Hr.193 Erstes Blatt 86. Jahrgang Mittwoch. ly.August 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Uuiverfitäts-Vuch- und Lterndruckerei R. Lange in Sietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Lchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/o mehr. 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Die deutsche Regierung hat der französischen Regierung geantwortet, dah sie auch ihrerseits bereit ist, ein gleiches Verbot zu erlassen unter der Voraussetzung, dah 1. das von der spanischen Regierung noch i n Madrid festgehaltene deutsche Transportflugzeug freigegeben und 2. alle Staaten, welche Industrien zur Herstellung von Kriegsmaterial und Flugzeugen in nennenswertem Umfange besitzen, s i ch in gleicher Weise binden, und dah insbesondere die Lieferung durch private Firmen ober Personen durch das Embargo mit ersaht wird. Auherdem hat die deutsche Regierung zum Ausdruck gebracht, dah es dringend erwünscht wäre, wenn die beteiligten Regierungen ihre Maßnahmen auf die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern an den K ä m pf e n in den in Rede stehenden Gebieten ausdehnen würden. * Wenn in irgendeinem Volke gegensätzliche politische Mächte und Weltanschauungen miteinander ringen, dann wird es niemals ausbleiben können, dah die Bevölkerung in anderen Ländern mit ihrer Sympathie auf Seiten der einen oder anderen Partei steht. Politische und wirtschaftliche Vorteile, aber auch Ueberzeugungsgründe neben rein stimmungs- und gefühlsmähiaen Momenten ohne kalkulierende Berechnung sind dabei oft im Spiel. Dah beispielsweise das europäische Bürgertum während der russischen Revolution keine Begeisterung für die Roten aufbrachte, daß Demokraten in England oder Frankreich nur mit Mißvergnügen die Revolutionen des Faschismus und des Nationalsozialismus beobachteten, ist an sich ebenso natürlich wie das Interesse, das man in allen Ländern Europas den Fronten im spanischen Bürgerkrieg entgegenbringt. Wer kann es den französischen Volksfrontanhangern Derbenfen, daß sie mit ihren Genossen in Spanien gegen die jahrhundertelange Bedrückung durch Adel und Geistlichkeit protestieren, wer kann es uns Deutschen verdenken, daß mir die Mordtaten des Bolschewismus in Spanien verabscheuen? Das find menschliche Regungen, die sich gar nicht unterdrücken lassen. Aber so wenig wie wir uns im Privatleben in ben ehelichen Streit einer Nachbarfamilie einmischen würden, so sehr verbieten uns auch die Gesetze des Anstandes und der Gesellschaftsordnung, die inneren Auseinandersetzungen fremder Nationen irgendwie beeinflussen zu wollen. Es ist deshalb ein allgemein anerkannter Grundsatz der internationalen Politik geworden, daß jeder Staat seine volle Neutralität bewahrt, falls in einem .anderen Staat innere Umwälzungen, Revolutionen und Bürgerkriege stattfinden. Diese Regel wurde .erstmalig durch die Sowjetunion, die ja auch als Staatswesen auf dem Gedanken der proletarischen Weltrevolution aufgebaut ist, ganz bewußt 'durchbrochen. Ebenso wie der Bolschewismus die 'Einheit des Familienlebens in Rußland zerstörte, untergrub er auch die bestehenden Ordnungen im .Zusammenleben der Völker. Ueberaü, wo in den letzten Jahren Brände ausbrachen auf der Erde, hatte Moskau feine Hand im Spiele. So auch in Spanien. Die dortigen Regierungen gerieten immer mehr in das Fahrwasser des Linksradikalismus, und der Kommunismus nützte die Gelegenheit aus, um «durch Propaganda und Förderung des bewaffneten Umsturzes die Errichtung einer späteren Rate- Diktatur auf der Iberischen Halbinsel vorzuberei- iten. Als diese Gefahr immer größer wurde, en^ jfchlossen sich die Generale der spanischen Arme^ durch Den überraschenden Einsatz ihrer Militärmacht diesem Treiben ein Ende zu bereiten und m Madrid Wieder ein nationales Regime einzusetzen, öo ent» fftand der Bürgerkrieg. . , x. In diesem Augenblick aber zeigte es sich, daß Die sowjetrussische Auffassung von den Nichtemmi- sschungsregeln auch in anderen Landern fschon Schule gemacht hatte. Von Fr an f r e i ch ■ aus begann sofort eine lebhafte Unterftuöung 'der spanischen Marxisten. Es wurden Mass e n mnö Flugzeuge über die Grenze geschickt, es rwurden Geldsammlungen veranstaltet, fr e i- imiUige Formationen gebildet und Expeditionen ausgerüstet, die der Madrider Linksregle- irung zur Hilfe eilen sollten. Tagelang sah die französische Regierung untätig diesem Vorgehen zu, dis jschließlich der französische Außenminister D e l d o s runter dem Druck der internationalen öffentlichen Meinung den Kabinettsbeschluß durchsetzte, wonach Die wichtigsten europäischen Mächte aufgefordert werden sollten, zusammen mit Frankreich einen Neutralitätsvertrag m der spanischen Frage zu schließen. Mit diesem Schritt hatten die besonnenen Elemente in der französischen Regierung zwar die Oberhand gewonnen und es wurde auch erreicht, daß Frankreich sich wenigstens äußerlich von dem Vorwurf reinigen konnte, es habe absichtlich seine Neutralitätspflichten verletzt, aber tatsächlich erfuhr die französische Unterstützung der spanischen Marxisten kaum eine Unterbrechung. Es flogen auch weiterhin Kriegsmaschinen nach Spanien, es reisten bedeutende Persönlichkeiten aus dem Volksfront-Lager nach Madrid, um die Marxisten in ihrem Widerstand zu ermutigen, und es äußerte erst jüngst der französische Innenminister in öffentlicher Versammlung den Wunsch, daß die Roten in Spanien Den Sieg Daoontragen möchten. Im Gegensatz zu Der zweiDeutigen Haltung Frankreichs gegenüber Den Vorgängen in Spanien hat d i e Reichsregierung von vornherein Das Gebot ft r i cf t e ft e r Neutralität b e - o b a ch t e t und durchgeführt. Der Führer und Reichskanzler hat in feinen Reden wiederholt erklärt, daß es der erste und wichtigste Grundsatz der nationalsozialistischen Außenpolitik sei, mit jedem Volke in Friede und Freundschaft leben zu wollen, ganz gleich, wie seine politische und staatliche Verfassung sei, daß es das nationalsozialistische Deutschland grundsätzlich ablehne, für seine eigenen politischen Ideen irgendwie im Auslande Propaganda zu machen oder entsprechende politische Bewegungen in anderen Ländern zu unterstützen. Im spanischen Fall hat sich die deutsche Regierung deshalb daraus beschränkt, die Volksgenossen aus den gefährdeten Gebieten zu ret- t e n und zu diesem Zwecke einige Kriegsschiffe an die spanischen Küsten zu senden. Darüber hinaus aber hat sie es nicht geduldet, daß den beiden spanischen Parteien irgendwelche moralische oder materielle Unterstützung von deutscher Seite zuteil wurde. Es lag also für Deutschland kein Grund vor, der schon bestehenden französisch-englischen Neutralitäts- Vereinbarung nicht zuzustimmen, es mußte aber andererseits auch die Gewähr gegeben fein, daß diese Neutralitäts-Vereinbarung ihren Zweck auch wirklicherreichte. Das französische Beispiel hat ja gezeigt, daß eine offizielle Nichteinmischungserklärung ohne den geringsten Wert ist, wenn es privaten Firmen und Persönlichkeiten erlaubt wird, Waffen und sonstiges Kriegsmaterial nach Spanien zu liefern. Die Voraussetzungen, unter denen die deutsche Regierung ihre Bereitschaft zu einem allgemeinen Waffenausfuhrverbot nach Pariser und Londoner Muster erklärt hat, waren also gegeben, die deutschen Vorbehalte im höchsten Maße berechtigt. Deutschland erstrebt eine absolute und vollständige Neutralität, aber nicht eine scheinbare, wie sie in gewissen anderen Staaten beliebt wird. Das nächste Wort hat Rom? Befriedigung in London. London, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Antwort auf die französischen Nichtein- mischungsvorschläge ist in London mit offenkundiger Befriedigung ausgenommen worden. „Morning Post" schreibt, daß die deutsche Antwort trotz gewisser Vorbehalte in London als ein wertvoller Schritt zur Erzielung einer allgemeinen Vereinbarung angesehen werde. Italien sei jetzt das einzige Land, das noch Schwierigkeiten mache, aber es sei Hoffnung vorhanden, diese zu überwinden. Der italienische Außenminister habe in seiner Unterredung mit dem britischen Geschäftsträger ein Zugeständnis in der Frage der Pressepropaganda gemacht. Er habe jedoch gleichzeitig die Bedeutung der Unter ft ü£un = gen erneut hervorgehoben. Die Franzosen hätten sich ihrerseits bereit erklärt, die offene Rekrutierung von Freiwilligen für die spanischen Marxisten zu unterdrücken. „Daily Telegraph" bezeichnet die deutsche Antwort als förderlich. Die deutschen Anregungen beabsichtigten, den geplanten Pakt tatsächlich wirksam zu machen. Der deutsche Vorschlag, daß die Verpflichtung, keine der spanischen Parteien mit Kriegsmaterial zu beliefern, auf alle Staaten mit Rüstungsindustrien und alle privaten Waffenfirmen ausgedehnt werden solle, sei angesichts dessen, was sich im Chaco-Krieg ereignet, keineswegs überflüssig. Der zweite deutsche Vorschlag, daß sich die Neutralität nicht nur auf Waffenlieferungen, sondern auch auf die Stellung von Freiwilligen beziehen müsse, wird von dem Blatt ebenfalls begrüßt. In der „Times" wird die deutsche Antwort ebenfalls als ein Schritt vorwärts bezeichnet. Die deutsche Anregung, den geplanten Nichteinmischungspakt auf alle Staaten mit Rüstungsindustrien und auf private Waffenfirmen auszudehnen, fei durchaus vernünftig. Das nächste Wort in der Angelegenheit habe jetzt Rom. Die völlig auf Seiten der spanischen Marxisten stehenden Oppositionsblätter bemühen sich an Hand fadenscheiniger Behauptungen die Lauterkeit der deutschen Antwort zu verdächtigen. Die französische Neutralität Kundgebungen französischer Marxisten. Paris, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Generalsekretär des marxistischen Gewerkschaftsver- bandes Iouhaux, der am Montag aus Madrid zurückgekehrt ist, sprach mit einem Vertreter der Agentur Havas über die Lage in Spanien. „Für die Arbeiter in Spanien", so erklärte er, „u n d für uns (!) gibt es keine andere Frage als die des Sieges der Republik über d i e Aufständischen." Weiter behauptete er noch, daß die Madrider Regierung vom internationalen Gesichtspunkt aus das Recht habe, Unterstützung zu verlangen. Die „Humanitä" und der „Pvpulaire" veröffentlichen einen Aufruf des sozialistischen und kommunistischen Koordinationsausschusses, in dem bekanntgegeben wird, daß der Ausschuß sich besonders mit den Möglichkeiten einer effektiven Unterstützung der spanischen Republikaner befaßt habe. Der Bestand der spanischen Republik bedeute einen wesentlichen Bestandteil Der französischen Republik. Dor dem letzten Angriff ans San Sebastian. London, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Heber den Angriff der Nationalisten auf die nordspanischen Städte San Sebastian und I r u n liegen hier zahlreiche Berichte vor. Die nationalistischen Truppen führten am Dienstag wiederholt Vorstöße gegen die Stellungen der Roten Miliz, die kaum 200 Meter vor der Frontlinie der Angreifer entfernt liegen. Die nationalistischen Kriegsschiffe „A l m i r a n t e Cervera" und „E s p a n a" belegten San Sebastian und Jrun während des ganzen Tages mit schwerem Granatfeuer, das beträchtlichen Schaden anrichtete. Das den Zugang zu Jrun bewachende Fort Guadalupe wurde von 50 Granaten getroffen. In San Sebastian selbst fielen zahlreiche Granaten in die Straßen, davon viele in Die Nähe Des französischen Konsulats. Durch Das Feuer sollen in San Sebastian bisher 50 Personen getötet und etwa 100 verwundet worden sein. Pariser Blätter melden am Mittwochmorgen Den Untergang Des Kreuzers Der Nationalisten „2£l m i r a n t e Cervera". Der am Dienstag San Sebastian beschossen habe. Das Schiff habe von einem Der kleinen Forts einen schweren Treffer erhalten. Mehrere Zeugen in San Sebastian hätten einige Minuten später Das Schiss in Den Tiefen verschwinden sehen. Nach einer amtlichen Meldung aus Dem Hauptquartier Der Militärgruppe in Burgos ist Das Dorf Andoain von Den Nationalisten eingenommen worden. Andoain ist etwa 14 Kilometer von San Sebastian und 7 Kilometer von der großen Verbindungsstraße zwischen San Sebastian und Bilbao entfernt. Damit befindet sich diese Straße nunmehr unter dem Artilleriefeuer der Militärgruppe. Der marxistische Kriegskommandant von San Sebastian hat am Dienstagabend bekanntgegeben, daß mehrere der in Den Kasematten von San Sebastian festgehaltenen vornehmen Geiseln, darunter auch Der frühere Ministerpräsident Graf Romanones, erschossen werden würden, wenn die nationalistischen Kriegsschiffe die Bombardierung von San Sebastian und Bilbao fortsetzten. Nach anderen Berichten soll der kommunistische Mob in San Sebastian versucht haben, das Gefängnis, in dem sich 1500 politische Gefangene befinden, zu stürmen. Diese Absicht sei jedoch dadurch verhindert worden, daß der Gouverneur Truppen zum Schutz der Gefangenen absandte. Die Ntfrönoliffen nur noch 26 Kilometer vor Maga. Rote Schreckensherrschaft in der Stadt. London, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" aus Gibraltar meldet, hat der Vormarsch der nationalen Streitkräfte gegen Malaga weitere Fortschritte gemacht. Die von General Darela befehligte Heeressäule, Die vor einigen Tagen Antequera eingenommen hak, befindet sich nur noch 26 Kilometer von der Stadt entfernt. Eine andere Abteilung unter dem Befehl des Generals Ca- ftejon ist im Begriff, von der zwischen Antequera und Granada gelegenen Stadt Loja südwärts nach Malaga vorzustoßen. Die marxistischen Behörden in Malaga haben alle waffenfähigen Männer mobilisiert, Ausländer befinden sich nicht mehr in der Stadt. Wie der Sender von Dillagarcia mitteilt, berichten Flüchtlinge aus Malaga erschütternde Einzelheiten von der in der Stadt wütenden roten Schreckensherrschaft. Sämtliche Kirchen und Klöster seien in Brand ge st eckt worden. Zahlreiche Priester und Klosterschwestern seien nie- dergemacht worden. Das gleiche Schicksal habe die Familie des Grafen Isidro ereilt, die man in aller Öffentlichkeit hingerichtet habe. Der Sender von Sevilla teilt mit, daß die Familie des Generals Quei p o d e Llano wohlbehalten in Sevilla eingetroffen fei. Die Nationalisten im Besitz von Cartagena. Wichtigster Flottenstützpunkt Spaniens. Paris, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie Ha- dos meldet, ist Don Benito (westlich oon Merida an der Badajozfront) oon den nationalistischen Truppen besetzt worden. Don Benito ist ein wichtiger Flugzeug st ützpunkt. Die nationalistischen Truppen hätten zwar keine Flugzeuge der Madrider Regierung mehr oorgefunden, aber eine große Menge Material. Die Pariser Blätter weisen weiter darauf hin, daß Cartagena militärisch einen besonderen Wert habe. Cartagena, Ferrol und Cadiz seien die drei einzigen Flott en« stützpunkte Spaniens. Alle drei seien nun in den Händen der N a t i o n a l i st e n. Außerdem aber liege Cartagena nur 50 Kilometer oon Murcia und 100 Kilometer oon Alicante entfernt. Es sei oon hohen Bergen und starken Küstenforts umgeben. Die Hauptwerft der spanischen Kriegsmarine sei der Madrider Regierung damit Der» loren gegangen. Die Madrid treugebliebenen Kriegsschiffe könnten jetzt im Falle einer Beschä- diguna in Cartagena nicht mehr ausgebessert werden. Außerdem lägen in Cartagena die größten Puloerfabriken und nur 3 Kilometer entfernt das Städtchen La Union mit den bekannten Bleibergwerken. In etwa gleicher Entfernung liege der einzige spanische Wasserflugzeugstützpunkt Los Alcazares. Die strategische Bedeutung Cartagenas für die Nationalisten fei also außerordentlich groß. Obwohl bisher noch keine Einzelheiten über die Ereignisse des Dienstag bekannt seien, so wiesen die Nachrichten aus Madrid bereits darauf hin, daß man die Lage zwischen Alicante und Almeria Dort für gefährlich halte. 3m eroberten Badajoz. Badajoz, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Grenzstadt Badajoz, eine der oon den Kommunisten am schlimmsten heimgesuchten Städte Südspaniens, die seit dem Anfang des Bürgerkrieges unter marxistischer Herrschaft gestanden hat, gleicht jetzt einem begeisterten Heerlager. Jeder Bürger, Bauer ober Beamte trägt freudig die weiße Armbinde als Zeichen Der Zugehörigkeit zur nationalen Bewegung. Jedes Haus, jedes Fenster ist mit weißen Tüchern gekennzeichnet. Die zahlreichen Soldaten und Freiwilligen entwickeln in den Straßen der Stadt ein reges Leben und Treiben. Man sieht die abenteuerlichsten Uniformen, oon den grünen Hemden der Kolonialtruppen bis zur Zioilkleidung mit Der» schiedenen Abzeichen. Die gesamte Beoolkerung nimmt an Der endgültigen Niederringung Der roten Herrschaft teil. Bemerkenswert sind die Dielen Arbeiter, die an ihren blauen Kitteln, die nationalen Abzeichen tragen. Alle sind bis art die Zähne bewaffnet und trotz der glühenden Hitze mit fanatischer Begeisterung und straffer Disziplin dabei. Einwohner Der Stadt Badajoz, die oor den Kommunisten nach dem benachbarten portugiesischen Städtchen Eloas geflohen waren, kehren jetzt zurück und treten in das Freiwilligen-Korps ein. Die Truppen sind mit der Säuberung der Umgebung oon oerfprengten marxistischen Abteilungen beschäftigt. Am Montag gelang es, ein Regierungsflugzeug abzuschießen, gerade beoor es mit dem Bombardement Der Stadt beginnen konnte. Seitdem haben die Luftangriffe der Marxisten aufgehört. Die nationalistischen Truppen sind gegen die Marxisten außerordentlich scharf oorgegangen. Nach unwidersprochenen Berichten wurde jeder erschossen, Der mit Der Waffe in Der Hand angetroffen wurDe. Marxistische Greuel. Masseuertränkungeu im Hafen von Cartagena. H e n d a y e, 18. Aug. (DNB.) Aus sicherer Quelle wird folgender kaum glaublicher Vorfall gemeldet. Der bezeichnen!) ist für die unerhörte Grausamkeit Der roten Truppen in Spanien. In Der Nacht zum 15. August rourDen 3 6 0 Angehörige Der (BuarDia Cioil und 80 Marineoffiziere, Die auf zwei Dampfern untergebracht waren, oor der Hafeneinfahrt oon Cartagena e r • tränkt. 22 weitere Offiziere wurden e r s ch o s - s e n. Bei ihrer Rückkehr wurden die Dampfer, auf denen sich die Ermordeten befunden hatten, oon der Beoolkerung des in den Händen der „Roten" befindlichen Cartagena lebhaft begrüßt. Die Ermordung sand auf Befehl eines Sergean» t e n statt, um einer Untersuchung einer aus Madrid eintreffenden Kommission, die offenbar der weiteren Radikalisierung der roten Machthaber in Cartagena Einhalt gebieten wollte, zuDorzu- kommen. General de Llano berichtete über ©reueltoten der Marxisten in Ronda (etwa sechs Kilometer westlich oon Malaga), wo nicht weniger als 4 8 0 rechtsstehende Personen auf Befehl des Reoolutionsausschusses in Antequera hinaerich - t e t worden seien. In einem anderen Ort seien 245 Hinrichtungen erfolgt; unter den Erschossenen befinde sich auch der Bischof oon Jaen, der 81 Jahre alt sei. Bei toten Marxisten in Puerto Crista auf Mallorca seien sowjetrussische und französische Kriegswaffen gefunden worden, was beweise, daß Angehörige dieser Staaten mit den Marxisten gegen die Befreier Spaniens kämpften. Die Insel -Ibiza ist die einzige Insel der Balearengruppe, die unter dem roten Terror zu leiden hatte. Die kleine militärische Besatzung von 50 Mann konnte den bewaffneten Horden der «uf der Insel ausgeschifften Marxisten nicht standhalten. Die ganze Besatzung wurde ermordet, desgleichen eine Anzahl der Inselbewohner, darunter ein Geistlicher, der mit Bajonetten gekreuzigt wurde. Die Ausländer wurden von dem deutschen Torpedoboot „L e o p a r b" gerettet. Die rote Miliz schießt mit Gasgranaten. P a r i s, 18. Aug. (DNB.) lieber die Verwendung von Giftgas durch die rote Miliz im spanischen Bürgerkrieg berichtet Hcwas aus Burgos, daß am Montag bei San Rafael (Guadrama) im Verlauf einer heftigen Beschießung die Roten die ersten Gasgranaten geschossen hätten. General Mola habe erklärt: „Diese Scheußlichkeit muß festgestellt werden. Man möge wissen, daß auchwir über Gas verfügen, aber wir haben nie auch nur eine Sekunde daran gedacht, Gas gegen Spanier anzuwenden." In Burgos herrsche über die Anwendung von Giftgas durch die roten Streitkräfte Empörung. In der Militärgruppe vertrete man die Ansicht, daß das Gasbombardement ein neuer Beweis dafür sei, daß die spanische Regierung vor dem Ende stehe, und daß die Nationalisten einen wirklichen Kreuzzug gegen die Barbarei führten. Sowjetrussisches Benzin für die spanische Dolksfrontregierung. B u k a r e st, 18. Aug. (DNB.) Wie aus Con- stanza gemeldet wird, hat der spanische Petroleumdampfer „R e m e d i o s", der dort seit dem 6. Aug. liegt, um eine Benzinladung von 6500 Tonnen für Spanien an Bord zu nehmen, Weisung erhalten, auf die rumänische Ladung zu verzichten und sich sofort nach Batum zu begeben. Er soll dort sowjetrussisches Benzin verladen. Die Ladung ist für die Streitkräfte der spanischen Linksregierung bestimmt. Wie verlautet, hat die Sowjetregierung bedeutende Vergünstigungen für Belieferung der spanischen Regierungstruppen mit Petroleumprodukten eingeräumt. Oer Kall Salengro. Dementis, die niemand glaubt. Paris, 18. Aug. (DNB.) Das Dementi, das das französische Innenministerium im Zusammenhang mit den Erklärungen des Innenministers in Ljlle veröffentlichte, hat die Pariser Rechtspresse nicht überzeugt. Die „Action Fran^aise" erklärt, daß die Dementis des Innenministers alle das unvermeidliche Schicksal hätten, niemals geglaubt zu werden. Die Dummheiten, die der Innenminister am Sonntag in Lille ausgesprochen habe, seien unvorsichtig und gefährlich. Die verzweifelten Klagen des Außenministers hätten wahrscheinlich wesentlich zur Abfassung dieses Dementis beigetragen. Salengro bilde sich ein, daß die Bevölkerung Deutschlands und Oesterreichs „ihre Freiheit" verloren habe. Die nationalen Mehrheiten seien jedoch bei den Wahlen wesent- l i ch stärker gewesen als die der französischen Volksfront. Deutschland habe gewählt, und wenn die Wahl in Frankreich heilig sei, dann gelte das auch für Deutschland. Außerdem müsse man sich fragen, was denn vom moralischen Gesichtspunkt des Innenministers aus die ungeheuerliche Knebelung der Volksrechte bedeute, die durch Lenin, Trotzki, Stalin und Bela K h u n durchgeführt worden fei. Wenn Völker das Haupt gesenkt und ein Joch auf sich genommen hätten, dann doch nur dort. Sowjetrußland ertrage heute noch die Herrschaft einer schwachen Minderheit, angeführt durch die Armee der Juden. Das Gold Moskaus habe die französischen Massen unter Bedingungen wählen lassen, die sowohl ihre Freiheit als auch die Ehre derjenigen beschmutzten, die sie anführten. Die Frage sei aber, ob Salengro selbst frei fein oder ob ihn die Juden des Kabinetts nicht in einen Käfig gefetzt hätten, wie Ludwig XL es mit einem gewissen Kardinal gemacht haben soll. Oie Oürre in Amerika. 500000 Farmer unterstützungsberechtigt. Washington, 18. Aug. (DNB.) Die furchtbare Lage der F arm er im Mittelwesten geht aus dem Ergebnis der nunmehr beendeten Untersuchung in den Dürregebieten hervor. Danach werden infolge der andauernden Dürre im Mittelwesten und in Teilen der Südstaaten 500000 bis 600 000 Farmerfamilien oder etwa 2,3 Millionen Menschen im nächsten Winter außer den Arbeitslosen in den Städten unter st ützungsbedürf- t i g sein. Die Kosten hierfür werden auf mindestens hundert Millionen Dollar geschätzt. Da der bisherige Hilfsfonds nicht ausreichen dürfte, wird die Regierung von dem im Januar zusammentretenden Kongreß zusätzlich Unterstützungsmittel anfordern müssen. Die Bundesregierung unterstützt zur Zeit 146 000 Farmerfamilien in den Dürregebieten. Laut Untersuchung werden in manchen Staaten bis zum Herbst über d i e Hälfte der Bevölkerung in Nord- und Süddakota, Wyoming und Montana sogar 75 v. H. der gesamten Landbevölkerung auf staatliche Unterstützung angewiesen sein. Deutscher Kraftwagen in Palästina von Juden beschaffen. Jerusalem, 18. Aug. (DNB.) Aus der Straße zwischen Jerusalem und Jaffa wurde ein deutscher Kraftwagen, der deutlich erkennbar den Hakenkreuzwimpel führte, von einem entgegenkommenden mit Juden besetzten Wagen beschossen. Glücklicherweise sind bei diesem Ueberfaü Menschen nicht zu Schaden gekommen, obwohl einige Schüsse den Kraftwagen trafen. — Die ständigen Unruhen in Palästina haben an verschiedenen Orten wieder mehrereTodesopser unter der arabischen und jüdischen Bevölkerung gefordert. Eine Reihe von Personen wurde außerdem verwundet. Der Flugverkehr zwischen Jaffa und Tel Aviv wurde e i n g e ft e H t. In Tiberias wurde der Ausnahmezustand verhängt. In Jaffa-Tel Aviv wurden drei jüdische Frauen erschossen, darunter eine Krankenschwester. Auch aus verschiedenen anderen Orten Palästinas werden neue Bluttaten gemeldet, die mehrere Tote und Verwundeten forderten. Auch neue Sabotageakte sind vorgekommen. In Tel Aviv wurden abermals fünf jüdische Kommunisten feftgenommen. Deutsche Kriegsschiffe im Ausland. Don Oberleutnant (MA(A Giese. Die Entsendung unserer Panzerschiffe, Kreuzer und Torpedoboote nach Spanien, um dort die Interessen deutscher Reichsangehöriger vor lieber» ariffen zu schützen, das Leben und Eigentum deutscher Volksgenossen zu sichern, lenkt die Erinnerung zurück an frühere Ereignisse ähnlicher Art, bei denen das Reich zu gleichen Maßnahmen gezwungen war. Bereits unter Friedrich dem Großen waren preußische Schiffe nach O st - a f i e n gekommen, um dort die Interessen der von ihm gegründeten ostasiatischen Kompanie zu vertreten. Aber erst 1859 traten wiederum nach langer Pause preußische Schiffe unter der schwarzen Adlerflagge die Ausreise nach Uebersee, diesmal n a ch I a p a n , an. Es war ein kleines Geschwader, bestehend aus der Dampffregatte „A r k o n a", der Segelfregatte „Theti s", dem Schoner „F r a u e n= l o d" und dem Transportschiff „EI b e". Ein, was die Schiffstypen anbetraf, sehr verschiedenartig zusammengestelltes Geschwader, aber immerhin die erste geschlossene preußische Auslandschiffsformation. Die Reise hatte vollen Erfolg, die alten Verbindungen wurden gefestigt, neue mit Siam auf der Rückreise angeknüpft, das deutsche Ansehen, überall wohin die Schisse kamen, gefördert. Leider blieb auch ein schmerzlicher Verlust nicht aus, da der kleine Schoner „Frauen lob" im Taifun im Gelben Meer sank. Auch in den nachfolgenden Jahren findet man Schiffe der preußischen, und seit 1871 der deutschen Kriegsmarine zur Wahrung der deutschen Interessen im Ausland. 1872 finden wir die Korvetten „V i n e t a" und „Gazelle" vor Haiti, um die Anerkennung deutscher Rechte durchzusetzen. Ein Jahr später stehen das Panzerschiff „Friedrich Carl" und die Fregatte „E l i s a b e t h" an der spanischen Küste, wo sie die deutschen Interessen während der damaligen dort tobenden Bürger- kämpse tatkräfttg wahrnahmen. 