186. Jahrgang Gießener Anzeiger Nr. 220 Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 19. September 1956 Heimat im Blld-Die Scholle ■ HW ■ M BZ M U I I H M MÜH A M V Hl S ® JF B für Anzeigen von 22 mm Monats-vezugspreis: Rill |4 B B B /■ II III B< B Breite 7 Rpf.. für Text- Mil 4 Beilagen RM. 1.95 BV B B ■ B B B BL B aH B B ■Bk B ■ B W. B anzeigen von 70 mm Breite sä?" :iS K/IVIIVII'V’i ^>14 1 v4vA▼ A- ssssä «Ä.Ä2S KF V -Nk ?..W. infolae höherer Gewalt Stellen-, Vereins., gemein- General-Anzeiger iir Cberhe en -MW n4 8 " 1 t behSrdIich°Anz-ig°n6Rps. Stanffurt am main 11686 Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts-Bud): und Steindruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüst-Staffel8 Ge- bie der die Frankfurt a. M., 18. Sept. Ein Vertreter des DNB. hatte Gelegenheit, sich mit dem aus dem roten Madrid entkommenen Sekretär der Amtlichen Spanischen Handelskammer in Frankfurt a. M., Francisco Monreal, über seine Erlebnisse in Madrid und Alicante zu unterhalten. Herr Monreal, der heute, nach seinem eigenen Anschauungsunterricht von dem sinnlosen Wüten der roten Mordbestien in Spanien, ein begeisterter Freund des neuen Deutschlands und seines Führers ist, und dessen volle Sympathie natürlich dem Kampf der nationalistischen Truppen gilt, erzählte uns u. a.: Dunle Gestalten in blauen Overalls, die Gürtel mit Pistolen gespickt und mit Gewehren bewaffnet, durchzogen die Straßen von Madrid. Bald darauf begann das Morden. Die Kartotheken der Rechtsparteien und die Bezieherlisten der rechtsstehenden Zeitungen waren beschlagnahmt worden und dienten zur Auswahl der Opfer des blutgierigen Mobs. Jede Denunziation genügte, um das'Schicksal eines Menschen zu besiegeln. Jede Nacht wurden neue Opfer aus ihren Wohnungen geholt, nach einem Platz außerhalb der Stadt gebracht und dort ohne weiteres erschossen. Jeden Morgen wurden 200 bis 300 Leichen durch die Wagen der städtischen Müllabfuhr ins Leichenhaus zur Identifizierung gebracht. Wer keinen Mitgliedsausweis der sozialistischen bzw. syndikalistischen Gewerkschaft besaß, war vogelfrei und konnte sich nicht auf die Straße wagen. — Eines Tages erzählten mir Freunde, daß ich von den Roten verfolgt werde, da das Gerücht aufgekommen sei, ich hätte einen Angehörigen der Roten Miliz erschossen. Ich sollte in der kommenden Nacht aus dem Hotel geholt und erschossen werden. Ich hielt mich diese Nacht bei meinem Bruder versteckt. Durch meinen Bruder konnte ich dann einen Personalausweis bekommen. Ein Beweis für die miserable Disziplin unter den roten Milizen ist die Tatsache, daß die von der Regierung vier Nächte lang durchgeführte Verdunkelung der Stadt — zum Schutz gegen Fliegerangriffe der Nationalisten — deshalb wieder aufgehoben werden mußte, weil sich die Roten in ihrer Nervosität in der Dunkelheit selbst gegenseitig beschossen und jeden Morgen Tote und Verwundete in den Straßen aufgefunden wurden. Die roten Verbrecher setzten das Gefängnis mit den politischen Häftlingen in Brand und knallten diese dann, als sie aus dem brennenden Gebäude flüchteten, mit Maschinengewehren nieder. 1400 Menschen wurden dabei ermordet. Die „Pistoleros", die übelsten Mörder und Verbrecher aus dem Strafgefängnis, wurden dazwischen Burgos und San Sebastian möglichst bald ausgenommen werden kann. Flüchtlinge, die aus Santander kommen, berichten, daß die Lage dort von Tag zu Tag unerträglicher wird. Die Lebensmittelknappheit mache sich außerordentlich stark bemerkbar. Seit etwa zehn Tagen halie man kein Brot m e h r gesehen. Im Hafen von Santander lägen zwei Geiselschiffe, das eine Habe 700 Geiseln an Bord, das andere 600 Geiseln. Außerdem befänden sich zahl- reife Geiseln in den Gefängnissen von Santander. Als Geiseln würden auch zahlreiche Frauen, junge Mädchen und junge Männer festgehalten. an der Macht zu halten vermag. In Italien und Deutschland haben der Faschismus Mussolinis und der Nationalsozialismus Adolf Hitlers diese Entwicklung zeitig genug zu unterbrechen vermocht, um das Furchtbarste von ihren Völkern abzuwenden. Aber in Ungarn, durch den Krieg zermürbt und durch das Friedensdiktat von Trianon zerstückelt urib gebemütigt, würbe ber schwächliche Demokrat Graf Michael Karolyi ber Schrittmacher Bela Kuns unb seines jübisch-bolschewistischen Rätestaates. Wenige Monate genügten allerbings, um die nationalen Kräfte sich zur Vertreibung dieses roten Spuks sammeln zu lassen. Seitdem ist auch Ungarn gegen dieses Gift immun. Noch in aller Erinnerung ist der Gang der Dinge in R u ß l a n d, wo die Halbheiten Kerenskis, der aus Schwäche gegen die Vertreter der Entente weder den Sonderfrieden zu ergreifen noch die Agitation der Bolschewiken zu unterdrücken vermocht hatte, dem Bolschewismus Lenins und Trotzkis den Weg ebneten, und in Spanien, wo der schwächliche Demokrat A z a n a der von den Marxisten geschürten Anarchie nicht Herr werden konnte und nun längst mit Caballero der linke Flügel der „Volksfront" als Vorläufer der reinen Bolschewiken am Ruder ist. Genügen diese Beispiele nicht, um die Sorge des Führers zu begreifen, daß ähnliche Ent- Wicklungen in anderen Ländern die Gefahr einer bolschewistischen Sintflut, in der die Inseln autoritär regierter Staaten schwer um ihre Behauptung zu ringen hätten, riesengroß machen? Der französische Ministerpräsident Lson Blum hat sich offenbar von den Mahnungen des Führers, vor dieser Gefahr nicht die Augen zu verschließen, besonders angesprochen gefühlt. Jedenfalls hat er es unternommen, in seiner Rundfunkrede am Donnerstag eine Lanze für die Demokratie zu brechen. Freilich klingt seine Beweisführung, die er für den Versuch einer Ehrenrettung der Demokratie an trift wenig überzeugend. Der rosenrote Optimismus, mit dem er seine Rechtfertigung des demokratischen Hilfe und die außerordentliche Freundlichkeit Besatzung und der deutschen Hilfsstellen gegen nichtdeutschen Flüchtlinge. Unmenschliche Greneltaten der Roten. Heldenmütige Verteidigung des Alkazars von Toledo Der Alkazar von den Jiofcn durch Minenstollen in die Lust gesprengt.-Die Nationalisten kämpfen erbittert um jeden Stein des Trümmerhaufens. Dem Vluibad von Madrid entronnen. Ein in Frankfurt ansässiger Spanier berichtet über seine Erlebnisse. gegen freigelaffen und machten sich als erstes daran, die ihnen bekannten Kriminalbeamten abzuschlachten. — Herr Monreal wies darauf hin, daß die Uebernahme der Regierungsgewalt durch den radikaleren Largo Caballero — unter Einbeziehung zweier kommunistischer Minister in das Kabinett — drei Tage nach der Ankunft des neuernannten sowjetrussischen Botschafters Rosenberg in Madrid erfolgte. — Voll tiefer Dankbarkeit und Bewunderung äußerte sich Herr Monreal, dem es schließlich unter vielen Gefahren mit Hilfe eines falschen Passes gelang, stach Alicante an Bord des deutschen Dampfers „Hansa" zu gelangen, über „Volksfront." Der Führer hat in seiner großen Schlußrede auf dem Nürnberger Parteikongreß die üblen Erfahrungen, die Deutschland mit der D e m o k r a- t i e als Regierungssystem bei sich zu Hause und mit den „völkerverbrüdernden und menschheitsbeglückenden Ideen" der westlichen Demokratie in Versailles und dem ihm folgenden Jahrzehnt der Versklavung gemacht hat, der Welt in Erinnerung gebracht und yinzugefügt, daß man es Deutschland nicht verübeln könne, wenn es vor dieser Art von Demokratie seinen Respekt restlos verloren habe und keinen Wert auf ihre Sympathie lege. Aber der Führer hat auch seine ernste Befürchtung nicht verhehlt, daß die demokratische Staatsform auch bei andern Völkern nur ein Uebergang sein werde und daß es vielleicht nicht überall mehr gelingen werde, zur rechten Zeit eine diesen Völkern arteigene Lebensform zu finden. Das nationalsozialistische Deutschland weist es weit von sich, sich in die inneren Angelegenheiten fremder Länder einzumischen oder gar ihnen eine Staatsform aufdrängen zu wollen, die es für sich selber als die seiner völkischen Eigenart entsprechende erprobt hat. Der Nationalsozialismus ist nach einem Wort des Führers unser wertvollstes deutsches Patent und wir überlassen es jedem anderen Volk, nach seiner Fasson selig zu werden. Aber freilich kann es uns Deutschen nicht gleichgültig sein, wenn sich in anderen Ländern, ohne deren Mitwirkung eine europäische Zusammenarbeit unmöglich ist, eben aus dieser Demokratie heraus Verhältnisse sich zu entwickeln scheinen, die nur als Vorstufe einer Bolschewisierung Europas betrachtet werden können. Der Führer hat auch diese Möglichkeit der Welt in aller Deutlichkeit vor Augen gestellt. Die Beispiele Rußlands, Italiens, Ungarns, Deutschlands und neuerdings die furchtbare Tragödie des spanischen Volkes zeigen den Gang dieser Entwicklung und die völlige Unfähigkeit der Demokratie, ihr rechtzeitig Einhalt zu tun. „Die Demokratie", so sagte der Führer, „ist der Kanal, durch den der Bolschewismus feine Giftstoffe in die einzelnen Länder fließen und dort solange wirken läßt, bis diese Infektionen zu einer Lähmung der Einsicht und der Kraft des Widerstandes führen." Statt entschlossener Abwehr neigt die Demokratie stets zum Paktieren mit dem Radikalismus. Der Erfolg ist bislang überall der gleiche gewesen. Die Demokratie sucht den radikalen Forderungen entgegegenzukommen, angeblich um den Radikalen bei den Massen ihrer Anhänger das Wasser abzugraben, tatsächlich aber mit dem Ergebnis, daß diese dank ihrer demaaogischen Unbekümmertheit und eines rücksichtslosen Energieeinsatzes die zarter besaiteten Genossen stets überspielen und an die Wand stellen, sobald die von ihnen hinterrücks im Volk geschürte Erregung gegen die bislang in der Öffentlichkeit scheinbar unterstützte Regierung den Grad erreicht hat, der ihnen erlaubt, die Maske abzuwerfen. Wir kennen diese Entwicklung aus der Geschichte der französischen Revolution von 1789, wo die Girondisten den Jakobinern weichen mußten, in unseren Tagen hat der Russe Kerenski diesem Stadium des Uebergangs von der Demokratie zum Bolschewismus gradezu seinen Namen gegeben und eben erleben wir in Spanien, wie eine Regierung der „Volksfront" — das neue Zauberwort bolschewistischer Propaganda — von ihren eigenen radikalen Bundesgenossen unterhöhlt und gelähmt, von Stufe zu Stufe in völlige Anarchie ab rutscht, um schließlich selber ihr zum Opfer zu fallen. Am ' Ende dieser Entwicklung steht immer, mögen poli- ■ tische und soziale Ursachen zeit- und volksbebingt ; sein und der Weg im einzelnen variieren, der Terror einer blut- und beutegierigen Horde, von ’ einer gewissenlosen und herrschsüchtigen intellektuellen ‘ Minderheit gelenkt, die nur durch Schrecken sich Der Alkazar in Toledo, eines der schönsten spanischen Bauwerke. — (Scherl-Bilberbienst-M.) wurden in d i e Flucht geschlagen, Und ließen 80 Tote sowie 30 Verletzte zurück. Nach einer Meldung des Rundfunksenders Burgos ist es zu einem lebhaften Gefecht an de r Bahnstrecke Burgos — San Sebastian gekommen. Im Laufe des Kampfes mußten sich die marxistischen Streitkräfte zurückziehen, konnten aber vorher noch' einen Eisenbahnviadukt sprengen. Die nationalen Truppen besetzten Ormaiztegui, die letzte Stellung der Roten an dieser Bahnlinie. Die Arbeiten zum Wiederaufbau des Viaduktes wurden sofort ausgenommen, damit der für die nationalen Truppen äußerst wichtige Bahnverkehr Paris, 19. Sept. (DNB.) Nach einer hier vorliegenden Meldung aus Madrid sollen die roten Truppen in Toledo einen der Minen st ollen in d i e Luft gesprengt haben, die sie unter den Alkazar gegraben hatten. Heber die Sprengung meldet der Sonderberichterstatter von Havas, daß von roten Bergleuten in dem Stollen mehrere hundert Kilogramm Dynamit zur Explosion gebracht wurden. Die Wirkung war furchtbar.' Die meterdicken Mauern des Alkazars sind an drei Seiten völlig zerstört und bilden nur noch riesige Schutthaufen. In sämtlichen Straßen von Toledo und auf den Dächern der Häuser liegen große Steinblöcke. Teile eines Kraftwagens wurden aus dem Hof der Festung bei der Explosion über 200 Meterweit auf bas Dach einer Kaserne geschleudert. Sämtliche Fensterscheiben in der Stadt wurden durch den gewaltigen Luftdruck zertrümmert und die Türschlösser in zahlreichen Häusern aufgesprengt. Man hat sekundenlang eine mächtige, über hundert Meter hohe Feuer- und Rauchsäule, vermengt mit Steinen und Gegenständen aller Arj< sehen können. Gleich nach der entsetzlichen Explosion sollen Anarchisten und Marxisten einen Wettlauf angetreten haben, um als erste ihre roten bzw. schwarzen Fahnen auf den Trümmern des Alkazars zu hissen. Die Nationalisten hätten sich aber in den geborstenen Mauern noch weiter oer- te ib igt, unb ftunbenlang habe ein erbitterber Kampf um jeben Stein getobt. Schließlich fei ben Marxisten ber Befehl zum Rückzug erteilt worben. Dann habe bie rote Artillerie erneut einen Hagel von Geschossen auf ben Trümmerhaufen bes Alkazars unb bie umliegenben Häuser gerichtet. Durch unterirdische Gänge sei es einem Teil ber Nationalisten gelungen, in biese Häuser einzubringen, obwohl sie bereits in Branb geftanben hätten. In bem Havas-Bericht heißt es bann weiter, daß ber Kampf von 10 Uhr ab bis zum Nachmittag getobt habe. Gegen 17 Uhr seien bie roten Angreifer mieber zum Sturm angetreten. Bei Einbruch ber Dunkelheit habe man ben Einbruck gehabt, baß es ben Roten gelungen sei, ihre Positionen beträchtlich zu verbessern. Jeber ber Nationalisten habe auf bem ihm angewiesenen Platz gekämpft, bis er getötet worben fei Für Samstag früh fei ein erneuter Angriff auf die Ruinen bes Alkazars geplant. Der kommunistische Lanbwirtschaftsminister U r i b e , ber sozialistische Adgeorbnete Zazanjo unb ber Zwil- gouoerneur ber Provinz Tolebo hätten ber Sprengung bes Alkazars am Freitag früh beigewohnt. Man nimmt an, baß bie Verluste ber Nationalisten sehr groß jinb. Meuterei der Roten in Malaga? Das Schlachtschiff ,Laime I." zur Unter- werfung bereit? Lonbon, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Hafen von M a l a g a befinden sich zur Zelt bret britische Kriegsschiffe — das Flaggschiff ber Mittelmeerflotte „Queen Elizabeth und die Zerstörer „Worcester" und „Anthony . Nach britischen Meldungen aus Gibraltar herrschen in ber Stabt völlig ungeorbnete Z u st ä n b e. In ber Regierungsflotte soll eine Meuter e i ausgebrochen sein, bie bereits großes Blutvergießen ge- forbert habe. Demgegenüber besagen anbere Berichte, bie marxistischen Matrosen hatten bie Absicht, bis zum Enbe zu kämpfen unb lieber ihre Geschütze gegen Malaga zu richten unb bie Stabt zu zerstören, als sich zu ergeben. Nach einer Mitteilung bes marxistischen Hauptquartiers in Algeciras ' soll bas Regierungsflag g s ch i s s „Jaime I" am Freitagnachmittag von Malaga nach Melilla ausgelaufen fein, um sich dort ben Streitkräften General F ra n = cos zu ergeben. Anbere Regierungsknegsschiffe würben warscheinlich biesem Beispiel folgen. Die „Morning Post" meldet, baß sämtliche roten Truppen im Gebiet von Malaga mit Ausnahme von etwa 450 Mann, bie Massen niebergelegt hsitten unb sich weigerten, noch irgenb etwas zum Schutze ber Stabt zu unternehmen. Weitere Fortschritte der Rationalisten. Lissabon, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) neral Queipo be Llano berichtete, baß bie Marxisten bei Malaae wichtige Stellungen ausgeben mußten bie von ben Nationalisten besetzt mürben. Die aus Galizien vorstohenben Truppen stäuben unter Führung bes Obersten Aranba 27 Kilometer westlich von Oviedo. In ber Gegend von Talavera hätten die Nationalisten zwölf Lastwagen erobert und die Begleitmannschaft niedergemacht. Weiter berichtete der General über schwere Kämpfe an ber portugiesischen Grenze in ber Nähe von Babajoz mit roten Gruvenarbei- tern von Rio Tinto, bie anscheinenb versucht haben, aus ben bereits vor einiger Zeit von ben Nationalisten besetzten Rio Tinto-Gebiet nach Portugal durchzubrechen. Die roten Arbeiter Lonbon, 18. Sept. (DNB.) „Daily Mail" veröffentlicht zuverlässige Augenzeugenberichte über bie roten Greneltaten in Spanien. Danach metzelten bie Kommunisten in Coria bei R i o alle zur Rechten gehörenben Männer unb Frauen i n alphabetischer Reihenfolge auf Grunb ber Wahllisten nieber. Die Opfer würben erschossen ober verbrannt. Insgesamt gab es über 300 Tote. Der Flieger Francisco M e b i n a würbe von ben Kommunisten in Antequera gefangengenommen. Nachbem ihm bie Unmenschen b i e Augen mit einem Messer ausgestochen hatten, wurde er mit einer Rasierklinge ü er ft ü mm eit. Während der Folterung beging sein Mechaniker Selbstmord, um den gleichen Qualen zu entgehen. Bei Huelva wurden Dynamitbomben durch die Fen st er des überfüllten Gefängnisses geschleudert, bis alle Gefangenen tot waren. In ßlerena wurde ein Priester mit bem Kopf nach unten an eine Wanb genagelt. Durch seine beiben Füße würben große Nägel getrieben. Man ließ ben Unglücklichen solange hängen, bis er tot war. In Constantina würben 20 Frauen ihrer Kleiber beraubt, vergewaltigt, mit Benzin überschüttet unb a n g e z ü n- b e t. In berfelben Ortschaft würben bie Leichen ber Hingerichteten Männer unb Frauen burchgesägt unb in Fenstern ausgehängt. In Cazacla de la Sierra wurde ein Priester bei lebendigem Leibe in Stücke gefügt. In Almendralejv würben 30 Männer, Frauen unb Kinber im Gefang- nishos an bie ffianb genagelt, mit Benzin übergossen unb angezünbet. fX?’ N. U Dor emerÄmMdung desKabinetisBlum? Sollen Freunde der Frankenabwertung ans Zinder kommen? Staaksgebanfens grabe auf Me Entwicklung ln Frankreich stützt, muß überraschen angesichts der tatsächlichen Erfahrungen, die das französische Volk mit der „Volksfront" in der kurzen Zeit ihrer Existenz in Frankreich hat machen müssen. Der Ministerpräsident erklärt, seit drei Monaten habe seine Regierung wichtige soziale Reformen durchgeführt, ohne einen Zusammenstoß und ohne daß ein einziges Mal die Ordnung auf der Straße gestört oder ein Bürger seines Lebens beraubt sei, die Demokratie s^i also das Regime, das der Gesellschaft gitftatte, in Ordnung den Forschritt zu suchen. Der französische Ministerpräsident stellt anscheinend an die „Ordnung" erheblich geringere Ansprüche als wir den „Segnungen" der Demokratie Entwöhnten es tun. Die rauhe Wirklichkeit der letzten drei Monate in Frankreich sah jedenfalls etwas anders aus, als es unserem Idealbild von Ordnung entspricht, und Leon Blum selbst befand sich in dieser Zeit so oft in der Zwickmühle zwischen dem Drängen seiner radikalen Dolksfrontgenossen und seiner eigenen besseren Ueberzeugung, daß feine Zufriedenheit mit dem bisherigen Ergebnis des Volksfrontexperiments nur schwer begreiflich ist. Wir wollen nicht mit ihm rechten über die Behauptung, daß die Geschichte des letzten Jahrhunderts die Stabilität des demokratischen Regimes ebenso sehr bewiesen habe, wie die autoritären Regierungsformen. Immerhin hat die dritte Republik in Frankreich in dem Verschleiß von Regierungen einen Rekord aufgestellt, der so leicht nicht zu überbieten sein wird. Aber das mag Sache des Temperaments sein und brauchte wohl auch trotz der mancherlei ernsten innerpolitischen Erschütterungen nicht schwer genommen zu werden, solange Frankreich eine Insel des Wohlstandes inmitten einer an den Folgen des Krieges und des Wahnsinns der Friedensdiktate dahinsiechenden und immer mehr zu- fammensinkenden Weltwirtschaft war. Aber einmal mußte der Tag kommen, wo die Folgen einer stur auf die Aufrechterhaltung der französischen Hegemonie gerichteten, die wirtschaftlichen Zusammenhänge blind mißachtenden Politik auch für Frankreich spürbar wurden. Frankreich suchte seine Sicherheit nicht in der Verständigung mit dem im Weltkrieg unterlegenen, entwaffneten und kraftlosen Deutschland, von dem es sich grundlos bedroht fühlte, sondern in Rüstungen und Militärbündnissen, deren riesige Kosten mit dem Fortschreiten der Weltwirtschaftskrisis bald in em dauernd wachsendes Mißverhältnis zu der sinkenden Finanzkraft des Landes gerieten und den Staatshaushalt trotz ständiger Steuererhöhungen und Abstrichen an Beamtengehältern und Pensionen aus dem Gleichgewicht brachten. Beamte, kleine Gewerbetreibende und Bauern, die in Frankreich die große Masse bilden, empfanden bitter die erzwungenen Einschränkungen ihrer Lebenshaltung. Durch die Notverordnungen Lavals fühlten sie sich in wesentlichen Grundrechten wie der Unantastbarkeit des Eigentums und dem Schutz gegen Willkür bedroht. Das ewig wache Mißtrauen des citoyen gegen die Bürokratie und schließlich auch gegen die sie kontrollierende parlamentarische Regierung, die durch ihre Notoerordnungspolitik die Dolkssouverä- nität einenge, wuchs sich zu dem großen Protest der letzten Kammerwahlen aus, die der Volksfront zur Macht verhalfen und damit zum erstenmal in der Geschichte Frankreichs den Kommu- n i st e n , wenn auch nur als stillen Teilhabern der Volksfrontregierung entscheidenden Einfluß auf die Lenkung des Staates einräumten, eine erstaunliche Wirkung, wenn man sich vor Augen hält, welch ausschlaggebende Rolle der politische und gesellschaftliche Individualismus und der private Eigentumsbegriff in der Vorstellungswelt des französischen Kleinbürgers und Bauern eingenommen haben. Es ist bekannt, wie die Kommunisten mit Hilfe der Gewerkschaften bereits zur ersten Machtprobe schritten, bevor noch das Kabinett Blum Gelegenheit gehabt hatte, sein umfangreiches Sozialreform- programm ordnungsmäßig im Parlament zu starten. Mit der Verlegung des Kampfes in die einzelnen Betriebe nahmen die von den Kommunisten instruierten Gewerkschaften die alte syndikalistische Methode der großen Vorkriegsstreiks wieder auf, die in der „action di recte" die schärfste Waffe sah, die die kapitalistische Wirtschaft in ihrem Kern, eben dem Betriebe treffen soll. Unter dem Druck der Betriebsbesetzungen erzwangen Kommunisten und Gewerkschaften von „ihrer" Regierung die beschleunigte Verabschiedung der neuen Sozialgesetze die Oktroyierung von Lohnerhöhungen, die die in schwerem Wettbewerb auf dem Weltmarkt stehende Industrie für untragbar erklärt hatte. Die Folge war eine Erhöhung der Preise auf dem französischen Binnenmarkt, die einen Teil der eben erhaltenen Lohnerhöhungen illusorisch mache. Der soziale Kampf wurde unterbrochen durch eine außenpolitische Episode. Die Neutralitätspolitik der Regierung Blum im spanischen Bürgerkrieg fand die heftigste Kritik der Kommunisten und Gewerkschaften, die sogar innerhalb des Kabinetts Helfershelfer fanden für eklatante Durchbrechungen des offiziell verkündeten Grundsatzes der Nichteinmischung. Auch hier versuchten die Kommunisten dem Ministerpräsidenten die Pistole auf die Brust zu setzen, aber diesmal war Blum energisch genug, sie abzuschütteln. So wurde der Kampf wieder in die innerpolitische Ebene verlegt. Seine neueste aber bestimmt nicht letzte Phase zeigt trotz der inzwischen erfolgten Einigung in den Schlichtungsverhandlungen mit erschreckender Deutlichkeit, wie weit die Dinge in Frankreich bereits getriaLen sind. Während des Textilarbeiterstreiks waren in Lille nicht nur die schon aus dem Juni- Streik her bekannten Betriebsbesetzungen wiederum an der Tagesordnung gewesen, sondern in einer Lyoner Kunstseidefabrik hatte die Belegschaft sogar nach Festsetzung der Direktoren durch einen Sowjetausschuß die Leitung des Betriebs in eigene Regie genommen. Die kommunistische Parole, die auf Enteignung der Betriebe hinzielt, hat hier also bereits Früchte getragen. Aber sie hat auch anscheinend dem radikalsozialistischen Flügel der Volksfront darüber die Augen geöffnet, wohin die Kommunisten die Dinge treiben wollen, wenn es auch von dieser Erkenntnis bis zum Entschluß eines Frontwechsels ein langer Weg sein wird. War doch grade der ehemalige radikalsozialistische Parteiführer Edouard H e r r i o t der wärmste Fürsprecher des Bündnisses mit der Sowjetunion, dessen innerpolitische Auswirkungen er gering schätzte gegenüber dem Zuwachs in Frankreichs außenpolitischem Sicherheitssystem. Heute wo die Radialsozialisten bereits einige Erfahrung mit der Taktik ihrer kommunistischen Bundesgenossen gemacht haben und schon die ersten Angriffe auf den jedem französischen Bürger und Bauern geheiligten und unantastbaren Grundsatz des privaten Eigentums erfolgt sind, mag die Begeisterung für die Volksfront schon etwas abgeflaut sein. Nur nach langen Derhand- lungen und einer Reihe gescheiterter Vermittlungsversuche einzelner Minister ist es L6on Blum gelungen, auch diesen letzten Streik beizulegen, aber er muhte sich zu dem Versprechen herbeilassen, Be- Paris, 19. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran?aise" gibt ein Gerücht wieder, wonach die Möglichkeit einer Umbildung des Kabinetts Blum bestehen soll. Die plötzliche Abreise Paul Reynauds aus Neuyork nach Frankreich scheine darauf hinzudeuten. Die Notverordnungen der Regierung Blum hätten die Lebenshaltungskosten in Frankreich nicht herunter- drücken können. Die Anleihe der Regierung habe in keiner Weise die erwarteten 22 oder 25 Milliarden ergeben. Oriol sei ein Ehrenmann. Eine Abwertung des Franc würde gegen sein gegebenes Wort sein. Paul Reynauds nebelhafte Abwertungs pläne seien zur Genüge bekannt. Sie könnten für Frankreich nur ein Unglück bedeuten. Verglichen mit der lOprogentigen Gehaltskürzung durch die Lavalschen Notverordnungen würden die Lohnkürzungen, die eine Folge d e r Franc-Entwertung sein würden, unerträglich sein. Die Streiks und 'Fabrikbesetzungen, die roten Umzüge und Wutausbrüche über die niedrigen Löhne seien in einem derartigen Falle gar nicht abzusehen. Rey- naud werde aber neben Chautemps mit Nachdruck a l s kommender Finanzmini st er genannt. Ideal und Wirklichkeit. Die Rechtspresse kritisiert Blums Rundfunkrede. Paris, 18. Sept. (DNB.) Das rechtsstehende „Journal des D ö b a t s" bespricht die Rund- unkrede Leon Blums sehr ironisch. Das Blatt sagt, eine Absicht sei gut gewesen, der Nutzen sei jedoch nur bescheiden. Besonders bemerkenswert sei, daß sich Blum als Anhänger der politischen Freiheit erklärt habe, während seine Regierung auf der Zusammenarbeit mit den Ko mmu- n i st e n beruhe, die für Freiheit nur eine offen erklärte Mißachtung hätten. Der Minister habe von den Ereignissen der letzten drei Monate in Frankreich ein wahrhaft idyllisches Bild gezeichnet. Die Spalten der Zeitungen seien indessen mit Nachrichten von Streiks, Schlägereien, Fabrikbesetzungen überschwemmt. Löon Blum habe vielleicht nicht die Zeit, nach Lyon zu ähren, aber der Clichy-Platz in Paris sei nicht weit. Es gäbe vielleicht noch Verletzte in den Krankenhäusern, die ihm sagen könnten, in welchem Grade die Ordnung auf den Straßen herrsche. Der beste Teil der Rede Blums sei der Teil über Frankreichs Friedenswillen gewesen. Eger, 18. Sept (DNB.) Die äommuni- skische Partei hatte in den Frankenthalsälen eine öffentliche Versammlung einberufen. Da die letzten SDP.- Versammlungen verboten worden waren, herrschte darüber unter der völkischen Bewohnerschaft beträchtliche Erregung. Zahlreiche Anhänger der Sudelendeutschen Partei äußerten die Absicht, die kommunistische Versammlung zu besuchen. Da Zwischenfälle befürchtet wurden. beschloß Abgeordneter ID o Hn er, in Begleitung von zwei anderen Mitgliedern der SDP.- Leilung die Versammlung zu besuchen, um durch seine Anwesenheit etwaige Unbesonnenheiten zu verhindern. 3n der Nähe des Lokals war keine Polizei zu bemerken. Als Abgeordneter Wollner die Mitte des Saales erreicht hatte, erschollen aus den Reihen der Ordner plötzlich Rufe: „Achtung! Jetzt kommt er!" Im Augenblick umringten die Ordner auch schon den Abgeordneten und fielen, ohne daß er Anlaß dazu gegeben hätte, über ihn her. Die wenigen im Saal anwesenden SDP.- Mitglieder eilten Wollner zu Hilfe, und es entspann sich eine schwere Rauferei, in deren Verlauf mehr als zehn SDP.