höchstzahl in Betracht kommen, für theoretische Arbeiten 30 Punkte und für weltanschauliche Aufgaben 20 Punkte; bei den Mädels kommen außerdem für Arbeiten auf dem hauswirtschaftlichen Gebiete noch 30 Punkte als Höchstzahl in Betracht. Danach kann ein Junge bei vollwertigen Leistungen auf allen Aufgabengebieten im Höchstfälle 120 Punkte, ein Mädel im Höchstfälle 150 Punkte erringen. Für den 2. Februar ist ein großer Teilnehmerappell mit der feierlichen Aushändigung der Beteiligungsurkunden vorgesehen. Die Auswertung der Ergebnisse wird nach den Anordnungen der obersten Leitung des deutschen Berufswettkampfes so beschleunigt durchgeführt, daß wiederum, wie bisher schon, am Tage der nationalen Arbeit, 1. Mai, bas Ergebnis der Öffentlichkeit bekanntgegeben wird. 3gn. Leus als Vertreter des Reichsjugendamtes, sprach der Versammlung die Grüße des Obergebietsführers Axmann, des Organisators des Reichsberufswettkampfes, aus und berichtete weiter über Fragen der Organisation und der Auswirkungen dieses Wettbewerbs. Zum Schlüsse nahm er den Wettkampfleitern und -leiterinnen die Verpflichtung ab, sich voll und ganz für ihre Aufgaben einzusetzen im Geiste des ersten Arbeiters des Dritten Reiches, des Führers Adolf Hitler. Hierauf wurde die Tagung in üblicher Weife mit dem Gruß an den Führer geschloffen. Im Laufe des Sonntagnachmittag fanden noch Sondertagungen der einzelnen Berufsgruppen statt, in denen Spezialfragen behandelt und geklärt wurden. Neichsberusswettkampf und Berufsschulunterricht. Die Landesregierung — Abt. II — hat an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Zur Durchführung des Reichsberufswettkampfes kann auch in diesem Jahre der Unterricht in der Berufsschule in der Zeit vom 3. bis 15. Februar ausgesetzt werden. Ich erwarte, daß sich die Lehrkräfte, soweit sie benötigt werden, zur Verfügung stellen und ersuche die Schulämter, olle Einzelheiten mit den örtlichen Dienststellen der Jugendwoltung der Deutschen Arbeitsfront zu vereinbaren und eine reibungslose Abwicklung sicherzustellen. Angelegenheit jedes Einzelnen, und mit frischem Mut sei schon manches schwere Werk geschafft worden. Gemeinsame Gesänge, musikalische Darbietungen und Unterhaltung füllten im übrigen das kameradschaftliche Beisammensein aus. * * * Schulpersonalien. Ernannt wurden der Lehrer Jakob U s i n g e r zu Alsfeld zum Rektor an einer Volksschule im hessischen Landesdienst; der provisorische Gewerbelehrer August Schwarzhaupt aus Ranstadt, Kreis Büdingen, unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Gewerbelehrer an einer Berufsschule im hessischen Landesdienst. * * I n den Ruhe st and versetzt wurde der Bürodirektor Philipp Haller bei dem Hessischen Hochbauamt Gießen unter Anerkennung seiner dem Reiche geleisteten treuen Dienste. * * Eine Fünfundsiebzigjährige. Am heutigen Montag, 20. Januar, kann Frau Johannette Zinn, geb. Reitz, Ederstraße 4 wohnhaft, in bester geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburts- auf den Fahrstuhl aufmerksam, aber er verzichtete darauf. Mit festen, elastischen Schritten stieg er die mit einem breiten Läufer belegte Treppe hinauf. Ein erwartungsvolles „Herein!" antwortete ihm auf sein kurzes Klopfen an die Tür zu Mias Zimmer. Langsam öffnete er die Tür und blieb einen Augenblick stumm auf der Schwelle stehen. Von der beguemen Chaiselongue an der linken Wand des Zimmers hob sich langsam der Oberkörper einer schönen Frau. Die geschmeidige Spannung dieser Bewegung löste sich plötzlich und wurde zu einer jähen Haltlosigkeit. Den linken Ellbogen aufgestützt, starrte Mia mit schreckhaft geweiteten Augen und kreideweißem Gesicht dem Besucher entgegen, der jetzt langsam über die Schwelle trat und die Tür hinter sich schloß. „Das hast du wohl nicht erwartet?" sagte Costa mit einem harten Gesicht, wie sie es nicht an ihm kannte. Die gefürchtete Stunde war da. Und Costas Auftreten zeigte nur zu deutlich die Gefahr, die mit ihm kam. Mit gewaltsamer Anstrengung richtete Mia sich vollends auf und zwang ein Lächeln auf ihr Gesicht. Costa legte die Hände in die Seiten und sah sie aus halb geschlossenen Augen an. „Was für ein komisches Lächeln du hast! Das kennt man ja noch gar nicht an dir. Du hast doch nicht etwa Angst vor mir?" Einen Augenblick noch schwieg Mia. Dann lachte sie plötzlich auf. „Was für ein Einfall! Aber ich bin natürlich überrascht, daß du da bist Also hast du mich wirklich aufgestöbert. Aber ich freue mich, es fängt hier schon langsam an, langweilig zu werden." Sie streckte ihm die Hand entgegen. Er behielt seine Haltung bei und sah auf ihre Hände herab. „Was für wundervolle Hände du hast! Hände, die man lieben konnte. Wenn man wahnsinnig genug wäre, es zu tun. Nur — es scheint, daß sie nach allem greifen müssen, was ihnen gefällt. Ist es nicht so?" Mia ließ die Hand sinken. Ihre Augen schlossen sich zu einem kleinen Spalt. Sie suchte vergeblich nach Worten. „Also du freust dich, daß ich da bin?" fuhr Costa fort. „Kann ich mir denken. Du brennst natürlich darauf, mir zu berichten, wie es Günter Sartorius geht — nicht wahr?" Mia erschrak. Also wirklich! Er wußte... Sie riß sich wieder zusammen. „Ach, Sartorius...? Erinnerst du dich an den überhaupt noch?" Dann lachte sie plötzlich wieder auf. „Du bist doch nicht etwa gar eifersüchtig?" „Eifersüchtig? Der Himmel bewahre mich davor!" „Na, Gott sei Dank! Ich habe ihn übrigens wirklich ein paarmal getroffen." „Ich weiß!" "So? Du scheinst ja gut unterrichtet zu sein. Also doch ein bißchen Eifersucht! Sartorius ist übrigens verlobt und wird bald heiraten." „Hoffentlich!" Mia sah iyn wieder unsicher an. „Wie meinst du das?" „Ich hoffe, daß er bald heiraten wird. Aber nicht dich, sondern die kleine Fahrenkamp." Mia verfärbte sich wieder. Costa