1876 finden wir zum zweiten Male einen deutschen Kriegsschiffverband, diesmal ein geschlossenes Kreuzergeschwader unter Admiral Gras Monts in £) ft a f i e n , um die chinesische Regierung zu zwingen, den Seeräubern das Handwerk zu legen. Zu gleicher Zeit waren vier Panzerschiffe im Mi11elmeer, um die deutschen Interessen bei den Aufständischen in Saloniki zu verteidigen. Mehr als zehn Jahre konnten unsere Auslandschiffe danach, von kleinen Zwischenfällen abgesehen, in Uebersee ihren friedlichen Aufgaben nachgehen, ehe es wiederum nötig wurde, sie in ernsthafter Weise einzusetzen. Diesmal im Jahre 1889 ging es nicht allein um die Wahrung deutscher Rechte. Als 1889 ein starker deutscher Geschwaderoerband a n d i e o ft afrikanische Küste entsandt wurde, da geschah es, um dort eine Blockade zur Bekämpfung des überhandnehmenden Sklavenhandels durchzuführen, eine Aufgabe, die die ganze Welt anging. Der Ausgang des 19. Jahrhunderts sieht starke deutsche Flottenstreitkräfte in Ost- a f i e n. 1897 wird eine besondere Kreuzerdivision ausgestellt, die entscheidenden Anteil an der B e - fitzergreifung Kiautschous nimmt. Auch die Chinakämpfe 1900 bis 1901 sehen die deutschen Kriegsschiffe in vorderster Front. „Ilti s" beschießt die Takuforts, das deutsche Marinelandungskorps unter Kapitän zur See von Usedom, dem späteren Admiral und Verteidiger der Dardanellen im Weltkrieg, schlägt das alliierte Detachement, das die internationalen Niederlassungen in Peking von den Boxern befreien soll, in blutigem Gefecht aus schwerster Gefahr heraus. Damals fiel der bekannte Ausspruch: „The Germans t o t h e fron t“, mit dem der englische Admiral Seymour die deutschen Marinettuppen zum Entsatz herbeirief. Besonders unruhige Zeiten herrschten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts in den überseeischen Gebieten. Ueberall flackerten Aufstände auf, galt es, die deutschen Interessen gegen fremde Ueber- griffe zu schützen. So in Venezuela im Jahre 1902, wo ein deutsches Geschader in Gemeinschaft mit britischen Kriegsschiffen die Küste blockieren und verschiedentlich auch mit den Waffen vorgehen mußte. 1904 brach in Südwestafrika der Herero-Auf ft and aus, an dessen Niederwerfung die Kriegsmarine ebenfalls durch ein Landungskorps und durch das I. und II. Seebataillon beteiligt war. 1911 standen deutsche Kriegsschiffe vor der Insel P o n a p e in der Südsee, um das durch einen Aufstand gefährdete deutsche Ansehen wiederherzustellen. Dann wurde es ruhiger und unsere Auslandschisse konnten ihren eigentlichen, ftiedlichen Zwecken dienenden Aufgaben nachgehen. Im August 1914 aber flammte der Weltkrieg auf, der unsere Marine vor ganz neue Ausgaben stellte. Der Ausgang des Weltkrieges sah den ruhmvollen Untergang unserer Flotte bei Scapa Flow. Die jetzigen spanischen Bürgerkämpfe machen es nach langen Jahrzehnten zum ersten Male wieder nötig, deutsche Kriegsschiffe zum Schutze des Lebens und Eigentums deutscher Volksgenossen im Ausland einzusetzen, eine Aufgabe, der sie sich im Interesse unserer dortigen Volksgenossen in der gleichen einsatzbereiten und nachdrücklichen Form unterziehen wie es deutsche Kriegsschiffe, wie wir es aus Vorhergehendem sehen, sett jeher getan haben. Ablösung her in Spanien befindlichen dkuffchen Kriegsschiffe. Berlin, 18. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Kriegsmarine beabsichttgt, unsere in Spanien befindlichen Kriegsschiffe, die feit dem 26. Juli ohne Ruhepause den Schutz unserer gefährdeten Volksgenossen wirksam durchgeführt haben, durch frische Streitkräfte unter hem Kommando des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte Admiral Böhm ablösen zu lassen. Der an der Nordküste eingesetzte Kreuzer „Köln" mit den Torpedobooten „S e e a d l e r" und „A l b a t r o s" wird durch Kreuzer „L e i p z i g" und die Torpedoboote „I a g u a r" und „W o l f" ersetzt werden. Den Dienst der an der Süd- und Südostküste befindlichen Panzerschiffe „Deutschland" „Admiral Scheer" und der Boote „L e o p a r d", ,L u ch s" werden Kreuzer „Nürnberg" als Flaggschiff des Admirals Böhm, ferner Panzerschiff „Admiral Graf S p e e" und die vierte Torpedobootsflottille, bestehend aus „Greif", „Falke", „C o n b o r" und „M ö v e" übernehmen. Die ad- gelöften Streitkräfte werden Anfang September in ihren Heimathäfen zurückerwartet. 200 MchllilW durch deutsche Flugzeuge geborgen. Berlin, 18. Aug. (DNB.) An der Abbeförderung der deutschen Volksgenossen aus Spanien wirken neben den Schiffen vor allem die Flugzeuge der Deutschen Lufthansa mit. Trotz der besonders schwierigen Lage in Barcelona und Madrid ist der planmäßige Luftverkehr zwischen Stuttgart, Marseille, Barcelona und Madrid während der ganzen Dauer des Bürgerkrieges fast durchweg regelmäßig durchgeführt worden. Die Abbeförderung aller Flüchtlinge war allein auf dem Eisenbahnwege nach Alicante nicht möglich. Daher entschloß sich die Lufthansa, einen Sonder- flugdienst zwischen Madrid und Alicante einzurichten. Drei- bis viermal täglich flogen die großen dreimotorigen Junkers Ju 52 auf der 360 Kilometer langen Strecke Madrid—Alicante hin und zurück und brachten viele deutsche Volksgenoffen in Sicherheit. Die Einsatzfreudigkeit und Opferbereitschaft aller Flugzeugführer, Flugmafchinisten und Flugfunker, die bei mehr als 40 Grad Hitze vom Morgengrauen bis zum Dunkelwerden unermüdlich ihren schweren Dienst tun, verdient hohes Lob, da auf allen diesen Flügen hohe Gebirgszüge überwunden werden müssen. Insgesamt sind bis zum 17. Aug. annähernd 700 Flüchtlinge oon der Deutschen Lufthansa aus Madrid und Barcelona geborgen worden. Italienische Gäste in Kassel. Empfang der Olympia-Auswahlmannschaft. Kassel, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Dienstagabend fand anläßlich des Besuches der italienischen Olympiaauswahlmannschaften in Kassel ein Empfang beim Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen im Bellevue-Schloß statt, zu dem sich außer den italienischen Olympiakämpfern u. a. folgende italienische Ehrengäste eingefunden hatten: Gräfin Calvi di Bergolo, Prinzessin von Savoyen, Tochter des Königs von Italien-, der italienische Botschafter in Berlin, Prof. Dr. Atto- l i c o ; der italienische Generalkonsul in Frankfurt am Main, Marchese A. Ferrante mit Gattin; der italienische Mannschaftsführer Vizepräsident Dr. Mauro; der Obmann der italienischen Fußballmannschaft Commandatore Vittorio Bo zz o, sowie einige Mitglieder der Sektion Kassel der faschistischen Parteiorganisation. Von deutscher Seite waren neben dem Oberpräsidenten und seiner Gattin Prinzessin Mafalda, u. a. anwesend Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch , Vertreter des Heeres, der Behörden, der Kunst und Wissenschaft. Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen begrüßte die italienischen Gäste. Ich hoffe, so fuhr er fort, daß Sie nach den heutigen Freundschaftsspielen in Kassel eine gute Erinnerung an Kassel mit in ihre Heimat nehmen werden. Ihre Heimat ist uns besonders nahe, da wir auch das Gefühl haben, daß unsere Freundschaft erwidert wird. Wir werden mit allen Ländern zusammengehen, die uns v e r - stehen und verstehen wollen. Davon können wir bei Italien überzeugt sein. Der Oberpräsident überreichte dann dem Botschafter Dr. Atto- lico eine Erinnerungsplakette mit dem Bild des Führers und Reichskanzlers. Auch den Führer der italienischen Mannschaft und den aktiven italienischen Sportlern wurden Olympiaerinnerungsplaketten überreicht. Der italienische Mannschaftsführer Vizepräsident Dr. Mauro dankte für die freundliche Aufnahme in Kassel. Auch Botschafter Dr. Attolico dankte in herzlichen Worten. Vegeisterter Empfang der ungarischen Olympiamannschaft. Budapest, 18. Aug. (DNB.) Die aus Berlin heimkehrende ungarische Olympiamannschaft, die den dritten Platz unter den beteiligten 52 Nationen erworben hatte, wurde in Budapest von der Regierung, der Hauptstadt, sportlichen und gesellschaftlichen Vereinigungen und einer ungeheuren Menschenmenge empfangen. Die Gefeierten wurden fortgeriffen, man drückte ihnen die Hände, küßte und umarmte sie. Im Namen des Reichsverwesers und der Regierung richtete Kultusminister H o m a n n eine Ansprache an die Mannschaft, in der er daraus hinwies, daß die ungarischen Olympiateilnehmer in Berlin der ganzen ungarischen Nation Ruhm und Ehre verschafft hätten. Der Sieg sei ein Sieg des ungarischen Willens und Könnens, ein Sieg der Kultur, Kraft und Disziplin der ungarischen Nation. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister von Budapest marschierte der Triumphzug nach dem Heldengedenkstein, wo der ungarische Sieger im 100-Meter-Krcurl- schwimmen, C s i k, den Kranz, mit dem die Fahne der ungarischen Mannschaft in Berlin bekränzt worden war, auf dem Gedenkstein niederlegte. Auf den zum Heldengedenkstein führenden Straßen standen Hunderttausende Spalier. Der Führer und Reichskanzler erhiett vom Vertreter der königlich ungarischen Regierung und Präsidenten des Ungarischen Olympischen Komitees, Herrn Cornelius von Kelemen, folgendes Telegramm: „Beim Verlassen der deutschen Grenze gedenkt die ungarische Olympiamannschaft ttefgerührt der unvergeßlichen Berliner Olympiade. Genehmigen Ew. Exzellenz den Ausdruck unserer tief st en Bewunderung und herzlichen Glückwünsche für die großartigen ße iftun g e n , mit welchen Deutschland die olympische Idee erfolgreich gefördert hat. Wir denken mit aufrichtigstem Dank an die liebevolle Ausnahme und treue Freundschaft, welche wir Ungarn in Deutschland stets gefunden haben." Schach-Olympiahe München 1936. Die zweite Runde im Schacholympia brachte eine der wichtigsten Begegnungen des Länderwettkamp- fes, nämlich das Treffen zwischen den Favoriten Polen und Jugoslawien. Bis zur Mittagspause war hier nur eine Partie beendet; sie schloß unentschieden. Deutschland hatte in Frankreich einen allzu starken Gegner. Es hat den Wettkampf mit dem Abbruchergebnis 5:3 bereits gewonnen. Die Sensation war der Blitzsieg Dr. R o e b I s (Nürnberg) über den Franzosen R o - ■ s AM < i C ’ H,? V WM K.- Ein Bild vom Saal des Ausstellungsgebäudes in München, in dem 210 Schachmeister aus 21 Nationen spielen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) metti am vierten Brett. In einer Cambridge- Springverteidigung leistete sich Rometti einen kleinen Fehler, den Dr. Roedl in bestechender Weise zum raschen Gewinn ausnützte. Schon nach zwölf Zügen mußte Rometti die Waffen strecken. Am elften Brett wurde der Kampf Ahues-Betpa- der, ein Samengambit, in ziemlich schwer zu beurteilender Stellung abgebrochen. Als Nachziehender gewann Carls (Bremen) in einer königsindischen Partie gegen Gibaud durch scharfen Angriff am Damenflügel. Auch 91 eil ft ab zwang feinen Gegner Oerepeux durch ideenreiches Mittelspiel zur Aufgabe. S a e m i f ch (Berlin), der gegen Jung die schwarzen Steine führte, vertei- diate sich in einer Art Zweispringerspiel äußerst geschickt, riß bald den Angriff an sich und siegte dann verhältnismäßig rasch. Ernst (Gelsenkirchen) lieferte gegen Bary ein sehr seines Pofitionsspiel und gewann ebenso wie Michel (Nürnberg) gegen 21 n gl ar os, dieser allerdings erst nach hartem Kampf im Endspiel, noch vor der Mittagspause. Die Partie Heinicke-Garotti mußte in unklarer Stellung abgebrochen werden. Brasilien verlor am zweiten Brett durch Charlier gegen Steiner. Steiner erwiderte die indische Partie des Ungarn ziemlich scharf und leitete einen heftigen Angriff ein, dem Charlier nicht gewachsen war. Am vierten Brett verlor H. A. Carlos gegen ® er eben ziemlich rasch in einer spanischen Partie. Auch am siebenten Brett behielt Ungarn die Oberhand. Die anderen Partien wurden abgebrochen. Es war überraschend, wie gut sich Brasilien gegen die stark favorisierten Ungarn verteidigte. — Ergebnisse beim Abbruch: Ungarn — Brasilien 3:0, Italien — Estland Rumänien — Norwegen 1:0, Tschechoslowakei — Bulgarien 6:0, Schweiz — Schweden 0:3. Polen — Jugoslawien 7i : Vi, Deutschland — Frankreich 5:0, Lettland gegen Holland 0:2, Island — Oesterreich 1:1, Litauen — Dänemark 0:2. Ewiger Wald. Reisende, die aus England oder Italien kommen, werden sich, wenn sie nicht schon sehr abgebrüht sind, kurz nach der Ueberschreitung der deutschen Grenze wieder glücklich fühlen: „Gott fei Dank, endlich wieder ein Stück deutschen Waldes!" Sie sind genügtem geworden. Es muß nicht gerade ein Stück Wald im Riesengebirge oder im Harz oder im Schwarzwald fein; sie sind auch mit märkischem Walde zufrieden, selbst wenn sie ein Stück durchwandern, in dem in den bekannten regelmäßigen und engen Abständen künftiges Grubenholz heranwächst. Ohne Wald ist deutsches Fühlen im Grunde unmöglich, der Christbaum ist ein Symbol dieses natürlich gegebenen Tatbestandes geworden. Die Reden auf der Settiner Tagung des Deutschen Forst Vereins haben in Verbindung mit der Ausstellung „Deutscher Wald — deutsches Volk" die Einzelprobleme der Forstwirtschaft wieder dem deutschen Volk nähergebracht. Die Chemie des Holzes beginnt, sich fast ebenbürtig neben der Chemie der Kohle zu entwickeln. Die vielfältigen neuen Gebrauchsformen des Holzes von der Zellwollerzeugung über die Vergasung und Gewinnung von Holzsprit bis zur Papiererzeugung sind wenigstens in allergröbsten Umrissen bekannt. Die Bedeutung des Holzes als Rohstoff hat neben die gefühlsmäßige Wertung des Waldes eine ganz neue technische Bewertung gesetzt. Und damit auch den Zwang, ein Höch stmaß von Ergiebigkeit in der Forst- unb Holzwirtschaft zu erreichen. Die Staatswälder, die 32,7 v. H. des gesamten deutschen Waldbestandes ausmachen, erzielen einen Ertrag von 5,1 Festmeter auf den Hektar; der Waldbefitz der Gemeinden, Stiftungen und Genossenschaften, der 19,5 v. H. der Waldfläche ausmacht, hat einen Ertrag von 4,3 Festmeter. Rund 48 v.H. des Waldes befinden sich also in Privat be sitz, wobei der Großbesitz 4,6 und der Kleinbesitz nur 2,4 Festmeter Holz auf den Hektar erzielt. Auf diese Tatbestände ist schon von Adolf Wagner eindringlich hingewiesen worden. Der technische Zwang zur Ertragssteigerung ist dabei durchaus vereinbar mit einer Verschönerung des Waldes und insbesondere auch der Waldwege. Man kann einem Revier sehr wohl ansehen, ob der Oberförster bei gleicher Geschäftstüchtigkeit auch für die seelischen und kulturellen Werte des Waldes, auf die Reichsforstmeister Göring in Stettin jetzt so eindringlich hingewie- fen hat, ein lebendiges Empfinden hat. HneueenglischeMilitärLustgeschwaber London, 19. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Rahmen des großen Aufrüstungsprogramms müssen, wie „Daily Telegraph" hervorhebt, in den nächsten 35 Wochen noch 47 neue Militärluftgeschwader geschaffen werden. Bis Ende März 1937 wird die englische Luftflotte um 71 Geschwader verstärkt sein. Seit 1. August sind bereits 4 neue Geschwader gebtl- b e t worden. der In -ch Matrosen des englischen Kreuzers „Neptuns" statt. Im Hintergrund General- seiner Ansprache, in der er den Dank für dieses schöne Beisoiel deutsch-englischer l Kleine politische Nachrichten losen Ueberblick über die Entwicklung der Gold« schmiedekunst, vor allem in Niederdeutschland, in der Zeit vom 11. bis zum 15. Jahrhundert. Sein berühmtestes Einzelstück ist der Reliquienschrein in Gestalt eines byzantinischen Kuppeldomes — eine Arbeit, die einem Kölner Goldschmiedemeister um 1165 zugeschrieben wird. Dazu kommt eine große Anzahl liturgischer Gefäße und das Welfen-Kreuz, das Wahrzeichen des ganzen Schatzes. den verheerenden Krankheiten. Aber noch entsetzlicher und katastrophaler sollte später für die Franzosen der Versuch werden, mi Jahre 1882 unter der Leitung des bekannten (Erbauers des Suez-Kanals Ferdinand de Lefseps (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Unser H. ^.-Berichterstatter in Los Angeles (Kalifornien) weilte zu den Olympischen Spielen in Berlin. Ueber seine Reise gibt er uns anschauliche Berichte, die wir in zwei Fortsetzungen veröffentlichen. Die feierliche üebergabe Glocke des Schlachtkreuzers „Hindenburg Durch den Panama-Kanal in die Heimat Ein Auslandsdeutscher fährt zu den Olympischen Spielen. Von unserem H.W.-Äerichterstatter. Urlaub für die Teilnehmer am Heichsparieitag. B e r l i n , 18. Aug. (DNB.) Die Reichswirtschafts, kammer hat an die Betriebsführer die Aufforderung gerichtet, den Gefolgschaftsmitgliedern, die laut Bescheinigung der zuständigen Partei st ellen für die Teilnahme an dem diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg ausersehen sind, den hierfür erforderlichen Urlaub ohne Anrechnung auf den den Gefolgschaftsmitgliedern sonst zustehenden vertraglichen oder tariflichen Urlaub zu gewähren. Warndt sieht u. a. folgende Mahnamen vor: WMWWMäWWWMW 1931 000 RM. für Straßenbauten, um das I landschaftlich so schöne Gebiet auch für den Frem- JÄ I denverkehr zu erschließen; eine Freilichtbühne _ , . v , ... I in Karlsbrunn; ein Ehrenmal „Warndt- Kiel fand die Rückgabe der Schiffsglocke des bei Scapa Flow versenkten deutschen Schlachtkreuzers hr cue"; 500000 RM. für den Bau eines Frei- /Hindenburg" durch Matrosen des englischen Kreuzers „Neptune" statt. Im Hintergrund General- Hades; Errichtung einer Ober gaufüh re- admiral Raeder bei seiner Ansprache, in der er den Dank für dieses schöne Beisoiel deutsch-englischer rinnenschule des BDM. bei Lauterbach, Freundschaft zum Ausdruck brachte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) wofür 200 000 RM. ausgeworfen sind; Erweiterung I des Frauenarbeitsdienstlagers in Karls- . Ibrunn. Ferner wird mitten in den schönen Wäldern des Warndt ein neues Siedlerd 0 rf mit 500 * I Siedlerstellen aufgebaut werden; die Kosten sind auf 2,9 Millionen RM. veranschlagt, es fallen dabei 256 000 Erwerbslosen-Tagewerke an. In diesem I Dorf sollen in erster Linie ArbeiterausDölk- Hingen und Bürbach angefiebelt werden. Panama deutlich erkennen ließen. Es war eine un-1 Schließlich ist im Auftrag von Dr. Ley eine große heimliche Stimmung, schaurig schön, und die unaus- Gerne in sch aftsanlage vorgesehen, yörlich durch die Wolken zuckenden Blitze verliehen auch über 100 000 Tagewerke anfaUen. Schiffe im Pazifischen Dienst erfreuen sich größter Beliebtheit unter den Reisenden aller Nationen. Bei Betreten des Schiffes im Hafen von Los Angeles wurden wir von freundlichen Stewards bewillkommnet, die uns unsere Kabine anwiesen. Kabine ist eigentlich ein falscher Ausdruck, es sind reizende kleine Wohnzimmerchen, die mit Teppichen, bequemen Betten, hübschen Sofas und Schreibtischen ausgestattet sind. — Jetzt wurden die Laufplanken eingezogen, die Maschinen begannen zu arbeiten. Die letzten Taue wurden gelöst — bas Schift war frei! Die gewaltige Schraube setzte ein, langsam lösten wir uns vom Pier. Winken und Tücherschwenken, ein letztes „Auf Wiedersehen?" — „Glückliche Fahrt!" — „Leb wohl, sonniges Kalifornien'" - Nach Süden geht der Kurs; zur Linken siehk man die malerische kalifornische Küste, zur Rechten im Osten den schier unendlichen Stillen Ozean. Tage vergehen, wir passieren Kap L u k a s , den Golf von Tehuantepec, der von der Schiffahrt wegen seiner Stürme gefürchtet ist, und eines frühen Morgens gehen wir im Hafen von Charn- p e r i c 0 - Guatemala vor Anker. Riesige Leichter kommen längsseits des Schisses, die mächtigen Schiffskräne treten in Tätigkeit, und mit Hilfe von einer Armee singender gestikulierender kaffeebrauner Farbiger werden in kurzer Zeit Hunderte von Sacken Kaffee geladen. In San Jos6 wiederholt sich dasselbe Schauspiel und am nächsten Morgen grüßt uns an der Küste E l S a l v a b 0 r s^der mächtige Jzalco, den die Eingeborenen „El tfara Del Pacisico", die Fackel des Pazifik nennen; ein mächtiger riesiger Dulkankegel, der gewaltige weiße Rauchschwaden gen Himmel sendet. Es ist ein pham tastisches Bild, das beinahe zu schon und exotisch anmutet, um Wirklichkeit zu fein. Arn zehnten Tage nach der Abfahrt von Los Angeles kam Leben unter die Fahrgaste. Wir waren im Golf von Panama angetommen und näherten uns dem Panama-Kanal der am kommenden Morgen durchfahren werden sollte. Um 3 Uhr früh gingen wir vor Anker. Es war ungemein schwül, drückend warm; her und schwer hingen die schwarzen Gewitterwolken vom Hlmmet, von grellen Blitzen durchzuckt, die sekundenlang die start de estigten Inseln am Eingang der Ducht von I dank der „wohlwollenden UnterftlltzungN" der Der- I einigten Staaten das Departement Panama von Ider Republik Columbia seine Unabhängigkeit 11 erklärte und kurz danach mit den Staaten einen \ Vertrag zum Bau des Panama-Kanals schloß. ' ♦ Was nun in den darauffolgenden Jahren bis zur I feierlichen Einweihung des Kanals am 5. Aug. 1914 geleistet wurde, das ist eine Tat moderner Technik, ein Weltwunder des 20. Jahrhunderts. Zunächst I wurden Tausende von Negern angestellt, alle I sumpfigen Wasserflächen mit Kerosene-Oel zu bespritzen, um die Brutstätten der die Seuchen über- I tragenden Moskitos zu vernichten. Hospitäler entstanden überall, eine Armee von Aerzten wurde herbeigeschafft. 10000 weiße Arbeiter und 25 000 I Farbige arbeiteten neun Jahre lang in diesem drückend heißen Klima; gewaltige Dampfschaufeln lunb Hebekräne mußten ganze Berge versetzen. Die I Eingeborenen wurden meist von den westindischen I Inseln herbeigeholt; denn die Bewohner Panamas, meist iickuanisch-spanische Mischlinge sind mehr oder I weniger unzuverlässig, faul und außerordentlich hochmütig. Ueber dem Ganzen waltete als unum- I schränkter Herrscher der Armee-Oberst G. W. Goelthal, dessen genialem Geschick schließlich die Doll- I enbung des gigantischen Werkes, das von echt amerikanischem Unternehmungsgeist Zeugnis ablegt, zu verdanken ist. Der Kanal kostete den Amerikanern I genau so viel wie dem Zaren von Rußland seinerzeit die Erbauung der Transsibirischen Eisenbahn, I nämlich 1,5 Milliarden Mark. Arbeitsbeschaffung für den Warndt. In dem zweiten Arbeitsbeschaffungsprogramm Ides Saarlandes ist das noch mit am stärksten I unter der Arbeitslosigkeit leidende Gebiet des IW a r n b t in besonders starkem Maße berücksichtigt worden. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm für den Lebens genossen, seine glückliche Jugend im trauten Elternhaus und sorglose Schultage verlebte! Ein frohes Wiedersehen der lieben Eltern, der Geschwister, guter alter Freunde, ein Besuch vieler trauter Stätten, die unvergeßliche Jugenderinnerungen bergen. Ist es da ein Wunder, wenn man einer solchen Reise mit frohem Erwarten entgegensieht und mit Ungeduld die Ankunft auf heimatlichem Boden heroeiwünscht? Aber auch die Seereise hat etwas ungemein Reizvolles an sich. Wer hat nicht als kleiner Junge von kühnen Schiften und weiten Meeren geträumt, die in malerischen Häfen vor Anker gehen, um exotische Waren zu holen? Und dann der ewige Zauber des Wellenspieles der See, der Winde und der Wolken, die man nirgends besser beobachten kann als bei der Meeresfahrt. Die Ozeanreise in die Heimat auf einem der herrlichen Schifte des Hapag-Lloyd, vom Pazifik durch den Panamakanal nach Europa übertrifft alle Er- Wartungen, die man in eine solche Fahrt setzt. Nach mancherlei Hin und Her bekamen wir chließlich eine Kabine auf dem Motorschiff „Port- a n d" der Hamburg-Amerika-Linie, das bereits eit Monaten ausoerkauft war; denn die deutschen gestern das Ziel. Fast gleichzeitig mit den Enthüllungen der norwegischen Nationalisten wurde aus Moskau gemeldet, daß der große M 0 n st r e - P r 0 z e h gegen die kommunistische Opposition im Sowjetreich, d. h. gegen Sinowjew, Kamenew. Trotzki und ihre Anhänger, nun endgültig auf den 19. August festgesetzt sei. Diese Nachricht erscheint zunächst unverständlich, weil sie den Eindruck her- üorruft, als ob Trotzkis Machenschaften zu denen Moskaus im Gegensatz stünden. Wenn die Arbeit Trotzkis der Sache der Weltrevolution so dienlich ist, weshalb soll sie bann von den Sowjetrussen verurteilt, warum soll Trotzki selber in Abwesenheit mit dem Tode bestraft werden? In Wirklichkeit handelt es sich bei dem großen Schau-Prozeß in Moskau aber nicht um die Austragung politischer Gegensätze, sondern um die persönliche Feindschaft zwischen Trotzki und Stalin sowie um die innerrussische Propaganda. Trotzki, der im Jahre 1917 mit Lenin zusammen die rote Herrschaft in Rußland errichtete, spielte im Sowjetstaat während der Nachkriegszeit eine große Rolle. Er war zunächst Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, später Volkskommissar für Krieg und Marine und schuf als solcher die Grundlagen für den Aufbau der Roten Armee. Durch diese Erfolge angestachelt, richtete sich sein Ehrgeiz darauf, die Nachfolge Lenins als Alleinherrscher im Roten Kreml anzutreten. Ader er Der Führer und Reichskanzler hat an den Staatssekretär a. D. Exzellenz Lewald folgendes Telegramm gerichtet: „Im Gedenken an Ihre ________. v_________ , verdienstvolle Arbeit für die Berliner Olympischen die beiden Weltmeere Atlantik und Pazifik durch Spiele spreche ich Ihnen zu Ihrem heutigen 76. Ge- eine Wasserstraße zu verbinden. Millionen Francs burtstag meine herzlichsten Glückwünsche aus. Gez.: wurden von dem französischen Volke gezeichnet, Adolf Hitler." Tausende von Menschen tarnen nach Panama, um * Geld zu verdienen. Aber es dauerte nicht lange, da Der Führer und Reichskanzler hat dem wußte die ganze Welt von den Schreckensszenen, Staatssekretär des Reichsministeriums für Volks- die sich am Isthmus von Panama ereigneten. Die aufklärung und Propaganda Walter Funk anläß- drückende Schwüle und feuchtheiße stickige Luft ver- lich seines 46. Geburtstages sein s i l b e r ger a h m- zehrten die Kräfte, bleierne Müdigkeit lähmte bie t e s Bilb mit einer besonders herzlichen Widmung Glieder und unaufhörlich strömte der Hauch des überreichen lassen. Todes aus den Herden des Morastes. Die weiten * Sümpfe waren geradezu ideale Brutstätten für Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Malaria und gelbes Fieber, die unerbittlich ihre B l 0 m b e r g ist zu einem kurzen Erholungsaufent- Opfer forderten. Die nach der Zerstörung wieder hall im „Weißen Hirsch" bei Dresden eingetroffen, aufqebaute Stadt Panama starrte vor Schmutz * und Verfall; Colon, die Siedlung auf der all an- Der französische Generalstabschef Gamelin ist tischen Seite des Panama-Kanals hieß nur noch auf feiner Rückreise von Warschau in Wien ein- ,,2)a5 Grab des weißen Mannes". Hier zählte man getroffen. Er begab sich sofort nach seiner Ankunft beinahe mehr Tote als Lebendige, und es gab fei- auf die französische Gesandtschaft, nen Tag, an dem man nicht einen Leichenzug nach ------- dem anderen zur Stadt hinausfahren sah. Es wird erzählt. daß es bei dem Bau der Eisenbahn durch 000)10)11 maamCDTen. ben Isthmus genau so viele Tote gegeben hat wie Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Schwellen unter ben Schienen. Dr. med. dent. Alfred Kühn von der Universität Das französische Unternehmen schlug fehl. Das