Nr. 67 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 19. März 1956 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« poftschecttonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfilätsSuch- und Sleindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleiiung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ostpreußen weiht sich -em Führer. Tritt jetzt wie ein Mann hinter mich und stärke mich in meinem Kampf, der der Kampf ist für dein Recht und für deine Freiheit!" * Der Führer erklärt auf einer überwältigenden Treuekundgebung der Ostmark in Königsberg, daß er sich nur einer Instanz verantwortlich fühle: dem deutschen Volke Königsberg, 18. März. (DNB.) Der große Tag ist angebrochen. Ganz Königsberg fiebert der Stunde entgegen, zu der in der Riesenhalle des Schlageterhauses der Führer zu den Ostpreußen sprechen wird. Ganz Königsberg flaggt. Was es an Hakenkreuzfahnen in Königsberg gibt, das weht im Winde. An den Fenstern sieht man weiße Kerzen, die am Abend beim Eintreffen des Führers mit ihrem Flammenschein von der Freude eines beglückten Volkes künden werden. Girlanden winden sich über die Straßen, Spruchbänder grüßen den Führer. Häuserfronten sind mit Kränzen und Tannengewinden geschmückt. Die Fassaden haben Leuchtbänder aus Glühbirnen erhalten, die ihr zauberhaftes Licht in den Abendstunden erstrahlen lassen werden. Wiederaufbau im deutschen Osten Wenn Ostpreußen in freudiger Erwartung des Führers an all das denkt, was es ihm in den letzten drei Fahren der nationalsozialistischen Regierung verdankt, so zeigen nackte Zahlen mehr als schöne Worte, was der Führer gerade fürOstpreußen getan hat, das wirtschaftlich am meisten unter der Mißwirtschaft der Systemparteien zu leiden hatte. Und wir lassen Zahlen sprechen: Allein das Steueraufkommen ist im Fahre 1935 gegenüber dem Jahre 1932 um 73,9 v. H. gestiegen; das ist erheblich mehr als der Reichsdurchschnitt, der nur eine Steigerung um 56,2 v. H. zeigt. Auch die Sparkasseneinlagen zeigen das wirtschaftliche Aufblühen der Provinz. 1935 sind gegenüber 1932 mit 266 gegen 172 Millionen die Einlagen 14m 54,1 v. H. gestiegen bei einem Reichsdurchschnitt von 34,2 v. H. ' Einen besonderen Erfolg hat die Arbeits- schlacht in Ostpreußen gehabt, waren die Arbeitslosen doch in den drei Sommern der nationalsozialistischen Regierungsjahre fast völlig verschwunden. Für das Agrarland Ostpreußen ist von ganz außerordentlicher Bedeutung die Siedlung. Hier zeigt sich, daß in den Fahren nach der Machtübernahme rund 30 000 Hektar mit 2108 Bauern besiedelt wurden. Dazu kommen 3400 Kleinsiedlungen allein im Fahre 1935. Auch der Wohnungsbau hat große Fortschritte gemacht. Rund 28 000 städtische Wohnungen wurden in den Fahren nach der Machtübernahme erstellt. Das ist in jedem Fahr das Doppelte und Dreifache von den früheren Fahren. Die Fndustrialisierung Ostpreußens hat nicht minder gewaltige Fortschritte gemacht. 17 Betriebe sind neu erstanden mit einer Belegschaft von 1525 Mann. Auch im Verkehr hat sich eine Steigerung bemerkbar gemacht, die für Ostpreußen von ungeheurer Bedeutung ist. Der Güterumschlag in Königsberg betrug 1932: 1,7 Millionen Tonnen, im Fahre 1935 dagegen 2,9 Millionen Tonnen. Königsberg, die einzige Großstadt im Osten, konnte ihren Haushalt vollkommen ausgleichen und ihre Schulden bezahlen. Aehnlich liegt es bei den ostpreußischen Mittel- und Kleinstädten. So ergibt sich aus diesen Zahlen mit aller Deutlichkeit, daß die Regierungsführung von Adolf Hitler eine wirtschaftliche Gesundung gebracht hat, die in der nächsten Zeit zu einer vollständigen Beseitigung aller wirtschaftlicher Schäden, die die Systemparteien verursacht haben, führen wird. Der Führer spricht. Stundenlang vor der Ankunft des Führers ist die größte Halle in Königsberg, die des Schlageter- hauses, von einer festlich gestimmten Menschenmenge bis auf den letzten Platz besetzt. Diel zu früh schlossen sich für die meisten die Pforten des Schlagetevhauses, das bald von einer dicht gedrängten Menschenschar umlagert war. Nachdem die Versammlung eröffnet war und Gauleiter Koch gesprochen hatte, erleben dann die Menschen im Schlageterhaus durch die Lautsprecher mit, wie der Führer durch die Stadt fährt, wie ihm die Menschen zujubeln, es kaum gelingt, die Massen zurückzuhalten, die alle den Führer sehen wollen, die alle erfüllt sind von dem großen Erlebnis der Stunde. Und dann ist der Führer da! Vom Eingang der weiten Halle pflanzt sich der Fubel fort nach vorn. Die Hände recken sich dem Führer entgegen, der in Begleitung des Gauleiters durch die Halle schreitet und den führenden Männern der Provinz die Hand drückt. Fubel erklingt immer wieder von neuem und steigert sich in einen Orkan, als der Gauleiter verkündet: „Ostpreußen! Fhr in der Halle, und ihr eine Million in der Provinz am Lautsprecher horcht auf, der Führer sprich t." Lange dauert es, bis der Jubel abebbt und der Führer beginnen kann. Und wieder und immer wieder wird er vom stürmischen Heil der Massen unterbrochen, wenn er mit ernsten Worten von den gewaltigen Aufgaben spricht, die zu bewältigen waren und die heute noch vor ihm als dem Führer des Volkes und dem Sprecher der Nation stehen. Scheinwerfer beleuchten andächtige Gesichter Taufender von Menschen, die mit Ergriffenheit hören, wie der Führer von dem einstmaligen geschichtlichen Zusammenbruch spricht, diesem Zusammenoruch, der unzählige Existenzen vernichtete. Die Gedanken der Menschen gehen zurück zu den Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Verelendung des deutschen Volkes, und man fühlt es, wie sie bei den Worten des Führers diese fast vergessenen Dinge wieder in ihr Gedächtnis zurückrufen, jene Zeiten des völkischen Verfalls mit 47 Partei und 16 oder 17 Länderregierungen. In diesen drei Jahren, so erklärte er weiter, habe eine Aufgabe die andere abgelöst, und er habe nicht gezögert, jede in Angriff zu nehmen. Großer Ernst klingt aus den Worten des Führers, als er von dem Glauben dieser Generation spricht, diesem neuen Glauben, der aus dem ganzen deutschen Volk strahle, diesem fanatischen Glauben: Deutschland lebt und wird nicht zugrundegehen. Und dann werden viele Tausende aufgerüttelt von den Worten des Führers, der an die Zeit erinnert, d a Ehre und Freiheit nichts galten, diese beiden Begriffe, die er dem deutschen Volk neu geschaffen habe, und die er erhalten werde. Man wolle nicht hurrapatriotische Unbesonnenheiten, erklärte der Führer, man wolle nur erreichen, daß andere Völker die Realität des deutschen Volkes zur Kenntnis nehmen. Die Bedeutung des Völkerbundes, so fuhr der Führer fort, hätte darin liegen sollen, mit vernünftigen Methoden Gegensätze unter den Völkern zu beseitigen. Aber ein Bund der Nationen, dessen Völker in verschiedene Klassen eingeteilt sind, sei unmöglich gewesen. Es gebe entweder nur Völker gleichen Rechts ober Unterdrückung mit Haß und Furcht. Der Haß aber müsse ersetzt werden durch höhere Vernunft. Als der Führer erklärt, er habe gehandelt, wie er nicht anders habe handeln können, da jubeln Tausende ihm zu und der Jubel will kein Ende nehmen. Es gebe nur eine Instanz, betonte der Führer, der er sich verantwortlich fühle, das fei das deutfche D 0 lk felbst ! Eine Kraft, ein Wille, eine Tal. Die Rede des Führers in Königsberg. Königsberg, 19. März. (DNB. Funkfpr.) In feinem Appell an das oftpreußifche Volk in der Königsberger Schlageter-Halle riß der Führer die Massen zu endlosen Begeisterungsstürmen hin. Er entwarf ein groß gesehenes Bild vom tiefen Zerfall und wunderbaren Wiederaufstieg der Nation. In klaren und eindrucksvollen Formulierungen stellte der Führer die historische Bedeutung der Stunde heraus, in der das deutsche Volk erneut seine Stimme in die Wagschale legen soll, um den Will en einer einigen N a - t i 0 n der Welt gegenüber zu dokumentieren. Die Grundgedanken dieser Rede fanden in folgenden Kernsätzen ihren Ausdruck: ..Nur aus der Verbindung mit dem Volke kann die Kraft kommen für ein Regime, das einer Aufgabe gegenüber gestellt ist, wie der unfrigen. Diele Aufgabe konnte und kann nur gelöst werden durch die Zusammenfassung aller Kräfte zu einer Kraft, aller Willen zu einem Willen, allen Handelns zu einer Tat." „Wann ist jemals in drei Jahren deutscher Geschichte mehr und besseres geleistet worden, als in den Jahren 1933 bis jetzt? Welche Ein- mütigfett bietet heute diese geschichtlich so oft zerrissene Nation? Welches Bild bietet heute dieses Volk in seiner Geschlossenheit, in der Macht seines Willens und in der Stärke seines Glaubens. Was durch diese wunderbare Kraft in diesen drei Iah- ren Deutschland an Nutzen erwachsen ist, kann kaum abgeschätzt werden." * „Das deutsche Volk hat ein anderes Gesicht bekommen. Diese Millionen haben einen anderen Glauben erhalten. Früher ging von ihnen aus eine Welle des Verzagtseins und der Verzweiflung, der Lethargie, der' Gleichgültigkeit und der Hoffnungslosigkeit. Jetzt strahlt aus ihnen diese deutsche Zuversicht, dieser fanatische Glaube: Deutschland lebt und wird nicht zugrundegehen!" „Diese Zuversicht hat im deutschen Volke wieder das Verständnis geweckt für die Empfindungen der Ehre und der Freiheit. Ehre und Freiheit aber sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gestaltung der außenpolitischen Beziehungen des Volkes." ♦ „Es ist unmöglich, einen BundderNationen aufzubauen auf dem Buchstaben eines Vertrages, der die Völker zerreißt in verschieden gewertete Klassen von Nationen. Was wir erstreben, ist die Er- setzung dieser aus Haß geborenen Völkerzer - reifjung durch eine höhere Vernunft der Völkervereinigung und Völkerzusammenfügung. Es ist die Aufgabe einer wirklich politischen Führung, dem natürlichen Lebensanspruch der Nationen in vernünftiger Weise nachzugeben, statt zu versuchen, ihn zu vergewaltigen." „Du darfst nicht erwarten, deutsches Volk, daß die andere Welt Verständnis für deine Argumente besitzt, solange du nicht selbst entschlossen bist, für dein Lebensrecht einzutreten. Und das habe ich nun feit drei Jahren getan. Ich tue es, weil ich nicht anders kann, weil ich sehe, daß es geschehen muß. Ich habe nichts getan, was ich nicht nach meinem innersten Gewissen im Interesse des deutschen Volkes tun mußte. Ich würde mich pflichtvergessen an den Interessen der deutschen Nation versündigen, wenn ich nicht aus dem fron» zösisch-sowjetrussischen Pakt auch für Deutschland die einzig möglichen Konsequenzen gezogen haben würde." * „Deutschland hat keine Eroberungswünsche in Europa. Deutschland hat nicht die Absicht, irgend jemand in Europa etwas zuleide zu tun. Es hat aber auch nicht die Absicht, noch irgend ein Leid in Zukunft zu erdulden!" * „Für meine Entschlüsse gibt es nur eine einzige Instanz, der ich mich verantwortlich fühle und das ist das deutsche Volk selbst! Deutsche grauen! Ls gab eine Zett, wo die Sorge um das Wohl der Familie die Frau und Mutter in die Arbeitsbetriebe der Fabriken trieb. Durch solchen Kamps ums Dasein wurde allzu früh die Nervenkraft der Frau verbraucht. Bei der Machtergreifung durch die NSDAP, sah es unser Führer als eine seiner ersten Aufgaben an, die Frau ihrem ureigensten Aufgabengebiet als Frau und Mutter wieder zuzuführen. „Ls gibt keinen größeren Adel für die Frau, als Mutter der Söhne und Töchter zu fein“, sagt der Führer. Alle geschaffenen Einrichtungen des Deutschen Frauenwerkes sprechen für das große Aufgabengebiet der Ertüchtigung unserer Frauen. Deutsche Frau, es ist deine heiligste pflicht, am rs.Mcirz deine Stimme dem Führer zu geben! Ich bitte es, daß es mich in diesem Kampf stärkt, daß es mir die große Legitimation erteilt, als fein Vertreter, a l s fein Sprecher, und als sein Führer vor der Welt handeln zu können!" * „Ich habe den Mut gehabt, die geschichtlich schwer st e Aufgabe zu übernehmen, die einem Sterblichen in einem Volke gestellt werden kann und erwarte nun von dir, deutsches Volk, daß du nun hinter rn i ch trittst, nicht weil du mich stützen sollst, sondern weil du dich stark machen mußt für dich selb st. Ich glaube, dann wird es auch den anderen Völkern und ihren Staatsmännern, so Gott will, klar werden, daß ein Volk von solcher Einigkeit, von solcher Glaubenskraft und Zuversicht nicht weiterhin so behandelt werden kann wie man bas glaubte 15 Jahre lang tun zu dürfen." * „Ich biete — und hinter mir steht dann geschlossen ein ganzes Volk — den anderen Völkern die Hand zur Versöhnung und zur Verständigung. Wer es vor seinem Gewissen verantworten kann, diese Hände, in der sich 68 Millionen Menschen vereinigen, zurückzustoßen, der soll dann die Verantwortung vor der Geschichte übernehmen!" * „Drei Jahre lang, mein deutsches Volk, bin ich dein Herold gewesen. Heute bin ich wieder dein Herold für den Frieden Europas. Als der Führer geendet hatte, raste ein nicht endenwollender, minutenlanger Beifallssturm durch die Halle und über die Straßen und Plätze Königsberg. lieber diesen begeisterten Massen, diesem jubelnden Spalier lag die tief Ergriffenheit von Menschen, die ein unvergeßliches Erlebnis in sich ausgenommen hatten. Land ohne Streik. Die nationalsozialistische Wirtschaftsordnung hat die sozialen Spannungen beseitigt, die mit dem Aufkommen des Kapitalismus zu immer erbitterteren Kämpfen zwischen den einzelnen Gruppen führten und sich in Streiks entluden, deren für dis Gesamtwirtschaft verlustreiche Bilanz feststeht. Nur Deutschland hat von allen Ländern den Weg gefunden, mit den Klassen zugleich ihre Kämpfe um die Macht zu beseitigen, während in den anderen Nationen dies e^K ä m p f e fort- dauern und, wie Dänemarks Beispiel, der Streik der Neuyorker Fahrstuhlführer und die furchtbaren Bürgerkriegsszenen und Streiks in Spanien beweisen, an Heftigkeit zugenommen haben. Dort, wo der Staat, der doch immer der Inbegriff des Gemeinsamkeitsgedankens fein soll, nicht stark genug ist, um den verschiedenen Klassen seine Ideen aufzuprägen, ist es selbstverständlich, daß Klasse gegen Klasse kämpft, wobei schließlich keine einzige den Sieg erringt, es sei denn, daß, wie in der Sowjetunion, eine absolute Minderheit ihr diktatorisches Programm gegen die überwiegende Mehrheit des Volkes und zu berem Leibwesen durchzusetzen versucht. Die proletarische Diktatur hängt eben mit bem Höchstkapitalismus eng zusammen. Eines ist ohne den anderen schlechthin undenkbar. Wie entstanden diese Klassenkämpfe, was ist überhaupt Klasse? Die Antwort darauf wäre die Geschichte der Entwicklung des Kapitalismus. Im alten vorkapitalistischen Staat, der in England ziemlich früh zu Ende ging, etwa um 1800, in Frankreich um die gleiche Zeit, in Deutschland erst nach 1850, nxir die soziale Organisation und das ganze soziale Leben an den Stand geknüpft. Der Einzelne war von ihm abhängig und fand im Stand selbst sein Recht und seine Pflicht. Daher waren der Stand selbst und alle Stände zusammengenommen nicht nur Gegner jeder Umwälzung, sondern hatten, weil jeder Stand seine besonderen Vorrechte besaß, auch ein Interesse