fahrtsklauseln betroffenen Staaten die Z u st i m - rnung zu einem „kollektiven Protest- schritt" in Berlin zu erhalten, stößt anscheinend auf erhebliche Schwierigkeiten. So heißt es u. a. im Oeuvre, der von Frankreich gewünschte gemeinsame Schritt werde wahrscheinlich nicht möglich sein. Die englische Regierung werde sich darauf beschränken, den deutschen Schritt einfach zu bedauern. Belgien werde, so habe Botschafter de Kerkhove dem französischen Außenminister mitgeteilt, die Lage prüfen, werde aber auf alle Fälle London folgen. — Polen habe durch seinen Botschafter wissen lassen, daß es zunächst noch abwarten wolle. — Die Schweiz habe sich, wie immer, auf ihre geographische Lage berufen und weigere sich, sich Frankreich für eine Kollektivmaßnahme anzuschließen. Dänemark, das besonders im Hinblick auf den Kieler Kanal betroffen sei, sehe den deutschen Schritt als gegen Sowjetrußland gerichtet an. Holland habe ebenfalls keine günstige Antwort in Aussicht gestellt. Italien und Ungarn hätten sogar klar und rundweg a b g e l e h n t, sich dem kollektiven Protest anzuschließen. Litauen habe nicht mitzureden, da es von der deutschen Regierung nicht unterrichtet worden sei. O e st e r - reich habe sich darauf berufen, daß es doch nicht Mitunterzeichner des Versailler Vertrages fei und demnach also Deutschland in seinen Augen keinen Verstoß begangen habe. Bei Jugoslawien und Rumänien könne man auch nicht damit rechnen, daß sie sich einem Protestschritt Frankreichs anschließen würden. Bulgarien werde sich den Entschlüssen Jugoslawiens und Rumäniens anschließen Infolgedessen, so stellt das Oeuvre fest, müsse man einsehen, daß Frankreich für eine „kollektive Demarche" allein die Tschechoslowakei auf seiner Seite habe. — Als Schlußfolgerung müsse man die Lehre ziehen: Solange Frankreich nicht durch seine Stärke Vertrauen einflößen kann, würden sich seine Bundesgenossen, welche auch immer es seien, mehr und mehr von ihm zurückziehen. Englisch-holländische Zlotten- zusammenarbeit im fernen Osten. London, 18. Rov. (DRB.) Berichte aus Singapur bestätigen, daß während des holländischen Flottenbesuches in Singapur ein eingehender Meinungsaustausch über eine englisch-holländische Flotten Zusammenarbeit in den ostindischen Gewässern im Kriegsfälle statr» fand. Der Oberbefehlshaber der niederländisch-ostindischen Flotte, Commodore Helfrich, erklärte, daß Singapur in Kriegszeiten für Holland nützlich sein könne. Andererseits könne der holländische Flottenstützpunkt in Surabaya für England von Nutzen sein. Helfrich teilte auch mit, daß die Oellager in Holländisch-Borneo stark befestigt worden seien, um ihre Eroberung im Kriegsfälle zu verhindern. Rr.271 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, (9. November 1936 m wurden M acht. Wahres, stische Regierung beschlossen, die gierung General Francos anzuerkennen einen Geschäflslräger zur Aufnahme diplomatischen Beziehungen zu entsenden. Der schäftskräqer wird sich sofort nach Spanien geben. Die gegenwärtige diplomatische tretung Italiens ist abberufen worden. Re- und der Ge. be- Ver- Unter der Ueberschrift „Notwendige Folgerungen" schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Es ist mit der Würde und den einfachsten nationalen Verpflichtungen einer Regierung nicht zu vereinbaren, wenn sie einem System zur Aufrechterhaltung seiner Anerkennung nach außen verhilft, das in Wirklichkeit über keine einzige Voraussetzung zu einer solchen Wertung mehr verfügt. In diese Lage bat sich Deutschland der sogenannten spanischen Regierung Caballero gegenüber versetzt gesehen und aus ihr die Folgerungen gezogen, die unserer Meinung nach eine pflichtbewußte Regierung aus ihr ziehen mußte. Es gibt eine Grenze der Selbstachtung — wie für jeden einzelnen —, so auch für einen Staat. Diese Grenze ist für Deutschland in dem Augenblick erreicht, wo deutsche Menschen, deutscher Boden und deutsches Eigentum trotz oder gerade weaen ausdrücklicher Kennzeichnung nicht mehr die Behandlung erfahren, die ihr unserer Auffassung nach zukommen. Deutschland bat seit 1933 seine Politik auf Tatsachen und Wirklichkeiten gegründet in der Ueberzeugung, damit am besten einer notwendigen Zusammenarbeit zu dienen, die nur gedeihen kann, wenn auf allen Seiten der Wille zur Klarheit besteht. Im Sinne dieser Politik der Tatsachen hat Deutschland aus der Lage in Spanien die Folgerungen gezogen und jene Kräftegruppe anerkannt, die allein über eine wirkliche Autorität verfügt. Großer Jubel in Salamanca. Salamanca, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Meldungen von der Anerkennung der Burgos- Regierung durch Deutschland und Italien haben Die Bevölkerung Madrids sorderl die Uebergabe der Hauptstadt. Oie nationalen Truppen beherrschen sämtliche hochgelegenen punkte. Oie Anarchisten drohen mit Brandstiftungen. Deutschland und Italien haben die Franco-Regierung anerkannt. Aufnahme der diplomatischen Beziehungen.—Abberufung der Geschäftsträger aus Alicante Große Begeisterung in Salamanca. Mitbürger Lck? jarine, geb. Nm berhochzeii. Berlin, 18. Nov. (DRV.) Nachdem die Regierung des Generals Franco von dem größten Teil des spanischen Staatgebietes Besitz ergriffen und nachdem die Entwicklung in den letzten Wochen immer deutlicher gezeigt hak, daß in den übrigen Teilen Spaniens von der Ausübung einer verantwortlichen Regierungsgewalt nicht mehr die Rede fein k a n n , hat sich die Reichsregierung entschlossen, die Regierung des Generals Franco anzuerkennen und zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen einen Geschäftsträger bei ihr zu bestellen. Der neue deutsche Geschäftsträger wird sich alsbald an den Sih der Regierung des Generals Franco begeben. Der bisherige deutsche Geschäftsträger in Alicante ist abberufen worden. Der Geschäftsträger der früheren spanischen Regierung hat Berlin auf eigenen Entschluß bereits anfangs November verlassen. Auch in Rom wird amtlich mltgeteilt: Nachdem die Regierung des Generals Franco vom größten Teil Spaniens Besitz genommen hat und nachdem die Entwicklung der Lage immer deutlicher zeigt, daß man in den übrigen Teilen Spaniens nicht mehr von der Ausübung einer verantwortlichen Regierungsgewalt sprechen kann, hat die faschi- w a f f n e t, da befürchtet wird, daß sie zu den Nationalisten überlaufen. Um ganz sicher zu gehen, werden die Kasernen von sowjetrussischen Offizieren und Mannschaften bewacht. Rote Völkerrechtsbegriffe. Ausländische Diplomaten am Verlassen des Landes gehindert. Paris, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Havos berichtet aus Perpignan über einen grotesken Uebergriff spanischer Marxisten gegenüber zwei ausländischen Konsularvertretern. Der Generalkonsul von Guatemala, Manuel Orel- lana Cardona, und der Konsul von El Salvador, Enrico Videgain Cordola, in Barcelona, hatten von ihren Regierungen, die die Franco- Regierung anerkannt haben, ihre A b - ber'usungsschreiben erhalten. Sie wollten Spanien mit der Eisenbahn über Port-Bou, dem Grenzort an der spanischen Mittelmeerküste, verlassen. Der dortige sogenannte „revolutionäre Ausschuß" hat sie aber trotz ihrer gültigen Pässe aus dem nach der französischen Grenzstation derbere weiterfahrenden Zuge herausgeholt. Sie mußten die Nacht in einem leeren Eisenbahnwagen zubringen. Als sie am nächsten Morgen einen französischen Zug aus einem Abstellgleis bemerkten, von dem einige Wagen nach Cerbere abgehen sollten, suchten sie beim „revolutionären Ausschuß" in Port-Bou um die Erlaubnis nach, mit diesem Zugteil nach Frankreich abreisen zu dürfen. Als ihnen auch dies ver- weiaert wurde, griffen die beiden Diplomaten zur Selbsthilfe. Sie hielten ihre Wächter mit vorgehaltenen Revolvern in Schach, sprangen in den nach Frankreich abrollenden Zugteil und kamen so glücklich über die Grenze. zu erscheinen und eine Rede an die Versammelten zu halten. General Franco von der Anerkennung benachrichtigt. Salamanca, 19. Nov. (DNV. Funkspruch.) In den Abendstunden des Mittwoch traf Gesandt- schaflsral Graf Dumoulin-Eckart von der deutschen Gesandtschaft in Lissabon im Flugzeug in Salamanca ein mit dem Auftrage, General Franco mitzuteilen, daß die deutsche Regierung die spanische National-Regierung aner- kannt habe. Graf Dumoulin-Eckart wurde sofort in feierlicher Audienz von General Franco empfangen. Die Bevölkerung brachte dem Ver- tretet Deutschlands auf seiner Fahrt zum Hauptquartier sowie auf dem Rückwege begeisterte Huldigungen dar. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen stellung von Verbindungs- und Zuführungskanälen, einen Schiffahrtsweg von Ulm aus an den Bodensee. Der Main-Donau-Kanal ist in Arbeit. Alles das aber wurde empfindlich gestört durch die sog. Rechte der Internationalen Stromkommissionen. Was einst nach dem Dreißigjährigen Krieg in einer Flugschrift aus der Umgebung des Großen Kurfürsten von Brandenburg gesagt wurde, Rhein, Elbe und Weser seien nichts anderes als fremder Nationen Gefangene, das hatte Versailles wiederhergestellt. Auch dieser Teil des Versailler Diktats ist nun beseitigt worden. Das Ausland hat die Wiederherstellung der deutschen Souveränität über die Ströme durchweg mit Ruhe ausgenommen, wenn sich natürlich auch hier und da Mißstimmung bemerkbar macht. Aber man hatte solange das schreiende Unrecht zu mildern oder aufzuheben sich geweigert, daß man jetzt kein Recht hat, sich darüber zu beklagen, daß Deutschland sich seine volle Souveränität wiedernimmt, zumal die Wiederherstellung dieser Souveränität mit keiner Benachteiligung der anderen Nationen verbunden ist. Keine Aussicht für einen „Kollektiven Protest". Frankreich erhält überall Absagen. Paris, 18. Nov. (DNB.) Der Versuch der französischen Außenpolitik, von den durch den deutschen Schritt in der Frage der Versailler Binnenschiff- sich am Mittwochabend in Salamanca, dem Sitz des Generals Franco, wie ein Lauffeuer verbreitet. Auf allen Plätzen und Straßen strömten die Menschen zusammen und brachten b e ge ift e rte Hochrufe a u f Deutschland, Italien, das nationale Spanien und General Franco aus. In den Caf6s und Gaststätten wurde die Nachricht durch Lautsprecher verkündet und rief unbeschreiblichen Jubel hervor. Die Falange durchzog unter Vorantragen von Fahnen die Straßen der Stadt, gefolgt von einer großen aus allen Volksschichten zusammengesetzten Menschenmenge und überall herrschte große Freude. Die nationalen Sender spielten d i e deutschen und italienischen Hymnen, denen die Menge ergriffen lauschte. In den späteren Abendstunden zogen Formationen der Falange mit Fahnen an der Spitze einer riesigen Menge vor das Grand-Hotel, wo führende Persönlichkeiten Ansprachen hielten. Sodann begaben sie sich zum Hauptquartier und nötigten durch stürmische Rufe General Franco, auf dem Balkon Erich«,« I»glich, «Utz«, ä Annahme von Anzeige» s-nnl-g- -nd F. er.ag- ▼ flr T sür die