Leipzig ist mit Wirkung vom 1. Apnl 1936 zum Mißlingen wurde durch unerhörte Schlamperei ver- außerordentlichen Professor der Zahnheilkunde m ursacht Die Arbeiter wurden zu Tausenden dahin- der medizinischen Fakultät der Universität Frank- qerafrt weil man sich nicht um die elementarften f u r t a. M. und zum Direktor des Zahnärztlichen Forderungen der Hygiene kümmerte. Das ftanzö- Instituts der Stiftung „Carolinum" bei ber Umoer- sjsche Fiasko von Panama endete mit einem un- fitat Frankfurt a. M. ernannt worden. Professor geheuren Skandal in Paris, der vielen kleinen Leu- Kühn hat die Profesiur bereits im Sommersemester ten ihren letzten Pfennig und manchem Minister | vertreten. seine Stellung kostete. Durch die französischen Er- Der Dozent Dr. med fiugo 13läge t g|tr..Ober- fahrunqen entmutigt geschah jahrelang nichts um arzt an der Universitäts-Augenklinik Frankfurt, ist den für die Weltwirtschaft so wichtigen Kanal vorn vom Herrn Reichs- und Preußischen Minister \ut Martttt zum Pazifik zu bauen bis im Jahre 1903 j Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zum nicht- hatte die Rechnung ohne Stalin gemacht, der ihn im Jahre 1928 zusammen mit den übriaen Vertreter der „permanenten Revolution" aus der Partei ausschl 0 ß und nach Turkestan verbannte. Ein Jahr später mußte Trotzki dann für immer die Sowjetunion verlassen. Wie Ahasver, der ewige Jude, fuhr er darauf von Land zu Land, ohne irgendwo festen Fuß zu fassen. Niemand wollte den alten Unruhestifter beherbergen, und selbst das Wohlwollen des einstigen französischen Innenministers Chautemps bewahrte ihn nicht vor dem Schicksal des ewigen Wanderns, bis sich endlich die norwegische Linksregierung seiner erbarmte. Es ist inzwischen auch davon die Rede gewesen, daß eine Begegnung zwischen Stalin und Trotzki stattfinden sollte, aber ob es wirklich zu einer Versöhnung der beiden Rivalen gekommen ist, weiß niemand. Denkbar wäre es, wenn Trotzki auf seine Machtansprüche in Rußland endgültig verzichtet, wenn er sich auch in seiner revolutionären Tätigkeit ben Anweisungen aus Moskau gefügt hat. Jebenfalls steht fest, baß ber linke Flügel ber Kommunistischen Partei in Rußland völlig lahmgelegt ist und daß die trotzksstische Opposition auch keinerlei Aussicht hat, wieder an die Macht zu kommen. Der mit großem Tamtam aufgezogene Trotzkisten- Prozeß, in dem die Oppositionellen beschuldigt werden, Mordanschläge gegen Stalin und andere hohe Sowjetpersönlichkeiten geplant zu haben, hat eine ganz andere Aufgabe zu erfüllen. Er soll den Sowjetbürgern zeigen, wie kostbar das Leben Väterchen Stalins ist und wie es ständig bedroht wird von den verruchten Feinden des Proletariats. So werden dann nach einheitlichem Schema in Ar- deiteroersammlungen Resoluttonen gefaßt, die „spontan" die restlose Vernichtung der Verschwörer- Clique fordern und in gleichem Atemzuge die Per- sönlichkeit Stalins mit orientalischem Wortgeprange in den Himmel heben. So läßt man in deri Pressekommentaren gelegentlich einfließen, daß die Verschwörer auch mit faschistischen Agenten zusammengearbeitet hätten, daß das rote Mütterchen Rußland ringsum von neidischen Feinden umgeben sei und daß es deshalb unbedingt notwendig wäre, die sowjetrussischen Rüstungen noch viel mehr als bisher zu verstärken. r w ____, Zugleich wird durch den Prozeß die Aufmerksamkeit der hungernden Massen von den inneren Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Ernay- rung abgelenkt. Seit Wochen gibt es m Moskau für Familien mit normalen Einkommensverhalt. Nissen keine Kartoffeln und fein Gemüse mehr zu kaufen, und an Fleisch ftt sowieso nicht zu denken. Eine Dürrekatastrophe in weiten ©ebieten toorojet- rußlands hat diese Knappheit an p^onzlichen Nahrungsmitteln hervorgerufen, und es besteht keine Möglichkeit, dafür einen Ausgleich durch andere Nahrungsstoffe zu schaffen. Das vorhandene Kapitot wird für die Aufrüstung der Armee ober für bie Unterstützung ber „Volksfronten , also für revolutionäre Zwecke gebraucht. Um alle biefe Dinge vor dem russischen Volk zu entschuwi- gen. tv/rben Trotzki bzw. feine ®$f'""u(ne3fl'"0^n als Sündenböcke vor das rote Tnbunal geschlepp Der Trotzki-Prozeß. Es erregte nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern einiges Aufsehen, als in der vorigen Woche norwegische Nationalisten Briefe Trotzkis veröffentlichten, aus denen einwandfrei heroorging, daß der alte russische Revolutionär nach wie vor recht aktiv für die W e l t- reoolution arbeitet. Nach lanaen Irrfahrten durch die ganze Welt hatte Trotzki, der mit seinem richtigen Namen Bronstein heißt, vor em paar Jahren von der Osloer Regierung die Erlaubnis erhalten sich auf norwegischem Staatsgebiet nieder- zulassen unter ber Voraussetzung, baß er seine frühere politische Tätigkeit einstellen würbe. Nun aber hat es sich erwiesen, baß seine Zurückgezo- genheit und seine Krankheit eben nur Vorwände waren, um die allgemeine Aufmerksamkeit von sich abzulenken. Trotzki ist ttotz seines hohen Alters frischer und lebendiger denn je, er spinnt seine Fäden nach allen Hauptstädten, die irgendwie für eine rote Revolte noch in Frage kommen, er grün- bet bie sogenannte IV. Internationale, deren Hauptstelle sich in Paris, deren Nebenstellen sick in London, Madrid, Athen und in Amerika befinden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese internationale Geheimorganisatton genau denselben Zwecken dienen soll, denen auch die III. Internationale, also die Komintern in Moskau, sich verschrieben hat Ist es doch bezeichnend, daß die französischen Verbindungsmänner Trotzkis ebenso wie die Agenten Dimitroffs in der „Volks- front" tätig sind. Die Bolschewisierung der Welt, die Entnationalisierung der Völker ist heute wie Mit dem „Hapag"-Dampser „Portland" nach Süden. Los Angeles (z.Zt. Berlin), August 1936. Ueberseereise! Fahrt in die Heimat! Durch fremde Meere auf einem stolzen deutschen Schift! Zurück in das Land, in dem die schönsten Tage seines ^unLLuch7°m^r^'^°die bemegte s -. OerWelfenschatz für Preußen erworben, schichte Panamas in Erinnerung, die von düste- ^er preußische Staat hat nach langwierigen und rer Romantik gefüllt ist, die Tage der Eroberer persönlich geführten Verhandlungen des preußischen Cortez und Pizarro, der Piraten Drake und Mor- Finanzministers Dr. P 0 p i tz den Welfenschatz f ü r gan: Der erste Europäer, der den Isthmus vonken preußischen Staat erworben. Don Panama betrat, war der Spanier Rodrigo de Mittwoch an wird er mit einer Reihe anderer Neu- B a sti d a s. Zwei Jahre später, auf feiner vierten erwerbungen aus den letzten drei Jahren im B e r- Amerika-Reise landete am 2. November 1502 ® 0 e h i n e r Schloßmuseum der Oeffentlichkeit zu» l u m b u s in Puerto Bello, kurz danach kamen gönglich gemacht werden. La Cosa, Amerigo Vespucci und Balboa, $er Welfenschatz hat eine lange Geschichte hinter der unter furchtbaren Qualen und unheimlichen n* gn ^rem Gesamtverlauf, wie in seiner Ge- Verlusten die Dschungel durchquerte und am 25. schichte ber letzten Jahrzehnte, spiegelt sich in ihm September 1513 zum erstenmal den Stillen Ozean ^n Stück der deutschen Geschichte überhaupt. Bis- ichtete. Alle diese Expeditionen waren geblendet von marrf betrachtete ihn als Privateigentum des 1867 )em unermeßlichen Reichtum der neuentdeckten jemer Kronrechte verlustig erklärten blinden K ö - Länder, man wußte einfach nicht wohin mit all n । g 5 Georg V. von Hannover. Bekanntlich dem Gold und den kösllichen Perlen und schwer- bie ehemals königlich-hannoversche Familie beladen fuhren die Schiffe zurück nach Spanien, Sitz nach dem Thronverlust in Oesterreich auf, die Kunde von dem sagenhaft reichen Lande überall unb r0 roar ber Welfenschatz mehrere Jahre i n verbreitend. Aber wie immer und überall in DerUien |eben Nach 1918 wurde er vorüber- Geschichte: Mit dem Reichtum kam d e r V e r f a l l. i n F r a n k f u r t a. M. und auch i n B e r - Balboa, beschuldigt, Unabhängiakeitsbestrebunyen ft n gezeigt. Dor einigen Jahren schwebten Der- mitgemacht zu haben, wurde auf Befehl des Äomgs hjanMungen, ihn nach Amerika für 12 Millio- von Spanien hingerichtet. Es dauerte nicht lange, r 2)o([ar verkaufen. Die Verhandlungen schei- da wimmelte es im Karibischen Meer von Piraten, terten aber im Wesentlichen, nur vierzehn wertvolle die aus aller Herren Lander hierher kamen, um Sfüdc wurden von den insgesamt 82 Einzelwerken auf die spanischen Goldschifte Jagd zu machen. 3n be3 Welsenschatzes von dem Museum in Cleve- kurzer Zeit waren Freibeuter und Seeräuber un- (anb (Ohio) erworben. Dank der Großzügigkeit umschrankte Herren dieser Meere und sogar die Führers konnten der wesentliche Teil des Wel- blühende, von den Spaniern stark befestigte Han-ftenschatzes jetzt für Preußen erworben werden, delsstadt P a n a m a wurde von deml gefurchtetsten Laufe der Jahrhunderte allmählich zu- und mordgierigsten aller Piraten, dem Welschen jammengetragen worden unb gibt einen fast lücken- Henry Morgan geplunbert unb zerstört. Die' l .»...... • - - - ~ Berichte von ber schreckensvollen Durchquerung ber Dschungel durch bie Morbgesellen bes Piratenhäuptlings, bie wie bie Garden unter ber Sense bes Schnitters zu Hunberten von schleichenben Seuchen bahingerafft würben, die ^Belagerung der Stabt Panama unb bie grauenvolle Zerstörung bie- ser blühenben Sieblung gehören zu ben bunkelsten Kapiteln ber Geschichte bes ausgehenben Mittelalters. Expebition um Expebition ging hier verloren, nicht in ben Kämpfen mit feinblichen (Eingeborenen, fonbern bahingerafft einzig unb allein von beamteten außerordentlichen Professor ernannt worden. Professor Dr. August H i r t h - Heidelberg wurde aum ordentlichen Professor der Anatomie an der Universität Greifswald ernannt. Dozent Dr. Sensen hat den Ruf auf den Heidelberger Lehrstuhl für englische Philologie als Nachfolger von Geheimrat Prof. Hoops zum Wintersemester 1936/37 angenommen. Dozent Dr. Walter Thomas wurde zum planmäßigen außerordentlichen Professor der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg ernannt. Der ordentliche Professor Dr. Georg Magnus in Berlin ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität München berufen worden. Die dritte Weltkrastkonferenz 1936. Vom 7. bis 12. September tagt in Washington die dritte Weltkraftkonferenz. Deutschland beteiligt sich an der Konferenz mit über 100 Teilnehmern unter Führung des Vorsitzenden des Deutschen nationalen Komitees, Direktor C. Krecke. Außerdem werden Reichsstatthalter Ritter von Epp als Ehrendelegierter und Generaldirektor Dr. Dorp müll er, der Nachfolger Oskar v. Millers in der Präsidentschaft der Gesamtorganisation der Weltkraftkonferenz, an der Konferenz teilnehmen. Das Programm steht unter dem Leitgedanken „D i e nationale En e r g i e w i r t sch a f t". Die Energieversorgung ist heute für alle Länder eine Lebensfrage. Das deutsche Energiewirtschaftsgesetz vom Dezember vorigen Jahres entspricht den Erfordernissen der deutschen Wirtschaft, des deutschen sozialen Neuaufbaues und der deutschen Wehrpolitik. Es stellt auch in der Energieversorgung das Gemeinwohl über alle Einzelinteressen. Auf der Konferenz kann man die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zielsetzungen der einzelnen Nationen wirklich kennenlernen, aber Deutschland kann der Welt auch zeigen, was es auf diesen Gebieten seit 1933 erreichen konnte. Konferenzen dieser Art sind berufen, die Nationen einander näherzubringen und bessere Formen der internationalen Zusammenarbeit zu schaffen. Aus aller Welt. Wieder drei Touristenunglücke in Oesterreich. In den Bergen kamen am Montag durch Absturz wieder drei Touri st en ums Leben. Im Rosen tal in Kärnten stürzte ein Kletterer von der Weißen Wand tödlich ab. Auf dem H ahn- ko g e l in Kärnten fand beim Edelweißpflücken ein 18jähriger Handelsangestellter den Tod. Ebenso verunglückte auf dem Traunstein bei Gmunden im Salzkammergut ein Bergwanderer tödlich. Doppelmörder in Danzig hingerichtek. Der wegen Raubmordes an seinem Bruder und seiner Schwägerin zum Tode verurteilte Johannes Runschkowski ist Dienstag früh in Danzig hingerichtet worden. Er hatte seine Opfer erschlagen und dann das Haus in Brand gesteckt. Der Danziger Senat hatte angesichts dieses bestialischen Dovpelmordes von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Der Mörder von Dauborn rechtskräftig 3um Tode verurteilt. Der Große Strafsenat des Reichsgerichts hat die von dem Mörder Willi Schönwetter aus Dauborn gegen das Urteil des Schwurgerichts Limburg vom 26. Juni 1936 eingelegte Revision als unbegründet verworfen. Damit ist Schönwetter wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte rechtskräftig verurteilt. Schönwetter hatte am 27. Dezember 1935 seine Geliebte, die 22 Jahre alte Erna Lang, die von ihm ein Kind erwartete, erwürgt' und die Leiche an einen Baum aufgehängt, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Afrikanische Steppe in Berlin. Wüstenklima auf Bestellung. - Ein „Gebirge" vonirvOO Zentnern Sandstein. Europas größtes Raubtier. - Freigehege. Im Berliner Zoologischen Garten wurde die neue große Löwen-Freianlage ihrer Bestimmung übergeben. Eine Erweiterung des Berliner Tiergartens ermöglichte die Errichtung eines gewaltigen Freigeheges für „Wüstenkönige" unweit des Haupteingangs von 4000 Quadratmeter Bodenflache. Ein künstliches Gebirge von 12000 Zentner unbehauenem, rötlichbraunem Sandstein aus der Sächsischen Schweiz bildet den Hintergrund. Es verdeckt große, hygienische Jnnenräume, die an das alte Raubtierhaus angeschlossen wurden. Durch einen 160 Meter langen Wassergraben von 8 Meter Breite und 3,60 Meter Tiefe, der mit 1800 Kubikmeter Wasser gefüllt wurde, ist die Freianlage vom Publikum getrennt. Sie ist mit Bambus, Schilf und winterharten Kakteen stilgerecht eingefaßt. Vor dem mit Distel- und Dorngestrüpp bepflanzen gewaltigen Felsenpanorama erstreckt sich eine weite Sandfläche, die als Tummelplatz für die Löwen gedacht ist. Damit es jedoch den Wüstenkönigen in ihrer komfortablen Freiluftwohnung nicht etwa zu kalt wird, hat man unter dem märkischen Sand Heizröhren angelegt, durch die der Boden künstlich erwärmt werden kann. Bei heißer Witterung aber können sich die Raubtiere in kühle Felsenhöhlen des künstlichen Sandsteingebirges zurückziehen. Quer davor liegt ein riesiger, gefällter Baumstamm, den eben erst ein Sturm niedergeschmettert zu haben scheint. Nach den Gedankengängen von Dr. Lutz Heck, dem Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, der selbst die Löwen in Afrika in freier Wildbahn wiederholt beobachtet und studiert hat, erstand in den umfangreichen Anlagen das bisher größte Raubtier-Freigehege Europas, das Schönheit mit Zweckmäßigkeit vereinigt. Seine Eröffnung gestaltete sich zu einem großen Ereignis für die tierfreundlichen Berliner und Olympiadegäste aus dem ganzen Reiche. Nachdem man die Löwen im Raubtierhaus an das Zusammensein einigermaßen gewöhnt hatte, wobei der Futterneid bekanntlich meist das schönste „Familienleben" beeinträchtigt, erfolgte der sorgfältig vorbereitete Umzug. Zunächst wurden vier jüngere Löwen in der Freianlage ausgesetzt, die sich wider Erwarten höchst wohlanständig betrugen und großes Interesse an ihrer neuen Umgebung zeigten. Sodann erschien „Suita n", ein mächtiger, dunkelhaariger Mähnenlöwe und einer der letzten Wüstenkönige aus dem Atlas mit Frau und zwei Jungen auf der Bildfläche. In würdevoller Majestät nahm er feine neue Behausung in Besitz. Vorläufig darf jedoch Familie Sultan noch nicht ständig die Frei- anlage bewohnen, sondern muß zeitweise anderen Löwen das Feld räumen, die auch manchmal frische Luft genießen wollen. Später soll dann ein ganzes Rudel von etwa zehn Wüstenkönigen Sandfläche und Felsenhöhlen bevölkern, wobei die Tiere vollkommene Bewegungsfreiheit haben. Der Steppencharakter der Freianlage gewährleistet em Wohlbefinden der Löwen, wie es in den Jnnen- käfigen niemals erreicht werden kann. Dieses ist für den Berliner Zoo um so wichtiger, als sich dieser viel mit Löwenzucht befaßt. Die daraus heroorgegangenen Tiere werden zum Preise von 60 bis 80 Reichsmark in alle Welt verkauft. Ein L ö w e n b a b y , das man mit der Flasche aufziehen kann, falls man nicht eine Hündin als Amme oorzieht, kostet somit heute nur noch etwa halb so viel wie ein guter deutscher Schäferhund. Allerdings ist zum Halten eines Löwen em polizeilicher Erlaubnisschein erforderlich, auch frißt ein solches „Haustier" immerhin 10 bis 15 Pfund Fleisch am Tag, was einen erheblichen Kostenaufwand bedeutet. Schließlich kann man einen Löwen, der erst im 6. Lebensjahr voll ausgewachsen und bis zu zwanzig Jahre alt werden kann, höchstens dreiviertel Jahre in der Wohnung behalten und als niedliches Spielzeug betrachten. Dann aber wird das bis dahin so harmlose „Haustier" doch zu groß und gefährlich, weshalb man es wohl ober übel einem zoologischen Garten für den Rest feines Lebens anvertrauen muß. Es lohnt sich also kaum, einen Löwen wie Hund oder Katze zu halten, ganz abgesehen von dem Risiko, das damit auf alle Fälle verbunden ist. Buntes Allerlei. Das Denkmal der Möven von Utah. Der Fremde, der die Mormonenstadt <5alt Lake City besticht, wird mit einiger Verwunderung ein eigenartiges Denkmal betrachten, das die Stadt am Salzsee schmückt. Auf einer stattlichen Granitsäule ruht eine Halbkugel, auf der sich zwei große Möven aus vergoldeter Bronze niedergelassen haben. Tritt man näher an die Säule heran, so gewahrt man eine Reihe von Reliefs, Bauern und Bäuerinnen darstellend, die weinend und verzweifelt auf verwüstete Felder blicken, bann eine Riesenwolke von Vögeln, die heranzieht und auf die Felder niedergeht, schließlich aber hochbeladene Erntewagen, die von fröhlichen Menschen im Triumphe eingeholt werden. Das eigenartige Denkmal, dessen Bedeutung sich dem Fremden nicht sofort entschleiert, ist bas Denkmal der Möven von Utah. In Stein und Bronze bringen hier die Mormonen den Möven, die einst die erste Niederlassung der Mormonen vor dem Hungertode bewahrten, eine Ehrung. Es war im Jahre 1847, daß sich die ersten Mormonen an den öden Ufern des großen Salzsees niederließen; vor den heftigen religiösen Verfolgungen, denen die Anhänger des Mormonenglaubens in Illinois ausgesetzt waren, flüchteten sie hierher in die Einsamkeit. Im Frühjahr 1848 waren die letzten kümmerlichen Reste der mitgesührten Nahrungsmittel erschöpft, und sorgenvoll verfolgten die Ansiedler die Entwicklung ihrer Saaten, als plötzlich gleich einer ägyptischen Plage ungeheure Heuschreckenschwärme vom Hochgebirge niedergingen und sich auf die Felder stürzten. Wo sie hinkamen, war die junge Saat sofort vernichtet, und die Ansiedler wären dem Hungertode anheimgefallen, wenn nicht die auf den Inseln des Nachbarsees hausenden Möven zu ihrer Rettung herbeigeeilt wären. Als die dichten Möoenschwärme sich über die Felder senkten, glaubten die Mormonen, daß ihr Unglück nun vollends besiegelt sei. Um so größer war die Freude, als man wahrnahm, daß die Möven nur die Heuschrecken angriffen. Da sah man in den weißen und grauen Vögeln vom Himmel gesandte Retter, die gekommen waren, die neue Kirche zu schützen. Mit einem beträchtlichen Kostenaufwand hat man den Möven ein Denkmal gesetzt. Statistik der Frauenschönheit. Jemand hat sich die Mühe gemacht, aus etwa 500 Romanen eine Statistik der Frauenschonheit zusammenzustellen, wie sie sich nach der Formulierung der Dichter ergibt. Dabei stehen schöne Augen an der Spitze; sie werden in 100 v. H. der Romane von der schönen Frau gefordert, und zwar entscheiden sich 60 v.H. der Romanschilberungen für blaue und 40 0. H. für schwarze Augen. 95 v.H. dieser Romanheldinnen haben einen schönen Teint; bei 70 0. H. ist er strahlend, bei 20 v. H. blaß oder matt und bei 2 v. H. sehr weiß mit Sommersprossen. Feine und gepflegte Hände sind in 95 v. H. aller Fälle für diesen Schönheitskobex unerläßlich. Eine gute Figur ist mit 90 v. H. vertreten. In 80 v. H. begeistern sich bie Dichter für purpurne Lippen, während blasse Lippen nur in 20 v. H. gepriesen werden, und zwar bann als Zeichen einer rühren- ben Schönheit, besonbers bei Kranken. Ein kleiner Mund erhält in 85 v. H. den Preis, ein großer, der „einen Perlenschrein sehen läßt", gilt in einem Verhältnis von 15 v.H. als schön. Ein großer Mund ohne prächtige Zähne findet nirgends Beifall. Kleine Füße sind mit 90 v. H. in die Statistik aufgenommen: große Füße werben in 10 v. H. ber Fälle als Schönheitsideal angesehen. Ein zartes kränkliches Aussehen erscheint bei 20 v. H. als Schönheitsibeal; doch wird darauf hingewiesen, daß es sich dabei hauptsächlich um Romane aus den Jahren 1830 bis 1880 handelt, wo man für die Romantik hektischer Erscheinungen eine besondere Vorliebe hatte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die in Verbindung mit der Schönwetterperiode eingetretene Erwärmung brachte auch uns in den letzten Tagen zum 8. Male seit geraumer Zeit hochsommerliche Temperaturen. Dadurch wurde aber nicht nur zunächst das Auftreten örtlicher Wärmegewitter begünstigt, sondern auch ein Vorstoß kühlerer Meeresluft auf das Festland ausgelöst. Letzterer haben wir das Auftreten ausgedehnter Gewitter- tätigfeit am Dienstagabend zuzufchreiben, die örtlich sehr erhebliche Niederschlagsmengen lieferten. Mit diesen t)at sich eine Umgestaltung der Großwetterlage vollzogen, bie uns zwar nicht ausgesprochenes Schlechtwetter, aber boch roieber größere Geneigtheit zu Nieberschlägen bringt. Aussichten für Donnerstag: Zeitweilig aufheiternd und wieberholt gewittrige Niederschläge, mäßig warm, aber etwas schwül, meist südliche bis westliche Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer der unbeständigen, aber nicht unfreundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 18. August: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 15,9 Grad; am 19. August: morgens 17 Grad. Maximum 29 Grad, Minimum heute nacht 14,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 24,9 Grad; am 19. August: morgens 19,5 Grad Celsius. — Niederschläge 2,6 mm. — Sonnenscheindauer 7,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. 93. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. I> in viel als bi chen trat stehe Sack * gen, 61 habei- tleine" «it’i H* nicht rec dah hort, ® wird, ®ewi züE Freum den -U ®ar ßeren, Kinde" oerschiel es die■ teilen, 1 Npra als meist ni Melleich recht, w jenes n „Meine sich üt das n 2Iud versich nen, 1 oft ei hinde erinn auf i Und heute ein ( perfö' liche irgen Freu als die j fein, Auge sollte nisse daß wem sen. 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Bei einer Auslese der frischbenannten „Neuen" aus einer über Halbmillionenstadt während der Zeit von zwei Monaten hielten die Spitze: Horst mit 140 Teilnehmern des männlichen, und Christa mit 170 des weiblichen Geschlechts. Weitaus unter Würzige Apfeltunke in der Schale: Ein Pfund kleine saure Aepfel werden mit der Schale in so wenig als möglich Wasser gekocht und durch ein Sieb gedrückt. In einem Eßlöffel Butter wird ein guter Teelöffel Mehl gelbbraun geschwitzt und mit Würfelbrühe verkocht. Dann schmeckt man ab mit dem Aepfelmus, etwas Pfeffer, Mostrlch, Salz, Zitronensaft oder Essig. Himmel ist. Der konjunkturlose Hans halt sich in diesen zwei Monaten der angegebenen Uebersicht mit 70 Mitgliedern Den Ruhm des Einmaligen haben: Thorsten, Ronnald, Dietbert, Jrnrno, Degenhardt, Florida und Ortwin. Weibliche Solonamen aus dieser Zwelmonatszeit stellen sich vor mit: Sieglinde, Diethard, Daniela, Hiltrud Sybille, Freia, Benita, Marieluise (!), Walburga, Heidrun und Isis. Die bevorzugten Na- men nach Christa sind 140 Renaten und Inge, Helga und Gisela zwischen 90 und 120 Trägerinnen pro Namen. Weibliche Vornamen wie Ute, Rita, Angela, Astrid, Vera, Jutta und Regine sind durchaus gebräuchlich und mit je 8 bis 10 beteiligt. Aus der starken Anwendung verschiedener Vornamen geht deutlich hervor, daß sie nicht nur willkürlich von den Eltern gegeben werden, sondern daß jede Zeit der Namengebung ihr Gepräge gibt. Schü. Hellgrün, dunkelgrün, rot: Junger Kohlrabi, Spinat, Mohrrüben. Weiß, zartgelb, grün: Kartoffeln, Spargel und Schoten. Grün, blau, weiß: Blattsalat, Pflaumen, Rettich. Zartgrün, rostrot, weiß: Gurke, Rotkraut, Blumenkohl. Schü. kleinen Schuß Kirch-, Johannisbeer- oder Himbeersaft dazu, oder zwei Blatt rote Gelatine. Weingelee mit Mirabellen: Ein hal- des Pfund frische Mirabellen und ein halbes Pfund frische Reineklauden werden sauber gewaschen, auf einem weichen Tuch abgetrocknet und ganz, damit sie ihr Ansehen behalten, in eine Glasschüssel getan, leicht mit Zucker bestreut und mit einem halben Liter Weißwein begossen. 