Mittag, 18. September 1956 Hr.219 Erstes Vlatt 186. Jahrgang Erscheint füglich, außer MW A ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags «M für die Miltagsnummer Beilagen: Die Illustrierte 4 Ä Ä A k A Ak A A A ▲▲ ffi A A A A A A ▲▲ bis ^/.Uhrdes Vormittags MBU (ntra^W vlvllvllvl 4llllvlUvl M von einzelnen Nummern Ermühigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt __ # A < < Stellen-, Vereins., gemein- -sssr General-Anzeiger für Oberhesten b$ss richten: Anzeiger Stehen V f I II gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Zranksurt am Main 11686 Druck uttö Verlag: vrühl'sche Univerfitats vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen uvor! Wirkung reinigt jover lirgel Fasnady Mastik. 6.30: mnastik. 8.30: rt ins Blaue, unfern Ilie« i Hörspiel von 1.30: Bauernustiger Funk- izialdienst. 12: ranksurt a.M. bezirk). 13.15: cankfurt a. M. jnnt euch ein Gast! Werke jaft fjolj als ungen, Zeit- * Jeustches len Stabt, enber Dben> ! Zorn. 18: । spät «toxvxxxv^en. 5\\wV 20: Ivnten". Ein ert. 22: M 22.15:18. In- )t vom zweiten bt dem be- t bezaubert z entdeckte li-film be- 5764* Kraft ein- meradschaft- ; mein beliebt. Überlegung lsleituna und ^P. und der ■rcereins und -5 Gemeindeende und an- ' allgemeinen ablegten. nm !rm»6| = *'' C Pf. für ® Wl)enbw harten Jx 'Figt Bilder Wen der Jungen Qb v tobet folgt Fuders be- ‘ Neichspost- Völkerbundsreform? Von Dr. Hans von Malottki. Seit Wochen sammelt sich das politische Interesse Z>er Weltöffentlichkeit im Brennpunkt des spani- ' sch en Bürgerkrieges mit solcher Ausschließ- i chkeit, daß alle anderen Geschehnisse im Schatten lleiben. Daß kürzlich der „Daily Telegraph" alle Ereignisse der europäischen Politik unter dem Ge- schtspunkt der kommenden W e st p a k t k o n s e - lenz gewertet wissen wollte, mag in dieser Zu- Mitzung übertrieben erscheinen, läßt aber erkennen, »o das Schwergewicht der englischen Politik liegt. | Lnb in der Tat schiebt sich der ganze vielfältige fragenbereich der „europäischen Regelung" wieder in den Vordergrund. Was aber hat, so könnte man fagen, Genf und die Völkerbundsreform hmit zu tun? Ist nicht, zumal nach allen sonstigen sehlschlägen, das beredte Schweigen des Genfer Bundes im Fall Spanien ein neuer Beweis seiner billigen Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit? Gewiß it der Völkerbund seiner Satzung nach, zur Schlich- üng zwischenstaatlicher Streitfälle berufen, und ein H-atbestand wie der spanische Bürgerkrieg liegt, srmal gesehen, außerhalb seiner Befugnisse. Aber 1 ese formale Betrachtung läßt unbefriedigt, und in Völkerbund, der eine wirklich lebendige sraft im Völkerleben darstellt, müßte auch in befem Fall den Nachweis seiner Bewährung lsfern können. Denn schließlich handelt es sich ad) bei den spanischen Wirren um eine Angele- pnfyeit, die „geeignet ist, den zwischenstaatlichen Frieden zu beeinträchtigen". Dies alles zugegeben. Aber man darf trotzdem t cht vergessen, daß die Idee des Völkerbundes, tiotz der schweren Vertrauenskrise, die sie durchsucht, im politischen Bewußtsein der Westmächte rie der kleinen Staaten, noch immer stark oeran- krrt ist. Die große Zahl der Reformvor- sihläge, die in der letzten Zeit in Genf eingin- g. n, sind charakteristisch für das außerordentliche Interesse, das man auch heute noch der Genfer j S ga entgegenbringt. Und diese, den deutschen Be- . tiachter zunächst seltsam anmutende Anteilnahme niiederum hängt zusammen und erklärt sich aus d:rn allgemeinen Hang der Nachkriegspolitik zu killektive'r Gestaltung. Nicht umsonst kreist vor allem die europäische Politik seit Jahr und Tag um den Begriff der „kollektiven Sicherheit", um jenes Ideal, das auf dem Genfer Bo- biti erwachsen und aus dem Glauben an die recht- lihe Regelungsmöglichkeit des Völkerlebens geboren ist. insofern hat die Frage der Völkerbundsreform d.rchaus mehr als akademische Bedeutung, und ei ist auch kein Zufall, daß die englische Politik, Wend auf der Völkerbundsidee, in dieser Frage en wesentliches Problem der geplanten Neurege- lmg der europäischen Verhältnisse sieht. Daß E n g- l n d in Genf keine Reformvorschläge eingereicht hüt, ist nicht mangelndes Interesse, sondern gerade ungekehrt ein Zeichen des Ern st es, mit Ihn England diese Frage behandelt. Der englischen ^DÜtif geht es vor allem um die R ü ck k e h r T«utschlands in den Genfer Bund. Sie be- imchtet deshalb die Reformfrage als eine Gele- Mheit, die die Rückkehr Deutschlands erleichtern Ginnte, eben deshalb aber so lange nicht spruchreif ist, io.ange nicht auf der Fünferkonferenz eine grundsätzlich Klärung des Verhältnisses zwischen Deutschland urß) den anderen Mächten eingetreten fei. Vor dieser L< nferenz und bevor nicht die Ansichten Deutschlands bekannt seien, schrieb dieser Tage die „Mor- ning Post", könnten hinsichtlich der gesamten Völ- ik'bundsreform keine greifbaren Fortschritte er= Mt werden. Hier wird, zum Unterschied von der i Umstellung gewisser anderer Mächte, die Absicht deutlich, keine voreiligen Entscheid u n - n ohne Deutschland in einer Frage ein- ntten zu lassen, die England für außerordentlich nichtig hält. Nun ist zwar die Reformfrage als silzieller Verhandlungspunkt auf die Tagesord - nmg der kommenden Ratstagung gefetzt worden. Liier sicherlich wird man unter englischem Einfluß sic! mit der Einsetzung eines Ausschusses zur $tiifung und Ordnung der zahlreich eingegangenen Mormvorschläge begnügen und zunächst die tzirnfer-Konferenz abwarten. 3n den Kanzleien anderer Mächte hat man allerdings andere Vorstellungen und Absichten. In $ i r i s und vor allem in Moskau leugnet man liq)t nur die Notwendigkeit einer Umgestaltung ie; Genfer Bundes in dem Sinne, daß sich daraus Lik Möglichkeit der Mitwirkung Deutschlands erzeigen könnte. Man geht vielmehr darauf aus, den Wlkerbund noch mehr als bisher zum rvill- fafrigen Werkzeug der französisch - sowjetrusfischen (Etratengruppe zu machen, indem unter dem Deck- momtel der Völkerbundsreform die , von dieser Gruppe entwickelte Bündnispolitik nun erst »di-t in die Genfer Satzung eingebaut werden soll. 2ag der Völkerbund damit vollends zur Kulisse fiir militärische und politische Bündnisse und für die eiteren Staaten noch weniger anziehend würde, üecrt zwar auf der Hand. Trotzdem haben Pans m. Moskau schon bei der letzten Genfer Aus- -wche, die den Anstoß zur Reformfrage gab, sich f ert mit die er klar erkennbaren Absicht einge- h (tet und sich damit die führende und benschende Stellung bei der weiteren Behandlung ü Dinge sichern wollen. Beide Redner, Delbos i Litwinow hielten damals — im Juli an ■n Völkerbund, wie er heute ist, fest, lehnten jebe eiberung ab und trugen mit bemerkenswertem kiifchen Geschick ihre Gedankengänge im Sinne weiteren Verschärfung der Sankst s b e st i m m u n g e n des Völkerbundes vor. lamit war unter dem Druck und der Zielstrebigkeit >iier führender Genfer Mitglieder die ganze SevrmfraHe von vornherein auf das gewünschte Oer Führer übergibt dem V. Armeekorps feine neuen Truppenfahnen. Schützer der Ehre, der Krast und der Herrlichkeit der deutschen Nation. Parade bei Würzburg. Würzburg, 17. Sept. (DNB.) In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, hielten die Truppen des V. Armeekorps bei Giebelftadt in der Nähe von Würzburg als Abschluß der Korpsmanöver eine große Parade ab, bei der den Truppen auch d i e neuen Fahnen verliehen wurden. An 100 OOO Zuschauer wohnten dem herrlichen militärischen Schauspiel bei. Unter den vielen Ehrengästen sah man zahlreiche führende Persönlichkeiten der Partei, der Länderregierungen, SA.-, SS.- und NSKK.- Führer und viele frühere Offiziere sowie einige Offiziere fremder Staaten. In einem Viereck hatten die Fahnenkompanie, die das Infanterie-Regiment 55 stellte, die Offiziere des Generalstabs und die Kommandeure der Bataillone und Abteilungen, denen die neuen Fahnen verliehen wurden, Aufstellung genommen. Der Führer schritt mit dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, dem Oberbefehlshaber des Heekes, Generaloberst Freiherr von Fritsch, und dem Oberbefehlshaber der Gruppe II, General der Artillerie Ritter von L e e b, die Front ab und richtete dann an die Truppe folgende Ansprache: „Soldaten des V. Armeekorps! In wenigen Wochen sind genau 18 Jahre vergangen, feit die Große Armee, das stolzeste Wahrzeichen unseres Volkes, getroffen von einem heimtückischen Anfall, die Waffen und die alten Fahnen senken mußte. In einem Friedensvertrag, der uns als Diktat aufgezwungen wurde, hat der Gegner die Beseitigung dieses einzigartigen großen Heeres gefordert. Er tat dies in der Ueberzeugung, damit nicht eine Organisation aus dem Wege zu räumen, sondern um dem deutschen Volk einen tödlichen Schlag zu versetzen. Und dieser Schlag wurde möglich gemacht und hingenommen durch gewissens- und verantwortungslose Politiker. Was unser Volk seither durchmachen mußte, ist uns, auch euch allen bekannt: Nicht eine friedvolle Entwicklung, nicht eine Zeit der Völkerverständigung und Völkerversöhnung ist gekommen, sondern die Zeit des deutschen Jammers, des Elends und der Verzweiflung! Wenige Wonake'nach dem Zusammenbruch des allen Heeres entstand eine junge Bewegung in Deutschland mit dem Ziel, das deutsche Volk und das deutsche Heer wieder auszurichten. Dabei standen sich zwei Auffassungen viele Jahre lang gegenüber. Die erste meinte, Deutschland könne nur glücklich sein, wenn es am wehrlose st en wäre. Die zweite behauptete dagegen, daß das Glück nur dem zuteil werden kann, der es in seinen Geleise geschoben. Der Erfolg blieb denn auch nicht aus. Die Ratsentschließungen, die zur Uebermitb lung von Reformoorschlägen aufforderte, sprach nur noch von der „Notwendigkeit, die den Mitgliedern gebotenen Sicherheitsgarantien zu verstärken" und lenkte damit von einer umfassenden Fragestellung, die die ganze Verfassung des Bundes hätte betreffen können, mit Vorbedacht ab. Nun finden sich gewiß trotz dieses Beeinfluf- fungsversuches in den Vorschlägen vor allem der nordischen und der südamerikanischen Staaten nützliche und wertvolle Gedanken. Aber sie sind zumeist unbestimmt und erschöpfen sich in grundsätzlichen Betrachtungen. So wird Oie Notwendigkeit betont, den Universalismus des Völkerbundes durch Hinzuziehung der Außenstehenden zu verwirklichen. Schweden erinnert an die Abrüstungsfrage, Dänemark verlangt Behandlung der Wirtschafts- und Währungsverhältniffe, andere wieder bezeichnen es als unhaltbar, daß einseitig nur immer gewisse Artikel der Satzung angewandt werden. Auch gibt man dem Wunsch Ausdruck, daß der Völkerverhetzung von Genf aus entgegengewirkt werde. Aber w i e das alles geschehen soll, wird nicht gesagt. In demselben Rahmen der Unbestimmtheit halten sich die Forderungen, daß für die Schlichtung von Streitigkeiten, für die rechtzeitige Beseitigung von Spannustgen gesorgt und der Entstehung von Kriegen bereits im Keirn entgegengewirkt werden müsse. Neuseeland erinnert sogar an den Revisionsartikel. Alles nützliche Gedanken, aber es fehlen konkrete Vorschläge über das Wie. Den einzigen genau bis ins Einzelne durchgearbeiteten Plan hat Herr Litwinow oorgetegt. Und dadurch wird dieser Plan noch gefährlicher, als er es an sich schon ist. Herrn Litwinow allerdings interessiert über- Haupt nicht die Frage, wie auf friedlichem Wege Spannungsursachen beseitigt werden können; Moskaus Aufmerksamkeit erstreckt sich lediglich darauf, wie bei Konfliktsfällen d i e Genfer Kriegsmaschine möglichst schnell und mög- starken Faust en zu halten vermag. Seitdem sind 18 Jahre vergangen: Die zweite Auffassung h a t gesiegt! Sie hat das deutsche Volk wieder aufgerichtet und diese Aufrichtung damit gekrönt, daß ein neues großes Volksheer entstand, dessen Soldaten ihr heute seid! Das große Erbe der alten Armee, das von dem kleinen 1 0 0 0 0 0 - M a n n - H e e r weiter gepflegt wurde, geht damit jetzt wieder über a n eine große gewaltige Armee des ganzen deutschen Volkes! Ihr seid nun die Träger dieser einzigartigen, großen Tradition, die Repräsentanten eines neuen großen deutschen Heeres und damit die Schützer der Ehre, der Kraft und der Herrlichkeit der deutschen Nation! lieber dem neuen Reich wurde eine neue Fahne aufgezogen. Sie hat nichts zu tun mit Feigheit und Unterwerfung, sondern sie trägt den Gei st der deutschen Wieder- lichst leicht in Bewegung zu setzen ist. Nun hat sich im Abessinien-Konflikt die Unmöglichkeit der Forderung herausgestellt, daß in einem Konfliktsfall alle Bundesmitglieder zu militärischen Maßnahmen gegen den „Angreifer" schreiten. Darauf hat Frankreich den bekannten Gedanken der „R e g i o n a I p a f t e" entwickelt: die Verpflichtung zu militärischem Eingreifen soll auf die an einer bestimmten Region jeweils interessierten Staaten abgewälzt werden. Diesen Gedanken hat Moskau aufgegriffen, aber mit der bezeichnenden Abwandlung, daß die militärischen Sanktionen von den Staaten durchzuführen wären, die B eist andsverträge abgeschlossen haben oder es noch tun. Der Unterschied ist deutlich. Während Frankreich immerhin noch auf ein gemeinsames Vorgehen aller Mitglieder eines Regionalpaktes abzi'elt, läßt Moskau die Maske schon ganz und gar fallen. Hier geht es überhaupt nicht mehr um eine kollektive Aktion, auch nicht im begrenzten regionalen Bereich, sondern nur noch um das Funktionieren der Militärbündnisse. Durch Beseitigung der Einstimmigkeit bei Ratsbeschlüssen soll dann der Bündnismechanismus möglichst leicht in Beweguna zu setzen sein. Hier zeigt sich am deutlichsten der zersetzende Geist der Moskauer Vorschläge. Er widerspricht nämlich in jeder Weise der Idee des Völkerbundes als einer Gemeinschaft souveräner Staaten, daß eine G"uppe von Mitgliedern es in der Hand haben soll, bei lebenswichtigen Entscheidungen durch Mehrheitsbeschluß souveräne Staaten einfach zu überstimmen und sie gegen ihre Ueberzeugung zu einem Sanktionsfeldzug zu zwingen. Denn nach den Moskauer Plänen hätten alle Bundesmitglieder zumindest zu wirtschaftlichen Sanktionen zu greifen. Ein ebenso grotesker wie unerträglicher Zwang, den ein beschränkter Kreis auf die Gesamtheit ausüben könnte. Dor allem aber bestünde für gewisse Staaten, dank der Schar ihrer Verbündeten, nur zu leicht die Möglichkeit, sich jene Mehrheit zu beschaffen, die den Kriegsapparat in Bewegung fetzen kann. Dies ist offensichtlich die erhebung und der deutschen Wiederauferstehung. Eure Fahnen wehen in den Farben und Zeichen des neuen Reiches, eines Reiches der Volksgemeinschaft, deren Söhne ihr seid, deren Eltern euch hierher gesandt haben, um Dienst zu tun an der deutschen Ration. Im Namen dieses neuen Reiches übergebe ich euch die Fahnen und Standarten! Ihr werdet ihnen treu sein, wie einst die Regimenter und Bataillone der alten Armee ihren Fahnen treu waren! Ihr werdet als Söhne unseres Volkes, als Soldaten des nationalsozialistischen Dritten Reiches, als Wache des neuen Deutschlands hinter . den Fahnen marschieren! Ihr werdet, so wie auch die Generationen nach euch, eure Pflicht erfüllen! Und an die Spitze dieser Pflichterfüllung werdet ihr stellen: unser Deutschland, unser heiliges Reich!" Der Führer übergab dann jedem Kommandeur mit Handschlag seine Fahne, während eine Batterie einen Salutschuß abgab. Spekulation des Herrn Litwinows gewesen. Aber damit nicht genug. Kommt nämlich nicht einmal jener Mehrheitsbeschluß zustande, dann sollen die Bündnispartner trotzdem die Freiheit haben, nach eigenem Belieben zum Kriege zu schreiten. Dies ist der Höhepunkt der Anmaßung. Zugleich wird deutlich, daß es den bolschewistischen Reformatoren gar nicht um die Verwirklichung der „kollektiven Aktion" geht, sondern um freie Bahn für die Militärbündnisse. Das Kernstück des Sanktionsartikels hätte überhaupt keinen Zusammenhang mehr mit der Tätigkeit des Völkerbundes, die angebliche Verstärkung der Satzung endete in ihrer völligen Zersetzung. Es geht nicht nur um die Enthüllung der aggressiven Absichten der Herren im Kreml. Es geht auch darum, daß wieder Gedanken und Bestrebungen in die europäische Politik geworfen werden, die an den schweren Krisen des letzten Jahres schuld sind. Die Locarno-Krise mit ihren Folgen ist entstanden, weil man das französisch-sowjetrussische Bündnis als „Sicherheitsfaktor" in die europäischen Verhältnisse einführen und hoffähig machen wollte. Wenn die gleichen Bestrebungen jetzt wieder, auf dem Weg über Genf, in den Vordergrund gerückt werden, so ist das kein guter Auftakt, weder für die Fünfer-Konferenz noch für die Beruhigung und Bereinigung der europäischen Verhältnisse überhaupt. Solange solche Vorstellungen von der „kollektiven Sicherheit" herr- scken, wird weder der Genfer Bund gesunden, noch seine Anziehungskraft auf die draußen stehenden Staaten steigen. Dies wird man sich in London vor allem sagen müssen. »Ergebnis eines Boykotts."' L o n d o n , 17. Sept. (DNB.) Unter der lakonischen Überschrift „Ergebnis eines Boykotts" schreibt der „Evening Standard", vor zwei Jahren sei behauptet worden, daß die jud en feindlichen Maßnahmen der Nationalsozialisten die deutsche Schiffahrt zugrunde richten Dem Führer treu im Leben und im Sterben. Das Gelöbnis des Oberbefehlshabers des Heeres. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, dankte im Hamen des ganzen Heeres für die aus der Hand des Führers empfangenen Fahnen und Standarten und erklärte, sie werden für jeden Soldaten Sinnbilder de.r Treue, der Ehre und der Pflichterfüllung fein. Die Armee ist stolz und glücklich, die neuen Fahnen aus den Händen des INannes empfangen zu haben, der Deutschland vom Abgrund zurückriß, der ganz Deutschland mit nationalsozialistischem und soldatischem Geist erfüllt hat. Die Armee schwört unverbrüchliche Treue dem Wann, der auf freiem Grund ein freies Volk und eine st arte Wehrmacht geschaffen hat. Die Armee ist ihm freu, heute und immerdar, im Leben und im Sterben. Angesichts der neuen Fahnen und Standarten rufen wir: Unser Führer, der Schöpfer unserer Wehrmacht, Sieg heil! In der anschließenden Parade zogen die vielen tausend Soldaten an ihrem Führer vorbei. Die Zuschauer spendeten immer wieder Beifall. Ein imposantes Bild boten die motorisierten Truppen, die als neue Waffe besonders den Unterschied zwischen den heutigen und den großen Paraden der! Vorkriegszeit kennzeichneten. Eine F l i e g e r ft a f f e 1, die in geringer Höhe zum Abschluß über das Paradefeld flog, vervollständigte diesen Eindruck. Die Zuschauer hatten in den Pausen immer wieder nach dem Führer gerufen, und die Begeisterung, als er zum Schluß langsam an den Tribünen und tiefgestaffelten Reihen der Zuschauer vorbeifuhr, galt als Dank dem Mann, der Deutschlands Ehre wiederhergestellt hat und sie durch eine schlagkräftige Wehrmacht zu schätzen weiß. Auf allen Bahnhöfen, die der Sonderzug des Führers durchfuhr, hatten sich Z e h n t a u- fende Volksgenossen eingefunden, die den Führer mit herzlichem Jubel begrüßten. Der Führer in Oberhessen. Begeisterte Begrüßung im Vogelsberg. Lauterbach, 18. Sept (DRV.) Der Bevölkerung des Vogelsberges wurde gestern und heute eine freudige Ueberraschung durch den Besuch des Führers bereitet, der mit einem Sonderzug gestern nachmittag in Fulda eingetroffen war. In Fulda hatte sich die Kunde von der Ankunft des Führers schnell verbreitet und der freudig begeisterten Wenge gelang es trotz der Absperrung auf den Vahn- st e i g zu dringen, um den Führer so aus näch- ff et Rähe begrüßen zu können. Der Führer fetzte dann die Fahrt über Lauterbach nach Hartmannshain im Vogelsberg fort, von wo er heute morgen die Rückfahrt über Lauterbach wieder antrat. Die Kunde von dem Eintreffen des Führers hatte veranlaßt, daß die Bevölkerung des Vogelsberges in großen Waffen den Bahnhöfen auf der Strecke Lauterbach — Hartmannshain zuströmte, wo dem Führer begel- ff e r t e Huldigungen dargebracht wurden. Sine ll> M 1. August eine dem unter Hambu I IchuWff de s am Donner der Regierung eingeleiteten Schlichtungsverhandlungen im Arbeitsstreik in der Silier Paris, 17. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Leon Blum führte in einer Rundfunkrede u. 4 «sä' II*?Xll 'm, i r»; keinen Raum mehr, um die Pläne aufzuzählen, die zur Entwicklung der deutschen Hilfsquellen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen des deutschen Volkes durchgeführt werden. Diese Pläne seien ungeheuer. Sie seien erfolgreich. Er sei jedoch überzeugt, daß England in der Lage wäre, noch größere .Dinge in dieser Hinsicht zu leisten, wenn seine Herrscher den Mut dazu hätten. wti)el Segelschulschiff „Horst Wessel" in Dienst gestellt nfi»-rS8t> ! Herein. 1 Das ist das neue Temperament der deutschen Jugend. Ihr Glaube an die Bewegung und ihren Führer ist von einer beinahe religiösen Inbrunst. Katholiken und Protestanten, Preußen, Bayern, Arbeitgeber und Arbeiter sind zu einem einzigen Volk zusammen- gefügt. Religiöse, provinzielle und Klassenunterschiede zerspalten die Ration nicht mehr. Es herrscht eine Leidenschaft der Einmütigkeit, geboren aus bitterer Notwendigkeit. Ich habe überall eine heftige und kompromißlose Feindschaft gegen den Bolschewismus gefunden, verbunoen mit einer echten Bewunderung für das britische Volk und den tiefen Wunsch nach einer besseren und freundschaftlicheren Verständigung mit England. Die Deutschen haben sich endgültig entschieden, nicht mehr gegen uns zu streiten. Auch haben sie keinerlei Rachegefühle gegenüber den Franzosen. Aber es herrscht ein wirklicher Haß gegen den Bolschewismus. Deutschland ist indessen zu einem Einmarsch in Rußland ebensowenig bereit wie zu einer militärischen Expedition nach dem Mond. Zum Schluß erklärt Lloyd George, er habe Ein glücklicheres Deutschland. George berichtet über seine Eindrücke im nationalsozialistischen Deutschland. Außenminister Eden ist nach völliger Wiederherstellung von seinem Windpockenanfall in das Auswärtige Amt zurückgekehrt. Der Minister hat sofort die Frage der Westpaktkonferenz in Angriff genommen. Er beabsichtigt, eine Note an Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien zu richten. Die Frage des Zusammentritts des Tagungsortes der Konferenz soll durch diplomatische Vorbesprechungen geklärt werden. * Die Londoner Anwaltsfirma Arram, Fairfield & Co. hat an den Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag ein Telegramm gesandt, in dem im Auftrage „d e s Kaisers von Abessinien und seiner Regierung" die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung „zur Anhörung der abessinischen Beschwerden gegen Italien" beantragt wird. 'en saft alle no: Gräber soso, impften HM f len Truppen b i >. daß sie erst nr leben waren. $ j ..Zusehen, ! ife ermordet nii iit unoorftellk m ersten Tag t mb bann nach ganze Fair : ibenben ins Ue ’ samt sinb in b? ■ morbet worb' liefe Sdjilberunp onalistifchen Iw | Provinz Corde:: i im Ater von!: tiliz burch Ap bie gleiche Bii ferner eine M In den (Erörterungen der Börse spielen gegenwärtig die zu erwartenden Dividendenausschüttungen der großen Montankonzerne, soweit sie per 30. Juni bilanzieren, eine vorherrschende Rolle. Die Hoesch Koln- Ne ue ssen AG., die wie, jedes Jahr den Reigen eröffnet, wird ihre Bilanzsitzung am 23. September abhallen, man erwartet eine Erhöhung des vorjährigen Dividendensatzes um 0,5 auf 3,5 v. H. Bei der Entscheidung über die Hohe der Ausschüttung an die Aktionäre steht überall in der Montanindustrie der Gedanke an die Selbstfinanzierung im Vordergrund, die durch den im Verlauf des Konjunkturaufschwunges immer stärker gewordenen Erneuerungs- und Ergänzungsbe- darf für die Produktionsanlagen notwendig geworden ist. Der Produktionsumfang hat im abgelaufenen Geschäftsjahr überall den Höchststand von 1929 fast erreicht, und wenn die wertmäßigen Umsätze hinter den damaligen Summen Zurückbleiben, so liegt das an dem im Vergleich xu 1929 niedrigeren Preisniveau für die Erzeugnisse der Montanindustrie. Zwar hat die immer mehr gesteigerte Ausnutzung der Anlagen ein günstigeres Verhältnis zwischen fixen Kosten und Einzelprodukt ermöglicht, doch machen sich andererseits die zahlreichen älteren und weniger leistungsfähigen Werke und Betriebsteile, die jetzt wieder in den Arbeitsprozeß einbezogen werden mußten, als kostenerhöhende Faktoren bemerkbar. Jedenfalls ist die Investition bedeutender eigener Mittel bei allen Gesellschaften eine zwingende Forderung, die im abgelaufenen Jahre bereits zu diesem Zwecke aufgewandten Summen dürften keineswegs den vorhandenen Ersatzbedarf befriedigt haben. Auch die anderen Konzerne dürften daher ihre Dividendenentscheidung unter ähnlichen Gesichtspunkten und mit ähnlichem Ergebnis treffen wie die Hoeschgruppe. zahlreicher Teilstrecken feiner Vollendung um ein gutes Stück näher gebracht worden. Automobilindustrie und Kraftfahrer beginnen mit der fortschreitenden praktischen Erfahrung, sich den hier geschaffenen in vieler Beziehung vollkommen neuen Bedingungen anzupassen. Eine sehr wichtige Frage für den Verkehr auf den neuen Straßen ist jetzt durch eine Beteiligung des Reiches vollzogene Gründung gelost worden, nämlich die Betriebsstoff-Frage. Die Reichsautobahn-Kraft- ftoff - G. m. b. H., Berlin, dient dem Vertrieb von Treibstoffen und Schmierölen an den Reichsautobahnen. RAK. tritt oer Gesellschaft Reichsautobahnen gegenüber als Pächterin auf und führt nach Abzug gewisser Gewinnanteile den Reingewinn aus dem Berkaus der Treibstoffe und Oele an die Gesellschaft Reichsautobahnen ab, so daß dieser eine besondere Einnahmequelle erschlossen wird, ohne daß der Straßenbenutzer dadurch zusätzlich belaste.! wird. Führen werden die Tankstellen nur markenlosen Einheitstreibstoff und markenloses Einheitsgemisch, Oele dagegen in den gewohnten Marken. Es dürfte damit zu rechnen sein, daß ungefähr alle 25 Kilometer im Gesamtdurchschnitt des Reichsautobahnnetzes eine Tankstelle errichtet wird. Der Besuch des französischen Hande l s m i n i ft e r s B a st i d in der Reichshauptstadt hat Veranlassung gegeben, die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen gründlich zu überprüfen. Beide Länder können sich sehr wohl einander ergänzen, zumal Frankreich nicht nur a l s Rohstofflieferant, insbesondere für Eisenerze in Frage kommt, sondern auch Aussicht hat, wie früher Erzeugnisse seiner hochwertigen Fer- tigindustrie in Deutschland abzusetzen. Umgekehrt braucht Frankreich Kohlen sowie Erzeugnisse der chemischen und elektrotechnischen Industrie, die es in ausreichendem Maße selbst nicht herstellt. Frankreichs Handelspolitik hat es indessen immer verstanden, eigene Wege zu gehen, wie es denn auch Frankreich war und ist, das in Europa als Hochzollschutzland an erster Stelle steht. Frankreich ist es auch gewesen, das zuerst die Technik eingeführt hat, die Einfuhr bestimmter Waren mengenmäßig zu beschränken, so daß sich von selbst die Entwicklung ergab, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Frankreich hat außerdem das Bedürfnis, feine Handelsbilanz etwas besser auszugleichen, nachdem die Zahlungsbilanz infolge der andauernden Kapitalflucht eine immer stärkere Belastung aufzeigte. Aber Deutschland und Frankreich sind nun einmal Nachbarländer, haben eine verhältnismäßig lange gemeinsame Landgrenze, so daß sich daraus schoy der Zwang ergibt, sich nicht durch Zollmauern und andere Maßnahmen gegeneinander abzuschließen. Die Belebung des deutsch-französischen Warenaustausches wird für beide Länder von Vorteil sein, vorausgesetzt, daß es der französischen Regierung gelingt, mit den Unruhen in den Industriegebieten fertig zu werden. Auf den R o h st o f f m ä r f t e n ist, international» gesehen, ein Preisauftrieb erfolgt, der sich besonders bei Getreide und Textilien ausgewirkt hat. Außergewöhnlich scharf ist auch das Anziehen der Rohgummipreise, denn während auf einer Preisgrundlage in Gold = 100 im Juni 1932 der Preisspiegei am 16. September 1935 für Rohgummi bei 250,3 lag, betrug er am 14. September 1936 331,1. Der Preisauftrieb für Textilien ist nicht so erheblich, denn im Vergleich zum September 1935, wo ein Preisspiegel von 117 erreicht wurde, liegen die Preise zur Zeit bei 128,5. Dabei ist wohl entscheidend, daß Rohbaumwolle wieder etwas nachgegeben hat, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß in den Vereinigten Staaten wieder 1 Million Ballen bevorschußter Baumwolle freigegeben werden soll. Dagegen haben Metalle allgemein nicht angezogen, denn hier ist sogar ein Preisrückgang eingetreten, obschon bestimmte Metalle wie Kupfer, Zinn und Blei sehr hohe Umsätze erzielten. Der Gesamtdurchschnitt aller Warengruppen, der im September 1935 122,4 betrug, wurde am 14. September 1936 mit 134,4 gemessen. International hat das Geschäft auch unter den politischen Ereignissen gelitten, vor allem durch den wachsenden Druck, der auf Westeuropa von Moskau her ausgeübt wird. Das ist wohl auch die Ursache, daß die internationale Belebung, die feit dem Frühjahr erwartet wurde, ausgeolieben ist. Nur Deutschland macht hier eine Ausnahme, was auch wieder aus dem Geschäftsbericht des rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats hervorgeht. Auch die Mitteilung des Reichsarbeitsamtes, daß der Arbeitseinsatz im August weiter gestiegen ist, sodaß die Zahl der Arbeitslosen nicht viel mehr als eine Million beträgt, bestätigt, daß der Wirtschaftsauftrieb in Deutschland auf fester Grundlage ruht. lt» b” II * fr» u 3 Unb &W ’Mte®ünbu(. 16 franjöj n ^ch mit ti । Besichtigung der neuen Re ich s autob ahnst r e ck e München—Landesgrenze und der neuen Doralpenstraße. „Mir imponierte vor allem", so führte er aus, „d i e Anlage der Brücken, wobei ich nicht nur die Technik bewunderte. Besonders schön wirkte die künstlerische Anpassung der Bauwerke an den Charakter der Landschaft. Die Konstruktionen waren wie Spielzeuge scheinbar nur ganz leicht in die Berge hineingelegt, worin sich die architektonische Meisterschaft zeigte." Kleine politische Nachrichten Reichsminister Dr. Goebbels wird sich am Sonntag früh zu einer zehntägigen Studienreise nach Griechenland begeben. 2-rtreter der „Rheinischen Landeszeitung" erklärte b» polnische Botschafter in Berlin, Lipski, über sime auf dem Parteitag der Ehre in Nürnberg ge- muibe am ii tannenen Eindrücke u. a.: „Der nächtliche Borbwu pell der Politischen Leiter auf der hfrtr emh L ppelinwiese hat durch seine künstlerische Vollkom- lln8t in feinJ mmheit und durch die Wucht der Konzeption einen 9en Flüchtlinge vergeßlichen Eindruck hinterlassen. Diese Abend- Die »flüthtii V nben s^hen am allerlebhaftesten vor meiner Er- 1QnnpI . Z.,inerung. Durch die neue Scheinwerferanlage schien ... J ,n -oilby ein Dom von Licht aufgebaut. Die zahllosen Wen auf F hnen boten ein phantastisches Bild, das 5 Flüchtling ieben Augenzeugen ergreifen mußte." Sehr asrfennenb äußerte sich der Botschafter über eine kuiyright der „Deutschen Nachrichtenbüro G.m.b.H." Bonbon, 17. Sept. (DNB.) Der frühere eng- lilda Ministerpräsident Lloyd George, der so- Mtii von seinem Besuch in Deutschland, wo er zwei- tta mit dem Führer zusammentraf, zurückgekehrt ft, I berichtet, wie schon kurz gemeldet wurde, im i,D.öili) Expreß" über seine Eindrücke. Lloyd George ki ibt u. a.: „vch habe jetzt den deutschen Führer und auch 6T15 von der großen Veränderung, die er herbei- gf chrt hat, gesehen. Mit Recht hat er in Nürnberg Dir: uf Anspruch erhoben, daß seine Bewegung in in Jahren ein neues Deutschland ge- iWt hat. Es ist nicht das Deutschland der ersten ch Nachkriegsjahre — gebrochen, niedergeschlagen nt gebeugt von einem Gefühl der Soroe und Un- ihgkeit. Deutschland ist jetzt voller Hoffnung und tiii rauen und mit einem neuen Gefühl der Ent- plMenheit erfüllt, sein eigenes Leben ohne Ein- ifaoung irgendeines äußeren Einflusses zu führen. ji erste Male seit dem Kriege ist ein allgemeines ;f. hl der Sicherheit vorhanden. Das Volk ist freu« gr. Es ist ein glücklicheres Deutschland. Lin Mann Hal dieses Wunder vollbracht; er ifi ein geborener Menschenführer, ehe magnetische, dynamische Persönlichkeit mit ehern einheitlichen Ziel, einem entschlossenen Tillen und einem furchtlosen Herzen. Er ist nicht nur dem Namen nach, sondern t a t s ä ch - ! iach der nationale Führer. Er hat t>cs Volk gegen potenzielle Feinde geschützt, von ömen es umgeben war. Hebet seine Volkstüm- Ityiteit besonders unter der Jugend kann nicht )«- geringste Zweifel bestehen Die Akten vertuen ihm, die Jungen vergöttern ihm. Ls ist nicht die Bewunderung, die einem volkstümlichen Führer zuteil wird, es ist die Verehrung eines Nationathelden, ta sein Land von äußerster Verzweiflung und KL Hier spricht Rußland 9iti Gießen (Dammstraße 45), den 17. September 1936. vor dem Neuen Friedhof. 5787Ö 5791D Geschäftsdrucksachen 7 sofort z. vermiet. Mieter. Schriftl. 5789 D Telefon-Anfi unt. 4050. (b frag. Angeb. u. 04262 68ood an o. Gietz. Anz. FLAMMER SEIFE Vorzüglich für Ihren Hausputz! In allen einschlägigen Geschäften zu haben 2i« ift k Wunftaus Aschen 5ßi MuW fiten der , Produktionen !?'kbN o Reichs-Fahrplanbesprechung in Heidelberg. Unter dem Vorsitz des Direktors der Deutschen Reichsbahn, Dr.-Jng. Leibbrand fand die 17. Reichs-Fahrplanbesprechung in Heidelberg statt. Die Verhandlungen erstreckten sich auf eine Bewältigung des Massenverkehrs bei den großen Veranstaltungen und des KdF.-Verkehrs, Ferner wurden die Erfahrungen im Schnelltriebwagenverkehr und beim Betrieb der Reichsautobahnlinien ausgetauscht. Einen breiten Raum nahm die Aussprache über die Abwicklung des Spitzenverkehrs in der Hauptreisezeit sowie zu den Festzeiten (Urlauberverkehr) ein. Rach den Erfahrungen vom letzten Jahr ist es nötig, zur Durchführung des im Sommer besonders stark angewachsenen Schnellzugverkehrs künftig in noch größerem Umfange Entlastungs-Schnellzüge einzulegen. Demgemäß wurde eine Reihe neuer Saison-Schnellzüge beraten. Hervorzuheben sind auch die Verhandlungen über Verbesserung des deutsch-dänischen Verkehrs, des Schnellzugverkehrs zwischen Ostpreußen und dem Reich, der Verbindung England—Belgien —Süddeutschland, des Zugverkehrs K ö l n — S i e - gen — Frankfurt (M), Einrichtung neuer Schnelltriebwagenläufe Bremen — Berlin und Hamburg — Frankfurt (M) für den Fall, daß weitere Schnelltriebwagen beschafft werden können. Schließlich wurden die Anträge des Fahrplanausschusses der Industrie- und Handelskammern be- Danksagung. Allen, die uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen haben, sagen wir hiermit herzlichen Dank. Kath. Haus, geb. Gerlach. Fellingshausen, den 16. September 1936. Die Natur hilft immer noch am Besten. Mit Sonnentee trinken >ie die Heilkräfte der Natur. Er erhält gesund, schlank, arbeits- und lebensfroh. 