- Mitglieder verletzt wurden, darunter mehrere schwer. Alle Verletzten wiesen zahlreiche gefährliche Stichwunden und K n i e v e r l e h u n g e n auf. Einer hatte ziemlich tiefe Stiche in die Brust und eine Einschnittwunde am Rücken erhalten und muhte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch Wollner erhielt schwere Kopfverletzungen und Fußtritte und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Kommunisten waren m i t Dolchen. Stahlruten, Messern und Schlagringen vorgegangen. Als die Polizei endlich einschritt, wurden die am Boden liegenden Verletzten überdies noch verprügelt. Die kommu- nistische Versammlung wurde von dem anwesenden Regierungsvertreter keineswegs aufgelöst, sondern nach Fortschaffen der Verletzten fortgesetzt. Wenn Blum verlange, andere Regierungen sollten nicht danach trachten, Frankreich ein anderes System aufzudrängen, so mache Sowjetrußland nicht diesen Vorbehalt. „Haben nicht die Sowjets bei uns und über uns ihre Hand? Muß man erinnern an ihre Broschüren, die so klar sind, und an ihre Fäuste, die geballt sind", schreibt das Blatt und stellt abschließend fest: Tragisch sei an der Lage Frankreichs, seit unter dem Namen und unter der Verantwortung der Volksfront sich eine Politik entwickelte, deren ganzer Wahnsinn von Chautemps und Selbes klar erkannt werde und deren Gefahr auch Leon Blum und Salengro zu fühlen beginnen. Ader dies habe nichts mehr gemein mit der durch einen Schwall von Reden verherrlichten Demokratie. Der „T e m p s" fertigt die Rundfunkrede Löon Blums ebenfalls recht ironisch ab. Es scheine, als ob Blum von einem übertriebenen Optimismus bei der Beurteilung der Ergebnisse der letzten drei Monate verblendet gewesen sei. Das Eigentumsrecht, das eine Grundlage der Demokratie und der französischen Zivilisation sei, habe gerade in den letzten drei Monaten durch die Besetzungen privaten Besitzes eine st a r k e Beeinträchtigung erfahren. Die persönliche Freiheit der Bürger werde durch das Festhalten der Fabrikbesitzer und Ingenieure verletzt, die A r b e i t s - freiheit sei nur ein leeres Wort und die Verfassungsfreiheit sei jederzeit lahm- gelegt, denn gewisse politische Parteien hätten nicht mehr das Recht, Versammlungen abzuhalten, die von unverantwortlichen Gruppen der Volksfront verhindert würden. Gewalttätigkeiten ereigneten sich, Blut sei geflossen in Lyon, Reims und in anderen französischen Städten. Gegen die Oppositionspresse würden offene Drohungen ausgesprochen, in großen Plakaten verlange man ihr Verbot! Müsse man noch den unglaublichen Skandal erwähnen, der in der augenblicklichen Ausbeutung des Rundfunks bestehe, der zum „Lügenorgan des Staates" geworden sei, so fragt das Blatt? Wolle Leon Blum dies alles etwa „demokratische Ordnung" nennen? Es gebe in Frankreich eine privilegierte Klasse, nämlich jene, die die Faust im Takt erhebe. Sei das Freiheit und Gleichheit? Und wenn man den Geisteszustand, der in gewissen Volksfrontparteien herrsche, näher betrachte, könne man dann noch von Brüderlichkeit sprechen? Die Wahrheit fei — und es sei unmöglich, daß Lson Blum sich darüber nicht im klaren wäre —, daß man seit drei Monaten eine sehr schnelle Zerstörung der Demokratie und der Grundsätze, auf denen sie beruhe, erlebe. Der Verlauf der blutigen Vorfälle in Eger zwingt zu der Annahme, daß der tschechisch-kommunistische Uebersall auf friedliche Sudetendeutsche planmäßig vorbereitet worden ist. Das geht u. a. auch aus dem Ruf „Achtung, jetzt kommt er!" und aus dem konzentrischen Angriff auf den Abgeordneten Wollner hervor. Die tschechische Polizei, deren Schuldregister gegenüber den Sudetendeutschen wirklich schon lang genug ist, trifft in diesem Fall doppelte Schuld. In Kulturländern wird seit Jahren jede kommunistische Veranstaltung auf Grund übelster Erfahrungen mit dem moskowiti- schen Pöbel von ausreichenden Polizeikräften überwacht. Die Tatsache, daß hier überhaupt keine Polizei in der Nähe war und daß sie infolgedessen mit der gewohnten Verspätung eintraf, bringt die tschechischen Sicherheitsorgane in den schwersten Verdacht. Zweitens aber hat die tschechische Polizei nicht verhindert, daß die schwer,- verletzten Sudetendeutschen auch noch geprügelt wurden. Eine noch schwerere Schuld trifft jedoch den Vertreter der tschechischen Regierung, der während der kommunistischen Mordversuche an den Sudetendeutschen allem Anschein nach keinen Anlaß sah, von seinen Amtsbefugnissen Gebrauch zu machen, und der dann gar die kommunistische Versammlung weitergehen ließ, al$ wären nur ein paar Zwischenrufer hinausbefördert roorben. Wir erinnern die tschechische Regierung wieder an die gegen die Sudetendeutschen geschaffenen Sonderbestimmungen des „Staatsverteidigungsgesetzes", durch das die Sudetendeutschen ungeachtet ihrer feierlichen Loyalitätskundgebung nach den letzten Wahlen mit voller Ueberlegung politisch verdächtigt werden. Wir erinnern ferner an die Rede des tschechischen Außenministers Dr. K r o f t a , in der er erklärte, man werde die Deutschen „gern als zwei- t e 5 Staatsoolk anerkennen". Wir erinnern daran, daß die Minderheitenbeschwerden der Sudetendeutschen in Genf trotz ihrer himmelschreienden Begründungen den Rekord an Mißerfolgen beim Völkerbund halten. Und wir erinnern schließlich den Herrn Staatspräsidenten Dr. B e n e f ch an seine Reden in sudetendeutschen Städten, in denen er u. a. zugab, daß gegenüber den Sudetendeutschen Fehler gemacht worden seien, „die sich nicht wiederholen sollten", ebenso an sein Versprechen in . Znain, wo er von seinem festen Willen sprach, den I „politischen Wirklichkeiten" ins Auge zu sehen. triebsbesetzungen und Stillegungen künftighin nicht mehr zu dulden. Nach den Vorgängen in Spinal, wo Polizei und Mobilgarde gegen Arbeitswillige einschritt, statt sie gegen den kommunistischen Streikterror zu schützen, mag es allerdings fraglich fein, wie weit der Ministerpräsident in der Lage sein wird, sein Versprechen wahr zu machen. Jedenfalls wird eine Politik der ständigen Kompromisse, wie sie demokratische Systeme lieben, gegenüber der ebenso skrupellosen wie verlogenen Taktik der Kommunisten mit ihren kleinen Mittelchen der Aushilfen ohne grundsätzliche Entscheidungen bald am Ende sein. Und was dann? F. W. L. Tagung des Völkerbundsrats ohne Italien. Genf, 18. Sept. (DNB.) Der Völkerbundsrat begann Freitag nachmittag unter dem Vorsitz des chilenischen Vertreters Rivas Vicuna feine 93. Tagung mit einer nichtöffentlichen Sitzung. Der Rat nahm Kenntnis von den Denkschriften, die bisher 18 Regierungen zur Dölkerbundsreform eingereicht haben.Er beschloß, sie zusammen mit einem Bericht des Sekretariats der Vollversammlung zu überweisen. Der Generalsekretär berichtete hieraus über seine Reise nach Rom und seine Besprechungen mit dem italienischen Regierungschef. Heber die Teilnahme Italiens an den Völkerbundsarbeiten ist eine Entscheidung noch nicht gefallen. Fest steht, daß noch keine italienische Abordnung nach Genf abgereist ist. Die italienische Regierung macht ihre Entscheidung von der Zulassung oder Abweisung der Abgesandten des Negus abhängig. Kein Grund zu Befürchtungen U r Fahrten nach den Atlantischen Inseln Die Hamburg-Amerika-Linie teilt mit, daß die Herbstfahrt nach den Atlantischen Inseln mit dem Motorschiff „M i l w a u k e e" ausgeführt wird. In den Tagen des spanischen Bürgerkrieges liegen jene Inseln Madeira, Tenerife, Palma, Gran Canaria in tiefem Frieden, denn sie find von Anfang an fest in den Händen der Nationalisten. Ohne jede Sorge kann daher die Hapag-Reise nach Französisch-Marokko und nach den Atlantischen Inseln unternommen werden, die unter Meidung Spaniens interessante Häfen in schönen Landschaften berührt. Slideieirdelltsche von Kommunisten überfallen. Saalschlacht in Eger. — Zehn Sudetendeutsche durch Messerstiche und Stahlrutenhiebe schwer verletzt. „Glückliches Deutschland." Dieser Ausspruch LloydGeorges,der kürzlich in Deutschland weilte und jetzt in der englischen Presse seine Eindrücke veröffentlicht hat, faßt mit wenigen Worten das Urteil zusammen, das er sich über das neue Deutschland gebildet hat. Auch dieser britische Politiker kam zu uns, um sich persönlich von dem zu überzeugen, was in der Presse seines Heimatlandes täglich über Deutschland ober Deutschlands Absichten berichtet worden ist und berichtet wird. Die Schärfe, mit der er das Aufbauwerk des Führers in seinen Darlegungen heraus- gearbeitet hat, muß als Antwort auf eine tendenziöse Berichterstattung über Deutschland aufgefaßt werden. Wir wissen, daß er früher alles andere als ein Deutschenfreund war. Aber wir wissen auch, daß er durch Deutschland als ein Mann reifte, dem es darauf ankam, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie deutschfeindliche Kreise zur Förderung ihrer Sonderinteressen zu sehen wünschen. Sein Deutschlandbericht dürfte manchem „Kenner" der deutschen Verhältnisse höchst unangenehm geworden sein, eben weil er, dem niemand den klaren Blick wird abzusprechen wagen, bestätigte, wie grandios die Aufbauarbeit des Führers ist, wie sehr er dem deutschen Volke den Glauben an sich selbst zurückgab und wie glücklich er es gemacht hat. Einem Lloyd George wird man jenseits des Kanals ganz sicher nicht nachsagen können, daß er Partei nimmt. Man wird, so hoffen wir, seine Worte beherzigen und sich nun angewöhnen, der deutschen Innen- wie Außenpolitik nichts mehr zu unterstellen, was wir als Phantasieprodukte bezeichnen mußten und was ja auch in den Jahren seit der Machtübernahme niemals eingetreten ist, obwohl die ausländischen Propheten dis Erfüllung ihrer Weissagungen stets als unmittelbar bevorstehend verkündeten. Lloyd George ist, ohne sie direkt beim Namen genannt zu haben, mit ihnen heftig abgefahren, er hat das Märchen von den unfriedlichen Absichten Deutschlands glatt widerlegt und damit für den Weltfrieden durch einige Sätze mehr getan als die aufmerksamen „Beobachter Deutschlands" durch ihre tausend Leitartikel jemals fertig zu bringen vermochten. Die Reise Lloyd Georges bestätigt eine alte Weisheit: Man soll seinen Nachbarn direkt a u f s u ch e n , um sich ein Urteil über ihn zu bilden, und nicht auf das Geschwätz Dritter hören, denen die Boshaftigkeit schon vom Gesicht abzulesen ist. Oer Europäische Natioriaüiaten-Kongreß. Genf, 16. Sept. (DNB.) Der Europäische Nationalitätenkongreß, in dem die verschiedenen hauptsächlich durch die Friedensverträge unter fremde Herrschaft geratenen Volksgruppen zusam- mengeschlossen find, ist unter dem Vorsitz des ehemaligen slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament Dr. Wilf an zu seiner 12. Jahrestagung zusammengetreten. Vertreten sind u. a. deutsche Gruppen aus Ungarn, Polen, Estland, der Tschechoslowakei und Dänemark, ungarische Gruppen aus Rumänien, Jugoslawien und der Tschechoslowakei, russische Gruppen aus Estland und Rumänien, verschiedene slawische Gruppen aus Oesterreich, ferner die polnischen Ukrainer und die Katalanen. Der Kongreß begann mit der Ehrung des Andenkens des verdienstvollen Generalsekretärs Dr. Ewald A m m e n d e. Sein Lebenswerk als unermüdlicher Vorkämpfer der Volkstumsrechte und des Gedankens der überstaatlichen Volksgemeinschaft wurde von Dr. W i l f a n sowie von dem Vertreter der ungarischen Minderheit in der Tschechoslowakei, Abgeordneten von Szüllö und dem deutschen Abgeordneten im estländischen Parlament Hassel- blatt, der als Landsmann des Verstorbenen sprach, gewürdigt. Das Amt des Generalsekretärs wurde vorläufig dem deutschen Minderheitenpoli- tiker Ferdinand von U e x k u e l l (Lettland) übertragen. Ueber das Hauptthema, das Lebensrecht der Nationalitäten in den europäischen Staaten, sprach der langjährige Vertreter der Deutschen Nordschles» wigs, Pastor Schmidt-Wodder. Er ging davon aus, daß Europa, wenn es Bestand haben wolle, sich zu der vorhandenen Vielfalt feiner Völker und Volksteile bekennen müsse. Ein Volk, das ein anderes unterdrücke oder zu assimilieren versuche, verstoße gegen das Gesetz, nach dem es selbst geworden sei. Die gewaltsame Assimilierung fremden Volkstums schaffe innerlich verkümmerte oder gebrochene Menschen oder aber gefährliche Unruhestifter unter den Völkern. Der Ungar Dr. von D e a k (Jugoslawien) wies auf das Versagen des Minderheitenschutzes insbesondere in den ehemals ungarischen Gebieten hin. Man müsse für dieses Versagen die gleichen Sanktionen wie für andere Vertragsverletzungen fordern. Mmisierrat in London. Palästina und die Westpaktkonferenz. London, 18. Sept. (DNB.) Unter Vorsitz des Innenministers Simon sand eine Ministerbesprechung statt, an der auch Außenminister Eden tellnahm. Ein Beschluß über die Erklärung d e s Kriegsrechtes in Palästina wurde noch nicht gefaßt. Offenbar will die Regierung einen Bericht des neuen Oberbefehlshabers in Palästina über das weitere Verhalten der Araber abwarten. „Daily Telegraph" meldet, das Kriegsrecht werde nicht sofort verhängt werden, jedoch seien alle Vorbereitungen getroffen, die Verkündung werde vorgenommen werden, falls nicht eine merkbare Veränderung in der Stellungnahme der Araber eintrete. Auf arabischer Seite hätten sich mäßigende Einflüsse geltend gemacht, die britische Regierung wünsche keine Gelegenheit zu versäumen, um diesen Einflüssen Gehör zu schenken. Wie die „Morning Post" meldet, enthalten die -plane für die Verhängung des Kriegsrechtes Vor- fichtsmaßnahmen gegen die Möglichkeit eines allgemeinen arabischen Aufstandes im nayen Osten. Diese Gefahr werde allerdings nicht für sehr groß gehalten. Man glaube, daß König ^n Saud seinen.Einfluß verwende, um ernstliche Unruhen in der nahen Zukunft zu verhindern. Im Laufe der Sitzung, die annähernd zweieinhalb Stunden dauerte, wurde auch die Note über bie geplante We st paktkonferenz besprochen, die Außenminister Eden den Vertretern der bisherigen Locarnomächte überreichte. Wie verlautet, ist eine Veröffentlichung der Note nicht beabsichtigt. Reuter erführt, daß der Inhalt der Note nicht von weitgehendem Charakter sei und daß Sowjets rußland inihr nicht erwähnt werde. Vielmehr stelle das Dokument eine Wiederholung der bereits in der Verlautbarung vom Ziele und Aufgaben der Deutschen Gesellschaft für Hygiene. 2 3. Zuti ausgedrückten Ansichten der britischen Regierung dar. Die Note werde keine besonderen Vorschläge für die Festsetzung des neuen Zeitpunktes der Verhandlungen enthalten, ovwoyl Außenminister Eden möglicherweise auf die Bedeutung hingewiesen habe, die England dem Zeitpunkt beimesse. Nach der „Evemng News" wiederholt die Note die Absicht, daß die Aufteilung Europas in feindliche Länder für eine allgemeine Regelung verhängnisvoll fein würde. Gewerbeforschung im Dienste -er Vorratswlrtschast. Göttingen, 19.Sept. (ZdR.) Während auf der ersten Tagung des Forschungsdienstes in Würzburg nur die Landwirtschaftschemie und die Bodenkunde vertreten waren, ist in diesem Jahre auch die landwirtschaftliche Gewerbeforschung hinzugekommen. Infolge der angespannten Ernährungslage, die eine überlegte und gut ausgebaute Dorratswirtschaft notwendig macht, ist die Bedeutung dieses Wissenschaftszweiges immer mehr gestiegen. Gehört es doch zu seinen Aufgaben, Mittel und Verfahren zu finden, die geeignet sind, die Verluste, die heute noch bei der Kühllagerung, bei der Konservierung und der Trocknung auftreten, weitgehendst zu beseitigen. Darüber hinaus ist es notwendig, auch Mittel zu finden, die Güteminderung bei der Lagerung herabzusetzen. Ein starkes Echo fanden die Ausführungen von Professor Dr. Fink (Berlin) über das Futterhefeproblem. Der Vortrag berichtete über die Erforschung einer volkswirtschaftlich außerordentlich bedeutsamen Frage, die sich mit der laboratoriumsmäßigen und technischen Durchführung der biologischen Eiweißsynthese durch Dauerzüchtung beftimmer Hefen in Holzzuckerlösungen, mit Untersuchungen Schollerschen Holzzuckers und Bergiuszuckers und mit Versuchen über die Futterhefegewinnung aus Sulfitablaugen befaßten. Von großer Wichtigkeit find auch alle Verfahren zur Verbesserung der Haltbarkeit von gekühltem Fleisch. Hierüber berichtete Dr. K a e h s , Karlsruhe, der insbesondere Versuche mit der Verwendung von Ozon zur Haltbarkeitsverbesse- rung gemacht hat. Nach Sonderbesprechungen der einzelnen Fachgruppen erstattete Professor Kott- g e n - G i e ß e n seinen Vortrag über eine im Gießener Bodenkundlichen Institut ausgearbeitete Methode zur Bestimmung der Düngebedürftigkeit der Böden. Bereits seit zehn Jahren widmet sich das Gießener Institut der Erforschung dieser Fragen. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse verdienen auch fü; die praktische Landwirtschaft größere Beachtung. So ist es durch Entsalzung des Bodens mittels Gleichstrom und durch Heranziehung quantitativer Methoden der Emissionsspektrographie gelungen, nicht nur den Gehalt des Bodens an Nährstoffen, sondern auch deren relative Löslichkeit zu erfassen. Auf die Feststellung der relativen Löslichkeit muß deshalb besonderer Wert gelegt werden, weil es nicht nur darauf ankommt, die Gesamtmenge der zur Verfügung stehenden Nährstoffe analytisch nachzuweisen, als vielmehr die Art, wie diese Nährstoffe während einer Wachstumsperiode für die Pflanzen verfügbar find. Der im Gießener Bodenkundlichen Institut ausgearbeitete Apparat paßt sich in seinen Endergebnissen dem Verfahren von Professor N e u b a u e r zur Bestimmung pflanzenlöslicher Nährstoffe an. Während jedoch bei Neubauer die Analyse drei Wochen dauert, erfordert sie nach dem neuen Verfahren nur etwa 20 Minuten Zeit. Auf diese Weise kann bei richtiger Ausnutzung einer Serie von Apparaten im Laufe eines Arbeitstages eine große Anzahl von Löslichkeitskurven für die einzelnen Nährstoffe gefunden werden. Die Auswirkungen der letzten Amnestie. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Das Straffrei- heitsgesetz vom 23. April 1 936 ist von den Justizbehörden beschleunigt durchgeführt worden. Bis zum 1. August 1936 haben insgesamt 501 323 Personen eine Vergünstigung durch dieses Gesetz erfahren. Im einzelnen sind die Ergebnisse folgende: 1. Unter Paragraph 1 (Straftaten aus U e b ereifer im Kampf für de n nationalsozia- listischen Gedanken) fielen 3532 Personen, und zwar ist 1592 Verurteilten die rechtskräftig erkannte Strafe erlassen und bei 1940 Beschuldigten das Verfahren niedergeschlagen worden. 2. Unter Paragraph 2 (geringfügige Straftaten, bei denen die rechtskräftig aner- kannte oder zu erwartende Strafe nicht mehr als Freiheitsstrafe von einem Monat oder Geldstrafe in entsprechender Höhe beträgt) fielen 495 014 Personen, und zwar wurde 240 340 Personen Strafer- Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters in Sachsen, M u t s ch m a n n, taat vom 20. bis 23. September in Dresden die 94. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte. Zahlreiche Abteilungen der Gesellschaft halten vorher bereits Sondertagungen ab. So wurde die Sitzung der Abteilung Hygiene zugleich als Sitzung der Deutschen Gesell- schäft für Hygiene eröffnet. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Professor Dr. Reiter, hielt eine Begrüßungsansprache, in der er sich über die Notwendigkeit einer deutschen Gesellschaft für Hygiene, ihre Ziele und Aufgaben äußerte. Er führte dabei aus: 3m Zuge der Zusammenfassung aller wissenschaftlich-medizinischen Arbeiten in Deutschland erweist es sich als notwendig, die nach verschiedener Richtung strebenden Entwicklungen der Hygiene in einer Deutschen Gesellschaft für Hygiene zu vereinen, innerhalb derer die Bearbeitung besonders gelagerter Fragen aber durch Errichtung bestimmter Spezialgebiete gesichert ist. So wird in der Deutschen Gesellschaft für Hygiene aufgehen der Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege, die Deutsche Sozialhygienische Gesellschaft, die Deutsche Vereinigung für Mikrobiologie, ferner aber auch indirekt vertreten sein die an einigen örtlichen Stellen des Reiches bestehenden hygienischen Vereinigungen, die nunmehr als Ortsgruppen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene aufzufassen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene wird somit eine wissenschaftlich-praktische Plattform für die Bearbeitung aller hygienischen Fragestellungen des deutschen Volkes bilden und durch die Serbin- laß zuteil; während in 254 674 Fällen das vorläufige Strafverfahren eingestellt oder von der Einleitung eines Strafverfahrens abgesehen wurde. 3. Paragraph 3 (bedingter Erlaß rechts- kräftig erkannter Strafen von nicht mehr als 6 Monaten Freiheitsstrafe) kam in 2777 Fällen zur Anwendung. Davon entfallen 2000 Fälle auf Straftaten gegen das Heimtücke- g e f e tz vom 20. Dezember 1934 sowie auf Straftaten gemäß der Paragraphen 134 a und b des Strafgesetzbuches (Beschimpfungen des Reiches, der Wehrmacht, der NSDAP.) und Paragraph 130 a (Kanzelmißbrauch). Einheitliche Pfandsiegelmarken in der lieichsjustizverwaltung. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Reichsmimster der Justiz Dr. Oürtner hat angeordnet, daß zur Ken >i Zeichnung gepfändeter Gegen- stände künftig im Bereich der Reichsjustizverwaltung einheitliche Siegelmarken verwendet werden. Die neuen Pfandsiegelmarken haben die Form eines Rechtecks in der Größe 3V2 auf 5 Zentimeter. Ihre Zeichnung ist in roter Farbe auf weißem Grund gehalten. Die Marke trägt als Aufschrift den Namen des Amtsgerichts, die Bezeichnung, den Namen und das Geschäftszeichen des Vollstreckungsbeamten, sowie in der Mitte in weißer Schrift auf rotem Oval das Wort „P f a n b f i e g e I". Nach der Einführung dieser Siegelmarken wird künftighin im Bereich der Reichsjustizverwaltung überall an den einheitlichen Pfandsiegelzeichen zu erkennen fein, daß ein Gegenstand gepfändet ist. Zuweisung der Patent-Streitsachen an die Landgerichte. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Das neue Patent- gesetz, das am 1. Oktober d. I. in Kraft tritt, hat dem Reichsminister der Justiz die Ermächtigung erteilt, Patentstreitsachen für die Bezirke mehrerer Landgerichte einem von ihnen zuzürn e i s e n. Durch diese Zusammenfassung soll erreicht werden, daß die beteiligten Richter aus dem bei ihnen zusammenkommenden Prozeßstoff einiger größerer Bezirke die wünschenswerten Sonberfenntni f f e und Erfahrungen auf dem schwierigen Gebiet des Patentrechtes gewinnen können. Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner hat angeordnet, daß die Patentstrafsachen zugewiesen werden: 1. dem Landgericht Berlin für den Kammergerichtsbezirk und die Oberlandesgerichtsbezirke Braunschweig, Breslau, Königsberg (Preußen), Marienwerder, Rostock und Stettin; 2. dem Landgericht Düsseldorf für die Oberlandesgerichtsbezirke Düsseldorf, Hagen, Köln und Zweibrücken; 3. dem Landgericht Frankfurt a. M. für die Oberlandesgerichtsbezirke Darmstadt, duna von Wissenschaft und Praxis dem Reichsgesundheitsamt in feiner Aufaabe der gesundheitlichen Beratung von Staat und Partei eine willkommene Unterstützung bieten. Anschließend sprach H. Zeiß (Berlin) über die nationalen Aufgaben der deutschen Hygiene. Er wies darauf hin, daß eine Lösung der Krise in der Hygiene, die ständig vorhanden war, erst innerhalb der neuen deutschen Heilkunde möglich fein werde. Ausführung und Erfüllung der Aufgaben der deutschen Hygiene sei durch die einheitliche Staatsführung, die das Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens, die Arbeitsdienstpflicht und die neue Wehrmacht schuf, bereits vorgezeichnet und erleichtert. Verlassen überspitzter Atomisierung, zumal in der Bakteriologie, Aufgreifen synthetischer und gestaltender Arbeiten und Betrachtungsweisen, seien erfolgreiche Wege zu den natürlichen Aufgaben der deutschen Hygiene für die Zukunft. Diese Arbeiten verlangen eine gewisse Planung unter den deutschen Hygienikern, die nicht mehr hinausgeschoben werden können. Diese von Partei und Staat aufzustellende Planung werde ein erfolgreicher Weg zu den nationalen Aufgaben der deutschen Hygiene der Zukunft sein. Heber die kommenden Aufgaben der Mikrobiologie sprach E. Gildemeister (Berlin). An Hand von Beispielen wies der Vortragende nach, daß die Ansicht, wonach in dieser Wissenschaf besondere Entdeckungen kaum noch zu erwarten seien, durchaus irrig sei. Es gebe noch genügend Probleme in der Mikrobiologie, die der Lösung harrten und die Generationen beschäftigen würden. Frankfurt a. M.', Karlsruhe, Kassel und Stuttgart; 4. dem Landgericht Hamburg für die Oberlandesgerichtsbezirke Celle, Hannover, Kiel und Oldenburg; 5. dem Landgericht Leipzig für die Oberlandesgerichtsbezirke Dresden, Jena und Naumburg a. d. Saale; 6. dem Landgericht Nürnberg-Fürth für die Oberlandesgerichtsbezirke Bamberg, München und Nürnberg. Tagung des Reichsbundes der Kinderreichen. Oberstdorf, 18. Sept. (DNB.) Auf der Ta- gung des Reichsbundes der Kinderreichen sprach nach einem Referat des Geschäftsführenden Direktors des Reichsausfchuffes für Dolksgesundheitsdienst beim Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern, Dr. Ruttke, der Chef des Rasiepolitifchen Amtes der Reichsleitung der NSDAP., Reichsamtsleiter Dr. Groß, über die Erhaltung, Verbesserung und Vermehrung der erb- und rassegefunden Blutlinien unseres Volkes und über die Rasten- Politik der nationalsozialistischen Bewegung. Aus der 2000jährigen Geschichte unseres Volkes wisse man, daß es durch Kriege, Revolutionen, Seuchen usw. einen ungeheuren Blutzoll geleistet habe und daß seit einigen Jahrhunderten schon sich eine überdurchschnittliche Vermehrung u n- terdurchschnittlicher Begabungen zeige. Die völlig neue Rassenpolitik der nationalsozialistischen Bewegung fordere die 'Beteiligung bes erbkranken affegutes und verlange die Sterilisation, die Förderung der Maßnahmen zur Vermehrung der Vollfamilien von mindestens vier Kindern und von überdurchschnittlich veranlagten Erbgesunden. Dem RdK. weise er erneut die Aufgaben zu, die ihm vom Rassenpolitischen Amt gestellt wurden und betone die außerordentliche Wichtigkeit der Durchführung dieser Ausgaben für den Bevölkerungsaufbau unseres Volkes. Botschafter von Ribbentrop begrübt englische Bergarbeiter. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Zu Ehren einer Abordnung englischer Bergarbeiter, die auf Einladung der Deutschen Arbeitsfront auf einer Reise durch Deutschland begriffen sind, fand am Donnerstagnachmittag ein Tee-Empfang im Hotel Kaiserhos in Berlin statt. Botschafter von Ribbentrop begrüßte die englischen Arbeiter und ihre deutschen Kameraden und unterhielt sich längere Zeit mit ihnen. Die englischen Arbeiter stammen größtenteils aus Nord- wales. Sie haben in Begleitung deutscher Arbeiter aus dem Waldenburger Revier und aus dem Ruhrgebiet das Mufikheim in Frankfurt a. O. besucht, sich einige Tage in Waldenburg aufgehalten und werden sich für einige Tage In das Ruhrgebiet begeben. Der Leiter der englischen Abordnung ist Gerald G o u g h. Aus aller Welt. Zahlreiche Todesopfer eines (Schiffsunglücks auf dem 7lil. Line Schiffskatastrophe ereignete sich einer Meldung aus Kairo zufolge am Freitag- mitlag auf dem Nil. Bei einem Zusammenstoß eines mit 200 Fahrgästen befehlen Bergnügungs- dampfers mit einem Frachtdampfer kamen etwa 45 Menschen ums Leben Die starke Strömung des Nils erschwerte die Rettungsarbeiten außerordentlich. Bei den Teilnehmern an der Ausflugsfahrt handelt es sich um Eifenbahnangestellte und ihre Familienangehörigen. Zahlreiche Todesopfer eines Tropensturmes in USA. lieber Nord-Südkarottna und den Birginientüften in USA. kam ein Tropen sturm auf, der bei einer Windstärke bis zu 90 Stundenmeilen von verheerender Wirkung war. Viele der kleinen Strandorte wurden aller Verbindungen miteinander beraubt. Zwei Schiffe sandten dauernd S O S - R u f e. Das Leuchtschiff „Shesapeake" mußte ebenfalls Hilferufe senden, als seine Ankerketten rissen. Die Insel Ocracoke (Nordkarolina) wurde von einer riesigen Sturzwelle überspült. Glücklicherweise konnten sich jedoch die 400 Inselbewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen. Den bisherigen Meldungen nach ist der Sachschaden sehr erheblich. Der Tropensturm bewegte sich mit steigender Windstärke nordwärts. Dem Orkan, von dem ein großer Teil der Atlantischen Küste der Vereinigten Staaten heimgelucht wurde, sind nach den bisher vorliegenden Meldungen 41 Menschenleben zum Opfer gefallen. 67 Personen werden vermißt. An der Küste von Delaware ist ein großer Fischdampfer mit 42 Mann Besatzung gesunken, und man befürchtet, daß die gesamte Besatzung ertrunken ist. Besonders großer Schaden wurde durch den Sturm an der Küste von Maryland angerichtet. Das Bergsturz-Unglück am Loen-See in Norwegen. Unter großer Anteilnahme des norwegischen Volkes wurden in Gegenwart des Kronprinzen dieser Tage 27 von den 74 Opfern, die das Bergsturzunglück am Loen-See im Nordfjord gefordert hatte, beerdigt. 47 Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Als Ursache des Bergsturzes haben die Geologen den lang anhaltenden Regen dieses Sommers festgestellt, der das Gefüge des Beramafsivs aufgelockert hatte. Da an derselben Stelle vor 31 Jahren ein gleiches Unglück sich ereignete, soll hier eine Neubesiedlung nicht mehr Dorgenommen werden. Die norwegische Presse wirft den zuständigen Behörden vor, daß sie den Warnungen der Geologen keine Beachtung geschenkt und nicht rechtzeitig für eine Umsiedlung der gefährdeten Höfe gesorgt habe. Die Gefahr eines weiteren Bergsturzes ist übrigens nach Ansicht der Geologen noch nicht überwunden, und sechs oder sieben in der Gefahrenzone liegende Hofe sollen geräumt werden. Weiterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Der Abbau der Hochdruckwetterlage macht jetzt rasche Fortschritte. Durch die jetzt wieder über Skandinavien hinwegführende Wirbeltätigkeit wer- den mehr als seither Störungsgebiete über das Festland verfrachtet, die der Witterung wieder ein unbeständiges Gepräge geben werden. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig ober neblig, nach anfänglicher Aufheiterung unbeständiger und Regenneigung ziemlich mild, veränderliche Winde. Aussichten für Montag: Bei Luftzufuhr aus Süden bis Westen voraussichtlich Unbeständigkeit noch zunehmend. Lufttemperaturen am 18. September: mittags 17,5 Grad Celsius, abends 14,9 Grad ; am 19. September: morgens 12,1 Grad. Maximum 19,1 Grad, Minimum heute nacht 11,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. September: abends 17,1 Grad; am 19. September: morgens 14,8 Grad. — Sonnenschein- dauer 2,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlad-' Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Psi, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. 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Und dazu die riesige Menschenmenge, die wie ein gewaltiger, unübersehbarer Ameisenhaufen von allen Seiten heranströmte, aber dank des ausgezeichneten Ordnungsdienstes der SS. und der SA.' glatt auf den verschiedenen Wegen zu den Tribünen gelenkt wurde und dort in reibungslosem Zustrom Unterkunft auf den weithin errichteten Sitzbänken der Tribünen fand. Man spürte es allenthalben, daß die Besucher mit großer Begeisterung und inniger Freude dem militärischen Ereignis, mehr aber noch dem Erscheinen des Führers entgegensahen. Gegen 11 Uhr erlebte man den militärischen Auftakt. Eine lange Marschgruppe mit den neuen Truppenfahnen, geleitet von einer Fahnenkompanie, rückte unter schneidiger Militärmusik in die Mitte des Paradefeldes ein. Die Fahnen waren dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Frhr, von Fritsch, dann kamen der Oberbefehlshaber des Gruppenkoinmandos, der Kommandierende General des IX. Armeekorps, das Musikkorps des Infanterie-Regiments 15 und die neuen Truppenfahnen des Korps. Es folgte die Infanterie der 9. und 19. Division. Regiment auf Regiment marschierte an seinem Obersten Befehlshaber vorbei. Auf die Zuschauer, unter denen sich besonders viel Jugend befand, machte das militärische Schauspiel einen tiefen Eindruck. Den Schluß der Infanterie bildeten Pioniere und Radfahrer. Im Trab kamen dann das Reiterregiment 13, die Artillerie und die Nachrichtentruppen vorbei. Es folgten die motorisierten Truppen, an ihrer Spitze ein Kraftradschützen-Bataillon und Panzertruppen, während zum Schluß eine Fliegerstaffel über das Paradefeld brauste. Nach dem Vorbeimarsch, der über zwei Stunden dauerte, fuhr der Führer zusammen mit dem Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, und Generaloberst Freiherr von Fritsch im Auto das Feld in langsamer Fahrt unter dem nicht endenwollenden Jubel und Heilrufen der Menge ab. Als der Wagen das Feld verließ, liefen die Massen querfeldein, um noch einmal den Führer zu sehen. Der Führer fährt nach der Parade an den Zuschauertribünen entlang; Blick auf einen kleinen Teil der Zuschauermenge. — (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) Blick auf einen Teil des Paradefeldes. In der Mitte: Truppenteile beim Abmarsch nach der Parade vor dem Führer, der ganz links auf dem Podium (am Rande des Bildes) steht. Lpd. Großenenglis bei Fritzlar, 18. Sept. Kurhessen erlebte am Freitag wieder einen großen Tag. Als Abschluß der Herbstübungen des IX.Arme e k o r p s fand bei Großenenglis südlich Fritzlar in Anwesenheit des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, des Reichskriegsministers, Generalfeldmarschall von Blomberg, und des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, sowie des Generals der Flieger Milch die feierliche Uebergabe der neuen, vom Führer verliehenen Truppenfahnen an die Truppenteile des IX. Armeekorps statt. Anschließend nahm der Führer die Parade über die Truppen des IX. Armeekorps ab. Das große Paradefeld war von Zehntausenden von Zuschauern dicht umsäumt. Auf der Ehrentribüne sah man u. a. den Gauleiter des Gaues Kurhessen, Staatsrat W e i n r i ch , den Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen, zahlreiche Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, sowie des Staates und der Behörden. Oie Ankunst des Führers. Gegen 11 Uhr traf der Führer mit dem Reichskriegsmini st er und seiner Begleitung auf dem Bahnhof Zennern ein. Eine Abordnung erwies die militärischen Ehrenbezeugungen. Nach der Meldung des Leiters der Absperrung, SS.