richtete sich auf. „Ehe ich sage, weshalb ich gekommen bin, wirst du mir freundlichst ein paar Fragen beantworten. Erstens: Du hast mich los sein wollen — nicht wahr?" „Das ist ein bißchen heftig ausgedrückt, finde ich. Ueberhaupt..." „Zweitens: Du bist jetzt hinter Sartorius her?" Ein zuckendes Lachen antwortete ihm. „Ja oder nein?" forderte er. Sie bog sich unter seinem Blick unwillkürlich zurück. Ihre Gedanken kreisten wie in einem Wirbel. So kam man nicht zum Ziel; wenn Costa die Oberhand gewann, war alles verloren. Man mußte es auf andere Weise versuchen. Sie richtete sich plötzlich auf, ein kleiner Blitz schoß aus ihren Augen. „Du, hör mal, in solchem Ton lasse ich nicht mit mir reden, das solltest du eigentlich wissen. Wenn dir an meiner Freundschaft gelegen ist, dann betrag' dich auch, wie es einem anständigen und vernünftigen Menschen zukommt. Du benimmst dich ja geradezu unglaublich. Ich mochte zu deiner Entschuldigung annehmen, daß du ein bißchen stark gefrühstückt hast." Auf Costas Gesicht erschien ein hartes Lächeln. „Ich habe weder zu stark gefrühstückt, noch ist mir an deiner Freundschaft gelegen. Ich bin in doppelter Hinsicht nie nüchterner gewesen als in diesem Augenblick. Das wäre das Erste, was ich dir zu sagen hätte. Und das Zweite: Sartorius ist trotz allem ein durchaus anständiger Charakter. Ich lasse nicht zu, daß du mit ihm dasselbe Spiel treibst wie mit mir, oder daß er mit einer Frau, wie du es bist, in sein Unglück rennt." Ein leises, unterdrücktes Zischen kam von Mias Lippen. „Ach so, wenn ich recht verstehe, willst du zu ihm gehen und ein bißchen die Klatschbase spielen...?" Ihre Stimme triefte von Hohn, aber in ihr war eine wühlende Angst, die ihr schönes Gesicht zu einer Grimasse verzerrte. „So ungefähr ist es", erwiderte Costa unbewegt. „Und damit du ganz klar siehst, warum ich zu diesem mir keineswegs sympathischen Mittel greife: Ich tue es um seiner Braut willen. Ich habe sie kennengelernt und gesehen, daß sie ein todunglückliches Menschenkind ist. Todunglücklich durch dich! Ihr will ich wieder zu ihrem Glück zu verhelfen versuchen." Wenige Augenblicke später stand Costa wieder auf der Straße. Er sah aus wie ein Mensch, der etwas Häßliches von sich abgetan hat. Annelies staubte in der Diele die Möbel ab. Es geschah rein mechanisch und war zudem überflüssig; die alte Kathrin hatte bereits ihre Schuldigkeit getan. Annelies hielt plötzlich inne — war das nicht Costa, der da auf das Haus zukam? Ja, jetzt er- Weg^helna: I Men'7?, ihre« Ei« @»"i ff** fie 1 W4 tag begehen. Die Jubilarin ist leit 40 Jahren treu, Bezieherin des Gießener Anzeigers. , ** Eine Zahlungsmahnung veröfienb: licht die Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen im 1 heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf auf. merksam gemacht. ** Gesangs-Konzert in der Chlrur. gischen Klinik. Die Sängervereinigung Wiesej erfreute am gestrigen Sonntagnachmittag einen in der Chirurgischen Klinik befindlichen Sangesbruder und darüber hinaus auch die übrigen Pattenten und das Klinikpersonal mit einem Gesangs-Konzert unter Leitung des Chormeisters Philipp Groß. Die Sänger brachten einen Kunstchor, außerdem Volkslieder in klangvoller Weise zu Gehör. Die schönen Darbietungen bereiteten den Zuhörern einen erlesenen, mit Dankbarkeit begrüßten Genuß, der den Pattenten ein Lichtblick in ihren Leiden und den Pflegern ein Ansporn für ihre Arbeit war. Bei dieser Gelegenheit fei noch bemerkt, daß die Sängervereinigung durch Beschluß ihrer jüngsten Generalversammlung auch einen namhaften Be- trag für das Winterhilfswerk stiftete. ** Landarbeiter auf Urlaubsfahrt. Am Samstagnachmittag passierten zwei große Auto-Omnibusse mit etwa 100 Landarbeitern und Landarbeiterinnen aus dem Bückeburger Land, letz, tere in ihrer heimatlichen Tracht, unsere Stadt auf der Durchfahrt nach Limburg. Die Insassen der Autobusse, junge und ältere Leute, begaben sich nach der Limburger Gegend, um dort einen vom Reichs» nährstand veranlaßten Erholungsurlaub zu verbringen und dabei neue Kraft zu gewinnen für ihre weitere schwere Arbeit im Dienste der deutschen Volksernährung. Die Arbeitskameraden dieser Urlauber-Fahrt werden von Limburg aus mit den Autobussen Besuchsfahrten über Koblenz den Rhein hinauf bis in den Rheingau unternehmen und dann durch den Taunus wieder nach ihren Urlaubsorten zurückkehren. Sie freuen sich, durch diesen Urlaub nun ebenfalls ein schönes Stück unseres deutschen Vaterlandes kennenzulernen und den Segen der Urlaubs-Ausspannung auch einmal genießen zu können. Die Urlauber werden während ihres Aufenthaltes in unserer engeren Heimat in fürsorg- licher und anerkennenswerter Weise von der San« desbauernschaft Hessen-Nassau betreut. Am kommenden Samstag werden die Urlauber von Limburg aus mit den Autobussen wieder die Heimfahrt antreten, um dann mit neuer Kraft an ihr Werk zu gehen. Im Verlause der nächsten Wochen sollen im Rahmen dieses Landarbeiter-Urlaubs weitere Besuche unserer Gegend erfolgen, darunter auch des Kreises Gießen. ** Beim Sport verunglückt. Am Samstagabend ereignete sich in der Sportstunde ein Unfall. Ein hiesiger SA.-Mann kam bei einem Sprung über das Pferd so unglücklich zu Fall, daß er mit einer schweren Verletzung des linken Armes in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. ** Sie Kneipp-Bewegung, Ortsgruppe Gießen, eröffnete mit einem öffentlichen Vortrag im „Bayerischen Hof" eine Reihe von Vorträgen und praktischen Hebungen, Lehrausflügen usw. Nach der Auffassung des Ortsgruppenleiters Sier gilt die'erhöhte Betätigung nicht nur etwa der Erfassung angekränkelter oder kranker Menschen, sondern vor allem gesunder und junger Volksgenossen. Diese sollen in die Gedankenwelt einer neuen Lebensweise eingeführt werden, um vorzubeugen und Kräfte zu erhalten. In ihrer Auswirkung ist die Kneipp-Bewegung in vielfacher Hinsicht auf den Lebensgebieten der Ertüchtigung, der Fruchtbarkeit, der Gesunderhaltung und der Pflanzennahrung ein beachtlicher Aufbaufaktor für das Gesamtwohl des Volkes, dem volkshygienisch, volkspolitisch und volksw'.tschaftlich heute besondere Bedeutung und Wü igung zu- gemessen wird. In sehr lebhafter tr erfrischender Art sprach nicht nur für Frauen, sondern für die allgemeine Lebenshaltung die Lehrerin der KneippBjJ ssiegsopW fe| '«i,“l .