Samstag, 18. Zull 1956 186. Jahrgang Ur. 166 Erstes Blatt Die europäische Politik Konferenz mit wohl Skeptische Ausnahme in Rom Wei- Europa: ein Hemmschuh für eine gesunde terentwicklung. Weg gehen und mit einem gewissen realpolitischen Blick zu einer Fünferkonferenz einschließlich Deutschlands und Italiens kommen will. Man ist aber anderseits der Ansicht, daß mit den unzeitgemäßen, der französischen Politik und den neuen Besprechungen zugrundeliegenden Methoden nur neues Mißtrauen und neue Der- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- menhang mit der Londoner Konferenz von der Vorbereitung „einer neuen europäischen Re- g e l u n g" die Rede sei, die auf der Locarno-Konferenz der fünf Mächte hervorgehen müsse. Das Wort „neue" habe jedoch revisionistischen Anstrich und würde bestimmt die Verbündeten Frankreichs in Wittel- und Osteuropa beunruhigen. Die französische Regierung werde diese Fassung deshalb auch nicht annehmen. Die englische Regierung fordere Frankreich in Wirklichkeit auf, auf die ihm gegenüber übernommenen Verpflichtungen zu verzichten. Die kommende Konferenz habe also von Locarno nur den Rainen. England stellt Paris Bedingungen London steht der Besprechung zweifelhaft gegenüber. sehungen festzulegen, unter denen Deutschland zu einer allgemeinen Besprechung der europäischen Probleme eingeladen werden soll. — Der diplomatische Witarbeiter der „Worning Post" will wissen, die britische Regierung hoffe, als weiteren Abschnitt zu der Fünf-Wächte- Konferenz eine noch größere Konferenz unter Einschluß Sowjelruhlands und einiger kleinerer Staaten ins Auge fassen zu können. — 3n einer Meldung des diplomatischen Reuter- Korrespondenten heißt es, daß man in London der geplanten Drei-Wächte-Konferenz zweifelhaft gegenüberstehe. Wan glaube, daß die Drei- Wächte-Konferenz schwerlich eine Tagesordnung für eine spätere Fünf-Wächte-Bespre- chung aufstellen könnte, da die beiden abwesenden Wächte natürlich ihre eigenen Gedanken über das Programm hätten und berechtigt seien, sie hören zu lassen. Alles, was man daher von der Londoner Sitzung erwarte, fei ein vorläufiger Weinungsaustaufch über die Fra-, gen, die auf der Fünf-Wächte-Konferenz erörtert werden fallen. Rom, 17.Juli. (DRB.) Das Kompromiß, mit dem England, wenn auch nur widerwillig, aus die französischen Forderungen einer Dreierbesprechung einzugehen bereit ist, findet in der italienischen Presse eine recht skeptische Aufnahme. Man anerkennt zwar, daß England den f r a n z ö s i s ch e n M a n ö v e r n zur Bildung eines Defensivbundnisses aus dem Paris, 17. Juli. (DRB.) Am Freitagabend wird in französischen politischen Kreisen bestätigt, daß die in Aussicht genommene D r e l - Mächtebesprechung nicht in Brüssel, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach vom 2 3. bis zum 2 5. Juli in London stattfinden wird. Man weist darauf hin, daß am 21.Juli der belgische Nationalfeiertag sei, und daß für den 26. Juli bereits die Reise Königs Eduard VIII. an die französische Riviera in Aussicht genommen sei, so daß praktisch lediglich die Zeit zwischen dem 23. und 25. für die diplomatischen Besprechungen zwischen England, Frankreich und Belgien verfügbar bleibe. An den Besprechungen werden vorsichtlich die drei M i n i st e r p r ä s i d e n t e n und die drei Außenmini st er teilnehmen. Die diplomatischen Verhandlungen sind inzwischen weitergegangen. Die Initiative Frankreichs, so heißt es, richte sich besonders auf eine Befriedigung Europas, und von der in Aussicht genommenen Fünfmächtekonferenz, deren genauer Zeitraum noch nicht festgelegt sei, erwarte man in Paris positive Ergebnisse im Sinne einer europäischen Entspannung. London fagt: verfrüht. London, 16. Juli. (DRB.) Die auch in der Londoner Abendpresse wiedergegebenen Pariser Meldungen, wonach beschlossen worden sei, an Stelle der Brüsseler Konferenz in der kommenden Woche in London Besprechungen zwischen England, Frankreich und Belgien abzuhalten, werben in maßgebenden Londoner Kreisen als verfrüht bezeichnet. Immerhin wird n vcht b e st r i t t e n, daß die Möglichkeit einer derartigen Dreierbesprechung nach wie vor besteht. Es wird jedoch horvorge- hoben, daß derartige Besprechungen lediglich eine Art Vorbereitung für umfassendere Verhandlungen zwischen den fünf ursprünglichen Unterzeichnern des Locarno-Verrrages darstellen sollten. Erneut wird betont, daß eine allgemeine europäische Regelung das Hauptziel der britischen Politik sei, und daß alle Bemühungen auf dieses Ziel gerichtet sein müßten. Flaue Stimmung in Paris. Zurückhaltung gegenüber der Dreier- Konferenz. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die-Scholle Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantsurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Besprechung der drei Restlocarnomächie. In London nur Meinungsaustausch der drei Mächte. — Keine Programmfestsehung > für die Fünferkonferenz. Es könne natürlich keine Rede davon sein, den Miß- erfolg der Dersöhnungsoerhandlungen mit Deutschland festzustellen, was die Verwirklichung der b e - sonderen Garantien nach sich ziehen wurde, die England und Frankreich zur gegenwarttgen Besprechung stelle. Das Hauptziel der Besprechungen bestehe in der Schaffung einer Grundlage für erweiterte Verhandlungen mit dem Ziel einer Ent- i spannung und einer dauerhaften Befriedung | Europas. Arbe istagung der Deutschen presse. Berlin, 17. Juli. (DRB.) Am 16. und 17.Juli fand im Haus der Deutschen Presse eme A r bei t s- tagung des Reichsverbandes der Deutschen Presse statt, an der die Letter und G- schaftsführer der Landesverbände und die Mitglieder des Beirates teilnahmen. „ ., Die Tagung wurde vom Leiter des Reichsoer- bandes der Deutschen Presse Hauptschriftlel er Wilhelm Weiß, eröffnet. Hauptschriftletter Weih behandelte u. a. die Nachwuchsfrage für Die deutsche Presse. Er gab einen Ausbildungsplan bekannt, der die Grundlagen für die Einstellung der Schriftleiter in Ausbildung und ihre weitere Be- rufsfdjulunü bildet. Er machte m diesem Zujam- menhang Mitteilung von der Einrichtung der Aus nahmeausschüsse bei den Landesverbänden. von denen klinstig jeder Berussanwarter geprüft wird, bevor er seine endgültige Zulassung als Schr j [eiter erhält. Besonderer Wert "Me bei der An- nähme der Volontäre künstig aus den Nachweis einer hinreichenden Allgemeinbildung gelegt werden. Wenden wir unseren Blick auf den Balkan so sehen wir dort unter der starren Oberfläche einer allgemein eingenommenen Desenswstellung < Entente und Balkanentente) -m° vollziehende Umorientierung und Umgruppierung. Die Türkei freilich durfte 'ch w°h d.m sranzo fisch.,owjetru,fischen Block, dessen meiterer Partner Oie Tschechoslowakei und der : --- -- heute amtierenden Außenminister d°n Nameni cmcs Realpolitikers verdient, so ist -s Oberst B e ck , dessen Bestreben einzig darauf ger^ket ist, seinem Land die Unabhängigkeit der Entscheidung nach jeder Richtung hin zu wahren. Während schließlich die baltischen Randstaaten mühselig einen außenpolitischen Ausgleich Aschen Moskau, Warschau und Berlin suchen, setzt die Sowjetunion alle Hebel in Bewegung, um auf dem Umwege über das Mittelmeer — die beiden anderen Wege über Ostsee und Fernen Osten erwiesen sich als nicht gangbar — Gnglanö auf die Linie des bereits abgeschlossenen Militärbund- nissesmitFrankreich festzulegen. Wir halten diesen Versuch für aussichtslos. Seine Gefahr ist auch von englischer Seite her erkannt (Aussatz der „Times"!). Er wird aber nicht aufgegeben werden und damit Europa mit weiterer Unruhe erfüllen. , ,, .. , Welche Stellung nimmt nun innerhalb dieses summarischen Ueberblicks dieangebliche unparteiische Macht in Genf, die die stärkste von allen sein sollte der Völkerbund, em? Seme Schwäche hat sich jetzt erneut offenbart. Worin besteht sie? In erster Lime m einem gedanklichen Grundfehler! Die Idee hat sich als falsch erwiesen, ein überwundenes innerpolttlsches Prinzip nämlich das des Parlamentarismus nach amerikanischem Muster, auf die Außenpolitik der europäischen Staaten übertragen zu wollen. Sein Schöpfer, Wilson, dachte nicht europäisch, sondern amerikanisch. Sein amerikanisches Derfassungsideal wollte er auf Europa übertragen, em dabei höchst reformbedürftiges Ideal. Denn gerade in den letzten Jahren haben wir erlebt, wie der Oberste Gerichtshof der USA. die Reformen Roofeve ts lahm- qeleqt hat. Was aber der Oberste Gerichtshof ur die USA ist, das ist heute die Genfer Liga für Man habe außerdem den Eindruck, als ob die Londoner Besprechung sowohl von der einen, rMe von der anderen Seite nicht ernsttich vorbereitet worden ist. Die radikalsozialistische „E r e N o u v e l l e" wirft die Frage auf, warum die Besprechungen über- Haupt von Brüssel nach London verlegt worden seien Auf alle Fälle scheine man sich augenblicklich sowohl in Paris, als auch in London sehr nut den Rückwirkungen auf Berlin oder Rom zu beschäftigen. 3m Gegensatz zu diesen mehr oder weniger zurückhaltenden Besprechungen der Presse stellt man in politischen Kreisen mit Genugtuung fest, daß überhaupt eine Einigung über die Abhaltung der Konferenz stattgefunden hat. Eine besondere Bedeutung, so erklärt man, gehe schon daraus hervor, daß sowohl die Winisterpräsidenten, als auch die A u ß e n rn i n i st e r der beteiligten Länder daran teilnehmen würden. Eine gründliche Kenntnis der deutschen Geschichte sowie des politischen Kampfes der nationalemh- stischen Bewegung bilden die Voraussetzung für jede Art beruflicher Betätigung eines deutschen ^Jm"weittren Verlauf der Tagung sprachen die Referenten des RDP. Am Nachmittag sprach im Rahmen dieser Arbeitstagung der Stabsletter des Reichsleiters für die Presse, Rechtsanwalt N i e n- hart Er erörterte im Rahmen längerer Ausführungen den Begriff der Arbeitsgemeinschaft aller an der Gestaltung der deutschen Presse Mitwirken- den Menschen. Er machte dabei im einzelnen Darlegungen über die organisatorische Arbeit, die auf oerlegerischem Gebiet seit der Machtübernahme geleistet worden ist. Im besonderen unterrichtete er die Anwesenden von den wirtschaftlichen Veranden rungen, die auf Grund der Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 24. April 1935 im deutschen Zeitungswesen vor sich gegangen sind. Im Anschluß an diese Ausführungen sprach der Pressechef der Reichsregierung, Staatssekretär Funk, über die Pressepolitik des nationalsozialistischen Staates. Seine Darlegungen waren getragen von dem warmherzigen Interesse an einem erfolgreichen Neuaufbau des deutschen Pressewesens. In feinen Worten vereinigte sich die Erfahrung des alten unv bewährten Journalisten mit dem sicheren Blick sur die staatspolitischen Notwendigkeiten der neuen Zeit. Europa steht im Zeichen der Verständigung zwischen Deutschland und Oesterreich Die Art, in der die einzelnen Staaten unseres kleinen Kontinents diesen weiteren Schritt zu einer besseren Gestaltung des Friedens ausgenommen haben, läßt lehrreiche Schlüsse nicht nur auf den Friedenswillen, sondern auch auf die allgemeine Lage zu in der sie sich befinden. Es liegt deshalb gerade heute nahe, einmal mit knappen Strichen die Situation zu zeichnen, vor die die einzelnen Machte ■ Europas gestellt sind. , Beginnen wir mit England, weil vornehm- , lich von seinen Entschlüssen die weitere Entwicklung im Guten, wie im Bösen abhängig ist. Das besondere Merkmale der britischen Politik scheint, wenigstens bis vor kurzem, die Tatsache gewesen zu sein, daß seine Regierung bewußt oder unbewußt die Zügel schleifen ließ. So entstand der Eindruck der Führungslosigkeit, der noch dadurch verstärkt wurde, daß einzelne Minister über den Kopf des Chefs der Regierung hinweg den außenpolitischen Kurs einseitig festzulegen versuchten (Duff C o^ - pers Rede in Paris!). Der Wiedereintritt Sir Samuel Hoares in das Kabinett und die Zustimmung zu der jetzt in Montreux gefundenen Kompromißformel über das Durchfahrtsrecht über die türkischen Meerengen in Kriegszeiten beweisen indessen, daß der Gedanke der Sicherung und Befestigung des Empire den Hauptkern der britischen Politik bilden wird. Das bedeutet natürlich, daß Großbritannien alles tun wird, um seine Herrschaft im Mittelmeer, wenn nötig gegen Stalin, zu behaupten. Wäre das nicht der Fall, so waren die Dinge in Montreux anders gelaufen. So aber ist jetzt die Sowjetunion an die Stelle derjenigen Staaten getreten, die — wie z. B. Griechenland — die Beistandsabkommen mit England im Mittelmeer im vergangenen Winter abgeschlossen hatten. Dieser Empire-Kurs, wenn wir ihn so nennen dürfen, dürfte sich Deutschland gegenüber als em mittlerer Kurs erweisen, bei dem weder Leute vom Schlage Duff Coopers, Churchills und Amerys, noch Politiker wie Lord Rothermere auf ihre Kosten kommen werden. Was Frankreich anbetnfft, so muß man hinsichtlich der innenpolitischen Entwicklung abwarten, wer sich von den drei Partnern der „Volks- front" als am stärksten erweisen wird. Außenpolitisch ist dies aber eine Frage zweiten Ranges. Die französische Politik in Europa hat sich, seitdem es Überhaupt einen geschlossenen französischen Staat gibt seit Ludwig XI. also, kaum geändert. Sie war, ob royalistisch, ob republikanisch ob kaiserlich, immer auf die Hegemonie gerichtet. Sie verband sich unter Ludwig XIV. mit den Türken gegen das Reich und unter Barthou mit den Sowjets gegen Deutschland. Sie hat stets Verbündete gesucht, denen nichts ungelegener war als eine starke Macht im Herzen Europas. Wir haben wohl in diesen Tagen kluge und vernünftige Worte des neuen Außenministers mDOn Delbos gehört; wir fürchten aber, daß sich die außenpolitische Tradition stärker zeigen wird als der vielfach gute Wille eines einzelnen S p a n i e n hat sich durch innenpolitische Wirren, die fast den Charakter einer Revolution m Permanenz angenommen haben, aus dem Spiel der Mächte vorläufig selbst ausgeschaltet. Indessen ist Italien aus dem Kriege mit Abessinien als Großmacht ersten Ranges zuruck- gekehrt. Sein Sieg über den Negus und die Gewinnung einer an Zukunftsmöglichkeiten unendlich reichen Kolonie wurde allerdings mit der einstweiligen Trübung der Freundschaft mit England bezahlt. Auch die Bande, die L a o a l geknüpft hatte, und die durch Generalstabsabmachungen gefestigt worden waren (Gamelin-Verträge) sind, wenn nicht zerrissen, so doch starck gelockert. Verstärkt sind dagegen durch die Verständigung zwischen Deutschland und Oesterreich die Römischen Protokolle, die Wien und Budapest bekanntlich zur Konsultation mit Rom in allen außenpolitischen Entscheidungen verpflichten. Wenn dieser Tage sowjetische Journalisten den Erwerb Abessiniens mit dem von Tripolis verglichen haben, und daraus nicht nur den Schluß zogen, daß der tripolttanische Krieg eine An Dorkrieg zum Weltkriege gerne en fei, ^"dnn auch die Folgerung ziehen, daß Ytästen durch Abessinien genau so gebunden werden wurde wie 1912 durch Tripolis, so haben sie die innerpolttlschen Voraus- setzungen ganz übersehen. Ein starker.Staat wie das faschistische Italien verfugt "der völlig andere und stärkere Reserven als eine von Partelkampfen geschwächte Macht. Die Stellung allerdings d e England jetzt im Mittelmeer bezogen hat, dringt Die italienische Politik zu Entscheidungen, die .eine Wiederherstellung der sogenannten Stresafront nicht P a r i s , 18. Juli. (j)NB.-Funkspruch.) Die Konferenz der Locarnomächte, die jetzt zu einer Dreier-Konferenz in London zusammengeschmolzen ist, wird in Paris mit ziemlich gemischten Gefühlen ausgenommen. Die Preße erklärt mit einiger Mißstimmung, daß es sich m London nur darum handeln werde, die wahre Locarno-Konferenz e r st z u beraten, die möglicherweise im September in Brussel zwischen den fünf Mächten stattfinden würde. Aber auch über diese vorbereitenden Arbeiten sei zwischen Paris und London anscheinend noch keine Einigkeit vorhanden. Englischerfetts bestehe man darauf, vor den Londoner Besprechungen einen gemeinsamen Arbeitsplan aufzustellen, der in einer gemeinsamen Erklärung der drei Wächte festgelegt werden soll. Diesbezügliche Verhandlungen sind aus dem üblichen diplomatischen Wege im Gange, aber nach hiesigen Blättermeldungen stößt schon heute der erste englische Vorschlag einer solchen gemeinsamen Erklärung auf Schwierigkeiten. Pertinax schreibt dazu irn „E ch o de Pa- r i s", daß in dem englischen Wortlaut im Zusarn- nühige Anzeigen sowie ein- fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Oru* und Verlag: vrühl'sche Universtiäts-Vuch- und Steindruckerel «.Lange in Siehe». Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M°ng°n°b,ch,aif°s.°ff°[s London, 18. Juli. (DRB. Funkspruch.) Nach Blättermeldungen ist bestimmt damit zu rechnen, daß Frankreich den Vorschlag der englischen Regierung, die vorbereitende Konferenz der Restlocarnomächte am kommenden Donnerstag in London abzuhalten, a n n i m m t. Mit her formellen Ankündigung, die Konferenz in London abzuhalten, wird im Laufe des heutigen Tages gerechnet. In den amtlich instruierten Berichten der Morgenblätter kommt auch heute in stärkerem Maße das Bemühen zum Ausdruck, den Vorschlag einer Vorkonferenz lediglich als eine K o m p r o - m i ß l ö f u n g zu bezeichnen, die den einzigen Zweck haben soll, eine größere Konferenz unter Einschluß Deutschlands und Italiens vorzubereiten. Diese Fünf-Mächte-Konferenz werde voraussichtlich im September stattfinden. Der diplomatifche Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, eine Annahme der einzigen Einladung durch Frankreich und Belgien werde bedeuten, daß diese Staaten der britischen Ansicht über den Zweck der Sitzung zustimmen. ... England habe zur Bedingung gemacht, der einzige Zweck der Konferenz fei, die Voraus- Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre erklärt im Zusammenhang mit den diplomatischen Besprechungen, die augenblicklich zwischen Frankreich und England wegen der Londoner Konferenz stattfinden, daß sie bisher nicht sehr günstig für Frankreich verlaufen seien. Es sei durchaus nicht sicher, daß Frankreich volle Genugtuung erhalte. Das „Journal" zeigt sich äußerst zurückhaltend. Wladimir d'Ormesson denkt an greifbare Ergebnisse, die aus den Londoner Besprechungen hervorgehen könnten. Wenn es sich in London lediglich darum handeln solle, Deutschland zu einer neuen Locarno- einzuladen, so könne man die Lage i den Worten bezeichnen „geschlagen und doch zufrieden". (!) I : Ä - 'S'TS- . cf 5 co '' cf 0 » I 2 * "Z® — o S 1 ■ u lA ! U, 5 er ß. S 2.2 p ? o ö? -Zv3 5: - 5 8 ro ttc * H2.V 2 ftc q 3 D -r o - ü । £ er-£ ö o u>; «a.52n-,'£ ss.3 «•! MN ' ö 8 £ er * 'sF ^5' -; P ? 6'of ö> S ! 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Die Aussöhnung Stalins und Trotzkis bedeute eine neue ge- ährliche Bedrohung der Ordnung in Europa. Das abge- öster- u n - Ander Regierung des Deutschen Reiches schlofsene llebereinkommen einem vom reichischen Heimatschuh stets bedauerten natürlichen und ungesunden st and ein Ende bereitet. Bukarest, 17. Juli. (DNB.) In einer Unterredung, die der rumänische Außenminister Titu- l e s c u einem Vertreter des „Universal" gewährte, äußerte er sich über verschiedene außenpolitische Fragen. Der rumänische Außenminister betonte zunächst, daß die Sicherheit Rumäniens nicht ausschließlich auf dem Völkerbundspakt beruhen könne. Sie stütze sich vielmehr neben diesem Pakt auch auf eine Reihe besonderer Bündnisverträge, die eine notwendige Ergänzung des Döl- kerbundspaktes bildeten. Zur Frage einer Völkerbundsreform äußerte sich Titulescu unter deutlicher Betonung seines bekannten ablehnenden Standpunktes, wobei er seinen unentwegten Glauben an die Genfer Einrichtung hervorhob. Titulescu wandte sich sodann den rumänisch - s o w j e t r u s s i s ch e n Beziehungen zy. Die rumänische Politik gegenüber Sowjetrußland sei von der Notwendigkeit geleitet, im guten Einvernehmen mit einem Nachbarlande zu leben. Las 170 Millionen Einwohner habe. Obwohl er keineswegs kommunistischen Ideen huldige, sei er doch der Auffassung, daß eine Ganz besonders begrüßt der österreichische Heimatschutz, daß er dadurch in die Lage versetzt wird, im Sinne seiner ursprünglichen Sendung wiederum alle Kräfte uneingeschränkt der Bekämpfung der bolschewistischen Bestrebungen widmen zu können. Aus den benannten Ereignissen und Vorgängen in verschiedenen Ländern Europas zeigt sich in erschreckender Klarheit das planmäßige Vordringen des Bolschewismus und die eindeutige Absicht, ganz Europa zu bolschewisieren. Der österreichische Heimatschutz ist von der Ueberzeugung erfüllt, daß die energische Bekämpfung dieserWeltgefahr ein Gebot der Stunde ist. Mensch, der sich als S o z i a l r e f o r m e r bezeich- net. Er wird von seinen Nachbarn nicht für ganz normal gehalten. Vor einem Jahr begann er mit der Herausgabe einer Monatszeitschrift „human Gazette", die jedoch nur eine Auflage erlebte. London, 18. Juli. (DNB, Funkspr.) „Daily Telegraph" bringt bemerkenswerte Enthüllungen über die zukünftige Ausgestaltung der strategischen Stellung Großbritanniens im Mittelmeer. Danach wird der Beschluß der britischen Regierung, die Mittelmeerflotte ständig zu verstärken, durch die gegenwärtige Zurückziehung zahlreicher, der Heimatflotte und anderen Stationen angehörender Schiffe nicht beeinträchtigt. Tatsächlich sind die Mittelrneereinheiten feit dem vergangenen Monat um eine vollständige Zersiörerflottille, eine U-Boot-Abwehrflottille und eine Minen-U-Boot-Flottille, d. h. um insgesamt 29 Schiffe verstärkt worden. In ihrer reorganisierten Zusammensetzung umfaßt die Mittelmeerflotte über 100 Kriegsschiffe, darunter 2 Großkampfschiffe, 3 Flakschiffe, 4 schwere und fünf leichte Kreuzer, 2 sog. Luflabwehr- kreuzer, ein Flugzeugmutterschiff mit über 50 Flugzeugen, 38 Zerstörer, 8 U-Boote, 10 U- Boot-Abwehrboote, 19 Minensuchboote, 6 Kanonenboote und zahlreiche hilfsschiffe. Ferner schärfung der Meinungsverschiedenheiten erreicht werden. So bezeichnet es „T r i b u n a" als sehr fraglich, ob auf diese Art das Problem der französisch- deutschen Beziehungen, das für beide Länder, wie für Europa von lebenswichtiger Bedeutung sei, einer wirklichen Lösung zugeführt werden könne. Denn die Beziehungen zwischen Paris und Berlin durch eine Verständigung normalisiert werden sollen, könnte das nutzlose diplomatische Geplänkel endlich beiseitegelassen werden. Am zu einer abschließenden Zusammenkunft und zu greifbaren Ergebnissen zu kommen, müsse man geistig bereit sein und dementsprechend die Vorbehalte gegen die Gleichberechtigung aufgeben. Eine Wiederaufnahme der internationalen Aussprache über die Sicherheit kann, so schreibt „Teuer e", nicht mehr in dem Geist erfolgen, der die amtlichen ' französischen Kreise beherrscht hat und noch beherrscht. In einem Klima absoluter Gleichberechtigung und Zusammenarbeit tritt das Problem der garantierten Sicherheit an untergeordnete Stelle. Will man die ungerechte und von Mißerfolg verurteilte Gesinnung des Sanktionismus, das heißt der sogenannten militärischen Beistandsoerpflichtungen, gegen künstlich herbeigerufene Gefahren am Leben erhalten, so zerstört man die Möglichkeit einer nutzbringenden Zusammenarbeit zwischen den Großmächten.' Das Blatt warnt deshalb vor einem Rückfall in die Anbetung leerer Paragraphen und weist schließlich darauf hin, daß Frankreich selbst den Locarnopakt dadurch entwertet habe, daß es ihn schon bald nach seinem Abschluß mit einem dichten Reh von Verträgen und militärischen Abkommen umgeben habe. Die „sehr elastische" Haltung der englischen Regierung in der Frage der von Frankreich verlangten vorbereitenden Locarno-Besprechungen wird es nach Ansicht des Londoner Korrespondenten des London, 17. Juli. (DNB.) Die glückliche Rettung des Königs aus Gefahr ist auch Freitag noch das Tagesgespräch. König Eduard VIII. verbrachte einen großen Teil des Vormittags mit der Lektüre der aus allen Teilen der Welt eingelaufenen Glückwunschbotschaften. Scotland Park hat am Freitag einen Aufruf an die Oeffentlichkeit gerichtet, in dem zur restlosen Aufklärung des Zwischenfalls alle in unmittelbarer Nähe des Tatorts gewesenen Personen gebeten werben, sich umgehend zu melden. Die Hintergründe der Tat, über die bisher völliges Dunkel herrschte, finden allmählich ihre Aufklärung. Es gilt als erwiesen, daß dem Zwischenfall keine politische Bedeutung zukommt und daß der Verhaftete M c M a h o n keine Verbindungen mit kommunistischen oder bolschewistischen Gruppen hat. Tatsächlich scheint der versuchte Anschlag mit einer Forderung zusammenzuhängen, die McMa- hon gegen zwei Detektive wegen einer vor einiger Zeit nach seiner Ansicht irrtümlich erfolgten Verhaftung gestellt hat. Aufsehenerregend ist in diesem Zusammenhang, daß die Polizei am Donnerstagvormittag etwa drei bis vier Stunden vor dem Zwischenfall mit McMahon in dessen Wohnung in Verbindung zu treten suchte. McMahon hatte jedoch seine Wohnung bereits verlassen. Der genaue Grund dieses polizeilichen Besuches ist noch nicht bekannt, doch glaubt man, daß er mit einer Mitteilung zusammenhängt, die McMahon an das Innenministerium gesandt hatte. Wie erinnerlich, erklärte McMahon nach seiner gestrigen Festnahme, daß der ganze Zwischenfall die Schuld des Innenministers Simon sei. Die obenerwähnte irrtümliche Verhaftung McMahons durch zwei Detektive/ für die McMahon einen Schadenersatzanspruch in Höhe von 4000 Pfund gestellt hat, war vor zwei Jahren erfolgt. McMahon gilt als ein wenig ausgeglichener Berlin, 18. Juli. (DRB. Funkspruch.) Wil der spanischen Hauptstadt Madrid war am heutigen Samstag morgen feine telephonische Verbindung zu erreichen. Rach einer aus London eingetroffenen Mitteilung sollen in Lissabon Gerüchte über neue blutige Unruhen in Spanien umlaufen. Es heißt, daß zwei Personen, die an der Ermordung des spanischen Monarchistenführers S otelo beteiligt gewesen seien, ermordet worden seien. Havas meldet aus Gibraltar, daß die telephonische Verbindung zwischen Gibraltar und Spanien durch die spanischen Behörden angesichts der e r n ft e n Wirren, die sich in Madrid und anderen spanischen Städten abspielten, unterbrochen seien. In den spanischen Städten in der Rähe von Gibraltar liegen die Alarmbereitschaften, obgleich es dort bisher noch nicht zu Unruhen gekommen fei. In einer Lissaboner Meldung der Agentur havas wird erklärt, daß die Telephon-Verbindungen zwischen Lissabon und Madrid schon seit Freitag 21 Uhr unterbrochen seien. Ferner meldet havas aus Lissabon, daß dort ein Gerücht im Umlauf sei, wonach der Leutnant und der k r a f t w a g e n f ü h r e r, die an der Ermordung des Monarchistenführers S o t el o teilgenommen hätten, im Madrider Gefängnis getötet worden feien. Ein erstes Gerücht, wonach es ihnen gelungen fei, nach Portugal zu entfliehen, ist inzwischen dementiert worden. Heuer Vorstoß der Moskowiter in Gicht. Versöhnung zwischen Stalin und Trohki. - Die Tschechoslowakei als Sprungbrett Moskaus gegen Mittel- und Westeuropa. Blatt meldet weiter, daß sich das Hauptquartier ber neuen Internationale in Prag befinde und daß die Tschechoslowakei die Brücke sei, über die der rote Einfluß nach Westeuropa vordringe. Die IV. Internationale habe 20 Millionen Mark für die Schü- r u n g der Revolution in Frankreich, Spanien und Belgien ausgegeben. 3n einem Leitauffah schreibt das Blatt, das finstere Bündnis zwischen Stalin und Trohki bedeute den Auftakt zu einer neuen unheilvollen Zeit von Terror und Klassenkampf in ganz Europa. Alle Kräfte frei zum Kampf gegen den Bolschewismus. Der Führerrat des österreichischen Heimatschuhes begrüßt das Abkommen zwischen Berlin und Wien. Heue Unruhen in Spanien. Die Telephonverbindungen mit dem Ausland unterbrochen. Der Anschlag auf den König von England Keine politischen Hintergründe. Schwere Anklagen gegen die Regierung. Madrid, 17. Juli. (DNB.) Die spanische Englands künftige Stellung im Mlielmeer Ein auffchlußreicher Bericht des »Daily Telegraph". die Vermutung zurück, daß es sich um einen politischen Racheakt für einen wenige Stunden vorher erschossenen marxistischen Polizeioffizier handeln könne. Die Tal sei vielmehr von langer Hand vorbereitet gewesen, und die Regierung treffe die schwerste kriminelle, moralische und politische Verantwortung, weil sie von der Gefahr, die $otelo drohte, keine Rotiz genommen habe, bis sich die Drohungen schließlich in der Rächt zum Montag verwirklichten. Besonders die Tatsache, daß die Hüter der öffentlichen Ordnung selbst die Tat begangen hätten, zeuge von dem dunklen Spiel, das in Kreisen der politischen Führung des Landes getrieben worden fei. Wörtlich schloß G i l Nobles, an die Negie» rungsmitglieder gewandt: „Ihr könnt euch im Parlament ein Vertrauensvotum erteilen lassen, das befreit euch aber nicht von dem Blute Calvo Sotelos, das an euch klebt und euer ganzes Regierungssystem befleckt. Ein Abgrund trennt das Volk von der Farce des Parlaments. Der Tag wird kommen, da sich die von euch gepredigte Gewalt gegen euch selbst wendet!" außenpolitische Annäherung an die Sowjetunion, die ihrerseits mit den Verbündeten Rumäniens verbündet sei, das beste Mittel darstelle, den bereits vorhandenen Bündnisverträgen zu voller Wirksamkeit zu verhelfen. Der rumänische Außenminister betonte weiter, daß er niemals einen Beistandsvertrag mit Sowjetruhland abgeschlossen oder die Verpflichtung übernommen habe, Sowjettruppen durch rumänisches Gebiet marschieren zu lassen. Eine derartige Verpflichtung sei, so erklärte er, nicht einmal Gegenstand von Verhandlungen gewesen. Aber auch mit Deutschland und Italien wünsche Rumänien in Freundschaft zu leben. In erster Lmie wende sich jedoch die rumänische Freundschaft den Staaten der Kleinen und der Balkan-Entente, Frankreich, Großbritannien und Polen zu. Titulescu unterstrich zum Schluß noch die besondere Herzlichkeit der französisch-rumänischen Beziehungen, die nicht nur durch die gemeinsamen Interessen und die Verwandtschaft der Rasse, sondern auch durch die gemeinsamen Bemühungen zur Organisation des Friedens begründet seien. Nach einer amtlichen Mitteilung werden die Verteidigungsanlagen von Malta in großem Maßstab ausgebaut werden. Nach Vollendung der Aufrüstunaspläne wird Malta in der Lage fein, nicht nur schwere Luftangriffe au= rückzuschlagen, sondern als Ausgangspunkt für große Gegenangriffe gelten zu können. Ferner wird unter dem gegenwärtigen britisch-ägyptischen Vertrag Alexandrien zu einem bedeutenden Hilfs stütz punkt für die Mittelmeerflotte mit eigenen Verteidigungsanlagen und Flotteneinheiten ausgebaut werden, wobei seiner strategischen Stellung in der Verteidigung der Zufahrt zum S u e z k a n a l große Bedeutung beigemessen wird. „Dally Telegraph" betont, daß die britischen Mittelmeerpläne keinen Zweifel darüber lassen, daß Großbritannien entschlossen sei, seine Stellung im Mittelmeer undurchdringlich zu machen. Die militärischen Verbindungslinien zwischen Gibraltar und Suez würden um jeden Preis verteidigt werden. Der britische Handelsminister R u n c i m a n erklärte im Verlauf einer Rede in D o s ü h a n (Cornwall), Großbritannien habe durch sein Vorgehen im Mittelmeer gezeigt, daß das britische Reich die Vorherrschaft über d i e Meere nicht verlieren wolle. In der Zahl der Flottenstärke geben es keine Kompromisse. Anschläge auf das Leben englischer Monarchen sind in der jüngeren Geschichte Englands seit langem nicht zu verzeichnen gewesen. Ein Jahr vor seiner Thronbesteigung, im Jahre 1900, wurde in Brüssel auf den späteren König Eduard VII. von einem jungen Anarchisten ein Revolveranschlag verübt. Während der langen Regierungszeit der Königin Viktoria wurden allerdings nicht weniger als fünf Versuche auf das Leben der Herrscherin unternommen. Der erste dieser Anschläge geschah an fast der gleichen Stelle, wie der gestrige. Ein junger Mensch namens Oxford wurde auf der Stelle verhaftet, später aber wegen Geisteskrankheit frei- gesprochen und in eine Anstalt gebracht. Zwei Jahre später wurden zwei weitere Attentate verübt. Damals nahm das Parlament eine Gesetzesvorlage an, die die Richter ermächtigte, die P r ü g e l st r a f e für diejenigen zu verhängen, die die Königin belästigten. Deutschlands GenMuum. Besuch beim Privatsekretär des Königs. London, 17. Juli. (DNB.) Der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Fürst Bismarck, hat am Freitag im Auftrag des Reichsaußenrnini- ters Freiherrn von Neurath den Privat- ekretär des englischen Königs aufge- ucht und ihm die Genugtuung der Reichsregierung über den glücklichen Ausgang des Anschlages auf König Eduard VIII. zum Ausdruck gebracht. „Popolo di Roma" Frankreich auch weiterhin ermöglichen, immer neue Hindernisse aufzurichten und damit nach Belieben die von London gewünschte freimütige Aussprache mit der Reichsregierung hinauszuschieben. „M e s s a g e r o" meint, man müsse sich wirklich fragen, ob die Debatte um die Einladung Deutschlands der Kritik des gesunden Menschenverstandes standhalten könne und ob überhaupt nur daran zu denken sei, wirksame und dauerhafte Abmachungen ohne die volle und tatsächliche Mitarbeit aller interessierten Parteien zustande zu bringen. Die Antwort auf diese Frage sei selbstverständlich. Ein anderer Weg würde nur, nach einem Wort aus einem Interview, das Mussolini kürzlich an die Hearstprese gegeben habe, unabwendbar das Mißtrauen und die Reibungsflächen vermehren. Italien und Montreux Rom, 17. Juli. (DNB.) Der türkische Außenminister Rüschti Arras hat, wie von zuständl- ger italienischen Seite verlautet, dem ständigen italienischen Delegierten beim Völkerbund Scoppa mitgeteilt, daß die Konferenz von Montreux vor dem Abschluß eines Abkommens über die Meerengenfrage stehe und daß dieses Abkommen a n - deren Staaten zum Beitritt offen bleibe. Von maßgebender italienischer Seite wird dazu erklärt, daß Italien gegenüber einem solchen Abkommen alle Vorbehalte hätte. Erst an dem Tage, an dem Italien dem Abkommen beitreten würde, könnte es für Italien eine gewisse Bedeutung erlangen. Italien ist bekanntlich an der Ausarbeitung dieses Abkommens nicht beteiligt und will es dementsprechend als ausgesprochene Mittelmeermacht vorerst nicht anerkennen. Der Abschluß des Abkommens wird im übrigen in zuständigen italienischen Kreisen mit vollkommener Ruhe ausgenommen. Der Lustsport bei den Olympischen Spielen. Zu dem vom Aero-Club von Deutschland anläßlich der XI. Olympischen Spiele veranstal- teten internationalen ©ternflug sind nunmehr die Nennungen von 15 Nationen eingegangen. Der Start ist auf den 29. Juli festgesetzt. Um diese Zeit können die Teilnehmer von einem beliebigen Flugplatz starten und auf einer selbst- gewählten Flugroute nach dem Sportflughafen Rangsdorf bei Berlin fliegen, wo sie ausschreibungsgemäß am 30. Juli zwischen 14 und 16 Uhr eintreffen müssen. Die Ausschreibung verlangt die Zurücklegung einer Mindeststrecke von 500 Kilometer. Im Rahmen der großen luftsportlichen Veranstaltungen gelangt auch ein internationaler Kunstflug-Wettbewerb um den „Preis der Nationen" zur Entscheidung, für den bisher von acht Nationen 17 der besten Kunstflieger genannt haben. Wenn auch bei den Olympischen Spielen die Fliegerei und der Luftsport überhaupt noch nicht im Wettkampf-Programm vertreten sind, so wartet doch der deutsche Luftsport mit einem auserlesenen Programm auf, das gleichsam einen olympischen Auftakt bildet. Am 28. Juli treffen auf dem Sportflughafen Rangsdorf die deutschen und ausländischen Sportflieger ein, die am Internationalen Kunstflug-Wettbewerb teilnehmen. Don diesem Tage ab wird der „Deutsche S t e r n f l u g 1 936" durchgeführt, bei dem die Zahl der angeflogenen Flugplätze, die Geschicklichkeit der Besatzungen, die Gesamt-Kilometerleistung und die Anzahl der in einer Maschine beförderten Personen bewertet wird. Am folgenden Tag starten dann die ausländischen Flieger in ihren Heimathäfen zum Internationalen Sternflug. Am Mittwochnachmittag erledigen die Kunstflieger das Pflichtprogramm. Am Donnerstag treffen die Teilnehmer des Deutschen Stern- fluges ein. Am Freitag folgt der vom Reichsluftsportführer und der NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete „Olyrnpiade-Großflugtag, W i e n, 17. Juli. (DNB.) Wie die Pressestelle des österreichischen Heimatschutzes mitteiÜ, fand unter dem Vorsitz des Bundesführers S t a r- h em berg am 15. und 16. Juli in Wien eine Tagung des Führerrats des österreichischen Heimat- schutzes statt. lieber die politische Lage Europas ebenso wie über die Probleme der Innenpolitik Oesterreichs erstattete Bundesführer Starhemberg ein eingehendes Referat, dem sich eine gründliche Erörterung aller politischen Fragen anschloß, wobei das kürzlich zwischen der österreichischen Re- g i e r u n g und der Regierung des Deutschen Reiches abgeschlossene Uebereinfommen Gegenstand einer ganz besonderen Aussprache war. Als Ergebnis der Aussprache wird als einmütige und der Auffassung aller Anwesenden entsprechende Stellungnahme u. a. hervorgehoben: „Als erste und aktivistischste Kampsbeweguna gegen den Bolschewismus auf österreichischem Booen entstanden und zur vaterländischen Erneuerungsbewegung herangewachsen, gierung hat nunmehr die Veröffentlichung der kürzlich in der Sitzung des ständigen Landtagsausschusses gehaltenen Rede des Führers der katholischen Dolksaktion, Gil Nobles, genehmigt. Gil Nobles wandte sich zunächst gegen eine Verlängerung des Alarmzustandes, da oieser in der Hand einer unfähigen Regierung keinen Sinn habe. „Hat der Ausnahmezustand die Anarchie, den moralischen und materiellen Ruin Spaniens verhindert? Die Antwort gibt folgende Statistik: In den letzten 27 Tagen find 10 Kirchen in Brand gesteckt, 21 Menschen ermordet, 224 Menschen teilweise schwer verletzt, 74 Bomben den und 58 andere Explosivkörper gelegt, 15 Generalstreiks und 129 Teilstreiks erklärt worden." Weder das Lebensrecht des Bürgers noch das Vereinsrecht, noch die Freiheit der Arbeit, noch die Unverletzlichkeit des Heimes werde von dieser Regierung auch nur im entferntesten gewährleistet. Für jeden neuen Fehler, den die Regierung mache, müsse der Faschismus herhalten. Die Faschisten, die bei der letzten Wahl nur einige tausend Stimmen erhalten hätten, würden bei einer Neuwahl eine überwältigende Mehrheit bekommen, da das Volk an der Gesetzlichkeit der Demokratie zu zweifeln beginne. G i l Nobles ging dann auf die Ermordung Calvo Sotelos ein und wies zunächst Das arabische Problem in Palästina Der Prozeß gegen die Franziskanerbrüder Aus aller Welt Nach einer Meldung der Deutscher. S°°warte Riefenstah, nach Gri-ch-n.and gestartet. °t'u' versucht. ^Xum8UM Aus dem Tempelhaser Flughafen startete Leni Lus tib der Veweisausnahme .st der Angeklagte 700 Kilometer südwestlich der Kapverdischen Inseln. jR i e f e nstah l mit einem Teil ihres Aufnahme- als Erzieher anzusehen und dem ch Z Der Präfekt von Belfort hat sich sofort, nachdem er von diesem Zwischenfall Kenntnis erkalten hatte, an Ort und Stelle begeben. Auf Grund seines Einschreitens haben die Streikenden in den späten Abendstunden die Werke wieder geräumt. In der Havas-Meldung wird besonders hervorgehoben, daß ein großer Teil der Arbeiterschaft sich geweigert habe, sich dieser neuen Streikbewegung anzuschließen und sofort nach Ausbruch des Streiks die Fabrik verlassen habe. Inzwischen haben in der Nacht zum Freitag in Belfort Verhandlungen zwischen dem Präfekten und Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über vorigen Jahres von den Franzosen gehalten. 240 Schafe vom Blitzschlag gelötet. Nahe der südbulgarischen Stadt Karlowo schlug in einer der letzten Nächte der Blitz in eine große Viehhürde, in der sich 240 Schafe befanden. Die meisten Tiere wurden auf der Stelle getötet, während die übrigen in den in Brand geratenen Ställen umkamen. Drei Hirten, die in dem Stall schliefen, wurden schwer verletzt. Immer noch Hitzewelle in USA. — 4600 Tote. Die Hochtemperaturen der letzten Tage dauerten auch am Freitag in Amerika noch an. Besonders betroffen sind die Staaten Illinois und Mississippi. Die Zahl der unter der Einwirkung der Hitze G e ■ storbenen beläuft sich jetzt auf 4600. schlag gefunden. Ein Rundgang durch die acht hallen der Ausstellung gab ein packendes Bild Deutschlands und feines Volkes in allen seinen Zügen: Daseinsraum und politisches Fundament, Schaffen und Feier, Landschaft und Kultur, Herz und Hirn der deut- schen Nation. Im Vorraum der Ehrenhalle wallt von riesigen Masten das Fahnentuch des Hakenkreuzes, und zwischen ihnen spannt sich über 24 Meter Breite ein riesiges Photo, das den Führer und sein Volk zeigt. die Ausarbeitung eines Einheitsrahmenvertrages stattgefunden. Eine vorläufige Einigung konnte gegen 4 Uhr morgens erzielt werden. Die Arbeit soll danach in den Morgenstunden des Freitags wieder ausgenommen worden sein. Dem „Journal" wird aus C h a r l e v i ll e gemeldet, daß die Bauern der Ardennen sich auf einer Versammlung in R e t h e l mit der Gefahr eines Landarbeiter st reiks beschäftigt haben. Sie beschlossen, sich mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, der Besetzung ihrer Höfe durch streikende Landarbeiter zu widersetzen. Sie wiesen den Behörden gegenüber darauf hin, daß sie niemals die Vorgangsweise dulden würden, die man gegenüber dem handel und der Industrie angewandt habe. Neue Streiks in Tunis und Metz. Paris, 18. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer havasmeldung aus Tunis sind etwa 1000 Arbeiter der dortigen Steinbrüche in den Streik getreten und haben die Arbeitsstätten besetzt. Ein Gendarmerie-Aufgebot hat die Streikenden vertrieben. In Metz ist im Druckerei gewerbe ein Streik ausgebrochen. Die Arbeitgeber der deutschsprachigen Zeitungen haben die Forderungen der Arbeiter angenommen. Die in französischer Sprache gedruckten Blätter werden nach einer havasmeldung unter dem Schutz der Polizei mit Behelfsmaßnahmen hergestellt. nate Zuchthaus. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Griechenland in Erwartung des Olympischen Fackellaufes. Sichtung des Ausstellungsmaterials hingegangen — in vier Wochen aber wurde der Aufbau der Schau vollzogen. Jetzt breitet sie den Reichtum deutschen Geistes, deutscher Arbeit und deutscher Landschaftsschönheit vor den Augen der Welt aus. Zur Presseoorbesichtigung hatten sich etwa 1000 Vertreter der in- und ausländischen Tages- und Fachpresse eingefunden. Direktor Wischet vom Berliner Ausstellungs- und Messeamt, der zusammen mit Oberregierungsrat Dr. Ziegler vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda die Ausstellung leitet, sprach über den Sinn der Ausstellung „Deutschland". Er dankte einleitend Reichsminister Dr. Goebbels und Staatssekretär Funk für die Förderung, die sie der Ausstellung hätten zuteil werden lassen. Die Ausstellung werde Deutschland zeigen. Deutschland, das ist: Die Landschaft an der Meeresküste, am Rhein, in den Alpen, in unseren Ebenen und Gebirgen. Die unvergänglichen Bauwerke aus der Vergangenheit und aus dem Schaffen einer unermüdlichen Gegenwart. Unsere Dichter und Denker, unsere Techniker und Künstler, unsere Erfinder und unsere Wissenschaftler. Und Deutschland ist der einfache, deutsche Mensch, der fleißig und tüchtig ist. Unsere Ausstellung will einen umfassenden, lebendigen Abriß von Deutschland geben, sie will das brausende Lied des schaffenden Deutschland der Gegenwart mit der ewigen Melodie Beileid des Generalobersten Göring. Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring hat anläßlich des F liege r t o d e s des Inspekteurs der Luftverteidigung Generalmajor Orlicz-Dreszer dem General- infpekteur der polnischen Armee General Ryds- Smigly seine aufrichtige Teilnahme übermittelt. Ferner hat das Reichsluftfahrtmlniste-. rium dem polnischen Kriegsminister das Beileid der deutschen. Luftwaffe zum Ausdruck gebracht. An der Trauerfeier für Generalmajor Oricz-Dreszer am 20. Juli in Gdingen werden zwei Offiziere der deutschen Luftwaffe teilnehmen. Der Angeklagte als asoziales Element kann nicht damit rechnen, noch der Volksgemeinschaft anzuge- hören. Deshalb wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Als zweiter Angeklagter wurde der Franziskanerbruder Ladislaus vorgeführt. Der Ange- klagte ist 1909 geboren und kam schon mit 14 Jahren durch Vermittlung eines Freundes in das Kloster nach Waldbreitbach. Er wollte im Kloster ein Handwerk erlernen und kam als Aspirant mit dem berüchtigten Pater Leovigill in Berührung. Leo- Digiti nahm den 17jährigen Jungen mit in feine Zelle und bewirtete ihn mit Kognak und Wein, und schon beim zweiten Besuch kam es zur vollendeten Verführung. Später knüpfte Ladislaus mit einer ganzen Reihe von Brudern ähnliche Verhältnisse an und verführte jüngere Aspiranten. Wie Bruder Viktorian, so gehörte auch der Bruder Ladislau- den „Sonnenbrüdern" an. Unter den Zeugen, die den Angeklagten, der übrigens alles vorher Eingestandene abzuleugnen versucht, am schwersten belasten, befand sich auch der Zögling Z., der vor einigen Tagen seinen Wärtern vor dem Koblenzer Hauptbahnhof ausgerückt war und erst in Cochem zwei Tage später aufgegriffen werden konnte. Der Zögling erklärte dazu aus Befragen: ,Zch wollte nach Ebernach, um den Brüdern die Bude in Brand zu stecken, weil sie mir mein ganzes Leben verpfuscht haben." Der Bruder Ladislaus habe ihm am Vormittag im Wartezimmer gesagt, er solle vor Gericht aussagen, daß er ihn nicht kenne. Der Staatsanwalt wies darauf hin, der Angeklagte habe sich in der Hauptverhandlung als ein verstockter Sünder gezeigt, der das Gericht in unverschämter Weise angelogen hat. Der Strafantrag lautet auf fünf Jahre Zuchthaus. Der Verteidiger bezweifelte die Glaubwürdigkeit der Zöglinge und hielt die Erziehereigenschaft des Angeklagten für nicht für erwiesen, so daß nur eine gerechte Gefängnisstrafe in Frage komme. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht zu einer G e - fängnisstrafe von drei Jahren. Vier Monate Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Die Urteilsbegründung besagt, daß die Hauptverhandlung nicht mit genügender Sicherheit die Schuld des Angeklagten in dem ihm zur Last gelegten Verbrechen gegen § 174, 1 festgestellt habe, so daß die obengenannte Gefängnisstrafe als gerechte Sühne erkannt worden fei. Paris. 17. Juli. (DNB.) Der Gesetzentwurf über die Nationalisierung der französischen Rüstungsindustrie ist in seiner Gesamtheit von der Kammer mit 484 gegen 85 Stimmen angenommen worden. Der Berichterstatter hatte in der Kammer vorher lediglich noch angekündigt, daß die Regierung auf der Annahme des Gesetzes bestehe, da sie sich desselben in Genf bei der Dölkerbunds- sitzung im September bedienen wolle. Kriegsminister D a l a d i e r verteidigte in längeren Ausführungen die Gesetzesvorlage, indem er geltend machte, daß ihr gleichzeitig moralische Interessen und solche der Landesverteidigung zugrunde liegen. Im Verlauf seiner Ausführungen wies Data- bier darauf hin, daß das neue Gesetz ausländischen Firmen untersagen werde, Kriegsmaterial in Frankreich herzuslellen. Das wäre das einzige Mittel, gewissen Mißbräuchen ein Ende zu machen. Ausländische Aufträge ohne die ausdrückliche Genehmigung des französischen Staates dürften nicht mehr zugelassen werden. Der Kriegsminister trat weiter den Bedenken entgegen, daß durch das neue Gesetz gewisse ausländische Aufträge der französischen Industrie verlorengehen könnten. Die französische Staatsindustrie sei genügend aufgebaut, um diese Aufträge auszuführen. Die Rüstungsprogramme müßten für eine längere Periode vorbereitet und ausgearbeitet werden. Es wäre wünschenswert, daß diese Programme zu Beginn jeder Legislaturperiode dem Parlament vorgelegt werden. Blum wirbt für die Anleihe. Paris, 17. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Löon Blum hielt am Freitagabend eine auf alle französischen Sender übertragene Rede, in der er zur Zeichnung der vom Finanzminister ausgeschriebenen Anleihe aufforderte. Das Programm, das die Regierung durchführen wolle, fei das der Mehrheit, die siegreich aus den Wahlen hervorgegangen fei. Die Uebertragung einer Aufgabe ohne die erforderlichen Mittel fei nicht möglich. Die neue Anleihe stelle keine Unterwerfung unter d i e Finanzoligarchie dar, im Gegenteil eine Befreiung davon. Alle freien Bürger müßten sich dies vor Augen halten. Koblenz, 17. Juli. (DNB.) Der Franziskanerbruder Viktorian, der heute in der Reihe der Sittlichkeitsprozesse gegen die Franziskanerbrüder vor den Richtern stand, versuchte in der Hauptverhandlung, seine früher gemachten Geständnisse zu widerrufen und gab jetzt nur einen kleinen Teil seiner Verfehlungen zu. Der Angeklagte stammt aus einer kinderreichen Familie und wurde 1902 in Köln geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er in verschiedenen Betrieben und wurde im 17. Lebensjahr von einer schweren Krankheit befallen. Im Krankenhaus überredeten ihn die Schwestern, in ein Kloster einzutreten, und mit 19 Jahren landete der Angeklagte als Postulant bei den Franziskanern in Waldbreitbach, wo er den Namen Bruder Viktorian erhielt. Sieben Jahre lang war der Bruder Viktorian im Kloster, ohne daß er sich etwas zuschulden kommen ließ. Im Jahre 1928 lernte er dann den Bruder Emeran kennen, der mit ihm unzüchtige Beziehungen anknüpfte. Dann geriet der Angeklagte unter den Einfluß des Bruders Linus. Sowohl Emeran wie Linus sind, wie erinnerlich, bereits abgeurteilt. Als Linus in das Kloster Ebernach versetzt wurde, folgte Viktorian bald nach. Hier kam er in den Kreis der „Sonnenbrüder", die unter Führung von Bruder Linus an dem Berghang hinter dem Kloster Sonnenbäder nahmen und allerlei unzüchtige Dinge trieben. Der Angeklagte hat sich jedoch nicht nur mit Ordensbrüdern abgegeben, sondern er vergaß sich soweit, daß er jugendliche Zöglinge verführte und sie mißbrauchte. Bruder Viktorian erklärte im Laufe der Verhandlung, daß er immer stärker den Wunsch gehabt habe, aus dem Kloster herauszukommen. Schon 1929 hat er dem Franziskaneroberen Alfons Mitteilung gemacht, daß er ohne Frau nicht leben könne und aus dem Kloster heraus wolle. Damals habe der Obere gesagt, dies sei kein Grund, aus dem Kloster zu gehen. Da der Angeklagte in der Hauptverhandlung die meisten ihm zur Last gelegten Fälle bestritt, wurden ihm eine Anzahl Zeugen gegenübergestellt. Ein Anstaltszögling schilderte die Vorfälle, in denen der Angeklagte sich mit ihm vergangen hat. Zum Schluß erklärte der Zögling: „Ich muß dem Gericht noch etwas sagen: Im Wartezimmer haben vorhin die Brüder Linus und Ladislaus mir gedroht, ich solle nur nicht gegen den Bruder Viktorian ausfagen." Hierauf wird eine strengere Ueberwachung sämtlicher in Hast befindlicher Zeugen im Wartezimmer angeordnet. Der Staatsanwalt betonte, daß der Angeklagte im Gegensatz zu den bisher verurteilten Ordensbrüdern nicht zu feinen Taten stehe, trotzdem er früher alles gesagt habe, was er auf dem Kerbholz hatte. Der Strafantrag lautete auf drei Jahre sechs Mo- Ausstellung ruft: „Menschen aller Welt, lernt dieses Land kennen, seine Schönheit, seine Arbeit, seine Bewohner! Berlin grüßt mit feiner Ausstellung „Deutschland" die Gäste aus aller Welt; Berlin bringt feine Ausstellung „Deutschland" den fremden Gästen zum Geschenk und bittet, diese Ausstellung als das anzusehen, was sie sein will: „Beitrag eines mutigen und rastlos arbeitenden Volkes für Befriedung der Welt." . Anschließend gab Oberregierungsrat Dr. Z i e g - 1 e r vom Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda einen Ueberblick über die Ausstellung selbst. Die Ehrenhalle ist dem neuen Deutschland gewidmet. An sie schließt sich die Abteilung „Deutsches Volk — deutsches Land" und daran der umfangreiche Komplex der „Leistungsschau der deutschen Wirt- schäft" und schließlich das Freigelände mit feinen vielfachen Darbietungen. Zum Schluß gedachte Dr. Ziegler der zahllosen Arbeiter, die sich für die Schau gerührt haben. Deutsches Denken, deutsche Gründlichkeit und die Tüchtigkeit des deutschen Arbeiters haben in dieser Ausstellung ihren Nieder- Was bringt dieAusste11nng,Deutschland' ? „Beitrag eines mutigen und rastlos arbeitenden Volkes zur Befriedung der Welt" Verstaatlichung der französischen Rüstungsindustrie Erklärungen des Kriegsministers in der Kammer. Auszeichnungen für die Errettung von Menschenleben aus Lebensgefahr. Der Führer und Reichskanzler hat folgende Auszeichnungen verliehen: Die Rettungsmedaille am Bande: dem Prokuristen Fredrich Diedrich D r e ro e s in Bremen, dem Schlosserlehrling Friedrich D o m n i ck in Warnow, dem Fabrikarbeiter Fritz E i ch in Niedercassel, dem Krankenwärter Adolf Müller in Hanau a. M., dem Studenten Rolf R eich! in g in Essen, dem SS.-Un- terscharführer Friedrich Schuft in Rot am See dem Ständeableser Friedrich Walbrol in Bad Godesberg; die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr: dem Landwirt Werner Buch in Klockenhagen, dem Schneider Eugen Rapp in Nürtingen. „ , Luftschiff „Hindenburg" in Frankfurt gelandet. Das Luftschiff „Hindenburg" ist am Freitag um 18.05 Uhr auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. „Graf Zeppelin" auf der Rückfahrt. Die Leidenschaftlichkeit und Heftigkeit, mit der die Araber den Kampf gegen die Juden und gleichzeitig damit gegen die englische Mandatsoerwal- tung führen — stellt drei Fragen: 1. Was wollen die Araber, 2. was wollen die Juden, 3. was wollen die Engländer. Don den Arabern wissen wir, daß sie sich nicht nur gegen die Theorie eines jüdischen Palästina wehren — sondern überhaupt gegen eine weitgehende jüdische Emigration, wie sie das zionistische Judentum feit Kriegsende forciert hat. Die Araber wehren sich gegen diese Ueberfrembung — denn der Zustrom der Juden kommt zumeist aus den europäischen Ländern, die Siedler sind europäisch geschult — und ihre Siedlerarbeit — die zu einem vollkommenen Umschwung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina geführt hat — bedroht die in einer gewissen Primitivität steckengebliebenen Araber. Es ist aber nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern im höchsten Grade — em politisches — ein nationales Problem — das durch einen gewissen religiösen Fanatismus noch kompliziert wird. Und dieser Fanatismus beherrscht nicht nur die Araber. Die Araber sehen ganz klar die jüdische Forderung eines jüdischen Nationalstaates gestellt. Das würde ohne weiteres sie selbst zu einer Minderheit degradieren. Dazu kommt, daß die Juden in der ihnen eigenen Art in Palästina ungehemmt hausen und wirtschaften wollen, daß sie Verwaltungen, Behörden für sich beanspruchen, besetzen und volle Autorität, ja die Anerkennung der Souveränität des zionistischen Gedankens fordern. Dagegen kämpfen die Arader. Da sie wissen, daß der Engländer den Juden beisteht, kämpfen sie auch gegen ihn. Die religiösen Momente sind lediglich zur Steigerung der Aktivität in den Streit geworfen worden. Kampf um die Moschee, Kamps für die Seelen im Tale des Kidron, Kampf für die Auferstehung der Gläubigen. Die Juden? Sie verlangen nichts mehr und nichts weniger als das Land selbst, nicht nur als An- fieblungsgelänbe, sondern als nationales Heim. Sie berufen sich dabei auf Abmachungen. 1854 brauchte der Sultan Geld und jüdische Vermittlung. Damals begannen die Juden, denen ein „nationales Heim" in Aussicht gestellt war, zu siedeln. 1917 brauchte England Geld und jüdische Vermittlung. England rief Amerika. Aber die großen dortigen Finanz- bittatoren waren Juden. Was blieb England übrig? Athen ist zur Zeit der Treffpunkt der ausländischen Journalisten, Bildberichterstatter und Rundfunksprecher, die von hier nach Olympia gehen, um beim Start des Olympischen Fackellau- f e s zugegen zu (ein. Die schon vor einigen Tagen in Griechenland eingetroffenen deutschen Rundfunk- und Kameramänner haben ihr Quartier bereits in Olympia ausgeschlagen. Die Griechen bereiten alles vor, um in stimmungsvollen Feiern den Start zu begehen. Nicht nur Olympia wird solche Feiern erleben. Die griechische Hauptstadt steckt ebenfalls in Vorbereitungen, eine Feier auf der Akropolis vor dem Parthenon und im großen marmornen Stadion herzurichten. Hier werden der König und sein Ministerrat zugegen sein. Die Meldung, daß der griechische Thronfolger an i)er Berliner Olympiade teilnehmen wird, bestätigt sich. Eine Rundfahrt längs der Strecke des Fackellaufes laßt überall die große Begeisterung erkennen, die die ganze Bevölkerung diesem Ereignis entgegenbringt. Immer wieder Streifs. Die Bauern der Ardennen wehren sich. Paris, 17. Juli. (DNB.) Arn Donnerstagnachmittag ist, wie Havas meldet, die Belegschaft der Peugeot-Werke in Sochaux in den Streik getreten. Gleichzeitig wurden die Fabrik- hall en von den Arbeitern besetzt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett tft Preisliste Nr.Z namJ-j}unL1935 gültige fortgesetzter widernatürlicher Unzucht und wegen Verbrechens gegen § 174 Z. 1 zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus. In der Urteilsbegründung heißt es: Der Angeklagte hat in der Hauptverhandlung nicht die Wahr- Es mufjte das Versprechen abgeben, daß den Juden in Palästina eine nationale Heimstatt gegeben und gesichert werden sollte. Gewiß, die Sehnsucht nach Palästina mag vorhanden gewesen sein in allen Jahrhunderten. Aber was besagt diese Sehnsucht gegen die tatsächlichen Verhältnisse. Palästina ist arabisch. Und wenn die Araber überhaupt mit den Juden disputieren würden, dann brauchten sie nicht lange nach gewichtigen Argumenten zu suchen, die nämlich den Arabern gerade von englischer Seite aus geschrieben und gesichert wurden. Die Bal- soursche Erklärung, die den Juden eine Heimstatt versprach, spricht ausdrücklich von der Voraussetzung, „daß nichts unternommen werde, was die zivilen und reliaiöfen Mächte der ansässigen Nichtjuden beeinträchtigen könne". Was wissen oder was kümmern sich diese Araber viel um imperialistische Verbindlichkeiten? Daß England dem Judentum nun ausgerechnet in Palästina mit fremdem Boden Zins für geleistete Kriegshilfe zahlen will? Und die Juden? Auf allen zionistischen Konferenzen haben sie laut und mit einem gewissen Zynismus sogar die volle Enteignung aller Nichtjuden in Palästina immerzu gefordert. Die Juden kamen. Die Emigration wuchs. Von Jahr zu Jahr. Sie forderten Land, Land, Land! Nun stehen die Engländer da und wissen nicht, was sie wirklich tun sollten. Mit der Wiederherstellung der Ordnung ist es ja nicht getan. Das Problem bleibt offen. Wie aber, denken die Engländer, die nüchtern genug sind, um die eigentlichen Gründe dieses Kampfes leidenschaftslos zu erkennen, wie aber wollen wir mit unseren Gewehren hier einen Dauerzustand erzwingen, der keinerlei innere und äußere Berechtigung hat, es sei denn feine Begründung durch die Gewalttat und den Gewaltakt eines sinnlosen Verlangens. Die Araber kämpfen. Sie kämpfen um Jahrtausende alte Rechte. Die Juden machen geltend, daß sie vor Jahrtausenden einmal das. Land besessen hätten. Sie zitieren das Buch ihrer Geschichte, das Zeugnis des Alten Testaments. Die Araber besitzen das Land seit Jahrtausenden, und daher zitieren sie den gesunden Menschenverstand, und da er nicht hilft, schlagen sie zu. Bomben krachen, Maschinengewehre rattern. Fluggeschwader bombardieren. Tanks ziehen im Heiligen Lande herum. Aber das Problem bleibt. Denn Palästina ist arabisch — mit oder ohne England! Das neue italienische Sportslugzeug Nardi F. N. 305 hat für Leichtflugzeuge der Klaffe bis 560 Kilo auf einem Rundflug über 1000 Kilometer einen neuen Stundengeschwindigkeitsrekord , mit 310,999 Kilometer erreicht. Die Besatzung bestand aus dem Fliegeroffizier Z a p p e 11 a und dem Reservepiloten, dem italienischen Sportjournalisten Stellingwerf. Der bisherige Rekord von 292,825 Kilometer wurde seit dem 7. Juli stabes am Freitag zum Fluge nach Griechenland, um auf den klassischen Olympiastätten die Aufnahmen vom Beginn des Sieben-Länder-Stasfel- laufes Griechenland—Berlin für das olympische Filmwerk persönlich zu leiten. Im Traum zum Fenster hinausgefprungen. Großes Aufsehen erregte in Kassel an einem der letzten Abende der Unfall eines jungen Mannes, der im Traum aus seiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung auf d i e Straße sprang. Er schlug auf eine Starkstromleitung auf, die den Fall fo milderte, daß er mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon tarn. Trotzdem mußte er ins Krankenhaus gebracht werden. Neuer Geschwindigkeitsrekord eines italienischen Leichtflugzeuges. lieber der Berliner Ausstellungsstadt am Funk-1 deutscher Geschichte vereinen zu einer m acht ° ° l. türm wehen die Fahnen des Dritten Reiches und l e n Symphonie de utfcher G r o sie. Ll aller Olympia-Natianen. Sie wehen Über ad)tj)al=------- len, um die das Bild Deutschlands gebannt ist. Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels ist mehr als ein Jahr über die das heißt sparsam sein Nützt den Sommer — kocht jetzt ein! M GASKOKS DER GUTE .BRENNSTOFF. donbon Sio daran, ^Wclaß crJh.r Jlrbcils- hamerad ist,der |clnc ganse Kraft dafür oinsohr, für einen unbekannten Rrboilslofen einen Platz an ckorworkbankzu erobern- Der neue Kählsdirank __-' tinenie unD 615, m05.. hwd-r - p tzes völkische Sehen wi ProgrMM Itelfunfl - alle". 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Bescheidenheit freilich nicht als Pose, sondern als Ausdruck einer inneren Ueberzeugung. einer Lx-i*..»».__ ( ,_ . _ Aufbaustreben entgegenarbeitet, gleichgültig flugtag, Reiterspiele der Bauern, ein Volksfest „Volk spielt fürs Volk" und sportliche und Massenvorführungen ergänzen das Bild. Dabei haben wir absichtlich noch nicht alles genannt, um keine Verwirrung anzurichten. Ader schließlich sind die acht Tage in Hamburg eine lange Zeit, und man wird mehr aufnehmen und innerlich verarbeiten können, als in den zehn Minuten, da man diese Zeilen liest. An sieben Tagen wird der Kongreß vormittags drei Stunden lang Beratungen abhalten und Vorträge hören über die großen Grundfragen der Freizeitgestaltung. Unter den vier Hauptleitworten wird dies geschehen: Freizeit und Erholung für alle (wobei die sozialen Aufgaben und die volkswirtschaftliche Seite im Mittelpunkt stehen). Dann Freizeit und Arbeit, wobei u. a. Wochenende und Urlaub, Erholung und Wert der Leibesübungen behandelt werden. Weiter F r e i - zeit und Heim, wobei auch die Freizeit für die Frauen und Kinder und die Schönheit der Wohnstätte behandelt wird, und schließlich Freizeit und Gesellschaft, und da wird es sich um die Das Recht auf Arbeit und Brot für jeden deutschen Volksgenossen wurde von der nationalsozialistischen Sero e q u n g immer deutlich 1) e r a u s g e • fteHL Denn Arbeit allein bedeutet Leben, Zufriedenheit und Freiheit aus der Knechtschaft einer moralischen und seelischen Depression. Desha b bedeutet die Dorenthaltung einer Arbeitsbeschassungs- mohnahme oder fehlende Initiative, wodurch Volks- genossen von der Arbeit ausgeschaltet bleiben, Sabotage am Aufbau. Es gibt wohl faurn em Gebiet des wirtschaftlichen und sozialen Lebens m Deutschland, auf dem sich der staatliche Einfluß nicht geltend gemacht hätte. Ehe der Staat ober zur Ueberrombung der außerordentlichen Not des Volkes mit klaren Richtlinien und Handlungen heraustreten konnte, mußte in den Ländern und Gemeinden Ordnung geschaffen werden. Was sich hier bei der Machtübernahme offen- barte,' war grauenhaft. Es ist gut, daß wir nicht an Gedächtnisschwäche leiden und immer wieder bei Gelegenheit, wenn es notwendig erscheint, aus die damaligen Zustände Hinweisen. So übernahm der Staat die deutschen Gemeinden in einer starken organischen und finanziellen Zer- rüttunq. In Preußen allein waren über 600 Staats- Eommiffare eingesetzt, eine Reihe von Städten Tonnte ihre Zahlungsfähigkeit nur notdürftig mit Reichs- und Staatshilfen aufrechthalten. Ganz an- ders sehen die Dinge doch heute aus! Wer wem es denn, welche unerhört großen Aufgaben zu losen waren, um aus dem Morast des wirtschaftlichen Niedergangs herauszukommen. Sind doch weit über 200 Gesetze, Erlasse und Verordnungen seit der Die Socken des Königs. Allgemein bekannt ist das liebenswürdige Wesen des jungen englischen Königs. Kürzlich hat er eine hübsche Probe davon gegeben. Der König besuchte eine Gewerbeausstellunq und machte einen Augenblick vor einem Stand halt, wo eine bestimmte Art Socken ausgestellt war, die man ohne Strumpfbänder tragen kann. Der König lächelte: „Sie sind wirk- lief) praktisch", sagte er. „Ich trage sie feit langem und fühle mich sehr wohl dabei." Und mit diesen Worten zog er seine Hose ein wenig hinauf uno zeigte seine Socken. Man kann sich die Freude des Fabrikanten oorstellen. Sein Verkauf verzehnfachte sich auf der Stelle. tieferen Fragen der Kunst und Kultur, des Brauchtums und des Schöpferischen des »Kleinen Mannes", aber auch um Humanität und Weltfrieden, wie das Proramm sagt, handeln. Was aber machen die vielen, die nicht nach Hamburg kommen können? Auch für sie ist gesorgt. Während die meisten Teilnehmer am Kongreß zur Olympiade nach Berlin fahren, werden ganze Gruppen durch die deutschen Gaue reifen und dort das Beste und Schönste vorführen, was sie haben und können. Und so wird denn das ganze deutsche Volk Zeuge sein von dem in der ganzen Welt aufbrechenden Willen zu sinngemäßer und schöner Freizeitgestaltung, und es wird sich mit besonderem Stolz des bereits in Deutschland Geschaffenen und Errungenen freuen dürfen. Und in solchem fühlbaren und lebendigen Austausch wird Deutschlands Ansehen wachsen, aber es werden sich auch viele Fäden zu den Volksgenossen anderer Nationen spinnen. Ueichsminister Or. Goebbels spricht in Hamburg. sei oder wo er es tut, muß als Volksschädling ae- brandmarkt werden. Es ist eine einfache Methode, anzunehmen, sich der ermahnenden, einfluß- oder einwirkungssuchenden Parteidienststellen dadurch entziehen zu können, indem man die Zuständigkeit anzweifelt, ober dies als unzulässigen Eingriff m die Wirtschaft bezeichnet. Immer näher dem Ziel...! Don Gauamisleiter Paul Kugel. NSG. Jrn Rahmen des „Weltkongresses . Freizeit und Erholung" wird auch Relchsminister Dr. Goebbels in einer großen, über alle Sender geleiteten Rede zu den Kongreßthemen ausführlich Stellung nehmen. ungen. Wer leiajqeiug, luynumy 1,1 । ■Krhlpüssne bestimmten Absicht dem nationalsozialistischen c ustreben entqeqenarbeitet, gleichgültig wer er | Die Jugend des Körpers hat ihre Zeit So be- i stimmt es das Gesetz und das Schicksal, dem wir i alle unterstehen. Es hilft nichts, sich dagegen auf- , zubäumen. Ganz natürlicherweise leiden otejem- > gen Menschen am härtesten unter diesem Schicksal, die vorwiegend aus der jugendlichen Körperfrische heraus leben. Die Frauen also und die Spor^- leute. Bei beiden kann das Altern tragisch fern. Es kann tragisch sein, es muß es aber nicht sein. Der Kamps der Frau gegen das Alter ist bekannt. Reden wir von den Sportsleuten. Wenn jemand in einem Wettkampf unterliegt, weil der andere der Bessere war, so ist das in der Ordnung, und kein Sportsmann, sofern er den Namen verdient, wird sich darum mehr grämen als nötig. Unterliegt einer aber nur deshalb, weil Der andere jünger, unverbrauchter, hemmungsloser war, muß dreißigjährige technische Meisterschaft dem Ansturm zwanzigjährigen Draufgängertums, das mehr Herz und weniger Verantwortung mehr Reserve und weniger Risiko mitbringt, schließlich weichen, wird, mit einem Wort, das Alter von der Jugend überrannt, dann beginnt die Bitterkeit. Immer wieder kommt es dann zu jenem verzweifelten Aufbegehren gegen das Schicksal, für das die Geschichte aller Sportarten Beispiele genug hat. Wie selten gelingt so ein „coming back"! Es hat Meisterschaften gegeben, die nur wenige Minuten, und es hat Meisterschaften gegeben, die zehn Jahre und länger ihren Bestand gehabt haben. Eines Tages sind sie alle gesunken. Bei jedem größeren Sportfest, und besonders bei den Olympischen Kämpfen erlebt man das Heraufkommen und rücksichtslose Voranmarschieren öer Jugend und Die tragische, weil unausbleibliche Niederlage des Alters. So lange die Zeit nicht stille steht, wird sich das wiederholen bis ans Ende der Tage. Nun ist aber bas Schicksal nicht \o grau am, wie es auf den ersten Blick erscheint. Es laht wden schäumenden Pokal der Jugend einen Tropfen Wermut fallen und gibt dem Alter eine ehrliche Chance, die Niederlage in einen Sieg, Die Tragik in einen Triumph zu verwandeln Auch der großartigste Sieg tragt nämlich, kaum daß er errungen wurde, schon den Todeskeim in sich. Auch der Zwanzigjährige wird ja einmal, wenn er nicht vorher seinen Abschied nimmt, dreißig : Jahre alt sein und einem neuen i in die Augen sehen müssen. Niemand bleibt davon - verschont. Vielleicht schadet es nichts wenn Die i heranbrausende Jugend hin und wieder einmal > daran denkt, daß ihr wertvollster Besitz eben Die Juqcnd, kein VerDienst, sondern ein Geschenk ist, und daß Dies Geschenk, diese Gnade, wie man es auch Freizeit — ein kostbares Gut. Zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg vom 23. bis 30. Juli. Von Or. Hans Hartmann. Schöpfer. Wenn er will. Und was die Tragik des Alters anlangt, so kann sie, wie gesagt, in ihr Gegenteil verkehrt werden. Wenn es etwas Gewaltigeres gibt als Das Schicksal, Dann Den Menschen, Der es trägt. Ein tiefes unD tröstliches Wort! Wer im Sport nichts anderes sieht als einen Kampf der Körper um Sieg, der ist freilich, wenn das Alter ihn schwächt, ohne Rettung verloren. Wer indessen, wie es sich gerjort, den körperlichen Kamps mit allem Vorher unö Nachher als eine Erziehung, Schulung und Erhöhung des ganzen Menschen auffaßt, wird an sich erleben, daß er in demselben Maße, in dem Die Kraft Der Muskeln und Nerven nachläßt, zummmt an Charakter und zuchtvollem Menschentum. Man wird ja nicht nur älter, sondern man wird auch, wenn man die Chance nützt, Die tm sportlichen Kampf selbst liegt, beherrschter und einsichtsvoller. Man gewinnt an innerer Menschlichkeit, was man an äußerer Schnellkraft dahinzugeben gezwungen ist. Und wie ein Kerl, mag er Zeit seines Lebens noch so tapfer gewesen sein, erst in der Todesstunde endgültig zeigt, aus welchem Holz er gemacht ist, so kann ein Sportsmann erst Dann em Sportsmann in eigentlichem Sinne genannt werden, wenn er sich bei der entscheidenden Niederlage seines Lebens bewährt. Der Sinn des Sportes und der Sinn der Niederlage und der große Sinn des Alterns ist: lernen, sich zu bewähren. Der Auch-Sportsmann wirft eines Tages, wenn er nicht mehr in der Lage ist, in der ersten Reihe zu stehen, den ganzen Kram hin Der wahre Sportsmann erntet dann erst die Fruchte all fernes sportlichen Lebens und all seiner Kämpfe em. Er Mrd zum guten Kameraden und sorgenden Freund der nichts mehr für sich will, der ferne kämpferischen Erfahrungen und seine geistige Ueb^^genheit selbstlos der Jugend zugutekommen laßt. Es lebe Die JugenD, Die mit Ritterlichkeit zu liegen und den Sieg mit Bescheidenheit zu tragen versteht! Es lebe das Alter, Das lächelnd zu unterliegen weiß und in der Niederlage Die Liebe zur Jugend nicht verlernt! Das Bestreben gewisser Kreise, aufrechte national- sozialistische Betriebszellenobleute oder Angestellte und Arbeiter von ihren Arbeitsplätzen zu entfernen, ihnen Die größten Schwierigkeiten zu machen, ist auffallend und erfordert Beobachtung und Abänderung. Ebenso unwürdig ist das Verhalten mancher Betriebszellenobleute und Vertrauensmänner, sogenannte „Radfahrertypen", die nach oben buckeln und nach unten treten. Wer glaubt, eine gerechte Sache nicht vertreten zu können, handelt unkorrekt und unsauber und übt Verrat an der nationalsozia- listischen Idee und an seinen Arbeitskameraden. Wem als Betriebsführer oder Unternehmer, als Vertrauensmann oder Zellenobmann das Schicksal einer Belegschaft und die Betreuung auf wirtschaft- lichem oder weltanschaulichem Gebiet anoertraut ist, der hat eine verpflichtende hohe Verantwortung übernommen. Diese muß getragen sein von Der inneren Erkenntnis der Pflicht, dem Pflichtbewußtsein der Pflichterfüllung, der unbedingten Treue zu Volk und Staat und dem Glauben an eine bessere Zukunft. Dieses Vertrauen ist die Grundlage von Treu und Glauben, aufgebaut auf Charakterstärke, Leistung, Gerechtigkeit, kameradschaftlichem Handeln und Sauberkeit im Wirken, in der Verpflichtung „Emer für Alle, und Alle für Einen." Wäre der Nationalsozialismus nicht zur Macht gelangt, wo wäre heute Deutschland? Möge daher jeder der berufen ist, am Ausbau des Staates mitwirken zu dürfen, bedenken, welche Verantwortung er trägt. Es kann daher nicht eine Aufgabe fein, ein Vorrecht zu schaffen, vielmehr ist nach g e - rechtem Maß zu m e s s e n. Das ist nun der Kampf, der geführt wird, unvoreingenommen gegen den einen ober anderen, dem Leistungsprinzip zum Recht zu verhelfen, in steter Richtung der Gemeinnützigkeit zu dienen zur Sicherung des Arbeits- platzes bis zur restlosen Beseitigung des letzten noch erwerbsuntätigen Volksgenossen. Ais Der große norwegische Dichter Knut H am - - s u n einer der größten lebenDen Menschen über- ■ Haupt, vor Jahren in Stockholm Den Nobelpreis für Literatur in Empfang nahm und dabei, wie es Der Brauch will, feine Dankesrede hielt, Da schloß er Der Alte, Dem Das Alter, wie man aus feinen Büchern weiß, hart angekommen ist, mit einem herzlichen, mit einem wehmütig-liebevollen Hoch auf Die Jugend. „Ich bin heute dick geworden von Ehre und Reichtum in Stockholm — jawohl aber mir fehlt das Wichtigste, das einzige mir fehlt Die Jugend. Niemand von uns ist so alt, daß er sich ihrer nicht erinnert. Es ziemt sich, daß wir. Gealterten zurücktreten, aber wir tun es mit Humor Was ich nun auch tun mußte — Das weiß lch mch - was sich auch am besten paßte - das weiß ich nicht - ich leere mein Glas auf Schwedens Ju- aenb, auf alle Jugend, auf alles Jugendliche im Leben!" _ . Das ist di- Haltung, di- das Alter der Jugend gegenüber einnehmen soll, hier unb übera • Haltung, zu ber sich nur wenige unb nur wirklich . bebeutenbe Menschen Durchringen können, benn es ist etwas nötig bazu, was eben nur wenige Menschen aufbringen: viel Verzicht, °^l Selbstuber roinbung, viel Gläubigkeit, viel Einsicht u s d viel bedingungslose Liebe zur Erde, zum d) und zum Leben. Die Jugend ahnt von alledem noch si-chts, sonst wäre si- nicht di- Jugend. Eie h°t °uder- D.nge die sie erfüllen Sie lebt in Kraft und -öraus. ^yr gehört di- Welt. Aber die Zeit, d'es«°heimms- volle Nichts, geht weiter, und allmählich ^0»^° t di- Jugend'dahin. Un6 eines w tief innen in der menschlichen Brus 3 gen, was früher nicht da war, zuerstnur °„° und selten im Laufe der Jahre immer öfter und Drin Mr: Me ngst vor Derri «tterm Die jei im M- ften Grunde dasselbe wie die Angst vor dem Tove ist. Jeder Mensch spürt, wenn er die Dreißig hmt sich hat irgendwann einmal das ?d"ungsvoue Grauen in 1-inem Blute und erschrickt daraber Das Schicksal rührt ihn an. Und nun enqcgewei firh’s' Daß der Körper, baß bas Kreatürliche am Menschen verfällt unb bahinschwinbet, ist unaus- ö W« ber Mensch ist nicht nur Körper und Geschöpf, er ist auch, wenn er will, Geist und „Es gibt für uns keine Ruhe unb keinen j Frieden, es gibt immer nur Arbeit und । immer nur Ringen und Kämpfen und für unsere Bewegung kann es niemals ein Bie- : gen ober Beugen geben, immer nur Wiber- ' stand mit dem Blick nach vorn." Adolf Hitler. Die Größe eines Volkes zeigt sich nicht allein durch sein Können ober Wollen, fonbern einzig unb allein burch bie Leistung unb seine Erfolge. Wille unb Tat als untrennbare Faktoren treten hierbei entscheibenb in ben Vorbergrunb. Nur burch bas Selbstvertrauen unb ben unzerstörbaren Glauben an die Richtigkeit einer großen Aufgabe läßt sich eine Sache gut und dauerhaft vertreten. Nur so erklärt sich das große Geheimnis der nationalsozialistischen Idee und ihrer gewaltigen Erfolge. Kein parlamentarisches Gehader oder jüdisches Gezeter, kein liberalistischer Gedanke und keine marxistische Handlung konnte eine wirkliche Leistung vollbringen, womit dem Staat und damit dem deutschen Volk gedient war. Deshalb war die Existenz einer solchen Regie in Deutschland zum Untergang verurteilt, um einer anderen, besseren Idee Platz zu machen. So entstand aus den Gedanken des Führers Die gestaltende Kraft, die Bewegung, und damit die greifbare Welt der Kämpfer und Anhänger der nationalsozialistischen Anschauung. Wurde der Kampf um die Macht ausschließlich durch die Bewegung geführt, so wurde die Partei bet der Machtübernahme vor a u ß e r o r d e n t l i ch e A u f - gaben gestellt. Diese zu erfüllen und erfolgreich zu beenden wird nach wie vor ihr allein Dorbe- halten sein, denn allein sie zeichnet verantwortlich für die Entwicklung unb ben Bestaub bes neuen Staates, im Gegensatz zu ber Verantwortungslosigkeit eines vergangenen parlamentarischen Systems. Sie hatte bie revolutionäre Umgestaltung geistig zu tragen, um bas vergangene im Sinne ber Neu- orbnung überzuleiten, unb ben Charakter ber Evolution sicherzustellen unb als weiteres Ziel bie restlose Durchführung ber nationalsozialistischen JDee übernommen. . Da nie etwas wahrhaft Großes von jenen Menschen kommen ober vertreten werben kann. Deren Werk nur in ber rabifalen Umwanblung äußerer Formen besteht, fonbern nur von solchen, bie aus ben Tiefen bes ©ei ft es ber national- f o 3 i a l i ft ischen Idee geschöpft haben, werden Bibliothek unter freiem Himmel. Eine Bibliothek unter freiem Himmel ist im Bryant-Park von Neuyork vom Bürgermeister des Stadtteils eröffnet worden, die allen denen zur Verfügung stehen sollen, die das Vergnügen eines schönM Spazierganges noch durch die Freuden des Lesens in einem fesselnden Buch erhöhen wollen. Gegen eine Gebühr von 10 Cents, die zugunsten der Arbeitslosen verwendet wird, bietet die Verwaltung dieser eigenartigen Bibliothek ihren Kunden auch noch die Benutzung eines bequemen Liege- stuhls. Man kann sich vorstellen, daß die Schar der Leser, die sich bei Dieser Bibliothek einfindet, ständig anwächst. Besonders an den Sonntagen ist die Bibliothek gut besucht; der Durchschnitt der letzten Sonntage waren 328 Leser. Zum größten Teil sind es Leute aus Dem Volke und altere Menschen, da bie Jugenb boch die Sportplätze vorzieht. Man hat auch eine Statistik darüber aufge- stellt, welche Bücher von den Beichern ber Bi- faliothek am meisten geschätzt werben, unb bas Er- gebnis ist, baß bie Bibel an ber Spitze steht. Gleich nach ihr kommt aber eine Sammlung von Detektio- qeschichten mit bem Titel „Sünden Amerikas und bann roieber eine „Allgemeine Einführung zur Psychoanalyse". Die Klassiker erfreuen sich bet bleiern Publikum keiner Beliebtheit. Die zwanzig Bände der vollständigen Werke von Charles Dickens, die ein Neuyorker Blatt der Bibliothek geschenkt hat, haben noch keinen Leser gefunden, unb man muß auch feststellen, baß bie Werke von Goethe ebensowenig verlangt werben, was gerabezu merk» roürbig ist, da sich auf dem Platz der Bibliothek ein Denkmal von Goethe erhebt und man doch eigentlich annehmen sollte, daß der eine oder Der andere Leser einmal neugierig werden müßte, was es mit diesem Dichter auf sich hat... Seit einiger Zeit ist Die Deutsche Oessentlichkeit j auf eine Zusammenkunft in Hamburg aufmerksam , gemacht worden, die der Darstellung von Volks- i gebräuchen aus vielen Ländern und vor allem der c Besinnung auf Freizeit und Erho- i lung dienen soll. Nach dem Programm ist anzu- ! nehmen, daß das Anschauliche und Bild- i mäßige in den Mittelpunkt gestellt wird. Wir i wollen sehen, erleben, das bunte Farbenspiel dessen genießen, was echtes Volkstum in allen Lan- i den geschaffen hat, was aus den phantasievollen Quellen bodenständigen nationalen Lebens entstand, i Wir wollen Horen, was das Volk singt, wir . wollen das unmittelbare Empfinden und die häufig so tiefe Lebensweisheit erklingen hören, wie sie in den Volksliedern und Gesängen zu uns spricht. Wenn dazu noch der bewegte Ausdruck im Volkstanz kommt, dann um so besser, bann werben wir, bei aller nationalen Verschiedenheit der Kontinente und Länder, uns Hineinoersetzen können in Das was wirklich lebt und was über die Jahrhunderte hinweg den stets gleichbleibenden Strom des völkischen Geschehens speist. Sehen wir unter solchen Gesichtspunkten das Programm an: Da gibt es zunächst eine Anssi e l l u n g „Freizeit und Erholung für a l l e". Man darf gespannt sein, wie die Aussteller die großen einzigartigen Leistungen von „Kraft durch Freude" bunt, bewegt, die Phantasie anlockend darstellen werden. Und zwar so darstellen, daß auch andere Völker, Die einen anderen Rhythmus des Blutes und damit des Erlebens haben, daraus lernen können ober zum minbesten interessiert werben. Es kommt ja auf eines entscheibenb an: es soll bas, was man früher mit einem leisen Anflug von Geringschätzung „bie breite Masse" nannte unb was wir heute mit Bewußtsein unb Stolz b a s „V o l k" nennen, zur eigenen selbständigen Entfaltung kommen, jeder soll sich in seinem kleinen Kreise seine „Umwelt" seine Betätigung in der Freizeit unb zur Erholung selbst schaffen. Ob diese nun in einem Ruderboot ober einem Fußball besteht, ob sie Der Gartengestaltung ober ben Vögeln, Kaninchen unb anberem Getier geroibmet ist — immer soll es boch so fein, baß jeber aus inner ft er Neigung gerabe bas tut, worin er ein klein wenig schöpferisch sein kann. Und das allein gibt ihm Die wahre Freude, und er tritt heraus aus einem nur allgemeinen Massen- Dafein in das Dasein eines Einzelmenschen, der freilich durch tausend Fäden mit seinem Volke verbunden ist. Sv wird die Ausstellung sicher Hun- berttaufenbe von Menschen fesseln und ihnen Anregungen für die Gestaltung des eigenen Lebens ini eigenen Heim und draußen in Der Natur geben. Dann aber heißt es, die Augen aufmachen, denn naturgemäß ist in den wenigen Tagen des Kongresses eine Fülle von anschaulichen D i n- g e n zusammengedrängt. Mehrmals werden Die nationalen Gruppen, Die zum Teil von weither kommen, auf Der Festwiese antreten unD Dorf fingen unD tanzen, sie werben ihre schönen Trachten zeigen, Fe st wagen werben zum Ausbruck eines bunten fröhlichen Lebens, Hanbwerker, Arbeiter unb Bauern werben gefonbert in bie Erscheinung treten, unb es wirb manches bunte Bilb gleich bem auf ber Festwiese in Wagners „Meistersingern" zustanbekommen. Die Festwiese allein kann aber nicht alles bewältigen. So tritt hinzu Volkssingen unb Volkstanz auf allen Plätzen Hamburgs, unb Die alte Hanfeftabt wirb zum Schauplatz von Freude unb Ausgelassenheit werben. Em großes Zen- lager wirb vor allem bie Jugend gruppen beherbergen, ber R e i ch s a r fa e i t s b i e n st unb Die Wehrmacht werben sich einschalten — gehören sie boch alle zu ber großen Gesamtheit Des Volkes, haben sie boch alle ihre eigenen ßebens, gesetze auch in Der Freizeitgestaltung. EM—Volks-, biefe zwangsläufig bie Wegbereiter und Vollstrecker ber gestellten Aufgaben fein. So ist es erklärlich, was manchem noch unverstänblich fein mag, baß bie nationalsozialistische Weltanschauung bzw. bie Träger ber Partei bie bauernben Oberhoheitsrechte zur Führung und Vollendung des nationalsozialistischen Staates ausüben werden. Die Männer in verantwortlichen Stellen der Partei haben in ihren Ressorts die Aufgabe, nationalsozialistische Gedanken- und Gesetzesgüter Tat werden zu lassen. Es ist nicht einfach, marxistische Einstellungen, liberalistische Ansichten oder gar konterrevolutionäre Bestrebungen rückfälliger Volksschädlinge für immer zu unterbinden, wenn nicht eine dauernde Pflege und Einflußnahme auf das anvertraute Volksgut auf allen Gebieten des Lebens durch eine eigens Dafür autorisierte Stelle, nämlich Durch Die Partei, erfolgt. Diese Anwälte Der Partei verkörpern Das politische Gewissen auf weltanschaulichem Sefa i e t, ihre Arbeit ist gemeinnützig, gerecht und richtunggebend für den einzelnen, wie für die Gesamtheit des Volkes, und verpflichtend zugleich. So hat jeder Dolksgenoffe an feinem Platz ob Richter oder Rechtsanwalt, Unternehmer oder Angestellter, Arbeiter ober Jnbuftrieller, Kaufmann ober Verwaltungsbeamter in wahrhaft nationalsozialistischem Sinn zu leben, zu hanbeln und zu arbeiten. So offenbart eine jede Handlung, gleichgültig von wem oder in wessen Auftrag sie ausgeführt wird, von welchem Geist und welcher Gesinnung sie getragen ist. Es kommt also nicht daraus an, daß der eine ein Braunhemd trägt, oder der andere mit zwei Händen „$)eil Hitler" ruft, sondern einzig und allein auf seine Handlung. Die Tat ist ausschlaggebend. Es ist nicht nationalsozialistisch, wenn ein JnDu- strieunternehmen großspurig durch die Zeitung offenbart, rückhaltlos hinter ben Maßnahmen ber Regierung zu stehen (ba man zur Zeit an Staatsaufträgen bireft ober inbireft gut oerbient), auf ber anderen Seite Hanblungen begeht, bie an bie schlimmsten Auswüchse liberalistischer Zeit erinnern. W i r werden einer solchen Entwicklung mit der größten Aufmerksamkeit zu begegnen wissen. Im Dritten Reich gibt es keine staatlich sanktionierte Freibeuterei asozialer , Handlungen. Wer leichtfertig, fahrlässig oder in Machtübernahme bis zum Jahre 1935 geschaffen worden, die direkt und indirekt allein zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung und zur Bekämpfung der Krise in der gewerblichen Wirtschaft notwendig waren. Es würde zu weit führen, die einzelnen Gebiete aufzuführen, jedoch sollen die auf diese Bezug nehmenden Gebiete kurz genannt werden, wodurch es möglich war, die Erwerbslosenziffer von über sechs Millionen unter der 1,5-Millionengrenze herabzudrücken. Die Methoden der Arbeitsbeschaffungs- und Beschäftigungspolitik im engeren Sinne waren folgende: 1. Erhöhung des Arbeitsbedarfs: a) unmittelbare Arbeitsbeschaffung durch Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten, b) mittelbare Arbeitsbeschaffung durch Einsatz öffentlicher Mittel zugunsten der privaten Investitionstätigkeit. 2. Verminderung des Arbeitsangebotes: a) durch Bindung von Arbeitskräften im nichtindustriellen Produktionsprozeß (Arbeitsdienst, Landhilfe, Landjahr), b) durch Bindung von Arbeitskräften in der Hauswirtschaft (Förderung der Eheschließungen durch Ehestandsdarlehen, lieber- führung weiblicher Arbeitskräfte in den Hausbolt), c) räumliche Bindung der Arbeitskraft, d) Binoung nach Arbeitsklassen, e) Arbeitszeitregelung. 3. Sicherung der industriellen Rohstoffversorgung: a) Rohstoffüberwachung, b) Rohstoffeinfuhr, c) Ausbau der Rohstoffbasis, d) Lenkung des Verbrauches. "1 . Schutz der Unternehmungen: a) Regelung des Wettbewerbes, b) Verminderung von Fehlinvestitionen, c) Steuererleichterung. 5. Verteidigung der Ausfuhr. 6. Steuerung der Preise: a) Preisbewegung, b) Preisregulierung, c) Preisüberwachung. 7. Einkommens- und Kaufkraftpo- l i t i k. 8. Förderung des Mittelstandes: a) Minderung des Wettbewerbes, b) Arbeitsbeschaffung und Kredit, c) Steuerpolitik. 9. Vereinheitlichung und Ausbau des Verkehrswesens: a) Ausbau des Der- kehrsnetzes nach einheitlichen Gesichtspunkten, b) Regelung des Konkurrenzverhältnisses zwischen den einzelnen Verkehrszweigen, c) Stützung notleidender Verkehrszweige, d) Förderung der Motorisierung. 10. Feste Währung: a) Devisenkontrolle, b) Auslandszahlungen. 11. Kredit- und Bankenpolitik: a) Zinsbewegung, b) Ordnung des Kreditwesens. So wurde auch im Gau Hessen-Nassau mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Arbeitslosennot zu Leibe gerückt. Unser Gauleiter Sprenger war es, der sofort nach der Machtübernahme zielsicher die ideellen und organisatorischen Voraussetzungen schuf. In klarer Erkenntnis der naturgewollten Struktur des Rhein-Maingebietes schritt er zur Tat. Um die Maßnahmen der öffentlichen Hand vorwärtszu- treiben und die Privatinitiative zu fördern, schuf er zunächst das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung, dem bald ähnliche Einrichtungen, wie der Rhein- Mainische Arbeitsbeschaffungsausschuß, der Rhein- Mainische Garantieverband, der Luftverkehrsverband Rhein-Main, der Landesplanungsverband Rhein-Main, der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag, die Rhein-Mainische Auftragsstelle und andere mehr folgten. Bereits in der Nachkriegszeit wurden an das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, umfassend den Regierungsbezirk Wiesbaden und Teile des Landes Hessen, durch die Fremdherrschaft der Besatzungsarmeen außerordentliche Anforderungen gestellt, die von Staat, Gemeinden und von den Volksgenossen selbst erfüllt werden mußten. Vorübergehend auf- gestellte Zollgrenzen innerhalb des Rhein-Main- gebietes erschwerten Handel und Wandel, und manch günstig begonnenes privatwirtschaftliches Entwicklungsstreben wurde schon damals für alle Zukunft zerstört. Fabriken und Werkstätten wurden verlegt, und ein jeder suchte diesen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Wer nicht unbedingt im besetzten Gebiet zu tun hatte, ließ sich dort nicht sehen. So waren auch die geschäftlichen Beziehungen zueinander außerordentlich gefährdet, was na» turlich nicht ohne Einfluß auf die Gefamtentwick- lung blieb. Diesen Schwierigkeiten traten noch andere nach der Machtübernahme hinzu. Die entmilitarisierte Zone, die wiederum einen überwiegenden Teil des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes umfaßt, konnte mit Aufträgen für Aufrüstungszwecke nicht bedacht werden, so daß durch diese Umstände die wirtschaftliche Entwicklung im Gau Hessen- Nassau zu anderen Gebieten Deutschlands eine Begrenzung erfahren hat. Die Lage des Arbeitseinsatzes im Gau Hessen- Nassau war deshalb außerordentlich schwierig. Besonders durch die Regsamkeit der Rhein-Mainischen Auftragsstelle in Berlin wurde bei Auftragsvergebungen in unser Gebiet manche schlecht beschäftigte Industrie neu belebt. Umfassend und groß sind die Maßnahmen der öffentlichen Hand durchgeführt worden. Es würde auch hier zu weit führen, alle die Maßnahmen vorzutragen, die zur Beseitigung der Arbeitslosennot durchgeführt wurden. Eine Hauptsorge bildet noch nach wie vor die Unterbringung des letzten Restes der noch beschäftigungslosen, insbesondere der älteren kaufmännischen Angestellten. Hier werden ganz neue Wege zur Unterbringung vorbereitet, über die im einzelnen noch nichts gesagt werden kann. Es liegt in der Absicht der Gauleitung, auch für die restlose Unterbringung der als bevorrechtigt geltenden Parteigenossen, so weit sie vor dem 14. September 1930 aktiv für die Bewegung tätig waren, in staatliche Dienste Sorge zu tragen. Emsige Arbeit auf dem Reichsvarteitaggelände. o f. •41 Die Stadt des Reichsparteitages, Nürnberg, rüstet mit großem Eifer für den diesjährigen Reichsparteitag, der wieder im Mittelpunkt des Geschehens fein wird. Nach den Entwürfen des Architekten Sp e i er baut man gegenwärtig auf dem Anmarschgelände eine gewaltige Tribüne. Riesige Krane führen die mächtigen Quaderblöcke heran. — (Prefse-Bild-Zentrale-M.) 25 Lahre Reichsversicherungsordnung. Zum 19.3uli. Von Dr. Erich Schmidt. Ein Bild sei vorausgestellt. Man schrieb den 17. November 1881. In der Schloßkapelle zu Berlin war der Schlußchoral des Gottesdienstes verklungen. Da erhob sich die markante Gestalt des Eisernen Kanzlers. Bismarck verlas die kaiserliche Botschaft an den Reichstag, die als historische Ankündigung der sozialen Gesetzgebung einen unvergänglichen Wert für die deutsche Geschichte besitzt. Am nächsten Tage wandte sich begeisterte deutsche Jugend an den Reichskanzler: 200 Breslauer Studenten baten in einem Schriftstück Bismarck, dem Kaiser mitzuteilen, daß die Jugend das Vermächtnis der kaiserlichen Botschaft erfüllen werde. Das Vermächtnis wurde erfüllt. Das Versprechen wurde gehalten. Von der Regierung wurden dem Reichstag Gesetzentwürfe über die Einführung der sozialen Versicherung vorgelegt. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurden sie angenommen. Der Marxismus wollte damals, wie in den glücklich überwundenen Zeiten des „Zwischenreiches", keine Lösung der sozialen Frage getreu dem Wort von Bebel, daß die soziale Wunde am Volkskörper offen gehalten werden müsse. Trotzdem aber ging die deutsche Gesetzgebung den durch die kaiserliche Botschaft vorgezeichneten Weg. Im Juni 1883 wurde das Krankenversicherungsgesetz verabschiedet, dann folgten die Gesetze über die Unfallversicherung, und am 13. Juli 1899 das Jnvalidenversicherungsgesetz. So entstand die d e u t- s ch e Sozialversicherung in organischer Entwicklung. Ohne Uederstürzung, mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit wurden die einzelnen Versicherungszweige geschaffen. Nachdem diese Aufgabe vollbracht war, ergab sich von selbst das Bestreben, durch eine Zusammenfassung der Sozialversicherungsgefetze ein einheitliches, übersichtliches und auch dem Arbeiter möglichst verständliches Sozialversicherungsrecht zu schaffen. Das führte zu der Reichsversiche- rungsordnung. Am 30. Mai 1911 fand über sie die Schlußabftimmung im Reichstage statt. Mit 231 Stimmen wurde sie angenommen. Unter den 57 Nein-Stimmen waren 47 sozialdemokratische. Einige Abgeordnete hatten sich der Stimme enthalten. Am 19. Juli 1911 erfolgte die kaiserliche Ausfertigung der Reichsversicherungsordnung. So blickt dieses große, für unser gesamtes soziales Leben so entscheidungsvolle Gesetzgebungswerk am 19. Juli 1 936 auf ein 25jähriges B e - stehen zurück. Wir stehen heute mitten in der Reform unserer Sozialversicherung. Es ist deshalb nicht unwichtig, auf die geschichtliche Entwicklung des Entstehens der Reichsversicherungsordnung zurückzublicken. Jahre hindurch war damals an der Vorbereitung des gro- ßen Gesetzgebungswerkes gearbeitet worden. Das damalige Reichsamt des Inneren hatte in alle Landesteile Kommissionen entsandt, um an Ort und Stelle Wesen und Wirken der Sozialversicherung zu studieren. Darauf wurde der Entwurf der Reichs- versicherungsordnung ausgearbeitet. In einer besonderen Denkschrift wurde die Oeffentlichkeit über die Pläne unterrichtet, um allen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. 1909 erfolgte dann die Ueberroeifung des Entwurfes an den Bundesrat. Hier arbeiteten fachkundige Vertreter in zahlreichen Sitzungen den Entwurf durch. Im März 1910 erfolgte feine Ueberroeifung an den Reichstag, der eine 28köpfige Kommission zur Durchberatung ein- setzte. Wie beim Bürgerlichen Gesetzbuch, so wurde auch die Reichsversicherungsordnung zur Redaktion dem Deutschen Sprachverein überwiesen, wodurch eine verständliche Fassung der Paragraphen gewährleistet wurde. „Trotz der Sprödigkeit so mancher Teile des Stoffes", so urteilte zum Beispiel der Präsident des Reichsversicherungsamtes und Reichs- versorgungsgerichts Dr. Schäffer, „hat die Reichsversicherungsordnung dem deutschen Arbeiter sein Versicherungsrecht näher gebracht und oer- stündlicher gemacht." Alle Fragen, die zur Festlegung der Richtung der heutigen Sozialversicherungsreform erneut erwogen werden mußten, sind auch damals pflichtgemäß geprüft worden. So besonders die Frage einer Ein- heitsversicherung, also einer Zusammenfassung der verschiedenen Versicherungszweige, die der Aufsicht der Versicherungsbehörden und, um nur noch ein Gebiet zu nennen, die des Ausmaßes der Selbstverwaltung der Beteiligten. Wie beim Aufbaugesetz, so entschied man sich damals zu einer Beibehaltung der verschiedenen Versicherungszweige. Bereits aber wurde die Tendenz bemerkbar, eine möglichste Zusammenarbeit der einzelnen Versiche- rungszweige herbeizuführen, wobei die Versicherungsbehörden das Bindeglied fern sollten. Die Reichsversicherungsordnung wurde demgemäß in verschiedene Bücher eingeteilt. Das erste Buch enthält die für alle Verficherungszweige gemeinsamen Vorschriften. Das zweite Buch behandelt die Krankenversicherung, das dritte die Unfallversicherung und das vierte Buch die Invalidenversicherung. Im fünften Buch wurden die Beziehungen der 23er- sicherungsträger zueinander geregelt und im sechsten Buch das Verfahrensrecht festgelegt. Außer 104 Artikeln des Einführungsgesetzes hatte die Reichsversicherungsordnung 1805 Paragraphen, wurde also nur noch durch das Bürgerliche Gesetzbuch mit seinen 2385 Paragraphen übertroffen. Man sieht hieran den gewaltigen Umfang der Materie, die gesetzlich zu regeln war. Was ist nun das Große an der Reichsversicherungsordnung, also an der Sozialversicherung überhaupt? Zwei Punkte sind es, die hier in erster Linie zu nennen sind. Durch Gesetz wird der Arbeiter verpflichtet, gemeinsam mit feinem Betriebsführer, der ja einen Teil der Beiträge zu tragen hat, für die Fälle der Krankheit, für Alter und Invalidität vorzusvrgen. Es ist die S e l b st h i l f e, die den Grundgedanken der Sozialversicherung bildet, und der Grundsatz der Fürsorge des Betriebsführers für feinen Gefolgsmann das bei der Unfallversicherung mit der alleinigen Aufbringung der Mittel durch den Betriebsführer am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Das ist der eine Punkt. Dann der andere: Tritt Krankheit auf in der Familie des Arbeiters, kommen sonstige Lebensschicksale für ihn, die er aus eigener Kraft nicht zu meistern vermag, dann hat er einen Rechtsanspruch auf Hilfe durch eigene Vorleistung. Er ist dann nicht auf ein Almosen, oder auf die Gnade einer Fürsorgestelle angewiesen, sondern er ist in der Lage, nötigenfalls den ihm gesetzlich zustehenden Anspruch durch einen gesicherten Jnstanzenzug einzufordern. Die Sozialversicherung ist aus unserem Volksleben nicht mehr wegzudenken. Das wissen wir alle. Ohne Arbeitslosenversicherung betrugen im letzten Jahr die Gesamteinnahmen der Sozialversiche- rungszweige 4068 Millionen, von denen 1417 Mil- Freundchen. Erinnerung an einen Lehrer. Er war ein gleichsam unwiderstehlicher Mensch. Nicht etwa, daß er schwärmte ober glänzte ober fortriß. Diel eher war etwas Nüchternes in feiner Erscheinung unb Führung, etwas gänzlich Phrasenloses. Unb es ist kein Zufall, daß von allen greifbaren Beeinflussungen meines Wesens durch ihn mir zwei am deutlichsten in der Erinnerung geblieben sind. Die erste fand statt, als ich noch kaum seinen Namen kannte, etwa zu meiner Untertertianergeit. Damals hatten wir eine Art von „Sport" ausxe- bilbet, ber uns die Pausen zwischen ben beiben Stunden erheiterte unb ber barin bestand, daß wir uns auf der Treppe aufstellten unb jeden der her- abgehenden Septimaner ober Sextaner mit einem Stoß auf eine etwas schnellere als die natürliche Weise bie Treppe herunterbeförberten. In dieser Tätigkeit begriffen, wurde ich meines Tyrannenmantels plötzlich auf eine jähe Weise entkleidet, indem ich von hinten eine unvermutete und sehr präzise gezielte Backpfeife erhielt, hinter der Freundchen lächelnd die Treppe hinunterstieg, wobei er mich von einer der unteren Stufen noch einmal aufmerksam betrachtete. Unb man wirb, gleichviel von welchem Stanbpunkt, verstehen, wenn in biefer wortlosen Handlung für mich eine erziehenbe Kraft gelegen hat, die mich für viele Jahre, ja vielleicht für immer von bem Ehrgeiz geheilt hat, in ben Lauf ber Natur gewalttätig eingreifen zu wollen unb bas bekannte Wort Nietzsches: „Was fallen will, soll man auch noch stoßen" nun dahin zu erweitern, daß man auch das stoßen solle, was noch nicht fallen will. Die zweite unvergeßliche Einwirkung fand nach Jahren statt, als ich schon Oberprimaner war. Ich war damals in meiner weltschmerzlichen Periode bei ben Skeptikern der Philosophie unb bes Lebens zu Hause, bemühte mich — mit wenig Erfolg — Ideale, Pathos unb begleichen zu verachten, hielt Schiller für einen bengalisch leuchtenden Komödianten unb befanb mich somit auf der harmlosen Stufe jenes jugendlichen Nihilismus, die wir alle bestiegen und überschritten haben, aus denen etwas Ordentliches geworden ist. Nun hatten wir damals einen Aufsatz mit einem Tl>?ma nach freier Wahl zu schreiben, etwas Unerhörtes in damaliger Zeit, unb ich hatte mich in gerabezu vernichtender Weife über die „Braut von Messina" ausgelassen, die mir eben gelesen hatten, unb wobei mir Hebbels hartes Urteil über dieses Werk gerade zur rechten Zeit unter die Hände gekommen war. Und wenn schon bie Rückgabe eines Aufsatzes im allgemeinen bei diesem Lehrer für uns alle etwas Besonderes war, durch Art unb Weise, wie er sie vornahm, so saß ich in diesem Falle mit besonders gemischten Gefühlen auf meinem Platz, halb wie ein Held, ber feinen ersten Lorbeerkranz erwartet, und halb wie ein Fanatiker, der einen Dianatempel in Brand gesteckt hatte. Freundchen kam herein wie sonst, nur etwas ernster als üblich, bie Hefte unter bem linken Arm, unb wie sonst setzte er sich auf bie vorberste leere Bank, bequem unb nachlässig, als einer, ber auf keine befonbere Haltung zu achten nötig hat. Unb bann aingen hinter seinem golbgeränberten Kneifer seine Augen langsam einmal von Gesicht zu Gesicht, mit bem burdjbringenben Blick, ben wir so liebten unb fürchteten. Unb in ber atemlosen Stille, bie dieser Blick erzeugte, begann er, wie abwesend vor sich hinsprechend, bas zu sagen, was mir noch heute fast wörtlich in ber Erinnerung ist: „In dem schmalen, engen Schlafzimmer seines Hauses zu Weimar liegt Friedrich Schiller auf seinem dürftigen Lager. Eben ist ein Anfall seiner furchtbaren Atemnot oorübergegangen, noch steht der Schweiß auf feiner blauen Stirn, unb seine Hänbe tasten unruhig über bie zerwühlte Bettbecke. Da wirb ihm ein Heft im blauen Umschlag gebracht. Er schlägt es auf, unb feine Augen lesen ben folgenben Satz: ,So bleibt von ber ganzen Braut von Messina nichts übrig als eine blutige, schauerliche Historie, mit Gewaltsamkeit und Roheit gestaltet, auf ben Effekt hin gearbeitet, von einer Wirkung, der bie Rohen verfallen, von ber aber bie Eblen sich schaudernd abroenben/ Er läßt bas Heft sinken unb schließt bie Augen, unb um feine Lippen werden zwei dünne scharfe Linien des Grames sichtbar, als hätte dieses Urteil sie in das edle Gesicht eingegraben ..." Nichts weiter. Der Lehrer schweigt. Wir schweigen. Nur mein Herz schlägt, und ganz heimlich wenden ein paar Augen aus ber Klasse sich mir zu. Nicht lange dauert das, dann zieht Freundchen feinen schmalen Zettel heraus und beginnt, das Allgemeine über die Arbeiten zu sagen. Aber in diesen wenigen Sekunden ist mehr in mir oorgegangen als sonst in Monaten und Jahren: die tiefe unb segensvolle Beschämung eines Menschen, ber vergessen hatte, was noch ben Geringsten unter uns ab ein unb bewahren kann: die Pietät. Der Aufsatz war mit „gut" zensiert, unb als Freundchen ihn mir zurückgab, nickte er mir zu. Es ist weiter nicht darüber gesprochen worden. Alles Nötige war gesagt worden, unb er wußte, daß jedes Wort zuviel alles zerstört haben würde. Ernst Wiechert. Nachtfalter und Nachtblume. Von Friedrich Schnack. Zu einem „Kleinen Buch der Nachtfalter" mit köstlichen farbigen Zeichnungen, das im Insel-Verlag erscheint, hat Friedrich Schnack ein Geleitwort geschrieben, aus dem das „Jnselschiff" die folgende fesselnde Schilderung vorn Leben der Nachtschmetterlinge wieder- gibt Wenn die Sonne sinkt und der warme, fröhliche Schmetterlingstag von der Erde scheidet, schließen viele Pflanzen, die Tagblüher, ihre Blumenaugen und Blütenlippen. Sie haben genug geleuchtet, genug geduftet, genug Nektar gespendet. Ihre Günstlinge unb Kavaliere, die Schmetterlinge, nun müde vom Gaukeln und satt vom Blumensaft, bie ihnen die bunten Wiesenkneipen kredenzten, suchen ihre Ruheplätze, die sie an Halmen, Stengeln, Kraut, Laub, niederen Büschen und in Bäumen finden. Regungslos geworden, klappen sie die Flügel zu. Sie verbergen die glänzenden Farben, so wie sich das Tageslicht verbirgt und wie ihre Freundinnen, die Blumen der Fluren und Gärten, ben Schmelz ihrer Blütenherzen vor ber Nacht verstecken. Tagblume unb Tagfalter entschlummern. Die Dämmerung webt, das Dunkel kommt, die ersten Sterne blitzen, bald erhebt sich ber Mond über ben Wäldern. Das ist die geheimnisvolle Stunde ber aus ihrem Tagesschlaf erwachenben Nachtschmetterlinge, und es ist auch bie Stunde der mit ihnen befreundeten Nachtblüher, der Nachtfalterblumen. Sie tun ihre Augen auf und öffnen die mit Necktar gefüllten Honiggruben ihrer Kelche, beginnen auch, je nach Art, stärker und betäubender zu duften. Bei Tage, im grellen Sonnenschein, hielten sie ihre Wohlgerüche zurück. Nun brauchen sie das Aroma nicht länger zu sparen und hauchen es aus. Es ist der Jasmin in den Anlagen, der feine Duftwolke verschwendet, das Geißblatt an der Gartenmauer, das in Düften hinstirbt, die Tabakstaude im Beet, der Phlox und das Leimkraut, die leidenschaftlicher aufzuleben scheinen, die Petunie am Fenster, die Silene, das Seifenkraut und der Natterkopf am Wiesenrain, die gelbe, fremdartig glimmende Nachtkerze an den Bahndämmen unb ben Schutthalben, auch auf trockenen Brachäckern. Durch Leuchtkraft, vermehrten Duft, schärfere Mischungen, durch Zauber und Wachsein locken sie ihre Gäste und Zecher. Sobald die Dämmerungsblume inniger atmet, kommen sie herbei. Die Nachtschmetterlinge, die geflügelten Boten und Seelen des Dunkels, verlassen ihren Unterschlupf, wo sie den langen, grellen Tag mit zusammengefalteten Schwingen ohne Regung verbrachten, entschwirren ihren Blattdickichten, schnellen aus den Schlafbäumen, Hecken unb Wäldern, verlassen ihre Schattenvrte, die Mauern, Planken, Fensterläden, grauen Felsen, Höhlen unb Keller, und überhuschen bas stille Land, bie träumenben Wiesen unb Bäume, bie ruhenben Hänge unb Gärten. Am liebsten fliegen und flattern sie in schwülen, bewölkten Nächten. Kühle mögen sie nicht, auch tun sie ungern Flüge bei Vollmond. Wahrscheinlich ist ihnen fein Licht zu grell unb gemahnt sie an ben blenbenben Tag, den sie fliehen. Doch sind sie echte Kinder des Mondes, wie ihre Schwestern vom Tage Kinder der Sonne. Die Tagfalter tragen auf ihren Flügeln helle, heftige Lichter, prangende Orden und schillernde Spiegel — die Nachtfalter sind mit Mond- farben geschmückt, mit Pastellen, milden, gedämpften und milchigen Tönen, zwar oft bunt, doch nie feurig unb brennenb funkelnd. Der Mond, ihr Gestirn, hat keine Glut, und auch bas Feuer ber Sterne erreicht sie nicht. Sie, scheue, flüchtige, mit phosphoreszierenden Augen ausgestattete Mondwefen, bewahren deshalb auf ihren Schwingen einen gekühlten Schimmer, verhaltenes Leuchten, mattere Farben, und nur bei jenen merkwürdigen Nachtschmetterlingen, die bei Tage in der hellsten Sonne fliegen unb bie Blumen besuchen, erhöht sich ber Glanz der Flügelbilder. Die Mehrzahl der Nachtflieger aber, völlig angepaßt an ihre in der nächtlichen Finsternis ertrinkende Umwelt, begnügt sich mit einförmigen grauen Farben, mit aschigen Flügelzeichnungen, nebelgleichen, stumpfen, freudlosen Schleiern und Schatten ober auch mit bräunlichen, mönchischen ober nonnenhaften Trachten, und wo auf ihren Schwingen noch ein Fünkchen Farbe und Glanz blinkt, ist es wie ein letzter Gruß des Lichtes. Zeitschriften. — Zum 50. Todestage von Franz Liszt am 31. Juli berichtet Dr. Walther Eggert im neuen Heft ber Illustrierten Zeitung Leipzig (I. I. Weber, Leipzig) ausführlich über Leben und Wirken des großen Klaviervirtuosen. Zahlreiche Abbildungen, darunter auch zu bem Kapitel „Frauen um Franz Liszt", ergänzen biefen Beitrag. „Die Herzkammer bes neuen Italien" ist ber Palazzo Venezia in Rom, bie Arbeitsstätte Mussolinis unb ber Sitz des Großen Faschistischen Rates. Gute Ausnahmen führen in diesen Palast ein, ber Zeuge vieler für Italien und Europa wichtiger Ereignisse geworden ist. WWW-- MWW ■ -i ■ ? ■ -M M ■■■"<■•; HchW ,D ■ St; i M W . 'M - -W >Z i^x. . ■ . . - ; z MM *«T* IM:1 WMA'!' >r. WM M 2- "■/' p M H dG rg *? ■ [tonen auf die Krankenversicherung entfielen, 374 Millionen auf die Unfallversicherung, 1477 auf die Invalidenversicherung, 554 auf die Angestelltenver- sicherung und 246 Millionen auf die Knappschaft der Bergleute. Die Gesamtausgaben stellten sich 1935 — auch ohne Arbeitslosenversicherung — auf 3606 Millionen, von denen 3298 Millionen Leistungen an die Versicherten bzw. ihre Hinterbliebenen waren. • Ueber der Reichsversicherungsordnung selbst hat kein glücklicher Stern gewaltet. Die einzelnen Bücher traten etappenweise in Kraft, um einen organischen Uebergang von der früheren Einzelgesetzgebung zur Reichsversicherungsordnung zu gewährleisten. Als letztes Buch war am 1. Januar 1914 das über die Krankenversicherung wirksam geworden. Wenige Monate später brach der Weltkrieg aus. Was für geordnete Friedensverhältnisse gedacht nxir, wurde dadurch auf eine harte Feuerprobe gestellt. Die besonderen Kriegsverhältnisse erzwangen allein bis 1918 wohl mehr als 50 Aenderungsgesetze und Verordnungen auf dem Gebiete der Sozialversicherung. Nach dem Kriegsende kam die Inflation, durch die die soziale Rentenversicherung unmittelbar in ihrem Bestände bedroht wurde. Dann folgten die Jahre der Herrschaft des Marxismus und des Liberalismus mit ihrer verantwortungslosen Erweiterung der Leistungen, verantwortungslos deshalb, weil eine Deckung für die Mehrausgaben meist nicht vorhanden war. War es schon vor dem Kriege notwendig geworden, im Dezember 1911 neben die Reichsversicherungsordnung die Angestelltenversicherung zu stellen, so wurden nach dem Kriege 1923 das Reichsknappschaftsgesetz und im Juli 1927 das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung erlassen. Das nationalsozialistische Deutschland fand auf dem Gebiet der Sozialversicherung schwerste Gefahren vor. Ihnen wurde begegnet durch das Sanierungs- Ö vom 7. Dezember 1933 zur Gesundung der enversicherung und durch das Gesetz über den Aufbau der Sozialversicherung vom 5. Juli 1934 zur Festlegung des Rahmens der Sozialversicherungsreform. Das Ziel, das die Regierung herausgestellt hat, ist, nach Abschluß der Reform das gesamte Sozialversicherungsrecht in einer neuen Reichsvers i ch erungsordnung zusammen zu fass en. Dem Erreichen dieses Zieles zum Segen für den deutschen Arbeiter und Angestellten und zum Nutzen für die gesamte deutsche Wirtschaft gelten unsere Wünsche am 25. Jahrestag I der alten Reichsversicherungsordnung. Internationale Tanzwettbewerbe in Vertin. des bestreiten durchaus, daß dies eine Allgemeinerscheinung sei; Einzelerscheinungen dieser Art seien in der Regel auf irgendwelche gewollten oder ungewollten Taktlosigkeiten der Ausländer zurückzu- führen, meinen sie. Der objektive Beobachter wird dieser Ansicht beipflichten. Der natürliche chevale- reske Stolz des Paraguayers überbrückt spielend die sozialen Unterschiede. Auf Klassengegensätze stößt man in Paraguay nicht. Dieser Umstand und die geringe Bevölkerungsdichte engen die sozialen Probleme ein und helfen sie überwinden. Gewiß gibt es soziale Probleme in Paraguay, aber sie werden dank des besonderen Charakters des Volkes nicht drückend empfunden, und die sozialpolitischen Reformen, die die Regierung plant, werden eine allgemeine Hebung des Lebensstandards herbeiführen und damit segensreich wirken; vorausgesetzt, daß sich ihre Durchführbarkeit erweist. Man hört in Europa und in Südamerika so oft das harte Urteil, der Paraguayer sei faul. Das Urteil ist falsch. Der Paraguayer ist keineswegs faul; im Gegenteil, er kann sogar ein recht fleißiger Arbeiter sein, — wenn er arbeitet. Aber was ihm abgeht, ist das Verständnis für den Wert einer geregelten Arbeit. Die Fruchtbarkeit des Landes, das warme Klima und die geringen Anforderungen, die er an Komfort und Lebenshaltung stellt, haben den Paraguayer von alters her der geregelten Arbeit entwönt, wenn er sie überhaupt je gekannt hat. Er arbeitet, wenn er für sich und die Familie Geld braucht. Das ist die Regel. Sobald er dann das zum Leben Notwendige verdient hat, läßt er die Arbeit einfach im Stich. Und da er bei feiner Bescheidenheit im allgemeinen sehr wenig zum Leben benötigt, so braucht er sich auch nicht allzu sehr anzuftrengen, um das Notwendige zu verdienen. Hier liegen die tiefsten Ursachen für die auffallende Rückständigkeit des an Entrvicklunqs- möglichkeiten so reichen Landes. Ein wirklicher Fortschritt wird in Paraguay nur möglich sein, wenn es gelingt, den Paraguayer zu geregelter Arbeit zu erziehen. Das ist der Kern aller Probleme, die in dem von der Natur so reich gesegneten „Garten Südamerikas" auftauchen. Alle Re- formen werden scheitern, müssen scheitern, wenn dieses Erziehungswerk nicht von den verantwortlichen Männern ernstlich und mit Bedacht in die Hand genommen wird. Leicht ist das nicht. Denn hier heißt es, den Charakter des Volkes in neue, ungekannte Bahnen lenken, das bisherige Zeitlupentempo nicht nur beschleunigen, sondern auch organisatorisch regeln. Das ist ein schweres Werk. Aber ihm dürfte der Erfolg nicht versagt sein, denn der Paraguayer, von Hause aus mit einer natürlichen Intelligenz ausgestattet, ist an sich durchaus bildungs- und erziehungsfähig. Ein Beweis ist die anerkannt vorzügliche Disziplin, die die Soldaten im Chacokrieg bewiesen haben, obwohl an sich das paraguaysche Volk durchaus nicht als diszipliniert angesprochen werden kann und auch wenig Gefühl für Disziplin hat. Mit bewußter Erziehungsarbeit ließe sich aus dem Paraguayer überhaupt noch vieles herausholen. Das allgemeine Kulturniveau ist nicht hoch, die Eigenkultur zeigt sogar eine augenfällige Primitivität und Naivität; immerhin ist sie vorhanden und hebungsfähig. Die Erzeugnisse der Töpferei und der Webkunst zeigen ebenso wie die klangfchönen, melodienreichen Volkslieder, daß der Boden einer arteigenen Kultur nicht nur vorhanden ist, sondern auch entwicklungsfähig sein könnte. Kulturelle Einflüsse von außen haben manches der arteigenen Kultur unterdrückt, anderes gehoben. Auf einzelnen Gebieten des kulturellen Lebens sind Im Rahmen der XI. Olympischen Spiele findet in Berlin auch ein internationaler Tanzwettbewerb statt, mit dessen Vorführung bereits begonnen wurde. Hier sieht man den Kronentanz der Penzberger Volkstanzgruppe unter Leitung von Sepp Leitner. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) V. und Schluß.* Das Land und seine Leute. Asuncion, Mitte Juni 1936. Es ist ein eigenartiger Menschenschlag, die Bevölkerung von Paraguay, und vieles, wenn nicht alles, was den Europäern in diesem Lande so fremd anmutet, erklärt sich daraus, daß das paraguaysche Volk trotz der europäischen Sprache, die in den Amtsstuben gesprochen wird, dem Europäer rassenfremd ist. Europa hört hier auf. Das Spanische ist wohl die Amtssprache, aber keineswegs die Landessprache. Untereinander spricht man Guaram, das Idiom, das die roten Urföhne und Urtöchter von jeher sprachen, ehe die spanischen Eroberer ihnen mit den mehr als zweifelhaften Segnungen der Zivilisation auch die Sprache Kastiliens als Verständigungsmittel brachten. Man sprach Guarani, als die Jesuiten ins Land kamen und die Missionen errichteten und die in Wald und Kamp herumschweifenden Indios die Seßhaftigkeit lehrten; man sprach Guarani zu den Zeiten des großen Solano Lopez, als Paraguay ein mächtiges Reich war, das den drei großen Nachbarn jahrelang trotzte; man spricht es heute noch überall. Und wie die Leute fremd anmuten, so sind auch Vorstellungsvermögen und Denkweise des paraguayschen Volkes himmelweit verschieden von denen der Menschen, die die übrigen erschloßenen Gebiete des süd- amerikanischen Erdteils bewohnen. Den Paraguayer trennt eine Welt von den Menschen der Ostküste, ebenso eine Welt von denen der Westküste, auch mit der indianischen Bevölkerung im Innern des Erdteils hat er nichts gemein. Er ist ein Schlag für sich inmitten einer andersgearteten Umwelt. Wohl hat manch Einfluß von außen den heutigen Typ geformt und an ihm herumgemodelt, aber den stärksten Einfluß hat doch das Land selbst ausge- übt. Blut und Boden sind sichtbar die großen Former des paraguayschen Volkes gewesen. Die Rasse verdient Sympathie. Einige Vorzüge fallen in die Augen: hervorragende Tapferkeit, hochgemuter Stolz, Bewunderung heischende Anspruchslosigkeit. Zuweilen überschlagen sich diese Eigenschaften und verkehren sich in Laster, aber sie sind bestimmend für den Nationalcharakter. Der Mut, von dem die Paraguayer während des Krieges unter Solano Lopez und noch zuletzt im Chacokrieg heldenmütige Proben abgelegt haben wandelt sich'häufig in eine ungezügelte Angriffslust oft m eine bedenkliche Unbeherrschtheit. Die Waffe sitzt verflucht locker im Gürtel. Aber das sind Ausnahmezustände und Ausnahmestunden! Im arojen und ganzen ist der Paraguayer ein freundlicher, umgänglicher Charakter, mit manch angenehmen Seiten und erträglichen Fehlern, und wer ihnrichtig zu nehmen versteht, kann mit ihm recht gut auskommen. . , Sein Stolz artet leicht in eine übertriebene, mimosenhafte Emvfindlichkeit aus, die ihn zuweilen zu übereiltem Tun hinreißt. Diese Empfindlichkeit verleitet ihn häufig auch zu falschen Urteilen; em mißverstandenes Wort läßt ihn leicht in einem andern einen Feind erblicken, der ihm keinesfalls böse will. Es wird heute viel davon gesprochen, daß der Paraguayer sich in bewußten und gewollten Gegensatz zu den in Paraguay lebenden Ausländem' stellt. Man spricht sogar von einer Ausländerfeindlichkeit. Sehr gute Kenner des San- * Vgll Gießener Anzeiger Nr. 154 vom 4. Juli, Nr. 158 vom 9. Juli, Nr. 160 vom 11. Juli, Nr. 163 ! vom 15. Juli. ________ . An den Fahnenmasten der Olympia-Feststraße werden die Olympia-Besucher die schönsten Stadtbilder von insgesamt 370 deutschen Städten sehen, die dort an denselben angebracht werden. — (Scherl-M.) sonders eindrucksvolle Ausschmückung erhalten. Von der Kurfürstenbrücke bis zum Denkmal Friedrichs des Großen werden nur an den einzelnen Licht- masten eiserne Rundträger angebracht, in die strahlenförmig Hakenkreuz- und Olympiafahnen bis zu sechs Meter Länge gesteckt sind. Außerordentlich vielgestaltig ist die Ausschmückung der historischen Prachtstraße „Unter ben Lin - d e n". Die Mittelpromenade umsäumen 96 etwa 16 Meter hohe Masten mit Hakenkreuzbannern von ie 14 Meter Länge. Längs der Bürgersteige bis zum Brandenburger Tor grüßen von zehn Meter hohen Masten die sechs Meter langen Banner von 23b deutschen Städten. Den Abschluß der Mittelpromenade am Pariser Platz bilden innerhalb der Fahnenreihe zwei sieben Meter hohe Figurengruppen des Bildhauers Eberhard E n ck e , die je zwei Olympia-Kämpfer und -Kämpferinnen darstellen. Der Pariser Platz wird wieder die 53 internationalen Banner tragen, die in offenem Biereck auf den beiden Grünflächen Aufstellung sinden. Das BrandenburgerTor erhält die übliche Paraguay, der Garten Südamerikas Don unserem Dr. M.I -Korrespondenten. Spätestens am 25. Juli wird die Ausschmückung Berlins, vor allem aber die Ausgestaltung der großen „Via T r i u m p h a 1 i s" zum Reichssportfeld, vollendet sein. Die Gesamtgestaltung, die nach den Richtlinien des Reichspropagandaministers von Staatskommissar Dr. Lippert angeordnet wurde, überrascht nicht nur durch die alles umfassende einheitliche Formgebung, sondern beeindruckt besonders durch ihren Einfallsreichtum und durch die Wahl der Mittel, die Zweckmäßigkeit mit Schönheit, Schlichtheit mit Farbenpracht zu einem monumentalen künstlerischen Bild vereinigt. Schon der erste Teil der Feststraße vom Ale- xanderplatz bis zur Kurfürstenbrucke wird ein überaus farbenprächtiges Bild bieten. 8 0 Wimpel ketten, von denen abwechselnd je 14 Hakenkreuz- und Olympia-Fähnchen wehen, werden die Königstraße Überspannen. Den Mittelpunkt dieses Abschnitts bildet der Rathausvorplatz ntit den auf hohen Masten befestigten sechs Meter langen Bannern der 53 teilnehmenden Nationen und Dem Olympia-Brunnen der Bildhauerin Hanna Kauer. Die Ausgestaltung des Lustgartens, des nächsten wichtigen Festplatzes im Zuge der „V i a T r i u m p h a 1 i s", liegt, wie am 1. Mai, tn Ham den des Architekten Speer. Selbstverständlich wird diese Feierstätte mit ihren gewaltigen Tribunenausbauten und der Olympischen Feuerschale eine be- und mit mehreren vergoldeten Hoheitszeichen gekrönt ist. An den Einmündungen der Heerstraße und der Reichsstraße, sowie weiter an allen Kreuzungen der Heerstraßen werden insgesamt 15 riesige, gleichfalls festlich ausgeschmückte Wegweiser zum Reichssportfeld errichtet. Diese Wegweiser sind mit je 54 Fahnen besteckt, die sich spiralförmig bis zu der in fünf vergoldete Olympiarmge emmun- denden Spitze emporwinden. Auch die Häuser längs der Feststraße erhalten, ähnlich wie das Berliner Rathaus, einheitlichen Gir» landenschmuck. Endlich wurde dafür Sorge getragen, daß alle störenden und unerwünschten Reklamen, besonders in der Nähe künstlerisch bemerkenswerter Gebäude und an sonstigen auffallenden Stellen innerhalb der Feststraße, verschwinden. Desgleichen werden unschöne Baulücken und sonstige Schandflecke durch umfangreiche Verkleidung mit Blattgrün verdeckt. f — ., snt'nb in Berlin, der aut Dem 'OZege Der ^^Olymp ^-F-ststraße liegt, wird auf der Mit- ÄÄ biefe vier Meter hohe Flgurengruppe ' kl.Uellt die ein Werk des Bildhauers Encke ift. aufge(tellt, ^^Eld-Zentrale-M.)___________ Dem Attentat aufKönigEduard VIII. ging eine feierliche Fahnenllbergabe an die Garde-Infanterie im Hydepark voraus, an die sich eine große Parade anschloß. Man sieht den König (X) während Der Uebergabe der Fahnen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Gesicht der Olympia-Feststraße. Oie Neichechauptstadt zum Empfang der Gäste geschmückt. Ausschmückung mit Hakenkreuzfahnen und Laubgrün, desgleichen der Hindenburgplatz, dessen riesige Lichtmasten mit je drei schmalen 14 Meter langen Hakenkreuzbannern umkleidet werden, und endlich die Charlottenburger Chaussee, die, wie am 1. Mai, mit bunten Lampenkränzen sowie mit Hakenkreuz- und Olympiabannern ausgeftaltet wird. Nach den aus je 53 internationalen Bannern gebildeten Fahnenwäldern am Großen Stern und am Knie geht es durch zahllose Ketten von Hakenkreuz- und Olympiafahnen, mit denen die Bismarckstrahe überspannt ist, zum Adolf-Hitler-Platz. Diefe letzte große Platzanlage vor dem Reichssport- eld wird eine besonders reiche Ausschmückung er- >alten. Auf der weiten Rasenfläche stehen hier in drei konzentrischen Kreisen Fahnenmasten und Aufbauten. Im äußeren Ring die Banner der 53 Olympia-Nationen, im Jnnenring 53 Olympiafahnen mit -wimpel und im Mittelpunkt des Ganzen ein 20 Meter hoher, mit Cichengrün verkleideter runder Turm, der 20 Hakenkreuzbanner tragt 100gr.25 Pfg Tabl. 20 Pfg R-s-rmw-rk, das bk Regierung. plant, erfolgreich drang Die Mauerst^ne wurden mit der chacke in Bäume und Sträucher ersticken. Geschichten aus aller Welt Zum ersten Male wieder Ms auf der Platte und Iran Kläre, geb. Walther u.Frau Eleonore,geb.Walther geben ihre Vermählung bekannt Gießen (Löberftraße 25 I), den 18. Full 1936 Es laden ein: 45110 03290 Sie MMliWsk unö GaWikl vti. kligelliarül Ihre Vermählung geben bekannt Druckschrift an. 4488V Hallo! Hallo! Einmachaut Mel-Äennholz Citrovin-Fabrik&mbH. Frankfurt^. 4439D Verlobte Lollar, den 18. Juli 1936 Quick und Dr; Ernst »lebten Frühstückskräutertee — aus einer Quelle tAnfeuerholz) gibt laufend ab Qualität — aber billig bei J.B. Häuser Gießen 4451D Amüswaldsaarten Robert Götz, Studienasseffor Luise Götz, geb. Schmitt Else Rohrbach / Heinrich Klinkei Karl Oausier ' posiaffeffor iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiii Vornehm/ Geschmackvolll Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache nietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 illllUlllllllllllllillUIIIII sich aufbauen ließe. Gelingt er nicht, dann werden die Reformen Stückwerk bleiben. Die politische wie die wirtschaftliche Stabilität des Landes sind aufs engste mit diesem sozialen Problem verknüpft, und solange dieses Problem nicht ernstlich in Angriff genommen wird, wird im „Garten Südamerikas" stets das Unkraut wuchern und die fruchttragenden den Kopf zu werfen. Die Besucher im Parterre werden gebeten, nicht in die oberen Abteilungen des Theaters hinaufzuklettern, jedenfalls aber nicht für diese Kletterkunststücke die Säulen zu benutzen. Die Herren werden ganz besonders ersucht, wahrend der Vorführung keine Streitigkeiten auszutragen. Sollte sich dies dennoch für notwendig erweisen, so wird auf die besonderen Räume hingewiesen, die die Direktion gern zu diesem Zweck zur Verfügung stellt." Angriff genommen, Dertreze begab sich nach seinem Zelt, um neue Gerätschaften herbeizuschaffen, als plötzlich ein entsetzlicher Schrei ertönte und der Ar- beiter, der dem Gelehrten Mitteilung von dem Summen gemacht hatte, sich in Krämpfen auf der Erde wälzte. Der Arbeiter starb innerhalb einer Stunde, und zwar, wie seine Kameraden berichteten, an dem Stich einer riesigen bunten Fliege, die plötzlich aus dem Gewölbe gekommen sei und den Unglücklichen in den Nacken gestochen habe. Tatsächlich habe sich im Nacken des Arbeiters eine geschwürähnliche Stelle gefunden. Die Arbeiter weigerten sich standhaft, weiterzugraben und der Gelehrte mußte sich aus dem nächsten Dorf neue Leute holen. Als er wiedepkam, war die Oeffnung nirgends mehr zu entdecken — wahrscheinlich hatten die Arbeiter alles wieder zugeworfen — und auch von der Fliege war nichts mehr zu sehen. Hauptagentur: Karl Bnrhenne Gießen, Gnanthstraße 5. bereits beachtliche Leistungen erzielt worden, z.B. in der medizinischen Wissenschaft. Vielleicht sind die Paraguayer bildungsfähiger als manche andern Völker Südamerikas, weil sie weniger oberflächlich, weniger „amerikanisch" sind, und deshalb dürfte auch "der Versuch, sie zu geregelter Arbeit zu erziehen, nicht aussichtslos sein. Der Versuch dürfte für das neue Regime eine lockende Aufgabe sein. Gelingt er, dann wäre das feste Grundwert geschaffen, auf dem das große MKlaffevonZbi« 20 v. s. erhallen Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Anzetg, Or.med. Erich Dietrich prakt. Arri Kleine Ncberraschung. (kn) Montreal. Gerissene Schmuggler pflegen auch heute noch in eigenen Flugzeugen von Amerika nach Kanada hinüber zu wechseln: natürlich schenkt ihnen die kanadische Polizei erhöhte Aufmerksamkeit, besonders die so bewegliche berühmte . „Berittene Polizei", die aber neuerdings motorisiert ist. Als kürzlich an einem sehr nebligen und unsichtigen Tage in der Nähe der Grenze ein Flugzeug in ziemlicher Hohe auftauchte, schlug die wachsame Polizei Alarm: der Weg des Apparates wurde durch Rundfunk alle fünf Minuten weitergegeben, und unten auf der Erde verfolgten die Autos der Polizei den unbekannten Piloten. Denn bei solchem Nebel kann einer da oben nur Uebles im Schilde führen, fagte man sich aus Grund früherer Erfahrungen. Und als das Flugzeug in der Nähe von Montreal niederging, war es sofort von einem halben Dutzend Polizei-Kraftwagen mit waffenstarrenden Männern umringt. Der Flugzeugführer jedoch schlug bei diesem Anblick ein lautes Lachen an, in das nach der ersten Erstarrung auch die braven Polizisten ein- stimmten. Sie hatten nur ihre Pflicht getan, auch wenn es sich bei dem Verfolgten diesmal um ihren eigenen Chef handelte, den Polizeigeneral Sir James MacBrien, der gerne fein Pnoatflugzeug fährt, das bei dem Nebel jedoch nicht zu erkennen gewesen war. Immer noch Pharaonen-Geschichten. (wb) Kairo. Seit den Tagen, in denen der englische Forscher Howard Carter in Luksor im „Tal der Könige" seine ersten aufsehenerregenden Ausgrabungen machte und Schätze von ungeahnter Pracht und bedeutendem Altertumswert zutage förderte, haben die geheimnisvollen Geschichten, die von allerlei rätselhaften Geschehnissen und von der „Rache der Pharaonen" zu berichten wissen, kein Ende genommen. Einmal war es ein schreckliches Mumienglft, dem die Forscher zum Opfer fielen, dann wiederum waren es schauerliche Riten irgendeiner Sekte, die nicht duldete, daß der tausendjährige Schlaf der Könige Aegyptens gestört wurde. Jetzt ist es sogar eine Fliege, die dem unausrottbaren Aberglauben neue Nahrung gibt. Es gehört gar nicht viel dazu, um die Phantasie der Eingeborenen anzuregen, um sie glauben zu machen, daß ein übermächtiger Zauber auch heute noch wirksam sei, die Gräber der Pharaonen schütze und die „Grabfrevler" mit Unheil bedrohe. Die Sache mit der Fliege der Pharaonen ist folgende: Zu dem jungen elsässischen Archäologen Eugen Dertreze kam vor kurzem ein eingeborener Arbeiter, um ihn darauf aufmerksam zu machen, daß an einer bestimmten Stelle des Erdbodens ein rätselhaftes Summen ertöne. Auch der Gelehrte vernahm das Summen deutlich — so wird jedenfalls aus Luksor berichtet — und ließ an der Stelle Grabungen vornehmen. Man stieß auf em gemauertes Gewölbe, aus dem das Summen stärker Kirmes in Rodgen am Sonntag, 19., u. Montag,20. Juli bei Gastwirt Schmitt Bayrische Stimmungskapelle Für Speise und Trank ist bestens gesorgt! Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäß u. vreisw. 453D Utflis Gielen, LudwißstraieSp.: Televh.2403< Sonntag, den 19. Juli, und Montag, den 20. Juli: Kimes in Rödgen bei GastwirtBalser Musik von erstklassiger Kapelle (Reichswehr) 03212 Die BurscbenscbaftRödgen DflniDfiöoeroetl Mnüskm Ludwig Kröck Telefon 3580. Büchertisch. -Georg Gizycki. D i e Weiß°n und d i e Schwarzen. Erlebnisse in Franzostsch-West- Afrika. Mit 16 Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers. Preis in Ganzleinen 5,80 Mark. Esse- ner Derlagsanstalt in Essen. — (168) — Der Verfasser ist Pole; er hatte den Auftrag, Filmaufnah- men für die französische Kolonialpropaganda herzu- stellen Aber das Bild, das er auf Grund feiner mehr als fünf Jahre langen Reiseerfahrungen durch die wichtigsten Teile Französlsch-West-Afrikas über den Zustand dieser französischen Kolonien entrollt, ist für eine Kulturpropaganda wenig geeignet. Er schildert eine schlampige, dem verheerenden Klima Nigerias und Dahomes zumeist sehr schnell erliegende Beamtenschaft, die ganz anders wie die englischen Kollegen der benachbarten Kolonien fast auf das Niveau der eingeborenen Bevölkerung herabsinkt. Die meisten Beamten sind froh, wenn sie die Jahre ihrer Verpflichtung abgedient haben, um dann möglichst früh sich mit ihrer Staatspension in der Heimat zur Ruhe setzen können. Der Ge- danke, Kolonialpioniere eines größeren Frankreichs zu sein, kommt ihnen nicht. Sie suchen auch sonst überall ihr Profitchen zu machen. Die Behandlung der Eingeborenen ist bestenfalls die gänzlicher Gleichgültigkeit, meist jedoch werden sie von beutegierigen Profitjägern geschunden und ausgepretzt. Die Gesundheitspflege ist auf einem bemerkenswert bejammernswürdigen Stand. Das Buch dieses polnischen Filmoperateurs ist nun keineswegs eine flammende Anklageschrift wie es nach dem obenge- faqten hätte scheinen können. Es ist nudp Ürner Mann, der hier ohne jede Gefühlsduselei seine Eindrücke über den französischen Kolonial- imperialismus eigentlich nur am Rande ausführlicher Jagd- und Reiseschilderungen wiedergibt. So ist das Buch auch für die Kenntnis eines der dem Fremden am wenigsten erschlossenen Gebiete des schwarzen Erdteils von großem Interesse. —e Das leuchtende Kind. (ky) Mailand. Dor einem Jahr wurde in der Weltpresse von dem Fall einer Frau in Tirana berichtet, von deren Körper eigenartige Leuchtphänomene ausgingen. Jetzt hat sich in der kleinen oberitalientschen Ort- chaft Vampuzzo ein ähnlicher Fall ereignet. Em 12jähriqes Mädchen, die Tochter eines Maurerge- Hilfen, steht diesmal im Mittelpunkt des Interesses. Dor etwa einem Monat zeigten sich an ihr eigenartige Leuchterscheinungen. Das Mädchen war krank gewesen und befand sich auf dem Wege der Besserung. Als ihr Bruder das Zimmer betrat, tn dem das Mädchen lag, bemerkte er plötzlich, daß vom Körper der Rekonvaleszentin ein Helles Licht aus- ging. Er erschrak und ries seine Mutter herbei. Als diese das Zimmer betrat, war die Leuchterschemung zwar schon viel schwächer geworden, war aber doch noch immer eine Zeit lang deutlich sichtbar, bis sie dann ganz verschwand. Man berichtete sofort dem Arzt von dem Vorgang, der nun abwechselnd mit dem Lehrer und dem Pfarrer des Dorfes an dem Bett der Kranken Wache hielt. Aber erst fünf Tage später wiederholte sich die eigenartige Erscheinung. Der Pfarrer war geade bei dem Mädchen und unterhielt sich mit ihr. Auf einmal bemerkte er, daß von dem zarten Kind ein gleichmäßiges, rötliches, nicht sehr starkes Licht ausging, das sogar an der niedrigen Decke widerschien. Die Erscheinung dauerte einige Minuten, um bann wieder zu ver- schwinden. Das Kind schien von dem Lichte überhaupt nichts bemerkt zu haben. Die wertvollste Münze der Welt. E. Bl. London. Aus Anlaß des internationalen Kongresses der 1 Numismatiker in London wurden wertvolle Mün- ■ zen aus allen Zeiten und Ländern ausgestellt. < Die bislang wertvollste Münze ist eine Dekadrachme > aus Syrakus. Sie hat etwa die Größe eines Zwei- : markstückes und besteht aus Silber. Ihr heutiger Metallwert beträgt vielleicht fünfzig Pfennig. Im ! Altertum war er ganz beträchtlich höher. Der Heu- । tige Wert der antiken Münze beträgt aber mehr i als das Tausendfache des einstigen Zahlungs- , wertes, nämlich rund 200 000 Mark. „Queen Marys" Schwester. E. Z. Edinburgh. Die schottische Werft Brown & Co., die Erbauerin der „Queen Mary", hat kürzlich den Auftrag er» halten, em Schwesternschiff zu bauen. Das neue Schiff, das die Werftnummer 535 führt, wird etwa die gleichen Abmessungen haben wie die „Queen Mary", aber mit rund 83 000 Tonnen ungefähr 3000 Tonnen mehr Wasserverdrängung besitzen. Später soll das Schiff auf den Namen „King George" getauft werden. Die „Queen Mary" hat bisher noch nicht die Geschwindigkeit erreicht, die man von ihr erwartet hatte. Das Schwesternschiff soll nun einige neue technische Einrichtungen erhalten, die sowohl die Geschwindigkeit wie die Rentabilität des Schiffes verbessern sollen. Des Meeres und der Liebe Wellen. (im) Amsterdam. An einer dieser schönen Tage erschien in höchsteigener Person auch der Herr Plantagendirektor ten M. mit seiner Braut, einer Rotterdamer Fabrikantentochter, am Strande von Scheveningen. Herr ten M., der eine Plantage auf Java leitete, die rund fünfzehn europäische Farminspektoren be- schästigt, verbringt zur Zeit nach fünf Jahren in Holland seinen ersten Heimaturlaub, der, wie er sagt, auch dem Zwecke gilt, jenem Bibelworte nachzukommen, wonach es nicht gut ist, daß der Mensch allein sei. Daher die Braut, ein hübsches junges Mädchen, und daß es reich ist und dem Herrn Direktor soeben erst helfend unter die Arme greifen konnte, als eine größere Ueberroeifung aus Java nicht rechtzeitig ankam, das macht die junge Liebe nur noch stärker ... Man kam also nach Schevenin- gen, und da die Braut sich in den letzten Tagen etwas unpäßlich fühlte, stieg Herr Direktor ten M. allein ins Wasser. Mit kühnen Stößen schwamm er weit hinaus ins Meer und kam bann wieder zurück. Schon sah ihn die am Strande sitzende Braut ihr entgegenlächeln, als sich plötzlich sein Gesicht verzog, blaß wurde, und der Schwimmer wendete und wieder weiter hinausschwamm. Und er kam und kam nicht zurück, so daß die geängstigte Braut einige Herren alarmierte, die es sofort auf sich nahmen, dem Ausbleibenden nachzuschwimmen und ihn wieder hereinzuholen. Sie fanden ihn weit draußen, mit den Wellen und der Erschöpfung kämpfend, und brachten ihn, obwohl er trotz seiner Ermüdung Widerstand leistete, an den Strand zurück. Hier löste sich das Rätsel: sofort wurde er von drei jungen fremden Damen und zwei Herren umringt, von denen sich jene als drei gewesene Bräute des Herrn ten M. und diese als Beamte der Rot- terdamer Kriminalpolizei erwiesen. Die drei Bräute hatte der Herr Plantagenbesitzer, der in Wirklichkeit ein früherer Kellner ist und Java nie gesehen hat, eit dem Oktober v. I. gehörig gerupft wofür ihm die beiden Herren mit den unsympathischen Metall- childchen unterm Rockaufschlag die Quittung erteilen wollten. Die drei betrogenen Mädchen, Die zufällig von ten M.s Badefahrt mit der neuesten Braut erfahren hatten und ihm mit polizeilicher Begleitung nachgefahren waren, hatte ten M. bei der Rückkehr an den Strand erblickt und war deshalb wieder ins Meer zurückgekehrt... (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) 1 Die australische Nachtigall. G. Sydney. \ Fräulein Nelly Sheridan in Sydney, eine neun- . zehnjährige junge Dame, ist die neueste Sensation ( Australiens. Sie verspricht nämlich, eine neue . „australische Nachtigall" zu werden — wie es die Melba einmal gewesen ist —, verfügt aber über . ein Stimmregister und eine Stimmhöhe, welche selbst die ihrer weltberühmten Vorgängerin in den Schatten stellen dürfte. Nelly Sheridan war ursprünglich Verkäuferin in einem kleinen Geschäft, ehe man ihre Stimme entdeckte und nicht nur von Musiksachver- ständigen, sondern auch von Kehlkopfspezialisten untersuchen ließ. Diese Untersuchung hatte verblüffende Ergebnisse. Nelly Sheridan erreicht mit ihrer Stimme mühelos eine Höhe, die noch fünf Noten über dem dreimalgestrichenen hohen C liegt (drei und eine halbe Oktave über dem Mittel-C!), und erfreut dabei noch durch eine derart klare und kräftige Tongebung, daß ihren Prüfern vor Entzücken Tränen in die Augen kamen! Sie singt damit also noch einen ganzen Ton höher als die italienische Sängerin Lucrezia Agujara, die zu Mozarts Zeiten lebte und den bisherigen „Rekord" in der Stimmhöhe gehalten hat. Die Mediziner stellten gleichzeitig fest, daß Nelly Sheridan über einen ungewöhnlich stark ausgebildeten Kehlkopf verfügt, der geradezu als anormal bezeichnet werden muß. Da Nellys Stimme noch völlig unausgebildet ist, wird es allerdings noch einige Zeit dauern, bis wir dieses Stimmwunder auf der Bühne ober im Konzertsaal vernehmen werden. Filmküsse in Japan unerwünscht. (bn) Tokio. Der Ferne Osten hat andere Sitten und Gebräuche als wir. Und so gern die Japaner deutsche Lustspielfilme sehen, so sehr sie sich für den beschwingten Rhythmus eines Wiener Walzers, der geschickt in die Handlung eingefügt ist, begeistern können, ebenso sehr nehmen sie Anstoß an Dingen, die für uns selbstverständlich sind. So hat beispielsweise die japanische Zensurbehörde im vergangenen Jahr aus eingeführten Filmen und auch Filmen eigener Produktion insgesamt 3000 Meter herausgeschnitten, auf denen sich Kußszenen oder andere Freundschaftsbezeugung, wie beispielsweise das freudige Um-den-Hals-fallen, abspielten. Außer diesen 3000 Metern fielen der Schere des strengen japanischen Zensors noch weitere 7000 Meter zum Opfer, weil sie nach Ansicht dieser Behörde geeignet erschienen, die moralischen Empfindungen der japanischen Kinobesucher zu gefährden. Munterer Theaterbetrieb. rt. Neuy 0 rk. Im Columbia-Theater von Cincinnati findet man noch heute in ein paar dunklen Ecken die Anschlagtafeln aus dem Jahre 1830, als dieses Theater eröffn^ wurde. Es muß hier mitunter recht fröhlich zugegangen fein. Hören wir, mit welch strengen Worten man die Theaterbesucher zur Ordnung ermahnte: „Die Besucher werden gebeten, während der Vorstellung nicht auf der Bühne zu erscheinen, da dies den Verlauf des Stückes stört. Solange der Vorhang geöffnet ist, dürfen die Besucher keine Nüsse knacken. Dor allem müssen die Besucher der Galerien es auf jeden Fall unterlassen, den untensitzenden Personen Schalen und ähnliche harte Gegenstände auf HIM6 am Sonntag, dem 19., und Montag, dem 20. Juli, verbunden mit großem Volksfest. Bei anbrechender Dunkecheit Brillant-Feuerwerk. 2 Tanzböden. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle des MG.-Bataillons 2, Gießen \5O ooie Q Q Jede Aufregung gräbt tidi im Getieft! ein, jeder Nervenkoliepi gib! ein Alfenlällchen. Nein, soweit dürfen Sie e* nicht kommen lassen. Versuchen Sie Quick, es stärkt Hers und Nerven und hilft die vielen Aufregungen und Anstrengungen leichter *u ertragen. Quick mit Lezithin erhält Ihre Frische und Spannkraft ohne aulzuputschen. — Bitte die Probe machen mü Preis UM 1.20 "w Apolhek. e. Drogerien Probe d* Hermes. München, Güll* T Httt Lexlthln Es laden ein: 03292 Die Kirmesburschen u. der Wirt.1 Wir finanzieren Ihr Eigenheim oder entschn den Ihren Besitz! Besuchen Sie unseren Oetfentlichen Vortrag am Sonntag, dem 19. Jnli 1936, nachmittags 3 Uhr, in Gießen, im großen Saale des Kathol. Vereinshauses. — Redner: Bezirksleiter E. Lndolph, Kassel. Eintritt frei! Eintritt frei Deutsche Bau- u. WirtschaHsgeinein- schatl e. G. m. b. B., Köln. Bisher stellten wir ihr üb. 3600 Eigenheime rund 30 Millionen RM. bereit Falls Sie an dem Besuch des Vortrags verhindert sind, fordern Sie kostenlos und un- verbindl. unsere auf klärende 18. Zull 1936 Haingründau Gießen Kreis Südingen Echühenstraße 11 Zu dem morgen stattfindenden lileMiesl ladet freundlichst ein: 4546D Der BurOwirt Pau! Niebergall WIESECK Sonntag, den 19. Juli: TANZ 1 bei Gastwirt Wilh. Dorfeld Gasthaus zur deutschen Eiche Klein-Linden Sonntag, den 19. Juli TANZ Anfang 4 Uhr 45410 Es ladet ein Franz Rathenow Bekomm ich Ausgiebig ROVI ESSIG — _-d4D' Nr. 166 Drittes Blatt Samstag, 18. Juli 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) HM WWW V WO - W S* W Aus Der Provinzialhauptstadt. I GlasgemÄde in derFriedhosskapeüe amRodtberg Sprenger, an. Gauleiter Vor Wettbewerb für ein Schna- Schna- Samslag. „Buchhalter Sonntag. „Buchhalter Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gietzen. Marine-Ehrenmals Laboe der erste Preis zugedacht wurde und seine Arbeit auch im Ehrenmal ihre Verwirklichung fand. Das Fenster, das der Künstler für die Gießener Friedhofskapelle schuf, zeigt im Mittelteil eine symbolische Darstellung des Trostes im Leid, in den beiden Seitenfenstern liest man in vielfältiger ornamentaler Gestaltung den Spruch „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden". Das Glasgemälde leuchtet in lebhaften Farben. Die Fenster des Kirchenschiffes wurden ebenfalls neugestaltet. In zarten Tonen sind hier die vielfach unterteilten Scheiben gehalten, so daß sich ein wirkungsvoller Gegensatz zwischen den Fenstern im Schiff und dem Fenster im Chor ergab. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Kriegsopferfahrt an den Bodensee vom 5. bis 14. August. Auf Anordnung der Kreisamtsleitung ist der Mel- dungstermin zur zehntägigen Kriegsopferfahrt an den Bodensee (Preis 36 RM., inbegriffen Wohnung und Verpflegung) bis zum 25. Juli einschließlich verlängert. Anmeldungen werden bis zu diesem Termm au der Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38, von 7 bis 13 und 15 bis 17 Uhr entgegengenommen. Samstagnachmittags ist die Geschäftsstelle geschlossen. Echafbockversteigerung in Siehe» Am Mittwoch nächster Woche veranstaltet der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau in der Dersteigerungshalle Rhein-Main in Gießen eine Versteigerung von Schafböcken. Zum Verkauf sind etwa 60 bis 70 Lammböcke des deutschen schwarzköpfigen Fleisch-Schafes vorgesehen. Gemeindeverwaltungen und Schäfereigesellschaften seien auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte besonders hingewiesen. Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft. Die Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft veranstaltet am Sonntag, 19. Juli, im Katholischen Dereinshaus einen Vortrag. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. Lerdunkelungsmaßnahmen in Gießen. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Die gegenwärtig in der Stadt Gießen stattfindenden Verdunkelungsmaßnahmen führt der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, auf Anordnung der Polizeibirektion Gießen aus. Omnibusfahrt nach Schotten. Die Omnibusse fahren am Sonntag früh 6.30 Uhr ab Gießen, Frankfurter Straße, Ecke Liebigstraße. Die Abfahrt erfolgt pünktlich. Die Teilnehmer von Leihgestern fahren um 6.00 Uhr ab Post Leihgestern, die Teilnehmer von Großen-Linden 6.10 Uhr ab Caf6 Dern. Die noch nicht abgeholten Fahr- karten können bis heute 13 Uhr auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden. Radwanderung nach Schotten. Die Teilnehmer an der Radwanderung zum Rennen „Rund um Schotten" treffen sich am Sonntag früh 4.00 Uhr an der Volkshalle. Verpflegung ist mitzubringen. Die Fahrt geht über Grünberg— Ulrichstein—nach der Poppenstruth. Von hier aus die Noch zwei Preisträger im fremdsprachlichen Wettbewerb anläßlich des Gautages der Deutschen Stenografenschaft in Gießen. Nachdem bereits zwei Mitglieder der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft mit Preisen für sehr gute Arbeiten in französischer Sprache ausgezeichnet wurden, konnten nach endgültiger Bewertung zwei Mitglieder in englischer Sprache ausgezeichnet werden, und zwar: Oberzahlmeister Ewald Bötig in der Abteilung 120 Silben mit der Note „Hervorragend", Fräulein Esther Frei- t a g in der Abteilung 100 Silben mit der Note „Sehr gut". Beiden Mitgliedern wurden Ehrenpreise zuerkannt. Dichterbesuch in unserer Gtodt. Gießen bekommt den Besuch der Dichter, die zur Zeit auf Einladung des Landessremdenoerkehrs- verbandes Rhein-Main unsere engere Heimat kennenlernen wollen. Die Dichter treffen am kommenden Montag in unserer Stadt ein, wo ihnen ein Empfangsabend bereitet wird. Am Dienstag ist ihnen Gelegenheit geboten, die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Der Reisegesellschaft gehören an: Dr. Otto Diese Verdunkelungsmaßnahmen sind nicht als Verdunkelung'sübung zu betrachten, sondern dienen nur zur praktischen Schulung der Zivilbevölkerung im Selbstschutz. Die Bevölkerung wird gebeten, diese Schulungsmaßnahmen zu befolgen und die Anordnungen der Amtsträger des Reichsluftschutzbundes, die im Auftrage der Polizeidirektion handeln, genauestens zu beachten. Oie ausscheidenden Mitglieder des Gtaditheaters Von den aus dem Verband des Gießener Stadttheaters scheidenden Mitgliedern gehen, wie uns vom dramaturgischen Büro mitgeteilt wird, zur kommenden Winterspielzeit Luise Decker als 1. Salondame an das Stadttheater Harburg-Wilhelmsburg, Emmy HagernanN als 1. Altistin an das Landestheater Altenburg, Cissie H e n ck e l l als 1. jugendliche Salondame an das Stadttheater Freiburg, Aenne Markgraf als 1. Salondame und Liebhaberin an das Landestheater Meiningen, Ludwig Mosbacher als Naturbursche und Liebhaber an das Landestheater Darmstadt, Hans von S p a l l a r t als Spielleiter und 1. Bonvivant an das Landestheater Darmstadt. Gloria-Palast, Seltersweg: „ bei". — Gleibergverein, 15 Uhr, Gleibergfest auf der Burg Gleiberg. — Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft e. G. m. b. H., Köln, 15 Uhr, öffentlicher Vortrag von Bezirksleiter E. Ludolph, Kassel, im Katholischen Dereinshaus. Gewöhnlich wird es ja kein Bummel, sondern ein regelrechter Langstreckenlauf. Denn im allgemeinen begibt man sich bekanntlich zum Bahnhof, um zu verreisen. Und da in solchen Fällen ine Zeit ine Eigenschaft hat, ganz mächtig zu eilen, beginnt das Hasten schon auf der Haustreppe. Um Gotteswillen rasch zur Empfangshalle, einige Sprunge zum Fahrkartenschalter und mit Rekordgeschwindigkeit durch die Sperre zum Bahnsteig. Zur Ruhe kommst du erst wieder, wenn der Zug schon die Geleise der Bahnhofsanlagen überquert hat und sich bereits in voller Fahrt auf dem Wege zur nächsten Station befindet. . Ganz anders sieht die Sache aus, wenn du den Einfall hast, einmal völlig ohne Reiseabsichten zum Bahnhof zu gehen. Merkwürdig, rote wenige Menschen in der Stadt auf diesen Gedanken kommen. Dabei ist er so naheliegend und vielversprechend, wenn man es richtig bedenkt. Denn er verheißt zweifelsohne einen Genuß, der sich wie im Theater je nach Beschaffenheit und Temperament des einzelnen Zuschauers richtet. Schon dieser atmosphärische Unterschied, der das Straßengetriebe von allem scheidet, was nur irgendwie mit dem Bahnhof zusammenhängt.. Du betrittst die Empfangshalle und spürst sofort den eigenartigen Reiz, der dich hier umgibt. Draußen brandet der alltägliche Verkehr, aber es dringt nur sein gedämpfter Schall an dein Ohr. Der Schall ist gewissermaßen das lokale Geranne zu dem Getriebe des Weltverkehrs im Bereich des Bahnhofs. Denn die blitzenden Schienen, die sich hier zusammendrängen, führen allesamt in die weite Ferne und heften ine Stadt an das große stählerne Netz, das alle Kontinente umspannt. Von den Bahnsteigen her donnern die Zuge und zischen die Lokomotiven. In der Bahnhofshalle aber ist ein ständiges Kommen und Gehen. Vor allem jetzt in der Reisezeit. Du findest als stiller Zuschauer interessante Studienobjekte und kannst mit dir selbst ein aufschlußreiches Rätselraten anstellen über die landschaftliche Zugehörigkeit der einzelnen Reisenden, über ihre Pläne und die Absichten des Aufenthaltes in unserer Stadt. Es wird dir nach einer Meile des Beobachtens auch gar nicht schwer fallen, die koffer- belabenen Einheimischen von den aufmerksamer umschauenden Fremden zu unterscheiden. Don besonderem Reiz aber ist zu jeder Zeit em Gang durch die Wartesäle. Hier herrscht die Ungezwungenheit des Augenblicks, und an den Tischen sitzen in bunter Reihe die Gäste, wie sonst in keinem Lokale in der Stadt. Ist es nicht vergnüglich, für eine Weile unter ihnen zu sitzen und die Schwingen der Phantasie mit der Vorstellung zu beflügeln, ein Mann zu fein, der eine weite Reife nur für eine kurze Spanne unterbricht? Wirklich, solch ein kleiner Bahnhofsbummel ist eine nette Sache, die allerlei Interessantes mit sich bringt, und von der man was erzählen kann, auch wenn man mal keine Reise tut. H. W. Sch. Dornotizen. ... kurzer Zeit wurde im Chorraum der Kamelle des Neuen Friedhofs am Rodtberg ein neues Fenster geschaffen, das in feiner künstlerischen Gestaltung dem Raume eine besondere Note gibt. Das Glasgemälde, das wir hier im Bilde zeigen, stammt im Entwurf, wie auch in der handwerklichen Ausführung von Erich K l o n k (Marburg). Der Schöpfer des Fensters hat in jüngster Zeit sehr von sich reden gemacht und zwar dadurch, daß ihm in dem ..... Fenster in der Weihehalle des Laboe der erste Preis zu- G m e l i n , bekannt durch seine um die Reichsidee ringenden Romane und Erzählungen; Josef Martin Bauer, der bayrische Epiker und Träger des Jugendpreises der deutschen Erzähler; Barchold B l u n ck , der Bruder Hans Friedrich Bluncks, ein erprobter Erzähler und Kritiker von Rang; der Romanschriftsteller und Dichter Hans von Hülfen; Hans Hauptmann, bekannt durch feine Romane „Die tönernen Füße", „Im Schatten des Goldes" u. a.; Günther Eich, einer der Mitarbeiter des „Inneren Reichs", und schließlich der junge alemannische Lyriker und Erzähler Dr. Eberhard Meckel. Gauleiter Sprenger Mitglied des Ehrenansschnsscs des Weltkongresses für Freizeit und Erholung. NSG. Soeben wird der Ehrenausschuh des Welt- kongresses für Freizeit und Erholung bekanntgege- den. Das Ehrenprotektorat hat der Stellvertreter des Führers, Reichsminifter Rudolf Heß. Dem Ehrenpräsidium gehören an: Gustavus Town Kirby (USA.), Dr. Robert Ley, Dr. Josef Goebbels, Comte de Baillet-Latour (Belgien). Dem Ehrenausschuß selbst gehören die diplomatischen Vertreter der teilnehmenden Auslandsstaaten, die Reichsminister sowie alle führenden Persönlichkeiten des Reiches, darunter der Reichsstatthalter in Hessen, Tageskalender für Gloria-Palast, Seltersweg: bei." Tageskalender für Die öeutfdie Rrbeitdfront n.S.=bemeinf(haft „Kraft öurdi kreude Verfluchtes Gold! Den Kopf eingezogen, schlich er sich wieder hinunter. Als er zehn Minuten später nachsah, stand die Tasse noch immer vor der Tür. „Freiln Maria, d' Milli wird kalt!" Nomon von 3- Schneider-Zoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das verstand der Lois. „Das ist richtig", meinte er. „Freilich muß man's Madel heiratn, wann man's gern hat. Und wie 's heutzutag is, hat 's ja a weiter nix mehr auf sich. Die jungen Leut Ham 's grab schön, friegn einen Zuschuß, es wird gsorgt, daß er eine Arbeit hat, unb baß sie sich um' Hauswesen kümmern kann unb um bie Kinber, bie s friegn. — Aber bieweiln is er oft noch z jung unb es hat kein Zweck, wenn zwei Kinber zammheiratn wolln. Unb roartn, bas will sie roieber net." „Das Warten ist es nicht", meinte Maria. „Jedes Mäbchen, bem ber Mann verspricht, es zu heiraten, wirb auch auf ihn warten, wenn es ihn wirklich liebt. Ach", seufzte sie. „Haden Sie 's schon, Lois. Gar nichts, bas Sie brückt, unb ich habe so Diel. „Mein Gott, bruckn tut einen jeben was , lachte er. „Fragt sich halt, wie schwer. — Aber ber Herr Wolfgang is boch gut mit ^nen?" „Ja, ja, gewiß, Lois. Er ist bie Gute selbst. Ich möchte jetzt zu Bett gehen. Gute Nacht. Verbutzt sah er ihr nach, wie sie zur Tur ging unb vergaß ben Gutenachtgruß. Am anberen Morgen wartete Hornester eine geschlagene Viertelstunbe, bis er sich den Mut nahm, an bie Zimmertür seines Gastes zu klopfen- ria war sonst immer pünktlich zum Frühstück her- unter$etommen, unb heute ging es schon auf 9 uyr, unb sie war noch immer nicht ba. Auf ein abermaliges Klopfen kam ihre Stimme unbeutlid) zu ihm heraus. „Könnte ich em bißchen heiße Milch haben, Lois?" . . „Glei!" Er sprang bie Stufen hmab, zog ben Topf vom Herb unb verbrühte sich beinahe die Hänbe, als er bie heiße Milch in eine Taffe füllte. - Etwan, baß f gar krank is? sorgte er sich wahrend er wieder zu ihr hinaufstieg. „Die Milli hatt t da, Freiln Maria!" „Danke!" Keine Antwort. „Freiln Maria!--" Wieder vernahm er ihre Stimme wie vorher, heiser und undeutlich. „Es ist nicht versperrt, Lois! — Bitte!" Da konnte man nicht mehr lang Flausen machen. Hineingehen und fragen, was los ist! Was anderes gab es nicht. Trotzdem war fein Gesicht hochrot, als er an ihr Bett trat. „Sind S' leicht krank? Das is sauber! Habn S' Ihnen mit was verdorbn?" Sie hatte die Arme unter der Decke vergraben und den Kragen ihres Schlafanzuges hochgeschlossen. „Mir ist so kalt, Lois!" „Glei schür ich ein!" Als er einen Arm voll Holz auf den Boden poltern ließ, schrie sie leise auf, wandte den Kopf mit Anstrengung zur Seite und schaute ihm zu, wie er die Scheite kunstgerecht in den Ofen schichtete. Kaum flammte das Zündholz auf, prasselten auch schon die trockenen Späne hoch. „So, jetzt wird's glei warm fein. Das geht uns grab noch ab. Was wirb ba ber Herr Amselmann fagn, baß i net besser aufpaßt hab'?" „Sie können boch nichts dafür", sagte sie mit Aufbietung aller Willenskraft. „Ich bin ja selber dran schuld. Mir ist gestern das Feuer ausgegangen, und ich habe ewig lange gebraucht, bis ich es wieder zum Brennen brachte. Da bin ich in den Keller hinuntergegangen, um Späne zu machen. Wie ich dann heraufkam, hat es mich schon geschüttelt. „Ja, aber so was!" „Und jetzt ist mir so eigen, Lois/ Das glaubte er ohne weiteres. Ihr Gesicht qlvhte, die Lippen waren aufgesprungen, und in den Augen stand ein merkwürdiges Glänzen.^ „I schau, daß t einen Doktor von Garmisch krieg. „Um Gottes willen nicht!" „Net?" fragte er ratlos. „Ja, was denn nachher Freiln Maria?" r , , f „Könnten Sie nicht an Herrn Amselmann telephonieren?" .,, . . Das tat er. Aber Wolfgang war nicht zu Haufe. Als Hornester zurückkam, stieg er mit schweren Füßen zu ihr hinaus. „Es ist niemand daheim gwesn, Freiln Maria." „Das macht nichts, Rolf. — Glaubst du, daß man da unbedingt tot ist, wenn man sich da hinunterstürzt? — Sag doch Rolf?" Lois zitterten die Finger, als er die Fiebernde in die Kiffen zurückdrängte. „Jetzt tu i aber einen Doktor holn, Freiln Maria. Glei wird er da fein, glei!" Ihre Rechte hielt ihn fest. „Bleib doch! Würbest bu sehr traurig sein, wenn ich nicht mehr bin? Ja, Rolf?" Der Hornester schluckte unb vermochte kaum mehr einen Ton hervorzubringen. Ihre Finger lösten sich von seinem Arm unb glitten hilflos auf bie Decke herab. Jetzt stirbt sie! war bas einzige, was er zu benken vermochte. Er hatte noch nie ein schwer Fieberkrankes gesehen. Mit einigen Sätzen stürmte er bie Treppe hinab unb stieß bie Haustür auf. Die Dackel jagten ihm fläffenb nach. Bei ber Krämerin schellte bie Glocke, als brenne es auf bem Dache ihres, Hauses. „Telephonieren möcht i, pressiern tut's!" „Das hätt'st net extra sagen brauchn", brummte sie, „das merk' i selber. Wo willst denn hinrufn?" „Nach Garmisch, Hotel Zugspitz. Den Herrn Steffn solln s' mir an den Apparat holn. I macht ihn was fragn." „So was!" schalt sie. „Bloß weil einer was fragn will, macht er a solche Wirtschaft " Sie ging aber dach ins Nebenzimmer und klingelte an. Sind doch diemal'n extrige Heilige, die Mannsleut. „Den Herrn Steffen' möcht' der Hornester sprechen. — Geh eini!" winkte sie dem Lois, der an der Tur stehengeblieben war. Er hielt den Hörer ans Ohr und vernahm bald darauf Rolfs Stimme. „Hier Steffen!" „Steffen — da ist der Hornester Lois. I halt a Bitt! A mordsgroße!" „'Raus damit!" lachte die Stimme aus der Zug- tPJEinen Rat tät i brauchen, Steffen. S i e is krank. Hitzn hat's, daß mich gar nimmer kennt All- weil halt V mich für einen andern.--Steffen, bist noch da?" r e „Gewiß, Lois! Also dein Mädel ist krank , orientierte sich Rolf nochmals. Sta ja! Zum Sterbn! Arg verkühlt hat sie sich Und jetzt schüttelt sie's und'. Gsicht is gluhheiß und d' Finger zum Verbrennen." „Ich schicke dir einen Arzt!" „Um Gottes willen net, Steffen! Sie will kein Doktor. Lieber sterbn, hat's gsagt!" „Aber das ist ja Unsinn!" schalt Steffen. „Warum denn nicht? Du muht ihr zureden, ober wart einmal Lois. — Ich komm selber. — Eine Erkältung sagst bu? Wie?" Dem Hornester verschlug's für einen Augenblick bie Sprache. „Du barfft gar net komm, Steffen. Du auf keinen Fall!" „Sei nicht komisch! Ich nehme mir einen Schlitten unb bringe eine Mebizin mit unb morgen früh ist bein Mädel wieder gesund. Auf Wiedersehn!" — „Jetzt is gfehlt!" entsetzte sich der Lois und starrte die Krämerin an, als sehe er ihre 184 Pfund zum erstenmal. „Was kost's denn?" „Achtzig Pfennig! — Is leicht irgendwer krank bei euch brobn?" fragte sie, ihm auf eine Mark herausgebend. „Brauchst einen Tee? — Hast ihr schon einen warmes Haferldeckel aufglegt?" Sie hat alles ghört! dachte der Lois. So a Frauenzimmer, a neugierig’^! Was half es da noch abzuleugnen. „Is halt a Kreuz mit die Weiberleut", schimpfte er. — „Sagn kannst, was d' magst. Da folgen meine Dackel noch bester. Nachher hast es da! Bhüt dich, Krämerin." „Bhüt dich, Lois." — A so a Duckmauser, dachte die Alte. A Madl hat er brobn, na wart! Morgen war Sonntag. Da konnte sie leicht einen Besuch machen. Man mußte boch wissen, wen man in ber Nachbarschaft hatte unb nachschauen gehn, wenn eines krank war. „Wo sind Sie benn so lange gewesen?" fragte Maria, als er atemlos zurückkam. „Ich habe mich beinahe gefürchtet. So dummes Zeug habe ich geträumt. Ich bin wirklich froh, daß Sie wieder da find." „I war bei der Krämerin untn. Is 's jetzt bester mit die Hitzn?" „Nun geht es wieder, ja. Kann ich ein bißchen was zu trinken haben?" Er lief gleich in die Küche. Gfehlt war's! Wenn er's nur nicht so eilig gehabt hätte. Jetzt wird's von selber wieder g'sund. Und ber Steffen war wahrscheinlich schon unterwegs. Was tat man benn jetzt, baß man's ihm beibrachte, baß er gar nimmer nötig war? — Fortsetzung folgt. Der Gauleiter bei den GrholungsWen der deutschen Zugend. Rennstrecke abwärts nach dem Ludwigsbrunnen. rung: Wanderwart Richter. onderzug zur Rosenschau nach Bab-Rauheim. Der Sonderzug muß wegen zu geringer Beteiligung ausfallen. Rheinfahrt am 2. August. Die für diesen Tag angesetzte Rheinfahrt muß wegen Mangels an Rheindampfern um 8 bis 14 Tage verschoben werden. Den genauen Termin geben wir in der Presse bekannt. Urlaubsfahrt zu dem Weltkongreß nach Hamburg vom 22. bis 27. Juli. Für diese Fahrt sind bis auf weiteres noch Plätze frei, so daß noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle angenommen werden. Der Teilnehmerpreis beträgt 27,50 Mark. Urlaubsfahrt 41/36 Allgäu-Pfronten. Die Fahrkarten für diese Fahrt sind bereits eingetroffen und können auf der Kreisdienststelle abgeholt werden. Urlaubsfahrt 42/36 Sachs. Schweiz — Bad Schandau. Durch Richterreichen der Mindeftbeteiligung von 800 Teilnehmern ist eine Nacherhebung von 2 Mk. pro Teilnehmer erforderlich geworden, damit die Mindestkosten gedeckt sind. Die Fahrkarten können gegen Nachzahlung des erwähnten Betrages abgeholt werden. Urlaubsfahrt 43/36 Schwarzwald. Auch diese Fahrkarten können bereits abgeholt werden. Verhaftungen wegen Vergehens gegen ß 175. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Am 15. Juli gegen 21 Uhr beobachtete ein Mann von seinem Garten am neuen Lahnbecken aus zwei Jungen, die sich verdächtig an einem Gartenhäuschen zu schaffen machten. Kurze Zeit darauf fuhr der Mann auf dem Nachhausewege an dem Häuschen vorbei. Er hörte darin einen Jungen meinen. Dies kam ihm verdächtig vor, so daß er zwei weitere Garteninhaber, die sich noch in der Nähe aufhielten, herbeirief. Als die Männer die Tür zur Gartenhütte gewaltsam aufrissen, fanden sie die beiden Jungen in einem Zustand vor, der auf eine strafbare Handlung schließen ließ. Die sofort verständigte Polizei holte die beiden Jungen auf die Wache. Der verführte zehn Jahre alte Junge wurde nach feiner Vernehmung sofort entlassen, während der andere, ein 17jähriger Bursche, vorläufig festgenommen wurde. Im Laufe der Vernehmung ergab sich, daß er mit einigen anderen jungen Leuten widernatürlichen Verkehr unterhalten hat. Im Laufe des 16. Juli wurden noch vier weitere Personen festgenommen. Sie wurden am gestrigen Freitag dem Ämtsgericht zugeführt. Zwei über 18 Jahre alte Burschen kamen in host, die drei Jugendlichen wurden auf freiem Fuß belassen. Wegen Diebstahls wurde am gestrigen Freitag ein Mädchen festgenommen, dem Amtsgericht zugeführt und in haft behalten. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 18. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eiek', deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10/4, Klasse B 10, Klasse C 9/4, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 20, Rhabarber 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 40, Pfirsiche 30 bis 50, Himbeeren 25 bis 30, Aepfel, ausländische, 70, Birnen 25 bis 35, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 25, Johannisbeeren 16 bis 20, Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ♦* Unfall. Das 7jährige Söhnchen der Witwe Deutscher, händelstraße, erlitt durch einen unglücklichen Fall einen Bruch des linken Unterarmes. Das Kind wurde in die Chirurgische Klinik gebracht. ** Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rinder- und Nuh- viehmarkt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. Rundfunkprogramm Sonntag, 19. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Wir wollen die Gemeinschaft vor allem." Erlebnisse auf der Madeira-Fahrt. Von Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley. 10: Stahl überm Korn. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich: Heinrich Lersch zum Gedächnis. 11.30: „Der Mummelsee". Ein Schwarzwald-Sagenkranz in Wort und Weise. Funkfolge. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt: Schlitzerländer Trachten- und Heimatfest. 15: Deutsche Scholle. 15.45 bis 21.50: Reichssendung: Übertragung der Festaufführung Lohen- grin. Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner. Aus dem Bayreucher Festspielhaus. 22: Nachrichten. TTlonfag, 20. Juli. 6.00 bis 8.00 Uhr: Musik in der Frühe. Früh- Gymnastik. Nachrichten des drahtlosen Dienstes. 8.05: Es spielen die Kapelle Ferdy Kauffmann und die Schwäbischen Dorfmusikanten. 9.00: Dom Reichssender Berlin: Es spielen das Waldemar-Haß-Quin- tett, Erwin hansche und Max Narath (auf zwei Klavieren) und das Akkordeon-Duo Paul Reich. 10.00 bis 12.00: Unterhaltungsmusik. 12.00 bis 13.45: Musik am Mittag. 13.45: Alle Reichssender getrennt: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei — von Zwei bis Drei! 15.00: Romantische Kammermusik. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Im Zwei- und Dreiviertelakt. 18.30: Willi Stech spielt neue Klaviermusik. 19.00: Blasmusik. Musikzug der SA.-Wach- ftanbarte. Dazwischen Hörberichte. 19.45: Deutschland baut auf: Arbeitsdienst schafft Volksvermögen. 20.00: Kurznachrichten des drahtlosen Dienstes. 20.10: Musik muß Freude sein! Ein großes Stelldichein von Musik, Instrumenten und Künstlern. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samsiagaach- mittag geschloffen. NSG. Freudige Erregung herrschte gestern nachmittag in den Zeltlagern der Banne 80 (Wiesbaden) bei Bad Schmalbach und 117 (Mainz) bei Budenheim a. Rh. Gauleiter Sprenger traf in Begleitung von Gebietsführer Brandt und Ge- bietsjungvolkführer Wagner in beiden Lagern zu einem kurzen Besuch ein. Nachdem er Ende Mai die Sommerlager der HI. und des Jungvolkes selbst eröffnet hatte, wollte er sich nun einen Einblick in das Leben und Treiben zwischen den Zelten verschaffen und sich von dem Geist überzeugen, der in den Lagern herrscht. Nachdem er die Front der angetretenen Lagermannschaften abgeschritten hatte — er traf jeweils etwa 250 hitlerjungen an — gab er den Befehl, daß sich das Laaerleben in der hergebrachten Form abwickeln soll. Im Nu formten sich die einzelnen Gruppen, um hier ein Lied zu fingen, dort inmitten eines Zuschauerkreises zu boxen, da Sport zu treiben, drüben Kleinkaliber zu schießen und hüben die Kräfte im Lauf zu messen. Ändere entwickelten sofort ein reges Ballspiel. Der Gauleiter sah so die überraschende Vielfalt des Lagerlebens und ließ sich weiter über die einzelnen Phasen des Tageslaufes, die Morgenfeier, den Geländelauf, die Heimabende, die Lrzählerwettftreite und die allwöchentlichen Feierstunden unterrichten. Er prüfte die hygienischen, sanitären und technischen Einrichtungen und sparte nicht mit Lob; gab manche wertvolle Anregung zu Verbesserungen und Neuschöpfungen, die noch im Laufe der Lagerzeit angebracht werden können. An die Lagermannschaft des Bannes 117 richtete er zum Schluß noch Worte der Mahnung und des Ansporns: die Lager der Hitlerjugend geben die beste Möglichkeit, aus den Jungen Soldaten der Jugend zu machen. Unser Schicksal ist es nun einmal, entweder gemeinsam aufwärts zu schreiten oder gemeinsam ausgelöscht zu werden. Und in der Schmiede dieser Lager härtet sich die deutsche Jugend, mit eisernem Willen das Schicksal zu meistern und allen Widerständen trotzend, die Einheit des Reiches zu behaupten und zu festigen. Jeder an seiner Stelle erfüllt seine Pflicht, bescheiden, unbeugsam und doch stolz. Die Lager schaffen die beste Auslese der deutschen Jugend, die sich immer bewußt zu sein hat, daß sie dereinst aus den Händen der allen Kämpfer ein verantwortungsvolles Erbe übernimmt und aus den Soldaten der Jugend ein Volk von Ab 15. Juli 1936 wurde in ganz Deutschland der „Fahrradbrief" eingeführt. Es handelt sich hierbei nicht etwa um eine behördliche Maßnahme, sondern um . eine Gemeinschaftseinrichtung von Industrie, handel und Handwerk zur Kennzeichnung des Fahrrades und seiner S i - djerung vor Diebstählen. 17 Millionen deutsche Radfahrer. Deutschland besitzt gegenwärtig nicht weniger als siebzehn Millionen Radfahrer, von denen die meisten ihr Vehikel zur Fahrt von und zur Arbeitsstelle benutzen. Nächst Dänemark, wo es fast mehr Radfahrer als Fußgänger gibt, dürfte Deutschland demnach das fahrradfreudigste Land in Europa fein. Allerdings hat die ständige Verkehrszunahme auf diesem Gebiet auch ihre Schattenseiten. In der Unfallstatistik vor allem spielen die Radfahrer leider eine nur allzu gewichtige Rolle. Man zählte im vergangenen Jahr allein 8000 Tote und 250 000 Verletzte durch Verkehrsunfälle im ganzen Reich, wovon der Hauptanteil auf die Radfahrer entfällt. Nachdem die Unfallziffer im Frühjahr etwas zurückgegangen war, ist sie bedauerlicherweise in den letzten Wochen wieder bedeutend gestiegen, und sie dürfte, wie alljährlich, in den hauptoerkehrsmonaten Juli und August wohl ihren Höhepunkt erreichen. Nächst der systemattschen Erziehungder Radfahrer zu bewußter Verkehr soisziplin erscheint die Schaffung neuer Radfahrwege im ganzen Reich vorläufig als das einzige zweckdienliche Mittel, dem Verkehrstod Einhalt zu gebieten. Daneben gilt es, den Fahr- raddieb stahl in Zukunft so gut wie unmöglich zu machen, was nunmehr durch die Verabfolgung des „Fahrradbriefes" an jeden Fahrradkäufer ab 15. Juli geschieht. 30000 Einzelkarteien im ganzen Reich. Die allgemeine Einführung dieses Dokumentes wurde auf der am 14. Juni dieses Jahres in Bielefeld abgehaltenen hauptagung der Fachgruppe Fahrräder der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel beschlossen. Jeder der 30 000 deutschen Fahrradhändler ist demnach verpflichtet, in Zukunft eine Einzelkarte zu führen, in der jedes verkaufte Fahrrad eingetragen wird. Der „Fahrradbrief" besteht aus einer handlichen, kleinen Doppelkarte aus grauem Karton. Auf der Vorderseite findet man den Vermerk: „Nicht in der Satteltasche des Fahrrads aufbewahren!" und darunter in großen Buchstaben die Bezeichnung „Fahrradbrief" mit laufender Ausstellungs- nummer. Sodann folgen, wie in jedem Reisepaß, die genauen Personalien des jeweiligen Fahrradbesitzers und dessen eigenhändige Unterschrift. Auf den beiden Innenseiten des Dokuments sind außer Art und Marke des betreffenden Fahrrads sämtliche technischen Einzelheiten von der Fabriknummer und Rahmenhöhe bis zur Kettenteilung vermerkt. Ein Weiterverkauf gestohlener Fahrräder ist hierdurch so gut wie unmöglich gemacht, da in jedem Falle die Personalien des Besitzers mit den Kennzeichen des Fahrrades genau übereinstimmen müssen. Zudem muß der Händler in dem Fahrradbrief ausdrücklich bestätigen, daß die Eintragungen in jeder Hinsicht den Tatsachen entsprechen und der Fahrradbrief in die Einzelkartei ausgenommen wurde. Schwere Zeit für Langfinger. Jeder Fahrradhändler erhält zunächst tausend Fahrradbriefe mit laufender Nummer. Insgesamt werden somit voraussichtlich nicht weniger als dreißig Millionen F a h r r a d b r i e f e an die Einzelhändler ausgegeben, worin die Verkehrszunahme der nächsten Jahre fdjoji eingerechnet ist. Die ab 15. Juli 1936 mit jedem neu verkauften Fahrrad ausgestellten Fahrradbriefe werden in eine Zentralkartei eingetragen. Später Soldaten zu machen hat, das einig ist und bereit zum Marsch zur Ewigkeit des deutschen Volkes. Hitlerjugend auf Ztalienfahrt. NSG. Bereits zum zweitenmal startet in diesem Jahr eine Gruppe Hitlerjungen aus dem Gebiet Hessen-Nassau zu einer Jtalienfahrt. Dienen die Fahrten im eigenen Vaterland dazu, das eigene Volk kennenzulernen, den Hitlerjungen die Größe des Reiches zu zeigen, so haben die Auslandsfahrten darüber hinaus die Bedeutung, die Eigenarten eines fremden Landes kennenzulernen. Danziger HZ. in Hessen-Nassau. NSG. Heute vormittag trafen die feit dem 12. Juli auf der Deutschlandfahrt begriffenen Danziger Hit- lerjungen und Jungvolkpimpfe mit dem Sonderzug von Potsdam kommend, auf dem Frankfurter Südbahnhof ein. Hier trennten sich von den etwa 1200 Hitlerjungen — 800 sind bereits auf dem Wege nach Nürnberg — die beiden für die Gebiete Hessen- Nassau und Saarpfalz bestimmten Gruppen. Gebietsführer Brandt hieß die vor dem Bahnhof aufmarschierten Einheiten im Gebiet Hessen-Nassau willkommen und wünschte ihnen, in der Kameradschaft mit der hessen-nassauischen HI. frohe und erlebnisreiche Tage. Bereitstehende Omnibusse brachten die 253 Hitlerjungen, die Gäste des Gebietes Hessen-Nassau, dann in die Zeltlager der Banne: 80 bei Bad Schmalbach, 87 im Brexbachtal bei Höhr, 98 bei Wittgen- born, 287 bei Heubach (Odw.) und des Jungbannes 287 bei Urberach, wo sie zunächst acht Tage verbringen werden. Rheinische Jugendherbergen nehmen sie dann auf und vermitteln ihnen das Erlebnis des deutschen Stromes, den die meisten von ihnen ja zum ersten Male sehen. Von hier aus werden sie bann in einzelnen Fahrtengruppen die weltberühmten Stätten des Rhein-Maingebietes, den Weltflughafen, die Reichsautobahn, die Opelwerke usw. besichtigen und ein Bild von der Vielgestaltigkeit des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens des Rhein-Maingebietes erhalten. Der 28. Juli sieht sie bann alle mieber in ber Gauhauptstabt, wo sie am gleichen Abenb bie Römerbergfestspiele besuchen unb mit biesem gewaltigen Erlebnis bie in bieser Fülle auf sie einstür- menben Eindrücke beschließen. Am darauffolgenden Tag fahren sie schon zusammen mit ben Fahrtengruppen, bie im Sauerlanb, in ber Westmark unb im Gebiet Saar-Pfalz ben Westen bes Reiches unb sein Volkstum kennen lernen bürsten, auf bem Rhein bis nach Düsselborf, wo eine Feierstunbe alle wieder zusammenführt. wird jeder Radfahrer, auch wenn er fein Fahrzeug schon viele Jahre hat, einen Fahrradbrief besitzen müssen. Der Fahrradbrief wird jedoch dem Käufer erst bann ausgehändigt, wenn bas Rad voll bezahlt ist. Der Hänbler soll hierburch vor unberechtigtem Weiterverkauf unb Veruntreuungen geschützt werben. Für jeben Fahrradbrief wird vom Käufer eine Gebühr von zehn Pfennigen zur Bestreitung ber laufenben Derwaltungskosten erhoben. Leider werben in Deutschlanb alljährlich immer noch Tausenbe von Fahrrädern gestohlen. In Zukunft wirb ben Langfingern auch auf diesem Gebiet ihr Handwerk bedeutend erschwert fein. Jedes Abhandenkommen eines neugekauften Fahrrades muß ab 15. Juli unter Vorlage des Fahrradbriefes sofort ber zustänbigen Ortspolizeibe- hörbe gemeldet werden. Gleichzeitig ist der betreff sende Fahrradhändler zu verständigen, der seinerseits den Diebstahl dem Fahrrad-Zenttalregister in Berlin-Charlottenburg, Hardenbergstrahe 13, mit« teilt. Außerdem werden in der Fachzeitschrift der deutschen Fahrradhändler und Mechaniker laufend bie „Personalien" gestohlener Fahrräber veröffentlicht unb vor allem vor beren Ankauf gewarnt. Es wirb mit diesen Bestimmungen ein für allemal bem unhaltbaren Zustand ein Ende gemacht, daß ein Radfahrer im Falle des Diebstahles der Polizei vielleicht garnicht einmal die Fabriknummer, ober f o n ft i g e wichtige Kennzeichen feines Fahrzeuges angeben kann, woburch die Ermittlungen der Sicherheitsbehörben außerorbentlich erschwert werben. Nummerschild und Führerschein für Radfahrer? Die vielfach erschreckenbe Disziplinlosigkeit ber Radfahrer und auffallende Häufung der durch diese verschuldeten Verkehrsunfälle hat den Reichsverkehrsminister, Freiherrn von Eltz-Rübenach, kürzlich zur Androhung schärster Gegenmaßnahmen im Falle des Weiterbestehens derartiger Zustände veranlaßt. Unter anderem sind die Einführung des Nummernschildes und Führerscheins nebst Ausbildungszwangs für Radfahrer in Erwägung gezogen. Doch noch ist ben Radfahrern eine letzte „Gnaden- f r i ft" gegeben, bevor derartige einschneidende Bestimmungen, die natürlich mit entsprechenden Unkosten verbunden sind, in Kraft gesetzt werden. Es liegt daher an jedem Radfahrer selbst, durch sein Verhalten im Verkehr das über seinem Haupte schwebende Verhängnis in letzter Stunde abzuwenden. Oberhessen. Lehrausflug ehemaliger Landwirt- schastsschüler Grünberg. + Gründer g, 15. Juli. Am gestrigen Mittwoch unternahm ber Verein ber ehemaligen Land- wirtschaftsschuler unter Leitung von Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st (Grünoerg) eine Bezirks- rundfahrt. Trotz des schlechten Wetters nahmen zirka 60 ehemalige Schüler teil. Die lehrreiche Rundfahrt führte über Harbach, Ettingshausen, Queckborn, Wetterfeld, Ruppertsburg, Henriettenhof nach Lau« dach. In Harbach wurden die Kartoffelsortenoersuche besichtigt und der Leiter der Fahrt gab über die einzelnen Sorten Erklärungen. Grünfutter- unb Kartoffelsilos würben in Queckborn gezeigt. Die Besitzer ber Silos gaben Auskunft über Geschmack unb Wertigkeit bes Silosutters. In ber Gemarkung Wetterfeld würbe Roggen mit Einsaat von Wintererbsen betrachtet. Lanbwirtschaftsrat Dr. Dienst betonte, baß diese Anbauart ohne Schaden am Roggen einen Ne- Jugendgericht in Nidda. * Nidda, 17. Juli. Am heutigen Tage ver- handelte bas Jugenbgericht beim Amtsgericht in Nibba gegen den 16jährigen Erwin Höres aus Geiß-Nidda. Der Angeklagte hatte bekanntlich am 10. Juni gelegentlich eines Schießens nach Spatzen durch Fahrlässigkeit den zwölfjährigen Schüler Reinhold Schwab aus Geiß-Nidda ge- tötet. In seiner Angst versteckte der Angeklagte bie Leiche in einem Kanal mit etwa 80 Zentimeter Durchmesser. Erst nach langem Suchen konnte man ben tödlich Verletzten ausfindig machen. Nachdem der Angeklagte während der Voruntersuchung die Tat hartnäckig leugnete, war er in ber Hauptver- hanblung in vollem Umfange geständig. Das Gutachten des sachverständigen Amtsarztes ergab, daß der Tod des Schwab ganz kurze Zeit nach Abgabe des Schusses durch Verletzung der Lunge eingetreten ist. In Anbetracht der Jugendlichkeit des Angeklagten billigte ihm das Gericht mildernde Um- tänbe zu und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Der gegen ben Angeklagten erlassene Haftbefehl bleibt auf- rechterhalten. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet. benertrag von zirka zwei Zentner Wintererbsen bringe. Dasselbe gelte auch etwa für die Einsaat von Wiener Wicken. Dann wurde bem Gut Henriettenhof ein Besuch abgestattet. Die neugebaute Scheune mit bem mustergültigen Pferbestall würbe von den Fahrtteilnehmern allgemein bewundert. Nach der Mittagspause in Laubach setzt man die Fahrt nach Freienseen fort, wo man den Betrieb bes Bauers Hofmann besichtigte. Auherbem wurde auch noch die auf hoher Stufe stehende Hühnerfarm des gleichen Besitzers besucht. In Klein-Eichen wurden bann nochmals mehrere Kartoffel- unb Grün- utferfilos gezeigt. Don hieraus führte bann bie Fahrt über Larbenbach unb Weickartshain nach Grünberg zurück. Herzlichen Dank sprach ber Vor- itzenbe bes Vereins der ehemaligen Lanbwirt- chaftsschüler dem Leiter der Rundfahrt, Landwirt- chaftsrat Dr. Dienst aus. Der Sinn ber Runb- fahrt war ber, die Kenntnisse, die die Schule vermittelt hatte, wieder aufzufrischen. Wiederbelebung des Gesangvereins „Sängerkranz". + ® r ü n b e r g, 17. Sufi. Sm Sahre 1933 rour. den die beiden hier bestehenden Gesangvereine „M ä n n e r g e f an g d e r e i n" und „Sänge r k r a n z" zusammengeschlossen. Als Cereinsname wählte man „Männerchor Grünberg". Jedoch stand der Zusammenschluß unter keinem günstigen Stern, denn schon bald nachher blieb die Mehrzahl der bem früheren „Sängerkranz" ange- hörenden länger bem neuen Verein fern. Sie strebten bie Wieberbelebung ihres alten Vereins an. Als dies sich zunächst nicht verwirklichen ließ, entstand eine Gesangsabteilung der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppe Grünberg. Als Chorleiter wählte man Konrad Nicolai (Großen-Buseck), der frü- her Chorletter beim „Sängerkranz" war. Den Bemühungen des Führers der Gesangsabteilung, Spenglermeister Fr. Schröder, und seiner Mitarbeiter ist es nun gelungen, daß die Gesangsabteilung den Namen unb bie Tradition bes früheren Vereins „Sängerkranz" weiterführen darf unb gleichzeitig als Mitglied in ben Deutschen Sängerbund ausgenommen wurde. Am Donnerstagabend wurde nun durch eine kleine Feier die Wiederbegründung des Vereins würdig begangen. Nach der Singstunde holten die Sänger im Hause ihres Sangesbruders Appel die seinerzeit dort eingerollte Fahne ab und geleiteten sie im Zuge zum schön geschmückten Saale im Der- einslokal „Zum Rappen". Nach einem Eröffnungschor sprach zunächst der Dereinsführer, Sprengler- meifter Fr. Schröder, der nach einer Ehrung der Toten einen kurzen Ueberblicf über die Geschichte des im Jahre 1910 gegründeten Vereins „Sängerkranz" gab unb betonte, baß seine jetzt wieder erfolgte Belebung zum Wohle ber Sangeskunst ausschlagen möge unb daß er treue Freundschaft mit dem Bruderverein „Männerchor" pflegen wolle. Hierauf sprach Kreisführer Gengna- g e l, ber bem Wunsche Ausbruck gab, ber Verein möge bie Tradition des alten „Sängerkranz" in würdiger Weise pflegen unb fortsetzen. Er bestätigte den von ben Sängern als Vereinsführer vorgeschlagenen Sangesbruber Spenglermeister Fr. Schröber. Diefer weihte alsbann bie Fahne bes Vereins unb übergab sie bem Fahnenträger Phil. Schomber. Noch einige Chöre unter der Leitung des Chorleiters Nicolai unb geselliges Beisammensein beschlossen bie Feier, zu ber außer den Sängern mit Angehörigen auch Vertreter der Stadt und Partei erschienen waren. Verkehrsunsatl in Klein-Linden. * Klein-Linden, 17. Juli. In ber Frankfurter Straße, 25 Meter von der sogenannten „Todesfälle" entfernt, ereignete sich am heutigen Freitagnachmittag ein Verkehrsunfall, ber zum Glück noch glimpflich ablief. Ein aus Richtung Gießen kommendes kleineres Lieferauto eines Gießener Geschäftsmannes, das von einem Angestellten einer Gießener Reparaturwerkstätte gesteuert wurde, wollte auf ber Straße, an der Einmündung bes Brandweges, drehen, als ihm von hinten ein ebenfalls aus Richtung Gießen kommen- des Personenauto, das überholen wollte, im spitzen Winkel in die Flanke fuhr. Die Polizei weilte bald darauf an der Unfallstelle unb nahm den Tatbe- stand auf. Personen kamen erfreulicherweise nicht zu Schaden. Beide Fahrzeuge wurden nicht sehr stark beschädigt unb konnten mit eigener Kraft ihre Fahrt fortsetzen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 17. Juli. Unsere Volksschule wurde heute mit der Einziehung der Fahne auf vier Wochen (Sommerferien geschlossen. Bei dieser Schlußfeier konnte ber Schulleiter, Rektor Dr. Crößmann, in seiner Ansprache 27 Schülern die Siegernabel vom diesjährigen Jugendwettkampf im Rahmen des 4. Deutschen Jugendfestes verleihen. Nachstehenden Schülern, die bei dem volkstümlichen Dreikampf 180 Punkte unb mehr erreicht hatten, wurde die Ehrung zuteil: Horst Lenz, Otto Weller, Erwin Neurath, Egon Otto, Paul Etzel, Reinhold Weigel, Otto Volkert, Hanfried Stein, Hans Eyring, Ewald Bierau, Ernst Franke, Hans Steinmüller, Hugo Gahmann, Hans Mülln, Fritz Germer, Heinz May, Hermann Dormehl, Hermann Rein, Gerhard Hildebrand, Erich Jung, Ernst Gelitzer, Albert Weller, Helmut Ahmann, Martha Volkert, Marie Weinandt, Gertrud Dormehl, Gertrud Klein und Lisel Volk. Fünf weiteren Siegern waren bie Nadeln durch bie nationalsozialistischen Jugenborganisatio- nen beim Sonnenwenbfeuer überreicht worben. Ferner würben an 8 Kinder, bie schon in ben verstosse- „Fahrradbries" für jeden Radfahrer. nen Sommermonaten ihre Schwimmprüfung bestanden haben, die Freifchwimmerzeugnisse aus- gegeben. Diese Auszeichnung wurde nachstehenden Kindern zuteil: Hermann Hinterlang, Wilhelm Otto, Karl Heinz Weller, Toni Germer, Ernst Franke, Hans Mülln, Hermann Stein und Hans Germer. Da unsere Gemeinde bei der Gemeinde Lützellinden die Zulassung der hiesigen Schüler zum Besuch des dortigen Schwimmbades erreicht hat, ist allen turnenden Schülern Gelegenheit geboten, sich im Schwimn^n auszubilden. Die Schlußfeier der Schule gipfelte im Lreugelöbnis zu Volk und Führer. Die Ferien dauern 4 Wochen, bis zum 16. August einschließlich. Klein-Linden, 17. Juli. Einigen hiesigen Einwohnern war in den letzten Wochen verschiedentlich während der Nacht Geflügel aus dem Stall verschwunden, einem Mitglied des Geflügelzuchtvereins allein in einer Nacht sechs Tauben, ohne daß auch nur eine Spur von den Tieren zu finden war. Jetzt gelang es nach wochenlangen Bemühungen, den Dieb d i n g f e st zu machen. Der Geschädigte hatte in einem Durchschlupf zum Legestall der Hühner eine Falle gestellt, in der sich heute morgen ein Stein- oder Hausmarder gefangen hatte. Es war ein selten schönes Exemplar von nahezu 70 Zentimeter Länge, und es handelt sich um ein weibliches Tier, das, der Beschaffenheit der Saugwarzen nach zu urteilen, vor mehreren Wochen Junge aufgezogen haben muß. — Daubringen, 17. Juli. Das Standesamtsregister verzeichnet in unserem Orte für das erste Halbjahr 1936 fünf Geburten, zwei Eheschließungen und sechs Sterbefälle. — Aus den von hiesigen Kindern unter Aufsicht der Lehrer gesammelten Walderdbeeren wurden von der örtlichen Frauenschaft über 50 Gläser Marmelade bereitet und der NSV. überwiesen. 8 Alten-Buseck, 17.Juli. Am Freitagabend veranstaltete die Bauernspielschar Alten- Buseck im Saale von Philipp E i n h ä u s e r unter Leitung von Frauenschaftsführerin Frau Sarg einen Heimatabend. Frau Sarg hieß die so zahlreich Erschienenen herzlich willkommen und sprach dann über Entstehung, Arbeit und Wirken der Spielschar, die aus der NS.-Frauenschaft hervorgegangen ist und in den zwei Jahren ihres Bestehens schon vor 2000 Menschen unentgeltlich gespielt hat Ganz besonders betonte sie, daß die Bauernspielschar nichts Künstlerisches oder Gekün- stelltes bieten wolle, sondern daß sie Stücke aus dem Dorf- und Bauernleben, von Bauern selbst verfaßt, in unverfälschter oberhessischer Mundart aufführe und so zeige, welche unverbrauchten, schöpferischen und gestaltenden Kräfte in einem gesunden Bauerntum wurzeln. Es wurde nun ein Ausschnitt aus der „Oberhessischen Honigküche" aufgeführt, der mit ungeteiltem Beifall aufgenommen wurde. Dann folgte der originelle Zweiakter „S. M. 465", in dem ein Bauer von Geiz und seine Frau von der Einbildung, daß nur Geld und Titel glücklich mache, geheilt wurden, und der wahre Lachsalven hervorrief. Tosender Beifall belohnte die Spieler. Mit Stolz vernahmen die Alten-Busecker dann von dem Vertreter der Gauleitung, Wipper, daß die Bauernspielschar mit diesem Heimatabend die Prüfung glänzend bestanden habe, nach der sie die Ehre und die Freude habe, an dem Weltkongreß für Freizeitgestaltung in Hamburg teilzunehmen. Pg. Wipper betonte vor allem, daß diese primitivste Kultur, aus dem Bauerntum erwachsen, die erdverbundenste und gerade darum die wertvollste für unser Volk ist. Ortsgruppenleiter Lepper sprach das Schlußwort und brachte ein Sieg- Heil auf den Führer aus. Der Abend wurde durch gemeinsam gesungene Volkslieder umrahmt. I Göbelnrod, 17.Juli. Dieser Tage fand in der Gastwirtschaft Wilhelm Schultheiß eine Versammlung der O r t s b a u e r n s ch a f t statt. Es wurde u. a. bekanntgegeben, daß die diesjährige Ernte von dem Dreschmaschinenbesitzer Karl Z ö ck l e r (Höckersdorf) ausgedroschen wird. — Bei der diesjährigen Kirschen - Versteigerung kosteten die Kirschen bis zu 9.— Mark pro Baum. * Watzenborn-Steinberg, 18. Juli. Am heutigen Samstag können die Eheleute Heinrich August Buß und Frau Katharine, geb. Brückel, von hier, Wilhelmstraße, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Kreis Büdingen. 8 Nidda, 17. Juli. Es dürste ein allgemeines Bedürfnis zur öfteren, Erneuerung des Wassers in den in den letzten Jahren vielfach auf dem Lande angelegten Schwimmbädern vorhanden sein. Im hiesigen Schwimmbad will man diesem durch eine neue Einrichtung noch mehr als früher Rechnung tragen. Seither fand die Entleerung des Beckens durch ein Rohr nach dem in unmittelbarer Nähe vorbeifließenden Hohen- st einer Bach, einem großen Graben, statt, mit dessen meist spärlichem Wasser es auch durch eine oberhalb gelegene Einrichtung gefüllt wurde, was immerhin mehrere Tage in Anspruch nahm. Vor einigen Tagen erreichte man durch eine zweite Rohrlegung von der Sohle des Bades bis zum etwa 200 Meter entfernten Niddabach eine noch raschere Entleerung. Dieses fast am Enve durch ein Ventil abschließbare Eisenrohr führt an einer Abzwei- gung bis zu einem großen Betonschacht, in den nach Bedarf das jahraus, jahrein reichlich fließende Wasser des Kohdener Baches, ein schmales Bächlein, mit einer Stauvorrichtung in unmittelbarer Nähe geleitet wird. Infolge Verwendung einer elektrisch betriebenen kombinierten Saug- und Druckpumpe wird von hier aus in Verbindung mit dem Hohensteiner Bach das Schwimmbecken in bedeutend kürzerer Zeit als seither gefüllt. Durch diese Neueinrichtung hostt man die berechtigten Wünsche der Wassersportler erfüllt zu haben. Kreis Alsfeld. —Homberg, 17. Juli. Die Auffahrt zu dem am Mittwoch stattgefundenen Schweine- markt betrug 190 Stück Ferkel. Es wurden für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel pro Kopf 16 bis 20 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 25 Mark und für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel wurden 24 bis 29 Mark bezahlt. Der Marktoerlauf war schleppend, so daß ein geringer Ueberstand verblieb. —Homberg, 17. Juli. Gestern abend fand am Willi-Weber-Stein bei Nieder-Ofleiden eine Gedenkstunde für den in der Nacht vom 16. zum 17. Juli im Jahre 1932 durch Kommumsten- hand schwer verwundeten Willi Weber, Alsfeld, statt. Im Fackelscheine umstanden viele Formationen jene Stätte, an der er den tödlichen Schuß erhielt. Die SA.-Kapelle Alsfeld leitete die Feier ein. Es sprachen die Hitler-Jugend-Führer und die SA.-Führer. Zwischendurch spielte die Kapelle Landsknechtsmärsche, die Kreuzritterfanfare und auch neue Musikstücke. Die Redner betonten, daß der Geist des Verstorbenen uns alle zu neuen Toten anspornen möge. Das Horst-Wessel-Lied schloß die erhebende Gedenkfeier. OJixfport Zweiter Trainmgstag für „Rund um Schotten". und Dorgebray, der durch Defekt zurückgefallen war. Die sechs Fahrer wurden für das olympische Straßenrennen gemeldet. Charpentier, Lapebie, Goujon und Virol starten gleichzeitig auf der Bahn und bestreiten zusammen mit Le Nizerhy und Coudat das Mannschafts-Verfolgungsrennen. Für das Malfahren setzt Frankreich Georget und Chail- lot ein und im Zweisitzerfahren stehen Georget» Maton sowie als Ersatz Ulrich-Chaillot bereit. rtllawod ^Setzenrath □ SCHOTTEN a Vf Englerslein Rund um. Schotten. Zotzenhainer Abfahrt Ti-15' T 6 Kaa/sell Telefon, Sanitäter FahrtbeobanhteF Götzen T14, rx/loufongku'-''« rs Rudingshain 12. ^fddoiojv^ ™— Rennstrecke . Straßen u Wege Q Parkplatz StreckenkxLometer T1O ' tl Ludwigsbrunnen *9 [ tb\ Meine SzNeife^^? > Amerikas Olympia Lxpedilion auf hoher See. Die amerikanische Olympia-Streitmacht, die mit dem Ueberseedampfer „Manhattan" nach dem olympischen Land reist, befindet sich auf flotter Fahrt. Der Präsident des Amerikanischen Olympi- chen Komitees, Awery Brundage, hielt eine An» prache an die Athleten und spornte sie an, in Ber- in ebenso nationalen Geist zu bezeugen, wie ihn deutsche, italienische und japanische Sportjugend zeige. Der 400-Meter-Läufer S m a l l w o o d, der mit einer Blinddarmentzündung die Ueberfahrt antrat, befindet sich bereits wieder auf dem Wege der Besserung. Das Fieber ist zurückgegang^n und so wird Smallwood wahrscheinlich in Berlin am Start erscheinen. Auch melden sich schon die ersten Seekranken, sonderbarer Weise findet man ausgerechnet die Ruderer unter ihnen. 1000 Turnerinnen im „Dorf ohne Männer". Auf dem Truppenlager Elsgrund, einen Kilometer vom Olympischen Dors entfernt, ist eine zweite Wohnstätte erstanden. Tausend Turnerinnen schlagen dort ihre Quartiere im „Dorf ohne Männer"' auf. Sie nehmen an den zum ersten Male in das offizielle Programm aufgenommenen Massenvorführungen teil, die von ungefähr 3000 Turnern und Turnerinnen aus fünf Ländern gezeigt werden. Im Gegensatz zum Vortage lag am Freitagmorgen, als sich die Fahrer für den Beginn des zweiten Trainingstages von „Rund um Schotten" rüsteten, strahlender Sonnenschein über dem Vogelsberg. Gerade die Morgenstunden wurden von den Fahrern, die übrigens größtenteils bereits an Ort und Stelle anwesend sind, zu fleißigem Studium ausgenutzt. Im allgemeinen fuhr man jedoch diesmal etwas vorsichtiger; nur in zwei Klassen — über 250 ccm und in der 1000-ccm-Seitenwagen- klasse — gab es daher neue Rekorde. Mansfeld benötigte als Schnellster der 500er- Klasse 7:57 Minuten (121,2 km/st), während er am Vortage mit 7:46,8 die absolut schnellste Zeit erreicht hatte. Zweitbester war hier der DKW.-Fah- rer H. P. Müller, der seine Rundenzeiten von 8:19 bis auf 8:00 verbesserte und dabei 120,6 km/st herausholte. Oskar Steinbach drehte mit seiner DKW. die Runde in 8:06 (119,1 km/st). In der 250er-Klasse fuhr Kluge (DKW.) um eine Kleinigkeit bester als Geiß am Vortage. 8:38,8 (111,75 km/st) wurden für ihn gestoppt. Zweitschnellster war Winkler mit 9:05,0. Bei den 350er-Maschinen fegte Fleischmann als Schnellster in 8:33 (112,84 km/st) über den Kurs. In der 600-ccm- Seitenwagenklasse war diesmal das schweizerische Ehepaar Stärkle auf NSU. schneller als der deutsche Meister Braun auf DKW. Mit 9:36 erreicht^ Stärkle 100,5 km/st, Braun brachte es auf 9:38 (100,1). Die 1000er-Klasse der Seitenwagen wird von Schumann (NSU.) angeführt, der 9:28 Minuten (101,9 km/st) schaffte und damit die bisher schnellste Beiwagenzeit während des Trainings herausfuhr. Interessant ist hier, daß Kahrmann (Fulda) eine neue 700-ccm-DKW. fuhr und dabei seine Zeiten von 10:04 bis auf 9:43 herunterdrückte. Sein Stundendurchschnitt war am Schluß des Trainings 99,29. Hans Soenius, der am Donnerstag schwer gestürzt ist, hat — wie eine genaue ärztliche Untersuchung ergab — beide Mittelfuß- knochen gebrochen. Dadurch ist seine Teilnahme am Rennen unmöglich geworden. Englische Spochiegek in Frankfurt. Erwiderung eines Besuches deutscher Flieger in England. Am Freitagnachmittag herrschte auf dem neuen Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main ein besonders starker Betrieb. Die Nachricht, daß das Luftschiff „Hindenburg" wegen der Bodenwärme erst am Abend landen werde> hatte zahlreiche Zuschauer auf das Fluggelände gelockt. Besonders aber das große Gartenrestaurant, von dem aus man einen wundervollen Blick über den ganzen Flugplatz hat, war dicht gefüllt. Eine starke Anziehungskraft bildete gleichzeitig aber auch die Ankunft englischer Sportflieger, die von Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs zum Wochenende nach Frankfurt ein- geladen worden waren. Sie folgten dieser Einladung, um mehrere Besuche deutscher bzw. Frankfurter Sportflieger in England zu erwidern. So landeten bis zum Abend nach und nach 12 englische Maschinen, meist die bekannten einmotorigen „Motten", auf dem Flugplatz. Die Flieger, die nordenglischen Aeroklubs angehören, hatten die Sttecke zum Teil mit Zwischenlandungen in Brüssel oder Paris, zum Teil in direktem Flug zurückgelegt. Bei ihrer Ankunft wurden sie von dem Direktor der Süd westdeutsch en Flugbetriebs AG., G r e tz , herzlich willkommen geheißen. Sie äußerten sich begeistert über den neuen und einzigartigen Flughafen, dessen Bedeutung als Tor der Welt ihnen besonders deutlich vor Augen trat, als das Luftschiff „Hindenburg" in majestätischer Fahrt eine Schleife über dem Gelände zog und dann landete. Am Abend wurden die englischen Sportflieger im Römer durch die Stadt Frankfurt a. M. empfangen. Oberbürgermeister Dr. Krebs begrüßte die Gäste als die ersten englischen Flieger, die den neuen Flughafen aufgesucht hätten. Schon seit längeren Jahren beständen freundschaftliche Beziehungen mit englischen Fliegerklubs. Bereits dreimal seien deutsche Sportflieger drüben in England herzlich ausgenommen worden. Der Sinn dieser Sporttreffen sei, gute Kameradschaft untereinander zu pflegen, darüber hinaus aber, Brücken zur Verständigung von Volk zu Volk zu schlagen. Ein junger englischer Flieger brachte als Dank für den freundschaftlichen Empfang in deutscher Sprache ein kräftiges „Hipp Hipp Hurra" auf das Oberhaupt der Stadt Frankfurt aus. Er hoffe, daß der schöne Flughafen bei Frankfurt noch oft das Ziel feiner Sportkameraden werden möge. Für Samstagvormittag ist eine Besichtigung des Luftschiffes „Hindenburg" sowie der Reichsautobahn vorgesehen. Dann folgt ein Besuch der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden. Am Abend wohnen die Engländer der Faustaufführung auf dem Römerberg bei. Der Sonntag ist einem Besuch der Wasserkuppe und des Segelfliegerlagers vorbehalten.' - Das Lager Elsgrund besteht aus 23 festen Barackenhäusern, in ihnen finden 750 Schwedinnen, 204 Finnländerinnen, 21 Däninnen und drei Chinesinnen Unterkunft, die Gäste der Wehrmacht sind. Jede Baracke weist Wasch- und Toilettenräume auf, Wannen- und Brausebäder — warm und kalt — fehlen nicht. Deutsche Schwimm-Meisterschaften. Jugend- und Altersklassen machen den Anfang. Mit den Kämpfen der Jugend- und Altersklassen nahmen am Freitag die Deutschen Schwimm- Meisterschaften in Halberstadt ihren Anfang. Fast überall gab es gute Leistungen, wenngleich die Wassertemperatur nicht mehr als 18 Grad betrug. Altmeister Küppers (Halle) und Heinz Plumann (Köln) zeichneten sich besonders aus. So kam Küppers zu einem dreifachen Siege über 50 Meter Rücken, Brust und Kraul. Plumann gewann in immer noch guter Haltung das Kunstspringen der Männer über 32 Jahre. Oskar Schiele, der einer unserer ältesten Olympiakämpfer ist, war in der Klasse über 45 Jahre mit 32,2 für 50 Meter Kraul der Schnellste. Die Männer-Jugend besaß ihren Besten in dem beständigen Schlesier Rosenberger, der über 100 Meter Kraul in 1:04,7 siegte. Der talentierte Magdeburger Brustschwimmer Kähne benötigte als Bester für die 200 Meter nur 2:55,8. Heber 100 Rücken schlug der Westfale Runchmund nach 1:16,1 als Erster an. Die Jugend des Schöneberger Damen-SC. kam erneut zu einigen schönen Erfolgen, nachdem sie erst vor einigen Wochen den Nachwuchs von Nixe Char- lottenburg einwandfrei schlagen konnte. Salzwedel, Streit und Inge Heinze gewannen die 3 mal 200= Meter-Bruststafel in 10:03,4, die Geschwister Heinze und Hinz siegten in der 400-Meter-Lagenstaffel in 6:06,8, während die Berliner Germania-Schwimmerin Kranzler die 100 Meter Kraul in 1:14,9 durchschwamm. Erste Vorrennen zur Deutschen Vuderineisterschast. Zur Deutschen Ruder-Meisterschaft wurden am Freitag Vorrennen im Einer und Vierer mit Steuermann ausgetragen. Im Einer holten sich Schäfer und Westhoff die beiden Vorläufe gegen Schulz und Haslebner bzw. G. v. Opel und Krakau. Im Vierer mit Steuermann gewann die Renngemeinschaft Mannheim-Ludwigshafen den ersten Vorlauf vor Würzburger RV. und Berliner RC.; den zweiten Vorlauf holte sich das Boot II der Zelle Grünau vor der Renngemeinschaft Leipzig und dem Grünauer Boot I. Durch Zurückziehung einiger Mannschaften haben sich Zwischenläufe erübrigt. Olympia-Kämpfer im letzten Training. Italiens Leichtathleten in Florenz. Die Kernmannschaft der italienischen Leichtathleten ist zur letzten vorolympischen Prüfung nach Florenz zusammengerufen worden. Hier wurden einige sehr gute Leistungen erzielt. Jnnocenti verbesserte den Rekord im Stabhochsprung auf 3,96 Meter. Im Weitsprung erreichte Caldana die Rekordmarke von 7,50 Meter, die früher schon Maffai aufgestellt hatte. Maffai selbst kam auf 7,45 Meter. Lanzi durchlief die 400 Meter in 48,4 und war damit schneller als Taoernari, der in zwei anderen Läufen 49,4 und 49,5 Sekunden erreichte. Heber 100 Meter waren Mariani und Bugna mit je 10,8 Sekunden am schnellsten; es folgten dann Connelli und Toetti mit je 10,9 Sekunden. Dberroeger erzielte im Diskuswerfen eine Weite von 48,26 Meter. INfhida sprang 4,20 Meter Stabhoch. Die in Finnland weilenden japanischen Leichtathleten kamen auf kleineren Sportfesten im Lande der tausend Seen zu schönen Erfolgen. So gewann Nishida in Jyvaeskyla den Stabhochsprung mit 4,20 Meter; Oshima den Dreisprung mit 14,94 und den 100-Meter-Lauf in 11,4 Sekunden. Heber 400 Meter gab dagegen Strandvall in 50,5 Sekunden dem Japaner Kubota glatt das Nachsehen. In Jdensalmi wurde Taniguchi Doppelsieger über 100 Meter (11,1) und 200 Meter (23,0). Mit einem sehr schönen Wurf von 49,05 Meter holte sich Abe das Hammerwerfen. Andersson noch nicht über 50 Meter! Der schwedische Wurfathlet Andersson hat seine Höchstform noch nicht erreicht. Bei zwei Veranstaltungen lagen seine Diskuswürfe bei 49,01 und 49,68 Meter. Andersson nahm gleichzeitig am Kugelstoßen teil, wo er sich mit 14,22 und 14,42 Meter seinen Mitbewerbern überlegen zeigte. Frankreichs Radfahrer stehen fest. Frankreichs Straßenfahrer-Kernmannschaft bestritt am Donnerstag noch ein 104,5 Kilometer langes Ausscheidungsrennen, dessen sechs Erstplazierte Die Reise nach Berlin antreten werden. Spurtsieger dieses Wettbewerbes wurde Guy L a p e b i e in 2:44,50 Stunden vor Virol, Goujon, Charpentier, Naisfe > ■■ Im Olympischen Dorf ist's gemütlich. Die einzelnen Mannschaften haben sich schon gut angefreundet. Vor dem Hause Wetzlar, dem Heim der Philippinen, spielt hier der Ehrenoffizier, Oberleutnant Freiherr von Vietinghofen, auf dem Schifferklavier, während ein Philippine unter dem Beifall [einer Kameraden tanzt. — (Scherl-M.) Deutscher Handballsieg. Ungarn knapp 13:10 (9:5) geschlagen. Deutschlands Handball-National-Mannschaft trug am Donnerstag — von Herrmannstadt kommend — auf dem Budapester BEAC.-Platz, der im Jahre 1935 Austragungsort der Studenten-Weltspiele war, einen Länderkampf gegen Ungarn aus. Die Deutschen gewannen verdient, allerdings verhältnismäßig knapp mit 13:10 (9:5). In der ersten Hälfte sah man ein ausgezeichnetes deutsches Spiel und schon nach wenigen Minuten lag die deutsche Elf 6:1 in Front. Dann kamen aber die Ungarn mächtig auf. In Fodor und Takacs hatten sie zwei sehr entschlossene Stürmer, die der deutschen Abwehr schwer zu schaffen machten. In dieser Zeit des un» garischen „Druckes" war der deutsche Torhüter Kockrick mehr als einmal der Retter in der Not. Nach dem Wechsel feuerten die 3000 Zuschauer ihre Landsleute stürmisch an, die Mannschaft spielte sehr schnell und entschlossen. Schnell kam sie auf 9.8 heran. Die Deutschen Übernamen dann aber wieder die Kampfesführung und trotz eines energischen Endspurts des Ungarn gelang ihnen ein durchaus verdienter 13:10- (9:5-) Erfolg. Schwerste Etappe der »Tour". Die „Tour" wurde am Donnerstag mit der 9 Etappe von Briancon über 220 km nach Digne fortgesetzt, wo die Fahrer am Freitag ihren zweiten wohlverdienten Ruhetag genossen. Am Ziel der Etappe, in der allein drei über 2000 m hohe Pässe zu erklimmen waren, und die eine der schwersten der ganzen Rundfahrt ist, trafen sieben Fahrer zusammen ein; im Spurt gewann der Franzose Level vor Thietard, Canardo, Maes, P. Clemens, Derwaecke und Berrendero. Die vier noch im Rennen befindlichen Deutschen, Weckerling, Händel, Weiß und Heide belegten den 50., 56., 57. und 58. Platz. In der Gesamtwertung führt weiter der Belgier S. Maes. Sportamt »Kraft durch Freude". Morgen folgende Kurse: Tennis: Von 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Städtische Plätze am Schützenhaus. Neue KdF. -Sportkurse ! Für die Kurse Reiten, Tennis, Kindergymnastik werden Neu- anmeldungsn auf der Geschäftsstelle, Schanzen- ftrafje 18, angenommen. und neu zu rammen. Dann hat der Zeuge aber nichts mehr von der Sache gehört. Da diese Be- kundungen des Zeugen eine erhebliche Belastung für den Angeklagten Weyher darstellen, beantragte dessen Verteidiger die Vernehmung der Leiter der Neubauämter I, II und V und ihrer Bauwarte als sachverständige Zeugen zur Frage der Organisation der Neubauämter und der Verantwortlichkeit ihrer Leiter und Bauwarte. Die Verhandlung wurde dann vertagt. Kleine Unfälle. kreis Friedberg. + Münzenberg, 17. Juli. Der 10jährige Sohn des hiesigen Zimmermanns D e b u s erlitt durch einen unglücklichen Sturz eine f ch w er e Kniegelenkverletzung, die seine Ueberfüh- rung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. Kreis Wetzlar. * L ü tz e l l i n d e n, 17. Juli. Der hiesige Landwirt Wilhelm Müller, der sich heute morgen mit seinem Motorrad unterwegs befand, wurde von einem Auto angefahren und dabei zu Boden geschleudert. Der bedauernswerte Mann erlitt einen kompletten Unterschenkelbruch des rechten Beines und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Heuer Äemeinde- faal Watzenbom- Oteinberg. Das Innere des neuen Gemeindesaales inWatzen- born - Steinberg, der in opferbereiter Arbeit in der ehemaligen Pfarr- scheuer geschaffen wurde. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Richtlinien für die Druschpreise 1936. NSG Für das Jahr 1935 hatte die Land e s - bauernfchaft Hessen-Nassau Richtsätze für Lohndrescher veröffentlicht und empfohlen, sich an diese Richtsätze zu halten. Im Jahre 1936 gelten vorläufig dieselben Sätze, die zu Beginn der Druschzeit heute wieder von Bedeutung sind. Die Sätze sehen je Stunde folgende Preise vor bei Maschinen der Klasse I/20zöllig und darüber je Stunde 8,50 RM. „ 11/18—20zöllig „ „ 7,50 „ „ III/ unter 18zöllig „ „ 6,— „ Die Leistungen der Maschinen sollen betragen in der Klasse I 25 bis 30 Zentner je Stunde „ II 20 „ 25 „ III 15 „ 20 „ Diese Druschlöhne gelten bei Gestellung des Bindegarns, des Betriebsstoffes und dreier Facharbeiter durch den Lohndrescher. Bei G e st e l l u n g des Betriebs st offes durch den Bauer ermäßigen sich diese Sätze in Klasse I um 1,50 RM. „ II „ 1— „ „ III „ 0,75 „ Stellt außerdem der Bauer das Bindegarn, so tritt eine weitere Ermäßigung ein, die sich nach dem jeweiligen Verbrauch an Bindegarn richtet, enb zwar in Klasse I um etwa 1,— bis 1,25 RM. „ II „ „ 0,75 „ 0,90 „ „ III „ „ 0,50 „ 0,60 „ Bei Verwendung von Bindedraht erhöhen sich die Druschlöhne in Klasse I von 8,50 auf 9,50 RM. „ II „ 7,50 „ 8,— „ Die Preise für Feld - und Platzdrusch betragen bei Gestellung von Bindegarn durch den Lohndrescher in Klasse I 9,35 RM. „ II 8,25 „ „ III 7,15 „ Wird in einer Dreschhalle (Platzdrusch) gedroschen, so hat der Lohndrescher, falls er Hallenmiete bezahlen muh, die Möglichkeit, den Druschpreis zu erhöhen; der Zuschlag soll jedoch nicht über 60 Pf. je Stunde betragen. In diesem Jahre findet erneut eine t e ch - nischeUeberprüsungderDreschmaschi- n e n statt. Maschinen, die hierbei nicht in Ordnung gefunden werden, können stillgesetzt werden. Die vorstehenden Richtlinien beziehen sich auf vollkommen leistungsfähige Maschinen und gelten unter der Voraussetzung, daß die Druschkosten innerhalb einer angemessenen Frist (vier bis sechs Wochen) bezahlt werden. Zuchtviehauktion für rotes Höhenvieh in Wetzlar. (Westfalen). 2d E. A. Stirn, Ernsthofen (Oden- wald). 2e Dr. Ritgen, Wormeln (Westfalen). 2k Albert Ohly, Hörnsheim (Züchter: K. Brall, Reiskirchen-Dill). 3. Preise: 3a Hch. Klein, Roth. 3b Konrad Schweinsberger, Niederwald (Kurhessen). 3c Wwe. Hch. Landau, Rodenbach (Kurhessen). 3d Anton Engel, Hörnsheim. 3e E. A. Stirn, Ernsthofen (Odenwald). 3f K. Meißner, Niederhörlen (Dill). 3g Jak. Siefert, Fronhof (Odenwald). 4. Preise: 4a Freiherr von Wendt, Gevelinghausen (Westfalen). 4b W. Garber, Grohseelheim (Kurhessen). 4c K. Schweinsberger, Niederwald (Kurhessen). 4d Wwe. K. Held, Reiskirchen (Dill). 4e Ludwig Schweitzer, Hochelheim. 4k Theodor Fischer, Hof Zwiefalten (Oberhessen). 4g Wilhelm Diehl, Griedelbach (Dill). 4h Gg. Krug II., Ober- Mörlen (Züchter: K. M. Baum, Hirzenham-Dill). 4i Hch. Achenbach, Achenbach (Dill). (Altersklasse 16 und mehr Monate.) 2. Preise: 2a Dr. Ritgen, Wormeln. 2b Lehr- und Versuchsgut Selgenhof (Oberhessen). 2c Jakob Siefert, Fronyof (Odenwald). 3. Preise: 3a Jakob Siefert, Fronhof (Odenwald). 3b Baron Günther von Breidenbach, Breidenstein (Lahn-Dill). 3c Heinrich Bepler, Hörnsheim. 4. Preise: 4a Karl Pfaff, Launsbach (Lahn-Dill). 4b K. Mengel, Rosenthal-Kurhessen (Züchter: Hart- wig, Thalitter). Kindergärten für die Erntezeit! Von Marie Luise Lüddete. V. A. Alles Denken und Tun ist jetzt auf dem Lande auf die Ernte gerichtet! Die arbeitsreichste Zeit beginnt in wenigen Tagen, von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang regen sich dann wieder die fleißigen Hände, um endlich nach monatelanger, mühsamer Arbeit den Lohn heimzubringen. Jeder trockene Tag muß genutzt werden, bis die Dunkelheit hereinbricht. Auf dem Hof ist alles still, nur die Futterzeit für die Tiere wird eingehalten, denn nicht nur der Bauer und Landarbeiter hat wahrend der Ernte vermehrte und schwere Arbeit zu leisten, sondern auch die Bäuerin und Landarbeiterin. Insbesondere gilt dies für alle diejenigen Höfe und Betriebe, die mit wenig Hilfskräften arbeiten müssen, wo also die Frau von früh bis spät fest zupacken muß. Auch die Hilfe der größeren Kinder ist meist eine Notwendigkeit in dieser dringenden Erntezeit. Nur die Kleinen können noch nicht mithelfen, und das ist die größte Sorge der jungen Mütter. Was wird aus diesen kleinen und kleinsten, die sich noch nicht selbst beschäftigen und versorgen können? Wer führt über sie Aufsicht? Wer wird sie betreuen? Sollen die Kleinen mit aufs Feld aenom- men werden? Der Tag ist gar zu lang und man kann diese Kleinen ja nicht festhalten, sie brauchen Aufsicht. Bleiben sie wiederum zu Hause, so kann ihnen allzu leicht etwas zustoßen. Die NS.-Volkswohlfahrt hat bereits im vergangenen Jahre mit hilfereichender Hand zugegriffen. lieber 800 Erntekindergärten in der arbeus- reichsten Zeit des Jahres konnten eingerichtet werden. Es wurde den Müttern die Sorge um die Aufsicht der Kleinen und Kleinsten dadurch abgenommen. Die Erfolge sind die denkbar besten gewesen, und aus diesem Grunde fördert auch der Reichsnährstand die Einrichtung von Erntekindergärten auf dem Lande. Auf der dritten Reichsnährstandsschau in Frankfurt a. M. wurde in -eindrucksvollen Bildern die Arbeit in den Erntekindergärten erläutert. Die Be- deutung ist zweifacher Art. Einmal wird die m der Erntezeit stark in Anspruch genommene Bäuerin und Landarbeiterin auf diese Weise stark entlastet, zum anderen liegt der Vorteil der Erntekindergarten in der Aufsicht und Betreuung, die den Kindern selbst zugute kommt. Dazu werden die Kinder in den Erntekindergärten mit Gespielen zusammenge- bracht, sie lernen Neues kennen, können sich gegenseitig erziehen und abschleifen. So dient der Erntekindergarten in gleicher Weise dem Kinde selbst, wie der Familie, und zur körperlichen Fürsorge tritt die Erziehung und seelische Förderung der Kinder. Selbstverständlich kann ein Erntekindergarten nie das Elternhaus ersetzen. Wie erfolgt die Einrichtung eines Erntekindergartens? Am besten ist es, mit dem Ortsgruppenamtsleiter der NSV. in die Kreisstadt zu fahren, um sich dann bei der Kreisamtsleitung der NSV. Rat und Unterstützung zu holen. Selbstverständlich muh vorher festgestelli werden, ob im Dorf eine kleine Wohnung oder ein geeigneter Raum für die Einrichtung eines solchen Erntekindergartens zur Verfügung steht. Der Ortsbauernführer wird hierbei sicherlich gern beratend zur Seite stehen. Ist erst einmal der Ge- danke ernstlich ins Auge gefaßt, dann lassen sich auch alle Schwierigkeiten aus dem Wege räumen, denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Na- türlich muß die Einrichtung den örtlichen Verhältnissen entsprechend erfolgen; fest steht jedoch, daß der Erntekindergarten nicht nur ein Segen für die Arbeiterfrau, sondern auch für den Bauern ist, der die Arbeit der Frau nicht entbehren kann. Die Freuen werden viel eifriger und freudiger zur Arbeit gehen, wenn sie ihre Kleinen in guter Hut wissen. Und wieviel Freude bringt solch ein Kindergarten in das Dorfleben, denn er fördert das Gemeinschaftsgefühl! Deshalb schafft Erntekindergärten! 80. Ausstellung und Znchtviehversteigerunq für Mitteldeutsches Rotvieh. Wetzlar, 17. Juli. Die 80. Ausstellung und Zuchtviehversteigerung für mitteldeutsches Rotvieh, die der Reichsoerband der Rinderzüchter Deutschlands in der neuen Markthalle in Wetzlar durchführte, wurde ein beachtlicher Erfolg. Die Veranstaltung brachte den Beweis für die in züchterischer und organisatorischer Hinsicht außerordentlich erfolgreichen Bestrebungen zur Hebung und Pflege der mitteldeutschen Rotviehzucht, durch die sich die Abteilung ausgezeichnet durchgesetzt hat. Aus den Verbandsgebieten Kurhessen-Waldeck, Westfalen, Vogelsberg, Lahn-Dill und dem Odenwald waren 60 ausgewählte Bullen aufgetrieben, von denen 31 mit einem Preis ausgezeichnet werden konnten. Wenn auch keine, allen Anforderungen der beseitigen Tierzucht ausreichend genügenden Tiere aufgetrieben waren, so konnte doch ein in den Formen sehr gut ausgeglichenes Material festgestellt werden. , Die Versteigerung zeichnete sich durch em flottes Angebot und den restlosen Absatz aller Tiere aus. Den Höchstpreis von 1040 Mark erzielte em mit einem 2. Preis ausgezeichnetes Tier des Züchters Dr. R i t g e n, Wormeln, das die WsMtrwälder Zuchtvereinigung in Westerburg erstand. Der geringste Kaufpreis betrug 410 Mark. Die pLmiierten Tiere erzielten einen Durchschnittspreis von 770 Mark. Der insgesamt erzielte Durchschnittspreis von 665 Mark war der bisher beste Durchschmttsbetrag der diesjährigen Veranstaltungen. Die mit der Bullenversteigerung verbundene 7. Zuchtschweineauktion des Landesverbandes der Schweinezüchter Hessen - Nassaus war mit rund 20 Ebern und Sauen der Lang-Gönser und Hörns- heimer Zuchten beschickt. Für diese Tiere wurden sechs Preise ausgesetzt. Den Spitzenpreis von 250 Mark erzielte der Züchter Wilhelm Salten- b e r g e r II., Griedelbach, für einen neun Monate alten Eber, den die Gemeinde Brandoberndorf erwarb. Die Preise bewegten sich zwischen 150 bis 250 Mark. Für eine Muttersau wurden 200 Mark bezahlt. Oie Prämiierung. Zum ersten Male wurden die Formen- und Leistungspreise zusammen zu einem Punktpreis gewertet. (Eber. 2a-Preis: Karl Velten, Lang-Göns. 2b-Preis: Herrn. Lenz, Frohnhausen. , 3a-Preis: Heinrich Brückmann, Neuhof. 3b-Preis: Albert Engel- Hörnsheim. 3c-Preis: Ludw. Scheid, Kehlnbach. Säue. 2. Preis: Karl Schneider, Altenberg. Bullen. (Altersklasse 14 bis 16 Monate.) 2. Preise: 2a Hch. Friedrich, Nauborn. 2b A. Dilling, Oberdieten (Züchter: Albert, Saasenhausen- Dill). 2c Freiherr von Wendt, Gevelinghausen Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Zur Frage der ordnungsmäßigen Ausführung von Ö-Bahn-Baugruben wurde im Berliner B a u- unglücksprozeß der Reichsbahnoberrät Reichert vernommen, der sich als Bauleiter eines der schwierigsten Abschnitte am Bahnhof Friedrichstraße besonders ausgezeichnet hat. Auch er betonte, daß es Pflicht des Statikers der ausführenden Baufirma fei, sich selbst die Baustelle anzusehen. Die Projekt- änberungen hielt er für nicht besonders bedeutungsvoll, weil sie überall vorkämen; es müßten dann aber in ausreichendem Maße Zeichnungen zur Verfügung stehen, auf Grund deren selbst die Poliere prüfen könnten, ob sich alles planmäßig entwickelt. Weiter bezeichnete es der Zeuge als eine Selbstverständlichkeit, daß an jedem Rammträger Höhenmarken angebracht werden, damit man jederzeit seine Einbindetiefe ablesen könne. Die Verwendung von gestoßenen Steifen und von Konsolen hält er für nicht angebracht und erklärt mit Rücksicht auf die Konsole: „Das ist eine so gesuchte Sache. Ich bin erstaunt, daß man auf einen solchen Gedanken kommen konnte. Ich hätte das nie geduldet!" Der Zeuge hat drei bis vier Wochen vor der Katastrophe mit dem Angeklagten Zellberg eine Aussprache gehabt, in der dieser ihm von der zu geringen Einbindetiefe der Rammträger Mitteilung machte. Vellberg habe damals erklärt, es fei das beste, die zu kurzen Rammträger herauszuziehen Statt Karten Giehen. den 18. Juli 1936 4513 D 4514 D m nLIXooQ von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- NäCilldSSu holten Veröffentlichungen einer Änzeiflol Danksagung Für die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen L d. N.: Katharine Brühl Wwe. Giehen, den 18. Juli 1936 Bekanntmachung. Die nächsten viehmärkle in Gießen finden statt: Dienstag, den 21. Juli 1936: Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Mittwoch, den 22. Juli 1936: Schweinemarkt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 18. Juli 1936. 4506C Der Oberbürgermeister: Ritter.________ *UDo bekommen Sie Ihre jdtufireparatuT gut,, schnell und preiswert? In der Schuhmacherei W. Kemler, Giefaen nur fdiulstraße 5 Kein Groß-Filialbetrieb 4492D Danksagung Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Ludwig Seipp VII. sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank Frau Kath. Seipp, geb. Moos Lollar, 18. Juli 1936 im Namen aller Hinterbliebenen 03297 Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank Gießen, Gau-Odernheim, Schornsheim, Bensheim, den 16. Juli 1936. Wilhelm Ritter, Justizinspektor Annemarie Ritter Heinrich Bechstein Die tieftrauernden Hinterbliebenen; Heinrich Ritter Karl Friedrich Ritter Auguste Krämer, geb. Ebling Richard Ebling und Familie Wilhelm Krämer Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau und Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Ritter, geb. Ebling im Alter von 41 Jahren nach langem schweren Leiden heute mittag 4 /, Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 20. Juli 1936, nachmittags 3 Uhr, in der Friedhofskapelle in Mainz in aller Stille statt 5D Mtckm Mitesser, sowie alle Arten von Hautunreinigkeiten verschwinden beim täglichen Gebrauch der echten Steckenpferd- Teersdiwefel-Seife von Bergmann & Co., Radebeul Zu hab. i. Apoth., Drog. u.Parfüm., bestimmt bei 4393V Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Karn Germania- Drogerie C. Seibel Parfümerie Hermann Plank Sanitäre Anlagen Heizangen,Reparaturen nur bei Withofi SelterswegfiS Telefon AK7. Avbettsvevsebuns. Für denFünssamilien-Wohnhaus- neubau tu Gießen, am Wartweg (Schlangenzahl), sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden: Jnstallationsarb eiten Elektroarbeiten Weihbinderarbeiten Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Schlosserarbeiten Angebots unterlagen gegen Selbstkostenerstattung bei Herrn Archit ekt H. Dirksmöller, Giehen, Hind en- burgwall 13. Pläne usw. sind daselbst einzusehen. 48oiD Einreichungstermin: 25. Juli 1 936 Zuschlagsfrist: 2 Wochen. Eisenbahner-Heimstätten-Verein e.G. m. b.H., Giehen äBUlUs Pauly Nr. 166 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 18. Zull 1936 M P 4 ■'fl I V; \\ % >5 -vA L4 E-s^tz. r<- jsw . kW-F rb& F iM wwS||H Bei der Arbeit der Papier-Packpresse. Im Eisenbahnwagen wandert das Altmaterial in die Industrie. Der städtische Müllwagen wird entleert. Ein großer eiserner Bottich wird verschrottet. U U U V Hl -LU c y i ' . o- alte Strümpfe, Kleider ufw. wandern in das Feuer, weil sie mit dem besten Willen nicht mehr und zu Hochojeufertiges Elsey zum.Verladen bereis Alteisen — Altpapier. Idyll vom Altmaterial-Lagerplatz. Das Altmaterial als wertvoller Rohstoff. Nichts darf umkommen! Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Altmaterials. Auf diesem Wege gehen viele Werte verloren. Sehr aufschlußreich, sich einmal mit dem Alt- materialien-chändler, dem „Platzhändler" zu unterhalten! Hier in Gießen ist es Herr Schmitt, der sein Lager an der Schlachthofstraße hat, und bei dem von Aufkäufern, von Klein- und Mittelhändlern viel Altmaterial zusammengetragen wird, das dann an die verarbeitenden Industrien weitergelangt, für die das Altmaterial wertvolles Rohprodukt dar- stellt. Aufschlußreich ist es immer, sich mit Leuten zu unterhalten, die etwas von ihrer Sache ver- Spinnereien und Webereien in Grünberg in ihrer Produktion zu einem Teil auf die Spinnfaser aus Altmaterial stützen. Hier ist also die große wirtschaftliche Bedeutung im unmittelbaren Zusammen- hang zu erkennen Wir alle müssen so weit kommen, daß es uns als eine sträfliche Sünde erscheint, die leeren Tuben der Zahnpasta, der Hautkreme, der Schuhkreme, Weinflaschen-, Zigaretten- und Schokolade-Stuniol usw. eines Tages in einem blitzsauber und schön ausgekachelten Metzgerladen als Gewicht zum Abwiegen von Fleisch und Wurst begegnen könnte. Uns Menschen mangelt hier nur der seherische Blick und der Materie die Sprache, um hier die Wege verfolgen zu können» die solches Material geht. Alteisen ist wertvoll... Mag dieses Bewußtsein genügen, das rostigste Stück zu achten!. Bon Kupfer, Messing, Zink, Zinn ganz abgesehen. Eine Lokomobile unter dem Schneidbrenner. (Aufnahmen s8s Neuner, Gießener Anzeiger.) chen gewonnen werden kann. Auch hier lohnt es sich, dem Fachmann zuzuhören. Während des Weltkrieges war die Verbrennung und Vernichtung von Knochen in Deutschland verboten. Es ist nicht schwer, diese Maßnahme zu verstehen, wenn man hört, daß aus Knochen folgende Stoffe gewonnen werden: Knochenleim für die holzverarbeitende Industrie, Knochenmehl als phosphorhaltiges Düngemittel und fetthaltiges Futtermittel, Knochenfett als Mittel industrieller Verwertung. Aus diesem Fett wird im chemischen Umwandlungsprozeß wieder Glyzerin, Stearin, Seife, Pech und Olein (letzteres wird bei der Bearbeitung des Wollfadens in der Spinnerei verwandt) gewonnen. Aus entfetteten Knochen wird Knochenkohle erzeugt, die für Filtrier- geräte und als Arzneimittel gebraucht wird. Schließlich ist der Knochen noch der Rohstoff für Gelatine (was sicherlich vielen Hausfrauen kaum bekannt ist). Zum Schluß dieses wichtigen Kapitels sei noch erwähnt, daß aus Knochen allerlei geschnitzte und gedrehte Dinge gefertigt werden, für die bisher fast ausschließlich ausländisches Rohmaterial verwendet wurde. So dient also der Knochen der Versorgung unserer Wirtschaft und damit gleichzeitig unserer Arbeitsbeschaffung. Wenn systematisch gesammelt wird — man denke an Gaststätten, an Kasernen usw. — kann auch hier eine Fülle des Materials aufkommen. was hier zum „Rohmaterial" geworden ist, eines Tages in flüssigem blendend hellen, silbernen Strahl aus dem Hochofen herausschießen wird, in Gießtöpfe und dann sprühend in Formen sich ergießt, neuen Zwecken dienstbar wird, in neuem Glanze ersteht und zu einem neuen Kreislauf ansetzt. Es bedarf keines großen Aufwandes an Phantasie, um sich auszudenken, daß man altem Eisen — als Grundstoff betrachtet — keinem Zweck mehr zu gebrauchen sind. Die Verwertung solcher Dinge im Feuer ist aber immer das Unwirtschaftlichste! Was allein das Papier anbetrifft: Hier geht unendlich viel verloren! Was nicht erhalten wird, bedeutet effektiven Verlust. Mancher Baum, Hunderte, Tausende von Bäumen müssen dafür aus dem deutschen Walde mehr gefällt werden, als unbedingt nötig wäre. So mancher Eisenbahnwagen voll Holz aus Osteuropa fährt zuviel in die Papier- Es wandert noch viel zu viel wertvolles Materi^ in den Mülleimer. Zu viel Papier und unendlich viele Knochen werden verbrannt, nur „da Halles aus dem Wege ist!" Und wiemele Lappen, fabriken, obwohl der Rohstoff als Altpapier aus unserem eigenen Vaterlande in die Kollergänge wandern sollte. Wer einmal in einer Papierfabrik sehen konnte, wie aus Altpapier, das kaum als des Aufhebens wert erscheint, schöne, feste und zähe Packpapiere gemacht werden, wird mehr und mehr auch Papierabfälle achten lernen. Aus besseren, gleichmäßigeren Pa- piera'bfällen, wie sie etwa in Buchbindereien, Buchdruckereien und Zeitungsbetrieben abfallen, werden entsprechend bessere Papiere gefertigt. Allerdings: in den papieroerarbeitenden Betrieben hat man den Wert des Altpapiers nie verkannt. Da ist immer jeder Rest und Abschnitt, gesammelt und zu Ballen gepackt in die Papierfabrik zurückgewandert. Gesondert nach weiß und bunt, werden diese Abfälle immer wieder zu durchaus hochwertigen Papieren verarbeitet. Was in den Betrieben des ganzen Reiches abfällt, ist schwer zu erfassen, gewiß ist, daß es in die Hunderttausende von Tonnen geht ... Ueberraschend ist es zu hören, daß Lumpen in bis zu 60 verschiedenen Gruppen auseinander sortiert werden. Seide und Wolle werden getrennt, Baumwolle von Leinen, Kunstseide von Naturseide usw. Getrennt wird aber auch nicht nur nach Art und Qualität, sondern auch nach Farbe. Es ist sicherlich in Oberhessen nicht unbekannt, daß sich die Zur Erhaltung der wertvollen Metallaltstoffe sollen in Zukunft auch die Milchflaschenoerschlüsse aus rein Aluminium gesammelt werden, da sie ein wertvolles Ausgangsmaterial für die Auffrischung von Umschmelzaluminiumlegierungen und zur Herstellung von Bronzepulver bilden. Der Reichsnährstand hat durch die Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft darum die Milchwirtschaftsverbände angewiesen, für eine Sammlung der Flaschenverschlüsse zu sorgen. In Nürnberg wird die Sammlung von Aluminiumkapseln in der Weise durchgeführt, daß sie gegen die Hergabe von Sammelheften eines Bilderatlasses zu den bayerischen Lesebüchern zurückgenommen werden. Dadurch werden fast zwei Drittel des für die Herstellung der Flaschenoerschlüsse benötiaten Materials zuruckae- wonnen. In anderen Gebieten des Reiches wird die Sammlung in absehbarer Zeit ebenfalls einsetzen. Für die Verbraucher empfiehlt es sich darum, schon jetzt mit dem Sammeln zu beginnen. Nun etwas ganz anderes! Hat sich wohl jemand schon einmal ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie wertvoll Knochen sind? Was alles aus Knochen gemacht werden kann? Sicherlich sind es deren nicht allzu viele, die davon wissen, daß außer Leim noch eine ganze Fülle wertvoller Stoffe aus Kno- mit der bisher hemmungslosen Gleichgültigkeit in den Mülleimer zu versenken. Was hier verloren ist, ist wertvolles und fast reines Zinn Selbstverständlich: die einzelne Tube, das einzelne Blatt Staniol ist tatsächlich wertlos, wie alles, was auf dem Altmaterialienmarkt als einzelne Stücke erscheinen sollte. (Sofern es nicht gerade ein ausgedienter Traktor ober eine alte Lokomobile ist.) Aber es ist kaum eine Frage, daß in einem vierköpfigen Haushalt im Laufe eines Jahres mehr als ein Kilogramm dieses Materials anfällt. Deutschland hat keine Zinngruben! Die Wichtigkeit der Erhaltung dieses Materials liegt also auf der Hand! Das Sammeln der Tuben und des Sta- niols im Haushalt ist eine Sache, die vom Verantwortungsbewußtsein der Hausfrau — der Volksgemeinschaft gegenüber — nicht zu trennen ist. Was für die Hausfrau Selbstverständlichkeit werden muß, sollte für alle jene, die mit solchen Materialien beruflich zu tun haben, längst Selbstverständlichkeit sein. Es ist kein Geheimnis, daß alles alte Eisen wieder in die Hochöfen wandert, und Blei eingeschmolzen wird. Zink und Zinkblech gehen den gleichen Weg. * Wer einmal den Sammelplatz eines Altmaterialienhändler mit den Augen überfliegt, wird erstaunt sein, was alles erfaßt wird und verwertbar erscheint. Die ausgediente Dampflokomobile und der große Dampfkessel, der riesige Bottich aus irgendeinem Industrie-Werk sind wohl mit die größten Einheiten, die auf einem solchen Sammelplatz zur Verschrottung angeliefert werden. Mit dem Schneidbrenner wird diesen großen Stücken zu Leibe gegangen und sie werden in lauter Teile zerlegt, die nicht über 1 Meter und 1,50 Meter groß sein dürfen. Sie müssen „chargier"fähig sein, müssen in den Hochofen passen. Die kleinste Einheit ist vielleicht der Kragenknopf. Alles was zwischen Lokomobile und dem für den Mann so überaus wichtigen, tückischen Kragenknopf an Metallischem besteht, ist auf diesem Haufen zu finden. Das kleine Blechauto, mit dem Hänschen so gern spielte, liegt friedlich neben einer Matratzenfeder, ein kräftiges Zahnrad neben einem ausgedienten Lampenständer, das Kinderwagenrad neben einem Talmi-Zigaretten-Etui und eine alte Küchenwaage trauert in artverwandter Gemeinschaft mit einem Kochtopf. Noch unendlich vieler solcher Beispiele ließen sich anführen. Der Anblick ist der der Vergänglichkeit, aller Dinge, der Anblick der Trostlosigkeit, derdurch das Rot des Rostes nur noch gesteigert wird. Wer aber wollte demgegenüber die Tatsache bestreiten, daß all dies, Die Arten der Verwendung des Altmaterials sind Legion. Es würde zu weit führen hier barlegen zu wollen, in welch vielerlei Formen Altmaterial immer roieber verwanbelt unb in vollwertige Fabrikate umgeroanbeü werben kann. Alles, was zusammengetragen wirb, geht einen georbneten Weg, vom Klein- ober Mittelhänbler zum Groß- ober sogenannten Platzhänbler, ber bas Material für ganze Waggonlabungen sammelt unb an bie Bestimmungsinbustrie gelangen läßt Aus allem spricht immer roieber bie nicht zu Überhörenbe Forberung, Altmaterial für ber Aufbewahrung wert zu halten unb es feiner Bestimmung zuzuführen. Hier hat desonbers bie Hausfrau eine Aufgabe unb es ist kein Zufall, fonbern eine sinnvolle Bemühung, roenn gestern in ben Spalten unseres Blattes bie NS.-Frauenschaft burch ben Kreiswirtschaftsberater für biefe Erhaltung ber Werte mobilisiert wirb. Alle Vorteile liegen auf ber Hanb, unb wer biefe Vorteile wahren hilft, hanbelt im Sinne der Volksgemeinschaft, hanbelt nationalsozialistisch! stehen! Unb wichtig genug ist, sich einmal (besser aber, öfters) mit ber Sache zu befassen, bie wahrhaftig nicht bie Sache des einzelnen (des Alt- materialienhänblers etwa, ber sich bamit feinen Lebensunterhalt oerbienen will), fonbern Der Gesamtheit unserer Volksgemeinschaft ist. In ber nächsten Zeit wirb dieses Thema noch von mancher anderen berufenen Seite behandelt werben. ♦ Es braucht hier noch nicht einmal von gespien Devisen gesprochen zu werben, bie sonst für stosse aus bem Auslanbe gegeben roerben muffen. Es genügt festzustellen, baß ber Verlust ober bie Erhaltung von Altmaterial ben Verlust ober bie Erhaltung hoher Werte bebeutet Es ist auch kaum ein Wort barüber zu verlieren, daß es für !Deut|a)s lanb gerabe in ber Gegenwart gar keine Frage iy, öd biefe Werte verloren ober erhalten werben. Tatsache ist, baß bis zur vollen Erfassung verwertbaren Altmaterials noch viel Erziehungsarbeit geleistet werden muß. Erziehungsarbeit an wohl allen Volk^ genossen einerseits, anderseits aber bedarf es auch noch einer umfangreichen Organisationsarbeit für die regelmäßige händlerische Erfassung. Die händlerische Erfassung wird organisiert und die Do r - bereitungen s i nd im Gange. Daran soll es also für die Zukunft nicht liegen. Es soll niemand sagen können: „Es k o m mtj a niemand, Der bie Sachen abholt ...!" — Wirtschaft Nhein-mainischer Getreidemarkt. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M Berlin Jranrfurt a. M. $rantfurt a.M. | Lerlin Schluß«. börse 143,75 ll 127 1 129 1 127,5 1 A 144,5 145 - >| 1501 150 1 — I 129,5 Banknoten. Berlin, 17-3"‘i 12 — 111 190,5 I 31 ,9 1 32,75 1 31,4 95 96 - ) 225 1 2251 -I 171 276 115 131,75 138 7 9 6 6 5 170,75 115,13 131,75 138,5 147 108,65 28 128,75 127,75 183 146,5 107,75 129,5 129 185 170,5 273 115 132 138,75 53 86 8151,5 119,25 128 175 47,9 215 189 109,65 52,9 85,75 152,25 118,75 119,5 127,25 176,25 83 46,4 413,5 216 190,5 170,5 115,5 131,75 138,5 53 86 151,65 118,75 127,75 176 46,25 413 Schluß- turd Rhein-mainische Diehmärkte. Die Schlachtviehmärkte zeigten in der abgelaufenen Woche überwiegend etwas höhere Beschickung und weiterhin recht befriedigende Qualitäten. Das Geschäft nahm meisten flotten Verlauf wobei die kühlere Witterung ihren Einfluß auf den Absatz A.E.G Bekula Elektr. Lieferungsgesellschast... Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. Rheinische Elektrizität ........ Rhein. Wests. Elektr Schurkert & Go............... Siemens L Halske Lahmeyer LCo 110 52,75 85,75 153 119,25 119,5 128,13 176 84,5 47,75 216 189,25 32,75 226 Notierungen. Auf sämtlichen Fleischgroßmärkten waren die Zufuhren von Rindfleisch ungenügend Der Mainzer Markt war zudem unzureichend mit Schweinefleisch beschickt. Die Preise blieben unverändert. Erzeugung und Vertrieb von Jutter- rübensamen. Mittwoch, den 22. Juli. Gießen. Lladtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 23. Juli. Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde. Evangelische Sladlmission. Löberstraße 14. Sonntag, den 19. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 22. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft). Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 19. Juli. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 22. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, den 23. Juli. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Neuapostolische Gemeinden. Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 19. Juli. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 22. Juli. 20.30 Uhr: Gottesdienst. BuderuS Deutsche Erdöl Harpener.........• • • • • • • • Hoesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwrrke MarmeSmarm-Röhren ..... Katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 19. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 22. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tel«- ^Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen ist: 21 er^te: Dr.Klein, Dr.Schäffer. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 17.Juli. Die kühle Witterung der letzten acht Tage blieb auf die Buttererzeugung nicht ohne Einfluß. Die Anlieferungen sind allgemein etwas größer geworden, da die Molkereien etwas mehr als in der Vorwoche abgeben konnten. In Frankfurt zeigt sich lediglich em gewisser Mangel an holländischer Butter. Von deutscher Butter werden weiterhin hochwertige Sorten lebhaft gefragt. Die Reichsstelle setzte ihre Einlagerungen fort; zur Zeit ist eine solche in den umliegenden Erzeugergebieten im Gange. Durch die Reisezeit hat sich der Konsum mehr auf die Bade- und Kurorte verlagert, dennoch war das Geschäft sätzen, behauptet. , ... .. rc Das Weizenmehl geschaft verlauft stetig. Es ist allenthalben ausreichendes Angebot vorhanden, um so mehr, als die Offerten der Mühlen bereits für den ganzen August gelten. R o g g e n m e h l bleibt weiterhin recht begehrt, besonders m greifbarer Ware, während für die kommenden Wochen bereits neues Angebot von den norddeutschen Mühlen vorliegt. Die Bäcker sind bestrebt, noch die besseren Typen zu erhalten. . In Futtermitteln ist das Geschäft im allgemeinen still, nur einzelne Sorten, wie Schnitzel, Oelkuchen und Fischmehl, werden begehrt. R a u h - futter hatte während der ganzen Woche sehr ruhigen Markt. Rbein-Mainische Börse. rNittagsbörse: Spezialwerte fest. Schluß!, mittag» börse I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft Gritzner °| Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zuck«........1O| Prozentes ab. 21m Rentenmarkt lagen zertlf. Dollar- Preußen mit 69,50 (69,25) weiter fest, obwohl umlaufende Umtauschgerüchte dementiert werden. Kommunal-Umschuldung mit 88,45 Ansvergu- tungsscheine mit 93, Späte Schuldbuchforderun- qen mit 98,25 voll behauptet, Reichsaltbesitz 0,13 v. H. freundlicher. Auslandsrenten lagen still, Mexikaner etwa behauptet. Im Verlause bröckelten die meisten Grohwerte am Aktienmarkt bei sehr kleinen Umsätzen auf weitere Glattstellungen um 0,25 bis 0,50 v.H. ab so Montanwerte, IG. Farben, Deutsche Erdöl, auch RWE. 0,75 v.H. leichter. Dagegen Lahmeyer 146 nach 145,25. Ferner waren AEG. lebhafter mit 38,25 nach 37,65 und Kaufhof mit 47,50 nach 47 'Fest lagen außerdem BMW. mit l^Obis 141 (139,75) und Feinmech. Jetter mit 98,40 (96,50). Am Kassamarkt zogen Commerzbank auf Pari bis auf 114,25 nach 113,25 (gestern 111,25), ferner Wayß & Freytag 119 bis 120 (118). Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörfe behauptet. Trotz starker Geschäftsstille infolge des Fehlens von Kundenaufträgen erwiesen sich die Kurse an der Abendbörse als widerstandsfähig, teilweise ergaben ich gegenüber den Berliner Schlußkursen mäßige Vesserungen, insbesondere für einige Bergwertspapiere. Jnteresfe zeigte sich weiterhin für Westdeutsche Kaufhof zu 47,90 (47,75), dagegen konnten sich AEG. mit 38,25 (38,50) nicht behaupten. Gegen den hiesigen Schlußkurs lagen Lahmeyer mit 147,50 (146) weiter recht fest, außerdem gewannen Eßlingen Maschinen 1 v. H. auf 94,50 andererseits ließen Scheideanstalt 1 v. H. nach auf 273. Am Kassamarkt blieben die drei Großbankaktien unverändert Pari, während Adca auf 84,50 (83,40) anzogen. Von Jn- dustriepapieren kamen Frankfurter Hof mit 83 (am 16. Juli 80), Riebeck Montan mit 122 (am 16. Juli 119) Seilwolff Mannheim mit 94 (93) und En- zinger Union nach Pause mit 115,50 (117,25) zur Notiz. Der Rentenmarkt lag völlig geschastslos und brachte keine Veränderungen. Frankfurter Eiermarkt. Von Renten gingen zertlf. Dollar-Bonds um etwa 0,25 bis 0,40 v. H. zurück. Im übrigen blieben die variablen Werte behauptet. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligationen, die meisten Liquidationswerte und Stadtanleihen lagen unverändert etwas niedriger Franks. Hyp. Liquid. 101 (101,13), Franks. Pfandbriefbank Liquid. 101,10 (101,25). Von Auslandsrenten Ungarn-Gold mit 9,13 (9) etwas hoher, dagegen Mexikaner überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. Jrn^ F r eiverkehr stiegen Adlerwerke Kleyer Frankfurt a. M., 17. Juli. Reichliches An- gebot von Gemüsen aller Art, Ueberangebot von Bohnen und Wirsing. Geschäft nur teilweise zu- friedenstellend, Preise durchweg gedruckt. Ausländisches Tomatenangebot gut, Absatz lebhaft Preise unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl I 30 bis 40, II 20 bis 28, Bohnen: Pfälzer 10 bis 12, (Barb ner 10 bis 15, Wachsbohnen 14 bis 16, Erbsen: Sack 10, Gärtner 14 bis 16, Gurken: Treibhaus 10 bis 30, Einmachgurken: 100 Stuck Salz 1,80 bis 2,00, Essig 1,30 bis 1,50, Karotten, Bündel 3 bis 4 */2 kg 5 bis 6, Kartoffeln, Erstlinge 50 kg 5,25 bis 5,50, Kopfsalat 4 dis 7, Pilze: PsifferUnge 25 bis 27, Steinpilze 30 bis 35, Rettich, Vundel 8 bis 15, Stück 5 bis 10, Nömischkohl 4 bis 5 Rote Rüben, Bündel 4 bis 6, V2 kg 8 ins 10, Rotkraut 7V2 bis 10, Spinat: Wurzel 13 bis 15, Blatter 18, Schnittlauch 25, Tomaten (Treibhaus) 22 bis 30 5-kg-Kistchen netto 2,30 bis 2,50 (holl.), 12 /r k^ brutto 17,00 bis 20,00 (ital.), Weißkraut (Spitzkohl) 3 bis 5, Wirsing 3 bis 5, Zwiebeln: Pfalzer 7 bis 71/2, Sachsen 6V2 bis 7, Gärtner 7 bis 8. Der DbftmarEt hatte reichliche Zufuhren von Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren. Birnenangebot zunehmend, Aprikosen und Pfirsiche gering. Spillinge erstmals am Markt. Kirschen-Angebot nachlassend. Nachfrage befnedi- qend, Preise teilweise fallend. Angebot von aus- ländischen Aprikosen und Psirsichen gering, Verkauf qut, Preise leicht erhöht. U. a. notierten: Sommer- apfel 20 bis 35, Aprikosen 38 bis 40, ungarische 30 bis 32, Bananen, 12V2-kg-Kiste netto 6,50 bis 7,00 (Bros.), Birnen: Zuckerbirnen 16 bis 22, Margarete- birnen 12 bis 18, Brombeeren 45, Heidelbeeren 22 bis 24, Himbeeren 30 bis 40, Johannisbeeren 15 bis 18, Kirschen 25 bis 35, Sauerkirschen 22 bis 32, Pfirsiche 30 bis 38, italienische 30 bis 40, Spillinge 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 18, Frühzwetschen 36 bis 40, Zitronen, Kiste 150 Stück 6,50 bis 7,25, 300 und 360 Stück 12,50 bis 14,50. auch am Platze sehr lebhaft. - Durch die reichliche Zufuhren von Fettschweinen auf den Viehmarkt war das Angebot an Sch malz ebenfalls sehr gut. Bei Sülarqarine ist der Gcschüstsverlauf trotz der Ferien zufriedenstellend. Es notierten m Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. (^ßhan- delsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, feine deutsche Molkereibutter 145 deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Land- butter 125, holländische Butter 148. Frankfurter Obft- und Gemüfemackt. ""son Ven\nsgefamt aufgetiiebenen 590 (540) Großvieh entfielen auf Frankfurt 373 (361), unö zwar 49 Ochsen. 59 Bullen. 201 Kühe und 64 Far- kn, auf Wiesbaden 86 (81), darunter 5 Ochsen 20 Bullen, 41 Kühe und 20 Färsen; auf Mainz 131 (98), darunter 11 Ochsen, 4 Bullen, 26 Färsen und 90 Kühe. Auf sämtlichen Märkten entsprachen die Auftriebe noch nicht der Nachfrage so daß weiterhin an die Metzger zugeteilt werden mußte Der fehlende Bedarf an Rindfleisch konnte durch Lieferungen von ausländischem Frisch' und Gefrierfleisch gedeckt werden. Die Qualitäten waren mittel bis gut, die Preise bewegten sich auf der Hohe der Di^°S ch w e i n e z u f u h r betrug insgesamt 7779 (7950) Stück. Frankfurt hatte daran Anteil mit 4935 (5131) Stück, was jedoch der Nachfrage g-enugte. Auf Wiesbaden entfielen 4083 (1085), auf Mainz 1040 (1036) und auf Darmstadt ™ (698) Stuck- Die Qualität war in Frankfurt und Mainz mittel, in Wiesbaden und Darmstadt gut. Der Bedarf wurde restlos durch Zuteilung zufnedengestellt Für Kälber ging die Gesamtzufuhr auf 1938 (2051) zurück, wobei Frankfurt mit 1236 (1352) unb Mainz mit 223 (245) geringe Zufuhren hatten Wiesbaden wies eine Zufuhr mm 353 (338) unb Darmstadt von 126 (116) auf. In Frankfurt zogen die Preise 2 bis 3 RM. an. Wiesbaden, Mainz imb Darmstadt notierten nahezu wie in der Vorwoche. Am S ch a f m a r k t standen ?16 (136) Tiere zum Verkauf' Frankfurt hatte allein 180 (112) Stuck, die bei mittlerem Geschäft und fast Preisen ausverkauft wurden. In 'Wiesbaden (28 gegen 24) und Darmstadt (8 gegen 0) erfolgten feine Frankfurt a. M., 17. Juli. Durch weitere Freigaben von Auslandseiern, es standen Hollander und Dänen zum Verkauf, konnte der Bedarf weiterhin reichlicher als bisher befriedigt werden. Sie Anlieferungen von deutschen Eiern zeigen dagegen eher eine Abnahme. Das Geschäft war bei unveränderten Preisen flott. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufs- Preise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 9%, B 9, C 8/2, D 8. Holländer und Dänen S 10, A 9, B 8%. ümentantldje ’Jloten.............. Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ------- - Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Note« Sonntag, den 19. Juli. 6. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- > thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; Beichte und hl. ; Abendmahl für Matthäus- und Markusgememde; 11- Kinderkirche für die Markusaemeinde; Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrajfistent Wolf; 20: Bibel- desprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Dauth. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr.Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg Nr. 59). 9.30: Propst Knodt. — Wiefeck. 9.30: Pfarr- aHiftent Zschau; Kollekte für das Männerwerk der Landeskirche; 10.45: Christenlehre. — Alten Bufeck. 9 30- Pfr. Sattler; Kollekte für das Männerwerk der Landeskirche. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10.15: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11.15: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt ). Saubringen. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Ju- qenb — Treis a. b. Lba. 10: Hauptgottesdienst. — Klein-Linden. 8.45: Gottesdienst und Christenlehre für die männliche Jugend; Kollekte; 10: Kindergot- tesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Festgottesdienst anläßlich der Einweihung des neuen Ev. Gemeindesaales unter Mitwirkung des Kirchenchors und des Posaunenchors; 16.30: Nachfeier im Zeichen des Ev. Bundes. — Langsdorf. 11.15- Hauptgottes- öienft; Dechant Kahn (Lich). - Bettenhausen. 13.30: Haupigottesdienst; Dechant Kahn (Lich). ^unzen- 1 berg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für das Man- nerwerk. — Trais-INünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte für das Männerwerk. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 20.30: Frauen- Hilfe — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte — Harbach. 14: Gottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Veitsberg. 10: Lesegottesdienst. — Garbenleich. 10.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. Wie in den letzten Wochen, ruhten weiterhin die Umsätze in altem Getreide. Die Mühlen haben dagegen ihre Nachfrage etwas verstärkt, da durch das ungünstige Wetter eine Verzögerung in der Ernteeinbringung eintreten wird und sie für die ersten Augusttage meist noch nicht genügend Drnyt- ware haben. Infolgedessen wird neues Getreide lebhaft gefragt, steht aber nur in ganz seltenen Fällen schon zur Verfügung, ^utterweizen ist laufend gejucht, aber nicht in ausreichenden Mengen vorhanden. In Wintergerste kamen kleine Umsätze anhand der oorgeUgten, befriedigenden Muster auf Basis der oorgeschriebenen Preise zustande. Als Käufer treten Verarbeitungsbetriebe auf. 21m Oberrhein war norddeutsche und mitteldeutsche Wintergerste angeboten. Im hessischen Ried hat vereinzelt der Schnitt der Sommergerste begonnen. Hafer bleibt im bisherigen Umfange käuflich. Die Aufnahmefähigkeit ist aber gering, m Anb^ tracht der reichlichen Regenfälle haben sich jedoch die Preise ziemlich, wenn auch bei kleinen Um- 16.7. 143,5 AdR. Im Verkündungsblatt des Reichsnährstan- i Les (Nr. 61 vom 15. Juli 1936) wird die erste . Ausführungsbestimmung zur Verordnung über die ( Regelung der Erzeugung und des Vertriebes von Futterrübensamen veröffentlicht. Danach brauchen Lieferungen unter 5 Kilogramm, die im Direktge- schäft (Handverkäufe über den Ladentisch) erfolgen, bis auf weiteres nicht verplombt oder versiegelt zu werden. Auch können beliebige Mengen unter 5 Kilogramm verkauft werden. Zu derartigen Lieferungen sind auch Verteiler berechtigt, die das Abfüllrecht für die Anerkennung landwirtschaftlicher ©aalen vom 12. Marz 1936 nicht besitzen Letzt- malig ist in der kommenden Verkau^penode 1936/37 bie Verwendung vorhandenen Derpackmatenals unter der Bedingung gestattet, daß der bisherige Aufdruck ungültig gemacht und die Signierung gemäß Abschnitt 21 der Grundregel für die Anerkennung landwirtschaftlicher Saaten angebracht wwd. Die Morbnung, auf die sich diese ersten Ausführungsbestimmungen beziehen, wurde am 8. un. 1934 erlassen und bestimmt, daß Futterrubensamen aus anerkannten Beständen in Zukunft nur nach den Vorschriften des Reichsnährstandes verpackt, plombiert bzw. versiegelt zu den jeweils vom Der- waltungsamt des Reichsdauernfuhrers festgesetzten Preisen und nur nach den ßieferungs» und Zahlungsbedingungen des Reichsverbandes der deutschen Pflanzenzuchtbetriebe in den Verkehr gebracht werden darf. Als Packungen sind vorgeschneben: y2, 1, 2%, 5, 10, 25 und 50 Kilogramm. In den Ausführungsbestimmungen behält sich das Verwaltungsamt des Reichsbauernführers ausdructtich vor, eine Kontrolle über die Durchführung der Erleichte- rungsbeftinunungen, wie sie ^ie Anordnung vom 8. Oktober 1934 darstellt, vorzunehmen. Die vom Reichsnährstand festgesetzten Preise und zulässigen Kleinmengenzuschläge werden in jedem Jahre- zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Erfolg der Verkauf in Versandgeschäften, so muß der Futterruben- famen aus anerkannten Beständen verpackt plombiert bzw. versiegelt in den Verkehr gebracht werden Als Futterrüben-Hochzuchtsorten zugelassen sind: Eckendorser gelb, Criewener gelb, Knehdener M gelb, Eckendorfer rot, PeragiS^rot, Kirsches Ideal, Friedrichwerther Zuckerwalze, Kirsches Koloß, Altenburger, Leutewitzer, Oberndorfer, Ovana, Rhem- Lanker Zuchtrichtung, Veni vidi vici, Frankes Rekord, Georgenhäufer, Deutsche Barres, Dänische Barres, Remlinger und Mammuth. Frankfurt a.M., 17.Juli. Die Umsatztatig- keit hatte infolge des nur kleinen Auftragseinganges kein größeres Ausmaß, die Grundtendenz des Aktie nmarkes blieb aber fest. Zwar war die Kursentwicklung etwas uneinheitlich, im ganzen überwogen aber weitere Kurserhöhungen. Das Geschäft beschränkte sich in der Hauptsache auf einige Spezialwerte. So waren Daimler Motoren weiter gesucht und auf 129,50 (127,75) erhöht m Erwartung einer Kapitalerhöhung; ferner fliegen Gebr. Junghans auf 106 (105), auch andere Maschinen- und Motorenwerte weiter befestigt. Im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer 113,25 (111,25). Von Elektroaktien traten Lahmeyer mit 145,25 (144) und RWE. mit 141 (139) mehr hervor. Fes notierten außerdem AG. für Verkehrswesen mi 121,50 (119,75), von Bauaktien Jul. Berger mit 143 (142) und Holzmann mit ca. 129,50 (127) au$ Gement Heidelberg weiter erhöht auf 145 (144,50 . Sonst sind noch zu erwähnen Westdeutsche Kaufhof mit "46,50 bis 47 (46,25), Reichsbankanteile mit 197,25 bis 197,75 (197) und Ilse Bergbau Genuß mit 137,75 (136,75). Montanwerte lagen auf Glattstellungen der Kulisse zumeist 0,25 bis 0,75 v. H. niedriger, ferner büßten Scheideanstalt unö Gonti Gummi je 2 v. H. ein. IG. Farben bei flemcn Umsätzen gut behauptet. Auf den übrigen Marktgebieten wichen die Kurse nur um Bruchteile eines (Schlußkurs 16.7- 144,25 133,75 225 146,75 108,65 28 129,25 128,5 183 Dalum Mansjelver Bergbau....... 6*4 Kokswerte.................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rhetnstahl ........-........-4 Vereinigte Stahlwerke 8’/2 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth IV» Datum 4% oesgl. Serie U ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^rÄ>Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y*% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Reichsbank ................12 Schlußk. Mittag- vörse 17.7. 144 133,25 225 146,5 107,5 26,65 129,75 129 184,75 Philipp Holzmann < Zementwerk Heidelberg 7 Cementwerk Karlstadt......... 6| Kurszettel der Berliner und Kranksurter Börse. $ie hinter den Papieren -ng-führ.-n Zisi-rn geben die 5)öh° der zuletzt beschwsienen Dividende on. - Reichoban-di-kvnt 4 v.H.. Lvmb-rdzin-fuh 5 °.tz, börse 17-7. Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof 6 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas ........ 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 8 Lrenstein & Koppel ......0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade...................... « Accumulatoren-Fabrtk Conti-Gummi....... Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs schlußk. Mittag» börse Dainm 16-7 17 7 16.7 | 17.7- 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,1 101,10 101,1 97,4 102,25 101 97,4 102,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*4% Doung-Anleihe von 1930 . 97,4 102,5 97,4 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 4*4% Deutsche Reichspostschatzan 112,9 112,9 113,13 112,9 100,1 100,1 100,1 Weisungen von 1934, L ...... 4*/.% ehem. 8% Hessischer Bolks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. ■ 98,25 98,25 98,5 98,5 414% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold 9t. 12.... 97 97 97 — 6*/,% ehem. 4*4% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 101 101 — — 4V.% ehem. 8% Darmst. Komm Lanvesb.Goldschuldverschr. flt.6 93,75 93,75 — — Oberhessen Provinz-Anleihe mii 123 123 Auslos.-Rechten ....... Deutsche Komm. Sammelabl. An 119,9 11»,9 119,9 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,65 4'/r% ehem.8°/o Franks HYP-'Banl 97 97 97 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 5%% ehem. 4%% Franks. HYP- Bmrk-Liqu.-Pfandbriese...... 101,13 101 — — 5%% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. .. - 101,25 101,25 101,4 101,4 4%% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4y,% ehcm. 7% Pr. Landespfand 95 95 Sriefanft., Gold Komm. Cbl. 2( 95 | 9j Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-3L 109,5 I 109,5 109,5 1 109,5 4% Oefterreichtskhe Goldrente... 4,20^o Lesterreichische Silberrenti 30 2,90 30,5 2,8 2,85 2,85 9,4 8,75 8,9 14,8 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staatsrente v. 191 9 8,65 9,3 8,6 8,6 8,65 15,1 *y,% desgl. von 1913......... 6 -, cbgest. (tzoldmexikaner von 9 8,75 ' 15,35 8,9 4% Türkische Bagdadbaha-Aoleth 16-IuN 17 3ui Amiliche Notierung Amtliche Notierung Geld | »rief Geld »rier Buenos Airc Brüssel .... 0,673 1 41,91 0,677 41,99 0,673 41,92 0,677 42,00 Rio de Jan. 0,142 3,047 0,144 3,053 0,142 3,047 0,144 3,053 Kopenhagen 55,61 46,80 55,73 46,90 55,63 46,80 55,75 46,90 London.... 12,455 12,485 12,46 12,49 Helsingfors. Paris ..... 5,485 16,425 5,495 16,465 5,49 16,435 5,50 16,475 Holland ... Italien .... 168,86 169,20 168,93 169,27 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,726 0,728 0,726 0,728 Jugoslawien Oslo..... : 5,654 62,60 5,666 62,72 5,654 62,62 5,666 62,74 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,31 11,33 11,32 11,34 Stockholm... 64,22 64,34 64,24 64,36 Schweiz ... 81,14 81,30 81,17 81,33 Spanien.... 34,01 34,07 34,03 34,09 10,285 10,305 10,29 10,31 Budapest .. — Neu york ... 2,478 2,482 2,480 2,484 16.7 17.7- 16-7- 177. 6,9 6,8 6,9 6,9 10 10,25 10,13 10,25 5,65 5,6 5,7 5,75 42,75 42,75 42,75 — 14 14,5 14,13 14,4 48,65 43,5 15,65 16 15,9 16,13 119,75 121 120,4 120,75 — 121,75 122,13 98,75 100 98,5 100 100 100 100 100 100 100 100 100 197 199,75 196,5 197,25 37,65 38,25 37,5 38,5 157 156 157,75 156 133,25 133,5 132,65 133,5 159,5 160,13 159,65 160 136,25 138 136,25 137,75 143,25 144 143,5 144,25 132,5 133 132,75 133,5 139 140,75 138,75 140,65 163,25 163 163,5 163 204,5 204,5 204,75 204 144 147,5 143,75 147,5 111,5 111 111,5 110,13 ; 135 134 135,13 134 'i 133,25 131,5 133,5 131 3 117,25 116 117,25 116,13 € — —— — 6 136,75 137,75 137,5 137,25 3 115,5 114,75 115,13 114,5 ö 109,13 107,75 108,9 • 107,5 Geld Srief 2,432 2,452 41,76 41,96 55,43 55,65 12,425 12,465 16,385 16,445 168,51 169,19 — —— 62,40 62,66 — ——- _ —— 64,02 64,28 80.99 81,31 33,69 33,83 — Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Zwischen Bodensee und Schwarzwald. Von Wilhelm von Scholz. In den alten romantischen Landschaftsschilderun- gen, die den Bodensee in den Kreis ihrer Betrachtung aufnehmen, ist es fast immer der Zug von Norden nach Süden, der den Fuß und das Auge des Wanderers führt. Es ist die ureingeborene deutsche Sehnsuchtsrichtung, die aus geschichtlichen, künstlerischen oder nur landschaftlichen Träumen entsprungen ist, in der fern ein unbestimmtes Italien dämmert; der aber auch das Alpenland mit seiner Großartigkeit und seinem neuen Charakter, namentlich am halbitalienischen Südhang, oft schon tiefe Erfüllung bietet, so daß die Sehnsucht dort in Verweilen mündet. Der Bodensee, zu Füßen des Alpenwalls hingelagert, ist das erste große, zugleich das größte Ereignis auf dem Wege dieser 'Sehnsucht: die schimmernde Spiegelfläche, die das Bergland abrückt und zur Kette zusammenfaßt — mit Gipfeln und den wichtigeren Wegeinschnitten nach dem ersehnten Süden, dem sich breit öffnenden Rheintal vor allem; die gewaltige Wasserebene, gegen die das Gebirge vor dem Blick und mehr noch vor dem Gedanken die ganze Großartigkeit seines Wesens dartut: das senkrechte Ragen, das Felssein, das Tragen ewigen Schnees hinauf in einen von hochdrängender Erdkraft zackig zerrissenen Horizont. So haben sich die alten Wanderer — dieses Ge- K, das Gott stets den lebendigsten Dank für eschenk der Erde spendet — nicht genug tun können, in immer neuer Entzückung den überraschenden Blick von Norden auf den See zu schildern. Ob sie aus dem bayerischen Allgäu herabsteigen auf Lindau zu oder im Württembergischen die inmitten ihrer düsteren Forste sich erhebende Waldburg zu erklimmen, um den weiten Blick auf See und Alpen zu gewinnen, oder im Badischen vom Schloß Heiligenberg ausschauen: in dem, was sich vor ihnen breitet, ist immer wieder die erste herrliche Erfüllung ihrer Sehnsucht. Aber es ist eine Erfüllung als Bild, in der die Sehnsucht nicht auslöscht, sondern fühlt, sie muß weiterwandern und auf dies selige erste Davorstehen verzichten, um durch Einzelheiten: Tal, Ufer, Gipfel, Schluchten und Pässe die Zielzusammenfassung dereinst nur im Geiste so schön schaffen zu können, wie sie hier vor dem körperlichen Auge sich aufstellt. * Wir wollen vom Bodensee ausgehen und nordwärts reisen. So verweilen wir ohne Fernsicht zu Füßen des Heiligenberges im Salemer Tal und versenken uns in die Marmor- und Alabasterbildhauereien des bayerischen Rokokomeisters Johann Georg Dürr: Figuren, Altäre, Vasen mit reichen Reliefs, zierliche Prunkgeländer, ein vielschichtiges Werk durchaus über' dem Durchschnitt. 1779 ist dieser echte Künstler hier gestorben. Er muß jung die Welt gesehen haben, auf seinen Wanderungen wahrscheilich auch nach Italien gekommen sein. Dem Siebenunddreißigjährigen wird der ehrenvolle Auftrag, für den Salemer' Abt die Kirche zu schmücken. Er ist durch diese Aufgabe auf lange hinaus wirtschaftlich sichergestellt — und zog gewiß frohen Mutes in das stille hügelumstandene Wiesental. Aber ob er gedacht hat, hier zu enden? Nie wieder an einen der künstlerischen Mittelpunkte der Zeit zu kommen? Im dörflichen Frieden zu leben und zu sterben, er, ein Mann, der Pracht in sich trug, der an einem Würzburger oder Mainzer Hof hätte glänzen können? „In dem schönen Münster zu Salmansweil — „Salem" ist eine ver- biblischte Form der alten deutschen Ortsbezeichnung — hat er seinen Namen der Unsterblichkeit eingegraben." So rühmt mit Recht Dürrs Grabstein. ♦ Schloß Heiligenberg, das hell auf der höchsten Schneide seines nördlichen Bergzuges ins Land glänzt, lassen wir heute rechts liegen. Es ist Vormittag, wo die Alpenferne sicher schon in Sonnendunst schimmert und verschwimmt. Wir steuern den Wagen südlich in die Wälder. Durch ihre Hallen, dann an Aeckern und Wiesen vorbei, die zwischen Salem und Ueberlingen sich breiten, wollen wir den Zugang zum Hegau gewinnen. Die einstige Reichsstadt Ueberlingen mit ihren Gräben, Türmen, Verschanzungen, Rathaus und Kirchen hat achtunggebietend die Fahrt des Wagens verlangsamt und dadurch sich vor unserem Gefühl beharrender, größer, wichtiger gemacht, als das rasch zurückgleitende freie, Land, das schon wieder in die Vergangenheit zu fliegen beginnt: steile Sandsteinfelsen, Waldberge neben der Straße und drüben üher dem Seearm, der schnell in eine Bucht von Ried einmündet, ehe wir an der Ach- quelle — die das Wiederhervortreten versickerten Donauwassers ist — vorüber das Hügelstädtchen Engen erreichen — verlassen, um die Hegauhöhe etwa in der Gegend von Neuhöwen zu gewinnen und zurückzuschauen. Dort ist eine Bildperspektive, wie sie dem fliegenden Menschen längst ein Gewohntes geworden sein wird, die mir aber, wenn man sie auf dem Festen erreicht, als der romantischste, weil weltanschaulichste urtb sinnbildlichste Anblick deutschen Landes erscheint: alles, Höhen mit ihren Schlössern, Städte und Kirchtürme, auf dem Unter- und Hintergründe des Wälder und Felder tragenden Bodens zu sehen — unter* dem sich darüber wölbenden Himmel, der auf fernem Horizont seine blaue Kuppel aufsetzt, doch nichts gegen den Himmel, der auf fernem Porizont seine blauessssistß mel! Da wird Nähe und Weite zum gewaltigen Jnnenraum von Erde und Welt. Wie stehen alle diese Vulkankegel, die um ihrer bescheidenen Nähe willen Hohentwiel, Ho- henhöwen, Hohen st offeln heißen — bedeutsame Rittersitze alle und der Hohentwiel nach Hadwigs Zeit wichtigste Festung — gegen Wälder, Aecker, Wiesen, Netz weißer Straßen, See; ganz anders in ihrer Zugehörigkeit zum Lande, als wenn sie in Blau und Wolken ragen dürften! Der Hegau ist nicht, wie man zunächst glauben möchte, ein Ausläufer des Schwarzwaldes, sondern ein selbständiges vulkanisches Gebirge, das sich in frühen Erdzeitaltern hier gebildet und der flachen Abdachung vorgelagert hat, die auf der Südostseite die Schwarzwaldhöhe gegen den Westauslauf der bayerisch-schwäbischen Hochebene ausgleicht: die sogenannte Bar. Wir fahren sie vom Abschluß des Hegaus in ihrer sehr allmählichen Steigung bergan, Donaueschingen zu; so wie auch die Bahn zieht, die aus der sanft sich hebenden Ebene hinter Dillingen plötzlich an deren Rand hervortretend hoch über den Schwarzwaldtälern hinrollt, deren Hauptrichtung nach Westen weist. Donaueschingen ist Ziel und Abschluß der heutigen Fahrt. In schön gerundetem Becken ist dort die Donauquelle gefaßt. Aber in Wirklichkeit fließt der majestätischste Strom hier aus Breg und Bri- gach zusammen und nimmt seine Quelle, weil sie nun einmal mit ihrem Ursprung in fürstlichem Park das Vorrecht dieses Namens hat, höflich auch noch in sich auf und mit auf dem weiten Wege zum Schwarzen Meer. Bis 1908 waren sonst nur Schloßpark und Schloß in Donaueschingen sehenswert. Der große Brand jenes Jahres aber machte in dem freundlichen Landort den gleizeitigen Neubau eines ganzen Stadtviertels nötig. Eine ansteigende Straße war vor allem betroffen und ist jetzt bemerkenswert. Die kaum unterschiedene Höhe der Gebäude, die alle kahlen überragenden Brandmauern vermeidet, die mit zahlreichen Ueberschneidungen romantisch gegliederte Dächerreihe, die Stilähnlichkeit der Hau- serzüge wirken zunächst rein erfreulich und zeigen, welcher Steigerung selbst ein gewiß bescheidenes Baubild durch einheitliche Behandlung ganzer zusammenhängender Bautengruppen fähig ist. Dann freilich kommt dem Beschauer zu Bewußtsein, daß er mit diesen Giebeln, hohen Dächern, blumenbestellten Vorbauten, diesen Freitreppen, einspringenden Ecken, offenen Fluren eigentlich doch nur eine neue, wenn auch hübsche Dekoration zum dritten Akt der „Deutschen Kleinstädter" vor sich hat: neue „gute alte Zeit"! Er fühlt mit Bedauern das künstliche Zurückgreisen auf den Geschmack vergangener Tage, in denen das äußere Leben enger und dürftiger war; in denen es dafür aber auch innere Ruhe, Sammlung, Stille als allgemeine Güter befaß. ♦ Etwa von Donaueschingen ab beginnt der Schwarzwald — in dem es nördlich Tri- berg und Offenburg zu, südlich durchs H öl- len t a l in Richtung auf Freiburg hineingeht — der Landschaft sein Herrschaftszeichen aufzuprägen, wie noch bis über den Hegau hinweg der Bodensee mit der Krone von Fels- und Eisgipfeln ihr König war. Wanderfahrten. Gießen — krofdorfer Forst — Dünsberg — Fellingshausen — Vetzberg — Rodheim. Wir wandern nach unferm Nachbarorte Krofdorf. Hier beginnt an der Hauptstraße die gelbe Strichmarkierung, die uns zunächst gemeinsam mit roten Strichen aufwärts zum Walde bringt, an dessen Rande sich ein hübscher Rückblick bietet. Die roten Striche wenden sich hier links, während wir geradeaus in den Wald gehen. Auf wenig begangenen stillen Wegen, viele Windungen machend, führt uns das Zeichen schließlich, die Frankenbacher Straße überschreitend, an den Fuß des Dünsberges und in bequemem Aufstieg zum Gipfel des Berges. (Sonntags sind oben Erfrischungen zu haben.) Nachdem wir von der Plattform des Turmes die herrliche Rundschau genossen haben, gehen wir ein kurzes Stück den vorher begangenen Weg zurück und folgen jetzt roten Strichen, die uns alsbald hinab nach dem anmutig gelegenen Fellingshausen leiten. Hier verlassen wir das Zeichen, steigen jenseits des Dorfes wieder in die Höhe, durchschreiten das Vetzberger Wäldchen und gelangen auf Feldwegen nach Vetzberg. (Reizende Blicke am Ein- und Ausgang des Wäldchens.) Ueberaus lohnend wegen der hübschen Fernsicht ist die Besteigung der Burgruine, deren Turm geöffnet ist. In wenigen Minuten erreichen wir Rodheim, von wo wir heimfahren. Wanderzeit fünf Stunden, bei Benutzung des Postautos nach Krofdorf eine Stunde weniger. Reiskirchen — Londorf — Allendorf — Climbach — Grohen-Bufeck. Von unserem Ausgangspunkt Reiskirchen führt uns ein breiter Feldweg hinauf nach Bersrod, wo mir die von Gießen kommende blaue Punktmarkierung antreffen. Diesem Zeichen nachgehend kommen wir alsbald in den Wald und stoßen nach einiger Zeit auf rote Dreiecke, die nunmehr bis Londorf unsere Führungszeichen bilden. Beim Austritt aus dem Wald erschließt sich uns ein weiter Blick über die Landschaft. Wir gehen nun zumeist durch freie Gegend über Allertshausen hinab nach dem lieblich im Lumdatal gelegenen Londorf, dem Hauptort der Rabenau. Das Tal abwärts gehend erreichen wir alsbald das Städtchen Allendorf. Don hier steigen wir auf guter Straße hinauf nach dem hochgelegenen Climbach, unterwegs prachtvolle Rückblicke ins Lumdatal, auf Winnen, Nordeck und die umliegenden Höhen genießend. Von Climbach folgen wir roten Punkten, die uns über die Treiser Heide, einer aussichtsreichen Höhe und hierauf durch viel Wald über den Hohe Berg nach unserem Endziel Großen - Buseck bringen. Marschzeit fünf Stunden. Mrkische Campagna. Bilder aus dem Havelland. Es wird keinem einfallen zu behaupten, daß die Umgebung Berlins häßlich ober eintönig fei. Die Schönheit ihrer Kiefernwälder und ihres weitgebreiteten Seengebietes, die der früheren Generation erst durch den Pinsel eines Leiftikow und anderer Künstler nahegebracht werden mußte, ist uns längst aufgegangen und selbstverständlich geworden. Als mir aber eines Tages ein alter Märker — ansässig in der flachen waldlosen Gegend hinter Brandenburg — ganz ernsthaft erklärte, seine Heimat erinnere ihn an die römische Campagna, machte ich doch sehr erstaunte Augen. Ich sagte nichts dagegen, denn man soll ja die Illusionen anderer nicht zerstören, ich lächelte nur ein wenig und dachte im stillen, daß es uns wohl mit der Heimat ebenso ginge wie einer Mutter mit einem häßlichen Kino, sie sieht es mit anderen Augen an, findet Schönheiten bei ihm, die wir nicht erkennen, und ist über eine abfällige Bemerkung auf das schwerste gekränkt. Ich wechselte daher das Gesprächsthema und vergaß später die Bemerkung des alten Herrn vollständig. In diesem Sommer — viele Jahre später — fügte es sich, daß ich Gast in einem Landhaus war, das in dieser Gegend nicht unweit der Havel lag. Ein gerader Weg führte zwischen Wiesen an einem Kanal entlang, dem Fluß zu. Niederes Gebüsch verbarg den an dieser Stelle recht breiten Wasserlauf, man ahnte ihn nur an den vorübergleitenden Segeln oder Dampferschornsteinen. Am jenseitigen Ufer erhob sich eine bescheidene leichtgeschwungene Hügellinie, die die stolze Bezeichnung „Görzscher Berg" führte. Sonst war wohin ich sah, um mich her nur ein vollkommen flaches, waldloses Gebiet. Eine Pappelreihe stand auf einem Damm, endlose mit Obstbäumen bepflanzte Chausseen führten rechts und links in die Ferne. In der Nähe der Havel war das moorige Land durch den Arbeitsdienst zum Teil urbar gemacht und in fruchtbaren Acker verwandelt worden, der zum erstenmal trug — Neuland! Weit in das Land hinein breiteten sich Kuckuck. Als letzter Sänger stieg die Lerche über den Wiesen in den Abendhimmel, Rehbock und Rieke traten aus dem niedrigen Gebüsch vor der Havel in das Freie hinaus, der Fuchs, der schlaue, schlich auf einem Jagdzug über die Wiesen. Ich beobachtete Reiher, die anmutig in der Haltung wie auf japanischen Zeichnungen nebeneinander standen, und Bekassinen. Birkhähne flogen vorüber und in der Dämmerung die Schleiereule mit weichen Schwingen. Die Weizenfelder standen in das Land hinein, standen auf dem zum Teil neugewonnenen Baden, furchenlos und gleichmäßig, sie waren wie ein Meer der Fruchtbarkeit! Darüber aber breitete sich in der Glut des Sonnenunterganges der Himmel der „römischen Campagna" mit jenen eigentümlich getönten Wolkenbildungen, wie ich sie tatsächlich vorher nur dort gesehen hatte: Wenn ich an einem Tag goldene Schiffe mit weißen geschwellten Segeln am Himmel erkannte, so erlebte ich am nächsten die Erscheinung langgestreckter dunkler Ungeheuer, die mit feurigen Zungen züngelten. Oder es erwarteten mich schneeweiße Wolkenburgen, deren goldene Tore dem Besuch himmlischer Gäste geöffnet schienen, und gewaltige wundervoll über den Himmel geschwungene Fittiche eines Cherubs. Friedlich dagegen, einer Lämmerherde ähnlich, standen die Wolken am nächsten Tag über den Pappeln auf dem Damm. Der Horizont aber überstand durchsichtig blau, wie von Peruginos Pinsel gemalt, die bescheidene Hügellinie jenseits der Havel. Nur an Gewittertagen rückte sie schwer und dunkel näher, stand tintenblau am Horizont. Wenn ich von meinen abendlichen Gängen znrück- kehrte, verhängte sich das Havelland mit schweren weißen Nebeltüchern. Der Mond ließ das dichte Weiß noch milchiger erscheinen. Die Kornfelder aber warteten in jenen Julinächten wie ein lichtes, unbewegtes Meer des Erntetages. Margarete von Olfers. Sommer am Chiemsee. Von Wilhelm Kunze. O ihr strahlenden Tage am grünen Wasser, ihr stillen Sonnenstunden an einsamen Ufern, wenn fern nur — weit drüben überm See — eine kleine Glocke läutet, wenn die Berge sich am Horizont emporheben; klar und blau ist der Himmel, und in der Windstille liegt die weite Fläche des Sees ruhig glänzend gebreitet, als wäre sie ohne Tiefe und ohne Tücke. Auf nackten Sohlen tastest du dich am Ufer ins seichte Wasser hinein, kleine glitzernde Fische umspielen deine Knöchel, und die Sonne knallt dir auf die Haut, daß die Wespen dich für eine Blütendolde nehmen ... Wohin du deine Blicke gleiten läßt, siehst du Wasser, und das Wasser von grünen Ufern umsäumt, selbst in fernster Ferne nimmst du gerade noch den feinen Uferstrich wahr. Und du weißt von idyllischen Ortschaften, die da und dort am See liegen: Chieming, Seebruck, Gstadt, Breitbrunn, Uebersee, Prien . . . und wie sie alle heißen mögen. Einmal bin ich von Prien, das übrigens schon zu den sehr malerischen Winkeln dieser Welt gehört, nach Stock mit der kleinen Bahn gefahren und meinte wahrhaftig hundert Jahre zurück- und auf die erste Eisenbahn versetzt zu sein! Eine entzückende Fahrt, man beginnt sich schon zu erholen, ehe man das Dampfschiff betreten hat, das uns zur Insel Frauenworth bringen soll. Wer nach dem Bädeker reift, müßte sich ja wohl auch die Insel Herrenchiemsee mit ihren prächtigen Anlagen und dem prunkvollen Königschloß ansehen, doch zu gewissen Zeiten hat man kein Bedürfnis nach Pracht und Prunk, da mochte man gerade die Stille aufsuchen, das Einfache und in seiner Schlichtheit als Schönheit wirkende lieben dürfen... darum fährt man an der großen Herreninsel vorüber und läßt sich zur Fraueninsel bringen, die schon unferm Blick mit einem einzigen malerischen Bild vor Augen liegt. Man kann es wahrhaftig verstehen, daß diese Insel immer wieder gerade den Malern Anregungen 3U geben weiß! Sie ist eine völlig in sich geschlossene Welt, nicht nur durch ihre Jnselhaftig- feit, sondern auch durch ihre stilvolle Gestaltung wirklich abgeschlossen und herausgehoben aus der weiten Umgebung, der sie sich jedoch in landschaftlicher Hinsicht so durchaus einfügt, daß sie mit ihren Gebäuden und Gärten geradezu als Typ dieser südbayerischen Landschaft erscheinen kann. Da ist ein altes Kloster, eine alte Klosterkirche mit dem getrennt davon stehenden Turm, dem Campanile. Da ist ein sehr schönes Jnselhotel. Da ist ein vom Kloster betreutes Kaffeehaus. Da sind, die Ufer entlana, reizvolle Fischerhäuschen, in denen man Dörr fische bekommt. Da sind über die Fläche der Insel verstreut Sommerhäuser und kleine Villen der Städter, die sich in dieser Einsamkeit wohlfühlen. Schöne Wege zwischen Gärten. Gepflegt und sauber so Häuser wie Hütten, Gärten rote Wege. Eine Märcheninsel! Eine Friedensinsel, die einer sich nach seinem Wunsch gemalt hat, der einmal alles beisammen haben wollte, Einfaches und Schönes, althergebrachte Frömmigkeit und weltliche Reminiszenz. Das Kloster ist ein Nonnenkloster, alt und mit einer Mauer umgeben. Aber man sieht die Frauen, wenn sie auf einem breiten Fahrzeug weit von drüben, von Uebersee herübergerudert kommen, wo sie Wiesen und Felder haben und nun das Heu ins Kloster heimbringen. Oder man hört sie, man hört eine von ihnen fingen, wenn man die stille dunkle Kirche betritt... man hört eine Stimme aufschweben, ohne zu wissen, woher sie kommt — sie muß wohl in irgendeiner Seitennische verborgen jein. Sie klingt melodisch und andächtig, sie hat etwas von Schwermut in ihrer Gehaltenheit, und in ihrem Tonfall lebt eine jahrhundertealte Tradition. So singt heute kein Mensch mehr, denkst du, so hast du noch in keinem Konzertsaal fingen hören, es ist wie eine Stimme aus frühen Jahrhunderten, eine Stimme, die schon Engelsstimme geworden ist. Und der wunderbare Raum selbst, in dem das Grab der heiligen Irmengard ist, fügt sich mit dieser Stimme zusammen, er ist eins mit ihr, er braucht es nicht erst zu werden; denn er tft ebenso zeitlos geworden vor Alter und Hingabe. Vielleicht lassen wir uns von der Fraueninsel nach Gstadt im Kahn hinüberrudern oder wir warten ein Motorboot ab. Leicht bewegt sich der See. Leicht werden wir geschaukelt von den Wellen, die rasch und rascher gegen unser Fahrzeug angehen. Irgendwo da draußen schwebt auf dem See unterm blauen Himmel ein Segelboot dahin. Irgendwoher, wo am Ufer eine Herde weidet, erklingt Rus und Lied eines Hirten und vielleicht geht eine Stimme jodelnd ins Blau empor... Plötzlich bricht sie ab. Plötzlich ist wieder diese Uferstille da, diese Sonnenstunde am grünen Wasser im Angesicht ferner Berge. Obwohl man nun nicht behaupten konnte, daß diese Landschaft reich an Reizen war, nahm mich, als ich des Abends zum erstenmal allein den Havel- wiesen zuging, ein eigener Zauber sogleich gefangen. Die Sonne ging glühend hinter biaugrauen Weiden unter, Wolken zogen wie goldene Schiffe mit weißen gespannten Segeln am unendlichen Himmel, lieber den Pappeln aber stand ein blasser Mond. Es war eine Beleuchtung über diesem weiten, dämmrig hin- gestreckten Land, die mich an ähnliche denken ließ, die ich früher in südlichen Klimaten gesehen, und ganz unwillkürlich kam es mir über die Lippen: „Weite, Luft und Licht erinnern an die Campagna!" Ich stand still und ließ den atmosphärischen Zauber auf mich wirken, und in diesem Augenblick dachte ich plötzlich der längst vergessenen Worte jenes alten Märkers... Ich mußte mir gestehen, daß er Recht behalten, und es verging kein Tag, an dem sich mir nicht die Wahrheit feiner Beobachtung neu bestätigt hätte. Jedesmal, wenn ich des Abends hinaus ging, lag das weite sommerliche Land vor mir, in jener eigentümlichen Beleuchtung. Es war eine große Weltferne und Stille um mich her, ich ging wie in „Niemandsland", ich traf keinen Menschen, desto mehr regte sich das Leben der Fauna. Frösche quakten wohlig und behäbig im Wasser des Kanals, wieder und wieder rief der scheue Vogel, der Iklaira auf See Reieen wf deutschen Scbttten sind Reisen wf deutschem Boden! 3w6dage Ferienreise necbAmor ika jeden Donnerstag ab Hamburg ca RN 517.- «nachtiefltich Hotel und Verpflegung 3 Heftotiehrten tos ItiUriraeer, Bich dem (kieel, Marotte rod den Atlaotiscben tata Filsen bei Camp a.Rh.,,HausRheln- hllvh'VBoll.Pens. 4Mahlz.3.Sn Blk. L.Müller Wwe. Sommerfr.Burghaun, sch.waldr.6eg.cLV.- Rhön.Schwimmg.mH Liegew., Liegest, u. Paddelb., sch.Z., z.T. fl.W., 4 erstkl. 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Im all- gemeii^en wartet man dann hier, bis ein luftkranker Passagier herausgesetzt werden muß. Dann wird man angerufen und muß sich für den nächsten Morgen startbereit halten. Vierzehn Tage Wartezeit genügten mir, und ich entschloß mich dann, den sogenannten Wüstenexpreß, der zweimal wöchentlich zwischen Bagdad und Damaskus verkehrt, zu benutzen und von Damaskus nach Haifa, wo ich einen Dampfer nach Athen bekommen sollte, in einem gemieteten Auto weiterzufahren. Also, Platz für den Wüstenexpreß belegt und gleich in Bagdad einen Wagen bestellt, der mich von Damaskus nach Haifa bringen soll. Beim Bestellen und Bezahlen dieses Wagens machte man mich in dem Büro gleich darauf aufmerksam, daß der Manager der Gesellschaft in Damaskus als der größte Gauner dort bekannt sei und er mir unter der Vorgabe der Unruhen in Palästina vielleicht die Herausgabe eines Wagens verweigern würde. Ich sollte mich aber auf nichts einlassen, sondern in diesem Fall auf arabische Sitten zurückgreifen. Wie gut, daß man mir diesen Rat gegeben hatte, denn ich hatte ihn bald nötig. Wüstenautofahrt um sechs Uhr morgens im Bagdader Flughafen; um fünf Uhr muß alles da fein, denn das Gepäck muß gewogen und verstaut werden. Das Ungeheuer steht bereits dort, und der Leiter der Gesellschaft hat ein Büro zur Abfertigung der Reisenden und des Gepäcks aufgeschlagen. Am Wagen selbst ist ein genauer Plan für die Platzoerteilung mit den Namen angebracht, so daß es keines langen Suchens bedarf. Der Wüstenexpreß, ein dreiachsiger Wagen von mehr als zwanzig Meter Länge, ganz aus Stahl. Am Eingang rechts die Kühl- und Wasserräume, in denen auch ein eiserner Bestand an Lebensmitteln aufgehoben wird, denn es kann bei einem Sandsturm immer mal vorkommen, daß man einige Tage unterwegs liegen bleibt, ebenso bei einer schweren Panne, und dann muß vor allem Wasser da sein. Wasser ist das Wichtigste in der Wüste. Punkt 6 Uhr Abfahrt. Noch eine Stunde sieht man hier und da am Weg, denn wir haben noch eine richtige Fahrstraße, bewohnte und verlassene Siedlungen, Palmen und etwas Grünes, und dann hört es auf. PZüste. Gegen 10 Uhr erreichen wir die Oase Ramadi, die gleichzeitig Polizeistation ist und ein Hotel, sogar nach europäischen Begriffen, wenn man bescheiden ist, aufweist. Eine Viertelstunde Pause für die, die noch nicht gefrühstückt haben. Sie wird ausgenutzt und dann geht's weiter. Bald ist keine Straße mehr erkenntlich, und man muß sich tvundern, wie die Fahrer aus der mehrere Kilometer breiten Spur die richtige noch herausfinden. Aber mit einer bewundernswerten Sicherheit finden sie die alle zehn englische Meilen stehende schwarz-weiße Stange, die den Weg und die Richtung angibt. So geht's Stunde um Stunde, gegen Mittag wird kurz gehalten; einmal für die Damen, einmal für die Herren. Die Chauffeure wechseln sich am Steuer ab. Nichts — nichts mehr zu sehen, nur noch Sand. Man zieht die Sessel aus und einer nach dem anderen schläft ein. Plötzlich ein eiliges Hin und Her, man wird wach. Was gibt's? Der Stuart läuft durch den Wagen und schließt die Fenster fest und verschraubt sie. Es ist fast dunkel geworden, um diese Zeit das erste Zeichen für einen aufkommenden S a n d st u r m. Bald ist er auch da, der Wagen muß halten, denn man sieht keinen Meter weit, und beim Einschalten der Scheinwerfer sieht der Fahrer nur das Spiegelbild des Wagens. Gott sei Dank, nach einer halben Stunde ist er vorüber. Aber die Temperatur ist unerträglich geworden, die zehn Ventilatoren des Wagens bringen auch keine Kühlung mehr, und der Stuart kann die Wünsche nach eisgekühltem Wasser kaum befriedigen. Gegen sieben Uhr sehen wir dann in einiger Entfernung einzelne Bäume, eine Ziegelmauer und eine Flagge. In einer Viertelstunde sind wir dort. Die Oase R u t b a , Polizcistation, Flugstützpunkt und Haltestelle der Wüstenwagen. Eine Stunde Pause. Dor der Nachtfahrt soll noch gegessen werden, denn dann geht es ohne Halt nach Damaskus. Ein gutes Essen und auch gutes englisches Bier gibt's. Dann wird zur Abfahrt ausgerufen. Man legt sich hin, soweit es die ausgezogenen Sessel gestatten, der Wagen wird verdunkelt und bald schläft alles. Um 4 Uhr wird die französische Grenzstation an der syrischen Grenze erreicht, keine Formalitäten für uns, alles erledigen die Chauffeure, so daß man sich schon etwas zurechtmachen kann. Nach einer Stunde geht es weiter. Bald sehen wir rechts und links wieder Palmen und Olioenbäume, Felder mit Salat und anderen Pflanzen. Die ersten Häuser der Vororte von Damaskus tauchen auf und um 6 Uhr erreichen wir den Bahnhof des Wüsten- conooys. Gepäck wird ausgeladen und bald sind wir hier fertig. Nach einiger Zeit finde ich dann auch den Manager der Autogesellschaft, bei der der Wagen für mich bestellt und auch bereits bezahlt war. Zunächst freundlich, liebenswürdig, und er verspricht mir meinen Wagen für 7 Uhr. Ich fahre zum Hotel, um mich frisch zu machen und zu frühstücken. Ich sitze noch im Bad, da erscheint er, will mich dringend sprechen. Was ist los? Schnell fertig gemacht, dann heraus. Er erzählt mir eine lange Geschichte. Er habe mit Haifa gesprochen, die Straße sei so unsicher, daß er mich nicht fahren lassen könne. Ich solle warten. Hier nutzte mir der Rat, den ich in Bagdad wegen des Gauners und der arabischen Sitte bekommen hatte. Erst freundlich zugeredet, nutzt nichts, dann eine Tracht Prügel, und er versichert mir, daß er alles tun will, um einen Wagen zu bekommen, und er verschwindet. Ich sitze beim Frühstück, er erscheint wieder und beteuert, daß kein arabischer Chauffeur mich fahren will, da die Strecke zu gefährlich sei. Erneute Prügel mit einem kleinen Hinweis auf das Krankenhaus. Er verschwindet. Fünf Minuten vor 7 Uhr erscheint er freudestrahlend am Frühstückstisch und sagt: Sahib, dein Wagen steht bereit! Also es ging doch. Und der Grund, weshalb ich keinen Wagen gleich haben sollte. Ein Schwede hatte bei der gleichen Gesellschaft bestellt und bezahlt, konnte aber erst mittags weiterfahren, da er noch kein Visum für Palästina hatte. Die von diesem Herrn bezahlten vier Pfund wollte er in die eigene Tasche stecken und uns zusammen einen Wagen geben. In einer Stunde ist die Grenze erreicht. Vor mir ein Wagen, der nach der Zollabfertigung eine Flagg« am Kühler festmacht. Ein Einheimischer steht interessiert dabei. Schüttelt den Kopf und meint: „Ob die genügend Schutz bieten wird. Sie sehen zu jüdisch aus." Ich befestige einen Haken» kre uzwimpel zwischen Kühler und Scheinwerfer. Die Leine war zu kurz, und er besorgte, als er meinen Kummer sah, schnell das fehlende Stück. Dann meinte er, daß wir damit ganz sicher führen und keine Angst zu haben brauchten. Und recht hatte er. Nicht nur das, sondern viele Araber, die uns am Weg begegneten und die Flagge erkannten, hoben die Hand zum Gruß. Um 12 Uhr erreichte ich dann Haifa und sand auch bald meinen Dampfer, der mich nach Athen bringen sollte. Buntes Allerlei. A ie deutsche Blumenbücher. Das Buchmuseum der sächsischen Landesbibliothek veranstaltet eine Ausstellung „Alte gemalte Blumen", über welche die bei F. Bruckmann in München erscheinende Zeitschrift „Pantheon" berichtet. Es ist eines der reizvollsten und trotzdem un- durchforschtesten Kapitel aus der Geschichte der deutschen Illustration. Denn auch vor und nach der vielberühmten Anna Sybilla Merian, der unerreichten Malerin der deutschen Blumen und der exotischen Raupen und Schmetterlinge, gab es in Deutschland eine botanische Kunstgelehrsamkeit von höchster Kultur des Handwerks und leidenschaftlicher Hingabe an die schöne Welt der Pflanze. Dahin gehört Peter Schössers, des Mitarbeiters von Gutenberg, „Erstes Kräuterbuch" von 1484 und vor allem Leonhart Fuchsius' meisterhafte Holzschnitte seines „Neuen Kräuterbuches", 1542, deren lineare Klarheit und Charakterfülle nicht zu überbieten ist. Basilius Beslers gewaltiger „Kortus Eystettensis", das großartige Blumenbuch des Eichstätter Bischofs Johann von Gemmingen läßt schon das Verhältnis des Barocks zur gewachsenen Naturschünheit spüren. Wie es dann in Jos. Furttenbachs architektonischen Gartenanlagen zu einem neuen Stil der Raumkunst im Freien geführt hat. Georg Dionys Ehret aus Heidelberg hat, ein Jahrhundert später, mit dem Botaniker Chr. I. Trew aus Nürnberg Blumen mit geradezu ausschweifender Schmuckfreude gemalt und veröffentlicht. Ein Unikum schließlich ist der riesige Codex botanicus des gekrönten Botanikers Friedrich August von Sachsen: alle Blumen des Pillnitzer Schloßgartens sind hier, in Lebensgröße, verewigt. San Marco in Gefahr. Der Betrag von 300 000 Mark wurde, wie aus Rom berichtet wird, durch ein königliches Dekret ausgeworfen, um die berühmte Basilika von San Marco in Venedig vor der Gefahr des Einsturzes zu retten. Dabei wird von der „absoluten und dringenden Notwendigkeit" der Maßnahme gesprochen. Die ersten Alarmrufe über den Bauzustand wurden vor etwa fünf Jahren laut. Baumeister waren seit langem beunruhigt über die Risse im Mauerwerk dieses berühmten Bauwerks aus dem 11. Jahrhundert, das sich auf den Grundmauern aus dem 9. Jahrhundert erhebt. Die Risse erschienen in den Mauern und Säulen, die die goldenen Kuppeln, das Wahrzeichen und den Stolz Venedigs, tragen. Im Jahre 1932 stellte man fest, daß das ganze Gebäude von der Gefahr des Einsturzes bedroht war. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden mit großen Mitteln, die von der Regierung bewilligt waren, in Angriff genommen. Trotz allen Bemühungen hat man jetzt festgestellt, daß die Gefahr noch immer nicht behoben ist. Die neuen Mittel, die jetzt bewilligt wurden, sollen zu einer durchgreifenden Wiederherstellung und Erhaltung von den Grundmauern aus verwendet werden. Wetterbericht des Relchswetterdienfies. Ausgabeort Frankfurt. Die Aufheiterung hat sich im Laufe des heutigen Vormittags über ganz Deutschland ausdchnen können und bei kräftiger Sonneneinstrahlung wurden Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius erreicht. Die Warmluftzufuhr bzw. der damit verbundene kräftige Druckfall bedingten im Zusammenhang mit dem Vorstoß des vor Spanien gelagerten Wirbels nach Großbritannien eine Zufuhr frischer Meeresluft; damit setzten im Kanal heftige Westwinde ein, die in der vergangenen Nacht in Nordwestdeutschland bereits zu gewittrigen Störungen führten. Da aber von Frankreich her der Luftdruck wieder kräftig ansteigt, ist eine Wiederherstellung des unfreundlichen Witterungscharakters der vergangenen Woche nicht zu befürchten, doch ist andererseits ein völlig störungsfreies Wetter unwahrscheinlich. Aussichten für Sonntag: Abwechselnd bewölkt mit häufiger Aufheiterung, nur ganz vereinzelte Schauer, lebhafte westliche Winde, angenehm warm. Aussichten für Montag: Im ganzen freundliches Meter mit-erneuter Aufnahme der gewittrigen Störungen. Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 25,4 Grad Celsius, abends 20 Grad; am 18. Juli: morgens 19,5 Grad. Maximum 26,7 Grad, Minimum heute nacht 14,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juli: abends 22,5 Grad; am 18. Juli: morgens 18,1 Grad. — Sonnenscheindauer 13,6 Stunden. Gl Repräsentationsgründe maßgebend sind, dann bedenken Sie, daß jeder tüchtige Mensch Sie danach beurteilt, wie Sie Leistung und Gegenleistung sachlich abzuwägen verstehen. o Unübertroffenen Gegenwert bietet Er kostet weniger als w mancher Vierzylinder. Unverbindliche Probefahrt bei: Motorwagen-Verkaolsaesellsclian m. h. 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