-Obergruppenführer Erbprinz zu Waldeck, begab sich der Führer im Kraftwagen durch ein Spalier der SS. - Verfügungstruppe Arolsen und der SA. zum Paradefeld. Auf seiner Fahrt wurde er überall von der Bevölkerung herzlichst begrüßt. Als der Führer mit seiner Begleitung auf dem Paradefeld eintraf, wollte der Jubel der Zehntausende nicht abreißen. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos II, General der Artillerie Ritter von L e e b , und der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Artillerie Doll- mann, erwarteten den Führer vor der Fahnengruppe, die auf dem Paradefeld aufmarschiert war. Feldparade vor dem Führer! Das war ein großes Erleben, bei dem die Herzen der Zuschauer höher schlugen. Zehntausende Männer und Frauen hatten sich am gestrigen Freitagmorgen auf dem Paradefeld bei Großenenglis, in der Nähe von Fritzlar, eingefunden, um Zeuge dieses unvergeßlichen Ereignisses zu sein. Von Gießen waren ebenfalls etliche hundert Volksgenossen gekommen. Wir sehen u. a. den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit Mitgliedern unserer Gauleitung, SA-Gruppenführer B e ck e r l e, Kreisdirektor Dr. Lotz und Oberbürgermeister Ritter von Gießen. Auf den Anfahrtsstraßen herrschte Großbetrieb. Die Hauptstraße über Marburg war natürlich am stärkten von Kraftfahrzeugen aller Art und von Rad- ahrern bevölkert, aber auch die Straße über Als- eld, Ziegenhaich Homberg a. d. Efze wies einen Kraftfahroerkehr auf, wie er dort sicherlich — abgesehen von den jetzigen Hebungen der Wehrmacht — seit Jahren nicht'festzustellen war. Bon Homberg ab fuhr man gewissermaßen in einer ununterbrochenen Kette von Kraftwagen. Dicht bei dem Paradefeld mußte man erneut staunen über die ge- Die Äuppenschau-ein großes Erlebnis «Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) soldatischem Geist erfüllte. Wenn die Armee heute diesen Fahnen und Standarten Treue gelobe bis zum letzten Atemzuge, dann schwöre sie auch Treue dem Mann, der die Ketten von Versailles zerbrochen habe. „Die Armee gelobt Ihnen, mein Führer, Treue, heute und immerdar, im Leben und im Sterben.“ Die Ansprache klang in einem Sieg-Heil auf den Führer aus. Die Musik fiel mit dem Deutschland- Lied und Horst-Wessel-Lied ein, in das die Zehn- tausende spontan einstimmten. Oer Borbeimarsch. Unmittelbar nach der Fahnenübergabe begann der Vorbeimarsch unter den Klängen des „Fridericus Rex". Die Parade wurde angeführt von Die Fahnenkompanie präfentierte, die Musik spielte den Präsentiermarsch. Der Kommandierende General des IX. Armeekorps meldete dem Führer die Aufstellung. Der Führer schritt unter dem Jubel der Massen die Front ab und begab sich dann auf das für ihn errichtete Podium vor der Haupttribüne. Oer Führer spricht. Der Führer übergab dann die Fahnen mit einer Ansprache an die Truppen, in der er an die alte deutsche Armee als die stolzeste aller Zeiten erinnerte und den Soldaten der neuen Armee die Worte zurief: „Ihr werdet zu diesen Fahnen stehen in guten und schlechten Tagen! Ihr werdet sie nie verlassen und sie in euren Fäusten tragen vor der wieder groß gewordenen Ration! Sie blickt auf euch im höchsten Stolz und in blindem Vertrauen. Erweist euch dieses Vertrauens würdig und stellt euer ganzes Denken und handeln immer unter den Begriff: Deutschland, unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich!“ Oie Fahnenübergave. In Begleitung des Reichskriegsministers, des Oberbefehlshabers des Heeres, des Oberbefehlshabers des Gruppenkommandos und des Kommandierenden Generals begab sich der Führer darauf an den rechten Flügel der Fahnenaufstellung und übergab jedem einzelnen Bataillonskommandeur mit Handschlag seine Fahne. Der Badenweiler Marsch und ein Ehrensalut begleiteten die Fahnenübergabe. Oer Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch dankte darauf in einer Ansprache dem Führer für die neuen Fahnen. Die Armee sei stolz und glücklich, so führte er u. a. aus, sie aus den Händen des Mannes empfangen zu haben, der Deutsch- land vor dem Verderben errettete, der ganz Deutschland mit nationalsozialistischem und Die Parade des IX. Armeekorps vor dem Führer Oer Führer übergibt den Truppen die neuen Fahnen. — Oie Armee getobt Treue im Leben und im Sterben. O»e ital»enische Frau. Don Anita Eberlein, Mm. Je mehr reisende Füllfederhalter sich bemühen, im Zuge einer neuen Weltanschauung auch die italienische Frau zu erfassen und nach einem bestimmten System zu schildern, je mehr ste beschrieben wird, um so verschwommener muß das Bild dem nachdenklichen Leser, um so . unwahrer dem wirklichen Kenner Italiens erscheinen. Merkwürdig, aus allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft ruckt man dem Kitsch zu Leibe, murkst ihn unerbittlich ab oder stellt ihn mindestens an den Pranger, in der Reiseliteratur aber darf seine übelste Sorte, der Kitsch der Oberflächlichkeit, Setzkasten und Setzmaschinen beherrschen. Das System ist dabei immer das gleiche.. Je nachdem, ob die faschistische oder soziale, die künstlerische ober häusliche italienische Frau gebraucht wird, die „Dame", die Mutter, die Sportstudentin, das Jungmädel, der Typ wird gesunden und auf- aespieht wie der Schmetterling im Kasten. Man nehme den Eorso in Rom oder den Markusplatz in Venedig, werfe einen Blick in den Salon, je zwei in Haus und Tanzbar, tue einen Schuß Stadion daran und würze das Ganze mit Zeltschrift- extrakt nach Belieben — fertig ist das gewünschte Zwanzig Stichproben an Ort und Stelle, bei Land und Leuten, zu Hause dann in aller Ruhe zu einem gehörig durchgekneteten Brei angeruhrt und im Backofen des Verlegers hübsch — bmden lassen: ein Buch. Mir liegt gerade em solches Prachtexemplar vor, das auch in Italien nach Gebühr gelobt wurde, soweit es eben Italien lobt, von der italienischen Frau aber mit -m-m herrlich einfachen Lächeln aus die Seite geschober- wird. Es schildert diele Frau so wie sie dem Oberslachenreisenden scheinen kaum das heißt in Wirklichkeit ,°. wie sie nicht ist und niemals gewesen ist. Da hat ein Bildberichterstatter einmal einen Schnappschuß bei irgendeiner Turnere, oder gymna- ,tischen Uebung, wie man setzt lieber sagt, ange- bracht, in Reih und Glied steht d,e Blute des weiblichen Fascick da - und schon wimmelt das ganze Land von militärisch gedrillten Faschistinnen wenigstens nach dem beigegebenem Text. Mit dem- lelben Recht konnte ich in Moulin Rouge die m Reih und Glied dastehenden oder tanzenden Tiller- girls knipsen und hinzusügen: die neue Jugend Frankreichs! Warum? Weil die Frau fehlt. Wenn südlich von Florenz ein Mädel radfährt, wird es angeftaunt wie ein Meerwunder, noch weiter „hinunter" würde die Sache als anstößig überhaupt nicht geduldet. In Sizilien gar herrscht noch die Allmacht der Sippe, der Mann heiratet die Ueberwachung sämtlicher Brüder und Onkel mit, ein Mädchen darf niemals allein ausgehen. Der Corso in ganz Italien heißt stets Umberto ober Vittorio Emanuele ober Garibalbi, die Espressomaschinen sind dieselben in Palermo und Bologna und Turin, das Gebäck ist überall das gleiche, die Zeitungen kosten durch die Bank 20 Centesimi (knapp 4 Pfennig) und ähneln sich wie ein Ei dem andern, die Frauen sind sämtlich auf dieselbe Weise geschminkt und gepudert. Nichts ist da anders geworden. Und zu Hause? Die Frau als Mutter. Das war gestern so und wird selbst morgen noch so sein. Als Geliebte, als Gefährtin und Gattin wird die Frau mehr oder minder geschätzt, nur als Mutter hochgeachtet. Das weiß sie und danach richtet sie sich, äm „vornehmen" Hause wie im Stall. Von der Politik, von der Teilnahme an der Herrschaft außerhalb der Familie in jeder Form ausgeschlossen, bezeigt sie nur Sinn für ihre Kinder und die Gelassenheit oder Resignation, mit der sie scheinbar den Mann seine Wege gehn läßt, auch wenn sie sich von der strengeren Auffassung des Nordens entfernen, wird oft mit Stumpfheit, mindestens Gleichgültigkeit verwechselt. Wunderschön als Mädchen, wird sie bald dick und lässig — das ist die Durch- schni^smeinung über die italienische Frau, und um die Wahrheit zu sagen, sie trifft gewöhnlich mehr zu als die geistreichen Entdeckungen, wie sie gegenwärtig beliebt sind. Aber dafür hat dieses Weib, wenn" man es schon so biologisch betrachten will, die Tugenden der unbegrenzten Hingabe an das Vaterland, des kritiklosen, schweigenden Opferwillens, wie man ihn bei der Hingabe der Trauringe während des Sanktionenkrieges so ergreifend erlebte, den Instinkt für einen Familienzusammenhalt, wie er nördlich der Alpen nur selten angetroffen wird. Die Familie ist die stärkste Festung des italienischen Volkes, an ihr hat es einen jederzeit sicheren Rückhalt, es mag kommen, was da will. Kein Bruder würde jemals den Bruder untergehen lassen, Eltern, Geschwister und Verwandte stehen einmütig zusammen, wenn ein Familienmitglied in Not gerät; mit derselben Selbstverständlichkeit unterstützt aber auch der einzelne oft eine ganze Blutsgemeinschaft. Das ist das Verdienst der mütterlichen italienischen Frau. Wie ist die Wirklichkeit? Im Grunde genommen hat sich an dem Bild der italienischen Frau, wie es uns seit Jahrhunderten überliefert ist, herzlich wenig geändert. Die'nächste Generation wird einen Wandel erleben, das ist sicher, wir stehen mit der Umwertung aller Werte erst am Anfang: bei den Kindern. Die sind anders als die von gestern, so weit sie der Faschismus unter die Rute genommen hat, und erfaßte er bisher nur einen Bruchteil der weiblichen Jugend, so sorgt doch die nach faschistischen Grundsätzen arbeitende Schule dafür, daß auch der Rest des neuen Geistes teilhaftig wird. Bei dem nicht mehr schulpflichtigen jungen Mädchen überwiegt bereits das Hergebrachte, die Frau von 25 Jahren ab kann sich überhaupt nicht mehr „umstellen", denn sie zählt längst zum Stamme der Mütter. Noch immer ist es nämlich so und wird vermutlich noch lange so bleiben, daß unter der harten südlichen Sonne alles schnell verblüht und reift, daran kann und will auch der Faschismus nichts ändern. Sowie das junge Mädchen die Schwelle des Schulhauses zum letztenmal überschritten hat, ist es mannbar; den Backfisch, dieses schönste aller Zeitalter, kennt der Süden nicht. Daraus ergibt sich mit naturgemäßer Logik, daß der Typ der Sportstudentin oder Jugendführerin, wie wir ihm allerorten begegnen, in Italien — und ebenso in Spanien, Griechenland, der Türkei usw. — eine Ausnahme bleiben muß. Das Mädchen strebt entsprechend seiner kurzen Blütezeit nach einer frühen Mutterschaft und es hieße sich an der kerngesunden italienischen Natur versündigen, der art- gemäßen Entwicklung eine anders gerichtete Uniformierung anzubefehlen. Mit sicherem Instinkt lehnt die italienische Frau im Einklang mit der Partei alles ab, was ihrem obersten Beruf, der Mutterschaft, schädlich sein könnte. Nichts von Bi- zepsprotzerei und Rekordraserei, keine Gewaltmärsche, keine Todesbataillone! In schroffem Gegensatz zur militarisierten Russin wird die Faschistin nicht mit her Waffe ausgebildet. Die n”ue Italienerin soll dem Manne als Gefährtin zur Seite stehen, gewiß, aber auch in Kriegszeiten nur insoweit, als es sich mit ihrer Aufgabe, den Gral zu hüten, die Zukunft zu sichern, verträgt. Und einzig und allein an diese Aufgabe wird gedacht, wenn nun auch die Leibespflege durch Sport in Mode kommt, oder sagen wir besser: gelehrt und empfohlen wird. In der tagsüber wimmelnden Hauptstadt Nom sieht es um 9 Uhr abends ungefähr so aus wie in Regensburg ober Bamberg, es gibt feine Tanzdielen und Vergnügungsstätten, wie sie den Stolz und Anziehungspunkt so vieler Metropolen bilden. Von der deutschen Frau pflegen sich die Romanen eine recht einfach?, auf „die drei großen K" gestützte Vorstellung zu machen: Küche, Kirche, Kinder. Wie sich das verändert hat, wenn es jemals so gewesen sein sollte, wissen wir; streicht man die Küche, so hat man schon eher die Komponenten der — romanischen Frau beisammen. Die italienische zumal, so gerne sie sich elegant für den Ausgang herrichtet, ist zu Hause von einer für unsere Begriffe unsagbaren Bedürfnislosigkeit und Anspruchslosigkeit — die Erklärung für das Rätsel, daß eine große Beamtenfamilie mit einem winzigen Gehalt auskommen kann. Aber das wäre ein Kapitel für sich- Noch eine Schlußwort zum berühmt-berüchtigten Dolcefarniente. Wer den Italiener für faul hält (schon Goethe ließ sich in Neapel eines Besseren belehren), der hat noch nicht unter Arbeitern und Bauern gelebt, und die Lebensgefährtinnen solcher Leute sind doch auch Frauen, sozusagen. Diese Frauen aber arbeiten in der Regel wie ßafttiere, haben einen Haufen Kinder und murren nicht. Hut ab vor dieser italienischen Frau! Hochschulnachrichten. Der Nobelpreisträger für Physik, Professor Dr. Erwin Schrödinger, der früher in Jena, Stuttgart, Breslau und Zürich, ferner als Nachfolger von Geh. Rat Planck in Berlin lehrte und 1933 einem Ruf als Gastprofessor nach Oxford folgte, hat jetzt eine Berufung an die Universität Graz angenommen und wird dort zu Beginn des Wintersemesters seine Tätigkeit aufnehmen. Der bekannte Germanist Geh. Rat Professor D. Dr. Konrad Burdach ist im 78. Lebensjahre in Berlin g e ft o r b e n. Burdach, der zunächst an her Universität Halle lehrte und 1902 von der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin an die Stelle eines freien Akademikers ohne Lehramt berufen wurde, hat sich durch zahlreiche Arbeiten in der germanistischen Wissenschaft einen geschälten Namen gemacht; wir nennen sein großes Werk „Vom Mittelalter ziir Reformation", ferner feine Arbeiten über den Minnesang, über die Renaissance, über den West-östlichen Diwan, über die Studen'en- spräche und über den „Ackersmann aus Böhmen". Die Dozentur des Dr.-Jng. Dr. med. Wilhelm D i r» fcherl für das Fach der physiologischen Chemie ist von der Universität H e i b e l b e r g in die Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt verlegt worden. 8. Geschlossene Kolonnen nicht durchbrechen, nicht Ueberholungszeichen (Vorwärtswinken mit dem 8 Geschlossene Kolonnen nicht durchbr linken Arm). Erst dann hat der Ueberholende die I zwischen Panzer fahren (§ 32 RStBO.). B. Ereignis noch erhöhte. und der Preis be- Wochen, Monate, Unendliche, bis auf zuckten auf einmal die Achsel. „Morgen vielleicht", hieß es gann zu sinken. Aus dem Morgen wurden Jahre und der Preis fiel ins zehn Pfennig das Pfund. Hierauf kehrte der Führer zu seinem Standort vor der Haupttribüne zurück. Die Truppenteile hatten sich mittlerweile zur Parade formiert. Die neuen Fahnen und die Fahnenkompanie rückten an die Spitze der Paradeaufstellung ab. Dann begann strömt es die Häfen und rächt sich an den Menschen, die ehemals nicht genug davon bekommen konnten. In den sieben Jahren nach dem Kriege war der Preis für das Pfund Gummi auf 4,50 Mark gestiegen. Ein Rausch ohnegleichen setzte ein, gegen den der kalifornische und Alaska-Gold-Boom ein Kinderspiel war. Alles pflanzte Gummi und keine Hand war da, die das wilde Spiel der freien Kräfte lenkte. Die Malaien kauften elegante Luxuslimousinen, alles, was rührige Importfirmen ihnen anboten. Sie behängten ihre Frauen voller Goldmünzen aller Herren Länder, mit Zwanzig- Dollarstücken, weil dies die größten waren, und mit vielkarätigen Brillanten. Hunderttausend Gulden verdiente jener deutsche Träumer, Hunderttausende die Verwalter anderer Plantagen. In Medan gab es mehr Autos als Europäer. Fremde, die in die Stadt kamen, sahen blutjunge Angestellte mit dem Gelde spielen. Sie hatten Tausende an Tantiemen bekommen, für irgendeine Arbeit, von der sie selbst nicht genau wußten, ob sie das wert war. Dor den Menschen, die in den Juwelierläden unter hundert Gulden kaufen, öffnete nicht einmal der malaiische Boy die Tür. Auch in den Urwäldern begriff man den Wert des Geldes. Man brannte und rodete soviel man konnte. Aus Reisfeldern und Kokoshainen wurden Gummiwälder. Einige Jahre ging das so. Aber plötzlich war der Zauber vorbei. Die Aufkäufer hier und in Europa Vom Arbeiismarkt zum Arbeitseinsatz. Von Direktor Or Frey, Arbeitsamt Frankfurt/Main. Der Verfasser wird vielen unserer Leser aus seiner Tätigkeit als Beigeordneter und Bürgermeister in Gießen in den Jahren 1920—1929 hier in Erinnerung sein. RSG. Lange Jahre hindurch ist Wort und Begriff des „Arbeitsmarktes" in aller Munde gewesen. Als die neue Zeit kam und wir unsere Denkgewohnheiten nachzuprüfen hatten, ob sie der Weltanschauung des Nationalsozialismus gegenüber standhielten, da erkannten wir: kein Gedanke ist stärker in liberalistischer Auffassung verwurzelt, als der eines Arbeits Marktes. Markt bedeutet ein Feilhalten. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und bestimmen ihn auch auf dem Arbeitsmarkte, bis das Tarifrecht dem Feilschen Einhalt zu tun versuchte. Was wurde nach dieser Vorstellung feilgehalten? Die menschliche Arbeitskraft! Was dem Menschen Daseinsgrundlage ist, was seinen wesentlichen Lebensinhalt bedeutet, was ihn in Gestalt und Gesichtszügen formt, was seine Zweckbestimmung auf dieser Erde darstellt, das war herabgewürdigt zur Handelsware! Und in diesem Handel stand jeder ür sich und verfocht nach dem Gesetze des Marktes eine persönlichen Ziele, ohne je daran zu denken, )aß das Arbeits- und Wirtschaftsleben vor allem eine Angelegenheit des gesamten Volkes ist. Jeder marktmäßige Handel ist ein Ringen um den Kaufpreis. Der Gegensatz zum Käufer auf diesem Markt, zum Arbeitgeber, der Klassen- Besinnliche Weltreise Von unserem E. M-Sonderberichterstatter Gewähr, daß Fahrer und Fahrzeug auf die Heber- holung vorbereitet sind. 3. Die Verständigung des Fahrers benötigt Zeit, deshalb Signal rechtzeitig, nicht erst kurz hinter dem Fahrzeug geben. 4. Gleiskettenfahrzeuge schwenken bei Wendungen nach der entgegengesetzten Seite hinten aus. Also auch beim Rechtsheranfahren wird das ausschwenkende Heck des Panzers die ursprünglich zur Verfügung gestandene Durchfahrtsbreite zunächst vermindern. Daher beim Ueberholen oder Begegnen nur vorbeifahren, wenn zwischen Fahrzeug und Panzer mindestens ein Meter Zwischenraum bleibt. 5. Bei Ueberholung und Begegnung langsam fahren. 6. Nicht in Kurven überholen, auch wenn sie übersichtlich sind. Die Panzer befahren Kurven nicht in Bogen, sondern in Form eines Vieleckes. An den Wendepunkten wird jedesmal die Fahrbahn durch das Ausschwenken plötzlich verringert. 7. Panzer können Linkskurven nicht hart an der rechten Straßenseite durchfahren. Deshalb Begegnung und Ueberholung besonders in Linkskurven vermeiden. Ist es heute noch Vermessenheit, von planmäßiger Lenkung zu sprechen? Was haben wir der Zeit vor 1933 voraus? Zunächst das eine: Ein starker Wind braust über Deutschland! Ein Sturm geht über das Land, der manches Ueberlebte hinwegfegt. Eine geistige Strömung ist dieser Sturm, wenn es erlaubt ist, Wind und Geist gleichzusetzen, wie es die ältesten Sprachen tun. Die Aehren des Feldes, Gräser, Strauch und Baum, sie alle wendet der Sturm in eine Richtung. Stehen sie auf gegen ihn, im gleichen Augenblick auch beugen sie sich ihm. So lenkt auch jenes geistige Wehen die Herzen der Menschen in eine Richtung, in der das Ziel des völkischen Gemeinwohles steht. Sie sehen das eine Ziel vor Augen und streben ihm zu, die einen mit Ueberzeugung, ja Begeisterung, die anderen zögernd mit Bedenken gegen das oder jenes, aber doch unwiderstehlich mitgezogen in dem einen großen Strom zu dem Ziel, das auch sie sehen und ersehen. Einem Volk von solcher Haltung zur Erreichung dieses Zieles Hilfe zu leisten, das ist wirklich etwas anderes als das, was ehedem Aufgabe auch der öffentlichen Arbeitsnachweise war: Nützliche Dienste zu leisten einer Vielzahl von Leuten, die herumsaßen, jeder in seinem Winkel als Wächter seiner Rechte und „Belange", froh ihrer mehr als 30 Parteien, nachdem sie einst ebenso ihrer mehr als 30 Vaterländer froh gewesen waren. Was wir wollen, ist der Wille des Führers. In ihm sehen wir das Ziel, das unsere Arbeit bestimmt. Diesem gleichen Ziel aber ist, wie wir sahen, die Gesamtheit des Volkes zugewandt. So finden wir für unseren Willen freie Bahn. Schon setzt es sich im Volke durch, daß man das Arbeitsamt benutzt, wenn man Angestellte oder Arbeiter braucht. Damit zeigt man, daß man die Neuanstellungen nicht mehr als Privatsache betrachtet. Es wird sich das auch ohne Gesetzeszwang noch weiter durchsetzen. Damit wird eine weite Wirkensmöglichkeit eröffnet, Wenn^wir der Landflucht steuern, der Land- u n d Hauswirtschaft Kräfte zuführen, den freien Arbeitsplatz bei gleicher Eignung dem Bedürftigsten geben und ihn dem vorenthalten wollen, der schon ein hinreichendes Einkommen hat, wenn wir anstreben, daß das ruhe- bedürftige Alter der nachdrängenden Jugend Platz macht, daß die Jugend aber, die noch nicht in Arbeitsdienst oder Landhilfe war, dem Familienvater Raum gebe, daß die Frau der Familie gehört und, wenn schon zum Erwerb gezwungen, dies in einem Berufe tue, der ihrer weiblichen Art entspricht, und sie nicht in ihrer natürlichen Bestimmung schädigt, kurz wenn wir die arbeitsfähige Bevölkerung auf die vorhandenen Arbeitsplätze richtig aufteilen wollen, so wären wir früher an dem Widerstand der einzelnen gescheitert. Es geht ohne Widerstand auch heute nicht ab. Aber so stark überwiegt die Bereitwilligkeit im Volk, daß der Widerstrebende sich nicht behaupten kann. Der Wind geht über ihn hinweg. Fast alles wird so im Arbeitsleben des deutschen Volkes durch seine geschlossene und einheitliche Haltung erreicht. Geringfügig sind im Vergleich damit die gesetzlichen Stützen, die gestatten, nach einigen Richtungen einen Zwang auszuüben, wie das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes, mit feinen Bestimmungen zugunsten der Landwirtschaft und zur Entlastung überlaufener Hafen- und Weltstädte, oder die Verordnung über die Verteilung von Arbeitskräften, die vor allem die einseitige Bevorzugung billiger jugendlicher Arbeitskräfte zum Schaden der Aelteren und Familienväter und ohne Rücksicht auf die endgültige Aufnahmefähigkeit des Berufes unterbindet. Es ist ein gutes Zeichen für das Fortschreiten des Gemeinsinnes im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung, daß die erwähnten Gesetze und Verordnungen den beabsichtigten Erfolg gehabt haben, ohne daß Strafdrohungen in irgendeinem nennenswerten Umfang hätten verwirklicht werden müssen. Die Arbeitsämter des Dritten Reiches wollen nicht Polizisten, sondern Vermittler sein! enn euch Panzerwagen begegnen Was der Kraftfahrer über die Bewegungsmöglichkett der Kettenfahrzeuge tviffen muß. zürn letzten Pfennig aufgebraucht. Wenige Gulden : verdient er sich nun als Chauffeur bei einem chinesischen Taxibesitzer. Nicht alle ertragen ihr Schicksal so wie dieser Norddeutsche. Unzählige haben die Wälder aus Gummibäumen verflucht, die ihnen die beste Lebenskraft nahmen und Armut hinterließen. Stundenlang sind wir durch die Plantagen der Ostküste Sumatras gefahren und einen Tag lang an der Westküste, wo zwischen dem heißen Sibolga und den Padangschen Bovenlanden kaum etwas anderes wächst als Gummibäume. „Es müssen ja ungezählte Millionen sein", fragte ich resigniert. „Ja, so an die fünfzig Millionen sind es wohl in Tapanoeli, wo Sie durchgekommen sind!" Da verstand ich es, warum die Fabriken und Lager an der Westküste verlassen waren. „Das Land e r ft i cf t ja im Gummi!" „Wo denken Sie hin; das genügt nicht im Entfernte st en um die Welt zu versorgen", wurde ich belehrt. „Ader warum sind dann die Europer verschwunden und warum haben sie den Malaien die ©um- miwälder überlassen. Ueoerall am Wege sieht man doch die langen weißen und braunen Rubberstreifen vor den Hütten hängen und Chinesen sie verladen!" „Das ist es ja eben", meinte mein Gegenüber verzweifelt. „Mit der Bevölkerung können wir eben nicht mit, d. h. mit denen in Tapanoeli schon, aber wissen Sie denn, was der Urwald birgt?" Ich machte ein unwissendes Gesicht und der andere fuhr daher fort: „Wir ahnen es ebenso wenig wie Sie. Erst neulich sagte mir hier ein hoher Verwaltungsbeamter, daß man überhaupt nicht auf hundert Millionen genau wisse, wieviel Gummibäume es in Nieder- ländisch-Jndien gäbe. In Djambi rechnet man bereits mit dreihundertfünfzig Millionen und in Borneo mit einer Milliarde. Tapanoeli und die Östküste haben nur Bruchteile der ganzen Kolonie und was das schlimmste ist, jene anderen Teile gehören alle den Inländern!" Draußen zogen lange Reihen von Ochsenwagen vorbei. Sie alle enthielten die braunen und schmutzigen Gummi. Wie Lava, genau so zähflüssig, über« Sodann sprach der Führer zu seinen Soldaten. Wie er zu ihnen sprach und w a s er ihnen als soldatische Pflicht ans Herz legte, das war nicht nur für die Soldaten, sondern auch für die vielen Tausende von Zuhörern, die durch gute lieber» tragung die Rede in allen Teilen hören konnten, ein bis ins Innerste packendes Erlebnis. Der Führer sprach in echter soldatischer Art das aus, was insbesondere die alten Soldaten, darüber hinaus aber auch alle übrigen Volksgenossen, die im Geiste des Führers leben und wirken, bewegt und ganz erfüllt. Und nach dieser packenden Ansprache folgte der feierliche Vorgang der Verleihung der neuen Truppenfahnen an die Einheiten des IX. Armeekorps. Jede Verleihung der Fahne an die Truppe bekräftigte der Führer mit einem Händedruck mit dem Kommandeur des Truppenteils, ein Salutschuß bei jeder Verleihung gab weithin Kunde von dem feierlichen Geschehen. Ergriffen. war die riesige Menschenmenge Zeuge dieses weihevollen Aktes. für diese Sache zugelegt, sondern wir verhalten uns anders. Es gab schon früher einen Ausdruck, der über den Marktbegriff hinaus eine Tätigkeit, ein Lenken bedeutete: „A r b e i t s m a r k t p o l i t i k". Nahm irgendwo die Arbeitslosenziffer merklich ab, so hörte man wohl einiges von „der geschickten Arbeitsmarktpolitik" örtlicher Größen. Der Kenner wußte, daß auch ohne diese Tatkraft jener ehrenwerten Zeitgenossen die Dinge so gelaufen wären, wie sie denn auch in Nachbarbezirken gleichen Wirtschaftsaufbaus ebenso liefen, auch ohne die aufgeregte Vielgeschäftigkeit irgend eines Herrn Direktors. Denn wo waren damals die geringsten Handhaben, planmäßig auf die Verteilung der Arbeitskräfte einzuwirken? Das eifersüchtig gewahrte Recht individueller Selbstbestimmung des Arbeitgebers wie des Arbeitnehmers stand auch bescheidenem Versuch entgegen. Ueberaus dürftig war, was tatsächlich geschehen konnte. „Arbeitsmarktpolitik" war Großsprecherei! Die Panzerkampfwagen sind für die Verwendung im Gelände gebaut. Aus dieser Eigenart ergibt sich, daß sie auf Straßen grundsätzlich anderen Bewe- gungsbeöingungen unterworfen sind, als Radkraftfahrzeuge. Die Führer von Kraftfahrzeugen können daher beim Zusammentreffen mit Panzern nicht ohne weiteres das von Straßenfahrzeugen her gewöhnte Verhalten voraussetzen und erwarten. Um Schwierigkeiten und Unfälle zu vermeiden, wird deshalb aui folgende Punkte hingewiesen und auf deren Beachtung aufmerksam gemacht: 1. Panzerwagen befahren normalerweise Die Mitte der Fahrbahn. Vorübergehend die rechte Seite befahrende Fahrzeuge werden alsbald wieder der Straßenmitte zustreben. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß rechtsfahrende Panzer ohne zwingende Gründe rechts bleiben. 2. Der Panzerfahrer kann wegen des eigenen Fahrgeräusches fremde Signale nur schwer aufnehmen. Signalgeben zum Bekanntgeben der Ueber- holungsabsicht genügt deshalb nicht. Die Verbindung mit anderen Verkehrsteilnehmern nimmt bet Straßenfahrt der im Turm stehende Panzerschütze auf. Er verständigt den Fahrer und gibt das Erdal | . Schuhcreme *• • noch verhüllt. Dann marschierten die Fahnenträger vor das Podium des Führers. Die neuen Fahnen und Standarten wurden ihrer Hülle entkleidet. Ein prächtiger Anblick bot sich nun den Zuschauern dar. Man bemerkte jetzt auch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch. Dann traf, von lebhaften Rufen der Besucher der Hauottribüne empfangen, der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg ein. Und bald darauf kündete das Heil-Rufen der riesigen Menschenmenge das Nahen des Führers. Immer mehr schwoll der Jubel an, je näher der Führer kam. Es war ein packender, die Herzen bewegender Empfang, den hier die vielen Tausende von Volksgenossen dem Manne bereiteten, dem wir zu unauslöschlichem Dank verpflichtet sind, der unser Retter wurde und der die neue starke Wehrmacht aufbaute, die hier zu einem Teile vor ihm in Parade erschien. Herzlich begrüßte der Führer den Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, uiib den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, ebenso die Kommandeure der Wehrmachts-Gruppe und des IX. Armeekorps. Rubber. VIII. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Padang, Ende August 1936. Nur wenige Kilometer hinter Siantar hinaus liegt unmittelbar am großen Wege nach Padang unter riesigen Bäumen mit armdicken Lianen ein einsames Europäerhaus. Es ist kühl hier oben und von der Terrasse sieht man weit in die Ebene hinaus bis an die Straße von Malakka. Sein Besitzer ist Deutscher, ein langer hagerer Mann mit einem etwas verträumten Gesicht, aber kühlen blauen Augen. Wir plaudern lange über die Heimat und freuen uns, engere Landsleute zu fein. Ganz unerwartet zeigt er auf einmal in die Ebene, wo sich ein dichter Wald bis an die Küste des Indischen Ozeans erstreckt... „Dort habe ich früher gelebt!" „Im Wald?" „Ja, in diesem Wald aus Gummibäumen. Diele Jahre habe ich da gearbeitet, und ich könnte längst wieder zu Hause sein, wenn, ja wenn —!" Vor mehreren Jahren hatte er seinen Dienst quittiert, weil es ihm ungerecht erschien, daß er als Verwalter einer Plantage jährlich über hunderttausend Gulden an Tantieme bekam. Er fand, daß eine so gewaltige Summe auch besondere Arbeit erfordere, und daß in den Rubberplantagen eine solche Arbeit nicht geleistet würde! Ein echter deutscher Träumer! Mit seinem Gelde zog er hier Üach oben und pflanzte Ananas. Zunächst erfolgreich. Heute, nach Jahren erhält er für das Stück nur noch zwei Cent und sein Vermögen ist durch diese Krise bis Man horchte zuerst erstaunt auf und wartete dann. Aber das Leben ging weiter. Geld war schließlich nicht mehr da uno so wanderten die schönen Sachen zunächst ins Pfandhaus, dann außer Landes. Noch lange standen die schönen Autos unter den Hütten Der Malaien. Heute sind auch sie verschwunden. Man fährt bestenfalls Fietz, Fahrrad. Da griff die Regierung em. Man setzte sich an den Verhandlungstisch und erreichte mit den Engländern ein Uebereinfommen, das die Preise durch Einschränkung der Ernte hob. Heute erhält man wieder etwa vierzig Pfennig für das Pfund auf den Plantagen. Im Innern des Landes aber standen die Malaien vor der Frage, woher sie das Geld zum Leben nehmen sollten. Für sie wurde der einzelne Gulden zum Vermögen. Noch einmal ging daher das planlose Zapfen los. Aber diesmal nur, um zu retten, was zu retten war. Wieder mußte die Regierung eingreifen. Sie belegte die Gummiausfuhr der Eingeborenen mit einem hohen Zoll, der nach Bedarf die gesamte Erzeugung drosseln konnte. Im nächsten Jahr soll auch die Zählung der Eingeborenen-Gummiplanta- 9£n. durch geführt sein. Schon heute hat man eine Million Familien festgestellt, die vom Gummi leben müssen. ©ine Million Menschen! Sie könnte die Welt versorgen und ihr Elend ein ernstes politisches Problem werden. Aber die Regierung kennt die Gefahr und wird bQrf """ehmen, daß sie die Lösung finden Schon werden Millionen von Bäumen um gelegt. Es entstehen wieder Reisfelder und Kokoshaine. Die Malaien werden wieder Selbstversorger. Wenn nur das Geld nicht wäre. Und deshalb fürchten hier viele, daß die Plantagen verschwinden müssen, und die Gummilieferanten einmal ausschließlich braun [ein werden, braun wie die zähflüssige Masse, die das Kapital verschlungen hat. Mit einem hörbaren Seufzer schloß vor mir ein Bekannter einen Schrank, in dem Stöße von G u m m i a f t i e n lagen — wertlos. Eine ganz vage Hoffnung hat er noch, obwohl er weiß, daß i inzwischen der Urwald wieder Besitz ergreift von : seiner Plantage, dem geraubten Lande, das er 1 diesmal nie wieder hergeben wird. Der unvergeßliche Tag brachte ein überaus schönes Spätsommerwetter mit lachendem Sonnenschein und angenehmer Temperatur, ein Umstand, Der den Paradebesuchern die Freude an dem großen der Vorbeimarsch. Der Oberbefehlshaber Des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, ritt Dem IX. Armeekorps voraus und führte es dem Führer und Obersten Befehlshaber vor. Hinter ihm folgten der Kommandeur der Wehrmachtsgruppe, dann Der Kommandierende General des 1X. Armeekorps und hierauf die Einheiten des Korps. Voran als erste Gruppe die Infanterie, in Zugkolonnen zusammen- gefaßt zum Regimentsverband, die Seitengewehre aufgepflanzt, anschließend die Fahrzeuge jedes Regiments. Begeisternd war es, diesem Abschnitt des fesselnden Ereignisses zu folgen. Nicht minder erhebend war der Anblick der als zweite Gruppe im Trab in Parade vor dem Führer erscheinenden bespannten Nachrichtenformationen und der Artillerie. In gleicher Weise helle Freude aus osend war Der Anblick der dritten Gruppe, in der alle motorisierten Truppenteile erschienen. Und zum Schluß brauste noch eine Fliegergruppe in 2lufklärungssormatwn über das Paradefeld hinweg. Jubel über Jubel brach bei dem Vorbeimarsch aus. Man sah, daß Der Führer seine Freude an dem Vorbeimarsch Der Truppe hatte, alle Herzen schlugen m heißer Freude den Feldgrauen entgegen, Die hier als ein Teil des großen Werkes des Führers vorbeizogen. * Nach der Parade schwoll ein Orkan von Heil- Rusen immer wieder gewaltig an. Und als dann der Führer in ganz langsamer Fahrt mit fernem Wagen an allen Tribünen entlang fuhr, da fand der Sturm der Begeisterung keine Grenzen mehr. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie überwältigend sich die Liebe und die Begeisterung, zugleich auch der Dank an den Führer bei dieser Gelegenheit wieder offenbarten. Wie er sich Dem ganzen deutschen Volke gewidmet hat, so gehört dieses Volk ihm und steht zu ihm und seinem Werk in unvergänglicher Treue! Das war der erhebende und beglückende Eindruck, den die vielen Tausende von dem Paradefeld mit nach Hause nahmen, noch vertieft durch die große Freude über unsere neue starke Wehrmacht, in der wiederum der Geist des Führers als kostbares Gut der gesamten deutschen Nation sichtbar ist. ampfgedanke, ergab sich daraus ganz von elbst. Es bezeugt eindringlich den materialistischen Geist des späteren 19. Jahrhunderts, Daß Die Arbeiterschaft durch die Lehre eines Karl Marx sich in eine solche Entwürdigung ihres Lebensinhalts hineintreiben ließ. Es konnte wohl auch nur ein Mann der Verkünder einer solchen Lehre sein, der blutsmäßig jenem babylonisch-syrischen Mythos verhaftet war, für den die Arbeit ein Fluch ist, Der Menschheit auferlegt, als sie das Paradies verwirkte. „Verflucht fei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren Dem Leben lang." (Genesis 3,17) Nie hätte aber im germanischen NorDen Diese Lehre einen so fruchtbaren Boden finden können, hätten nicht Kirchenlehrer der Spätantike, dem Völkerchaos des Mittelmeeres entstammend, jenen Mythos dem religiös-sittlichen Kanon der Christenheit vorangestellt. So lernte nun jedes Schulkind, Daß Arbeit eine Strafe war. Wir aber wissen, daß Arbeit ein Segen ist! Ganz ist das Bewußtsein dessen nie verschwunden. Viele der Besten unseres Blutes haben es ausgesprochen. Wir denken etwa an „Wilhelm Meisters Wanderjahre" und an den Ausklang des „Faust". Die letzte Folgerung daraus zu ziehen, ist uns erst heute vergönnt. Wir verhökern nicht unsere Kraft zur Arbeit auf offenem Markte: wir setzen sie ein im Dienste an Führer und Volk! Das ist „Ar b e i t s e i n s a tz". So ist auch die Arbeitsvermittlung zur öffentlichen Angelegenheit geworden und die Betätigung des Erwerbssinnes einzelnen entzogen. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, deren Zweigstellen die Arbeitsämter sind, leitet den Arbeitseinsatz. Nicht mehr stehen ihre Arbeitsvermittler unter den „Fliegen des Marktes" (Nietzsche, Zarathustra), als beflissene Makler, dem Börsenmakler vergleichbar, der den Effektenhandel regelt. Nicht mehr ist es ihre wesentliche Aufgabe, persönliche Wünsche und Forderungen miteinander in Einklang zu bringen. Nein! Gern zwar helfen sie nach wie vor dem Volksgenossen, das zu finden, was er sich wünscht. Aber darüber hinaus ragt beherrschend das große Ziel, das der nationalsozialistische Staat durch den Führer und seine Regierung stellt: die Ordnung des Wirtschaftslebens unter dem Leitstern der neuen Weltanschauung. Ihm muß der einzelne sich fügen ihm seine Wünsche unterordnen. Der einzelne wird geleitet, wie es das große Ziel erfordert. Er wird da eingesetzt, wo es der Gesamtheit nottut, so wie der Heerführer seine Soldaten einsetzt, wo die Gefechtslage es fordert. Denn aus der militärischen Sprache stammt dieses Bild, wie das der „Arbeitsschlacht" und viele andere neu geschaffene Begriffe, die allein schon deutlich erkennen lassen, daß eine kämpferische Bewegung den Staat erobert hat. Arbeitseinsatz ist die Lenkung der im Volke b e r e 11 st e h e n d e n Arbeitskräfte gemäß ;.e.r, s Jö n u n g des einzelnen dahin, wo die völkische Wirtschaft sie braucht. Es ist also nicht so, ; 0 wir das Wort „Arbeitsmarkt" aufgegeben ist aus allen Zeitschriftentiteln ver- 1 L"nDe" Mch kommt fast nur noch mündlich aus alter Gewohnheit vor - sondern weil uns das aebrauchte svrachliche Bild nicht mehr zusagte. Der Begriff selbst ist Vergangenheit geworden, weil wir i anders denken und handeln. „Markt" be- ! deutet em Durcheinanderfluten: man ist versucht i von einem „freien Spiel der Kräfte" zu sprechen' ' „Einsatz" ist bewußtes Lenken vorhandener Strömungen. Wir haben uns nicht einen neuen Namen Obstversteigerung. Dienstag, den 22. L IN., wird von 1 Uhr mittags ab im Anschluß an die Gemeinde-Obstversteigerung in Alten-Buseck das Obst aus den Freiherrlick von Nabenauschen Gärten in der Gemarkung Alten- Buseck öffentlich geaen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft im Krämersgarten. 5828V Londorf, den 17. September 1936. Freiherrlich von Vordeck zur Rabenaufche Rentei. Obstversteigerung. Am Donnerstag, dem 24. d. IN., vormittags von 9 Uhr an, wird das Obst der Gemeinde Kinzenbach versteigert. Zum Verkauf kommt gutes Tafel- und Wirtschaftsobst, auch Honigbirnen. Anfang Waldstraße. Verkaufsbedingungen im Termin. 5833V Kinzenbach, den 18. 9. 36. Der Bürgermeister. Bepler. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtveratlndlkh geschriebenen Wer* kcn und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlageerzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher* Hugo Bermühler Verlag ■ Berlln-Llchterfelde bevölkerun rein di Die Strafanträge im Bauunglücksprozeß führung des Baues selbst nicht befaßt gewesen fei- Auftakt zur Weinwoche in Berlin Die Abordnungen der Patenorte eingetroffen. sie in langen Entwicklungsreihen das Augenlicht verlieren, und umgekehrt spricht man von „Denker- schädeln" in gewissen Gelehrtenfamilien. Jetzt haben englische Juweliere die interessante Beobachtung gemacht, daß die Frauenhände im Laufe weniger Jahrzehnte erschreckend größer geworden sind. Man könne dieses Wachstum der Hände genau an den weiblichen Eheringen feststellen, deren Umfang seit etwa zwei Generationen um einen halben bis einen Zoll zugenommen habe. Aebn- liche Klagen kommen auch aus dem Kreise der Handschuhmacher, die erklären, daß sie arohe Posten unverkäuflicher kleiner Nummern auf Lager haben, die heute einfach nicht mehr verlangt würden. Man glaubt die Ursachen für diese seltsame Erscheinung in der zunehmenden sportlichen Betätigung der Frauen erblicken zu sollen. Autofahren, Tenms- und Golfspiel seien schuld daran, daß die kleinen weiblichen Hände, einst der Stolz der vornehmen Dame, heute aus der Mode kämen. Die Frau der Berlin, 19. Sept. (DNB.) Die zum Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines von der Stadt Berlin als Ehrengäste geladenen Abordnungen der Berliner Patenorte vom Rhein, von der Mosel und von der Pfalz sind festlich bewillkommnet worden. Die Abordnungen aus Zeltingen und Mehringen an der Mosel kamen auf dem Potsdamer Bahnhof an. Der Zug hatte unter den Marschklängen der BVG.-Kapelle kaum gehalten, da winkten und jubelten schon die Winzer und Winzerinnen in ihrer bunten Tracht aus den Fenstern der mit Weinlaub geschmückten Abteile und im Nu kam eine Stimmung auf, die für die kommenden Festtage das Beste erwarten läßt. Natürlich sangen unsere Patenkinder zunächst einmal ihr schönes Mosellied. Mit Jubel wurde die Feststellung ausgenommen, daß Berlin 500 000 Liter Patenwein von der Mosel angenommen hat. Zu gleicher Stunde, als die Ehrengäste aus den Patenorten in Berlin eintrafen, empfing die G a u - leitung des Westmarkgaues Koblenz- Trier-Birkenfeld die Schriftleiter im Haus der Deutschen Presse. Gauleiter Simon wies auf es doch übers Herz bringen, ein armes, unschuldiges Tier, das sich von Gras und Kräutern nährt, zu Tode zu jagen? Lassen Sie mich lieber totschießen, so bin ich kurz und gut davon. Noch einmal, es kann sein, daß Ew. Durchlaucht ein Vergnügen an dem Parforcejagen haben; wenn Sie aber wüßten, wie mir noch das Herz schlägt, Sie täten es gewiß nicht wieder, der ich die Ehre habe zu sein mit Gut und Blut bis in den Tod usw." Wir glauben ganz im Sinne dieses „parforcegejag- ten Hirschen" zu sprechen, wenn wir den Reichs- jägermeister bitten, sich den Notschrei der gehetzten Kreatur und aller ihrer Brüder als Dank für seinen Erlaß über den Schreibtisch zu hängen. Berlin. 18. Sept (DNB.) 3m Berliner Bauunglücksprozeß vor der 11. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts stellte die Staatsanwaltschaft die Strafanträge. Sie lauten wegen fahrlässiger Tötung unter Außerachtlassung einer Berufspslicht gegen den Reichsbahnrat Wilhelm Weyher und den Dlref- for der Berlinischen Baugesellschaft, Diplomingenieur Hugo Hoffmann, auf je 5 Jahre Gefängnis, gegen den Bauleiter Diplomingenieur Friß Roth auf drei 3ahre Gefängnis, gegen Reichsbahnbaurat Wilhelm Schmitt auf ein 3ahr sechs Monate Gefängnis und den Streckendezernenten Reichsbahnoberrat Kurt Kellberg, auf ein 3ahr Gefängnis. Ferner wurde beantragt, den Angeklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen und die erlittene Untersuchungshaft in vollem Umfang anzurechnen. * Der erste der beiden Anklagevertreter erklärte, der Sachverständige Professor Leichtweiß habe gemeint, daß der Untergrund die Schuld trage. Der Zeuge Geheimrat Schaber, erster Brückenbauer der Reichsbahn, habe dem Führer, als dieser auf der Unglückstelle erschien, geantwortet, er glaube, die Hauptursache sei ein zu tiefer Ausschacht, es würden wohl auch noch einige Baumängel dazukommen. Die Staatsanwaltschaft stehe auf dem Standpunkt, daß sich das Ergebnis dieser Untersuchung mit den Erklärungen Schapers vollkommen decke. Die Angeklagten hätten nicht dazu beigetragen, die Frage der höheren Gewalt zu klären, obgleich sie dazu in der Lage gewesen wären. Sie hätten gewußt, daß hier die Aushub- tiefe eine entscheidende Rolle spiele. Dennoch hätten sie zum Teil unwahre Angaben über die Tiefe gemacht, bis zu der die Sohle vorgetrieben worden sei. Die Annahme höherer Gewalt als Ursache für den Einsturz müsse daher ausscheiden. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist Weyher in vier Punkten seiner Darstellung durch Zeugenaussagen einwandfrei widerlegt worden und in dem strittigen fünften Punkt steht ihm die Aussage N o t h s gegenüber. Bei genauer Würdigung der charakterlichen Eigenschaften Weyhers und seines Verhaltens vor Gericht ist die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis gekommen,^daß er als unglaubwürdig angesprochen werden muß. Der Staatsanwalt stellte ferner fest, daß der Angeklagte H o f f m a n n als leitender Direktor für technische Angelegenheiten mit die Verantwortung trage. — Kellberg hatte die Aufgabe, die Verbindung zwischen dem statischen Dezernat der Reichsbahn und dem Neubauamt herzustellen. Ministerpräsident Göring hat in seiner Eigenschaft als Reichsjägermeister bekanntlich die Parforcejagden verboten, in der Hauptsache, wie ein Artikel der „Deutschen Justiz" ausführt, aus praktischen Erwägungen, weil nämlich die Grundbesitzverhältnisse in Deutschland so beschaffen sind, daß die echte Parforce- jagd sowieso seit langem schon zum Aussterben verurteilt war. Man darf sich aber auch aus Gründen des Tierschutzes der neuen Verordnung nur freuen. Denn die „Romantik Die- fer Jaqdart war im Grunde eine schauderhafte Tierquälerei. Das hat schon der Dichter Matthias Claudius erkannt, als er das „Schreiben eines parforcegejagten Hirschen an den Fürsten, Der ihn parforcegejagt hatte" richtete. Wir können es uns nicht versagen, es hier im vollen Wortlaut wiederzugeben: „Durchlauchtigster Fürst, Gnädigster Fürst und Herr! Ich habe heute die Gnade gehabt von Ew. Hochfürstlichen Durchlaucht parforcegejagt zu werden, bitte aber untertänigst, daß Sie gnadigst geruhen, mich künftig damit zu verschonen. Ew. Hochfürstliche Durchlaucht sollten nur einmal parforcegejagt werden, so würden Sie meine -oute nicht unbillig finden. Ich liege hier und mag meinen Kopf nicht aufheben, und das Blut lauft nur aus Maul und Nüstern. Wie können Ew. Durchlaucht Wiederholung der Führerrede vor der Deutschen Arbeitsfront über alle deutschen Sender. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Am 28. September 1936, um 16.30 Uhr, findet über alle deutschen Sender eine Uebertragung der großen Rede des Führers, die er auf der 4. Jahres- tagung der Deutschen Arbeitsfront in Nürnberg anläßlich des Reichsparteitages hielt, statt. Der Rede des Führers find Worte des Reicksleiters der Deutschen Arbeitsfront, Parteigenossen Dr. Ley, vorausgestellt. Der Empfang der für die gesamte wirtschaftliche- Entwicklung Deutschlands grundlegenden Rede des Führers und der Worte Dr. Leys wird als Gemeinschaftsempfang i n allen deutschen Betrieben, in Versammlungsräumen und auf freien Plätzen stattfinden. Durch diese umfassende Gestaltung des Empfanges der Sendung soll allen deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben werden, die wichtige Rede des Führers zu hören. Der zweite Anklagevertreter ging zunächst auf die Tatsache ein, daß 19 Volksgenossen durch die Schuld der Angeklagten ihr Leben hätten lassen müssen. Außer diesen 19 Toten seien noch eine große Anzahl von Volksgenossen durch die Schuld der Angeklagten schwer betroffen und gefährdet worden. Durch das fahrlässige Verhalten der Angeklagten sei auch der Ruf der deutschen Qualitätsarbeit gefährdet worden. Das Schutzbedürf- nis der Volksgesamtheit erfordere auch aus diesem Grunde harte Strafen. Ein weiteres komme hinzu: der Bau der Nord-Süd-8-Bahn in Berlin sei ein Teil des großen Arbeitsbeschaffungsprogramms, mit dem die Reichsregierung bemüht sei, der Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Diele Volksgenossen seien im Vertrauen darauf an die Arbeit gegangen, daß deutsche Ingenieure für ihre Sicherheit sorgen würden. Es wäre bedenklich für das große Werk, wenn denjenigen keine harte Strafe treffen würde, der an leitender Stelle nicht genügend für die notwendige Sicherheit sorge. Für den Singe- klagten Noth sei strafmildernd zu berücksichtigen, daß er stark überlastet war, und für den ums Leben gekommenen Sckachtmeister Dümcke mann« haft eingetreten sei. Auch die Strafe für den Angeklagten Schmitt sei niedriger zu bemessen, weil er nicht zu den leitenden Persönlichkeiten gehört habe. Der Angeklagte Kellberg rönne deshalb nicht so hoch bestraft werden, weil er mit der Aus- G.A.-Sp»r<. 5tob6allfpiele um den .Waldeslust- pokal" in Wieseck. Im Einverständnis mit dem Stifter des „Waldes- luft-Pokals" werden am morgigen Sonntag die fälligen Radballspiele diesjährig im Dereinslokal des Radfahreroereins Wieseck „Zur Germania", Gießener Straße, ausaetragen. Um diesen Wertpreis, der jetzt zum drittenmal ausgespielt wird, werden wiederum die besten Radball-Mannschaften des Bezirks kämpfen. Im vergangenen Jahr fiel der Pokal der ersten Mannschaft des RV. 1885, welche Sieger der Pokalspiele blieb, zu. Die Meldungen zu dieser Veranstaltung sind noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grunde läßt sich auch noch nicht voraussagen, welcher spielstarken Mannschaft das Glück des Sieges zugesprochen werden kann. Neben den Radballspielen, die bei günstiger Witterung im Freien ausgetragen werden, werden noch Reigen der Jugend-Abteilung vom Radfahrerverein 1900 Wieseck zur Aufführung kommen. Die Begegnungen der Gauliga. Die Hessen setzen ihre Meisterschaft mit vier ©pie- len fort. Der Meister 1. FC. Hanau 1893 ist Gast bei Kurhessen Marburg und wird sich hier stark strecken müssen, wenn er den Kampf mit einem Siege abschließen will. Borussia Fulda scheint eine Formkrise — bringt durch die zahlreichen Spieler- abgänge — durchzumacken. Mann kann der Mannschaft nach der Heimnieoerlage gegen den Spielverein Kassel auch beim Spiel an Bad Hersfeld gegen die dortige Hessen-Elf nicht viel Aussichten geben. Der Spielverein Kassel sollte zuhause den VfB. Friedberg niederhalten können und im Spiel der Neulinge dürfte Kewa Wachenbucken gegen die Spvgg. Niederzwehren die Oberhand behalten. Oie Spiele der Bezirksklaffe der Gruppe Gießen—Dill. Dillenburg — VfV.-Reichsbahn Gießen. SV. 05 Wehlar — Lollar. Vissenberg — Frohnhausen. In Dillenburg wird es zu einem schweren Kampf, dessen Ausgang noch offen ist, kommen. Die Wetzlarer dürften Gelegenheit nehmen, auf ihrem eigenen Gelände, das bei den Pokalspielen erreichte Unentschieden einer Korrektur zu unterziehen. Da die Frohnhäuser am vergangenen Sonntag einen hohen Sieg über Burg erringen konnten, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß sie von Bissenberg mindestens einen Punkt mit nach Hause nehmen. VfB.-Heichsbahn Gießen. Slarl zu den Verbandsspielen in Dillenburg. Die Ligamannschaft greift am Sonntag zum ersten Male in die Derbandsspiele 1936/37 ein. In ihrem ersten Kampfe stehen sie einem Geaner gegenüber, der ihnen schon immer schwere Kämpfe geliefert hat. Wenn auch die Gießener in Dillenburg schon immer das Glück auf der Seite hatten, so ist es grabe in diesem Jahre für die VfB er sehr schwer, in Dillenburg zu gewinnen. Die Gießener fahren in folgender abermals veränderter Aufstellung: Balser; Leutheuser, Fehling; Mund, Knauß, Michel; Bischoff, L. Schmidt, Heß, Fenster, Szpo- : nick. In der Verteidigung sollte Fehling nicht ent» '■ täuschen. Der Sturm in dieser Aufstellung ist die i stärkste Angriffsreihe, die der VfB. zur Zeit stellen ' kann. VsV.-R. II — Dillenburg II. Die Spielstärke der Dillenburger 2. Mannschaft ist hier fast kaum bekannt. Es ist zu erwarten, daß ; die Hiesigen auch in Dillenburg sehr schwer zst [ kämpfen haben werden. t Jugendfußball. VfV. R. 1. Jugend — Grohen-Llnden 1. Jugend. Da die Großen-Lindener am vergangenen Sonn- die Bedeutung dieser großen Hilfsaktion der Wein- patenschaft für die deutschen Winzer hin. Bei der Weinpatenschaft handele es sich um eine Selbsthilfe. Staatliche Winzerhilfen habe es bereits in den frühesten Zeiten gegeben, bereits im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, als ein römischer Kaiser anordnete, daß an der Mosel die Weinstöcke ausgerissen werden sollten, damit der römische Weinbauer eine Konkurrenz los würde. In launigen Worten schilderte der Gauleiter die Geschichte des Weinbaues durch die Jahrhunderte hindurch. Gauleiter Simon führte weiter aus, daß fast die Gesamtheit der deutschen Winzer eine Grenz- ’ lferung bilde. An den Grenzen sei ein völkischer Wall vorhanden, der jederzeit treu zum Reich und zum Führer stehe. Erst der Nationalsozialismus habe den Wein zum Dolksgetränk gemacht. Dem Nationalsozialismus sei eine wesentliche Förderung des Weinverbrauchs zu verdanken. Gauleiter Simon gab der Erwartung Ausdruck, daß die Weinwoche zu einer weiteren Entlastung des Winzerstandes führen werde. tag gegen die 1. Jugend des Lokalgegners ein großes Spiel lieferten und einen Punkt mit nach Hause nahmen, yaben die Hiesigen einen Gegner, der durch seine Schnelligkeit und Stetigkeit an sie die höchsten Anforderungen stellen wird. VfB.-R. 2. Jugend — Mendorf 1. Jugend. Wenn auch dieses Spiel auf dem Platze des Gegners stattfindet, so gehen die Gießener nicht ohne Siegesaussichten in diesen Kampf. VfB.-R. 1. Jugend — Wieseck 1. Jugend. Die 3. Jugend spielt auf eigenem Platze gegen die 1. Jugend von Wieseck. Die Spiele nach der Sperre haben bewiesen, daß die 3. Jugend zur Zeit noch ihre alte Spielstärke hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gießener eine Niederlage erleiden. VfB.-R. 4. Jugend — Staufenberg 1. Jugend. Die Spielstärke der Staufenberger ist nicht bekannt. Man wird daher ihnen auf eigenem Platze eine größere Gewinnchance einräumen als den DfB.ern. VfB.-R. 1. Schüler — Lollar 1. Schüler. Nach den bisher gezeigten Leistungen könnte man den Gießenern einen Sieg zutrauen. Ein Sieg der Lollarer wäre aber auch keine Uederraschung. Es ist eine bekannte naturwissenschaftliche Tatsache, daß die Organe bei Mensch und Tier an Größe und Tauglichkeit zunehmen bzw. verkümmern, je nachdem sie mehr oder weniger gebraucht werden. Von Tieren, die in Amerika auf das Leben Dame, yeme aus oer wcuue lumen. pv in dunklen Höhlen angewiesen sind, weiß man, daß | Zukunft wird also die „von Format fern. Randglossen ' zur kleinen Zeitgeschichte! Äon Ernst von Webelschüh. - Marlene Dietrich, Deutschlands ungekrönte I Königin, die schon seit langem in ihrer amerika- < Nischen Filialresidenz Hollywood Hof halt, scheint ' nicht gesonnen zu sein, in das angeblich undank- i bare Vaterland zurückzukehren. Jedenfalls hat sie j urbi et orbi erklärt, solange in Amerika bleiben : zu wollen, bis man in Deutschland aufhöre, sie „schlecht zu behandeln". Weiß der Himmel, wie wir diesen Bannfluch ertragen sollen! Denn was Marlene unter „schlechter Behandlung" versteht, scheint doch wohl tiefere Gründe zu haben und wird sich durch bloße Reue und Buhe unsererseits nickt einfach aus der Welt schaffen lassen. Tatsache ist, daß die amerikanischen Monstrefilme, die der berühmten Dioa auf den Leib geschrieben wurden, im deutschen Publikum nicht das erhoffte Echo gefunden haben und weit schneller aus dem Spielprogramm verschwanden, als der Name des gefeierten Stars erwarten ließ. Aber indem wir das Wort „S t a r" niederschreiben, haben wir vielleicht auch schon den eigentlichen Grund für die nachlassende Anziehungskraft der Dietrich. Die Periode des Starsilms ist offenbar abgelaufen, und diese gesunde Entwicklung zum Film als Gesamtkunstwerk macht es begreiflich, daß man einer Schauspielerin, der die Selbstverherrlichung zur zweiten Natur geworden ist und die sich nur wohl fühlt, wenn sie im unbestrittenen Mittelpunkt eines riesigen Ausstattungsspektakels steht, nicht mehr so ganz zu folgen vermag, wie ihr großes und auch bei uns stets anerkanntes Talent es unter anderen Umständen verdienen würde. Man braucht ja nur an die „Große Zarin" zu denken, um zu wissen, was hier gemeint ist. Es liegt also durchaus in der Hand der Frau Dietrich selber, sich die Gunst, die ihr durch eigenes Verschulden verloren zu gehen droht, im Sturm zurückzuerobern. Mit ihrer unangebrachten Klage über das deutsche Publikum gleicht sie jener oft zitierten Marketenderin, die hinter der entfliehenden Zeit herläuft und über die zerbrochenen Töpfe jammert. * In Wien hat sich ein Fall zugetragen, der wert ist, von unvernünftigen Eltern in das Stammbuch schlechter Erfahrungen eingetragen zu werden. Man stelle sich vor: ein Junge steckt sein väterliches Haus in Brand, nur um eine alte Stradivarigeige zu vernichten, die für ihn zu einem Folterinstrument^ ge- geworden war, weil fein Vater es sich hartnäckig in den Kops gesetzt hatte, pus dem gänzlich unmusikalischen Knaben einen Violinvirtuosen zu machen. Im allgemeinen und normalerweise ist es doch so, daß erst das Talent und der Wunsch es zu gebrauchen da sein muß und dann die Geige angeschafft wird. Hier war es umgekehrt: die Violine, ein altes kostbares Familienerbstück, war das Primäre, dem das einzige Kind, so ungeeignet es sich auch für die ihm zugedachte Rolle eines zweiten Paganini erwies, zum Opfer gebracht werden sollte. So wurde das vielleicht zu jedem anderen Beruf hochbegabte Kind zu einem rasenden Ajax, der in blinder Wut alles um sich herum vernichtet, bloß um seinen Komplex loszuwerden. Wer also ist hier der Brandstifter, der Sohn oder der Vater? Wir mochten glauben, der Vater, der aber in Wirklichkeit so wenig Einsicht besaß, daß er vor Gericht sogar den Antrag stellte, den entarteten Sohn auf seinen Gesundheitszustand zu untersuchen und dann in ein Irrenhaus sperren zu lassen — in dasselbe Irrenhaus, in das von Rechts wegen er selber hineingehörte! Wenn irgendwo, so ist hier die Vernunft, die man doch beim Erzieher zu suchen pflegt, zum unwiderleglichen Unsinn geworden. Es ist aber einer jener pädagogisch interessanten Fälle, wo sich die Mahnung Paul de Lagardes, man könne Kinder nicht erziehen, so lange die Eltern nicht erzogen sind, mit furchtbarer Deutlichkeit bewahrheitet. * MmsleUlM der Stadt Wen. Dienstag, den 22. September 1936, soll die diesjährige Obsternte öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar vormittags 8.30 Uhr beginnend von den Bäumen an den Kläranlagen, am Leih- aefterner Weg und hinter dem Neuen Friedhof. Zusammenkunft: 8.30 Uhr an der Klaranlage; 10 Uhr am Leihgesterner Weg (©ummifabrif), anschließend am Neuen Friedhof, vor dem Hauptein- gang. oööoL Gießen, den 17. September 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: S u d h e i m e r, Beigeordneter. Das klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kenner in neuem Gewände und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr. W. Mlgula Die eßbaren und giftigen Pilze Verfasser, jedem Pflanzen-und P'>z^eund als der behütende Fachgelehrte bekannt, beschreibt in kichtverständlicherWeis^ehraL 200 verschiedene Pilzarten Durch den jeder größere,n und wicht gen Familie beigefügten Bestimmungsschlüsscl und die sorgfa tjgc Ausstattung mit naturgetreuen Abbildungen in OriginalgroBe bietei das Werk nicht nur jedem Pilzfreund, 8<™dc™ iuch dcm W ”en- achaftler vom Fach ein unentbehrliches "«ndbuch der Pilzkunde Neuer Preis In schöner Ganzleinenausstattung RM. 12,- Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde So urteilen erfahrene Frauen über die vielseitige Brauchbarkeit be8 wirklich guten Hausmittel» „ÄloftetfraiK Melissengeist"'. Die bekannte ehemalige Reichstagsabgeordnete und Gattin des früheren Bize-Präsidenten des Reichstags, Frau Katharina d. Kardorfs, Berlin W 10, Matthäikirchstr. 32, schreibt am 9. 5. 