ßreitag, 18. Dezember 1936 186. Jahrgang Nr 296 Erstes Blatt annabnif oon Unitigce ffii oie 'JJlittagsnummer bis«' .UhrOes‘Bormittags ftninbpretle für l mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm «Breite 7 Rpsi. für Text- Anzeigen oon 70 mm 'Breite 50Rps.,Plahvorschrift nach oort) «Beretnbg 25° n mehr. Ermäßigte (brunöpretle: Stellen-., Vereins., gemeinnützige Anzeigen loroie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Fomilienanzei- gen. Bäder-, Unterrichts» il behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B (Er|d)etnv t üg Md), außei Sonntag» und Feiertag» Betlagen Dir Jllu|iriertf totenenei J-amilienblättei Heimai im Bild Thebttiolb Ulonal$’Be$ugspret$. Thi 4 Beilagen RM 1.95 Ohne .Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen ‘Hummern infolge höherer (Beto all Hernsprechanschlüffr unter Sammelnummer 2251 Anlchnfi süi Drahtnach. richten Anzeiger Gienen postfchecttonto: §raritsurl am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oru» und Verlag: vrühi'lche Untoerfltäts.Bud)- und Stetnörudcrei «. Lange in Gieren. Schrlsilettung und GelchSstsftelle: Schnlftrahe 7 Die französische Flotte mit 572 910 Tonnen Zus. 190 Schifft Zerstörer U-Boote Fertig 9 1 10 8 31 45 86 umfaßte zum 1. September: ~ ■ e Schiffe: Schlachtschiffe Flugzeugträger schwere Kreuzer leichte Kreuzer Flottillenführer Angaben sprechen. Zunächst ist die französische Seestellung in der Tat oon überlegener Güte. Der angebliche Nachteil der doppelten Seefront am Atlantik und Mittelmeer, der in englisch-französischen Kriegen über hundert Jahre eine beherrl^"nde Rolle spielte, verschwindet angesicht der zwischen den beiden Staaten herrschenden Beziehungen, so daß die Zusammenziehung beider Flottenteile durch nichts gehindert wird. Die lange, gut gegliederte Küste gewährt an beiden Fronten eine sehr große Zahl brauchbarer Häfen, von denen am Atlantik nur Calais, Cherbourg, Brest, St Na- zaire. Rochefort, Lorient, Bordeaux und am Mittelmeer Bort Vendres, Marseille und Toulon zu nennen sind ganz zu schweigen von den starken Außenposten Korsika. Biserta. Dran u. a. Die atlantischen Häfen stehen zur Zeit fast im Vordergründe des Interesses. Das dort statwmerte Atlantische Geschwader wächst zusehends und umfaßt bereits 58 Schiffe mit 13 000 Mann. Dabei hält man es absichtlich schwach in Unterseebooten um englische Befürchtungen vor einer so nahen' aefährlichen Nachbarschaft nicht zu wecken. Dieses Geschwader, das bereits drei modernisierte Schlachtschiffe umfaßt, soll später auch die noch stärkeren Neubauten aufnehmen, also zum Schwerpunkt der Seeverieidigung werden. Daß eine solche Häufung oon Kampfstärke auch anders gedeutet werden kann nämlich als Ausgangspunkt für den Angriff, z B ' auf die Seeverbindungen eines vermeintlichen Gegners, findet man selten erwähnt. Mer^noch muß eine Uebersicht sprechen. mit 185 925 Tonnen „ 22146 „ 105 923 „ 54 052 „ 73 604 „ „ 4« 326 „ 83 024 Französischer Flottenbau 23on ^onteraöm rat a. D. Gadow Cs scheint, daß die Pause im Flottenbau, die mit den jetzt ablaufenden Verträgen zusammenhing, nun gewaltsam zu Ende geht. Nachdem in England bereits 77 Kriegsschiffe mit rund 320 000 Tonnen im Bau oder vergeben sind, in den Vereinigten Staaten sogar 97, darunter in beiden Fällen Schlachtschiffe ersten Ranges, hat die französische Marineoerwaltung jetzt auch ihre Pläne abgeschlossen. Es war bereits bekannt, daß auf die beiden im Ausbau begriffenen Schlacht- fchifft „D ü n k i r ch e n" und „Straßburg" oon je 26 000 Tonnen zwei größere namens „Richelieu" und „Jean Bart" folgen sollten. Ebenso umfaßte das Programm eine Anzahl Kreuzer, große Zerstörer und U-Boote. Soweit war nur zu bemerken, daß die Abmessungen der großen Schiffe recht dürftig als „Antwort" auf die deutschen Panzerschiffe der „Deutschland"-Klasse (10 000 Tonnen) begründet wurden, da sie fast 2V2maI so groß und bedeutend schwerer bewaffnet sind. Kein anderer als >er damals nicht im Amt befindliche Paul D o n c o u r machte sich in der Kammer über diesen Aufwand und dieses Mißverständnis lustig, das den französischen Schiffbauern ein Armutszeugnis ausstellte. Aehnlicher Ansicht ist man in England, wo das Wiederansteigen der Abmessungen der Schlachtschiffe mit Unbehagen verfolgt wird. Die angesehene Fachzeitschrift „Naval Military Record" schrieb soeben rückblickend dazu, daß Frankreich mit diesem Vorgang das neue Wettrüsten in Schlachtschiffen verschuldet habe. Denn auf die beiden französischen Neubauten „antwortete" Italien mit zwei noch größeren zu 35 000 Tonnen, namens ittorio" und „Vittorio D e n e t o", und alsbald erklärte sich Frankreich „gezwungen", auch hierauf mit den beiden schon genannten „Richelieu" und „Jean Bart" zu antworten. Inzwischen hat Deutschland seine „S ch a r n h o r st" und „G n e i f e n a u" zu Wasser gebracht, Schiffe von 26 000 Tonnen und leichter bewaffnet als die französischen, und schon kündigt Frankreich ay, daß es nicht zwei, sondern fünf ganz große Schlachtschiffe der „R'chelieu"-Klasse bauen werde. Wenn Rüstungen in der Regel der Ausdruck der Besorgnis vor den Absichten eines möglichen Gegners sind, so wird man doch Fälle feststellen dürfen, wo diese Besorgnisse an den Haaren herbe i g e z o g e n ' werden und eher bestimmt scheinen, eigene Absichten zu verdecken. Als Deutschland entwaffnet war. starrte das bis an die Zähne bewaffnete Frankreich auf das Seecktsche 100 000- Mann-Heer mit seinen erbärmlichen Mun'ions- vorräten und Tankattrappen, auf den „Stahlhelm" mit seinen Windjacken und Lederriemen, auf die Lufthansa mit ihren „umstellbaren" Verkehrsmaschinen. Sväter mußte die wachsende nationalsozialistische Opposition in Deutschland herhalten, um die fehlende „moralische Abrüstung" zu beklagen und die eigene Aufrüstung zu begründen Nach der Machtübernahme entstand die Maginot-Linie. und die Luftwaffe wurde verdoppelt und vervielfacht. Heute sieht man auch auf See deutsche Gespenster und will sich und anderen einreden, wie fast in jeder Facherörterung zu lesen ist, daß die deutsche Flotte oon der Nordsee aus die französischen Seeoerbindungen im Mittelmeer, die Transportwege für die schwarzen Divisionen von Nordafrika nach Toulon-Marseille gefährdet, d. h. in einem Seegebiet, das im Schutz einer hervorragenden ftra- tegischen Stellung und einer mehr als dreifach überlegenen eigenen Flottenmacht steht. Jedoch, da man auf Unvernunft ober Verdrehung nicht mit Vernunft allein erwidern kann, müssen m a t er i e 11 e Deutschlands koloniale Forderung ist ein Problem wirtschaftlicher Existenz. Deutschland braucht koloniale Rohstoffländer unter eigener Verwaltung und Währung. Dr. Schacht in einer englischen Zeitschrift Über Oie Kolon aisrage. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der Reichsbankprä- fibent unb Reichswirtschaftsnunister Dr. Schacht hat ber Zeitschrift „Foreign Affairs" einen längeren Aufsatz über „Deutschlands Kolonialproblem" zur Verfügung gestellt, bem wir folgenbe Ausführungen entnehmen: Es ist heute fo viel davon die Rede, daß Deutschland nach Autarkie strebt; aber mancher vergißt ganz, daß diese Autarkie längst von Ländern wie Frankreich und Großbritannien verwirklicht wird, ganz zu schweigen von Rußland und USA. Der Anteil der britischen Dominions, Kolonien und Protektorate an der Einfuhr Großbritanniens stieg in den letzten zwölf Jahren oon rund 31 auf rund 42 o. H. und der Anteil an der Ausfuhr von rund 41 auf 49 o. H. Frankreichs Einfuhr aus feinen Kolonien stieg in den letzten zehn Jahren von rund 10 auf rund' 26 v. H. Seine Ausfuhr dorthin von rund 14 auf 32 v. H. Die geographische Ausdehnung der Vereinigten Staaten bietet ein Wirtschaftsgebiet dar von gewaltigem Ausmaß und von größter Reichhaltigkeit, so daß USA. viel weniger auf den Warenaustausch mit der Außenwelt angewiesen ist als andere Staaten. Noch viel günstiger liegen die Verhältnisse natürlich für bas noch weniger entwickelte, aber fast alle Rohstoffe in sich bergenbe R u ß l a n b. Diesen großen nationalen Wirtschaftsräumen gegenüber stehen nun die Län- ber, bie über beschränkte Raurnverhält- nisse aber gleichzeitig über eine große B e - d ö IF e r u n g verfügen unb bie infolgebeffen bei ber Knappheit ihrer Bvbenschätze auf den internationalen Warenaustausch viel stärker angewiesen sind. Japan unb Italien finb aus ber Reihe ber unbefriebigten Nationen ausgeschieben Und in die Reihe ber gesättigten Nationen übergetreten. Von den unbefriedigten Großmächten ist allein Deutschland übrig geblieben. Solange daher das koloniale Rohstoffproblem für Deutschland nicht gelöst Ist, wird Deutschland ein Unruheherd bleiben trotz aller seiner Friedensliebe, die es auf die Hoffnung nicht verzichten läßt, das koloniale Problem auf friedlichem Wege zu lösen und damit in die Reihe der „Haves" einzutreten. Nun gibt es eine Reihe von Leuten, die der Meinung sind, baß man ja nur ben international len Warenaustausch wieder herzustellen brauche, um Deutschlands Absatz zu vergrößern und ihm damit bie Möglichkeit zum Ankauf von Rohstoffen wieberzugeben. Mer es ist noch niemals gelungen, bie Jbeale biefer Leute in bie Wirklichkeit umzusetzen. Der Grunb hierfür liegt in ber Entbeckung, baß bie wirtschaftlichen Kräfte einer Nation eine außerorbentliche Bebeutung haben auch für bie politische Stellung einer Nation. Man glaubt, burch bie Zurückhaltung ober bie Zuteilung von Rohstoffen bie politische Lage beeinflussen zu können. Wer ben Frieben will, kann niemals solche Mittel billigen, wie sie bie Absperrung großer Motionen von ben Naturschätzen ber Erbe barstellt. Besonbers lächerlich wirkt ber Einwurf, den Deutschlanb so oft auf feine koloniale Forberung hören muß, baß Kolonien unb insbefonbere seine früheren Kolonien nichts wert seien unb daß man ihm gar keinen Gefallen täte, wenn man ihm seine Kolonien zurückgeben würde. Die Gegenfrage liegt auf ber Hanb: Wenn bie Kolonien so schlecht finb, warum haltet i h r sie fest? Wenn Deutschland heute, wo bie Welt keinen freien Hanbel mehr hat, wo Deutschlanb von Auslanbsschulben erbrücft wirb, wo Rohstoff- unb Devisennot es bebrängen, seine Kolonien zurückerhielte, so würbe es einen großen Teil seiner Nahrungsmittel unb Rohstoffe, bie ihm jetzt ehlen, aus seinen Kolonien gewinnen können. Ein wenig ist ja bie Einsicht hinsichtlich ber kolonialen Bebürfnisse Deutschlanbs gewachsen. Als ich 1929 vor ber Young-Konferenz bie koloniale Ich möchte deshalb zwei Bedingungen hier nennen, die für die Lösung des deutschen Rohstoffproblems unerläßlich sind. Erstens muß Deutschland seine Rohstoffe auf einem Territorium erzeugen können, das unter seiner eigenen Verwaltung sieht, und zwei- tens muh in diesem kolonialen Territorium d i e deutsche Währung umlaufen. Wer koloniale Rohstoffe entwickeln will, der muh erhebliche Investitionen machen. Die kolonialen Märkte sind keine Märkte, die auf den persönlichen Bedarf der eingeborenen Bevölkerung beruhen. Hemden und hüte für die Reger und Schmucksachen für die Regerfrauen sind kein ausreichender Markt, koloniale Gebiete werden entwickelt durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, durch Automobilverkehr, Radio, elektrische Kraft, große Plantagen usw. von dem Augenblick an, wo die deutschen Kolonien unter die Verwaltung der Mandatsmächte gekommen sind, ist Deutschland von der Belieferung von Waren für alle diese Investitionen ausgeschlossen worden. Der Export Deutschlands nach Tanganjika z. B. betrug im Iahre 1913 52,6 v h. und im Jahre 1935 nur 10,7 v. h. der gesamten Tanganjika- Einfuhr. Es ist selbstverständlich, daß die britische Mandatsmacht in Orders in England placiert und nicht in Deutschland oder anderswo. Das ist der Grund, warum Deutschland koloniale Territorien braucht, in denen es selbst die Verwaltung hat. Da aber die Entwickelung der Kolonien von langfristigen Investitionen abhängig ist und diese Investitionen nicht von der eingeborenen Regerbevölkerung bezahlt werden können, so muh die eigene deutsche Währung in den kolonialen Gebieten umlaufen, damit die Investitionen mit deut- London, 17. Dez. (DNB.) Der englische Politiker Noel Buxton weist in einer Zuschrift an bie „Times" auf bie Dringlichkeit bes Kolonialproblems hin In Deutschland sei man nämlich ber Meinung, daß bie Abmachungen von O t - t a ro a, bie ein Abgehen von ber Trabition ber offenen Tür bebeuteten, bereu sich früher England gebrüstet habe eine wirkliche Härte für Deutschland barstellten. Das System ber Vorzugszölle, bie sich bie einzelnen Mitgliebstaaten bes' Britischen Imperiums gewährten, habe ben b e u t f d) e n Hanbel schwer getroffen. Die Erweiterung bes Systems ber Vorzugsbehanblung auf die Kolonien werbe in Deutschland als ein Forberung Deutschlanbs als unerläßliches Element für bas wirtschaftliche Bestehen Deutschlanbs bezeichnete, würbe ich verlacht. Jetzt aber hat ein englischer Minister Sir Samuel 8) o a r e, im September vorigen Jahres vor bem Völkerbunb sich für eine neue Verteilung bes Zuganges zu ben Rohstoffguellen ber Welt eingelegt. Was hinter biefer Formulierung an näheren Vorschlägen unb Absichten steht, ist bisher mcht bekannt geworben. fchem Kredit gemacht werden können. Daher sind diese beiden Bedingungen, deutsche Verwaltung und deutsche Währung in den kolonialen Gebieten, die Deutschland beansprucht. unerläßlich. Alle anderen Fragen bie ben äußeren Einbruck ber Souveränität: Militär, Polizei, Rechtsprechung, Kirchen internationale Mitwirkung unb bergleichen betreffen, finb bisfutierbar Sie werben alle gelost werden können unter bem Gesichtspunkt internationaler Zusammenarbeit, solange man ber Ehre Deutschlanbs nichts unroürbiges zumutet. Das beutsche koloniale Problem ist kein imperialistisches Problem, kein bloßes Prestigeproblem, sondern einzig und allein ein Problem ber wirtschaftlichen Existenz Aber gerabe beshalb wirb hiervon bie Zukunft des europäischen Friedens abhängen. * Der Aufsatz im „Foreign Affcrirs" stellt noch einmal bie Grunbfätze bes beutfchen Kolonialproblems einbeutig heraus und widerlegt bie falschen Argumente, bie über bie deutschen Kolonialforderungen im Auslande leider immer noch gebräuchlich sind. Die Ausführungen Dr. Schachts bedeuten, im ganzen gesehen, einen neuen Versuch, die Debatte über diese für das gesamte deutsche Volk entscheidend wichtige Frage nicht versanden zu lassen. Wir können es nicht dulden, daß man die deutsche Forderung mit billigen, alltäglichen Schlagworten und beguemen Hinweisen auf Welthandel und Weltwirtschaft abtut. Für Deutschland ist, wie der Reichsbankpräsident vor aller Weltöffentlichkeit überzeugend bargetan hat, bie koloniale Frage keine Angelegenheit bes Prestiges, kein imperialistisches Problem. Zum erstenmal sind in biefem Artikel bie beiben grunblegenben Be- bingungen festgelegt worben, die Mindeft- erfordernisse für eine koloniale Betätigung des deutschen Volkes sind Hier bietet sich eine «Plattform für eine fachliche Aus- ! sprache. Angriff auf die internationale Gerechtigkeit angesehen. Nach deutscher Auffassung stehe das System der Vorzugsbehandlung im Gegensatz