m LI I? / WWW W ^MWW - M ■ Dienstag, 18. August 1956 Ur. 192 Erstes Blatt 186. Jahrgang Gichener Anzeiger 4 Im Potsdamer Lustgarten während der Feier. — (Scherl-Bilderdienst-M.) WMM O» Q 0 PdflS * stenvereinigung Baldo Fafre erhielt, trat eine Minute tiefen Schweigens ein. Dann beginnt der Fackelzug der langen Kolonnen, vorüber an der Ruhestätte des großen Königs, durch die Straßen der Soldatenstadt. Preußische Märsche verhallen im Schatten der Nacht. Bor der Parade an der Potsdamer Garnsiankirche. Van rechts: Ob-rb°!°hlsh°b-r des General- oberft Freiherr oon Fritsch, G-nerals-ldmarschall ° o n M a ckens en und R-.chskriegsmm.st-r Generalseldmarschall oonBlomberg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) An der Grust Friedrichs des Großen. Gedenkfeiern von Partei und Wehrmacht in der Potsdamer Garnisonkirche • »j! Ö1ä»o c .^ro 58” e-cr J 35.0.3» yn h 0 1 » " 58 n 2. ?5.5 " 2-' ’to - 3 __ ■M5* ' ti05^3 r® kd?® M ; a\2. iR e-L' 2 ist nunmehr durch die Autobahn eine unmittelbare Verbindung mit der deutschen Alpenstraße berge1 stellt (durchgehende Neubaustrecke München—Berchtesgaden). Das Lustschiff „Hindenburgs bringt 50 Kilogramm Bilder von den Olympischen (Spielen nach Amerika. B e r l i n, 17. Aug. (DNB.) Das Luftschiff „Hindenburg" hat seine Abfahrt zur 7. Nordamerika- fahrt hinausgeschoben, um noch die Bilder von der Schlußfeier der Olympischen Spiele mit nach Amerika nehmen zu können. Um 0.50 Uhr traf das Sonderflugzeug der Deutschen Lufthansa mit 50 Kilogramm Filmen und Photos auf dem Weltflughafen Rhein-Main ein. Die Bilder wurden mit einem Kraftwagen zu dem bereits am Ankermast liegenden Luftschiff befördert und eine knappe halbe Stunde später startete dann das Luftschiff. An Bord des Luftschiffes befindet sich em Amerikaner, der am Sonntag um 7 Uhr mit einem Flugzeug in Moskau nach Berlin g e st a r - t e t war, im Flughafen Tempelhof auf das Sonderflugzeug der Lufthansa überstieg und jetzt mit dem Luftschiff „Hindenburg" nach Amerika unter- , weqs ist; er dürfte bei seiner Ankunft m Lakehurst Ieinen neuen Reiserekord aufgestellt haben. er 3-5 &2.0 ■5^h M'Zp3 < P 3 3 o A • M&f ,o5g.r(j)| 3 p ^3 5 <42.3 3 0ha§8 3 « 3 o cf ef3 5'*» » P » & 55 DC 32.2» 2.5 ‘ n 2. q Freigabe neuer Auf obahnstrelken Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen gibt amtlich bekannt, daß die Autobahnstrecke We iß e n f e l 5 -Eisenberg im Zuge der ßmie M un jj e n - Bayreuth —Nürnberg und die Autobahnstrecke Same rberg — Siegsdorf im Zuye der Linien M ü n ch e n — S a l z b u r g sowie die iw Zuge der Linie Berlin-'Magdeburg gelegenen Strecken B e r l i n — (W e r d e r) - 9 bur g—(S cherme n)—H schwei q, Lehrte — Hannover l e r r i g g e- stellt sind und mit einer Gesamtlänge von 200 Kilometer am Montag, 17. August, der Kraft ahrt freigegeben wurden. Mit dieser ch R Etappe im Bauabschnitt der Reichsautobahn wird die 220 Kilometer lange Autobahnoerbindung Ber^ lin- Hannover bis auf die Zwlfchenstrecke Magde- burq—Helmstedt, d. h. a u f D r e 1 v 1 e r t t e l l h r e r gesamten Länge, fahrbar. Bon München aus Erscheint täglich, außer JHTA W A Annahme oon Anzeigen Sonntags und Feiertags ▼ ■ ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte «Ja ▲ ▲ kA ▲ AA A AA > AAA ▲ ▲, A. ▲ AA dis 8t/,Uhr des Vormittags Gießener Familienblätter W ^W^W Grundpreise mm höhe tniPKPiiPr /iiiwinpi Hw» Mit 4 Beilagen RM.1.95 NM M ■ ■ MR ■ n IBk M JH ■ ■ MR H ^R ■ H anzeigenvon70mmBreite Ohne Illustrierte l-80 W IL, ■ W W/ ■ ML 18^ | H Wr WkW# 50Rpf..Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. , - 25 ^F ■ ^F ^F M ^F ■ ^F vorh.Dereinbg.25°/„ mehr, von^ einzelnen^ Nummern '^^F Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt < Stellen-, Vereins., gemein- MM General-Anzeiger sur Nberhessen -MW ' _ fffAe/HAnto* behördliche Anzeigen 6Rpf. jranifurt om main'llGss Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Stemörudctet «.Lange In Stehen. Schristleitung und ScschSstrftelle: Lchulftrahe 7 M-ngenabschiüff-Staffelb U93t, rr-LS e2®2.4 3 R(Q 6 tf ** g 2.9 atiSt'Sc S-P c*i 3 —’C:2' E 7.3 SZ =h:a§ O n 2-2 So nicht z u einer energischen Bestrafung der Schuldigen herbei. Sie glaubt auch heute noch an das Ideal einer antifaschistischen Volksfront, unter deren Dach sich alle hinsichtlich des Faschis- rnus „Gleichgesinnten" zusammenfinden, also vom Kragen und Schlips tragenden linksbürgerlichen Unioersitätsprofefsor bis zum anarchistischen Taugenichts, der weder lesen noch schreiben kann. Sie glaubt auch heute noch daran, daß die Volksfront Spanien wieder zu der einstigen geschichtlichen Größe zu führen, das Ansehen in der Welt wie- derzuerobern vermag. Sie weist den Kommunis» mus weit von sich und läßt sich angeblich nicht einmal vom Marxismus beeinflussen; trotz der tausendfältigen Beweise für die erfolgreiche Anwendung der vor kaum einem Jahr von der Komintern ausgegebenen Parole des „trojanischen Pferdes" erklärt sie, daß sie nicht die Rolle einer Kerenski-Regierung spielen wolle. Sie hißt auf ihren Gebäuden die rot-gelb-violette Flagge und steckt der linksrepublikanischen Miliz, der Polizei und zum Teil auch den Heeresangehörigen Schleifen in diesen Farben an, quasi als Protest gegen die schweren Vorwürfe der ganzen Welt, daß sie nur Steigbügelhalter für Anarchie und Kommunismus sei. Sie sieht offenbar nicht, daß sie sich das eigene Grab schaufelt. Sie glaubt, sich und das Leben ihrer Mitglieder zu retten, wenn sie den Faschismus niederringt, übersieht aber die heimliche Schadenfreude unter den eigenen Verbündeten. In diesen schweren Stunden, die Spanien durchlebt, ist es verständlich, daß die unglaublichsten Gerüchte weitergetragen und sogar gedruckt werden. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, daß 80 v. H. von dem, was an „Kriegsberichten" von Mund zu Mund geht, frei erfunden oder zum mindesten sehr stark übertrieben ist. Auch in der roten Presse werden Geschichten erzählt, die nur auf den primitivsten Menschen Eindruck machen können. Was haben die Faschisten nicht schon für Greuel verübt! Dum-Dum-Geschosse verwendeten sie gleich vom ersten Tage an. Antifaschistische Frauen und Mädchen vergewaltigten sie überall, wo sie Einfluß ausübten, Rvte-Kreuz-Lazarette bombardierten sie selbstverständlich mit der schweren Artillerie und bei Luftangriffen, Kinderheime wurden in die Luft gesprengt, Kirchen verbrannt, nie wieder zu ersetzende Kunstschätze vernichtet usw. Jeder denkende Mensch schüttelt bei solchen Nachrichten den Kopf. Es mögen in den von den Nationalisten besetzten Gebieten Erschießungen oorgenommen worden sein, die bei einem Bürgerkrieg von der Ausdehnung des spanischen unvermeidlich sind, aber yi n 3 e Q r(j)2 |g5 15> & ° Potsdam, 17. Aug. (DNB.) In der Stadt der preußischen Könige fanden zum Gedenken an Fried- lich den Großen, dessen Todestag sich am Montag «um 150. Male jährt, Feiern statt. Vor der Garni- Vonkirche versammelten sich zahlreiche Ritter des drdens Pour le m 6 r i t e. Der Kommandant Don Potsdam hieß den ältesten Pour le merite= Träger Generalfeldmarschall von Mackensen herzlich willkommen. Durch ein Spalier von Soldaten betrat der greife Heerführer dann die Gruft, während die Fahnen altpreußischer Regimenter, die die Spuren der Schlachten tragen, tief gesenkt werden. In stillem Gedenken weilte Mackensen an den bärgen Friedrichs des Großen und feines Vaters. Vedämpft klang durch das Gotteshaus die Stimme der Orgel. Der große Lorbeerkranz, den der Feld- marschall niederlegte, trug auf schwarzweißen -schleifen die Inschrift: „Zum 17. August 1936 die Ritterschaft des Ordens Pour le mörite." Schon gegen 10.30 Uhr war die Garnifonkirche dicht gefüllt.' Man sah den Gauleiter der Kurmark Dberpräfibent Stürtz, den Oberbürgermeister Don Potsdam, General Friederichs, den Polizeipräsidenten Graf oon Wedel, zahlreiche M i - !l i t ä r a 11 a ch 6 s der in Berlin akkreditierten Mächte, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, die in Potsdam wohnenden Generale und Admirale der alten und der neuen Armee und Marine, unter ihnen der frühere Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Prinz Oskar und Prinz August Wilhelm, den Führer des Kyffhäufer- Lundes Oberst Reinhardt, die örtlichen (Steuerungen der Soldatenorganisationen und zahlreiche Offiziere und Mannschaften der Potsdamer Regimenter. Geführt vom Stadtkommandanten betrat Reichskriegsminister Generalfekdmarschall v. B l o m- d e r g das Gotteshaus. Im Altarraum grüßte er mit feinem Marschallstab die ruhmreichen Fahnen und nahm dann Aufstellung unmittelbar vor dem Altar, hinter dem die Gruft des großen Preußen- Königs liegt. Zu feiner Rechten stand Feldmarschall n. Mackensen, zu feiner Linken der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Fritsch, hinter ihm General der Flieger Milch und V i z e • nbmiral W i e l i tz. Während die Kirchenbesucher sich oon den Plätzen erhoben, spielte der Kammermusiker der Staatsoper Georg Müller auf einer Alöte des ruhmreichen Königs, begleitet auf der Drgel von Professor Becker, aus dem zweiten Konzert Friedrichs des Großen. Dann betrat, während sich die Fahnen der altpreußischen Regimen- tfer senkten und die Anwesenden mit erhobener »janb grüßten, der Reichskriegsminister mit feiner ^Begleitung die Gruft und legte zu Füßen des Königs einen Lorbeerkranz nieder. Unmittelbar neben der Garnisonkirche fand an- (schließend die große Parade vor Generalfeld, marschall v. Blomberg und den Ehrengästen statt. Punkt 13 Uhr rückten unter Führung des Kommandeurs der 23. Division, Generalmajor Busch, die Truppen durch die Breite Straße an. Zuerst mar- schierte bas Infanterie-Regiment 9 im Paradeschritt vorüber. Dann folgten die Fahnenjunker und Fähnriche der Kriegsschule Potsdam und der Luft- Kriegsschule Wildpark-Werder. Der Artillerie folgten die motorisierten Einheiten. 3m*ner wieder iu- ielte die Menge, die alle nur erdenklichen Platze be- setzt hielt, den Truppen beim Vorbeimarsch zu. Den Abschluß der Feier bildete die Kranznieder, legung durch den Stellvertreter des Führers an der Gruft des Königs in der Garmson- lirche. In der Breiten Straße waren die Ehrenformationen der SA.-Wachst and arte unb ber Leib st anbarte Aböls Hitler aufmarschiert, Seren Front ber Stellvertreter bes Führers, Reichs- Minister Rubolf Heß, nach der Begrüßung durch Sen Gauleiter ber Kurmark Sturtz ad schritt. Der Stellvertreter bes Führers betrat bann bie Garnl- sonkirche unb verweilte, währenb leise Orgelklange seine Variation ber beutschen Hymnen roiebergaben, genüge Minuten in ber Gruft. Am Sarge Friebrichs Des Großen legte Rubolf Heß im Namen der ! MSDAP. einen schlichten Eichenkranz nieder. Die seine Schleife trägt die Inschrift „Dem g r o tz en »König — Die Partei Deutschlands bie wandere Schleife das goldene Hoheitsabzeichen. Nach jber Kranzniederlegung sprach der SteUoertreter oe- ; Führers noch längere Zeit mit einer Anzahl nnegv- ' Geschädigter. Immer wieder brachte ihm die viei- - iaufendtöpfige Menschenmenge herzliche Kundgebungen dar. Abendfeier in der Oarnisonkircke. Abendstille hat sich über Potsdam geneigt. ®lo S-Säpg sZSSZSr o- £ 16 p 5 wo Aö A-3 AZs tP a jrt»? gegen die Ausführung ausgesprochener Verbrechen sprechen nicht nur die Berichte der Sonderkorrespondenten im Lager der Nationalisten, sondern auch die Tatsache, daß sich fast das gesamte Offizierkorps des spanischen Heeres hinter die Führer des nationalen Blocks gestellt hat. Diese Tatsache bietet genügend Garantie für eine menschliche Kampfführung, für Disziplin in den Reihen der rekrutierten Zivilpersonen, für das richtige Einsetzen und die richtige Verteilung der Feuerwaffen. Die echte Vaterlandsliebe vermag weder den ausgebildeten Soldaten noch den für ein hohes moralisches Ziel kämpfenden, in aller Eile in die Front eingereihten und frisch aus dem Berufsleben herausgetretenen wehrfähigen Mann zu tierischen Grausamkeiten am wehrlosen Feind und an dem von einer niederträchtigen Propaganda aufgepeitschten Volksgenossen verleiten. Die Erfindung solcher Greueltaten kann nur der schmutzigen Phantasie eines nach Maßgabe bolschewistischer Agenten arbeitenden Hirns entspringen. Die Madrider Presse hat ihr Gesicht von Grund aus geändert. Die Rechtszeitungen sind von der Bildfläche verschwunden; nur die früher bedeutendste spanische Zeitung „ABC" (monarchistisch) hat ihren Namen beibehalten; Druckerei und Verlag mit sämtlichen Einrichtungen sind von den Linksrepublikanern beschlagnahmt worden, die nun auch die geistige Richtung des Blattes bestimmen. In die Betriebe der übrigen Rechtsblätter sind die bisher schlecht eingerichteten revolutionären Linkszeitungen eingezogen und schalten und walten dort, als hätten sie nie eine andere, ärmlichere Unterkunft gekannt. Ihr Inhalt ist zum Teil wörtlich übereinstimmend. Viele Meldungen werden tagelang wiederholt und sind veraltet. Nachrichten aus dem Ausland werden in geringem Umfange nur gedruckt, soweit sie „antifaschistischen" Propagandawert haben. Wagt z. B. eine Zeitung — wie kürzlich das linksrepublikanische „ABC", das man zu den neuen „rechts"- stehenden Blättern rechnen kann — darauf hinzuweisen, daß Italien bereit ist, sich nicht in den spanischen Bürgerkrieg einzumischen, so bringt am nächsten Tag schon ein roter Volksfrontkollege mit fetten Buchstaben sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, daß in „dieser" Republik derartige faschistenfreundliche Aeußerungen noch ungestraft möglich seien. Der Bilderdienst beschränkt sich hauptsächlich auf das Lagerleben der Regierungstruppen, auf „friedliche" Erfolge der Milizsoldaten und nicht zuletzt auf die kampfbegeisterten kommunisttschen und republikanischen Jungfrauen, die in die Miliz eingegliedert worden sind und den Volksfronthaufen das Frontleben versüßen sollen. Der Andrang dieser kriegerischen Mädchen ist so groß gewesen, daß ein ganzes Frauenbataillon zusammengestellt wurde. Ihre Ausrüstung besteht ebenso wie die der männlichen „Kameraden" in einem blauen „mono", einem Schlosseranzug aus einem Stück, aus Bindfadenschuhen, Munitionstaschen, Schulterriemen, einen leichten Jnfanteriegewehr mit einem Bindfaden als Tragriemen — das Lederzeug ist bei der republikanischen Armee knapp —, und schließlich aus einem möglichst schief sitzenden Soldatenkäppi, unter dem sorgfältig pomadisierte Stirnlocken hervorlugen. Auf den Abbildungen sieht man die neuzeitlichen Jungfrauen nur mit strahlendem Gesicht, das mit dem meistens recht ungeschickt gehaltenen Gewehr und dem unvermeidlichen aufgepflanzten Bajonett in seltsamem Widerspruch steht. Die bunt aus Beamten der Schutz- und Zivilpolizei, aus roten Soldaten in Hemdsärmeln und Milizsoldaten zusammengesetzten Gruppen, die die Kriegerinnen umringen und um ihre Gunst werben, machen nicht den Eindruck, als wollten sie für die Republik „siegen ober sterben". Der spanische Bürgerkrieg hat sich besonders stark auf das Leben der in Spanien ansässigen Ausländer ausgewirkt. Schon in den ersten Tagen der Unruhen in Madrid begaben sich die Mitglieder der ausländischen Kolonien, die in besonders gefährdeten Stadtvierteln wohnten, in den Schutz ihrer Botschaften oder Gesandtschaften, um vor der Willkür der Miliz sicher zu sein. Die Madrider Regierung bemüht sich bis zur Stunde, den in Der Hauptstadt zurückgebliebenen Ausländern, soweit das bei den gegenwärtigen Verhältnissen möglich ist, den Schutz von irgendwelchen Uebergriffen auf Gut und Leben sicherzustellen. Trotzdem gehören fortdauernde Beschwerden der Missionschefs über unberechtigte Verhaftungen, Beschlagnahmung fremden Eigentums usw. zur Tagesordnung. Da jedoch damit gerechnet wird, daß die jetzt schon stark unter dem Einfluß der revolutionären Elemente stehende Regierung eines Tages den Schutz der fremden Statsangehörigen nicht mehr garantieren fan*, hat der weitaus größte Teil der in Madrid wohnenden Ausländer auf dringendes Anraten ihrer Regierungen die Stadt verlassen. Auch ein Teil des Diplomatischen Korps ist in die Heimat zurückgekehrt oder wartet in irgendeinem Grenzort die Entwicklung der Lage ab. Jeder Engländer, der trotz der Verhältnisse in Madrid bleiben will, muß eine von seiner Regierung geforderte Erklärung unterschreiben, wonach er auf eigene Gefahr hin in Spanien zurückbleibt, also auf den Schutz feiner Botschaft verzichtet. Zahlreiche Ausländer tragen Armbinden mit den Farben ihrer Länder in der Erwartung, daß so Belästigungen auf der Straße unterbleiben. Infolge der Ausreise so vieler Ausländer, die in Spanien die Träger der wirtschaftlichen Initiative gewesen sind, ist abgesehen von den finanziellen, den Transport, den Einkaufs- und Absatzschwierigkeiten, auch aus diesem Grunde keine geregelte Wirtschaftstätigkeit möglich. Die amtlichen Rundfunkberichte werden ständig dürftiger. Die Zuversicht und Siegeshoffnung, die die Regierung auszustrahlen versucht, scheint sich allein auf die funkelnagelneuen französischen Kriegsmaschinen zu stützen, die auch in Madrid schon, offenbar zur Ermutigung der schwankenden Volksfront-Kameraden, in geringer Höhe über das Häusermeer fliegen. Wenn man dann aber beim Einkäufen vom Gemüsehändler oder vom Fleischer erfährt, daß die Regierung große Mengen Gefrierfleisch, Kartoffeln und Gemüse aus Südamerika gekauft hat, so steigen starke Zweifel auf, ob die französischen Bomber dazu genügen, um der Madrider Regierung Spanien wieder zurückzuerobern. Es scheint um den Sieg nicht gerade sicher zu stehen, wenn Madrid, die Hauptstadt eines ausgesprochen agrarischen Landes, Gemüse und Fleisch aus Südamerika einführen muß... Sämtliche Deutsche in Spanien, die verhaftet worden waren, befinden sich wieder auf freiem Fuß. Auch die Besatzung des kürzlich beschlagnahmten Flugzeugs ist auf die entschiedenen Vorstellungen des deutschen Geschäftsträgers in Madrid hin wieder freigelassen worden. SettsMeMiraMSpoM des französischenDolkSfronikabinells Eine Rede des Innenministers Salengro findet in der pariser preffe scharfe Kritik. Paris, 17. Aug. (DNB.) Der französische Innenminister Salengro hielt auf einem Arbeitersportfest in Lille eine Ansprache, die in einem sehr merkwürdigen Widerspruch zum Grundsatz nicht nur der Neutralität gegenüber der spanischen Krise, sondern auch der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten überhaupt steht. Salengro gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Hunderttausende von Deutschen und Oester- re i ch e r n, die früher der roten Fahne zujubelten, ihrer Ueberzeugung treu geblieben seien. Nach dem „Echo de Paris" soll Salengro wörtlich erklärt haben: „Ein Tag wird kommen, wir sind dessen gewiß, an dem die Völker Deutschlands und Oesterreichs ihre Freiheit wieder zu erobern wissen werden." Der Minister erklärte ferner nach übereinstimmender Wiedergabe der französischen Presse folgendes: „Ich bin mir m einer Verantwortung bewußt und wäge meine Worte ab. Als Franzose zuerst, bann aber auch als Mitglied der Regierung der Republik wünsche ich, daß auf der anderen Seite der Pyrenäen recht bald die legale Regierung des befreundeten Landes siegen wird." Das „Echo de Paris" bezeichnet diese Erklärungen eines französischen Ministers als skandalös. Seine Ausführungen feien unbegreiflich, denn er greife in d i e Innenpolitik anderer Länder ein und kritisiere diese Politik. Darüber hinaus habe er in die spanische Angelegenheit eingegriffen, und zwar in einem Augenblick, wo die französische Regierung erkläre, neutral bleiben zu wollen. Der Temps schreibt, der amtliche Bericht über die Rede Salengros enthalte nichts darüber, daß der Innenminister den Wunsch ausgedrückt habe, die Bevölkerung Oesterreichs und Deutschlands würden eines Tages „ihre Freiheit" wieder erhalten. Ein derartiger Wunsch im Munde eines Ministers entspräche kaum der Zurückhaltungspflicht, die hinsichtlich der internationalen Beziehungen geboten fei. Man begreife also, daß die amtliche Verlautbarung den betreffenden Satz nicht erwähne. Man könne aber mit Recht erstaunt sein, daß diese Worte überhaupt gesprochen worden seien. Man müsse feststellen, daß es der Volksfront an der Erfahrung für die Ausübung der Regierungsgewalt fehle. Sehr unvorsichtige Aeußerungen seien bei mehr ober weniger revolutionären Veranstaltungen gefallen, bei benen Regierungsmitglieder allzu verschwenberisch durch ihre Anwesenheit glänzten. Die „Liberte" schreibt, Salengro habe sich einen ebenso heftigen wie plumpen Angriff geleistet. In dem Augenblick, in dem der Quai d'Orsay mit Berlin und mit Rom eine heikle Verhandlung über die Neutralität führe, nehme der französische Innenminister Stellung zu einer Angelegenheit, die i h n nichts angehe. Die Worte Salengros stellten eine regierungsseitige Bestätigung des kriegshetzerischen Pressefeldzuges des sozialistischen Popu- lairs dar, sie rechtfertigten die Worte bei der Pariser „Friedenkundgebung": „Schickt Geschütze und Flugzeuge nach Spanien!" „Ami du Peuple" sagt, immer wieder müsse man bie Zweiseitigkeit der Politik bes französischen Kabinetts feststellen: Auf der einen Seite bas Bestreben nach Neutralität unb Entspannung, auf ber anberen Seite die Wünsche ber Volksfront nach einem Eingreifen zugunsten ber Madriber Regierung. Salengro weist den spanischen MMattache ans. Paris, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Innenminister Salengro hat am Montag ben früheren Militärattache der spanischen Botschaft, Barroso, einen Ausweisungsbefehl zukommen lassen. Das Echo de Paris meint, der Innenminister habe gemäß seiner Jnteroentionspolitik zugunsten der Madrider Regierung erneut eine Maßnahme ergriffen, die der vom Außenminister verkündeten Neutralität widerspreche. Barroso habe sich geweigert, bie spanische Volksfront mit französischen Waffen versorgen zu helfen; bas sei sein ganzes Verbrechen gewesen unb ein Wort bes Vertreters der spanischen Volksfront in Paris habe genügt, um den Innenminister der französischen Volksfront dazu zu bewegen, Barroso ben Aufenthalt in Frankreich zu verbie- te n. Der „Jour" stellt fest, daß man in Frankreich mit offenen Armen Kommuni st en unb Anarchisten aufnefjme, aber ohne irgendwelche Bedenken die besten Freunde Frankreichs ausweise. Barroso sei Offi- zier ber Ehrenlegion und habe unter ben französischen Fahnen heldenhaft in Marokko gekämpft. Auch der zurückgetretene spanische Konsul in Bayonne habe einen Ausweisungsbefehl erhalten, obwohl Frankreich gerade ihm die Eröffnung von französischen Literatur- und Sprachkursen an dem Rundfunksender Sevilla zu verdanken habe. Ein Dementi Salengros. Paris, 17. Aug. (DNB.) Die Agentur Havas veröffentlicht eine Verlautbarung des französischen Innenministers, in der es heißt, daß gewisse Blät- ter die Ausführungen des Ministers auf dem Arbeitersportfest in Lille in bezug auf mehrere europäische Länder ungenau wiedergegeben hätten. Es wird auf den am Abend des 16. August durch die Agence Havas veröffentlichten Bericht verwiesen. Der „Jour" will wissen, daß Ministerpräsident Blum seinen Erholungsurlaub ganz plötzlich abgebrochen habe und nach Paris zurückgekehrt sei. Das Zusammentreffen dieser unerwarteten Rückkehr Blums mit der Heimkehr des Generalsekretärs des marxistischen Gewerkschaftsoerbandes Jouhaux aus Spanien gebe auf jeden Fall zu denken. MarMcher Landungsversuch auf Mallorca mißglückt. Lissabon, 18.Aug. (DNB. Funkspruch.) General Llano verkündete im Sender von Sevilla, daß die von Madrid verbreiteten Nachrichten über die Besetzung von Palma auf derJnsel Mallorca (Balearen) durch Regierungstruppen den Tatsachen nicht entspreche. Der Landungsversuch der Marxisten sei völlig mißglückt. Die Landungstruppen ber Madrider Regierung trafen auf drei Schiffen, bie bie weiße Flagge führten, vor Puerto Christo (in ber Mitte ber Ostsette Mallorcas) ein. Die Lanbungstruppen versuchten sich auszuschiffen, was jeboch nicht gelang, da bie Nationalisten sofort bas Feuer eröffneten. Bei ben Kämpfen feien 20 0 Marxisten gefallen, bie Nationalisten hätten zwei Tote unb acht Verwunbete zu beklagen. Auch die Funkstatton von Palma bestätigte die Niederlage ber Marxisten. Das ausgeladene Kriegsmaterial ber Marxisten, Darunter zwei Geschütze, sei in die Hände ber Nationalisten gefallen. Unter den Truppen sollen sich auch Ausländer befunden haben. Es feien sowjetrussische und französische Waffen gefunden worden. Auf der ganzen Insel herrsche wieder vollkommene Ruhe. Kommunistische Greueltaten. London, 18. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Nationalisten-General Queipo de Llano teilte über ben Rundfunksender Sevilla mit, daß ber bie Regierungsstreitkräfte in dem spanischen Kriegs- marinehafen Cartagena befehligende Admiral zu ben Nationalisten übergegangen sei. Der Admiral habe sich ber in ber Umgegend der Stadt befindlichen Befestigungen versichert unb beherrsche die Dockanlagen und den Schiffsverkehr. Spanische Flüchtlinge vor dem roten Terror, bie in Gibraltar eingetroffen sind, berichten über Massenhinrichtungen in Almeria. Gefangene, die auf einem Gefangenenschiff festgehalten würben, seien ins Meer geworfen worben, nachbem man ihnen vorher eiserne Gewichte um ben Hals gelegt hatte. Auf biefe Weise seien bereits 50 Nationalisten umgebracht worden. Jedermann, der im Verdacht stehe, etwas Geld zu besitzen, werde von den Kommuni st en getötet. Nach anderen Augenzeugenberichten werden in Malaga jede Nacht 5 bis 12 Personen auf ben Friedhöfen von ben Marxisten erschossen. Bei ben Kämpfen um Jrun und San Sebastian sollen bie Marxisten 15 0 0 Geiseln, Darunter 800 Frauen und Kinder der Madrider Gesellschaft, die ihre Ferien im Baskenlande zu verbringen pflegen, i m Munitionslager von Fuenterrabia eingeschlossen haben. Diese armen Menschen würden entweder bei einem Sieg der Nationalisten von den Marxisten ermordet werben ober im Falle eines Treffers mit der Munition in die Luft fliegen. Nachklänge zum Abschluß ber Olympischen Spiele. Der Führer baust. Ein Erlaß des Reichsinnenministers. Berlin, 16. Aug. (DNB.) Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern, Dr. F r i cf, gibt fol- genbes bekannt: Die XI. Olympiade 1936 in Berlin unb Kiel hat, fast stets von ausgezeichnetem Wetter begünstigt, in Anwesenheit des Führers unb Reichskanzlers, im Olympiastadion in Berlin heute ihren glanzvollen Abschluß gefunden. Alle Teilnehmer — aktive Kämpfer wie Zuschauer — stehen unter dem Eindruck eines überwältigenden Erlebnisses. Die gesamte Presse des In- unb Auslandes rühmt die mustergültige deutsche Vorbereitung der Spiele, die sowohl in der sporttechnischen Organisation wie auch in den großzügigen baulichen, verkehrsmähi- gen, polizeilichen unb allen sonstigen Maßnahmen alles aufgeboten hat, um einen würdigen Verlauf der Spiele sicherzustellen. Der Führer unb Reichskanzler, der seinem besonderen Interesse an den Olympischen Spielen durch seine beinahe tägliche Anwesenheit sichtbaren Ausbruck verlieh, hat mich als ben für ben beutschen Sport zustänbigen Minister beauftragt, allen an ber Organisation ber Spiele beteiligten Stellen, Verbänben unb Persönlichkeiten in Staat unb Bewegung feinen Dank unb feine be - fonbere Anerkennung für bie geleistete vorbilbliche Arbeit auszusprechen. Jnbem ich biesem Auftrage nachkomme, banke ich gleichzeitig im eigenen Namen dem Organisationskomitee der XI. Olympiade, seinem Vorstand und seinen Ausschüssen, ferner allen Dienststellen des Reiches unb Preußen insbesondere ben beteiligten Ministerien, ber Wehrmacht, der Polizei, der SS., SA. unb bem NSKK., ber Reichsbahn, ber Reichspost, dem R e i ch s a r b e i t s d i e n st, dem Sanitäts - bienst unb besonbers auch ber Reichshauptstabt Berlin unb ber Stadt Kiel für ihren aufopfernden Einsatz. Mein besonderer Dank gilt dem Reichssport- führer, dem deutschen Olympischen Ausschuß und vor allem unseren prachtvollen Kämpfern, bie für Deutschland so viele ehrenvolle Siege errungen haben. Das Deutschland Abolf Hitlers hat bie Olympischen Spiele in einem Ausmaß durchgesührt, bie gleichermaßen ber Würbe des olympischen Gedankens und der Ehre ber beutschen Nation entspricht. Erste Verleihung des Deutschen Olympia-Ehrenzeichens. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Im Auftrag des Führers unb Reichskanzlers hat der Reichsminister des Innern Dr. Frick dem Präsidenten des IOC. Graf Baillet-Latour und den in Berlin anwesenden Mitgliedern des IOC., den Präsidenten und Generalsekretären ber Nationalen Olympischen Komitees, den Chefs der Missionen und Attaches der an ben Spielen beteiligten Nationen, ferner den Präsidenten unb Generalsekretären ber internationalen Sportverbände in Anerkennung ihrer Verdienste um ben glücklichen Verlauf ber XI. Olympiade das Deutsche Olympia- Ehrenzeichen überreicht. Anschließend überreichte der Minister den Präsidenten der Organi- sationskomitees der XI. Olympiade, der IV. Olympischen Winterspiele unb des Deutschen Olympischen Ausschusses Staatssekretär a. D. Dr. Lewald , Dr. Ritter von Halt und Reichssportführer von Tschammer und Osten sowie den Mitgliedern dieser Ausschüsse bas Olympia-Ehrenzeichen unb sprach ihnen bie besondere Anerkennung des Führers unb Reichskanzlers unb seinen 1 Branbenburg a. d. H., 17. Aug. (DNB.) Auf Einlabung des Organisationskomitees unternahmen etwa 350, davon mehr als bie Hälfte aus- länbifche Pressevertreter, einen Ausflug in bie Umgebung ber Reichshauptstabt. Der Tag begann mit einer Dampferfahrt auf ber Havel über Potsdam nach Werder. Die Pressevertreter nahmen bann an der feierlichen Einweihung ber neuen Reichsautobahn st recke Berlin — Mag- b e b u r g teil unb waren in Branbenburg Gäste ber alten märkischen Hauptstadt. In Brandenburg begrüßte ber Leiter ber Presseabteilung im Reichsministerium für Dolksaufklä- rung unb Propaganda und stellvertretende Pressechef der Reichsregierung Ministerialrat Berndt die Männer der Presse. „Dank Ihrer großen Arbeit", so sagte Ministerialrat Berndt, haben Hunderte von Millionen, die nicht die Möglichkeit hatten, in Berlin den Olympischen Spielen beizuwohnen, diese Kämpfe doch miterleben können, unb zwar in einem Maße, wie bas bei den früheren Olympischen Spielen niemals ber Fall gewesen ist. Wir haben als Gastaeber der Olympischen Spiele jetzt bie Aufgabe, Ihnen herzlich zu danken für die so verständnisvolle Art, in ber Sie die Aufgabe ber deutschen Reichsregierunq als Gastgeberin der XI. Olympischen Spiele in Berlin unterstützt haben. Ministerialrat Berndt verlas dann folgende öonferflärung des Reichsministers Or. Goebbels: Es ist mir nach Abschluß ber Olympischen Spiele ein dringendes Bedürfnis, der gesamten Presse, der ausländischen und der inländischen, als der für das Gebiet der Presse zuständige Reichsminister den herzlichen Dank des Deutschen Reiches für die verständnisvolle Art auszubrücken, in der sie die Aufgaben der Reichsregierung als Gastgeber für die XI. Olympischen Spiele zu Berlin erleichtert und unterstützt hat. Ich weiß, welche nervenaufreibenden unb anstrengenden Tage die Presse hinter eigenen Dank für die mustergültige Vorbereitung der Olympischen Spiele aus. * Ministerpräsident Generaloberst Göring hat ben Reichssportführer von Tschammer und Osten in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den deutschen Sport und unter besonderer Würdigung der deutschen Erfolge bei den Olympischen Spielen zum Preußischen Staatsrat ernannt. Als Ausdruck seines Dankes für die hervorragenden Leistungen der deutschen Olympiamannschaft überreichte ber Führer dem Reichssportführer von Tschammer unb Osten sein Bild mit einer dies besonders anerkennenden Widmung. sich hat, welche Lei st ungen in Wort und Bild sie vollbrachte, um das große Erlebnis ber Olympischen Spiele auch denen in aller Welt zu übermitteln, die nicht das Glück Ratten, ihnen auf ben Berliner Kampfstätten beiwohnen zu können. Die Satzungen des IOK. sehen keine Goldmedaille für die Leistungen ber Presse während ber Olympischen Spiele vor. Unb doch haben die vielen bekannten und unbekannten Männer unb Frauen, die auf ben vielen Pressetribünen der Olympischen Kampfstätten in Berlin in wahrhaft olympischer Gemeinschaft unermüdlich tätig waren, auch eine Olympiade durchgekämpft, eine Olympiade der Presse, für die zwar Goldene, Silberne und Bronzene Medaillen nicht verliehen werden, die aber dennoch große Lei st ungen und Rekorde hervorgebracht hat. Für alle Beteiligten aber ist der schönste Lohn das Bewußtsein, im olympischen Gei st ihre Pflicht getan zu haben." Der Leiter der Pressestelle des Organisationskomitees für die XI. Olympiade Dr. Krause sprach darauf den Männern ber Presse den Dank des Präsidenten Dr. Lewald aus. Der Präsident des Internationalen Sportpresseverbandes Victor Bo in habe ihm versichert, daß bie Berichterstattung von ben XI. Olympischen Spielen so fair und in einem solchen Umfange in ber ganzen Welt durchgeführt worden sei wie nie zuvor. Mit besonderer Wärme aber sprach Dr. Krause dem Letter ber Presseabteilung, Ministerialrat Berndt, den Dank für die Unterstützung aus, die er jederzeit in kameradschaftlicher Art in allen Fragen dem OK. ber Presse gewährt habe. Den Dank ber ausländischen Pressevertreter sprach ber amerikanische Journalist Bouman von ber Associated Preß aus. Er dankte für alle Erleichterungen, bie man ber ausländischen Presse habe zuteil werden lassen, insbesondere auch für die frohen Stunden ber Gastfreundschaft. Reichsministtt Dr. Goebbels dankt der preffe des 3n= und Auslandes. Anteil derWehnnachtan den Olympischen Erfolgen Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Reichs^ k r i e g s m i n i st e r und Oberbefehlshaber der Wehrmacht hat anläßlich der Beendigung der XI. Olympischen Spiele folgenden Befehl erlassen: Bei den soeben beendeten Sportwettkämpfen der XI. Olympischen Spiele hat die deutsche Mannschaft 33 Goldene, 26 Silberne und 30 Bronzene Medaillen erkämpft. Soldaten gewannen von den 33 Goldenen Medaillen 12, von den 26 Silbernen und den 30 Bronzenen je 6. Es wurden der für diese Leistung zum Hauptmann beförderte Oberleutnant H a n d r i k Sieger im Modernen Fünfkampf: Hauptmann Stubbendorf Sieger in der Vielseitigkeitsprüfung: Oberleutnant Pollay Sieger in der Dressurprüfung: Oberleutnant Hasse Sieger im Jagdspringen um den Preis'der Nationen: der für seine Leistungen zunächst zum Feldwebel und dann zum Leutnant beförderte Unteroffizier Schwarzmann zweifacher Sieger im Geräteturnen (Zwölfkampf und Langpferd). Als Mannschaften aewannen: Major Gerhard, Rittmeister von Oppeln -Bronikowski, Oberleutnant Pollay (die Goldene Medaille in der Dressurprüfung): Hauptm. Stubbendorf, Rittmeister Lippert, Oberleutnant Frhr. von Wangenheim (die Goldene Medaille in der Vielseitigkeitsprüfung). Oberlt. Frhr. v. Wange n h e i m trat trotz eines am zweiten Tage der Prüfung beim Geländeritt erlittenen Bruches des Schlüsselbeines am letzten Tage beim Jagdspringen an und sicherte damit den deutschen Sieg in der Mannschaftsbewertung. Rittmeister Brandt, Hauptmann (E.) von B a r n e k o w . Oberleutnant Hasse (die Goldene Medaille im Großen Jagdspringen um den Preis der Nationen). Leutnant Schwarzmann hatte als Mitglied der deutschen Mannschaft hervorragenden Anteil an dem Sieg im Zwölfkampf in der Länderwertung. Der für seine Leistung zum Leutnant beförderte Oberjäger G u st m a n n hatte als Mitglied der Besatzung Anteil am Sieg im Zweier mit Steuermann. Als Mitglieder der deutschen Handballmannschaft hatten Anteil am Gewinn der Goldenen Medaille: die Feldwebel D a s ch e r und K n a u tz ; die Unteroffiziere: Stahl, Hansen, Bandholz, Brinkmann und Klingler; die Gefreiten: Keimig, Körvers und Dossin. Ferner gewannen: Major Gerhard die Silberne Medaille in der Großen Dressurprüfung, Hauptmann Hax die Silberne Medaille im Schnellfeuerschießen mit Pistolen, Feldwebel B l a s k die Silberne Medaille im Hammerwerfen, Unteroffizier Schweickert die Silberne Medaille im griechisch- römischen Ringen (Mittelgewicht). Als Mitglied der Mannschaft bzw. Besatzung hatten Anteil am Gewinn Silberner Medaillen: Fahnenjunker Gerdes im Hockey, Grenadier Pirsch im Doppelzweier. Ferner gewannen: Leutnant Schwarzmann zwei Bronzene Medaillen im Geräteturnen (Barren und Reck), Unteroffizier Siebert die Bronzene Medaille im Freistilringen (Halbschwergewicht), Gefreiter K o s ch i k die Bronzene Medaille im Kanu-Fahren (Einer-Kanadier). Als Mitglieder deutscher Mannschaften hatten Anteil: Leutnant v. Stülpnagel am Gewinn der Bronzenen Medaille in der 4-rnal-400-Meter-Staffel, Feldwebel L e i ch u m am Gewinn der Bronzenen Medaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Außer diesen Gewinnern von Olympischen Medaillen belegten drei Soldaten der Wehrmacht in Wettkämpfen vierte Plätze, zwei Soldaten der Wehrmacht in Wettkämpfen fünfte Plätze und drei Soldaten der Wehrmacht in Wettkämpfen sechste Plätze. Ich spreche diesen erfolgreichen Wettkämpfern meinen Dank und meine Anerkennung für ihre Leistungen und den bewiesenen kämpferischen Einsatz aus. Meine Anerkennung gilt auch den übrigen Wehrmachtsangehörigen der deutschen Olympischen Mannschaft, die mit dem gleichen Einsatz gekämpft haben, ohne eine sichtbare Auszeichnung erringen zu können. Es gilt gleichfalls allen, die an der Ausbildung und Vorbereitung der Kämpfer und an der vielfachen o r - ganifa torischen und technischen Mitarbeit der Wehrmacht bei der Durchführung der Olympischen Spiele Anteil hatten. Die deutsche Wehrmacht ist stolz auf diese Kameraden. (Gez.) von Blomberg. Deutsche Forst verein hat bei jenen Aufgaben mitzuwirken. Gerade das Zusammenwirken von Wissenschaftlern, Forstbeamten und Waldbesitzern gibt die Gewähr, daß die behandelten Fragen von allen notwendigen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. Kunst und Wissenschaft. Grazia Deledda f. Die italienische Schriftstellerin Grazia Deledda ist in Rom im 61. Lebensjahr gestorben. Grazia Deledda wurde 1873 in Sardinien geboren. Als Tochter eines früheren Prokurators, der gut belesen war und auch in der Mundart seiner Heimat dichtete, bekam sie neben dem Dorfschulunterricht Englisch und Französisch, wuchs aber im übrigen ganz wie ein Bauernmädchen auf. Nur las sie viel in der Bibliothek ihres Vaters und bekam eines Tages die unbezwingbare Lust, die vielen geheimnisvollen Erzählungen,'die im Volke Sardiniens noch von Mund zu Mund gingen, aufzuschreiben. Auf dieser Grundlage schrieb sie mit fünfzehn Jahren ihre erste Novelle „Sardisches Blut" die auch sogleich von einer römischen Zeitung angenommen wurde. Seitdem schrieb sie Roman um Roman, Novelle um Novelle, und als sie fünfundzwanzig Jahre alt geworden war, war sie brühmt, ohne noch einen Fuß von ihrer Heimatinsel gesetzt zu haben. Mit 27 Jahren heiratete sie einen hohen italienischen Beamten und ging mit ihm nach Rom. Die meisten ihrer Romane und Novellen sind auch in das Französische und Deutsche übersetzt worden. Für Kiel, 17. Aug. (DNB.) Zu einem eindrucksvollen Bekenntnis deutsch-englischer Freundschaft gestaltete sich die Rückgabe der Schiffsglocke des von Vizeadmiral Reuter bei Scapa Flow versenkten deutschen Schlachtkreuzers „H i n - denburg" durch den Kommandanten des englischen Kreuzers „Neptun e" Eaptain Bedford an den Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Roeder. Er hielt dabei folgende Ansprache: Herr Admiral! Offiziere und Mannschaften der deutschen Kriegsmarine! Es ist eine große Ehre für uns, von der Admiralität beauftragt zu sein, Ihnen die Glocke des früheren Schlachtkreuzers zu übergeben, der den Namen Ihres verewigten, hochverehrten Reichspräsidenten und' berühmten Feldmarschalls trug und der eine der kampfkräftigsten Einheiten der deutschen Marine im Kriege 1914/18 darstellte. Eine Reihe von Jahren hat diese Glocke an Bord Seiner Majestät Schiff „Reoenge" gehangen. Die Rückgabe der Glocke an Sie am heutigen Tage soll ein Zeichen der Freundschaft sein, die die Marinen unserer beiden Nationen verbindet. Generaladmiral R a e d e r bat den Kommandan- 62 Millionen Fahrgäste hatten die Berliner Verkehrsmittel. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Die Berliner Verkehrsgesellschaft hat während der Olympischen Spiele vom 28. Juli bis zum 16. August einschließlich insgesamt 62,6 Millionen Fahrgäste mit den städtischen Verkehrsmitteln befördert. Theoretisch hätte demnach also innerhalb von 20 Tagen nahezu das ganze deutsche Volk vom BVG.-Verkehr erfaßt werden können. Die 62,6 Millionen Fahrgäste verteilen sich im einzelnen mit 36,3 Millionen auf die Straßenbahn, mit 11,7 Millionen auf den Omnibus und mit 14,6 Millionen auf die 0 - B a h n. Vom 28. Juli bis zum 16. August d. I. wurden insgesamt rund 14 Millionen BVG.-Fahrgäste mehr befördert als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Modernes Bankwesen auf der „Deutschland"- Ausstellung. An der „Deutschlands-Ausstellung hat sich auch eine Großbank, die Dresdner Bank, als Aussteller beteiligt. Es ist das erstemal, daß eine Großbank den Versuch unternimmt, der Oeffentlichkeit auf einer Ausstellung ihre Funktion und Dienstleistungen mit den Mitteln künstlerischer Ausstellungstechnik anschaulich zu machen. Eine Broschüre, die eine Auswahl des auf der Ausstellung gezeigten ihren Roman „Die Flucht nach Aegypten" erhielt sie 1927 den Literaturnobelpreis von 1926. Schach-Olympiade München 1936. Der erste Tag der Münchener Schach-Olympiade nahm einen verheißungsvollen Verlauf. Die beut« jch e Mannschaft schlug Holland mit 5A zu 2V» Punkten. Es wurde keine Partie verloren. Unsere drei Spitzenspieler siegten an den ersten drei Brettern im sicheren Spiel, während die restlichen fünf Parteien mit Remis endeten. Den hartnäckigsten Kamps lieferten sich am siebenten Brett der Gelsenkirchener Ernst und de Groot. Obwohl der Holländer im Endspiel mit Dame und drei Bauern gegen Dame und zwei Bauern materiellen Vorteil hatte, gelang es ihm, dank der umsichtigen Verteidigung des Deutschen nicht, sein Uebergewicht in Gewinn umzusetzen. Als außerordentlich spielstark erwies sich Jugoslawien, das die Schweiz 7:1 abfertigte. Noch schlimmer erging es Frank- reich, das gegen Polen mit 1% : XA Punkten verlor. Ungarn, das heute ohne seinen Mannschaftsführer Maroczy antrat, holte gegen Eft- l a n ö einen klaren 5:3-Sieg heraus. Am 1. Brett wurde allerdings Steiner von dem jungen Estländer Keres geschlagen. Ergebnis der ersten Runde: Dänemark gegen Island 5:3, Oesterreich gegen Lettland 4XA : 3%, Deutschland gegen Holland '5%: 2%, Polen gegen Frankreich 7^2: lh, Jugoslawien gegen die Schweiz 7:1, Schweden gegen die Tschechoslowakei 4:4, Rumänien gegen Bulgarien 5:3, Italien gegen Norwegen VA : 3%, Ungarn gegen Estland 5:3, Brasilien gegen Finnland 4:4 Punkte. ten des „Neptune", dem Ersten Lord der Admiralität den Dank der Kriegsmarine zu übermitteln. Diese Glocke werde stets eine wertvolle Erinnerung an das Kämpfen und Sterben der deutschen Flotte und ihrer Besatzungen im Weltkrieg sein. Ihr Läuten wird uns aber auch eine ernste und eindringliche Mahnung sein, weiter zu arbeiten und zu streben im Sinne des vorbildlichen großen Soldaten, der im Weltkrieg so Unermeßliches geleistet hat. Die Glocke soll ihren Platz auf dem Panzerschiff „Deutschland" haben, das die Ueberüeferung des Schlachtkreuzers „Hindenburg" pflegt, bis ein neues Schiff „Hindenburg" erstan- den sein wird. „Diese Glocke wollen wir als ein Unterpfand betrachten für die Verwirklichung des Zieles unseres Führers, dessen Wille es ist, daß das deutsche Volk in Frieden und Eintracht mit dem stammverwandten englischen Volk leben möge, da ja keinerlei Interessengegensätze zwischen ihnen bestehen. Dieser Wunsch wird von niemandem so ehrlich und so stark empfunden, wie von der deutschen Kriegsmarine, die sich von jeher den englischen Seeleuten kameradschaftlich und menschlich eng verbunden fühlt. Materials enthält, gibt z. B. das Schaubild wieder, das die Verteilung der Arbeitsleistung der Gefolgschaft in den Filialen auf die einzelnen Geschäft- fparten zeigt. Im allgemeinen ist der Außenstehende geneigt anzunehmen, daß ein sehr großer Teil der Gefolgschaft im Kreditgefchäft tätig ist. Das Schaubild zeigt indessen, daß in dieser Sparte in den Filialen nur 19 v. H. der Gefolgschaft tätig sind, dagegen 64 v. H. im Zahlungsverkehr und Devisengeschäft, 17 v. H. im Wertpapiergeschäft und der Depotverwaltung. Andere Schaubilder veranschaulichen die Leistungen der Bank als Kreditgeber, die tägliche Arbeitsleistung im Zahlungsverkehr, ferner werden geographijche Uebersichten über den Aufbau des Filialnetzes, der Genossenschaftsabteilung und der Auslandsbeziehungen gegeben. Nächtliches Großfeuer auf einem Berliner Güterbahnhof. Gegen Mitternacht ging auf dem Gelände des Lehrter Güterbahnhofs in Berlin ein A 11 p a p i e r- und Lumpenlager in Flammen auf. Das etwa 1200 Quadratmeter große Gelände wurde mit allen Schuppen, Wagen und Geräten ein Raub der Flammen. Unter höchster Anstrengung gelang es, die angrenzenden Gebäudeteile, einige kleine Fahrzeuge und ein paar Pferde zu retten. Zahlreiches Kleinvieh, Hühner, Kaninchen und Tauben fielen den Flammen zum Opfer. Mehrere 10 000 Deutscher Wald ist deutsches Volksgut. Veichsforftmeister Göring auf der Stettiner Tagung des Deutschen Forftvereins Stettin, 17. Aug. (DNB.) Ministerpräsident Reichsforstmeister Göring stattete anläßlich der Tagung des Deutschen For st Vereins der Stadt Stettin einen kurzen Besuch ab. Die Tagung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Anwesenheit zahlreicher ausländischer G ä st e. Es waren u. a. erschienen Vertreter aus Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechoslowakei, Ungarn und den Vereinigen Staaten. Nach kurzer Begrüßungsansprache durch Generalforstmeister von Keudell eröffnete Veichsforstmeister Göring die mit der Tagung des Deutschen Forstvereins verbundene Schau „Deutscher Wald — deutsches Volk" mit Ausführungen über die Aufgaben der deutschen Forstwirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland. In Deutschland hat die Wiege wissenschaftlicher Waldbewirtschaftung gestanden. Deutsche Forstwirtschaft und Forstwissenschaft haben der Welt drei Grundgedanken von roeittragenber Wirkung geschenkt: Die Idee der Verbundenheit von Wald und Volk, den Gedanken der Nachhaltigkeit und die organische Auffassung vom W a 1 d w e s e n. In Deutschland entwickelte sich aus dem Grundsatz der Nachhalttgkeit der Forstwirtschaft an Stelle der früheren Abbauwirtschaft eine Anbauwirtfchaft, eine systematische forstliche Nachhaltwirtschaft, die durch weltberühmte Forstschulen ihre wissenschaftliche Begründung und Ausgestaltung erhielt. Allein schon der Gedanke der Nachhaltigkeit, der in der Regel ein Opfer der gegenwärtigen Geschlechter für die künftigen und einen Verzicht des einzelnen zugunsten der Gemeinschaft fordert, bedeutet die Anerkennung des nationalsozialistischen Grundsatzes: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Er stellt die Forderung, daß alle i rtschaft für das Volk da zu sein und ihm allein zu dienen habe . Die Gemeinschaslsidee erstrahlt wieder in voller Reinheit, sie wächst zu dem Gedanken: Deutscher Maid ist deutsches Volksgut. Aufgabe derer, die es vom Volk zum Lehen haben, oder die es verwalten und betreuen, ist, den Wald zu schuhen und zu hegen als Grundlage deutscher Kultur, die Waldschönheit zu pflegen als Quell der Freude und der Kraft für das deutsche Volk, den Wald zu erhalten und zu mehren als Schuh für deutsches Land, im Walde Arbeit und Auskommen zu schaffen für deutsche Volksgenossen und der deutschen Volkswirtschaft in dauernder Sorge um künftige Bedarfsdeckung die Erzeugnisse des Waldes in höchster Menge und bester Güte zuzuführen. Die wirtschaftliche Bedarfsdeckung tritt vor die Rentabilität. Der Schutzgedanke wird stärker betont und führt ebenso wie die nationalwirtschaftliche Leistungspflicht zu erhöhten Forderungen an alle Waldbesitzer hinsichtlich der Waldbewirtschaftung und Aufforstung. Die Pflicht der Mitwirkung an der Arbeitsbeschaffung läßt die Maschine im Walde hinter der Handarbeit des Waldarbeiters zurück- treten. Große Aufgaben liegen noch vor uns: Erhaltung und Mehrung des deutschen Waldes, Verbesserung seines Zustandes und feiner Bewirtschaftung, Hebung seiner Leistung, beste Ausnutzung seiner Erzeugnisse und Ordnung des Marktes erfordert in den nächsten Jahren noch umfassende Maßnahmen der Gesetzgebung und der Organisation. Wir erwarten die Schaffung des Reichsgesetzes, daß die unter den heutigen Verhältnissen ungeheuer wichtige Versorgung Deutschlands mit dem Rohstoff Holz sicherstellen soll. Die großen Aufgaben auf dem Gebiet der Fortwirtschft machen es notwendig, daß die Tätigkeit der Forstverwaltungsbehörden und des Reichsforstamtes eine beratende U n - terstützung aus den führenden Fachkreisen der For st wirtschaft erfährt. Ich beabsichtige daher, in Kürze einen besonderen Beirat einzuberufen, aus den besten Sachkennern der forstlichen Wirtschaft und Praxis. Auch der Ein Pfand deutsch-englischer Freundschaft Rückgabe der Schiffsglocke des Schlachtkreuzers „Hindenburg". Aus aller Wett ( Spi^en-Ernte 53 !) RUNDE SORTE llllllllHHIIIHIIIIIIIIIIi .ALVA' enthält nicht nur die zulässige Höchft- menge an Tabak.fondem-nach dem *ALVA»-Prin zip-hochwertige macedonifche Provenienzen: VOLL RUND1 Zentner Papier und Lumpen sind vernichtet worden. Vor der zweiten Festspielfolge in Bayreuth. In Bayreuth wird nun vom 18. August bis zum 31. August das Programm der zweiten Festspielfolge zum Ablauf gelangen. Die Aufführungsfolge beginnt am Dienstag um 16 Uhr mit P a r f i o a l. Die Stadt Bayreuth, die bereits Ende Juli eine Fremdenverkehrsziffer von über 33 000 aufwies und damit schon jetzt das Jahresergebnis eines ganzen früheren Festspieljahres erreichte, ist erneut das Ziel von Tausenden in- und ausländischen Festspiel- gästen. Fabrikbrand in Schlesien. In Grünberg (Schlesien) entstand in der Brücken-, Waggonbau- und Eisenkonstruktions-AG. Beuchelt & Co. in der Tischlerei ein Brand, der sofort auf die Lackiererei, die Dreherei und den Dor- ratsschuppen der Montagemaschinen Übergriff. Der Brand wurde von einem Arbeiter und einem Wächter bemerkt, die sofort die Sirenen in Betrieb setzten und die gesamte Stadt alarmierten. In kürzester Frist trafen aus Grünberg und der Umgegend acht Feuerwehren mit 250 Mann ein, die bereits alles in einem Flammenherd vorfanden. Zur Unterstützung wurden noch der Arbeitsdienst, die Technische Nothilfe und das Ersatzbataillon eingesetzt. Die vier Fabrikhallen brannten vollkommen nieder. Bei den Löscharbeiten wurden zahlreiche Feuerwehrleute verletzt. Sämtliche Einrichtungen der in Mitleidenschaft gezogenen Hallen sind verbrannt. Eigenartiges Eisenbahnunglück in Wilna. In Wilna geriet eine Lokomotive, die gerade mit Kohlen beladen wurde, während der Lokomotivführer und Heizer sie verlassen hatten, aus noch unaufgeklärter Ursache plötzlich in Fahrt. In kurzer Zeit kam sie auf volle Geschwindigkeit. Zwei Arbeiter, die Kohlen geschippt hatten, konnten nicht wagen, abzuspringen. Die Lokomotive fuhr auf einen entgegenkommenden Personen- z u g auf. Der Zusammenprall war so gewaltig, daß der Lokomotivführer und Heizer des Personenzuges auf der Stelle