daran, die bestehende Gesellschafts- Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Kapitalismus zerfetzte diesen Ständestaat. Er beruhte darauf, daß das Einzelwesen lediglich nach der Kapital- fumme geschätzt wurde, die es repräsentierte, nach seiner Beherrschung eines Maschinen- oder Verkehrsader sonstigen Apparates und nach feiner individuellen Persönlichkeit. Der Kampf dieser Persönlichkeiten gegen die Stände vollzog sich unter der Idee des Liberalismus, von der der Marxismus lediglich eine doktrinäre Abspaltung war. Der Konservative ging vom Staate aus, der Liberale vom Einzelwesen, der Stand verteidigte den Staat, die sich entwickelnden Klassen kämpften gegen den Staat und wollten ihn nach ihrem Bilde formen. Dieser Kampf ist nur in Deutschland zugunsten einer höheren Organisation ausgefochten, in allen anderen Ländern tobt er verlustbringend fort. Durch das Kapital, durch die Technik und die Industrialisierung wurden die Massen innerhalb der letzten drei Menschenalter geradezu revolutioniert. Der fortschreitende Kapitalismus stülpte alle bestehenden Verhältnisse um. In den Städten bildeten sich gewaltige Arbeiterheere, die nichts besaßen oder verkaufen konnten, als ihre Arbeitskraft, und die Unternehmer, die diese Arbeitskraft kauften, versuchten natürlich, sie so billig wie möglich zu erwerben. Der Staat wurde zu einer Nachtwächterrolle herabgedrückt, er hatte lediglich auf die äußere Ordnung zu achten, und es war ganz naturgemäß, daß sich in den Kämpfen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Staat in besonders ausgeprägter liberaler Form doch den Interessen des Unternehmertums verschrieb, wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo die Staatsgewalt gewöhnlich bei Streiks Partei gegen die Arbeiterschaft nimmt In den Staaten mit einem gefestigteren Gefüge versuchten die Regierungen jedoch dem Unternehmer-Liberalismus sowohl wie dem umstürzlerischen Begehren ihres Gegenpols die Spitze dadurch ab- zubrechen, daß soziale Reformen eingeführt wurden und der Staat selbst, wie in Deutschland, als Unternehmer größten Stils (Eisenbahn, Post, Elektrizitäts- und Bergwerke) auftrat. Diese Unternehmungen vor allem des deutschen Staates waren gemein- ober gemischtwirtschaftlich. Immerhin bildeten sie einen festen Kern gegen die Revolutionierung. Dazu kam der Bauernstand, der natürlich den Staat unterstützte und alle die llcberrefte der alten Stände und die allmählich sich zu Ständen entwickelnden Neuformungen, die im schrankenlosen Kapitalismus und dessen Widerspiel, dem Marxismus, die Auflösung jeder Ordnung sahen. Kapitalismus und Marxismus waren rein verneinende Kräfte, die im Kampf um die Verteilung des Volks- Ein OReid) - ein Volk - ein Mhrer. Alle Deutschen für Adolf Hmer. Don Or. Wilhelm Krick, Reichs, und preußischem Minister des Innern. Der Führer hält sein Wort. Wieder hat er das deutsche Volk aufgerufen. Es soll in einer schick- alsschweren Stunde seine Stimme erheben,, um aller Welt die Geschlossenheit von Volk und Führer und die Geschlossenheit aller Deutschen zu zeigen. In fanatischem Glauben an das Recht und die Freiheit folgt die ganze Nation dem Führer in seinem schweren Kampf um die Zukunft. _ . Nach einer schier endlosen Reihe von Jahren der seelischen und materiellen Not und nach unerhört harten Prüfungen hat der Deutsche erkannt, daß nur in der politischen Einheit des deutschen Volkes seine Zukunft zu sichern ist. Wir Deutsche sehnen uns nicht nach Krieg und Kriegsruhm, im Gegenteil: Wir alle wollen den Frieden! Ja, noch mehr: Wir wollen einen inunserereigenenKraftgeficher- ten Frieden und wünschen von den dauernden Erschütterungen der Welt, die zum Schlüsse die eines geradezu beispiellosen Aufstiegs gemacht hat. Wie war es denn vor der Machtergreifung? lebten wir nicht im offenen Bürgerkrieg? Jagten nicht Streiks, Unruhen, Straßenkämpfe und tägliche Mordüberfälle der Marxisten einander? Floß nicht fast täglich deutsches Blut auf unseren Straßen? Zerstörten der Klassen- und Parteienkampf mcht das letzte Vertrauen, die Arbeitskraft des Volkes, den Glauben an eine bessere Zukunft? Der Nationalsozialismus hat mit diesem Spuk, der der deutschen Nation nahezu den Garaus ge- macht hatte, gründlich aufgeräumt Er hat die Hetzer und Verführer des Volkes taltgestellt und — siehe — Frieden, Ruhe und Ordnung, Aufstieg und Arbeit sind der Segen für das Reich und das deutsche Volk. Des Führers Geist allein hat die Zwietracht und den Bruderkampf im Reiche ausgetilgt. Nun ist es an der Zeit, daß Zwietracht und Dölkerkampf in Europa verschwinden! „Hitler beveutet schnellen Untergang?" so schrien die Feinde des Führers einst bei uns. „Chaos und Unter- gang, nirgends aber Aufstieg und Besserung, so werden die Taten der Jiationalsoziatisien aussehen", das war eine Parole vor drei Jahren Lind heute? Heute haben Millionen Arbeit und Brot! Heute herrscht fein Chaos, sondern Ruhe und Ordnung! Heute sind wir nicht untergegangen, sondern eine freie Großmacht! Durch wen? Durch Adolf Hitler— ihm die jubelnde Zustimmung Deutschlands am Wahltage? einkommens und eine bessere Produktionsgestaltung schon deshalb versagen mußten, weil außerhalb dieser beiden Kräfte doch die Tendenzen immer stär- ter wurden, die auf eine Kontrolle des Staates über diese anarchischen Gewalten — bertn der liberale Kapitalismus wirkte genau so auflösend wie sein Gegenspiel — drängten. Je mehr der Kapitalismus zunahm, um so gewaltiger wurden vor allem auch in Deutschland d i ß Arbeitskämpfe. Im Jahre 1899 hatten wir 1311 Arbeitskämpfe und 116 531 Streikende und Ausgesperrte. Dadurch gingen dem deutschen Volke 3 381 000 Arbeitstage verloren, die Streiks führten in 339 Fällen zu einem Erfolg für die Arbeitnehmer, in 438 zu einem teilweisen und in 534 Fällen zu keinem Erfolg. Seitdem nahmen Streiks und Aussperrungen zu. Im Jahre 1913 zählten wir 2464 Arbeitskämpfe mit 323 000 Streikenden bzw. Ausgesperrten, wodurch 11761 000 Arbeitstage verloren gingen. Davon waren nur 371 für die Betroffenen ein Erfolg, dagegen 2414 endeten mit einem teilweisen bzw. keinem Gewinn. Nach der marxistischen Pfuschrevolution des Jahres 1918 stieg die Streikkuroe. Der Höhepunkt wurde im Jahre 1922 mit 4785 Arbeitskämpfen erreicht, an denen 1 895 792 Arbeiter teilnahmen. Der Verlust für die deutsche Volkswirtschaft betrug nicht weniger als 27 734 000 Arbeitsstunden. Von diesen Streiks waren nur 1105 erfolgreich. Im Jahre 1932 zählten wir unter der Depression nur 648 Streiks, immerhin gingen dabei 1 130 000 Arbeitsstunden verloren, erfolglos blieben 333 Arbeitskämpfe, einen geringen Erfolg hatten 161 und einen vollen Erfolg 154. Seit April 1 933 haben Arbeitskämpfe nicht mehr stattgefun- d e n. Im ersten Vierteljahr 1933 gab es 69 Ar-- beitskämpfe, die der deutschen Volkswirtschaft eine Einbuße von 96 460 Arbeitsstunden einbrachten. Von den 69 Arbeitskämpfen brachten nur 16 den Arbeitern einen Erfolg. Schon diese Rechnung zeigt, Laß unter dem Klassenkampf die Arbeiter durchschnittlich die verlorenen Arbeitsstunden nicht wieder einholen konnten und daß die nur teilweise er- strittenen Lohnaufbesserungen gegenüber den Summen, die durch die verstreikten Tage verloren gingen, gar nicht in Betracht kamen. Aber die marxistischen Gewerkschaften beschäftigten ihre Gewerkschaftssekretär und die Unternehmerverbände ihre Syndici, und nur diese lebten von der Entfesselung der wirtschaftlichen Klassenkämpfe. Seit dem 1. April 1933 hat in Deutschland der Staat die Führung. Die Arbeitskämpfe sind un- möglich geworden, der Kapitalismus sowohl wie der Marxismus können nicht mehr das Wirtschaftsgebiet durch ihre Machtkämpfe als Schlachtfeld benutzen. Und gerade daß diese kapitalistischen Formen dem Staat untertan wurden, daß der Gesamtwille über die Selbstsucht der Klassen triumphierte, hat der deutschen Volkswirtschaft und jedem in ihr Stehenden ein neues Lebensgefühl und einen neuen Auftrieb gegeben. Aus dem Staat des selbstsüchtigen Kampfes der Klassen ist ein Staat der Gerechtigkeit, des Arbeitsfriedens und der ungestörten Arbeit geworden. Gesunde Wirtschaft im ftarken Staat. Die Reichswirtschaftskammer ruft zur Wahl auf. Berlin, 18. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat das deutsche Volk für den 29. März zur Wahl aufaerusen. Es gilt, an diesem Tage erneut vor aller Welt feierlich zu beweisen, daß hinter einer kraftvollen Führung ein einiges deutsches Volk steht. Nur eine Nation der Ehre, der Freiheit und Gleichberechtigung kann die Grundlagen für eine friedliche Arbei und für ein kulurelles, soziales und wirschafliches Wohlergehen des Volkes zu schaffen. Deuschlands Wirtschaft hat in den 3 Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit einen Aufschwung ohnegleichen erlebt. Der Kampf des Führers und feiner Regierung kann allein auch für Deutschlands Wirtschaft die Voraussetzung für ihre weitere Entwicklung geben. Nur eine Wirtschaft in einem starken, den Frieden der Völker auf der Grundlage gleicher Rechte und Pflichten erstrebenden Staat kann sich im eigenen Lande zum Segen des ganzen Volkes entfalten und im friedlichen Wettbewerb der Völker auf dem Weltmarkt feinen wertvollen und notwendigen Anteil zur Befriedung und Ordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Welt beitragen. Es ist daher nicht nur eine selbstverständliche Dankespslicht für die Aufbauarbeit der Vergangenheit, sondern zugleich ein zwingendes Gebot für die Zukunft, daß Deutschlands gewerbliche Wirtschaft sich am 29. März geschlossen zum Führer und zu seiner Regierung bekennt. In diesem Sinne rufe ich b i e B e - triebsführer b e r gewerblichen Wirtschaft auf, am Tage ber Reichstagswahl als wahre Führer ber Betriebe an ber Spitze ihrer Ge- folgschaftsmitglieder Mann für Mann ihre Pflicht für Deutschlanbs Ehre u n b Freiheit, für den Frieden und für Deutschlands soziales, wirtschaftliches und kulturelles Wohlergehen zu tun. gez. Ewald Hecker, Leiter ber Reichswirtschaftskammer. Wir folgen dem Führer. An die deutschen Frauen und Mädchen! Rach brel Jahren nationalsozialistischer Regierung ruft der Führer das deutsche Volk auf, ihm durch die bevorstehende Reichstagswahl sein vertrauen zur bisherigen Staatsführung zu bekunden. Wir Frauen und Mütter, die wir als Lebens- und Kampfgefährten der Männer bedingungslos verflochten find In das Gefamtfchickfal unseres Volkes, find stolz, daß wir wieder einmal vor aller Welt unser einmütiges Bekenntnis zu unserem Volk, zu unserer Gemeinschaft und zu unserem nationalsozlali- stischen Deutschland erneuern können. So, wie der Führer unserem eigenen Volk Ruhe und Ordnung widergibt, so hat er durch seinen Appell den Völkern Europas den Weg zum Frieden gezeigt. Deutsche Frauen, beweist der Welt, daß dem Führer unser Vertrauen, unser Glaube gehört und daß wir bereit sind, den Auserstehungsweg unseres Volkes zu Freiheit, Gröhe und nationaler Sicherheit in bedingungsloser Gefolgschaft zu gehen. Das wollen wir am 29. Marz besiegeln. Gertrud Scholh - Klink. Wirtschaft und die Wohlfahrt ganz Europas ju zerstören drohen, verschont zu bleiben. Diesen Standpunkt hat der Führer, vorn ersten Tage der Machtergreifung angefangen, vertreten. Er hat in ber feierlichen Stunbe am Grabe ber einstigen preußischen Könige zu Potsbarn am 21. März 1933 erklärt, baß „bas deutsche Volk, die Opfer bes Krieges von einst ermessend, der Welt gegenüber ein aufrichtiger Freund eines Friedens fein will, der endlich die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden." Wenige Wochen später, am 17. Mai 1933 hat der Führer in seiner großen Friedensrede neuerdings feinen Friedenswillen unterstrichen. Selbst den Austritt aus dem Völkerbund, der im Herbst 1933 vollzogen wurde, bekräftigte die ganze Nation mit einer beispiellosen Volksabstimmung unter der Losung des deutschen Friedenswillens. Das deutsche Volk wollte und will nicht Gegenstand des Haders der Welt sein. Es will seine Ruhe und seinen Frieden Huben und seiner Arbeit in Sicherheit nachgehen. Es will dessen gewiß sein, daß es das hohe Gut des Friedens aus eigener Kraft schützen könne und nicht dauernd in der Gefahr leben müsse, die eine ungeschützte, völlig wehrlose entmilitarisierte Zone naturgemäß in sich birgt. Der Führer und das deutsche Volk wollen den Frieden nach außen, so wie sie den Frieden im Innern durchgesetzt haben. Nichts kann diesen Friedenswillen klarer beweisen, als die Ruhe und Ordnung, die der nationalsozialistische Staat Adolf Hitlers in kurzer Zeit in seinen Reichsgrenzen hergestellt und zur Grundlage Wer tue große Rede und das Friedensangebot des Führers und Reichskanzlers vorn 7. März d. I. vernahm, fühlte die hohe Verantwortung, die aus jedem feiner Worte um die Zukunft und Sicherheit Europas mitklang. Hier sah die Welt das Gewissen des deutschen Volkes förmlich sichtbar werden. Klar und deutlich forderte der Führer d i e Gleichberechtigung als Voraussetzung für Sicherheit und Freiheit. Gleichberechtigung und Frieden, das ist es, was das ganze deutsche Volk fordert. Aus dem Wege zu diesem Ziel werden noch große Schwierigkeiten zu überwinden sein. Aber niemand in Deutschland zweifelt daran, daß sie bezwungen werden. Schwierigkeiten sind dazu da, das hat uns Adolf Hitler gelehrt, überwunden zu werden. Welche Berge von Hindernissen hat der Führer auf seinem Wege zur Macht beseitigen müssen! Welche gewaltigen Hindernisse hat er, als er an die Spitze des Reiches gelangte, aus dem Wege geräumt, um den Marsch des deutschen Volkes zu Arbeit und Brot, zu innerem Frieden und Freiheit frei zu machen. Niemand zweifelt daran, daß es dem Führer auch gelingen wird, die Zwietracht der Völker in Europa zu überwinden und einem Frieden der Gleichberechtigung, des Vertrauens und der Sicherheit den Weg zu bahnen. Ganz Deutschland steht in diesem Glauben hinter seinem Führer. Darum heißt am 29. März unsere Losung: „Alle Deutschen für den Führer aller Deutschen!" gegeben, die sich nicht brechen läßt. Jetzt mitt er Endlich mit den übrigen Völkern sprechen, uni) dazu ruft er fein Volk. Er will der Welt zeigen, was ein wahrer Dolksstaat ist. Mit feinem 25jährigen Friedensvorfchlag will der Führer endlich Rühe und Frieden bei den Volkern schaffen und mit dem Führer marschieren werdet auch chr Saarländer." (Langanhaltender sturmifcher Beifall.) Ber Reichsbauernführer an das deutsche Landvolk! ZdR. Der Führer hat das deutsche Volk aufgerufen, am 29. März zu feiner Politik Stellung zu nehmen. Dieser Appell wird bei der ganzen Ration ein Bekenntnis der Dankbarkeit, der Verbundenheit und des Vertrauens auslösen. Besonders das deutsche Landvolk, das Adolf Hitler alles verdankt, wird mit Freude die Gelegenheit wahrnehmen, um ihm durch diese Wahl seinen Dank zum Ausdruck zu bringen. Rur zu leicht vergessen wir, wie es vor der Machtergreifung des Führers in den deutschen Dörfern aussah. Zwangsversteigerungen ohne Zahl rissen alte Geschlechter von der geliebten Heimaterde; und für den, der feinen