186. Jahrgang Gietzener Anzeiger finden wird. betagte ehemalige Ministerpräsident M i l l e r a n d befand, zur Einweihung des Denkmals das Wort ergriff, sprach der Unterstaatssekretär für Elsaß- Lothringen, de T e s s a n. Er führte aus: Frankreich habe sich trotz aller Hindernisse bemüht, ein möglichst wirksames und vollständiges Friedenssystem zu schaffen. Seine Hochherzigkeit anderen gegenüber dürfe nicht als Anzeichen der Schwäche ausgelegt werden. Frankreich fei sich seiner Stärke durchaus bewußt. Das Land werde einig zusammenstehen, wenn die nationale Unabhängigkeit gefährdet würde. Frankreich werde in jeder Lage die stolze Haltung bewahren, die einer Handeln bereit sein müßten? Sei es überdies nicht gefährlich, außerhalb der französischen Grenzen Verlockungen zu wecken auf Grund der falschen Vor- tellung, die man sich dort hinsichtlich der Lage in Frankreich machen könnte? Der Präsident ries alle Franzosen auf, sich die Hand zu reichen, und äußerte den Wunsch, daß die über die Grenze hochherzig hingestreckte Hand Frankreichs eine Strömung der Annäherung, Eintracht und des Friedens auslösen möge, in der die Welt endlich ihre Ruhe und ihren Wohlstand wiederfinden werde. Französische (Sorgen. Unterhielt man sich einst in den französischen Familien hauptsächlich über die sogenannte deutsche Gefahr und die Notwendigkeit einer starken Aufort für die unerwünschten Elemente der anderen Länder gemacht. Die führenden Volksfrontmänner, die sich nur links gebärdeten, wenn es heiße, das Volk hinters Licht zu führen, seien aber keineswegs links, wenn es sich darum handele, Reichtümer zusammenzuraffen und sich Schlösser, Kraftwagen usw. anzuschaffen. (Zurufe aus der Versammlung: Jouhaux 700 000 Franken!) Ein weiterer Redner betonte, daß das mangelnde Verständnis führender Wirtschaftskreise in sozialen Fragen Frankreich heute in eine Lage gebracht habe, die von den Moskowitern ausgenützt werde, um das Wasser auf ihre Revolutionsmühlen zu leiten. „Weil die internationalen Ränkeschmiede keine Heimat und auch kein Vaterland haben, verraten sie Frankreich und suchten den Bauer vom Arbeiter zu trennen." Sollte eines Tages Paris sich in den Händen der Bolschewisten befinden, dann werde sich Lothringen und Elsaß allein zu verteidigen wissen. Ein Vertreter der lothringischen Landwirtschaft er- klärte. Wenn man, um guter Franzose zu sein, russisch lernen müsse, dann sei dies entschieden abzulehnen. „Wir lehnen es ab, den Blitzableiter für das russische Asiatentum abzugeben. Wir hier an der Grenze lassen uns für Sowjetruhland nicht in einen Krieg hineinhetzen!" Kommunistische Partei sich von der Volksfrontmehr- heit zurückziehen oder aus der Mehrheit herausgedrängt werden würde, so würde die Linksmehrheit ohne die Kommunisten nur noch von kurzer Dauer und sehr bald die sogenannte Nationale Union wieder am Ruder sein. Um die Gefahr der innerpolitischen Lage Frankreichs zu verdeutlichen, verwies der Redner sodann auf eine gewisse Aenderung, die sich seiner Meinung nach in der europäischen Gesamtlage feststellen lasse. Vor zwei Jahren habe sich Europa im wesentlichen in die Demokratien einerseits und in den F a - s ch i s m u s andererseits geteilt. Heute bemühe man sich, den Trennungsstrich nicht mehr zwischen den Demokratien und den Diktaturen, sondern zwischen den Diktaturen und dem Kommunismus zu ziehen, d. h. zwischen einer bestimmten Auffassung von der Ordnung, selbst wenn sie autoritär sei, und einer gewesen Auffassung von der Anarchie und von dem sozialen Krieg, die man den Kommunisten zuschreibe. Die Verlagerung des Problems habe eine Verschiebung der Kräfte zur Folge; politische und geistige Kräfte, die für die Demokratie und gegen den Faschismus gewesen seien, nähmen heute für die autoritäre Ordnung und gegen die Anarchie Stellung oder erklärten sich als neutral zwischen diesen beiden. Blum gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß diese Verschiebung der Einstellung und der Kräfte den Interessen Frankreichs abträglich sei. Man werde früher oder später dazu übergehen, die Demokratie als ein Vorstadium der kommunistischen Anarchie zu verurteilen. Eine derartige Entwicklung müsse aber in Frankreich verhindert werden. Die Volksfront müsse noch aktiver gestaltet werden. Voraussetzung sei allerdings, daß alle dazu gehörigen Parteien die gleiche Loyalität und nötigenfalls auch die gleiche Opferbereitschaft bewiesen, und daß eine gewisse Uebereinstimmung zwischen der Haltung der Parteien im Parlament und ihrer Arbeit im Lande bestehe. „Lothringen wehrt sich." Oie erste Versammlung der „vottSständischen Arbeitsfront in Meh. Paris, 18. Okt. (DNB.) Als bemerkenswertes Zeichen des wachsenden Widerstandes der lothringischen Bauern und Arbeiter gegen den Kommunismus berichtet „Der Elsässer" unter der Ueber- schrift „Lothringen wehrt sich" von der ersten größeren Versammlung einer neugegründeten „volks- ständischen Arbeiterfron t". Diese Versammlung sei eine glänzende Kundgebung gewesen, an der 2000 lothringische Bauern und Arbeiter teil- nähmen, im Gegensatz zu der kläglichen kommunistischen Kundgebung vom vorigen Samstag, bei der Thorez Fersengeld geben mußte. Der Versammlungsleiter entbot zunächst einen Willkommensgruß an alle junge Leute im Grünhemd und befaßte sich dann mit dem Programm der „volksständischen Arbeiterfront". Man erstrebe die Schaffung einer sauberen Republik mit einer autoritären Regierung und einer korporativen Vertretung. Das ganze müsse aufgebaut werden auf dem Grundsatz des Christentums. „Wir haben übergenug von all den Skandalen der letzten Jahre! Wir haben übergenug von einer Politik, die nur Unordnung schafft und uns dem Ruin entgegenführt. Lothringen den Lothringern!" Vor allem gegen die heutige Regierung der „Volksfront" wurde von dem Redner scharf vom Leder gezogen. Blum und Konsorten, so erklärte er, hätten aus Frankreich einen Z u f l u ch t s- Slum vereidigt das Dolkssrontexpenment Oie (Stellung zum Kommunismus. erhalten wollen, müssen wir imstande sein, ihn uns auf eigene Faust zu sichern." Daladier besuchte auch Sedan und betonte erneut, daß Frankreich friedfertig sei, aber aus eigenen Kräften seine Freiheit sichern müsse. Wenn das Land bedroht werde, dann werde Frankreich wie 1914 einmütig zum Schutz seiner Grenzen zusammenstehen. „Wir reichen", so schloß Daladier, „allen Ländern die Hand. Unsere Erklärungen sind eindeutig und loyal. Je stärker und einiger Frankreich ist, um so größeres Gehör wird es fu$ bei den internationalen Verhandlungen verschaffen. Zoichaur hetzt in Mülhausen. Mülhausen (Elsaß), 18. Okt. (DNB.) Die marxistische Arbeitergewerkschaft hatte zu einer Massenkundgebung nach Mulhausen emgc- 1 erben. Die sonst so ruhige Stadt zeigte em ziemlich bewegtes Bild. Vollkommen passiv betrachteten ^doch irä Außeusiehenden den Aufmarsch der 500Q Paris, 18. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Blum warf in Orleans vor der Radikalsozialisti- chen Partei die Frage auf, ob die Volksfrontregie- rung ihr Programm auf die gleiche Mehrheit der politischen Kräfte weiter durchführen könne. Blum meinte, die Idee der Volksfront habe keine Schwächung erfahren. Obwohl die Volksfront bei der großen Mehrheit des Landes die gleiche Zu- timmung fände, würden Zweifel über ihre Dauerhaftigkeit im Hinblick auf die Haltung der Kommunistischen Partei wach. Man frage sich, ob die Kommunistische Partei in der heutigen Mehrheit nicht eine Art fremden Elementes darstelle, das sich früher oder später ausschalten müsse, und ob folglich die Volksfront nicht zum Auseinanderfallen verurteilt fei, um einer neuen politischen Gruppierung Platz zu machen. Wenn eine der politischen Parteien, die zur Volksfront gehörten, der Regierung das Vertrauen kündigen würde, oder wenn die Gemeinsamkeit des Handelns zwischen allen Parteien der Volksfront nicht weiter aufrecht erhalten werden könnte, so würde man sich vor einer ganz neuen Lage befinden, der notwendigerweise eine neue Regierung entsprechen müßte. Die gegenwärtige Regierung werde eine Aenderung der Politik nicht durchführen, ebenso wenig nüe sie von der gegenwärtigen Kammer durchgeführt werden könne, aus dem einfachen Grunde, weil in der gegenwärtigen Kammer nur die eine Volksfrontmehrheit möglich fei. Der einzige Ausweg wäre also in der Kammerauflösung und in Neuwahlen zu suchen. Blum erklärte, daß die Volksfront zum Wohle des Landes ihre Arbeit fortsetzen könne und müsse. Sie würde aber scheitern, wenn es ihr nicht gelinge, d i e O r d - nung wiederherzustellen. Aus einem Scheitern der Volksfront würden die gefährlichsten Feinde der Republik Vorteil ziehen. Die Regierung könne ihre Aufgabe der Verteidigung der Republik ohne die Mitarbeit der um die Kommunistische Partei gescharten Arbeiter und des Gewerkschaftsverbandes nicht erfüllen. Wenn die Frankreichs Sicherheit. Eine Sonntagsrcde des Kriegsministers. Paris, 18. Okt. (DNB.) Kriegsminister Daladier weihte in Verdun ein Denkmal für General Sarrail ein. Dabei führte Daladier aus: „Wir sind ein friedliches Volk. Wir sind gewissermaßen mit Ruhm gesättigt und haben nur einen Wunsch, in Sicherheit zu arbei- t e n und unseren Kindern ein freies, würdiges Vaterland zurücklassen zu können. Aber im gegenwär- Ligen Europa würde niemand mehr zu beklagen sein als das Volk, das sich auf die Bekundung feiner Gutgläubigkeit beschränken wollte. Deshalb hat der Recht, der die französische Armee verherrlicht und ihr Vertrauen schenkt. Sie verdient dieses Vertrauen vollauf. Ich bin überzeugt, daß das Parlament die von mir beantragten Kredite einmütig bewilligen wird, weil sie notwendig, ja, weil sie un- LLläßlich sind. Won» wir beu Friede» i» Europa Frankreichs Kampf um seinen inneren Frieden Oer Präsident der Republik mahnt in Straßburg zur Eintracht. rüstung, so hat der französische Bürger heute für diese Dinge kein Interesse mehr. Ihn interessiert Paris, 18.Okt. (DNB.) Präsident Lebrun lediglich, welche Preise auf den Preistafeln der wurde in Straßburg unter militärischen Ehren und Läden für Lebensmittel und für sonstige Gegen- unter der Anteilnahme der Bevölkerung von den stände des täglichen Bedarfs notiert find. Namentlich Vertretern der Stadt und der Departements zum die Hausfrau ijt es, die voller Entsetzen von den Rathaus, dann zur Präfektur und schließlich zum dauernden Vc- Unab- . brauchs, damit auch zur Ueberwindung der Ar- hangigkeit anderer Lander achte. Wiederholt habe . beitslosigkeit werden. Statt dessen haben sich die d er de uts ch e R eich s kanzIer erklärt, daß erhofften Vorteile zu einem guten Prozentsatz in I f e t n Geb tet s stre i t mehr zwischen Deutschland Nachteile und Rückschläge urngewandelt. Man hatte und Frankreich bestehe. Wir haben von dieser Er- seinerzeit herausgerechnet, daß die Abwertung die klarung Kenntnis genommen Was man ernst die nMweidigen Einfuhren deratt Steuern würde, el,äs,ische Frage nannte 'st also endg ul- daß eine Export st eigerung um 3V2 Mil- tlg geregelt. Das Elsaß als französisches Ge- liarden Franks notwendig sei, um die alten Absatz- biet ist völlig in Frankreich eingegliedert worden, markte im Auslande behaupten zu können. Aber ftrrtfihpnf fphHffl man glaubte gerade aus dieser Exportsteigerung so- J/lUjlVC'lll viel zu Gunsten für die Allgemeinheit profitieren . hierauf ein Bekenntnis zu den Grenzlanden zu können, daß man mit der Abwertung den ab, ^ren Einstellung er als Sahn Lothrin- Sprung ins Ungewisse wagen könnte. ge'ns zu würdigen'wisse. Die Welt durchlebe ge- Nun ist aber die Abwertung in eine Periode all-1 genwärtig schwere Stunden. Die aus einer lcm- qemeiner Lohn- und Preis st eigerungen gen, schweren Krise geborenen Leiden hätten ihre hinttngefallen. Die sozialen Gesetze der Regierung Nerven auf eine harte Probe gestellt. Ueberall nur Blum belasteten die Wirtschaft bereits recht erheb- Verärgerung, Mißtrauen, Agitation und sogar der lich sodaß auf diese Weise einige der erwarteten Ruf nach Waffen. Frankreich könne sich das Zeug- Vorteile wieder wettgemacht wurden. Hätte man ni5 ausstellen, daß es keine Verantwortung an die- bie Lohnbewegung auffangen und abstoßen töm jem Zustande trage. Gleich nach dem Krieg habe nen dann wäre in der Tat noch immer viel ge- e5 bem Frieden und der Völkerannäherung sehr mannen worden. Aber die sozialen Kämpfe gehen große Opfer gebracht. Es habe sich bemüht, zwi- mit unverminderter Heftigkeit weiter. Ueberall scheu den extremen Strömungen, auf die die Vol- leiöet die Produktion unter den Fabrikbefetzungen ker mehr und mehr hinzusteuern schienen, das und den Ausständen, überall wird sie weiter be - richtige, politische, soziale und wirtschaftliche Gleich- lastet durch die erzwungenen Lohnsteigerungen. gewicht zu halten, zu dem die Welt wohl roerpe höhere Löhne und höhere Gehälter nimmt der zurückkehren müssen, wenn sie weder das Gluck Franzose natürlich sehr gern mit. Das ist durch- von einst erleben wolle. Wenn man auch darüber aus verständlich. Aber daß nun auch die streiten könne, durch welche Verfahren man am V r e i f e langsam und beständig in die Höhe gehen, heften das allgemeine Unbehagen drosseln konnte, will ihm nicht im geringsten gefallen. Die Preise und wenn sich auch edes Volk auf ein System fest- für Brot Kartoffeln, Fleisch, Butter, Zucker, Kaf- lege, das seiner Ansicht nach seinem Teperament Le Oel und Milch sind in den letzten Wochen recht entspreche, so stehe doch eines außer Zweifel: Em erheblich hinaufgegangen. Gerade der sparsame großer Staat könne nur dann beim allgemeinen Franzose der äußerst bescheiden lebt, um sich em Aufbau mitreden, wenn er em Beispiel sei Kapital sur seine"alten Tage nnzusammeln, emp- für ruhige Ordnung Starke und Ver- findet es als eine ungeheure Belastung, wenn für trauen auf fein eigenes Schicksal. Me e nzelnen Lebensrnittel, die er täglich gebraucht, Lebrun entwickelte diesen Gedanken weiter unter nur einige Centimes mehr verlangt werden. Das Hinweis auf die Notwendigkeit, d le ube r k o m - dicke Ende kommt aber noch nach. Denn inzwifchen m e n e n Sitten und Gebrauche zu helstgen sind eine Reihe von anderen Artikeln die und wieder jenes „Klima" zu schaffen, das notwen- G r o ß h and e l s p r e i f e erheblich hinaufgefetzt big fei für den Bestand d er t i n d er re i ch e n Irtn fo bah z B Schuhwaren und Erzeugnisse F a m i l i e n, bie einst die Starke und das An- Keidenindustrie also Artikel des täglichen Be- sehen Frankreichs ausgemacht hatten. Unterordnung viele Francs teurer werden. Auch die unter die Autorität, bürgerliche Eintracht, foMler Anzüae werden im Preise noch weiter'steigen, weil Friede, seien doch wahrlich keine allzu schweren hi»3 WAhnnff» hierfür aus dem Ausland kommen Forderungen in einem Land freier Demokratie, wo nnh h?/ (V nfuhrroaren infolge der Abwertung lM jedem Bürger der Schutz der Gerechtiakelt und eine und die Einfuhrwaren i großzügige soziale Hilfe gesichert seien. Sicher Preise ,9eftie9e" Situation Frankreichs hat sich werde Frankreich, falls sich morgen am Horizont die 2ie daß man Gefahr abzeichne, wie stets m seiner Geschichte sich nun nad) .bßr^^^Mitag her Radikal- zur gemeinsamen Verteidigung feiner Sicherheit voller Interesse Dem 45ariei ?? Oktober ent- und seines Bodens zusammenfmden. Aber werde s o z i a l i st i s ch en 45 a ri We Sam- die Zusammenfassung der nationalen Kräfte durch gegensehen darf. Diese Partei1 frei(f 5 merkt die in n e r p o l i ti s ch e n Spaltungen nicht melbecken der Kleinbürger F k A Bürger geschwächt sein an dem Tage, an dem sie zum Lt, ff ist g«, auf U aniereffen ihr-r Wichl^rschaft weitgehend Rücksicht Muhmen wenn unb neue Lahnkämpfe auslöfen. sie nicht an Anhang weil sie Dann wird eines Tage- der Zeitpunkt erreicht sein, zeit die Sozialpa Ilt'l^rn jj\ geben »u an dem man feststellen muh, dah die erwarteten glaubte, damit dem kleinen ourgr x- Vorteile aus der Abwertung durch die Lohn- und können sie war auch mchr H ziemlich langen Preiserhöhungen restlos aufgehoben worden sind, tung. Aber letzt steht man « ^,ks- Ueber all- diese Ding- will man sich auf dem Gesichterndo und> muh erre , im Parteitag in Biarritz eingehend unterhalten. Es aenlnaiwn^^Erfolge gebracht hat, hat keinen Zweck, irgendwelche Prophezeiungen Endeffekt Nicht Ä 8Sten hat sich die Volks- über das Ergebnis dieses Kongresses anzustellen. Gerade der den Radikalsoziath 9 mQn in I tonn nur darauf Hinweisen, daß die ätjmpa- fronwegeisterung merklich abger y^^^^ e3 mit ti,icn eines erheblichen Prozentsatzes der Radikal- zwischen erkannt hat, wem,- „ndesgenossen sozialisten für die derzeitige R-gi-rung-gemeinschast dem kommunlstrity Gemeinschaft mit und für die augenblickliche Auhenpolitik merklich hat. Man mochte gerne au aaerbings bic So- im Abkühlen begriffen find. Möglicherweise wird den Kommunisten Herau ,oyn mie ^an man in Biarritz zum Ausdruck bringen, dah es das ztalisten zu t>crlefeen, Regierung-- Beste wäre, einen Appell an die Wähler zu richten das onftellen soll, weil aber ohnehin soviel und Neuwahlen auszuschreiben, wie ja auch kr'1- konnte, ES illl Frankreich viele der Ministerpräsident Blum in seinen Sonntags’ Zündstoff in d°r Lu ; datz «s 0 „jchj sieden in Orleans angedeutet hat, wöbe, d.es ft“««.»! noch die 40-Stunden- allerdings als Warnung an die Adr-sf- der Rad,- Dauben. Mrd nun auch noch Belastung der kalsozialisten gemeint w«. die das Volksfronterperi- bam * Piment satt haben. . ........ Nr. 245 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 19. Oktober 1956 •säst- 1 OBizkPIIPF zl II|I1P| hwü Mit 4 Beilagen RM.1.95 RR M M K BT W VK ■ ■ ■ JE W M W H W B anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 ’ÄT ■ W W W W Br W Oy 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. , -25 B’ ■ H W H ▼ V 'M vorh.Vereinbg.25°/o mehr. “iÄ: Kf V 47 W w»: infolge höherer Gewalt _ _ < < Stellen-, Vereins-, gemein- Seneral-Anzeiger str lvbechefsen ZMZ- * n JÄL® V ' behördliche Anzeigen SRps. Stanifurt am main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- unb Steinbrudcrei R. Lange In Siehen. Schristleitung und SeschSftrstelle: Schulftrahe 1 Mengenabschlüsse Staffel b Gewerkschaftler. Die Rede des Generalsekretärs der Arbeitergewerkschaft, Jouhaux, war ein Abklatsch der Schlagwörter von Kampf, Freiheit, Brot und Frieden, von sozialem Fortschritt und Kampf gegen die „Reaktion". Die marxistische Arbeitergewerkschaft kämpfe für die Einigkeit des Landes. Kein anderes Land habe das Recht, sich in das innere Leben Frankreichs zu mischen. Jeder Franzose habe das Recht, seiner Meinung freien Ausdruck zu geben; es gehe nicht an, daß andere Länder gegen französische Worte protestierten, die auf sranzösrschem Boden gesprochen würden. Gme Lawine von Reden. Die Rechtspresse kritisiert Blum. Paris, 19. Okt. (DRB. Funkspruch.) „Eine Lawine von Reden ist über das Land gegangen." — „Ein Tag der politischen Beredsamkeit!" — „Es regnete Reden!" lauten die Ueberschristen der Zeitungen. Während die Volksfrontblätter davon sprechen, daß „die Volksfront unerschüttert bleibt („Po- pulaire"), sparen die Rechtsblätter nicht mit Kritik und ironischen Bemerkungen. Löon Blum habe, so schreibt „Echo de Paris", sich angestrengt, die Radikalsozialistische Partei zu beruhigen. Er habe die Radikalsozialisten gelobt und geliebkost w i e ein Reiter sein scheuendes Pferd. All das fei aber nur äußerlich. Die tatsächliche Bedeutung der Rede Leon Blums sei: „Ich gebe die Kommunisten niemals auf! Lieber ein Ende der Volksfront und Kammerneuwahlen!" Im übrigen mache sich Blum selbst keine Wahnvorstellungen mehr vom Weiterbestand der Volksfront- Regierung. Gewisse Stellen seiner Rede ließen deutlich durchblicken, daß er selbst den Mißerfolg der Volksfront bereits erkannt habe. „Figaro" führt den Ueberfluß an Reden darauf zurück, daß die Mitglieder der Regierung in den letzten Tagen schlecht Wetter für die Volksfront gespürt hätten. Laut „Jour" war es Blums größte Sorge, eine Trennung zwischen Radikal- sozialisten und Kommuni st en zu vermeiden. Wichtig seien die drei Grundsätze, die Blum aufgestellt habe: 1. Keine Aenderung der Politik ohne Aenderung der Regierung. 2. In der augenblicklichen Kammer gibt es nur eine Volksfrontmehrheit. 3. Wenn die Regierung gewechselt werden muß, dann Neuwahlen! Blums Auffassung habe Radikalsozialisten und Kommunisten vor einen Bruch des Dreier-Kartells der Volksfront warnen wollen. Am nächsten Samstag werde man in Biarritz die A n t w o r t der Radikalsozialistischen Partei erfahren. Eine «.französische Gammelbewegung" gegen Gowjeidiktatur. Paris, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Frontkämpfer-Verband UNC., der 900 000 Mitglieder in allen Bevölkerungsschichten hat, erläßt einen Aufruf zu einer „französischen Sammelbewegung".Außerdem ist der Vorsitzende des Verbandes UNC., Jean G o y, beauftragt worden, mit den führenden Männern der Organisationen und Parteien, die gegen eine Sowjetdiktatur kämpfen, Fühlung zu nehmen. Alle sollen erfaßt werden, angefangen von der Dolkspartei Doriots über die radikalsozialistischen Parteigruppen bis zu den nationalen Parteien. 40 neue Jugendherbergen ihrer Bestimmung übergeben. Baldur v. Schirach bei der Einweihung der Adolf-Hitler-Zugendherberge in Berchtesgaden. Berchtesgaden, 18. Okt. (DNB.) Mit der feierlichen Einweihung der neuen Adolf- Hitler-Jugendherberge in Berchtesgaden wurden am Sonntag zugleich 40 neue Jugendherbergen in allen deutschen Gauen ihrer Bestimmung übergeben, während für zehn Neubauten die Grundsteinlegung vorgenommen wurde. Im Mittelpunkt der örtlichen Feier stand die von allen deutschen Sendern übertragene Rede des Reichssugerrdführers Baldur von Schirach in Berchtesgaden. An der Eröffnungsfeier nahmen neben den führenden Persönlichkeiten der Parteigliederungen, der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes auch Korpsführer Hühnlein sowie zahlreiche Amtsleiter der Reichsjugendführung teil. Fanfaren verkündeten die Ankunft des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach. Nachdem ihm ein Jungvolkkind die Schlüssel der Adolf-Hitler-Jugendherberge überreicht hatte, kündete ein festliches Vorspiel von der Liebe der deutschen Jugend zu Heimat und Vaterland. Der Leiter des Reichsverbandes für das deutsche Jugendherbergswesen, Obergebietssührer R o d a tz , meldete dem Reichsjugendführer die neuen Bauten des Jugendherbergswesens. Er dankte dabei allen, die am Aufbau dieses einzigartigen sozialistischen Werkes der Jugend mitgeholfen hätten, besonders den Millionen, die am letzten Sammeltag im Frühjahr durch ihr Scherflein dieses Werk ermöglichten. Der Reichsjugendführer sprach dann über die Bedeutung des Jugendherbergswesens. Kein Staat der Welt, so stellte er fest, habe es vermocht, in derart großzügiger Weise vorbildliche Er- holungs- und Kultur st ätten für die junge Generation zu errichten. Dieses Werk sei jedoch nicht das Verdienst der deutschen Jugend allein. Hier habe die deutsche Volksgejamtheit eine einzigartige Leistung vollbracht. Das deutsche Volk habe der deutschen Jugend im Laufe der Jahre viele Millionen Reichsmark gespendet, damit diese Jugend für wenige Pfennige in allen deutschen Gauen auf ihren Wanderungen Unterkunft finden könne. Jeder deutsche Junge und jedes Mädel könne mit Stolz von sich sagen, daß sie im ganzen Reich zu Hause seien, denn es gebe keine deutsche Landschaft, die nicht der Jugend an ihren schönsten Punkten durch das Jugendherbergswerk erschlossen werde. Im Namen der Jugend des Deutschen Reiches dankte Baldur v. S ch l r a ch allen, die die Jugend an den Sammeltagen unterstützt und ihr als Freunde ihrer Arbeit treu und selbstlos zur Seite gestanden hätten. Sein Dank galt besonders den ärmsten Volksgenossen, die aus ihrem kleinen Tagelohn fünf oder zehn Pfennige für das Werk der deutschen Jugend opferten. Gerade das Bewußtsein, daß diese Bauten größtenteils aus kleinen Pfennigspenden entstanden seien, sei für die Jugend so wertvoll und erziehe sie zur Gemeinschaft. Der Reichsjugendführer versprach dann zum Danke für diese Opfer des Volkes feierlich, daß die Jugendbewegung des neuen Deutschland ihren Kameraden eine Welt offenbaren wolle, in der die herkömmlichen Begriffe Reichtum und Armut ihren Wert verloren hätten. Was der deutschen Jugend heute geboten werde, übertreffe selbst die kühnsten Träume früherer Jugenderzieher. „Wir können", so sagte Baldur von Schirach, „nichts besseres für die Eintracht des deutschen Volkes in der Zukunft tun, als die heutige Jugend die ganze Heimat erleben zu lassen". Der Reichsjugendführer schloß mit einem mit großer Begeisterung aufgenommenen Treue- und Dankbekenntnis zum Führer und weihte schließlich die Adolf-Hitler-Jugendherberge und zugleich alle anderen neuen Jugendherbergen im Deutschen Reiche mit dem Rufe „Adolf Hitler, Sieg-Heil!" Unter Fanfarenklänaen und Salutschüssen wurde dann die Flaggenhissung auf der Adolf-Hitler- Jugendherberge vollzogen. Anschließend besichtigten der Reichsjugendführer und die Gäste die Adolf Hitler-Jugendherberge, die mit ihrer gediegenen und schmucken Einrichtung und mit ihrer prachtvollen Lage im schönen Berchtesgadener Land auf alle Besucher den tiefsten Eindruck machte. Nach dem Rundgang blieben Baldur von Schirach und Korpsführer Hühnlein längere Zeit mit den jungen Kameraden beim Eintopfessen auf der schönen Terrasse der Herberge zusammen. Außer der Adolf-Hitler-Jugendherberge wurde in Bayern noch die Baldur von Schirach-Jugendher- berge eingeweiht, die sich oberhalb des Walchensees in Urfeld, ebenfalls in einer wunderbaren landschaftlichen Lage Bayerns erhebt. Die SA. ist die Brücke zum Volk. Gauleiter Sprenger auf dem Appell der SA.