getötet und 16 Passagiere des Zuges teils schwer verletzt wurden. Schwerer Flugunfall bei Paris. lieber dem Flughafen von Toufsus-Paris stieß ein P r i v a t f l u gz e u g mit vier Personen an Bord bei der Landung gegen eine Baumkrone und stürzte ab. Der Führer des Apparates, ein Pariser Industrieller, und zwei seiner Begleiter wurden auf der Stelle getötet. Der vierte Fluggast wurde schwer verletzt. Die Taifunverheerungen in Hongkong und Kanton. Bei dem schweren Taifun wurden in Hongkong über 100 Chinesen durch einen Erdrutsch verschüttet. Zwei Dampfer wurden auf den Strand geworfen. Die Passagiere und die Besatzung gerieten durch die Überschlagenden Seen in schwerste Gefahr. Auch in Kanton stürzten zahlreiche Häuser ein, ebenso wurden viele Dschunken vernichtet. Die Zahl der Todesopfer ist groß. Die Licht-, Fernsprech- und Telegraphenleitungen sind unterbrochen. Die Straßen sind mit Trümmern übersät. Dreizehnjähriger Zunge rettet ein vierjähriges Kind. In Saarburg stürzte beim Spielen am Saarufer ein vierjähriges Kind in die hochgehende Saar. Ein 13jähriger Schüler aus Saarburg sprang dem Kind kurz entschlossen nach und zog es unter Einsatz seines eigenen Lebens aus dem Wasser. Der junge Lebensretter stellte selbst die notwendigen Wiederbelebungsversuche bei dem ohnmächtig gewordenen Kind an, die auch Erfolg hatten. Abstürze in den Bergen. Sonntagnachmittag verunglückten zwei Bergsteiger, die die Nordwand der A l p s p i tz e erklettern wollten und schon fast den Gipfel erreicht hatten, tödlich. Die Bergwacht brachte die Leichen bis zum Einstieg herunter. Die Persönlichkeit der Toten konnte noch nicht festgestellt werden. Ferner stürzten ebenfalls am Sonntag am Blassen- grad zwei Touristen ab. Beide wurden verletzt, einer schwer. Sie mußten die Nacht am Hochblassen, in der Wand hängend, verbringen. Garmischer Bergführer und Bergwachtleute machten sich sofort auf den Weg, um die Verunglückten zu bergen. Auf der S ch ö l l h o r n p l a t t e an der Watzmann- Ostwand stürzte infolge Ausbrechens eines Hakens der Kaufmann Hans Fenzel aus Marktredwitz, der mit einem Kameraden durch das Seil verbunden war, ab. Das Seil riß, Fenzel stürzte etwa 100 Mein in die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. In den Gesäuse-Bergen (Steiermark) stürzte der Mittelschulprofessor aus Olmütz Hubert Seefried tödlich ab. In der Nähe der Oberwald er Hütte im Großglocknergebiet fiel eine Beamtin aus Preßburg in eine 25 Meter tiefe Gletscherspalte und war auf der Stelle tot. Der Wiener Bergsteiger Franz M ü l d n e r durchkletterte in den Hallern Mauern die gleiche Rout*', bei der sein Bruder am gleichen Tage vor drei Jahren tödlich abgestürzt war. Fast an der gleichen Stelle, wo fein Bruder verunglückte, lösten sich plötzlich zum Entsetzen seiner Begleiter seine Hände von einem sicheren Griff, und er s a uste in d i e Tiefe. Er wird an der Seite seines Bruders bestattet werden. Auch auf der Rax-Alpe hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. In einer noch unerforschten Höhle am B u ch k o g e l bei Graz geriet der Grazer Höhlenforscher Hermann P e n d l tief im Innern des Berges in eine Felsspalte und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Seine Begleiter holten Hilfe, doch mußte schließlich eine Pionierabteilung aus Graz gerufen werden, um Pendl aus dem Felsen herauszuhauen. Erst nach 40 Stunden gelang die Rettung. Line Frau mit ihren fünf Kindern in den Tod gegangen. Eine Frau aus der Jnselgemeinde Reichenau fuhr abends in einem Boot mit den fünf Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren auf den See hinaus. Zwei Stunden später wurde das Boot leer aufgefunden. Die Leichen der beiden jüngsten Kinder konnten bei Mittelzell geborgen werden. Zahnausstellung in Frankfurt. In der Zeit vom 20. August bis 9. September 1936 findet in der Frankfurter Festhalle (Seitenflügel Bachsaal) eine zahnhygienische Ausstellung „Unsere Zähne" auf Anordnung des Reichsdentistenführers Schaeffer statt. Aussteller ist der Reichsoerband Deutscher Dentisten. Die Schau bietet Gelegenheit an Belehrung für alle Volkskreise und hat in mehreren großen Städten Deutschlands und in Schweden Massenbesuche erzielt. Die Ausstellung macht sich die Bekämpfung der Karies in Bild und Wort zur Hauptaufgabe und bringt Belehrung über alles, was mit dem Zahn zusammenhängt. Die Ausstellung ist um so notwendiger, als nach amtlichen statistischen Feststellungen eine Zunahme der Zahnkaries beobachtet wird. Zug-Zusammenstoß auf der Neuyorker Hochbahn. Auf der Neuyorker Hochbahn stieß ein mit Theater- und Kinobesuchern voll besetzter Zug in der Nähe der 78. Straße mit einem leeren Transportzug zusammen, wobei der Zugführer getötet und zwölf Fahrgäste schwer verletzt wurden. Zahlreiche weitere Fahrgäste haben leichtere Verletzungen davongetragen. Die Ursache des Unglücks ist zum Teil auf das v e raltete Syftem der Neuyorker Hochbahn zurückzuführen, bei der noch immer 35 Jahre alte Wagen sogenannte „Todesfällen" verwendet werden. Der Zugzusammenstoß hatte eine stundenlange Verkehrsstörung auf der Linie zur Folge. Das Reichsehrenmal der Feldartillerie in Köln. Am Sonntag, 30. August, wird in Köln das Reichsehrenmal der ehemaligen deutschen Feldartillerie enthüllt. Das Ehrenmal, das inmitten einer sinnvoll gestalteten Anlage am Niederländer Ufer errichtet ist, stellt den Artilleristen einer aufgeriebenen Batterie dar, der fein zerschossenes Geschütz gegen feindliche Uebermacht mit einer Handgranate verteidigt. Das Motiv zu diesem Denkmal gab die Heldentat des Unteroffiziers Krüger von der 8. Batterie des Feldartillerieregiments 108 in der Tankfchlacht bei Cambrai. In dem Bericht, den der englische Marschall H a i g am 5. März 1918 dem Parlament erstattete, heißt es: „Viele Treffer auf unsere Tanks bei Flecquieres wurden durch einen deutschen Artillerieunteroffizier erzielt, der allein bei seinem Geschütz zurückblieb und eine Feldkanone mit eigener Hand bediente, bis er an feiner Kanone fiel. Die Tapferkeit erregte die Bewunderung aller Rangstufen." Der Entwurf des Reichsehrenmals stammt von Architekt E. Mewes- Köln, Bildhauer Meller und Professor Dam- m a N n - Berlin. Die Mittel wurden aus den Kreisen der gesamten ehemaligen deutschen Feldartillerie im Gedenken an die im Weltkriege gefallenen Kameraden aufgebracht. Neues für -en Büchertisch. tanzenden Kolonialgebiet, und er beteiligt sich selbst an einem Diamanten-Rush in Kapland. — Otto Neurath: Ferienburg Hassel. Eine Bubengeschichte. Mit Bildern von Gisela Meyerdirks. 80 Seiten. Geb. RM. 1.—. Cuß- lin und Laiblins Verlagsbuchhandlung, Reutlingen. — (134.) — Gleich zu Anfang liest man den am Sammelplatz der Waldläufer angeschlagenen Ausruf: „An Alle! Zu einer Aussprache über die dies- — Conan Doyle: Die Männchen. Und andere Detektivgeschichten. 197 Seiten. Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (198.) — Auf dem Gebiete der Kriminalerzählung kann Conan Doyle auch heute noch eine gewisse klassische Geltung für sich beanspruchen. Mit der Erfindung der berühmten Figur des Meister- detekttvs Sherlock Holmes hat er sich ein unbezweifelbares Verdienst und den Dank zahlloser Leser erworben. Und schon lange vor Edgar Wallace und seiner Romanfabrik war es unmöglich, von Conan Doyle „nicht gefesselt zu sein". Die von ihm ersonnenen Kriminalfälle und die Abenteuer feines Helden Holmes bilden eine wahrhaft spannende Lektüre; hier ist alles auf Handlung und dramatische Steigerung, auf komplizierte Schürzung und scharfsinnige Lösung des Knotens angelegt. Wer diese Geschichten liest, ist gut aufgehoben und wird sich bestimmt nicht langweilen. — Die Uebersetzung stammt von Dr. Rudolf Lauternbach und darf gutgeheißen werden. —y— — Wolfgang Weber: Hotel Affenbrotbaum. Abenteuer an der Autostraße Kap — Kairo. Mit 24 Bildern. Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (225) — Wie man heute auf der Flugstrecke Kairo—Kapstadt und auf der großen Landstraße durch das frühere Deutsch-Ostafrika und Rhodesien bis nach Kapland reift, erzählt der bekannte Photograph Wolfgang Weber außerordentlich anschaulich in seinem Buch. Nur mit einem Handköfferchen und der Leica bewaffnet, besteigt er in Kairo das Flugzeug. Auch in Mbeya, wo er aussteigt, gibt es noch ein Hotel und die — freilich schon etwas fadenscheinige — Zivilisation europäischer Goldgräber. Dann kauft er sich ein Auto und will die „bei jedem Wetter passierbare" große transkontinentale Straße nach Johannesburg in Kapland entlangfahren. Und doch ist er nach mehreren Kilometer bereits mitten in der Wildnis, und die „Safari" wird ein richtiges Abenteuer. Die Tiere der Steppe weiden und räubern unbekümmert auf der „Straße", einmal rammt ein wütendes Nashorn den Wagen, — und immer hat Weber feine Waffe schußbereit: die Leica oder den Filmapparat. Geschossen wird nicht, strenges Gebot! Er erlebt, wie ein großer Negerhäuptling, dessen Sohn bereits europäische Kleider trägt, noch im alten Kriegsschmuck Audienz erteilt, er beobachtet das Schicksal deutscher Farmer im früheren jährigen Ferienspiele finden sich am heutigen Nachmittag die Waldläufer bei der Beratungskiefer ein. Ich erwarte Vorschläge! Wolf Zahn, Führer der Waldläufer." Das ist ein zünftiger Auftakt zu den Abenteuern einer Bubenschar, die sich nach gutem alten Brauch in Indianer und Pfadfinder geteilt hat, während der großen Schulferien. Na, und es wird auch wunderschön, und wenn man erst bloß die Bilder betrachtet, auf denen der Marterpfahl und das große Palaver am Lagerfeuer, der Hordenpott, kne selbst gebaute Burg und ein hausgemachtes Flugzeug auftauchen, dann weiß man schon, daß dies der richtige Schmöker ist, an dem handfeste und unternehmungslustige Buben ihre helle Freude haben. — — Handbuch der Deutschen Volkskunde, Band I. Herausgegeben von Dr. Wilhelm P e ß l e r, Direktor des Vaterländischen Museums Hannover. 324 Seiten. 305 Kunstdruck-Textbilder, Bilderbeilagen und zahlreiche Vierfarbentafeln. Preis pro Lieferung 1,80 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsdam. — Der erste Band dieses grundlegenden Werkes liegt nunmehr abgeschlossen vor. Er bestätigt den Erfolg eines Unternehmens, das vorbildlich Kunde gibt über alle Lebensregungen des deutschen Volkes, soweit sie als Gesamtleistung erkennbar sind. Eine große Anzahl führender Volkskundler ist an dem Werk beteiligt, und diese Arbeitsgemeinschaft hat sich als überaus fruchtbar erwiesen. Der erste Band gibt eine umfassende „Einführung in die deutsche Volkskunde" und behandelt zugleich einen wesentlichen Teil der „Lebensäußerungen des deutschen Volkes" Eine Fülle von Beiträgen, wie sie der Reichhaltigkeit des Stoffes angemessen ist, rundet sich hier zu einem organischen Gesamtbild dieser Wissenschaft. Lebensnah und anschaulich ist alles gestaltet, die Vielfalt des deutschen Wesens offenbart sich in ihrer immer wieder beglückenden Fülle. Wilhelm Schmitz gibt eine knapp gefaßte Geschichte der deutschen Volkskunde, Wilhelm Peßler und Martha Bringemeier erläutern die volkskundlichen Forschungsmethoden, Walther Behrmann gibt eine ausgezeichnete Uebersicht über den deutschen Boden als Grundlage deutschen Volkstums. Die Bewohner Deutschlands in vorgeschichtlicher Zeit behandelt Hans Gummel. Georg Fischer schreibt eine Ge- schichte des deutschen Volkstums, Joseph Klapper schildert das Volkstum der Gegenwart und das Volkstum der Großstadt, sowie fahrende Leute und Einzelgänger. Stammesentwicklung und Ostbefied- lung stellt Paul Zaunert dar. Das wichtige Kapi- tel „Raffe und Volkstum" hat in Hermann Eckardt einen eindringlichen Gestalter gefunden, den deutschen Volkscharakter zeichnet Martin Freytag, das Volkstum des Grenz- und Auslanddeutschtums schildert Max Hildebert Boehm. Die letzten drei Abschnitte: Volkskunde an den deutschen Hochschulen, Volkskundliche Museen und Vereine und Volkskunde und Erziehung haben in Martin Wähler, Wilhelm Peßler und Leo Weismantel Verfasser gefunden. Von den „Lebensäußerungen des deutschen Volkstums" liegen in diesem Bande abgeschlossen vor die Beiträge: Volksglaube von Karl Bornhausen, Katholische Volksreligiosität von I. P.Steffes, Evangelische Volksfrömmigkeit von Ernst Rolffs, Deutsche Volksmedizin von Alfred Martin, Rechtsbrauch und Volksbrauch von Eberhard Frhr. v. Künßberg und Gruß und Gebärden von Ernst Grohne. Nicht unwesentlich wird der Wert des bedeutenden Werkes durch das Bildmaterial erhöht. 305 Abbildungen mit vielen farbigen Tafeln und Karten erteilen einen Anschauungsunterricht, wie er kaum überzeugender gedacht werden kann. — D r. Hans Ulrich Scupin: Die neuen lettländischen W i r t s ch a f t s g ? s e tz e in ihrer Auswirkung auf bie deutsche Volksgruppe in Lettland. Eine Abhandlung und Materialsammlung mit einem Vorwort von Professor Dr. Freiherr von Freytag-Lo» ringhoven, Preußischer Staatsrat, M. d. R., Mitglied des Ständigen Schiedshofes im Haag. 76 Seiten. Broschiert 3 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. —- (223) — Die Denkschrift ist zugleich eine Entgegnung auf das lettische Gelbbuch über die neuen Wirtschaftsgesetze und hat im Hinblick auf die kürzlich erfolgte Enteignung der deutschen Gildehäuser in Riga Anspruch auf allgemeine Beachtung. Der Hauptteil würdigt die Gesetze selbst, das lettische Gelbbuch und die Auswirkung der Gesetze auf die deutsche Volksgruppe in Lettland. Als Anlagen finden sich die Gesetzestexte, deutsch-lettische Pressestimmen von grundsätzlicher Bedeutung und Material zum Kampf um die Gilden, von deren Häusern auch eine Anzahl wertvoller Aufnahmen beigegeben sind. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Erhitzung über dem europäischen Festland hat weitere Fortschritte gemacht, so daß am gestrigen Montag zum erstenmal nach geraumer Zeit stellenweise über 30 Grad im Schatten überschritten wurden. Bei der gleichförmigen Luftdruckverteilung waren aber auch örtliche Gewitter die Folge. Der bei Island liegende Wirbel hat sich weiter verstärkt und auch Verstärkung feuchter Meeresluft auf das europäische Festland ausgenommen. Dadurch wird die Neigung zu Wolken- und Gewitterbildung verstärkt. Aussichten für Mittwoch: Vielfach dunstiges und wolkiges Wetter mit Gewitterneigung, im ganzen jedoch noch freundlich und ziemlich schwül, meist westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Vielfach heiter, warm, vereinzelte Gewitter. Lufttemperaturen am 17. August: mittags 29,2 Grad Celsius, abends 18,6 Grad; am 18. August: morgens 15,6 Grad. Maximum 29,2 Grad. Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. August: abends 25,9 Grad; am 18. August: morgens 19,4 Grad. — Sonnenscheindauer 6,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. B. 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Morgen Mittwoch,19. August Wiedereröffnung des Lichtspielhauses Bahnhofstraße JAN Kl E PU RA in seinem besten aller bisherigen Filme: Im Sonnenschein 5102A Gesellenprüfung 5104V füv zSevvenfchneldevr Anmeldung zur Gesellenprüfung der Schneider in Stadt und Kreis Gießen Freitag, den 21., und Samstag, den 22. August 1936, nachmittags von 5 dis 7 Ühr, bei Schneidermeister Gustav Pfeifer, Gießen, Weserstr. 7. Mitzubringen sind der Lehrvertrag und 6 Ml. Prüfungsgebühren. SerrenWelm-Znnung M Stadt u. greis sieben. Vetter Qualitäts- Möbel und Preise sind Leistgs.-Beweise Verkauf und großesLagernur GIESSEN Wiesenstr. 6. Ehestands. Dari. Zahl.- Erleichter. Die größte und beste Auswahl in £legeflühlen ©arlenldjitmen Hohnnööeln aller M Bade- und Beifetafdten sowie Soröroaren aller litt finden Sie im Spezialgeschäft 3.Wel,5onnenWel8 ca. 100 Sessel am Lager nur allerbeste Fabrikate 5112V WFDRP DRUCKSACHEN VV CnDC Brühl, Gießen Vermietungen 50). part.-DJohng. 5 Zimmer, Bad, Loggia u.Balkon nebst all. Zubeh., zum 1.10. 36 zu vermieten. Näh. Karl Hahn Löberstraße 17. Mietgesuche Fung. Fräulein berufstätig, sucht einfach möbliert. Zimmer zum 1. Sept. evt. früher. Preisangebote u. 03749 a. den Gieß. Anz. Raum als Werkstatt gesucht. Schrift!. Angeb. m. Größe u. Preisangabe unter 03739 an d. Gieß. Anzeig. 5 Zimmer und Küche mit Bad u. Zen- tralheiz., in ruh. Lage,wenn möglich in Zweifam.- Haus,z.l.Oktob. d.I. gesucht. Schrift!. Angeb. unter 5103D an den Gießen. An- zeiger erbeten. 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In der Tat: Kompliziert ist das Leben Danzigs, im inneren Bereich und auf dem größeren Felde der auswärtigen Politik, und Spannungen und Kampfzustände sind ifjier keine Seltenheit. Denn dieser Danziger Staat, Das spürt man hier wieder genau, ist nicht nur der Kleinste in Europa; er ist vor allem dadurch gekennzeichnet, daß in ihm selbst nicht die Spur einer Ent- fstehungsursache liegt. Außerhalb ihr selbst liegende fsremde Kräfte haben diese Stadt als Staat or- «anisiert. Die Vielfalt der Verträge und Abmachungen, auf denen Danzigs Eigenstaatlichkeit ruht, druckt roor allem eins aus: daß diese Eigenstaatlichkeit michts von organischem Wachstum hat, jonbern das zwangsweise verfügte Ergebnis ent- «eaenqesetzter politischer Kampflofungen ist. Dies bestimmt den Lebensrhythmus Danzigs, und hieraus «rklärt sich all die Problematik, wie sie diesem Staat Ligen ist. Denn das Leben eines Staatswesens, das entgegen dem Willen der Bevölkerung nur auf dem .,Necht" beruht, muß zwangsläufig im Zeichen einer ständigen Problematik stehen. Die Danziger Eigenstaatlichkeit ist denn auch nichts anderes als eine Umschreibung für eine in erritorialer, und wirtschaftlicher Hinsicht h ö ch st Zebrechliche Staatskonstruktion. National und kulturell trotz aller staatlichen Grenzen mit dem deutschen Dolkskörper verbunden, in wirtschaftlicher Hinsicht in engen Zusammenhang mit Polen gestellt, ist es Danzigs Schicksal und Auf- Aabo gewesen, die hieraus sich ergebende Spannung jo zu gestalten, daß weder seine völkische noch seine wirtschaftliche Lebensfähigkeit in Frage gestellt wurde. Daß es dem Nationalsozialismus in Danzig gelungen ist, die jahrzehntelange Kampftage zwischen Danzig und Polen in eine positive w'i>r tschastliche Zusammenarbeit zu -wandeln, war eine Friedenstat von europäischer Bedeutung. Daran zu erinnern ist um so notwendiger, als es heute im Ausland Mode geworden ist, Danzig die Bedeutung eines internationalen Gefahrenherdes beizulegen. Hier, an Ort und Stelle, erweisen sich diese Behauptungen als absolute Willkür. lieber eines muß man sich nämlich klar sein: Die Politik unmittelbarer Verständigung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Polen verlangt jon feiten Danzigs nationale Disziplin. 3ine solche Politik kann nur von einer ft a r * “en Regierung geführt werden, die es ver- chmäht, um ihrer Wählerschaft willen und um populär zu sein, ihr Illusionen von möglichen Entwicklungen oorzuträumen. Die alten Parteien und Parteifragmente, die in Danzig ihr Leben fristen, oaben die Möglichkeit und die Ausgabe gehabt, das Schicksal Danzigs gegenüber Polen zu gestalten. ±>ie haben es nicht einmal gesehen, viel weniger gemeistert. Für einen Völkerbund — den Bürgen Danzigs —, der ehrlich um die zwischenstaatliche Befriedung bemüht ist, hätte dies eigentlich ein Grund mehr sein müssen, der Leistung des Nationalsozialismus in Danzig mit Aufgeschlossenheit zu negegnen, anstatt sich von weltanschaulichen Animositäten leiten zu lassen.___________________________ Oie Sendung Bayreuths im Dritten Rech. Von Johannes Jacobi. Am 13. August 1876 wurde bas Festspielhaus in Bayreuth eingeweiht. Am 18. August beginnt der zweite Abschnitt der diesjährigen Jubiläums-Festspiele. Zum dritten Male, seit Deutschland unter Wolf Hitlers Führung steht, gehen auf dem „grünen Hügel" in Bayreuth die festlichen Aufführungen der t Musikdramen Richard Wagners in Szene Vor -ehn Jahren, als die Festspiele auf em halbes Jahrhundert zurückblickten, erschienen in allen Zei- ungen Würdigungen des Bayreüther Werks, die iciften waren au einen sehr pessimistischen Ton leftimmt. Der Fest pielleitung selbst stand der Sinn iicht nach Feiern, sie veranstaltete die „Jubiläums- s Festspiele" erst ein Jahr später. Welche Wandlung .at sich in diesem einen Jahrzehnt vollzogen! Es scheint uns mehr als Zufall zu fein, daß der rfte Zyklus der diesjährigen Festspiele eine Ve- | »iligung führender politischer Persönlichkeiten des leiches aufwies, die in der Geschichte der geftfpiele cnug dastehen dürfte. Gewiß erschienen „Prominente" aus Politik und Wirtschaft auch früher m ß Äayreuth, aber gerade von deutscher Seite ließ Der l besuch gewichtiger Politiker stets zu wünschen ubng. I Denn nun in diesem Jahr mit dem Führer und j Reichskanzler, der sämtlichen Vorstellungen bei- rwhnte, nicht weniger als sechs Reichsminister, Die ! berbefehlshaber des Heeres, der Kriegsmarine unü i=r Luftwaffe, der Ministerpräsident Bayerns Die Gauleiter des Traditionsgaues München - Ober- tzigern und zweier anderer Gaue und "eben zwei l-.otschaftern des Reiches mehrere Reichsstatthalter und die Spitzen verschiedener Parteiglieberungen Die 1 ufführungen besuchten, dann Darf diese leilnaljme cs die endlich vollzogene Anerkennung dernatio- lalen Bedeutung des Werkes °°n Bayreuth (Elten. Bedenkt man schließlich die looiale WurD - (ung, mit Der Kaiser Wilhelm I- Die Tatsache der t-ften Festspiele von 1876 quittierte fcbe richt geglaubt. Daß Sie es zustanDebringen wur- ten"), bann Darf man mit Genugtuung feftftellen, lafc Richarb Wagners Vermächtnis im Dritten Reich r.e staatliche Anerkennung gefunben hat. Die oer rngenbe Künstler im Zweiten Reiche (von der rühmlichen Ausnahme Des Bayemkonigs g f h r^rgeblicf) erstrebte. Welche Gründe haben nun diese veränderte Em- s^llung der staatlichen Treuhänder des deu^n Lölkes zu Richard Wagner und seinem ^benswerk h rbeigeführt? Den Ausschlag gab-- wie stets im 1 «ritten Reich — die persönliche Ueberzeugung des Fuhners. Es ist -bekannt, daß Adolf Hitler zu Den ! b: geiftertften Verehrern Wagners zahlt, fett er im Anstalten zur Musik zu erzwingen, was Arnim, die Brüder Grimm, die Schlegels, Uhland und Görres doch nicht vollständig erreichen konnten: Die lebendige Verbindung herzustellen zwischen dem Volk und seiner Vorzeit: Gestalten der nationalen Sage und des germanischen Mythos, wie Parzival und Tristan, Lohengrin und Tannhäuser, die Götter und Helden Der Edda und des Nibelungenliedes, waren durch Die Bemühungen Der literarischen und Der wissenschaftlichen Romantik wieDer Bildungs- besitz geworden — Durch Wagner rourDen sie Volks- besitz! Er konnte mit Recht am Schluß der ersten Bayreuther Festspiele Das viel mißDeutete Wort aussprechen: „Wenn Sie wollen, so haben wir eine Kunst". Diese Deutsche Kunst aber ist es. Die das Dritte Reich sucht und fördert. Zeichnen diese Vorzüge Die Tonwerke Richard Wagners allgemein aus, in welchem Theater sie auch erklingen mögen, so errichtete ihr Schöpfer gleichzeitig im Bayreuther Festspielhaus eine Stätte, Deren Bedeutung im heutigen Deutschland nicht geringer ist, als in jener Zeit, Da es seine Aufgabe war, Wagners unverstanDene Musikdramen überhaupt erst durchzusetzen. Der Dichterkomponist Des Nibelungenrings und des Parzifal, Des Lohengrin unD Der Meistersinger, Der Der national-deutschen Kunst eine Tribüne schuf, vollzog in Bayreuth auf eine neue Art Den Ausgleich zwischen geschichtlich gewachsenem Deutschtum unD rassisch verwandtem Griechentum. Er erneuerte Die JDee Des Theaters als gemeinschastbilDendes Fest, wie es im hellenischen Theater beftanDen hatte. Bayreuth war unD ist ein revolutionärer Kampfruf gegen Das Theater als flache Unterhaltungsstätte. Mag die „Oper' ihre Daseinsberechtigung auch weiterhin erweisen, das Bestehen Bayreuths ist stets ein „Pfahl im Fleisch , ein Stachel, der immer gegen Veräußerlichung des entfesselten Theaterbetriebs, gegen künstlerische Schlamperei und Verantwortungslosigkeit locken ^Unabhängig von der künftterischen Qualität der Aufführungen in Bayreuth, bedeutet die Festspielidee zusammen mit dem Wagnerschen Lebenswerk die umfassendste Synthese unserer germanischen Kultur. Hier finden wir Deutschtum und Griechentum, Sinnlichkeit und Askese, Heidentum und Christentum, Natürlichkeit und Theattalik, Dichtung, Musik, Malerei und Schauspiel, Kunst und Leben zusammengefaßt durch eine mit all ihren Widersprüchen zur geistigen Einheit emporgewachsene Gestalt, die einmalig und bannend ist. Dies alles aber steht — und ebenfalls einzigartig — von Anfang an im Ringen um das „Volk". Für das Volk ging Wagner in Die Schweizer Verbannung, für das Volk schuf er feine Werke, errichtete er das Festspielhaus, für das Volk dachte er als Denker, Dichter und Musiker, für ein Volk, das ihm galt als der „Inbegriff aller derjenigen, die eine gemeinschaftliche Not Empfinden; zu ihm gehören daher alle diejenigen, welche ihre eigene Not als eine gemeinschaftliche erkennen, oder sie in einer gemeinschaftlichen begründet findet, somit alle diejenigen. Warum hat sie flerbeu müssen? Aus dem Umgang mit Mutter Natur: — Die jährliche Tiertragödie. Von Dr. Karl Nudolf Fischer. Danzig führen muß, nicht zuletzt ein Problem der inneren Ueberroinbung ber Parteireste unb Der geistigen Ueberzeugung unD Gewinnung Der Abseits- stehenDen ist. Aber hier, an Ort unb Stelle, wird es ebenso auch klar, daß biefcr geistig-weltanschauliche Kampf mit zersetzenben Mächten ber Unduldsamkeit im Grundsätzlichen und des harten Notwehrrechtes des Staates nicht entbehren kann. Um Danzigs und des Deutschtums willen nicht. Kleine politische Rachrrcdten. Der englische Unterstaatssekretär Sir Robert Dansittart hatte auf der Durchreise von Berlin nach der Bretagne in