«jiiobann ■ fei Eni denkwurdM Kiburd) e| W, das Zweüel »en WM ' M IwVfürl tewe »e gtaatenbunb W «her noch W D »altbl.eben | Dielen ihrer R gar getan! Noch Hern, noch stände Hnds und noch gnb Untertan, zv Mstum waren im germanischen Yente der Fürst iim gründe abe Nöinischen Sinn \N- 2n seinen W der Redner len Erfolgen u Das Dritte ’ ■uf die Gegen, »roßen gemein bildet werden wahren Führer verbunden ist. Idas große Er/e . es der Mtrie Uebnis blieb unb mittelbar nach d mehr der zivile Selb oder Bildu Bert. Der Anbl Island hatte ii Vaterland, der ! kannte sie ihn. Was wollte er? Ehe es ihr richtig zum Bewußtsein tarn, lief sie schon die Treppe hinauf. Es ist nicht recht!, klang es in ihr. Es ist nicht recht; ich muß ihn wegen des Wagens um Entschuldigung bitten! Aber sie eilte weiter. Nein, sie mochte ihm nicht wieder gegenübertreten, nicht jetzt — er wußte offenbar alles. Fremde Menschen durften so etwas nicht wissen! Sie eilte in ihre Wohnung hinaus und schlug die Tür hinter sich zu. Mit klopfenden Schläfen wartete sie, daß sich irgend etwas ereignen würde. Nichts geschah, niemand fragte nach ihr. Zu wem hatte Costa gewollt? Zu Günter...? Sie zitterte bei diesem Gedanken. Wenn es zu einer Aussprache oder gar zu einer Auseinandersetzung mit Günter kam, dann gab es vielleicht ein Unglück. Nahezu eine Stunde war vergangen, als dis Glocke an ihrer Vorsaaltür anschlug. Es war das Zeichen, das Onkel Korbinian immer gab, wenn er etwas von ihr wollte. Mit schweren, unsicheren Schritten ging sie, um zu offnen. Korbinian Sartorius hatte leuchtende Augen, als er jetzt vor ihr stand. „Annelies, es gibt jemanden, der mit dir sprechen mochte. Günter wartet darauf. Soll er kommen? Darf er kommen?" Sie sah ihn mit umflorten Augen an. Kein Wort brachte sie über die Lippen, nur ein stummes Nicken gab ihm Antwort. Er fuhr ihr mit einer zarten Bewegung über das Haar. Dann ging er, um Günter zu holen. Annelies stand am Tisch, die Hand schwer auf die Platte gestützt, als Günter eintrat. Er war ernst, aber in feinen Augen war ein Glanz, wie sie ihn seit langer Zeit nicht gesehen hatte. Ihr war es, als müßte dieser stille Glanz auch das Dunkel in ihr mit strahlender Helle füllen. „Ich danke dir, Annelies, daß ich zu dir kommen darf", sagte er mit seiner dunklen, klangvollen Stimme. „Costa war bei mir, wir haben uns ausgesprochen. Und was ich gehört habe, das hat mir die Binde vollends von den Augen gerissen. Ich habe dir schon gestern gesagt, daß es nur noch Mit- leid war, was ich mit Mia Rechberg empfunden habe. Du hast es mir nicht glauben wollen, und du hattest ein Recht dazu, denn — ich bin lange, viel zu lange, in der Irre gegangen. Heute kann ich nicht einmal mehr Mitleid mit — dieser Frau empfinden. Und ich bin fast dankbar dafür, denn nun kann mir nichts mehr den Blick trüben. Ich habe es nicht verdient, aber ich mochte mich in dieser Stunde doch wieder des Wortes erinnern, was du einmal zu mir gesprochen hast: ,Was auch kommen mag, mein Herz wird immer um dich und bei dir fein'. Annelies, kannst du auch heute noch zu diesem Wort stehen? Nach allem, was ich dir angetan habe?" Annelies rührte sich nicht, aber ihr Atem ginschneller; eine ungeheure, unendlich süße Schwäche drohte sie hinwegzunehmen. „Ich stehe zu meinem Wort bis in alle Ewigkeit!" brachte sie mit Anstrengung hervor. Dann lag sie in Günters Armen. bi h-t eter b et t J aiv \ t $ i Nter ^ $tr(5furm n »Lich, 19. VerSturm 5/1 ein «roßes K o kerhilfswer biq waren die s I'kzugder N ms Führers gej ben Dienst der erstemal, daß Partei, die $ 621. und SS., bie Vessemlichk . Um es gleid ®eF Beziehung A'gte auch w Oweck, den er ^gestimmter ■S5 wMomm, der letz, ;«en des R ist in W, ö l°mie der vv sanken, daß ^-ntracht un wum W« feftliä jW besetzt. der S( einet1 I N rüg der ' ^gsrolge der ' SJJpori igung zu- der Fußball -er heimischen Mannschaften ' erstechender andern für die erin der Kneipp. Studentinnen: 1. Garnillschekg; 2. Betting« Hausen: 3. Jansen: 4. Specht: 5. Müller. Hier siegte die Mannschaft der Kulturwissenschaftlichen Fach, schäft. Han dball im Kreis Lahn-Dill (Gau XII) Bezirksklasse: Tv. Wetzlar — Tv. Roth 9:2 (3:1); Tv. Hochelheim — Tv. Marburg 9:2 (4:2); Tv. Heuchelheim — MTD. Gießen 6:7 (2:1); To. Lützellinden — To. Hachenburg 4:2 (2:1); To. Münchholzhausen — DfB.-R. Gießen 8:4 (1:3). 1. Kreisklasse: To. Hörnsheim — Tv. Groß- Rechtenbach 6:2 (2:1); To. Dorlar — Tv. Garben- heim 6:4 (2:2). 2. Kreisklasse: Tv. Alsfeld — Tv. Homberg 7:0 abgebrochen. Jugendklasse: Tv. Lang-Göns — Tv. Gröningen 7:4 (2:3). Freundschaftsspiele: Tv. Gambach Jgd. — Tv. Lang-Göns 8:5 (2:2); Tv. Lützellinden Jgd. — Tv. Hachenburg Jgd. 5:2 (3:0). gn Anwesenheit zahlreicher Mitglieder hielt am lromstag die Ortsgruppe Gießen der Nationalsozia- liiischen Kriegsopferversorgung einen General- Sppell ab, der einen sehr eindrucksvollen Verlauf mhm. Die Veranstaltung, die gleichzeitig dem Ge- dnken der Reichsgründung gewidmet war, fand nft der Einbringung der Fahne, mit einem Ge° dnken der Gefallenen des Weltkrieges, der Bewe- cina und der Verstorbenen aus den Reihen der SSKOV. ihren feierlichen Auftakt. Prof. Haenchen kelt sodann über das Thema „Reichsgründung — Mitglieder Appell der ASKOV.-Ortsgruppe Gießen Prof. Haenchen über Frontsoldatentum. DergkoßeHandbaWrgderSpielveremiWglSvo Saumeister CT. Kastel 11:6 geschlagen. ♦ Versailles durch den Kanzler Bismarck das Deutsche Heich, das Zweite Reich nach dem der Karolinger, ^schaffen wurde. Altes Sehnen schien Erfüllung Pfunden zu haben. Aber Deutschland hat blutigen Holl gegeben für diesen Tag, durch Jahrhunderte hndurch. Bismarck, der dieses Reich schuf, hat schon temals gewußt, daß es nur ein Anfang, daß es ivch keine Vollendung sein konnte. Aus einem ßtaatenbund ist nur ein Bundesstaat geworden, aber noch keine völlige Einheit. Neben der Reichsherrschaft blieben ja Könige, Herzöge und Fürsten in vielen ihrer Rechte. Nur ein Schritt zur Einheit gar getan! Noch bestanden Parlamente in den Cantern, noch standen Grenzpfähle innerhalb Deutsch- knds und noch waren Klüfte zwischen Obrigkeit int) Untertan, zwischen Staat und Volk. König und kolkstum waren noch nicht eng verbunden, wie es m germanischen Königreich der Fall war. Wohl tente der Fürst dem Kaiser in Gefolgschaftstreue, tn Grunde aber siegte der Verwaltungsstaat im ilmischen Sinne über den germanischen Personal- jaat In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner kurz mit dem Ordensstaat, mit feilen Erfolgen und seinem Niedergang. Das Dritte Reich hat — der Redner kam nun auf die Gegenwart zu sprechen — nur aus einem aroßen gemeinsamen Erleben zu einer Einheit gebildet werden können, und unter der Hand eines vahren Führers, der auf das engste mit dem Volke verbunden ist. Aber dies wiederum setzte zunächst hs große Erlebnis der Gemeinschaft voraus, wie ts der Weltkrieg brachte. Dieses gemeinsame Erlebnis blieb und überdauerte die dunkle Zeit unmittelbar nach dem Kriege. Im Felde hatte nicht mehr der zivile Stand gegolten, nicht Herkommen, Geld oder Bildung, sondern nur noch des Mannes Wert. Der Anblick der zerstörten Dörfer im Feindesland hatte in allen den Willen gestärkt, dem Vaterland, der Heimat solches Geschick zu ersparen. gab dann u. a. davon Kenntnis, daß des besseren Ueberblicks halber die Ortsgruppe Gießen der NSKOD. in der gleichen Weise aufgeteilt werde, wie die Ortsgruppe der Partei. Für die einzelnen Teile der Ortsgruppe der NSKOV. seien die Kameraden Becker (Nord), Hammel (Mitte), Neubauer (Ost) und Kraft (Süd) verantwortlich. Die Aufgliederung in Blocks werde ebenfalls durchgeführt. Der Ortsgruppenobmann forderte weiterhin zur regen Mitarbeit auf. In feinen weiteren Bekanntmachungen gab Kam. H a l b r o t h davon Kenntnis, daß die Mitglieder sich Mützen beschaffen sollten, damit die Ortsgruppe der NSKOV. auch nach außen hin als geschloffene Kameradschaft erscheine. Nachdem noch auf das günstige Ergebnis der Sammlung durch die NSKOV. hingewiesen und allen Kameraden herzlicher Dank gesagt worden war, fand nach der Ausgabe der Mitgliedskarten der Appell in d:r üblichen Weife feinen Abschluß. he es ihr richtig hon die Treppe ihr. Es ist nicht agens um En!> □eiter. Nein, fit treten, nicht jetzt Menschen burp f unb schlug dir Schläfen wartete i mürbe. Nichts Zu wem hatte i. Wenn es zu x Suseinanber« es vielleicht ein angen, als die g. Es war das x gab, wenn er ren, unsicheren iDe Äugen, als iit bir sprechen d lommenr an. Stein tummes W igung we-w schwer auf W 6r mar1ert u wit fif W Jfir war er, da- Daniel w ul dir komwen ’ kiangoalle» oben un» “J da- h°t Z gerlfl-n-L nur no-b rg empf*" allen, unb " in kann lch n'1 :::S 'Ä5 r ffiorf diesein » t, nrtf/’ ®am5< ortttunbe ein Un- !.QT bei einem Blau-Weißen zücken die Uhren. Nock 7 Minuten! Werden sie es schaffen? Nein! Da ist schon das Verhängnis! Frohnhausen hat wieder ausgeglichen. Noch fünf — noch vier — noch drei Minuten! Auch mit diesem Resulat könnten die Blau-Weißen zufrieden sein, doch Fortuna meinte es anders. Eckball für Frohnhausen, und vorn Kopf des Halbrechten springt der Ball ins Netz. Die Mannschaft der Spielvereinigung zeigte ein überraschend gutes Spiel. Zeller und Lippert erfüllten ihre Aufgabe in gewohnter Weise. Aus- gezeichnet schlug sich die Läuferreihe. Jrn Sturm war das Jnnentrio durch ideenreiches Spiel erfolgreich. Die Dränier zeigten ihr gewohntes Spiel: weniger technisch ausgerüstet, aber dafür schnell, eifrig und hart. Schiedsrichter R ü s p e l e r (Gleiberg) leitete sicher und gerecht. BfB.-Heichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Sinn mit 4:1 geschlagen. Das Ergebnis entspricht auch in dieser Höhe dem Spielverlauf. Wohl mag den Gießenern zugestanden werden, daß die Ersetzung von Mundt die Läuferreihe geschwächt hat. Auch die Bodenverhältnisse — der Platz glich eher einem Morast als einem Spielfeld — machten den Gießenern mehr zu schaffen als den Platzbesitzern. Aber all diese Momente waren in diesem Spiele für die Niederlage nicht ausschlaggebend. Die ©inner waren eben besser, als die Gäste. Sie verfügten über die größere Schnelligkeit und waren auch besonders in der zweiten Halbzeit den Gästen an Spielauffassung und Technik überlegen. Dazu hatten sie den unbedingten Siegeswillen, den man leider bei einzelnen Gießenern vermißte. Die Leitung lag bei dem Schiedsrichter Schmidt, Dillenburg, in besten ganten. Als dieser zum Anstoß pfiff, hatten die Gaste folgende Spieler zur Stelle: Helcher; ße^rmuno, Leätheuser II.; Heß, Knauß, Hauptfeld; L. Schmidt, Fehling, Schorge, Erben, Szponick. Beide Mannschaften begannen das Spiel sehr schnell und waren im Feldspiel zuerst gleichwertig. In der sechsten Ttinute hatten die Gießener Die Handballelf der Spielvereinigung 1900 errang am gestrigen Sonntag ihren schönsten Sieg. Sie schlug den Gaumeister CT. Kassel flar und verdient mit 11:6 Toren. Der Sieg war das Ergebnis einer hervorragenden Mannschaftsleistung, eines restlosen Einsatzes aller, eines unbändigen Siegeswillen in der zweiten Halbzeit und nicht zuletzt das besondere Verdienst des Tormannes der Blauweißen, Enders. Die etwa 100 Zuschauer, die sich einfanden, erlebten einen Kampf, der von der ersten bis zur letzten Minute in Spannung hielt. Auf beiden Seiten wurde ganz hervorragend gespielt. Die Mannschaft der Spielvereinigung sicherte sich die Anwartschaft auf die Beteiligung im Kampf um die Meisterschaft. Die Blauweißen stellten folgende Mannschaft ins Feld: Enders; Cremers, Funke; Hoffmann, Knop, Mann; Wlodarek, Göing, Hammann, Krüger, Schüler. Die Kasseler erschienen ebenfalls mit ihrer stärksten Vertretung. Kritische erste Halbzeit... Die beiden Mannschaften setzten sich bereits in den ersten Minuten mit ganzer Kraft ein. Die Kasseler waren anfänglich überlegen, kamen auch zu einigen Torwürfen, warfen aber meist darüber und daneben. Auf der Gegenseite landete ein Schuß an der Latte und ein Strafstoß für 1900 wurde gehalten. Groß war der Jubel, als Wlodarek auf eine tadellose Vorlage von rechts her den Führungstreffer erzielte. Das war in der 4. Minute. Bald darauf gab es wiederum einen Strafstoß für 1900, der abgewehrt wurde, der Nachschub wurde vom Tormann der Gäste gehalten. Ungeheuer rasch wechselte die Situation. Kurz nachdem der einheimische Tormann einen scharfen Schuß gehalten hatte, stand Krüger wieder vor dem Gästetor und jagte den Ball — darüber. In der Folge arbeiteten die n9- Ortsgruppe ldKn^rtrQam 1 Wagen an) en usw. Nach Sier gilt bie^ 'er Erfassung an. en, fonbem w genossen. W 'uen Lebensweise n unb Kräfte zu bie Kneipp-Le- n ßebensgebiettn ber @efunbe:f)a[' Mdjtlifyc S!ui‘ » Balkes, öem Ikwchchchüch Oie Walhlaufme>sterschasten her Universität Gießen. Unter nicht allzu großer Beteiligung der Gießener Studentenschaft fanden am Samstag die Geländelaufmeisterschaften der Universität Gießen tatt. Dor wenigen Zuschauern schickte der Starter 30 Studenten auf die 6 Kilometer lange Strecke, die durch die Glätte des Bodens erhebliche Anforderungen an die Teilnehmer stellte. Auch die Studentinnen hatten Meldungen abgegeben, so daß sieben Teilnehmerinnen eine Strecke von 2,6 Kilometer liefen. In beiden Klassen wurden ganz beachtliche Zeiten erzielt. Studenten: 1. Meyer 21:03 Minuten; 2. Staab 21:23; 3. Kreiling 21:23; 4. Schwarz 21:52; 5. Van Elsberger 21:58; 6. Sickinger 21:58; 7. Hölz 22:02; 8. Bruckschen 22:26; 9. Jmmel 22:32; 10. Weil 22:36 Minuten. Dem Mannschaftslauf der Studenten gewann die Fachschaft der Veterinärmediziner, 2. die Geographische, 3. die Medizinische Fachschaft. * Lich, 19. Jan. Gestern abend veranstaltete i ter Sturm 5/M Lich-Hungen des NSKK. ein großes Konzert zugunsten des Winter h i l f s w e r k s in der Turnhalle zu Lich. ^reu- big waren die Männer des NSKK. und der Musikzug der Motor st andarte 14 7 dem Rufe bes Führers gefolgt und hatten sich bereitwilligst in ben Dienst der guten Sache aestellt. Es war das erstemal, daß die jüngste Kampfgliederung der Partei, die Schulter an Schulter marschiert mit SA. und SS., mit einer solchen Veranstaltung vor bie Öffentlichkeit trat. Um es gleich vorwegzunehmen: es wurde m jeher Beziehung ein voller Erfolg. Dieser Abend zeigte auch wieder einmal, neben dem guten Zweck, den er verfolgte, den hohen Wert solcher srohgestimmter kameradschaftlicher Veranstaltungen als willkommene Abwechslung von dem strengen Dienst der letzten Wochen und Monate, die ganz im Zeichen des Reichswettkampfes des NSKK. standen. Und es ist insbesondere dem Führer des Sturms 5/M 147, Oberscharführer Rinker- Nonnenroth, sowie der Opferfreudigkeit aller NSKK.-Manner zu danken, daß der gutvorbereitete Abend in voller Eintracht und in der besten Stimmung verlief. Schon um 8 Uhr war der mit den Fahnen des Reichs festlich geschmückte Saal bis auf den letzten besetzt. Aus dem buntbewegten Bild hoben sich die Uniformen der Partei, Wehrmacht, der SA der SS. und des Arbeitsdienstes leuchtend hervor. Da zu dem Bereich des Sturmes auch noch Zahlreiche benachbarte Ortschaften Sporen Jab man viele Besucher aus der näheren und weiteren Um- g Nach einem schneidigen Marsch, mit dem der Musikzua der Motorstandarte 147 unter Leitung des Musikzugführers Walter H o r ft ben ersten Teil der Dortragsfolge einleitete, begrüßte der Führer des Sturms 5/M 147, Oberscharführer Rinker die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, die höheren Führer des NSKK 1°°-- °--° Am wesenden. Besonderen Grutz entbot er Idem Führer 57° n, . ÄUit_fü? den^Sturm eine besondere Auszeichnung und Ehre bedeute. Sodann verlas er ein Schreiben des K°rp^ sichrer- ch ü h n l e i n, der dem Abend -'nenguten Verlauf und vollen Erfolg wünsche. Ob er $ar fübrer Rinker wies dann noch auf Die -öeöeu tung des 18. Januar als des @runbung5tafle3 de Zweiten Reiches hin und hob besonders hervor, daß erst unser Führer Adolf S) 11 l e r das 9 Werk Bismarcks habe vollenden können. Er gedachte weiter des Tages der Rückgliederung der » wir erst vor einigen Tagen gefeiert hatten. Mit Spieloereinigung recht verheißungsvoll begann, indem Göing den Ausgleichstreffer erzielte und bald darauf gar feine Mannschaft wieder in Führung bringen konnte. Bereits in der 5. Minute der zweiten Halbzeit führte 1900 mit 5:4 Toren. In einem glänzenden Alleingang erzielte Göing dann das sechste Tor und gab seiner Mannschaft dadurch auch viel wertvolles Selbstvertrauen. Die Blau- weißen gingen in der Folge mit aller Kraft aus sich heraus und brachten die Gäste damit fast in Verwirrung. Immerhin kamen die Kasseler durch einen für Enders unhaltbaren Schuß auf 7:5 heran, und bann lauteten bie weiteren Ergebnisse 8:5, 8:6, 9:6, 10:6 unb 11:6. Jeweils war es Krüger, der ein Tor nach bem anderen warf, da ihm feine Nebenleute immer wieder