Nr. 91 Erster vlatt 186. Jahrgang samrtag, 18. April 1936 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte 'Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinörudcrct R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis S^/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Europas Heere und ihre Aufrüstung. Von Major a. D. von Keifer. Fast alle Staaten Europas haben heute ein stehendes Heer mit allgemeiner Wehrpflicht, Rußland und Italien daneben ein Milizheer. Eine Ausnahme macht von den größeren Staaten nur England, das ein stehendes Freiwilligenheer und" daneben eine freiwillige Miliz besitzt. Bon kleineren Staaten haben Oe st erreich, Ungarn und Bulgarien gemäß den Friedensoerträgen nur ein kleines stehendes Freiwilligenheer, die Schweiz als einziger Staat ein reines Milizheer auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht, und Schweden und Norwegen sogenannte „Rahmenheere", ein Mittelding zwischen stehenden Heeren und Milizen. Stehende Heere mit allgemeiner Wehrpflicht haben den großen Vorteil, daß die Truppenteile schon in Friedenszeiten in beträchtlicher Stärke vorhanden sind, und daß alle Wehrpflichtigen in ihnen eine längere Dienstzeit durchmachen und eine gründliche kriegsmäßige Ausbildung erhalten, so daß im Kriegsfall nach kürzester Mobilmachungszeit schlagfertige Millionenheere zur Verteidigung des Vaterlandes bereitstehen. Die Länge der aktiven Dienstzeit beträgt in Deutschland bekanntlich nur ein Jahr, in Frankreich und in der Tschechoslowakei ist sie 1935 auf zwei Jahre erhöht worden, in Rußland dauert sie sogar fünf Jahre. Die stehenden Freiwilligenheere, auch Berufsheere genannt, bestehen ebenfalls aus bauernd vorhandenen Truppenteilen, sind aber ihrer weit höheren Kosten wegen immer nur verhältnismäßig klein. Ihre lange Dienstzeit verbürgt zwar eine vortreffliche militärische Ausbildung, verhindert aber das Ansammeln starker Reserven; die große Masse des Volkes bleibt unausgebildet, und seine Wehrkraft kann daher bei Ausbruch eines Krieges nur zum kleinen Teil ausgenutzt werden. England sah sich darum im Kriege genötigt, von seinem freiwilligen Wehrsystem zur allgemeinen Wehrpflicht überzugehen, hat diese aber nach dem Kriege wieder abgeschafft. Im reinen Miliz sy ste m dagegen gibt es überhaupt keine stehenden Truppenteile, sondern nur einen ganz kleinen Stamm von Jnstruktions- offizieren und -Unteroffizieren (in der Schweiz 200), in deren Hand die militärische Ausbildung sämtlicher Wehrpflichtigen ruht, die immer nur für ein paar Wochen einberufen werden. Ein solches Wehrsystem kann sich ein Land wie die Schweiz mit seinen besonderen politischen und geographischen Verhältnissen leisten, für andere Länder, besonders das von allen Seiten bedrohte Deutschland, wäre es völlig unbrauchbar. Von den fremden Heeren ist das sowjet- russische zahlenmäßig am stärksten und in weiterer sehr starker Vermehrung begriffen. Die Friedensstärke des stehenden Heeres ist von An- fang 1934 bis heute von 562 000 auf 1300 000, also auf mehr als das Doppelte, erhöht worden. Zusammen mit den milizmäßig ausgebildeten Mannschaften, den sogenannten Territorialtruppen, beträgt die Gesamtstärke des Heeres 1 500 000 Mann, im Kriege etwa 9 200 000 Mann(l). Es folgt das französische Heer mit einer Friedensstärke von 643 000 und einer Kriegsstärke von etwa 5 600 000 Mann, wovon mindestens eine Million Farbige sind. Auch die französische Kriegsstärke nimmt jährlich infolge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht auch für die farbige Kolonialbevölkerung um mindestens 100 000 Mann zu. Frankreichs nördlicher Nachbar Belgien verfügt über ein Heer von rund 600 000 Mann Kriegsstärke. Italiens stehendes Heer hat zusammen mit der faschistischen Nationalmiliz etwa eine Stärke von 420 000 Mann. Dazu kommt aber seit dem Jahre 1934 noch eine große Anzahl von kurzfristig Ausgebildeten, die weder dem stehenden Heere, noch der Nationalmiliz angehören, und mit denen nunmehr die restlose Erfassung sämtlicher Wehrpflichtigen durchgeführt ist. Nach Mussolinis öffentlicher Erklärung soll nach einjährigem Bestehen dieses neuen Wehrgesetzes die Zahl der ausgebildeten Mannschaften, also die Kriegsstärke, die bisher auf 5 Millionen beziffert wurde, 8 Millionen Mann betragen. Die Gesamtfriedensftärke des englischen Heeres (Berufsheer und Miliz) beträgt rund 450 000, im Kriege 2 Millionen Mann. Das polnische Heer ist tm Frieden fast 300 000 Mann, im Kriege über 3 Millionen, das tschechische im Frieden rund 200 000, im Kriege 1 400 000 Mann stark Allein Frankreich und seine nächsten Bundes- genossen, Rußland, Tschechoslowakei und Belgien, können also Kriegsheere von rund 17 Millionen Mann aufstellen. In der Bewaffnung mit schweren Angriff s w a f f e n marschiert das französische Heer an der Spitze. Mit mindestens 4500 Kampf- wagen, von denen im vergangenen Jahre eine Anzahl besonders stark gepanzerter und bewaffneter Wagen neu aufgestellt wurde, ist es in dieser gefährlichsten Waffe so stark wie Rußland, England und Italien zusammengenommen. Auch an schweren Geschützen, von denen es rund 1200 — außer Festungsgeschützen — besitzt, ist es etwa so stark wie Rußland und England zusammen. Die in starker Aufrüstung begriffene Luftflotte besitzt etwa 2300 Flugzeuge im aktiven Dienst, im Kriegsfall rund 6000. Auch in der Motorisierung der Truppenteile, besonders seiner Artillerie, ist das französische Heer am weitesten vorgeschritten. Auch das sowjetrussische Heer ist in seiner Bewaffnung unbedingt auf den Angriff Erneutes Versagen des Völkerbundes. Oer Oreizehner-Ausschuß stellt seinen Mißerfolg amtlich fest.-Frankreich bedrängt England. Genf, 17. April. (DRV.) Der Dreizehner- An s s ch u h des Völkerbundsrales Hal beschlossen, das Scheitern der Schlichtungsbemühungen im ilalienifch-abeffinifchen Konflikt festzu- stellen und die weitere Behandlung der Frage dem Völkerbundsrat zu übertragen. Heber die Sitzung des Dreizehner - Ausschusses wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Der Vorsitzende Hal den Ausschuß über die Bc- sprechungen unterrichtet, die er am Vormittag mit der abessinischen Delegation hatte und in deren Der- lauf er ihr das Ergebnis seiner gestrigen Besprechung mit der italienischen Delegation mitteilte. Die abessinische Delegation hat ihm folgende Mitteilung übergeben: 1. Sie haben uns folgende Zusammenfassung Ihrer zweiten Unterredung mit der italienischen Delegation mitgeteilt: Rach Ansicht der italienischen Delegation wäre das schnellste Mittel die Einleitung von Besprechungen zwischen der italienischen und der abessinischen Delegation. Die italienische Delegation ist damit einverstanden, daß der Ausschuß über den Gang der Besprechungen auf dem Laufenden gehalten wird. Der Ausschuß würde somit je- weils von den erlangten Ergebnissen Kenntnis nehmen und würde den beiden Delegationen für jede Mitarbeit, die sie als zweckmäßig betrachten sollten, zur Verfügung stehen. Rach Zustandekommen der Einigung würde der Dreizehner-Ausschuß dem Rat berichten. 2. Rach aufmersamer Prüfung Ihrer Mitteilung sieht die abessinische Delegation keine wesentliche Aenderung gegenüber dem ersten italienischen Vorschlag. Sie hält den Wortlaut ihrer frühe- ren Erklärung restlos aufrecht. Sie erneuert ihre ehrliche und vorbehaltlose Annahme des Appells, den der Rat an die abessinische Regierung gerichtet hat. Sic erklärt sich bereit, sofort im Rahmen des Völkerbundes und im Geist des Paktes entsprechend der an sie ergangenen Einladung zu verhandeln. 3. Damit die Anwendung aller Vorschriften des Artikels 16 des Paktes nicht verzögert werde, bittet die abessinische Delegation den Dreizehner-Ausschuß inständig, festzustellen, daß die italienische Regierung nicht bereit gewesen ist, im Rahmen des Völkerbundes und im Geiste des Paktes zu verhandeln. Der Vorsitzende stellte fest, daß unter diesen Umständen der Erkundungsauftrag, der dem Vorsitzenden zusammen mit dem Generalsekretär erteilt worden war, als erschöpft betrachtet werden könne. Der Ausschuß Hal nach einem Meinungsaustausch beschlossen, an den R a t zu berichten. Der Ausschuß wird morgen um 16.30 Uhr zusammentreten, um seinen Bericht auszuarbeiten, der dem Rat am Montag, 20 April, um 10.30 Uhr unterbreitet werden wird. Reim Protest des Aegus in Genf. KollektiveSicherheitnur ein toterBuchstabe? Addis Abeba, 18. April. (DNB.) Der Kaiser hat an den Völkerbund ein neues Protesttelegramm gerichtet, in dem es heißt, Italien habe seinerzeit dem Vorschlag des Dreizehnerausschusses vom 8. März, im Rahmen des Völkerbundes zu verhandeln, zugestimmt, erkenne jetzt aber diese Verpflichtung nicht an. Trotz des Völkerbundsspruches setze Italien seinen Angriff fort, trotz des guten Willens der Völkerbundsmitglieder feien jedoch zusätzliche Sanktionen nicht beschlossen worden. In dem Telegramm wird weiter Italien der Vorwurf gemacht, daß es feinen Angriff „unter Verletzung sämtlicher Kriegsgesetze" weiterführe. Nach langem Warten erlaube sich Abessinien zu fragen, ob die Grundsätze der kollektiven Sicherheit nur ein toter Buch stabe seien. Seit sieben Monaten widerstehe Abessinien mit seinen eigenen Mitteln den Angriffen, die immer stärker würden. Abessinien halte sich strikt an seine Verpflichtungen dem Pakt gegenüber. Anderseits sei der Völkerbund nunmehr gezwungen, dem italienischen Angriff ein Ende zu setzen. Zum Schluß fordert der Negus die Völker» bundsmitglieder auf, Schritte zu unternehmen, um bas italienische Vorgehen aufzuhalten. ®ne italienische Bilanz. Das halbamtliche Blatt zum Abschluß des fünften Sanktionsmonats. Rom, 18. April. (DNB.) Zum Abschluß des 5. Sanktionsmonats zieht das halbamtliche „G i o r n a l e d'Jtali a" eine Bilanz aus der augenblicklichen Lage, bei der zunächst der volle Erfolg der italienischen Waffen in Ostasrika entgegen den Voraussagungen gewisser europäischer Beobachter festgestellt wird. Italien habe gesiegt und braucht seinen Sieg nur noch zu ergänzen und zu vervollständigen. Der Völkerbund habe noch nicht erlebt, daß seine ethischen und moralischen Grundsätze so folgerichtig wie in Abessinien durchgeseht worden feien und daß gerade durch ein Land, das er als Angreifer habe verdammen wollen. Mit diesen materiellen und moralischen Erfolgen gehe Italien nunmehr feinem Endziel entgegen: der endgültigen und dauerhaften Lösung aller offenen italienischen Fragen in Ostafrika, der Sicherung der allen und neubesehten Gebiete, die nur durch die Entwaffnung der übrig bleibenden abessinischen Streitkräfte erreicht werden könne, und der Freiheit in den Gebieten, die Italien auf Grund von Vertragsrechten und durch das Recht der Eroberung gehörten. Da von englischer Seite immer wieder auf die angebliche Schwierigkeit für Italien, in Europa seine Stimme zu erheben, hingewiesen worden sei, sei es selbstverständlich, daß die Lösung des Konfliktes die endgültige Ausschaltung aller afrikanischen Sorgen Italiens zur Voraussetzung haben müsse. Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen stellt das Blatt sodann fest, wie stark und innerlich gekräftigt Italien aus dem abessinischen Unternehmen hervorgehe. Das Blatt hebt besonders hervor, daß die Sanktionsfront zerbröckelt fei, und daß die Zahl der praktisch sanktionsführenden Länder immer geringer werde. Der Völkerbund habe seine Universalität unwiederbringlich verloren. Gewehr bei Fuß warte Italien seine Zukunft ab. Eden von panl-Voncour gewonnen? Ein Kompromiß? — Frankreichs Rheinpsychose. Paris, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Das Scheitern der Genfer Dersöhnungsbernühungen wird von der Pariser Presse ohne Erregung und ohne Bedauern verzeichnet. Man weiß sogar aus den negativen Genfer Ereignissen des Freitag Gewinn zu ziehen, indem die Unterredung zwischen Paul-Boncour und Eden als besonders bedeutungsvoll hingestellt wird, weil in deren Verlaus, wie der „Petit Parisien" schreibt, eine völlige Verständigung zwischen dem englischen und dem französischen Gesichtspunkt — wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen — habe erzielt werden können. Und diese Einigung sei zweifellos der Hauptgewinn des Tages. Rach den übereinstimmenden Berichten der Blätter soll Paul-Boncour dem englischen Außenminister erklärt haben, daß die französische Oeffentlichkeit in ihrer großen Mehrheit gegen eine Verschärfung der Sanktionen gegen Italien sei. Außerdem könne die Regierung wegen der Wahlen höchstens auf der früher eingenommenen Haltung beharren. Eden hingegen habe erklärt, daß die englische Oeffentlichkeit gegen eine Aufhebung der Sanktionen fei, daß sie aber nicht allein vorgehen wolle und daß es angesichts der französischen Wahlen daher vorteilhaft sei, eine mittlere Lösung zu finden, die der Zukunft nicht vorgreife. Erleichtert will der „Petit Parisien" in diesem Kompromiß ein gutes Vorzeichen für die Zusammenarbeit der beiden Länder in der „unendlich viel schwerer wiegenden Frage der Sicherheit am Rhein" erblicken. Der Genfer Berichterstatter des „I o u r" schreibt, die Erklärungen Paul-Boncours hätten auf Eden tiefen Eindruck gemacht. Im übrigen glaubt das Blatt, daß die eigentlichen Verhandlungen erst beginnen würden, wenn in einigen Tagen ein weiteres Vorgehen der italienischen Truppen gemeldet sei. Diese Verhandlungen würden zwischen den drei Unterzeichnern des Vertrages von 1906 stattfinden, nämlich zwischen England, Frankreich und Italien. Das „Oe uvre" stellt mit Befriedigung fest, daß Paul-Boncour das gelungen fei, was die Außenminister nicht erreicht hätten, nämlich dem englischen Außenminister die tatfächliche Lage Frankreichs verständlich zu machen, soweit die Sanktionen gegen Italien in Frage kämen, und ihm darzulegen, inwiefern die Zurückhaltung Englands in der Rhein- f r a ge Frankreich die Durchführung neuer Sanktion en unmöglich mache. Auch das „Oeuvre" hält eine Dreier-Konferenz für wahrscheinlich. Pertinax meldet dem „Echo de Paris" aus Genf, Paul-Boncour habe den englischen Außenminister daran erinnert, daß die von England nach dem 7. März an den Tag gelegte „Schwäche" den Eifer der Franzosen für die kollektive Sicherheit notwendigerweise entmutigt habe. eingestellt. Don 1935 bis 1936 hat es seine Kampfwagen von etwa 3000 auf rund 3800, seine Flugzeuge von mindestens 4300 auf mindestens 5300 Stück erhöht. An schwerer Artillerie besitzt es 900 Geschütze, auch die Motorisierung wird mit Hochdruck weitergeführt. An dritter Stelle steht in der Bewaffnung mit Kampfwagen und Flugzeugen das englische Heer mit je 600 bzw. 3000 Stück (einschl. Reseroeslugzeugen), an vierter Italien mit 320 bzw. 1530 Stück (einschl. Reseroeslugzeugen). Dafür besitzt Italien 800, England nur 500 schwere Geschütze. Bis zum 31. März 1937 sollen die englischen Luftstreitkräfte in der Heimat 1500 Flugzeuge im aktiven Dienst umfassen, d. h. gegen das Jahr 1935 beinahe verdreifacht werden. Auch die Motorisierung macht in England, besonders bei der Kavallerie' und bei der Artillerie, sehr schnelle Fortschritte. Als letztes Heer fei das t s ch e ch o s l o w a k i s ch e erwähnt, das seit dem „Beistandspakt" mit Sowjetrußland im Zeichen stärkster Aufrüstung steht. Seine Luftflotte ist im vergangenen Jahre von 1000 auf 1300 Flugzeuge, die Kampfwagenwaffe von 100 auf 200 Wagen gestiegen. Die Motorisierung der Artillerie schreitet'fort. Auch soll eine Anzahl von MG.-Kompanien in nächster Zeit motorisiert wer- den, wahrscheinlich auch ganze Divisionen. Geradezu ungeheuerlich ist diese Aufrüstung in d e n Staaten Europas, von denen Deutschland am meisten bedroht wird. Daß man aber draußen vielfach den traurigen Mut besitzt, das deutsche Volk, das endlich, nach langen Jahren völliger Ohnmacht, auch für sich die notwendigen Derteidigungsmaß- nahmen trifft, verantwortlich für dieses Wettrüsten zu machen, ist eine Ungeheuerlichkeit, die in ihrer Art vereinzelt dasteht. Oer Geburtstag des Führers. Rundfunkanfprache des Ministers Dr. Goebbels. Berlin, 17. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels wird am Sonntag, 19. April, in der Zeit von 22 bis 22.10 Uhr anläßlich des Geburtstages des Führers am 20. April über alle deutschen Sender sprechen. Die Ansprache des Ministers wird eingeleitet durch den Huldigungsmarsch von Richard Wagner und klingt aus mit dem Vorspiel aus Richard Wagners „Meistersinger". Es spielt das große Orchester des Reichssenders Berlin unter Carl S ch u r i ch t. Die Richtstrahler des deutschen Kurzwellensenders übertragen die Rede in deutscher, englischer, spanischer, portugiesischer und holländischer Sprache. Die Feiern der Schulen. B e r l i n, 17. April. (DNB.) Reichsminister R u st hat zum Geburtstag des Führers und Reichskanzlers für sämtliche Schulen des Reiches folgendes angeordnet: Am diesjährigen Geburtstag des Führers haben sich an den Orten, wo öffentliche Feiern stattfinden, Lehrer und Schüler diesen Veranstaltungen einzuordnen. Wo keine allgemeinen Feiern ftattfinben, gedenkt die Schule in würdiger Form des Geburtstages. Das Rundfunkprogramm. Berlin, 17. April. (DNB.) Der 2 0. April wird aus Anlaß des Geburtstages des Führers eingeleitet durch eine Gemeinschaftssendung des Deutschlandsenders und der Reichssender München, Köln, Hamburg, Königsberg und Leipzig: „Deutschlands Jugend grüßt den Führer". Don 10 Uhr bis 10.45 Uhr wiederholt der Reichssender Berlin in einer Sendung „Nichts geschieht, wenn nicht ein Wille befiehlt" als Reichssendung die Jugendkundgebung vom „Reichsparteitag der Freiheit" 1935 mit dem Gelöbnis des Reichsjugendführers, der Rede des Führers an die deutsche Jugend und Ausschnitten aus dem chorischen Spiel „Deutsches Bekenntnis" von Wolfram Drockmeier. Im Auftrage der Reichssendeleitung wird vom Reichssender Berlin für alle deutschen Sender in der Zeit von 11.45 Uhr bis 13 Uhr eine lieber» tragung der Parade der Wehrmacht vor dem Führer durchgeführt. Die Reichssendeleitung Berlin bringt als Höhepunkt des Rundfunkprogramms am Geburtstag des Führers die Uebertragung der feierlichen Kundgebung anläßlich der Vereidigung der politischen Leiter, der HJ.-Führer und der Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen der nationalsozialistischen Organisationen auf dem Königlichen Platz in München durch den Stellvertreter des Führers. Die Kundgebung findet statt von 20.45 Uhr bis 21.30 Uhr und geht über alle deutschen Sender. Rationaler Feiertag des dentschen Volkes am 1. Mai. 1. Jür Vorbereitung. Gestaltung und Durchführung des Nationalen Feiertags ist dem Gauleiter allein verantwortlich der Gaupropagandaleiker und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. 2. In den Kreisen ist sinngemäß der Kreispropagandaleiter dem Kreisleiker allein verantwortlich. 3. Alle Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP, stehen wie auch in den vergangenen Zähren für Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung den Kreispropagandaleitern zur Verfügung. Dasselbe gilt für alle Behörden, Verufs- und Skandesorganisakionen. 4. Alle Veröffentlichungen für den 1. Rlai, gleich welcher Art und von wem sie kommen, die das Gaugebiet betreffen, müssen durch die Gaupropagandaleitung und das Gaupresseamt geleitet werden. Alle die Kreisgebiete betreffenden Veröffentlichungen und Mitteilungen gehen über die Kreispropagandaleitungen und Kreispresseämter. 5. Für die lokalen Feiern steht den Kreispropagandaleitern die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" zur Belebung des Programms zur Verfügung. 6. Sonderfeiern für den 1.2Nai irgendwelcher Art und irgendwelcher Organisationen, Verbände und sonstiger Stellen, die nicht mit den Kreispropagandaleitungen vereinbart sind, sind nicht gestattet, da der I.Rlai der Nationale Feiertag des gesamten deutschen Volkes ist. Frankfurt a. 2H., den 17.4.1936. Gez.: Müller- Scheld Gaupropagandaleiker und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. „Der Todesstoß für die Sankiionspoliük." Verschärfung ber Sanktionen bedeutet ernste Krise zwischen Paris und London ß o_n b o n, 18. April, (DNB. Funkspruch.) Nach dem Scheitern der Bemühungen des Genfer Schlich- tungsausschusses stellen die Morgenblätter fest, daß eine Anwendung neuer Sanktionen gegen Italien zur Zeit nicht in Frage komme. Man beabsichtige lediglich, die bestehenden Sanktionen aufrechtzuerhalten. Eine Verschärfung der Sanktionspolitik vor den französischen Neuwahlen würde ernste Folgen für die englisch-französischen Beziehungen mit sich gebracht haben. In diesem Zusammenhang glaubt Vernon B a r t- l e t t im „News C h r o n i c l e" aus Genf die überraschende Neuigkeit berichten zu können, daß die Versicherung einer französischen Unter« stützung, falls England von Italien angegriffen werde, erfolgt wäre. Das Blatt meldet im einzelnen, vor einer Woche fei die französische Regierung an die Mitglieder der Kleinen Entente und der Balkan-Entente herangetreten, um auf die dringende Notwendigkeit hinzuweisen, eine britisch-italienische Auseinandersetzung zu vermeiden, da die Stellungnahme Frankreichs ungewiß sei. weitere Sanktionen zu unterstützen. Wahrscheinlich sei es, daß Frankreich erneut einen Kuhhandel zwischen der Rheinlandfrage und dem abessinischen Streitfall anbahnen wolle. Zlandm fährt nach Genf Paris, 17. April. (DNB.) Nach der Feststellung durch den Dreizehner-Ausschuß, wonach der italienisch-abessinische Versöhnungsversuch als mißlungen angesehen werden muß, hat der französische Außenminister Flandin beschlossen, am kommenden Sonntag seinen Wahlbezirk in der Provinz zu verlassen, um sich nach G e n f zu begeben, wo er an der Sitzung des Völkerbundsrates am kommenden Montag teilnehmen will. Frankreichs Landesverteidigung. Paris, 17. April. (DNB.) Das französische Kriegsmini st erium teilt im Zusammenhang mit den von ihm getroffenen außerordentlichen Maßnahmen zur Verstärkung der Landesverteidigung folgendes mit: „Angesichts der außergewöhnlichen Lage, die durch die Ereignisse der ersten Märztage geschaffen worden ist, eine Lage, die bis Anfang April keine Veränderung erfahren hat, hält es die Regierung für unvermeidlich, keinerlei Herabsetzungen der effektiven Stärke des Heeres vorzunehmen, so gering sie auch sein mögen. Da anderseits währeno der Wahlperiode keine Reservisten einberusen werden konnten, hat die Regierung den Beschluß fassen müssen, vorläufig diejenigen Soldaten unter den Fahnen zu belassen, " deren aktive Verpflichtungen am 15. April abgelaufen sind. Als teilweise Vergütung werden diese Soldaten von einer Re- servistenübung befreit. Außerdem sind entgegenkommende Maßnahmen gegenüber denjenigen getroffen worden, die bei früheren Musterungen zurückgestellt worden waren, und die demnächst irgendeine Prüfung abzulegen haben. Da die Einberufung der Reservisten sofort nach den Wahlen wieder ausgenommen werden kann, prüft der Kriegsminister die Verteilung dieser Einberufungen, damit zu jeder Zeit der notwendige Effektivbestand vorhanden ist. Infolgedessen hat er für den Monat Mai die Frei- l a f s u n g der augenblicklich unter den Fahnen belassenen Soldaten ins Auge gefaßt, soweit die Lage und der Effektivbestand des Heeres dies erlauben. Die bei früheren. Musterungen zunächst zurückgestellten Soldaten und darunter die älteren Jahrgänge werden als erste entlassen." Vor zwei Tagen hätten die Staaten der kleinen Entente beschlossen, daß sie, wenn sie zwischen der englischen und der französischen Freundschaft zu wählen hätten, eine Zufam- menarbeit mit England vorziehen würden, da diese eher im Einklang mit der Völkerbunds- fahung stehe. Die Rede des rumänischen Vertreters am Freitag habe jedoch den Eindruck erweckt, daß die französischen Bemühungen, eine Panik hervorzurufen, Erfolg gehabt hätten. Auch sei es klar, daß die Engländer selbst durch Hervorheben der Gefahr, in der sich die englisch-französische Freundschaft befinde, bestürzt gewesen seien. Sie wüßten, daß es vielleicht nur ein „Bluff" sei, den sie jedoch nicht vor den französischen Wahlen bloßstellen wollten. Nach den Wahlen werde England voraussichtlich erklären, daß eine Freundschaft, die nur durch Aufopferung der Völkerbundssatzungen aufrechterhalten werden könne, kein Interesse für die englische Öffentlichkeit habe. „Time s" schreibt, daß eine Ausdehnung der Sanktionen vor den französischen Wahlen nicht möglich sei. Die wichtigste Forderung sei die, daß die Völ- kerbundsmüchte nicht durch „eine illusorische und gefährliche Politik des Friedens um jeden Preis" entzweit werden. Alan müsse die französischen und britischen Vertreter beglückwünschen, daß sie ihre Hauptbedingungen erfüllt hätten. Obwohl die Aussöhnung fehlgeschlagen sei, bestehe die einzige Hoffnung, einen Völkerbunds- und nicht einen italienischen Frieden herbeizuführen, dadurch, daß die bereits eingeleitete Politik bis zum Ende durchgeführt werde. Es fei kein Grund vorhanden, daß sich die Völkerbundsmitglieder zurückziehen. Sie hätten nicht nur den Völkerbund, sondern den Grundsatz zu verteidigen, daß ein Krieg nicht mehr ein anerkanntes Mittel werden dürfe, um nationale Forderungen durchzusehen. Das geringste, was der Völkerbund jetzt tun könne, sei, daß er seine Unterstützung für das „Opfer" aufrechterhalte und notfalls verschärfe. Dor allem müsse er sich weigern, sich an der Erzwingung von Friedensbedingungen zu beteiligen, die Abessinien ablehne, und die vielleicht auch durch die militärische Lage gar nicht gerechtfertigt feien. Der Genfer Berichterstatter her „Time s" schreibt, man habe gegenwärtig nicht den Wunsch, eine bereits schwierige Lage durch die Auferlegung neuer Sanktionen noch zu erschweren. Einer der Gründe sei der, daß irgendwelche neue Sanktionen, und besonders eine Oelsperre, keiner- l e i Wirkung auf die Kriegsführung während der nächsten Woche ausüben werden. Es sei im übrigen unwahrscheinlich, daß der Sanktionsausschuß vor der Ratssitzung am 11. Mai zusammentreten werde. „Daily Telegraph" schreibt, Kollektivität sei immer das wichtigste in der Behandlung des italienisch-abessinischen Streitfalles gewesen. Der wichtigste Teil dieser Kollektivität sei eine ehrliche Einmütigkeit Englands und Frankreichs. Wenn es dem Völkerbund auch nicht gelungen sei, den Krieg zu beendigen, so könne es ihm doch gelingen, die Friedensbedingungen Mussolinis zu beeinflussen. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet aus Genf, die britische Regierung hätte gern ein sofortiges Zusammentreten des Sanktionsausschusses gesehen, um die Anwendung eines allgemeinen Ausfuhrverbotes nach Italien, in das Oel, Eisen und Stahl einbezogen worden wären, zu prüfen. Es habe sich jedoch gezeigt, daß eine ernste Krise in den englisch-französischen Beziehungen entstehen würde, wenn man diese Absicht im gegenwärtigen Augenblick erzwingen wolle. Das Ergebnis fei, daß die englisch-französischen Beziehungen augenblicklich enger seien, als sie es feit längerer Zeit waren. jtaiienitoe Offensive an der Somalisroni. Rom, 17. April. (DNB.) Das italienische Propagandaministerium gibt den Heeresbericht 18 7 bekannt, der wie folgt lautet: ,Ln D e s s i e werden die Arbeiten der Verwaltungsneuordnung weiter fortgesetzt, während sich Führer und Würdenträger der Wollo Galla und der angrenzenden Gebiete unterwerfen. An der Somalifront sind umfangreiche Truppenbewegungen der Vorhut im Gange." NerAachschub an derNordfrontgesichert Italienisches Hauptquartier an der Nord front, 18. April. (DNB. Funkspruch des Kriegsberichterstatters.) Für die Versorgung der nach Süden vorrückenden Truppen sind jetzt alle Vorbereitungen getroffen. Die schwierige Frage des Nachschubs von Lebensmitteln und M u n i ti o n ist gelöst, nachdem die Soldaten und die Arbeiterkolonnen auf der fast ungangbaren Strecke zwischen Arnba Aladschi und Quoram eine regelrechte Straße gebaut haben, die bereits von den ersten Lastkraftwagen befahren worden ist. Von Quoram bis Dessie und darüber hinaus bis Addis Abeba bestand bereits eine für Kraftwagen brauchbare Straße. Italienische Bomber demonstrieren. Addis Abeba, 17. April. (DNB.) Aus den Wolken, die heute in aller Frühe den Himmel über Addis Abeba bedeckten, schossen zwei italienische Caproni-Bombenflugzeuae auf die Stadt herab. Sie umflogen Addis Abeba und feuerten während der ganzen Zeit große Raketen ab, die in den italienischen Farben aufsprühten, Riesenspiralen am Himmel bildeten und fick) dann als Fallschirme lan^fam auf die Stadt niedersenkten. Die Fluazeugschützen probierten mehrere Male durch Schüsse, die sie in die Luft abgaben, ihre Maschinengewehre aus. Ministerrat in Addis Abeba. Addis Abeba, 17. April. (DNB.) Am Freitag tagte in Addis Abeba ein Minifterrat, über dessen Beschlüsse jedoch noch nichts verlautet. Die Lage an der Nordfront wird immer undurchsichtiger. Es scheint, als zögen sich die abessinischen Armeen in die westlichen Gebiete Abessiniens zurück, wahrscheinlich in der Hoffnung, dort bessere Verteidigungsmöglichkeiten zu finden. Daß die Italiener an der Süb front tatsächlich eine Offensive begonnen haben, bestätigen mehrere Meldungen, die von schweren Zusammenstößen zwischen Vortruppen der Italiener und den unter der Führung des Generals N a f i b u stehenden Abessiniern sprechen. Der Bolschewismus in Spanien. Madrid steht im Zeichen eines Generalstreiks. Aber nicht nur das, die Regierung hat in das Innenministerium einen neuen Minister geschickt, der „aufräumt". Nicht unter den Unruhestiftern, sondern unter jenen, die berufen sind, für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Aehnliches hat sich ja auch in der Weimarer Republik ereignet. Gerade in besonders stürmischen Zeiten wurden den revolutionären Elementen Männer geopfert, deren Verbrechen darin bestand, daß sie dem marxistischen Internationalismus kein Verständnis entgegenzubringen vermochten. Massenoerhaftungen find in Spanien bereits im Gange, nur d i e Bolschewisten greift man s i ch nicht. So wenig wir beabsichtigen, uns in die inneren Angelegenheiten Spaniens einzumischen, so sehr bedauern wir es doch, daß man den Bolschewismus ruhig gewähren läßt. Ein Abgeordneter hat eben erst im Palament an Hand sehr genauer Feststellungen nachgewiesen, wie tief Spanien schon im bolschewistischen Sumpf steckt. Zwischen dem 16. Februar und 2. April gab es 199 Ueberfülle, davon 58 auf Parteibüros, 72 auf öffentliche und private Geschäftshäuser, 33 auf Privatwohnungen, 36 auf Kirchen, wobei jeweils die Einrichtungen zerstört wurden. Dann zählte der Abgeordnete 178 Brandstiftungen der Anhänger Moskaus auf. Nicht weniger als 10 6 Kirchen wurden in Brand gesteckt, 55 brannten bis auf die Grundmauern nieder. Ferner zählte er 11 Generalstreiks und 169 größere und kleinere Aufstände, weiter 39 Schießereien, 85 Feuerüberfälle auf Einzelpersonen, 24 Bombenanschläge. Ver- wurden 345 Personen, während 74 Personen ihr Leben einbüßten. Zwischen dem 3. und 17. April haben sich eine ganze Reihe weiterer Gewaltakte ereignet, die hier noch nicht berücksichtigt sind. Spanien gleicht also bereits einem Lande, das binnen kurzem dem Bolschewismus als reife Frucht zufällt. Einen Sowjetstaat im Rücken Frankreichs würde aber der sowjetrusfifche Verbündete der Franzosen voller Dankbarkeit begrüßen. Daß Moskau dieses Ziel anstrebt, geht aus der Mobilmachung seiner Agenten für Spanien hervor. Die konservative „M o r n t n g P o st" erklärt, es habe sich gezeiat, daß man sich nicht auf den Völkerbund als Bewahrer des Friedens verlassen könne. Er sei nicht in der Lage gewesen, eines seiner Mitglieder gegen eine Invasion zu schützen. Die britischen Staatsmänner hätten ihre Karte auf eine Politik gesetzt, die wiederholt und katastrophal gescheitert sei, und auch in der Zukunft scheitern werde. Wenn man heute auf eine Oelsperre gegen Italien bestehe, bann werde man vielleicht morgen aufgefordert werden, Sanktionen gegen Deutschland anzuwenden. Ls wäre viel besser, bas Sanklionssyslem, nachdem es erfolglos geblieben fei, aufzugeben. Auch bie sanktionsfeinblichen Blätter erklären bei biefer Gelegenheit, baß bie Sanktionspoli- t i k burch bie letzten Ereignisse in Genf ben T o - des stoß erhalten habe. „Daily Her alb" meßet, es sei keine Gewähr dafür vorhanden, baß bie neue französische Regierung nach ben Wahlen eine größere Bereitschaft an ben Tag legen werbe, Oie faschistischen Organisationen verboten. Mabrid, 17. April. (ÄNB.) Der Minister, rat hat am Freitag beschlossen, bie faschisti - schen Organisationen in ganz Spanien als ungesetzlich zu erklären unb aufzulösen. Ferner sollen bei den Militär- und Gerichtsbehörden alle Beamten, die nicht unbedingt hinter der heutigen Regierung stehen, a b g e b a u t werden. Besonders Die führenden Beamten und Offiziere sollen, wenn sie sich nicht als „zuverlässig" erwiesen haben, von ihrem Dosten entfernt und in den Ruhestand versetzt werden. Die Maßnahmen sind daraus zurückzuführen, daß sich besonders bei ben Polizeibeamten und den Heeresangehörigen in letzter Zeit starke Sympathien für die spanischen Faschisten bemerkbar gemacht hätten. Zwei Faschisten erschossen. Madrid, 17. April. (DNB.) Im Lause des Freitagnachmittag wurde von linksradikalen Elementen ein Ueberfall auf ein Geschäft verübt, dessen Inhaber fünf der spanischen Faschistenbewegung angehörende Brüder sind. Zwei von ihnen wurden durch Pistolenschüsse tödlich getroffen. Im Zusammenhang mit dem blutigen Zwischenfall in Madrid am Donnerstagnachmittag find auf Veranlassung der Regierung mehrere Polizeibeamte wegen Disziplinarvergehen in ein Militärgefängnis in der Nähe von Madrid eingeliefert worden. Den Beamten wird zum Vorwurf gemacht, daß sie den Trauerzug ihres von Marxisten erschossenen Kameraden durch die Hauptstraße der Stadt führten, obwohl dies von der Regierung untersagt worden war. Oie Dardanellen-Frage. Türkische Befriedigung. Istanbul, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Die türkische Presse verzeichnet mit Befriedigung die ausnahmslos zustimmenden Aeuße- rungen der Auslandspresse über die Berechtigung der türkischen Forderung auf B e f e st i g u n g der Meerengen. Die türkischen Zeitungen sind sich darin einig, daß die Türkei den richtigen Augenblick gewählt Hat, um ihr Verlangen vorzutragen, Im übrigen bereitet man sich hier darauf vor, die Frage auf der n ä ch st e n Ratstagung im Mai vorzutragen. Vielfach wird der Wunsch geäußert, daß die Verhandlungen in Istanbul abgehalten werden mögen. Einer von Havas unb Reuter verbreiteten Mel- bung über einen angeblichen Einmarsch ber türkischen Truppen in bie entmilitarisierte Zone, bie auf freier ßrfinbung beruht, hat bei den türkischen zuständigen Stellen großen Unwillen ausgelöst. Ausschrei ungen kroatischer Bauern. Belgrad, 17. April. (DNB.) Meldungen aus Agram zufolge ist es Donnerstag nacht im Dorfe Remete bei Agram zu blutigenAusfchrei- tungen der dortigen Dorfbewohner gekommen. 200 bis 300 Bauern, die sich vor dem Landsitz des früheren Vanus M i h a n o w i t s ch zusammengerottet hatten, drangen in das Haus Mihanowitschs ein, wo sie sechs bei ihm zu Gast weilende Studenten töteten. Der ehemalige Banus selbst wurde schwer verletzt, während seine Tochter, die Gattin des jetzigen jugoslawischen Hos- ministers Antitsch, von ben Bauern mißhandelt worden sein soll. Anlaß zu diesen Ausschreitungen gab bas Erscheinen von Agramer Stubenten im Dorfe, bie als Anhänger ber Regierungspartei zu Mihanowitsch gekommen waren, um mit ihm als Vorsitzenden der Organisation ber Regierungspartei für Kroatien Parteifragen zu besprechen Auf bas Erscheinen ber Stubenten hin entstaub im Dorf bas Gerücht, es hanbele sich um Mitglieder ber Organisation ber ehemaligen mazedonischen Freischärler, über bie in ben letzten Tagen in Kroatien große Empörung herrschte, weil ber Mörder des Abgeordneten der Kroatischen Bauernpartei, B r k l j a c i t s ch , der in der Osterwoche einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, dieser Organisation angehört haben soll. Infolge des Gerüchtes rotteten sich die Bauern zusammen. Als Mihanowitsch aus dem Hause kam, um sie zu beruhigen und aufzuklären, wurde er von ihnen schwer mißhandelt. Die Bauern drangen bann in bas Haus ein, wo sie bie Mordtaten verübten. In einem Nachbarborf töteten Bauern einen Anhänger ber Regierungspartei, zün« beten sein Haus an, so baß seine Frau unb sein Kinb in ben Flammen umtamen. Wieder Ruhe in Lemberg. Warschau, 17. April. (DNB.) In Lemberg ist nach ben blutigen Zusammenstößen zwischen ber Polizei und ber von Kommuni st en aufgehetzten Menge am Donnerstag bie Ruhe mieber« hergestellt. Zahlreiche Polizei- unb Militär- Patrouillen versehen aber auch am Freitag Dienst auf ben Straßen. Nach halbamtlichen Angaben haben die Vorfälle am Donnerstag a ch t Todesopfer gefordert. In Lemberger Krankenhäusern befinden sich 6 0 Verwundete. Von den Polizeibeamten sind sieben durch Revolverschüsse und Steinwürfe schwer verwundet worden, sowie zwei Offiziere und 25 Mann leicht verwundet. Im Laufe der Nacht unb des Freitag sind mehr als 2 0 0 Leute verhaftet worden, bie sich an ben gestrigen Unruhen unb Plünderungen beteiligt haben. Im Lemburg würbe, obgleich bie Ruhe im ganzen wieberhergestellt ist und bas Leben ber Stabt in normale Bahnen zurückkehrt, am Freitag noch von einzelnen Gruppen ber Versuch gemacht, bie Plünderungen von G e s ch ä f t e n fortzusetzen. Die Polizei verhinberte diese Versuche unb nahm eine größere Anzahl von Ruhestörern fest. Die Polizeikräfte von Lemberg sinb burch größere von auswärts herangezogene Abteilungen verstärkt worben. Die Vereinigung ber polnischen Front- kämpfer-Verbänbe, bes Legionär-Verban- bes, bes Verbanbes ber Reserveoffiziere, bes Spitzenverbandes und vieler anderer Vereine, sowie die ukrainische nationale Organisation „UNJO", erließen Aufrufe an die Bevölkerung, in denen die Hetzarbeit der kommuni st ischen Agitatoren aufs stärkste verurteilt wird, unb bie Arbeitslosen, benen auf gesetzmäßigem Wege geholfen werben müsse, bavor gewarnt werben, sich von unverantwortlichen Elementen zu Ausschreitungen hinreißen zu lassen, bie nicht ben Arbeitslosen bienen, sonbern kommunistischen Zwecken. Die Aufgaben -er SA. Der Stabschef spricht auf der Kreisleiter-Tagung. Burg Crössinsee, 17. April. (DNB.) Der dritte Tag der großen Schulungstagung der Kreisleiter der NSDAP auf der neuen Ordensburg Cröffinfee wurde, wie NSK. meldet, eingeleitet durch einen Vortrag des Stabschefs des Führer, Parteigenossen Lutze. Der Stabschef wurde vom Gauleiter Schwede (Coburg), SA.-Gruppenführer Friedrich und Hauptdienststellenleiter Schmeer begrüßt und schritt dann die Front des Ehrensturmes ab. Stabschef Lutze umriß in großen Zügen die Aufgaben der SA., die er in den großen Rahmen des Gesamtzieles der nationalsozialistischen Bewegung hineinstellte. Die Idee, die national- sozial! st ische Weltanschauung, sei das Ursprüngliche, das Entscheidende, die Organisation diene nur dazu, die Idee in das deutsche Volk hineinzutragen, den Glauben an den Führer, die Idee und die Bewegung immer neu zu predigen und im Volk zu festigen. Der Stabschef des Führers unterstrich dabei die Gemeinsamkeit des Zieles und die tiefe kameradschaftliche Verbundenheit aller Gliederungen der Bewegung. Smmer sei man nur in erster Linie und ausschließlich Nationalsozialist. Nur durch diese engste Tuchfühlung aller Kämpfer des Führers sei es möglich gewesen, die Revolution zu meistern, und werde es auch in Zukunft möglich sein, sie zu meistern. Der Redner wies dann, anknüpfend an Dr. Leys Gedankengänge über die Auslese des politischen Führernachwuchses, auf das tiefe Erlebnis und die Lehren der Kampfzeit hin. Es ist notwendig, auch der zukünftigen Generation jenes Bewußtsein einzuhämmern, in jeder Minute und in jeder Stunde in Uniform und in Zivil sich immer nur in allem Tun und Handeln als Exponent der Bewegung zu fühlen und zu führen. Immer gelte es, sich bewußt zu sein, daß stets nicht die Machtmittel, nicht die technischen Mittel in dem großen politischen Kampf entschieden haben, sondern das Herz des deutschen Volkes. Die nationalsozialistische Bewegung ist nicht durch Kanonen und Pistolen, oder technische Mittel zur Macht gekommen, sondern durch den Glauben an die nationalsozialistische Weltanschauung, durch die tiefe Resonanz im Volk. Aufgabe jedes Unterführers sei es, nicht nur Glaubensträger, sondern Glaubensbringer zu sein bis in die letzte Seele hinein, die ihm übergeben ist. Die deutschen Menschen sollen das lebendige Fundament sein, auf dem der Führer steht und auf dem der Führer sein großes Werk bauen kann. Stabschef Lutze entwarf dann in Einzelheiten die große Aufgabe, die gerade die SA. als das schlagfertige Instrument des Führers in der Kampfzeit hat, und die sich auch heute durch niemand in der unerschütterlichen Treue zum Führer übertreffen lasse. Hauptdienststellenleiter Schmeer dankte dem Stabschef des Führers und betonte, daß gerade in den Tagen des letzten Wahlkampfes sich wieder die enge Tuchfühlung der einzelnen Gliederungen der Bewegung wie in der schönsten Kampfzeit bewährt habe. Die SA. sei die Kampforganisation gewesen, in der der neue Kämpfertyp, der heute Deutschlands politisches Leben gestaltet, vorangebildet worden sei. Unsere früheren Kolonien nach dem Kriege festzuhalten. Das gilt sowohl für die Einfuhr, als auch für die Ausfuhr. Die gesamte Einfuhr hat 1932 nur 93 Millionen betragen, die gesamte Ausfuhr rund 119 Millionen. Die deutsche Bevölkerung mußte nach dem Kriege in den meisten Kolonien das Land verlassen, nur in Deutsch-Südwest-Afrika blieb der größere Teil zurück. Nach Deutsch-Ostafrika sind inzwischen wieder zahlreiche Deutsche eingewandert. In Südwest leben beute ungefähr ebensoviel Deutsche wie 1913, in Deutsch - Ostafrika ungefähr 2300. Bevölkerungspolitisch interessant ist, daß das gesamte Gebiet von Deutsch-Ostafrika ungefähr acht Millionen Eingeborene aufweist, während die farbige Bevölkerung von Südwest nur 235 000 ausmacht. Im japanischen Mandatsgebiet, also auf den 1400 Inseln Deutsch- Mikronesiens, die zusammen einen Flächeninhalt von 2171 Quadratkilometer haben, sind in der Nachkriegszeit etwa 35 000 Japaner zugewandert, bei einer Eingeborenenbevölkerung von rund ,50 000. Die Japanisierung dieser Gebiete ist also erheblich vorgeschritten. Die Japaner haben auf den Mariannen eine bedeutende Rohrzuckerindustrie ins Leben gerufen. Wenn in der Vorkriegszeit lediglich die Phosphate der Inseln Angaur und Nauru weltwirtschaftlich von Bedeutung waren, so sind heute die Rohrzuckerprodukte dazu gekommen. Daneben hat noch die Kopraerzeugung und, in Verbindung mit dem Zuckeranbau, die Alkoholherstellung an Bedeutung gewonnen. Eine rechte Vorstellung von der weltwirtschaftlichen Bedeutung der großen Phosphatlagerstätten besonders auf der Südseeinsel Nauru gewinnt man, wenn man sich oorstellt, daß die abbaufähige Gesamtmenge hier auf 40 Millionen Tonnen geschätzt wird. Die Ausbeutung liegt heute in den Händen der Regierungen von Großbritannien, Australien und Neuseeland. Von 1924 bis 1933 wurden rund zwei Millionen Tonnen Phosphate ausgeführt. Der Wert der Ausfuhr hat im Jahre 1934 470 000 australische Pfund betragen. Deutsch- Neu-Guinea hat eine ausgedehnte Plantagenkultur entwickelt, wobei die Kopra — das getrocknete Fruchtfleisch der Kokosnuß — bis heute das führende Erzeugnis geblieben ist. Dazu kommen Kautschuk und Kakao. Mengen- und wertmäßig spielt auch die Ausfuhr von Paradiesvögeln eine Rolle. Nach dem Kriege sind hier sehr viele Goldvorkommen festgestellt worden, so daß der Bergbau neben die Pflanzungswirtschaft getreten ist. Die Förderung hat sich ab 1930 in ganz beträchtlichem Maße gesteigert. 1930 waren es noch 162 Unzen — 1 Unze = 31,1035 Gramm — 1933 bereits 196,823. Die Farmwirtschaft in Südwest hat sich in der Nachkriegszeit umgestellt; die Milchwirtschaft ist durchaus in den Vordergrund getreten, zahlreiche Molkereien sind entstanden, so daß heute schon Südwester Butter und Käse einen bedeutenden Ruf genießen. Außerordentlich entwickelt hat sich die Zucht der Karakul-Schafe, die seinerzeit von der deutschen Verwaltung eingeführt worden ist. Sie liefert bekanntlich den wertvollen Persianerpelz, dessen Ausfuhr die wichtigste Einnahmequelle der Kolonie geworden ist. Ende 1934 wurden rund 800 000 Karakul-Schafe gezählt. Daneben spielt natürlich der Bergbau, besonders die Gewinnung der Diamantenvorkommen und der Kupfererze, eine große Rolle. Nach dem Niedergang der letzten Jahre ist hier 1935 eine Aufwärtsbewegung zu beobachten. Für Deutsch-Ostafrika steht nach wie vor wirtschaftlich der Sisal-Hanf im Vordergrund der Erzeugung und des Handels. Aus diesen Angaben geht zur Genüge hervor, daß die deutschen Kolonien einen Wertfaktor bar- stellen, der nicht hoch genug eingeschätzt werden rann. Fortschreitende Entlastung der öffentlichen Fürsorge. Berlin, 17. April. (DNB.) Am Ende des ersten Vierteljahres 1933, kurz nach der lieber» nähme der Macht durch die nationalsozialistische Regierund, waren im Deutschen Reich insgesamt rund 4,7 Millionen Parteien (mit ihren Angehörigen) laufend bar in offener Fürsorge von den Fürsorgeoerbänden zu unterstützen, darunter rund 3,1 Millionen Arbeitslose. Am Ende des zweiten Jahres eines ununterbrochenen Fortsckreitens der Wiedergenesuna der deutschen Wirtschaft, nach Durchführung Der Arbeitsbeschaffung und sonstiger wirtscyaftlicher und sozialer Fürsorgemaßnahmen war das Heer der Hilfsbedürftigen bedeutend kleiner geworden; Ende Dezember 1935 waren nach der neuesten Veröffentlichung des Statistischen Reichsamtes in „Wirtschaft und Statistik" nur etwa 2,6 Millionen Haushaltungen als hilfsbedürftig zu unterstützen, darunter nur noch rund 954 000 Arbeitslose. Die Abnahme der Zahl der unterstützten Die Zahl der Deutschen, die kurz vor dem Kriege in den Kolonien des Reiches ansässig waren, hat etwa 20 000 betragen bei einer weißen Gesamtbevölkerung in diesen Gebieten von knapp 25 000. Die vorbildliche Pionierarbeit, die diese Frauen und Männer besonders auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet geleistet haben, ist vor dem Kriege von zahlreichen Ausländern, besonders auch von Engländern, anerkannt worden. Wenn trotzdem das Deutsche Reich im Artikel 119 des Versailler Diktats gezwungen worden ist, zu Gunsten der ehe- maligen Feindbundmächte auf seine überseeischen Besitzungen zu verzichten, und zwar mit der unwahren, durch Haß diktierten Begründung, daß Deutschland unfähig und unwürdig sei, eine eingeborene Bevölkerung zu betreuen, so ist das eine der schwersten Diskriminierungen, die Deutschland gugejügt worden ist. Die nackte Annexion der deutschen überseeischen Besitzungen konnte nur vermieden werden, weil der amerikanische Präsident Wilson, der den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes und der Gleichberechtigung aufgestellt hatte, sich einem solchen Vorgehen widersetzte. Diesem Vorgang verdankt das sogenannte Mandats-System seine Entstehung. Dadurch sollte verschiedenen Nationen, die natürlich sämtlich zu den „Siegermächten" zählten, die Fürsorge für das Wohlergehen der eingeborenen Bevölkerung als Mandatare des Völkerbundes übertragen werden. Aber dieses System hat es nicht verhindert, daß die deutschen Kolonien tatsächlich nach früher geschlossenen Geheimverträgen aufgeteilt worden sind. Das Mandatssystem ist auch dadurch durchlöchert worden, daß zwei Teilgebiete nicht, unter Mandatsverwaltung gestellt worden sind. Und zwar einmal ein kleiner Zipfel von Deutsch-Ost- afrita — das sogenannte Kionga-Dreieck, das an Portugal abgetreten wurde. Das gleiche gilt für Neu-Kamerun, jenen Teil unserer westafrikanischen Kolonie, der 1911 von Frankreich an Deutschland abgetreten und nun einfach wieder mit Französisch-Aequadorial-Afrika vereinigt wurde. Das Kionga-Dreieck hat einen Flächeninhalt von 150 Quadratkilometer, Neu-Kamerun von 270 000 Quadratkilometer. Für die geschichtliche und politische Beurteilung der Kolonialfrage ist es wichtig, sich die Verteilung unter den sogenannten Mandatsmächten zu vergegenwärtigen. Die Kolonien sind sämtlich, mit Ausnahme von Deutsch-Südwestafrika, auseinandergerissen worden — was natürlich der wirtschaftlichen Entwicklung keineswegs zum Vorteil gereichte —, um möglichst zahlreichen Siegermächten einen Anteil zu sichern. Deutsch-Ost- a f r i k a ist zum größeren Teil als Tanganjikagebiet Großbritannien als Mandatsland zugesprochen. Einen kleineren Teil, Ruanda-Urundi, das fruchtbare Land zwischen dem nördlichen Tanganjika und dem Viktoriasee, verwaltet Belgien als Mandatsinhaber. Alt-Kamerun teilen sich Großbritannien und Frankreich, wobei England den kleineren nordwestlichen Teil, Frankreich den weitaus größeren Hauptteil des Landes erhalten hat. In West-Togo übt wiederum Großbritannien das Mandat aus, im größeren Ost-Togo Frankreich. Der Mandatar von Deutsch-Süo- w e st a f r i k a ist die Südafrikanische Union. Hier wurde zunächst der Caprivi-Zipfel abgetrennt und von England annektiert, was später aber rückgängig gemacht worden ist. Die Südseegebiete sind ebenfalls auseinandergerissen worden. Der Bismarck-Archipel, Kaiser-Wilhelms-Land — der deutsche Teil von Neuguinea — und die Salomonen haben Australien als Mandatar bekommen. Samoa verwaltet Neuseeland, während Deutsch-Mikronesien — mit Ausnahme der Insel Nauru, die Seiner Britannischen Majestät direkt unterstellt ist — Japan als Mandatar erhalten hat. Diese Verteilung spricht Bände. , Der Außenhandel der deutschen Kolonien hat sich vor dem Kriege in der Einfuhr von 1900 bis 1913 in Deutsch-Ostafrika wertmäßig von 12 Millionen auf 54 Millionen, in Kamerun von 14 Millionen auf 35 Millionen, in Togo von 3,5 auf 10,5, in Deutsch-Südwest-Afrika von 7 auf 44, im Bismarck-Archipel von 1,6 auf 5,8, in Deutsch-Mikro- netten von 0,6 auf 3,4, in Samoa von 2,1 auf 5,7 Millionen erhöht. Die entsprechenden Gesamtzahlen betragen 41 bzw. 147 Millionen. Die Bewegung in der Ausfuhr ergibt in Millionen Mark im selben Zeitraum in Ostafrika 4,3 bis 35, in Kamerun» 5,9 bis 29, in Togo 3 bis 9, in Deutsch-Südwestafrika 1 bis 70, im Bismarck- Archipel 1 bis 5, in Deutsch-Mikronesien 0,6 bis 7, Samoa 1,3 bis 5,4. Insgesamt hat sich also die Ausfuhr von rund 17 Millionen im Jahre 1900 auf rund 150 Millionen im Jahre 1913 gesteigert. In der Nachkriegszeit ist der Außenhandel der deutschen Kolonien steten Schwankungen ausgesetzt gewesen. Bis in die Jahre 1932/33 hinein waren gegenüber den Jahren 1924/29 erhebliche Einbußen Parteien betrug In diesem Zeitraum 45 v. H., die der Arbeitslosen allein sogar 70 v. H. Die Gesamtaufwendungen der offenen Fürsorge erforderten im ersten Vierteljahr 1933 noch 572 Millionen Mark, dagegen im vierten Vierteljahr 1935 nicht ganz 270 Millionen Mark. Die Verminderung der Last der offenen Fürsorae beträgt demnach gegenüber dem ersten Vierteljahr 1933 etwa 53 v. H.; die laufenden Barunterstützungen nur für die Arbeitslosen ermäßigten sich von 322 auf 71 Millionen Mark oder um fast 80 v. H. Die Beisetzung von Hoeschs Dresden, 18. April. (DNB.) Der Sarg mit der sterblichen Hülle des deutschen Botschafters in Lon- oon, Leopold von H o e s ch, traf am Freitag um 13.55 Uhr in einem Sonderwagen auf dem Neustädter Bahnhof in Dresden ein. Der mit einer Hakenkreuzfahne überdeckte Sarg wurde zunächst in feierlichem Geleit nach dem ehemaligen Fürstenpavillon im Neustädter Bahnhof getragen und in dem mit Schwarz und dunklem Grün ausgeschmück- ten Raum auf einem Katafalk niedergesetzt. Auf dem Sarg wurde der schlichte Lorbeerkranz des Füh - r e r.s niedergelegt. Vor dem Pavillon halten Ehrenposten des Bahnschutzes bis Samstagmorgen die Wache. Die Häuser in der Umgebung des Bahnhofs hatten die Fahnen auf halbmast gefetzt. Am Samstag wird der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath als Vertreter des Führers und Reichskanzlers, sowie der Reichsregierung an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilnehmen. Der englische Botschafter Sir Eric P h i p p s als Vertreter des Königs von England und der französische Botschafter Francois-Poncet werden dem deutschen Botschafter das letzte Geleit geben. Vom Auswärtigen Amt werden Staatssekretär von Bülow, die Ministerialdirektoren Gaus, Ritter, Dieckhoff und Freiherr van Grün au den Reichsminister begleiten. Der Leiter der Auslandorganisation, Gauleiter Bohle, wird ebenfalls der Trauerfeier beiwohnen. Die Feierlichkeiten finden um 11.30 Uhr in der Trinitatis-Kirche zu Dresden statt. Die Beisetzung erfolgt in der Familiengruft auf dem Trinitatis-Friedhof. Als Vertreter des Botschafters von Ribbentrop nimmt Graf Dürckheim-Montmartin an den Beisetzungsfeierlichkeiten teil. 3um Gesandten ln Bukarest ernannt. Berlin, 17. April. (DNB.) Der Yührer und Reichskanzler hat den Botschaftsrat bei der Botschaft in Ankara Dr. Fabricius zum Gesandten in Bukarest ernannt. Zur Verstärkung der schweizerischen Wehrmacht. Bern, 17. April. (DNB.) Der schweizerische B u n Ö e s r a t hat den eidgenössischen Räten eine Vorlage unterbreitet, worin zur Verstärkung der Wehrmacht ein Kredit von 235 Millionen Schweizer Franken gefordert wird. Feuerverteidigungs-Stühpunkt an der Themiemündung. London, 18. April. (DNB. Funkipruch^ Wie „Daily Herald" meldet, soll das englische Kriegsministerium Vorbereitungen treffen, um die Can- vey - Inseln, in der Mündung der Themse zu einem Verteidigungs-Stützpunkt auszubauen. Sobald die vorbereitenden Verhandlungen abgeschlossen seien, sollen Scheinwerfer und Artillerie-Abteilungen auf der Insel untergebracht werden. Die Insel Canvey befindet sich an der Nordseite der Themsemündung in der Nahe von Southend. Generalstreik in Mexiko? Mexiko, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund der letzten Entwicklung, die der in der mexikanischen Bundeshauptstadt herrschende Bäcker- st r e i k genommen hat, wird hier mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Arbeiterverbände zum Generalstreik aufrufen, um auf diese Weise die Bewilligung der Forderungen der Bäckereiarbeiter zu erzwingen. Der Bäckerstreik hat bereits zu Zwischenfällen geführt. Streikende überfielen mehrere Bäckereien, in denen weitergearbeitet wurde. Es besteht die Gefahr, daß die mexikanische Hauptstadt demnächst auch ohne Milch sein wird. Die Arbeiter der Milchindu - st r i e haben beschlossen, in den Sympathie- ft r e i f zu treten, falls der Streik der Bäcker nicht innerhalb von 24 Stunden zugunsten der Arbeiter entschieden wird. Aus aller Welk. Das Berliner Baugrubenunglück vor Ger chi. Im Prozeß um das Baugrubenunglück in der Hermann-Göring-Straße beschäftigte sich das Gericht weiter mit der Erörterung des beschlagnahmten Brief- und Planmaterials. Der Vorsitzende kam noch einmal auf den auffälligen Umstand zurück, daß die Leiche des Schachtmeisters D. mit einer von Noth angefertigten Skizze tiefer aufgefunden wurde als die Ausschachtung zum damaligen Zeitpunkt zugelassen war. Noth erklärt diesen Widerspruch folgendermaßen: Der Schachtmeister stand an der Stelle, wo der Bagger in das Erdreich griff. Es ließ sich nicht vermeiden, daß der Bagger zuweilen tiefer kam als vorgesehen, weil der Pag- aerfiihrer das von oben nicht genau übersehen konnte. Der Schachtmeister stand auf dem Boden der Baugrube, bas Gesicht Dem Bagger zugekehrt und soll, mit der Hand in Richtung Brandenburger Tor weisend, ausgerufen haben: „Dahinten ft ü r 3 t ja d i e Baugrube ein!" Dann hat er fick umgedreht und ist in sich zusammengesackt, wahrscheinlich infolge eines Herzschlages. Dabei ist er in das frische Baggerloch hineingefallen. Dorf.: Aus der schriftlichen Bestätigung der Baubesprechung ergibt sich also: Die Ausschachtung sollte ruhig weitergesührt werden, obwohl man die mangelnde Einbindetiefe gekannt hat, sobald nur die statischen Berechnungen vorlagen, mit deren Genehmigung binnen 14 Tagen zu rechnen war. Man war sich darüber einig, daß die Träger zu kurz waren. Ihre Sicherung sollte aber vorläufig nicht vorgenommen werden, weil die Stärke der Tunnelsohle noch nicht feststand. „Darin liegt für mich", so betonte der Vorsitzende, „ein unerklärlicher Widerlpruch!" Der Staatsanwalt stellte den Antrag, den Gerichtsbeschluß vom November v. I. aufzuheben, durch den der 52jährige Reichsbahnoberrat Wilhelm Kell berg mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand von der weiteren Vollstreckung der Untersuchungshaft verschont worden war. Vom Gerichtsarzt wurde eine Untersuchung des Angeklagten vor- genommen, die seine Haftfähigkeit ergab. Die Strafkammer gab dem Antrag statt und verkündete den Beschluß, daß der ursprüngliche Haftbefehl gegen Kellberg wieder vollstreckt wird. Ankunst der TNadeira-Fahrer ln Bremerhaven. Die beiden „K r a f t d u r ch F r e u d e" - S ch i f f e „Der Deutsche" und „Sierra Cordoba" trafen von ihrer zweiten Madeirafahrt wieder in Bremerhaven ein. Die 2000 Fahrgäste, die begeistert über ihre Erlebnisse ihrer Reise, insbesondere über die Begegnung mit den deutschen Kriegsschiffen in der Nordsee berichteten, wurden sofort am Columbus - Pier gelandet und fuhren mit Lloyd-Sonderzügen in ihre Heimat zurück. Die Bemenhavener Urlauberschiffe werden von der nächsten Wocke ab in den Norwegen- Dienst eingesetzt. „Der Deutsche" geht mit Urlaubern aus Sachsen und die „Sierra Cordoba" mit „Kraft- durch-Freude"-Urlaubern aus dem Rheinland nach Norwegen in See. „Graf Zeppelin" landet Anfang 2Nai in Frankfurt. Da die Anlagen auf dem neuen Zeppelin- Hafen Frankfurt a. M. noch nicht in allen Einzelheiten fertiggestellt sind, wird das Luftschiff r a f Zeppelin" von seiner jetzigen Süd- amerikafayrt direkt nach Friedrichshafen zurückkehren und dort voraussichtlich am 23 oder 24. Mai landen. Auch die folgende Südamerika-Reise des „Graf Zeppelin" wird am 27. April von Friedrichshafen ausgehen, dagegen wird dann auf der Heimreise die Landung zum erstenmal in Frankfurt am 7. oder 8. Mai erfolgen. Der für die erste Ausreise des neuen Luftschiffes „Hindenburg" nach Nordamerika angesetzte Termin, nämlich der 6. Mai, bleibt bestehen. Auf feiner Ausreise wird das Luftschiff wahrscheinlich den neuen Zeppelinhafen Frankfurt berühren und nach feiner Rückkehr voraussichtlich dort landen. Nach den bei der Deutschen Seewarte eingegangenen Meldungen stand „Graf Zeppelin" am Freitag um 19 Uhr MEZ. über (Tampon auf halbem Wege zwischen der brasilianischen Küstenstadt Victoria und Rio de Janeiro. Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Friederike Hafermann in Pinneberg aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Deutsches Militärflugzeug abgeslürzt. In der Nacht zum Freitag ist ein breimotoriges Flugzeug der deutschen Luftwaffe auf einem Uebungsflug infolge Peilstörung und dadurch verursachter Fehlvrientierung auf Schweizer Gebiet geraten und in der Nähe von Biel abgestürzt. Von der fünfköpfigen Besatzung sind dabei drei Mann ums Leben gekommen. Die beiden anderen wurden schwer verletzt. Das Flugzeug wurde zerstört. Gewinnbeteiligung der Arbeiter bei den Deutschen Solvay-Derken. Die Deutschen Solvay-Werke in Bernburg zahlen allen Arbeitern und Angestellten, so weit sie ein Jahr in den Diensten der Firma stehen, eine zunächst einmalige Tantieme. Die Arbeiter erhalten je 35 Mark und 2 Mark für jedes Arbeitsjahr, die Angestellten je 45 Mark und 3 Mark für jedes Arbeitsjahr. Die Auszahlung, die einen Betrag von mehreren hunderttausend Mark ausmacht, soll noch bis zum Geburtstag des Führers erfolgen. Wasserrohrbruch im Berliner Lustgarten. Zu einem folgenschweren Wasserrohrbruch, durch den das Berliner Lustgartengelände bis zu zehn Zentimeter unter Wasser gesetzt wurde, kam es im Laufe umfangreicher Erdarbeiten vor dem Berliner Dom. Dort ist man zur Zeit damit beschäftigt, mit einer großen Dampframme starke Eisenbolzen in das Erdreich einzutreiben. Offenbar wurde durch einen der Bolzen ein Rohr des unterirdischen Wasserleitungsnetzes getroffen, denn plötzlich sprudelte ein mächtiger Wasserstrahl aus der Erde hervor, durch den im Augenblick die Umgebung überschwemmt wurde. Der Feuerwehr gelang es im letzten Augenblick, eine größere Katastrophe zu verhüten. Die Wassermassen überschwemmten aber den gesamten Platz. Ein Auto vom Zuge überrannt. Wie die Reichsbahndirektion Nürnberg mitteilt, wurde auf der unbeschrankten Bahnüber'fahrt zwischen Gasseldorf und Unterleinleiter der Nebenbahn Ebermannstadt—Heiligenstadt ein mit zwei Personen besetzter Personenkraftwagen aus Nürnberg von einem Triebwagenzug übersah- r e n und zertrümmert. Eine im Auto befindliche Frau Anna Schultz aus Nürnberg wurde auf der Stelle getötet. Der Führer des Kraftwagens, der 34 Jahre alte Kaufmann Hans St erb er aus Nürnberg, erlitt schwere Verletzungen und st a r b auf dem Transport in das Krankenhaus. Reisende des Triebwagens kamen nicht zuschaden. Nach den Ermittlungen hat der Triebwagenführer die vorgeschriebenen Warnungssignale ordnungsgemäß gegeben. Die Vrennerstrecke durch eine Steinlawine verschüttet. In der Nacht zum Samstag ist auf der Brenner- strecke eine riesige Steinlawine niedergegangen, die die Bahnstrecke auf etwa 50 Meter verschüttete. Es wurden sofort Arbeiter eingesetzt, um die Eisenbahnlinie wieder frei zu machen. Die Arbeiten machen aber nur langsame Fortschritte, da sich ununterbrochen neue Gesteinsmassen loslösen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. StellvertretenderHauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumscyein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. mit Wohnung in Gieften in guter Lage sof. zu ver- nachten. Schr. Angebote unter 2470 V a.d.G.A. 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Eitler-Zreiplatz-Spenüe" ist ein Zeichen sozialistischen Tatwillens; ihr Fundament ist der Opfermut des Deutschen Volkes, ihr Zweck dient der Gesunderhaltung der Nation, ihr Ziel der Vertiefung der Volksgemeinschaft. »E-B nut Nebenraum. 01725 a. b. G.A. v. 1 .Juli zu vm. <4-1 y 9itiapb u ^öucrntietcr. SStÄli: Ä® Geräum. schöne sucht z. 1. Sept. 4-Ammer- KwET S»6nung 5-Wollll Stadtmitte im._4ubebör in abriiaeben men und Anschrift veS Schr Ang UM.! Bewerbers tragen. 6lllllül.llllllllbl auf Ovelwayen ■ , für ältere Reise- getrennt, mit darne gesucht, voller Pensionz^g. unt. L.verm., R 2^16' 01807 a. d. G. A. metzperei Bonsei1------- te ergeht üaher der Ruf zur hilfsbereiten Tat. Vie Parole lautet: helft mit an -er Gefun-erhalkung 8et klation l Spendet Zreiplätze! Gelegenheitskanl: Wll>[zi«er mit Sviegcl- schrank zu verkaufen. [2505 V Zu erfr. Neuenweg 18 I. L. Hartmetz. Weitzes [01758 Setter gut erb., f. 80 31 zuverk. Anzuseh. vormittags. Händelstr. 25 I. Gut erhaltene Zink-Badewanne m. 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Goltz war Zeit seines Lebens der Typ des preußischen Offiziers: bescheiden in seinen persönlichen Bedürfnissen, anspruchsvoll in Bezug auf Bestleistungen, die er aber nicht nur von seinen Untergebenen, sondern vor allem von sich selbst verlangte, strebsam von Jugend auf, in Vielem vielleicht ein gelehrter Offizier, aber immer ein Soldat, der körperliche Anstrengungen mühelos ertrug, dabei besorgt um das Wohl der ihm unterstellten Truppe. So hatte er das Zeug dazu, in der preußisch-deutschen Armee zu einer führenden Stellung emporzusteigen, aber er war auch der Mann, Freiherr v. d. Goltz. (Scherl-Bilderdienst-M) ■äs ■ - , K - Ä hßn der türkische Sultan zur Reorganisation seines Heeres berief, dem es dann zu danken war, daß der türkische Soldat im Weltkrieg sich so gut geschlagen hat. So steht Colmar v. d. Goltz, der als „Goltz-Pascha" Weltruf sich erwarb, als Feldmarschall zweier Reiche vor uns. An seiner Wiege war ihm diese glänzende militärische Laufbahn nicht prophezeit worden, denn er entstammte sehr bescheidenen Verhältnissen und hatte von klein auf die Sorgen und Röte seines Elternhauses kennen gelernt. Am 12. August 1843 war er zu Bielkenfeld im ostpreußischen Kreise Labiau geboren, einem bescheidenen Gut, das bald nach seiner Geburt verkauft werden mußte. Besonders ernst wurde aber die Lage der Familie, als der Vater in Danzig von der Cholera dahingerafft wurde. Damals war der kleine Colmar erst sechs Jahre alt. In letzter Minute genehmigte man der Mutter für Colmar und seinen Bruder Unterkunft im Kadettenhaus zu Kulm in vollen Freistellen, als ..königliche" Kadetten. So begann für den jungen Goltz schon frühzeitig das militärische Leben. Er war ein stiller und fleißiger Junge, der durch seine guten Aufsätze und sein Turnen auffiel. 1861 trat er als Leutnant in das Königsberger Infanterie-Regiment Rr. 41 ein, 1866 befand er sich, dem „Vergnügen eine Last und Arbeit eine Lust" war, bereits auf der Kriegsakademie, als der Krieg gegen Oesterreich ausbrach. Bei Trautenau wurde er verwundet, eine Gewehrkugel traf Schulter und Lunge, lange hat er unter den Nachwirkungen zu leiden gehabt. Im Stabe des Oberkommandos der II. Armee machte er den Krieg von 1870/71 mit. Aber als der Frieden kam und Goltz sich gezwungen sah, zum Unterhalt der Familie — fünf Kinder waren ihm in einer sehr glücklichen Ehe geboren — für Nebeneinnahmen zu sorgen, da machte er aus der Not eine Tugend, er wandte sich, was er schon als Leutnant getan hatte, jetzt in verstärktem Umfang der Schriftstellerei zu. So erschien u. a. seine aufsehenerregende Schrift über Gambetta, die ihm zwar eine Maßregelung zuzog, die aber doch die militärischen und politischen Kreise aufhorchen ließ. 1878 holte Moltke ihn als Lehrer in die Kriegsakademie, doch bereits 1883 ging Goltz nach Konstantinopel, zunächst als Leiter des Erziehungswesens. Schnell gewann er sich das Vertrauen des Sultans, der ihm den Auftrag erteilte, die Armeereform vorzunehmen. Aber erst bei der vierten Vorlage wurde der Entwurf genehmigt und in dessen Befolgung wenigstens das Rekutierungsgesetz eingeführt. Als nach zwölf Jahren Goltz-Pascha noch Deutschland heimkehrte, war er am Goldenen Horn der bei weitem populärste Ausländer, jedenfalls ein unbestechlicher Werber für deutsche Art. Im Jahre 1898 trat Goltz an die Spitze der Generalinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps. 1902 wurde er Kommandierender General des 1. Armeekorps in Königsberg, die schönste Zeit seines Lebens, wie er oft betonte. 1907 erhielt er die 6. Armee-Inspektion. Auch weiter war er intensiv schriftstellerisch tätig, manche wertvolle Arbeit aus seiner unermüdlichen Feder ging hinaus, immer eine Bereicherung für den Leser. Welche Bedeutung Goltz' Name in der Türkei hatte, bewies seine abermalige Berufung dorthin, als die Jungtürken zur Macht gelangten. Auch ihnen stand er mit Rat und Tat zur Seite. Am 1. Januar 1911 ernannte der Kaiser ihn zum Feldmarschall, 1913 nahm er nach 52jähriger Militärdienstzeit den Abschied, den er dazu benutzte, an der Spitze des „Jungdeutschlandbundes" mit seiner ganzen frischen Persönlichkeit für die Ertüchtigung der Jugend sich einzusetzen. Der Weltkrieg brach aus, er wurde General- gouoerneur von Belgien. Am 28. November 1914 kam dann aber die dritte Berufung in die Türkei, sein Name allein hatte den Wert von Armeen! Befehligte er zunächst die erste türkische Armee, die zum Schutz von Konstantinopel aufgestellt war, so erhielt er bald die unendlich schwere Aufgabe, die in Mesopotamien stehende Armee zu führen. Kampf mit den Engländern und Kampf gegen das mörderische Klima, aber dankbar schrieb der Feldmarschall in sein Tagebuch: „Was mir die Heimat hartnäckig verweigert, das hat mir am Ende die Fremde gegeben. Ich werde ihr ewig dafür dankbar fein." Goltz, dem Furcht fremd war. besuchte in immerwährender Fürsorge seine an Flecktyphus erkrankten Soldaten im Lazarett. Hier steckte er sich an und erlag schnell an dieser Seuche, am 19. April 1916 schloß er die Augen. Es war ihm nicht mehr vergönnt, seine Truppen zum Siege über die Engländer bei Kut-El-Amara zu führen, den er durch seine strategischen Maßnahmen vorbereitet hatte. So endete Tragik ein reiches Leben, das nur der Pflichterfüllung und dem Dienst am Vaterland geweiht war. Seine sterblichen Reste ruhen am Bosporus, im Park von Therapia. Am ^eburtstaq des Führers • Parade auf dem „Mainzer Sand". LPD. Mainz, 17. April. Der Standortälteste Mainz gibt folgendes bekannt: Am Geburtstag des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht findet auf dem Mainzer „Großen Sand" eine Parade der Mainzer und Wiesbadener Truppen vor dem Standort- ältesten Mainz statt. Die Parade beginnt am 20. April, 11 Uhr, mit dem Abreiten der Front der Paradeaufstellung durch den Standortältesten. Anschließend findet auf der Südseite des „Großen Sand" ein Vorbeimarsch aller Truppen statt. ehrmacht — hohe Schule -er Nation. Das Erbe des Fronigeistes. GM In der Luftkriegsschule in Dresden wurden in Gegenwart des Staatssekretärs Generalleutnant Milch die Fahnenjunker der Luftwaffe, die hier ihre Ausbildung erhalten, vereidigt. Es ist die erste Generation der künftigen Fliegeroffiziere, die hier ihren Eid auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht ablegte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Seit der Führer am 16. März 1935 die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht verkündete, muß wieder jeder wehrfähige junge Deutsche ein Jahr lang unserer Wehrmacht, der, wie der Führer einmal schrieb, hohen Schule der Nation, angehören. LÜurzelnd in der von dem großen Soldatenkönig Friedrich II. begründeten ruhmreichen soldatischen Tradition Preußen-Deutschlands, gehörte es schon immer zum größten Stolz des Deutschen, seiner Militärdienstpflicht in Ehren genügt zu haben. Im Weltkrieg fanden dann auch deutsche soldatische Disziplin und Pflichterfüllung, Tapferkeit und Kameradschaft ihren Ausdruck in einer beispiellos zusammenbeballten nationalen Kraft und Stärke, die sich mit einer Unzahl von Feinden des aufblühenden Reiches maß. Und was zum Unheil der Nation in der Heimat nicht erreicht werden konnte, die Beseitigung des Klassenhasses, des Eigennutzes und des Standesdünkels, in den Schützengräben wurde sie Wirklichkeit. Der Weltkrieg war das hohe Lied deutscher Kameradschaft. Unvergleichlich heldische Leistungen erstanden aus dem Frontgeist unserer Feldgrauen, aus jenem Frontgeist, der ihnen im Schlachtenungewitter der Fronten eine Offenbarung deutscher G e - m e i n s ch a f t wurde. Als die Männer, die vier Jahre lang draußen ihr Höchstes eingesetzt hatten für Volk und Nation, dann nach dem feigen Dolchstoß aus der Heimat und dem unglücklichen Ende des Krieges wenigstens den Frontgeist hinüberretteten in das Deutschland der Nachkriegszeit, da mußte das Erlebnis des Frontsoldatentums Ursprung werden und ungeheurer Auftrieb der nationalsozialistischen Idee. Denn sie ist die Verkörperung des Gedankens des wahren deutschen Sozialismus, der aus der Beseitigung aller inneren Gegensätze entspringenden Kraft der Nation, so wie es dem Frontkämpfer draußen in fernen Landen brennender Wunsch und Erlebnis zugleich war. Wenn man heute sagen darf, daß die am 16. März 1935 vom Führer neugeschaffene Wehrmacht auf dem Frontsoldatenerlebnis aufbaut und es als ein kostbares Gut hütet, dann verdanken wir das nicht zuletzt unserem früheren 100000« Mann-Heer und seiner Führung. Die damalige, uns durch Versailles aufgezwungene „Reichswehr" erwies sich immer wieder als eine starke Insel inmitten des vaterlandsschädigenden Treibens der Parteien und legte in unermüdlicher Pflichterfüllung trotz ihres unzulänglichen Wirkungsbereiches die Grundlage dafür, daß heute in der neuen deutschen Wehrmacht der Geist unseres Frontsoldatentums fortlebt, und damit das Opfer der Gefallenen nicht um feinen letzten Sinn betrogen wird. Das Opfer der Toten ist uns Vermächtnis und heilige Verpflichtung zugleich, und durch den historischen Schritt des Führers'wurden Ehre und Ruhm dieser Männer wiederherqe- stellt. Deutscher Frontgeist, soldatische Kameradschaft und Disziplin, die im Kriege die deutschen Armeen zu so gewaltigen Leistungen befähigten, — sie in der neuen deutschen Wehrmacht nicht nur zu pflegen, sondern zu erleben, das ist heute der Wunsch des wehrfähigen deutschen Mannes Und man kann schon nach so kurzer Zeit seit Wiederherstellung der allgemeinen Wehrpflicht feststellen, daß die überaus große Zahl der freiwilligen Meldungen zum Heeresdienst der beste Beweis der lebendig gebliebenen Wehrfreudigkeit ist. Jene dunklen Elemente, Gießener Gtadttheater. Jacques Deval: „Towarisch." Das Schicksal der russischen Emigranten ist häufig in Romanen und Filmen der Nachkriegszeit behandelt, meist freilich nur episodisch gestreift, selten jedenfalls so liebenswürdig und ernsthaft zugleich aufgezeigt worden wie in dieser Komödie des Franzosen Jacques Deval, die, von Curt Goetz übertragen und bearbeitet, im letzten Winter ihre Uraufführung in Berlin und anschließend dort und in der Provinz beträchtliche Serienerfolge erlebte. * Es wäre sehr reizvoll, ist uns aber nicht möglich, den Anteil Devals und den Anteil Goetzens von einander zu scheiden: das Stück wirkt auf den, der Goetz kennt, wie ein Stück von ihm, und zwar wie eines feiner besten: wir haben ihn schon früher so scharmant und fo witzig erlebt, und wir haben noch manchen feiner trockenen und unnachahmlich pointierten Sätze im Ohr; aber wir haben noch in keinem feiner Stücke so sehr den ernsten Hintergrund. die menschliche Lebensnahe unter der glitzernden Oberfläche eines tadellos aufgebauten Theater- spiels verspürt wie hier im „Towarisch". Vielleicht ist dies der Anteil Devals; für Goetzens innere Entwicklung spricht zum mindesten der Umstand, daß er sich gerade diesen Stoff für eine Bearbeitung aussuchte Jener sehr ernste Hintergrund blutig miterlebter Zeitgeschichte und der ganz menschliche Umriß der wichtigsten Personen im Stück rechtfertigen die Führung des geheiligten, leider oft mißbrauchten Namens einer Komödie Hier waltet ein Humor von vielen Graden und ist, wie nicht übersehen werden kann, mehr als einmal gefährlich nahe daran, in ein tragisches Posienspiel umzuschlagen. (Es bedarf für den Regisseur und den Schauspieler in diesem Stück einer ebenso leichten Hand und eines so sicheren Gefühls für Maß und Takt, wie es die Autoren bewiesen, die ungleichen Gewichte miteinander in Einklang zu bringen und in der Schwebe zu halten.) * Seine Exzellenz der General der Kavallerie Fürst Duratief lebt mit seiner Gemahlin, der ehemaligen Großfürstin Tatjana, in einem elenden Hotelzimmer unter den Dächern von Paris. An der Wand hängen eine Fahne, ein Säbel, eine ewige Lampe. Ihr Barbesitz 6-'trägt wenige Franken, denn Exzellenz weigert sich, das ihm zur Verwaltung anvertraute zaristifche Milliardenvermögen auf der Bank zur Verbesserung seiner persönlichen Lage zu benutzen ... Man begreift gar nicht, wovon sie leben; Tatjana ist bereits entschlossen, einem Maler Modell zu stehen, der sie auf der Straße ansprach: aber sie bewahren Haltung, Würde, Humor, eine in allen Lebenslagen unangreifbare aristokratische lieber» legenheit . Tatjana bringt es sogar fertig, in Erinnerung an den Jahrestag einer schon fast legendären russischen Waffentat ein unverantwortliches kleines Festmahl zu arrangieren, und es ist einer der menschlich bezwingenden Augenblicke in diesem Stück, wenn die beiden sich mit erhobenen Gläsern gegenüberstehen, auf eine unvergeßlich glanzvolle Vergangenheit anstoßen und leise miteinander vom alten, längst h»nrnbenen Rutzlond in fingen beginnen In der Zeitung, in der eine zufällig bar bezahlte Artischocke eingewickelt war, entdecken sie ein Stellenangebot und verdingen sich alsbald unter den Namen ihrer einstigen Bedienten als Lakaienehe- paar bei einem französischen Parlamentarier und ..Geschäftssozialisten": groteske Situation: aus der Umfehruna und Umwertung der Begriffe erhält die ironische Vhantasie. die in dieser Komödie waltet, neuen Auftrieb. Das ist zunächst nur amüsant, wenn die beiden etwa ihr selbstgeschriebenes und unterschriebenes Zeugnis vorweisen: das wird schon gefährlich, wenn Ouratief dem Sohn des Hauses beim Florettfechten assistiert: das wird aber unheimlich, wenn unter den Gästen der neuen Herrschaft auch der General und ehemalige Tscheka- Kommissar Gorotfchenko erscheint Und die Ouratiess servieren auch dem Manne, der vor Jahren einmal den Fürsten „verhört" und Tatjana entehrt hat. Hier ergibt sich eine Situation, die imar eines politisch-aktuellen Beigeschmacks nicht entbehrt, aber zugleich auch an die Grenze dessen reicht, was in einer Komödienszene noch möglich ist. Die Abgründigkeit eines derartigen Zusammentreffens beherrscht den Eindruck der Szene für unser Gefühl stärker als alles, was sich sonst noch in diesem ausklingenden Akt ereignet —: die plötzliche Demaskierung, die Auseinandersetzung der beiden Gegner, die Milliardentransaktion, der Traktat über die unerforschliche russische Seele und die Erklärung des russischen Wortes „Towarisch". das „Genosse" bedeutet. Im allerletzten Augenblick erst erhält das fremde Wort feinen tiefsten Sinn: in riner rührend einfachen, menschlichen und ganz dichterisch empfundenen Gebärde unverbrüchlicher Kameradschaft zwischen Mann und Frau. — Wir konnten hier nur Andeutung und Umriß geben, das Stück selbst ist reicher an Nuancen, an Stimmungen und Ausdrucksmöglichkeiten, als wir in der Kürze zu zeigen vermochten. Wir haben auch Goetz selber und seine Leute den „Towarisch" nicht spielen sehen, aber wir sanden die von Herrn Kühne geleitete Ausführung vortrefflich: elegant und gepflegt, bewegt und farbig auch eben in der ausgearbeiteten Wiedergabe zahlreicher psychologischer und dramatischer Schattierungen, die den Reiz der Komödie erklären. Von Herrn Löfflers Bildern schien uns das erste am charakteristischsten für die innere und äußere Situation * Herr von Spallart spielte den Duratief; es war die beste Leistung, die wir bisher von ihm gesehen haben; er tat und sagte das, was hier zu tun und zu sagen war, vollkommen überzeugend; und er wußte die Chance wahrzunehmen, daß gerade seine Rolle am deutlichsten die Merkmale der Goetzschen Bearbeitung an sich trägt. Aenne Markgraf als Tatjana: ebenfalls ausgezeichnet; vielleicht die ergreifendste Erscheinung in diesem Umkreis, weil sie Humor und innere Haltung, weibliche Anmut mit tapferer Beherrschung verband — alles ganz selbstverständlich und ohne Zwang. * Herr Hub, in einer geschickt gewählten Maske, gab der nicht sonderlich dankbaren Rolle des Goro- tschenko das zukömmliche Gewicht. Herr Dolck und Frau Stirl. als parvenuehaft bürgerliches Ehepaar Arbeziat, gaben unbeschwert heitere Lustspielfiguren. Die Damen B i r f m a n n und Henckell, die Herren Frickhöffer, Mos- bacher und Geiger seien vom Ensemble genannt. * Sehr hübscher Erfolg. Der Beifall, einmal bet offener Szene, rief am Ende auch den Spielleiter heraus. hth. G'oria-Palast: „Heißes Blut" Ein ungarisches Lustspiel der Ufa, das sich durch erfreuliches Tempo auszeichnet: Marika Rökk in der Hauptrolle der Marika von Köröffy entfaltet eine darstellerische Vielseitigkeit, welche dem Film seine charakteristische Note gibt und ihn von den vielen Pußta-Filmen, die es schon gibt, angenehm abhebt; sie reitet im Herrensattel und tanzt Csardas mit einem Temperament und Schwung, daß man ihr mit Vergnügen zusieht; außerdem spiest sie sehr hübsch und singt ihren Zigeuner-Tango scharmant. Die Handlung läuft in den üblichen Lust-! fpiel-Bahnen, wird aber vom Regisseur Georg I a« coby flott und mit allerlei drolligen Einlagen abgewickelt, so daß man sich anderthalb Stunden lang unbeschwert unterhalten fühlt. Hans S t ü w e spielt den Honved-Leutnant, der hier natürlich nicht fehlen durfte, recht sympathisch, und der Komiker Paul Kemp ist diesmal wieder in großer Form: was er bringt, sitzt, und das Chanson vom Gerichtsvollzieher ist in der Tat eine witzige Sache. Von den übrigen: Ursula Grabley, Gülstorff und Gertrud Wolle. Franz D o e l l e schrieb die Musik dazu. — Auf der Bühne sieht man die drei Afaros mit ihrem Luftakt: eine ausgezeichnete Nummer, die jedem großen Variete zur Ehre gereichen würde. In der Fox-Tonwoche interessieren vor allem die Bilder von der großen Deutschlandfahrt unserer Zeppeline. —r — Segel. Wir wußten nicht, von wo sie auszogen. In einem Mast hing noch mit schwarzen Tropfen die Nacht. Wie die Häfen mit ihnen zogen und der Lärm der Kais mit ihnen herantrieb! Die Gewürze, schwermütig und braun, hatten Duftgemisch über sie gestreut. Dber hatten sie Wein an Bord, den noch keiner berührte, und den die Hochzeiter trinken? Dder hatten sie Krebse im Korb, rotstrahlende Korallen und spielende Krabben, die sie an den Steinblöcken der Morgeninseln fingen? .. Die Fischer hoben die Ruder langsam; die Tropfen fielen metallisch-fahl vom Holze. Das Meer klatschte leise und drängend an den Schiffsboden. So zogen die Göttinnen aus mit einem Gewirr von Hunden und silbernen Speerspitzen, um an die Bänke der Purpurschnecken zu fahren. In den Wind sah eisig und hoch das Gesicht der Diana. Unter dem Deck blies eine süße Flöte D Meer? Es hat alle Küsten im Arm, alle Inseln mit blauen Feuern umbrängt. Siebzehn Segler, klein und groß, nah und fern, im Süden und Dften zählten wir mit dem Finger, in die Luft tupfend. Unter dem Schatten eines Segeltuches fangen die Frauen, aber wir kannten nicht ihre Worte. Es war ein Gemurmel aus Schlaf Nichts und Glück. Eine, der es gefiel, mit einem Tuch zu winken, trug einen Dnyx am Finger. Sie trug ihn, damit kein Unfriede zwischen ihr und ihrem Manne entstünde. Ich hätte sie lieben können, wenn sie geblieben wäre. Anton Schnack. die damals beim unglücklichen Ende des Weltkrieges geglaubt batten, dein Geist deutschen Soldatentums einen entscheidenden (Schlag versetzt und den Wehraedanken in Deutschlano erstickt zu haben, sie alle bat die in der Sieghaftigkeit unseres Volkstums beruhende Soldatenehre und die trotz des Krieges nicht gebrochene Kraft der Nation Lüaen gestraft. Gerade heute fetzt sich immer stärker wieoer im deutschen Volke das Bewußtsein durch, in seiner Armee die hohe Schule der Nation zu besitzen. Der Staatsführer des neuen Deutschlands, der schon zuvor in den nationalsozialistischen Organisationen volitisch-weltanschaulich gefestigt wurde, erhält in Der Wehrmacht seine letzte Prägung. In den Reihen der feldgrauen Bataillone muß ihm die Volksgemeinschaft und das kämpferische Zusammengehörigkeitsgefühl aller zum Erlebnis werden, hier muß ihm aber auch die notwendige Härte gegeben werden, Mut und stets einsatzbereite Entschlossenheit, denn nur im Besitz dieser Eigenschaften kann der deutsche Mensch den Anforderungen gerecht werden, die der Existenzkampf von Volk und Nation heute an ihn stellen. Die harte soldatische Pflichterfüllung ist ihm aber zugleich eine freudige Aufgabe im Sinne des Soldatenkönigs Friedrichs des Großen, der den preußischen Pflicht- begriff schuf: „I ch die n’". Im Hinblick auf ihre Aufgabe ist die Wehrmacht in der Tat nach dem Wort des Führers die hohe Schule der Nation und die Charakterschule des Deutschen. Derjenige, der ehrenvoll durch die Wehrmacht gegangen tft, besitzt erst die erhärteten Voraussetzungen dafür, daß er auf dem Posten, auf den ihn das Schicksal innerhalb seines deutschen Vaterlandes stellt, seine Aufgabe und Pflicht so erfüllt, wie es zum Wohle der deutschen Volksgemeinschaft und der nationalen Belange notwendig ist. Von diesem Blickpunkt aus betrachtet, stellt die deutsche Wehrmacht ein wirkliches Instrument des Friedens dar, wenngleich ihre Hauptaufgabe naturgemäß darin besteht, jederzeit einem etwaigen feindlichen Ueberfall höchste militärisch-soldatische Leistungsfähigkeit entgegensetzen zu können. Aber indem die Wehrmacht diese doppelte Aufgabe wahrnimmt, erzieht sie das deutsche Volk zu einem Geist, der, würde er auch außerhalb Deutschlands sich durchsetzen, nur der Förderung wahrer und aufrichtiger Verständigung dienlich sein könnte. In der deutschen Armee wird keineswegs etwa eine bewußte Geringschätzung anderer Heere und anderer Völker mit andern Einrichtungen gepflegt. So, wie die heutigen Führer der Wehrmacht, die fast ausnahmslos auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gestanden haben, das Erlebnis des Front soldatentums der jungen deutschen Mannschaft jetzt vermitteln, so ist ihnen auch unvergessen geblieben die Achtung der Gegner untervergessen geblieben die Achtung der Gegner untereinander, die angesichts heldenmütiger Tapferkeit hüben wie drüben ein unsichtbares Band von Graben zu Graben knüpfte, — eine Achtung, die allein in den Beziehungen der einstigen Kriegsgegner zueinander die Voraussetzung gedeihlicher Zusammenarbeit und des beständigen Friedens ist, so wie es die Frontsoldaten als letzten Sinn ihres Kampfes empfanden. Der deutsche Soldat achtet französische Tapferkeit und Zähigkeit ebenso, wie der Franzose deutsches Heldentum und deutsche soldatische Leistung anerkennt. Das Opfer der Millionen des Weltkrieges wäre umsonst gewesen, würde man heute erneut eine alte Gegensätzlichkeit schüren und bewußt zur Feindschaft erziehen. Deutschland, dessen neu erstandenes Heer einzig und allein der Sicherung des Friedens dient, geht hier mit vorbildlichem Beispiel voran. Jüngst noch hat der Führer das Gerede von der deutsch-französischen Erbfeindschaft als Unsinn bezeichnet, und wenn Frankreich und das übrige Ausland die Aufrichtigkeit des deutschen Beispiels anerkennen würden und das Prinzip der militärischen gegenseitigen Achtung auch auf das politische Gebiet mit der notwendigen Berücksichtigung des Erfordernisse nationaler Ehre übertrügen, dann wäre dieser letztlich aus dem Fronterlebnis des Weltkrieges erwachsende Fortschritt für die Zukunft Europas von unermeßlichem Wert. Panik bei einer Truppenparade in Spanien. W I o i «V VW \.:n läM «N, p- w < "V/ v/k I M K'-W? DM < I» ■'< -Ä. ■ wt v ' r xs h ■WZM WC.: ' M MW WK A Am fünften Jahrestage der Gründung der spanischen Republik fand in Madrid eine große Truppenparade statt, an der der" stellvertretende Staatspräsident, Mitglieder der Regierung und das Diplomatische Korps teilnahmen. Während der Veranstaltung platzten plötzlich dicht vor der Loge des stellvertretenden Staatspräsidenten Feuerwerkskörper. Es entstand eine furchtbare Panik, da die Zuschauer einen Bombenanschlag vermuteten. Diesen Augenblick hat unser Bild festgehalten. Man sieht die Truppen, wie sie eine enge Kette um die Präsidentenloge ziehen. In der Aufregung fielen auch einige Schüsse, durch die verschiedene Personen verletzt wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Riesiger Brückenbau für den berliner Ring her ReiKsaniobabn. w W; 3 A ' ' W Der Groß-Berliner Ring der Reichsautobahn, der in etwa 20 bis 30 Kilometer Entfernung rund um die Reichshauptstadt führt, überquert, von Rüdersdorf kommend, bei Kalkberge das Kalkseetal. Man sieht auf unserem Bilde einige turmähnliche Gerüste emporragen, die den Verlauf der künftigen Brücke über das Tal kennzeichnen, und die zum Bau der Brückenpfeiler dienen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der faschistische Siaai vor feiner Vollendung. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Mitte April. Der kühne Bau, den Mussolini auf dem Trümmerfeld des liberalen Staates errichtete, geht seiner Vollendung entgegen. Sieben Jahre lang dauerte das Niederreißen, doppelt so viel Zeit beanspruchte das neue Bauwerk, und bis seine Bewohner sich darin so heimisch fühlen werden, daß sie die unruhigen Tage der Bauzeit mit ihren bald freudigen, bald zwangsläufigen Umstellungen vergessen, mag noch viel Wasser den Tiber hinabfließen. Aber es ist nun doch so weit, daß man das Dach sieht und daran gehen kann, sich mit dem veränderten Haushalt zu beschäftigen. Es brauchte einen Krieg, um den Plan für einen faschistischen Staat entwerfen zu können, und einem Kriege sollte es vorbehalten bleiben, dem Baumeister den letzten guten Gedanken einzugeben. Man kann sagen, daß es der Völkerbund mar, der dem autoritären Staat den letzten Schliff gab, denn erst die Sanktionen öffneten Mussolini die Augen darüber, welche Unterlassungssünden er begangen hatte. Erst der Völkerbundskrieg verhalf ihm — und damit Dicfcn anderen Völkern! — zu der Erkenntnis, daß die Selbstherrlichkeit eines Staates eine Lebensnotwendigkeit ist, fo lange es keinen wahren Bund der Völker gibt, der die Kanonen, die Kriegsschiffe und die Grenzschranken überflüssig macht. Üeber die Autarkie gingen noch im vorigen Jahre die Meinungen auseinander, die Weisheit von Genf machte dem Streit ein Ende. Selbst wenn ein Volk aus lauter Helden bestände, könnte es unter dem Druck der Völkerbundssperre, hinter dem Aushungerungsring zugrunde gehen. Der Völkerbund stützte seine geniale Idee allerdings gerade auf diese Möglichkeit, indem er damit rechnete, selbst eine Großmacht werde vor einer solchen Drohung zurückschrecken. In der Praxis aber kam es gerade umgekehrt: die belagerte Großmacht drehte den Spieß um, schritt zu Gegensanktionen und machte sich unabhängig. Die Sanktionen führten unmittelbar zur Autarkie. Und das nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem Gebiet. Italien war damit aus bindenden Verträgen, wie dem Locarnopakt, automatisch ausgeschaltet, sofern man nicht als Richtschnur die Absurdität aufstellen und verlangen wollte, ein sanktionierter Staat solle sich an Sanktionen gegen einen anderen Staat beteiligen. Die wunderbar ausgedachte Falle war nun zwar zugeschnappt, aber wer darin saß, das war der Fallensteller selber. Daß ein Volk vor allem die Brotfreiheit brauche, das hatte Mussolini aus der Aushungerung der Mittelmächte gelernt. Eine seiner ersten Aufgaben sah er daher in der Bekämpfung der Ndh- rungsforgen für den Kriegsfall und mit der Getreideschlacht erreichte er sein Ziel. Ohne diesen Sieg hätte er den afrikanischen Feldzug kaum führen können, jedenfalls wäre die Belagerungsdrohung viel ernster geworden. Die im November von 52 Staaten verhängte Ein- und Ausfuhrsperre für lebensnotwendige Gebrauchsmittel zwingt 'e- doch Italien, sich a u ch auf allen andern Gebieten unabhängig zu machen, Selbstve l-r- ger zu werden. Und wenn ihm das gelingt, roo der Duce nicht zweifelt, so haben die Sankt, n tatsächlich -allen Staaten geschadet und nur r i genützt: dem sanktionierten. Die Volksweisheit hat solche Vorgänge allerdings schon lange vor ©en( t= fannt, wenn sie das Sprichwort aufstellte-. Wer anderen eine Grube gräbt... Die Frage ist nun die, ob Italien auch kann, was es will. Eine hundertprozentige Autonomie auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet hält auch Mussolini nicht für durchführbar, doch genügt es ihm ebenz mit einer annähernden Selbstän- Schleussner kM mii1 Garantieschein Märchenfahrt in Indien. Von Hermann Hesse. Mit einer geliebten Frau möchte ich den Weg noch einmal machen, den ich gestern von Palembang aus in den kleinen, schmalen Prouw gefahren bin. Es war das Hübscheste, was ich in dieser merkwürdigen Landschaft von Urwald und Sumpf erlebt habe. Wir fuhren in dem leichten, schwankenden Bötchen, das keine Handbreit Tiefgang hat und darum das kleinste Rinnsal noch befahren kann, eines der schmalen braunen Seitenflüßchen oder Bachbetten hinauf, gegen Abend n^ch mit der Flut. Es gibt unzählige solche Seitenflüßchen, eigentlich sind sie alle nur zufällig Naturkanäle im Sumpfurwald, und ihre Strömung wird, obwohl wir beinah hundert Kilometer vom Meere entfernt sind, ganz von Flut und Ebbe regiert. Da war zwischen den zerstreut liegenden Pfahlhütten das gewohnte, unschuldig bewegte Leben: Netzfischerei jeder Art, worin die Malayen ebenso wie im Vogelfängen und im Rudern wahre Meister sind, nacktes, schreiendes Kindergewimmel, kleine schwimmende Kaufläden auf Flößen, wo Sodawasser und Syrup geboten wird, leise rufende Verkäufer von Koranen und von winzig kleinen mohammedanischen Andachtsbüchlein, badende Buben. Streitende sieht man hier sehr selten. Betrunkene niemals. Auch wo Lärm und Ausgelassenheit zu hören sind, sind sie kindlich und freundlich. Gemächlich fuhren wir weiter, wie auf einem breiten Bache, der aber allmählich schmaler und seichter wurde, je mehr wir von d^n Hütten weg in den eigentlichen Wald kamen. Die Hütten wurden seltener und hörten auf, und ebenso die Palmbäume. Sumpf und Busch umgab uns grün und schweigend. Bäume standen da und dort am Ufer und im Wasser selbst. Sie wurden unmerklich zahlreicher, streckten tausendfältige Wurzelstelzen nach uns aus, und über uns wob sich dichter und dichter ein grüngraues Netz und Gewölbe von Laub, Geäst und Schlinggewächsen. Bald war kein Baum mehr einzeln zu erkennen, jeder hing mit Wurzeln und Luftwurzeln, mit Aesten, Zweigen und zahllosen Schlingpflanzen in die anderen verstrickt und verwoben, alle von hundert Farnen, von hängenden Lianen und anderen Schmarotzerpflanzen gemeinsam umarmt und verbunden. In dieser grünen dämmernden und wunderbar lautlosen Wildnis flog zuweilen farbenblitzend ein Eisvogel auf, einer der häufigsten Vögel dieser Landschaft, oder grau huschend eine kleine langhalsige Schnepfe ober schwarz und weiß wie eine Elster der fette, amselartige Singvogel des Urwaldes, ober es schwang sich in den langen Strähnen der Schlingpflanzen ein großes rotbraunes Eichhorn, leuchtete auf und war verschwunden, sonst war kein Laut und kein Leben da als das innige, brütende, leise gärende Wachsen, Atmen und Jn- einanberbrängen bes bieten Baumgewölbes. Der Bach, oft kaum noch breiter als unser Boot, beschrieb jeden Augenblick einen neuen, launenhaften Bogen, jedes Gefühl für Richtung, für Maße und Entfernungen ging uns bald auf dieser Märchen- fahr verloren, betroffen und still glitten wir lautlos durch eine wirre, grüne Ewigkeit dahin, vom Baumgewirre dicht überwölkt, von großblättrigen fetten Wasserpflanzen umbrängt, unb jeder von uns saß stumm unb staunte, und keiner dachte daran, ob und wann und auf welche Weise dieser Zauber wieder könnte gebrochen werden. Ich weiß auch wirklich nicht zu sagen, ob er eine Stunde oder zwei, ober vier Stunben, ober nur eine halbe gebauert hat. Unterbrochen würbe er unversehens unb erschreckens so baß wir alle zusammenzuckten, durch ein wildes, vielstimmiges Gebrüll über unseren Köpfen und durch heftiges Schwanken der Aeste und Wipfel, und alsbald glotzte eine Familie von großen grauen Affen uns an, beleidigt unb gestört burch unser Einbringen. Wir hielten an unb blieben regungslos, bie Tiere beobachteten uns sehr scharf unb böse, einige aus größter Nähe, dann begannen sie wieder zu spielen und sich zu jagen, und während wir den Schreck vergaßen unb be- rounbernb zusahen, fand sich ein zweite Familie dazu, unb roieber eine, bis über uns bas Dickicht von großen, langschwänzigen, grauen Affen wimmeltet Zuweilen erinnerten sie sich unser, schauten plötzlich erbost unb mißtrauisch auf uns herunter, schnoben zornig aus den flachen Nasen unb knurrten wie Kettenhunbe, und am Ende saßen da über unfern geduckten Köpfen wohl hundert und mehr von den Tieren, schnoben unb fletschten vorgereckt bie Zähne gegen uns. Da gab unser Palembanger Freunb uns lautlos ein roarnenbes Zeichen mit bem Finger, ein Zeichen, das ich noch nie gesehen hatte unb bas ich im Augenblick verstaub unb vollkommen befolgte. Wir hielten uns totenstill unb regungslos und hüteten uns, auch nur an einen Ast zu streifen. Denn eine Stunde vor Palembang in Sumpf unb Busch von einem Affenvolk erwürgt zu werben, war eine Vorstellung die keinem von uns gefiel. Sehr vorsichtig, genial in jeder Bewegung, tauchte unser Malaye sein kurzes, leichtes Ruber ein, unb still unb gebückt fuhren wir sorgsam roieber unfern Weg zurück, unter allen Affen unb unter den vielen in einanber verschlungenen Bäumen durch, bann an ben auftauchenden Hütten, Plamblatt-Dächern unb Zäunen vorüber. Und als wir endlich, noch ganz gebannt, ben großen Strom roieber erreicht hatten, war bie Sonne schon untergegangen unb aus ber rasch einbrechenben Nacht glänzte bie zauberhafte Stadt Palembang zu beiden Seiten des gewaltigen Wassers mit tausend schwachen kleinen Lichtern herüber. Amy hat Pech. Diesmal ist es Mrs. Amy M o l l i s o n nicht geglückt, einen neuen Rekord für den Flug von London nach Kapstadt aufzustellen, nachdem sie ihn vier Jahre besessen unb kürzlich durch ben Flug von Tommy Rose verloren hatte. Aber von ihrem kühnen Unternehmen sind noch einige Einzelheiten zu berichten. Die Fliegerin wurde schon in der Nacht zum 3. April am Flughafen Gravesend von einer großen Menschenmenge erwartet, als sie endlich in ber Morgenfrühe erschien. Eine schlanke Gestalt in bunklem Schneiberkostüm, Heller Hembbluse, grauem, in flotter Schleife gebundenen Schal. Sie wurde von ber zahlreich versammelten Menge freudig begrüßt unb dankte lächelnd, wenn auch etwas zerstreut. Dann kletterte sie in ihren 200-HP- Percival-Gull-Monoplane, unb währenb sie noch einmal hinauswinkte, glänzten ihre großen goldenen Zigeunerohrringe in ber Sonne. Sie trug keine Mütze auf dem schmalen dunklen Knabenkopf. Als einzigen Mundvorrat hatte sie ein paar Butterbrote und eine Thermosflasche mit Kaffee mit. Die erste Landung machte Amy Mollison nach zwölfstündigem, trotz schlechtester Wetterverhältnisse glänzenden Flug auf dem Flugplatz südlich von Golomb Bechar in ber Wüste Sahara. Währenb ihres zweistünbigen Aufenthalts verlor die Fliegerin viel Zeit, um mit ben Beamten ber Trans- Sahara-Gesellschaft über ihre Reise zu verhandeln. Diese Herren fanden es zu gewagt, einer Frau bie Erlaubnis zu dem abenteuerlichen Flug über die Wüste zu geben. Amy Mollison aber bat so inständig, weiterfliegen zu dürfen, nachdem sie bereits den Beweis ihres Mutes und ihrer Geschicklichkeit durch ben zwölfftündigen ununterbrochenen Flug gebracht hatte, baß die Herren bie Zustimmung endlich erteilten. So wurde die Maschine mit Betriebsstoff versehen, Amy Mollison erquickte sich durch einen leichten Imbiß, schüttelte den Beamten die Hand unb bestieg ihr Flugzeug. Kaum war sie auf- gestiegen, als bas Geräusch ber Propeller verstummte und das Flugzeug sich überschlug und zu Boden stürzte. Glücklicherweise war bie Fliegerin mit einem Schock unb einigen leichten Verletzungen wie burch ein Wunber bavongekommen. Ihre ganze Sorge galt ber Maschine, b'e erheblich gelitten hatte; tin Flügel und der umere TeU des. Flugzeuges waren stark beschädigt. Als es sich heraus- stellte, daß die Reparatur längere Zeit beanspruchen würde, stürzten Amy Mollison die Tränen aus ben Augen. Sie wußte genau, baß es diesmal mit bem Rekorbflug vorbei war. „Ich werbe warten, bis mein Fluazeug in Drbnung ist und dann wieder nach England zurückkehren , erklärte sie seufzend den Technikern und nahm ihr Gepäck heraus. Es war inzwischen ganz dunkel geworden. Langsam wanderte bie Fliegerin in die nächtliche Wüste hinaus, ber kleinen Stadt zu, deren Lichter eine Meile von dem Flugplatz entfernt auftauchten... Zeitschristen. — „Sie Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik unb Wohnkultur. (Verlag Bruckmann, München), macht uns in ihrem April-Heft bekannt mit bem jungen aufwärtsstrebenben Malertalent Fritz Heibingsfeld. Meister der Malerei und Zeichenkunst, ein Gebiet, das dem künstlerischen Ausdrucksvermögen wohl den weitesten Spielraum läßt, werden bem Leser auch in den reichbebilderten Aufsätzen „Franz Wiegeles Gruppendildnisse", „Der Maler Werner Peiner" und „Der arme Mann", „Eine Bildfolge von Willy Fries" nahe gebracht. Von besonderem Reiz ist der Bericht über bie Ausstellung „Iranische Wanbmalerei bes 17. Jahrhunderts". Der zweite Teil bes Heftes über Wohnkultur enthält: „Wohnhäuser mittleren unb kleineren Typs" von Architekt Franz Schreiber, Winterthur, „Neue Möbel ber Deutschen Werkstätten AG. Hellerau" mit reizvollen Modellen und Zimmereinrichtungen, „Aus neuen Gärten von Victor Calles, Köln". An die Hausfrau wendet sich der Aufsatz von Eugenie von Garvens „Was hast du deinen Zimmerblumen zu bieten", eine humorvolle Plauderei „Ketzerische Gedanken" von Dr. von Holleben beschließt die Fülle interessanter Darbietungen. — Zum 200. Todestag des Prinzen Eugen von Savoyen berichtet Alfons von Czibulka im neuen Heft der „IllustrirtenZeitun g" (I. I. Weber, Leipzig) über Leben und Taten bes genialen Felb- herrn. Der ausführliche Beitrag ist mit hervorragen- ben Silbern aus bem Leben unb ber Umwelt bes „eblen Ritters" ausgestattet. Ein wenig bekanntes Porträt des Führers nach einem Gemälde von C. Jos. Bauer erscheint anläßlich des 47. Geburtstages Adolf Hitlers als ganzseitiger Kunstbruck. Das fruchtbare Lanb Schleswig-Holstein wirb in herrlichen Aufnahmen bem Beschauer nähergebracht. Aus ber Fülle ber übrigen Beiträge sei noch bie Serie „Tiere im Hotel" herausgegriffen. Auch bie Ereignisse bes Tages sowie Mobe, Theater unb Literatur sind in diesem vielseitigen Heft eingehend berücksichtigt. enteil, nämlich daß Geschichten aus aller Welt 6 Uhr: allemal Erdal bis 2.30: Aufzügen von W. A. Mozart. Montag. 20. April. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, April 1936. Der Reisende, der das Gebiet der Sowjetunion betritt oder verläßt, erlebt jedesmal beim Grenz- übertritt ein einprägsames Schauspiel. Kommt er vom Westen her, so besteigen schwerbewaffnete Soldaten an der letzten Station vor der Sowjetgrenze den Zug, der sich meist bis auf wenige Reisende vorher geleert hat. Kurz vor der Grenze wird für einen Augenblick gehalten. Das Man wendet sich wieder dem Franzosen zu. Der „Herr Oberst" höchstpersönlich macht ihm noch einmal klar, daß die Briefe hier zu bleiben hätten. Der Franzose gibt diese sogar unvorsichtigerweise aus der Hand, in der Hoffnung, bei seinem Gegenüber Nachsicht zu finden. Als sich der Oberst aber kurz entschlossen umdreht und die Briefe als Beute da- der Hand der Korporationen und Fasci, so sollen Fasci und Korporationen auch dos Parlament bilden. Diese Umbildung steht bruch gallischer Leidenschaften. Unter fürchterlichem Geschrei stürzt der Franzose ihm nach, reißt ihm die Briefe aus der Hand und verbirgt sie in seinem beim Spieaelschliff für Teleskope geschickte Hände leisten müssen. Ein bis zwei Fahre wird dieser Schleifprozeß mindestens in Anspruch nehmen. Das finnische „Fräulein Uhr" in Deutschland gefilmt. (v. z.) Helsingfors. Auch Helsingfors will anderen Großstädten nicht nacbstehen und sich eine automatische „Fräulein Vltyr einrichten, die auf Telephonanruf die genaue Zeit angibt. Zwei Versuche finnischer Filmgesellschaften, die Aufnahmen dazu zu machen, miß- glückten, da man in Finnland anscheinend technisch noch nicht weit genug ist. Das finnische „Fräulein Uhr" wurde daher nach Deutschland geschickt, um dort die nötigen Tonfilmaufnahmen zu machen. Natürlich muß Fräulein Uhr in Finnland ihre Stundenzeiten auf Finnisch und Schwedisch in den Aufnahmeapparat sprechen. Eine historische Reitbahn verschwindet. (E. Bl.) London. Die historische Londoner Reitbahn Tattersalls, die vielen Tausenden späterer Reitbahnen in allen Teilen der Welt ihren Namen gegeben hat, wird demnächst verschwinden. Die Pferde der Reitbahn werden, wie es leider schon vielfach geschehen ist, dem Motor Platz machen: in die Räume von Tattersalls wird ein Autoverleihgeschäft einziehen. Tattersalls Reitbahn in Knightsbridge in London ijt über 160 Jahre alt. Sie wurde 1773 von einem Stallmeister des letzten Herzogs von Kingston gegründet. Der Stallmeister hieß Richard Tattersall. Ursprünglich war das Unternehmen kein Pferdeverleihinstitut, sondern eine Pferdebörse, der eine Reitbahn angeschlossen war. Tattersall kam als erster auf den Gedanken, Pferde nicht nur zu verkaufen, sondern stunden- oder tageweise zu vermieten. Er stellte auch Reitlehrer an, die die angehenden Reiter unterwiesen. Bon Anfang an unterschied sich das Unternehmen nicht von den heutigen Reitschulen. Tattersalls Reitbahn fand im Laufe des porigen Jahrhunderts überall Nachahmung, und heute verbindet fast niemand mehr, der von „dem" Tattersall spricht, den Namen mit einer Person. • Um die Handschriften der Königin Christine (F. 2.) P ar i s. Vor geraumer Zeit ordnete der französische Unterrichtsminister an, daß die Handschriften der schwedischen Königin Christine, die sich in der Bibliothek der Universität Montpellier befinden, „aus Gründen des internationalen Anstandes" an Schweden Nundfunkprogramm. Sonntag, 19. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Musik am Morgen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnis zur Zeit. 10: „Wir grüßen den Frühling". 10.30: Chorgesang. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach „Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren" G. A. 137. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk — Kasperl beim Friseur. Von Herbert Reymann. 14.45: „Warne hiermit jeden ..." Plauderei über Rechtsirrtümer im Volk. Don Gerd Thoma. 15: Deutsche Scholle. „Ein richtig Maß und auch ein gut Gewicht." 1. Besuch in der Bauernführerschule Marienthal. Ein Funk- Es ist nicht mehr als folgerichtig, wenn auch die Dachorganisation in einem solchen Staat, das Abgeordnetenhaus, anders als früher aufgebaut wird: Liegt Wohl und Wehe der Nation mit der Ausbeutung aller Boden- und Geistesschätze in Koffer. Dieser entschlossenen Geste gegenüber ist man machtlos. Glücklicherweise hat niemand verstanden, was der Franzose in seiner Erregung hervorstieß. Man schiebt uns jetzt in den russischen Zug ab, der auf dem breiteren, sowjetrussischen Geleise bereits wartet. Wir fahren ins „Parodie s". Aber schon nach wenigen Minuten stürzt der Franzose wiederum verstört in mein Abteil. „Stellen Sie sich vor, in meinem Abteil wimmelt es von Schwaben!" Keineswegs überrascht biete ich ihm einen Platz in meinem Abteil an, kann mir aber dabei die kleine Bemerkung nicht versagen: „Cher monsieur, n’oubliez pas, que vous etes dans le pays de vos allies!“ (Mein Herr, vergessen Sie bitte nicht, daß Sie sich im Lande eines 23er« bündeten von Ihnen befinden.) Choral; Morgenspruch: Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert: „Deutscher Morgen". In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. bericht. 2. Die Kraft der Heimatscholle. 16: Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: „Uns gehört der Sonntag!" 19: Deutsches Volk auf deutscher Erde. Volk in der Pfalz, Volk an der Saar. 20.10: Großes Operettenkonzert. 22: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Unterhaltungskonzert. 24: Deutschlands Jugend grüßt den Führer. 0.30 Figaros Hochzeit. Komische Oper in vier 10.45: Reichssendung. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert II (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! 15: Wirtschaftsbericht. Untere Seehäfen. Tore zur Welt. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Unterhaltungskonzert. 17: Orchesterkonzert. 17.30: HJ.-Funk. 18: Zur Unterhaltung. 19: Das schöne deutsche Lied (IV). 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 19.55: Wetterbericht, Sonderwetterdienst für die Landwirtschaft, Wirtschafts- Meldungen, Programmänderung. 20: Nachrichten. 20.10: Von München: Lieder der Heimat. Unsterbliche Musik. Haydn, Mozart, Schubert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Melodien von deutscher Art, von Kampf und Freiheit. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) TB. 3.100. Die Einkommensteuerpflicht besteht. An der Gowjeigrenze Don unserem (ör. E Sch ^-Berichterstatter. Der größte Spiegel der Welt. (th) Philadelphia. Nun beginnt der letzte Akt in der Herstellung jenes größten Spiegels, der jemals für ein Teleskop auf dieser Erde gegossen wurde. Fünf Meter hat der Spiegel im Durchmesser. Monate hindurch mußte er unter sorgsamster Beobachtung abgekühlt werden. Fetzt hat man ihn mit einem Spezialdampfer durch den Panama-Kanal nach Westamerika transportiert. Das kalifornische Institut für Technologie beginnt in den nächsten Tagen mit dem Schliff des Spiegels, der erst brauchbar ist, wenn er die nötigen Konvex- und Konkavlinien hat und außerdem so montiert ist, daß die einfallenoen Strahlen in einem a bestimmten Winkel gebrochen und gespiegelt en. Mächtige Maschinen sind für diesen Schliff aufgebaut worden. Man muß mit riesigen Schmirgelsteinen maschinell das nachahmen, was sonst es nützt dem Volk. Und unter diesem größeren Gesichtswinkel betrachtet, muß eben auch eine gewisse Zügelung der geistigen Freiheit hingenom- men werden, wenigstens so lange, bis sich der neue benützten. Auf der anderen Seite ist dem Kriegsgewinnler durch die ganze oder halbe Verstaat- lichung der Industrie oder ihre Konttolle der Nährboden völlig entzogen worden. Ebensowenig lassen sich unanständig fette Geschäfte an der Börse machen. Wie die Mafia und die Camorra ausgerottet wurden, so ging es auch dem politischen Handel mit Wählerstimmen und Zeitungsartikeln. Niemand kann sich mehr bewegen, ohne die Zügel, wenn es sein muß, auch die Kandare des Staates zu fühlen. Das ist freilich traurig für das Schmarotzertum und geht dem süßen Schlendrian an den Kragen, aber zeigt und darunter windet sich eine Schlange, der ihre Beute entkam. Bon der Kunst des Naseputzens. (ha) Madrid. Ein spanischer Arzt hat es für erforderlich gehalten, einen kleinen Leitfaden über die Kunst des Nasenputzens herauszugeben. Er versichert, daß alles auf dieser Erde eine Kunst sei, die der eine mehr, der andere weniger gut verstehe. Beim Naseputzen handele es sich freilich auch noch darum, daß diese Beschäftigung für den Gesundheitszustand ungemein bedeutsam sei. Denn zahlreiche Fälle von vollkommener Taubheit seien auf die Unfähigkeit zurückzuführen, sich richtig zu schnäuzen. Er legt vor allem den Eltern nahe, ihren Sprößlingen schon sehr früh diese Fertigkeit beizubringen; man könne nämlich nur dann sich richtig schnäuzen, wenn man durch beide Nasenöffnunaen Luft einziehe, dann aber ein Nasenloch fest zupresse und den gesamten Luftstrom durch die andere Nasenöffnung hinausjage, nicht aber durch beide Nasenlöcher zugleich. Der rabiate Schwiegersohn. (pk.) Budapest. Dieser Tage ereignete sich in einer Dorstadt Budapests ein aufregender Zwischenfall. Auf der Straße erschien eine ältere Frau und rief um Hilfe: „Mein Schwiegersohn will mich ermorden!" Vorübergehende nahmen sich der Frau an, als schon ihr Schwiegersohn herankam und erklärte, er denke gar nicht daran, seine Schwiegermutter zu töten. Er habe sie nur etwas erschreckt. Der Schwiegersohn, der arbeitslose Elektrotechniker Karl Malik benahm sich jedoch so sonderbar, daß die Umstehenden ihn festnahmen. Malik schlug wie wild um sich und erklärte, er sei ein großer Erfinder. Man solle ihn loslassen, dann werde er schon zeigen, was er eigentlich vorhabe. Die ganze Gesellschaft begab sich daraufhin auf den Hof des „Erfinders", wo in einer kleinen Holzbude ein sonderbarer Apparat stand, der aus unzähligen alten elektrischen Klingelapparaten und Drähten zusammengesetzt war. Großspurig er- klärte Malik, dies sei ein magnetischer Flugapparat, mlt dem er auf den Mond fliegen wolle. Der Appa- rat sei bald fertig und er habe nur seine Schwieger- mutter wiegen wollen, um zu wissen, auf welches Körpergewicht er sein Flugzeug einstellen müsse. Er wolle nämlich seine Schwiegermutter zuerst auf den Mond fliegen lassen. Die Leute merkten schnell, daß Malik an Zwangsvorstellunaen leidet und veranlaßten daher, daß er in Gewahrsam genommen wurde. Mit Bärenkräften wehrte sich jedoch der Mann, fo daß es zu einer großen Rauferei kam, die damit endete, daß der „Erfinder" Malik, der feine Schwiegermutter auf den Mond hatte schicken wollen, Aur Untersuchung seines Geisteszustandes in eine Anstalt gebracht wurde. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) k Was kann das für ein Tier sein? J B. Kapstadt. Gegenwärtig weilt der bekannte Forschungsreisende Anthony Richard Hamilton in der Landschaft Kenia in Ostafrika, um nach einem Riesentier zu forschen, das in den Dschungeln lebt und der Schrecken der Eingeborenen ist. Gesehen hat es i noch kein Eingeborener, aber sein Vorhandensein 1 wird durch seine gewaltigen bärentatzenähnlichen i Fußspuren bewiesen. Die Angst der Einheimischen । vor diesem Tier ist so groß, daß es Hamilton < nicht gelang, in Kenia Träger für seine Expedition i xu finden, trotz der hohen Löhne, die ihnen versprochen wurden. Eine englische Polizeistreife, die i in den Dschungeln, in denen sich das Riesentier ver- : steckt halten soll, nach einem Raubmörder suchte, i fand diesen auch, doch nur als völlig zerfetzte Leiche, und die sehr deutlichen gewaltigen Fußspuren ließen keinen Zweifel, daß der Mörder dem Tier zum Opfer gefallen ist. Die Eingeborenen sind der Ansicht, daß das geheimnisvolle Tier auf Bäumen, durch Laub versteckt, feiner Beute auflauert und sich von oben auf fein Opfer stürzte. In zoologischen Kreisen sieht man dem Ergebnis der Expedition mit großer Spannung entgegen. Der amerikanische Gotha. A. Z. Washington. Der kürzlich erschienene amerikanische Gotha, das Who is who?, hat jetzt 88 Jahre ununterbrochenen Erscheinens hinter sich. Die Zahl der Seiten ist in jedem Jahr die gleiche: 3765. Er enthält alle Namen der Personen, die „man kennen muß", und zwar nicht nur Amerikaner, sondern auch bekannte Europäer, denen allerdings nur ein kleiner Raum gewidmet wird. Unter den Amerikanern müssen selbst bedeutende Politiker hinter den Gesellschaftslöwen zurückstehen. So werden Roosevelt nur 18 Zeilen gewidmet, während auf den gegenwärtigen „Helden" der Neuyorker Gesellschaft, einen jungen Danderbilt, mehr als fünfzig ent« fallen. — In den amerikanischen „Gotha" eingetragen zu sein, ist Übrigens Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur amerikanischen Gesellschaft, und wer einmal in einer Ausgabe nicht genannt wird, hat mit einem erheblichen Verlust seines Kredites zu rechnen. Doppelgängerei, sehr peinlich. (th.) Neuyork. Das Problem des Doppelgängertums hat bekanntlich schon viele Schriftsteller und Dichter zur Nachgestaltung gereizt — aber das Leben selbst hat sich eben erst wieder im Falle des 21jährigen George Hayes in Neuyork als der unübertrefflichste Dichter erwiesen und einen vom amerikanischen Standpunkt aus ausgezeichneten „thriller" geformt. George Hayes, ein arbeitsloser junger Kaufmann, wurde kürzlich auf einer Neuyorker Verkehrsstraße von einem ansehnlichen Polizeiaufgebot verhaftet, und als die dabei zusammengelaufene Menschenmenge erfuhr, der Verhaftete habe am hellichten Tage ein Kolonialwarengeschäft überfallen, den Verkäufer erschossen und die Ladenkasse geraubt, hätte nicht viel gefehlt und der Arrestant wäre vom Publikum als „Gangster" an Ort und Stelle gelyncht worden. Die Polizei konnte Hayes, der kaum begriff, was mit ihm geschah, jedoch in ihrem lieber» faöroagen retten und zur Wache schaffen. Dort beteuerte Hayes mit Recht seine völlige Unschuld. Aber zehn Zeugen, die den Raubüberfall mitangesehen hatten, bestätigten übereinstimmend und mit den genauesten Angaben, der ihnen Gegen- Übergestellte sei der Täter gewesen. So wurde Hayes, nicht gerade in sanftester Weise, ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Wer aber beschreibt sein Erstaunen, als er am nächsten Tage beim gemeinschaftlichen Spaziergang im Gefängnishof einen Gefangenen erblickte, der nicht nur durch feine überraschende Ähnlichkeit sein, Hayes', ausgesprochenes „Double" war, sondern tatsächlich auch genau denselben Konfektionsanzug trug wie er selbst? Es gelang ihm, festzustellen, daß jener wegen sinnlos Trunkenheit, öffentlichen Randalierens, Widersetzlichkeit und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeliefert worden war. Und als er eine Gelegenheit herbeiführen und feinem „Double" jenen Raubmord auf den Kopf zufagen konnte, wegen dessen er selbst festgenommen wurde, floppte der andere plötzlich zusammen und machte vor Zeugen ein umfassendes Geständnis ... zu lassen und sich einstweilen an die Durchsuchung meines Gepäcks zu machen. Für einen Augenblick entlädt sich durch diesen Vorschlag die gespannte Atmosphäre. Meine zahlreichen Koffer enthalten alles, was der Fremde, der sich für längere Zeit in der Sowjetunion einzurichten hat, braucht. Unendliche Mengen Seife, Zahnpasten, Schnürsenkel, Bindfäden, Papier, Bürogegenstände, Toilettenpapier nicht zu vergessen, kurz: alles Dinge, die man dort überhaupt nicht oder nur in unvorstellbar schlechter Qualität bekommt. Jedes Stück wird ausgepackt, abgetastet, geprüft. Ein Spazierstock entlockt den Suchenden sofort die Frage: „Gewärr?" Ich verneine. Der Stock wird aus der Hülle genommen und entpuppt sich als solcher. Papiere und Bücher habe ich in einer Mappe, die zuletzt dran kommt. Ich bin in einer । etwas besseren Lage als der Franzose, weil ich leinen Journalisten - Ausweis für die Sowjetunion besitze. Dennoch wird auch bei mir jedes Blättchen umgedreht, Photographien meiner Frau werden gründlich studiert, Zeitungen, Zeitungsausschnitte und ein Buch, die Rußland- Memoiren des ehemaligen englischen Außenministers Samuel Hoare werden beiseite geleat. Diese letzteren hätten hier au bleiben, erklärten die Offiziere. Ich protestiere, oa ich auf Grund meines Ausweises sämtliche Bücher und Zeitungen des Auslandes rechtmäßig mitführen dürfe. (Ein Recht, das freilich kein einziger privater Sowjetbürger hat. Die Sowjetunion dürfte überhaupt das einzigste Land der Welt fein, wo jedes ausländische Buch und jede ausländische Zeitung in privatem Besitz schlechtweg verboten ist.) Inzwischen ist der „Natschalnik" (Vorgesetzte) an- gekommen. Zur Vorsicht kommt gleich der Chef der Grenzwache, im Range eines Obersten, mit. Bei dem Franzosen erreichen sie nichts. Er hält sein Bündel Briefe krampfhaft in der Hand, außerdem ist jede Verständigung unmöglich. Ich erkläre dem „Herrn Obersten" ebenso höflich wie deutlich, daß ich meine Bücher und Zeitungen behalten wollte. Er greift zu einer Zeituna und lieft: „Völkischer Beobachter". Kopfschütteln. Dann nimmt er das Buch Samuel Hoares, schlägt es auf und sieht das Titelbild, auf dem ... Zar Nikolai II. bärge« stellt ist. „Nelsja" (unmöglich) murmelt er jetzt. Er müsse die Sachen hierbehalten, sie könnten mir nur über die Moskauer Behörden wieder zugestellt werden. Ich gebe den Kampf auf, freilich nicht ohne die sichere Ahnung, daß ich Buch und Zeitungen nie Wiedersehen würde. ausgeliefert würden. Kürzlich weigerte sich nun aber die Universität, die wertvollen Handschriften heraus- zugeben, zumal Schweden überhaupt nicht um Rückgabe gebeten hätte. Der Minister ist dadurch in eine peinliche Lage geraten und hat der Universität eine Entschädigung von 100 000 Franken angeboten, was die Universität wiederum abgelehnt hat. Tatsächlich ist der Wert der Handschriften erheblich größer; er wird sicher gegen eine Million Mark betragen. Die Handschriften umfassen 22 Bände und enthalten mehrere Briefe Ludwigs XIV. an die Königin, ferner eine Abschrift des von der Königin verfaßten „Lebens Alexanders des Großen", eine Abschrift der „Sentenzen" Christines mit eigenhändigen Anmerkungen und Verbesserungen der Königin, zahlreiche Briefe von allen möglichen Kardinälen, Fürsten, Staatsmännern usw. des siebzehnten Jahrhunderts. Wie die Handschriften nach Montpellier gekommen sind, weiß man nicht. Nach der einen Lesart hat die Königin selbst sie auf ihrer Flucht durch Frankreich einem Einwohner von Montpellier zur Aufbewahrung übergeben, nach einer anderen sind sie von napoleonischen Soldaten aus der römischen Bibliothek des Kardinals Alban gestohlen und für einen Spottpreis an die Universität von Montpellier verkauft worden. Der Kardinal soll sie von der Königin selbst, die in Rom gestorben ist, erhalten haben. Für Schweden würde der Besitz der Handschriften naturgemäß einen Gewinn von nationaler Bedeutung darstellen, doch sind von schwedischer Seite noch keine Schritte unternommen worden, in den Besitz der Handschriften zu kommen. Das Kriegsdenkmal der Brieftauben. K. Lille. Hier wurde ein Denkmal zum Gedächtnis der 20 000 Brieftauben enthüllt, die im Kriege au ihrem Fluge umkamen. Bei der Verteidigung von Verdun spielten die Brieftauben eine große Rolle, da sie allein es fertig brachten, regelmäßig die Verbindung zwischen den Forts und dem Hinterland aufrechtzuerhalten und trotz Bombardements, Staub, Rauch und Nebel in verhältnismäßig kurzer Zeit Nachrichten und Befehle im Austausch zu überbringen. Eine Taube, die verwundet und völlig erschöpft ihre Botschaft überbrachte, wurde mit dem Kriegskreuz ausgezeichnet. Der Bürgermeister von Verdun war bei der Feier anwesend ferner Major Raynal, der Verteidiger des Fort Vaux. Die Glocken Verduns läuteten, sie wurden durch Rundfunk nach Lille übertragen und vor den Gedächtnisreden wurde ein Schwarm Brieftauben mit Botschaften nach Verdun abgeschickt. Das Denk- mal, von dem Bilhauer Descatoire errichtet, besteht aus einem steinernen Obelisken, auf dem die Leistungen der Brieftauben ausgezeichnet sind. Ferner sieht man eine stattliche Frauengestalt, Frankreich darstellend, von Tauben umflattert. Zu ihren Füßen lehnt ein Schild, das eine Taube im Fluge digkeit Über kritische Zeiten Hinwegzukommen. We- sentlich ist ihm die Lehre, daß ein Volk der poli- tischen Abhängigkeit verfällt, solange es wirt- schuf tlich nicht auf eigenen Fußen steht. Auch das mächtigste Heer könnte da nichts Entscheidendes ausrichten, wie man aus dem Beispiel Deutsch- lands im Weltkrieg weiß. Folglich mußte der Be- fehl ergehen, alle nationalen Hilfs- quelle» zu erschließen, die gesamte Erzeugung in den Dienst des Staates zu stellen. Nicht jedoch nach russischem Muster, nicht durch falsch verstandenen Staatssozialismus und Heranziehung aller Arbeiter und Bauern zu Sklaven, die lediglich ihr Futter erhalten, sondern durch Staats- f entrolle der großen Industrie und Unter- ftütiung der Landwirtschaft. Es ist bezeichnend, daß der Marxismus bei feinen Schimpfkanonaden immer der entscheidenden Frage ausweicht, die da lautet: Geht es den Arbeitern im faschistischen Staat besser als im liberalen? Wer sie verneint, der kennt das neue Italien nicht. Niemals haben die Arbeiter am Staat einen solchen Rückhalt, eine solche Sicherung gegen Ausbeutung gehabt, wie jetzt an den Einrichtungen des Fascio. Der kleinste Angestellte ist gegen plötzlichen Arbeitsverlust durch die obligatorische Abfindungssumme vor dem Aergsten geschützt. Der --------- r „ . autoritäre Staat hat soziale Forderungen erfüllt, | unmittelbar bevor. Der Krieg in Dftafrifa hat sie die marxistische Gimpelfänger nur wie Lockpfeifen I etwas verzögert. dergleichen. Diesmal sind es nur zwei Reifende, die das „gelobte ßanb'1 betreten haben. Vor mir kommt e i n junger Franzose, der eine Studienreise nach Rußland machen will, an die Reihe. Der Inhalt einer Koffer wird auf den Tisch ausgebahrt, Zeitungen läßt der Franzose widerspruchslos konfiszieren, ein Album mit Photographien wird von zwei kontrollierenden GPU.-Offizieren Blatt für Blatt tubiert und dann dem Eigentümer wieder zurückgegeben. Aber es findet sich noch ein Bündel Briefe, alle in zierlichen Umschlägen geordnet, von einer kleinen, schwer lesbaren Frauenhandschrift beschrieben. Der Franzose beschwört, daß alle Briefe von seiner Braut stammen und gänzlich unpolitischen Inhalts seien. Er erbietet sich, einen zur Probe durchlesen zu lassen und hält feine Hände dabei schützend vor das Häuflein Briefe. Die GPU.- Leute verstehen natürlich kein Wort, sondern lächeln nur stumm und geben durch Handbewegun- gen deutlich zu verstehen, daß die Briefe für sie von ganz besonderem Interesse feien. . In seiner Seelennot ruft der Franzose mich zu l oontragen will, erleben wir alle den höchsten Aus- Hilfe. Ich erkläre, worum es sich handelt. „Meine u--t- *"•**«*■*•«• Herren Offiziere", sage ich, „es sind private Briefe, die nicht durchgesehen zu werden brauchen. Außerdem ist die Handschrift schwer zu entziffern. Sie können also dem Fremden die Briefe ruhig zurückgeben." Die „Herren Offiziere", obgleich ein wenig erweicht durch diese im heutigen Rußland seltene Anrede, die sie offensichtlich mehr befriedigt als das „Genosse Komandir" des Sowjetbürgers, erklären jedoch, daß sie unbebingt bie Briefe lesen müßten. Zugleich fügen sie hinzu, baß bie Briefe hier gelassen werben müßten, ba aus ber Grenzstation niemanb französisch sprechen könne. Man müsse bie Briefe nach Moskau schicken unb bort würben sie bem Herrn bann „nach einiger Zeit" ausgeliefert. Der gute Franzose ist burch bie{e Eröffnung ehrlich entsetzt. Niemals werbe er sich von seinen Briefen trennen, sie hier zu lassen, ei ganz ausgeschlossen. Darauf schlage ich ben „Herren Offizieren" vor, ihren Vorgesetzten rufen men weroen, wenigstens so lange, bis sich ber neue Militär springt ab — ber Zug fährt langsam burch Haushalt so eingespielt hat, baß er burch geistige ein über bem Geleise aufgebautes Tor, auf bem Husarenritte nicht mehr gefährbet werben kann, eine aufgehenbe Sonne, Hammer unb Sichel an- - - ' - ' ‘ • gebracht sinb. Auf ber einen Seite (bem Nachbar- lanbe zu) trägt es bie Aufschrift: „Proletarier aller ßänber, vereinigt Euch", auf ber anberen Seite steht geschrieben: „Der Kommunis wirb alle Grenzen wegfegen," | Einstweilen merkt jeboch ber Frembe von blefem ■ Wahlspruch nur bas Gegenteil, nämlich baß ber Grenzübertritt in bas ßanb bes Bolschewismus ber ungemütlichste ist, ben man erleben kann. Hinter bem Tor springt sofort bie Grenzwache ber „Pogranitschnaja Ochrana", ber Grenz- !PU. auf. Zwei Solbaten gehen im ßaufschritt am uge entlang unb schauen unter {eben Wagen nach blinben Passagieren aus. Ein Offizier forbert bie Pässe. Dann setzt sich ber Zug roieber nach ber sowjetrussischen Grenzstation in Bewegung. Hier heißt es mit Sack unb Pack aus ft e i - g c n. Das Gepäck wirb in bie Zollabfertigungshalle gebracht, ber Reisenbe folgt. Die Zollabfertigung wirb yier fo ernst genommen wie in keinem anberen ßanbe. Aber man macht nicht etwa nur auf Zigarren ober Kölnisch-Wasser Jagb! Nein, man burchsucht bie Koffer ber Reisenben auf Zeitungen, verbotene ßiteratur, Waffen unb Aus aller Welt. scharrt und erst nach etwa drei Monaten auf dem Acker vergraben. Kunst und ^Äist'enschast. Riesige Schneefälle in West- und Süddeutschland. Im Bezirk der Reichsbahndirektion Kassel sind ungeheure Schnee massen niedergegangen, die stellenweise das Einsetzen von Schneepflügen notwendig machten. Auf der Strecke Brilon- Wald—Korbach ist ein Personenzug in zwei Meter hohem Schnee st ecken geblieben. Der heftige Sturm behinderte die Freilegungsarbeiten. Auch auf anderen Strecken haben fast sämtliche Züge durch starken Schneefall und den heftigen Sturm mehr oder weniger große Ver- fpätungen erlitten. Der Berkehr auf den Landstraßen ist vollständig lahmgelegt. In der Nacht zum Freitag trat im Schwarzwald ein plötzlicher Witterungsumschlag ein. Bereits am Donnerstagabend sing es an zu regnen. In den folgenden Stunden fiel die Temperatur immer mehr und Freitag früh waren die Täler und Höhen des Schwarzwaldes in eine Schneedecke gehüllt. Im Tal bewegten sich die Temperaturen um den Nullpunkt, während der Schau- insland — 3 Grad und der Feldberg — 4 Grad meldeten. Die Schneehöhe erreichte im Gebirge in den höchsten Lagen 10 bis 20 Zentimeter. * Nach einem starken Föhneinbruch erfolgte in der Nacht zum Freitag ein Witterungsumschlag im Allgäu, der einen gewaltigen Schneesturm brachte. Er schuf auch im Tal wieder eine Schneedecke von 5 Zentimeter. Am Freitagvormittag war das Thermometer auf den Gefrierpunkt gesunken. Der Schneesturm hat zu empfindlichen Verkehrs- störungen geführt. Zahlreiche Fernlastzüge sind auf der Strecke steckengeblieben. Leider hat der Schneesturm auch ein Todesopfer gefordert. Der 60 Jahre alte Brotfahrer K r o h n e r aus Rottach befand sich mit seinem Gespann unterwegs nach Hertnagel. Infolge schlechter Sicht, die auf den Schneesturm zurückzuführen war, geriet der Wagen über die Böschung und stürzte um. Der Lenker kam unter den Wagen zu liegen. Bis man den alten Mann auffand, war der Tod durch Ersticken eingetreten. lieber den Witterungsumschlag in unserer engeren Heimat wird im provinziellen Teil des Blattes berichtet. Eine Gruppe ausländischer Schüler, die sich in Deutschland zu Besuch aufhält, unternahm trotz schlechten Wetters eine Wanderung in das Schau- insland-Gebiet. Im Laufe des Tages blieb die Gruppe, die unter der Führung eines ausländischen Lehrers stand, im dichten Nebel und später in einem Schneesturm stecken. Die 12- bis 14jäh- rigen Schüler irrten den ganzen Tag umher, bis sie schließlich abends den Ort Hofgrund erreichten. Vier Jungens waren infolge der Strapazen so erschöpft, daß sie starben; zwei andere wurden in ernstem Zustande in die Freiburger Klinik eingeliefert. Immer noch Sturm an der Adria. Das Hochwasser in Venedig hielt am Freitagabend immer noch die tiefer gelegenen Punkte der Stadt überschwemmt. Die Sturmflut verursachte in den Kaufläden sehr großen Schaden. In der Umgebung der Lagune von Venedig hat die Sturmflut vor allem in den Obst- und Gemüsegärten große Verwüstungen angerichtet. In der Lagune von Grado wurden mehrere Fischerhütten durch den Sturm zerstört. Die Insel Grado selbst stand fast durchweg einen halben Meter unter Wasser. Viele Fischerboote kamen in Gefahr. Die Schifffahrt liegt völlig still. Das Unwetter hält, wenn auch mit verminderter Stärke, an. — Am nordöstlichen Ufer der Adria wütete ebenfalls der Sturm. Bei Abazzia kamen zwei Personen ums Leben. Man vermutet, daß es sich um Schmuggler handelt. Die eigene Frau ermordet und vergraben. Am Karfreitag wurde in der Camper Feldmark bei Stade (Bez. Hamburg) auf einem Acker eine weibliche Leiche gefunden, die dort vor längerer Zeit eingegraben worden war. Es gelang der Kriminalpolizei jetzt, die Leiche als die der Ehefrau Breuer aus Stade-Campe zu ermitteln, die seit Juli 1934 vermißt wurde. Ihr Ehemann gestand unter dem Druck der Beweismittel nach anfänglichem Leugnen ein, seine Frau während eines Streites erdrosselt zu haben. Die Leiche hat er zunächst auf seinem Grundstück im Hühnerstall ver- Jleue Frobenius-Expeditiou nach Nordspanien. Nachdem mit der 12. Reise im vergangenen Jahre die erste Periode der Frobenius-Expedi- Honen, die der Erforschung der afrikanischen Kulturen galt, abgeschlossen wurde, brechen in diesen Tagen zum ersten Mal die Wagen der neuen Expeditionsunternehmung, die unter dem Namen „Deutschlands Umwelt" sich die Erforschung der Weltkulturen zum Ziel gesetzt hat, zu einer Forschungsreise auf. Der besondere Zweck dieser Fahrt ist das Studium und die Aufnahme vorgeschichtlicher Felsbilder in den Höhlen Nordspaniens. Verschlechterung im Befinden des Komponisten Respighi. Im Befinden des bekannten italienischen Komponisten R e s p i g h i, der seit Monaten an schwerer Sepsis leidet, ist in den letzten Tagen eine solche Verschlechterung eingetreten, daß die Aerzte das schlimmste befürchten. Respighi, Mitglied der Königlichen Akademie von Italien, hat sich mit seinem musikalischen Schaffen weit über die Grenzen Italiens hinaus einen Namen erworben. Neues für den Dücheriifch. — Ulrich Sander: Bauern, Fischer und Soldaten Preis in Ganzl. 4,80 Mark. Propylaen-Verlag, Berlin. — (44) — Ulrich Sander ist 1892 in Anklam (Vorpommern) geboren. Mit dieser Landschaft, mit den Bodden, Buchten und Inseln ist Sander blutsmäßig verbunden. 1914 geht er als Fahnenjunker eines Pionier-Bataillons in den Krieg. Dann steht er ein Jahr im Grenzschutz. In den Jahren 1919 bis 1925 ist er im Landbund tätig. 1926 fängt er als kleiner Büdner an der hinterpommerschen Küste ganz von vorne an. Als einer der ganz wenigen hat er bereits 1922 auf einer selbstgegründeten Bauernhochschule die Hakenkreuzfahne gehißt. 1893 wird er zum Leiter der neu- gegründeten nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Potsdam berufen. Heute lebt Ulrich Sander als freier Schriftsteller auf eigenem Grund und Boden an der Ostsee. In seinem neuen Buch hat Sander eine Reihe seiner kleineren und größeren Novellen zusammengestellt. Die Menschen dieser Erzählungen tragen ihr Schicksal in ihrem Blut. Es find die Männer und Frauen, Burschen, Mädchen und Kinder der norddeutschen Tiefebene vom Rhein bis zum Belt, deren Entwicklung keineswegs immer gerade, schlicht und zielbewußt verläuft, die aber alle den Maßstab für ihr Tun und Lassen ausschließlich aus sich selbst holen können. Sie kennen die Zähigkeit härtester Arbeit ebenso, wie die Lust an Fest und Fröhlichkeit, den Rausch des duftenden Dünen- Sommers, wie die fressende Gewalt des Meeres. So leben diese Menschen in der Weite und Schwere des platten Landes und der strengen Küste ihr schweigsames, oft absonderliches aber stets hochgespanntes und natürliches Leben. — „T rost bei Goethe" nennt sich ein bibliophil ausgeftattetes, schmales Bändchen (86 Seiten mit zehn Bildern und einer Handschrift), das, herausgegeben von Heinrich Tieck, bei der I. G. Speidel'fchen Verlagsbuchhandlung, Wien IX und Leipzig C 1. erschienen ist. — (61) — Ein „Buch zum Schenken", wie in der Tat verlockend und mit gutem Grunde auf dem Schutzumschlag zu lesen ist, ein „Buch des Trostes, der Freude, der Liebe, der Lebenskunst und des guten Glücks". Goethe selber schrieb (im Oktober 1811) das Motto: Gott giebt die Nüsse, aber beißt sie nicht auf. Der Inhalt: Goethe- sche Lebensweisheit in Vers und Prosa von überallher; das Ganze also ein weltlicher Katechismus, ein Vademecum ... für alle Lebenslagen, wenn man es recht verstehen will, für Goethefreunde und Gvethe- fenner und solche, die es werden wollen. (Diese insbesondere würden übrigens wahrscheinlich ein kurze Quellenangabe bei jeder Stelle begrüßt haben.) Die beigegebenen Bilder führen auf eine sinnvolle Weise in die klassische weimarische Welt ein; man findet da nicht nur das Gartenhaus und das Stielerfche Porträt, sondern auch etwa einen Blick in Goethes Bibliothek, die wundervolle Gesichtsmaske aus dem Jahre 1807 (abgenommen von Weißer) und, so reizvoll wie rührend, ein Bild der schlafenden Christiane, gezeichnet von Goethe. — Das geschmackvolle Bändchen sei der Aufmerksamkeit aller Bücherfreunde empfohlen. —y — — A. von Schell: Kampf gegenPanzer- mögen. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O., Berlin. Preis: broschiert "2,60 Mark, Ganzleinen 3,20 Mark. — (60) — Wenn die Apostel des gepanzerten Motorfahrzeugs mit ihrer Annahme recht haben, daß dieses schon in naher Zukunft Alleinherrscher auf den Schlachtfeldern fein wird, so braucht man sich über die Panzerabwehr nicht mehr lange den Kopf zu zerbrechen. Wo nur noch Panzer gegen Panzer kämpft, hat die Frage, wie der Un- gepanzerte sich gegen Panzer schützen soll, ihren Inhalt verloren. Noch aber bestehen alle Heere in ihrer Masse aus ungepanzerter Infanterie und Artillerie, und solange dies so ist, wird auch dis Frage der Panzerabwehr an Wichtigkeit von kaum einer anderen übertroffen. Es ist daher verdienstvoll, daß in fyer vorliegenden Schrift von einem Major im Generalstab der Versuch gemacht wird, die Frage der Panzerabwehr im Zusammenhang zu behandeln. Kampfgrundsätze für die Panzerabwehrverbände abzuleiten und die Mitwirkung der anderen Waffen — Infanterie, Artillerie, Pioniere und Flieger — bei der Abwehr von Panzern darzustellen. Des Verfassers klar entwickelte Gedanken erscheinen wohl geeignet, als Grundlage für praktische Erprobung zu dienen. Aber auch für jeden, der sich über den gesteigerten Aufgabenkreis eines modernen Heeres unterrichten will, wird das Buch von besonderem Interesse fein. RundfunkUroaramm. Dienstag, 21. April. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Morgenmusik aus Konstanz. 10: Schulfunk. 10.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon- zert I. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (I). Benjamino Gigli. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die deutsche Frau. „Es war einmal ..." Deutsche Volksmärchen und ihre tiefere Bedeutung für jung und alt. Eine Hörfolge. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Schallplattenkonzert. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Scheherazade. Sinfonische Dichtung von Rimsky Korsakoff. 19.45: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Jedes Mädchen schwärmt für die Marine. Ein Unterhaltungskonzert. 21.30: Europäisches Konzert. 22.10: Nachrichten. 22.25: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Wetten bericht des Reichswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt. Der über Deutschland zur Entwicklung gekommene Sturmwirbel, dessen Zentrum heute früh über Mecklenburg liegt, hatte gerade in unserem Gebiet katastrophale Auswirkungen im Gefolge. Es wurden nicht nur außerordentlich ergiebige Niederschlagsmengen (vielfach mehr als vierzig Liter Wasser pro Quadratmeter) erreicht, sondern auch durch Schneefälle und Sturmböen große Schäden angerichtet. Mit der weiter Nordwärtsverlagerung des Wirbels läßt fein Einfluß auf unser Wetter nach. Aussichten für Sonntag: Witterungs- befferung mit zeitweiligem Aufreißen der Bewölkung und Abnahme der Schauerneigung, nachts Frostgefahr, doch tagsüber wieder milder, ab- flauende westliche Winde. Aussichten für Montag: Weiter fortschreitende Witterungsbessening und Erwärmung. Lufttemperaturen am 17. April: mittags 1,1 Grab Celsius, abends 3 Grad; am 18. April: morgens 3,4 Grad Celsius. Maximum 8,9 Grad, Minimum heute nacht 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. April: abends 5 Grad; am 18. April: morgens 4,3 Grad Celsius. — Niederschläge 22,1 mm. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschloffen. 2^ ZURTMiKÜsfudL. Gießen, Ostern 1936 Der große Ufa-Sonderfilm: 3lESSEM-HINDENßUR6WA[tS 2472 D Was wissen Statt Karten Manner* Gasthaus 25 4D Statt Karlen! J Statt Karten! 2482 a Höhere PrivaisMe feen Wernerwall 15 95aOQtUltN Hühneraugen, Hornhauty Für die vielen Aufmerksamkeiten zu unserer Silberhochzeit danken wir herzlich Verlobungs-Anzeigen iefert Brühl'sche Druckerei Oberrealschul-Lehrplan, realgymnasiale u. gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprü- füng durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprechstunden täglich 11.30—13 Uhr. Fernspr. 2129. Rudolf Benner und Frau Gertrud/ geb. Kolb Zollinspektor Otto Zimmer und Frau Else, geb. Trebing Vermählte Frauenfreud/Frauenleid bringt ein heikles Thema zu unerhört lebensechter und wahrer Darstellung und ist besonders berufen, junges Liebesglück zu schützen und manche Enttäuschungen des Lebens zu verhüten. Was wissen denn Männer... nur in Sonderveranstaltung e n Gießen (Seltersweg 47), den 18. April 1936 _______________________________________________2503 D Auch für bescheidene Ansprüche ausgesuchte Modelle Einzelmöbel Polstermöbel ,2492 A beseitigt Sicher ■ schmerzlos radikal Die glückliche Geburt ihres zweiten Töchterchens geben bekannt Jede Frau mühte jeden Mann jede Mutter mühte jede Tochter bestimmen, diesen Film zu sehen! Preisliste und Proben kostenlos ^HANDLUNG ^IIK'öRFABRIK Philipp Lange und Frau, geb. Kreuder Bäckerei, Neustadt 37 Gießen, denlS.Apri 11936 ____________________________________01785 Riemen stets am Lager Rund in allen Stärken Für die anläßlich der Konfirmation unseres Sohnes erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege herzlichen Dank Ludwig Sack und Frau nebst Sohn Gießen, den 18. April 1936 01 ? 50 WIESECK Sonntag, den 19. April, ab 19 Uhr TANZ „Zum kühlen Grund“ Inhaber A. Schepers onso (Lizenz: Türck-Düsseldorf) Nur heute Samstag, den 18. April abends 10.45 Uhr: Nacht-Vorstellung Karten im Vorverkauf an der Tageskasse Gloria-Palast Selters weg MiMWllM Klein-Linden Sonntag & Anfang 19.Avril jjyUllJ Uhr! Es ladet ein Franz Rathenow. Riemen- _ r -Gießen Laufer il't Wobei: führende l)X|li Fachgeschäft 1 V [. BRÄNDPLATZl BadSalzhausen W Das nervenberuhigende Heiibad ■■EggsM/?- Herz - u. Gefäß leidep - R h eu ma Erschöpfungszustände ~Katarrhe . PAUSCHAL-U. VE RG UN STIGUNS KU REN ! AUSKÜNFTE ERTEILT : HESSISCHE B A D E D I R E KTIO N Rektor, Dozenten-und Studentenfchaft der UNIVERSITÄT GIESSEN laden hiermit alle Volksgenossen auf Mittwoch, den 22. April 1936, 20*4 Uhr, in die Neue Aula des Vorlesungsgebäudes, Ludwigstr., zu einem z Vortragsabend mit Lichtbildern über die tato VMM-Wi!« IW Es spricht der Expeditionsleiter, Dipl. - Landwirt Dr. habil. A. Scheibe (Giefeen) über: Die Ergebnisse und Erlebnisse der deutschen flindukusch-Expedilion Der Eintritt ist frei. 2476d Es ist höchste Zeit wenn Sie noch teilnehmen wollen an der am 24. April 1936 beginnenden Preu&.-Süddeutschen Klassen-Lotterie Mk. Für 3 Mit« pro Klasse 1OO Lose zu haben bei den Gießener Staatlichen Lotterieeinnehmern Buchacker, Nonen Bälle II Flimm, Walltorstr. 63 ______251OD Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen, Schulstraße 7 Edelweiß, die Königin der Alpen! 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SEKTION lichaft t alle Volks- Uhr, in die r., zu einem ildern .-Landwirt HM tt<6° ----— :it terie lk. orstr. 63 251QP^. Hl 91 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 18. April 1956 Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gegen der Arbeit. Laßt uns froh sein über den Anblick des weiten Feldes, das mir zu bearbeiten haben! Laßt uns froh (ein, daß mir Kraft in uns fühlen, und daß unsere Aufgabe unendlich ist. Johann Gottlieb Fichte. Zweierlei Art Menschen gibt es. Die einen stöhlen bereits am frühen Morgen, wenn die Arbeit Beginnt, und haben im Ablauf des Tages nur den “inen Gedanken: Läge doch die Arbeit erst hinter uns! Die andern gehen frisch und munter, womög- ich mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen, an • Jie Arbeit heran, und — siehe da! — sie geht ihnen lott von der Hand. Ganz gewiß geht die Arbeit flott von der Hand, wenn wir sie mit Lust und Liebe anpacken. Daran I ist kein Zweifel! Aber ist so das herrliche Wort I Lichtes zu verstehen? Fichte hätte es nicht auszusprechen brauchen, denn wir haben genug Sprichwörter, die davon be- i-ichten, daß „frisch gewagt schon halb gewonnen" 1t. Es kommt Fichte, dem deutschen Rufer, auch gar 1 nicht darauf an, uns etwa ein Rezept, ein Mittel, chen zu geben, wie mir's machen müssen, damit die Arbeit bald hinter uns liegt; sondern Fichte ruft uns zu, froh zu sein im Anblick des weiten Feldes, das mir zu bearbeiten haben! Mit anderen Worten: froh zu fein, daß die Arbeit vor uns Liegt. Das aber ist deutsche Art! Und zu dieser deutschen Art, die Arbeit anzusehen, müssen mir durchstoßen. Doch noch mehr will der große Deutsche von uns! Wir sollen froh sein, daß wir Kraft in uns fühlen! Ist es nicht ein beglückender Ruf, der an uns er« zeht? Froh zu fein, daß mir Kraft in uns fühlen? i Und roirb nicht bei diesem Ruf eine seltsame Wechselwirkung in uns spürbar? Fühlen wir nicht, je E roher mir über unsere Kraft roerben, diese Kraft i mmer mehr in uns wachsen? Und plötzlich kommt es uns auch selbst gar nicht i mehr darauf an, daß die Arbeit hinter uns liegt, andern mir erfüllen — gleichsam unaufgefordert | — schon den dritten Ruf Fichtes und sind bereits : roh, daß eine unendliche Aufgabe unser harrt! In diesem Augenblick aber sind mir ganz deutsch geworden! In diesem Augenblick weitet sich das I Leden vor uns zu einer heiligen, zu einer göttlichen Verpflichtung! Und wir sind in diesem Augenblick I nicht nur froh, sondern auch dankbar, daß wir Deutsche sind und wir für Deutschland arbeiten | dürfen! Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater (Ring Deutsche Bühne): 20 bis I 23 Uhr „Undine". — Gloria-Palast, Seltersweg: : .Heißes Blut"; 22.45 Uhr, Nacht-Borstellung: „Was i wissen denn Männer!" — Lichtspielhaus, Bcchnhof- Uraße: „Donau - Melodien". — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr, Kameradschafts- ' Abend im „Aquarium". — Deutsche Stenographen- ichast, Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr, Unterhal- dungsabenb aus der „Karlsruhe". — Ski-Klub Gieren: 20 Uhr in sämtlichen Räumen bes Gesell- chaftsvereins (Klub) Skigaubi im Walsertal. — Hubertus: Jugendsuche, 19 Uhr Essen unb Preis- uertcilung im Hotel Schütz. — Tageskalender für Sonntag. Musikzug der SA.-Standarte 116: 11 Uhr vor ! der Volkshalle. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr , 3. Morgenfeier; 19 bis 22 Uhr „Undine". — Glo- . L'ia-Palaft, Seltersweg: „Heißes Blut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Donau-Melodien". — Loangelische Stadtmission, Löderstraße 14: 20 Uhr Wortrag von Pastor Modersohn. — Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr der Opernerfolg „Un- Dine", romantische Zauberoper von Lortzing. Musi- gkalische Leitung: Paul Walter; Spielleitung: Paul W r e b e. Vorstellung der Deutschen Bühne, freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Der Spielplan des Stadttheaters Gießen vom 19. bis 26. April. Sonntag, 19. April, von 11.30 bis 12.30 Uhr, =4. Morgenfeier. Alte Musik. Rezitation von Anekdoten um Friedrich den Großen. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Rezitationen: Karl Dolck. Für Stammabonnenten ist der Eintritt frei! Von 19 IKns 22 Uhr zum letzten Mal „Undine", romantische ^Zauberoper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Die ^Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 21. April, von 20 bis 22.30 Uhr, „Towarisch", Ko- nnödie von Jacques Deval; bearbeitet von Curt »Goetz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. 27. Diensttag-Abonnement. — Mittwoch, 22. April, von 19.30 9bis 22 Uhr, „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. 27. Mittwoch-Abonnement. — Frei- ttag, 24. April, von 20 bis 22.30 Uhr, „Tiefland", Oper von Eugen d'Albert. 27. Freitag-Abonnement. — Samstag, 25. April, als Vorstellung der Deut- fschen Bühne zum letzten Mal „Lapp im Schnoken- lloch", ein Spiel von Eduard Reinacher. Spiellei- llung: Wolfgang Kühne. Hieraus: „Der zer- lbrochene Krug", Lustspiel von H. v. Kleist. Spiel- lleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf zu 'Tagespreisen an der Abendkasse. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Sonntag, 26. April, von 19 bis 21.30 Uhr, außer Abonnement, der Opernerfolg „Tief- Iland" von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: 'Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Vortrag über die Deutsche Hindukusch- Expedition 1935. Der Rektor, die Dozenten- und die Studentenschaft unserer hiesigen Universität veranstalten am kommenden Mittwoch, 22. April in der Reuen 'Aula der Universität einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Dr. habil Scheibe (Gießen), der Expeditionsleiter, spricht über die Deutsche Hindukusch- > Expedition 1935. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. Evangelische Stadtmission Löberstrahe. Am morgigen Sonntag, 20 Uhr, spricht Pastor 'Modersohn in der Evangelischen Stadtmission Löberstraße 14. Auf die heutige Anzeige sei beson- iberg hingewiesen. Gießener wochenniarktpreise. * Gießen, 18. April. Auf dem heutigen Wochen- imarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Die Gießener GA. am Geburtstag des Obersten SA-Führers. Der Führer des SA.-Standortes Gießen, Standartenführer Lutter, hat zum Geburtstag des Obersten SA.-Führers Adolf Hitler am kommenden Montag, 20. April, einen Standortbefehl an die SA. erlaßen, in dem folgendes befohlen wird: Am Montag, 20. April, trägt die gesamte SA. des Standorts Gießen großen Dienst- a n z u g ohne Mantel. Um 20.30 Uhr findet auf Oswaldsgarten Vereidigung der SA. mit anschließendem Großen Zapfen ft reich statt. Zu diesem feierlichen Ereignis wird die Fahnengruppe mit dem Feldzeichen der Standarte und den Sturmfahnen im Geleit eines Fahnensturms um 20.15 Uhr vom Standartengebäude durch die Kirchstraße zum Oswalds- garten marschieren; Musik: Spielmannszug und Musikzug der Standarte 116. Auf Oswaldsgarten marschieren die Stürme und das RSKK. im Viereck um den weiten Platz auf, in dessen Mitte der Standartenführer stehen wird. Die zu vereidigende SA. steht neben dem Spielmannszug, dem Musikzug und der Fahnengruppe entlang dem Werner- wall. Rach Schluß des Großen Zapfenstreiches er- erfolgt der Rückmarsch der Fahnengruppe und des Fahnensturms unter Vorantritt des Sptelmanns- zugs und des Musikzugs durch die Neustadt, Sonnenstraße zum Standartengebäude. Die übrigen Formationen rücken anschließend zu ihren Standquartieren ab. Ausruf an die Eltern der neuauszunehmenden Zungmädel. Am 29. März stellte sich das deutsche Volk geschlossen hinter den Führer. Am 20. April wird die deutsche Jugend dazu aufgerufen. Im vergangenen Iahr reihten sich die 10—14jährigen fast zu 100 Prozent in das IV. und in die 32H. ein. Ein neuer Jahrgang rückt heran, der Jahrgang 1925/26. Die einzige Aufnahmemöglichkeit für diesen besieht b i s zum 2 0. April. Die Sperre wird erst aufgehoben für den nächstfolgenden Jahrgang an Ostern 1937. Lassen Sie alle zu den Jungmädeln kommen. Das schönste Geschenk für den Führer soll sein. Alle 10- und 11jährigen Jungen und Mädel sind in der Hitler-Jugend! heil Hitler! Die Führerin des JM.-Untergaues 116. Ruth Fabian. Dienstbefehl: Die Aeberweisung der Jungmädel in den RDM. und die Verpflichtung der neuaufzunehmenden Jungmädel findet am Montag, 2 0. April, um 17 Uhr, vor der V o l k s h a l l e statt. Das Antreten geschieht gruppenweise in der Stadt. Die IM., die bereits beruflich tätig sind, kümmern sich rechtzeitig darum, daß sie freibekommen. Es darf selbstverständlich niemand fehlen! Eltern hört: Der Reichsjugendführer spricht zur deutschen Elternschaft Sonntag, 19. April, 19.30 bis 20 Uhr über alle deutschen Sender. Versäumt nicht, seine Botschaft zu vernehmen. Vier Stunden später hören alle Jungen und Mädel: Deutschlands Jugend grüßt den Führer. Eine große Ringsendung der Hitlerjugend zum Geburtstag des Führers von 0.00 bis 0.30 Uhr. Aus allen Gauen sendet die HI. dem Führer ihre Glückwünsche. Es ist Dank und heiliger Schwur zugleich. * -rächtliche Reichssendung der Hitlerjugend bottt 19. zum 20. April. NSG. Zum Geburtstag des Führers hat sich die Hitlerjugend eine eigene Ueberraschung ausgedacht. In der Nacht vom 19. zum 20. April wird die HI. in der Zeit von 0.00 bis 0.30 Uhr den Führer über alle Reichssender grüßen, ihm danken und ihn beglückwünschen. Die Sendung wird obergebietsweise durchaeführt. Von Norden und Süden, von Osten und Westen werden die Hellen Stimmen der Pimpfe durch den weiten Raum zum Führer klingen, werden ihre Lieder ihn grüßen, am frohesten wohl aus dem durch seine Tat befreiten Westen. Die Glückwünsche des Reichsjugendführers werden diese neuartige und eindrucksvolle Sendung an den Führer beschließen. Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, (Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10Vz, Klasse B 10, Klasse C 9'/r, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Weißkraut, bas Pfunb 15 bis 18, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 45 bis 50 Pf., Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 30, Kartoffeln, bas Pfund 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 25 bis 50 Pf., Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 45 bis 65, Salat 20 bis 25, Salatgurken 70 bis 80, Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 30, das Stück 5 bis 20, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 15 Pf. AusparteiamtlichrnBekanntmachungen In der Ortsgruppe Gießen-Süd müssen ^lle Mitgliedskarten mit den Anfangsbuchstaben S, Sch, St sofort wahrend der Kassenstunden am Montag, Mittwoch und Freitag von 20 bis 21.30 Uhr zum Umtausch gegen das Mitgliedsbuch eingereicht werden. Dabei sind zwei amtliche Paßbilder unb ein Mark Ausfertigungsgebühr mit abzugeben. Als letzter Termin ist der Freitag, 24. April, bestimmt worden. Wer die gesetzte Frist für die Einreichung der Anträge nicht einhält, muß damit rechnen, daß sein Antrag bis zur Erledigung des gesamten Alphabets zurückgestellt wird. In der Ortsgruppe Gießen-Nord sind die Mitgliedskarten mit den Anfangsbuchstaben S, Sch, unb" St zwecks Umtausch für bas Mitgliedsbuch, ebenfalls mit Paßbildern und einer Mark Ausfertigungsgebühr, spätestens bis zum Mittwoch, 22. April, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 16, vorzulegen. Amt für Volkswohlfahrt. Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Giehen-Oft. Die Sammlung wird Dienstag, 21. und Mittwoch, 22. Apiil, von der NS.-Frauenschaft durch« geführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und den Inhalt außen sichtbar an« geben. Ortsgruppe Gießen-Süd. Am Mittwoch, 22. unb Donnerstag, 23. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Opferring-Sammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten. Deutsche Arbeitsfront. Arbeitsschule der DAF. Ende April beginnen folaende Lehrgänge: la Richtiges Deutsch. 2a Vom schlechten zum rechten Handelsbrief. 3a Rechnen I — Grundrechnungsarten. 4a Rechnen II — Prozent-, Zins- und Diskontrechnung. 5a Die Buchführung des Handwerks. 6a Englisch I für Anfänger. 7a Englisch II für Fortgeschrittene. 8a Französisch I für Anfänger. 9a Französisch II für Fortgeschrittene. 10a Höhere Mathematik I. 11a Höhere Mathematik II. 12a Technisches Zeichnen. 13a Elektrotechnik. 14a Hochfrequenztechnik. 15a Die grundlegenden Fachkenntnisse des jungen Metallwerkers. 16a Metallkunde. 17a Technisches Rechnen. 18a Technisches Zeichnen — Fachzeichnen — für Metallwerker. 19a Kraftfahrzeug-Mechanik. 20a Motorkunde. 21a Vortragsreihe „Die textilen Faserstoffe". 22a Fachlehrgänge für Hausgehilfinnen. Weitere Fachlehrgänge in Deutscher Kurzschrift und Maschinenschreiben beginnen in der kommenden Woche. Sofortige Anmeldungen erbittet die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, Gießen, Schanzenftraße 18, Zimmer 5, Tel. 3275. LandschafisbundVolkstum undHeimat. Orlsring Gießen. Morgen, Sonntag, 19. April, um 11 Uhr: Photo- und Herbarium-Ausftellung geschützter Pflanzen im Botanischen Institut, Brandplatz 4; anschließend Gang durch den Botanischen Garten unter Führung von Herrn Dr. Heidt. Zutritt frei. Jeder Naturfreund willkommen. Deutsche Zägerschast. Jagdkreis Gießen. Der Kreisjägermeister teilt folgendes mit: 1. Genehmigte Anträge auf Ausstellung eines Jagdscheines gehen von "dem Kreisjägermeister unmittelbar und ohne Beachrichtigung des Antragstellers an das Kreisamt Gießen, wo die Ausstellung der Jagdscheine erfolgt. Rückfragen an den Kreisjägermeister erübrigen sich damit. 2. Jagdausübungsberechtigte, die noch verwendungsfähige Gifteier besitzen und nochmaliges Auslegen für wünschenswert halten, erhalten dazu die Erlaubnis für die Tage: Mittwoch 22., Freitag 24. April. Benachrichtigung der Ortspolizeibehörde hat umgehend und unmittelbar zu -erfolgen. yT \ Die ^utfdie Arbeitsfront / n.6.=6emeinf(haft „firaft durch freubc" Die für Sonntag, 19. April, angesetzte Wanderung nach Gleiberg—Krofdorf—Gleibachtal—Wißmar—Launsbach ist auf Sonntag, 26. April, verlegt. Die Betriebswarte wollen entsprechende Anschläge in ihren Betrieben anbringen. Ortsgruppe Grohen-Linden. Am Sonntag, 3. Mai, findet eine Omnibusfahrt an den Edersee statt. Die Fahrt kostet mit Mittagessen 4,70 Mark. Anmeldungen müssen umgehend bei dem Ortswart S t e i n e I, Großen-Linden. erfolgen. Anmeldungen können auch auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenftraße 18, erfolgen. Gröningen. Wie wir hören, findet am Samstag, 18. April, 20.30 Uhr, in der Turnhalle ein froher Samstag- Abend von „Kraft durch Freude" statt. Es ist gelungen, die bekannte Künstler-Truppe Kiesel aus Frankfurt zu verpflichten. Im Anschluß an die künstlerischen Darbietungen findet Tanz statt. Eintritt 50 Pf. Garbenleich. Wie wir hören, findet am Sonntag, 19. April, 20.30 Uhr, im Saal Lotz ein froher Sonntag-Abend von „Kraft durch Freude" statt. Die Künstler-Truppe Kiesel aus Frankfurt a. M. sorgt für Stimmung. Anschließend Tanz. Eintritt 50 Pf. vuhbach. „Kraft durch Freude" teilt mit, daß am Samstag, 18. April, 20.30 Uhr, ein Wetterauer Heimatabend mit dem Unkel Kunneroad im „Hessischen Hof" statt« findet. Der Abend verspricht ein frohes Erlebnis zu werden. SA.-Marschmusik vor der Volkshalle. Am morgigen Sonntag, 19. April, spielt der Musikzug der Standarte 116 anläßlich einer Marschübung von 11 Uhr vormittags ab vor der Volks- Halle in Gießen. Unsere Volksgenossen unb Volks« genoffinnen feien besonders darauf hingewiesen. Sperre der Reichsautobahn. NSG. Die Reichsautobahnstrecke Frankfurt am Main—Viernheim ist vom Montag, 20. April, 5 Uhr, bis Mittwoch, 22. April, 6 Uhr, zur Durchführung von FSHroersuchen gesperrt. Der öffentliche Verkehr muß während dieser Zeit über die Reichs- und Landstraßen gehen. Fachschaststagung in Friedberg. Der Schlachtvieh-Derwertungsverband hält mit der Landesfachschaft der Viehoerteiler am Mittwoch, 22. April, in Friedberg, Hotel Trapp, von 10 bis 12 Uhr eine Fachschaftstagung ab. Die arischen Fachschaftsmitglieder werden auf diese Tagung aufmerksam gemacht und besonders darauf hingewiesen, daß es sich um eine Pflichtversammlung handelt und das Erscheinen dringend notwendig ist. „Rabattbuch", n:cht „Sparbuch " Fwd. Nach einer Mitteilung des Reichskommissars für das Kreditwesen ist die Bezeichnung „Sparbuch" für Hefte, die zum Einkleben der vom Einzelhandel ausgegebenen Rabattmarken dienen, aus Kreisen der Kreditinstitute beanstandet worden. Die daraufhin angefteUten Ermittlungen haben ergeben, daß die Bezeichnung „Sparbuch" in diesen Fällen allgemein als unzutreffend angesehen wird und eine Berwechslungsgefahr mit den von den Kreditinstituten ausgegebenen Sparbüchern begründen kann, so daß sie zu Irreführungen geeignet erscheint. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel weist daher darauf hin, daß die zum Einkleben von Rabattmarken bestimmten Hefte künftig nicht mehr als „Sparbuch" zu kennzeichnen sind. Statt dessen ist eine andere Bezeichnung, wie z. B. „Rabattheft", „Rabattkarte" oder „Rabattbuch" zu wählen. Die häufig verwendete Bezeichnung „Rabattsparbuch" wird hiervon nicht betroffen, da durch den richtigstellenden Zusatz „Rabatt" bereits Irreführungen vermieden werden. ♦ ** Schülerzuwachs im Realgymnasium. Die Schülerzahl im Realgymnasium unserer Stadt beträgt für das neue Schuljahr 544. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine geringe Erhöhung der Schülerzahl. Neu ausgenommen wurden 72 Sextaner und 17 Schüler in andere Klassen. ** Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vieh-)Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. (Siehe heutige Bekanntmachung.) ** Verbesserung in der Benutzung von Urlaubskarten. Ab 1. Mai wird eine Verbesserung bei der Urlaubs- und bei der Ostpreußenkarte eintreten. Es sind jetzt bei der Rückfahrt vier Fahrtunterbrechungen gestattet, und der Rückweg darf gegenüber dem Hinweg über einen um die Hälfte längeren Umweg gehen. Bisher waren es nur drei Unterbrechungen und ein um ein Drittel längerer Umweg. Die Urlaubskarten und auch die Ostpreußenkarten erfreuen sich bei den erholungsuchenden Reisenden allgemeiner Beliebtheit. Sie wurden beide in ihrer jetzigen Form im Mai 1935 einge- sührt und zwar beträgt bei der Ostpreußenkarte die Ermäßigung 40 v. H. und mehr, je nach der Entfernung, bei der Urlaubskarte beträgt sie bei einer Entfernung bis zu 400 Kilometer 20 v. H. unb steigert sich auch hier bei wachsender Entfernung. Der auf der Rückfahrt mögliche Umweg und die dabei gestatteten Fahrtunterbrechungen sind von jeher sehr begrüßt worden. Amtsgericht Gießen. In der gestrigen Hauptverhandlung stand der bereits elfmal vorbestrafte Hans Kramer aus Gie- ßen wegen Rückfallbetrugs vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte kam in feiner Eigenschaft als Versicherungsagent im September vorigen Jahres nach Nieder-Bejsingen. Dort suchte er Handwerker aus und spiegelte ihnen vor, von der Handwerkskammer geschickt zu sein, und sie seien verpflichtet, in eine Lebensversicherung einzutreten. Auf diese Weise wurden eine Anzahl Personen geschädigt. Das Gericht erkannte unter Annahme mil- dender Umstände auf 9 Monate Gefängnis. Der H. B. aus Eisenach tarn mit seinem Motorrad aus der Löberstraße in Richtung Ludwigsplatz unb verursachte durch unvorschriftsmäßiges Fahren einen Zusammenstoß mit der Straßenbahn. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 5 Mark Geldstrafe. Einige Burschen aus Watzenborn hatten sich wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu verantworten. Der G. B., der E. H. und der R. Sch. kamen am 21. April vorigen Jahres von einem Fußballspiel. Nachdem sie tüchtig dem Alkohol zugesprochen hatten, glaubten sie, einen auf der Straße Leihgestern—Watzenborn daherkommenden Radfahrer, der angeblich nicht geklingelt haben sollte, anrempeln zu müssen. Der Radfahrer wurde vom Rade gerissen und erlitt erhebliche Perletzungen am Knie. Die Angeklagten wurden durch Strafbefehl zu je 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen diesen Strafbefehl verfolgten sie Einspruch. In der bereits am 9. d. M. stattgefundenen Hauptverhandlung ergab sich, daß als Alleinschuldige an diesem Vorfall der R. Sch. und der G. B. in Frage kommen. Während der G. B. es vorzog, seinen Einspruch zurückzunehmen, wurde der R. Sch. wie im Strafbefehl zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Deutsch - englisches Frontkämpfertreffen in Limburg. LPD. Limburg, 17. April. Der Gautag der ehemaligen Kriegsgefangenen, der in den Tagen vom 27". bis 29. Juni 1936 in Limburg ftattfinöet, wird mit einem deutsch-englischen Frontkämpfertreffen verbunden sein. Es werden 50 englische Kriegsgefangene und Frontkämpfer der British Legion erwartet, außer- dem 3000 ehemalige Kriegsgefangene aus dem Gau Süd-Westdeutschland sowie Abordnungen der Gaue Rheinland, Westfalen, Württemberg unb Baden. K ■ M UM -> .. ..'.’.&XQZ&.'-jiti/~ Tt9w^.>$Öijv ^dW^W : 'W 'M * -r MZ F" M . - '«^*O «tzhM^: K" X / §JL-Spoit Aufruf? »sängt auf eigenem Platze die Allendorf. Der Vorteil des bei er- Das OlymvMe Dors vom Flugzeug aus gesehen Übungen. (gez.) v. T s ch a m m e r. retz Tausende von Kindern wachsen zwischen den engen Mauern der Großstädte auf. Die Ellern können sie nicht jedes Jahr zur Erholung schicken. Ihnen soll durch die Kinderlandverschickung die Möglichkeit zur Erholung gegeben werden, damit sie zu gesunden Menschen heranwachsen. Hunderte von Müttern, vor allem der kinderreichen Familien, müssen auf dem Land und in der frischen Luft neue Kräfte sammeln für ihre Familien. Auch ihnen hilft das Erholungswerk des deutschen Volkes durch die Mütterverschickung. And den Tausenden pflichttreuer Politischer Leiter, SA.- und SS.-Männer, die Jahr für Iahr im Dienste des Volkes stehen und nicht die Möglichkeit haben, sich von der harten Berufsarbeit zu erholen, soll durch die „A d o l f - h i t l e r - F r e i - plahspende" Gelegenheit gegeben werden, ihre Arbeitskraft zu erneuern. Viele, die es ermöglichen können, werden daher auch in diesem Jahr freudig einen Ferien- Freiplatz ihrer örtlichen TlSV.-Dienststelle zur Die 2. Jugend empfängt auf eigenem Platze Die 1. Jugend des TD. Allendorf. Der Vorteil des eigenen Platzes sollte den Gießenern das notige Uebergewicht geben, den Gegner zu schlagen. Die 3. Jugend mißt ihre Kräfte mit der 2. Ju- gend von Heuchelheim. Der Kampf sollte erwartungsgemäß unentschieden enden. Die 1. Schülermannschaft hat gegen die gleiche von Klein-Linden Gelegenheit, einen weiteren Sieg Verfügung stellen und auch damit dem Führer seiner Arbeit für Deutschland helfen. Der Gaupropagandaleiter Müller-Scheld, deihen findet; es find Fälle bekannt, in welchen zwischen Plasma und Kern nur unvollkommenes Gleichgewicht zu bestehen scheint. Ob das Plasma sich im Lause der Generationen an den Kern „an- paht" oder der Kern seine Qualitäten ändert, so daß das artfremde Eiplasma ihm keine Entwicklungshemmung bedeutet, ist schwer zu sagen; Tatsache ist, daß jene Bastarde nach kümmerlicher erster Generation bei weiterer Züchtung sich „erholen" können. Daß der Kern seine Qualitäten ändern kann, ist aus vielen Mutationen zu erschließen; wir nehmen an, daß bei ihrer Entstehung oftmals Aenderungen der Erbfaktoren im Spiele sind. Die Bedingungen, unter welchen solche Aenderungen eintreten, sind nicht bekannt; wir sind mit ihrer Erforschung auf den Zufall angewiesen, der uns bei Durchsicht umfangreicher Aussaaten einige Promille Mutanten zuführt; wohl aber ist es schon jetzt möglich, durch experimentelle Eingriffe die Zahl der Mutanten zu erhöhen. (Behandlung mit kurzwelligen Strahlen, erhöhter Temperatur usw.). — Unter dem Mikroskop wurden kernlose Zellen demonstriert, die durch Zentrifugenbehandlung gewonnen worden waren. TD. Wetz Beide Mannst Reihen, so b werden kann. TB. hörn alte Rivalen a ost und mit tüi haben, treffen glauben nicht, lange pausiert behalten. ID. Hache einem mietet es in Haches aus sich herc zu einem 6ri nicht vergess immer einen cher Manns' Deutsch I in Berlin zi Probleme und Ergebnisse der experimentellen Zellforschung Vortragsabend der Gesellschaft für Natur und Heilkunde zu erringen. . .. Die 2. Schülerelf kämpft gegen Allendorf mit einem gleichwertigen Gegner. Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe. Lollar — Burg (Küster, Verghausen). Aßlar—Sportfreunde Wetzlar (Rüfpeler, Gleiberg). In Lollar fällt die Entscheidung, wer die Führung der Tabelle bei den Aufstiegspielen übernimmt. Beide Mannschaften sind bis jetzt ohne Punktverlust. Aßlar sollte gegen Sportfreunde Wetzlar zu einem eindeutigen Sieg kommen, da die Wetzlarer bis jetzt in jeder Weise enttäuscht haben. Sportverein 1920 Heuchelheim. Mit reichlich Ersatz aus der zweiten Mannschaft fährt die erste Elf am Sonntag nach Butzbach und wird kaum Aussichten auf Erfolg haben. — Auf eigenem Platze spielt die erste Jugend gegen die erste Jugend von Rodheim. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Nächsten Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung die gleiche des TV. Klein- Linden zum Gesellschaftsspiel. Die Gäste verstehen zu kämpfen und die Einheimischen müssen sich vorsehen, wenn der Sieg in Leihgestern bleiben soll. Da die Blau-Weißen mit derselben Besetzung des Vorsonntags antreten und sich durchaus bewähren, hofft man im allgemeinen auf einen knappen Sieg, der Spielvereinigungsleute. Vor diesem Spiel treffen sich die beiden Jugendmannschaften ebenfalls zum Freundschaftsspiel. Da sich beide Mannschaften noch nicht gegenüberstanden, muß man den Ausgang des Spieles als offen bezeichnen. Zum ersten Male treten die Leihgesterner Schüler auf den Plan. Gegner ist die Schülermannschaft des TV. Klein-Linden. Da die Einheimischen zum ersten Male antreten, müssen sie wohl den Gästen aus Klein-Linden den Sieg überlassen. Sportverein 1928 Garbenteich. Ausstiegspiel: Garbenleich I — Krofdorf I. Am morgigen Sonntag wird das erste Aufstiegspiel zwischen dem Sportverein Garbenteich und VfB. Krofdorf ausgetragen. Schauplatz des Kampfes ist Garbenteich. Der Gastgeber muß, wenn er das Spiel nicht verlieren will, alles aufbieten, was an Kraftreferven vorhanden ist. Zwar muß einiger Ersatz eingestellt werden, wenn die Mannschaft aber in technischer Hinsicht das gleiche Spiel zeigt, wie es am 1. Osterfeiertag zu sehen war, so sollte sie auf eigenem Platz doch in Front bleiben. In den vorhergegangenen Begegnungen des Sportvereins mit den Krofdorfern konnte der Sportverein jedesmal als Sieger hervorgehen. Vor diesem Kampf wird die erste Schülerelf zum Punktespiel gegen die gleiche des Sportvereins Lollar antreten. Das Vorspiel in Lollar endete mit 3:3 Toren. Familienabend des Tv. „Gut Heil" Wißmar. Der Turnverein „Gut-Heil" Wißmar hatte seine Mitglieder zu einem Familienabend in seinem Vereinslokal Wolf eingeladen. Mit dem Einmarsch der Turner und dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Turner auf zum Streite" wurde der Abend eröffnet. Vereinsführer Hermann schilderte in kurzen Umrissen die zukünftige Tätigkeit der DT. im neuen Reichsbund für Leibesübungen und bat alle Mitglieder, sich auch im neuen Bund tatkräftig einzusetzen. Die Treue zum Führer und zum Reichsbund wurde mit einem dreifachen „Gut- Heil" bekundet. Abwechselnd folgten nun Hebungen. 1 an verschiedenen Geräten. Ein flottes Theaterstück wurde von verschiedenen Mitgliedern aufgeführt: und fand lebhaften Beifall. । Das Olympische Fußball-Turnier. Das Olympische Fußball-Turnier liegt jetzt in seinen Grundzügen fest. Bei mehr als 16 Meldungen: - werden in Städten des Reiches Ausscheidungs- , kämpfe durchgeführt. Alle übrigen Spiele finden: t in der Reichshauptstadt statt. Parallel mit dem i eigentlichen Olympia-Turnier läuft ein vom DFB. i ausgeschriebenes Trostturnier für die Mannschaften^ - die in den Ausscheidungskämpfen und in der ersten ■ Hauptrunde des Olympia-Turniers geschlagen wurden. Vottsbestandsaufnahme Neue Ziele der Sippenforschung. Leiter der Landesstelle für Volksaufklärung und Propaganda. I KinderlandverMung der WB. NSG. Zu den großen Aufgabengebieten der NS.-Volkswohlfahrt gehört die Kinderlandoerschickung. Die Sorge um die Heranwachsende Jugend, in der der Führer die Garanten der deutschen Zukunft sieht, hat diese Organisation werden lassen. Sie setzt sich zum Ziel, möglichst viele Kinder aus Stadt und Land auszutauschen: auf dem Land werden bei den Volksgenossen Freistellen für Stadtkinder, in der Stadt Freistellen für Landkinder geworben. Die Eltern haben die vollkommene Gewißheit, ihr Kind, von NSV.-Helfern sicher geleitet, in eine Erholungsstelle schicken zu können, die selbst wieder der ständigen Kontrolle der jeweilig zuständigen Ortsgruppe unterliegt. Ebenso wichtig wie für unsre Stadtkinder eine Erholung in Licht und Sonne und ungebundener Freiheit ist, ist es für die Landkinder, mit den Sehenswürdigkeiten und Kunstschätzen der Stadt und ihrem Großstadtverkehr bekannt zu werden, lieber eine Million Kinder haben bereits die Wohltat der Kinderlandoerschickung erlebt. Aus Pommern, Oberschlesien, Bayern, Westfalen, aus dem Saargebiet, kurzum aus allen Gebieten unseres herrlichen Vaterlandes erreichen uns die begeisterten Grüße unserer kleinen Schützlinge. In manchmal erschütternden Briefen erkennen wir, welche Märchenwelt sich unsren Kleinen öffnet, wie die geringfügigsten Kleinigkeiten, an den wir Erwachsene vielleicht vorbeigehen, zu Erlebnissen werden. Jubelnde Kinderstimmen, strahlende Augen, von Sonne und Wind gebräunte Gesichter zeugen davon, daß der Führer der NS.-Volkswohlfahrt in der Kinderlandver- schickung ein unendlich segensreiches und dankbares Aufgabengebiet gegeben hat. Wer für f i e wirbt, wirbt für den Führer! Mit den ständig wachsenden Anforderungen bei der Beschaffung von Urkunden für den Nachweis : der deutschblütigen Abstammung ist auch die Frage : einer umfassenden Volksbestandsaufnahme , immer brennender geworden. Einmal aus dem 1 Grund, weil die Kirchenbücher der größten Schonung bedürfen, wenn sie als Quellen und Dokumente weiterhin erhalten bleiben sollen. Zum anderen aber auch deshalb, weil nur eine systematische und wirklich erschöpfende Erfassung aller Personen und Sippen die Möglichkeit gibt, die bisherigen toten Punkte in unserer Einzelforschung zu überwinden. Erst wenn dieser Zustano erreicht ist, werden mir wirklich in der Lage sein, den Spuren unserer Ahnen in den vergangenen Jahrhunderten nachzugehen und die Zusammenhänge unter den einzelnen und heute noch vereinzelten Sippen herzustellen. Zu diesen Gründen kommt aber noch ein weiterer, sehr wesentlicher Umstand hinzu, der die Durchführung einer derartigen Arbeit sehr dringlich macht. Solange jeder für sich und seine Familie die Forschung einzeln betreibt, so wie das heute noch zum größten Teil der Fall ist, wird überall Doppelarbeit geleistet. Diese wird durch die Ahnengemeinschaft, in der wir mit den anderen heute lebenden Menschen stehen, hervorgerufen. Man hat z. B. errechnet, daß sich alle Ahnentafeln der heute lebenden Generation bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges bereits 3000fach überschneiden. Welche Fortschritte für jeden einzelnen Forscher erzielt und was hier an nutzloser Arbeit erspart werden könnte, wenn einmal planmäßig gearbeitet und die so gewonnenen Ergebnisse allen nutzbar gemacht würden, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Aus diesen Gründen sind auch von Fachleuten und Nichtfachleuten bereits seit längerer Zeit zahlreiche Vorschläge gemacht und gelegentliche Versuche unternommen worden, um den einfachsten und zugleich zuverlässigsten Weg einer derartigen Arbeit zu finden. Allerdings kann davon noch keiner als wirklich endgültig und unbedingt zuverlässig bezeichnet werden. Es handelt sich eben zunächst nur um theoretisch ausgearbeitete Systeme, bestenfalls um Versuche in kleinem Maßstabe, und diese müssen solange auch als solche gewertet werden, bis aus der Summe der gesammelten Erfahrungen die endgültigen Richtlinien herausgegeben werden können. |i "L die I1* d-- 1 r-rr Ms 9 flrti in 111 Lg-® » £> 'm «»i1* < fid> n2 .ml &t,t fei **.*> I,. Io. Ibt. W Mers i|t85 Jber Sieger Slo- Mnd mit Ersatz antt tM technisch i die Oberhand Sie Jugend t To. Rut Io. Lützel! Ruttershause gleichwertigen zur Zeit wohl iE. ist kaum Yens die ersorc Zusammenspie In Lützeiin eigenen Platz' den Sieg stri mit ernsthast« In der Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde sprach am Donnerstag Prof. Küster im Botanischen Institut vor zahlreichen Zuhörern über das Thema: „Die Probleme und Ergebnisse der experimentellen Zellforschung". Nach kurzer Kennzeichnung der vielseitigen Forschungsaufgaben der experimentellen Zytologie wendet sich der Vortragende zu denjenigen, die Entwicklungsschicksal und Reaktionsvermögen experimentell veränderter Pflanzenzellen betreffen. — Auf vielen Wegen ist es möglich geworden, die Ausstattung von Zellen mit lebendiger Substanz zu beeinflussen — in quantitativem Sinne, wenn z. B. einer Zelle der Kern genommen oder ihr ein überzähliger Kern gegeben wird, — in qualitativem Sinne dann, wenn es gelingt, das Protoplasma oder den Zellkern zu verändern. Eingehend behandelt werden die Verfahren, die zur Entstehung kernloser Zellen oder Zellfragmente führen: das Schicksal dieser und jener wird beschrieben. Den Zellen ein Plus von Kernsubstanz zu geben, gelingt sogar im großen Maßstabe dann, wenn man statt haploider Moospflänzchen diploide, tetraploide, polyploide entstehen läßt, d. h. solche, deren Zellen mit dem zwei-, vier-, mehrfachen Besitz von Kernsubstanz beladen sind. Breiten Raum in der modernen zytologischen Literatur füllt die Behandlung, derjenigen Fälle, in welchen nicht die ganze Kernsubstanz einer Zelle verdoppelt wird, sondern zu dem normalen Chromosomenbestand nur ein einzelnes überzähliges Chromosom hinzutritt (trysome Pflanzen). Mit der Gewinnung solcher Fälle sind wir auf den Zufall angewiesen; die Bedingungen, unter welchen die Mitosen oder Kernteilungen derart beeinflußt werden, daß ein Tochterkern 2 n + 1, der andere 2 n — 1 Chromosomen erhält, sind noch nicht bekannt. Mannschaft, die, wenn auch sehr auf Kampf eingekeilt ist, doch über ein gediegenes technisches Können verfügt. In ihrem Sturmführer haben sie einen Spieler, der über ein überdurchschnittliches Können verfügt. Nach den Ergebnissen der letzten Spiele darf man von den Hiesigen erwarten, daß sie auch in Ockershausen ihren Mann stehen. VfB.-Reichsbahn 1. — Atten-Buseck 1. In diesem Spiele haben die Gießener zu bewei- en, daß die Vorspielniederlage nicht dem richtigen Kräfteverhältnis beider Mannschaften entsprach. Jugendfußball. Die 1. Jugend tritt in ihrem letzten Spiel um die Kreismeistersthaft in Großen-Buseck an. Wenn auch ohne den Punktgewinn aus diesem Spiele in ihnen der Meister schon feststeht, so darf dies für sie keinen Anlaß bilden, diesen Kampf leicht zu nehmen. Man erwartet, daß auch dieses Spiel ein weiterer Beweis für die spielerische Ueberlegenheit der Gießener Mannschaft bildet. Eine Aufnahme des Olympischen Dorfes bei Döberitz, in dem die Olympiakämpfer aus 51 Nationen eine ideale Wohn- und Derpflegungsstätte finden. Im Mittelpunkt sieht man das ringförmige Vermal' tungsgebäube. — (Freigegeben durch RLM. 1.4.36. — Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Germania Marburg I. Für Sonntag haben sich die Blau-Weißen die Germanen aus Marburg zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. In früheren Jahren bekam man die Marburger Mannschaften eher mal zu Gesicht, und es ist noch in lebhafter Erinnerung, daß die Kämpfe mit den Mannschaften von Marburg, Ockershausen, Wallau usw. mit zu den interessantesten zählten, die sich auf den Gießener Plätzen abgewickelt haben. Nachdem jedoch die Gruppeneinteilung neu vorgenommen wurde, sind die Spiele mit diesen Mannschaften seltener geworden, und es bleibt nur noch die Möglichkeit, die Vereine durch Gesellschaftsspiele in Verbindung zu bringen. Germania Marburg, die mit zu den ältesten Vereinen des Lahnbezirks zählt, steht in den diesjährigen Verbandsspielen im Kreis Marburg an fünfter Stelle. Bei ihr haben sich dieselben Begleiterscheinungen bemerkbar gemacht, wie bei den Blau-Weißen. Durch allzu often Spielerwechsel war die Mannschaft steter Formschwankung unterworfen. Die in den letzten Spielen erzielten Resultate lassen jedoch darauf schließen, daß die Mannschaft wieder im Kommen ist, und sie wird darauf Wert legen, am Sonntag zu beweisen, daß sie immer noch zu den spielstärksten Mannschaften im Lahnbezirk zählt. Spieler wie der Mittelläufer Happ, die Stürmer Zschokke und Wagner sind die Hauptstützen der Elf. Die Blau-Weißen treten hierzu in folgender Aufstellung an: Schmidt; Zeiler, Lippert; Sinning, Heilmann, Hain; Dörr, Günther, Enders, Garth, Henkelmann. In der Hintermannschaft steht Lippert, der seine abermalige Berufung in die Gaumannschaft bei den Spielen in Stettin und Halle durch glänzende Leistungen rechtfertigte, wieder zur Verfügung. In Sinning erscheint ein neuer Mann von Hermannia Kassel. Im Sturm wird es, falls dem Urlaubsgesuch von Clement Genehmigung erteilt wird, noch eine Aenderung geben. 1900 II — Germania Marburg II. Vor dem Ligaspiel treten sich die beiden Reserve- Mannschaften gegenüber. Beide Mannschaften standen sich im vergangenen Jahr zum letztenmal gegenüber. Waren es hier die Blau-Weißen, die das bessere Ende für sich hatten, so glaubt man diesmal an einen Erfolg der Germanen. Jugendspiele. Die zweite Jugend tritt zum fälligen Rückspiel in Wieseck an. Ob sie die vor einiger Zeit erlittene Niederlage am Sonntag wett machen kann, ist im voraus nicht zu sagen. Die Mannschaft ist inzwischen jedoch weiter verstärkt worden und wird sich so leicht nicht geschlagen bekennen. Die erste Schülerelf empfängt die gleiche Mannschaft der Sportfreunde Wetzlar zu einem Freundschaftsspiel. Die Stärke der Gäste ist nicht bekannt. Jedoch sollten die kleinen Blauweißen auch dieses Spiel für sich entscheiden. Die zweite Schülerelf hat als Gegner ebenfalls Sportfreunde Wetzlar. Wenn die Mannschaft so spielt, wie im letzten Spiel gegen Hanau 93, dürfte das Spiel für sie gewonnen sein. BfB.-Micbsbahn Gießen. Die Ligamannschaft in Ockershaufen. Nachdem in letzter Stunde das Spiel des Kreises Gießen gegen den Kreis Dillenburg wegen Witte- rungsverhältnissen abgesagt werden mußte, besteht für die Gießener die Möglichkeit, in stärkster Anstellung in Ockershausen anzutreten. Seit einer langen Zeitspanne treffen in diesem Spiele zwei Mannschaften aufeinander, die sich schon immer spannende Kämpfe geliefert haben. Der Gastgeber nimmt in der Bezirksklassentabelle der Gruppe Marburg einen mittleren Tabellenplatz ein. Es ist somit gleichzeitig Gelegenheit geboten, sich ein Bild über die Spielstärke der dortigen Bezirksklasse zu machen. Die Ockershäuser stellten schon immer eine Qualitative Veränderungen des Zellenleibes hält man vor allem durch Mischung und Fusion artfremder Protoplasmen und Kerne. An den Zellen mancher Siphonenen hat man neuerdings erfolgreich Pfropfungen durchgeführt, die Zellenstücke verschiedener Artzugehörigkeit zur Verbindung brachten; bei den Sporangienträgern manchen Pilze glückt es, den Inhalt, einer -s--Zelle in das Lumen einer —-Zelle zu pressen, ohne sein Leben zu gefährden. Daß artfremde Kerne miteinander sich verbinden können, lehrt jede Bastardbefruchtung. Die Entstehung eines entwicklungsfähigen Bastardes fetzt aber nicht nur jene Kernfusion voraus, sondern ist auch nur dann möglich, wenn der väterliche Kern in dem ihm artfremden mütterlichen Protoplasma fein Ge- A0NW Urheberrechts 40 ifortsetzun. Der junge zarten Lied Heimat. Und Moosboden h überhört habe °US, um sie n das Anderer. 2lu I P ms Gras Nmi fremb . ” foimnt Bl L >. Sotme |b's ®albe5 U] | es iungen ® I er blonde R! | Augen, sc und zu ! b^ne5, mär 1 Santen^ Wolle zu > erma >■ Vanr 1 Ör richt« rNte iif K ÄH SÄ Ä°'l Bitten-glein in u Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die sonst recht beachtenswerte Darstellung des Pfarrers I. Demleitner (Eschenlohe bei Garmisch-Partenkirchen) zu werten, der in Verbindung mit dem Münchner Sippenforscher A. Roth eine „Anleitung zur übersichtlichen Darstellung des sippenkundlichen Inhalts der Kirchenbücher in Familienbüchern" in der Schrift „Der Weg zur Volksgenealogie" zu geben versucht. Das von ihm vorgeschlagene Verfahren läuft auf eine Verzettelung der Kirchenbücher und die anschließende Anlage der Familienbücher hinaus. Wie schon aus dem Untertitel hervorgeht, handelt es sich hier aber mehr um die örtliche, auf die einzelnen Pfarrgemeinden abgestellte Kirchenbucharbeit, während Vorschläge für die Ausweitung zum Sippenbuch des Deutschen Volkes überhaupt fehlen. Umfassende Vorschläge in dieser Richtung macht Oswald Spohr, der Inhaber des Leipziger sippenkundlichen Fachverlages De- gener & Co. in einer Schrift „Volksbestandsaufnahme seit etwa 1600". Allerdings dürften diese Vorschläge kaum durchführbar fein. Sein Gedanke, die Kirchbücher im Faksimile-Druckverfahren in ungefähr 1000 Exemplaren zu vervielfältigen (!) und diese dann zum Teil zu verkaufen bzw. in einzelne Eintragungen zerschnitten abzugeben und eine Personenkartei daraus zu erstellen, beweist, wie groß auch bei den Fachleuten die allgemeine Unsicherheit noch ist. Wie gesagt — das letzte Wort in diesen Fragen ist bis jetzt noch nicht gesprochen. Eine endgültige Regelung ist aber in allernächster Zeit zu erwarten, so daß dann die Arbeiten in breiter Front und reichseinheitlich aufgenommen werden können. Oie Durchführung nacholympischer Veranstaltungen. Die Pressestelle des Reichssportführers teilt mit: „Für die Durchführung nacholympischer Veranstaltungen ist in jedem Falle die Genehmigung der Reichsführung des DRL. (Reichssportführers) erforderlich. Genehmigungen werden nur in beschränktem Umfang erteilt, nach Maßgabe einer vernünftigen Beanspruchung der Aktiven und der allgemeinen erzieherischen Aufgaben der deutschen Leibes- Handball im Kreis M lLahn-Dill) Schuh den Vogelnestern! -wer Schüler' lermannschajl! und rein Nachdruck verboten! 40 Fortsetzung Der junge Mann blieb stehen und lauschte dem rten Lied. Es war wie ein Willkommgruß der Vermeidung und zur Beseitigung etwa schon vorhandener Schäden. Den zweiten Hauptoortrag hielt Professor Dr. Löhr, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in Kiel. Er besprach die durch mechanische zarten Lied. Es war wie ein Willkommgruß der Heimat. Und als er zwei Eichhörnchen auf dem Moosboden spielen sah, die seine Schritte wohl überhört haben mochten, wich er ihnen vorsichtig aus, um sie nicht zu verjagen. der Sonn' entgegen!" sang der junge Wanderer ganz fröhlich vor sich hin. Jetzt hob sich aus dem Sonnenglast ein Berg mit einem grauen, schloßähnlichen Gebäude. Ein Fähnlein oben flatterte fröhlich im Winde. Sehnsüchtig schaute der junge Mann hinauf. Dort war sein Ziel. Würde er alles so finden, wie er es sich erträumt? Ein tiefer Atemzug hob seine Brust. Nach zwanzig Minuten steilen Aufstiegs stand er an der Umfassung dieses Burgschlosses. Wein rankte sich um die niedrige Mauer. Sie war so niedrig, daß der Fremde, hoch gewachsen wie er war, hinüberspähen konnte. Und nun hielt er entzückt still. Der Anblick, der sich ihm bot, war wirklich märchenhaft. Ein Durcheinander goldgelber Küken quirlte in der warmen Sonne hin und her. In der Mitte stand ein blauäugiges, blondes Mädel mit strahlenden Augen und lachendem, rotem Mund. Jetzt kniete es nieder und griff hinein in dies wollige, goldgelbe Gequirl. Und fünf, sechs kleine Küklein piepten plötzlich auf dem buntblumigen Gartenkleid des jungen Mädchens. „Sind Sie die Königin dieses Hühnerstaats, mein gnädiges Fräulein?" Eine sonore Männerstimme ließ Lore Ankermann aus ihrer Verzückung emporfahren. Mit einem Ruck stand sie auf derb beschuhen Füßen. Verwirrt starrte sie in das lachende Antlitz des blonden Mannes. Sie wurde dunkelrot und dann blaß. Und dann wieder rot. Das war doch — aber nein, das war doch unmöglich. Im ersten Augenblick hatte sie geglaubt, dies sei Pepita Arlesi. Denn der Fremde batte genau die Gesichtszüge, die sie von der Photogravhie her kannte, und die sie immer und immer wieder betrachtet batte. Aber Vepito war ja laut seiner eigenen Beschreibung brünett und braunäugig — ganz ihr Typ. So hatte si" wenigstens bisher geglaubt. Doch, wie sie nun plötzlich diesen Unbekannten sah mit den strahlenden blauen Augen und dem bell- blonden Haar — diesen Fremden, dessen Gesicb^s- züge dem Pboto Pepitos zum Verwechseln ähnlich waren, fand sie auf einmal, daß dunkel gar nicht mehr so ihr Typ war, daß sie diesen blonden Menschen geradezu entzückend fand, und daß er ganz stark auf sie wirkte, wie ein Sohn des Landes, das sie über alles liebte, wie ein Sohn ihrer deutschen Heimat. Sie schämte sich. Was war denn nur mit ihr los? Wie konnte ein Fremder einen solchen Eindruck auf sie machen? Ein Fremder, der .nicht Pepita war, sondern nur eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm hatte? Gewaltsam zwang sie sich, ihre Verwirrung zu verbergen. Und als der Fremde sie noch einmal fragte, lachte sie befangen auf. „Hühnerstaat? Hübnerkinderaarten wäre zutreffender. Auf jeden Fall bin ich alles andere als 'mischen zum 1 öen Gästen Einflüsse entstandenen Kreislaufveränderungen wies darauf hin, daß gerade bei den Verletzungen durch stumpfe Gewalt, Oie Tippgräfin. Vornan von Mothilde v Stegmann. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. hmar. r Wihmlll milienabenb in j . Mit dem Ein- ifamen Gesm te" wurde bi! -mann hälftige Tätigt Leibesübungen n neuen Buiö m Mer lliü reifachen „M nun Uebungp es TheaterD »rn aufgeD -Turnier. iegt jetzt in 1^ 16 Meldung Ausscheidung? Spiele fi* rllel mit in vom Mannschaft^ i in der erste» 5 geschlagen durch Schlag mit der Wagendeichsel, Hufschlag äußerlich nur ganz geringe Verletzungen am Ver- Ehrengaft zu den Olympischen Spielen nach Berlin eingeladen. Nurmi, der seinem Vaterlande zu nicht weniaer als acht Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Antwerpen, Paris und Amsterdam verhalf, wird die Einladung annehmen. Kurze Sportnotizen. Deutsche Turner werden am Dienstag nächster Woche unter Führung des Reichssportführers eine Bulgarienreise durchführen. Im Staatstheater in Sofia werden die Deutschen im Rahmen einer Olympia-Werbeveranstaltung ihr Können zeigen. * Dr. Peco Säumens (K ö l n), der bekannte Fußball-Schiedsrichter, ist zur Leitung des Länderspieles Tschechoslowakei—Spanien am 26. April in Prag eingeladen worden. Die Kreislauskrankheilen in ihrer sozialen und arbeilshygienischen Bedeutung Oer 2. Tag der Bad-7!auheimer Aerzte-Tagung. 'gestern. SSN Äleini te verstehen en !>ch non Reiben soll. 'I'etzung des ' bewähren, I aPpen Sieg, ben Jugend, astsspiel. Da 'überstanden, als offen beheimat, daß ich dich wiederhabe!, dachte der Wanderer. Auf einer kleinen Waldwiese warf er sich ins Gras und starrte glücklich in den seiden- blauen Himmel, der ihm schöner erschien als der Himmel fremder Länder, weil es das Firmament der Heimat war, das ihn grüßte. Die Sonne kam warm durch die kleine Lichtung d>es Waldes und legte ihr Gold auf das blonde Haar des jungen Mannes. Der träumte vor sich hin. Die» er blonde Riese, mit den tiefen, blauen, strahlenden Augen, schien das Urbild seiner Heimat zu sein. Ab und zu flog ein amüsiertes Lächeln über sein braunes, männliches Gesicht mit den festgefügten, markanten Zügen Er schien an irgend etwas sehr Reizvolle zu denken. Sonst hätte wohl kein so weicher, erwartungsvoller Zug um seinen Mund gelegen. Dom Tal her kam leiser Glockenklang. Der Träumer richtete sich auf. Höchste Zeit!, sagte er zu sich selber. Er erhob sich, klopfte ein paar Tannennadeln von seinem Wanderanzug. Dann zog er einen Taschenspiegel jeraus und besah sich aufmerksam. Ja, alles war i.n Ordnung. Das graue Wanderjackett umfaßte bequem und doch knapp die sportliche Erscheinung. Dann zog der junge Mann eine zusammengelegte Reisemütze aus der Tasche, die er etwas schief und verwegen auf das blonde Haar setzte. „Soweit siehst du ja ganz ordentlich aus, mein Junge!" sagte er. „Wollen nun mal schauen, ob andere auch mit mir zufrieden sind." Aus der Brusttasche des Jacketts holte er einen Wegeplan und studierte ihn aufmerksam. Aha, es i'timmte. Hier rechts mußte ein kleiner Abkürzungsweg ihn zum Ziel führen. Er ging ein paar Schritte inks in das Tannendickicht hinein. Wirklich, da 'land schon ein Schild, das ihm den Weg wies. : Fröhlich vor sich hinpfeifend, wanderte er aufwärts. Das Vöglein oben auf dem Tannengipfel hörte mitten in seinem Trillern auf, als unten eine sonore Männerstimme die Waldeinsamkeit durchdrang. „Wer recht in Freuden wandern will, der geh' Große Schäden erwachsest der Vogelwelt alljährlich durch die Katzen. Es wurde einmal behauptet, daß nur solche Katzen zu Nesträubern würden, die verwildert wären oder in der Fütterung vernachlässigt würden. Dem ist jedoch nicht so. Das Vogelräubern liegt in ihrer Natur wie das Mäusefangen. Deshalb muß jede rohe Bekämpfung der Katzen abgelehnt werden. Verständnisvolles Hand-in-Hand- Arbeiten von Katzenliebhabern und Vogelschützern wird hier immer zum Erfolg führen. Neuerdings wird das „Katzenvorhemdchem' sehr empfohlen. Es ist dies ein kleines Brettchen, daß die Katze vor die Brust geschnallt bekommt. Dadurch wirb sie in keiner Weise gequält, aber am Besteigen von Bäumen und Sträuchern gehindert. Der Sächsische Pflanzenschutzdienst in Dresden läßt sich die Verbreitung sehr angelegen sein. Will man ein auf einem Baurn befindliches Vogelnest vor Katzenraub schützen, so lege man um den Stamm einen „Vogel- scyutzgürtel". Er besteht aus zugespitzten Eisendrähten, die ähnlich der Schutzvorrichtung an den Masten der elektrischen Ueberlandwerke angebracht werden. Damit sich die Menschen keinen Schäden zufügen können, bringe man sie über Mannshöhe an. Billiger kommt man indes zum Ziel, wenn man einige Schwarz- oder Weißdornreiser mit dem dornigen Geäst nach unten um den Baum legt. Will man Höhlenbrüter auch noch gegen anderes Raubzeug, wie Elstern, Krähen oder Eichhörnchen schützen, so umhülle man die Niststätte in größerem Bogen mit weitmaschigem Draht. Die Vogeleltern lassen sich durch diese Schutzmaßnahme nicht im geringsten bei der Atzung stören. Bad-Nauheim, 17. April. (LPD.) Die am 16. April begonnene Gemeinschaftstagung der Deut» scheu Gesellschaft für Kreislaufforschung und des Aerztlichen Ausschusses der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz ist heute mit einem sehr großen Tagungsprogramm fortgesetzt worden. Nachdem gestern in erster Linie der Kreislauf in seiner Beziehung zur Umwelt und Vererbung eingehend besprochen wurde, behandelten die drei Hauptreferate des heutigen Tages Fragen der mechanischen Einflüsse der gewerblichen Vergiftungen und der elektrischen Ströme auf den Kreislauf. Ministerialrat Professor Dr. Koelsch vom Bayrischen Institut für Arbeitsmedizin in München wies besonders auf die am häufigsten vorkommenden Vergiftungen aus Blei» und Kohlenoxyd, durch Schädigungen in der chemischen Industrie usw. hin und gab ausführliche Anregungen zur •offe. len). Nh', „“"'toerluft ®fjlar L Heim. 4« - Stuf 1 9e9en bie Gleich, osdors I. rste Ausstieg-: rbenteid) und tz des Kamp- wß, weny er mfbieten, rva- ' muß einiger e MannMt le Spiel zeig!, war, fo syilie t bleiben. '3n >es Sportser« Sportverein Lor diesem Puntlefpiel Idr antreten. Toren. bie g-V* °"d°r| mit men, in denen die organisatorische Durchführung der neuen Reichsbund-Aufgaben besprochen wurde. Als Rekord anerkannt. Nachträglich ist vorn Deutschen Schwirnrnverband die von Erwin S i e t a s am 11. März in Hamburg geschwommene Zeit (2:42) für 200 Meter Brust als deutscher Rekord anerkannt worden. Sietas selbst hat den Rekord inzwischen be- kanntlich auf 2:41,1 Min. verbessert. Nurmi als Ehrengast beim Olympia. Der Deutsche Olympische Ausschuß hat Paavo Nurmi, den größten Läufer aller Zeiten, als Leider gibt es überall herrenlose Katzen, gegen die man zur Selbsthilfe greifen kann. Diese strolchenden Räuber sind für Bodenbrüter und das Niederwild eine große Gefahr. Mit Hilfe der bekannten Fallen läßt sich ein Obstgarten leicht von Katzen frei halten. Wenn man dann noch sog. „Leitpfade" anlegt, wie es Freiherr von Berlepsch in seinem Vogelschutzpark in mustergültiger Weise zeigt, läßt sich das Ziel leicht erreichen. Verzinktes Drahtgeflecht wird so gespannt, daß die Katzen, die nur ungern Gegenstände überspringen, immer zu der Fallenöffnung geleitet werden. Welcher Schaden durch wildernde Katzen angerichtet wird, erhellt am besten aus der Tatsache, daß die Poli^ei- verwaltung Berlin durch Aufstellen und Verleihen von Fangvorrichtungen den 60 000 strolchenden Nesträubern und Vogelmördern das Handwerk zu legen versucht. Das Tierschutzgesetz von 1936 bestimmt über die Katzenfrage folgendes: Vom 15. März bis 15. August und solange der Schnee den Boden bedeckt, dürfen Grundstückseigentümer, Nutzungsberechtigte oder deren Beauftragte unbeaufsichtigte Katzen in Gärten, Friedhöfen und Anlagen fangen und in Pflege nehmen. Das Fangen ist der zuständigen Ortspolizeibehörde zu melden und innerhalb drei Tagen kann sie der Eigentümer gegen Zahlung eines Aufbewahrungsgeldes von einer Mark je angefangenen Tag abholen. Im anderen Falle ist die Katze der Polizeibehörde abzuliefern, die das Tier, ohne den Besitzer vorher zu benachrichtigen, tötet. Verboten ist das Anlocken durch Köder. Am Sonntag beginnen die schon lange und mit -roher Spannung erwarteten Endkämpfe um He Kreismeisterschaft der Jugend- und 2. Kreis klasse. Die beteiligten Mann- Ichasten, die sich nach harten schweren Kämpfen an die Spitze der einzelnen Staffeln gesetzt haben, sind »hne Ausnahme als äußerst spielstark anzusehen itnb versprechen schon mit Rücksicht daraus äußerst jpannenbe und interessante Spiele. Es handelt sich Dabei um Io. Mendorf (Lumda), Tu. Alsfeld, Io. Dutenhofen, Io. Grüningen und Io. kahenfurt in der 2. Kreisklasse, sowie Io. Lang-Göns, Iv. Münchholzhausen, Io. Lützellinden und Iv. Ruttershausen n der Jugendklasse (Katzensurt hat an der Teilnahme verzichtet). Wer sich nun jeweils an bie Spitze setzen mirb, iann mit Sicherheit nicht vorausgesagt werden, weil lieft die Gegner in Bezug auf die Spielstärke ziemlich gleichwertig sind. Es kann sein, daß bei der Jugend Tv. Lang-Göns Sieger werden wird und haß in der 2. Kreisklasse der Tv. Dutenhofen nach ! vorne kommt. Doch das find nur Vermutungen, pie vielleicht schon nach dem ersten Spielsonntag berichtigt werden müssen. Es werden sich am morgigen Sonntag gegenüber- i liehen: Io. Dutenhofen — Io. Alsfeld Io. kahenfurt — Mendorf (Lumda). Alsfeld geht einen schweren Gang. Es ist kaum «nzunehmen, daß es zu einem Erfolg kommen wird, weil die von Dutenhofen in der letzter Zeit erzielten Ergebnisse darauf schließen lassen, daß die Mann- ichaft die besten Aussichten hat, an die Spitze zu kommen. Alsfeld dagegen hat wenig Gelegenheit gehabt, Trainingsspiele auszutragen, fo daß es auch dadurch schon im Nachteil sein wird. Anders ist es bei dem Spiel in Katzensurt. Hier barf der Sieger wohl mit ziemlicher Sicherheit in dem Tv. Mendorf gesehen werden. Wenn sie auch Tiit Ersatz antreten müssen, so werden sie immer iod) stark genug sein, um gegen die zwar eifrigen, iber technisch nicht ganz ausgereiften Platzbesitzer die Oberhand zu behalten. Die Jugend tritt sich wie folgt gegenüber: Io. Ruttershausen — Iv. Lang-Göns Io. Lützellinden — Io. Münchholzhausen. Ruttershausen hat zwar in feiner Staffel keinen gleichwertigen Gegner gehabt. Ob es aber gegen die ur Zeit wohl beste Jugendmannschaft ankommen lann, ist kaum anzunehmen. Dazu dürfte den Jungens die erforderliche technische Reife und das nötige Zusammenspiel fehlen. In Lützellinden wirb es trotz bes Vorteils bes tigerten Platzes nicht dazu reichen, um ben Gästen den Sieg streitig zu machen. Münchholzhausen ist mit ernsthafter Anwärter auf bie Meisterschaft. Freundschaftsspiele. TV. Wetzlar — TV. Münchholzhausen. Zeide Mannschaften haben reichlichen Ersatz in ihren Ueihen, so daß eine Voraussage kaum getroffen Derben kann. TV. Hörnsheim — TV. A tz b a ch. Zwei ulte Rivalen aus den Verbandsspielen, die sich schon »ft und mit wechselndem Erfolg gegenübergeftanoen l haben, treffen in Hörnsheim aufeinander. Wir glauben nicht, daß es Atzbach, zumal es ziemlich lange pausiert hat, gelingen wird, die Oberhand zu behalten. TV. Hochelheim — TV. Holzheim. Zu linem interessanten und spannenden Kampf dürfte iS in Hochelheim kommen. Wenn die Gäste alles «us sich herausgeben, sollte es wohl möglich sein, - u einem Erfolg zu kommen. Andererseits Darf aber nicht vergessen werden, daß Hochelheim zuhause immer einen starken Gegner abgibt, der schon mancher Mannschaft das Nachsehen gegeben hat. Deutsche Sportführer traten am Freitag n Berlin zu einer Anzahl von Sitzungen zusam- unglückten zu erkennen seien, daß dagegen die Verletzungen an den Kreislauforganen sehr schwerer Natur, wenn nicht sogar tödlich sein können. Er führte aus, daß gerade diese Verletzungen in der Begutachtung außerorbenttich schwer seien unb vollen Einsatz eines geschulten Arztes erforderten, um dem Kranken in jeder Weise gerecht werden zu können. Als drittes Hauptreferat sprach Professor Schridde, der Direktor des Forschungsinstituts eine Königin. Oder haben Sie schon eine Königskrone auf meine Haupt gesehen?" Der junge Mann sah Lore mit einem weichen, verträumten Lächeln an. Und dies Lächeln machte sie noch verwirrter. „Es soll Märchenprinzessinnen geben", sagte er leise, „die einer wirklichen Krone nicht bedürfen." Mit verzehrender Inbrunst traf sie fein Blick. Noch tiefer errötend, wandte sie sich ab unb strich sich bas blonbe Gelock ostentativ mit der Linken zurück. So, nun würde er wohl ihren Verlobungsring sehen und merken, daß diese Schmeicheleien durchaus fehl am Orte waren. Eigentlich hätte sie sich diesen Ton ja verbieten müssen. Aber es war trotz der gewissen Keckheit so viel Ehrerbietung in der Art des Unbekannten, daß Lore gar nicht die Kraft fand, ihn zurückzuweisen. Der junge Mensch lächelte. Und er lächelte noch mehr, als sie jetzt mit der ganzen Würde der Schloßfrau fragte: „Wer sind Sie eigentlich, mein Herr? Was führt Sie hierher? Sie können doch unmöglich hier heraufgeklettert sein, nur um mir Komplimente zu machen?" Er lachte: „Sie haben ganz richtig geraten, gnädiges Fräulein! Man hat mir die Geyerburg als angenehmen Sommeraufenthalt geschildert, und da dachte ich mir, daß ich bis zu meiner Hochzeit, die in Kürze stattfinden soll, mich hier von einem Unfall erholen könnte, der mich betroffen hat. Mein Name ist Paul Allmann." Lore begriff nicht, warum es ihr plötzlich wie ein feiner Stich durch die Seele ging, als dieser Herr Paul Allmann von seiner bevorstehenden Hochzeit sprach. „Jawohl, wir haben jetzt um die Herbstzeit Zimmer frei, Herr Allmann!" sagte sie. „Darf ich Sie bitten, mich auf das Zimmer zu begleiten, das ich Ihnen anweisen kann?" Sie gin-i neben ihm. der sie unauffällig betracht tete, her. Sie begriff sich selbst nicht. Eigentlich hätte sie sich doch freuen können, daß sie jetzt, da die Reisezeit schon voriib-'r war, noch einen Gast be» kim. Und sie freute sich ja auch über den neuen Mieter. Aber als sie ihn in den Schloßturm empor führte, wo ihre besten Fremdenzimmer lagen, war immer noch dieses unsichere, verwirrte Gefühl in ihr. So ging sie auf das lebhafteste, unbekümmerte Geplauder Paul Allmanns nicht ein, sondern antwortete kurz und scheu: „Darf ich hier vorangehen?" sagte sie. „Es ist etwas winklig hier oben, sehr romantisch. Aber vielleicht mögen Sie so etwas nicht?!" „Ich mag alles, was hier ist!" versicherte Herr Paul Allmann mit einer Begeisterung, die nach Lores Meinung eigentlich gar nicht angebracht war, Flaggen heraus zum Geburtstag des Führers! Am Montag flaggen alle Dlenstgebäude z u Ehren des Führers. Die Bevölkerung wird gebeten, sich diesem Vorgehen anzuschlietzen. Kreisleitung Wetterau. Appelle der Wehrmacht zum Geburtstag des Führers. Bei dem Mangel an verfügbaren Truppen finden am 20. April, dem Geburtstag des Führers, im Standort Gießen nur Appelle bei den Stäben unb Truppenteilen statt. für Gewerbe- und Unfallkrankheiten in Dortmund, über Unfälle, hervorgerufen durch den elektrischen Strom, und seine Auswirkungen auf den Kreislauf. Die sich hieran anschließende rege Aussprache zeigte, wie notwendig das Wissen dieser Dinge für die Beurteilung der durch Unfälle verminderten Arbeitskraft ist, und welch ungeheure soziale Bedeutung dieser Beurteilung zukommt. Am Nachmittag fanden, wie auch am Vortag, zahlreiche Einzeloorträge statt, die besonders interessante Fragen erörterten. Im Anschluß daran führte Dr. Kolb aus Wolfenhausen einen neuen sinnreich erdachten Apparat zur künstlichen Wiederbelebung vor, der in Fachkreisen berechtigtes Aussehen erregte. Zum Schluß fand noch in dem benachbarten Medizinischen Universitätsinstitut eine Vorführung von verschiedenen Herz- ton filmen durch Professor Dr. A. Weber- Bad-Nauheim statt. Es war dies für die Teilnehmer der Tagung eine günstige Gelegenheit, diese Originalmethode an ihrer Geburtsstätte vorgeführt zu bekommen. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung der Oper „Das Fest in Budapest" von Bodo Wolf. NSG. Der Frankfurter Komponist, Parteigenosse Dr. Bodo Wolf, dirigierte in Meiningen seine Oper „Das F e st in B u d a p e st" mit starker Leidenschaftlichkeit und hatte einen ausgezeichneten Erfolg. Die Partitur voll musikalisch wundervollen Stellen erschloß eine reiche Dramatik und eine fein empfindende Kammermusik. Wenn auch das Libretto nicht ganz die einheitliche Linie wahrt, die wir an ein Libretto stellen müssen, so verband doch Wolfs musikalischer Stil diese Unebenheiten zu einem farbigen und stark sprühenden Orchesterklang. Dieser ernsthafte Künstler hebt sich aus der Mehrzahl der zeitgenössischen Opernkomponisten durch den Ernst und die Tiefe feines künstlerischen Schaffens heraus. Uraufführungen bei der NS.-kulturgemeinde. NSG. Das 6. Schloßkonzert der NS.-Kultur- gemeinde in Mainz bewies, in welch hervorragendem Maße sich diese Institution bewußt ist, daß sie die Verantwortung dafür trägt, daß unsere zeitgenössischen Komponisten zu Gehör kommen. Die Vortragsfolge brachte drei Ur» und zwei Erstaufführungen. Man begann mit Johanna Senfters schönem Streichquartett in B-dur, Werk 64. Zu tiefer Innerlichkeit des Empfindens trägt der „ruhige" dritte Satz empor, während der vierte (sehr lebhaft) in befreiender Heiterkeit das Werk ausklin- gen läßt. In der Reihe der Uraufführungen folgte eine „Sonatine für Violine und Klavier" von Hans B e tz. Das nachgelassene Werk des allzu früh Ver- Nach jeder Hausarbeit denn er hatte ja von der Geyerburg noch nicht viel gesehen. Sie wußte nicht, daß die Blicke des Mannes nur an ihr hingen. An ihrer schlanken Gestalt in dem Dirndlkleid, auf dessen leuchtend grünem Grund die farbigen Blumen wie der leibhaftige Sommer aufleuchteten, daß er mit tiefem Entzücken die Linie ihres braunen, festen Halses in sich aufnahm, die aus dem viereckigen Ausschnitt mit dem kleinen Spitzengekräusel aufstieg. Nun öffnete Lore die Tür zu dem Fremdenzimmer, das sie Herrn Paul Allmann zugedacht hatte. „Hoffentlich werden Sie zufrieden sein?" Paul Allmann nickte. Lore trat ans Fenster des Turmstübchens und öffnete es. Der junge Mann war neben sie getreten. „Wie wundervoll, wie unendlich schön!" flüsterte er. Und jetzt begriff Lore feine Begeisterung. Denn das Bild, das sich hier oben vom Fenster bot, war wirklich überwältigend. Weit gebreitet lag das Land zu ihren Füßen. Bergketten reihten sich an Bergketten. Tiefsamtig waren die Wiesen, durchzogen von winzigen Flüßchen. Sonnenglast lag über den Wäldern, und weit hin sah man über Berg und Hügel hinweg in die fruchtbare Ebene. „Wie schon!" wiederholte Paul Allmann. „Ja, auch für mich gibt es nichts Schöneres als dies Stück Land hier!" meinte sie. „Aber ich glaube, nur wer es so zu allen Jahreszeiten — in allen Stimmungen kennt wie ich, hat es ganz erfaßt." „Vielleicht genießt der es noch tiefer, der die Heimat lange entbehren mußte!" sagte Paul Allmann. Lore sah ihn rasch an: „Sie waren lange von Deutschland fort?" Ihr Herz tat einen jähen Schlag. So ähnelte dieser Paul Allmann also nicht nur im Aeußern ihrem unbekannten Verlobten, sondern auch darin, daß er lange aus Deutschland fort war. Jetzt wurde Paul Allmann rot: „Ja, ich habe lange in England gelebt!" faate er und konstatierte mit heimlicher Freude, daß Lores Gesicht ein wenig traurig wurde. Ehe Lore noch etwas erwidern konnte, hörte sie, wie unten aus dem Wirtschaftsraum nach ihr gerufen wurde. Sie mußte hinunter. Die Arbeit wartete auf sie. So besprach sie mit dem neuen Mieter sehr schnell das Nötigste über Preis des Zimmers und Verpflegung. Paul Allmann war mit allem einverstanden. Er wußte hinterher eigentlich gar nicht mehr, m a s er besprochen hatte. Denn ihn bannten ein Paar große, scheue Mädchenaugen und ein Gesichtchen von einer Süße und Reinheit, wie er es noch nie im Leben zu sehen vermeint. (Fortsetzung folgt!) storbenen laßt uns seinen Verlust doppelt schwerlich empfinden: besonders der langsame Satz ist von ergreifender Schönheit und Ausdruckskraft. Die dritte Uraufführung brachte Walter Zacherts reizvolles „Quintett" für Flöte und Streichquartett, op. 53, zu Gehör. Das aparte Werk fesselte vor allem durch seine prägnante Kürze: da steht keine Note zu viel! Die Konzentration ist ungemein stark. Zacherts Fähigkeit, mit wenigen Takten unendlich viel zu sagen, dokumentiert sich in dem prächtig erfühlten Adagio ebenso wie in dem in köstlicher Laune vorüberhuschenden Scherzo. Sehr fein auch das abschließende Rondo. Ferner enthielt das Programm die Erstaufführungen einer „Kammersuite" für Flöte, Violine, Viola und Violoncello, op. 37 von Hans Oskar Hiege und eines Streichquartetts, Werk 13, von Hans Fleischer. Winterwetter über unserer Heimat. Schneetreiben und Sturm. —Kraftwagen blieben im Schnee stecken. Schwere Schäden in Gärten und Wäldern. Lpd. In der Nacht zum Freitag setzte auch in unserem Gau überall starker Wettersturz ein, der in vielen Gegenden nach anfänglichen Regenfällen, besonders in unseren heimatlichen Gebirgen ein starkesSchneetrei- b e n zur Folge hatte. Schwere Schäden in Gärten, Anlagen und Wäldern, besonders aber an den blühenden Obstbäumen, sind die Folgen dieses plötzlich wieder eintretenden Winterwetters. Soweit es sich bisher überblicken läßt, scheint besonders der Taunus stark heimgesucht worden zu sein. Auf dem Großen Feldberg lagen gegen Mittag bei etwa 5 Grad Kälte 30 Zentimeter Schnee. Auch aus den umliegenden Orten tref- Eulenkopf im Schnee. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) fen Meldungen über derartige Schneemassen ein. Auf der Landstraße zwischen Bad - Schmalbach und Holzhausen lag der Schnee so hoch, daß mehrere Kraftwagen st ecken blieben und ausgeschaufelt werden mußten. Durch den starken Wirbelsturm wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und umgeworfen, so daß die Straßen oft auf längere Zeit gesperrt waren. Viele Orte waren ohne Telephonverbindung, da die umstürzenden Bäume die Leitungen zerstört hatten. Durch die verhältnismäßig große Kälte dürften die Baumblüten allenthalben stark gelitten haben, so daß große Schäden erwartet werden. Auch im Odenwald gingen starke Schneemassen nieder, die insbesondere in den Gärten und Wäldern bedeutenden Schaden anrichteten. Der Schnee lag stellenweise 10 bis 20 Zentimeter hoch. Zahlreiche Leitungen wurden durch umstürzende Bäume gestört. Aus dem Vogelsberg nächst starke Regengüsse niedergingen, die sich gegen Morgen in Schnee verwandelten Das Schneetreiben hielt bis gegen Mittag an und verursachte so Schneehöhen von durchschnittlich 15 Zentimeter. Die Temperatur betrug selbst noch am Mittag etwa 5 Grad unter Null. Von nennenswerten Schäden ist bisher nichts bekannt. In der Gegend von Heidelberg wurden im Tal Schneehöhen zwischen 10 und 20 Zentimeter, auf den Bergen aber von 30 bis 50 Zentimeter verzeichnet. Die Anlage in der Leopold- ftraße war zeitweise für den Fährverkehr gesperrt, da infolge der niederbrechenden Aeste Lebensgefahr bestand. Der Schaden läßt sich noch nicht absehen. Er wird sich vor allem danach richten, ob der Wettersturz in seinen schlimmsten Auswirkungen vorüber ist oder ob noch Frostnächte folgen. In den Wäldern scheint erheblicher Schaden durch Schneebruch entstanden zu sein. wird berichtet, daß in der Nacht zum Freitag zu- iU: as gibt es Neues in der Medizm? Vorträge auf dem Chirurgen-Kongreß in Berlin. Aus dem Chirurg en-Kongreß in Berlin berichtete u. a. Prof. Jaki (Debreczm) über das Funktionieren der Leber bei der Ueberwindung chirurgischer Eingriffe. Prof. Baumann (Mak- bürg) hat gebräuchliche Herzmittel in ihrer Wirkung auf die Leber nach Operationen in Zusammenhang mit Kochsalzinfusionen in die Blutbahn und Zusatz von Traubenzucker beobachtet. Prof. Ientzei (Genf) berichtete über Fälle schwerer Störungen durch Drüsen mit innerer Sekretion (Schilddrüse, Nebenniere und Darm) und erfolgreiche Behandlung durch totale Entfernung. Prof. H. Krauß (Berlin) über erfolgreiche Operation eines gefährdeten Kindes, bei dem ein Pankreas- adenom den Zuckerstoffwechsel schwer gestört hatte. Prof. Block (Berlin) sprach über Erfahrungen mit dem neuen Blutstillungsmittel „Tufson" zur örtlichen Anwendung. Pröf. Erb (Königsberg) zeigte einen neuen Apparat zur Blutübertragung aus Bernstein Payr (Leipzig) wies an eigenen Beobachtungen nach, daß operative Dauerheilungen von Krebs, die sich über 10, 20, 30 Jahre erstrecken, heute keine Seltenheit mehr sind. Prof. König (Würzburg) betonte, es sei unverantwortlich, wenn unbefugte Behandler mit marktschreierischer Reklame Kranke mit beginnendem Krebs an sich zögen Dadurch werde mit Kurpfuscherei, die völlig wertlos sei, die günstige Zeitspanne verpaßt, in'der der Chirurg dem Kranken mit Wahrscheinlichkeit eine Dauerheilung in Aussicht stellen könne. Prof. Hintze (Berlin) wies auf Beziehungen zwischen entwicklungsgeschichtlich bedingter Anlage und äußerer Reizung hinsichtlich der Krebsentstehung hin. Prof. Bauer (Breslau) stellte fest, unsere Kenntnisse von Krebs berechtigten nicht dazu, der Erblichkeit des Krebses eine therapeutisch und prophylaktisch wesentliche Bedeutung beizumessen. Prof. Meyer-Burgdorff (Stettin) zeigte eine Anzahl von Bildern seltener umfangreicher Krebse, die mit Erfolg operiert wurden. Geheimrat S a u e r b r u ch (Berlin) lieferte einen interessanten Bericht über verschiedene seltene Krankheitsbilder mit Krankenvorstellungen. Er stellte u. a. Kranke nach Operationen des Schädelinneren vor. Technische wichtige und interessante Vorschläge bei Lungenoperationen machten Prof. Schoemaker (Den Haag) und Prof. Killian (Freiburg). Prof. W. Fick (Berlin) stellte die Frage, ob nur ein freibeweglicher nichtverwachsener Oberlappen der Lunge bei Herausnahme des Unterlappens den freien Raum ausfüllen könne. Die Frage müsse bejaht werden. Prof. W e r w a t h (Danzig) lobte die Auffüllung des freien Bauchraumes mit Luft in Fällen von Lungentuberkulose. Das Schlußwort hielt Geheimrat Sauerbruch (Berlin). Er betonte die Notwendigkeit einer mehrzeitigen Operation bei der Herausnahme eines Lungenlappens oder der ganzen Lunge, da die Ergebnisse gegenüber der einzeitigen Operation bedeutend besser seien. Professor Rieder (Hamburg) berichtete über den heutigen Stand der verhältnismäßig noch jungen S y m p a t h i c u s ch l r u r g i e. Operationen am sympathischen Nervensystem smd schon fast für alle Krankheitsbilder vorgeschlagen worden. Sie sind aber kein Allheilmittel, sondern es» bedarf einer besonders sorgfältigen Indlkations-L stellunq, um mit Sympathlcusoperationen gute; Erfolge zu erzielen Daß solche möglich sind, stehtl heute auf Grund der bisher gesammelten Ersah- runqen fest. Heber die Erfolge bei verschiedenen nervös bedingten schweren Herzerkrankungen laßt sich ein abschließendes Urteil noch nicht abgeben. Etwa gleiche Ergebnisse hat Professor Leriche (Straßburg) erzielt, der in französischer Sprache über 1199 von ihm selbst durchgefuhrte Sympathi- cusoperationen berichtete. Auch er warnt davor, in der Sympathicuschirurgie ein Allheilmittel zu ( sehen. Sie ist mehr eine Methode zur Behandlung von Gefäßerkrankungen als zur Behandlung von Nervenleiden. Die Ausführungen des französischen Gastes wurden mit großem Beifall aufgenommen. ! In der Aussprache nahmen Professor Paßler (Heidelberg), H i e r t (Heidelberg), Lehmann (Hannover) und E. W. L e x e r (Freiburg) aus ihrer eigenen Praxis zu den Darlegungen der Vorredner über Sympathicuschirurgie Stellung. Die Professoren Madlener (Düsseldorf), Dietrich Schneider (Breslau) und Härtel (Berlin) be- : richteten ebenfalls über ihre Erfahrungen und Heilmethoden. Die Professoren Käppis (Würzburg), Rieder (Hamburg), Holst (Oslo), Kremer (Bee- litz-Heilstätten) und Löwen (Königsberg) erörterten die Behandlung von Rückenmark- und. Lungenerkrankungen Devisenschieber im Ordenskleid zu hohen Strafen verurteilt. Wegen Devisenvergehens hatten sich zwei Geistliche des bayerischen Kapuzinerordens vor dem Schöffengericht in Traunstein (Oberbayern) zu verantworten. Der 46jährige Heinrich W o l f a r t (Pater Eduard) hatte am 17. Februar 1932 30 000 MK heimlich nach Blieskastel im Saarland gebracht, von wo aus die Gelder ins Ausland gingen. Im November 1932 wurde von Wolfart eine weiters Summe von 17 000 Mark nach dem Ausland verschoben, wobei ihm der Ordensanqehörige Otto Fries (Pater Cornelius) und ein Pater Keftel halfen. Pater Keftel ist seit der Saarabstimmung flüchtig. Wolfart verteidigte sich damit, daß er Inflation und Kommunismus habe kommen sehen. Der Staatsanwalt hielt ihm entgegen, daß gerade die Geldschiebungen ins Ausland dem nur Dor- spanndienfte geleistet hätten. Das Urteil lautete gegen Wolfart auf 2 Jahre 9 Monate Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Außerdem wurde auf eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Mark erkannt. Pater Otto Fries wurde zu einem Jahr Gefängnis und zu 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt- Für die Geldstrafe haftet der Bayerische Kapuzinerorden. $>adOMitdungen. fürTlim u. Jblaae Feldstecher für Jagd, Reise und Sport Mein Spezialmodell Prismenglas Germania, in Leichtmetall, von Mk. 60.- an. Sämtliche Markengläser zu Originalpreisen. Bequeme Teilzahlung Selters weg 33 Optiker Magnus _____________________________2520 A ?469D Dr. Kranz Giefcen. 18 April 1936 515 D Wieseck, den 18. April 1936. 2507 D Leihgestern, den 17. April 1936 25OK D 1862 1912 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem plötzlichen Hinscheiden unserer Heben Entschlafenen sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank. Dungkalk Torfmull Torf streu Gartenkies liefert 23380 promptu.billigst H.GIatthaar&Sohn Telephon 3144 Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Rein und Kinder Nachruf! Am 17. April 1936 starb an den Folgen eines Schlaganfalles, nachdem er längere Zeit leidend war. unser Berufskamerad Herr Dr. med. Friedrich Kunz in Allendorf a. d. Lumda Seit vielen fahren übte er in Allendorf die Tätigkeit eines praktischen Arztes aus und hat es verstanden, die Würdigung und Anerkennung der Bevölkerung und seiner Berufskollegen zu erwerben. — Er wird bei der Ärzteschaft Oberhessens in dauerndem Andenken bleiben Im Namen der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, Bezirksstelle Giefeen und des Wirtschaftlichen Verbands der Ärzte für die Provinz Oberhessen. E V. Wir beklagen den Heimgang unseres lieben Altersgenossen Herrn Jobs. Schmidt dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet Samstag vormittag 11 Uhr statt. 24oiD Gießen, 17. April 1936. Der Vorstand. Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mt., Anmachholz ä Wagen 6 Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller. 3R3d J. Wellhöf er, Televhon 2313, Marb.Str. 24 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeiger Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. April, nachmittags um 3 Uhr statt In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Volk nebst Angehörigen. Danksagung Für die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Friedrich Kohlweyer in so reichem Maße erwiesene Teilnahme, für die vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen sagen wir herzlichen Dank. Frau Marie Kohlweyer und Kinder. Gießen, den 18. Apnl 1936. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Balser. Wieseck. den 18. April 1936 Heute abend 10 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater. Schwiegervater und Großvater Ludwig Volk, Bergmann i. R. im 66. Lebensjahr. 181 Solange Vorrat reicht! ft ft $essel von »» 18 -RM an ■ 1 Chaiselongues v. 32.-RM.an MM MM Couches von. ♦ ♦. 75.-RM.an aus eigener vorjähriger Herstellung. Fernruf BinOels Möbelwerkstätten 3748 Giefeen Neustadt 9 _____ 2484 D Bekanntmachung^ Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 21. April 1936: Rindvieh- (Ruß. v»eh ) Markt. Auftriebszeit von 7.30 bis 8.30 Uhr vormittags. 2487C RUttwoch, den 22. April 1936: Schweinemarkt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 18. April 1936. ________Der Oberbürgermeister: Ritter. Verdingung Die Vorprosilierungs- und Pflasterarbeiten sowie die Gossensteinpflasterstein-, Schotter-, Splitt-, Grundbaustein-, Sand- und Zementlieferung für die Kleinpflasterherstellung auf Reichsstraße 276, Abt.: Ortsdurchfahrt Flensungen (4200 qm) und Ortsdurchfahrt Freienseen (3700 qm) sind sofort — nach Losen getrennt — zu vergeben. 2489D Angebotsvordrucke werden — solange der Vorrat reicht — von unserem Amt, Gießen, Hitlerwall 371, abgegeben, wo auch die Bedingungen zur Einsicht offenliegen und auf Wunsch ein zweites Angebotsformular gegen Gebühr von 0,50 RM. erhältlich ist. Angebote sind, für jedes Los getrennt, in einem verschlossenen, mit entsprechender Aufschrift versehenen Umschlag bis Samstag, den 25. April 1936, vorm. 10 Uhr an uns abzugeben, wo anschließend die Oeffnung der Angebote erfolgt. Zuschlasfrist drei Wochen. Gießen, den 16. April 1936. Provinzialdirektion Oberhessen Tiefbauamt. JHöbel-Jiusstellung bis einschließl. Pfingsten in sämtlichen Räumen meines Hauses Sie finden sehr preiswerte Möbel in jeder Art und Ausführung Lieferung frei Haus Ehestandsdarlehen (Rudolf fommerlad Möbelwerkstätte Eenem. Stal. Gr.-Bnseck. Ruf 53 ________2518 D ttr.91 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Somstag, 18. April M6 Oberhessen. Sitzung der liateherren in Grünberg. Oer große Tag -er Sechsjährigen. fGrünberg. 17. April. Bürgermeister Wagner machte bei Beginn der Sitzung verschiedene Mitteilungen. Mit Beginn des Rechnungsjahres 1936 wurde ein neues Protokollbuch für die Sitzungen an- gesangen. Das seitherige — ein ziemlich umfangreicher Band — wurde am 21. September 1926 in Gebrauch genommen. Da es auf seiner ersten Seite die Namen von Bürgermeister, Beigeordneten und Gemeinderäten verzeichnet, schlägt Bürgermeister Wagner vor, diesem Brauche auch jetzt zu folgen und Bürgermeister, die zwei Beigeordneten und die sieben Ratsherren den Namenseintrag zu vollziehen. — Der Zuzug unerwünschter Personen, die sehr ost nach kurzer Zeit der Gemeinde zur Last fallen, kann nach dem noch gültigen Freizügigkeitsgesetz nicht ohne weiteres verboten werden. Bei rechtzeitiger Meldung von solchen Zuzugsfällen an den Bürgermeister können aber Versuche zu ihrer Verhinderung unternommen werden. Eine Untersuchung des Wassers im Q u e l l g e b i e t des Brunnentales, das unsere Wasserleitung speist, ergab sowohl in chemischer als auch in hygienischer Beziehung keinerlei Bell n st a n d u n g. Die etwas erniedrigten Tagegeldsätze für Bürgermeister, Beigeordnete und Ratsherren bei Erledigung auswärtiger Dienstgeschäfte werden bekanntgegeben. — Der folgende Punkt betraf die Herrichtung von Räumen in der Turnhalle. Gelegentlich der 750jährigen Jubiläumsfeier soll in den Räumen über der Bühne in der Turnhalle eine Ausstellung von Urkunden, Altertümern und dergleichen stattfinden. Da die Räume noch nicht ausgebaut sind, war zunächst nur das Dielen derselben vorgesehen, wozu die Stadt das nötige Holz, etwa 5 bis 6 Festmeter, stellen will, während Schreinermeister Gehringer freiwillig das Dielen ausführen will. Mittlerweile ist nun angeregt worden, den völligen Ausbau gleich mit vorzunehmen. Der Führer des Turnvereins, Lehrer Wenzel, erläutert den Plan näher. Die 130 Quadratmeter großen Räume können nach Ansicht des Architekten Balser mit 1600 bis 1800 Mark vollständig hergerichtet werden. Der Turnverein erklärt sich bereit, sofern die Stadt bzw. die Partei die Summe für den Ausbau übernimmt, die Räume auf die Dauer von 8 bis 10 Jahren gegen eine monatliche Miete von 15 Mark an dieselben zu vermieten. Es wird dies zur Kenntnis genommen und zunächst eine Besichtigung mit Vertretern des Turnvereins verabredet. Mit der Einführung einer Verkehrs- w e r b e a b g a b e , zu der in erster Linie die mittelbar und unmittelbar aus der Hebung des Fremdenverkehrs Nutzen ziehenden Gastwirtschaften, Metzgereien, Bäckereien und offenen Ladengeschäfte heranzuziehen wären, kann sich die Mehrzahl der Ratsherren nicht einverstanden erklären. Das Gesuch der Ortsgruppe des Reichsbun - des der Kinderreichen wegen Abgabe von Holz soll zustimmend beschieden werden, wenn das Forstamt den Vorschlag für durchfühbar hält. Es wäre für jede Familie eine Höchstmenge von zwei Raummeter festzusetzen. Von Familien in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen wird erwartet, daß sie zugunsten der Bedürftigen verzichten. Em umfangreiches Hügelgräberfeld entdeckt. * Kirch-Göns, 16. April. Bei Rodungsarbeiten im Walde stieß man hier auf ein u m - fangreiches Hügelgräberfeld. Die Gräber werden zur Zeit unter fachmännischer Leitung geöffnet. Es handelt sich um mehr als 30 Gräber aus der Hallstattzeit (etwa 600 bis 500 Jahre vor Christi Geburt). Man hat beim Aufdecken der Gräber, die fast alle eingelegte Steinkreise zeigten, viele wertvolle Funde gemacht. Die Gräber sind teils Brandgräber, teils Skelett - gröber. Von den Urnen fand man bis jetzt nur kleine Teile. Das Wurzelwerk der Waldbäume hat das meiste zerstört. Dafür wurden aber viele andere Gegenstände, wie Schmucksachen (Halsringe, Armbänder usw.), Lederreste u. v. a. gefunden. Die Arm- und Halsbänder haben mitunter sehr schöne Verzierungen. Sie sind ausnahmslos aus Bronze. Aber man fand auch Reste von Eisengeräten. Nach einer sorgfältigen Prüfung und Aufstellung der Funde — bis jetzt wurden 15 Gräber freigelegt, aber nur ganz wenige sind restlos durchsucht worden — werden diese dem Ober hessischen Museum in Gießen zugeführt. Landkreis Giesten < Staufenberg, 17. April. Sieben Buben und acht Mädchen unserer Gemeinde traten dieser Tage ihren ersten Schulgang an; zwei Kinder wurden ein Jahr zurückgestellt. 0 Harbach, 17. April. Wie überall, so erfolgte auch hier am Mittwoch die Einschulung der ABC-Schützen. Bei der ärztlichen Untersuchung am 19. März konnten alle Schul-Neulinge aufgenommen werden. Es sind acht Knaben und fünf Mädchen. An Ostern wurden drei Knaben und zwei Mädchen entlassen. Unsere einklassige Volksschule zählt nun 71 Schüler. — In diesen Tagen wurde die D D A. - S a m m l u n g abgeschlossen. Es konnten 13,40 RM. an den Landesverband abgeführt werden. ]) Harbach, 17. April. Gegenwärtig werden unter der sachkundigen Leitung des Gärtners Hans Loch mann aus Ettingshausen die hiesigen Friedhofsanlagen verbessert. Der frühere Friedhof, der die Kirche umrahmte, wird schon lange nicht mehr benutzt. An manchen Stellen ragen noch einige Kreuzüberreste aus dem Boden hervor und erinnern die Kirchgänger daran, daß hier ihre Vorfahren zur letzten Ruhe bestattet wurden. Der jetzige Gottesacker liegt abseits vom Dorf. Er hat die Form eines Rechtecks und zieht sich von Nordwesten nach Südosten am Fuße des Kirschbergs hin. Drahtzäune und naturgewachsene Hecken umgeben die friedliche Stätte. Auf beachtlicher künstlerischer Stufe stehen zahlreiche Eisenkreuze, die leider heute aus der Mode gekommen sind. Ihre schlichte Linienführung und der reiche ornamentale Schmuck legen beredtes Zeugnis von dem Kunstsinn unserer Vorfahren ab. Um dem gesamten Friedhofsbild ein harmonisches Gepräge zu verleihen, wird der Gottesacker einer gründlichen Renovierung unterzogen, die sich namentlich auf der nördlichen Hälfte auswirkt. An den Nordeingang kommen Eiben und an den Südeingang veredelter ABE-Schützen unterwegs zur Schule. - Gottesdienst zur Schulaufnahme. Für viele Kinder in unserer Stadt war der vergangene Donnerstag ein ganz großer Tag. Schon wochenlang warteten sie darauf, freuten sich, befürchteten, fragten die Mutter nach allem Möglichen und Unmöglichen aus und harrten dem Tag entgegen. Schulranzen wurden gekauft, Schieferstifte und -tafeln auch, damit wenigstens etwas im Ranzen war. (Wenn auch die Tafel wieder umgetauscht werden mußte, weil sie nicht die richtige Anzahl Linien aufwies!) Dann hat die Mutter gar noch eine jener großen verheißungsvollen bunten Tüten erstanden, die den ersten Schulgang fchmack- Tages, an dem die Mütter das Recht der Erziehung ihres Kindes zu einem großen Teil dem Staat überlassen müssen, der dazu beitragen will und muß, tüchtige Volksgenossen heranzubilden und sie auszurüsten für den Kampf im Leben. Die Geistlichen forderten aber vor allem auch zum Danke gegen Gott auf, der die Kinder bis hierher bewahrte und sie weiterhin bewahren wird. Gemeinsam gesungene Lieder, Gebete, deren eines auch die Kinder mitsprachen, Orgelspiel und Vaterunser gestalteten den Gottesdienst zum nachhaltigen Erlebnis. Zum Schluß erhielt jedes Kind am Ausgang Oben rechts: Nach dem Gottesdienst der Knaben in der Johannes- kirche. Unten links: Erster Schulgang! Was denkt wohl die Fünfjährige (im Vordergrund): „Nächstes Jahr komme ich auch daran!" Links: Zum ersten Male im Schulzimmer. Noch sind die Mütter dabei. Unten rechts: Die wichtige Stunde der Schulaufnahme ist vorbei. Nun geht's nach Hause zum Mittagessen. (Aufnahmen s4s: Neuner, Gieß. Anzeiger.) Hafter machen und den Abcschützen erst dann aus- gehändigt werden sollen, wenn sie das Schulhaus nach dem ersten Schulbesuch verlassen. So sah man denn am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr viel Mütter mit ihren Kindern unterwegs. Noch trugen die Mütter die Tüten und die Kinder stolz ihre Schulranzen, stolz wurden von ihnen heute die kleinen Spielgefährten der Straße übersehen und rüstig schritten sie fürbaß — zunächst zur Kirche. Zum ersten Male in diesem Jahre ging nämlich der Schulaufnahme ein Gottesdienst voraus! Eine schöne Sitte, wohl geeignet, den Kindern den Ernst und die Größe des Tages stärker bewußt werden zu lassen und die Erinnerung an diesen Tag zu vertiefen. So saßen denn die Kinder neben ihren Müttern in den Bänken der Kirche, hörten die Orgelmusik, hörten den Geistlichen, der zunächst zu den Erwachsenen sprach von der Bedeutung des der Kirche ein hübsches Erinnerungsbild mit einem geistlichen Spruch zur Erinnerung an den Gottesdienst zum ersten Schultag ausgehändigt. Der Gottesdienst für die Knaben unserer Stadt fand in der Johanneskirche, für die Mädchen in der Stadtkirche statt. In der Johanneskirche sprach Pfarrer A u s f e l d , in der Stadtkirche Pfarrer Becker. In den Schulen fanden sich dann alle Neulinge wieder und versammelten sich in den Turnhallen, wo die Rektoren zunächst kurze Ansprachen, insbesondere auch an die Eltern, hielten, aber auch herzliche Worte für die Kinder fanden, die den Kleinen rasch Vertrauen gewinnen ließen. Dann wurden die Namen verlesen und die Mütter begaben sich nun mit ihren Kindern in die angewiesenen Schulräume. Die Abcschützen wurden dabei schnell warm. Noch waren ja die Mütter da! — Aber vor allem die Gleichaltrigen! Manche waren schon miteinander ■ ■ M Ä 8 ff I bekannt, und wer die anderen noch nicht kannte, lernte sie rasch kennen. Selbstverständlich wurden sofort die vorhandenen Einrichtungen an den Schulbänken — besonders bei den Knaben — untersucht und geprüft, was sich daran alles bewegen läßt. Na ja! Und schließlich kam bann auch der Herr Lehrer oder das Fräulein! Da wurde es für Augenblicke etwas ernster, aber im großen und ganzen ging es doch an diesem ersten Schultage recht unterhaltsam zu. — Die Schule am Donnerstag dauerte auch nicht lange! Kaum eine halbe Stunde! Es galt für diesmal, lediglich einige Formalitäten zu erfüllen. Immerhin — für die Kinder war es eine große Sache und angeregt, gespannt auf das, was die nächsten Tage alles bringen werden, verließen sie, abermals an der Mütter Hand, die gewartet hatten, das Schulhaus. Bald werden auch sie sich — aufnahmebereit, anpassungsfähig und willig, wie Sechsjährige find — hineingefunden haben in den Betrieb der Schule, in der nicht um des Lehrers und der Schule willen, sondern für das Leben gelehrt und gelernt wird. e ♦ ; * * xl Goldregen. Die neu angelegten Wege werden mit verschiedenen Sträuchern eingefaßt. Eindrucksvoll gestaltet sich die Anpflanzung mit Zypressen, Stechfichten und rotlaubigen Mandelbäumchen. Die Anordnungen sind so getroffen, daß eine gewisse Gesetzmäßigkeit gewahrt bleibt und infolgedessen keine .Störung des Gesamtbildes entsteht. Für den kommenden Spätherbst sind weitere Arbeiten vorgesehen. Vor allen Dingen gilt es, die Umzäunung auf der Ostseite einige Meter hinauszuschieben. Der gewonnene Raum wird in erster Linie zur Anpflanzung von Blutbuchen benutzt. Außerdem soll dort eine' Ruhebank aufgestellt werden, um namentlich älteren Friedhofsbesuchern eine kurze Rast zu ermöglichen. Oft wird dann von unseren Alten dieses stille Plätzchen aufgesucht werden, zumal man von hier aus einen herrlichen Ausblick in das Joß- hollertal und auf die bewaldeten Taunushöhen hat. + Grünberg, 17. April. In der hiesigen Volksschule wurden zu Beginn des neuen Schuljahres 38 Abcschützen ausgenommen. Auf Grund der kreisärztlichen Untersuchung mußten sieben weitere Schulrekruten für ein Jahr zurück- gestellt werden. Alter Sitte gemäß erhielten die Schulanfänger an ihrem ersten Schultage Brezeln Mit Schluß des Schuljahres waren aus der Volksschule 35 Schüler zur Entlassung gekommen. 8 H u n g e n, 17. April. Daß unser Städtchen reich an altertümlichen Bauten, Hvlzfachwerkhäu- s e r n mit B a l k e n s ch n i tz e r e i e n und Inschriften ist, beweist öfters die bei Erneuerungsarbeiten erforderliche Abstoßung des alten Verputzes, wodurch dasalteschöneHolzfachwerkfreigelegt wird, das seinerzeit zweifellos viel Arbeit und Mühe verursacht haben mag, auf das aber auch mancher alte Meister mit berechtigtem Stolze blicken dürfte. Auch gegenwärtig ist an zwei älteren Wohnhäusern in der Altstadt das alte Holzfachwerk infolge Erneuerung des Verputzes wieder freigelegt und Inschriften wie Schnitzereien sind sichtbar geworden. Leider wird häufig nicht das nötige Verständnis für die Erhaltung solcher Schönheiten aufgebracht. Kreis Alsfeld „!" Ruppertenrod, 16. April. Zum gestrigen Frühjahrs-Schweinemarkt waren 126 Ferkel aufgetrieben. Bei flottem Handel wurden je nach Alter und Qualität 24 bis 33 Mark je Stück bezahlt. Kreis Schotten. O Laubach, 16. April. Gestern unternahmen die diesjährigen Konfirmanden mit unserem Ortspfarrer ihren Ausflug. Der unsicheren Witterung der vorhergehenden Tage wegen war ein Postauto gemietet worden, das mit großer Begeisterung begrüßt wurde. Vormittags 6.30 Uhr ging die Fahrt ab über Gießen—Wetzlar, wo der altehrwürdige Dom mit seinem eigenartigen Baustil besichtigt wurde, nach B r a u n f e l s. Hier sand eine eingehende Besichtigung der mächtigen Burg statt, woraus an einem lauschigen Platz in der Nähe abgekocht und das Mittagsmahl, bestehend aus einer gut zubereiteten Erbswurstsuppe, eingenommen wurde. Nachmittags ging die Fahrt über Wetzlar- Butzbach nach Münzenberg, wo noch einmal Halt gemacht und unter freundlicher Führung des Ortspfarrers die Kirche und alsdann das Wahrzeichen Oberhessens, die Ruinen der alten Burg, in Augenschein genommen wurden. Nach nochmaligem kurzen Aufenthalt in Arnsburg kehrte man auf dem Wege über Lich nach Hause zurück, befriedigt von den Stunden fröhlichen Zusammenseins und dem Schauen eines schönen Teils unserer deutschen Heimat. — Heute verließ die seitherige Leiterin unserer Kleinkinderschule, Schwester Gretchen R o ß, unsere Stadt, da sie von ihrem Mutterhaus zum 15. d. M. mit der Leitung der evangelischen Kleinkinderschule zu Arheilgen bei Darmstadt betraut wurde. Gebürtig aus Nie- der-Beerbach bei Darmstadt stand Schwester Gretchen seit fünf Jahren hier in der Arbeit und hat sich bei groß und klein warme Sympachie erworben. Dank ihrer hervorragenden erzieherischen Begabung verstand sie es ausgezeichnet mit den Kindern, und unter ihrer Leitung blühte die Kinderschule auf. Wir wünschen Schwester Gretchen auch in ihrer neuen Tätigkeit vollen Erfolg. An ihrer Stelle übernimmt Schwester Elisabeth Trumpsitz e l l e r , gebürtig aus Offenbach a. M., zuletzt in Mainz-Kastel tätig, unsere Kleinkinderschule. Preußen. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 17. April. Der Eisenbahner Gg. Türnert, gebürtig aus Fronhausen, konnte auf eine 2 5jährige Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar übernahm 1932 die Geschäfte an der hiesigen Station und erfreut sich im Dorfe allgemeiner Beliebtheit. (D Krofdorf-Gleiberg, 17. April. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden in Klasse 6 durch Lehrer Bindewald 45 Schulneulinge, 24 Knaben und 21 Mädchen, ausgenommen. Mit den drei auf ärztlichen Rat zurückgestellten schulpflichtigen Kindern beträgt die Gesamtschülerzahl unserer Schule 350, die in 7 Klassen von 6 Lehrkräften unterrichtet werden. * Dutenhofen, 18. April. Der im Bergwerk Großen-Linden beschäftigte hiesige Einwohner Otto S ch e p p wurde gestern mittag, als er sich unterwegs zu seiner Arbeitsstelle befand, mutmaßlich angefahren und verletzt. Der Verunglückte wurde zum Arzt gebracht, der ihm erste Hilfe zuteil werden ließ. Durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz wurde er dann in die Chirurgische Klinik gebracht. Der Verunglückte hatte mutmaßlich innere Verletzungen erlitten, ferner eine äußere Verletzung der Hand. Kaplan wegen Kanzelmißbranchs verurteilt. LPD. Limburg, 17. April. Wegen Kanzelmiß- brauchs verurteilte das Schöffengericht Limburg den Kaplan Ernst Keidel aus Häsin-Schönberg (Oberwesterwaldkreis) zu einem Monat Gefängnis. Der Angeklagte batte am 16 Juni 1935 von der Kanzel der Pfarrkirche in Höhn an die Verlesung eines Hirtenbriefes des Bischofs von Limburg eigene Bemerkungen geknüpft, die, da sie sich mit Angelegenheiten des Staates, die nicht auf die Kanzel gehörten, beschäftigten^und nach Zeugenaussagen als Hetze gegen die Staatsjugend erwiesen, die Grenzen seiner Befugnisse als Geistlicher überschritten. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten beantragt. Volkswirtschaftliche Zeitfragen beim tg vom 15. September Kinderbeihilfen vorsah, h- Die Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien Aufenthalt hat. Der Antrag ist auf einem Vordruck, der durch das Finanzamt unentgeltlich abgegeben wird, zu stellen. Dem Antrag sind die Geburtsurkunden der Kinder und die Heiratsurkunden der Eltern und ihrer Großeltern beizufügen. An Stelle der vollständigen Geburtsurkunden der Kinder können Geburtsscheine, in denen auch die Namen der Eltern angegeben sind, oder Familienstammbücher, die die erforderlichen Angaben enthalten, beigefügt werden. Hat der Antragsteller unter Beibringung der erforderlichen Personenstandsurkunden bereits einen Antrag auf Gewährung von einmaligen Kinderbeihilfen nach den Durchführungsbestimmungen zur Verordnung über die Gewährung, von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien vom 26. September 1935 gestellt, so genügt bei der Antragstellung ein Hinweis auf die dem Antrag auf Gewährung von einmaligen Kinderbeihilfen beigefügten Urkunden. Das Finanzamt entscheidet über den Antrag. Es teilt seine Entscheidung dem Antragsteller mit. Die Präsidenten der Landesfinanzämter können laufende Kinderbeihilfen ausnahmsweise auch dann gewähren, wenn eine alleinstehende Frau für weniger als fünf Kinder unter sechzehn Lebensjabren zu sorgen hat. Die laufenden Kinderbeihilfen werden durch die Kasse des Finanzamtes ausgezahlt, in dessen Bezirk der Antragsteller am Ersten des Monats, in dem die Beihilfe auszuzahlen ist, feinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Der Beihilfeempfänger ist verpflichtet, zu Beginn eines jeden Kalenderjahres dem zuständigen Finanzamt seine Einkommensverhältnisse darzulegen. Der Beihilfeempfänger hat dem zuständigen Finanzamt Meldung zu erstatten, sobald er eine selbständige Berufstätigkeit ausübt oder sobald sein nen ist. Antragsberechtigt sind nur Gläubiger von Lohn-, Gehalts-, Handwerker- und Lieferantenforderungen, denen eine gemäß § 1 Absatz 1 des SchRG. oder Artikel 52 Absatz 1 der VII. DVO. zum SchRG. in bar abzulösende Forderung zusteht. Grundsätzlich ist zu bemerken, daß die für die Bevorschussung in Frage kommenden Lohn- und Gehaltsforderungen in der Zeit vom 1. April 1932 bis zur Eröffnung des Verfahrens entstanden sein müssen. Hierbei ist 1935 nur einmalige werden durch die Aenderungsverordnung vom 24. März 1936 Kinderbeihilfen jetzt auch laufend Die landwirtschaftliche Marktordnung als Mittler zwischen Erzeuger und Verbraucher Vorschüsse auf Forderungen im Schuldenregelungs-Verfahren Finanzamt bis zum Ablauf des auf den Todesfall folgenden Monats anzuzeigen. Der Beihilfeempfänger ist verpflichtet, jede Aen- derung des Wohnsitzes oder der Wohnung dem für die Auszahlung der laufenden Kinderbeihllfe bisher zuständigen Finanzamt unverzüglich anzu- Der' Anspruch auf Auszahlung der laufenden Kinderbeihilfen ist nicht übertragbar und nicht pfändbar. Anrechnung der laufenden Kinderbeihll- fen auf Arbeitslosenunterstützung, Krisenunterstützung, Wohlfahrtsunterstützung u. dergl. ist nicht Bescheinigungen und Urkunden, die von Behörden und Dienststellen zum Zwecke der Erlangung von laufenden Kinderbeihilfen ausgestellt werden, sind kostenfrei und gebührenfrei zu erteilen. nats zum Monatsletzten bei der Rentenbank-Kredit- anstatt an und leitet sie nach Empfang fofoe ja auch von dem Käfer angenommen werden, gibt, der nicht wüßte, was er zu tun hat, wenn er den Käfer entdeckt, um sich und fein Volk vor schwerstem Schaden zu bewahren. Oft ist in den letzten Monaten die Frage gestellt worden: Worin besteht denn eiaentlich die große Gefahr des Kartoffelkäfers als 'Ackerbauschädling? Es gibt doch noch so viele andere schädliche Insekten, um die nicht so großes Aufsehen gemacht wird. Die Gefährlichkeit des Kartoffelkäfers wird durch feine große Fruchtbarkeit, feine ungeheuere Gefräßigkeit und feine leichte Verfchleppbarkeit bedingt. Man hat unter Heranziehung aller Möglichkeiten, die eine natürliche Verminderung des Käfers zur Folge, haben, wie ungünstige Lebensbedingungen, schlechte Witterungsverchältnisse usw. errechnet, daß die Nachkommenschaft eines einzigen befruchteten Weibchens die Hahl von 30 Millionen erreichen kann. Diese 30 Millionen Nachkommen benötigen, um sich richtig entwickeln zu können, eine Fläche von 2,5 Hektar, gleich 10 Preußische Morgen, Kartoffelland, das sie vollkommen kahlfresfen würden. Wenn man einen Ertrag von 200 Doppelzentner Kartoffeln pro Hektar zu Grunde legt, kann man leicht errechnen, daß die Nachkommenschaft eines einzigen Weibchens der deutschen Ernährungswirtschaft in einem einzigen Jahr einen Verlust von 500 Doppelzentner Kartoffeln bringen würde. Diese Zahlen zeigen eindeutig, wie gefährlich der Kartoffelkäfer dem Kartoffelbau werben kann, wenn nicht von vornherein in großzügigster Weise versucht wird, den Schädling zu bekämpfen. Nicht nur dem Ackerbau droht Schaden, sondern auch dem Handel mit bewurzelten Gewächsen mit oder ohne Ballen, mit Erdbeeren, mit unterirdischen Knollen, Zwiebeln und sonstigen unterirdischen Teilen von Gewächsen, mit frischen Gemüsen usw. Ungeheurer Schaden kann durch Ausfuhrsperren dem Befallsgebiet erwachsen; denn nicht nur wir werden uns gegen eine Weiterverschleppung des Schädlings innerhalb Deutschlands zu schützen versuchen, sondern auch alle andern Staaten, die bis heute noch frei von dem Käfer sind, werden Einfuhrsperren für die genannten pflanzenbaulichen Erzeugnisse erlassen. Jeder Deutsche muß deshalb bei der Bekämpfung mithelfen, jeder der an Kartoffelfeldern vorbeikommt, achte auf den Schädling! Der Käfer und seine Larve haben ein charakteristisches Aeußeres, so daß ein Erkennen leicht möglich ist. Der Käfer selbst ist 1 Zentimeter lang und besitzt auf feinem gewölbten Rücken gelbe Flügeldecken mit 10 schwarzen ßängsftreifen. Die Larve hat rote bis orange- gelbe Tönung und an jeder Seite des nach hinten stark verdickten Leibes, der etwa eine Länge von 1,5 Zentimeter hat, eine Doppelreihe von kleinen schwarzen Wärzchen. Der Kopf und das Rückenschild des ersten Bruftringes find ebenfalls schwarz. Wir stehen in Erwartung der Gefahr Gewehr bei Fuß! Alles ist bis ins Kleinste vorbereitet. Jeder helfe mit an feinem Platze. Irgendwelche verdächtigen Anzeichen, welche auf das Vorhandensein des Käfers schließen lassen, melde man sofort der nächsten Polizei- ober Gendarmeriestation. Je schneller von dem Bekämpfungsdienst eingegriffen werden : kann, um so größer ist die Gewißheit, daß der Käfer auch wirklich vernichtet wird. Denn wartet : man zu lange, so haben die Larven Zeit, sich im Boden zu verpuppen. Dann ist eine restlose Be- । Dämpfung nicht nur schwierig, sondern auch sehr - kostspielig und zeitraubend. Monatslohn einschließlich Kranken- und Wochengeld, Invaliden-, Unfall- und Knappschaftsrente, Vorzugsrente und Arbeitslosen- und Krisenunterstützung 185 Mark übersteigt. Das Finanzamt kann jederzeit in Fällen, in denen es zweifelhaft erscheint, ob der Monatslohn des zum Unterhalt der Kinder Verpflichteten den Betrag von 185 Mark nicht übersteigt, die Auszahlung der laufenden Kinderbeihilfen davon abhängig machen, daß der zum Unterhalt der Kinder Verpflichtete die Höhe feines Monatslohnes nachweist. Der Beihilfeempfänger hat zu Beginn eines jeden Kalenderjahres Dem zuständigen Finanzamt eine polizeiliche Lebensbescheinigung über seine zu seiner Familie gehörigen Kinder unter sechzehn Lebensjahren zu übersenden. Er hat, wenn eines dieser Kinder gestorben ist, dies dem zuständigen Nach der Gemeinschaftlichen Richtlinie des Reichsund preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsministers der Justiz Nr. 57 vom 5. März 1936 kann auch im landwirtschaftlichen Schuldenregelungsverfahren nach dem Schuldenregelungsgesetz vom 1. Juni 1933 die Bevorschussung von bestimmten Forderungen erfolgen. Während im Osthilfe-Entschuldunasver- fahren durch den Kommissar für die Osthilfe in besonderen Fällen, in denen die Durchführung des Verfahrens gesichert war, Vorschüsse gewährt wurden, bestand eine Derartige Möglichkeit im amtsgerichtlichen Entschuldungsverfahren nicht. Die sehr großen Schwierigkeiten in sachlicher Hinsicht und die Berücksichtigung Der umfangreichen unD komplizierten gesetzlichen Bestimmungen, die bei Der Vielseitigkeit Der erforDerlichen Maßnahmen nicht üermieDen roerDen konnten, ständen einem so raschen Fortgang Der Arbeiten, wie er im Interesse aller Beteiligten wünschenswert ist, entgegen. Dabei war zu berücksichtigen, Daß insbesondere für Die unmittelbar mit Den EntschulDungsbetrieben oerbunDenen Kreise Der Lohn- unD Gehaltsempfänger sowie Der Handwerker unD Lieferanten Die Verflüssigung ihrer ForDerungen eine Existenzfrage beDeutete. Soweit es sich um ©läubiaer von Lohn- unD Gehaltsforderungen hanDelt, sind Diese naturgemäß auf die ausstehenden Beträge zur Bestreitung Der Lebenshaltungskosten angewiesen, währenD HanDwerker unD Lieferanten ihren Verpflichtungen nur nachkommen können, wenn ihre ForDerungen gegen EntschulDungsbetriebe zum mindesten teilweise liguiDe gestaltet roerDen. Bei Den übrigen Gläubigern ist Das EntschulDungsverfahren zwar ein nicht oermeiDbarer Eingriff in ihre Rechte, jeDoch gefährdet dieser Eingriff nicht Die Existenz- grunDlage Der Betroffenen. Im Interesse Der hauptsächlich betroffenen Gläubiger, insbesondere auch Der ihm angehörigen Be- unD Verarbeiter sowie Verteiler hat Der Reichs- nährstanD seit langer Zeit bei Den maßgeblichen Stellen auf Den bestehenden NotstanD hingewiesen und Vorschläge für Dessen Beseitigung unterbreitet. Das Durch Die Richtlinien geschaffene Bevorschussungsverfahren beseitigt Den NotstanD unD roirD für einen großen Teil Der Gläubiger eine fühlbare Hilfe bringen. Vorschüsse roerDen nur in solchen Verfahren gewährt, in Denen sich bereits übersehen läßt, Daß sie voraussichtlich mit Erfolg durchgefuhrt werden können. Bei Erbhöfen ist diese Voraussetzung erläßlich, Da zur Zeit auch aus kapital- mäßigen Gründen nicht entschulDungsfähige Erbhöfe nach noch zu erlassenDen Bestimmungen Durchgeführt roerDen sollen. Dagegen roerDen in Ver- । fahren, in Denen ein Entschuldungsplan (Vergleichs- i Vorschlag) bereits Der RKA. zur Prüfung ober Dem - Entschuldungsamt zur Bestätigung eingereicht ist, i Vorschüsse nicht mehr bewilligt. Da in Diesen Fällen - in Kürze mit Der endgültigen Auszahlung zu rech- Wirtschaft. Erfolgreicher Einsatz -er deutschen Jischwirtschast. Während früher in den ersten Monaten des Jahres vielfach Schwierigkeiten in der Fifchoer- forgung auftraten, konnte in diesem Jahre selbst dem erhöhten Bedarf zu jeder Zeit entsprochen werden. Dabei lagen die Preise ununterbrochen aus dem niedrigsten Stand. Bei der Einführung des zusätzlichen zweiten Fischtages durch den Reichsnährstand war man sich von vornherein klar darüber, daß diese Werbemaßnahme nur Erfolg haben konnte, wenn jede Preissteigerung vermieden würde. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, daß im Einzelhandel die in Aussicht genommenen Fisch- filetpreise und Fischpreise sogar noch unterschritten worden sind! Diese erfreuliche Entwicklung der Fischversorgung spiegelt sich auch in der Statistik der Fischwirtschaft für das Jahr 1935 wider, die soeben abgeschlossen worden ist. Danach ist der Kopfoerbrauch von Seefischen und Fischwaren von 8,9 Kilogramm auf 10,1 Kilogramm gestiegen. Gleichzeitig ging der Durchschnittsauktionspreis der Seefische von 8,7 auf 7,7 Pf. je Vz Kilogramm zurück. Es ist also insbesondere dank der Maßnahmen der Hauptoereinigung der deutschen Fischwirtschaft gelungen, auf dem Gebiete der Fischwirtschaft die grundsätzlichen Ziele des Reichsnährstandes wieder um ein Stück weiter zu verwirklichen. Dies zeigen auch die Verhältniswahlen zwischen der deutschen Eigenproduk- tion und dem Einfuhrüberschuß. Denn die Zunahme des Kopfoerbrauches entfällt ausschließlich auf die Mehrleistungen der deutschen Fischerei. Gegenüber dem Jahre 1928 und 1929 beträgt die Einfuhr heute nur noch ein Drittel ihres damaligen Umfanges. Das Gesamtergebnis der deutschen Seefischerei beläuft sich 1935 auf 4,8 Millionen Doppelzentner im Werte von 8,3 Millionen Mark. Mengenmäßig liegt also eine Steigerung um 19 v. H. vor. Die deutsche Dampfhochseefischerei steigerte ihre Fänge auf rund 3,5 Millionen Doppelzentner im Werte von 54,"2 Millionen Mark. Dies bedeutet eine mengenmäßige Steigerung um 28Vz v. H., während der Erlös nur um 23 v. H. zunahm. Besonders er- freulich ist die Feststellung, daß sich auch die Fänge uttserer kleinen Küstenfischer in der Ostsee gehoben haben. Der Mehrerlös von 2,1 Millionen Mark bedeutet einen immerhin nennenswerten Betrag, der die Notlage vieler Küstenfischer spürbar gemildert hat. Nhein-Mainische Börse. Aktien schwächer, Renten fester. Frankfurt a. M., 17. April. Den weiteren Abgaben der Kulisse folgten an der heutigen Börse auch erstmals Kundschaftsverkäufe in kleinem Ausmaß, während die Aufnahmeneigung gering war. Der Aktienmarkt erfuhr überwiegend Rückgänge von 1 bis 1,50 o. S). Etwas fester lagen nur Metallgesellschaft mit 121,50 (120), Lahmeyer mit 132,65 (132) und Hapag mit 15,13 (14,90). Gut behauptet blieben AEG. mit 35,25, Scheideanstalt mit 230 und Akkumulatoren mit 187,25. Einige Publikumsabgaben lagen hauptsächlich in Montanwerten vor, schwach waren erneut Mannesmann mit 85,65 (87), ferner Harpener mit 121,75 (123), im übrigen bewegten sich die Rückgänge im Rahmen von 0,50 bis 1 o. H, Ziemlich matt lagen ferner Zellstofswerte, Aschaffenburger 90 (91,90), Feldmühle Papier 125 (126,50) und Waldhof 130 (131). Don Elektroaktien waren Elektr. Lieferungen (—1,25), Felten (—1,50) und Schuckert (— 1 v. H.) stärker rückläufig. IG.-Farbenindustrie bröckelten auf 163,50 bis 163,25 (163,65) ab. Maschinen-Motoren- und Metallwerte verloren bis 1 v. H. Im einzelnen gaben u. a. nach: Aku 0,40 v. H., Zement Heidelberg 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50, Reichsbank, AG. für Verkehr und Nordd. Lloyd bis 0,40 v. H. Nach den ersten Notierungen zeigte der Aktienmarkt zunächst etwas Widerstandskraft, später ergaben sich aber weitere Abbröckelungen. Etwas erholt waren Mannesmann mit 86 nach 85,65. Der Rentenmarkt lag meist etwas fester. Besonders gesucht wurden späte Schuldbuchforderungen mit 98,25 bis 98,50, (98,13), ferner gewannen Altbesitzanleihe 0,25 v. H. und Zinsvergütungs- fcheine 0,10 v. H. Zertif. Dollar-Bonds blieben nur knapp gehalten. Von variablen Industrie-Obligationen notierten 5 v. H. Verein. Stabl mit um). 99,13, 1951er mit 93,65 bis 93,75 (93,90). Von fremden Werten gingen 5prozentige Goldmexikaner äußere auf 13 (13,20) zurück, 4proz. Ungarn Gold 8,20 (8,25). Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktien- m a rX t überwiegend weiter etwas ab. Farben- Jndustrie 162,75 nach 163,25, Aku 48,75 nach 49, Mannesmann 85,75 nach 86, Hoesch 95,50 nach 95,90, Klöckner 91 nach 91,65. Fester waren dagegen Scheideanstalt mit 231 nach 230, Akkumula- toren mit 188 nach 187,25 und von Auslandswerten Chade A—C mit 346 (343). Von später notierten Werten ermäßigten sich Lechwerke auf 103,75 (105,25), Mainkraft auf 91,50 (92,50), Bu- derus auf 100,90 (102) und Nordd. Lloyd auf 15,65 (16,13). Am Kassamarkt kamen Seilindustrie Wolff mit 90,40 (87) zur Notiz; höher gesucht waren ferner Zement Karlstadt, T 135 bis 136 (130), Aschaf- fenburger Buntpapier T 46 bis 47 (44) und Dt. Verlag T 78 (76). Am Rentenmarkt blieben die variablen Werte unverändert, lebhafter waren späte Schuldbuchforderungen. Kommunal - Umschuldung etwas leichter mit 87 (87,05). Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben gut behauptet, dagegen ermäßigten sich Liquidationspfandbriefe um 0,13 bis 0,25 v. H. Im Freiverkehr hörte man: Ufa-Aktien 56,50 (57), Wayß & Freytag 101 (102,50), Kali Wintershall 116. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse etwas erholt. Zwar hatte das Geschäft nur in wenigen Papieren größeren Umfang, doch zeigte der Aktienmarkt im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr überwiegend eine weitere Erholung. Die Kulisse sah sich allgemein zu Rückkäufen und Deckungen veranlaßt, während Angebot kaum mehr vorlag. Sehr fest lagen auf größere Käufe von mehreren Seiten PH. Holzmann mit 114 bis 115 (112,50). Auf den übrigen Marktgebieten betrugen die Besserungen 0,25 bis 0,75 v. H. gegen den Berliner Schluß, darüber hinaus Metallgesellschaft auf 121,25 (120) erhöht. Mehr Geschäft hatten einige Montanwerte, insbesondere Mannesmann, Hoesch und Vereinigte Stahlwerke. IG.-Farben lagen dagegen sehr ruhig mit 163,40 (163,25), Kunstseide Aku bröckelten etwas ab auf 49,13 (49,40). Am Kassamarkt stiegen Deutsche Verlag bei voller Zuteilung auf 79 (78,50). Von Großbanken Commerzbank plus 0,25 mit 91,50. Der Rentenmarkt lag recht ruhig und wenig verändert. Späte Schuldbuchforderungen wurden mit 98,50 (98,40) umgesetzt, ferner waren zertifizierte Dollar-Bonds bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,40 v. H. fester. Im Freiverkehr stellten sich Wayß & Freytag bei kleinem Umsatz auf 102,50 bis 103,50 (101), ferner waren Schultheiß Patzenhofer Brauerei mit 105 (Berl. Schlußkurs 104,25) gesucht. U. a. notierten: Altbesitz 111,75, 4,5proz. Dresden Stadt von 1926 91,25, 1951er Vereinigte Stahl 93,90, JG.-Farben-Bonds 131,50, 6proz. Krupp 104,25, 5proz. Rhein. Liquid. 101,25, 4proz. SBB. 202,50, 3,5proz. Gotthard 177,50, Commerzbank 91,50, Harpener 122,50, Klöckner 91,75, Hoesch 96,25, Mannesmann 86,75, Rheinstahl 122, Verein. Stahl 85,25, Aku 49,13, Conti Gummi 180, Dt. Eisenhandel 124,25, Dt. Erdöl 117,25, Scheideanstalt 231, Licht 8- Kraft 141, JG -Farben 163,40, Gesfürel 132, Holzmann 114 bis 115, Muag 87,50, Metallgesellschaft 121,25, Moenus 88,50, Rheag 132, Rütgers- werke 127, Schuckert 138, Zellstoff Waldhof 130, Schöfferhof 172,50, AG. für Verkehr 112,50 bis 112,75, Hapag 15, Nordd. Lloyd 15,90. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 17. April. Der Gemüse- markt hatte im allgemeinen reichliches Angebot, Feldsalat in guter Beschaffenheit aber nur wenig am Markt. Erstmals kleines Angebot von Sparaeln. Geschäft in Salat zufriedenstellend, sonst langsam: in Spinat Ueberstand. Preise für Kopfsalat gefallen, für Karotten höher. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück 4,50—5,00 ital., Feldsalat 20—30, Salat-Gurken (Treib) St. 30—50, Karotten 4—8, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,90 bis 4,05, Kohlrabi (Treib) St. 10—20, Kopfsalat (Treib) St. 12—22, Steige 30 St. 5,50—6,00 holl., 4,50—5,00 ital., Schlüpfer 40—50, Lattich 40—50, Lauch IVz—5, Radies Bdl. 7—8, Rettich (Eiszapfen) 20—70, Rhabarber 10—15, Römischkohl 12—20, Rotkraut 11—15 holl., Sellerie 50 Kilogramm 6—9, Spargel I 1,20—1,40, II 0,80—1,00, III (Suppenspargel) 0,50, Spinat 2Vz—6, Weißkraut 972—12 holl., Zwiebeln 8—11. O b st und Südfrüchte: Deutsches Aevfel- angebot noch ausreichend, in der Güte aber stark nachlassend. Absatz sehr schleppend. Preise unverändert. Angebot von Treishauserdbeeren noch sehr gering, Nachfrage unbedeutend. Apfelsinen weiter reichliche Zufuhren, Geschäft bei festen Preisen trotz lebhafter Nachfrage nicht zufriedenstellend. Amerik. Aepfelangebot gering, Absatz bei unv. Preisen schwierig. U. a. notierten: Aepfel I 28—38, II 20 bis 26, III 15—18, amerik. Aepfel 20 Kilogramm rote 20,00—22,00, Apfelsinen blond 13—18 span., Blut 14—18 span., 20—23 ital., Bananen, 12,5- Kilogramm-Kiste 8,00—8,50 Kamerun, 6,50—7,00 Westind., Erdbeeren (Treibh.) Pfd. 7,00—9,00,1 Smyrna-Feigen 25-Kilogramm-Kiste 9,50—10,00, Zitronen, 150 St. 4,00, 300 und 360 St. 6,50—8,00. | Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 17. April. Nachdem das Ostergeschäft vorüber ist und an den Großhandel starke Anforderungen gestellt hat, setzte die Publikumsnachfrage beim Kleinhandel etwas ruhiger ein, um aber im weiteren Verlauf der Woche erneut stark anzusteigen, da es sich in vielen Haushaltungen erwiesen hat, daß der Eierverzehr der billigste ist. Der Großhandel hatte daher wieder Mühe, den erhöhten Anforderungen des Kleinhandels zu entsprechen, was nicht immer völlig möglich war. Da jedoch die Versorgung großer Derbraucherkreise direkt vom Erzeuger aus erfolgt, ist die Versorgung mit Eiern besser, als die Umsatzzahlen im Handel ausweisen. Der sogenannte Kiepen- oder irreguläre Handel bedeutet für den Fachhandel eine schwere Konkurrenz. Die Erzeugung weist eine weitere, beachtliche Zunahme auf, die aber nicht in vollem Umfange an die Märkte gelangt, da bereits an die Vorratsbildung in den Kühlhäusern gegangen wird; diese soll gegenüber dem Vorjahre wesentlich ausgedehnt werden. — Es notierten in Pfennigen pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an Den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9% bis 10, A8% bis 9%, B8)4 bis 9, C77» bis 8%, D 7)4 bis 8. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 17. April. Das Geschäft ist nach den Feiertagen ruhiger geworden, doch bleibt die Nachfrage gut, so daß die angelieferten Men- aen auch weiterhin restlos abgesetzt werden. Landbutter kam weniger an den Markt, da die Landwirtschaft z. Z. einen stärkeren Eigenverbrauch hat. Vom Auslande lagen nur sehr geringe Zufuhren aus Holland vor. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreis an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, deutsche feine Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Butter 142, Landbutter 125. Holländische Butter 145 bis 148. Die Gachverständigen-Suiachien im Heymann-prvzeß. LPD. Mainz, 17. April. In dem Prozeß gegen die Mischen Weinhändler H e y m a n n und 2mb. vor der Großen Strafkammer in Mainz wurden heute die Gutachten e r ft a 11 e t. Es wurden vor allem Ausführungen gemacht, inwieweit die verschiedenen Weinbezeichnungen für ein und denselben Wein zulässig waren. Hier bestätigten die Gutachten in vollem Umfang die Feststellungen der Anklage. So wurde z. B. ein D a u b i ck e l h e i m e r W e i h- w e i n unter 14 verschiedenen Bezeichnungen verkauft, wofür 12 verschiedene Preise angesetzt waren. Besonders klar lagen die Verfehlungen gegen das Weingefeh bei den Rotweinen, wo man einen kleinen rhemheffifchen Rotwein verkauft hatte als .^Ingelheimer Edelrot", „Mont de Revelot", „Candelafse", „Grand Chapi- tre" usw., ohne daß irgendwelche Verbesserungen an dem Wein vorgenommen wurden. Die Preise lagen bei 0,80 bis 2,50 Mark pro Flasche bei einem Einkaufspreis von 0,32 Mark. Bei den Moselweinen liegen die Dinge ähnlich. Hinsichtlich des Weinbrandes sieht ein Sachverständiger kein Vergehen gegen das Weingesetz, sondern gegen § 4 des Lebensmittelgesetzes. Das Gericht erweiterte daraufhin die Anklage entsprechend. Des weiteren führte ein Sachverständiger aus, daß eine Einigung über die Bestimmung des § 6 Abs. 2 Satz 2 des Weingesetzes apgeftrebt wird, wonach neben der Ursprungsbezeichnung des Weines nur noch eine einzige Bezeichnung zulässig sein soll. Zur Frage der zahlreichen Reklamationen seitens Der Kundschaft wurde ausgeführt, daß die von den Kunden gezahlten hohen Preise in keinem Verhältnis zu den gelieferten Qualitäten standen. In dieser Hinsicht waren also die Beschwerden der Verbraucher durchaus gerechtfertigt. Zur Frage der Provisionen äußerte sich ein Sachverständiger dahin, daß bei besseren Weinen allerhöchstens 50 v. H. gezahlt werden dürfen. Durch die übermäßig hohe Provision von 80 v. H., die Heymann zahlte, war die unbegründete Erhöhung der Preise eingetreten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, 18. April. Gießen. Johanneskirche. 14 Uhr: Pfr. Bechtols- heimer; Beichte für die Konfirmanden der Lukas- gemeinde und deren Angehörige. Sonntag, 19. April. Quafimobogeniti. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Propst Knodt. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; Konfirmation der Kinder der Lukasgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfr. Ausfeld. — ftapelte des Alten Friedhofs. 9.30: Professor D. Cordier; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrassistent Weckerling; 20: Feier der Gemeindejugend mit einem biblischen Spiel. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls, Kollekte für die Aus- landsdiaspora; 13.30: Gottesdienstliche Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule. — Albach. 9.30: Beichte, anfchl. Gottesdienst und Abendmahl II, Kollekte. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 11: Beichte und Abendmahl für die 40—50-Jährigen; 13: Christenlehre. Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte; 11: Hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 13: Gottesdienst, Pfr. Andres (Allendorf). — klein- Linden. 8.45: Gottesdienst, Pfr. Weisel (Heuchelheim); 10: Kindergottesdienst. — Dahenborn- Steinberg. 9: Beichte, anschl. Gottesdienst, daran hl. Abendmahl für jüngere Eheleute; 13: Kinder- gottesdienft. — Garbenteich. 10: Gottesdienst zur Aufnahme der Erftlingsfchulkinder. — Haufen. 13: Gottesdienst zur Aufnahme der Erstlingsschulkinder. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Dettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — INiinzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Eröffnung de-; Schuljahres, Kollekte für die ev. Auslanddiaspora; 20.30: Frauenabend. — Trais-Dlünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Eröffnung des Schuljahres, Kollekte für die ev. Auslandsdiaspora. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschl. Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30: Schulanfängergottesdienst. — Wirberg. 10.30: Schulanfängergottesdienst. Mittwoch, 22. April. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 23. April. Gießen. Iohanneskirche. 18 Uhr: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden, Gießen, Händel- straße 1, Ederstraße 13: Sonntag, 19. April. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 22. April. 20.30: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 19. April. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15.30: Brüder- und Soldatenschule; 20: Evangelisationsvortrag, Pastor Modersohn- Blankenburg. Mittwoch, 22. April. 20.30: Bibelstunde. Daptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 19. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Falk. Donnerstag, 23. April. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 19. April. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation, Prediger August Klein (Herborn). Dienstag, 21. April. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 19. April. 20.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. Mittwoch, 22. April. 20.30: Bibelstunde. Donnerstag, 23. April. Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, 18. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte; 14: Beichte der Erstkommunikanten. Sonntag, 19. April. Weißer Sonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt, Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 11: Messe; 15: Andacht mit Segen. — Hungen. Hochamt mit Predigt. — Llch. Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. vesfentNcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitatskolonne: Telefon 2500. Aerzllicher Sonntagsdienst. Arzt: Dr. W. Klein; Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdtskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franiiuri a. DI. 2?min $iantfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlm Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß« turs Schluß!. Mittag- börse Schluß- kurS Schluß!. Abend- börfe Schluß- kurs Schluß!. Mittag- böre Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schluß- kurS Schluß!. Mittagbörse Datum 16.4- 17-4- 16-4- 17-4. Datum 16.4 17-4 16.4. 174- Datum 16-4. 17-4- 16-4. 17 4. 8% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <*/»% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4yt% ehem.8% Hessische Landes' banl Darmstadl Gold R. 12.... 6%% ehem. 4%% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4V2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6^2% ehem. 4%% Franks. Hyp.> Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6Vz% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... <%?<> ehem. 8% Pr. Landespfant» briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 * Vi% ehem. 7% Pr. Landespfand' briefanst., Gold Komm. C61.V1 Eteuergutsch.Berrechnungsk. 34-88 4% Oesterreichttche Goldrente.... * '2°% Oesterreichtsche Silberrente *% Ungarische Goldrente....... < % Ungarische Staatsrente v. 1910 * y*% desgl. von 1913.......... iw £r9«L®mbmetl,anet von 99 6ettel$e Bagdadbahn-Anleihe 100,4 97,4 103,05 111,65 100,05 98,25 96,5 101,25 120 114,4 96,5 101,4 101,5 97 97 108,8 28 1,4 8,25 8,25 8,25 13,2 9 100,5 • 97,3 103 111,75 100,05 98,25 96,5 101 120,75 114,4 96,5 101,2 101,25 97 97 108,8 28 1,4 8,2 8,1 8,13 13 9 100,65 97,4 102,5 111,65 100,13 98,25 96,5 114,4 101,25 97 97 108,9 28,25 1,45 8,35 8,25 8,13 13,1 100,65 97,3 102,5 111,75 100,2 114,4 101 97 97 108,9 28,75 1,5 8,3 8,15 13 4% desgl. Sene li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4*/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 &% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................0 Dresdner Banl..............v Reichsbank ................12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co......... 4 Siemens L Halske....... 7 Lahmeyer L Co.............. 7 Buderus ............. 4 Deutsche Erdöl ............ 4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........8 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-R Ihren........0 9 6,8 9,45 5,5 39,13 14,9 16,13 112 91,75 89 93 183,25 35,25 144,75 129 141,5 123,75 133 128,5 138,75 185 132 102 117,5 123 96,25 134 92,25 87 9 6,65 5,5 15 15,9 112,75 91,5 88,75 92,75 182,5 35,25 144,5 128 141 122,25 132 132 128 138 184,4 132,65 100,5 117,25 122,5 96,25 133,5 91,75 86,75 6,75 9,3 5,5 39,4 15 16 112,9 112 91,75 89 93 184 35,13 144,75 129 142 123,25 133,13 133,75 128,4 139 184,9 132,13 102,25 117,9 123,5 96,25 172 134 92,13 87,9 6,75 9,5 5,5 39,2 15 27 15,9 111,5 91,25 88,75 92,75 183 35,13 144,75 127,5 141,25 121,75 131,5 131,25 128,25 138,5 184 131 101,4 117 122 96 133,25 91,4 86,65 ManSfelder Bergbau......... 6 Kokswerke ..................6 Rheinische Braunkohlen ..... 18 Rheinstabl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke........0 Ctaoi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaltwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy, I. G. Farben-Zndustrie.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgelellschast.............4 Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cemenrwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Batzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Deslauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenftein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Cbade................ ... 7*/e Accu m ulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi............... 8 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ------.. 10 230 122 85,5 20,5 130 128 188 163,65 230 110,25 127,5 120 111,25 138,5 130 49,4 83,65 131 91,9 102,5 170 36,25 343 187,25 179,75 30 92,5 200 140 229 122 85,25 20 129,75 128 188 163,4 231 110 127 121,25 115 138 - 49,13 82 130 90,25 102 169,25 35,75 345,5 188 180 29,75 91,5 198,5 142 128,5 230 122,13 85,5 20,4 130 128 188,4 163,75 110 127,5 120 |„„2 104 50 83 131 91,9 131 102,75 170,25 81,5 36,25 344 188 179,75 1 ?! 1 198 140 127,25 229 121,65 85 20,4 129,25 128,5 188,4 163,25 109,5 126,5 120 112/) 104,25 49,4 82 130,25 90 130,13 102,5 169,25 80,5 35,65 348 188,25 179,75 29 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Banknoten. 16.April 17-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld 1 Brief Buenos Sire 0,683 0,687 0,683 0,687 Brüssel .... 42,05 42,13 42,07 42,15 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sosta...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,86 54,96 54,86 54,96 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,285 12,315 12,285 12,315 HeljingforS. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ..... 16,385 16,425 16,385 16,425 Holland ... 168,84 169,18 168,76 169,10 Italien .... 19,68 19,72 19,68 19,72 claoan..... 0,716 0,718 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5.654 5,666 Oslo..... : 61,73 61,85 61,73 61,85 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lttlabon ... 11,145 11,165 11,145 11,165 Stockholm... 63,32 63,44 63,32 63,44 Schweiz ... 81,00 81,16 81,03 81,19 Spanien... 33,94 34,00 33,94 34,00 Prag....... 10,275 10,295 10,275 10,295 Budapest .. — — Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin,17.April Q)eio Brie! Amerikanische Roten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 54,60 54,82 Englische Noten ................. 12,25 12,29 Französische Noten............... 16,335 16,395 Holländische Noten............... 168,34 169,02 Ztalienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,52 61,76 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 63,10 63,36 Schweizer Noten................. 80,85 81,17 Spanische Noten................. 33,60 33,74 Ungarische Noten................ Beteuerten Heil-Massage Frühjahrs tjU EDRE DRUCKSACHEN ” 1Du Brühl, Gießen Mantel und Kostümstoffe und Completstoffe liinpillel! in modernen Stoffarten und Farben und 3.25 5.25, 4.95, 4.35, 3.95, 3.75, 3.45 Artikeln macht Ihnen die Wahl leicht. ABLEK Gießen / Plockstraße Nr. 14-16 VemalluWWe Neben, Bflhntiofftr.46 2513 A Verkauf durch: 2468 D Wollen Sie MM I. Schupp, Bahnhofstrahe 27,Tel. 3281 H. Waüener, Franhi.Slr.15. 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Ständige Vermittlung von Vieh aller Art (Fett- und Weide, oieh, Ferkel, Läufer usw.) tum- und der Stellung des D/utschen Reiches In ES'ÄÄÄt« "“SSnSr«?:’™'»» Bingen Roman aus der Zeit der Ketzeroer- folqung am Rhein. 295 Setten. Kart 2,50 Mark, Seinen 3,60 Mark. Verlag von Strauch & Krey, SeiDtio CI — (568) — Der Verfasser entrollt kinks der trübsten' Bilder deutscher Geschichte, den beginnenden Kampf um die Reformation der Kttche, der dann von Luther vollendet wurde, Sie „Armen Brüder" des Waldenser Ordens Ziehen im Lande umher und predigen das Evangelium der tätigen Liebe. Von Jahr zu Jahr wachst ihre Anhängerschaft in allen Schichten des Volkes. Die Kirche, die für ihre Macht fürchtet verfolgt ste mit List und Gewalt. Der Verfasser ' t darauf bedacht, die Vorgänge, die sich um eine solche Aktion der Inquisition in Mainz abspielen, in den Rahmen der Weltgeschichte hineinzuspannen. Wir erfahren, daß die (Geldnöte des Bischofs von Mainz die treibende Kraft sind, der sich aus dem Erbe der Verurteilten zu bereichern hofft, daß der Kamps um die Freiheit ihrer Privilegien die im Geheimen gegen die Kirche arbeiten läßt: daß dieser Kampf am Kaiserhof zu Prag entschieden werden soll. Aber es ist dem Verfasser nicht gelungen, gerade diese weltgeschichtlichen Zusammenhänge wirklich lebendig zu machen. Wir verfolgen mit Spannung das Geschick der um die Gegenspieler, Wal- denserbruder und Dominikanermönch, gescharten Menschen, das ein junges Paar m die Freiheit, die andern auf den Scheiterhaufen führt. Auch ist überall Tendenz zu spüren: ungerecht und grdusam wütet die Inquisition. Gut gezeichnet ist der innere Zwiespalt des Dominikanermönchs, der aus dem Verfolger zum Prediger der neuen Lehre wird. 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BingelsMöbel- Werkstätten Gießen 9 Neustadt 9 Briefumschläge bei Brühl, Gießen Ausbildung. Besonderes Interesse kommt dem Kampf der letzten Vorkriegsjahre um die Heeres- vermehrung zu, der nicht so sehr wie es gemeinhin geglaubt wird zwischen Parlament und Regierung, als vielmehr zwischen Generalstab und Kriegsministerium geführt wurde, und dessen Ausgang für den Zustand des Heeres, das 1914 in den Krieg nach allen Fronten zog, schicksalbestimmend werden sollte. Die weitere Entwicklung des deutschen Heeres im Weltkrieg behandelt der durch viele hervorragende kriegsgeschichtliche Arbeiten bkönnt gewordene Generalleutnant K a b i s ch. Es ist für uns Feldsoldaten von besonderem Interesse, im einzelnen zu verfolgen, wie die Veränderungen der politischen und militärischen Lage sich auch auf Organisation und Taktik aller Waffengattungen des Frontheeres auswirken. Die Frage des Ersatzes und der ständigen Verbesserung von Waffen und Munition bleibt naturgemäß während des ganzen Krieges im Fluß. Die ungeheuren Schwierigkeiten der Üeberbrückung von anderthalb Jahrzehnten tiefster Demütigung von ^außen und blinder Selbstzerfleischung im Innern werden in der Geschichte der Reichswehr deutlich, die Major Schmidt von der Kriegsschule Dresden zum Verfasser hat. Grade dieses Kapitel lehrt unsere Jugend Achtung vor der aufopfernden Erziehungsarbeit des Offizier- und Unteroffizierskorps der Reichswehr, die oft angefeindet und unverstanden unter Führung des Generalobersten von Seeckt und seiner Nachfolger unbeirrt ihren Weg ging und damit dem deutschen Volke seine große soldatische Tradition in eine bessere Zeit hinüberrettete. Die letzten Abschnitte schildern den Neubau der Wehrmacht seit der Zurückgewinnung der Wehrfreiheit. Aus dem Beitrag des Majors Röhricht über die politischen Grund- I lagen, Aufbau und Gliederung des Heeres verof- I senflichten wir schon einige wesentliche Ausführun- sich mit zeitgemäß und geschmackvoll einrichten, dann fordern Sie bitte meinen Katalog Sie finden eine reichhaltige Auswahl in allen Zimmerarten Seb.Herbst, Möbelfabrik Bad Soden und Salmünster Ehestandsdarlehnsscheine werden in Zahlung genommen. TeL 31 Salmünster ______________________________1454V „ O" en.‘° Unfallverhütende Sicherheits-Kupplungen für Lastwagen und Zugmaschinen Anhänger-Vertrieb J. Kahl Frankfurt a. M. 17 Savignystr. 53 — TeL 72978 jungen Soldaten, vor allem aber auch unserer Jugend ein Einblick in das deutsche Wehrwesen und seine geschichtliche Entwicklung bis in unsere Tage gewährt, wie er namentlich für die neuere Zett aufschlußreicher und besser fundiert kaum denkbar ist. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der Gegenwart und den unmittelbaren Vorstufen unseres heutigen Dolksheeres. Daher gibt das einleitende Kapitel des Herausgebers „Vom germanischen Volksheer zur allgemeinen Wehrpflicht" nur eine gedrängte Uebersicht über die heeresgeschichtliche Entwicklung bis zu den Einigungskriegen, wobei das brandenburgisch-preußische Heer als besonders charakteristisch in den Vordergrund gerückt wird. Besonders lehrreich erscheinen uns die Darlegungen über das Wehrgesetz von 1814 des Kriegsministers von Doyen, auf den Gedanken Scharnhorsts von der allgemeinen Wehrpflicht fußend. Ein besonders lesenswerter Abschnitt wird auch verdientermaßen der Armee-Reorganisation Wilhelms I. gewidmet, der in schwankenden Zeiten den Grundcharakter des Heeres aufrechterhielt und dadurch erst die Siege Moltkes bei Köniqgrätz und Sedan möglich machte. Oberstleutnant a. D. W. M ü l l e r - L o e b n i tz bespricht in einem klar gegliederten Abschnitt die weiteren Entwicklungen des kaiserlichen Heeres, dte Fort-, . .. schritte in Organisation, Stärke, Bewaffnung und * fentlichten mir schon einige wesentliche Ausfuhru gen. Bei Besprechung der neuen Kriegsmarine (Fregattenkapitän Lohmann und Kapitanleut- nanf Wolf) und der Luftwaffe (Hauptmann v o n Wilamowitz - Moellendorff) ist zuruckgegriffen worden auf die Anfänge beider Wehrmachtstelle, so daß man ein abgerundetes Bild der Entwicklung bis zum heutigen Stand erhält. -~e — Oberschulrat L. Gruenberg: Zu- fammenbrud) und Wiederaufbau 19 1 8 bis 1935. Mit 37 Abbildungen. Kart. 2 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. — (18) — Gewaltig sind die Geschehnisse, die seit dem Jahre 1914 auf unser Volk hereinbrachen! Mit den Ereignissen sind wir durch das persönliche Miterleben so eng verbunden, alles liegt auch noch so nah zurück, daß es schwer ist, das Grundsätzliche klar zu erfassen, die zusammenhängenden Entwicklungs- linien zu verfolgen. Daher wird jeöer gern zu einem Buche greifen, das klar und folgerichtig, dabei in packender und begeisternder Weife tue lungfte Geschichte darstellt. Ausgehend vom Zusammenbruch 1918 zeigt uns der Verfasser über die Wirren der Inflationszeit, die Herrschaft der Parteien, die Krisis des Parlamentarismus und den Niedergang deutscher Kultur den Weg Deutschlands ins Dritte Reich und führt uns heran bis an die Gegenwart und deren brennende Fragen. Das Buch Jdjilöert eingehend die Aufbauarbeit des Nationalsozialismus seit der Machtübernahme. Das Jnemander- greifen und die gegenseitige Bedingtheit aller Zweige und Erscheinungsformen des nationalen Lebens werden anschaulich gemacht und daraus die Notwendigkeit der geschlossenen Volksgemeinschaft und einer ganz einheitlichen Staatsführung abgeleitet, wie sie Adolf Hitler und der Nationalsozialismus seit den Anfängen der Bewegung gefordert und seit dem 30 Januar 1933 verwirklicht haben. Die Behandlung der Lage des Auslandsdeutsch- _______u-i- I 1 'II I — 2401 A ................... .... bitte alle 1 Gleich»^« ^-esbtollevo» Hauset 2474 D