Gegenwart des englischen Botschafters eine Unterredung mit dem französischen Außenminister D e l b o s. Die Estländische Telegraphenagentur meldet: Am Sonntag überflog ein sowjetrusfisches Militärflugzeug estländisches Gebiet und landete bei Narva. Beim Herannahen estlän- discher Polizisten stieg es sofort wieder auf, nach- dem es vorher die Polizisten beschossen hatte. ♦ Der rumänische Generalstabschef General Sam» sonowisci wird demnächst in Warschau eintreffen, um dem Generalinspekteur der polnischen Armee einen Besuch abzustatten. In den letzten zwei Jahren hat ein Austausch zwischen der verbündeten rumänischen unb polnischen Armee nicht mehr stattgefunden. Alter von zwölf Jahren zum ersten Male von der Kunst des Lohengrin-Schöpfers angerührt wurde. Die Treue, die der Politiker dem Künstler hielt, findet — nach dem eigenen Zeugnis des Führers — ihre Begründung in einer Schickfalsverwandt- fchaft der beiden Kampfernaturen. Tatsächlich hat neben dem jahrelangen Streit mit widrigen Gewalten der endliche Erfolg Wagners große Aehn- lichkeit mit Dem Siegeslauf Adolf Hitlers. Erinnert es nicht an des Führers Kampf, wenn einer, der es miterlebt hat, über Die Eröffnung des Bayreuther Festspielhauses im Jahre 1876 u. a. schreibt: „Es lag eine ungewöhnliche Spannung in der Luft. Gar soviel war schon vorher über das kommende Ereignis geschrieben und geredet worden... Ein eigenes Theater war für die Aufführung des Werkes erbaut..., dessen Zuschauerraum — zum ersten Male — von dem Rang- und Logenstil des Re- naissancetheaters abwich, sein Proszenium hatte und während der Ausführung verdunkelt wurde. Die ersten und berühmtesten Sänger und Sängerinnen stellten sich unentgeltlich in den Dienst der Sache... Eine Elite Der internationalen Kunstwelt wurde nicht vergeblich als Zuschauerschast erwartet. Das alles war in Der Geschichte Der Qpernkunst noch nicht Dagewesen... Wagner, Der Revolutionär, Der... Die Geister in zwei Lager gespalten hatte, (Dielte mit Bayreuth seinen stärksten Trumps aus. Zum erstenmal hatte ein Künstler sich felbftänDig, aus eigener Kraft durchgesetzt, der seinem Dater- lande, seiner Nation und der Welt zugute gekommen ist." . Die Treue des Führers, seines Staates und feiner Bewegung zu dem Werke von Bayreuth findet ihre Rechtfertigung durch ein künstlerisches Vermächtnis, das in feinem Charakter grunddeutsch und national- bewußt ist. Das unschätzbare kulturpolitische Verdienst Wagners, das auch heute noch, ja gerade im Dritten Reiche gilt, liegt darin, daß er mit Der Schöpferkraft eines begnaDeten Genies Den Anschluß Der deutschen Dichtung und Musik an das Dolksganze vollzogen hat. Was diese entwicklungs- gefchichtlich epochemachende Tat bedeutet, wird klar, wenn man Die Ablenkung Der deutschen BilDung und Der Deutschen Kunst von ihren organischen Quellen im gräzisierenden Zeitalter Der Deutschen Klassik bedenkt. Die Strömung, Die «us germanischer Zeit über DolkslieD, höfische Kunst und Burge^ fultur Des deutschen Mittelalters ungebrochen auch noch durch den Querstrom der Renaisiance und des Humanismus im 16. Jahrhundert hinubergelangte zu Gestalten wie Grimmelshausen, Opitz und Lvgau im 17. Jahrhundert, dann wieder ausrauschte im Zeitalter Klopstocks — sie wurde sah unterbrochen durch das griechische Bildungserlebnis der deutschen Klassik. Damals forderte bereits Herder den^ Anschluß der Kunst an diesen langen Entwicklungszug und damit an die Ueberlieferung des Dottstums Die Heidelberger Romanttk, z. T. auch Die Jenaer und Berliner, versuchte es Dann auf Dem Gebiete ber Dichtung. Aber ihre Stimme ^b zu schwach. Wagner war es Vorbehalten, Durch Die Hüse Der Die Spannungen Des außenpolitischen Kraftfeldes, dem das Nachkriegsschicksal Danzig verhaftete, ber unglückselige staatsrechtliche Aufbau, bem bie Freie Stabt im Innern zu einer Stabt in Fesseln stempelte, — all bas ergab einen Tatbestanb, ber gewiß Danzig zu einem höchst ungünstigen Objekt für Den revolutionären Gestaltungswillen Des Nationalsozialismus machte. Hierauf hatten Leute, Drinnen unb braußen, ihre Hoffnung gefetzt. Die gleiche übe» ral-bemokratifche Umwelt, beren Kreuzfeuer sich ber Nationalsozialismus in ber ersten Zeit im Reich gegenübersah, glaubt auch heute noch, baß sich in Danzig bie ganze Fragwürbigkeit bes nationalsozialistischen „Experimentes" erweisen würbe. Denn wie, so lautet bie mit Behagen gestellte Frage, soll diese Bewegung sich und ihrem Gestaltungswillen freu bleiben können in einer Stadt wie Danzig? Und wenn sie es tut, muß sie sich dann nicht in Widerspruch setzen zu den verfassungsmäßigen und vertraglichen Gegebenheiten? Damit ist man bei der inneren Lage Danzigs angelangt. Und sie stellt sich als ein ständig anhaltender Kampf dar, der den Besucher aus dem Reich um so eigenartiger berührt, als er an Zeiten erinnert, die im Reich schon verges- f e n sind. Kein Zweifel, daß diese inneren Auseinandersetzungen doppelt bedauerlich sind auf einem so exponierten Posten, dessen Lebensenergie von einer fremden Umwelt an dem Grad seiner inneren Geschlossenheit gemessen wird. Aber es ist auch kein Zweifel, daß die volle Verantwortung dafür auf jene oppositionellen Kreise fällt, die durch formelle Berufung auf Buchstaben und Paragraphen ihrer Existenz vergeblich einen Sinn zu geben versuchen. In diesen Tagen erschien von der Presse der Opposition noch bas Zentrumsorgan. Unb es war höchst auffällig, zu sehen, wie weit sich bieses Blatt bereits von ber gefamtbeutschen Entwicklung entfernt hat. Wohlgemerkt: es hanbelt sich bei ben Führern ber Danziger Opposition zum Unterschieb von ben Zeiten an ber Saar — nicht um lanbfrembe Elemente ober Emigranten, jonbern um hoben ft änbige Menschen. Um so schwerer wiegt bie Verantwortung. Denn was nützen alle Behauptungen, baß es sich für sie lebiglich um parteipolitische Aus- einanbersetzungen hanbele, nicht aber um einen Kamps, ber bie völkische Substanz, das Deutschtum, berührt! Sie verkennen vollkommen, daß ber Anspruch bes Nationalsozialismus auch in Danzig etwas ganz anberes ist als bie parlamentarische Herrschaft einer besonbers starken Mehrheitspartei. Sie verkennen aber auch, daß es eine absolute Unmöglichkeit ist, mit dem Munde das Deutschtum zu bejahen unb gleichzeitig ben Nationalsozialismus als bie geschichtliche Entwicklungsstufe bes beutschen Volkes zu verneinen unb zu biffamieren. Ob sie wollen ober nicht: biefer Weg führt in einen geistigen Separatismus, ber mit parteipolitischem Machtkampf nichts mehr zu tun hat unb eine Versünbigung gegenüber einer Bewegung barstellt, bie — in Danzig wie im Reich — allein in ber Lage ist, bie inneren Gegensätze zu einer leben» bigen Einheit zusammenzuziehen. Wenn bie NSDAP, in Danzig Dagegen mit ber gebotenen Energie Front macht, so hat sie bas geschichtliche Recht auf ihrer Seite, denn es geht hier um Dinge, bei denen Kompromißlosigkeit nottut, weil es sich u m bas Leben des deutschen Dan- z i g handelt. Dies ist das Argument, das man all Denen im Ausland entgegenhalten möchte, Die Den fortgesetzten Kampf gegen überalterte Ideologien als un- Derftänblid) ober unzivilifiert empfinben. Die Elemente zum Aufbau einer wahren Volksgemeinschaft werden nur frei, wenn das Alte aufgelöst, Das Trennende unb Unzureichenbe überrounben wirb. Wenn biefer Kampf hier und Dort notroenbig in Nieberungen steigt, so liegt bas im Wesen jeher Ein alljährlich wiederkehrenbes Bild: Die Familie geht spazieren. Am Waldrand plötzlich ein Schrei, ein entsetztes Stehenbleiben. Dann Kriegsrat. Was ist nun zu tun? Totmachen natürlich. Das muß Vater tun. Es kann doch was passieren. Nicht nur das Kind, auch andere Menschen sind in Gefahr. Während Vater, Mutter und Sohn ihren Konvent abhalten, liegt eine harmlose Blindschleiche träge in der Sonne, macht gar keine Anstalten zur Flucht, freut sich ihres Daseins unb träumt vor sich hin. Ihr Tag gehört Dem Sonnenlicht unb seiner Wärme, ihr Abend Der Jnsekten- jagD. Für Die Familie ist sie selbstverstänDlich eine Kreuzotter unD Daher giftig. Man kennt ja sonst keine Schlangen im Volk. Wenigstens nicht mit Namen. UnD weil sie nun giftig ist, bie Menschen anspringt, beißt und vergiftet, so daß sie sterben müssen, ist ihr Los eben besiegelt. Der Vater dreht ben Stock auf Notwehr, faßt ihn an ber Zwille, holt aus wie ein Holzhacker, läßt ihn zur Erbe sausen, haut natürlich Daneben, und dann geht mit Schrei und Schreck die Jagd los auf das flüchtige Gewürm, bis einer Der Blinbschläge trifft, unD das arme Tierchen mit zerschmettertem Rückgrat im Grase liegt und sich zum letzten Gang reckt, zum Gang ins Tierparadies. Jahr für Jahr, Sommer für Sommer, immer basfelbe Bild. Das gleiche Lied und das gleiche Leid. Dabei predigt man jahraus, jahrein, in Der Schule, in Der Zeitung, bei Wanderungen der großen Vereine, in heimatkundlichen Vorträgen, kurz, bei allen Veranstaltungen, da sich natur- freundlich gesinnte Menschen, Kenner und Laien, treffen, daß es bei uns gar keine Kreuzottern gibt, daß Die bei uns Dorfommenben „Schlangen" absolut nützlich sinb ob ihres Beitrages zur Insektenbekämpfung unb ihrer eifrigen Schneckenoertilgung unb außerdem Durch den Naturschutz unter der Gunst Des Staates stehen. welche die Stillung ihrer Not nur in Der Stillung ihrer als gemeinsam erkannten Not finDen". Aus dieser Zielsetzung ergeben sich Die Aufgaben, die Bayreuth auch heute noch zu erfüllen hat. Gewiß ist es ein verlockender Gedanke, neben Wagners eigenen Schöpfungen auch Die besten Werke in „original Deutschem Styl" auf Der Festspielbühne aufzuführen. Wagner hat mit wechselnDer Stellungnahme diese Möglichkeit selbst erwogen, um sie schließlich auf Werke zu beschränken, Die nach seiner Auffassung vom musikalischen Drama geschaffen sind. Doch wer wollte heute in diesen Fragen eine legitime Entscheidung fällen? Einzig Pfitzners „Palestrina" wäre ohne Schändung des Bayreuther Gedankens auf dem Festspielhügel möglich. Die Sendung Bayreuths im Dritten Reich darf jedoch nicht in Experimenten bestehen. Mit dem neu erwachten Sinn für Ueberlieferung soll es sich auf bas „Hüten Der Trabition" Durch vorbildliche, ftil» bilbenbe Aufführungen beschränken. Die Kultur- synthese von Bayreuth ist so verpflichtenb, baß die besten Kräfte Arbeit genug haben, um bie Jbee Wagners in szenischer, musikalischer unb Dramatischer Hinsicht rein zu erhalten unter ausgleichen- Der Berücksichtigung Der Verwandlung künstlerischer Ausdrucksformen, wie sie vom Lauf der Zeit bedingt wird. Darüber hinaus hat Bayreuth aber feine größte Mission noch zu erfüllen. Das ist Die Erweiterung Der sozialen Grundlage Der Festspiele. Wagners JDeal ist mit unentgeltlichem Eintritt zu den Festspielen verbunden gewesen. Bitter beklagte er sich nach den ersten Festspielen von 1876 darüber, daß er in den Patronen eigentlich „nur Zuschauer auf sehr teuer bezahlten Plätzen" gehabt habe und daß ihn die Verhältnisse dazu zwingen, daß „vorzüglich nur Reiche eingelassen werden". In der Zeit schwerer Daseinskämpfe des Hauses Wahnfried war diese Kluft zwischen Vorstellung und Wirklichkeit nicht zu vermeiden. Heute aber ist Die Zeit gekommen. Das JDeal Wagners in angemessener Form zu erfüllen. Die Reichshilfe Des vorigen Festspieljahrs war ein Anfang. Der Staat verteilte Eintrittskarten an Volksgenossen aus allen Schichten. In Diesem Sommer konnte die Reichshilfe ausfallen. Da Der Kartenverkauf überrafchenD gut war. So blieb Der soziale Ausgleich zwischen begüterten Leuten, die dreißig Mark Eintritt für eine Vorstellung sowie die Summen für Die Fahrt und den — leider recht kostspieligen! — Aufenthalt in Bayreuth aufbringen können, und den füT Wagners Kunst nicht minder empfänglichen, aber unbemittelten Volksgenossen auf bie Schützlinge ber Richard- Wagner-Sttpenbien-Sttftung beschränkt. Die immerhin 865 Karten an 350 Stipendiaten verteilen und 5000 Mark an Baraufwenbungen zur Bestreitung bes Aufenthalts bereitstellen konnte. Um Der einzigartigen Idee von Bayreuth unb ihrer gemeinschafts- bilbenben Kraft willen sollten aber gerade in* Dritten Reich Möglichkeiten gefunden werden, nach Bayreuth Das Volk zu führen. Dem Wagner seine Werke gewidmet hat! „Schlangen"? Ja, in diesem Falle, Denn die Blindschleiche gehört gar nicht z u Den Schlangen, wenngleich sie im Volk wegen ihres Mangels an jeDweben Fortbewegungswerk- zeugen, ihrer schlangenartig ausgestreckten Körper- form unb ihrer unangenehmen Glattschlüpfrigkeit beharrlich ben Schlangen zugerechnet wirb unb mit allem Haß unb aller Abneigung gesegnet ist, Den man instinktiv Diesen Geschöpfen entgegenbringt. Wenn auch jahrzehntelang unter Den Autoren hinsichtlich Der systematischen Unterbringung Dieser Tierart große MeinungsverschieDenheiten herrschten, so ist man sich Doch nun auf GrunD Der gemeinsamen Embryonalentwicklung Darüber klar, Daß man Diese JonDerbar gestaltete Saurierform Den Echsen, also Den Eidechsen zuzurechnen hat. Aber von Der Harmlosigkeit, mit Der man sonst im Volk Diesen gutartig veranlagten Tierchen begegnet, ist bei Der wohl in Der Körperform, aber nicht im Charakter stark abweichenDen Blindschleiche wenig zu merken, unb so sterben Jahr für Jahr Tausende ihrer Artgenossen ben sinnlosen unb grausamen Tod menschlicher Justizirren als Folge eines gänzlich ungerechtfertigten Schlangenhaffes. Dabei besteht, wenn man sich nur die Mühe machen wollte, ein wenig aufzupasfen, gar keine Gefahr, unsere Blindschleiche mit irgend einer anderen Reptilienart zu verwechseln. Schon rein charakterlich nicht. Ist die Kreuzotter zum Beispiel scheu und flüchtig vor des Menschen Tritt und alles andere als — wie man es ihr aber leider angedichtet hat — angriffsluftig, so zeichnet sich die Blindschleiche durch eine ausgesprochen phlegmatische Lebenshaltung und Gutmütigkeit aus und denkt noch nicht einmal dann ans Beißen oder sich durch Wehren ober irgenbwelche Schreckbewegungen bes Menschen zu erwehren, wenn sie in die Hand genommen wird. Was eben allemal gegen sie steht unb instinktiv auf den stets oberflächlich in solchen Fällen handelnden revolutionären Auseinandersetzung. Hier an Ort und Stelle ist aber festzustellen, daß bas Maß solcher Auseinanbersetzungen nie ein solches ist wie bei manchen anberen Volkern, bie sich ber Demokratischen DulDsamkeit rühmen. Schließlich ist es nur zu begreiflich, wenn Die Danziger Regierung Dafür sorgt. Daß Die Grenze klar unD rein bleibt, wie weit Die Freiheit persönlicher Ueberzeugung geht unD wo Staat unb Vaterlanb zerstorenbe bewußte ober fahrlässige Hanblungen vorliegen. Diese Grenze kennt Die Danziger Oppositions- presse nicht mehr. Welche Gesinnung z. B. sprich! aus Der Behauptung, Der Danzig-polmsche Ausgleich „gebe zu Den schwersten BeDenken Anlaß, weil er Die Ausführung eines Wunsches Hitlers, Des Oberhauptes eines staats- unD völkerrechtlich frem- ben Staates an bie souveräne Freie Stabt Danzig barstelle!" Hier wird ganz deutlich, daß die Eigenstaatlichkeit Danzigs als willkommener Anlaß genommen wird, um den Trennungsstrich zu ziehen — selbst wenn die Lebensfundament e Danzigs dadurch in Mitleidenschaft gezogen würben. Oder man lieft Ungereimtheiten wie diese, daß die NSDAP, in Danzig den „Geßlerhut der Diktatur" aufrichten würde, wenn sie die Zweidrittelmehrheit gewänne. Hier führt politische Verblendung die sogenannten Demokraten soweit in die Irre, daß sie nicht mehr zwischen Diktatur und einem vom Volk gewünschten autoritären Regime zu unterscheiden vermögen. Es ist keine Frage, daß die innere Auseinandersetzung, die die NSDAP, in Menschen wirkt, ist ihr glattes Schupvenhemd und der eigentümliche Gefühlsreflex ihrer schlangenartig kühlen Körpertemperatur. Eine Eigentümlichkeit der Blindschleiche, die wir nie bei den Schlangen, wohl aber auch bei den anderen Eidechsenartigen finden, ist die Brüchigkeit ihres Schwanzes, die bei der geringsten Erschütterung eintreten kann. „Bruchschlange", auch „Glaswurm" hat man sie darob genannt. Es scheint, als ob das eigens so eingerichtet sei, denn ein hinten gepacktes Tier vermag allemal unter Zurücklassung seines Schwanzes zu entwischen. Der freilich wächst bald wieder nach, und die Fähigkeit des Körpers, das verlorengegangene Stück unverzüglich wieder nachzubilden, ist erstaunlich. Im übrigen scheint das Abzwicken des Schwanzes selbstgewählt und freiwillig zu sein und ohne große Schmerzhaftigkeit vor sich zu gehen, also nicht auf Gewaltanwendung oder eine physikalische Störung zurückzugehn, denn beim Anlegen ihrer Gänge und Galerien im lockeren Erdreich bohrt die Schleiche sehr geschickt bald mit dem Kopf, bald mit dem Schwanz, was doch voraussetzt, daß er einen gewissen Halt besitzt und das leichte Verlorengehen somit zu einer Angelegenheit des freien Willens stempelt. In der Größe schwankend zwischen 25 und 45 Zentimeter, sind die Männchen entgegen der bei den Schlangenartigen und zum Beispiel auch bei den Raubvögeln üblichen Regel eher größer als die Weibchen, eine Erscheinung, die aber auch damit zusammenhängt, daß die Weibchen kürzere Schwänze haben. Außerordentlich mannigfach ist die Farbe des Schuppenkleides. Im allgemeinen mag sie wohl hellgrau, kupferfarben oder braun fein, je nach Umgebung und Alter, nur die jungen Tiere haben auf dem Rücken eine schwarze Längslinien- zeichnung. Die Hochzeitstage der Blindschleiche fallen ins Frühjahr, zwischen März und Mai. Jedoch werden die Tiere erst nach einigen Jahren geschlechtsreif. Ganz merkwürdig ist nun das Jungengeschäft. Ja, nicht etwa Brutgeschäft, obwohl die Jungen aus Eiern kommen. Alle Reptilien legen nämlich Eier. Nur brüten sie diese nicht aus. Sofern eine Nachreife notwendig ist, bewirkt das die Wärme. Nicht die Sonne. Wenigstens nicht direkt, wie beim Vogel Strauß. Die Eier werden ja unterirdisch abgelegt. Bei der Blindschleiche ist das nun alles anders. Sie ist, wie der Forscher sagt, ovovivipaar, d. h., die Jungen sind bereits in dem Augenblick, in dem die Eier abgelegt werden, fertig entwickelt und schlüpfen unverzüglich aus. Es ist also nicht wie beim Hühnerei nur Eiweiß und Eidotter in den gelblichweißen Hüllen. Auch Kalkschalen sind nicht drum, wie sonst bei den Eiern. Weiche, durchsichtige Häutchen sind es, entsprechend der Kalkarmut, die leicht zerreißen, unterirdisch abgelegt werden oder von den Jungen bereits während des Geburtsaktes zerrissen werden, so daß man mitunter gar nicht mehr von frischgeschlüpften, sondern von neugeborenen Jungen sprechen kann. Diese sind etwa 70 bis 80 Millimeter groß und sehen wie schwarze Streichhölzchen aus. Ihr Heim pflegt unsere fußlose Eidechse in trockenem, moos- oder grasbewachsenen, heidekraut- bestandenem Boden aufzuschlagen, dort, wo auch locker gelagerte Steine liegen, die eine Zuflucht gewährend können, wenn die Sonne verschwindet und der Regen kommt und dann noch schön nachwärmen, denn alle Eidechsen sind Tagestiere und wärmehungrig wie alle Vertreter des warmen Erdgürtels. Kann sie sich nicht, wie im Heidekraut und Moos und Gras an der Oberfläche schützend bergen, dann gräbt sie sich ein, sofern der Boden nicht zu hart ist, baut sich ein Loch, wühlt sich eine Höhle oder siedelt sich in einem schirmenden Vorsprung an. So verbringt sie ihren Sonnentag vor ihrem Haus und geht erst nach Sonnenuntergang auf Nahrungssuche. Ist sie noch jung, sind kleine Spinnen und weiche Insekten ihre Lieblingsspeise, später werden es ausschließlich Regenwürmer und nackte Schnecken sein. Auch unbehaarte Larven, also glatthäutige Raupen mögen darunter sein. Sie ist recht wählerisch, und wenn sie frißt, geht es manierlich und appetitlich zu: erst wird der Wurm genauestens mit der Zunge untersucht, dann in die Zange zwischen die Kiefern genommen, bis er abgemattet ist und langsam, wie es Genießersitte ist, verzehrt. Minuten dauert das. Eine Blindschleiche eilt sich überhaupt nicht gern, und die sonstige Hall der Schlangen ist ihr fremd. Deshalb frißt sie auch keine Tiere, die schneller sind als sie, denn sie bekommt sie nicht, und sie mag sie auch nicht leiden. Dennoch steht sie mit den Ameisen auf freundschaftlichem Fuß, und das will was heißen bei diesem ewig unruhigen Volk, das gleich massiv wird und alles beißt, was ihm in den Weg kommt. Gibt es Regenwetter, dann ist auch sie munterer als sonst, kriecht lebhaft herum, immer den Regenwürmern nach, die jetzt am Emporsteigen sind. So ist sie nebenbei ein zuverlässiger Wetterprophet. Die Nacht aber verbringt sie in ihrer Behausung: sie ist eben ein Tagestier, denn sie zählt zu den Eidechsen und nicht zu den Schlangen. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im ersten Halbjahr 1936. Fwd. Die Einfuhr war im ersten Halbjahr 1936 mit 2111 Millionen um nicht ganz 1 v. H. geringer, als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Nach Bezugsgebieten war die Entwicklung im einzelnen sehr verschieden. Aus einer Reihe von Ländern ist die Einfuhr beträchtlich zurückgegangen. Durch Steigerungen der Warenbezüge aus anderen Ländern wurden die Abnahmen jedoch überwiegend ausgeglichen. An der Zunahme der Ausfuhr von Januar bis Juni 1936 gegenüber Januar bis Juni 1935 um 280,7 Millionen Mark oder 14,3 v. H. haben mit Ausnahme von Belgien-Luxemburg, dem Irischen Freistaat, Litauen, der Schweiz, Japan, Palästina, Cuba und einigen afrikanischen Absatzmärkten sämtliche Länder teilgenommen. Die Steigerungen hielten sich, absolut betrachtet, fast durchweg in engen Grenzen. Lediglich nach Sowjetrußland, Rumänien, China und Jugoslawien hat sich der Warenabsatz auch absolut kräftig erhöht. Insgesamt hat sich die Ausfuhr nach Ueberfee verhältnismäßig stärker erhöht, als nach Europa. Während der Warenabsatz nach der letzten Ländergruppe um rund 10 o. H. zunahm, erhöhte er sich nach Außereuropa um mehr als ein Viertel. Die Handelsbilanz, die von Januar bis Juni 1935 mit 163,2 Millionen Mark passiv war, schloß von Januar bis Juni 1936 mit einem Aktivsaldo von 131,7 Millionen Mark. Die Aktivierung wurde hauptsächlich im Warenverkehr mit der europäischen Ländergruppe erzielt. Der Ausfuhrüberschuß erhöhte sich hier fast um das Doppelte. Im Warenaustausch mit Ueberfee trat nur eine leichte Verringerung des Einfuhrüberschusses ein (—45,8 Millionen Mark). Nbein-Mainische Börse. rNillagsborse still. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Börse wurde auch zu Beginn der neuen Woche von starker Geschäftsstille beherrscht. Aufträge lagen kaum vor, auch der berufsmäßige Börsenhandel übte Zurückhaltung. Am Aktienmarkt war die Haltung nicht ganz einheitlich, größere Veränderungen als 1 v. H. waren kaum zu verzeichnen. Montanaktien bröckelten zumeist etwas ab, so Hoesch, Klöckner, Mannesmann und Verein. Stahlwerke bis zu 0,90 o. Sy, etwas fester lagen Harpener mit 129 (127,75) und Ilse Genuß mit 137 (135). Rheinstahl blieben ausschließlich 5,4 v. H. Netto-Dividende mit 140,50 (146) voll behauptet. IG.-Farben lagen mit 165,75 0,25 v. H. höher, Deutsche Erdöl mit 127,50 unverändert. Von Elektroaktien setzten AEG. 0,25 v. H. niedriger, Felten 1 v. H. höher und Siemens mit 195 unverändert ein; Deutsch-Atlanten-Telegraf lagen 0,65 v. H. höher. Im einzelnen eröffneten Daimler Motoren und Reichsbank unverändert, Holzmann 1,25 v. Sy, Zellstoff Waldhof 1 v. H. und Muag 0,25 v. H. freundlicher, dagegen Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. und AG. für Verkehrswesen 0,75 v. Sy niedriger. Der Rentenmarkt lag gleichfalls still. Altbesitz unverändert 112,75, Kommunal-Umschuldung unverändert 88,10, Zinsvergütungsscheine etwa 93,15 bis 93,20. Im Freieverkehr lagen Quoten zu früheren österreichischen Eisenbahnanleihen etwas schwächer, jugoslawische Quote zur Rudolf Silber- Bahn 2,60 (2,80), ital.-rumänische Quote zur öfterr. Eisenbahn-Anleihe von 1913 0,26 (0,30). Auch in der zweiten Börsenstunde herrschte Geschäftsstille. An den Aktienmärkten blieb die Haltung uneinheitlich, doch betrugen die Veränderungen nach beiden Seiten nur Bruchteile v. H. Etwas fester waren Qtavi Minen mit 33 bis 33,75 (32,50), Kunstseide Aku mit 61,65 bis 62,25 (61,50), BMW. mit 139,50 (138,50), Mansfelder mit 152 (150), dagegen bröckelten IG.-Farben auf 165,25 nach 165,75 ab, auch- einige Montanwerte waren nur knapp gehalten. Chade-Aktien A bis C wurden mit 400 (394) genannt. Am variablen Rentenmarkt ergaben sich keine Veränderungen. Altbesitz notierten 112,70. Pfandbriefe lagen still und gut behauptet. Auch Stadtanleihen wiesen nur geringfügige Abweichungen auf, 4,5proz. Darmstadt von 1926 93 (9'3,40), dagegen 4,5proz. Heidelberg 92 (91,50). Auslandrenten lagen ruhig. 4proz. Steg-Prioritäten von 1883 9,13 (9,50), dagegen waren Kronen-Bosnier etwa 8,20. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 115 (115,50), Wayß & Freytag unv. 121,50, Ufa-Aktien 65 (64) und Dyckerhvff-Cement 130,50 bis 131. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse war ohne Anregung. Die Berliner Schlußkurse waren zumeist gut gehalten. IG.-Farben bei 164,75 etwa 0,25, Süddeutsche Zucker bei 214 etwa 1,50 v. Sy fester zu hören, dagegen AEG. 0,13 v. Sy niedriger. Montanwerte waren beachtet. Renten ebenso wie Aktien fast ganz ohne Umsatz, die Kurse lagen unverändert. Von Auslandrenten Krvnen- bosnier leicht ermäßigt, auch jugoslawische Quoten zu Mittagskursen eher angeboten. Der deutsche Anleihemarkt lag gut gehalten. Bei den im Verlauf notierten Werten lag gegenüber Mittag zumeist eine leichte Abschwächung vor, so bei Scheideanstalt, Gessürel, RWE. um je 0,50 o. Sy, Vereinigte Stahlwerke um 0,13 v.H., Muag gegen Berlin 0,50 d. Sy höher, gegen Frankfurter Schluß aber 0,50 v. Sy leichter. Innere Mexikaner mäßig niedriger, Kronenbosnier wurden schließlich amtlich mit 8,25 (8,25) festgestellt. Deutsche Anleihen blieben unverändert. Von Großbanken Commerzbank 0,25 v. Sy schwächer, die übrigen behauptet. Es notierten: Altbesitz 112,65, Ungarische Staatsrente von 1914 8,80, 4-v. H.