völlig uneigennützig die Bälle zuwarfen. Wenn auch besonders in der letzten Viertelstunde die Blauweißen ihren Sieg sicherstellen konnten, so waren doch die Gäste genau so unermüdlich, und Enders im Tor hatte häufig einzugreifen. Er war aber in seinen Abwehren weitaus sicherer wie der Tormann der Gäste und hielt die schwersten Bälle, an denen sein Gegenüber scheiterte. In der Betrachtung der beiden Mannschaften muß gesagt werden, daß die Gäste im Feldspiel durchaus ebenbürtig, ja fast überlegen waren, ein wunderbares Zusammenspiel pflegten unb schöne Angriffe vortrugen. Der Sturm konnte sich allerdings gegen die Verteidigung der Blauweißen nicht durchsetzen. Die Verteidigung der Spielvereinigung wurde andererseits durch die Läuferreihe sehr gut unterstützt, die aber auch ben Aufbau nicht vernachlässigte. Die Gäste waren in ihren Torschüssen wenig glücklich unb warfen viel baneben unb darüber. Der Schiebsrichter trat wenig in Erscheinung. Er amtierte korrekt und förderte das Spiel in jeder Hinsicht. Gauliga-Hanhbatt-Ergebnisse Im Gau Nord Hessen ist bie Spvgg. 1900 Gießen in letzter Zeit burch ihre guten Ergebnisse aufgefallen. Am Sonntag hatten bie Lahnstäbter den Gaumeister Casseler Turngemeinde zu Gast, der sich nach hartem und spannendem Kampfe, bei dem er eine Halbzeitführung von 4:3 erreichte hatte, mit 11:6 schlagen lassen mußte. Damit haben die Gießener recht deutlich ihre Ansprüche auf die diesjährige Gaumeisterschaft angemeldet. Kurhesfen Kassel war in Kirchbauna zu Gast und verteidigte dort die Tabellenspitze durch einen Sieg mit 9:6 (5:3). Der Spielverein Kassel gewann gegen den an letzter Stelle stehenden TV. Eschwege nur 10:8 (5:4) und Tuspo. Bettenhausen gewann in Kassel gegen Tuspo. 86/09 mit 12:8 (9:2). An der Spitze steht noch Kurhessen Kassel mit 20:2 Punkten vor der Casseler Turngemeinde mit 17:3 und Gießen 1900 mit 15:5 Punkten. Zwischen diesen drei Mannschaften sollte noch ein recht spannender Endkampf entbrennen, in den die Gießener mit besten Aussichten gehen, denn die Differenz von drei bzw. zwei Punkten gegen die Spitzenreiter ist nicht sehr groß. faßliche Vortragsart unter sinngemäßer Beifügung praktischer Winke verstand es die Rednerin, ihre zahlreichen Zuhörer zu interessieren. Zur praktischeren Durchführung der Kaltwasseranwendungen, Die erst recht im Winter erfolgen müssen, sollen wie an allen Orten auch in Gießen entsprechende Gelegenheiten geschaffen werden. Außer einem Kneippschen Arzt sollen an allen Orten klinische Stützpunkte errichtet werden. Entsprechende Verhandlungen mit der Reichsregierung, auch über die Zulassung zu allen Krankenkassen sind im Gange. Die Rednerin erntete starken Beifall und mußte eine Reihe der verschiedensten Anfragen beantworten. NSKK. Hilst dem Winterhilfswerk. Oer Sturm S/M. 447 Lich-Hungen und der Musikzug her Motorstandarte447 mit einem Konzert für das WHW. in vorderster Front. dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wesfel- Liedes schloß die Ansprache. In buntem Wechsel folgten nun Konzertstücke, Potpourris und Märsche, die von dem trefflichen Zusammenspiel des noch jungen Klangkörpers und von feinem gediegenen Können erfreuliches Zeugnis ablegten. Besonders gefielen zwei Märsche für Kesselpauken und Heroldtrompeten. Als Einlage fang Rottenführer M ü l l e r-Hungen mit gutge- schu'lter, sympathischer Stimme zwei Lieder, die großen Anklang fanden. . Nach einer Pause trug die S ä n g e r v e r e i n i - gung „Cäcili a" Lich, die sich in dankenswerter Weise für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte, unter ihrem Dirigenten Ernst I I ge zwei Chöre vor, die mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden. Gegen Ende des Konzertprogramms nahm dann der Führer der Motorgruppe Hessen, Brigabefüfjrer Prinz Richard von Hessen, das Wort und gab in einer kleinen Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Sturm 5/M 147, dem er schon einmal eine Auszeichnung in Form eines Kraftrades habe verleihen können, nun auch auf anderem Gebiet die Initiative ergriffen habe und führend fei. Die große Zahl der Besucher, auch von anderen Gliederungen und der Wehrmacht, sei ein Zeichen dafür, daß bas Nationalsozialistische Kraftfahrkorps das richtige Verhältnis zu anderen Volksgenossen in der Kameradschaft und in gegenseitigem Verständnis gefunden habe. Der heutige Dienst sei kein Dienst im üblichen Sinne, sondern sei Dienst am ganzen Volke. Bei Fröhlichkeit und Kameradschaft gedenken wir des hohen Ziels und der Aufgaben, die im Winterhilfswerk liegen. .. . Im Anschluß hieran überbrachte un Auftrag der Kreisamtsleitung der NSV. Pg. Burgeleil (Gießen) den Dank der NSV. an die Veranstalter und an den Musikzug. Das NSKK. stehe in der Reche der Gliederungen, die sich in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt hätten, nicht an letzter, sondern mit an erster Stelle. Den Rest des Konzertprogramms bestritt dann wieder der Musikzug der Motor st and arte 1 4 7. Ein Potpourri „Erinnerungen aus meinem Militärleben" löste bei den alten und jungen Soldaten solchen Jubel unb Begeisterung aus, baß sich die Kapelle noch zu einer Zugabe entschließen mußte. Ein kameradschaftliches Zusammensein mit Tanz, bei bem auch bie anwesenden höheren Führer sich auf das angeregteste unterhielten, beschloß den wohl- : gelungenen Abend. ontsoldatenturn — Nationalsozialismus" eine igere Ansprache, bie mit großer Aufmerksamkeit . folgt würbe. Am 18. Januar roanbern, so führte e: u. a. aus, unsere Gebauten , immer zurück zu jtnem benkwürbigen Tag, ba im Spiegelsaal zu Spielvereinigung 4900 Gießen. Frohnhausen — 1900 4:3 (2:1). Die Blau-Weißen haben in ben diesjährigen Punktekämpfen kein Glück. Das hat sich gestern in Frohnhausen abermals bewiesen. Als sie wenige Minuten vor Schluß nach einem teils überlegen durchgeführten Kampfe noch mit 3:2 in Führung lagen, ereilte sie in ber 88. Minute bas Geschick. Einem Spieler war der Ball an die Hand gesprungen. Die Dränier reklamieren lebhaft Hand. Die Blau-Weißen, in Erwartung einer Schiedsrichterentscheidung, zögern mit ber Abwehr. Da schießt ein Frohnhäuser Spieler ben Ball aus nächster Nähe ein. Der Gastgeber wirft hierauf feine ganze Mannschaft nach vorn und tatsächlich gelingt es ihnen in der letzten Minute, bie Nieberlage noch in einen Sieg zu verwanbeln. Auf bem besonders vor den Toren stark vereisten Platze diktiert 1900 von Anbeginn das Spielgeschehen. In selten gesehenen Kombinations- zügen wandert der Ball von Mann zu Mann und es liegt in ber Luft, baß Tore fallen müssen. Doch größtes Pech läßt die Blau-Weißen vorerst zu keinem Torerfolg kommen. Erst in der 25. Minute gelingt es (Element durch einen Alleingang, bei dem er drei Gegner abschüttelt, den Führungstreffer zu erzielen. Ueberraschend kommen die Dränier zum Ausgleich. Eine Flanke des Rechtsaußen kann Fischer nicht schnell genug erwischen, denn beim Start war er auf dem glatten Boden ausgerutscht unb so kann ber Mittelstürmer aus nächster Näbe einschießen. Nur kurz barauf ist es der Halblinke, der seinen Verein in Führung bringt. Nach der Pause sah man eine Zeitlang ziemlich ausgeglichenes Feldspiel. Erst allmählich kommt 1900 durch fein genaues flaches Zuspiel zu einem Vorteil. Die Angriffe sind dadurch rationeller, und in der 65 Minute kommt es zu dem längst verdienten Ausgleich. Wilhelmi war es, der dafür verantwortlich zeichnete. Hierdurch geriet die Hintermannschaft der Gastgeber aus dem Konzept, und wenig später war es Doebler, der einen dem Tormann entfallenen Ball eindrückte. Die unentwegten Reisebegleiter der Den ganzen Ernst des Krieges hat jeder Soldat schon am ersten Heldengrab gespürt. Dem Soldaten ist es schnell in das Blut übergegangen, für den anderen einzustehen. Die Fronten waren klar: es gab kein Zurück, es gab nur den Weg nach vorne; hier waren das eigene Volk und Vaterland und dort der Feind! Da war das Leben einfach geworden. Jeder stand für feine Heimat! Jeder zeigte dem Führer die Gefolgschaftstreue ohne viele Worte. Einer bestand im Felde die ßebensprüfung vor dem anderen. Für den Führer entschieden auch nicht die Tressen, sondern der vom Schicksal ae- gebene hatte sich zu beweisen. Wer damals in Urlaub fuhr, wurde in der Heimat nicht warm. In der Heimat waren noch jene Grenzen des zweiten Reiches fühlbar, über die der Frontsoldat längst hinaus war. Bei den Kameraden empfand der Frontsoldat mehr Heimat, als zu Hause. Das Hohelied der Treue, das in der Heimat nicht so recht klingen wollte, bekam an der Front Sinn. Der Frontsoldat weiß, daß aus dem Geist der Front allein der Nationalsozialismus erwachsen konnte und daß es dem Führer allein aus diesem Erlebnis heraus möglich war, das dritte Reich zu schaffen. Er faßte zusammen, was im Graben erlebt wurde: die Einheit der Nation nach außen und die sozialistische Einheit nach innen. Mehr und mehr gewinnt deshalb heute jeder seine Heimat zur wirklichen Heimat, wie jener Soldat den Kreis seiner Kameraden zur Heimat gewann, jene Heimat, die im ganzen und letzten Sinne immer heißt: Deutschland! (Lebhafter Beifall!) Zum Abschluß des feierlichen Teiles des Appells wurde gemeinsam der erste Vers des Horft-Wesiel-Liedes gesungen und dann die Fahne ausgebracht. OrtSgruppen-Obmann pg. Halbroth, Blauweißen mehrere Torchancen heraus, aber es gab keine Erfolge. In der 15. Minute zogen die Turner gleich, und zwar durch einen Strafstoß. Bereits eine halbe Minute später erhöhte der Kasseler Mittelstürmer nach einem prächtigen Alleingang- und abschließenden Torschuß unhaltbar auf 1:2 für feine Mannschaft. Dann, wenig später, hatte Enders Pech: er hatte einen scharfen flach geworfenen Ball gehalten, das Leder entglitt ihm aber und rollte seitlich in das Tor. Fast ein Selbsttor! Unmittelbar danach unterlief ihm ein Stellungsfehler und das Ergebnis lautet bereits 1:4 für Kassel. Bei dieser Sachlage wurden die Gesichter der Anhänger der Spielvereinigung immer länger und die Kasseler fanden bei den Zuschauern wenig Beifall für ihre bis dahin durchaus verdienten Erfolge und ihre sauberen sportlichen Leistungen. Die Begeisterung flammte erst wieder auf, als Wlodarek auf 2:4 verkürzte und Krüger kurz vor der Pause einen Straf- rourf zum dritten Tore einsenden konnte. Die Aktien stiegen wieder. Sieg nach her Pause. Mit Ungeduld erwartete man den Wiederbeginn des Kampfes, der denn auch für die Mannen der H oe! einem N SU Fall, H es Men Arme; werden mußt!. un| MI» .Sben fi? b,t “Urlaub i,, t4a -aSy 6"bi-Äeim5 unrf®* sollen ^Urlaubs weitere Gunter auch dez nün0 ^evegung, Frau Nicolai aus Bad Wörishofen, 1 Srej5’ ®er$f| .u t>em Thema: „Warum altern? Jung bleiben!" ’nberg Si? gliederte ihren Vortrag in die äußere Körper- J^mizge und £örperbetätigung, wobei sie die Heil- t h folteren der körperlichen Bewegung durch Wande- erej!-r Ehj. cmgen und Gymnastik und der Anwendung von Luft, Wasser und Sonne eingehend behandelte. ^n D-nn sprach sie über die Anwendung innerlicher uor, 'CQn9es5t?Ai| fjiilmittel unter besonderer Berücksichtigung einer t Ä rrnünftigen, natürlichen Ernährung. Die Kneipp- D wegung verwirft nicht die gemischte Kost, auch m-?vIUlPp trauen haben. Das Frankfurter Reitturnier. Das dritte Frankfurter Festhallen-Reitturnier am Samstag und Sonntag war wieder ein großer Erfolg. An beiden Tagen war der Besuch außerordentlich stark und die einzelnen Konkurrenzen, besonders aber auch die Schaunummern, sanden reichen Beifall. Das bedeutendste Ereignis des ersten Abends war das Jagdspringen der Klasse M um den „Preis des Oberprasidenten", den sich der Altmeister der deutschen Springreiter, W. S p i 1 l n e r (Berlin), auf Konsul Seests (Mannheim) Hannoveraner Fuchs „Flinker" holte, ? nachdem vorher schon Frau von Opel auf „Ahoy", G. Lange (München) auf „Torpille" und SA.-Sturmführer Wangmann (Saar- brücken) auf „Richthofen" ohne Fehler über die 16 schwierigen Sprünge gekommen waren. Die Wiesbadener HI. hatte durch Reiter wie E h r ck e und Kron schöne Erfolge. Ehrcke hatte zuvor das Springen der Klasse L um den „Preis des Gau- leiters Sprenger" gewonnen. Der Fahrwettbewerb der Einspänner ließ bei den schweren Pferden nie einen Zweifel am Sieg des überragenden „Zaube- rer", den Landesstallmeister Dr. D e n ck e r vorführte. Am Sonntag kamen zunächst die SA.-, SS.- und HJ.-Reiter in einem Patrouillen-Springen zur Geltung, wobei die Wiesbadener Jungens wiederum den Sieg davonttugen. Die Eignungsprüfung für Gespanne gewann in der ersten Abteilung der Pfungstädter Fahrsport-Pionier Nungesser mit den wundervollen Füchsen „Alice" und „Friedel". Den andern Wettbewerb beendete H. Weber jr. mit „Weser" und „Servus" siegreich vor den mächtigen schwarzbraunen Hengsten „Soeben" und „Zauberer", die Landesstallmeister Dr. 2) e n cf er prächtig zur Geltung brachte. Die Eignungsprüfung für Reitpferde fand bei den Zuschauern großen Anklang durch die Temperamentsprobe, die mit einem ständig hupenden Auto und mit einem Musikzug vorgenommen wurde. Einzelne Pferde erwiesen sich dabei sehr unruhig, die meisten blieben aber lammfromm stehen. Sieger bei den leichten Pferden wurde Sattelmeister Eckhardt mit „Cortez", bei den schweren Pferden bekam die Goldene Schleife Polizeihauptmann a. D. Rettig auf Dr. August Wienands „Fahnentreue". In der Jagdpferde - Eignungsprüfung sah man mehrere schneidige Jagd-Galopps. Sieger blieb hier Gustav Lange (München) mit „Columbus". Große Begeisterung lösten an beiden Tagen die Schaunummern aus. Die SA. zeigte einen schwungvollen Einsatz aus der Kampfzeit, die SS. eine fein ausgerichtete Quadrille mit Lanzen und die HI., Reiterbuben aus Frankfurt und Wiesbaden, führte eine Voltigier-Gruppe und eine Reit- und Fahrquadrille vor. GLORIA-PALAST Hans Albers Ein Spitzenfilm der Weltproduktion und zum Bauen Hohen Eigenschaften Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 reichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Famillen- Drucksache Vornehm i Geschmackvollt Persönlich / Magen-n.Darm- störnnnen Leber- und Stoffwechsel- 395a beschwerden leicht z. beseit, durch anerk. Bulgara-Tee imFachgesch. Kräuterhaus Jung in d. Mänsbnro ' Über Nacht einweichen in heißer Q-£8fung. (1 Paket auf 3 Eimer Wasser). Für Bäcker, und Mehgerwöfche mit et, weißhaltigen Flecken Einweich, töfung nur lauwarm nehmen! Kochen in kali zubereiteter, neuer ©,£8fung. Lichtspielhaus - Gießen Ab heute Montag wieder ein neuer Ufa-Schlager •Jn besonderen Fällen zweites Kochen mit Perfil. Goethe-Bund Gießen Kaufmännischer Verein Gießen im Deutschen Volkstildunqswerk, Kreis Gießen. Freitag, 24. Januar 1936, 20 (Ihr, in der Neuen Aula EHBEHT-ABEND Liditbs*Vortrag v* Kapitän Sdimehl über Die 15mom Fahrt des Hilfskreuzers »Wolf« mit si a Am Oswaldsparten Fernruf Nr. 2145/46 Ein entzückendes Lastspiel! Bezaubernde Musik! Ausgezeichnete Besetzung! Albrecht Schoenholz — Carola Höhn Hubert v. Meyerück — Charlott Dandert dazu auserwähltes Beiprogramm und Ufa-Tonwoche Spielzeiten: Täglich 4, 6 und 8,30 Uhr 38sA .Ich bin mit „ftetoefrait“ lehr zuirreden und habe das Präparat ichon im Belanruen- treue empfohlen. Man staunt über die Wirkung des Heidekraft. Ich bin 63 ,\ohrt alt und lüljle mich >o wohl." So ichrieb uns unterm 10. i. 35 Herr Paul Tzschoppr, i*anbwiri i. R. in Hernaswalde b. Sebnitz i. Sachi. Schweiz, Siedl. 11, i. Wien Zauienbe äußerten sich ähnlich. Heber 43000 Dank- und Empfehlungsschreiben: (5)ie Anzahl oan 42652 wurde am L5. Oktober 1935 notariell beglaubigt.) — „Selbe» kratt erhält durch seinen lebhaft fördernden Einfluß auf Verdauung, Stoff» wechsel, Drülenfunktionen, Nerventätigkeit und andere wtchiige Organleistungen den Menichen lugenduch, elastisch, letstungSkUchttg und lebensnah. - Täglich eine Messeripihe ooii daS genügt. Erproben Sie's auch! Heidekraft erhalten Sie in Apotheken. Drogerien und Reformhäusern. Originalpackung: RM. i.9u, reicht 1 bis 2 Monate, Toppelpackung: RM. 3.50. Versuchsmenge tiir 1 Woche reichend wwie interessante Druckichnft „Alt werden und iung bleiben" kostenlos durch die Herstellerfirma Heldekrafl GmbH., Naumburg ( 202 - Heidekraft -........... - Druckschriften’S1"Bo=en in gebundenen Ausgaben klar in der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswertI Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Komvl.72teiüge Bestecke schwer versilbert 100 g, mit rvstfr. Kling., moderne Muster, f.M.66.- gegen bar evt. in Raten.Angebote unter S. T. 12532 (389V)a.d.Gieß. Anzeiger. Bertr. Strube, Essen Papestraße 53 zur Zeit hier. JlüChläffC von 3 bis 20 v. s. erhallen Sie bei wiederhotten Aufnahmen einer Ameise Eisgrauer Pinscher ^gelaufen. 028? Abzuholen Rödgen Lange Ortsstr.18 Mahnung. Die Beiträge für den Monat Dezember 1935 können noch bis zum 25. Januar 1936 ohne Kosten bezahlt werden. 3870 Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. ______________Moos, Rechner._____________ Zum MehnravSt an den Bahnhöfen Gießen Dienstag, 21. Jan. 1936, kommt ein größerer Transvori hochtragende und frischmelkende MderundMe durch die Genossenschaft süv Viehvettvevtung e. G. m. b. H. Gießen, zum Verkauf. sttD llllilllllll llllllll 386 A ö- ,D ;co:3 -5: :c~ m y»i; = = cs hD j) c O = £ "=»=55 * S c ß 5E E sx e» Jr* - u t) 5 S 2 Ä SSq u'e C J? *3 « E 5 u E t: i-« Q C .öhEt51 C 4,0 C 2 ß®<3 CT ! =is.e :esb: «L 0 Ur u B*C" r * 10 = Nr=TEe - w