Hof noch hatte, war die Vertreibung von der Scholle eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Das deutsche Landvolk war am Ende. Da kam Adolf Hitler. Seine erste Sorge galt vor allem dem Bauerntum, heute schützt das Reichserbhofgeseh den Bauern vor dem unverschuldeten Verlust seiner Lebensgrundlage. Die Marktordnung hat die Börsenspekulation mit den Erzeugnissen des Bodens ausgeschaltet und sichert ihm den gerechten Lohn für feine Arbeit. Deutsche Bauern und Landwirte, der Führer hat Euch vordem sicheren Abgrund zurückgerissen und Euch wieder zur Grundlage des Volkes gemacht. Zeigt der Wett am Tage dieser geschichtlich bedeutsamen Wahl, daß Ihr einmütig und geschlossen Euch zu Adolf Hitler bekennt! R. Walther DarrS, Reichsbauernführer, Reichsminister und Reichsleiter der RSDAP. Von H ins und Hof vertrieben. ZbR. Man glaubt in bas Deutschlanb vor 19 3 3 zurückversetzt zu sein, wenn man in ben „Schweizerisch-Republikanischen Blättern" vom' 22. Februar 1936 unter ber Ueberschrift „Ein er- schütternbes Bilb" lesen muß, baß in ber Schweiz im Jahre 1933 997, im Jahre 1934 sogar 1048 Bauernfamilien von Haus u n b H o s vertrieben worben sinb. Melbungen bieser Art fanb man in ber beutschen Presse bis zum Jahre 1932 täglich; sie zeigen uns, baß man bis 1933 in Deutschland mit benselben unzulänglichen Mitteln versuchte, bie Landwirtschaft zu ge- funben, wie es heute noch hie unb ba im Auslanb geschieht. Dir Folge bavon waren bei uns — unb sinb es heute noch in anberen Länbern — Konkurse unb Zwangsversteigerungen, zusammenbrechenbe Bauernhöfe unb von Haus unb Hof vertriebene Bauernfamilien. Wir können bie Tragik, bie in ber Notiz ber oben erwähnten Schweizer Zeitung zum Ausbruck kommt, ermessen, haben wir boch selbst jahrelang zu spüren bekommen, was es heißt, wenn bas bobenftänbige Bauerntum unter einer wirtschaftspolitischen Gesetzgebung zu leiben hat, bie ber Eigenart ber Landwirtschaft nicht gerecht wirb. Heute sinb biese Dinge in Deutschlanb grunblegenb anbei s. Durch bie national- ozialistische Agrarpolitik würbe bem Bauerntum eit langer Zeit endlich wieder die Gelegenheit gegeben, eine Wirtschaft auf gesunder Grundlage zu führen. Tausenden von Kleinbetrieben geht es bester. WPD. Die Forsch ungs stelle für ben Hanbel bemerkt in ihrem Bericht über bie Umsatzentwicklung bes beutschen Einzelhanbels im Jahre 1935: Ein Vergleich ber Entwicklung ber Umsatzwerte im Lebensmitteleinzel- h a n b e l ergibt, baß gegenüber 1933 eine w e • sentliche Zunahme ber Umsatzmengen zu verzeichnen war unb läßt auch gegenüber 1934 bie Annahme einer Mengensteigerung als burchaus begrünbet erscheinen. Im Einzelhanbel mit B e - k l e i b u n g ist eine starke Umsatzsteigerung in ben Fachgeschäften mit männlicher Bekleibung festzustellen, barin kann man bie stärkere Bebarfsbeckung von neu in bie Arbeit eingeschalteten berufstätigen Männern erkennen, bie ihre in ber Zeit ber Arbeitslosigkeit vernachlässigte Ausstattung ergänzen mußten. — Die starke Zunahme ber Einzelhanbelsumsätze infolge ber Wieberaufbaumaßnahmen ber nationalsozialistischen Regierung ist also auch im Einzelhandel nicht wenigen Großbetrieben, sondern ben vielen Tausenben von Fachgeschäften zugute gekommen. Aus aller Welt. Ergebnisse der Probefahrt des „LZ 129". Nach ber Landung des Luftschiffes „LZ 12 9" sprach sich Kapitän Lehmann über bie Leistungen bes Luftschiffes sehr befriedigt aus. Die Maschinen haben ihre Dauererprobung gut bestanden, die Steuerungen sowie die Messungen unb alle Versuche zeitigten befrtebigenbe Ergebnisse. Die Funk-Beschickungen unb Peilversuche haben einen günstigen Abschluß gefunden. Sämtliche Funkgeräte sind nun geeicht. Bei der Fahrt wurde auch die Rauchkabine ausprobiert, und Kapitän Lehmann behauptet, daß er mit Hochgenuß sein Pfeifchen im Luftschiff geraucht habe. Die nochmalige Durchprüfung aller Einzelheiten habe ein zufriedenstellendes Ergebnis gehabt, und mit Zuversicht werde nun die Zulassung des „LZ 129" erwartet. Oberstleutnant Breithaupt, der Referent für Luftschiffahrt im Reichsluftfahrtministe- rium, über die Ergebnisse der Erprvbunasfahrt befragt, antwortete: „Alles hat wundervoll geklappt". Die nächste Fahrt des „LZ 129" ist für Montag vorgesehen. Vermißter Bergsteiger tot aufgefunben. Die stark verweste Leiche des 29 Jahre alten Dr. Joachim Werdermann, Regierungsassessor aus Gahlau in der Niederlausitz, wurde in Königssee mit schweren Verletzungen aufgefunden. Werdermann, der am Königssee eine Bergtour unternommen hatte, wurde seit dem 10. Oktober 1935 vermißt. Das schaffende Deutschland hinter dem Wrer. Oer Stellvertreter des Führers spricht in Mannheim. Mannheim, 19. März. Der Stellvertreter bes Führers Reichsminister Rubvlf Heß sprach in ber ersten großen Mannheimer Massenveranstaltung auf bem Meßplatz in einem vom Arbeitsdienst in wenigen Tagen errichteten Riesenzelt, bas 35 000 Menschen faßte. Die Rebe wurde auf mehrere große Plätze in Mannheim und auf die Umgebung des Zeltes übertragen, so baß über 100000 Menschen teil- nehmen konnten. Rubolf Heß betonte, baß das deutsche Volk einig wie noch nie den Frieden wünsche, aber ebenso sehr wünsche es bie Sicherung seines Lebensrechtes unb seiner Ehre. Durch bie deutsche Revolution habe ber Führer bie beutsche Seele neu geformt, mit ihr habe er ben beutschen Charakter gewanbelt, so baß bie Nation heute ein einiges geschlossenes Ganzes sei. Die beutsche Revolution sei gelungen, weil ber Führer ben Glauben an bas Volk niemals verloren hat unb weil er besonbers ben Glauben an ben beutschen Arbeiter hatte, bem er seinen Platz in ber Nation wieder errang. Wenn heute jemand noch nicht das Verständnis für ben beutschen Arbeiter habe, solle er einmal in ein Kohlenbergwerk einfahren ober sonst an bie Arbeitsstätten gehen, bann werde er Verständnis für ben Arbeiter bekommen. Noch heute begnügten sich Arbeiter mit geringen Löhnen, weil sie wüßten, baß sie baburch anbere Arbeits- fameraben, bie bas Elenb ber Arbeitslosigkeit tragen, ebenfalls in Arbeit unb Brot bringen. Das Ergebnis bes Opfers unb ber Hingabe auf allen Seiten liegt in ber Einglieberung von 4,5 Mil- !wffn*n fchnffenber Deutscher in ben Arbeitsprozeß, ■allem an ben Autobahnen bes Führers verbienen mcht weniger als 500 000 Menschen ihr Brot. Der Kraftwagenbestand ist in Deutschland wesentlich gestiegen, ebenfalls durch die Anstrengungen des Füh- kommende Volkswagen wird dem Auto endlich den Weg frei machen zur großen Masse. Wie der Führer dem deutschen Arbeiter seinen Platz in der Nation gesichert habe, so habe er auch dem deutschen Schaffen wieder Aufgaben und Ziele g e w i e s e n. Adolf Hitler repräsentiert heute den Friedenswillen von 65 000 000 Deutschen und jede deutsche Stimme sei eine Stimme für ben Frieben gleichgeachteter unb gleichberechtigter Nationen Europas. Die Einheit des Volles ist unsere Krast. Reichsminister Rust spricht vor Arbeitern des Saarlandes. Saarbrücken, 18. März. (DNB.) Im überfüllten Saale des Volkshauses im Stadtteil Saar- brücken-Burbach sprach Reichsminister Rust vor einer Zuhörerschaft, die sich in der Hauptsache aus Arbeitern der Pfalz, in erster Linie aus Ange- hörigen der Burbacher Hütte, zusammensetzte. Unb die Arbeiter ber Faust waren es, an bie sich ber Minister wanbte. Denn nicht bie Satten, fonbern bie Hungrigen unb Nichtbesitzenden, rief der Minister unter stürmischem Beifall aus, seien von jeher die Kämpfer. In chnen lägen bie Wurzeln ber Kraft Deutschlands. „Wenn ihr hinter dem Sichrer steht, bann ist ber Weg in eine glückliche ufunft offen, benn bie Geschlossenheit bes olfes ist unsere Kraft. Wenn wir uns auf sie stellen, bekommen wir Arbeit unb Brot. Ihr Saarlänber habt es ja auch selbst erfahren. Auch ihr seid frei geworden, weil ihr einig wäret. Als sich die Hände ber Hanbarbeiter unb ber Arbeiter ber Stirn zum ersten Male in einem Händebruck fanden, da war ber Grunb gelegt zur Befreiung ber Rheinlanbe, ba wurde bie Wehrmacht wiederhergestellt. Hitler, der Frontsoldat, Hit- ler, der Sohn bes Volkes, nur er konnte bas erreichen als Kämpfer für ben Frieden. Denn einem Kriegshetzer wären die Massen nie gefolgt. Aböls Hitler hat zuerst dem deutschen Arbeiter die Ehre wiedergegeben, ehe er sie bem Volke wiedergab. Er hat seine Ideen erst dann hinausaetragen, als er Jagen konnte, er habe im Innern fein Volk in Ordnung gebracht. Eine höhere Macht hat dem Führer die gewaltige Kraft Unsere höchste Verantwortlichkeit liegt darin, den Frieden zu bewahren. Oie Aussprache im Völkerbundsrat.—Eden erklärt, die Gelegenheit zu einer europäischen Verständigung dürfe nicht versäumt werden. London, 18. März. (DNB.) Der Dölkerbunds- rat trat am Mittwoch um 16 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, um die Aussprache über den französisch-belgischen Entschließungsantrag zum Locarnovertrag fortzusetzen. Außenminister Eden führte als erster u. a. folgendes aus: Ich habe bereits erklärt, daß nach Auffassung der britischen Regierung ein offenkundiger und unbestreitbarer Bruch der Bestimmungen des Versailler Vertrages über die entmilitarisierte Zone begangen worden ist. Nach Auffassung meiner Regierung ist dies jedoch bei weitem nicht die einzigeAuf- gäbe, die der Rat im vorliegenden Falle zu erfüllen hat. Wir müssen uns stets unser letztes Ziel und unsere höchste Verantwortlichkeit vor Augen halten, die darin besteht, den Frieden zu bewahren und ein gutes Einverständ- n i s unter den Völkern Europas auf einer festen und dauernden Grundlage aufzubauen. Man muß beachten, daß der Bruch des Locarnovertrages, so klar er auch ist, er nicht eine unmittelbare Bedrohung mit Feindseligkeiten in sich trägt. Es ist Zeit vorhanden, um mit Klugheit wie auch mit Entschlossenheit die Lage zu prüfen. So ernst auch die Lage ist, so ist sie doch von der Gelegenheit begleitet, einen dauerhaften Frieden zu schaffen, und dieses Ziel muß ein wichtiger Gesichtspunkt für die Schritte selbst sein, die zur Erreichung des Zieles unternommen werden. Danach machte Eden die wichtige Feststellung, daß der Bruch des Vertrages durch Deutschland keine Aktion gewesen sei, die die sofortige Anwendung der im L o c a rn o v e r t r a g vorgesehenen Maßnahmen notwendig mache. Der italienische Botschafter in London, Grandi, erklärte: Die Feststellung einer Vertragsverletzung durch Deutschland sei um so peinlicher gewesen, als es sich um eine Großmacht handele, deren Mitarbeit für den Frieden und die Wohlfahrt Europas unerläßlich sei Italien sei sich seiner Verantwortlichkeit auf Grund des Locarnovertrages voll bewußt und bleibe feinen Verpflichtungen treu. Selbstverständlich könnten jedoch diejenigen Staaten, die in Genf im Zusammenhang mit dem italienisch-abessinischen Streitfall Maßnahmen getroffen hätten, deren Ungerechtigkeit das ganze italienische Volk tief empfinde, nicht erwarten, daß Italien Maßnahmen anwende, die mit seiner gegenwärtigen Lageunoereinbar seien. Es müsse verhütet werden, daß aus der gegenwärtigen Krise Europa noch gespaltener und geschwächter als es schon sei, hervorgehe. Italien sei sich seiner Aufgabe bei dem Werk der Sicherheit und des Wiederaufbaues Europas voll bewußt. Diese Wiederaufbauarbeit müsse auf dem Verständnis der gegenseitigen Bedürfnisse, auf der Erkenntnis und der wechselseitigen Achtung der Lebensnotwendigkeit der Völker und vor allein auf einer einheitlicheren Auffassung der Rechte, der Interessen und der Pflichten der europäischen Kultur aufgebaut sein. Der polnische Außenminister Beck erklärte, seinerzeit sei es möglich gewesen, das französisch-polnische Bündnis in die Locarno-Verträge in Form eines Garantievertrages auf Gegenseitigkeit einzufügen. Dieses Bündnis bleibe in Kraft. Die Erklärungen zwischen Polen und dem Deutschen Reich vom Januar 1934, die dem festen Willen der beiden Regierungen entsprungen seien, den Frieden an ihrer gemeinsamen Grenze zu sichern, hätten es ermöglicht, Beziehungen herzustellen, die von gegenseitiger Achtung durchdrungen seien. Der zwischen Frankreich und der Sowjetunion abgeschlossene Pakt hat in keiner Weise die Verpflichtungen ändern können, die sich für Polen aus seinen früheren Abmachungen ergeben. Bei allen Verhandlungen müsse der Grundsatz beachtet werden, daß über die Interessen irgendeines Landes international nicht ohne seine Beteiligung und Zustimmung verhandelt werden könne. Die Vertreter Spaniens und Argentiniens sprachen sich anschließend geaen eine „einseitige Aushebung" vertraglicher Verpflichtungen aus. Der dänische Außenminister Munch meinte, die Vertragsverletzung sei unbestritten. Man dürfe sich aber nicht einem unfruchtbaren Fatalismus ergeben. Die Verhandlungen zwischen den unmittelbar beteiligten Staaten sollten einen Schritt zur Wiederversöhnuna bilden, der allein das Gefühl der Sicherheit schaffen könne. Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u sprach von einer Erschütterung des gesamten Systems der kollektiven Sicherheit. Die Staaten der Kleinen Entente seien nicht gegen die Erörterung der deutschen Vorschläge. Diese könne aber erst stattfinden, nachdem die von Frankreich und Belgien aufgeworfene Vorfrage geregelt sei. Eine neue Regelung müsse einen unteilbaren Frieden zwischen Deutschland und allen Staaten Europas herbeiführen. Es fiel auf, daß der Vertreter von Ecuador an der Sitzung nicht teilgenommen hat, da seine Regierung nicht gegen Deutschland sprechen und stimmen will. Wieder eine Aachisitzung der Locarnomächte. „Ein beträchtlicher Fortschritt erzielt." London, 19. März. (DTtB. Funkspruch.) Die Locarnomächle setzten am Mittwoch gegen 23 Uhr englischer Zeit ihre Besprechungen im Foreign Office fort, lieber die Sitzung, die erst um 2 Uhr geschlossen wurde, ist folgende amtliche Mitteilung ausgegeben worden: „Die Sitzung prüfte den Entwurf über ein allgemeines Uebereinkommen unter Vorbehalt gewisser Punkte, die einer weiteren Prüfung bedürften. Ls wurde ein beträchtlicher Fortschritt erzielt." Wie der „Daily Telegraph" meldet, erklärte Flandin nach der Nachlsihung der Locarnomächte: „Lin beträchtlicher Fortschritt in Richtung eines gemeinsamen Standpunktes der Locarnomächte ist erzielt worden. Ls gab eine Vereinbarung im Grundsatz. Man wird sehen, daß wir gute Arbeit geleistet haben." Die Locarnomächte werden Donnerstag erneut zusammentreten. Das britische Kabinett wird voraussichtlich am Vormitlag die aufgeworfenen Fragen erörtern. Man hofft bis Samstag sowohl die Arbeiten des Völkerbundsrates wie der Locarnomächte abgeschlossen zu haben. Jn französischen ebenso wie in englischen Berichten wird hervorgehoben, daß beträchtliche Forlschrille erzielt worden seien. Die deutsche Abordnung in London. Unser Bild zeigt Botschafter von Ribbentrop (rechts) vor dem Abflug in Berlin. Links von ihm Ministerialdirektor Dieckhoff. — (Scherl-M.) s London, 18. März. (DNB.) Auf dem Flugplatz von Croydon traf die deutsche Abordnung ein. Botschafter von Ribbentrop wird begleitet von Ministerialdirektor Dr. D i e ck h o f f, Vortragendem Legationsrat Woermann, Den Legationsräten Wingen und Dr. Schmidt, Legationssekretär Dr. Kordt, dem Adjutanten des Botschafters T h o r n e r und dem Pressereferenten Dr. B o t t i g e r. Legationsrat von Schmieden wird sich der deutschen Abordnung zu einem späteren Zeitpunkt anschließen. Botschafter von Ribbentrop sprach am Mittwochabend bei dem englischen Außenminister Eden in dessen Amtszimmer im Unterhaus vor. Oer französische stellvertretende Generalstabschef in London. London, 18. März. (DNB.) Der französische stellvertretende Generalstabschef General Schweiß- g u t traf in London ein, um mit den britischen Militärbehörden technische Fragen in Verbindung mit der Möglichkeit einer beiderseitigen Entmilitarisierung der Grenze zu besprechen. Reuter fügt hinzu, die Schwierigkeiten beständen darin, daß England Vorkehrungen auf beiden Seiten der Grenze anzuwenden wünsche, während die Franzosen nur Maßnahmen für die ehemals entmilitarisierte Zone ins Auge fassen möchten. Aus französischen Kreisen verlautet, daß der englische Vorschlag völligunannehmbar sei. Empfänge beim König. London, 17. März. (DNB.) Der König von England empfing am Dienstagnachmittag den französischen Außenminister Flandin. Kurz vorher hatte er eine viertelstündige Unterredung mit dem ständigen Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes Sir Robert 23 a n f i 11 a r t. Anschließend empfing der König nacheinander den belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland und den polnischen Außenminister Oberst Beck. Kein Kleben an überholten Vorstellungen. Das Echo der englischen presse. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die Daily Mail" wendet sich gegen die Versuche, auf England einen Druck auszuüben, damit es neue Verträge abschließe und neue Garantien eingehe. Auf der kommenden internationalen Konferenz müßte auch die Rückgabe der Mandatsgebiete anDeutschland erörtert werden. Ebenso müsse der französisch-sowjetrussische Pakt geprüft werden. Seine Gefahren sollten aller Welt klar sein nach der Rede, die Litwinow vor dem Völkerbundsrat gehalten habe. Sie erwecke den Eindruck, daß die Sowjets ihr äußerstes daran setzten, um die europäischen Mächte in einen Krieg z u stürzen, in dem sie sich gegenseitig zum Nutzen des Bolschewismus zerstören würden. Die britische Öffentlichkeit habe einen Schlag dabei verspürt, daß ein bolschewistischer Vertreter überhaupt am Ratstisch säße, und daß Litwinow die Dreistigkeit gehabt hätte, aufzustehen und den zivilisierten Völkern eine Vorlesung über die Einhaltung von Verträgen zu halten Unter der Ueberschrift: „Präliminarien für den Frieden" hebt die „Times" vor allem den Satz aus Edens Rede hervor, daß der Friede nicht weniger wesentlich für das Recht sei, als das Recht für den Frieden. Es sei von höchster Bedeutung, daß nun alle betroffenen Ländern an den in Gang befindlichen Verhandlungen teilnehmen. Man könne ihnen mit Hoffnung und Vertrauen entgegensetzen, sobald erst einmal ein Weg gefunden fei, der über den gegenwärtigen toten Punkt hinausführe. Nach britischer Ansicht könne ein solcher Weg gefunden werden, wenn man sich entschlossen weigere, die Verhandlungen in eine Zerstörung des Friedens durch das Kleben an überholten Vorstellungen ausarten zu lassen. Die britische Regierung habe bereits für den Frieden zwei beträchtliche Beiträge geliefert. Sie habe die Verhandlungen nach London gebracht, und d i e Deutschen in die Verhandlungen mit eingeschlossen. Sie Gelegenheit Darf nich! verpaßt werben. Stimmen Der Vernunft aus Der englischen Oeffentlichkeit. London, 18. März. (DNB.) Die „Time s" veröffentlicht eine Reihe von Zuschriften, in denen sich bekannte Männer des öffentlichen Lebens, unter ihnen auch Abgeordnete, zur gegenwärtigen politischen Lage äußern. So richteten u. a. der auch in Deutschland bekannte Professor Conwell- Evans und der bekannte Industrielle Tennant eine gemeinsam unterschriebene Zuschrift an die „Times", in der es heißt: „Der Vertrag von Locarno war nichts als ein Intermezzo im Nachkriegssystem und sein Hauptfaktor ein Völkerbund, der durch die französische Armee unterstützt wurde und sich hauptsächlich um die Aufrechterhaltung der französischen Sicherheit und der Bestimmungen des Versailler Vertrages bemühte. Der Locarno-Vertrag verfehlte bald seine Ziele und wurde einseitig. Deutschland bietet für die Wiedererlangung der Herrschaft in seinem Gebiet — und zwar fast 20 Jahre nach dem Kriege — ein neues und besseres Sicher- heitsabkommen mit vollständiger Gleichberechtigung, aber ohne Diskriminierung, und den Garantiemächten einen Vertrag, der leichter und mit weniger Risiko zu tragen ist als Locarno, der ihnen nicht die unmögliche Pflicht auferlegt, daß sie Deutschland verbieten sollten, Herr im eigenen Hause zu sein. Der vorgeschlagene neue Vertrag würde die Garantiemächte verpflichten, Feindseligkeiten zu verhindern und für diese Aufgabe würden sie die Unterstützung der Völkerbundsmitglieder mit Einschluß der britischen Dominien genießen, die durch Den Völkerbundsvertrag ähnlichen Verpflichtungen unterliegen. Es ist lebenswichtig für die Sicherheit des britischen Reiches, daß der Völkerbund zu einer lebendige n Wirklichkeit wird. Soll das britische Reich den Schutz des Völkerbundes als eines Stoßdämpfers entbehren und jedem Druck und Stoß der Bündnisse und Gegenbündnisse ausgeliefert fein? Um des britischen Reiches willen hofft die öffentliche Meinung Englands, daß die britische Regierung diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen wird. Zweifel an Der Aufrichtigkeit Dieser weittragenden Vorschläge sind eine Beleidigung für eine ehrliebende große Nation, Die jahrelang schwer an unverdienter Schande zu tragen hatte." Gleichfalls in Der „Times" veröffentlicht Oberst Moore, Mitglied des Unterhauses, eine Zuschrift, Der wir folgende bemerkenswerte Aeußerungen entnehmen: Was sind die Alternativen, Denen Europa nach Dem Schritte Hitlers vom 7. März 1936 jetzt ins Auge sehen muß? Meiner Ansicht nach nur Zwei: Erstens Die Möglichkeit, Frieden zu schaffen und ihn 25 Jahre lang aufrechtzuerhalten, ober zweitens Die Möglichkeit eines balDigen Krieges Durch das Erzwingen militärischer oder wirtschaftlicher Sanktionen, wie sie Frankreich verlangt. Herr Hitler hat das erstere angeboten. Manche mögen dieser Geste mißtrauen und argwöhnen, daß die Freundeshand eine zweite Bombe versteckt halte. Aber es ist doch sicherlich besser, diesen „Bluff" zu wählen — wenn es überhaupt „Bluff" ist — als die furchtbaren Möglichkeiten der zweiten Alternative heraufzubeschwören. Kann und darf man Deutschland wieder vertrauen, nachdem es die feierlichen Bindungen, die es freiwillig im Locarnopakt auf sich genommen hatte, gebrochen hat? Eine Antwort hieraus kann nur bie Erfahrung geben, obwohl Herr Hitler natürlich anführt, baß bet Locarno-Vertrag bereits burch bas französisch-russische Abkommen grünblich verwässert würbe, unb aufjerbem ber Versailler Vertrag von beiben Seiten so oft gebrochen worben ist, baß ein weiterer Bruch kaum noch auffallen würbe. Man barf daher wohl mit gutem Grund annehmen, baß bas ©ebäube des Friedens, bas ber Vertrag von Versailles auf bem Sanbe ber Empfinblichkeit, ber Furcht unb ber Rache aufgebaut hat, trotz ber Befestigung burch Locarno zusammengebrochen ist. Es besteht jetzt aber bie Gelegenheit zum Wieberaufbau bieses Hauses auf dem soliben Felsengrunb ber Selbsterhaltung, ber gemeinsamen Interessen, bes guten Willens unb vor allem bes gegenseitigen Vertrauens. Gott gebe, baß die Staatsmänner Europas zugreifen. Lieble Hetzrede eines Gowsetdiplomaien. Ankara, 18. März. (DNB.) Aus Anlaß der Verlängerung des türkisch-russischen Freundschafts- oertrages fand hier ein Bankett und ein Empfang im Außenministerium statt. Der russische Botschafter Ka rach an benutzte die Gelegenheit zu einer Brandrede gegen Deutschland, ohne es namentlich zu nennen. Er führte u. a. folgendes Ein Krieg sei im schnellen Anmärsche. Nicht Fragen des Rechts ober bes 23er» fahrens, sondern Die Vorbereitungen z u einem Weltkriege ständen in Wirklichkeit im Mittelpunkte der Erörterungen. Der Krieg hänge von Dem ab, der an ihn denke, um sich seinen vielfachen Schwierigkeiten zu entziehen, und der auf dem Wege der Gewalt sich von seiner Sorge und Angst zu befreien suche, sobald der, der den Krieg vorbereite, sich sagen werde, daß seine Rüstungen den erforderlichen Grad erreicht haben, unb baß bie Verteilung ber internationalen politischen Kräfte ihm günstig seien. Durch ihn werbe bieser schreckliche Krieg entfesselt werden. Heute handle es sich nicht um bie Aufstellung juristischer Formeln, sonbern um die Lebensinteressen der Völker und Staaten. Nicht durch faule Kompromisse sei dem Frieden gedient. Niemand könne sich in der Hoffnung wiegen, daß der neue Krieg lokalisiert und er selbst verschont bleiben könne. * Die Rede des Sowjetvertreters stellt sich als ein übler Ausfall gegen Deutschland dar, der unter Verdrehung aller der Weltöffentlichkeit bekannten Tatsachen den mißlungenen Versuch macht, türkische Kreise gegen den erprobten Friedenswillen der deutschen Staatsführung aufzuwiegeln. Wegen dieses jedem diplomatischen Brauch widersprechenden Verhaltens des Sowjetvertreters werden bei der türkischen Regierung die erforderlichen Schritte unternommen werden. Daladier antwortet dem Führer. Die deutsch-französische Aussöhnung ein entscheidender Faktor des Friedens. Paris, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Am Mittwochabend trat der Vollzugsausschuß der radikalsozialistischen Partei zusammen. Data b i e r erklärte, bie außenpolitischen Schwierigkeiten wären heute nicht so ernst, wenn Doumergue nicht am 17. März 1934 einen Abrüstungs- plan zurückgewiesen hätte, ber bie Heere Der Westmächte auf 300000 Mann begrenzen wollte. Unter Betonung Des bekannten französischen Standpunktes wandte sich Daladier gegen Den Deutschen Schritt in Der Locarnofrage unD gab Der Befürchtung Ausdruck, daß Europa ein großer Aufrüstungsplatz roertte. Europa werde dem gemeinsamen Ruin entgegen« gehen, wenn es bei Der Politik der Militärbündnisse bleibe. Um dieses Schicksal zu beschwören müßten alle Völker Europas eine letzte Anstrengung unternehmen. Reichskanzler H l l l e r, so fuhr Der Redner fort, fyabe in seiner Franksur ter Rede Dem französischen Volk vorgeschlagen, Das Kriegsbeil zu begraben. Zwischen allen Volkern müsse Das Kriegsbeil begraben werden. Niemand in Frankreich denke daran, ein 67-Millionen-Volk zu vereinsamen, einzukreisen oder zu brandmarken. Welcher Franzose, vor allem welcher ehemalige Frontkämpfer, verkenne, daß die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland ein entscheidender Faktor des europäischen Friedens sei? Lr habe das oft betont und seine Ansicht nicht geändert. Daladier forderte, daß zunächst den juristischen Forderungen Frankreichs entsprochen werde. Im übrigen wünsche er, daß Die Londoner Konferenz sich bemühe, bie Zukunft bes europäischen Friedens zu sichern unb alle Pläne z u prüfen. Frankreich, aber vor allem Deutschland müßten ein Werk bes Aufbaues bes Friebens unb ber Verhütung des Angriffs einleiten. Die Begrenzung ber Rüstungen fei eines der wesentlichsten Elemente ber Sicherheit. Wöge Frankreich, so erklärte Daladier zum Schluß, bei diesem Werke nicht, wie allzuoft, die wirtschaftliche Seite der großen politischen Probleme außer acht lassen. 3m übervölkerten Europa könne kein politischer Friede inmitten eines Wirtschaftskrieges ein- ziehen. Wie viele Hindernisse stünden der Wäh- rungs- und Finanzsolidarität, einer besseren Verteilung der Rohstoffe und der Erzeugnisse, der Organisierung der Absatzmärkte und der wirtschaftlichen Solidarität der Völker entgegen, während doch die Zivilisation dank des Fortschrittes der Technik unter dem Zeichen des Ueberflusies stehe. Der Friede werde leichter herzustellen sein, wenn die Staatsmänner davon ausgehen, daß die wirtschaftlichen Probleme im täglichen Leben der Menschen eine Bedeutung erlangt hätten, wie man sie in den vorausgegangenen Jahrhunderten nicht kannte. Oer griechische Staatsmann Veniselos gestorben. Paris, 18. März. (DNB.) Am Mittwochmorgen gegen 8.50 Uhr starb in Paris ber ehemalige Ministerpräsident von Griechenlanb Veniselos. Veniselos würbe 1864 auf ber Insel Kreta geboren. 23on Jugenb an Revolutionär, war er bereits anfangs ber 90er Jahre Haupt einer Aufstandsbewe« gung auf Kreta. Bei Ausbruch bes Weltkrieges be- fanb sich Veniselos in München. Er kehrte eiligst nach Griechenlanb zurück unb erlaubte ben beiben deutschen Kriegsschiffen „Soeben" unb „Breslau" sich mit Kohlen zu versorgen. Daburch gelang es diesen, bie Darbanellen zu erreichen, so baß eine gänzliche Wendung bes Kriegsbilbes im Nahen Orient eintrat. Veniselos wollte jeboch Griechenland auf D i e <5 e i t e ber Entente ziehen. Mit Hilfe französischer Bajonette, gegen ben Willen bes grie- chischen Volkes, würbe auf Betreiben von Veni- selos König Konstantin bann im Juni 1917 vertrieben. Unter bem Schutz französischen Militärs zog Veniselos in Athen ein, übernahm bie Regie- run$ unb erklärte ben Zentralmächten ben Krieg. nur die königstreuen Griechen begann eine kummervolle Leibenszeit, jeder Versuch, sich gegen Ve» mfelos aufzulehnen, würbe blutig unterdrückt. 1920 mußte er jeboch ins Auslanb flüchten. In Pans versuchten zwei griechische Offiziere, ihn zu ermorden. Der unglückliche Ausgang des von Beni- seins begonnenen Feldzuges in Kleinasien führte dann zu einer Revolution, bei ber König Konstantin zum zweiten Male vertrieben wurde. Veniselos übernahm dann kurz noch einmal die Regierung. Zwischendurch aber wurden ihm wichtige diplomatische Missionen in Lausanne, Senf unb London übertragen. 1928 kehrte er nach Griechenlanb zurück unb wurde bei Den Wahlen int August 1928 mit überwältigender Mehrheit gewählt. Die Wirtschaftskrise und zahlreiche Morrup- tionsfäüe seiner Freunde brachten ihn bei den Wahlen 1933 zu Fall. Mit Deutschland hatte Veniselos versucht, gute Beziehungen zu unterhalten. 1929 besuchte er Berlin, um die Handelsbeziehungen zwischen Griechenland und Deutschland zu fördern. Im Juli 1933 erfolgte ein neues f ch w e r e s A t t e n t a t auf Veniselos, dem er wie durch ein Wunder und durch seine Geistesgegenwart entging. Im März 1935 stellte sich Veniselos an die Spitze der Revolution, die aber erfolglos blieb. Er mußte mit vielen seiner Anhänger i n s Ausland flüchten. Seither lebte er in Paris. Man glaubte ihn bereits als politisch tot bezeichnen zu können. Seine gut disziplinierte Partei lebte durch die bei der Rückkehr des Königs Georg nach Griechenland gewährte Amnestie wieder auf. Sie dürfte nun nach dem Tode ihres Führers zerfallen. * Die sterbliche Hülle wird am Samstag nach einem Trauergottesdienst in der griechischen Kirche zu Paris und nach einer militärischen Ehrenbezeugung am Bahnhof in einem Sonderwagen nach Brindisi gebracht werden. Dort wird ein Kreuzer den Sarg aufnehmen und ihn nach Athen bringen, wo die Trauerfeier stattfinden wird. Die Beisetzung erfolgt nach dem Wunsche des Verstorbenen auf Kreta. WettererVormarsch derZtaliener Asmara, 18. März. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DRV.) Wenn seit Tagen die amtlichen italienischen Heeresberichte fast stets die Formel enthalten „Nichts Neues", so wurde dennoch die Schlußfolgerung, daß die Fronten festliegen, irrig sein. Das Oberkommando hält vielmehr die'Nord- und die Südfront in Atem. Bewegungsmanöver großen Stils lassen darauf schließen, daß wichtige Ziele erreicht werden sollen. Die Nordfront ist Dienstag bereits weiter vorgeschoben worden, als die kargen Mitteilungen glauben lassen. Einzelheiten zu erkennen, ist vorerst im Hinblick auf die noch nicht abgeschlossenen Flankenbewegung unmöglich. Die französische Einflußzone an der Grenze von Französisch-Somali und Abessinien liegt offenbar nicht ganz außer dem Bereich der Bewegungs ma n ö v e r. Zwischen Ankober und Französisch-Somali wirkt sich wahrscheinlich der italienische Vormarsch nach dem Zusammenbruch der abessinischen Nordfront auch aus. In den bisher besetzten Gebieten nehmen die Unterwerfungen einen immer größeren Umfang an. Unter den "Häuptlingen, die die italienische Herrschaft anneh- men, sollen auch solche von Rang und Namen sein. Badoglio ist mit seinem Stabe seit Tagen wieder im Hauptquartier in Makalle. Frankfurter Kunstschule malt Städtebilder des Rhein-Main- Gebietes im Olympiadorf. LPD. Frankfurt a. M., 18. März. Die aus allen Teilen der Welt nach Berlin zur Olympiade kommenden Sportler werden bekanntlich in dem eigens errichteten Olympiadorf in kleinen Wohnhäusern untergebracht, die nicht nur zweckmäßig, sondern auch behaglich eingerichtet sind, um den ausländischen Gästen den Aufenthalt so gemütlich wie möglich zu machen. Alle Aufenthaltsräume erhalten größere Wandbilder, die den Reiz deutscher Landschaften und deut- Die Durch weitere verheerendelleberschw em - m u n g e n in Pennsylvanien, Virginia, West-Dir- ginia, Maryland, Neuyork und anderen Nordost- staaten sind zahlreiche Städte, darunter Pittsburg, Jthaca, von der Außenwelt völlig abgeschnitten. In den überschwemmten Ortschaften, deren Straßen mehrere hundert Meter unter W a Her stehen, ist jeder Verkehr unterbunden, und ungezahlte Tausende sind obdachlos geworden. Die ZM der Ertrunkenen ist außerordentlich hoch. Der Sachschaden übersteigt bereits mehrere Millionen Dollar. Präsident Roosevelt hat sofort ein großzügiges scher Städte zeigen. Sämtliche deutschen Aka- demien entsenden in diesen Tagen Abordnungen nach Berlin, da bereits jetzt mit den Malarbeiten begonnen wird. Auch die Frankfurter Kunstschule, die Städelschule, ist beteiligt. Sie wird elf Städte unseres Gaues mit den ihnen charakteristischen Wahrzeichen malen, so Frankfurt a. M., Fulda, Gießen, Hanau, Limburg, Mainz, Nauheim, Rüdesheim, Wetzlar, Wiesbaden und Worms. Jedes Haus erhält zwei Bilder in der Größe 3,90X1,70 Meter. Die elf Häuser des Rhein-Main-Gebiets, in denen Japaner für die Dauer der Spiele ihre Wohnstätte haben, tragen ferner an der Außenfront eine Signatur, die augenfällig die Besonderheiten der betreffenden Stadt symbolisiert. So wird Wiesbaden einen Kurbrunnenbecher, Hanau Ketten, Ringe, Limburg den Dom, Frankfurt die Römer- faffaDe usw. zeigen. Alle Flüsse, die aus dem Allaghanie-Gebirge kommen, und durch Pennsylvanien, Ohio und West-Virginia fließen, führen Hochwasser, wie es in der Geschichte dieser Staaten noch nicht zu verzeichnen war. Sämtliche verfügbaren Aerzte, Krankenschwester und -wärter aus den Krankenhäusern von Philadelphia und anderen von den Fluten nicht betroffenen Städten versammelten sich am Donnerstagmorgen, um nach den Überschwemmungsgebieten zu fliegen. Das Rote Kreuz hat sich an das amerikanische Volk mit der Bitte gewandt, sofort mindestens drei Millionen Dollar zu stiften, da schon jetzt rund 38 000 obdachlose Familien zu versorgen seien. ums Leben lyerommenen umu um wochabend auf etwa 50 geschätzt, davon sollen allein auf Pennsylvanien 34 entfallen. Bei Explosiv- nen in Pittsburg sollen wenigstens 49 Personen verletzt worden sein. Auf dem Rangierbahnhof in Pittsburg lief ein Benzintankwagen aus. Das Benzin geriet in Brand. Drei Geschäftshäuser und zwei Wohnhäuser wurden von dem Feuer erfaßt und zerstört. Die Nahrungsmittelzufuhr in Pitsburg ist ebenso wie in anderen Ueberschwemmungsgebie- ten stark behindert. Immer neue Gegenden melden verheerende Ueberfchwemmungen. Die Flüsse Susquehanna und Chenango sind ebenfalls über die Ufer ge- treten und haben das Gefchäftsviertel der Groß- stadt Binghamton im Staate Neuyork unter Master pennsylvanien unter Master. Oie Ueberfchwemmungen in USA. fordern zahlreiche Todesopfer. * Den letzten Funkmeldungen ist noch folgendes zu entnehmen: Insgesamt sind von der Katastrophe setzt zwölf Staaten in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch die Lahmlegung des Elektrizitätswerkes von Pittsburg ist die Lichtoerforgung dieser Stadt völlig unterbunden. Die Stadt liegt in völliger Dunkelheit. Die Versorgung mit Heizmaterial und Nahrungsmitteln ist unmöglich. Der gesamte Bahn- und Autobusverkehr nach dem Osten ist stillgelegt: nur durch einige Flugzeuge kann ein Pendelverkehr zwischen Pittsburg und Neuyork aufrechterhalten werden. In Maryland ist die Auswirkung der Katastrophe am schlimmsten im Flußgebiet des Potomac. Der Fluß führt zahlreiche Viehleichen, Häusertrümmer und ganze Brücken mit. Die Piloten der zur Hilfeleistung entsandten Flugzeuge berichten, daß in weiten Gebieten von West-Maryland nur noch d i e Schorn st eine und Kirchtürme in den Dörfern zu sehen sind. gefetzt. Auch der flubfon fuhrt hochwaffer und f)at Teile Albanys überschwemmt. Der Schaden ist auch hier außerordentlich groß. Das Kriegsamt hat Die kommandierenden Generale von sechs Armeekorps anaeroiefen, im Überschwemmungsgebiet zur Hilfeleistung zur Verfügung zu stehen. Das Marineamt hat dem Kommandanten der Marineluftstation m Lakehurst die Anweisung erteilt, alle Luftschiffe für Hilfeleistungen bereitzuftellen. Hilfswerk eingeleitet. . In Johnftown in Pennsylvanien, das von Der Ueberschwemmung am schwersten heimgesucht ist, standen die Straßen stundenlang über fünf Meter unter Wasser. Nach polizeilicher Schatzung sind mm- bestens 20 Personen ertrunken. Die Stadt Pittsburg ist durch das Hochwasser des Alleghany-Flusses in eine schwere Notlage geraten, die noch durch den Ausbruch mehrerer Brände, bar unter eines Grohfeuers in den Anlagen einer vergesellschaft erhöht wurde. Mindestens zwölf Personen sind um- q e k o m m e n. In Connecticut wurden Dutzende von Gebäuden nach dem Zusammenbruch des S^au- damms des Farmingtonflustes weggespult. bohrend in den östlichen Staaten die schweren Regengüsse und Tauwetter anhalten, herrscht in Nord- Carolina Schneesturm. Zahl der in den Ueberschwemmungsgebieten Leben Gekommenen wird am Mitt- der Mechaniker mittelschwere Verletzungen erlitten. Unverletzt war nur der zweite Fahrgast gebli^en. Die Geretteten erzählten, daß sie eine furdjtbart Nacht in dem Flugzeug zugebracht hatten. Als Die Rettungsexpedition bis zu ihnen vorgedrungen sei, hätten sie bereits halberstarrt vor Kalte eng an« einandergepreßt in der Flugzeugkabine gelegen. Die Verunglückten wurden in das Spital nach Klagenfurt übergeführt. Explosion an Bord eines englischen Zerstörers. An Bord des englischen Zerstörers Westcottt' erfolgte bei einer Uebungsfahrt aus noch nicht bekannten Gründen eine ExPlof i o n. Eiw Mtt- qlied der Besatzung wurde getötet unD aept weiter- verletzt. Der Zerstörer traf letzt in Gibraltar ein, wo die Verwundeten, darunter em Offizier, sowie die Leiche des getöteten Matrosen an Land gebracht wurden. Bei den Verletzungen handelt es sich im wesentlichen um schwere -Verbrühungen. „Ml dem Buch ins Volk. Reichsminister Dr. Goebbels empfing eine vom Präsidenten Der Reichsschrifttumskammer Hanns Jo h st geführte AborDnung, Die ihm em Prachtwerk „Mit Dem Buch ins 23 o 1t" über- reichte, in Dem Die Leistungen unD Erfolge Der letzten „Woche Des Buches" zusammengestellt finD. Das Buch ist ein überroältigenDer Beweis von Der Kulturleistung Des Nationalsozialismus, Der Das gute Buch Den breitesten Volksschichten zugänglich gemacht hat unD Damit vor allem in zahllose betriebe eingeDrungen ist. Weiterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Das festländische Hochdruckgebiet hat sich heute verstärkt und seinen Schwerpunkt ostwärts verlagert. Im Bereich absteigender Luftbewegung herrscht bei uns noch immer heiteres Wetter, so daß sich auch in höheren Luftschichten Erwärmung durchsetzen kann, zumal die über dem Ostatlantik herrschende Wirbeltätigkeit eine Zufuhr subtropischer Luftmassen auf das Festland einleitet. Trotz Bewölkungsaufkommen bleibt der Gesamtcharakter der Witterung bei uns noch immer freundlich. AusfichtenfürFreitag: Zeitweise wolkig, doch trocken und im ganzen freundlich, mittags ziemlich warm, vorwiegend südöstliche Winde. Aussichten für Samstag: Wolkiges, aber im ganzen freundliches Wetter, tagsüber recht mild. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 11,2 Grad Celsius, abends 0,7 Grad: am 19. März: morgens — 3,2 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum heute nacht —4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 4,1 Grad: am 19. März: morgens 2,1 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 8,8 Stunden._________________ Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. । Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Aus aller Wett. Dreifacher IHorD bei GranDenz. Im Dorf Bliesen im Kreise Graudenz überfielen Banditen das Gehöft des Landwirts Rudolf Dickmann. Sie ermordeten den Besitzer, seine Frau und eine Magd. Um die Spuren ihres Verbrechens zu verwischen, zündeten sie das Gehöft an. Die Insassen Des auf Der Saualpe nokgelanDelen Flugzeugs geborgen. Die Insassen des auf der Saualpe notgelandeten Verkehrsflugzeuges Wien—Rom sind in Der Talstation Eberstein im Lavanttal in Kärnten angekommen. Entgegen Den ersten Meldungen waren Doch einige von ihnen verletzt worDen. Ein Passagier, ein Kaufmann aus Rom, hatte eine Gehirn- I erfdjütterung, KopfwunDen unD einen Kieferbruch, I Der Flugzeugfunker einen Beinbruch, Der Pilot unD Carl Cellarius Provinzialoberbaurat im 62. Lebensjahr. Gießen (Bleichstraße 48), den 18. März 1936. Gießen und Kassel, den 18. März 1936. 17130 Gebrauchte, sehr Gut erhaltener ätnöetroagen uB^"6Xe, Nähmaschine sowie ein zu verkaufen. 17200 ISOWWMA» Svreckstd. ,eden Den. - Die Verkaufsbedingungen Freitag,Gießen, werden vor Der Versteigerung be- Alicenstraße40v kanntgegeben. 17uo Inf.-Regt. 36. 0-7 Uhr Durchg. Die Beerdigung findet Samstag, den 21. März, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehaus, Ludwig-Rinn-Strafie 3, aus statt Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnis, abjchrtften dem Be- werbungsschretben bei- «egen. — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müflett ;ur Ver- meidung von Verlusten auf der Rückseite flamen und Anschrift des Bewerbers tragen! lel.Warmwasser- bereiter (für Friseure geeignet), 1 Waschbecken (65X48), 1 Kokoslaüfer (15 m) zu verkaufen. Näh. Babnhofstr. 42 II. [Stellenangebote statt. Das Pferd kann ab 10.30 Uhr durch Kauflustige besichtigt wer- In tiefer Trauer: Philipp Kröck nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, Darmstadt, Mainz, Mannheim, den 18. März 1936. | Mietgesuche Aelteres, allein- stehendes Ehepaar sucht zum 1. Juli od. spät. M-Ziuim.-Vohii. im 1. Stock. Schr.Angeb.unt. 01273 an d.G.A. ihl. Zimmer mit 2 Betten u. evtt.Wohnzimm. zu miet, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01267 and.G.A. Mistbeet!* gut erhalten, zu verkaufen, 01257 Roth Neuenweg 9 I. " SeiflX tiiit 3'4 Simmet- Mnllng mit Zubehör ab 1. April zu vermieten. 01229 Friedrich Stotz, Laubach. Stammel Sieben i626D Freit., 20. März 20-22.30 Uhr. 23.Freit.-Abonn, Preise von 0.40 b. 2.50 RM. Lapp im Schnakenloeh Ein Spiel von Ed. Reinacher. Spiel-Leitung: WolfgangKühne, Hierauf: Der zerbrochene Krug Lustspiel von Heinrich v.Kleist. Spielleitung: Der Intendant. Mm 20. März 1936, vormittags l1 hndet im Hof der Kaserne des I./Jnf.-Regts. 36 die Versteigerung eines ausgemusterten Vßevdes Wer zum Besuch der Fleischerkundschaft gesucht. Gute Veroienst- möglichkeitest. Schr.Angeb.unt. 17221) an den Gieß. Anzeiger. Vermietungen^ Lonystraße 20 1. Stock, große 5-Zimmer-woUng. Etagenheizung, vollst. eing.Bad, ab Avril zu verni. Garage Vorhand. Näheres zu erfr. im 3. Stock. U85P 1 leer. sep. Zimmer zu vermieten. Schr.Anfr. unter 01265 an d.G.A. Verkaufe Konfirmandenanzüge aus reinwollenen Stoffen RM. 23.- 28.- 32.- aus reinem Kammgarn..RM. 38.- 42,- 48.- vorratig in allen Größen, mit Einschlag zum Länger- und Weitermachen KÖHI FD GIESSEN, das gr. Spezialhausf. ■ PI l*Gsx gute Herren- u. Knabenkleidung ____________________________________________129 A MlWMNl zu verkauf. 01263 W.Enz 01272 Stevbanstr.32111 Schottstr. 31 pt. | Verschiedenes] Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen VermAhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 (Geslchtshaare) Damenhari u.aiuäst.Haarew nurd dievonmn angew.,einz.sich Mett;, unt. Gar imm.mitd.Wurz. 'chmerzl.entserni Frau B. Gulden. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Kröck geb. Schmidt im 61. Lebensjahr nach langem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Nach schwerer Krankheit entschlief heute morgen im festen Glauben an seinen Erlöser mein herzensguter treuer Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Heute um 15 Uhr verschied mitten in seiner Arbeit infolge eines Herzschlags mein lieber Mann, unser treubesorgter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Vetter Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 21. März, 11 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt—Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. In tiefer Trauer: Toni Cellarius, geb. Hammann Dr. jur. Ludwig Cellarius, Intendanturrat Dr. med. Theo Cellarius Rudolf Cellarius. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 21. März, nachmittags 3 Uhr, auf Wunsch des Verstorbenen in Afclar, vom Trauerhause Hauptstr. 