-Gruppe Westmark in Bad Ems. Moskau der Fremdkörper in einem europäischen Friedenssystem. Wachsende Erkenntnis in England. Oxford, 18. Okt. (DNB.) Der ehemalige konservative Marineminister A m e r y sagte in einer Rede: „Ich teile den deutschen Standpunkt, daß Sowjetrußland mit seinen Interessen im Fernen und mittleren Osten, aufgebaut auf den verschiedenen Wirtschaftssystemen, niemals ein tatsächlicher Partner in einem europäischen Sy st em sein kann. In Europa wird es nicht eher Frieden geben, ehe man Frankreich nicht dazu bringt, Sowjetrußland aufzugeben. Um Deutschland zu einer Anerkennung des Status quo zu bringen, sei es notwendig, daß man Sowjetrußland endgültig aus dem Begriff Europa aus- scheide und daß dieses Europa dann nicht nur dazu ist, Frieden zu halten, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet zusammenzuarbeiten. Dabei müsse Deutschland einen entsprechenden A b - satzmarkt und Rohstoffquellen erhalten. Praktisch bedeute das, daß Kontinentaleuropa sich untereinander solche wirtschaftlichen Vorteile zugestehen müßte, wie das jetzt i m britischen Weltreich der Fall sei. Unter der Ueberschrift „Die rote Niederlage" schreibt Gervin im „Observer", durch die Ereignisse der letzten Zeit ziehe sich ein roter Faden hindurch, der gleich zeige, woher die Verwirrung rühre. Man könne aus den Ereignissen nur herauslesen, daß der Kommunismus vor der Mehrheit jeder Nation unwiderruflich a b - gelehnt werde. Hier sei es mit dem alten Traum Moskaus vorbei. Der Fehlschlag, den die sowjetrussische Politik erlitten habe, sei geradezu vernichtend. Von einem Ende bis zum andern habe sich die diplomatische Lage in Europa geändert. Das Versailler System sei tot. Die perverse Verbindung des Völkerbundes mit dem Rest dieses Systems sei nicht weniger erloschen. Das Schicksal der Sowjetpakte in ihrer gegenwärtigen Form sei besiegelt. Das britische Volk werde es ebenso wie das belgische niemals zulassen, daß es eine Verbindung mit ihnen geben. Wenn die veränderte Lage von Deutschland, Italien, Großbri« tannien und Frankreich richtig behandelt werde, könne sie zur Rettung des Friedens führen. Die Rückkehr Belgiens zur Neutralitätspolitik sei richtig und gut. Der Wandel der belgischen Politik sei unvermeidlch. Im übrigen seien keine Aussichten für die Sicherung des Friedens in Europa vorhanden, solange die sowjet- russischen Pakte mit Frankreich und der Tschechoslowakei in der gegenwärtigen Form bestehen blieben. „Eine teuflische Macht." Der Erzbischof von Liverpool über die Minierarbeit des Kommunismus. London, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Kommunistische Versuche, die englischenJugend- organisationen zu bolschewisieren, wurden vom Erzbischof von Liverpool vor dem katholischen Verband junger Männer in Ligan an den Pranger gestellt. Er erklärte, es seien Beweise vorhanden, daß führende Persönlichkeiten in zahlreichen Jugendoerbänden auf die Zerstörung der religiösen und sozialen Ordnung hinarbeiteten. Obwohl die kommunistische Partei in England nicht sehr stark sei, kontrolliere sie doch viele untergeordnete Verbände, durch die sie beinahe jede Einrichtung im Leben der Nation beeinflusse. Diese Organisationen hätten oft harmlose Namen und gäben sich als philanthropische oder religiöse Verbände aus. Der Kommunismus sei in der Hauptsache gottlos und zersetzend. Die Tatsache, daß eine so barbarische Weltanschauung, die alle menschlichen Rechte und Freiheiten verneine, einen großen Teil des Menschengeschlechtes ergriffen habe, zeige, daß hinter der kommunistischen Bewegung eine trufe l i s ch e Macht stehe. Reichstagung für deutsche Vorgeschichte. Alfred Rosenberg kündigt die Gründung eines Reichsinstituts an. Ulm, 18. Okt. (DNB.) Am Sonntag fand in Ulm die dritte Reichstagung für deutsche Vorgeschichte statt, die mit der zweiten Reichstaaung für Vorgeschichte und Frühgeschichte des NSLB. und einem Reichstreffen für Geschichte und Vorgeschichte der deutschen Studentenschaft verbunden war. Die Tagung gewann dadurch besondere Bedeutung, daß auf einer von 10 000 Volksgenossen besuchten Versammlung in der Max-Eyth- Halle Reichsleiter Rosenberg das Wort nahm über „Die germanischen Lebenswerte im Weltanschauungskampf". Der Redner betonte, daß zwei Wissenschaften heute im Brennpunkt nicht nur des deutschen, sondern des allgemein europäischen Interesses ständen. „Es sind dies die Rassenkunde und die Vorgeschichte. Die alten Mächte, gegen die wir auf diesem Gebiet den Kampf aufnahmen, : haben ein sehr feines Gefühl dafür gehabt, daß sie mit Hilfe dieser beiden Wissenschaften geistig aus den Angeln gehoben worden sind. Es ist entscheidend, nicht nur für die Politik, sondern für die gesamte innere Haltung eines Volkes, wen es als seinen geistigen Ahnherrn anzuerkennen gewillt ist. „Heute stehen wir vor der Entscheidung, ob wir unsere Ahnen in Germanen und Griechen erblicken oder in Juden oder Syriern. Es kommt für uns alle darauf an, wo das heilige Land der Deutschen liegt, und wir glauben, daß dieses heilige Land nicht Palästina, sondern Deutschland ist. Heiliger Boden ist für uns immer dort, wo für diesen Boden von Deutschen gekämpft worden ist, wo deutsche Bauernfäuste den Pflug durch die Muttererde fuhren, und heiliger Boden ist schließlich auch, worüber auf dieser Tagung gesprochen wird. Wenn wir die Gesamtheit des Geschehens überblicken, dann können wir heute nur eines sagen: Die Ergebnisse der vorgeschichtlichen Forschung sind das Alte Testament des deutschen Volkes. Rassenkunde, deutsche Vorgeschichte und Dolks- f o r s ch u n g enthalten im Grunde genommen die gleiche wissenschaftliche Disziplin. Mit der deutschen Vorgeschichte ist die EntschTkierung des uralten verdeckten Bildes fernster Vergangenheit begonnen worden, nicht nur Deutschlands, sondern aller Völker überhaupt. Rosenberg zeigte dann unter Heranziehung zahlreicher Beispiele aus der Vorgeschichte und Kulturgeschichte, besonders der Inder, Griechen und Römer, wie der neue Blickpunkt uns erst die großen weltgeschichtlichen Zusammenhänge sehen lehre. Wir begreifen heute ihre Kultur als Die Selbstbehauptung und Erstarkung des nordischen Wesens gegenüber dem Rassenchaos des Orient und sehen ihren folgerichtigen Untergang, sobald sie die Werte und Gesetze ihrer Rasse vergessen und sich mit fremdem Blut vermischen. Durch eine einzige innere Wendung des Geistes hat eine neue Forschung in Deutschland und in der Welt begonnen. Selbst in fernen Ländern wird heute eifrig nach der arischen Vergangenheit gegraben. Dem Heben und Sterben in der Vergangenheit nachzugehen und die rassischen und charakterlichen Antriebe aufzudecken, ist die große Aufgabe unserer Vorgeschichtsforschung überhaupt." Am Schluß seiner Rede betonte Rosenberg seine enge Verbundenheit mit dem Reichsbund für deut- che Vorgeschichte, dessen Bestrebungen er mit be- onderer Anteilnahme verfolge. Besonderen Dank prach er Prof. Dr R e i n e r t h für sein unermüdliches Wirken aus, wobei er seiner Freude Ausdruck gab, daß Reichsminister Rust auf seine Anregung hin vor kurzem Prof. Dr. Reinerth mit der Vorlegung des Planes für ein Reichsinstitut für deutsche Vorgeschichte beauftragt hat. Damit werde eine neue schöpferische Tat im nationalsozialistischen Reich geleistet. Am Nachmittag nahm Reichsleiter Rosenberg die Eröffnung der in der Markthalle aufgebauten Ausstellung „Lebendige Vorzeit" vor, die einen lieber» blick besonders über den Anteil der oberschwäbischen Vorgeschichte an dem großen germanischen Kulturgut bietet. Dabei konnte Dr. Reinerth dem Maler Wilh. Fetersen aus Elmshorn bei Hamburg den Preis des Reichsbundes in Höhe von 4000 RM für die beste bildliche Darstellung germanischek Vorgeschichte verleihen. NSG. Die SA. -Gruppe W e stmo r k hatte im Kurhaus-Saal zu Bad-Ems zu einem SA.- Appell aufgerufen und dabei den Gauleiter um eine grundsätzliche Ansprache gebeten. Der Appell war zugleich als Werbeabend gedacht und war deshalb nicht nur von den Kameraden der SA., sondern auch von Angehörigen aller Gliederungen und vor ollem von vielen Volksgenossen besucht. Umfassend war die Rede, in der der Gauleiter den Anwesenden Aufklärung gab und ihnen noch einmal die Entwicklung der deutschen Geschichte in den letzten Jahrzehnten aufzeigte. Der Schwerpunkt der Rede aber war der bedingungslose Führungsanspruch der NSDAP, als der politischen Betreuerin und Leiterin des ganzen deutschen Volkes. Dabei ist der Weg der Partei auch zugleich in allen Lagen der Weg der SA. gewesen. Wer früher das Braunhemd anzog, dokumentierte domit Freund und Feind gegenüber, daß er ein Soldat Adolf Hitlers geworden war und zum Einsatz des Letzten bereit sein mußte. Im Gau Hessen-Nassau war es schon immer so, daß dort, wo eine Ortsgruppe entstand, zugleich auch die SA. ins Leben gerufen wurde. So konnten sich beide machtvoll im Reich, wie vor allem im Gau entwickeln. Unentwegt aber handelten wir nach dem Grundsatz: Wer uns angreift, liegt zuerst am Boden, eine Parole, die wir heute als Volk der ganzen Welt entgegenhalten. Zwar ist die Partei nur noch der Jugend zugänglich. Aber in ihren Gliederungen ist immer noch Platz für jeden Volksgenossen, der aktiv an dem herrlichen Geschehen dieser Zeit teilnehmen möchte. Die Sturmabteilung soll die große Erziehungsgemeinschaft der Nation sein, Kameradschaft und Einsatzbereitschaft fördern, kurz: beispielgebend für nationalsozialistisches Leben sein. Der Gauleiter wandte sich dann auch den falschen Propheten zu, die immer wieder einmal auftreten, um Verwirrung zu stiften. Auch ihre Entlarvung bezeichnete der Gauleiter als eine Aufgabe der SA. Schließlich solle sie die Brücke zum ganzen deutschen Volk sein, das braune Heer, auf das sich der Führer unbedingt stützen könne. Nach einer Darlegung der gewaltigen Aufgaben, die der Führer mit dem Vierjahresplan dem ganzen Volk gestellt hat, schloß Gauleiter Sprenger mit einem Ausruf an alle diejenigen, die heute noch der SA. fern» stehen, sich in ihre Reihen einzugliedern. NGOAp. und DAI. im Schulw s-n. Eine Vereinbarung zwischen Dr. Ley und dem Reichserziehungsminister Rust. Berlin, 18. Okt. (DNB.) Reichserziehungsminister Pg. Rust und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley veröffentlichen folgende Abmachungen: Der Reichserziehungsminister und der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront find sich einig über den gemeinsamen Einsatz zur Erreichung folgender Ziele: 1. Für die Aufbauschule, die vorwiegend den Nachwuchs aus der ländlichen Bevölkerung nach einem sechjährigen Besuch der Volksschule in weiteren sechs Jahren durch eine intensive Jnternatserziehung zum Abiturium führen soll, wird neben den bisherigen Trägern d i e NSDAP, a l s Schulträger zugelassen. 2. Für die Berufsschule wird in Zukunft neben den vorhandenen Schulträgern auch die Arbeitsfront als Schulträger zugelassen. 3. Auch die vorstehend genannten Schuleinrichtungen unterliegen der staatlichen Schulaufsicht. 4. Für die besonderen Aufgaben der fachlichen und beruflichen Heranbildung zur Gemeinschaftsarbeit der Studierenden an den Fach- und Hochschulen wird die Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen als zuständig anerkannt. Einbezogen ist hierin auch die Zuständigkeit für die Durchführung des Reichsberufswettkampfes an den Hoch- und Fachschulen. 5. Der Reichserziehungsminister und der Reichs- organifationsleiter und Führer der Deutschen Arbeitsfront werden unverzüglich auf dieser Grund-! läge in eine gemeinsame Arbeit zur Durchführung' dieser Grundsätze eintreten. Das Eingangstor zur Pfälzer Wein- strafe eingeweiht. Nach einer Besichtigungsfahrt für 120 Schriftleiter der in- und ausländischen Presse am Samstag, auf der den Teilnehmern ein lleberblick über die Pfälzer Landschaft, aber auch über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse gegeben wurde, weihte am Sonntag Gauleiter Bürckel das Weintor in Schweigen ein, das ein Eingangstor zur deutschen Weinstraße bildet. Diese ist werbendes Bindeglied zwischen dem pfälzischen Weinbau und dem übrigen Deutschland, ein Kulturdenkmal unserer Zeit, das in eindrucksvollster Weise die Arbeit und das Leben des Pfäl- zervolkes veranschaulicht. Am Anfang dieser Straße an der französischen Grenze steht das Weintor, das zum Eintritt in das gastliche Deutschland lädt. In einer schlichten Feier, an der Ministerpräsident Siebert teilnahm, wurde das Tor seiner Bestimmung übergeben. Dabei führte Gauleiter Bürckel u. a. aus: Wir sind stolz auf unsere Vergangenheit, weil nach einem tausendjährigen Kampf um diesen gesegneten Boden am Ende nun doch hier ein deutsches Tor steht. Und wenn drüben unser Nachbar in diesem Tor schon eingebaute Maschinengewehre wähnen sollte, so möchten wir feststellen, daß dieses Tor m der gleichen Zeit als Friedenstor entstanden ist, als gegenüber auf den Höhen Kanonen aufgerichtet wurden, um alles das zu vernichten, was wir durch dieses Denkmal verherrlichen. Unser Tor steht allen offen, die guten Willens sind als Wahrzeichen einer großen Zeit deutscher Freiheit und Ehre, als dankbares Bekenntnis zu unserem herrlichen Führer, dessen mir in Treue gedenken. Ministerpräsident Siebert übergab an Gauleiter Vürckel eine Spende von 20000 Mark zum Ausbau des Weintors und stellte den Ankauf von 10 000 Liter Wein für die Winterhilfe in Bayern in Aussicht. In fröhlicher Fahrt zogen die Feftteilnehmer dann über die deutsche Weinstraße. Gauleiter Bürckel bekam in allen 36 Dörfern und Städten, zu denen die größten Weinbaugemeinden Deutschlands zählen, einen Ehrentrunk gereicht. Der Gauleiter wies immer wieder darauf hin, daß es unserem Führe r zu danken sei, daß solche Werke der Kultur und des praktischen Sozialismus geschaffen werden konnten. BedrohlicheAusbreitung der blutigen Unruhen in Bombay. London, 19. Oft (DNB. Iunkspruch.) Bei den Unruhen in Bombay waren bis zum Sonntagabend etwa 50 Personen getötet und 490 verwundet worden. Drei Hindu-Tempel und eine Reihe anderer Gebäude sind völlig niedergebrannt. 3m Laufe des Sonntags wurden rund 300 Unruhestifter verhaftet. Sie sind in einem Sonder- gefängnis in der Vorstadt Worli untergebracht worden. Die Stadt-Gefängnisse sind bereits überfüllt. Ueberführte Unruhestifter sollen auf Anweisung des Polizeikommissars mit Auspeitschen bestraft werden. Da die britisch-indischen Polizeitruppen nicht ausreichten, um weitere blutige Kämpfe zwischen Hindus und Mohammedanern zu verhindern, muhte ein Bataillon des Durham-3n- fanterie-Regimenls eingesetzt werden. Das Oberkommando entschloß sich, 16 mit Maschinengewehren und je einem Halbzug besetzte Lastkraftwagen durch die Straßen fahren zu lassen. Jedoch machte dies aus die unruhige Bevölkerung nur vorübergehend Eindruck. Die Lage wird als äußerst ernst angesehen, da die Unruhen, die bisher auf einen ziemlich kleinen Bezirk begrenzt waren, sich auf den volkreichen Norden der Stadt auszudehnen begingen. 3n einer am Sonntagabend in Bombay veröffentlichten Regierungserklärung heißt es, die pot llzel fei Herr der Lage. Der Chef der Ordnungspolizei, SS.-Obergruppen- führer und General der Polizei, D a l u e g e , und der Chef der Sicherheitspolizei, SS.-Gruppenfüh- rer Heydrich, weilen in der italienischen Hauptstadt, um die italienische Polizeiorganisation kennenzulernen und sich eingehend über die Arbeitsmethoden der italienischen Polizei zu unterrichten. * Amtlich wird mitgeteilt, daß die Antworten der deutschen und der französischen Regierung auf die von der britischen Regierung am 18. September abgesandten Vorschläge hinsichtlich der geplanten Fünfmächtekonferenz in den letzten Tagen im Foreign Office eingegangen sind. Die Geheime Staatspolizei, Staats- polizeistelle A u g s b u r g, hat im Vollzug der Preis. Überwachung für Schweinefleisch einen B i e h - agentenin Schutzhaftgenommen, weil er den festgesetzten Höchstpreis für geschlachtete Schweine nicht einnehalten hat. Er verlangte bis zu 16 Pf. mehr für das Kilo, obwohl von den zuständigen Stellen in der Presse immer wieder gemault und die Erzeuger, Händler und Gewerbetrek Oviedo von nationalen Truppen entsetzt n aufenthalt) werden entsprechend ermäßigt. Die schon im Juli d. I. in Aussicht genommenen Verhandlungen über eine Neuregelung des deutsch-schweizerischen Warenverkehrs werden im November ausgenommen werden. Frankfurt a. M., 18. Okt. (LPD.) Im Fest- faal auf dem Frankfurter Ausstellungsgelände wurde in Anwesenheit führender Persönlichkeiten der Partei, der Behörden und Betriebsführer aus Industrie und Handel die Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz eröffnet, die in diesem Jahre unter dem Motto „Arbeit und Ernährung" steht. Professor S e l ck als Vorsitzender der Gesellschaft erklärte: Es gelte auch den schaffenden Menschen selbst für die Fragen des Arbeitsschutzes zu interessieren, dieses Ziel werde sich am leichtesten durch eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront erreichen lassen. Staatssekretär Dr. Krohn überbrachte die Wünsche der Reichsregierung. Der Arbeitsschutz sei der Anfang aller Sozialpolitik gewesen; aber erst das letzte Jahrzehnt habe die Abrundung des Arbeitsschutzes in allen Betrieben der deutschen Wirtschaft gebracht. Auch der deutsche Unternehmer habe sich in seiner sozialen Gesinnung nicht übertreffen lassen. Der Staat Adolf Hitlers, der in der Arbeit des Volkes sein größtes Gut. in der Arbeitskraft seinen größten Reichtum und in jedem Schaffenden seinen besten Bürger sehe, werde dem Schutz der Arbeitskraft einen neuen Auftrieb geben. Auch eine alte Forderung sei jetzt verwirklicht, indem der Arbeiter an der Unfallverhütung gleichberechtigt und gleichverantwortlich mitwirken werde. Reichsärzteführer Dr. Wagner sah die Bedeutung der Tagung besonders darin, daß die Frage der Ernährung in Verbindung mit der Arbeit und der Arbeitsleistung im Vordergrund der Verhandlungen stehen soll. — Hauptamtsleiter Selz- ner kam auf die Ermüdungserscheinungen als Ursache eines großen Prozentsatzes der Betriebsunfälle zu sprechen und wies auf die Einrichtungen hin, die den Zweck verfolgen, den schaffenden Menschen einer höherer Arbeitsbereitschaft entgegenzuführen. — Dr. Walther dankte der NSV. für die Unterstützung beim Aufbau der Ausstellung. Jetzt sei die Aufgabe her Betriebssichrer und der Vertrauensleute, praktische Folgen für die Sicherung der Arbeit in den Betrieben aus dieser Ausstellung zu ziehen. Um die enge Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und der Deutschen Gesellschaft Oer Mensch, kostbarstes Gut der Nation Oie Deutsche Gesellschaft für Arbeitsschutz tagt. Burgos, 17. Okt. (DNB.) Die nationale Besatzung der Stadt Oviedo, die seit dem 18. Juli der Belagerung der roten Truppen mit größten Heldentum standgehalten hat, konnte am Samstag von den zu ihrem Einsatz zusammengezogenen nationalen Truppen befreit werden. Nachdem es den nationalen Truppen gelungen war, den die Stadt beherrschenden Berg Naranco und die Außenbezirke der Stadt zu besetzen und den Fluß Nora zu überschreiten, war der Weg für den Einmarsch frei. Die Garnison Oviedo hat unter Führung des Generals A r i a n d a den gleichen Heldenmut gezeigt wie die Besatzung des Alcazar. Sie hat einen Derzweiflungskampf gegen eine vierfache rote Uebermacht geführt. Ihre Hauptgegner waren die roten asturischen Minenarbeiter, die ununterbrochen mit Dynamitsprengungen gegen die Belagerten vorgingen. Vor ihrer Flucht hatten die marxistischen Horden den am Rande der Stadt stehenden Pulverturm in die Luft gesprengt. In Burgos herrschte großer Jubel über die Befreiung von Oviedo. Das Martyrium spanischer Bischöfe. Burgos, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) lieber die grausame Ermordung der Bischöfe von Almeria und Cadix durch entmenschte rote Horden werden jetzt Einzelheiten bekannt. Der für Arbeitsschutz auch nach außen hin zu veranschaulichen, veranstaltete die DAF. in der Festhalle eine Kundgebung, die von nahezu 15 000 Volksgenossen besucht war. Landesobmann Becker erkannte an, daß so viele Arbeitskameraden auch an einem Sonntag seinem Rufe Folge geleistet hätten und damit zum Ausdruck brächten, daß sie die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz zu würdigen wüßten. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz Prof. Selck erklärte, die Arbeit sei die Mutter der Gesundheit, aber die Gesundheit sei auch die Mutter erfolgreicher Arbeit, und der Kranke könne niemals eine vollwertige Arbeit leisten. Eine Reihe von Gesundheitsschäden hänge leider mit der Arbeit zusammen, und hier müßten die vorbeugenden Maßnahmen einsetzen. Hier sei die Zusammenarbeit mit der DAF. von größter Bedeutung. Auch die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsschutz wolle an dem hohen Ziele Mitwirken, den schaffenden Menschen gesund zu erhalten und glücklich zu machen. — Hauptamtsleiter Seltner erklärte, heute, wo schon in den verschiedensten Berufsarten ein starker Mangel an fachlich ausgebildeten Kräften zu verzeichnen fei, sei die Gesunderhaltung des Arbeiters von besonderer Wichtigkeit. Der Mensch sei das kostbarste Gut, das die Nation besitze. Hand in Hand mit der Gesunderhaltung und durch diese ermöglicht müsse eine Leistungssteigerung gehen. Denn es sei zweifellos, daß einmal die große Auseinandersetzung zwischen dem Zeichen des Lichts, dem Hakenkreuz, und dem Zeichen des Dunkels und der Nacht, dem Sowjetstern, kommen werde. Selzner gab dann ein anschauliches Bild von der Wesensart des deutschen Menschen, von dessen schöpferischer und idealistischer Betätigung und stellte ihr die Wesensart des materiell denkenden und fühlenden Juden gegenüber. Diesen Unterschied habe der Jude längst erkannt, und es sei bitter notwendig, daß auch der schaffende deutsche Mensch diesen Unterschied beachte. Deshalb dürfte man heute nicht mehr zulassen, daß der deutsche Arbeiter einen unsauberen Arbeitsplatz habe, über schlechte Beleuchtung klage oder in sonstigen ungesunden Verhältnissen arbeiten müsse. Oesterreich. Bundeskanzler Schuschnigg vor der Vaterländischen Front. Wien, 17. Okt. (DNB.) Im Haus der Bundesgesetzgebung fand eine Tagung der Amtswalter der Vaterländischen Front statt. Bundeskanzler Schuschnigg erklärte mit Nachdruck, daß eine Schillingsabwertung nicht vorgenommen werde. Die Abwertung des Schillings bedeute Verteuerung der Rohstoffe und Erhöhung der Preise und eine nicht tragbare Verschlechterung des Lebensstandards für die gesamte Bevölkerung. Dann kam der Bundeskanzler auf die Auflösung der Wehrverbände zu sprechen. Als Oberstkommandierender habe er Feldmarschalleutnant H ülgerth, Landeshauptmann von Kärnten, berufen. Eine weitere Erklärung bezog sich auf die österreichische Staatsflagge. In Zukunft wird nach seiner Ankündigung die Krukenkreuzfahne der Vaterländischen Front im Jnlande der Staatsflagge gleichgefetzt sein. Die Dollfuß- Hymne wird neben der alten Hymne von Haydn zur zweiten Nationalhymne erhoben. Das Abkommen vom 11. Juli fei nicht von der innenpolitischen Seite zu betrachten. Die Selbständigkeit Oesterreichs und die Totalität der Vaterländischen Front seien über jeden Zweifel erhaben. Die Bedeutung des Abkommens liege vielmehr auf nationalpolitischem Gebiet. Es sei zu hoffen, daß mit ihm eines der schmerzlichsten Kapitel der deutschen Geschichte endgültig der Vergangenheit angehört. „Wir wollen O e st e r- reich als souveränen Staat", so erklärte der Kanzler, „jenes Oesterreich, das sich jetzt laut und deutlich als deutscher Staat bekennt, was ich in alle Zukunft auch nicht andern will Das österreichische Volk ist sich über alle augenblicklichen weltanschaulichen Gegensätze hinweg f einer kulturellen Gemeinschaft mit dem ganze n d e u t f ch e n V o l k b e w u ß t. Wir sind eins mit der Auffassung her deutschen Reichsregierung, daß das Abkommen vom 11. Juli dem europäischen Frieden dient." . .. . Propaganda und politische Tätigkeit der Mo - N archi st en seien im Rahmen der Vater and, ch-n Front zulässig. Der Staat und nicht hie Staatsform sei das Primäre. Die Lösung könne aber niemals von außen her beeinflußt werden. Die Entscheidung darüber habe nicht das Ausland, nur das österreichische Voll. Eine Volksabstimmung sei augenblick- lich gewiß nicht in Blickweite. Trotzdem aber ei die Zeit der Beschränkung der österreichischen Sou- veränität aus alle Fälle vorüber. Das nächste Ziel der Regierung sei die Durchführung der Dollsuß- Derfassung. Regierung und Opposition in Belgien. Brüssel, 17. Okt. (DNB.) Die Regierung hat Maßnahmen gegen den aus den R e x i st e n und den flämischen N a t i o n a l l st e n gebildeten Oppositionsblock getroffen. Um der Drohung De- grelles, daß die Abgeordneten des Blocks und ihre Ersatzmänner beim Wiederzusammentritt des Parlaments geschlossen ihre Mandat en i e - verlegen würden, wenn ^ie Regierung sich bis