-Rumänen 5,65, 5 v. Sy äußere Mexikaner 14,25, Adca 85,75, Commerzbank 100,13, Deutsche und Diskonto 102, Deutsche Ueber- seebank 138, Dresdner Bank 102, Buderus 116, Harpener 127, Ilse Genuß 137, Mannesmann 107,50, Rheinstahl 138,50, Laurahütte 19,50, Verein. Stahlwerke 108,75, Aku 61,75, AEG. 37,65 bis 37,75, JG.- Chemie volle 220, do. 50-v. Sy 158,40, Conti Gummi 178,50, Deutsche Erdöl 126,50, Scheideanstalt 272, Elektr. Licht und Kraft 150,25, JG.-Farben 164,75, Gesfürel 136,50, Goldschmidt 116, Holzmann 129, Junghans 100, Muag 119,50, RWE. 132 bis 131,75, Schuckert 155,50, Westdeutsche Kaufhof 53,65. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Anlieferungen von Brotgetreide haben sich etwas verstärkt. Die Mühlen kaufen gern für Lieferung im August, auch im Zusammenhang mit der Erhöhung der Vermahlungsquvte. Aber auch für September und Oktober sind die Mühlen aufnahmebereit. Die Abwicklung des Geschäftes bereitet außerordentliche Schwierigkeiten, weil das schlechte Erntewetter sehr unterschiedliche Qualitäten mit z. T. hohem Feuchtigkeitsgehalt zur Folge hatte. Futtergerste fehlt am Markt. Die Anlieferung von Industrie- und Braugerste ist bei unterschiedlichen Qualitäten noch klein. Preise haben sich noch nicht gebildet, da die Verarbeiter sich noch abwartend verhalten. Neuer NSG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau beabsichtigt, die in ihrem Gebiet vorhandenen wertvollen Walnußbäume zu ermitteln. Diese müssen vor allem spätaustreibend, reichtragend, großfrüchtig, mit vollem Kern, und dünnschalig sein. Die besten Bäume werden ausgesucht, um die jeweils anfallende Jahresernte als Saatgut zur Anzucht von Nußbäumen, oder zur Gewinnung von Edelreisern für die Veredelung zu benutzen. Neben hervorragender Güte der Frucht wird verlangt, daß die betreffenden Bäume möglichst spät austreiben, da dann die Tragbarkeit erfahrungsgemäß besser ist als wenn die Bäume, wie es bei solchen mit frühem Austrieb häufig geschieht, den Frühjahrsfrösten zum Opfer fallen. Eine Prämiierung der besten Nüsse bzw. Nußbäume ist vorgesehen. Die Besitzer ober Pächter solcher Bäume werden daher gebeten, der Landesbauernschaft auf einer Postkarte umgehend Meldung zu erstatten über folgende Punkte: 1. Besitzer des Baumes, Gemarkung, Kreis, 2. Gewann, in der der Baum steht, Bodenart, ob auf ebener Fläche, im Hang, auf der Höhe oder im Tal, 3. Ungefähres Alter des Baumes, 4. Widerstandsfähigkeit in Frostjahren wie 1928/29 usw. 5. Zeitpunkt, zu dem der betreffende Baum im Vergleich mit anderen Nußbäumen austreibt. Wo das genaue Datum nicht festgelegt wurde, wäre anzugeben, um wieviel Tage oder Wochen der Baum später austreibt als der Durchschnitt der übrigen Walnußbäume in der Gemarkung. 6. Angaben, wie groß ungefähr die Durchschnittsernte des Baumes in den letzten Jahren war und wie oft er im Durchschnitt der letzten Jahre getragen t)at. Ohne weitere Aufforderung ist dann sofort mit Eintritt der Ernte eine Probesendung von 250 Gramm Nüssen kostenlos an die Landersbauernschaft einzusenden, die der Beurteilung durch einen Prüfungsausschuß unterliegt. Indem Meldung und Probesendung bei der Landesbauernschaft eingehen, übernimmt der Verfügungsberechtigte über die Ernte des Baumes die Verpflichtung, auf Verlangen die gesamte Ernte des Jahres 1936 der Lan- desbauemschait zu überlassen, sofern diese Wert darauf legt. Als Preis gilt der übliche Herbstpreis Hafer ist noch nicht angeboten, alter Hafer ist da. her wieder gesucht. Der Mehlmarkt ist unverändert sehr lebhaft, die Mühlen können nur langsam und nicht in jedem gewünschten Umfange liefern. Futter' mittel unverändert. Kleie weiterhin knapp, ebenso Weizenfuttermehl. Mischfutter noch ausreichend, Biertreber knapp bei anziehenden Preisen, Malz, keime kleines Geschäft, Kartoffelstöcken nicht erhält- lich, Schnitzel noch genügend vorhanden. Rauh, futter hat weiter kleine Umsätze, neues Stroh meist noch zu feucht. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizenmehl W13 197, W 16 200 W 19 204, W 20 206, Roggen R 12 160, R15 163,' R18 167, R19 169 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter- qerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,75, W 16 29, W 19 29, W 20 29,35, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R15 22,80, R1$ 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizen-Futtermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10 80 W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 15,25 bis 15,40, Trockenschnitzel —, Heu 4,60 bis 5, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2. Kar- löffeln: Böhm Allerfrüheste 3,20 lose ohne Sack, weißschalige 2,80 lose ohne Sack in Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Aug. Auftrieb: Rinder 349 (gegen 259 am letzten Montagsmarkt), darunter 40 (33) Ochsen, 80 (52) Bullen, 179 (134) Kühe, 50 (40) Färsen; zum Schlachthof direkt: 10 Ochsen, 14 Kühe, 1 Färse. Kälber 477 (346), Schafe 95 (43), Schweine 1236 (1750). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (41). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (29 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (40). Kälber a). 90 bis 92, (86 bis 90), b) 82 bis 89 (79 bis 85), c) 72 bis 81 (70 bis 78), d) 60 bis 71 (60 bis 69). Hämmel b2) 55 bis 56 (52 bis 53), c) 53 bis 54 (—). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Markt- verlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe flott, ausverkauft. mit einem Aufschlag von 25 v. H. Maßgebend ist der vom Garten- und Weinbauwirtschaftsverban^ Hessen-Nassau genannte Durchschnittspreis. Festnahme eines Kettereinbrechers. Bereits 26 Aahrraddiebstähle und Kellereinbrüche zugegeben. Frankfurt a. M., 17. Aug. (LPD.) In den Nacht zum 10. August wurde, wie seinerzeit berichtet, in der Fichardstraße ein Kellereinbruch verübt. Der Täter wurde damals verfolgt, tonnte aber entommen. Bei seiner Flucht gab er einem Schuß auf einen ihn verfolgenden Arbeiter ab und verletzte diesen schwer. Die Frankfurter Kriminalpolizei erhielt nun am Montagfrüh eine vertrauliche Mitteilung über den Aufenthalt des sBerbre- chers, der in einer Bodenkammer im Schärfengäßchen unangemeldet wohnte. Als die Beamten, erschienen, war der Einbrecher, ein gewisser Wall" kämm, gerade fort. Aber noch während die Be-- amten die Dachkammer durchsuchten und zahlreichem Diebesgut vorfanden, kehrte Wallkamm von ernenn Einbruch in Sachsenhausen zurück. Diü Beute hatte er bereits an einen unbekannten Hehler: aus Offenbach, der auf den Vornamen „Ernst" hört, verkauft. Wallkamm gab bereits bei den ersten Vernehmungen 26 Fahrraddieb stähle und Kellereinbrüche zu, die er seit Juni 1936 im verschiedenen Gegenden Frankfurts beging. Dem größten Teil auch dieser Diebesbeute nahm jeweils der Hehler „Ernst" ab, mit dem sich Wallkamm täglich am Eisernen Steg, am Schlachthof und am der Gerbermühle traf. Der Hehler dürfte bis Sachen wieder in der Umgebung von Franksurtl abgesetzt haben. Kreis Wetzlar. * Dutenhofen, 18. Aug. Unser Mitbürgea Michael Weber, Haus Nr. 217a wohnhaft, kann am heutigen Dienstag, 18. August, in geistiger Frischs seinen 78. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist feilt 1905 treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samskagnach- mittag geschlossen. Ermittlung wertvoller: alnußbäume. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lornbardzinsfuß 5 d.Sy Jrantiurt a. M. Bernn Schluß- kurs Gchlußk. Abendbörse Schluß- fürs Schlußk. Mittag, börse Datum 15-8. 17.8. 15.8 17-8. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,13 98,25 98,25 98,13 5>/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102,5 102,65 102,25 Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mii Ausloj.-Rechten ............ 112,75 112,65 112,75 112,75 4 yz% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 4 y2% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 100,2 _ 100,25 _ 98,75 98,75 98,75 __ 4,/2% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 97 97 _ 6y2% ehem. 4N% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLigu. 100,9 100,9 _ 4y2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldjchuldverschr. 81.6 93,75 93,75 — _ Lberhessen Provinz-Anleche mit Auslos.-Rechten ............ 125 125 _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,9 119,75 120 120 4y2% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Gvldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 b'/2% ehem. 4y2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 101,05 101 _ b'/2% ehem. 4j/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Gvldpfe. ... 101,25 101,4 101,25 101,13 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4y270 ehem. 7% Pr.Landespsand briesanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,6 109,6 4% Oesterreichische Goldrente... 29,4 29,65 29,75 30 4,20% Oesterreichische Silberrente 3,25 3 3,05 3,1 4% Ungarische Goldreme....... 9,2 9,15 9,15 9,2 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 8,6 8,65 8,7 8,65 4'/2% desgl. von 1913.......... 8,9 8,8 9 8,95 6% abgest. Goldmexikaner von 99 14,2 14,25 14,3 14,4 4% Tückische Bagdadbahn-Anleche Serie 1..................... — _ 9 8,8 Franksur« a.M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag, börle Dalum 15-8. 17.8. 15-8. 17.8. 4% Desgl. Sene u ........... — — 9 8,8 5% Nu man. vereinh. Rente v. 1903 6,9 6,75 6,75 — 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,1 10,1 10,1 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente 5,5 5,65 5,65 5,65 2%% Anatolier ............. 45,5 45,75 45,4 45,75 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,4 14,65 14,65 14,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 42 42 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15,5 15,25 15 15 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 116,75 115,5 116,4 115,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 124,75 — 124,5 125 Commerz, und Privat-Bank ... 4 100,13 100,13 100,13 100,4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 102 102 102 102 Dresdner Bank.............. 4 102,25 102 102,25 102 Reichsbank ................ 12 190 190 190 188,5 -21.(5.®...................... 38,25 37,75 37,9 37,5 Bekula..................... 155 155 154,75 154,65 Elektr. Lieferungsgesellschast ... 6 127,5 127 127,5 127,5 Licht und Kraft ............. 7 150 150,25 150,5 151,25 Felten & Guilleaume......... 4 132,5 133,5 132,5 132,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 138 136,5 137,65 136,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 130 130,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 132 131,75 132,25 132 Schuckert LCo............... 6 156,75 155,5 156,75 156,25 Siemens & Halske............ 8 Lahmeyer & (So.............. 7 141 141 141,25 141,5 Deutsche Erdöl .............. 4 12L5 12ß! 5 U^28 126'65 Harpener................. 2 127,75 127 128 127,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 8 111,25 110 111 109,5 gife Bergbau ............... 6 — — —— 164 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 135 137 136,5 137 Klöcknerwerke ............... 3 115,5 — 115,5 113 Mannesmann-Röhren........ 8 108,9 107,5 108,13 107,5 Franksun a. M. 25erhn Schluß, kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 15.8. 17.8. 15.8. 17.8. Mansfelder Bergbau....... ey2 — 152 152 152 Kokswerke................ .. 6 —- — 131 130,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — —— 218 216,5 Rheinstahl................ .. 4 146 138,5 145,75 138,25 Vereinigte Stahlwerke...... BVi 110 108,75 109,65 108,75 Ltavl Mnen ............. .. O 32,5 33,75 32,5 33,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 123 192,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 119 118,75 119,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% — 175 3. G. Farben-Jndustrie..... Scheideanstalt............. .. 7 165,5 164,75 165 165 .. 9 272,5 272 Goldschmidt .............. .. 5 116,25 116 116,25 116 Rütgerswerke ............. .. 6 131 130 130,25 130,25 Melallgesellschast........... .. 5 134,5 134 135 134,13 Philipp Holzmann......... .. 4 127,75 129 128,75 128,5 Zementwerk Heidelberg .... .. V 146,25 146,25 Eementwerk Karlstadt....... .. 6 154 154 - Schultheis Patzenhofec ..... .. 4 — — 109,75 199,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 61,5 61,75 61,75 62 Bemberg................. .. 6 85,25 86 84,5 86 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 150 151 150 150 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 120,25 121,75 121,5 121,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 110,25 109,65 Daimler Motoren.......... .. O 127 127 127 126 Deutsche Linoleum......... .. 8 167,5 168 168 168,5 Orenstetn & Koppel........ .. 0 — —— 86.75 86 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 54,25 53,65 54,13 53,65 Chade.................... .. 9 394 400,5 397 403 Accumulaloren-Fabrik...... . 12 202 203,5 202 203,75 Conti-Gummi............. . 11 180,5 178,5 178,5 177 Gritzner.................. .. 0 34,75 36,13 35,5 35,9 Matnkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95 - Süddeutscher Zucker....... - 10 212,5 212,5 - 214,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 15-August 17.August Amiliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet Buenos ittirt 0,687 0,691 0,688 0,692 Brüssel .... 41,94 42,02 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,83 55,95 55,81 55,93 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,505 12,535 12,50 12,53 Helsingfors.. 5,514 5,526 5,514 5,526 Paris ..... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,96 169,30 168,95 169,29 Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ...... 0,731 0,733 0,731 0,733 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,84 62,96 62,82 62,94 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49.05 Lissabon... 11.36 11,38 11,36 11.38 Stockholm.. 64,47 64,59 64,45 64,57 Schweiz ... 81,06 81,22 81,08 81,24 Spanien... 31,86 31,92 31,87 31.93 Prag...... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — Neuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Berlin, 17-Auaust Geld E Amerikanische Nvien.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 55,61 55.83 Englische Noten ................. 12,465 15,505 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Nölen............... 168,53 169,21 Italienische Noten................ — —— Norwegische Noten .............. 62,60 62,86 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 64,23 64,49 Schweizer Noten................. 80,90 81,22 Spanische Sloten................. 31,54 31,66 Ungarische Noten................ Dienstag, 18. August Mb Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 192 Drittes Blatt den kleinen Finger zum zusammengedrückten Li- Gelbe wie Phosphor ■ Maßgebend' )irtschastsverb°i ttspreis. ’inbredjtr«. ) Kellneinbrch 31-y Acker. „Und den Knecht haben Sie ja auch noch!", sagten wir. „Was? Knecht?", lachte dieser. Ich bin Arbeitsmann aus dem Lager in B., schon acht Tage hier." Ueberrascht sahen wir auf. Wir konnten uns diese Arbeitsmänner ja gar nicht ohne Uniform denken. Der Bauer mischte sich ein: „Ja, wir sind froh, daß der Wilhelm gekommen ist. Andere Arbeitskräfte sind gar zu feiten." — „Sind Sie auch Bauer?", fragten wir. — '.Nein! Ich bin gelernter Schlosser", sagte der Arbeitsmann, „und habe noch nie auf dem Felde gearbeitet. Ich bin aus M." Er nannte eine kleine Stadt in Württemberg. „Er hat aber die Arbeit rasch begriffen und schafft wie ein alter Bauer", mischte sich nun die Frau ein. „Zuerst konnte er die Sense noch nicht richtig halten, und jetzt mäht er, daß wir kaum alles abnehmen können!" Sie reichte ihm ein neues Butterbrot, in das er mit Auf dem Barocksessel im Mondlicht funkeln die Goldknöpfe seines haselnußbraunen Staatsrockes, die Brillantnadel im Spitzenjabot schießt Blitze. — Und im schmalen, venezianischen Spiegel — er Schutz gegen den bösen Blick! Und im Ohr fortsausend der betäubende Lärm, untermischt mit der quellfrischen Süße aufsprudelnder Melodien seiner Opera, seines Barbiers! Er sucht Zuflucht bei dem Liebsten, das er kennt: bei Isabella! Isabella Colbrano, der Großen, Herrlichen, seiner Sängerin! Sie hätte den Erfolg geschenkt! Sie, deren samtener, pastoser Alt zu schimmernden Sopranhöhen aufzusteigen vermochte, wie die Fontana der Königsgärten Neapels. — Warum hatte er in allbekannter Lässigkeit Bar- baja freie Hand gelassen bei der Besetzung der Rosine mit der Römerin? — Lässigkeit? Rossini stöhnte tief auf: Der Erfolg des Barbiers sollte sein Brautgeschenk für die heimlich Geliebte werden, mit der Krönung des Besten, das er je geschaffen, wollte er vor sie hintreten — und nun lag der Barbiere zerschmettert — in Scherben — und — Isabella zürnte — o es war mehr, als der verwöhnte, umworbene, junge Meister ertrug. — — Das Wanderelend seiner jungen Jahre würde wieder aufwachen — vergessen, wie so bald vergessen würde er sein. Born Publikum Neapels, feiner und Isabellas derzeitigen Heimat, — dieser ewig wechselnden Welle — wie von — Isabella sebst. - Rossini wirft sich stöhnend herum, vergrabt in Qual das Gesicht in den spitzenumsäumten Kissen — ein fürstlich Quartier, das Barbaja ihm bestellt, dieser Impresario, dieser kluge Rechner, der ein laues Bad des Genusses und des Wohllebens um ihn breitet, — wird er noch die Kraft aufbringen zu entbehren? Entbehrend zu schaffen, wie die großen deutschen Meister, Mozart und Haydn, die seine Lehrer, seine heiligsten Vorbilder geworden sind? Die deutsche Musik! _ Ein Wille blüht in ihm auf, wächst, öffnet sich wie eine, weiße, flammende Lilie ewigen Gewalten — ja! Wenn es Gott so bestimmte, er will es, und er wird es können!-- So schläft er ein. — Der nächste Morgen findet ihn in fieberhafter Tätigkeit. Das zerstörte spanische Ständchen wird sitzt champagnerfarben — die Katze! Wie sie ihn ansieht mit dern, zwischen denen das gleißt und leuchtet. — Unwillkürlich krümmt er § ?! 31-i "£44 41,80 55- 16- ; 62-60 £1,23 31-54 der Wuchs, die Haltung! Das ist nicht die Righetti — aber wer — sonst — könnte —?— Die andern machen sich Zeichen — verschmitzt, selig, — verlassen, ohne daß der wie im Wach« träum befangene Meister es merkt, das Gemach, — nur Rosine bleibt und lächelt mit einem fein in den Mundwinkeln vertieften Lächeln — — „Isabella--!!" — Er hält sie umschlungen, die Maske gleitet herab, und er sieht in dunkle, feuchtschimmernde Augen.— „Ihr?? Ihr Isabella — habt ihn gerettet? — „Nein!" Die schöne Spanierin schüttelt mit anmutiger Energie das lockige Haupt: „Nicht ich? Er hat sich selbst gerettet, dein Barbiere, Giacomo, denn — er ist unsterblich--* .ebattion- Uhr. S-o-sloM Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): Winter - Olympiade in Garmisch-Partenkirchen 1936 „Jugend der Welt", dazu „Sport und und Soldaten". Wiedereröffnung des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße. In unserem heutigen Anzeigenteil kündigt die Leitung des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße, die Wiedereröffnung dieser Filmbübne für den morgigen Mittwoch, 19. August, mit einem Film unter Mitwirkung von Ian Kiepura an. (Siehe Anzeige.) Das.Gießener Stadttheater rüst. Offener Brief des dramaturgischen Büros an die All-Abonnenten! Alt-Abonnent! Wo bleib st Du? Wir vom Theater haben unsere Werbung für das Gießener Stadttheater bis nach dey Ferien zurückgestellt. Jetzt liegt bei vielen alten Abonnenten jedoch die Karte zur Erneuerung der Platzmiete noch unausgefüllt. Aber man will doch auf feinen gewohnten Theaterabend im kommenden Winter nicht verzichten, zumal die Werbeschrift des Theaters einen solch abwechslungsreichen Spielplan im Schauspiel, Oper und Operette verrät, dazu eine ganze Reihe Neuerungen und sonstige interessante Veranstaltungen, wie Morgenfeiern, Konzerte, Einzelgastspiele berühmter Sänger und Sängerinnen, Ensemblegastspiele mit bedeutenden Schauspielern und hervorragende Tanzabende. Außerdem macht die Werbeschrift mit den neuen Mitgliedern bekannt, die dem Spiel aus der Bühne ein gänzlich verändertes Bild geben und zusammen mit den bisherigen Darstellern und Künstlern manche frohe und genußreiche Stunde erwarten lassen. Dazu die neuen Preise, die neben den bekannten Vorteilen der Platzmiete dem ständigen Theaterbesucher vor allem große finanzielle Vorteile (Verbilligung und bequeme Ratenzahlung) bringen. Außerdem besteht für jeden interessierten Theaterfreund die Möglichkeit, in Form eines Werbepreises Gutscheine des I. Ringes zur Benutzung für beliebige Vorbestellungen zu erhalten, ja sogar eine ganze Freiplatzmiete im I. Ring zu gewinnen. Trotzdem es für die Staffenabteilung nicht einfach ist, die umfangreichen und meist sehr schwierigen Vorarbeiten auszuführen, trotzdem sich bis heute eine erfreulich große Zahl von neuen Platzmietern bereits gemeldet, hat die Intendanz mit Rücksicht auf die Reifezeit und auf die eben beendeten Ferien den bisherigen Stammplatz-Mietern eine nochmalige, aus kassentechnischen Gründen allerdings ; auch letztmalige Frist zur Bestellung des bisher innegehabten Platzes bis Mittwoch, 19. Au- । guft, eingeräumt. Bis zu diesem Termin müssen [ aber alle Meldungen eingelaufen sein, da die Thea- ■ terkasse unbedingt die Zuteilung der Plätze nun- ; mehr vornehmen muß. Bis zu diesem Termin nicht ; wiederbestellte Plätze müssen dann anderweitig vergeben werden. Man beachte die Anzeige in der i vorigen Samstag-Ausgabe des Gießener Anzeigers. Vorsicht beim piUgenuß Pilzvergiftungen, von denen oft ganze Familien . betroffen werden und die nicht selten sogar tödlich - verlausen, kommen alljährlich vor. In den weit- , aus meisten Fällen werden sie durch selbstgesam- ! melte Pilze verursacht. Unter den auf Märkten ge- - kauften Pilzen sind Giftpilze infolge der auf fast - allen Märkten ausgeübten Marktkontrolle kaum famer Arbeit, in Freud und Leid. Gewiß sind schon immer Kinder verschickt worden, auch Angehörige der Formationen kamen zur Erholung aufs Land. Da wurde erzählt und wieder erzählt. Aber diese neue Gemeinschaft zwischen Arbeitsmännern und Bauern bringt doch noch eine innigere und freundlichere Verbindung zustande. Und daß es meistens gar keine Bauern sind, sondern Städter, die hier einspringen und die dadurch auch einmal die Arbeit der Landleute kennenlernen, das ist besonders zu begrüßen. Erst bei der Arbeit lernen wir Deutschen uns richtig kennen und verstehen. Z. II w. iy 11; Zeiischristen. Einen anschaulichen Bildbericht von den XI. Olyrn- vischen Spielen in Berlin gibt die „I 11 u st r i r t e Zeitung Leipzig" (I. I. Weber, Leipzig) den Lesern ihres neuen Heftes. Zu den genauen Angaben über die Preisträger und ihre Leistungen kommen vorzügliche Aufnahmen von den wichtigsten Kämpfen. Auch die Weihespiele im Reichsstadion und auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne sind in Bild und Text ausführlich berücksichtigt worden. Daß auch die Technik den bildenden Künstler zum Schaffen anregt, beweist der Beitrag „Vollkommene Straße", in dem der Zeichner Albert Birkle künstlerische Impressionen vom Bau der gewaltigen und an Naturschönheiten überreichen Autobahn München-Landesgrenze gibt. Weitere Bildbeiträae behandeln ein im Aeußeren und Inneren gleich vorbildliches Landhaus, einen „Badeplatz in Bali", „Alte Turnierspiele im Stallhof zu Dresden" und zum 75. Geburtstag des Meisters eine Würdigung des Malers Ludwig von Hoffmann Der Bürgerkrieg in Spanien wird in interessanten Bildern gezeigt. Nicht nur die Frage, welche Früchte dem Säugling und Kleinkind besonders dienlich sind, sondern auch in welcher Zubereitung die einzelnen Obstsorten gereicht werden sollen, interessiert die junge Mutter. Eine genaue Uebersicht über die verschiedenen Obstsorten und deren Vitamingehalt gibt Prof. Rott in dem bekannten Blatt „Mutter und Kind". Aus dem Augustheft seien noch genannt: „Windeln gut spülen", „Unser Kinderhaus", „Wer darf unser Kind versorgen Helsen", „Warum weint das Kind", „Die stillende Frau" usw. Verlag Elwin ©taube, K. G., Berlin W 30, Motz- straße 5. Der Abonnementspreis vierteljährlich 1,30 Mark einschließlich Porto. üossims „Barbier von Sevilla". Don Zula Hartmann. — Zischen — Pfeifen, heulendes Johlen und Gelächter! Kaum daß ein Takt der Ouvertüre durchdringen vermag! — Dem jungen Komponisten r.ird's heiß und kalt auf seinem Dirigentensitz am stortepiano unter den Blitzen des Spottes, den ^onnerschlägen der Vernichtung, die fein jüngstes, crimutstrahlendes Werk, den in dreiundzwanzig Urzen Tagen vollendeten „Barbier von Sevilla" 51 Tode Hetzen. Natürlich die Meute Paissiellos! Des eifersuchtl- ci-n, älteren Meisters. Eine Intrige, weiter nichts! Das Teatro Argentinia in Rom ist ähnliches wohnt. Sein „Barbier" wird sich — trotz allem — durchsetzen! — 1 Rossini beißt die Zähne zusammen, er steht wie unter einem Hagelwetter, dirigiert, beruhigt, und — erwidert mit geistvoller Parade, die ihn um- f.groirrenben höhnischen Zurufe. — „Diabolo!" Da reißt dem Grafen Almaoioa mit= fxn im Schmachten des Ständchen eine Saite' — Ibonnernbes Gelächter! Höhnisches: Eviva! Reicht hnn keiner aus der Kulisse ein ander Instrumente'.. Üsein, auf offner Szene zieht er die neue Saite auf -- das Publikum jubelt, tobt. — Weiter, Ruhe. Duur weiter — durch — !! — :Da — neues Mißgeschick: Basilio will auftreten, bxibt an einem Nagel hängen, stürzt, schläft das Csefidjt blutig — mitleidloses Heulen, Pld und Spottrufe! — Weiter, nur weiter. — Basilio, blut3 i oerftrömt, singt wie ein Held feine Arie. — — lic Kavatine der reizenden Grigori-Righetti bringt durch, einen Augenblick atemlose Stille, sie ist der Vebling Roms. — „Frag' ich mein benomm nes §rrze", steigt wie ein Lerchenflug in blaue Lust i;: das Wetter vorüber? Rossini schöpft tief Atem. ti.t? 'S I63’21 wir nichts könnten." Er sagte das im schönsten Schwäbisch. Bald standen der Bauer und der Arbeitsmann au und meinten: „Jetzt muß wieder geschafft werden", und freundlich grüßend schritten sie hinauf zu ihrem Getreide. Die Frau packte Brot und Butter in einen Korb und sagte uns noch beim Weggehen: „Der Wilhelm ist so arbeitswillig und immer so froh, daß wir ihn alle gern haben, besonders aber unsere beiden Kinder." — Das war ein schönes Erlebnis für uns. Da hieben sie schon wieder das Getreide, der Bauer und der Arbeitsmann. Die Frauen nahmen ab, denn das kleine Mädchen behütete nun das Brüderchen. Mit großer Freude im Herzen gingen wir weiter. Wir sprachen viel von den Bauern, von ihrer Arbeitsfreudigkeit. Aber auch davon mußten wir reden, wie durch die Einsetzung von Arbeitsmännern die (LPD.) 3n k ! seinerzeit bero Hlereinbrui > verfolgt, tone . f)t gab er eine Mrbeiter ob i- j furter ftriinii; | h eine vrxtr ■ M F I -X im Lis die Seil gewisser während fei en und Mi lkamm von:r Jen zurück. ? nbefanntenk men „Ems!' fe- jei den erstens ebstähle r seit Juni M' irts beging. » eute nahm M-' m sich Ws'5. -chlachllM v-. Hehler Me ng von Frank OJ« 3-t; 55- ----nÄ Das Studium der Medizin in Gießen Von cand. med. Fritz Müller. richtet sich auf — leise sträubt sich sein Haar — leise gesträubten Felles — Ist der Barbier — gerettet?! — 'Win! — Die Darsteller stocken, verwirren sich — ?oosinchen flüchtet mit zierlichem Aufschrei — eine 5mtze saust, mon Lichtern und Lärm geblendet und Ei-täubt, über die Szene — o fein glänzendes — c ein jammervolles Finale! Der Vorhang sinkt — . „Maledetto! — Unsinn!" verbessert sich der Dieb crwandte Barbaja, Rossinis Gönner und Irn- x-'esario: „Unsinn! Die Opera ist einzig! Morgen fLhren wir sie wieder auf!" — 62,K .„Dann ohne mich!" seufzt die weinende Rosine ii den Armen ihrer Duenna. — v " .„Und ohne mich!" — murmelt der Komponist und -• ist verschwunden — als sie ihn im Quartier auf3 iiifjen, ihn zu trösten, schläft er fest. — Fest! 11 Unser Mbül- i wohnhaft, kc ingeMN r alte Herr ist : Anzeigers. stark von Patienten aus nah und fern besucht, so daß die Medizinstudenten in Gießen ein recht viel- eiliges Krankengut zu sehen bekommen. Einen genauen Dorlesungsplan für alle 11 Semester zu bringen, würde im Rahmen dieser Artikelreihe zu weit führen. Ein solcher ist in dem „Gießener Universitätsführer 1936/37" enthalten, der auf Wunsch vom Universitäts-Sekretariat Gießen kostenlos geliefert wird. Die ärztliche Prüfung — das Staatsexamen — ist wie die ärztliche Vorprüfung eine Reichsprüfung. Sie umfaßt 15 Fächer und wird in Gießen gewöhnlich innerhalb 10 Wochen erledigt. Die Prüfungsfächer sind: Pathologische Anatomie und allgemeine Pathologie, Topographische Anatomie, Pathologische Physiologie, Pharmakologie, Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Augenheilkunde, Ohren-, Hals- und Nasenheilkunde, Kinderheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Jr- renheilkunde, Hygiene, Gerichtliche Medizin und Rassenhygiene. Ist das Staatsexamen vollständig bestanden, so beginnt für den Medizinalpraktikanten sofort das praktische Jahr, nach dessen Ablauf ihm die ärztliche Approbation erteilt wird. Da die Zahl der Studierenden in Gießen verhältnismäßig niedrig ist, kommt der einzelne beim Praktizieren sehr oft an das Krankenbett heran und sieht vor allem viel, was für den Mediziner außerordentlich wichtig ist. Er bekommt ferner enge Fühlung zu den Dozenten, die jeden einzelnen persönlich kennen und ihn gern beraten und fördern. Dem kameradschaftlichen und geselligen Beisammensein einerseits und der gemeinsamen Arbeit in Arbeitsgemeinschaften andererseits dient die Medizinische Fachschaft. Sie hat neuerdings den Krankenpflegerdienst für Vorkliniker eingerichtet und damit eine Lücke in der Ausbildung des Mediziners ausgefüllt. Der Pflegerdienst wird während der Semesterferien an der Hessischen Landes- Heil- und Pflegeanstalt in Alzey durchgeführt. Er stellt eine Bewährungsprobe für die jungen Medizinstudenten dar, die hier ihre Eignung für den späteren Beruf des Arztes erproben sollen. Schließlich besetzt die Fachschaft im Einvernehmen mit den einzelnen Kliniken die Famuli-Stellen. Das Famulieren während der Ferien dient der intensiveren Ausbildung des Klinikers. Er wird für einige Wochen einer Station zugeteilt, und kann hier, mehr als das im Semester möglich ist, am Krankenbett praktische Erfahrung sammeln. So ist die Ausbildung des jungen Arztes an der Universität Gießen eine recht gründliche und vielseitige. Es ist dies notwendig, denn der nationalsozialistische Staat hat gerade ihm als dem Hüter der Volkszukunft große und wichtige Aufgaben gestellt. Die junge medizinische Mannschaft ist sich der hohen Verantwortung voll und ganz bewußt und wird sie freudig übernehmen: der Nation zum Segen, der ärztlichen Kunst zum Ruhm. Aus Der provinzialhauptstadt. Rast am Getreidefeld. In diesen Erntewochen sind wir für jeden son- xigen Tag von Herzen dankbar. Wir wissen, welche Bedeutung die Sonne für alle Arbeiten unserer ( dauern hat. Aber auch wir Städter wünschen uns < inen blauen Himmel. Gar mancher sehnsuchtsvolle !4lick schweift hinauf nach den ziehenden Wolken, jnb die bange Frage taucht auf: Wird morgen das Setter halten, können wir unsere Wanderung aus- , Uhren? Seltene Schmuckstücke, seltene Bücher und Bilder i ,eb wir besonders, und genau so müssen wir auch i ie schönen Tage des Sommers von 1936 werten. •5ie find uns doppelt willkommen. — Unser gestriger Wandertag brachte uns endlich .ms heißersehnte Sommerwetter. Wir waren froh, , A=> uns der Wald mit seinem Schatten aufnahm, jon hier aus konnten wir durch die grün behan- 2nen Seitenwege hinab in das fruchtbare Tal Hauen. Da herrschte überall lebhaftes Treiben. :aft auf jedem Acker standen die fleißigen Bauern :md schnitten die reife Frucht. Wir sahen alte, weiß- opfige Männer, die in guten Jahren wohl zu ,;auje bleiben konnten, wenn die Maschinen ratter- «n, die Sensen schwangen. Die Freude, daß sie nun iod) einmal mitangreifen konnten, belebte ihre lcfid)ter. Hinter den Mähern bückten sich Frauen und Nädchen, zum Teil auch Kinder, und nahmen die ,2fd)nittene Frucht ab. Junge Kräfte banden die i-arben und stellten sie zu Haufen zusammen. Hier nd da wurde auch eine Mähmaschine eingesetzt, .oer die großen Ungetüme, die Selbstbinder, die n an sonst in der Erntezeit über die Aecker fahren sucht, waren nirgends zu erblicken. Sie haben es ’uer schwer, unsere Bauern. Kaum daß sie einmal s^hen und sich ausruhen. Dann und wann geht ein Illid hinauf zum Himmel, ob nicht wieder eine aue Wolke sich entladen und die Arbeit stören :iill. Aber heute ist damit nicht zu rechnen, und mit hohen Augen wird die Arbeit fortgesetzt. Es ist ja Och so viel zu tun, und jede Minute ist kostbar. — Wir wollten eigentlich einen Weg nehmen, der uer durchs Feld führte. Aber im innersten Herzen chämten wir uns doch ein wenig, setzt in diesen jagen, inmitten der fleißigen Schnitter, zu wan- ?rn, und so beschlossen wir, den Pfad, der am i-ach entlang bis zum nächsten Dorfe führte, zu wählen. Es war auch hier schön schattig und das i.untere Bächlein, das viel Wasser führte und laut »laudernd neben uns herlief, machte uns viel ireube. Bei einer Biegung sahen wir im Schatten der brlen einige Bauern auf Garben sitzen. Sie hielten !iachmittagsrast, tranken Kaffee und aßen ihr Brot. S8ir grüßten und blieben stehen. Freundlich wurden riir zum Sitzen eingeladen. Ein junger Bauer mit brau und Kind und einem Knecht saßen beisammen. Ü8ir folgten der Einladung und kamen bald in ein ILHaftes Gespräch. „Ja", meinte der Bauer, „so ein f.»g tut auch den Städtern gut. Woher kommen Sie bmn?" Zwischen seinen Fragen schnitt er sich ein listiges Stück Schwarzbrot ab und bestrich es mit butter, trank Kaffee und schaute mit Hellen Augen um sich. Die Frau sorgte für das kleine Mädchen. Es war ganz natürlich, daß wir bald auf die torntearbeiten zu sprechen tarnen und nun selber einiges fragten. Wir sprachen die Befürchtung aus, !nß das Getreide wohl nicht so gut wäre wie in mderen Jahren, daß cs bei dem ständigen Regen ii eileicht auswachsen könnte usw. Aber der Bauer jchte und sagte: „Laßt nur das Wetter noch ein :nar Wochen so sein, dann ist alles daheim. So Wimm ist's noch lange nicht. Auch der Körnerertrag t recht gut, wenn auch nicht so, wie in früheren Uhren. Aber das ist bei uns Bauern immer so. nn Jahr hilft das andere ausgleichen." Und seine irau nickte lächelnd dazu. Wir erfuhren noch, daß ?ibe Eltern der jungen Leute kurz hintereinander Starben waren, und daß sie nun ihre Arbeit allein m mußten. Eine Magd hatte das Essen gebracht mb erschien nun mit dem jüngsten Kind auf bem Das Studium der Medizin ist wohl das längste, erstreckt es sich doch auf elf Semester, lieber die Einteilung heißt es in der für das ganze Reich einheitlichen Prüfungsordnung: Es werden mindestens ünf oorklinische medizinische Semester verlangt, denen nach vollständig bestandener ärztlicher Vorprüfung mindestens fünf klinische Semester folgen müssen. Ein weiteres Semester steht noch für das vorklinische oder klinische Studium zur Verfügung, da zum Staatsexamen elf Semester nachgewiesen werden müssen. Das oorklinische Studium umfaßt die naturwissenschaftlichen Fächer Chemie, Physik, Zoologie und Botanik und die medizinischen Fächer Anatomie, Physiologie und Physiologische Chemie. Das richtige Belegen macht dem jungen Medizinstudenten keine besonderen Schwierigkeiten. Durch die Unterteilung der ärztlichen Vorprüfung in ein Dorphysikum mit den naturwissenschaftlichen Fächern und in einen anatomisch-physiologischen Teil sind die Richtlinien für ein richtiges Belegen schon gegeben. Der Student soll sich zunächst eine naturwissenschaftliche Grundlage schaffen, was durch den Besuch der Vorlesungen und Praktika dieser Fächer in den beiden ersten Semestern geschieht. Gleichzeitig wird er aber in der Anatomie mit dem Bau und später mit der Entwicklung des Menschen und vom dritten Semester an in die Physiologie mit seinen Lebensvorgängen bekanntgemacht. Das oorklinische Studium schließt mit dem Physikum ab. Die Prüfung im naturwissenschaftlichen Abschnitt — dem Vorphysikum — wird gewöhnlich zu Beginn des dritten Semesters abgelegt und erstreckt sich auf die Fächer Chemie, Physik, Zoologie und Botanik. Drei Semester nach bestandener Prüfung in diesem Teil erfolgt die Prüfung im anatomisch-physiologischen Abschnitt, der Die Fächer Anatomie, Physiologie und Physiologische Chemie umfaßt. Nach bestandenem Dorexamen beginnt das k l i- nische Studium, das sich nach 5 vorklinischen Semestern auf 6 Semester erstreckt. Während vorher die einzelnen Institute in der Stadt verteilt lagen, spielt sich das weitere Studium in dem sogenannten Kliniksviertel ab. Die medizinischen Institute und Kliniken sind hier im Lause der letzten 50 Jahre auf einem großen zusammenhängenden Gelände errichtet. Zum Teil sind sie vollständig neu und sehr modern eingerichtet. 1927 wurde die Hautklinik vollendet, der eine Lupusheilstätte angeschlossen ist, und 1930 wurde der Ohrenklinik die Heilstätte Seltersberg für Tuberkulose der oberen Luftwege angegliedert. Ganz neuzeitlich eingerichtet sind die 1931 erstellte Orthopädische Klinik, das 1935 bezogene Pharmakologische Institut, sowie die im gleichen Jahr erbaute Medizinische Poliklinik. An allen Instituten und Kliniken wirken hervorragende Professoren und Aerzte und ausgezeichnete Dozenten. Die Universitätskliniken werden deshalb sehr Äs 'S? ‘Äl -».'s Wn Rid3 ^toanbelsJ.'1 gebiete.D mehl U 22,80 ttrot - L 515M ?!. Heizen- v bündelt 2. 6- Io!e ohne 3 Mark r ^ndenz: riü »markt. "uftrsii ^ontagsmarfe Wen, 179 Mof bireh' < 7 (346), EG p würben p: Men a) 41 b a) 41 bi543/„ c) 28 bis 3' < bis 44 (4|' js 90), b) 8h 15 78), d) 60:'; 5 56 (52 bis 5! wtiert. Schim 56), b2) 55 |.y 56 (56). Mai? vurden zuqei^ ausoerfauft. -o^r 41,93 0,M6 3,047 55-81 46,0 12,5 5.5'4 16,38 1» 19,5< 0,73» 5,65j 62-8 48,9 11-3 64-4 81-03 31-87 10-27 2,488 durch die strahlend taufrische Weise: Sieh schon die Morgenröte der Welt entgegenlachen! ersetzt. Er ändert, fügt zu, — arbeitet hinter verschlossener Tür in atemloser Eile. — So, nun ist's geschehen und vollendet? Was er für seine Opera tun konnte, hat er getan. Das weitere ist Sache der andern — und verstohlen faltet er die Hände — einer höheren Fügung.-- Sie versuchen es nicht mehr, ihn zum Dirigieren zu überreden, still gehn sie fort. Still ist es im Quartier, darin er allein zurück- bleibt. — Diesmal vergräbt er sich nicht in die Kissen. Ruhelos wandert er auf und ab, zwischen Fenster und Spiegel, zwischen Welt und Abglanz der Welt — er fühlt und weiß es jetzt: Mehr steht für ihn auf dem Spiel, als Erfolg, Ehre, Liebe und Glück. Ja, auch die Liebe! — Nie wird er mehr eine Note schreiben, wenn der Barbier versinkt — die tönende Welt in ihm wird stumm werden, die blühenden Melodien, die quellende Freude seines Herzens tot, erkaltet. — Ist sie es nicht jetzt schon? Isabella, fern in Neapel, fern ihm zürnend in rätselndem Mißverstehen. — Die Opera, vielleicht jetzt schon zum zweitenmal und endgültig vernichtet — Paissiello wird dafür gesorgt haben, denkt er bitter. — Da — er horcht auf — Tumult auf der Straße, Getöse, das näher und näher kommt, — jetzt — unter seinen Fenstern --wie? Kommen sie ihn zu höhnen, zu verfolgen — bis hierher —?! — Wie in der Flucht wirft er sich auf sein Bett, zieht die Decke über die Auaen — o — nichts sehen — nichts hören —! „Eviva! Eviva!!! Eviva ii Barbiere! Eviva il Maestro!!!“ Das Brausen dringt durch die Decke — er wirft sie von sich — Fackeln glänzen herauf, — sie stürmen die Tür. „Maestro! Maestro! Ein Sieg, ein überwältigend Gelingen?" Die Sänger heben ihn aus dem Bette, knüpfen die Bänder des Jabots, schließen die Schnallen, Basilio kniet vor ihm, Figaro, der Behende, streift ihm den Rock über, nur Rosine wendet sich ab. — Rossini weiß nicht, wie ihm geschieht, wie glühende Lava stürzt der heiße Strom der Freude über fein Herz. — Dank, Dank! Weiter weiß er nichts, er umarmt trunken die Treuen, die die Schlacht für ihn geschlagen, läßt sich umarmen.--Da wendet sich Rosine ihm zu, kommt ihm langsam entgegen — eine Seidenmaske verhüllt noch die Augen, aber blitzenden Zähnen biß. Er meinte dann noch: „Ich , . _ „ muß doch Ehre für meine schwäbische Heimat ein-. Menschen aus allen möglichen Gauen Zusammenlegen. Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, daß | geführt werden, wie sie sich kennenlernen in gemein- anzutreffen. Wer Pilze sammelt, sollte nur solche Arten nehmen, die ihm sicher als eßbar bekannt sind. Ist er über die Genießbarkeit im geringsten Zweifel, so wende er sich an eine Pilzberatungsstelle. Allgemein gültige Erkennungszeichen und Prüfungsmittel zur Unterscheidung von eßbaren und giftigen Pilzen gibt es nicht. Weder das Vorhandensein von Milchsaft oder die klebrige Beschaffenheit des Hutes, noch die Braunfärbung eines in das Pilzgericht getauchten Löffels oder die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel deuten auf Anwesenheit von Giftpilzen. Allein die genaue Kenntnis der besonderen Merkmale der einzelnen eßbaren und der giftigen Pilze schützt vor schädlichen Folgen des Pilzgenusses. Besonders hüte man sich vor den gefährlichsten aller Giftpilze, den Knollenblätterschwämmen, von denen der grüne Knollenblätterschwamm (Amanita phalloides), der statt einiger eßbarer grüner Täublingsarten oder statt des eßbaren Grünlings gesammelt wird, die meisten tödlichen Vergiftungen verursacht. In den letzten Jahren sind zahlreiche Vergiftungen auch durch den Pantherpilz verursacht worden, der statt des eßbaren Perlpilzes gesammelt wurde. Um die Kenntnis der Pilze zu verbreiten und damit der Gefahr der Pilzvergiftung nach Möglichkeit entgegenzuarbeiten, hat das Reichsgesundheitsamt einen Ueberblick über die wichtigsten eßbaren und schädlichen Pilze im Pilzmerkblatt gegeben, das unter Mitwirkung des Botanischen Museums in Berlin-Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet ist und durch den Buchhandel bezogen werden kann. (Preis 90 Pf.) Zeigen sich nach dem Genuß von Pilzen Erscheinungen, die den Verdacht einer Vergiftung erregen, so versäume man keine Zeit, für ärztliche Hilf^ zu sorgen. Bis solche zur Stelle ist, muß man sich bemühen, das Gift aus dem Magen zu entfernen. Falls Erbrechen nicht bereits erfolgt ist, rufe man es dadurch hervor, daß ein Finger tief in den Rachen gesteckt wird. Die schädliche Wirkung des Genusses giftiger Pilze äußert sich gewöhnlich nach einigen Stunden, bei den Knollenblätterschwämmen trifft sie meist erst nach 8 bis 40 Stunden ein. Hilfe kommt bei der Erkrankung nach Genuß von Knollenblätterschwämmen vielfach zu spät. Oie Lehrer in der Front der Arbeit. Der Gauobmann des RS.-Lehrerbundes, Ministerialrat Ringshausen, teilt mit: Zwischen dem RS.-Lehrerbund und der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist am 1. Juni 1936 ein Abkommen geschlossen worden, wonach der RS.- Lehrerbund körperschaftlich der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beigetreten ist. Dadurch gelangen alle Mitglieder des RS.-Lehrerbundes, ohne persönlich eine weitere Mitgliedschaft erwerben zu müssen, in den vollen und ungeschmälerten Genuß aller Vergünstigungen der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beim Besuch von Theatern, Konzerten, von Ferienreisen, Wanderungen und allen sonstigen „Kraft-durch-Freude"-Leistungen. Allein die Tatsache dieser zukünftigen Gemeinschaftsarbeit hat noch einen viel tieferen Sinn. Welche Bedeutung der nationalsozialistische Staat dem Lehrer zumißt, ergibt sich daraus, daß er ihm sein kostbarstes Gut, die Jugend, anoertraut hat. Zu dieser ihm auferlegten heiligen Verpflichtung, die einen ganzen Mann erfordert, tritt durch das neue Abkommen eine weitere wesentliche Aufgabe, Brückenbauer der Volksgemeinschaft zu sein im Geben und Emp- sangen des Erlebens der Arbeit. So werden sich auf der Ebene des Feierabends der Lehrer und der Arbeiter der Stirn und der Faust verstehen, ergänzen und wertschätzen lernen. Aus dieser Verbindung aber werden neue geistige und moralische Kräfte zum Nutzen des gesamten Volkstums heranreifen. Reichskolonialbund, Ortsverband »Gießens Der Reichskolonialbund, Ortsverband Gießen teilt uns mit: Rach Gründung des Reichskolonialbundes unter Führung des Generals Ritter von Epp hat sich die „Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung" in Gießen aufgelöst und führt seitdem den Namen „Reichskolonialbund, Ortsverband Gießen". Die Geschäftsstelle befindet sich im „Burghof" (früher Caf6 Ebel) im Burggraben. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 18. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, Klasse B 12, Klasse C 11%, ausländische, Holländer 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 20 bis 25, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf., 50 kg 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 15 bis 40 Pf., Falläpfel 6 bis 8, Birnen 15 bis 30, Pfirsiche 60 bis 65, Pflaumen 20 bis 25, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 25 bis 32, Renekloden 25 bis 30, Brombeeren 35, Preiselbeeren 30 bis 40, Johannisbeeren 12 bis 15 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 70, Salat 8 bis IQ, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich, 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ♦ ** In d.en Ruhe st and versetzt. Am vorgestrigen 16. August konnte der beim hiesigen Postamt tätige Postsekretär Karl Rohrbach, wohnhaft Bruchstraße 19, aus eine 45 jährige Dienstzeit zurückblicken. Am 1. September wird der in langjährigen, treuen Diensten bewährte Beamte wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand treten. ** Straßensperre. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Wegen Vornahme von Umbauarbeiten an dem Steg über die Oberhessische Eisenbahn nach der Friedrichstraße wird dieser auf die Dauer von drei Wochen für jeglichen Verkehr gesperrt. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten. ** Rettungsschwimmer. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft erstrebt bekanntlich, jeden Deutschen zu einem Schwimmer und insbesondere zu einem Rettungsschwimmer zu machen. Diesem Ziele dienen u. a. auch die Prüfungen im Rettungsschwimmen. Im Bezirk Oberhessen und besonders in Gießen haben seit 1. April d. I. 93 Teilnehmer an den Ausbildungskursen, darunter drei weibliche, die Grundscheinprüfung abgelegt. Insbesondere waren es Studenten, Junglehrer und Angehörige der Marine-HI., die sich dieser Prüfung unterzogen. Der schwierigen Prüfung zur Erwerbung des Leistungsscheins unterzogen sich 19 Prüflinge; es waren dies aus Gießen: Willi Mehler, Erich Krämer, Erwin Engelbach, Bernhard Roth, Heinz Moe- Vereidigung beim Ergänzungs-Vataillon 53. Gestern Nachmittag wurden auf dem Platze vor der Unterkunft des hiesigen Ergänzungs-Bataillons 53 die Soldaten des neuen Kurses auf den Führer und Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht Adolf Hitler vereidigt. Im großen Viereck hatten die Kompanien Aufstellung genommen, alle Männer in tadellosen Uniformen mit dem Stahlhelm, auf dem Platze und unmittelbar vor dem geschmückten Rednerpult standen einige Waffen als symbolische Zeichen. Nachdem dem Bataillonskommandeur, Major Junker, die angetretenen Mannschaften gemeldet waren, er die Soldaten begrüßt hatte und der Antwortruf kraftvoll über den Platz hallte, schritt der Kommandeur die Fronten ab. Oie Ansprache der Geistlichen. Nach dem Choral „Lobe den Herren" hielt der evangelische Militärgeistliche, Pfarrer A u s f e l d, eine Predigt, in der er auf die Heiligkeit des Eides und auf die Größe der soldatischen Pflichten hin- wies und betonte, daß nur ein guter Christ auch ein guter Streiter und Soldat sein könne. Für die Angehörigen der katholischen Konfession im Bataillone sprach Kaplan D e u st e r, der ebenfalls zur höchsten soldatischen Pflichterfüllung aufforderte und aller Versuchung zu widerstehen gebot, die sich gegen den geschworenen Eid und gegen die Ehre richten. Nachdem die Worte der Geistlichen jeweils durch Choräle („Großer Gott, wir loben Dich" und „Niederländisches Dankgebet") beschlossen worden waren, hielt der Aataillonskommandeur Major Junker eine von herzlichem kameradschaftlichem Geiste ge, tragene Ansprache. Er erinnerte die Schützen des Bataillons zunächst an den gewaltigen Eindruck der Olympischen Spiele und an die erhebende Schlußfeier dieses weltbewegenden Ereignisses. Aus den großen deutschen Erfolgen der Spitzenleistungen von Wenigen müßten nun in der künftigen Arbeit aller die gebotenen Folgerungen für die Allgemeinheit unseres Volkes gezogen werden. Sodann wies er die jungen Kameraden, die zur Eidesleistung auf den Führer des Volkes und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht angetreten waren, in eindringlichen Worten darauf hin, daß sie durch diesen Eid mit ihrem ganzen Sein, ihrem körperlichen Vermögen, ihrem seelischen Erleben und ihrer geistigen Fähigkeit sich an die Person des Führers binden, der Deutschland zur Größe, zur Selbstbesinnung, zum inneren und dadurch auch zum äußeren Frieden emporführen will. Er bezeichnete weiterhin die Feier der militärischen Vereidigung als eine Weihestunde, als einen Markstein im Erdenwallen der Soldaten, die sich der Würde bewußt sein müßten, daß dieses Gelöbnis ihnen auch Verpflichtungen auferlege, die nicht leicht zu nehmen feien, und die ihnen das stolze Recht geben, sich als wehrfähige deutsche Männer zu fühlen und sich Waffenträgeer der Ration zu nennen. Im weiteren Verlaufe seiner packenden Ansprache wies der Kommandeur seine Soldaten darauf hin, daß sie sich restlos und mit heiligem Ernst der Aufgabe hingeben müßten, die der Truppe gestellt sei, nämlich aus ihnen in kurzer Zeit kampfkräftige, feldverwendungsfähige Soldaten des deutschen Volkes zu machen, auf die das Vaterland in der Stunde der Not und Gefahr, die natürlich niemand herbeisehnen, sich verlassen könne. Die Aufgabe sei groß, schön und würdig und könne nur gelöst werden in vollem Zusammenklang zwischen Lehrern und Schülern. Der Kommandeur forderte seine Soldaten auf, immer volles Vertrauen zu ihren Ausbildern zu haben und stets nur die Tatsachen der militärischen Ausbildung zu sich sprechen zu lassen in dem Bewußtsein der Vornehmheit des Soldatentums. Er belonle weiter mit Rachdruck, daß für den Soldaten allein entscheidend sei die soldatische Leistung und die charakterliche Eignung, daß keinerlei Protektionswirtschaft bei der Truppe geduldet werde, daß in der Uniform des Soldaten alle gleichberechtigt seien, ob nun einer Arbeiter der Faust und der Stirn, ob er Oberpräsident oder Laufbursche fein möge, daß einzig und allein nur das bessere Soldatentum entscheide. Weiterhin erinnerte Major Junker an die unvergeßlichen Tage des August 1914 und an den Heldenkampf unseres Volkes gegen eine Welt von Feinden, bei dem drei Werte des deutschen Volkes mächtig hervortraten: die schicksalhafte Gemeinschaft des Volkes, die bedingungslose Opferbereitschaft des einzelnen, die unauflösliche Kameradschaft des Frontkriegers im Leben und im Sterben. Der Frontsoldat Adolf Hitler habe aus diesen Werten sein Reich geschaffen, nachdem die jämmerlichen Jahre der Nachkriegszeit alle diese ethischen Werte zu verschütten drohten. Adolf Hitler habe klar die Bedeutung eines alten Sprichworts der Römer erkannt: „Wenn du den Frieden willst, halte dich zum Kriege bereit", und er sei der Mann, dem die Soldaten es zu danken hätten, daß sie zu dieser Vereidigung bereitstünden, und nunmehr in der Lage seien, praktisch vom Wehrrecht des freien deutschen Mannes Gebrauch zu machen, indem sie sich mit ganzem herzen der Ausbildung im Waffendienst hingeben. Sodann erinnerte der Kommandeur an die großen Tage des deutschen Vormarsches in West und Ost von 1914, an den unvergeßlichen 16. August 1870, an dem die deutschen Soldaten die französische Armee Bazaines in Metz einschlossen, die Taten beim Todesritt von Mars-la-Tour, die gewaltige Schlacht von St. Privat und Gravelotte, ferner an die 150. Wiederkehr des Todestages Friedrichs des Großen, der am 17. August 1786 seine Augen für immer schloß. Friedrich der Große, an dessen Sarg unser Führer Adolf Hitler 1933 vor dem greisen Feldmarschall von Hindenburg symbolisch das Dritte Reich begann, wirke heute noch befruchtend auf unsere Gemeinschaft. Er war ein König vom Scheitel bis zur Sohle, ein absoluter Monarch und ein Nationalsozialist im reinsten Sinne. Sein Worte: „Ich bin der erste Diener des Staates" habe er dem ganzen Volke ein ganzes Leben lang vorgelebt. Preußentum und preußisches, später auch deutsches Soldatentum seien Begriffe, die sich decken. 