186. Jahrgang Mit aller Kraft an den Vierjahresplan! 5 5 für die Durchführung Weihnachten bei den Reichsautobahnern n 3 3 2 3*2. den ik 3 a: > ■ f ,■ t; Ö 3 3 0 3 0 2! 3 v * Entschlußkraft werde es jetzt unternommen zu leisten, was Menschen zu leisten vermögen, um alle unsere Hilfsquellen auszunutzen. Darum habe er mit der Durchführung des Vierjahresplanes einen 211 an n mit unbeugsamem Willen beauftragt, von dem er wisse, daß für ihn das Wort „es geht nicht" nicht existiere. Dieser Mann, sein alter Mitkämpfer und Parteigenosse Göring, werde seinen Entschluß und seinen Auftrag in die Wirklichkeit umsehen. Die Worte des Führers schlossen mit einem Appell an die Männer der S 3 c 2 hk. 3 0 ca 3 's' Hi o 5 1 wißt ihr auch. Wir brauchen nicht höhere Löhne, sondern mehr Lebensgüter, mehr Wohnungen, mehr Rohstoffe, damit die Waren nicht rar und teuer werden, wenn sie mehr verlangt werden, damit ein höherer Verdienst auch wirklich eine Besserung der Lebenshaltung ermöglicht. Darum hat der Führer den Dierjahres- plan angcordnet, damit euch und uns allen mehr bleibt von dem, was wir verdienen, weil genügend Ware da ist, die man zu billigen Preisen kaufen kann. Obwohl ich euch auch nicht die Erfüllung all eurer Weihnachtswün'che zusagen kann jo habe ich doch für einen Teil von euch wenigstens eine gute Weihnachtsnachricht: Wer weitab von seiner Wohnung im Lager untergebracht war, oder über 20 Kilometer von seinem Heim gearbeitet hat, erhält zwischen dem 24. Dezember und 3. Januar für jeden Wochentag eine Unterstützung von 2,25 Mark für Verheiratete und 1.50 Mark für Alleinstehende. Und damit auch die Betriebsführer der Unternehmungen eine Freude haben: Es gibt auch 1937 wieder Aufträge im gleichen Umfang wie bisher. Uns Straßenbauer am Werk des Führers erfüllt tiefes, inneres Dankgefühl für Adolf Hitler, der gerade uns als erste wieder aus der Arbeitslosigkeit herausgeholt hat. Wir wünschen unserem Führer für Weihnachten auch für sich einen frohen Weih- nachstag und wir wissen, daß die große Freude, die er empfinden kann, die ist, daß er sieht, daß es seinem Volke wieder besser als früher geht. Baumwolle und ihr vermehrter Anbau hat China von der Einfuhr fast unabhängig gemacht. Das schwierigste freilich ist der Kampf gegen die ständigen Überschwemmungskatastrophen, die fast alljährlich Millionen um Leben und Eigentum bringen. Aber auch hier ist mit umfangreichen Deichbauten und Kanalarbeiten ein verheißungsvoller Anfang gemacht worden. Wichtiger als diese materiellen Maßnahmen ist für Tschiangkaischek die sittliche und geistige Erneuerung des chinesischen Volkes. Die von ihm und seiner Frau, einer Schwägerin Sunyat- sens und Tochter der mächtigen Bankiersfamilie der Sunas, gegründete Bewegung „Neues Le- b e n" will gegen die vom Westen her inspirierten, zum Kommunismus neigenden Ideen des radikalen Flügels der Kuomintang die alten, in den Bindungen der Familie ruhenden konfuzianischen Tugenden als Unterbau einer neuen KulturgemeinschaU und volitifchen Einheit einsetzen. Auch die Neubelebung der buddhistischen Religion besonders in den sehr sich ausbreitenden und auch über China hinaus« greifenden, das traditionelle altchinesische Kultur- aut hochhaltenden Laienorganisationen bedeutet eine starke Abwehr gegen das Gift des Bolschewismus. Trotzdem ist die Gefahr nicht von der Hand zu weifen, die dem chinesischen Volke droht, wenn es sich durch die letzten Ereignisse in Sianfu erneut vor eine Entscheidung zwischen O st und W e st gestellt sehen sollte. Der Anstoß zu der Meuterei Tschanghsueliangs ging offenbar von den Vorgängen in der Mongolei aus, wo im Sommer sich der Fürst T e h Wang unter dem Einfluß japanischer Ratgeber von China unabhängig erklärte und in Tschiapusu an der Grenze der beiden nordöstlichen innermonqolischen Provinzen Tschahar und Suiyuan eine Militärdiktatur errichtet hatte. Die Suiyuan-Monqolen hatten sich jedoch gegen diese tatsächliche Einbeziehung in das japanisch-mandschurische Einflußgebiet gewehrt und eine eigene Regierung, den „Suiyuan-monqolischen Rat", mit dem Fürsten Scha an der Spitze, gebildet. Hier sind also die Vorposten Japans einerseits. Sowjetrußlands andererseits bereits in den Kampf eingetreten, in den China hineingezogen wurde, als der chinesische Militärgouverneur von Suiyuan. General Futsoyih, den Suiyuanmongolen gegen die Tschaharmongolen des Fürsten Teh Wang zu Hilfe kam und auch Anfangserfolge erzielte, weil Japan sich bisher einer offenen Einmischung in deutschen Wirtschaft: „Vertrauen Siebern Mann, den ich bestimmt habe. Es ist der beste Mann, den ich für diese Aufgabe habe. Ein Mann größten Willens und größter Entschlußkraft. Gehen Sie alle geschlossen mit ihm. Damit legen wir die festen Grundlagen einer Wirtschaft, die in der Stärke, in der Stabilität und Sicherheit des Deutschen Reiches wurzelt. Wenn wir uns dieser Aufgabe fanatisch verpflichtet fühlen, dann werden beide vor der Welt bestehen: Die politische Führung, weil sie und ihre Männer etwas gewollt und erreicht haben und die deutsche Wirtschaft mit allen ihren Arbeitern, weil sie ihre ganze Kraft für die Durchführung dieses Werkes einsehten." Die Worte des Führers, die von stürmischem Beifall begleitet waren, hinterließen einen tiefen Eindruck bei den Versammelten, die ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer ausbrachten. K> 3 o * durch Uebernahme der überlegenen Wirtfchafts- msthoden und Waffentechnik der Fremden abwehr- fähig zu machen und es innerlich durch rechtzeitige politische und soziale Reformen und eine sittliche Erneuerung des auf dem Ahnenglauben und dem Zusammenhang der Sippe beruhenden, eines der Einheit widerstrebenden Provinzpartikularismus fördernden chinesischen Staatsgefüqes immun zu machen gegen das Sprengpulver demokratischer Ideen, die chinesische Studenten sowohl wie fremde Kaufleute, Techniker und Missionare aus Amerika und dem Abendland einführten. Das Kaiserreich der Man- dschus war über dieser Aufgabe zerbrochen und China stand vor der Gefahr des Zerfalls, wenn nicht der Weltkrieg dem Vordringen des euroväi- schen Kolonialimperialismus in Ostasien ein Ende gesetzt hätte. Damals trat zum ersten Male der Bolschewismus an die Seite der nationalen Bewegung, um sie in ihrem Kampf um die Unabhängigkeit des Landes zu unterstützen. Sunyatsen, der Führer des ch'nesischen Volkes in diesem Kampfe, ließ sich die Hilfe Moskaus so lange gefallen, als sie ihn feinem Ziel näherbrachte. Aber im Grundsätzlichen schied ibn eine hohe Mauer von dem kommunistischen Programm seiner sowjetrussischen Berater. Sein Sozialismus jollte nichts anderes fein als die Weiterentwicklung des alten konfuzianischen Begriffs der Verantwortung des Staates für das Volkswohl. Es ist bezeichnend für den Charakter der neuen revolutionären Bewegung der Kuomintang, der Nationalen Volkspartei, die unter Sunyatsens Führung einen Ausgleich suchte zwischen modernen westlichen Gedanken und alter chinesischer Tradition, daß sie in dem geistig beweglicheren Süden entstand und die große Handels- und Fremdenmetropole Kanton der Ausgangspunkt wurde für die Erneuerung Chinas und seine politische Einigung. Was Sunyatsen nur beginnen konnte, hat sein Schüler und Nachfolger Tschiangkaischek in einem Jahrzehnt zäher, zielbewußter, auch durch Hemmungen und Rückschläge niemals entmutigter Arbeit erfolgreich fortgesetzt. Die materielle Grundlage für die nationale Einheit Chinas war der Ausbau eines neuzeitlichen Verkehrs- und Nachrichtenwesens. Solange man vier oder fünf Wochen brauchte, um von einer Provinz- Hauptstadt in die einer Nachbarprovinz zu gelangen oder es billiger war, zu Zeiten der immer wiederkehrenden Ueberschwemmungen und Hungers- Ueber die besondere Stellung der deutschen Wirtschaft und die ihr gesteckten Aufgaben gab der Führer sodann einen eingehenden Ueberblick, in dem er die Notwendigkeit darlegte, zur Grundlage des Ausbaues der eigenen Produktion auf allen Gebieten zurückzukehren. Das Wort „unmöglich" gibt es hier ^3 Gl» 3'0' -E : ? H TT O' § ""fi6 $ »2 * "* S33M ' 2 $2 k-> c3 So E "* 38 3 D: EH D * aJ. S& nöte im Pangtfegebiet, aus den Vereinigten Staaten Weizen einzuführen, als die reiche Ernte in Nordchina zur Sättigung der Hungernden heranzuziehen oder die Bauern in der Provinz Hunan unter dem Ueberfluß ihrer Reisfelder erstickten, während in Kwantung, der südlichen Nachbarprovinz, große Reismengen aus lieber fee eingeführt werden, solange konnte von einer Einheit Chinas nicht die Rede sein. Tschiangkaischek ist mit aller Energie darangegangen, hier einen spürbaren Wandel zu schaffen. In den letzten fünfzehn Jahren ist die Kilometerzahl moderner Verkehrsstraßen fast verhundertfacht worden, wichtiae Eisenbahnlinien sind gebaut worden. Die große Nordsüdverbindung Peiping—Hankau—Kanton sieht ihrer Vollendung entgegen, Sianfu, die durch die letzten Ereignisse bekannt gewordene Hauptstadt Schensis an der Grenze der Inneren Mongolei ist an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Aber noch immer übertrifft das Eisenbahnnetz etwa Deutschlands dasjenige von China um das dreifache auf einer Fläche, die noch nicht den zehnten Teil der Fläche d"s eigentlichen China ausmacht. Diese Zahlen beleuchten den Umfang des Problems, ohne dessen Lösung es weder eine militärische Beherrschung noch eine einheitliche Verwaltung Chinas geben kann. Diel wurde in der Aera Tschiangkaischeks auch für die Hebung des Lebensstandards der chinesischen Bevölkerung getan. Sie hängt eng zusammen mit einer Reform der landwirtschaftlichen Methoden und diese wieder mit einer Reform des Erbrechts, das zusammen mit dem Ahnenkult die Anbaufläche des chinesischen Bauers durch Parzellierungen und Abzweigungen für die Ahnengräber, die nur auf dem heimatlichen Acker fein dürfen, immer mehr und schließlich so sehr verkleinert, daß der Bauer, wenn etwa noch eine der im Gebiet der großen Ströme häufigen Ueberschwemmungen den Nest seines Ackers fortreißt, zum Auswandern in die großen Hafenstädte gezwungen wird, wo er als Kuli elend sein Leben fristet ober wenn er Mut und Ausdauer genug besitzt, in der Südsee sich ein neues Dasein au^baut. Die Zentralregierung hat nun landwirtschaftliche Musterbetriebe eingerichtet, Kredite bereitgestellt für den Ankauf von modernen landwirtschaftlichen Geräten und hochwertigem Saatgut, sie trägt Sorge für die Belebung der alten Dorf- und Hausindustrien, deren Produkte den Bauern vor den Folgen von Mißernten bewahren sollen. Die Verbesserung der einheimischen gesamten Lebenslauf des Volkes. Das Wort „unmöglich" gibt es hier nicht. Nürnberg, 18. Dez. (DNB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. T o d t, sprach vom Autobahnlager Neudorf bei Bayreuth über alle deutschen Sender in einer Weihnachtsbotschaft zu den Autobahnarbeitern. Er führte u. a. aus: Ein großes kameradschaftliches Weihnachtsfest vereinigt heute abend alle Mitarbeiter an den Straßen des Führers in ganz Deutschland. Wir an den Straßen des Führers sind d i e er ft en, d i e wieder Arbeit bekommen haben. Wenn ihr später einmal nach vielen Jahren an irgendeiner anderen Stelle Weihnachten feiert, so soll euch immer dieser heutige Weihnachtsabend an den Reichsautobahnen eine schöne und stolze Erinnerung bleiben an die Zeit, in der ihr für das Werk gearbeitet habt, das dem Führer so ganz besonders am Herzen liegt. Euren Weihnachtswunsch, den kenne ich: Einen befferen Lohn wünscht sich der Arbeiter, einen besseren Preis der Unternehmer. Ich weiß, daß an eurem Lohn noch manches fehlt; das weiß auch der Führer. Aber wenigstens haben wir Arbeit und Verdienst, und diesen Verdienst haben 6 000 000 Arbeitslose innerhalb von vier Jahren wieder bekommen. Die'Lebensbedingungen des deutschen Arbeiters haben sich auch in den letzten drei Jahren ganz wesentlich verbessert Mit einer Lohnerhöhung allein ist das aber nicht gemacht, wenn mit der Lohnerhöhung auch gleich wieder die Preise in die Höhe gehen und ihr für den höheren Lohn auch nicht mehr als früher kaufen könnt. Das C = OP D'iC « ©er Führer ruft die Wirtschaft zum restlosen Einsatz des Vierjahresplans auf. ' 3 geführt hat. Es ist selbstverständlich, daß nun auch bie veralteten Grundsätze des liberalistischen Wirt- chaftsdenkens im nationalsozialistischen Deutschland keinerlei Geltung mehr haben. Bis in die letzten Einzelheiten gab Ministerpräsident Göring d i e Richtlinien über die einzuschlagenden Wege und wies an zahlreichen treffenden Beispielen darauf hin, doß durch den Dierjahresplan den Männern der deutschen Wirtschaft Gelegenheit gegeben ist zum erfolgreichen Einsatz der eigenen Initiative. Zum Schluß seiner zweistündigen Ausführungen richtete Ministerpräsident Göring die Aufforderung an die deutsche Wirtschaft, die letzten Kräfte zu mobilisieren, um die Leistungen zu erfüllen, die der Führer von ihr fordert. Rach der Rede des Ministerpräsidenken, die mit angespannter Aufmerksamkeit und Zustimmung ausgenommen wurde, ergriff zur freudigen lleberraschung alter Anwesenden der Führer und Reichskanzler selbst das wort. Die politische Führung, so erklärte der Führer u. a., müsse bie Interessen des einzelnen ein- orbnen und sie dem größeren Interesse der Gemeinschaft unterordnen in der Erkenntnis, daß die Wirtschaft nicht im luftleeren Raum leben könne und nicht auf Doktrinen und Theorien aufgebaut sein dürfe, sondern daß am Ende auch ihr Schicksal mitbeftimmt werde durch Nr 297 Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, 19. Dezember 1936 A Annahme von Anzeigen Erich-'m tag na;, außei Q Wf ö hh Oie ‘JJhtlagsnummer Sonntags and Feiertag, ▼ ▲ biö8' .Uhr0esVormittags ZM vHCnCHCi iss Auch bei Nichterscheinen S H AM Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Summen, fV^ Stellen- Vereins-, gemein- ZM- General-Anzeiger für Oberhessen ZUM richlen anjetger «iefcen w w ’ behördliche Anzeigen KRps. gronifudtta'n liGse vniltl und Verlag: vrühl'sche UnwerfilSls vuch- und Stetnöruderei R.Lange in Metzen. 8chrislleilung und GeschSfttftelle: Schulftrahe 7 M-ngenabschiüff-Staffel6 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen UH 25 <3 IS 3^2 W r $4 »s r 3 Berlin, 18. Dez. (DNB.) NSK. meldet. Ministerpräsident Generaloberst Göring hielt am Donnerstagnachmittag v o r den Männern der deutschen Wirtschaft einen grundlegenden und umfassenden Dortrag über die Aufgaben, die die deutsche Wirtschaft bei derDurchführung des Vierjahresplanes zu erfüllen hat. Als grundsätzliche Erkenntnis stellte der Ministerpräsident seinen Ausführungen die Feststellung voran, daß die Wirtschaft nicht das Primäre ist, sondern der Staatspolitik zu dienen habe. Das Ziel der nationalsozialistischen Politik ist auf das Wohl b e s Volksganzen gerichtet. Das ist Sinn unb Inhalt aller Kämpfe und Maßnahmen, die die nationalsozialistische Bewegung bisher durch- Gegensätze in wesentlichen Punkten boch immerhin eine Möglichkeit zu bieten schienen, zu verhinbern unb ber chinesischen Außenpolitik wieder ben scharf antijapanischen Kurs zu geben, ben grabe Tschiangkaischek im Interesse ber Fortsetzung seines Aufbauwerks ber Einigung Chinas unb seiner politischen, wirtschaftlichen unb moralischen Gesunbung gern vermeiben möchte, solange ihm Japan durch Achtung ber Souveränität Chinas unb seiner nationalen Lebensinteressen bazu bie Möglichkeit gibt. Tschiangkaischek befinbet sich insofern in einer prekären Lage, als Moskau es verstanden hat, seine höchst eigennützigen Absichten, bie auf einen Bruch zwischen China unb Japan unb eine Bolsche- wisierung bes chinesischen Volkes abzielen, hinter einem Schwall von hochtönenden Phrasen zu verbergen, bie ben Zweck haben, bas burch bas Vorrücken Japans in Norbchina und sonstige Eingriffe der japanischen Kwantungarmee und japanischer Marinebehörden in bie Souveränität Chinas aufs höchste gereizte Nationalgefühl bes chinesischen . Volkes dem Bolschewismus für feinen Vorstoß in Jnnerasien dienstbar zu machen. Es ist ja ein alter Trick Moskaus, auf nationalistische Stimmungen in von außen her bedrängten Völkern zu spekulieren, um sie für kommunistische Gedanken reif zu machen und sie für die weltrevolutionäre Machtpolitik Sowjetrußlands einzuspannen. Die Lage erinnert lebhaft an den Kampf, den Tschiangkaischek vor zehn Jahren zu führen hatte, um die Kommunisten, die in dieser Phase der chinesischen Revolution in Nanking und Kanton beherrschenden Einfluß auf die Kuomintang, die chinesische Nationale Volkspartei, gewonnen hatten, zu beseitigen. Moskau hat seitdem nichts unversucht gelassen, die damals verloren gegangene Stellung zurückzugewinnen. Immer wieder ist es ihm gelungen, von der Aeußeren Mongolei her hauptsächlich in ben norbwestlichen Provinzen Chinas kommunistische Unruhen zu entfachen, bie" hier burch bie politische Zersplitterung, bie rücksichtslosen Machtkämpfe ehrgeiziger und geldgieriger Generale und Provinzgouverneure und die wirtschaftliche Notlage ber Bevölkerung einen aünstigen Boben fanben. Mit der fortschreitenden Konsolidierung der politischen Autorität der chinesischen Zentralregierung in Nanking und den wachsenden Erfolgen des Aufbauwerks Tschiangkaischeks namentlich in wirtschafts- und verkehrs- polit'scher Hinsicht wurde dem Kommunismus in ben inneren chinesischen Provinzen Schritt für Schritt bas Wasser abgegraben. Aber ber außenpolitische Druck von Japan her, genen ben sich Moskau in ber Maske bes uneigennützigen Helfers anbietet, macht es Tschiangkaischek immer roieber schwer, geaen kommunistische (Bebanfengänge namentlich im radikalen Flügel ber Kuomintang unb in ben auf eine bewaffnete Auseinanbersetzung mit Japan hin- ; drängenden Sübprovinzen Fukien, Kwangtung unb Kmangsi seinen eigenen scharf antibolschewistischen und bie tatsächlichen Machtverbältnisse nüchtern in Rechnung stellenben Stanbpunkt burchzusetzen. Es sind immer roieber bie gleichen Probleme, bie das aanze Vierteliahrhunbert ber Geschichte ber chinesischen Republik beherrscht Haben. Die Dynastie der Manbschus roar gestürzt worben, weil sie es nicht v"rstanben hatte, was ben in ähnlicher Lage befinb- lichen Japanern schon um bie Mitte bes vorigen Jahrhunberts gelungen roar, bas chinesische Volk äußerlich gegen bas Vordrängen bes europäischen und amerikanischen Kolonialimperialismus nicht — so rief ber Führer ben Männern ber beutschen Wirtschaft zu, indem er auf den unerhörten Willen und die Entschlußkraft hinwie«, mit 5»^ ! § ! ; * r‘ A C/5 * 0 । China zwischen Sst und West. Nach den letzten Nachrichten über bas Schicksal Tschiangkaischeks scheint zwar bas Leben bes Marschalls nicht gesährbet zu sein, aber bie politische unb militärische Lage in Sianfu ist noch völlig ungeklärt, ja man kann sich auf Grund der spärlichen, lückenhaften unb widerspruchsvollen, je nach ben politischen Wünschen ber liebermittler gefärbten Berichte auch kein klares Bild machen von ber Vorgeschichte unb ben inneren Zusammenhängen ber Meuterei bes Beherrschers ber Provinz Scheust, Marschalls Tschanghsueliang, ber in dem Sianfu benachbarten Babe Huachinchil zur Gefangennahme Tschiangkaischeks unb einer Reihe feiner engeren Mitarbeiter geführt hat. Nur soviel darf wohl als sicher gelten, baß Moskau babei feine Hand im Spiel hat unb über ben schwachen Tschanghsueliang seinen ganzen Einfluß aufbietet, um eine Einigung zwischen China unb Japan, für bie bie letzten Verhandlungen zwischen Tokio und Nanking trotz immer noch vorhandener - e-" 'v* ^"5 fl ber bie nationalsozialistische Bewegung ein großes Reich erobert habe, unb mit ber bie beut- 1 sche Staatssührung bann in knapp vier Jahren Ibiefes Reich frei unb unabhängig gemacht habe. Mit bem gleichen Willen unb ber gleichen SOWJET RUSSLANP >ka § 2 E KAt-rvSI (2a SU Gl. ONGOt« ftiputg --•-■■VT die innermongolischen Streitigkeiten enthielt. Der Gegenstoß Moskaus, das mit Hilfe der meuternden Truppen des Gouverneurs der im Südwesten an Suiyuan grenzenden Provinz Schensi Tschanghsueliang und der Gefangennahme Tschiang- kaischeks einen Druck auf die Entschließungen der Nankinger Zentralreaierung ausüben will, müßte Japan zu einer Aenderung seiner Haltung in der Inneren Mongolei zwingen, wenn es der chinesischen Zentralregierung nicht sofort gelingen sollte, Die Meuterei in Schensi niederzuschlagen und den kommunistischen Einfluß aus Nordwestchina hinaus- zudrängen, wie Japan es ja in den letzten Verhandlungen mit Nanking nachdrücklich gefordert hat. Daß es den Einflüsterungen Moskaus nicht schwer gefallen ist, Tschanghsueliang dazu zu bewegen, von Tschiangkaischek den offenen Kampf gegen Japan zu verlangen, ist nicht schwer zu verstehen, denn Tschanghsueliang haßt natürlich die Japaner, die ihn aus der Mandschurei, der Satrapie seines Vaters Tfchangtsolin, hinausqedrängt haben. Aber für die Zentralregierung in Nanking steht weit mehr auf dem Spiel, wenn sie sich entscheiden soll zwischen Kampf gegen Japan unter Preisgabe an den Bolschewismus oder Einreihung in die anttkom- munistifche Front unter der Führung Japans. Dr. Fr. W. L. TsHangstmellana lenkt ein? Heute wird Tschiangkaischek in Nanking zurückerwartet. schanghai. 18. Dez. (Oslasiendienst des DNB.) Am Donnerstag traf in Nanking ein eigenhändig geschriebener Brief des Marschalls Tschiangkaischek an den chinesischen Kriegsminister ein, in dem die Einstellung der Luftangriffe auf Sianfu gefordert wird. Der Brief lautet: Beunruhigt durch die Luftangriffe, die von den Nankinger Streitkräften in der Nähe von Sianfu eröffnet wurden, ersuche ich, die sofortige Einstellung dieser Aktion zu befehlen. So weit mir eine Zusage möglich ist, werde ich wahrscheinlich bis zum Samstag nach Nanking zurückkehren. Kriegsminister hoyingchlu erklärte, angesichts der Aussichten einer Rückkehr Tschiangkaischeks nach Nanking sei allen Nankinger Streitkräften in Schensi die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten befohlen worden, aber der Dormarsch werde bis zur Vernichtung der Rebellen fortgesetzt, falls die zugesagte Freilassung des Marschalls Tschiangkaischek nicht am Samstag erfolge. Die gesamte chinesische Militärmacht sei mobilisiert worden. Der aus Sianfu in Nanking eingetroffene General Tschiangtingwen erklärte, Marschall Tschanghsueliang selbst habe Tschiangkaischek gebeten, nach Nanking zu fahren, um dort die Einstellung der Feindseligkeiten zu erwirken. Der Stimmungsumschwung im Lager Tschanghsueliangs ist offenbar auf den nieder- schmkllernden Eindruck zurückzuführen, den das Bombardement der Nankinger Luftge- schwader auf die Umgebung Sianfus gemacht hat. General Tschiangtingwen teilte weiter mit, er fei von Marschall Tschiangkaischek beauftragt worden, Nanking davon zu unterrichten, daß die Meuterer offenbar die Nutzlosigkeit eines weiteren Wider st andes gegen die Zentralregierung eingesehen hätten, zumal deren Politik — wie die letzten Ereignisse bewiesen hatten — vom ganzen chinesi- schen Volk unterstützt werde. * Die Mongolenführer Fürst T e w a n g und Choshihhai, die mit der Provinzialregierung von Suiyuan in Kampf stehen, haben auf die Nachricht von Tschiangkaischeks Gefangennahme sofort die Einstellung des Kampfes befohlen, um der Nanking-Regierung volle Handlungsfreiheit zur Bekämpfung der nationalen Gefahr zu geben. Hinter der Größe dieser Gefahr, die China betroffen habe, müßten ihre Forderungen zurücktreten. Das Mittelmeerproblem. Grundsätzliche Einigung zwischen England und Italien. London, 19. Dez. (DNB. Funkspruch.) wie „Daily Mail" meldet, ist zwischen England und Italien eine grundsätzliche (Einigung erzielt worden. In den Besprechungen zwischen (Eben und Botschafter Grandi seien gute Fortschritte gemacht worden Man hoffe, Anfang nächsten Jahres in Rom und London eine gemeinsame Verlautbarung zu veröffentlichen, in der die Uebereinstimmung der beiden Regierungen dahin gehend zum Ausdruck gebracht werde, daß die Interessen (E n g - lanbs unb Italiens im Mittelmeer nicht zueinander im Widerspruch fftin- ben, unb daß ber Status quo aufrechterhalten werden müsse. Die (Einigung werde sich nicht gegen dritte Mächte richten. 3n der Frage der Anerkennung der (Eroberung Aethiopiens durch Italien sei eine befriedigende Regelung getroffen. Die Umwand- tung der britischen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat und eine Mitteilung über den Inhalt dieser Regelung würden in kürze bekannt- gegeben werden. Amerikas Ausrüstung zur Gee. Gewaltige Aufwendungen nach Ablauf des Flottenvertrags. Neuyork, 18. Dez. (DNB.) Der Neubau von Schlacht-, Hilfskreuzern und Flugzeugen wird tm Jahre 1937 das Hauptaugenmerk der Marine sein. Mit Ablauf des Londoner Flottenvertrages am Ende dieses Jahres wird die Flotte bis 1942 a u f d i e Höch st st arte gebracht werden. Der Dau von 82 Fahrzeugen, Kreuzern, Zerstörern, U-Booten und Flugzeugmutterschiffen ist nahezu vollendet. Der letzte Kongreß hat bereits weiter 528 Millionen Dollar bewilligt. Angesichts der Bereitschaft Englands, zwei Großkampfschiffe zu bauen, erwartet das Marineamt, daß Präsident Roosevelt bald den Befehl zum Bau zweier moderner Groß- kampfschiffe gibt, wofür die Pläne bereits fertiggestellt sind. Beide Schiffe fallen in die 35 000- Tonnen-Klasse und sollen mit 35,5» oder 40,6=cm» Geschützen bestückt werden Die Kosten betragen je Schiff 50 Millionen Dollar, die Bauzeit wird auf drei bis vier Jahre berechnet. Die Marineflugwaffe soll bis 1942 auf eine Starke von 1910 Flugzeugen gebracht werden gegenüber einer Jetzt- stärke von lall Flugzeugen. Im kommenden Jahr werden 4 0 0 moderne Tank - 'und Beobachtungsmaschinen im Werte non 30 Millionen Dollar erbaut werden. Zur Durchführung des auf zehn Jahre festgesetzten Bauprogramms polens internationale Stellung. Oberst Beck über das Verhältnis zu Deutschland und Danzig. Warschau, 18. Dez. (DNB.) Vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats sprach am Freitag Außenminister Beck über die Stetigkeit der polnischen Methoden in der Außenpolitik, das Verhältnis zu Sowjetrußland gebe weder zu irgendwelchen Erschütterungen noch zu tiefen Mißverständnissen Anlaß. Ausführungen auf der 8. Sowjettagung enthielten eine gewisse Drohung. Mit aufrichtiger Befriedigung habe er aber ersehen, daß kein Grund zu einer Beunruhigung gegeben sei. Eine gewisse Nervosität macht sich auch in den Beziehungen zu unseren Nachbarn in Westen in der öffentlichen Meinung bemerkbar, und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Dies ändert jedoch nichts an meiner tiefen Ueberzeugung, daß der große rnb mutvolle Entschluß zu einer freundschaftlichen Gestaltung ber Beziehungen zwischen uns unb dem Deutschen Reich sowohl für die direkten Interessen unseres Landes wie im Gesamtkomplex der Verhältnisse auf dem europäischen Kontinent weiterhin seinen Wert behält. Ein Besuchsaustaulch zwischen den höchsten militärischen Faktoren Frankreichs unb Polens habe gewisse mit ber Frage ber Landesverteidigung in Verbindung stehende Abkommen zur Folge gehabt. Die freundschaftlichen Beziehungen veider Länder haben sich auch in einer äußerst befriedigenden Weise entwickelt. Die Zusammenarbeit mit R u- mänien hätte ebenfalls ihren vollen Ausdruck ge- Eden vom Nichteinmischungspakt enttäuscht. London, 18. Dez. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Außenminister Eden, da er Demokrat fei, sei es für ihn nicht schwierig, eine Antwort auf die Frage zu geben, was für eine Regierung er in Spanien zu sehen wünsche. Er wünsche in Spanien die Regierung zu sehen, die Spanien haben wolle. Er halte es für die Pflicht aller Völker, sich aus diesem spanischen Streit heraus» zuhalten, damit das spanische Volk seine hinreichend tragischen Schwierigkeiten aus seine eigene Weise lösen könne. Die Nichteinmischung habe die auf sie gefetzten Erwartungen nicht erfüllt. Er müsse sich aber fragen, öb dies ausreiche, um die Nichteinmischung aufzukündigen, was doch nur das Ergebnis haben würde, daß mehr Waffen nach Spanien gelang» ten, und zwar ohne jede Kontrolle. Er glaube, daß dies die Gefahr eines europäischen Krieges näherbringen würde. Man könne sagen, daß trotz des Nichteinmischungsabkommens Waffen von Deutschland, Sowjetrußland und Italien geschickt worden seien. Er glaube aber, daß das Nichteinmischungsabkommen die Bedeutung dieser Vertragsbrüche vermindert habe. Trotzdem sei die Lage außerordentlich unbefriedigend. Offensichtlich wäre der beste Weg, daß eine Kontrolle eingeführt werde. Weder die britische, noch die französische Regierung hätten erwartet, daß Madrid erneu! unter schwerem Artilleriefeuer. Starker Nebel behindert eine Abwehr der Roten. Toledo, 19.Dez. (DNB. Funkspruch.) An der Blabrlber Front hat am Freitag gegen 21 Uhr ganz plötzlich ein schweres Artilleriefeuer eingesetzt. woraus man auf die Vorbereitung eines neuen Angriffs der nationalen Truppen schließt. Die roten Verteidiger von Madrid können dieses Feuer nicht erwidern, da fast undurchdringlicher Nebel ihnen jede Möglichkeit nimmt, den Standort der nationalen Batterien auch nur annähernd zu bestimmen. In einem Madrider Bericht heißt es, daß diese Beschießung die schwerste sei. die man seit 10 Tagen erlebt habe. Alle anderen militärischen Operationen sind augenblicklich unmöglich. Die Stadt liegt in einem undurchdringlichen Nebelschleier, die Sicht ist kaum 10 Meter, und die Kraftwagen in den Straßen von Madrid können nur im Fuß- gängerlempo fahren. Die rote Anarchie. Belgische Freiwillige verlassen enttäuscht die roten Stellungen. Salamanca, 19. Dez. (DNB- Funkspruch.) In Valencia ist es nach Schluß einer politischen Kundgebung zwischen Kommuni st en und Aull rchisten zu einer schweren Schießerei gekommen, da Kommunisten Hochrufe auf Sowjetrußland ausbrachten, die die Anarchisten mit den Rufen „Es lebe das freie Spanien!" beantworteten. Die vorgesehene Uebersiedlung ber roten Machthaber oon Valencia nach Cartagena hat ebenfalls ihren Grund in den schweren Meinungsverschiedenheiten zwischen Anarchisten unb Kommunisten. Largo C a - b a l l e r o ist z. B. in der letzten Zeit von seinen „Dolksfront'Kameraden" des öfteren mit dem Tobe bedroht worden. 3n Barcelona wurden „hohe sowjetrussische Gäste" in einem eleganten Auto durch die Stadt gefahren. Eine Gruppe roter Milizen war über das Erscheinen unb die unbekümmerte Haltung dieser „Gäste", die so gar nicht in das schwer vom Schicksal geprüfte Barcelona paßte, so erbittert, daß ie die Insassen des Wagens unter Feuer nahmen. Es entwickelte sich ein lebhaftes Feuergefecht, bei dem die „Leibwache" der Sowjet ruffen unbekümmert in die Menge schoß unb fünf Arbeiter tötete. In Almeria, wo ein früherer Bandit, ber sich wegen eines Mordes an einem Händler lange Zeit verborgen halten mußte, als „Polizeipräsident" auftritt, sind zahlreiche Frauen b in geri d)tet worden unter ber Beschuldigung, Mitglieder ber katholischen Verbände zu sein. Diejenigen Gefangenen, die dar- auf warten, daß ihnen der Prozeß gemacht werde, würden im nächsten Jahr über 100 Millionen Dollar angefordert werden. * Das Marineamt erklärte, es beabsichtige, über die Grenze des Flottenpaktes hinaus, 59 00 0 Tonnen an Zerstörern beizubehalten, um der englischen Haltung begegnen zu können. funben. Der Aufenthalt des Ministervräsidenten Göring in Polen habe der in Deutschland bestehenden Tendenz Ausdruck gegeben, auf dem Wege persönlicher Begegnungen die Festigung der Beziehungen anzustreben. Die Danziger Angelegenheiten um- fassen eine Reihe unserer lebenswichtigen Interessen. Wenn es sich darum handelt, die Respektierung dieser Interessen zu sichern, die das Gebiet diplomatischer Fragen bedeutend überschreiten, so kann ich an dieser Sache nichts ändern. Ich muß übrigens feststellen, daß der Senat der Freien Stadt Danzig das Bestehen dieser unserer Rechte bestätigt, ebenso wie wir auch nicht die Absicht haben, die Rechte der Freien Stabt in irgendeinem Punkte anzutasten. Die Verwicklungen der letzten Zeit hatten ihre Quelle in einem Konflikt zwischen dem Senat und Organen des Völkerbundes. Auf Wunsch des Völkerbundes haben wir die Aufgabe übernommen, einen Ausweg aus ber Situation zu finden. Wir führen Verhandlungen zur Sicherung einer wirksamen und praktischen Realisierung unserer Rechte und Interessen in der Freien Stadt und zur Beseitigung der zwischen dem Repräsentanten des Völkerbundes und dem Senat entstan» denen Schwierigkeiten. Seit einer Woche schreiten diese Verhandlungen günstig fort, und ich hoffe, daß wir auch diesmal unsere Mission werden erfüllen können. ihre ersten Versuche zu einer Vermittlung in Spanien selbst ober in Europa Unterstützung finden würden. Aber sie beide seien entschlossen, d i e Sache w e i t e r z u t r e i b e n, vielleicht sei ihren Anstrengungen doch schließlich ein Erfolg beschieden. Großbritannien lege auf die humanitären Bemühungen besonderen Wert, da es hoffe, daß dadurch die Verbitterung gemildert werde, und daß so die Aussichten einer Vermittlung steigen. Er glaube, feststellen zu können, daß die Lage Großbritanniens heute in Europa sicherlich besser sei, als am Ende des vorigen Jahres. Das sei für die Aufrechterhaltung des Friedens durchaus nicht ohne Bedeutung. Ein anderer Faktor, den man beachten sollte, sei die Herzlichkeit der engen Beziehungen zwischen Großbritannien unb Fr ank- reid), eine Herzlichkeit, bie um so wichtiger fei, weil sie nicht explosiv sei, denn beide Länder hätten klargestellt, daß ihr Ziel die Sicherung einer europäischen Regelung sei und bleibe. Er empfinde Befriedigung darüber, daß eine deutsche Nachrichtenagentur vor zwei Tagen erklärt habe, daß die kürzliche Rede Blums unö seine eigene einen ehrlichen Versuch darstellten, einen Weg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten zu finden, und daß sie den Anfang eines echten Wiederaufbauwerkes darstellten. befinden sich teils in einer unbedachten Zuckerfabrik, teils auf einem in der Bucht oor Anker liegenden Küstendampfer und schließlich auf einem zerfallenen Verbrecher- schiff eng zusammengepfercht unb dem Hungertod nahe. Die bolschewistischen „Ausschüsse" benutzen die Verhaftungen und Prozesse, um sich persönlich zu bereichern. Für Pässe, die den Inhaber berechtigen, das Land zu verlassen, werden 2500 Peseten verlangt. Kaufleute, die Geld einkasfieren, werden verhaftet. Freilassung er» folgt gegen Zahlung -eines Drittels oder der Hälfte des eintaffierten Geldes. Zahlreiche belgische Freiwillige der internationalen roten Division haben in der belgischen Botschaft in Madrid Zuflucht gesucht, und sich g e - weigert, an die Front zurückzukehren, da sie oon den bolschewistischen Machthabern in gemeinster Weise getäuscht worden seien. Sie glaubten, große Vorräte von Kriegsmaterial vorzufinden. Man habe ihnen ferner eine regelmäßige unb ausreichende Versorgung mit Lebens- Mitteln und Munition versprochen. Seit ihrem Eintreffen in den ersten Verteidigungslinien feien sie doch niemals abgelöst worden und hätten schwer unter Hunger und Kälte zu leiden. Die Truppen General Francos seien den roten Horden 'n jeder Hinsicht überlegen Enttäuscht und n^if, tert fordern die belgischen Freiwilligen ihre Rück- beförderung in die Heimat. Kleine politische Nachrichten. Die Weihnachtsfeier des Gaues Groß- Berlin b er NSDAP, im Saalbau Friedrichshain, auf ber Reichsminister Dr. Goebbels spricht, wirb am Montag, 21. Dezember, von 18.50 bis 19.15 Uhr von allen deutschen Sendern übernommen. * Der Führer und Reichskanzler nahm den Besuch feiner königlichen Hoheit des Herzogs oon Aosta, Dioifionsgeneral ber italienischen Luftwaffe, ber sich zur Zeit in Deutschland befindet, entgegen. Ferner empfing ber Führer unb Reichskanzler den vor einigen Tagen in Berlin eingetroffenen Geschäftsträger der spanischen Nativ- nalregi-erung Alvarez de Estrada. * . Der Führer und Reichskanzler empfing m ber Reichskanzlei in Anwesenheit von Gauleiter Forster die Danziger Kreisleiter ber NSDAP. Die Danziger Parteigenossen statteten vorher dem Reichsmimster Dr. Goebbels einen Besuch ab. RegierungundGewerkschasten tn Frankreich. Mit dem Aufkommen ber Volksfront • Regierung hat die außerparlamentarische Regierung des All- gemeinen Gewerkschaftsverbandes unter Iouhaux an Einfluß gewonnen. Jouhaux hatte sich anfänglich ber Aufnahme ber Kommunisten in die Gewerkschaften widersetzt, dann aber kapituliert. Die Gewerkschaften haben die kommunistischen Zersetzungskünste nachdrücklich erfahren und Jouhaux hat sich deren radikalsten Forderungen hemmungslos verschrieben. So hat er zu Beginn dieses Monats ultimativ verlangt, alle großindustriellen Betriebe zu verstaatlichen und die Kreditwirtschaft in marxistischem Sinne zu beeinflussen, wobei es, nebenbei bemerkt, zu der ergötzlichen Tatsache gekommen ist, daß die Regierung Blum den französischen Kapitalisten für Darlehen ober Anleihen doppelt so hohe Zinsen verspricht als sie die konservative englische Regierung den britischen Kapitalbesitzern für entsprechende Zwecke zubilligt. Die französischen Gewerkschaften sind an und für sich wohl zahlenst.irk, spielen aber gegenüber der landwirtschaftlichen Bevölkerung, die durch den Bauernführer Dorgeres jetzt zum Streik gegenüber den Großstädten veranlaßt wurde, weil für Gemüse usw. allzu niedrige Preise gezahlt worden waren, keine Rolle. Der Allgemeine Ge- werkschastsverband hat durch seine angezettelten Streiks, durch die widerrechtliche Besetzung von Betrieben, durch die verfahrenen Verhältnisse in der nordwestlichen Eisenindustrie um Lille herum sich jetzt den Streik der Landwirte auf den Hals geladen, der die Regierung Blum in unvorhergesehene Schwierigkeiten stürzt. Zudem ist der Allgemeine Gewerkschaftsverband finanziell schwach. Der französische organisierte Arbeiter hat stets sehr ungern Beiträge gezahlt, unb bie finanziellen Opfer für bie Gewerkschaftsbewegung standen in krassem Gegensatz zu den großen Worten der Gewerkschaftsführer. Das mag daher kommen, daß die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich aus verschiedenen Quellen zusammenfloß, die heute noch bie Kompro- mißtaktik ber Gewerkschaftsleiter bestimmen. Einmal ist der anarcho-syndikalistische Charakter eines Teiles der französischen Arbeiterschaft sehr stark, ber in den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende zu wilden Streiks führte, sogar französische Regimenter ergriff, antiparlamentarisch mar, aber aus Mangel an Geldmitteln zusammenbrach. Dann umfaßt der Allgemeine Gewerkschaftsver- band die eigentlichen Marxisten, die in der letz, ten Zeit von den französischen Moskowitern aufge- fressen wurden. Während z. B. unter dem zu Kriegs- beginn ermordeten Leiter der französischen Gewerkschaften, Jaures, die Gewerkschaftspolitik immerhin national-französisch war, steht sie heute nach manchen Wandlungen unter dem Diktat Moskaus, dessen Ausführungsorgan Jouhaux ist. Daher lassen sich die Rezepte erklären, mit denen bie Gewerkschaftspolitik in der letzten Zeit arbeitete: Die Besetzung der Fabriken durch die Belegschaften, die Terrorisierung der Mehrheit der Arbeiter durch eine organisierte Minderheit, die Versprechen ber Regierung, dem gesetzlosen Zustand ein Ende zu machen, über die sich die Gewerkschaften glatt hinwegsetzten. tim die Streikbewegung in gesetzliche Bahnen zu leiten, sie schließlich zu verhindern, hatte die Regierung Blum eine Gesetzesvorlage über kne obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit eingebracht. Dieser Gesetzentwurf enthielt nicht den Zwang für beide Parteien, sich der Schiedsgerichtsbarkeit zu unterwerfen. Wenigstens sah die Regierung Blum davon ab, auch ber Arbeiterschaft bis Erfüllung oorzuschreiben und von ihr im Notfälle zu erzwingen, wenn die Gewerkschaften sich dem Schiedsspruch nicht fügten. Dafür aber wurde der marxistischen Gewerkschaftsminderheit absolute Voll- / macht gegeben, im Namen der Arbeiterschaft zu verhandeln. Die R ad i k a l s o z i a l i st e n wünschten die Schiedsgerichtsrechtsvrechung den ordentlichen Gerichten zu übertragen, während die Gewerkschaften sie der Regierung allein überlassen wollen. Die Regierung selbst hat dazu bezeichnenderweise noch keine klare Stellung eingenommen, da die Radikalsozialisten auf ihrer Einstellung beharren und das sogenannte Matignon- Abkommen, das eine Reihe von Streitfragen zwischen Unternehmern und Arbeitern regelte, nicht als Grundlage der neuen Schiedsgerichtsvorl^ge anerkennen wollen. Rechtsvrechung gerade in Arbeitskonflikten, so sagen sie, sei eine Sache der ordentlichen und überparteilichen Gerichte, während eine Regierung mehr ober minder Partei sei. Wie zu erwarten war, ist es darüber im französischen Senat zu einer ausgedehnten Debatte gekommen, in der Senatoren der Rechten, wie Lemery und Millerand, ber Regierung den Dorwurf machten, eine sorgfältig vorbereitete Komydie den Franzosen vorgesekt zu haben, in der dis wirkliche Objektivität der Schiedssprüche nur auf dem Papier stände. Zumal die Regierung immer wieder die Ausschreitungen der Streikenden dulde und keine Anstalt gemacht habe, sie aus den widerrechtlich besetzten Betrieben zu entfernen, obgleich die Regierung Blum wiederholt ihre Zusage der Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung gegeben hätte. Die Regierung Blum beschränkte sich daraus, zu versichern, bei ber bevorstehenden Kammerdebatte über innerpolitische Fragen werde sie eine Erklärung abgeben, aber noch heute weiß kein Mensch, welchen Standpunkt sie einnehmen will. Denn Blum steht dem Ultimatum der Gewerkschaften gegenüber, während andererseits die Schwierigkeiten aus den Streikbewegungen ihm über den Kopf wachsen. rt. Wer regiert in Varis? Paris, 18. Dez. (DNB.) „Jntransigeant" berichtet, daß sich dieser Tage in den Straßen von Paris ein Zug von Polizisten gebildet hat, die zum Hotel Matignon marschierten, um L^on Blum Forderungen zu unterbreiten. Man erzählt, daß der Ministerpräsident anderweitig beschäftigt war. Aber man hatte alle Mühe, die Polizisten zu überreden, mit ihren Forderungen nach Hause zu gehen, ohne daß sie Blum gesehen hätten. Sie meinten, er müsse alle anderen Geschäfte Tiegen lasten, um sich mit ihnen über ihre Sonderanliegen zu unterhalten, sobald sie dies für zweckmäßig erachten. Andere Beamte gehen noch tuet» ter. Die Beamten des Haupttelegraphen- amtes haben an den „Genosten Blum" ein Schreiben gerichtet, in dem sie ihm ihre „Beunruhigung" und ihre „Empörung" mitteilen, weil sie gezwungen sind, Telegramme zu befördern, die faschi- tenfreundliche Nachrichten enthalten und „wissentlich die Zwischenfälle in der Arbeiterschaft enfitellen". Das Haupttelegraphenamt wüste vor allem der Volksfront zur Verfügung stehen. Im SG- : toies bfl ! Beweis । timrwf 9' ifrü «5 ■'"hi ini'll ich £ iniicht B worden Kommt, t agiworbn wiedei Krönt b' Nach 5311 beni An Bere •MW Malbr unb öar toelchen ch rov bet C Das । Gesetz ül 3 tarnen iri'Uig 9 Uerusstc 11 rs un ipreisgegi Nie ber MNom Wirkung W' ttkgensni ■ Pebentti ‘ IRücfblid -Leistunl :v?rsichei Jnnei 'steht bi kr 5h linfallo tnappfd verficht »erfii brrn ai livnen in ersaht, j für bl, Niti iM(Ju "'Sinus d men bi Teil de Fines I tys tr Bank 11. 7. 1 Werk »Verba :b?n. Si« 'Lngsstel *2000 M 'darin, t stark ein .fliole Sc M peri Durch .bestell tourbe di ■Diföer fj, , Die Le Stehen in •Gattung Mellte 1 feen in Änsjai «eit ober Ä Sliter i?ile qem 1$ aus ?e-stungs. Wfj °»L x 6Si3 ^nten S’Hyeis । Men, ton Geschichten aus aller Welt as aus Bauern im Rahmen der Erringung der Brot- 3 i Aus 25 Zahre Angestellten-Versicherung e r - en rt. sungen einmal deutschen Familie. Da die Hitler-Jugend eine einzige große sollen auch ihre Einheiten feiern veranstalten, bei denen am brennenden Weihnachtsbaum Familie darstellt, W e l h n a ch t s » nach Möglichkeit unsere Kamerad- Weihnachtsfeiern der Hitler-Zugend. B e r l i n, 18. Dez. (DNB.) Der Jugendführer des "i, F- wn der Ausgabenseite stehen 48 047 440 600 Fran- auf der Einnahmenseite 43 681 945 603 Fran- Der Haushalt weist also einen Fehlbetrag 4 365 494 997 Franken auf. lief) kümmerlich Alle, die mit der Angelegenheit in Berührung kamen, sind darin einig, selten in diesem Oie französische Kammer hat nach einer smgwierigen Nachtsitzung den Haushaltsplan Bit 489 gegen 106 Stimmen angenommen. uf der Äusgabenseite stehen 48 047 440 600 ~ (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die Folgen einer Beschwerde. (rz) Sydney. eine Waffe bei sich ... Wein in Kannen. (th) Neuyork. Die Löwen-Eskorte. (—) Kapstadt. schäft bekräftigt wird. Wir wollen nicht die schönen alten Bräuche unseres Volkes zerstören, zu denen vor allem auch die Weihnachtsfeier gehört, sondern wollen im Gegenteil dieses Fest zu einem wirklichen Erlebnis der in der Hitler-Jugend geeinten deutschen Jugend werden lassen. Die Weihnachtsfeiern der Hitler-Jugend sind selbstverständlich so zu legen, daß der Abend des 2 4. Dezember aus- schließlich der Familie vorbehalten bleibt." Regie« haft die Notialle ich dm irtie der te Boll« ( halt N wünsch« bent* mb irie Kein it dazu ay ein« 'er Ein« atignon« ien M« :e, nicht svorlage in Ar« iche der nährend sei. m fron* idtte g«' m, mit >n Dor» Komödie ie wirk« iuf dem ■ wieder de und wider« obgleich aye der gegeben ich' dar- weichend, der Kopf nur mit ein paar rötlichen Haaren bedeckt. Dabei ist der Mann ein Riese von fast 2,20 Meter Größe und einem Gewicht von 3 Zentnern. Kein Wunder, daß er in der Menschenmenge Aufsehen erregte und daß überall wo er ging, sich ein leerer Raum um ihn bildete. So erstaunlich sein äußeres Aussehen, so erstaunlich ist auch sein Appetit, den er sofort nach der Ankunft zu befriedigen wünschte. Im Restaurant bestellte er zunächst 4 Portionen Fisch. Das war aber nur eine kleine Appetitanregung, 2 ganze Hühner folgten, danach folgten 8 Pfund Rindfleisch mit Gemüse und zum Abschluß vier große Pampelmusen. So groß wie fein Avpetit war auch fein Durst. Er trank vier Flaschen Limonade und zum Abschluß des Mahles acht Tassen Tee. Dann erklärte er befriedigt, >etzt fühle er sich „nicht mehr so hungrig". Dieser bft= same Ankömmling, der selbst die sonst durch nichts zu überraschenden Kellner in Erstaunen setzte, ist der Sohne eines sibirischen Bergmannes und von Beruf Preisringer. Aber trotz seines seltsamen Aussehens, hat er — wie die englischen Blätter berichten — Herz und Gemüt eines Lammes. Kunst und Wissenschaft. Aerzletagungen In Frankfurt und den Taunusbädern. Wie in den vergangenen Jahren, so werden auch im kommenden wieder einige große medizinische Gesellschaften ihre Tagungen in den Bädern des Taunus abhalten. Die erste fein will, und es bei den Beitragssätzen auch nicht sein kann. Eine Gleichstellung der Renten der An- gestelltenVersicherung mit den Ruhegeldern der Staatsbeamten würde einen Beitrag von 20 v. H. des Angestellteneinkommens fordern! Ein solcher Hundersatz würde dem Zweck der Angestellten-Der- sicherung zuwiderlausen. Der heutige Beitrag in Höhe von 5 v. H. des Einkommens, der naturge- sie eine n6 kein en < Snorrk« its die ihm Ein aufregendes Erlebnis mit Löwen hatte ein Farmer in der Nähe des Tanganjika-Sees. Er war mit seinem Motorrad mit leerem Beiwagen unterwegs, als er plötzlich mitten auf der Straße eine ruhende Gruppe von sieben ausgewachsenen Löwen erblickte. Er hielt in gehöriger Entfernung sein Rad an, um den Naubkatzen Zeit zu lassen, die Straße frcizugeben. Nach etwa einer Viertelstunde trotteten sie denn auch davon. Kaum aber war der Farmer, der daraufhin seine Fahrt fortgesetzt hatte, eine halbe Meile weiter, als dieselben sieben Löwen beiderseits der Straße wieder erschienen, als ob sie auf ihn gewartet hätten. Kurz entschlossen fuhr der Farmer mitten durch sie hindurch und hatte nun fast eine Meile weit eine Eskorte, wie sie wohl selten ein Mensch „genossen" hat. Der Farmer soll froh ge- wesen fein, als er in die Nähe menschlicher Behau- kam, denn leichtsinnigerweise hatte er nicht Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schi- rach, hat die nachstehende Verfügung erlassen: „Weihnachten ist und bleibt das Fest der Gemeinschaft der ___Kalifornien ist soeben in Neuyork der erste Gütertransport mit kalifornischem Wein in Zinnkannen eingetroffen. Nicht weniger als 144 000 Gallonen (eine Gallone = 3,785 Liter) Weins in diesen ungewöhnlichen Gefäßen machten so diesen Weg von der einen Küste Nordamerikas an die andere, und der Wein soll sich auf diese Art nach Versicherung Neuyorker Kenner und Fachleute großartig gehalten und nichts von seiner Blume verloren haben. Unter diesen so versändten Weinsorten treffen wir viele mit vertrautesten Namen, denn die kalifornischenf Winzer benennen ihre Wachstümer bekanntlich nach europäischen Kreszen- den, so daß Neuyorker also demnächst Rheinischen Riesling, Haute Sauterne, Muskateller. Tarragona, Ebianti. Sherry und Tokayer aus Zinngallonen sich einschenken lassen können, der auf ihrem eigenen Grund und Boden gediehen ist. Weshalb man «nl‘ sien von übet bot #> । ir«M itfijW Hilten J en. , >e liegen 'tinliege" .äßig A ® der Hotelküche kommende Essen ihrer gemeinsamen Mahlzeiten Beschwerde führen zu müssen, und so setzten sie sich eines Abends zusammen und schrieben einen geharnischten Beschwerdebrief an die zu- ständige Regierungsstelle. Zwei Tage später war die Antwort schon da. Sie stürzte die jungen Damen aus allen Himmeln. Nicht nur wurden die Beschwerden über verschiedene Speisen als völlig unberechtigt aufs schärfste zurückgewiesen, sondern den ynzufriedenen Mädchen für eine ganze Woche der Nachtischkuchen entzogen, an dem sie ebenfalls Mängel entdeckt zu haben glaubten. Weiterhin wurden die Mitglieder ihrer Küchenkommission als Stubendienst in die Schlafsäle strafversetzt und das alljährlich stattfindende Tanzfest für dieses Jahr unterlagt. il. 7. 1909), die mannigfachen Haus- und Derkspensionskassen und die Berufs rerbandspensionskassen angesehen werten. Sie umfaßten aber nur einen kleinen Teil der ; Angestellten mit einem Jahreseinkommen über $000 Mark. Die Mängel dieser Kassen bestanden arin, daß sie die Freizügigkeit der Angestellten ark einengten, ja oft aufhoben: und daß der fo- nale Schutz der Angestellten in geldlicher Hinsicht ehr gering war. Durch das Angestellten-Versicherungs- § esetz, das eine Zwangsversicherung für alle Angestellte mit einem Einkommen bis zu 7200 Mark Herbeiführte, wurden im Jahre 1913 rund 1,7 Millionen und werden heute 3,6 Millionen Angestellte erfaßt. Während der Weltkrieg ohne Folgen für die Angestellten-Versicherung blieb, hat die Inflation ihr einen Verlust von fast einer Milli arde zugefügt. Erst durch das vom Nationalsozialismus durchqeführte Gesetz vom 7. Dezember 1933 wurde die Sicherheit der Angestellten-Versicherung wieder hergestellt. , Die Leistungen der Angestellten-Versicherung be- flehen in Renten, in Heilverfahren und in Beltraastrstattungen; diese indessen nur für weibliche An- gestellte bei ihrer Verheiratung. Die Renten be- flehen in einem Ruhegeld bei Vollendung des 65. Lebensjahres sowie bei dauernder Berufsunfahig- leit oder Berufsunfähigkeit über 26 Wochen; ferner in Hinterbliebenenrenten für Witwen, Witwer und Waisen. Welche Vorteile diese Sicherungen in Zeiten ier Erwerbsunfähigkeit und für den Lebensabend iarfteüen, bedarf feiner längeren Ausführungen, hunderttausende von Angestellten haben diese Vorteile genossen; Hunderttausende genießen sie; und ür Millionen von Angestellten bedeutet die Aus- sicht auf diese Sicherungen eine Steigerung ihrer Leistungskraft und ihres Lebensmutes. Der Gegen der Heilverfahren kommt in der Summe von .