zur modernen Auffassung, wonach die Kolonien ein ungehindertes wirtschaftliches Betätigungsfeld für alle Nationen fein müßten. England und die anderen Kolonialstaaten schienen in deutschen Augen einen unangemessen großen Anteil an den kolonisierten Gebieten der Erde zu besitzen, so daß diese Mächte es selbst in der Hand hätten, sich eine stärkere moralische Stellung zu verschaffen, indem sie für diese Gebiete Mandatsbedingungen annähmen. Die Die Voraussetzungen kolonialer Betätigung. Die offene Tür. Englischer Politiker fordert koloniale Zugeständnisse an Deutschland. Im Bau oder bewilligt waren: 4 Schlachtschiffe mit 123 000 Tonnen 4 leichte Kreuzer „ 31 400 „ 2 Flottillenführer „ 5 726 „ 13 Zerstörer „ 14 888 „ 6 U-Boote „ 6 261 Zus. 29 Schiffe Hierzu tritt bas neu brachte neue Progr 3 Schlachtschiffe 10 Kreuzer 6 Zerstörer 7 U-Boote mit 187 917 Tonnen vom Marineminister einge» amm: mit 105 000 Tonnen „ 80 000 11400 „ mit etwa 7 000 „ Zus. 26 Schiffe mit 203 400 Tonnen Dazu 23 Kanonenboote, Minensucher unb U-Boots- iäger unb 8 weitere Kriegsfahrzeuge, wahrscheinlich auch Flugzeugträger, sämtlich fertig bis 1943. Setzt man billigerweise bis bahin einen Abgang von runb 200 000 Tonnen veralteten Schiffsraums ein (was bie Gegenrechnung bei uns geflissentlich nicht zu tun pflegt), so erhält man einen Enb- beftanb von runb 760 000 Tonnen, b. h. eine Flotte von runb 60 v. H. ber jetzigen englischen Stärke, veraleichbar mit den 35 v H., auf die Deutschland sich am 18. Juni 1935 mit England vertraglich geeinigt hat. Die engeren Beziehungen Frankreichs zu ber Sowjetunion lassen dabei auch auf bie bort geplante Verstärkung oon 2 Schlachtschiffen unb 7 schweren Kreuzern einen Blick fallen, um bas ebenso Drohenbe wie Unbegrünbete bes Aufwanbes zu erkennen, ben ber Vizeabmiral Darlan, ber künftige Chef bes Ab- miralftabes, kürzlich bahin erläuterte, baß Frankreich notroenbigerroeife eine stärkere Flotte haben müsse als jede andere Kontinentalmacht. Enalands ©eerüfhing. Keine alten Krenzer werden abgewrackt. London, 17. Dez. (DNB.) Der Erste Lord ber Admiralität, Sir Samuel Hoare, fünbigte im Unterhause an, baß bie britische Regierung die Vereinigten Staaten und Japan amtlich davon in Kenntnis setzen werde, daß Großbritannien fünf feiner überalterten Kreuzer gemäß Artikel 21 bes ßonboner Flottenvertrages nicht ab» wracken, fonbern beibehalten würde. Angesichts der Verschlechterung ber internationalen Lage sei jetzt zweifellos nicht ber gegebene Augenblick, um noch kriegsfähige Schiffe abzuwracken. Die Vereinigten Staaten haben bereits zu verstehen gegeben, baß fi» keinerlei Einwanb erheben warben. Eine Antwort ber japanischen Regierung fei noch nicht eingegangen. Die britische Regierung habe jeboch allen Anlaß anzunehmen, baß diese Antwort z u st i m m e n b lauten werbe. Im Unterhaus erhob sich lauter Beifall, als Winston Churchill bem Ersten Lorb ber Abmiralitat zu ber Bekanntgabe biefes Beschlusses beglückwünschte. Der Beschluß wirb auch von ber konservativen Presse begrüßt. „Morning Poft" schreibt, baß bie fünf Fahrzeuge trotz ihrer leichten Bestückung im Ernstfälle gute Dienste lei st en könnten. Es sei möglich, baß bie Kreuzer zu „f ch ro i m- menben ßuftabroehrbatterien" für bie Flotte ober beren Stützpunkte umgeroanbelt werben würben. Der Verzicht auf bie Verschrottung be» beute eine Ersparnis von 15 Millionen Pfund. Wichtiger noch fei, daß England die Schiffe f ü r einen Notfall sofort bereit habe, anstatt auf bie Fertigstellung der Ersatzbauten warten zu müsftn. Niemand könne Voraussagen, rognn ein solcher Notfall eintreten könne, aber die augenblickliche Nervosität sei in ber Erklärung, die ber Dorsitzenbe bes Auswärtigen Ausschusses der fron- zöllschen Kammer am Donnerstag gegeben habe, keineswegs übertrieben worden. — Die „Time schreibt, daß die Welt heute nicht ruhiger sei als int Jghre 1930 Ueberall werde zugegeben, daß die Wiederherstellung einer nngemeffcnen Stärke der britischen Flotte jetzt eine Notwendigkeit fei. Übertragung von Kolonien an den Völkerbund stehe hier nicht zur Erörterung. Was gesichert werden müsse, sei die Bürgschaft einer offenen Tür für den Handel, den Kauf von R o h st o f f e n und für einen Anteil an den Konzessionen und Regierungsaufträgen. Schon ein solcher Vorschlag würde von bedeutender psychologischer Wirkung in Deutschland sein. Buxton beschäftigt sich weiter mit der Frage einer möglichen Gebietsübertragung, wobei er von der Deutschland zugefügten Erniedrigung und der beleidigenden Art spricht, in der es seiner Kolonien beraubt worden sei. Das Gebiet, das Deutschland mit einem großen Teil seines Bedarfes an Kaffee, Tabak und Gummi versorgen könnte, sei K a m e r u n. In England führe man ständig das Argument an. koloniale Aenderungen bedeuteten keine wirkliche Lösung der wirtschaftlichen Bedürfnisse Deutschlands, es müsse aber gefragt werden, ob ein solches Verhalten sich mit der gesunden englischen Ueberlieferung in Einklang bringen lasse, einen begründeten Anspruch nicht abzulehnen. Auch in diesem späten Stadium würde ein Zugeständnis noch von Nutzen sein. Untätigkeit wäre hier vielleicht verhängnisvoll. Ras 3mru hat sich ergeben. Der letzte Widerstand in Westabessinien zerschlagen. Rom, 17. Dez. (DNB.) Bei der Besetzung und planmäßigen Säuberung von Westabessinien ist nunmehr den drei in diesem Gebiet operierenden Abteilungen der entscheidende Schlag gegen den letzten noch im Kampf liegenden abessinischen Würdenträger, den früheren Ras I m r u, gelungen. 800 Bewaffnete wurden zur Uebergabe gezwungen, 1500 Gewehre und fünf Maschinengewehre den Italienern ausgeliefert. Imru erklärte dem italienischen Kommando, daß er sich mit seiner ganzen Gefolgschaft ergebe. Damit ist der letzte systematische Widerstand in Westabessinien zerschlagen, und die italienischen Abteilungen werden nunmehr innerhalb weniger Tage die äußerste Westgrenze von Äthiopien erreichen können. Die italienische Presse betont, daß Imru zu den engsten Mitarbeitern des Negus gehörte und immer einer der hartnäckigsten Gegner Italiens war, obwohl er seinerzeit nach dem Zwischenfall von Ual-Ual dem Negus in der richtigen Erkenntnis, das er Italien nicht gewachsen sei, zum Frieden geraten habe. Eine von Harrar nach S ü d w e st e n vorstoßende Abteilung hat nach mehrwöchigen Operationen in Ci ul ul den Hauptmann Cannonieri, der dort am 9.Juni in Gefangenschaft geraten war, wieder befreit. Tschiangkaischek wohlauf. Der erste Augenzeugenbericht aus Sianfu. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der australische Journalist Donald, einer der vertrautesten Ratgeber des Marschalls Tschiangkaischek, hat von Si- anfu aus der Zentralregierung in Nanking zum zweiten Male telegraphisch mitgeteilt, daß Marschall Tschiangkaischek sich in Sianfu wohlauf befindet. Nach dem ersten Augenzeugenbericht über die Gefangennahme des Marschalls in Hua- chinchih, einem Kurort in der Nähe der Provinzialhauptstadt Sianfu umstellten revoltierende Truppen Tschanghsueliangs das Auto Tschiangkaischeks, der sich gerade nach Sianfu zurückbegeben wollte. Obwohl dje Leibwache des Marschalls einen Sckmtzring um Tschiangkaischek bildete, mußte sie sich schließlich ergeben, nachdem viele der Soldaten gefallen und verwundet waren. Nur dem Kommandeur der 13. Division, der sich in Begleitung des Marschalls befand, gelang es, nach Sieny- ang zu entkommen. Er alarmierte sofort die dort stehende Nanking-Division, so daß drei Stunden später ein Angriff Tschanghsueliangs auf Sieny- ang erfolgreich abgeschlagen werden konnte. Das 34. Regiment, das Tschanahsueliang beordert hatte, den Vormarsch der Nanking-Truvven auf- Fuhalten, wurde bei Tungkman an der Mündung des Weiho in den Gelben Fluß nach heftigem Gefecht z u r ü ck g e s ch l a g e n. Die 105. und 106. Division, die vom Norden zu Hilfe kommen sollten, sind auf die Seite der Regierungssoldaten übergetreten. Die Stärke der Nankingtruppen um Sianfu beträgt jetzt 17 Divisionen mit über 200 Bomben- und Jagdflugzeugen. Frankreichs $inan»nof Zwei Drittel des .Haushalts für den Schuldendienst. Paris, 18.Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Kammer übte der frühere Finanzminister Paul R e y n a u d hefttge Krittk am Haushalt. Es fei nicht zu bezweifeln, daß seit der Frankenabwertung eine gewisse Belebung des Arbeitsmarktes festzustellen fei, aber sie fei bei weitem nicht f o groß, wie man bei einer 33prozentigen Abwertung habe erwarten dürfen. Es fei auch ein seltsames Schauspiel, daß die Marxisten in Frankreich den Kapitalisten als Zins für Staatspapiere das Doppelte zahlten wie die Konservativen in England. Das ganze liebel komme von der Preissteigerung, nichts stehe den Interessen der Arbeiter mehr entgegen als eine Geldentwertung. Finanzminister Vincent Auriol erklärte: Die für öffentliche Arbeiten ausgegebenen Milliarden kämen im Kreislauf der Wirtschaft wieder zum Vorschein. Der Außenhandel belebe sich. Vom Sev- tember bis November sei die Ausfuhr von 1870 Millionen auf 2250 Millionen gestiegen. Vom Haushalt blieben nur 34 v. H. für Verwaltungs- und soziale Zwecke sowie für das geistige Leben Frankreichs übrig, 66 v. H. würden für den öffentlichen Schuldendienst in Anspruch genommen. Es sei unmöglich, die Steuern zu erhöhen. Man könne aber auch nicht einfach 16 Milliarden streichen, die erst das Leben des Landes ermöglichten. Man werfe der Regierung vor, daß sie die Löhne und Gehälter erhöht habe und d i e Preise steigen lasse. Aber die Rufe des Elends seien stärker als die wirtschaftlichen Berechnungen Es sei ein Verbrechen, von einer neuen Abwertung zu sprechen. Die „Männer der Lüge", die sich einen Fehlbetrag von 30 Milliarden errechneten und die Wiederherstellung des Vertrauens forderten, suchten in Wahrheit durch ihre Ungenauigkeiten eine finanzielle Panik 3U schaffen. Dieses Jahr der Weltausstellung müsse für Frankreich das Jahr der wirtschaftlichen Wiederbelebung werden. ♦ Paris, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Lyon kam es zu ernsten Zusammenstößen anläßlich einer Versammlung der französischen Volkspartei D o r i o t s. Die marxistischen Gegner Doriots hielten in weitem Umkreis des Versammlungslokals die Straßenzüge besetzt und kameti bald mit der Polizei ins Handgemenge, wobei zahlreiche Revolverschüsse gewechselt wurden. Zahlreiche Personen erlitten Verletzungen, unter ihnen vier Angehörige der Polizei. Auf einen Krankenwagen, der Verletzte ins Hospital bringen wollte, wurde von Kommunisten geschossen. Ein die Verletzten begleitender Feuerwehrmann wurde durch eine Kugel am Kopf getroffen. Der französische Dauernführer Dorgörrs verhaftet. Paris, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Bauernführer Dorgeres, der einen regen Anteil an der Durchführung des Liefer st reiks für Gemüse in Paris nimmt, ist am Donnerstagabend verhaftet worden, als er sich nach den Markthallen begeben wollte. Bewaffnete Horden fallen plötzlich in ein Kaffeehaus ein und zwingen die anwesenden Gäste mit öer Pistole in der Hand Schützengräben aufzuwerfen. Wer solchem Trupp begegnet, muß sich wohl oder übel anschließen. Diese „Angeworbenen" werden mit Vorliebe zu exponierten Stellungen geführt, so daß viele von ihnen, die den Kämpfen vollkommen fern stehen, und deren Sympathie bestimmt nicht bei den roten Verbrechern ist, für diese ihr Leben lassen müssen. Das unrühmlich bekannte „Verteidigungskomitee" leitet ein General Kleber, dem sich die roten Verbrecher aus Moskau verschrieben haben. Kleber tat sich bei den damaligen Kommunistenkämpfen in Ungarn als rechte Hand des Juden Bela Khun hervor. Die H ntermänner des roten Terrors tn Spanien. Wo bleibt das Vertrauen? Seltsame Begründung der französischen Aufrüstung. Paris, 17. Dez. (DNB.) Jrn Exekutivausschuß der Radikalsozialistijchen Partei gab der Vorsitzende des Auswärtigen Kammerausschusses, M i st l e r , einen Ueberblid über die internationale Lage. Er bemerkte zum französisch - sowjetrussischen Pakt, daß es nicht von Frankreich ab= hänge, wenn dieser Pakt in Osteuropa nicht die Ausweitung gefunden habe, die seine Urheber wünschten. (?) Der Pakt fei gegen niemand gerichtet. Man wolle jedoch nicht, daß er sich in irgendein automatisches System verwandle, das Frankreich die Kontrolle seiner Verantwortlichkeit entzöge. Bei seinem Rundblick über die verschiedenen Länder kam Mistler auch auf die beiden Staaten, „mit denen die Beziehungen nicht so" seien, „wie man wünschen könne", Italien und Deutschland. Es gäbe keine Gründe für eine tiefgreifende Feindschaft zwischen Frankreich und Italien. Er hoffe, daß es möglich sei, dem Problem der diplomatischen Nichtvertretung Frankreichs in Rom ein Ende zu machen. Im übrigen glaube er nicht an ein vollkommenes Abkommen zwischen Deutschland und Italien. Frankreich müsse großen Wert auf die italienische Freundschaft legen. Es vergesse nicht die Tage von 1915. Mit Deutschland verbinde Frankreich kein Schriftstück mehr. Von Locarno sei in der Tat nichts übriggeblieben. Deutschland habe zahlreiche wirtschaftliche Verhandlungen angeschnitten, aber zwischen Deutschland und Frankreich sei bas Problem nicht wirtschaftlicher Art, sondern es sei ein Problem bes Vertrauens. Deutschlanb mache gegenwärtig gewaltige militärische Anstrengungen. In vollem Frieben herrsche bei ihm eine Kriegswirtschaft. Alles gehe vor sich, als wenn Deutschland binnen kurzem bereit sein wolle. Vielleicht habe es noch keine Entscheidung getroffen. Aber Frankreich könne gegenüber biefem offenkundigen Willen nicht blind bleiben. Frankreich müsse b e - reit und stark sein, nicht um zu kämpfen, sondern um nicht zum Kampfe gezwungen zu sein. Verteidigungsminister D a l a d i e r sagte, daß niemals im Ministerrat davon die Rede gewesen sei, die zweijährige Dienstzeit herabzusetzen.'solange die internationalen Umstände das nicht gestatteten. Ebensowenig habe eine Verminderung der Rüstungsausgaben in Frage gestanden. Der gegenwärtige Militärdienst sichere Frankreich eine A r - m e e von 600000 Mann, davon 150 000 Mann in Nordafrika und 50 000 Mann in den übrigen Kolonien, wobei er sich allerdings von den über in die Millionen gehenden Reserven Frankreichs ausschwieg. Deutschland besitze eine Armee von 800 000 Mann, zu der man noch 200 000 in den Madrid« Augenzeugenberichte et London, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) lieber die grauenhaften Zustände in dem vom bolschewistischen Pöbel beherrschten Madrid gibt der Bericht von britischen Unterhaus-Abgeordneten Aufschluß, die kürzlich die spanische Hauptstadt, Barcelona und andere Zentten des Bürgerkrieges besuchten. Die Abordnung bestand aus drei Angehörigen der Labour-Party, zwei Konservattven und einem Liberalen. Zn dem Bericht heißt es u. a.: In den offiziellen Gefängnissen sollen sich 1'4 0 0 0 Personen befinden, von denen die Mehrheit bereits seit Monaten eingekerkert ist, ohne daß man ihnen bisher den Prozeß gemacht oder auch nur die gegen sie erhobenen Beschuldigungen mitgeteilt hätte. Ohne Rücksicht auf Alter und G e - schlecht sind die auf den „schwarzen Listen" stehenden Personen verhaftet worden, selbst dann, wenn sie sich bereits seit zehn Jahren von der Polittk ferngehalten haben. Es gibt viele Personen, die von einem Gefängnis in ein anderes gebracht werden sollten, die aber niemals am Bestimmungsort eintrafen und von denen man nie wieder etwas gehört hat. In anderen Fällen find Gefangene nach dem Verlassen des Gefängnisses erschossen worden. Bewaffnete Männer drangen in die Gefängnisse ein, stießen die Wachen beiseite und bemächtigten sich der Gefangenen, deren Leichen später häufig am Straßenrand gefunden wurden mit an der Brust befestigten Zetteln mit Aufichriften wie „Verräter" oder „Faschist". Bezeichnend für die geradezu furchtbaren Zustände in den Straßen Madrids ist die Feststellung, daß es die Gefangenen trotz alledem noch vorziehen in den Gefängnissen z u bleiben. Denn ein Teil hätte hier "eine, wenn auch geringe Chance für sein Leben statt der hemmungslosen Mord lu st des Pöbels aus- geliefert zu sein, der die Freigelassenen, besonders bei weiteren Siegen der nationalen Truppen, bis auf den letzten Mann niedermetzeln würde. Andere Gefängnisse werden als ,.G e Heimgefängnisse" von gewissen Organisationen beaufsichtigt. Es ist schwer zu sagen, was sich hinter deren Mauern abspielt. Die sechs Abgeordneten fordern, daß eine internationale Aktion zur Räumung Madrids von der Zivilbevölkerung eingeleitet werden möge. Erfolglose bolschewistische Angriffe. Salamanca, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Vvm Sonderberichterstatter des DNB. Im Heeresbericht des Obersten Befehlshabers von Salamanca wird ein unter Einsatz von Tank und Artillerie durchgeführter bolschewistischer Angriff an der Guadalayara-Front gemeldet, der aber ohne Schwierigkeit von den nationalen Truppen habe a b g e w e h r t werden können. Die Roten hätten sich mit schweren Verlusten zurückziehen müssen. Auch in Asturien hätten die Kommunisten einen verzweifelten Angriff auf die Mann Arbeitsdienst und 50 000 Mann Schupo zähle. Auch Italien habe eine starke Armee. Für Frankreich handele es sich darum, die Unantastbarkeit seines Bodens zu erhalten. Es müßten daher die notwendigen Opfer gebracht werden, damit der Krieg sich nicht innerhalb der französischen Grenzen abspiele. Gewiß gebe es Reserven, aber man müsse auch an die Möglichkeit eines plötzlichen Angriffs durch motorisierte Kräfte denken. Solange Frankreichs friedlicher Appell an alle Völker nicht gehört werde, müsse Frankreich dafür sorgen, daß es nicht leichte Beute von Nationen werde, die auf der Lauer lägen. Daladier oerftieg sich dann zu folgenden Worten: „Wir müssen stark sein, damit kein Abenteurer die gefährlichen Hirngespinste von vor 1914 wieder aufnehmen kann. Wir müssen die Stärke mit unseren eiegenen Mitteln sicherstellen. Darüber lasse ich niemals mit mir handeln, niemals!" * Was Mistler und Daladier über das deutsch- französische Verhältnis gesprochen haben, ist im Grunde genommen nichts Neues, nichts, was von den bekannten Ansichten Frankreichs zu diesem Thema abweicht. Dennoch möchten wir einige Sätze nicht unkommentiert lassen, weil sie gewisse Dinge falsch darstellen. Sie meinen, das deutsch-französische Problem sei eine Frage des Vertrauens, womit sie vollkommen Recht haben. Jedoch stellten sie dann die Dinge so dar, als ob Deutschland aufrüste, damit es möglich rasch „bereit" sei. Demgegenüber müsse Frankreich stark sein, nicht um zu kämpfen, sondern um zu verhindern, daß es zum Kampf gezwungen werde. Diese Formulierung sieht so aus, als ob Deutschland der böse Feind Frankreichs sei, dem man mißtrauen müsse. Wenn eine Nation Grund hat, einer Nachbarnation zu mißtrauen, dann ist das Deutschland. Wer hat denn unter Bruch der Vorfriedensversprechungen das Versailler Instrument geschaffen? Wer hat mit der Völkerbundsidee gröblich Mißbrauch getrieben? Wer ist in das Ruhrgebiet eingebrochen? Wer hat D"utschland finanziell und wirtschaftlich ruiniert? Wer hat unausgesetzt mit Sanktionen gedroht und sie auch angewandt? Wer hat, um einen Fall aus der jüngsten Zeit zu nennen, das Bündnis mit den Bolschewisten geschlossen? Wir haben ganz gewiß allen Anlaß, von einem fehlenden Vertrauen, zerstört durch die französische Politik, zu svrechen. Wenn wir unter diesen Umständen bestrebt sind, auch stark zu sein, dann ebenfalls nicht, um andere anzugreifen, sondern uns davor zu bewahren, kämpfen zu müssen. f tr k Gefängnissen scher Parlamentarier. nationalen Stellungen versucht. Auch hier hätten sich die Roten nicht durchsetzen können. O e deutschen Seeftreitkräste in den spanischen Gewässern. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der Kreuzer „N ü ruber g ", mit dem Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte Konteradmiral Boehm an Bord, ist kürzlich durch das Panzerschiff „Admiral Graf S p e e" abgelöst worden und hat die Heimreise angetreten. An Bord des Panzerschiffes Admiral Graf Svee hat sich der Befehlshaber der Panzerschiffe Konteradmiral von F i s ch e l eingeschifft. Auch die Boote Jaguar, Wolf, Iltis und Tiger der 111. Torpedobootsflottille befinden sich zur Zeit auf dem Heimmarsch nach Deutschland. Verzweifelte Lage in Madrid. Salamanca, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ein ausländischer Kaufmann, der sich bis zum 5. Dezember in der spanischen Hauptstadt ausgehal- ten hat, berichtet, daß die augenblickliche Lage m Madrid verzweifelt ist. Die wenigen Lebensrnittel, die über einige noch offene Straßen von Valencia und Barcelona, genau wie Kriegsmaterial nach Madrid hereinkommen, reichen bei weitem nicht aus. Milch, Eier und Fleisch sind überhaupt nicht zu haben. In den Straßen sieht man von vor 7 Uhr morgens bis in den späten Nachmittag hinein Frauen und Kinder zu Hunderten vor den Geschäften Schlange stehen, um kleine Rationen Eßwaren zu bekommen. Für die Jugend macht sich vor allem der Mangel an Milch bemerkbar. Die Säuglingssterblichkeit nimmt rapide zu. Trotz der Einführung von L e - bensmittelfarten bekommen die Einwohner die darauf verzeichneten Eßwaren nicht zu kaufen, da überhaupt keine Lager mehr bestehen. — Schlimm ist auch die K o h l e n n o t. Diejenigen, die sich noch im Sommer einen genügenden Vorrat angeschafft hatten, müssen jetzt erleben, daß die Kommunisten die Kohlenvorräte für sich beschlagnahmen. Die Bevölkerung geht allmählich dazu über, Möbel und sonstige Gebrauchsgegenstände zu verbrennen. Mit Bekanntgabe der neutralen Zonen, in die General Franco der nicht kämpfenden Madrider Zivilbevölkerung, Frauen und Kinder, einzuziehen empfahl, hatten die Madrider „Behörden" nichts eiligeres zu tun, als s i ch selbst dort in Sicherheit zu bringen. Gesindel in irgend welchen Uniformen, das sich „Miliz" nennt, durchzieht grölend und singend die Straßen. Haussuchungen mit anschließender Ermordung sind nach wie vor an der Tagesordnung. Wehrlose Gefangene zu foltern und zu zerstümmeln, gehören xum „Sport" der jüdisch-bolschewistischen Anführer. Die Verteidigungsarbeiten vor den Toren Madrids werden Passanten und Kaffee- hausgaften „auferlegt". Eingeständnisse spanischer Freimaurer. Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der „Deutsche Dien ft" schreibt: Es ist nicht leicht, über die Umtriebe der Freimaurerei authentisches Material herbeizubringen. Die Freimaurerei agiert hinter dichten Nebelschleiern. Es gibt aber Momente, wo sie gezwungen ist, den Schleier etwas zu lüften, so jetzt eben in Spanien. Es ist bekannt, daß in der Regel nur vermögende und einflußreiche Leute der „Ehre" teilhaftig werden, als „Brüder" Aufnahme zu finden. Solche Leute sind aber in den Augen des „Proletariats" nichts anderes als verhaßte „Bourgeois". Auch in Spanien muß das die Masse der Roten, die natürlich von der engen Verfilzung ihrer „Führer" und Drahtzieher mit der Freimaurerei nichts weiß, empfunden haben. Jedenfalls hielt es die spanische Freimaurerei für nötig, den Beweis zu erbringen, daß sie den marxistischen Massen freundlich gesonnen sei. In der Zeitung „A B C" vom 20. Oktober dieses Jahres, die, wie alle Blätter im roten Gebiet, von bolschewistischen Arbeiterräten Herausgegeben wird, findet sich nachfolgende Erklärung: „Die augenblickliche Lage Spaniens ist so außerordentlich und tragisch, daß wir uns gezwungen sehen, unser übliches Schweigen $u brechen. Die spanische Freimaurerei ift völlig, total und absolut auf der Seite der Volksfront, auf der Seite der legalen Regierung und gegen den Faschismus." In einer anderen Tageszeituna „E l Dia G r a f i c o", Barcelona, vom 15. Oktober, führen die Freimaurer eine noch offenere Sprache: „Dank der weisen Voraussicht der Freimaurer war ein großer Teil der Kommandos in der „Guardia civil" und der „Guardia de asalfo" (von der Republik einens geschaffene Polizeitruppe) schon vor dem 18. August in den Händen zuverlässige r Republikaner. Freimaurer waren es, die es erreichten, daß der größte Teil der Kriegs- s ch i f f e sich auf die Seite der Volksfront stellte und die aufständischen Offiziere gefangen setzte. Freimaurer waren die Flieger, die sich an die Spitze unserer Luftflotte stellten. Die Führer unserer meisten Heeresabteilungen sind Freimaurer. Freimaurer sind in der Mehrzahl diejenigen, die in der Presse, auf dem Rednerpodium. vor dem Mikrophon das Feuer in Glut halten. Freimaurer auch die, welche den Sieg in der Etappe (!) vorbereiten helfen. Freimaurer endlich jene, die im Anstande (!) sich ein setz en, daß die Neutralität aufgegeben wird." — „Freimaurer waren es, die ..." — ein Selbsterzeuanis der Freimaurer über ihre enge Zusammenarbeit mit dem Bolschewismus, ihre systematische Vorbereitung und Unterstützung der roten Terrorherrschaft, wie es offener und zynischer nicht gedacht werden kann. Die beiden Erklärungen im , ABE" und „El dia Gra- fico" sind Dokumente, die die bekannte internationale Verfilzung von Judo-Bolschewismus und jüdisch geleiteter Freimaurerei einwandfrei beweisen. Oie Armeesprache in Belgi-n. Die Flamen setzen Zweisprachigkeit durch. Brüssel, 17. Dez. (DNB.) Der Minister für die Landesverteidigung, Generalleutnant Denis, hat in der Kammer den Gesetzentwurf über den Sprachengebrauch in der Armee ein- gebracht. Mit diesem Gesetzentwurf kommt die Regierung hauptsächlich, einer Forderung der Flamen nach, die, nachdem sie die Gleichberechtigung ihrer Ansprüche im Unterrichtswesen, in der Verwaltung und im Gerichtswesen durchgesetzt hatten, seit einiger Zeit bestrebt waren, dem flämischen Volksteil auch in der Armee zu seinem Recht zu verhelfen. In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, daß d i e Offiziere, die meist nur das Französische beherrschen, künfiig beide Landessprachen sprechen müssen. Die Lehrgänge auf der Militärschule sollen künftig zweisprachig sein. Der Verkehr mit den einzelnen Schülern erfolgt i n der Muttersprache. Für die Zukunft find eigene flämische und wallonische Regimenter vorgesehen. Befehle, Kommandos, Ausbildung und Verwaltung erfolgen ausschließlich in der Sprache der betreffenden Einheit, so daß künftig der Zustand beseitigt wird, daß bei den Fla- men Mannschaften und Offiziere sich nicht verstanden. Der Gesetzentwurf sieht ein Ueberaangsreaime bis zum Jahre 1938 vor, in dem die Bildung der nach der Muttersprache getrennten Regimenter durchgeführt wird. Kleine politische Nachrichten. In Ostoberschlesien wurden mehrere reichsdeutsche Zeitungen beschlagnahmt, so die in B Früchtchen Mit Bildern nach Aufnahmen bekann» • ter Photographen. Broschiert 3 50 Mark. Leinen i 4 80 Mark. Brunnen-Verlag Willi Bischoff, Ber» i lin. — (491) — Peter Purzelbaum ist uns als : witziger Erzähler jener vielen Soldatenschnurren • und Kommißscherze bekannt geworden, die in seinen t bekannten Büchern verbreitet sind. Diesmal läßt wurde ein gewisser ßüttjemeier wegen gegen § 17 5 StGB, und Vornahme arbeit, das ihm besonders am Herzen gelegen habe, nämlich die Hirndrucklehre und die seit Bergmanns Tode auf diesem Gebiete erzielten Untersuchungs- ergebniffe. Akademie für pharmazeutische Fortbildung für den Bezirk Hessen. Der Reichsapothekerführer hat die „Akademie für pharmazeutische Fortbildung" gegründet, um den der Universität schon lange entwachsenen, oft in einer ßandapotheke ihren verantwortungsvollen Beruf ausübenden Apothekern neue wissenschaftliche Anregungen zu bieten. Zu diesem Zwecke werden im ganzen Reich mehrtägige Kurse abgehalten, bei denen den Teilnehmern der heutige Stand unseres Wissens vermittelt werden soll. Die „Akademie für pharmazeutische Fortbildung" ist eine ständige Einrichtung und dient dazu, den in der Praxis stehenden Apotheker dauernd in Verbindung mit der Wissenschaft zu halten. — Der Reichsapothekerführer hat den Professor Dr. H. D i e t e r l e von der Universität Frankfurt mit der ßeitung der Lehrgänge im Bezirk Hessen beauftragt. Der erste Lehrgang wurde jetzt von Professor D i e t e r I e eröffnet. Nachdem Bezirksapothekerführer Zenner zu dem Thema „Der Apotheker im Dritten Reich" das Wort ergriffeen hatte, wurde mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen. An diesem ersten Lehrgang beteiligen sich 50 Herren. Welch große Arbeit geleistet werden muß, kann man ermessen, wenn man bedenkt, daß der Bezirk Hessen nicht weniger als 700 in der Praxis stehende Apotheker aufroeift, die alle an diesen Kursen teilnehmen werden. bruchs. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind diedeutsch-lettländischenWirtschafts- besprechungen, die in diesen Tagen in Berlin stattfanden, und die einer Verlängerung bzw. einer Ergänzung des im vergangenen Jahr abgeschlossenen, am 10. Januar 1937 ablaufenden Wirtschaftsvertrages zwischen beiden ßänbern dienen. Das bisherige Abkommen hatte sich für beide Länder günstig ausgewirkt. Deutschland bezieht in erster Linie aus Lettland Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft (Butter, Schweine, Holz Und Eier), während Lettland vorwiegend deutsche Fertigwaren abnimmt. Die Butterbezüge Deutschlands aus Lettland bedeuten für die lett- ländische Wirtschaft eine beachtliche Stütze, zumal der englische Markt nicht mehr in dem Maße wie früher Abnehmer der lettländischen Erzeugnisse ist. In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte die deutsche Ausfuhr nach Lettland mit 33,9 Millionen Lat (zirka 17 Millionen RM.) gegenüber 28,6 Millionen Lat im Vorjahr ganz beachtlich gesteigert werden. Die Einfuhr aus Lettland stieg in der gleichen Zeit von 23,2 Millionen auf 33,6 Millionen Lat, fo daß sich ein kleiner Überschuß zugunsten Deutschlands ergibt. Da der Warenaustausch fortgesetzt steigt, bestehen für die neuen Verhandlungen denkbar günstige Aussichten. Deutschland ist heute der beste Käufer und Liefe- rant Lettlands. In weitern Abstand folgen England, die Vereinigten Staaten und schließlich Sowjetrußland. Günstige Aussichten dürften sich in Zukunft auch aus dem verstärkten Anbau von Flachs in Lettland ergeben. Bei einer weitgehenden lettländischen Anpassung an die Wünsche der deutschen Verbraucher etgeben sich die besten Aussichten für das neue Wirtschaftsabkommen beider Länder. Die erlassene Devisenamnestie scheint mit dem Gesetz über Wirtschaftssabotage, das die Verschiebung von Vermögen in das Ausland und die Verheimlichung von bereits verschobenen Werten mit dem Tode bestraft, in Widerspruch zu stehen. Aber da es um den Kopf der Wirtschaftssaboteure geht, ist ihnen noch eine allerletzte Gua- denfrist bis zum 31. Januar 1937 gewährt worden, die sie benutzen können, um in sich zu gehen und Reue zu zeigen. „Ich lieg' und besitze, laßt mich schlafen!" sagt Falnir, der Lindwurm in Wagners Nibelungen-Ring, der mit feinem Leibe den Goldschatz behütet. Man wird an diese eigensüchtigen Worte erinnert, wenn man bedenkt, daß es selbst noch volle drei Monate nach der Verkündung des zweiten Vierjahresplanes durch den Füh- rer, also nach dem stärksten Ruf zur Sammlung, Leute gibt die in verschwiegenen Verstecken daheim oder draußen im Ausland Devisen horten. Diese fremdländischen Gelder, nur für den privaten Nutzen von Einzelpersonen von diesen zurückgehalten, werden einer Nation verweigert, die sich zu heroischem Abwehrkampf um den Führer geschart hat. An sich sind in allen Fällen von Devisenoer- yeimlichungen die dafür vorgesehenen Strafen längst verwirkt. Gerade mit Rücksicht auf die gewesen. In der nichtöffentlich durchgeführten Verhandlung wurde festgestellt, daß ßüttjemeier seit Jahren systematisch meist noch jugendliche Menschen verführt hat. Neben ihm saßen 14 Personen au Die SammelMon der Zuger d. „Mag die Not grotz sein—die Kamerad, schäft ist größer." Berlin, 17. Dez. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, hat zur Straßensammlung der HI. vom 18. bis 20. Dezember folgenden Tagesbefehl erlassen: „Alle Generationen unseres Volkes dienen im nationalsozialistischen Staat einer gemeinsamen Aufgabe. Ihr, meine Kameraden und Kameradinnen, sollt an diesem Tage erneut beweisen, daß Ihr diese Zusammengehörigkeit aller im Dienste am Werk des Führers begreift und beherzigt. Wir waren immer stolz darauf, unsere nationalsozialistische Gesinnung durch selbstlose Taten offenbaren zu dürfen. Das Winterhilfswerk 1936/37 ist uns eine neue willkommene Gelegenheit, Deutschland zu zeigen, daß wir treu und seldstlos sind. Seht Eure Sammelbüchsen als Waffen gegen Eigennutz und Zwietracht an! Kämpft mit ihnen für d i e ärmeren jungen und Mädel, für die ärmeren Eltern! Maa die Not groß sein — die Kameradschaft ist größer! Berlin, 17. Dez. (DNB.) Aufgabe der DAF. ist es, die Kräfte der Gemeinschaft zu mobilisieren. Die Gemeinschaft hilft dem einzelnen, denn die materiellen Mittel der DAF. stellen Mittel der Gemeinschaft dar. Die Unterstützungen sind daher auch freiwillige. Die Unter stützungseinrich- tungen der früheren Gewerkschaften standen, als am 2. Mai 1933 die DAF. die Gewerkschaften übernahm, ausnahmslos unmittelbar vor öem völligen Zusammenbruch. Erst die DAF. hat ihnen wieder eine gesunde Grundlage gegeben. Zum ersten Mal wird jetzt bekannt, welche gewaltigen Beträge die DAF. bisher als Unterstützungen an ihre Mitglieder bezahlt hat. Es handelt sich, wie Pg. S ch o l z vom Schatzamt der DAF. vor der Presse ausführte, um eine Summe von insgesamt 234 Millionen UM. Das bedeutet, daß von den Beiträgen der DAF., die ja keine Versicherungsprämie, sondern Beiträge zu einer weltanschaulichen Gemeinschaft darstellen, im Durchschnitt 50 P f. j e Mitglied und Monat für Unter st ü t - zungszwecke abgezweigt werden. Der durchschnittliche Monatsbeitrag beträgt 1,70 Mark. Die DAF. hat folgende Ünterstützungseinrich- sere Skepsis ausgesprochen, da die Vereinbarungen vieldeutig und nur zur Beruhigung vor allem der französischen Staatsbürger gefaßt waren. Die Londoner City verhieU sich, wie überhaupt die englische Währungspolitik, trotz des Wortlauts des Währungsabkommens verhältnismäßig skeptisch und jetzt kann man sagen, daß die Währungseniente in Wirklichkeit zusammengebrochen ist. Die überraschend große Goldoperation der Bank von England zeigt das deutlich, zumal sie durch eine Aktion der holländischen Notenbank ergänzt wird. Der Goldbestand der holländischen Notenbank ist auf rund 669,5 Millionen Gulden gestiegen gegenüber 570 am 9. November 1936, wäyrenb demgegenüber nur für 785 Millionen Papiergulden ausgegeben worden sind. Die Bank von England weist ihre Goldbestände immer noch nach dem alten Sterling-Kurs aus, also vor der Abwertung vom 21. September 1931. Immerhin hat sie wieder 65 Millionen Pfund alter Parität an Gold aufgenommen, so daß also das Papierpfund zu über 100 v. H. mit Gold gedeckt wäre. Nimmt man den starken Goldbestand der Schweizer Währungsbank hinzu, das Anwachsen des Goldstromes nach den Vereinigten Staaten, dann wird es sichtbar, daß einige _lichterglänzende Weihenacht, die in Deutjchland als das höchste Fest gilt und feierlicher begangen wird als in allen übrigen germanischen Ländern, hat für viele Erwerbszweige eine ganz besondere Bedeutung. Der Schenkende, ob Kind, ob Hausfrau ober Hausherr, tritt in den Vorder-, gründ. Don feinen Wünschen, feinem Geschmack und seiner Urteilskraft hängt aber der gute ober schlechte Gang vieler Geschäfte ab, unb ba wir nach den wirren Zeiten ber Inflation, der Schein- konjunktur unb ber bann notroenbig erfolgenben furchtbaren Depression und Arbeitslosigkeit wieder auf einen grünen Zweig gelangten und dank der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik uns freier bewegen können, sind wir um so vorsichtiger in ber Anlage unseres Gelbes aeroorben. Üeberein- ftimmertb kann gesagt werben, bah bas Weihnachtsgeschäft sich gut bei allen denen gestaltet, die wirkliche Qualitätsware anbieten unb sie geschmackvoll zu gestalten wissen. Der Umsatz in Möbeln, Textilwaren, Porzellanen ist sehr stark, ba die Gelegenheit benutzt wirb, um ben lange auf- gespeicherten Bebarf zu becken. Die Umsätze in allen andern Dingen, Die man zu Weihnachten als Liebesgaben verschenkt, haben sich ebenfalls , gehoben, unb die Geschäftsleute sehen mit Befriedigung auf bas bisherige Weihnachtsgeschäft zurück, zumal sich auch mehr und mehr die Unsitte gelegt hat, erst in ben letzten Tagen vor Weihnachten ein- Zukaufen. Der Deutsche wählt heute mehr, er vergleicht bie Preise, er ist barauf bedacht, nicht nur Dinge zu schenken, bie für ben Augenblick glänzen, sondern Dauerwert haben. Diese Umstellung des Käufers ist wesentlich für ben Gang bes Weihnachtsgeschäftes. Kitsch zieht nicht mehr. Die kaufenden Massen roenben sich mehr und mehr bem Gehaltvollen zu, baß sie bas können, baß wir wieber wirklich frohe Weihnachten zu feiern vermögen, ist eine Auswirkung des nationalsozialistischen Umgeschlossen kämpfende Volksgemeinschaft brauchte der Staat keinerlei Rücksicht mehr zu nehmen. Der Erlaß ber neue Devisen-Amnestie, bie sogar bis zum 31. Januar, also über volle sechs Wochen aus- gebehnt ist, bebeutet eine Nachsicht bes Staates gegenüber Devisenhamsterern, bie diese nicht mehr verdient haben, sie sind oft genug zum Eintausch aufgefordert worden. Wenn der Staat gleichwohl noch einmal eine letzte Gnadenfrist gewährt, so sollten diejenigen, die es angeht, sich wenigstens ein Beispiel nehmen an solchen Devisenbesitzern, die seit Beginn des Winterhilfswerkes diesem in anonymen Sendungen Devisen zur Verfügung gestellt haben. Es handelt sich um Menschen, die die bisherige Verheimlichung ihrer fremdländischen. Gelder nun wenigstens dadurch gutzumachen wünschen, daß sie sie bem großen Gemeinschaftswerk bes beutschen Volkes überlasten. So wirb u. a. aus einer großen sübbeutschen Stabt gemelbet, baß eine biefer anonymen Einsendungen an bas Winterhilfswerk Hun- berte von Schweizer Franken, mehrere Tausenb amerikanische Dollars u. a. m. enthielt. Ein anberer Brief enthielt österreichische Kronen unb italienische Lire. Die Strafe, bie bie Absenber burch bie ent- schädigungslose Hergabe biefer Devisen sich selbst für ihre bisherige Verheimlichung auferlegten, kann zur Nachahmung um so mehr empfohlen werben, als ber neue Amnestie-Erlaß es ausbrücklich aus- spricht, baß biejeniaen, bie bis zum 31. Januar ihren Devifen-Verpflichtungen nachkommen, von ben an sich verwirkten Strafen freibleiben unb „sich wieber in bie Front der anständigen Deutschen eingliedern". Vor 2% Monaten wurde zur Verdeckung der Nöte ber französischen Regierung bie bekannte Währungsentente verkündet, bie zwischen ben USA., England und Frankreich gelten sollte. Von vornherein haben wir dieser Entente gegenüber un- 4. Notfallsunterstützung. 5. Heiratsbeihilfen. 6. Sonderbeihilje. In der Gesamtsumme von 234 Millionen kommt eine ganz erstaunliche Gemeinschaftsleistung zum Ausdruck. Seit 1933 hat die Deutsche Arbeits- front etwa 4 V2 Millionen Mitglieder durch ihre Unterstützungseinrichtungen betreut. Be- achtlich ist, daß b a s S t e r b e g e l d in der höchsten Klasse von 100 auf 125 RM. erhöht worden ist. Auch die H e i r a t s d e i h i l f e für weibliche Mitglieder hat eine Erhöhung erfahren bis zum Höchst- betrag von 150 RM. Die großen Barleistungen der DAF. an Unterstützungen stellen aber nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Leistungen bar. Diejenigen, die heute bie Unterstützungseinrichtungen ber DAF. für sich in Anspruch nehmen, sollten sich vor Augen halten, bah bie DAF. ihnen biese Unterstützung gewährt, obgleich sie die Beiträge im Vergleich zu denen ber Gewerkschaften beträchtlich, unb zwar bis z u 50 v. H., g e f e n k t hat. Die Organisation und die Leistungen der DAF. stehen auf gesunder Grundlage. Das Ausland hat diese gesunde Grundlage oft angezweifelt, aber noch jeder Ausländer, ber einmal bas Schatzamt ber DAF. besucht unb Gelegenheit gehabt hat, sich bort bis m bie letzten Einzelheiten zu unterrichten, ist von Hochachtung erfüllt worben für dieses in sich starke soziale Werk. Peter Purzelbaum seine Kaczmareks, Landser und Muschkoten in Ruh und wendet sich denen zu, aus denen in 10 bis 15 Jahren welche werden können. Er hat eine Sammlung von K'nderanekdoten zusammengestellt, die die Freude aller derer sein wird, die Kinder liebhaben. Eine Reihe hübscher Kinderbilder gibt dem Buche eine lebendige Illustrierung. — Heinz Gumprecht: Die magischen Wälder. Heimat und Hölle der deutschen Gefangenen in Sibirien. Preis geb. 3,25 RM., Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (446.) — Hier packt das Rußland-Erlebnis des deutschen Kriegsgefangenen erschütternd mit zwingender Wucht. Haß und Liebe, Beten und Fluchen, Jubel und Grausen, Sehnsucht und Kosakenpeitsche zerquälen das elend gestoßene Dasein der grauen Kolonnen. Ihr getretenes Herz aber schlägt im Gleichtakt todbereiter Kameradschaft und in ihrer Seele bleibt das Raunen und Rauschen der Wälder und Weiten Sibiriens. Ein Läuten hebt an in diesem Buch, wird zum schwellenden Orgelton und endet mit brausendem Akkord: Helden blieben der Heimat treu! — Hans Wolfgang Behm: Die kosmischen Mächte und wir. Der Schicksalsweg unserer Erde. 336 Seiten. Halbleder. Dolksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (531) — Die Stellung der Erde im All, ihre Geschichte, an die das Schicksal der Menschen innigst gebunden, ihre Triebkräfte und Energien, von denen sie leben, die Geseße ihrer Verwandlung waren seit Jahrtausenden Forschungsaufgabe und viel umkämpftes Problem. Rur langsam ringt sich die Erkenntnis durch, daß Erdbeben und Katastrophen, „kritische Tage" mit Funkstörungen und nervöser Reizbarkeit von Gewalten jenseits der Erde im Weltall ausgelöst werden. Stern-, Wetter-, Erd- und Dorzeitforschung geben zusammen ein Bild des Erdschicksals. Moderne Naturwissenschaft sucht jene Welterkenntnis, die in nordischen Mythen von den großen Gegenspielern Glut und Eis vorgeahnt wurde, die die wissenschaftliche Erfahrung heute aus unzähligen Ergebnissen, Beobachtungen und Schlüssen zusammensetzt. H. W. Behm, bekannt als bewährter Erforscher dieser Probleme, hat hier ein interessantes und lehrreiches Buch geschaffen. — (Bord) Fock: Nack) dem Sturm. Eine Auswahl der schönsten hochdeutschen Erzählungen des Dichters. Herausgegeben und mit einem Gedenkwort von SIHne Bußmann. Preis in Leinen 4,20 Mark. Verlag M. Glogau, Hamburg. —(419) — In der Seeschlacht am Skagerrak ließ Gorch Fock sein Leben als einer der Helden der deutschen Kriegsmarine. Seine Dichtungen wurden sein schönstes Denkmal tm Herzen des deutschen Volkes. Das hinterlassene Lebenswerk Gorch Focks ist ungewöhnlich reich. Mahnend und vorausschauend, aber auch mit herzhaftem Humor schuf der Dichter aus tiefer Heimatverbundenheit unvergängliche Schilderungen des Lebens der Fischer und Bauern des Küstenlandes. Oft wurde der Wunsch nach einem Auswahlbande aus den hochdeutschen Werken Gorch Focks geäußert. Der Verlag legt diese Auswahl vor. Sie soll neben „Seefahrt ist not!" den Vielen im Westen, Süden und Osten unseres Vaterlandes die Möglichkeit geben, den Dichter der Nordsee kennenzulernen. — Das festliche Jahr. Ein Lesebüchlein vorn Königswusterhäuser Landboten. Mit zahlreichen Illustrationen. Ganzleinen 2,80 Mark Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg, Berlin. — (365) — Ein Geschenkbüchlein, anmutig und lehrreich. Die Fülle des Jahres und die Flucht der Jahreszeiten ist darin und Glück und Trost der in Gedichten, Betrachtungen und Geschichten aufklingenden Kraft eines unverdorbenen, naturhaften Menschentums. Gemütvolle Weisheit wird mitgeteilt, und zwar so, als spräche ein lebenskluger, gütiger Freund zu uns, dessen aufrechte Gesinnung außer Zweifel steht, dessen innerliche Schlichtheit das Bild einer männlich reinen Seele widerspiegelt. Diele Illustrationen und Vignetten schmücken den kleinen Band, bei dessen Lektüre man manchmal an Jean Paul, an Matthias Claudius und an die alten Spinnstubenbücher denken muß. Die hier vereinten Prosastücke und Verse wurden den „Monatsbildern des Königswusterhäuser Landboten" entnommen, die der Deutschlandsender seit 1933 sendet. Die Zusammenstellung und Bearbeitung besorgten die Verfasser dieser „Monatsbilder", Günter Eich und Martin R a s ch k e. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Zustrom feucht-warmer subtropischer Meeresluft hat sich noch verstärkt, so daß sich in den Höben von fast 2000 Meter die Temperaturen über 0 Grad befinden. Mit dieser Entwicklung dürfte der Höhepunkt erreicht sein, so daß jetzt mit dem Ende der unbeständigen Witterung gerechnet werden kann, wenn die Temperaturen auch vorerst noch beträchtlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Aussichten für Samstag: Veränderlich mit Regenfällen, aber auch zeitweise Aufheiterung, bei lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden mild. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der wechselhaften und zu Niederschlägen geneigten Witterung, etwas kühler. Lufttemperaturen am 17. Dezember: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 7,7 Grad; am 18. Dezember: morgens 11,4 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum heute nacht 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Dezember: abends 4.1 Grad; am 18. Dezember: morgens 5,3 Grad. — Niederschläge 3,4 mm. Wintersport-Wetterbericht. Tauwetter, in den Hochalpen Schnee. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XL 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2.05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ■—I-juiu.'rmMUMMMJimn« Sonntag geöffnet! 8127 A FERTIG UND (LZ MASS 8123 D Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Gießen, den 18. Dezember 1936. Anzug-Stoffe in den feinsten Qualitäten 8108 D Gießen, den 17. Dezember 1936. 05/61 Danksagung. Marie Pfaff und Kinder. Gießen (Kaplansgasse 19), den 18. Dezember 1936. 05768 VJEDRE DRUCKSACHEN WCKDE Brühl, Gießen Sehen Sie sich bitte unsre Auswahl unverbindlich an, unser fachkundiges Personal zeigt Ihnen alles ohne jeden Kaufzwangl rür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Eltern sowie die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden danken wir herzlich. Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Sakko-Anzüge, Sport-Anzüge Win’er-Ulster, Paletots Stutzer, Pelzjacken Lodenmäntel, Lodenjoppen Hausjacken, Ski-Anzüge Ski-Blusen usw. Frau Luise Frech,geb.Demuth zugleich im Namen aller Hinterbliebenen. Wir haben wieder in jeder Preislage eine gr«»f?e Auswahl schöner, praktischer Geschenke zusammengestellt und erwarten Ihren Besuch Beachten Sie unsere Ausstellung Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 16. d. M. gegen 18 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, 'chwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Bindeburg, geb. Pfeffer nach kurzem Leiden im Alter von 72 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Becker und Frau Erni, geb Hink Ludwig Wolf und Frau Mariecben.geb Becker Hans Steinhaus und Frau Käthe, geb. Becker. Annerod, Es en, Marburg, den 18. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 19. Dezember, nachmittags 2.30 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Praktische Weihnachtsgeschenke für den Herrn in großer Auswahl Verkäufe ta. Billard 110x48, neu Ziehharmonika neu, Puvven- kücheu.-bettchen mit allem Zubehör billig zu verkaufen. Wo, sagt d Geschäftsstelle d.Gietz.Anz •05762 Gießen, jetzt Marktstraße 27 Das deutsche Fachgeschäft tür Bekleidung und Ausstattung. 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Dezember 1936. 05757 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 11 Uhr meine liebe Frau, meine treue Mutter nach kurzer Krankheit im 80. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 19. Dezember, vormittags 11 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt In tiefer Trauer: Louis Kreiling Paula Kreiling Zu verkaufen: DKW. (Sportwagen) intadelloserVer fassung, 5fach neu bereift, für RM. 480.-. Anzusehen: Ionlsm.blr 36 Tel. 2103. [8094t) Mietgesuche Z-Dm.M11. mit Bad u. Zubehör gesucht. Schr.Angeb.mit Preis unt. 05755 an d Gieß. Anz. Beamter sucht Ä Hi möglichst m. Bad für sofort. Schr. Angeb. m.Preis- angabe u. 05765 an d. Gieß. Anz. I Empfehlungen | üei Grippe: Olbas der Grippe- und Bakterienfeind, dazu [siuoD Grippe-Tee 33 Pf. am Tage In die Sparbüchse So leidit können Sie die Mercedes* Superba » Kleinschreibmaschine, den zuverlässigen und treuen Helfer fürs ganze Leben, erwerben. 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Um das ehrwürdige Haus, um seine großen Darsteller und Direktoren rankt sich ein Kranz von kleinen Geschichten und Erinnerungen. Hier sind einige: Bon dem bedeutenden Charakterspieler Bernhard Baumeister, der bis zu feinem 80 Lebensjahr auf den Brettern der Burg wirkte, erzählt man man sich, daß er rom Souffleur sehr, sehr abhängig war Je älter, desto abhängiger Eines Abends steht Baumeister wieder umjubelt auf der Bühne; er spalte seine Glanzrolle, den „Richter von Zalamea" Plötzlich wird Baumeister nervös verwirrt. Er bemerkt mit Schrecken, daß der Souffleurkasten stockdunkel wird, — die Kerzen waren nämlich bis zum letzten Stumpf niedergebrannt Es war kurz vor dem Aktschluß und Baumeister starrt in den finsteren Kasten und wartet und wartet auf seinen letzten Satz und der kommt und kommt nicht Aber auch dieser Akt ging einmal zu Ende und kaum war der Vorhang gefallen, als Baumeister sich auf den „Kastengeist" stürzt und ihn am Schlafittchen packt: „Menschenskind, was denken Sie sich denn eigentlich! Da hört doch alles auf! Wie oft haben wir schon das Stück gehabt! Den einen einzigen lumpigen Satz hätten Sie doch wenigstens auswendig lernen können!" borgenes Talent aufzufpüren. Er war ein fabelhafter Talententdecker, er sah auch dort die Begabung, wo sie von Mängeln überwuchert oder auf falscher Fährte war. Dem jungen Fritz K r a st e l, den er in Karlsruhe ausstöberte und der ihm voller Leidenschaft und Schwung vorsprach, sagte er nur kurz: „Junger Mann, Sie haben viel Feuer, aber noch mehr Dialekt. Feuer kann bleiben. Dialekt muß weg!" Und er engagierte ihn sofort für die Burg, deren umjubelter Held und Liebhaber Krastel lange Zeit wurde — nachdem der Mannheimer Dialekt abgeschliffen war Dem jungen Ludwig G a b i l l o n , den Laube aus Hannover holte, erklärte er: „Ich weiß, Sie können etwas, ich weiß nur noch nicht was " Bald genug hat sich herausgestellt, was Gabillon konnte. Er wurde einer der größlen Lieblinge der Burg; bald gab es ein „Gabillonfach", einen Gabillon- raufch; zu „ihrem" Gabillon stürmten die Wiener in Scharen. Auguste Baudius, bis ins Greisenalter am Burgtheater hochgeschätzt, entdeckte Laube als Anfängerin in Breslau in einer Rolle, die aus zwei Worten bestand: „Mein Vater!" Das genügte dem Talententdecker. Sie wurde engagiert. — Laube war es auch der beim ersten Hören der Josephine Wessely. Paulas Tante, sofort sagte: „Die wird! Sie hat Tränen m der Stimme." Und sie wurde. Ebenso sprichwörtlich wie Laubes Spürsinn war seine schlesische Geradheit. „Waidmännisch rauh" nannte ihn D e v r i e n t. Diese Rauhheit bekam einer zu fühlen, der es für nötig fand, vor dem Vorsprechen eine wortreiche Erklärung abzugeben, etwa so: „Natürlich, ich sehe es ein, das Talent ist die Hauptsache Aber immerhin, zum Erfolg gehört auch eine Portion Frechheit" L aube hörte ihn ruhig an. Nach dem Dorsprechen meinte er: „Sie, mein Lieber, müssen es mit der Frechheit versuchen!" * Die zärtliche Liebe der Wiener zu „ihrer Burg" charakterisiert kurz folgendes Anekdötchen: Journalisten verschiedener Nationen sollten je einen Artikel über das gleiche Thema schreiben, — über einen Elefanten. Der sportlich eingestellte Londoner schrieb flugs einen Aufsatz „Wie ich in Indien meinen ersten Elefanten erlegte." Sein Pariser Kollege äußerte sich über „Das Liebesleben des Elefanten in Afrika". Der Berliner lieferte eine Abhandlung „Der Elefant, sein Verstand und feine geistigen Kräfte in der freien Natur und in zoologischen Gärten." Und was tat der Wiener? Er dichtete ein wehmütiges Feuilleton: „Erinnerungen eines betagten Elefanten an das alte Burgtheater." Mit Der Hiller-Jugend in Italien. Erinnerungen eines Gießener Hitlerjungen. Don Fritz Dölzing, Gießen. Hitler-Juaend im Forum Mussolini. — (Ausnahme: Dölzmg, Gießen.) I :■> ♦ Larnpenfieber ist eine schreckliche Sache. Man hört und sieht nichts vor Aufregung. Davor schützt kein Talent keine Intelligenz So ging es auch der großen Schauspielerin Julie Rettich, der man einen besonders starken Geist, eine besonders hohe Intelligenz nachrühmte neben ihrer hervorragenden Schauspielkunst. Aber es nutzte ihr alles nichts, sie stand — vom Hoftheater Dresden kommend — zum ersten Male auf der Bühne des Wiener Burgtheaters als Desdemona — und schlotterte vor Lampenfieber. Als Othello in vollster Raserei der Eifersucht auf sie zustürzte mit den Worten „Ha, was bist du?" antwortete sie statt „dein unschuldiges, getreues Weib" mit hingebungsvollem Augenaufschlag: „Sein schuldiges, ungetreues Weib!" Aus. Als die berühmte Charlotte Wolter noch nicht berühmt war, sollte sie im damaligen Viktoria- Theater in Berlin ihre erste große Rolle spielen, die Hermione in Shakespeares „Wintermärchen" D i n g e l st e d t, der spätere Burgtheaterdirektor, der das Stück bearbeitete protestierte gegen diese Besetzung: „Die ist ja um einen Kopf zu klein." „Warten Sie ab", meinte der Direktor des Vikto- riathenters, „nach der ersten Szene wird sie um zwei Köpfe größer sein!" Und die „kleine" Wolter erreicht gerade unter Dingelstedts Direktion am Burgtheater ihre größte Gröhe. * Friedrich Mitterwurzer, einer der genialsten Schauspieler aller Zeiten war plötzlich, auf dem Zenith feines Ruhmes, 50 Jahr- alt, gestorben Diev Fahne d?s Burgtheaters sank auf Halbmast: ein ganz Großer war dahingegangen. Fas- fungslos standen die Kollegen umher, sie wollten die Traih- fleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsensteisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 105, b) 90, c) 70. Harnrntt- fleisch b) 90 bis 95 (95 bis 100). Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: ruhig. Schweinemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 17. Dez. Der heutige Schweinemarkt war mit 314 Ferkeln beschickt. Btt schleppendem Handel verblieb geringer Ueberstand. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 16 Mark. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homberg, 17. Dez. Der Auftrieb zum gestrigen Schweinemarkt betrug nur 102 Ferkel. Die Preise waren für 6 bis 8 Wochen alte, für 8 bis 10 Wochen alte und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel gleich, nämlich 12 bis 15 Mark. Der Handel verlief mit Rücksicht auf die Jahreszeit schleppend, auch verblieb Ueberftanb. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr Samslagnadh mittag geschloßen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 v H. Frankfurt a. ZH. Devisenmarkt Berlin Sranl'urf a.m. Berlin furd 16 12 17.12 17-12- 16-12. 9,5 27 15.13 15,5 15,5 108,5 108,5 4 153,5 134,4 7 6,9 2 1 2 Hvesch Eilen—Küln-Neuessen .. 3 6 ol 1O| 109,75 105-5 187,75 «chluvt. Mittag- bflre 0 0 0 0 6 0 8 6 7 6 8 8 15,5 123,25 109,75 105,5 187 9-65 5,275 27,13 145 126 119 109.75 105,5 187,5 15,5 39,5 15.5 122,75 124 25 108.75 109,75 105,5 186,4 9 5 6 5 0 6 6 0 151,5 123.75 25,25 134,25 163,5 167,5 264 131,5 130,5 140 153,5 I- 6 . 6 . 6 . 6 , 8 7 166 136 149 141 143 135,5 140 156,5 194 136,5 15,5 38,5 15,4 123 124 108.5 . 5 7% 0 8 0 0 9 12 11 123 144 156 119,5 6H . 6 12 133 139.9 153 Schluß« iure 173 136,5 149 141,5 143.5 134 75 141 156 75 194 138.4 122,9 143 9 156.5 119.5 178,75 145 125,9 119,13 145,5 126 119,65 124 143,13 157 119.5 178 145 126,4 119,65 S'/r . 0 152 140 25 219.4 151.4 124 25,13 134,5 134,75 182.75 124 143,5 157 119.75 173 136 5 149,5 141,5 143 135,75 139.75 157,25 194 137,75 166,25 136,5 149 140,75 142,75 135.75 140,5 157 193 136 25 Grtyner.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ....... 218,25 151 1239 25,13 135,5 134,9 184 167,75 264 131 139,25 153 134.75 182 Buderus ... Deutsche Erdöl Harvener .... Hamburg-Amertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz« uno Prlvat-Bank ... Deutsche Bant und Dtsconw« Gesellschaft Dresdner Bank lletchebank ................ : Mansfewer Bergbau KokSwerke Rheinische Braunkohlen Rheinilabl ........... Bereinigte Stahlwerke. Lravt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth G. ssarben-Jndustrie Scheideanstalt Goldschmidt Rütgerswerle Metallaeiellichast...... 4% Oesterr« ichiime iMolorerue... 4,20% ^österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 rrechnimaSk 34-3fr 109 9 109 9 110 110 16-Dez-m er 17.Dezember Äm liehe No.ieruug Amtliche Dotierung Geld 3rkf G io Brie Buenos Au 0,753 0,757 0,756 0,760 Brüssel ... 42,05 42,13 42.08 42,16 Kio de Ian 0,149 0,151 0.149 0,151 ^ona..... 3,047 54,56 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,66 54,60 54,70 Danzig .. 47.04 47.14 47.04 47.14 London.... 12,215 12,245 12,225 12,255 Peliingfors. 5.395 5,405 5.395 5,405 Paris ..... 11,62 11.64 11,63 11,65 Holland ... 135,47 135,75 135,69 135,97 Italien .... 13,09 13.11 13,09 13,11 3(Wan..... 0,710 0,712 0,711 0,713 3>igo'lawien 5,654 5,666 5,654 666 C8lo..... 61,41 61,53 61.46 61 58 Wien...... 48.95 49,05 48,95 49.05 Liiiabon .. 11.095 11,115 11,105 11 .125 Stockholm.. 62-99 63,11 63,04 3,16 7.29 Schweiz ... 57.18 57,30 57.17 Spanien... 20,23 20,27 19.98 20.02 Prag...... 8,751 8.769 8,746 -.764 Budapest .. — — — — Neuyort . 2,488 2,492 2,488 2.492 Banknoten. — — 102,65 101,25 ■ — 57 — 108 107 108 107 164 163,5 164 163,5 141,9 141 141 9 141.9 — — 109.75 109,4 122.5 122 122 75 122 162 1-62,5 162,13 162,5 — —— 90 65 90.4 61 60.75 61 60,75 227 227 231,5 227 — —• 196,5 — 159 158 159.5 158,5 34,75 35 34,75 34,9 95 95 — 203,5 203 203 Deriu,17 Deremver w ID 2?rief ■amentanudie Dlinen.............. 2,45 2,47 Belgische Aoien.................. 41 96 42,12 Dünnche Noren ................. 54.44 54.66 Englische Noten ................. 12,20 12 24 »vranzoiische Noten............... 11,58 11.62 Holländische Noten............... 135,36 135-90 sitalienilche Noten.....;........ — — Norwegische Noten .............. 61.30 61.5t Deutsch £efterreid), i 100 Schilling —— Rumänische Noten.............. — — Schmed'sche Noten............... 62.-17 63,13 Schweizer Noren................. 57.02 57,24 Spanische Noien................. _ Ungarische Noten................ — — Nr. 296 Drittes Blatt Freitag. 18. Dezember 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 6arl Mario von Weber. Bonnführer Heim Zeichen zum Entzünden der libt das 552 Aus her Provinzialhaupistadi der Reichsstrahensammlung der 35). zu einem den Befehl an die Jugend zur Pflicht- in diesen Tagen der Straßensammlung nun uns ge< und sein und auf Wie schwer die Not sei, wir wollen ihre daß formierten sich die Gefolgschaften der Jungen und Mädels zum Abmarsch durch die regennassen Straßen. großen Erfolg zu verhelfen Pflicht so zu tun, wie es notwendig ist, das deutsche Volk ewig lebe Bannführer Heim Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird Abzeichen waren 1500 km nötig; das ist eine Strecke von Danzig bis Aachen und wieder zurück von Aachen bis Berlin. Diesen Zahlen ist stets der erste Auftrag auf Her« stellung von 6 Millionen Abzeichen zugrundegelegt. Der Auftrag der Reichsführung des Winterhil's« wertes war für die Eifelbevölkerung eine sehr fühlbare Erleichterung, ganz besonders in diesem Jahr, in dem infolge des regnerischen Sommers die ohnehin magere' Ernte noch kümmerlicher ausgefall-n ist. Wenn dieser Verdienst zunächst auch nur ein einmaliger und vorübergehender war, so bedeutete er doch für viele Familien eine große Hilfe. Bannführer Heim bringt den Gruß an den Führer aus. — (Aufnahme: Pfaff. Gießen.) den; denn die Jugend von heute wird einmal die Partei von morgen sein. Was die Partei erkämpft, wird die Jugend zu bewahren, was der Partei heilig war, wird sie zu verteidigen haben Darum muß die Jugend schon jetzt in diese Aufgaben hineinwachsen, und wenn sie nun durch die Straßen geht und für das Volk sammelt, dann tut sie nur ihre Pflicht. Kreisamtsleiter Heß sprach bann von den Maschen, die zu allen Zeiten größer waren, als ihre Zeit, die nicht an das eigene Ich dachten, sondern nur an das Volk. Er erinnerte daran, daß es auch Menschen gab, die von der Gemeinschaft und der Liebe redeten und darüber keine Zeit zur Tat hatten, unsere Jugend will aber nur die Tat. 3n dieser Tatbereitschaft geht die junge Generation auf die Straße, und sie will das Gewissen der Nation sein. auch das Schicksal und wie groß auch wir kapitulieren nicht vor ihnen, Am 18. Dezember jährt sich zum 150. Maie der Geburtstag Carl Maria von Webers, der in Eutin das'Licht der Welt erblickte. Er ist der Schöpfer der romantischen Oper, und seine Werke, wie der „Freischütz", „Euryanthe" und „Oberon", wer- den unsterblich sein. Eine ausführliche Würdigung finden unsere Leser im Familienblatt. —- (Scherl- Bilderdienst-M.) Unaufhörlich fällt der Regen. Trotzdem ist am Donnerstagabend die Jugend des neuen Deutschland nut ihren Fahnen und Wimpeln zur feierlichen Eröffnung -der Reichs sammlung für das WHW. auf dem Landgraf-Philipp-Platz auf- marschiert Vor der Rednertribüne stehen die Fahnen, der Spielmannszug des JV. und die Fanfarenbläser. Die HZ. marschiert im Kamps gegen Hunger und Kälte schrieben: Infolge anhaltender Erkrankungen im Personal findet die Erstaufführung von , Gyges und sein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel heute nicht statt. Dafür geht das rheinische Volksstück „Der gab ersüllung in diesen Tagen „ , und brachte das Treugelöbnis zum Führer aus. Die begeisterten Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und die Nationallieder schallten über den Platz. Dann _______ sie überwinden. Großes ist schon getan, aber die Not war zu groß, als daß sie in dieser kurzen Zeit seit der Machtübernahme restlos hätte beseitigt werden können. Wir werden auch diese Zeit noch überstehen, wenn wir uns der Schicksals- und Glaubensgemeinschaft bewußt sind, die unser Volk umschließt. Darum richtete der Kreisamtsleiter den Appell an alle Volksgenossen, NSG. Das Material für das W e i h n a ch t s a b - zeichen des Winterhilfswerkes, dessen Verkauf jetzt die Hitlerjugend besorgt, wurde ausschließlich aus der deutschen Westmark bezogen. Wie stark dieser WHW.-Auftrag die einzelnen Wirtschaftszweige beeinflußte, lassen die nachfolgenden Zahlen erkennen: es wurden zirka 42 cbm = 14 000 qm Holz beansprucht. Wollte man die daraus angefertigten 6 Millionen Abzeichen aneinanderreihen, so würde sich eine Strecke von 300 Kilometer ergeben, was einer Entfernung von Berlin bis Bremen entspricht. An Farben und Bronze zum Bemalen der Abzeichen wurden etwa 1800 kg gebraucht. Mit dieser Farbe könnte man eine Fläche von etwa 18 000 qm streichen bzw. einen 10 cm breiten Streifen von Berlin bis Dresden ziehen. Der benötigte Lack (zirka 2400 Liter) würde eine Säule von' 8 cm Durchmesser in einer Hohe von m füllen An Kordel für das Aufhängen der gibt das Zeichen zum Entzünden der Fackeln, die bei dem anhaltenden Regen das Bild nur spärlich erhellen. Dann künden Fanfarentöne den Beginn der Feierstunde. Eines der Nürnberger Lieder der HI von der Freiheit, der das junge L^ben gehört, leitet über zu den kurzen Worten des Bannführers Heim, der den Beginn der Reichsjammlung der Heute, morgen und übermorgen? NSG. Drei Tage marschiert die junge Garde des Führers im Kampf gegen Hunger und Kälte. Am 18., 19. und 20. Dezember steht sie auf den Straßen und Plätzen, bewaffnet nut den bekannten Sammel- büchsen der NSV. und richtet ihren Appell an das deutsche Volk: „Helft uns helfen!" Damit stellt sich die gesamte Hitlerjugend zum dritten Male in den Dienst des Winterhilfswerks: keiner schließt sich aus. Hitlerjungen und die Mädel vom BDM., Pimpfe und Jungmädel, sie alle stürmen gemeinsam gegen die Not, wie sie es Jahr für Jahr schon getan haben und wie sie es auch fürderhin tun werden, solange, bis der Führer sie zum neuen Einsatz ruft. „Freude zum F e st" ist ihre Parole, und so überschütten sie das Land mit einem Heer von Märchenkindern, die alt und jung begeistern werden Engel und Zwerge haben sich auf- gemacht, um auf der Erde — und wo wäre ihr Treiben wünschenswerter — in jedes Haus, in jede Hütte einzudringen und Freude zu bringen. Der Generaleinsatz aller verfügbaren Kräfte ist für den dritten Sammeltag, den Sonntag, angeordnet. Es dürfte sich im Gebiet Hessen-Nassau um etwa 300 000 „verkaufstüchtige" Hitlerjungen, Madels des BDM., Pimpfe und Jungmädel handeln, die büchsenichwingend jeden Volksgenossen um sein Scherflein bitten werden. Oie wirtschaftliche Seite des neuen Winierbilfsabzeickens. Oer Lhristbaumbänbler. Er hat seit Jahren denselben Platz. Bei einem großen Hauseingang, in den er sich bei allzu schlechter Witterung zurückziehen kann. Gern tut er oas freilich nicht. Lieb-r steht ->r neben feinen Bäumen, die sich in gleichmäßiger Reihe an die breite Haus- roanb lehnen. Oder er geht langsamen Schrittes auf und ab, mit kritischen Blicken die Bäume und die Passanten musternd. Dabei trägt er gewöhnlich eine dicke grüne Joppe und eine altväterliche warme Mütze mit Ohrenklappen. Im ganzen macht er den Eindruck eines Mannes mit soliden und grundfesten Ansichten, der alles, was er tut, von der rechten Seite anpackt. Zeigt jemand von den Vorübergehenden die Neigung, stehenzubleiben und die aufgestellten Bäume zu betrachten, so ist er gleich bei der Hand, die vielleicht vorhandenen Kaufabsichten zu fördern. „Sehen Sie, dieser Baum ist ein Prachtexemplar. Er ist tadellos schlank, und seine Zweige sitzen genau richtig. Was Besseres gibt es überhaupt nicht. Ich sage Ihnen, mit dem Baum können Sie Staat machen." Ist der Vorübergehende jedoch nur absichtslos stehengeblieben und schickt er sich rasch an, weiterzugehen, dann brummelt der graubärtige Verkäufer etwas von Unverstand und reibt sich die klammen Finger. Oder er verzieht nur ein wenig die Mundwinkel und setzt seine Tabakspfeife erneut in Brand. Paffend schreitet er dann die Front der grünen Waldkinder ab, und seine Augen unter den dichten Brauen blitzen womöglich noch kritischer auf die eiligen Fußgänger. Aber er ist bei aller gelegentlichen Rauhbeinigkeit eine wackere Seele. In seinem Straßenviertel kennt man ihn, und für nicht wenige ist es deshalb eine ausgemachte Sache, daß der Weihnachtsbaum bei ihm erstanden wird. Und er freut sich offensichtlich, wenn jemand von seinen „alten Käufern" kommt. In den letzten Tagen vor dem Fest ist gewöhnlich Hochbetrieb an dem großen Hauseingang, den die Tannenbäume flankieren. Dann hat der Mann in der dicken grünen Joppe nur noch wenig Gelegenheit, langsam auf und ab zu schreiten. Ab°r er nimmt sich nichtsdestoweniger Zeit, für alle Käufer ein passendes Bäumen herauszusuchen. Und ro-nn es mal jemanden nicht schnell genug geht, dann blitzen ihn ein Paar Augen unter buschigen Brauen an und eine tiefe Stimme brummelt etwas. H. W. Sch. D^noinen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Sprung aus dem Alltag". — Gloria-Palast, Seltersnng: „Diener lassen bitten". — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Wenn wir alle Engel wären". — Weihnachtsausstellung der vberhefsischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand. Hitlerjugend ankündet. Dann spricht der GebietSabtei'ungSleiier-, tlnterbannsührer Oetimar-Wiesbaden über die Arbeit und den Sinn dieses neuen Einsatzes der HI., die nicht nur zu marschieren versteht, sondern auch zu dienen bereit ift Diese Jugend ist eine junge sozialistische Tatgern e i n s ch a s t, die sich von Anbeginn ihres Bestehens zu der Schicksalsgemeinschaft und zu der Ausgabe des deutschen Volkes bekennt. wenn diese Jugend jetzt wieder mit ihren Sammelbüchsen durch die Straßen geht, so erfüllt sie nur ihre Ausgabe im Dienste der Gemeinschaft, und sie will ihr Teil an der natio- nalsozialistischen Arbeit für das Volk tun, die ihr innerhalb der 5)3. aufgetragen ist. In dieser Reichsstraßensammlung sieht die HI. nur einen Teil ihrer sozialen Arbeit, von der der markanteste Zug der Reichsberufswettkampf ist, der durch die Berufsschulung, die Lehrlingsbetrenung, die Freizeitbewegung und eine große stille Kleinarbeit vertieft Ausdruck ist der hohen Auslastung der Aufgaben, die die Jugend am Volke erfüllt. So soll diese Reichssammlung nur der Auftakt für die Proklamierung der sozialistischen Tatbereitschaft der Hitler-Jugend sein, die Im Monat Januar im ganzen Gau Hessen-Nassau erfolgen wird Durch diese Sammlung will die Jugend allen Volksgenossen mit gutem Beispiel vorangehen und sie ausmuntern und anspornen zum Opfer für das Volk. Wenn die 5)3. mit ihren Sammelbüchsen durch die Straßen geht, will sie, die auch darum weiß, wieviel von jedem einzelnen Volksgenossen an Opfern gefordert wird, daran erinnern, daß immer wieder neue Taten notwendig sind. Sie will auch den letzten Volksgenossen von der Notwendigkeit dieser Opfer überzeugen, und er soll wissen, daß manche von den Jungen und Mädels, die durch die Straßen gehen und vielfach selbst nicht einmal ordentliches Schuhwerk oder warme Kleidung haben, das größere Opfer bringen. Die Jugend kennt selbst die kleinen Alltagssorgen, die von manchen Eltern an die Dienststellen herangetra- gen werden. Aber sie weiß auch, daß diese Sorgen überwunden werden können durch die gemeinschaftliche Tat, durch das Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes. Durch gemeinsame Arbeit und gemeinsamen Kamps gegen Bolschewismus und Judentum will auch die Jugend mithelfen, bis der letzte Deutsche ein anständiges Leben führen kann und bis er eingereiht ist in die Schicksalsgemeinschaft des Volkes. Als Vertreter des verhinderten Kreisleiters überbrachte Kre'samtsieiter Heß dessen beste Wünsche für volles Gelingen dieser Arbeit und betonte die Verbundenheit zwischen der Hitler-Jugend und der Partei. Er gab zu wissen, daß HI. und Partei nie voneinander getrennt werden können, sondern stets eine Einheit bilden wer- Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 36 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Und Dr. Rammelt? Wissen Sie etwas von ihm?" „Leider nein! Aber ich will gleich von hier aus zum Magdalenenhospital fahren und mich erkundigen' Ich komme dann wieder und gebe Ihnen Bescheid'" „Wie soll ich Ihnen nur jemals danken, Fräulein Inge!" „Sprechzeit zu Ende!" Der Beamte von vorhin stand in der Tur und forderte Inge Schlicht auf, sich zu verabschieden. Fast war sie froh über die Unterbrechung. „Wer weiß, ob ich sonst nicht doch noch schwach geworden wäre", dachte sie heimlich. Dann gab sie Walter Brand mit festem Händedruck ihre Rechte: „Ich komme bald wieder!" rief sie zuruck. „Nur nicht den Mut verlieren!" Lange noch stand Walter Brand, blickte wie verzückt auf die Stelle, an der Inge Schlicht gestanden hatte. Ein leises Lächeln lag auf seinen Zugen Dann legte er sich auf das einfache Lager Die Reaktion nach den erlittenen Qualen machte sich geltend. , r£ . Schon nach wenigen Minuten war er fest und traumlos eingeschlafen. ♦ Mit eiligen Schritten lief Inge Schlicht die breite treppe des Magdalenenhospitals hinab In ihren Auaen stand noch das Erschrecken über hie furchtbare Nachricht, die sie soeben von Sanna Heller erfahren hatte. Wie entsetzlich hatte sich das Verschwinden Olga Willnoffs nun aufgeklärt! Fast undenkbar schien es, und doch hatte es Rammelt ja selber ausgesagt: daß er auf Olga Willnoff geschossen und sie verwundet habe! Daß sie alle die Zeit in der Weststadtklinik gelegen hatte, wahrend man vergeblich überall nach ihr suchte ... Mehr als das hatte freilich auch Janna nicht berichten können. Niemand wußte den Grund für Rammelts Tat, niemand kannte die eigentlichen Zusammenhänge, die zu dem Zwischenfall geführt hatten. Und doch hatte sie, Inge Schlicht, Olga Will- noff mit Rammelt, — noch am gleichen Abend wahrscheinlich — vor der „Excelsior-Bar" gesehen! Was bedeutete das alles? Sie hielt plötzlich betroffen im Laufen ein. Ein furchtbarer Gedanke ließ ihr Herz in rasenden Stößen schlagen. Würde man nicht auch diese neue Sache wieder zuungunsten Walter Brands auslegen? Würde man nicht Olga Willnoff als Abgesandte Brandts betrachten, die Rammelt mit oder ohne Gewalt das Gutachten entreißen sollte, so daß es auf diese Weise zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen ihnen gekommen war, in deren Verlauf Rammelt dann auf Olga Willnoff geschossen hatte?! Mußte nicht auch der Kommissar zu dieser Folgerung kommen? „Nein' Nein!" sagte Inge Schlicht plötzlich laut vor sich hin. „Das darf, darf nicht sein! Ich muß selber mit Olga Willnoff sprechen, koste es, was es wolle!" Sie winkte einem Taxi. „Zur Weststadtklinik bitte! Lindenstraße 111" * „Leider kann ich einen Besuch für Fräulein Will- noff heute noch nicht anehmen!" gab die auf ihre dringende Bitte herbeigeeilte Oberin Inge Schlicht den abschlägigen Bescheid „Aber ich muß zu ihr!" rief Inge verzweifelt, kaum daran denkend, daß die Oberin von ihren besonderen Gründen nichts wissen könnte. Flehentlich sah sie zu ihr auf,--sah dann plötzlich die Güte in den freundlichen, aber beherrschten Zügen der Oberin, und beschloß impulsiv, diese Frau ins Vertrauen zu ziehen, ihr alles zu erzählen. Vielleicht hatte sie einen Rat vielleicht konnte sie helfen! „Darf ich Sie einen Augenblick sprechen, Frau Oberin?" bat sie. „Es ist sehr dringend!" Der Gesichtsausdruck Inges war so verzweifelt, so voll heißer Angst daß die Oberin gern einwilligte „So kommen Sie bitte mit mir!" sagte sie freundlich. indem sie Inge durch einen kleinen Gang in ein stilles, zum Garten hinaus gelegenes Zimmer führte. wir Gewißheit bekommen, desto mehr Stunden der Rot über» zu haben. das Krankenzimmer. jemanden, der Sie be> bei den letzten Worten mit glühendem zogen Fast beschämt, zu viel verraten brach sie in ihrer Rede ab Vielleicht überlassen Sie es mitzuteilen!" Inge nickte wortlos. Dann betrat die Oberin „Hier bringe ich Ihnen Und Inge erzählte. — — — — — — —s Mehr und mehr war das Gesicht der Oberin während der Erzählung des jungen Mädchens in Erregung geraten. „So steht also der Fall dieses Fräulein Willnoff in Verbindung mit dem Fall Brand, mit dem Mordverdacht gegen den bekannten Großindustriellen Brand?" rief sie laut aus. „Und die Vernehmung Fräulein Willnoffs durch Kommissar Wagner hätte hauptsächlich den Zweck, weitere Beweise gegen Direktor Brand zu konstruieren! Denn jetzt kann ich es Ihnen ja sagen, Fräulein Schlicht: Kriminalkommissar Wagner war gestern schon zweimal hier, um auch mit uns wegen Fräulein Willnoff ein Verhör vorzunehmen!" „Ich dachte es mir schon!" murmelte Inge. „Aber wir haben ihm ja auch nicht viel sagen können!" fuhr die Oberin fort. „Was hätten wir auch weiter sagen sollen, als das Dr Rammelt eine schwerverletzte Dame spät in der Nacht hier ablieferte, daß er behauptet hat, sie hätte einen Selbstmordversuch begangen, und daß er in sehr erregter Verfassung zwei Nächte hier in der Klinik verbracht hat, um das Resultat über die Operation entgegenzunehmen Daß er Namen und Adresse für die Patientin falsch angegeben hat, ist ja unter den gegebenen Umständen nicht weiter erstaunlich — ebenso, daß diese Tatsache uns verhindert hat, die Eltern der jungen Dame zu benachrichtigen — was er außerdem selbst zu tun vorgegeben hatte!" „Und hat nun Kommissar Wagner mit Olga Willnoff selbst gesprochen?" warf Inge ein. „Nein, von einer Vernehmung von Fräulein Willnoff konnte noch gar keine Rede sein. Ich habe dem Kommissar versprochen, ihm Bescheid zukommen zu lassen, sobald der Zustand der Kranken ein Verhör zuläßt." „Und mein Kommen ist bann also auch vergeblich Frau Oberin?" sagte Inge traurig. „Und ich hatte mir so viel davon versprochen! Wenn man nur wenigstens erfahren könnte, ob es sicy vei diesem seltsamen Streit zwischen Rammelt und ihr Doch mit gütigem Lächeln strich ihr die Oberin über bas Haar. „Ich verstehe jetzt schon, Fräulein Schlicht!