3n diesem Geiste solle die Ausbildung der Soldaten erfolgen. Wenn alle Männer des Bataillons in diesem Geiste ihre Aufgabe restlos erfassen und erfüllen würden, dann könnten sie nach Ablauf ihrer zweimonatigen Dienstpflicht in die Heimat ziehen mit dem stolzen Bewußtsein: Das lernte ich und tat ich für Deutschland! Oie Vereidigung. Nach dieser Ansprache nahm der Bataillonskommandeur die Vereidigung vor. Er sprach die Eidesformel vor, die von' den Soldaten gemeinsam bei erhobener Schwurhand nachgesprochen wurde. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler und mit den Nationalhymnen fand die Feier ihren Abschluß. Nach einem Vorbeimarsch am Bataillonskommandeur rückten die Soldaten wieder in die Unterkunft ein. Hausarbeiten und beschäftigt sich darüber hinaus mit Strickarbeiten. Den Gießener Anzeiger, den Jig schon über 60 Jahre bezieht, liest sie noch täglich! wg. Großen-Buseck, 17. Aug. Die nach bec Einweihung unseres Schwimmbades an dieser gemeinnützigen Anlage noch zu leistenden Arbeite, sind nunmehr beendet. Außer dem Bade, das 35 Meter lang und 12 Meter breit ist, wurde noch eine Sport- und Liegewiese geschaffen, ferner wurden die Dämme zu beiden Seiten des Bade^ bis zur gleichen Höhe aufgeschüttet und mit Grün eingesät. Die Auffüllarbeiten wurden durch kosten, freie Anfuhr des Materials durch unsere Land, wirte sehr gefördert. Der Zugangsweg zum Bade wurde mit Zementplatten belegt, die zu beiden (Sei. ten mit Rasenflächen umgeben sind. Ferner wurde» zwei Rosenbeete angelegt. Im Bade selbst wurde» die Anlagen am Springturm für Schwimmer wej. ter ausgebaut und neben der Nichtschwimmerabtej, lung noch eine Brausevorrichtung geschaffen. Selbst, verständlich wurden auch für die Sauberhaltuna des Wassers alle erforderlichen Vorkehrungen gc, troffen. Die gesamte Schwimmbadanlage wurde mit einer Einfriedigung versehen, so daß das Bad nach jeder Richtung hin neuzeitlichen Erfordernis, sen entspricht, zumal auch die Benutzungpreise sehr niedrig bemessen sind. Mit diesem Werk hat unsere Gemeindeverwaltung auf dem Gebiete der Gesund, heitsfürsorge in unserer Gemeinde eine hervorragende Tat vollbracht, die der allgemeinen, dank- baren Anerkennung wert ist. △ Lollar, 17. Aug. Am gestrigen Sonntag be- gann auf dem hiesigen Schießstand „An den drei Wäldchen" das diesjährige Preisschießen, das alljährlich von der Kriegerkameradfchasi Lollar veranstaltet wird. Das Schießen wird sich auf vier Sonntage erstrecken. In Anbetracht der vielen schönen Preise, die den Siegern als Belohnung winken, ist auch diesmal wieder das Interesse an der Veranstaltung groß. — Nachdem sich endlich da- Wetter gebessert hat, ist man eifrig damit beschäftigt, die bereits seit einiger Zeit geschnittene und infolge der Witterung noch nicht eingeholte Frucht unter Dach und Fach zu bringen. Obwohl man alle verfüg, baren Arbeitskräfte heranholt und auch den Sonntag teilweise zum Einfahren benutzte, steht in unserer Gegend noch viel Getreide auf dem Feld. Seit ein paar Tagen hört man auch wieder das Brummen der Dreschmaschine bis tief in die Nacht hinein. I Ruttershausen, 17. Aug. Das bereits be. gonnene Preisschießen wurde gestern fortgesetzt. Unter reger Beteiligung wurden im Wettkampf um die Preise beachtliche Leistungen erzielt. 00 Klein-Linden, 17. Aug. Am Samstagabend hielt der Turnverein Klein-Linden 18 8 9 im Turnerheim eine Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Karl Weiß teilte u. a. mit, daß sich am Kreisvolksturnfest, das am kommenden Sonntag in Kinzenbach stattfindet, 35 Turner und Turnerinnen des Vereins beteiligen werden. Der Vereinsführer erläuterte ferner die Ausführung^ bestimmungen über den von jedem Turner zu benutzenden Ausweis des Reichsbundes für Leibes. Übungen. Um ein inniges Zusammenarbeiten zwilchen den Fußballabteilungen und dem Vereinsvorstand zu gewährleisten, wurde Turnbruder Fritz Weller als Verbindungsmann bestimmt. Das Mb- turnen des Vereins soll am 20. September durch- geführt werden. + Großen-Linden, 17. Aug. Der Zweigne r ei n „Hüttenberg" vom VHC. unternahm am gestrigen Sonntag eine Tageswanderung nach Braunfels. Am frühen Morgen erfolgte der Abmarsch von Großen-Linden nach Du teuren. Von dort brachte die Bahn die zahlreichen Teilnehmer nach Station Braunfels. Hier wurde der untere Hexbergweg eingeschlagen, der durch wunderschönen Wald führte, vorbei am Wildunger Stein und der Ottilienhöhe, von der man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Höhen und Täler hatte. An den Teichen vor Braunfels wurde Mittagsrast gehalten und abgekocht. Nach Besichtigung des Schlosses und der Stadt führte der Rückweg durch den schönen Wald nach Wetzlar. Der Rückweg ging wieder von Dutenhofen nach Großen- Linden. Es war — trotz der Hitze — eine schöne Wanderung. * Lang-Göns, 17. Aug. Nachdem die Zimmerleute das Gebälk am neuen Fasel st all ausgestellt hatten, wurde — nach altem schönen Handwerkerbrauch — im Gasthaus „Zum Schwanen" das Richtfest gefeiert. Daran nahmen die Handwerker und die Gemeindebeamten teil. Bürgermeister Wenzel wies in einer Ansprache auf die Bedeutung des Neubaues hin und zog einige Vergleiche mit der früheren Gemeindepolitik. 00 Eberstadt, 16. Aug. Bei der Erntearbeit auf dem Felde kam der 15 Jahre alte Sohn des hiesigen Landwirts Heinrich Görlach, als die Pferde unvermutet a n z 0 g e n und dadurch den Bindemäher in Gang setzten, mit einem Fuß in das Messe r ge tri ebe der Maschine. Dabei wurde der junge Mann an der Sehne des Fußes von dem Messer so erheblich verletzt, daß die Ueberführung des Bedauernswerten nach erster ärztlicher Hilfeleistung in Lict in die Chirurgische Klinik in Gießen erforderlich wurde. csd Eberstadt, 17. Aug. Der Schuhmacher- meister H. Görlach von hier beging am gestrigen Sonntag in körperlicher und geistiger Frische seinen 73. Geburtstag. Am heutigen Tage wurde der Zimmermeister i. R. K. Alles in voller Rüstigkeit 78 Jahre alt. Beide Jubilars nehmen noch regsten Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit und sind langjährige Leser des Gießener Anzeigers. EÖ Hungen, 17. Aug. Die Meisterprüfung bestanden Hermann Schmidt von hier im Buch' binderhandwerk und Otto L e i d n e r von hier im Glaserhandwerk. — Das Fest der Silbernen Hochzeit begingen am heutigen Montag, 17. August, der Bergmann Karl Roth und Ehefrau Pauline, geborene Schuld. * Grünberg, 17. Aug. Ein Verkehrsunfall ereignete sich am gestrigen Sonntagoormistng auf der Landstraße Gießen—Grünberg in der 5W des Straßenabzweigs nach Göbelnrod. Dort W ein Radfahrer aus Göbelnrod unmittelbar vor einem Personenauto aus Gießen, beide fud' ren in Richtung Grünberg. An dem Abzweig nach Göbelnrod wollte der bis dahin scharf rechts gefad' rene Radler nach links über die Landstraße W überfahren, um nach Göbelnrod zu kommen, ohne jedoch ein Ausweichzeichen zu aeben. Er geriet >N' folgedessen ganz dicht an das hinter ihm fahrenoe Auto heran, dessen Lenker durch scharfes Auswen chen nach rechts den Zusammenstoß zwar zu vel' meiden suchte, aber doch nicht soweit zur Seite langte, daß der Radfahrer unversehrt blieb. wurde von der Türklinke an der linken Seite oe» Autos gefaßt, wobei er besonders am Gesäß eine größere Wunde erlitt und zum Sturz kam, so dav er auch eine Gehirnerschütterung davontrug. Der Verunglückte wurde nach Hause gebracht und bestN' det sich dort in ärztlicher Behandlung. fer, Christian Haller, Georg Corell, Paul Krämer und Erika Bettinqhausen, außerdem Bernhard Funk (Friedberg), Ludwig Deubel (Rainrod-Schot- ten), Erwin Belling (Weiterstadt), Willi Müller (Weilburg), Otto ©cgmibt (Aßlar), Friedrich August Rinw (Heuchelheim), Fritz Lang (Darmstadt), Otto Grund (Pfungstadt), Heinz Reuter (Windecken) und Marie Camillscheg (Völklingen-Saar). Den Lehr- schein mit goldener Nadel erwarben sich Karl Beller (Butzbach), Franz Lotz und Walter Appel, beide zu Gießen. Die Lehrscheininhaber stellen sich ehrenamtlich in den Dienst der edlen Sache und sind somit berechtigt, Prüfungen abzunehmen. Der Bezirk Oberhessen wird demnächst wieder neue Lehrkurse abhalten und erwartet dazu rege Beteiligung aller Volksgenossen. ** Die Gesellenprüfung f ü r Herrenschneider betrifft eine Bekanntmachung der Herrenschneider-Innung für Stadt und Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Kindergärtnerinnen viel gesucht. Während bis 1935 ein starkes Ueberangebot an Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen vorhanden war, hat sich die Lage, wie der Deutsche Verband für Ausbildungsstätten für evangelische Kinderpflege mitteilt, seitdem vollkommen verändert. Die Nachfrage nach evangelischen Kindergärtnerinnen für Kindergärten, Heime usw. ist augenblicklich so stark, daß fast alle Angebote unberücksichtigt bleiben müssen. Auch die Schülerinnen der evangelischen Ausbildungsstätten für Kinderpflege, die bis zum Herbst entlassen werden, sind zum größten Teil schon vergeben. ** (Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. August verstürben in Gießen: 3. August Heinrich Nicolaus, 73 Jahre, Stephanstraße 29; 3. August Georg Kruse, 68 Jahre, Weserstraße 16; 6. August Martin Wilhelm Schmidt, 31 Jahre, Les- singstraße 8; 6. August Heinrich Schmieder, 75 Jahre, Marktstraße 30; 7. August Ludwig Klotz, 80 Jahre, Landmannstr. 14; 7. August Anna Rieb, geb. Görig, 61 Jahre, Kaplansgasse 23; 7. August Käthe Marie Hohl, 6 Jahre, Teufelslustgärtchen 18; 8. August Elisabeth Hinkler, geb. Wtßner, 79 Jahre, Hindenburgwall 12; 8. August Frieda Uhr, geb. Welter, 45 Jahre, Ludwigsplatz 9; 8. August Karl Kunkel, 69 Jahre, Liebigstraße 84; 8. August Heinrich Selbst, 79 Jahre, Plockstraße 14; 9. August Anna Römer, geb. Ferber, 51 Jahre, Sonnenstr. 1; 9. Aug. Katharine Sarnrn, geb. Hofmann 71 Jahre, Neustadt 11; 9. August Karl Zimmer, 49 Jahre, Karl-Vogt-Straße 8; 9. August Leni Brehm, 40 Jahre, Am Nahrungsberg 10; 9. August Prof. Dr. Walter König, 76 Jahre, Hofmannstraße 11; 9. August Karl Klemmrath, 68 Jahre, Eichweg 2; 11. August Georg Flörke, 75 Jahre, Karl-Vogt-Straße 9. Oberhessen. Große Flachsrösterei in Oberheffen. LPD. Stockheim (Oberhessen), 17. Aug. Die Bäuerliche Hauptgenossenschaft in Frankfurt a. M. richtet gegenwärtig in Stockheim eine neue Flachsrösterei ein, die man wohl als eine der größten Flachsrösten Deutschlands bezeichnen kann. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß die Inbetriebnahme in etwa vier Wochen erfolgen kann. Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, das den Volksstaat Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden umfaßt, hat sich der Anbau von Flachs in den letzten Jahren außerordentlich ausgedehnt. Die Anbaufläche ist in drei Jahren von 15 0 auf 1100 Hektar gestiegen. Sie hat damit allerdings noch nicht die Anbaufläche erreicht, die in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für den Flachs Verwendung fand und die über 2000 Hektar betrug. Bei der neuen Flachsrösterei in Stockheim handelt es sich um eine ehemalige Zuckerfabrik. Neben verhältnismäßig geringen baulichen Veränderungen im Innern waren es im großen und ganzen nur die verschiedenen Maschinen, die beschafft und ein- ge*baut werden mußten. Nach Inbetriebnahme der Fabrik werden hier etwa 15 0 V 0 lksgen 0 s - fen dauernd Beschäftigung finden. Bereits die diesjährige Ernte, die jetzt vor dem Abschluß steht, soll hier verarbeitet werden. Die Abnahme des Flachsstrohes beginnt in den nächsten Tagen, in einer Halle der Fabrik lagern bereits die ersten Vorräte. Das Flachsstroh wird von der Röste gegen Barzahlung übernommen. Gängertreffen in Garbenteich. * Garbenteich, 17. Aug. Wie im vergangenen Jahre in Klein-Linden, so treffen sich am kommenden Sonntag die unter der Leitung des weit über die Grenzen der engeren Heimat bekannten Chormeisters Harnisch (Steinberg) stehenden Gesangvereine „Germania" Steinbach, „Germania" Watzenborn, „Eintracht" Steinberg, Sän- gervereinigung Klein-Linden und Gesangverein „Frohsinn" Garbenteich zum geselligen Beisammensein. In Anbetracht der künstlerischen Gesangsdarbietungen dürfte sich die Veranstaltung zu einem außergewöhnlichen Genuß und Bekenntnis für das deutsche Lied gestalten. Landkreis Gießen. * Wieseck, 17. August. Unsere Mitbürgerin Marie Sommerlao konnte gestern in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 87. Geburts- t a g feiern. Die alte Frau verrichtet noch ihre Hubel Homa ^-Fortsetzung. D m,eöerio5 h'E es E dritten , feit5 “ft 816, fcs hfl KtsteL y m toei"3° wg fc'Sd । A# Wts : •SW As j b fön>lie UM : ot'e & j>Qs tri Deutschland . USA. . . - Wgarn. . i Malier,. ; - Mnnland . . isstankreich 1 iLchweden. ; jßapan . . . ^Holland .... I Großbritannien )] Oesterreich. . 2 Tschechoslowake 2 Argentinien . ^Estland. . . Megnpten . . «Schweiz . i Manada. . . Norwegen. . Türkei .. . i Wdien . . . Neuseeland . Wien . . . Dänemark. . Üettlanb . . Jugoslawien. Wmä'm'en , t5iNrifa. , , Mexiko. . . . fcffl. . . ; jtatcaWtti. . Philippinen . Portugal . . Wie Punktweri I nicht von ( ^ Nachdem die Wen großart Weint es am W\ die Ersoj Wgen konnter Nngenen Mei W, erkennen Mn Nationen Wbms noi) ei, Ißlusbrutf, wie $u* Pakten, ei L *<3- AG > * J ä IW WML > x , , i iä -:• MM V : VW M. re "- Oie Schlußfeier -er Olympischen Spiele im Bild Angeles lag uns leider nicht von allen teilnehmenden Nationen vor. il litten, eine Silbermedaille mit zwei Nachdruck verboten! snrrtsetzung. W- 2: „Der Milchhändler Nickels?" „Nein, der Bruder Peter Nickels, er lebt in unserer Gegend", sagte Antje, vorsichtig verbessernd, den Beruf dieses Bruders verschweigend. Fred Lorenzens gute Laune war hin. Er gab sich nicht Rechenschaft darüber, aber er spürte selber, wie eine Mißstimmung wuchs, die keinen bestimmten Anlaß hatte, nichts geändert wissen wollte — und doch blieb. „Wenn der Mann auf und davon gegangen ist, Fräulein Antje", sagte er sachlich und voll schöner Gerechtigkeit, „wollte er wohl mit der Vergangenheit Schluß machen, und Sie brauchen ihm nicht nachzutrauern." Er faltete den Brief wieder und steckte ihn ein. „Ich trauere ihm ja gar nicht nach." „Das tun Sie doch!" behauptete er grundlos, aber gereizt und in diese Idee verrannt, die ihn schmerzte, „wenn Sie es auch ableugnen?" Vielleicht hatte er sich im Tonfall vergriffen. Antje war empfindlich und ärgerte sich über ihn. Vielleicht war...... 'slnolich und arm , sie wütend, daß er etwas ausgesprochen, was sie nicht einmal vor sich selber zugeben wollte. „Schließlich wäre das meine Sache", meinte sie kühler und zog ihre Hand zurück. Zugendfußball-Sperre am 30. August. Anläßlich des Sportfestes des Bannes 116 der HI. am 30. August ist für diesen Tag für alle Schüler- und Jugendmannschaften des politischen Kreises Gießen Spielverbot angeordnet. R. f. L. Fachamt Fußball. Henkel. BfB.-^eichsbahn Ziehen. Sportverein 05 Wetzlar — VfB. Gießen 3:4. Die drückende Hitze mag schuld daran gewesen sein, daß beide Mannschaften nur während der ersten Halbzeit den Fußball spielten, den man auf Grund ihrer Klassenzugehörigkeit von ihnen erwarten durfte. Die Wetzlarer Mannschaft trat ohne Wohlgemut und Benner an. Im übrigen zeigten die Wetzlarer öfter sehr schönes Zusammenspiel und einen guten Aufbau der Angriffe durch die Läufer- „Man trauert immer um einen lieben Freund. Sie sagten, er sei Ihr Freund gewesen. Wenn man mit jemand versprochen ist, liebt man diesen jemand. Sie lieben ihn noch!" Er war ganz bleich. Sie sah ihn an. Die scharfe, zurückweisende Antwort lag ihr schon auf der Zunge. In dieser Frage wünschte sie keine Kritik oder auch nur eine Bemerkung. Da sah sie sein Gesicht. Es schien ihr so gequält, geradezu angstvoll. Er sah aus wie jemand, der ein gefährliches Hindernis nimmt und trotz aller Angst vergessen hat, die Augen zuzumachen. Was wird geschehen, werde ich heil unten ankommen . Er kam heil an. Antje sagte rasch: ,Liebe ist ein Wort, das wir besser heute nicht gebrauchen wollen." „Sie haben ihn geliebt?" Er sprang noch einmal in den Abgrund, diesmal mit geschlossenen Augen. „Ja", räumte sie ohne Zögern ein, „aber das ist heute gleichgültig. Wer sich von mir zu entfernen wünscht, dem laufe ich nicht nach und halte ihn auch nicht zurück." „Das ist sehr richtig." Er nickte zweimal gewichtig. „Ich hätte es sehr bedauert." „Was hätten Sie bedauert?" Silberstück auf den Tisch. Als er ihr in die Jacke half, drückte er sie zärtlich ein wenig an sich. Sie konnte sich gegen ihn, der hinter ihr stand, nicht wehren und fand es gut, ausgleichend zu lachen. Im Autobus und in der Bahn schwiegen sie, lächelten sich nur zuweilen einmal kurz an wie Vertraute. Waren sie nicht sogar Verschworene, dem großen Geheimbund der Liebenden angehörend! Fred Lorenzen dachte: was wir miteinander jetzt noch zu sprechen haben, läßt sich keinesfalls im Omnibus sagen. Antje war müde, und es fiel ihr aus diesem Grunde nicht auf, daß er stumm blieb. In der Kameruner Straße nahm er ihren Arm und legte ihn um den seinen. Sie ging willig mit ihm im Takt und Gleichschritt. Ihre Absätze schlugen einen hallenden, mittelhohen Ton an. Der Regen hatte aufgehört, jedenfalls merkten sie ihn nicht. „Müssen wir uns schon trennen?" „Aber natürlich, ich muß um fünf Uhr heraus!" Er sah das ein. „Aber Sie klingeln mich morgen früh heraus!" bat er. Sie nickte. Man war vor der Haustür angelangt. Peter Nickels Schild keuchtete auf und warf den Schein der Laterne zurück. „Gute Nacht", sagte Antje und reichte ihm die Hand hin. Er hielt ihre Finger fest. „So wollen Sie mich wegschicken, Antje..." Er ließ das Fräulein weg. Zum ersten Male gebrauchte er diese nahe, vertrauliche Anrede. Er selber wagte es mit Herzklopfen. Dieses Mädchen, ihre sichere, in sich so gefestigte Art, nahm ihm seine sonstige Ueberlegenheit. Aber Antje merkte scheinbar gar nicht, daß er sie nur beim Vornamen genannt hatte. Sie sagte gutgestimmt' „Wie sollte ich Sie nach Ihrer Meinung wegschicken?" „Mit einer kleinen Belohnung." Er trat dichter an sie heran. Sie wich zwar zurück, aber da hinderte sie die Haustür, die noch verschlossen war. So kam er ihr ganz nahe. Als er die Arme hob, wußte sie, daß er sie küssen werde. Der Gedanke war wach: ich will mich wehren, ich mag das nicht. Aber Fred Lorenzens gute Augen waren nahe, und ihre Abwehr ertrank in seinem bittenden Blick. Sie fühlte einen Augenblick seine Lippen auf den ihren. Dann war er weg, einfach davongelaufen. Hatte er Vorwürfe gefürchtet oder eine nachträgliche harte Abwehr? (Fortsetzung folgt!) Links: Die Fahnen der Olympiakämpfer wurden mit Eichenlaub geschmückt. Während Beethovens Lied „Die Flamme lodert" in den nächtlichen Himmel emporstieg, wurden die Fahnen der Olympianationen von Mädchen mit Kränzen aus Eichenlaub geschmückt und mit einem Erinnerungsband versehen. — Rechts: Nach der Niederholung der Flaggen übernahm Staatskommissar Dr. L i p p e r t die Olympische Fahne in das Gewahrsam der Reichshauptstadt, wo sie bis zum Jahre 1940 bleibt, um dann in Tokio erneut über den Sportlern der Erde zu wehen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Sieger im Einzeljagdspringen, die am Sonntagabend bis in die späte Dämmerung hinein gekämpft hatten, wurden beim Scheinwerferlicht geehrt. Von links nach rechts: Oberleutnant Kurt Hasse, Deutschland (Goldmedaille), Oberleutnant Henri Rang, Rumänien (Silbermedaille), und Rittmeister Joseph von P l a t t h y , Ungarn (Bronzemedaille). — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Olympische Bilanz der Mionen. Leistungsvergleich nach einer inoffiziellen Punktwertung. nbekannte Fracht Roman von $rott! Z.vraun. ri9en Gönnt« ? /n Öen Ließen 5cHen mir} n ^betracht "n als Leloh- ar n W) tMj 9 damit be|frr Mene uni» Me Fcuch . hl man alle- > auch den £■- e, steht in d >em Feld. Lider das ’Bnir ' Nacht hinein 4 Das bereit; urte gestern wurden im Pistungen erjit lug. Am Sam Klein-Li^ iliederversam eilte u.a, mir 1 am kommet, 35 Turner ■igen werden i die Ausfühm em Turner > mndes für rtenarbeiten B m Vereinsvor studer Fritz 8 stimmt. Das. ). September dr Ttlifschland . W: ■ . . . L.narn . . ■ Siniden . * e ÄÄTTlIanb . . litt kreich , 6Schieden . e Slttl n . . . fHohnb . . . ()ri ibritannicn jEtefirreid) . . 2!sä,choslowakei 8!r;mtinien . Ciftimb . . . Slecpten . . Gfcfpeij . . SMai da. . 8!vriuegen . . 2£irm .. . . ßfiHi . . . y^ut'elanb ahn . . . nimark . . tnnb . . Lligslawien • !Fkir5nien 6Lid frika . . Der beutsche Erfolg bei ben Olympischen Spielen in Berlin ist nicht zuletzt bas Verbienst der neuen beutschen Sportführung, die in klarer Zielsetzung in den vergangenen drei Jahren alle Kräfte des deutschen Sportes zusammenfaßte und so förderte, baß biese großen Leistungen möglich würben. Die Verdienste der deutschen Sportführung um diesen Erfolg bestätigen erneut den kraftvollen Aufbauwillen, der die Staatsführung des Dritten Reiches für alle Lebensgebiete des deutschen Volkes erfüllt. Olympia-Gäste in Frankfurt a. M. Im Römer der Stadt Frankfurt a. M. herrschte in den heutigen Nachmittagsstunden ein recht internationales Treiben. Indische Hockeyspieler, amerikanische Schwimmer und Schweizer Olympiateilnehmer wurden dort im Namen der Frankfurter Stadtverwaltung von Stadtrat ßingnau begrüßt, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die internationalen Gäste auch in Frankfurt ihre sportlichen Leistungen zeigen wollten Einen ausgezeichneten Eindruck machte die indische Hockey-Mannschaft, die in Berlin die „Goldene" errungen hat und sich am Abend mit einer Frankfurter Stadtmannschast maß. Das Spiel endete nach schönem Kampf mit 5:2 für die Gäste. Groß und sehnig sind die amerikanischen Schwimmergestalten, die im Schwimmstadion amerikanische Schwimmerleistungen vorführten. Der Führer der indischen Hockeymannschaft Prof. Jagan Nath dankte für die herzlichen Begrüßungsworte und kam auf den Besuch mit seiner Mannschaft im Goethehaus zu sprechen, wo sie voll Andacht vor der Statue Goethes gestanden hätten, von dem sie auf ihren Universitäten in Indien so viel gehört und gelesen hätten. Die amerikanischen Schwimmer waren ebenfalls von dem ihnen vollkommen neuen Milieu, das sich ihnen im Römer bot, höchst überrascht und betonten dies immer wieder. tiTfO . . Eloien . . nibalien . friltppinen irriigal le Punktwertung von Los !lug. Der Zu» 'm BHC. n 1 lagesm*. rgen erfolg nach >. $)\er kW , der bürgt.'- n Wunen: man einen n- -genben W '• ir Brauns e dcht. Nach ibt führte der. nach WM- Hofen nach M )itze — eine P Nachdem di- .. uen Fase»- nach allem ff naus ,Lurn »■- Daran na!M- eamten teil. r Ansprache rnb M ewige- ibepoliti*- 3ei der E" »er 15 W Heinrich ®or'. ei anzogen, n Gang Wf\ eraetriebe - ! '™öer* derer be i Mergers-.-^ 11 .■’S- irünt’^ü1 M s ®lCB 9fbra,!1: N chdem die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936 re großartigen Abschluß gefunden haben, er» sihc t es angebracht, einen Blick zurückzuwerfen auf »die Erfolge, die die einzelnen Nationen er» rom konnten. Wenngleich die Aufstellung der er» rin^nen Medaillen, die wir gestern veröffentlich» tiV,-erkennen ließ, in welchem Ausmaß die einzel- irin [Rationen erfolgreich waren, so kommt das Er- g pns noch eindeutiger in einer Punktwertung zum 2 is ruck, wie sie im Ausland üblich ist. Dar Punktwertung liegt folgender Maßstab zu- g :.rne: Eine Goldmedaille wird mit drei und eine Bronzemedaille mit je einem Punkt bewertet. Die nachstehende Tabelle läßt in der Gegenüberstellung von Amsterdam, Berlin und Los Angeles eindeutig wissen, daß Deutschland, das sich 1932 mit dem 7. Platz in der Länderwertung begnügen mußte, nunmehr mit einer außerordentlichen Leistung an die Spitze aller am Wettbewerb teilnehmenden Nationen gesetzt hat und damit die Vereinigten Staaten von Amerika klar auf den 2. Platz verwies. Sts I ’ fourW ”c= I I ?'*?>! Ö6> ^kehru^ j:!