32 wie folgt: Kops durch die Einreibung befreit wird. Alle meine Angestellten bekommen bei Krankheiten jeglicher Art in irgendeiner Form Klosterfrau-Melissengeist.' Auch die nicht weniger bekannte Turnier-Reiterin und vielfache deutsche Mei- „Jm Hause meiner Großeltern und meiner Mutter, bei mir und bei meinen sämtlichen Geschwistern ist Klosterfrau-Melistengeist immer vorhanden gewesen. Sowohl zum Einnehmen bei Müdigkeit, Überreizungen, nervösen Zuständen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit als auch zum Ginreiben bei rheumatischen Leiden hat meine Familie den Klosterfrau-Melissengeist seit Jahrzehnten benutzt. Auch Umschläge, besonders bei Gallen- und Leber-Koliken, hatten eine vorzügliche Wirkung. Mein Mann nimmt bei jeylicker Magenverstimmung Klosterfrau. Melissengeist, mit warmem Wasser vermischt, mit Erfolg. Bei Kopfschmerzen ist es gut, Einreibungen des Nackens mit Melissengeist zu machen, weil gerade Klosterfrau-Melissengeist Wärme erzeugt und damit die Empfindung, daß der sterin, Frau Irmgard von Opel, Schloß Westerhaus, berichtet am 12. 4 32: K „Ich bestätige gern, daß Klosterfrau-Melistengeist mir etn unentbehrlicher Hausfreund geworden ist, der stch immer in meiner Hausapotheke befindet. Sie können über Melissengeist schreiben, waS Sie wollen. Ich bin mit allem einverstanden. Man kann wirklich in jeder Beziehung damit zufrieden fein/ Ferner urteilt Frau Leander Huschauer, Inhaberin mehrerer Firmen, Köln Oberländer Ufer 94, unter dem 19.2.88: „Seit einigen Monaten nehme ich Melissengeist ein und verwende ihn auch zum Einreiben für wein schwere» Nervenleiden. Der Heilerfolg veranlaßt mich, Ihnen meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. Ich habe viele Mitte! angewandt, ober keines hat mir so gut geholfen wie gerade Klosterfrau-Melistengeist, bet eine stanz her- vorragende Wirkung hat. Ich kann daher jedem den Gebrauch von Klosterfrau-Melistengeist besten» empseblen. der überhaupt mit Nervenkrankheiten etwaS zu tun hat. Anbei eine Aufnahme von mir nodj dem Gebrauch ^°Auch^Sie°solltm de^halb°d^s^'über 100 Jahren bewährten Klosterfrau-Melistengeist al» erst«Hilfe und vielseitig anwendbares Hausmittel immer vorrätig holten. Verlangen Sie bitte bei Ihrem Avotheset oder Drogisten noch heute die blaue Original-Packung mit den drei Nonnen zu Mk. 2,96, Mr. 1.76 und 96 Vfv.-R. 1. Schüler — ANen-Buseck 2. Schüler. Die Alten-Busecker haben eine neue Schülermannschaft zusammengestellt. DfB.-R. 3. Schüler — Tv. 1846 2. Schüler. Beide Mannschaften sollten sich einen schönen Kampf liefern können. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Am nächsten Sonntag greifen drei Mannschaften der Spielvereinigung Leihgestern in die Meisterschaftskämpfe ein. Die 1. Mannschaft empfängt die gleiche des SV. Garbenteich und wird sich wohl anstrengen müssen, um die tapferen Garbenteicher niederzuringen. Wir erwarten einen spannenden Kampf, bei dem vielleicht die Einheimischen als Sieger hervorgehen. Die 2. Mannschaft gastiert schon am Sonntagvormittag in Großen-Linden, um ihr Punktspiel auszutragen. Hier werden wohl die Neulinge um eine Niederlage kaum herumkommen. Die Jugendmannschaft empfängt die gleiche der Spvg. 1900 Gießen. Hier dürfte man die Gäste als Sieger voraussagen, da die Leihgesterner Elf sehr ersatzgeschwächt antritt. Handball im Sporlkreis Gießen. Ausblick auf die kommenden Rundenfpiele! Die Spiele der Gauklasse sind mehr denn je in diesem Jahre ein undurchsichtige Angelegenheit. Die bisher durchgeführten Freundschaftsspiele haben noch nicht den gewünschten Aufschluß gebracht. Trotz alledem wird man -pid)t fehlgehen, wenn man die beiden Kasseler Spitzenoereine Kurhessen und CT. als Favoriten anspricht. Ob es dem „Neuling" Wetzlar gelingen wird, in die Geschehnisse unmittelbar einzugreifen, erscheint fraglich. Aehnlich, aber doch schon etwas besser läßt sich die heimische Staffel der B e z i r k s k l a s s e übersehen. Hier wird es einen heißen Kampf zwischen To. Lützellinden, dem vorjährigen Zweiten, und dem Mtv. Gießen, der seine Mannschaft durch Einstellen neuer Kräfte verstärken konnte, geben. Nicht vergessen darf aber auch der Tv. Münchholzhausen werden, der, wie die letzten Spiele gezeigt haben, unbedingt im Kommen ist. Interessant wird es sein, wie sich der Neuling Niedergirmes halten wird. Darüber, daß der Tv. Heuchelheim seinen Mann stellen wird, besteht kein Zweifel. Die 1. Kreisklasse, die mit neun Mannschaften recht gut besetzt ist, bürgt für guten Sport. Die Resultate gegen Mannschaften höherer Klassen haben dies mehr als deutlich in Erscheinung treten lassen. Man kann wohl ohne Uebertreibung sagen, daß der größte Teil der Mannschaften bezirksklassereif ist. Da ist Hörnsheim, das im vergangenen Jahre nur durch Pech um den verdienten Aufstieg gekommen ist. Aber auch Holzheim und Groß- Rechtenbach sind Mannschaften, die ein gewichtiges Wort mitsprechen werden. Daneben sind Atzbach, Dorlar und Garbenheim zu nennen, die über ansprechendes Können verfügen. Wie sich in dieser Gesellschaft die Neulinge Dutenhofen, Grüningen und Alsfeld halten werden, muß man abwarten. Die 2. Kreisklasse ist in diesem Jahre nicht so gut besetzt. Trotz alledem wäre es verfehlt, auch nur eine ungefähre Voraussage zu treffen. Die Mannschaften sind sich alle in bezug auf die Spielstärke ziemlich gleich. Es fragt sich nur, inwieweit es der einen oder anderen möglich war, ihr Spielermaterial aufzufrischen. Die Jugend ist, wie schon erwähnt wurde, in diesem Jahre außerordentlich gut besetzt und zwar nicht nur rein zahlenmäßig, sondern auch in spielerischer Hinsicht. Gerade hier trifft man immer wieder Könner, die über den Durchschnitt weit hinausragen und die als Mannschaft ein Ganzes darstellen. Der beste Beweis dafür war das erstmalig durchgeführte Jugendturnier in Lang-Göns. An den dort gezeigten Leistungen und an der sportlichen Anständigkeit konnte sichmanche aktive Mannschaft etwas abgucken. Eine Mannschaft aus der großen Zahl herauszugreifen, wäre verfehlt. Sie alle sind fast ohne Ausnahme Könner. Während in anderen Gauen die neuen Meisterschaftsspiele zum Teil schon seit einigen Wochen laufen, fängt der Gau 12 nunmehr endgültig erst am morgigen Sonntag an. Was nun die Spielstärke der einzelnen Klassen anbetrifft, so kann im voraus schlecht eine Voraussage getroffen werden. Das trifft besonders für die Bezirksklasse zu. Hier wird sich, nachdem die Spvgg. 1900 Gießen eingereiht worden ist, ein vollkommen verändertes Bild ergeben. Es treten nun zum ersten Gang an: Bezirksklasse: Mtv. Gießen — Tuspo. Niedergirmes. To. Lützellinden — Spvg. 1900 Gießen. Die erste Mannschaft hat in Gießen auf dem Mtv.-Sportplatz die Mannschaft von Wetzlar-Niedergirmes zu Gast. Niedergirmes hat früher in der Bezirksklasse immer eine führende Rolle gespielt, zumal auf ihrem eigenen Platz gelang es damals kaum einer auswärtigen Mannschaft zu gewinnen. Jetzt spielen die Wetzlarer Vorstädter seit längerer Zeit zum erstenmal wieder in dieser Klasse, nachdem sie im vergangenen Jahr aus der Kreisklasse aufgestiegen sind. Das zeugt davon, daß die Mannschaft wieder auf der Höhe ist. Die Mtv.er müssen noch auf zwei ihrer besten Leute verzichten, nämlich Holzkamp und Brenner. Allerdings gehören die zwei Ersatzspieler auch zur ersten Mannschaft. Gespannt ist man fernerhin auf Hüfner, den ehemaligen Mittelstürmer des DT.-Altmeisters Tv. Friesenheim, der dem- Gießener Sportpublikum durch seine Spiele in der Universitätsmannschaft kein Unbekannter mehr sein dürfte. Die Mannschaft steht wie folgt: Scheuermann-, Winter, Zehner; Lübke, Volz, Krausch; Schmidt, Weigand, Hüfner, Seipp, Barth E. Wenn auch Niedergirmes wieder erstarkt ist und die Mtv.er nicht in bester Besetzung antreten können, so rechnet man doch mit einem Gießener Sieg. Offen ist die Begegnung in Lützellinden. 1900 muß Ersatz stellen, während, wie verlautet, die Gastgeber komplett antreten. Trotz alledem dürften die Gäste im Vorteil sein, wenn sich Lützellinden nicht zu einer besseren Gesamtleistung aufrafft. 1. Kreisklasse: Tv. Holzheim — Tv. Herborn. Tv. Atzbach — Tv. Dorlar. Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Grüningen. An Stelle von Alsfeld ist Herborn in die 1. Kreisklasse eingereiht worden. Wie sich die Mannschaft gegen die starken Gegner halten wird, muß abgewartet werden. — Das Lokaltreffen in Atzbach sollten, wenn nichts dazwischen kommt, die Platzbesitzer gewinnen. — Auch Dutenhofen, das in seinem ersten Spiel Garbenheim zu Gast hat, wird sicherer Sieger werden. — Die Grüninger Mannschaft ist bis jetzt noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Sie wird es deshalb auch schwer haben, in Groß-Rechtenbach die Oberhand zu behalten. II. Kreisklasse: Tv. Lang-Göns — Tv. Wetzlar II. Tv. Lich — Mtv. Gießen II. Tv. Beuern — Tv. Londorf. Tv. Romrod — Tv. Wißmar. Nachdem die Reservemannschaft der Spvg. 1900 nicht antreten kann, weist die Staffel 1 nur zwei Spiele auf. Wetzlar wird in Lang-Göns verstärkt antreten und den Platzbesitzern ihren erhofften Sieg sicher schwer machen. — Lich wird gegen die gut aufgelegten Gießener Mtv.er einen schweren Stand haben und sollte deshalb auch kaum gewinnen können. — Die beiden anderen Treffen sollten mit jeweiligen Siegen der Platzmannschaften enden. Jugendklasse. Tv. 1846 Gießen — To. Dutenhofen. Spvg. 1900 Gießen — Mtv. Gießen I. Tv. Krofdorf — Mtv. Gießen II. Tv. Holzheim — Tv. Garbenteich. Tv. Lich — Tv. Grüningen. Tv. Lützellinden — Tv. Cleeberg. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Hochelheim. Tv. Ebersgöns — Tv. Oberkleen. Echutzrciume ZU bauen ist nationale Pflicht. Bedient euch des Rates der Bauberatungsstellen des Reichs- tuftfchuhbundes. ■■Ihlllllllll i. 'IM —MBM—MBH Tv. Atzbach — Tv. Wetzlar. Tv. Burgsolms — Tv. Wetzlar-Niedergirmes. Tv. Beuern — Tv. Londorf. Tv. Romrod — Tv. Allendorf a. d. Lumda. Die 1846er haben Gelegenheit, erneut ihre derzeitig gute Form unter Beweis zu stellen. — Zu einem spannenden Kampf wird es auch in dem zweiten Spiel kommen. Eine Voraussage ist allerdings nicht möglich. — In Krofdorf kann die zweite Garnitur des Mtv. ihren vorsonntägigen Sieg wiederholen. — In den weiteren Spielen kann man jeweils die Platzvereine in Front erwarten. Erster Tag der Hollandbecher-Regatta. Bei der diesjährigen Hollandbecher - Jubiläumsregatta war Deutschland mit fünf Vereinen aus Mainz, Offenbach, Rüsselsheim, Köln und Saarbrücken wieder stark beteiligt. Bei gutem Wetter gab es Vorläufe, aber nur eine Entscheidung. Die deutschen Ruderer schnitten vorzüglich ab und haben sich in alle Entscheidungskämpfe gebracht. Im einzigen Entscheidungsrennen, dem e r • stenSenior-ViererohneSteuermann, starteten nur die beiden deutschen Vereine Köln 77 und Saar Saarbrücken. Man erlebte ein ziemlich geschlossenes Rennen, das die Saarbrücker bis 1300 Meter führten. Es folgte ein längerer Bord-an- Bord-Kampf, der bei 1700 Meter die Kölner endgültig in Front braute und ihnen im Ziel einen Vorsprung von zwei Längen gestattete. Gießen Mirchstraße 6), den 19. September 1936 04267 Vermählte Habe mein Geschäft nach Gießen (Marktplatz 21), den 20. September 1936 wie Träume 5854V 3f?re Vermählung geben bekannt iGLORifll Ranstadt lOberhessen), den 20. September 1936 5737V Lichtspielhaus - Gießen Miodeetfubvpeei«&M >>o. Großer Vergnügungspark! ITRG POLAST i Giessen bießen an Der Cahn Abfahrt ab Genua t r» Oktober Ankunft in Hamb urg 3 o. Oktober Von Genua über Livorno (Pisa, Florenz), Villefranehe (Monte Carlo, Nizza), Gibraltar, Tanger, Casablanca (Rabat, Marrakesch), Las Palmas,Tenerife, La Pahna, Vornehm! Geschmackvoll! PersönlichI Dleee wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrOhl’scbe Druckerei, Schulstr. 7. 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Nachm.abllUhr Univ.-Sportplatz Wettkämpfe der Jagend, Tennisturnier, Fußballspiel 1900 Liga — Tv. 1846, Turnen d. Aktiven, (Handballspiel Tv. Du- tenhofen-Tv. 1846 PtrSmttevungs-Psevde-rNavkt Mittwoch, den 23. Sevtember 1936, 8.30 Uhr. — Nichtarier sind vom Besuch des Marktes ausgeschlossen. — Hevbft-«Schau- u. Sevkauss-Messe vom 20. bis einschliesslich 27. Sevtember 1936. Willy Frey Pfarrverwalter Gertrud Frey, geb. Koch Dienstag früh verschied nach langem schweren Lei den meine liebe Mutter. Schwiegermutter, unsere gute Großmutter und Urgroßmutter Frau Elise Mosbach im 72. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Mosbach nebst Verwandten. Gießen den 19. September 1936. Die Beisetzung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. SELTERSWEG 71 gegenüber Gloria-Palast verlegt PHOTO-PFAFF Atelier für moderne Lichtbilder __________________________________________5875V Oie Bapeg erfüllt Deieew 00a der Seefefcn Et reit« iid» gel mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE W Vertretung in Gießen: Hapag-Reisebüro Kreger, Selters w.89 Die fahrende naturkundliche Monatsschrift! „Der Naturforscher" Ä w. Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtsthast und Technik. Herausgegeben von Oberstudienrat Dr.R.Neln und Prof. Or.W. Schoenichen. .Der Naturforscher" unterrichtet fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus asten Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Er ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestestt ist. 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Schriften kostenlos Bei Nieren-, Blasen- und Frauen- leiden.Harnsäure, Eiweiß,Zucker Frequenz 1 9 3 5: 22300 04276 aus 1303 Samstag, 19.$eptember|936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Ur. 220 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. Leere Felder. Don Hans Hartmann. Die Felder sind setzt zum großen Teile abgeern- tet Die Hackfrüchte warten nur noch auf die Ernte. Das Gesamtbild, das uns das Land und die mütterliche Erde bietet, ist völlig verändert; nicht mehr das wogende Meer der Halme, mit den Wellen der Aehren, kein leuchtendes Gelb, kein Blau der Kornblume und kein Rot des Mohnes. Nicht mehr summen Insekten im Getreide, nicht mehr kriechen Johanniskäfer drin herum, und nicht mehr verkriechen sich Hasen und Rebhühner in ihm. Das ganze Blühen, Wachstum und Reifen in feiner Größe und Pracht ist vorbei, es hat seinen Dienst für dieses Jahr getan und harrt der Auferstehung, wenn der Jahreskreislauf aufs neue beginnt. In einigen Gegenden wird noch der uralte sinnbildhafte Brauch vollzogen, daß der Geist des Wachstums getötet wird. Jetzt soll alles ruhig und still werden, das milliardenfache Blühen und Werden soll eine Pause erleben und Kräfte für das neue, unendliche Schöpfertum sammeln. In zwei Wochen werden wir dankbar unseren Blick aus die Frucht dieses Wachstums richten. Aber tzs ist ganz gut, und es mag wohl der Sinn des genannten Brauches sein, daß wir auch an die Felder denken, die man zurückgelassen hat, in die der Erntewagen noch einmal tiefe Furchen zog, um ihnen dann — mindestens bis zur Wintersaat — die wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Wenn wir über die leeren Felder wandern, so kann das einen sehr tiefen Eindruck auf unsere Seele machen. Das Gefühl der Vergänglichkeit und vielleicht die Bestürzung über die Leere da, wo noch vor kurzem die Fülle war, wird uns zunächst überkommen. Mancher empfindet es als ein Gleichnis seines eigenen Lebens: wo ihn früher Menschen begleiteten, da ist jetzt alles leer und tot; so erlebt es der Greis an seinem Lebensabend. Oder einem anderen bleibt ein Platz am Tisch und in feiner Kammer plötzlich leer. Es gehört überhaupt zu den Erlebnissen von besonderer Eindringlichkeit, wenn wir da, wo sich vorher etwas Lebendiges, Fröhliches, Farbiges ereignet hat, eine Leere finden. Am Abend war ein frohes Gelage, am nächsten Morgen ist alles öd und leer und nur schwache Schemen des Vergangenen geistern durch die Räume, blutleer und farblos und nüchtern. Eine Frage ist es, die wir an all das Leere richten müssen: an den leeren Platz am Tisch, an den leeren Raum, in dem die schöne Vergangenheit Leben, und Farbe genommen hat. Eine Frage, die wir ebenso an das leere Feld richten: Ist es zu einer Ernte gekommen? Reiften die Früchte, die nun irgendwo in die Scheuern gefahren werden? Es gibt nicht nur die winterlichen Scheuern voller Heu, Getreide und Kartoffeln. Es gibt auch Scheunen des Geistes, des Gemütes und der Seele. Wenn der liebe Mensch, mit dem wir zusammen waren, seelisch und geistig mit uns verbunden ist, wenn er wie eine Frucht unser Leben bereicherte, dann mag sein Platz ruhig leer bleiben. Wenn der alte Mann und die alte Frau ein Leben reich an inneren Ereignissen geführt haben, bann mögen sie ruhig vieles vergessen und nicht traurig darüber sein. Denn sie haben alles Hohe und Große als eine Ernte in sich ausgenommen und damit, dem leeren Felde gleich, das Frucht spendete, den Sinn ihres Lebens erfüllt. Doruotizeu. Tageskalender für Samstag. „Tag des deutschen Volkstums", 20 Uhr Abendfeier des VDA. im Stadttheater. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kaiser von Kalifornien"; 23 Uhr „Liebe — das Schicksal einer jungen Ehe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schlußakkord". — Kriegerkameradschaft 1874, 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im Cafä Ebel. — Verein ehem. 116er, Kameradschaftstreffen mit Wiesecker Kameraden auf der Ludwigsburg. Tageskalender für Sonntag. Bezirks - Marinetag, Marine-Kameradschaft Gie- ßen 1892, 11 Uhr Antreten am Marinebootshaus, Vortrag des Gauführers des NSDMB. des Gaues Hessen, Fregattenkapitän Ackermann, über Zweck und Ziele des NSDMB. — Stadttheater, 11.30 bis 12.20 Uhr Gedenkfeier für Christian Dietrich Grabbe; 19 bis 21 Uhr „Der Kampf mit dem Tatzelwurm". — Gloria - Palast, Seltersweg: „Kaiser von Kalifornien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schlußakkord". — Turnverein 1846, 10 Uhr Gerätewettkämpfe der akt. Turner um den Turnklubschild in der Turnhalle; 14 Uhr Wettkämpfe auf dem Unioersitätssportplatz. — Beginn der Herbst-Schau- und Verkaufs-Messe. Spielplan des Stadttheaters vom 20. bis 27. Sept. Sonntag, 20. September, von 11.30 bis 12.30 Uhr, erste Morgenfeier des Stadttheaters; Gedenkstunde anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages von Christian Dietrich Grabbe. Gedenkworte, Rezitation, Musik und Einzelszenen. Für Platzmieter freier Eintritt. Sonntag, 20. September, Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr, „Der Kampf mit dem Tatzelwurm", Lustspiel von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Außer Miete. — Dienstag, 22. September, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Der Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkauten. Spielleitung: Fritz Walter. Dienstag-Miete 1. Vorstellung. Mittwoch, 23. September, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr, „Donna Diana", Lustspiel von Moreto. Spielleitung: Der Intendant. Mittwoch-Miete 1. Vorstellung. — Freitag, 25. September, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, „Gustav Kilian", ein altmodisches Stück von Harald Bratt. Spielleitung: Der Intendant. Freitag-Miete 2. Vorstellung. — Samstag, 26. September, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, „Donna Diana", Lustspiel von Moreto. Spielleitung: Der Intendant. 1. Vorstellung für NSG. „Kraft durch Freude". Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. — Sonntag, 27. September, Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr, „Krach im Hinterhaus", Lustspiel von M. Böttcher. Spielleitung Heinrich Hub. Außer Miete. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr, „Towa- risch", Komödie von Jacques Deval. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Außer Miete. Oer erste Sonntag der Spielzeit im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am morgigen Sonntag findet im Stadttheater die erste Morgenveranstaltung als Erinnerungsstunde aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages von Christian Dietrich Grabbe statt. Die Gedenkrede hält der Dramaturg Paul Nieren. Szenen aus „Napoleon" und „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" werden von den Herren Geißler, Kühn?, Lindt, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, unter der Spielleitung von Wolfgang Kühne, zur Aufführung gebracht. Die bekannte Vortragskünstlerin Friedel Hintze wird außer einigen charakteristischen Stellen aus Briefen an Kettembeil, einen Jugendbrief Grabbes an feine Eltern sprechen und danach die einzige kurze Novelle „Konrad" aus Grabbes letztem Lebensjahr. Den musikalischen, feierlichen Auftakt der Gedenkstunde bringt Regers Suite A=lott (Op. 103), aus der August Rein (Violine) und Frau Irene Allroggen-Walter (am Flügel) Präludium und Aria spielen werden. Dauer der Feier von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Am Abend erfolgt die Erstaufführung des Lustspiels „Der Kampf mit dem Tatzelwurm". Eine weitere Angelegenheit von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberls. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Mitwirkende: Damen: Gerhardt, Krause; Herren: Geiger, Geißler, Neuhaus, Nieren, Rosenthal, Schorn, Seitz, Volck. Anfang 19 Uhr, Ende 21 Uhr. Wir machen darauf aufmerksam, daß dieses Lustspiel nicht in die Anrechtsvorstellungen der Tagesmieten fällt. Konzert der Lustwaffe in Gießen. Das Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Wetterau, schreibt uns: Nach dem glänzenden Auftakt der Konzertreise der Luftwaffe in Frankfurt a. M. werden wir in Gießen am kommenden Mittwoch und Donnerstag die Luftnlbffe bei uns begrüßen können. Das Interesse für die 4 in Gießen im Caf6 Leib zur Durchführung kommenden Konzerte ist erfreu- Micher Auftakt im Gießener Stadttheater. Eine Szene aus der Eröffnungsvorstellung „Donna Diana"; Regie: Intendant Schultze-Griesheim. (Aufnahme: Winterhoff.) B:, M * lil ? ■ _<> ! -■ K'v'.V • SÄ I 1 :« Montag beginnt hier die Geschichte von Hase dem Manne, der von nichts weiß. Das wird eine lustige Sache! Lesen Sie mit! licherweise sehr groß, aber weiter auch nicht verwunderlich, denn es ist ja das erste größere Auftreten unserer jungen Luftwaffe hier in Gießen. Am Mittwoch, 23. September, gegen 15 Uhr, wird bas für unsere Stabt bestimmte II. Stabsmusikkorps ber Luftwaffe Berlin-Gatow unter Leitung ihres Obermusikmeisters Knauth eintreffen. Um 16.30 Uhr beginnt bie erste Jugenbveranstaltung, zu ber Jugenbliche, Angehörige ber Wehrmacht und bes Reichsarbeitsbienstes, sowie Erwerbslose zum Preise von 25 Pfg. Zutritt haben. Zum Abenbessen sinb bie Musiker Gäste ber Stabt Gießen. Das -fte Abmbkonzert verspricht bann ein Ereignis für Gießen zu werben. Es steht mit Sicherheit zu erwarten, baß alle Kreise ber Bevölkerung unb bie Vertreter bes Staates, ber Wehrmacht, ber Partei unb ber Stabt anwesenb sein werben. Da wegen ber Belegung ber Volkshalle durch die Braune Messe die Konzerte im Cafe Leib abgehalten werden, wird dasselbe Programm am 24. 9. noch einmal zur Abwicklung kommen, so daß jedermann in Gießen Gelegenheit hat, sich an einem dieser Tage das Konzert anzuhören. Sendet Aufnahmen vom Heichsparteitag 1936 ein! Die Organisationsleitung des Reichsparteitages 1936 bittet alle Partei- und Volksgenossen, die am diesjährigen Reichsparteitag teilgenommen und photographische Aufnahmen hergestellt haben, je einen Abzug mit genauer Angabe des Urhebers, des Dargestellten unb ber evtl. Archivnummer an die Organisationsleitung Nürnberg, Generalfeldmar- schall von Hindenburg-Platz 1, für Archivzwecke ein» zusenden. Sämtliche Vervielfältigungs- und Der- öffentlichungsrechte an den Bildern bleiben den Urhebern gewahrt. Sich selbst gerichtet. Der 29 Jahre alte Ferdinand Klein von Gießen, der vor einigen Tagen in ber Nähe ber Kläranlagen an einer nervenkranken Frau — wie von ber Polizei gemelbet — ein schweres Sittlichkeitsverbrechen begangen hatte unb bann flüchtig ging, in Frankfurt jeboch festgenommen unb von der Gießener Kriminalpolizei nach Gießen in bas Lanb- gerichtsgefängnis übergeführt worben war, hat bort am gestrigen Freitagnachmittag seinem Leben burch Erhängen ein Enbe gemacht. Gießener Stadttheater. Moreto: „Donna Diana". Die Spielzeit mürbe bieses Jahr früher als sonst unb mit einem ganz leichten, ganz heiteren, ganz spielerischen und völlig romantischen Stuck eröffnet: mit dem breiaktigen Lustspiel „Donna Diana des Spaniers Don Augustino Moreto y Cabana. Moreto, um 1618 in Mabrib geboren, 1668 in Toledo gestorben, war ein Zeitgenosse Lope de Vegas unb Calberons, als bessen brarnatischer (Epigone er gelten kann. Aus einer Komödie Lopes ist das Hauptmotiv des Lustspiels „Trotz wider Trotz entnommen, bas uns unter bem Namen ber Donna Diana unb in ber Wiener Bearbeitung Schrey- vogels (C. A.West) aus bem Jahre 1819 am geläufigsten ist unb in ber Tat nicht selten auf den deutschen Bühnen erscheint. (Heber eine Frankfurter Aufführung wurde erst kürzlich an dieser Stelle berichtet.) Der Schauplatz ist Spanien, aber freilich — auch abgesehen von allen zeitlichen unb stilistischen 21b-- stänben, bie uns von Moreto trennen — em sehr anberes Spanien als bas, von bem wir heute jeden Tag mit Schrecken unb Abscheu lesen müssen Etwas von ber graziösen Anmut unb Beschwingtheit bes Rokoko scheint in biesem liebenswürbigen Spiel vorweggenommen, unb ein Hauch vom Geiste der lockersten unb leichtesten Shakespeare-Lustspiele weht durch seine beweglichen, schäferlich-galanten und aedrechselten Szenen hin; auch von der unbekümmert naiven Phantasie des Märchens wirb man ein wenig spüren, von ber völlig unbeschwerten und unproblematischen Freude am /einen Komod.en- spiel, das in sich selber ruht unb sich Mbit genug ist. Nur ganz verschleiert gleichsam erhält bie un- verbinblich-improoisatorische Szenenfolge über bas übliche Maß eines Stegreifspieles hinaus Profil und Charakter, wenn hin unb roteber bie ach so schmale Grenze zwischen Schein unb Se^, zwischen Trug unb Mummenschanz unb Wirklichkeit Erwischt unb aufgehoben scheint, wenn schlichte Menschlichkeit unter ben heiteren Larven ans Licht kommt; wenn der Dichter durch eine seiner Hauptfiguren, welche mit leichten Händen die lockeren Fäden des Spiels regiert (wie em Schattenbild jenes mittelalterlichen „Ehrenholts ober ,,Ern- fchreiers", bessen letzter, meist unerkannter Abkömmling ber Ansager unseres modernen Brettls ist), bie pikante unb witzige, in ber Komöbie freilich unerhörte Möglichkeit wenigstens anbeuten läßt, es könnte alles mit einer ganz ernsthaften unb unverliebten Wenbung schließen. Aber nein, noch nicht — das Stück geht weiter, bis zu bem guten unb freunblichen Enbe, bas man vorn schäferlichen Liebesspiel billig erwarten barf. ♦ Die Liebe — in ber Tat: bas alte, bas ewige, bas erste unb letzte Kornöbienrnotiv; in allen Län- bern, in allen Sprachen ber Welt: auch hier in biesem unwahrscheinlich frieblichen unb ibyllischen Barcelona einer verschollenen Zeit. Die Erbprinzessin Donna Diana, Tochter des souveränen Grafen Don Diego, ist ber öfters sanft verspottete Typus bes etwas blauftrümpfigen unb sehr hochmütigen jungen Weibes, bas sich über bie Liebe aristokratisch erhaben bünkt, begleichen gemeine irbische Regungen entrüstet von sich weist (weil eine Hochzeit, wie sie verkünbet, bem Tobe gleichkäme) unb für solchen schnöben Hochmut unb Unverstcmb bitterlich bestraft, au guter Letzt aber gar lieblich zur großen, glückseligen Liebe bekehrt wirb. Dies ist bas Generalthema, mühelos ausgesponnen unb hingespielt burch brei schlanke Akte hin- burch, von Zeit zu Zeit von einer zarten, gleichsam leicht überpuberten, menuettartigen Spieluhr- Musik begleitet (Kapellmeister Ernst Bräuer); unb um bas zuletzt glückselig vereinte Paar ber Diana unb ihres Prinzen Don Cesar roinben sich, höfisch unb galant unb natürlich auch am Enbe mit- einanber glücklich, brei weitere Paare, burch gleichfarbige, kokette ©eibenbänber in ihrer Zusammengehörigkeit im voraus schon unausweichlich bestimmt. — Wir sahen bieses heiter-verliebte Merkchen aus bem alten ritterlichen Spanien zuerst vor ziemlich genau zwölf Jahren in Berlin, im längst entschlafenen „Dramatischen Theater", unb zwar als Gastspiel einer Wandertruppe unter ber Regie von Theobor Haerten, ber jetzt als Oberspielleiter an bas Gießener Theater verpflichtet ist. Unsere Aufführung hatte Intendant Schultze-Griesheim selbst in Szene gesetzt unb ihr eine eigene dramaturgische Bearbeitung zugrunde gelegt, bie, soweit wir sehen können, von ber erwähnten unb allgemein geläufigen Wiener Fassung nur unbeträchtlich abweicht. Der Jntenbant hat in einer kurzen Vorbemerkung im Programmheft bie Beweggründe für bie Wahl gerabe bieses Stückes unb für seine Inszenierung angebeutet: „Donna Diana" sollte als ein heiterer Vorklang ben Grunbakkord für ben ganzen Theaterwinter anschlagen unb die Richtung weisen für bie romantische unb bichterische Haltung auch bes neuen Spielplans; sie sollte vor allem bie neuen großen Möglichkeiten vor Augen führen, bie bem Theater burch ben inzwischen oorgenommenen Einbau ber Drehbühne beschieben würben. Unb in ber Tat war unter Herrn Löfflers leichter, von Farbensinn, Geschmack unb Raumgefühl sicher geleiteter Hand ein entzückenber Rahmen für bas zierliche Spiel entstauben, ein graziös burchbrochener Aufbau mit geschwungener Treppe, schnörkligen Gelänbern, Säulchen unb bunten Laternen, alles in ben buftigften Pastellfarben ein wahres Rokoko-Spielwerk, beweglich kreisenb wie ein Karussell, ohne einen Vorhangsall, gleichsam improvisatorisch, bie Spielräume tauschenb unb offen oerwandelnb. Dazu bie Musik, bie wir schon erwähnten; eine wechselnbe, spielerisch ausgegossene Beleuchtung (R. Konen) unb eine so elegante wie stilgerechte unb geschmackvoll abgetönte Kostüm- ausstattung (Sophie Buchner unb Enbrich). * Dies alles — wir erinnern uns mit Vergnügen etwa bes aparten farbigen Dreiklangs ber höfischen Damen in Blau, Gelb unb Rot — wirkte harmonisch zusammen, im Sinne ber Regieführung bem Stück seine szenische Form zu geben, ohne bie es schon fast zum Tobe verurteilt wäre. Jntenbant Schultze-Griesheim betonte in allen Szenen ben unserem Hause so wohl anstehenben Kammerspielcharakter bas ganz Spielerische, Unernst-Improvisatorisch- bes Stückes auch vor allem, unb seine romantische Unwirklichkeit, bie es in bie Nähe gewisser Shakespeare-Szenen verweist: burch ben hübschen Einfall, bie hanbelnben Figuren zu Anfang unb zu Enbe marionettenhaft erstarrt, einzeln unb zu Gruppen gepaart, runbum schweben zu lassen, würbe bieser Wesenszug noch unterstrichen unb bem Ganzen zugleich eine sehr sinnfällig be- tonenbe Rahmung gegeben. — * Die Aufführung gab einem Teil ber neugewonnenen Kräfte Gelegenheit, sich vorzustellen. In ber Titelrolle ber Donna Diana lernten wir Hansi Prinz kennen, bie sich ber schauspielerisch ungemein reizvollen Aufgabe fortschreitender Verwandlung mit naivem Humor unb echt weiblichem Temperament annahm unb bas verliebte Spiel in allen seinen Variationen anmutig auskostete. Victor v. Gschmeibler, ber neu engagierte Charakter-Bonvivant, gab ihren Gegenspieler Don Cesar, Prinzen von Urgel, in ber sentimentalisch- romantischen Gefühlslage, bie ihm allein ansteht unb von jenem shakespeareschen Petrucchio so wesentlich unterscheibet; boch fanb er Laune unb Beweglichkeit genug, sich vom Spiel ber Verstellung und eines galanten Geplänkels im spanischen Hofstil einfangen unb beschwingen zu lassen. * Es stellten sich ferner vor: Maria G e r h a r b t als Donna Fenisa, Charlotte Krause als Floretta unb Fritz Walter als Don Gaston; freilich waren ihre barstellerischen Aufgaben kaum ergiebig genug, baß man hiernach schon Grenzen unb Möglichkeiten ihrer Träger einzuschätzen vermöchte. Vom alten Ensemble: Fräulein Birkmann, apart unb gepflegt als Donna Laura; bie Herren Kühne unb Frickhoeffer, abgewogen im steifen Zeremoniell unb mit bezentem Humor, als Don Diego unb Don Luis. Die beweglichste unb komöbiantischste Gestalt bes ganzen Spiels aber sah man von Herrn Hub (Perm), ber bie außerorbentlichen Chancen bieser antreibenben Zentralfigur mit behenbem unb scheinheiligem Witz, halb Mephisto, halb Postillon d amour, prachtvoll auszuschöpfen verstanb. — ♦ Reicher Beifall bankte für ben verheißungsvoll gelungenen ersten Adenb unb rief zuletzt mit ben Spielern auch ben Jntenbanten an die Rampe, hth. Heitsckriffen. — Die „Berliner Monatshefte", Zeitschrift zur Vorgeschichte unb Geschichte bes Weltkrieges, herausgegeben von Major a. D. Dr. h. c. Alfred v. Wegerer, 14. Jahrgang 1936, Septemberheft (Quabernerlag, Berlin' \V 15), schließen die Aufsatzsolge „Die 'Mobilmachung der europäischem Mächte im Sommer 1914" mit einem Aufsatz non Konteradmiral Aßmann, bem Chef ber Kriegswissenschaftlichen Abteilung ber Marine, über bie enalische Mobilmachung ab. Aus bem weiteren Inhalt bes Heftes möchten mir einen Aufsatz non Professor Hasenclever (Göttingen) über bie spanisch- französischen Beziehungen hervorheben. dem eigenen Freude spenden sie Freude den andern. Schenk ein den Wein, den holden! Von Theodor Storm. Weinsberger Herbstsrenden vor ivi) Jahren PATENWEINE Aufruf der Stadt Gießen zum Gau-Odernheimer und Oppenheimer liefern die Weingroßhandlungen Gau-O-ernheim und Oppenheim Geschästsstelle: Gießen, Vraugasse 6/Fernruf 3625 5851D 58190 TAGE 58180 Morgen Sonntag im Trinkt Patenwein! Oerpatenstadt-Organisations-Ausschuß 5852 V DEUTSCHER WEIN schafft Lebensfreude und hilft, richtig genossen, die Gesundheit zu erhalten Vom I9.bi8 27. September findet das diesjährige Fest der deutschen Traube und des Weines statt. Wie im Vorjahre, so hat unsere Stadt auch diesmal wieder die Patenschaft von den rhein- hessischen Weinorten Fest der deutschen Traube und des Weines 1936 UND DES WEINS empfehlen wir unsern Mitgliedern übernommen. Probeausschankstellen sind im Hof des Alten Schlosses, im Alten Rathaus und auf dem Oswaldsgarten (Messe). Die zum Vertrieb von Patenwein zu- gelasienen Gaststätten und Geschäste sind durch eine besondere Urkunde erkenntlich. — Feder muß mithelfen, eine erfolgreiche Wein-Werbe-Woche durchzuführen. Darum: Zum Fest der deutschen Traube -vertrieb leben fast zwei Millionen Volksgenossen, die sonst der Erwerbslosigkeit überantwortet waren. Zudem ist das Land der Winzer meist steiniges, bergiges Gelände, auf dem andere Früchte kaum gedeihen. Der „deutsche Durst", von dem so viel geredet wird, hält sich dem Wein gegenüber noch immer sehr zurück. Im Durchschnitt kommen auf jeden Deutschen im Reich pro Jahr 4,5 Liter Wem, während jeder Franzose durchschnittlich 140 Liter, jeder Italiener 92 und jeder Spanier 80 Liter Wem jährlich trinkt. Selbst in der „nüchternen" Schweiz werden für jeden Kopf jährlich 20 Liter ausge- schänkt. Da nun schon einmal von Zahlen die Rede ist, soll nicht unerwähnt bleiben, daß in diesem Jahr mit einem Gesamtumsatz von etwa 20 Millionen Liter Patenwein gerechnet wird. Das ist bedeutend mehr als im Vorjahr. Die Der Rebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden. Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt, So gänzlich unverwüstlich. Und wimmert auch einmal das Herz — Stoß an und laß es klingen! Wir wissen's doch, ein rechtes Herz Ist gar nicht umzubringen. 1935 er PATEN WEIN Gau-Odernheimer Petersberg.....................Literfl. o. Gl. 0 90 1935 er Freilaubersheim. Kirchberg , . , 0.75 1933 er Winzenheimer Berg......... 0.95 1933 er Königsbacher Rotwein.......0.95 Herm. Gebauer Ehr. Inderthal Wilh. Wallenfels Sohn F .s-x 5»; Verbrauchergenossenschaft Gießen e.G m.b.H. Die Tochter des Dichters Justinus Kerner-, Marie Niethammer, schildert in ihren Jugenderinnerungen nicht nur ihr Elternhaus und die vielen merkwürdigen Originale, die dort aus- und eingingen, sondern gibt auch ein sehr lebendiges kulturhistorisches Bild des kleinen Schwabenstädtchens vor hundert Jahren. Wir entnehmen daraus das Kavitel über die Weinlese: Die Weinlese war eine fröhliche Zeit für uns. Wir hatten zwar keinen eigenen Weinberg, aber dennoch gingen wir an jedem schönen Tag in Weinberge zu Bekannten, ich mit einem Kübelchen, mein Bruder mit einem Büttlein. Meistens war ein großer Kinderkreis dort versammelt. Unsere Hilfe bei der Arbeit war nicht bedeutend, die Knaben hatten zu viel mit Schießen, die Mädchen mit dem Essen der Trauben und der Unterhaltung des Feuers, welches bei keinem Weinberg fehlen durfte, zu tun. Wir tanzten fröhlich um dasselbe herum, und die Knaben setzten ihren Ruhm darein, es kühn zu überspringen. Aus allen Weinbergen schallte Gesang, Jauchzen und das Knallen der Pistolen. Die Weingärtner haben wie die Tiroler ihren eigenen Jauchzer, der weithin durch die Berge schallt. Der Büttenträger ist zugleich der Spaßmacher und muß sich viele Neckereien der Leserinnen gefallen lassen. Er sucht sich aber dafür dadurch zu rächen, daß er ihnen so unbemerkt wie möglich eine Art Feuerwerk, Frösche genannt, vor die' Füße wirft. Dies hat notwendigerweise, auch wenn der Schrecken nicht so heftig war, großes Geschrei und Aufregung zur Folge. Diejenige Leserin, welche ihren Weinstock plötzlich ableert, er- Lebensmittel- und Feinkosthaus OTTO AVEMANN GIESSEN - Walltorstraße Nr. 2 Ecke Lindenplatz, Telephon Nr. 3263 5824A hält vom Büttenträger einen leichten Schlag mit der Pritsche, was wieder vielfaches Gelächter verursacht. Der Büttenträger ist stolz auf seine von den Mädchen reich mit Bändern verzierte Mütze und auf seinen sogenannten „Butzen", einen an einen Stock gebundenen großen Strauß von Trauben, Laub und Blumen. Dieser wird in den Butten gesteckt aus dem er hoch hervorragt. Ist der Butten gefüllt, so läßt der Buttenträger einen lauten Jauchzer erschallen, schreitet rasch mit seiner Last den Berg hinab und leert die Trauben in einen Zuber, in welchen sie von den Knaben mit den Füßen getreten werden. Dies anzusehen, könnte einem wohl die Lust nehmen, süßen Wein zu trinken, aber „es geht in den Herbst", man macht sich nichts daraus. Kommt der Mittag, so lagert muri sich, und es wird der sogenannte „Lukeleskäs" gegessen und Wein dazu gereicht; warme Speisen gibt es hier nicht. Bis es dunkelt, wird fortgearteitet. Für den Heimweg werden Fackeln angezündet, und Arm in Arm zieyen die Leserinnen mit Gesang, der Buttenträger voraus, vor das Haus des Weinbergsbesitzers, vor welchem noch gesungen und getanzt wird, je besser das Weinjahr, je größer der Jubel. . Waren Studenten oder fremde junge Leute zur Weinlese in Weinsberg, was häufig der Fall war, so versäumten sie niemals, abends vor unser Haus zu ziehen und dem Vater ein Ständchen zu bringen und zu singen, wobei des Vaters Lied nie fehlen durfte: „Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein ..B- ■ Wein und Vrot. Zum „Fest der deutschen Traube". „Ernte ist Schicksal, Aussaat auch. Nur .. . Säenden kann Ernte werden. Die Aussaat ist still; denn die Hoffnung duldet keinen Lärm. Die Ernte ist festlich; also sei sie gefeiert." Kaum inniger könnte die lebenswahre Gewißheit gedeutet werden, daß Arbeit und Freude Symbol der erdverbundenen Kraft und Ewigkeit sind, als durch diese schlichten Sätze des rheinischen Dichters Heinz S t e g u w e i t. Noch sind nicht alle Früchte heimgebracht. Noch geht es auf den Aeckern um die Mühen eines ganzen Jahres. Aber längst schon haben die hochbeladenen Wagen das Korn in die Scheune getragen, ist das einsilbige Geräusch des Dresch-Motors verstummt. Der Pflug zieht schon wieder Furche um Furche Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden. Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen. Die blauen Tage brechen an; Und ehe sie verfließen, Wir wollen sie, mein wackrer Freund, Genießen, ja genießen! WAppurdvorm-c- Fröhling ■ Uvl Ql U Lebensrnittel Gießen, Bahnhofstr.51.Ruf 4069 Schiffenberg Täglich frischen Zwetschen- und Apfelkuchen Süßer Apfelmost Währ, der Wein-Werbewoche Patenwein Der Omnibus verkehrt täglich ab Bahnb. Gießen 15.25, ab Selterstor (Gasthaus Lamm) 15.27, ab Ludwigsplatz 15.30 Uhr. sssiv Reichshauptstadt hat bereits schon über eine Million Liter — das ist rund ein Viertel mehr als 1935 anrollen lassen; nach Schätzung von Weinsachleuten wird Berlin seine Bestände noch erhöhen müssen. Köln beispielsweise bestellte rund 350 000 Liter, und Essen hat sich mit 135 Fuder um 20 Fuder mehr als 1935 eingedeckt. Das ist in der Tat em „Großangriff" auf die Patenorte, deren Schatze stellenweise schon restlos geräumt sind. Wer nicht sät, kann nicht ernten. Aber wer nicht ernten kann, kann künftig auch nicht säen. Das ist Gesetz, das sich jahrtausendelang in Brot und Wem erfüllt hat. Saat ist Hoffnung, und Ernte ist Freude, und Winzer wissen darum. Deshalb dürfen und sollen sie feiern. Sie feiern aber durch Ernte und in Ernte, und nicht durch Verzehr. Das ist das Wunderbare des Bauerntums: In der für neue Saat. . An den Hängen der Weinberge an Rhem und Mosel, und wo immer die Rebstöcke angepflanzt werden, kocht in den reifenden Trauben der werdende Wein. Weinherbst in deutschen Landen! Das ist das Fanal der Freude. Die Seligkeit, die der Wein zu geben vermag, liegt den Winzern im Blut und gleitet über aus die Millionen Volksgenossen, die Anteil nehmen an der fröhlichen Lese-Stimmung. Auch in diesem Jahre folgen sie freudig dem Rus der Weinwerbewoche, die aus volkswirtschaftlichen, aber auch aus sozialistischen Motiven in der Zeit vom 19. bis 27. September veranstaltet wird. Wein und Brot — sie gehören zusammen wie Körper und Geist. Uns ist das Brot Sinnbild der unermüdlichen Arbeit — „unser tägliches Brot gib uns heute" — der Wein aber ist das Freudengeschenk Gottes, durch das alles Schaffen die Schwere des Alltags verliert. Ein alter, lebens- weiser Mann sagte mir einmal, als im reichgefüllten Keller an der Mosel Marke und Jahrgang manches edlen Tropfens probiert wurden: ,Kaue den Wein, und vor allem iß Brot dazwischen. Dann erfüllst du ein himmlisches Gebot." Denn ein einfaches Stück Brot sorgt dafür, daß die Zunge kritisch und aufnahmebereit bleibt, die Vorzüge der Lagen und Sorten einzuschätzen; es hält den Kopf klar. Das zeigt den wunderbaren Zusammenhang von Wein und Brot, die beide erst durch harte Mühen werden und deren Ernte überall das Zeichen zum Beginn der schönsten Volksfeste des Jahres find. Von Beginn der Lese an, also von Mitte September bis zum Spätherbst lösen in den verschiedenen Orten des Weinbaus die Feste einander ab. Aber auch für die Volksgenossen im übrigen Reich sind schon im Vorjahre und 1934 aus Anlaß der Weinwerbewoche musische Darbietungen durchgeführt worden, die an Freud und Leid der Winzer anknüpfen. In diesem Jahr ist von den beteiligten Organisationen, vor allem vom Reichsnährstand und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", das Programm bedeutend erweitert worden. Das „F e st der deutschen Traube" will ein Fest der deutschen Freude sein, das zugleich einem ehrbaren und fleißigen Stand, den Winzerst, wirtschaftlich hilft. Das ist nötig; denn der Weinabsatz läßt naturgemäß oft zu wünschen übrig. Es ist ja nun einmal so, daß die Weinfreude hinter den Notwendigkeiten des täglichen Lebens zurückstehen muß, weil in vielen Familien die Mittel dazu fehlen. Durch die Weinwerbewoche, in der ein guter Tropfen schon für wenig Geld ausgeschenkt wird, ist es jedem möglich, ein Gläschen zu trinken oder gar in gemütlicher Runde eine Flasche zu entkorken. Denn Weingenuß — das kann nicht genug betont werden — ist kein Luxus! Vom Weinbau und in Wieseck 6807d wozu ergebens! einladet Gastw. Wilhelm Dorfeld Patenwein! 5g]7D Besuchen Sie auch während der Wein-Werbewoche die idyllisch an der Lahn gelegene[6m4D Pulvermühle Im Ausschank: Patenwein I Rheingau - Weingau! Von Franz Höften. Der Rheingau ist ein Land, das man sich unter fegenden Hagelschauern, in starrendem Frost nicht vorstellen kann; nein, auf dieses gesegnete Stück Erde muß ewig warmer Sonnenschein herabstrahlen, um an Hügeln und Halden die schwellende Traube zu reifen. Groß ist das Gebiet des Gaues nicht; die ganze Weinbaufläche am rechten Rheinufer von Biebrich bis Aßmannshausen umfaßt nur etwa 7000 Morgen, ist also kleiner als manches ostpreußische Landgut. Aber in diesen engen Grenzen die gleichwohl im Jahr 85000 Hektoliter Wein erzeugen, drängen sich Namen von höchstem Klang, liegt die Krone des Rheingaues, Schloß Johannisberg, liegt der S t e i n b e r g , lachen uns Namen wie Markobrunn, Rüdes- heim, Rauenthal, Aßmannshausen verheißungsvoll an. In malerischem Wechsel breiten sich die Weingärten, „Wingerte" genannt, zwischen Bergen und Tälern, Burgen und Kapellenhügeln, Städten und Dörfern am Nheinufer aus, eine durch Gärten und Rebengrün unterbrochene, fortlaufende Uferstadt des Stromes. Dieser bunten Schönheit der Landschaft entspricht die Eigenart des Rheingauers. „Mein Haus liegt außerhalb des alten Städtchens am sonnigen Abbang, wo man den Rheingau hinauf und hinunterschaut; Türme und Felsen schwimmen in bläulichem Duft, durch welchen das breite Wasser zieht. Hinter dem Garten legt sich der Wein an den aufsteigenden Berg, und oben steht eine Kapelle unserer lieben Frau, die weit über das Land hinschaut und sich ins letzte Abendrot taucht. Dicht daneben habe ich ein kleines Lusthguschen gebaut und unter demselben ein Kellerchen in den Stein gehauen, wo stets ein Dutzend Flaschen klaren Weins liegen. Wenn ich nun einen neuen Silberkelch fertig habe, so steige ich, ehe ich die innere Vergoldung anbringe, hier hinauf und lerne das Gefäß drei- oder viermal auf das Wohl der Heiligen und aller frohen Leute" — so.treulich und lebendig läßt Gottfried Keller den „Gottesmacher" im „Grünen Heinrich" Land und Leute seiner rheingauer Heimat schildern und gibt damit ein sprechendes Bild der heiteren, lebensfreudigen Art des rheingauischen Volkes. Der Wein ist das Lebenselement im Rheingau und das Maß aller Dinge, der Wohlstand des einzelnen wird mit der Frage bemessen: „Wieviel Wein macht er?" Die Weine des Rheingaus sind Geschlechter einer alten Aristokratie, von denen hier nur die hervorragendsten genannt seien. Um die Krone streiten sich die edlen Herren vom Schloß Johannisberg und vom Steinberg; beide in ihrer Art einzig und unübertrefflich; der Johannisberger ausgezeichnet durch sein unvergleichliches Bukett, von dem man behauptet, daß es nach Entkorkung einer einzigen Flasche einen ganzen Raum durchlüfte, der Steinberger durch Feuer, Fülle und Kraft. In den besten Jahren übertreffen die Auslesen beider Weine an Süße, Gehalt und Gewürz alle Weine der Welt. Ein kluger Kirchenfürst, Erzbischof Ruthardt von Mainz, war es, der im Jahre 1106 auf der damals kahlen Höhe des Johannisbergs ein Kloster der Benediktiner gründete, also des Ordens, der als der stärkste Kulturbringer des 9. und 10. Jahrhunderts in Deutschland gilt. „Sankt Benedikt und seine Schüler haben die bauliche Anlage ihrer Klöster wohl verstanden. Land ab, Land auf, so irgendwo eine Ansiedlung steht, die gleich einer Festung einen ganzen Strich beherrscht, als Schlüssel zu einem Tal, als Mittelpunkt sich kreuzender Heerstraßen, als Hort des feinsten Weinwuchses, so mag der SOLDAN ladet zur WEIN-WERBEWOCHE ein. RESTAUBATIOBT ZUM ALTEM SCHLOSS Kanzleiberg 5 — Fernruf 3786 Stimmung MMM» IBS .EDEH Trinkt deut/chenVUem Weinhandlung und Likörfabrik Carl Küchel Nacht» Gießen Saarweine aller Art vom schlichten sauberen Kneipwein bis zur edelsten Auslese zusammen. Der Besuch eines dieser Riesenkeller gehört auch zur Saarweinwanderung und bildet deren würdigen Abschluß. Weinberg im Herbst. Von Wilhelm Schüssen Als ich durch den großen Park wanderte, hing das verglimmende Laub der Kastanien da und dort wie riesige große Vorhänge in die sanftkühlen Dämmerungen herein, schwoll die bunte Herbstglutfülle wogenhaft über das dunkle Tannengrün hinaus. Und ein edler Hirsch mit mächtigem Geweih stand wie eine Erscheinung vor der Oesfnung eines traumhaften Sonnentores. Eine alte Frau klaubte irgend etwas aus dem abgefallenen Laub heraus, es sah von ferne aus, als sammle sie Goldstücke in ihren Korb, als fülle sie einen am Wegrand stehenden Sack damit. Es waren aber nur schäbige Kastanien.... Späte Falter taumeln über gemähte lichtgrüne Wiesen, an manchen Obstbäumen steht noch die Leiter, und aus den sich entblätternden Kronen ertönt noch hin und wieder versonnenes Meisengezwiischer. Nachsommerliche Blumen schwanken träumerisch in einem leisen Kräuselhauch. Auf der Landstraße schwillt der Verkehr ins Fabelhafte. Wagen mit Säcken und Obstkörben und Fässern toben ohne Aufhör dahin, rollen Tag und Nacht von hier außen in den Bauch der großen Staat hinein. An Gottes Güte hat es auch heuer nicht gefehlt. Am Ufer eines Baches entlang pilgernd habe ich endlich den Fuß eines Weinhüaels erreicht, von dem ich schon vielmals geträumt habe, der mich schon so und so oft aus weiter Ferne zu sich hinübergelockt hat. Nun hängt sein hohes Rebengelände ganz in meiner Nähe wie ein buntgewürfelter Prunkteppich ins Tal herab. Es ist eine durch rechteckige, bunte Beete und schlanke Bänder selig aufgeteilte Fläche mit verglühendem Weinlaub und immergrünem Klee. Nirgendwo sonst in der Welt glüht die herbstliche Sonne so zärtlich, innig und verlieht wie an einer solchen Weinberghalde. Eine Weinbergrätsche rasselt vogelfeindlich aus der Höhe herab, ein einzelner Schreckschuß knallt, und auf das lärmende Hoho der Flurschützen antworten die Kinder im Dorf unten wie ein vielfaches Echo: „Ho! Ho! ho!" Wie ein ausgespannter Falter in der seligmachenden Sonne atmet dieser Weinbügel vor mir im Licht, schwimmt er in der zitternden Glut, und purpurn und schwarzblau und goldgrün funkelt die Traubenfülle aus dem bunten Laub. Allen Sonnenschein saugt er noch einmal in sein innerstes Wesen hinein, dieser in den Himmel schwebende trächtige Weinberg, ehe seine Bronnen aufbrechen und seine Bächlein in die wartenden Keller rinnen. Und im kargen Winter funkelt dann die entschwundene Sommerglut in den Gläsern auf unseren Tischen. Fast alles in der Natur ist mehr oder weniger von unmittelbarem Sonnenlicht abhängig, das Gras und die Blumen und das Kraut und das Korn, der Weinstock aber lebt ausschließlich von der Sonne und mit der Sonne und trinkt deren Strahlen in sich hinein wie andere Wesen das Wasser. Wenn wir ein Glas Wein trinken, wollen wir immer auch einen Augenblick lang an die göttliche Sonne denken, die ihre Berge weiterliebt und ihre ewige Währung hat, auch dann, wenn die der Börsenkönige ins Wanken gerät... Zu einem guten. Gläschen Wein laden herzlich ein 'Sdmaabs Weinstuben und ‘feinkostfiaus Wir liefern Ihnen eine gute Flasche ins Haus und beraten Sie auch gerne bei der Wahl eines feinen Tropfens 5822 D MMz, wi»Ot SWAdst Restaurant Stadt Mainz Während der Weinwoche 53,40 Stimmung / Humor ZPatenwein / „Zum Burghof“ vorm Ca.6 Ebel Bes.: Beinricb Dippel Empfehle gleichzeitig meine Räume für vereine und Versammlungen __wnn Vorüberwandernde bis auf weitere Widerlegung die Vermutung aussprechen, daß sotanes Gotteshaus dem Orden Benedicti zugehöre", sagt Scheffel im „Ekkehard" — die frommen Mönche des Johannisberges wurden bald die besten Winzer im Rheingau. Im Dreißigjährigen Kriege wurde das Kloster zerstört, 1716 aufgelöst, und „der Berg mit den Wundertrauben" gelangte an das Hochstift Fulda. Napoleon verlieh ihn seinem Marschall Franz Christoph Kellermann, einem Bauernsohn aus Wolfbuchweiler an der Tauber, der 1792 durch die Kanonade von Valmy den Rückzug der Preußen aus der Champagne veranlaßt hatte. Im Wiener Frieden von 1815 nahm Franz II. von Oesterreich den Johannisberg für sich in Anspruch und gab ihm dem Fürsten Metternich zum Lehen, der für die Pflege der Rebe und den Ausbau der Kellereien in mustergültiger Weise Sorge trug. Welche Werte die Weine des Johannisbergs darstellen, erhellt aus folgenden Zahlen: eine Flasche 1886er „mit himmelblauem Lack" kostet heute 20 Mark, ältere Jahrgänge werden mit 40 bis 70 Mark, eine Flasche 1893er aber gar mit 80 Mark bezahlt! lieber Hattenheim erhebt sich der edle Steinberg, ein mauerumschlossenes Gebiet von nur 24 Hektar, auf dem aber die gelobtesten Weine gedeihen. Hier waren es die Klosterbrüder von Eberbach, die zuerst den Wald rodeten und die sanft ansteigende Höhe mit Reben bepflanzten; sie gelangten durch den Weinbau bald zu großem Reichtum und verschickten ihre Kreszenzen auf eigenen Schiffen bis nach den Niederlanden. 1866 fiel der Steinberg an die Krone Preußens. Die Gewächse des Steinbergs stehen dem nachbarlichen Johannisberger in nichts nach, ihre Art ist von jenem grundverschieden; „Rosengarten" und „Goldner Becher" gelten als die hervorragendsten Lagen. Zu den nächst edelsten Hochgewächsen des Rheingaues zählen die Hattenheimer, Rauenthaler und Markobrunner Weine, Gewächse ersten Ranges von feinem, mildern Geschmack; ihren erlesensten Jahrgängen, die hoch im Preise stehen, ist ein zarter Rosen- und Honigduft eigen. Ihnen folgen die Gemarkungen von Geisenheim und Rüdes- heim in voller Südlage am Rhein, deren Weine zu den besten Rheingauern gehören, lieber Rüdes- heim, das die größte und ertragreichste Gemarkung des Rheingaues ist, wölbt sich der rebengrüne Bergrücken in unzähligen Terrassen, die Heimat des weltbekannten „Rüdesheimer". Nun wendet sich der Rhein nach Norden; am Fuß des denkmalgekrönten Niederwaldes liegt in prächtiger Lage Aßmannshausen, das freilich nicht mehr zum eigentlichen Rheingau rechnet, wo aber der edelste, gehaltvollste Rotwein heimisch ist, der in Deutschland wächst. Der Gasthof „Zur Krone" in Aßmannshausen mit der Marmorbüste Freiligraths, ist ein echtes Dichterheim, das zahlreiche deutsche Poeten besungen haben. Seine Fremdenbücher bieten daher eine Fülle fesselnden Lesestoff, aus dem der Eintrag eines Professors der Medizin, der die Güte des „Aßmannshäusers" auch vom „wissenschaftlichen" Standpunkt gerecht wird, hier verzeichnet fei: „Hier pfeif ich auf Brom und Antivyrin, Auf Pulver, auf Pillen, auf Jod und Chinin, Hier endlich ward ich ein Weiser Und reiche als köstlichste Medizin den Roten Aßmannsbäuser!" Darunter aber hat ein böser Skeptiker geschrieben: „Du alter Herr, Du weiser Rat, die Einsicht kam etwas zu spat — Gerettet wär' manch Menschenleben, Hatt'st immer Du nurAßmannshäuser gegeben!" .......und in der Wein-Wertie-Wodie Jakob Jftaternus Gießen Ecke Frankfurter Straße/Klinikstraße, Fernsprecher 3337 Während der Wein-Werbe-Woche Patenwein fdefta-JKitglied “ 5865V Adolf Plack 7 Lebensmittel und Feinkost Neuen Bäue17 - Ruf 3568 Edeka-Mitglied August Wallenfels KÄ17 Edeka-Mitglied empfiehlt seine guten deutschen Weine. Während der Wein-Werbe-Woche Patenwein 5823V den guten, preiswerten Patenwein Gau-Odernheimer, natur Vi Liter — 90 Pfennig 3/* Liter — 80 Pfennig 5821A Zum Adler - iflarktpl. 20 Thüringer Hof Hammstraße 58osD Samstag and Sonntag WINZERFEST Wo trinkt man den guten Patenwein? Im „Schützenhaus“ Besitzer Beck SM8d Oppenheimer Kehrweg 3/, Liter .. 1.15 RM. zuzüglich 15 bzw. 10 Pfennig Flaschen-Einsatz Konzert Anfang 8 Uhi abds. Samstag, 19. und 26. September Sonntag, 20. und 27. September Rheinische Lieder Rheinischer Wein zur Stimmung tief gekühlt Patenwein - Ausschank „Zur Slam Lidl" Besitzer August Gisset 5864 D Wo das saarländische Industriegebiet mit seinem Reichtum an Kohlen endet, beginnt das Weinland an der Saar. Eine Wanderung durch dieses Land ist ein hoher Genuß sowohl für das Auge als auch für die Zunge, die allenthalben in den Wirtschaften den grüngolden funkelnden, feinperlenden und blütenduftenden Wein vorfindet, der an den steilen Südhängen der Saarberge im Strahle der heißen Sommersonne geboren wird. Im Gegensatz zu den engeren, geschlossenen Tälern der Mosel, die auf beiden Seiten von hohen Bergen begleitet werden, ist das Landschastsbild am oielgewundenen Laufe der Saar offener. Bald rechts, bald links erheben sich malerische, steile Kuppen, die vielen Weinen den Namen gegeben haben; ihnen gegenüber liegen auf dem anderen Ufer des Flusses weitgedehnte Wiesen- und Ackerflächen. Aus diesem Wechsel ergeben sich für den Saarwanderer die schönsten Fernsichten. In stetem Auf und Nieder schwingen sich tue Landstraßen über Berg und Tal, so daß der Wandersmann wie auch der Autofahrer zu ihrem Recht kommen. Die Reichsbahn jedoch begleitet den Fluß getreulich bis zu seiner Mündung in die Mosel und ermöglicht daher dem Wanderer von jeder ihrer Haltestellen den Beginn prächtiger Streifzüge durch die Wälder und Weinhänge. Das Weinland an der Saar beginnt bei dem Orte Serrig. Hier befindet sich in seinem Seitentale der Saar eine staatliche Weindomäne. Wo einst alter, geringwertiger Schälwald stand, gedeihen hier jetzt köstliche Weine an den Hängen. Am Saarfels und am Würtzberg befinden sich andere berühmte Weingüter. Bei Staadt-Castel ragt gegenüber dem Orte eine steile Felswand aus dem Flußtal auf. Es ist die sogenannte Klause. Ist man auf romantischen Waldwegen zu ihr emporgestiegen, so steht man vor einem schlichten Kirchlein, das sich an der Stelle einer früheren altrömischen Niederlassung erhebt. Hier ruhen nach langer Irrfahrt die Gebeine des blinden Böhmentönigs Johann, eines Sohnes Kaiser Heinrichs VII. Nach einem Besuch der Domäne wandert man durch den herrlichen Kammerforst nach der Bahnstation Beurig und sieht hier, auf dem Ufer gegenüber (Saarburg liegen. Eine Brücke führt hinüber zu der Stadt, die einer der schönsten Orte an der Weinsaar ist. Nach kurzer Rast bei einem Schoppen blinkenden Weines marschiert man auf dem rechten Ufer der Saar weiter nach Ockfen, wo sich außer alten, bekannten Weingütern gleichfalls eine am Ende des vorigen Jahrhunderts eingerichtete staatliche Weinbaudomäne befindet, die in gleicher Weise arbeitet wie jene in Serrig. Die Hauptaufgabe dieser Do- Doch wird mir klar zu dieser Stund, Wie nichts den Freund vom Freund kann trennen. Auf diesen Glauben, Glas so hold! Trink ich dich aus mit hohem Mute. Klar spiegelt sich der Sterne Gold, Pokal, in deinem teuren Blute. Still geht der Mond das Tal entlang, Ernst tönt die mitternächt'ge Stunde, Leer steht das Glas, der heil'ge Klang Tönt nach in dem kristallnen Grunde. Du herrlich Glas, nun stehst du leer, Glas, das er oft mit Lust gehoben; Die Spinne hat rings um dich her Indes den büftern Flor gewoben. Jetzt sollst du mir gefüüet sein Mondhell mit Gold der deutschen Reben! In deiner Tiefe heil'gen Schein Schau ich hinab mit frommem Beben. Was ich erschau in deinem Grund, Ist nicht Gewöhnlichen zu nennen, Wemiand an der Saar rwn Richard Iinihky. An das Trinkglas eines verstorbenen Freundes Von Iustinus Kerner mänen ist die Durchführung von weinbaulichen Versuchen aller Art, deren Ergebnisse dann der Weinbauernschaft bekanntgegeben werden. An einem phantastisch geformten.Felsengebilde, dem „Bockstein", dessen Südhänge mit Rebenzeilen bespannen sind, wächst einer der berühmtesten Saarweine. Der 1921er Ockfener „Bocksteine r", Trockenbeeren-Auslese von der Domäne, hat vor einigen Jahren in öffentlicher Versteigerung 135 Reichsmark für die Flasche gebracht! Gegenüber von Schoden, der Bahnstation für Ockfen, liegen in Seitentälern die bekannten Weinorte A y l und Warnern, deren Lagen „Kupp" und „Herrenberg" einen guten Klang im Kreise weingerechter Zecher besitzen. Der nächste Weinort am Saargestade ist das hochberühmte Wiltingen Hier wendet sich die Saar von ihrem bisher nach Norden gerichteten Laufe in mächtigem Bogen nach Südwesten. Die sich bis nach Kanzem hinziehenden steilen Berghänge sind so recht dem feurigen Wirken der Sonne ausgesetzt, die im Kanzemer „Berg" und „Hörecker", in der Wiltin- ger „Kupp", im „Dohr" „Gottesfuß", „Klosterberg" und „Rosenberg" köstliche blütenduftige Spitzenweine wachsen läßt. Eine Wanderung auf den „Gottesfuß" ist eine stramme Hochgebirgspartie, die ahnen läßt, welche Mühe die Bearbeitung dieser Steilhänge den Weinbauern bereitet. In alten Zeiten floß die Saar in einem rechts sich abzweigenden Seitentale zur Mosel hinab. Dieser Talzug führte über den noch zu Wiltingen gehörenden Scharzhof nach Oberemmel, Krettnach, Ober« und Niedermennig zur jetzigen Mündung bei Konz. Die Wiltinger Lagen „Scharzhof" und „Scharzhof- berg" und die Öberemmeler Lagen „Rosenberg", „Agritiusberg" und „Raul" gehören zu den besten Marken des Saarweinlandes. Das Weinland an der Saar ist schon seit alten Zeiten sehr begehrt gewesen. Das kann man schon an dem ausgedehnten Weinbergsbesitz der Kirchenfürsten, der Klöster, Kirchen und geistlichen Stiftungen erkennen, von dem freilich zu Anfang des vorigen Jahrhunderts der größte Teil in privaten Besitz übergegangen ist. Immerhin haben doch die Hohe Domkirche in Trier, das Bischöfliche Konvikt, das Priesterseminar und andere Stiftungen hier noch recht ansehnlichen Besitz an Weinbergen. Die dort gewonnenen Weine kommen nach dem ersten Abstich in die Zentralkellereien von Trier. Auch die staatlichen Weinbaudomänen, das Friedrich-Wil- Helms-Gymnasium und andere herrschaftliche Weingüter und Weingroßhandlungen haben hier riesige Weinkeller, die in ihrer Gesamtheit eine ausge- * dehnte unterirdische Stadt bilden. Hier strömen die ZWEIGSTELLE KAISERALLEE 5825 D U GIESSEN SELTERSWEG 8) Wir stellen auf der BRAUNEN MESSE 1 GIESSEN Marktstr. 29/30 2 I Neumühle—Grünberg I I 8 I Lindenstruth (Abzw.Queck- fv‘ anschl. born)—Grünberg I * I bei Neumühle 5878A 3 | 120 Provinzialdirettiou Oberöesseu. Tiefbau. 5786D AUTO U N ION R- CARL HEINZ SCHLÜTER FILIALE FRANKFURT AM MAIN Mainzer Landstr. 196 • Fernruf 73254 polsterwerkstäiie A. Wehrhelm Löberstraße 17 5859A Die Versteigerung erfolgt an Ort und Stelle gegen Barzahlung. Juden sind von der Versteigerung ausgeschlossen. Gießen, den 16. 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Straßenstrecken Tert Tag nitt Uhr Ort des Anfangs Menge zirka Ztr. 1 Gießen—Gleiberg und Nodheim Heuchelheim—Allendorf Gießen—Wißmar 24. IX. 7 anschl. Hühnerfarm, 7 y2 Baum Nr. 1, Rodheimer Str. An der Bahn 350 2 Klein-Linden—Dutenhofen Kl.-Lind en—Lützellinden Gr.-Linden—Lützellinden Steinberg-Leihgest.-Gießen 25 IX. 7 9V2 anschl. 12 nächst Klein-Linden nächst Klein-Linden Bauernmühle nächst Leihgestern 180 3 Gießen—Annerod—Straße nach Reiskirchen Gießen—Reiskirchen— Bersrod Beuern—Bersrod Beuern-Allertshaus.l Wald) 26. IX. 7 sy2 12 y2 13 am Wald an der Ganseburg am Wald nächst Beuern ____ 255 7 4 Reisk.-Lindenstruth-Grün- berg b. Abzw.Öueckborn Großen-Buseck—Rödgen Gießen—Rödgen 28. IX. 7 12 12 y2 nächst Reiskirchen nächst Großen-Buseck am Flughafen 365 5 Gießen—Lollar Lollar—Landesgrenze "Staufenberg-Odenhausen- Ruttershausen-Kirchberg 29. IX. 7 10 anschl. Wellersburg Kirchberg 260 6 Wieseck—Trohe u. Alten- Buseck Alt.-Buseck—Daubringen Daubr.-Staufenb. u.Lollar 30. IX. 7 9y2 ii nächst Wieseck nächst Alten-Buseck nächst Daubringen 240 7 Mainzlar—Treis Allendorf-Climbach-Beuern -Allertshausen Allendorf-Londorf-Nordeck l.X. 7 8 io y2 am Pfingstkovf nächst Allendorf an der Weidmühle 170 8 Londorf-Kesselb.-Geilshaus. Geilshausen—Beltershain Lumda-Weitershainl Kreuz) Gießen-Steinbach-Garben- teich Steinbach-Lich (b. Wald)- Albach-Steinbach Albach—Burkhardsfelden 2.X. 2. Ba 24. IX. 7y2 9 anschl. abezirk 7 y2 10 anschl. nächst Londorf nächst Geilshausen am Waldausgang, km 5,3 Ortsausgang Steinbach mn 1 200 2 Steinbach-Lich (ab Wald)- Colnhausen Lich—Garbenteich Garbenteich—Watzenborn- Steinberg—Gießen 25. IX. 7y2 anschl. 13 km 11,8 nächst Garbenteich 230 3 Lich—Langsdorf—Nieder- Bessingen (bis Wald) Langs'dorf—Hungen 26. IX. 7y2 13 km 13,8 Ortsausgang Langsdorf 300 4 Hungen—Villingen Hungen—Jnheid.—Utphe— Berstadt 28. IX. 7y2 8 nächst Hungen nächst Hungen 360 5 Str. Trs.-Horloff—Bellersheim—Bhf. Bellersheim Bellersheim—Betten- h aus en—Mus ch enheim Trs.-Münzenberg—Musch en heim—Arnsburg 29. IX. 7y2 anschl. I11 Baum Nr. 75 nächst Treis-Münzenberg 250 6 Hungen—Nonnenroth— Röthges Nonnenroth—Villingen u. Nonnenroth—Ob.-Bessing Nonnenroth-Ndr.-Bessing. Langsd orf—Ndr.-Bessingen (ab Wald) 30. IX. ?y2 anschl 13 anschl nächst Hungen nächst Nonnenroth 320 7 Lich-N.- Bessingen-Atünstei Hattenrod—Reiskirchen l.X. 7 y2 13 näch näch [t Lich t Hattenrod 200 8 Garbenteich—Dorf-Güll— Hof-Güll Hof-Güll—Eberstadt— Abzw. Münzenberg 2.X. 7y2 8% Waldausgang nächst Hof-Güll 320 4 Grünberg—Mücke 29.IX. 8 bei Grünberg 240 6 Grünberg—Weikartshain l.X. 8 bei Grünberg 190 4. Banbezirk. 1 Lumda—Weitershain— 28 ii y2 Kreuz, Lumda Rüddingshaus.—Decken- TY IX. bach-Schaöenb.-Büßfeld 13. Baubezirl 1 Kirch-Göns—Lang-Göns 8 bei Kirch-Göns Lang-Göns—Gr.-Linden 25. 10 bei Lang-Göns 80 Leihgestern—Lang-Göns IX. 13 bei Leihgestern Lang-Göns—Grüningen 14 Gabelung Grüning./Holzh. 2 Münzenberg-Ob.-Hörgern- 26. sy2 Bahnhof Münzenberg 100 Gambach-Butzbach IX. Nr. 220 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger för Oberhessen)Samstag, 19. September 1030 Mv • ft - "A„> 1 .-?J • <* 1 —— ' ME») Iiundfunkbesuch in Gießen Mit dem Mikrophon des Frankfurter Genders durch Gießener Arbeitsstätten. Im Wagen des Reichs-Rundfunks: Am Lautstärken-Steuerungsgerät. Hören. und Hier wird der Ton auf dünnen Wachsplatten festgehalten. zu machen. Ein Zwie- Sprecher und Mikrophon lauschen den vielfältigen Geräuschen der modernen Setzmaschine. hochqualifizierten deutschen Arbeit funks zu machen. B. W// Der Ausnahme-Letter bea Retchsfenbers Frankfurt im Schmaschtnenfaal. Das Mikrophon hört in der Setzerei beim Umbruch der Zeitungsselten zu. des Rundfunks gaben sich aber nicht technischen Seite ihrer Umschau im war selbstverständ- daß bei dieser Um- Es lich, Rundfunks im bevorstehenden Spätherbst wieder nach Gießen kommen wollen, um hier noch weitere Aufnahmen für die Zeitfunksendungen des Rund- Zeitungsgebäude zufrieden, sie ließen sich und dem Mikrophon auch noch vielerlei interessante Dinge erzählen, die aus der reichen Tradition eines bald 200 Jahre alten Prooinzblattes zu berichten sind. Da erfuhren die Besucher — und durch sie werden es in den nächsten Tagen noch viele Tausende von Rundfunkhörern mitgeteilt erhalten — manche für Der Wagen des Reichs-Rundfunks vor dem Verlagsgebäude des Gießener Anzeigers. Leistung der auslöst. Die Männer allein mit der schau nach den Kulturwerten unsererStadt auch das Stadttheater, bekannte Einrichtungen aus dem Kreise der Universität und schließlich das städtische Verkehrsamt das Ziel der Rundfunk-Aufnahmefahrt in Gießen bildeten. In den Räumen des Stadttheaters hielten die Rundfunkmänner ebenfalls eingehend Umschau. Theater - Jntenant Schultze - Griesheim hatte Gelegenheit, vor dem Mikrophon interessante Darlegungen über Bedeutung und Arbeit des Gießener Stadttheaters Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen die Rundfunkmänner die Vorgänge im Rotationsmaschinen- faal und geben ihre Eindrücke durch das Mikrophon wieder. gespräch der Rundfunkmänner mit dem Kreiskultur- wart C h r i st brachte für die Rundfunkhörer aufschlußreiche Mitteilungen über das Kunst- und Musikleben in Gießen. Weiter ging dann die Fahrt zum L i e b i g m u s e u m, wo der sorgsame Betreuer dieser Gedenkstätte, Geheimrat Professor Som^ m e r, kurz über die Sehenswürdigkeiten im Laboratorium und über die Bedeutung Liebigs in das Mikrophon sprach. Bei dieser Gelegenheit berichtete Aufnahmekabel nach sich ziehend, hinunter zum Arbeitssaal der Rotationsdruckmaschine, um dort von dem „Ohr des Rundfunks" das laute Rattern der rasenden Umdrehungen der Druckzylinder, des Falzapparates, des Farbwerks, der Zählmaschine usw., die alle miteinander in dem geschlossenen Aufbau der Rotationsmaschine vereinigt sind, für die Hörer am Radioapparat einzufangen. In der Versandabteilung wurden hieraus die Eindrücke des regen Treibens bei der Abfertigung der Transportautos und der Austrägerinnen für die Schilderung des Rundfunks festgehalten. Ein »reizvoller Zufall führte in jener Stunde auch eine Schulklasse mit ihrem Lehrer aus einem Dorfe bei Gießen in den emsigen Arbeitskreis des Druckmaschinensaals, wo sich die Kinder vor allem das große Ungetüm einer modernen Zeitungsrotationsmaschine ansehen wollten, dieser wunderbaren Schöpfung deutschen Erfindergeistes und deutscher Maschinenbautechnik, die immer wieder Bewunderung und Ehrfurcht vor der Der erste Teil des Rundfunkbcsuches in Gießen wird am kommenden Dienstag, 22. September, von 16.45 Uhr ab, unter dem Titel: „Von .Hochzeiten^ und .Zwiebelfischen', wir besuchen eine H e i m a t z e i t u n g" im Frankfurter Rundfunk verbreitet. In dieser Woche haben wir die Freude erlebt, Männer des Rundfunks zur Aufnahme von Lebensausschnitten aus der Gießener Bevölkerung hier wirken zu sehen. Mit einem großen Aufnahmewagen kamen sie an. Ueberall da, wo der rote Wagen mit der weithin leuchtenden Aufschrift „Reich s- Rundfunk" erschien, bildeten sich Gruppen von Mit diesen Besuchen hatten die Männer des Rundfunks eine reichhaltige Arbeitsaufgabe ihrer Tagesfahrt von Frankfurt nach Gießen erfüllt. Wir dürfen annehmen, daß ihnen, die bei ihrer Berufsarbeit an vielen Orten immer wieder in reichem Maße Neues und Eigenartiges zu sehen bekommen, auch in unserer Stadt ein wertvoller Gewinn für den Sender erwachsen ist, der ihnen die Möglichkeit gibt, den Nundfunkhörern eine Stunde lehrreicher Unterhaltung aus Gießen zu bereiten. Und wir möchten heute schon der Freude darüber Ausdruck geben, daß die Männer des Geheimrat Sommer auch über seine eigene Erfindung des Wasser-Skilaufs. Im Gießener Studentenhaus folgte die Aufnahme einer fesselnden Unterhaltung zwischen Professor Eger, dem Schöpfer des Studentenhauses, der von den Kommilitonen in dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste um die Gießener Studentenschaft in schwerer Zeit den Ehrennamen „Gießener Studentenvater" erhielt, und einigen Mitarbeitern über die Einrichtungen und die vielfältigen Auswirkungen des Gießener Studentenhauses. den Freund der Heimatgeschichte besonders aufschlußreiche Erzählung über die Entwicklung des Zeitungswesens und Buchdruckgewerbes in unserer engerenHeimat, es wurde aber auch dargelegt, welch bedeutender Kulturfaktor und welch vielseitiger Ratgeber und Förderer die 'Tagespresse für alle Volksgenossen ist. Nach mehrstündigem Besuch hatten die Rundfunkmänner, die mit großer Umsicht und mit bewundernswert sicherem Blick für alles wesentliche ihrer Mission in einem Zeitungsbetrieb nachgingen, alle gewünschten Aufschlüsse erhalten, um ihren Hörern über den Sender ein abgerundetes Bild von dem Werdegang einer Zeitungsausgabe zu geben. Das einige hundert Meter lange Kabel wurde von dem großen Aufnahmewagen her wieder aufgerollt, das Mikrophon in dem Wagen verwahrt, und dann ging es weiter durch Gießen zu neuem Schauen Die Bedeutung der Stadt Gießen als Fremden- Verkehrsgemeinde, ihre Sehenswürdigkeiten und Schönheiten wurden schließlich noch in einer Unterhaltung der Rundfunkmänner mit dem Leiter des städtischen Verkehrsamtes Hans Fritz S ch u st e r geschildert, damit die Hörer des Rundfunks schon vor einem Besucki in unserer Stadt erfahren, wohin sie bei einem Zesichtigungsrundgang in erster Linie ihre Schritte zu lenken haben, welche Sehenswürdigkeiten ihrer hier harren und wie gut es sich in Gießen und in seiner schönen landschaftlichen Umgebung leben läßt. stark interessierten Volksgenossen. Es war ja auch etwas ganz Neues und Einzigartiges, bei diesem Wagen zu stehen, dem daraus irgendwohin führenden Leitungskabel nachzuschauen und im gleichen Augenblick aus dein Innern des Wagens heraus von der Aufnahmeplatte Menschen sprechen und Maschinen sausen zu hören, von denen man gar nichts sah, die irgendwo art einer Stelle des besuchten Betriebsgebäudes tätig waren. Die Männer des Rundfunks gingen bei ihrem Besuche in Gießen von der Erkenntnis aus, daß Betrieb gefetzt, um Boten der Setzerei zum Abholen des in der Schriftleitung in Abschnitten fertiggestcll- ten Manuskriptes herbeizurufen, und wie überaus emsig ging es dann bei dem Satz dieses Manuskriptes her. Nach der geschlagenen Schlacht in der Schriftleitung fanden aber Rundfunkmann und Scyriftleiter immer noch einige Minuten Zeit, um einen kurzen Gedankenaustausch über den Lebensund Schaffenskreis der geistigen Gestalter einer Heimatzeitung zu pflegen. Dann aber ging es mit umsichtigem Blick für alles Wesentliche durch die technischen Stationen des Werdeganges des Blattes. Da wurde das Mikrophon, dem immer größere Längen des Aufnahmekabels folgen mußten, an die Setzmaschinen getragen, damit der Hörer über die Melle des Senders auch nur annähernd eine Vorstellung davon bekommt, welches Ausmaß von Arbeit und Geräusch von einer solchen lebensnotwendigen Maschine der Zeitungsherstellung ausgeht. Das Mikrophon als „Ohr des Rundfunks" lauschte sodann dem Betrieb beim Umbruch der Seiten nach den Anweisungen des Schriftleiters mit den zahlreichen Einzelarbeiten und Handreichungen des Metteurs und seiner Mitarbeiter, mit dem parallel laufenden Wirken des Korrektors usw. ((Unter Umbruch versteht der Fachmann die Zusammenstellung einer Zeitungsseite aus dem in Spalten bereitgestellten Satz). Das schwerwuchtende Geräusch der Prägepresse für die Maternherstellung und das nicht minder schwere Schaffen der Gießmaschinen in der Stereotypie bei der Herstellung der halbzylinderförmigen Platten für die Druckzylinder der Rotationsmaschine waren die anschließenden Stationen auf dem Rundgang der Männer mit dem Mikrophon. Und dann ging es, immer weiter viele Meter Der Rundfunksprecher zu Besuch in der Schriftleitung. (Aufnahmen 18]: Neuner, Gießener Anzeiger.) eine große Summe von Begebenheiten und Lebensäußerungen des Alltags ihren Sammelpunkt tn den Häusern der Presse hat, und so führte sie denn auch ihr Weg in Gießen zuerst zum "Gießener Anzeiger". Hier wollten sie dem hastenden Tempo bei der Gestaltung der geistigen Tageskost vieler Tausender von Volksgenossen in Gießen und Ober- Hessen lauschen. Die Männer des Rundfunks und der Presse eint ja eine weitgehende geistige Verwandtschaft; beide stehen als Arbeiter an dem sausenden Webstuhl der Zeit, beide suhlen sich durch ihr Wirken im Interesse des Volkes verbunden, dem sie durch das gesprochene und das geschriebene Wort dienen , _ Die Männer der Rundfunkaufnahme waren Zeugen des jagenden Tempos, das eine in allerletzter Minute in der Schriftleitung eintreffende Meldung über Diktat und Satzherstellung in der Maschinensetzerei bis zur Aufnahme in die Zeitungsseite aus- löst. Wie klapperte da die Schreibmaschine so emsig, wie oft wurde währenddessen das Haustelephon in Aus der Provinzialhaupistadt. Weinwerbewoche 1936. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Aus Anlaß der in der Jett vom 19. bis 27. September stattfindenden Wemwerbewoche („Fest der deutschen Traube und des Weins 1936") hat der Herr Reichs- statthalter in Hessen verfügt, daß am Samstag, 19., Sonntag, 20., Samstag, 26., und Sonntag 27. September, Tanzveranstaltungen, die aus Anlaß der Weinwerbewoche abgehalten werden und bei denen überwiegend Wein zum Ausschank kommt, gebührenfrei sind. Die Erlaubnisscheine, die in jedem Falle einzuholen sind, werden von der Polizeidirektion Gießen ohne Erhebung von Gebühren ausgestellt. An den gleichen Tagen wird die Polizeistunde allgemein gebührenfrei bis 3.30 Uhr verlängert. Offenhaltung der Geschäfte am Meffesonntag, dem 27. September. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Auf Grund der §§ 41a und 105b der Gewerbeordnung in der Fassung der Verordnung vom 5. Februar 1919 wird dem Handelsgewerbe der Stadt Gießen gestattet, am Sonntag, 27. September 1936 (Messe- Sonntag), in der Zeit von 12 bis 18 Uhr die Ladengeschäfte offenzuhalten, sowie Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter zu beschäftigen. Diese Anordnung gilt jedoch nur für den Einzelhandel. Sonntagsrückfahrkarten zur Herbstmesse und zum Pferdemarkt. Zu dem vom 20. bis 27. September in Gießen stattfindenden Herbstmarkt (Schau- und Verkaufsmesse) sowie zum Pferdemarkt am Mittwoch, 23. September, werden im Umkreis von 75 Kilometer Sonntagsrückfahrkarten mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: Am 20. September mit tarifmäßiger Geltungsdauer (Samstag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr, spätester Antritt der Rückfahrt). Am 23. September mit einer Geltungsdauer von 0 bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Am 26. und 27. September mit einer Geltungs- dauer von 0 bis Montag 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Die deutsche Arbeitsfront n.5.=0emcinf(haft .firaft öurd) frcuöc" Wein-Werbe-Doche. Anläßlich der Wein-Werbe-Woche veranstaltet am heutigen Samstag die RSG. „Kraft durch Freude" Winzerfeste mit Tanz an folgenden Orten: in Allen- dorf a. d. Lda. (Stadthalle), in Göbelnrod (Saal Schultheiß), in Wieseck (Saal Braun), in Lang-Göns (Turnhalle). Beginn jeweils 20 Uhr. Die Bevölkerung der Orte wird zu reger Teilnahme eingeladen. Omnibusfahrt nach Wiesbaden—Taunus. Am Sonntag, 20. September, findet die Omnibusfahrt in den Taunus statt. Die Abfahrt erfolgt um 8 Uhr am „Haus der Arbeit", Schanzenstr. 18. Fußwanderung. Am Sonntag, 20. September, findet eine Fußwanderung statt. Der Weg geht über Badenburg, Hangelstein, Lollarer Kopf, Staufenberg, Gießen. Treffpunkt 8 Uhr am Oswaldsgarten. Rucksackverpflegung. ** E i n Achtzigjähriger. Der Rentner Wilhelm Pfeiffer, wohnhaft Liebigstraße 71, wird am kommenden Montag 80 Jahre alt. Herr Pfeiffer befindet sich körperlich und geistig noch wohlauf. ** D i e Kirch st raße zwischen Sandgasse und Neustadt wird während der Dauer der Herbstmesse vom 20. bis einschließlich 27. September von 11 Uhr bis 22 Uhr täglich für den gesamten Fährverkehr gesperrt. ** D i e Bezirks sparkasse Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil die Neuordnung ihrer Kassenstunden bekannt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Sterbefälle in der Stadt Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. September: 1.: Margarete Henriette Burkhardt, geb. Bartz, 70 Jahre alt, Beethovenstraße 6; Frieda Fischer geb. Weibel, 68 I., Hitlerwall 7; Karl Weidig, Kaufmann, 611., Schiffenberger Weg 2; Konrad Keuscher, Arbeiter, 66 I., Bahnhofstraße 34. — 2.: Phil. Jakob Parten- Kalk in das Gerstenschrot gemengt. Oer Bericht der Kriminalpo'.izeistelle Gießen meldet: Zwei Äolksschädlinge festgenommen. Eine größere Sendung Gerstenschrot, von der Mühle in Großen-Linden geliefert, wurde von dem Empfänger beanstandet. Die der Sendung entnommenen Proben wurden der Lanüwirtschastuchen Versuchsstation Darmstadt zur Untersuchung übergeben, wo festgestellt wurde, daß dem Gerstenschrot 13'/- Prozent kohlensaurer Kalk beigemengt war. Auf die daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Gießen erstattete Anzeige wurde die Krinnna - polizeistelle Gießen mit den Ermittlungen beauftragt. An Hand der beschlagnahmten Korrespondenz konnte festgestellt werden, daß der Inhaber der Mühle, der 31jährige Erich Berg, im Laufe eines Jahres über 1500 Zentner Schlämmkreide und kohlensauren Kalk, zum größten Teil von jüdischen Firmen bezogen hat, über deren Absatz und Verwendung er keinerlei Angaben machen konnte. Berg bestreitet Kalk dem Gerstenschrot beigemengt zu haben. Der Preis der Schlämmkreide bezw. des Kalkes beträgt nur einen Bruchteil des Preises für Gerstenschrot. Der in der Mühle tätige und vernommene Müllerbursche gab an, daß der Vater des Besitzers, der 61jährige Richard Berg, die Mischung des Gerstenschrotes mit Kalk zunächst allein vorgenommen hätte. Später habe auch er auf Anordnung des Besitzers diese Mischungen vorgenommen. Die beiden Berg stellen jegliche Beschuldigung in Abrede; Erich Berg versucht sogar die Schuld auf die Müllerburschen abzuwälzen. Bei der beschlagnahmten Korrespondenz wurden auch Schriftstücke gesichert, aus denen hervorgeht, daß Berg schon im vergangenen Jahre Gerstenschrot geliefert hat, bei dem bis zu 25 Prozent Kalkzusatz festgestellt wurde. Die Gründe, warum damals keine Strafanzeigen erstattet wurden, sind bis jetzt nicht bekannt. Der Inhaber der Mühle Erich Berg und dessen Vater Richard Berg wurden wegen Betrugs und Futtermittelfälschung dem Amtsgericht zugeführt und unter Haftbefehl gestellt. Jugendliche Brandstifterin ermittelt. Am 16. September brach in der Scheune des Landwirts Wilhelm Schmidt in Bellersheim em Brand aus. Den Flammen fielen die Scheune mit Nebengebäuden, sowie die gesamte Ernte, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte zum Opfer. Die Kriminalpolizeistelle Gießen stellte am 17. September an der Brandstelle eingehende Ermittlungen an. Als Täterin konnte die 16jährige P. H. aus Lich, die bei den Brandgeschädigten als landwirtschaftliche Hilfe tätig war, überführt werden. Sie gab nach anfänglichem Leugnen die Tat zu und will aus Rache, da'man ihr mit Fürsorgemaßnahmen gedroht habe, den Brand in der Scheune unter dem Scheunendach angelegt haben. Die jugendliche Täterin wurde dem Jugendrichter zugeführt. draune Neffe - Deutsche Woche in Vorbereitung Ein Ziergarten an der Volkshalle. Die Braune Messe — Deutsche Woche, die in der Zeit vom 25. September bis 4. Oktober in Gießen stattfindet, wird gegenwärtig mit großem Eifer vorbereitet. Sie wird, wie sich nach dem Meldeergebnis der Aussteller schätzen läßt, eine Veranstaltung sein, die über die lokale Bedeutung hinausgeht, denn es haben Firmen ihre Beteiligung zugesagt, die in unserem Vaterlande besten Ruf haben. Im übrigen läßt sich heute mitteilen, daß alle verfügbaren Ausstellungsräume schon seit geraumer Zeit vergeben sind. Gegenwärtig herrscht in der Volkshalle ein eifri- aes Gehämmer, denn aus kräftigen Latten entstehen Kojen, die in einheitlicher Weise mit dem Dekorationsstoff bespannt werden. Die Aussteller finden bereits vorbereitete Räume vor, die sie nach eigenen Plänen und entsprechend der Branchen ausgestalten können. Eine interessante Arbeit ist auf dem Platz unmittelbar vor dem Seiteneingang der Volkshalle im Gange, der zu einem kleinen Teil als Ausstellungsgelände einbezogen wird. Dort entstand in den letzten Tagen ein Gartenhäuschen und ein Garten, der — nach den Entwürfen eines hiesigen Gartenarchitekten gestaltet — sehr reizvoll zu werden verspricht. Auf dem kargen Sandboden des Triebs war eine Schicht guten Mutterbodens aufgebracht worden. Rasenflächen wurden angesät, die bis zum Beginn der Ausstellung in zartem Grün prangen sollen. Die Rasenflächen werden belebt durch Plattenwege und durch zwei schöne, sauber mit Plättchen ausgemauerte Wasserbecken, die als Anregungsbeispiele für die Ausgestaltung eigener Gärten anzusehen sind. In diese Wasserbecken sind gleichzeitig mehrere Springbrunnenrohre eingebaut, die in einem reizvollen Wasserspiegel sprühen werden. Die ganze Anlage wird ferner durch junge Baumbestände umrahmt und belebt. Die Volkshalle selbst erfährt durch den Anbau zweier seitlicher Terrassen eine architektonische Bereicherung, die in den letzten Tagen ebenfalls weit vorgeschritten ist. Viele Hände sind hier am Werke, um auch durch die Fertigstellung dieser Terrassen zum Gelingen der großen Veranstaltung beizutragen. Heimer, 38 I., Bahnhossttaße 50. — 5.: Johannes Pfeil, Eisenbahnassistent, 79 Jahre, Horst-Wessel- Wall 42; Katharine Wasmuth geb. Weber, 83 I., Liebigstraße 14. — Margarete Timpe geb. Köper, 34 I., Wartweg 96; Karl Steller, Schreinermeister, 84 I., Schillerstraße 9. — 9.: Meta Werner geb. Puder, 38 I., Friedensstraße 49. — 11: Margarete Marie Lina Nienhaus geb. Lehrmund, 311., Schloßgasse 9. — 12.: Dr. Hermann Alfred Hirt, Univ.- Professor i. R., 71 I., Löberstraße 23. 14.: Ludwig Mohr, Reichsbahn-Betriebsassistent, 50 I., Mühlstraße 8. — 15.: Elise Mosbach geb. Enders, 71 I-, Steinstraße 85. ** Die Vereinigung des ehemaligen L. I. R. 116 zu Gießen veranstaltete, wie man uns berichtet, in diesen Tagen einen Kameradschaftsabend, der insbesondere dem Gedächtnis der 1914 in der Marneschlacht bei Vitry le Francois bei der Feuertaufe des Regiments gefallenen Kameraden gewidmet war. Der Führer der Vereinigung, Kamerad B o p f, gedachte in einer kernigen Ansprache der ruhmreichen Taten des Regiments, das alle feine Stellungen an der Westfront tapfer verteidigte. Mehrmals wurde das Regiment infolge seiner Ruhmestaten im Heeresbericht erwähnt. Besonders wurde von einigen Kameraden auch wieder erwähnt, wie das ehemalige Regiment sich tapfer auch in den letzten Tagen des großen Krieges geschlagen hat. Landwehrkompanien von einer Gefechtsstärke von 25 bis 40 Mann hielten mehrere Tage einige stark ausgerüstete französische Divisionen völlig in Schach. Zu Ehren der Gefallenen wurde am Ehrenmal des Regiments ein Kranz niedergelegt. Gondergencht in Gießen. Wegen Vergehens gegen § 2 des Heimtücken- aesetzes wurde der aus Wiesbaden stammende Otto B ä r zu einer Gefängnis st rase von neun Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte unwahre Behauptungen über führende Persönlichkeiten des Dritten Reiches aufgestellt und weiterverbreitet. Da er hartnäckig leugnete, sah das Gericht von der Anrechnung der Untersuchungshaft bei dem Angeklagten ab. Wegen Gefährdung des Staates und der Partei hatte sich der in Burg-Solms wohnhafte, aus der Untersuchungshaft vorgeführte Erwin Sarstedt zu verantworten. Trotz wiederholter Verwarnungen ließ der Angeklagte von seinem Tun und Treiben nicht ab, weshalb ihm durch Auferlegung einer Gefängnis st rafe von einem Jahre, unter Anrechnung der Untersuchungshaft mit sechs Wochen, einmal klar gemacht werden mußte, daß er auf dem von ihm beschrittenen Weg nicht roeiter? kommt. Oberhessen. Landkreis Gietzen. £ Wieseck, 19. Sept. Unser Mitbürger Phll. Kimmel wird am 22. September 88 Jahre alt. Er war lange Jahre als Werkmeister bei der Zigarrenkistenfabrik Andreas Euler tätig und erfreute sich bei seinen Mitarbeitern größter Wertschätzung. Kimmel, körperlich und geistig sehr rege, ist der älteste männliche Einwohner von Wieseck. £ 2ß i e f e tf , 19. September. Wie wir bereits vor einigen Tagen berichteten, findet heute von 21 bis 22 Uhr eine Verdunkelungsübung, veranlaßt durch die Polizei im Zusammenwirken mit dem Reichslustschutzbund statt. "X Watzenborn-Steinberg, 19. Sept. Am morgigen Sonntag, 20. September, begeht Müllermeister Johannes Philipp XII. in bester körperlicher und geistiger Frische seinen 81. Geburtstag. Seine Ehefrau konnte im Juni d. I. auf vollendete 80 Lebensjahre zurückblicken. Als eifriger Leser seiner Heimatzeitung, des Gießener Anzeigers, nimmt er regen Anteil an allen Geschehnissen. —/— Lich, 18. Sept. Für Dienstag, 22. September, von 20 bis 21 Uhr wurde die erste D e r • dunkelungsübung in unserer Stadt ange- setzt. In einer Anordnung der Bürgermeisterei wird die Bevölkerung aufgefordert, alle Maßnahmen zu treffen, damit die Hebung in jeder Weise erfolgreich und zufriedenstellend verläuft. = Lich, 18. Sept. Am gestrigen Tag konnten die Eheleute Jak. Christian L e d e r m a n n und Marie Christine, geb. Fink, das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. D-as gleiche Fest werden am Montag, 21. September, Dentist Karl Ludwig Insel und Ehefrau Anna Margarete, geborene Stengler, feiern. * Grünberg, 19. Sept. Gestern früh ereignete sich in der Nähe des Schwimmbades ein Der- kehrsunfall. Ein Kraftwagen aus Gießen wurde von einem Fuhrwerk angefahren, das unvermutet und rasch aus einem Seitenweg auf die Hauptstraße einbog. Durch den Anprall zerbrachen einige Fensterscheiben. Glücklicherweise wurde niemand von den Insassen verletzt. Der Kraftwagen konnte seine Fahrt fort« setzen. Preußen. Kreis IDettlar. (V Krofdorf-Gleiberg, 19. Sept. Am 1. Oktober tritt Konrektor W. H. Drescher von unserer Schule in den Ruhestand. Damit scheidet ein Schulmann aus dem Dienst, der mit großem pädagogischem Geschick seine besten Kräfte der Jugend in den Orten Hochelheim und Krofdorf-Gleiberg gewidmet hat. Aus Atzbach stammend, besuchte Konrektor Drescher das Lehrer- Seminar in Neuwied, amtierte ein Jahr in Daaden (Westerwald), von wo es ihn bald wieder in den Heimatkreis zog. In Hochelheim verwurzelte er in etwa drei Jahrzehnte langer Tätigkeit aufs beste mit feiner Gemeinde, was heute noch in treuer Anhänglichkeit der dortigen Bewohner an ihrem ehemaligen Lehrer zum Ausdruck kommt. Der Kreis der Kulturaufgaben des verdienstvollen Jugendbildners ging bei dem geistig und körperlich stets frischen Manne weit über die eigentliche Unterrichtstätigkeit hinaus. Die Bekleidung verschiedener Ehrenämter waren das Ergebnis seines lauteren, biederen, zuverlässigen und allzeit verträglichen Charakters. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich als Dirigent des Gesangvereins, den er bei Wettkämpfen von Erfolg zu Erfolg führte. Nur schwer trennte er sich von Hochelheim, als er im Jahre 1929 dem ehrenvollen Rufe als Konrektor nach Krofdorf- Gleiberg folgte. Auch in feinem neuen Wirkungsort zeigte er die gleiche Treue, Liebe zur Arbeit, eisernes Pflichtgefühl, unverrückbaren Sinn für Verantwortung und harmonische Zusammenarbeit mit seinen Kollegen. Trotz einer schweren Kriegs-Verwundung, die er als Leutnant der Landwehr 1917 in Flandern erhielt und die ihm zuweilen viel zu schaffen machte, hat er bis auf den heutigen Schultag vor den Herbstferien als nimmer rastender Beamter zur Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde und der Bevölkerung seinen Dienst erledigt. Die besten Wünsche der Gemeinden Hochelheim und Krofdorf-Gleiberg für den Ruhestand begleiten ihn. * Hörnsheim, 17. Sept. Wegen starken Auftretens der Masern unter den Schulkindern wurde heute die hiesige Schule bis auf weiteres geschlossen. Die Krankheit hat auch bereits eine Anzahl Erwachsene ergriffen, jedoch bleibt sie bis jetzt in allen Teilen gutartig. MUllMMM Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Nur von zweien, von der dicken Hed und Trudel Windisch. Aber das sind auch wieder lange Geschichten für sich, die ich dir später mal erzähle. Ich bringe dich bis zur U-Bahn, mir tut eine Nase voll frischer Luft auch ganz gut." Sie zieht sich ein Mützchen über den Kopf, greift nach den Schlüsseln, die an einem Nagel neben der Tür hängen, und dann gehen die beiden Mädchen durch die fast nachtdunkle Straße zum Wittenbergplatz. Sie reden nicht mehr viel miteinander, jede denkt über das Schicksal der Anderen nach, bei Hanna Brandes ist es fast ein leises Neidgefühl auf die robustere seelische Beschaffenheit ihrer Begleiterin, und Liesel Gottschalk überfallen langsam die Ueberlegungen. Sie hat nicht viel im Kleider- schrank hängen, sicher paßte sie mit ihrer bescheidenen Sonntagskluft recht wenig in die Villa in der Binger Straße. Aber hingehen wollte sie auf alle Fälle, es würde eine so herrliche Abwechslung sein und das Selbstbewußtsein wieder ein bißchen heben, das einen manchmal bei einem halben Liter Milch und einem Achtel Käse verlassen 'mnte. Vor der U.-Bahn verabschieden sie sich, und Hanna Brandes fährt sehr nachdenklich nach Hause. Als sie das Haus betritt, fällt ihr erster Blick auf die kleine Glasplatte unter dem Spiegel. Die Handschuhe sind fort . . . Aufatmend steigt sie ein Stockwerk höher in ihr Zimmer. 