40, aus statt. Herr Heinrich Keiner Reich sbahn-Lademeister kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres. In tiefer Trauer: Luise Keiner, geb. Diehl 01266 Meine liebe Tochter Fräulein Marie Nanz ist zur ewigen Ruhe eingegangen. Am 14. März 1936 ist sie in ihrem 47. Lebens jahr nach einem entsagungsreichen und leidvollen Erden weg in der Gießener Klinik sanft entschlafen. Die Beerdigung hat dem Sinne der Heimgegangenen entsprechend in aller Stille in Steinbach stattgefunden. Margarethe Nanz Wwe., geb. Müller. Steinbach (Kreis Gießen), den 18. März 1936. Donnerstag, 19. Ulan 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) M.67 Zweites Blatt Viertausend wählen auf hoher See. Wieder fahren Tausende deutscher Arbeiter nach Madeira. | Er erzählt, wie er vor einiger Zeit zum Gau der „Kraft durch Freude" gerufen wurde, mitten in der Arbeitszeit, zusammen mit einem Maurer. Dort hat man nach Feststellung der Personalien ihnen gesagt: „Ihr sollt m i t f a h r e 'n nach Madeira; es ist höchst wahrscheinlich, daß es dabei bleibt!" — „Na" sagt der junge Arbeiter und wischte sich die arbeitsheiße Stirn, „wir haben uns beide angeguckt — det Ham wa ja nich for möglich jehat- t e n, sowat! Na, und meine Frau, die war erst anz sprachlos, war schon gespannt gewesen, was das sein sollte, so während der Arbeitszeit wegfe- holt zu werden. Schließlich hat ses ja glauben müssen. Sie is gleich zum Bezirksamt, um mir einen Wahlschein zu besorjen, hat aber noch keenen kne- len können. Anjeblich soll alles in Sammelaustrag durch „K. d. F." erledijt werden. Werde aber lieber noch mal nachfragen!" u v Na, dann mal gute Reise! Und daß der Stimm- zettel mitgenommen wird, ist ja ganz selbstverständlich! — Wir glauben, daß am 29. März alle, die an Bord der Madeira-Dampfer ihren Umschlag ab- geben, wissen, warum sie ihre Stimme den Nationalsozialisten geben; sie sind alle welche geworden! Stg- 3 Jahre Nationalsozialismus. ßraft durch §reude zeigt taufenden von Arbeitern die schöne Welt Unterwegs nach Madeira Ertüchtigung durch Sport! Gin Gang durch die Berliner Wassersport- und Lustsportausstellung. NSK. „Ich will, daß dem Arbeiter ein ausreichender Urlaub gewährt wird, und daß alles geschieht, um ihn diesen Urlaub sowie seine übrige Freizeit zu einer wahren Erholung werden lassen. Ich wünsche das, weil ich ein nervenstarkes Volk will, denn nur allein mit einem Volk, das seine Nerven behält, kann man wahrhaft große Politik machen." Das ist ein Ausspruch Adolf Hitlers. Und dieser Ausspruch bildet die Grundlage und Programm der Idee und Organisation, die wir „Kraft durch Freude" nennen. Das bedeutet sowohl eine Freizeitgestaltung, wie sie keine andere Arbeiterbevölkerung in der Welt kennt und Fürsorge für die Würde des Arbeitsplatzes, wie es sie nur im nationalsozialistischen Deutschland gibt. Für die arbeitenden Deutschen, die auf Grund ihres bescheidenen Einkommens nicht in der Lage wären, in Urlaub zu fahren, geschweige denn in Auslandsurlaub, wird im Staate Adolf Hitlers gesorgt. Sie lernen ihr Vaterland, sie lernen die Märchenwelt des Fernen Südens kennen mit deutschen Schiffen. Besonders Aufsehen haben im In- und Ausland die Hochseereisen des deutschen Arbeiters erregt. Fast eine viertel Million von Volksgenossen sind bis jetzt kostenlos auf großen Ozeandampfern hinausgefahren in den Englischen Kanal und in die schönsten Fjorde Norwegens. Als Spitzenleistung sind die Madeira-Rei- se n der „K. d. F."-Dampfer anzusehen, die gerade in diesen Wochen zum zweiten Male die Leinen loswerfen zur Großen Fahrt. In diesem Jahr, im März und April, gehen 8000 Männer und Frauen an Bord und starten nach jenem Eiland im blauen Meer das bisher nur von Luxusreisenden mit viel Geld im Portemonnaie besucht werden konnte. Am 15. März fuhren die ersten 4000 mit der „Kroft-durch-Freude"-Flotte los. Das sind die Schiffe „Saint Louis", „Sierra Cordoba", „Der Deutsche", „Oceana" — bewährte und beliebte Dampfer, die zusammen mit weiteren Schiffen der größten Urlauberorganisation der Welt viele Tausende befördern und schon nicht mehr für den Andrang ausreichen. Deshalb ist die Deutsche Arbeitsfront dazu übergegangen, eigene Dampfer zu bauen, und zwar sind vorerst drei nach den modernsten Erfahrungen konstruierte Hochseedampfer vorgesehen. Wer fährt mit diesen Dampfern? Keine internationalen Gentlemen, keine Großkaufleute, Filmstars, Plantagenbesitzer, nein, es sind deutsche Arbeiter aus Gaswerken, von Bauplätzen, aus Maschinenfabriken, Straßenbahnschaffner und Schofföre, Schupobeamte und Angestellte von Behörden, Banken, Versicherungsgesellschaften. Es sind Rein- machefrcruen und Kellner — kurz, was in Verhältnissen lebt, die solche Reisen früher ein Leben lang einen schönen Traum fein ließen. Die nut den niedersten Lohn- und Gehaltsstufen, die unter besonders schwerem sozialen Druck Stehenden, die, welche am vorbildlichsten ihren Mann bei der Arbeit stehen sie sollen mit der Hakenkreuzflagge am Höck übers Weltmeer kreuzen. Die 4000, die sich am Sonntag einschifften, haben Wahlurnen an Bord. Die Fahrtteilnehmer sind bemüht, und zwar mit Evfolg bemüht, die Stimmscheine zu besorgen. Sie werden wohl mit besonderer Begeisterung am 29. März wählen, auf hoher See, am Ende der Reise, vielleicht in Höhe der Insel Wight. * * In einer der riesigen Banken der Berliner Friedrichstadt treffen wir einen Madeira-Fahrer. Ein Familienvater oon 47 Jahren, Angestellter mit be- scheidenem Einkommen, das Gesicht von den Falten der Sorge und des Sichdurchbeißens gefurcht, jetzt von Freude überstrahlt. Vor drei Wochen wurde- er zur Betriebsführung gerufen und zerbrach sich den Kopf, aus welchem Grunde. Keine Ahnung hatte er und war wie aus den Wolken gefallen, als ihm die Botschaft wurde. Mit einigen anderen Kameraden aus dem Betriebe soll er halb auf Kosten des Betriebes, halb auf Kosten der Arbeitsfront auf eine Erholungsreise geschickt werden, wie er sie noch nie gemacht hat. Er erzählt es mit übersprudelnder Begeisterung. Und seine Frau erst! Was für eine Freude war es für sie, ihren abgearbeiteten Mann, der sich nur kleine Erholungen gönnen konnte, einmal wochenlang in frischer Seeluft, ledig jeder Bürde, unter guten Kameraden der verschiedensten Fachgruppen der Arbeit zu wissen. Die Tochter, ein Schulmädel, ist brennend neidisch und wartet nun darauf, daß ihr ebenfalls eine Reise übers Meer in den Schoß fällt ... In der Bank der Deutschen Arbeit war schon Appell für die Berliner Fahrer, auch die auserwählten Angestellten des Betriebes, wo wir den Buchhalter sprechen, waren dabei. Mit Vergnügen hörten sie die Kunde, daß die bevorstehende Reise keine Modefahrt fein sollte und daß man auch im Arbeitsanzug mitfahren dürfe. Nur reinlich und ordentlich müssen alle sein, denn s i e vertreten d a draußen Deutschland! Und wer könnte es besser vertreten als die Arbeiter Adolf Hitlers? „Wir find froh", sagte der Bankangestellte, „daß wir bei dieser Gelegenheit gleich unseren Dank für das große Erlebnis mit dem Stimmzettel abftatten dürfen. Wir alle sind uns dessen bewußt, daß wir nicht nur zu unserer eigenen Freude fahren, sondern auch zur Demonstration unseres neuen Reiches. Na und die Wahl, die wird ja wohl hundertprozentig ausfallen!" Das glauben wir gerne, dazu wird nicht nur die Freude an dem Erleben der freien See und fremden Länder beitragen, dazu wird auch die musterhafte Kameradschaft an Bord beitragen. Hier erlebt das deutsche Volk sich einmal selber, auf engem Raume zusammen, einem Ziele entgegenfahrend, täglich eng zusammen, da muß etwas erwachsen, was der deutsche Arbeiter früher nicht kannte. Ein Schweizer Dichter, dessen Werke Weltgeltung haben, nahm an einer Fahrt teil; er sagte hinterher von den Teilnehmern: „Sie gewinnen wirklich neue Kraft durch Freude. Das ist eine geniale Erfindung, aber es hat viel Not und Elend dazu gehört, um sie reif zu machen. Der hohe Wandel von Sonne uüd Mond über der leuchtenden Unendlichkeit der See weiß nichts von Not. Der Salzwind weht ihnen Kummer und Niedrigkeit aus den Augen, Möwen sind keine Sorgen. Ihre Lebensfragen wiegen sich auf strahlenden Wolken. Aeltere Menschen entdecken noch einmal das Jugendglück: Nicht denken! Nur sein!" * Jin vierten Geschoß des Neubaues^ im Trakt des Deutschen Opernhauses am Kaiserdamm in Berlin- Charlottenburg arbeitet der Hilfsarbeiter, der ebenfalls mitfahren soll nach Madeira. Der Staub fällt auf die aus Brettern provisorisch gezimmerten Treppen, er wolkt auch auf den zer^hlis- senen und schon fast zu Tode strapazierten Anzug des Arbeiters. Die blaue Mütze mit dem SA.- Sturmriemen hat einen feuchten Rand um den Schädel gelegt, die Züge sind abgespannt und hart. 33 Jahre ist der Mann alt, noch nie hat er eine Seereise gemacht, noch nicht ein einziges Mal ein fremdes Land gesehen._____________________________ Die wachsende Freude am Wassersport jeder Art kommt in der immer weiter wachsenden Berliner Wassersportausstellung deutlich zum Ausdruck. Was sich vor wenigen Jahren auf geringem Raum zusammendrängen ließ, füllt heute eine der großen Ausstellungshallen am Kaiserdamm. Durch die Einbeziehung einer besonderen Luftsport - ausstellung hat die Frühjahrsschau eine Erweiterung erfahren, die über die Grenzen des Sportes hinausgreift in die planmäßige Schulung des jungen Deutschland, die anfängt beim Pimpf, der die elementarsten Begriffe der Lufttechnik auszunehmen hat. Der älteste und heute hundertjährige Wassersport ist der Rudersport, der sich von Hamburg aus an der Wasserkante entlang und über alle Binnengewässer verbreitete. Damals galt er der Rettung in Seenot geratener Kameraden, heute dient er der Erziehung und Kräftigung von jung und alt. Welche Fortschritte in schiffbautechnischer Beziehung seit jenen ersten Anfängen bis zur Gegenwart gemacht wurden, zeigen am deutlichsten die mit Notrufanlagen und Motor ausgerüsteten Rettungsboote. Eine große Blütezeit hat auch der Kanusport, der heute wieder zu neuer Kraft erwacht ist, vor mehr als sechs Jahrzehnten erlebt. Form- und zweckvollendete Fahrzeuge, die mit der „Badewanne" früherer Zeiten nichts mehr gemein haben, geben einen Einblick in die heutige Technik des Baues von starren Holzbooten und zusammenlegbaren Faltbooten. Die Kanufahrer Deutschlands, von denen 50 000 Mitglieder im Fachamt Kanusport vereinigt sind, werden in diesem Jahre 3um ersten Male auch um die olympische Ehre kämpfen. Nicht weniger lehrreich ist die Schau der Segelboote, unter denen das Einmannboot „Olympia-Jolle" ebenfalls im August am Sportkampf der Völker beteiligt fein wird. Da bei der Olympiade nicht die nach deutschen Baubestimmungen geschaffenen Kielboote, sondern internationale Bauarten in den Wettkampf eingreifen werden, hat jeder Segler auf der Berliner Ausstellung eine hervorragende Gelegenheit, sich über Bootstypen und Baustoffe zu unterrichten. Als Sonderklasse des Wassersports sind schließlich die Jachten anzu- Gießener Giadiiheaier. Eduard Neinacher: „Lapp im Schnakenloch". Auf der Suche nach den in unserer Zeit lebendigen, dichterischen Stimmen, die dem Theater dienen und inert sind, vernommen zu werden, fand die Bühnenleitung den Straßburger Eduard Reina- ch e r. Sehr zu begrüßen, daß man auf diese Weise wieder an einen Dichter erinnert wurde, dessen dramatisches, episches und lyrisches Werk eingehender Beschäftigung wert ist. Wir nennen von feinen Dichtungen, 'für die schon vor dem Kriege kein Geringerer als Wilhelm Schäfer sich einsetzte, hier nur den „Bauernzorn", „Todes Tanz", die „Elsässer Idyllen und Elegien" und „Agnes Ber- nmpr". Da Reinacher im Jahre 1929 mit dem Kleistpreise ausgezeichnet wurde, schien es so sinnreich wie ehrenvoll, ihm an einem Abend zusammen mit dem größten preußischen Dichter von der Bühne herab das Wort zu geben. Und wenn es nur ein kurzes Spiel, eine kleine elsässische Sommeridylle war, es konnte als ein heiterer Auftakt recht wohl bestehen und wird, fo hoffen wir, manchem auch den Weg zum ernsteren und geräumigeren Gesamtwert einladend gewiesen haben. * Der Hans im Schnakenloch", eine volkstümliche bäuerliche Charakterfigur aus Reinachers elsässischer Heimat, die schon im Kriege einmal auf die Bühne beschworen wurde, „hat alles, was er will. Und was er will, das hat er nicht, und was er hat, das will er nicht" —: so ein Kerl ist das ein woyl- habender, eingesessener Landmann mit der Zipfel- Haube des verschollenen deutschen Michels angetan, ein Erzpessimist und bitterlicher Griesgram, dem nichts recht ist und nichts gefällt, nicht fein Hof und Haus, nicht Knecht, Magd, Vieh und alles was fern ist. Nicht einmal Grete, fein Weib, frisch, munter herzhaft und bei der Hand. Das ist zuviel; der Kerl muß kuriert werden. Und er wird. Da kommt der „Narrenlapp", ein eulenspiegelhafter, lunger Landstreicher, dem wären Hof und Frau, stattlich wie beide sind, gerade recht. Sie tauschen wahrhaftig (mit Hilfe des Onkels Bürgermeister und mit einem listigen Einfall der Gret) — sogar mit dem Schein des Rechts. Der Lapp setzt sich auf den Hof und an den Tisch und läßt sichs wohl (ein, bis der Hans, von Heimweh und Eifersucht getrieben, dazwischen fährt und den Lapp hinausschmeißt unter Hallo und Gelächter. — * Die Aufführung unter Herrn Kühnes Leitung traf, musikalisch untermalt, den spielerischcheiteren, beschwingten Ton, auf den das kleine Stuck^gestimmt ist, aenau. Ein wahrhaft entzückendes üub- nenbild, eine sommerlich - idyllische Landschaft wie von Matthäus Schiestl, war aus Herrn Löfflers Werkstatt hervorgegangen, jedermann eine Augenweide. Herr Mosbacher machte den Lapp mit spiel- freudiger Laune und Humor und einer Spitzbubenfrechheit, welche die lustigsten Wirkungen hervorbrachte. Herr Schorn gab den Hans mit leise parodistisch verbrämtem Weltschmerz und sand gegen Ende den befreiend-erfrischenden Uebergang vom miesepetrigen „Schlappes" zum rechten Kerl, der endlich weiß und hat, was er will. Eine leckere, resolute und mundfertige junge Frau war Fräulein Henckel l; während Frau Schubert und die Herren V o l ck und Kühne verständnisvoll Verwandtschaft und Gesinde im Schnakenloch repräsentierten. Kleist: „Der zerbrochene Krug". Mindestens seit zehn Jahren haben wir dieses herrliche Stück nicht mehr bei uns auf dem Theater gehabt- eines der wenigen wirklichen, runden und in sich ruhenden Lustspiele in deutscher Sprache, von dem Hebbel einmal gesagt hat: „Der zerbrochene Krug ... gehört zu denjenigen Werken, denen gegenüber nur das Publikum durchfallen kann." Und: „Seit dem Falstaff ist im Komischen keine Figur geschaffen worden, die dem Dorfrichter Adam auch nur die Schuhriemen auflösen dürfte." K l e i ft selber freilich hat von solcher Würdigung nichts zu spuren bekommen. Goethe hatte für den „Krug" so wenig Verständnis wie für die „Penthesilea"; er verdarb die Aufführung (Weimar 1808) mit unzulänglichen Schauspielern und mit einer uns heute unbegreiflichen Akteinteilung. Erst lange nach Kleists Tode wurde das Lustspiel der deutschen Buhne gewonnen, und erst siebzig Jahre nach seinem Erscheinen fand es in Adolph Menzel den wahrhaft kongenialen Illustrator. Menzels köstliche Bilder zum „Zerbrochenen Krug" sind uns heute viel gegenwärtiger als der französische Kupferstich „La cruche cassee“ von Le Beau, auf dem bereits das corpus delicti und die wichtigsten Personen abgebildet waren; der Stich gab die Anregung zu einem „poetischen Wettkampf" zwischen Zscholke, Ludwig Wieland und Kleist, in dem dieser, wie vorauszusehen war, den Sieg davontrug. Ernst von Pfuel, einer von Kleists wenigen Freunden, berichtet, dieser habe ihm schon in Dresden 1803 einige Szenen glatt in die Feder