Mittag-Nummer SSFSSSS Ae* A<* A** ■1<#AA* A A** Heimat im Bild Die Scholls ■ H M H H BH f > Grundpreise mm hoh« Monalr-vezugspretr: B H B H B B W WWW WWW WjF W für Anzeigen 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■■ W W ■ VOf H W Qt W WWW wf WWW W Breite 7 Rps., für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 ■ W W W Ä. W W W. W W W MW W Ä W ■ anzeigen von 70 mm Breire Zustellgebühr . -.25 W W W ■ Ä' B W B QL WB 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ B " vorh. Vereint) g.25°/„ mehr. K-F V -rmahigl. fttunöptclfe: General-Anzeiger für Sberhehen Postscheckkonto. Ä behördliche Anzeigen 6Rpf. Srankfurt am Main 11686 vrittk und Verlag: vrühl sche Universttätrvuch- und Steindruckeret R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschastrstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsie Staffel B Salamanca, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie der Sender Burgos mitteilt, tagt der sogenannte Madrider Verteidigungsausschuh seit zwei Tagen in ständiger Sitzung, um angesichts des Vordringens der nationalen Truppen die notwendig werdenden Entscheidungen jeden Augenblick treffen zu können. Die Truppen des Generals Franco beherrschen jetzt sämtliche hochgelegenen Punkte Madrids. Die einzige Ausnahme hierbei bildet das Hochhaus des Madrider Telephonamts, aus dem die Roten noch nicht endgültig herausgeworfen roorben find. Nach den letzten Meldungen befinden sich die nationalen Truppen im Stadtviertel von Arguelles. Die nationalistischen Tanks rücken zur Ruperto Chapi vor. Dauernd finden blutige Straßenkämpfe statt. Sämtliche Eisenbahnlinien befinden sich in den Händen der Nationalisten, der einzige Ausweg, die Eisenbahnverbindung mit Valencia, liegt unter dem Feuer der nationalen Artillerie. General Franco hat jedoch angeordnet, daß die zahlreichen Flüchtlingskolonnen, die die Stadt verlassen, verschont bleiben. In verschiedenen Teilen der Stadt sollen Kundgebungen der Bevölkerung stattgefunden haben. Die Einwohnerschaft habe im Hinblick auf das unaufhaltsame Vordringen der Nationalisten die sofortige Uebergabe Madrids gefordert. Selbst Die sozialdemokratische Gewerkschaft soll für eine Uebergabe der Stadt sein. Die Anarchisten hätten jetzt mit Sranb Stiftungen begonnen. Sie wollten den größten Teil Madrids, gleich dem Beispiel von Jrun, niederbrennen. Gleichlautend berichtet auch der Sender Tetuan, daß die Anarchisten verschiedene Madrider Gebäude durch Dynamitbomben hätten in d i e Luft fliegen l a s s e n. Die bisher auf Seiten der Roten kämpfenden Angehörigen der Guardia Civil wurden in Madrid kaserniert und ent- Zentner gern? ?agen tonnten: °rachl werden.. tute getlojf, K ™ Nge* Biele Siete t werben muh M Bei bebten Treibst igen-^onn/H 'n V, • •* 1 'V $ WM MW gu-nl-ult"', nFrau-n- .wenn^. 1 cm verschiß lten sie nicht ze u”lerem Anweisu^. "^.Kritik 9 l°ll im 3Qnt 9» 16. Nov. t "-Steindl- Gonge.' ^ßenbaumai-- trage oorgefej gung der & feil 1'8= tut, | fes! r "°ch I,?-! Ji !atan 3" 1- d-m J ' "m 13 r' "nd di, | rau". ifl Die Freiheit her deutschen Ströme. Ab 15. November 1936 hat Deutschland die volle Serfügungsgeroalt über seine Ströme Rhein, Elbe, Mer und Donau. Die Fesseln, die der Versailler lnfriedensvertrag der Freiheit der Schiffahrt und ter Gleichbehandlung im Frieden lebender Staaten auf diesen Wasserstraßen anlegte, waren Ausdruck ter politischen Machtverhältnisse nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte, die in der Gegenwarts- lige des Deutschen Reiches keine Begründung mehr leben. In Versailles waren Bestimmungen festge- Isgt worden, nach denen nicht nur die Üferftaaten n den sogenannten Internationalen Stromkommis- fjonen vertreten waren, sondern auch Staaten, die im der Gestaltung der Schiffahrtsverhältnisse auf teutfchen Strömen gar kein Interesse hatten. Es l»ar unerträglich, daß in diesen Stromkommissionen ter deutschen Regierung einseitig Aufsichtsorgane Mfgezwungen worden waren, deren Beschlüssen sie sch zu fügen hatte und deren Zusammensetzung inb Stimmoerteilung nicht nach wirtschaftlichem frmeffen geregelt worden war, sondern nach po- teischen Gesichtspunkten. Kein Staat der Welt hatte ( ne derartige Bindung seiner Freiheit zu ertragen nie das deutsche Volk. Es ist selbstverständlich, daß immer wieder Bereiche gemacht wurden, hier den Zustand der Rechts- .leichheit herzustellen. Aber alle Verhandlungen Heiterten an dem politischen Willen derer, die gar mcht befugt waren, über die deutschen Ströme selbst mit zu bestimmen, da sie nicht Anrainer-Staaten waren. England und in den östlichen deutschen Stromfragen auch Frankreich haben sich nachdrücklich ür die Aufrechterhaltung des Versailler Zustandes Ängesetzt. Die deutschen Ströme waren gewissermaßen die Gefangenen der Auslandsstaaten. Wenn die ausländische Presse jetzt darauf verweist, Deutschland habe einseitig die Verträge (imuttiert, es hätte nach dem Vorbild der Türkei tt der Meerengenfrage die Angelegenheit auch ver- raglich lösen können, so ist dem zu erwidern, daß eile Versuche, die deutsche Souveränität wieder terzustellen, vergeblich waren, daß eine große titernutionale Aussprache über die Wiederherstel- fing der deutschen Hoheitsrechte sicherlich zu einer künstlich von der Auslandspresse geschürten Miß- ir-auensroeUe gegen Deutschland geführt hätte, wobei das Ende und das Ziel des deutschen Bestrebens tuf Erlangung der vollen Souveränität gefährdet worben wäre. Der Zustand, daß jetzt ebenso einstig, wie uns in Versailles die Freiheit über die deutschen Ströme genommen wurde, diese Freiheit wieder hergestellt wird, entspricht einem Gebot der Gerechtigkeit, das auch auf Deutschland Anwendung s nden muß. Ebensowenig wie die Engländer z. B. sich gefallen lassen würden, daß Deutschland oder Frankreich mitbestimmend in der Handhabung der Angelegenheiten seien, die die Themse betreffen, öenforoenig können wir es dulden, daß Nichtufer- fiaaten aus politischen Gründen über die Verhältnisse auf deutschen Strömen maßgebend bestimmen. Deutschland schaltet also nur jene Länder aus, die mif den deutschen Wasserstraßen kein direktes Interne haben. Aber es ist selbstverständlich, daß das deutsche Reich, das mit seinen Wasserstraßen >urchgangsgebiet für verschiedene Länder ist, sich mit diesen Üferftaaten zusammensetzt, um die einschlägigen Bestimmungen über die Verhältnisse auf ten einzelnen Strömen zu beraten und festzusetzen. Für die Verhältnisse auf dem Rhein z. B. kommen nur die Anliegerstaaten, die Schweiz, Frank- leid) und Holland in Betracht, wobei die deutsche fteiäjsregierung die wirtschaftlichen Interessen dieser Stromstaaten berücksichtigt (vor allen Dingen ton wichtigen Durchgangsverkehr der Schweiz auf fern Rhein), auch keine besonderen Abgabeverpflich- üngen neu einfuhrt, aber in erster Linie dafür forgt, daß wir auf dem Rhein, soweit er durch Deutschland fließt, selbst das Heft in der Hand hebalten. Auf der Elbe bestimmt nur Deutschland im friedlichen Einvernehmen mit der Tschechoslowakei. I Die bisher in der Elbe-Kommission vertretenen vier Hid)t=Uferftaaten Belgien, England, Frankreich und Italien haben über die Elbe nicht mehr mitzube- ttmmen. Die Grundsätze der Freiheit der Schiffahrt und der Gleichbehandlung werden also auch liier endgültig wieder eingeführt. Für die Oder lammen höchstens die drei Üferftaaten Deutschland, tie Tschechoslowakei und Polen in Betracht. Die Tier bisher der Oder-Kommission noch angehörenden lid)t=Uferftaaten England, Frankreich, Dänemark mb Schweden haben 'auszuscheiden. Im Jahre 1933 lot Deutschland sich geweigert, die Oderschiffahrts- ckte zu unterzeichnen, da die Oder nach inter- rationalem Schiffahrtsrecht ein rein deutscher Strom 'ei, weil er eben nur in Deutschland schiffbar ist. Wenn trotzdem die Internationalisierung der Oder ^schlossen wurde, so war das ein offenbares Un- iietnt. An der Gestaltung der Geschicke auf der Donau hatten eigentlich nur die Anliegerstaaten ein Interne. In den Friedensdiktaten von Versailles, St. Germain und Trianon wurden jedoch die ehemaligen Siegermächte, die an die mittlere und untere Donau grenzen, stark bevorzugt. Die inter- rotionale Donaukommission versuchte durch macht- solitische Handgriffe und wirtschaftliche Schikanen Ice deutsche Hoheit über das in Deutschland ge- 1 gene Flußgebiet zu unterminieren. Deutschland lat von vornherein an der Donau nichts anderes lewollt als Gleichberechtigung. Sein willkürlicher Ausschluß aus der Mitarbeit an der unteren Donau Jmr eine schwere Beeinträchtigung der deutschen ^chiffahrtsinteressen und eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit, die nunmehr aufgehoben worden ist. Das deutsche Reich erstrebt den Ausbau des Stromes kan Ulm bis zur Rsichsgrenze bei Passau, die Her- Der österreichische Staatssekretär Dr. Schmidt in Vertin. Herzliche Begrüßung am Anhalter Bahnhof. Berlin, 19. Rov. (DJIB. Junffprudj.) Mit dem fahrplanmäßigen Zuge von Wien traf am Donnerstag um 8.37 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof der österreichische Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten, Dr. Guido Schmidt, als Gast der Reichsregierung zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. In seiner Begleitung befand sich der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung des Außenministeriums, Gesandter Wild- ner, der Leiter der Abteilung für Mitteleuropa, Gesandter f) o f finger, ferner die Legationssekretäre Wildmann und Chlumocky-Löwen- thal. Botschafter von Papen begleitete die österreichischen Gäste nach Berlin. Zur Begrüßung der österreichischen Gäste hatten sich u. a. eingefunden: der Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner, der im Auftrage des Füh- r^s und Reichskanzlers die Gäste willkommen hieß, der Reichsminister des Auswärtigen $ r e i - Herr von Reurath und Ministerialdirektor Dr. D i e-kk h o f f. Der österreichische Gesandte in Berlin, T a u s ch i h, war dem Staatssekretär ein Stück entgegengefahren. Außerdem bemerkte man auf dem Bahnhof den Königlich-Ungarischen Gesandten S z t o j a y und den italienischen Geschäftsträger Botschaftsrat Magistrat!. Auf dem Bahnsteig und vor dem Bahnhof hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt, die die Oesterreicher herzlich begrüßte. * Dr. Guido Schmidt, der zu zweitägigem Aufenthalt in Berlin weilt, ist der erste österreichische Regierungsvertreter, der seit vier Jahren nach der Reichshauptstadt kommt. Er ist Staatssekretär des Aeußeren und als solcher dem Bundeskanzler Schuschnigg beigegeben, der zwar nominell österreichischer Außenminister ist, aber die Führung der Geschäfte infolge der Beanspruchung durch seine anderen Aemter vorwiegend dem Staatssekretär überläßt. Dr. Schmidt gedenkt in Berlin Verhandlungen über praktische Einzelheiten des deutschösterreichischen Abkommens vom 11. Juli zu führen, die noch in manchen Punkten der Klärung bedürfen. Er steht mit diesem Abkommen persönlich insofern in direktem Zusammenhang, als er unmittelbar nach dem Abschlußtermin aus seiner damaligen Stellung als Kabinettsvizedirektor auf den Posten des Staatssekretärs des Aeußeren bei der Kabinettserweiterung vom Juli berufen wurde. Dr. Schmidt, der aus dem Kartellverband der katholischen Studentenschaft Oesterreichs herkommt, gilt als ein Mann des persönlichen Vertrauens seines Bundeskanzlers, mit dem er Schüler der bekannten Lehranstalt „Stella Matutina“ in Feldkirch war und den er schon vor seiner Berufung in das Kabinett wiederholt auf Auslandsreisen begleitet hat. Dr. Schmit ist nach Abschluß seiner Studien in Wien, Berlin und Bologna als junger Diplomat in Paris gewesen, sodann in der Wiener Staatspräsidentschaft der Verbindungsmann zum diplomatischen Korps bis er Kabinettsoizedirektor und dann Staatssekretär des Auswärtigen wurde. Die vierte Umbildung des Kabinetts Schuschnigg, die am 4. November erfolgte, ließ den Staatssekretär in seiner Position unberührt. Man kann ihm und seinem Berliner Verhandlungspartner nur die besten Erfolge für die Berliner Gespräche wünschen, die die Reihe der wichtigen politischen Aussprachen, die in der letzten Zeit auf der Linie Berlin—Wien—Budapest—Rom stattgefunden haben, abzuschließen. Sie alle verfolgen das gemeinsame Ziel, in dem Durcheinander der Politik den Kern und die Mitte Europas zusammenzuschließen und ihn so gegen die Gefahren einer unsicheren Zukunft zu schützen. Der Besuch des österreichischen Staatsmannes ist der sichtbare Ausdruck dafür, daß die politische Verständigung, die im Sommer zwischen Deutschland und Oesterreich zustandegekommen ist, ihre volle Wirksamkeit erhalten hat. Der Zweck des Berliner Besuchs. Vor seiner Abreise gewährte der Staatssekretär dem Wiener Vertreter des Deutschen Nachrichten- Büros eine Unterredung. Dabei faßte Dr. Schmidt den Sinn und Zweck seines Berliner Besuches u. a. wie folgt zusammen: Ich möchte diese Unterredung vor allem benützen, um der Reichsregierung meinen Dank für die an mich gerichtete Einladung auszusprechen, in der ich ein erfreuliches Symptom für das angebahnteoertrauensvolleVerhält- n i s zwischen unseren beiden Staaten erblicke. Diese Fühlungnahme mit dem benachbarten, durch Bande des Blutes und des Geistes verbundenen Deutschen Reich namens des zweiten deutschen Staates aufnehmen zu können, erfüllt mich mit um so größerer Freude, als ich glaube ermessen zu können, mit welcher Anteilnahme die- seits und jenseits unserer gemeinsamen Staatsgrenze diese erste Begegnung nach Jahren schmerzlichen Bruderzwistes verfolgt wird. Ich bringe mit meinem Besuch die Genugtuung Oesterreichs über die Wiederherstellung der naturgegebenen Beziehungen seit dem historischen Tage des 11. Juli zum Ausdruck. Mit aufrichtiger Freude haben sich nach dem 11. Juli Reichsdeutsche und Oesterreicher in meiner Heimat am Bodensee die Hände gereicht. Mehr als sich dies sonst bei einem Staatsbesuch geziemt, ist darum auch mir in dieser Stunde erlaubt, persönliche Genugtuung auszusprechen Freilich wird Politik nicht durch das Gefühl gemacht. Die Tage in Berlin sind daher der gründlichen Vorbereitung aller zwischen den beiden Staaten schwebenden Fragen gewidmet. Cs gilt, Hindernisse zu beseitigen, die sich in den letzten Jahren gestaut haben, sie wieder frei zu machen, Reibungsflächen auf das Unvermeidliche zu beschränken, die Grenzlinie g e - meinsam möglicher Kulturarbeit auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Hochschule, der Künste, des Theaters, des Films usw. abzusiecken, die alten Beziehungen nach Tunlichkeit wieder anzuknüpfen und eine Form zu finden, durch die der Kulturzusammenhang elastisch, aber sicher wirksam gemacht wird. Die kurz nach dem 11. Juli angebahnten Wirtschafts- und Devifenverhandtun- g e n sollen ebensalls ausgenommen und weitergeführt werden, um so zu einer möglichst großen Erweiterung des Wirtschaftsverkehrs zu gelangen. Der Ausbau des Reiseverkehrs im Winterhalbjahr und die Bereitstellung der nötigen Devisen ist eine ehestens zu lösende Frage. Die Stellungnahme Oesterreichs zu Deutschland ist klar. Oesterreich teilte stets deutsches Schicksal: Wir waren Brüder im Leide, als der Schicksalsschlag eines unseligen Friedensoertrages beide traf. Einig waren wir seitdem in dem berechtigten Verlangen nach Gleichberechtigung der Staaten. Um Freiheit und Ehre kämpfend hat Oesterreich an dem Erfolg, den das Deutsche Reich in gerechtem Kampf um seine Freiheit gerungen hat, von Herzen teilgenommen. Unsere besten Wünsche begleiten Deutschlands Schicksalsweg. Wer den Frieden Europas will, muß die Freiheit jedes Staates, muß die Freiheit auch des Deutschen Reiches wollen, denn Friede ist nur unter Freien dauernd möglich. Durch den Mund seines Führers hat Deutschland immer wieder feinen Wunsch nach Erhaltung und Stärkung des Friedens bekundet. Wir glauben dieser Versicherung, glauben an den festen Willen der deutschen Regierung, mit friedlichen Mitteln im Wechselspiel der ideellen und materiellen Interessen zu bestehen, denn auch dem deutschen Volk ist ja der Frieden die beste Gewähr für die innere Erstarkung und den Ausbau seiner einst so blühenden, durch den Weltkrieg und seine Folgen in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschaft. Alle Fühlungnahmen führender Politiker in letzter Zeit haben der Beseitigung der Spannungen, die Europa schwer beunruhigen, und der Befriedung gegolten. Die österreichische Bundesregierung hat sich an dieser diplomatischen Aktion beteiligt, oa sie überzeugt ist, daß sie ein geeignetes Mittel darstellt, den Frieden zu sichern. Da jede Vertiefung internationaler Zusammenarbeit einen Schritt weiter auf dem Wege friedlicher Entwicklung bedeutet, glaube ich, daß mein Besuch in Berlin überall dort Beifall finden wird, wo der ehrliche Wille, Frieden und Eintracht zu halten, besteht. Selbstmord des französischen Znnenministers Salengro. Paris, 18. Rov. (DRV.) Innenminister Sa« tengro hat sich durch Gas vergiftet. — Als die Haushälterin des Innenministers am Witt- wochmorgen die Wohnung betrat, um ihren Dienst aufzunehmen, wurde sie auf starken Gasgeruch aufmerksam. Sie eilte sofort in das Schlafzimmer des Winisters, wo sie ihn tot im Bett auffand. Innenminister Salengro Halle Tür und Fenster versperrt W W und dann einen Gashahn geöffnet. Der Bruder des Innenministers gab der Presse folgende Erklärung ab: „Wein Bruder war seit langerZeit sehr mitgenommen, zunächst durch den Tod seiner Frau im Wai 1935, dann aber auch durch verschiedene Todesfälle, die sich kürzlich in unserer Familie ereignet haben. Sein Gesundheitszustand hat sich in der letzten Zeit noch verschlechtert. Der allgemeine Lügenfeldzug, der letzthin gegen ihn unternommen wurde, hat ihn verzweifeln lassen, obgleich nichts davon übrig geblieben ist. Lr hat sich das Leben genommen." * Roger Salengro wurde 1890 in Lille geboren. Er studierte die Rechte an der Pariser Universität. Sehr früh schloß er sich der sozialistischen Partei an. Bei Kriegsausbruch ging Roger Salengro als Radfahrer des 235. Infanterie-Regiments an die Front. 1915 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und kam kurz vor Beendigung des Weltkrieges über die Schweiz mit einem Transport Schwerverletzter nach Frankreich zurück. 1925 wurde er als Sozialist zum Bürgermeister von Lille und 1928 in die Kammer gewählt. Als Mitglied des ständigen Verwaltungsausschusses der Sozialistischen Partei wurde er im Mai dieses Jahres in das Kabinett Löon Blum als Innenminister berufen Als solcher hatte er mehrfach die Lohnstreitigkeiten zu regeln, die vor wenigen Monaten in Frankreich zu außergewöhnlich langen Streiks führten. Seit Wochen wurde er von den Rechtsparteien wegen angeblicher Fahnenflucht im Oktober 1915 stark bekämpft. Dieser Vorwurf führte am vergangenen Freitag zu einer erregten Aussprache in der Kammer. Die Auseinandersetzung endete schließlich mit einer Entschließung der Kammer, in der zum Ausdruck kam, daß die Kammer den Feldzug gegen Salengro verurteile. Trotzdem setzte die Rechtspresse den Feldzug gegen Salengro fort. Sie vertrat dabei die Ansicht, daß noch eine ganze Anzahl dunkler Punkte im Soldaten- leben Salengros unaufgeklärt geblieben seien. Die Beisetzung Salengros findet am Samstagnachmittag in Lille statt. — Ministerpräsident Löon Blum hat sich entschlossen, unverzüglich nach Lille zu reifen. Der deutsche Geschäftsträger in Paris hat sofort nach dem Bekanntwerden des Ablebens des französischen Innenministers der französischen Regierung das Beileid der Reichsregierung ausgesprochen. Das Ableben Salengros hat in politischen Kreisen eine gewitterschwüle Stimmung geschaffen. Am Mittwochnachmittag gerieten in den Wandelgängen der Kammer zahlreiche Abgeordnete in eine erregte Aussprache mit den Pressevertretern. Die Gemüter erhitzten sich so, daß Drohungen ausgesprochen wurden. Wie verlautet, wollen die marxistischen Gewerkschaften das Erscheinen der Wochenschrift „G r i n g o i r e". deren nächste Nummer am Freitag herauskommen soll, mit Gewalt verhindern. Ministerpräsident Blum hat an die Arbeiterbevölkerung von Lille einen Auf - ruf erlassen, in dem es heißt: „Selbst nach seinem Tode müßt ihr den Willen Solengros achten. Zweierlei würde er euch verboten haben: Das Vergessen und die Rache. In seinem Namen beschwöre ich euch, ruhig zu bleiben und euren Zorn zu meistern!" In den späten Abendstunden des Mittwoch kam es im Zusammenhang mit dem Selbstmord des Innenministers Salengro zu lärmenden Kundgebungen von Anhängern der Linken. So demonstrierten mehrere hundert junge Leute auf den Champs Elysees vor den Verlagshäusern rechts st ehender Zeitungen. Dabei wurden Schaufensterscheiben des „Figaro" zertrümmert. Die Kundgeber wurden von der Polizei abgedrängt, bekamen aber bald Zulauf und zogen dann über die großen Boulevards. Unter den Rufen „Rache für Salengro!" und „Mörder Faschismus!" sowie „Es lebe Blum!" zogen sie vor andere Zeitungsgebäude. Die Kundgeber konnten von den verstärkten Pvlizeikräften zum Nationalplatz abgedrängt werden, wo gegen Mitternacht die Auflösung des Umzuges erfolgte. Dr. Schachts Besuch in Ankara. Deutschland und die neue Türkei. Ankara, 18. Nov. (DNB.) Zu Ehren des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht gab der Generalsekretär des Außenministeriums ein Essen im Ankara-Palast, an dem auch Außenminister Dr. Aras und Ministerpräsident I n ö n ü teilnahmen. Dr. Schacht besuchte die neue Talsperre am Tschu- buk und folgte bann einer Einladung des iranischen Botschafters zum Frühstück. Am Spätnachmittag empfing Staatspräsident Atatürk Dr. Schacht. Dr. Schacht überreichte dem Präsidenten ein Bild des Führers mit eigenhändiger Widmung. Dr. Schacht erklärte der türkischen Presse, der Zweck seines Besuches entstamme dem Wunsch, die Besuche zahlreicher türkischer Persönlichkeiten des Bankwesens, insbesondere den des Präsidenten der türkischen Notenbank, zu erwidern. Gewiß habe er damit Besprechungen über allerlei praktische Fragen verbunden. Es handle sich mehr um wirtschaftliche Fragen technischer Art. Der freundschaftliche Geist, der stets beide Länder vereinigt habe, ohne ihre Unabhängigkeit in irgendeinem Punkte zu beeinträchtigen, gebe ihm die Hoffnung, daß auch in Zukunft alle solche Fragen eine Lösung finden würden. Die wirtschaftliche Struktur Deutschlands und der Türkei fei derart, daß es zwischen ihnen nur gemeinsame Interessen gebe und sie sich gegenseitig ergänzten. Er sei tief beeindruckt nicht nur von allem, was er hier gesehen, sondern insbesondere von den Anschauungen und den Charaktern der leitenden Männer. Am Abend gab der deutsche Botschafter v. Kel - l e r einen Empfang zu Ehren des Reichsbankpräsidenten, an dem neben dem diplomatischen Korps wiederum führende Persönlichkeiten der türkischen Oeffentlichkeit und Vertreter der deutschen Wirtschaft und der deutschen Kolonie teilnahmen. Am Donnerstagmorgen verläßt Dr. Schacht im Sonderflugzeug die türkische Hauptstadt, um nach Bagdad und von dort nach Teheran zu fliegen. Die Türkei zählt auf ihren fast 800 000 Quadratkilometern Wirtschaftsfläche nur rund 16 Millionen Einwohner, seit Kemal Atatürks Befreiungskampf ist aber ein geradezu rapider Aufschwung gekommen. Durch den Staat wurde jede Kraft nutzbar gemacht, um das Land zu kultivieren und in die Reihe der modernen Staaten zu bringen. Die Wirtschaftsform der neuen Türkei ist der sogenannte E t a t i 5 m u s im Gegensatz zur liberölistischen Wirtschaftspolitik. Der Staat ist Herr der türkischen Erzeugung insofern, als durch seine Hand der Vertrieb der Waren ins Ausland erfolgt und er der Urheber zahlreicher Verbesserungen ist, wobei aller, dings der Privatinitiative ein erheblicher Spiel- raum gelassen wurde. Im deutschen Ausfuhrhandel nimmt zwar die Türkei nur ungefähr einen hundertsten Teil ein, aber für die Türkei sind wir weitaus der b e ft e Kunde, und in den letzten Jahren hat sich die Türkei vor allem auch von den bisherigen Monokulturen des Tabaks und des Getreides zu dem Anbau von Baumwolle ge- wandt, der eine sehr beträchtliche Ausdehnung erfuhr. Die Qualität der türkischen Baumwolle ist vorzüglich, sie entspricht auch in der Länge der Spinnfaser etwa der ägyptischen. Die türkische Ausfuhr von Baumwolle nach Deutschland betrug im Jahre 1933 nur eine halbe Million Reichsmark, im Jahre 1935 dagegen schon 15,5 Millionen Reichsmark. Daneben führt die Türkei nach Deutschland aus vor allem Tabak, Rosinen, Haselnüsse, Weizen, Erze und Eier, während die deutsche Ausfuhr hauptsächlich durch Jndustrieerzeugnisse bestritten wird, wie Maschinen, Papier, Farben, Glas und Glaswaren, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse und elektrotechnische Artikel. Die Ausfuhr von und nach Deutschland hat seit dem Weltkriege einen stetigen Aufstieg erlebt. Ein leichter Rückgang in den Jahren 1932 bis 1933 wurde durch den Meistbegünstigungsvertrag von 1930 infolge der verschiedenen Zusatzabkommen wieder ausgeglichen. Im Jahre 1934 belief sich die Einfuhr Deutschlands aus der Türkei auf 67,5 Millionen Mark, im Jahre 1935 dagegen auf 39,4 Millionen Mark. Die Ausfuhr Deutschlands nach der Türkei stieg von 50,9 Millionen Mark im Jahre 1934 auf 67,3 Millionen Mark im Vorjahre. Im Gesamtaußenhandel zwischen der Türkei und Deutschland ist im Vergleich zu 1934 eine Erhöhung von 42,3 Millionen Mark oder 36 Prozent eingetreten, gegenüber 1933 aber betrug die Steigerung nicht weniger als 86,5 Millionen Mark oder 118 Prozent! Dieses erfreuliche Ergebnis hat auch im laufenden Jahre eine weitere Verbesserung erfahren. Die Schaffung einer nationalen Volkswirtschaft in der Türkei ist der Initiative Kemal Atatürks und seiner Mitarbeiter zu verdanken. Sie legten vor allem Gewicht darauf, das Verkehrswesen zu verbessern. Vor dem Kriege war die Türkei Wirtschaftsvbjekt der westlichen Kapitalmächte, die nicht nur spärlich Eisenbahnen bauten, sondern auch ausgedehnte Konzessionen zur Ausbeutung des Landes erworben hatten, vor allem im Bergbau, wobei der türkische Staat nicht einmal durch Zölle usw. sein Interesse wahrnehmen konnte. Die neue Türkei machte einen Strich durch diese Rechnung. Die Konzessionen und sonstigen Privilegien der Ausländer wurden aufgehoben, der Türke wandte sich zum erstenmal selbst mehr und mehr dem Handel und der Produktion zu, die Eisenbahn- konzessionen wurden ausgekauft, und trotz der Hilfe ausländischer Fachleute bleibt immerhin noch ein sehr erheblicher Teil des Aufschwungs des türkischen Wirtschaftslebens der Energie der Türken selbst zu verdanken, die der Welt klarmachten, daß das Wort vom „kranken Mann" falsch gewesen ist. Heute ist die Türkei soweit, daß selbst bei schlechter Ernte sie nicht nur ihren Getreidebedarf befriedigen Fann, sondern darüber hinaus noch für etwa fünf Millionen türkische Pfund Weizen, Mais und Gerste auszuführen vermag. Vom Aufschwung des Baumwollanbaues haben wir schon gesprochen. Aber auch der Anbau des Tabaks wurde intensiviert. Die Erzeugnisse des Weinbaues, die Früchte der Haselnuß- st r ä u ch e r machen einen erheblichen Teil der türkischen Ausfuhr aus. Hinzu kommt die Aufschließung der Oel- und Erzvorräte durch den Fünfjahresplan, der im Frühjahr 1934 begann. Die Türkei ist in fünf Jndustriegruppen eingeteilt wor- den. Die Textilindustrie strebt vor allem darauf hin, den Anbau und die Verspinnung von Baumwolle, Wolle und Hanf zu verbessern. Die Montanindustrie sieht die Aufschließung der großen natürlichen Lager von Eisen, Halbkoks usw. vor. Die Z e l l st o f f i n d u st r i e umfaßt die Ein- sührung der Fabrikation der künstlichen Seide usw.; schließlich wurde der Fünfjahresplan auch ausgedehnt auf die chemische Industrie, die elektrische und Schwerindustrie und auf die Erschließung mineralischer Bodenschätze. Man erwartet in der Türkei, daß nach diesem Fünfjahresplan der Staat in der Lage ist, etwa die Hälfte der bisher eingeführten Waren im I n l a n d e herzuftellen. Dabei geschehen die Aufwendungen zur Durchführung des Fünfjahresplanes aus eigener Kraft. Die Staatseinnahmen find von 1933 bis 1935 von 175 auf 195 Millionen türkischer Pfund gestiegen. Gleichzeitig macht sich eine Steigerung des Volkseinkommens bemerkbar, das zu einem gesteigerten Verbrauch von sogenannten Luxusgütern führt. Deutschland und die Türkei ergänzen sich wirtschaftlich auf das Beste. Die Türkei wird immer in erster Linie ein agrarisches Land bleiben, die Industrie wird in Menschengedenken in der Türkei doch nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im übrigen wird die Industrialisierung der Türkei sowohl wie die Vervollkommnung der landwirtschaftlichen Produktion die Einfuhr von Maschinen und Eisenwaren usw. aus Deutschland erforderlich machen, wogegen wir Agrarprodukte aufnehmen. Diese Gesamtlage ist der Hintergrund des Besuchs Dr. Schachts. England und Italien. Grandi zur Berichterstattung nach Rom. London, 17. Nov. (DNB.) Der italienische Botschafter Grandi verließ London zur Teilnahme an den Beratungen des Großen Faschistenrates. Grandi wird Mussolini Bericht über seine Aussprache mit Eden erstatten. In dieser ist der gesamte Umfang der englisch-italienischen Beziehungen erörtert worden. „Daily Mail" meldet, daß der italienische Plan eines „gentlemen agreement“ zwischen England und Italien bereits klare Formen angenommen habe. Italien schlage einen Austausch von Briefen vor, in denen die Interessen der beiden Länder im Mittelmeer und in den angrenzenden Gebieten hinsichtlich der Flotte, des Heeres, der Luftwaffe und der Kolonien genau niedergelegt würden. Die beiden Regierungen würden sich gegenseitig verpflichten, diese Interessen zu beachten unb in einen Meinungsaustausch einzutreten, falls eine besondere Lage entstünde. Italien dränge nicht auf eine baldige Anerkennung des Kaiserreiches Aethiopien durch England, es würde sich zufriedengeben, wenn England dahingehend« schrittweise Maßnahmen in Genf ergreifen würde. Als ersten Schritt denke man sich in Italien eine Aufhebung der Anerkennung Abessiniens als Mitglied des Völkerbundes. „Wir alle gehören Adolf Hitler'" Oie Gauamtsleiter Hessen-Nassaus schreiben aus Vogels«»,. Realisten des Friedens. Reichsminister Or. Goebbels regt deutsch-belgische Aussprache an. - ' ■ ... w 9- e ■ E zJ Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg sprach im Rahmen der R e i ch s t a au n g der G a u a m t s l e i t e r auf der Ordensburg Vogelsang über die Zusammengehörigkeit von Wehrmacht und Partei im neuen Staat. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Avantgarde einer neuen Zeit. Oer Reichsprestechef der NGOAP. spricht beim Empfang deutscher Schriftleiter in Rom. Rom, 18. Rov. (DRB.) Auf Einladung der italienischen Regierung ist der Reichspressechef der NSDAP., Dr. Dietrich, in Begleitung von 17 Vertretern der NS. - Presse zu einem zwölf tägigen Besuch in Rom eingetroffen. Zum Empfang der deutschen Gäste hatten sich leitende Beamte des italienischen Presse- und Propagandaministeriums, ferner zahlreiche italienische und deutsche Journalisten sowie Vertreter der Botschaft und der Kreis- und Ortsgruppenleitung eingefunden. Zu Ehren der deutschen Abordnung veranstaltete der italienische Journalistenverband im Festsaal seines Verbandshauses ein Essen. Der Direktor der Tribuna Abgeordneter Guglielmetii entbot der Abordnung der nationalsozialistischen Presse den Gruß des Faschismus und der faschlsti- schen Journalisten. Der Besuch der nationalsozialistischen Gäste erfolge kurz nach der glücklichen Begegnung des italienischen Außenministers mit dem Führer des neuen Deutschland, bei der dem gemeinsamen Kampf des Faschismus und des Nationalsozialismus gegen die drohenden Gefahren der bolschewistischen Barbarei eine feste Grundlage gegeben worden sei. Der Besuch falle aber auch gerade mit dem Jahrestage des Beginns der ungerechten wirtschaftlichen Belagerung des im Aufstieg begriffenen faschistischen Italien zusammen. Der Leitgedanke der italienischen Politik und Mussolinis sei immer der Grundsatz der Gerechtigkeit gewesen und es sei daher gerade an diesem Jahrestage der italienischen Presse ganz besonders angenehm, den Vertretern des nationalsozialistischen Deutschland und ihrem Führer, die kategorisch eine Teilnahme an dem ruchlosen Sanktionskrieg des Völkerbundes abgelehnt hätten, mit tiefer Dankbarkeit einen freundlichen und herzlichen Willkomm zu entbieten. Auf diese Begrüßungsworte antwortete Reichsprestechef Or. Dietrich im gleichen Geiste der freundschaftlichen und weltanschaulichen Verbundenheit. Wir beide, so sagte er u. a., der faschistische und der nationalsozialistische Journalismus, fühlen uns als die publizistische Avantgarde einer neuen Zeit. Diese moderne höhere Auffassung des Journalismus ist nicht geboren aus der Greisenhaftigkeit saturierter Staaten, aus der die liberalistische Presse ihre letzten dekadenten Impulse erhält, sondern sie ist g e = boren aus dem jungen Leben zweier erwachter Völker. Was sich in Italien und Deutschland vollzogen hat, ist eine Revolution des Geistes, eine Revolution des Denkens, eine Revolutionierung der Begriffe. Mit ihr ist Europa a n einer geistesgeschichtlichen Wende angelangt, deren Schwelle wir in Deutschland und Italien bereits überschritten haben, während andere Völker noch in der Lethargie einer unfruchtbar gewordenen liberalistischen Geisteshaltung verharren. Diese Leute, die uns in anmaßender Weise belehren wollen, sind bedauernswerte Opfer ihrer eigenen geistigen Rückständigkeit. Sie messen das Geschehen von heute mit Maßstäben, die von gestern sind! Und daraus erklärt sich ihre geradezu sträfliche Verständnislosigkeit gegenüber den neuen Ideen und Schöpfungen, die das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland hervorgebracht haben. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit — die Geisteskinder der liberalistischen Revolutionen und ihrer p^seüdodemokratischen Mißgeburten — wo sind sie heute im Leben der Völker verwirklicht? Sehen Sie in diese Völker hinein, und ich brauche Ihnen die Antwort nicht zu geben! Diejenigen, die das Wort Freiheit am meisten im Munde führen, besitzen am wenigsten davon! Völker, die glücklich sind, weil sie gut regiert werden, wünschen nicht, von ihrem Glück befreit zu werden. Nach Freiheit verlangen nur diejenigen, die sie nicht besitzen! Der Ruf nach Freiheit ist eine Forderung der Unterdrückten. Die Zufriedenen kennen ihn nicht. Und darum hat der Freiheitsbegriff der liberalistischen Phrasendrescher dort jeden Sinn verloren, wo der Liberalismus tot ist und wo sich schöpferische Nationen Freiheit in einem höheren und edleren Sinn erkämpft haben. Den schöpferischen Ideen des Nationalsozialismus und Faschismus eine Bresche zu schlagen, ihrem geistigen Vormarsch eine Gasse zu bahnen durch die Phalanx von Uebelwollen und Mißverstehen, das ist die große und stolze Aufgabe, die der Presse des faschistischen Italien und des nationalsozialistischen Deutschland zufällt. Möge die Presse des Liberalismus reden von ihrer Freiheit, die keine ist. Unsere Freiheit ist das stolze Bewußtsein, für unsere Nationen und mit unseren Nationen Leistungen vollbracht zu haben, um die uns alle anderen innerlich beneiden! ♦ Die Abordnung der nationalsozialistischen Presse wohnte am Mittwochnachmittag im Anschluß an eine Rundfahrt durch Rom auf dem Capitol der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel gegen den ungerechten Sanktionskrieg bei. Nach Begrüßung durch den Gouverneur von Rom, Für st Colonna, begaben sich die Herren ins Propagandaministerium, wo sie Minister A l f i e r i in seinem Arbeitszimmer im Kreis seiner engeren Mitarbeiter empfing. Bei beiden Besuchen fanden die deutschen Gäste die herzlichste Aufnahme. Wettere Reichsdeutsche in der Gowjeiunion verhaftet. Phantastische Beschuldigungen. Moskau, 18. Nov. (DNB.) Von Sowjetseite sind jetzt vier weitere Personen benannt worden, die von der gegen Reichsdeutsche gerichteten Verhaftungswelle betroffen worden sind. Die letzten Nachrichten enthüllen immer mehr den grotesken Charakter und die phantastische Konstruktion der Anschuldigungen. — Im besonderen wird das Vorhandensein einer staatsfeindlichen Organisation behauptet, denn zahlreiche Verhaftete werden unter diesem Vorwand festgesetzt. Zum Beispiel soll der deutsche Ingenieur Hagemann, der in den Aluminiumwerken Saporoshje angestellt war, andere Personen deutscher und sowjetrussischer Staatsangehörigkeit zu Spionagezwecken „a n g e w o r b e n" und zu Handlungen gegen kriegswichtige Objekte veranlaßt haben. — Bereits am 19. November wird in Nowosibirsk ein öffentlicher Prozeß vor Vertretern des obersten Militärgerichtshofes gegen den reichsdeutschen Ingenieur S t i ck l i n g stattfinden. Stickling, der seinerzeit als Bergbauspezialist nach Kommerowo in den mittelsibirischen Kohlenbezirk berufen wurde, Brüssel, 18. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Vertreter der Brüsseler Zeitung „V i n g t i ö m e Siede" eine Unterredung gewährt Auf die Frage, wie beurteilen Sie den Stand der Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland?", antwortete der Minister u. a.: „Ich kenne sehr wohl Belgien und die belgische Bevölkerung, weil ich aus der benachbarten Gegend stamme. Ich weiß, daß es nach dem Kriege Reibungspunkte zwischen unseren beiden Völkern gegeben hat; aber ich weiß, daß diese Punkte mehr und mehr in den Hintergrund getre- t e n sind gegenüber den großen Aufgaben, die diese beiden Völker verwirklichen mußten oder verwirklichen müssen. Eine der wesentlichen Aufgaben scheint mir die zu sein, sich gegen die subversiven Elemente zu verteidigen, die dabei sind, Europa zu untergraben und es zum Untergang zu bringen. Ich habe den Mut, sie beim Namen zu nennen: d i e Gefahr des Moskauer Bolschewismus. Ml dem realistischen Geist, der das belgische Volk auszeichnet, hat Belgien die Gefahr begriffen, die der Kommunismus für den Frieden und die Zivilisation darstellt. Ich bin nicht so naiv, zu glauben, daß die Neuausrichtung der Außenpolitik, die sich soeben in Belgien vollzogen hat, um unserer schönen Augen willen geschehen ist. Nichtsdestoweniger habe ich mit großer Freude festgestellt, daß das kleine Belgien, das eine große Nation darstellt, nicht gezögert hat, sich aus allen Verwicklungen zurückzuziehen, die die Gefahr einfchliehen, den bolschewistischen Treibereien zu dienen." Frage: „Welches sind nach Ihrer Meinung die geeigneten Mittel, um unsere Beziehungen zu verbessern?" — Antwort: „Diese Mittel sollten nach meiner Meinung sein, erstens, sich in aller Offenheit unsere Meinungen über die Reibungspunkte, die noch zwischen uns bestehen, mitzuteilen, zweitens, ein System kulturellen Austausches zu organisieren, um eine bessere gegenseitige Verständigung herbeizuführen." Frage: „Sie haben, Herr Minister, von den Reibungspunkten gesprochen, die zwischen uns bestehen; welches sind diese?" — Antwort: „Ich denke an die Frage Eupen-Malmedy. Ich habe keineswegs die Absicht, von einer Wiedergabe Eupen-Malmedys an Deutschland zu sprechen; aber ich möchte sagen, daß es außerordentlich nützlich wäre, wenn man sich in der Öffentlichkeit über diese Frage unterhielte, um sich über die Art ins Benehmen zu setzen, wie die Bewohner dieser Grenzmark regiert werden müssen, damit sie i n ihrer freien kulturellen Entwicklung nicht durch lokale Instanzen, die immer radikaler sind als die Zentralgewalt, behindert werden. Man muß aushören, über die Frage zu polemisieren, und ihre Diskussion den hierzu autorisierten Persönlichkeiten überlassen." Die letzte Frage betraf die Behauptung, daß Deutschland Absicht auf den belgischen Kongo habe. Die Antwort hierauf lautete: „Ich kann Ihnen hierauf nur eins antworten: „D a s i ft dumm! Zunächst hat Deutschland garnicht die Möglichkeit, sich der Macht zu bedienen, um den belgischen Kongo zu nehmen, und wenn wir sie hätten, dann würden wir sie nicht gebrauchen. Wir haben erklärt, daß wir unser Ziel nur m i f friedlichen Mitteln erreichen wollen. Alles, was wir bisher getan haben, hat sich nur auf uns selbst bezogen: wir haben niemand ein Unrecht zugefügt. Wir haben eine Provinz „wiedererobert", die uns gehörte, und wir haben unsere Armee wiederhergestellt, was unser Recht gewesen ist, ein Recht, das auch jedes andere Land hat. Wir haben keinen Grund, einem Lande, das uns nichts getan hat, etwas zu nehmen, das ihm gehört. Wir sind die Realisten des Friedens. Der Nationalsozialismus verfolgt keine internationale Mission mit irgendwelchen aggressiven Absichten. Während der Kommunismus von dem Willen durchdrungen ist, seine Idee allen Völkern und Nationen aufzuzwingen, um sie in eine internationale Revolution hineinzuziehen, die das Ende unserer Zivilisation bedeuten würde, achten wir den besonderen Charakter jedes Volkes, und wir glauben, daß lediglich auf der Grundlage einer solchen gegenseitigen Verständigung eine dauerhafte europäische Zusammenarbeit gesichert werden kann. Wir jungen Deutschen sind durchdrungen von der Ueberzeugung, daß es in Europa kein Problem gibt, zu dessen Lösung ein Krieg notwendig wäre." Ordensburg Vogelsang, 17.Nov. (NSG.) Seit einer Woche sind alle Gauamtsleiter Deutschlands der NSDAP, in der Ordensburg Vogelfang zusammengerufen. Kein würdigerer Ort konnte von Dr. Ley für diese Tagung gewählt werden. In den ernsten, herben und so herrlich schönen Eifelbergen liegt diese nationalsozialistische Feste. Die kühnsten Erwartungen sind übertroffen, wenn man dieses gewaltige Bauwerk sieht. Hier ist nicht nach irgendwelchen modernen Vorbildern gearbeitet, nicht an irgendeinen „Stil" angelehnt worden, sondern in jeder Beziehung wurden völlig neue Wege gegangen. Keine gesuchte und verkrampfte Neuformung, sondern diese Burg ist gewachsen aus dem deutschen Boden heraus. Jeder Raum, jede Halle, der trutzige Turm sind nicht „gemacht", sondern geworden aus echtem deutschen Wesen. Hier sprechen nun täglich die führenden Männer der Partei zu den Gauamtsleitern. Wir aus Hessen-Nassau sind dem Gauleiter unendlich dankbar dafür, daß er uns alle für zehn Tage aus der Alltagsarbeit herausnahm und dafür Sorge trug, daß feine sämtlichen Amtsleiter die Tage auf Burg Vogelfang miterleben dürfen. Hier lernen wir alle die Männer auch persönlich kennen, von denen wir bisher nur wenig mehr als ihre Arbeit für Deutschland kannten. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter Forster (Danzig), der Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichssportführer von Tschammer und Osten, Major Buch, Claus Selzner, Frau Scholtz-Klinck, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und der Führerstellvertreter Rudolf Heß haben bereits zu uns gesprochen. Dr. Goebbels, Hermann Göring, Baldur von Schirach werden noch das Wort ergreifen. Das sind keine Reden schlechthin, sondern jeder behandelt sowohl die großen Probleme feines Aufgabengebietes in der Partei als auch die kleinsten Sorgen des Alltags mit einer Klarheit und Offenheit, wie eben nur Nationalsozialisten sprechen können. So hat bereits der erste Tag gezeigt, daß die mehrere hundert Amtsleiter ein einziger Gedanke, ein unerschütterliches Bekenntnis beseelt: wir alle gehören mit der letzten Faser, mit dem letzten Gedanken allein Adolf Hitler! Wohl selten haben Redner eine derartige Begeisterung hervorgerufen, wie das hier bei der Gauamtsleitertagung bei und nach jeder Rede der Fall ist. Als Dr. Ley ausrief: „Eine Armee, die siegreich ist, wird nie müde werden. Im Vormarsch sieht sie ihr Glück!", da sprangen die 800 Gauamtsleiter auf wie ein Mann und jubelten dem Reichsorganisationsleiter zu, der in erster Linie mitverantwortlich ist für den Aufbau dieser siegreichen nationalsozialistischen Bewegung. Besonders bemerkenswert ist, daß Generalfeldmarschall v. Blomberg überhaupt zum ersten- mal vor einem Kreis außerhalb der Wehrmacht, den Gauamtsleitern der NSDAP., sprach. „Wehrmacht und Partei gehören so zusammen, daß sie ohne einander nicht leben können! In ganz Deutschland sollte kein anderer Ehrgeiz bestehen, als dem Vorbild des deutschen Volkes, Adolf Hitler, nachzuleben", waren seine Schlußworte. Spontan erklangen Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. Außer dem Erlebnis der Vorträge ist noch genügend Zeit zu gemeinschaftlichen Ausflügen in die herrliche Umgegend. So statteten die Gauamtsleiter dem Nürburgring, Aachen und Godesberg einen Besuch ab Im übrigen beweist auch das sonstige Beisammenleben in Vogelsang, daß unsere Amtsleiter auch außerhalb des Dienstes von einem frisch-fröhlichen Geist — manchmal, besonders nachts, sogar von einem beim Militär „Heiligen Geist" genannten — beseelt sind. So soll zwischen den Zimmernachbarn Hessen-Nassau und Sachsen ein furchtbarer „Krieg" ausgebrochen fein, dessen „Schlachten" ebenfalls meist nachts geschlagen werden. Ausrichtung, Klärung, heiße, fanatische Zu- sttmmung und wahrhafte Kameradschaft sind die Grundpfeiler dieser Tage, die wir alle in unserem Seb en nie mehr vergessen werden. GWM. Der ReichskriegsmiMer auf Vurg Vogelsang. wird jetzt beschuldigt, in Verbindung mit einer fonter- revolutionären trotzkistisch-faschistischen Gruppe (!) Sabotageakte in der Bergwerksindustrie organisiert zu haben. Das Haus der Rüstungsindustrie in Moskau in Brand gesteckt. Ein Bertuschunqsversuch? Berlin, 17. Nov. (DNB.) Das Verwaltungsgebäude des Volkskommissariats der Schwerindustrie in Moskau ist zum größten Teil einem Brand zum Opfer gefallen. Die Brandkatastrophe hat bereits zu zahlreichen Verhaftungen geführt. Die beiden Stockwerke, in denen die Rüstungsindustrie untergebracht war, sind ausgebrannt. Das 3. Stockwerk, das die Arbeitsräume des Volkskommissars Ordschenikidse beherbergte, konnte teilweise gerettet werden. Dennoch sind wichtige Projekte geplanter Industrieanlagen dem Brande zum Opfer gefallen. Man vermutet, daß der Brand angelegt wurde, um große Unterschla- gungenin der Verwaltung der Schwerindustrie zu verwischen. Eine andere Spur geht davon aus, daß wichtige Zeichnungen von Jndustriepro- jetten auf rätselhafte Weise verschwunden waren. Adlerschild für Professor Or. Erich Marcks. (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Urkunde vom 17. November 1936 dem Geh. Regierungsrat Professor Dr. Erich Marcks in Berlin- Charlottenburg anläßlich seines 7 5. Geburtstages am 17. November 1936 in Anerkennung feiner hohen Verdienste um die deutsche Kultur- und Geistesgeschichte den A d l e r s ch i l d des Deutschen Reiches verliehen. * Der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands, Professor Dr. Walter Frank, hat folgendes Glückwunschtelegramm an Pros. Dr. Erich Marcks gerichtet: „Zum 75. Ge> LAMPEN 4cuyl:21«, Auu -üJk* •%*** ÜLmMw, Auß'Xi^ß 2 'SUlufc 60 Äuu &uß ^VWMAUtß3-5 'Blüuuk 40 'MlövU'SÜUlM, aQAUWQxUA&I OßQr- Da nur erheimlichung er allein als SH ber bei der Straf, idenfälschuntz von einem oorben war, einer @e> nem Jahr ldstrafe sowie TL. war ter om Schöffen« ingnis Der« i dieses Urteil Mörlen hatte ödchen unsitt- Slngeftagten, einen stark f)en handelt, lmstände zn nisstrn^e echnMtz cm chichungshast. de. lia'ien. ng vom 1.3lo« ididat Walter afsistenten der ramtskandtd it vermalter bet r Pfarranits« kfurt a. M.« ifarrei hom- llug. Petri arrverwalter Am vorigen e r w i e d e r- shausen statt, chteten Kirche ine Ausbesse- Die Kirchen- nontmen, um irdiges Kleid wieder des ier geworden bei Gtetzen) Don E« hegottesdleB der ftierlF etungen, M x Zulaus), ßioIine-B Ortsgetttl'^ und Dan es- ilten LeM eine Feier arrer Mat Steiner on W während der des Danke «rs SS», M r.lL fauch irich'.^i 14: w ffjSf ■t«r/)6JO: a9< »r»r ®rM r-» in Dres^„ fi(3 SJl.-tfpOTt Lehrarbeit im Kreis VIII des Zachamtes Handball. Der erste im Rahmen der Winterarbeit des DRL durchgeführte Lehrgang für Vereinsspielwarte un) Uebungsleiter (Fachamt Handball) am letzten So'N- tag in Großen-Linden war ein voller Erfolg. Mcht nur, daß eine ganze Reihe von Vereinen ihre verantwortlichen Männer entsandt hatte, aud die theoretische und praktische Arbeit brachte vLl Anregungen, die sich für die Zukunft nur wertvoll auswirken können. Einer Körperschule am Samstagnachnittag, die gerade auf das Handballspiel abgestellt war, folgte ein Dortrag von Bezirksspielwart Se'bert über die 2)5)0. und ihre Auswirkungen im Spielbetrieb. Die klaren und leichverständlichen Ausführungen des alten Fachmannes dürften euch die letzten > Zueifel hinweggeräumt haben, so daß ein Grund ftr Rückfragen eigentlich nicht mehr vorliegen sollte. I Rach dem gemeinsam eingenommenen Abendessen behandelte der Lehrgangsleiter, Gauschiedsrichterobmann Jakob- Kassel, die Spielordnung, besprach an Hand von Beispielen die Anwendung der Regeln und wies schließlich noch eingehend auf die vorgenommenen Neuerungen und deren Auswirkungen hin. Eine rege Aussprache schloß sich an, die dann zu einem denkwürdigen Kameradschaftsabend im Saale Schaum überleitete. Der Sonntagvormittag brachte einen langausgedehnten Waldlauf, neue Hebungen der Handballtaktik und schließlich noch ein Probespiel zweier Kursusmannschaften, bei dem dann bereits die gelernten Neuerungen ausführlich probiert wurden. Mit einem Schlußwort von Kreisfachamtsleiter Luh wurde der Lehrgang geschloffen. Deutschlands Fußball im Dienste des Winterhilsswerks. 3« Scssen. Dreimal Gaultza-Dezirksklasfe. Die Winterhilfsspiele in Hessen brachten am Bußtag als bedeutungsvollste Begegnungen die Spiele in Kassel und Hanau zwischen Gauliga und BezirisklsK. In Kasel trennte man sich 2:2 (2:1) unentschieden, während in Hanau eine aus den Vereinen Hanau 97 und Kewa Wachenbuchen gebildete Gaulighelf mit 5:3 (4:1) über ihren „untergeordneten" Gegner siegreich blieb. Eine Marburger Stadtelf schlug he Bezirksklasse mit 11:2 (3:1), der Städtekampf H-rsfeld — Fulda brachte den Hers- feldern eine 3:4 - (1:3-) Niederlage und der Kreis Friedberg fänpfte gegen Main-Hessen 2:2 (2:2). Der Wett-rgott stand den hessischen Spielen diesmal wenig unterstützend zur Seite und obwohl die verschiedenen Begegnungen recht interessante Kämpfe oerfprachm, blieben daher die Zuschauerzahlen etwas hinter den Erwartungen zurück. St-dlespiel Frankfurt — München 0:5 (0:4). Rund 4000 Zuschauer verließen am Bußtag enttäuscht den Platz am Bornheimer Hang. Die Frankfurter Mannschaft hinterließ im Fußball-Städtespiel gegen München einen überaus schlechten Eindruck und hatte mit Ausnahme der ersten zehn Minuten gegen die bayerischen Gäste nichts zu bestellen. Das 5:0 (4:0) bringt den Spielverlauf und den Kräftevergleich der beiden Mannschaften treffend zum Ausdruck. Spiele im Reich. Am Bußtag standen die deutschen Fußballer und Rugbyspieler im Dienst der Winterhilfe. Im Fußball waren in allen Gauen, Bezirken und Kreisen Spiele angesetzt, deren Ertrag dem WHW. zugute kam. Die Zuschauerzahlen waren angesichts des in vielen Teilen Deutschlands herrschenden schlechten Wetters nicht überall sehr groß, doch dürfte der Gesamtertrag aller' Spiele wie auch im Vorjahre einen ansehnlichen Betrag ergeben, mit dem der Fußballsport seinen Beitrag für den Kampf gegenüber Hunger und Kälte zollt. Das Hauptereignis dieser Spiele war der Kampf Nationalmannschaft — Mittelrhcin vor 20 000 Zuschauern in Köln. Die Nationalmannschaft war in bester Form und gewann nach völlig einseitigem Spiele 6:1 (4:1). Der Gau Brandenburg siegte in Berlin über Schlesien mit 7:1 (2:1). Der Bußtag brachte außer diesen Treffen in allen Gauen interessante Spiele, bei denen in der Hauptsache Auswahlmannschaften aus den örtlichen Gauligavereinen gegen solche der Bezirksklasse spielten. Auch die Paarungen „Heer — Zivil" waren sehr beliebt. Fußball-Lokalkarnps für das Winierhilfswerk. -ISOO-Lollar-VfB./R -Steinberg 2:4 Das am gestrigen Sonntag auf dem 1900-Platz zwischen den genannten Mannschaften stattgefundene 'Spiel zugunsten des WHW. hatte trotz des regnerischen Wetters einen guten Besuch aufzuweisen, roomit der Zweck des Spieles erreicht worden ist. '(Es konnten 134,30 Mark abgeführt werden. Zum Spiel selbst ist folgendes zu berichten: Durch Erkrankung verschiedener Spieler waren die Aufstellungen andere, als sie ursprünglich vor- gesehen waren, was zur Folge hatte, daß Umgruppierungen vorgenommen werden mußten, die sich bei 1900/Lollar nicht zum Vorteil auswirkten. Es standen sich folgende Mannschaften gegenüber: 1900/Lollar: Ziegler Zeiler Lippert Erhard Heilmann Lehrmund Ziegler Gabriel Kreiling Geißler Heuser Fett Haas Burger Süßenberger Fehling Krämer Knauß Schmandt Jung Schwarz VfB./Steinberg: Happel Die blauweiße Kombination hat sich sofort gefunden und kommt gleich zu verschiedenen gefährlich aussehenden Angriffen, die bei etwas mehr Uebersicht im Jnnensturm zu Erfolgen hätten führen können. Mit der Zeit kommt aber auch VfB - Steinberg in Schwung, wodurch das Spiel ziemlich ausgeglichen wird und auf beiden Seiten wechselvolle Bilder sich ergeben. Die beiden Hintermannschaften zeigen sich aber allen Situationen gewachsen und man machte sich schon mit einer torlosen Pause vertraut, als durch Verschulden Zei- lers ein Elfmeter verhängt wurde, der den Grünweißen die Führung brachte. In der 40. Minute fällt der Ausgleich im Anschluß an einen Strafstoß von Heilmann. Im Gegenangriff kommen die Grünweißen erneut zur Führung. Einen Schuß von Haas läßt Ziegler aus den Händen gleiten und ins Tor rutschen. Nach der Pause wird der Kampf etwas farbiger. In die einzelnen Reihen ist mehr Verständigung gekommen. Besonders bei den Grünweißen ist dies der Fall, und da hier der Sturm mehr Durchschlagskraft besitzt, sind die Angriffe von dieser Seite weit gefährlicher. Bevor dies jedoch durch Erfolge zum Ausdruck kommt, kommen die Blauweißen durch Lippert, der einen durch Handspiel verursachten Elfmeter verwandelt, zum Ausgleich. In der 75. Minute erzielt Burger aus einem Gedränge für feine Mannschaft erneut die Führung und als Süßen- berger kurz darauf mit einem Weitschuß Erfolg hatte, stand das Resultat fest, denn bei den nochmaligen Gegenstößen zeigte es sich, daß der Vier- Mannsturm ' der Blauweißen, Heuser war beim Stande 2:2 verletzt ausgeschieden, nicht mehr die nötige Kraft besaß. Die grünweiße Kombination besaß die größere Durchschlagskraft im Sturm, was für den Spiel- ausgang entscheidend war. Die Läuferreihe hat ebenfalls genügend Anteil an dem Erfolg. Besonders Knauß wußte durch weite Vorlagen die Flügel entsprechend einzusetzen. Die Hintermannschaft stand ebenfalls nicht zurück. Hier war es Happel, der durch verschiedene geschickte Paraden glänzte. Bei 1900 - Lollar war der Sturm nicht befriedigend. Gabriel und Kreiling wurden stets scharf bewacht und trotzdem wurde immer wieder versucht, im Innensturm vorzustoßen. Die Läuferreihe und Verteidigung zeigte das gewohnte Können, während Ziegler im Tor nicht ganz schuldlos an den Erfolgen des Gegners war. Schiedsrichter Gutmann, Atzbach. war dem Spiel ein gerechter Leiter. Gießener Stadtjugend gegen Borussia Fulda Jugend 2:2. Vor dem obengenannten Spiele trafen sich die Iugendmannschaften zu einem Freundschaftsspiel. Sie haben gezeigt, daß sie in ihren Leistungen keinesfalls hinter denen der Aktiven zurückgeblieben sind. Die Gießener Jugend kam sofort gut ins Spiel. Immer wieder war es der Sturm, der durch ideenreiche Kombinationszüge die Fuldaer Hintermannschaft in Verwirrung brachte. In der zweiten Halbzeit erzielten die Borussen kurz hintereinander zwei Tore. Im Endspurt konnte der Gießener Linksaußen nach guter Vorarbeit des Halblinken seine Mannschaft auf 2:1 heranbringen. Fast mit dem Schlußpfiff erzwang der Halblinke der Gießener den Ausgleich. Das Unentschieden entsprach den Leistungen beider Mannschaften. Weitere Ergebnisse. Heuchelheim — Klein-Linden 3:1 (1:1). WHW.- Ergebnis 40 Mark. Jugendspiel: Heuchelheim — Klein-Linden 2:0. Launsbach — Wißmar 1:4 (0:3). WHW.-Ergebnis: 13,35 Mark. „ FC Teutonia"Wahenborn-Steinberg Die Teutonen unterliegen in Wehlar knapp 5:4. Daß gegen den Tabellenführer der Bezirksklasse, die 1. Mannschaft des Sportvereins 05 Wetzlar, in Wetzlar wohl kaum zu gewinnen war, darüber war man sich in Watzenborn-Steinberg klar. Recht angenehm überraschte jedoch die Nachricht der sehr knappen 5:4-Niederlage und dazu ein spielerisch ansehnlicher Kampf. Die zahlreich erschienenen Zuschauer, die lebhaften Anteil an den Kampfhandlungen nahmen, kamen auf ihre Rechnung. Wetzlar stellte: Gunia; Benner, Späh: Blech, Miehl- mann (früher Ludwigsburg), Hahn: Zambedri, Reitz (fr. Eimsbüttel), Teßke (fr. Viktoria Stolp), Reuter (früher Eimsbüttel), Blech, Watzenborn- Steinberg stellte für den Kampf: Happel: K. Jung, K. Schmandt; Fett, Hrch. Schmandt, E. Burger; Burk, D. Haas, K. Haas, Lang, Ew. Jung. Es mußten somit bei den Teutonen Euler und der am vorvergangenen Sonntag verletzte 0. Burger ersetzt werden. Eine kleine Umstellung innerhalb der Mannschaft machte sich mit dem Ausfall dieser beiden Spieler notwendig. Die gesamte Mannschaft schlug sich jedoch sehr gut. In der 1. Spielhälfte waren die Domstädter sichtlich im Vorteil. Der neueingestellte Jnnensturm, sämtlich Spieler von Gauligavereinen, brachte Verwirrung in die Teutonenelf. Nach 20 Minuten mußte Happel, nachdem er schon bis dahin recht gefährliche Schüsse unschädlich gemacht hatte, zum erstenmal den Ball aus dem Netz holen. Allmählich kamen auch die Teutonen auf, jedoch bei der Abwehrarbeit sprang der Ball dem linken Läufer Fett vom Fuß ab ins eigene Tor. Wetzlar führte 2:0. Kurz vor dem Wechsel brachte ein Nachschuß Reuters die Platzmannschaft mit 3:0 in Front. (Eine eindeutige Niederlage schien unvermeidlich. Nach dem Wechsel war die Teutonenelf aus Watzenborn-Steinberg jedoch wie umgewandelt. Der Wille, ein ehrenvolleres Resultat mit nach Hause zu bringen, ließ die Mannschaft zur vollen Entfaltung kommen. Jetzt gaben die Grünweißen meist den Ton an. D. Haas kämpfte sich an der Außenlinie durch, eine feine Flanke von ihm kam zum Mittelstürmer K. Haas, wurde hier schön ausgenommen und die Partie stand 3:1. Beide Torhüter standen nun im Zeichen der Geschehnisse. Keiner wollte sich geschlagen geben. Happel, in diesem Spiel wieder der Turm der Schlacht, mußte auch einen vierten Erfolg des Gegners zulassen. Nun steigerten die Teutonen das Tempo. Wetzlars Hintermannschaft hatte viel Abwehrarbeit zu leisten, konnte aber ebenfalls nicht verhindern, daß Lang auf 4:2 verkürzte und kurz darauf der Rechtsaußen einen 3. Treffer einjanbte. Das Spiel fand aber bann seinen Höhepunkt, als Lang einen Kombinations- zug mit dem vierten Treffer und somit dem Ausgleichstreffer abschloß. Das Spiel ging schon dem Ende zu, und die Wetzlarer Zuschauer, die sich überaus objektiv verhielten, feuerten ihre Mannschaft an und wenige Minuten vor Schluß gelang der Platzmannschaft der fünfte und Siegestreffer. Die zweite Mannschaft der Teutonen spielte auf eigenem Platze im Verbandsspiel gegen die zweite Mannschaft des Turnvereins 1846" Gießen und konnte, wie vorauszusehen war, einen weiteren Sieg an ihre Fahne heften. Trotz der hohen 10:l-Nieder- lage der Gießener ließ die einheimische Elf noch manchen Wunsch offen. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck. Vor diesem Spiel stand die Jugendmannschaft der gleichen des VfB.-R. im Verbandsspiel gegenüber. Die Gäste siegten sicher mit 4:1 Toren. Sportamt „Kraft durch Freude" Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen), Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. DAF.-Gebühr: 20 Pf. je Uebungsftunbe. Normalgebühr: 40 Pf. je Uebungsstunde. Großer deulsther Voxßeg in London. Walter Neusel schlägt den englischen Schwergewichtsmeister Ben Fomd. In der fast ausverkauften Harringay - Arena zu London schlug am Mittwochabend der Bochumer Schwergewichtler Walter N e u s e l den Schwergewichtsmeister des britischen Weltreichs, Ben F o o r d, über 15 Runden ganz überlegen nach Punkten. Damit sind die stolzen Hoffnungen, die England nach dem Drei-Rundensieg über Jack Petersen im August dieses Jahres auf den aus Südafrika stammenden 23jährigen Ben Foord gefetzt hatte, überaus schnell zerstört worden und von weiteren Kämpfen, die ihm nach einem Sieg über Neusel mit Joe Louis ober James Bradbock zusammenführen sollten, kann nun keine Rebe mehr sein. Auf ber anderen Seite aber hat sich der Westfale durch seine große Londoner Leistung ein erhebliches Stück nach vorne gearbeitet, und Deutschland kann stolz darauf fein, neben seinen großen Meistern Schmeling und (Eber in Neusel eine weitere scharfe, in internationalen Begegnungen wertvolle Waffe zu besitzen. In Lonbon ist Walter Neusel überaus gern gesehen. Neusel hatte sich auf seinen Kampf mit Ben Foorb gründlich vorbereitet. Neusel gab nach bem Kampf umumrounben zu, baß es einer seiner schwersten Kämpfe gewesen sei unb ber Sübafrikaner sich als überaus tapferer Verlierer gezeigt habe. Walter Neusel trifft nun voraussichtlich im Februar in Lonbon auf ben früheren amerikanischen Weltmeister, ben Bezwinger Max Schme- lings, Max Baer. Oberheffen. Landkreis Gießen H e u ch e l h e i m, 17. Nov. Die Freiwillige Feuerwehr hielt heute im Saale ber Wirtschaft „Zum Treppchen" einen Kamerabschaftsabenb ab. Außer ben Kameraben war bie Partei burch den Ortsgruppenleiter, die Gemeinbe burch ben Bürgermeister vertreten. Letzterer nahm, nach ben Begrüßungsworten bes Dberbranbmeifters L. Schrnibt, ber ber toten Kameraben gebuchte und in üblicher Weise ben Gruß an ben Führer entbot, bie Verewigung von neun Feuerwehrmännern vor. Den beiden Jubilaren Jakob Germer III. unb Karl Germer, bie 50 Jahre ber Wehr angehören, würben Ehrenurkunben überreicht. Ihnen sprach ber Bürgermeister ben Dank ber Gemeinbe aus für ihre treue Aufopferung zum Wohle der Gemeinde. Es gereicht der Wehr zur besonderen Ehre, daß nach Erledigung der Dienstgeschäfte Kreisfeuerwehrinspektor B o u f f i e r, Brandinspektor Lenz, und die Führer der Gießener Feuerwehren sich zum Kameradschaftsabend der hiesigen Wehr ein- fanben. Ersterer betonte, wie die Gießener unb bie Heuchelheimer Wehr in Treue zusammenstehen, und daß es für die Feuerwehr, die nunmehr eine polizeiliche Organisation sei, treue Pflichterfüllung unb jederzeitige Einsatzbereitschaft für die Gemeinde unb mithin auch für bas Vaterlanb vornehmste Aufgabe fei. Flott gespiele Märsche und sonstige Musikstücke, Volkslieder, kürzere und längere Darbietungen etniaer Wehrmänner selbst, trugen zum Gelingen des Kameradschaftsabends bei und hielten alle Kameraden lange in bester Stimmung beieinander. u. Klein-Linden, 16. Nov. Die Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden hielt am Samstagabend in der Wirtschaft „Zum deutschen Hof" ihre Generalversammlung ab. Der Leiter der Wehr, Brandmeister Fritz Müller, begrüßte die zahlreich erschienenen Vereinskameraden. Fünf junge Männer hatten ihren (Eintritt in die Wehr gemeldet, drei von ihnen konnten durch den Wehrführer als Feuerwehranwärter vervflichtet werben. Die Rech- nungsablage erstattete ber Rechner Bäckermeister Georg L u ß. Die Rechnung zeigte einen guten Stanb und fand die Genehmigung der Versammlung. Sodann nahm Bürgermeister F i s ch e r die Vereidigung derjenigen Feuerwehrleute vor, die bei ber letzten Verewigung nicht anwesenb waren. Es würbe noch beschlossen, eine Feuerwehr-Musikkapelle ins Leben zu rufen. Die Versammlung würbe fobann in üblicher Weise geschlossen. ! Großen-Linben, 16. Nov. Die gestrige Monatswanberung bes Z w e i g v e r e i n s „Hüttenberg" vom VHC. führte bei schönstem Wetter von ber Station Großen-Linben burch ben herbstlichen Walb über bas Bergwerk nach ber Theo- borsruh, wo kurze Zeit gerastet würbe. Ueber- aus schön war ber Blick von ber Theoborsruh burch bie enge, tief einfdjneibenbe Schneife nach bem Schiffenberg. Abwechselnb burch Tannen- unb Laubwalb ging ber Weg weiter zur Nicolausguelle, bie im Jahre 1931 vom Freiwilligen Arbeitsbienst schön gefaßt würbe unb zu Ehren von Oberforstmeister Nicolaus ihren Namen erhielt. Von ber sich an- schließenben Walbwiese hatte man einen herrlichen Runbblick auf Watzenborn-Steinberg, ben Schissen- berg unb bie umüegenben Dörfer. Durch nasse Wiesenwege erreichte man Steinberg, wo eine Kasfee- paufe gehalten würbe. (Es herschte schon Dunkelheit, als bie Heimkehr unter ber Begleitung „munterer" Marschlieber angetreten würbe. Die Beteiligung an bieser Wanberung war besonbers stark. § Großen-Linben, 16. Nov. In ben ersten Jahren nach ber Inflation waren in unserem rasch sich oergrößernben Orte bie Neubauten wie Pilze aus ber Erbe geschossen, so baß einmal im Laufe eines Jahres sogar 17 Häuser errichtet würben. In ben folgenben Krisenfahren aber war bie Bautätigkeit fast oollstänbig erloschen, währenb sie nun in ben beiben letzten Jahren sich w i e b e r b e - lebte. Im laufenben Jahr sinb bereits roieber sechs neue Wohnhäuser entstauben. Die bes Bahnbeamten Weiß, bes Wilh. Walther in ber Ludwig- straße unb bes Albert Stamm in ber Gartenstraße sind bereits bezogen, während bie Häuser bes Schlossers Wilh. Junker in ber Horst-Wesscl- Straße, des Albert Hofmann in ber Lindcn- straße unb bes Karl Müller in ber Lubwigstraße nahe vor ber Vollenbung stehen. * Lang-Göns, 18. Nov. Bei unserem Orte ereignete sich am Dienstagabenb ein Verkehrs- unfal l. Der Einwohner Otto Wagner, Moorgasse 4, würbe von einem Personenkraftwagen angefahren, zu Boben geschleubert und erlitt dabei eine schwere Kopfverletzung, sowie B e i n- v er letz ungen. Der Kraftfahrer brachte den Verunglückten zur Behandlung sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen. $ Alten-Buseck, 16. Nov. Arn Sonntag führte der Ortsgruppenführer bes Luftschutzes im Rahmen der Luftschutz-Grunbschulung die Wirkung und Bekämpfung ber Brandbomben unb bie Handhabung der verschiedenen Löschgeräte praktisch vor. Anschließenb fand eine Hebung mit ber Gasmaske im Gasraum statt. Im 7. Schulungs- nbenb sprach Lehrer Eberle (Lollar) in ei mm längeren Vortrag über bas Verhalten ber Bevölkerung bei Luftangriffen, ben Luftschutz auf bem Lanbe, bie Aufgaben ber Selbstschutzkräfte unb über bie Frau im Luftschutz. $ Alten-Buseck, 18. Nov. Von besonberem Ia gb glück würbe Iagbaufseher Bo n ke begünstigt. Er konnte beim Dachsgraben an einem Tage fünf Dächse unb einen Fuchs zur Strecke bringen. wg. Großen-Buseck, 16. Nov. Im Saale des Gasthauses „Zum kühlen Grund" fand der erste Vortrag des Deutschen Volksbildungswesens der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" (Winterhalbjahr 1936/37) statt. Der geräumige Saal mar bis auf den letzten Platz besetzt. Bauernführer Wilhelm Schmidt eröffnete den Vortragsabend. Dr. Finger (Gießen) hielt sodann einen lehrreichen Vortrag über bie Vererbungslehre unb über Rassenhygiene. Seine Ausführungen würben mit großem Beifall ausgenommen. △ Großen-Buseck, 17. Nov. Der VHE. - Zweigverein „B u s e ck e r t a l" konnte sich bei seiner letzten Wanberung ber Freube einer schönen Wanberung hingeben, ba zum Wanbern just bas beste Wetter war. Der Jahreszeit entspre- chenb war es keine ausgebehnte Wanberung. Durch Felb unb Walb, am Galgenberg vorbei unb von hier den schönen Blick ins Buseckertal genießend, ging es zur Ganseburg, wo noch von Gießen her die Wanderfreunde eintrafen. Nach kurzem geselligen Beisammensein erfolgte die Rückwanderung. .Mobiloel Jetzt ist Einfüllzeit für Ardie! Nach dem umwälzend neuen Verfahren, das wir im Sommer für das neue Mobiloel mit durchschlagendem Erfolg eingeführt haben, wird für den Winter Arctic hergestellt: es ist reiner Schmierstoff! )—( Beuern, 17. Nov. Schwester Anna, die hier sieben Jahre lang gewirkt hat, verließ dieser Tage unsere Gemeinde. Man sah die stets freundliche Schwester nur ungern scheiden. Der hiesige Frauenverein, dem Schwester Anna lange Zeit als Kassiererin diente, veranstaltete ihr zu Ehren eine Abschiedsfeier, bei der ihr ein Geschenk überreicht wurde. Schwester Anna scheidet gleichzeitig auch aus der Schwesternschaft aus, da sie sich verheiraten wird. — Bei der jüngsten Eintopfsammlung, die von der NS.-Frauenschaft durchgeführt wurde, gingen 38 Mark ein. h. T r e i s a. d. L d a., 18. Nov. Das hiesige, nach der Ruhestandsversetzung von Pfarrer Büchner, der 31V- Jahre die hiesige Pfarrei verwaltet hat, leer gewordene Pfarrhaus wird zur Zeit einer inneren Wiederherstellung und geringfügigen baulichen Veränderungen im Innern unterzogen. Die Arbeiten werden so gefördert, daß sie in kurzer Zeit beendigt sind, so daß dem Einzug des neuen Pfarrers Schmidt aus Beuern zu Beginn des Monats Dezember keine Hindernisse mehr im Wege < stehen. — An der Flachsspende für den Führer war unsere Gemeinde mit etwa drei Morgen Anbau beteiligt, darunter die politische Gemeinde mit 400 Quadratmeter. Es wurden 320 Pfund Flachs zur Ablieferung gebracht. > Harbach, 17. Nov. Von den hiesigen Landwirten wurden 7 8 Zentner Kartoffeln und 18 Zentner Frucht für das WHW. gespendet. Sie haben damit erneut ihre Opferfreudigkeit bewiesen. — Am 19. November feiern die Eheleute Ludwig Schäfer II. und Frau Marie, geb. Kaus, das Fest der silbernen Hochzeit. J) Li ch, 18. Nov. Der Orts rin g Sich des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat eröffnete feine diesjährige Winterarbeit mit einem Heimatabend, der in Verbindung mit einem Familienabend des hiesigen Zweigvereins des VHC. im Saale des „Holländischen Hofes" durchgeführt wurde. Kaufmann Heinrich Schmidt (Lich) hielt an Hand zahlreicher von ihm gemachter Aufnahmen einen Lichtbildervortrag über Tirol. Der interessante Vortrag fand bei den Zuhörern dankbare Aufnahme. # O ^e r - B e s si n g e n, 17. Nov. Bei der im Hessels- und Steineswald durchgeführten Treibjagd wurden zwanzig Hafen erlegt. Kreis Scholten. HH L a u b a ch, 16. Nov. Zusammen mit der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und dem hiesigen Karneoalverein fand in der „Traube" die erste karnevalistische Versammlung der kommenden Fastnachtszeit statt, die gut besucht war. Es fin^ mehrere Kappensitzungen und Maskenbälle, sowie ein karnevalistischer Umzug am Fastnachtsdienstag vorgesehen. Die Vorbreeitungen liegen in den Händen des Präsidenten Heinrich Wahl, der auch die Ernennung des Elferrats vornimmt. □ Laubach, 16. Nov. Im Rathaussaale fand eine ordentliche Hauptversammlung der Lau- bacher Bezugs- und Absatz genossen- schast eGmbH. statt, deren geschäftliche Tätigkeit seit 1933 ruhte. Nach Eröffnung der Versammlung durch den seitherigen Direktor Wilhelm Kreicker trug der Rechner Hermann Kröck die Bilanzen I der drei letzten Jahre vor, die von den Mitgliedern genehmigt wurden. Es wurde sodann schlossen, den Geschäftsbetrieb auf neuer Grundlage unter Beobachtung der von der Bäuerlichen Hc»lptge- nofsenschaft gestellten Bedingungen wieder astzu- nehmen. Einige Mitglieder wurden durch Versaum- lungsbeschluß ausgeschlossen, anderseits wieder mh- rere Neuaufnahmen vorgenommen. Die Zahl btr Genossen ist jetzt auf 29 gestiegen. Jedes weitere nach dem 1. Dezember d. I. eintretende neue Mit-' glied hat 5 Mark Eintrittsgeld zu zahlen. Die von dem Verbandsreoifor Kröck oorgetragene Einheitssatzung wurde angenommen und der Mitgliederkreis auf die Stadt Laubach beschränkt. Der Geschäftsanteil beträgt 20 Mark, die Haftsumme 100 Mark. Ein Aktivkredit wird bis zu 300 Mark gewährt, während die Passivkreditgrenze 10 000 Mark beträgt. Die Neubildung des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Zum Direktor wurde Johann Wilhelm Frank, zu feinem Stellvertreter Karl Jockel fen., zum Rechner Karl H a h n e r bestellt. Der Aufsichtsrat fetzt sich zusammen aus Christ. Röder, Wilhelm Rudolf Högel und Friedrich Wagner. Der Vertreter der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft Fritz (Heuchelheim) gab in längeren Ausführungen Aufschlüsse und Anregungen für den Aufbau der Genossenschaft. Kreis Friedberg. = Butzbach, 18. Nov. Die städtischen Ob ft anlagen erfahren in diesem Jahre eine wesentliche Erweiterung. Gegenwärtig werden einige Hundert junge Obstbäume gepflanzt. Es handelt sich da in der Hauptsache um Apfel-, Zwetschen-und Kirschbäume. — Die von den Jungmädeln durchgeführte Kleinkinderwäschesammlung hat hier ein recht befriedigendes Ergebnis aufzu- weifen. Sämtliche Wäschestücke werden den hiesigen bedürftigen Kindern zugute kommen Kreis Schotten. —.— Eichelsdorf, 16. Nov. Für das Kirch, spiel Eicheis dorf-Oberschmitten mit seinen 1500 Seelen brachte der gestrige Sonntag »ne Rekordzahl an kirchlichen Handlungen. Es werden drei Trauungen und zwei Taufen vor- getommen, die sich auf beide Gemeinde verteilten. — Die ältesten Einwohner sind die 99, jährig Katharine Schenk sowie der 92jährige N a g f beide aus Eichelsdorf. Kreis Alsfeld. # Ob vr-Ohmen, 18. Nov. Zur Förderung des Obstbaus hat die Gemeinde in der „Engel- struth" ein Stück Wiesenland jnit 40 Jung, bäumen b' pflanzen lassen. — Bei der hier abgehaltenen Treibjagd tarnen 29 Hasen, zwei Füchse und zwq Schnepfen zur Strecke. Im Verlauf des Treibern konnte die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß der Rehbestand in den hiesigen Wäldern eine beachtliche Zunahme erfahren hat. # Deckenbach, 16. Nov. Die jüngste Ein» topssammlung « unserem Orte erbrachte den Betrag von 19,60 Ma?k. Bei der von den Konfirmanden durchgefthrün Pfundsammlung wurden 60 Pakete gespendet. — In den hiesigen Wäldern hat nunmehr die H o l z h a u e r e i begonnen. Johann Strauss kommt mit Orchester und Solokünstlern Mittwoch, 25. November, Volkshalle Eine Assistentin des Berliner Salons ELISE BOCK GIESSEN Kreuzplatz 10 Fernruf 2706 05350 nur Ihre Geschäftsdrucksachen Marktstr. 23. 7324A Tel. 2417. Stadttheater Gießen 7309 D GLORta yliden 05360 Wernerwall 49. LICHTSPIELHAUS GIESSEN | !?ür den Herrn! Nachthemden Verschiedenes filllgrabe 7310 A Sporthemden Oberhemden1 Oberhemden KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleieu. Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Feinste Fischfilets 500 g von 50 H an H Kochfische | öOO g von 40 H an zur 3, Jahresfeier der NS.-Gemeinschaft MStoulein sucht Arbeit im Weißnähen und 0.80-3 RM. 20.15-23 Uhr. 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November 1936, mittags 12 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 28, einzureichen. Gießen, den 16. November 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Dr. Hamm. iMMMll 29 Jahre alt, en., mit 25 Morgen schuldenfreiem Verm., wünscht d. Bekanntschaft eines Mädchens, das Lust u. Liebe z. Landwirtschaft hat, zw. baldiger Seivai. Schriftliche Angebote mit Bild unter 05354 an denGietz.Anzeig. Zuchtbulle (Vogelsberger) steht zu verkauf. Krombach Lanndbach 47. Schlafanzüge warm8.5o, Selbstbinder Selbstbinderreine s2%Va?:s“o Hornbrille mit Etui v.Kriegsbeschäd. verloren. Der ehrliche Fin- derwird gebeten, dieselbe geg. Belohnung bei Biedenkopf Schulstraße 5 abzugeoen. 05346 Christliche Gemeinde Zu den Mühlen 2 Evangelisations-Vorträge bis 22. Novbr. 1936 durch Herrn £. Bnssemer, Prediger, W.-Voh- winkel, ieweils abends 8‘A? Uhr. Vortrags-Folge: Donnerstag, 19.11.36: Hat Jesus uns anch heute noch etwas zn sagen? Freitag, 20.11. 36: Schallt Christus Schwächlinge? Samstag, 21.11. 36: Gibt es ein Fortleben nach dem Tode? Sonntag, 22.11.36: ffias letzte Gericht. Donnertag, Freitag und Sonntag nachmittags 3'/r Uhr ebendaselbst B i d e l ll u n d e. 7305V Jedermann herzlich eingeladen! Gute Milch-Kau (Simmentaler) 30 Woch. trag., zu verkauf. tsisD Wilh.Mehger II Miinzenberg. nur Montag, den 23. Nov.: 7315a ■ Heute Donnerstag letzter Tag: Die Frau ohne Bedeutung mit Gustav Gründgens und Marianne Hoppe Ab Freitag g* ■ ■ ■ BENJAMINO in seinem besten u. schönsten Film: Du bist mein Glück ___7308 A Welche unabhängige Witwe mit etwas Pens, wäre geneigt,m. Witwer in angenehmer Position gemeinsamen Haushalt z. führen. Schr. Ang. u.05345a.d.G.A. uagaio ‘mnjg |aq udMinf sm? <4 3 s a 0 “t Schneberger Gießen • Schulstraße 4 7323a Hckloßbkauelei Braunfds w. & G. WAHL. BRAUNFELS A. D. LAHN Kraft durch Freude“ __7313D echaffenhelt Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäfts karten Ihres Hauses beurteilt. 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