>00 Millionen Mark zum Ausdruck, die die Relchsver- sicherungsanstalt für Angestellte bisher (ost auch vorbeugender Art!) allein für Heilverfahren aus» gegeben hat. . ., , Geben somit diese Leistungen em anschauliches Bild von der Bedeutung der Angestellten-Versiche» rung im deutschen Berufs- und Wirtschaftsleben, so wird diese Bedeutung trotzdem noch oft mit dem Hinweis darauf angezweifelt, daß d lejo h e d e r Renten keinen ausreichenden Schutz boten. Dieser Hinweis verkennt die Bedeutung der Angestellten- Dersicherung, die ebenso wenig wie die übrigen Sozialversicherungen eine ..Staatsburgerversorgung freiheit des deutschen Volkes gestellt wurden, und Daß, abgesehen von der Selbständigmachung der Nation m allen Rohstofffragen, die im Zuge des zweiten Merjahresplanes zur Durchführung kommen muß, in erster Linie die Ernahrung des deutschen Volkes auf selbständiger Grundlage sichergestellt wird. Nachdem die Besiedlung des hessi chen Riedes in der Gestalt des ersten Erbhösedorses Riedrode bereits Wirklichkeit geworden ist, wiro überall im deutschen Land, an Der Küste, in den Mooren, in den Wäldern Neuland geschaffen, das noch vor Ablauf der vom Führer gestellten Frist die Lösung der im zweiten Vierjahresplan enthaltenen bäuerlichen Aufgaben ermöglichen wird. Darüber hinaus wird auch der wirtschaftliche Teil des Vierjahresplanes durch den Bau von Rohstoffabriken und andere Maßnahmen rechtzeitig seine Erfüllung finden. Hierauf legte der Gauleiter den Grundstein zu dem neuen Erbhöse- dorf und dankte dem Kreisleiter für die Tatkraft, mit der er in dem wirtschaftlich so ungünstig gelagerten Kreis Gelnhausen die Aufbauarbeit in echt nationalsozialistischem Sinn vorwärts führt. mäß die Hohe der Renten beeinflußt, ist mit Absicht gewählt, um genüaenben Raum für eine gänzende Selo st-Vorsorge au geben. Das bedeutet: Wohl ist der Staat darauf bedacht, nie- fei aus eine unienrviscye vsgpiuiion juiuajuiuyren. tarnen Nachforschungen gelang es, des Uebeltäters Unter den Toten soll sich auch der europäische Lei- habhaft zu werden. Es war ein kleiner Photograph, ter des Unternehmens befinden. Es werden alle An- der in einem schottischen Dorf lebte, und zwar ziem- strengungen gemacht, die Leichen zu bergen. Juwelendieb Schiffbauer zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Große Strafkammer Wiesbaden verurteilte den Juwelendieb Schiffbauer zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust beantragt. Schiffbauer hatte am 27. August d. I. feiner Herrschaft, einem Großindustriellen, Schmuckstücke im Werte von 400 000 Mark gestohlen und war dann von Köln aus im Flugzeug nach Kopenhagen und von dort nach London geflüchtet. Dort wurde er einige Tage später beim Verkauf von Schmuckstücken verhaftet. Die gestohlenen Juwelen konnten wieder herbeigeschafft werden. Furchtbares Unglück in einem indischen Kohlenbergwerk. Wie Reuter aus Kalkutta meldet, hat sich in einem Kohlenbergwerk in der Nähe von Aiansoi an der indischen Bahnlinie ein schweres Gruben- NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter SPren - ce r weihte in Gelnhausen das neue „Jakob- Eprenger-Krankenhau s". Der Gauleiter ries darauf hin, daß dieser Bau wiederum ein kroeis dafür ist, wie der Nationalsozialismus der enmal gewonnenen Erkenntnis von der Notwendigkit einer Maßnahme sofort d i e Tat folgen tckt. „Wenn dieser Bau meinen Namen trägt, so II ich das vor allem so aufgefaßt wissen, daß er ht zuletzt aus der Erkenntnis heraus geschaffen rben ist, daß es heute mehr denn je daraus an» nmt, durch Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig Dorbene Volksgenossen so schnell wie möglich icöer gesund und schaffens froh in die ont des arbeitenden Volkes einzugliedern!" Nach der Besichtigung begab sich der Gauleiter dem an der Südgrenze des Kreises Gelnhausen, Bereich der Gemeinde Großenhausen, liegenden .henzug, auf dem das neue Erbhöfedorf aldrode entstehen wird. Nachdem Kreisleiter d Landrat Kaufemann bargelegt hatte, aus Idjen Gedankengängen heraus der Entschluß ge- gt wurde, Waldrode entstehen zu lassen, sprach r Gauleiter über die Aufgaben, die dem deutschen Aus oller Welt. Reichsschahnieisker Schwarz stiftet ein HJ..Heim. Wie der Reichsjugend-Pressedienst meldet, fand in Günzburg an der Donau das Richtfest des H I.- Heimes statt, das Reichsschatzmeister Schwarz seiner Vaterstadt g e ft i f t e t hat. Obergebietsführer Klein überbrachte die Grüße des Reichsschatzmeisters an die Stadt Günzburg und an die Jugend. Zu dem Heim, das 38 Meter lang und zehn Meter tief ist, aehort auch ein Sportplatz, ein Schießplatz und ein Kleinkaliberschießstand. Wiesbadens Neroberg soll wieder Weinberg werden. In einer letzten öffentlichen Sitzung in diesem Jahr nahmen die Wiesbadener Ratsherren von einer Reihe von Maßnahmen der Stadtverwaltung zustimmend Kenntnis. U a. wird der Neroberg, Der letzte Weinberg Wiesbadens und eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt, erneuert. Die Reben find etwa 80 Jahre alt und daher im Ertrag sehr mäßig. Die Erneuerung des zwanzig Morgcn großen Weinbergs soll in sechs Jahren durchge- führt fein. Unglück ereignet, dem 150 Menschenleben Aum Opfer gefallen fein sollen. Das Unglück sei auf eine unterirdische Explosion zurückzusühren. "’hing ■9 K unter [M H ln 'uhert n3er. Dubaiir niihqg, Mi in es, ne. Win. Elchen Pelt so e ena. Tu für mb für der 9, die ium wurde, gezahlt ’e G. Wehen °n Be. m der um sich Q S ne. iesehene verband .°rguni. y öe- sewerh zu r- Das vrguna Nle? Nipro. Einmal arat. sehr lunbert. Wfchk ir, ober iftsper« 'er letz, aufge. Kriegs. Bewerf- itit im» rte nach liftat laux ist. t denen rbeifete: schäften, ir durch ien der mde zu att hin« Bahnen 'tte die ?r fre Tagung dieser Art findet am 7. März des kommen- den Jahres in Bad-Soden am Taunus statt. Es ist die Frühjahrstagung der Vereinigung südwestdeutscher Hals-, Nasen und Ohrenärzte, die in Bad Soden zusammenkommen. Am 13. und 14. März folgt in Bad-Nauheim die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung. Das Hauptthema dieser wichtigen Tagung behandelt , Kreislauf und innere Sekretion". Den Vorsitz führt Professor Dr. Stadler-Plauen. Auch der Nobelpreisträger H. H. Dale-London wird auf dieser Tagung das Wort ergreifen. Anschließend findet vom 15. bis 18. März 1937 in Wiesbaden die Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin statt. Am 18. und 19. März tagt ebenfalls in Wiesbaden die Deutsche Tuberkulose-Gesellschaft. Schließlich findet vom 18. bis 22. März in Frankfurt die 9. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft statt. Wetterbencht des Reichswetkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche subtropischer Warmluft erreichten die Temperaturen am Freitag auch bei uns Werte, die etwa 8 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Inzwischen ist kühlere Meeresluft nach- gestoßen, die am Samstag die Unbeständigkeit zunächst wieder verstärkt, aber auch den Aufbau eines festländischen Hochdruckgebiets fordert. Mit dieser Entwicklung läßt Der Einfluß des atlantischen Wirbels auf unser Wetter nach, so daß mit fortschreitender Beruhigung, wenn auch mit noch nicht nie- derschlags.freiem Wetter gerechnet werden kann. Aussichten für Sonntag: Anfänglich noch bedecktes und regnerisches Wetter, dann Besserung, bei abflauenben westlichen Winden kühler. Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags 12,2 Grad Celsius, abends 8,5 Grad; am 19. Dezember: morgens 6,4 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum heute nacht 3,6 Grad. — Erdtemperaturen tn 10 cm Tiefe am 18. Dezember: abends 4,9 Grad; am 19. Dezember: morgens 3,5 Grad. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Dlumschsin. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsprei? RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. , mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. [ Zur Zelt ijt Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig, manden in der Zeit der Not und des Alters seines Schicksal zu überlassen, dennoch soll jeder einzelne die volle Verantwortung für sein Schicksal selbst mitübernehmen. So ergibt sich zum Schluß, daß die Absicht, in der das Angestellten-Dersicherungsgesetz vor einem Dierteljahrhundert beschlossen wurde und besonders seit der nationalsozialistischen Neuordnung vom 17. Mai 1934 durchgesührt wird, in jeder Beziehung erreicht ist. Die Beiträge zur Angestellten-Versicherung sind keineswegs „soziale Belastungen", sondern Beiträge für den sozialen Schutz des einzelnen und feiner Familie, wie auch für die zum Wohl des ganzen Volkes zu leistende Arbeit. Orunde genommen, jo schreibt das Blatt, haben wir e, also hier mit einem Sowjet zu tun, der die 2'legramme zensiert und je nachdem, ob ihm die schrickst günstig ober ungünstig für eine Partei eischeine, sie absenden wird ober nicht. Die Reglung ist auf unverantwortliche ©teilt n übergegangen, bie hanbeln wollen, wie sie es fir gut befinben. Noch sind sie bereit, Sortierungen z. stellen unb brohende Gutachten abzugeben; aber trenn man nicht acht gibt, wirb halb bie Stunbe krnmen, in ber sie sich an bie Stelle b e r gesetzmäßigen Regierung setzen unb D:nn erleben wir bte d ö 11 tg e Anarchie. Wird Iran sich entschließen, Ordnung im Hause Frank- fiichs zu schassen unb benen, bie mir bezahlen, nach- biicklich Gehorsam beizubringen? Vertreter: Emil Schmall, Gießen, Frankfurter Straße 7, Telephon 3883 Q Ein gutes arfu nung 05739 05803 gpj t * Elche 34er 34 er 34 er 8/3' Adler-Fav. 6 25 Adler Adler Standard 6/25 Brennabor 7/30 Brennabor 8'38 Be z (KO Röhr 600 DKW 50PS Chevrolet 4-5-Zimm.-Wohng, mit Heizung und sonstig. Zubehör per sofort oder später zu verm. Näheres I7559D Grednerstr. 38. Wernerwall III, monatl. Miete NM. 72,-, sofort zu verm. [8206D Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. _ Der Oä Kinder «£$ Freude 6 Zimmer Badu.Mädchen- zimmer ab 1. 3. oder 1.4. 37 zu vermieten. H. Neinschmidt Horst Wessel-W. 511 3 Zimmer- Wohnung mit Zubehör, von Beamt, zum 1. Avril evtl, auch früher ges. Schr. Ang. unt. 05763 a.d.G.A. Die wundervollen Duftschöpfungen von 4711, Mouson, Di alle, Scheik, Schwarzlose usw.. di e en t- zückenden Geschenkpackungen von 4711, Gegenüber, Uralt Lavendel in allen Pi eislagen werden Ihnen gerne vorgelegt 4-/im. Wohlig, ob. auch 3-Zirn- merwohnung u. WerM.,Sonnen- straße 3, Erdg., zu verm. 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Isabella war wie ihr Gatte Ferdinand von Aragon eine durch und durch moderne, in die Zukunft schauende Monarchin, aber sie stand doch ganz unter der doppelten Zwiespältigkeit ihrer Welt, an der Grenzscheide von Morgen- und Abendland und an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Grade diese Zwiespältigkeit ihres Wesens wie ihres Werks hat ihr Biograph A. St. Wittlin ohne jede falsche Betonung, aber doch sehr klar herausgearbeitet. Ihr Streben nach klaren und geordneten Verhältnissen, ihr Sinn für Sauberkeit im Persönlichen wie im Politischen, ihr erstaunliches Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, das nüchtern- sachliche Ueberdenken einer guten Hausfrau, aber auch das Wissen um die Macht des Goldes, das alles traf sich mit dem kühl überlegenden Diplomaten Ferdinand, dem Meister des Abwartens, der nur einen Ehrgeiz kannte, in der europäischen Politik eine Rolle zu spielen, vereinigte sich mit dem einseitigen, grausigen Fanatismus des späteren Großinquisitors Torquemada und der phantastischen Abenteuerlust eines Columbus zu jener seltsamen Mischung von mittelalterlichen Kreuzzugsideen, absolutistischer Herrschsucht und Machtgier mit durchaus modernen Anschauungen über eine enge Verbindung zwischen Volk und Herrscher als sehr verschiedenartige, aber immer wieder zusammengefaßte Grundlagen eines Regierungssystems, das nur ein Ziel kannte, aus Konfessionen, Ständen, Stämmen und Ländern der Halbinsel ein Reich zu machen, ein Volk und einen Glauben. Das Buch Wittlins weiß dies alles aus dem Lebensgang Isabellas, aus ihrem Charakter und den Einwirkungen ihrer Mitarbeiter ungemein fesselnd und eindrucksvoll zu deuten, so daß wir hier nicht nur ein ausgezeichnetes Porträt dieser Frau bekommen, deren politisches Werk für Jahrhunderte bestimmend wurde, sondern auch ein vielfarbiges Bild dieser Zeitwende, die die moderne Weltgeschichte eingeleitet hat. Fr. W. Lange. — Queen Victoria: E i n Frauenleben unter der Krone. Eigenhändige Briefe und zutage, der Hauptmann fordert ihn auf Pistolen. Dohlen erschießt ihn und reift in der Welt umher. Sein älterer, ebenfalls verheirateter Bruder wird auf der Jagd erschossen, er selbst übernimmt das Dohlensche Stammgut. Eine Wirtschafterin bringt den Alternden nahezu in Hörigkeit. Er schüttelt den Bann ab, aber es ist zu spät. Der letzte der Dohlen, die soviele Frauenherzen gebrochen haben, verzehrt sich in Liebe nach einer längst Gestorbenen. Das Talion hat sich erfüllt. — Fred Andreas: Das Gesetz der Liebe. Roman. Ganzleinen 3,80 RM. Ritter-Verlag, Oldenburg i. O. — (496.) — Der Roman beginnt im Berlin des Jahres 1805 und behandelt das Schicksal des Leutnants Hofstede, der das Opfer einer Intrige feiner Kameraden wird. Sie machen ihn in ein' Mädchen verliebt, das außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft steht. Trotz des entstehen- den Skandals ist Hofstede bereit, das Mädchen Madeleine zu heiraten, da er sie wirklich liebt. Da ihm als Offizier die Heirat nicht möglich ist, reicht er sein Abschiedsgesuch ein und macht nach dessen wiederholter Ablehnung einen Versuch zu desertieren. Er wird abgefangen und, vor die Wahl gestellt auf die Festung'Wesel oder als Spion des preußischen Königs nach Paris zu gehen, wählt er das letztere. Dort wird er eines Tages verhaftet. Madeleine, die ihn nach Frankreich begleitet hat, gelingt es, Hofstede aus der Festung La Rochelle zu befreien, wobei sie selbst den Tod findet. Der Roman ist ein lebensvolles Zeitbild und zugleich die Geschichte einer großen Liebe, die über alle Konflikte hinweg den Tod überwindet. Deutsche AMer. — Friedrich Schnack: Geschichten aus H e i m a t u n d W e l t. 78 Seiten. Insel-Bücherei Nr. 498. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (408.) — Friedrich Schnack, sonst bekannt durch große Romane, Gedichte und künstlerisch gehobene Naturschilderungen, hat in diesem Bande eine Reihe von kleinen Erzählungen, von Eindrücken und Erlebnissen gesammelt, die durch den gemeinsamen Titel hinlänglich gekennzeichnet sind. Dazwischen steht em Gedicht, „Im fremden Land", gleichsam auf der Mitte zwischen den beiden Welten und Erlebniskreisen, aus denen die Geschichten dieses Bändchens gespeist wurden, und in einer dichterischen Vision die Brücke schlagend vom fernen Tropenstrand zum heimatlichen Mainfranken; dies fügt die Teile zum Ganzen, so spürt man, daß sie aus der gleichen Hand hervorgegangen sind: die schöne Erzählung vom „Schattenzug der Väter", die den Anfang macht und das lebendige Erbe von den Vorfahren her dankbar ins Bewußtsein rückt; oder die Geschichte vom kleinen Vogel Federlos: oder der Nachruf auf getrocknete Blumen und Gräser. Aus der anderen Welt, die Schnack auf weiten Reisen sich er chloß, stammen etwa das abenteuerliche Erlebnis mit dem alten afrikanischen Zauberer in Sansibar oder der erregende Bericht vom Tanz der Wasserhosen im Indischen Ozean. Hans Thyriot. Gedichte. — Adolf von Hatzfeld: Gedichte des ' Landes. 65 Seiten. In Leinen 3,60 Mark. Rütten & Loening Verlag, Potsdam. — (399.) — Dieses Buch trägt seinen Namen in einem doppelten Sinne zu Recht: das Land, von dem hier, in einer gesteigerten, leidenschaftlichen, hymnischen Sprache, gesungen wird, ist einmal bezeichnet durch die vertraute und geliebte Landschaft der engeren Heimat Hatzfelds, der aus Münster stammt; in Gedichten wie „Soest" oder „Weftfalenballade" ist sie gewissermaßen mit Namen genannt, umschrieben und abgegrenzt. In den meisten Gedichten des schmalen und sehr sorgsam ausgeftatteten Bandes ist aber die so umschriebene Landschaft ihrer heimatlichen Bindung entkleidet, ins Allgemeine und zum Symbol erhoben, ins Kosmische geweitet. Und so sehr man die heimatlich-räumliche Bindung des Dichters an „fein" Land und seine Herkunft aus diesem Lande empfindet, so unverstellt klingt auch aus seinen Gedichten die uralte Anrufung der Natur, jener größeren, unbegrenzten Landschaft im Wandel der Jahreszeiten; da werden die Natur-Erscheinungen, Tier und Pflanze, Mond und Wolke, Morgen und Nacht, Gewitterschauer und Sonnenuntergang, zu den seit undenklichen Zeiten erlebten und besungenen Sinnbildern einer beseelten Welt, darin der Dichter mit Gott und Mensch und stummer Kreatur Zwiesprache hält und sich im Einklang fühlt. hth. — Erica Dieckerhoff: Anruf und Lobpreisung. Gedichte. 79 Seiten. Geh. 1,80, geb. 2,80 RM. Verlegt bei R. K. Jaeckel in Querfurt. — (514.) — Die Sammlung gliedert sich in fünf Themenkreise: „Eine Welt erblüht"; „Die Welt gewinnt Raum in uns"; „Die Frau"; „Die Aufgabe"; „Wandlung und Hinwendung". Vielleicht wird sich schon aus dieser stofflichen Ordnung — wenn solche Bezeichnung für ein Gedichtbuch gestattet ist — die (bei einer Frau überraschende) gedankliche Unterbauunq des Gefühlsausdrucks empfinden lassen, ein Einschlag von Reflexion, der den Leser über die rein gefühlsmäßige Aufnahme hinaus zum Nachdenken zwingt. Eine solche Haltung macht zwar, wie wir glauben, nicht jedes dieser Gedichte ohne weiteres, sozusagen auf den ersten Blick, zugänglich und faßbar, führt aber auch nicht zur Einseitigkeit oder Verengerung des Blickfeldes; der Umkreis der lyrischen Anregungen und Motive scheint vielmehr verhältnismäßig weit gespannt, und es wirkt wie ein Gegengewicht gegen den etwas philosophischen Unterton, daß vieles offenbar aus unmittelbarer Anschauung der uns umgebenden natürlichen oder künstlerischen Welt herooraegangen ist: Landschaft, Tier und Pflanze, Tanz und Plastik begegnen etwa als Träger des sogenannten „erregenden Moments". Ja, vereinzelt findet sich der Besuch, den herkömmlichen und gewohnten Umkreis der lyrisch faßbaren Welt zu durchbrechen, nrnn beispielsweise von einem reinen und abstrakten Farbeneindruck her ein Vorstoß in noch unerschlossene Bezirke der Empfindung und Gestaltimg gewagt wird. Natürlich wird sich — hier wie allent- hcrlben in der Lyrik — jeder Leser persönlich mit dem abstnden und auseinandersetzen müssen, was das Buch ihm erschließt ober anbietet. Uns ergaben sich die stärksten und unmittelbarsten Eindrücke aus den Gedichten „lieber mir", „Begegnung mit einer Pflanze", „Das Wunderbare", „Verkündigung", „Gelb", „Kleine Elegie" und „Noch diesseits". — Die gute verlegerische Ausstattung des Bandes, besonders der klare Druck aus einer alten Fraktur sollen nicht unerwähnt bleiben. . Hans Thyriot. — Sally v. Kügelgen: Stilles Tagebuch eines baltischen Fräuleins (1855 bis 1856). Mit sechs farbigen Offsettafeln. Preis gebunden 3,60 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (468) — Dies Tagebuch vermittelt durch feine eigenartige, stille Atmosphäre ein deutliches Bild von Leben und Kultur in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Während das historisch-politische Geschehen nur in kurzen Randbemerkungen notiert wird, wie zum Beispiel die Aufregungen des Krimkrieges, kommen Sitten, Familiensinn und Menschlichkeit breit zum Ausdruck, man gewinnt schon nach den ersten Seiten ein durchaus persönliches Verhältnis zu den Gestalten und Landschaften des Baltikums. In den östlichen Grenzbezirken trafen die Zeitströmungen Europas als äußerste Wellenausläufer erst um Jahrzehnte später in die aufnahmebereiten Kreise, und so erklärt sich, daß in diesem Tagebuch eines jungen Mädchens aus den Jahren 1855 und 1856 die Kennzeichen des Biedermeier noch unverfälscht anzutreffen sind. Sowohl die geschilderten Gebräuche des geselligen Zusammenseins wie auch die reizenden Aquarelle von der Hand der Sally v. Kügelgen, deren malerische Begabung ein Erbteil des Kügelgens war, tragen durchaus den Charakter jener beschaulichen Epoche. Ein einfaches Leben, nicht gesegnet mit irdischen Gütern, aber reich an ideellem Besitz, wird aus der Vergessenheit gehoben, ein schönes Beispiel für die Kraft, mit der in vorgeschobenen Kulturbezirken deutsches Bildungsgut und deutsche Art erhalten wurden. brachte. Mit diesem Buch hat Ludwig Zügel ein Werk geschaffen, das in der reichen Vielfalt seiner Erscheinungen Kunde gibt von der Unbezwingbarkeit eines tapferen Volkes. — Gertrud Fusfenegger: Geschlecht im Advent. Roman aus deutscher Frühzeit. 309 Seiten. Seinen 5,40 RD1. Rütten & Loening Verlag, Potsdam, 1937. — (362) — Der Erstlingsroman einer jungen Tiroler Dichterin macht den Versuch, Einzelschicksal und Gemeinschaftsschicksal in wechselseitiger Durchdringung zu verbinden. Wahrend das persönliche Geschick der Heldin als Frau und Mutter eine starke Steigerung durch den Dienst an der Gemeinschaft erfährt, finden die Gemeinschaftsgeschicke ihren Mittelpunkt in der tragischen Gestalt jener Frau. Die späte Karvlingerzett mit ihren politischen, sozialen und religiösen Wirren bildet den Hintergrund, der Norigau im Herzen Tirols den Schauplatz für den Untergang eines alten Geschlechtes. Diese düstere Zeit ist die Advents- 3eit des christlichen deutschen Reiches, und alles Geschehen wird nur als Gleichnis eines größeren Geschehens begriffen, welches das Gesicht der Welt verändern sollte. — Rudolf Huch: Talion, Roman. Preis in Seinen geb. 3,80 Mark. Verlag Bernhard Sporn, Zeulenroda. — (362) — Talion ist die von Kant geforderte Vergeltung mit Gleichartigem. Der Roman spielt vor dem Weltkriege. Premierleutnant von Dohlen ist der Sprosse eines Geschlechts, in dem die männlichen Mitglieder von jeher gefährlich für Frauen waren Es verliebt sich die Frau feines Hauptmanns in ihn. Das Verhältnis kommt — Ludwig Zügel: „Frau Geste auf Zrubernes. Eine Saga. In Leinen geb. 4,50 Reichsmark. Verlag Albert Langen - Georg Müller, München — (431) — Die neue Dichtung Ludwig Zügels ist die Entdeckung einer verschollenen Welt, weit, mächtig und leibenschaftttch bewegt ein großartiges Bild der Küsten- und Meereslandschaft unter dem fahlen, niederdeutschen Himmel, wo Natur, Mensch und Schicksal miteinander im Bunde stehen und ganz und gar eins Jinlx Der wilde Atem des Sturms und das dumpfe Drohnen der Flut sind die Orqelpunkte der schauerlichen Musik zu dem Totentanz der dort im Nodderlande anhebt vor hundert und aberhundert Jahren als der Vogt des Königs von Dänemark die Freiheit des Volkes fesselte Aber dieses Volk lebte noch im Gehorsam der alten Gesetze Der fremden Gewalt spottend, ging unter ihnen das Geheimzeichen des Sonnenrades um alle die zu heimlichem Schwur und Aufruhr zu laden, die lieber für die Freiheit sterben als in der Knechtschaft leben wollten und darum willig Kamps und Zod auf sich nahmen, der Unterdrückung ur immer ein Ende zu machen. Inmitten des Volkes steht Frau Geske auf Zrubernes, die, zwar des frem- hfter®n9grüN>r“Usinuu* TOtter’con®fjktamp, b£ -‘(555.)$erfönlid)tctt d-r"K°nigin Mki°. fe3 aefährli»e Spiel um die Befreiung der Heimat ria, die drei Menschenaltern -ngl,,cher Geschichte waat iws den Feind überwand, und dem Volke ihren Stempel aufdruckte, wird nirgenbs deutlicher fchUeßlich die Freiheit, Frau Geske aber den Tod als aus ihren Aufzeichnungen und Briefen. Ihr Darmstädter Wötterbuch. — I. S. Dang: Darmstädter Wörterbuch. Mit vielen luftigen Zeichnungen von Hart- mutt) Pfeil. 280 Seiten. L. C. Wittich, Verlag, Darmstadt 1936. — (585.) — Dieses Wörterbuch ist aus einer Aufsatzreihe „Darmstadt und die Darm- tädter" entstanden, die im „Darmstädter Zagblatt' erschien und sich der tätigen Mitarbeit zahlreicher Leser zu erfreuen hatte. Der mit Liebe, Fleiß und Sachkenntnis gesammelte Stoff nahm allmählich Ausmaße an, die eine geordnete und übersichtliche Zusammenfassung in Gestalt eines Buches nahelegte: hier ist es — weniger ein „Wörterbuch der Darmstädter Mundart" als ein Spiegelbild des Darmstädter Wort- und Sprachschatzes. Und wenn dieser Sprachschatz auf den ersten Anhieb auch nicht erschöpft werden konnte (die richtigen „Heiner" warten wahrscheinlich schon auf den zweiten Band ober mindestens auf eine erweiterte Auslage) Jo ist doch schon diese erste reichhaltig und lustig genug. Der Verfasser hat keine Doktorarbeit machen wollen ober sonst übertriebenen wissenschaftlichen Ehrgeiz an ben Zag gelegt, — aber wer dieses Buch gelesen hat, der weiß für ben Hausgebrauch bei ben Darmstädtern, ihrer Mundart und ihren Lebensgewohnheiten Bescheid und hat überdies was zum Lachen; Dang hat erst mal aus dem Vollen gewirtschaftet und vom großen Stoff bas herausgegriffen, was ihm am nächsten zu liegen schien. So ergaben sich brei Hauptkapitel: bas erste und bei weitem umfangreichste betrifft ben Menschen, „bie Krone der Schöpfung", unb zwar natürlich hier bie Son- bergattung „Dammstädter Heiner"; bas zweite beschäftigt sich mit bem „Ding an sich"; unb bas britk hanbelt „Vunn Diescher unn annere Gewächse". Das ist klar unb übersichtlich. Außerbem ergibt sich eine Fülle köstlicher Einzelheiten: was man hier zum Beispiel über die menschliche Anatomie und bas menschliche Seelenleben, an Zätigkeits- und Verhältniswörtern, an Redensarten unb Zemperaments- ausbrüchen findet, ist herzerfreuend; befonbers fchön unb lehrreich ber kleine Vergnügungs- und Betriebsanzeiger, bie Kapitel vom Gelb, von der Siebe, vom Esten und Zrinken und, nicht zu vergessen, vom „haache" unter Darmstädter Buben. Das ist aber nur eine bescheidene Auswahl. Beim Vorlesen im Familienkreise empfiehlt sich immerhin eine gewisse Zurückhaltung; das wirb jedermann leicht einsehen, denn bie „Dammftäbter" Munbart ist nicht nur eine schöne, sonbern auch eine ziemlich beutliche und naturnahe Sprache. Im übrigen zweifeln wir nicht daran, daß bas Wörterbuch auch weit über bie Grenzen ber Lanbeshauptstadt hinaus viele Freunbe finden wirb. Die Zeichnungen von Hartmuth Pfeil bereichern ben Zext mit großer Anschaulichkeit. Dr. H. Thyriot. — (Harb von Olbenburg-Janufchau: Erinnerungen. Preis in Ganzleinen geb. 5,80 RM. Verlag Koehler & Amelang, Leipzig. — (523.) — Die Erinnerungen bes Kammerherrn von Oldenburg sind in mancher Beziehung eine Ergänzung zu dem zweibändigen Werk des Grafen Westarp über konservative Politik. Aber wie es ber Natur bes Januschauers entspricht, ist bei ihm Person und Sache nicht zu trennen. Sein Temperament, das ihn auch allein und auf verlorenem Posten mit ber ganzen Kraft feiner aufrechten, kantigen Persönlichkeit für seine Ueberzeugung einstehen ließ, verleugnet sich auch niemals in biesem Erinnerungsbuch eines Achtzigjährigen. Lanbwirtschaft und Heer waren für ihn die starken Stützen ber preußischen Krone unb nur in einem starken, sich selbst treu bleibenben Preußen sah er bas Rückgrat eines starken Deutschlanbs. So galt sein politischer Kampf immer roieber ben Parteien im besonderen, die Landwirtschaft und Heer in ihrer Lebenskraft schmälern wollten unb bem parlamentarischen System im allgemeinen, bas er für unvereinbar hielt mit bem Charakter bes preußischen Staates und mit ben wohloerstanbenen Interessen bes deutschen Volkes. Seine Erinnerungen sind aber über bas rein Politische, für die Erkenntnis mancher wichtiger Episoden deutscher Geschichte des letzten halben Jahrhunderts Bedeutsame hinaus auch wertvoll als ein interessantes Zeitbild ber ostbeutschen Lanbwirtschaft, bie in bem Kammerherrn von Oldenburg einen ihrer prägnantesten Vertreter gefunden hat. Fr. W. Lange. Mderbiicker undZugendschriflen — Ruth Schaumann: Lorenz^ und Elisabeth. Eine schattige Geschichte, für bie Jugend erzählt und gemalt. Mit sechs ganzseitigen farbigen Bildern unb 33 Feberzeichnungen. 