2. Kapitel. Die Handschuhe sind fort, aber Dr. Brandel's Hut und Mantel auch. Sie hängen neben dem leichten Abendmantel Melanie Morholts in der Garderobe eines Dachgartens in der Stadt. Brandes hatte Lust auf einen eisgekühlten Drink gehabt, vielleicht auch auf einen Tanz und nette Musik. Nun sitzen sie sich an dem kleinen Tisch in Korb- stühlen gegenüber, haben Sektgläser vor sich stehen und sehen von dem hohen luftigen Dach auf die Stadt, in der sie leben, arbeiten und ihr Glück suchen. Ein fahler Nachthimmel steht über ihnen, die Sterne flimmern nur matt, denn das Lichtge- funkel der Stadt hat aufdringlichere Strahlen. Sie haben noch nicht miteinander getanzt, unwillkürlich hat ihr Gespräch eine Wendung bekommen, die der Stimmung des Ortes wenig entspricht. „Was hindert dich daran, endlich meine Fräu zu werden, Melanie?" fängt der Mann wieder an und siebt ihr forschend in das halb abgewandte Gesicht. „Wir kennen einander seit fast zwei Jahren. Du kommst mit deinen Sorgen zu mir, und ich mit den meinen zu dir. Was wir an Freuden erleben, teilen wir auch, sei es nun dein Erfolg an der Oper, oder die Tatsache, daß ich anfange, ein gesuchter Mann zu werden. Ich wüßte wirklich nicht —" „Wirklich nicht, Herbert?" Die Sängerin sieht den Mann noch immer nicht an, sie hat die Hände, an denen nur ein einziger, sehr alter Ring glänzt, gefaltet und das Kinn darauf gestützt. Sie merkt nicht, daß sie verstohlen aus dem Publikum beobachtet wird, sie hat ihre Gedanken ganz wo anders. „Dann muß ich es dir sagen. Der Grund, dich nicht zu heiraten, ist deine Tochter." „Hanna?" Brandes ist verblüfft. „Sie liebt mich nicht." Minutenlang gibt Brandes keine Antwort, an feine Tochter hat er in diesem Zusammen' ma, das wird ihm jetzt klar, noch gar nicht gedacht. Aber je mehr er das jetzt tut, um fo leichter wird ihm. Er lächelt. „Hanna ist doch kein kleines ftinb mehr, Melanie. Sie weiß, daß ich ihre Mutter geliebt und vermißt habe, sie weiß aber auch, daß ich dieses Leben der absoluten Arbeit nicht auf die Dauer ertragen Eann. Auerdem würde ich mir von ihr doch keine Vorschriften machen lassen." „Du nicht. Aber ich fühle mich bedrückt, weil ich sie verstehen kann. Wir haben nur wenig mit einander gesprochen, aber es hat mir zur Genüge ihre Einstellung gezeigt; sie hält mich für einen unwillkommenen Eindringling. Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich nicht gerade Künstlerin wäre." „Du sagst, sie liebt dich nicht, Melanie. Es wuß ja auch nicht gleich Liebe sein, es genügt doch Sympathie, Achtung und gegenseitiger guter Wille," sagt Herbert Brandes kurz; er ist Widerstand wenig gewöhnt, und da, wo er sich zeigt, bricht er ihn. „Ich bin nur ächt Jahre älter als Hanna — es ist ein Unding, die Frau ihres Vaters zu werden. Und nun wollen wir wirklich nicht mehr davon sprechen, Herbert, meine Gefühle zu dir sind und bleiben die gleichen — willst du mich heimbringen, ich muß morgen fingen und möchte gut geschlafen haben, und das ist ein Thema, das mich ja schließlich bis in den Schlaf hinein beschäftigen kann." Melanie Morholt steht auf und geht, während Brandes zahlt, langsam zur Garderobe. Diele sehen der schlanken, graziösen Frau nach und wechseln Blicke, als Dr. Brandes vorbeigeht. Vor dem Hotel reißt ein Boy den Wagenschlag auf, und dann fahren sie in Richtung Halensee davon. Der Abschied vor der Haustür ist nur kurz, sie lieben es nicht, sich neugierigen Blicken lange zu zeigen. „Schlaf gut, Melanie." Er küßt ihr die Hand. „Wenn ich kann, bin ich morgen in der Oper, es ist ja dein letztes Auftreten vor den Ferien. Und, Melanie — denk noch einmal nach, weise es nicht einfach so von der Hand, ich kann den Grund nicht akzeptieren und — ich finde den Zustand unerträglich." „Gute Nacht, Herbert," nickt ihm die Frau lächeln zu und verschwindet hinter den mächtigen Glasfenstern der Tür. Aber Herbert Brandes hat keine gute Nacht, unausgesetzt drehen sich die Gedanken um die Frau, die er liebt, und die er ganz für sich haben möchte. Er liebt sie anders als Hannas Mutter, die ein sehr sanfter, sich stets unterordnender Mensch war, er liebt die Kämpfernatur der Sängerin, die sich zäh und verbissen aus der brodelnden Masse der Allgemeinheit hinaufgearbeitet hat, daß man sie nun sieht und beachtet. Er liebt ihre bewegliche Geistigkeit, selbst ihre kleinen Launen, er liebt den Aauch zarter Sinnlichkeit, der von ihrer dunklen Stimme ausgeht, und die knisternde Atmosphäre, die sie überall da verbreitet, wo sie auftaucht. Hanna. Warum in aller Welt sollen sich die beiden Frauen nicht verstehen! Das Mädchen liebt die Musik mcht weniger als es die Sängerin tut, sie hat selbst eine fast geschulte Alt-Stimme und spielt Klavier, daß er schon oft erstaunt in seinem Arbeitszimmer gelauscht hat, woher sie die hochkünstlerische Auffassung nimmt, denn er selber hat nicht viel Zeit, sich um die Kunst zu kümmern — Ausnahmen bilden seine Opernbejuche. Der Anwalt erhebt sich an dem strahlenden Julimorgen reichlich müde und zerschlagen. Als er ins Gartenzimmer kommt, ist das Gedeck seiner Tochter schon weggeräumt, und auf seine Frage sagt ihm das Hausmädchen, daß das Fräulein Tennis spielen gegangen sei. Brandes ist erstaunt, denn es gehört zu den Seltenheiten, daß er allein frühstückt. Sein Unmut vertieft sich. Er war gerade in der Verfassung, einmal ein offenes Wort mit seiner Tochter zu sprechen und gerade das Thema vorzubringen, das ihm am meisten am Herzen liegt: seine Ehe mit Melanie Morholt. Er steht auf und sieht in das Blühen des Gartens, aber von aller Frühlingsherrlichkeit erfaßt er nichts, er hat auf einmal das Gefühl lähmender Einsamkeit und das Verlangen nach einem Menschen, mit dem er ein ernsthaftes Wort reden kann, ein Männerwort. Mit einem unterdrückten Seufzer geht er in sein Zimmer. Auch das ist jetzt von Sonne erhellt, sie glitzert auf den farbigen Steinen des Kamins, der von hohen italienischen, schönen Renaissancestühlen flankiert ist, auch die ausdrucksvollen Farben des schweren Teppichs leuchten kräftiger. Auch hier sind die Vorhänge weit aufgezogen, auf dem schlichten Renaissance-Schreibtisch steht ein hellgrünes Blattgewächs, liegen Zeitungen und Akten, in denen Dr. Brandes zerstreut lieft. „Ich habe Paul lange nicht gesehen, ich könnte denkt er, und schon will seine Hand zum Apparat greifen, als es klopft. „Morgen, Herbert! Wenn ich sehr störe, wirf mich postwendend raus! Ich bin im Vorbeigehen!" „Paul!" Wie befreit lacht Brandes auf. „Stell dir vor, ich habe eben bei dir anläuten wollen, ob du noch lebst. Komm, fetzt dich, ich lasse gleich einen guten Tropfen anfahren. Bordeaux, Burgunder? Was willst du?" „Bordeaux ist etwas für alte Leute, Burgunder trinke ich am liebsten nur mit einer Frau zusammen —" „Dann sollst du mein lang gehütetes Geheimnis kennen lernen, Paul!", lachte der Anwalt. „Ich habe eine große Liebe, die ich eifersüchtig hüte, und das ist ein fast vierzehnjähriger Ruwer-Wein, ein Maxim - Grünhäuser ° Herrenberg, von dem einmal ein Kenner behauptet hat, er fei ein Goethe'sches Jugendgedicht im Alter genossen — und hier, Zigaretten oder Zigarre?" (Fortsetzung folgt.) Derdunkelungsübung im Kreis Alsfeld Wirischast Rundfunkprogramm Kirchliche Nachrichten Bibelstunde. eichte und hl. Abend- Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Berlin Sranfturt a.M. Datum 152,5 162,5 162,25 128,75 I 127,75 120,65 Banknoten. !| *-l TOI ül >1 2051 205 1 2061 205 115,1 100 99 127,5 120,65 101,4 98 127,5 132 101 97,5 95 109,7 115 100,1 99 97 101 97,5 95 109,7 7 9 6 6 b 71,25 87,65 154,25 127,5 115,25 165 51,25 406 198 169,5 139 104,5 32,5 119,5 177 140,25 106 32,2 119 177 162,25 273 113,5 128,75 132 128,9 132,25 152,5 128,5 226,5 139 104,65 32,75 121,4 119,75 177 103 73 87,5 154 127 104,25 115,5 164 82,5 51,4 410 169 162,25 273 114 129 132,25 103 71,13 87,5 153,5 128 104 115,75 165 82,13 51,25 405,5 169,5 151 128,75 140,5 106,13 32,65 121 117,25 177 73,25 88 154,5 126,25 115,5 164,5 51,25 406 169,5 Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 5 bis 8, A. G. Farben-Jnduftrie ©rfieibeanftalt........ Goldschmidt ......... RütgerSwerke........ Metattgeiellschaft...... Allen Baufachleuten eröffnet sich ein neues Tätigkeitsgebiet im Selbstschutz gegen Luftangriffe. 32,5 3,1 9,25 8,9 8,9 13,75 Oie Revision des Elternmörders Maibach verworfen Evangelische Gemeinden. Sonntag, 20. Sept. 15. Sonntag nach Trinitatis. 33,13 3,1 9,4 8,9 8,95 ab. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei wenig veränderten Kursen gering. Im Freiverkehr zeigte sich wieder Nachfrage nach verschiedenen Balkanwerten. 3proz. Steg v. 1883 8,25 (8,13). Im Verlaufe erfuhr das Geschäft auf kleine Käufe eine leichte Belebung, die Haltung war etwas fester. Bevorzugt wurden am Aktienmarkt auf höheres Angebot Amsterdam Kunstseide Aku, die bei lebhaften Umsätzen auf 72,75 nach 71 anzogen. Ferner konnten sich die meisten Montanpapiere um 0,50—0,75 v. H. erhöhen, auch IG. Farben leicht befestigt. Bon erst später notierten Werten zogen Lahmeyer auf 143,40 (142,25) an, während Zellstoff Aschaffenburg auf 126,25 (127,50) nachgaben. Am R e n t e n m a r k t gingen Kommunal-Um- schuldung auf 88,40 (88,55) zurück, auch Zinsvergütungsscheine mit 93,30 etwas leichter. Im Freiverkehr blieben Balkanwerte fest und lebhaft, 3proz. Steg 8,55 nach 8,25, L-Lombarden 7,65 (7), Wiener Schätze v. 1922 gute Stücke unv. 5,75 v. H., Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe 4,80—o (4,70). Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben unverändert, Liquidationspfandbriefe etwas uneinheitlich. Don Auslandsrenten 4proz. Steg von 1883 19,75 (18,80), Oesterr. Silberrente 3,20. Der Freioerkehr lag ruhig und unverändert. Tagesgeld unv. 2,75 v. H. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse war das Geschäft im ganzen nicht sehr groß und die Kurse wiesen zumeist nur geringprozentige Veränderungen gegen den Berliner Schluß auf. Sehr große Umsätze verzeichneten Schluß« furd 17-9. Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. o Bemberg................... 6 Jellstosf Waldhof ............ 6 ellstoff Aschaffenburg .......o eilauer Gas ...............7 Daimler Motoren............o Deutsche Linoleum........... 8 Orenstcin & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........o Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Christenlehre. — Mainzlar. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die in mittlerem Alter stehenden Gemeindemitglieder; Kollekte; 11: Kindergottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; Kollekte; 11.30: Christenlehre; 14: Trauungsgottesdienst mit Kollekte. — Trais- Münzenberg. 8.30: Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 20.15: Frauenhilfe. — wirberg. 10: Gottesdienst. — Beltershain. 12.15: Gottesdienst; Christenlehre; Kollekte. — Harbach. 14.15: Gottesdienst; Christenlehre; Kollekte. — Veitsberg. 10: Lesegottesdienst. — Llch. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Kollekte; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — wahenborn-Skeinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre; 11.15: Kinder- Evangelische Sladlrnission (Löberstraße 14). Sonntag, den 20. September. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 15 und 20.15: Herbstdankfest.— Mittwoch, den 23. September. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde Gießen (Zu den Mühlen 2). Sonntag, den 20. September. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation (Missionar Becker). — Dienstag, den 22. September. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 20. September. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 23. September. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 24. September: 20.30: Jugendbundstunde. Neuapostolische Gemeinde (Händelstraße 1, Eder- straße 13). Sonntag, den 20. September. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 23. September. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Vaptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 20. September. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Gottesdienst mit Abendmahl; 20.30: Predigt. — Donnerstag, den 24. September. 20.30: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 19. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 20. Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. OeffentNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend»» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Dr. Klein, Frau Dr. Marx. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Hirsch-Apotheke. (Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen.) .1 gottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; an« Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das, schließend hl. Abendmahl. — hausen. 13: Gottes- Bündel 10 Pf. I dienst; anschließend hl. Abendmahl. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln. Fwd Seit dem 1. September sind die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in Gültigkeit, und zwar verstehen' sich die e Festpreise frachtfrei Empfangs- station dürfen al o weder über-, noch unterschritten werden Die Fest etzung des Erzeugerpreises frachtfrei Empfangsstation besagt, daß in den vorge- Unebenen Festpreisen auch die Frachtkosten vis zum Empfangsplatz enthalten sind; der Erzeuger erhält demnach beim Verkauf seiner Speisekartoffeln den für das Empfangsgebiet gültigen Preis, abzüglich der tatsächlich entstandenen Frachtunkosten. Bei der diesjährigen Regelung des Speisekartoffelmarktes sind zur notwendigen Preisstaffelung fünf Preisgebiete gebildet worden, wobei Hessen- Nassau zu dem Gebiet mit zweithöchstem Festpreis gehört, Für den Marktverkehr gilt die Grundregel, daß der Erzeuger den Festpreis zu beanspruchen hat, der im Preisgebiet des Empfängers gültig ist; von diesem Festpreis wird die tatsächlich entstan- dende Fracht in Abzug gebracht. Bei der Berechnung des dem Erzeuger zustehenden Speisekartoffelprel- fes ist also in jedem Falle der Festpreis zu Grunde zu legen, der im Empfangsgebiet gilt. Bei Lieferungen innerhalb eines Preisgebietes gilt dementsprechend ebenfalls der um die tatsächlich bezahlten Frachtsumme verminderte Festpreis. Jeder Verteiler, der Speisekartoffeln unmittelbar beim Erzeuger kauft, muß diesem über jede Lieferung eine Gutschriftsrechnung ausstellen, so daß der Erzeuger die Richtigkeit des ausgezahlten Preises überprüfen kann. Mein-Mainische Börse. rNittagsbörse still. Frankfurt a. M., 18. Sept. Trotz mannigfacher Anregungen blieb die Börse auch heute sehr ruhici. Der Auftragseingang bewegte sich in engsten Grenzen, so daß die Unternehmungslust der Börjen- kreise schwach blieb. Die Zahl der am Aktienmarkt zur Erstnotiz gekommenen Papiere war außerordentlich klein, in den meisten Fällen waren die Kurse nur knapp ge- halten. Am Montanmarkt richtet sich die Aufmerksamkeit auf die am Samstag stattfindende Bilanzsitzung bei Klöckner. Die Ausschüttung von 3,5 v. H. bei Hoesch ergab noch etwas Angebot, so daß die Hoesch-Aktie auf 106,75 (107) abbröckelte; mit großem Interesse erwartet man das Rechnungswert. Klöckner gaben 0,50 v. H. auf 111 nach, dagegen zogen Verein. Stahl 0,50 v. H. auf 105 an, Mannesmann blieben zu 104,50 unverändert. Etwas niedriger lagen noch Otavi Minen mit 32,20 (32,50). IG. Farben gingen auf 161,90 (162,25) zurück. Don Elektrowerten ermäßigten sich Siemens auf 185,90 (188), auch Bekula 0,50 v. H. leichter, Gesfürel behauptet. Zellstoffaktien ließen etwa 0,50—1 v. H. nach. Don Kunstseidenwerten Aku 0,25 v. H. niedriger, Bemberg 0,40 v. H. höher. Im Zusammenhang mit der Reprivatisierung bei Hamburg-Süd erhielt sich Nachfrage nach Schisfahrtsaktien, Hapag 14,50—15,50 (14,50), Nordd. Lloyd 15—15,75 (14,50). Im einzelnen eröffneten Cement Heidelberg und Rheinmetall je 0,50 v. H. freundlicher, Daimler und Westdeutsche Kaufhof blieben behauptet, Gedr. Junghans und Reichsbank bröckelten bis 0,50 v. H. Gießen. Sladlkirche. Gottesdienst um 8 Uhr fällt aus. 9.30 Uhr: Pfr. i. R. Kalbhenn; verbunden mit der feierlichen Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Matthäusgemeinde; 11: Pfr.i.R. Kalbhenn; Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; 18: Pfr. Anthes; verbunden mit der feierlichen Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Luthergemeinde. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Pfr. Bech- tolsheimer; Kinderkirche für die Lukasgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs wegen Verrichtung geschlossen. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg Nr. 59.) 9.30: Pfr. Trapp; anschließend Abschluß der Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Pe- trusaemeinde. — Saal der Neuen Krippe. 11: Pfr. Ausfeld; Kinderkirche für die Johannesgemeinde. — Lulherfaal (Kaiserallee 1 H.). 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Dieseck. 9.30: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmanden-Unterweisung; 15: -• "■ ‘ — Atten-Duseck. 10: Gottesdienst; 11: ; 13: Kinderkirche. — Grohen-Buseck. Christenlehre; 13: Kinderkirch, 10.30: Gottesdienst; 11.30: Bi z mahl. — Oppenrod. 8.15: Beichte; 8.30: Gottesdienst mit Feier des bl. Abendmahls. — Steinbach. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Gritzner............. 01 Mainkrastwerke Höchst a,M... 4 Süddeutscher Zucker........ 10j LPD. Frankfurt a. M., 18. Sept. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts hat die von dem 20 Jahre alten Erich Maibach aus Bad Homburg gegen das Urteil des Schwurgerichts Frankfurt a. M. vom 20. Juli dieses Jahres eingelegte Revision als unbegründet verworfen Damit ist der Angeklagte wegen Mordes zum Tode und wegen Totschlags, begangen an einem Verwandten aussteigender Linie, zu lebenslänglichem Zuchthaus und lebenslänglichem Ehrverlust rechtskräftig verurteilt. Erich Maibach hat bekanntlich in der Nacht zum 1. Juli dieses Jahres erst feinen schlafenden Stiefvater und dann feine M u t» t e r mit einer Axt erschlagen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. 113,25, Hoesch 107,25, Rheinstahl 140,25, Laurahütte 18,50, Verein. Stahl 106, Aku 73,25, Bekula 154,50, Bemberg 88, Daimler 115,50, Deutsche Erdöl 129, Scheideanstalt 273, Licht & Kraft 153,50, IG. Farben 162,25, Gesfürel 134, Goldschmidt 113,50, Gritz- ner 34,13, Holzmann 128, Gebr. Junghans 102. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 18. Sept. Am Gemüse- markt war das Angebot sehr stark, besonders von Blumenkohl, Eskarol, Rotkraut, Tomaten, Weißkraut und Wirsing. Nachfrage befriedigend. Preise für Bohnen leicht erhöht, sonst unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl 10 bis 35; Buschbohnen 9 bis 10, Stangenbohnen 10 bis 14, Äachsbohnen 12 bis 14; Eskarol 3 bis 8; Salatgurken 10 bis 20; Karotten 3Vs bis 4; gelbe Kartoffeln 2,90 bis 3,10; Kohlrabi 3 bis 4; Kopfsalat 4 bis 10; Lauch 2 bis 5; Meerrettich 45 bis 50; Petersilie 15 bis 20; Pfifferlinge 35 bis 40; Rettich 3 bis 10; Römischkohl 4 dis 5; Rote Rüden 4 bis 5; Rotkraut 21/z bis 4; Sellerie je nach Größe 8 bis 30; Spinat 8 bis 10; Tomaten I 7 bis 10, II 4 bis 6; Weißkraut 2 bis 3; Wirsing 2V2 bis 4; Weiße Rüben 7 bis 8; Zwiebeln 4,30 bis 5,00, Einmachzwiebeln 8 bis 15. Das Angebot von Obst blieb allgemein gut, von Zwetschen sehr reichlich. Tafeläpfel und Trauben noch schwach angeboten. Nachfrage nach genußreifen Tafeläpfeln, schönen Birnen und Zwetschen gut, im übrigen schleppend. Preise im allgemeinen unverändert. U. a. notierten: Aepfel I 18 bis 22, II 14 bis 16, Wirtschaftsäpfel 10 bis 12, Falläpfel 4 dis 5, Schafsnase 10 bis 12, Goldparmänen 25 bis 30 (ital.); Apfelsinen, Kiste 126 bis 288 Stück, 20 bis 23 (Bras.); Bananen, 12Vr-kg-Kiste netto, 6 bis 6,50 (Westind.), 4,00 bis 6,00 (Kamerun); Birnen I 20 bis 25, II 12 bis 18, Kochbirnen 5 bis 10, Gellert I 22 bis 25, II 15 bis 20, Gute Luise 18 bis 20; Brombeeren 20 bis 25; Kranzfeigen, 25-kg-Sack, 10,50 bis 11,50; Pfirsiche I 28 bis 35, II 20 bis 25; Preiselbeeren 28 bis 30; Quitten 18 bis 22; Trauben 18 bis 20, 50 bis 60 (holl.), 25 bis 28 (ital.); Walnüsse 28 bis 35; Zwetschen 7 bis 10. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 19. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse B 12, ausländische 11 bis 12, Wirsing, % kg 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 20, Römischkohl 5 bis 8, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 35, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 30, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 6 bis 7, Nüsse 40 bis 50, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Gänse 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Das Kreisamt Gießen weist darauf hin, daß an< läßlich der in der Nacht vom 21. auf 22. September und evtl, noch an einem späteren Zeitpunkt der fom« menden Woche stattfindenden Verdunkelungsübungen im Kreise Alsfeld während der Verdunkelungszeiten nur solche Kraftfahrzeuge im Kreise Alsfeld fahren dürfen, die mit einer Schlitzkappe und abblendbarem Rücklicht versehen sind. Ebenso müssen Radfahrer und andere Fuhrwerke die Beleuchtung abblenden bzw. einschränken können. Fahrzeugen aller Art, die .. nichtvorschriftsmäßigabblendbar sind, -1 wird die Einfahrt in den Kreis Alsfeld von den auf- I gestellten Posten unters a gt werden. jedoch Verein. Stahlwerke zu 106 (106,13). Einiges Geschäft hatten auch Klöcknerwerke mit 113,25 (112,75), die Börse rechnet mit 4 (i. V. 3) v. H. Dividende; sonst lagen Montanwerte ruhig, aber behauptet. Nachfrage fanden außerdem wieder Schiffahrtsaktien, Hapag 15,75 (15,50), Nordd. Lloyd unv. 16. Noch etwas fester waren ferner Kunstseide Aku mit 73,25 (73). Gebr. Junghans waren zu 102 (102,50) angeboten. Arn Rsntenrnarkt lagen deutsche Werte still und unverändert. Von Auslandsrenten erhöhten sich 4proz. Steg von 1883 auf 20 (19,75). Lebhafteres Geschäft hatten 4,5proz. Rumänen mit 11,55 (11,50). Von Schweizer Bahnanleihen fliegen 4proz. SBB. auf 246 (243), 3,5proz. do. auf 233 (231). Im Freiverkehr lagen österr.-ungarische Vorkriegswerte ruhig, 3proz. Steg v. 1895 8,40—8,50, Wiener Schätze 6, Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe 4,90—4,95. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115, Schutzgebietsanleihe von 1909 11,10, 4proz. Ungarn Gold 9,35, 5proz. Rumänen 7,40, 4,5proz. do. 11.55, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 246, 3,5proz. do. 233, Commerzbank 99, DD.-Bank 97,50, Dresdner Bank 97,50, Buderus 111,75, Harpener 132, Klöckner Sonntag, 20. September: 6 Uhr: Hafenkonzert an Bord des Dampfers „Deutschland" der Hamburg-Amerika-Lime. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. Gespielt von Will). Heinr. Simmermacher von der alten Nikolaikirche zu Frankfurt a. M. 9: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau-Hessen. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: „Ewiges Volk". 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. Otto Gmelin: „Das Licht in der Nacht". Anläßlich seines 50. Geburtstages am 17. September. 11.30: Kantate, von Johann Se- bastian Bach: „Es wartet alles auf dich", G. A. Nr. 187. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Vom Fest der Traube und des Weins. Ausschnitte aus der Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: HJ.-Funk. Sporttreffen der HI. in Konstanz. 18.30: „Ich fing mich in dein Herz hinein". 19.15: Fern vom Land der Ahnen. Volksdeutsche Feier zum Tag des deutschen Volkstums. 19.45: Sportbericht. 20: Zauber der Instrumente. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: 18. Internationale Sechstagefahrt. Bericht vom 4. Datum tWanäleiDer Bergbau....... 6% KokSwerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhetnitahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8% Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........15 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% Schluß- furd 17-9. 101,4 98,13 Schluß!. Abend« börte 189 Tag. 22.30: Sportspiegel des Sonntags. 22.45z Tanzmusik. 24—2: Nachtmusik. Montag, 21. September: 6: Gott segne unfern Führer (Leopold von Schenkendorf). — Moroenspruch. Gymnastik. 6.30: Friih- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst: 12: Schloßkonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Wunsch-Automat. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Operettenmusik. 16.45: Südwestdeutsche Erzähler. Nikolaus Schwarzkopf: „Aus meinem Bauerngarten". 17: Kammermusik. 17.30: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts... Gespräch in der Eisenbahn. 17.40: Bü- sinaen, eine badische Enklave in der Schweiz. 18: Fröhlicher Alltag. Ein buntes Konzert. 19: Kompositionen von Franz Dannehl. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Aus dem Urlaub zurück. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk.). 22.30: Musik zur „Guten Nocht". 24—2: Nachtkonzert. Philipp Holz mann........... 4] 128,5 128 I Zementwerk Heidelberg ...... 71 144,5 145 I Eementwerl Karlstadt......... ß| 154 | 156 | Schluß. Mittag- börse 18-9. Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« lurd Gchlußl. Mittag« börse 17.9. 18.9. 17.9- 18.9. Frankfurt a.M. ■Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 17.9. 18.9 17.9 18.9. 4% vesgl. Serie H.......... — — — — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,4 7,4 7,5 7,5 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 11,4 11,55 11,25 11,5 4% Rumänische vereinh. Rente 6,4 — 6,35 6,4 2 yt% Anatolier ............. 44 43,75 43,75 44 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 14,5 15,75 14,5 15,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— 39 39,13 Norddeutscher Lloyd ......... 0 14,5 16 14,75 16 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 114 113,75 113,9 113,75 Berliner Hanbelögesellschaft ... 6 121 121 120 120,5 Commerz, und Prival-Bank ... 4 99,25 99 99,25 99 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................ 4 97,5 97,5 97.5 97,5 Dresdner Bank.............. 4 97,5 <>7,5 97,5 97,5 Reichsbank ................ 12 181 180,75 180,65 181,25 A.E.G...................... 0 35,5 35,5 35,5 36 8 155 154,5 154,9 154,5 Clektr. Lieferungsgesellschaft... 6 128,5 128,5 128 127,9 Licht und Kraft ............. 7 152,75 153,5 153 154 gelten & Guilleaume......... 4 129,75 129,5 129,9 129,13 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 134 134 134 134 Rheinische Elektrizität ........ 6 — 123,5 123,5 — Rhein. Wests. Elektt.......... 6 128,65 129 128,5 129,25 Schuckert SCo............... 6 152,5 152,5 152,5 152,5 Siemens L Halske............ 8 188 186,25 188 186,5 Lahmeyer & Co.............. 7 142,25 143,25 142,5 143,75 BuderuS ................... 109,75 111,75 111,25 111,75 Deutsche Erdöl .............. 4 129,5 129 129,25 129 Harvener................. 8% 132,25 132 132,5 132 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 8 107 107,25 107,5 107,25 Alse Bergbau ............... 6 — —— 169,5 168,9 wie Bergbau Genüsse........ 6 135 133 135,25 132,75 3 111,5 113,25 110,25 112,75 Maunesmann-Rührea........ 8 104,5 105,5 104 106 17.«September 18.September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Ain 0,707 0,711 0,706 0,710 Brüssel .... Rio de Jan. 42,01 42,09 41,99 42,07 0,147 0,149 0,147 0,149 Sosta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 56,24 56,36 56,19 56,31 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47.14 London.... 12,595 12,625 12,585 12,615 Helsingfor».. Paris ..... 5,554 5,566 5,554 5,566 16,37 16,41 16,365 16,405 Holland ... 168,75 169,09 168.68 169,02 Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 Java»...... 0,736 0,738 0,736 0,738 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 OSlo..... : 63,30 63,42 63,26 63,38 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,44 11,46 11,43 11,45 Stockholm... 64,94 65,06 64,89 65,01 Schweiz ... 80,99 81,15 80,95 81,11 Spanien... 28,97 29,03 28.97 29,03 Prag...... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — Reuyork ... 2,488 2,492 2,487 2,491 6% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6/2% Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.°Ablös.«Schuld mii Ausloj.-Rechten ............ 4y2% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. 4'/.% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 6*4% ehem. 4yt% W Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4yz% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mi> Auslos.-Rechten .......----- Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 4 7i% ehe in.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 67V7O ehem. 4-4% Franks. HyP. Bank-Liqu.-Pfandbrtese...... 67i% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank«Ltqu.«GoldPfe. ... 47t% ehem. 8% Pr. Landespfand. brtefanstalt, Pfandbriefe R- 19 *7i% ehem. 7% Pr. Landeöpsand briefanst., Gold Komm. Lbl.20 Steuergutlch.BerrechnungSk. 84-38 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterretchtsche Stlberrente *% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrent« v. 1910 471% desgl. von 1913......... 5% abgest. (Molbmerifanet von 99 4% Türkische Bagdadbahn«Anleihe Serie i..................... 101,4 98,13 102,25 114,9 100 98,75 97 100,75 93,5 127.5 120,5 97 100,8 101 97,5 95 109,65 3,13 9,25 8,85 8,9 13,65 101,4 98 102,25 115 100 98,75 97 100,75 93,5 12/, 5 97 100,8 101 97,5 95 3,2 9,35 8,85 8,95 13,65 Berlin, 18-«September (Sell) Srles Amerikanische Roten.............. 2,439 2,459 Belgische Roten.................. 41,84 42,00 Dänische Roten ................. 55,99 56,21 Englische Noten ................. 12,54 12,60 Französische Noten............... 16,315 16,375 Holländische Noten............... 168,26 168,94 Italienische Noten................ ■— — Norwegische Noten .............. 63,04 63,80 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling ■■ Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 64,67 64.93 Schmelzes Noten................. Spanische Noten................. Ungarischs Noten ........... 80,77 81,09 °»F 27^94 MEIN AUSVERKAUF geht in unverminderter Form weiter! 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