diktiert; in Königsberg kam das Stück dann 1806 zum Abschluß. * Die großartige innere Geschlossenheit des Werkes I beruht zunächst auf dem echt lustspielmäßigen Einfall, daß in dem Rechtsstreit der Richter selbst der wahre Schuldige ist und sozusagen in eigener Sache gegen sich Recht finden muß: bann auf der analytischen Technik, das heißt darauf, daß der eigentliche i Tatbestand, dramaturgisch und juristisch, m der Ver- | gangenheit liegt und erst im Lause der Verhandlung Stück für Stück und Szene für Szene ans Licht gebracht wird — vor den Augen des Zuschauers, der auf diese Art gleichsam selber unter anderem Volke im Gerichtssaal sitzt und als stummer Zeuge teilnimmt, dabei aber bis ganz zuletzt, bis zur Preisgabe der verblüffenden Pointe, theatermäßig und kriminalistisch in der Spannung bleibt * Kleist hat ferner mit überaus glücklicher und leichter Hand den ursprünglich französischen Schauplatz ins Niederländische verlegt, in die fröhlich-realistische, kraft- und lebenstrotzende Welt flämischer Bauern- und Sittenmalerei der Ostade und Te- niers, der Brouwer und Brueghel. Das gibt seinem Stück zusammen mit der handlungsmäßigen Geschlossenheit eine atmosphärische Dichte und Leuchtkraft, wie sie nur in ganz wenigen deutschen Lustspielen auf ähnliche Weise wieder erreicht worden ist. Hinzu kommt eine schlechthin unvergleichliche Schärfe der Charakterisierung, die jede der handelnden Gestalten in saftiger Fülle und Plastik vor dem Beschauer aufbaut; das beginnt schon bei der Namengebung: etwa mit dem witzigen Einfall, den Richter in seinem Sündenfall sogleich mit der Eve aufs verfänglichste in Beziehung zu setzen; auch, die Namen des Gerichtsrates wie des Schreibers, Walter und Licht, entbehren so wenig der Symbolkraft wie der Name des ganzen Stückes * Es ist kaum notwendig, darüber hinaus an Kleists sprachliche Eigenart und Meisterschaft zu erinnern, die diesem Lustspiel wie kaum einem andern zugute kommt: in der Charakterzeichnung seiner Gestalten wie in der Ausmalung kleiner komischer Episoden, die dem Ganzen jene prachtvolle, niederländische Breite und Fülle geben; nicht zuletzt auch in der Ent-Wicklung des Handlungsfadens, der mit jedem entwirrten Stückchen näher an den Tatbestand und die Entdeckung des Täters heranführt; in einem Dialog endlich, der die Personen schon hi Rhythmus und Versmelodie beziehungsvoll verbindet, der zwei und drei Stimmen innerhalb einer einzigen Zeile laut werden läßt, und, alles in allem, die Fabel unaufhaltsam vorwärtstreibt dergestalt, daß man sich bei jedem neuen Lesen und Hören wundern muß, wie lange das deutsche Theater gebraucht hat, sich dieses Meisterwerk zu eigen zu machen. * Intendant Schultze - Griesheim hat im Programmheft einige Bemerkungen zu der von ihm geleiteten Aufführung niedergelegt und daran erinnert, daß Kleist und Shakespeare im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit des Theaters stehen sollen, weil sich in ihnen der Sinn unseres Spielplanes am reinsten auspräge. Was den „Krug" betrifft, so wird er als ein Sinnbild des Lebens begriffen Und es spricht, unter anderem, für den Ehrgeiz der Spielleitung, gerade dieses Sück gewählt zu haben, das sprachlich, wie mit Recht gesagt wurde, eines der schwersten ist, die dem Schauspieler begegnen können. * Es ist wahrscheinlich die beste Anerkennung, die man der Aufführung geben kann, daß diese io schwere, so schöne und so prachtvoll charakteristische Sprache Kleists wirklich erfreulich bewältigt wurde, daß sie in ihrer ganzen Blutfülle nachgestaltet wurde und dennoch stets den wie im Schmiedefeuer gehämmerten und elastisch gehärteten Dramenvers erkennen und ausschwingen ließ. Im Ganzen waren hier, wie es sich gehört, die Farben satter und kräftiger, der Ton schärfer und fülliger als in Reinachers sommerlichem Spiel. Der Uebergang von der elsässischen Rheinebene nach Flandern vollzog sich zugleich mit herzhaftem Stilwandel vom Idyllischen ins Realistische. Es ging mitunter laut und lärmend zu, aber die Regie behielt stets die Uebersicht und die Fäden in der Hand, und in der Vielfalt der streitenden und heischenden Stimmen wahrte jede ihren eigenen Klang und die ihr zu- kömmliche Charaktermelodie. — Wiederum hatte Herr Löffler das angemessene Raumbild geschaffen, diesmal behäbig-breit und sinnvoll gegliedert; nichts war vergessen. Herr Hub als Adam: welch eine Rolle für ihn; seit langem hat er keine gehabt wie diese. Er wußte es zu würdigen, wahrte die Grenzen und gedieh eben deshalb zu einer Fülle von großartigem Humor. Sein Adam hatte wahrhaftig etwas vom Falstaff, doch blieb er in feiner niederländischen Sphäre; fein treuherziger Wortschwall, seine dummdreisten Ausflüchte und Praktiken, seine scheinheilige Entrüstung schwanden am Ende dahin im Bilde des leibhaftigen bösen Gewissens. Es war, alles zusammen, eine prächtige Leistung. Als ein echter, derber, redlicher Bauernbursch erschien Herrn Rosenthals Ruprecht, der mit der Schilderung der nächtlichen Szene am Tatort ein kleines Kabinettstück lieferte. N e u b a u s als Gerichtsrat wachte und waltete mit der patriaräwli- schen Würde des Kleistschen Kurfürsten über Mn bäuerlichen Tribunal. Herr L ü p k e gab dem Licht einen zweideutig-vertrackten Humor und die intrigante Wendigkeit, die jeder Situation gewachsen ist. Fräulein B i r k m a n n war als Evchen verschüchtert, sck;amhaft und zärtlich nigleid), ganz rührend anzusehen. Frau to t i r l (Marthe) und Frau Schubert - Jüngling (Brigitte) als zwei bäuerliche Matronen, die mit umständlicher Genauigkeit und Ausführlichkeit die Verhandlung förderten. Es war ein wirklich heiterer und dichterischer Theaterabend; beide Ausführungen sanden ner« bientcrmafjen dankbaren Beifall. hth. sehen, von denen schnittige Fahrtenboote und riesige Kajütboote hier vorübergehend „aufs Trockene" gesetzt sind, um die Anhänger dieses Sports zu begeistern. Es ist erstaunlich, was sich in diesen Booten alles an Ausrüstungsstücken unterbrin- Sen läßt und noch mehr, daß es keine technische .topie mehr ist, im eigenen Boot eine Seefahrt mit Musik anzutteten. Auch der kleine Speisesaal eines Hapagdampfers kann mit ein wenig Illusion heroorgezaubert werden. Welch ein Unterschied gegenüber der Zeit, als vor 130 Jahren die Dampfmaschine in der Jacht ihre Premiere auf dem Wasser erlebte. Die Ausstellung berücksichtigt auch gleichzeitig das 25jährige Juoiläum des Außenbordmotors. Bei seiner Geburt stand eine Fabrik für Angelgeräte Pate, ohne zu ahnen, daß sich aus diesem Kind des Jahres 1911 ein hochgezüchteter und äußerst sparsamer Zweitaktmotor verschiedener Größe und Leistung entwickeln würde. Wassersport und Wochenende sind eng miteinander verwachsen. Kein Wunder also, daß neben den Autorennbooten, den Kajaks, den Jollen und Jachten auch Badeanzüge, Kochapparate, Zelte und Sportmöbel in großer Anzahl vertreten sind. Der Ehrenhof der Luftfahrt verbindet den Wassersport mit dem Luftsport. In schlichter Feierlichkeit mahnt ter Ehrenhof den Besucher an Deutschlands tote Helden der Luft, an die gefallenen ?0ur-le-m6rite-Flieger des Weltkrieges. Die Geschichte der deutschen Fliegerei prägt sich in Großausnahme an den Wänden des Ehrenhofs dem Beschauer ein und umfaßt auch die Entwicklung des Segelfluges. In der Halle des Luftsports grüßen den Eintretenden vier mächtige Fahnengruppen des Jungvolks, der HI. und des Reichsluftsportführers. Als Kernstück aller Luft- fahrtausbilduna wird die Schulung im Lufthafen- betrieb und Luftverkehrsgesetz durch ein großes Panorama eines Flugplatzes im Sandkasten erläutert. Der Jungflieger wird weiter an beweglichen Modellen über Motoren und Instrumente unterrichtet und durch den Flugmodellbau zur praktischen Anwendung seiner Kenntnisse geführt. Anfänger beschäftigen sich hier mit dem Bau von Papiertauben und Pappmi^ellen oder kleben nach Schablonen Warmluftballone aus Seidenpapier. Die Fortgeschrittenen üben sich im Bau von Modellen aus Aluminium und Stahl. Zur Schulung im Luftsport gehört auch der Unterricht im Gewehr- und Kleinkaliberschießen, die Hebung im Umgang mit Fernsprecher, Morseapparat und Funkgerät. Von einem Umgang aus kann man das Teilbild einer Landschaft, so wie es sich dem Flieaer darbietet, studieren und durch Verdunkelung des Geländebildes den Eindruck eines Nachtbildes hervor- zaubern. Besonderes Interesse findet der Mod e l l - f l u g p l a tz, auf denen Jungvolk und HI. ihre Flugmodelle vorführen und Luftballone steigen lassen. Gleichzeitig wird in einer Sonderschau auch auf die flugwissenschaftlichen Forschungsanstalten in Göttingen und Hannover hingewiesen. An einer großen Anzahl von Segelflugzeugen, die schon manchen Luftpreis errungen haben, kann der Besucher genau die einzelnen Bautypen kennen lernen. Davor steht mahnend der rote Dreidecker, den einst Manfred von Richthofen flog. Die große Mitte der Luftsportausstellung zeigt den Wettkampf der Fliegerhandwerker. Sechzehn Fliegergruppen arbeiten in einheitlich ausgestatteten Werkstätten neun Tage lang an einer handwerklichen Arbeit, um den Wanderpreis des Reichsministers der Luftfahrt Göring, den im vorigen Jahre Ostpreußen gewann, zu erringen. Daß die Luftsporkschau außerdem auch jeden darüber unterrichtet, wie er zum Sportfliegen kommt, welche Anforderungen der Freiballonsport stellt, wie man aus Luftbildern genaue Karten und Pläne anfertigen kann und was man unter Raumbilüsehen versteht, ist eine wesentliche Bereicherung der überdies schon sehr aufschlußreichen Ausstellung. Auch das Obergeschoß der Halle gibt einen Einblick in die Organisation des Segelfluges, in das Gebiet der Luftfahrtsicherung, der Lehrerausbildung und der gewaltigen Organi- fatton der Deutschen Lufthansa. Luftfahrt und Kunst, Luftpostmarken, Gemälde" und Plastiken vervollständigen diese größte aller Luftsportausstellungen Deutschlands. J. Boehm er. Wirtschaft. Buderussche Eisenwerke AG., Wetzlar. Wieder 4 v. h. Dividende. Fwd. Der in der gestrigen AufsichtsratsSitzung der Buderusschen Eisenwerke AG., Wetzlar, vorgelegte Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1935 schließt mit einem Rohgewinn von 3,081 (2,819) Mill. RM., von dem 1,878 (1,493) Mill. RM. zu Anlageabschreibungen verwendet werden. Der GB. am 8. Mai in Frankfurt wird die Verteilung einer Dividende von wieder 4 v. H. vorgeschlagen, außerdem sollen 250 000 RM. einer neuzubildenden Unterstützungsrücklage überwiesen werden. Infolge der durch die milde Witterung begünstigten Fortsetzung der Bautätigkeit war die Beschäftigung in den meisten Erzeugnissen der Gesellschaft in den ersten Monaten dieses Jahres befriedigend. Der vorhandene Aufttagsbestand gewährleistet den jetzigen Beschäftigungsgrad auch für die nächsten Monate. Deutsche Bank und Oisconto-Gesellschast. Der erste Divitendenabschluß nach vier Jahren. Fwd. Der Abschluß, den die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft für das Jahr 1935 vorlegt, gestattet zum ersten Male nach vier d-ividenden- losen Jahren wieder die Ausschüttung einer Dividende, die in Höhe von 9 v. H. vorgenommen wird. Es erbrachten (in Mill. RM.) Zinsen und Diskont 50,47 (62,66), Provisionen und Gebühren 69,11 (75,97), während Personalaufwendungen 105,88 (104,10) erforderten. Steuern und ähnliche Abgaben erhöhten sich von 7,73 auf 8,41. Einschließlich des vorjährigen Vortrags von 0,91 (0,89) ergibt sich ein Reingewinn von 6,2 (i. D. nach Abschreibungen und Rückstellungen von 20,16 Ausgleich), aus dem nach Zahlung der 4proz. Dividente 1 Mill. RM. auf neue Rechnung oorgetragen werden sollen. Im Zusammenhang mit dem Dividendenvor- schlag wurde für die gesamte Gefolgschaft zu Lasten des Handlungsunkostenkontos, dessen Steigerung sich hieraus ergibt, eine Sondergratifikation bereitgestellt. Darüber hinaus wurden auch im abgelaufenen Jahre wieder noch weitere erhebliche Aufwendungen im Interesse der Gefolgschaft gemacht, deren eifrige und hingebungsvolle Mitarbeit überdies mit besonderem Dank im Geschäftsbericht anerkannt wird. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarktin Gießen waren 225 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten (Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise) fünf, bis sechs Wochen alte Ferkel 22 bis 25 RM., sechs bis acht Wochen alte 25 bis 29, acht bis zehn Wochen alte 29 bis 32, zehn bis zwölf Wochen alte 32 bis 34 RM. Abfallende Ware entsprechend niedriger. Ausgesuchte Spitzenware entsprechend höher. Marktverlauf: gut. Nhein-Mainische Börse. TNillagsbörfe: fest. Frankfurt a. M., 18. März. Die Börse setzte ihre Befestigung auf die weitere Besserung der außenpolitischen Situation fort und hatte am Aktie n m a r k t teilweise sehr lebhaftes Geschäft. Die Tendenz wurde wiederum durch günstige Wirtschaftsmeldungen unterstützt; so verweist man auf den Abschluß der Reichsbank und auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. feit der Bankenkrise im Jahre 1931 bei der DD-Bank. Von der Kundschaft lagen wieder Kauforders vor, auch die Kulisse beteiligte sich lebhaft am Geschäft. Das Hauptinteresse konzentriert sich meist auf die Festsetzung des ersten Kurses, denn später ließ die Umsatztätigkeit merklich und auch die Kurse eine Kleinigkeit nach, wiewohl die Grundtendenz weiter fest war. Im Durchschnitt ergaben sich Erhöhungen von 1 v. H. Eine Sonderbewegung hatten Allgemeine Lokal und Kraft mit ca. 136 (131,50). Von Montanwertey lagen Verein. Stahlwerke, Hoesch, Harpener und Rheinstahl bei Steigerungen bis 1,40 v. H. lebhafter; Buderus nach eintägiger Notizunterbrechung 96,50 (93,75). Von chemischen Werten IG. Farben lebhaft mit 153,25 bis 153,50 (152,40), auch Deutsche Erdöl 1,13 v. H. höher. Von Elektrowerten waren besonders Schuckert lebhaft auf Ab- schlußhoffnungen mit 136,75 (135,25), Siemens gewannen 1,25 v. H., Gesfürel ebenfalls 1,25 v. H., AEG. 0,65 v. H. Maschinen- und Motorenwerte erneut 1 bis 1,50 v. H. höher, auch Zellstoffaktien und Kunstseide AKU. im gleichen Ausmaß befestigt. Reichsbank bei kleineren Umsätzen 185,75 bis 186 (185), ferner notierten AG. für Verkehr mit 109 bis 108,75 (108,25), Hapag mit 15,75 (15,25), Mon- tecatini mit 52 (51) und Gement Heidelberg mit 132,25 (132). Der deutsche Rentenmarkt lag sehr still und kursmäßig nahezu unverändert. Kommunal-Um- schuldung 87,10, Zinsvergütung 93,45, späte Schuldbücher 97,40, 6 v. H. Dollar-Preußen 61,25, Altbesitz 110,75 (110,65). Auslandsrenten hatten allgemein lebhaftes Geschäft und feste Tendenz, besonders Mexikaner, Ungarn und Serben waren gesucht und bis 0,50 v. H. höher, Anatolier I und II 38 (37). In der zweiten Börsenstunde blieb die Grundtendenz am Aktienmarkt zwar fest, bei weiter nachlassenden Umsätzen bröckelten auch die Kurse z. T. mäßig ab, so u. a. Verein. Stahl auf 84,50 nach 84,75, Hoesch auf 90 nach 90,40, AG. für Verkehr auf 108,50 nach 109, AEG. auf 36,40 nach 36,65, usw. Von später notierten Papieren gewannen Licht und Kraft 2,25 v. H. auf 140,25, Scheideanstalt 1 v. H. auf 216. Am Kassamarkt waren eine ganze Anzahl von mittleren Jndustriepapieren höher gesucht, angeboten waren aber Konserven Braun. Arn Rentenmarkt hatten Altbesitz bei unv. 110,75 lebhafte Umsätze, auch 6 v. H. Dollar-Preußen. bis 61,50 nach 61,25 und lebhafter, fönst lagen Renten später ruhig. Variable Jndustrie-Obli- gationen notierten z. T. 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Goldpfandbrief, Staats- und Stadtauleihen lagen Landwirtschaft und Industrie in einer Front. 3m liberattstifchen System muhten der Schuh der heimischen Landwirtschaft und die Förderung der Ausfuhrindustrie unüberwindliche Gegensätze sein. Denn in der liberalistischen freien Marktwirtschaft war ein Schuh der Landwirtschaft nur über den Zoll zu erreichen. Jeder Zoll auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aber bedeutete praktisch eine Erschwerung für den Abschluß von Handelsverträgen zugunsten der Ausfuhrindustrie. Das nationalsozialistische System der inneren Marktordnung auf dem Gebiet der Ernahrungswirtschaft hat mit einem Schlage diese Schwierigkeiten behoben. Die innere Marktordnung gestattet es Deutschland heute, diejenigen Mengen an landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die nicht im 3nlande erzeugt werden, ohne Gefahr für den Vinnenmarktpreis aus dem Auslande hereinzunehmen. Damit hat der Zoll feine ehedem beherrschende Rolle ausgespielt. Die deutsche Landwirtschaft ist sogar heute dank der nationalsozialistischen Marktordnung der beste Schrittmacher für unsere Ausfuhrindustrie geworden, eine Tatsache, die in einer Reihe von Handelsabkommen klar erwiesen worden ist. meist unverändert 4,5 v. H. Mainz von 28 93,50 (93,25). Liquidationspfandbriefe notierten überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Auslandsrenten blieben auch später weiter gefragt und hatten relativ lebhaftes Geschäft. — Tagesgeld mit 2,75 v. H. unverändert und leicht. Abendbörse gut behauptet. Die Abendbörfe hatte eine weiterhin feste Grundtendenz, im allgemeinen wichen die Kurse nach beiden Seiten aber nur um Bruchteile eines Prozentes gegen den Berliner Schluß ab. Für einige westdeutsche Montanwerte lagen kleine Kun- denaufträge vor, Ver. Stahlwerke 84,40—84,50 (84), Klöckner 86,75 (86,40), Rheinstahl 114,75 (114,50), Hoesch 90,25 (90), ferner Buderus 96,50 (95,75). Das Geschäft bewegte sich im allgemeinen in ruhigen Bahnen; die Kulisse übte etwas Zurückhaltung offenbar in Abwartung einer weiteren Klärung der Londoner Verhandlungen. Von Großbankaktien notierten Commerzbank 0,25 v. H. höher mit 92. Der Rentenmarkt lag eher fester, wobei die Aufwärtsbewegung der deutschen Auslandsrenten an der. Londoner und Pariser Börse etwas anregte. Kursmäßig ergaben sich aber keine Veränderungen. Auslandsrenten lagen heute abend ruhiger, jedoch gut behauptet. 4pro,3. Schweiz. Bundesbahn ging um 1 v.ch. auf 191 zurück. U. a. notierten: Altbesitz 110,90, Farben-Bonds 127, 4proz. Ungarn Gold 8,85, 5proz. Rumänen 6,25, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 191, Commerzbank 92,25, Meininger Hyp. Bank^ 94, Buderus 96,50, Harpener 115, Klöckner 86,75, Hoesch 90,25, Rheinstahl 114,75, Stahlverein 84,40—84,50, Aku E 51, AEG. E36, Conti Gummi 183, Scheideanstalt 216, Dt. Linoleum 163, Licht & Kraft 139,40, Eß- linger Masch. 91, IG. Farben 153,40, Gesfürel 128,75, Holzmann 97,50, Muag 83,50, Metallgesellschaft 114,50, RWE. 127,90, Schuckert 136. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. März. Am Getreidegroßmarkt blieb das hiesige Weizen angebot ausreichend, es fand bei den Großmühlen weiterhin Aufnahme. In Mannheim liegt aus der näheren Umgebung weniger umfangreiches Angebot vor, dagegen sind die starken Anlieferungen aus Mittel- und Norddeutschland kaum unterzubringen, selbst unter Festpreis erfolgen nur geringe Aufnahmen. Das Roggen angebot aus der Provinz ist eher noch kleiner geworden, so daß die Versorgung der Mühlen immer noch schwierig ist. Man erwartet weitere Zuweisungen der RfG. In Futterweizen lag kleines Angebot etwa 20 bis 25 Pf. unter Mühlenfestpreis vor, während Futterroggen nicht angeboten wurde. Futtergerste und Hafer hatten mangels entsprechenden Angebots nur kleines Geschäft. Die Lage am Mehl- und Futter- mittelmarkt hat sich nicht verändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste—, Hafer —. Weizenmehl W13 28,35, W16 28,60, W18 28,60, W 20 28,95; Roggenmebl R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17,00, Weizenfuttermehl 13,00 bis 13,25. Weizenkleie W 13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Rag- genkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber 18,50, Trockenschnitzel 9,16, Großhandelspreise ab Fabrikstation. Heu 7,75, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,50 bis 3,70, do. gebündelt 3,20 bis 3,50. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 18. März. Auf dem heutt- gen Schweinemarkt, zu dem 411 Ferkel auf- getrieben waren, wurden folgende Preise gezahlt: für 6 Wochen alte Tiere 20 bis 22 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 22 bis 28 Mk., 8 bis 12 Wochen 28 bis 36 Mk. Der Handel war sehr lebhaft. Es verblieb kein Heberstand. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 19. März. (Vvrbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 721 Kälber, 76 Schafe, 830 Schweine. Es kosteten: Kälber 38 bis 70 Mark, Hämmel 43 bis 50, Schafe 38 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweine wurden zugeteilt. Eine Spielhölle ausgehoben. 23 Personen festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 18. März. Seit Wochen war der Kriminalpolizei bekannt, daß in einem Cafe in der Mofelstraße in größerem Um- . fange Glücksspiele betrieben wurden. In der Nacht zum Sonntag drang nun das Spieldezernat überraschend« in das Lokal ein und fand hier das Spiel in vollem Gange. Es wurden 23 Personen zur Dahnhofswache gebracht; davon konnten 22 der Beteiligung an dem Glücksspiel überführt werden. Unter den Festgenommenen befand sich außerdem eine von der Frankfurter, Staatsanwaltschaft gesuchte Person. Wie sehr die in dem Lokal verkehrenden Personen von der Spielleidenschaft erfaßt waren, geht daraus hervor, daß sie nach Eintritt der Polizeistunde nach Privatwohnungen übersiedelten und dort ihre Glücksspiele bis in die Morgenstunden fortsetzten. Spielumsätze von einigen hundert Mark waren keine Seltenheit. Unter den Spielern befanden sich wieder zahlreiche Erwerbslose und Unterstützungsempfänger. Die Spieler sind untereinander meistens nur mit ihren Spitznamen bekannt. Den alten Bekannten der Polizei, den gewerbsmäßigen Zekkern — wie Käse- August, Großmutter, Aschaffenburger Karl, Knolle, Schnorres und wie ihre Spitznamen noch sind — wird man diesmal ganz gehörig den Prozeß machen. Die Polizei war übrigens in diesem Lokal in den letzten Jahren schon mehrfach eingeschritten, anscheinend hatte es aber immer nur für eine gewisse Zeit Wirkung. Es ist beabsichtigt, nunmehr die Schließung des Lokals zu beantragen. Rundfunkprogramm Freitag, 20. TNärz. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 9.30: Die Polizeiaufklärungswoche in Freiburg. Die Freiburger Polizei musiziert! 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das Hauptbuch — Spiegel eines Geschäfts. 15.35: Plakate. Worte und Farben rufen dich an. 16: Unfere Polizei musiziert. 17.30: Zucker — aus Runkelrüben. Hörfolge. 18: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel, zierlich gefügt und zum Tönen gebracht von Curt Kretzschmar. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel: Wie die Rheinpolizei arbeitet. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Hnterhaltungs- konzert. 22: Nachrichten. 22.10: Kurzparole des Poli- zeipräsidenten Welter, Koblenz. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Hnterhaltungskonzert des Cantes« Orchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 24—2: „Boris Godunow". Musikalisches Volksdrama. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 v. H., Front,uri a. M. Berlm Schluß« kurü Gchlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schluß». Mittags börse Oatum 17 3. 18.3 17 3. 18.3. 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 100,25 100,65 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,75 97,75 97,75 97 75 d^,% Voung-Anlethe von 1930 .. 103,75 103,4 103,4 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 110,65 110,9 110,7 **/•% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% efiem.8% Hess. Volksstaat 1929 100 100 100,25 100,4 (rückzahlb. 102%)............ 4¥i% ehem. 8% Hessische Landes- 98,25 98,25 — 98,25 bank Darmstadt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 6¥2% ehem. 4 H% Hess. Lande«. Hypothekenbank DarmstadtLigui 100,9 101 4 ¥2% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverkchr. R.6 92 Oberhessen Provtnz-Anlethe mtl Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Aw — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,5 114,5 114,5 114,6 4¥i% ehem.8% Franks. Hhp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6¥2% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 101 101,4 _ 6 ¥2% ehem. 4/t% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse..... 101,13 101,4 101,13 101,25 <¥2% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4¥x% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Öbl.Vl 97 97 97 97 Eteuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 109 109 109 109 4% Oesterrelchtsche Goldrente... 29,75 _ 30 30,5 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 1,2 1,15 1,15 — 4% Ungarische Goldrente....... 8,6 8,85 8,7 8,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,5 9 8,7 8,85 4'/,% desgl. von 1913.......... 8,5 8,85 8,75 8,9 6% abgest. Goldmextkaner von 99 13,7 14 13,8 14 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l......... ........... 9,13 9,13 — —. Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« börtc Schlußkurs Gchlußk. Mittag« börle Oatum 17.3. 18.3 17-3. 18.3- 4% oesgl. Sene 11 ........ 9 9 _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,13 6,13 _ _ 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,8 9,13 8,8 9,13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,05 5,25 5,25 5^25 2 ¥*% Anatolier ............. 37 37,9 37,25 38,75 Hamburg-Amertka-Paket .... 0 15,25 15,75 15,5 16,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,25 17,5 17,4 17,75 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 108,25 108,5 108 108,25 Berliner Handelsgesellschaft .. g 110 111,5 110 111,5 Commerz, und Prwat-Bank . . 0 92 92,25 91,75 92 Deutsche Bank und D>sconto« Gesellschaft................0 92 92 91,75 92 Dresdner Bank..............0 92,5 92,5 92,25 92,5 Retchsbank ................ 12 185 186 184,9 185 •21.6.®........................ 36 36 36,25 36 Bekula.................... m 140 141 140,65 141,25 Elektr. Lieferungsgesellschaft'... 6 120,25 121,5 120,5 121 Licht und Kraft ........... g V, Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.EIektr.Uniernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... « Rhein. Wests. Elektr........... 138 115,5 127,5 124,25 128 139,4 115,5 128,75 127,9 138 115,75 127,25 126,25 127,4 139,5 115 128,5 126,5 127,75 Siemens L Halske......... 7 Lahmeyer L Co.......... 7 135,25 169,25 127,5 136 171 128,25 135,25 169 128 136,25 171 129 Buderus ............... 4 Deutsche Erdöl ............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. | Ilse Bergbau ...............g Ilse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke ............... Mannesmann-R Ihren........0 109,5 96,5 110,4 96 109,4 95,75 110,9 115 89,25 129 85,25 83,5 115 90,25 129,75 86,75 84 115,25 89,25 157,75 129 85,75 83,4 115,5 90,13 156,75 130 86,4 83,65 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Gchlußk. Mitlagbörse Oatum 17.3. 18.3. 17.3- 18.3. Manöselder Bergbau....... 133 132,5 133 Kokswerke ................ Rheinische Braunkohlen .... .. 6 — — 119,25 120,5 . 12 219,5 221,5 221 222,25 Rheinstahl ................ .. 4 114 114,75 113,5 114,5 Vereinigre Stahlwerke...... .. O 84 84,5 83,75 84 Otavi Minen ............. .. 0 18,75 — 18,65 18,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 122,5 126,25 124,5 126,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 119,5 122 120 123 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, — 180,5 178,5 182 I G. Farben-Zndustrie..... .. 7 152,4 153,4 152,4 153 Scheideanstalt............. .. 9 215 216 — — Goldschmidt .............. .. 6 107 108 — 108 Rütgerswerke ............. .. 6 120 121 120 120 Metallgesellschaft........... .. 4 113 114,5 112 113,5 Philipp Holzmann ......... .. 4 97,5 97,5 96,5 97,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 132 132,25 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 130 130 Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 — — 98,5 99,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 49,75 51 48,65 50,65 Bemberg........ .. 6 90,5 90,5 90,13 90,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 120 121,25 120,5 120,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 86,75 87,75 87 87 Destauer Gas ............ .. 7 — — 126,5 127,25 Daimler Motoren ... .. O 98 98,5 97,5 98,65 Deutsche Linoleum......... .. 8 163,5 163 164 163 Orenstetn & Koppel ........ .. O — — 76,5 76,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 31,25 31,5 31,25 31,25 Chade .................... Arcumulatoren-Fabrik.... TI. . 12 315,25 322,5 173,5 315,5 172 321 174 Conti-Gummi............. .. 8 183 183 183 183 Gritznec................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker .. 4 . 10 28,5 89,5 198 90 198 I 1 198 28,5 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.2IL 17. März 18.März Amtliche Geld Notierung Ärtes Amtliche Notierung Geld | Briet Buenos Atre Brüssel..... Rio de Ian. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... ; Wien....... 0,679 41,92 0,140 3,047 54,79 46,80 12,27 5,41 16,39 168,98 19,70 0,714 5,654 61,66 48,95 11,135 63,25 81,12 33,99 10,28 2,467 0,683 42,00 0,142 3,053 54,89 46,90 12,30 5,42 16,43 169,32 19,74 0,716 5,666 61,78 49,05 11,155 63,37 81,28 34,05 10,30 2,471 Banknoten 0,679 41,91 0,139 3,047 54,79 46,80 12,27 5,41 16,385 168,98 19,70 0,714 5,654 61,66 48,95 11,135 63,25 81,07 33,97 10,275 2,468 0,683 41,99 0,141 3,053 54,89 46,90 12,30 5,42 16,425 169,32 19,74 0,716 5,666 61,78 49,05 11,155 63,37 81,23 34,03 10 295 2,472 Lissabon... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag...... Budapest .. Neu York ... ___________-Merlin, f 8. März Geld Zirm Amertlantsche Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 2,42 41,76 54,53 12,235 16,335 168,56 61,45 63,03 80,89 33,63 2,44 41,92 54,75 12,275 16,395 169,24 61,69 63,29 81,21 33,77 M. 67 Dritter Blatt Siebener Anzeiger °n steht, ist der des deutschen Rei Dor Augen gefüh SU den heute .ra9en der franz kommen konnte, r wals vor dem - funkt zu diesem HS!;; SS-B ? Locarno mar 1 7/uszuschl