70 Seiten Gebunden 3,80 Mark. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. — (587) — Dies neue Kinber- buch von Ruth Schaumann ist eine kleine Kostbarkeit in seiner lieblichen Verquickung von Leben und Dichtung, von Phantasie unb Wirklichkeit, in feiner reinen Sprache zwischen Märchenton und graziös- gravitätischem Chronikstil und seinen bezaubernben Bildern. Ruth Schaumann erzählt mit zarter Behutsamkeit von dem Leben ber kleinen Elisabeth Schattenfroh, bie ihre Gebauten unb Wünsche mit feinen, burchsichttgen Fingerchen bem schwarzen Schattenpapier entzaubert, ba ein Unglück ihrem Mund die Rede und ihren Füßen die Kraft nahm, zu gehen wie andere Kinder. Doch Schatten und Licht sind untrennbar verbunden. Die Zuneigung des ungestümen kleinen Junker Lorenz von Lichtenberg, der sein Leben lang Schusterbub fein wollte, wenn er ihr nur helfen könnte, wieder zu lachen und zu gehen, — erfüllt das Schattenleben der kleinen Elisabeth mit immer hellerem Leuchten, bis sie im flammenden Schein einer jähen Feuersbrunst von ihrem Unglück befreit wird und alles zu einem guten Ende kommt. — Die Fen st er auf, bie Herzen auf! Ein Bilderbuch für Mütter und ihre lieben Kinder. Volkskinberreime und Volkslieder in Bildern von Luise Staudt-Zoerb. Umfang 16 Seiten, Alter 4 bis 10 Jahre. Halbleinen 2,80 RM. — (561.) — Eine glückliche Auswahl alter Kind er reime und Lieder wurde hier getroffen unb von Luise Staudt- Zoerb mit so kinblichen unb künstlerischen Bilbern versehen, baß Mutter unb Kinb bie gleiche Freude an diesem Bilderbuch haben werden. Sei es, daß bas Sandmännchen auf leisen Sohlen über die Wiese zur Stadt eilt, um ben Kindern Schlaf zu bringen, fei es in der köstlichen Zusammenstellung von Kind und Blumen, immer berührt einen auch im Bilb bas Volkstümliche ber Verse. Der Reichs- müttertnenft hat bie Veröffentlichung befürwortet unb sich entschlossen, es für das Deutsche Frauenwerk herausgeben zu lassen. — Die Zeltbücherei, eine Reihe preiswerter erzählender Bände des Verlages Ludwig 23»ggenreiter, Potsdam, hat ihre Reihe um weitere 8 Bände vermehrt. (Band 15 bis 23. 80 bis 160 Seiten. Preis gebunden 0,90 RM., 1,35 RM. unb 1,80 RM. Viele Bilber. Mehrfarbiger Schutzumschlag.) — (524) — Zunächst fesselt eine packenbe Sübwesterzählung Maximilian Bayers: „I st O k o w i t r e u ?"; Gefahr unb Abenteuer in unserer heißumstrittenen Kolonie erlebt ber Leser in atemloser Spannung mit. Ein zweiter Band berichtet anschaulich von einem neuen Beruf, von bem anftrengenben Leben ber Fernlastfahrer, ber „K a p i t ä n e b e r L a n b st r a ß e". Ein anberer Banb („D i e Birkenbeine r") führt in bie Zeit ber Einigung bes norwegischen Volkes im späten Mittelalter zurück. Zwei Soldatenbücher machen bie Zeit des Weltkriegs mit feinen einfchnei- benben Wanblungen („F ahnen1914 — Zanks 1918") unb bie neue Rekrutenzeit lebendig („I u n g e Soldate n"). Den Kreis runden ab eine fesselnde Hundegeschichte („Schnuts neue E r l e b n i f f e"), eine aufschlußreiche Auswahl der „S ochsen märchen aus Siebenbürgen" Zagebuchblätter, 1834—1901. Herausgegeben von Dr. Kurt Iagow mit 17 Bildern unb einem ..... Faksimile. Preis in Leinen geb. 8,50 RM. Verlag dem Karl Siegismund, Berlin SW 68. Zweite Auflage. aufrechter und selbstbewußter Charakter, der alle Eigenschaften einer liebenben Frau und besorgten Mutter mit einem starken Gefühl für bie Würde ihrer Stellung als Herrscherin des Britischen Weltreichs verband, ber Pflichteifer unb eisernen Fleiß so gut kannte wie Leidenschaft unb zähe Hartnäckigkeit, dieser Charakter erlaubte ber Königin keine diplomatische Verstellungen, keine Zweideutigkeiten, kein Ausweichen, kein Kompromiß. Einfach und klar, wie es ihrer Natur entsprach, sagt sie ihre Meinung auch bann, wenn sie weiß, baß man sie nicht gerne hört. Viele ihrer Briese, die aufschlußreichsten Dokumente ihrer Persönlichkeit und ihrer Zeit, liegen schon lange in mehreren Bänden, auch in deutscher Übersetzung, vor. Hier sind nun neu hinzugekommen fast zweihundert Briefe an Mitglieder des preußischen Königshauses, die aus dem Brandenburg-Preußischen Hausarchio erstmals veröffentlicht worden find und für uns deutsche Leser natürlich den besonderen Reiz haben, daß sie sich im Wesentlichen auf deutsche Dinge beziehen. Aber auch die Auswahl der andern, vor allem an ihren Onkel, den König der Belgier, an ihren ersten Premierminister Lord Melbourne und eine Reihe anderer Minister gerichteten Briefe gibt ebenso wie die Zagebuchauszüge ein ungemein fesselndes Bild der großen politischen Zusammenhänge während ihres langen Lebens. Wir lernen ihr Urteil über viele bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit kennen, ungeschminkt und rückhaltlos offen, wie es ihrem graben Charakter entsprach. Wir erfahren inter- effante Aufschlüsse über bie Stellung der Königin wie ber britischen Politik zum großen Problem ber beutschen Einigung in allen seinen Phasen. So wenig sie ihre fast rein deutsche Abstammung, ben starken beutschen Einfluß auf ihre politische Bilbung burch Erzieher unb Gatten, die starke Verbundenheit mit deutschem Wesen und deutschem Geschehen durch ihre persönliche Freundschaft mit der Königin Augusta und ihre vielen verwandtschaftlichen immer wieder neu geknüpften Beziehungen jemals verleugnen konnte und wollte und ein gutes Verhältnis zwischen Deutschland und England für sie stets ein Grundprinzip ihrer Politik blieb, so tritt doch häufig eine ganz eigenartig englische Auffassung der deutschen Dinge zu Zage und es offenbart sich gelegentlich eine Naivität, deutsche Fragen vom britischen Standpunkt aus zu vereinfachen, wie wir sie ja auch heute oft genug als Mißverständnis englischer Staatsmänner empfinden müssen. Und es ist besonders reizvoll zu sehen, daß es häufig grabe bie preußische Kronprinzessin Viktoria gewesen ist, die trotz ihrer offenen Gegnerschaft zum I Bismarck-Kurs ihrer Mutter, der Queen, gegenüber denselben Kurs verteidigt und deutsche Verhältnisse ins rechte Licht gerückt hat. Sv ist dies mit zayk- j lujiwpuuj «m v«. « r .. v M m *. i.,, v reichen, nicht allgemein bekannten Bildern, ausge- uns ^on lange gewünscht haben: voll Verstandm» stattete Buch eine ungemein fesselnde Lektüre, gleich für bas Wesen ber Stabt ber Reichsparteitage. Die wesentlich für bie Persönlichkeit der Königin wie Bänbe sind auch äußerlich mit ein Schmuck icbcr für bie Geschichte der deutsch-englischen Beziehun- Bücherei und ein willkommenes Geschenk für jedes gen Fr. W. Lange. Alter. Oberhessen Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Dr. Friedrich Sohn. banduhr mit 24 kleinen Brillanten und schwarzem Moireband; 1 Platinschleifenanhänger mit großer Perle, 51 kleinen Brillanten und dazu kordelierter Perlenkette; 1 goldenes Kollier mit Platinauflage, Brillanten, Diamantrosen und dazugehöriger Platinkette; Silberbestecke und 1 schwarzer Tuchmantel mit Persianerpelz. Als Täterin kommt eine Hausangestellte in Frage, die sich als Ria oder Rita Hildebrandt ausgegeben und einige Tage vor dem Diebstahl auf Zeitungsinserat hin eine Stelle bei der Geschädigten angenommen hatte. Es ist zu vermuten, daß sie sich in der erwähnten Art anderswo als Dienstmädchen oder Untermieter ein Unterkommen suchen wird. Für die Herbeischaffung der gestohlenen Sachen sind 10 v. H. Belohnung ausgesetzt. Sachdienliche Angaben an die nächste Poli- zeistelle. Friedbergs Haushalt ohne Fehlbetrag. LPD. Friedberg, 18. Dez. In der Sitzung der Ratsherren erstattete Bürgermeister Vieth den Bericht über das Rechnungsjahr 1935/36. Diesem Bericht ist die bemerkenswerte Tatsache zu entnehmen, daß die städtischen Rechnungen aus dem Fahre 1935 mit einem Ueber schuß von 30 550,16 Mark abschließen. Durch eiserne Sparmaßnahme«, ist es der Verwaltung gelungen, den bei Aufstellung des Voranschlages für 1935 vorhandenen Fehlbetrag von 44 000 Mark restlos zu beseitigen und darüber hinaus noch einen unerwarteten Ueberschuß heraus- ?uwirtschaften. Der Bürgermeister betonte bei der Berichterstattung insbesondere den günstigen Steuereingang. Landkreis Gießen. k Großen-Linden, 18. Dez. Daß man auch im Winter schöne Wanderungen unternehmen kann, das zeigte der letzte Ausflug des Zweigvereins „H ü 11 e n b e r g" vom V H C. Der Weg führte über Leihgestern und die Rindsmühle durch den Wald über die Theodorsruhe nach dem Forstgarten, roo die ffaffeepaufe gehalten murte. «roh war di. Freude, als man am Ende der Wanderung einem anderen Zwrigverein des DHC. begegnete. * Lang - Göns, 19. Dez. Am gestrigen Abend fand eine vorn Ortsbauernsührer einberufene und geleitete Versammlung der Ortsbau ernschast statt. Rach Begrüßungsworten des Ortsbauernführers Weil zeigte der Vortragende des Abends, Diplomlandwirt Älbesmann, emen ßcw“m „Das Wunder der Pflanze", der in anschauttcher Weise über das Werden und Gedeihen der Nutzpflanzen Aufschluß gab. Daran anschließend lies ein Trickfilm, der auf die Bedeutung der kunst- licken Düngemittel hinwies. Eine Aussprache folgte, in der Bauer A. B ruckel besonders die örtlichen Verhältnisse näher erläuterte. Zum Schluß teilte der Ortsbauernführer noch Bekanntmachungen des Reichsnährstandes mit. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Abend. ch S a a s e n , 18. Dez. Am Donnerstag fand hier durch die Bäuerliche Werkschule und Beratungsstelle Grünberg eine Hofschau statt. Die Teilnehmer versammelten sich im Hofe des Ortsbauernfuhrers Münch. Zunächst wurde auf die zweckmäßige Anlage von Düngerstätten hingewiesen, ferner wurden praktische Ratschläge über die Entlüftung der Dich- ställe, ihre Warm» und Trockenhaltung gegeben. Ber der Besichtigung eines zweiten Hofes wurde auf bie Notwendigkeit der Schaffung von Silos hingewiesen und schließlich die Anlage einer Gemeinde-Jungvieh- polizeibericht. Festnahme. Am 15. Dezember wurde der 25 Jahre alte Ml- helm Waaner aus Kesselbach wegen Einbruchsdiebstahls festgenommen. Wagner wurde am 8. Dezember in einer Wirtschaft in Geilshausen überrascht, als er in Abwesenheit der Wirtsleute einen Griff in die Büfettkasse tat. Da Wagner in der letzten Zeit durch größere Geldausgaben aufgefallen war, hegte die zuständige Gendarmerie den Verdacht, daß er auch den Einbruchsdiebstahl bei dem Bürgermeister von Kesselbach in der Nacht zum 24. August 1936 (Kirchweihtag) ausgeführt haben könnte, wobei dem Täter über 300.— RM. Bargeld in die Hände fielen. Durch die nun gemeinsam von der Gendarmerie und der Kriminalpolizei vorgenommenen Ermittelungen konnten weitere Belastungsmomente festgestellt werden, und zwar wurde bei der Durchsuchung seiner Wohnung eine größere Menge Zigarren in einem Kinderwagen vorgefunden, die Wagner bei einem Wirt in Kesselbach neben Wein, Likör und Zigaretten entwendet hatte. Da Wagner den Einbruchsdlebstahl zum Nachteil des Bürgermeisters trotz des vorliegenden Beweismaterials weiterhin leugnete, erfolgte seine Ueberführunq in das Polizeigefängnis Gießen. Am folgenden Tage legte Wagner nun auch in dieser Sacke ein G"ltändnis ab. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt und in Untersuchungshaft genommen. Ein bei einer hiesigen Baufinna beschäftigter junger Mann hat einige größere Rechnunvsbeträge für feine Firma unberechtigt einkassiert und unterschlagen. Nach Aufklärung wurde er wieder auf freien Fuß gelassen. Warnung vor einer diebischen Hausangestellten. Ende November 1936 wurden in Berlin Schmuck- unb Wertstücke im Werte von 8000.— RM. gestohlen, und zwar 1 goldenes Armband mit Platin- auflage, 8 Perlen und 7 Brillanten; 1 Platinarmweide erörtert. 4- Grünberg, 19. Dez. Am Freitagnachmittag entstand in einem Personenauto, das die Marktgasse herunter zur Höfetränksbrucke fuhr, plötzlich ein Vergaserbrand. Die Versuche des Fahrers, mittels eines Sackes den Brand zu löschen, waren erfolglos. Erst mit Hilfe eines Feuerlöschapparates, der aus einem naheliegenden Geschäftshaus rasch beschafft wurde, gelang es, den Brand zu löschen. Das Auto, dessen Besitzer aus Geilshausen stammt, wurde leicht beschädigt. cxd Langsdorf, 18. Dez. Im Rahmen der Aufgaben des zivilen Luftschutzes wurde gestern abend hier die erste Verdunkelungsübung durchgeführt. Mit einem Glockenzeichen um 20 Uhr wurde das ganze Dorf in Dunkelheit geletzt. In zwei Gruppen patrouillierten die Beauftragten des Luftschutzes durch alle Gassen, um zu sehen, inwieweit die Abdichtung der Häuser klappte. Man konnte im allgemeinen zufrieden sein. Die Disziplin des Dorfes bewährte sich. Mit dem winterlichen 21-Uhr-Läuten fand die Hebung ihr Ende. — Die Grippe trat bei uns ziemlich harmlos auf; zwar wurden viele Einwohner von ihr befallen, aber in ungefährlicher Form. Es brauchte auch die Schule nicyt geschlossen zu werden. kreis Friedberg. <£ Münzenberg, 18. Dez. Bei der gestrigen Treibjagd wurden 209 Hasen und 2 Fasanen zur Strecke gebracht. — In diesen Tagen wurden 30 Weihnachtspakete für das WHW. abgeliefert. Es wurden hauptsächlich Kleidungsstücke und Nahrungsmittel gespendet. Kreis Detziar. T Hörnsheim 18. Dez. Vor einigen Tagen haben in unserem Gemeindewald die Holzhauerarbeiten begonnen. Einer Anzahl Kleinbauern ist dadurch die Möglichkeit zu zusätzlichem Verdienst gegeben. — Die Grippe tritt gegenwärtig auch in unserem Orte sehr stark auf. Zahlreiche erwachsene Personen liegen darnieder. Die Schule brauchte bis jetzt noch nicht geschlossen zu werden. = Wißmar, 18. Dez. Die Lehrerin an der hiesigen Schule, Fräulein Barmer, die seit 1934 hier tätig war, ist nach Wiesbaden versetzt worden und hat eine Vollstelle erhalten. . Steinhäger »Urquell und 800 Schafe geschlachtet werden. Bei achtstundi- ger Arbeitszeit sind das 1440 Rinder, 6000 Schweine und 6400 Schafe am Tag. Die ganze Arbeit von der Tötung der Tiere bis zur Verpackung der zahlreichen Nebenerzeugnisse erfolgt am laufenden Band. Wenn nicht das Brüllen der angst- erfüllten Tiere, der Blutgeruch und Die buchstäblich im Blut watenden Gestalten diesen dumpfen Hallen ein besonders grauenerregendes Gepräge verliehen, bestände kein grundsätzlicher Unterschied zu einer Automobilsabrik, einer Holzverarbeitungsstätte oder einer kalifornischen Obstpackerei, wo sich auch am laufenden Band Arbeitsvorgang an Arbeitsvorgang reiht und das Tempo der menschlichen Arbeit weitgehend durch die Maschine bestimmt wird. Wir lernen in den Schlachthäusern Chttagos eine Einrichtung kennen, die t 9 P i ja) f ur bie gewerbliche Erzeugung Nordamerikas ist. Der Kleinbetrieb — wie in unserem Fall die Schlächterei — ist weitgehend verschwunden. An feine ©teile sind mächtige Fabriken und große Konzerne getreten, die das soziale Gefüge der Menschheit von Grund auf geändert haben. Interessant ist die Beobachtung, daß im letzten Jahrzehnt der Diehmarkt in Chikago gegenüber den Märkten und Verarbeitungsstätten in den mittleren Provinz st ädten, wie Kansas City, Omaha und anderen, etwas an Bedeutung verloren hat. Die stärkere Verwendung des Lastkraftwagens für den Diehverfand hat die Wirkung, daß das Vieh mehr und mehr u n m i t t e l b a r i n den Erzeugergebieten in Fabriken mit etwas kleineren Ausmaßen verarbeitet wird. Eine grundsätzliche Aenderung tritt dadurch jedoch nicht ein, denn auch in diesen mittleren Städten handelt es sich ja um riesige Packhäuser, die von denselben Großkonzernen betrieben werden und denen gegenüber der handwerkliche Fleischerbetrieb nicht wett- bewerbsfäyig ist. lauf des Lebens- und Todesschicksals des Hereford- Stieres. Das etwa sind die Hintergründe der Schlachtviehmärkte und Schlachthäuser, die wir in Chikago besuchen. Aus einem riesigen Gelände sind Tausende von Tieren in einzelnen Derschlägen zum Verkauf aufgetrieben. Von Laufgängen, die das ganze Gelände überqueren, kann man sich einen Ueberblick über den Markt verschaffen. In den Straßen zwischen den Diehverschlägen sieht man die Aufkäufer auf flinken Pferden umherreiten, um mit den Verkäufern, die vielfach Kommissionäre sind, handelseinig zu werden. Da die Verarbeitung des Schlachtviehs in den Händen weniger großer Firmen liegt, müssen die Farmer auf der Hut sein, daß sie nicht als die Schwächeren und Unorganisierten an die Wand gedrückt werden. Ein beträchtlicher Anteil des Viehabsatzes vollzieht sich heute durch örtliche Diehversandgenossenschaften der Farmer, die an den großen Diehmärkten eigene genossenschaftliche Derkaufsagenturen eingerichtet haben. Das verkaufte Vieh wird durch besondere Laufgange in die Schlachthäuser getrieben, wo am laufenden Band die Schlachtung und Verarbeitung der Tiere erfolgt. Um einen Eindruck auch von diesem blutigen Geschäft zu erhalten, besuchen wir die Schlacht- Hauser der Swift-Gesellschaft. Da die Viehmärkte als Folge der Auswirkungen der Trockenheit der letzten Jahre nur verhältnismäßig knapp beschickt sind, arbeiten die Schlachthäuser nicht unter Ausnutzung der vollen Kapazität. In dem Schlachthaus, das wir besuchen, können i n der Stunde allein 180 Rinder, 750 Schweine IV. 1 3n den Schlachthäusern von Wcago. ‘ ZdR. Immer weiter nach Westen geht die j Fahrt; Landstädte, Farmen, Maisfelder und Vieh- j weiden gleiten in unaufhörlicher Folge vorüber und ( ohne Unterlaß singt der Motor seine gleichförmige ; Melodie. Aus den Menschen, die sich mehr oder weniger zufällig aus allen Gauen Deutschlands zu ; der geplanten Studienreise auf dem Schiff zusam- 1 menfanöen, ist längst eine Gemeinschaft geworden. Die kanadischen Städte Paris und London — das letztere an der Themse gelegen — liegen weit hin- « ter uns — In der Automobilstadt Detroit sind wir wieder auf amerikanischem Boden. Die Besichtigung der Ford-Werke und der unruhigen Fabrikstadt mit chren vielen Unausgeglichenheiten, in deren weiterer Umgebung 90 v. H. der amerikanischen Automobile entstehen, bildet ein kurzes Zwischenspiel, und dann geht es wieder weiter in mächtigen Sprüngen durch den Staat Michigan nach der großen Metropole am südlichsten Ende des Michigan-Sees, dem berühmten, aber auch be- riky.gten Chikago. Uns interessieren hier nicht die Gangster- und Verbrecherbanden, deren Taten das Lieblingsthema der Revolverpresse und der Sensationsfilme bilden, wir wollen uns an den Schlachtoiehmärkten und in den Schlachthäusern Aufklärung verschaffen über die Erzeugnisse eines der wichtigsten Zweige der Landwirtschaft der nördlichen Zentralstaaten. In den Vereinigten Staaten fällt die Fleischerzeugung weitgehend mit der Maiszone zusammen. Rund die Hälfte der Nährwerte, die an Haustiere verfüttert werden, entfällt auf den Mais. Als Maiszone bezeichnet man das Gebiet, das fick südlich von Chikago auf einer Strecke von rund 1500 Kilometer Länge in ost-westlicher Richtung erstreckt und nach Süden hin eine durchschnittliche Ausdehnung von 500 Kilometer besitzt. Aoer weit über diese Zone hinaus ist der Maisbau einer der wichtigsten Betriebszweige der Landwirtschaft. Beim Rindvieh findet man eine strenge Scheidung zwischen den Milch- und Fleischrassen. Während im Osten, in der Nähe der großen Verbrauchszentren, das Milchvieh vorherrscht, nimmt weiter nach Westen hin das Fleischvieh ständig an Bedeutung zu. Die Aufzucht eines Teiles der Schlachtrinder — besonders soweit sie der Hereford-Rasse angehören — erfolgt westlich der Maiszone in den „Großen Ebenem, die sich als extensives Weide- gebiet zwischen die Ackerbauzone des Mittleren Westens und das Felsengebirge einschieben. Aus diesen Aufzuchtgebieten, in denen das Melken der Kühe völlig unbekannt ist, gelangen die halb ausgewachsenen Tiere in die Maiszone, um hier in möglichst kurzer Frist für den Markt fertiggemacht zu narben. An den großen Viehmärkten, unter denen Chikago an erster Stelle steht, strömen die schlachtreifen Tiere zusammen, um nach der Verarbeitung in den Packhäusern der riesigen Schlachthauskonzerne über den ganzen Kontinent verteilt zu werden. Bei den Schweinen ist es ähnlich wie beim Rindvieh, nur daß hier die Aufzucht in viel stärkerem Umfange als beim Rindvieh in der Maiszone erfolgt. Wir haben es mit einer regionalen Arbeitsteilung zu tun, wie sie in gleicher Ausgeprägtheit woyl an keiner anderen Stelle der Erde zu finden sein dürfte. Der Ort des Verbrauchs, der in Neuyork ober Boston gelegen fein mag, ist vielleicht 2000 bis 3000 Kilometer von der Weibe entfernt, auf ber das Kalb an der Seite der Mutter seine ersten Sprünge tat. Dazwischen liegt ein langer Weg des lebenden Tieres über die Mast auf einer Maisfarm zum Schlachthof und von dort als Fertigware in modernen Kühlwagen über einen Kettenlaben bis hin zum letzten Verbraucher. Nur die hochentwickelte Technik und die Ausgestaltung des Verkehrswesens ermöglichen einen solchen Ab- Weihnachtsgeschenke. Von Heinrich Ziilich Wunderbar ist es, vor Weihnachten durch die abventlichen Gassen in Deutschlanb zu gehen. Wir stehen vor ben Schaufenstern, wir kehren zu bestimmten Auslagen zurück, spüren eine Vorliebe für einen ©egenftanb erwachen, ber bort in einer Ecke hinter der Scheibe liegt unb uns lockt. Wir brauchen ihn nicht, aber möchten ihn doch gerne besitzen. Eilen wir manchmal des Wegs, verlangsamt sich plötzlich unser Schritt, wir suchen den Grund, lächeln und gewähren uns den Umweg zu diesem und jenem Schaufenster, erkennen erfreut, daß dies und das noch immer in der Ecke ist. Wir gehen davon, überlegen lange, ob wir es nicht kaufen wollen, aber ber Wille ist bei Käufen ein Ding, das mit dem Können an die gleiche Deichsel gespannt fein muß, wenn man geraoe fahren soll. So bleibt es bei ber geheimen Liebe zu einem herrlichen Photoapparat, ber, solange er unverkauft ist, in einer köstlichen Weise uns gehört, bis bann eines Tages boch bie Ecke leer ist. Wir sehen enttäuscht immer roieber hin. Kein Zweifel! Wir gehen auf bie Suche unb ipeift finbet sich in einem ande- ren Ladenfenster genau die gleiche herrliche unerschwingliche Kamera, bie liebste wieder, bie wir nicht besitzen werden. Es gibt aber auch Schönheiten, die sich nicht wieder finden lassen, wenn sie jemand aus der Ecke entführte, Krawattenwunder, flüchtige Bekannschaf- ten, kleine heitere Liebschaften — weg sind sie unb schlingen bie seibenen Arme um einen anberen Hals. Ein Winterpelz, mit Ehrfurcht betrachtet — dahin! Ein Auto — bavon schon gar nicht zu reben. Ein Auto, für das es an jedem Vergleich mangelt. Es stand immer sehr einsam in ber Auslage. Nur eine Blattpflanze in einem großen Blumentopf, um ben blaues Krepp-Papier geschlungen war, hatte sich an seine Seite gewagt unb neigte sich darüber wie eine Göttin des Sieges. Man konnte auch daran denken, daß bas Auto burch einen Urwalb fuhr, ber allerbings etwas bürftig angebeutet war, doch Urwald ist ein Zauberwort unb Auto ist es auch. Man vermochte vor diesem Fenster nicht zu steyen, ohne zu seufzen. Dahin, dahin! Das Auto ist weg, wie in einem Urwald verschwunden. Die Topfpflanze biedert sich an ein anderes Auto an, an einen Kleinwagen. Ein Skianzug — es ist ja weit und breit kein Schnee unb zum Skifahren ein höchst mäßiges Ge- länbe, bennoch mißtrauten wir diesem Liebling gleich von Anfang. Gerade weil es keinen Schnee gibt, wird dieser prachtvoll gewachsene, mit raffinierten Taschen unb Schnallen befleibete Skimann in ber Auslage sehr bald eine für ihn unvorteilhafte Verwandlung^ durchmachen. Lehrt mich die Menschen kennen! Richtig — nicht zweimal liebkosten unsere Augen ben Anzug, ba hatte ber Schaufenstermann — ach, ich sah es, ehe ich vor ber Scheibe war, ich sah es von weitem mit Schrecken — ein Schwimmtrikot an, ein rotes, am Hals geschlossenes, mit Zwickel. Er sah blob genug aus. Aber wir beschenken in Gedanken nicht bloß uns, wir schenken anderen, o wir schenken mit lasterhafter Verschwendungssucht, durch nichts gehemmt, weder durch Geld, noch von allzuvielen lieber- legungen, wir schütten ein unendliches Füllhorn über unsere Nächsten aus. Wenn wir bie ernsten Ermahnungen lesen, die hie und da ein ©nie« hungskünstler veröffentlicht, ber eine Kunst Des Schenkens entbetft hat, lachen wir. Wir, bie wenig schenken können, wir schenken ohne Maß. Ich muß aber gestehen, baß ich durchaus nicht erregt bin, wenn bas für anbere bestimmte Geschenk aus ber Auslage »verschwinbet, o nein, die für mich ausgesuchten Geschenke, die mochte ich nicht aus dem Auge verlieren, die anderen zugedachten mögen dahingehen: ich wähle ja doppelten Ersatz. Ich schenke Berge von Spielzeug, Säcke voll Geschmeide, Dutzende von Damenpelzen, Damenkleidern, Damen- ftrümpfen, Damen- und so weiter. Ich nahm einmal im Vorbeigehen eine ganze Kücheneinrichtung mit, und weil ich nichts damit anzufangen wußte, übergab ich sie dem Wurstmaxe, ber in einem Haustor ftanb und seine Thüringer Würste duften ließ. Man soll nicht kleinlich fein. Ich stelle einen Sattel beiseite für einen Freund, ber nicht reitet, aber zu Pferd aussehen müßte wie ein steinerner Roland auf dem Roller. Eine wunderbare Schnapsbatterie ließ ich mir einpacken, gewiß auch für mich eine, aber eine zweite für jemand, von dem ich weiß, daß er die Gelbsucht kriegt, wenn er ein solches Geschenk bekommt. Bis ich dann — an jedem Tage — vor dem Buchladen stand. Nein, da denke ich nicht daran, daß ich einen Geistlicken kenne, dem ich bas „Büchlein christlicher Demut schenken müßte unb einen früheren Politiker, bem bas „Lügenbuch" ein Seelenschatz wäre, unb viele anbere, bie — nein, ich stehe am Strand, wo es gut fein ist. Ich sehe die wartenden von geheimem Leben unsichtbar atmenden Bücher, keine Sättel, keine Autos, in bie man Benzin gießt und die bann gelenkt werben müssen, um recht zu fahren, keinen Schmuck, der kalt funkelt, keinen vergänglichen Skianzug, ich stehe vor den Schreinen des Lebens, vor bekannten und unbekannten. Das Wagnis des Kaufes faßt mich an. Unb auch das Wissen um die Zuverlässigkeit, bie jenes Buch bietet unb dieses nicht. Silber bes Menschen liegen da, nicht leicht zu erfennenbe, nicht in wenig Augenblicken zu enträtfelnbe Menschenbilder unb damit Bild all dessen, was ist, mag es uns in seiner ewigen Unbegrenztheit auch oft nur ahnungshaft bewußt werben. Bücher, hinunterreichend in ben Schlamm, hinüber zu den Brücken des Himmels, tief zu den Dämonen des Daseins, nahe bis an das blonde Haar ber Kinber, fröhlich ins Lacken, süß in die Sehnsucht der Versuchung, heiß in Die Leidenschaft, schweigend und unabwendbar in den Tod. Alle aber Noten eines großen Lebensgesanges. Hier trete ich ein, denn wenn ich auch oft nicht kaufe — Buchhändler, wenn sie es sind, haben keine Krämerseele. Sie müssen gleichsam aus einem Buch heraustreten und darin wieder verschwinden können, wenn der Gast allein sein will. Es gibt in jeder Stadt Deutschlands solche echte Buchhändler, die mit ben Büchern wie ein Fährmann mit dem Boote vertraut sind. Sie erzählen, es fei heuer ein gutes Jahr. Unfrieden draußen in der Welt. Die Menschen aber kommen in großen Scharen aus dem Dunkel in bie hellbeleuchteten Buchläben und kaufen sich im Buche die bessere Welt. Ja, die bessere Welt, denn die Sehnsucht geht nach Büchern, die eine innere Stille in sich verwahren, worin der Flügelschlag der Seele durch jedes Wort klingt. Darum wird, wie seit langen Jahren nicht, das Gedicht wieder gesucht. Die niemals wirklich verklungene Zeit der Lyrik, deren Sänger bloß- nicht beachtet wurden, erwacht auch für die Leser wieder. Wenn man nicht mißverstanden werden konnte, dürfte man eine leichte Neigung zum sentimentalen Buch feststellen. Unb bies ist keine Schwäche, benn baneben klirrt unb hämmert das männlich weitgespannte Buch, noch immer viel gelesen, an ber Zukunft. Aber ein Seelenton erklingt toieber, ber sich voll entfalten mußte in einer Zeit, wo im Mittelpunkt unseres Erbteils durch Besinnung und Läuterung des tragenden Zukunftskeimes auch die innere Weite sich erschließt, zu sitzen an den stillen Brunnen des Daseins, zu fingen und zu lauschen dem schweifenden Empfinden. Und darum ist es gut zu hören, was die Buchhändler sagen: ein gutes Jahr. Wir nehmen es auf wie ein Versprechen über bie Weihnacht hinaus. Farbige Künstler-Steinzeichnrrnaen. Der Verlag B. G. Teubner, Leipzig unb Berlin, setzt sich mit seinen farbigen Künstler-Steinzeichnungen, seinen Schattenbilbem und Federzeichnungen seit langen Jahren verdienstlich für die Verbreitung guten und wohlfeilen Wandschmuckes em. Es handelt sich, wie der uns vorliegende Verlagskatalog ausweist, um eine umfangreiche Sammlung von Bildern aller Art und Größe, bie, von deutschen Künstlern geschaffen, echte Heimatkunst barstellen. Wir nennen bäraus etwa das „Wogende Kornfeld" von H. von Voltmann, den „Pflügenden Bauern" von W. Georgi, das „Volkslied" von G e n z m e r, die „Ernte" von A. Hoffe, ein „Frühlingslied" von Ad. Harten und den „Mondaufgang" von G. K a m p m a n n, um nur einiges aus Der Fülle herauszugreifen; nicht zu vergessen die „Charakterköpfe der deutschen Geschichte" von Karl Bauer (Schiller, Goethe, Bismarck, Dürer, Beethoven, Humboldt), Rudolf Schäfers „Bilder nach ber Heiligen Schrift" unb die Märchenbilder von E. Rehm-Vietor. Alle diese Bilder sind als Wandschmuck nicht nur von Wohnräumen, sondern auch zur künstlerischen Ausgestaltung von Schul- und Gemeinschaftsräumen sehr geeignet. Ein besonders schönes, stimmungsvolles und dekoratives Bild aus der Reihe der farbigen Steinzeichnungen liegt uns in dem großen Feldblumen» stück von O. Marquardt im Original vor: eine Arbeit, die alle Merkmale echter, gemütvoller, deutscher Heimatkunst aufweist und jedem Raum, ob groß oder klein, als ein feinsinniger Wandschmuck von dauerndem Wert zur Zierde gereichen wird. Dr. Hans T h y r i o t. Sochschulnack>richten. Die Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen wählte in ihrer letzten Sitzung zu Korrespondierenden Mitglie-dern: in der Mathematisch-Physikalischen Klasse: Dr. Otto Hönigschmid, Leiter des Chemischen Laboratoriums ber Bayerischen Akademie ber Wissenschaften in München; Dr. Fritz Kögl, Drbinarius für organische Chemie an der Universität Utrecht; m ber Philosophisch- Historischen Klasse: Dr. Albert Egges van Gissen, Direktor bes Biologisch-Archäologischen Instituts an ber Universität Groningen; Dr. Johannes Heinrich Gebauer, Dberftublenrat unb Stabtarchioar in Hildesheim, und Dr. Leo Weisgerber, Ordinarius für indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität R o st o ck Erst recht an Festtagen Bu Hr ich-Salz aus AS 1. 3anuar nur qeaen bar. eingestellt werde. KU W Auf den Weihnachtstisch die guten STOFFE Steinberg bei Gießen, den 20. Dezember 1936 8204 D 821n A UNTERSTÜTZT DIE KUNST hatäu^ 8154 D 8130 V Frankfurt/Main, 6oethestr.12 u.15/17 8156 D 7939 V Billige Weihnachts-Bücher Ruf Nr. 4270 - Beachten Sie bitte meine Schaufenster-Auslagen Rud. Herzog BORRMANN Gießen, Neustadt 5 .D im Turmhaus am Brand. Geöffnet: Täglich von 5 bis 7 Uhr, Sonntag von 11 bis 1 Uhr, 5 bis 7 Uhr. Jeder Band nur Bahnhofstraße Nr.30 neben Lichtspielhaus von Vo'z Wir haben wieder in jeder Preislage eine grobe Aus wähl schöner, praktischer Geschenke zusammen- gestellt und erwarten Ihren Besuch Beachten Sie unsere Ausstellung eine aus und wie G.Freitag Jul. Wolff Ruf 4165 8172 A Schöffengericht Gießen. Der 18 Jahre alte Gg. M. aus Eckelsheim war bei einem Bauer in Maulbach untergebracht. Er wurde eines Tages von diesem zur Rechenschaft gezogen, als aus dem Keller eine Flasche Wein abhanden gekommen war. Der Angeklagte, der diese Nm die WZk Ml'Ie mit Stnuben oerforgt roerOen muB. heißt es besonders vorteilhaft kaufen! 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In der Beweisaufnahme ergab sich, daß der Angeklagte am 2. Juni, morgens gegen 4 Uhr, als er sich mit seinem Personenkraftwagen, in dem noch andere Personen saßen, auf der Heimfahrt zwischen Großen-Linden und Lang-Göns befand, infolge genossenen Alkohols und dadurch eingetretener Müdigkeit einen auf der linken Fahrbahn stehenden Baum streifte und schließlich noch gegen einem zweiten Baum fuhr, wodurch ein Wageninsasse so erheblich verletzt wurde, daß er heute noch nicht seiner Arbeit nachgehen kann. Lpd. Friedberg, 18. Dez. Die Schuhmacherinnung des Kreises Friedberg hat beschlossen, für geleistete Arbeiten ab 1. Januar '7~ Barzahlung einzuführen. Zur Begründung wird von der Schuhmacherinnung angeführt, daß die starke Uebersetzung im Gewerbe zur Folae gehabt habe, daß mehr als die Hälfte der Be- rufskcimeraden so geringe Umsätze erzielte, daß es kaum möglich gewesen sei, infolge der daraus entstehenden spärlichen Einnahmen auch nur das nackte Leben durchzubringen. Eine Aenderung dieses unhaltbaren Zustandes sei nur möglich, wenn das Borgunwesen und die damit verbundenen Verluste Oie Landesmeisterschaften der heisischen Schulen. Anfbauschule Friedberg stellt den Fußballmeister. Di-s Winterkämpse der hessischen Schulen im Handball und Fußball der Oberstufe wurden gestern im Hochschulstadion zu Darmstadt mit den Endspielen abgeschlossen. Für den E n d k a m p f im Ha-ndball hatten sich der Provinzmeister Starkenburgs, die Städtische Handelsschule Darmstadt, und der Prooinzmeister von Oberhessen, die Aufbauschule Friedberg, in den Rundenkämpfen qualifiziert. In einem schönen und in sportlichem Geist ausgetragenejn Spiel siegten die Darmstädter mit 8:7 (7:3). Im Fußball hatte sich ebenfalls der oberhefsische Prooinzmeister, die Auguftinerfchule in Friedberg, ebenso wie im Vorfahr bis zum Endkamps durchgekämpft und traf auf den Provinzmeister von Rheinhessen, das Gymnasium in Mainz, der vorher den Starkenburger Meister, die Ludwigs-Oberrealschule Darmstadt, ausgeschaltet hatte. Die Oberhefsen waren ihrem Gegner aus Mainz klar überlegen und siegten verdient 4:1 (2:0) Rach den Spielen, die von zahlreichen Zuschauern besucht waren, überreichte der Vertreter der Landesregierung. Turnoberlehrer Klent, den vier teilnehmenden Mannschaften die von den Fachämtern Handball und Fußball gestifteten Siegerplaketten. DfB.-Aeicksbahn Giehen. vfv.-R. komb. — klein-cinden. Für den Sonntag haben sich die Gießener die Mannschaft von Klein-Linden, die mit der Mannschaft von Watzenborn-Steinberg punktgleich an der Spitze der 1. Kreisklasse steht, zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Das aufsehenerregende Unentschieden der Klein-Lindener in Steinberg ist der beste Beweis für die Güte des Könnms der Gälte.. Dieser Elf gegenüber fetzen die VfBer zum ersten Male ihre neuen Leute ein, soweit sie bis heute spielberechtigt sind. Die Gießener Mannschaft: Meißner; Schwarz, Stephan; Krämer, Knauß Kramer; Fehling, Larwig, Kudtel, Hofmann, Szponick. vfB.-R. 4. Jgd. — Lollar 2. Jgd. Die 4. Jugend dürfte in Lollar einen schweren Stand haben, und es ist fraglich, ob sie das Unentschieden des Vorspiels wiederholen kann. Lugenihpiele der <5p -Dg. 1900. 1900 2.Jugend — Großen-Linden 2.Jugend. Die zwecke Jugend muß zum fälligen Pflichtspiel nach Großen-Linden. Das Vorspiel wurde gewonnen, da der Gegner nicht antrat. Für die 1900er steht bei diesem Kampf viel auf dem Spiele, denn es heißt, sich in der Führung der Tabelle zu halten, was nur durch einen Sieg der Fall ist. Großen- Linden ist auf eignem Platz ein schwer zu nehmender Gegner. 1 900 3. Jugend — VfB. - R. 3. Jugend. Die dritte Jugend empfängt auf eigenem Platze die gleiche Mannschaft des Lokalgegners. Im Vorspiel blieben die 1900er Sieger und man hofft auch bei diesem Spiel auf einen knappen Sieg. Handball im Sporttreis Gießen. Im Handball herrscht am Sonntag bereits eine gewisse durch Weihnachten bedingte Ruhe. So hat man beispielsweise in der Bezirksklasse nur ein Spiel angesetzt und auch die Gauklasse ruht fast vollständig. Rur die 1. Kreisklasse hat wieder Hochbetrieb aufzuweisen. Hier gilt es gutzumachen, was durch die vielen Ausfälle verloren gegangen ist. Vezirksklasie. Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes — Tv. Hochelheim. Der Neuling Niedergirmes, der m diesem Jahre alle Voraussagen übern Haufen warf und zur Zeit den zweiten Tabellenplatz einnimmt, wird auch Hochelheim nichts zu fürchten brauchen. Denn Hochelheim kommt in diesem Jahr sehr schlecht nach vorne und hat bisher nur auf eigenem Platz einigermaßen Widerstand leisten können. 1. Kreisklasse. Tv. Holzheim — Tv. Hörnsheim Beide Mannschaften stehen punktgleich an der Spitze und beide werden sich aus dem Grunde auch einen erbitterten Kampf liefern. Wer Sieger bleiben und damit Tabellenführer werden wird, ist vollkommen offen und hängt davon ab, in welcher Verfassung sich die Mannschaften befinden. Holzheim ist auf eigenem Platz bisher schon immer gefährlich gewesen. Hörnsheim dagegen hat bisher sehr beständig gearbeitet. Tv. Dutenhofen — Tv. Grün in gen. Trotzdem Dutenhofen mit Ersatz antreten muß, sollte es auf eigenem Platz stark genug sein, um tersuchungshaft. Ferner wurde auf Unterbringung des Angeklagten in eine Heil- und Pflegeanstalt erkannt. Der Angeklagte, der nach zweijähriger Strafverbüßung durch Vermittlung des Arbeitsamtes einem Bauer in Queckborn als landwirtschaftlicher Arbeiter zuqewiesen wurde, fuhr mit dem Fahrrad seines Dienstherrn, das dieser ihm kurz überlassen hatte, nach Hochweisel und riß damit seiner Stelle aus. Außerdem entwendete er Damenarmbanduhr und einen Geldbetrag einem Schrank, der mittels Beils erbrochen Tat leuanete, ging in seiner Erregung mit erhobener Mistgabel gegen seinen Deinitherrn los und hat beschloss! bedrohte diesen mit den Worten „ihm den Hals ab- 1937 die B zuschneiden" und „die Bude anzustecken". Der An- ** geklagte war in der Hauptverhandlung geständig. Nur mit Rücksicht auf seine Juaend wurde auf eine Grünlngen das Können entgegenzusetzen, das für einen Sieg erforderlich ist. Tv. Atzbach — Tv. Herborn Atzbach weiß, worum es geht. Es wird sich deshalb schon zusammennehmen, um die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen Tv. Garbenheim — Tuspo. Groh-Rechtenbach. Groß-Rechtenbach hat in den wenigen Spielen, die es bis jetzt austragen konnte, bewiesen, daß es eine Mannschaft ins Feld stellt, die sich erst am Schluß geschlagen bekennt. Aus dem Grunde soll man in Garbenheim vorsichtig sein, um unliebsamen Ueberraschungen aus dem Wege zu gehen. Tv. Katzenfurt — Tv. Dorlar. Dorlar kann, wenn es sich zusammennimmt, zu einem weiteren Sieg und damit zu zwei weiteren Punkten kommen. Es heißt allerdings, wie die Praxis gelehrt hat, in Katzenfurt gekämpft. Jugendklasse. Mtv. Gießen I — To. Dutenhofen; To. 1846 Gießen — Spvgg. 1900 Gießen: Tv. Holzheim — Tv. ©rüningen; Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Lützellinden; Tuspo. Niedergirmes — To. Garbenheim; To. Münchholzhausen — Tv. Burgsolms; Tv. Atzbach — Tv. Nauborn Ueber den Sieger in dem Treffen Mtv. — Dutenhofen dürften Zweifel nicht bestehen. Auch 1846 wird sich in dem Lokalkampf zu behaupten wisien. In Holzheim werden die Platzbesitzer die Oberhand behalten und Lützellinden wird in Groß-Rechtenbach seine Spitzenstellung weiter befestigen können. Alle übrigen Spiele sollten programmgemäß verlaufen. prantfUTXe |HDg Hamburg 1 Offener Sonntag - natürlich zu KOHLER Herren-Ulster.....33.00 Herren-Paletote ... 26.00 Ulsterpaletots.....28.00 Lodenmäntel......16.50 fiabardinmäntel ... 38.(0 Lederolmäntel.....10.50 Knaben-Mäntel.... 9.50 Kammgarnanzüge.. 34.00 Sportanzüge......28.00 Smokinganzüge.... 58.00 Kordanzüge.......14.75 Lodenanzüge......38.00 Knaben-Anzüge.... 9.50 Hausjacken.......11.00 Börojacken....... 6.50 Lodenjoppen...... 7.50 Sportjacken mit warmem Futter...........36.00 Windjacken...... 7.50 Elefant-Hautjacken. 18.00 Lederjacken.....42.00 Lederwesten......38.00 Lederhandschuhe.. 6.25 Lederhauben...... 5.90 Lederhosen.......29.50 Ski-Blusen, wasserdicht Kletterwesten.....10.00 Unterziehwesten... 9.75 Pullover ......... 2.40 Sportstrümpfe..... 1.25 Krawatten........ 0.75 Sportgürtel....... 0.65 Blaue Arbeiterhosen. 2.75 Blaue Arbeiterjacken 2.75 Metzgerjacken.....4.75 Bäckerjacken......4.50 Konditorjacken.....4.60 Konditorhosen.....5.30 Aerz'/,mäntel......5.25 Labormäntel.......2.80 Lagermäntel.......4.80 Aerztehosen.......4.60 Operationsmäntel... 7.65 Dienerjacken......4.50 Knickerbocker.....4.75 Breecheshosen.....5.90 Streifenhosen......3.90 Winterhosen.......6.50 Arbeitshosen.......4.60 Knaben-Hosen......1.75 Diese Preise bilden selbstverständlich die Grenze nach -unten, ebenso selbstverständlich ist es, daß im Hause Köhler alle genannten Bekleidungsstücke in allen Größen auch in der allerbesten Beschaffenheit in großem Ausmaße vor»ätig sind. 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Ruffing, Spezialbandag.st, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Bekanntmachung. Der Frühjahrsmarkt (Schau- und Verkaufsmesse) in Gießen findet vom 4. bis 11. April 1937 ftatt.1 Plätze für erstklassige Fahr- und Schaugeschäfte, Schieß- und Verkaufsbuden werden im Wege schriftlichen Angebots vergeben. Bedingungen nebst Angebotscheine sind im Stadthaus, Bergstraße 20—Zimmer Nr. 18~— erhältlich. Dort sind auch die Angebotscheine ' bis spätestens zum 30. Januar 1937 einzureichen. Der Markt ist in der Zulassung von Geschäften ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur die Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze bewerben und die Zulassungsgenehmigung vor Beginn des Marktes schriftlich erhalten haben; es werden nur Mitglieder der Wirtschaftsgruppe „Ambulantes Gewerbe" berücksichtigt. Eine Verlängerung des Marktes findet nicht statt. Gießen, den 19. Dezember 1936. 8136C Der Oberbürgermeister. Ä. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister Borrmanne. < Gießen • Neustadt 5 • Ruf 4165 Z ■■■■ > in Weil häufig Vim Gebrauch dauf Qualität machten! Wo Sie diese iqo natürlich der- Beliebte Geschenke sind immer wieder Bettwäsche Tischwäsche Hauswäsche Trikotwäsche für Damen und Herren Webrahmen mit Zubehör von C. Röhr & Co. Bahnhofstraße 44 8187 A 8 V e ■ 7 "(r? Franz Vogt & Co., Gießen Mercedes-Generalvertretung - Seltersweg 44, Ruf 2464, Vokohaus 33 PF. 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So dürfte schon die gestrige Sammlung zu einem Erfolge geworden sein; der heutige Samstag sieht die Jugend wieder beim Sammelwerk auf der Straße. Der morgige Sonntag, der goldene Sonntag aber, wird Großkampftag sein, aus dem die Geheimrat Sommer in seinem Arbeitszimmer. (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) unsere engere Heimat und über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind. Geheimrat Sommer ist seit 1. April 1895, also seit nahezu 42 Jahren, eng mit der Stadt Gießen verbunden. Geboren am 19. Dezember 1864 zu Grottkau (Schlesien), studierte er nach vollendetem Schulbesuch in Freiburg, Leipzig und Berlin. Im Jayre 1887 promovierte er in Berlin, wo er im Jayre 1888 auch das medizinische Staatsexamen bestand. Nach mehrjähriger Tätigkeit an Universitären und psychiatrischen Anstalten kam er am 1. April 1895 nach Gießen als Direktor der damals noch im Bau befindlichen Psychiatrischen Klinik, deren Ausbau und Ausgestaltung sein besonderes Verdienst ist. An der Spitze der Universitäts-Nervenklinik wirkte er in segensreicher Weise bis zum 1. November 1933, wo er wegen Erreichung der Altersgrenze unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten hervorragenden Dienste in den wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde. Seine berufliche Tätigkeit als Arzt und akademischer Lehrer, aber auch seine vielfachen Wanderungen in der engeren und weiteren Heimat, sowie seine Fähigkeit, sich mit den Menschen aus Stadt und Land' und aus allen Berufsschichten in enge menschliche Beziehungen zu setzen, verschafften ihm seine Volkstümlichkeit weit über Gießen hinaus, die sowohl den Gelehrten, wie auch den Menschen in Unsere Gießener Jugend aus dem Jungvolkbann und aus dem BDM. hat gegenwärtig große Tage. Die Jugend stellt sich wieder einmal in den Dienst des Winterhilfs- werks und sie tut es ganz besonders gerne, weil es diesmal so wunderhübsche Abzeichen gibt, die jedermann gerne kauft. In den Abzeichen dieser Weihnachtswoche liegt schon ein Zauber des bevorstehenden Weihnachtsfestes, denn die reizenden Engelskinder, auf Sternen und Kometen reitend, die putzigen Skiläufer, die Zwerge und was es in der bunten Reihe diesmal sonst noch gibt, sind so glücklich gemacht, daß man sich nur herzlich über diesen Gedanken des WHW. freut. Buben, Mädchen und bunte Engel Jungvolk und BDM. dienen dem Winterhilfewerk. _____ _ ........... Wunder, daß die Jugend und dem großen Werke der Nächstenliebe, dem Win- mit^^besimderem Etfer an das Sammelwerk ging terhllfswerk, seinen Beitrag vorenthalten haben. In den Nachmittagsstunden des gestrigen Freitags r't“‘ f "" begann es schon und bald sah man die meisten der I Volksgenossen, die unterwegs waren, mit dem hüb-; schen Spielzeug geschmückt. Die Buben und Mädchen waren unermüdlich und selbst wenn jemand sichtlich und tatsächlich kein Kleingeld in der Tasche hatte, dann waren sie bereit, in den nächsten Laden zu sprmgen und wechseln zu lassen. Wohl kaum jemand wird sich angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes der Bitte der Jugend verschlossen j Haus der Schießkursus statt. Geheimral Sommer erhält die Ehrenplakette der Stadt Gießen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat Herrn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. med. et phil. Robert Sommer die Ehrenplakette der Stadt Gießen für Verdienste um die Stadt verliehen. Am heutigen Samstag, dem Geburtstage von Geh. Rat Sommer, wird der Oberbürgermeister die Ehrenplakette und die künstlerisch ausgestattete Urkunde überreichen. ♦ Mit dieser Ehrung hat der Oberbürgermeister als Leiter der Stadt Gießen einem hervorragenden Gelehrten und vorbildlichen Gießener Bürger gehuldigt, dessen vielfache, hohe Verdienste weit über hohem Maße auszeichnet. Er war auch während seiner Dienstzeit als Hochschullehrer und Klinikleiter niemals ein Mann des einseitigen wissenschaftlichen Lebens, sondern sein überaus regsamer Geist, seine große Schaffenskraft und sein außerordentlich starkes Interesse für die vielfältigsten Dinge des öffentlichen Lebens führten ihn als Mithelfer, oder auch als Bahnbrecher für neue Ideen stark in den Vordergrund. der gemeinnützigen öffentlichen Arbeit. Aus der großen Fülle seines nebenberufliche« ehrenamtlichen Schaffens — das in diesem Zusammenhänge aus naheliegenden Gründen natürlich nicht in seinem ganzen Umfange verzeichnet werden Fann — seien hier sein langjähriges Wirken als Gießener Stadtverordneter, seine bis in die Gegenwatt hinein sehr eifrige und aufopferungsfreudige Betreuung des Liebig-Museums, seine heimatkundlichen Forschungen hinsichtlich des Limes, alten Brauchtums und dörflicher Sitten, seine vorbildliche Tätigkeit zur Erschließung unseres engeren Heimatgebiets durch günstige Derkehrsmöglichkiten und ein Netz von guten Wanderwegen, ferner seine rege Förderung aller Bestrebungen zur körperlichen und geistigen Ertüchtigung der Jugend im Sinne eines kerngesunden und stramm nationaldenkenden Volkstums, schließlich noch mancherlei Erfindungen und technische Anregungen erwähnt. Daß bei alledem die wissenschaftliche Seite seines Wirkens auch vollkommen zu ihrem Recht kam, beweist der starke geistige und persönliche Einfluß, der in den Kreisen der Fachwissenschaft von fernen Werken und von seiner Person ausging. Auf zahlreichen fachwissenschaftlichen Tagungen stand Geheimrat Sommer mit in der vordersten geistigen Front bzw. war er der leitende Mann. In dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste wurde er u. a. vor mehreren Jahren von dem Deutschen Verband für psychische Hygiene, von der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und von der Hessischen Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im April 1935 dankte ihm die Gesellschaft Liebig- Museum in Gießen seine vieljährige tatfrohe und erfolgreiche Arbeit für diese Stätte mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten. Im Oktober 1935 ehrte ihn die Gesellschaft der Deutschen Neurologen und Psychiater durch die Ernennung zu ihrem Ehrenmitglied, im Juli d. I. ließ ihm die Deutsche Gesellschaft für Psychologie bei der feierlichen Eröffnung des Jenaer Kongresses „in Dankbarkeit für seine treue Mitarbeit und in Würdigung seiner Verdienste um die gemeinsame Sache" die gleiche Ehrung zuteil werden. Die Stadt Gießen, die ihm zur zweiten Heimat geworden ist, dankt ihm heute an seinem 72. Geburtstage für die vielfachen Beweise seiner besonderen Zuneigung und ehrt ihn zugleich als vorbildlichen deutschen Mann, warmherzigen Freund der deutschen Jugend und treuen Förderer seiner Wahlheimatstadt durch die Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen. Dieser Entschluß unseres Oberbürgermeisters wird nicht nur in der Stadt Gießen, sondern in unserer engeren Heimat überhaupt allenthalben volle Zustimmung finden, und diese Ehrung ist zugleich verbunden mit den herzlichen Glückwünschen unserer Volksgemeinschaft an den hochverdienten Gelehrten und Menschen Sommer. B. Sternschnuppen am Tannenbaum. Das gäbe ein Strahlen und Leuchten, wenn wir uns goldene und silberne Sternschnuppen vom Himmel greifen und sie in die grünen Zweige unserer Tannenbäume hängen könnten! Aber die Sternschnuppen, wir wissen's, glänzen auf und — husch! — sind sie auch schon wieder im Dunkel der Nacht verschwunden, und wir haben das Nachsehen. Dennoch! Wer es in diesem Jahre richtig beginnt, der kann trotz allem seinen Weihnachtsbaum mit Sternschnuppen gar zierlicher Art und Form schmücken. Denn solcherlei Sternschnuppen gibt's viele. Und was stellen sie nicht alles dar! Kleine allerliebste Figürchen aus leichtem Holz sind es, und bunt und golden schauen sie aus .Da sieht man possierliche Zwerge, die eine Glockenblume schleppen oder mit einer winzigen Laterne leuchten; Elfen mit Flügeln; einen kleinen, aber um so fröhlicheren Schiläufer; tanzende Mädelchen; Reiterchen, die auf dem Mond oder aus einem Kometen sitzen; und sogar ein Sterntalerkindchen, das, just wie im Märchen von den Brüdern Grimm, in seinem Hemdchen die Sterne ausfängt. Ja — nun will jeder gern wissen, wo es diese lustigen Figürchen zu kaufen gibt, und ob man sehr weit laufen muß, um ihrer habhaft zu werden? Paßt nur auf! Ihr habt gar nicht weit zu gehen; man wird sie euch sogar bringen, denn am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag wird die Hitler-Jugend euch diese Märchenzwerge und Sterne und Kometen auf den Straßen und Plätzen noch entgegenhalten. Und dann braucht ihr nur zuzupacken und müßt — allerdings! — zugleich in die Sammelbüchse des Winterhilfswerks euer Scherflein legen. Zwar sind's Millionen Weihnachtsabzeichen, l)ie auf diese Weise bereitgehalten werden; aber wer sich nicht beeilt, kann zu spät kommen; denn jeder von uns möchte eine Handvoll dieser Figürchen haben, um mit ihnen seinen Tannenbaum zu schmücken. Indessen: da wird vielleicht der eine oder der andere etwas verdrießlich bemerken: das sind ja gar keine Sternschnuppen, die dann im Tannenbaum hängen! Glaubt es mir auf's Wort: Es sind doch Sternschnuppen, wenn ihr ihrer nur recht viele in die grünen Zweige hängt! Denn von diesen kleinen Figürchen und von biefen goldenen Kometen und Sternen wird ein heller, leuchtender, überirdischer Glanz ausstrahlen, der euch tief ins Herz dringt, weil er der heiße Dank derer ist, denen ihr durch eure Opfer zu einem echten deutschen Weihnachtsabend verhalfen habt! Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 15.45 „Der Bettelstudent" (NSG. „Kraft durch Freude"); 20 bis 22.30 Uhr „Der Bogen des Odysseus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Diener lassen bitten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn wir alle Engel wären". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. — Großscher Männerchor: 20 Uhr Weihnachtsfeier im Katholischen Dereinshaus. — VfB.-Reichsbahn: 20.30 Uhr Bunter Kameradschaftsabend im Cafe Leib. Weihnachten krank fein? Nein! Deshalb: Wer erkältet ist, bereite sich rechtzeitig einen Klosterfrau-Melissengeisl-Gesundbeits- grog.(Rezept in jeder Packung.) Oder hat zu gutes Ellen (insbesondere auch den Kindern) den Magen verdorben, so trinke man ein Medizingläschen Klosterfrau-Melissengeist mit % Waller verdünnt, und die Verdauungsstörungen sind behoben. Dann feiern Sie ein wirklich gesundes, frohes Fest. Also: Haben Sie Klosterfrau-Melillengeist noch in Ihrer Hausapotheke? Sonst holen Sie ihn bitte sofort bei Ihrem Apotheker oder Drogisten. [7005V Musikalische Weihnachtsvorbereitungen. Von Dr. Erwin Kroll. Unter allen Festen des Jahres ist es Weihnachten, das am meisten der Familie angehört, und diese pflegt denn auch, um es würdig zu begehen, schon Wochen vorher mit seinen Vorbereitungen zu beginnen. Da werden Geschenke ausgesucht, da wird genäht, gebastelt, gebacken. Die Kinder kleben bunte Ketten und blanke Sterne, die Adoentslichte begleiten, an Zahl zunehmend, das geheimnisvolle Treiben vieler fleißiger Hände, und schließlich wird der Baum in die Stube getragen und festlich geschmückt. Alles scheint zur Feier bereit. Wie steht es mit der Musik um Weihnachten? Erklingen an diesem Feste der Freude nicht überall die alten schönen Weihnachtslieder? „Nun singet und seid froh", heißt es in einem von ihnen. Äber nur zu oft stockt der Gesang schon im ersten Verse, weil nicht alle den Text genau kennen. Nicht selten macht auch die Wahl der Lieder Schwierigkeiten, da die Kinder in den verschiedenen Schulen nicht die gleichen Weisen gelernt haben. Zunächst gilt es also, Texte und Weisen der bekanntesten Lieder einzüüben oder im Gedächtnis wieder aufzufrischen. Das wird die Mutter gern tun während alles mit Weihnachtsarbeiten beschäftigt ist. „Stille Nacht", „O du fröhliche", „Es ist ein Ros' entsprungen", „O Tannenbaum", „Vom Himmel hoch" — diese und andere Lieder sind in den meisten Sammlungen und Schulgesangbüchern zu finden. Der Schatz unserer Weihnachtsgesange ist aber weit größer. Oft werden es die Kinder sein die aus der Schule den Eltern ein schönes, altes, in der Familiengemeinschaft noch unbekanntes Lied «ach Hause bringen. Dann aber gibt es für Notenkundige eine Reihe von Weihnachtslieder- fammlungen, in denen man wahrhaft beglückende Entdeckungen machen kann. (Erwähnt sei eine besonders reichhaltige: „Das alte deutsche Weihnachtslied" der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg.) Kommt man so zu reicherem vorweihnachtlichem Singen, so strahlen die Adventswochen erst ihren ganzen Zauber aus. Nicht minder aber liegt es uns ob, die Forderung eines anderen alten Weihnachtsliedes zu beherzigen: „Kommt ohne Instrumente nit, bringt Lauten, Harfen, Geigen mit!" Am schönsten, wenn sich Gesang und I n st r u m e n t e n s p i e l verbinden. Blockflöte, Laute, Geige, Cello, Klavier — sie alle sind geeignet, den Gesang zu unterstützen und zu bereichern; aber sie wollen und sollen sich auch ohne ihn am Weihnachtsbaum hören lassen. Noch immer sind unsere Hausmusikanten, insbesondere die Kinder auf sog. „Weihnachtsstücke" aus, und wenn es hier nur nach den Titeln ginge, so wäre astes in Ordnung. „Weihnachtsglocken", „Knecht- Ruprecht-Marsch", „Im Lichterscheine", „Christkindchens Traum" — das klingt wunderschön, aber meist nur in der Ueberschrift, nicht in der Musik. Weit wertvoller sind die Weihnachtsstücke aus der Zeit des Barocks und der Klassik, jene alten Choralphantasien, Hirtenmusiken und Variationen, die wir in verschiedenen Sammlungen finden (z. B. in den „Klassischen Weihnachtsstücken" des Steingräber- Verlages). Auch neuere Meister wie Reger, Zilcher und Niemann haben stimmungsvolle Weihnachtsmusik für Klavier geschrieben., Im übrigen gibt es fröhliche und ernste Musik genug, die zur Weihnachtsstimmung paßt, auch ohne daß sie ausdrücklich für dieses Fest geschaffen wurde. Kinder können nicht früh genug zu weihnachtlichem Musizieren angeleitet werden. Man vertraut ihnen eine leichte Begleitstimme auf der Geige oder Blockflöte an, man läßt sie ein Lied oder einen Choral spielen, und wenn danach die Mutter, von einem der Ihren begleitet, Cornelius' Weihnachtslieder, jene traulich-innigen Weisen anstimmt, dann erfüllt sich dieses Dichterkomponisten Wort: „O glücklicher Kreis im festlichen Raum! O goldne Lichter am Weihnachtsbaum! O fröhliche Zeit! O seliger Traum!" Und endlich der Gabentisch am Weihnachtsbaum. „Trommel, Pfeifen und Gewehr" dürfen auf ihm, wie es schon in jenem alten Liede vom Weihnachtsmann heißt, nicht fehlen, und so lockt denn eine wahre Pracht schönsten Spielzeuges in den Schaufenstern: Kinderklaviere, Miniaturgeigen, buntbe- troddelte Blechtrompeten, papiergekniffene Ziehharmonikas und lustige Zwergsaxophone. Aber diese Herrlichkeit ist mehr für das Auge als für das Ohr bestimmt, und kindliche Neugierde führt hier meist zu einer Untersuchung der einzelnen Bestandteile, die so gründlich ausfällt, daß bald nur noch Trümmer vorhanden sind. Soll aber die Freude an den tönenden Geschenken von Dauer sein, so müssen sie weniger nach dem Aussehen, als nach ihrem musikalischen Werte und ihre Haltbarkeit ausgewählt werden. Schon für wenig Geld gibt es reingestimmte Schlagspiele aus Holz Und Metall, Blockflöten und Mundharmonikas, mit denen sich hübsch musizieren läßt Die „richtigen" Instrumente freilich wie Geige, Cello, Laute, Klavier sind für ein paar Mark nicht zu haben. Erfordert schon eine Ziehharmonika, auf der man mehr als die einfachsten Volkslieder spielen will, einen tiefen Griff in die Geldtasche, so gilt das noch mehr von einem guten Streichinstrument ober gar vom Klavier. Trotzdem sollte man gerade diese Instrumente zu Weihnachtsgeschenken wählen und, um ihre Anschaffung zu ermöglichen, auch einmal auf die Erfüllung sonstiger Wünsche verzichten. Denn gute Hausmusik ist ohne gute Instrumente überhaupt nicht denkbar. Ihr Spiel adelt nicht nur das Weihnachtsfest, es wird uns auch sonst Feier und Alltag verschönen. Oie glückselige Puppenfuhre. Geschichte von Max Iungnickel. Zwei junge Puppenmacher aus Sonneberg bauten ihren Handwagen zu einer großen Puppenwohnung aus, bemalten die Außenwände mit strahlend bunten Kinderfarben und fuhren nach Ostpreußen, in die einsamen Dörfer, die wie verschollen und vergessen unterm Himmel liegen. Jeder, der den Wagen sah, flüchtete mit feiner Phantasie in diese riesige Puppenwohnung. Ja, hinter diesen Wänden saßen und lagen eine große Schar Sonneberger Puppen. Stundenweit von der Eisenbahn lagen die Dörfer. Dort, in dieser Verschollenheit, hatten die beiden Menschen das große Erlebnis. Sie wurden angestaunt wie Zauberer, die sich verstaubt und weg- müde von einem glücklichen Stern hierher verirrt hatten. Die größte Hälfte der Kinder hatte noch nie eine richtige Puppe gesehen. Die Kinder standen beim Anblick der Sonneberger Puppen wie verhext. Wundergroß die Augen. Sie wagten kaum mit den Fingern die zierlichen Puppenkleider anzurühren und jauchzten freudeerschrocken auf, als eine Puppe die Augen schloß. Dann standen die Kinder und blickten die beiden fremden Kerle fragend und selig an. Das Herz der Puppenmacher erschrak vor den blauen, zu ihnen aufgeridjteten Augen. Kinder, die noch nie eine Puppe gesehen haben und die nun beim ersten Anblick der Puppen wie vor einem tief menschlichen Zauberkram standen. Eine holde Macht war in das Dasein der Kinder getreten. Sie hatten Erde und Himmel als Spielplatz, und nun waren zwei von weither gekommen und brachten strahlendes Kinderglück. Und dann gab es Mütter, die die Puppen nur zu sehen brauchten und sofort wieder zehn Jahre alt wurden. Menschen, die die Farbe blau nicht als Farbe empfanden, sondern als Glück. Was wurde nun aus dieser Puppenfuhre? Sie war im Handumdrehen ausverkauft. Die beiden aus Sonneberg hätten einen Leiterwagen voll Puppenkinder haben können, sie hätten den ganzen Inhalt an das Kind bringen können. Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", (Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde-lX) stellt sich mit dem Dezemberheft durch zeitgemäße und allgemein interessierende Veröffentlichungen in den Dienst aller Naturfreunde. Hervorragende Naturaufnahmen und naturwissenschaftliche Abhandlungen aus den verschiedensten Gebieten machen das Weihnachtsheft besonders vielseitig. Prof. Dr. med. Gildemeister zeigt die kommenden Aufgaben der Mikrobiologie und legt dar, welche Forschungsmöqlichkeiten gegeben sind und welche Erwartungen die Volksgesundheit da^an knüpft. Prof. Dr. Kraus fühtt in klarer Weise de« so verwickelten Stoffwechsel im Alpenkörper m Wort und Bild vor Augen. Prof. Dr. Graefe erzählt von seinen Beobachtungen in Südamerika und Indien über Schlangensteine und deren Anwendung. Der Zoologe Prof. Dr. Hase berichtet von seinen Beobachtungen über die Kaugeräuche, das „Knurren" der Goldfische, das bisher allen Aquarianern entgangen ist. Der sehr selten gewordene Schlangenadler ist an einer Niststätte in Ostdeutschland von Dr. Zebe im letzten Sommer eingehend beobachtet und photographiert worden. Die Ergebnisse seiner Forschung an diesem seltenen Raubvogel veröffentlicht er jetzt unter Beigabe zahlreicher gut gelungener Aufnahmen. Prof. Dr. Fr-tz- sche veröffentlicht feine Untersuchungen über Malaria bei Vögeln. Dipl.-Jng. Dr. Flemmig berichtet über unsere erfolgreichen Bestrebungen zur Treibstoffunabhängigkeit. Dr. Karl Mansfeld gibt Anweisungen über die Arbeiten des Vogelschützers im Winter. Zahlreiche kleinere Mitteilungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften sowie kurze Berichte über Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung, die reichhaltige Liste der Neuerscheinungen von Büchern auf naturwissenschaftlichem Gebiet, sowie die Bücherschau mit ihren Besprechungen schließen das wertvolle Heft. — Die Weihnachtsnummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) ist mit mehreren farbigen Kunstbeilagen und Tiefdruckseiten bildlich ganz auf das Weibnachtsfest abgestimmt. Eine Serie „Deutsche Dichter erzählen ihr Weihnachtserlebnis" enthält Beiträge von Hans Friedrich Blunck, Wilhelm Scharrelmann, Ruth Schaumann, Heinttch Anacker, Richard Düringer, Wilhelm von Scholz, Friedrich ©riefe u. a. Der bekannte Weltreifende Colin Roß erzählt über „Weihnachten unterwegs", während der Kultur- Historiker Johannes Bühler eine packende Schilderung „Wendepunkte Deutscher Geschichte am Weih- nachtsfeft" beigesteuert hat. „Soldaten fahren auf Weihnachtsurlaub" heißt eine hübsche Reportage aus dem Soldatenleben mit vielen Zeichnungen. Gießener ArbeilsdienstfeiertWintersonnenwende Nun gehen die Arbeitsdienstmänner bald in den in oer ^ett zwischen Nun gehen die Arbettsdienstmai Januar liege, daran Weihnachtsurlaub. Schon jetzt ist den Besten unseres eifrig damit beschäftigt, Weihn offener Führer des Stabs, Oberleutnant Grisar, I fe*nßn Männern besinnliche und eindring- I liche Worte über den ideellen Gehalt eines rechten 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Einen Augenblick schloß Olga Willnoff die Augen. Unsäglich matt fühlte sie sich. Warum ließ man Rammelt schon zu ihr? Sie hatte die Oberin doch gebeten, niemanden hereinzulassen! Sie wollte Rammelt nicht empfangen. Ruhe wollte sie haben, nur Ruhe! Nicht an den furchtbaren Abend erinnert werden--an all das Entsetzliche--. Aber was war das? „Fräulein Willnoff, hören Sie doch! Sie sind doch wach! Fräulein Schlicht möchte mit Ihnen sprechen, die Sekretärin von Herrn Generaldirektor Brand!" „Fräulein Schlicht?" In tiefem Erstaunen schlug Olga Willnoff die Augen auf „Ja, aber woher wissen Sie, daß ...?" Wie müde die Stimme klang! Wie bleich und angegriffen das sonst so blühend zurechtgemachte Gesicht aussah! Inge fühlte, wie Mitleid in ihr aufstieg, Helfen- wollen! Dabei mußte sie doch zuerst das Vertrauen Olya Wlllnoffs selbst erringen, ihre Hilfe erbitten! Wie sollte sie nur anfangen? Es war alles so schwierig---. Aber da half schon die Oberin, erzählte der Kranken mit wenigen Worten, warum es sich handelte. „Und so steht es in Ihrer Hand, zum guten Teil wenigstens in Ihrer Hand, ob Generaldirektor Brand verurteilt werden kann oder nicht! Wollen Sie uns helfen, ihn vor dem Schlimmsten zu be- wahren, ihn aus der furchtbaren Ungewißheit seines Schicksals zu befreien, Fräulein Willnoff?" „Ja, helfen Sie uns, helfen Sie uns, Fräulein Willnoff. Sagen Sie uns alles, was an jenem Abend geschehen ist —--" Aber was wollen Sie denn wissen?" rief Olga mit müder Stimme. „Es ist doch Wahrheit, daß ich wegen des Gutachtens zu Dr. Rammelt gegangen Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Die nen Verkaufsstellen in Gießen dürfen am Montag, Dienstag und Mittwoch, 21., 22. und 23. Dezember, für den Geschäftsverkehr bis 20 Uhr geöffnet sein. Wasche und modernere. gemahnen, welche Opfer von den Volkes für die Einheit des Reiches und des Volkes gebracht wurden, begonnen beim Cheruskerfürsten Hermann, über die fruchtlosen Bemühungen einzelner in der Zeit des Mittelalters, dann im Be- Wege im Re-el. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.) bin! Nur freilich war es nicht der Generaldirektor, der mich zuerst aufgefordert hat, mit Rammelt zu verhandeln, sondern ich selbst erbot mich dazu!" „Wissen müssen wir vor allem, ob Sie wirklich nur verhandeln sollten, oder ob Generaldirektor Brand Sie angewiesen hatte, das Gutachten selbst unter allen Umständen von Rammelt zu erzwingen!" fiel die Oberin ein. „Und ob Rammelt dann deswegen auf Sie geschossen hat, um sich das Gutachten nicht entreißen zu lassen!" ergänzte Inge die Frage mit keuchendem Atem. Sie hatte in ihrer Erregung fast vergessen, daß es eine Kranke war, der sie die Frage stellte, erschrak nun, wie plötzlich tiefe Blässe das Gesicht Olgas überzog. „Ich kann nicht--kann nicht--spre- djen - " rangen sich ihre Worte mühsam von den Lippen. ®ir haben ihr zuviel zugemittet!" flüsterte die Oberin. Einen Augenblick zuckte es in Inges Zügen von mühsam beherrschtem Weh. Dann, ehe die Oberin 65 Emdern konnte, lag sie plötzlich auf den Knien vor OlUs Wlllnoffs Bett, flehend blickte sie in das weiße Gesicht der Kranken, in dessen Zügen es wie von geheimen Kämpfen zuckte und zitterte. „Ach Fräulein Willnoff!" rief sie weinend aus, „bedenken Sie doch nur, was geschieht, wenn Sie Nicht sprechen! Bedenken Sie doch nur, wie viele Menschen dann unglücklich werden! Nicht nur das Leben Walter Brands ist dann auf immer ver- mchtet, nein, — auch das feiner Angestellten, die arbeitslos werden, wenn der Betrieb stillgelegt werden muß, — auch das feines Bruders Gerhard, der dann alles verliert, geächtet und gemieden Betroffen unterbrach Inge sich plötzlich. Eine seltsame Veränderung war mit Olga Will- noff vor sich gegangen. Mit geschlossenen Augen lag sie da. Aber das Gesicht, das eben noch wie im Krampf verzerrt gewesen war, war jetzt von einem weichen, fast glücklichen Lächeln verklärt. Und wie im Traum schien ihr Mund einen Namen zu formen — — „Gerhard Brand" flüsterte sie fast unhörbar. Dann aber richtete sie sich plötzlich auf, sah die beiden Frauen an ihrem Bett mit seltsam ernstem. Weihnachtsdienffregelung der Partei. NSG. Die Dienststellen der Gaulettung und der Kreisleitungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Gau Hessen-Nassau bleiben zwischen Weihnachten und Neujahr an folgenden Tagen geschlossen: von Donnerstag, 24. Dezember, 12 Uhr bis Montag, 28. Dezember, 8 Uhr, und von Donnerstag, 31. Dezember 1936, 12 Uhr bis Montag, 4. Januar 1937, 8 Uhr. Für den Geschäftsverkehr bis 20 Uhr offen. Oie Winter-Sonnwendfeier der Gießener SA Am kommenden Montag, 21. Dezember, veranstaltet die SA.-Standarte 116 auf dem großen Platz vor der Volkshalle ihre diesjährige Wintersonnwendfeier. Für diese Feier, die um 22 Uhr beginnt, ist folgendes Programm vorgesehen. Nach der Meldung der Einheiten durch den Standartenadjutanten an den SA.-Standortführer, Brigadeführer Schmidt, nach einem einleitenden Musikstück, wird Rottenführer Nieren den Fahnenspruch zum Vortrag bringen. Anschließend folgt das Lied „Flamme empor", das unter der Leitung von Obertruppführer Richter von sämtlichen Einheiten gesungen wird. Sodann wird der Holzstoß entzündet. Die Feuerrede hält Sturmführer Hummel vom Stab der SA.- Standarte 116. In feierlicher Handlung werden dann die Opferkränze der einzelnen Einheiten in das Feuer geworfen. Der Gesang eines Sonn- wend-Ehorals und das Schlußwort des SA.-Stand- ortführers Brigadeführer Schmidt, das Deutsch- landlied und das Horst-Wessel-Lied werden die Feier beschließen. Znfanterie-Hegiment 116 marschiert heute mittag durch die Stadt Heute, Samstagmittag zwischen 13 und 14 Uhr wird unser Infanterie-Regiment Nr. 116 mit allen Bataillonen, einschließlich der Maschinengewehr- Kompanie, von einem Uebungsmarsch zurückkehrend, durch die Stadt marschieren. Die Soldaten kommen aus der Richtung Klein-Linden, marschieren durch die Frankfurter Straße, dann über den Hindenburgwall, über Gartenstraße Ludwigsplatz, über Kaiserallee und Sicher Straße in ihre Kasernen. Die Marschkolonne ist etwa drei Kilometer lang, und wer sie in ihrer ganzen Länge beobachten will, wird eine halbe Stünde lang zu schauen haben. Die Tätigkeit der Grundbuchämter. Der Pressedezernent des Amtsgerichts Gießen teilt uns mit: Ratlos blickte der Kommissar das Mädchen an sank dann in einen der riesigen braunledernen Klubsessel, die am Fenster standen. Doch im gleichen Augenblick stutzte er. „Sa, was knistert denn da ...?" murmelte er, griff dann hinter sich in das lederne Polster, zog etwas hervor! ?^a!" rief er dann aus, Inge triumphierend ansehend und ihr ein dickes, gefaltetes Aktenstück, von dem offenbar der Deckel abgerissen war, entgegenhaltend. „Das Geheimkonto!" „Das Geheimkonto!" Freudig wiederholte es Inge, wartete dann geduldig, während der Kom- mlsiar das Buch langsam und gewissenhaft durchblätterte, dann plötzlich halblaut zu lesen begann... „Daß dieses Geheimkonto von solchem Wert für uns fein konnte, hätte ich nicht geglaubt!" sagte er endlich aufatmend, indem er die Akten sinken ließ. Freudig sah Inge auf: „Und genügt es wirklich, den Generaldirektor zu ermatten, wenn Olga Willnoff es beeidet, daß Rammelt wegen dieses Buches, nicht aber wegen des Gutachtens auf sie geschossen hat?" Der Kommissar blickte langsam auf: „Ganz würde das freilich noch nicht genügen Fraulein Schlicht! Ebenso wichttg ist natürlich, daß Fraulein Willnoff vor allem einen Eid darauf ab- legen kann, daß Generaldirektor Brand ihr nur den Auftrag zu einer Verhandlung wegen des Gutachtens, nicht aber den Auftrag zu dessen Aus- lieferung an ihn gegeben hat! Daß sie selbst aus ganz eigenen Motiven gehandelt hat, als sie es trotzdem von Rammelt 'verlangte! Glauben Sie daß Fräulein Willnoff zu diesem Eid bereit wäre?" Inge Schlicht nickte: „Ja Herr Kommissar! Ich glaube es! ffiie Olga Willnoff auch gehandelt haben mag,--sie fff in diesen furchtbaren Tagen ein anderer Mensch geworden, der nur noch den einen Wunsch hat, wieder gutzumachen, was er verfehlt hat, ehe es — — 3U spät ist?" „So befürchten Die--?" ..Ich weiß es nicht! Ihr Zustanv ist sehr elend. Und was das schlimmste ist, sie scheint selber keinen Mut mehr zum Leben zu haben--* (Fortsetzung folgt!) Blick an, so, wie es außer ihnen wohl noch niemand an Olga Willnofi gesehen hatte: „Ja ich will jetzt sprechen!" sagte sie. „Um Ger- Hard Brands willen, den ich geliebt habe, will ich alles gestehen!" XXL „Sine Dame möchte Sie sprechen, Herr Kommis- sar! meldete der Portier des Polizeipräsidiums in das Amtszimmer Kommissar Wagners, der sich soeben wieder mit den Akten aus dem Prozeß Brand A.-G. beschäftigt hatte. „Ich lasse bitten!" gab dieser kurz in den Apparat Zurück, legte dann die Akten beiseite. „Vielleicht Fraulein Heller!" dachte er, die ihm Benachrichtigung über Rammelts Befinden versprochen hatte. Doch schon öffnete sich die Türe, und Inge Schlicht trat ein. ® »Ach, Fräulein Schlicht? Und was haben Sie mir zu bringen?" fragte der Kommissar, gespannt, was habe Sekretärin des Generaldirektors auszusagen Stockend vor Erregung, dann immer fließender gab Inge ihren Bericht. Immer gespannter, immer zufriedener wurden währenddessen die Mienen des Kommissars! „Und deshalb bitte ich Sie, Herr Kommissar" Moh 3nge die Wiedergabe von Olga Willnoffs Geständnis, „kommen Sie mit! Das Geheimkonto muß noch vorhanden fein! Bei sich hat Rolf Rammelt es nicht gehabt, sonst hätte man es ja längst gefunden. Im Institut hätte es erst recht bei der Untersuchung entdeckt werden müssen. Bleibt also nur noch die Wohnung!" Der Kommissar nickte. , '/Was Sie da erreicht haben, ist in der Tat un° chatzbar! sagte er anerkennend. „Selbstverständlich komme ich sofort mit Ihnen!"---'__ .".Aber es muß doch hier sein!" rief Inge vom vielen und bis dahin so ganz ergebnislosen Suchen verzweifelt aus. ... Mn auch bald nicht mehr, wo es sein konnte! erwiderte der Kommissar, indem er sich ötejStirn trocknete. „Alles haben wir nun durch- >ucht, tm Schlafzimmer, hier im Arbeitszimmer — und doch scheint alles umsonst. Es bleibt J'ben nur noch die Möglichkeit, daß er bas Geheim- konto doch vernichtet hat!" 1 deutungsweise die Erinnerung an den furchtbaren deutschen Niedergang vom Kriegsende bis zum Anbruch des deutschen Frühlings am 30. Januar 1933 bei der Machtübernahme des Führers lebendig werden, und richtete ihre Gedanken dann besonders auf die strahlende Größe der gewaltigen Tat des Führers mit der Wiederaufrichtung unserer starken deutschen Wehrmacht. Seinen Soldaten stellte der Kommandeur die aus der Tat des Führers sich ergebende starke Verpflichtung, allezeit Träger des wertvollsten Gutes der deutschen Geschichte zu sein, eindringlich vor Augen. Mit Begeisterung stimmten die Männer in das von dem Kommandeur ausgebrachte Treuegelöbnis für den Führer ein, dem in den freudigen Sieg-Heil-Rufen und in dem Gesang der beiden Nattonallieder der Gruß der versammelten Männer dargebracht wurde. Der Weihnachtsmann machte natürlich auch seinen Besuch und brachte eine Anzahl netter lieber» raschungen mit. Daneben erhielten eine Anzahl Männer des Stabs durch ihren Oberleutnant noch ein Christkind in Gestalt von Beförderungen und Auszeichnungen als besondere Weihnachtsfreude dargebracht. Dem offiziellen Teil der Feier schloß sich ein gemütlicher und von bester soldatischer Kameradschaft erfüllter Teil an, der alle miteinander bis zur Mitternachtsstunde in froher Gemeinschaft beisammen hielt. Studenten - Kameradschaffsabend. In den letzten Tagen ttafen sich die verschiedenen Fachschaften der Gießener Studentenschaft, um mit einem Kameradschaftsabend den ersten Teil des Wintersemesters zu beschließen. Gerade die Zeit vor Weihnachten ist besonders dazu geeignet, sich in einer Festesvorstimmung an einem Abend zusam- menzufinoen. Auch die Männer des Kameradschaftshauses des NSDStB. trafen sich am gestrigen Freitagabend, um noch einmal vor den Ferien gemeinsam zusammen zu fein. Der Hausführer H. T. U. Schmidt leitete den Abend ein und begrüßte die Gäste. Im Verlaufe des Abends sprachen der rühere Hausführer und der Studentenführer zu den Kameraden. Beide Reden waren auf die studentische Disziplin und Haltung, ferner auf die Verpflichtung, die das Weihnachtsfest an die heutige Generation stellt, abgestimmt. Manch lustige Darbietung verkürzte die Zeit, und bei frohem Lied blieb man in kameradschaftlicher Weise bis kurz nach Mitternacht zusammen. Oer Geschäftsbetrieb an den Weihnachtsteiertagen. Don der Polizeidirektton Gießen wird uns mitgeteilt: Im Handelsgewerbe dürfen offengehalten werden: Bäckereien nur am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 14 bis 17 Uhr; Kon- ditoreien von 14 bis 17 Uhr; Blumenhandlungen und Gärtnereien (als Handelsbetrieb) nur am 1. Feiertag von 9 bis 13 Uhr und am Sonntag, 27. Dezember, von 10 bis 12 Uhr. Das Austragen von Blumen ist bereits von 9 Uhr ab gestattet. Friedhofsgärtnereien nur am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 8 bis 12 ' Uhr (am 2. Feiertag ist jeder Gewerbebetrieb in den Blumen- geschäften, Gärtnereien und Friedhofsgärtnereien untersagt); Milchhandlungen, jedoch nur zum Verkauf von frischer Milch und Sahne, von 8 bis 11 UQr; Speise-Eis- und Kaffeewirtschaften für den Gerichtsstelle sich durch Anfrage bei dem Amtsgericht nach der Höhe der entstehenden Kosten erkundigen und alsdann den gemäß § 7 der Reichskostenordnung zu zahlenden Kostenoorschuß gleich mitbringen, ebenso von vornherein das Unbedenklichkeitszeugnis des Finanzamts und einen etwa erforderlichen Erbschein, der rechtzeitig vorher und nicht erst am Tage der Grundstücksbeurkundung zu beschaffen ist. Nur auf diese Art werden unnütze Gänge erspart und wird, zumal bei vorheriger Anmeldung, die eigentliche Grundstücks-Beurkundung schnell und in einem Arbeitsgang erledigt werden können. Das Amtsgericht Gießen sieht sich mit Rücksicht auf seine Geschäftslast, vor allem aber auch im Interesse der Rechtsuchenden selbst, gezwungen, künftig nach den obigen Grundsätzen zu verfahren. Wer also nicht vergebliche Gänge tun und Gefahr laufen will, mangels Vorliegens obiger Unterlagen bei dem Grundbuchamt zunächst abgewiesen zu werden, richte sich in seinem eigensten Interesse hiernach. Artilleristen feiern Weihnachten. Daß rauhe Krieger auch sehr gemütvoll und stimmungsreich Weihnachten zu feiern verstehen, war am gestrigen Freitagabend bei der Weihnachtsfeier des Stab III/Art.