50 5) u. 1.—. Weitere Auskunft und Verkauf: 4383v Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17. Mädchen f. tagsüber zum 1. Okt. gesucht. Frau 57820 Mangelsdorff, Seltersweg 54 I Unser lieber Kamerad Wntasdi ist zur großen Armee abberufen. Zur Trauerfeier Antreten der Kameraden am Samstag, dem 19. September 1936, 10.45 Uhr, sonendampfer zusammen. Infolge eines .^verbrecherischen Verstoßes gegen die elementarsten Regeln der Schiffahrt" fuhr der Schlepper auf den Dampfer aus, der sofort sank. Don den 35 Fahrgästen konnten nur 21 gerettet werden. Die restlichen 14 Fahrgaste ertranken. Verbandstagung des Reichsverbandes Deutscher Offiziere. Der R.D. O., die Spitzenvertretung der Offiziere und Beamten a. D. der alten Wehrmacht, hält dieser Tage in Berlin in Gegenwart seines Ehrensuhrers Generalfeldmarschalls v. Mackensen seine große Arbeitstagung ab, zu welcher sich die Landesverbands- und Ortsgruppenführer aus allen Teilen Oes Reiches zur Beratung von Derbandsfragen zusammenfinden. Seine Verbundenheit mit der neuen Wehrmacht hat der R. D. O. am ersten Sitzungstage durch Telegramme an den Führer und an den Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg,^. denen die Bewunderung der für die Wiederherstellung unserer Wehrhaftigkeit geleisteten Arbeit zum Ausdruck kommt, bekundet. LZ. „Hindenburgs" 8. Nordamerikafahrt. — Ehrung des 1000. Fluggastes. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Donnerstag 20.48 Uhr unter dem Kommando des Kapitäns Lehmann zu seiner 8. Nordamerikafahrt gestartet. An Bord befinden sich 72 Passagiere und 60 Mann Besatzung, zusammen also 132 Personen. Das ist die größte Personenzahl, die bisher über den Ozean befördert wurde. Die achte Fahrt des Luftschiffes erhielt insofern besondere Bedeutung, als sich an Bord der 1 0 0 0. Fahrgast des LZ. „Hindenburg" befindet. In einer kleinen Feier würdigte das Vorstandsmitglied der Deutschen Zeppelin- Reederei, Präsident Karl Christiansen, die Tatsache, indem er auf die weltumspannenden und glückhaften Fahrten des Luftschiffes hinwies, die einen Markstein in der Entwicklung des Weltluftverkehrs bildeten. Präsident Christiansen beglückwünschte den 1000. Fahrgast, Mrs. Elliott White-Springs aus Fort Mill, South Carolina, und überreichte ihr einen Blumenstrauß sowie eine kunstvolle Schale aus Duraluminium, dem Baustoff des Luftschiffgerippes. Schwere Hochwasserschäden in Texas. Nach einer Meldung aus San Angelo in Texas führt der Fluß Concho infolge zweitägiger Wolkenbrüche Hochwasser. Ein großer Teil der 26 000 Einwohner zählenden Stadt San Angelo ist überschwemmt. Etwa 300 Wohnhäuser wurden von den Fluten fortgerissen, weitere 200 stehen unter Wasser. Ein mehrere Meter tiefer Strom wälzt sich auch durch Teile des Geschäftsviertels. Der Sachschaden wird bereits auf 1 Million Dollar geschätzt. Das höchstgelegene Observatorium im deutschen Sprachgebiet. Auf dem Gipfel des Haselekars auf der Nordkette bei Innsbruck wurde in 2300 Meter Meereshöhe eine astronomische Beobachtungsstelle fertiggestellt. Dieses Observatoriurm das das Höch st gelegene im deutschen Sprachgebiet ist, wurde von der Innsbrucker Universitäts-Sternwarte mit Unterstützung des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck errichtet. Die Notwendigkeit der Errichtung dieses Observatoriums ergab sich dadurch, daß die Lage der Sternwarte in Hoetting durch die helle Beleuchtung der Stadt Innsbruck und den starken Dunstschleier für photographische Aufnahmen astronomischer Objekte in den letzten Jahren immer ungeeigneter geworden war. lait X Für die Herbsttage! 5792A Strickkleidung Kleider • Westen • Pullover • Blusen große Auswahl, besonders preiswertl Achtung! Achtung Bringe morgen auf den Wochenmarlt (LindenM schneeweißen «m« Blumenkohl (große Köpfe) Stück nur 20-30 Pf Schnittfeste Tomaten Pfd. 10 Pf Gebe. Schmidt raten und die für die Europäische Fahrplan-Konferenz zu stellenden Anträge vorbereitet. Die Ceiftung der Reichsbahn beim Reichsparteitag. Die Reichsbahndirektion Nürnberg teilt mit: Nachdem am Dienstag und Mittwoch rund 400 Sonderzüge zur Rückbeförderung der Teilnehmer am Reichsparteitag der Ehre abgefertigt worden sind, hat Donnerstag früh der letzte Zug des geschloffenen Rücktransportes den Bezirk der Reichs- bahndireküon Nürnberg verlassen. Damit ist die bisher größte Sonderzugbewegung für den Reichsparteitag in Nürnberg glatt und reibungslos abgewickelt. Die Reichsbahn hat über eine Million Menschen zum Reichsparteitag nach Nürnberg befördert und die gleiche Zahl auch wieder zurückgefahren, so daß die Gesamtleistung der Reichsbahn in diesen Tagen über zwei Millionen Reisende umfaßt. Bei dieser Zahl ist der Durchgangsreiseverkehr durch Nürnberg nicht berücksichtigt. Trotz stärkster Belastung aller Strecken und Bahnhöfe in und um Nürnberg durch diesen gewaltigen Personenverkehr wurde auch der sehr starke Güterverkehr ohne Schwierigkeiten bewältigt. Dank der hingebenden Ärbeit aller Beteiligten ist diese große Sonderzugbewegung in diesem Jahre wieder ohne Störung und mit größter Pünktlichkeit abgelaufen. 14 Tote bei einem Schiffsunglück auf der Rewa. Auf der Newa in Leningrad stießen nach einer Meldung der „Jswestija" ein Schlepper und ein Per- ■ Die ^n' |f. Ä und wach I huD. sür wotM ' (finen 1 Hotte ritR bruorl' A djriti der p iien wieder' Verpachtung hinten Lott« ßm nut der rie zu em der oorgelec Beteiligung gewiinichten Unter der nahm der f Verhältnissen 20. Juni 17 tung. Du Grundlage wurden fäm tung einer stellt. Im, I Leitung die Ballung Lotterie-M nen unterste an die Spitz General-Lot Verwaltung Um die x Reiche außc sieben weite fische, j)ami burg-Schwer !S* te;. te-i i ES "Mer uni 0 f"miäOia Fs r *w bw,fd inö MH IhgfS «e Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten GeschSftskarten bei Brllhl, Schulstr. | Vermietungen Schöne Nöbl. Zimmer mit Unterstellraum für Motorrad gesucht. 04252 Ziegler, Goethestratze 56 [Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnis« abschristen dem Be- werbungsichreiben beilegen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Ra« men und Anschrift des Bewerbers tragen! Wir suchen zum 1. Oktober einen fleißig., sauberen u. ehrl. längeren Eout- oder yMMfAN für Botengänge u.einfache Büroarbeiten.— Bewerber mit zeichnerischem Talent wollen ihre Angebote schriftlich unter Beifügung von Zeugnissen, Lebenslauf u.Ge- haltsansvr. baldigst einreich, an Schulz & Fung, MW für Silber- und Porzellanküche gesucht. 5799D Bahnhofs* gaststätten Gießen. Solides,williges Mädchen das kochen und allen Hausarbeiten vorstehen kann, für einen Haushalt (älter. Ehepaar), in der Nähe v. Gießen, möglichst zum 1. Oktober bei gut. Lohn gesucht. Schriftliche Angebote u. 5801V an d. Gieß. Anz. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vormahlungsanzeigen Geburtsanzeigen Altersvereinigung 1880-1930 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsei e Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Wilhelm Reusch geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 19. September, vorm. 11 Uhr statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. 5794 D _____________________________ An Höhe wird die neue Beobachtungsstelle auf dem Hafelekor nur vom Observatorium auf dem Jung, fraujoch (Schweiz), das aber noch nicht fertlggestellt ist, und von einer astronomischen Warte am Piv du Midi in den Pyrenäen übertroffen. Schulungslager für bildende Künstler. In enger Zusammenarbeit mit der Reichskammer der bildenden Künste hat der Gaukulturwart der NSDAP. Kölsch in der Saarpfalz em Schu« lungslager für bildende Kunst er m der Gauführerschule in Annweiler errichtet. Zu dem ersten Kursus, der vom 14 September bis 26. September dauert, haben sich zahlreiche Maler und Graphiker, Bildhauer und Gebrauchsgraphiker zu gemeinschaftlicher Arbeit zusammengefunden. Die praktische Arbeit wird ergänzt durch eine Reche von Vorträgen führender Persönlichkeiten, u. a. über nationalsozialistische Kulturpolitik, über Maltechm- ken, insbesondere die Technik der Wandmalerei, über den Bildhauer und das neue Bauen, über die Arbeit der NSV. für die Künstler und über den Aufbau unseres Kulturlebens durch die Reichskulturkammer. Am Schlußtage wird eine Ausstellung von Arbeiten der Teilnehmer am Schulungskursus Rechenschaft über das Geleistete ablegen. — Der Annweiler Kursus ist der Anfang eines weitgesteckten Programms der Reichskammer der bildenden Künste für die Heranführung der Künstler an unsere Zeit und ihre praktische Schulung für die neuen großen Aufgaben, die der Nationalsozialismus in Staat und Bewegung dem bildenden Künstler stellt. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Jranffurt Die von Südwesten hereindringende feuchtwarme Mittelmeerluft konnte am Donnerstag auch auf die westlichen und südlichen Teile unseres Bezirkes Ein» fluß nehmen und leichte Regentätigkeit Hervorrufen. Im übrigen Deutschland setzte sich dagegen das herbstliche Schönwetter ungestört fort. Inzwischen hat sich auch das Hochdruckgebiet von der Ver- flachung von Skandinavien nach Osteuropa Der« lagert, so daß eine Umgestaltung der Großwetterlage im Gange ist, die vorerst aber für unser Wetter noch keine größere Bedeutung erlangt. Wir verbleiben vorerst noch im Bereiche feuchter Misch- lüft, die vornehmlich Nebelbildung begünstigt. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst zeitweise aufheiternd, im allgemeinen trocken, Temperaturen wenig geändert, schwache Luftbewegung. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig und neblig, veränderliche Bewölkung und bei westlichen Winden zunehmende Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 17. September: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 14,1 Grad; am 18. September: morgens 11,5 Grad. Maximum 20,8 Grad; Minimum heute Nacht 10,4 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. roftufiXM 11 Kartenspielende Bahnwärter, verwahrloster Oberbau — Spottzeichnung der Sowjet-Zeitung „Prawda vom 6.10.1933. Der Universitätsverlag von Robert Noske, Leipzig, gab em Buch unter dem Titel „$)ier spricht Rußland" heraus. Es sind Selbstbekenntnisse der Sowietpresse, „Witze von1 bolschewisti^en Karikaturisten, die sicherlich nichts verhöhnen würden, wenn es das etwa nicht m Rußland gäbe. Was hier der krasse Witz zeigt, ist also r e i n e W i r k l i ch k e i t. Durch Verwahrlosung und Lo ^wirtschaft sind die meisten Eifenbahnwege in Sowjetrußland zu Todesstrecken geworden. (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus aller Welt. Gr. 2-Z.-Wohnung mit Bad u. Balkon sofort zuver- vermieten. 678sD Carl Haas Schubertstr. 2II | Mietgesuche I 4-5-3lmmer- Wohnung m. Zubehör zum l.Okt. od. später v. pensioniertem Beamtens 2 Personen) gesucht. Schr. Angeb. m. Preis unt. 04260 an d. Gieß. Anz. 4-S-Zim.- Wohnung per sofort oder später gesucht. Schriftliche Angebote u. 04266 an d. Gietz. Anz. Zimmer gesucht 5-Zimmer r_,. Wohnung wvt/iiuuy Heizung u. Metz. (Nähe Bahnhof) Wasser. Dauer- ikin Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden BilduMer» schrifien, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am ®eob- achten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinlten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden RM.4,80 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätterl Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Gießen 57940 Ebelstraße 22p. bei Brühl, Schulstr.7 Gestern abend verschied plötzlich und ganz unerwartet nach einem arbeitsreichen und pflichtvollendetem Leben mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Reusch, Lokomotivführer 1. R. im vollendeten 56. Lebensjahre. Donnerstag früh 2.30 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden unsere treusorgende, innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Roth Witwe, geb. Schmidt im Alter von 51 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Steinmuller Familie Heinrich Roth Familie Karl Volk Liselotte Roth und alle Angehörige. Wieseck,Trohe, Staufenberg,Kinzenbach,Rödgen und Großen-Buseck, den 18. September 1936. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. September, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Wieseck, Philosophenstraße 20, aus statt In tiefer Trauer: Frau Auguste Reusch, geb. Merkel Die Beisetzung findet am Samstag, dem 19. September, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 04259 Von Beileidsbesuchen bitte absehen zu wollen. .u u w greitag, 18. September 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 219 Zweiter Blatt Sie geschichtliche Entwicklung der Staatslotterie. Aus den Anfängen des deutschen Lotteriewesens. Gewinnplan und Geschäftsführung. - Wie wird gezogen? Die Anfänge eines staatlichen Lotteriewesens in Deutschland finden wir zu Beginn des 18. Jahr- Hunderts. Damals überließ der preußische Staat die Veranstaltung von Lotterien Privatpersonen und machte dieselbe nur von seiner Genehmigung bzw. von der Entrichtung einer bestimmten Abgabe für wohltätige Zwecke abhängig. Einen neuen Abschnitt in der Geschichte des Lotteriewesens bildet das Patent vom 1. Fe» bruar 1 7 63, durch das sämtliche Lotterien monopolisiert wurden. Die endgültige Organisation einer Klassenlotterie wurde hierdurch aber noch nicht geschaffen. Da die auf das neugeschaffene Monopol gesetzten Erwartungen nicht in Erfüllung gingen, schritt der preußische Staat zur Abgabe der Lotterien wiederum an Privatpersonen im Wege der Verpachtung. Im Jahre 1767 wandten sich die gesamten Lotteriepächter an König Friedrich den Großen mit der Bitte um Erlaubnis, eine Klassenlotterie zu errichten. Der König gab dieser Bitte statt', der vorgelegte Plan hatte jedoch wegen mangelnder Beteiligung der Bevölkerung zunächst nicht ganz den gewünschten Erfolg. Unter der Regierung Friedrich Wilhelms II. übernahm der preußische Staat nach Ablauf des Pachtverhältnisses durch das Lotterie-Edikt vom 20. Juni 1794 die Lotterie in eigene Verwaltung. Dieses Edikt bildete die erste gesetzliche Grundlage der Preußischen Staatslotterie. Damit wurden sämtliche Lotterien der einheitlichen Leitung einer General-Lotterie-Administration unterstellt. Im Jahre 1810 folgte der vereinheitlichten Leitung die Einheit der staatlichen Verwaltung im Lotteriewesen. Statt der General- Lotterie-Administration, der noch mehrere Direktionen unterstellt waren, wurde eine einzige Behörde an die Spitze der Staatslotterie gestellt, nämlich die General-Lotterie-Direktion. Dieser lag die gesamte Verwaltung des staatlichen Lotteriewesens ob. Um die Jahrhundertwende gab es im Deutschen Reiche außer der Preußischen Klassenlotterie noch sieben weitere Staatslotterien, nämlich die Sächsische, Hamburgische, Braunschweigische, Mecklen- burg-Schwerinsche, die Hessische, die Lübeckische und die Thüringisch-Anhaltische. Bis auf die Sächsische und die Hamburgische Lotterie haben sich alle Lotterien in den Jahren 1904 bis 1906 der Preußischen Staatslotterie angeschlossen. Als dann in den Jahren 1911 und 1912 die süddeutschen Länder Bayern, Württemberg und Baden, die bis dahin keine eigene Klassenlotterie hatten, Anschluß an die Preußische Staatslotterie fanden, erhielt die Klassenlotterie die Bezeichnung „Erste Preußisch-Süddeutsche (227. Preußische) Klassenlotteri e". Schließlich brachte der Staatsoertrag zur Regelung der Lotterieverhältniss e, der zwischen Preußen, Bayern, Württemberg und Baden am 13. Juni 1927 zum Abschluß kam, der Preußisch - Süddeutschen Klassenlotterie ihre heutige Form. Die Vertragsländer errichteten zum gemeinsamen Betriebe einer staatlichen Lotterie unter der Bezeichnung „Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie" eine rechtsfähige Anstalt mit dem Sitz in Berlin. Das Lotteriegebiet dieses Unternehmens umfaßt die Vertragsländer sowie die Länder, die sich an Preußen durch Lotterievertrag schon vorher angeschlossen hatten, d. h. das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches außer Sachsen und Hamburg. Die Staatslotterie ist kein p r. i v a t k a p i t a - listifches Unternehmen, sondern eine Staatsbehörde, die im gemeinnützigen Interesse des Staates arbeitet. Die Organe dieses neuen Unternehmens sind 1. der Staatslotterie-AuL schuß und 2. der Präsident der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie (früher General-Lotterie-Direktion). Der Staatslotterie-Ausschuß, der sich aus Vertretern der Finanzminifter der vier Dertragsländer zusammensetzt, hat die Aufgabe, die Geschäftsführung des Unternehmens in allen Zweigen der Verwaltung zu überwachen; er hat insbesondere den Gewinnplan zu genehmigen, sowie das Recht und die Pflicht, sich jederzeit über die Zweckmäßigkeit und Richtigkeit der Geschäftsführung zu unterrichten, bei der Einstellung und Entlassung von Lotterie-Einnehmern mitzuwirken, die Jahresrechnung (Bücher, Bestände, Kasse