40 Gramm weiße Gelatine drückt man in kaltem Wasser aus, bis sie weich ist, löst sie in ein viertel Liter heiß gemachtem Weißwein vollständig auf, gibt noch ein viertel Liter bloß warmen Wein darunter und gießt diese lauwarme Flüssigkeit schnell durch ein Sieb bei gutem Umrühren in die Glasschüssel. Auf Eis in zehn Minuten, in kaltem Wasser in IVt Stunden steif. Mit Schlagsahne, Mürbeplätzchen und gelben Rosen garnieren. Dreierlei aus denselben Früchten. (afp) — Wie oft hört man Mütter darüber kla- aen daß ihre Kinder „Geheimnisse" vor ihnen । haben Meistens handelt es sich ja um keine ganz kleinen Kinder mehr, sondern um solche, die schon anfangen, Leute zu werden. „Meine Tochter sagt mir nichts mehr, früher ist sie doch immer zu mir gekommen, wenn sie etwas auf dem Herzen hatte", heißt es dann über die Sechzehnjährige, deren Schweigsamkeit in persönlichen Dingen man sich nicht recht erklären kann. Es ist dabei auffallend, daß man solche Klagen vorwiegend über Tochter hört, während von den Söhnen gerne behauptet wird,/„alles" über sie zu wissen. Gewiß sind Mütter den Söhnen gegenüber großzügiger. Auch fallen für sie die so oft gepriesene Freundschaft zwischen Mutter und Kind manche Hemmungen weg, die ein derartiges Verhältnis bei den Töchtern erschweren. . Warum es aber mit der Offenheit bei den größeren, manchmal sogar bei den ganz erwachsenen Kindern so große Schwierigkeiten hat, ist auf die verschiedensten Gründe zurückzuführen. Einmal ist es die Angst, den Eltern unnötige Sorgen zu bereiten, die viele junge Menschen von einer offenen Aussprache zurückhält. Was ihnen von den Eltern als Mangel an Vertrauen gedeutet wird, ist zumeist nichts anderes als überlegte Rücksichtnahme. Dielleicht haben junge Mädchen gar nicht so unrecht, wenn sie auf die Frage, warum sie dies ober jenes nickst mit ihrer Mutter besprechen, antworten: „Meine Mutter würde mich nicht verstehen oder sich über das Ganze mehr aufregen als ich, und das will ich nicht!" . Auch wenn Eltern ihren Kindern immer wieder versichern, daß sie jederzeit zu ihnen kommen können, wenn sie Rat brauchen, so spüren Kinder doch oft eine unüberbrückbare Kluft, die sie am Sprechen hindert. Manchmal spielen hier auch Kinbheits- erinnerungen eine Rolle. Vielleicht folgte einmal auf ein Geständnis eine etwas ungerechte Strafe. Und wie man sich damals vor Strafe fürchtete, so heute vor Vorwürfen. Und das ist vielleicht auch ein Grund, warum sich junge Menschen in ihren persönlichsten Angelegenheiten, seien es nun berufliche Schwierigkeiten ober seelische Depressionen irgendwelcher Art, lieber mit der Freundin, dem Freund oder älteren Berufskameraden aussprechen als mit den eigenen Angehörigen. Trotzdem sollte die Kluft zwischen Eltern und Kindern nie so groß sein, daß junge Menschen gewissermaßen vor den Augen der Eltern am Leben verzweifeln. Kinder sollten trotz aller Hemmungen und Mißverständnisse doch immer das beruhigende Gefühl haben, daß das Elternhaus ein sicherer Hafen für sie ist, wenn sie einmal gar nicht mehr aus und ein wis- MineToch«erhat„SeheimEe" -bon Ilse Mahl. sen. Eltern sind bekanntlich eifersüchtig auf jeden, der mehr von ihren Kindern weiß als sie selbst, aber sie müßten sich manchmal auch sagen, daß es belfer ist, wenn sie nicht alles wissen. Wenn sie auch in vielen Dingen keinen sehnlicheren Wunsch haben, als die Wahrheit zu erfahren, so zeigt doch das Leben immer wieder, bafc sie die Wahrheit in manchen Fällen ganz einfach nicht vertragen. Sie betrachten die Dinge eben anders als ein Außenstehender. Erfahren sie von der einen oder anderen Sache nach einigen Jahren durch Zufall, so ist das für sie immer noch eine große Erschütterung, die das schweigsame Verhalten des Sohnes oder der Tochter nur rechtfertigt. . Wenn es ihnen an dem notigen Verständnis fehlt so ist daran oft der Unterschied der Generationen schuld. Sie sind in einer anderen Zeit und unter anderen Lebensbedingungen ausgewachsen, die ihre Ansichten geformt haben und es mag ihnen häufig mit dem besten Willen nicht leicht fallen, sich in junge Menschen von heute hinem- zudenken und ihre Sorgen zu verstehen. 3m Sommer Salat! In der heißen Jahreszeit hat der menschliche Organismus einige Sonderwünsche in bezug auf feine Ernährung. Da die Sonne genügend Wärmeeinheiten verteilt, brauchen sie in der Nahrung nicht in so hohem Maße vorhanden zu sein. Das Bedürfnis nach Fleisch, Fett und anderen nähr- haltigen Speisen verringert sich, der Wunsch nach leichter Kost wird laut. Zur besten Beikost gehört Salat, der je nach feiner Zusammenstellung Der- wendung sinden kann. Er ist erfrischend, aufbaureich, leicht verdaulich und daher gesund. Häufig steht der Wohlgeschmack im engen Zusammenhang mit feinem Aussehen, und die Schönheit der Farben spielt beim Salat eine nicht weniger große Rolle, als die Zugaben. Die Reihenfolge, in der man die Gewürze zufügt, ist nicht gleichgültig. Ebenso ist es wichtig, daß der Salat wohl gewaschen, jedoch nicht ausgelaugt ist, und daß er völlig abgetropft und abgetrocknet in die Schüssel kommt. Zuerst wird Del, dann Essig in Verbindung mit Salz, zuletzt werden die Kräuter dazugetan. Das Mengenverhältnis soll so sein, daß auf vier Eßlöffel Del ein Eßlöffel Essig genommen wird. Auch eine Prise Zucker hat sich schon oft als vorteilhaft für Geschmack und Bekömmlichkeit erwiesen. Schön ist die Zusammenstellung von grün, gelb und rot. Blatt- oder Gurkensalat wirb mit einem gekochten, burchqeschnittenen Ei unb mit Tomaten verbunden. Weiß, grün, rot. Kartoffeln mit kleinen jungen Schoten und Mohrrüben ergeben einen anderen, sehr wohlschmeckenden und gesunden Salat. Wenn wir bedenken, daß Helle Sommerfarben erheiternd auf unser Gemüt wirken, wo immer wir ihnen begegnen, können wir uns leicht vorstellen, daß eine schöne Salatschüssel unsere Eßlust anregt, unsere Stimmung hebt. Zudem sind m der farblichen Zusammenstellung keine Zufälligen Werte zu suchen, sondern sie ergeben durch ihren Gehalt, der in den Farben bedingt ist, jene Bereicherung an bekömmlichen Speisen, die gerade im Sommer nicht entbehrt werden können. Daher lassen sich unter dem Gesichtspunkt von schonen, harmonischen Farbenzusammenstellungen wohlschmeckende und gesunde Salate bereiten. Die erste der angegebenen Farben ist stets bezeichnend für die Hauptmenge, die die Grundlage des Salats bildet. Grün, gelb, rot: Blattsalat ober Gurke, gekochtes Ei, Tomaten. W-iß, gelb, grün: Sellerie, Kartoffeln, Ei, Pf-f- ferschoten. Lichtgelb, grün, dunkelrot: Sauerkraur, Wirsingkohl, rote Rüben. Wie soll unser Md heißen? Von Eva Staedtler. Eltern haben ben Wunsch, daß es ihren Kmdern einmal besser ergehen möge als ihnen selber. Wann dieses größere Wohlergehen der Nachkommenschaft bestehen soll, ist persönliche Anschauung. Außer dem Ziel wirtschaftlicher Unabhängigkeit ur die Kinder gibt es eine Reihe Sonderwunsche für aas geistige und seelische Maß der Entwicklung, rote Eltern es nach eigener Veranlagung und Erfahrung für ihre Kinder ersehnen. Ein Teil dieser Wunsch- träume elterlicher Besorgnis prägt sich m der Jia- mengebung aus. — Traditionsgebundene Namen alter Geschlechter, sowohl mit dem Familiennamen als auch mit dem Bern verknüpft, Vornamen von Großeltern, Pa ten unb Anverwanbten aus Jßietat unb gefühl spielen ebenfalls eine Rolle bei der Venen nuna bes neugeborenen Kinbes. Und schließlich spricht ber Zeitgeist neben ber persönlichen Einstei- lung unb Geschmacksrichtung ber Eltern ein Mort mit'. Kriegsjahre spiegeln sich im Namen anher, Zeiten ber Selbstbesinnung einer Nation ZU Mer Art, unb in kleineren Maßstäben besten vielgelesene unb beliebte Bücher, ebenso erfolgreiche Bühnenstücke, ja auch bie Namen der Künstler bei der Namengebung der jungen Erdenbürger. Diese machen in späteren Jahren Men Eltern gerne einen Vorwurf, sei es, daß ihnen der D - name zu klanglos oder nüchtern, Z" wenig Zu ihrer Persönlichkeit passend oder gar zu hochtrabend und aus der Reihe tanzend erscheint. „Wenn ich doch Lieschen heißen würde!", seufzte em kleines Mädchen mit dem stolzen nordischen tarnen Dafl mar. Sicher werden die Kinber besagter Dagmar einmal die Kehrseite zu spuren bekommen und ihrerseits stöhnen. — Db der Name pafet f* bet einem siebenpfündigen Neugeborenen flu d)f wohl immer schwer feststellbar. Allmah ch gewoh nen sich Mensch unb Name anemanber unb schme den mit wenigen Ausnahmen zu einerEinheit zusammen. — Wenn auch eine Rosemarie "'M ber Prinzessin aus bem seinerzeit vielgelesenen Roman. Die Heilige unb ihr Narr, ähnlich flu Jem braucht, so paßt ber Name vielleicht von einer anderen Seite aus zu der Trägerin. Noch em zweiter weiblicher Vorname — ein altdeutscher — aus demselben Buch, hat bei vielen kleinen Mädchen Pate gestanden: Gisela! Doch soll keiner sich besonders getroffen fühlen durch Namenshöhenrekorde tn diesem reguliert. Wir haben jetzt viele Gemüse, bie auf dem Markt billig zu haben sind unb bie, knapp übergewallt — nicht zu sehr zerkocht! — mit etwas Butter köstlich schmecken ober bie, klein zerschnitten, mit wenig Del unb Zitrone angemacht als Salate eine Hauptmahlzeit ergeben. Tomaten zum Beispiel unb Blumenkohl, Maiskolben (sehr nahrhaft), Schmorgurken, Rüben, Rot- unb Weißkohl, Pellkartoffeln passen zu allem. Dbst sollte, so merkwürdig es Hingt, vor bem Essen verspeist werben. Die ersten Aepsel sinb schon geerntet unb erschwinglich, Weintrauben (im Frühherbst) gehören heute nicht mehr zu ben Luxusfrüchten, fonbern sinb als sehr gesunbe Nah- rung erkannt worben, sie enthalten ben fräftigenben Traubenzucker. Bananen sinb außerordentlich sät- tigenb. Pflaumen, Preiselbeeren, Birnen sinb im späten Sommer wohlfeil, unb Kürbisse — sauersüß! — dürften dann auch reif sein. Mit etwas Geschick läßt sich da ein abwechslungsreicher Speisezettel machen. Mal ist das Gemüse roh, das Dbst gekocht — bann roieber die Tomaten geschmort unb es gibt rohe Zwetschen vorher, einen Abenb macht man geröstetes Graubrot mit Butter zum Krautsalat, ein anbermal kauft man Gesunb- heitsbrot (Knäkke- ober Grahambrot zum Beispiel, bas in vielen Bäckereien von verschiebenen Firmen zu haben ist) und gibt es mit Honig ober braunem Malz als Aufstrich zum großen Kompottopf, ober man gießt frische Milch an die eingezuckerten Früchte, bevor sie gegessen werden. Mit Mandeln und geriebenen Nüssen kann manches verziert und gewürzt werden. Kein Körper kommt zu kurz, der von all diesen gesunden Sachen genährt wird, die aufgezählt wurden. Im Gegenteil: Schon sehr bald wird man merken, daß es sich im Sommer schneller denkt und arbeitet bei leichter Kost. Die ganze Familie wird besser aussehen und sich wohler fühlen, wie befreit. Alle werden ein bißchen gesünder werden — und bas ist heute wichtiger denn je! Versuchts nur. Es ist nicht umsonst so oft von Vitaminen die Rede, und bie sind in ben srischen Gemüsen unb im Dbst reichlich vorhanden! Nun ist der Frühkohl dran! ZdR. In den Hauptkohlanbaugebieten kommen seht täglich große Frühkohlmengen zur Ernte. Der Kohl wird in diesen Gebieten in Bezirksabgabestellen er- faßt, die nur einwandfrei sortierten, nach zwei Güteklassen getrennten Kohl zum Versand bringen. Mm- berroertige Ware ist von der Anlieferung ausge- schlossen. Jeder Waggon, der das Anbaugebiet ver- läßt, wird von Prüfern des Garten» und Weinbau- wirtschaftsverbandes nachgeprüft. Auf diese Weise erhält der Verteiler große Posten einheitlicher Ware und kann dem Verbraucher gegenüber die Gewähr für einwandfreie Dualität übernehmen. Damit die auf den Feldern stehende reiche Ernte aber auch restlos zur Verwertung kommt, ist es notwendig, daß sich die Haushaltungen auf den Mehrverbrauch von Wirsingkohl, Weißkohl und Rotkohl einstellen. Be- sonders in diesen Tagen wird sich in vielen Haushaltungen das Bedürfnis nach einem Kohlgericht Herausstellen. Kohl bedeutet eine Abwechslung im Speisezettel. Gibt es doch die verschiedensten Weisen der Zubereitung des Kohls, wie Zusammengekochtes, Kohlrouladen, Kohlpüree, Kohlsuppe, Kohlsalat, Schmorkohl und die Variationen der gleichzeitigen Verwendung von Rot- und Weißkohl. Eine weitere Abwechslung bedeutet der Sauerkohl als Zugabe zu verschiedenen Fleischgerichten. Die Ernte des Frühkohls ist in diesem Jahre groß. Die Hausfrauen sorgen also nicht nur für Abwechslung in der Speisenfolge ihres Haushalts, sondern helfen gleichzeitig auch, entscheidend bei der Verwertung der reichlichen Früh- kohlernte, wenn sie mindestens einmal in der Woche Kohl auf den Mittagstisch bringen. krankheiten. Also lassen wir einmal für einige Wochen leichtverderbliche und schwer verdauliche Eßwaren aus unserer Küche weg und nähren wir uns von anderen Dingen. Zu den verbannten oder einzuschrän- kenden Sachen gehören alle Lebensrnittel, die in irgendeiner Form Eiweiß enthalten: Fleisch, Fische, Räucherwaren vom Bücking bis zum Wurstzipfel und jede gewürzte Speise. Eiweiß, weil es schnell verdirbt, Salz, Pfeffer ujro., weil es Dürft macht und wir in unserer Kur so wenig Flüssigkeit als möglich trinken sollen. Zu viel Wasser schwemmt den Körper auf, belastet den Kreislauf und strengt dadurch das Herz unnötig an. Also: reizlose Kost, wenig Fleisch, nichts Ge- räuchertes oder Gepökeltes — da bleiben frische Gemüse und Dbst, und es empfiehlt sich die Mischung von gekochten Gemüseplatten und der schon ost besprochenen Rohkost, als Getränk statt Kaffee, Tee und Bier cs mit saurer Milch zu ver- suchen — mit ober ohne Zucker —, die außerdem noch den Vorteil hat, daß sie den Stofswechsel Gelee: Zehn Kilogramm Johannisbeeren, drei Kilogramm Himbeeren. Von den Himbeeren die größten und schönsten Früchte heraussuchen, die Johanni.beeren abftreifen, schnell abspülen und noch tropfend in den Einkochtopf tun. Die weniger ansehnlichen Himbeeren dazu. Miteinem viertel Liter Wasser aufs Feuer setzen, bis die Beeren platzen. Sie dürfen nicht kochen, nur einmal aufwellen. Schnell durch's Sieb den Saft ablaufen lassen. Die gleiche Gewichtsmenge Zucker erwärmen. Den warmen Säst in den warmen Zucker rühren. Ist das alles aufgelöst, in geschwefelte Gläser füllen, ein Alkoholpapier darauf legen und mit Zellophan zubinden. Saft. Die abgelaufenen Beeren in den Kochtopf zurückgeben, so viel Wasser darauffüllen, daß cs ein Finger breit über den Beeren steht. Fünf Minuten ordentlich kochen, wieder den Saft durch ein Sieb laufen lassen, ohne zu drücken. Auf ein Liter Saft 125 Gramm Zucker, bis zum Kochen bringen, wenn der Zucker aufgelöst ist, in Flaschen füllen, verkorken, zubinden und 20 Minuten sterilisieren. Rote Grütze: Die Beeren wieder in den Topf geben, etwa zwei Liter Wasser bprauf gießen, fünf Minuten burchkochen, burch ein Tuch gießen unb orbentlid) ausbrürfen. Die Rückstänbe werben erst weggeworfen, wenn sie ganz grau sinb. Den gewonnenen Saft messen, nach Geschmack süßen, auf zwei Liter kochenben Saft 4 Liter Grieß unterrühren, zum Schluß bie ganzen guten Himbeeren roh barunter mischen unb einen Eßlöffel Honig, der mit etwas Saft aufgelöst ist, dazu tun. Kalt mit frischer Milch reichen. Frida Aisch. Sommerkur zu Hause. Von Charlotte Ttll (afp) Da hört unb sieht man jebes Jahr von neuem, baß Bekannte für vier Wochen wegfahren, um eine Kur zu machen. Sie kommen erholt unb frisch zurück, unb man fragt sich unwillkürlich, ob das allein bie Ruhe macht, bie sie in bem jeweiligen Babeorte haben ober die gute Lust ober bie ver- orbneten Bäder? Nein — bas allein macht es nicht. Sonbern es ist bie allgemeine Umstellung bes Körpers, bie durch die ungewohnte Umgebung, andere Lust und vor allen Dingen eine neue'Lebensweise heroorgerusen wird. Dazu brauchen wir nicht unbedingt eine teure Kur in weiter Ferne zu machen — wir können auch zu Hause „kuren" und etwas erreichen. Die grundlegende und wichtigste Sache dabei ist eine veränderte Nahrung, eine sogenannte Diät, unb es ist sehr wesentlich, wenn man diese vorübergehende Aenderung der leiblidjen Genüsse im Sommer vor- nimmt. Erstens sind Kuren kurz vor den Winter- monaten überhaupt zu empfehlen, sie frischen angenehm auf für die anstrengende kalte Zeit, und zweitens sollten wir bei großer Hitze sowieso andere Mahlzeiten nehmen, als bei kühler Temperatur, denn in der heißen Zeit verderben viele Lebensmittel leicht — deshalb gibt es im Sommer, besonders bei Kindern, so oft Magen- und Darm- Salat: 6 Gramm mürbe Aepfel, 2 Salzgurken, 6 gekochte kalte Kartoffeln, ein kaltes hartes Ei werden in Würfel geschnitten. Aus drei Eigelb, zwei bis drei Eßlöffel Salatöl, ein Teelöffel Zitronensaft und zwei Eßlöffeln Rahm rührt man eine kündige Masse, die mit gehacktem Schnittlauch, Petersilie, Pfeffer und Salz abgeschmeckt über den Würfeln angerichtet wird. Gebratene Leber: Ein gehäufter Eßlöffel Schweins- ober Gänsefett wirb in ber Pfanne erhitzt. Eine Gänseleber, leicht gepfeffert unb gesalzen kommt in bie Mitte. Zwei Eßlöffel feine Zwiebelringe werben leicht mitgebraten. Erst wenn sie bräunlich sinb gibt man brei große in Scheiben geschnittene Aepfel als Berg über fieber unb Zwiebeln, beckt bie Pfanne gut zu unb läßt alles noch ein paar Minuten burchfchmoren, bis bie Aepfel weich, bie fieber grau aber nicht hart ist. Sehr heiß anrichten. Brau ne Birnen im Ne st: 100 Gramm Butter läßt man in einem Kochtopf gut zerlaufen unb gibt etwa zwei Pfunb reife Birnen hinein, bie geschalt unb in große Stücke geschnitten sinb. Sie werben mit Zucker, Zimmt unb geriebenee Schokolabe bestreut, vorsichtig gar unb bräunlich geschmort. Dann nimmt man bie Birnen heraus unb kocht von ber Buttertunke mit ein viertel Liter Milch, ein Eßlöffel Monbamin unb brei Eigelb unb einem Päckchen Vanillenzucker einen steifen Brei, unter ben man bie brei fest geschlagenen Eiweiß rührt. Der Brei kommt als Nest auf bie Schüssel, bie Birnen oben auf. Kleine 0 b ft f p e i f c n : Zwei Pfunb entsteinte Pflaumen ober Kirschen werben knapp mit Wasser bebeeft weich gekocht, burchgeschlagen unb nach belieben gezuckert. Auf einen Liter Fruchtbrei rechnet man 75 Gramm Monbamin, bas in kaltem Wasser aufgelöst würbe, zum Steifen. Nachbem alles nochmal gut burchgekocht ist, wirb bie Speise in kleine kalt ausgespülte Förmchen gefüllt unb kalt mit Va- nillensoße gegeben. Hat man burch zuviel 23er- roenbung von Pflaumen eine etwas graue Farbe । bekommen, bann gibt man vor bem Steifen einen Christian, ber auch beträchliche Höhen erreicht, unb Christiane stehen Christof unb Christine. Spärlich sinb bie noch vor zehn Jahren so beliebten Doppelnamen vertreten: Annemarie, Evamarie, Marieluise, Hannelore, Karlheinz ober Wolsbietrich. In gleiche Sympathien teilen sich bei bem starken Geschlecht: Heinz, Wolfgang, Günther, Klaus unb Manfreb mit 100 bis 120 Namen. Peter ist im Absinken gegenüber Vorjahren mit ungefähr 60 eingetragenen Mitgliebern, währenb Werner mit 120 ein roieber aufgehenber Stern am Namens- Kleine Hochsommerblusen. Im Hochsommer ist bie leicht auswechselbare Bluse nicht nur eine mobische Erscheinung, fonbern auch eine Erleichterung in bezug auf viele Kleiderfragen. Man trägt jetzt beispielsweise: Dunfle Seidenbluse aus Kunstseide, aus Crepe de Chine oder einer anderen Seidenart. Blau und weiß gemusterte Seiden sind für den Hochsommer bevorzugte Blusenfarben. Die Machart ist jugendlich und einfach. Kleine Puffärmelchen, Schleife am Ausschnitt, zwei große Clips am vorderen Verschluß. Dazu einen beigefarbenen, einen weißen, einen grauen Rock, der schmal und kurz ist und zur Bluse paßt. Karierte Taftbluse mit Rundpasse und Volantsärmeln. Sie ist sehr eng und schlank gearbeitet, liegt in der Taille an und eignet sich gut zu jedem einfarbigen Rock. Abendbluse ausweißemSatinkrepp, bie in Schößchenform gearbeitet ist. An Stelle bes Gürtels ist ein breites Banb angebracht. Es roirb rückseitig zur großen Schleife gebunben. Rosa unb lichtblaue Satmkrcppblusen werben für abenbliche Zwecke gern gewählt. Jabots bilden oft den Aufputz ber Bluse. Schwarzer ober buntelblauer Sei- benrock gehört dazu. W e ft e n b I u f e, man könnte sie gleichsam als Universalbluse bezeichnen, ba sie sich für alle Zwecke eignet. Sportlich, vormittäglich, in schöner unb eleganter Ausführung auch für nachmittags, so zeigt sich bie Westenbluse, geputzt burch große Knöpfe, mit kurzen anliegenben Aermeln. Vorn sind die Spitzen lang und schlank, der Gürtel läßt die Spitzen der Weste einige Zentimeter hervorsehen. AermelloseWeste. Sie paßt zum Kleid, und paßt ferner zu Bluse und Rock. Sie wird aus dun- telblauem Samt gearbeitet (grüne Westen sind außerdem modisch neu) und hat oben und unten je zwei Verschlußclips. Sonst weist sie keinen Putz auf, damit man sie unbehindert zu jebem itleib tragen kann. Die sportlich roirtenbe ärmellose Weste sitzt in ber Taille schlank an, währenb sie oben eine bestimmte fast blusige Weite aufweist. Rückseitig kann sie mit einem Halbgurt geputzt sein, ber aus ber Herrenkleibung entlehnt ist. venu. Aus -en preußischen Nachbargebieten Wirtschaft Kampf -em Verderb! ver- Sranffurt a.M. Äerlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 17.8. 17.8- 0 8 7 Banknoten. L'/r Hoejch Eilen—Köln-Neuessen .. 3 5 v. H. o o 0 0 6 4 I 4 6 6 6 8 7 6 6 3 3 Schlußkurs Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co...... Siemens & Halske. Lahmeher & Co..... Schlußkurs Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwrrke ....... ManneSmann-Röhren Buderus Deutsche Erdöl Harpener..... 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yt% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe Serie I......... ........... etwas abseits vom Dorfe liegenden Sportplatz darstellt. Das Pflastermaterial wurde z. T. aus dem Gemeindebruch beschafft. Dornholzhausen, 18. Aug. Am Sonntag fand nach einer Pause von zwei Jahren wieder unser Miss io ns fest statt, das viele Gaste aus den umliegenden Orten herbeiführte. Das Fest wurde für die Kirchengemeinden Dornholzhausen und Hochelheim abgehalten, da es in dem einen Jahre in Dornholzhausen, in dem anderen in Hochelheim stattfindet. Dem Missionsfest ging ein Missionsgottesdienst voraus. Nach einem Posaunenvortrag des Posaunenchors Hochelheim unter Leitung des Dirigenten Walter Velten zu Hochelheim und einem gemeinsamen Liede sprach Große Strafkammer Gießen. Dem 51jährigen K. U. aus Okarben wurde zur Last gelegt, sich des Verbrechens des § 117 StGB. (Notzucht) an einem bei ihm beschäftigt gewesenen Dienstmädchen schuldig gemacht zu haben. Mangels ausreichenden Beweises wurde der Angeklagte freigesprochen und die Staatskasse mit den Kosten des Verfahrens belastet. die Kurse lagen aber voll behauptet, Altbesitz 0,13 v. H. höher mit 112,90. Don Auslandsrenten stiegen 4 o. H. Steg-Prior, von 1883 auf 10 (9,70) bei nur 75 o. H. Zuteilung. Auch Mexikaner lagen teilweise etwas höher, dagegen blieben im Freiverkehr Quoten zu früheren osterr. Eisenbahn-Anleihen an* geboten. U. a. notierten: Altbesitz 112,90, 6 v. H. IG. Farben 127, 4 v. H. Oesterr. Einheitsrente (Juli) 1,80, 4 v. H. Ungarn Gold 9, 4 v. H. Rumänen 5,65, 5 v. H. äußere Mexikaner 14,25, 5 v. H. Silber 6,20, 4,50 v. H. Irrigation 10, Adca 84,50, Commerzbank 100, DD.-Bank 101, Deutsche Ueberseebank 135,50, Dresdner Bank 101, Reichsbank 187,50, Buderus 112,50, Harpener 127, Ilse Genuß 135, Mannesmann 104,90, Rheinstahl 136,75, Verein. Stahl 106,75 bis 107, AKU. 60,25, Bekula 154,25, Conti Gummi 172, Deutsche Erdöl 124,50, Scheide- anstalt 271, Deutsche Linoleum 168,50, IG. Farben 162,50 bis 163, Goldschmidt 114,40, Gritzner 35, Holzmann 125,50, Muag 116,50, Schuckert 153, Westdeutsche Kaufhof 52, Reichsbahn-VA. 123,13, AG. für Verkehrswesen 114. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 18. Aug. Ueberangebot von allen Gemüse arten außer Kopfsalat. Nachfrage durchaus ungenügend. Gurken kaum verkäuflich. Preise für Bohnen und Gurken rückläufig. Ausl. Tomaten gering angeboten, Nachfrage bei festen Preisen lebhaft. U. a. notierten: Blumenkohl I 40 bis 60, II 28 bis 35, III 15 bis 20, Bohnen: Busch 7 bis 8, Stangen 12 bis 16, Wachs 12 bis 16, Pfälzer 3 bis 5, Erbsen 14 bis 16, Eskariol 4 bis 8, Gewürze! gr. Bdl. 20 bis 30, Salat-Gurken 8 bis 10, Einmach-Gurken: Essig 0,70 bis 1,00, Salz 1,00 bis 1,40 je 100 Stück, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe rund 3,60 bis 3,80, Kohlrabi 4 bis 5, Kopfsalat 4 bis 10, Pfifferlinge 20 bis 24, Rettich 5 bis 12, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 6, Rotkraut 3 bis 5, Sellerie 8 bis 15, Spinat 10 bis 14, Tomaten 18 bis 25, 16 bis 20 ital., Weißkraut 2% bis 4, Wirsing 3 bis 5, Zwiebeln 5 bis 6. Von allen Ob ft arten sehr gutes Angebot. Nachfrage im Verhältnis zum Angebot gering. Preise allgemein rückläufig, am stärksten für Mirabellen und Zwetschen. U. a. notierten: Eß-Aepfel 15 bis 25, Alexander 18 bis 20, Kochäpfel 10 bis 12, Fall-Aepfel 5 bis 6, Bananen, 12%«kg^ifte 6,50 Kam., Tafel-Birnen 22 bis 28, Eß-Birnen 16 bis 20, Kochbirnen 8 bis 10, Brombeeren 24 bis 28, Mirabellen 18 bis 24, Pfirsiche 25 bis 45, ital. 37 bis 45, Pflaumen 16 bis 18, Preiselbeeren 22 bis 23, Reineklauden 12 bis 18, Trauben 30 bis 34 ital., Zwetschen 13 bis 15. Vbein-Mamifche Börse. Willagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Börse Hamburg-Amerlla-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ ; Im ganzen Reiche findet zur Zeit eine Aufklärungsaktion unter dem Kennwort „Kampf dem Verderb" statt, die von der Reichsarbeits- gemeinfchast Schadenverhütung geführt wird. Sicher gibt es immer noch Leute, die fragen, ob denn eine derartige Aktion überhaupt notwendig sei. Andere wieder, die wirtschaftlich besser gestellt sind, werden vielleicht achselzuckend fragen: „Was macht das schon aus, wenn ich nicht aufpasse, daß nichts verdirbt!" Diese Denkungsweise ist nicht einmal vom Standpunkt des einzelnen, der sie sich leisten kann, richtig. Vom Standpunkte der Volksgemeinschaft aus gesehen ist sie grundfalsch und schärfstens zu verurteilen. hallen wir uns bei Beurteilung dieser Frage doch vor Augen, daß allein der Werk der jährlich in Deutschland verderbenden Lebens- und Genußmillel die geradezu ungeheure Summe von Wz Milliarden Reichsmark ergibt. Für 1% Milliarden Reichsmark Werte gehen jährlich in Deutschland durch Anachtsamkeit, teils wohl auch durch ungünstige Amslände verloren. Das ist Bolksvermögen, das verlorengehl, diese Milliarden könnten wohl zum größten Teil der Durchführung von im Interesse des gesamten Volkes dringend notwendigen Aufgaben zugeführt werden. Wenn man darüber nachdenkt, daß ohne jeden Zwang und ohne Notwendigkeit — allein durch Gedankenlosigkeit — ungeheure Werte einfach verlorengehen und was — bei etwas gutem Willen und Aufmerksamkeit — dafür geschaffen werden könnte, dann muß man die Berechtigung der von der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung eingeleiteten und geführten neuen Aktion voll und ganz anerkennen. Das hierdurch ersparte Geld des einzelnen erhöht das Gesamtoermögen des deutschen Volkes, wird entweder unmittelbar gespart oder erhöht den Umsatz durch Ausgabe für andere Waren und damit auch die Steuereinnahmen, die ja wieder im Interesse des Volkes vom Staate gebraucht werden. Anderseits wird aber auch bestimmt die Einfuhr von Auslandswaren und damit die Abgabe von De- 29,75 3,05 9 8,6 8,75 14,25 30 3,1 9,2 8,65 8,95 14,4 8,8 vifen hierfür verringert, denn bei vielen verdorbenen Sachen wird es sich um solche handeln, die wir nicht selbst erzeugen, sondern vom Auslande beziehen müssen. Wie kannst du nun mithelfen bei dem großen Werk, lieber Volksgenosse? Zuerst einmal: An leichtverderblichen Waren kaufe tatsächlich nur soviel, wie du und deine Familie vor- aussichllich verbrauchen, lasse nichts umkorn- men —- du sparst ja nicht nur in deinem Interesse! Etwaige Reste behandle pfleglich, lasse sie nicht verderben. Abfälle — hier denke ich z. V. an geleerte Konservenbüchsen, Zahnpastatuben usw. — führe den Stellen zu, die für ihre Wiederverarbeitung und damit Erhaltung sorgen. Zu erwähnen ist hierbei, daß eine Anzahl von Herstellerfirmen, z. B. für Zahnpasta, bereits von sich aus diese Aktion unterstützt und jeder Packung ihrer Erzeugnisse einen Mahnzettel beifügt, auf dem der Verbraucher aufgefordert wird, die leere Tube zwecks Wiederverarbeitung an Altmetallsammler abzuführen. Volksgenosse! Gehe mit gutem Beispiel voran, unterstütze unsere Aktion! Unterrichte dich und andere über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten, an richtiger Stelle durch Erhaltung zu sparen und dem Volksvermögen Werte zuzuführea oder zu erhalten. Du tust dies nicht nur für dich, sondern vor allem auch im Interesse der Volksgemeinschaft! G e- meinnutz geht ft e t s vor Eigennutz — dieser nationalsozialistische Grundsatz gilt auch hier! 29,65 3 9,15 8,65 8,8 14,25 30 3,05 9,2 8,6 14,13 A.E.G. Bekula 106 nach 106,90, auch JG.