-Rgt. 9 im Unteroffiziers-Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes unserer Artilleriekaserne festzustellen. Dort bereitete die Truppe unter der künstlerischen Gesamtleitung ihres Führers, Oberleutnant Grisar, sich selbst, ihren Kameraden aus der Reihe der Militär-Zivilangestellten und Gästen aus dem Kreise der alten Soldaten, insbesondere der ehemaligen Artilleristen, einige prächtige Stunden der Weihnachtsfreude, die außerordentlich vielgestaltig war. Da erklangen unsere schönen alten Weihnachts- lieber, standen zwei große Weihnachtsbäume im Schmucke zahlreicher Kerzen, trugen die langen Tischreihen ebenfalls viele Kerzenlichter, während das elektrische Licht verbannt war, sah man vor jedem Soldaten und vor den Zivilangestellten bunte Teller mit allerhand Weihnachtsbackwerk, Aepfeln und Nüssen und dazu kleinen Geschenken aufgebaut — kurzum all der reiche und die Herzen erwärmende Weihnachtszauber war in feinsinniger Weise über die Teilnehmer dieser schönen Stunden ausgebreitet. Dazu boten die Soldaten selbst, mit ihrem Oberleutnant voran, in reichem Maße allerlei musikalische Bereicherung, die sowohl hinsichtlich der Weihnachtskompositionen, als auch bei der vielseitigen Unterhaltungsmusik fein und stimmungsvoll war. ,t man im Lager , „ it beschäftigt, Weihnachtsväckchen zu packen, um jedem Arbettsmann eine kleine Freuoe machen zu können. Und nach dem Weihnachtsurlaub, den die meisten bei Muttern verbringen, geht es im neuen Jahre mit neuen Kräften an die Arbeit. freiungskampf vom napoleonischen Joch im Jahre 1813, über 1870/71 und das Millionenopfer des Weltkrieges, bis schließlich zu den Toten, die vor der Feldherrnhalle und im Kampfe gegen den Weltfeind für das Dritte Reich Gut und Blut gegeben haben. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 7. Morgen- Veranstaltung, Kantaten und Chöre zur Weihnacht; 15 bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst"; 19 bis 21 Uhr „Hänsel und Gretel", Oper von Humperdinck. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Diener lassen bitten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn wir alle Enge! wären". — Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. ver Spielplan des Stadttheaters vom 20. bis 27. Dezember. Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Die 7. Morgenoeranstaltung des Stadttheaters am 20. Dezember, „Kantaten und Chöre zur Weihnacht", wird eröffnet mit drei alten Chorsätzen: Nun komm der Heiden Heiland, im Satz von L. Osiander (1586), dem „Quempas" (Quem pastores laudavere) im Satz von M. Praetorius (um 1600) und in Sätzen von Joh. (Krüger (um 1620) und Joh. Seb. Bach, „Dorn Himmel hoch, da komm ich her." Es folgen zwei Zwiegesänge mit Begleitung von drei Streichern: O Jesulein zart (anonym 1623) und „Steffel, du Schlafhaub'n" (Hirtenlied aus Oesterreich) nach Sätzen von Walther Hensel. Inge Birk- mann lieft das „Herodesspiel" von Erwin Witt- stock; darauf singt ber. Chor: Es ist ein Ros' entsprungen, und In dulci jubilo in Sätzen von Praetorius und Hasler (um 1590). Es folgt die Weihnachtskantate des Danziger Organisten Vincent Lübeck, für zwei Solostimmen, zwei Streicher und Continuo. Den Beschluß bildet ein Chorsatz des alten Straßburger Liedes vom „Glückhast Schiff" von Kurt Thomas Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Ernst Bräuer. Mitwirkende: Inge Birkmann, Hildegard Jachnow, Ilse Laskus; Karl Jost, Franz Kerzisnik, Ernst Schneider und der Chor des Stadttheaters. Anfang der Morgenoeranstaltung Punkt 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Nachmittag findet eine Wiederholung des Weihnachtsmärchens „Prinzessin Allerliebst" oder „Der wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster statt. Die Spielleitung führt Karl Volck. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. — Außer Miete. — Am Abend geht die beliebte Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck in Szene. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. H a m p e l Die Spielleitung führt Paul W r e b e. Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr. — Außer Miete. Mittwoch, 23. Dezember, Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr, „Prinzessin Allerliebst" ober „Der wundersame Regenschirm", Märchenspiel von Friedrich Forster. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. — Außer Miete. Freitag, 25. Dezember, Anfang 19 Uhr, Ende 22.15 Uhr, Gastspiel Anny von S t o s ch vom Staatstheater Kassel als Gräfin in „Figaros Hochzeit", heitere Oper von W. A. Mozart. Musikalische Lei- hing: Paul Walter. Spielleitung: Der Inten- d a n t. Außer Miete. — Samstag, 26. Dezember, ' Anfang 15 Uhr, Ende 17.15 Uhr, „Prinzessin Aller- ; liebst" ober „Der wunbersame Regenschirm." Märchenspiel von Friebrich Forster. Außer Miete. Von 19 bis 22 Uhr Erstaufführung ber neuen großen Ausstattungs-Operette „Prinzessin Nofretete", Ope- ; rette von Nico Dostal. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. — Außer Miete. — Sonntag, 27. Dezember, Anfang i 15 Uhr, Enbe 17.15 Uhr, „Prinzessin Allerliebst^ ' ober: ,Der wunbersame Regenschirm." Märchen- ? spiel von Friebrich Forster. — Außer Miete. Von i 19 bis 21.45 Uhr ber große Erfolg „Der Zare- I witsch", Operette von Franz Lehär. Musikalische i Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul i Wrebe. — Außer Miete. ' Die Arbeit der Grundbuchämter, auch des Amts- aerichts Gießen, hat mit der regen Bautätigkeit in letzter Zett derart zugenommen, daß eine schnelle und reibungslose Arbeit im Interesse des Publikums nur bann möglich ist, wenn bas Publikum, ben be» stehenden Vorschriften entsprechend, hier in seinem eigensten Interesse selbst mithilft und nicht selbst den Betrieb der Grundbuchämter erschwert. Hierzu gehört vor allem strengste Einhaltung der festgesetzten Sprechtage und Sprechstunden. Sodann muß der Rechtsuchende bereits vor seinem Erscheinen an Im Lager Justus von Liebig" ber Arbeitsdienstabteilung 5/222 im Philosophenwald traten am gestrigen Freitagabend die Mannschaften zur Win- tersonnwendfeier an. Inmitten des Hofes der Unterkunft war ein großer Holzstoß aufgeschichtet, der entzündet wurde, als die Arbeitsdienstmänner zur Einleitung der Feier ein Lied fangen, dessen Melodie von einem Kameraden auf der Trompete vorgespielt worden roar. Klar klang der Gesang der Arbeitsdienstmänner zum nächtlichen sternübersäten Himmel empor, weithin hallte ber helle Ruf oer Trompete, hoch auf flackerte bas Feuer und stieß Funkengarben empor. Der Wiederschein ber hellen Flamme lag auf ben Gesichtern ber Arbeitsmänner, die tadellos ausgerichtet im offenen Viereck wie eine Mauer um das yeuer standen. Das einleitende Lied und kraftvoll oorgetragene, ernste, zukunftweisende Worte, von einigen Kameraden abwechselnd gesprochen, gaben dem Sinn der abendlichen Feier Ausdruck unb gingen ber Weiheansprache von Truppführer P f a n n k u ch voraus. Der Rebner knüpfte an ben Lichtglauben unserer Vorfahren an, ihre Hoffnungsfreuoigkeit um bie Zeit ber Sonnenwsnbe, in ber Erwartung des steigenden Lichtes, und sagte, daß diese Feier auch von uns, gerade vorn Arbeitsdienst, in gleichem Geiste unb gleichem Ausblick auf bie Zukunft begangen werde. Aber gleichzeitig müsse uns ber Tag Der Sonnenwende, ber mitten in ber Zeit zwischen dem 9. November und dem 30. T Weihnachtsfestes, insbesondere für die Soldaten, und ermahnte sie, ihr Soldatentum auch mit ber rechten Weihnachtserkenntnis in übereinstimmend« Ausrichtung zu bringen. Der Kommandeur Oer Artillerie-Abteilung, Oberstleutnant Döring, stellte in einer kurzen Ansprache bas Weihnachtsfest unter ben besonderen Gesichtspunkt des bedingungslosen, bis zum Letzten einsatzbereiten Soldatentums, insbesondere wies er feine Männer im feldgrauen Rock auf das Wort des Führers auf dem Parteitag über die Anforderungen an den deutschen Soldaten hin: „In unseren Augen muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl". Er erinnerte bie jungen Solbaten in kurzen, stich- wortartigen Hinweisen an bas gewaltige Erleben ber alten Soldaten bei ben verschiedenen Kriegsweihnachten im Felbe vor bem Feinde, ließ an- Truppführer Pfannkuch erinnerte bann an ein Wort bes Führers, in dem all sein Glaube und all fein Vertrauen zur deutschen Jugend seinen Ausdruck fand. Zu dieser Jugend, die Der Führer meine, gehöre auch die Jugend, die im Arbeitsdienst steht, die ihre Pflicht erfülle bis zum Letzten, obgleich es nicht Lorbeeren zu ernten, keine Ehrenzeichen zu erwerben unb keinen klingenden Lohn einzuheimsen gebe, sondern nur arbeiten und bienen, bienen bem beutfehen Volke und ber deutschen Erde die Losung sei. Unerbittliche Pflichterfüllung werde den Arbeitsdienstmann immer auf bem Posten sehen, bei jedem Wind unb Wetter, bei Frost und Schnee. Mit den begeisternden und beschwingten Worten eines Liebes, in bem bie unwandelbare Treue zu Volk und Vaterland ihren Ausdruck fand, beschloß Truppführer Pfannkuch seine kurze Ansprache. Das Lied, mit dem die Weiherede ihren Abschluß fand, beschloß, gemeinsam gesungen von den Ar- beitsdienstmännern, auch die müroige Feier. Verkauf von Speiseeis über die Straße von 10 bis 19 Uhr; Verkauf von Obst, Blumen, Backwaren (Brezel, Salzstengel, Mohnstengel, Zwieback, Hartekuchen und Makronen), Süßigkeiten, Kastanien und Speise-Eis auf öffentlichen Straßen und Plätzen, jedoch nur von einem festen Standplatz aus, von 11 bis 19 Uhr; Verkauf von Brezeln, Salzstengeln, kleinen Backwaren, Süßigkeiten, Kastanien und Blumen in Wirtschaften hausierend von 11 Uhr bis zu der für Gaststätten gültigen Polizeistunde; Zeitungsgroßhandlungen am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 6 bis 10 Uhr; Verkauf von Druckschriften auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Wirtschaften hausierend von 6 bis 23 Uhr. In Industrie und Handwerk darf gearbeitet werden: Bäckereien und Konditoreien am Sonntag, 27. Dezember, während einer Stunde in der Zeit von 4 bis 21 Uhr zur Vorbereitung des Werktagsbetriebs. Blumen- und Kranzbindereien am 1. Feiertag von 8 bis 13 Uhr und am Sonntag, 27. Dezember, von 9 bis 12 Uhr; Werkstätten für Kraftfahrzeuge zeitlich unbeschränkt, jedoch nur zum Abschleppen und Bergen beschädigter Fahrzeuge und Wiederherstellung ihrer Fahrbereitschaft, soweit ein sofortiger Gebrauch des Fahrzeuges notwendig ist. Es dürfen nur soviel Arbeiter und Angestellte beschäftigt werden, als zum Abschleppen und Bergen eines beschädigten Fahrzeuges gerade notwendig sind. Einstellhallen für Kraftfahrzeuge, Garagen, sowie Tankstellen zur Abgabe von Betriebsstoffen, Ersatzteilen und Zubehör für Kraftfahrzeuge unbeschränkt; Photographengewerbe nur am 1. Feiertag und am Sonntag, 27. Dezember, von 10 bis 14 Uhr; Molkereien und Milchgroßhandlungen zur Belieferung der Kundschaft mit' frischer Milch und frischer Sahne von 8 bis 12,30 Uhr; Friseurgewerbe nur am 2. Feiertag von 9 bis 12 Uhr; Badeanstalten bis 13 Uhr. Innerhalb der zulässigen Geschäfts- und Betriebs- zeiten dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden. WHW. -Klrchensammlung am Tleujahrstag. LPD. Der Landeskirchenausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat auch für den Neujahrstag 1937 eine allgemeine Kirchensammlung als Gabe der Evangelischen Landeskirche für das WHW. angeordnet. Im Vorjahr konnten dem WHW. aus Kollektenmitteln 7132 Mark zur Verfügung gestellt werden. Oie Höchstpreise für Wild und Wildgeflügel. Fwd. Zu der Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung über Höchstpreise für Wild und Wildgeflügel wird bekanntgegeben: Die in § 1 der genannten Verordnung festgesetzten Höchstpreise sind Kleinoerteilerhöchstpreise. Verkauft ein Jäger unmittelbar an den Kleinverteiler, so kann er den vollen Höchstpreis für sich in Anspruch nehmen. Bedient er sich bei dem Verkauf der Ver- mittlung eines Aufkäufers oder Großhändlers, so muß er diesen eine Verdienstspanne gewähren, sich also von dem festgesetzten Höchstpreis einen Abzug gefallen lassen. Jäger, Aufkäufer und Großhändler sind der Verordnung nur mit Rücksicht auf die obere Begrenzung der Preise einander gleichgesetzt worden, die in teurem Fall überschritten werden darf. Gießener Dochenmarktpreise * Gießen, 19. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, ungezeichnete 10, Wirsing, Vi kg 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, V» kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 30 bis 60, Dörrobst 15 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., erstklassige Mastgänse 1 bis 1,10 Mk., Enten 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 30 bis 60 Df., Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15 Pf. * ** Ein Fünfundachtzigjähriger. Am kommenden Montag, 21. Dezember, feiert unser langjähriger Abonnent, der Rentenempfänger Heinrich Euler, Doeringstraße 15, seinen 85. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. *♦ Die Ausgabe der Brennstoffbezugsscheine (2. Rate) kündigt das Wohlfahrtsamt im heutigen Anzeigenteil an. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Der Frühjahrsmarkt in Gießen (Schau- und Verkaufsmesse) findet vom 4. bis 11. April 1937 statt. Die Vergebung der Plätze für die Schausteller betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. ** Neugründung des T i e r s cd u tz v e r- eins. In einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil wird die Neugründung des Tier- schutzvereins als selbständiger Verein angekündigt. Die Gründungsversammlung soll Mitte Januar stattfinden. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Betriebsunfälle. Gestern ereignete sich in einer hiesigen Kistenfabrik ein Unfall. Der 24jäh- rige Arbeiter Ludwig Hahn aus Albach, der an der Kreissäge beschäftigt war, erlitt durch ein ab- springendes Stück Holz eine schwere Handverletzung und mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — Ein Arbeiter, der auf einer Baustelle beim Steinbach beschäftigt ist, geriet gestern mit dem Fuße unter einen Lorenzug und muhte mit einer erheblichen Fußverletzung ebenfalls in dl- hiesige Klinik gebracht werden. ** (Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in Gießen: 12. Dez.: Christoph Becker, Telegraphen» assistent i. R., 66 I., Crednerstraße 27; Luise Ar» nold, geb. Peters, 78 I., Bahnhofstr. 7; Louis Frech, Kaufmann, 78 I., Ludwigstraße 18; Joh. Schäfer, Hausangestellte, 22 I., Hindenburawall 5. 14.: Margarete Eidmann, geb. Graulich, 75 I-, Landmannstraße 3; Marie Repp, geb. Lich, 65 I., Marburger Straße 25. 15.: Albert Huch, Rentner, 77 I., Friedrichstraße 10; Antonie Unverzagt, geb. Eigenbrod, 85 I., Liebigstraße 62. 16.: Hermine Kreiling, geb. Bilzing, 79 I, Goethestraße 59; Gottlieb Helfenbein, Gärtnereibesitzer, 64 I., Marburaer Sttaße 82. 17.: Wilhelm Thon, Schuhmachermeister, 78 I., Lindengasse 4; Elisabeth Gerhard, geb. Köhler, 80 I., Lindengasse 4; Elisabeth Drüge, geb. Nortbrock, 80 I., Henselstraße 2; Wilhelm Hermann Meyer, Bergwerksdirektor, 53 I., Gartenstraße 28. 18.: Johs. Schneider, 84 I., Schiffenberger Weg 29. Briefkasten der Redaktion. h.h. Die Frage der Versicherungspflicht läßt sich an Hand Ihrer kurzen Mitteilung nicht ohne weiteres beantworten. Es fei Ihnen empfohlen, an einem der nächsten Vormittage beim hiesigen Versicherungsamt (Lonystraße 2) vorzusprechen. JETZT in der feuchten/ kalten Jahreszeit verlangt Ihre Haut besonders aufmerksame Pflege! CAR I^V-Haulcremeseife ist mild und edel; sie greift die Haut nicht an und i t daher das ideale Körperpflegemittel während d. kalten Jahreszeit 7937D Preis 25 Pfennig Ueberall zu haben Freude in icdes Maus durcft ein prafttistftes Sesdienft von Modehaus Mneßer^er (Heben, Schulstrafte 4 (früher Modehaus Salomon) Grobe Auswahl in: Strich -Westen, -Pullover, -Kleider, warme Unterwäsche, Handschuhe, Schlaf-Anzüge, Strümpfe, Oberhemden, Krawatten, Tischund Bettwäsche, Herren- u. Damen-Schals, Trainings -Anzüge usw. 8152a Ganz unerwartet verschied heute früh unser Betriebsführer Ludwig Kröck 05779 Er ist uns immer ein gerechter und vorbildlicher Führer ge wesen. Wir werden sein Gedenken jederzeit in Ehren halten. Die Gefolgschaft Gießen, den 19. Dezember 1936 des DampfsägeWerkes Abendstem. 8168 D 218 D Geschäfts-Drucksachen UfCDRC DRUCKSACHEN WGRDC Brühl, Gieß-n bei Brühl. Schulstraße 7 ÄD Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus Frau Elfriede Wenz, geb. Isemann nebst Kindern Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geechäftskarter Unsere liebe, gute Mutter,Schwiegermutter,Großmutter und Urgroßmutter Frau Elise Weber, geb. Schneider ist heute in ihrem 82. Lebensjahr gestorben. Die trauernden Hinterbliebenen Lang-Göns, den 17. Dezember 1936. Die Beerdigunfindet am Sonntag, dem 20. Dezember, na-hmittags 1.30Uhr vom Trauerhause, Schmittgraben- straße 10 aus statt. Schuheinlagen zur rechten Zeit - steigern die Leistungsfähigkeit! Gießen Friedrich str. 7 assenlieterant Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank Kinzenbach, im Dezember 1936 Heinrich Knortz im Namen der trauernden Hinterbliebenen 05791 Ein Quell d. Freude für den Naturfreund BeWes Men Kleine Kreatur in Wasfer, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie« deren T erwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namcnsan» gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit eirum Geleitwort von Profels. Dr.Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahl ofen kleineren Lebewesen. Aus derFreude am Beobachten ist ein wert- volles natargeschicht- liches Urkundenbuch geworden, i'at hervorragend geeignet ist, die Liebe auch »um kleinsten Natürliche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie k o st e n l o s unsere bebild. Wcrdeblätter! Das Duck ist durck» fede Diichhandlun zu beziehen! Hugo Vermähle» Verlag Berlin-Lichterfelde Geschenke, die stets erfreuen! 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Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank, insbesondere Herrn Pfarrer Weisel für die wohltuenden Worte am Grabe. Allen lieben Bekannten die Nachricht von dem Heimgang meiner treuen Mutter Elise Drüge, geb.Nottbrok Witwe des Bahnbeamten Adolf Drüge Ihr Lebensabend war voll Sorge um mich und großem Vertrauen auf des Allmächtigen Güte In tiefem Schmerz: Frieda Drüge Gießen (Krankenhaus Bäuerische Stiftung), 18. Dez. 1936 Lederwaren Berthold Kühne Gegründet 1798, Settersweg 26 MiO-Kaufleuten Auch die Kleinen Pralinen und Gebäck zu günstigenpreisen i.Schuhhaus Maternus moderne, schmale Formen in Gold Settersweg 47 - Fernruf 2373 Ausstattungsartikel Carl Loos Große Auswahl im Fachgeschäft Gießen. Kirchenplah 13 Fernsprech-Anschluß 2797 Haven Sorgen! Was sollen sie der Mutter schenken und womit den Dati üderraschen? 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Dezember (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 297 viettes Blatt Kleines Volk erlebt ein Märchenspiel. Federhut, der Hofmarschall, erteilt dem kleinen Ballett väterliche Ermahnungen für ihren Auftritt vor dem König und seinem Hofstaat. Wir hatten bei uns zu Hause ein schönes altes Märchenbuch mit vielen Bildern, das alle die Märchen enthielt, die von Urgroßmutters Zeiten her von Generation zu Generation erzählt werden und zum unsterblichen Besitz unseres Volkes gehören. Da war von Schneewittchen zu lesen, vom Dornröschen, vom Däumerling, Hänsel und Gretel, von Schneeweißchen und Rosenrot, dem Gestiefelten Kater, von Zwerg Rase und — zu allen den Märchen waren Bilder beigegeben, ganzseitige bunte Drucke und auch einfache Zeichnungen im Text, die noch heute (nachdem zwanzig Jahre und mehr vergangen sind, daß uns die Mutter das letztemal daraus vorlas) uns vor dem geistigen Auge sind. Der älteste der Brüder hat zu seinem Hochzeitstag das Buch mit unter den Geschenken vorgefunden. Wir anderen Brüder wissen, daß das Büch nicht verloren ist. Das Buch war ein Teil unserer frühen Fugend und war eine Wirklichkeit. Selbstverständ- entgegen, wenn Menschen von Fleisch und Blut in der natürlichen Umgebung des Märchenlandes auf- ; treten, handeln, singen und spielen und wenn immer. wieder das Gute siegt Auch an unserem Gießener Stadttheater werden! alljährlich eines oder mehrere Märchen aufgeführt und man gibt sich dabei alle Mühe, um den Kindern das Erleben zu verschaffen, das ihnen ein Märchenspiel nun einmal bedeuten soll So hat । unser Stadttheater die Märchenoper „Hänsel und, Gretel" herausgebracht, die in diesem Jahre zur wiederholten Aufführung gelangte und nicht nur das Entzücken der Kinder bildete, sondern auch das aller Erwachsenen, die dabei sein konnten. Aber daneben wurde und wird gegenwärtig auch noch das Spiel von der „Prinzessin Allerliebst" oder dem „Wundersamen Regenschirm" aufgeführt, das wir schon an anderer Stelle beschrieben haben, so daß hier nicht noch'einmal erzählt zu werden braucht, wie der junge Ziegenhirt Heino nach vielen Gefahren im Zauberwald doch noch zu seiner Prinzessin Allerliebst kommt, und zwar gerade am Heiligen Abend. * Viele Kinder gingen also in diesen Tagen wieder in das Theater. Auch Kinder vom Lande kamen herein, denn der Besuch eines Märchenspiels soll ja nicht das alleinige Vorrecht der städtijchen Jugend sein. Die Kinder vom Lande kamen mit ihren Lehrern und befanden sich dabei in treuer Obhut. Wie waren sie alle gespannt, auf das, was ihnen das Theater bringen wird! Und wie pünktlich fanden sie sich ein, meist schon eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung, um ja nichts zu versäumen! Da war überall ein eifriges Hin- und Herreden, und der Mund, insbesondere der Mädchen, stand keinen Augenblick still. Endlich wurden die Tore des Theaters geöffnet, und viele derer, die das Theater zum ersten Male sahen, machten große Augen. In den Garderobenischen gab es bald darauf ein buntes Gewimmel, denn jedes der Kinder wollte den Mantel und die Mütze auch an dem Haken mit derjenigen Nummer aufhängen, die auf dem Theaterbillett stand. Das ging nun jeweils f ¥ n Der Prinz aus Sauergurkenland bei seiner vergeblichen Werbung um die Prinzessin (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Ä I t U 4 lich gab es auch für uns eine Zeit, da wir glaubten, das Buch mit dem spöttischen Lächeln der 16- und 17jährigen abtun und ihm den Platz im Bücherschrank streitig machen zu können. Aber die Mutter rettete es damals, wohl weil sie wußte, daß wir uns eines Tages darüber freuen würden. Und Mütter pflegen in solchen Dingen immer recht zu haben. — So wie ein Märchenbuch eine Wirklichkeit ist, so kann auch eine Märchenaufführung ein Erlebnis fein, das über Jahre in die Ferne wirkt. Hauptsächlich dann, wenn das Ereignis nicht allzu häufig im Leben eines Kindes wiederkehrt und dadurch das Wesen des Besonderen erhält, den Charakter des Festlichen. Oft genug ist ja das Märchenspiel, hauptsächlich dann, wenn es mit den vielfältigen Mitteln eines richtigen Theaters aufgeführt wird, ein tieferes Erlebnis, als es das vorgelesene oder selbst gelesene Märchen sein kann. manche Mutter hat aus ihrer Kindheit heraus das Lied von den vierzehn Englein aus der einmal gehörten Humperdinckschen Märchenoper „Hänsel und Gretel" als Wiegenlied für ihr eigenes Kind übernommen. Wie deutlich tritt dem Kinde der Kampf zwischen den guten und den bösen Geistern im Märchenspiel durchaus nicht geräuschlos zu, und wenn nun irgendein Hans seine Nummer immer noch nicht gefunden hatte, dann waren gleich vier oder fünf Kameraden bereit, ihm den richtigen Haken ausfindig zu machen. Und die Türbeschließerinnen konnten sich dann des Ansturms kaum erwehren, denn alle wollten so schnell wie möglich auf ihrem Platze sitzen, wenn auch nicht etwa ruhig sitzen und still der Dinge zu harren, sondern nur eben, um da zu sitzen, wo sonst die Erwachsenen den Platz behaupten Ferner mußte einmal gründlich Umschau gehalten werden, um zu wissen, wie es in einem solchen Theater eigentlich aussieht. Und zum zweiten mußte festgestellt werden, wer eigentlich alles da ist, mit oder ohne Mama oder Papa. Schließlich muß man seine nächsten Nachbarn einmal gründlich begucken, mit denen man hier einige gemeinsame Stunden verbringt. Diejenigen, die in den vorderen Reihen sitzen, müssen natürlich auch einmal einen langen Blick in die geheimnisvolle Tiefe des Orchesterraumes tun, in dem gerade jetzt und kurz vor Beginn die Geigen und Bratschen gestimmt werden und die Musiker mit den Blasinstrumenten noch einmal die Tonleiter hinauf- und hinunterrennen. So mancher der Jungen war kaum von der Barriere fortzubringen, während sich die Mädchen an den Geheimnissen des Orchesterraumes weniger interessiert zeigten. Schließlich aber, als der Herr Kapellmeister mit seinem Taktstock das Zeichen zum Beginn der kurzen Ouvertüre gab, huschten auch die hartnäckigsten Neugierigen auf ihre nahen Plätze. Bis dahin wurde von den Kindern, je nach dem Temperament, heftig und in aller Unruhe d-er Erwartung, auf den Stühlen hin- und hergerutscht. Aber als dann die Ouvertüre begann, bahnte sich doch die Stille der letzten und höchsten Erwartung an. Als gar die Lichter verlöschten und für Se- Heino, der Ziegenhirt, Prinzessin Allerliebst und die Hofdame t Briüenguckerle bei Den Ziegen auf der Weidewiefe. Alle Aufmerksamkeit dem Spiel auf der Bühne. — Fasziniert schauen Buben und Mädchen zu, ab es dem giftigen Rotrack, dem Fliegenpilz, tatsächlich gelingen fall, das Prmzetzchen Allerliebst zur Frau zu gewinnen. W r I / MWM - Wie froh und heiter schauen die Kinder alle darein, als die Sache doch das gute Ende nimmt, der arme Ziegenhirt zum Prinzen wird und er die Prinzessin zur Frau bekommt. künden eine tiefe Dunkelheit im großen Raume herrschte, da war es so still geworden, daß man die berühmte Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können. Das Märchenspiel begann. — Für zwei Stunden rissen die Schicksale der Prinzessin Allerliebst und des Hirtenbuben Heino, die Sorgen und Nöte des Königs und der Königin die Aufmerksamkeit der Kinder an sich und alle waren sie mit ganzer Seele dabei. Da wurden die Gesichter der Kinder zu aufgeschlagenen Büchern, in denen zu lesen war, mit welcher Kraft und Innigkeit sie mit dem Hirtenknaben fühlten, wie sie über die unmöglichen Prinzen dachten, die um der Prinzessin Hand anhielten und was sie von dem hinterhältigen giftigen Fliegenpilz hielten, der auf heimtückische Weise dem Heino den Wunderschirm gestohlen hatte, mit dem er die Prinzessin zu gewinnen hoffte. Wie fürchteten die Kinder im Zulchauer- raum für Heinos Leben und Sicherheit im Zauberwald und auch der Reigen der Elfen und der Erdmännchen konnte sie nicht über die gefährliche Situation täuschen. Die Gesichter der Kinder wurden zu Spiegeln der mitfühlenden Seele. Und doch nahm jedes der Kinder das Spiel um etwas anders auf. Wenn das eine unserer Bilder einen Eindruck davon zu geben vermag, dann ist zu erkennen, wie einer der Jungen das Geschehen auf der Bühne bequem auf die Lehne der Stuhlreihe vor ihm gestützt, zwar aufmerksam, aber doch in der vollen Ruhe des eigenen Gleichgewichts verfolgt. Und an- ein von den Gestalten begleitet worden sein, mit denen sie das Theater für einige Stunden zu» sammengeführt hatte. N. Krippenspiel auf Burg Aordeck. Das Dörfchen Nordeck lag schon im tiefen Fne- den, als am vergangenen Donnerstagabend ein großer Omnibus in das Dorf ratterte, für Minuten die Stille unterbrach, um schließlich dicht unterhalb der Burg halt zu machen. Ein kräftiger Regen ging nieder und es war so finster, daß man kaum die Hand vor den Augen sehen konnte. Nur wenige Lampen brannten in den Gassen des Dorfes und ihr Licht spiegelt sich vielfach wider in den Pfützen, glänzte über den nassen Steinen des holprigen Pflasters. Niemand von den Einwohnern war auf den Straßen zu sehen; es schien, als schliefe das ganze Dorf. Aber oben auf der Burg, die auf steilem Fels das Dorf überragt, waren viele Fenster erleuchtet, denn die Burg erwartete Gäste, jene Gäste, die im Omnibus kamen und die nun über Pfützen und holpriges Pflaster hinweg auf kurzem Weg zur Burg' emporstrebten, die sich doppelt romantisch ausnahm, da nur wenige Lampen die Höfe und die Toreingänge beleuchteten. Der Regen, der an die Mauern klatschte und der Wind, der an den Läden rüttelte, der Anblick der aufragenden dere wieder lassen durch die lebendige Sprache der Augen erkennen, daß die Entscheidungen auf der Bühne auch ihre Entscheidungen sind. So man- cher Junge und manches Mädchen hält den Atem an und in einigen gar setzt sich die Erregung, die von den Geschehnissen ausgebt bis in die Hände fort Wieder andere sind ganz in die Sache versunken und scheinen ihrer Umwelt verloren zu sein. Der Alltag der Schule ist meilenweit entrückt, die Pflichten des Dienstes im Jungvolk und im BDM. scheinen einer anderen Welt anzugehören und sind für zwei Stunden abgelöst durch eine Welt der Illusion. Die Kinder befinden sich mit ihrem ganzen Sein im Märchenland und auch die wenigen Erwachsenen, die hierneben ihren Kindern Die Türbeschließerinnen hatten alle Hände voll zu tun, um des Ansturmes der Jugend Herr zu werden. im Märchenland verweilen, sind den Dingen des Alltags entrückt. Mählich nähert sich das Spiel seinem Ende. Heino ist im Besitze des Schirmes und schließt den Wunderschirm, den der giftige Fliegenpilz auf seiner Wanderung zum Königsschloß immer offen gehalten hat, böswilligerweise, so daß es drei Monate lang regnete und der König in größte Sorge geriet. Da schien denn im Lande des Königs die Sonne wieder und auch auf den Gesichtern wurde es heller. Als dann gar noch der Hirtenknabe im Purpurmantel und als Prinz erschien und als der Wunderschirm zum heiligen Abend noch einen Tannenbaum mit blitzenden Lichtern zaubert und der Schnee leise herabrieselt, da wurde aus aller Spannung und Sorge eitel Freude und wie befreit sangen die Kinder mit, als zum Abschluß das Orchester das Lied von der stillen heiligen Nacht spielte. Als der Vorhang sich langsam zu senken begann, da rauschte der Beifall der dankbaren Kinder auf, und alle Freude kam damit zum Ausdruck, die sie über den glücklichen Ausgang des Märchens erfüllte. Mauern — das alles mag in manchem der Gäste Gedanken an das deutsche Mittelalter und an die deutsche Ritterzeit wachgerufen haben, die uns ja aus vielen Sagen, aus verbürgten Urkunden, aus der dichterisch beschwingten Ballade in allem Glanze und aller Herrlichkeit, aber auch in allem Leid, in Gewalttat und Unrecht zum Bestandteil deutscher Geschichte geworden ist. Die Gäste an jenem Abend (aus demKreise desVereins für Bauernkultur,Gießen) waren aber nicht gekommen, um an einem großen Feste teilzunehmen, wie vielleicht die Fülle der erleuchteten Fenster hätte vermuten lassen können, sondern, um eine kleine Feierftunde mitzuerleben, die alle Jahre um diese Zeit die Bewohner der Burg Nordeck und manchen Gast in der kleinen Burgkapelle vereingt. Die Schüler und Schülerinnen der Dr. Erdmann» schen Schule, die seit über zehn Jahren aus der Burg Nordeck ihre Heimstätte bat, führten in der kleinen Kapelle der Burg ein Weihnachts-Krippenspiel auf, das nach mittelalterlichen Motiven aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert gestaltet und zu neuem Leben erweckt worden war. Die schlichte Als die Kinder hinaustraten in den regnerischen Abend, der sich inzwischen herniedergesenkt hatte, hinaus in die Dunkelheit, erwartet von Mutter oder älteren Geschwistern, da trugen sie noch vielen Glanz hinaus, von dem dann mancher Vater nach seiner Heimkehr von der Arbeit in langen Erzählungen und Schilderungen dessen erfuhr, was es ouf der Bühne, was es im Märchenreich alles an Freudigem und Traurigem zu sehen gegeben hatte. Und fo manches Kind wird bis in den Traum Hin- Kapelle der Burg, deren Schönheit der große Spitz- bogen bestimmt, der den Raum der Gemeinde von dem Chore trennt, war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Cbristbaum, mit brennenden Wachskerze» besteckt, verbreitete zarten Duft und WeihnachisstiM'» mung im Raum; an den Wänden des Chores brannten einige große Kerzen und füllten den Chorraum mit ihrem flackernden Licht. Die Gäste der Burg brauchten nicht lange der Ereignisie zu warten/deren Schauplatz der trau» l..')c Chor der Kapelle fein sollte, denn kaum, daß d.e Letzten der Ankömmlinge still Platz genommen hatten, da klang durch das offene Tor der Kapelle und aus dem Hofe der Burg zuerst leise und ferne, dann immer näher und kraftvoller der Gesang heller Knaben- und Mädchenstimmen in einer getragenen und ernsten Melodie. Ihrer einige trugen Kerzen, deren Schein über das dunkle regennasse Gestein der alten Burgmauern geisterte. Bald betrat der Zug der Mädchen und Knaben die Kapelle; die schlichte Melodie füllte den ganzen Raum. Die Kinder, die Darsteller des Krippenspieles, waren bunt gekleidet und stellten alle jene Gestatikn dar, die wir aus der Weihnachtsgeschichte kennen: Maria und Joses, die Hirten, den Gastwirt von Bethlehem und seine hartherzige Frau, die drei Weisen aus dem Morgenland und ihr exotisches Gefolge, den König Herodes und feine Vasallen, den Erzengel Gabriel und in einer ungemein eindrucksvollen Darstellung — auch den Tod. Kerzen- tragende Engel begleiteten den Zug. Ein Vorspruch leitete das Spiel ein, dem die Darsteller, wie auch die Zuschauer gleichermaßen ganz Angegeben waren. Da erlebte man nun Mariä Verkündigung in schlichtester Darstellung, belauschte die Hirten auf dem Felde bei ihren Gesprächen, hörte der heiligen Familie inständige Bitten um ein Nachtlager, verfolgte mit Auge und Ohr des Herodes grausame Herrschaft und surcht- baren Tod und im weiteren Ablauf des Spiels die rührende Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten und durch die drei Wersen aus dem Morgenland. Das alles wußten die jugendlichen Darsteller im kleinen Raum des Chores und mit einfachen Mit- teln sinnvoll wiederzugeben. Das gesprochene Wort, gesprochen im klaren Reim und in jener Sprache, wie sie Martin Luther ausgeprägt hatte, wie er sie sprach und schrieb, unterstützte Bewegung und Geste, Einzelstimmen sangen von einer kleinen Empore. Der Klang der Blockflöten und Hirtenschalmeien begleitete die Gesänge. In viele der Weihnachtslieder, die dem Laienspiele eingefügt waren, stimmte auch die Gemeinde der Zuschauer ein, so daß die Gemeinsamheit dieser Stunde allen bewußt wurde, die hier in der kleinen Burgkapelle vereinigt waren. So wie der Zug der Darsteller gekommen war, singend und würdigen Schritts, so verließ er die Kapelle auch wieder. Die Kerzen waren herniedergebrannt und der Geruch des Wachses mischte sich mit dem Dust des Christbaumes und dem des Weihrauchs, den die Weisen aus dem Morgenland mitgebracht hatten. Allmählich leerte sich der Raum der Kapelle und die Gäste traten ergriffen und leicht erregt von dem Spiele wieder hinaus in den Burghof. Der Regen hatte aufgehört und am Himmel blinkten nun einige Sterne. Nachdem die Gäste aus Gießen noch eine Ausstellung aus dem Handfertigkeitsunterricht der Schule gewürdigt hatten, verließen sie die heimeligen Räume der Burg wieder und traten erfreut und dankbar für das, was der sinnvoll verbrachte Abend gegeben hatte, wieder die Rückfahrt nach Gießen an. N. Wirtschaft. Khein-Mainifche Börse. ZUitfagsbörfe ruhig. Frankfurt a. M., 18. Dez. Die Börse eröffnete bei sehr stillem Geschäft an den Aktienrnärk- t e n in nicht ganz einheitlicher Haltung. Der Auftragseingang war klein, demzufolge auch die Unternehmungslust der Kulisse. Die Grundtendenz blieb weiterhin zuversichtlich. Nach den ersten Kursen zeigte sich verschiedentlich wieder etwas Nachfrage, die aber auf die Kursentwicklung keinen größeren Einfluß nahm. Am Montanmarkt ergaben sich vorwiegend Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H., schwächer lagen Buderus mit 120,75 (123). Etwas fester notierten Harpener mit 156,75 (156) und Ilse Genuß mit 146,40 (145). Don chemischen Papieren bröckelten IG. Farben auf 167,25 (167,50) ab, Deutsche Erdöl gewannen 0,50 v. H., Scheideanstalt blieben mit 263,50 bis 264 behauptet. Am Elektromarkt betrugen die Abschwächungen durchschnittlich 0,50 v. H., etwas stärker ermäßigt waren RWE. mit 138,50 (140). Von den sonst zunächst zur Notiz gekommenen Werten ließen Daimler Motoren auf 121,13 (122) nach, Deutsch-Atlanten-Telegraph und Rheinmetall Borsig sowie Schiffahrtsäktien blieben unverändert. Gut behauptet nannte man auch Zellstoffwerte. Einiges Angebot lag in den meisten Auslandswerten vor. Am Rentenmarkt bestand einige Nachfrage nach Reichsaltbesitz zu 115,90 (115,75), ferner erhöhten sich bei kleinen Umsätzen Kommunal-Um- schuldung auf 90 bis 90,05, dagegen waren zertif. Dollar-Bonds etwas angeboten bei Abschwächungen von 0,50 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein. Am Aktienmarkt war Haltung weiter uneinheitlich, die Kurse schwankten nach beiden Seiten um 0,25 bis 0,50 v. H., es dürsten jedoch Rückgänge überwogen haben. Daimler gingen auf 120,50 nach 121,13 zurück, etwas höher lagen Mannesmann mit 118,75 nach 118,50. Am Rentenmarkt wurden Äommunal-Unv schuldung mit 90,10 nach 90.05 in größeren Beträgen gesucht. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen blieben unverändert. Stadtanleihen lagen teilweise etwas fester, sonst meist gut behauptet. Für Liquidations-Psandoriese erfolgte in all den Werten heute keine Notri, die noch 50-RM.- Stücke im Umlauf haben, da ab morgen für diese Stücke eine besondere Notiz festgestellt werden soll. Diese Maßnahme wurde getroffen, um die Besitzer von solchen Stücken nicht zu benachteiligen, wenn er für die kleinen Stücke einen Kurs über Pari bezahlen mußte, während er bei Kündigung dieser Stücke nur Anspruch auf den Pari-Kurs hat. Don Auslandsrenten kamen 5 v. H. Goldmexikaner mit 8,65 (9,20), 4 v. H. Ungarn Gold mit 6,65 (7) und 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 84 (86) zur Notiz. Auslandsaktien kamen teilweise recht schwach zur Notiz. Am stärksten abgeschwächt waren IG. Chemie Basel volle mit 126,50 (135,75) und do. teilgezahlte mit 126 (134). Ferner gingen Otavi auf 22 (25,25), Kunstseide AKU. auf 55,75 (zuletzt 57,40) zurück, während Chade-Aktien mit 226 (227) behauptet blieben. Matt lagen außerdem von Renten 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 85 (89), Anatolier I und II mit 25 (27,25). — Auch deutsche Aktien, beeinflußt von der Schwäche der Auslandswerte, gaben später teilweise stärker nach. — Tages- geld war gefragt und wurde auf 3,25 (3) v. H. heraufgesetzt. Abendbörse welker nachgebend. An der Abendbörse setzten sich die Abschwächungen fort, da einiges Angebot herauskam, das bei der herrschenden Zurückhaltung nur schwache Unterkunft fand. Am Montanmarkt verloren Rheinstahl 1 v. H. auf 149,50. Verein. Stahl 0,65 auf 123, Buderus 1 v. H. auf 119,50, Mannesmann bröckelten auf 117,90 nach 118 (118,75) ab. Von chemischen Papieren verloren Deutsche Erdöl 1,50 auf 143, JG.- Farben gingen auf 166,75 (167,13) zurück. Stärker gedrückt waren ferner Zellstoff Aschaffenburg mit 139,50 (141) und Holzmann mit 133,50 (134,75). Elektroaktien blieben — wie schon in Berlin — verhältnismäßig gut behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse etwa 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt erhielt sich etwas Nachfrage nach Kommunal-Umschuldung zu 90,05 bis 90,10, 1934er Postschätze erhöhten sich auf 100 (99,90), 5proz. Verein. Stahlwerke auf 98,90 (98,65), nur Reichsbahn-VA. lagen 0,25 v. H. niedriger mit 126,50. In Auslandwerten hielt das Angebot an. Notiert wurden Anatolier I und II mit 24,80 (25,50), 4proz. Goldmexikaner mit 6,60 (6,95), 4proz. Rumänen mit 5,20 (5,27,50) und Ungar. Kronen-Rente mit uno. 0,95. U. a. notierten 4'/2proz. Reichspostschatz v. 1934 100, 5proz. Verein. Stahl 98,90, öproz. IG.-Farben 133,25, Reichsbahn-VA. 126,50, 4proz. Rumänen 5,20, 2V«proz. Anatolier 24,80, 4proz. Mexikaner 6,60, Commerzbank 108,40, DD-Bank 109,25, Dresdner Bank 105,25, Buderus 119,50, Harpener 156, Mannesmann 118 bis 117,90, Rheinstahl 149,50, Verein. Stahl 123, AEG. 39,13, Aschaffenburger Zellstoff 139,50, Daimler 120, Deutsche Erdöl 143, Scheideanstalt 264, Deutsche Linoleum 161,50, Licht und Kraft 149, JG.-Farben 166,75, Gesfürel 141,75, Goldschmidt 131, Holzmann 133,50, Junghans 116,25, Mainkraft 95, Muag 133, Schultert 156, Thür. Lieferung E 123, Allg. Lokalbahn E 148,75, Nordd. Lloyd 15,25. Frankfurter Obff- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 18. Dez. (Fwd.) Die Zufuhren an Gemüsen blieben mengen- und güte- mäßig noch gut. Die Nachfrage war lebhaft. Für Feldsalat, Rosenkohl und Winterkohl gaben die Preise nach, sonst blieben sie unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9 und 12 St., 3,25 bis 4,50 ital., do. 12 St. 5,00 holl., Eskarol 5 bis 15, Feldsalat groß 30 bis 40, do. klein 45 bis 75, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln, 50 kg, 3,00 bis 3,15, Kohlrabi 3 bis 5, Rettich 5 bis 15, Rosenkohl 14 bis 16, Rotkraut 2V- bis 5, Sellerie, j. n. Gr., 8 bis 30, Spinat 12 bis 18, Schwarzwurzel 15 bis 25, do. holl., 20 bis 25, Tomaten 45 bis 50 Kanar., Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3'/- bis 5, Winterkohl 5 bis 8, Zwiebeln 5 bis 6. Obst- und Südfrüchte: Sehr starkes Angebot von Aepfeln, von Birnen nachlassend. Nachfrage gut. Preise für beste Aepfel nachgebend, für mittlere Güte ziemlich fest. Nüsse blieben reichlich angeboten, bei leicht gefallenen Preisen Geschäft lebhaft. U. a. notierten: Aepfel 1 30 bis 35, II 20 bis 28, Landsberger 26 bis 30, Anhalter 22 bis 24, Schafsnase 16 bis 20, Birnen I 28 bis 32, II 20 bis 25, Pastoren I 20 bis 24, II 14 bis 18, Haselnüsse 35 bis 40 ital., Walnüsse 25 bis 30 ital., 28 bis 35 bulg., 38 bis 40 rumän., Bananen 12V2=kg= Kiste netto 5,00 bis 6,00 Kam., Zitronen, 300 und 360 Stück, 10,30 bis 11,00, Kranz-Feigen 25 kg 10,50 bis 12,00 Frankfurter Vullermarkt. Fwd. F r a n t f u r t a. 2R., 18. Dez. Der Buttermarkt gestaltete sich sehr rege. Die Mlchanliese- rungen an die Molkereien sind leicht zurückgegangen, ebenso der Trinkmilchoerbrauch. Die Nachfrage blieb in Anbetracht der bevorstehenden Feiertage stark. Mit Hilfe der von der Reichsstelle an» ^forderten Butter war es möglich, die Verteiler- chaft mit 80 o. S). ihres Kontingents zu versorgen, o daß die Bevölkerung im allgemeinen ihre An- prüche befriedigen konnte. Es notierten in Mark per 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandels- Verkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Nicht identisch. NSO. Frankfurt a. M., 18. Dez. tim unsinnigen Gerüchten entgegenzutreten, wird daraus hin- gewiesen, daß Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.) mit dem zur Zeit in Untersuchungshaft sitzenden Metzgermeister Linder weder identisch, noch irgendwie verwandt ist. Zuchthaus für eine Einbrecherbande. Frankfurt a. M., 18. Dez. (LPD.) Die Erste Strafkammer beendete Freitag die Verhandlung gegen die Laden- und Geschästseinbrecher, die im Sommer unter Mitwirkung zweier Ausländer tätig waren und anfangs August festgenommen wurden. Das Gericht verurteilte den Franzosen Marcel Belle zu vier Jahren Zuchthaus, den aus BrafUien stammenden Santi B e r n h a r - dini zu drei Jahren Zuchthaus, den Johann Har tusch zu vier Jahren Zuchthaus, den Heinrich Schmidt zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus, den Gustav S ch u n k zu fünf Jahren Zuchthaus. Drei weitere Angeklagte erhielten wegen Hehlerei bzw. Begünstigung Gefängnisstrafen von sechs Wochen bis neun Monaten. Rundsunkprogramm. Sonntag, 20. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Or- gelmusik. 9: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von der Eoang. Landeskirche Kurhessen. 9.45: Edwin Erich Dwinger spricht über seine Eindrücke von einer Spanienreise im November 1936. 10: Weihnachtsappell der SA. der Gruppe Hessen! Es spricht Gruppenführer Beckerle. 10.30: Chorgesang. 1145: Aus der Chronik der Anna Magdalena Bach. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach: Das neugeborene Kindelein. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Weihnachten steht vor der Tür! 15: Deutsche Scholle. 16: Musik zur Unterhaltung. 18: Nordische Lieder und Tänze. 18.30: Unter dem Adventskranz. 19.50: Sportbericht. 20: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Schneebericht. 22.15: Sportspiegel des Sonntag. 22.30: Wir bitten zum Tanz. Barnabas von Geczy spielt. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 21. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten; anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Razzia im Wunschbrieskasten. 15: Volk und Wirtschaft. Deutsche Ströme unter deutscher Hoheit. 15.15: . Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Ueberraschungen. Freundliche Warnung in Versen. 17: Weihnachtliche Lieder. 17.30: Auf alten Straßen. Vorweihnacht in einer kleinen Staat. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: Wintersonnenwende! Gestaltet vom Reichsarbeitsdienst Arbeitsgau XXIV Koblenz-Karthaus. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten 20.10: Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 20. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfarrverwalter Damerau; Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Matthäusgemeinde. — Zohannes- kirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johcmnesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtols- heimer; Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Lukas- gemeinde. Bibelbesprechung um 20 Uhr fällt aus. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche der Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — Petrnskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Dfr. Becker; 11: Kinderkircke; Pfr. Trapp. — IBiefea, 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Alten-Vnfeck. 10: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Annerod. 10: Gottesdienst. — Rödgen. 15: Kinderschul-Weihnachtsfeier; 20: Sonntagsschul-Weihnachtsfeier. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 10.15: Kindergottesdienst; 16: Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule; 20: Weihnachtsfeier der Frauenhilfe. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptaottesdienst; 20: Weihnachtsfeier der kirchlichen Organisationen. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 9.30: Ordination des Pfarrassistenten Wick durch Propst Knodt (Gießen). — Langsoorf. 11: Hauptgottesdienst; 19.30: Abendmahlsfeier. — Dettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Muschenheim. 11: Gottesdienst. — Birklar. 14: Gottesdienst. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; Kollekte.— Trais-Manzenberg. 9: Gottesdienst; Kol» lekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Harbach. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Jugend; Kollekte. — Reinhards- Hain. 14.15: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 23. Dezember. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Evangelische Stadlmission (Ehrisitiche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 20. Dezember. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Bibelstunde im Soldaten- beirn; 18.30: Weihnachtsfeier der Sonntagsschule. — Mittwoch, den 23. Dezember. 20.30 Uhr: Dibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 20. Dezember. 20 Uhr: Weihnachtsfeier. Ehristliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 20. Dezember. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 17.15: Weihnachtsfeier der Sonntagsschule. — Dienstag, 22. Dezember. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Reuapoflolifche Gemeinden, Händelstraße 1, Ed erstraße 13. Sonntag, den 20. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 19. Dezember. Gießen. 15 bis 17 Uhr: Beichte für Kinder Und Erwachsene; 17 bis 19: Beichte der Soldaten; von 19 Uhr an Beichte für Erwachsene. Fremde Priester werden Beichte hören. Sonntag, 20. Dezember. 4. Sonntag im Advent. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Messe; Militärgottesdienst; Kommunion der Soldaten; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Rldda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt Mittwoch, den 23 Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Vesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Dr. Mehl, Dr. Klein. Z a h n a rz t: Dr. Metz. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Franktun a.M. 2)erhn Schlußkurs Schlußt. Abend- bürte Schluß- kurs Schluß?. Miltagbörse Datum 17 12- 18 12 17-lz. 18.12 6% Deutsche Reichsaniethe o. 1927 101 100,9 100,9 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,8 98,1 97.75 98,1 bYz% Doung-Anlethe von 1930 .. 101,65 101,75 102 101,9 Deutsche Ani.-Ablös..Schuld mit Auslof.-Rechten ............ 115,75 115,9 115,75 115,8 4Vi% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1...... 99,8 99,9 99.8 4Yz% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 srückzahlb. 102%) ... 98.75 98,75 98,75 4Y2% ehern. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 t>y2% ehem. 4y1% £en. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,5 4%% ehem. 8% Tarmst. Komm Lanoesb.Goldschuldverlchr. R.6 93,13 93,13 Oberhessen Provinz-Anleihe mb Auslol.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausios.-Rechten 4‘/i% efiem.8% Franks. Hyp.-Danl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 — 121,25 121,5 121,5 95 97,25 97,25 6’4% ehem. 44% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbciese...... 100,5 100,5 64% ehem. 44% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 100,65 100,75 44% ehem. 8% Pr. Lanoespfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 975 97,5 97,5 97,5 44% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Cbl. 20 95 95 95 95 Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 109.9 109,9 110 110 4% Oesterreichijche Goldrente... _ _ 22,65 21,25 4,20% Oesterreichijche Silberrente — — 1.85 1,75 4% Ungarischs Goldrenle ....... 7 6,65 6.9 6,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — •— 5 6 5,5 44% desgl. von 1913......... 6,25 — 6,05 5,65 •% abgest. Goldmexikaner von 99 9,2 8,65 9,2 8,65 4% Türkische Bagdadbahn^nieihe Cate i ••••••••••••••••••••« — •• Frankfurt a.M. Berlin Franisun M??Z tSJLsls* -• _ Ä • ■ - • * m Weihnacht!Geschenk! % - r4< "Gardinehhaui ' *? Li^bfräüen str: H V:;{,y:'t£V&k ....................................................................................................................................................... | Seie&enfteitsftdufe in | passenden 1l)eiftna