-- Sie benken, in ber Sache am besten etwas tun zu können, inbem Sie selber mit Fräulein Willnoff reden. Sie denken, von Frau zu Frau spricht sich leichter aus, was sonst vielleicht verschloßen bliebe. Ich will Ihnen etwas sagen, gehen Sie ruhig zu Fräulein Willnoff hinein ..!" „Ich barf zu ihr? Sie erlauben ...? In überftrömenber Dankbarkeit ergriff Inge die große, kräftige Hand der Oberin. „Danke, Frau Oberin, wie kann ich Ihnen nur danken?!" Doch diese wehrte ab: „Da ist doch nichts zu danken, Kind! Ich weiß genau, was ich Ihnen erlaube, und was ich einem Kommissar noch nicht erlauben konnte. Unter andern Umständen hätte ich ja auch Ihnen den Besuch nicht gestattet. Hier aber liegen die Verhältnisse so besonders, daß man auch eine besondere Art der Hilfe versuchen muß. Kommen Sie, ich will Sie jetzt selber zu Fräulein Willnoff führen!" Mit klopfendem Herzen folgte Inge Schlicht der Oberin ins erste Stockwerk, bann an einer langen Reihe von Türen entlang, bis bie Oberin stehen blieb. Qual, bes Wartens in seiner entsetzlichen Unter- suchungszelle werden Generaldirektor Brand erspart!" Ohne es zu wollen, hatten sich Inges Wangen suchen will, Fräulein Willnoff;" sagte sie, zum Krankenbett gerichtet, winkte dann Inge herein. (Fortsetzung folgtI) „Hier ist es!" flüsterte sie. „Aber nicht wahr, Si« vergessen nicht, daß Sie eine Kranke vor sich haben! mir, ihr bas Wichtigste „Hier können Sie ungestört sprechen, Fräulein j muß, muß boch aufgeklärt werben' Unb je früher Schlicht!" sagte sie, ihr einen Stuhl heranholenb.' t*'e ******* *****t"‘ „Worum hanbelt es sich benn?" wirklich um bas Gutachten ober vielleicht bvch um etwas ganz anberes gehandelt hat! ©erabe das I Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkauten, in Szene. Die Spielleitung führt Fritz Walter. Mitwirkende: Damen: Gerhardt, Krause, Schubert-Jüngling, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, Hub. Kühne, Nieren, Rosenthal, Schorn, Volck, Walter. — Bühnenbilder: Karl Löffler. Anfang 20 Uhr Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung findet als 14. Vorstellung der Freitag-Miete statt. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. hllfskaffe. Diejenigen Angehörigen der SA., SS., Marine- SA., Reiter-SA., des NSKK. und der Werkscharen, die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrichten am: Mittwoch, 16. Dezember, Donnerstag, 17. Dezember, und Freitag, 18. Dezember, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Str. 29 H. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Freiwillige für die Lustwaffe. DRB. Freiwillige für die Einstellung in die Luftwaffe im Herbst 1937 werden nur noch bis aum 15. Januar 1937 angenommen. Es wird deshalb dringend geraten, das „Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" bei dem nächsten Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt oder bei einem Truppenteil der Luftwaffe anzufordsrn. Daraus find alle Einzelheiten zu ersehen. Die Meldung zum freiwilligen Eintritt kann an das Wehrbezirkskommando, das Wehrmeldeamt oder unmit- telliar an den Truppenteil gerichtet werden, bei dem der Freiwillige dienen will. Für die Herbft- einstellung 1937 kommen in Frage: Fliegertruppe, Luftnachrichtentruppe, Flakartillerie und Regiment General Göring. Lustschutzräume für den Selbstschutz werden besichtigt. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, wird in den nächsten Tagen durch seine Amtsträger die Kellerräume in allen Häusern der Stadt Gießen besichtigen lassen. Es soll festgestellt werden, welche Räume als Schutzräume geeignet sind. Gleichzeitig wird an geeigneter Stelle (Türe oder Wand) eine Beschriftung über die Brauchbarkeit angebracht. Wir fordern alle Hausbesitzer und Wohnungsinhaber auf, die Arbeit des Reichsluftschutzbundes zu unterstützen und die Räume zur Besichtigung zu öffnen. Zur Aufklärung über die Luftschutzpflichten geben wir nachstehend den Inhalt des § 2 vom Reichsluftschutzgesetz bekannt. Absatz 1: Alle Deutschen sind zu Dienst- und Sachleistungen, sowie zu sonstigen Handlungen, Duldungen und Unterlassungen verpflichtet, die zur Durchführung des Luftschutzes erforderlich sind (Luftschutzpflicht). Absatz 2: Ausländer und Staatenlose, die im Deutschen Reich Wohnsitz, Aufenthalt oder Vermögen haben, sind luftschutzpflichtig, soweit nicht Staatsverträge oder allgemein anerkannte Regeln des Völkerrechts entgegenstehen. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen erfolgt Bestrafung nach § 9 dieses Gesetzes. Enge» auf allen Straßen. NSG. Wenn Weihnachten nur ein Fest der Kinder wäre, dann würde es nie zu dem immer wie- derkehrenden Ereignis geworden sein, das man doch schon Wochen vorher mit Spannung erwartet. Wenn die Weihnachtsmärchen für die Kinder Gestalt annehmen, dann werden die alten Geschichten und Erzählungen auch wieder für die Erwachsenen E lebendig. Dann steht wieder ein Stück Kindheit in jedem von uns auf. In uns allen werden wieder der einfache kindliche Glaube und die reine Freude wach, die ihren Niederschlag fanden und immer wieder finden werden in den schönen deutschen Weihnachtsmärchen. Wie schön ist es, wenn die Gestalten dieser Märchen in diesem Jahre nun selbst zu uns kommen. Englein und Zwerge auf Sternen, Kometen und Halbmonden sitzend, kommen als Kinder aus dem Märchenland zu uns — 14 Millionen —, damit jeder einen Hauch der Kindheit mit in seine Wohnung nehmen kann. Wie begehrt waren doch im letzten Jahr die Reiterchen. Kaum einen Weihnachtsbaum gab es, an dem sie nicht lustig hin und her schaukelten. Nun aber marschieren zehn kleine Englein auf und bitten wieder darum, gekauft zu werden. Sie wollen ja nicht nur erfreuen mit ihren bunten Farben, sondern sie erfüllen in diesen letzten Tagen vor Weihnachten einen großen Zweck. Sie wollen mithelfen, die Not des Winters zu lindern. Wieder hat die Hitlerjugend vielleicht das schönste WHW.-Abzeichen für ihre Reichsstraßensammlung erhalten. Vom Freitag, 18. Dezember, bis Sonntag, 20 Dezember, wird sie dem deutschen Volke in den bunten Gestal- net fein Märchen zurückgeben und Jung und Alt eine Freude machen. Butterverbrauch und Weihnachtsfest. Fwd. Zur Vorbereitung des Weihnachtsfestes werden nach Mitteilung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau von feiten der Verbraucherschaft zum Backen Buttermengen anaefordert. Die erheblich über den durchschnittlichen Verbrauchsnormen liegen. In der letzten Zeit wurde wiederholt in der Öffentlichkeit darauf hingewiesen, daß der Butterbedarf Deutschlands nicht 100prozentig, sondern vorerst nur zu vier Fünfteln gedeckt werden kann. Die Verbraucher müssen sich deshalb darüber im klaren fein, daß wir uns im Interesse einer sicheren Versorgung auf diesem Gebiet keine Sonderausgaben leisten können. Weihnachtsgeschenke für die alten Soldaten. LPD. Das Hessische Rote Kreuz betreut noch 236 Altveteranen aus dem Kriege 1866 und 1870/71, denen auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsgabe und ein Geldbetrag als Weihnachtsgeschenk übergeben werden kann, da der Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger, wie in früheren Jahren, wieder eine größere Summe für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hat. A end der landwirtschaftlichen Fach- schast der (Siebener Studentenschaft. Auf Einladung der landwirtschaftlichen Fachschaft der Gießener Studentenschaft trafen sich am Mittwochabend die Dozenten und Studenten der landwirtschaftlichen Fachschaft im Saale des Hotels Schütz. Der Fachschaftsleiter cand. agr. Bauer hieß die Erschienenen herzlich willkommen. In seinen weiteren Ausführungen sprach er von dem Einsatz seiner Fachschaft bei dem Reichsberufswettkampf. Prof. S e s s o u s berichtete anschließend an Hand guter Lichtbilder von dem letzten Reichsbauerntag in Goslar und vermittelte fo einen guten lieber» blick über diese bedeutungsvolle Tagung. Der Studentenführer cand. med. vet. Frank betonte besonders die gute Kameradschaft in der landwirtschaftlichen Fakultät und lobte die starke Beteiligung der Fachschaft am Reichsberufswettkampf, denn die landwirtschaftliche Fachschaft marschiere mit der Bearbeitung von drei Themen an der Spitze. Wenn in früheren Jahren von einem Studenten der Landwirtschaft manchmal etwas mit Achselzucken gesprochen worden sei, so sei heute doch eine andere Auffassung über das Studium der Landwirtschaft vorhanden. Gerade im Dritten Reich nehme die Landwirtschaft, zusammengefaßt im Reichsnährstand, eine wichtige Stellung im deut- chen Volke ein, und das Studium und die For- chungsergebnisse der landwirtschaftlichen Wissen- chaft seien heute von großer Bedeutung. Auch der Rektor Prof. Pfähler hob die gute Kameradschaft und das schöne Zusammenarbeiten der landwirtschaftlichen Fachschaft hervor und äußerte der Fachschaft gegenüber den Wunsch, daß jeder Studierende bemüht sein solle, im kommenden Semester einen neuen Studenten zur Gießener Universität mitzubringen. Bei frohem Lied und Wort vergingen rasch die Abendstunden. Ov die deutsche Arbeitsfront A.3.=0cmcinf(baft „firaft durch freute' Amt Reisen. Wandern. Urlaub. Urlaubsfahrt 1/37 Oberbayern. Für diese Fahrt sind die Fahrtunterlagen gegen Vorlage der Quittung auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. O. F. 154/37 vom26. Dezemberl936bis 1. Januar 1 937 Badischer Schwarzwald— Feldberggebiet: Da die erste Urlaubsfahrt über Weihnachten wegen Ueberfüttung bereits gesperrt werden mußte, sahen wir uns veranlaßt, eine zweite Fahrt über die Weihnachtszeit einzurichten, und zwar eine Fahrt mit Omnibussen nach dem badischen Schwarzwald. Die Fahrt beginnt in Frankfurt a. M. am 26. Dezember 1936 vormittags und endet am 1. Januar 1937 in Frankfurt a. M. nachmittags. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Uebemachtung und Verpflegung 33 Mark. Anmeldungen können noch auf der Kreisdienststelle „K. d. F.", Schanzenstraße 18, ab» gegeben werden. Amt Feierabend. Am Samstag, 19. Dezember, 15.45 Uhr findet im Stadttheater die dritte Wiederholung der Operette „Der Bettelstudent" für die NSG. „Kraft durch Freude" statt. Die Eintrittskarten find durch Betriebswarte, die Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, und auf der Ortsgruppenzentrale der DAF., Bahnhofstraße 46, zu den üblichen Preisen von 1.—, 0,80 und 0,60 Mark erhältlich. * ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Reichsautobahnarbeiten wird die Landstraße Rein- hardshain —Winnerod vom 21. Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Lindenstruth—Göbelnrod—Beltershain. ** Aus der Lahn geländet. Dor einigen Tagen wurde bei Garbenheim eine männliche Leiche, die schon stark verfallen war, aus der Lahn geländet. Die behördlichen Ermittlungen an Hand der bet dem Toten gefundenen Lohnabrechnungen und der Geldbörse, hat aur Feststellung der Personalien geführt. Es handelt sich um einen Mann aus Gießen, der schon seit dem 30. Oktober vermißt wird und offensichtlich in selbstmörderischer Absicht in die Lahn gesprungen ist. *♦ Helft Brände verhüten! Diese ständige Mahnung der Nassauischen Brandverficherungs- anstalt verdient in den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen wieder besondere Beachtung. Ohne den grünen Tannenbaum ist es kein richtiges deutsches Weihnachtsfest. So schön und stimmungsvoll ein Christbaum ist, so birgt er doch viele Feuersgefahren in sich und macht daher Vorsicht nötig. Immer muß der Christbaum in einen kräftigen Fuß fest eingesetzt werden. Teppiche, Tücher und fonftige leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter den Lichterbaum, wie auch Gardinen, Portieren und bergt von ihm serngehalten werden sollen. Papierschmuck und Sprühkörper sind zwar sehr hübsch, erhöhen aber die Feuersgefahr. Beim Anzünden der Kerzen soll oben begonnen werden, da sonst leicht die Kleidung in Brand gerät. Kinder sollten nie allein bei dem brennenden Daum gelassen werden; natürlich sollen Kinder auch nicht mit feuer» aefährlichen Spielzeugen oder gar Feuerwerks- korpern beschenkt werden. Wie für so vieles gilt auch während der Zeit des Weihnachtsbaumes das wayre Sprichwort: „Aus einem Funken wird ein großes Feuer". Wegen^Kindestö ung vor Bericht. LPD. Darmstadt, 17. Dez. Das Schwurgericht der Provinz Starkenburg verurteilte die ledige Jüdin Erika Frank aus Lampertheim wegen Kindestötung und wegen fortgesetzter versuchter Abtreibung zu 3V-- Jahren Gefängnis. Die Verurteilte hatte, nachdem sie schon zwei unehelichen Kindern das Leben geschenkt hatte, das dritte Kind kurz nach der Geburt unter eine Treppe gelegt und es dort elend zugrunde gehen lassen. Das Gericht billigte der Angeklagten ' wegen ihres reumütigen Geständnisses mildernde Umstände zu, rechnete ihr aber als straferschwerend an, daß sie sich auch nach Erlaß der Nürnberger Gesetze mit deutschblütigen Männern eingelassen hatte. Diese werden sich demnächst wegen Rassenschande zu verantworten haben. Zwei Knaben von einem Lastzug überfahren und getötet. ren Darbietungen des Gesangvereins und der Oberklasse sowie mit der Aufforderung von Rektor Bender, der Sache des VDA. beizutreten, fand die Kundgebung ihren Abschluß. oo Eberstadt, 17. Dez. Bei der jüngst in unserer Gemarkung abgehaltenen Feldtreibjagd wurden 114 Hasen zur Strecke gebracht. Das Abschußergebnis liegt erheblich unter dem früherer Jahre. Kreis Schotten. —.— Oberschmitten, 17.Dez. Der Weih- nachts-Sparverein, der bereits feit zehn Jahren besteht und fast 200 Sparer betreut, verteilte in einer weihnachtlichen Feier die während des Jahres eingelegten Beträge. Es konnte wiederum ein beachtliche Summe zur Auszahlung kommen. Das zurückgezahlte Geld gestattet den Sparern, vor Weihnachten größere Anschaffungen zu machen und ihren Familiengliedern zum Feste Freude zu bereiten. Der Vorstand des Sparvereins führt in ehrenamtlicher Tätigkeit dieses Gemeinschaftswerk. Kreis WeKIar. ch Hörnsheim, 17. Dez. Die Erweiterungsarbeiten des Gruppenwasserwerks der Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim sind beendet. Wie man hört, soll die neu zugesuhrtr Quelle so viel Wasser liefern, daß beide Gemeinden ohne das überschüssige Wasser von Ober-Kleen ausreichend Der orgt werden können. — Bei einer Treibjagd in unserer Gemarkung wurden 54 Hasen gescho fen. Der Vostdienst in -er Weihnachtswoche Dom Po st amt Gießen wird uns über den Postdienst während der Weihnachtswoche folgendes mitgeteilt: Sonntag, 20. Dezember, findet der Schalterdienst wie an Sonntagen statt. Beim Postamt I (Bahnhofstraße) werden in der Zeit von 14 bis 19 Uhr Pakete angenommen. Die Briefkastenleerung, Ortsbriefzustellung und die Lanü- zustellung wird wie an Sonntagen gehandhabt. Die Ortspaketzustellung bringt lediglich eine Dor- mittagszustellung (Sendungen mit und ohne Nachnahme). Donnerstag, 24. Dezember (Zeitiger Abend) ist der Schalterdienst in folgender Weife geregelt: Bis 16 Uhr vollzieht sich der Schalterdienst wie an Werktagen, ab 16 Uhr werben nur Telegramme und Gespräche entgegengenommen und zwar bis 21 Uhr beim Postamt I und bis 18 Uhr bei der Stadtpost. Einschreibebriefe werden bis 19 Uhr beim Postamt I und bis 18 Uhr bei der Stadtpost entgegengenommen. Die Briefkastenleerung erfolgt wie an Werktagen, lediglich die beiden letzten Leerungen fallen aus. In der Ortsbriefzustellung fällt an diesem Tage die dritte Zustellung fort. Die Ortsgeldzustellung und die Landzustellung erfolgen wie an Werktagen. Für die Ortspaketzustellung ist eine Vormittagszustellung vorgesehen; bei starkem Paket- anfall wird jedoch eine gwette Zustellung durchgeführt werden. Freitag, 25. Dezember (1. Feiertag), vollzieht sich der Schalterdienst wie auch die Ortsbriefzustellung wie an Sonntagen. Die Briefkastenleerung wird wie an Sonntagen durchgeführt. Die Frühleerung beginnt um 5.45 Uhr. Die Ortsgeldzustellung fällt aus. Vorgesehen ist eine Vor» Mittagspaketzustellung (Sendungen mit und ohne Nachnahme). Für das Land ist eine Bries- und Paketzustellung nach allen Orten vorgesehen. Die Verzollung von Weihnachtspostsendungen (Abfertigung beim Hauptzollamt) ist an diesem Tage in der Zeit von 9 bis 11 Uhr möglich. Samstag, 26. Dezember (2. Feiertag), sind sowohl der Schalterdienst, die BUefkasten- leerung, wie auch die Landzustellung wie an Sonntagen angesetzt. Die Ortsbriefzustellung, die Ortsgeldzustellung und die Ortspaketzustellung fallen aus. Sonntag, 27. Dezember, finden der Schalterdienst und die Briefkastenleerung wie an Sonntagen statt. Die Ortsbriefzustellung erfolgt wie an Sonntagen, lediglich die Zustellung von Postwurfsendungen fällt fort. Die Ortsgeldzustellung sieht die Uebermtttlung von Post- und Zahlungsanweisungen sowie von Wertbriefsendungen vor. Die Ortspaketzustellung beschränkt sich auf die Zustellung am Vormittag (Sendungen mit und ohne Nachnahme). Für das Land erfolgt eine Zustellung von Briefen und Zeitungen nach allen Orten. Oberheffen. Kirchenweihe in Klein-Linden. ♦ Klein-Linden, 14. Dez. Die kleine Gemeinde der evangelisch ■ lutherischen ,Freikirche weihte am Sonntag ihre neuer» baute Kirche in der Wetzlarer Straße mit einem Einweihungsgottesdienst, der sich eines sehr guten Besuches auch von Gliedern der benachbarten Gemeinden erfreute. Die Weihe vollzog Pfarrer S t a l l m a n n (Allendorf a. d. Lda.), während Pfarrer E i k m e i e r (Steeden a. d. Lahn) die Festpredigt hielt. Pfarrer S t a 11 m a n n verlas die Glückwunschschreiben von der Kreuzgemeinde zu Bochum, von dem Waisenhaus Sperlingshof bei Pforzheim und der Deutsch-Amerikanerin Fräulein Maria Lenz, einer geborenen Klein-Lindnerin, die mit ihren Geschwistern das Baugelände zur Verfügung gestellt hatte. Im Gottesdienst des Nachmittags predigten Pfarrer S t a 11 m a n n , Pfarrer Eikmeier erzählte einiges über die Geschichte der Entstehung der evangelisch-lucherischen Freikirche. Das neue Kirchlein enthält 70 Sitzplätze. Die Decke und der obere Teil der Wände sind in gelblichem Farbton gestrichen, der Sockel ist grau, die Bänke sind rotbraun gehalten Die Vorderwand zieren ein Bild eines Christuskopfes und ein solches von Luther. Die Altarwand umschließen drei Farbbogen in hellgelb, grau und graublau. Der äußere Farbkreis trägt die Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe". Das Ganze macht einen sehr freundlichen Eindruck. Die Kirche wurde von dem hiesigen Architekten Wilhelm Fink, der auch die gesamte Bauleitung hatte, entworfen. Die Bauausführung wurde von heimischen Handwerkern bewerkstelligt. Die Mittel für den Bau wurden durch freiwillige Gaben der kleinen,, etwa 25 Seelen zählenden Gemeinde und zum Teil durch ein Darlehen der Synodalkasse aufgebracht. EanbfrPie Gießen = Steinbach, 17. Dez. Schulverwalter Repp, der seither die zweite Schulstelle in unserer Gemeinde versah, ist nach Ettingshausen versetzt worden. An seine Stelle wurde Lehrer Simon aus Ettingshausen hierher berufen. O Saasen, 17. Dez. Im Saale des Gastwirt Wilhelm Schepp fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters eine gut besuchte Bürgerversammlung statt. Rechner Münch gab einige Aufklärungen über die finanzielle Lage der Gemeinde, zu der auch der Bürgermeister einige Erläuterungen gab. Ortsgruppenletter Schepp sprach sodann über das, was in den vergangenen Jahren in der Gemeinde geleistet wurde. Im Anschluß daran wurden noch einige Tagesfragen erörtert.— Die Grippe tritt in unterem Orte immer stärker auf. Auch verschiedene Erwachsene sind davon befallen worden. # Ettingshausen, 17. Dez. Einen erfreulichen Beweis der Ovferwilligkeit erbrachte unsere Gemeinde auch in diesen Tagen wieder. 20 Weihnachtspakete mit Wäschestücken und 25 Pake t e mit Lebensrnitteln wurden hier gespendet. — Die obere Klasse der hiesigen Volksschule mußte wegen der Zunahme der ©ripp e- erfranf ungen zum zweiten Male geschlos - s e n werden. ♦ Ettingshausen, 17. Dez. Lehrer Simon wurde von hier nach Steinbach bei Gießen versetzt. Der Fortgang dieses Lehrers, der zur Einigung in unserer Gemeinde wesentlich beigetragen hat, wirb sehr bedauert. Besonders auch der Gesangverein, dessen Zusammenschluß durch ihn zustande kam, wirb seine Kraft sehr vermissen. + Grünberg, 17. Dez. Am Mittwoch fand hier die erste Mutter - und Säuglingsberatungsstunde statt. Sie wurde im Zimmer der NS.-Frauenschaft im ehemaligen Vermessungsamt durch einen Arzt des staatlichen Gesundheitsamtes Gießen und die Kreisfürsorgeschwester abgehalten. Die nötigen Gebrauchsgegenstände wurden von der Gemeinde gestellt Der Zweck der Beratungsstunde ist, jungen Müttern Aufklärung über "chtige Ernährung und Pflege der Säuglinge zu geben, ebenso sollen werdende Mütter hier beraten werben. Jeweils am britten Mittwoch eines jeben Monats findet eine derartige Beratungsstunde statt. In den Kreis des hiesigen Beratungsbezirkes sind auch die umliegenden Orte mit einbezogen. T Watzenborn-Steinberg, 17. Dez. Dieser Tage fand im Saal „Zum grünen Baum" eine Kundgebung zur Förderung des Volks- bundes für das Deutschtum im Ausland statt. Nach Begrüßungsworten von Rektor Bender fang der Gesangverein „Eintracht" (Leitung: Chormeister Georg Harnisch) zwei Volkslieder. Einzelvorträge und Sprechchöre der Oberklasse bereicherten den Abend. Zu einer Reihe von Lichtbildern über Siebenbürgen gab Lehrer Jochem entsprechende Erläuterungen. Mit weite» LPD. Mainz, 17. Dez. Am Mitwochnachmittag ereignete sich am DrtSausgang von Mainz-Kastel auf der Straße nach Erbenheim ein schwerer Verkehrsunfall, dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen. Eine Zugmaschine mit zwei mit Sand beladenen Anhängern versuchte, einen Radfahrer, einen Jungen von dreizehn Jahren, der seinen neunjährigen Freund vor sich auf dem Rade hatte, in dem Augenblick zu überholen, als er an einem haltenden Kraftwagen vorbeifuhr. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache fielen die beiden Jungen plötzlich vom Rad und kamen zwischen die beiden Anhänger zu liegen. Dieser, schwer mit Sand beladen, ging über die beiden Jungen hinweg, die sofort getötet wurden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der Führer des Lastzuges wurde einstweilen in Haft genommen. Nie Aufklärung des Mordes in Frankfurt. Der Mörder erst 18 Jahre alt. Die Tat geschah wegen einer Mark. LPD. Frankfurt a. M., 17. Dez. Wie bereits mitgeteilt wurde, ist es der Frankfurter Kriminalpolizei gelungen, den Mann, der die Elfe F a l t i n am 12. Dezember in ihrer Wohnung in der Schüp- pengaffe erdrosselt hat, zu ermitteln und f e ft- zunehmen. Es handelt sich um den 18jährigen Gustav A. in Frankfurt a. M. Die Ermittlungen hatten ergeben, daß tatsächlich der letzte Besuch der Faltin, der von mehreren Zeugen gesehen worden war, die Tat begangen hat. Erschwert war die Arbeit der Mordkommission besonders dadurch, daß die von den Zeugen gegebene Beschreibung auf A. nicht zutrifft. Trotzdem wurde auch diese Spur wie alle andern weiter verfolgt, was schließlich zum Erfolg führte. Trotz der falschen Beschreibung des Täters, die die Zeugen abgegeben hatten, erkannten diese Zeugen den A. unter vielen andern heraus sofort als den Mann, den sie am 12. Dezember beobachtet hatten. Nach anfänglichem Leugnen legte A. ein Geständnis ab. Dieses wiederholte er auch später am Tatort, wo er vor einem Vertreter der Staatsanwaltschaft, dem Gerichtsarzt und den Beamten der Kriminalpolizei den Hergang der Tat ausführlich schilderte. Heber das Motiv der Tat machte A. anfänglich widersprechende Angaben. Schließlich gab er an, die Faltin habe ihm eine Mark, die er wiederzubekommen hatte, nicht geben wollen, wodurch er in Wut geraten sei. Er habe ihr nun einen Schreck ein jagen wollen, um zu seinem Geld zu kommen, und habe sie deshalb an der Kehle gepackt. Da müsse er nun wohl zu fest zugepackt haben, denn auf einmal sei die Faltin bewußtlos umgefallen. A. will es nun mit der Angst zu tun bekommen haben. Er fürchtete, die Faltin könnte wieder zu sich kommen und um Hilfe rufen. Um dies Zu verhindern, ergriff er ein altes Tuch und schlang es der Bewußtlosen fest um den Hals. Dann verließ er fluchtartig das Zimmer. Inwieweit die Angaben des A. zutreffen, wird zur Zeit noch nach- geprüft. Rundfunkprogramm. Samstag, 19. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Auf zum Staatsjugendtag: BDM.- Sport! „Wintersport — Winterlager." 10: Schul» fünf. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozial- bienft. 12: Mittagskonzert des Orchesters des Ober- schlesischen Landestheaters Beuthen O.-S. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk,. 13.15: Mittags- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: + = fideler bunter „Kappes" und dazwischen Stoltzes „Lappes". 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Irgendwo — irgendwann ... Streng vertraulich!! Einschalten! 16: Froher Funk für alt und jung. 18: SS. musiziert. Ein Konzert um Lieder und Marschweisen der SS. 19.30: Der Zeitfunk bringt bte Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nach- Men. 20.10: Zuguterletzt. Unser kunterbunter Wochenkehraus. Klingende Welt des Films. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Die Aeuorganisation im Reichsbund für Leibesübungen Konzentration der Verantwortlichkeiten. NSG. Jeder der mit den Verhältnissen des deutschen Sports vertraut war, wußte, bei der Berufung von SA.-Gruppenführer von Tschammer unö Osten zum Reichssportführer, datz die von chm über die Etappen eines Reichssportführerringes, Fachsäulen, Fachämter und Verbände hinweg zu einem geeinten Reichsbund für Leibesübungen herbeigeführte Gliederung nur eine äußerliche sein konnte. 3m nationalsozialistischen Staat Adolf Hitlers beruht das Fundament einer einheitlichen Organisation auf der klaren Verantwortlichkeit der Führung. So war bisher im deutschen Sport die Verantwortung nur von den Schultern des Reichssportführers getragen. Dagegen war in der Gliederung nach unten die Verantwortung nach fachlichen und überfachlichen Aufgaben geteilt. Gebietsmäßig war der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen in Gaue und Kreise gegliedert und außerdem in Fachämter untergeteilt. Mithin war die Verantwortung gespalten. Während für die allgemeinen und überfachlichen Aufgaben die Gau- und Kreisführer verantwortlich zeichneten, haben die Gau- und Kreisfachamtsleiter, die in ihren fachlichen Aufgaben- gebieten nur ihren Relchsiachamtsleitem unterstellt waren, wiederum felbstänoia gearbeitet. Die Verantwortlichkeit lief demnach nebeneinander her. Lediglich beim Reichssportführer selbst lag die Ge- samtverantwortung. Mit der Verordnung des Reichssportführers über die Vereinheitlichung der Organisation im DRL. ist in der Einheit des deutschen Sportes ein wesent- kicher Schritt vorwärts getan. Bei der Gründung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen war sich der Reichssportführer bereits darüber im Klaren, daß die einheitliche Verlagerung der Verantwortung von ihm über den Gauführer, Kreisführer zum Dereinsführer durchgeführt werden muß. Mit Wirkung vom 1. April 1937 wird die gesamte Verantwortlichkeit eines Führers in jedem Gau und kreis für alle Angelegenheiten des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen wirksam. Damit liegen alle Fragen der Verwaltung und des sportlichen Betriebes immer nur in einer Hand. Die Reichsfachämter werden demzufolge zur Reichsfüh- rung des DRL. treten. Sie geben ihre aus rein fachliche Angelegenheiten beschränkten Anweisungen als Reichsführung Fachamt 1 usw. an die Gau- bzw. Kreisführer. Diese übertragen die Durchführung der für sie verbindlichen fachlichen Anordnungen der Reichssportführung den entsprechenden Gau-(Kreis-)warten. Die Stellen der Gau- und Kreisfachamtsleiter fallen fort. An ihre Stellen bzw. vereinigt mit den Stellen der Gau-(Kreis-)Fachamtssportwarte treten die Fach- Freitag, Samstag und Sonntag sammelt die Hltler-Zugend für das Winkerhilfswerk des deutschen Volkes, helft der h). helfen! warte. Der Gauführer Im DRL. bringt dem Reichs- fportführer die Gaufachwarte zur Be- und Abberufung in Vorschlag, während die Kreiswarte durch den Kreisführer im Einvernehmen mit dem Gau- fachwart vom Gauführer bestellt werden. Die jeweiligen Mitarbeiter sind Obleute und werden von dem betreffenden Führer oder Fachwort vorgeschlagen. Eine Veränderung in der finanziellen Verwaltung geht insofern vor sich, als künftighin die finanzielle Selbständigkeit der Fachämler aufhört. Das Jahr 1937 wird nach diesem inneren organisatorischen Neuaufbau des DRL. in vorderster Linie Schulungsmaßnahmen bringen; ein bei der Reichsführung eingerichtetes Schulungsreferat wird das sportliche Schulungswesen besonders und eingehend bearbeiten. Durch die einheitliche sportliche und politische Ausrichtung der Sportkameraden in der Reichsakademie für Leibesübungen in Berlin bzw. in den Gausportschulen wird der G r u n d st o ck f ü r eine Kerntruppe gelegt, der die erzieherischen Aufgaben im Reichsbund für Leibesübungen anvertraut werden. H L. Kurze (^portnotizen Die Fußballelf des Pembroke College Cambridge, die am Mittwoch in Bonn über die dortige Universitäts-Mannschaft 2:1 siegreich blieb, wurde am Donnerstag von der Technischen Hochschule Aachen 3:1 besiegt. Bernd Rosemeyer und Ern st von Delius weilen zur Zeit in Johannesburg. Beide begeben sich bald nach East London an die Küste, um dort mit dem Training für den 3. Großen Autopreis von Südafrika zu beginnen. Nur noch Kurven-Stehplätze sind für den am 31. Januar in Düsseldorf stattfindenden Fußball-Länderkampf Deutschland — Holland erhältlich. Alle anderen Plätze sind restlos vergriffen. 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