-Farben 162,50 nach 163,90. Von Zellstoffaktien gingen Aschaffenburger auf 121 bis 119,50 (121,75) zurück, ferner verloren Scheideanstalt und Mansfelder je 1 v. H., Schuckert und Deutsche Erdöl je 0,50 v. H. Von variablen Renten Kommunal-Umschuldung 88 zu 88,05 nach 88,10. Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationswerten kleine Veränderungen; Gothaer 101,50 (101,25), Franks. Hyp. 101,20 (101), Franks. Pfandbr. Bk. 101,05 (101,25), Pfälz. Hyp. 101,13 (101,25). Stadtanleihen lagen nahezu unverändert, nur Heidesberger 91,75 (92). Auslandsrenten lagen geschäftslos. Im Freiverkehr gingen jugoslaw. Quoten weiter zurück, Rudolf Silber-Bahn und Salzkammergut je 2,30 nach 2,45 und gestern 2,70. Im Freiverkehr gingen Adlerwerke mit 114,50 (115), Dyckerhoff Zement mit 130,90 und Wayß & Freytag mit 121 um. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse nahm einen stillen Verlauf. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse noch überwiegend leicht ab, da kleine Publikumsabgaben vorlagen. Später wurde die Tendenz widerstandsfähiger und auf ermäßigter Basis erfolgten von der Börse kleine Rückkäufe. IG. Farben 162,50 bis 163 (162,25), Verein. Stahlwerke 106,75 bis 107 (106,90). Am Rentenmarkt blieb es sehr still, harrte weiter in außerordentlicher Geschäftsstille und lag am Aktienmarkt überwiegend schwächer, da kleines Angebot herauskam, während Aufnahmebereitschaft fehlte. Bei sehr kleinen Umsätzen lagen die ersten Notierungen durchschnittlich 1 v. H. niedriger und gingen danach z. T. weiter leicht zurück. Am Montanmarkt büßten Klöckner 3,25 v. H. aus 111,50 und Buderus 2 v. H. auf 114 ein, Hoesch, Mannesmann und Verein. Stahl gaben bis 0,75 v. H. nach, Rheinstahl blieben behauptet, Harpener lagen 0,50 v. H. höher. Schwächer lagen ferner Maschinen-und Motorenaktien, Daimler schwach mit 124,50 (12/), BMW. —1 o. H., Eßlinger, Muag und Moenus Maschinen verloren bis 0,75 o. H. Am Elektromarkt ermäßigten sich Siemens auf 190,50 (192), AEG. und RWE. verloren je 0,25 v. H., dagegen lagen Lahmeyer fest mit 142,40 (141). JG.-Farben wichen auf 163,90 bis 163,50 (164,75). Kunstseideaktien ebenfalls schwächer, Aku — 1 v. H., Bemberg —1,50 v. H. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 1 v. H., Zement Heidelberg 0,75 v. H., AG. für Verkehr 0,25 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,13 v. H. leichter, Rheinmetall- Borsig dagegen 1 v. H. höher. Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille, die Kurse lagen aber gut behauptet. Späte Schuldbuchforderungen 98,13, Zinsvergütungsscheine 93,20, Kommunal - Umschuldung 88,10, Altbesitzanleihe 112,65. Städte-Altbesitz 113 bis 113,50. Jugoslawische Quoten schwächten sich weiter etwas ab, Rudolf Silber-Bahn und Salzkammergut je 2,45 (2,60). Im Verlaufe dauerte die starke Geschäftsstille fort. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse, hauptsächlich für Montanwerte, weiter etwas ab. Verein. Stahl 107,13 nach 108,13, Mannesmann Elcktr. Lieferungsgesellschaft 6 Licht und Kraft .... Felten & Guilleaume 0er deutsche Außenhandel im Juli. Fwd. Die Einfuhr betrug im Juli 346 Mill. Mark. Gegenüber dem Vormonat (360 Mill. Mark) ist sie wert- und mengenmäßig um 4 v. H. gesunken. An der Verminderung, die durch jahreszeitliche Tendenzen höchstens teilweise zu erklären ist, sind ausschließlich Nahrungs- und Genußmittel beteiligt. Die Einfuhr ist hier insgesamt um 13 v. H. gesunken, und zwar hat in der Hauptsache die Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln pflanzlichen Ursprungs abgenommen. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft ist die Einfuhr leicht gestiegen. An dem Rückgang der Einfuhr waren überwiegend die außereuropäischen Ländergruppen beteiligt. Zugenommen hat die Einfuhr nur aus wenigen außereuropäischen Ländern. Die Ausfuhr war mit 395 Mill. Mark um annähernd 7 v. H. höher als im Juli (371 Mill. Mark). Die Erhöhung, die fast ausschließlich auf Fertigwaren entfällt, ist im wesentlichen jahreszeitlich bedingt. Die Handelsbilanz schließt im Juli mit einem Ausfuhrüberschuß von fast 50 Mill. Mark gegenüber 11 Mill. Mark im Vormonat ab. Im Juli des vergangenen Jahres betrug die Aktivität 29 Mill. Mark. Nindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 635 Stück Großvieh, 238 Fresser und 182 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 480 bis 630 Mark, 2. Qualität 330 bis 460, 3. Qualität 210 bis 320; Rinder bis ^jährig 120 bis 200, V«- bis 2jährig 230 bis 250, tragend 350 bis 540; Kälber bis 2 Wochen 30 bis 35, bis 4 Wochen 50 bis 55, bis 6 Wochen 70 bis 80 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: lebhafter, kleiner Ueber- stand. Nächster Markt: 1. September. Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. ß Rheinische Elektrizität Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., ■WTHailWA ■ ■■■!!■! II --— _______ ' Pfarrer Biesgen zu Reiskirchen über Ieremia 46 Vers 27 ickd 28. Zum Schluß des Missionsgottesdienstes trug der Frauenchor noch einen Choral vor. Nachmittags vereinte sich eine große Feftge- meinde zur N a ch v e rfa mm lun g, die von dem Ortsgeistlichen Pfarrer P a r e y zu Hochelheim eingeleitet wurde. Nach dem Liede „Einer ist's an dem wir hangen" sprach er über Lucas 22 Vers 22. Anschließend sprach Missionar Lindner, Barmen, über seine Erlebnisse in Neu-Guinea, wo er über fünf Jahre tätig war und auch wieder hingeht. Pfarrer P a r e y gab die Spenden in den Opferbüchsen bekannt, die sich in Dornholzhausen auf 185,05 Mark beliefen. In Hochelheim waren die Missionsbüchsen noch nicht geöffnet. Pfarrer B i e s- g e n, Reiskirchen, sprach das Schlußgebet und den Segen. Der Mädchenchor trug bei der Nachversammlung ebenfalls noch ein Lied vor. Unter Posaunenklängen ging die .Festgemeinde auseinander. Oiebesfahrten einer Bande schulpflichtiger Burschen. Lpd. Frankfurt a. M., 18. Aug. Dieser Tage wurde einer Frau in der Jnkusstraße von einem Radfahrer, der sie von hinten überholte, eine Geldbörse entrissen, die sie offen in der Hand trug. Der Täter wurde sofort durch einen Mann gestellt und vom Rad heruntergeholt. Dabei stellte sich heraus, daß es sich um einen 14jährigen Schüler handelt. Er wurde der Polizei übergeben. Die weiteren Ermittlungen ergaben die erstaunliche Tatsache, daß sich ein Klub aus Schülern und kaum der Schule entlassenen jungen Leute aebilbet hatte, der systematisch auf Diebstähle ausging. So wurde auf ähnliche wie die eben geschilderte Art ein Handtaschen-Diebstahl am 12. August in der Justinianstraße ausgeführt. In diesem Falle hatte die UeberfaUene sogar einen großen Hund bei sich, was aber den jugendlichen Räuber nicht abgehalten hat, den Diebstahl auszuführen. Es ergab sich, daß auch andere kleine Diebstähle auf das Konto dieser Gesellschaft kommen. So spielten in einer Wirtschaft zwei kaum schulentlassene Burschen Karten und benutzten die Abwesenheit des Wirtes, schnell ihren Bestand an Bargeld aufzufüllen. Das Geld brauchten sie für die ein paar Tage später stattfindende Bornheimer Kerb. Wanderbursche »besorgt" sich ein Auto. LPD. Bad Homburg v. d. H., 18. Aug. Ein Frankfurter Metzgermeister hatte seinen Personenkraftwagen vor der Erlöserkirche stehen lassen, mußte aber bei seiner Rückkehr feststellen, daß sein Fahrzeug inzwischen einen Liebhaber gefunden hatte. Ein Wanderbursche erzählte ihm, daß sein Kamerad, der im Besitze mehrerer Schlüssel gewesen sei, sich in den Wagen gesetzt habe und davongefahren sei. Der Zeuge gab an, er habe den Diebstahl nicht verhindern können. Bei dem Dieb handelt es sich um einen 1917 in Berlin geborenen Fritz Grenz, der schon mehrfach Kraftwagen geraubt hat. Bei dem jetzt gestohlenen Wagen handelt es sich um ein Cabriolet mit dem Kennzeichen IT 7631. Kreis Wetzlar. <£ Aus dem Biebertal, 18. Aug. Am Samstag, 15. August, unternahm der NS K K. - Sturm 21 /M 147 unter Führung von Obersturmführer Schlierbach eine zweitägige Fahrt an den Rhein. Rund 50 Teilnehmer traten in Personenkraftwagen und Krafträdern in Bieber die Ameise an, die über Gießen, Butzbach, Ufingen, Saal- bürg (Besichtigung), Bad Homburg nach Mainz führte, wo die Motorstandarte 150 als Gastgeber Parkplatz, Nachtlager und Verpflegung zur Verfügung stellte. Abends war der Sturnh dem sich noch Kameraden des Sturmes 3/M 150 zugesellten, Gast der Mainzer Aktien-Brauerei. Ein Kameradschaftsabend vereinigte die Kameraden der beiden Formationen noch lange in bester Stimmung. Der Sonntagoormittag war für die Besichtigung der Stadt Mainz freigehalten. Unter sachkundiger Führung wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt in Augenschein genommen, wobei der Rhein mit feinem regen Schiffsverkehr und seinen Brücken das besondere Interesse der Männer erregte. Nach kurzer Begrüßung durch den Führer der Motor- S-andarte 150 startete der Sturm zur Weiterfahrt, die zunächst nach Wiesbaden führte. Hier wurde das Mittagessen eingenommen, dann eine Auffahrt zum Neroberg gemacht, dessen Reize die Kameraden in ehrliche Begeisterung versetzte. Die Fahrt ging dann weiter über Idstein, die Tenne, Neuweilnau, Braunfels, Wetzlar nach Bieber, wo der Sturm um 20 Uhr eintraf. Die Teilnehmer an der Fahrt standen ausnahmslos unter dem Eindrücke eines großen Erlebnisses und waren voller Begeisterung über das in der herrlichen deutschen Heimat Erlebte und Geschaute; sie werden aus dem Erlebten neue Kraft schöpfen, die sich auswirken wird in freudigem Aufgehen in der Arbeit für unser herrliches Deutschland und sein wunderbares Volk mit seinem unvergleichlichen Führer, auf den Obersturmführer Schlierbach einen begeisterten Heilgruß ausbrachte, ehe die Kameraden nach dem großen Erlebnis auseinandergingen. I Dutenhofen, 18. Aug. Nachdem die San d- ftrafje Dutenfjofe n—G arbenheim bereits im Frühjahr teilweise ausgebeffert worden ist, hat sie nun eizne Eindeckung mit Teersplitt erhalten. Durch die Fertigstellung der Straße ist der durch den starken Kraftwagenoerkehr seither verursachte und allenthalben unangenehm empfundenen Staubplage nunmehr abgeholfen worden. — Die Gemeinde hat den Feldweg zum Sportplatz durch die Schaffung eines guten Packlagers aus Bruchsteinen und Aufwalzung einer Schotterkleinschlagdecke so gut Herrichten lassen, daß der Weg nunmehr eine gute Verbindungsstrecke zu dem Schluß). Abend- börse 18-8. Schlußk. Miltag. börie 18.8. Datum 4% oesgl. Sene n ............ 5% Numän. vereinh. Rente b. 1903 4'/r%Numän.vereinh.Nentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2%% Anatolier........... Frommn a. M. Deri.n Schluß» fürs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurü Schlußk. Mittagbörse Datum 17.8. 18.8 17.8 18-8. 6% Deutsche Relchsanlethe o. 1927 101,4 101,4 101,4 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,25 98 98,13 98 5%% Bvung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,5 102,25 102,25 102,5 Auölos.-Rechten ............ *Yi% Deutsche ReichSpostschatzan 112,65 112,9 112,75 112,9 Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehem. 8% Hessischer Bolls — 100,2 — 100,25 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4%% ehem. 8% Hessische Landes 98,75 98,75 — 98,75 baut Darmstadt Gold R. 12.... 6/2% ehem. 4>4% Hess. Landes 97 97 — 97 Hypothekenbank DarmstadtLigu. 4%% ehem. 8% Dar inst. Komm 100,9 101 — — Landest».Goldschuidverlllu: 8t. 6 Lberhessen Provinz.Anleche mti 93,75 93,75 — — Auslos.-Mechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 125 125 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vt% ehem.8% Franks. Hyp.-Vant 119,75 120,13 120 120,1 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6Yt% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. 97 97 — — Baul-Liqu.-Pfandbriefe...... 101 101,2 6’/i% ehem. '4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 101,4 101,4 101,13 101,5 *yt% ehem. 8% Pr. Landespfani» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 **/,% ehem. 7% Pr.Landespfank 97,5 97,5 97,5 97,5 brtesanst., Gold Komm. Lbl. 20 95 95 95 95 tzteuergutlch.Verrcchnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 _____________________________________________________________________________1 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 17.8. 18.8. 17.8. 18.8. Mansfelder Bergbau....... 6 Yt 152 151 152 151 Kokswerke................ .. 6 — —— 130,5 128,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — — 216,5 218 Rheinstahl................ .. 4 138,5 136,75 138,25 136,75 Vereinigte Stahlwerke...... 8 Yi 108,75 107 108,75 106,9 Otavi Minen ............. .. 0 33,75 33,3 33,4 32,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. d 123 122,5 123 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 119,5 119,5 190 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7Yi — 175 174 I. ®. Farben.Jndusirte..... Scheideanstalt............. .. 7 .. 9 164,75 272 163 271 165 162,25 Goldschmidt .............. .. 5 116 114,4 116 114 Rütgerswerke ............. .. 6 130 130 130,25 129 Metallgesellschaft........... .. 5 134 131,25 134,13 133 Philipp Holzmann......... .. 4 129 125,5 128,5 125,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 146,25 145,5 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 154 154 Schultheis Patzcnhofer..... .. 4 — — r109,5 109,65 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 61,75 60,25 62 60,4 Bemberg................. .. 6 86 84,5 86 84,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 151 148,5 150 148,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 121,75 119,5 121,25 119,75 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 109,65 109 Daimler Motoren.......... .. 0 127 124,5 126 123,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 168 168,5 168,5 168,5 Orenstein & Koppel ........ .. 0 —— —— 86 84,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 53,65 52 53,65 52,4 Chade ................... .. 9 400,5 398 403 400 Accumulatoren-FabrU...... . 12 203,5 —— 203,75 Contt-Gummt............. . 11 178,5 172 177 172 Gritzner................ .. 0 36,13 35 35,9 35 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 94 Süddeutscher Zuller ....... . 10 212,5 212,5 214,5 214,25 17.August 18.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Srief Buenos Am 0,688 0,692 0,689 0,693 Brüssel .... 41,93 42,01 41,96 42,04 »Rio de Jan. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,81 55,93 55,83 55,95 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,50 12,53 12,505 12,535 Helsingfors. 5,514 5,526 5,514 5,528 Paris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,95 169,29 169,02 169,36 Italien.... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,731 0,733 0,731 0,733 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,82 62,94 62,84 62,96 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,36 11,38 11,36 11,38 Stockholm... 64,45 64,57 64,47 64,59 Lchweiz ... 81,08 81,24 81,11 81,27 Spanien... 31,87 31,93 31,87 31,93 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — Reu York ... 2,488 2,492 2,488 2,492 — ■ — 8,8 _ 6,75 6,75 — — 10,1 10,1 10,13 10,25 5,65 5,65 5,65 5,55 45,75 45 45,75 45,13 14,65 14,25 14,75 14,5 — — 42 42 15,25 15 15 14,9 115,5 114 115,25 114 — —— 125 125,25 100,13 100 100,4 100 102 101 102 101 102 101 102 101 190 187,5 188,5 187,5 37,75 37,13 37,5 37,13 155 154,25 154,65 154,13 127 —— 127,5 126,5 150,25 149,5 151,25 148,75 133,5 131,5 132,25 130,5 136,5 135,5 136,5 134,5 — — —— 129 131,75 131 132 130,5 155,5 153 156,25 153,75 192 190,5 191,5 190 141 142,4 141,5 141,5 116 112,5 115,75 113 126,5 124,5 126,65 124,65 127 127 127,75 127,25 110 109 109,5 109,25 — — 164 162 137 135 137 135 — 111,5 113 111 107,5 104,9 107,5 105,5 Äerlin, 18 Auaust Geld Brief _ Amerikanische Roten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 55,63 55,85 Englische Noten ................. 12,47 12,51 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,60 169,28 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 62,62 62,88 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 64,25 64,51 Schweizer Noten................. 80,93 81,25 Spanische Noten................. 31,54 31,66 Ungarische Noten................ Mittwoch, (9. August (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 195 Drittes Blatt .nregungs- - Hitler-Marsch 1936 der Hitlerjugend 19.Auguft MarsäiUreck« L, Sebieter iieffLN-NaM».(lzr. ßrensbaa Welhausen Tduberzell Sept ßonnw iesslau Aus der Provinzialhauptstadt iCrilURUnq, Uie Utlll louiuiuun yici uui/n |'“J 0“ **■“*#* -------- ' —. . t < CT- tj. L -t. teil wurde herzliche Worte des Dankes waren auch umzustülpen und mit einem sauberen Taschenttich. dem Fürsten zu Ysenburg und Büdingen gewidmet, s zipsel das Kohle. oder^Sandkorn^wegzuwischem - Überrethtungiofte Iwptmd! untintnchea • tintig iger Aufenthalt. Erden - Öod- •¥ Mrrgrnttzrim^ Merkeisheim du, eine kam Rotheubwn *d.t gab hierauf das Kommando zur Flaggenhissung auf der Kaserne und hielt dann eine Ansprache, in der er zunächst die zahlreichen Gäste, die Einwoh- nerschaft der Stadt Büdingen und die Abordnungen der Arbeiterschaft herzlich willkommen hieß. Sein besonderer Gruß galt dem Vertreter des lei« der am Erscheinen verhinderten Gauleiters Sprenger, Gauschatzmeister E cf, sowie dem Kreisleiter des Kreises Büdingen, G ö r n e r t. Er wies au das gute Verhältnis hin, das zwischen Partei und Wehrmacht herrsche und dankte dann auch den Vertretern der Behörden, insbesondere dem Bürgermeister der Stadt Büdingen, für die starke Unterstützung, die dem Bataillon hier bisher stets zu- stellen. Bei Brustquetschungen: auf die Seite legen, die der Verletzte selber wählt. Blähungen: Fenchel- oder Pfefferminztee. Bauchschmerzen (Verdacht auf Blinddarmentzündung): Heiße Tücher, Wärmflasche auf den Leib, keine abführenden oder stopfenden Mittel. Bettruhe. Bei plötzlichem, starkem Einsetzen, Verfall der Gesichtszüge: sofort Liegetransport ms Fremdkörper im Auge: Nicht reiben; leicht verbinden, falls es nicht gelingt, das Oberlid Oie erste Hilfe. Bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen muß man sofort wissen, was zu tun und zu lassen ist, bis der Arzt emtrifst. Die Ratschläge, die wir im nachstehenden folgen lassen, können den Arzt natür- lich nicht in allen Fällen ersetzen. Je früher der Kranke in sachgemäße Behandlung kommt, desto größer ist die Aussicht auf schnelle und gründliche Heilung. Bei leichterem Unwohlsein und bei geringfügigen Verletzungen gebrauche man zunächst die hier angeführten Mittel. Gehirnerschütterung: Größte Sorgfalt beim Transport (wo angängig, liegen lassen bis der Arzt kommt). Kopf stützen, so daß er sich nicht bewegt. Bataillon seinen Einzug in die neue Kaserne. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, beschloß der Kommandeur seine Ansprache. Gemeinsam wurden dann zu den Klän- gen des Musikkorps das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Oer AusNang. Die Feier fand ihren schönen militärischen Abschluß mit einem Vorbeimarsch des Batail- Ions vor dem Kommandeur. Der schneidige Vorbei- marsch wurde von den vielen Gästen mit Aufmerk- samkeit und großer Freude an dem vorzüglichen Auftreten der Truppe verfolgt. Im Anschluß daran war jedermann Gelegenheit gegeben, die vorbildlichen Einrichtungen der Kaserne zu besichtigen und sich davon zu überzeu- gen, daß die Soldaten in dem neuen Heim ausgezeichnet untergebracht sind. Schließlich fand noch ein Platzkonzert des Musik- korps des Bataillons statt. Oer Hellseher. Von Zrank $. Braun. Lilius liefe die Zeitung sinken. „Nein", sagte er, „ich mag diese Hellseher nicht. Alles fauler Zauber. " Brendel hob den Kopf und sah den Freund an. „Wieso?" meinte er, „wie kommst du darauf? Stehl etwas darüber in der Zeitung?" „Natürlich. Eine grofee Anzeige. Es kommt wie- der jo eilt Mann in unsere Stadt und hält am nächsten Samstag einen Demonstrationsoortrag. So steht es hier angekündigt." Ach ..." sagte Brendel; er sah gedankenvoll m fein Bierglas. Dann schien ihm ein Gedanke zu kommen, und er erkundigte sich lebhafter: „Wie heißt der Mann?" .,. , r,- „Er nennt sich, wie er in Wirklichkeit bestimmt nicht heißt, Karsani, der deutsche Yoghi So etwas sollte es eigentlich nicht mehr geben, finde ich. ,Ach ..." sagte Brendel noch einmal, „6er gute Karsani kommt." Er lächelte dünn und war an eine der ich das Taschentuch und meine Karte darin gegeben hatte." Lilius starrte ihn an. Dann ging ein Leuchten über sein Gesicht. „Brendel", sagte er, „wir gehen bestimmt zu dem Vortrag Karsanis! Ob der Mann noch dieselben Experimente macht? Dann laß mich bitte auf die Bühne gehen. Weißt du, ich kann und kann hier sonst nicht die richtige Damenbekanntschaft machen." Das letzte Aufgebot. Von O. G. Ioerster. Joachim Nettelbeck, der , Brave Bürger von Kol- berg", fuhr 1786 mit seinem Schiff „König von Preußen" nach Lissabon. Als sie drei Tage unterwegs waren, begann der Kapitän an Teufelsspuk zu glauben. Denn immer, wenn er nach dem Mittagessen an den Kajütenschrank ging, um sich einen Schluck Rotwein zu gönnen, fand er eine bereits geleerte Flasche darin. Das war der Grund dafür, daß der Kapitän Net- telbeck eines Tages die Brücke zu ungewohnter Stunde verließ und sich hinter dem Schrank in der Kajüte versteckte. Er hatte Glück. Denn auf einmal öffnete sich Die Tür und herein trat der Koch, öffnete vorsichtig, den Schrank, holte eine Flasche hervor, entkorkte sie und sprach: „Es werden hiermit aufgeboten zum ersten, zum zweiten und zum letzten Male die Jungfrau Barbara Rötlich aus Burgund und der Schisfskoch Fritz Weinsauf aus Hamburg. Wenn kein Einspruch erfolgt, kann die Trauung sofort vollzogen werden." Nach diesem Spruch setzte der Koch die Flasche an den Mund und trank sie mit einem gewaltigen Zug leer. Nettelbeck ließ den Koch gehen, ohne sich bemerk- bar zu machen. Dann aber ging er an Deck und ließ ihn rufen. Der Koch trat herzu und betrachtete mißtrauisch das Tauende in Nettelbecks Faust. Aber der Kapitän hielt zunächst eine kleine Ansprache. „Es werden hiermit aufgeboten", sagte er, „zum ersten, zum zweiten und zum letzten Male die Jungfrau Barbara Schmerzhaft aus Hanf und der Schisfskoch Fritz Weinsauf aus Hamburg. Wenn kein Widerspruch erfolgt, kann die Trauung sogleich vollzogen werden." Damit hob Nettelbeck das Tauende — aber m diesem Augenblick schrie der Koch: „Halt? 2ch erhebe Einspruch, da ich schon mit der Jungfrau Rötlich getraut bin!" Nettelbeck liefe verblüfft den Arm sinken. Und da er Spaß verstand, wurde die Trauung wirklich aufgehoben. „Fritz Weinsauf" aber mußte ein feierliches Versprechen ablegen, sich in Zukunft nur mit Jungfrau Maria Milde aus Trinkwasser trauen zu lassen. Ich tat Karsani den Gefallen. Als wir vor der Reihe anlangten, in der ich mit Hecht gesessen hatte, zuckte ich ein wenig mit der Hand. Karsani triumphierte merklich. Er stürzte sich förmlich auf Hecht. Stehen Sie bitte auf, forderte er. So, danke sehr. — Er fingerte an Hecht herum. Die Uhr, nein. Eine Nadel hinter dem Rockaufschlag? Auch nicht! Die Brieftasche ... aha, ich zuckte zusammen. Kar- fani riß die Brieftasche an sich. Hecht machte eine Bewegung, sie zurückzubekommen, aber Karsani hielt sie schon hoch. „Die Brieftasche!" rief er froh- lockend. Derzechung, sagte ich, nicht ganz ... Er tat mir leib. Ich wollte ihn nicht blamieren und dachte schon, ihn sacht von Hecht wegzubugsieren, aber diesen Karsani hatte das Gedankenlesen rettungslos gepackt. Er las falsch, aber er las laut. „Etwas in dieser Brieftasche!" versicherte er und begann das Leder aufzuklappen. „Ein Brief, nicht wahr?" Hecht reckte die Arme. „Das führt zu weit!" be- gehrte er auf. „Ich bitte denn doch ..." Aber Karsani liefe sich keinesfalls bitten. Er sah seinen nahen Sieg. Er war eisern verrannt. „Ich oll diesen Brief vorlesen, nicht wahr?" rief er und sah mich an. Mir blieb die Luft weg. Was war denn das für eine Schrift auf dem bläulichen Papier, das er mir da unter die Nase hielt? Ich sah Hecht an. Der war erblaßt. Gab es so etwas. „Ja, vorlesen!" rief ich. Pscht, machte Karsani ärgerlich, das hatte ich doch bereits erraten! Er reckte sich. Liebster Peter, las er, ich glaube, du mußt vorsichtiger fein. Brendel hat etwas gemerkt. Daß wir uns treffen, ahnt er natürlich nicht, aber bitte Hute dich vor ihm. Er ist jähzornig. Deine Dich liebende Ursel. Danke! rief ich, das genügt. Sie haben Ihre Aufgabe gelöst, Herr Karsani. Das Publikum lachte, verstand Spaß und applau» inerte. Herr Karsani lief zur Bühne zurück. Ich aber drehte mich um und — ob mich em Lichtreflex täuschte oder ob Hecht wirklich lachte — der schon in Ursels Brief angekündigte Jähzorn blühte hoch auf Es gab ein knallendes Geräusch, das aber in dem Applaus für den Hellseher unter ging Nur die Nachbarn sahen, wie Hecht meine fünf Finger für den Bruchteil einer Sekunde auf seiner linken Backe hatte. Dann verliefe ich das Lokal." Lilius lachte leise. „Hecht hat dich dann gefordert und dabei hattest du Pech, nicht wahr? Die Tief- quart ist von ihm?" „Ja", sagte Brendel. „Nun, und die Dame Ursel?" „Da mufet du den Hecht gelegentlich fragen. Ich habe sie nicht wiedergesehen. Ich hatte ja zum Glück gleich Ersatz und kam nicht dazu, um sie zu trauern. Denn das blonde Fräulein rief an und kam zum Stelldichein." „Was für ein blondes Fräulein? „Mann, bist du degriftsstutzig. Die nette Dame, Erbach Amorbach '*!•& mar dazumal mit Mffeffor stecht -ul b„ freundet, dem langen Hecht von der Staatsanw l schäft, weißt du? Eines Abends f(f)Ienöerten mir durch die Breite Straße, da fallt uns em Plakat auf, das ähnlich wie diese Anzeige m dem er Zei- iung Karsanis Auftreten anfunöigte. Wir verglichen das Datum, wir stellten die Zeit fest, wenn wir uns beeilten, konnten wir zur Erstellung zu- rechtkommen. Aufrichtig gesagt: Hecht wollte gar nicht so recht. Aber ich beredete ihn, und er kam mit mir. k , Als wir in dem Lokal anlangten, war es doch etwas später geworden, als wir gerechnet hatten. Karsani hatte 'seine Einleitungsrede schon gehalten und ging gerade zu einigen Experimenten Über. NeusesjRcT Einzug in die Kaserne in Büdingen (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) standen. v _ , Zahlreiche Gäste aus der Partei und der Wehr- macht benachbarter Standorte nahmen teil, cm Ehrensturm der SA. war mit Fahne erschienen, die Behörden der Stadt und des Kreises waren zahlreich vertreten. Pünktlich zur festgesetzten Zeit betrat der Batail- lonskommandeur, Oberstleutnant Theurich, den Platz, nahm die Meldung entgegen und schritt die Fronten seines Bataillons ab. Dann betrat Regierungsbaumeister Eisenhardt, Gießen die geschmückte Rednertribüne und hielt eine kurze Ansprache, in der er zunächst verschiedene Einzel- heilen aus der Entwicklung des Kasernenbaues in Büdingen bekanntgab. Er dankte den vielen Ar- beitskameraden der Stirn und der Faust, die an dem Bau mithalfen, dankte weiter den engeren Mitarbeitern und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit an diesem Werk nicht so betrachtet werden möge, als habe es sich lediglich um „Broterwerb" gehandelt; vielmehr müsse jeder der Dielen, die hier mit Hand anlegten, es sich als eine Ehre anrechnen, an diesen Bauten mitgeholfen zu haben. Mit Worten des Dankes an den Führer, dem die Entstehung auch dieses Werkes zu verdanken fei, mit herzlichen Grußworten an die Truppe, der diese Kaserne Heim sein solle, beschloß er seine Ansprache. Sodann übergab er den Schlüssel zu der Kaserne dem Kommandeur des Bataillons mit besten Wim- schen für Einzug und Zuhausesein. Der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Theurich ♦ Büdingen, 19. Aug. Gestern um die Mit- taqsstunde konnten die Truppen unseres hiesigen MG - Bataillons ihren Einzug in die neue Kaserne halten. Die Mannschaften waren auf dem Platz angetreten, der unmittelbar an die Kaserne anjchliefet, sie bildeten ein großes offenes Viereck und harrten in tadelloser Ausrichtung der Feierlichkeit, die dem Einzug in die Kaserne üoranging. Tausende von Einwohnern der Stadt Büdingen wohnten auf dem terrassenförmigen Platz zwischen Hauptgebäude und Kasernenhof der Feier bei. Im Glanz des hochsommerlichen Tages bot sich den Augen ein prächtiges Bild: die in hellem Farbton gehaltenen Kasernenbauten boten einen freund- lichen Anblick, der gesteigert wurde durch die Schönheit des landschaftlichen, bergigen Hintergrundes. Das Licht der Sonne blitzte m den In- ftrumenten des Musikkorps, die sommerlich gekleidete Zuschauermenge erschien wie ein festlicher Rahmen, während die Soldaten in eherner Front der — selbst alter Soldat — das Bataillon nach besten Kräften und in großzügiger Weise unter» tützte. Der Kommandeur rühmte dann die herrliche landschaftliche Lage der Kaserne, die sicherlich mit zu den schönsten unseres Vaterlandes zähle. Auch er dankte all denen, die das Werk schaffen halfen, der Bauleitung, den Technikern, den Polieren und den Arbeitern, vor allem aber auch dem Regierungs- baurat ® e i fe l e r und den Regierungsbaumeistern Eisenhardt. und B o t h e. Das Bataillon werde für die schönen Bauten dadurch zu danken wissen, daß es mit aller Kraft an der Erfüllung der ihm zugewiesenen Aufgaben arbeite, seine Kampfkraft stähle und sich au höchster Einsatzbereitschaft für das Vaterland heranbilde. Im nationalsozialistischen Geiste des Dienstes für die Gemeinschaft des deutschen Volkes halte das Kalkspritzer oder Tintenstift: Lider auseinander- ziehen, reichlich mit Wasser spülen. Fremdkörper in der Nase: Durch Mund einatmen, durch Nase kräftig ausatmen. Herzkrämpfe: Laues, allmählich heifeeres Hand- oder Fußbad, am besten mit Senfmehl, Ad- reiben der Herzgegend mit Franzbranntwein oder Essig, Baldriantropfen, Fernhalten von Aufregung, Zuspruch an den Kranken. Hexenschuß: Heifee Umschläge, Bettruhe. Hinken (plötzliches): Kein Versuch zu gehen; ruhig verhalten, am besten liegen. Brechdurchfall: Warme Leibumschlage; nichts essen oder trinken, Mundspülen gegen DuiJt. Rizinusöl, sofern noch Nahrungsreste im Stuhl, ein Kinderlöffel bei Kindern, ein Eßlöffel bei Er- wachsenen. Kein stopfendes Mittel. Brustschmerzen: Heifee Umschläge, Senf- teig ober Alkoholumschlag auf die schmerzende Stelle. Liegt ein Rippenbruch vor, dann kräftige Umwicklung des Bustkorbes, um ihn möglichst ruhig zu fani hervorragende und verblüffende erfolge, habe ihn in Köln vor einem Jahr getroffen, zählte ich dir nie die Geschichte? Nein Auch Namen Ursel kennst du nicht?" „Mit einer Dame dieses Namens warft glaube ich, einmal verlobt?" „Verlobt ist übertrieben. Es jag damals Verlobung in der Luft, das ist richtig, aber da Karsani, der Hellseher dazwifchen. ^' seither achte id) öiefe Leute hoch Sie können -mrklich Sr lächelte dünn; aber Lilius wurde aus b cfem Lächeln nicht [lug. „Erzähle mal! forderte er Erinnerung verloren. „Kennst du den Mann?" forschte Lilius vorstch- tig, ehe er sich zu weiteren Werturteilen über die Kunst des Hellsehens verleiten liefe Brendel nickte. „Karsani ist eine Klasse für st ch , sagte er trocken. „Du mufet unbedingt zu dem Vor- trag gehen. Hast du eine Braut? „Was hat das damit zu tun? Ich habe übrigens keine, wenn dich das beruhigt." „Mit meiner Beruhigung hat das nichts zu tun, Lilius, aber es ist schade. Mit Brauten erzielt 5tah Irini hernnrrnnenhp und verblüffende Erfolge. Ich Einrenkungsversuche! Die vorstehenden Ratschläge sind nur als erste Behelfs- und Vorbeugungsmaßnahmen anzusehen. Dringend muß davor gewarnt werden, den Arzt zu spät oder gar nicht herbeizuru en. Qs ist vielmehr unbedingt erforderlich, bei allen Unglücks- oder Erkrankungsfällen schleunigst die Hilfe des Arztes in Anspruch zu nehmen, wenn man Schlimmes vermeiden will. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: Winter-Olympiade in Garmisch-Partenkirchen 1936, „Jugend der Welt , dazu „Sport und Soldaten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im Sonnenschein" — Pulver- mühle: 8 Uhr Militärkonzert, ausgefuhrt vom Musik- korps des MG.-Bataillons Nr. 2, Leitung Feldwebel Nickel. 143 Tote, 4273 Verletzte! DRV. Der Reichs- und Preufeifche Verkehrs- miniffer gibt bekannt, bafe in der vergangenen Woche im Reiche 143 Tote und 4273 Verletzte als Opfer des Strafeenverkehrs zu beklagen find. Provinzialausschuß Sitzung. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen entschied als Verwaltungsgerichtshof in seiner Sitzung vom 15. August folgendes: Dem Max Walldorf in Gießen war durch Bescheid des Kreisamts Gießen vom ?6. Marz 1936 der Wandergewerbeschein für 1936 Kj. zum Handel mit Sparheizplatten und Haushaltungsgegenständen abgelehnt worden mit der Begründung, daß der Kläger vor der Machtübernahme zu den schärfsten Gegnern der NSDAP, gehörte, sich wollen Sic einen guten Einöcudt modien? Legen Sie Wert auf ein gepfleg-. les Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. Def außerordentlich feine Putzkörpef schont den Zahnschmelz und] reinigt gründlich. Regelmäßige: Pflege mit Nivea-Zahnpasta er-J hält die Zähne weiß und gesundj Krankenhaus. , r m Innerliche Blutung: Nach stumpfen Verlegungen, Sturz, Stoß: möglichst rascher Abtransport des äußerst hinfälligen, unruhigen oder halb ohnmächtigen Kranken unter Vermeidung aller Eingriffe, auch keine Darreichung von Anregungs- Mitteln, um nicht erneute Blutungen hervorzurusen. Mogenkrarnpf: Feuchte ober trockene heifee Umschläge, Kamillentee ober Pfefferminztee. Nierenkolik: Bettruhe, nichts essen oder ttinken, heifee Umschläge ober Heizkissen in die Kreuzgegenb, beifees Bab. Schüttelfrost:- Bettruhe, Warmfiasche ober warme Tücher, Temperatur messen. Heifeen Linden- blütentee ober sonst heifees Getränk. Insektenstich: Betupfen mit Salmiakgeist, kühle Packung; möglichst ben Stachel entfernen. Bei Stich in Munb ober Hals sofort ben Arzt rufen. Verrenkungen unb Verstauchungen: Umwickeln mit elastischen Binden; schienen; keine Mille] .ben Ich will dich nicht mit diesen Schilderungen lang, weilen. Du kennst das sicherlich alles genau so gut wie ich selber. Er liefe beispielsweise eine Kette bilden, — und die Leute hatten plötzlich steife Arme. Dann hypnotisierte er ein bleichsüchtiges Mädchen, bas mir wie bie Tochter seiner Zimmerwirtin schien; unb nach einigem Hin und Her kam er zum zweiten Teil seines Abends. Er wollte Gedanken lesen und Hellsehen. Hecht langweilte sich bereits rechtschaffen, und es war eigentlich nur, um den Freund aufzumuntern und zur Anteilnahme zu zwingen, bafe ich mich meldete, als Karsani einen Herrn auf die Bühne bat. Karsani empfing mich mit einem Händedruck. Er versicherte mir unaufgefordert, er sei ein ernster Künstler und gedenke nicht, mich zur Zielscheibe billiger Witze zu machen. Ich nickte befriedigt. Dieser Herr, den ich vorher nie in meinem Leben gesehen habe, erklärte Karsani, wird mit Ihnen, meine Herrschaften, ein Experiment ausdenken, und zwar derart, bafe Sie irgend etwas, was diesem Herrn gehört, irgendwo im Saal oder bei einer Person verstecken; die Uhr, die Brieftasche, ein Geldstück, einen Nina, — kurz: was Sie wollen. Ich gehe währenddessen hinaus, zwei Herren können mich begleiten und aufpassen, bafe ich nichts erfahre von dem, was im Saal geschieht und auch nichts hören kann. Er verbeugte sich, sah mich prüfend an, meine Uhr, meine Hände — und ging hinaus. Als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, zog ich ein kleines Seidentuch aus der äufeeren Brusttasche und ging damit zu einer netten jungen Dame, die in der zweiten Reihe neben ihrer Mama safe. „Meine Gnädigste", sagte ich, „würden Sie das Tuch in Ihre Handtasche tun? Ich glaube, das wäre schon ein ganz schönes Rätselraten für Herrn xarfani. Das schöne Fräulein tat es, wobei ein leichtes Rot ihr in die Schläfen stieg. Es stand ihr reizend. Herr Karsani wurde wieder hereingerufen. Er sah mich wiederum aufmerksam an. Meine Uhr war noch da, auch mein Siegelring. Die beiden Teile suchte er also gar nicht erst. Ich denke mir, fein Mißgeschick liefe darauf tippen, daß ich meine Brieftasche weggegeben hatte. Diese Hellseher verfügen über eine gewisse Logik. Grinern wildfremden Menschen würde ich meine Brieftasche nicht gegeben haben, kalkulierte er. Er mochte gesehen haben, bafe ich mich mit meutern Nachbar unter- halten hatte. Demnach war dieser langeMann mem Freund. Demnach hatte der wahrscheinlich die Brief- tasche. Demnach war sein Weg vorgezeichnet Er packte mich beim Handgelenk. Denken ete f*arf an den versteckten Gegenstand, forderte er. Jawohl, ^Er^z^a ‘tos, als ob es hinter ihm brenne. Mit wehenden Rockschöfeen segelte er durch> die Nechen. Keinen Blick schenkte er der blonden, "etten Dame, die mein Tuch hatte. Lediglich Assessor Hecht interessierte ihn. j*^oßA/ertheim\ f Sr^fouber- L . cQ£ bischofsheim als Hetzer und Volksaufwiegler betätigt habe und somit die Befürchtung gerechtfertigt sei, daß er sein Gewerbe zu staatsfeindlichen Zwecken mißbrauchen werde. Die von Walldorf gegen diesen Bescheid erhobene Klage wurde als unbegründet kostenpflichtig abaewiesen. Die Kosten wurden dem Kläger unter Zugrundelegung eines Streitwerts von 500 Mark zur Last gesetzt. Die Entscheidung auf die Klage des Bezirksfürsorgeoerbandes Stadt Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg auf Erstattung von Krankenhauskosten für Reinhold Voigt aus Groß-Karben wurde zum Zwecke weiterer Beweisaufnahmen ausgesetzt. Genaue Briefanschriften. Die Deutsche Reichspost klagt aufs neue, daß ihr immer noch sehr viele Postsendungen mit mangelhafter Anschrift zur Beförderung übergeben und dadurch in der Ueberkunft verzögert werden. Die Anschrift muß deutlich, richtig und vollständig sein, wenn die Sendungen schnell befördert und unverzögert zugestellt werden sollen. Bei Sendungen nach Orten mit mehreren Zustell-Postanstalten, wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt a. M. usw. darf neben der Ortsbezeichnung der Ortsbezirk (NO., Süd usw.), sowie die Nummer der Zustellpostanstalt, bei Vororten die Vorortsbezeichnung nicht fehlen. Bei Landorten soll die Zustell- oder Leitpostanstalt angegeben werden, z. B. Allendorf, Post Katzenelnbogen (Taunus) oder Allendorf über Gießen. An den Verzögerungen, die durch mangelhafte Anschrift eintreten, tragen vielfach auch die Empfänger die Schuld, weil sie auf ihren abgehenden Sendungen den Ortsbezirk, die Nummer der Zu- stellpostanstalt usw. nicht angeben. Die Briefversender sollten daher streng darauf halten, daß diese wichtigen Angaben nicht vergessen werden und daß auch die Anschrift ihrer abgehenden Briefe immer den eingangs erwähnten Erfordernissen entspricht. Sie ersparen dadurch sich und den Empfängern Verdruß und der Deutschen Reichspost viel Mühe und Arbeit uni) — zum allgemeinen Nutzen — auch Ausgaben. Anstößiges Benehmen bei einer KdF.- Fahrt als EntlaffungSgrund. NSG. Ein Landesarbeitsgericht hat kürzlich in einem Urteil ausgesprochen, daß derjenige, der eine „Kraft-durch-Freude"-Fahrt mitmache, sich so zu benehmen habe, wie es einem deutschen Arbeiter zukomme; wer hiergegen verstoße, könne u. U. auch fristlos entlassen werden. Im vorliegenden Fall hatte sich ein Fahrtteilnehmer' derart benommen, daß er das Ansehen und den Ruf der Gefolgschaft des Betriebes geschädigt hatte; er war deswegen fristlos entlassen worden. Die hiergegen erhobene Klage wurde abgewiesen mit der Begründung, daß dem Betriebsführer nicht zugemutet werden könne, einen Arbeiter zu be- schäfttgen, der sich in seiner Einstellung zum Staat, zum Volk und der Betriebsgemeinschaft als Schädling erweise. Daraus folgt, daß auch das Verhalten außer Dienst nicht nur einen wichtigen Grund im Sinne des § 626 BGB. bilden, sondern daß es auch die Entlassung rechtfertigen kann, wenn es sich um einen schweren Verstoß handelt. Ein solcher Verstoß liegt hier vor. Die „Kraft-durch-Freude"-Fahrten sind nicht nur Vergnügungsfahrten, sondern einer der Wege zur Verwirklichung der Volksgemeinschaft. Wer eine solche Fahrt mirmacht, muß wissen, daß er sich so zu benehmen hat, wie es einem echten deutschen Arbeiter zukommt, der stolz auf seinen Betrieb und den darin herrschenden Gemeinschaftsgeist ist. Erregt sein Verhalten Anstoß, dann schädigt er den Betrieb und dessen Ansehen erheblich. Das ist für die Entlassung das Entscheidende. ♦ ** Gefechtsschießen im Lumdatal. Die 1. Kompanie des Maschinengewehr-Bataillons 2 hält am 25. August in der Zeit von 6 bis 16 Uhr ein Gefechtsschießen mit dem MG.-Zug bei K esse l b a ch und Geilshausen ab. Feuerstellungen: südlich Kesselbach mit Schußrichtung nach Süden und nordwestlich Geilshausen mit Schußrichtung nach Südwesten. Der gesamte Raum innerhalb der Ortschaften Kesselbach, Londorf, Beuern, Bersrod, Reinhardshain, Geilshausen, Odenhausen, Kesselbach ist gefährdet und wird gesperrt. (Straßen ausschließlich.) Die Straße Beuern—Geilshausen wird überschossen und ist für die Dauer des Schießens gesperrt. Umleitung über Allertshausen—Londorf oder Bersrod—Reinhardshain. Den Weisungen der Absperrposten ist Folge zu leisten. Sie sind zur Festnahme aus Gründen der Sicherheit für das Leben berechtigt, falls ihren Anordnungen zuwidergehandelt wird. Die Beendigung des Schießens wird den Bürgermeistern der oben genannten Gemeinden durch den Sicherheitsoffizier der Truppe angezeigt. ** Landstraßensperre bei Wolfersheim. Wegen Ausführung von Gleisarbeiten wird die Landstraße Wölfersheim—Berstadt am Bahnübergang Kilometer 13,92 der Strecke Friedberg- Hungen von 6 bis 13 Uhr am 20. August für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Beienheim, Reichelsheim, Bingenheim, Echzell. ** Städtische Grummetgras - Versteigerung. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes kündigt der Oberbürgermeister eine Grum- metgras-Dersteigerung der Stadt Gießen auf Montag, 24. August, an. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Freie Lehrer st ekle. Erledigt ist eine weitere Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Steinbach (Kreis Gießen). Mietwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. ** Zusammen st oß zweier Motorrad- l e r. Am gestrigen Dienstagnachmittag stießen an der Ecke Ludwigstraße-Bismarckstraße zwei Motorradfahrer zusammen. Dabei wurde einer der Fahrer, ein junger Mann aus Gießen, am Bein so erheblich verletzt, daß er von der Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 19. August. 12 Uhr: Blasmusik. 13: Bunte Platte. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Jungmädel singen Handwerkerlieder. 15.30: Musikalisch-poetische Weltreise. Eine bunte, geographische Hörfolge rund um den Globus. 16: Musik am Nachmittag. 18: Kammermusik. 19: Es dunkelt schon in der Heide. Musik in der Dämmerstunde. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Stunde der jungen Nation. 20.30: Willy Steiner spielt. 20.50: Tänze aus aller Welt. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho. Aus Gau-Odemheim—ein guter Wein! Der deutsche Wein wird Volksgetränk. — Dom 19. bis 27. September der deutschen Traube und des Weines".—Gießen erhält 30000 Liter Patenwein aus Gau-Odernheim. Ob man von Norden oder Süden, von Westen oder Osten in den rhein-mainischen Paradiesgarten kommt, immer umfaßt der Zauber der Romantik den Wanderer und läßt ihn nicht mehr los. Es ist nun schon so: Hier sind die ruhigen Orte zum Ausruhen. Hier läßt der gar edle Tropfen deutschen Rebenblutes das Herz höher schlagen. An den Mauern, aus den Gärten rankt sich der Wein empor oder sollst am Pfahl in endlos geraden Reihen angebunden, säumt die Hänge und Wege wie ein einziges unübersehbares Heer grüngewirkter Pallisaden im Sonnenglast. „O Herr, laß Herbst werden!" So seufzt man bei diesem Anblick unwillkürlich auf, Herbst für neuen Wein und neue Lieder zum Preise dieses aesegneten und schönen Landes, zum Preise seines fröhlichen, aufgeschlossenen Menschenschlages, mit dem es sich gut Freund sein läßt allzeit und immerdar. Wer Erholung an Leib und Seele wünscht, der möge auch einmal Haltmachen auf dem Petersberg. Von seinem Gipfel aus genießt er eine selten schöne Aussicht bis hinüber zu den blauen Bergen, dem Hunsrück, der Haardt und der Bergstraße, während anderseits das Silberband des stolzen deutschen Rheinstromes zu ihm hinübergrüßt. Am Südwestfuße des Berges liegt seit ungefähr 1500 Jahren die einstige Freie Reichsstadt Odernheim, der heutige Marktflecken Gau-Odernheim. Gau-Odernheim ist Knotenpunkt der Bahnstrecken Mainz—Bodenheim—Alzey und Worms— Osthofen—Gau-Odernheim. Die nächste Schiffahrtsstation ist der 14 Kilometer entfernte Weinort Nierstein. Die Weinbaufläche beträgt ungefähr 160 Hektar, davon sind 90 v. H. Weißwein. Die bekannteren Lagen für Weißwein sind: Petersberg, Schallenberg, Tiefenthal, Hippel, Fuchsloch; für Rotwein: Tiefen- thal, Göldingen, Oelberg. Der durchschnittliche Jahresertrag ist 11 000 Hektoliter Weißwein, 3000 Hektoliter Rotwein. An Maische werden zirka 10 v. H. verkauft, die am Platze eingelegt werden. In letzter Zeit werden auch Süßmostanlagen errichtet. Es wird ein angenehmer, kräftiger Quautätswein mit lieblichem Bukett erzielt, der vor den anderen bekannten Rheinweinsorten nicht zurückzustehen braucht. Es ist ein edler Tropfen, der hier schon seit Jahrhunderten wächst. Möge dieser Sonnenschein aus Gau-Odernheim in der Wein-Patenstadt Gießen ebenso schöne und erinnerungsfrohe Stunden hervorzaubern, wie er es an Ort und Stelle tut. Das Studium der Lluiversität Gießen. Oie Mathematik. Wenn ein Erstsemestriger die Universität bezieht, ist er zunächst oft verwirrt durch die Mannigfaltig- keit der dargebotenen Vorlesungen, Hebungen und Praktika, die er in den Vorlesungsverzeichnissen an- gekündigt findet, und er steht dann ratlos vor den Fragen: Welche Vorlesungen muß ich hören? Was wird von mir verlangt? Wo fange ich an? Schon für die Wahl des Studiums ist es entscheidend, daß der zukünftige Student sich ein einigermaßen klar umrittenes Bild von den Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten des Studiums und von der Stätte seiner weiteren Tätigkeit zu machen vermag. Diese Zeilen mögen dazu dienen, dem Leser in kurzen Andeutungen eine Darstellung der mathematischen Arbeit an unserer Universität zu geben. Es ist unmöglich, mit einem fertigen „Fahrplan" für das Studium der reinen und der angewandten Mathematik aufzuwarten, denn einmal besteht das Studium nicht in dem pflichtmäßigen Anhören einer Reihe von Vorlesungen, zum andern hat jeder Student die Freiheit, sich je nach Neigung und Fertigkeit im Hinblick auf den von ihm erstrebten Beruf fein Studium selbständig zu gestalten. Don den Dozenten und Assistenten wird er immer wieder im Laufe seines Studiums gern beraten werden. Jedoch gibt es einen gewissen Kreis von Einführungsvorlesungen mit zugehörigen Uebungen, deren Besuch für jeden Mathematikstudierenden als erster Schritt unerläßlich ist. Er findet sie an erster Stelle unter den in den Vorlesungsverzeichnissen nach ihrem Schwierigkeitsgrad angeordneten Vorlesungen angeführt unter den Bezeichnungen: Differential- und Integralrechnung, Analytische Geometrie, Algebra, Determinanten, Darstellende Geometrie, und dazu die Anfängerpraktika. Er ist mit der Erarbeitung dieses Rüstzeuges während der ersten Semester vollauf beschäftigt. Gerade auf die tätige Teilnahme an den Anfängerpraktika muß besonderer Wert gelegt werden. Hier und auch in den Vorlesungen wird er auf die wichtigen Anwendungen seiner Wissenschaft in der Praxis geführt, und er sollte vom Beginn seines Studiums an sein Augenmerk besonders auf diese Anwendungen richten. Nach der Aneignung dieses elementaren Rüstzeuges verfolgt der Studierende, von feinen Lehrern und älteren Kameraden beraten, je nach Berufsabsicht feine besonderen Neigungen und ist aleichzeitia um einen guten Gesamtüberblick über seine Wissenschaft bemüht. Besondere Vorlesungen und Uebungen über Dersicherunasmathematik, Statik, Festigkeitslehre, Geodäsie, Wayrscheinlichkeits- und Ausgleichungsrechnung, Wehrmathematik, mctthe- matifche Vererbungslehre, die in regelmäßigen Abständen an unserer Landesuniversttät stattfinden, geben ihm immer wieder Gelegenheit, sich nach den verschiedensten Richtungen hin auszubilden, und er hat damit die Möglichkeit, sich aus einer Fülle der heute dem mathematisch Geschulten offenstehenden Berufsmöglichkeiten auf den seinen Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Beruf vorzubereiten. Don vornherein tritt der junge Student als Glied der mathematischen Fachabteilung der Studentenschaft in den enaen Kreis der Mathematik-Sfuden- ten und findet yier in den Arbeitskreisen und im geselligen Verkehr, auf Lagern und Besichtigungsfahrten Anschluß an gleichsemestrige und ältere Kameraden. Vom dritten Semester an stehen ihm die großen und freundlichen Arbeitsräume des Mathematischen Seminars im Seminarhaus Bismarckstraße 16 mit einer außerordentlich umfangreichen und wertvollen Bibliothek zur Verfügung. Im Vorlesungsgebäude befindet sich eine schöne Sammlung mathematischer Modelle. Kurz: In der schon so oft mit Recht gerühmten kleinen Universitätsstadt Gießen findet der Mathematikstudierende alle Einrichtungen, die einem fruchtbaren Studium günstig sind und eine angenehme Ausbildungszeit gewährleisten. Oberheffen. Bei der Feldarbeit vom Blitz getroffen. LPD. A l s f e l d , 18. Aug. Am Montagnachmittag zog über die Gemarkung Solms-Ilsdorf ein schweres Gewitter. Die auf dem Feld arbeitenden Bauern wollten schnell noch möglichst viel Frucht ins Trockene bringen. Aber noch ehe der Regen begonnen hatte, schlug ein Blitz in eine Gruppe arbeitender Bauern und traf die junge Frau Emmi Heintz. Die Bäuerin wurde durch den Blitzschlag am ganzen Körper gelähmt. Hinter dem Ohr sind ihr außerdem die Haare verbrannt worden. CanöfrPie Gießen * Lollar, 19.Aug. Der Bezirk Lollar im NS.-Lehrerbund hält am kommenden Samstag, 22. August, um 14.30 Uhr bei Zecher in Staufenberg eine Vezirksversammlung ab. Daran anschließend tagt die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule". wg. Großen-Buseck, 18. Aug. Die Ernte- arbeiten gehen hier, begünstigt durch das schöne Wetter der letzten Tage, ihrem Ende entgegen. Roggen und Gerste sind schon unter Dach und Fach gebracht, der Hafer und der Weizen werden gegenwärtig eingefahren. Eine Anzahl Arbeitsdienstmänner aus dem Lager in Gießen ist bei der Einbringung der Ernte hier tätig. Auch die beiden letzten Sonntage standen in unserem Dorfe im Zeichen der Ernte. Schon in den frühen Morgenstunden rollten die schwerbeladenen Wagen dem Dorfe zu. Hierbei hatten sich BDM., NS.-Frauenschaft, HI., ferner Volksgenossen und Dolksgenossin- nen von der NS.-Volkswohlfahrt, die im letzten Winter vom Winterhilfswerk betreut wurden, den Bauern zur Einbringung der Ernte in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt. Seit vergangener Woche hat auch die zweite Dreschmaschine in unserem Dorfe ihre Tätigkeit ausgenommen. Reges Treiben herrscht auf den beiden öffentlichen Dreschplätzen von früh morgens bis spät in die Nacht hinein. Mit dem Scheunendrusch dürste im Laufe der nächsten Woche begonnen werden. Auch bei der Flachsernte stellten sich Jungmädel und Mitglieder der NS.-Frauenschaft zur Verfügung, um die sehr mit Arbeit überbürdeten Bauern zu unterstützen. Hierbei halfen sie fleißig beim Rupfen des Flachses mit und nahmen so einen Teil der recht zeitraubenden Trbeit dem Bauern ab. § Allendorf a. d. Lumda, 18. Aua. Am Sonntag beging unsere Mitbürgerin Elisabeths Paulus, geb. Leyerer, in geistiger und körperlicher Frische im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel die Feier ihres 91. Geburtstages. Die Greisin, die schon lange Jahre im Witwenstande lebt, nimmt noch an allen Geschehnissen unserer Stadt regen Anteil. Ebenso ist sie noch unermüdlich tätig, besonders im Verrichten häuslicher Arbeiten. Von auswärtigen Freunden, Verwandten und Bekannten sowohl, als auch aus der hiesigen Einwohnerschaft wurden der Jubilarin zahlreiche Ehrungen zuteil. (D Allendorf a. d. Lumda, 17. Aug. Von einem großen Verlust wurde ein hiesiger kleiner Landwirt betroffen. Als der Mann am Samstag gegen Feierabend mit feinem Gespann auf dem Heimweg begriffen war, wurde eine der beiden Kühe am Ortseingang von Allendorf von einem Herzschlag betroffen, an bepi sie nach etwa zwei bis drei Minuten verendete. Der Verlust ist um so größer, als das wertvolle Tier einige Tage vor dem Kalben stand. — Nachdem vor einiger Zeit durch die Ortsschelle bekanntgegeben worden war, daß zwischen dem 1. und 20. August ein Probealarm der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr stattfinden sollte, fand diese Uebung in der vergangenen Nacht statt. Morgens gegen 3.30 Uhr riefen die Signale die Feuerwehrmänner zusammen, und es waren kaum 10 bis 12 Minuten verstrichen, als diese fast vollzählig am Spritzenhaus versammelt waren. Der hierauf Dorgenommene Brandangriff auf das hiesige Rathaus, bei dem auch die hiesige Motorspritze in Tätigkeit trat, wurde exakt durchgeführt und ließ die Schlagfertigkeit unserer Wehr erkennen. # Allertshausen, 17. Aug. Bei den Drescharbeiten, die gegenwärtig in unserem Dorfe rege im Gange sind, zeigt sich das erfreuliche Ergebnis, daß der Ertrag der Körnerernte besser ist, als man bisher allgemein angenommen hatte. Unsere Landwirte sind mit diesem Ausfall der Fruchternte sehr zufrieden. VWatzenborn-Steinberg,18. Aug. Dor der Prüfungskommission für die. Provinz Oberhessen in Gießen legten sechs hiesige Handwerker in diesem Jahre ihre Meisterprüfung mit Erfolg ab. Es sind dies: Schmiedemeister Friedrich Schmitt, Steinhauermeister Karl Seipp, Schneidermeister Alwin Lecke, Metzgermeister Richard Philipp sowie die Weißbindermeister Otto D a m a s k y und Ernst Happel. )) Lang-Göns, 17. Aug. In unserer Gemeinde gibt es rund 25 Kartoffelsaatgut. Züchter. Zur Zeit bieten die Felder einen überaus erfreulichen Anblick. Alle Sorten, darunter in der Hauptsache die gute Speisekartoffel „Industrie", die aber vom Jahre 1940 ab verschwinden soll, da sie nicht krebsfest ist, zeigen einen vorzüglichen Stand. Die Ernte wird sicher sehr gut werden, wenn nur jetzt trockenes Wetter eintritt, denn das Land ist voll Feuchtigkeit, und die Kartoffelsträu- cher bedecken es so dicht, daß kein Sonnenstrahl durchdringen kann. Die Blätter über dem Boden beginnen schon hier und da zu faulen. Die Mehrzahl der hiesigen Kartoffelzüchter unternahm unter Führung von Landwirtschaftsrat Dr. Mathes eine Besichtigungsfahrt nach Starkenburg und Rheinhessen, um die dortigen Saatgutfelder in Augenschein zu nehmen. Auch die dortigen Aecker zeigten gesunde schöne Stauden, doch wird — nach Ansicht der Kartoffelzüchter — der Stand in Ober- Hessen nirgend übertroffen. Das ist auch in der Bauernschaft Hessens bekannt, und die Nachfrage nach Saatgut aus der Lang-Gönfer Gemarkung wächst daher von Jahr zu Jahr. eo Langsdorf, 18.Aug. Unser Dorf hat am Sonntag und Montag wieder seine altüberlieferte Kirmes gefeiert. Sie findet seit dem Ende des 16. Jahrhunderts unverändert an dem näm- lichen Termin statt, am Sonntag nach Hippolytus. An diesem Tage wurde 1582 im Solms-Braunfelser Land das reformierte Bekenntnis eingeführt und dabei die Reste der Erbuntertänigkeit aufgehoben. Es war also ein so großer Freudentag, daß die Erinnerung an ihn sich in der verweltlichten Form der Kirmes bis heute erhalten hat. Wiewohl auch dieses Volksfest dem Gestaltwandel aller Dinae unterworfen ist, blieb es umgeben von einer Reihe von alten Bräuchen, deren ursprünglicher Sinn nicht mehr festgestellt werden kann. Der Kirmes» montag freilich hatte heuer nicht das festliche Aussehen wie sonst: da in unserer Gemeinde Sonntags auch in diesem Jahre nicht gearbeitet wurde, konnte man den Montag bei den Erntearbeiten nicht entbehren. Man überließ darum der Jugend ihre Kir- mesfreube, während die älteren Leute auf dem Acker tätig waren. Mit dem Ende dieser Woche hofft man, günstige Witterung vorausgesetzt, mit dem Bergen der Getreideernte in der Hauptsache fertig zu fein. Die lange Regenperiode hat an der Frucht bisher nur wenig Schaden getan, nur ganz wenig ist sie ausgewachsen. — Wenn man aus den bisherigen Vordruschen schließen darf, wird das Ergebnis der Getreideernte ein mittleres fein. Auch bei uns sind eine Anzahl Arbeitsdienstmän» ner bei den Bauern untergebracht, die sich als wertvolle Helfer erwiesen haben. Kreis Büdingen. 8 Nidda, 18.Aug. Der im Frühjahr erfolgten Anregung des Obst- und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen zur Anlegung von Blumenschmuck an Fenstern, Balkonen, Tor- und Hauseingängen, sowie Vorgärten hat man weitgehend Folge geleistet, wie eine Kommission gestern feststellen konnte. Bei der Bewertung wurde in Rücksicht gezogen: Pflanzenwahl und Farbenwirkung, Reichhaltigkeit, allgemeine Pflege und Gesamteindruck. Neben der vielfach festgestellten Höchstpunktzahl, nämlich 25, konnte der Blumenschmuck an sehr vielen Häusern annähernd bewertet werden. Im Spätherbst soll bei einer Versammlung aller Blumenfreunde eine Auszeichnung von guten Leistungen erfolgen. Für diesen Zweck stehen bereits genügend Geldmittel zur Verfügung, welche die Beschaffung von Blumen, Blattpflanzen und bergt, ermöglichen. Kreis Schotten. (D Schotten, 17. Aug. Die hiesige Schützen- g e s e l l s ch a f t hielt in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters der NSDAP., Wilhelm Z e s ch k y , ihre Mitgliederversammlung ab, um eine Umgruppierung des Vorstandes vorzunehmen, da der langjährige Vorsitzende, Schützenmeister Wilh. N eu • mann, infolge beruflicher Überlastung sich genötigt gesehen hatte, sein Amt niederzulegen. Nach trefflichen Worten des Ortsgruppenleiters, in denen er auf die vaterländische Bedeutung des Schießsportes hinwies und besonders betonte, daß jedem einigermaßen dazu geeigneten Volksgenossen die Möglichkeit zur Ausübung dieses schönen Sportes gegeben werden müsse, wurde unter einmütiger Zu- ftimmung Louis (Süffel als neuer Schützenmeister bestimmt und zu seinen Mitarbeitern in die Leitung der Schützengesellschaft die Schützen Adam Carl, Otto Z e s ch k y , Karl Neumann und Aug. Göbel berufen. Außerdem wurde beschlossen, in Zukunft auch bas Schießen mit Wehrmannbüch, sen unb mit Pistolen einzuführen unb bie hierzu erforderlichen Waffen anzuschaffen. Ortsgruppe/?- leiter Zeschky brachte zum Schluß der anregend verlaufenen Versammlung das Sieg-Heil auf den Führer aus. LPD. Schotten, 18. Aug. Ein Radfahrer, der einen abschüssigen Feldweg auf die Provinzialstraße Rudingshain—Schotten in erheblicher Geschwindigkeit hinabfuhr, rannte in ein auf der Haupt- straße fahrendes Personenauto. Der Anprall war so heftig, daß der Radfahrer über bie Motorhaube hinweg in bie Windschutzscheibe ge• schleudert wurde. Während der Kraftwagenfahrer unverletzt blieb, erlitt der Radfahrer schwere Schnittwunden am Kopf und eine Gehirnerschütterung. Er mußte in das Kreiskrankenhaus nach Schotten gebracht werden. Kreis Alsfeld. • T Mücke, 17. Aug. Oonnta^sfarten, die um ein Drittel des Fahrpreises billiger sind, als die gewöhnlichen Tageskarten, werden Samstags nur von 12 Uhr ab ausgegeben. Auf eine Eingabe an bas Reichsbahn-Verkehrsamt Gießen würbe für die Station Mücke eine Ausnahme gemacht und genehmigt, daß schon zu dem Zuge, der 11.28 Uhr bie Station Mücke verläßt, Sonntagskarten ausgegeben würben. Don ben Orten, bie von Mücke die Fahrt nach Gießen und weiter beginnen, wurde das Entgegenkommen der Eisenbahndirektion dankbar begrüßt. Um so mehr war man enttäuscht, als plötzlich die Vergünstigung aufgehoben wurde. Eine erneute Eingabe des Ortsgruppenleiters des Zweigvereins DHC. Mücke, der Ortsoorftänbe und her Ortsbauernführer an bas Reichsbahn-Verkehrsamt, in welcher bie Annehmlichkeiten unb Vorzüge ber früheren Ausgabe ber Sonntagskarten bargelegt würben, hatte ben Erfolg, baß auch fernerhin die frühere Einrichtung beibehalten wurde. Sonntags- farten können also in Mücke schon Samstags zu dem Zuge, der 11.28 Uhr die Station verläßt, gelöst werden. *!* Ruppertenrod, 17. Aug. Wie seit einiger Zeit in unserem Nachbarorte Ober-Ohmen, so ist nunmehr auch hier der K e u ch h u st e n unter ben Kinbern aufgetreten. Bis jetzt finb besonders kleinere Kinder bis zum Alter von fünf Jahren davon betroffen worden. Der Krankheitsverlaus ist bisher gutartig gewesen. TtunöfunTproaromm. Donnerstag, 20. August. 6 bis 8 Uhr: Musik in der Frühe. Dazwischen 6.30 bis 6.45 Ubr Frühgymnastik und 7 bis 7.15 Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8: Solistisches Musizieren. 9: Zur Unterhaltung. 10: Volkslieder — Volkstänze. 11: Unterhaltungsmusik. 12 bis 13.45: Musik am Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Dichter, die den Sport besingen. 15.20: Das Waldbaur- Kerpely-Quartett spielt. 16: Musik am Nachmittag. 18: Blasmusik. 19: Lieb mich — im Dreiviertel» Takt! 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Großer bunter Preisrätsel-Wettbewerb des Deutschlandsenders: Alle Hörer raten mit. Zwei Stunden Kopfzerbrechen mit viel Musik, Gesang und lustigen Ueberraschungen. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho. 'ilÄ.ta kK SÄ --2'8- Ui«* Ä* £ stz l?"1 >hre Sfir. » N b &U»H ton Qn d-I ™n'flani M- ben “k mrt bas mittleres jein 'ttsüientaa. " ■** QIs wert. W «folgten *n bau Der« A/egung Don Woiien, Tor, W man weit« MFwn Mein rtuM würbe U]J> Farben« ° Pslege unb \fefW(len J*er Blumen- hernd bewertet Versammlung chnung oon n Jweck stehen •fügung, welche "pflanzen unb !geSchützen« jeit des Orts« lm Zeschky, eine llmgrup. i, da der lang. MH. Neu« tung sich genö- rzulegen. Nach iiters, in denen ig des Schieb« nie, daß jedem lksgenossen die chönen Sporte; einmütiger Zu- Schützenmeister rn in die Lei- schützen Adam umann unb rbe befäfofien, \et)mannbüd)> nd die Myi SttayuW ) Ur anrd g«$)eit aufla Nadfahrkir die Provinzii!' erheblicher ®f i auf der fjtnipi' o. Der Anprall über die Tlotor« tzscheibege- er Kraftwagen- adsahrer schm" GehirnersW' ankenhaus nad) billiger fino, «ls If eine i,n mürbe für em°chl Wd g-- ber 11.28 Uhr ajstarta «“?' -non*«6 wen,®«61. S-S» rt't* lters x h,r mb »ftfi •■Äff*’ iber^'itbi« amu»- Ke. -ÄH !«$ % <»,s »Sa 15,?$$ sr>zS «’S/ ®'s! $tff,[' rage-' SJL-'fpoti Werner, Hannover blieben die Einheimischen Brofazi und Siegern, u. a. Wollte, Dompert, Blast, Ho Harms über Urso und Townsend Sieger, während Leichum, Krauß, Eckert und Mollenhauer. Unbekannte Fracht Roma« do« Kraul K.vraun Nachdruck verboten! 18. Fortsetzung. ügge nahm das erfreut Mensch unsere Sprache. 1. Siei Marie ( Kilo- Dr. ging ball. Turnerinnen, Ja. und Schülerinnen maßen Kreisvolksturnwart Dr. di- Kräfte im Drei-Kampf, der fich aus Lauf, -ach- Gemeinfam brachte man d-n Siegern sprung und Schlagballweitwurf bzw. Faustballwelt- nnnen des Tages ein dreifaches „Gut Hell , und Kenneth Carpenter, der amerikanische Olympiasieger im Diskuswerfen, ging bei einem Sportfest in Prag an den Start und blieb mit einem Wurf von 53,08 Meter nur um 2 Zentimeter unter dem Weltrekord, den der Berliner Schröder hält. Indiens Hockeyspieler, die am Montag in Frankfurt 5:2 gegen eine Stadtelf gewonnen hatten, standen in Mannheim einer badischen Gaumannschaft gegenüber. Die bei der Pause 2:0 führenden Inder mußten sich zum Schluß mit einem 3:2-Sieg zufrieden geben. Eine sehr gute Besetzung hat das inter- nationale Abendsportfest gefunden, das am Don« nerstag im Frankfurter Sportfeld stattfindet. Neben zahlreichen japanischen Olympiakämpfern starten eine Reihe von deutschen Olympiateilnehmern und Siegern, u. a. Wollte, Dompert, Blask, Hornberger, USA. = Boger starteten im Gau Niedersachsen. In Bremerhaven siegte der Hannoveraner Wilke im Bantamgewicht über den Amerikaner Laurie und in kam bis in die Nähe oon Hildburghausen (56 meter), wo auch Wilhelm-Frankfurt und Janke-Gießen landeten. Hanna Reitsch auf dem Flugplatz Meiningen nieder. Die Bedingungen des Tagespreises erfüllte als Erster Steinig. Breslau, der genau sein beim Start angegebenes Ziel, den Flughafen Erfurt, er- reichte. Vlech-Vrestau hat übrigens gestern, wie sich bei der Prüfung der Barographen ergab, mit 4480 Meter höhe über dem Meeresspiegel einen neuen europäischen Höhenrekord im Segelflug ausgestellt. Erika Klinkler, Tv. Großen-Buseck; 2. äfer, To. Großen-Buseck; 3. Brunhilds tiiciuci, Tv. Burg-Gemünden: 4. Marie Schudt, Tv Rieder-Ohmen: 5. Minna Becker, Tv. Nieder- Ohmen, und Emmi Wagner, Tv. Grünberg. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 Torhüter Venturini, der ganz ausgezeichnete Paraden zeigte. Ausländische Olympia-Mannschasten bei deutschen Sportfesten. Japanische Olympiaschwimmer star- teten am Montagabend in Bremen und Hamburg. Bei beiden Veranstaltungen mußten die Japaner im 200 - Meter - Brustschwimmen Niederlagen ein- stecken. In Hamburg siegte der deutsche Olympia- zweite Sietas über den Olympiasieger Hamuro und in Bremen blieb der deutsche Meister Balke vor dem Japaner Koike. Höhemekordstug bei der „17. Rhön" die übrigen Kämpfe von den Amerikanern gewon- nen wurden. Hans Lorenzen sah ihm ins Gesicht. Seine Augen waren ein wenig glasig, er saß schon lange vor der Flasche. „Rede gefälligst keinen Unsinn, Landsmann! Prosit!" Er trank ihm zu. Dann meinte er: „Ich bin froh, daß man wenigstens einmal deutsch reden kann. Weißt du, wie lange ich das vermißt habe, Rudolf?" Er duzte chn einfach: aber, der sonst so empfindsame lerbrür“ * hin. „In Dundee sprach kein ü....... ------ ■ Den deutschen Konsul habe ich nur zwei- oder dreimal zu Gesicht bekommen. Man kriegt Sehnsucht, verstehst du? Aber nein, vorläufig verstehst du das kreisvolkslumen in Vurg-Gemünden Aus dem Turnkreis 8 Gießen. Es war ein guter Gedanke des Kreisvolksturn- warts Dr. Loh, Wetzlar, das Kreisoolksturnen für verschiedene Kreisgebiete an verschiedenen Orten durchzuführen. Burg-Gemünden hat am Sonntag den Anfang gemacht, es hat die Turner und Turnerinnen des Kreises Alsfeld und eines Teiles des Kreises Gießen zum Wettkampf empfangen. Der gastgebende Verein hatte einen schönen Turnplatz yergerichtet. Nach kurzer Kampfrichtersitzung traten am Morgen rund 240 Turner und Turnerinnen auf dem Kampfplatz an. Hier hielt Pfarrer Becker (Burg- Gemünden) nach kurzer Begrüßung der Turner durch den Dereinsvorsitzenden Fischer eine Morgenandacht, die gleichzeitig Gottesdienst für die Gemeinde war. Er bezeichnete den Körper des Menschen als einen Tempel, von Gott gegeben, den es immer heilig zu halten gelte. Mit dem Turnerlied „Turner auf zum Streite' zogen Turner und Turnerinnen zu den Kampfplätzen, auf denen sich unter energischer und sachkundiger Leitung des Kreisoolksturnwartes bald scharfe Kämpfe und reges turnerisches Leben ent- wickelten. Die Altersturner trugen einen Dreikampf, Turner, Jg.-Turner und Schüler einen Dier-Kampf aus, und zwar im 100- bzw. 75-Me- ter-Lauf, Freiweithoch, Kugelftoß und Schleuder- Zwar zeichnete auch den dritten Wettbewerbstag der „17. Rhön" eine schöne sommerliche Witterung aus, doch stellte sich während des ganzen Tages kaum geeignetes Flugwetter ein. Die Wettbewerbsteilnehmer ließen jedoch nichts unversucht und vollzogen bis in die Nachmittagsstunden über 50 Starts. Die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer hat sich durch die verschiedenen Bruchschäden vorübergehend nicht unerheblich verringert. Weiter wurde durch den am Montag über der Wasserkuppe nieder- gegangenen Hagelschlag die Bespannung zweier Maschinen so stark beschädigt, daß völlig neu begannt werden mußten. Don einschneidender Bedeutung für die Wettde- werbstätigkeit war heute auch die Bestimmung, daß von mittags 14 Uhr ab das Einfliegen in Wolken verboten war, eine Bestimmung, die für den gesamten vierten Wettbewerbstag Gültigkeit hat. Als Tagespreis waren Zielflüge über mindestens 80 Kilometer Strecke ausgeschrieben, eine bei der herrschenden Wetterlage schwere Bedingung. Trotzdem unternahmen zahlreiche Piloten den Versuch und starteten zu Fernzielflügen. Darunter gaben acht Wettbewerbsteilnehmer beim Start sogar als Ziel Leipzig an. Doch aus den anfänglich ein- laufenden Lanoerneldungen konnte man ersehen, daß die Mehrzahl der Piloten gezwungen war, bereits in Thüringen zu landen. Frowein-Stuttgart meldete sich aus C 'z Stark, Tv. Reiskirchen. 3ugenb-0berffufe (Jahrgang 1918/19): 1. Sieg: Karlhans Ortwein, Tv. Großen-Buseck; 2. Sieg: Erich Opper, Tv. Reiskirchen: 3. Sieg: Karl Bonarius, Tv. Großen-Buseck; 4. Sieg: Otto Dort, To. Großen-Buseck, Helmut Fleischhauer, To. Burg-Gemünden. Jugend-Unterstufe (Jahrgang 1920/21): 1. Sieg: Erich Hochstein, To. Großen-Buseck; 2. Sieg: Otto Brück, To. Großen-Buseck; 3. Sieg: Werner Schmidt, Tv. Alsfeld; 4. Sieg: Helmut Rausch, To. Reiskirchen; 5. Sieg: Helmut Schmidt, Fritz Ritter, Erwin Wagner, alle drei Tv. Grünberg. Turnerinnenffufe: 1. Platz: Cäcilie Scholl, Tv. Burg-Gemünden; 2. Platz: Elfriede Meyer, To. Grebenau. Jugendoberstufe: 1. Sieg: Elfriede Koch, To. Alsfeld; 2. Sieg: Pauline Kurz, To. Burg-Gemünden; 3. Sieg: Frieda Scholl, Irma Theiß, beide To. Burg-Ge- münden, Käthchen Stumpf, Tv. Reiskirchen. Schülerinnen (Jahrgang 1924/25): 1. Sieg: Mathilde Opper, Tv. Reiskirchen; 2. Sieg: Gudrum Röhm, Lydia Wenzlau, beide Tv. Grünberg; 3. Sieg Lina Zulauf, To. Storndorf; 4. Sieg: Irmgard Großhaus, Tv. Grünberg, Auguste Ruckelshauß, To. Burg-Gemünden; 5. Sieg: Johanna Sippel, Tv. Grünberg. Wanderpreiskegeln in Wieseck. Am vergangenen Sonntag fand auf der Kegelbahn des Kegelvereins „Gut Holz" Wieseck, bei Gastwirt Georg Keller in Wieseck, der zweite Kampf um den Wanderpreis der drei Wiesecker Keglervereine für das Jahr 1936/37 statt. Der Keglerverein „Vorwärts" Wieseck, der bis zu diesem Kampfe alle vorher stattgefundenen. Kämpfe gewonnen hatte, mußte sich diesmal vom Verein „Gut Holz" auf den zweiten Platz verweisen lassen. Die erzielten Ergebnisse, gegenüber den früher stattgefundenen Kämpfen, sind äußerst gut. Auch war ein reges Interesse oon schaulustigen Keglern festzustellen, die mit großer Spannung dem Lokal- kampf bis zum Schlüsse beiwohnten. In der Ein- Braddock wünscht Verlegung der Box-Weltmeisterschast auf 1937. Aus Amerika kommt, wie das DNB. meldet, idie Meldung daß Braddock eine Verlegung der Weltmeisterschaft auf 1937 wünscht. Erst dann will er Max Schwel in g stellen. Angeblich sollen die Folgen einer Handoerletzung so fchwerwiegender 'Art lein daß er nicht früher an die Austragung der 'Weltmeisterschaft denken kann. Diese Meldung muß allgemein außerordentlich überraschen, und man ibarf wohl in der gewünschten Verlegung nicht mit- 'Unrecht wieder eine jener Methoden sehen, die ge- iwisse Hintermänner des amerikanischen Boxsports nur allzu gern anzuwenden gewohnt sind. Die Welt ist erfüllt vom Ereignis der Olym- ipischen Spiele. UeberaU wird die Fairneß anerkannt mit der die Kämpfe durchgefuhrt worden Hinb. Für deutschen Sportgeist war am Schlußtag iber Olympiade, am 16. August, besonders kennzeich- menb das Verhalten unseres Reiters Oberleutnant .Freiherr von Wangenheim, der, obwohl er mm Tage vorher bei einem Sturz einen Schlussel- Fbeinbrud) davongetragen hatte, mit angeschnalltem Hintern Arm das Jagdspringen der „Military er- s folgreich ritt. — Um so mehr ist man letzt über R>ie Meldung aus Amerika erstaunt, mit der jene Hintermänner dem Sport und feinen Kämpfern be- Iftimmt keinen Dienst erweisen. ^Italiener-Sportfest" in Kastel. In Kassel fand am Dienstagnachmittag in der iMit 15 000 Zuschauern vollbesetzten Hessen-Kampf- lbahn ein „Italiener-Sportfest" statt, zu dem neben ^italienischen Leichtathleten und Fußballern auch momhafte deutsche Leichtathleten erschienen waren. !Die Italiener waren von der Kasseler Bevölkerung [überaus herzlich aufgenommen worden. Die Veranstaltung hatte unter der Ungunst der 'Witterung zu leiden. Ein Gewitterregen, der fast iwährend der ganzen Dauer der Wettkämpfe nie» iberging beeinträchtigte zwar bie Leistungen etwas, .konnte aber bie Zuschauer nicht von ihren Plätzen ivertreiben. Don ben angesagten Italienern waren iber verletzte Beccali unb bie nach Kopenhagen ab- । gereiften Leichtathleten Lanzi unb Dberroeger nicht «erschienen. Die übrigen Italiener und auch die beut’ jschen Leichtathleten zeigten aber in Anbetracht ber .durchnäßten Kampfbahn immerhin noch recht span- inende Kämpfe und achtbare Leistungen. Eine große Ueberraschung gab es im Fußdall- ! Treffen zwischen der durch den Schweinfurter ! Kitzinger verstärkten Gaumannschaft von Hessen i und der italienischen Olympia-Sieaer-Mannschaft. : Die Hessen lagen zwar bei der Pause noch mit 0:1 i im Rückstand, schafften aber nach einer guten zweiten Halbzeit noch einen 2:1-Sieg. Fußball Hessen — Italien 2:1 (0:1). In Port Said machte Kapitän Durham sein Versprechen wahr. Die weißen Heizer wurden von Chinesen und Indern abgelöst. Auch Rudolf Ter- brügge und John Schnakenbeck tarnen endlich an Deck. Rudolf Terbrügge wurde dem Koch zugeteilt. Er war eine Art Hilfssteward mit Küchendienstver- pflichtung. Als sie im Roten Meer waren, dachte er mit Grauen, wie diese lastende Gluthitze unter Deck zu ertragen sein mochte. Aber den Asiaten schien die Hitze nichts anzuhaben. Sie taten ihre heiße Arbeit ohne zu ermüden und schienen sogar heiter dabei. , .. . Der Zahlmeister lud Rudolf Terbrugge und Schnakenbeck einige Male in seine Kabine. Er hatte sich in Port Said oder Suez ein paar Flaschen Münchener Bier zugelegt. Die tränten sie gemein- schaftlich aus. John Schnakenbecks einfache Art an« ertannte Lorenzen durchaus, aber wer kann für Zuneigungen. Rudolf Terbrügge lag ihm mehr und er ging lieber mit dem um. Sie faßen auch an diesem Äbend nebeneinander, auf der Bant m der Kabine des Zahlmeisters. Das Flaschenbier war alle geworden. Der Zahlmeister gab Whisky aus, ein bißchen Soda wurde der Ordnung halber in die Gläser zugegossen. Aber nicht viel; das Wasser war warm. , _ „Bab et Mandeb", sagte Hans Lorenzen gnm- mig ,das Tor der Tränen oder so ähnlich. Wahrhaftig', der beste Johnny Walker schmeckt in diesen Breitengraden wie Knüppel aus dem ^ack! Er schien aber auch sonst und wirklich seinen elegischen Abend zu haben. Aus dem eigenen goldenen Behälter bot er Zigaretten an. Rudolf Terbrügge nahm dankend. „Sie sind so nett zu mir, Herr Zahlmeister ..." es drängte ihn, das einmal auszusprechen. Aber auch das ging vorüber. Rudolf Terbrügge machte nicht schlapp. Er war hier nicht Passagier, der sich ms Bett legen konnte. Er stand taumelnd vor den Feuerlöchern, schleppte Kohlen, kletterte Treppen, die zu schaukeln schienen wie Strickleitern, herauf und herunter. Sein Magen kehrte sich minütlich um. Der Speichel schmeckte gallebitter. Er wünschte zu sterben, daß der Zustand beendet sei. Aber er starb durchaus nicht. Nach einigen Tagen wurde ihm besser. Als das Feuer von Kap Fi- nifterre gesichtet wurde, hatte er sich wieder in der Gewalt. John Schnakenbeck klopfte ihm anerkennend die Schulter. „Du haft dich famos gehalten, Rudolf. Es war ein tolles Wetter, jetzt kann ich es dir ja verraten. Wir hatten eigentlich ständig Windstärke neun. Kleiner Sturm im Atlantik!" Sie lachten. Die portugiesische Küste lag in strahlender Sonne Es war tröstlich zu sehen, daß es auf dieser Welt auch irgendwo Land gab! Nach Südosten embte* genb, steuerten sie in die Straße von Gibraltar. Noch jemand war seekrank gewesen, kränker wahrscheinlich als Rudolf Terbrügge. Das war der kleine chinesische Herr gewesen, der in Leith an -öoro gekommen war. Sie hatten inzwischen den Namen erfahren. Mr. Che Wong wurde die Ablie erung der Ladung überwachen, die die „Mary D. f*£yrte' vielleicht war er der Aufkäufer. Sicherlich ein Mann oon Geld und Einfluß und Bedeutung, der Behandlung nach, die ihm an Bord der non allen widerfuhr. Kapitän Durham brachte dem Chinesen persönlich eine Dofis fernes «eekrankheits- mittels in die Kabine, gab es ihm em und blieb bei ihm sitzen. Daß das Zeug dann doch mcht hast, mußte an dem diesmal ganz besonders störrisch Atlantik liegen. Das Mittelländische Meer brachte dem armen Kranken wahrhafte Erholung. Es lag fpiegelblanr unb die Sonne schien tagelang vom wolkenlosen blauen Himmel. Sie sah ihn über die Straße biegen. Im Licht iber Laterne winkte er noch einmal unb nahm den .Hut ab. Sie winkte zurück. Ihr wollte scheinen, als sei er da erst richtig froh. Dann schloß sie die Tur । auf und trat in bas Haus. Auf Zehenspitzen schlich ‘fte in ihre Kammer. ,. Sie war sehr müde, aber der Gedanke segelte, ehe sie einschlief, daß der Abend mit Fred Loren- >zen sehr schön gewesen sei. Andere Ueberlegungen ! blieben ihr in diesen Minuten erspart. Frau Berta Nickels knipste in derselben Minute ! die kleine Nachttischlampe an und sah aus die ttyr. 'Sie schüttelte den Kopf und drehte das Licht wieoer . aus. Peter Nickels war gar nicht erst erwacht. Durch fein Schlafzimmer aber wanderte mit langen Schritten Fred Lorenzen. Er rauchte die aller- I letzte Zigarette. Sein Gesicht strahlte, e*v fid) ihn Waschtischspiegel begegnete, mckte er sich lachend ,zu. Eine nicht ferne Turmuhr schlug drei- oder gar i viermal. Er aber wurde nicht müde. Plötzlich saß । er vor seiner Staffelei. Er konnte gerade noch den .Zigarettenrest ausdrücken, da war schon der Ems Ida und zwang ihm die Kohlenstabchen m die Hand. Dieses Mädchen schlug Funken aus ihm, em wun- berbarer Zustand. Er dachte nicht an SdjJaf, nid) an Sie Lichtrechnung. In ihm war nichts als Schaf- fensluft. Wirklich, ein wunderbarer Zustand. 7. Kapitel. Don Island nach Ostasien ist es ein weiter Weg^ Rudolf Terbrügge lernte die Freuden und Leiden .der „christlichen Seefahrt" wahrhaftig kennen. Die , „Mary D." konnte mit der britischen "Queen , aus der er vordem gewesen war, nicht verglichen wer- iben. Die Kesselanlage war neu und vorbildlich, die 'Ablösung geschah regelmäßig und das Essen war ! gut. Sie hatten alle genug Schlaf in einem luftigen, I sauber gehaltenen Raum. Er dachte oft mit »Schrecken, wie er auf so großer Fahrt die Arbeit iunb Unterkunftsmöglichkeit auf der „Queen Eliza- 2>eth" Hütts ertragen sollen. Die Italiener, die in stärkster Besetzung antraten, ! erlaubten nicht, daß die zur Verstärkung Der Hessen- ’ Gaumannschaft herangezogenen Stürmer Becher- Fürth und Lenz-Dortmund mitwirkten, dagegen ge- s statteten sie die Einstellung des Schweinfurter Läufers Kitzinger. Auf dem schlüpfrigen Boden ent- i wickelte sich ein recht flotter Kampf, bei dem in der .ersten Viertelstunde bie Italiener felbüberlegen i waren. Das Hessen-Schlußbreieck Sonnrein-Lip- ,p e r t-Engelharbt verhinberte aber mögliche Er- ' folge ber Italiener burch ausgezeichnete Abwehr- । arbeit. Nach einer Diertelftunbe mußte Sonnrein । aber boch einen scharfen Schuß bes italienischen 'Mittelstürmers Berton zum Führungstreffer ber Gäste passieren lassen. Nach ber Pause fiel in ber 68. Minute ber Ausgleich für Hessen. Straher-Fulda, ber Mittelstürmer spielte, brachte nach einer Belagerung bes ita- lienischen Tores ben Ball über bie Lime. Hessen tarn nun stark auf unb Italien mußte schwer ver- teibigen. In ber 86. Minute fiel bann ber Siegestreffer der hessischen Elf. Bei einem Angriff ber 1 linken Flanke kam ber linke Läufer Kitzinger zum i Schuß, seine Bombe sprang bem ausgezeichneten Hüter Venturini aus ben Händen ms Netz. Bei den Hessen waren bas Schlußbreieck, die Läufer und die beiden Außenstürmer die besten Spieler. Italien stützte fick auf einen guten An- griff, aus bem ber Mittelstürmer Bertonl hervor- ragte, auf ben glänzenben Läufer Loccttelll unb auf den Spielführer der Mannschaft, ben 23erteibiger ' Foni. Der beste Mann ber Italiener war aber ber noch nicht. Im ersten Jahr kommt man sich wunderbar vor, erst allmählich, weißt du, kriegt man Heimweh. Heimweh nach der Muttersprache." Er lächelte in fein leeres Glas. „Deshalb ist es ganz unsinnig zu sagen, ich sei nett zu dir. Ich brauche dich einfach. Das ist es. Mach den Mund auf, sage Lüneburg und es ist gut. Du warst boch aus Lüneburg?" „Aus ber Nähe bort, ja, nicht aus ber Stadt" „Ich bin Berliner. Du hast bas schon gemerkt, was?" Er lachte glucksenb. „Du bist eigentlich Landwirt, Rudolf? Wo hattet ihr eure Klitsche? Warst du Knecht?^ Rudolf Terbrügge beantwortete erst die letzte Frage. „Meines Vaters Knecht war ich", sagte er. „Aber der Hof ist verkauft. Mein Vater ist in die Stadt gezogen." „Ach! Das ist nicht recht von deinem alten Herrn. Man soll die Jungen nicht aussetzen. Was macht der alte Herr mit bem Mammon?" Hans Lorenzen schüttelte den Kopf. „Alles ungefunbe Zuftänbe", fuhr er fort, „aber warte nur, das wird auch einmal anders. Wenn wir erst eine andere Regierung in Deutschland haben. Hitler kommt ganz sicherlich unb bann wirb vieles anbers werben. Du gehörst auf beinen Acker, Rubolf, nicht hier auf biefen win- bigen Dampfer mit doppeltem Boden. Aber warte nur ab." Er schenkte sein Glas noch einmal voll. Auf das lauwarme Sodawasser verzichtete er. „Eines muß man im Leben lernen: Geduld. Wer ernten will, muß reifen lassen können." „Glauben Sie, daß ber Nationalsozialismus sich burchsetzen wirb?" „Du kommst frisch aus Deutschlanb unb fragst mich, ber ich schon Ewigkeiten nicht zu Hause war! Wo hast bu benn gelebt, Rubolf, baß bu nicht gemerkt hast, was im Reich geschieht!" Rubolf Terbrügge nahm bie Frage wörtlich, zu» gleich bog er ab. „Ich war in ber Nähe von Hannover; unser Hof liegt ober lag bei Wietze. Kennen Sie bie Gegenb? Man bohrt bort Petroleum." Hans Lorenzen sah auf. „Ack", sagte er, besann sich und erklärte: „die Gegend kenne ich nicht, nein, aber mein Bruder Fred aus Berlin schreibt mir da — wenn ich mich nicht irre, da kam doch der Ort Wietze — ober irre ich mich —" Er begann seine Taschen zu durchwühlen, aber er fand ben Brief nicht. „Na, gleichgüllig", sagte er, „prosit Rudolf (Fortsetzung folgt!) ✓ schlag zusammensetzte. Gute Vorbereitung unb fehlerlose Kampfrichterarbeit sorgten in Verbinbung mit guter turnerischer Disziplin für schnelle Erlebi- gung bes Wettkampfes, bei bem manche schöne Leistung geboten würbe. Nach gemeinsamem Eintopf machten bie Wettkampfteilnehmer unb ihre Kampfrichter am Mittag einen Umzug burch ben Ort, ber burch die schmucke Turnkleibung der Turner unb Turnerinnen nicht nur, fonbern vor allem auch burch bie frohen Gesichter ber Sieger und Siegerinnen ben Ortsbewohnern viel Freude machte. Auf bem Turnplatz sprach Unterkreis-Fachamts- leiter Ebeling (Alsfelb) in Vertretung bes Kreis- fachamtsleiters Daupert (Wieseck) zu ben zu ben allgemeinen Freiübungen angetretenen Turnern unb Turnerinnen. Das Turnen fei eine nationale Turnerstufe. 1. Sieg: Hugo Kratz, Tv. Nieber-Ohmen; 2. Adolf Bojajra, RAD. 3/223 Burg-Gemünden; 3. Willi Nickel, Tv. Nieder-Ohmen; 4. Balthasar Menget, RAD. 3/223 Burg-Gemünden; Ludwig Olemotz, To. Kesselbach; 5. Johann Pfadenhauer, RAD. 3/223 Burg-Gemünden. Altersturner, Jahrgang 1896 und älter. 1. Sieg: Heinrich Reul, Tv. Storndorf. Altersturner, Jahrgang 1903/1897. 1. Sieg: Heinrich Becker, Tv. Kesselbach; 2. Wilhelm Kraft, Tv. Alsfeld; 3. Ludwig Schmidt, Tv. Storndorf; 4. Hch. Stieler, Tv. Romrod. Schüler-Oberstufe. 1. Sieg: Wilhelm Mattern, Tv. Großen-Buseck; 2. Karl Wenzlau, Tv. Krünberg; 3. Kurt Theiß, Tv. Nieder-Ohmen; 4. Friedrich Wagner, Tv. Grünberg. Sd)ü(erinnen-Oberffufe. l.Sieg: Marie Rühl, Tv. Großen-Buseck; 2. Lina Hermann, Tv. Burg-Gemünden; 2. Toni Koch, Tv. Großen-Buseck; Thea Wehrwein, To. Burg-Gemün- ben; 3. Luise Kraft, Tv. Alsfeld; 4. Hildegard Dauth, Tv. Burg-Gemünden; 5. Ottilie Scholl, To. Burg-Gemünden. Schüler-Anterslufe: l.Sieg: Heinrich Böcher, T. Grünberg: 2. Sieg: Walter Keil, To. Grünberg: 3. Sieg: Willi Launs- Sach, Ludwig Peter, beide To. Reiskirchen; 4. Sieg: Lilli Steuernagel, To. Grebenau; 5. Sieg: Rudi Muth, Heinrich Port, beide To. Grünberg, Willi Sache, unb beshalb rief er jeben auf zur Mitarbeit in ber turnerischen Arbeit. Sein Gruß an ben Führer unb bas deutsche Volk wurde begeistert aufgenommen und durch die Lieder ber Nation bekräftigt. Die allgemeinen Freiübungen — sie machten ben Turnern viel Freube und klappten auch tabellos, obwohl sie nicht vorbereitet waren — gefielen sehr gut. Zum Abschluß ber Veranstaltung, bie man als wohlgelungen bezeichnen kann, nahm * " ' iwart Dr. Loh die Siegerehrung vor. Hegern unb Siege- bann war bas Dolkstumen in Burg-Gemünden zu Ende. Die Ergebnisse. Jugend-Turnerinnen-Anterstufe. Er würbe seekrank. Was ihm auf ber Fahrt bis • Ebinburgh unb Reykjavik erspart geblieben war, geschah ihm schon halb. Der Atlantische Ozean war bewegt unb blieb es tagelang. Sie sahen kein Lanb, kein Schiff begegnete ihnen. Sie hielten genau füb- lichen Kurs; irgenbwo im Osten mußte Jrlanb liegen; aber sie bemerkten nichts von ber Küste. Himmel unb Wasser, Wellen unb Winb. Im weiteren Verlauf bes Wettbewerbstages zeigte sich bie Möglichkeit, baß trotz ber recht um günstigen Segelflugwitterung eine ganze Reihe weiterer beachtlicher Streckenflüge burchgeführt werben konnten. So tanbete Graf von Treuberg-München zwischen Gotha unb Erfurt (85 Kilometer), Müller-Magbeburg steuerte seine „D. Herbert Nor- fus" über Apolba hinaus unb erreichte einen Flug von 110 Kilometer. Haase-Berlin nahm ben süb- lichen Kurs unb flog nach Pottenstein, 20 Kilometer süblich von Bayreuth (140 Kilometer). Eine weitere Glanzleistung vollbrachte ber Württemberg n zu lanben. Frowein-wluugarr, ger Kraft, ber nach einem 132 Kilometer langen Schmalkalben, Büchner-Stuttgarts Flug seinen Zielpunkt Bayreuth erreichte. zelbewertung erreichten die Kegler Otto Mandler (Gut Holz) mit 25 Kugeln 186 Holz, Georg Keller (Gut Holz) mit 179 Holz, Heinrich Dech (Alle Neun) mit 174 Holz, Adolf Weller (Gut Holz) und August Niemeyer (Vorwärts) mit je 173 Holz die Bestleistung. Nach der Siegerehrung des Vereins „Gut Holz", der mit seiner 10er Mannschaft je 25 Kugeln eine Gesamtholzzahl von 1677, „Vorwärts" 1570 Holz und „Alle Neun" 1478 Holz erreichte, fand eine herrliche Sportveranstaltung unter einem dreifachen „Sieg Heil" auf unseren Kanzler Adolf Hitler einen guten Ausklang. Der dritte und entscheidende Kampf um den wertvollen Wanderpreis findet am 6. September 1936 auf der Kegelbahn des Vereins „Alle Neun" bei Gastwirt Volzel in Wieseck statt. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Erfolge bei den Nationalen Wettkämpfen in Weilburg. Bei herrlichem Leichtathletik-Wetter wurden vergangenen Sonntag die Nationalen des Weilburaer Fußballoereins abgewickelt. Die 1900er mußten leider auf Heini Jung verzichten, wodurch die Mannschaft geschwächt war. Bei guter Konkurrenz konnten sich durchsetzen: A. Kilo im Diskuswerfen mit einer Leistung von 41,54 Meter vor O. Luh (DfB.- Reichsbahn) 40,29 Meter uyb P. Acker vom Stadt- sportoerein Frankfurt a. M. Die 110 Meter Hürden gewann H. Hermann 1900 in 17,8 Sek. vor Teh- mer (Friedberg) und Meier (Wiesbaden). Im 1500- Meter-Lauf konnte H. Kleemann (1900) den 2. Platz in der guten Zeit von 4:21 Min. belegen. Bei sachgemäßem Training dürfte er für die Zukunft zu beachten sein. Hans Adam errang ferner noch im 200-Meter-Lauf den 3. Platz in 24,2 Sek. Sieger blieb hier Jung vom VfB. Diez. Spielvereinigung 1900 Gießen. SB. Wetzlar II — 1900 II 2:2 (0:0). Mit diesem Ergebnis hat die 2. Mannschaft erneut bewiesen, daß sie bei kompletter Aufstellung gute Leistungen vollbringen kann. Auf dem mit hohem Gpas bewachsenen, unebenen Gelände an der Nauborner Straße ist das Unentschieden ein schöner Erfolg. Das Spiel bot gute Leistungen und wurde sehr schnell und fair durchgeführt. In der Mannschaft des Gastgebers war der Sturm der beste Teil. Bei den Blauweißen hat das Schlußdreieck den größten Anteil an dem 2:2. Gegen Schluß kam die Mannschaft des Sportvereins, durch die körperliche Ueberlegenheit bedingt, etwas auf; der 2:1-Vorsprung konnte aber lediglich in ein Unentschieden verbessert werden. SB. Wetzlar III — 1900 III 7:5 (0:2). 1900 gab bis über die Pause hinaus den Ton an und führte auch 3:1 und später noch 4:2, um aber bann vollstänbig auseinanberzufallen. Der schon sichere Sieg ging burch schlechte Deckungsarbeit verloren. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim — Io. 1846 Giehen 5:1 (2:1). Am Sonntag begegneten sich vorgenannte Mannschaften auf bem Walbsportplatz in Robheim zu einem Freunbschaftsspiel. Beibe Mannschaften zeigten vor vielen Zuschauern gute Leistungen. Hauptsächlich den Rodheimern merkte man an, daß die Trainingsstunden während der Sperre ihren Zweck nicht verfehlt hatten. Gießen konnte das 1. Tor erzielen, bas aber Rodheim kurz darauf durch herrlichen Schuß des Rechtsaußen ausglich. Durch ein zweites Tor des Rodheimer Mittelstürmers übernahm Rodheim die Führung und konnte den Stand bis zur Halbzeit halten. Nach der Halbzeit zeigte sich Rodheim überlegen und konnte noch 3 weitere Tore hinzufügen, während Gießen die gute Verteidigung Rodheims nicht mehr überrennen konnte. , §C.Teutonia" Watzenborn-Steinberg 1. Wannfchafl — Großen-Buseck I 5:2 (2:1). Am Sonntag waren es die Großen-Busecker, die in Watzenborn-Steinberg ein Rückspiel lieferten. Während sich die Teutonen etwas überheblich fühlten, kämpften die Großen-Busecker mit allem Einsatz. Am Anfang war das Spiel offen, aber die Stürmer der Teutonen vergaben die sichersten Torgelegenheiten. Nach etwa 20 Minuten Spieldauer konnten die Teutonen hintereinander erfolgreich fein, und zwar durch Brücke! und Lang. Der Stand von 2:0 wurde gehalten bis kurz vor Halbzeit. Edler (Großen-Buseck) verwandelte einen Eckball direkt zum ersten Tor. Mit 2:1 wurden die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit litt das Spiel unter der großen Hitze. Die Großen-Busecker, die nicht mehr vollzählig waren, konnten es nicht verhüten, daß bis zum Schluß noch 3 weitere Tore fielen. Bei dem Stand von 5:1 erhöhte kurz vor Spielende der Halbrechte der Gäste auf 5:2. Vorher trug die 2. Mannschaft von Lollar ein Rückspiel gegen die 2. der Teutonen aus. Auch in diesem Spiel wurde wenig gezeigt und die Lollarer gewannen dank ihrer Gesamtleistung mit 2:1 Toren. Auch die Jüngsten der Teutonen mußten sich auf dem VfB.-Platz in Gießen eine 2:E-Niederlage gefallen lassen. Olympische Winterspiele im Filmbild. Gloria-Palast. Seit gestern ist im Gloria-Palast der Film von den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch- Partenkirchen zu sehen. Der Filmstreifen kommt etwas spät und rollt zum gegenwärtigen Zeitpunkt im Schatten der kaum verklungenen Ereignisse von Berlin ab. Deshalb sollte sich aber niemand abhalten lassen, dem Film trotzdem einige Aufmerksamkeit zu schenken. Er ist in hohem Grade sehenswert! Es handelt sich dabei weniger um einen Tatsachenbericht, den vielleicht mancher Kinobesucher erwarten könnte; man lernt nicht etwa einzelne Kämpfer und Sieger genauer im Bild kennen, der Film bringt weder im Text, auf der Leinwand noch im gesprochenen Wort auch nur eine einzige Zahl bzw. Ergebnisse, sondern ausschließlich das Bild und eine Begleitmusik, in der das Bild vom Tempo wie auch vom Charakter her, eine Steigerung erfährt. Der ganze Film ist mehr als eine visionäre Schau zu werten, als eine Wiedergabe von Stimmungsgehalten, wie sie sich aus den Wettkämpfen und aus der Landschaft, in der sich die Wettkämpfe abspiel- ten, ergaben. Hier wurden große und durchaus künstlerische Effekte erzielt. Allerdings vermag man den Ereignissen in der gegebenen Darstellung fast nicht zu folgen. Der Bildwechsel ist ungeheuer rasch und stellt hohe Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit des Zuschauers. Allerdings vermittelt der Film damit das scharfe Tempo, das die meisten der Wettbewerbe ja auch in Wirklichkeit brachten, sehr überzeugend; an verschiedenen Stellen möchte man aber doch genauer zusehen dürfen. Der Gesamteindruck des Sehens ist stark, weil er das Ausmaß der Leistung, das die Wettkämpfe der IV. Olympischen Spiele herausforderten, eindeutig bewußt werden läßt. Die Schwierigkeiten, die sich bei den raschen Fahrten der Absahrts- und der Torläufer den Kameramännern entgegenstellten, wurden gut gemeistert und dabei noch begeisternde Bildwirkungen erzielt Der zweite Film im Programm des Gloria- Palastes gestattet einen tiefen Einblick in die Systematik der Schulung in der Heeressportschule Wünsdorf. Wer diesen Film gesehen hat, wird mehr als je zuvor verstehen, warum gerade aus dieser Heeressportschule so mancher Weltrekordmann und Olympiakämpfer herauswuchs. Der Film vermittelt den sinnvollen Aufbau einer ganzen Reihe von Leibesübungen von Grund auf und schildert die Erziehung des Soldaten zur körperlichen Leistung so anschaulich und unterhaltend, daß in jedem gesunden, jungen kraftvollen Mann der Wunsch lebendig werden muß: da möchte ich auch dabei fein! Die sportliche Betätigung ist zum Abschluß in der Uebertragung und Nutzanwendung auf den Felddienft gezeigt und läßt erkennen, wie wichtig die sportliche Ausbildung für den Soldaten ist. Der Bildstreifen wirkt außerordentlich angenehm, da in vielen Darstellungen eine ausgesprochen ästhetische Wirkung angestrebt und auch erreicht wurde. Selbstverständlich fehlen auch jene Bilder nicht, die den Soldaten im härtesten Einsatz zeigen. Für jeden, der auch nur einen Funken des Interesses für die Leibesübung in sich trägt (ganz zu schweigen vom aktiven Sportsmann) ist das Programm des Gloria-Palastes ein schönes Erlebnis. Handball im Sporlkreis Gießen. Das Handball-Programm war am ersten Sonntag nach der sommerlichen Spielsperre zwar nicht astzu reichhaltig. Immerhin fanden einige recht interessante Spiele statt, die allerdings in bezug auf die gezeigten Leistungen etwas unter der heißen Witterung zu leiden hatten. Trotz alledem war aber der Auftakt recht gut und gibt zu den besten Hoffnungen Anlaß. TB. Garbenheim — Tv. Allendors-Lahn 8:4 (4:3). Die Gäste waren gezwungen, nur mit 9 Mann anzutreten, weil noch in letzter Minute zwei Spieler absagen mußten. Trotzdem konnte die Mannschaft das Spiel besonders in der 1. Halbzeit vollkommen offenhalten. Nach der Pause allerdings machte sich die unvollständige Mannschaft bemerkbar. Daß die Platzbesitzer dann mehr vom Spiel hatten, ist unter diesen Umständen klar. Immerhin verdient der Eifer der Gäste erwähnt zu werden, die als Mannschaft ihre Schuldigkeit taten. Tv. Grümngen — Tv. Hörnsheim 6:4. Zu dem erwarteten Zweikampf konnte es leider nicht kommen, weil einmal die Gäste stark ersatzgeschwächt antraten und weil zum anderen beide Mannschaften die Pause anscheinend noch nicht richtig überstanden haben. Man sah auf beiden Seiten sehr viele Schnitzer, so besonders in der Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile. Der Sieg Grüningens war verdient. Tv. Biedergirmes — Tv. Bauborn 3:4 (0:3). Obwohl die Platzbesitzer nur eine kombinierte Mannschaft zur Stelle hatten, mußte Nauborn alles aus sich herausgeben, um die Oberhand zu behalten. Bis zur Halbzeit sah es nach einem hohen Sieg aus. Nach der Pause änderte sich das Bild grundlegend. Die Gäste hatten sich stark verausgabt, und Niedergirmes konnte bis auf ein Tor herankommen. Die beiden Jugendmannfchaften trennten sich mit einem hohen 14:3-Sieg der Einheimischen. Einen vollen Erfolg hatte das vom Tv. Katzen- furt veranstaltete Handballwerbeturnier aufzuweisen. Nicht nur, daß eine schöne Anzahl von Meldungen abgegeben worden war, auch die Zuschauer waren trotz des heißen Wetters sehr zahlreich erschienen. Unter Leitung von Kreisfachamtsleiter Luh - Allendorf (Lahn) wurden die Spiele in den einzelnen Klaffen pünktlich abgewickelt und in Entscheidungsspielen die jeweiligen Sieger ermittelt. Dies waren in der aktiven Klasse 1. Tv. Wetzlar II, 2. Tv. Herborn I, 3. Tv. Straß-Ebersbach; in der I u g e n d k l a s s e 1. Tv. Dillenburg, 2. Tv. Herborn, 3. To. Oberscheld. Begeistern konnten die beiden Mannschaften von Herborn, die erst seit kurzer Zeit spielend ein ausgezeichnetes Können verrieten. Kein Wunder, daß danach das Entscheidungsspiel zwischen Wetzlar und Herborn äußerst knapp ausfallen konnte und erst nach zweimaliger Verlängerung den Sieger sah. Kunst und Wissenschaft. Wiederbeginn der Bühnenfestspiele in Bayreuth. In Bayreuth begann am Dienstag vor ausverkauftem Haus die zweite Folge der Bayreuther Bühnenfestspiele mit einer wiederum besonders eindrucksvollen Aufführung des „P a r f i o a l". Den Dirigentenftab führte Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, während Generalintendant Staatsrat T i e t j e n die Gesamtinszenierung leitete. Die Titelrolle wurde durch Helge Ros- maenge in vollendeter Weise verkörpert. Die Chöre unter Friedrich Jung und die Bühnentechnik unter Paul Eberhardt zeigten sich auf bewährter Höhe. Die Zuhörer bestanden diesmal nahezu zur Hälfte aus Ausländern, die den seltenen Kunstgenuß mit sichtlicher Ergriffenheit in sich aufnahmen. Frau Winifried Wagner erschien vor Begin der Aufführung inmitten einer Anzahl persönlicher Gäste, die in der Hauptloge Platz nahmen. Der Aufführung wohnte Staatssekretär Meißner mit seiner Familie bei. Unter den Festspielgästen bemerkte man auch die langjährigen Bayreuther Ehrenbürger und Gönner der Richard-Wagner-Gedenkstätte Robert Bartsch- Kopenhagen und Heinrich B a l e s - Köln. Von den zahlreichen Musikfreunden aus dem Auslande fei nur der musikalische Leiter der Rundfunkstation Neuyork, Hermann N e u m a n, genannt. Das Bühnenweihespiel wird auch bei den bevorstehenden Wiederholungen von Staatsrat Dr. Furtwängler dirigiert, während die musikalische Leitung aller übrigen Ausführungen durch General- intenöant Staatsrat Tietjen erfolgt. Die Internationale Filinschau in Benebig. Das erste italienische Filmwerk, das auf der Internationalen Filmschau in Venedig zur Auffüh. rung gelangte, war der unter der Regie von Ma- chaty hergeftellte Film „B a l l e r i n e". Dieser Film zeichnet sich durch vorzügliche Photographie aus, die aber keinen Ausgleich für gewisse Schwächen des Filmes bietet. Der mit dem tschechischen Staatspreis ausgezeichnete Film „Marys a", für dessen Spielleitung Josef Rovenski zeichnete, war durch temperamenterfüllte Wiedergabe von Volks- typen und Szenen aus dem Leben des Bauern- volles bemerkenswert. In dem deutschen Jtala- film „Ave Mari a", der unter der Leitung von Johannes Riemann gedreht wurde, entfaltet Ben- jamino Gigli wiederum alle bezaubernden Reize italienischer Gesangskultur. Käthe von Nagy ver- stand es, durch ihr feinerfühltes Spiel zu fesseln. Bereits wenige Stunden nach dem Abschluß der Olympischen Spiele konnten in Venedig die ersten mit dem Flugzeug herbeigeschafften Stücke des unter der Leitung von Leni Riefenstahl herge- stellten Dokumentarfilms der Berliner Spiele vorgeführt werden. Eine Leistung, die höchste Anerkennung fand. Die Bilder, welche sich durch hervorragende Photographie und meisterhafte technische Ausführung auszeichneten, lösten stürmischen Beifall aus Ehrenmitglieder des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde. Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust hat zu Ehrenmitgliedern des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde (Monumenta Germaniae historica) berufen: den Geheimen Dberregierungs- rat Professor Dr. Paul Kehr in Berlin, den Geheimrat Professor Dr. Ernst Heymann in Berlin, den Geheimrat Professor Dr. Georg Leidinge r in München, den Geheimrat Professor Dr. Edward Schröder in Göttingen, den Geheimrat Professor Dr. Alfred Schultze in Leipzig, den Hofrat Professor Dr. Oswald Redlich in Wien. Die Industrie- und Handelskammer Giehen gibt Auskunft: 679: Die Vordrucke für die „Bestätigung für Wehrmachtsaufträge zur Erlangung bedarfsscheinpflichtiger Rohstoffe" können nebst Merkblatt von uns bezogen werden. Der Preis beträgt je Stück 5 Pf. — 680: Der Deutsche Generalkonsul in Mailand wird am 7. und 8. September, ab 9.30 Uhr vormittags, in der Außenhandelsstelle für das Rhein-Maingebiet, Frankfurt a. M., Börse, Sprechstunden abhalten. Anmeldungen für diese Sprechstunden sind an die vorgenannte Außen- bandelsstelle zu richten. — 681: Zur Kontrolle bet Ausfuhr Griechenlands nach Deutschland. 9?i/r beschränkte Ausfuhrgenehmigungen für verschiedene Warenarten. — 682: Uebernahme von Garantien. — 683: Allgemeine Anordnung über die Herstellung und Verwendung von Bleifarben. — 684: Zahlungen für die Wareneinfuhr und Nebenkosten im Verkehr mit Litauen. — 685: Bekanntmachung KP 180 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 686: Anordnung 16 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern; Einkauf von Bastfaserabfällen und Polsterhede. — 687: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Gartenbauerzeugnisse, Getränke und sonstige Lebensrnittel. — 688: Vereinbarung für Exportgeschäfte nach Rumänien zur Leipziger Herbstmesse 1936. — 689: Veröffent- lichuna des Waren-, Verrechnungs- und Grenzverkehrs-Abkommens mit Litauen. — 690: Bekanntmachung KP 181 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreife. Guvkenbatt < »v das ideale Einmachmittel z. Frischbalten von Gurken, Rotenrüben, Tomaten,Karotten,Bohnen,Zwel- schen usw. seit 5 Jahren inlOOOOen von Haushalt, glänzend bewährt. KeineChemikalien, daher gesünder. Päckchen 8 Pf. Zu Haber: in Fachdrogerien n. Lebensmitteigeschäiten. Me-Einnchlimgen Gasherde, Wasch- u. Svültische K. Kolb ITHörner Aachs. Ludwigstratze 40 soieA Ruf 3355 Donnerstag, 20. August 1936, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt imVersteige- rungslokal Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegenBarrahlung: 1 Registrier- und 1 Ladenkasse, 4 Schreibmaschinen, 3 Kassen- u. 2 Bücherschränke, 3 Schreibtische, 4 Personen- u.l Lastwagen, eine Chaiselongue, 3 elektr. Kühlschr., 2 Schreibmaschinentische, einen Kopierapparat, 40 Sparordner, 4000 Bogen Durchschlag- und Abziehpapier, 1 Sofa, 5 Sessel, 1Grammoph.,lEßserv., iKlavier lWaren-u.1 Aktenrollschr., Zinkwannen, Dauerbrenner, Gießkannen, 1 Herr.-u.l Damenfahrrad, 2 Büfetts, 1 Rauch-u.l Ausziehtisch, 1 Ladentheke, 1 Frisiertoilette, 1 Vitrine, 1 Kommode, 7 Särge, 1 Wanduhr, 1 Prismenglas, lOAutoreif en, versch. Kann. Autoöl usw., Bohnenschneide-, Brotschneide-, Dosenverschluß-, Butter-,Fleisch-u.Waschmaschin. Taschen-, Küchen-,Tranchir- und Hackmesser, Schrubber, Besen, Reibeisen, Servierbretter, Kart. Bestecke, Tafelwaage, Stehleit., Sargbeschlage, Kohlenfüller, Viehbürsten u.a.m., 5 Schweine. Mdll 5,300 Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 331/ Telephon 3239. Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 9. Ziehungstag 18. August 1936 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 NM gezogen 14 Gewinne zu 2000 RM. 210809 257061 329160 369988 69288 142348 218723 273594 330324 370013 273754 333516 382860 246507 297096 348601 398387 248341 309617 353891 207598 255325 316378 356197 2 Gewinne zu 50000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 5000 RM. 12 Gewinn« zu 3000 RM. 231768 267030 386583 205615 216620 246394 357699 68 Gewinne zu 1000 RM. 8815 31629 72028 76622 77046 81338 92200 101966 166946 181369 182845 202090 226071 227949 230323 240180 243120 254928 258643 274872 293663 326686 326932 330319 333420 364877 372784 381167 387201 88 Gewinne zu 500 RM. 10078 19976 22609 23205 24257 37322 47736 60062 69541 67711 73600 92119 96242 116188 118203 130469 154722 172125 189130 ----- ------ 238467 ............ 61463 36880 63297 56012 302776 58811 75843 7795 67368 184917 21171 35676 62146 70456 84991 96653 17235 30227 40747 69865 73048 91153 20854 32832 43459 69340 83063 96194 111943 126963 146602 154688 159327 171799 191182 203406 211782 228320 240108 255879 269241 280135 288963 311240 321423 339688 356092 369248 381101 20339 30367 42196 68055 74253 95255 109766 118469 143648 154067 169234 170137 185271 202760 211657 226829 239977 254276 266064 278393 287482 305885 319314 336325 362934 368081 378412 396239 116481 128434 148458 156125 160437 177158 191606 203982 214951 234341 244152 257208 270206 282763 297448 313760 325362 339824 362121 372771 383875 99184 116201 131226 148722 156190 164762 179720 191723 205696 218782 234907 248030 262685 270876 264218 303535 315011 330412 341654 363214 373211 388528 10231 21589 38238 53679 70504 85151 105127 116695 136497 150292 157270 164888 182576 193441 208980 221961 237763 249149 263379 275449 284747 303698 315188 331709 349696 364097 373304 389733 14479 26135 38781 68304 72767 89637 108908 117843 138639 153534 157688 167273 184720 195105 210312 225581 239857 253718 264279 276079 286255 306196 315531 333036 351261 366537 377470 392793 22365 38583 56990 71220 86481 664 1084 3890 5987 8017 14388 ----- ----- ----- 362 Gewinne pt 300 RM. 9519 1 0214 ---- -- SS6W6 398571 Cafe Amend wieder täglich KONZERT Jeden Mittwochnachmitt. 5-Uhr-Tanz-Tee 5126V Mllkll'° ANNlllWIZ abzugeb. Bestell. erb.wirp.Postk. DampMgewert Lollar B.NuhnA.G., Lollar Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 230984 6 Gewinne zu 5000 RM. 60495 80963 6 Gewinne zu 3000 RM. 93906 335111 14 Gewinne zu 2000 RM. 24008 32367 88246 162807 194905 325734 171614 396193 43663 42 Gewinne zu 1000 RM. 1667 24774 29709 98152 114539 116315 126824 152692 163328 187285 196908 235470 239175 286477 290427 293984 294826 303007 335718 358403 370954 74 Gewinne zu 600 RM. 603 9835 12906 19811 28668 43727 49509 54214 56458 70568 109809 132183 167385 200725 228899 240557 245216 248114 259837 266403 269517 272041 288886 288892 292218 292941 302185 304261 310706 315418 321637 339325 364870 376963 377062 391735 397643 258 Gewinne zu 300 RM. 7889 10691 86924 93361 97489 101784 25339 49751 69994 83009 24984 43710 69814 79096 85777 I 108072 131298 145754 165292 180906 206609 234388 258794 274161 294106 302020 319951 343649 363375 380376 \ 22595 41555 67401 78789 85634 102873 124957 142371 163674 172784 195762 226662 251336 273429 292706 301140 319195 341905 361266 378436 398492 25673 62768 70733 84625 101943 121068 141206 159868 172377 191703 220621 247028 271744 286770 299844 318950 340294 359102 377127 391473 17034 40931 57918 78683 85434 116797 138177 155994 167495 182227 210750 243133 266371 284947 298712 310980 333451 346368 364595 387843 120332 140289 159582 171866 189776 219873 245836 266446 285392 299603 316968 339266 352788 365578 391254 38373 53320 76784 84642 114054 137349 153979 165574 181952 207490 238378 259485 275015 295375 305784 328967 345026 363542 380834 39764 53622 77890 85247 Im Gewuurrade verblieben: — — - -----....... 2 Gewinne ru je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 30000, 10 zu je 20000, 72 zu je 10000, 124 zu je 5000, 242 zu je 8000, 680 zu je 2000, 2042 zu je 1000, 3438 zu je 500, 13748 zu je 300 RM. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 5120 A Im Sonnenschein Wieder-Eröffnung! Heute Mittwoch Premiere! Jan Kiepura in seinem besten aller bisherigen Filmei Mit: Friedl Czepa - Lull v. Hohenberg - Theo Lingen - Anton Pointner - Fritz Imhoff - Alfred Neugebauer Auf der Bühne die weltbekannten HARMONIE-SÄNGER die lustigen Gesangs-Virtuosen. Kulturfilm - Tonwoche mit Sonderbericht von den Olympischen Spielen. Täglich 4.6, 8.30 Uhr. - Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr.