Nr. 14V Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 18. Juni 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatsvuch- und Steindruckerel R.Lange in Stehen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für. die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.250/^ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Regierungskrisis in Schweden. Don unserem di.-Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, den 16. Juni 1936. Nach monatelangem Rätselraten ist die Spannung in Schweden gelöst worden. Die Regierung Per Albin Hansson, des sozialdemokratischen Staatsministers, der noch im vergangenen Herbst unter vielen Ehrungen im Lande seinen 50. Geburtstag beging, ist gestürzt worden. Sie ist über die Wehrfrage gefallen und nicht etwa, wie sie aus taktischen Gründen hinzustellen oor- zog, wegen des Versagens des Reichstages in der Frage von Alterspensionen zurückgetreten. Die schwedische Regierungsmaschine arbeitet in ständigen und auf Zeit eingesetzten Ausschüssen. Wohl ein Jahrzehnt lang hat der Heeresausschuß beider Kammern des Reichstages über eine Neuordnung der staatlichen Ausgaben für Heer, Flotte, Küstenartillerie und Flugwesen beraten. Wenn jetzt eine Mehrausgabe von rund 30 Millionen Kronen gegenüber dem bisherigen Stand beschlossen worden ist, so fragt man sich mit Recht, warum um dieses Ergebnis so langwierige Kämpfe geführt worden sind. Die sozialdemokratische Partei, deren Exponent ja die Regierung war, hatte schon um die Jahreswende ihre Bereitwilligkeit kundgetan, eine gemeinsame Verteidigungspolitik für das ganze Land mitzumachen. Es fei dahingestellt, ob sie diesen Beschluß aus unfreundlichen Erwägungen gegen das befreundete Deutschland faßte oder ob sie damit den immer stärker anschwellenden Wehrwillen im Volke auffangen wollte. Die Folge ihrer Einstellung war jedenfalls die, daß auch die Vertreter der Regierung im parlamentarischen Wehrausschuß zwar am eigenen Haushaltvorschlag in Höhe von zuletzt 135 Millionen Kronen festhielten, zugleich aber auch zusagten, sich dem Kostenvorschlag der Mittelparteien in Höhe von 148 Millionen Kronen zu beugen — wozu fünf Millionen für die Uebergangszeit kamen — falls nur die Finanzierung durch eine S 0 n - der ft euer auf die höheren Einkommen und Vermögen im Lande geschähe, und falls im Zuge dieser Mehrbewilligung für militärische Zwecke zugleich auch Eröhungen für die bedrängten alten Rentenempfänger bewilligt würden. Dieser Kompromißoorschlag der Regierung ist von den übrigen Parteien schon im Ausschuß a b - gelehnt worden. Die Abstimmungen im Reichstag besiegelten nur die Niederlage des Kabinetts. Die Sozialdemokratie blieb in der Ersten Kammer mit 64 gegen 81 und in der Zweiten Kammer mit 107 gegen 113 Stimmen in der Minderheit. Die Regierung hatte wegen der Alterspensionen die Vertrauensfrage gestellt; sie war geflissentlich der Belastung mit wehrfeindlicher Einstellung ausgewichen. Im Herbst finden die Neuwahlen zur Zweiten Kammer des Landes statt, in der sie die Mehrheit zu erringen hofft. Ihr taktisches Manöver aber dürfte gescheitert sein. Sie hatte nicht beachtet, daß schon ihr Wahlerfolg 1932 im wesentlichen eine Folge des Kreuger-Krachs gewesen war und daß die Wähler Stockholms ihr im März 1935 eine deutliche Absage erteilt hatten. Damals verlor sie die Mehrheit im Stadtrat der Hauptstadt. Sie hatte sich von der roten Gefühlswelle tragen lassen, die Skandinavien durchflutete. Die Zeiten haben sich geändert, weil die machtpolitischen Verhältnisse in der Welt andere geworden sind. Sie hatte versäumt, der Stimmung im Volke Rechnung zu tragen, die zur Durchführung einer starken Neutralitätspolitik auch die Bereitwilligkeit zur Schaffung und zum Einsatz genügender militärischer Kräfte verlangte. Dann aber hatte sie die Zeichen der Zeit auch auf anderem Gebiete überhört. Statt alle Stände des Landes in wirtschaftlicher Aufbauarbeit zusammenzufaffen, handelte sie nach wie vor im Geiste zersetzender Klassenkamps-Gedanken. Auch gab sie sich mit sträflicher Nachsicht gegenüber den unterwühlenden Tendenzen der K 0 m m u n i st i - schon Partei im Lande allzu viel Blößen. Schon lange war der Mißmut gegen ihre Politik gewachsen; daß er nicht schon früher zum öffentlichen Sturm anschwoll, lag allein daran, daß die Opposition selbst Zeit zur Sammlung brauchte. Bauern, Volkspartei und Rechte hatten genug mit sich allein zu tun. Seit einem Jahr haben sie sich auf die Wahl in diesem Herbst vorbereitet. Ob sie jemals einig und imstande fein werden, eine tragkräftige Regierung zu bilden, ist die Frage der Zukunft. , . . Wahrscheinlich werden auch in Schweden noch manche Kabinette abwirtschaften, ehe die nationale Erneuerung der Jugend ihren Ausschlag auch im politischen Leben des Landes findet. Zur Zeit verfügt die Sozialdemokratie in der Ersten Kammer des Landes, die 150 Abgeordnete zählt, über 65 Vertreter, in der Zweiten Kammer, die 230 Mitglieder hat, über 102. Es fehlt demnach zur Mehrheit noch eine beträchtliche Zahl. Die Regierung des persönlich liebenswürdigen, politisch verschlagenen Staatsministers Per Albin Hansson hat sich in der zweiten Halste ihrer Amtszeit nur mit Hilfe des Bauernbundes halten können, dessen Mitgliedern sie wirtschaftliche Unterstützung zuteil werden ließ. Es ging solange gut, wie die Wirtschaftspolitik des Landes den Klassengedanken verschleierte. Es kam auch hinzu, daß Schweden nach der Ueberwindung der Kreuger-Krise durch eine nationale Kraftanstrengung vorbildlicher Art in eine Zeit des Wirt- Einheitliche Zusammenfassung der Polizei im Reich Reichsführer-GG. Himmler zum Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern ernannt. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsund Preußischen Ministers des Innern, Dr. Frick, zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich den stellvertretenden Chef der Geheimen Staatspolizei Preußens, Reichsführer-SS. Himmler, zum Chef der deutschen Polizei im Reichsmini ft erium des I n - nern ernannt. Der Erlaß lautet: I. Zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich wird ein Chef der deutschen Polizei im Reichsmini st erium des Innern eingesetzt, dem zugleich die Prüfung und Bearbeitung aller Potizeiangetegenheiten im Geschäftsbereich des Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern übertragen wird. II. Zum Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern wird der stellvertretende Chef der Geheimen Staatspolizei Preußens, Reichsführer-SS. Heinrich Himmler, ernannt. Cr ist dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern persönlich und unmittelbar unterstellt. Er vertritt für seinen Geschäftsbereich den Reichs- und Preußischen Minister des Innern in dessen Abwesenheit. Er führt die Dienstbezeichnung „Der Reichsführer-SS. und Ehef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern". III. Der Chef der deutschen Polizei im Reichs- ministerium des Innern nimmt an den Empfängen des Reichskabinetts teil, soweit sein Geschäftsbereich berührt wird. IV. Mit der Durführung dieses Erlasses beauftrage ich den Reichs- und Preußischen Mi- ums des Innern übertragen wird. Reichsrninister Dr. Frick hat den Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium hes Innern, Himmler, mit der Leitung der Polizeiabteilung des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern betraut und für den Fall feiner Abwesenheit dem Ministerialdirektor General der Polizei D a I u e g e die Vertretung des Chefs der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern übertragen. Der Führerund Reichskanzler hat aus diesem Anlaß folgendes Schreiben an den Ministerialdirektor General der Polizei D a l u e g e gerichtet: „Lieber Parteigenosse General Daluege! Seit 'ber Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus, an deren Erringung Sie in Berlin führend beteiligt waren, haben Sie Ihre ganze Kraft dafür eingesetzt, die deutsche Polizei zu einem schlagkräftigen Instrument des nationalsozialistischen Staates zu machen. Dies gilt insbesondere für die bisherige Landespolizei, die dank Ihrer Tätigkeit ein wertvolles Glied der deutschen Wehrmacht werden konnte. Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsche Polizei Dank und Anerkennung auszusprechen, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Ich ernenne Sie zum General der Polizei. (gez.) Adolf Hitler." Zu der Ernennung des Reichsführers-SS. Himmler zum Chef der deutschen Polizei erfahren wir von unterrichteter Seite noch folgendes: Der Reichsführer-SS. Himmler war schon bisher Kommandeur der Politischen Polizei aller deutschen Länder und stellvertretender Chef des Geheimen Staatspolizeiamtes in Preußen, dessen Chef der preußische Ministerpräsident ist. Durch die Unterstellung der gesamten deutschen Polizei unter den Reichsfuhrer- SS. ist eine Entwicklung abgeschlossen, die nun zur Schaffung einer einheitlichen deutschen Polizei geführt hat. In Zukunft sind sowohl Schutzpolizei, Verwaltungspolizei, Gendarmerie als auch Kriminalpolizei und Geheime Staatspolizei in einer Hand vereinigt. Ihre Schlagkraft ist dadurch abermals erhöht. In dem SS.-Obergruppenführer Daluege, der als Ministerialdirektor im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern und als Generalleutnant der Polizei schon bisher der deutschen Polizei mit Ausnahme der Geheimen Staatspolizei Vorstand, und dem SS.-Gruppenführer Heydrich, den! Vertreter des Reichsführers-SS., für das Geheime Staatspolizeiamt, hat der Reichsführer-SS. für die neue große Aufgabe zwei bewährte Mitarbeit er, die zu feinen ältesten Mitkämpfern gehören. 9er neue Shes der deutschen Polizei. Der Reichsführer-SS. Heinrich Himmler wurde am 7. Oktober 1900 in München geboren, wo er das Gymnasium besuchte. 1917 trat er als Fahnenjunker beim 11. Bayerischen Infanterieregiment ein. Nach dem Umsturz widmete er sich dem Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule in München, wo er auch die landwirtschaftliche Diplomprüfung ablegte. Als praktischer Landwirt betätigte er sich dann vorübergehend im Waldtrudering, wo er eine kleine Geflügelwirtschaft besaß. Himmler trat bereits früh mit der Hitler- Bewegung in Berührung. Am 9. November 1923 war er Fahnenträger der „Reichs- k r i e g s f I a g g e" am Kriegsministerium in München. Er wurde Geschäftsträger des Gaues Niederbayern, dann der Organisator der Schutzstaffeln, die sich unter feiner Leitung zum Kern der nationalsozialistischen Kampfbewegung entwickelten. Vom 16. Januar 1929 an leitete Himmler als Reichsführer die gesamten SS.-Formatio- nen, 1930 wurde er Mitglied des Reichstages und drei Jahre später kommissarischer Polizeipräsident in München. Im April 1933 wurde er zum Kommandeur der Politischen Polizei in Bayern ernannt. Am 20. April des nächsten Jahres wurde er mit der Leitung der Geheimen Staatspolizei in Preußen beauftragt. Damit wurden die Geheimen Staatspolizeien aller deutschen Länder in feiner Hand vereinigt. Schon zwei Monate nach der Uebernahme des neuen Amtes mußte er bereits die praktische Probe als Reichsführer der SS. und Leiter der gesamten Politischen Polizei in Deutschland leisten. Sein Anteil an der Niederwerfung der Röhm- Revolte und der Meuterei einiger SA.-Führer war hervorragend. Nicht vergeblich hatte Göring bei seiner Ernennung zum Leiter der Geheimen Staatspolizei erklärt, daß er in dieser Stunde einen Mann brauche, von dessen unwandelbarer Treue zum Führer er überzeugt sei. Himmler ist Preußischer Staatsrat, Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik sowie des Reichsausschusses für Volksgesundheit. Mer Werte nationatsoziaWschet Grundhaltung EineRedeRosenbergSaufderReichstagungderRG.-KulturgemeindeinMünchen Schöner konnte der dritte Tag der Reichs- tagung der NS. -Kulturgemeinde 1936 in München nicht eingeleitet werden als durch das Gemeinschaftssingen der Tagungsteilnehmer. Es war die stimmungsvolle Vorbereitung auf die Morgenfeier im Deutschen Museum. In dieser Feierstunde wurde eine Kantate für Sprecher, Chor und Orchester „Wir rufen das Reich" aufgeführt, deren Buch von Heinz Mertens stammt. Die Regie hatte Heinz Tietze, ebenso die musikalische Einrichtung, die Gesamtleitung Adolf Holzapfel. Die Ausführung dieses heroischen Werkes machte auf die Zuhörer, unter denen sich Reichsleiter R 0 - f e n b e r g, Amtsleiter Stang, Reichskulturwal- ter . M 0 raller und Reichskulturabteilungsleiter Kaiser befanden, tiefen Eindruck. Eine Stunde des „Tages der Gemeinschaft" war dem Volkstanz gewidmet Der Vortrag von Alfred Müller- Henning, Reichsfachstellenleiter im Hauptamt der NSKG., rückte die unverständlicherweise heute noch verkannte Bedeutung des Tanzes als kulturell wichtige Festform und Äusdrucksform des Volkstums ins rechte Licht. Die große Ausstellungshalle auf der Theresien- höhe war Schauplatz einer bedeutsamen Kundgebung. Reichsleiter Alfred Rosenberg und Gauleiter Staatsminister Wagner fanden mit ihren Ausführungen nachhaltiges Echo bei der begeisterten Zuhörerschaft. Staatsminister Wagner ging auf die Schicksalsoerbundenheit der Stadt München mit der Bewegung Adolf Hitlers ein und verwies auf den Kampf gegen die Bolschewisten, der seinerzeit gerade in München begonnen wurde. Anschließend ergriff Reichsleiter Alfred Rosenberg das Wort »zu feiner Rede „Um den neuen Lebe n s st i l", in der er u. a. ausführte, wie jede große Revolution sehe sich auch die nationalsozialistische Revolution in ihrer zweiten Phase, in der Zeit der Gestaltung, der Schicksalsfrage gegenüber, ob sie Episode sei oder tatsächlich eine neue Epoche der Geschichte einleite. Vier Werte stellte er vor allem heraus, welche die nationalsozialistische Grundhaltung gegenüber den Gedankensystemen der Vergangenheit immer mehr charakterisieren: Die nationale Ehre, soziale Gerechtigkeit, Schutz des gesunden Blutes und Kameradschaft. Er würdigte die Bedeutung dieser Werte, wobei er der vielen Tausende von Blutopfern der Bewegung gedachte und betonte, daß die Ewige Wache in München das größte Denkmal sei, daß jemals ein Volk und ein Staat für die Idee der Kameradschaft errichtet hat. Die Bewegung müsse den kulturellen Willen klar aus den Köpfen und Seelen des Führers und feiner Kämpfer verkünden. Dann müsse sich zeigen, ob innerhalb der politischen NSDAP, sich Kämpfer finden, die aus Liebe zu den kulturellen, geistigen und weltanschaulichen Gütern heraus den Mut besitzen, sich in den gleichen Ausleseprozeß hineinzubegeben wie die NSDAP, vor 16 Jahren, als sie den politischen Kampf begann. Aus diesen Gedanken heraus habe er den ihm vom Führer gewordenen Auftrag begriffen und sich bemüht, jene vier Grundwerte mit aller Konsequenz auf weltanschaulich-kulturellem Gebiet zu vertreten. schaftsaufschwungs eintreten konnte. Nun aber hat sich die Wirtschaftskurve eingespielt und die Bauern glauben der Unterstützung eines sozialdemokratischen