° baR bo-* Men Erfo^ nSUn9Preik 'Werk h^. ebleie ber nbe eine i Qll9emeinen i, „Wenn Sie ihn noch lieben würden." „Warum? Was haben Sie schließlich damit zu tun?" Ihr Blick war ganz hell und unschuldsvoll, aber sie wußte gut, daß sie mit einem Feuer spielte. Hier saß ein Mann, den sie gern leiden mochte. Der Mann liebte sie. Mochte er es einmal sagen. Das war unverbindlich und tat gut. Sie war nicht frivol, sie wollte kein Spiel mit Fred Lorenzen treiben. Es lockte sie nur, einmal zu hören, daß sie ihm gefiel. Sie wußte nicht, daß solch ein Geständnis, wenn nicht sie, so doch ben Mann verpflichtete, einen Weg nicht mehr zu verlassen, an dessen Anfang sie ftanben, unb ben sie keineswegs überschaute. Freb Lorenzen hatte seinen männlichen Stolz. Wo er sich erklärt hatte, wünschte er zu siegen. Antje war ahnungslos. „Ich habe sehr viel damit zu tun", sagte er. „Wenn ein Herz besetzt ist, steht man hoffnungslos vor verschlossenen Toren." Sie schwieg. „Aber Ihr Herz ist nicht besetzt, Fräulein Antje?" Sie schwieg weiter. „Sagen Sie mir doch ein Wort!" „Nein." „Was, Sie wollen mir kein Wort sagen?" „Ich habe Ihre Frage beantwortet." Jetzt errötete sie leicht. Er bemerkte es erfreut. Was er für sich befürchtet hatte, geschah ihr. Das Frage- und Antwortspiel war ihm selber entglitten. Was hatte er denn gefragt, worauf sie mit Nein antwortete! Erst ihr Rotwerden half ihm. „Ihr Herz ist frei?" Er hielt den Atem an. Seine Erklärung wurde überflüssig, sie würde sprechen! Antje nickte unb wußte es gar nid) recht. War ihr Herz denn frei? Rudolf war weggelaufen, also war es frei. Aber — er ift weggelaufen, fein Aber! „Wunderschön!" rief er laut, |o daß in der Nachbarschaft einige Köpfe hochkamen, „dann fängt das Leben an!" Gewissermaßen war dies nun der Höhepunkt des Abends. Fred Lorenzen verstand es auch so. Aber Antje bekam plötzlich Angst vor ihrer Kühnheit, von der sie nicht geahnt hatte, daß sie in ihr war. Sie hatte nicht die Absicht gehabt, heute Geständnisse zu machen. Sie zog sich zurück. Ein bißchen zu übereilt, und daher ungeschickt. Sie störte abermals gröblich seine Stimmung, aber jetzt fügte er sich. „Ich muß jetzt nach Hause", sagte sie. „Bitte, lassen Sie uns aufbrechen!" Er winkte ben Kellner heran, ber in ber Nähe eine Säule festhielt. ,Lahlen!" Dann legte er das reihe. Der beste Spieler war unbedingt der Halbrechte Zehner. Diesem Gegner gegenüber zeigten die Gießener, trotzdem sie ohne Hauptfeld unb Knaus antraten, ein gutes Spiel. Balser im Tor hielt die schwierigsten Bälle. Die Verteidigung arbeitet zufriedenstellend. In der Läuferreihe überragte Mund seine Nebenleute. In dem Gießener Sturm waren Sczponick und Heß die treibenden Leute. Der Mittelstürmer und die rechte Seite kämpften nicht immer glücklich. Nach einigem Hin und Her im Mittelfeld bekam Sczponick den Ball, lief die Linie entlang und flankte halbhoch zu Heß. Dieser erfaßte sofort die Situation und schoß an die Jnnenlatte, von der der Ball in das Tor sprang. Ueberraschend führten damit die Hiesigen mit 1:0. Zwei Minuten später war es wieder Sczponick, der eine halbhohe Vorlage zu Heß gab und dieser schoß zum zweiten Tore ein. Jetzt wurden die Wetzlarer lebendig. Ihr Sturm spielte durchsichtig. Als Fehling hoch zur Mitte flankte, erreichte Heß im Sprung den Ball mit dem Kopf, und es hieß 3:0! Jetzt stellten die Wetzlarer um. Die Gäste wurden durchschlagskräftiger, ohne aber vorerst Erfolge zu erreichen. Sie mußten sogar durch Sczponick, der einen Alleingang mit einem wuchtigen Schuß in die rechte Ecke abschloß, ein weiteres Tor hinnehmen. Auf der Gegenseite verdarb der Halbrechte durch zu langes Zögern eine gute Torgelegenheit. Kurz vor Halbzeit fiel überraschend das erste Tor für Wetzlar. Nach Halbzeit erzielten die Gießener zwei Ecken, die aber nichts einbrachten. Als kurze Zeit später Leutheuser vom Felde mußte, wurden die Wetzlarer drückend überlegen. Ihr Jnnensturm war aber vor dem Tore hilflos. Durch einen unsicheren Abschlag von Balser konnte der Mittelläufer der Wetzlarer auf 4:2 verkürzen. Kurz vor Schluß stellte der Wetzlarer Rechtsaußen das Endergebnis von 4:3 Toren her. Die 2. Mannschaft verlor gegen Klein-Linden mit 1:0 Toren. Beide Mannschaften zeigten keine überragenden Leistungen. Die 1. Jugend konnte in Butzbach einen 3:2-Sieg erringen. Die Gießener Jugendmannschaft mußte sich gegen die spielstarken Butzbacher gewaltig strecken, um dieses Ergebnis herauszuholen. Die 2. Jugend erzielte gegen die gleiche von Klein- Linden ein Unentschieden. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Die 3. Jugend siegte verdient gegen Allendorf (Lahn) mit 4:2 Toren. Sie war ihrem Gegner in jeder Spielphase überlegen. Einen glänzenden Erfolg hatte die 1. Schülerelf zu verzeichnen, die durch einen 2:0-Sieg, der bei Halbzeit schon feststand, die Steinberger schlug unb bamit die Gruppenmeisterschaft erlangte. ,0t war Austauschstudent, sand dort Anschluß im Stieb." Fred Lorenzen wäre das Thema ganz gt i wieder losgeworden, er wußte bessere, aber iMrj hielt es fest. Es war so unverfänglich, von eilen dritten zu reden. Sie ließ ihm ihre Hand, a r sie sagte etwas recht Fernliegendes absichtlich: int er auf einem englischen Schiff?" Natürlich. Aber es sind ein paar Deutsche an 3 schreibt er. Norddeutsche. Ach, da fällt mir en rroaren Sie nicht aus Wietze? Kennen Sie c u —" er suchte in seiner Tasche und fand den 3 breitete ihn aus und las dann: „Rudolf 2 irliügge und John Schnakenbeck ..." Iitje war erblaßt. Sie versuchte, sich zu beherr- f i aber es gelang ihr nicht so rasch, daß Fred £ xnzen es nicht bemerkt hätte, wie sie sich ver- f ins. Er war nicht beschränkt und ahnte Zu- friTi lenfjänge. „Sie kennen die beiden?" ber Satz nx: kaum noch eine Frage, sondern schon mehr titi'iellung. Unb bann meinte er ein bißchen ent» t ycit: „Also war ba boch ein guter Freunb. Ober sl wei?" Ißiner natürlich nur. Ich war so gut wie verspro- c hi mit Rubolf Terbrügge." pierfroürbiger Zufall, was? Erzählen Sie, wie rvr»es mit bem Mann?" ist nichts zu erzählen. Er verfchwanb eines •H5- Ich erfahre burch Sie seit Wochen zum «»ximal über ihn." £io sind die Männer." legte den Kopf nachdenklich schräg: ,Lch muß JF j* bißchen in Schutz nehmen", sagte sie. „Ru- c ui Terbrügge batte es nicht leicht in jenen Tagen, sr davonlief. Der Vater verkaufte den Hof. ;Ei Ifönnen sich als Städter nicht vorstellen, was 1 hi Heißt" |2»a ging der Junge zur See. Doch, das kann ich iTgut vorstellen. Sagte er Ihnen nichts von fei» *1lci Plan?^ ipiein, das ist es ja Er verschwand einfach. Der cüi Nickels war ber einzige, ber mir darüber er» 8 Plis." Berlin Los Angeles Amsterd 1936 1932 1928 181 39 71 124 215 115 37 30 25 47 69 39 8 39 45 49 s 39 43 51 i 37 43 45 34 39 11 33 — 47 29 30 41 27 — 10 19 ■ 18 13 — 14 13 .— 10 10 — 9 26 — 32 14 _ 27 11 — 9 4 — — 3 - — 3 — 3 9 _ 12 7 — 17 3 — - ■ 2 — 7 2 ■ ■ ■ ■ 2 — 5 3 — r- 2 — 4 1 — 8 1 _ 1 1 — 1 Lugendfußball der Spielvgg. 1900. Klubkampf gegen Sports. Wehlar mit 7:3 Punkten gewonnen. 1900 H. Jugend — Sportverein 05 Wetzlar 1:0. III. Jugend — Sportverein 05 Wetzlar 5:0. I. Schüler — Sportverein 05 Wetzlar 0:3. II. Schüler — Sportverein 05 Wetzlar 3:3. III. Schüler — Sportverein 05 Wetzlar 2:1. 1900 I. Jugend — Leihgestern I. Jugend 0:4. Die Gießener waren am Sonntag einer Einladung des Sportvereins 05 Wetzlar mit fünf Mannschaften gefolgt. Man hoffte nicht auf einen Sieg in der Gesamtwertung, da den Wetzlarern, die ihre alten Mannschaften stellten, die in neuer Aufstellung spielenden 1900er gegenübertraten. Um so größer war die Freude, als der Klubkampf so überzeugend gewonnen wurde. Die zweite Jugend hatte es nicht leicht, ihren Sieg sicherzustellen. Wetzlars Mannschaft, auf dem Grasboden eingespielt, machte den Blauweißen viel zu schaffen, konnte aber nicht verhindern, daß die Gießener den Sieg doch an sich rissen. Ein Strafstoß, vom Linksaußen prächtig getreten, sollte zum einzigen Tor in diesem Spiele führen. Die zweite Jugend verdient für ihr Spiel ein Gesamtlob. Die größte Ueberraschung bereitete die dritte Jugendmannschaft, die zum Teil aus den aufgerückten Schülern besteht. Diese Mannschaft ging mit einem Siegeseifer in das Spiel, daß der Erfolg nicht ausbleiben konnte. Den kleinen 1900ern standen kräftige Wetzlarer gegenüber. Immer wieder wanderte der Ball in des Gegners Strafraum, und fünfmal mußte sich der gegnerische Tormann geschlagen bekennen. In der Mannschaft war kein Versager, das Glanzstück aber war der Sturm. Die in neuer Aufstellung antretenden ersten Schüler konnton gegen die Wetzlarer nicht viel ausrichten und wurden geschlagen. Bis zur Pause war das Spiel vollkommen ausgeglichen, dann machte sich jedoch eine Ueberlegenheit der Wetzlarer bemerkbar. Die zweite Schülermannschaft hatte das Spiel jederzeit in der Hand, jedoch war das hohe Gras vor dem Tore ein Hindernis für die Mannschaft, worauf auch die drei Gegentore zurückzuführen sind. Als einzige der Schülermannschaften brachte die dritte einen verdienten Sieg mit nach Hause. Auf dem 1900er-Platz standen sich die beiden Jugendmannschaften 1900s und Leihgesterns gegenüber. Die Leihgesterner zeigten das bessere Spiel und gewannen verdient. Halbzeit stand das Spiel 2:0. In der zweiten Halbzeit kamen die Blauweißen besser ins Spiel, doch blieben die Erfolge aus. Fußball in Staufenberg. Auf eigenem Platz verloren am Sonntag sämtliche Mannschaften des Fußballvereins Staufenberg gegen Alten-Buseck. Staufenberg I — Alten-Buseck I 0:6. Staufenberg Jugend — Alten Buseck Jugend 1:5. Staufenberg Schüler — Alten-Buseck Schüler 2:4. VfD.-)ieichsbahn-Leichtathletik. Große Erfolge in Weilburg. VfV.R. gewinnt die 4X100-2Hefer- und Olympische Staffel Klaffe I. Nach langer Ruhepause gingen die Leichtathleten am vergangenen Sonntag erstmals wieder mit einer geschlossenen Mannschaft in Weilburg an den Start. Die Besetzung der IX. Nationalen Wettkämpfe des Weilburger Fußballvereins war besonders von Frankfurter Seite her sehr gut. IG., Fußballsportverein und Stadtsporkverein hatten ihre besten Leichtathleten entsandt. Dazu kamen die sehr starken Mannen des VfB. Diez, FV. Bonn, VfB.-R. Gießen und 1^00 Gießen. Wider Erwarten schlugen sich die Leichtathleten des VfB.-Reichsbahn sehr gut und errangen 6 erste, 8 zweite und 4 dritte Siege. Als besonders wertvoll sind wohl die Siege in beiden Staffeln zu verzeichnen, und hier wieder besonders die 4X100-Meter-Staffel, die mit Huppert, Herrmann, Kley und Möll ein feines Rennen liefen und überlegen gewannen. Nachstehend die Ergebnisse der VfB.-Reichsbahner: Klaffe I. 4X100-Meter-Staffel: 1. VfB.-R. Gießen, 46,3 Sekunden; 2. VfB. Diez; 3. Weilburg; 4. 1900 Gießen. Olympische Staffel: 1. VfB.-R. Gießen, 4:01 Minuten; 2. VfB. Diez. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.-R. Gießen, 14,89 Meter; 2. Borrmann, Stadtsportverein Frankfurt, 13,55 Meter; 3. Herrmann, VfB.-R. Gießen, 13,55 Meter. Durch Stechen entschieden. Speerwerfen: 2. Herrmann, VfB.-R. Gießen, 54,86 Meter. Hier gewann Borrmann, Frankfurt, mit 2 Zentimeter mehr. Eine feine Leistung der Speerwerfer. D i s k u s : 2. Luh, VfB.-R. Gießen, 40,76 Meter. Hier gewann Kilo, 1900 Gießen, der einen knappen Meter weiter warf. Hammerwerfen: 1. Luh, VfB.-R. Gießen, 34,56 Meter. Luh warf hier Bestleistung. Weitsprung: 1. Acker, St.-Spv. Frankfurt, 6,80 Meter; 2. Herrmann, VfB.-R. Gießen, 6,71 Meter; 3. Jener, Friedberg, 6,53 Meter; 4. H. Möll, VfB.-R. Gießen, 6,44 Meter; 5. Kley, VfB.-R. Gießen, 6,39 Meter. Gute Leistungen aller Springer. Besonders die noch Jugendlichen Möll und Kley hielten sich in der aktiven Konkurrenz recht aut. Herrmann war etwas ermüdet und trat verschiedene bessere Sprünge über. Hochsprung: 3. Kley, 1,57 Meter. 2 0 0 Meter: 2. Helmut Möll, 23,8 Sekunden. Möll fehlt noch die Anfangsgeschwindigkeit, dann ist er auch über 200 Meter jetzt schon den Aktiven gewachsen. Kley sowohl als Möll sind vom Gau für verschiedene Großkämpfe vorgesehen und sollten den Beweis erbringen, daß sie sich auch bei den Aktiven durchsetzen können. Diesmal waren sie gut, aber noch nicht gaumannschaftsreif. Der nächste Start wird wohl enbgültig Aufklärung bringen. Klasse II. Kugelstoßen: 1. Herrmann, VfB.-R. Gießen, 13,12 Meter; 2. Laudon, VfB.-R., 10,78 Meter. Speerwerfen: 1. Herrmann, VfB.-R. Gießen, 53 Meter. Hochsprung: 2. Möll, VfB.-R. Gießen, 1,65 Meter. Auch der Erste sprang 1,65, und nur im Stechen mußte sich Möll, der jetzt Rollstil springt, knapp geschlagen bekennen. Mit Herrmann, Möll und Kley verfügt der VfB.-R. jetzt über drei erstklassige Springer. Frauen. Auch bei den Frauen konnte der VfB.-R. verschiedene Erfolge erringen. Wenn auch die Konkurrenz aus Frankfurt nicht zu schlagen war, so hielten sich die Frauen des VfB.-R. doch gut und lieferten schöne Kämpfe. 4 X 100-Meter-Staf fel: 1. FSV. Frankfurt; 2. VfB.-R. Gießen, 1. Mannschaft; 3. VfB.-R., 2. Mannschaft. Ein schöner Mannschaftserfolg. Zwei gute Staffeln. Hochsprung: 1. Kalk, IG. Frankfurt, 1,35 Meter; 2. Friedel Fischer, VfB.-R. Gießen, 1,30 Meter. Ebenfalls eine gute Leistung. Kugelstoßen: 3. Elfriede Schmidt, VfB.-R. Gießen, 8,50 Meter. Frl. Schmidt stößt sonst etwas weiter. Die Zweite lag ganze 3 Zentimeter vor. *, Am heutigen Dienstag veranstaltet der Gau XII Nordhessen in Kassel ein Abendsportfest, bei der die italienische Olympiamannschaft startet. Otto Luh und Heinz Herrmann sind vom Gau zu dieser Veranstaltung eingeladen und für Kugelstoßen und Diskuswerfen gemeldet worden. Otto Luh wird besonders im Kugelstoßen seinen Mann stellen. Aber auch Herrmann kann über 14 Meter stoßen. Erste große Erfolge der „17. Rhön". Lpd. Wasserkuppe, 16. Aug. Begünstigt durch prächtige sommerliche Witterung konnte die Elite der deutschen Segelfliegergilde am Sonntag in den 17. Rhönsegelflugwettbewerb eintreten. Bereits am Samstag ermöglichte die günstige Wetterlage einen raschen Ablauf der Vorbereitungen und Abnahmeprüfungen der Segelflugzeuge, so daß alle 61 Flugzeuge pünktlich startbereit waren. Umfastende bauliche Veränderungen und eine hervorragende Organisation haben dem Segelfliegerlager Wasserkuppe ein völlig neues Gesicht gegeben. An Stelle der zerstreut liegenden Holzbaracken und Schuppen ist in 54 Tagen ein großes Verwaltungsgebäude errichtet worden, in dem die Wettbewerbsleitung, die meteorologische Station sowie Speisesaal und Verwaltungsgebäude untergebracht sind. Der erste Wettbewerbstag. Am ersten Wettbewerbstag um 9 Uhr früh eröffnete Major Huber am deutschen Fliegerdenkmal den Wettbewerb. In seiner Ansprache umriß er die Entwicklung des deutschen Segelflugs. Bald nach der Feier umsäumten Tausende von Zuschauern den Startplatz auf der Spitze des Berges. Um 10.15 Uhr ertönte erstmals wieder die Sirene. Der Start zur „17. Rhön" war frei. Haase-Berlin vollzog um 11 Uhr den ersten Start, dem bald weitere Wettbewerbsteilnehmer folgten. Sie mußten aber ausnahmslos nach kurzer Flugdauer in der Nähe der Wasserkuppe landen. Erst in den Nachmittagsstunden waren dann die Voraussetzungen zu großen Ueberlandflügen gegeben. Insgesamt wurden am ersten Wettbewerbstage 28 Starts vollzogen. Ueberlandflüge am zweiten Taa. Bereits der zweite Wettbewerbstag der „17. Rhön" gestaltete sich zu einem Flugtag ungewöhnlichen Ausmaßes. Gegen 10 Uhr wurde der Wettbewerb eröffnet, und bald herrschte ein lebhafter Startbetrieb. Wieder war es Haase (Berlin), der mit seinem Rhönbussard den ersten Start vollzog. Hierbei erwies es sich, daß an diesem Tage besonders günstige meteorologische Voraussetzungen für die Segelflüge gegeben waren. In schnellster Folge wurde nunmehr gestartet. Viele Wettbewerbsteilnehmer setzten ihren ganzen Ehrgeiz daran, Fernzielflüge durchzuführen. So starteten die drei schlesischen Teilnehmer mit dem Ziel Düsseldorf im Ke11enflug, eine Absicht, die ihnen aber nicht glückte, da sie sich verloren und in Oberhessen bzw. in Thüringen landeten. Nur Steinig (Breslau) konnte mit seinem Rhönsperber in der Nähe von Weimar landen und über 100 Kilometer Luftlinie zurücklegen. Eine Reihe weiterer Wettbewerbsteilnehmer erreichte nicht die vorgeschriebene Mindeststrecke von 50 Kilometer. Das weiteste Ziel steckte sich der bekannte Segelflieger Ludwig Hofmann, der Berlin als Landungspunkt beim Start angab. Die wackeren Startmannschaften zogen unermüdlich, und ständig war eine größere Anzahl von Segelflugzeugen in der Luft über dem Wasserkuppengelände. Gegen 15.30 Uhr zog aus Richtung Bayern in großer Höhe eine Gewitterfront herauf. Mehreren Piloten gelang es, Anschluß an diese Gewitterfront zu finden und größere Ueberlandflüge durchzuführen. Während ein starker Hagelschlag auf der Wasserkuppe einsetzte und den weiteren Startbetrieb unterband, trafen die ersten Landemeldungen über größere Entfernungen ein. Heidrich (Düsseldorf) hatte mit seinem Rhönadler Fritzlar erreicht, und der 46 Jahre alte Lufthansa-Kapitän Helm (Berlin) war mit seinem Flugzeug südlich von Sangerhausen bei Allstedt nach einem Fluge von 145 Kilometer gelandet. Er erreichte dabei die beachtliche Höhe von 3700 Meter über dem Meeresspiegel. Seine Streckenleistung wurde von seinem Lusthansa- Kameraden Peter Riedel (Berlin) gleichfalls erreicht, der in Hasselfelde im Harz niederging. Hanna Reitsch landete in Neida bei Gera (150 Kilometer). Ludwig Hofmann vermochte sein Ziel, Berlin, nicht zu erreichen und landete nach einem Flug von 220 Kilometer in Hakeborn bei Magdeburg. Gportami „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgem. Körperschule, nur für A n - gehörige der SS. Von 20.15 bis 21.45 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit- inftitut, Brandplatz. Handball im Männer-Turnverein. Alto. komb. — TV. Kirch-Göns I 8:4 (7:1). Infolge vieler Absagen konnte am Sonntag nur eine kombinierte Mannschaft des Männerturnoer, eins nach Kirch-Göns fahren, der es jedoch wider Erwarten gelang, den Gaftverein, der in den letzten Verbands- und Freundschaftsspielen vor der Sperre eine beachtenswerte Rolle spielte, eindeutig zu schla. gen. Wenn man bedenkt, daß die Mtv.er mit nur 4 Leuten der ersten Mannschaft antraten und trotz, dem ein einwandfreies Spiel lieferten, dann kann man den kommenden Verbandsspielen, für die sich die Gießener diesmal etwas vorgenommen haben, mit Ruhe entgegensetzen. Die Mannschaft stellte sich dem sicher leitenden Schiedsrichter in folgender Aufstellung: Strack; Braune, Möckel; Wagner, Zehner, Klaus; Kraufch, Weigand, Seipp, Scheuermann, Barth. Zur allgemeinen Ueberraschung zeigte sich schon kurz nach Beginn, daß die Kirch-Gönser Hinter. Mannschaft den Sturm der Mtv.er nicht halten konnte. Besonders Seipp als Mittelstürmer verstand es meisterhaft, durch blitzschnelles Wechseln und stej. les Durchlaufen Unordnung in des Gegners hin- termannschaft zu bringen. Die Fünferreihe der Mtv.er tarnen so immer wieder frei und konnte fast mühelos im ersten Spielabschnitt eine 7:1-Führung herausholen. Die Tore bis dahin schossen Seipp (2), Scheuermann (2), Barth (2) und Krausch. Nach der Pause ging Seipp zurück in die Der. teibigung; dadurch verlor der Sturm sein zügiges Spiel der ersten Halbzeit, es wollte nichts mehr klappen. Kirch-Göns kam etwas mehr auf und konnte im Schlußspurt noch drei Tore aufholen, während der Gießener Sturm sich mit einem Treffer begnügen mußte, den Scheuermann erzielte. In der Mannschaftskritik kommt der Sturm am besten weg, der wohl sein bestes Spiel seit langer Zeit lieferte. Aber auch Strack im Tor bewies, daß er immer noch ein großes Können besitzt, obwohl er längere Zeit ausgesetzt hat. Die übriaen Mann- schaftsteile taten voll und ganz ihre Pflicht. 7Mv. Jugend — TV. Kirch-Göns II 10:8 (4:4). Die Jugendmannschaft enttäuschte in diesem Spiel, trotzdem sie es verdient gewann. Vor allem vermißte man im Sturm das sonst so gute Zu- sammenspiel. Man muß zwar berücksichtigen, daß der Gegner körperlich stärker war, aber das kann die Schwächen der Gießener nicf^t .restlos ent schul» Zu ucih ntdji zu sagen. Fast ständig lag Kirch-Göns in Führung, wenn auch knapp. Der Sturm der Mtv.-Jugend schoß zudem schlecht. In den letzten Minuten erst konnten die Männerturner durch Weigand II gleichziehen, um dann kurz vor Schluß durch zwei weitere Tore von Wagner und Eger mit 10:8 knapp, aber verdient die Oberhand zu behalten. Abmarsch der Bannfahnen der HZ. LPD. Frankfurt a. M., 17. Aug. Der Ab» marsch der Bannfahnen der Hitlerjugend des Ge» bietes Hessen-Nassau wird, wie uns die Gebietsführung der HI. mitteilt, entgegen anderslautenden Meldungen am Mittwoch, 21.30 Uhr, nicht auf dem Römerberg, sondern auf dem Opern- platz vor sich gehen. Weiter ist zu melden, daß dem Abmarsch neben dem Gauleiter und dem Gebietsführer der HI. der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann-Lauterbacher, mit 30 italienischen Sportstudenten, die Gaste der Reichsjugendsührnng sind, beiwohnen wird. Radfahrerin fährt in einen Omnibus. Fünfjähriges Kind tödlich verletzt. LPD. Offenbach, 17. Aug. Am Hauptbahnhof ereignete sich Sonntag früh ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Ein 19jährigesMädchen, das ein fünf« jähriges Kind auf dem Fahrrad mitführte, wollte am Hauptbahnhof einem städtischen Omnibus ausweichen. Es verlor jedoch die Herrschaft über das Fahrrad und fuhr in den Omnibus hinein. Das Mädchen und die Mitfahrerin wurden in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus eineliefert. Die fünfjährige Gudrun Krügen aus der Ludwigftraße ist ihren schweren inneren Verletzungen am Sonntagnachmittag erlegen. Das 19jährige Mädchen trug einen Unterschenkelbruch davon. 10 Jahre Cafe Leib Telephon 2671 03751 Sonntag, den 23. Aug., 20.15 Uhr Runxendorf mit Ludwig Manfred LOMMEL Der deutsche Volkshumorist Versäumen Sie nicht das einmalige persönliche Gastspiel! Karten von 75 Pf. an im Musikhaus Challier, Neuenweg 10 Pulvermiihle! Mittwoch, den 19. August 1936, abends 8.00 Uhr großes Militärkonzert Ausgeführt vom Musikkorps des MG.-Batl. 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August 1936, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Ver- steigerungskokal) bezw. an Ort und Stelle zwangsweise gegen Barzahlung: 6mD Büro-, Haus- und Ladenmöbel, neu und gebraucht, Schreib- und Nähmaschinen, 2 Schuhmachernähmaschinen, Kassenschränke, Registrierkassen, Warenregale, 1 Klavier, 4 Radiogeräte, Sofas, Sessel und Stühle, große PostenHerren-, Damen- und Kinder-Schnür- und Schnallenschäfte,Kleider-,Mantel-, Möbel- u. Vorhangstoffe, Straßenbesen, Bürsten, Kordel, Hanfstricke, Spielsachen, Körbe, Töpfe, Ton- und Steingutgefäße, ferner eine Purnve, 3 Gänse, 5 Hühner,1 Hahn Bittorf Gerichtsvollzieher in Gießen. Steinstraße 42, Telefon 3660. Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 8. Ziehungstag 17. August 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 248990 196113 145642 198572 270341 108460 168437 198953 289598 143516 195597 216841 115621 187247 213438 309678 139964 192289 214785 310061 41717 163457 238566 317498 111717 181801 199210 302211 30708 151944 94233 223740 51964 189065 2 Gewinne zu 10000 RM. 335429 6 Gewinne zu 5000 RM. ----- 4 Gewinne zu 3000 RM. ««JA ®en)‘nne zu 2000 RM. _____ 299964 330902 376913 377302 D°winne zu 1000 RM. 22857 40740 91239 134080 137614 143325 173145 182970 191442 193063 198804 259732 274162 278934 295414 313279 329779 336612 357860 364623 374626 80 Gewinne zu 500 RM. 14363 22673 34683 39081 49785 50758 52100 58069 59220 69662 81762 101483 ------ ------ ------ ------ 316629 332597 349040 353078 366303 380209 24124 37129 54218 61220 72289 99905 29310 50918 59609 66990 90691 30995 52958 59951 67453 93997 23505 31971 53660 60209 71462 98667 28294 48118 59136 65660 84723 107608 118823 141494 156173 171135 177455 182892 190416 203900 211110 220652 234564 242967 253746 263343 274372 287704 305963 318490 326641 330844 348474 359734 367205 375066 389512 393970 108627 127942 146740 156707 174010 178376 184532 191133 203989 212371 224924 234694 244888 254509 265751 276361 288991 307113 320031 327106 331921 349372 360822 368286 383806 389607 394892 26772 41481 57760 61669 78128 103320 113832 129822 153001 158585 174601 180355 187191 198495 208968 216048 228159 237176 248826 258089 270994 278996 293063 313956 324101 327595 340010 356080 362448 369281 384561 392785 395917 112892 128589 152566 158503 174233 180049 186657 192011 206864 212701 228012 236685 247798 255048 270509 278962 290203 313690 323107 327224 338992 349909 361934 368881 383988 391397 395624 106186 115853 139928 153393 164689 176183 182808 189344 202836 210578 219047 232548 240595 252223 259223 273961 286039 304452 315939 326182 330335 347337 359613 366987 374174 387614 393299 399303 27059 45464 58677 65550 79697 104527 114429 130613 153184 158906 175415 180449 187452 201945 210050 217734 231238 238151 250738 258780 272652 285377 297049 315251 325113 330192 346348 358226 362819 371166 387478 393132 398245 3113 4730 8604 9547 420 Gewinne zu 300 RM. _. 11394 15062 17553 20995 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Filet von Seelachs 500 Gramm 35 Pf. Goldbarsch, kopflos 500 Gramm 28 Pf. Kabeljau, kopflos 5C0 Gramm 32 Pf. Die Fischhändler: August Wallenfels. Marktplatz 17 C. G. Kleinhenn, Bahohotstrahe 61 Richard Grünewald,Bahnhofstr.27 0. Avemann, Walltorstrafje 2 W. Haas, Schuberlstrahe 2 rm H.fiauh, Friedensslrabe 2 K. Rodenhausen. BismarckstraheSO I. Maternus, Kiinikstrafee 22 A Hoch Nachfolger, Mäoshurß 15 Fischhaus Cuxhaven, Marktstr. 23 «.„Wie Neu“| Ihren Anzug 01llleH.rren-! nnd Damen • Kleidungs - Stücke w bügeln, dämpfen u. auffrischen g per Anzug Reichsmark 1.80 g, Reparaturen billigst. Abholen 8 und Zusenden kostenl. Teh 2503 ' „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen, Wolkeng .23, Inh.: L. Pitz, Schneider