usw.) zu prüfen Ziehung 1875 durch Potsdamer Waisenknaben. — (Atlantik.) * ■ ' w Ziehung 1935 durch amtliche Ziehungskommissare. — (Atlantik.) und Maßnahmen für die Verwaltung der Anstalt zu beschließen. Der Präsident der Staatslotterie verwaltet die Anstalt für das ganze Lotteriegebiet. Jeden Lotteriespieler bewegt die Frage, wie die Feststellung der Gewinnlose erfolgt. Daß unter allen Umständen alles „mit rechten Din- g e n" zugeht, dafür bürgt der staatliche Charakter der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie. Davon kann sich jeder Spieler selbst überzeugen, denn die £uftfcbuh ist eine nationale Notwendigkeit. Ziehungen sind, ebenso wie das Einschütten der Nummern- und Gewinnröllchen in die Glücksräder, öffentlich. Wer keine Gelegenheit hat, das selbst in Berlin, Margarethenstraße 6, mitanzusehen, betrachte unsere Bilder. Das eine, aus dem Jahre 1875, zeigt, daß damals Potsdamer Waisenknaben herangezogen wurden, um die Röllchen den Rädern zu entnehmen und so als Handlanger des Glücks zu fungieren. Das andere Bild ist aus der jüngsten Zeit. Der ganze Ziehungsvorgang spielt sich auf einer Bühne ab, die von dem Zuschauerraum so getrennt ist, daß keine Störungen durch das Publikum möglich sind. Sieben Beamte, die nicht von der Staatslotterie, sondern von anderen Behörden gestellt werden, besorgen das verantwortungsvolle Geschäft der Gewinnfeststellung. Drei sind Ziehungskomis- sare — der eine entnimmt jedesmal ein Röllchen dem Nummernrad, der zweite den dazu gehörigen Gewinn dem Gewinnrad, der dritte (zwischen beiden) fügt die beiden Röllchen zusammen Hinter jedem Ziehungskommissar steht ein Aufsichtsbeamter. Der siebente, der im Vordergrund sitzt, führt die Oberaufsicht. Wenn 500 Nummern und Gewinne gezogen sind, wechseln alle Beamten ihre Plätze, und zwar nach einem Plan, der ihnen nicht bekannt ist. Dor der Bühne, etwas tiefer (man sieht nur die Lampen), sitzen die Protokollführer. Die Lotteriespieler können beruhigt sein: Versehen oder Irrtümer oder Schlimmeres sind bei der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie ausgeschlossen. WehrMchtsübungenderVeamten Bei der Einberufung zu Hebungen tn in der Wehrmacht muß der Beamte den Antrag auf Urlaub zur Ableistung einer Hebung mit dem Einberufungsbefehl seiner vorgesetzten D i e n st st e l l e vorlegen. Die D i e n st b e z ü g e sind während des Urlaubs bis zu einer Dauer der Hebung von vier Monaten, bei der Luftwaffe von sechs Monaten, fortzuzahlen. Der Erholungsurlaub ist in dem gleichen oder, weyn in diesem Jahre Erholungsurlaub nicht mehr zusteht, in dem folgenden Urlaubsjahr um ein Drittel dieses Urlaubs, jedoch nicht um mehr als zehn Tage zu kürzen. Mehrere Beurlaubungen in einem Jahre sind zusammenzurechnen und auf den Erholungsurlaub nur im Rahmen dieser Höchstgrenze anzurechnen. Den Beamten i m Vorbereitungsdienst sind nach einem im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen ergangenen Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern von der durch die Ableistung von Hebungen in der Wehrmacht verbrachten Zeit auf jedes Jahr des Vorbereitungsdienstes minde - stens zwei, höchstens acht Wochen anzu- rechnen. Hat die Hebung weniger als zwei Wochen gedauert, so ist diese Zeit anzunehmen. Diese Regelung geht davon aus, daß die Heranziehung zu Hebungen in der Wehrmacht in dem bisher vorgesehenen Umfange den Beamten im Vorbereitungsdienst in seiner Ausbildung kaum hemmt und daher die Anrechnung der tatsächlichen Dauer der Hebungen im allgemeinen bis zur höchstzulässigen Zeit auf die Vörbereitungszeit gerecht- fertigt erscheint. Wird durch die Ableistung der Hebung die Beendigung der Ausbildungs- oder Probedienstzeit hinausgeschoben, so ist das allgemeine Dien st alter um diese Zeit vor- zurücken. Der Dienst in der Wehrmacht, den Versorgungsberechtigte während der Heranziehung zu Hebungen im Beurlaubtenstand ableisten, gilt nicht als „Verwendung im öffentlichen Dienst" im Sinne der Ruhensoorschriften. Diese finden daher aus solchem Anlaß keine Anwendung. Zu den Beamten im Sinne der Bestimmungen gehören die planmäßigen, die außerplanmäßigen und die im Vorbereitungsdienst befindlichen Beamten. souverän beherrschte Technik geben dem Film seine Durchschlagskraft, sein künstlerisches Gesicht und Gewicht. Sierck schafft nicht nur ein farbiges und überaus bewegtes Abbild der Wirklichkeit, des täglichen Lebens mit all seinen erstaunlichen Möglichkeiten und Zufallsverkettungen, sondern er greift auch in die jenseits jener nüchtern realen und gewohnten Sphäre liegenden Schichten der Heberwirklichkeit und des Hnterbewußtseins ein; er gibt nicht nur das Außenbild, sondern auch gewissermaßen die psychologischen Voraussetzungen .. zu einer Handlung die durchaus romanhaft wirkt, ja die wie ein Kolportagestoff anmuten könnte, wenn sie in die Hand eines minder feinfühligen, auch nur weniger geschickten Mannes geraten wäre. So aber gelingt ganz ungezwungen die Darstellung zweier Hauptmotive: einer unglücklichen Künstler-Ehe und des Kampfes einer mütterlichen Frau um ihr Kind. Der Schnittpunkt beider Handlungs- reihen ist zugleich der Brennpunkt in der Auseinandersetzung Der feindlich wirkenden Kräfte, die den „Roman" bewegen und ihn dramatisch steigern in einer Gerichtsszene, welche zu den absoluten Höhepunkten dieser Inszenierung gehört. Außer dem erwähnten Staatsopernorchester verfügt der Film aber auch über ein mit bewundernswert sicherem Instinkt aufeinander abgestimmtes Orchester von Darstellern ..., und zwar nicht nur für die drei eigentlichen Hauptgestalten, sondern auch für die (im Gesamtbild wesentlichen) Zwischenfiguren. Da ist beispielsweise die K o p p e n y ö f e r in der Rolle einer älteren Wirtschafterin, mit einer Figur, die man im früheren Theaterstil etwa als „Vertraute" bezeichnet haben würde, — von einer unerhörten Echtheit und Lebensnähe in jedem Wort, jeder Bewegung. Da ist Theodor Loos, und man ist wieder gefesselt und angetan (wie bei jeder neuen Begegnung) von der überlegenen Sicherheit und menschlichen Wärme dieses Darstellers. Da ist P o n t o (früher in Dresden) — bestechend in der verhältnismäßig geringfügigen Rolle des Schwurgerichtsoorfitzenden. Dann ein ganz neues Gesicht. Maria von Tasnady, offen, klar, sehr hinge- geben an die ausstrahlende Mütterlichkeit ihrer Gestalt. Die D a g o v e r ferner — jetzt sind wir schon bei den Zentralfiguren — haben wir nicht oft so gesammelt und so differenziert in wechselnden Gefühlslagen und Temperamentsausbrüchen spielen sehen wie hier. Auch Birgel nicht, der hier viel weicher und gelöster wirkt als je zuvor und zum ersten Mal eine Rolle hat, wo er ohne Zwang gütig und sympathisch sein kann; ihm ist in diesem Film offenbar eine ganz neue, noch kaum erprobte Möglichkeit darstellerischer Entfaltung zuteil ge- rooroen. An den kleinen Peter Bosse wird man sich noch aus dem Gigli-Film „Vergißmeinnicht" erinnern; ein Glück, daß er, munter und ziemlich „Gchlußakkord." Lichtspielhaus. Dies ist der zweite der auf der Internationalen Filmkunstausstellung in Venedig preisgefronten deutschen Werke: „Schlußakkord" wurde als der beste Musikfilm ausgezeichnet; mit Recht, denn Die meisten der unter diesem Namen bisher gezeigten Produktionen verdienten eine solche Benennung nur bedingt oder gar nicht. „Schlußakkord dagegen ist wirklich ein Film, und zwar ein musikalischer Film dergestalt, daß Musik in ihm nicht bloß eine zufällige oder aus äußeren Gründen ^sichtliche Rolle spielt. Abgesehen davon, daß man Teile Der Neunten Symphonie vom Berliner Staatsopernorchester mit sehr guten Solisten hört (unö 3®Qr mit wirklichem Genuß in einer untadeligen lieber* tragung) — abgesehen davon sind die musikalischen Partien ein organischer und unentbehrlicher Bestandteil der Handlung, durch nichts anderes zu ersetzen. Ein spezifisch filmischer Eindruck entsteht ferner dadurch, daß die klanglichen und optischen Clemente mit gleicher Intensität auf Den Besucher wirken, daß sie sich wechselseitig durchdringen und ergänzen und nicht voneinander zu trennen sind. (Also weder photographierte Oper noch Kmo nut Musikbegleitung.) Sondern eben Film — Das heißt: Gleichzeitigkeit Der Sinneseindrücke; Nebeneinander und Ineinander der verschiedenen lungsreihen; Heberbrückung von Raum und Zeit mit sinnfällig einleuchtenden Mitteln. (Beispiel: em kleines Stück bewegtes Meer zwischen zwei Szenenfolgen deutet die Verbindung der weit getrennten Schauplätze Amerika und Europa an; oder: eine Zeugenaussage in der Gerichtsverhandlung wird an den entscheidenden Punkten nicht erzählt, sondern, in einer sichtbar gemachten Rückerinnerung, als Bild als lebendige Sprechszene dargestellt.) - Kurt Heuser und Detlef Sierck schrieben das Drehbuch; Sierck hat es meisterlich in Bild und Klang verwandelt und aufgelöst: wenn es ansängt, meint man vielleicht, Willy Forsts virtuose Regiebegabung habe hier Schule gemacht; aber es erweist sich dann bald, was Sierck selbständig zu leisten vermag: es kommt da nicht so sehr daraus an, wie etwa ein großes spielendes Orchester impressionistisch erfaßt und aufgelöst wird; das mag sozusagen noch als bloße Fingerübung für die Kameraleute gelten. Aber der impressionistisch umspringende, übergreifende, blitzschnell verbindende und Beziehungen herstellende Gesamtstil, der Bud an Bild und Szenenreihe neben Szenenreihe setzt und dies ineinanderfügt als ein höchst kunstvolles, höchst zwingendes, spannendes und erregendes Mosaik, ein Gewebe aus Bild und Klang, aus Bewe- gung, Gestalten und Handlung — Dieser Stil, Diese unbefangen Drauflosberlinernd, sich seine Kindlichkeit bewahrt zu haben scheint zwischen all den großen Leuten und den stechenden Jupiterlampen. Zwei bisher unbekannte Darsteller, Albert Lippert und Kurt M e i s e l, sind mit bemerkenswert charakteristischen Leistungen noch hervorzuheben. — Musikalische Bearbeitung: Kurt Schröder. (Ufa.) * Im Beiprogramm: Fox tönende Wochenschau und zwei Kulturfilme; die hübschen Ausnahmen vom Säuglingsturnen verdienen besondere Aufmerksamkeit. — r — Oer gemalte Blitz Von Georg Brittina Weit hinten lag das Dorf. Und über dem Dorf da schwebte eine kleine, graue Wolke von der Form eines ruhenden Schäfchens, und in diese Wolke war ein Blitz gefahren und steckte nun darin wie ein Splitter unter der Haut, nein, er steckte darin wie ein blitzender, roter Kupfersäbel, mit dem man das graue Wolkenlamm getötet hatte. Unbeweglich stand die Wolke und unbeweglich steckte Der rote Blitz in ihr. Heber Dem fernen Dorf, Die kleine, schafgraue Wolke, Die allein beDeutete Das Unheil! Weil aber eine Wolke auf Dem BilDe, eine gemalte Wolke also, sich nicht vergrößern, nicht Dunkler werden, nicht näherrücken kann, so hatte auch Das Unheil für uns Schuljungen eben Doch nichts sonderlich DrohenDes. Der Himmel über Den Fel- Dern war heiß und blau und leer. In der Ferne trennte der schwärzliche Zug des Waldes Himmel und Erde, und aus dem Dorf schlängelte sich Der zierliche, himmelblaue FaDen eines Flusses. Da Der Maler dieses Bildes und mehr noch jener gewissenhafte Schulmann, der es so, genau so, zu malen befohlen hatte, glauben mochten, daß man Kindern, mageren, dummen, Stadtkindern, nicht deutlich genug kommen könne, wollte man den kleinen Nichtswissern eine richtige Vorstellung des ländlichen Sommers geben, so kam es, daß auf dem Bilde, im leeren, reinen Schönwetterhimmel, doch auch jene kleine, unheilverheißende Gewitterwolke schwebte, mit einem unbeweglichen Blitz im Leibe; und so kam es, daß die Arbeiter auf dem Felde nicht gemeinsam die gleiche Arbeit verrichteten, sondern ein jeder einer anderen Beschäftigung nachging. Wir Kinder sollten staunend erkennen, wie mannigfaltig die Mühen des ländlichen Sommers wären, und darum also schnitt der eine Bauer das Korn, wendete es der andere, band eine Frau Garben, aß einer am Feldrain sitzend und schlief auch einer im Schatten eines Baumes. Ein kleines , Mädchen betete vor einem Wegkreuz. Damit das Gewitter fernbleibe, betete das kleine Mädchen fo eifrig, erklärte man uns damals. Unö wir sahen es auch allsogleich ein, daß das Wolkenlamm nur so klein und unbeweglich über dem Dorf stehen blieb, weil eben das kleine Mädchen so unbeweglich und unentwegt betete. Am oberen und unteren Ende des Bildes war eine Holzleiste angebracht, und als man das Bild zum erstenmal über die große, schwarze Wandtafel hängte, als sich der Sommer zum erstenmal vor unseren Kinderblicken entrollte, da erfüllte er uns mit großem Entzücken, und weil die Kinder jener damaligen Zeit noch gerne schwärmten und sich auch gerne ein wenig übertrieben äußerten, so riefen wir fünfzig kleinen Burschen ein langgezogenes, theatralisches „Ah" aus. Es war vielleicht, war sicher nichts sonderlich Schönes an dem Bilde. Was einzig dem Maler geglückt war oder auch nur irgend ein Zufall bewirkt haben mochte, das war die trockene, raschelnde heiße Bräune, die die Landschaft seltsam überzog. Das Korn war von bräunlichem, üppigem Gelb, in das Blau des Himmels war Gold gemischt, und ein weniges vom Braun und ein weniges vom Golde steckte auch in einer jeden anderen Farbe. Da war es also gut, daß jener Feuersäbel unbeweglich aus dem Wolkenlamm ragte, daß die trockene, raschelnde, knisternde Bräune sich an einem gemalten Blitz nicht zu entzünden vermochte. Wirklich es war ein einfältiges Gemälde, das mir damals einen doch so tiefen Eindruck machte. Der abgebildete Sommer erschien mir vollkommen schön, und der wirkliche, den ich dann bald darauf in den Ferien zu sehen bekam, blieb für meinen kindischen Sinn weit zurück. Wo blieb die drollige, belustigende Gleichzeitigkeit des Bildes? Beängstigend eintönig war Die Wirklichkeit. Sah ich den immer gleichmäßigen Bewegungen der Schnitter zu, so fragte ich nach einer Weile mit kindischer Hngeduld, wann denn endlich einer einmal müde genug sein würde, um sich in den Schatten eines Baumes zu legen! War der Himmel auch zuweilen goldflimmernd, so vermißte ich doch in seiner unheimlichen Leere das vergnügliche, kleine Wolkenlamm und vergebens sah ich mich an strahlend schönen Tagen nörglerisch nach einem solchen Wölkchen um, das, wie ich's doch gelernt hatte, das sommerliche Hnheil vorzustellen verpflichtet war Jetzt wird man den Sommer von damals mahl nicht mehr im Anschauungsunterricht der Schulen verwenden, man hat sicher ein schöneres, naturgetreueres Bild, aber ob es fo heiß, so raschelnd braun sein wird, weiß ich nicht, und weiß auch nicht, ob heutigentags die kleinen, viel klügeren Schuljungen durch ein etwa fünfzigfaches unö e n wenig theatralisches „Ah" ihr kindliches Entzücken bekunden werden. Wirtschaft DurchMrungserlaffe Frankfun a. M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL Berlin Schluß« Schluß- Schluß. 16.9. 17.9- 16-9. 17.9. l| 128,25 I 1 144 >1 156 I Banknoten. 5 223,13 140 105,25 33,4 120,75 119 176 163 273 114 129 132,25 71 87 153,5 126,75 115,75 165,5 51,5 411,5 198 170 uueno» tim Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... Heliingsor». Varis ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanten... 'Trag...... Budapest .. Neuyork ... 6 6 0 7 0 8 0 0 ö 12 11 deutsche Industrie-Obligationen ab gefunden werden, wird in dem Erlaß vom 28. August 1936 bestimmt, daß in dem Vergleichsvorschlage beide Möglichkeiten berücksichtigt werden. Es muß also einmal der ab* zulösende Betrag abzüglich 20 v. H. und daneben der Betrag abzüglich 30 v. Sy aufgeführt sein. Ebenso müssen die m bar abzulösenden Spitzen zweimal aufgeführt werden, da sie, je nachdem ob 20 v. Sy oder 30 v. H. abgezogen werden, verschieden hoch sein werden. 3. Anforderung und Auszahlung der Ablösungsmlttel. Die Weiterleitung der zur Ablösung von Forderungen erforderlichen Ablösungsschuldverschreibungen erfolgt durch die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt jeweils drei Wochentage vor dem 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember jeden Jahres. Dementsprechend sind die Entschuldungsstellen und die beauftragten Kreditanstalten durch den Erlaß vom 27. August 1936 angewiesen, die erforderlichen Schuldverschreibungen spätestens bis zum 2. Januar, 1. April, 1. Juli, 1. Oktober eines jeden Jahres bei der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt anzufordern. 4. Anforderungen der Zlnszuschüsse. Rach § 14 Ziffer 2 des Schuldenregelungsgesetzes erhalten die Gläubiger von nicht mündelsicheren Forderungen, die vor dem 13. Juli 1931 begründet sind, für die Dauer von drei Jahren die Differenz zwischen dem bisherigen Zinssatz und dem vom Schuldner zu zahlenden Zinssatz von 4,5 v. Sy bis zur Höhe von 1 v. Sy am Jahresabschluß zugezahlt. Die Entschuldungsstellen waren durch die Richtlinien über die Behandlung der Einnahmen und Ausgaben im landwirtschaftlichen Schuldenregelungs- vsrfahren gehalten, diese Beträge bis zum 15. Dezember eines jeden Kalenderjahres auf einfachem verändert. Die Handelsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüberschuß von 63 Mill. RM. gegenüber 50 Mill. RM. im Vormonat und im August 1935 ab. * * Hoesch-Köln-Neuesfen AG. für Berg- bau und Hüttenbetrieb, Dortmund. Wie der Fwd. erfährt, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 17. September beschlossen, für das Ge- schäftsjahr 1935/36 die Ausschüttung einer Dividende von 3V- (3) ü. Sy vorzuschlagen. Dieser Di- videndenvorschlag des Hoesch-Konzerns, der als erster der am 30. Juni abschließenden Montan- Konzerne seinen Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegt, entspricht etwa den Erwartungen und kann als kennzeichnend für die Rentabilitätsentwicklung der Montanindustrie gewertet werden. Der Hoesch-Konzern bat stets die Tendenz eines möglichst weitgehenden Schuldenabbaues und einer ausreichenden finanziellen Vorsorge für alle zukünftigen Aufgaben verfolgt, so daß aus diesen Gründen die erzielten Erträge nur zu einer bescheidenen Erhöhung der Dividende verwendet werden sollen. Mein-Mainische Börse. rNillagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 17. Sept. Die Börse verkehrte in freundlicher Haltung. Etwas Anregung ging von der aktiven Außenhandelsbilanz für August aus. Das Geschäft hatte jedoch nur sehr kleinen Umfang, da der Auftragseingang gering war. Im übrigen erwartet man mit großem Interesse die heutige AR.-Sitzung bei Hoesch Eisen, aus der man 3,5, teilweise gehen die Hoffnungen auf 4 v. Sy, Dividende erwartet. Hoesch selbst notierten mit 108,13—108 (107,25), die übrigen Montanwerke erhöhten sich um 0,40 bis 0,75 v. Klöckner gewannen 1,5 d. Sy auf 111,50. Sonst war die Kursentwicklung für Aktien etwas uneinheitlich, aber überwiegend freundlich. Kunstseidenwerte zogen 0,65 v. Sy an, Aku 71,65, Bemberg 87,65. Von Zellstoffwerten fanden Waldhof auf den Bericht von Kostheim-Oberleschen etwas Interesse mit 154,25 (153,50). Am Elektromarkt gewannen Siemens 0,50 v. Sy, dagegen gaben Bekula 0,50 v. H. und Lah- meyer 0,75 v. Sy nach, RWE., Schuckert und Licht & Kraft lagen behauptet. IG. Farben setzten bei kleinem Geschäft mit 162,50 v. Sy (163) ein. Gebr. Junghans blieben auf Dividendenhoffnungen beachtet mit 102,90 (102). Im einzelnen eröffneten Holzmann 0,75 v. Sy, Muag 0,25 v. H., Deutsch- ANanten-Telegraf 0,50 v. H. höher, während Daimler 0,50 v. Sy, Reichsbank 0,65 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. und Otavi Minen 0,35 RM. niedriger. Der Rentenmarkt lag freundlich aber sehr still. Die Kurse blieben behauptet. Don Auslandsrenten waren 4,5proz. Rumänen weiter fest mit 11,40 (10,90), 4proz. do. unv. 6,40, ferner zogen Schultheis Patzenhofer ....... 4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg (5,75). / Der Freiverkehr lag ruhig. Adlerwerke 102,50, Wayß & Freytag 120. Tagesgeld weiter etwas leichter mit 2,75 (3) v. H. Abendbürfe still. Nachdem nachbörslich im Mittagsverkehr am Montanmerkt nach Bekanntwerden der Hoefch-Di- vidende von 3,50 (3) d. Sy (in Börsenkreisen hoffte man vielfach noch auf 4 v. H.) eine Abschwächung von etwa 0,50 bis 1 v. H. eingetreten war, brachte die Abendbörse bei allerdings sehr kleinen Umsätzen gegen die tiefsten Kurse eine leichte Erholung; die Berliner Schlußnotierungen wurden jedoch überwiegend noch etwas unterschritten. Hoesch 107 (107,50), Verein. Stahl 104,50 (104,65), Mannesmann 104,50 (104). Buderus nur zum Einheitskurs 109,75 (111,25). Auf den übrigen Marktgebieten veränderten sich die Kurse nur um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten, im ganzen war die Haltuna nicht unfreundlich. Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Umfchuldung mit 88,55 umgesetzt. Don Auslandswerten erholten sich 4proz. Steg von 1883 auf 18,80 (18,50). Im Freiverkehr war das Geschäft in den diversen Dorkriegspapieren sehr klein bei etwa behaupteten Kursen. Etwas höher lagen Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe mit 4,65 bis 4,75. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 127, 4 v. Sy Ungarn Gold 9,25, 4 v. Sy do. Kronenrente 2,321A>, 5 v. H. äußere Goldmexikaner 13,65, Kommerzbank 99,25, DD.-Bank 97,50. Deutsche Ueberseebank 135, Dresdner Bank 97,50, Buderus E 109,75, Harpener 132,25, Ilse Genuß 135, Mannesmann 104,50, Hoesch 107, Rheinstahl 139, Vereinigte Stahl 104,50, AKU. 71,25, AEG. 35,50, Bekula 155, Conti Gummi 169,50, Daimler 115,25, Deutsche Erdöl 129,50, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 165, Licht und Kraft 152,75, IG. Farben 162,25, Gesfürel 134, Goldschmidt 114, Holzmann 129 bis 128,50, Junghans 102,50, Muag 117,25, Metallgesellschaft 132,25, Schuckert 152,50, Aschaffenburger Zellstoff 127,50, Südd. Zucker 205, Ha- pag 14,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Sept. Auftrieb: Rinder 51 (gegen 47 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 4 (2) Ochsen, 2 (4) Bullen, 36 (29) Kühe, 9 (12) Färsen. Kälber 754 (1047), Hämmel und Schafe 301 (432), Schweine 190 (213). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 86 bis 93 (am 10. September 91 bis 97), b) 77 bis 85 (83 bis 90), c) 67 bis 76 (73 bis 82), d) 60 bis 66 (65 bis 72). Hämmel b2) 62 bis 65 (60 bis 62), c) 60 bis 61 (56 bis 58). Schafe e) 60 bis 62 (57 bis 60). Schweine al) 57 (57) a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53) d) 51 (51). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe flott, ausverkauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Großmarkt für FleischundfürFettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 90 Viertel Rindfleisch, 175 ganze Kälber, 94 ganze Hämmel, 97 halbe Schweine, 130 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch —. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80 (alles Höchstpreise). Kalbfleisch b) 110 bis 120 (am 14. September 115 bis 128), c) 105 bis 110 (100 bis 115). Hammelfleisch b) 105 bis 120 (100 bis 105). Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren nicht notiert. Marktverlauf: flott. Schweinemarkt in Grünberg. -f-Grünberg,17. Sept. Der Markt hatte einen Auftrieb von 384 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: bis sechs Wochen alte Ferkel 16 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 19 bis 23, acht bis dreizehn Wochen alte 24 bis 28 Mark. Marktverkauf schleppend, es verblieb Ueberstand. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 753: Anordnung V 7 der Ueber- wachungsftelle für Waren verschiedener Art (Verkehr mit Perlmutterschalen und Perlmutterplatten). — 754: „Woche des deutschen Buches" vom 25. Oktober bis 1. November 1936. — 755: Anordnung einer Beschränkung der Herstellung von Holzwolle. — 756: Verordnung über eine Sonderhilfe für langfristige Kurzarbeiter in der Textilindustrie. — 757': Anordnung W 22 der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare (Verarbeitungsvor- schriften für Bekleidungsstoffe öffentlicher Stellen). Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Deslauer Gas....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulatoren-FabrÜ Tonti-Gummt....... Gritzner....................o| 34,13 1 Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 — Süddeutscher Zucker........lß| 205 1 Oer deutsche Außenhandel im August. Fwd. Die Einfuhr war im August mit 346 Millionen RM. ebenso hoch wie im Vormonat. Mengenmäßig ergibt sich jedoch durch eine Steigerung des Durchschnittswertes eine geringe Verminderung. Auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft ist die Zufuhr gegenüber dem Vormonat um vier Millionen RM. gestiegen. Zugenommen hat nur die Einfuhr von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs. Die Einfuhr von pflanzlichen Nahrungsmitteln war dagegen rückgängig. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft ist die Einfuhr um 4 Mill. RM. gesunken. Beteiligt waren an dieser Abnahme ausschließlich Rohstoffe. Die Einfuhr von Halb- und Fertigwaren war gegenüber dem Vormonat nur wenig verändert. Die Entwicklung der Einfuhr aus den einzelnen Ländern weist zum Teil beträchtliche Unterschiede auf. Im ganzen betrachtet haben die Bezüge aus Außereuropa abgenommen, während die Lieferungen der außereuropäischen Länder gestiegen sind. Die Ausfuhr war im August mit 409 Millionen RM. um 14 Mill. RM. höher als im Vormonat. Davon entfallen auf Fertigwaren rund 12,2 Mill. RM. Die Steigerung, die zum Teil durch eine Erhöhung des Ausfuhrdurchschnittswerts, überwiegend jedoch durch eine Zunahme der Ausfuhrmengen bedingt ist, entspricht im wesentlichen der jahreszeitlichen Tendenz. Sie entfällt fast ganz auf Fertigwaren, und zwar hat hier die Ausfuhr von Vorerzeugnissen und Enderzeugnissen eine Zunahme erfahren. Auch die Ausfuhr von Rohstoffen (Kali, Kohle) ist gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dagegen war der Absatz von Halbwaren und Nahrungsmitteln leicht rückgängig. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres war die Ausfuhr im August d. I. um etwas mehr als ein Zehntel höher. An der Steigerung der Ausfuhr im August haben, im ganzen gesehen, nur die überseeischen Länder teilgenommen. Die Ausfuhr nach den europäischen Ländern war kaum Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. 4proz. Mexikaner auf 9,90 (9,70) an, 4proz. Ungarn Gold unv. 9,30. Im Freiverkehr war das Geschäft in den österr.-ungarischen Vorkriegswerten ehr gering, die Kurse lagen z. T. schwacher. Im Verlaufe blieb die Börse auf allen Markten sehr still. Vereinzelt bröckelten die Kurse um Bruchteile eines Prozentes ab, so IG. F^ben aus 162,13 nach 162,50, Mannesmann auf 105,25 nach 105,50. Sonst blieben Montanwerte gut behauptet, Hoesch waren mit 108,25-108,50 gefragt. Die erst später zur Erstnotiz gekommenen Papiere wiesen nur geringe Veränderungen zum Vortag auf. Mans- selber Bergbau wurden nach Pause mit 152,50 (150) Am Rentenmarkt waren Kommunal-Umschuldung zu 88,55 gefragt. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen blieben unverändert. Llquidatwns- pfandbriefe waren etwas gefragt und zogen überwiegend 0,13—0,25 v. H. an. Stadtanlechen lagen uneinheitlich, aber eher etwas fester. Staatsrenten waren kaum verändert. Auslandsrenten lagen still. Im Freioerkehr nannte man 3proz. Steg v 1895 mit 7,80—8 (8), E-Lombarden mit 6,75—7 (6,75), Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe mit 4,50—4,60 (4,40) und „gute" Wiener Schätze mit 5,65—5,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg dementroert Karlstadt.. Zuchthaus für Hoffentoänbung. Frankfurt a.M., 17. Sept. (LPD.) Unter der Anklage der Rassenschande hatte sich der 33jahng« Friedrich Reuter vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte war geständig, das schon 1934 begonnene Verhältnis mit einer inzwischen ins Ausland verzogenen Jüdin auch nach Erlaß der Nürnberger Gesetze fortgesetzt zu haben. Der Staatsanwalt, der zwei Jahre Zuchthaus beantragte, hob in seinen Ausführungen u. a. hervor, daß der Angeklagte nicht einmal ethische Beziehungen zu der Jüdin besessen habe, was man in bis- hengen Prozessen nicht erlebt habe. Sieben Zentner Getreide durch Schuttindersammlung. Limburg, 17.Sept. (LPD.) Ueberall werden durch die Schuljugend Aehren gelesen, die zugunsten des kommenden WHW. verwendet werden sollen. In der kleinen Gemeinde Hofen sammelten die Kinder unter Leitung der Frauenschaftsleiterin und des Lehrers so viel Aehren, daß sich beim Dreschen, das übrigens kostenlos vorgenommen wurde, 738 Pfund Körner ergaben. Ein schöner Erfolg und ein Beweis für den Eifer der jugenblichen Sammler zugunsten eines guten Zwecks. Gräßlicher Tod an der Dreschmaschine Fulda, 17. Sept. (LPD.) Ein 33jähriger Landwirt in dem Dorfe Külos erlitt bei Erntearbeiten einen gräßlichen Tod. Er half einem Nachbarn beim Dreschen und geriet aus noch ungeklärter Ursache in die Stroypreßmaschine, von der er völlig zerquetscht wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Oie hessischen Hebammen tagen in Offenbach. LPD. Offenbach, 16. Sept. Die Landesfach-t schäft Hessen Deutscher Hebammen hält am Sonntag, 19. September, ihre zweite Tagung ab, und zwar diesmal in Offenbach. Bei der Tagung werden der Direktor der Hessischen Landes-Hebammen- Lehranstalt und Frauenklinik Mainz, Obermedizinalrat Dr. Puppet, sowie der Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Gießen Professor Dr. P i tz e n , der Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Professor Dr. F r i ck , Medizinalrat Dr. V e tz- b e r g e r (Mainz) und die Leiterin der Reichsfachschaft Deutscher Hebammen Frau Conti (Berlin) sprechen. Jiunfrfunfproqramm. Samstag, 19. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Zum Staatsjugendtag: HI.- Sport. 10: Schulfunk. „Fliegergeist im neuen Deutschland!" Frontflieger erzählen der Jugend. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Von „Casanova" bis zur „seidnen Venus"! (Aus dem Reich der Operette.) 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: HJ.-Funk. Fünf Mädel im Heu! Hörspiel von Lilly Eisendrath. 16: Froher Funk für alt und jung. Buntes musikalisches Farbenspiel. 18: Von der Muskete zur Luftwaffe. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Aus Anlaß der Wein-Werbewoche: Was ist Wein? Eine fröhliche Reife mit Sang und Klang durch die deutschen Weinbaugebiete. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Fwll. Dom Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft sind, wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes berichtet, soeben vier Anordnungen erlassen worden, die einige Fragen der verfahrensmäßigen Durchführung des Schuldenregelungsgesetzes betreffen. 1. Ablösung. Die Entschuldung überschuldeter Erbhöfe wird bi der 8. Durchführungsverordnung des Schuldenregelungsgesetzes bekanntlich weitgehend durch Ablösung mündelsicherer Forderungen durch 4prozen- tige Ablösungsschuldverschreibungen der Deutschen Rentenbank ermöglicht. Artikel 9 sah jedoch vor, daß die Gläubiger an Stelle dieser Ablösungsschuldverschreibungen andere Schuldverschreibungen erhalten können. Dabei sollte gegebenenfalls ein von der Norm — 20 v. Sy des nach vorgenommener Kürzung abzulösenden Betrages — abweichender Abzug vorgenommen werden können. Der vorerwähnte Erlaß vom 26. August 1936 sieht nunmehr vor, daß die Gläubiger von Erbhöfen außer mit Ablösungsschuldverschreibungen der Deutschen Rentenbank mit Schuldverschreibungen der Bank für deutsche Industrie-Obligationen abgefunden werden können. Da diese Schuldverschreibungen jedoch mit 4,5 v. H. verzinslich sind, wird zum Ausgleich des Wertungsunterschiedes gegenüber den 4prozentigen Schuldverschreibungen der Deutschen Rentenbank der vorgesehene Abzug auf 30 v. H. festgesetzt. 2. Aufftellung des Vergleichsvorschlages. Da bei Fertigstellung des Vergleichsvorschlages bei überschuldeten Erbhöfen noch nicht zu übersehen ist, ob die Gläubiger mit 4prozentigen Schuldverschreibungen der Deutschen Rentenbank oder mit 4,5prozentigen Schuldverschreibungen der Bank für Vordruck bet der Deutschen Mntenbanr-Krevttanstav anzufordern. Durch Erlaß vom 1. Oktober 1935 war die Frist auf den 15. November vorverlegt worden. Durch eine gemeinschaftliche Richtlinie (Nr. 68) vom 3. August 1936 waren die Voraussetzunaen, die zur Anforderung von Zinszuschussen erforderlich sind, noch einmal ausführlich zur Kenntnis gegeben worden. Dabei wurde besonders darauf hingewiesen, daß di- Entschuldung-stelle und das Entschuldungsamt die erforderlichen Unterlagen beschaffen müsse, aus denen heroorgeht, daß der^Anspruch auf Zahlung eines Zinszuschusses nut Recht besteht. Der neueste Erlaß bestimmt nunn^hr, daß die Entschuldungsämter rechtzeitig in den Selig Der Entschuldungsakten gelangen, damit die Frist des 15. November nicht versäumt wird. Dies gilt für die Fälle, in denen ein Nachtraasbeschluß des Entschuldungsamtes bei bereits abgeschlossenen Ser- fahren erforderlich ist. Für die Anmeldung Einstiger Zinszuschüsse ist ein neuer Vordruck veröffentlicht worden, aus dem der Name des Gläubigers, der Forderungsbetrag, der Hundertsatz des Ainszu- schusies und der jeweils zu Beginn der drei Jahrs zahlbare Zuschußbetrag hervorgeht. Datum Marisfelder Bergbau....... 6Vt Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Nheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke...... BVi Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?ys I. G. Farben-Jndustrte.......? Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerle ...............6 Metallgeiellschafl............. 5 Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. | Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend, bflrfe Schluß- kurS Schluß!. Mittag- börse Schluß« kurs Schluß!. Abend, bürst Schluß. kurS Schluß!. Mittag, bürst Datum 16-9. 17.9- 16 9. 17.9 Datum 16.9. 17-9. 16-9 17.9- 6% Deutsche Reichsanlethe o. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6y,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Ausios.-Rechten ............ 4%% Deutsche RetchSpoftschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks- ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... *Yt% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold 01.12... by2% ehem. 4^% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadiLigu. 4/»% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverschr. R.v Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auülos.«Rechten 4’/2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6Yi% ehem. 4>/t% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 6%% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpfant» briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 4&% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 2C Lteuerautich VerrechnnnaSk. 34-3? 4% Oesterreichs,che Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silbertente 4% Ungarische Goldrente...... 4% Ungarische Staalsrente v. 191C 4yt% vesgl. von 1913......... 6% abgeft. Golomexikaner von 9E 4% Türkische Bagdadbahn-Anleth« Serie 1.................... 101,4 98,13 102,25 114,9 99,9 98,75 97 100,75 93,4 127,5 120,25 97 100,65 100,75 97,5 95 109,65 33 3,13 9,3 8,8 8,9 — 101,4 98,13 102,25 114,9 100 98,75 97 100,75 93,5 127,5 120,5 97 100,8 101 97,5 95 1109,65 3,13 9,25 8,85 8,9 13,65 101,4 | 98,13 | 101,8 I 115 100 120,65 100,75 97,5 95 109,7 3,13 ’ 9,35 8,8 8,95 13,75 3 101,4 98,13 115,1 100 99 120,65 101 97,5 95 109,7 32,5 3,1 9,25 8,9 8,9 13,75 4% oesg>. -eene n ............ 5% Murnän. vereinh. Rente v. 1903 4>/r%Ruman.vereinh.Rentev.lS18 4% Rumänische vereinh. Rente . 2y*% ainatoller............ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ it- A.E.G...................... 0 Bekula..................... g Elektr. Lieserungsgesellschast... s Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... s Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer LCo............ BuoeruS ................... • Deutsche Erdöl .............. Harpener................. 2% Hoesch Eisen—Küln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klücknerwrrke ............... Mannesmann-Rühren........ 7,45 10,9 6,4 44 13,75 13,9 114 99,75 97,75 97 75 182,5 35 75 154,5 127 153,75 130 133,5 128,75 153 187,5 143 110 130 132 107,25 134 110 105 7,4 11.4 6,4 44 14Ji 14,5 114 121 99,25 97,5 97,5 181 35,5 155 128,5 152,75 129,75 134 128,65 152,5 183 142.25 109,75 129,5 132,25 107 135 111,5 104,5 1 1 1 1 9,05 7,55 1,13 6,4 14,75 3,65 38,75 14 13,9 121 39,75 97,5 97,75 181,5 35,75 154,5 128 154 129,5 33,65 28,13 52,75 87,75 143 110 130 132 107 169 134 110 105 7,5 11,25 6,35 43,75 14,5 39 14,75 113,9 120 99,25 97,5 97,5 180,65 35,5 154,9 128 153 129,9 134 123,5 128,5 152,5 188 142,5 111,25 129,25 132,5 107,5 169,5 135,25 110,25 104 18-September 17-September Amlliche Roiierung Geld | Ärles Amtliche Notierung Geld | Arie'' 0,706 0,710 0,707 0,711 42,00 42,08 42,01 42,09 0,147 0,149 0,147 0,149 3,047 3,053 3,047 3,053 56,17 56,29 56,24 56,36 47,04 47,14 47,04 47,14 12,58 12,61 12,595 12,625 5,549 5,561 5,554 5,566 16,37 16,41 16,37 16,41 168,72 169,06 168,75 169,09 19,57 19,61 19,57 19,61 0,735 0,737 0,736 0,738 5,654 5,666 5,654 5,666 63,22 63,34 63,30 63,42 48,95 49,05 48,95 49,05 11,43 11,45 11,44 11,46 64,87 64,99 64,94 65,06 80,97 81,13 80,99 81,15 28,97 29,03 28,97 29,03 10,265 10,285 10,27 10,29 —■ —— —— —— 2,487 2,491 2,488 2,492 152,5 152,5 152,5 —- 129 128,5 — 224 226,5 139 140 139 104,5 105,25 104,65 32,5 33 32,75 — 120,25 121,4 119,5 119,5 119,75 177 176 177 162,25 163,13 162,5 273 —— —— 114 114 —— 129 128,5 128,9 132,25 132,25 132,25 128,5 128,5 128,75 144,5 - - 154 - - — 103,25 103 71,25 71,25 71,13 87,65 87 87,5 154,25 153,5 153,5 127,5 127,5 128 — 103,75 104 115,25 116 115,75 165 165 165 —- 82 82,13 51,25 51,65 51,25 406 409,5 405,5 198 196 169,5 170 169,5 34,25 1 34,13 34 - — 205 205 206 Berlin, 17 September Geld Bries Amenkanyche Moten.............. 2,44 2,46 Belgische Roten.................. 41,88 42,04 Dänische Roten ................. 56,04 56,26 Englische Roten ................. 12,55 12,61 Französische Roten............... 16,32 16,38 Holländische Roten............... 168,33 169,01 Italienische Roten................ —— ■e* Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling 63,08 63,34 Rumänische Noten............... —— — Schwedische Noten............... 64,72 64,98 Schweizer Noten................. 80,81 81,13 Spanische Noten................. 27,94 28,06 Zreitag, 18. September 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 219 Dritter Blatt Die Herbsiübungen des IX. Armeekorps. „Das Ganze halt!" und 865 Mark an Soldatenstiftungen ausgezahlt wurden. Das neue Feldzeichen der Motorstandarte 147 (Gießen). LPD. Bad Wildungen, 16. Sept. Der mit äußerster Kraftanstrengung und überraschend schnell vorgetragene Angriff der Roten war in den spaten Nachmittagsstunden des Mittwochs auf starken Widerstand von Blau gestoßen, das die Höhen bei Sippershausen stark verteidigte. Für Blau war diese Stellung eine sehr starke, denn es konnte Rot von den Höhen aus gut unter Feuer nehmen, so daß der Divisionsstab der Roten Partei vor eine sehr schwere Aufgabe gestellt wurde. Die roten Aufklärungskolonnen wurden von Blau stark bearbeitet, und nur langsam konnte unter größten Sicherungsmaßnahmen versucht werden, auf die Höhenkämme vorzudringen. Befehle auf Befehle erfolgten. Die Meldungen der Aufklärungskörper der Truppen rissen an der Befehlsstelle nicht ab. Schnell wurden sie ausgeführt, denn das Bild änderte sich in jedem Augenblick. Auch der Stab der Blauen arbeitete in der Zwischenzeit fieberhaft. So sind die beiden Parteien bestrebt, unter möglichst wenig Verlusten den Gegner zu schwächen. Die Tätigkeit der Schiedsrichter, die in allen Teilen des Geländes anzutreffen find, trägt gleichfalls eine große Verantwortung für den Ablauf der Hebung. Sie haben die Aufgabe, die Gefechtslage genau zu beobachten und die Verluste der beiden Parteien dadurch zu kennzeichnen, daß sie die Truppenteile, die durch das Feuer des Gegners „vernichtet" sind, aus dem Gefecht nehmen und sie für „tot" erklären. R o t konnte am Mittwoch nicht mehr viel erreichen. Es trat eine Feuerpause ein. Maschinengewehre und Artillerie verstummten, und nur ab und zu fiel noch ein Schuß, wenn sich die Aufklärungspatrouillen zu weit vorgewagt hatten. Menschen und Tiere hatten die Ruhe auch dringend nötig. Zum Teil lagerten die Truppen mitten auf dem Felde, zum Teil in den in der Nähe liegenden Ortschaften. In der Morgendämmerung des Donnerstag aber gehen schon die Suchkolonnen an die Arbeit, um: das Gelände abzutasten. Gegen 5.30 Uhr treffen beide Parteien aufeinander und es kommt zu einem lebhaften Gefecht. Rot hat eine Umgruppierung vorgenommen und MG.-Trupps weit gegen die Höhen vorgeschoben. Aus Strohhaufen heraus brechen die MG.-Trupps auf. Leuchtkugeln steigen hoch. Die Artillerie fängt ein mörderisches Feuer an — Sperrfeuer. Aus dem Walde des Schellenbergs geht die Infanterie auf den Gegner los. Panzerwagen versuchen, die Maschinengewehrnester der Blauen auszuheben. Ein Gegenangriff der Blauen wird abgewehrt. Nun richtet Blau das Feuer gegen die Panzerwagen und den Jn-fanterie- schützen gelingt es, die Panzerwagen der Roten zu vernichten. Kurz nach 7 Uhr erscheint der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Artillerie Doll mann, um die Gefechtslage zu überblicken. Hin und her wogt der Kampf, und um 7.30 Uhr wird das Signal „Das Ganze halt!" gegeben. Von Höhe zu Höhe wird das Signal weitergegeben — d 4 r „Krie g" i st aus. Während die abrückenden Truppen sich in die Quartiere begeben, findet eine Besprechung der Stäbe von Blau und Rot auf dem „Feldherrnhügel" statt. Froh sind die Truppen, daß sie nunmehr in die Quartiere einrücken können. Auf den Straßen wimmelt es von motorisierten und Fußtruppen, und in den Dörfern sind bereits die Quartiermacher an der Arbeit. Auch die Dorfbevölkerung wartet schon lange auf das Ende des „Krieges", denn nun wird als Krönung der diesjährigen Herbstübungen die große Feldparade bei Großenglis stattfinden. Dann werden die Truppen sofort wieder in Marsch gesetzt, um an den großen Korps-Manövern teilzunehmen. Richtlinien für die Besucherder großen Herbstmanöver Die Uebungsleitung der großen Herbst- Übung 1936, Gruppenkommando II, Kassel, gibt bekannt: Die große Herbstübung 1936 beginnt unter Leitung des Oberbefehlshabers der Gruppe II, General der Artillerie Ritter von L e e b , am 21. September 1936. Das eigentliche Uebungsgebiet, das begrenzt wird durch die Orte Aschaffenburg, Meiningen, Bebra, Treysa, Bad-Nauheim, Hanau, unterliegt an diesem Tage bis etwa 14 Uhr erheblichen Verkehrsbeschränkungen. Einige Straßen, die im einzelnen aus Geheimhaltungsgründen gegenüber den beiderseitigen Parteien öffentlich nicht bekanntgegeben werden können, werden von 7 bis 14 Uhr für Kraftfahrzeuge völlig gesperrt. Darunter fällt auch die Fernverkehrsstraße Hanau—Fulda. Allen Kraftfahrzeugbesitzern, die nicht nachweisbar dienstlich oder geschäftlich im Uebungsraum zu tun haben und sich einen entsprechenden Ausweis bei den Ortsbehörden des Uebungsgebietes besorgt haben, müssen nachdrücklich gebeten werden, den Uebungsraum bis 14 Uhr zu meiden. Zuschauer mit Kraftfahrzeugen bleiben zweckmäßigerweise bis zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls außerhalb des Uebungsgebietes. Von 14 Uhr ab wird Straße Hanau—Fulda für den Durchgangsverkehr bis auf weiteres freigegeben, für das Uebungsgebiet selbst bleiben Verkehrsbeschränkungen bestehen. Vom gleichen Zeitpunkt ab werdenTageszuschauer auf Leitstellen der Uebungsleitung in nachstehenden Orten auf das Monöverfeld zugelassen und durch Leitungstruppen geführt: a) Gelnhausen, Zugang bzw. Zufahrt aus Richtung Hanau; b) B a d Orb, Zugang bzw. Zufahrt aus Richtung Gemünden; c) Herolz (2 Kilometer ostwärts Schlüchtern), Zugang bzw. Zufahrt aus Richtung Bad Brückenau; cl) K e r z e l l (10 Kilometer südlich Fulda), Zugang bzw. Zufahrt aus Richtung Fulda; e) Herbftein, Zugang bzw. Zufahrt über Alsfeld—Brauerschwend—Wallenrod—Frischborn— Hopfmannsfeld oder über Ulrichstein—Engelrod —Lanzenhain (nicht über Lauterbach!); f) Schotten, Zugang bzw. Zufahrt aus Dichtung Gießen—Laubach; g) Ortenberg, Zugang bzw. Zufahrt aus Richtung Bad-Nauheim—Frankfurt. An den Leitftellen erhalten die Kraftfahrzeuge kostenlos Ausweise für Tageszuschauer, die bei Kraftwagen an der Windschutzscheibe anzukleben, von Kraftradbesitzern in der Tasche mitzuführen sind. Don hier aus werden die Kraftfahrzeuge auf Parkplätze geleitet, die in der Nähe der jeweiligen Kampfhandlungen liegen. Don dort wird zu Fuß zu Zuschauer-Sammelplätzen geführt und fortlaufend über die Lage unterrichtet. In gleicher Weise wird mit allen Fußgängern oder Radfahrern verfahren. Im Interesse einer glatten Abwicklung der Hebungen und auch der Zuschauer selbst, die nur auf diese Weise sachgemäß über die taktischen Vorgänge unterrichtet werden können, ersucht die Hebungsleitung dringend, vorstehende Leitstellen zu beachten. Bei den weitgehenden Absperrungsmaßnahmen sind alle sonstigen Versuche, ins Hebungsgebiet zu gelangen, zwecklos! Zuschauer, die innerhalb des durch die Leitstellen festgelegten Hebungsraumes wohnen, sammeln sich entweder ebenfalls an den Parkplätzen oder an den Zuschauer-Sammelpunkten im Gelände. Der Ordnungsdienst der Hebungsleitung ist angewiesen, Einzelgänger und -kraftfahrzeuge ohne Tages-Zu- schauer-Ausweis im Uebungsgebiet grundsätzlich auf die Zuschauer-Sarnrnel- bzw. Parkplätze zu verweisen. Auf allen Parkplätzen sind Unfallstationen des „Deutschen Roten Kreuzes" eingerichtet; Sanitätsmannschaften befinden sich auf allen Zuschauer- Sammelplätzen. Da die im Uebungsgebiet vorhandenen Gasthäuser und Lebensmittelgeschäfte erheblich durch Teilnehmer an der großen Herbstübung 1936, die auf Selbstverpflegung angewiesen sind, in Anspruch genommen werden, die Parkplätze und Zuschauer- Sammelplätze zudem meist abseits von Ortschaften liegen, wird den Zuschauern empfohlen, sich Verpflegung, insbesondere Wurstwaren, selbst mitzubringen. Wohlfahrtstagung der Hassia-Kriegerkameradschast. LPD. Darmstadt, 16. Sept. Der Wohlfahrtsverband der Kriegerkamerad- sch a f t H a s s i a , die 817 Kameradschaften mit 58 150 Mitgliedern umfaßt, hielt in Oppenheim seine Mitgliederversammlung ab. Aus den Verhandlungen ergab sich, daß im vergangenen Geschäftsjahr 9080 Mark an Veteranenzulagen und Unterstützungen, 2600 Mark an Waisenbeihilfen Das neue Feldzeichen, das der Motorstandarte 147 (Gießen) im Rahmen des Reichsparteitages durch den Führer verliehen und geweiht worden war. Die Standarte wurde unter Führung des Standartenführers, Oberstaffelführer Nagel, mit- gebracht und am vergangenen Dienstag feierlich eingeholt. (Aufnahme: Motorstandarte 147 Gießen.) Aus der Provinzialhauptstadt. Nicht die Mehlfarbe entscheidet! ZdR. Die Mehlmarktordnung des Reichsnährstandes greift weit hinein in den einzelnen Haushalt. Bis zum Jahre 1934 herrschten im Mehlkleinoerkauf völlig unübersichtliche Zustände. Die äußere Aufmachung mit Phantasienamen ohne Festlegung irgendwelcher Qualitäten führte dahin, daß die Käufer gar nicht wußten, ob sie das gewünschte Mehl bekamen und ob der Preis der Qualität entsprach. Wollte man der Hausfrau einen Schutz ge- aen Hebervorteilung gewähren, so mußten neue Qualitätsbegriffe durchgesetzt werden. Um eine Hebersicht über die Mehlqualitäten zu schaffen, wurden die M e h l t y p e n eingeführt. Der Sinn dieser Typen und ihr Zustandekommen sind einfach. Roggen- und Weizenmehl können nicht nur nach der Farbe beurteilt werden, ganz abgesehen davon, daß diese durch künstliches Bleichen verändert werden kann. In 25jährigen Versuchen wurde festgestellt, daß beim Verbrennen des Meh- les im Laboratorium die Menge des zurückbleibenden Restes, der hauptsächlich die unoerbrennbaren Mineralteile des Kornes und der Schale enthält, für die aus dem Korn ermahlenen Hundertteile Mehl stets gleichbleibt. Da ein Mehl um so feiner ist, je weniger davon aus dem Korn herausgemahlen wird, und nun feststeht, wieviel Rückstände die verschiedenen Mehle bei der Verbrennung enthalten müssen, besteht die Möglichkeit, auch nachträglich festzustellen, ob tatsächlich das Mehl den Angaben entspricht. Um diese Kontrollmöglichkeit zu haben, wurden 1934 die sogenannten Aschetypen amtlich eingeführt, wobei unter Asche der unverbrennbare Rückstand zu verstehen ist. Die Typen sind durch Zahlen festgestellt worden. Diese Zahlen stehen in einem bestimmten Verhältnis zum Verbrennungsergebnis. Die feinsten Mehle ergeben die wenigsten unoerbrennbaren Rückstände, ihre Typenzahlen sind infolgedessen die niedrigsten. In der Praxis kann man das feststellen, wenn man darauf achtet, daß die sogenannten Kaiserauszugsund Weizenauszugsmehle die überhaupt niedrigste Typenzahl 405 aufweisen. Auszugsmehle also, die man auch unter irgendeiner Phantasiebezeichnung kauft, müssen heute immer gut sichtbar den Auf druck „Type 405" tragen. Steht eine andere Typenzahl auf dem Mehl, so ist es nicht mehr Auszugsmehl, und die Hausfrau braucht infolgedessen auch dafür nicht den Preis für diese Qualität anzulegen. Erstrebenswert wäre es noch, dahin zu kommen, daß im Haushalt nicht immer nur die feinsten Mehle verwandt werden, die oft für die gewünschten Zwecke viel zu teuer sind. Die in erster Linie für den Haushalt in Frage kommenden Weizenmehle sind die Typen 405, 502, 563, 630 und 790, die man früher mit Kaiserauszugsmehl oder Auszugsmehl, Semmel- und gutes Kuchenmehl, Kuchen- und gutes Haushaltmehl und mit Haushaltmehl bezeichnete. Selbstverständlich ist die Qualität der einzelnen Fabrikate noch von der Mühle und den Weizensorten abhängig. Bei Roggenmehl gibt es ebenfalls eine Anzahl von Typen, und zwar die Typen Nr. 610, 700, 815 und 997 für Feinmehl. Die Typen für grobe und Schrotmehle gehen bei Roggenmehlen bis zu 1600 und bei Weizenmehlen bis zu 2000. Auch bet Roggenmehlen sind die niedrigen Typenzahlen die Kennzeichnung der feineren, helleren Roggenfabrikate. In diesem Zusammenhang wird nun auch verständlich, warum der Reichsnährstand bei Rogge n m e h l die Herstellung der Typen 610, 700 und 815 zunächst verboten hat und nur noch die der Type 997 gestattet. Wie schon gesagt, wird prozentual mehr Mehl aus dem Korn gewonnen, je höher die Typenzahl ist, so wird aus dem Roggen z. B. bei der Herstellung der Type 997 etwa 20 v. H. mehr Mehl ausgemahlen, als aus der Type 610, und immer noch 5 bis 10 v. H. mehr als aus der sonst meist gebräuchlichen Type 815. Wenn nun die Hausfrau ihr Brot kauft und feststellt, daß es dunkler geworden ist, wird sie Verständnis dafür haben, daß es sich um eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit handelt, und sie wird nicht fälchlich annehmen, daß Bäcker oder Müller schlechtes Mehl oder Brot geliefert hätten. Wer trank am meisten Patenwein? Gießen an dritter Stelle. Nach den bisherigen Weinbestellungen der Gaststätten scheint die diesjährige Weinwerbewoche, die vorn 19. bis 27. September im ganzen Reich ftattfinbef, für den Absatz des deutschen Weines außerordentlich erfolgreich zu werden. Es haben über 900 Städte, im Gegensatz zu 450 im vergangenen Jahre, Patenschaften übernommen. Die Berliner Gastwirte allein haben 200 000 Liter Patenwein mehr bestellt als 1935. Mit rund 1 Million Liter ist die Reichshauptstadt unter den Städten natürlich der größte Abnehmer. Mit einem Verbrauch von 0,20 Liter Wein je Kopf im vergan- MMllkMWll Vornan von Zlse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G.m. b.H., Berlin SW 68 I. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Hanna — geh doch ins Zimmer, ich komme gleich, — ein halbes Pfund Reis, Mittelsorte, hier um den Ladentisch herum, Hanna —" Die Frau im Laden streift das elegant angezogene Mädchen, zu dem die Liesel Gottschalk „Hanna" und „du" sagt, mit einem schrägen Blick. Noble Freundschaft, und als Hanna Brandes hinter der Tür verschwunden ist, fragt sie: „Wer war denn das?" Liesel Gottschalk packt ihr die kleinen Tuten in den Korb und lacht. Dabei gibts ein paar tiefe Grübchen neben den Mundwinkeln. „Das erzähle ich Ihnen morgen mal, Frau Schnell. Hier sind noch ein paar Zitrvnenschmtten für den Hans, auf Wiedersehen, Frau Schnell. Es schlägt sieben Hhr, Kunden sind nicht mehr zu erwarten, und sollte doch noch einer kommen, wird eben die Ladentür einmal pünktlich zugeschlossen sein. Hanna Brandes — das muß ausgiebig besprochen werden, das ist seit langer Zeit wieder einmal ein Ereignis. Der Schlüssel dreht sich im Schloß der weiße Kittel wird an einen Haken gehängt, und dann geht Liesel Gottschalk in ihr kleines Zimmer hinter dem Laden zurück. Hanna hat sich in einen hochlehnigen Sessel mit rotem Plüschbezug gesetzt, der mit seinen Säulchen und Knöpfen und Kugeln an den Geschmack der neunziger Jahre erinnert. In diesem Stil ist das ganze ' kleine Zimmerchen eingerichtet. An den Wänden hängen in ovalen Rahmen em paar Familienbilder, am Fenster stehen Radio und Nähmaschine, die Gardinen sind dicht zugezogen. „Ich freue mich, Hanna, - schrecklich sogar. Das ist doch ein wunderbarer Zufall, ich wußte gar nicht, daß du in Berlin bist," sprudelte das Aepfel- chen und streckte ihrem Besucher beide Hande hin. „Unb wunderbar schaust du wieder aus, wie damals schon. Nun erzähle erst mal. Du bleibst natürlich zum Abendbrot, viel kann ich dir nicht vor- setzen, eben halt das, was der Laden zu bieten hat. Komm, gib den Hut her —" Hanna Brandes lächelt, sie fühlt sich auf einmal pudelwohl, und die Aussicht auf all das, was der saubere kleine Laden zu bieten hat, verstärkt ihr Hungergefühl. Unb bann ist noch eine riesengroße Neugierde in ihr. Wie kommt Liesel Gottschalk um alles in der Welt hinter diesen Ladentisch. Während das Aepfelchen geschäftig hin und her geht und den Tisch deckt, steht sie Rede und Antwort. „Ja, siehst du, es kam alles sehr schnell, als ich aus der Penne heimkam, ging alles noch ganz gut, aber die Zeiten wurden immer schlechter, es fiel Vater schwer, den Hof zu halten. Dann heiratete mein Bruder, und acht Tage nach feiner Hochzeit starb mein Vater. Mit der Schwägerin kamen aber auch noch zwei Brüder mit, arme Teufel, aber fixe Jungens, die Hannes auf dem Hof sehr gut gebrauchen konnte, auch dann, als es wieder aufwärts in Deutschland ging. Und ich — siehst du, ich fand mich sehr überflüssig, außerdem ist es immer ganz gut, Jungverheiratete allein zu lassen, mir wurden die Wände zu eng, und ich hätte es gern gesehen, wenn Hannes mich ausgezahlt hätte. „Du ißt ja gar nicht, Hanna — du mußt die Schlackwurst probieren, der Schinken hier ist auch eigengeräuchert, so — noch eine Tasse Tee— " Hanna Brandes lehnt sich behaglich in ihren Stuhl zurück, sie ist noch lange nicht mit ihrem Hunger fertig geworden, aber sie will sich Zeit nehmen und die Stunde restlos auskosten. „Ich habe alles, Liesel, erzähl weiter, ich bin aufnahmefähig wie ein trockener Schwamm." „Also auszahlen. Aber das ging nicht so ohne weiteres, und da kam ich auf die Idee mit dem Laden. Hannes hat die ersten drei Monatsmieten bezahlt und liefert mir, was ich an Eiern, Butter, Käse unb Wurst brauche. Das verrechnen wir dann allmählich von meinem kleinen Erbe, denn viel ists ja nicht, was der Vater hat hinterlassen können." Hanna machte große Augen, sie nimmt sich noch einmal vom schwarzen Landbrot unb hat nichts dagegen, daß Liesel noch eine Scheibe Schinken auf ihren Teller legt. „Mein Himmel, so einfach vom Land in die Augsburger Straße hinter den Ladentisch, verlohnt sichs denn wenigstens — du bist doch von früh bis abends angehängt!" „Verlohnen — offen gestanden, es könnte besser fein, zur Zufriedenheit wäre es schon noch ein bissel Weg. Die Leute hier haben nicht viel Geld, sie kaufen achtelweise, knapp darf ich auch nicht wiegen — es bleibt nicht viel nach. Drum kann ich mir vorläufig auch keine Hilfe leisten, nur der klinge vom Hauswart hilft mir morgens beim Milch und Brötchen austragen, und das muß bis sieben Hhr auch geschehen sein, sonst wäre ja niemand im Laden." Hanna Brandes sitzt und sagt gar nichts mehr. Sie denkt an die kleine Liesel Gottschalk, mit der sie vier Jahre lang aufs Lyzeum gegangen ist. Sie hatte eine Bank vor ihr gesessen, ihre dicken, blonden Zöpfe hatten sie oft zur Unaufmerffamfeit verleitet, man konnte so fein die Federn daran abwischen — immer war sie mit ihrem blühenden Aussehen der Neid der ganzen Klasse gewesen, aber gern hatten sie die kleine Gottschalk alle gehabt, sie war immer hilfsbereit, immer gefällig. Mit den Lehrern stand sie auf Kriegsfuß, vor allem mit dem Mathematikprofessor, denn vieles blieb ihr immer ein Buch mit sieben Siegeln, nein, Buchwissen hatte sie nie gehabt, dafür aber einen gesunden Menschenverstand, ein warmes Herz und allerlei Menschenkenntnis, unb nun saß sie mit ihrem Milch- unb Wurstlädchen in Berlin, und hatte doch von einem kleinen Bauernhof unb einem Mann unb vielen Kindern geträumt! Die elegante Hanna Brandes sieht sich um und sagt dann: „Du hast es hübsch hier, Liesel." „Hübsch?" Das Aepfelchen setzt die Teekanne mit energischem Schwung aufs Tablett und starrt der Schulkameradin entsetzt ins Gesicht. „Hübsch? Ich finde es grauenhaft! Mutters Wohnsalon. Aber was sollte ich machen? Unb da eben Mutter drin gewohnt hat, hänge ich an dem vorsintflutlichen Gemöbel und werde es tun, bis ich mal mehr Platz habe, dann kann ber orüne Plüsch wirklich wieder zur kalten Pracht werden, und ich kaufe mir bas Kirschbaumzimmer meiner Träume. Außerdem findest du das gar nicht hübsch, Hanna, du brauchst vor mir wirklich nicht zu schwindeln. Und jetzt aibts noch was Feines. Selbst angesetzten Likör. Prost, Hannerle — ich freu mich ja so — unb nun erzähl du." „So viel kann ich nicht auspacken wie bu, Aepfelchen. Hebrigens — zu mir hat [eit ber Schulzeit unb feit meine Mutter tot ist, fei« Mensch mehr Hannerle gesagt —." Das Mädchen steht auf einmal auf, hebt den Kopf jäh in die Höhe, daß bas schmale Kinn in feiner Energie wie eine Kampfansage wirkte. Für die Länge eines Herzschlages war Hanna Brandes versucht, loszuweinen, aber sie reißt sich zusammen, die Muskeln ihres Gesichts zucken ein paarmal, das Zittern um Nase unb Mund verschwindet. „Als ich von der Schule heimkam, wie lange ist das jetzt her, Aepfel- chen? — zehn Jahre! —, war meine Mutter sehr krank. Wie sehr krank, das erfuhr ich erst von dem Arzt, der täglich zweimal kam." Hanna Brandes schweigt sekundenlang, steht reglos mitten im Zimmer, Liefet Gottschalk faltet unwillkürlich die Hände und hat eine enae Kehle — „Meine Mutter — starb — ganz still und allein — damals war ich siebzehn Jahre alt —" Wieder vergeht eine Zeitspanne, ehe das Mädchen weiterspricht, aber dann tut sie es mit festerer Stimme, es scheint, als sei das, was nach dem Tod der Mutter geschah, eindruckslos an ihr vorübergegangen. „Mein Vater hat Mutti sehr betrauert — doch — das hat er. die Ehe war ja auch immer gut gewesen, aber eines Tages kam er zu mir unb fragte mich, ob ich Luft hätte, mit nach Berlin zu ziehen. Er könne die Provinzftadt nicht mehr ertragen, unb für mich sei es auch besser, einen weiteren Horizont zu bekommen. Erst wollte ich nicht, es lag wohl in der Hauptsache an dem Grab, das ich verlassen sollte — aber mein Vater tat das, was er für gut hielt. Er hatte ja auch recht, Liesel. Nun bin ich eben seit clcht Jahren in Berlin. Die Stadt gefällt mir, sie bietet viel und hat den großen Vorteil, daß man in ihr wirklich allein sein kann, wenn man will. Da hast du meinen Bericht, wie du siehst — dürftig genug." Damit geht Hanna Brandes auf Liefe! Gottschalk zu und faßte sie um die Schultern. . Es ist fein, daß du mir wieder begegnet bist, Aepfelchen, du bist doch ein famoser kleiner Kerl. Ich muß jetzt gehen, unb bu wirst mir versprechen, daß du am Sonntag zu mir kommst. Es gibt noch mehr zu erzählen, sicher hörst bu wohl auch noch von den Mädels, bu warst boch mit allen gut Freund. (Fortsetzung folgt.) Aufruf! heule beginnt die neue Spielzeit. Sie soll eine Spielzeit der gesteigerten Leistung werden. Was in unseren Kräften steht, ist getan, um alles so vorzubereiten, daß sich das Theater in der neuen Spielzeit seinem getreuen Gießener Publikum würdig erweist. Eine große Anzahl von hervorragenden neuen Kräften wird neben den bewährten allen Darstellern tätig sein. Zum ersten Male ist em Berufschor und eine eigene Tanzgruppe angegliedert. Ein großzügiger Umbau der Bühne ist vollendet. Line Auswahl aus den bedeutendsten werken der musikalischen und dramatischen Literatur ist einge- lrofsen, und mit begeisterter Hingabe geht zedes einzelne Mitglied an seine Arbeit. In den kommenden Monaten soll in ständigem Bemühen und langsam aufbauend eine Fülle von Aufgaben gelöst werden. Wir beginnen mit der leichten Muse. Lustspiele und Gesellschaflsslücke von Werl sollen den Uebergang von der sommerlichen Ferienzeit zu den ernsten Wochen dramatischer Arbeit bilden. ... Wir danken der Gießener Bevölkerung für die freudige Anteilnahme, die sie an unserer Arbeit zeigt. Groh ist wieder die Zahl der Plahmieler und groß ist die Freude an der wieder beginnenden Spielzeit. Unser Theater wird auch im kommenden Winter der künstlerische Mittelpunkt der Stadt sein und wer Erlebnis. Freude und Schönheit sucht, wird dies alles in den festlichen Abenden eines Theaterbesuches finden. Nichts vermag den Menschen so zu bilden und so über die Nöte seines Alltags hinauszuheben, als die Kunst, und niemals wirkt die Kunst unmittelbarer als im Theater. Dichtung. Musik und Malerei verbinden sich hier zu einer lebendigen, mitreißenden Form. Jeder, auch der einfachste Mensch, wird sich der Wirkung des Theatererlebnisses nicht entziehen. Darum ergeht unser Ruf an Alle: Bleibt nicht mehr dem Theater fern. Kommt und überzeugt euch selbst, welche Werte euch das Theater bietet. Erhallet durch den ständigen Besuch euer Theater und euch selbst. Wir sind bereit euch Freude und Schönheit zu spenden. Seid ihr bereit sie zu empfangen! Dies ist unser Wunsch zum festlichen Tag der Spielzeit - Eröffnung. Intendant Schulhe-Griesheim. genen Jahre stand sie allerdings hinter anderen Städten weit zurück, überstieg jedoch den Durchschnittsverbrauch im Reich von 0,18 Liter je Kopf Um ein geringes. Es konnte festgestellt werden, daß gerade die Volksgenossen, die weit vom Wein- gebiet wohnen, sich am regsten am Konsum beteiligten und mehr verbrauchten, als zum Beispiel die Rheinländer selber. Den größten Verbrauch je Kopf der Bevölkerung meldete mit 1,45 Liter die bayerische Gemeinde Selb. Dann folgten D a r m- st a d t mit 0,88, Gießen und Düren mit 0,86, Wesel mit 0,80 und Karlsruhe mit 0,66 Liter. Die rheinischen Städte, wie Köln und Düsseldorf, standen dagegen mit 0,40 und 0,14 Liter weit zurück. Die Rekordernten der beiden letzten Jahre und die reiche Ernte, die auch in diesem Jahre wieder zu erwarten ist, fordern von allen deutschen Volksgenossen auch in diesem Jahre durch gesteigerten Verbrauch den Winzern, die im Weinbau ihren Lebensunterhalt finden, tatkräftig zu helfen. Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr: „Donna Diana". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Kaiser von Kalifornien"; 23 Uhr Nachtvorstellung, „Liebe — das Schicksal einer jungen Ehe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schlußakkord". Eröffnung der Spielzeit im Sladllhealec. Heute abend findet die Eröffnung der neuen Spielzeit mit dem altspanischen Lustspiel „Donna Diana" von Moreto statt. Die Spielleitung führt der Intendant, der eine eigene Regie-Bearbeitung für die neue Drehbühne geschaffen hat. Bühnenmusik zusammengestellt von Kapellmeister Ernst Bräuer. Bühnenbilder: Karl Loeffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner. Mitwirkende: Damen: Birkmann, Gerhardt, Krause, Prinz; Herren: Frickhöfser, v. Gschmeidler, Hub, Kühne, Walter. Die Vorstellung findet als 1. Vorstellung für die Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Tag des deutschen Volkslums. Am 19. September findet im Rahmen des „Tags des deutschen Volkstums" eine Abendfeier des VDA. im Stadttheater statt. Näheres in der gestrigen Anzeige. Wein-Werbe-Woche. Anläßlich der Wein-Werbe-Woche veranstaltet die NSG. „Kraft durch Freude" am morgigen Samstag, 19. September, Winzerfeste mit Tanz an folgenden Orten: in Allendorf a. d. Lda. (Saal Stadthalle); in Göbelnrod (Saal Schultheiß); in Wieseck (Saal Braun) und in Lang-Göns (Turnhalle). Beginn jeweils 20 Uhr. Die Bevölkerung der betreffenden Orte wird zu reger Teilnahme eingeladen. „Don Hochzeiten und Zwiebelfischen." Wir besuchen eine Heimatzeitung. Der Pressedienst des Reichssenders Frankfurt a. M. teilt unter dieser Überschrift folgendes mit: Ein burschikoses Völkchen sind die Buchdrucker. Quicklebendig tun sie ihren nicht gerade leichten Dienst, den geneigten Leser tagtäglich mit den Erzeugnissen ihrer schwarzen Kunst — Zeitung genannt — zu beglücken. Ihrer Eigenheit entspricht es, daß sich bei ihnen auch ein „Berufsjargon" herausgebildet hat, der dem Außenstehenden ein Buch mit sieben Siegeln ist. Oder wissen Sie vielleicht, was im Zusammenhang mit der edeln Kunst Gutenberg „eine Hochzeit", „ein Zwiebelfisch" oder gar „ein H... .kind ist? Wohl kaum. In all diese Geheimnisse wird ein Funkbericht des Zeit- funksdesReichssendersFrankfurt ein- weihen, den er unter dem obigen Titel a m D i e n s- tag, 2 2. September, in der Zeit von 1 6.4 5 bis 17 Uhr bringt. Die amerikanische Erbschaft Schäker-Garrett. Man schreibt uns: Kürzlich ging durch die Presse die durchaus irreführende Nachricht, daß sich in Amerika eine Millionenerbschaft Schäfer befinde, deren Erben in Deutschland nicht bekannt seien, mit der Aufforderung an alle des Namens Schäfer, sich zu melden und ihre mögliche Verwandtschaft nach- zuweisen. Ob nur Unwissenheit oder amerikanischer Geschäftssinn gewisser Advokaten oder die Absicht, die klaren Tatsachen zu verschleiern und die Angelegenheit möglichst hinauszuziehen, diese Pressenachricht veranlaßt haben, wissen wir nicht. Tatsache ist, daß Tausende von Trägern des Namens Schäfer in Deutschland (denn diesen Namen gibt es fast an jedem Ort) in Aufregung geraten sind und sich zum Nachweis etwa möglicher Verwandtschaft in völlig zwecklose Unkosten stürzen. Sie werden in der Annahme, verwandt zu sein, dadurch bestärkt, daß ihnen auf ihre Meldung eines möglichen Anspruches von Ameria natürlich ein Fragebogen zugegangen ist. Demgegenüber stehen folgende Tatsachen einwandfrei fest und sind dem Nachlaßgericht in Philadelphia, dem dortigen Deutschen Konsulat, dem Auswärtigen Amt in Berlin, dem Amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt a. M. und vielen anderen Behörden schon seit Jahren bekannt und durch klare Urkundenbelege einwandfrei bewiesen: 1. Der Geburtsort des Christoph Schäfer, geb. 5. 8.1808, ist urkundlich längst bekannt. 2. Seine noch lebenden direkten Verwandten sind alle längst festgestellt und den genannten Behörden als solche einwandfrei legitimiert. Irgendwie unbekannte Verwandte der Erblasserin auf Schäferscher Seite gibt es nicht. 3. Ein direkter Vetter (Bruders Sohn) lebt noch und ist nach Pennsylvanischem Erbgesetz, das allein maßgebend ist, der alleinige Erbe. Sein Pate ist sein Vetter, der Bruder der Henriette Garrett, geb. Schäfer. 4. Dieser nächste Angehörige scheidet nach dem genannten Gesetz alle anderen Ansprüche ohne weiteres aus. 5. Es ist deshab völlig zwecklos, wenn Träger des Namens Schäfer Nachforschungen anstellen und sich unnötige Ausgaben machen. Wer trotzdem Urkundenauszüge über Christoph Schäfer und seine Verwandtschaft wünscht, kann sie durch Vermittlung des Herausgebers des Hess. Ge- schlechterbuch und Geneal-Sachverständigen des Nachlaßgerichts, Pfarrer Knodt, Bad-Nauheim, erhalten. IlGLB., Arbettsgemeinfchaft „Volksschule". Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirkes „Gießen-Land" vom NSLB. versammelte sich am Mittwoch im Cafe Ebel, um in der Behandlung des Themas „Deutsches Bauerntum" fori^ufahren. Der Vorsitzende. Lehrer Dr. Reidt, Heuchelheim, faßte noch einmal kurz die Leitgedanken des vorigen Vortrags über die Geschichte des Bauerntums zusammen und gab einige Gesichtspunkte über die Fortsetzung der Arbeit bekannt. Sodann sprach Lehrer Bender, Lang-Gons, über „Das Dorf als Erziehungsgemein- chaft". Der Vortragende entwarf in knapper, übersichtlicher Form ein Bild der dörflichen Gemein- chaft, ging dann näher auf die Grundlagen des bäuerlichen Lebens ein, zeigte, wie eigentlich nur der Bauer von einer Heimat sprechen könne, wie er verwurzelt , sei mit seinem Boden, verbunden mit den Menschen, die um ihn wohnen. Weiter wurde anschaulich geschildert, wie die Bauernkinder aufwachsen, wie sie sich von Tag zu Tag mehr hineinleben in diese bäuerliche Gemeinschaft. Aber auch von den Schattenseiten der kleinen Bauerndörfer wurde gesprochen, von der Abgeschlossenheit der Bewohner, von dem Beharrungszustand, der viele Bauern beherrscht und der oft verhindert, daß sie über ihre heimatlichen Grenzen blicken. Außerdem ging der Redner auf die guten alten Sitten näher ein und gab dann in einem besonderen Teil seines Vortrages Ausblicke, welche Aufgaben der Erziehung des bäuerlichen Menschen gestellt werden, wie man dafür sorgen muß, daß jeder Bauer, besonders in der heutigen Zeit, über die Grenzen seines Heimatdorfes schauen muß, daß er sieht und fühlt, was in Deutschland, in unserm großen Vaterlande, vorgeht, daß er als ein reges und teilnehmendes Mitglied der großen Volksgemeinschaft aller deutschen Stände lebhaften Anteil nimmt an allem Geschehen. Die Erziehungsaufgabe, die hier den deutschen Lehrern erwächst, wurde besonders betonte. Der Vortrag fand reichen Beifall und löste eine sehr lebhafte Aussprache aus. Zum Schluß gab Rektor Siegfried, Großen- Linden, noch einige geschäftliche Mitteilungen an die Mitglieder des Bezirksvereins „Gießen-Land" begannt. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. hilfskaffe. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen - Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrichten, und zwar: Mittwoch, 16. September und Freitag, 18. September, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr in den Geschäftsräumen der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29, H. Es ist Pflicht eines jeden SA.-Mannes, diesen Beitrag zu entrichten. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet. Jahresversammlung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission. EPNH. Am 13. und 14. September hielt der Hessische Landesvereln für Innere Mission in Oppenheim seine Jahresver- ammlung ab. Am Vorabend wurde ein Film aus der Arbeit in Nassau-Hessen „Segensspuren der Liebe" vorgeführt. Die Notwendigkeit der christlichen Liebestätigkeit wurde hierin deutlich gezeigt. Die eigentliche Jahresversammlung wurde am Sonntag durch einen F e st g o t t e s d i e n st eröffnet, in dem Direktor Pfarrer Hanke- Bad Kreuznach über 1. Tim. 1,16 die Festpredigt hielt. Die Diakonie Christi an uns ist die Voraussetzung unseres Dienstes. Wir müssen uns von der Barmherzigkeit Christi ergreifen lassen, um zum Dienst an unserem Volk fähig zu werden. Zum Beginn der Fe st Versammlung am Nachmittag begrüßte Direktor Pfarrer Röhricht- Darmstadt die Freunde und Mitglieder der Inneren Mission, die sich sehr zahlreich eingefunden hatten. Darauf sprach Pfarrer Probst- Frankfurt a. M. über das Thema „Innerste Mission an der Seele unseres Volkes". Nur wenn das deutsche Volk sich hinkehrt zu Christus, wird es Herr feiner seelischen Nöte werden und der anstürmenden Welle des Bolschewismus widerstehen können. Hier liegt die große Verantwortung der christlichen Kirche und jedes einzelnen Christen. Nachdem am Montagvormittag in geschlossenen Sitzungen verschiedene geschäftliche Angelegenheiten erledigt worden waren, hielt Direktor Pfarrer Hanke seinen Vortrag über „Diakonie aus der Schau eines Mutterhauses". Die Ausführungen gaben einen interessanten Einblick in die praktische Arbeit der Mutterhäuser. Die Verhältnisse von Staat und Kirche zur Inneren Mission wurden eingehend besprochen. Besonders wurde auf die Frage emgegangen, ob die kirchliche Arbeit nur am „Lebensunwerten" bleiben kann, oder ob sie sich auf alle Glieder der Kirche erstrecken muß. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab Direktor Pfarrer Röhricht seinen Jahresbericht unter dem Stlchwort „Der Auftrag der Inneren Mission". Den Auftrag der Inneren Mission hat Christus seiner Kirche erteilt. Wenn sich auch äußere Schwierigkeiten einstellten, konnte die begonnene Arbeit doch durchgeführt werden. Der Redner gab dann einen guten Einblick in die Hauptarbeitszweige des Hessischen Hauptvereins. Durch die Dolksmission soll das chrislliche Volk durch Schriften und Vorträge sich über seine Einstellung zu Christus klar werden. Auf diesem Gebiet ist eine reiche Tätigkeit entfaltet worden. In der Anstaltsarbeit konnte sehr viel segensreiche Hilfe geleistet werden. Auch in der offenen Fürsorge hat der Hessische Hauptverein die ihm zugefallene Arbeit gut bewältigen können. Allen Teilnehmern gab die diesjährige Jahresversammlung die Ueberzeugung, daß um unseres Volkes willen die Arbeit der Inneren Mission als Gehorsamsleistung gegen Christus sehr notwendig ist. Freigabe von Schulhöfen für spielende Kinder. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt in einem Erlaß den unterstellten Schulbehörden, sowie den Oberbürgermeistern der Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms mit: „Das ständige Anwachsen des Verkehrs macht es zur Minderung der Unfallgefahr notwendig, spielende Kinder soweit irgend möglich, der Straße fern zu halten. Der Reichsverkehrsmini- ftet hat darauf hingewiesen, daß die Bestrebungen in dieser Hinsicht, namentlich in den Großstädten, durch Freigabe geeigneter Schulplätze und Schulhöfe zu Spiel und Sport außerhalb der Schulzeit wesentlich gefördert werden können. Das Reichserziehungsministerium begrüßt diese Anregung und hat keine Bedenken dagegen zu erheben, wenn entsprechenden Anträgen der Verkehrsverwaltung stattgegeben wird, soweit die räumlichen, zeitlichen und aufsichtlichen Verhältnisse dies ohne Störung des Schulbetriebes gestatten." Llriaubsmißbrauch ist noch kein Grund zur fristlosen Entlastung. NSG. Ein großer Teil der Tarifordnungen größerer und kleinerer Betriebe enthalten oft die Bestimmungen, daß der Betriebsführer Gefolgschaftsmitglieder, die ihren Urlaub zur Annahme von entgeltlicher Arbeit mißbrauchen, fristlos entlassen kann. Andere Tarifordnungen enthalten wieder den Zusatz, daß der Urlaubsanspruch im folgenden Jahr wegfällt. Derartige Bestimmungen sind nicht angängig. Die Anzahl der gesetzlichen Gründe der fristlosen Kündigung darf nicht noch um weitere vermehrt werden. Dafür darf allerdings nicht verkannt werden, daß der Urlaub ausschließlich zum Erholen da ist. Ein großer Teil der Tarifordnungen begnügt sich damit, das Erlöschen des Anspruches auf Urlaubsvergütung bzw. Rückzahlung des Entgeltes festzusetzen. Der Reichsarbeitsminister hat auf Anregung des Sozialamtes der DAF. in einem Rundschreiben an den Treuhänder der Arbeit eine Regelung der Urlaubsfrage im obenerwähnten Sinne als wünschenswert bezeichnet. In Zukunft sollen Bestimmungen, die bei Mißbrauch des Urlaubs dem Betriebsführer das Recht auf fristlose Entlassung geben, oder die Verwirkung des Rechts auf Urlaub im folgenden Jahre aussprechen, nicht mehr in Tarifordnungen ausgenommen werden. Unfall auf einer OAF.-Kundgebung ist Betriebsunfall. NSG. Das Reichsversicherungsamt hat in einem grundlegenden Urteil die Ausdehnung der Haftpflicht der Berufsgenossenschaft auch auf während einer DAF.-Kundgebung erlittenen Unfälle festgestellt. Dieser äußerst bedeutsamen Entscheidung lag folgender Tatbestand zugrunde: Als Gefolgschaftsmitglied der städtischen Gartenverwaltung von B. hatte der Kläger an einer mit einem Aufmarsch verbundenen Kundgebung der DAF. teilgenommen und dabei einen Unfall erlitten. Das Oberversicherungsamt stellt sich auf den Standpunkt, daß gemäß § 544 der „Reichsversicherungsordnung" eine Schadensersatzpflicht nicht vorliegen könne, weil es sich um eine Heranziehung zu „anderen Diensten" gehandelt habe. Das Reichsversicherungsamt war jedoch der Ansicht, daß dieser Paragraph hier nicht in Frage kommen könne, weil die Beteiligung an dem erwähnten Aufmarsch dem Betrieb zuzurechnen sei. Dieser Unfall müsse also unzweifelhaft als Betriebsunfall anerkannt werden. Diesen logischen, im Sinne eines volksnahen Rechts, das nicht auf bloßen Paragraphen basiert, begrüßenswerten Standpunkt begründete das Reichsversicherungsamt damit, daß Veranstaltungen der erwähnten Art, zumal im Hinblick auf die Stellung der Deutschen Arbeitsfront im Aufbau der neuen deutschen Sozialordnung versicherungsrechtlich nicht anders zu beurteilen sei, wie die Feiern am Tage der nationalen Arbeit, denn hier wie dort fei Sinn und Zweck, die enge Verbundenheit der Schaffenden und die Zusammengehörigkeit zum Betriebsführer und zur Gefolgschaft zu pflegen und zu bekunden. Daher liege es nur in der Richtung der in der grundsätzlichen Entscheidung festgelegten Gedankengänge, auch die Teilnahme an der in Rede stehenden Veranstaltungen als eine Betriebsangelegenheit anzusehen und einer Betriebstätigkeit im Sinne der Unfallversicherung geichzuachten. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß Unfälle durch Verschulden des Gefvlgschaftsmitgliedes ent- Nyadlgungspflichtig seien, wie ja auch eine Unter» bred)ung bes Arbeitsweges, z. B. für Wirtshaus- be>ach oder ausgedehnten Einkäufen im Versicherungsschutz nicht einbegriffen ist. Die Sorgfaltspflicht des Gefolgschaftsmitgliedes erstreckt sich logischer- weise auf DAF.-Kundgebungen und auf Aufmärsche genau so wie auf fein Verhalten während der Ar- beit und auf dem Nachhausewege von der Arbeitsstätte. Die dcutfdw Rrbeitofrqnt n.5.=6cmeinf(haft „firaft öurdi freuöc" Omnibusfahrt am 20. September in den Taunus. Die Abfahrt in den Taunus am Sonntag, 20. September, erfolgt um 8 Uhr am Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18. Gemeldete Teilnehmer, die den Fahrpreis noch nicht entrichtet haben, muffen dies im Lauf des Freitag nachholen, da sonst eine anderweitige Besetzung vorgenommen werden mutz. Für Besichtigungen und Führungen werden wahrend der Fahrt noch 50 Pf. je Teilnehmer nacherhoben. Fußwanderung am Sonntag, 20. September. Am Sonntag, 20. d. M., findet eine Fußwanderung von Gießen über Badenburg, Hangelstein, Lollarer Kopf, Staufenberg, Gießen statt. Treffpunkt ist 7.30 Uhr am Oswaldsgarten. Rucksackverpflegung. Omnibusfahrt nach dem Edersee. Am Sonntag, 27. September, findet eine Omni- busfahrt nach dem Edersee statt. Die Fahrt geht ab in Gießen um 8 Uhr und führt über Marburg— Frankenberg nach dem Edersee. Die Rückfahrt erfolgt über Bad Wildungen. Der Fahrpreis beträgt je Teilnehmer 4,70 Mark. Anmeldungen zu dieser schönen Herbstfahrt nimmt die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegen. Wo verbringe ich seht noch meinen Urlaub? Vom 1. bis 6. Oktober OktoberfestinMün- ch e n. Teilnehmerpreis einschl. Verpflegung und Unterkunft 34 Mark. Abfahrt in Frankfurt a. M. am 1. Oktober um 7.54 Uhr. Ankunft in Frankfurt a. M. am 6. Oktober um 16.39 Uhr. Vom 10. bis 18. Oktober nach Thüringen. Teilnehmerpreis einschließlich volle Verpflegung und Unterkunft 35,50 Mark. Abfahrt in Frankfurt a. M. am 10. Oktober um 8.20 Uhr. Ankunft in Frankfurt a. M. am 18. Oktober um 17.08 Uhr. Vom 21. bis 27. Oktober nach Berlin. Teilnehmerpreis einschl. volle Verpflegung und Unterkunft 39 Mark. Zu diesen Urlaubsfahrten können noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Appell 6er deutschen Do kstumsarbeit. Am 20. September bekennt sich das ganze deutsche Volk zu seinen Brüdern im Ausland. Am 20. September findet, wie alljährliche im ganzen Reich der vom Volksbund für das Deutschtum im Ausland veranstaltete Tag des deutschen Volkstums statt. Ueberall, in Stadt und Land, wird in Feiern und Kundgebungen, mit Musik, Volkstänzen und Volksliedern, Sprechchören, Aufführungen, sportlichen Wettkämpfen und Reden dieser Tag der volksdeutschen Verbundenheit festlich begangen werden. Alle Deutschen werden sich zusammenfinden im Gefühl unlöslicher Verbundenheit mit den Volksgenossen jenseits der Grenzen, die in der Gesamtheit unseres Volkes über ein Drittel darsiellen. Die Pflege deutschen Volkstums und deutschen Volksgutes aus dem Vinnen- und Auslandsdeutschtum wird das Bekenntnis sein zu der Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen, die in Blut und Art gegründet ist. Die deutsche Jugend, das ganze deutsche Volk versammelt sich am 20. September in Stadt und Land zum Appell der deutschen V otkstum sar bei t. Llrlaubsniarken im Baugewerbe. NSG. Der Sondertreuhänder der Arbeit für das Baugewerbe hat eine Anordnung über die Einführung der Urlaubsmarken im Baugewerbe und Baunebengewerbe herausgegeben. Darin heißt es, daß jeder Betriebsführer für die am 1. September 1936 bei ihm beschäftigten gewerblichen Arbeiter die Urlaubskarten beschaffen mußte und daß für solche Arbeiter, die nach dem 1. September 1936 in einem der Tarifordnung unterliegenden Betriebe eingestellt wurden, die Urlaubskarte mit dem Tage des Eintritts dann auszustellen ist, wenn sie vorher seit dem 1. September 1936 nicht bereits in einem Betriebe der dieser Tarifordnung unterliegenden Bau- oder Baunebengewerbe beschäftigt wurden. Wird ein Arbeiter nach dem 1. September 1936 in einem Baubetrieb eingestellt, ohne bereits im Besitz einer Urlaubskarte zu sein, so ist zu prüfen, ob er zwischen dem 1. September 1936 und dem Tag seiner Einstellung in dem neuen Betrieb in einem der Tarifordnung unterliegenden Betrieb beschäftigt war. Der Betriebssichrer dieses Betriebes ist zur Ausstellung der Urlaubskarte und zum Kleben der Gebührenmarken von dem nachfolgenden Betriebsführer unter Mitteilung an den zuständigen Treuhänder der Arbeit des betreffenden Wirtschaftsgebietes aufzufordern. Die Unterlassung der ordnungsgemäßen Ausstellung der Urlaubskarten und das nicht ordnungsgemäße Kleben der Gebühren- und Urlaubsmarken wird als Verstoß gegen die Tarifordnung nach § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit mit Geld- oder Gefängnisstrafe bedroht. * ** Umzug der Oeffenilichen Handels- lehranstalt, Gießen. Am gestrigen Donnerstag wurde — wie man uns berichtet — das neue Schulhaus der Öffentlichen Handelslehranstalt, Wer- nerwall 11 (am Oswaldsgarten), in Benutzung genommen. Zur Feier des ersten Schultages waren Lehrer und Schüler im Schulhof angetreten. Nach dem gemeinsamen Lied „Siehst du im Osten das Morgenrot", hielt der Direktor der Anstalt eine kurze Ansprache, wobei er auf die Verpflichtung Bezug nahm, die der Führer in seiner großen Rede auf dem Schlußkongreß des Reichsparteitages gehalten hat. Dann wurde die Flagge gehißt und das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Anschließend rückten die Klaffen zum Unterricht ab. ** W i e wird ein Wertbrief vorschriftsmäßig verschlossen? Es kommt noch häufig vor, daß an den Postfchaltern die Annahme von Wertbriefen verlangt wird, deren Verschluß durchaus nicht den Beförderungsvorschriften entspricht und die daher von dem Annahmebeamten zurückgewiesen werden müssen. Es bedarf eigentlich keines besonderen Hinweises, daß ein Wertbrief immer gut verschlossen sein muß, d. h. soviel Abdrücke desselben Siegels in gutem Siegellack erhalten soll, daß dem Inhalt des Briefes ohne eine sichtbare Beschädigung des Briefumschlags oder der Siegel nicht beizukommen ist. Bei Wertbriefen müllen die Siegelabdrücke sämtliche Klappen des Umschlags treffen, es sind also mindestens 2 Siegel- Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn 6 abdrücke notwendig. An den Postschaltern werden häufig Wertbriefe mit Siegelverschlüssen ohne jedes Gepräge oder mit Abdrücken eines Geldstücks und bergt abgegeben. Ein derartiger Verschluß reicht keineswegs aus, da er von jedermann angebracht werden kann und daher den Inhalt des Briefes in keiner Weise sichert. Das Siegel muß entweder das Gepräge eines Wappens, eines Namens oder einer sonstigen persönlichen oder eigentümlichen Bezeichnung tragen. ** Braune Messe — Deutsche Woche" Gießen 1 9 36. Die Reichsbahndirektion hat im Umkreis von 75 Kilometer nach Gießen anläßlich der „Braunen Messe — Deutsche Woche" während der Veranstaltungszeit an verschiedenen Tagen Sonntagsrückfahrkarten genehmigt. Kleine Strafkammer Gießen. Durch Urteil des Amtsgerichts Ortenberg waren E. W. und O. W. H., beide wohnhaft in Lihberg, wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und Nötigung zu Geldstrafen von je 50 Mark, Hilfsweise zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die Angeklagten hatten am 2. Mai 1936 in Lißberg einen Radfahrer vom Fahrrade heruntergerissen und körperlich mißhandelt. Die von den Angeklagten gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde von diesen während der Verhandlung zurückgenommen, so daß die s. Z. verhängte Strafe bestehen bleibt. Amtsgericht Gießen. Der Angeklagte P. Sy aus Hof Güll bei Lich befuhr am 21. April 1936 gegen 19.28 Uhr mit seinem Personenkraftwagen die Goethestraße zu Gießen in Richtung Schiffenberger Weg. Beim Ueberfahren der Kreuzung Goethestraße—Hindenburgwall (Fernverkehrsstraße) ließ er einem Kraftradfahrer nicht das Vorsahrtsrecht, wodurch es zu einem Zusammenstoß beider Fahrzeuge kam und der Führer des Kraftrades, der mit erheblicher Geschwindigkeit fuhr, verletzt und dessen Fahrzeug schwer beschädigt wurde. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde der Angeklagte in eine Geldstrafe von zehn Mark, Hilfsweise 2 Tage Haft, genommen. In der auf seinen Einspruch hin anberaumten Hauptverhandlung wurde eine Reihe von Zeugen vernommen. Das Gericht verkündete Beschluß, nach dem die Urteilsverkündung am 22. dieses Monats erfolgen wird. 9JL