Kabinetts entraten zu können. Ihr Bruch mit dem Staatsminister Per Albin Hansson, der bis zum letzten Augenblick im Parlament mit ihnen verhandelt hat, bildet das Entscheidungsmerkmal der Stunde. Wenn freilich jetzt ihr Führer Pehrfson die Regierungsgeschäfte zunächst bis zum Herbst übernimmt, so bleibt dennoch die Frage offen, ob die Trennung von Bauernpartei und Sozialdemokraten endgültig ist. Mit dem Fall der roten marxistischen Regierung Schwedens ist das Dreieck gleichgeschalteter skandinavischer Regierungen zerbrochen. Die ohnehin problematische Zusammenarbeit wird vielleicht schwieriger vonstatten gehen. Dennoch ist die Schicksalsgemeinschaft in einem natürlichen politischen und wirtschaftlichen Großraum der Zukunft stärker als die Zufälligkeit vorübergehender Kabinette. Der Hübrernackwuchs des Reichsnährstandes. Bauerntum und Hitlerjugend. Frankfurt a. O., 17. Juni. (DNB.) Zum ersten Male traten die Iugendwarte des Reichsnährstandes und die Bauerntumsreferenten der HJ. aus dem ganzen Reich zu einer zweitägigen Bauerntumstagung zusammen Auf der Eröffnungssitzung im Rathaus erinnerte der Beauftragte des 'Reichsjugendführers, Oberbannführer Bo finger, daran, daß vor zwei Jahren durch eine Vereinbarung des Reichsjugendführers und des Reichsbauernführers die Auflösung sämtlicher bäuerlichen Jugendoerbände erfolgt sei. Heute stehe die Landjugend geschlossen im Jungvolk und in der Hitlerjugend. Nun solle nach dem Willen des Reichsjugendführers die bäuerliche Ausrichtung und Schulung der gesamten Führerschaft der .f>J. einoefeiH werden. Dann sprach Ministerpräsident a. D. G r a n z 0 w über die bäuerliche Siedlung und die Neubildung deutschen Bauerntums. Das Hauptproblem der Siedlung sei die Verteilung des Lebensraumes an den bäuerlichen Menschen. Während die früheren Siedlerstellen häufig zu klein und daher betriebsunfähig waren, verfolge der Nationalsozialismus heute eine planmäßige Bauernsiedlung. Er wolle die Siedler zu unabhängigen Bauern machen. Die Versuche mit Gruppensiedlungen von Neubauern, Bauernsöhnen und jungen Landarbeitern seien erfolgreich durchgeführt worden. Diese Jungsiedlergruppen bauten sich ihren Hof von Anfang an selbst und würden dadurch unlöslich mit ihrer Scholle verwurzelt. Sie seien der erste Vortrupp einer neuen deutschen Siedlung, die von den kapitalistischen Siedlungsgesellschaften losaelöst fei und auf sozialistischer Grundlage beruhe. Oberst Stubenrauch sprach über „Wehrfreiheit und Nahrungsfreiheit". Es fei die Pflicht eines jeden Deutschen, an der Erzeugungsschlacht mitzuhelfen, um dadurch die endgültige Nahrungsfreiheit sicherzuftellen. Forststudentenvon Generaloberst Görin^ ctrfoiwn. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Tom 9. bis 16. Juni fand in Hohenlübbigchow in der Neumark das erste Fachschaftslager der Reichsfachabteilung F 0 rft w i r t f ch a f t der Deutschen Studentenschaft statt. Zum erstenmal waren deutsche Forststudenten aus allen Teilen des Reiches, von allen deutschen forstlichen Hochschulen zusammen, um über den Rahmen der Hochschule hinaus die brennenden Fragen der deutschen Forstwirtschaft zu behandeln. Im Rahmen der Tagung wurden die Forst- studenten von Reichsforftmeifter Göring in seinem Jagdhaus Karinhall empfangen. Der Reichs- forjtmeifter erinnerte daran, daß der Wald einen großen Teil des Volksvermögens darstelle. Das bedeute für den Forstbe- amten die Lösung gewaltiger Aufgaben. Die Forst» ftubenten müßten sich deshalb mehr denn je bereits während ihrer Ausbildung der großen Verantwortung bewußt fein. Als Reichsjäger» meister wies Ministerpräsident Göring noch darauf hin, daß ein Forftbeamter auch unbedingt Jäger fein müsse, auch in dieser Hinsicht sollte nun der deutsche Forststuden? eine bessere Aus» b i 1 b u n g erfahren. Am Schluß des Lagers legte Generalforstmeister v. Keudell eindringlich dar, daß die glückliche Verbindung von Nützlichem und Schönen im deutschen Wald erst durch die politische Voraussetzung, durch die Tat des Führers, ermöglicht sei. Lleberseeischer Wanderungsund Reiseverkehr. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Im 1. Vierteljahr 1936 sind 2522 Reichsdeutsche nach Uebersee ausgewandert gegen 2362 im 1. Vierteljahr 1935. Die Zahl der Auswanderer aus Bayern und Württemberg — die sonst verhältnismäßig groß ist — und ebenso aus Sachsen war geringer, die der Auswanderer aus Hamburg und hauptsächlich aus Preußen dagegen größer als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. In Preußen entfallen allein 9 3 v. S). der Auswanderer auf Berlin und Hessen-Nassau mit Frankfurt am M. Die Vereinigten Staaten von Amerika nahmen 1774 oder 70 v. H. aller Auswanderer auf. Nach Argentinien und Brasilien wanderten rund 600 Personen aus. Außer den reichsdeutschen Auswanderern wurden über reichsdeutsche Häfen 1305 ausländische Auswanderer befördert gegen 1063 im 1. Vierteljahr 1935. Die Inanspruchnahme reichsdeutscher Häfen durch Ausländer nimmt seit Beginn 19 35 zu Der gesamte überseeische Ausreiseverkehr über Hamburg und Bremen (Auswanderer und übrige Ausreisende) war mit 15 248 Personen im 1. Vierteljahr dieses Jahres um 11 v. H. größer als in dem des Vorjahres, der entsprechende Einreiseverkehr (11 383 Einreisende) etwas geringer. Unter den Ausreisenden aus dem Deutschen Reich überwogen die Reichsdeutschen recht erheblich (7491 ober 73 v. H.), unter ben Einreisenden in das Deutsche Reich waren fast zur Hälfte Ausländer (4352). Gesondert von diesem Verkehr wurden im Berichtszeitraum in Hamburg und Bremen 4772 T o u r i st e n (Teilnehmer an So-nderfahrten, Rund- unb Gesellschaftsreisende), darunter 3935 Reichsdeutsche, und 3798 „Kraft durch Freude"°Reisende erfaßt. Beisetzung des GA.-Mannes Defkowski in Danz'g. Danzig, 17. Juni. (DNB.) Stabschef Lutze traf in Danzig ein, um an der Beisetzung des von politischen Gegnern ermordeten SA.-Mannes Günther Defkowski teilzunehmen. Der Stabschef fuhr zum Hause der Danziger Arbeitsfront, wo der tote SA.-Mann aufgebahrt war. Taufende waren bereits in den Vormittgsftunden an dem Sarg vorübergezogen, um dem toten Kämpfer des Führers den letzten Gruß zu entbieten. Die Teilnahme der Danziger Bevölkerung kommt auch in der reichen Trauerbeflaggung der ganzen Stadt zum Ausdruck. Am frühen Nachmittag setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Zwischen den Spalieren der nationalsozialistischen Gliederungen, hinten denen eine unübersehbare Menschenmenge Günther Defkowski die letzte Ehre erwies, ging es zum Barbara- Friedhof, wo die Beisetzung erfolgte. Vor der mit einer großen Hakenkreuzfahne verkleideten Friedhofskapelle, zu deren beiden Seiten zipsi Opferflammen loderten, fand zunächst die kirchliche Feier statt. Pfarrer L i p s k i bezeichnete das Opfer Günther Deskowskis als eine Mahnung für uns alle zur Treue zu Volk und Führer. Nach dem Gebet trugen Kameraden des Toten ben Sarg zur Grabstätte und senkten ihn unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden hinab. Gauleiter F o r ft e r gedachte dann des opfervollen Weges, den die NSDAP, für das Deutschtum Danzigs gehen müsse. Der SA.-Mann Günther Defkowski ist als Opfer der gleichen Kreise gefallen, die 1918 Deutschland in den Abgrund stürzten und 15 Jahre lang das deutsche Volk verdarben und verhetzten. Stabschef Lutze sagte: Es gebe nichts Schlimmeres als den Kampf der Volksgenossen untereinander. Seitdem wir im Reich die Macht besitzen, herrscht Ruhe und Ordnung. Wir wollen die deutsche Volksgemeinschaft. Dafür hat auch Deskowski gekämpft, und dafür ist er gestorben. Seitdem der Führer die ersten Toten der Bewegung aus dunkler Gruft herausgeholt zur Unsterblichkeit der Ewigen Wache, wissen wir, daß unsere Toten und ihr Geist ewig in uns marschieren. Mit den Worten „Ich bringe Dir, Günther Deskowski, zum Abschied die letzten Grüße Deines Führers", legte der Stabschef den Kranz des Führers am Grahe nieder. Die beiden von marxistischen Verbrechern erschossenen Danziger SS. - Männer Ern st Ludwig und Paul Fressenke werden am Donnerstagnachmittag auf dem Barbarafriedhof in Danzig gemeinsam beigesetzt werden. Reichs- führer-SS. Himmler wird an der Irauerfeier teilnehmen. Der GUtlichkeitsprozeß gegen Franziskanerbrüder. Koblenz, 17.Juni. (DNB.) In dem Sittlich- keitsprozeß gegen die Franziskanerbrüder stand der 49 Jahre alte Franziskanerbruder Heinrich Floßdorf (Bruder Emanuel) vom Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach vor den Richtern. Der Angeklagte ist 1886 in Bonn geboren und in seiner Jugend einmal wegen Diebstahls vorbestraft. Er wird beschuldigt, mit drei anderen Franziskanerbrüdern in den Jahren 1929 bis 1935 widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Der Angeklagte gab an, daß er mit 21 Jahren im Juni 1908 in das Franziskanerkloster eingetreten sei. Gr habe aktiv gedient und sei in der Champagne- schlacht 1915 durch einen Granatsplitter schwer ver- rounbet worben. Nach Ausschluß der Oeffentlichkeit gaben als Zeugen drei Franziskanerbrüder, wäh- renb der Angeklagte hartnäckig leugnete, die Straftaten zu. Bemerkenswert für die Zustande in den Franziskanerklöstern ist die Aussage des Bruders Tarcisius, der seinem Vor st eher einen Fall meldete und darauf die Antwort erhielt, er hätte diese Meldung doch nicht machen sollen. Derartige Dinge gingen keinen etwas a n. Der Staatsanwalt erklärte, der Angeklagte fei einer der verstocktesten Sünder, da er alles abzuleugnen versuche. Die Ordensleitung habe bei der Aufdeckung des Vergehens vollkommen versagt. Das einzige, was auf eine Anzeige hin geschehen fei, wäre gewesen, daß man dem Betreffenden bedeutet hätte, er solle schweigen. Der Staatsanwalt beantragte 2 Jahre Gefängnis. Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, wobei vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet wurden. Weiter stand der ehemalige Franziskanerbruder Heinrich Dresse! (Bruder Nicomedes) vor der Großen Strafkammer unter der Anschuldigung, in den Franziskaner-Niederlassungen in Köln, Waldbreitbach und Bad Kreuznach sich der widernatürlichen Unzucht schuldig gemacht zu haben. Dresse!, der 1902 geboren ist, fft im Jahre 1933 infolge dieser Vorkommnisse aus dem Kloster ausgeschieden. Der Staatsanwalt betonte, Bruder Nicomedes habe größtenteils aus sexueller Not infolge der unnatürlichen Einsperrung im Kloster gehandelt. Da er früh Waise geworden und es ihm im Leben schlecht ergangen sei, habe er die Hoffnung gehabt, daß im Kloster etwas Rechtes aus ihm werden tonne. Die Ordensleitung habe allerdings jede Festigkeit vermissen lassen, und Nicomedes sei et n Opfer dieser Institution geworden. Das Urteil lautete entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts auf ein Jahr acht Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der neue Botschafter Brasiliens beim Führer. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Nachdem die beiderseitigen diplomatischen Vertretungen Deutschlands und Brasiliens in Botschaften umgewandelt worden sind, empfing der Führer und Reichskanzler den bisherigen brasilianischen Gesandten Jos6 Joaquim de Lima o Silva M o - n i z de Aragao, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens als erster Botschafter der Vereinigten Staaten von Brasilien in Deutschland. Der neue Botschafter wurde unter dem üblichen Zeremoniell durch ben Ches bes Protokolls von ber brasilianischen Botschaft im Kraftwagen des Führers zum „Haufe des Reichspräsidenten" geleitet. Eine Ehrenkompanie mit Musik im Ehrenhof des Reichspräsidentenhauses präsentierte beim Eintreffen und bei der Abfahrt des Botschafters, wobei Die Musik den Präsentiermarsch spielte. An dem Empfang nahm außer der Umgebung des Führers und Reichskanzlers der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, teil. Der Botschafter Moniz de Aragao richtete bei Ueberreidjung seines erneuten Beglaubigungsschreibens an den Führer und Reichskanzler eine Rede in portugiesischer Sprache, in ber es u. a. hieß: Ich fühle mich besonders geehrt und glücklich, Eurer Exzellenz von neuem Die tief empfundenen Freundschaftsgefühle zum Ausdruck bringen zu können, die mein Land dem deutschen Volke entgegenbringt, sowie die große Beachtung, die die brasilianische Regierung den ausgezeichneten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern schenkt. Ich weiß, daß die Erhöhung zur obersten Kategorie der diplomatischen Vertretungen ein Beweis ist für den Wert, den Brasilien und Deutschland den gegenseitigen Beziehungen beilegen. Eure Exzellenz möae versichert sein, daß ich an den Erfolg meiner Aufgaben meine besten Kräfte setzten werde. Ich kann Eurer Exzellenz die Versicherung geben, daß meine Regierung sich ständig bemüht, die Bande, die uns verbinden, enger zu knüpfen, in der Erkenntnis der Notwendigkeit, unsere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft, des Handels und der Kultur auszugestalten, besonders hinsichtlich der Verteidigung der Ordnung und der Grundlagen unserer Zivilisation. Der Reichskanzler antwortete u. a. folgendes: Ich begrüße Sie herzlich als den ersten Botschafter Ihres Landes in Deutschland. Es erfüllt mich mit Genugtuung, feststellen zu können, daß sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete gut gestaltet haben und daß sich insbesondere der Warenaustausch zwischen unseren beiden Staaten in den letzten Jahren in steigendem Maße günstig entwickelt hat. Es ist mein und der Reichsregierung lebhafter Wunsch, die mannigfachen Verbindungen zwischen unseren Ländern die in ber bebeutenben Zahl deutsch st ämmiger Bürger Brasiliens ein wertvolles Bindemittel bildeten, zum Nutzen beider Völker auszubauen. Mit Befriedigung habe ich den gleichen Wunsch auch Ihren Worten entnehmen können. Die Erhebung ber beiberfeitigen Gesanbtschaften zu Botschaften ist ein äußeres Zeichen für dieses Bestreben, in dem Brasilien und Deutschland einig sind. Nach dem Empfang begab sich der Führer i n b e n Ehrenhof bes „Hauses bes Reichspräsibenten" und schritt bort unter den Klängen des Präsentiermarsches und der Nationalhymnen die Front b e r E h r e n k o m p a n i e ab. Die in ber Wilhelm- straße versammelte zahlreiche Menge brach in stürmische Kundgebungen aus, für die der Führer freundlich dankte. Heute die Gauktiousfrage im Unterhaus Sturm der GanktionSfreunde. London, 18.Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter stehen im Zeichen ber heutigen Un- terhaus-Aussprache, in der die Reaierung ihren Beschluß, die Sanktionen aufzuheben, verteidigen wird. Nachdem die Regierung und die ihr nahestehende Presse die öffentliche Meinung sorgfältig auf die Beendigung der Sühnemaßnahmen vorbereitet hat, besteht kein Zweifel mehr, daß das Parlament ihre Stellungnahme billigen wird. Andererseits hat die Opposition ihr schwerstes Geschütz aufgefahren, um die Regierung wegen ihres Sanktionsbeschlusses in schärfster Weise anzugreifen. Bereits am Mittwochabend wurden die Wandelgänge des Unterhauses von rund 200 weiblichen Mitgliedern der liberalen Partei buchstäblich gestürmt. Sie legten ben Oppositionsabgeordneten dringend nahe, sich für die Aufrechterhaltung der Sanktionen einzusetzen. Weitere Kundgebungen von der Galerie des Unterhauses werden für die Aussprache am Donnerstagnachmittag angekündigt. 24 Mitglieder der sog. Völkerbundsgruppe faßten am Mittwochabend im Unterhaus eine Entschließung, in der die Fortsetzung oder Verstärkung der Sanktionen gefordert wird, bis Italien einer für den Völkerbund annehmbaren Regelung des Abessinien- Streitfalles zustimmen würde. Die Entschließung wurde u. a. von Lord Cecil, Lord Allen os Hurtwood und Sir Walter Sagten angenommen. „Daily Telegraph" bemüht sich erneut, den Beschluß des englischen Kabinetts zu rechtfertigen. Wenn die Regierung die Aushebung der Sanktionen in Genf unterstütze, bann bedeute diese „A n - nähme bes Unvermeidlichen" keinen Tadel für irgendeinen einzelnen Minister, am wenigsten für Eden, der durchweg ber Vorkämpfer des mutigen Versuchs, den Rechtszustand in der internationalen Politik herzustellen, gewesen sei. Heute sei Mut erforderlich, um zuzugeben, daß die Aufrechterhaltung der Sanktionen, nachdem sie Abessinien nicht retten konnten, feinem großen Zweck mehr habe. Wenn das britische Volk nunmehr die Beendigung der Sühnemahnahmen als unvermeidlich annehme, so deshalb, weil es völlig klar geworden fei, daß ihre Fortsetzung keine kollektive Unter st Ützungim Völkerbund finden würde. Im „News Chronicle" schreibt Vernon Bartlett: Wenn Eden sich entschlossen habe, nicht zurückzutreten, so sei das auf seine Ueberzeugung zurückzuführen, daß der Völkerbund dem Zusammenbruch nicht so nahe sei, wie die meisten seiner Kollegen glaubten, vielleicht sogar wünschten. Das bedeute vielleicht, daß Eden der Forderung, Italien wieder als alten Freund z u begrüßen. Widerstand leisten werde. Diese Forderung würde von Leuten gestellt, die glaubten, daß Italien bereit sei, sich an der neuen Einkreisungs- Politik zu beteiligen. In ben gleichen Kreisen arbeite man aber auch mit dem häßlichen Argument, daß Italien den Engländern mehrere Millionen Pfund schulde, zu deren Rückzahlung es bewogen werden müsse. Eden sei daher einem sehr starken Druck ausgesetzt, um ihn zu einer Politik zu bewegen, die eine noch schlimmere Niederlage der Völkerbundsgrundsätze bedeuten würde. Der Negus während der Äölkerbunder- tagung in Genf. London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung ber abessinischen Gesandtschaft wird sich der N e g u s während der Dölkerbundstagung Ende Juni in Genf aufhalten: er wird jedoch der Versammlung nicht persönlich beiwohnen. Der Negus reift heute mit feinen beiden Söh» nen und feiner Tochter sowie mit dem abessinischen Gesandten nach Schottland, wo er sich einige Tage zur Erholung auf einem Schloß in der Nähe von Glasgow aufhalten wird. Die Spannung in China. Japan verhandelt mit Mdchina P e i p i n g, 18. Juni. (DNB.) Die maßgebenden chinesischen und japanischen Politiker in Nordchina haben sich völlig unerwartet, teilweise im Sonderzug von Peiping nach Tientsin begeben, wo Verhandlungen erwartet werden. Es besteht Grund zu der Annahme, daß man auf japanischer Seite versuchen wird, folgende Zugeständnisse von ben Chinesen zu erreichen: 1. militärische Ueberwachunq der chinesischen 29. Armee durch japanische Offiziere, 2. japanische Einflußnahme auf die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik Nordchinas durch eine japanische Anleihe, deren Verwendung scharf überwacht wird, 3. personeller und organisatorischer Umbau des Ho- pei-Tschachar-Regierungsausschusses, der diesen der Aufsicht der Nankinger Zentralregierung entziehen und seine Annäherungen an die au ton ome O st-Hopei-Negierung herbeifuhren soll. Der japanische Wunsch nach beschleunigter Füh- lungnabme dürfte wahrscheinlich die Folge von Be. uchen des Generals Tschentiaoyan, eines be- sonderen Vertrauensmannes bes Marschalls Tschiangkaischek, so wie bes O a n i t s ch i h, eines Vertrauensmanns ber gegen Tschiangkaischek unb 3apan vorgehenden Kwangsi-Führer in Pei- ping sein. Die Lage wirb erschwert burch bie Hal- tung der S t u d e n t e n s ch a f t, bie an verschiedenen Hochschulen beschlossen hat, den von den Behörden des Hopei-Tschachar-Regierungsausschusses erlassenen Auflosungsbeschlusses für alle Etüden- tenoereimgungen nicht zu beachten und in den io t r e i f zu treten, sowie bie Offiziere unb ©Ölhafen der 29. Armee zum Kampf gegen Japan aufzurufen. Was will der Süden? ® d) op 9b a i, 18. Juni. (Dftafienbienft des DNB. - Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Hongkong breitet sich bie Unzufriedenheit über das Vorgehen ber Provinz Kwangsi unter ben militärischen Führern ber Kwantung - Armee immer mehr aus. Fünf Divisionskommanbeure haben bereits ihr Ab- schiebsgesuch eingereicht. Zu schweren Zusammenstößen zwischen Zivilbevölkerung unb Mi- litar kam es in ber Nähe von Wutschou im Eüd- often von Kwangsi. Hier widersetzten sich drei Dör- fer den Z mang sausfjebungen. Die Bewohner steckten bie Kommanbantur in Brand und e r - morbeten mehrere Offiziere. Die Un- nihen wurden erst nach schwerem Kampf mit den Dorfbewohnern unterdrückt. General P e i t s ch u n g h s i, ber Oberbefehls- W^ n?ks/^^'btreikräfte hat ben General , J n 9 t o 9 u a n zum Kommanbeur ber 1. Äroangfi-DiDifion ernannt. Wengtschooyuan bat im Sabre 1932 die Wusung-Forts heldenhaft gegen ÖU Japaner verteidigt Aus feiner Ernennung ergibt eine Verschärfung des Kurses der Provinz Kwangsi. Die f i n a n z i e 11 e n Schwierigkei en Kwantungs sind erheblich. Die Provinz verlangt Unterstützung durch Nanking unb Zusammenarbeit m ?eJ. ontliapamschen Bewegung als Vorbebingung emer Einigung bes Landes. Ferner mirb Die Verschiebung der auf den 12. November einberufenen Nationalversammlung zur Reform der Landesverfassung verlangt. f rm Oer 18 Juni. ßin Meilenstein auf dem Wege zum Frieden. Vor Jahresfrist wurde bas d e u t sch - eng - liscbe Flottenabkommen geschlossen. Ohne große Vorrede, ohne zeitraubende Konferenzen, ohne Streit und ohne Verstimmungen. Innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Zeit waren sich beide Staa. ten über die vom Führer angebotene Verhältnis- uffer einig. Der Vertrag stand, so sehr auch von der Seine her noch in letzter Minute versucht wurde, die Engländer vom Verständigungsweg ab- zubringen. Das Bestreben der Franzosen hatte allerdings gute Gründe. Ob Deutschland künftig zehn, fünfunddreißig oder fünfzig Prozent der englischen Flottenstärke für sich beanspruchen wurde, war ihnen völlig gleichgültig. Für sie kam es lediglich darauf an zu verhindern, daß Deutschland als gleichberechtigte Nation durch die Engländer behandelt und daß durch diese Abmachung das Versailler Diktat in hohem Bogen über Bord geworfen würde. Beides hat man in Paris nicht verhindern können. Nachdem der Führer in feiner großen Rede vom 21. Mai ben Engländern erkärt hatte, daß Deutschland weder die Ansicht noch das Vermögen habe, in eine Flöt- tenrioaiität einzutreten und daß Deutschland der Notwendigkeit eines ausreichenden Schutzes des Britischen' Weltreiches anerkenne, allerdings auch für sich den notwendigen Schutz feiner kontinentalen Existenz in Anspruch nehme, war, wie sich Botschafter von Ribbentrop später im Zusammenhang mit dem Flottenabkommen ausdrückte, das Eis gebrochen. Die Engländer erkannten die sich ihnen bietende Chance für ben deutsch-englischen Frieden genau wie zuvor die Polen die Bedeutung bes vom Führer angebotenen Zehnjahrespaktes für den deutsch-polnischen Frieden erfaßten. Man griff zu. Das Flottenabkommen wurde zwischen absolut gleichberechtigten Mächten abgeschlossen, von Versailles war keine Rede mehr. Mit diesem Abkommen ist eine Europa belastende Sorge beseitigt worden. Wieder müssen wir die Frage aufwerfen, warum nicht auch andere europäische Nationen mit uns den gleichen Weg beschreiten. Mit Sammelabkommen, bas hat die Nachkriegsgeschichte gelehrt, kommen wir boch nicht weiter. Der erste große Kollektivvertrag, bas Versailler Diktat, hat sich nicht nur als eine Niete, sondern als ein Verhängnis für Europa unb bie ganze Welt herausgestellt. Noch einmal wirb niemand diese Richtung einschlagen. Also wirb man den anderen Weg des direkten Ausgleiches zu wählen haben, der sicherer zum Ziele führt unb die Beteiligten, wie es Der deutsch-evg- lische Vertrag zeigt, sofort zufrieden stellen. Dank ber sowjetrussischen Umtriebe in Europa haben sich bie für ben europäischen Frieden vornehmlich in Frage kommenden Staaten allerdings bisher davon abhalten lassen, das zu tun, was bas einzig Vernünftige ist unb zu bem sich bereits England unb Polen bekannt haben. Im Schmollwinkel sitzen, aus bem Hinterhalt heraus intrigieren, friebensftörenb wirken — bas alles ist ganz gensiß nicht geeignet, in den Völkern die Hoffnung zu erwecken, daß wir auf der Straße zum europäischen Frieden bald einen neuen Meilenstein erreichen werden. Aber niemand wird bestreiten können, daß der Führer in den wenigen Jahren seiner außenpolitischen Tätigkeit für Europa unb bie Welt mehr getan hat als es biefes Europa und diese Welt in den letzten zwanzig Jahren zuvor tat. Das zu unterstreichen wollen wir am Jahrestage der Unterzeichnung des Londoner Flottenabkommens nicht vergessen, mögen auch dank der Wühlereien der bem Frieben feindselig gegenüberstehenden Kräfte die Wolken über Europa noch so düster unb schwer hängen. Die Sonne des Friedens wird dennoch eines Tages scheinen. Und wenn sie wieder scheint, dann hat der Führer an ber Zerstreuung biefer unheilschweren Wolken bas Haupt- verdienst. Der Streik in Belgien. Eine Vereinbarung nach Pariser Muster. Brüssel, 17. Juni. (DNB^) Unter bem Vorsitz des Ministerpräsidenten van Seeland fand eine Beratung der Arbeitgeber- unb Arbeit- n e h m e r - V e r t r e t er statt, um eine Grundlage für eine Beendigung ber Streiks zu finden. Es kam eine Vereinbarung zustande, die folgendes vorsieht: 1. Eine allgemeine Lohnerhöhung auf der Grundlage eines täglichen Mindestlohnes von 32 Franken: 2. bezahlter Urlaub von mindestens sechs Tagen: 3. Sicherung der Gewerkschaftsorganisationsfreiheit: 4. grundsätzliche Einführung der 4 0stündig en Arbeitswoche in den Industrien, in denen be- sonders schwierige und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen vorliegen. Die Arbeitgeber- unb Arbeitnehmer-Vertreter, die an der Sitzung teilnahmen, haben sich verpflichtet, diese Vereinbarung ihren Vereinigungen zu emp- fehlen. Ministerpräsident van Zeeland erstattete dem Kabinett Bericht und gab zuversichtlich der Hoffnung Ausdruck, daß die zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern getroffene Der- einbarung eine Gntf pannung öer Lage führen werde. In Regierungskreisen ist man öer Meinung, daß schon in den nächsten Tagen auf Ibrunb dieser Vereinbarung die Streiks beendet werden können. Der Brüsseler Gewerk- ! 5 a Ui? b ,u n & bat allerdings beschlossen, die amtliche Mitteilung der Regierung nicht zu beachten, vielmehr die Brüsseler Arbeiter aufzufordern, sich der Streikbewegung anzuschließen. Die Streikbewegung hat sich bereits auf die Provinz t baNt ausgedehnt. In einem Werk für elektrische Konstruktionen in Ruysbroeck wurde die Arbeit emgeftellt. Eine Gruppe von 500 Streikenden bat versucht, auch die übrigen Werke in den Streik zu ziehen. Bei den Kleinbahnen der Provinz Brabant macht sich ebenfalls eine Streikbewegung be- 18 koreanische Kommunisten zum Tode verurteilt. 0 k io , 18 Juni. (DNB. Dftafienbienft.) Das Oberste Gericht m Keijo verurteilte am Donnerstag ®runÖ einerJBeftimmung des Sondergesetzes far öffentliche Sicherheit 18 kommunistisch» , J r £a,n e ch To d e und zwei weitere zu fünfzehn Jahren Gefängnis. Damit ist ber große Prozeß gegen jene Kommunistengruppe beenbet worden, die im letzten Jahr wegen eines Puts chver- |U£$es verhaftet worden war. eines fremden Staates in Verbindung gestanden hätten. Auch sei nicht erwiesen, daß sie die Ziele soll Funkens w rgani- en Aus aller Wett. Luftschiff „Hindenburg- auf der Deutschlandfahrt. Frankfurt a. M., 18. Juni. (DNB. bißen nen beide 2fr- m. Muster, m Borpti fand eine Arbeit' grundlage 5 zu fin- lande, die Les Geheimbundes, wie sie Maniura ihm beigelegt habe, gekannt haben. । auf der nes von »ter, die pflichtet, >u emp- erstattete tlich der , Arbeit' ene Der' ■ Lage ist man W” beendet die amt' iii t>e' ft < fr» ireit'"6'! n 6«(l‘ gung 6P nationale wurde gesungen. Bei der Schießerei es drei Tote gegeben haben. Ein dritter präsidenischasts- kandidai in LtGA. N e u y o r k, 17. Juni. (DNB.) Im Wahlkampf um die Präsidentenwürde erschien ein neuer Faktor. Der „Radiopriester" Pfarrer Charles C. Loughlin wird in einer über das ganze Land verbreiteten Radiorede am Freitag einen dritten Präsidentschaftskandidaten bekannt- geben. Der von ihm gegründete „Nationale Bund für soziale Gerechtigkeit", der über zehn Millionen Mitglieder zählt, könne weder für Roosevelt noch für den republikanischen Kandidaten Landon stimmen. Coughlins Anhänger haben mit den Anhängern des Dr. T o w n f e n d , der allen Personen über 65 Jahren eine Altersrente von 200 Dollar verspricht, sowie mit dem von dem ehemaligen Senator Song (Louisiana) gegründeten „Bund zur Aufteilung des Wohlstandes" eine gemeinsame Front gebildet. Die Zahl der Anhänger oller drei Organisationen wird insgesamt 20 bis 25 Millionen geschäht. Pfarrer Coughlin, der in seinen Radioreden früher allsonntäglich gegen Roosevelt wetterte, erklärte, er sei ein Feind des Wallstreet-Kapitalismus, er bekämpfe aber auch Kommunismus und Faschismus. Weiter fordert er die Verstaatlichung aller für das Gesamtwohl wichtigen Einrichtungen, besonders des Banken-, Kredit- und Währungswesens, die Kontrolle der Währung durch den Kongreß und einen besonderen Regierungschutz für die Gewerkschaften. Oer Kattowitzer Hochverrais-Vrozeß. spruch.) Das Luftschiff „Hindenburg" ist um 8.10 Uhr mit 52 neuen Passagieren zu einer Deutschland - Rundfahrt aufgestiegen, von 2>er es voraussichtlich in den Abendstunden zurückerwartet wird. Das Luftschiff „Graf Z e p p e - l i n" wird bereits um die Mittagszeit von seiner Südamerikafahrt auf dem Flughafen Rhein-Main ^urückerwartet. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß sich am Spätnachmittag zum ersten Male b e i b e ß u f t = riesen gleichzeitig auf dem Frankfurter Lufthafen befinden. Die Tieichsautobahnstrecke Hannover- Herford zum Bau freigegeben Der Generalinspekteur für das deutsche Straßen- avesen hat die Autobahnstrecke Hannover—Herford .zum Bau freigegeben. Damit ist jetzt die g e - 1 amte Linie Köln — Berlin und darüber chinaus die Strecke bis Frankfurt (Oder) Durchgehend im Bau. Bis zum 15. August -wird, nachdem bereits der Anschluß Lehrte — Braunschweig eröffnet ist, die gesamte Strecke Hannover — Helmstedt und Magdeburg — Berlin dem Verkehr übergeben werden. Noch im September wird die Mittelöffnung der Brücke -über die Elbe geschlossen werden. Bis zum 1. Dez. -sind die Arbeiten auch auf dem Abschnitt zwischen Helmstedt und Magdeburg beendet, so daß bis Anfang des neuen Jahres dem Verkehr die gesamte Strecke von Hannover bis Berlin zur Verfügung steht. Das Berliner Baugrubenunglück vor Bericht 9m Prozeß um das B a u g r u b e n u n g l ü ck in Berlin wurde der Baumeister Joseph Rath vernommen, der als Vertreter der Berlinischen Ballgesellschaft an den regelmäßigen Baubesprechungen teilgenommen hat. Er sollte sich äußern über die Rolle des Angeklagten Hoffmann bei diesen Besprechungen. Auf verschiedene Fragen des Vorsitzenden erklärte Rath, Hoffmann habe gesagt, er, Rath, solle die Akten genau studieren, dann würde er sehen, daß viele Prosektänderungen erfolgt seien. Aus den Akten habe er festgestellt, daß die Frage der Sicherungsträger bereits von den zuständigen 'Stellen eingehend studiert worden sei. Zwischen Hoffmann und Roth sei darüber beraten worden, wie man die Reichsbahn zur schnelleren Bereitstellung der endgültigen Baupläne veranlassen könnte, lieber alle technischen Dmge habe Noch selbst die -Ä fr- >*enöl His. ud) von Flucht ab, n,Nte s ^nftig er en9, würde bledig! vd ah ,e Gng, ma>9 ?Qt man der Kai den 1 weder "e Flat, and der )es de; 95 auch r ton. nehme, P später 'wmmen nder er. für den oie Po, botenen } Frie. 'ommen Mächten de mehr, elastende wir die ere eu« 'n Weg hat die och nicht las Per. e Niete, opa und nal wird >ird man i 2lug. um Ziele utsch-e-g. in. Dank oben sich Mich -in icr baöon Big Der. ngland lollwintel itrigieren, nz gekSiß fnung zu opäischen erreichen men, daß n seiner die Welt ’.nb diese tat. Das age bet OMMNS Wereien stehenden üster und ns wir8 n sie mr> der Zei- is Haupt« Kommunistische Revolte in Kowno. Kowno, 17. Juni. (DNB.) Bei der Beerdigung eines Sägewerksarbeiters, der den jüdischen Großunternehmer Kamber erschoß und sich gleich daraus felbst das Leben nahm, waren etwa 10 000 Arbeiter. Als die Menge den Leichenzug am Palais des litauischen Staatspräsidenten vorbeileiten wollte, Ichritt Polizei ein. Die Menge, die Sargträger mit dem Sarge voran, stürmte gegen die Beamten an. Nach einer Salve in die Luft schoß die Polizei scharf und wandte auch Tränengasbomben an. Auf dem Friedhof wurde am Grabe des Arbeiters eine regierungsfeindliche Kundgebung abgehalten, wobei die Arbeiter- fchaft u. a. auch zum Streik aufgerufen mürbe. Rufe wie „Heil Moskau", „Nieder mit dem Faschismus" und feindliche Ausrufe gegen die Regierung wurden wiederholt laut. Auch die InterKattowitz, 17. Juni. (DNB.) Im Kattowitzer Hochoerratsprozeß erklärte der Vertreter der Anklage, daß die Leiter des Geheimbundes in ständi- per Verbindung mit Personen gestanden hätten, die im Interesse eines fremden Staates gehandelt hätten. Mildernde Umstände kämen nur für Angeklagte in Betracht, die sich zum polnischen Volkstum bekennen oder ihre Kinder aus Loyalitätsgründen in die polnische Schule schicken. Der Staatsanwalt verlangte gegen sieben Angeklagte aus dem § 97 des polnischen Strafgesetzes (Verrat und Verbindung mit Personen eines fremden Staates) je Zwölf Jahre schweren Kerkers, für die übrigen strenge Bestrafung wegen Hochverrats, wobei er die Höhe der Strafen dem Ermessen des Gerichtes überließ. Der Verteidiger erklärte, bei den Angeklagten feien politische Gründe überhaupt nicht maßgebend gewesen, sondern ausschließlich das Verlangen nach Arbeit und Brot. Das belastende Material setze sich aus Angaben von Polizeispitzeln zusammen, die unglaubwürdig seien. Die Verhandlung habe nicht den geringsten Beweis dafür erbracht, daß die Angeklagten mit Personen Entscheidungsvollmacht gehabt. Ueber die Verwen- vung alten Materials habe er, Rath, bis zum Un- gluck nichts gewußt. Auf eine Frage nach der Verantwortlichkeit des Angeklagten Noth erklärte der Zeuge, Noch fei ibm von der Geschäftsleitung als verantwortlicher Bauführer bezeichnet worden, und das habe er ^uch aus der Art feines Verkehrs mit dem Reichsbahn-Neubauamt entnehmen müssen. Auf eine weitere Frage, warum denn der Angeklagte Hoff- mann sich überhaupt bei den Baubefprechungen beteiligt habe, gab der Zeuge die Auskunft, Hoff- mann habe sich wahrscheinlich für den Bau in der Hermann-Göring-Straße besonders interessiert, weil dort große Vermögenswerte für die Firma auf dem Spiele standen. Dem Zeugen Rath wurde vom Gericht vorgehalten, daß Noth selbst erklärt habe, der Inhalt der Baubesprechungen sei in den Niederschriften nicht richtig wiedergegeben worden. Der Zeuge drückte fein Erstaunen darüber aus, da Noth niemals seine Aktenvermerke und Nieder- schriften beanstandet habe. Noch wurde zu diesem Punkt noch einmal befragt und blieb bei feinen früheren Erklärungen. Die Verhandlung wurde vertagt. Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines 1936. ZM. Wie im vergangenen Jahr findet auch diesmal vom 19. bis 2 7. September ein „Fest der deutschen Traube und des deutschen Weines 1936" statt. Diese Gemeinschaftswerbung wird einheitlich im ganzen Reich unter Führung des Reichsnährstandes gestaltet. Es ist nicht Sinn der geplanten Veranstaltung, eine Werbung für den vermehrten Alkoholverbrauch einzuleiten, sondern es handelt sich darum, den Gedanken, daß Wein ein Volksgetränk ist, Allgemeingut werden zu lassen und dadurch mitzuhelfen, daß die R e - kor d ernte des Weiniahres 19 3 5 abae - fetzt und den Winzern geholfen wird. Ob das Edelerzeugnis des deutschen Weinbaues als Tafel- trauben, als Süßmost, als Wein oder als Schaumwein verzehrt wird, ist nicht das Entscheidende, wohl aber, daß sich jeder deutsche Volksgenosse der Bedeutung der vom Weinbau lebenden Volksschichten und der im Weinbau ruhenden Werte bewußt und auch bereit ist, zu helfen. Auch dieses Mal haben der Deutsche Gemeindetag, die Deutsche Arbeitsfront, die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Weinverteiler, das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sowie der Einzelhandel ihre Beteiligung zugesagt. Insgesamt 60 Tote, 30 Verwundete beim Revaler Explosionsunglück. Die Zahl der Opfer des schweren Explosionsunglücks bei Reval ist nunmehr endgültig fest- gestellt worden. 60 Personen fanden den Tod. Ihre Leichen sind zum großen Teil nicht zu erkennen. Die Zahl der Verwundeten beträgt 30. Die Rettungsarbeiten wurden besonders erschwert durch die wiederholten Explosionen, die noch nach 18 Stunden in kurzen Zeitabständen erfolgten. Das Eingreifen des Oberbefehlshabers, General Lai- d o n e r, der Truppen einsetzte, konnte die großen Pulverlager schützen. Das Staatsbegräbnis der Verunglückten wird am Freitag stattfinden. Im ganzen Lande sind sämtliche öffentliche Veranstaltungen an diesem Tage untersagt. Mörder zum Tode verurteilt. Vom Bielefelder Schwurgericht wurde der Wilhelm Harte n st e i n aus Minden wegen Mordes in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zum Tode verurteilt. Hartenstein hatte am 14. Au- gust v. I. die Ehefrau Luise Reck, die in einem Strafverfahren gegen ihn ausgesagt hatte, in Gegenwart ihrer kleinen Kinder durch mehrere Messerstiche ermordet. In der Urteilsbegründung heißt es u. a., daß der Angeklagte die Tat mit Vorsatz und Ueberlegung ausgeführt habe. Er habe Frau Reck niedergestochen wegen der von ihr in Erfüllung ihrer Zeugenpflicht gemachten Aussage. Hartenstein habe auch keine Reue gezeigt und außerdem noch häßliche Bemerkungen über sein Opfer gemacht. Segelflugmodell eines Hamburger Schülers fliegt Weltrekord. Einen bemerkenswerten Rekord stellte das kleine Segel flug model! eines 14jährigen Hamburger Schülers auf. Bei einem Wettbewerb auf der Fischbecker Heide in Hamburg ließ der Junge sein Modell, die gebräuchliche Art mit Gummizug, starten. In ruhigem Flug schwebte es davon und in die Höhe und verschwand nach einer halben Stunde in 1000 Meter Höhe in den Wolken. Später kam aus dem kleinen holsteinischen Dorf Preetz die Mel- düng, daß das Modell dort auf einer Wiese gelandet sei. Für die Bewältigung der 91,2 Kilometer langen Strecke hat das Modell drei Stunden und vierzehn Minuten gebraucht, eine Zeit und Strecke, die alle bisher von Segelflugmodellen vollbrachten Leistungen weit übertrifft und einen neuen deutschen wie auch Weltrekord darstellt. Seinen Verletzungen erlegen. Der 32jährige Gelderheber Paul F r e s s e n k e, der Angehöriger der SS. ist und bei der Bluttat in Wiesental bei Danzig nach einer privaten Meinungsverschiedenheit durch einen Rückenschuß lebensgefährlich verletzt wurde, ist jetzt seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Fressenke war der einzige Ernährer seiner Angehörigen. Besuch griechischer Eisenbahner bei der Reichsbahn. Seit einigen Wochen weilt eine Reihe leitender Beamten der griechischen Staatsbahnen im Reich, um die deutschen Eisenbahnverhä'tnisse zu studieren. Die Gäste, an ihrer Spitze der Generaldirektor der griechischen Staatsbahnen, Spyri- bonos, besuchen den Generaldirektor der deutschen Eisenbahn, Dr, Dorpmüller. An dem Empfang nehmen u. a. der Reichsverkehrsminister Frhr. v. Eltz-Rübenach, sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichswirtschaftsministeriums teil. Durchfchwimmung des Großen Bell nach 17'/» Stunden aufgegeben. Am Mittwoch versuchte die 27jährige Else Kragh aus Kopenhagen erneut den großen Belt zu durchschwimmen. Sie ging um 9.30 Uhr bei Korsör ins Wasser. Um Mitternacht war sie bereits der Küste Fünens bis auf fünf Kilometer nahe gekommen. Um 3 Uhr morgens mußte sie jedoch, also' nach 17V» Stunden, infolge von Krämpfen a u f g e b e n. Else Kragh hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Versuch unternommen. Damals scheiterte sie nach 16V» Stunden. Feuer in einem dänischen Schloß. Das Schloß Bernstorffshoej in der Nähe von Kopenhagen, das von dem Prinzen Axel, einem Vetter des dänischen Königs und Ehrenvorsitzenden des Dänischen Olympischen Komitees bewohnt wird, wurde von einem Brand heimgesucht. Das Feuer wurde von den beiden Söhnen des Prinzen und der Prinzessin Margareta, einer Schwester der verstorbenen Königin Astrid von Belgien, dadurch entdeckt, daß Rauch in ihr Zimmer drang. Durch den Brand wurde das erste Stockwerk des Gebäudes zerstört. Zur Hilfeleistung eilten etwa 200 in der Nähe kasernierte Gardisten sowie ein starkes Aufgebot Feuerwehr herbei. Nach einer Stunde war man des Brandes Herr geworden. Der größte Teil der Einrichtung konnte in Sicherheit gebracht werden. 3m Segelflugzeug über den Oeresund. ^Sperber" fliegt von Malmö nach Kopenhagen. Von Peter siedel, Oipl.-Zng, Flugzeugführer der Deutschen Lufthansa AG. Als Mitglied der Segelflugzeug-Expeditton des Aero-Clubs von Deutschland unter der Führung des Professors R h e i n d o r s hatte ich das Glück, als Erster Segelflüge in Schweden ausführen zu können. Arn 6. Juni ließ ich mich in Malmö um 11.25 Uhr von einem Motorflugzeug Hochschleppen. Der leichte Ostwind brachte schöne Kumuluswolken mit heran, in ungefähr 400 Meter Höhe nach fünf Minuten Schleppflug konnte ich das Schleppfeil auslösen und in einem starken Aufwind schnell Höhe gewinnen. In diesem Augenblick befand ich mich etwa 6 Kilometer südlich der Universitätsstadt Lund und gegen 15 Kilometer östlich von Malmö. Doch mein Kuinulus zog allmählich über die Wasserfläche des Oeresundes hinaus, und der aufgefrischte Wind ließ mich befürchten, daß ich bei Nachlassen des Aufwindes nicht mehr das schwedische Festland erreichen würde. So ließ ich den Kumulus weiterziehen und flog zurück gegen den Wind, um neuen Aufwind zu suchen. Nach einer Stunde Flugzeit war ich wenige Kilometer südlich von Malmö so niedrig, daß ich mich schon nach einem Landegelände umsehen mußte. Endlich fand ich den Zipfel eines schwachen Aufwindes und hielt mich daran mit der verzweifelten Energie eines Segelfliegers fest, der der Mutter Erde und damit dem sog. „Absaufen" sehr nahegekommen ist. Langsam wurde Meter für Meter Höhe zurückgewonnen. Ich begnügte mich, bescheiden geworden, mit sehr geringen Steigegeschwindigkeiten, bis ich endlich die Wolken- basis-Höhe in 1600 Meter erreichte. In diesem Augenblick befand ich mich genau über der Küste des Oeresundes. 18 Kilometer breit dehnt sich die glitzernde Wasserfläche bis hinüber nach Kopenhagen, dessen Häusermeer ich in der klaren nordischen Luft deutlich erkennen konnte. Unten sah ich das Fährschiff von Malmö nach Kopenhagen vor der Hafeneinfahrt wenden und langsam Kure auf Kopenhagen nehmen. Anderthalb Stunden dauerte seine Fahrt. Wie wäre es, wenn ich in wenigen Minuten hinübersegelte? Kurz entschlossen stellte ich noch einmal die genaue Richtung auf meinem Kompaß fest und ließ mich bann von dem starken Aufwind in den grauen Wolkendampf hineinziehen. Im Blindflug hielt ich den Kurs. Nach ungefähr einer Minute zeigte der Variometer „Fallen". Dann rissen die Wolkenschleier auf und ich sah unter mir die weite Wasserfläche des Oeresundes, ein Feuerschiff und einen Segler, der an Kopenhagen vorbei südwärts zur Ostsee strebte. Ein Zurück nach Malmö gab es jetzt nicht mehr. Noch lag die Insel Saltholm zwischen dem dänischen Festland und mir. Sollte irgend etwas Unerwartetes geschehen, so war als äußerste Möglichkeit die Landung auf dieser Insel möglich. Doch in 1300 Meter Höhe noch konnte ich die Insel überfliegen Sie sah wenig einladend aus. Mehr eine Sandbank mit kärglichem Grün, war sie vom Meere so zerfressen, daß eine Landung auf ihr ein feuchtes Vergnügen geworden wäre. Dann setzte starker Wind ein, die Auswirkung der Luftabkühlung durch die Wasserfläche des Oeresundes. Aber das konnte nicht mehr verhindern, daß ich den Flughafen K a st r u p erreichte. Noch 1100 Meter hoch, flog ich über Kastrup hinweg, fand aber keine Aufwinde und entdeckte keine Wolke am Himmel, die mich wieder zu sich Heraufziehen könnte. Langsam verlor ich Meter um Meter, während ich vergeblich nach Aufwind suchte. Nur nicht so weit vom Platz weggehen, war meine Hauptsorge. Sollte ich doch afn nächsten Tag in Malmö auf einem Flugtag Dorfliegen. Ein Schleppflug nach Malmö zurück war eine Kleinigkeit, nicht aber, wenn ich außerhalb des Flughafens von Kopenhagen landete. Schon wollte ich die letzte Höhe verwenden, um den dänischen Fliegerkameraden einige Loopings mit bem Segelflugzeug zu zeigen, als ich einige Kilometer südöstlich vom Flughafen Kastrup einen kleinen Wolkenfetzen entstehen sah. Schnell noch einmal dorthin fliegen und versuchen, ob es nicht doch gelingt, wieder Anschluß zu finden, das war mein erster Gedanke. Ich wagte es, indem ich dauernd nach Kastrup zurückschielte. Ich komme unter der Wolke an, es geht dauernd tiefer. Ich erhielt kurze Aufwindstöße. Wenn ich sie durch eine Kurve ausnützen wollte, fiel ich wieder heraus und geriet in Abwind. So ging es eine Minute unentschieden zwischen Steigen und Fallen. Ganz auf» aeregt sah ich immer wieder zum Fluabafen Kastrup und schätzte den Gleitwinkel nach dorthin, denn der Wind trieb mich immer weiter weg. Endlich wußte ich, noch eine Kurve darfst du machen und dann mußt du zurück zur Landung. Glück gehört nun einmal zum Segelfliegen. Diese letzte Kurve führte mich in einen stetigen Aufwind, in dem ich mit 1 Meter pro Sekunde steigen konnte. Langsam kletterte ich wieder von meinen 500 Meter hinauf auf 1000 Meter und mehr. Erst als ich wie- der in sicherer Höhe einen Augenblick aufatmen konnte, konnte ich mich darüber freuen, daß es mir gelungen war, nach dem ersten bisher durchgeführten Segelflugüber dasMeer sogar wieder Anschluß an die Wolken auf der anderen Seite zu finden. Mein Wölkchen hatte sich inzwischen zu einem schönen weißen Kumulus entwickelt. Ich wollte die Gelegenheit benutzen und Dänemarks Hauptstadt als Erster zeigen, was Segelflug ist. Zwei, drei Wolken standen über dem Häusermeer von Kopenhagen. Nicht eher verließ ich meinen Kumulus, bis ich die ersten grauen Schwaden aus seiner Basis unter mir sah. Ich war vorsichttg ge« worden und wollte jeden Meter Höhe mitnehmen, den ich noch gewinnen konnte. Dann tastete ich mich von Wolke zu Wolke bis über b}° her Stadt. 1500 Meter doch konnte ich so längere Zeit übet Kopenhagen segeln und einen UeberbÜd gewinnen über die Schönheiten dieser Stadt am Meer. Gegen drei Stunden war ich jetzt schon unterwegs. Der Wind hatte gedreht und wehte jetzt von Dänemark nach Schweden. Für kurze Zeit erschien ein Rückflug denkbar, jedoch bei genauer lieber- legung unmöglich. Wenn man einige Stunden gesegelt ist, sucht man vor sich selbst Gründe, um den Flug aobrechen zu können. „Du bist über den Sund geflogen und über Kopenhagen gesegelt, das sollte dir eigentlich genügen." So flog ich langsam auf Kastrup zurück und verlor, ohne diesmal innerlich beteiligt zu fein, meine so mühsam erworbene Höhe. In 500 Meter Höhe kam ich mitten über dem Flugplatz Kastrup an. Jetzt noch einige Loopings und dann landen Aber was sehe ich da unter mir? Zwanzig, dreißig Möwen kreisen dort genau am Rande Des Flugplatzes, der direkt am Meer liegt, und gewinnen schnell an Höhe. Eine Erinnerung steigt auf. Genau so kreisten die Urubus, die Aasgeier in Süd- Amerika, über Rio de Janeiro und zeigten mir damals die Aufwinde. Jetzt wollte ich statt mit Aasgeiern, mit körnen umbie Wette segeln. Bei dem leichten Westwind zogen die Aufwinde langsam auf das Meer hinaus und mit ihnen kreisten die weißen Möwen in engem Schwarm deutlich erkennbar über der grünen Wasserfläche. In wenigen Sekunden erreichte ich die Stelle, an der ich den Aufwind vermuten mußte. Sofort zeigte das Variometer starkes Steigen an. Ich begann, wie üblich, sofort zu kurven und kreiste so mit den Möwen, die allerdings noch 200 Meter tiefer waren. So gewann ich schnell wieder die höhe von 1200 Meter. Jetzt entdeckte ich, daß an der ganzen Küste der Insel Amager entlang bis zum Hafen von Kopenhagen ähnliche Möwenschwärme kreisten. Ich befand mich ein Kilometer weit draußen über der Wasserfläche des Oeresundes. Ich nahm Kurs parallel zur Küste, um den nächsten Möwenschwarm anzufliegen. Zu meinem großen Erstaunen kam nicht der erwartete Abwind. Fast 4 Kilometer konnte ich geradeaus fliegen und hatte so wieder die Stadt ganz nahe vor mir. Da ein starker Kumulus mitten über Kopenhagen hing, machte ich den Versuch, ihn zur Abwechslung anzufliegen. Aber da kam die Enttäuschung. Kaum flog ich landeinwärts, als starker Abwind meine Maschine rasch sinken ließ. Es war gegen alle Gesetze des Segelfluges. Allzu schnell war ich bedenklich tief über der Stadtmitte angekommen und zeigte mich so unfreiwillig deutlich sichtbar. Die Hoffnung, nach Kastrup zurückzufliegen, erschien aussichtslos. Als letzte Möglichkeit blieb eine Landung auf dem alten Militärflughafen, der ganz nahe am Hafen liegt. Was nur noch helfen konnte, waren meine Möwen. Dicht neben dem Militärflughafen liegt ein großes Trümmerfeld, auf welches anscheinend die Abfälle der Großstadt geschüttet werden. Dort wimmelte es von schneeweißen Punkten, von Möwen, die auch in großen Schwärmen darüber hin- und herflogen. Nur noch 400 Meter hoch, konnte ich die Möwen deutlich beobachten. Endlich entdeckte ich das typische Kreisen der Möwen, das nur einsetzt, wenn sie einen Aufwind gefunden haben. Vorsichtig tastete ich die Luft über diesem kreisenden Möwenschwarm ab und mit Glück fand ich einen recht stetigen Aufwind, der mich langsam wieder steigen ließ. Während der engen Kurven konnte ich beobachten, wie zahlreiche Radfahrer und Autos auf der belebten Uferstraße stehenblieben und die Menschen gespannt meinen Wettflug mit den Möwen verfolgten. Endlich war der Rückflug nach Kastrup gesichert. In 500 Meter Höhe erreichte ich wieder den Flughafen Kastrup. Ich war fast fünf Stunden schon in der Luft. Jetzt wollte ich nur noch warten, bis mein Lufthansa-Kamerad, Flugkapitän Caspar, mit seiner Ju 52 nach Oslo ab fliegen würde. Ich freute mich auf den Augenblick, an dem sich zwei Luft-Hanseaten, der eine mit 2000 PS und der andere motorlos, einander über dem Meere begegnen würden. Inzwischen ist es kurz nach 4.30 Uhr geworden, fünf Flugstunden sind erreicht. Das genügt mir. In 400 Meter Höhe setzte ich zum Kunstflug an, der mich schnell zur Erde hinunter bringen soll. Eine Reihe von Loopings und Turns hintereinander bringen einem schnell die Erde nahe. Noch einen Looping dicht über der Wasserfläche und danach eine Ziellandung vor dem Flughafengebäude. Ich hatte mir den Empfang nicht so herzlich vorgestellt, wie er mir bereitet wurde. Zahlreiche Herren vom dänischen Aero-Club, von den Segelfliegern und von der Presse hatten seit Stunden auf meine Landung gewartet. Unser deutscher Lufthansa-Vertreter machte mich mit den Herren der Zeitung „Politiken" bekannt, die mich zu dem Fluge beglückwünsch- ten. Jetzt erfuhr ich, welche Bedeutung meinem Fluge von den dänischen Fliegern beigemessen wurde. In Anerkennung dessen, daß ich als Erster im reinen Segelflug den Sund überflogen habe, wurde mir eröffnet, daß mir die Zeitung „Politiken" einen Sonderpreis von 1000 Kronen zuerteilen wolle. Wetterbericht de» Relcbswetkerdienttes. Ausgabeakt Frankfurt. Das europäische Hochdruckgebiet hat unter weiterer Verstärkung seinen Schwerpunkt zur Nordsee verlagert und beherrscht noch vollkommen die Witterung Deutschlands, so daß sich die heitere und recht warme Witterung fortfetzt. Die weiter zunehmende Erwärmung bedingt jedoch Gewitterneigung. Aussichten für Freitag: Meist heiter und recht warm, doch örtliche Gewitterbildung, veränderliche Winde. Aussichten für Samstag: Fortdauer der warmen und vielfach heiteren Witterung mit Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 28,1 Grad Celsius, abends 19 Grad; am 18. Juni: morgens 18,2 Grad. Maximum 28,5 Grad, Minimum heute nacht 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juni: abends 24,7 Grad; am 18. Juni: morgens 19 Grad. — Sonnenscheindauer 14,4 Stunden. Wichtig, (üc Jtlüttec: Jede Mutter wünscht das Haar ihres Kindes so zu pflegen, daß es gekräftigt wird und als Schmuck bis zum späten Atter erhalten bleibt Zur richtigen Kinderhaar-Pflege gibt es jetzt das neue Schwarzkopf „Extra-Zart" mit Spezial-Kräuterbad (DRP. angem.). Schinnen, Schupven, sprödes Haar und fettiges Haar lassen sich mit diesem Kinder-Schaumpon durch besondere Abstimmung wirkungsvoll behandeln mit dem Ziel, ein gesundes, kräftige? Haar und eine reine, den Haarwuchs günstig beeinflussende Kopfhaut zu erhalten. Wie „Extra-Mild" und „Extra-Blond" ist auch Schwarzkopf „Extra-Zart" seifenfrei und nicht-alkalisch. 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Juni 1936 Gewinne zu 25000 M. geben. 02793 lieber Kakao Schokoladen 265119 WWMiiW ...und zum Bauen 2 2 6 2 172388 252601 120544 144712 158636 187824 197728 226313 263301 276779 341508 389314 IO 1O IO 20 25 35 157906 238231 142961 156803 183330 191990 225913 236170 274709 318548 373092 114739 153773 211108 226695 257070 293137 301851 334390 344250 364690 396856 116397 143513 157058 183435 193144 225961 249027 275382 337152 379269 107301 127957 159785 213774 236124 272475 295682 306098 336746 345646 388243 397053 143999 223955 108049 133076 166628 217720 243154 275354 296821 314490 338656 349366 388751 399614 132876 150311 169192 188846 210989 229000 263731 290271 350751 395582 152806 227334 287407 379591 108785 138408 178961 220002 244871 275729 297474 322050 338993 350519 389616 399690 103832 135767 154830 169539 189227 212793 230965 269196 304298 359489 93439 113280 144914 180073 221917 245195 277572 298034 322907 339166 355996 390751 155003 230943 288075 383846 Pflaumen Aprikosen Korinthen Mündlich können <$iee§tturwenlgea sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie allen 90 45 65 11O 1OO 1OO 90 80 114504 153294 162428 224429 245469 280052 299994 326336 342991 358384 393686 108544 137973 155921 172659 189371 216727 235679 273717 305394 370531 329815 182355 29604 42775 305944 177710 Zum Eisen gehört natürlich ein kräftiger Schluck BRAUNFELSER PILSNER. Das ist ein feines Edelbier. Es schmeckt zum Essen köstlich, besonders zum Broten, und außerdem macht es schwere Speisen leicht bekömmlich 134016 186522 sein Beglaubigungsschreiben und das Abberufungsschreiben seines Vorgängers, der als Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten der Republik zurückberufen worden war, entgegenzunehmen. Moselwein Apfelwein Apfelsaft Samos Tarragona Malaga Montana, Rotw. Wermut Der Führerund Reichskanzler empfing am Mittwoch den neu ernannten Generalkonsul für Algier, Dr. Hans R i ch t e r, zur Abmeldung. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Svortverein sucht f. sein. Platz, auf dem Haus m. Wirtschaftsbetrieb ist, geeignetes Ehepaar als platz- und Hauswart Bewerbungsschreib. m. näh.Angab. d. Familienverhältnisse, Beruf usw. unter 8900 D an den G.A. erbeten. DerFührerundReichskanzler nahm den Abschiedsbesuch des estnischen Gesandten, Akel, entgegen, der zum Außenminister seines Landes ernannt worden ist. Der Führer und Reichskanzler hat den Konsul in Tunis, Generalkonsul Dr. Thomas, zum Gesandten in Bangkok ernannt. Fleischbrühwürf., 4 St. Hühnerbrühwrf., 5 St. Sprotten i. Oel, Dose Fettheringe, Dose • 3% Rabatt In Marken: wenige Artikel ausgenommen. Gewinnauszug 3. Klaffe 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klaffen-Lotterie Der Führer und Reichskanzler empfing den neu ernannten Gesandten der Dominikanischen Republ ik, Ricart Olives, um Marburg a.d.Lahn 10 Jahre Marburger Festspiele 20. Juni bis 12. Juli 3915D Der Sturm“ — „Käthchen von Heilbronn“ — „Die Hammelkomödie“. Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7. Spielplan durch Verkehrsamt Marburg. SeifiX-Wdchsgibt es nicht lose- Züm Bohnern in bekannt gute/ Qualität. Erfrischungs- Bonbons Gelee-Artikel Waffeln, Keks, Gebäck. 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen ÄWir betrauern tief das Ableben unseres lieben Kameraden Heinrich Hühn Zugrevisor Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren.—Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Juni, 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. —Die dienstfreien Kameraden und die sich frei machen können, nehmen an der Beerdigung teil. Der Standortleiter. _____________________3913 D Wir setzen hiermit unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden, des Herrn Zugrevisor Heb. Hühn in Kenntnis. Die Beerdigung findet Freitag, 19. Juni, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Alle dienstfreien Kollegen werden gebeten, sich zahlreich und in Uniform zu beteiligen. 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen Nun geht’» los Alles ist im Rucksack, was gebraucht wird. Auch Brot- und Butterdose, Isolierflasche, Feldflasche, Trinkbecher, Wanderkocher. Und Sie? Ergänzen Sie auch was fehlt gleich bei J. B. Häuser Gießen 3870 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Möbelhaus Koos Gießen. Schulstraße 6 3696a Telephon 3904 Gegründet 1894 4 flammig er Gasherd mit Backofen preiswert abzu- SürlonlurreinKSeWsattiiel für jede Hausfrau unentbehrlich, da viel Geld- und Zeitersparnis, stellen wir noch erstklassige Serlteter(innen) ein. Melden Sie sich am Freitag, 19. Juni, 10-12 u. 3-5 Gasthaus z.Lamm, Horst-Wessel-Wall. 388?v 2-Zimiu.- Wohnung mit Küche (Neubau) in schöner, ruhiger Lage, z. 1.7. oder später zu verm. Schr. Angeb. u. 02794 an d. Gieß. Anz. Zwei tüchtige, ehrliche «All sof. gesucht. 3852D Gasthaus z. Krone. Nidda (Oberhessen). Sultaninen 500 9 . . 34 Pfg. Haushaltzwiebck. 250 g 35 , Rheinwein, o.GI.. Fl. 80 , Hclüoßbrauetti Hraunsels W. 6 G WAHL. BRAUNFELS AN DER LAHN 50 .50 -.70 -.75 -.80 Bienenhonig, o* Gl. 250 g 70 Suppen . . . • Pak. Bratensosse . 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Große Fortschritte des Farbfilmverfahrens. Dieser Tage besuchte Reichsminister Dr. Goebbels das Schaltwerk Siemens, um sich dort über den neuesten Stand der Farbfilmversuche zu unterrichten. Nach einleitendem Dortrag des Chefs des Hauses Dr. Carl Friedrich von Siemens gelangten Farbfilmaufnahmen von den ersten Anfängen des Farbfilms aus dem Jahre 1930 bis zur allerletzten Zeit, u. a. auch ein neuer Farbkurzfilm von Carl Froelich, zur Vorführung. Reichsminister Dr. Goebbels äußerte feine vollste Zufriedenheit und Anerkennung über die großen Fortschritte, die das Farbfilmverfahren besonders in den letzten Monaten gemacht hat. Er ordnete an, daß die bisherigen Versuche nunmehr einer breiteren Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es ist zu erwarten, daß demnächst der neue Farbkurzfilm von Carl Froelich in Berliner Lichtspieltheatern gezeigt wird. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler stattete dem Olympischen Dorf einen Besuch ab. Der Führer, der durch den Reichskriegsmmister Generalfeldmarjchall von Blomberg begrüßt wurde, besichtigte sämtliche Einrichtungen des Dorfes und ließ sich von dem Erbauer des Olympischen Dorfes, Architekt March, die Einzelheiten erläutern. Der Kommandant des Olympischen Dorfes, Oberstleutnant von und zu Gilsa, unterrichtete den Führer über die organisatorischen Maßnahmen. dem romantischen Kunstempfinden zugestandene Ab. schweifung jede auf den bloßen Effekt zielende lei- denschaftliche Darstellung überwindet. In ihr offenbart sich in seltener Klarheit das Geheimnis der Form die in der Kunst nicht anders gewachsen ist als in der Natur. Wie jede große Dichtung gewinnt auch die Kleists ihre Existenz aber ers aus einer im Urrecht verankerten absoluten Entschei- düng: so will -- das Schicksal des Kohlhaa- daß er al- einzelner gegen die Unordnung Recht be. hält, mag seine Empörung für das Recht ihn auch zum Tode verdammen. — Cureidi: Pit, der Detektiv. Verlag Wilhelm Limpert, Dresden. Preis geh. 0.20 Mark. — (24) — Peter Uhlenhorst, ebenso reich und ansehnlich wie sportgewandt, hat eine einzige unbefrie- digte Leidenschaft: er möchte für sein Leben gern einmal Detektiv spielen. Dieser Wunsch erfüllt sich ihm auf eine überaus lustige Weise und bringt ihm nicht nur großen Ruhm, sondern auch eine beachtliche Braut ein. _Joachim von der Goltz: „Von man» cherlei Hölle und Seligkei t". („Sie Kleine Bücherei" Nr. 58.) Albert Langen/Georg Muller, München 1936. — (114) — Von mancherlei Holle und Seligkeit handeln die fünf Erzählungen, von den letzten gefährlichen Entscheidungen zwischen Gut und Böse in die der Mensch um seiner sittlichen Bewahrung' willen verstrikt wird, um schließlich, aus aller Verdammung befreit, die Wunder und Seligkeiten teilhaftig zu werden, an denen die Welt unermeßlich reich ist. Aus der Gläubigkeit unseres Volks- und Sagengutes sind diese Geschichten erwachsen, die von der innersten, geheimen Sprache der Seele erfüllt sind und die Kraft offenbaren, in den Menschen aufs neue den verschütteten Glauben an das Wunderbare und Ewige zu erwecken. Peter0hlvorm.6rode Frankfurter Straße 17 13914A Zreitng, den 19. Juni u. folgende Tage verkaufe ich in meinem Lokal, Neuenweg 28, Eingang durch dcn^of: 3812D Kleider- ^Bücherschränke, Schreib- !-^?AusziehWche, Büfetts, Ber- tikos, Nacht- und Waschtische, Eis- ichranke, Sofas, 1 Sveüezimmer (bestehend aus: Bufett, kredenz, Ausziehtisch für 24 Personen und 12 Stuhle), Nahmaschinen, Spiegel, Betten m.Kapokkeil u. Federzeug, 6 Herren-Anzüge, 1 Smoking, 1 Gehrockanzug (fast neu) u. v. a. L.Sartmetz,Aeuenwegl8 Mein Lokal ist täglich von 8-7 Uhr für den freien Berkaus geöffnet. [Stellenangebote Jüngerer Schlossergeselle gesucht. 3916D SchlosserelWilke Wiesecker Weg Tücht., zuverläss. Bäc^eroehiile der am Dampfofen selbständig arbeiten kann, z. 28. Juni ges.Off. unter 3911D an den Gien. Anz. 500 g 125 g Tee Klärung der verschiedensten Fragen m der Feter gestaltung bringt. Da gibt es neben Stlchworten zur Technik des Dolksspiels Artikel, die der allgemeinen Begriffsklärung dienen, rme z. B. „Aufmarschspiel", „Brauchtum", „Chorisches Spiel usw., Artikel zur Rechtslage („Aufführungsgenehnngung , „Baupolizei" usw.), volkskundliche Beltrag^ wle z. B „Erntefest", „Fastnacht", „Julfest , „Klockel- nächte" usw.» und dann eine große Anzahl von Abschnitten, die sich unmittelbar der Ausgestaltung üblicher Feier- und Spielabende mit reichen Vorschlägen widmen: „Abendfeier", „Abschledsfeier , „Balladenabend", „Deutscher Abend , ".^ehter- abend", „Grenzlandabend" usw. Der Zweite Teil (Stoffsammlung) bietet für die im ersten Teil behandelten Feiergelegenheiten reichen Spiel- und Vortragsstoff. Die umfangreiche Stoffsammlung ist m 44 Gruppen übersichtlich gegliedert, bringt kurze Beschreibungen der einzelnen Bücher, sowie die notwendigen technischen Anmerkungen (Preis, Verlag, Spieldauer usw.). r, , — Udo Smidt: Das Leben ruft. Wort und Wegweisung für evangelische Jugend. Kart. 80 Pf. Verlag Martin Warneck, Berlin. — (71) — Der Verfasser ist Pfarrer in Wesermunde, em Mann, der in engster Beziehung zu unterer Jugend steht und daher für sie besonderes verstand ms hat. Er behandelt in den einzelnen Abschnitten. Dein Leben und sein Preis — Dein Leven und sein Herr, sein Befreier, seine Kraft — Dem Leben und die Bibel, die Stille, die Gemeinde — -Dem Leben und deine Ehre, deine Niederlagen, dem Beruf, dein Volk — Dein Leben und ferne Spur Alles für junge Menschen leicht verständlich, mit guten Beispielen aus der Geschichte belegt. — Das Bändchen ist mit gutem Buchschmuck ausgestattet. — Wilhelm Schäfer: D e r D i ch t e r d e s „Michael Kohlhaa s". Eine Rede, gehalten m der Festsitzung der Kleist-Gesellschaft am 2 November 1935 in Kiel. Preis 80 Pf. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1936. — (7o) -Jn die er Rede findet die berühmte Novelle Kleists eine Deutung, die der menschlichen Eigenart und künstlerischen Größe dieses zu den kostbarsten Besitztümern der deutschen Dichtung gehörenden Werkes meisterhaft gerecht wird. Klar und überzeugend erschließt Wilhelm Schäfer den sittlichen Kern der Erzählung, um ihren eigentlichen Srnn und ihre tief in das Leben unseres Volkes eingreifende Wirkung verständlich zu machen. Schäfer weist nach, daß diese novellistische Chronik sich im Verlaufe ihrer Handlung tatsächlich zu einer vollendeten Darstellung der Leidenschaft durchringt und bis auf eine alle läüig.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- ivroü. usw. entf. u. Gar. f. immer ?krauB. Gulden Svrechst-Areitag Gießen, Alicen- Straße 40 p. 9—7 ührdurchgehend. 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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Reichsinnenminister Dr. Frick besichtigte das neue Dienstgebäude des R e i ch s a r b e i t s d r e n st e s m Berlin-Grunewald. Reichsarbeitsfuhrer Staatssekretär Hierl geleitete ihn. Mehrere Generalarbeits- führer erstatteten Berichte über die Plane des Reichs- arbeitsdienstes. Reichsbankpräsident Dr. Schacht traf aus Sofia auf dem Budapester Flughafen ein. Zum Empfang hatten sich u. a. der Präsident der Ungarischen Nationalbank, Jmredy, und der Gesandte v. Mackensen eingefunden. In Budapest ist Dr. Schacht Gast des ungarischen Nationalbankpräsidenten. Der polnische Sejm nahm ein Gesetz „über die Staatsgrenzen" an, daß die bisherigen Befugnisse der Verwaltungsbehörden zur Aussiedlung unerwünschter Personen aus dem Grenzgebiet erweitert. Gegen das Gesetz waren die ukrainischen Abgeordneten, die in ihm eine Gefahr für das ukrainische Volkstum in den südöstlichen Woiwodschaften sehen. Der SchweizerNationalrat hat die Ratifikation des internationalen Uebereinkommens über Die Vierzigstundenwoche mit 72 gegen 41 Stimmen abgelehnt. * Eine AbordnungführenderAraberaus Palästina traf in London ein. Die Abordnung wird nicht in amtliche Verhandlungen nut der britischen Regierung eintreten. Sie betrachtet es jedoch als ihre Aufgabe, im Auftrage des Obersten Arabischen Ausschusses in Jerusalem vom britischen Volk Gerechtigkeit für die Araber Palästinas zu verlangen. Büchertisch. — Volksspiel und Feier, ein alphabetisches Suchbuch nebst Stoffsammlung für Brauch, Freizeit und Spiel. 320 Seiten. 2,— RM. Herausgegeben im Gemeinschaftsoerlag der drei Verlage Chr. Kaiser, Verlag München, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg und Theateroerlag Albert Langen- Georg Müller Berlin. — (91) — Das Neuartige an diesem Handbuch ist der 134 Seiten starke lexikalische Teil, der in knappen, lebendig geschriebenen Absätzen (rund 400 Stichworte!) eine willkommene Kuchenmehl, BH. 47 Backöle, Aromen • • 8 Backpulver, Btl. . . 6 Vanillezucker, Btl. . . 4 500 g . .52 soog . .85 500 g . .38 2 Gewinne zu 3000 M. 317261 6 Gewinne zu 2000 M. 84125 129806 141662 16 Gewinne zu 1000 M. 22973 31747 45455 128203 161899 237257 286533 303840 32 Gewinne zu 800 M. 26400 57335 81704 97659 105459 113014 117028 138059 138123 140107 160879 283431 326332 333102 334246 339345 56 Gewinne zu 500 M. 14614 23440 25145 27219 44828 71410 127975 ------ ------ 174491 [Vermietungen"] 4Zimnißrwohnung mtl.58RM.znm 1.7. zu vermiet. Näheres sm Büro Kirchner Seltersweg 8 2 Zimmer m.Kücbe analleinsteh.ält. Dame ob. Ehev. z. 1.7. zu verm. Schristl. Anfr.u. 02791 a.d.G.A. 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ÄachiW von 3 bis 120 v. s. erhalten 6le bei wiederholten Aus« 1 nahmen einer Anzeige SPEISE KARTE rufen: „Die schießen uns den Jmmelmann kaputt!". Sie haben ihn aber nicht kaputtgeschossen. Meine Kurven und Gleitflüge, überhaupt mein ganzes Fliegen soll ausgesehen haben, als flöge ich schon wochenlang auf Fokker, nicht erst drei Tage. Als Auszeichnung habe ich gestern das E. K. I erhalten. Nun habe ich den schönsten Orden, den ein junger Offizier überyaupt bekommen kann. Oer Arbeiterdichter Heinrich Lersch -f. Der Arbeiterdichter Heinrich Lersch ist nach kurzem Krankenlager an einer Lungen- und Rippenfellentzündung im Krankenhaus in Remagen a. Rh. g e st o r b e n. Der Dichter stand im 47. Lebensjahr. Heinrich Lersch wurde am 12. September 1889 als Sohn eines Kesselschmiedes in München-Gladbach geboren. Seine Jugend war, wie er selber geschildert hat, hart und schon früh von Arbeit erfüllt. Nach schweren Jahren verließ er die Heimat und begann ein Wanderleben, das ihn in die Schweiz, nach Italien und nach Wien führte, wo er einen Winter lang obdachlos und hungernd umherirrte. Sehnsucht und Heimweh trieben ihn nach der Heimat zurück, wo sich die Eindrücke seiner Wanderzeit dichterisch auszuwirken begannen. Nach einzelnen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften erschien 1914 Lerschs erstes Buch unter dem Titel „Abglanz des Lebens". Wenig später wurde Lerschs Name im ganzen Reich durch sein berühmtes Lied „Soldatenabschied" bekannt, dessen Refrain „Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen" bald von Mund zu Mund ging. Die folgenden Gedichtsammlungen „Herz, aufglühe dein Blut" und „Deutschland" sind ganz vom Erlebnis des Krieges erfüllt. Nach dem Kriege erschloß Lersch mit seinem Roman „Die Kesselschmiede" auch die Welt der Arbeit und des Arbeiters, hielt sich aber persönlich von allen Arbeiterorganisationen wie von einer tendenziös-kämpferischen Richtung in seinen Büchern frei. Die Gesänge von Volk und Werk unter dem Titel „Der Mensch in Eisen" bilden einen Hymnus auf den Werktag und die Arbeit an Maschinen und in Fabriken. Von seinem Familienglück berichtete Lersch in dem Buche „Manni, Geschichten von meinem Jungen", während er in seinem „Dank des Dichters" seiner Mutter ein schönes und bleibendes Denkmal gesetzt hat. Für seinen zuletzt erschienen Gedichtband „Mit brüderlicher Stimme" erhielt Lersch den Rheinischen Dichterpreis. Sein jüngster Roman „Die Pioniere von Eilenburg" spielt um das Jahr 1850, in der Frühzeit der deutschen Arbeiterbewegung, und enthält erschütternde Bilder aus dem damaligen Kampfe von Arbeitern und Handwerkern um ihre Lebensmöglichkeiten. Der Dichter ist vor nicht langer Zeit auch bei uns in Gießen zu Gast gewesen, und viele werden sich heute, bei der Nachricht seines unerwarteten und allzu frühen Todes, an die starken und lebendigen Eindrücke seines Vortragsabends erinnern. 1 man. «Klein« Müller, )olle und von den Gut und Aewöh. ws aller 'ligkeiten -rmeßlich lks- und - die von e erfüllt Heu aufs uderban Ran^e. Bilden milleton: »•: H.L twortlich Kümmel ^ühl'sche ge,K.-G, ) 25 Pf. mehr. 1 Pf, gültig. ihn spiele 3915-1 tie Ä öple ’ 3903A n Heil- 1 nödie“. !i nd 3.7. J rburg. xhtlose- 'Pfd.RM-15 •- IAO he (f verboten ei gleich e einer B beiden Juni 1936 , gewinne Helvi'"'« 86 os i6l 102 171 -29 174 >60 -93 >19 >16 >90 >en 05944 ( 186522 14 104828 §x7 35008 07 209954 $ 363291 1968 1@3 614 M 466 113280 144914 'S Kß 298034 322907 339166 35599 390761 tz $ 'S 9 )40 . fl7669 1704 M |23 139346 i46 27210 16146 ^03 06 M 288076 767 830 639 '227 1793 $ s Nr. HO Zweiter Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 18. Zuni 1956 Wöllke stieß die Kugel 16,54 Meter. Neuer deutscher Rekord. In der Heeressportschule Wünsdors trug eine berliner Mannschaft am Mittwoch gegen die besten Leichtathleten der Wehrmacht Einladungskämpfe in Form eines Klubkampfes aus, den Wünsdorf im Gesamtergebnis mit 60:57 Punkten gewann. Die beste Leistung vollbrachte der Europa-Rekordmann im Kugelstoßen Wöllke (Polizei Berlin), der seinen eigenen Rekord von 16,335 gleich beim ersten Wurf auf 16,54 Meter schraubte. Bei seinen späteren Würfen blieb er allerdings jedesmal unter der 16-Meter-Grenze. Einen Doppelerfolg hatte Feldwebel Leichmn; er gewann den Weitsprung mit 7,13 Meter und den 100-Meter-Lauf in der erstaunlich guten Zeit von 10,5 Sekunden trotz weicher Bahn klar vor dem Berliner Fischer. Vereinswetikampf in Burkhardsfelden. Am Sonntag trafen sich auf dem schönen Sportplatz zu Burkhardsfelden die Turnvereine Großen- Buseck, Reiskirchen, Beuern und Burkhardsfelden zu einem volkstümlichen Vereinswettkampf. Zum Austrag kam ein volkstümlicher Fünf-Kampf. Jeder Verein hatte 15 Mann zu stellen, von denen fünf Mann Schüler, fünf Mann Jugend- und fünf Mann aktive Turner waren. Die Leitung hatten die vier Vereinsführer. Zum Austrag kam ein von einer Firma aus Großen-Buseck gestifteter Wanderpreis für die Gesamtbestleistung und für die besten Schüler eine vom Tv. Reiskirchen gestiftete Jahnplakette. Turnbruder H e n ß (Großen-Buseck) eröffnete den Kampf und mit dem alten Turnerlied marschierten die Wettkämpfer an die Plätze. Nach der Festellung der Kampfrichter ergab sich am frühen Nachmittag folgende Gesamlbewerlung: 1. Tv. Großen-Buseck 1211 Punkte; 2. Tv. Reiskirchen 1103; 3. Tv. Beuern 1037; 4. Tv. Burkhardsfelden 936 Einzelmannschaffsbewerlung: Aktive: 1. Tv. Reiskirchen 335 Punkte; 2. Tv. Beuern 331; 3. Tv. Großen-Buseck 299; 4. Tv. Burkhardsfelden 263. Jugend: 1. Großen-Buseck436Punkte; 2.Reiskirchen 344; 3. Burkhardsfelden 292; 4. Beuern 248. Schüler: 1. Großen-Buseck 476 Punkte; 2. Beuern 458; 3 Reiskirchen 424; 4. Burkhardsfelden 381. Der Tv. Großen-Buseck konnte also den Wanderpreis für sich erringen, ebenfalls die Schüler aus Großen-Buseck. Die drei besten Einzelleistungen aus den einzelnen Mannschaften ergaben folgendes Bild: Aktive: 1. L. Launspach, Reiskirchen, 81 P.; 2. H. Rühl, Beuern 73; 3. Karl Rühl, Großen- Buseck, 71. Jugend: 1. E. Opper, Reiskirchen, 104 Punkte; 2. K. H. Ortwein, Großen-Buseck, 102; 3. Fritz Müller, Großen-Buseck, 94. Schüler: 1. W. Mattern, Großen-Buseck, 127 Punkte; 2. Karl Schornber, Beuern 108; 3. Hch. Jünger, Reiskirchen, 97 Die Leistungen der Jugendlichen reichten fast an die der Aktiven heran. Bei den Aktiven erreichte Launspach, Reiskirchen, bei weitern nicht seine gewohnte Leistung, da er noch unter den Nachwehen einer kaum überstandenen Krankheit litt. Rühl, Beuern, verscherzte sich durch dreimaliges lieber« treten im Weitsprung mindestens 20 Punkte. Großen-Buseck hatte seine Stärke in der Schüler- und Jugendmannschaft, während bei Reiskirchen trotz Verhinderung drei der Besten die Aktiven an der Spitze lagen. Bei Beuern waren die Aktiven ebenfalls mit Ersatz und die Schüler gut, während die Jugend stark abfiel. Burkhardsfelden hielt sich gut, wenn man berücksichtigt, daß der Verein der geringen Einwohnerzahl wegen nicht die Auswahl hat, wie ander Vereine. Schöne Leistungen brachten die beiden alten Kämpen R ü h l, Großen-Buseck, und PH. Launspach, Reiskirchen, die sich mit ihrem Alter von über 30 Jahren und mit 71 und 70 Punkten gegenüber dem jungen Nachwuchs sehr gut behaupteten. Am Nachmittag konnte der Ringturnwarf Stephan, Großen-Buseck, die Siegerverkündung vornehmen und dem siegreichen Verein Großen-Buseck die beiden Wanderpreise aushändigen. Mit einem Treuegelöbnis zum Führer schloß er seine Ausführungen. In echter turnerischer Kameradschaft verbrachte man den Nachmittag. Ortsgruppe Gießen des 3Rf£. Fachaml V, Schwimmen. Die Abnahmen für das Reichssportabzeichen finden bis auf weiteres jeden Samstag nachmittag von 18 bis 20 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt statt. Deutsche Lebensretlungs-Gesellschafl. Lehrkurse und Prüfungsabnahmen bis auf weiteres jeden Montag von 18.30 bis 20 Uhr in der Müllerschen Badeanstalt. Alle geprüften Rettungsschwimmer werden zu einer Wiederholung auf Mittwoch, den 24. Juni, von 18.30 bis 20 Uhr ein» geladen. Prüfung für das Reichssportabzeichen bet den Paddlern. Die Paddler-Gilde Gießen nimmt am morgigen Freitagabend, 19 Uhr, auf ihrem Bootsplatz die Leistungen im Kanu-Sport für das Reichssportabzeichen ab. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Daubringen I — Großen-Buseck I 1:5. Steinberg 1. Jgd. — Großen-Buseck 1. Jgd. 1:0. kesselbach Jgd. — Großen-Buseck 2. Jgd. 2:2. Die erste Mannschaft weilte am Sonntag zu einem Rückspiel in Saubringen und konnte dort — trotz zwei Ersatzleuten — in einem schönen Spiel einen überzeugten Sieg erringen. Daubringen war, trotz guter Leistungen, dem gut aufgelegten Bufecker Sturm nicht gewachsen. Aber auch die Hintermannschaft von Großen-Buseck zeigte sich von der besten Seite und wußte jeden Angriff der Gastgeber zu unterbinden. Daubringen mußte sich am Schlüsse, obwohl das Spiel bei Halbzeit noch 1:1 stand, 5:1 geschlagen bekennen. Die 1. Jugend stand am Vormittag in Steinberg der gleichen der „Teutonen" im fälligen Pflichtspiel gegenüber und verlor nur knapp 1:0, obwohl sie mit nur neun Mann antreten konnte und darüber hinaus auf zwei ihrer besten Spieler verzichten mußte. Die zweite Jugend maß ihre Kräfte mit der Jugend des Sportv. Keffelbach und konnte ein ehrenvolles 2:2 herausholen. Nächsten Sonntag findet nur ein Spiel, und zwar Großen-Buseck I — Grohen-Linden I statt. Im Vorspiel konnte Großen-Linden einen glücklichen 4:3-Sieg erringen. Es ist jedoch fraglich, ob ihnen auch im Rückspiel in Großen-Buseck einen Sieg gelingen wird. Allerdings dürfen die Einheimischen das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, sonst kann mit einem Siege nicht gerechnet werden. Kurze Sportnotizen. Englands Touri st -Trophy wurde am Montag mit der Junior-TT. der 350er Maschinen über 425 Kilometer (7 Runden) eingeleitet. Sieger wurde der junge Engländer Frith (Norton) in 3:17:46 vor White (Norton) und dem früheren NSU-Fahrer Mellors auf Velocette. Die Deutschen Steinbach und Fleischmann auf NSU belegten in 3:29:33 bzw. 3:29:50 den fünften und sechsten Platz. Die Favoriten Stanley Woods und der Vorjahrssieger Guthrie schieden vorzeitig aus. Eine internationale Kanuregatta mit 109 Booten und 278 Paddlern aus 26 Vereinen wird am 21. Juni auf dem Main in Frankfurt ausgetragen. In den vier Senior-Rennen starten neben der besten südwestdeutschen und westdeutschen Klasse auch Vertreter von Italien, Jugoslawien und Belgien. Gchmeling vor dem Kampf. Arn Abend des 18.Juni steigt Schrneling in den Ring gegen seinen amerikanischen Gegner Joe Louis. Dieses letzte Bild aus seinem Trainingslager Napanoch zeigt den deutschen Ex-Weltmeister beim gemütlichen Skatspiel. Diesmal betätigt er sich allerdings nur als „Kiebitz". (Presse-Photo-M.) z W % M Die leichtathletischen Kreismeisterschaflen. Nun gehören auch die Kreismeisterschaften der Männer der Vergangenheit an. Nachdem diese noch am Mittag des ursprünglich festgesetzten Termins wegen Unbenutzbarkeit der Platzanlage abgesagt werden mußten, konnten gestern abend in allen Konkurrenzen die Kreismeister ermittelt werden. Die Kämpfe mußten an einem Wochentage in Form einer Abendveranstaltung durchgeführt werden, da bereits am 28. Juni die Gaumeisterschaften zum Austrag kommen. Wenn sich auch auf dem Platz der Spvg. 1900 nicht viel Zuschauer eingefunden hatten, so konnten doch die wenigen, die anwesend waren, Zeuge z. T. sehr spannender Kämpfe werden. Die Meisterschaften wurden eingeleitet mit dem 100-Meter-Lauf, dem Speerwerfen und dem Weitsprung. Heber 100 Meter siegte Moos vom Tv. Lollar in 11,5 Sekunden vor seinem Vereinskameraden Klinke!, der 11,8 Sekunden benötigte, und Adam, Spvg. 1900. Im Weitsprung siegte Vieh! vom Tv. Lollar mit der guten Leistung von 6,44 Meter. Die ersten drei Kämpfe brachten den Sportkameraden aus Lollar recht gute Erfolge; denn auch ihr Speerwerfer Dietz gewann mit 46,43 Meter. Dietz dürfte bei fleißigem Training die 50-Meter-Marke bald Überwerfen. Den Hochsprung gewann Rudolph von der Spvg. 1900 mit 1,65 Meter ohne auszuspringen. Mit Rücksicht auf den nicht sehr guten Zustand der Sprunganlage zog er es vor, weitere Sprünge nicht mehr zu machen. Rudolph vertritt am kommenden Sonntag den Gau Hessen im Hoch- und Weitsprung bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Stuttgart. Wir wünschen ihm hierzu das Beste. Noch einige spannende Kämpfe gab es bei den Läufen. Ulm vom Tv. Heuchelheim wurde beim 200-Meter-Lauf mit Handbreite von Adam, Spvg. 1900, Sieger. Die 800 Meter gewann Bepperling vor Peters und Erwin Neidei. Ueber 5000 Meter waren nur zwei Läufer am Start. Hans Neidei vom To. Heuchelheim lief ohne Gegner ein sehr feines Rennen und Oer „Adler von Litte". Max Jmmelmann zum Gedächtnis. Nun jährt sich der Tag, an dem vor zwanzig Jahren der „Adler von Lille", der Fliegerleutnant Max Jmmelmann, von uns ging (18. Ium 1916). Das junge Fliegerdeutschland und vor allem die junge deutsche Luftwaffe wird diesen Jüngling nie vergessen, dem sein Bruder in dem Buche „Jmmelmann, der Adler von Lille" (Verlag von K. F. Köhler, Leipzig), ein schönes literarisches Denkmal gesetzt hat. Ueber seinen ersten Kriegs- flug der zugleich sein erster Luftsieg war, berichtet Max Jmmelmann an seinen Bruder aus Douai u. a.: Für den 1. August hatte ich mit meinem Beobachter einen Fernauftrag. Wir sollten um 4 Uhr mit dem Auto abgeholt werden. Das Auto wurde aber abgesagt, weil fein Flugwetter sei. Also konnte man weiter schlafen. Um 4.45 Uhr französischer Zeit (5.45 Uhr deutscher Zeit) erwache ich von einem wüsten Geknalle. Ich eile ans Fenster und da sehe ich den Scherz: etwa zehn Flugzeuge (feindliche) schwirren in etwa 2500 bis 3200 Meter Hohe über unserem Platz herum und lassen fortwährend Bomben fallen. Dazu das Schießen der Fliegerabwehrkanonen. Es war ein Lärm und ein Krachen wie feit langer Zeit nicht mehr. Also muß doch wohl Flugwetter sein. Ich lasse sofort nach einem Auto telephonieren, ziehe mich an und fahre ins Kasino, um zu frühstücken. Unterwegs treffe ich B o e l ck e, der auf dem Motorrade rausfährt, um die Feinde mit feinem Kampfeindecker zu vertreiben Nach etwa zehn Minuten fahre ich raus. Mein Beobachter sagt mir, er hielte es für aussichtslos, aufzusteigen, die Fernsicht sei schlecht. Das ärgerte mich, denn nun war ich einmal draußen, nun wollte ich auch fliegen. v . . Es waren noch mindestens zehn Feinde in der Lust Boelcke sah man in der Ferne einen anderen Eindecker verfolgen. Ich, nicht faul, ziehe den anderen Fokker aus dem Stall und brumme ab. Als ich 2000 Meter hoch bin, ziehen über mir zwei Feinde dahin, etwa 2600 Meter hoch Sie fliegen in Richtung Arras, ich komme von da. Ich war froh, daß sie mich nicht angriffen, denn 600 Meter tiefer wäre ich wehrlos gewesen. Als ich fast in Douai war, war ich 2400 Meter hoch, als ich abermals zwei Feinde und außerdem Boelcke traf. Sie waren 3200 Meter hoch. Alle drei flogen m Richtung Arras. Ich flog nun auch nach Arras, in per Hoffnung, bis dahin ebenso hoch zu sein, u Boelcke zu helfen, denn ich hörte das Knattern d Plötzlich sah ich Boelcke stell runtergehen. Wie ich später erfuhr, hatte er eine schwere ßaöepemmung, so daß er nicht mehr schießen konnte. Ich war c)- rabe halbwegs zwischen Douai und Arras, als a) weit vor mir einen dritten Flieger jah . Wir waren etwa in gleicher Höhe. Ich konnte nicht seh , ob es ein feinlicher ober ein eigener war. Icy [iog auf ihn zu. Da sah ich, daß er über Vitry Bomben abwarf. Nun war es klar: es war ein Feinb. Ich stieg noch etwas unb flog auf ihn zu. Etwa 80 bis 100 Meter war ich höher, in ber Geraben etwa 50 Meter entfernt. Groß unb beutlich sah ich bie französischen Abzeichen: blau-weiß-rote Ringe. Nun war kein Zweifel mehr. Die beiben anberen kamen jetzt auch auf mich zu, wenngleich sie auch noch viel höher waren. Ich mußte also schnell hanbeln. Wie ein Habicht stürzte ich mich auf ihn unb schoß iScherl-Bllberbienst-M.) III ■ > < M l i mit meinem Maschinengewehr Für einen Augenblick glaubte ich, in ihn hinelnzufliegen. Ich hatte etwa 60 Schuß verfeuert, als ich eine Labehemmung hatte. Das war recht unangenehm, denn zum Beseitigen brauchte chi beibe Hanbe ich mußte also völlig freihänbig fliegen, ohne bie Steuerhebel be- bienen zu können. Dies war mir noct) neu unb fremb, aber es gelang. Das ist mir im Laufe b Kampfes bann noch zweimal postiert. Inzwischen hatte ber Femb Richtung Arras genommen. Schnell setzte ich mich neben ihn unb schnitt ihm ben Rückweg ab, inbem ich ihn zwang, eine Linkskurve zu machen, b. h. R'ckMrig Douai zu neh- k7mmen°Jn meinen frörte J “«njJ senkrecht über meinem Opfer, weil kein Doppelbecker senkrecht nach oben schießen kann. Nach 450 bis 500 Schuß — ber Kampf hatte etwa acht bis zehn Minuten gebauert — ging ber Feinb in steilem Gleitflug runter. Ich ihm nach. Schießen konnte ich nicht mehr, bas Maschinengewehr versagte. Als ich sah, baß er gelanbet mar, lanbete ich sofort neben ihm, stieg aus unb ging auf ihn zu. Kein Mensch war in ber Nähe, ich ohne jebe Waffe. Werben bie Insassen Wiberstanb leisten? Es war ein unangenehmer Augenblick. Schon von weitem rief ich: „Prisonniers!“ (Gefangene). — Erst jetzt sah ich, baß nur einer barin saß. .Er hatte bie rechte Hanb erhoben, zum Zeichen, baß er keinen Wiberstanb leisten wolle. Ich ging zu ihm hin. Ich gab ihm bie Hanb unb sagte: „Bon jour, Monsieur!“ (Guten Tag, mein Herr!) — Er antwortete englisch. Ich: „Ah, you are Englishman?“ (Sie sinb Eng- länber!) — „Yes.“ (Ja.) — „You are my prisoner!“ (Sie sinb mein Gefangener!) „My arm is broken, you shot very well “ (Mein Arm ist gebrochen, Sie schossen sehr gut.) Jetzt sah ich erst, baß er am linken Arm schwer oerwunbet war. Ich half ihm beim Aussteigen unb legte ihn ins Gras, zog ihm bie Hanbschuhe aus unb schnitt ihm bie Aermel von Leberrock, Uniform unb Hemb auf. Der Unterarm war burchschossen. Schon kamen von allen Seiten Autos an, benn man hatte ben Kampf von Douai aus beobachtet, Deutsche unb Franzosen. Ich schicke sofort nach einem Arzt. Allerseits würbe mir herzlichst Glück gewünscht. Nun hatte ich enblich Zeit, bie Maschine anzusehen. Ich hatte gut geschossen. Im Propeller zwei Schuß, im Motor keiner. Im Benzinbehälter brei Schuß, im Rumpf vier bis fünf, in ben Tragflächen sechs, bie ganzen Meßapparate, wie Höhenmesser, Winb- messer, Tourenzähler, alles war zerschossen. Mehrere Drahtseile, bie bie Maschine versteifen, einige Selle, die bie Steuervrgane betätigen, bie Bombenabwurf- Vorrichtung, bas linke ßaufrab — fast alles war kurz unb klein geschossen. Es waren etwa vierzig Treffer im Apparat. ...... ... Als ich ben erbeuteten Apparat unter militärische Bewachung gestellt hatte unb ben Verwunbeten in ärztlicher Behanblung unb Obhut wußte, flog ich wieber ab, um meine Maschine nach Hause zu bringen. Ich fuhr bann nochmals mit bem Auto zu meinem erbeuteten Flugzeug, weil ber Hauptmann inzwischen borthin gefahren war. Er freute sich riesig unb war sehr stolz, baß nun schon brei Maschinen von seiner Abteilung heruntergeholt waren. Der verletzte Führer bes erbeuteten Flugzeugs, ein junger englischer Leutnant, William Reib mit Namen,' war ins Lazarett gebracht worben. Auf bem Platz wieber angekommen, stieg ich gleich noch einmal auf, biesmal mit meinem 150-P8-Dop- pelbecfer, unb warf über St. Pol eine Mitteilung ab, daß wir einen heruntergeholt haben. Im Kasino war ich nun ber Helb bes Tages. Die Glückwünsche ber Kameraben waren neidlos. Boelcke, der den Kampf von unten beobachtet hatte, ist auf dem Platz herumgelaufen und hat ge- -Staffel. Am Erfolgreiche Zuchlviehversteigerung in Gießen Speerwerfen: 1.Dietz,Tv.Lollar, 46,43Meter; 2. Lippert, 1900, 44,15 Meter; 3. Luh, DfB-, 4? 72 Meter. Kugelstoßen: 1. Luh, DfB., 14,09 Meter; 2. Herrmann, DfB., 13,27 Meter; 3. Kilo, 1900, 12 82 Meter. Diskuswerfen: 1. Kilo, 1900, 41,88 Meter; 2. Luh, DfB., 39,60 Meter; 3. Henkelmann, Tv. Heuchelheim, 29,80 Meter. Hammerwerfen: 1. Luh, DfB-, 33,62 Meter; 2. Klotz, 1900, 25,20 Meter; 3. Siegmund, DfB., 20,25 Meter. . „ 4X100 Meter: 1. Spogg. 1900 46 Sek.; 2. Tv Lollar 46.7 Sek.; 3 Tv. Heuchelheim 48.9 Sek. * Die Kreismeisterschaften der Frauen kommen heute um 18 Uhr auf dem Platz der Spieloereinigung 1900 zum Austrag. Handball der C>p.=$g. 1900. 1900 Jugend I — 2Mv. Jugend I. Am Samstagabend treffen die beiden Iugend- mannfchaften von Mto. und der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb zusammen. Wer aus diesem Kampf als Sieger hervorgeht, ist nicht im voraus zu bestimmen. Die letzten Spiele bewiesen, daß die beiden Mannschaften gleiche Stärke besitzen. Die 1900er werden bestrebt sein, die Scharte vom Blitzturnier in Lich wieder auszuwetzen. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Leichtathletik, Frauen und Männer: Don 19.15 bis 20.45 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Don 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Universitats- Reitinstitut, Brandplatz. Neuer Schwimmkursus für Anfan. ger: Montag, von 18 bis 19 Uhr, Frauen und Männer, Müllersche Badeanstalt. höher, auch polnische Renten sowie die kleinen Ost- ^Stadtanleihen^^kaum verändert, für Pfandbriefe blieb weiterhin Nachfrage am Markte. Nur Llqm- dationspfandbriefe vereinzelt bis 0,14 v. H. leichter. Abendbörse weiter freundlich. An der Abendbörse bestand auf Höhe der Berliner Schlußkurse Nachfrage. Vielfach lagen die Kurse noch 0,25 bis 0,50 v. H. über Mittag. Beachtet waren IG. Farben mit plus 0,40 o. H^. Siemens mit plus 0,50 v. H., Kaufhof auf die Bilanz- Vorlage 48 (47,75). Auch Dersorgungswerte etwas höher, ebenso Aku. erneut um 0,40 vH. fester, BMW. 1 o. H. fester. Deutsche Anleihen lagen sehr ruhig und durchweg unverändert. ?on Auslands- renten 4 v. H. Rumänen eine Kleinigkeit fester. Auch der Verlauf blieb fest, einzelne Werte er zielten nochmals leichte Steigerungen. Insgesam gewannen BMW. 1 v. H., Schuckert O,25 vH-, Buderus 0,25 v.H., Klöckner 0,50 d. schäft 0,65 v. H. IG. Farben Am Rentenmarkt Kommunal-Umfchuldung bei 89,80 weiter beachtet. Von Auslandsrenten wurden 4 v.H. Rumänen mit 6 (5,90) festgesetzt. Kleine Ostwerte waren eher angeboten. Die Nachborse ^notierter Wb« 113 40 8,4 Serein. Stahlwerke 102,75, 4 d.£. Ungarn-Kranen d,bO, Lissabon Stadt 74, 4 Rumänen 6, 5 vJ). Merikaner äußere 14,30, Commerzbank 93,50, B.O.- Bank 94 75, Deutsch- U-berseebank 142, Dresdner Bank 95, Reichsbank 198, Suberus ^07, Harpener 129, Klöckner 106,25, Mannesmann E 102,1| Verein, Stahlwerk- 0,65, Aku 57,65 JttSQ. E 36,65, MAN, 125,25, Bekula lSl,2S, Cement He- beiberg 141,14, IS, Chemie nalle 246 do. 50pr°z, 169 Conti Gummi 192, Eisenhan'del E 142,50, Erdöl 132,75, Scheideanstalt 265 Linoleum 180, Licht und Kraft 157, Elektr. Lieferung 135, Eß- erreichte di- gut- Zeit von 15:58,6 Minuten, Auch er ist von unserem Gau über diese Strecke zu den deutschen Juniorenmeisterschaften in Stuttgart gemeldet und wird dort sicher Gelegenheit haben, einmal zu zeigen, zu welcher Leistung er fähig ist. Den Schluß bildete die 4X100-Meter-Staffel. Am Start standen von innen nach außen: Tv. Lollar, DfB., 1900 und der To. Heuchelheim. Nachdem Lollar über 100 Meter die zwei ersten Sieger gestellt hatte, sah man diesem Lauf mit Spannung entgegen. Der erwartete Kampf blieb aber aus, da die Spvg. 1900 vier ausgeglichene Läufer hatte, die dann auch mit 6 Meter Vorsprung in der Zeit von 46 Sekunden vor Lollar, Heuchelheim und dem fingen Maschinen E 88, IG, Farken 172,75 Gold- St 114,50, Gritzner 32,75, Hafenmuhl- 113, Holzmann E 131,25, Junghans 101, Mainkraft 99, Metallgesellschaft E 138,25, Moenus 91 RWE 135,25, Schuckert 159,50, Siemens 203. W-std Kaufhof 48,40, Nordd. Lloyd 15,75. Frankfurter Getreidebörfe. qrÄhWe "die^Üms^ S'.8w'i;nm «s W 13 217 w 16 220, ^19 224, W 20 226, Rog. gen R 12 180, R 15 183, R 18 187, R19 189 Gr°ß. Handelspreise der Mühlen der genannten Preisge- biete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizen, mehl W 13 28,65, W 16 28,90 W 19 28,90 W 20 29,25, Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 und 0,50 Frachtausgleich. Wei. zenfuttermehl W 13 13,15, W 16 13,40, W 19 13,50, W 20 13,60; Weizenkleie W 13 10,65, W 1610,80, \V 19 11—, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Muhlen-Fes - preis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopol- zuschlaa 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen 17,85 m. M. ab südd. Fabrikstation; Treber 15 50—15,60; Trockenschnitzel 9,52 ab südd. Fabnk- station; Heu 5,50—6,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,75, dto. gebündelt 2,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 18. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 29 Rinder»(2 Ochsen, 3 Bullen, 19 Kühe, 5 Färsen), 684 Kälber, 74 Schafe und 1157 Schweine. Es kosteten: Kälber 38 bis 70 Mark, Hammel 40 bis 48 Mark, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kalber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine zugeteut. DfB. siegte. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Moos, To. Lollar, 11,5 Sek.; 2. Klinkel, To. Lollar, 11,8 Sek.; 3. Adam, Spogg. 1900, 12 Sek. 200 Meter: 1. Ulm, To. Heuchelheim, 24,1 Set.; 2. Adam, 1900, 24,2 Sek.; 3. Hermann, VfB., 25 2 Sek. 400 Meter 1. Jmmel, 1900, 56,9 Set.; 2. Koch, 1900, 58,0 Sek.; 3. Seipp Lollar, 59 (Sei 8 0 0 Meter: 1. Bepperling, 1900, 2:03.5 Mm.; 2. Peters, 1900, 2:04.2 Min.; 3. Reidel E., To. Heuchelheim 2:06.9 Min. , „ . 1500 Meter: 1. Reidel E., Tv. Heuchelheim, 4:23.2 Min.; 2. Peters, 1900, 4:24.0 Min.; 3. Jmmel, 1900 4:23.1 Min. , , , 5000 Meter: 1. Reidel, Hans, To. Heuchelheim, 15:58.6 Min.; 2. Koch, 1900 17:20.6 Mm. Weisprung: 1. Viehl, Tv. Lollar, 6,44 Me- ter- 2. Rudolph, 1900, 6,35 Meter; 3. Klinkel, Tv. Lollar, 6,20 Meter. Dreisprung: 1. Herrmann, VfB., 11,17 Meier; 2. Lehrmund, 1900, 11,17 Meter d. St.; 3. Kehr, Arthur, Tv. Heuchelheim, 10,58 Meter. Hochsprung: 1. Rudolph, 1900, 1,65 Meter; 2. Herrmann, VfB., 1,55 Meter; 3. Moos Wilh., Tv. Lollar, 1,51 Meter. Wirtschaft. Fortgesetzte Neichsbank-Entlastung in der zweiten Juni-Woche. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juni hat sich die Entlastung der Notenbank auch in der zweiten Woche des Monats weiter fortgesetzt, wenn auch in einem gegenüber der ersten Woche verminderten Ausmaß. Insgesamt haben sich die Anlagen der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Wertpapieren um 143,8 auf 4760,5 Mill. Mark vermindert, und zwar sind im einzelnen die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 157,6 auf 4170,1 Mill. Mark, diejenigen an Lombardforderungen um 2,0 auf 42,4 Mill. Mark und diejenigen an „sonstigen" Wertpapieren um 3000 Mark auf 310,7 Mill. Mark zurückgegangen, während die Bestände an deckungsfähigen Wertpapieren um 0,1 auf 219,4 und an Reichsschatzwechseln um 15,8 auf 17,8 Mill. Mark zugenommen haben. Der Abbau der in der letzten Maiwoche zusätzlich seitens der Wirtschaft in Anspruch genommenen Reichs- bankkredite errechnet sich gegen Mitte Juni mit 82,5 v. H., wovon 57,2 v. H. auf die erste Juniwoche entfielen und 24,6 v. H. auf die Berichtswoche kommen. Im Vorjahr betrug die Entlastung bis zur Monatsmitte 59 v. H. Bei der diesmal stärkeren Entlastung muß allerdings berücksichtigt werden, daß im vergangenen Monat die Spitze vom April-Ultimo nicht voll abgedeckt worden ist. Die Giroguthaben haben um 15,5 auf 677,6 Mill. Mark abgenommen. Dementsprechend sind an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen 98 6 Mill. Mark und an Scheidemünzen 32,2 Mill. Mark weniger im Verkehr geblieben. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich Mitte Juni auf 5977 Mill. Mark gegen 6111 in der Vorwoche, 5989 in der Mitte des Vormonats und 56,16 Mill. Mark Mitte Juni des Vorjahres. Die Gold- und Devisenbestände haben um 60 000 Mark auf 75,6 Mill. Mark zugenommen. Im einzelnen stellen sich die Goldbestände bei einer Zunahme um 38 000 Mark auf 70,2 Mill. Mark, die Bestände an deckunqsfähigen Devisen bei einer Zunahme um 22 000 Mark auf 5,4 Mill. Mark. Der deutsche Außenhandel imMai^t 936 Die Einfuhr betrug im Mai 337 Mill. RM. Sie war damit um 23 Mill. RM., d. h. fast 7 v. H., geringer als im April. Der Rückgang, der im wesentlichen eine Mengenbewegung darstellt, ist in der Hauptsache jahreszeitlich bedingt. An der Verminderung der Gesamteinfuhr im Mai war in erster Linie die Hauptgruppe Ernährungswirtschaft beteiligt. An dem Rückgang der Einfuhr im Mai waren im ganzen sowohl Europa als auch Außereuropa beteiligt. Die Ausfuhr war mit 372 Mill. RM. um nicht ganz 2 v. H. höher als im April. Die Zunahme, die in der Hauptsache auf einer Mengenveränderung beruht, hat im wesentlichen wohl jahreszeitliche Ursachen. Gestiegen ist lediglich der Absatz von Fertigwaren, und zwar in erster Linie von Enderzeugnissen. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres liegt die Ausfuhr im Mai d. I. um 35 Mill. RM. höher. Die Steigerung der Ausfuhr von April zu Mai entfällt ausschließlich auf die außereuropäische Ländergruppe. Die Handelsbilanz schließt im Mai mit einem Ausfuhrüberschuß von 35 Mill. RM. gegenüber 5 Mill. RM. im April ab. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres war die Handelsbilanz mit 121 Mill. RM. aktiv, während die gleiche Zeit des Vorjahres noch einen Einfuhrüberschuß von 164 Mill. RM. aufwies. Mein-Mainische Börse. rNittagsbörse etwas freundlicher. Frankfurt a.M., 17.Juni. Die Börse lag etwas freundlicher. Der Bericht des Instituts für Konjunkturforschung über die deutsche Wirtschaftslage und vor allem die Ausführungen des Staatssekretärs Reinhardt fanden günstige Aufnahme. Da wiederum nur sehr wenig Verkäufe Vorlagen, konnten die Rückdeckungen und neue Publikumskäufe nur auf erhöhter Grundlage ausgeführt werden. Die Erholung von Verein. Stahlwerke auf 95,50 (94,13) regte auch die anderen Märkte an. Hoesch um 2, Mannesmann um 0,90, Rheinstahl 1,50 v. H. höher. Von Maschinenwerten Muag um 2, Jung- hans 0,75, Daimler 1,25, BMW. 0,13 v. H. höher. Bau- und Zementwerte bröckelten im Gegensatz zur übrigen Entwicklung überwiegend etwas ab. Auch Zellstoffwerte zumeist etwas leichter, so Aschaffenburger um 0,50, Feldmühle 0,50 v. H., Waldhof dagegen bis 1 v. H. höher. Aku. etwas lebhafter und auf den Abschluß 1,75 v. H. befestigt. IG. Farben zogen um 1,13 v. H., Erdöl um 1,50 v. H. an. Me- tallgesellschast stellten sich 1 v. H. schwächer. Sehr ruhig lag der Elektromarkt, Siemens eröffneten 1,50, Gesfürel 1,25, Bekula 0,13 v. H. freundlicher. Im einzelnen noch Kaufhof 1, Reichsbank 0,25 v. H. höher. Renten teilweise etwas mehr beachtet, vor allem wieder Kommunal - Umschuldung, die mit 89,80 (89,65) und Städte-Altbesitz, die mit 112,25 v.H. gesucht waren. Altbesitz unverändert 113,50 v. H. Von Auslandsrenten Ungarn Gold 0,13 v. H. fester. Die übrigen ebenfalls nur wenig verändert. Der Verlauf war nach einigen Schwankungen schließlich allgemein fester. So gewannen nochmals über dem niedrigsten Kurse Verein. Stahlwerke 0,50 o. H., IG. Farben 0,75 v. H., Rheinstahl 1,25 v. H., Muag 0,50 v. H. Auch deutsche Anleihen weiter gefragt. Von Auslandsrenten waren Mexikaner mäßig Die vom Landesverband der Rinderzüchter in Hessen-Nassau, Gruppe Fleckvieh und Rotvieh, und dem Landesverband der S ch w e i n e z ü ch t e r zum ersten Male in der neuerstellten Zuchtviehversteigerungshalle an der Mar- garetenhütte abgehaltene Versteigerung war ein voller Erfolg für Käufer und Verkäufer und damit für die oberhessische Bauernschaft. Der Auftrieb war ehr gut. Aus den bekannten Wetterauer Zuchten waren insgesamt 57 Bullen des Hessischen Fleckviehs aufgetrieben, die Vogelsberger Raffe war mit nur 7 Stück Bullen vertreten. Sehr beachtlich war der Auftrieb von 13 Ebern des Deutschen Edelschweines und 42 Ebern des Veredelten Landschweines vorwiegend aus den Zuchten von Lang-Göns. Bereits zur Prämiierung hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden, so daß sich der Ring um die Preisrichter sehr dicht gestaltete. Die Prämiierung brachte eine Uebersicht über die Fortschreitende Entwicklung der dem Tierzuchtamt Gießen unterstellten oberhessischen Viehzucht. Das hessische Fleckvieh war wieder in guter bis bester Qualität vertreten. Auch die Bullen des Rotviehs waren durchweg als gut zu bezeichnen. Die Eber des Deutschen Edelschweins waren wie seither in hervorragender Qualität. Auch die Eber des Veredelten Landschweins waren in seither noch nicht beobachteter guter Beschaffenheit. Der starke Zuspruch bei der Versteigerung bewies erneut, daß Gießen als Zentralpunkt derartiger Viehoersteibe- rungen sich großer Beliebtheit erfreut und durch günstige Lage als Verkehrsknotenpunkt wie keine andere Stadt dazu geschaffen ist, den Viehabsatz des Bauern zu erleichtern. Der Verlauf der vom Leiter des Tierzuchtamtes, Oberlandwirtschaftsrat Dr. W a a n e r, mit einer kurzen Ansprache eröffneten Versteigerung, in der die Freude über das Entgegenkommen der Stadt Gießen und die Tatkraft des Oberbürgermeisters Ritter zum Ausdruck kam, war ein voller Erfolg für den Käufer und den Verkäufer und damit für die Bauernschaft. Allgemein waren die Preise der Qualität der Tiere angepaßt. Auch die Gemeinden, in denen die Viehzucht als Gebrauchszucht betrieben wird, kamen zu billigen Vatertieren. So kann als Gesamtergebnis dieser 23erfteigerung gesagt werden, daß sie den Bedürfnissen der Züchter und der Käufer am besten dient und sich günstig auswirkt für die oberhessische Viehzucht und damit für die Bauernschaft im weitestem Umkreis Gießens. Von 56 Fleckvieh-Bullen wechselten 45 ihre Besitzer. Den Spitzenpreis in Höhe von 1200 Mark erzielte ein mit dem 2. Formenpreis ausgezeichneter ISmonatiger Bulle der Gutsverwaltung Eisenbach, den die Gemeinde Engelrod erstand. Die Preise für Fleckviehbullen bewegten sich zwischen 500 und 1200 Mark, im Durchschnitt 794 Mark, die der Rotviehbullen zwischen 710 bis 880 Mark. Don den 7 aufgetriebenen Bullen wurden 5 verkauft. Die Eber des Deutschen Edelschweines wurden mit 170 bis 300 Mark, im Durchschnitt mit 225 Mark bezahlt. Den Spitzenpreis mit 300 Mark erzielte Eugen Weber, Lang-Göns. Käufer war die Gemeinde Wallernhausen. Von den 16 Ebern blieben nur 2 übrig. Von den 40 Ebern des Veredelten Landschweines wurden 37 umgesetzt. Die Preise bewegten sich zwischen 130 bis 285 Mark und erreichten im Durchschnitt 219 Mark. Den Spitzenpreis erreichte ein Tier des Züchters Otto Schneider, Hörnsheim, mit 285 Mark, den die Gemeinde Bleidenrod bezahlte. > Das Prämiierungs-Ergebnis. hessisches Fleckvieh. 1. Formenpreise: Kl. III (Bullen 14 bis 16 Monate) Emil Walther, Langsdorf; August Wörner, Ostheim; Karl Walz V., Lich. 2. Formenpreise: Kl. II (Bullen 16 bis 18 Monate) K. Häuser, Trais- Münzenberg; Kl. III (Bullen 14 bis 16 Monate), Fr. Kalbfleisch, Schwarz; K. Walter, Trais-Mün- zenberg; Nik. Keller, Angersbach; Gutsverwaltung Eisenbach. 3. Formenpreise: Kl. II (Bullen 16 bis 18 Monate) Peter Bill II, Nieder-Weisel; Konrad Köhler Wwe., Langsdorf; Hch. Ludwig II, Heuchelheim t. W.; O. Fröhlich, Reibertenrod; Kl. III Bullen 14 bis 16 Monate) Hch. Völbel, Berstadt; Rud. Weifenbach, Kestrich; Jak. Müller II Wwe., Ober- Hörgern; Jak. Wilh. Bill, Nieder-Weisel; Joh. Feick, Willofs. 1. Leistungspreise: K. Walter, Tvais-Münzen- berg; Hch. Ludwig II, Heuchelheim i. W. 2. Leistungspreise: Aug. Wörner, Ostheim; Joh. Feick, Willofs; Jak. Wilh. Bill, Nieder-Weisel; Hch. Döl- bel, Berstadt. 3. Leistungspreise: Emil Walther, Langsdorf; K. Köhler Wwe., Langsdorf; Jak. Müller II, Ober-Hörgern; Peter Bill II, Nieder-Weisel; Rud. Weifenbach, Kestrich. Vogelsberger Bullen. 2. Formen- und 2. Leistungspreis: Theodor Fischer, Hof Zwiefalten; 3. Formenpreis: Herrn. Velten II Wwe., Göbelnrod. Deutsches Edelschwein. 1. Formen- und 2. Leistungspreis: Karl Luh, Lang-Göns. 2. Formenpreis: Paul Hoffmann, Hof- Güll/Lich. 3. Formenpreis: Karl Brückel, Lang- Göns. 3. Formen- und 2. Leistungspreis: Eugen Weber. Veredeltes Landschweln. 1. Formen- und 1. Leistungspreis (für zwei Tiere): Wilh. Wenzel I, Lang - Göns. 1. Formen- und 2. Leistungspreis: Karl Döring, Queck. 2. Formen» und 3. Leistungspreis und 3. Formen- und 3. Leistungspreis: Karl Velten II, Lang-Göns. 2. Formenpreis: Hch. Klink, Calbach. 3. Formenpreise: Otto Schneider, Hörnsheim, und Gutsverwaltung Kolnhausen bei Lich. (2mal) Gutsverwaltung Sickendorf. 3. Formen- und 1. Leistungspreis: Johs. Hausmann, Fleschenbach. Kurszettel -er Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Serltn Schluß- für« Schlußk. Abend* börse Schluß* furd Schlußk. Mittag- börse Datum 16-6 17-6 16.6 17-6 5% Deutsche RelchSanlelhe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,65 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,13 99,13 99,13 99,13 bYi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl-Ablöj.-Schuld mii 103,25 103,13 103,3 103 AuSlos.-Rechten ............ 4Yi% Deutsche RcichSpostschatzan 113,5 113,4 1(3,5 113,5 Weisungen von 1934, i....... 4Yi% ehern. 8% Hessischer Volks 100,2 100,25 100,4 100,3 ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ...