Hr. 116 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 19. Hloi 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts.Such- und Steindruck»«! «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/^ mehr. Grmäfoigte Grundpreise: Stellen-, Vereins', gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Zwei Symptome und ein Fragezeichen. Von Or. Paul Rohrbach. Im j ap a n i sch e n Ob e rh a u S hat am 11. Mai eine charakteristische Verhandlung stattgefunden: über ein Buch von einem aktiven Marineoffizier, Kapitänleutnant I s ch i m a r u. Es hat den Titel „Japan muß mit England schlagen". Eine englische Uebersetzung ist in London erschienen; offenbar hat sie amtliche englische Schritte in Tokio veranlaßt. Der Inhalt ist: Japan braucht mehr Raum und muß Australien und Neu-Seeland annektieren! Der japanische Minister des Auswärtigen, Arita, bezeichnete die Arbeit als „verantwortungslosen Unsinn" und teilte mit, die Marinebehörde habe es abgelehnt, den Verfasser, als er sein Buch überreichen wollte, zu empfangen; die Regierung denke nicht daran, Australien oder Neu- Seeland zu erobern und bedaure die Veröffentlichung. Es blieb auch wohl kaum etwas anderes übrig, als in dieser Weise von der Angelegenheit abzurücken, wenn man England nicht geradezu brüskieren wollte. Daran, daß Kapitänleutnant Jschimaru nur ausgesprochen hat, was man in der japanischen Marine denkt, wird durch die offielle Verurteilung nichts geändert. Die Armee fordert Ausdehnungspolitik auf dem Festland, und die Marine hat die Gebiete im Auge, die südlich um den Stillen Ozean liegen. Für England wäre es wertvoller gewesen, wenn Japan sich bereit erklärt hätte, den jüngsten Londoner Flottenabmachungen der europäischen Seemächte beizutreten, wonach gegenseitige Mitteilungen über die beabsichtigten Schiffsbauten und Konstruktionen erfolgen sollen. Darauf hat Tokio geantwortet, es sei dazu nicht in der Lage, denn es habe besondere Vervollkommnungen im Schiffbau vor, die er g e h e i m h a l t e n müsse! Dies „fernöslliche" Symptom bringt uns die Rede des Südafrikaners S m u t s vor einem Jahr in Erinnerung, England dürfe die Dinge in Ostasien nicht einfach treiben lassen, den Japanern müsse ein Halt geboten werden, selbst auf das Risiko hin, daß ,/andre Mittel" als bloß wirtschaftliche Druckmaßnahmen gebraucht werden müßten. Smuts hat sich, gemeinsam mit dem Premierminister der Südafrikanischen Union, General Hertzog, auch jetzt wieder zum Wortführer schärferer politischer Entschlossenheit, nämlich in der abessinischen Frage, gemacht. Am 8. Mai fand in London eine Zusammenkunft des Außenministers Eden mit Vertretern der britischen Dominien statt, auf der die Dominien unter der Führung Südafrikas sich gegen die Aufhebung der Sanktionen erklärten, bevor die abessinische Frage „im Rahmen des Völkerbundes" beigelegt sei. Diese Nachricht bestätigt auch der Pariser „Temps" mit dem Hinzufügen, Hertzog und Smuts hätten die Aufrechterhaltung „wenn nötig, selbst jahrelang" verlangt, und wenn das nicht genüge, ihre Verschärfung „im Rahmen des Möglichen", um einen Völkerbundsfrieden zu erreichen. Ob nach der Meinung der südafrikanisches Minister auch die nachträgliche Schließung des Suezkanals im Rahmen des Möglichen liegt, bleibe dahingestellt. Die Motive ihrer Haltung sind leicht begreiflich. Sie fürchten die Rückwirkung einer völligen Preisgabe Abessiniens durch England auf die schwarze Bevölkerung Afrikas, die ja größtenteils zur britischen Flagge als dem Symbol der Macht Englands aufsieht. In Südafrika dauern die Meinungsverschiedenheiten darüber an, ob den Eingeborenen eine mehr als bloß nominelle Vertretung im Unionsparlament gewährt werden soll. London wünscht eine möglichst eingeborenen-freiHndliche Regelung dieser Frage, aber die Südaftikaner, vor allem die Buren, wollen die „colour bar“, die Trennungslinie zwischen Weiß und Farbig, so scharf wie möglich erhalten. Wird Abessinien gänzlich fallen gelassen, so fürchtet man in Kapstadt und Pretoria ein gefährliches Sinken des englischen Ansehens bei den Schwarzen und könnte sich in dem Fall leicht überlegen, die Unionspolitik noch stärker als bisher von der des Mutterlandes (es ist ja doch nur ein Stiefmutter-Land, sagen die meisten Buren?) zu distanzieren. Man sieht an dem südafrikanischen wie an dem japanischen Symptom der Lage, wie klein nicht nur in verkehrstechnischer und wirtschaftlicher, sondern auch in politischer Beziehung die Erde geworden ist. Unmittelbarer jedoch als vom Stillen Ozean und vom Kap der Guten Hoffnung her könnte die augenblickliche politische Lage durch den möglicher Weise bevorstehenden Wechsel in der Haltung Frankreichs beeinflußt werden. Dies „Möglicherweise" ist das eigentliche Fragezeichen über der Weiterentwicklung des abessinischen, d. h. englisch-italienischen Problems. Man ist vielleicht doch zu sehr geneigt, den Beschluß des Völkerbundes, erst Mitte Juni wieder auf Abessi- nien zurückzukommen, ins Lächerliche zu ziehen. Auch ein so bedeutendes englisches konservatives Blatt wie die „Morning Post" tut es ja mit dem Witz, der in diesen Tagen durch die europäische Presse und den europäischen Rundfunk geht: Der Völkerbund kam, sah und — vertagte sich! Die Vertagung muß aber nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß sie die Fortdauer der Sanktionen bedeutet, und daß der Beitritt Frankreichs hierzu einen Wechsel in der französischen Politik anzukündigen scheint. Man erfährt aus englischer Quelle, daß die französische Regierung nicht nur sehr entschieden ver- sucht hat, Italien von der Annektionserklärung abzuhalten, sondern daß in der Kabinettssitzung in Paris am 10. Mai festgestellt wurde, die Nichtberücksichtigung dieses Wunsches lasse den französischen Delegierten in Genf keine andere Möglich- Oie englisch-italienische Spannung. Keine englische Lieferung völkerrechtswidriger Munition an Abessinien. — Eden widerlegt italienische Beschuldigungen. London, 18. Mai. (DNB.) Außenminister Eden gab im Unterhaus eine Erklärung über die von italienischer Seite erhobenen Beschuldigungen hinsichtlich der Lieferung von Dum-Dum- Geschossen an die abessinischen Streitkräfte ab. Waffen und Munition seien der teuerste Besitz der abessinischen Krieger. Darüber hinaus sei Abessinien ein Land, in dem auf Großwild Jagd gemacht werde. Die Munition der Großwildjäger bestehe naturgemäß aus Weichspitzgeschossen, die allein für diese besonderen Jagdzwecke geeignet seien. Schon lange vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten seien zweifellos große Mengen von Munition dieser Art von den Jägern zurückgelassen und unter die Eingeborenen verteilt worden. So sei es xu verstehen, daß im Verlaufe der Kämpfe abessinisches Militär sich veralteter Gewehre bedient habe, deren Munition, falls die italienischen Mitteilungen über die ihren Soldaten zugefügten Verletzungen richtig seien, sehr gut aus Weichspitzgeschossen bestanden haben könne. Die italienischen Beschuldigungen gingen dahin, daß diese Geschoße nach der Eröffnung der Feindseligkeiten von britischen Firmen an die abessinische Regierung für militärische Zwecke geliefert worden seien. Bereits am 4. Februar fjabe die britische Regierung den Völkerbund auf die Grundlosigkeit der italienischen Beschuldigungen Hinweisen können. Die Regierung übe eine strenge Kontrolle über alle Waffen- und Munitionslieferungen aus, die in England für Ausfuhrzwecke hergestellt würden. In keinem Falle würden Ausfuhrgenehmigungen für Lieferungen erteilt, die nach der Haager Konvention verboten seien. Am 12. April habe jedoch die römische Zeitung „Messagero" Photographien von Weichspitzgeschossen veröffentlicht, die in England hergestellt sein sollten, und außerdem einen Brief, den die Firma George Bäte in Birmingham am 19. Februar an den abessinischen Gesandten in London über Materiallieferungen gerichtet habe. Dieser Brief und die dazu gehörige Musterkollektion sei auf folgende Weise in italienischen Besitz gelangt: Am IQ. Februar habe eine Person, die unter dem Namen eines Oberst Pedro Lopez aufgetreten sei, bei dem Direktor der Firma Bäte als Vertreter der abessinischen Regierung Vorgesprächen. Nachdem er das Empfehlungsschreiben einer ägyptischen Bank — eine Fälschung — vorgewiesen habe, teilte er mit, daß die abessinische Gesandtschaft Gewehrmunition britischer Herkunft, darunter D u m - Dum-Munition zu kaufen wünsche. Auf den Einwand, daß Dum-Dum-Geschosse nicht verwandt werden dürften, habe der angebliche Oberst Lopez erwidert, daß Abessinien von Leoparden wimmele, die nicht mit gewöhnlicher Munition abgeschossen werden könnten. Die Firma habe sich hierauf bereit erklärt, dem Besucher eine Musterkollektion der gewünschten Art zu liefern. Gleichzeitig habe Lopez um ein Bestäti - gungs schreiben gebeten, aus dem hervorgehe, daß die Geschosse britischer Herkunft seien. Mit der Musterkollektion und diesem von ihm selbst diktierten Brief habe sich Lopez dann entfernt. Von der ganzen Angelegenheit habe man erst wieder gehört, als der Brief in der italienischen Presse veröffentlicht worden sei. Der abessinische Gesandte in London habe weder die Musterkollektion, noch den Brief erhalten; ebenso sei festgestellt worden, daß Lopez keinen Auftrag gehabt habe, sich um die Munition zu bemühen. Außenminister Eden schilderte dann, daß Lopez am 31. März, diesmal unter dem Namen eines Oberst Gustav Mezler, der abessinischen Gesandtschaft, große Munitionslieferungen für die abessinische Regierung angeboten habe. Bei der Durchsicht der Warenliste sei dem Gesandten entgangen, daß darunter auch ein Posten von drei Millionen Weichspitzgeschossen enthalten gewesen sei. Tatsächlich sei ein Antrag auf Ausfuhrbewilligung der auf dieser Liste enthaltenen Munition nicht gestellt worden, aber das vom abessinischen Gesandten unterzeichnete Dokument sei später ebenfalls im „Messagero" veröffentlicht worden. Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspr.) Die Aussprache im englischen Unterhaus hat auch in der Pariser Presse die Aufmerksamkeit wieder auf eine endgültige Regelung der abessinischen Frage gelenkt. Während man noch vor kurzem behauptete, weder die gegenwärtige noch die zukünftige französische Regierung würde irgendwie die Jnitialioe ergreifen, sondern sich darauf beschränken, englische Vorschläge zu unterstützen, scheint man jetzt eher dazu geneigt, s e l b st die Zügel für eine endgültige Bereinigung in die Hand zu nehmen. Ausschlaggebend für diese Haltung ist die Unentschlossenheit bzw. Unmöglichkeit, in der sich die englische Regierung angesichts der öffentlichen Meinung befinde, vorläufig irgend etwas zu unternehmen. Der „Matin" schreibt, der französische Vertreter beim Völkerbund, Paul-Boncour, habe schon mehrmals darauf hingewiesen, daß die Zeit gegen Frankreich arbeite- Paul-Boncour sei hiervon so fest überzeugt, daß er es für ausgeschlossen halte, die Bildung der neuen Regierung abzuwarten, um Stellung zu nehmen. Der Minister schloß seine Ausführungen mit dem Ausdruck seines größten Bedauerns, daß es notwendig geraden sei, diesen Fall an den Pranger zu stellen, um den guten Namen nicht nur der britischen Industrie, sondern auch der britischen Regierung zu schützen. Die italienische Regierung habe in der vorigen Woche eine Note an den Völkerbund gerichtet, die die alten Beschuldigungen wiederhole. Diese Note sei nun zurückgezogen worden. Indessen hätten die ausländischen Abordnungen in Genf Abschriften hiervon erhalten. Dieser Umstand sei ein weiterer Grund für die heute von ihm abgegebene Erklärung. Eden teilte auf Befragen mit, daß der sog. Oberst Lopez kein Ausländer sei, sondern ein britischer Untertan polnischer Abstammung. Die Regierung wird aufgefordert werden, sich mit der Rolle der Londoner italienischen Botschaft und ihren Beziehungen zu dem Obersten Lopez zu befassen. Einige Abgeordnete werden Anfragen über die Stellung des italienischen Militärattache stellen. Sie sind der Ansicht, daß England der italienischen Regierung nahelegen solle, einen Postenwechsel vorzunehmen. Da Oberst Lopez britischer Staatsangehöriger ist, kommt seine Ausweisung aus England nicht in Frage. Mehrere Abgeordnete wünschen jedoch, daß Maßnahmen er- grisfen würden, um seine englandfeindliche Tätigkeit zu unterbinden. Unter diesen Umständen werde man damit rechnen können, daß schon in allernächster Zeit eine Besprechung zwischen ihm als stellvertretendem Außenminister, dem Ministerpräsidenten und Blum stattfinde, um die außenpolitische Lage zu prüfen, und Richtlinien für Frankreichs Haltung gelegentlich des Wiederzusammentritts des Völkerbundsrates am 16. Juni aufzustellen. Es sei notwendig, daß Frankreich noch vor diesem Zeitpunkt von Italien die Zusicherung erhalte, ohne Vorbehalte mit den anderen europäischen Mächten' zusammenzuarbeiten. Wenn diese Mitarbeit sichergestellt sei, müsse Frankreich sich mit England in Verbindung setzen, um die abessinische Frage endgültig zu regeln, da sie auf internationaler Grundlage doch nicht bereinigt werden könne. Italien habe jedoch bereits wissen lassen, daß es nicht eher an europäischen Angelegenheiten Mitarbeiten werde, bis die Sühne- maßnahmen auf gehoben seien. Es sei wichtiger denn je, daß sich Frankreich, England und die übrigen Mächte über die sofortige rechtliche Beilegung des abessinischen Konfliktes einigten. Md Frankreich vermitteln? paul-Domourbefürwortet eine baldige französische Initiative im Abessinienkonflikt kett, als „sich jeder Aktivität zugunsten Italiens zu enthalten". Der französische Sozialdemokrat Blum, der wahrscheinlich Außenminister im künftigen Kabinett werden wird, hat eine offenbar sehr wichtige Unterhaltung mit dem Außenpolitiker der englischen Arbeiterpartei, Major Attlee, gehabt — gleichfalls mit dem Ergebnis, daß die Fortsetzung der Völkerbundspolitik und damit auch die Fortsetzung der Sanktionen notwendig sei. Ebenso hat die höchst kritische Haltung der sogenannten „neutralen Gruppe" — Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Holland, die Schweiz und Spanien —, deren Vertreter in Genf vor der Ratssitzung eine Geheimbesprechung abhielten, offenbar dazu beigetragen, daß feine Kapitulation vor Italien erfolgte. Der Spannungszustand bleibt also erhalten, und wieder einmal ist es Frankreich, auf dessen Entscheidung allgemein gewartet wird: in England mit Dölkerbundshoffnungen, in Italien vielleicht mehr in der Stimmung, die sich in der Aeußerung des Barons Aloisi bei feiner Rückkehr aus Genf nach Rom ausdrückte: die Lage ist „ernst"! Aenderung der britischen Kloitenbauvläne Washingt 0 n, 18. Mai. (DNB.) Die britische Regierung übermittelte dem Staatsdepartement zwei Denkschriften über die Aenderung der britischen Flottenbaupläne. In dem ersten Schriftstück wird mitgeteilt, daß England drei Kreuzer der A-Klasse in d i e B-Klasse überführen und einen weiteren Kreuzer der A-Klasse in ein Schulschiff umbauen lassen werde, damit England vier neue moderne Kreuzer der schweren Klasse A bauen kann, ohne die alten Kreuzer ab-- wracken zu müssen und ohne die Höchstgrenze unter dem Londoner Vertrag zu überschreiten. Die zweite Denkschrift erbittet die Stellungnahme Amerikas zu dem britischen Wunsch, die Tonnage für Zerstörer und Tauchboote um 40 000 Tonnen auf 190 000 Tonnen z u erhöhen. Diese Erhöhung sei notwendig, da die Seemächte, die den Londoner Vertrag von 1930 nicht unterzeich- net hätten, ihre Unterseeboots-Tonnage erheblich erhöht haben. Nach englischen Pressemeldungen wird die amerikanische Regierung den englischen Wünschen keine Hindernisse in den Weg legen. Man sehe die Dringlichkeit des Problems ein, dem sich England angesichts der Lage im Mittelmeer gegenüber sehe. Es werde nicht zu einem Flottenwettrüsten kommen. . Englische Flottenverbandlungen mit Sowjetruhland und polen. London, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" meldet, werden die englischsowjetrussischen Besprechungen über einen gegenseitigen Flottenoertrag, der die qualitativen Bestimmungen des im März unterzeichneten englischamerikanisch-französischen Vertrages enthalten wird, diese Woche in London beginnen. Die englische Regierung wird durch Beamte des Foreign Office und der Admiralität vertreten sein. Auch die polnische Botschaft in London wird in nächster Zeit informatorische Besprechungen mit der englischen Regierung über den britisch-amerikanisch - französischen Flottenvertrag aufnehmen. Die britische Regierung hat Polen die Erörterung dieses Vertrages vorgeschlagen, damit diese Staaten die Frage ihres Beitritts prüfen können. Oie Plattform des neuen Kurses in Frankreich. Wer wird Außenminister? - Abwartende Haltung Herriots. Paris, 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die inner» volttische Lage in Frankreich hat nach den Beschlüssen der A r b e i t e r g e w e r k s ch a f t, die ine praktische Mitarbeit an der neuen Volksfront- Regierung ablehnt und sich darauf beschränkt, die Verwirklichung gewisser sozialer Fragen mittelbar zu unterstützen, eine nur teilweise Klärung erfahren. Nachdem nunmehr Kommunisten und Gewerkschaftler eine Beteiligung abgelehnt haben, erwartet man die Antwort der Radikalsozialisten und der sozialistischen Vereinigung, die unter der Führung Paul-Boncours steht. Beide Antworten werden mit Sicherheit zustimmend ausfallen, aber erst nach ihrem Eingang wird der zukünftige Ministeftßräsi- dent ernstlich an die Zusammensetzung seines Kabinetts denken können. Das Hauptinteresse gilt weiter der Besetzung des Außenmini st eriums. Der „Matin" will aus der unmittelbaren Umgebung Herriots erfahren haben, daß er eine abschlägige Antwort erteilen werde, wenn Blum ihn Ende dieser Woche frage, ob er bereit sei, das Außenministe- rium zu führen. Herriot fei aber einverstanden, die Kammerpräsidentschaft zu übernehmen. Diese Mitteilung muß jedoch mit Vorbehalt aufge» nommen werden, denn der bisherige Kammerpräsident B 0 u i s s 0 n hat nie die Absicht geäußert, auf sein Amt zu verzichten. Die radikalsozialistische „E r e N 0 u v e l l e", das Blatt Herriots, veröffentlicht nachstehende Meldung: „Wir glauben zu wissen, daß Herriot, der Lyon nicht verlassen hat, und sich ausschließlich mit den Angelegenheiten seines Bürgermeisteramtes beschäftigte, kein Portefeuille annehmen wird." Die Forderungen der Gewerkschaften. Paris, 18. Mai. (DNB.) Der Generalsekretär des marxistischen Gewerkschaftsoerbandes, I 0 u - h aux, führte im Landesrat der C. G. T. aus, daß er dem künftigen Ministerpräsidenten und Vor- sitzenden der Sozialistischen Partei erklärt habe, es könne sich bei der Mitarbeit der Gewerkschaften nicht nur um eine beratende Tätigkeit handeln. „Wir wollen unsere Kraft nicht mit rühmlosen Kämpfen in den Vorzimmern der Minister verzetteln und uns vor der öffentlichen Meinung belasten. Wir verlangen vielmehr die erfoderlichen Sicherheiten. Wir wollen nicht durch die Ministerien und durch die Verwaltung gehemmt werden und nicht unnötige Zeit verlieren." Jouhaux zählte dann die wesentlichsten Forderungen der Gewerkschaften auf: Die sofortige Verstaatlichung der privaten Waffen- und Munitionsherstellung, 40-Stundenwoche ohne Lohnkürzung, Kollektivverttäge, Arbeiterkontrolle und Der- fängeruflg 6er Schülzelt. In allen diesen Punkten verlangten die Gewerkschaften, sofort zufrieden- chestellt zu werden. Die Deflationspolitik ist end- GÜltig gescheites. Vertrauen muß man nicht abwarten, sondern Vertrauen muß man schaffen. Die Gewerkschaften schlagen zur Finanzierung der öffentlichen Arbeiten die Schaffung von A r ° beitswechseln vor, die durch die zu schaffenden Reichtümer und durch die zu gründende Rückversicherungskasse gesichert werden müssen. Die Formel „Wir werden die Reichen zahlen lassen" könne nicht in wenigen Tagen durchgeführt werden. Immerhin könne man sofort damit beginnen, die Erbschaftssteuer neu zu regeln. Wenn die Gewerkschaften vor der Mitarbeit zurückschrecken würden, würden sie ihre Unfähigkeit beweisen. Oft hätten die Gewerkschaften die Beteiligung an der Führung gefordert. Jetzt müsse man den Augenblick ausnutzen. DasAbsinken derGeburtenkurve Eine aktive Bevölterungspolitik auch in Frankreich gefordert. Paris, 19. Mai. (DRV. Funkspr.) Im „Petit Parisien" bezeichnet Senator O u o r 6 den Geburtenunterschuß in Frankreich als eine nationale Gefahr. Bei gleichbleibendem Verlauf werde Frankreich im Jahre 1980 nur noch 29 Millionen Einwohner französischen Ursprungs zählen. Ein derartiger Bevölkerungsrückgang stelle aber nicht nur vom außenpolitischen Standpunkt aus eine Gefahr dar, sondern auch vom wirtschaftlichen. da er zwangsläufig eine Überproduktion zur Folge haben müsse, die sich besonders a u f landwirtschaftlichem Gebiet auswirken werde. — Senator Ouvre erinnert daran, daß in Deutschland von der Regierung viel getan werde, um die Geburtenziffer zu heben, und weist auf die E h e st a n d s d a r l e h e n hin. Er fordert die französische Regierung auf, im Interesse der französischen Sicherheit und der Erhaltung der französischen Familie eine entsprechende Politik zu betreiben. Spannung zwischen Offizieren und Marxisten in Spanien. SDt a b r i b, 18. Mai. (DNB.> Fast sämtliche Ossi- ziere der in Alcala de Henares bei Madrid liegenden Kavallerie-Regimenter Rr. 1 und 2 sind verhaf - t e t und in das Militärgefängnis Guadalajara eingeliefert worden. Der Grund hierzu liegt in der Weigerung der Reiter-Offiziere, einem Befehl des Kriegsministers Folge zu leisten, neue Garnisonen in Palencia und Salamanca zu beziehen. Den Anlaß zu der Gehorsamsverweigerung der Offiziere hat ein bewaffneter Ueberfall gegeben, den eine Gruppe Marxisten auf einen Offizier verübt hat und der zu einer Spannung zwischen den Offizieren und den marxistischen Einwohnern der alten Universitätsstadt führte. Die beiden Kavallerie-Regimenter werden mit neuen Offizieren in ihre neuen Garnisonen in Palencia und Salamanca rücken. Die Tagung der Rechtswahrer in Leipzig. Unser Bild gibt einen Ueberblick über die eindrucksvolle Versammlung in der Messehalle. (Scherl-Bilderdienst-M.) M - MUs: MWMM f ■ A v.. ' M,» * M zZStt SgU £ Rasse und Recht. Vorträge auf dem Deutschen Iuristentag in Leipzig. Leipzig, 18. Mai. (DNB.) In Anwesenheit des Reichsrechtsführers, Reichsminister Dr. F r a n k, führte der aeschäftsführende Direktor des Reichsausschusses für Volksgesundheit, Dr. Ruttke (Berlin) zum Thema „Rasse und Volk" vor über 5000 Rechtswahrern u. a. aus: Der Nationalsozialismus hat in den Mittelpunkt seiner Weltanschauung die Erkenntnisse der Erb- und Rassenkunde, also den Rassengedanken gestellt. Rassenpflege ist die Anwendung der Forschungsergebnisse der Rassenkunde, also die Einsetzung für die Reinerhaltung und Bestanderhaltunq der jedem Volke seine Eigenart verleihenden Rasse. Für das deutsche Volk ist das die nordisch-fälische Rasse. Dem Führer Adolf Hitler ist es gelungen, auf Grund dieser arteigenen Prägung dem Volk in seiner Gesamtheit das große Erleben einer geschlossenen Volksgemeinschaft zu geben. Die Lebenserfahrung bestätigt, daß nur im Kampf eine Weltanschauung gewonnen und daß nur von artgemäßen Rechtswahrern im Kampferlebnis d as a r t g e m ä ß e Recht gefunden, geschöpft und gestaltet werden kann. Die Zielsetzung des Nationalsozialismus für seine Rechtsgestaltung und -anwendung ist: ständige Sicherstellung einer ausreichenden Zahl erbgesunder, für das deutsche Volk rassisch wertvoller, kinderreicher Familien. Wir müssen unser Volk stark machen für die große geistige Auseinandersetzung, die kommt. Die beste Abwehr sind nicht Gedankenfabriken, sondern ein lebendiges Erleben unseres artgemäßen Rechts. Denn nur die Völker werden sich in dem kommenden großen geistigen Kampf halten, die auf Grund inneren Erlebens als Volk eine Ganzheit bilden. Anschließend behandelte Reichsamtsleiter Dr. M ö ß n e r (Dresden) das Thema „Rasse und F a m i l i e". — „Rasse und Erbe" hieß das Thema, über das Professor Dr. Lange (Breslau) sprach. Der Bruch mit einem übersteigerten Individualismus und Materialismus schaffe auch dem Erbrecht neue Grundlagen und Wertungen. Die Willkür des Erblassers muß ihre Grenze in Pflicht- und Gemeinschaftsgedanken finden Ziel des Erbrechtes ist darum, Überkommenes wie gewonnenes Gut des Erblassers weiterzuleiten und über seinen Tod hinaus wirken zu lassen zum Wohle von Familie, Sippe und Volk. Professor Dr. Dahm (Kiel) sprach über „Rassenverrat, Volksverrat, Treubruch". Rassenverrat ist Verrat am deutschen Volk, weil er d i e bluts- mäßige Grundlage des völkischen Lebens zerstört und damit den Bestand der art- «leichen Gemeinschaft in Frage stellt. Auch ein Deutscher, der sein Volk beschimpft oder verleumdet, macht sich des Verrats am deutschen Volk schuldig, ebenso wer die Ehre und das Ansehen des deutschen Volkes vor der Welt herabsetzt. Für den einzelnen Volksgenossen begründet die Gliedstellung innerhalb der Volksgemeinschaft erhöhte Treuepflichten. — Hauptstellenleiter und Leiter des Amtes für Rechtspolitik im Reichsrechtsamt der NSDAP., Landesgerichtsrat Heinrich Barth, führte zum Thema „Rechtssicherheit und Gerechtigkeit" aus: Nach unserer neuen Auffassung von Recht geht es bei der Rechtssicherheit um die Sickerung und Gewährleistung des Wohles der Volksgemeinschaft, ihres Rechtsgewissens, ihrer Rechtsordnung und ihres Rechtslebens. Die Rechtssicherheit der Gemeinschaft verlangt, daß die Rechtsordnung im Einklang mit dem Volksgewissen gestaltet wird. Willkür, Rechtsbruch, Ungerechtigkeit würden das Vertrauen des Volksgenossen zur Führung erschüttern, das Treueband und damit die Kraft und Entschlossenheit der Gemeinschaft und schließlich notwendigerweise Kampf und Arbeit des Volkes gefährden. Ueber dem Rechtsbewußtsein des einzelnen steht immer das Rechtsgewissen des Volkes, steht die höhere Gerechtigkeit der Gemeinschaft. Auch im Zusammenleben der Völker kann sich eine wahre Rechtssicherheit nur auf gegenseitiger Treue und gegenseitigem Vertrauen, auf dem Grundsatz der Achtung vor der Ehre, der Existenz, der Freiheit der anderen Völker und damit auf einer wahren Gerechtigkeit aufbauen. Den Höhepunkt der Vortragsreihe „Rasse und Volk" brachte der Schlußvortrag des Staatssekretärs Dr. F r e i s l e r zu dem Thema „Rasse als Träger und Ziel des deutschen Dolksrechtes unter Berücksichtigung des Strafrechtes" „Heute stellen wir in den Mittelpunkt allen Strebens und aller Maßnahmen das deutscheDolk,' nicht als Umwelterzeugnis, sondern als lebendigen Organismus. Das Volk und seinen bestimmenden Rassekern fassen wir organisch, d. h. lebenswirklich auf. Wir fassen es damit als etwas ewiges auf, nicht im Sinne des heute lebenden Ge- schlechkes, sondern im Sinne der Gesamtheit der ewigen Geschlechterfolge. Wenn wir diese Auffassung zum Kern unseres Rechtswirkens und Rechtswollens machen, so ist damit gesagt: Unser Recht kann nur ?u9 6 em Volke emporwachsen, kann nur >m Dienst am Volk seinen Sinn sehen, kann n u r o o m !8 o I f s e l b st getrogen werden." . -Oos ßefunbc Volksempfinden lebt in den Worten Des Führers, wie im Programm der NSDAP., in Den Grundsätzen der nationalsozialistischen Gesetze ?l„e m?-^Ä""lsozl.alistischer Ehrauffassung, die in der NSDAP, und ihren Gliederungen gelebt wird. Das artgebundene Volksrecht dient dem ganzen Volke. In diesem Sinne ist die nationalsozialistische Volksordnung In ihrer staatlichen Sphäre ein echter Rechtsstaat. Die Gesetze können nur noch der nationalsozialistischen Weltanschauung als der Stimme des Volsgewissens und des gefunden Volksempfindens ausgelegt werden. Unter stürmischer Zustimmung von 10 000 Rechtswahrern schloß Dr. Freister mit der Forderung: „Arbeiten wir daran, immer bessere Nationalsozialisten zu werden, dann dienen mir unserer Aufgabe, Wahrer des rassisch verwurzelten, dem Volke dienenden und von ihm getragenen deutschen Volksrechtes zu sein." ■* Im Anschluß an die fachschaftlichen Vorträge fand auf Einladung des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Vumke tn den Fe st räumen des Reichsgerichts ein Empfang für den Reichsrechts- sührer Reichsminister Dr. Frank und die führenden Männer des Deutschen Iuristentages statt. De- Abend war kulturellen Veranstaltungen Vorbehalten. Die Musikstadt Leipzig bot ihren Gästen ein Festkonzert im Gewandhaus, aufgeführt vom Stadt- und Gewandhausorchester unter Leitung von Prof. Reichwein (Wien) sowie em Konzert des T h o m a n e r - C h o r s in der Thomas-Kirche, während die Stadttheater festliche Vorstellungen von „Götz von B e r l i ch i n g e n" mit Heinrich George und von „W i e n e r Blut" brachten. Die ausländischen Gäste aus der Reichsnährstandsscha«. Festliche Begrüßung im ZRömer. LPD. Frankfurt a. M., 18. Mai. Der Reichsbauernführer Walther Darrs begrüßte im „Römer" die zahlreichen zur Reichsnährstands-Ausstcl- lung erschienenen Gäste aus dem Ausland. Der Reichsbauernführer führte aus: „Unter anderem weilt jemand hier, der nie das^ deutsche Bauerntum verleugnet hat, auch wenn er nie verleugnete, der Vertreter eines anderen Staates zu sein. Es weilt heute unter uns der Führer der Schweizer Bauern, Professor Laur (lebhafter Beifall). Ich weiß, es wird in der Schweiz anders gesprochen als bei uns. Aber es ist eine Merkwürdigkeit, wir verstehen uns aus der Gemeinschaft unseres Blutes. Es weilt ferner unter uns Herr v. Mescsr, der Führer der ungarischen Bauern. Herr o. Mescer, Sie haben niemals außer Zweifel gelassen, daß bei aller Freundschaft und aller Ehrlichkeit für Deutschland Sie stolz sind, ein Ungar zu sein. Ich rechne Ihnen das hoch an. Ich habe Ihnen vor zwei oder drei Jahren schon einmal gesagt, wir Bauern sind die einzigen, die international sein können, weil niemand an unserer Nationalität zweifeln kann. (Lebhafte Zustimmung.) Die aus dem Ausland erschienenen Gäste, von denen ich noch Vertreter aus Bulgarien, der Tschechoslowakei, aus Dänemark, Belgien, Holland, Polen, Jugoslawien, England, aus den Vereinigten Staaten, aus Schweden und Finnland begrüße, sind der Beweis, daß das europäische Bauerntum auf dem Wege ist, sich als eine Einheit zu fühlen, die zusammengeführt wird aus dem gleichen schweren Erlebnis gegenüber einer Macht, die nur ein Interesse hat, uns zu vernichten. Es kommt nicht darauf an, ob wir Faschisten oder Demokraten sind, Royalisten oder Republikaner. Eines sind wir in erster Linie: Bauern, die sich in jeder Weise wehren dagegen, daß das Judentum über uns regiert." (Lebhafter Beifall.) Als der Reichsbauernführer geendet hatte, erhob sich der greife schweizerische Bauernführer Professor Laur, um dem Reichsbauernführer in bewegten Worten zu danken. Als ich heute vor dem Eingang Ihrer Ausstellung stand und die Massen der Bauern so hineinströmen sah, da sagte ich mir: Das ist Blut von unserem Blut. Als ich nachher in Ihre Ausstellung trat, wo der Erbhof steht und die Probleme dargestellt find, die Sie behandeln, da sagte ich mir: Das ist auch unsere Aufgabe. Als ich nachher in die Ehrenhalle trat, wo der Reichsnährstand seine Ausstellung organisiert hat, da ging ich in tiefer Ergriffenheit. Freunde, so ist der Bauernstand noch nie geehrt worden als in dieser Halle. (Bewegung.) Und so hat man Stadt und Land die Bedeutung des Bauernstandes noch nie zum Bewußtsein gebracht wie in dieser glänzenden Ausstellung. Sie haben das Wort Blut und Boden geprägt. Das spricht in kurzer Form aus, daß das Schicksal der Völker von der Erhaltung des Bauernstandes abhängig ist. Sie, Herr Minister, sind der Führer dieser Idee im Deutschen Reich geworden. Sie haben die Gedanken über die Grenzen hinausgetragen. Ich danke Ihnen dafür als Vertreter der Schweizerischen, danke Ihnen als Vizepräsident der Internationalen Landwirtschaftlichen Kommission, im Namen der Internationalen Landwirtschaft, Ihres Bauernstandes. (Stürmischer Beifall.) Der Reichsbauernführer in Main». Mainz, 18. Mai. (Lpd.) Im Kurfürstlichen Schloß zu Mainz empfing am Montagmittag Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger denReichs- bauernführer D a r r 6 und den Reichsbauern- r a t. Der Gauleiter gab den Dank des Gaues Hessen-Nassau an den Mann weiter, der durch die Schaffung der Ernährungsfreiheit die Wehrfreiheit des deutschen Volkes vorbereitet habe. Als Dank der nationalsozialistischen Kampfgenossen überreichte er ihm ein von einfachen Dorfhandwerkern geschmiedetes Schwert, das er dem Reichsbauern- führer mit dem Wunsche überreichte, es immer scharf zu halten. t Reichsminister Darrs dankte für den herzlichen Empfang. Er hoffe, daß wir nie ohne Grund dieses Schwert zeigen müßten. Aber wir würden es auch nicht ohne Ehre einstecken. Aus einem Pokal wurde dem Reichsbauernführer sodann ein 21er Nackenheimer Auslese kredenzt. Nach dem Mittaaessen trafen die Gäste eine Rheinfahrt nach Aßmanns- hausen und Rüdesheim an. Trauer um Julius Schreck. Ein Nachruf des Stellvertreters des Führers. Berlin, 18. Mai. (DNB.) Der Stellver- tr ete*r des Führers, Pg. Rudolf Heß, nimmt im Völkischen Beobachter von SS.-Brigade- führer Julius Schreck namens der NS DA P. mit folgendem Nachruf Abschied: „Die nationalsozialistische Bewegung nimmt heute Abschied von Julius Schreck. Sie nimmt Abschied von einem ihrer Aeltesten und Treuesten. Sie nimmt Abschied von einem ihrer Besten und Unersetzlichsten. Sie nimmt Abschied von einem ihrer Bescheidensten, der nichts für sich wollte, der alles gab für Deutschland und den Führer. Wo es für Deutschland zu kämpfen galt, stand er an der Front — so draußen im Weltkrieg, so daheim. Grenzenlos war seine Verehrung und Liebe für den Führer: unermüdlich seine Sorge um den Führer; umsichtig der Bedacht auf den Schutz des Führers. Sein Wesen strahlte Zuverlässigkeit bis zum Letzten aus. Seine Gegenwart verbreitete bei seinen Parteigenossen in schwerer Kampfzeit das Gefühl des Geborgenseins. Unbeirrbar fein Urteil über Menschen; unverhohlen die Zuneigung wie Abneigung; ein rauher Haudegen mit einem warmen Herzen. Gefürchtet von den Gegnern, geliebt von allen, die ihn zu den Ihren zählten, verehrt als väterlicher Freund von seinen Untergebenen. Er hatte das Glück, das höchste Vertrauen seines Führers zu genießen. Die Bewegung senkt ihre Fabnen zum letzten Gruß an Julius Schreck. Sie schwört ihm damit, daß seine Art und sein Geist den Jungen und Kommenden Vorbild sein wird, auf daß er ber Bewegung diene bis in ferne Zeiten zum Heile unseres großen nationalsozialistischen Deutschland. Rudolf H e ß." Tagesbefehl des Neicbsführers SS. Berlin, 18. Mai. (DNB.) Der Reichsführer SS. Heinrich Himmler hat zum Tode des SS - Brigadeführers Julius Schreck folgenden Tagesbefehl an die Schutzstaffel der NSDAP, erlassen. SS.-Brigadeführer Schreck, der erste SA.- Mann Adolf Hitlers, ist aus dem Leben auf dieser Erde geschieden. Er war der Begründer der ersten Staffel der gesamten SS. in München im Jahre 1925 und bis zu feinem Tode der treue, immer einsatzbereite Begleiter des Führers. Sein Leben war ein einziger Weg der Treue, Pflichterfüllung und Hingabe an den Führer. Wir wollen nitch Worte an feinem Grabe machen, denn das ist nicht in feinem Sinn. Wir wollen jedoch Mann für Mann alles daran fetzen, es ihm an Treue zum Führer, an Anständigkeit, Kameradschaft und Kampsesmut, solange wir leben, gleichzutun. ♦ Der Reichsjugendführer hat eine Anordnung erlassen, nach der alle Dienststellen der Hitlerjugend und sämtliche deutschen Jugendherbergen am 19. Mai, dem Tag der Beisetzung des SS.-Brigadeführers Julius Schreck, die Fahnen auf Halbmast zu setzen haben. Göring ehrt ein«’« alten Kameraden. Berlin, 18. Mai. (DNB.) In Berlin wurde die Urne, die die sterbliche Hülle des in Freiburg verstorbenen Majors a.D. Schüler van Krieckel birgt, an der Seite des Fliegerhauptmanns Berthold, dessen Beobachter im Weltkriege er war, auf dem Jnvalidenfriedhof beigesetzt. Major Schüler van Krieckel hat sich große Verdienste um die nationalsozialistische Bewegung erworben. Ministerpräsident Generaloberst Goring hatte es sich nicht nehmen lassen, seinem alten treuen Kameraden das letzte Geleit zu geben, und sand am Grabe ergreifende Worte für Den stets aufrechten und mannhaften Charakter des so früh Dahingeschiedenen, der in guten und in schlechten Zeiten dem National- sozialismus und damit dem Daterlande die Treue hielt. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers legte Adjutant Hauptmann Wiedemann einen Kranz am Grabe nieder. Soldaten unserer jungen Luftwaffe erwiesen dem Derstorbe- nen die letzten militärischen Ehren. Zugendföbrertagung in Braunschweig. Braunschweig, 19. Mai. (DNB.) Aus allen Gauen des Reiches sind über 1000 Führer der HI. und des Jungvolks in die Stadt Heinrichs des Löwen gekommen, um hier an einem Führerlager, das auf dem Gelände des Kennelbades und des Schloßparkes Richmond errichtet worden ist, teilzunehmen. Am Montagabend, nachdem die letzten Jugendführer eingetroffen waren, wurde die Tagung eröffnet. Nachdem die Versammelten als ersten Gruß ein Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatten, hieß Ministerpräsident Klagges die HJ.-Führer in Braunschweig herzlich willkommen. tfrfunöe für Freikorpskämpfer. Berlin, 18. Mai. (DNB Der Reichsminister des Innern hat den Bundesführer des Deutschen R"'chskriegerbundes (Kyffhäuserbund), Oberst a. D. SS.-Oberführer Reinhardt bevollmächtigt, den Mitgliedern der früheren Freikorps, die an ihren Kämpfen teilgenommen haben, eine Urkunde auszustellen, durch die den alten Freikorpskämpfern zugleich Dank und Anerkennung ausgesprochen wird. Anträge au f Ausstellung dieser Urkunde sind an den Deutschen Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund), Bundesführung in Berlin W 30, Geisbergstraße 2, unter Beifügung von Unterlagen zu richten, welche die Teilnahme des Antragstellers an den Freikorpskämpsen beweisen. Soweit solche Anträge an die frühere Abwicklunqs stelle des Reichsbundes und Reichsverbandes der Baltikum- und Freikorps- kämpfer oder an das Reichsministerium des Innern gesandt worden sind, ist'die erneute Stellung eines Antrages nicht notwendig, da die bereits vorliegenden Anträge der Bundesführung des Kyff- Häuserbundes zur Erledigung übergeben werden. Die Ausstellung der Urkunde erfolgt kostenfrei. So- weit Militärpapiere an die oben genannte Abwicklungsstelle eingesandt wurden, können sie eben» falls von der Bundesführung des Deutschen Reichs- triegerbunbes zurückgefordert werben. Wenn von der Arbeit des deutschen Ingenieurs l begriffen sind, können nicht ohne die Land bau- e Rede fein soll, darf man sich nicht auf irgendein > t e ch n i k durchgeführt werden, hier stehen der die Elektromotor und der Schlepper Energie im Wettbewerb, wobei gie-Wirtschaftsfragen, die sogenannte Verfahrenstechnik, und ihre Auswirkung auf Gestaltung und Herstellung von den berufensten Vertretern der Technik ein Ueberblick gegeben. In Industrie, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft, überall hat die Technik heute ein entscheidendes Wort mitzureden. Etwa 220 000 deutsche Ingenieure wirken mit zahlreichen technischen Hilfskräften in allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens. Es wird mit ganzem Einsatz gearbeitet. Lohn und Preis sind die Freiheit und Unabhängigkeit der deutschen Wirt- schäft. H. D. fofgt hat, weiß, daß hier Deutschland das Zünglein an der Waage bildet, wie die Haltung Aegyptens ausschlaggebend sein kann bei offenem Krieg. In französischen Blättern war zu lesen, daß Mussolini, besessen von der Idee des alten Imperiums, heute versuche, in der gleichen Weise vor- zugehen. Was soll das heißen? Eine Aufzwingung des römischen Willens über die heutige Welt, wie sie die Pax Romana für die damalige bedeutete? Welch eine Verkennung beschränkter Möglichkeiten! Schon vor zweitausend Jahren scheiterte die Pax Romana nicht nur an der Unzulänglichkeit der Menschen, der Römer, es stieg über den römischen Frieden auch die Pax Germanica herauf, das Römische Reich Deutscher Nation. Und heute gibt es noch die Vereinigten Staaten, Japan, Rußland.. Unter Imperium versteht Mussolini nicht ein Weltreich im Sinne des alten Roms, sondern nur eine Ueberseemacht. Italien trieb bis zum vorigen Jahre und konnte nur treiben Binnen- Teilgebiet der Technik beschränken, denn dadurch würbe man das Bild eines Spezialisten gewinnen, das nicht im entferntesten geeignet wäre, den gewaltigen Umkreis anzudeuten, der durch die Arbeiten und Aufgaben des Ingenieurs erfüllt wird. Ingenieure im weitesten Sinne des Wortes haben in den letzten 100 Jahren auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens gewirkt und geschaffen und in ganz großem Maßstabe das heutige Gesicht der Wirtschaft geformt und gestaltet. Das alles wird bei der bevorstehenden 80-Jahrfeier des Vereines Deutscher Ingenieure von 26. bis 29. Mai i n Pax Romana. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Mitte Mai. Was eigentlich unter der Pax Romana zu ve» stehen sei, darüber sind sich nicht einmal die Histo- riker einig, obwohl sie nun zweitausend Jahre dazu Zeit gehabt hätten. Die einen denken an eine Art Gottesfrieden, an das goldene Zeitalter des Augustus, die anderen an den Schwert- und Gewaltfrieden, der den besiegten Völkern so gründlich auferlegs wurde, daß sie sich nicht mehr rühren konnten und daher wohl oder übel Frieden herrschen mußte. Als Rom die Karthager endgültig ver- nichtet hatte, die Punischen Kriege zu Ende waren, blühte Rom unter diesem römischen Frieden nicht etwa auf, sondern zerfleischte sich im Gegenteil in endlosen Bürgerkriegen, bis die Republik zerfiel, und als der große Demokrat Cäsar sich den Titel Imperator zulegte, der bisher nur etwa so viel wie Oberbefehlshaber bedeutet hatte, als er ihn erblich machte und damit dem Kaisertum den Weg bahnte, gab es wieder Krieg. Oktavian wollte zwar auch nur Prinzeps fein, erster Bürger der Republik, nannte sich aber als Herrscher dann Imperator Cäsar Augustus und ließ sich die tribunizische Gewalt auf Lebzeiten zuerkennen, so daß er praktisch allein über Krieg und Frieden entschied. Und was wurde aus feiner Pax Romana? Im Teutoburger Wald erfolgte der erste Schlag gegen das junge Imperium, und die herrliche Blütezeit des Reiches, das augusteische Zeit- alter, artete in eine Schreckensherrschaft aus, die durch die Namen Caligula und Nero genügend gekennzeichnet scheint. Was will nun M u s s o l i n i ? Die römischen Adler fliegen zum Indischen Ozean, der Schritt feiner Legionen hallt durchs innerste Afrika, unter dem Liktorenbündel hat er den römischen Frieden ver- kündet, seinem König eine Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt. Und im kommenden Jahre begeht Nom die Zweitausendjahrfeier des augusteischen Zeitalters. Auf der anderen Seite gibt es einen Völkerbund, die kollektive Sicherheit, den ewigen Frieden des Rechts und der Gerechtigkeit, die Gleichheit all dessen, was Menschenantlitz trägt. Wo ist die Wahrheit? Wer großen Worten und hochfahrenden Menschenplänen zu erliegen droht, der tut gut daran, einen Spaziergang auf der Via Appia zu machen, wo die Schafe über das Grab der großen Römer hinwegziehen. Er wird dann erkennen, daß nur eines ewig ist: der Staub. Er wird die gegenwärtige Aufregung in der Welt mit nüchternen Augen betrachten und die Uebertreibun- gen durchschauen, die man dem Duce andichtet. Zunächst einmal ist es Unsinn, Italien eine solche Kurzsichtigkeit zuzutrauen, wie sie ein Krieg gegen England wäre. Bei allen Aeußerlichkeiten, die sich seit der historischen Nacht vor dem neuen Kapitol aufdrängen, ergeben schon die Zahlen einen klaffenden Unterschied: Indien mit feiner britischen Kaiserkrone darüber ist ein Riesenreich, in dem allein 250 Millionen Hindu leben, Arier; Abessinien zählt zehn Millionen Schwarze, nach italienischer Darstellung nichts als Barbaren, die erst erzogen werden müssen. Und zählt man noch die Libyer dazu und die Griechen auf dem Dodekanes, so kommt man auf insgesamt 56 Millionen Bewohner des neuen Imperiums. Dagegen hat Deutschland allein 65 Millionen reirrcr, edelster Rasse auf geschlossenem Gebiet und jenseits der gegenwärtigen Grenzen gibt es noch einmal so viele deutschhlütige Menschen, als das Mutterland Italien Einwohner hat. Bleiben wir bei England. Das Neue ist, daß seit der Vereinigung seines ostafrikanischen Besitzes Italien zwar nach wie vor der britischen Schlüsselgewalt im Mittelmeer untersteht, seinerseits nun aber den Seeweg nach Indien am Ausgang des Roten Meeres bedrohen kann, wie bisher England die Schließung des Suezkanals, den Eingang zu den italienischen Kolonien, androhen konnte. Mussolini hat wohl gewußt, was er wollte, als er sich in dem französisch-italienischen Abkommen vom 7. Januar 1935, dem Schrittmacher für die Einverleibung Abessiniens, ein kleines Inselchen dort sicherte, das nun die italienische Zunge in dem Mund am Indischen Ozean bildet. Es kann das Helgoland der italienischen Flotte werden. Ferner liegt es in italienischer Hand, den englisch-ägyptischen Sudan, das Bindeglied in der Lime Mailand—Mogadischu, zu bedrängen; wirtschaftlich: durch die Wasserhoheit über den Blauen Nil, militärisch: durch Aufstellung einer abessinisch-libyschen Armee, der England nichts Gleichwertiges entgegensetzen könnte. Dagegen aber steht das Uebergewicht der britischen Flotte, die nicht einmal losdonnern muß, sondern — auch heute noch — Italien durch ' einfachen Abschluß des Mittelmeeres aushungern i könnte. Wer den Gang des ersten Experimentes in dieser Richtung, der sogenannten Sanktionen, ver- ’ Darmstadt in Verbindung mit der 100- Iahrfeier der Technischen Hochschule in etwa 90 Referaten der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen technischen Lebens bargelegt werden. Die Wirtschaft ist heute nicht mehr denkbar ohne die Technik. Das Arbeitsgebiet der Technik hat sich über alle Berufe ausgedehnt, von den einfachsten bis zu den kompliziertesten; es reicht von der Pumpe bis zum Hochhaus. Die Technik ist viel gelobt und gepriesen, aber vielleicht noch viel mehr verdammt worden. Sie hat alte Formen des wirtschaftlichen Lebens verdrängt, in ihrem Gefolge sind soziale Probleme aufgetaucht; an deren Lösung Generationen gescheitert sind, aber die neueste Ent- Wicklung in Deutschland hat uns gezeigt, daß die Leistung der Technik auch in sozialer Hinsicht zum Guten führen muß, wenn man sie nicht losgelöst von den organischen Funktionen des völkischen Lebens betrachtet und sie demgemäß einsetzt. Der Führer hat einmal gesagt: „Man kann die Technik zur Vernichtung des Lebens ebenso wie zur Förderung des Lebens einsetzen, entscheidend ist daher die Ausrichtung auf den Zweck, der von höherer Warte gesetzt werden muß." Die Ausrichtung der Technik muß in der Weise geschehen, daß sie in den D i e n st des Men- s ch e n gestellt wird. In Deutschland hat sie auf allen Wirtschaftsgebieten als unentbehrlicher Helfer mitzuwirken an der Sicherung des deutschen Lebensraumes. Im Rahmen dieser großen Aufgaben steht an erster Stelle die Sicherung der Rohstoff- und Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes. Ein Querschnitt zeigt uns, wie groß die Aufgaben lind, die gelöst werden müssen, um die innere Kraft der deutschen Volkswirtschaft zu heben. So steht z. B. im Maschinenbau die Werkstoff- Frage im Brennpunkt des Interesses. Das Holz als Werkstoff soll möglichst Heimstoff sein. Die xur Verfügung stehenden deutschen Hölzer, etwa der Fickte, Kiefer, Lärche, Tanne, Ahorn, Birke, Eiche, Esche, Pappel und Buche, weisen in ihrer technischen Verwendbarkeit einen Spielraum von Eigenschaften auf, der, richtig erkannt und ausgenutzt, diesen heimischen Werkstoff auch im Maschinen- und Apparatebau durch Anwendung geeigneter Veredelungsmethoden in den Vordergrund stellen. Die neuzeitliche Sperrholzoerwendung bewährt sich vor allen Dingen im Verkehrswesen, besonders im Flugzeugbau. Auch bei der Herstellung industrieller Anlagen spielt das Holz als Werkstoff noch immer eine bedeutende Rolle. Zu den Aufgaben der Technik gehört es, das Holz vor der Vernichtung zu schützen. Geeignete Konservierungsmittel stehen heute der Technik zur Verfügung, so daß Die Schutzbehandlung des Holzes im Rahmen der Sicherung der Rohstoff-Freiheit von der Technik in hohem Grade durchgeführt werden kann. Die großen Aufgaben, die zur Sicherung der Nahrungsfreiheit Deutschlands in Durchführung Aus aller Well. LZ. ..Hindenburg" macht gute Fahrt. Luftschiff „Hindenburg" machte mit 90 Stundenkilometer weiterhin gute Fahrt. Am Montag- mittag passierte es eine Böenfront, die Süd- wind in Stärke 9 bis 10 brachte. Nach drei Stunden sprang der Wind auf West um und flaute auf Stärke 4 bis 5 ab. — Ein in Neuyork aufgefangener Funkspruch besagt, daß das Luftschiff sich heute, Dienstag, um 3 Uhr MEZ. etwa 2000 Kilometer von Neuyork entfernt befand. Internationaler Pollzeikongreh in Belgrad. Dom 25. bis 31. Mai 1936 findet die 12. ordentliche Tagung der Internationalen Kriminalpolizei- lichen Kommission statt, der fast alle europäischen Staaten und ein großer Teil der außereuropäischen Nationen angehören. Deutschlands Abordnung wird wieder von Generalleutnant D a l u e g e geführt, der stellvertetender Präsident der Internationalen Kri- minalpolizeilichen Kommission ist und zu diesem Zweck feinen Kuraufenthalt in Constanza unterbricht. Außer dem Polizeipräsidenten der Reichshauptstadt, Graf von Helldorf, gehören Regierungsdirektor Liebermann von Sonnenberg, der Leiter der Berliner Kriminalpolizei, Oberregierungs- rot N e b e, der Leiter des Preußischen Landeskriminalpolizeiamtes, Oberregierungsrat Dr. Pa- r e r) (Bremen) und Oberregierungsrat Dr. L e i b i g (München) der deutschen Vertretung an. Der Zweck dieser Tagungen der Internationalen Polizeiführer und Kriminalisten ist ein persönlicher Erfahrungs- austausch über neue Gedanken zur Bekämpfung des Verbrechertums aller Länder der Welt. Internationales Schachturnier in Bad-Nauhelm. In der zweiten Runde des Schachturniers in Bad-Nauheim gab es nur einen Sieg. Bogol- juboro gewann ein Damengambit trotz anfänglich ausgeglichener Stellung gegen Weißgerber. Dan den Bolch machte unentschieden gegen H e inicke , ebenso R e l (ft a b , der ein mutiges Königsgambit gespielt hatte, geaen Professor Vid- mar. Ahues spielte gegen Keres ein Damen- Bauern-Spiel und schlichtete infolge Zugwiederholung in Zeitnot. Die Enttäuschung der Runde brachte die Partie Stahlberg (Schweden) gegen Dr. A l j e ch i n. Sie kam schon nach 18 Zügen bei gleichen Bauern und ungleichen Läufern in Remis- tellung. Die Hängepartien der ersten Runde brach» ten folgende Ergebnisse: Keres unentschieden gegen Re 11stab, Heinicke verlor gegen Weiß- gerbet, Dr. AIjechin gab erst nach 71 Zügen feine Partie gegen van den Basch unentschieden, Politik; ich führte im Juni aus, daß es nun darangehen werde, Afrika zu durchbrechen, um an den freien Ozean zu kommen und damit zur Weltpolitik übergehen zu können. Die Voraussage ist eingetroffen; die Kolonien Eritrea und Somali- land sind vereinigt, der Stützpunkt des Dodekanes hat sich bewährt. Italien war im Mittelmeer eingeschlossen, sozusagen ein Binnenstaat; als nunmehrige Ueberseemacht kann es auch in Ozeanen denken. Genug für ein Menschenalter! Und so ist auch der römische Friede zu verstehen: Friedlicher Ausbau des Erreichten. Die Hälfte der Soldaten in Abessinien wird dort bleiben und Ackerbau treiben. Italien ist bis auf weiteres gesättigt; man lasse es in Ruhe seine große Aufgabe vollenden und es wird ein Element des Friedens fein. Das und nichts anderes meint Mussolini. Allerdings will er feinen Frieden nicht auf Paragraphen stützen, sondern aufs Schwert. Nur der Wehrhafte ist wahrhaft frei. Nur die Macht kann den Frieden erhalten. Kunst und Wissenschaft. Großer Erfolg der deutschen Kunstgewerbeausstellung in Ankara. Nach lötägiger Dauer schloß die deutsche Kun st ge Werbeausstellung in Ankara, die allergrößtes Interesse bei der Bevölkerung gefunden hat. Die Gesamtzahl der Besucher hat nach vorsichtigen Schätzungen 50 000 weit überschritten. — Auf Veranlassung der zuständischen türkischen Stellen wurde die Ausstellung um mehrere Tage verlängert. In den letzten Tagen erschien noch eine Reihe hochstehender Persönlichkeiten zur Besichti- gung, darunter der Ministerpräsident mit seiner Gattin sowie zahlreiche andere Minister. Die Aus- ftellung siedelt jetzt nach Istanbul über. Altertumsforscher tagen in Bonn. Der Nordwestdeutsche und der West- und Süddeutsche Verband für Altertumsforschung veranstalten eine gemeinsame Tagung Anfang Juni d. I. in Bonn. Zu dem Themenkreis „Germanen und römisches Reckt" sind folgende Borträge vorgesehen: 1. Direktor Dr. E. Sprockhofs (Frankfurt a. M.): Das germanische Element im vorgeschichtlichen Westdeutschland vor Eintreten der Römer. — 2. Dr. W. Kimmig (Trier): Das Hügelgräberfeld Horat, Kreis Bernkastel. — 3. Direktor Dr. K. (Stabe (Frankfurt): Der Beitrag des germanischen Elements im römischen Reich. — 4. Dr. Fr. Tischler (Kiel): Stammeskundliche Fragen in Schleswig-Holstein während der römischen Kasierzeit. — 5. Prof. Dr. Richter (G i e - B e n): Die Glauburg von der SpätlatLne bis ins Mittelalter. — Prof. Dr. S ch e e l (Kiel): Die Fran- ten und der Norden. — Zu dem Hauptthema „Frühestes Mittelalter" sprechen: 1. Dr. Petri (Köln): Die fränkische Landnahme in Frankreich und die Bildung der westlichen Sprachgrenze. — 2. Prof. Dr. H. Zeiß (München): Fürstengrab und Reihengräbersitte, — 3. Dr. L. Hussong (Trier): Keramik von der spätrömischen bis in die farolin- gische Zeit. — 4. Dr. Jan kühn (Kiel): Die Bedeutung des Thorsberger Fundes. — 5. Dozent Dr. f). Arntz (Bonn): Runen und festländische Denkmäler. Der Ingenieur im Wirtschaftsleben Zur 80-Jahrfeier des DDI. in Darmstadt. mit der tierischen „ ----- Probleme aufgeworfen werden, die für die Gestaltung der ländlichen Wirtschaft in der Zukunft entscheidend sind. Das Pferd soll und kann nicht von der Technik verdrängt werden, aber der Einsatz der Kräfte ist einer ständigen Verschiebung ausgesetzt. So wird 3- B. durch die steigende Einführung der Bauern- schlepper eine bedeutende Pferdefutterfläche für die menschliche Ernährung frei gemacht, was in der Erzeugungsscklacht eine große Rolle spielt. In der Landwirtschaft ist jedenfalls die Technik heute zu einem unentbehrlichen Bestandteil des Verfahrens geworden; ohne Technik ist keine Höchstleistung und keine Sicherung der Nahrungsfreiheit möglich. Der Einfluß der Technik zeigt sich auch besonders stark in der Milch wirt scka ft. Hier müssen Werkstoffe für die Geräte gefunden werden, die die Unabhängigkeit von ausländischer Rohstoffeinfuhr festigen. Die Technik hat auch dafür zu sorgen, daß durch die Verwendung geeigneter Werkstoffe keine Verteuerung der Ware, also in diesem Falle der Milch, eintritt. Auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfung sind die che- mische Technik und der Apparatebau bemüht, dem Menschen die Möglichkeit zu geben, seine hochwertigen Kulturen zu schützen. Auf dem großen Gebiete der Metalle spielt die Werkstoffauswahl und Formgebung der Lager- metalle eine entscheidende Rolle. Glas als Kon- struktionswerkstoff weist vortreffliche physikalische und chemische Eigenschaften auf. Glas wird heute nicht nur als Fensterglas, sondern auch als Baustein verwendet. Im Nahrungsmittelgewerbe haben sich Gefäße und Leitungen aus Glas ausgezeichnet be- währt. Dasselbe gilt für die Verwendbarkeit des Glases in der gesamten Elektrotechnik. Man ist be- müht, die Zerbrechlichkeit und die Splitterbildung des Glases zu mildern. Heute kann man Glas zu feinftey Fäden ausspinnen, was zur praktischen An- Wendung der Glaswolle, zur Wärme- und Schalliso- lierung beigetragen hat. Durch die Entwicklung eines besonderen Spinnverfahrens hat man eine leichte und feine Glaswolle erzielt, durch die Möglichkeiten Zur Einführung des Glasfadens in Textilstoffe erschlossen werden. Das Glas als heimischer Werkstoff gewinnt durch die Technik ständig an Bedeutung. Äm letzten Jahrzehnt sind gangbare Wege zur Herstellung von synthetischem Kautschuk begangen worden. Der Rohstoff für die Synthese des Kautschuks ist Kohle und Kalk. Der erfolgreiche Ab- schluß der Arbeiten über den synthetischen Kautschuk hat die Weltöffentlichkeit im Vorjahr beschäftigt. Der synthetische Kautschuk („Buna") übertrifft den Na- turkautschuk in mancher Beziehung. Die Vorrangstellung, die dem Bau eingeräumt wird, bezieht sich auf Oelbeständigkeit, Hitzebeständigkeit, Abnutzungsfestigkeit, Alterung und Glasdurchlässigkeit. In Darmstadt wird über alle diese Gebiete, zu denen noch viele andere kommen, besonders E n e r • RUND Verbesserte Mifchung durch Spifcen-Emte 35 ! der eine glänzende Abwehrleistung bot. — Stand des Turniers nach der zweiten Runde: Ahues IV2 Punkte, Heinicke Vr Punkt, alle andern 1 Punkt. Dörflerkrieg auf Kreta. Auf der Insel Kreta kam es zwischen den Einwohnern zweier Dörfer, die schon seit langem wegen eines Weideplatzes in Streit lagen, zu blutigen Zusammen st ößen. Drei Tote und 7 Verwundete blieben auf dem Platze. Hirtenhütte in Flammen. — Zwei Kinder verbrannt. Ein Hirt aus Attika wurde von einem schweren Schicksalsschlag betroffen. Während seiner Abwesenheit geriet seine aus Reisig gebaute Hütte in Brand. Seine beiden Kinder verbrannten, während ihre Mutter schwer verletzt wurde. Gemeingefährlicher Betrüger gefaßt. Durch den Gendarmerieposten in Osterwiek bei Recklinghausen konnte ein gemeingefährlicher Betrüger festgenommen werden. Es handelt sich um einen gewissen Johann Feil aus Hamm, der seit Juli 1934 bis jetzt in vielen länd- lichen Gemeinden Nord- und Westdeutschlands aufgetreten ist und sich als Vertreter einer Blinden- und Krüppelanstalt ausgab. Er nahm mit großem Geschick Bestellungen entgegen und ließ sich Anzahlungen geben. Nach seinen eigenen Angaben beliefen sich diese Anzahlungen täglich auf rund 30 Mark. An einem einzigen Tag will Feil 15 bis 20 Bauern besucht und geschädigt haben. Bis jetzt sind ihm von der Landeskriminalpolizeistelle Recklinghausen 258 Betrugsfälle nachgewiesen worden. Fortgesetzt laufen aber noch weitere Anzeigen gegen ihn ein. Beim Amtsgericht Recklinghausen laufen gegen Feil weitere 67 Betrugsverfahren. Weiter wird er von den Staatsanwaltschaften Bielefeld, Verden, Wesermünde, Stade, Bremen usw. gesucht. Der erst 35 Jahre alte Feil ist schon 23mal mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft. Kleine politische Nachrichten. In Anerkennung der einmütigen und entschlossenen Haltung der Deutschen in Addis Abeba und in Erinnerung an die erfolgreiche Verteidigung während der dortigen Plünderungsunruhen hat der Führerund Reichskanzler für das Gebäude der Deutschen Gesandtschaft in Addis Abeba seine Broncebüste mit Widmung gestiftet. ♦ In Graz begann ein Prozeß gegen 60 N a - tionalsozialisten, Arbeiter, Hochschüler, Lehrer und Beamte, wegen Hochverrats. Beim Hauptangeklagten, dem 20jährigen Friseurgehilfen Wolf- gruber, will man Listen gefunden haben, deren Inhalt darauf schließen lassen soll, daß es sich um die Zusammenstellung von Mitgliedern der SA. gehandelt habe. Die Angeklagten bestreiten, daß sie Mitglieder der SA. waren, und bezeichnen die vorgefundenen Listen als unglaubwürdig. * Dr. Hans Wesemann hat gegen das Urteil des Baseler Strafgerichts, das ihn wegen Entführung des Jakob Verthold Salomon zu drei Jahren Zuchthaus verurteilte, Berufung eingelegt Die Bank von Italien hat ihren Diskontsatz von 5 auf 4,5 v. h. herabgesetzt. Der Lombardsatz wurde ebenfalls von 5 auf 4,5 v. h. ermäßigt. 20 000 bulgarische Tabakarbeiter befinden sich im Ausstand, da die Tabakfabriken die Forderungen der Arbeiter auf Lohnerhöhung abgelehnt haben. Ein neues Musikinstrument auf tyr Z.Aeichsnährstandsausste'luna Bei der Eröffnungsfeier der 3. Reichsnährstandsausstellung wurde zum ersten Male ein neues Musikinstrument vor einem größeren Kreis zu Gehör gebracht, das hellertion. Im Prinzip ist eine gewisse Aehnlichkeit mit dem bereits bekannten Trau- t 0 n i u m vorhanden, insofern, als auch das hellertion mit elektro-akustischen Mitteln arbeitet. Während jedoch das Trautonium einstimmig ist, erklingt - - V ,/ > >3 (Aufnahme: Photo-Pfaff) das hellertion wie Klavier und Orgel in mehreren Stimmen. Aus der Lautstärke elektro-akustischer Instrumente ergibt sich die Verwendungsmöglichkeit für größere Feiern unter freiem Himmel. Der Reichsarbeitsdienst Gau 25 Hessen - Süd hat das Instrument mit Erfolg bei seiner Feiergestaltung eingesetzt, wozu es sich hervorragend eignet, insbesondere auch deshalb, weil es sehr leicht im Auto zu transportieren ist. Der Erbauer des Instrumentes, Bruno hel- b e r g e r, den unser Bild zeigt, ist von Haus aus Pianist. In den ersten Jahren seiner Versuche, die bis 1927 zurückreichen, arbeitete er zusammen mit dem Physiker Dr. L e r t e s, daher auch der Name ,„hellertion". Hellberger hat das Instrument gebaut nicht zu dem Zweck, um eine Musik, die bereits für andere Instrumente geschrieben wurde, nun mit neuem Klangmaterial wiederzugeben, sondern es soll im Dienst einer Musik stehen, die neu zu schaffen ist, wobei in erster Linie an die chorische Gestal- tung der Gemeinschaftsfeiern gedacht ist. Die Musik zur „Kleinen B a u e r n k a n t a t e", die vom Reichsarbeitsdienst Gau 25 Hessen-Süd bei der Eröffnungsfeier der 3. Reichsnährstandsschau unter Leitung von Feldmeister Naber gesungen wurde, ist von Helberger geschrieben und wurde von ihm auf dem hellertion gespielt. Büchertisch. — Hanns Johst: Consuela. Tagebuch einer Spitzbergenfahrt. Neue Ausgabe. Biegsam gebunden 2,50 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. 1936. — (119) — Diese Schilderung einer Spitzbergenfahrt gehört zu jenen reizvollen Werken Hanns Johsts, deren ausgeprägte dichterische Eigenart in schönstem Einklang steht mit seiner liebenswürdigen, schlichten, von keinerlei Grübelei beschwerte Menschlichkeit. Auf seiner Reise, die ihn in die Welt des Nordlandes führt, begegnet er Consuela, der Frau seiner Sehnsucht, und wird für kurze Zeit — flüchtiger, unvergeßlicher Traum — hineingerissen in eine Liebe. Mit duftigen Farben ist dieses Erlebnis in den Tagebuchblättern festgehalten in einer Folge von bezaubernden Bildern, die mit den wechselvollen Eindrücken der urweltlichen Landschaft eine kontrastreiche Ergänzung bilden. Alles ist aus Stimmung geboren und in Stimmung getaucht, bald derb, witzig und grotesk, dann wieder zart und träumerisch: ein Hymnus, den ein Dichter schrieb mit der Kraft seines jugendlich bewegten Herzens. — Ludwig Thoma: „Das lustige G e - schichtenbüchlein". Verlag Albert Langen- Georg Müller in München „Die kleine Bücherei". Preis geb. 80 Pf.. — (112) — Niemand hat mit so köstlicher Laune und so urwüchsigem Humor Freud und Leid des menschlichen Daseins geschildert wie Ludwig Thoma, dessen Werk in seiner Heimat schon längst Gemeingut des Volkes geworden ist. Don seinen zahlreichen berühmten Erzählungen finden sich in diesem prächtigen Bändchen zwölf der lustigsten Geschichten, die' Alt und Jung mit schmunzelndem Lächeln aufnehmen wird. Denn sie sind eine wahre Fundgrube erquickender Heiterkeit und haben das Zeug in sich, daß man sich nach Herzenslust über sie freuen kann. Und sie zeigen zudem ganz unverkennbar, daß dieser Thoma ein Mordskerl war und daß solche Meisterstücke an kräftiger Satire und behaglichem Humor in ber, zeitgenössischen Dichtung ohne Beispiel sind. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 435: Besteuerung ausländischer Firmen in Rumänien. — 436: Üegitimationskarte der niederländischen „Vereeniging van handelaren in Pzer- waren". — 437: Postbeförderung mit Luftschiff „Hindenburg" nach Nordamerika. — 438: Neufaj- Beweise deinen Dank für den Führer durch Einzeichnung in die Listen des Dankopfers der Nation! fung der Bestimmungen über Aski- und private Verrechnungsgeschäfte, über die Gültigkeitsdauer von Verrechnungsgenehmigungen und über die Weiterführung der Aski im zweiten Halbjahr 1936. — 439: Neue Bestimmungen Griechenlands für Privat-Clearinggeschäfte. — 440: Festere Stimmung für Javatabak. — 441: Die neue türkische Tabak- ausfuhrgesellschaft. — 442: Erhebliche Erleichterung der Einfuhr einer Reihe deutscher Jndustrieerzeug- nisse in Griechenland. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Zufuhr feuchter Mittelmeerluft, die am Montag vornehmlich im Süden deutscher Gebiete vielerorts gewitterige Regenfälle brachte, setzt sich auch noch heute fort. Das sich vom Ostatlantik über England und Skandinavien erstreckende Hochdruckgebiet wird von Norden her abgebaut, dürfte aber voraussichtlich seinen Einfluß auf unser Wetter noch einmal verstärken. Später kann im Bereich einer gleichförmigen Luftdruckverteilung mit zunehmender gewitteriger Tätigkeit gerechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Meist heiter, nur noch ganz vereinzeltes Auftreten gewitteriger Störungen, Tagestemperaturen um 20 Grad, östliche Winde. AussichtenfürDonnerstag: Im ganzen noch freundlich und warm, doch wieder zunehmende Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 18. Mai: mittags 20,9 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 19. Mai: morgens 14,1 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum heute nacht 11,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Mai: abends 20,5 Grad ; am 19. Mai: morgens 16,3 Grad. — Sonnenscheindauer 10,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. mit 3147A Frau Marie Zeih, geb. Kuhl im Alter von 31 Jahren Bahnhofstraße Telefon 3403 In tiefer Trauer: CUM Statuten Holzheim, den 18. Mai 1936 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 2ViUhr statt Das neue PFI N 6 ST 3260D KLEID Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 3 Uhr statt. 32530 AM MARKTPLATZ 9-10 geben. 32610 3270 A Klein-Linden, den 19. Mai 1936. H2292 Stellenangebote] TüchtigesMädchen nicht u. 18 Jahr., das alle landw. Arbeit, versteht, u. auch melken kann, ob. erlern, will, für Land- aus unserer ganz besonders hebevoll gepflegten Spezial-Abteilung ist jeder Dame willkommen. Unsere Auswahl ist überaus groß und dabei Stück um Stück von aparter Eigenart, und die Preise leicht erschwing I ich Miln blich können SieeömirwenigeD sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es all» Ernst Zeib II und Kinder Familie M. Heinr. Kuhl Familie J. Konr. Zeih Existenz General-Vertr. als für halbe Tage gefucht. Ludwigs- platz 4. im Laden. Am 18. 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Spielleitung: Kurt Lüpke. TO®® Nr. Nb Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, (9. Mai Mb Die Tragödie einer englischen Königin. 3um 400. Todestage der Anna Boleyn am 49. Mai. Die Gestalt der Anna Boleyn, der zweiten unter den sechs Frauen Heinrichs VIII. von England, ist uns heute wieder lebendig geworden durch den in der ganzen Welt gezeigten Film, in dem sie besonders heroortritt. Das Frauenschicksal, das vor 400 Jahren blutig endete, hat die Geschichtsschreiber viel beschäftigt. Die Zeitgenossen dachten im allgemeinen nicht gut von dieser Königin, aber nur wenige, die die Dokumente geprüft haben, kamen zu der Meinung, daß die gegen sie erhobenen Anklagen irgendwie berechtigt wären; die meisten waren von ihrer Unschuld überzeugt, und darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die Pro- 1 n (Scherl-Bilderdienst-M.) zeßführung gegen sie ungerecht und graufam geführt und daß kein zwingender Beweis gegen sie vorgebracht worden ist. Sicher ist auch, daß sie sich in den letzten Tagen, in denen sich ihr Geschick vollendete, zu einer Größe erhob, die sie das Schwerste gefaßt tragen ließ. Anna Boleyn, die einer nicht lange vorher geadelten Familie entstammte, hatte als Kind bis zu ihrem sechzehnten Jahr am französischen Hofe gelebt und war dann nach London in den Hofstaat der ersten Gattin Heinrichs VIII., Katharina von Arragon, gekommen. Sie hatte dem König, der für die neunzehnjährige Schönheit bald entflammt war, gewarnt durch das Beispiel ihrer Schwester, die kurze Zeit seine Geliebte und dann verstoßen worden war, auszuweichen versucht, und auf sein stürmisches Drängen zunächst gefordert, er solle sich nach allen Richtungen freimachen; als sie seine Geliebte geworden war. hatte sie unablässig daraufhingearbeitet, Königin zu werden. Die von Heinrich VIII. durchgeführte Scheidung von Katharina spielt m der Kirchengeschichte Englands eine große Rolle; sie gehört mit zu den Gründen, die zu der Loslösung der englischen Kirche von Rom führten. Anfang 1533 stand Anna Boleyn am Ziel ihrer Wünsche, sie wurde zunächst heimlich mit dem König getraut, aber schon im Sommer desselben Jahres feierlich in Westminster gekrönt, und im September wurde sie Mutter eines Mädchens, das später, nach vielen Wechselfällen, die große Königin Elisabeth werden sollte. Daß sie dem König keinen männlichen Thronerben gebar, war ihre eigentliche „Schuld". Darüber kam es zu heftigen Szenen zwischen ihr und dem König, der seine Gunst bereits einem ihrer Hoffräuleins, Jane Seymour, zugewandt hatte. Ihr wurde nun das gleiche Los zuteil, das sie Katharina zugefügt hatte. Jetzt begann die Verfolgung, die der Ratgeber des Königs, Thomas Cromwell, einleitete. Es wurde ihr vorgeworfen, daß sie fünf Liebhaber gehabt habe, darunter ihren eigenen Bruder, und diese fünf wurden vor Gericht gestellt, verurteilt und hingerichtet, obwohl sie standhaft leugneten, bis auf einen, der unter der Folter Geständnisse ablegte. Dann begann auch der Prozeß gegen die Königin Anna selbst, nachdem man in aller Eile ihre Ehe mit dem König als ungültig erklärt hatte. Am 15. Mai fand die Gerichtssitzung im Tower vor einer Kommission von Lords statt. Außer der Untreue wurde ihr vorgeworfen, daß sie dem König nach dem Leben getrachtet habe. Sie verteidigte sich bescheiden, aber beredt und mit so überzeugenden Gründen, daß alle Zuhörer glaubten, sie würde freigesprochen. Aber die Lords fanden sie schuldig; mit Tränen in den Augen verkündete der vom König beauftragte Richter das Urteil, daß sie je nach der Entscheidung des Königs verbrannt oder enthauptet werden solle. Sie nahm es mit den Worten hin: „O, Vater, o Schöpfer, du weißt, daß ich diesen Tod nicht verdiene", und zu den Lords gewandt, fügte sie hinzu, daß sie sie wegen ihres Urteils nicht anklage, „aber ich bin immer eine wahre und treue Gattin des Königs gewesen " * Nach zwei Tage Frist wurden ihr gewährt, die sie größtenteils in der Gesellschaft ihres Geistlichen zubrachte. Der Gouverneur des Tower, Kingstons, berichtet, daß sie eine so große, heitere Gemütsruhe bewies, wie er noch niemals an jemand in gleicher Lage gesehen hatte. Allen Unbefugten wurde verboten, den Tower zu betreten; ein Zeichen dafür, wie sehr man befürchtete, daß Mitleidsäußerungen laut werden könnten. Als der Gouverneur am Morgen des 19. Mai erschien, sagte sie nach wiederholten feierlichen Beteuerungen ihrer Unschuld: „Ich erfahre eben, daß ich nicht vor Mittag sterben soll, und ich bin so traurig darüber, denn ich hoffte, dann schon hinüber zu sein und ledig aller Pein". Als er ihr versicherte, daß Schmerz ihr erspart bleiben würde, erwiderte sie: „Ich ließ mir sagen, daß der Henker, der aus Calais herübergeholt wird, geschickter sei, als jeder andere: das ist recht gut, denn ich habe einen so kleinen Hals", und damit umspannte sie ihn mit ihrer Hand und lachte ein wenig, da sie sich diese Anspielung auf ihren sehr zarten und schlanken Hals nicht versagen konnte. „Ich habe schon so oft Menschen vor ihrer Hinrichtung gesehen, Männer und Frauen",' fügt Kingstons dazu, „und sie waren voll Todesangst, aber diese Frau schien in dem Gedanken ihres so nahen Todes nur Freude und Glück zu empfinden." Später versammelten sich die Herzöge von Suffolk und Richmond, der Bürgermeister und Ratsherren, eine Abordnung von Bürgern auf Befehl des Königs auf dem Rasenhof innerhalb des Tower. Um Mittag öffnete sich das Tor, Anna erschien und wurde zum Schafott geleitet, in ein schwarzes Damastgewand gehüllt und begleitet von ihren Hofdamen. Mit Erlaubnis des Gouverneurs hielt sie eine Ansprache an die Versammelten, in der sie erklärte, sie wolle sich nicht entschuldigen. „Ich bin nur um zu sterben hierhergekommen und so demütig mich dem Willen meines Herren, des Königs, zu unterwerfen. Wenn ich je im Leben gegen die Gnade des Königs frevelte, so sühne ich das mit meinem Tode. Aber, seien meine Fehler groß oder klein, so empfehle ich euch, meine Freunde, für das Leben und Wohlsein eures Königs zu beten, eures und meines höchsten Herrn, einer der besten Fürsten, die je die Erde trug und der mich immer so wohl behandelte, wie es besser nicht sein kann; darum erdulde ich gutwillig den Tod und bitte demütig die ganze Welt um Verzeihung." Dann nahm sie das Häubchen ab und bedeckte ihr Haar mit einer Kappe aus Leinen, während sie zu ihren Begleiterinnen sagte: „Ich vermag euren Beistand nicht zu lohnen, aber ich bitte euch, euch über mein Hinscheiden zu trösten. Wie es auch sei, vergeßt mich nicht. Seid getreu dem König und der, die ein glücklicheres Los zu eurer Herrin und Königin berufen wird. Schätzt eure Ehre mehr als das Leben, und wenn ihr betet, vergeßt nicht meine arme Seele." Nun kniete sie nieder; eine ihrer Begleiterinnen verband ihr die Augen, und als sie ausrief: „Gott sei meiner Seele gnädig", trennte ein Schwerthieb ihr Haupt vom Körper. Der Leichnam wurde in der Kapelle des Tower beigesetzt. Von König Heinrich aber wird berichtet, daß er an dem Tage, an dem die Königin Anna starb, weiße Kleidung angelegt habe, um seine Verachtung der Unglücklichen auszudrücken; es ist nie bekannt geworden, aus welchem Grunde er sie so unerbittlich haßte. Das Ziel, Jane Seymour zu heiraten, hätte er durch die Erklärung der Ungültigkeit seiner Ehe allein erreicht. Die Hochzeit mit dieser fand am nächsten Morgen statt. C. K. G.JL-fport Deutsche Motorrad-Meisterschaft. Im Kampf um die deutsche Motorrad-Meisterschaft haben die Solomaschinen am Sonntag auf der Solitude-Rundstrecke bei Stuttgart ihren zweiten Lauf ausgetragen; als erster wurde das Eilen- riede-Rennen gewertet. Die nächsten Entscheidungen fallen am 14. Juni beim internationalen Eifelrennen, am 2. August beim Hockenheimer Motorradrennen, am 6. September beim Internationalen Schleizer Dreiecks-Rennen, sowie bei den beiden Bergrennen am Kesselberg (30. Juli) und Schau- insland (30. August). Jeder Bewerber um den Titel muß in seiner Klasse drei Straßenrennen und beide Bergrennen bestreiten. Ein Sieg bringt fünf Punkte ein, der zweite Platz drei, der dritte zwei und der vierte einen Punkt. Der Stand der Wertung ist nach Eilenriede und Solitude folgender: 2 5 0 c c m : 1. E. Kluge-Zschopau (DKW.) 8 P. 2. A. Geiß-Zschopau (DKW.) 5 P. 3. W. Winkler-Zschopau (DKW.) 4. Kohfink-Biettgheim (Jmperia-Rudge) 3 5 0 c c m : 1. H. Fleischmann-Nürnberg (NSU.) 8 P. 2. H Richnow-Berlin (Rudge) 3 P. 3. Maier-Mannheim (Norton) 2 P. 500 ccm : 1. Otto Ley-Nürnberg (BMW) 8 P. 2. K. Mansfeld-Breslau (DKW.) 5 P. 3. H. Müller-Zschopau (DKW.) 4 P. 4. H. Fleischmann-Nürnberg (NSU.) 3 P- 5. Bodmer-Ebingen (DKW.) 1 P. Die Seitenwagen-Fahrer haben noch keinen Lauf zur Meisterschaft ausgetragen. Zwei neue Leichtathletik-Rekorde. Einen deutschen Rekord im Hammerwerfen gab es am Samstagnachmittag in Mannheim. Im Rahmen eines Klubwettkamp- fes zwischen den Mannheimer Vereinen TV. 1846, Post und MTG., den der Turnverein mit 10 419,239 Punkten vor Post (9586,934) und MTG. (8966,892 Punkten) gewann, erreichte der Turnvereinler Bernhard Greulich mit 52,02 Meter eine neue deutsche Bestleistung im Hammerwerfen. Greulich, der seit Jahren schon einer der besten badischen Kugelstoßer und Diskuswerfer ist und sich auch als Hockey-Verteidiger einen Namen zu machen wußte, betätigte sich seit dem vergangenen Jahre — seit das Hammerwerfen im Programm der Vereinsmeisterschaften steht — in dieser Disziplin. Er hat unter Anleitung von Sportlehrer Christmann seit Monaten ein intensives Spezialtraining durchge- führt. Sein erster Start in der neuen Saison brachte ihm am Samstag gleich den Rekordwurf. Am Sonntag bestritten einige der besten deutschen Hammerwerfer in Mannheim einen Wettbewerb. Der neue Rekordmann konnte sich diesmal allerdings nicht besonders hervortun; er wurde mit „nur" 49,29 Meter Zweiter. Den Sieg holte sich mit daracciolü gewann den Großen preis von Tunis. MMM WG WW r M >1 « D/ - / w* ' - V ■ . '■< W 'SU......' '»-J In dem Rennen um den Großen Preis von Tunis auf der berühmten Rundstrecke von Karthago siegte Rudolf C a r a c c i o 1 a (Mercedes-Benz), den unser Bild während des Trainings in Tunis zeigt. Von elf gestarteten Wagen konnten insgesamt nur vier das Rennen durchhalten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Oer Kurier des Zaren." Gloria-Palast. Unter den zahlreichen Romanen des phantasie- begabten Franzosen Jules Verne ist der 1875 erschienene „Michael Strogoff" weniger bekannt als etwa die „Reise nach dem Mond"; erst Hans Kyser hat die Abenteuer des Leutnant Strogoff vom Kurierkorps des Zaren (Alexanders II:) in seinem Drehbuch zu neuem und etwas unheimlichen Leben erweckt. Der Kurier erhält aus der Hand des Herrschers den Befehl, die Aufmarschpläne der Russen in die von den aufständischen Tataren bedrohte sibirische Stadt Irkutsk zu bringen. Was er auf diesem langen Wege an Gefahren und Abenteuern erlebt und erleidet, bis er endlich, endlich feinen Auftrag erfüllen und an der Spitze der angreifenden Reiterei die Aufständischen in die Flucht schlagen kann, das macht den eigentlichen Inhalt des Films aus. Der Abenteuer sind wahrhaftig nicht wenige, und es wird dem Beschauer nicht leicht gemacht, aus dem Uebermaß von Bewegung, von Handlung und Spannung die Idee vor Augen zu behalten, die doch wohl als innerer Antrieb den stürmisch bewegten Vorgängen zugrunde lag: ein Mann und Offizier opfert sich heroisch und mit aller Selbstverleugnung auf, um seinen Auftrag zu erfüllen, dem Herrscher die Treue zu halten, seinem Vaterlands zu dienen. Ohne Zweifel ein Motto, das einer schöpferischen Gestaltung wert ist. Bei Richard E i ch b e r g , der den Film für die Europa inszeniert hat, ist das scharf herausgearbeitet — zu Anfang und zu Ende. In dem größeren Teil des Films zwischen diesen beiden Polen wird es, zugunsten anderer Elemente, verdeckt und in den Hintergrund geschoben. E i ch b e r g hat, wie man sieht, erstaunliche Mittel zur Verfügung gehabt — es ist an Menschen, an Material, an Bauten und sonstiger Ausstattung nicht gespart worden — und erzielt mit diesen Mitteln außerordentliche, allerdings fast nur äußerliche Wirkungen. Er schildert das Wüten der Aufständischen mit Mord und Brand, mit Flucht und Verfolgung in stürmischer (übrigens filmisch geschickt und sicher erfaßter) Bewegung, in unheimlichen und beklemmenden Szenen. Er baut den Zarenpalast mit repräsentattvem Pomp auf; er entwickelt die Kämpfe um Irkutsk... mit gesprengten Türmen, brennenden Festungsgräben, mit Massenattacken von Fußvolk und Reiterei; er veranstaltet eine Wettfahrt tn Tratten, daß man sich an „Ben Hur" erinnert fühlt, wie anderwärts an Karl May und Tom Mix. Wirken schon solche Partten zwar spannend, aber ausgesprochen sensationell, so ist die Blendungs- szene im Lager der Aufständischen (der Kurier steht wie das Bleichgesicht unter den Rothäuten am Marterpfahl, während nebenan im Kohlenbecken das Eisen glühend gemacht wird) schon hart an der Grenze dessen, was man dem Besucher zumuten kann. Auf dergleichen war man bisher nur in Hollywood - Filmen gefaßt. Die Titelrolle spielt W o h l b r ü ck , den wir eben erst als „Studenten von Prag" sahen. Wer ihn als Kurier erlebt und sonst noch nichts von ihm gesehen hätte, würde kaum ahnen können, was er als Darsteller zu leisten vermag. Dabei kann kein Mensch behaupten, daß diese Rolle etwa der Aktivität ermangele, und rein äußerlich, körperlich und sportlich kann W o h l - brück hier einmal dem staunenden Zuschauer vor- führen, was er außerdem kann. Er lenkt sein Dreigespann im wildesten Karacho wie ein ausgelernter römischer Wagenlenker, er reitet, er schwimmt, er schießt und ficht und haut um sich mit blankem Säbel, daß das Parkett merklich in Wallung gerät. Und der Zweikampf des Kuriers mit feinem erbitterten Gegner und Verfolger Dgareff (gegen Ende) wirkt, wenn man von der Uniform absehen will, wie eine jener realistischen Episoden, die der Film in zahlreichen Kriminalreißern mit bewundernswerter Sachkenntnis und Ausführlichkeit auszumalen liebte... Dann folgt jene glorreiche und malerische Attacke, von der bereits die Rede war. Man wundert sich am Ende, daß die Europa den Kurier gerade durch Wohlbrück spielen ließ; das wäre eine Paraderolle für Albers geworden. Alexander Galling gibt den Dgareff, einen erschreckenden Wüterich, in bestechender Maske, mit gefährlichen Ausbrüchen... Die Höflich in der Rolle der Mutter Strogoffs sehr gut, ohne freilich die Ueberrealiftif einiger Szenen dämpfen zu können. Menschlich überzeugend auch die sanfte, stille Nadja der Maria And er gast, und die Zangara, die von Hilde Hildebrand angenehm verhalten und sensationslos gespielt wird. Theo Lingen als englischer Kriegsberichterftatter mit gutsitzenden, trockenen Randglossen, Vesper- mann und Ze sch-B allot (als Zar) seien nicht vergessen Im Beiprogramm: zwei gute Kulturfilme (vom javanischen Theater und vom Pferd in der deutschen Wehrmacht), dazu die Ufa-Wochenschau mit einem Bildbericht von der Göring-Rede am 1. Mai. —r— Die Mücke. (5ine Anekdote von Karl Lerös. Der Lokomotivsührer, der den Nachtschnellzug zu fahren hatte, fühlte sich, als er auf der mächtigen Maschine unter den ersten donnernden Dampfstößen in die feuchtwarme Nacht hinausglitt, von einem Vorgefühl nahenden Unheils bedrückt und bedrängt. Er war zu anderen Zeiten ein derber, plumper, etwas barscher Mann, der pünktlich, ruhig und ohne langes Bedenken seine Griffe und Hantierungen tat. Nun aber stand er in einer ihm sonst ganz fremden, zerrenden, überwachen Gespanntheit und starrte aus dem Fenster auf die Strecke, als gelte es, dem ersten unvermuteten Vorstoß eines tückisch verborgenen Feindes zu begegnen. Es war gegen Abend ein starkes Gewitter niedergegangen; nun war die lichtlose Nacht ganz mit Feuchte vollgesogen, die alles widrig lau überrieselte und als modrig schmeckender Dunst den Atem benahm. Als der Zug, die Ebene verlassend, zwischen den ersten waldigen Hängen des Gebirges dahinfuhr und der Führer nach einem Blick auf die Uhr die Geschwindigkeit steigern wollte, sah er eine Erscheinung, die feine schon zum Hebel gehobene Hand herabsinken ließ. Der Dunst hatte sich hier in einen weißlichen Nebel gewandelt, aus dem die elektrischen Scheinwerfer der Lokomotive anfänglich scharf abgesetzte Lichtkegel schnitten. In dem rechten Lichtkegel aber, der rasch sich erweiternd und dann machtlos verströmend in den Nebel stieß, lebte und regte sich ein Schatten. Nicht deutlich, nicht greifbar; ein zuckendes Huschen, ein Flirren, dann ein gespenstisches Bäumen und Regen großer Gliedmaßen: nun wieder ein bebendes Geflatter, ein irres Kreisen, ein Niedersinken — und plötzlich ein langsames hilfloses Greifen ins Leere. So schwebte es unablässig, immer da und doch nie ganz erkennbar, immer vor dem Zuge her. Der Führer fühlte, wie ihm ein nie gekanntes Grauen ans Herz griff. Er packte den Heizer, der eben mit Kohlen vom Tender kam, an der Schulter und wies ihm die Erscheinung; der aber, ein frecher, gleichgültiger Bursche, sah nur kurz hin, zuckte die Achseln und riß, ein paar unverständliche Spottworte schreiend, die Feuertür auf. Nun wollte der Führer mit einem entschlossenen Ruck der Schultern die Beklemmung abschütteln und wieder zum Hebel greifen; wieder aber ließ er, noch einmal hinausblickend, den Arm sinken. Immer war es vor dem Zuge, unablässig da und doch nie ganz erkennbar; ein zuckendes Huschen, ein Flirren, ein irres Kreisen, ein bebendes Geflatter, ein gespenstisches ©reifen großer Schattenarme ins Leere. Der Führer, von einem jähen, heißen Zorn gepackt, beschloß plötzlich, dieser unerklärlichen, geisterhaften Bedrohung ein Ende zu machen, und fei es um den Preis des Lächerlichwerdens und des dienstlichen Verweises. Er stieß den Fahrthebel herab und zog die Bremse. Klirrend knallten die Bremsklötze gegen die Räder; der Zug schlingerte, stampfte, kreischte — lief langsamer, stand. Als der Führer abgestiegen war und nach einem vergeblichen Rundblick den Scheinwerfer untersuchte, fand er alsbald die Ursache der seltsamen, immer noch andauernden Erscheinung. In dem Raume zwischen den beiden Linsen des Scheinwerfers war eine große Stechmücke gefangen, die, versengt und erstickt, mit einem ihrer langen Flügel feftgeflemmt, langsam zappelnd ihre letzten Zuckungen tat. Der Mann stand eine Weile, das auf seiner Handfläche liegende Tier betrachtend, stumm vor der ungeduldig zischenden Maschine, ohne auf die erregten Fragen des herbeigeeilten Zugführers und die höhnischen Bemerkungen des Heizers zu antworten. Dann wollte er sich langsam, wie von einem Traum befangen, wieder der Maschine zuwenden — als plötzlich ein starker Windstoß den Nebel zerriß und die Strecke weithin vom Licht der Maschine und einem fahlen Mondglanz erhellt wurde. Da nun sah man, daß knapp dreißig Meter vor dem haltenden Zug die Strecke ein Gewirr von Trümmern war. Ein vom Regen losgewaschener Felsblock war mit einer Lawine von Steinen und Baumstämmen auf die Strecke gestürzt und hatte sie zerschmettert und verschüttet. Während überall im Zuge Türen aufklappten, Reisende fragend und schreiend durcheinander liefen, Schaffner Laternen schwangen und der Zugführer Befehle brüllte, stand der Lokomotivführer eine Weile regungslos; dann, in einem jähen Erbeben, schwankte er und sank, die weitgeöffneten Augen immer noch auf das tote Tier in feiner groben Hand geheftet, langsam in die Knie. Die Aelmlichkeit. Der Münchener Komiker Karl Valentin spricht einen Herrn auf der Straße an: „Sie, sagen 'S amoi, sinn Sie net mit bene Dingskircken, bene Hinterhuber, verwanbt? „Dös bin i selber," antwortet ber Gefragte. Da verklärt sich Valentins nachbenkliches sicht, unb er antwortet: „Ja, geh, baher Ham 'S a ene solche Aehnlichkett mit bene Hinterhuber!" ab. Wirtschaft Handball im Sporlkreis Gießen Aufsliegsplsle. einem Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Aranklun a. UL Berlin $ranffurt a.UL ÄS kurs börft 'ur- bgrfe 16.5 | 18-5. 16.5- | 185 16.5 l| 122,5 I 123 1 123 I ,4l5il -I 122,9 >oesch Eisen—Köln-Neuesten .. 3 .01 - I 32,65 I 33 I 4 98,75 98,5 — 1O| 210 I 208 | 210 I 37,25 150 132,5 151,5 133,75 141 138 136 146 194,5 139,5 3 148,25 238 131,25 94,5 22,65 130,13 176,13 109,9 135,75 132 100,9 98,13 103,4 114,65 100,15 98,5 96,75 101,45 92,13 101 98 103,4 114,8 100,25 98,5 96,75 101,5 92,25 101 98,13 103,4 114,6 100,4 98,5 96,75 101 98 103,5 114,8 100,4 98,5 96,75 o 8 15 15,9 120 93 95,5 95,5 189,5 102,5 123 128 104,5 102,25 123,65 128 104,75 134 101,5 98,5 176,25 243 109 136,5 132 131,5 186 146 138 237,75 129 94,75 22,9 133,4 132 185,5 175,25 110,9 135,75 133 117 96,75 101,65 101,75 97 15,13 16,9 121,25 118 92 94 94 192 38 150,5 132,75 151,5 133,5 141,5 136,75 136,5 146,5 194,25 140,5 15,13 30 16,75 121 118,5 91,9 94 94 191,9 15,13 30,5 16 120,5 117,25 92,5 95,5 95,5 189,5 0 5 6 0 1 ii 8 0 0 9 12 11 131 I 183,5 ! 175 240 110,9 136 132,75 54,25 89 139,75 101,75 114 185 44,25 411,25 191 185 6 8 3 3 38 150,75 133 152 133,13 142 137,5 136,9 146,65 194,25 140 113,65 55,5 90 139,5 99,5 135,25 114 185 89,5 44,5 408 192 184,5 102,5 123,5 128,5 105 170,75 132,5 102 98 BuderuS Deutichc Erdöl Harpener 55,13 140,25 100 114,75 184,75 44 407 191 184 102 117 96,5 96,5 101,2 97 97 109,35 I 31,75 2,05 8,95 8,8 8,65 13,75 145,75 238 130 94,5 22,65 133,75 4% Oesterreichtlche Goldrenle... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarisä)e StaaiSrente v. 1910 4Vi% öeöfll. Don 1918.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l.................. aife Bergbau ....... Site Bergbau Genüsse Klöckner werke ....... Manneümann-Röbrea 109,4 31,9 2,1 8,9 8,6 8,65 13,5 9,65 Mannschaft ein Sieg erfochten, und in diesem Spiel mutzte die Mannschaft eine so empfindliche Nieder- läge hinnehmen. 1900 2. 3gb. — Wetzlar-Niedergirmes 2. 3gd. 9:1. Die 2. Jugend hatte in Wetzlar-Niedergirmes feinen gleichwertigen Gegner. Dieses Ergebnis ist noch sehr schmeichelhaft für die Gäste. Die 2. Jugend trat erstmals in kompletter Aufstellung an. 1900 3. Igd. — Ullendorf 1. 3gd. 0:6. Daß die 3. Jugend gegen Allendorfs Erste keine Lorbeeren ernten konnte, war vorauszusehen; das Ergebnis bedeutet keine Ueberraschung. 1900 3. Schüler — Mendorf 1. Schüler 0:1. Glänzend entledigte sich die neuaufgestellte dritte Schülermannschaft ihrer Aufgabe, indem sie sich nur knapp, und noch durch Elfmeter, schlagen ließ. Die Gegner der 1. und der 2 Schülermannschast blieben aus. 6,8 9,6 5,75 43,5 113 54,65 88,5 139,75 102 133,5 114,13 185,25 89,25 44,4 410 191,25 194,9 33 210 6,65 9,65 5,6 43,75 A.S.G. Bekula 37,25 149,75 131,5 152 132,75 141 137 135,75 146,5 195,25 138,5 durfte diese Stelle auch nicht mehr abgeben, nachdem es alle schweren Spiele zu Hause hat. Der Sieg über Alsfeld war in jeder Beziehung verdient, die Leistung der Gäste war als Mannschaft ausgeglichener und vor allem auch technisch ein» Punkten. Am Barren folgte eine tadellose Hebung ber andern, geschmeidia bewegten sich die Körper über die Holmen, die Abstände zwischen den einzelnen Turnern der verschiedenen Mannschaften waren ganz gering; dadurch aber, daß der Ersatzmann des Kreises IX reichlich aufgeregt war, versiebte er seine Hebung vollständig und brachte mit nur 10 Punkten seiner Mannschaft einen größeren Abstand. Ergebnis: Kreis I 137,9 Punkte; Kreis VIII überlegen. ------- ------ ■ „ ■ Kreis IX 62,2 Punkte; Kreis VIII 59,8 Punkte. Die beste Hebung zeigte Gergs (Kassel) mit 19,1 Schultheis Payenhofer ühi % ehem. 7% Pr. LandeSpfanb bciefanst., Gold Komm. Obi. 20 Steuergutich.VerrechnungSk. 84-88 103 123 128,75 105,4 133,5 102,5 98.2t I Elektr. LieferungSgefellschast ... 6 Licht und Kraft ............. 7 Feiten & Guilleaume 4 Geseltsch.s.Etektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr. 6 Schustert L Co............... g Siemens & Halske 8 Lahme yer S Eo............. 7 Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H^ wandfreier. Io. Lang-Göns — Tv. Ruttershausen 17:6 (10:3). Die Gäste haben sich tapfer gewehrt, sie konnten aber trotzdem die hohe Niederlage nicht abwenden. Lang-Göns svielt eben in einer Form, die von keiner Mannschaft des Kreises und auch darüber hinaus erreicht wird. handballwerbelurnier des Turnvereins Lich. Hiess Veranstaltung am Sonntag, an der sechs Kreisklassen- und sieben Jugendmannschaften beteiligt waren, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Es war nur schade, daß das Publikum nicht in der Zahl erschienen war, die die zum Teil ausgezeichneten Spiele verdient hatte. In beiden Klassen mußten die jeweiligen Sieger ermittelt werden. Festzustellen war, daß sich die teilnehmenden Mannschaften fast alle gleichwertig waren und daß Bank je 0,50 v.H. an auf 93 bzw. 95,50, ferner tarnen Allianz Stuttgarter Verein mit 270,50 (269,50) zur Notiz. Der Rentenmarkt lag still, aber gut behauptet. Etwas gefragt blieben Kommunol- Hmschuldung zu 88,13 und' Zinsvergütungsscheine zu 92,50. Von Auslandsrenten lagen neue Türken auf schwaches Paris schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Mai. Für die zweite Monatshälfte ist hessischer Weizen kaum mehr am Markt. Mittel- und norddeutscher Weizen genügt trotz der fast allgemein bewilligten höheren Handelsspanne nicht der hiesigen Mühlennachfrage. Das R o g g e n angebot hat ziemlich aufgehört, auch auf norddeutschen Roggen können die Landmühlen nur in günstigen Fällen und am Oberrhein zurückgrei- fen. Hmsätze in © e r ft e und Hafer sind mangels Angebots belanglos. Weizen- wie Roggen mehl findet raschen Abzug. Kleie, Schnitzel, Oelkuchen und auch Futtermehl sind laufend gefragt, während sich für Rauhfutter kaum Interesse findet. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 215, W 16 218, W19 222, W 20 224, Roggen R12 178, R15 181, R18 185, R19 187 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste Hafer —. Weizenmehl W 13 28,55, W 16 28,80, W19 28,80, W 20 29,15, Roggenmehl R12 22.45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl W13 13,15, W16 13,30, w 19 13,50, W 20 13,60. Weizenkleie^ W 13 10,65, W 16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10 50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnuß- tuchen m.M. 17,85 ab südd. Fabrikstation. Treber 16,00 bis 16,50. Trockenschmtzel 9,40 ab sudd. Fabriken. Heu 7,00, Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt 3,00 bis 3,30, do. gebündelt 2,80 bis 3,00» Kartoffeln: gelbfleischige hies. Gegend 3,5£ Mark, weiß-, rot- und blauschalige hies. Gegend 3,25 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug Frachtparität Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Mai. Auftrieb: Rinder 416 (gegen 446 am letzten Montagsmarkt), darunter 95 (92) Ochsen, (56 (57) Bullen, 175 (224) Kühe, 90 (73) Färsen. Kälber 725 (635), Schafe 87 (21), Schweine 4967 (4121). Notiert wurden pro 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 11.5. 43 bis 45), b) 37 bis 41 (—). Bullen a) 40 bis 43 (43), b) 35 bis 39 (—). Kühe a) 39 bis -’2 (39 bis 42), b) 34 bis 38 (34 bis 38) c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 20 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 36 bis 40 (36 bis 40). Kälber a) 71 bis 76 (71 bis 78), b) 62 bis 70 (63 bis 70>, c) 51 bis 61 (52 bis 62), d) 35 bis 50 (37 bis 51). Lämmer, Hämmel und Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 50 bis 56 (—), g2) 39 bis 49 (—). Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Heberstand. Heberstand: 77 Schafe (!), Schweine 187. Großmarkt für Fleisch und für Fett- waren. Beschickung: 1833 Viertel Rindfleisch, 141 ganze Kälber, 3 ganze Hämmel, 611 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 kg in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 75, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80 (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammel- fleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis ' 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 cm 65 bis 70, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: ruhig. Der nächste Schlachtoiehmarkt findet am Mitt- ' wvch, 20. Mai, statt. Schweinemarkt in Alsfeld. i § Alsfeld, 18. Mai. Auf dem heuttgen , Schweinemarkt waren 428 Ferkel, darunter t 232 Händlerschweine, aufgetrieben. Bei flottem ■ Handel blieb nur geringer Heberstand. Es kosteten i 6 bis 8 Wochen alte Tiere 24 bis 28 Mark, 8 bis ■ 10 Wochen alte 28 bis 33 Mark. Zhilipp Holzmann .... jementroed Heidelberg .ementroerf Karlstadt.. Der Mannschaftskampf unter der Leitung von Gaumännerturnwart Dahms (Bad Wildungen) am Sonntag in Kassel brachte keine Ueberraschung. Der Sieg der Kasseler Mannschaft beruht vor allen Dingen auf Kampferfahruitg. Der Kreis VIII (Lahn-Dill) hatte feine guten Turner Schöff- m a n n und Seth und Kreis IX (Lohn-Wester- wald) den Turner Busch nicht in der Mannschaft, dafür aber einige Nachwuchskräfte, die noch gut herankommen werden. Versager gab es bei jeder Mannschaft, trotzdem bleibt die Leistung des Krei- fes IX, der sich mehr aus Landvereinen zusam- mensetzt, sehr beachtlich. , Der Kampf, der sich in fünf Stunden abwickelte, begann mit dem Sprung über das Pferd. Ergebnis: Kreis I 133,4 Punkte; Kreis VIII 129,4 Punkte; Kreis IX 117 Punkte. Die besten Einzel- turner waren hier: L. Herbert (Gießen) und Wedekind (Kassel) mit 18,2 Punkten, Metz, Gergs (Kassel) und Sieger (Limburg) mit 18 Punkten. Der Rentenmarkt lag weiter fest, die Umsätze haben sich aber ebenfalls verkleinert. Ältbesitz 114,85 (114,65), Kommunal - Umschuldung 87,90 bis 88 (87,75), Zinsvergütungsscheine 92,50 (92,40), späte Schuldbuchforderungen unverändert 98,75, Zertifizierte Dollar-Bonds bröckelten etwas ab, young- Gulden-Anleihe waren zu 92,75 gefragt, ebenso Städte-Altbesitz zu 111,50. Don Industrie-Obligatio- nen 6proz. Hoesch 105,50 (104,75), 6proz. Verein. Stahl 105 (104,50). Don fremden Werten Bagdad II nach längerer Pause 9,75 (9,13), 4proz. Ungarn Gold 8,90 (8,95). In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft klein und auch die Kursbildung war weiterhin uneinheitlich. Schwächer tagen am Aktienmarkt JG.-Farben mit 175,75 nach 176,25 und Scheibe- anstatt mit 240 nach 242 und 243 am Samstag. Reichsbank konnten sich auf 190,50 nach 189,50 erholen, ferner stiegen Aschaffenburger Zellstoff au 102 nach 101, Muag auf 101 nach 100,50, Kaufho auf 45 nach 44,75 und eine Reihe von Montanwerken um 0,25 bis 0,tz0 v. H. Don Elektroaktien Lohmener fest mit 140,50 (138,50). Am Kassamarkt war die Haltung weiter fest, Frankfurter Hof 68,50 (66,50). DerRentenmarkt lag später still, Kommunal- Umschulung wurden mit 88,05 nach 88 umgesetzt. Von Goldpfandbriefen die beiden Frankfurter 96,75 nach 96,50, ebenso K. O. 93,50 (93,40). Liquidationspfandbriefe meist mäßig höher. Stadtanleihen waren etwas gefragt und zogen 0,25 bis 0,40 v. H. an. Don Auslandrenten Warschau-Wiener etwa 0,65 v. H. fester, Mark 14,13, Stücke 13,13. Chade-Aktien fest mit 411,25 (407). Im Freiverkehr Ufa-Aktien weiter gesucht mit 66 Geld (64). Tagesleld unverändert 2,5 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm auf allen Marktgebieten einen sehr ruhigen Verlauf. Die Kulisse verhielt sich sehr abwartend, während Publikumsaufträge nahezu fehlten Bei noch fester Grundtendenz wichen die Kurse gegen den Berliner Schluß etwas ab, wobei infolge kleiner Abgaben und wegen der Geschäftsstille eher Abbröckelungen Überwogen. Vereinigte Stahlwerke ermäßigten sich auf 94,75 bis 94,50 (94,75) und IG. Farben auf 175,25 bis 175 (175,25), ferner u. a. AKU. auf 54,25 (55). Th. Goldschmidt zuerst auf 111,25 erhöht, dann wieder auf den Berliner Schlußstand von 110,90 nachgebend. Am Kassamarkt zogen Eommerzbank und Dresdner bgrfe 18 5 9,75 6,8 *5,7 43,5 Der Tv. Wetzlar konnte seinen hohen Vorspiel- sieg gegen die Mannschaft des Tv. Vilbel nicht wiederholen. Nur verhältnismäßig knapp 9:6 (5:4) konnten die Gäste Sieg und Punkte sicherstellen. Eine unvollständige Mannschaft und Ersatz ließ das sonst gewohnte Spiel nicht aufkommen. Tv. Alsfeld — Tv. Dutenhofen 4:10 (2:3). Womit wohl kaum jemand gerechnet hatte, das ist zur Tatsache geworden Dutenhofen hat Alsfeld auf eigenem Platz sogar recht deutlich geschlagen und ihm damit, soweit sich wenigstens bis jetzt übersehen läßt, alle Aussichten für die Spitze genommen. Dutenhofen seinerseits ist dagegen mit Schlag wieder nach vorne gekommen und diese Stelle auch nicht mehr abaeben, nach- öemberg................... Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren Deutsche Linoleum Lrenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Ehade ...................... Accumulatoren-ffabrü Conti-Gummi.............. Grttzner . Mainkrastwerke Höchst a.M.... Süddeutscher Zucker ........ Hhein-Mainische Börse. rNiltagsbörse: Fest. Frankfurt a. M., 18. Mai. Zwar blieb die Haltung der Börse auch zu Beginn der neuen Woche noch fest, das Interesse hat sich aber erheblich verringert. Die Umsätze in den meisten Papieren hatten nur kleines Ausmaß. u r± Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung etwas uneinheitlich, es überwogen noch leichte Befestigungen. Die Nachfrage der Kundschaft betraf meist einige Nebenwerte, während die Kulisse überwiegend Glattstellungen vornahm. Sehr ruhig und nahezu unverändert lagen Mvntanaktien, Vereinigte Stahlwerke im Verlaufe etwas fester, Laurahutte plus 0,75 v. H. JG.-Farben lagen zunächst 1 v. H. schwächer, konnten sich aber gleich nach dem ersten Kurs auf die Samstagsnotiz von wieder 176,25 erholen, Scheideanstalt verloren 1 v. H., Goldschmidt gewannen 1 v. H. Elektroaktien lagen zumeist fest, Gesfürel und Schuckert zogen je 1,50 v. H., .Felten 0,75, Bekula 0,25 und AEG. im Verlaufe bis 0,75 v. H. an. Siemens lagen mit 195,40 voll behauptet. Von Maschinen- und Motorenwerten fliegen BMW. 1,25 v. H., Gebr. Junghans 1,90 v. H., MAN. 0,50 v. H., während Daimler und Muag je 0,25 v. H. abbröckelten. Fest lagen ferner noch Holzmann mit 123,90 (122,50) und Aschaffenburger Zellstoff mit 101 (100). Schiffahrtsaktien sowie AG. für Verkehrswesen ließen leicht nach, sonst aogen Westdeutsche Kaufhof und Metallgesellschaft \e 0,75 v. H. und Hanfwerke Füssen 0,40 v. H. an. Reichsbank-Anteile gingen nach dem scharfen Anstieg am Samstag auf 189,50 (192) zurück. deshalb die Ergebnisse fast ohne Ausnahme äußerst knapp ausfielen. Turniersieger der K r e i s k l a s s e wurde der Tv. W v h n d a ch vor Groß-Rechtenbach, Holzheim, Allendorf (Lahn), Wißmar und Dorlar. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß Groß-Rechtenbach und Holzheim mit reichlichem Ersatz antraten, so daß der Sieg des Tv. Wvhnbach nicht unverdient ist. Auch Allendorf zeigte recht beachtliches Können. Es fehlt der Mannschaft aber noch an dem nötigen Verständnis innerhalb der einzelnen Teile. Turniersieger der Jugend wurde die Mannschaft des Tv. 1 846 Gießen vor Mtv Gießen, Tv. Gambach, 1900 Gießen, Tv. Wetzlar und Tv. Holzheim. Gerade die Jugend lieferte sich Spiele, die begeistern konnten und die einen Einblick gaben in den heutigen Stand der Jugendmannfchaften. Besonders hervorzuheben ist das Treffen 1846 — Mtv., das von beiden Seiten in äußerst anständiger und technisch hochstehender Weise ausgetragen wurde. Aus jeden Fall hat die Veranstaltung, die unter Leitung von Kreisspielwart Luh stand, ihren Zweck erfüllt. Tv. Ahbach — Tv. Lützellinden 5:9 (4:4). In beiden Mannschaften konnte man eine ganze Anzahl von Neulingen feststellen, die aber ohne Ausnahme recht gut gefallen konnten. Atzbach, das bis zur Pause das Spiel noch ziemlich offen halten konnte, fiel nach der Halbzeit feinem Tempo zum Opfer und mußte unter diesen Umständen den Gästen einen verdienten Sieg überlassen. Tv. Lang-Göns 2. 3gb. — Tv. Oberkleen 1. 3gb. 6:6 (2:2). Es ist erstaunlich, in welch kurzer Zeit sich die Gäste zu einer spielstarken Mannschaft entwickelt haben. Denn Lang-Göns ein Unentschieden abzu- trotzen, will schon etwas heißen. genau 51 Meter der Hamburger Hein. Wolfs- Karlsruhe kam auf 48,71 Meter. Einen Hochsprung-Rekord schaftte am gleichen Tage in Köln der seitherige Rekordhalter W e i n k o tz. Auch hier war ein Klubkampf — zwischen KBC. und ASV. — der Rahmen. Wein- kötz schaffte 1,99.5 Meter und verbesserte damit feinen eigenen deutschen Rekord um 1,5 Zentimeter. Drei Versuche über 2,02 Meter scheiterten, doch kann man erwarten, daß dem Kölner demnächst auch die Ueberfpringung der Zwei-Meter-Grenze gelingen wird. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. 3gb. — Großen-Llnden 1. 3gd. 1:5. Die Spiele der Blau-Weißen standen am Sonntag unter keinem günstigen Stern. Eine große Ueberraschung bereitete die 1. Jugend in (Brofeen- Linden. Dor 14 Tagen noch wurde gegen die gleiche emiugi. Mstiag- bflrft 18-5 131 Punkte; Kreis IX 126,2 Punkte. Am besten schnitten am Barren ab: Schmeifeing (Kassel) 19,4 Punkte, Sieger (Limburg) 18,3 Punkte, Kehrer (Kassel) 18,1 Punkte. Das Gesamtergebnis lautete bis dahin nunmehr: für Kreis I 341 Punkte, für Kreis VIII 320,2 Punkte, für Kreis IX 305,4 Punkte. Die Spannung stieg. Würde Kreis I den Vor- fprung von rund 20 Punkten halten können, ihn noch vergrößern oder die beiden Gegner, vor allem Kreis VIII, bei den nächsten 'Hebungen noch näher herankommen? . - Am Seitpferd sah man die ausgeglichensten Hebungen; die Kasseler Turner versuchten es mit neuen Abgängen, die wohl verblüffen sollten, die aber meist nicht gelangen. Kehrer (Kassel) mit 19,6 und Wedekind (Kassel) mit 19,5 Punkten brachten vollendete Hebungen und schafften damit ihrer Mannschaft einen weiteren, wenn auch kleinen Dorsprung vor dem Kreis VIII, der seinerseits auch wieder nur einen Punkt vor dem Kreise IX lag. Das Ergebnis am Pferd lautete: Kreis I 139,5 Punkte; Kreis VIII 134,6 Punkte; Kreis IX 135,6 Punkte. Beste Einzetturner waren hier: Fluck (Limburg) 19,9, Kehrer (Kassel) 19,6, Webe- kind (Kassel) 19,5 und H. Herbert (Gießen) 18,4 Punkte. Am Reck blieb keine Mannschaft ohne Versager, doch war die Kasseler Mannschaft wiederum die am gleichmäßigsten und sichersten turnende, und sie hotte gegenüber dem Kreis VIII auch hier wiederum einen Vorsprung von 9 Punkten heraus, der schon den sicheren Sieg für die Mannschaft bedeutete. Die Hebungen wiesen durchweg sehr guten Aufbau und Vielseitigkeit auf. Ergebnis: Kreis I 141 Dünkte, Kreis VIII 132,4 Punkte, Kreis IX 131,7 Punkte. Schluß« für« 16 5- io" 6,8 9,65 5,7 43.5 Die besten Uebungen zeigen hier Wedekind, H. Herbert, Schiedeler und Schmeißing, welche mit 19,7 bis 18,9 Punkten gewertet wurden. Den Abschluß des Wettkampfes bildeten die Freiübungen, die noch von vier Turnern jeder Mannschaft geturnt wurden. Jede Mannschaft zeigte natürlich hier nur ihre vier besten Leute, und so kam es, bafe nur Hervorragenbes geboten wurde. Auch hier holte noch Kassel einen kleinen Vorsprung heraus, doch war auch hier der Kreis VIII als gleichwertig zu bezeichnen, denn er lag nur 0,7 sHnnPfp hoi Meier Uebuna zuruck. Auch der Hamburg-Amerika-Paket u Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '21.(9. für Verkehrswesen AN. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Prioat-Banl ... 4 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Retchsbank ................ i;- Datum 4% oeegi. Serie li 5% Rumän. oereinh. Rente D. 1903 4y,%RumLn.Dereinh.RenteD.lS13 4% Rumänische oereinh. Rente . e%% Anatolier Datum ManSfelver Bergbau....... 6% Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rneinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke 8 y> Otaoi Minen o Kaliwerke Aschersleben b Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdetfurth eg* SS!' Punkte bei dieser Uebuna zurück. Auch Kreis IX schnitt hier verhältnismäßig gut Das Ergebnis bei den Freiübungen: Kreis I 74,0 Punkte, Kreis VIII 73,3 Punkte, Kreis IX 70,0 I. G. Yarben-Jndustrie 1 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt 6 Rütgerswerke 6 Metallgeiellichaft 6 Die hinter den Papieren ftranriun a. DI. Benin Schluß« furd Schluß!. Abendbörse Schluß« furd Schloßt. Mittag. börse Oütum 16 5 18.5- 16 5 18-5 16.Mai 18-Mai Amtliche Notierung Geld | Brief -Amtliche Notierung Geld | Briet ouenud Ulin Brüssel .... 0,684 42,06 0,688 42,14 0,684 42,06 0,688 42,14 ■Rio de Jan. -0,137 0,139 0,137 0,139 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,07 55,19 55,12 55,24 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,335 12,365 12,345 12,375 HeljingforS.. 5,44 5,45 5,445 5,455 Paris ...... 16,375 16,415 16,38 16,42 Holland ... 167,97 168,31 167,94 168,28 .Italien .... 19,48 19,52 19,48 19,52 .laoan...... 0,722 0,724 0,723 0,725 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 dslo..... : 62,00 62,12 62,04 62,16 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,21 11,23 11,215 11,235 Stockholm... 63,60 63,72 63,65 63,77 Schweiz ... 80,40 80,56 80,42 80,58 Spanien.... 33,98 34,04 33,97 34,03 Prag...... 10,305 10,325 10,305 10,325 Budapest .. — — — —— Neuyork .. 2,485 2,489 Banknoten 2,486 2,490 Zeriin,l8.Mai | Geio 2)fiei____ 116,9 117 — — — — 101,9 101,9 — 97 _ 97 109,4 109,4 32 32 2,15 2,3 8,9 8,75 8,6 8,6 8,75 8,4 13,6 13,7 9,9 — Ämerikanhche Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Roten.................. 41,92 42,08 Dänische Roten ................. 54,87 55,09 12,31 12,35 französische Roten............... 16,33 16,39 Holländische Roteü............... 167,52 168,20 Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling 61,83 62,07 — —- Rumänische Noten.............. * — —— Schwedische Noten............... 63,43 63,69 Schweizer Noten................. 80,24 80,56 Spanische Noten................. 33,63 33,77 Ungarische Noten................ — llr. U6 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 19.2, -les iften. ’unt. 643,4 Don 'offen D0N- 'ä^9, »QUes Weit lanipf erner 270,50 , aber nunofd cheine türten Zweite 'hr am gcnüqt han- e. Das ich auf en nur ückgrej, langels mehl ilkuchen 'ährend et. , R15 |e der rMr 28,80, 1 22.45, 0 Mark 13,15,, izenklei/' 0 11,10, 10, R19 iyafchrok Erdnuß^ Treber dd. Fa» > draht». >is 3,00» mb 3,55- Gegend Fracht« r Fett' leifch, Schweine, hfenfleisch 15, b) 65, chstpreife- Hammel' sterPreis 55 bis 70, ruhig- am W : Rinder barunfer iHe, 90 87 (211, 50 kg 45 (am i a) 40 bis J2 bis 33 !n a) 41 i. Mber > bis 70', f bis 51). Schweine i 55 (551, 5 56 (-), 15er und [, ausver- eberstand. heutigen darunter flottem s kosteten rf, 8 bis 63,55 42,08 12,35 Jö 62& 1.1H. ■■—5768? 42,14 0,139 3,053 55,24 46,90 12,37 5-4 5 16,42 ’üä ts 62.16 49,05 80-58 34,03 10)325 2,490 Aus der Provinzialhauptstadt. Nein Wald! Viele taufend Morgen Wald fielen 1934 in Deutschland dem Feuer zum Opfer! Eine Waldfläche, c groß etwa wie zwei Staatsoberförstereien! Viele iillionen an Wert gingen dem deutschen Volke da» urd) verloren, besonders schwer ins Gewicht fallend i einer Zeit, wo Regierung und Forstwirtschaft einmütig bestrebt sind, unsere Holzproduktion zu oer- xrößern. Forscht man nach den Ursachen dieser Waldbrandkitastrophen, so wird man seststellen, daß in mehr als 'äv. H. der Fälle bodenloser Leichtsinn einzelner Volksgenossen die Schuld trägt. Immer wieder ist es he- noch glimmende Streichholz, die ausgeklopfte pfeife, der sorglos weggeworfene Zigarren- oder ^igarettenstummel, oder aber auch das schlecht ge» tote Lagerfeuer, das solche Waldbrände hervorruft. (5 sind nicht immer die naturfremden Städter, es ist richt immer die unbesonnene Jugend, die auf Ausfugen und Wanderfahrten leichtsinnigerweise Feuer crilegt. Auch bei der Landbevölkerung gibt es Uebel- Kter, und mancher Waldbrand ist dadurch entstan- t?n, daß beim Verbrennen von Reisig, Unkraut oder leim Brennen von Rasenasche nicht ausgepaßt rurde, so daß bei ungünstigem oder umspringendem Oind das Feuer plötzlich in den benachbarten Wald iineinlief. Der große Schaden, der 1934 auf solche Weise am Rutschen Walde entstand, hat die Regierung veran- Das Dankopfer der Kation muß zur Großtat des deutschen Volkes werden! lifjt, sehr scharfe vorbeugende Maßnahmen zu er- (reifen, weil sie nicht zusehen konnte, wie durch Un- cchtsamkeit Einzelner der deutsche Wald in Flammen cjfging. So wurde das Errichten von Zelten und .agerstätten im Walde ohne besondere Erlaubnis Erboten, das Anzünden von Feuer und das Rauten auch auf öffentlichen Wegen, oder den freigege- I?nen Lagerstätten unter Strafe gestellt. So notwendig und nützlich die strenge Verordnung 5inächst war, wird auf die Dauer Unheil vom Walde trost am Lagerfeuer unseren Toback rauchen, und ' e> wird doch dem Wald kein Schaden geschehen. 2ann erst wird die Waldbrand-Verhütungs-Aktion hr „Arbeitsgemeinschaft für Schpdenverhütung" mit tm Reichsnährstand und dem Reichsforstanit den (»wünschten Erfolg haben. Erzieht euch gegenseitig zur äußersten Sorgfalt, tonn sind die 10 Gebote der Waldbrandoerhütung lald gelernt, die da lauten: 1. Raucht niemals im Walde zu Zeiten, wo es erboten ift; ist es aber erlaubt, fo gewöhnt euch taran, jedes abgebrannte Streichholz und jeden (tummel mit dem Spazierstock mindestens zehn Zentimeter tief im frischen Boden zu beerdigen inb diesen festzutreten! 2. Macht niemals Feuer da, wo leicht brenn» bres Zeug in der Nähe ist. Meidet insbesondere lie Nähe von Schonungen und von jungem Nadel- , s^lz. Meidet aber auch Flächen mit trockenem Gras ber gar Reisig! 3. Macht Feuer nur auf wundem Boden oder icachdem ihr den Bodenüberzug sorgfältig entfernt fabt. Am besten auf einem breiten Weg oder in e ner Kiesgrube! 4. Löscht das Feuer sofort, wenn stärkerer Vind aufkommt und wenn Funken fliegen! 5. (Solange das Feuer, brennt, muß für Wache Zwischen den Zelten. NSG. In den nächsten Tagen werden die Zeltlager der HI. an den schönsten Plätzen des Gaues wieder eröffnet und gewähren Taufenden und aber Taufenden Jungen die Möglichkeit, sich von harter Arbeit zu erholen, sich zu entspannen, neue Kräfte zu sammeln und den Geist der ewig jungen Kameradschaft zu erleben. Hier und da sind Zweifel entstanden und haben sich Bedenken erhoben, ob in so vielen Lagern — es werden 22 errichtet — und bei einer derartig großen Anzahl von Jungen — jeder achttägige Lehrgang faßt 200 Kameraden zusammen zum einen —, eine reibungslose Verpflegung sichergestellt, zum andern für jeden einzelnen wirklich die notwendige Sorgfalt aufgebracht werden kann, um ihm diese acht Tage zu einem Erlebnis werden zu lassen. Um alle diese Bedenken zu zerstreuen und alle Eltern von vornherein jeder Sorge zu entheben, haben wir die Gauamtsleitung der NSV. ausgesucht, die ja in engster Zusammenarbeit mit der HI. die Betreung der Zeltlager in ihre Hände genommen hat, und uns mit dem stellv. Gauamtsleiter Graf und seinem bewährten und umsichtigen Mitarbeiter, Pg. Linnenkohl, über alle wesentlichen Fragen unterhalten. Die Verpflegung wird, antwortete man uns, von der NSV. als Gefamtorganisation sichergestellt. Jeder Kreis tritt nach seinen Kräften für die Durchführung dieser schönen Ausgabe ein. Die Lager werden jeweils von der Kreisamtsleitung betreut, in deren Bereich sie liegen. Bewährte Amtswalter nehmen die regelmäßige Herbeischaffung der Verpflegung in die Hände und verwalten die Re- feroelager, die mit den notwendigen Vorräten an- gefüllt sind. Bei der reichhaltigen K o st wird jede Schematisierung vermieden. Sie richtet sich nach der Jahreszeit und trägt dem kräftigen Hunger Rechnung, der da draußen in der freien, frischen Luft nur allzu rasch aufkommt. In der Hauptsache gibt es kräftige Eintopfgerichte. Morgens und abends Brot und gute Zukost. Auch für frisches Gemüse wird gesorgt und frisches Fleisch jeweils aus der Umgegend herbeigeschafft. Frische Milch ist stets vorrätig, abwechselnd wird dann Kakao, Kaffee und Tee getrunken. Für Leckereien ist kein Platz! Die Köche, die während der Dauer des Lagers für das leibliche Wohl der Jungen sorgen und denen peinlichste Sauberkeit über alles geht, sind meistens Berufsköche und besitzen besondere Erfahrung in Großküchen an Speisekesseln. Selbstverständlich sind sie vorher auf ihren gesundheitlichen Zustand ärztlich untersucht worden. Ihre Küche ist mit allen notwendigen Geräten ausgerüstet, sogar eine Brotmaschine und ein Fleischwolf sind vorhanden. Die regelmäßigen und reichhaltigen Mahlzeiten bewirken erstaunliche Gewichtszunahme, doch setzt sich durch die dauernde Bewegung im Freien und durch den planmäßigen Sport kein faules Fett an, sondern es ist eine allgemeine Muskelstärkung und eine Kräftigung des Körperbaues zu beobachten. Die Wasserversorgung war eine Hauptfrage bei der Errichtung der Lager. Hier sind keine Kosten gescheut woden, um einwandfreies, sauberes Koch- und Trinkwasser zu stellen. Die sanitären Einrichtungen der Lager sind für jeden Zwischenfall gewappnet. Der Sanitätsraum enthält zwei Feldbetten, eine reichausgestattete Lagerapotheke und die notwendigen Mittel zur ersten Hilfe. Er dient als Unterkunft für leichtere Erkrankungen. Täglich besucht der HJ.- Arzt das Lager, in das, wie schon bekannt, nur vorher ärztlich untersuchte Jungen ausgenommen werden. Ist es nicht beruhigend, gu wissen, daß während der vorjährigen Zeltlager nur 0,2 v. H. leichtere Erkrankungen zu verzeichnen waren. Das sind weniger als bei einem Aufenthalt zu Hause ober in den sogenannten Sommerfrischen. Kein Wunder bei der Kost, dieser gesunden Lust und dem gesunderhaltenden Sport. Einwändsreie sanitäre Anlagen sind selbstverständlich und werden desinfiziert. Das alles trägt zum Erfolg der Lager bei. Nimmt man noch hinzu die vielen Spiele und den vielseitigen Sport, der den Tageslauf ausfüllt, das Marschieren und das Streifen im Gelände, das Baden und Schwimmen im See oder am Flußufer, fo nimmt es nicht wunder, frische, fröhliche, sonnengebräunte Jungen, die das Lager zu einer Kameradschaft geschmiedet, heimkehren zu. sehen. Mit Vergnügen stellen Lehrer, Meister und Betriebsführer fest, baß bie Jungen kräftiger, aufmerksamer, stolzer geworben sinb, unb mit Freu- ben nehmen bie Eltern wahr, baß ihre Söhne verträglicher, orbentlicher anspruchsloser, babei selbstbewußter, kurz, baß aus „Muttersöhnchen" „Kerle" geworben sind. gesorgt werben. Ein guter Spaten muß immer zur Hand sein. 6. Minbestens eine Stunbe vor bem Weitermarsch muß bas Feuer sorgfältig burch Aufschütten von Erbe gelöscht werben. Man kann sich nicht oft genug überzeugen, baß es auch wirklich aus ist. 7. Bemerkst bu im Walb einen Branb von solchem Ausmaß, baß bu ihn nicht selbst sofort unb sicher löschen kannst, so hole im Eiltempo Hilfe unb benachrichtige womöglich ben Förster! 8. Sinb mehrere Personen ba, so läuft nur einer (aber nicht ber Dümmste), während die anderen mit grünen Zweigen versuchen sollen, das Feuer auszuschlagen. 9. Bei größerem Feuer bewaffne dich so schnell wie möglich mit einem guten Spaten oder mit Axt unb Säge unb stelle bich 10, schweigenb bem Leiter ber Branbbekämpfung zur Verfügung! Dornotizen. lagesfalenber für Dienstag. NSG. „Kraft burch Freube": 17.30 bis 18.30 Uhr, Kinbergymnastik, Frankfurter Straße 60 (Gartenhaus); 20.30 bis 21.45 Uhr, fröhliche Gymnastik unb Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr (für Mäm ner unb Frauen), 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen), Schwimmen im Dolksbab; 21 bis 22 Uhr, Reiten, Reitschule Schömbs; 18 bis 19 Uhr unb 19 bis 20 Uhr, Tennis. — Stabttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Pygmalion". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der SDie deutsche Rrbeitofront n.9.=6cmcinf(haft „firaft Öurdi freube Kurier des Zaren". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lockenköpfchen". Stabttheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung bes Gesellschaftslustspieles „Pymalion" von Vernarb Shaw. Die Spielleitung liegt in ben Hänben von Wolfgang Kühne. Mitwirkende: Damen: Decker, Henckell, Markgraf, Schubert-Jüngling unb Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, Hub, Lindt, Lüpke unb Schorn. 31. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Volkstanzkreis. Der nächste Uebungsabenb bes Volkstanzkreises finbet Freitag, 22. Mai, abends, im Haus ber Arbeit statt. Beginn wie üblich. Vorwegenfahrl vom 19. bis 26. 2Nai. Diese Fahrt ist gesperrt. Es können keine Anmel- bungen mehr entgegengenommen werben. NSLB. Abteilung Höhere Schule. Fachschaft „Neuere Sprachen". Nächste Sitzung ber Arbeitsgemeinschaft am Freitag, 22. Mai, 16 Uhr, in ber Oberrealschule Gießen. Oie blaue perle. Bilder aus der Türkei von Alfred Thunert. Ja, eine ganz gewöhnliche blaue Glasperle muß e> sein! Manchmal sinb es auch mehrere, hintereinander oufgereiht auf gäben von Hanf ober mit fieber» är«einen verknüpft zu ben oerschiebensten Mustern inb Bänbern. Und warum muß es gerade eine t-laue Perle sein? Denn es ist eigentlich erstaun- l'ch, daß ber Türke nicht auch bas wunberovlle satte (frün — bie heilige Farbe seines Propheten Akohammeb — zur Farbe seines Amulettes gemacht Hit. Aber eine Erklärung bafür bleibt ber Trimer fgulbig: es Hilst gegen ben bösen Blick! Das ist bie Dielfagenbe Antwort. Erst wenn man längere Zeit in Orient gelebt hat, bemerkt man so nach unb nach, wie mannigfach unb in welcher Weise die biaue Perle als Schutz gegen Unglück Anwendung finbet. Für ben durchreisenben Auslänber gibt es je fo viele Sehenswürdigkeiten zu bewundern, ba feilen biefe kleinen blauen Perlen gar nicht auf. Unb bvch finben wir sie- überall. Kaum sinb wir mit unserem Schiff im Hafen augelangt, fo begegnet sie uns zum erstenmal: sie figt an ben breiten Riemen ber lebernen Tragkissen, llelche bie Lastträger (Hamalo), bie sicb uns mit y- oßem Wortschwall, unterstützt von sprechenben 2»m- und Handbewegungen, anpreisen, zum besse- r n Transport von oft sehr fchweren Lasten tragen. M ben fieberbänbern, roh mit Schnur befestigt, fnben wir sie, bie blaue Perle. Rach mehr ober minber angenehm verlaufener ^Dllkontrolle sinb wir glücklich im Auto unterge- b'acht, ba fällt unser Blick abermals auf solch einen llnglücksverhüter: ben Knopf bes Kühlers schmückt ene Kette blauer Perlen. Man könnte mir vielleicht e itgegenhalten, baß bieser Aberglaube nur möglich i im Innern Anatoliens, wo bie alten hochbeini- g n, ausrangierten Forbautos noch ihr klappriges Znfein fristen. Sie sinb ja wirklich oft eines gut» g meinten, aufmunternben Blickes bebürftig. Nein, ii Stambul, selbst auf ber Perastraße, wo sich ber Lutoverkehr oft in beängftigenbem Tempo abfpielt, jähren bie mobemften Autos nicht ohne bie Schutz- p rlen. Benutzt man eine Droschke ober im Vor- -itoerkehr eine Thalika (ßanbauer), leuchtet auch i» rt von ber Blesse ber Pferbe ein Bünbel blauer Irrten ober um ben Hals ber Tiere sinb breite S?tten geschlungen. Unsere Füße sinb bestaubt von einer längeren Wanberung unb wir suchen nach einem Schuhputzer. Dieser hat uns schon längst bemerkt, er sitzt im Schatten einer großen Platane dicht an bem Gitter, bas sich um eine Moschee zieht, unb sucht burch lautes Klopfen mit ber Bürste auf seinen Schuhputzkasten unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Währenb er arbeitet, haben wir ja nun etwas Zeit, ben Burschen bei seinem Handwerk zu beobachten. Die Deckel ber Näpfchen mit schwarzer, brauner unb roter Cream sinb fein blank geputzt unb spiegeln wie ber Messinqbeschlag seines Kastens bie Sonne roiber. Unb sehen, wir genauer hin, bann finden wir auch bie blaue Perle, bie als Kette fein säuberlich um bie Stütze gebunden ist, auf bie wir unseren Fuß zum Putzen stellen. Die Sonne lacht vom blauen Himmel unb lockt zu einem Ausflug nach ben Prinzeninseln. Was macht es ba für Spaß, womöglich in größerer Gesellschaft einen Eselritt zu unternehmen. Die schmucken Tiere in grauem, weißem unb braunem Fell scharren ungebulbig ben Boben. Schnell hat man mit bem Eselsjungen pasalik gemacht — bas ist bas Verhanbeln über ben Preis — unb im kräftig rüttelnben Trab zieht bie Eselkavalkabe ab. Nur keine Angst, mein Reiter, bir kann nichts passieren: bein kleiner Eschek (Esel) trägt stolz ein ganzes Gehänge von blauen Perlen vorn auf ber Brust, biefes schützt auch bich vor etwaigen Gefahren. Für besondere Fälle sind außer bem Halsschmuck noch einiae Perlen mit blauen unb roten Bänbern in ben Schwanz gebunben, was bu beim Umroenben mit Beruhigung feststellst. In ber Ferne sehen wir etwas blinken, es ist ber Subii, ein Wasserträger, ber mit lauter Stimme bir bie Vorzüge seines Wassers anpreist. Der Mann hat recht, benn was schmeckt köstlicher als ein frischer Trunk vom Kaischdag ober vom Sultan-Achmet- Quell! Der Wassermann trägt auf bem Rücken brei nach oben hin kleiner werdende blinkende Messing- öder Nickelkugeln, in denen sich das Wasser befindet. Er neigt sich vorne über, um dein Glas zu füllen. Hell klingen dabei die Glöckchen und Messingplättchen, bie bie obere Kugel krönen. Unb siehe ba, auch zwischen biesen leuchtet wieber eine blaue Perle. ♦ Wer nach Stambul kommt, muß auch ben Blumenbasar gesehen haben. In enger Straße, über« bacht durch Schatten spendende Zeltbahnen, sind bie Blumen in Töpfen unb Kästen ausgestellt. Dort ist auf einen Stab, ber einer seltenen Blume eine Stütze gibt, eine Hummerschere ober ein ausgeblasenes Hübnerei gesteckt. Dieses sinb speziell für Pflanzen gute Schutzmittel, aber auch hier hängt an einem Hybiscusstrauch eine blau" Perle, die in köstlichem Kontrast zu ber glutroten Blüte steht. Jebes Tier bekommt seine blaue Perle, sei es bas burch bie Straßen mit hoher Holzkohlenlast wan- kenbe Kamel ober ber Wasserbüffel, von dessen Stirn sich das Blau besonders gut abhebt. Der schneeweißen Angorakatze ist eine Perle in das rosa Halsbändchen geknüpft, jede Kuh, jedes Kälbchen und Schäfchen hat neben der hellklingenden Glocke blaue Perlen am Halfter. Warum soll das kleine Kind im Wagen durch ein Armband nicht geschützt sein, wenn die Mutter eine blaue Perle als Anhänger um ben Hals trägt? Als in bem kalten Winter 1929 meine Frau mit unseren Kin- bern in Deutschlanb war, ließ ich eines unserer Schäfchen scheren unb meine anatolische Arbeitsfrau spann Garn unb strickte köstlich warme Strümpfe für bie Kinber unb meine Frau. Als die Arbeiterin sie mir brei Wochen vor Weihnachten strahlenb überreichte, bamit sie pünktlich zum Fest einträfen, ba hatte sie natürlich auch blaue Perlen angeheftet. Auch einen kleinen Esel hatte ich im Stall, es war ber ausgesprochene Liebling meiner Frau. Sie war mit ben Kinbern nach Deutschlanb gefahren unb bort schwer erkrankt, so baß ich monatelang in größter Sorge um sie war. In bieser Zeit roeibete wie üblich mein Vieh auf einem nahen Hang, barunter auch mein kleiner Esel, August genannt. Eines Abenbs kam mein Arbeiter ganz entsetzt angelaufen unb sagte mir, baß ber Esel in einen nahen Brunnen von zehn Meter Tiefe gefallen fei. Als ich zu dem Brunnen kam, war das Tier tot und nichts mehr zu helfen. Ich war noch ganz erschüttert von bem Vorgefall"nen. als mich meine türkische Nachbarin, eine alte Frau, anrebete: „Du mußt nicht traurig fein, dein totes Tier hat das Unglück von deiner Familie genommen." Vier Tage später erhielt ich von meiner Frau einen Brief, in bem sie mir schrieb, baß sie auf bem Wege zur Besserung unb abenbs aus bem Krankenhaus entlassen sei — es war genau zur Stunbe, ba ber Esel in ben Brunnen gefallen war. Da fiel mir ein, baß ich zum Glück meinem Esel keine blaue Perle umgehängt hatte. Kann man ba nicht auch abergläubisch werben? Dienztag, 19. Mai (936 Es spricht Professor Dr. Fischer über „Die nor« bisch-germanische Grunblage ber englischen Kultur". Gäste willkommen. Wirtschastskundliche Studienfahrten der DAi?. In allen Gauen bes Reiches werben jetzt bie wirtfchaftskunblichen Stubienfahrten, bie vom Amt für Arbeitsführung, unb Berufserziehung ber Deutschen Arbeitsfront geschaffen würben, burchgeführt. Diese wirtfchaftskunblichen Stubienfahrten sinb eine Spitzenleistung nationalsozialistischer Berufserziehung. Allen Teilnehmern bieser wirtschaftskunb- lichen Stubienfahrten wirb bie Gelegenheit geboten, bas Wirtschaftsleben ber beutschen Gaue in seiner Vielgestaltigkeit kennenzulernen, benn biefe Fahrten führen ben beutschen Arbeiter in bie beutschen Werke unb zeigen ihm hier, wie bie Verrichtung jebes Teiles ber Arbeit unbebingt wichtig unb notwendig ift. In lebendigster Form wird durch das Erleben einer wirtschaftskundlichen Studienfahrt ber organische Zusammenhang ber vielgestaltigen beutschen Wirtschaft erkannt. Jebe sorgfältig vorbereitete Fahrt wirb burch ihre Vielgestaltigkeit überraschen unb bem Teilnehmer eine Menge Anregungen bringen. Mit ben Kame- raben ber Arbeit ber besichtigten Betriebe werden Kameradschaftsabende ben Teilnehmern ber Fahrten bie Möglichkeit bieten, in ber sachlichen Arbeit begonnene Kamerabschaft im fröhlichen Beisammensein zu vertiefen unb zu erweitern. Sv sinb bie wirtschaftskunblichen Stubienfahrten ein wesentliches Mittel ber Berufserziehung, benn einmal vermitteln sie ben Wissensstoff in anregendster unb grünblicher Form, zweitens sinb sie ein wesentliches Mittel ber Erziehung zur beutschen Volksgemeinschaft. Der Gau Hessen-Nassau wirb in ber Zeit vom 8. bis 13. Juni eine Reihe wirtschaftskunblicher Stubienfahrten burchführen, so für die RBG. „Chemie", „Holz", „Druck und Papier". In der Zeit vom 24. bis 29. August wird RBG. „Stein unb Erbe" eine Fahrt burchführen. lieber biefe Fahrten erteilt bie Kreiswaltung ber DAF., Abteilung für Arbeitsführung unb Berufserziehung, Schanzenstraße 18, Auskunft. Fahrtenpläne sinb auch hier zu erhalten. Land und Leute Südamerikas. Die Ortsgruppe Gießen bes VDA. veranstaltete am Samstag unter ber Leitung von Kreisfchulrat Nebeling im Realgymnasium einen Vortrags- abenb, bei bem Dentist Weiß aus Hungen über ,„Lanb unb Leute in Sübamerika" sprach. Von zahlreichen Bildern unterstützt gab er, ausgehend von ber Stadt Buenos Aires, eine interessante Schilderung dieses dünn besiedelten Landes, bem sogen. Silberlanb, in bem Viehzucht unb Lanbwirt- schäft bie Hauptsache sind. In bem fruchtbaren Argentinien haben sich sehr viele Deutsche nieberge- lassen, aber ber unerbittliche Kampf um bas Dasein hält unter ihnen eine starke Auslese, fo baß nur bie Besten unb Tüchtigsten sich burchzusetzen vermögen. Der Vortragenbe schilberte in anschaulicher Weise einen solchen Kamps bes Sieblers in dem Gran-Chaco-Gebiet, wo ber Kolonist sich unter ungeheuren Anstrengungen in ben Urwalb hineinarbeiten, Wege unb Lanb verschaffen kann, bas bann in Fülle vvrhanben ist. Ohne Gelb ist auch bort kein Brot zu haben, unb es erforbert, wie überall, eine Unsumme von Mut, Energie unb Lewillen, um sich burchzusetzen. Den bort lebenben Deutschen fehlen bie Schulen unb Kirchen, bie Bollwerke bes Deutschtums, ohne bie sie bem Volke verlorengehen. Wie wichtig ihr Vorhanbensein ist, zeigte der Rebner an einzelnen anberen Städten unb Staaten, in benen bas Deutschtum sich mit beren Unterstützung erhalten konnte. In seinen weiteren Ausführungen zeigte er Bilber aus bem süb- lichen Brasilien, bas mit feinen schönen unb mober- nen Stäbten unb Ansieblungen unb burch seine Fruchtbarkeit viele Tausenbe von Deutschen ange- lvckt hat, bie hier vielfach ein auskömmliches unb einflußreiches Leben führen. Ihnen allen bas Deutschtum zu erhalten, ist bie wichtigste Aufgabe bes beutschen Volkes, unb mit Freube stellte ber Oie nahrhafte Krähe. Die Krähe — bie ja währenb bes Weltkrieges in Deutschlanb auf mancher Speisetafel erschien — ist heute im amerikanischen Staate Oklahoma eine Art Volksnahrungsmittel aeroorben, nachbem amerikanische Wissenschaftler festgestellt zu haben glauben, daß die Krähe das nahrhafteste Wildgeflügel ist und ihr Fleisch einen hohen Hundertsatz wichtiger Vitamine enthält. Zudem sind die Krähen- gerade in Oklahoma sehr billig, weil sie für bie Landwirte eine wahre Plage barstellen. Sogar der Gouverneur bes Staates gab kürzlich ein öffentliches Festessen, bei bem Krähenbraten aufgetragen würbe, ber sämtlichen Teilnehmern gut geschmeckt haben soll. Eine Iran leitet einen !?uh-allklnb. Die einzige junge Dame, bie einen Fußballklub leitet, ist Mrs. Margaret Smith, ber „Meister" eines Fußballklubs im Norben Conbons. Ihr Vater war ehrenamtlich Sekretär bes Klubs; doch mußte er oft auf Geschäftsreisen gehen. Dann besorgte feine Tochter ganz allein sämtliche Angelegenheiten bes Klubs. „Nicht immer interessierte ich mich so sehr für bas Fußballspiel", erzählt sie selbst. „Dann tat ich es, weil ich meinem Vater helfen wollte. Ich begleitete ihn zu Fußballwettkämpfen, um zu beobachten, wie unsere Mannschaft spielte. Allmählich fing ich auch Feuer und bin nun eine leidenschaftliche Liebhaberin des Spiels." Sie besorgt alles, was man von einem guten Klubleiter verlangt. Sie wählt die Spieler aus, — sie hat sogar eine besonders glückliche Hand in der Auswahl 'zusammenpassender Spieler; sie berät mit ihnen bie Kampfmethoben, bie gerabe im Augenblick erforderlich sind, unb sie ermuntert sie burch Zurufe von ber Tribüne. Eine ber Aufgaben, für bie sie be- fonbers geeignet ist burch ihre fiiebensroürbigfeit unb Kunst ber Menschenbehanblung, ist bie „Los- eifung" ber Spieler, bie natürlich alle voll beschäftigt im Beruf stehen unb bie für bestimmte Termine frei zu machen sinb. Ihr Verein, ber vor vier Jahren seine Spiele mit ein paar ortsansässigen Fußballspielern begann, ist jetzt überall rühmlich bekannt. „Früher riefen wir überall an, um anbere Klubs zu Partnern zu bitten, jetzt klingelt man jedoch uns an", erklärt Mrs. Smith stolz. Einer ihrer Mittelstürmer kommt regelmäßig aus Holland herbeigeflogen, um für diesen rührigen Klub zu spielen. Redner fest, daß die deutschen Kolonisten dort draußen heute von der deutschen Regierung nicht vergessen werden. In einem kurzen Schlußwort wies Kreisschulrat Nebeling auf die Bedeutung der Betreuung unserer Volksgenossen jeneits der Grenzen hin, um sie dem Volkstum zu erhalten. Gerade in unserer Zeit sind sie dem Reiche und dem Volke wertvolle Helfer. Dorum sollte jeder Volksgenosse im Reiche Opfer für den VDA. bringen, um auch hier dem Deutschtum zu helfen. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde der Abend beschlossen. Eportamt »Kraft durch Freude". heule folgende Kurse: Kindergymnastik. Von 17.30 bis 18.30Uhr Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Damm- straße 26. Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene). Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer im Volksbad; von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen im Volksbad. Tennis. Von 18 bis 19 Uhr und von 19 bis 20 Uhr, städtische Plätze am Schützenhaus. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unioersitäts-Reit- institut, Brandplatz. Reue kdF.-Sportkurse im Freien: In dieser Woche beginnen auf dem Unioersitäts- Sportplatz am Kugelberg Kurse verschiedener Art. Folgende Uebungstage sind vorgesehen: Donnerstag, 21. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr: Leichtathletik und Waldlauf für Frauen und Männer. Montag, 25. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr: Allg. Körperschule und Spiele für Frauen und Männer. Die Kosten für diese Kurse betragen 20 Pfg. für den Uebungsabend. Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten. Tenniskurse! In folgenden Tenniskursen sind noch einige Plätze frei: Sonntags von 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Montags, von 18 bis 19 und von 19 bis 20 Uhr. Die Kosten betragen für den sechsstündigen Kursus für Mitglieder der DAF. 4,80 Mark, für Nichtmitglieder 6 Mark. Baldige Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten. Bälle und Schläger werden gestellt, Platzmiete und Balljungengebühr ist im Preis einbegriffen. Reue kdF.-Sporlkurse im Freien. Reichssportabzeichen. Samstag von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportvlatz am Kugelberg. Allgemeine Körperschule und Spiele (Frauen und Männer). Ab Montag, 25. Mai, von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportplatz. Leichtathletik und Wald'lauf (Frauen und Männer). Ab Donnerstag, 28. Mai, von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportplatz. Rettungsschwimmen. Ab Montag, den 25. Mai, von 18 Uhr ab, Müllersche Badeanstalt. Schwimmkursus für Anfänger. Montag, 25. Mai, ab 18 Uhr, Müllersche Badeanstalt. Anmeldungen und Auskunft auf der Geschäftsstelle der RSG „Kraft durch Freude",, Schanzen- straße 18. Gießener rvochenmarkkpreije. * Gießen, 19. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Unterkohlrabi 8, Erbsen 30, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, X kg 14 bis 18 Pf., Aepfel 25 bis 50, Kirschen 70 Pf., Erdbeeren 2 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. ♦ ** D i e Dien st stunden bei den Gießener Gerichtsbehörden. Mit Wirkung vom 2. Mai ab sind die Dienststunden bei den Gerichtsbehörden in Gießen (Landgericht, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht) wie folgt festgesetzt worden: Montags bis Freitags von 7 bis 13 Uhr. und von 14.30 bis 17.00 Uhr, Samstags von 7 bis 12.30 Uhr. ** Silberne Hochzeit. Schuhmachermeister Karl G u t b u b und Frau Karoline, geb. Schmitz, Kirchenplatz 21 wohnhaft, begehen am morgigen Mittwoch, 20. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit. Das Jubelpaar ist seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Freie Lehrerstellen in Oberhessen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Michelnau, Kreis Büdingen, Dienstwohnung ist vorhanden und sofort beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in R a i n r o d, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung ist vorhanden und frei; eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung ist vorhanden und frei. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. ** Kein Gras in den Mund nehmen! In den Tagen, da sich die Wiesen und Felder zu voller Pracht entwickeln, ist es notwendig, auf eine Unsitte aufmerksam zu machen, die schon manchmal großes Leid im Gefolge hatte. Da wandert einer durch die prangende Natur, zupft sich einen Grasoder Aehrcnhalm ab, steckt ihn unbesonnen in den Mund und kaut daran voller Lust. Durch das Gras und noch mehr durch Getreidehalme wird jedoch der Strahlenpilz, der an den Halmen sitzt, auf den Menschen übertragen. Er äußert sich viel- leicht im Anfang nur als eine harte Geschwulst, etwa am Hals, und wird leicht mit einer harmlosen Krankheit verwechselt, die als Geschwür oder Fu- runkel nach außen in Erscheinung tritt und behan- delt wird. Wird die Krankheit sofort erkannt und zieht der Kranke auf schnellstem Weg einen Arzt zu Rate, dann besteht die Möglichkeit, den Strahlenpilz auszuheilen. Wenn nicht, dann kann sich trotz zahlreicher Operationen der Pilz im Körper immer weiter ausbreiten. Die Behandlung ist immer sehr schwierig und erfordert die ganze ärztliche Kunst, wie auch eine große Geduld von feiten des Kranken, da Rückfälle sehr häufig sind. ** Verkehrsunfall. Am gestrigen Montagnachmittag stieß an der Ecke Ebelstraße-Wilhelm- straße vor der Gastwirtschaft „Zum Graf Zeppelin" ein Radfahrer mit einem Auto zusammen. Der Radler wurde dabei am Kopfe verletzt und mußte im nahegelegenen Kreisgesundheitsamt verbunden werden. ** Erster Regimentstag des Reserve- Feldartillerie-Regiment 5 5. Am 30. und 31. Mai sowie 1. Juni (Pfingsten) findet der erste selbständige Regimentstag des Reserve-Feldartillerie- Am Sonntag zeigte sich G a r b e n t e i ch in be- sonderem Festschmuck. An diesem Tage kamen etwa 1000 Sänger des Sängerkreises Gießen (Gruppe II) im Gau XII zu Gast. Schon in früher Morgenstunde hielten die Sänger ihren Einzug, um sich wieder ernster Kritik zu unterziehen. Der geräumige Saal des Saalbaues Lotz war schon lange vor Beginn dicht gefüllt. Pünktlich um 9 Uhr betraten der Wertungsrichter Dr. Rudolf Werner, Frankfurt, der Kreisführer des Sängerkreises Gießen, Müller-Gießen, begleitet von Mitgliedern des Kreisvorstandes den Saal. Nach kurzen Begrüßungsworten des Sangesbruders Stein, Garbenteich, begann das Wertungssingen, an dem folgende zwanzig Vereine teilnahmen: Ge- sangoerein „Viktoria" Garbenteich (Chorleiter Karl Sommer), „Germania-Liederkranz" Kirch-Göns (Willy Schüler); „Sängeroereinigung" Albach (Christian M ö b u s); „Germania" Steinbach (Gg. Harnisch); „Eintracht" Hausen (Otto Bender); „Eintracht" Grüningen (Robert Häuser); „Ju° genfreund" Watzenborn-Steinberg (Alb. Schleuse); „Germania" Watzenborn-Steinberg (Gg. Harnisch), „Germania" Großen-Linden (Hch. Blaß); „Adam Jsheimscher Gesangverein" Grüningen (Otto Bender); „Harmonie" Großen-Linden (Wilhelm Schöttler), „Sängerkranz" Watzenborn-Steinberg (W. S p o r y); „Eintracht" Watzenborn-Steinberg (Gg. Harnisch), „Eintracht" Steinbach (K. Sommer); „Frohsinn" Garbenteich (Gg. Harnisch); „Frohnsinn" Lang-Göns (Hch. Blaß); „Eintracht" Leihgestern (Fritz Leib), „Liederkranz" Leihgestern (Hch. Blaß) und „Germania" Burkhardsfelden (Rud. Nicolei). Jeder Chor hatte zwei Lieder zu singen, darunter ein Volkslied. Das 'Singen nahm etwa vier Stunden in Anspruch. Nach einer kurzen Mittagspause stellten sich alle Vereine mit ihren Fahnen zu einem Zug durch das Dorf auf. Unter Dorantritt der Jugend und flotter Marschmusik ging es in langem Zuge durch Garbenteich. Auf dem Adolf-Hitler-Platz fand eine Kundgebung statt, die nach altem Brauch mit dem deutschen Sängergruß eröffnet wurde. Hierauf sangen alle Sänger den Massenchor „Für Deutschland". Sängerkreisführer Müller (Gießen) begrüßte in seiner Ansprache zunächst die Sänger, die Ehrengäste und die Einwohner von Garbenteich, ferner dankte er den Sängern für ihre eifrige Arbeit. Dann sagte er in seiner Ansprache u. a. weiter: Für das deutsche Lied, den tiefsten und schönsten Ausdruck deutschen Wesens und deutschen Gemüts, wollen wir uns immer zusammenfinden, um mitzuhelfen am Aufbau unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Den deutschen Männergesang zu pflegen, der alle singenden Volksgenossen in Stadt und Land einander näherbringt und somit Volkstumsarbeit leistet, soll die hohe Aufgabe der Männergesangvereine sein. Das deutsche Volk will singen und es soll singen. Ein Volk, das singt, mit dem geht es aufwärts. Wir haben dies deutlich genug erfahren dürfen. Denken wir nur zurück an die Zeit des Umschwungs zum Dritten Reich. Froh und begeistert erklangen sofort wieder die echten deut- prämiierungSmarlt in Schotten. Die Bürgermeisterei Schotten lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zum bekannten Schottener Prämiierungsmarkt am dritten Pfingstfeiertag (2. Juni) ein. Der Markt besteht bekanntlich aus Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt. Außerdem findet Volksfest mit Konzert und Tanz statt. Näheres in der Anzeige. Landkreis Gießen £ Wieseck, 18. Mai. Der Spar- und Vorschußverein Wieseck hielt am Samstagabend im Saale von K. Erb seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Lotz gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder, die in der üblichen Weise geehrt wurden. Ein erhebender Auftakt zur Versammlung war die Ehrung des Mitgliedes Wagnermeister Wilhelm Schäfer II., der 45 Jahre im Aufsichtsrat, davon lange Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kasse tätig war. Der Vorsitzende hob die großen Verdienste des Jubilars gebührend hervor und überreichte ihm im Namen der Kasse ein Ehrendiplom. Der Jubilar dankte mit bewegten Worten für diese Ehrung. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden ging hervor, daß unter unserer neuen und festen Staatsführung der Spar- und Vorschußverein einen starken Aufschwung genommen hat, der sich im letzten Jahre durch Erhöhung der Spareinlagen um rund 10 000 Mark mehr afs im Vorjahre auswirkte. Infolgedessen konnten fast alle an den Spar- und Dor- schußoerein gerichteten Kreditgesuche bewilligt werden. Außerdem ist die Kasse in der Lage, neben den Mitteln für laufende Kreditgesuche das Kapital für einen Wohnhausneubau zur Verfügung zu stellen. Regiments 55 in Steinbach, Amt Bühl (Baden) statt. Das Nachrichtenblatt des Referve-Feldartillerie-Regi- ments 55 veröffentlicht in feiner Märznummer die Aufrufe der ehemaligen Regimentskommandeure B a e n s ch und von Hartwig, die in warmen und eindringlichen Worten zur Teilnahme an diesem 1. Regimentsappell auffordern. Eingeladen sind alle Kameraden des Regiments, sowohl der Batterien als auch der Stäbe und der Kolonnen I., II. und III./55, der LMK. 826, sowie der schw. FH.-Kol. 75 und 76. Die Reichsvereinigung ehemaliger Angehöriger des Reserve-Feldartillerie-Regiments 55 hat in mustergültiger Organisation die Grundlage für diesen ersten Regimentstag geschaffen, die einen eindrucksvollen Verlauf des Regimentsappells sichert. Anmeldungen, Anfragen sowie Mitteilung von Anschriften sind zu richten an Leutnant d. R. a. D. Phil. Baus, Führer der Reichsvereinigung in Mannheim, Lameystraße 8. gen in Garbenteich. schen Lieder, denn jeher Deutsche fühlte sich wieder frei, und diese große Freude über die Rettung des Vaterlandes konnte nur durch das freie Singen so recht zum Ausdruck kommen. Mit unserer heutigen Kundgebung wollen wir vor aller Öffentlichkeit Zeugnis ablegen für den Ernst, mit dem wir der Sache und dem deutschen Volke dienen. Die Opfer, die die Sänger jederzeit und gerne für die Allgemeinheit bringen, berechtigen aber auch zu der Forderung nach dem Interesse der breiten Oeffent- lichkeit. Darum bitte ich alle, die noch abseitsstehen, ganz besonders aber die Jugend: Tretet ein in unsere Reihen, helft alle mit, das deutsche Lied zu pflegen, zu fördern und zu erhalten. Mit der Pflege des herrlichen Liedgutes dienen wir der deutschen Kunst und Kultur und damit dem deutschen Volke und erfüllen zugleich eine wichtige Forderung des Nationalsozialismus, der den Dienst am Volk als Höchstes fordert. Wir fingen nicht um des Vereins willen, sondern wir tun es, getreu dem Willen unseres großen Führers, im Sinne des Wortes: Nichts für uns, alles für Deutschland! Nach einem weiteren Massenchor „Wach auf, du deutsches Land" sprach Bürgermeister Burk (Garbenteich) im Auftrage der Gemeinde Garbenteich und hieß alle Sänger herzlich willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Sänger das 7. Kreiswertungssingen in den Mauern Garbenteichs abhalten und sprach die Hoffnung aus, daß die Sänger frohe Stunden in Garbenteich verleben möchten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Kundgebung. Sodann begaben sich die Mitglieder des Kreisvorstandes mit dem Wertungsrichter und allen Chorleitern in den Rathaussaal zu einer mündlichen Kritik. Dr Werner führte in großen Zügen etwa folgendes aus: Wenn ich den Eindruck des heutigen Wertungssingens zusammenfassen soll, so muß ich sagen, daß dieser höchst erfreulich war. Selten habe ich als Wertungsrichter so viel Freude und Pflege des Liedes angetroffen, wie es bei diesem Singen der Fall war. Gegenüber anderen Sänaerkreisen verfügt der hiesige Kreis ganz besonders über einen reichen Nachwuchs von jungen Sängern. Das Interesse, das die (Sänger diesem Wertungs-singen entgegenbrachten, war besonders groß. Ein Wertungssingen soll ja kein einfaches Heruntersingen von Liedern fein, sondern das deutsche Lied soll im Singen miterlebt werden. Weiter heroorzuheben ist der gute alte Sängergeist, der im ganzen Bezirk herrscht. Ein weiterer Fortschritt der Vereine ist die Auswahl des Liedgutes. Was wir hier hörten, stand durchweg auf hoher Stufe. Und so soll es auch sein. Bei der großen Auswahl der heutigen Liedliteratur gilt vor allem der Spruch: Das gute Alte bewahren und hochhalten und dem guten Neuen zustreben. Sodann schloß sich eine eingehende Besprechung jedes einzelnen Chores an. Am Schlüsse der Ausführungen dankte der Kreisführer dem Wertungsrichter Dr. Werner für feine Mühe und sachliche Kritik und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland. Auch die Bilanz, die der Rechner August Schmitt vortrug, zeigte ein Bild starker Aufwärtsentwicklung, an der die Schulsparkaffe und der Sparkartenverkauf gut beteiligt sind. Aus dem Revisions- berichi ging hervor, daß die Kaffe in jeder Hinsicht ordnungsgemäß geführt wird und daß die vorhandenen flüssigen Mittel für alle Fälle ausreichen. Trotz erhöhter Steuerleistungen und Senkung der Zin^n für gegebene Kredite auf 5 v. H. bei Beibehaltung der Verzinsung von Spargeldern mit 3% v. H. und verschiedenen Neuanschaffungen konnte ein beträchtlicher Reingewinn erzielt und für Dividenden ausgeschüttet werden. Der Restbetrag des Reingewinnes wurde der Betriebsrücklage überwiesen. Kaufmann Ernst Haas wurde als stellvertretender Direktor in den Vorstand gewählt. Die Wahl zum Aufsichtsrat ergab die Wiederwahl von Weißbindermeister Heinrich Vogelhöser, Heinrich (Euler, sowie die Neuwahl von Heinrich Frank Nach der Aussprache über bevorstehende Neuerungen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit Sieg-Heil auf den Führer 8 Großen-Buseck. 18. Mai. Am Sonntag Rogate (17. Mai) fand in der gut besetzten Kirche ein evangelischer Bundesabend statt. Pfarrer Trapp- Gießen sprach über das Thema ..Deutschglaube oder Christusglaube?" In feinen Ausführungen zeigte er, wie die deutsche Geschichte der letzten 1000 Jahre und wie die großen Gestalten derselben (Luther, Arndt, Bismarck usw.) ein eindeutiger Beweis für die Zusammengehörigkeit von Deutschtum und Christentum sind. Es wurde deutlich, daß nur das Christentum auf die letzten und Hefften Fragen des Lebens eine befriedigende Antwort geben kann und daß aller Religionsersatz letztlich im Aberglauben enden muß. Die anschaulichen und lehrreichen Darlegungen des Redners hinterließen in der aufmerksam lauschenden Ge» meinde einen tiefen Eindruck. A Allendors a. d. Lda., 18. Mai. Gestern be» gann der hiesige, jetzt dem Reichsverband für Leibesübungen angeschlossene Kleinkaliberschützenoer e i n auf seinem idyllisch gelegenen Schießstand sein diesjähriges Preisschießen, an dem jedermann teilnehmen kann. Das Schießen erstreckt sich, außer dem gestrigen, noch auf die Sonntage am 24. Mai, 7. und 14. Juni. In entgegenkommender Weife hat die Vereinsleitung iebem Teilnehmer die Benutzung feiner eigenen Büchse gestattet. Trotzdem der gestrige Sonntag mit verschiedenen anderen Sportarten belegt war, war die Teilnahme am Schießen recht rege. — Im Turnverein 1907 herrscht zur Zeit rege Turntätigkeit. Besonders sind die Jugendturner fleißig an der Arbeit, so daß an dem im August in Kinzenbach ftattfinbenben Unter- freisturnen außer den Schülern auc^ eine Anzahl Jugendturner teilnehmen kann, für die Aussicht auf guten Erfolg bestehen dürste. — Unsere Stadt hat dieser Tage einen abgängigen schlachtreifen F a s e l b u l l e n mit dem selten hohen Lebendgewicht von 2 2^ Zentner an die Schlachtviehverwer- tungsstelle verkauft. Der Bulle kommt in Frankfurt am Main einige Tage zur Ausstellung und wird dann dort geschlachtet. * Allendors a. d. Lumda, 19. Mai. In der Nähe unseres Ortes ereignete sich am heutigen Dienstag früh ein Unglücksfall. Auf der Landstraße führte ein junger Mann aus Lollar eine Kuh, die er hier abgeholt hatte. Durch ein Auto wurde das Tier scheu, es rannte den jungen Mann um und warf ihn so unglücklich zu Boden, daß er einen Oberschenkelbruch davontrug. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den Bedauernswerten nach der Chirurgischen Klinik. r. Klein-Linden, 18. Mai. Der Turnverein Klein-Linden 18 8 9 hielt am Samstagabend im Turnerheim eine Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Karl Weiß verlas zunächst einige Eingänge. U. a. wurde beschlossen, sich an der Sternwanderung der Turner, die am Himmelfahrtstag nach dem Dünsberg führt, zu beteiligen. Um jedem Volksgenossen unserer Gemeinde den Beitritt in den Turnverein zu ermöglichen, wurden die Vereinsbeiträge herabgesetzt, sie betragen künftig für Schüler monatlich 10 Pfennig, für Zöglinge monatlich 20 Pfennig und für Turner und Sportlex vierteljährlich eine Mark. Spielwart Otto S)'a h n berichtete über den Spielbetrieb, der sich in den letzten Monaten beträchtlich gehoben hat. Gegenwärtig sind fünf Fußballmannschaften aufgestellt: eine aktive, zwei Jugendmannschaften und zwei Schülermannschaften. Ferner wurde noch beschlossen, für die Unterbringung der Geräte in den (Sommermonaten und um den Sportlern eine Gelegenheit zum Aus- und Anziehen zu geben, eine Halle zu errichten in den Ausmaßen 10X4X2,30 Metern Die Arbeiten werden demnächst vergeben. s. Lang-Göns, 18. Mai. Die vor einigen Jahren durchgeführte Neueinfassung unseres Friedhofes wirkt sich nun in ganz vorteilhafter Weise aus. Die Birken rings um den Friedhof sind zu recht starken Bäumen herangewachsen, und der Rotdorn, der den Haupteingangsweg zu beiden Seiten schmückt, steht im schönsten Blütenschmuck, ebenso die Fliederbäumchen ringsum. Die lebendige Hecke, die hinter dem Holzzaun gepflanzt wurde, ist ebenfalls schon recht umfangreich geworden und wird, wenn die Holzlatten entfernt werden, eine schöne Umzäunung darstellen. — Der neue Fahrplan brachte für unsere Station leider eine unangenehme Ueberraschuna. Der Eilzug, der seither kurz nach 10 Uhr hier anhielt, fährt nun durch, ohne in Lang-Göns und Großen-Linden Aufenthalt zu haben. Auch der Zug, der seither um 9.15 nach Gießen ging, fährt nun schon 8.54 Uhr. So kommt es, daß gerade in der Zeit von 9 bis 12 Uhr kein Zug eine Verbindung mit Gießen her-, stellt, während wir sonst den ganzen Tag über fast' alle Stunde einen Zug nach Gießen und auch nach Butzbach haben. Wenn auch zum Eilzug ein Zuschlag bezahlt werden mußte, so war er doch — der Zeit nach passend — für viele Einwohner recht praktisch. Nach der Ansicht der Reichsbahn wurde er aber doch anscheinend nicht genügend benutzt. — Lich, 18. Mai. Am Samstagnachmittag sand im Rathaus die Prüfung der Samariterin- n e n vom'Ro ten Kreuz statt. Außer dem Kreiskolonnenarzt Dr. Gros (Gießen) waren von auswärts die Kreisgruppenleiterin Baroneß Ernestine von Rabenau (Großen-Buseck) und die Untergauärztin Frau Dr. Fe ul gen (Gießen) er- schienen. Don hier nahmen außer dem Ortsgruppen- (eiter Kuhn und der Leiterin der Frauenschaft, Frau Lucie Schäfer, einige Mitglieder des Ar- beitsausschusses des Alicefrauenvereins, sowie ein Teil der bereits ausgebildeten Samariterinnen teil. Die Prüfung wurde von Dr. N e u n h ö f f e r vor- genommen, der in 20 Doppelstunden die Ausbil- düng der (Samariterinnen übernommen hatte und dabei von der Ortsgruppenleiterin Frau Regina G i e f e l e r und einigen (Samariterinnen unterstützt wurde. Die Prüfung erstreckte sich auf die theoretische und praktische Ausbildung der weiblichen Hilfskräfte und hatte ein so gutes Ergebnis, daß der Kreiskolonnenarzt es am Schluß als „sehr gut* bei allen Kursteilnehmerinnen bezeichnete und seiner vollen Befriedigung Ausdruck gab. Von den 18 Prüflingen verpflichteten sich 11 für das Rote Kreuz, deren feierliche Verpflichtung die Kreis- gruppenleiterin vornahm. Dem leitenden Arzt ließ der Alicefrauenverein durch feinen Geschäftsführer in dankbarer Anerkennung feiner Verdienste im Auftrag der Vorsitzenden ein Bild des Führers überreichen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Schirmherrn des Roten Kreuzes wurde die Prüfung geschloffen. Am Abend folgte ein gemüt- lidjcs Beisammensein der alten und der neuen (Samariterinnen im „Löwen". Der Alicefrauenverein verfügt jetzt über 18 Samariterinnen und 2 Helferinnen vom Roten Kreuz. cxd Langsdorf, 18. Mai. Die hiesige Ortsgruppe des 93. b. 21. veranstaltete einen gehaltvollen Abend. Nach Eröffnung und Begrüßung durch Lehrer Held mann entrollte der deutsch- österreichische Lehrer Hieß zum Teil erschütternde Bilder von dem Geschick der deutschen Jrredenta. Besonders erzählte er von der Bedrückung alles volksdeutschen Blutes im gesamten Ostraum und ! WÜRZE MAGGP! feine^/hema * cui&gießiq * TUieUuWii ri W in Der’J B ldie l!' M <5 Ä.d en- f einiflen d ein«« «4l ® - her aus I U* Ule Mn KL Dank fers »®tw“n U i „ßäche erhal jonbern auch " A -unift"' tigtcit beibcI L Sri Wolf oo Leber 1 -ilbernen läf/en Tagen i Ahrend d r w I wne Bau für b ! * nahezu I ckn verschleim | Östlichen Zwe , Arung.. + Grunbei I lkirchenchor i ftunbe [eme Ge ' lern Jahresber : Zchinidt, Mi ' (eben im abgela verlausen war. haltig bemerk würben sehr ur . auf ber Höhe । deshalb unbebir ''' Singftunben so besuchen. Auch! Oriinberg bebe . Werbearbeit wä Wäge sehr ni «üem Beitrit in öerichtssahr Erträge verschi Intlang gesund im vergangener bürg führte. D: gen, bedeutet durch Freude. i Dank an Schri derleistungen. ! ners Schwe 584,06 Mark, t iassenbestand o Mg wurde ge| lagere Aussprc Js Ziel des die t Lauter, das Äugend! die Asten ein $ Durch den Abi ' zusammen, so i 1 Äugendherberg konnten. d' Schotte Orn die $ Mes Schotter Winge c ^Lehrlinge N«n im fefi Msmeifter N 5, Begrüßung! Deutung der Jben sich dk Q Menen hiesig Aschen Köm vorzügliche Erbs Vornan ^-rr-chktz " SirtleSung Ä» mit tine" 7 Äfi e®7n.s,iit ’M'uVf v". '°h 6 diu/ . finde, > Äh S ftNnt q Aus -en preußischen Nachbargebieten Uhr: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: 6.30 19 Fortsetzung Nachdruck verboten! ihn da. der aus der wie Roten Klinik flcmbonbuhc, Spiegel und flioeo? Eine seltsame Ausrüstung, die Lottchen M da Ins Strandbad mitnimmt! Aber sie hat sich vorgenommen, sehr schnell braun zu werden. Uhr und Spiegel sollen bestätigen, was Sonne und Nivea in kurzer Zelt schaffen könnens Drei Scheunen mit Stallungen nie-ergebrannt * Münchholzhausen (Kr. Wetzlar), 18. Mai. Am Samstagnachmittag entstand hier in den Gehöften von Willy Schneider und Wilhelm Neeb Feuer, dem trotz eifriger Löscharbeit der Feuerwehren drei Scheunen mit Stallungen, Erntevorräten und einige landwirtschaftliche Ma- Kreuz von Gießen nach der Chirurgischen gebracht werden. Hundfunkprogramm Mittwoch, 20. Mal. 10. Auf der großen Terrasse der „Burg" am Norderende saßen Graf Lonne und Steffens beim Frühstück. Dor ihnen lag ein Stapel Post, Ansichtskarten mit den Marken verschiedener Länder und Landschaften aus allen Himmelsgegenden. „Ricardo schreibt, daß die Luft in der Schweiz etwas dick geworden wäre", sagte Lonne. „Wird wohl ein bißchen nördlicher gehen." Steffens lächelte: „Ricardo macht sich sehr wichtig. Bis er ein paar Kleinigkeiten erledigt hat, haben andere Leute schon Tausende verdient." Lonne sah Steffens von der Seite an: „Ich finde, daß andere Leute sich im Augenblick auch nicht gerade die Beine ausreißen, lieber Stef- ens. Du hättest schon längst mal wieder ein paar chöne Motive zum Malen" — hierbei lächelte er pöttisch — „suchen sollen. Meine Bootsleute wundern sich schon, daß du die neue Motorjacht so wenig benutzt/" , Steffens zündete sich eine Zigarre an und legte sich faul in den Liegestuhl zurück. ,Zch meinerseits finde es hier wunderschön", sagte er, „das Meer, die Aussicht, die Farben —, es tut gut, ein bißchen Ferien zu machen." „Seit wann gewinnst du denn Geschmack an solchem Einsiedlerleben? Ich habe schon immer gedacht, du würdest auf und davon gehen. Allerdings, wenn du so wenig arbeitswütig bist — was zum Teufel gefällt dir denn eigentlich hier so? Ich möchte je eher, je lieber von hier weg, aber es geht noch nicht. Unsere Geschäfte herüber" — er machte eine Handbewegung hinaus auf das Meer — „sind im Augenblick die wichtigsten." Steffens sah sich um. Niemand war in der Nähe. Zwei Liegestühle mit hellgekleideten Frauengestalten schimmerten von fernher durch die Fliederbüsche. „Ich habe dir doch neulich mal von einer Begegnung in Berlin erzählt, Lonne, weißt du, von diesem schönen blonden Mädel aus dem Kaufhause —" „Die dich so wunderbar hat abblitzen lassen." „Stell dir vor, die treffe ich vor einigen Tagen hier auf der Insel." „Badegast?" „Offenbar nicht. Sie brachte eine komische alte Dame zum Dampfer, und was noch komischer war: da gab es irgendeinen Nigger, der gehörte offenbar zum Hausinventar. Wärest du nicht erst gestern aus Schweden gekommen, ich hätte dich schon längst gefragt. Die Damen wollte ich nicht interviewen, aus leicht begreiflichen Gründen —" Lonne lachte: „Könnte dir auch schlecht bekommen. Die kleine Peggy kann verdammt ungemütlich werden, wenn du noch andere Götter neben ihr hättest. Wer die Dame ist, weiß ich nicht. Der Nigger aber gehört zu dem Hause .Endlich allein^. Das hat ein paar Jahre hindurch ein verrückter Deutscher bewohnt, halb Maler, halb Südafrikaner. Der ist vor einiger Zeit gestorben und hat sein Haus irgendwelchen Der- wandten vermacht." lieber Steffens' Gesicht ging ein Schein des Begreifens. „Dann ist sicher dieses junge Mädel die Erbin des alten Mannes. Sie machte auch durchaus einen hierhergehörigen Eindruck. Siehst du, Lonne, das ist der Grund, weshalb ich mich bisher weder für Mal- motioe noch für irgendwelche Aufträge interessiert habe." „Du bist doch ein unverbesserlicher Frauenjäger, Steffens, wie oft hast du dir schon die Finger verbrannt?" unsere Anteile ganz gewaltig. Dabei bin ich schon wieder ziemlich blank. Nina stellt starke Ansprüche." Steffens lachte: „Die du natürlich alle brav und treu erfüllst. Wer ist also mehr von Frauen abhängig, du oder ich, mein Lieber? Aber ich verspreche dir, in vierzehn Oer Führer Ehrenpate beim IS.Kind. LPD. Herborn, 18. Mai. Der Führer und Reichskanzler hat beim 15. Kind der Ehe- leute Hermann in Eibach die Ehrenpatenschaft übernommen. Das Familiendrama in Wißmar. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über das furchtbare Familiendrama in der Familie Prinz in Wißmar ist weiter mitzuteilen, daß der bedauerlichen Tat zum Glück nicht alle Glieder der Familie zum Opfer gefallen sind, sondern ein im väterlichen Hause wohnender 19 Jahre alter Sohn nicht mit in das Unglück hineingezogen wurde, außerdem ein älterer Sohn verheiratet außerhalb des Vaterhauses in Wißmar wohnt. Durch den vorerwähnten 19 Jahre alten Sohn ist die Tat am gestrigen Montagmorgen entdeckt worden. Der junge Mann, namens Albert Prinz, bemerkte gegen 8 Uhr, daß er um die übliche Zeit nicht ae- weckt worden war. Er stand daher auf und sah sich nach seiner Mutter um, wobei er die furchtbare Entdeckung machen mußte, daß die bedauernswerte Frau und auch seine beiden 15 und 11 Jahre alten Schwestern mit dem Beil erschlagen in ihren Betten lagen. Den Vater, dessen Täterschaft sofort feststellbar war, fand der Sohn nach längerem Suchen im Holzschuppen des Grundstücks erhängt auf. Der Vater hat zwei Briefe hinterlassen, in denen er sich ganz klar über die von ihm planmäßig vorbereitete Tat ausspricht und in denen er auch bestimmte 23er« ügungen für die Bestattung seiner Frau, seiner beiden Töchter und seiner selbst trifft. Weiterhin ist kein Zweifel darüber möglich, daß der Mann das urchtbare Verbrechen an seinen nächsten Angehörigen und den Selbstmord offensichtlich aus Verzweiflung über seine selbst verschuldete Arbeitslosigkeit und auch aus Sorge um die wirtschaftliche Zukunft der Familie begangen hat. Im Orte genoß d"r Mann allgemein den Ruf einog ordentlichen Menschen, der in pflichtbewußter Weise für seine Familie sorgte und der auch ein einwandfreies Familienleben führte. Die wirtschaftlichen Verhält- nisse der Familie waren gleichfalls geordnet, u. a. wohnte sie in einem eigenen Hausgrundstück, das schuldenfrei dastand. Tagen startet unsere neue Sache — und bis dahin ist viel Zeit für mich." ♦ Doch Steffens hatte sich getäuscht, wenn er Lonne gegenüber von „viel Zeit haben^ gesprochen hatte. Es kamen allerlei bedrohliche Nachrichten. Nicht nur gingen die Gelder auf den verschiedenen Banken zu Ende — auch sonst gab es verschiedenes Unerfreuliche. Jetzt erst erfuhren Lonne und Steffens, daß man ihnen in Berlin beinahe auf den Fersen gewesen war. Der schwarze Luxuswagen, der seinerzeit vor dem Portal des Opernhauses gehalten hatte, war inzwischen abgeklopft und neu gespritzt worden und zeigte sich dem bewundernden Beschauer in strahlendem Weiß. Jedoch war diese Veränderung der Berliner Kriminalpolizei zur Kenntnis gelangt. Kriminalrat Rönn, einer der fähigsten Beamten des Sonder-Dezernates, das eigens zur Abwehr der Machenschaften internationaler Gauner gebildet worden war, hatte diese für Lonne wie Steffens gleichermaßen unangenehme Sache herausgefunden. Der Autogaragenbesitzer, bei dem der schwarze Wagen umgearbeitet worden war, hatte — wegen gewisser Delikte belangt — unter dem Druck des Kreuzverhörs auch diese Tatsache zugegeben und verschiedene wich- tige Einzelheiten gestanden. Es war nur einem reinigen Zufall zu verdanken gewesen, daß Rönn die Fährte der Leute um Sonne und Steffens verloren hatte. Dringender denn je brauchte man jetzt Geld und Bewegungsfreiheit, und es war hohe Zeit, einen neuen Erfolg zu verbuchen. Das sah Steffens durchaus ein. Er durfte keine Zeit mehr verlieren. Steffens konnte, wenn er wollte, schnell arbeiten. Innerhalb eines Tages wußte er, was es mit Bene- dikte Zedlitz auf sich hatte. Man brauchte nur durchs Dorf zu schlendern, beim Krämer ein paar Einkäufe zu machen, mit ein paar Einwohnern zu plaudern, und schon hatte man alles beisammen, was man erfahren wollte. Er wußte nun von dem Testament des alten Hubert Zedlitz, von Benediktes Leben hier auf der Insel. Er wußte auch, daß sie einen Verwandten, Hans-Hermann Zedlitz, mit hierhergebracht hatte, und daß eine alte Dame, so gleichsam als Ehren- wache, im Hause waltete. Das einzige, was er nicht erfuhr, war die Freund- schäft Benediktes mit Jens Petersen, denn jeder hier Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. daß das Christentum schon im Jahre 350 zur Staatsreligion erhoben und die Bibel übersetzt wurde. Durch die Trennung von den westlichen Kirchen, durch das äußere Feschalten an mancherlei alten Formen (Fastenordnung, Zeitrechnung), durch die Uebernahme und das Festhalten an mancherle jüdischen Resten (Tempelbau, Opferdienst, Priester- Herrschaft u. a. m.), durch das Unterlassen jeglicher Missionsarbeit, durch die zu starke Verbindung mit dem Staat kam es im Laufe der Entwicklung leider zu einer Erstarrung der Kirche auf allen Gebieten. Schon früh setzte deshalb die Missionsarbeit in diesem Lande wieder ein. Bereits im 17. Jahrhundert finden mir Peter Heiling aus Lübeck als ersten evangelischen Missionar in diesem Land, dem dann Missionare der verschiedenen Missionsgesellschaften folgten. Heute ist das Land etwa $u je einem Drittel christlich, heidnisch und islamitisch. Die Missionsarbeit steht in hohem Ansehen. Die Kirche Abessiniens hat gewiß auch unter den veränderten politischen Verhältnissen noch eine große Vetcheißung. Dem Vortragenden wurde für seine interessanten Ausführungen der herzliche Dank der Konferenz ausgesprochen. Eine kurze Aussprache schloß sich an. Zum Schluß wurden noch verschiedene geschäftliche Dinge beraten. So soll das Jahvesfest des Vereins, wenn möglich im Herbst in Gießen stattfinden. Ein Mi sionskursus von drei Tagen soll dem Fest vorangehen. Die Vertreter des Vereins für das große Bä ler Miffionsfeft wurden bestimmt. Mit einem Gebet von Missionar Walter (Gießen) wurde die Tagung geschlossen. Säberforyert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13.15: Mittagskonzert. 14.10: Dem Opernfreund (V). Aus Wer» Der Briefträger schmunzelte — das hätte Herrn Steffens wohl gefallen, zu hören, was man im Dorf über Benedikte Zedlitz und Jens Petersen sprach. Aber das ging keinen anderen etwas an. (Fortsetzung folgtI) auf der Insel schätzte den Lehrer. Mit dem angeborenen Takt der stillen und wortkargen Menschen bier, hatten sie keine Lust, einem Fremden etwas auf die Nase zu binden, was schließlich nur die beiden jungen Leute allein anging. So sehr die Eingeborenen unter sich auch alle Neuigkeiten einer gebühren- den Berücksichtigung unterzogen, Fremden gegenüber waren sie zurückhaltend und verschlossen. Jens Petersen aber gehörte zu den ihren, und auch Benedikts hatte es in der kurzen Zeit verstanden, sich völliges Vertrauen zu erwerben. Steffens, auf feinem Rundgang, bot dem Brief- träger Höwer, mit dem er sich gerade in ein Gespräch eingelassen hatte, eine Zigarre an: „Da wird wohl mal aus dem Fräulein drüben im Haus und dem jungen Mann ein Paar werden?" „Kann sein, Herr, kann auch nicht sein", meinte der alte Höwer bedächtig und spuckte die abgebissene Zigarrenspitze gelassen m weitem Bogen von sich. „Nun, wenn so junges Volk beieinander wohnt, da kommt es wohl mal bald zu einer Liebschaft. Aber wie das Fräulein Zedlitz mir aussieht, die ist solide, da gibt's auch ’ne Heirat. Kennen Sie denn die Leute drüben vom Hause eigentlich, Herr?" in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Donaumonarchie. Der Redner verstand es trefflich, die Herzen für die Not der Brüder zu erwärmen, so daß wir auf die Entstehung einer ansehnlichen Ortsgruppe des V. d. A. in unserer Gemeinde rechnen. Kreisschulrat Nebeling bot noch einige Ergänzungen und wies besonders auf die Stellung des Führers zum Auslandsdeutschtum hin. Unser Ge- sangverein umrahmte die rednerischen Darbietungen mit einigen passenden Liedern. — Der Reichs- nährstand läßt zur Zeit bei uns durch Herrn Mörschel einen achttägigen Melk-Kur sus durchführen, der auf lebhaftes Interesse stößt, lieber 40 Teilnehmer fanden sich ein, um die neuesten Methoden auf diesem wichtigen Gebiet der Diehwirt- schäft kennen zu lernen. — CD Hungen, 18. Mai. Die Einzeichnungsliste für das Danfopfer der Nation liegt bis zum 20. Mai täglich in der Buchhandlung Schmidt offen. Denen, die bis jetzt noch keine Gelegenheit zum Einzeichnen fanden, ist somit noch eine letzte Einzeichnungsmöglichkeit gegeben. — Das Vorgelände des Friedhofes an der Friedber- gerftraße neben der Turnhalle wird zur Zeit durch die Gemeinde einer wirkungsvollen Ausgestaltung unterzogen. Die seither ziemlich verwachsene Bodenfläche erhält durch grüne Rasenflächen und Blumenbeete nicht nur eine würdige Ausgestaltung, sondern auch einen reizvollen Anblick. △ Hungen, 18. Mai. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Fa. Fatum konnte der Dachdecker Karl Wolf von hier zurückblicken. Gleichzeitig konnte der Jubilar mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit begehen. — In den nächsten Tagen wirb mit dem Bau eines Einfamilienwohnhauses in der Schillerstraße begonnen. Während der vor einiger Zeit in Angriff genommene Bau für den Arzt Dr. Hahn in der Gießener Straße nahezu im Rohbau vollendet ist, kommen neben verschiedenen Umbauten noch zwei landwirtschaftlichen Zwecken dienende Bauten zur Ausführung. + ©rünberg, 18. Mai. Der E v a n g e l i s ch e Kirchenchvr hielt anschließend an die Sing- stunde seine Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Vereinsleiters, Dekan Schmidt, war zu entnehmen, daß das Vereins- leben im abgelaufenen Jahre in gewohnter Weife verlaufen war. Nur ein Uebelstand hat sich nach- haltig bemerkbar gemacht: die Uebungsftunben wurden sehr unregelmäßig besucht. Um den Chor auf der Höhe seiner Leistungen zu halten, ist cs deshalb unbedingte Pflicht jedes Mitgliedes, die Singstunden so regelmäßig wie nur möglich zu besuchen. Auch dürfte der Chor für eine Stadt wie Grünberg bedeutend stärker sein. Eine eifrige Werbearbeit wäre deshalb sehr angebracht. Da die Beiträge sehr niedrig sind, dürfte dadurch niemand von dem Beitritt abgehalten werden. Der Chor hat im Berichtsjahr neunmal den Gottesdienst durch Borträge verschönt. Eine Einrichtung, die stets viel Anklang gefunden hat, ist der jährliche Ausflug, der im vergangenen Jahr nach der Saalburg und Homburg führte. Diesen Brauch auch weiterhin zu pflegen, bedeutet für die Mitglieder ebenfalls Kraft durch Freude. Der Jahresbericht schloß mit dem Dank an Schriftführer und Dirigent für ihre Sonderleistungen. Nach der Rechnungsablage des Rech- ners Schwei ßguth betrugen die Einnahmen 584,06 Mark, die Ausgaben 466 Mark, so daß ein Kassenbestand von 118,06 Mark verblieb. Die Rech- nung wurde geprüft und für richtig befunden. Eine längere Aussprache entspann sich anschließend über öas Ziel des diesjährigen Ausfluges. ch Lauter, 18. Mai. Bei der Sammlung für bas Iugendherbergswerk wurden hier in bie Listen ein Betrag von etwa 15 Mark gezeichnet. 1 Durch den Alyeichenverkauf kamen etwa 10 Mark zusammen, so daß also insgesamt 25 Mark für das : Iugendherbergswerk an die NSV. abgeführt werden konnten. vor emipen ung un|e« ganz vorteil- m den Fried- angewachfen, zangsweg zu iften Blüten- ingsum. Die un gepflanzt eich geformt werden, Der neue ! leider eine lzug, der , fährt nun. chen-Linden! ;r seither unt pn 8.54 Ufjr. it von 9 bis : Gießen Hellag über fist nd auch nach zug ein > r doch — der oohner recht chahn wurde nd benutzt, ^mittag fand ariterin- Außer dem waren von MßErne- eck) und die (Gießen) er- )rtsgruppen' stauenschan, der des Ar- ; sowie ein erinnen!<*•• Offert die Slusbil' , fjaffe un» ■au W\ i unterffuSi f die theo- weiblichen ebnis, da „sehr gut. te und sei* Don den r das Bot- die Kreis' n li-ß Ä» neu« ® ■.«««*" id 2 S«' * V- -'S» SZ S-J men, bie Lehrlinge wurden von den Meistern freigebalten. Eine Reihe von Partei- und Behörden- Vertretern war erschienen, die Kreishandwerks- meister Neumann begrüßte. Ortsgruppenleiter Z e s ch k 9 ging in seiner Ansprache auf die Notwendigkeit der Schaffung eines tüchtigen Handwerkerstandes ein und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus. Eine schriftliche Prüfung, bei der die drei Lehrlingsjahrgänae verschiedene schwere Aufgaben zu bearbeiten und Fragen zu beantworten hatten, schloß sich an. Kirche und Schule. Arbeitstagung des Oberhessischen Vereins für Vaster Mission. )( Hungen, 15. Mai. Heute vormittag hielt im „Solmser Hof" dahier der Oberhessische Der- ein für Basler Mission eine gut besuchte Arbeitstagung der Vertrauensmänner der ober- hessischen Dekanate ab. Nach der Begrüßung des Vorsitzenden, Dekan i.R. Gußmann (Gießen), und einer Andacht über die Losung des Tages, gehalten von Missionar Ruff (Frankfurt a. M.), sprach Pfarrer Finke (Aufenau bei Wächtersbach) über die Entstehung und Geschichte der christlichen Kirche in Abessinien und die Arbeit der Mission in diesem Land. Ausgehend von den Bibelstellen, in denen „Mohrenland" erwähnt wird, ging der Redner auf die Christianisierung des Landes ein, die, wie Rufinus berichtet, bereits im Jahre 324 erfolgte und solche Fortschritte machte,' „Und bin doch immer wieder glücklich herausgekommen. Jedenfalls werde ich mir die spröde Blonde etwas näher besehen. Was sagst du? Maler war der Alte gewesen, da'habe ich ja die schönste Anknüpfung." „Aber, bitte, nicht zu lange, mein Lieber. Du weißt, wenn in vierzehn Tagen die Geschäfte in Dänemark nicht geklappt haben, kriegen wir eins auf ben Kopf. Man ist höllisch scharf unb beschneidet unsere Anteile ganz gewaltig. Dabei bin ich schon schmen zum Opfer fielen. Das Vieh konnte zum Glück gerettet werden. Da der Ort bis jetzt noch feine Wasserleitung besitzt, waren die Löscharbeiten sehr schwierig: alle vorhandenen Brunnen mußten leergepumpt und außerdem noch Wasser mit einem Faß von dem Brandweiher herbeigeschafft werben. Jahreshauptversammlung der Sparund Vorschußkasse Krosdors-Sleiberg. cd Krofdorf.Gleiberg, 18. Mal, In An. Wesenheit zahlreicher Mitglieder hielt die Spar- und Vorschußkasse K r o f d o r f - G l e i- berg am Samstagabend im Saale von Moos ihre Jahreshauptversammlung ab, die zweite seit der Verschmelzung der ehemaligen beiden dörflichen Genossenschaftskafsen. Der Vorsitzende des Vorstandes Wilh. Wagner begrüßte alle Genossenschaftler, insonderheit als Gäste Direktor Diefenbach von der Landes- bauernfaffe Frankfurt und Kreisstellenleiter Berg. Nach einer stillen Minute des Gedenkens der im Laufe des Jahres verstorbenen Mitglieder verlas der Vorsitzende den Geschäftsbericht, der u. a. folgendes zum Ausdruck brachte: Während das Geschäftsjahr 1934 im Zeichen der Verschmelzung der beiden früher bestehenden Kreditgenossenschaften zur heutigen Spar- .und Vorfchuhkasse stand, war bas Schaffen im abgelaufenen Jahr beeinbrurft von der Vergrößerung und dem Ausbau des Geschäftsbetriebes der neuen Kasse, wobei zum einen bie als Folge ber Maßnahmen ber Reichsregierung sich allenthalben bemerkbar machende Wirtschaftsbelebung zum Ausdruck kam und zum anderen bie durch die Verschmelzung zusammengeballten Kräfte sich wirksamer entfalten konnten. So kann mit Stolz ein gutes Geschäftsjahr registriert werden. Der Mitgliederstand hat sich um 32 auf 581 erhöht. Das Jahr brachte auf einer Hauptbuchseite eine Umsatz, fteigerung von rund 2 102 000 Mk., so baß der Um- satz, ber 1934 --- 1 162 000 Mark betrug, auf 3 264 000 Mark angewachsen ist. Obwohl bie erhöhte Bautätigkeit allein 45 000 Mark Einlagerück- zahlungen verursachte, konnte allen an bie Kasse gestellten Ansprüchen Genüge geleistet werben. An Neukrebiten wurden 55 000 Mark zur Verfügung gestellt. Das Kleinsparrvesen brachte einen anfpre- chenben Erfolg. Der nunmehrige Einlagebestand beträgt 595 000 Mark. Die Reserven belaufen sich auf rund 37 000 Mark. Als Reingewinn verblieben 2361,08 Mark. Der Geschäftsbericht en- bete mit dem Dank an Mitglieder, Sparer und Ge- chäftsfreunde, die jedes an feinem Teil an der erfreulichen Aufwärtsentwicklung mitgearbeitet haben. Das vorhandene Vertrauen möge bestehen bleiben, da die beste Führung nichts zu leisten vermag, wenn nicht eine geschloffene Gefolgschaft hinter ihr steht. Geschäftsführer Hemmerle erläuterte an- schließend den Geschäftsumsatz, wobei er die Paral- lel-Zahlen von 1934 zum Vergleich heranzog, um dadurch die im Geschäftsbericht angebeutete starke Aufwärtsentwicklung der Kasse mit genauen Zahlen zu beweisen. Desgleichen trug er die Bilanz vor. Der Bericht des Vorsitzenden des Aufiichtsrates Wilhelm Leib wies auf die gesetzliche Revision hin, erklärte die Bilanz nebst Gewinn- und 23er- lustrechnung für richtig und schloß sich auch im übrigen an den Dorstandsbericht an. Die Genehmigung der Bilanz., Entlastung der Derwaltungsorgane und des Geschäftsführers wurden einstimmig beschlossen, desgleichen die Dertei- lung des Reingewinnes auf Reservefonds und Be- trieosrücklage und Verzinsung der Geschäftsanteile. Kreisstellenleiter Berg teilte das wichtigste aus dem vorliegenden Reoisionsbericht mit, besten Ergebnis als sehr befriedigend bezeichnet werden muß.. Es ging u. a. daraus hervor, daß die Rücklagen und Reserven um mehr als das Doppelte die 93er- lustgefahren übersteigen. Nach dem Beschluß über Streichung einiger für die Genossenschaft unzweckmäßiger Paragraphen des Statuts folgten die Wahlen mit dem Ergebnis, daß folgende Mitglieder dem Vorstand angehören: W. Wagner, K. Verlach, K. Drescher, Krombach, Bender I, H. Schleenbecker und K. Bender (LOF.). Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: W. Leib, L. Bepperling, H. Bender, K. Bender 89, W. Bender, Ferd. Jochem, K. Schmidt, H. Ekarius, W. Winter, O. B echt hold. Alsdann geschah die einstimmige Annahme der Dienstanweisung und Geschäftsord- nung nach dem vom Spitzenverband herausgegebenen Muster. Vorstandsmitglied G e r l a ch rief zu größerer Spartätigkeit auf, da der Sparer auch in erster Linie bei Geldausleihungen berücksichtigt würde. Jeder Pfennig gehöre zur Dorfkasse. Kreisstellenleiter Berg würdigte in längeren Ausführungen unter Hinweis auf die Berichte die außerordentliche Entwicklung der Kaffe, die an Leistung mehr aufweise, als man für gewöhnlich von einer Dorftaffe verlange. Die 72 000 RM. Betriebskapital, mit denen man gearbeitet, stellten einen bedeutsamen Faktor in der Ankurbelung des heimischen Wirtschaftsprozesses dar, der sich insbesondere in der Bauförderung ausgewirkt habe. Neben den beachtlichen Zahlen und Geldumsätzen sei aber auch das in der Genossenschaft vorhandene Einheits- und Gemeinschaftsgefühl hoch au bewerten, das im Ausgleich der Standesunter- schiede zu echter Dorf- und Volksgemeinschaft führe und im Kampf der Erzeugungsschlacht als ethisches Moment mit zum Siege verhelfe. Zum Schluß überbrachte Direktor Diefenbach unter Anerkennung der genossenschaftlichen Erfolge die Grüße der Landesbauernkasse. Bürgermeister Schmidt (Krofdorf) dankte der Verwaltung für ihr stetes Eintreten in allen Belangen der Kasse. Sieg-Heil auf Führer und Vaterland beschlossen den offiziellen Teil der Versammlung, an den sich ein unterhaltendes Beisammensein anschloß. kreis lvehlar. * Königsberg, 19. Mai. Bei der Arbeit vom Weißbindergerüst abgestürzt ist gestern der Weißbinder Adolf Lepper von hier. Der Verunglückte mußte mit einem komplizierten Unterschenkelbruch von der Sanitätskolonne vom Kreis Schotten. d. Schotten, 18. Mai. In der Turnhalle hielt gestern die Kreishandwerker schäft des Kreises Schotten eine Zwischenprüfung der Lehrlinge ab. Früh 8 Uhr versammelten sich alle Lehrlinge des Kreises, etwa 140, mit ihren Meistern im festlich geschmückten Saale. Kreishand- werksmeister Neumann (Schotten) wies in seiner Begrüßungsansprache auf den Sinn und die Bedeutung der Zwischenprüfung hin. Alsdann begaben sich die Lehrlinge in die Werkstätten der verschiedenen hiesigen Handwerker, um Proben ihres praktischen Könnens abzulegen. Mittags wurde eine vorzügliche Erbsensuppe als Eintopfgericht eingenom- fcd Mr: ■fers ■'"""nenb" Mi ■ .anbetit « ■"Qtoe Jl Hfnnh1 1907 ■ ■ i b't9 fui U°d°b°, Men unkl’ i H. auf M bi-dl Im ■^reifen M'Kverwer, ■ Sranffun W und wird W^ui. gn ber M.heutige,, Mder Land, WLvllar ein« M ein Autg Moen junge» M SU Boden, ■ oavontrug. M h Öiefjen Mr Chirurg!, fr Turn. ■ am Soins, ■jeroerfamm-1 Ms zunD Den, sich Qt1 ■m Himmel. D beteiligen. • Meinde den Mn, wurden Wgen künftig ür Zöglinge >nd Sportler Otto h^a h n sich in den^ hat. Gegen. aufgestellt: p i und -zwei h beschaffen, en Sommer- Gelegenheit! ne Halle zu ) Meten Die Er schaute Steffens mit seinen listigen Augen fo aufmerksam an, daß der ein wenig verlegen wurde. „Das nicht, aber man interessiert fij) doch für alles, was hier oorgeht. Na, denn guten Morgen und schönen Dank, Herr Höwer." Briefträger Höwer sah Steffens nach: „Ein gutes Kraut raucht ber!" Aber für nichts und wieder nichts gab ihm doch der Kerl mit den schwarzen Augen nicht so 'ne bannig feine Zigarre. Wie der ihn über Fräulein Zedlitz ausgefragt hatte! Schau einer an, hatte sich vielleicht in das hübsche Mädel verguckt. Aber warum fragte er " Sollte er sich doch selber hintrauen' Der alte Höwer tat einen tiefen Zug Zigarre. Freilich, so geschniegelt und gebügelt Herr Steffens da von der „Burg" oben immer herumlief, paßte er nicht zu dem Fräulein Bene» bitte. Dazu paßte Jens Petersen viel besser. ken von Richard Strauß. 15: Volk und Wirtschaft. D«? (£ifcnbni)n ins Haus. 15.15: Bilder aus dem Rh?imMaimschcn Glädtekranz: „Worms". 15.30: „Die Stimme der Frontsoldaten im Aether." 15.45: Das aktuelle Buch: „Europa will leben!" von Werner Haas. 16: Musik am Nachmittag. 17.30: „Bauernadel." 18: Musikalische Drehbühne! (Unser singendes, klingendes Frankfurt.) 19.45: Gang durch die Neichsnährstandsschau. 20.15: Reichssenduna: Stunde der jungen Nation. „Winde wehn, Schiffe gehn." Auf Segelfahrt nach Hallig Hoope. 20.45: Bunte Schlachtschüssel, ein heiterer ländlicher Abend. Donnerstag, den 21. IHai (Himmelfahrt). 6 UI)f von Hamburg: Hafenkonzert. 8.05 von Stuttgart: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Ev. Morgenfeier, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau-Hessen. 9.45 von Kassel: „Steht ein Kirchlein im Dorf". 10.30 aus Limburg: Chorgesang. 11.15 von Freiburg: Kammermusik. 12 von München: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.30: Aus deutscher Klassik. 15.30: Aus der Reichsnährstandsschau. 16: Nachmittagskonzert. 18: In Erwartung der kommenden Dinge: Von Jolanthes zwei- und vierbeiniger Umgebung. 18.30: Aus Anlaß der Reichsnährstandsschau: „Krach um Jolanthe" von August Hinrichs. 20: Sportbericht. 20.10 von Leipzig: „Hinaus in die Ferne!" 22.30 von Berlin: Wir tanzen mit Hans Bund. 24 bis 2 von Stuttgart: Nachtkonzert. Die Reichsnährstands-Ausstellung in Zrankfurl. LPD. Frankfurt a. M., 18. Mai. Der erste Ausstellungstag, der von außerordentlich schönem Wetter begünstigt war, brachte bereits seit 8 Uhr einen starken Zustrom von Ausstellungsbesuchern aus Stadt und Land. Rund 35 000 Bauern und Landwirte waren mit Sonderzügen nach Frankfurt gekommen. Dazu kamen rund 10 000 Besucher mit Omnibussen aus der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts. Rechnet man die städtischen Besuchermassen und die andern Besucher aus der Umgebung Frankfurts, die mit Sonntagsrückfahrkarten usw. nach Frankfurt gekommen waren, hinzu, so kommt man auf rund 7 0 0 0 Ö zahlende Besucher, die am ersten Tage die Ausstellungstore passierten. Trotz dieser gewaltigen Besuchermassen war auf dem Platz nirgends von einem Gedränge etwas zu merken. Gegenüber dem Vorjahr muß das Ergebnis des ersten Tages als sehr erfreulich bezeichnet werden, da rund 15 000 Besucher mehr als in Hamburg auf dem Platze waren. Am Montag, dem zweiten Tag der Reichsnährstands-Ausstellung, herrschte der gleich starke Betrieb auf dem Gelände wie am Sonntag. Im Laufe des Montag trafen mehr als 70 Sonderzüge mit Gästen aus Heffen-Naffau, Rheinland, Baden, Bayern, Sachsen, Kurmark, Württemberg und Mecklenburg auf den Frankfurter Bahnhöfen ein. Diese Sonderzüge brachten rund 70 000 Bauern nach Frankfurt. Die Besucherzahl des Montags ist mit der gleichen Zahl anzunehmen. Nachdem an den letzten beiden Tagen die zum Wettbewerb versammelten Tiere einem strengen Richterurteil unterzogen worden waren, begann Montag vormittag die Vorstellung der preisgekrönten Tiere im „Großen Ring". Eingeleitet wurde die Parade der prämiierten Tiere durch edle Warmblutpferde. Auf die schneidigen Pferde, deren herrliche Gangarten bei den Besuchern helle Begeisterung auslösten, folgten einfarbig gelbe und graubraune Höhenrinder, sowie mitteldeutsches Rotvieh. Unmittelbar daran schlossen sich wieder eine Anzahl von Warmblutpferden. Darauf betraten die schweren Bullen und die schnittigen Kühe der Tieflandschläge die Arena. Abgelöst wurden die Tieflandrinder durch Vorführungen von Zweispännern, die sich des besonderen Beifalls der Zuschauer erfreuten. Darauf folgten in schneller Folge Höhen- fleckoieh und Kaltblutpferde. Im Anschluß daran belebten wieder Vorführungen von Einspännern das Bild, denen die rotbunten Tieflandrinder sofort folgten. Zum Abschluß der Vorführungen der preisgekrönten Tiere zeigten Viererzüge die hohe Schule der Fahrkunst. Der zweite Tag des Reitturniers brachte wieder guten Besuch und ausgezeichnete Leistungen. Viel Beifall gab es für die als Schaunummer eingelegten Vorführungen von 440 Jungbauern und -bäue- rinnen, die in vollendeter Körperschule, Läufe, Sprünge und Tänze zeigten. Sportlicher Mittelpunkt des Nachmittags war die Fortsetzung des Jagdspringens Klasse M um den Vom Hindenburg-Gepäckmarsch in Berlin. Fast 150 Mannschaften beteiligten sich an dem traditionellen Hindenburg-Gepäckmarsch, den die Mannschaft des Nachrichtensturmes der SA.-Brigade 35 (Leipzig) gewann. Unser Bild zeigt die Vorbereitungen zum Start. — (Sch erl-Bilderdienst-M.) -v ? <: ÜäÜ Ste er - - WEWAW &A MM? * i „Preis der Zuchtoerbände", um den in zwei weiteren Abteilungen gekämpft wurde. Bei den Holsteinern (Abtlg. C) gab es ebenso wie bei dem in der Abteilung D zusammengefaßten Pferden aus anderen Zuchtgebieten vier fehlerfreie Ritte. Die Abteilung C gewann Rittmeister o. S a l v i a t i auf seinem Schimmel „Großfürst" in 55,2 Sekunden vor SS.-Reitschule Forsts „Sigrid" unter SS.- Untersturmführer Bruhn (56 Sekunden), während in Abteilung D Oberleutnant v. Trotha auf Regiments 8 „Fatalist" in 50 Sekunden den ersten Platz besetzte. SS.-Reitschule Forst holte mit „Jäger" (SS.-Untersturmführer Bruhn) in 53,2 Sek. auch hier den zweiten Platz. In der Materialprüfung für Reitpferde gab es einen Erfolg von Frau Käthe Franke mit „Trojaner" in Der leichten Abteilung, doch mußte sie den Sieg mit Böhringers „Mutius" (F. Maier) teilen. In der schweren Abteilung gewann I. S t ü v e r mit seinem „Flin- gardt" die Goldene Schleife. Zur Badesaison meine Spezial-Marken- Bade'Anzüge und Bade-Hosen: - wie unschön — werden schnell TORPEDO I beseitigt. 1.60, 3.00, 3.50. 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B. HAUSER, GIESSEN AMOSWAL DSC AR TEN IhOllMU^jvW- . WMÜUt VWK und GpsEEmpfr stets das Neuste finden Sie bei öffentlich versteigert werden: 3256D Grundbuch für Allendorf a. d. Lahn: Blatt 261 für Heinrich Volk IX.: Flur V, Nr. 191, Acker am Rübenacker, 1591 qm. Blatt 262 für Luise Volk, geb. Drommershausen: Flur II, Nr. 85, Acker, die Stämmäcker, 1790 qm. Blatt 263 für Heinrich Volk IX. und Luise, geb. Drommershausen, zu je Vr. Flur I, Nr. 238, Acker (Baumstück) am Borngraben, 879 qm. Flur I, Nr. 715, Bauplatz im Boden am Weinberg, 625 qm. Flur II, Nr. 88, Wiese, die Stämmäcker, 607 qm. Blatt 202: Flur I, Nr. 758, Hofreite am Gießerweg. Flur I, Nr. 757, Grabgarten, daselbst, 326 qm; Grasgarten, daselbst, 208 qm. Die Versteigerung findet am Samstag, dem 6. Juni 1936, abends 8 Uhr, im Rathaus zu Allendorf a. d. Lahn statt. Gießen, den 16. Mai 1936. Luley, Notar. 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