dahin nicht von dem Transportm'.nlster I a s p a r getrennt habe, zu begegnen hat der einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bestimmt, daß die Ersatzwahlen in Zukunft non der Z u ft i m- mung des Parlaments abhängig gemacht werden sollen. Außenminister Sp aa k hielt m einer sozialistischen Versammlung eine Rede, in der er Gruppen als die Darstellung ihrer Idee anzuerken- nen. Sie hat sich ebenso aber gewehrt, wenn alte weltanschauliche Mächte, die im heutigen Kampf versagten, nun gerade das, was sich als unbrauchbar erwiesen hatte, uns als gleichsam unser geistiges Programm aufdrängen wollten. Wir waren und sind deshalb der Ueberzeugung, daß die nationalsozialistische Weltanschauung weiträumig genug sein muß, um alle jene Persönlichkeiten und Bekenntnisse zu umspannen, die ehrlich gewillt sind, die Substanz des Deutschtums und alle seine blutbedingten charakterlichen und seelischen Kräfte im Der Kampf gegen den Bolschewismus kann nur auf weltanschaulicher Grundlage gewonnen werden Alfred Rotenberg unterstreicht die Ausführungen des Bischofs Hudals. Kampf gegen die Strömungen der Weltzerstorung zu unterstützen. Genau so, wie wir Menschen verschiedenster politischer Vergangenheit nach einer Rückkehr zu diesem Kampf für Deutschlands Rettung nicht mehr nach ihren sonstigen Traditionen fragten, sondern nur nach ihrer neueinsetzenden Tat und Leistung, so werden wir ebenso großzügig ein Bekenntnis akzeptieren, wie das des Bischofs Hudal für den großen Kampf der Rettung Deutschlands und Europas, der eben vom Nationalsozialismus in wahrhaft monumentaler Form geführt wird." läfterungen zwingen. Schließlich wurde er an Land gebracht, vor einer großen Zuschauermenge e r - schossen und seine Leiche verbrannt. Ein ähnliches Martyrium auf einem Gefangenenschiff hatte der greife Bischof von Almeria durchzumachen. Auch er wurde später an Land gebracht und, umgeben von kommunistischen Weibern und höhnenden Milizen, durch die Stadt zum Richtplatz geführt. Dort wurde er durch unzählige Messerstiche getötet. Seine Leiche wurde bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt und mit Füßen getreten; sie wurde schließlich mit Benzin übergossen und verbrannt. Aehnliche bestialische Morde an national eingestellten Personen sollen in Almeria in großer Zahl begangen worden sein. Oie Nationalisten beherrschen die Bahnlinie Madrid—Alicante—Valencia. Paris, 18. Okt. (DNB ) Agentur Havas meldet, daß die Abteilungen des Generals Varela in breiter Front von Toledo aus vorrückend die Linie Dalmojago-Jllescaz-Pantoja-Anover del Tajo und Castillejo erreicht haben. Jllescaz liegt an der großen Verkehrsader, die Toledo mit Madrid verbindet. Das gesteckte Ziel, die Eisenbahnlinie Madrid-Älicante-Valencia zu unterbrechen und die auf dem linken Ufer des Tajo liegende Nebenlinie Toledo-Caftillejo unter Geschützfeuer zu nehmen, fei vollkommen erreicht worden. Man könne nun behaupten, daß der Ring um Madrid sich in Bälde vollständig schließen werde. Saarbrücken, 17. Okt. (DNB.) Die Gaukulturwoche des Gaues Saar-Pfalz wurde mit einer großen Kundgebung in dem überfüllten Saal der Wartburg beendet. Nach dem Fahneneinmarsch wurde eine Festfolge westdeutscher Dichter „Erde und Volk" vorgetragen. Reichsleiter Alfred R o - f e n b e r g hielt dann eine Rede. Er wies darauf hin, daß die Rückkehr Belgiens zur Neutralitätspolitik zeige, daß die Welt immer klarer erkenne, daß ein Bündnis zwischen Frankreich und Rußland, wie es 1914 vorlag, ein ganz anderes Vorzeichen aufwies, als der französisch-sowjetrussische Pakt von heute. Früher war Rußland immerhin noch halb europäisch, heute dagegen stelle die Sowjetunion unter jüdischer Führung die Bedrohung der Substanz aller Kulturgüter Europas dar. Wir hätten das seit 1919 erkannt und den Mut aufgebracht, es auch entgegen allen Gewalten zu bekennen, und dieser Mut zum Bekennen war es, der Deutschland und damit Europa vor dem „Das geschichtliche Verdienst des Nationalsozialismus." . Der österreichische Bischof Dr. Alois Hsidal hat sich soviel erfreulichen Freimut bewahrt, daß er schon längere Zeit vor der Beseitigung des deutsch- österreichischen Konsliktes für eine enge Verständigung zwischen den beiden Volkern eingetreten ist, obwohl er sich dabei in Gegensatz zu manchem seiner österreichischen Amtsbrüder zu bringen schien. Er hat es sich gleichwohl nicht verdrießen lassen, seine aus innerster Ueberzeugung getragene Aufklärungsarbeit fortzusetzen, und das erscheint besonders verdienstlich, wenn diese Arbeit auch noch während der römischen Tättgkeit des Kirchenfürsten fortgesetzt wird. Die Art und Weise, wie er jetzt in einer größeren Abhandlung die „Sendung des deutschen Volkes in Europa" im allgemeinen und d i e Leistungen des Nationalsozialismus im Kampf gegen Öen Bolschewismus im besonderen einer Würdigung unterzieht, zeigt klar, daß der Bischof sich nicht damit begnügt hat, einfach Tatsachen einander gegenüberzustellen, sondern daß er Wesen, Wollen und Wirken des Nationalsozialismus in geistiger Durcharbeitung erfaßt und seine Bedeutung für die Entwicklung Europas gerade im jetzigen Stadium höchster Gefahr erkannt hat. Ungeachtet einiger unwesentlicher Vorbehalte, ist Bischof Hudal durch dieses starke Bekenntnis vor vielen anderen Kirchenführern ausgezeichnet. Es ist z. B. eine Erkenntnis, wie sie zuerst einzig und allein vom Nationalsozialismus vertreten worden ist, wenn Dr. Hudal betont, daß man der gegenwärtigen weltanschaulichen Krise, wie sie durch den Bolschewismus planmäßig heraufbeschworen wurde, naturgemäß auch nur von weltanschaulicher Grundlage aus beikommen muß. Diese Grundlage ist ja tatsächlich von Adolf Hitler in Gestalt der nationalsozialistischen Weltanschauung geschaffen worden. Der Bischof unterstreicht diese Tatsache auf das wirksamste, wenn er die Welt daran erinnert, daß es „das geschichtliche Verdienst des Nationalsozialismus" ist, wenn Deutschland nicht zur Aufmarschbasis der Weltrevolution wurde, und er nennt in diesem Sinne gerade die Losung des Nürnberger Parteitages, die manchen Leuten draußen in der Welt auf die Nerven fiel, „eine europäische Tat". Demgegenüber stellt Dr. Hudal aber auch sehr eindeutig fest, daß der Kampf nicht nur dem Bolschewismus allein, sondern daneben auch jenem „Einbruch westlicher europäischer Dekadenz" gelten muß, der gerade in den westeuropäischen Staaten gewisse Kreise für die bolschewistische Infizierung gemacht hat. Es ist wohl von kirchlicher katholischer Seite das entscheidende Merkmal der gegenwärtigen Zeit in Europa noch niemals so klar herausgestellt worden wie von Bischof Hudal, wenn er sagt: „Die Sendung des deutschen Volkes in Europa ist gerade in der Gegenwart für diesen ganzen Kontinent entscheidend". Und er zieht die einfache logische Schlußfolgerung aus dieser Erkenntnis, wenn er geradezu mit Schärfe sich gegen jene tolle Auffassung „vereinzelter Kreise in Oesterreich" wendet, die einen Ausgleich zwischen Katholizismus und Bolschewismus immer noch für eher möglich halten als zwischen Vatikan und Reich. sich scharf gegen die Rexbewegung wandte, und mitteilte, daß die Regierung die Führung einer Widerstandsbewegung gegen diejenigen übernehmen werde, die in Belgien ein „D i k t a t u r s y st e m" einführen wollten. Spaak berührte auch die Rede des Königs. Er erklärte, die Versicherung, daß Belgien keiner Macht als Durchmarschgebiet oder als Operationsbasis dienen könne, sei ein Element der Beruhigung und ein Beitrag zum Frieden. Iahrestagung des Reichsinstituts für beschichte des neuen Deutschlands In Anwesenheit bedeutender Geschichtswissenschaftler und Vertreter von Partei und Reich trat in Berlin der Sachoerständigenbeirat des Reichs- institutsfür Geschichte des neuen Deutschlands zu seiner Jahrestagung zusammen. Der Präsident des neuen Reichsinstituts, Prof. Dr. Walter Frank, gab nach Begrüßung der Erschienenen einen Ueberblick über die Arbeit des Instituts seit der Gründung im Herbst vorigen Jahres. Das Reichsinstitut habe, so sagte er, von vornherein der Mittelpunkt aller geistig-politischen Energien der neuen deutschen Geschichts-, ja der neuen deutschen Geisteswissenschaft sein wollen. Entgegen den Erwartungen des Pariser Emigranten- und Judentums habe der Nationalsozialismus seinen Gegnern bewiesen, daß er auch auf dem Felde der geistigen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung Kanonen zu bauen und Truppen zu exerzieren verstehe, Kanonen und Truppen für den geistigen Wett- ftreit unter ben Volkern allerdings, für ein „Olympia der wissenschaftlichen Leistung". Prof. Frank kam bann auf die geistigen Auswirkungen her Gründung des Reichsinstituts im In- und Auslande zu sprechen und stellte fest, daß auch im nichtdeutschen Ausland das VerstänÜnis für den wissenschaftlichen Aufbauwillen des neuen Deutschlands wachse. Wenige Monate hätten genügt, um deutlich zu machen, daß die nationalsozialistische Revolution nun auch in die Geschichtswissenschaft siegreich eingebrochen sei, aber nicht als blinde Zerstörerin, sondern mit dem Willen und mit der Kraft, im Bunde mit den besten Traditionen dieser Wissenschaft an das Wort eines neuen Aufbaues zu gehen. Selbst im Auslande sehe man ein, daß die polittschen Antriebe des Nationalsozialismus die Wissenschaft nicht lähmten, sondern belebten. Anschließend stellte Prof. Frank fest, daß nicht auf gleichgeschalteten Mittelmäßigkeiten die Zukunft der deutschen Wissenschaft ruhe, sondern auf geiftigen Führernaturen. Anschließend überbrachte Prof. Wilhelm Engel die Grüße und Wünsche des Reichswissenschaftsministers Rust. Er versicherte, daß die bahnbrechende Arbeit des Reichsinstituts auch weiterhin das volle Verständnis und die tätige Förderung des Reichswissenschaftsministers finden werde. Wie Prof. Frank mitteilte, hat Geheimrat Prof. Dr. Philipp Lenard, der Träger des diesjährigen Großen Wiffenfchaftspreises der NSDAP., im Rahmen der „Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands" die Leitung des Referats „Das Judentum in der Naturwissenschaft" übernommen. kleine politische Nachrichten Die deutsch-schweizerischen Verhandln n a e n über die Anpassung des Verrechnungsverkehrs haben zur Unterzeichnung eines Abkommens über eine Regelung bis zum 31. Dezember 1 1936 geführt. Im Reiseverkehr nach, der , Schweiz werden die allgemeinen Höchstsätze für den genehmigungsfreien Reiseverkehr von 500 Mark : auf 400Mark herabgesetzt. Die besonderen ■ Höcystsätze für den genehmigungspflichtigen Reise- • verkehr (Sanatoriums-, Studien- und Erziehungs- Staatssekretär Milch hat unter Führung von Staatssekretär General Valle und Genera P o r r o dem Befehlshaber des Luftkreises Rom, die italienische Flieger st adt Guidonia und ihre wis- senschaftlichen und technischen Zwecken dienenden Prüfungsanlagen für den Flugzeugbau besichtigt. Anschließend fand ein Besuch des Militärflughafens Monto Celio statt. Der Reichsführer des NS. - Rechtswahrerbundes, Reichsminister Dr. Frank, hat folgende Anord - nung erlassen: „Die Mitglieder der Reichsgruppe Rechtsanwälte des NS-Rechtswahrerbundes werden ermächtigt und verpflichtet, das Bundesabzeichen des NSRB. auch bei Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit als Organe der deutschen Rechtspflege an ihren Anwaltsroben zu tragen, lieber die Durchführung ergeht nähere Weisung. Untergang bewahrte. Außerordentlich erfreulich sei es, daß der österreichische Bischof Hudal, der zugleich Rektor der deutschen Nationalstiftung der Anima in Rom ist, sich in entschiedener Weise gegen den Welt- bolschewismus wendet und die große europäische Tat des Nationalsozialismus vorbehaltlos anerkennt. Bischof Hudal führte aus, daß der Bolschewismus eine Seelenhaltung sei, in der ein stark nihilistischer Zug des von allen religiösen Bindun- gen losgelösten Dekadenten eine bedeutende Rolle spiele. Das ist genau das, was wir seit 16 Jahren aussprechen. Daraus ergibt sich aber auch als klare Konsequenz, daß man eine Seelenhaltung wie sie der Bolschewismus eben darstellt, nur mit einer starken neuen idealistischen Weltanschauung überwinden kann. Bischof Hudal erklärt auch, daß deshalb der Gegenkampf auf geistig weltanschaulicher Grundlage geführt werden müsse. Bereits einen furchtbaren jüdischen Protest haben die Worte des Bischofs Hudal dann am Schluß seines Aufsatzes ausgelöst, in dem er aus einem vor 16 Jahren von mir geschriebenen Werk ein Zitat brachte mit der Bemerkung, daß kein Katholik oder christusgläubiger Protestant es hätte besser aussprechen können als ich. Ich begreife ohne weiteres, daß eine derartige Zitierung dem Bischof Hudal nicht leicht gewesen sein mag und daß sie , , „ v , einen jüdischen Sturm von Wien aus entfachte. Bischof von Cadix befand sich auf einem Ge Ich möchte feftfteUen, die nationalsozialistische Be- fangenenschiff.wo er das Deck scheuer' megung ist keine Sekte. Sie hat sich niemals mußte. Durch Mißhandlungen wollten die kommu- verleiten lassen, schwärmerische kleine übersteigerte nistischen Gefangenenwärter den Bischof zu Gottes- benden zur strengen Einhaltung der festgesetzten Preise gemahnt werden. Auf Anordnung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine wird am 18.Oktober 1936 die Inspektion der Marineartillerie und des Artillerie-Versuchskommandos für Schiffe von ihrem bisherigen Standort Wilhelmshaven nach Kiel verlegt. Prinz Friedrich Christian zu Schaumburg-Lippe, Referent im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, ist zum Ober» regierungsrat ernannt worden. ♦ Nach Zeitungsmeldungen aus Mogadiscio hat eine stark italienische Abteilung den Vormarsch zum Margherita-See angetreten, der hinter einer 3000 Meter hohen Gebirgskette in Südwest- a b e s s i n i e n liegt. Die Operationen seien auf breiter Grundlage bereits in vollem Gange. • Die in Deutschland lebenden spanischen Falangisten haben sich organisiert und zunächst Ortgruppen in Berlin, Hamburg, Mannheim, Stuttgart und Königsberg gegründet. Die Bewegung nimmt auch unter den in England, Frankreich und Italien lebenden Spaniern stark zu. Aus aller Wett. Schwere Herbststürme über Nord- und Mitteldeutschland. Der besonders kräftige Sturmwirbel, der am Samstag noch zwischen Irland und Schottland lag, erreichte am Sonntag früh Nord- und Mitteldeutschland sowie Skandinavien. Auch die Reichshauptstadt lag im Bereich des gewaltigen Tiefdruckgebiets. Am Sonntagvormittag steigerte sich die Gewalt des Sturmes von Stunde zu Stunde, und in den frühen Nachmittagsstunden wurde zeitweise Windstärke 11 — das sind etwa 100 Stundenkilometer — erreicht. Schwere Regengüsse wechselten mit zeitweise klar blauem Himmel. In 100 Fällen wurde die Feuerwehr gerufen, um Sturmschäden zu beseitigen. In ganz Mittel- und Norddeutschland wurde ebenfalls Windstärke 11 erreicht. Seit 36 Stunden tobt ein schwerer N o r d w e st - sturm über den nordfriesischen Inseln. Das Wüten der Elemente hat im Nordseebad Wyk auf Föhr außerordentlichen Schaden angerichtet. Die unter ungeheurem Winddruck stehenden Wassermassen stauten sich zu einer Höhe, wie sie seit 1911 nicht dagewesen ist. Die Strandmauer im Ortsteil Südstrand ist an zwei Stellen gebrochen. Am Hafen von Wyck brach das Wasser bis in die Straßen vor, sodaß die gesamte Bürgerschaft alarmiert werden mußte, um mit Sandsäcken die bedrohten Straßenzüge abzudämmen. Am Nidlumer Seedeich hat das Wasser die Deiche überflutet. Von Nidlum auf Föhr wird gemeldet, daß das Wasser bis an die Dorfgrenze gelangte. Der Abbruch an der ganzen Südküste von Föhr ist beträchtlich. Die BerSdhiwr arbeiten fieberhaft, um die besonders stark gefährdeten Einbruchsstellen mit Sandsäcken zu verstopfen. Von den Halligen wird gemeldet, daß das Wasser in den Häusern steht. Die Zisternen sind überflutet, sodaß das Trinkwasser nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist, die geborgen werden konnten^ Auch aus zahlreichen anderen Bezirken liegen Meldungen über schwere Sturmschäden vor. Die nordwestdeutschen Wetterstationen melden Sturm- stärken 11 bis 12. In Bremerhafen ruht der gesamte Schiffsverkehr. In Cuxhaven richtete der orkanartige Sturm Verheerungen an, desgleichen an der ganzen schleswig-holsteinischen Westküste. So mußte der 1923 fertiggestellte Neufelder Koog geräumt werden, da die Gefahr eines Deichbruchs besteht. In Dänemark wurden mehrere Unfälle durch schweren Sturm verursacht. Auch in Pommern herrschte Sturmstärke 11; die Ostseeschiffahrt wurde stark beeinträchtigt. Hai die Verstädterung Deutschlands ein Ende? Von jeher hat sich in den Binnenwanderungen eines Volkes die wirtschaftliche Entwicklung widergespiegelt. In Deutschland führte die Industrialisierung der Vorkriegsjahrzehnte zu einem dauernden Abfluß der Landbevölkerung nach der Stadt. Die gleiche Entwicklung hat auch in der Nachkriegszeit wieder stattgefunden. Der Kräfteentzug, dem das flache Land durch diese Bevölkerungsbewegung ausgesetzt war, ist viel zu wenig beachtet worden. Es darf schon rein wirtschaftlich'nicht übersehen werden, daß ja gerade die im Erwerbsalter stehenden Menschen abwanderten. Die Jugendlichen blieben auf dem Lande, ihre Erziehung und Ausbildung mußte vom Lande getragen werden. Ihre Steuerkraft kam dann aber den Städten zugute. Oftmals ist auch ein Rückstrom älterer Jahrgänge, denen es in der Stadt schwer fiel, einen Arbeitsplatz zu halten, zu beobachten gewesen. Alles in allem hat sich also die Binnenwanderung sowohl blutsmäßig wie wirtschaftlich gesehen auf Ko st en des flachen Landes abgespielt. Die nationalsozialistische Staatsführung hat die schädlichen Folgen einer derartigen Entwicklung von Anfang an erkannt und zu beseitigen versucht. Früher hätte ein wirtschaftlicher Aufschwung, wie er in den Jahren nach der Machtergreifung eingetreten ist, fraglos zu einem verstärkten Ansteigen der Großstadtbevölkerung geführt. Dies durfte aber niemals geschehen, wenn das Ziel der Erhaltung eines st arten Landvolks und der allmählichen Auflockerung unserer Großstädte und Industriezentren erreicht werden sollte. Es mußte auch schon deshalb verhindert werden, weil der Landwirtschaft für die Aufgaben der Erzeugungsschlacht die notwendigen Arbeitskräfte erhalten bleiben mußten. Dementsprechend ist eine Lenkung des Arbeitseinsatzes erfolgt, lieber Berlin, Hamburg und Bremen, diejenigen Stadtgebiete, die in besonders großem Umfang Landbevölkerung aufsaugten, wurde eine allgemeine Z u - zu gs sp erre angeordnet. Im übrigen wurde die Abwanderung nach der Großstadt dadurch gehemmt, daß alle aus der Landwirtschaft stammenden Arbeitskräfte nur mit Genehmigung der Arbeitsämter in Berufszweigen außerhalb der Landwirtschaft arbeiten dürfen. Die Entwicklung hat die Richtigkeit dieser Maßnahmen inzwischen bestätigt. Wie jetzt vom Institut für Konjunkturforschung festgestellt wird, hat die Wirtschaftsbelebuna seit 1933 keinen Zuwanderungsüberschuß f ü r die Großstädte gebracht. Freilich sind auch in diesen Jahren eine große Anzahl von Menschen nach der Großstadt gekommen, gleichzeitig haben aber die Wegzüge aus der Großstadt einen derartigen Umfang erreicht, daß die Abwanderung die Zuwanderung übertrifft. In den drei Jahren von 1933 bis 1935 haben die deutschen Großstädte 206 000 Menschen verloren. Rechnet man die gesamte Abwanderung seit 1930 zusammen, so kann man feststellen, daß die Großstädte in dieser Zeit mehr als die Hälfte ihres W a n ü e r u n g s ü b e r s ch u s- ses der Jahre 1924/29 wieder abgegeben haben. Damit ist die scheinbar unaufhaltsame Verstädterung unseres Volkes zum ersten Male aufgehalten. Das Ziel ist aber, wie mit Deutlichkeit festgestellt werden muß, noch keineswegs erreicht. Vielmehr ist auch für die Zukunft eine Lenkung der Bevölkerungsbewegung erforderlich, damit ein g e - f und er Ausgleich zwischen Stadt und Land erreicht wird. H. 16 Todesopfer eines Erdbebens in Nordilalien. In ganz Venetien wurden am Sonntag gegen 4 Uhr starke Erdstöße verspürt. Im wesentlichen erlitten nur ältere Häuser Schäden. Lediglich in der Gemeinde Saoile hatte das Erdbeben schwerere Folgen. Hier stürzte ein Haus ein und begrub die Bewohner unter sich. Bisher wurden 15 Tote geborgen und mehrere Verletzte. Die Bevölkerung verhält sich ruhig. Die Behörden haben alle Hilfsmaßnahmen getroffen. In Conegliano ist ein Teil der alten Burg eingestürzt. In Cordigliano ist der Kirchturm zusammengebrochen, ebenso in Fregona. Auch aus Belluno wird Gebäudeschaden gemeldet. In Conegliano konnten ein Toter und zwei Verletzte, in Cordigliano zwei lebensgefährlich Verletzte geborgen werden. Das Erdbeben wurde zwischen Venedig und Verona heftig verspürt. Teilweise wurde eine Dauer bis zu zwei Sekunden beobachtet. In Venedig wurde die Lichtzufuhr unterbrochen, wodurch die Panik unter der aus dem Schlaf aufgeschreckten Bevölkerung noch gesteigert wurde. Das Erdbeben wurde auch in München und in anderen Orten des bayrischen Oberlandes wahrgenommen. Schweres Eisenbahnunglück in Aegypten. Wie Reuter aus Kairo berichtet, ereignete sich bei der Rückkehr des ägyptischen Ministerpräsidenten Nahad Pascha ein schrecklicher Unglücks- fall. Als der Kairo-Alexandrien-Expreß, in dem sich der Ministerpräsident befand, den Bahnhof von Tukh in der Nähe von Benha durchfuhr, raste er in die begeisterte Menge hinein, die Nahad Pascha begrüßen wollte. Elf Personen wurden g e - tötet und vier schwer verletzt. Schreckliches Unglück an einem Bahnübergang. Ein Durchgangszug fuhr in Lunau bei Dirschau (Pommerellen) an einem Bahnübergang in einen Leiterwagen. Auf dem Wagen, der mit Umzugsgut beladen war, faß eine Frau mit ihren drei Kindern. Ihre Leichen wurden fürchterlich zerstückelt 70 Meter von dem Bahnübergang entfernt aufgefunden. Das Unglück ist nach der amtlichen Feststellung auf die Unachtsamkeit des Schrankenwärters zurückzuführen. Als er gesehen hatte, was er angerichtet hatte, floh er. Erst nach einigen Stunden konnte er verhaftet werden. Der Leiterwagen gehörte einem Stellmacher aus dem Kreise Stargard, der in ein Dorf in der Nähe von Dirschau übersiedeln wollte. Die eigene Frau erschlagen und verbrannt. Die von der Breslauer Kriminalpolizei durchgeführten Ermittlungen über die seit dem 7. November 1935 vermißte 30jährige Frau Kauder haben nunmehr zu der Feststellung geführt, daß Frau Kauder von ihrem Ehemann nach einer Auseinandersetzung erschlagen worden ist. Dieser hatte dann die Leiche im Backofen seiner Bäckerei verbrannt. Kauder, der inzwischen wegen Beihilfe zu gewerbsmäßiger Abtreibung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist und der immer betont hatte, seine Frau sei mit einem Liebhaber verschwunden, hat unter der Wucht des Beweismaterials ein umfassendes Geständnis abgelegt. Devisen im Unlerrock. Eine Frau aus Neubelgien, die ihre Verwandten im Kreise Prüm (Eifel) wohnen hat, kam vor einigen Tagen nach Deutschland, um den ihr zugesprochenen elterlichen Erbteil in Empfang zu nehmen. Eine Abschlagszahlung von 400 RM., die ihr gegeben wurde, trug sie nicht, wie sie es hätte machen müssen, zu einer Bank auf ein Sperrkonto, sondern sie nähte die Scheine in den Unterrock und versuchte, das Geld nach Neubelgien zu verschieben. Das Geld wurde jedoch gefunden und gegen die Frau Haftbefehl erlassen, der gegen eine Sicherstellung von 1000 RM. aufgehoben wurde. Sie wird sich nun wegen versuchter Devisenschiebung zu verantworten haben. Große Schiebung in Industrie-Diamanten. Der Zollfahndungsstelle in Köln ist es in Zusammenarbeit mit der Zollfahndungszweigftelle Koblenz gelungen, eine großangelegte Schiebung in Industrie-Diamanten (Boort) aufzudecken. Es konnte festgestellt werden, das insgesamt für annähernd 100 000 Mark Boort (fehlerhafter Diamant zu Schleifzwecken) aus dem Ausland eingeführt und der Gegenwert ohne entsprechende Devisengenehmigung nach dem Auslande geschafft worden ist. Die Haupttäter Sch. aus Jdar-Oberftein und N. aus Klein-Steinheim befinden sich in Untersuchungshaft; ebenso ein gewisser P. aus Nalbach, der zur Verschleierung der illegalen Boortbezüge Rechnungen unter falschem Namen ausgestellt und auch quittiert hatte. Das Verfahren schwebt bei der Staatsanwaltschaft in Trier, die Anklage gegen insgesamt fünf Beschuldigte erheben wird. Elfjähriger Junge überfahren und getötet. In Horrweiler (Rheinhessen) wurde das Karussell des Besitzers Michael R o ß k o p f aus Planig abtransportiert. Zahlreiche Kinder liefen hinter dem Bulldogg mit seinen drei Anhängern her, obwohl der Besitzer und seine Mitarbeiter alles taten, um die Kinder zurückzuhalten. Auf der Straße nach Gensingen geriet der elfjährige Sohn der Witwe D a u d i st e l unter das Rad eines Wagens, der ihn eine Strecke mitschleifte. Mit schweren Verletzungen wurde das Kind in ein Krankenhaus gebracht, wo es nach wenigen Stunden starb. Umfangreicher Schmuggel im Trierer Bezirk. Jrn Monat September war der Schmuggel im Hauptzollamtsbezirk Trier größer als im Vormonat, wenn auch die Zahl der Aufgriffe zurückgegangen ist. Unter den erwischten Schmugglern befanden sich einige gewerbsmäßige Schieber, die größere Mengen Zigarettenpapier bei sich hatten. Ueberhaupt legen die Schmuggler den größten Wert auf Zigarettenpapier, da sie dieses am leichtesten verstauen und loswerden können. Die Zahl der beschlagnahmten Blättchen Zigarettenpapier betrug rund eine halbe Million. An Devisen sind den Grenzzollbeamten 566,18 Reichsmark, 394,75 luxemburgische und 1317 belgische Franken in die Hände gefallen. Vierhunderljahrfeier von Valparaiso. Die Stadt Valparaiso in Chile begeht in diesen Tagen die 400-Jahrfeier ihrer Gründung. Die Festlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst, dem der Präsident der Repu- blick und sämtliche Minister beiwohnten. Auch nahm der Präsident an einem Festbankett auf dem argentinischen Schulschiff „Presidente Sarmiento" teil. Ferner fand eine Militärparade — die bisher größte in der Geschichte Chiles — unter Teilnahme einer Abordnung des argentinischen Schulschiffes statt. Im Rahmen der Feierlichkeiten, die bis zum 27. September dauern, wird auch ein wissenschaftlicher Kongreß eröffnet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Durchzug eines mächtigen Sturmwirbels brachte am gestrigen Sonntag vor allem den deutschen Küstengebieten schwere Stürme, machte sich aber auch bis ins Binnenland bemerkbar. Ein neuer Wirbel ist bis Südengland vorgestoßen und nimmt bereits heute feinen Einfluß auf unser Wetter auf. Auch für die Folge bleibt die Witterung sehr unbeständig. Aussichten für Dienstag: Nach verbreiteten Regenfällen (hauptsächlich in der Nacht zum Dienstag) wieder wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern, bei kräftigen westlichen bis nordwestlichen Winden zunächst mild, dann neue Abkühlung. Aussichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West bis Nordwest Fortdauer der unbeständigen, zu Niederschlägen neigenden Witterung. Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 8,6 Grad; am 19. Oktober: morgens 5,2 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Oktober: abends 8,9 Grad; am 19. Oktober: morgens 7,0 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 3,0 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gießen (Bleichstraße 36), den 17. Oktober 1936. 6652D Gießen, den 19. Oktober 1936 04801 Am 17. Oktober entschlief sanft nach langem Leiden meine liebe, treusorgende Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Schwester Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, 21. Oktober, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Die Beerdigung findet in der Stille statt-Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen im Alter von 79 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Geck, Studienrat. Statt besonderer Anzeige. Heute entschlief nach dreiwöchigem Krankenlager unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Joseph Geck Kanzlei-Oberassistent i. R. Frau Elisabeth Martin geb. Schwan In tiefer Trauen Georg Martin August Martin Minny Martin, geb. Dörr Ludwig Schwan Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grundpreis von 5 pf. sürdieMllimeter» retle veröffentlicht Vermietungen S'/2-Zlmm.- Wohnung mitZubehör baldigst zu vermiet. Näheres [6646D Hermann Clges Seltersweg 66. Schöne 3-Zimmer- Wohnung mitBadezimmer Bodenkammer u. Gartenanteil sofort z. vermiet. Baugenoffenfdiaft l894.e.G.m.v.9. Gleben.MlMg2K Freundliche 2-3-Zinuner-Nobii. zum 15. Novbr. ob. 1. Dezember abzugeben, wsoe Näheres Gründ. Str. 71. | Mietgesuche"] 2 WM uni Mk oder ein großes Zimmer u.Küche von älter., ruhig. Ehepaar per sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote mit Preisangabe unter 6650D an 'den Gieß. Anz. 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Aber bald haben wir es geschasst. Nur 80 Kilometer trennen uns noch von jener seltsamsten der nordafrikanischen Städte, in der die fanatische Sekte der Senussi in geheimnisvollen unterirdischen Räumen ihre religiösen Kulte ausübt. Aber vorläufig kommen wir einmal nicht weiter! Unser Fiat hat einen hoffnungslosen Federbruch. Jetzt liegen wir hier mitten in der Wüste fest. Jede Woche fährt von Tripolis ein Lastwagenzug hier in die Hammada el Homra, um die einzelnen Forts mit Lebensmitteln zu versorgen. Einer dieser Riesenlastwagen hat uns mitgenommen. Andere Möglichkeiten, in der Wüste zu reisen, gibt es nicht. Kamelkarawanen gehen auf größere Entfernungen schon seit Jahren nicht mehr ab. Im Auto geht alles viel besser und schneller. Die Wüste ist ja für den Kraftwagenoerkehr auch die idealste Landschaft. Da braucht man keine kostspieligen Straßen zu asphaltieren. Der Boden ist hart und Regen gibt es so gut wie nie. Was sich hier stolz Straße nennt, ist nichts weiter als ein Wüstenstreifen, in dem die größten Steine rechts und links aus dem Wege geräumt find. Auf ihnen also rollen Woche für Woche die hochbeladenen Fiats in die Sahara und halten die Verbindung mit den einsamen italienischen Forts aufrecht. Heute morgen sind wir wieder einmal an einem Grab vorübergekommen. Es war noch ganz frisch. Von Soldaten in der „Bilderbuchoase" Sinaun erfuhren wir, was sich hier zugetragen hatte: Ein italienischer Leutnant der Eingeborenen-Ka- melreitertruppe war mit einer Abteilung von 60 Mann von Ghadames nach Tripolis unterwegs. Dort sollten sie nach Abessinien eingeschifft werden. Die Soldaten schienen darüber gerade nicht begeistert zu sein. An der Stelle, wo wir das Kreuz gesehen hatten, zog der Schumbaschi (Feldwebel) plötzlich den Revolver und jagte dem Offizier sechs Kugeln in den Rücken. Dann machte er sich mit dem größten Teil der Araber auf und floh auf die tunesische Grenze zu. Vier Mann aber, die ihm nicht gefolgt waren, ritten nach Nalut und meldeten dort den Vorgang. Sofort stieg ein Militärflieger zur Verfolgung auf. Als er die Deserteure erreicht hatte, eröffneten diese ein so wildes Feuer, daß der Pilot schwerverwundet nur mit Mühe noch in Nalut landen konnte. Die französische Regierung jedoch lieferte die Deserteure aus, und der Schumbaschi wurde in Nalut vor aller Oeffentlichkeit gehängt. Seine Verwandten in Ghadames setzten die Italiener sofort in Gewahrsam, weil sie die landesübliche Blutrache fürchteten. Das sind so Dramen, wie sie sich hier häufig abspielen. — Jetzt sitzen wir immer noch hier und können nicht weiter. Uns macht das weiter nichts aus. Wir haben Proviant für gute drei Wochen, und Wasser ist auch genug da. Ein Militärauto, das alle 14 Tage von Ghadames in Tripolis die Poft holt, soll heute vorüberkommen und uns nach Nalut zurück- bringen. Dort müssen wir dann eine neue Fahrgelegenheit abwarten. Das kann unter Umständen über eine Woche dauern. Vorhin bin - ich ein Stück in die Wüste hinausgegangen. Nach Süden, dort, wo Ghadames liegen muß. Von der Schönheit dieser Landschaft macht man sich bei uns zu Hause gar keinen Begriff. Die Wüste, wie sie hier so in unendlicher Weite vor uns liegt, ist nicht traurig und öde. Sie ist eine Symphonie von Farben in den feinsten Tönungen, vom zartesten Blau bis zum grellsten Rot. Trapezförmige Tafelberge stehen im Westen als dunkle Silhouetten gegen einen brennend roten Himmel, während von Osten bereits die Nacht sich gleich einer dunklen Wand heraufzuschieben beginnt. Die Sonnenscheibe ist noch nicht hinter den scharfen Konturen der Berge verschwunden, da leuchtet ihr gegenüber schon die liegende Mondsichel vom dunkelblauen Himmel herab. Ganz unvermittelt, ohne weiche Uebergänge, löst hier die Nacht den heißen Tag ab. Es wird bald finster. Ich kehre zu den Zelten zurück. Eine Horde Araber hat sich hier auf Veranlassung der Kolonialregierung niedergelassen, um bei etwaigen Pannen auf der wasserlosen Strecke den Autofahrern als Stückpunkt zu dienen. Wie segensreich diese Einrichtung ist, erfahren wir jetzt selbst. Zwei kleine Vorratszelte stehen neben den beiden großen Wasserbehältern. Die regelmäßig jede Woche verkehrenden Lastwagen bringen immer Frischwasser und Proviant aus dem 300 Kilometer entfernten Nalut. Wir sitzen im Augenblick um ein kleines Feuer im Wohnzelt. Es ist nach Beduinenart aus Decken gebaut. Hier schlafen sonst die acht Araber des Postens. Vor ein paar Tagen sind sie nach Ghadames zu dem großen mohammedanischen Fest gezogen. Nur einen vierzehnjährigen Jungen haben sie zurückgelassen. Seit heute morgen ist ihm der Proviant 'ausgegangen. Die Männer wollten wieder frischen mitbringen. Jetzt sitzen wir alle, d. h. unser italienischer Chauffeur, dessen Beifahrer, ein achtzehnjähriger Neger, der Araberjunge und wir Deutschen um das Feuer herum und schlürfen aus winzigen Gläsern Tee. Der kleine Araber hat ihn nach Beduinenart (jede Portion einzeln mit viel Zucker) gekocht. Er schmeckt ausgezeichnet, besonders der Zimt gibt ihm eine pikante Note. Es sind überhaupt die kleinen Freuden, die hier! in der Wüste das Leben lebenswert machen. Eine Pfeife, ein Gläschen Tee, ein warmes Feuer, das macht die Strapazen des ganzen heißen Tages vergessen. Was kümmert einen in solchen Augenblicken das Morgen. Wer denkt daran, daß draußen der Lastwagen mit dem Federbruch steht, und wenn kein Ersatz kommt, man hier vielleicht noch eine Woche warten muß! Der Augenblick ist zu schön, um Sorgen aufkommen zu lassen. Da wird am Feuer gelacht und geschwatzt. Der Neaer erzählt eine lange Geschichte, wie er Cara- cciola beim Rennen um den großen Preis von Tripolis in einer Minute die Reifen gewechselt hat. Wir lassen ihn reden, obschon wir wissen, daß alles gelogen ist. Was tut das auch! Vielleicht ist die Geschichte vom Scheich Kalem Muhammed, der vor drei Jahren eine Karawane von 500 Kamelen überfiel, auch nicht wahr, wie sie eben der kleine Araberjunge erzählt hat. Was tut das alle? Am Feuer eines Beduinenzeltes kann auch das Unwahrscheim lichste zur Wahrheit werden. Sie wollen ja auch gar nicht ernstlich, daß man ihnen glaubt. Sie wollen nur unterhalten und sich wichtig tun. Das gelingt ihnen ja auch. Manchmal fällt unser Blick durch die Zeltöffnung ins Freie. Da dehnt sich in unendlicher Ebene die Wüste in die Nacht. Alles ist so still. Vielleicht heult einmal irgendwo in der- Ferne ein Schakal. Sonst ist hier nur Ruhe. Und über uns funkelt ein Sternenhimmel mit so viel tausend Lichtern, wie wir ihn in Europa niemals zu sehen bekommen. Das ist die Wüste! Nichts spüren wir von Verlassenheit, nichts von Oede oder bedrückender Einsamkeit. Wir haben nur das Gefühl einer grenzenlosen, unbändigen Freiheit. Herbert Hörhager. Hitler-Iugenv beim Herbst-Geländespiel. Grau und schwer hingen gestern morgen die Wolken am Himmel — eine einzige Regendrohung — als sich die Gießener Hitlerjugend an den Ausfallstraßen unserer Stadt nach Osten zu Fuß, zu Rad oder im Kraftfahrzeug einfand, um hinauszumarschieren in das herbstliche Land. Der Wind blies heftig in kurzen Böen aus Südwesten, rüttelte an den Bäumen und streute viel Laub auf die Straßen und Wege. Das wenig freundliche Wetter störte die Jugend aber nicht. Außerdem: „Dienst ist Dienst"' Ganz abgesehen davon, daß rechte Hitler- Jungen keine Zaghaftigkeit kennen, wenn es gilt, Ml Scharf wird aus der Deckung heraus der Gegner beobachtet. zu einem frisch-fröhlichen , ri. _ . Spiel hinauszuziehen, das mit einem lustigen Kamps enden soll! Marsch durch Wald und Feld. So wie in der Stadt, so formierten sich auch auf dem Lande im Banngebiet die Hitlerjungen und rückten aus in Felder und Wälder — durchaus nicht etwa planlos — sondern in der Absicht, mit den „Städtern" zusammenzutreffen, die man im allgemeinen zwar als Kameraden kennt, die aber für diesen Tag der „Gegner" sein sollten, der beobachtet, beargwöhnt und möglichst gefangen oder geschlagen werden sollte. Da gab es denn gestern Vormittag und um die Mittagsstunde allerlei Heimlichkeiten im Gelände zwischen dem Schiffenberger Wald und dem nahen Dorfe Watzenborn-Steinberg. Sorgfältig und auf geübte Art wurden von den Städtern die Gegner angegangen, zunächst aus dem Dorfe hinausgedrängt und später im freien Felde gestellt. Aber die Jungens aus den Orten im Südwesten unserer Stadt ließen sich nicht überrumpeln. Sie wußten sich ebenso zu sichern wie diejenigen, die ihnen gegenüber lagen. Sie waren gefaßt genug, um nicht etwa plötzlich überrascht zu werden, und dabei den für „Leben" und „Tod" kennzeichnenden roten Faden zu verlieren. In klassischer Stellung. Die Jungen von den Gefolgschaften aus den Dörfern Watzenborn-Steinberg, Dorf-Güll, Grüningen usw. hatten sich eine besonders interessante Linie ausgesucht, ja, eine geradezu klassische Verteidigungslinie! Keine andere als die des Limes, der dicht vor Grüningen über die sanft gewellten Höhen verläuft und sich durch eine lange Reihe von Büschen Die Orientierung nach der Karte. Die Melder erwarten die Befehle. (Aufnahmen [2]: Neuner, Giehener Anzeiger.) ' /A' für das Auge deutlich abhebt bzw. verfolgen Unterhalb und etwa nördlich der Grüninger Warbt lagen sie, in Rübenäckern und im Kraut abgeernte* ter Kartoffelfelder, um die Kameraden von der anderen Farbe zu erwarten. Drüben lag der Schiffenberg bereits in vielfältiger herbstlicher Pracht der Laubbäume, die in allen Farben vom hellsten Gelb bis zum dunkelsten Braun schimmerten. Die Zeit wurde den Jungen, die am Limes lagen, zwar reichlich lang, denn die Kameraden, die das Tal herauf auf die Höhen kommen sollten, taten sehr vorsichtig. Lustiger Kampf um den Limes. Es ließ sich aber ertragen, denn das Wetter hatte sich inzwischen gewandelt. Die Wolken lösten sich mehr und mehr auf. Bald schien die Sonne und machte die heimatliche Landschaft viel schöner, als sie unter regendrohenden Wolken sein konnte. Die Zeit vertrieben sich die Jungens aus den Dörfern in Erwartung des Kampfes mit heftigen Kraftausdrücken, deren mancher im Reim besonders stark wirken sollte. Inzwischen rückten die Gießener immer näher heran. Schließlich kam es denn auch zum erwartete Handgemenge um den Lebensfaden, das sich zum Teil recht dramatisch vollzog. Es herrschte aber bald wieder Friede, und die Führer der Gefolgschaften sammelten ihre Mannschaften auf der Straße zwischen Watzenborn-Steinberg und Grüningen, um dann nach Watzenborn- Steinberg zur Verpflegungspause zurückzukehren. Und am Birklarer Wäldchen. So wie sich der Kampf in der Gemarkung Watzenborn-Steinberg und Grüningen vollzog, so gestaltete sich auch das Geländespiel in der Gegend von Lich, wo eine Gefolgschaft Gießener HI., sowie Marine- und Flieger-HI. gegen die Jungens von Lich standen. Auf langem Marsch in Wind und Regen waren die Gießener Hitlerjungen die Licher Straße hinaus, durch Steinbach hindurch, dem Gegner entgegengezogen. Als die Jugend durch Steinbach marschierte, standen viele Einwohner des Dorfes unter den Türen. Die jüngste Jugend, sofern sie überhaupt schon laufen konnte, begleitete die Mannschaften. Das Kampfgebiet für diese Gefolgschaften unserer Gießener Hitler-Jugend war sehr groß. Es reichte vom Albacher Hof bis hinter Lich an das Birklarer Wäldchen, an der Straße zwischen Lich und Hungen. Dort gab es auch den Entscheidungskampf. — In gleicher Art stritten die Gefolg- Gießener Giadiiheater. 3. Morgenfeier: Ferdinand Raimund. Die gestrige dritte Sonntagmorgenfeier des Stadttheaters war dem Andenken des österreichischen Dolksdichters Ferdinand Raimund gewidmet, dessen 100. Todestag wir am 5. September d. I. begehen konnten. Dramaturg Paul Nieren hielt eine Gedenkrede, in der er in großen Zügen entwickelte, welche Stellung Raimund in der deutschen Literatur und besonders in der Geschichte des deutschen Theaters einnimmt; darüber hinaus fei es die Auf- nabe dieser besinnlichen Gedenkstunde, dem hebens, mürbigen Dichter neue Freunde zuzufuhren. Herr Nieren schilderte die Jugend bes 1790 tn Wien Geborenen, seine benkwürbige erste Begegnung mit dem Theater als Verkäufer eines Zuckerbäckers, seine schwierigen Anfänge m dem von ihmi gebebten und ersehnten Schauspielerberuf, auch den Zw Sebeutenbes fu leisten. Es war auch die Rebe von Raimunds wenig glücklicher Eh-, von f-mer früh sich zeigenden Melancholie, die gewiß zu feinem späteren traurigen Ende mit beigetragen hat, der Vortragende schilderte Raimunds Entwicklung zum Dichter das Märchen als Ouelle und Anregung seiner unerschöpflichen Phantasie, und die richtunggebende Begegnung mit Grillparzer, tnXe Wiener Lokalkolorit und die Geister- und Feenwelt^in ^Raimunds bekanntesten Stucken wie dem „Bauern als Millionärs dem „Verschwender , hem Alvenkönia und Menschenfeind . Die -varilei- ’W"Raimunds Wiener Landsmann gab in Form. -iner zwanglofen und an- Ä bÄr ^L'LtHrlei inter- “ aS GnLiten und würdigte urz .e wichtigsten österreichischen Tonsetzer welchen h Wg Raimunds Stücken zu verdankenst Wenzel Mui for ©nnrnhin Kreutzer und «30|ef ^recyper. Wre d e leiste dann mit seiner Plaudere, zur Darbietung eines kleinen Straußes varmar, icherr W'-j ner Tbeatermusik über: Herr tt) n e t o e r - u sang von Kapellmeister Brauer am Flügel sem- innig begleitet, mit angenehmer Stimme und gutem Ausdruck eine Anzahl Lieder nach Ra,Munds Nxttnj H-rr Wreb- Ipratf) d>° verbindenden Worte. Wir hörten da neben so bekannten Stücken wie „Wer niemals einen Rausch gehabt", dem berühmten „Hobellied" und „So leb denn wohl, du stilles Haus" auch minder bekannte Lieder, darunter überraschenderweise eine Vertonung von Schubert. Unter Herrn Wredes verständnisvoller szenischer Leitung, der mit Humor und Temperament die Einführung sprach und zum Abschied auch den Schluß des Stückes erzählte, sahen wir zwei für Raimund als Theaterdichter recht charakteristische Szenen aus dem „Bauern als Millionär". Mitwirkende waren Fräulein Prinz, die Herren Hub, Geiger, Geißler und Brau n warth; besonders die berühmte Szene mit dem Duett „Brüderlein fein" (Prinz; Hub) wurde sehr hübsch und stimmungsvoll herausgebracht. (Musikalische Leitung: Kapellmeister Ernst Bräuer.) Die Morgenfeier war diesmal erfreulicherweise gut besucht; sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Anklang. hth- Kartoffelernte. Bericht einer Landhelserin 7.30 Uhr! Der Wagen steht im Hof, Hilda und Molli, unsere beiden Pferde, sind schon angespannt. Der Knecht knallt mit der Peitsche. Wie sich jede eilt, um als erste im Wagen zu sein. Zusammen mit den Siedlern ziehen wir auf das Feld. Zu zweien klettern wir auf die schweren Ackergäule. Im Trab geht es hinaus aufs Feld. Ob wir wohl in zwei Tagen alle Kartoffeln heraus haben? Vier Morgen ist der Acker groß. Dort hinten liegt er; ein weites braun-grünes Feld! „Brrr!", der Wagen hält. Wir springen ab. Paul Göggelmann, der Siedler, schreitet sein Feld der Länge nach ab: 248 Schritt. Wir sind 14, je zwei arbeiten zusammen. Also 248 durch sieben ergibt ein Stück von 35 Schritt Länge für jedes Paar. Am nahen Feldtümpel hat Oskar Weidenzweige geholt. Sie werden als Grenzzeichen eingesteckt. Am Feld entlang stchen fünf hohe, vierräderige Karren. Im ersten liegen unsere Kiepen. Der Landhelfer hat unterdessen die Pferde vor den Kartoffelroder gespannt. , , . Schon surrt der Kartoffelroder. Die acht hand- förmigen Kratzer reißen die Pflanzen aus dem Boden und schleudern die Kartoffeln zwei bis drei Meter auf die Seite. Wir gehen gebückt hinterher und sammeln di- Kartoffeln in di- Kiepe. Sind st- aefüllt, so leeren wir sie tn den nächst st eh end en Magen aus, und beginnen wiederi bucken, bucken. bücken!, denn schnell ist die Maschine wieder zurück und 35 Schritt sind eine lange Strecke. Von den fünf Kameradinnen sind gestern zwei neu ins Lager gekommen, Erna aus Stettin und Inge aus Berlin. Erna hat vor zwei Tagen ihr Wohlfahrtspflegerinnenexamen gemacht. Sie hat bisher hinter einem Berg von Büchern gesessen, man merkt, daß ihr die Arbeit ungewohnt ist, und wir wollen ihr gerne helfen. Aber lachen müssen wir doch, als sie ein paar braune Lederhandschuhe herauszieht und sie über die Finger streift. Den ganzen Tag in der Erde wühlen und die schmutzigen Kartoffeln anfassen, ja, ja, da werden die „feinen Finger" ganz rauh und braungebeizt. Wir, die wir schon fast ein halbes Jahr die Arbeit auf dem Lande mitmachen, achten nicht mehr darauf. Braun und schwielig sind unsere Hände. Wir können Erna nicht bewegen, ihre Handschuhe auszuziehen. 9.30 Uhr; die Arbeit geht weiter. Immer wieder bücken! bücken! Wir frieren nicht, trotz des kühlen Windes. Im Gegenteil, schon nach der ersten Runde haben wir unsere Jacken ausgezogen und arbeiten in unseren ärmellosen blauen Kitteln. Sputen! Sputen! Dicht hinter uns rollt der Roder an, noch einen halben Meter; schnell, schnell!, die letzten Kartoffeln fliegen in die Kiepe. Schon stehen die Pierde hinter uns. Wir atmen auf. Doch halt! Das Stück vor uns lesen Erna und Martha ab. Sie sind noch weit zurück. „Komm, Hedi, wir helfen schnell." Erna stöhnt: „Wann ist Mittag?" Noch eine halbe Stunde! Verzweifelt schaut sie zu Boden, sie schweigt, arbeitet weiter, langsam, sehr langsam! Endlich ist auch dieses Stück abgetragen. Jetzt heißt es für uns doppelt schnell arbeiten; denn wir müssen für Erna einspringen, das ist selbstverständlich. Sie muß sich erst an die Landarbeit gewöhnen. Endlich 12 Uhr! Mittag! Die Pferde — andere Siedler haben noch mit vier Gespannen ausgeholfen — werden vor die hochbeladenen Wagen gespannt. Wir setzen uns oben auf die Kartoffeln. Ein langer Zug rollt heim. In unserer Mittagspause helfen wir noch abladen, und um 13.30 Uhr geht das Sammeln von neuem los. Erna versucht wieder mitzuarbeiten. Ihr Gesicht verrät, wie sauer ihr die Arbeit fällt. Sie soll sich nicht vor den Siedlern und den Landhelfern schämen. Wir vergrößern unser Stück um 15 Schritt. Lilo und Edeltraut, die an der anderen Seite angrenzen, nehmen auch 15 Schritt mehr. Den Rest lesen nun noch Erna und Martha ab. , . 15 Uhr! Arbeitsschluß! Erschöpft ziehen wir heim, aber stolz auf die geleistete Arbeit. Morgen geht es mit frischem Mut und neuer Kraft von neuem hinaus. L* Schweninger. Als der später sehr bekannt gewordene Arzt Dr. Schweninger zum ersten Male zu Bismarck gerufen wurde, stellte er unzählige Fragen an diesen, bis Bismarck die Geduld ausging und er ärgerlich zu wissen verlangte, wann die endlose Fragerei aufhören würde. Schweninger wendete sich zum Gehen, nahm Hut und Mantel und sprach zum Kanzler gewendet: „Wenn Sie behandelt werden wollen, ohne durch Fragen behelligt zu werden, nehmen Sie am besten einen Tierarzt!" Diese erfrischende Grobheit führte einen Stimmungsumschwung herbei, und von da an hatte Bismarck ein stets wachsendes Vertrauen zu seinem neuen Arzte. Als Bismarck eines Tages gefragt wurde, wie er sich die günstige Wirkung der Behandlung Schweningers erklärte, nachdem schon so viele Aerzte vergeblich an ihm herumgedoktert hätten, antwortete er: „Schweninger ist der erste Arzt, der mich behandelt hat; die anderen Aerzte wurden alle von mir behandelt." Zeitschriften — „Der Bergsteige r." Herausgegeben vom D. u. Oe. Alpenverein. Verlag F- Bruckmann AG., München. Vierteljährlich 3,30 Mark. — Die Zeitschrift hat mit Beginn des neuen Jahrganges eine Vielseitigkeit erreicht, die beispielhaft ist. Aus dem Oktoberheft, das Aufsätze über schwere Bergfahrten im Kaisergebirge und in den Ammergauer Alpen enthält, ist hervorzuheben Josef Sitlingers Erzählung „Der Gang im Dunkel", ein rätselhaftes Erlebnis, in dem der Verfasser ohne Wissen und Willen Grenzen überschritten hat, welche dem Menschen gesteckt sind, sowie „Letzte Zwiesprache mit dem Berg" von Hermann Hiltbrunner. Don den übrigen Beiträgen seien erwähnt: „Hinter den Kulissen der Eistechnik" von H. Tomaschek, eine Erinnerung an die Ersteigung des Montblanc vor 150 Jahren von Will). Lohmüller, die Abhandlung , Wetterleuchten" von Gunther Langes. Den textlichen Teil des Heftes beschließt Karl Springen- schmid mit einer heiteren Bergführergeschichte „Der unpraktische Christian". Spitzenleistunaen der Licht- bildkunst sind die Kiinstdruckhilder „Wolkenmeer bei Sonnenaufgang", „In der Watzmann-Ostwand , die Montblanc-Bilder und die Höhlenbilder (aus der ßurgrotte). Welch große Ausdrucksmöglichkeiten dem Künstler im Holzschnitt zur Verfügung stehen, zeigt das mehrfarbige Titelbild des Heftes „Herbst im Stubai" von E. Lap. schäften des Busecker Tals bei Großen-Buseck im herbstlichen Geländespiel. Kundgebungen. Den Abschluß des Tages bildeten Kundgebungen in Watzenborn-Steinberg, in Lich und in Großen- Buseck, wobei Parteigenossen aus dem Kreise der Politischen Leiter zur Jugend sprachen. Die Bevölkerung in den genannten Orten nahm regen Anteil an den Kundgebungen und gab außerdem durch Flaggenschmuck der Verbundenheit mit der Jugend Ausdruck. Das Herbstgeländespiel gab der Hitler-Jugend Gelegenheit, zu zeigen, was sie im Laufe des vergangenen Sommers gelernt hat. Darüber hinaus hat der Tag sicher dazu beigetragen, die schöne Heimat näher kennenzulernen und außerdem mit den jugendlichen Volksgenossen auf dem Lande kameraoschaftlich bekannter zu werden. So wie in unserer engeren Heimat, so stand sich im ganzen Gebiet Hessen-Nassau die Hitler- Jugend im Kampfe des Herbstgeländespieles gegenüber. Oberheffen. Sitzung der Ratsherren in Grünberg. + Grünberg, 16. Oft. Schaffung eines Naturschutzgebietes „Brunnental in Grünberg (Hessen). Bürgermeister Wagner erläuterte den Plan und erwähnte, daß die grundsätzliche Zustimmung des Kreisamtes vorliege, daß aber die letzte Entscheidung durch den Beirat der Naturschutzbehörde für das Reich zu treffen sei. Um eine möglichst auf breiter Grundlage ruhende Meinungsäußerung dieser obersten Behörde vorlegen zu können, habe er außer den Ratsherren Vertreter der Forstbehörde, des Verkehrsvereins und der Denkmalpflege zur Beratung zugezogen. Sowohl die Ratsherren, als auch die zugezogenen Sachverständigen sind einstimmig für die Schaffung eines Naturschutzgebietes. Als Umfang des Gebietes wird vorgesehen: von den beiden Mühlen an der Straße nach Lauter und der „Wilden Grube" bis eine kurze Strecke über die Alsfelder Brücke hinauszugehen, nur zwei Ratsherren empfehlen die Alsfelder Brücke als Abschluß. Festsetzung der Bürger st euer für 1 9 3 7. Der Beschluß über diese Steuer muß bis 21 Oktober gefaßt fein. Auf Vorschlag des Bürgermeisters sind die Ratsherren mit der Belassung des vorjährigen Satzes — 500 v. H. der Reichssätze — einverstanden. Neufestsetzung des Preises für sog. breitgehaltene Reihengräber auf dem Friedhof. Wie Bürgermeister Wagner hierzu ausführte, ist der jetzige Satz hierfür 300 Mark. Dieser ziemlich hohe Satz ist begründet einmal in der räumlich stark beschränkten Ausdehnung des Friedhofes, andern- teils sollen dadurch Mittel für einen später neu anzulegenden Friedhof beschafft werden. Angemessen erscheine eine Ermäßigung des Betrages, etwa allgemein auf 200 Mark, oder eine Staffelung nach den Vermögensverhältnissen in zwei Gruppen zu 150 und zu 250 Mark. Die Mehrzahl der Ratsherren spricht sich für eine Staffelung des Satzes aus, zwei Ratsherren sind für Beibehaltung des alten Satzes. Der Bürgermeister behält sich seine endgültige Entscheidung vor. Auslosung von fünf Stück Auslo ° sungsrechten der Anleiheablösungs- schuld der Stadt Grünberg. Ausgelost werden drei Stücke Buchstabe A $u je 25 RM. (die Nummern 37, 40, 64), und zwei Stücke Buchstabe B zu je 12,50 RM. (die Nr. 39 und 55). Gesuch des Turnvereins wegen Erlaß städtischer Grund st euer. Das Finanzamt hat auf ein Gesuch des Turnvereins aus Billigkeitsgründen eine Ermäßigung der staatlichen Grundsteuer eintreten lassen und befürwortet das gleiche für die städtische Grundsteuer. Die Ratsherren sind damit einverstanden. Große Vogelsberger Heimatschau und Bauerntag in Schotten. ^Schotten, 18. Okt. Im Rathaussaal zu Schotten fand heute eine Vorbesprechung über die vom 14. bis 18. November hier in der Turnhalle stattfindende große Vogelsberger Heimatschau, verbunden mit einem großen Bauerntag und Kundgebung statt. Nach Begrüßung durch den Bürgermeister erstattete Dr. Milbrand von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau Bericht über die geplante Veranstaltung. Die hiesigen Räume der Turnhalle, des Festsaales und Singsaales eignen sich besonders für die Ausstellung, die einen lieber» blick über die verschiedenen Zweige und Gebiete des Reichsnährstandes geben wird, so über die landwirtschaftliche Werkausbildung, über Tierrassenpflege, Marktordnungsfrage, Obstausstellung, der deutsche Weinbau u. dgl. Eine besondere Abteilung wird den „Kampf dem Verderb" behandeln. Im Mittelpunkt der Ausstellung wird eine Vogelsberger Heimatschau stehen, alte Vogelsberger Möbel, Stubeneinrichtung, Hausindustrie, Heimarbeiten, Erzeugnisse des Vogelsberger Handwerks werden zur Ausstellung gelangen. Eine besondere Kommission wird die Vorarbeiten dafür bald in die Wege leiten. Man erwartet, daß für diese Schau sehr viele Ausstellungsgegenstände aus unserer Vogelsberger Heimat zur Verfügung gestellt werden. Das Handwerk des Kreises wird sich gern an der Ausstellung beteiligen. Etwa 200 Kreis- und Ortsbauernführer werden zu einer Sondertagung kommen und in der Stadt untergebracht. Ein besonderer Deutscher Heimatabend wird stattfinden. Der Landesbauernführer hat sein Erscheinen zur Tagung in Aussicht gestellt, auch maßgebende Redner vom Reichsnährstand in Berlin werden sprechen. Im Schulhof wird eine Sonderausstel- lung landwirtschaftlicher Maschinen und eine Maschinenlehrschau mit praktischen Vorführungen stattfinden. Im Rundfunk sollen Ausstellung und Tagung übertragen werden. Die finanzielle Garantie, die Ausgestaltung und Herstellung der Ausstellung hat die Stadt Schotten in Verbindung mit der Landesbauernschaft übernommen. Man erwartet von der Tagung und Ausstellung für unser Heimatgebiet einen großen Erfolg. Landkreis Gießen £ Wieseck, 18. Okt. Die diesjährigen Fünfziger hatten sich am Samstagabend auf der Badenburg zu einer Feier zusannnengefunden. Alterskamerad Rohm begrüßte die Erschienenen. Sein besonderer Gruß galt den aus weiter Ferne herbeigeeilten Alterskameraden, die fein Opfer gescheut hatten, um an der Feier teilzunehmen. In seiner Ansprache ging er auf das gemeinsame Erleben der Alterskameraden ein. Dabei tarnen manche frohe Jugenderlebnisse wieder zur Erinnerung, aber auch manches Ernste wurde erwähnt. Zum Schluß gedachte Alterskamerad Rohm der inzwischen gestorbenen sowie der im Weltkrieg gefallenen Alterskameraden, deren Gedenken in üblicher Weise geehrt wurde. Im unterhaltenden Teil der Feier kamen noch manche schöne Erlebnisse des einen und anderen zur Erinnerung, und bei Musik, Tanz und Gesang blieb man bis zu den frühen Morgenstunden. Nachdem sich die Alterskameraden am Sonntag nochmals bei ihrem Alterskameraden B e l l o f getroffen hatten, verabschiedeten sie sich mit dem Versprechen, noch öfters in diesem Kreis zusammenzukommen. Kreis Schotten. 0 Laubach, 18. Okt. Der von Ihrer Durchlaucht der Gräfin zu Solms-Laubach in dankenswerter Weife zur Verfügung gestellte 14- tägige Freiplatz für eine Amtswalterin wurde von der Gauleitung mit einer Parteigenossin aus Zeilsheirn b. Höchst a. M. besetzt. Die im Dienst von Partei und Volk sehr tätige Amtswalterin hat den Aufenthalt in dem gastfreien Schloß und die Ruhe und liebliche Umgebung von Laubach sehr genossen und gute Erholung gefunden. Sie wird mit Dank an die hier verlebten Tage zurückdenken. — Hier fand ein Mütterschulungslehr- gang der NS. -Frauenschaft mit dem Thema „Erziehungsfragen und Anleitung zum Basteln" statt. Als Wanderlehrerin war Fräulein Strohmeyer aus Frankfurt a. M. erschienen. Allabendlich versammelten sich etwa 30 Frauen und Mädchen in der von der Leitung des Johann- Friedrich-Stiftes zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Kleinkinderschule, um sich von der Vortragenden in der oft so schwierigen Erziehung und Beschäftigung des Kleinkindes beraten zu lassen. Besondere Freude bereiteten die reizenden Kinderlieber und Kreisspiele, sowie das Anfertigen von allerhand Spielzeug, das — mit den bescheidensten Mitteln hergestellt — stets die Herzen der Kinder am nächsten Morgen erfreute. Als Leitgedanken durch alle Ausführungen klang immer die Idee des Nationalsozialismus hindurch, durch eine gute Erziehung das Wachstum des Kindes so zu leiten, daß alle guten Anlagen zur Entfaltung kommen und das Kind ein wertvolles Glied der Volksgemeinschaft wird. Ein fünftes Todesopfer des Wormser Expiosionsunglücks. Worms, 16. Okt. (LPD.) Das Explosions- Unglück in der Chemischen Fabrik „Delta" hat nunmehr das fünfte Todesopfer gefordert. Seinen schweren Verletzungen erlegen ist der Arbeiter August K r u m m aus Worms. Das Befinden der übrigen Verletzten ist unverändert. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im September. FWD. Die Einfuhr betrug im September 336,4 Millionen Mark. Gegenüber dem Vormonat ist sie um rund 9 Mill. Mark, d. h. nicht ganz 3 v. H., zurückgegangen. Die Abnahme, die im wesentlichen der jahreszeitlichen Tendenz entspricht, beruht überwiegend auf einer Verminderung der Einfuhrmengen. Abgenommen hat gegenüber dem Vormonat lediglich die Einfuhr im Bereich der gewerblichen Wirtschaft, und zwar entfällt der Rückgang in der Hauptsache auf Rohstoffe. Darüber hinaus ist aber auch die Einfuhr von Halb- und Fertigwaren gesunken. Im Bereiche der Ernährungswirtschaft hat die Einfuhr gegenüber August leicht zugenommen. Der Rückgang der Gesamteinfuhr von August zu September entfällt saft ausschließlich auf die europäische Ländergruppe. Die Einfuhr aus Außereuropa war im ganzen nur wenig geringer als im Vormonat. Die Ausfuhr lag mit 411,6 Mill. Mark um annähernd 3 Mill. Mark über dem Ergebnis des Vormonats. Diese Zunahme beruht jedoch ausschließlich auf einer Erhöhung des Ausfuhrdurchschnittswertes. Das Ausfuhrvolumen hat entgegen der saisonüblichen Tendenz leicht abgenommen. Gestiegen ist gegenüber dem Vormonat lediglich die Ausfuhr von Rohstoffen (Kohlen) und Halbwaren (Düngemittel). Der Absatz von Fertigwaren ist dagegen wert- und mengenmäßig gesunken. Gegenüber dem September des Vorjahres hat die Gesamtausfuhr um fast 40 Mill. Mark zugenommen. Die Entwicklung der Ausfuhr nach Ländergruppen war von August zu September verschieden. Innerhalb Europas hat der Absatz fast durchweg zugenommen. Dagegen ist die Ausfuhr nach Ueberfee insgesamt zurückgegangen. Die Handelsbilanz schließt im September mit einem Ausfuhrüberschuß von 75,2 Mill. Mark gegenüber 63,3 Mill. Mark im August ab. Für die ersten neun Monate 1936 ergibt sich damit ein Aktivsaldo von 320 Mill. Mark. Rhein-mainische Gchtachtviehmärkte. Die Zufuhren an Großvieh haben sich so stark vermehrt, daß allen Wünschen vollauf entsprochen werden konnte. Die Qualität der Tiere war vorwiegend gut. Besonders erfreulich sind die hohen Auftriebe von Ochsen, was darauf hinweist, daß der Weideabtrieb beschleunigt vorgenommen wird. Zum Ausgleich für das an manchen Märkten noch nicht ganz ausreichende Lebendvieh wurden auch in dieser Woche seitens der Reichsstelle zusätzliche Mengen an Frischfleisch geliefert, im übrigen erfolgte, wie bisher, Zuteilung an die Metzger. Der Gesamtauftrieb stellte sich auf 1216 (937) Tiere, davon entfielen auf Frankfurt 1015 (737), Mainz 255 (133), Wiesbaden 46 (67) Stück. Außerdem wurden an Husumer Weidevieh nach Frankfurt 200, nach Mainz 120 und nach Wiesbaden 80 Stück geliefert. .Am Schweinemarkt war die Versorgung knapp. Es standen insgesamt 3844 (4515) Tiere zum Verkauf, die sich wie folgt verteilten: Frankfurt 2095 (2558), Mainz 828 (699), Wiesbaden 570 (870) und Darmstadt 351 (388). Die Schweine wurden den Metzgern zu festen Preisen zugeteilt. Nach Frankfurt und Darmstadt wurden noch zusätzlich geschlachtete Schweine seitens der Reichsstelle geliefert. Die Kontingentierung der Kälber schlachtungen wirkte sich in weiterem Nachlassen der Zufuhren aus. Es wurden insgesamt 1452 (1557) Tiere zugeführt. Frankfurt 912 (960), Mainz 245 (201), Wiesbaden 191 (280), Darmstadt 104 (116). Zunächst war der Absatz am Wachenbeainn bei mittelmäßigen Qualitäten infolge der noch hohen Preise langsam, seit dem Inkrafttreten der Höchstpreise (ab 15. Oktober) aber ziemlich lebhaft. An den Schafmärkten lagen die Austriebe nach dem Eintopf-Sonntag ziemlich hoch mit 660 (389) Stück. Frankfurt hatte mit 607 (317) die stärkste Beschickung, in Wiesbaden betrug sie 33 (48) und in Darmstadt 20 (23) Stück. Das Geschäft nahm bei wieder sinkenden Preisen einen ruhigen Verlauf, in Frankfurt kamen 50 Stück in den Ueberstand. Rhein-mainischer Getreidemartt. Die Mühlen sind, soweit ihnen keine Einkaufssperre infolge ausreichender Eindeckung auferlegt sind, lausend Käufer für alle Mengen Weizen, zahlen allerdings nur in besonderen Fällen die erhöhte Handelsspanne. Das Roggen- Angebot ist spärlich, so daß die Erfüllung mancher Kaufabschlüsse verzögert werden muß. An den Hafenplätzen lagen vereinzelt norddeutsche Angebote vor, für die meist auch die Handelsspanne von 6 Mark gefordert wurde. In Braugerste hat sich das Geschäft wieder freundlicher entwickelt, seitdem in der Ablieferung von Futtergerste den hiesigen Verhältnissen Rechnung getragen werden konnte. Die Erzeuger erhalten zu Zeit etwa 22,00 bis 22,75 Mark für Braugerste ab Station. Jndustriegerste ist noch spärlich angeboten, da man möglichst für Brauzwecke verkaufen mochte. Futtergerste ist für die nächste Zeit etwas reichlicher zu erwarten, ohne daß die Anlieferungen dem Bedarf ganz genügen werden. In Hafer haben die Zufuhren nicht zugenommen, weil die Bestellungsarbeiten und der Drufck) noch varangehen. Der Bezug aus Bayern hält sich in engsten Grenzen. Das Mehlgeschäft ist unverändert stetig. Der Handel ist bestrebt, sich für die nächsten Monate einzudecken, während er den Bedarf der Bäcker aus den lausenden Abschlüssen und Lagern in Roggen- mehl versorgen kann. Der Futtermittel bedarf erstreckt sich hauptsächlich auf Futtergetreide, besonders solches für die Schweinehaltung. Kleie ist vorläufig noch genügend vorhanden, nur die Beschaffung von Roggenkleie macht Schwierigkeiten. Weizenfuttermehl wird für die Mast herangezogen. Vollwertige Trockenschnitzel wurden von Gutsvetrieben gerne aufgenommen. Die Anlieferungen von Biertrebern bleiben klein. Die Landwirtschaft erhält jetzt die Oelkuchen aus der ersten Zuteilung. Das Rauhfuttergeschäft ist unverändert ruhig. Rhein-Maimsche Börse. Fest. Frankfurt a. M., 17. Okt. Die Börse lag auch 3um Wochenschluß fest und hatte ziemlich lebhaftes Geschäft. Es lagen vorwiegend Kaufaufträge der Kundschaft vor, auch die Kulisse nahm Deckungen vor. Am Aktienmarkt ergaben sich durchschnitt« liche Erhöhungen von 1 v. H. Einige Spezialwerte erfuhren Steigerungen von 2 bis 3 v. H. Etwas Anregung boten die Außenhandelsziffern für September. Montanaktien notierten fast durchweg 1 bis 1,50 v. H. über gestern abend, auch Hoesch exkl. Dividende 1,25 v. H. höher, nur Mannesmann lagen 0,50 v. H. leichter. Katiaktien erfuhren Erhöhungen von 1 bis 2 v. H., Salzdetfurth plus 2,75 v. H. Don Elekttoaktien lagen Bekula und ©effüret je 1,50, Lahmeyer 1 und AEG. bei lebhaften Umsätzen 0,25 v. H. fester. IG.-Farben stiegen auf 177 bis 177,50 (176), Scheideanstalt und Goldschmidt lagen 0,25 bis 0,50 v. H. leichter. Maschinen- und Motorenaktien gewannen bis 1,75 vom Hundert, auch Deutscher Eisenhandel wieder fest mit 141,75 (140). Lebhaftes Geschäft hatten Westdeutsche Kaufhof mit 62 bis 63 (60,75). Zellstoffaktien gewannen 0,50 bis 1 v. H. Von Kunstseideaktien erhöhten sich Bemberg auf 108 (105,25); in Aku lagen zunächst größere Abgaben in Erwartung eines Erlasses vor, wonach die Arbitrage in gewissen Auslandwerten eine Erschwerung erfahren soll, doch wurde das herauskommende Angebot glatt auf genommen, fo daß sich eine Steigerung auf 93,25 bis 94,75 (90,40) ergab; auch Chade-Aktien waren 5 bis 6 Mark höher. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 117,65 (118) zurück, dagegen hatten Kommunal» Umschuldung zu 89,25 lebhafte Umsätze, ferner zogen zertif. Dollar-Bonds 1 bis 1,25 v. H. an. Von Auslandsrenten zogen 4,5proz. Rumänen auf 13,20 (12,75), I. Anatolier auf 41,25 (41) und Ungarn Gold auf 14,50 (14,45) an, während 1914er Ungarn auf 11,70 (12) nachgaben. Im Verlaufe war das Geschäft am Aktienmarkt ziemlich klein und größere Kursveränderungen traten nicht mehr ein. Hoher waren jedoch nochmals Bemberg mit 110,50 nach 108, Aku auf 93 ermäßigt. Weiter fest lagen noch AEG. mit 40 nach 39,65 und von Montanwerten Verein. Stahl mit 119,25 bis 119,90 nach 119,50. Die später zur Notiz gekommenen Papiere zogen meist 0,50 bis 1 v. H. an. Der Freiverkehr lag sehr still, DDM. 144,25. — Tagesgeld etwas gefragt mit 3 (2,75) v. H. Frankfurter Schlachtvlehniarkt. Frankfurt a. M., 19. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Seit dem letzten Markt dem Schlachthof direkt zugeführt: 188 Ochsen, 14 Kühe, 58 Färsen; Vorauftrieb: 1109 Rinder (405 Ochsen, 99 Bullen, 376 Kühe, 229 Färsen), 321 Kälber, 148 Schafe, 1977 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen): 38 bis 44, Kälber 40 bis 65, Lämmer und Hämmel 45 bis 54, Schweine 51 bis 57 Mk. — Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber rege, Hämmel und Schafe ruhig. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Frankfun a. M. Schluß. SSF Schluß. run* bprfe 'ur- börse Banknoten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Äerün Frankfurt a.M. Berlin Schluß« fürs Schlußk. Abend, börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 16-10- 17.10. 16-10 17-10- Datum 16.10. 17-10 16-10 17-10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6¥i% Doung-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mii Auslos.-Rechten ............. 4Vt% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4Ya% ehem. 8% Hessischer Volks- ftaat 1929 (rüctzahlb. 102%) ... 4Vi% ehem. 8% hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12... 6yt% ehem. 4y2% Hess. Landes Hypothekenbank DarmsladtLiau. 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 B%% ehem. 41/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.«Psandbrtefe....... 6y2% ehem. ty2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y2% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrenre....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie!..................... 101,4 98 103,5 118 99,9 98,75 97 100,65 93 124,25 97 100,13 100,65 97,5 95 3,4 14,45 11,75 12,25 14,7 101,4 98 103,25 117,65 99,9 98,75 97 93 97 100,2 100,65 97,5 95 109,75 32 3,5 14,2 11,4 12,13 14,75 101,4 98 103,25 117,65 100 124,75 100,8 97,5 95 109,8 3,5 14,3 11,6 12,4 14,9 101,4 98 103,5 117,75 100 128,5 101 97,5 95 109,8 3,45 13,9 11,25 12 14,65 4% vesgl. Serie n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v.1603 4*/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 A% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 steichsbank ................ 12 A.E.G........... 0 Bekula.....................8 Elektr. LieferungSgelellschast... 6 Licht und Kraft ............. 7 Fetten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schlickert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ........ < Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannes mann-Röhren........8 8,7 12.75 7,75 41 16 16 124.25 128 103 104,5 104,75 191,25 39,4 164 135 158,75 138 145 138,75 160,25 202,75 153 118,75 143,5 154,25 120 149,5 127,25 114,75 8,75 13,2 7,8 41,15 16 16,13 125 103 104,5 104,5 192 40 165,5 135 159 139,25 146,75 140,25 160,5 203 154 120,75 144,75 155,4 118,5 150 129,65 115 8,75 12,9 7,75 40,75 16 40 16,13 124,4 128,5 103 104,5 104,75 191,25 39,25 164,25 134,9 158,75 137,25 145,5 138,25 160,25 201,5 154 118,25 143,5 154,75 120,25 191,75 149,25 127 114,13 8,75 13 7,8 41,5 16,4 39,5 16,13 123,75 127,25 103 104,5 104,5 191,25 39,9 165,5 134,5 159,75 139 146,25 140 161,13 202,75 153 120 144,5 156 118,25 196 150,65 129,25 115 16.Oktober 17.Oktober Amtliche Geld Notierung I Dries • Amtliche Geld Notierung Briet duenoa tiite 0,692 0,696 0,691 0,695 Brüssel .... 41,89 41,97 41,87 41,95 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,37 54,47 54,33 54,43 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,175 12,205 12,165 12,195 Helstngfors. 5,375 5,385 5,37 5,38 Paris ..... 11,595 11,615 11,59 11,61 Holland ... 133,67 133,93 133,97 134,23 Fialten.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan...... 0,711 0,713 0,710 0,712 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,19 61,31 61,14 61,26 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,06 11,08 11,055 11,075 Stockholm.. 62,78 62,90 62,73 62,85 Schweiz ... 57,20 57,32 57,15 57,27 Spanien... 23,48 23,52 22,98 23,02 Prag....... 8,761 5,779 8,761 8,779 Budapest .. — — Reuyork ... 2,488 2,492 2,489 2,493 Datum 16-10- 17 10- 16-10 17-10- Mansselver Bergbau....... ey, — 161 158,5 160,25 Kokswerke ................ . 6 —— — 142 142,4 Rheinische Braunkohlen .... 12 232,5 233,5 232,25 233,5 Rheinstahl ................ . 4 152,75 153,75 152,75 154 Vereinigte Stahlwerke...... eyt 118,4 119,9 118,25 119,4 Otavi Mnen ............. .. 0 47,65 46 47,4 45,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 141,5 142,4 142 144,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 139 139,5 138,5 139,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1V1 188,5 192 188,75 192,5 I. G. Farben-Jndustrte..... .. 7 176 177 175,75 176,9 Scheideanstalt............. .. V 273,75 273,5 — — Goldschmidt .............. .. 5 119,25 118,5 118,75 118,5 Rütgerswerke ............. .. 6 139,5 139,75 139 139,25 Metollgesellschaft........... .. 6 146 147 145,75 147,5 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 4 132,25 133,5 132,25 133 .. 7 159,5 159,5 - .. 6 157 157 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 106 106,13 Aku ^Allgemeine Kunstseide) .. O 90,4 93 90,4 93,25 Bemberg................. .. 5 105,25 110,5 105 108,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 169,5 171 169,25 169,4 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 141,5 141,9 140,9 140,9 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 113 113,5 Daimler Motoren .......... .. O 118,13 120 118,9 121 Deutsche Linoleum......... .. 8 165,4 167,75 165 168 Orenstetn & Koppel........ .. O — — 88,5 89,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 60,75 63 60,5 63,13 Chade .................... .. s 440 460 440 460 i Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — — 203 —— Conti-Gummi............. . 11 174,75 173 174,75 174,75 Gritzner.................. .. O 30,9 30,75 30,9 30,75 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 96,5 96 Süddeutscher Zucker ....... . 10 l 210 210 210,5 210 Äerttn,17.Oktober Gel? ' »rief Amerikanische Roten.............. 2,451 2,471 41,72 41,88 54,17 54,39 Englische Noten ................. 12,14 12,18 Yranzöfische Noten............... 11,54 11,58 Holländische Noten............... 133,58 134,12 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 60,98 61,22 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,56 62,82 Schweizer Noten................. 57,00 67,22 Spanische Noten................. Unflarifc&e Noten * Ur. 245 Drittes Blatt —— Montag, 19. Moder 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Merheffen) Oie OAK.-Gammlung für das WHW. in Gießen Schäfer und Hunde im Leistungswettbewerb DAF., Wehrmacht und SA. vereint vor der Sammelbüchse; rechts der Kreisobmann der DAF. Hermann Wagner. in der Stadt Gießen mit seinen Sammelbüchsen rd. 100 RM. für das WHW. zusammenbrachte. Die Zusammenstellung der Sammelergebnisse ist am heutigen Montag noch im Gange. 45 000 Mark brachte die erste Reichs- straßensammtung in Frankfurt. NSG. Das Ergebnis der ersten Reichsstraßensammlung im diesjährigen Winterhilfswerk, die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wurde, ist in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. besonders erfreulich. Am Samstag und Sonntag wurden nach dem vorläufigen Gesamtergebnis etwa 45 000 Mark gesammelt. Damit hat die Deutsche Arbeitsfront bewiesen, daß ihr Einsatz den erwarteten Erfolg gebracht hat. Nie Iungvolkführer des Gebietes Hessen-Nassau grüßen den Gauleiter. NSG. Die seit einigen Tagen in Friedberg zu- sammengezogenen Iungvolkführer des Gebietes Hessen-Nassau haben an Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger folgendes Telegramm gerichtet: Gauleiter! Die Führer der Pimpfe im Gau Hessen-Nassau grüßen Sie nach einer Woche ernster Schulung und froher Kameradschaft. Brandt, Gebietsführer Wagner, Gebietsjungvolkführer. schaftDeutsche Schäferhunde veranstaltete. Dem Preishüten ging bereits am Samstag ein Begrüßungsabend in Steins Saal voraus, der sehr stark besucht war und neben kurzen Ansprachen auch ein sehr unterhaltsames Programm der NSG. „Kraft durch Freude" brachte. Das trübe regendrohende Wetter am Sonntagmorgen hatte niemanden der Interessenten abgehal- Alter und Jugend gemeinsam beim Sammelwerk für das WHW. (Aufnahmen [2J: Pfaff, Gießen.) Und ich tat das einzig Vernünftige, was ein einsamer Abendpilger in solchem Falle tun soll, ich begab mich mit der nötigen Vorsicht heimwärts. Geräuschlos, Schritt um Schritt, die Büchse schußfertig in der Hand. Noch lange hörte ich den Löwen am Anschuß rumoren. Gottlob, daß er nicht kam; denn in der Dunkelheit von einem angeschossenen Löwen in einem solchen Terrain angenommen zu werden, bedeutet sicheren Tod. Froh war ich, als ich heil wieder mein graues Wellblechhäuschen erreicht hatte. Ich verrammelte Tür und Fenster doppelt stark. Bis neun Uhr saß ich noch da, rauchte eine Zigarette nach der anderen und erwartete jede Minute den Angriff des Löwen. Doch das winzige Stahlmantelgeschoß des kleinen Stutzens schien zum Glück ganze Arbeit getan zu haben. Müde legte ich mich zu Bett und schlief bald ein. Am andern Morgen, als es kaum hell war, wurde ich von meinem Boy Caniveta geweckt. Er stand vor der Tür, und an seiner Seite ein langer nackter Neger, der weinte wie ein kleiner Junge, der furchtbare Prügel bezogen hat. Der fremde Schwarze trat zu mir, hob beide Arme hoch gen Himmel und flehte mich mit schluchzender Stimme und unter dicken Tränen in einem Wortschwall an, den ich nicht recht verstand. Ich hörte nur öfters: „Oh, ngana chindele! — Oh, weißer Mann!" Was mochte der Aermfte haben? „Caniveta, wer ist dieser mbunu und was will er?" „Ngna, es ist der Häuptling Lihua von dem kleinen Sansala drüben am Cavaco. Er sagt, du wärest gestern abend, kurz bevor die Sonne schlafen ging, durch sein Dorf gekommen." „Ja, das stimmt." „Und, ngana, Herr, er sagt, dann hättest du ihm sein größtes und bestes Schwein totgeschossen." „Was? — Ein Schwem?" „Ja, Herr, dort liegt es." Am Wegrande lag auf einer geflochtenen Tragbahre ein riesiger hochbeiniger, schwarzer Eber, und dabei standen mit kläglichen Trauermienen sechs Neger, die ihn hierher geschleppt hatten. Der Häuptling blickte traurig hin und verfiel in noch stärkeres Schluchzen: „O, Herr! Der nguli! Der ganz viel große nguli! Nun ist er tot!" Der nguli lag auf der rechten Seite. Ich suchte zwischen den Borsten Richtig, wie gezirkelt, mitten auf dem linken Blatt saß der Einschuß des winzigen Mannlichergeschosses, das den Körper glatt durchschlagen hatte. Der tote nguli war also mein Löwe vom Abend vorher gewesen. Er hatte seine Rolle gut gespielt. Ich sprach mit Lihua. Er war Soba, ein Häuptling. Den armen Burschen muhte ich für seinen Kummer entschädigen. Ich gab ihm zwer silberne Schärpen, eine Pfeife, ein deutsches Seitengewehr, einen alten Hut, ein starkes Taschenmesser, vier Döschen Streichhölzer und dreißig Eskudos in bar für seinen toten nguli. Die Tränen waren schnell getrocknet, und er lachte nun über das ganze Gesicht. Dann zog er glücklich mit seinen Getreuen ab. „He, Lihua! Nehmt doch den toten nguli mit, er gehört doch dir; ihr könnt sein Fleisch essen." „Nein, Herr, wir mögen ihn nicht, er ist ja schon so alt, und er stinkt. So alte Eber kann man nicht essen; sie sind zu nichts mehr zu gebrauchen, sie stinken nur." Und der schlaue Lihua handelte mir noch ein Taschenmesser und zehn weitere Döschen Streichhölzer ab. Und ich war froh, daß er nun bereit war, dafür den tatsächlich enorm stinkenden nguli wieder mit zurückzunehmen. Am Abend sah ich durch das Glas, daß im Dorfe Lihuas munteres Treiben herrschte. Lustige Feuer brannten, und fröhlich klangen die Trommeln herüber. „Caniveta, was ist denn dort drüben im Dorfe Lihuas für eine barulja?" „Herr, sie haben den nguli geschlachtet." „Aber sie wollten ihn doch nicht essen, weil er stinkt. „Oh, ngana, er stinkt sehr." „Und sie fressen ihn doch?" „Ja, Herr, sie fressen ihn doch! Auch ich gehe gleich hinüber." Und bald sah ich Caniveta, einen großen Feuerbrand schwingend, dem Dorf zuwandern. Armer nguli! Blinddarmoperation auf hoher See. Auf der „Queen Mary" mußte bei der letzten Reise sowohl auf der Hinfahrt nach Neuyork wie bei der Rückkehr eine schwierige Operation vorgenommen werden, die in beiden Fällen einen glücklichen Verlauf nahm. Es handelte sich um Fälle von Blinddarmentzündung, die keinen Aufschub duldeten. Der Kapitän des Schiffes erbot sich, als die Operationen gemacht werden sollten, die Maschinen stoppen oder langsam laufen zu lassen, aber der Schiffsarzt, Dr. Butler, der die Operationen vornahm, hielt dies nicht für nötig, weil ihn keiner- lei Erschütterung durch das Schiff störte, und so raste der Riesendampfer mit einer Durchschnitts- geschwindigkeit von 29 Knoten weiter wahrend der Ärst seine schwierige Arbeit ausfuhrte. Boi der Hinfahrt war es ein Hilfskellner, bei der Heimreise der Kassierer des Dampfers, der operiert wer- den mußte. Beide haben die Operation gut über- standen und sind jetzt auf dem besten Wege der völligen Genesung. ner galt es, die Herde bei der Weide zu beaufsichtigen und dann auf den Zuruf des Schäfers weiterzutreiben. Die Schafe mußten außerdem auf einem schmalen Weg zwischen Rübenfeldern gehalten werden und der Hund mußte zu verhindern wissen, daß die Schafe links oder rechts naschten. Schließlich mußte die Herde wieder in den Pferch getrieben werden. Schäfer, Hund und Herde wurden bei ihrem Weg durch das Feld immer wieder von den beiden Preisrichtern (Gg. Hütten berger und Schäfermeister Karl Lenz, Ehringshausen) verfolgt. Es wurden recht ansprechende Leistungen der treuen Hunde festgestellt, die als Helfer durch die Schäfer herangebildet worden waren. Viele der Zuschauer verfolgten das Hüten mit fachverständigen Blicken. Die Schäfer, die selbst im Wettbewerb standen, beobachteten die Arbeit ihrer Kollegen besonders kritisch. Jeder der teilnehmenden Schäser trug auf dem Rücken eine große Nummer, die nach einem herausgegebenen Programm erkennen ließen, wie der jeweils geprüfte Schäfer heißt, woher er stammt und welcher Hund ihm bei seiner Arbeit hilft. Nie Bewertungen. 93.1: „Cenzi Herzogstreu" SZ. Nr. 475187 Deutscher Schäferhund (Besitzer und Führer: Karl Römer, Schäfer, Götzen). 23. 2: „Flora vom Georgsstollen" SZ. Nr. 457440 Deutscher Schäferhund (Besitzer und Führer: Heinrich Müller, Ehringshausen [Dill]). V. 3: „Anni vom Distelrasen" Deutscher Schäfer- hung 469 097 (Besitzer und Führer: Georg Schoch, Schäfer, Oppenrod). 23. 4: „Frido vom Lutherwald" Deutscher Schäferhund (Besitzer und Führer: Wilhelm Schäfer, Schäfer, Kinzenbach). V. 5: „Barry" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Heinrich Kipper, Schäfer, Unter-Schmitten). S. g. 1: „Moor" Altdeutscher Hund" (Besitzer und * Lich, 19. Oft. Wer am gestrigen Sonntag an der Straße Lich-Langsdorf am Abzweig der Straße nach Birklar vorüberkam, konnte am Wege nach Birklar auch im freien Feld eine ziemlich große Menschenmenge beobachten, die sich als Zuschauer zum Gemeinschasts-Preishüten eingefunden hatte, das die L a n d e s b a u e r n f ch a f t Hessen-Nassau in der Gemeinschaft mit der Fach- Ner erste Löwe. Von H. G. Althoven. Damals war ich noch Anfänger in Afrika und ktte die Vermessung der kleinen Pflanzung, die wir kcuflich erwerben wollten, fast beendet. Es fehlte nur noch die genaue Feststellung des letzten Grenz- ftrines droben am Ufer des jetzt trockenen Cavaco- ssufses. Das Vermessen mußte möglichst ofort gesehen, denn es kommt hier in Afrika öfters vor d.iß Grenzsteine sich selbständig machen und über Macht auf den Schultern kräftiger Neger einen Ki- fomefer oder auch noch weiter wandern. Damit hat nitürlid) der Verkäufer des Terrains nichts zu tun. „0h, nao fenhor!" Obwohl ja eine Pflanzung nach d-m Areal bezahlt wird. Aber der Verkäufer nio, fenhor! — nein, der hat damit nichts zu tun. £Der sagen wir lieber, er weiß nichts davon — fern ‘öer^^inen Plattform der Waldturbine aus tcnnte ich den Hellen Grenzstein ganz gut sehen Ich schätzte den Weg dorthin durch das trockene Flußbett auf eine Stunde. Nachmittags gegen zwei Uhr brach ich auf Ich ging allein. Im trockenen Flußbett (hüben hier uni) ba infelartige Komplexe non Wm, dünnem Rohr, in denen Tausende von bunt- schillernden Vögeln im Winde schaukelten und zwit ,dUnn nad; Minuten traf ich auf die Spuren °,n drei Hyänen, die UOM Ufer zn em-m D.-k.cht Irrten. Etwas weiter kreuzten zwei Leoparden,ahr? tm den Flutz, Und dann stieß ich noch auf -me gim passable Löwenfährte, deren Urheber aus einer d-r Bohrinseln war bis zu dem etwa Me. Meter Wm Steilufer rechts, das er mit einem Saft; genommen hatte. Ich konnte die frifd) Inner Hinterpranken fehen, mit denen er sich oben ckgefchnellt hatte. Hier fchien ja allerhand los zu " Und da fiel mir eigentlich erst ein, daß ich ja ftor keine Waffe mitgenommen hatte. Also im Lchnellfchritt zurück. Ich nahm die Kaliber MS Winchester vom Haken. Ach was., h J, schwere Büchse mitfchleppen. Es war schon reichttch |süt, und ich mußte mich beeiler> Da nahm ich denn Irn kleinen, leichten 6,5 Mannlichers 6 ■ II nur für die Flußpferdjagd b° >mmh und ich hatte »izu nur Patronen, mit Dolls ahlmante 1, ,ur -laderes afrikanisches Wild befand rs sur Raub- teilt), völlig unbrauchbar sind, weil ste keine Spreng airtung haben. Na, es würde schon nichts.passieren Im Eilschritt ging es vorwärts Ich hattej mich d»ch, wie das einem in Afrika meistens pasirert, m Links- Der Schäfer mit feiner Herde beim Preishüten unterwegs. Die Wertungsrichter folgen. Rechts: Der Hund treibt die Herde in den Pferch. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) ten, dem Preishüten beizuwohnen. Insbesondere waren es Hundefreunde, die sich eingefunden hatten, um einen Ueberblick über die Leistungen der Hunde der Schäfer aus dem Gebiet Hessen-Nassau der Landesbauernschaft zu verschaffen. Bereits kurz nach 8 Uhr begann das Preishüten, zu >-an zehn Schäfer mit ihren Hunden zugelassen wurden. Die Prüfungen selbst gestalteten sich sehr interessant. Es wurde ein strenger Maßstab angelegt. Insbesondere galt natürlich den Hunden die besondere Aufmerksamkeit der Wertungsrichter. Es wurde von den Tieren viel verlangt. Die Hunde hatten zunächst die Schafe ruhig und richtig aus dem Pferch zu bringen, vom Feld dann auf die Straße zu leiten, die Hunde mußten als Verkehrspolizei dienen, indem sie die Herde vor einem entgegenkommender Fuhrwerk auf die rechte Straße zu treiben hatten. Beim Weg der Schafe über eine kleine Brücke mußten die Hunde Wache stehen, fer- der Abschätzung der Entfernung geirrt. Ich brauchte fast zwei Stunden bis zu dem Grenzstein und sand ihn an der richtigen Stelle. Das war also in Ordnung, und ich konnte getrost den Rückweg antreten. Hierbei ging ich nicht, weil es mir zu spät war, durch das Flußbett wie vorhin, sondern über die Pad, welche die Windungen des Flusses abschmtt. Gegen sechs Uhr sah ich vor mir ein kleines Dorf von zwölf Strohhütten liegen, das ich bald passiert hatte. Dann traf ich wieder auf das Flußbett an der Stelle, wo der Löwe in der vorigen Nacht das hohe Ufer hinaufgesprungen war. Er hatte also jedenfalls das Dorf angeschlichen und den kleinen Viehkral umkreist. Flott schritt ich weiter durch ein Gelände, welches von kniehohem Gras bestanden war; hier und da einzelne kleine Büsche. Das Dorf lag schon einige hundert Meter hinter mir. Vorn im Westen stand ganz tief die scheidende Sonne hinter dem Horizont. Bald mußte die Dämmerung da sein. Da huschte etwas hundert Schritt vor mir ein großes, dunkles Tier quer über die schmale Pad. Blitzschnell ging es durch mein Gehirn — der Löwe! Ich nahm die kleine Büchse von der Schulter und entsicherte. Da sah ich ihn wieder. Er schlich sich im Halbkreis näher, stand jetzt zwischen zwei niedrigen Kusseln und war dann wieder verschwunden. Dunkler und dunkler wurde es. Und für mich stand jetzt fest, daß der Löwe mich anpirschte. Die Lage war sehr bedenklich. Ich blickte über Kimme und Korn des kleinen Stutzens. Es war kein Büchsenlicht mehr, doch konnte ich mit einiger Anstrengung das versilberte Korn noch erkennen. Da hörte ich halblinks von mir ganz leises Knacken und ein urtiefes „Uh!" Und dann sah ich den Löwen wieder; er stand auf höchstens dreißig Schritt an einem Busch und sicherte zu mir herüber. Trotz der Dunkelheit sah ich deutlich die macht'ge Mähne. Ich mußte handeln, sonst war ich m der nächsten Sekunde verloren. Ich schwenkte die Arme und rief laut: „he! he!" Das hatte einige Wirkung aus die Bestie, denn sie nahm mich nicht sofort an, sondern machte einen kleinen Satz nach rechts. Nun stand der Löwe breit und bot mir für Momente die Flanke. Ich riß die Mannlicher hoch. Langsam stieg das Silberkorn am Vorderlauf empor, und als ich, so gut es ging, mitten im Wildkörper drm war — Hubertus hilf! — machte ich krumm. Wie scharfer Peitschenschlag gellte der helle Schuß durch die Dämmerung. Der Löwe hatte nur kurz aufgebrüllt. Dann hörte ich, wie er im Umkreis von wohl zehn Schritt alles zerschlug, was ihm m die Pranken tarn. Ab und zu ein tiefes, bojes „Ut)I !Die Deutsche Arbeitsfront fetzte ihre Kräfte am Eomstagnachmittag und Abend, sowie am gestrigen Sonntag auch in Gießen in vorbildlicher Weise fir die erste Reichs-Straßensammlung für das Winterhilfswerk ein. Nicht nur die Amtswalter der DAF., sondern auch die Män- nir aus den Betrieben, Betriebsführer und Ge- fllgschaftsmänner, sahen es als selbstverständliche Ehrenpflicht an, mit allem Eifer den Verkauf der Spendeabzeichen durcbzuführen. In allen Straßen, genz besonders an den Brennpunkten des Ver- kihrs, konnte man die Helfer eifrig an der Arbeit Ul en. jGine besondere Note erhielt die Sammlung dadurch, daß die in Gießen und in Nachbarorten besuch enden Werkscharen mit Musik an der Spitze gischlossen durch die Stadt marschierten, um durch Ären Einsatz für das Sammelwerk zu werben. Alenthalben galt die Parole „Schaffende sammeln Ub geben!", und sie fand durch den Einsatz dieser T«rkscharen noch eine besonders eindringlich wir- tnbe Kraft. An diesem Werbemarsch beteiligten sich fo? Werkscharen der Firma Bänninger (Gießen), dir Eisenwerke Buderus (Lollar) und der Firma Shieferstein (Lich), die in den schmucken, schlichten Uniformen dem Straßenbild einen besonderen Anstich gaben. Die noch nicht eingekleideten Werkscharen der Firmen Poppe und Stempel-Kreuter njiren für den Straßen-Sammeldienst eingesetzt. Die schönen Abzeichen, die in eindringlicher Weise bi> Erinnerung an die deutschen Grenzmarken wach- riefen, daneben aber auch auf die übrigen Provinz- oier Landschaftsteile des großen deutschen Vater- londes hinwiesen, fanden mit Recht starken Anklang !md regen Absatz. Vielfach konnte man die Wahr- n hmung machen, daß Käufer nicht nur ein oder zvei Abzeiche.n erroarben, sondern sich eine ganze Lommlung davon zulegten. Es ist denn auch kein !B ander, daß bereits am Samstagnachmittag und «übend manche Verkäufer bereits ausverkauft hatten, oder ein in der Nähe stehender Helfer mit fei» mm meist ebenfalls schon knapp gewordenen Dor- rcit Aushilfe leisten mußte, so daß auch bei ihm der Ausverkauf sehr schnell zur Tatsache wurde. Am öiftrigen Sonntag ging der Verkauf in flotter Welfe msiter. An zahlreichen Stellen mußten den Spenden Ersatz-Abzeichen ausgehändigt werden, weil die L appenzeichen durch die Aufnahmefreudigkett bet dir Bevölkerung schon untergebracht waren. Wie me gearbeitet und wie eifrig gespendet wurde, kann nem — nur als Beispiel hier genannt — daran nen daß der Kreisobmann der Deutschen Arbeits- fiont'für den Kreis Wetterau, Hermann Wagner, v Führer: Theo Schauß, Schäfer, Großen-Linden). S. g. 2: „Schweitzer" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Alfred B a st i a n , Schäfer, Dillheim). G. 1: „Türk" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Theodor Werner, Langd). G. 2: „Schallo" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Heinrich Roth, Schäfer, Saasen). G. 3: „Mohr" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Leo Herrmann, Schäfer, Oppershofen). Aus der Provinzialhauptstadt Mondnacht im Nadelwald. Mein Heimweg führte mich kürzlich auch durch Wald. Schrägab der harten Straße zog ein lauschiger Pfad durch buschiges Laubgehölz. Mit dem Hochwald öffnete sich eine lange Schneise mit kurzem Gras, spärlichen Herbstblumen und tiefen Wagenspuren. Langsam wuchs mir die feierliche Stille nach innen, und körperlich gelöst versank ich in die Einsamkeit des dunkelnden Waldes. Ein Heegstück mit halbwüchsigem Kiefernbestand gab den Blick nach einer Seite frei, der Mond brach leuchtend herein und wurde mein Gefährte. Weißes Gewölk neckte sich mit seinem vollen Rund, das in mildem Glanz am klaren Abendhimmel bald aufblitzte und bald durch Wolkenfetzen schimmerte. Ein samtweicher Fußpfad nahm mich in die dunklen Hallen eines dichten Fichtenwaldes. Millionenfach zerteilt glitzerte das Mondlicht in den Wipfeln und gestaltete mit den Millionen feiner Nadeln einen zaubrischen Filigranschmuck über dem schwarzen Waldboden. In einem lichteren Kiefernstück mit mächtigen Stämmen floß magischer Glanz um die hellbraunen Rinden in der Höhe, die Nadelmassen der Gipfel hingen zu dunklen Wolken geballt im Mondlicht und warfen im munteren Spiel des ziehenden weißen Gewölkes gespenstische Schatten in die Tiefe. Der lange Waldrand fiel in ein breites Wiesental ab. Hoch oben schwebte jetzt die volle Mondscheibe im freien Raum und durchwirkte den feinen Nebel der windstillen Landschaft mit einem silbrigen Schimmer. Bald stand ich wieder auf harter Landstraße. Aus dem Tal keuchte der Motor eines schweren Lastwagens herauf und blendete mit langen, glühenden Lichtkegeln meine Augen. Flinke Autos zischten mit drängenden Hupenstößen an ihm vorbei, und Krafträder knatterten fern und nah über die nächtliche Straße. Umbrandet von Lärm und Gefahren des hastenden Verkehrs war es mir, als erwachte ich jählings zur Wirklichkeit und die vergangene Stunde versänke hinter mir wie ein schöner Traum. Aber war sie denn eben erst nicht auch Wirklichkeit gewesen? Ich bin nicht mondsüchtig, wollte auch keineswegs eine miserable Alltagsstimmung durch romantische Beleuchtung verdrängen, und doch mußte ich immer wieder nach dem Wald dort oben auf dunkler Höhe zurückschauen. Traum? — Nein! Es war so wie damals, als ich an einem klaren Wiesenbächlein die erste Eidechse staunend in meinen Kinderhänden hielt und sie meinen Kameraden zeigte. Und langsam heimwärts wandernd erkannte ich ganz die beseligende Wirklichkeit jener einsamen Wegstunde, da der Wald mit seinen tausend Wundern behutsam und unmerklich über alles Denken und Sorgen, über alle Hoffnungen und Enttäuschungen hinweg aus verschütteter Tiefe die ursprüngliche, reine, kindliche Erlebnisfreude in mir erlöste zum selbstvergessenen Staunen, Mitschwingen und Mitklingen im ewigen Rhythmus der Natur. Seltsamer Traum, der uns alle immer wieder einmal packt, wie erst kürzlich auch unseren guten Onkel Fritz, der bei der Entrümpelung unseres Dachbodens plötzlich mit stürmischer Sehnsucht sich auf sein altes Schaukelpferd schwang, sogar noch mit einem Papierhelm nachhalf, und doch unter all seinen Anstrengungen wehmütig gestehen mußte, daß sich das geheimnisvolle Pförtchen zum Paradies feiner Kindheit nicht auftun wollte. R. B. Dornoiizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Moskau-Schanghai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Standschütze Brugg- ler". — Ski-Klub, Gießen, 20.15 Uhr, Ski-Filmvorführung „Deutsche Meisterschaften 1935" und Generalversammlung im Hotel „Prinz Carl". Hitler-Zugenb. Bann 116, Personalstelle. Betr.: HI. -Ehrenzeichen. Es werden hiermit alle HJ.-Ehrenzeichenträger des Kreises Gießen aufgefordert, sich in der Zeit vom 14. Oktober bis 20. Oktober schriftlich auf der Personalstelle des Bannes 116, Gießen, Wartweg 19, unter Angabe ihrer genauen Anschrift, Nr. des Ehrenzeichens und jetzige Tätigkeit in der NSDAP, zu melden. Die Meldung ist äußerst wichtig! Anträge-auf Zweitausfertigung können nunmehr gestellt werden. gez. Völzing, Geff. Freiwillige für die Lustwaffe. DNB. Das Reichsluftfahrtministevium gibt bekannt. 1. Im Frühjahr 19 3 7 werden bei der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt, in Ostpreußen nur bei der Luftnachrichtentruppe. 2. Im Herbst 1937 werden bei der Fliegertruppe, Luftnachrichtentruppe, der Flakartillerie und dem Regiment „General Göring" Freiwillige eingestellt. 3. Bewerber sollen sich sobald als möglich melden und zwar für die Frühjahrs einstellung bei jedem Truppenteil der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe, für die Herbst einstellung bei jedem Truppenteil der Luftwaffe (Fliegertruppe, Luftnachrichtentruppe, Flakartillerie, Regiment „General Göring"). 4. Auskunft über die Bedingungen für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe und über den vorher abzuleistenden Arbeitsdienst erteilen alle Truppenteile der Luftwaffe, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Von allen diesen Stellen wird auch das „Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" ausgegeben, aus dem die Bedingungen für die Anstellung zu ersehen sind. 5. Meldungen bei anderen militärischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos; sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. Bergsteiger und Skifahrer meldet euch als Freiwillige zu den Gebirgstruppen. Bei den Gebirgstruppen werden in der Zeit vom 15. Oktober 1936 bis 15. Januar 1937 Freiwillige für Einstellung im Herbst 1937 angenommen. Geübte Bergsteiger und Skifahrer werden bevorzugt. Bewerbungsgesuche, die nach dem 15. Januar 1937 einlaufen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Vorbedingung für die Einstellung ist, daß der Bewerber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, arischer Abstammung, ohne Vorstrafen, unverheiratet und nicht unter 1,60 Meter groß ist. Nähere Auskunft erteilt jedes Wehrkreiskommando und jedes Wehrmeldeamt. Freiwillige für die SG -Berfügungstruppe. Bei SS. „Deutschland" finden noch Musterungen ür den freiwilligen Eintritt in die SS.-Verfügungs- ruppe 3um 1. November statt. Bewerber können ich hierzu noch schriftlich bei SS. „Deutschland", Abt. Ilb, München 13, Ingolstädter Straße 193, unter Einsendung eines Lebenslaufes mit Lichtbild melden. Arbeitsbücher für Entlassene aus dem Wehrdienst. NSG. Der Präsident der Reichsanstalt hat eine neue statistische Berichterstattung über die Vermittlung ausgeschiedener Soldaten an Arbeitsplätze und über die durch die Einberufung zum Wehrdienst freigewordenen Arbeitsplätze vorgeschrieben. In einem Erlaß wurden genaue Vorschriften, auch über die Ausstellung von Arbeitsbüchern für ausgeschiedene Soldaten erlassen. Um den Soldaten die Vermittlung eines Arbeitsplatzes in der freien Wirtschaft zu ermöglichen, sollen ihre Arbeitsbücher im Einvernehmen mit den Dienststellen der Wehrmacht schon vor dem Ausscheiden der Soldaten ausgestellt werden. Sammlung von Altmaterial. Fwd. Der Reichswirtschaftsminister hat alle Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts aufgefordert, sich für die systematische und möglichst restlose Erfassung von Altmaterialien in ihrem Bereich einzusetzen. Jede einzelne öffentliche Verwaltung habe besonders folgende Materialien zu sammeln: Altpapier aller Art, Textilabfälle aller Art, Eisen- und Metallabfälle aller Art, Knochen aus Kantinen und Küchen. Für die regelmäßige Abholung der gesammelten Altmaterialien hat jede einzelne Sam- Die Wallfahrten zum deutschen Osten werden auch von der Jugend als die beste Erziehung zum völkischen Bewußtsein und zur Volksgemeinschaft anerkannt. Aus solchem Anlaß unternahm eine Gruppe von 18 Gießener Mädeln unter Leitung der Untergauführerin Käthe Pfeffer eine Ostlandfahrt, um durch eine vierwöchige Wanderung durch das Land jenseits des Korridors deutsche Not und deutsches Schicksal kennen zu lernen. Diese Gruppe unternahm als einzige des Gaues eine solche Fahrt, von deren Eindrücken und Erlebnissen sie am Sonntagvormittag Bericht erstattete. Zu dieser Morgenveranstaltung im Gloria-Palast hatten sich viele Eltern und Angehörige der Mädels eingefunden. Nach dem Einbringen der Wimpel begrüßte die Untergauführerin Küche Pfeffer die Gäste von der Partei, der Wehrmacht und den Behörden, wobei sie die politische Bedeutung dieser Fahrten unterstrich. So ist auch die Fahrt der Gießener Mädels nur als ein weiterer Beweis dafür aufzufassen, daß die deutschen Menschen an den Grenzen in ihrem Glauben an ihr Volk bestärkt werden sollen und die Gewißheit behalten, daß sie nicht allein sind. In ihrem Grenzkampf und in ihrer Grenzlandnot sollen sie mitfühlende und mit« empfindende Volksgenossen überall im Reiche haben. Auch die Mädels bekennen sich zur Schicksalsverbundenheit mit den deutschen Volksgenossen und wissen, daß die Not Ostpreußens eine deutsche Not, fein Schicksal das Schicksal des deutschen Volkes ist. An Hand von einigen Fahrtenbildern sprachen die Mädels von den Eindrücken ihrer Fahrt, auf Daß die Bande der Kameradschaft, die aus dem Erlebnis des Weltkrieges heraus entstanden sind, die Zeiten überdauern, beweist wieder einmal , ber 9. Bataillonstag des Gießener Land- stur m b a t a i l1 o n s , der am gestrigen Sonntag einige Hundert alter Kameraden aus Oberhessen, den angrenzenden preußischen Gebieten, aus Westfalen und dem übrigen Hessen in die alte Garnisonstadt Gießen führte. Bereits am Samstag fanden sich die ersten Teilnehmer beim Kam. Kobel zusammen, wo sie von ihrem letzten Bataillonskommandeur, Hauptmann a. D. Dr. Töpel- mann, Gießen, herzlich empfangen wurden. Nachdem einige organisatorische Fragen geklärt und die Beratungen über die weiteren Bataillonstage erledigt waren, sprach Kamerad Schulrat a. D. Fischer, Gießen, über seine Erlebnisse bei einem Besuch der früheren Kampfitätten und Kriegergräber an der Westfront. Sodann berichtete Kamerad Telegrapheninspektor F. Reitz über eine Fahrt zu den Kriegergräbern bei Verdun, wobei er auch den amerikanischen Marmorftiedhof besichtigte. Beim Austausch von Erinnerungen an die gemeinsame Frontzeit wurden einige frohe Stunden verbracht. Am Sonntagvormittag fand eine würdige Gedächtnisfeier auf dem Heldenfriedhof im Neuen Friedhof statt. Der vom Bauerschen Gesangverein vorgetragene Chorgesang „Heilig ist der Herr" leitete die Feier ein. Ärchiodirektor Herrmann, Darmstadt, sprach hierauf zu feinen Kameraden. Er lenkte ihre Gedanken zurück zu jenem bedeutungsvollen 18. Oktober, an dem durch die Schlacht bei Leipzig dem preußischen Schicksal die Stunde der Wende aus tiefer Not schlug, und zog den Vergleich zu dem Ausgang des Weltkrieges, der das heldenhafte Heer unbesiegt zum Rückzug zwang, nur weil die Heimat versagt hatte. Nach all den Jahren der Schmach und der Schande hat das deutsche Volk jetzt wieder die Stimme seiner Feldgrauen verstanden, den Sinn des Opfertodes für das Vaterland begriffen und einsehen gelernt, daß es kein Recht gibt, wenn nicht eine Macht dahinterfteht. Die alten Soldaten preisen den Entschluß des Führers zur Wiederaufrichtung der Wehrhoheit. Den gefallenen Kameraden widmen sie inniges Gedenken und neigen sich vor ihnen in Ehrfurcht und Dankbarkeit. Hauptmann a. D. Dr. Töpelmann versicherte auch an diesem Bataillonstag allen Kameraden, die melftelle mit den benachbarten Altmaterial- und Rohproduktenhändlern ober falls solche nicht in erreichbarer Nähe wohnen, mit herumziehenden Lumpensammlern bindende Vereinbarungen zu treffen. Wichtig für Lehrstellen-Suchende. Viele Eltern wenden sich schon jetzt an Betriebe und bitten, ihre Söhne für eine Lehrstelle zu Ostern 1937 vorzumerken. Hierdurch wird der notwendige planmäßige Einsatz der schulentlassenen Jugend unmöglich gemacht, mindestens erschwert. Das Arbeitsamt hat sich deshalb an alle Betrieb sgemeinschaften gewandt und gebeten, die Betriebe anzuweisen, alle unmittelbar vorsprechenden Eltern an die Berufsberatung des Arbeitsamts zu verweisen, an die sie rechtzeitig, möglichst schon jetzt, die 1937 freiwerdenden Lehrstellen zu geben haben. Die Eltern tun deshalb gut, die Lehrstellensuche auf eigene Faust aufzugeben und sich in Verbindung mit der Berufsberatung zu setzen. Sie haben dadurch die Gewähr, daß nicht irgendeine Lehrstelle für ihren Sohn gefunden wird, sondern daß die Lehrstelle gewählt wird, die seiner Begabung und feiner charakterlichen Veranlagung entspricht. Nur wenn das gesichert ist, kann ein freudig arbeitender Lehrling zum tüchtigen Gesellen oder Gehilfen in einer Lehre heran gebildet werden. * ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke: Ortsdurchfahrt Dorheim ist wieder aufgehoben. ** Sterbefälle in Gießen: Es verstorben folgende Gießener: am 11.: Marie Jäger, 48 Jahre, Marktstr, 4. — 12.: Georg Hartmann, 73 I., Moltkestr. 24. — 13.: Wilhelm Heß, 58 I., Landgrafenstraße 8. — 14. Minna Korell, geb. Nolte, 38 Jahre, Steinstraße 40; Martin Lampe, Postoberinspektor, 63 I., Wilhelmstr. 69. — 16.: Marie Vogt, geb. Vogt, 79 I., Neuenweg 19. — Auswärtige: 9'. Okt.: Marie Roczak, geb. Klimowicz, 26 I., wohnhaft in Ringelshausen (Gießen). — 11.: Anna Ehledey, geb. Tiedtke, 54 I., Lollar (Gießen). ** Die Feuersirenen werden im Laufe dieser Tage zu einer Hebung der Feuerwehrmannschaften ertönen. Es braucht also niemand in Unruhe zu kommen, wenn er den Ruf der Sirenen hört. Unsere Bevölkerung sei darauf noch einmal hingewiesen. der sie zum erstenmal einen Begriff von der Ausdehnung der Korridors erhielten, lieber Deutsch- Eylau fuhren sie zum Tannenberg-Nationaldenkmal und dann durch Masuren, das Land der tausend Seen, wo sie an manchem stillen Heldenfriedhos Denn eilten. Im Pregeltal statteten sie Insterburg einen Besuch ab und lernten dort in der Nähe einen originellen und vielseitig begabten Schmied kennen, der chnen viel Freude bereitete. In Gumbinnen machte der Friedhof mit 500 Gefallenen einen tiefen Eindruck auf die Wanderinnen. Diel Interessantes fanden sie in der Rominter Heide und namentlich im Hauptgestüt Trakehnen. In der Grenzstadt Schir- windt und später in Tilsit standen die Mädels an der litauischen Grenze, und welche Gefühle sie dabei hegten, bewies das von ihnen zu den Bildern gesungene Lied von der Memelwacht. An Fischkuttern und Heuschiffen vorüber führte ihr Weg zur Klinischen Nehrung, wo dem Fischerdorf Rossitten, das durch seine Vogelwarte und die Segelfliegerschule bekannt ist, ein Besuch ab gestattet wurde. Eine Reihe von Bildern war der Ordensfeste am Pregel und hansischen Stadt Königsberg gewidmet, der Geburtsstadt Agnes Miegels. Ueber Zoppot mit seiner bekannten Waldoper und Marienburg, mit dem als größte Burganlage Deutschlands bekannten Hauptsitz des Deutschen Ritterordens, der Marienburg wurde die Heimreise angetreten. Sinniger Schargesang, passende eingefügte Gedichte und ein ostpreußischer Nikeltanz ergänzten wirkungsvoll die Morgenstunde. für das Vaterland fielen, und auch denen, die der Tod nach und nach aus den Reihen der lieber« lebenden herausgerissen hat, ein treues Gedenken über das Grab hinaus und legte ihnen zu Ehren einen schlichten Kranz nieder. In der Erinnerung an diese Kameraden neigen sich die alten Kriegskameraden, die ganz besonders dazu berufen waren, am Aufbau des machtvollen Dritten Reiches mitzuhelfen, in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor dem Frontsoldaten und Führer Adolf Hitler und grüßen in ihm das deutsche Vaterland. Mit dem alten Reiterlied „Morgenrot" ließ der Bauersche Gesangverein die Gedächtnisstunde ausklingen. Am Nachmittag fanden sich einige Hundert alte Landstürmer zur Wiedersehensfeier im Cafe Leib zusammen. Die Kapelle Krengel ließ durch das Spielen alter Soldatenlieder schnell eine frohe Stimmung aufkommen. Hauptmann a. D. Dr. Töpelmann hieß die Kameraden herzlich willkommen Er erinnerte an die Jahre gemeinsamen Kriegserlebens vor mehr als 20 Jahren und gedachte der in der Zwischenzeit verstorbenen Kameraden. Weiterhin gab er eine Anzahl Grüße bekannt. Der nächste Batail- lonstag soll in zwei Jahren, der folgende dann in dem anschließenden Jahr gefeiert werden, weil dieser die 25. Wiederkehr des Ausmarsches des Bataillons ist. An den ehern. Hauptmann der 12. Kompanie des Kaiser-Regts. 116, den Generalmajor a. D. Rudolf Mohr, wutde anläßlich seines 75. Geburtstages ein Glückwunschtelegramm gesandt. Ferner dankte der Redner allen Mithelfern, besonders dem Bauerschen Gesangverein für feinen Gesang bei der Gedächtnisfeier, aber auch den Kameraden Beyer, Nickel, Burmeister und Reitz für die Mitarbeit, und grüßte namens der alten Landstürmer den Wiedererwecker des deutschen Heeres und Vorkämpfer gegen den Weltbolschewismus, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Ein besonderes Erlebnis für die Landstürmer wurde dann die Wiedergabe einer großen Anzahl von Photographien, die die Erinnerung an die Kriegszeit wachriefen. Kamerad Schulrat a. D. Fischer gab hierzu, so weit es notwendig war, einige Erläuterungen, und die freudigen Zwischenrufe und der starke Beifall erwiesen, daß mit diesem erste» Versuch die Wiederschensseier eins schöne Der deutsche Osten - Deutschlands Schicksal. 6ine Ostlandfahrt des Gießener DOM. Wiedersehensseier des Gießener Landsturmbataillons (M/9.). Ueberrafd)ung geworden war. Mit einer Aufnahme des Feldgottesdienstes im Hofe der Zeughauskaserne im Oktober 1914, an dem das Bataillon mit 770 Landwehr- und 330 Landsturmmännern unter dem inzwischen verstorbenen Kommandeur, Oberstleutnant von Knobelsdorff teilnahm, wurde diese Bilderfolge eingeleitet. Manch einer sah sich wieder im Kreise seiner Kameraden, und die Erinnerung an viele Gefallene wurde wach. Ausnahmen aus Constans, Douaumont und Valencien» nes, aus ernsten und heiteren Stunden, zogen an den Augen vorüber. Nach dem Gesang alter Soldatenlieder gab Feldwebel-Leutnant a. D. Reitz den Empfindungen des Dankes der alten Landstürmer an ihren Bataillons- kommandeur Dr. Töpelmann Ausdruck, der mit großem Verständnis und Freundlichkeit jeden einzelnen Bataillonsangehörigen im Felde betreute und sich gerade in der Nachkriegszeit als der „Vater des Bataillons" bewies. Seine Soldaten vergessen nicht die Aufopferung in jenen schweren Tagen des Rückmarsches von Frankreich bis nach Friedberg, wo das Bataillon aufgelöst wurde, und sie find ihm besonders dankbar dafür, daß er die schon im Kriege gepflegte Kameradschaft durch die Abhaltung der Bataillonstage aufrecht erhalten hat. Kamerad Reitz rief die Erinnerung wach an die Einweihungsfeier des von Kamerad Dr. Töpelmann in Valenciennes errichteten Heldenfriedhofes, bei der ihm die Anerkennung der Generalität ausgesprochen wurde, und dankte ihm im Auftrage der versammelten Kameraden für all die vielen Sorgen und die Beweise der Kameradschaft. Die Kameraden brachten ihre Gefühle zu ihrem alten Kommandeur durch ein dreifaches Hurra zum Ausdruck. Die aus dem Bataillon später dem 2. Pommer- schen Infanterie-Regiment Graf Schwerin Nr. 14 zugeteilten Landstürmer fanden sich unter Kamerad Hch. Christ-Lollar (Holzmühle) zusammen und tauschten Erinnerungen an die Kämpfe in Rußland und in der Champagne aus. Sie beschlossen, demnächst eine weitere Zusammenkunft abzuhalten. Der inzwischen eingetroffene Kapitän a. D. Oberregierungsrat i. R. S ch m e h l, ein Sohn der otaöt Gießen, wurde von Kamerad Dr. Töpelmann willkommen geheißen. Kapitän Schmehl dankte in seiner humorvollen Art für die freundliche Begrüßung und gab einige Erlebnisse von den Kaperfahrten des Hilfskreuzers „Wolf" zum besten. Durch fein „Seemannslatein" rief er Helle Freude hervor und setzte die Lachmuskeln kräftig in Bewegung. Siebenköpfige Einbrecher- und Hehlerbande festgenommen. LPD. Frankfurt a.M., 17. Oft. Im Jahre 1934 wurden wiederholt Einbruchsdiebstähle in ein Lager einer Frankfurter Möbeltransportfirma ausgeführt und Sachen aller Art von bedeutendem Wert gestohlen. Die damals durchgeführten umfangreichen Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei führten zunächst zu keinem Erfolg. Erst jetzt konnte der Fall restlos aufgeklärt, eine Menge von Stehlgut wieder herbeigeschafft und die Einbrecher und ein Teil der Hehler hinter Schloß und Riegel gesetzt werden. Die Einbrecher „arbeiteten" zur Nachtzeit. Sie gelangten durch die Wohnung einer ebenfalls festgenommenen Mittäterin auf das Dach des Lagerhauses und fliegen nach Zertrümmerung der Fenster ein. Im Lager wurden viele Kisten, Koffer und Schließkörbe aufgebrochen und reiche Beute gemacht. Die Einbrecher stahlen mehrere Federbetten, mehrere Daunensteppdecken, wertvolle Koltertücher, große Mengen Bett-, Tisch- und Gebrauchswänsche, Kleider, Vorlagen und Teppiche, einen großen Posten Porzellan, Silber- und Schmucksachen von bedeutendem Wert und ein Oelgemälde. Der Gesamtschaden beträgt mehrere tausend Mark. Das Stehlgut wurde in bereitstehende Schließkörbe und Koffer verpackt und in Sicherheit gebracht. Einige Frauen haben den Einbrechern Beihilfe geleistet und sich auch am Absatz des Stehlgutes beteiligt. 2ld)t Familien haben über zwei Jahre einen Teil der gestohlenen Sachen in Gebrauch gehabt. Insgesamt sind sieben Personen dem Amtsgericht zugeführt und gegen andere ein Verfahren wegen Hehlerei anhängig gemacht worden. Zwei Verkehrsunfälle. Landkreis Gießen. ^Burkhardsfelden, 19. Okt. Gestern nachmittag kam es auf der Straße zwischen unserem Orte und Oppenrod zu einem schweren Unfall. Der 11jährige Sohn des hiesigen Einwohners Karl Brück, der mit feinem Fahrrad unterwegs war, wurde von einem Personenkraftwagen angefahren, zu Boden geschleudert und schwer verletzt. Der bedauernswerte Junge mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden. ♦ Linden st ruth, 19. Okt. Gestern gegen 16 Uhr ereignete sich auf der Straße Reiskirchen—Lindenstruth ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer, der ohne ein Zeichen zu geben, seine Fahrtrichtung änderte, wurde von einem Motorradfahrer, der ihn im gleichen Augenblick überholen wollte, angefahren und zu Boden geschleudert. Der Radfahrer, wie auch der Motorradfahrer wurden dabei glücklicherweise nur leicht verletzt. Rundfunkprogramm Dienstag, 20. Oktober. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10:: Gymnastik. 8.30: Werbekonzert. 9.30: Musik am Morgen. Neue Originalmusik für das chromatische Akkordeon. 10: Schulfunk. Bauer und Kämpfer. Hörszenen aus dem Volkstumskampf im Banat. Von Karl von Möller-Hatzfeld. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon^ert I. 13: Nachrichten. — Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! Der Romanttker Tschaikowsky. Seine V. Sinfonie in e-moll. 15: Volk und Wirtschaft. Handel und Schiffahrt nach Afrika. 15.15: Das deutsche Lied. Johannes Brahms. 16: Unterhaltungskonzert. „Buntes Treib en".17.30: Die deutsche Hochschule für Politik. Ein Bericht zum Semesterbeginn von Erwin Anders. 17.45: Die Dachschieferindustrie im Moselland. Vortrag von Dr. Schönhofen. 18: Unterhaltungsmusik. 19: HI' Funk. „Vorwärts Jungs — und nicht gefackelt!" Ein Spiel um Marschall Blücher. 19.30: Die kleine Ueberraschung. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Deutsche Hel* den in Südost. Eine Folge deutscher Soldaten* Märsche. 21.10: Der deutsche Weg I. 22: Nachricht ten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nach* richten der DAF. 22.30: Unterhaltungs» und Volkskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. SW sifft“ Alten %eutri a'f9Ät W» TtÄf(" Am Darbietung«»' MeinsM -onntag goi «L $ Eide du h.ifj de! Lft E s«» i^ach^ ?n,rh(ilb -int aÄlte'*a Mluch Al N <6<1 Mit die ¥ Hl" (StüiM 11 m 3ugeit» tiefes feftl« Mn MW°mN Herden, b-r Sa jC ifaufjsarbeiW Ml, der ®entf)ts- Md fteisju iliefeen des 3*1 ,er galt fein ®tu' Kameraden, die oor e;efommen sind. ' Die Feier solle, si Mer unendlichen L : nb Vaterland. De iß hin, wie wicht 1 irr eine in bezug Vehrfreiheit für Zahlung des Kör Saransetzen, die ihn Nild zu einfachere rsr Eingliederung c Meine in ben De Übungen sei auch i iür sein ferneres Wi umif) in aller Zulu, iür die Derwirklichu lüusgaben, die dem »rem Führer Adolf i werbe sich jederzeit äuisetzen für Bolt un! (fin Sprechchor — Sligendturnern oorgel la» DneWWns MwbvalLGM Turnverein 'M $ Bobann gab btt r.Epr Turn' feinen sehr aufsch Schichte des Dereir »al erkennen ließ, Mg an das Schick b!es gekettet war. mlle deutsche Zuku Wrnvereins, foroi. W" auf ben Fi Aner seine Anh * Derse her be ^schöne Bere chen Darbiei ‘ ,n Ausschnitt ai Meten Arbeit mit hervorr! Aonian l 1936 Hy 8« * Fortsetzung. 4a2°n Thea B S ich vl Hanna »«taten, 1,11 -i uSNen d -r bie Mi}1g-h Ä* "lcht trn ft.’ kW «tilA fte ubiläumsseier des Turnvereins 1846 Gießen kennenswerte Arbeit im Laufe der 90 Jahre seines Verbände des SRC. für Jugendliche Im Atter Jugendabteilun- d Hehler« in»n sehr aufschlußreichen Rückblick auf die Ge- Nachdruck verboten! 27. Fortsetzung. sie gibt ihm nämlich J< Jahren auf. Jugendliche Anordnung unter zehn des Reichs- „Wer A sagt, muß auch Wolde." Dann wundert er sich sehr, ganz unmotiviert die Hand. „Sie sind ein netter Kerl." Berlin, 17. Okt. Der Jugendführer des Deutschen Reiches und der Reichssportführer haben die II. Ausführungsbestimmungen zu dem Vertrag vom 1. August 1936 erlassen. Diese sehen vor, daß alle noch nicht im Deutschen Jungvolk stehenden Jugendlichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen im Alter von 10 bis 14 Jahren bis spätestens zum 1. Dezember 1936 in das Deutsche Jungvolk übergeführt werden. Zu diesem Zweck hebt die Hitler-Jugend die Aufnahmesperre für den Eintritt in das Deutsche Jungvolk für diesen Zeitraum für die Jugendlichen des DRL. auf. Zum gleichen Zeitpunkt löst der Reichssportführer die Iugendabteilungen der Vereine und von 10 bis 14 Lehrgänge und Kurse für Jahren werden von dieser sportführers nicht berührt. noch kommt. Daß sie fast am Schmerz ersticken und daß ihr das Leben nichts mehr gelten wird... nur eins ist ihr bewußt: sie kann nicht hier bleiben. Sie kann die Stätten nicht mehr sehen, wo sie mit ihm zusammengewesen ist, sie will an nichts mehr erinnert werden. Sie ist so tief verletzt worden, daß sie sich vor sich selber schämt. Sie kann auch ihrem Vater nicht mehr in die Augen sehen — auch nicht Paul Laverenz — Sie will fort — irgendwohin..... Sie schläft die ganze Nacht nicht. Sie geht auch nicht ins Bett, sie sitzt in einem Sessel und grübelt Um sechs Uhr geht sie zu Liefe! Gottschalk. „Was ist denn los, Hanna? Wie siehst du denn aus?", fragt die entsetzt. „Ich habe nicht geschlafen, das ist alles." Sie nimmt ihre Tüten und das Körbchen mit der Milch. Sie geht auch noch einmal zu Leonhardt im Wolde, der steht schon in der Tür und wartet, wie jeden Morgen. Er nimmt ihr die Milch ab und sagt: „Das ist aber heute das letzte Mal, Fräulein Brandes." „Wie recht er hat —", denkt sie und sagt laut: „Aber warum denn?" Bestehens. Er schloß mit einer schönen Sinndeutung des Turnerzeichens und der symbolischen Worte »Frisch, fromm, fröhlich, frei!" Mit dem Turnergruß klang die Veranstaltung aus, die allen, die dabei sein konnten, lange in Erinnerung bleiben „Du lieber Gott!", sagt das Aepfelchen leise. Dann ruft sie in der Binger Straße an, da hört aber niemand, wahrscheinlich ist Ida einholen gegangen, aber Friedel ist doch da — nein auch nicht mehr, heute ist ja der 3. Dezember, und am Letzten ist die Friedel gegangen. Frau Melanie Brandes geborene Morholt wollte sich mit Ida allein behelfen — sie wird Probe haben — wen kann man denn noch fragen — in der Bücherei vielleicht — da hat Hanna ja auch oft und lang genug gesessen — Liefe! fährt in ihren alten Flauschmantel und will eben zur Tür hinaus, den Zettel: bin gleich zurück!, hat sie schon festgespießt — „Sind Sie vielleicht Fräulein Gottschalk? Ich bin Erna Brandt und soll aushelfen." „Was sollen Sie? Aushelfen? Ich habe niemanden bestellt." Liefe! ist ärgerlich, für dumme Witze hat sie jetzt keinen Sinn. Aber die Kleine fängt wieder an und hält ihr einen Brief vor die Nase. „Ich soll das abgeben, Fräulein Gottschalk." Hannas Schrift. Gott fei Dank. Sie reißt den Umschlag auf und hat erst mal einen glatten Hundertmarkschein in der Hand. Dann liest sie die wenigen Zeilen. „Mein liebes Aepfelchen, sei nicht bös, wenn ich jetzt verschwinde. Nimm das kleine, nette Mädchen als Ersatz und bezahle sie von beiliegendem Geld. Ich kenne doch Deine Nöte, und eine Hilfe mußt Du haben. Sie kann Dir auch ein bißchen im Haushalt zur Hand gehen. Deine Hanna." Mittag." Der Vormittag vergeht, Liese! sieht öfters nach der Uhr, dann deckt sie den Tisch, aber Hanna kommt nicht. Um ein Uhr kriegt sie es mit der Angst und ruft in der Pension an. Frau Dr. Wendler ist selbst am Apparat und sagt, daß Fräulein Brandes ihre Rechnung beglichen und ihren Koffer abgeholt habe. Nein, sie habe nichts hinterlassen . . . „Hanna ist — Sie sagen, Fräulein Brandes ist weg? Und ob ich etwas weiß? Sie hat mir doch heute früh die Milch noch gebracht." Ader da fällt ihm auf einmal ein, wie sonderbar das Mädchen gewesen ist. „Haben Sie Krach miteinander gehabt?" „Wir Krach? Bewahre. Sie schickt mir auf einmal einen Hunderter und eine Ladenhilfe, dazu schreibt sie, daß sie verschwindet. Das ist doch alles zu verrückt —- es ist doch auch gar nichts passiert, Herr im Wollie!" „Fräulein Brandes war doch viel mit einem Herrn zusammen, ich meine, sie war doch sozusagen verlobt. Vielleicht weiß der etwas." Liesel Gottschalk macht für Sekunden den Mund auf und starrt Leonhardt an. Tief holt sie dann Atem. „Sie meinen, daß sie mit ihm durchgegangen ist? Das wäre doch auch verrückt, es hat doch kein Mensch was dagegen gehabt." „Dann weiß ich auch nicht — aber vielleicht versuchen Sie doch mal, ihn zu erreichen." Leon- Hardt im Wolde hat einen scharfen Zug ins Gesicht bekommen, ihm ist die Sache, mit der Liesel Gottschalk zu ihm hereingeplatzt kommt, nicht nur peinlich, sie tut ihm persönlich in keiner Weise gut. „Ich weiß doch gar nicht wo er wohnt." „Dafür gibts ein Meldeamt am Alexanderplatz, kostet fünfzig Pfennig." „Ob ich da nicht lieber doch noch einmal bei Rechtsanwalt Brandes anrufe?" „Bitte. Können Sie gleich hier." Er führt Liesel in sein Friesenzimmer, geht wieder hinaus. Diesmal hat sie Glück, Frau Dr. Brandes ist selbst am Telefon. Ja, Hanna sei im Haus gewesen und habe sich einen Koffer Wintersachen vom Boden geholt, von Verreisen habe sie allerdings nichts gesagt. „So, danke. Ich war nur in Sorge, sie hat mir nichts gesagt vorher. Auf Wiedersehen, Frau $ Sann kommt Liesel wieder in den Laden zurück. Sie ist ganz empört. Das kann sie mir doch sagen, daß sie zum Wintersport fährt! Einfach so auf und davon zu rennen! Andern Leuten einen Schreck einjagen! (Fortsetzung folgt.) bei ------ n—— u sie bei uns und hat es mit Mutter abgemacht, Fräulein Gottschalk." . „ „Bann bleiben Sie, ich komme gleich wieder. Liesel rennt los. Leonhardt im Wolde bedient gerade und zeigt auf den Stahlsessel, aber Liesel ist viel zu aufgeregt. Als der alte Herr mit feinem Kriminalroman draußen ist, ruft sie: „Hanna ist weg. Wissen Sie was? i Jahre 1934 : in ein La. firma ausge« tenbem Wer! imfarigreichtn ilpolyei führ. 8t konnte der von Stehlgut cher und ein Riegel gesetzt zur Nachtzeit ner ebenfalls ch des Sagen g der Fensta . Soffer unb tute gemalt, ttn, mehrere cher, qrofy iche.Mder, Posten Pen bedeuteckm ntichaden be* -ehlgut mA offer nerpadt stauen haben sich auch am milien haben lenen Sachen den Personen n andere em igifi semacht nämlich im Deutschen Jungvolk, stehen muß, ist durch diesen Befehl erfüllt. Sportliches Leistungsstreben gehört zu jedem Jungen. Es darf aber nicht Selbstzweck fein, sondern muß sich sinnvoll und organisch den anderen Aufgaben der Deutschen Jugend eingliedern. Im allgemeinen Jungvolk-Dienst wird jeder Junge weltanschaulich erzogen und allgemein sportlich geschult. Die Jungen, die besondere sportliche Fähigkeiten besitzen, also der junge sportliche Nachwuchs, wird in Zukunft neben dem allgemeinen Dienst auch im Deutschen Jungvolk zusätzlich gefördert und planmäßig zu höheren Leistungen geführt. So braucht uns um unseren sportlichen Nachwuchs nicht bange zu sein. Ein kleiner Zeit hat seinen selbständigen Hebungsbetrieb eingestellt, ein größerer wird den sportlichen Wettkämpfen auf allen Gebieten zugesührt. Diese Arbeit wird in Zukunft Hitler-Jugend und Reichsbund für Leibesübungen Schulter an Schuller sehen, da die Erfahrungen der Vereine auf sportlichem Gebiet sich im neuen Jung- volk-Dienst durch ihre Arbeit voll auswirken können. Reichsbahn-Turn- und Sportvereine unterstehen dem Hf£. Nach einer Vereinbarung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und der deutschen Reichsbahn-Hauptverwaltung ist ein Abkommen getroffen worden, nach der die Arbeitsgemeinschaft der Reichsbahn-Turn - und Sportvereine aufgelöst wird. Die Reichsbahn-Turn- und Sportvereine bilden keine eigene Organisation, sondern unterstehen dem Reichsbund für Leibesübungen. Eine neu gegründete Zentralstelle der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine übt lediglich eine Mittler-Tätigkeit zwischen der Reichsbahn- Hauptverwaltung und den Reichsbahn-Turn- und Sportvereinen aus. H. Stärkte dreifacher SchweizerMeister Auf einer 1,7 Kilometer langen Rundstrecke in Lugano holte sich am Sonntag der Schweizer H. Stärkte aus NSU. einen dreifachen Sieg und Titel. Dieses erste Motorrad-Rundstrecken-Rennen in Lugano wurde zu einem vollen Erfolge. 25 000 Zu- Heute wirds luftig! Da follm mal die Korkm knallen. Wir ttinken Schaumwein, dann werden wir vergnügt. SCHAUMWEIN Als sie den Korb leer hat, geht sie noch einmal zu Liesel Gottschalk zurück. Die hat den Kaffee fertig und die Brötchen gestrichen, Hanna ißt und trinkt auch wie sonst. Dann steht sie auf, hängt ihren Kittel an den Nagel neben der Tür und sagt: „Ich habe etwas zu besorgen, Liesel, warte nicht auf mich, es kann länger dauern, bestimmt bis Die Aufgaben der _ „ gen des DRL. für Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren gehen nunmehr auf das Deutsche Jungvolk über. Nach Anordnung des Reichsjugendführers stellt das Deutsche Jungvolk freiwillige Sportdienstgruppen auf, in denen die Pimpfe ausgenommen werden, die sich freiwillig melden und die, je nach ihren Veranlagungen und Neigungen, besondere Sportarten bevor- „Jch kann mich doch nicht so von ihnen bedienen lassen, ich weiß doch, was los ist." ~~ ~ ' B sagen, Herr im Gestern nach' »en unferem renll«f«>J m*«i nkrtnegs ®ar, « -n,el°h« r oerle6.t („fori in ÜJ iefert nerbei ern g---» stirdjen-ß* *i)tet, ” ririchtE hrer. d°- it, an0.f“W hrer, glücklich-^ ’ "*» I« k "»d K ' i08en an > H fes'nbt. ‘“?,t mit ein. ft* Wn dez vNedberg ? Knege der Knierad *,e Einwei. pJ-l?Qnn bei ausge. iuftraje ’et e.*en Sorgen Samen. n Koinman. usbruck. -• Pommer. 'NN Rr. 14 er Kamerad Zusammen Pie in Ruß. beschlossen, abzuhalten, a. D. Ober- in bn Stadt Jeimann 51 dankte in lirfie Vegru» 1 Kapersahr. eilen. Durch reude hervor Bewegung. r. «J*# ? W hEstid b- W*' Achai' tnoU-P $ * 'A ,Ja. Von Thea Blandt zu mir — von mir zu tui2r andern« ich verstehe." Es kommt hart und fair. .Bielleicht, Hanna — ", zwingt John Herbing es -sich noch ab. v . .Gute Nacht, John. Gute Reise und den Erfolg, In du dir wünschst." , , .. öhe der Mann etwas sagen kann, ehe er sie Aliiickhalten kann, ist sie in die Dunkelheit hmein- ^ttangen. Er hat den brennenden Wunsch, ihr wchzurufen, ihr die Wahrheit zu sagen, sie zu litten, zu warten — vielleicht zwei, drei oder auch W Jahre — aber er tut es nicht. Weil er weiß, das er ihr nie das geben kann, was sie verlangt: Liebe, Beständigkeit, Ruhe. — Sehr langsam geht er den entgegengesetzten D-g zurück. — , ^n der Pension am Victoria-Luise-Platz wundert non sich. Die Hausmutter fragt Hanna, ob sie Inn krank sei, ob sie nicht lieber nach dem Arzt leiden soll. ,. «Ich bin nicht krank, Frau Doktor^ Ichl bm Merwegs nur über etwas furchtbar erschrocken gibt sich. Ich will auch nichts essen und gehe klech ins Bett. Ich muß morgen auch frühzeitig viider heraus. " ,, . ,, . irrau Dr. Wendler wünscht gute Nacht und geht Js Speisezimmer zurück. Dort erzählt sie, was erfaßen hat. Die Gäste beruhigen sich, st» haben ^anna Brandes gern, denn sie klascht nicht und In immer ein freundliches Wort für alle. Herurm jnätselt haben sie ja immer an ihr, aber als sich | gar nichts weiter Aufregendes herausstellte, sti.en sie auch das gelassen. ftanna Brandes steht am Fenster und sieht aus Platz hinunter. Sie ist noch immer wie be- t^bt. Sie spürt keinen Schmerz, kemen Haß — ie Feier solle, so fuhr er fort, getragen sein von ?iirr unendlichen Liebe und Treue zu Führer, Volk itt Vaterland. Der Vereinsführer wies dann dar- iu hin, wie wichtig gerade die Arbeit der Turn- w-ine in bezug auf die Wiedererlangung der D^rfreiheit für den jungen Mann durch die Stillung des Körpers sei. Der Verein werde alles bqiunsetzen, die ihm anvertraute Jugend zu kräftigen lii zu einsatzbereiten Menschen zu erziehen. Mit lei Eingliederung aller deutschen Turn- und Sport- leniite in den Deutschen Reichsbund für Leibes- ib. ngen fei auch dem Turnverein 1846 der Weg M fein ferneres Wirken gezeigt. Der Verein werde iut) in aller Zukunft feine ganze Kraft einsetzen siir die Verwirklichung und Erfüllung der großen Bit gaben, die dem neuen Deutschland unter seinen, Führer Adolf Hitler gestellt sind. Der Verein »erbe sich jederzeit — so schloß der Redner — ’inctjen für Volk und Reich ... kin Sprechchor — von Jugendturnerinnen und Zmendturnem vorgetragen — folgte der Ansprache bes Vereinsführers und brachte in beschwingter fto-m den Geist und die Form der Arbeit, wie sie im Iiriwerein 1846 geleistet wird, zum Ausdruck. — Sobann gab der 2. Sprecher des Vereins, Turnbruder Wiegandt, Dahmer, Fritz Linker, ®arl Müller, Gustav Pfeiffer, Wilhelm Schaid, Ernst Freitag und Wilhelm Neufer. Zu Ehrenmitgliedern des Turnvereins 1846 wurden ernannt: August Eger, Adolf Noll, Heinrich Marx, Fritz Jung, Ludwig Noll, Christian Zimmer, Pau! Treuke, Georg Wahl, Fritz Schmidt, Philipp Lange, Karl Schneider, Mlhelm Wienhold, Paul SchMer (Wetzlar), Georg Schönhals, Zugen. Dieser freiwillige Sportdienst dient der leistungs- und wettkampfmäßigen Förderung der Jugendlichen in den von ihnen gewählten Sportarten. Das Deutsche Jungvolk wird also in Zukunft neben dem allgemeinen Jungvolk-Dienft in verstärktem Maße den Leistungssport in den Hauptsportgebieten, wie Leichtathletik, Schwimmen, Handball, Fußball, Turnen ausüben. Die Durchführung liegt in den Händen des Deutschen Jungvolks. Die Vereine des Reich s- bundes für Leibesübungen stellen für die Durchführung des freiwilligen Sportdienstes ihre Geräte, Uebungs- ftätten und geeignete UebunasIeiter zur Verfügung, um durch eine fachgemäße Unterrichtung den sportlichen Nachwuchs von frühester Jugend an sicherzustellen. Die UÜbungsleiter und Jugendwarte, die im Sportdienst des Deutschen Jungvolks tätig sind, müssen hn Laufe der nächsten Jahre Mitglieder der HI. aber des DJ. werden. Sie llmorganifation des Uebungs- und Wettkampfbetriebes beginnt mit dem 1. Sezember 1936 und wird am 15. Marz 1937 spätestens beendet sein. Die Beobachtung und Durchführung der Ausführungsbestimmungen liegt in den Händen des Jungbannführers bzw. Kreisjugendwartes des DRL. Mit der Auflösungsanordnung des Re-ichssportfüh- rers hat eine Arbeit ihr Ende aefunden, die sich für die deutschen Leibesübungen segensreich ausgewirkt hat und auch noch auswirken wird. Sie Forderung der Partei, daß die gesamte deutsche Jugend nur in einer Organisation, Reue Vereinbarungen WischenReichsjugendMrerundRe>chssporMhrer Ausführungsbestimmungen zu dem Vertrag vom 1. August 1936. Takten der Musik ihre sorgfältige Schulung erken- « neu. Die Turnerinnen überraschten am Barren mit ; sehr exakten und zum Teil auch sehr schwierigen - Hebungen. Die Riege der Geräteturner zeigte eine j Reihe von Kürübungen am Reck, die stürmischen - Beifall auslösten. In erstaunlicher Frische zeigte die Altersriege des Turnvereins rhythmische Hebungen mit Keulen. Zum Abschluß dieser turnerischen Vorführungen gefielen die Jugendturnerinnen mit . ihrer Ball- und Stabgymnastik. Im weiteren Verlauf des Abends wurde dem Verein in herzlich gehaltenen Ansprachen manche Ehrung zuteil. Kreisamtsleiter Klös überbrachte die Glückwünsche des Kreisleiters und der Partei. Er kennzeichnete kurz die Aufgabe der Turnvereine im Dritten Reich und betonte, daß der Verein an sich nicht Selbstzweck sei, sondern dem Dolks- ganzen zu dienen habe. Er erkannte mit herzlichen Worten die Breitenarbeit des Turnvereins an und erinnerte daran, wie sich der Turner als Soldat stets als von besonderen Qualitäten erwiesen habe. Bürgermeister Prof. Or. Hamm übermittelte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung. Er kennzeichnete das Jubiläum als einen Beweis hoher Treue, derer die Bevölkerung unserer Stadt fähig sei. Der Redner erinnerte seinerseits an das wechselvolle Geschick, das der Verein erlebte, und das oftmals sehr verwandt mit dem der Stadt gewesen sei. So manche Krise der Stadt sei auch Krise für den Turnverein gewesen. Für die Zukunft dränge in unserer Stadt manche Frage, insbesondere auf dem Gebiet der Leibesübung zur Lösung. Dringlich sei die Frage der Sportplätze, dringlich die Schaffung eines Sportschwimmbades! Die bestehenden Wünsche sollten ihre Erfüllung erfahren, so bald es möglich sei. — Unter großem Beifall überreichte Bürgermeister Prof. Dr. Hamm im Auftrag des Oberbürgermeisters dem Oberturnwart des festgebenden Vereins Karl Erb für feine 45jährige Mitgliedschaft im Turnverein und seine stetige Arbeit im Dienste der Ertüchtiaung der Gießener Jugend eine Ehrenurkunde b e r Stabt Gießen unb außerbem eine Plakette, bie ben Führer zeigt. Der Verein möge, so schloß der Redner, die Auszeichnung seines Öberturnroartes gleichzeitig als eine Ehrung seiner eigenen Arbeit betrachten. Karl Erb bankte für bie Ehrung, inbem er schlicht barauf hinwies, daß er nur eine Pflicht unb Schulbigkeit am beutschen Daterlanb erfüllt habe. Zahlreiche Ehrungen. Einen Höhepunkt bes Abenbs stellten bie zahlreichen Ehrungen bar, bie oerbienten Mitgliebern bes Vereins, aber auch einigen Gästen zuteil werben konnten. Für ben Gaufachamtsleiter Brunst, ber an ber Veranstaltung nicht teilnehmen konnte, übermittelte Turnbruber Schäfer (Kassel) einer Anzahl verbienter Mitglieber ben Gauehrenbrief unb solchen Turnbrübem, die schon mit höheren Auszeichnungen debacht worben waren, die Gauehrennabel. Kreisführer D a u p e r t (Wieseck) konnte eine Anzahl von Turnbrübem für ihre langjährige Arbeit im Turnverein unb in unserer Heimat mit bem Kreisehrenbrief auszeichnen. Ferner würben burch ben 2. Sprecher des Vereins, Tumbruber W i e g a n b t, verschiedene Kameraden zu Ehrenmitgliedern ernannt, andere wurden für 25- jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet. Turnbruber Erle dankte in einer kurzen Ansprache für bie durch ben Gau vergebenen Ehrungen, Friedrich B e 11 o f fand in wenigen prägnanten Sätzen herzliche Worte des Dankes für die Tumbrüber, bie burch ben Verein ausgezeichnet wurden. Nachstehend bringen wir die Namen ber Turnbrüder, die an diesem Jubiläumsabend mit Auszeichnungen bedacht wurden: Mit dem Gauehrenbrief wurden ausge= ! zeichnet: Ludwig Bepler, Heinrich Hamel, Andreas ' Reining, Louis Vogt, Georg Wahl, Fritz Wiegandt, 1 Karl Qichtenfels, Emil Marx und Wilhelm Brühl. ' Die Gauehrennadel erhielten: Karl Erb, i Th. Vaupel, Wilhelm Erle, Paul Treuke und Wil- . heim Will. i Mit bem Kreisehrenbrief wurden bedacht: > August Loos, Friedrich Bellof, Karl Strack, Franz i Sauer, Wilhelm Dapper, Hermann Haubach, Fritz : Weber, Karl Reuter, Karl Hergenröter, Ludwig ) Schneider, Georg Bellof, Heinrich Philippi, Georg Wilhelm Braun. Die Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft wurde an folgende Turnbrüder vergeben: Erich Bayer, Fried Bellos, Georg Bellof, Karl Dorfeld, Emil Döpfer, Georg Dahmer, Wilhelm Fleckenstein, August Fackiner, Heinrich Greb, Wilhelm Hainer, Fritz Linker, Friedrich Lindenstruth, Heinrich Weißbach, Franz Sauer, Emil Bechstein, Albert Nees, Wilhelm Herr, Wilhelm Neuser, Herrmann Neuser, Karl Strack und Karl Sommer. Den zahlreich geehrten turnbrübem ----- würbe als Anerkennung aus der Festversammlung wirb, heraus der Dumergruß ausgebracht. schichte des Vereins, ber besten wechselvolles Schicksal erkennen ließ, bas im Auf unb Nieber immer ent an bas Schicksal unseres ganzen deutschen Volker gekettet war. Mit einem Ausblick in bie lichtste beutsche Zukunft unb bamit in bie Zukunft bes Turnvereins, sowie mit einem breifachen „Sieg- fyl!" auf den Führer Adolf Hitler schloß ber Ke)ner seine Ansprache. Gemeinsam würben bie eifien Verse ber beiben Nationalhymnen gesungen. (Eine schöne Bereicherung bes Abenbs stellten bie turnerischen Darbietungen bar, bie ber Verein als einen Ausschnitt aus ber in ben Uebungsftunben gelüfteten Arbeit zeigte. So ließen zunächst bie Sumer mit hervorragenb schönen Freiübungen nach Mehr nicht. Keine Erklärung, nichts. Die Angst wirb so groß, daß Liefe! die Tränen in bie Augen steigen. Sie geht in ben Laben zurück, bie kleine Erna kommt hinter ihr her. „Wo kennen Sie benn Fräulein Branbes her?" ich nicht, aber meine Mutter. Die hat früher Brandes' gewaschen. Vor zwei Stunden war MMenesveMli Vornan von Ilse Schuster. Lcgiynght 1936 by Aufwärts - Verlag G.m.b.H., Berlin SW 68 Zum Abschluß des Abends sprach bann noch Dr. König vom In titut für Leibesübungen an der Hniversität im Au trage bes Rektors dem Verein herzliche Glückwünsche zu seinem Jubiläum aus und wies auf die enge kameradschaftliche Verbundenheit ber Turner mit der Hniversität, bzw. bem Institut für Leibesübungen hin. Dr. Küthe, der Führer der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen, entbot dem Verein ebenfalls Glückwünsche. Schließlich sprach noch der Gauoertreter im ehemaligen Gau Hessen der DT. unb ehemalige erste Sprecher im Mittelrheinkreis über das Jubiläum des Vereins und seine aner* schauer umsäumten die Strecke, auf der sich die besten einheimischen und norditalienischen Fahrer pannende Kämpfe lieferten. Der am meisten geeierte Fahrer war Hans Stärkte, der in drei Klas- en als Sieger durchs Ziel ging. Auf NSU. siegte er in der 600 ccm-Seitenwagen-Klasse mit 96 st/km, in der 1000 ccm-Seitenwagen-Klasse mit 95 st/km und in der Klasse für unbeschränkte Solomaschinen mit 98 st/km. Zeder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes, Kreisführung Wetterau in Gießen, Postscheckkonto Nr. 23 633, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. S:2-Aiederlage in Dublin. Irland schlägt Deutschland. Nach dem glänzenden Spiele in Glasgow trat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum zweiten Spiele der Fußballsport nach dem britischen Insel- reich am Samstag vor 40 000 Zuschauern in Dublin gegen die Mannschaft des irischen Freistaates an. Leider erfüllten sich die Hoffnungen auf einen deutschen Sieg nicht, denn unsere Nationalmannschaft, die vor der Pause 2:1 in Führung lag und ein Eckball- verhältnis von 13:3 zu ihren Gunson herausspielte, wurde von den Iren mit 5:2 (2:2) geschlagen. Das Spiel erreichte nicht die große Klasse des Treffens in Glasgow. Besonders der deutschen Mannschaft merkte man stark die Ermüdung von diesem Spiele her an. Die Mannschaft kam schlecht in Schwung, sie führte den Ball meistens zu hoch und die Genauigkeit des Zuspieles ließ manchen Wunsch offen. Wohl der beste Spieler der deutschen Mannschaft war der Schweinfurter Außenläufer Kitzinger. Oer Spielverlauf. Bei gutem Wetter begann der Kampf bei zunächst verteilKm Spiele, bis in der 25. Minute der für Duggan als Halbrechter eingesetzte Donelli den ersten Treffer schoß. Die deutsche Elf ließ sich aber nicht entmutigen und schon eine Minute später stand es durch den deutschen Linksaußen Kobierski wieder 1:1 und nach fünf weiteren Minuten hatte der linksinnen spielende Schalter Szepan die deutsche Mannschaft in Führung gebracht. Zehn Minuten vor der Pause verhängte der Schiedsrichter einen unberechtigten Elfmeter wegen regelwidrigen Spieles gegen die deutsche Mannschaft, der den Iren durch Davis, ihren Mittelstürmer, den Ausgleich brachte. Bis zur Pause spielten die Deutschen noch sehr gut. Sie erzielten allein neun Ecken, von denen ober keine zu einem Erfolge führte. Einmal wehrte die irische Hintermannschaft sehr gut ab und außerdem hatte der deutsche Angriff bei der Auswertung der gebotenen Gelegenheiten nicht viel Glück. So ging es mit dem Stande 2:2 in die Paufe. Nach Wiederbeginn dauerte es wieder 13 Minuten, ehe der nächste Treffer fiel. Der irische Linksaußen Geoghean brachte seine Mannschaft auf 3:2 in Front. In der 25. Minute der zweiten Hälfte hatte dann Münzenberg das große Pech, ein Eigentor zu verursachen und so den Vorsprung der Gastgeber zu erweitern. Eine Viertelstunde vor Schluß schoß dann Irlands Mittelstürmer Davis den fünften und letzten Treffer. Deutschland konnte zwar das Eckballverhältnis auf 13:3 verbessern, aber ein weiterer Treffer blieb der deutschen Mannschaft versagt. Schwächer als in Glasgow. Der Mehrzahl unserer Spieler steckte das Mittwochspiel von Glasgow zu sehr in den Knochen, als daß die deutsche Mannschaft drei Tage nach diesem Treffen noch eine Großleistung hätte vollbringen können. Nur der Torhüter Jakob und der Außenläufer Kitzinger, der überhaupt als einer der besten Spieler auf dem Platze bezeichnet werden kann, gefielen sehr gut. Schwach waren die Verteidiger Münzenberg.und Munkert, Mittelläufer Goldbrunner und der Schalter Szepan. Im Gesamteindruck blieb die Leistung der deutschen Mannschaft weit hinter dem Schottenspiel zurück. Die irische Mannschaft war unter diesen Umständen besser und siegte auch verdient. Das Torergebnis ist aber um mindestens einen Treffer zu hoch ausgefallen. Die beidenMannfchaften kamen in folgenden Aufstellungen: Deutschland: Jakob; Mün- zenberg, Munkert; Kitzinger, Goldbrunner, Rodzin- ski; Lehner, Siffling, Hohmann, Szepan, Kobierski. Irland: Foley; W. O'Neill, Gorman; O'Reilly, Turner, Conolly; Ellis, Donelli, Davis, Moore, Geoghean. Als Schiedsrichter amtierte der Schotte Webb. Fußball der heimischen Mnnschasten. Hersfeld weiterhin in Front. Fußball-Vleisierschaftssplele in Hessen. Die Sonntags-Meisterschaftsspiele in Hessen haben wenig verändernd auf das Aussehen der Tabelle eingewirkt. „Oben" ist alles beim alten geblieben. Hessen Hersfeld kämpfte gegen den Tabellenzweiten Spielverein Kassel, kam zu einem 0:0 und führt damit weiterhin. Germania Fulda errang im „Derby" gegen Borussia einen verdient hohen 3:0- (2:0-)Sieg und rückte auf den dritten Tabellenplatz vor. Der Neuling Kewa Wachenbuchen ergatterte sich auf dem schweren Friedberger Platz einen weiteren Punkt. Der VfB. Friedberg kam nur zu einem 3:3 (1:0) Unentschieden. Im vierten Treffen des Tages standen sich Kassel 03 und Kurhessen Marburg gegenüber. 6:1 (3:1) für Kassel hieß das in dieser Höhe überraschende Ergebnis. Gau Bay »rn: Wacker München — ASV. Nürnberg 0:0; Spvgg. Fürth — VfB. Coburg 6:0; VfB. Ingolstadt-Ringsee — 1860 München 3:0. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Borussia Neunkirchen 1:1; Union Niederrad — Kickers Offenbach 0:2; Wormatia Worms — Eintracht Frankfurt 5:1; SV. Wiesbaden — FK. Pirmasens 7:1. Fußball-Ergebniffe der Bezirksklasse. $23. 06 Alsfeld — 1900 Gießen 2:3. VfB.-Reichsbahn Gießen — Wetzlar 0:2. Sinti — Burg 3:1. Dillenburg — Frohnhausen 0:3. Naunheim — Lollar 2:1. Die 1900er mußten in Alsfeld schwer kämpfen, um zu diesem knappen Sieg zu kommen. — Die Wetzlarer siegten in Gießen auch in dieser Höhe verdient. — Erwartungsgemäß blieb Sinn auf eigenem Platze über die tapfer kämpfenden Burger Sieger. — Die Frohnhäuser konnten auch in Dillenburg ihrer Siegeszug fortfetzen. — Naunheim hatte gegenüber den Lollarern Glück. Nach den Leistungen beider Mannschaften konnte das Resultat auch umgekehrt lauten. VfB.-Reichsbahn Gießen. Trotz tapferen Wiederslandes doch verloren. Eine für Gießener Verhältnisse große Zuschauermenge hatte sich zu diesem Spiele eingefunden. Wenn auch die Gießener Mannschaft dieses Spiel nach einem heldenhaften Widerstande verlor, fo war man doch befriedigt, weil jeder einzelne den Gästen den Sieg fo schwer wie möglich machte. Zweifellos waren die Wetzlarer sowohl als Mannschaft als auch als Einzelfpieler besser als die Hiesigen. Besonders an Schnelligkeit waren sie überlegen. Für die Gießener war der Spielausgang insofern tragisch, als sie bis fünf Minuten vor Schluß das Unentschieden halten konnten und dann durch zwei Schnitzer der Hintermannschaft unterliegen mußten. Der Spielleiter Weide- Ober-Mörlen hatte einen schwarzen Tag. Zu Beginn des Spieles stellten sich die Gießener mit folgender Mannschaft: Benner; Schwarz, Fehling; Schmidt I, Knauß, Feuster; Keil, Schmidt II, Heß, Szponick, Mattern. Benner im Tor war sehr gut, wenn er auch an dem 1. Tor nicht ganz schuldlos war. In der Verteidigung überragte Schwarz seinen Nebenmann. Der beste Mann der Läuferreihe war Knauß, wenn ihm auch seine Nebenleute nicht viel nachstanden. Der Sturm spielte nur die erste Halbzeit gut zusammen, wurde aber in der zweiten Halbzeit vollkommen zerrissen. Bei den Wetzlarern überragte der rechte Verteidiger und Wohlmuth als Sturmführer. Das Spiel wurde sehr hart geführt. Die Wetzlarer hatten Anstoß und spielten sich sofort bis zur Verteidigung durch, wurden aber dann von Schwarz gestoppt. Dann kamen die Gießener durch, scheiterten aber ebenfalls an der Hintermannschaft. Bei einem weiteren Angriff hatte Heß eine große Torgelegenheit, er fchoß aber zu früh und dadurch am Pfosten vorbei. Weiterhin kämpften die Mannschaften ohne nennenswerte Vorteile im Mittelfeld. Beide Stürmerreihen spielten zu sehr in die Breite. Eine Flanke des Gießener Rechtsaußen nahm Heß mit dem Kopf auf, der Ball wurde aber von dem Wetzlarer Torhüter unschädlich gemacht. Eine Ecke für Gießen und zwei für Wetzlar brachten nichts ein. Nach der Paufe trugen die Gießener noch zwei Angriffe vor, um dann für längere Zeit das Spielgeschehen den Wetzlarern zu überlassen. Schüsse von Blech, von Wohlgemuth hielt Benner glänzend. Ueberhaupt war jetzt trotz des Druckes die Abwehr der Gießener hervorragend. Dadurch, daß der Gießener Sturm keinen Ball mehr aufnahm, muhte man sich allerdings fragen, wie lange sie den dauernden Angrifen der Wetzlarer Stand halten würden. Plötzlich waren die Gießener im Sturm wieder aktiver. Der Halblinke der Wetzlarer führte den Ball, gab zu Wohlgemuth und dieser schoß von drei Mann bedrängt auf die Ecke, der Gießener Torhüter warf sich nach dem Ball, drückte ihn an die Jnnenlatte und von da ins Tor. Hierdurch führten die Wetzlarer mit 1:0. Da es jetzt für die Gießener nichts mehr zu verlieren galt, versuchten sie durch offensives Spiel eine Wendung herbeizuführen. Aber es kam anders, als erwartet. Bei einem Flachschuß van Blech im Strafraum konnte Schmidt den Ball nicht schnell genug wegbringen und der nachsetzende Blech erzielte das zweite Tor und damit waren die Gießener geschlagen. VfB.-Reichsbahn II — Wehlar II 1:2. Durch Abgaben an die Liga und plötzliche Erkrankung zweier Spieler trat die zweite Mannschaft zuerst nur mit acht Mann an. Trotz dieser zahlenmäßigen Unterlegenheit gingen die Gießener durch einen Fehler des rechten Verteidigers der Wetzlarer in Führung. Kurz vor Halbzeit glichen die Gäste aus. In der zweiten Halbzeit vervollständigten sich die Platzbesitzer auf zehn Mann und spielten jetzt zeitweise überlegen. Nachdem ein Spieler durch Verletzung ausgefallen war, schossen die Gäste das Siegestor und hatten damit gemessen an der Leistung der Gießener einen verdienten, wenn auch glücklichen Sieg errungen. Spielvereinigung 1900 Gießen. SpD. Alsfeld — 1900 Liga 2:3. Die Blauweißen kamen in Alsfeld zu ihrem ersten Sieg. Er mußte jedoch schwer erkämpft werden. Ja, es zeigte sich, daß der Sportverein zeitweise das Feld beherrschte und 1900 stark zurückdrängte. 1900 hatte den starken Wind zum Bundesgenossen und kommt dadurch zu einer Überlegenheit. Diese konnte jedoch nicht ausgenutzt werden, da Alsfeld Die Läuferreihe zurückgenommen hatte und anderseits der Jnnenfturm immer wieder versuchte, durch In« nenspiel zum Ziele zu kommen, was bei der zahlreichen Verteidigung nicht gelang. Die Platzbesitzer hatten sich jedoch bald von diesem Druck befreit und unter starker Benutzung der Flügel gefährliche Momente vor dem Tor der Blauweißen geschaffen. Es fielen jedoch keine Tore und fo ging es 0:0 in dis Pause. Nach dem Wechsel kam 1900 gleich gut in Fahrt und in der 55. Minute war es Heilmann, der den Führungstreffer schoß. Die Platzbesitzer kommen durch einen Fehlschlag Zeilers zum Ausgleich. Schmidt versuchte durch Herauslaufen die Gefahr noch abzuwenden, doch vergeblich! Sofort vom Anstoß kamen die Blauweißen zum zweiten Erfolg. Eine weite Vorlage zu dem auf Rechtsaußen gegangenen Schneider gab dieser genau zur Mitte, Heilmann schob zu dem frei gelaufenen Heuser, der aus 10 Meter Entfernung unhaltbar einschoß. Nach einer Viertelstunde kamen die Platzbesitzer wieder zum Ausgleich. Eine zu kurz abgewehrte Ecke schoß der Rechtsaußen aus dem Gedränge ein. Und wiederum kamen die Blauweißen vom Anstoß weg zur Führung. Eine Kombination Schellhaas-Heilmann- Garth kam wieder zu Heilmann, der trotz starker Behinderung verwandelte. Die Platzbesitzer versuchten nun alles, um wieder zum Ausgleich zu kommen, was jedoch nicht gelang. Bei Alsfeld herrschte mehr Zweckmäßigkeit als Feinheit im Spiel vor. Vor einer stabilen Verteidigung operierte eine Läuferreihe, die gleich gut in der Abwehr wie im Aufbau war. Der Sturm hatte feine besten Leute im Rechtsaußen, Halbrechten und Mittelstürmer. Die linke Seite fiel zwar nicht aus, konnte aber die Leistung der anderen Stürmer nicht erreichen. 1900 bot erst in der zweiten Halste die gewohnte Leistung. Das Experiment —Seiler im Sturm — gelang nicht ganz. Als die Leute ihren angestammten Platz eingenommen hatten, kam Sicherheit in die hinteren Reihen, wodurch der Sturm profit tierte. Leiter des Spieles war P o st-Wieseck. Die Winterkampsspiele der hessischen Schulen Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — gab in einem Schreiben an die Kreis- und Stadtschulämter und an die Direktionen der höheren Schulen die Durchführung der Winterkampf- fpiele der hessischen Schulen bekannt, die wir des allgemeinen Interesses wegen im Wortlaut wiedergeben: 1. Die Pflege der Kampfspiele und die Beteiligung an den Wettspielen ist für die Schulen Pflicht. Befreiungen können nur in ganz begründeten Fällen ausgesprochen werden. Anträge sind dem zuständigen Schulamt bzw. mir rechtzeitig vorzulegen. 2. Die Leistungsvergleiche der Mannschaften der einzelnen Schulen haben nur dann Sinn und Berechtigung, wenn das betreffende Kampfspiel im Mittelpunkt der körperlichen Erziehung der Gesamt- jugenb steht. Alle verantwortlichen Stellen haben daher dafür zu sorgen, daß nicht nur die zahlenmäßig kleine Wettspielmannschaft, sondern die Gesamtheit der Jugend an der Erarbeitung der Kampfspiele Anteil und körperlichen Nutzen hat. Da und dort vielleicht vorhandene Neigungen zu anderen Teilgebieten der Schulkörpererziehung dürfen unter keinen Umständen den Einsatz für die Pflichtaufgabe im kämpferischen Spiel beeinträchtigen. 3. Zur Vereinfachung der Durchführung der Spielrunden ist in den Kreisen und soweit angängig auch in den Bezirken die Organisation möglichst so zu treffen, daß an einem Tag und Ort etwa drei bis vier Mannschaften zusammengefaßt werden. Diese unterste organisatorische Einheit erledigt an diesem Spieltag ihre Kämpfe im Einrundensystem. Die hieraus sich ergebenden Siegermannschaften treten dann zu Ausscheidungsspielen (Pokalsystem) gegeneinander an, ronhei die gekennzeichnete Zusammenfassung ebenfalls zweckmäßig - ist. Durch Festlegung einer Schulwanderung an einem solchen Spieltag können unterrichtliche Schwierigkeiten beseitigt und weiterhin die zur Durchführung der Kämpfe erforderliche Lehrerschaft freigemacht wer» den. Inwieweit die im Kampfe stehenden Mannschaften von der einheimischen Jugend über Mittag als Gäste eingeladen werden können, bleibt örtlicher Ueberprüfung und Regelung überlassen. Zweckmäßigerweise sind auch an einem solchen Spieltag Freundschaftsspiele der Mädchen einzurichten, so daß die Gestaltung dieser Treffen eine wertvolle Vertiefung und Weiterentwicklung der körperlichen Erziehung in der Schule darstellt. 4. Für die siegenden Mannschaften im Fuß- und Handball der Unterstufe A stehen in jedem Kreis je eine Plakette zur Verfügung. In der Unterstufe B (Korbball) erhalten die Kreise als Auszeichnung eine entsprechende Anzahl Urkunden. Für die Bezirks-Bestleistung ist ebenfalls eine Plakette vorgesehen. Ebenso werden die drei Mannschaften im Endkampf der Oberstufe mit einer Plakette ausgezeichnet, die wie alle anderen in dauerndem Besitz der Sieger bleibt. 5. Die Winterspiele sind bis zu den Weihnachtsferien abzuschließen. Ein eingehender Ergebnis- und Erfahrungsbericht ist bis zum 15. Januar 1937 von den Kreissachbearbeitern und den einzelnen eingesetzten Obmännern vorzulegen, aus dem auch die Zahl der Urkunden zu ersehen ist, die der getroffenen Organisation entsprechend benötigt werden. 6. Für die Provinzkämpfe in der Oberstufe haben die Bezirksobmänner an den Obmann des jeweiligen 1. Bezirks das Spielergebnis zu berichten, damit von diesem die Fortführung der Kämpfe bis zur Provinzbeftleistung geregelt werden kann. Bis zum 8. Dezember 1936 find, mir die Provinzergeb- niffe zu melden. Bei Verhinderungen der Obmänner durch Krankheiten und dergleichen ist selbstständig und rechtzeitig eine Vertretung einzurichten. Swanssvevsteksevuns Dienstag, 20.10., nachm. 2 Uhr, sollen i. 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