186. Jahrgang bis* Dr. werbe Wir erfüllen, was die Anderen versprachen gewann Otto Ehrendiplonit ahrin npten? n Gießen: nenstraße 6 >n kostenlos Die Reichsbahn als Wirtschastsfaktor Von Generaldirektor Or.-Zng. Oorpmüller. Das Jubiläum des hundertjährigen Bestehens, das die Deutsche Reichsbahn mit allen deutschen Eisenbahnen im vorigen Jahre feierlich begehen konnte, hat das gewaltige Unternehmen der Deutschen Reichsbahn in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gestellt Der Führer hat die Reichsbahn damals als er st es ganz großes sozia- listisches Unternehmen bezeichnet, das mit einer echten Gemeinschaftsleistung aller ihm Dienenden der Träger des gewaltigen deutschen Gesamtoerkehrs sei und als Wirtschaftsfaktor ersten Ranges auch in Zukunft vor Schaden bewahrt werden müsse. Mit ihren ausgewiesenen Anlagekapital von fast 27 Milliarden RM., einem Streckennetz von mehr als 54 000 Kilometer, einem Personalstand von zuletzt rund 665 000 Bediensteten im Jahresdurchschnitt und einem Jahreshaushalt von über 3% Milliarden RM. auf der Einnahme- und Ausgabeseite ist die Deutsche Reichsbahn in der Tat der bei weitem größte Wirtschaftsbetrieb in Deutschland, mit dem sich kein anderes Unternehmen auch nur annähernd messen kann. Allein die Zahl von 665 000 Arbeitern der Stirn und Faust, die im unmittelbaren Dienst der Reichsbahn stehen, bedeutet im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung im Deutschen Reich, daß ungefähr jeder 10 0. Deutsche ein aktiv tätiger Eisenbahner ist. Rechnet man dazu noch die Angehörigen dieser Bediensteten sowie die im Ruhestand lebenden Beamten und früheren Arbeiter gleichfalls mit ihren Angehörigen, so kommt man auf m i n d e st e n s 3Vz Millionen Volksgenossen, die von der Reichsbahn erhalten werden; da das rund 5 d. S). unserer Volksgesamtheit sind, ist also jeder 2 0. Deutsche in einem Lebensunterhalt mehr oder weniger von der Reichsbahn abhängig. Dem entsprechen dann auch die gewaltigen Aufwendungen, die die Reichsbahn alljährlich für Gehalts- und Lohnzahlungen, für Ruhegelder, Wohlfahrtsbezüge und dergleichen zu machen hat. Rund zwei Milliarden Mark im Jahre für die Versorgung des aktiven Personals, dazu etwa 440 Millionen Mark für Ruhegelder und Hinterbliebenenbezüge, zusammen also rund 2,4 Milliarden Mark jährlich oder 200 Millionen Mark in jedem Monat an baren Auszahlungen, die über die Verbraucher an die deutsche Wirtschaft fließen — das sind gewiß ansehnliche Summen, die die Bedeutung der Reichsbahn als Wirtschaftsfaktor erhellen. Feiertag der n Mainz,'das irische Tat de; i Mauern be> tag. Schon in äuser kauf die runq mit: der jen waren schon Menschen lucht m Weckens» sein ehrmacht einge- 5 die Menschcn- t Truppen^ des singendem Spiel ne zogen, Herz, lieste und der Barth hielten denen die Ver- irtschast in Herz« m. Anschließend den Erlasse de; «rächte dann ein er und Obersten 5 Dem ApB n bei. Wit denn -Ehrenhof statt' l___ Volk nur gewonnen. Einer kommandiert heute und einer vertritt die Nation! „Wir mußten nach dem Sprichwort handeln: Probieren geht über Studieren! Was wir nach der Machtübernahme tun muhten, das hatte ja in der Geschichte gar keinen Vorgang. Wir haben uns dabei bewährt. Und wenn eine Staatsführung tausenderlei von Problemen angreift, muß man ihr auch hier und da gestatten, einen Fehler zu machen. Zug um Zug haben wir getan, was notwendig war. Für alles aber übernahm der Führer allein die Verantwortung auf sich. Das kostete Opfer materieller und ideeller Art. Aber es wäre wahrhaft ungerecht, sich über die Opfer aufzuregen, und darüber zu vergessen, dah mit Erfolg versucht worden ist, das deutsche Volk aus eigener Scholle zu ernähren, die Grenzen durch eine starke Wehr zu schützen und eine absolut freie, souveräne Nation zu schaffen. (Jubelstürme begleiten jede dieser Feststellungen.) Jedermann wird gerechterweise zugeben müssen: Es hat sich wirklich ein wunder von unübersehbarem Ausmaß vollzogen: Deutschland ist nicht nur freier, sondern auch glücklicher und schöner geworden. Es lohnt sich wieder, die ganze Menschenkraft in den Dienst dieser Nation zu stellen." Abschließend kommt Dr. Goebbels auf die Friedensvorschläge des Führers zu sprechen. Er nennt sie die einzige Grundlage für die Schaffung eines dauerhaften Friedens in Europa. „In einem wollen und müssen wir der Welt überlegen sein: In der Kraft des Volkes und in dem moralischen Zusammenhalt aller guten Deutschen! Das deutsche Volk soll am 29. März ein Votum abgeben, das es dem Führer gestattet, für die nähere und weitere Zukunft immer nur nach vorn zu schauen!" enti6cken" wie: BIOt=, tte,Pe-'O'lU l ßiskul**’ sehr viel heißen. Mit ruhiger Klarheit beginnt Goebbels seine Rede vor den Massen, die den Saal bis an die Decke besetzt halten. Er braucht nur leidenschaftslos festzustellen, daß die Nationalsozialisten in den drei Jahren getan haben, was getan werden konnte, da gibt es schon Beifall von allen Seiten. Schnell lebhafter werdend verweist er auf die innen- und außenpolitisch geradezu verzweifelte Lage zur Zeit der Machtübernahme. Allmählich bekommen seine Worte den Ton des leidenschaftlichen Revolutionärs, der Dr. Goebbels bis zum heutigen Tage Deutschland ist schöner und glücklicher geworden Reichspropagandaminister Dr. Goebbels spricht in sechs Mastenkundgebungen an historischen Kampfstatten Groß-Berlins. Große Zentral-Bauemknndgebung mit Reichsminister Reichsleiter Walter Darre tn Friedberg, am Mittwoch, dem 2S Marz4936 Es ist der Gauleikung hesfenNaffau der NSDAP, gelungen, noch kurz vor der Reichskagswahl denReichsleiterundReichsministerWalterDarr4 für eine Großkundgebung zu gewinnen. Für diese Kundgebung ist Friedberg bestimmt worden. Dort wird ein Riesenzelt für mindestens 15 000 Besucher errichtet. Schon jetzt sind Sonderzüge nach Friedberg sestgelegt. Die Reichsbahn wird in Anbetracht der Bedeutung dieser Kundgebung 60 v. h. Fahrpreisermäßigung gewähren. Diese Kundgebung wird eine der markantesten im ganzen Wahlkampf werden. Aus allen Teilen des Gaues wird stärk st eBeteiligung nicht nur von den Bauern, sondern auch von zahlreichen anderen Volksgenossen erwartet. Alle Interessenten bestellen zweckmäßig sofort Karten bei den Orts- und Kreisbauernführern. Für G e s e l l s ch a f t s f a h r t e n, die von den Kreispropagandaleitungen durchgeführt werden, stehen die wagen des NSKK. gegen Erstattung der dringendsten Benzinkosten zur Verfügung. Beginn der Kundgebung: 14 Uhr. / llnkostenbeitrag 30 Pf. Die Kundgebung wird von künstlerischen Darbietungen umrahmt. Weitere Vlil- teilungen ergehen durch die Presse. Weil* Vergleichens £neÄ und SIN Z weine. i* Weinstuben Mu!i BI»«1" Nr. 66 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 18. War; 1956 e t Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags A ▲ ▲ ▲ ▲ Ä A A bis 8"/,Uhr des Vormittags GiMner' FamilienbMter J jl All . ISH8»B17II171 /■ ||n Stadium ' äußer, m Mittel lenden eiten. Es daß der stanz', rten Par- gneten e deutfche s für dir llich ifl, in wei- lf)«‘ * IP iS5 »'''Mi !t>W“ lioncn ®“ 122 städlf 'S bu# , >iner ül' u. )000 S)e SS DcQrno, deinen »bah ^uktez Um. er Fest, achten !uholen. enslh- «iff «* %en Lift 1ü hi «einet i«*1«, i» ihung habe immung ausge- gefähttiche (lautem n manchen gekommen, -ich »i*' Jas M> löte «» bn itet h°>"" --ich« nlung cw" nnft en. „Deutsches Volk, ich warte auf deine Entscheidung!" Die Rede des Führers in Frankfurt a. X. Frankfurt a. M., 17. März. (DNB.) Unbeschreiblicher Jubel begrüßte den Führer, als er in der Frankfurter Fe ft Halle das Wort nahm. „Vom ersten Tage meines Ringens in Deutschland an habe ich um die Zustimmung und das Vertrauen meines Volkes gekämpft." Mit diesen Worten hatte der Führer bereits zu Beginn seiner großen Rede die Massen ersaßt. „Ich habe nicht die Demokratie beseitigt, sondern sie vereinfacht, indem ich mich nicht zur Zuständigkeit der 47 Parteien, sondern zur Zuständigkeit des deutschen Volkes selbst bekannte! Dort liegt die Quelle meiner Kraft! Und aus ihr allein kommt unserem Regime die Stärkung, die es benötigt, um seine Aufgabe zu meistern!" Frankfurt, die alte Kaiserstadt, die Traditionsstätte so vieler erfolgloser Anstrengungen um die Reichseinheit, jubelte dem Führer zu, als er feststellte: „Ich habe diese 16 oder 17 Länderfahnen beseitigt und eine einzige an ihre Stelle gesetzt und damit Deutschland gegeben, was alle Völker der Welt besitzen. Dieses zur Einheit geschmiedete Volk verstand seine Worte, als er vor den Illusionen auf fremde Hilfe warnte und ausrief: „Baue aufDeine Kraft und warte nicht aus die Hilfe der anderen. Du verdienst sie dann gar nicht. Sie muß in dir selbst verankert sein und muß dich mit festen Füßen auf diese wankende Erde stellen. Dann erst kannst Du Dich zu Deinem Gott erheben und ihn bitten, Deinen Mut, Deine Arbeit, Deine Ausdauer, Deine Kraft, Deine Beharrlichkeit, und damit Deinen Lebensanspruch auf dieser Welt zu unterstützen und zu segnen!" Der Führer sprach von den sittlichen Kräften, von dem Glauben, von dem Vertrauen und der Zuversicht, die aus dieser Einheit und Geschlossenheit dem deutschen Volke erwachsen ist. „Richt äußere Lippenbekenntnisse machen die Kraft einer Nation aus, sondern die innere Gläubigkeit, mit der sich ein Volk einer Idee ergibt, die nebengestaltend ist." Daß diese Gemeinschaft nur durch einen neuen Gei st ihre innere Kraft behalten konnte durch den Begriff gemeinsamer Ehre und Pflicht, das kam den begeisterten Massen in der Festhalle tief zum Bewußtsein, bei den herrlichen Worten des Führers: „Ich glaube nicht an die Kraft eines Menschen, wenn sie sich nicht verbindet mit einem lebendigen Gefühl für seine Ehre! Ich glaube nicht an die Kraft einer Nation zur Bezwingung der Widerstände des Lebens, wenn diese Kraft nicht einen sichtbaren und stolzen Ausdruck findet in dem a l l g e m e i - nen Bewußtsein der Ehre! Nicht nur der Ehre nach Innen, sondern auch der Ehre nach Außen! Und zu dieser Ehre gehört als nicht von ihr zu trennende Erscheinung die Freiheit!" Der Führer sprach unter jubelnder Zustimmung der Massen von den harten Entschlüssen, die notwendig waren, Deutschland vor aller Welt wieder das Ansehen und die Ehre zurückzugeben. „Hier stoßen zwei Auffassungen hart gegeneinander: Auf der einen Seite der Buchstabe eines abgepreßten Vertrages und auf der anderen Seite die ewige Moral des Lebens! Auf der einen Seite hohles Prestige, und auf der anderen Seite die wahrhafte Liebe zum Frieden. Zu einem Frieden, der sich nur aufbauen kann auf gleichberechtigten Partnern und ihren freien Übereinkünften. Wenn ich dieses schwerste Problem angegriffen habe, meine Volksgenossen, dann geschah es, weil auf einem anderen Weg eine wirkliche Beruhigung Europas nicht zu erreichen ist. Denn es ist klar: Jeder Vertrag, der seine Wurzel in der Gewalt hat, in der Drohung oder in der Erpressung, wird geschichtlich nur eine gewisse Zeit geduldet werden. Auf solchen Fundamenten kann man keine ewigen Gesetze, keine ewigen Bindungen und keine ewigen Verträge aufrichten!" Die Beifallsstürme steigerten sich zum Orkan, als der Führer erklärte: „lieber allen Paragraphen steht das von Gott den Menschen gegebene natürliche Lebensrecht und die Freiheit des Lebensrechtes. Die Völker sind ewiger, als schlechte Verträge es sein können. Die Völker leben länger, als unvernünftige Verfügungen oder Erpressungen zu leben vermögen. Einmal muß zwischen diese Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ein Strich gezogen werden. Sie kann nicht als böse Tat fortzeugend Böses neu gebären. Einmal muß endlich dieser Zustand, der nur zu Haß und Verbitterung führt, zu Unfrieden, Angst und Furcht, seine Beendigung finden! Einmal muß er seine Ablösung erhalten durch einen neuen Zustand, der sich aufbaut auf dem freien Entschluß einsichtiger Staatsmänner freier Nationen." Unter tosender Zustimmung rief der Führer feine alten Kampfgenossen zu Zeugen auf, daß er niemals etwas anderes als die wirkliche Versöhnung und Verständigung gepredigt habe. Diese Erziehungsarbeit sei nicht vergeblich gewesen. „Ich würde jederzeit bereit fein, mit der französischen Regierung einen Akkord einzu- gehen. Wir rufen die beiden Völker auf. Ich lege dem deutschen Volke die Frage vor: Deutsches Volk, willst du, daßzwischenuns undFrankreich nun endlich das Kriegsbeil begraben wird und Friede und Verständigung eintritt? Willst du das, dann sage ,Ja'. (Ein vieltausendstimmiges Ja und minutenlange stürmische Heilrufe tosen nach diesen Worten des Führers durch die riesige Halle.) „Und man soll bann auch auf der anderen Seite dieselbe Frage an das französische Volk richten, und ich zweifle nicht: Es will genau so die Verständigung und es will genau so die Versöhnung. (Wieder setzt begeisterter Beifall der Massen ein.) Ich werde das deutsche Volk dann weiter fragen: „Willst du, daß mir das französische Volk unterdrücken oder minder berechtigen sollen?" Und es wird sagen: „Nein, das wollen wir nicht!" Dann sollen sie drüben ebenfalls die Frage an das Volk stellen, ob es will, daß das deutsche Volk weniger Recht haben soll in seinem eigenen Hause als jedes andere. Und ich bin der Ueberzeugung, auch das. französische Volk sagt: „Nein! Das wollen wir nicht!" (Stürmische Beifallskundgebungen unterstreichen diese Worte des Führers.) Eingehend behandelte dann der Führer den deutschen Standpunkt in der gegenwärtigen Situation. Er brachte überzeugend zum Ausdruck, daß wir nicht mehr tun können, als der Welt die Hand ßur Verlöhnung und Verständigung zu reichen. „Ich habe gehandelt, wie ich als Mann von Ehre handeln mußte. Würde ich nicht so handeln, würde ich weder Ehre noch Wert besitzen. Dann aber würde ich auch nicht an diesem Platze stehen, und nie hätte ich die Nation gewinnen können! Ich weiß, daß die Nation nichts anderes kennt." (Diese Sätze des Führers werden immer wieder von brausenden Heil-Rufen und jubelnden Beifallskundgebungen unterbrochen.) Arn Schluffe feiner mitreißenden Rede appellierte der Führer an das Verantwortungsbewußtsein des Volkes: „Ich warte auf deine Entscheidung, und ich weiß, sie wird mir recht geben. Ich werde deine Entscheidung annehmen als des Volkes Stimme, die Gottes Stimme ist. Gehen Sie hinein in diesen 29. März in der tiefinneren, heiligen Ueberzeugung, ein geschichtliches Votum abgeben zu müssen, für das jeder einzelne von uns einst geprüft und gerichtet werden wird. Ich habe meine Pflicht jetzt 3V2 Jahre lang getan. Deutsches Volk, tue jetzt nun d i e Deine!" Wer diele Stürme der Begeisterung, in denen die letzten Worte des Führers untergingen, erlebte, für den gibt es keine Zweifel mehr, wie des Volkes Entscheid am 29. März lauten wird. Ostpreußen in Erwartung des Führers. Königsberg, 17. März. (DNB.) „Der Führer kommt!" — wie ein Lauffeuer eilte diese Nachricht den ersten Notizen im Rundfunk und Presse durch ganz Ostpreußen voraus. „Der Führer kommt und spricht in Königsberg!" — und sofort begann ein Ansturm auf die Dienststellen der Partei. Jeder wollte eine Karte haben, und Königsberg hätte einen Saal für 100 000 Menschen haben müssen, um auch nur die ersten Anforderungen befriedigen zu können. Das Schlageter-Haus aber, die riesige Ausstellungshalle der Ostmesse, faßt im äußersten Falle 15 000 Menschen, und die Karten hierfür waren im Handumdrehen vergriffen. So hieß es Rat schaffen, um alle, die den Führer sehen und hören wollen, nach bestem Vermögen zufriedenzustellen. Die Organisationsleitung hat mit dem modernsten Lautsprecher netz, das zur Verfügung steht, dafür gesorgt, daß jeder den Führer wenigstens hören kann. Etwa 200 Ingenieure, Techniker und Funkwarte arbeiten daran, die Lautsprecheranlagen auf den Straßen und Plätzen einzubauen, die der Führer auf dem Wege zum Schlageterhaus passieren wird. Eine Staffel-Reportage wird dafür sorgen, daß jeder auf den Plätzen an den großen Lautsprecheranlagen ober daheim am Rundfunk den Weg des Führers verfolgen und miterleben kann. Diese Lautsprecher werden schon lange vor dem Eintreffen des Führers Musik übertragen, werden dann während der Rede im Betrieb fein, so daß all die Tausende aus Königsberg und die mit Sonderzügen aus der Provinz Gekommenen ihren Führer hören können. Denn die Ostpreußen wollen ihrem Führer beweisen, daß sie i h m D a n k wissen, für all das, was er für Ostpreußen getan hat. Gibt es doch keinen Beruf, kein Handwerk, kein Gewerbe, das nicht dankerfüllt ist für das große Werk des Führers, der aus der östlichsten Grenzmark des Reiches, die bei der Machtübernahme am Rande des Abgrundes stand, wieder ein blühendes deutsches Land schuf. So will jeder dem Führer bei feinem Besuch in Ostpreußen seinen Dank beweisen, und es ist rührend, zu sehen, mit welchem Eifer die Königsberger Bevölkerung in allen Vierteln daran geht, die Stadt zu schmücken, um den Führer zu grüßen. Schon am Vortage bringen die Züge aus der Provinz Tausende nach Königsberg. Auch die Sonderzüge, die zur Heranführung der Formationen nach Königsberg fahren, nehmen auf jedem verfügbaren Platz Volksgenossen aus der Provinz nach Königsberg mit, um ihnen zu billigem Fahrpreis die Möglichkeit zu verschaffen, in Königs berg mit dabei zu fein. Niemand wird fehlen; ein jeder will dabei fein. Dem tragen auch die Königsberger Betriebe Rechnung, die um 16 Uhr Dienstschluß machen, um den Arbeitskameraden die Teilnahme an der Kundgebung zu ermöglichen. DasdeuWeVolkläßtsichmchtausdieKniezwmgen Hermann Göring spricht in der Dortmunder Westfalenhalle. Dortmund, 17. März. (DNB.) In dem reich mit Fahnen geschmückten Dortmund wurde der Wahlkampf am Dienstag mit einer großen öffentlichen Kundgebung in der Westfalenhalle eröffnet, auf der Ministerpräsident Göring in einer großangelegten Rede vor 15 000 Volksgenossen darlegte, warum es heiligste, vaterländische Pflicht eines jeden Deutschen ist, seine Stimme am 29. März dem Führer zu geben. Da die Westfalenhalle trotz ihrer riesigen Ausmaße die Menschenmaße nicht zu fassen vermochte, wurde die Kundgebung auf 14 öffentlichen Plätzen der Stadt und der Vororte übertragen, so daß weit über 100 000 Volksgenossen daran teilnahmen. Ministerpräsident Göring und seine Begleitung wurden bei ihrer Ankunft in Dortmund und auf dem Wege zur Westfalenhalle von einer nach Zehntausenden zählenden Menge mit Heilrufen begrüßt. Inzwischen hatte sich das weite Rund der reichgeschmückten Westfalenhalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Riesige Spruchbänder verkündeten die Parolen des Tages: Schach den Kriegshetzern der Welt! „Jede Stimme dem Führer!" Unter tosendem langanhaltendem Beifall ergriff Ministerpräsident Göring das Wort. Für ihn, so erklärte er, sei es klar, daß das Volk mit den Handlungen des Führers vollkommen einverstanden sei. Aber nun komme es darauf an, daß das deutsche Volk nicht nur dem Führer, sondern der ganzen Welt am 29. März zeige, welche Geschlossenheit und Einheit heute Deutschland darstelle, und welche Kraft aus dieser Einheit entspringe. Hermann Göring würdigte dann ausführlich die Tat des Führers vom 7. März. „Der Führer", so rief er unter stürmischer Zustimmung aus, „konnte nicht anders handeln, als er es tat." Nach alter germanischer Sitte frage nun der Führer das Volk. Und da müsse das Volk dem Führer die Möglichkeit geben, gegenüber dem Auslände sagen zu können, daß er im Namen seines ganzen Volkes spreche. Nur mit der Wucht des aanzen Volkes könne der Führer die Dinge so behandeln, wie es notwendig ist. Rückblickend auf die einzelnen geschichtlichen Phasen der vergangenen drei Jahre, führte der Ministerpräsident aus, daß die nationalsozialistische Regierung eine Einigung der Interessen herbeiführen konnte, indem sie die Dinge zunächst weniger von der Machtergreifung, sondern bewußt von der ideelen Seite aus anpackte, indem sie ausging von der Volksgemeinschaft als Einheit des Volkes und von der Reichseinheit. Heute stehe jeder wieder fest im deutschen Volke verwurzelt, jeder solle sich zu dem Begriff von Blut und Boden bekennen; denn das Blut unseres Volkes soll uns den seelischen Gleichklang, die charakterliche Grundhaltung geben. Wer fest im Boden stehe, der erhalte auch von diesem Boden eine unerschütterliche Kraft. Die marxistische Lehre habe die Menschen entwurzeln wollen, haoe an Stelle des Volkes das Weltproletariat setzen wollen. Den Erfolg dieser Lehre könne man in Rußland sehen. Darum sei es notwendig, immer wieder die Zusammenfassung des Volkes zu predigen; denn welche ungeheure Kraft diese Zusammenfassung gebe, habe man in den letzten drei Jahren kennengelernt. IHinifferpräfibenf Göring schilderte bann, wie es möglich war, von der nunmehr geschaffenen ideellen Grundlage aus an die materiellen Dinge heranzugehen und auch auf diesem Gebiete unvergleichlich große Erfolge zu erzielen. Wolle es jemand leugnen, so fragte er unter ungeheurem Beifall, daß wieder die Schornsteine rauchen, bah sich bie Räber brehen, bie hämmer sausen, bah Deutschlanb arbeitet? Ueberaü sinb neue Fabriken entstauben, ba wir uns daraus besonnen haben, wie wir uns selbst helfen können. Der Nationalsozialismus habe harte Zeiten hinter sich und wisse genau, was er sich und dem Volke zutrauen könne, und so lange es einen Adolf Hitler gebe, lasse sich das deutsche Volk niemals auf die Knie- zwingen. (Jubelnde Zustimmung.) „Möge endlich die Vernunft zum Recht kommen", rief Ministerpräsident Göring aus. Wir wollen nicht wehrlos fein, weil wir nicht friedlos sein wollen; denn immer in der Geschichte hat der Wehr- lose auch friedlos sein müssen. Aber der Führer hat Europa wieder die größte Geste gemacht, die überhaupt ein Staatsmann machen konnte, das Angebot eines 25jährigen Friedens. Und wir wollen über vernünftige Vorschläge gern verbindlich verhandeln!" (Lebhafter Beifall.) „Wir haben ein gutes Gewissen", jo rief der Ministerpräsident unter der tobenden Zustimmung aus, „mir haben recht gehandelt, aus dem Rechte des deutschen Volkes heraus — und dieses Recht ist ein göttliches Recht, das dem deutschen Volke die Freiheit gegeben hat und nicht die Schande. Wenn man drüben, jenseits der Grenze, unser Tun und unsere Einstellung verstehen würde, dann sei der Weg frei z u einer dauernden Verständigung. Am Schluß seiner Rede bat Ministerpräsident Göring die Massen, auf Adolf Hitler zu sehen, auf den Mann, dessen Arbeit, dessen Kampf und dessen ganzes Leben nur dem deutschen Volke gewidmet ist. Seine Aufforderung zur Pflichterfüllung am 29. März löste unter den Tausenden stürmische Zustimmungsrufe aus. Lange wollten die Heilrufe keine Ende nehmen: Dortmund ist bereit, dem Führer in beispielloser Treue zu folgen! Auf der Rückfahrt wurden dem Ministerpräsidenten von den Zehntausen- den, die auf den Straßen Spalier bildeten, begeisterte Huldigungen dargebracht. Verlegung der Konfirmationsfeiern am 29. März. Berlin, 17. März. (DNB.) Der Reichskirchenausschuß hat die obersten Behörden der Deutschen Evangelischen Kirche aufgefvrdert, anzuvrdnen, daß mit Rücksicht auf die Reichstagswahlen die für den 29. dieses Monats vorgesehenen Konfirmationsfeiern verlegt werden. Durch diese Maßnahme sollen Beeinträchtigungen, die durch den Zusammenfall sonst eintreten müßten, vermieden werden. Schwere Erkrankung von Äeniselos. Athen, 17. März. (DNB.) Aus Paris ist die Nachricht eingetroffen, daß Venifelos lebensgefährlich erkrankt fei. Diese Nachricht hat in ganz Griechenland größte Teilnahme und B e - stürzung heroorgerufen. Die Anhänger Veniselos lassen Bittgottesdienste für die Gesundung ihres Parteiführers veranstalten, die venifelistiscken Zeitungen geben Extrablätter heraus, in denen Der T gliBwowenii V RUNDE SORTE .illlllllllllllllllllHllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli ist der aeggptifche Bogenfchüfoe - charakleriftifches Merkmal jeder Packung und Bürge für die hohe Qualität der I über 18 000 M! über 18000 Mk. Schriftliche Angebote u. 17031) Angeb. u. 01256 an d. Gieß. Anz.'an ü. Gieß. Anz. Höthldfie von zvt« 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Ausnahmen einer Bmeia» Miele das leichtlaufende Markenrad stets vorrätig bei: Fahrradhaus Aßmann Gießen, Neustadt 20 ll97y Kuhmist abzug. Wißmar, Haus Nr. 42.oi2so Gesucht: 3- oder kleinere 4-3lmm.-®oBo. Biete: 2-5lmm.-®ohn. Schr.Angeb.unt. 01250 an d.G.A. Laden Walltorstr. 44, Eckhaus, p. 15.4. oder später zu vermieten. 17 Balzer, Braugasse 6. 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Man kann die Frage der Frauenarbeit nicht mit einem Schlagwort wie Kochtopfherrschaft oder Emanzipationsbestrebungen usw. abtun, denn hiermit berührt man nicht einmal den Kernpunkt des Problems, geschweige, daß zu seiner Lösung etwas beigetragen wird. Etwa 12 Millionen Frauen sind heute irn Wirtschaftsleben beruflich tätig. Aus dieser Tatsache ergeben sich für das Frauenamt der DAF. Aufgaben besonderer Art. Es betreut alle berufstätigen Frauen und Mädchen über 21 Jahre; die Jüngeren werden durch das Jugendamt erfaßt. Der organisatorische Aufbau reicht bis zum Betrieb, in dem das Amt durch eine Vertrauensfrau vertreten ist. In der Ortswaltung bzw. im Kreis erfolgt die Betreuung durch die Orts- oder Kreisfrauenwalterin und im Gau ist als Leiterin der Organisation eine Gaufrauenwalterin berufen. In Hessen-Nassau werden bis jetzt etwa 120000 berufstätige Frauen durch das Frauenamt der DAF. erfaßt, wobei die Hausgehilfinnen nicht einbegriffen sind. Die Mädels und Frauen werden hier im weitesten Sinne des Wortes sozialpolitisch betreut, geschult und zur Idee der Zusammengehörigkeit erzogen nach dem Grundsatz, dem die Leiterin des Frauenamtes der DAF., Scholz-Klink Ausdruck verliehen hat in den Worten: „In Kameradschaft arbeiten und in Treue dienen." In regelmäßigen Zeitabständen werden Schulungsabende durchgeführt, die der Aussprache dienen oder Heimabende, die dann ausschließlich dem kameradschaftlichen Zusammensein gewidmet sind und in denen gesungen, vorgelesen und vorgetragen wird oder Handarbeiten für die NSV. gemacht werden. Im Sommer wird außerdem Sport qetieben. Mit Rücksicht auf die besonderen Aufgaben der Frau wird die hauswirtschaftliche Schulung gemeinsam mit dem R e i ch s m ü t t e r d i e n st des deutschen Frauenwerks gepflegt. Sie umfaßt gleichzeitig Krankenpflege, Gesundheitspflege usw. , t . Nicht minder wichtig ist die Wahrnehmung der sozialpolitischen Belange der weiblichen Mitglieder der DAF. Auf die Innehaltung der durch das Mütterschutzgesetz entstandenen Verpflichtungen für die Betriebsführungen wird dabei in gleicher Weise geachtet wie auf die Instandsetzung hygienischer Einrichtungen der Arbeits- und Aufenthaltsräume. Wo es erforderlich ist, z. B. bei körperlicher Nichteignung oder zu schwerer Arbeit, werden Frauen durch Männer ersetzt, während diese einer geeigneteren Beschäftigung zugeteilt werden. Bereits heute kann das Frauenamt der DAF. auf eine ganze Reihe beachtenswerter Erfolge zurückblicken. Die unwürdigen Behausungen der Landarbeiterinnen konnten verbessert werden, Kindergärten wurden errichtet, Berufswechsel durch Umschulungen vorgenommen, Berufskurse eingerichtet, Berufsschäden behoben und gegen Berufskrankheiten erfolgreich eingeschritten. Dadurch hat das Frauenamt der DAF. in der Praxis erwiesen, daß ihm nicht nur große Aufgaben übertragen sind, sondern daß es seine Verpflichtungen zum Wohle von Hunderttausenden berufstätiger Frauen täglich erfüllt. Strampelsack und Lausställchen. Don Dagmar Köhler. Im ersten Halbjahr erfreut das Kleinkind die junge Mutter ja noch durch viel Schlaf und erlaubt ihr, unbekümmert ihrer Arbeit nachzugehen. Der kleine Haushalt bleibt im Gleise, die Mutter schleicht nur hin und wieder auf Zehenspitzen herbei, um sich entzückt von dem gesunden Tiefschlaf ihres Kindchens zu überzeugen. Aber im dritten Vierteljahr erwachen die kleinen Lebensgeister in größerem Maße. Das Kind wälzt sich irn Bettchen hin und her, es strampelt sich bloß, liegt auf statt unter der Decke, befreit sich mit unvorstellbarer Geschicklichkeit von seinen Windeln, und die hübschen Bettschühchen und wollenen Höschen liegen neben dem Bett auf der Erde. Alle Augenblick wird die junge Mutter bei ihrer Arbeit nervös und kommt gelaufen: das Kind wird sich erkälten! Und hundertmal werden die Schühchen wieder über- aestreift. Es ist eben schwer, wenn man ein lebhaftes, gesundes Kind und keine Haushaltshilfe oder Aufsichtsperson hat. Schaffen wir uns zur eigenen Beruhigung und im Interesse der Gesundheit des Kindes ein stummes Kindermädchen an, einen Strampelsack, den mir mit geringster Mühe selbst herstellen können. Als Material kann jeder weiche, warme, wasch- und kochfeste Stoff, der nicht verfilzt, verwendet werden, also Flanell und Flausch für die kühle Uebergangs- zcit, Baumwolle mit dünner, wärmender Auflage auf der Innenseite für die warmen Tage. Wir brauchen zwei Stoffstücke von etwa 40 Zentimeter Breite und 60 Zentimeter Lange oder em ganzes Stück von 80 Zentimeter Breite, das zusammengefaltet wird. Kein Schnitt, nur diese gradlinigen Teile. Die Stoffstücke werden aufeinandergelegt, wobei eine der beiden Schmalseiten sauber zugesteppt wird und auch die beiden Längsseiten zugenäht werden bis auf 20 Zentimeter vom oberen Rand der zweiten Schmalseite entfernt. Die nun verbleibende Kante — also obere Schmalseite und Seitenteile, 20 Zentimeter lang — werden mit einem Bandstreisen sauber eingefaßt. Damit ist der Strampelsack eigentlich fertig. Die Schlitze links und rechts werden durch einen flachen Knopf und eine Schlinge am oberen Rand verschließbar gemacht. Man läßt die Teile so weit übergreifen, als der kindliche Körper es verlangt, doch muß reichlich Bewegungsfreiheit verbleiben. Wächst der Umfang des Kindes, so kann man jederzeit leicht den Knopf versetzen. In der Mitte vorn wird am oberen Rand ebenfalls ein flacher Knopf befestigt, darauf wird ein festes, waschbares Band geknöpft, das über die Schultern des Kindes gelegt wird und hinten durch eine flache Schlinge am oberen Rand gezogen ist. Der Strampelsack ist leicht und weit, wärmt, ohne das Kind zu behindern, und läßt keine Decke und keine sonstigen Bekleidungsstücke vermissen. Für kühle Tage empfieshlt es sich, einen solchen Strampelsack zu stricken — in einfachen rechten Maschen oder Netzpatentmanier — und dem Kind bei Ausfahrten anzuziehen. Das ist gesünder und zweckmäßiger als die ganze umständliche und durchaus nicht sichere „Verpackung" mit Strümpfchen und Schuhen. Das zweite stumme Kindermädchen ist der L a u f - st a l l. Der Laufstall lehrt das Kind eins der wichtigsten Dinge: sich allein und mit sich selbst zu beschäf- Großkarierte, weiche Wollstoffe sind in diesem Frühjahr das bevorzugte Material für Jacken und sportliche Mäntel. Und zwar wird die hellere Zacke bzw. der hellere Mantel zu einem dunklen Kleid oder Rock getragen. Sehr flott wirkt eine knappsitzende, doppelreihige Herrenjacke aus braun-beigekarier- ter, weicher Wolle zu einem braunen Rock mit brauner Taftbluse und kleinem, braunem Strohhut. (Figur links.) Richtig waschen! Nach einer Feststellung des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit gehen der deutschen Volkswirtschaft jährlich nicht weniger als 400 bis 500 Millionen Mark durch unsachgemäßes Waschen verloren, teils durch Verschwendung der Waschmittel, teils durch Zerstörung des Waschgutes, dessen Wert das Reichskuratorium insgesamt auf etwa 5 Milliarden Mark schätzt. Dem Waschvorgang ist darum große Bedeutung beizumessen, nicht nur um der Ersparnis im eigenen Haushalt, sondern im Interesse der Gesamtwirtschaft, da viele Rohstoffe für Waschmittel aus dem Auslande bezogen werden müssen. Schon mit der Aufbewahrung der gebrauchten Wäsche fängt die richtige ober die falsche Behandlung an. Nie dürfen feuchte Wäschestücke in den Aufbewahrungskorb oder -Beutel gepreßt, sondern solche Stücke müssen erst getrocknet werden. Wichtig ist auch, daß die Wäsche an einem luftigen Ort aufbewahrt wird. Hartes Wasser muß unter allen Umständen weich gemacht werden, wofür eine ganze Reihe erprobter Mittel zur Verfügung steht.' Das kalkhaltige, nicht enthärtete Wasser hinterläßt in den Wäschefasern Ablagerungen, die ihren schnellen Zerfall herbeiführen. Bei der Zubereitung der Waschlauge halte man sich streng an die Vorschriften des jeweils benutzten Wafchmit- tels, da ihnen chemische Vorgänge zugrundeliegen, die bei verschiedenen Mitteln auch verschieden vor sich gehen können. Wenn es also heißt, daß das Mittel in kaltes Wasser gebracht werden soll, ist es nicht in heißes zu geben. Auch beim Spulen der Wäsche wird oft nicht genug Sorgfalt ange- wendet. Ein bis zweimal soll stets in sehr heißem Wasser gespült werden, damit alle Seifenreste aus Ligen! Das Kind hat ein paar ganz einfache Spielsachen, die an langen Schnüren am oberen Gitterrand befestigt sind, und kann im übrigen im Ställchen herumkriechen, liegen, sich aufrichten und spa- zieren, ohne daß die beschäftigte Mutter Unfälle befürchten muß. Wird das Laufställchen im Freien aufgestellt, so soll eine wasserdichte Unterlage straff darunter gestellt werden. Das geschieht am besten, indem man an allen vier Ecken des Tuches Schlingen befestigt, die über vier Holzpflöckchen im Rasen gelegt werden. Die Unterlage soll ringsum etwa 50 Zentimeter größer sein als das Ställchen, damit das Kind nicht durch die Stäbe greift, Gras und Erde und Steinchen exwifcht und in den Mund steckt. Mit diesen beiden stummen Kindermädchen hat die junge Mutter schon große und wirksame Hilfe bei der Pflege und Erziehung ihres Lieblings. Die dreiviertellange weite Jacke (in der Mitte) mit dem Raglanärmel hat zu dem großen Kragen große Stulpen und schräggeschnittene Taschen. Der besonders weite Rücken ist schräggeschnitten. Das Material ist rauher, weiß und slaschen- grünkarierter Cheviot zu einem flaschengrünen Kleid. Dunkelbraun und blaßgelbkariert ist der schlichte Sportmantel (rechts). Seine Nähte und Aufschläge sind breit abgesteppt, die großen Taschen aufgesetzt. Der breite Gürtel und der kleine Hut sind aus braunem Wildleder. H. der Wäschefaser herausgelöst werden. Bringt man das Waschgut in zu kühles Wasser, verhärten sie sich im Stoff, er wird grau, unansehnlich und bald brüchig. Auch ein zu starkes Wringen schadet der Wäsche. In ihrem Bestreben, durch richtiges Waschen sich und dem Volksganzen Werte zu erhal- j ten, wird übrigens die Hausfrau von der Wissenschaft eifrig unterstützt. In der Wissenschaftlichen Zentrale für Oel- und Fettforschung (Verein deutscher Chemiker) erforscht man eingehend die Wechselbeziehungen zwischen Waschmitteln, Waschverfahren und Waschgut. Der Waschwert der Seife wird von verschiedenen Eigenschaften bedingt, von denen jede besondere Wirkungen hervorruft und die in ein Zusammenspiel gebracht werden müssen, soll der Waschvorgang erfolgreich fein. Allerdings — die Schaumkraft ist für das Waschvermögen der Seife nicht von der Bedeutung, wie allgemein angenommen wird. Auch eine andere Laien-Meinung kann vor der wissenschaftlichen Erforschung des Waschvorganges nicht bestehen. Wir nehmen doch ohne weiteres an, daß für den Waschvorgang einzig und allein das Waschmittel maßgebend ist, und daß das Waschgut dabei der passive Teil ist, an dem das Waschmittel handelt, d. h. aus dem es den Schmutz entfernt. Tatsächlich aber beeinflußt auch die 21 r t b e r F a- s e r ben Waschvorgang. Es handelt sich babei um sehr schwierige Struktur- unb Filtrationsvorgänge, bie mit Hilfe von Röntgenstrahlen in Verbinbung mit anberen wissenschaftlichen Untersuchungsmetho- ben ermittelt wurden. Diese Entdeckung ist um so wichtiger, als durch die Herstellung immer neuer Kunstfasern auch der chemischen Wissenschaft neue Aufgaben gestellt werden, die sie im Interesse der häuslichen Praxis zu lösen sich bemüht. S.-H. Vorratswirtschast im Haushalt. Von M. v. Treskow, Hamburg. „Verbrauchslenkung und häusliche Dorratswirt« schäft sind die beiden wichtigsten Pfeiler unserer Vor« ratswirtschaft." Der Kampf um unsere politische Freiheit verlangt die Unabhängigkeit von der Warenzufuhr aus fremden Staaten. Die Ernäh - rungssicherheit aus eigener Scholle ist das Ziel der Erzeugungsschlacht. Von den Hausfrauen, den Verwalterinnen eines so großen Teils des Volksoermögens, aber wird verlangt, daß sie sich durch tätige Mitarbeit für die Erzeugungsschlacht einsetzen, indem sie Verständnis dafür aufbringen, daß die „naturbedingte Erzeugung an die Jahreszeiten und die Witterungseinflüffe gebunden ist." Soweit es möglich ist, sorgt die Marktregelung für eine regelmäßige Zufuhr der Lebensmittel und ihre gerechte Verteilung. Aber es ist nun einmal fo im Leben, man nimmt das Gute hin und fragt nicht viel und tritt den Dingen erst näher, wenn Schwierigkeiten entstehen. Wenn die Lebensmittel in reicher Fülle vorhanden find, so nehmen wir es als selbstverständlich hin und achten sie erst, wenn sie knapp werden. Mancher Hausfrau ging es so in den Tagen, da wir uns aus Gründen der Marktordnung und der geringen Menge der zur Verfügung stehenden Devisen mit dem Verbrauch von Fetten einrichten mußten. Da wurde erst einmal wieder klar, wie verwöhnt wir in den letzten Jahren hinsichtlich unseres Butteroerbrauchs, was Menge und Wohlgeschmack angeht, geworden sind. Es ist kaum 60 Jahre her, als man z. B. in Holstein, das durch seine Butter berühmt ist, dazu überging, „Süßrahmbutter" herzustellen. Bis zu dieser Zeit war die Butter durchaus nicht immer von dem gleichen Wohlgeschmack und der guten Haltbarkeit, die wir heute voraussetzen. Außerdem war es üblich, Butter im Herbst in Steintöpfen aufzubewahren, damit man über die Wintermonate mit der geringeren Butterzufuhr hinwegkam. Man benutzte dazu die gute Stoppelbutter, die in den Monaten September und Oktober anfiel. Gewöhnlich wurde sie leicht eingefalzt oder sogar eingeschmolzen. Ein solcher Fettopf spielte in der Vorratswirtschaft unserer Großmütter eine wichtige Rolle. Es gab wohlbehütete Rezepte für die Zusammensetzung bestimmter Fettmischungen, die in der Hauptsache aus Rindertalg, Schweineschmalz unb Butter bestauben. Auch Rüböl unb Leinöl würben zum Braten verwanbt, um bie Butter zu strecken. Wie ber Steintopf, so war auch bas Salz weit wichtiger in ber häuslichen Vorratswirtschast als heutzutage. Auf bem Lanbe allerbings ist bas Pökelfaß noch heute unentbehrlich. In ben städtischen Haushaltungen jedoch ersetzt die elektrische Kühlhaltung oder die regelmäßige Zufuhr von Kunsteis das Einfalzen für kürzere Dauer. Es ist aber nötig, daß die Lebensrnittel, bevor sie dem Kühlschrank anvertraut werden, auch dementsprechend behandelt werden. Sie dürfen weder in heißen, dumpfigen Räumen, noch in Zeitungspapier verpackt, längere Zeit herumliegen. Gelbe Blätter und faule Früchte sind zu entfernen. Nahrungsmittel, die leicht fremde Gerüchte annehmen, wie Butter, sind gesondert aufzubewahren. Vor allem müssen alle Nahrungsmittel, besonders Fleisch, vor Fliegen geschützt werden, damit sich später keine Madenbrut entwickeln kann. Die Entwicklung der Verpackungsindustrie unterstützt die Hausfrau in der Vorratswirtschast. Sie hat vor allem die Z e l l g l a s h a u t auf den Markt gebracht, die heute zum Verschluß der Einmachgläser gute Dienste leistet. Sie ist aber auch sehr brauchbar, wenn man schnell ein Nahrungsmittel luftdicht und fliegensicher verschließen will. Ein Bogen Heliozellpapier z. B. wird leicht angefeuchtet und über die Schüssel gepreßt, in die man die Lebensrnittel gelegt hat. So können sie später unge- waschen für längere Aufbewahrung vorbereitet werden. Die böse Llebergangszett. Die Hausfrau wird „frühlingsmüde". Der Mensch ist keine Maschine, die ununterbrochen laufen kann. Einmal kommt doch der Zeitpunkt, wo die Räder sich langsamer drehen, das Arbeiten schwerer fällt und die ganze Kraft zu erschlaffen scheint. Gerade jetzt in der lieber* gangszeit zwischen Winter und Frühling, da „packt" es uns! Man wacht morgens müde auf, man bekommt den ganzen Tag das schläfrige Gefühl nicht aus dem Körper, man ist „frühlings- müd e"! „Eine Hausfrau darf nicht müde fein!" wird energisch erklärt, und tapfer beißen unsere Frauen die Zähne zusammen und versuchen, der Frühjahrsmüdigkeit Herr zu werden. Aber die Kopfschmerzen wollen nicht weichen, und das Kreuz tut so weh. Die Füße brennen leichter als sonst! Die Maschine ist halt ein bißchen gestört, sie müßte aufgefrischt werden! Frühlingsmüdigkeit ist keine Krankheit, sie ist eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang: der Körper hat im Lauf des Winters allerhand Giftstoffe aufsparen können aus Mangel an Vitaminen unb Sauerstoff. Folglich muß der Körper entgiftet werden: auch die fleißige Hausfrau darf sich dem nicht entziehen. Sie muß das „Groß-Reinema- ch e n" beim eigenen Körper beginnen, bann kommt es auch bem Haushalt zugute! Am schlimmsten aber ist es mit ben Kreuz- schmerzen! Sie haben nämlich die verschiedensten Ursachen unb sinb nicht immer ber berühmte Hexenschuß. Kreuzschmerzen werben nicht nur burch örtliche, im Kreuz unb seiner unmittelbaren Umgebung gelegene Ursachen ausgelöst, sonbern sie kommen auch sehr oft von Organen, bie mit bem Kreuz selbst gar nichts zu tun haben. Der Mensch kann nämlich nicht scharf unterscheiben, von welcher Stelle bie Schmerzen kommen, bie Organe betreffen, bie im Becken liegen. Deshalb kommt es oft vor, baß bie Kreuzschmerzen „a u s st r a h l e n d e Schmerzen" sind, unb daß man nach tieferen Gründen forschen muß, als nach einem akuten Muskelrheumatismus, den der Volksmund „Hexenschuß" nennt, und den man durch Wärme meist schnell wieder heilen Fann. Auch die Jschiassch merze n, die durch eine Entzündung des Ischiasnerven bedingt werden, unb die so besonders gern im Frühling auftreten, können Ursachen der Kreuzschmerzen sein! Ganz junge Menschen, die noch wachsen, haben öfter PÜR.3ACKENv™ MÄNTEL PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 1 2539 Personen Aus den preußischen Nachbargebieten gegen Po- W o h n u n triebe, Schwerer Verkehrsunfall eines Zirkusunternehmens. Ein Toter, ein Verletzter. Schmerzen am Steißbein, bei arten Leuten haben diese Schmerzen ihren Grund in rheumatischen Knochenveränderungen. Aber die Kreuzschmerzen, die die Frühjahrsmüdigkeit besonders bei der Frau hervorruft, die haben meist tiefe Gründe. Sie sind das erste Warnungssignal für einen allgemeinen Schwächezu- st a n d des Körpers. Die Muskeln sind schlapp geworden, Verlagerung und Entzündung der Gebärmutter und ihrer Umgebung können die Ursache sein! Hier muß der Frauenarzt zu Rat gezogen lizei gelang es, in der Person des 33 Jahre alten Hans Seehuber einen gefährlichen Heiratsschwindler festzunehmen. Seehuber knüpfte mit mehreren Mädchen Beziehungen an, versprach ihnen die Ehe und ließ sich von ihnen erhebliche Geldbeträge geben. Sobald er ein neues Opfer kennengelernt hatte, vergaß er der früheren „Braut" gegenüber sein gegebenes Wort. Er lebte von den Gaben, die in Form von Geld und Geschenken Wer in Hamburg noch Gängeviertel sehen will, wird sich beeilen müssen. Schon reifen die Pläne, auch den letzten Rest jenseits der Wexstraße der Axt des Abbruchmanns zu übergeben — auf das bald das schönere Hamburg ganz erstehen kann. Briefkasten der Redaktion. fRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Hallenrod. Sie können von Ihrem Nachbarn verlangen, daß er den Auslauf seiner Hühner so hält, daß diese nicht auf Ihre Grundstücke gelangen können. Sollte durch das Scharren und Weiden oer Hühner Schaden entstanden sein, so können Sie von Ihrem Nachbarn, als dem Halter der Tiere, Schadensersatz verlangen. werden, durch Diathermie, Massagen usw. kann man da helfen; allerdings muß jeder Fall individuell behandelt werden. . Wenn man den Körper allgemein im Frühling auffrischt, dann vergehen auch oft diese lästigen Schmerzen. Die vielen Kopfschmerzen kommen auch oft von den Ermüdungsgiften, die im Körper kreisen. Möglichst viel frisches Obst und Gemüse, Wanderungen in der frischen Luft und sachgemäße Atemübungen sind die besten Helfer der Aerzte. unversehrt. Wieder zwei Heiratsschwindler festgenommen. LPD. Frankfurt a.M., 17. März. Der Fußschmerzen stellen sich um diese Zeit bei der Hausfrau gern ein und werden von rhr meist falsch behandelt. Absatzlose Pantoffeln verstärken nämlich die Schmerzen, anstatt sie zu (intern, tenn das Gehen in absatzlosen Schuhen verteilt das Gewicht falsch und überlastet die Fuß- und Wadenmuskeln! Kräftige Fußmassage morgens und abends, stärkende Fußbäder und, wenn es notig ist, sogar ein paarmal sachgemäße Bandagen können hier Abhilfe schaffen! Ur- w* Ein Mann reist durch Deutschland. Hamburgs „romantisches" Gängeviertel erhält den Todesstoß. Sonnenschein statt Moderdust. - Die einstige Hochburg des Kommunismus bestehende Transportkolonne der Bunten Tierbühne L o r e t t y aus Sachsen auf dem Gefälle der Straße ins Schleudern. Bei Bremsversuchen gerieten zwei Mitglieder der Truppe zwischen den zweiten und dritten Wagen, wobei der eine Mann t o t g e q u e t s ch t, der andere überfahren wurde. Der letzte Zirkuswagen, ein Küchenwagen, der zum Glück unbesetzt war, stürzte den Abhang hinunter und schlug um. Der tödlich Verunglückte, ein junger Mann von 22 Jahren, war erst vor einer Woche in die Truppe eingetreten und wollte den Sommer über bei dem Unternehmen verbringen. Der zweite von dem Unfall Betroffene wurde mit einem Schenkelbruch in das Limburger Krankenhaus eingeliefert. Die in den beiden vorderen Wohnwagen sich aufhaltende Familie des Besitzers blieb reichlich flössen, dachte aber niemals an eine Heirat. Weiterhin wurde ter 37jährige Rudolf Du* - ch a r d t festgenommen, der ebenfalls zahlreichen Mädchen die Heirat versprochen und es verstanden hatte, durch Erregung von Mitleid seinen Opfern Geldbeträge abzuschwindeln. Kreis Dehlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 17. März. Im Alter von 78 Jahren verstarb der Landwirt . Ludwig Abel. In ihm ist eine hochachtbare Per* sönlichkeit unserer Gemeinde dahingegangen, die in Bescheidenheit und Uneigennützigkeit ihre Kräfte und Fähigkeiten in einem langen Leben dem Dorfleben in segenbringender Weise zur Verfügung gestellt hat. 25 Jahre betätigte er sich als aktiver Sänger im Gesangverein „Germania", über weitere 25 Jahre leitete er in verständnisvoller Weise als Chorleiter diesen Verein. Seinen rastlosen Arbeitsgeist zeigte er neben seinem Landwirtsberuf auch im Genossenschaftswesen, in dem er über 30 Jahre lang in Mustergültigkeit die Kassengeschäfte des Spar- und Darlehnskassenvereins führte. Als Rendant dieses Instituts genoß er in seiner stillen, stets freundlichen Art vollstes Vertrauen der Bevölkerung und des Reoisionsverbandes. Die Gemeinde betrauert einen Mann, der in vielem ein treues und an Verdiensten reiches Glied der Dorfgemeinschaft war. glücklichen die politisch Gefährlichen im Zwielicht hausten. Aber weder soziales Empfinden noch politische Klugheit ließen einen solchen Beschluß Zustandekommen. Das Gängeviertel einzureißen hätte nämlich nicht nur viel Geld für Ankauf der Grundstücke und Neubau von Häusern gekostet. Es hätte — und das war fast ebenso ausschlaggebend — den Zwang eingeschlossen, die politisch und wirtschaftlich unerwünschten Mieter dieses Viertels 'n anderen, bisher von „besseren" Klassen allein bewohnten Gegenden anzusiedeln, Und damit die Mietpreise zu drücken. Das aber kam für die marxistischen Hamburger Regierungen, die angeblich doch so antikapitalistisch waren, nicht in Frage. Die soziale Tat. Nun, mit den politisch unerwünschten Mietern hat der nationalsozialistische Staat schon im Frühjahr 1933 Schluß gemacht. Wenn im Dritten Reich das Problem Gängeviertel nur unter dem politischen Gesichtswinkel gesehen worden wäre, hatte man sich begnügen können mit dem, was bis 3um Sommer des ersten Jahres der Herrschaft Adolf Hit- lers geleistet wurde. Das Gängeviertel, soweit es noch besteht, ist seitdem wieder eine friedliche, wenn auch keine schöne Wohngegend geworden. Kein Fremder braucht zu befürchten, daß er bet einem Spaziergang ausgeraubt oder auch nur im mindesten belästigt wird. Aber gerade darinliegtdieTat,die An - erkennung verdient, und die besonders den Kenner der Verhältnisse mit Dank erfüllt, daß das Dritte Reich sich nicht mit der politischen Bereinigung des Gängeviertels zufrieden gab, sondern danach ganze Arbeit machte und auch dem wirtschaftlich unerwünschten Mieter seine Fürsorge angedeihen ließ. 114 8 — ' en und 234 gewerbliche Be - ie Unterkunftsstätten für v t । u iie il, wurden auf ein e n Schlag angekauft und mit 11 7 Wohnung en, die schon vorher polizeilich für unbewohnbar erklärt worden waren, e i n g e r i s s e n. Von der so gewonnenen Fläche wurden 24~ v. H. für Straßen und Plätze und 30 v. H. für öffentliche Grünanlagen bestimmt. In luftiger, geräumiger Umgebung entstehen im Augenblick über 500 neue Drei- und Vierzimmer-Wohnungen, die für die Höch st miete von 40 Mark monatlich abgegeben werden. Die erste Hauswand fiel noch im Frühjahr 1933, das letzte neue Haus wird stehen bis zum Ende dieses Jahres. Hamburg, Mitte März. NI. Wo die Sonne nie die Erde erreichte. Der Fremde, der einmal ein paar Tage in Hamburg verlebt, nimmt gewöhnlich drei große Eindrücke von der Hansestadt an der Elbe mit nach Hause: St. Pauli, Hafen, Gängeviertel. St. Pauli erscheint ihm als der Tummelplatz der Welt, der Hafen ist das große Erlebnis der Weite und der Ferne, das Gängeviertel endlich war, bis vor kurzem, die „romantische" Elendseite, die aufregende, wilde und gespenstische Rückfront der sonst so schönen, großzügigen und ehrbaren Weltstadt. Es ist nicht anzunehmen, daß auch nur einer von tausend Fremden, die in den Jahren vor der Machtübernahme sich in die manchmal kaum vier Meter breiten Gassen zwischen Wex- und Kaiser-Wilhelm- Straße hineintrauten, den richtigen Eindruck vom Gängeviertel mit nach Haus brachte. Selbst wer den Mut zu einem Spaziergang von einer Viertelstunde hatte, mußte nach den Erfahrungen dieser fünfzehn Minuten davor Mückscheuen, in eines der Häuser einzutreten, eine Wirtschaft aufzusuchen oder gar mit den Bewohnern dieser Höfe und Häuser zu sprechen. Der Schlag Menschen, der hier in des Wortes wahrster Bedeutung hauste, hatte es nicht gern, sich von fremden Herrschaften besichtigen zu lassen und wußte dieser Abneigung deutlich Ausdruck zu verleihen. Der Teil der Bewohner, der unter kapitalistischen Grundsätzen gezwungen und aus Not und Ar- m u t hier Zuflucht gesucht hatte, war deswegen nicht weniger, eher noch me.hr als der gewöhnliche Hamburger auf seine Menschenwürde bedacht und hatte seine eigene Art, unerbetene Mitleidsgefühle von sich fernzuhalten. Der andere Teil aber, der lichtscheue und verbrecherische, konnte nur hoffen, daß aus Beschimpfungen und Anrempeleien sich eine Gelegenheit zu leichtem Erwerb von Geld oder Wertsachen ergeben würde und war deswegen leicht geneigt, Übelzunehmen und mit Fremden böswillig anzubinden. Und dessen „holde" weibliche Anhängsel wußten nur gar zu schnell solche Gelegenheiten herbeizuführen. Das Verbrecher-Labyrinth Nur so ist es zu verstehen, daß außerhalb der hamburgischen Mauern die schreiende soziale Not des Gängeviertels nie bekannt wurde und daß sich statt dessen so etwas wie Romantik um die Straßennamen Rademachergang, Kornträgergang, Ebräergang usw. rankte. Die allzu flüchtige Kenntnis war es, die die Dinge im Gängeviertel in eine gruselige, schaurige, aber eben doch malerische Stimmung tauchte. Aestheten konnten sich über Elend und Not, Verbrechen und Zuhältertum Hinwegsetzen und sich an dem altertümlichen Fachwerkbau, den seltsamen Lichtreflexen und den unwahrscheinlicken Fluchtlinien der Giebel und Fronten freuen. Selbst ustter den alteingesessenen Hamburger Bürgern gab es eine Menge Leute, die sich Von unserem Sonderberichterstatter. gegen ein Niederreißen des Gängeviertels, wenigstens innerlich, aus solchen oder ähnlichen Ueber- iegungen gewehrt hätten. Ich habe bis zu meinem 15. Lebensjahr in unmittelbarer Nähe des Gängeviertels gewohnt, und mein bester Schulfreund, den ich täglich besuchte, lebte mitten drin. Wir haben unsere Straßenschlachten als Schuljungen — Schule Holstenwall gegen Schule Kohlhöfen — hier ausgetragen; wir wußten, wie man von einem Ende des Viertels bis zum anderen kommen konnte, ohne mehr als ein einziges Mal über eine offene Stvaße zu müssen. Wir kannten jedes Haus, das Geheimtüren hatte, die verborgen vor der Oeffentlichkeit, den Uebergang von einer Straße in die andere ermöglichten. Wir konnten uns im Stockdustern durch ein halbes Dutzend verschwiegener, manchmal nur knapp einen Meter breiter Hinterhöfe durchfinden und ungesehen an jeder Stelle des Gängeviertels, die man uns vorgeschrieben hätte, auftauchen. Kein Polizist hat uns jemals bei unseren nicht immer ganz harmlosen Schlachten erwischen können. Und dabei standen uns nicht einmal die Wege über die Dächer, die Hausböden und die Giebelluken zur Verfügung. Die kannten bis zum Kriegsende nur die echten Ganoven, und selbst die dürften wohl nur in den allerdringendsten Fällen sich veranlaßt gesehen haben, diese riskanten Fluchtwege zu benutzen. Man kam ja auf einfachere Art auch davon. DieHochburg desKommunismus. Wundert sich jemand, daß bei solchen Vorbedingungen das Gängeviertel in Vorkriegszeiten die Zufluchtsstätte allen lichtscheuen Gesindels, in Nachkriegszeiten darüber hinaus aber auch die Hochburg des hamburgischen Kommunismus wurde? Hier war nicht nur der Nährboden für jegliche Art der Verhetzung und das dankbarste Lehrmaterial für den Klassenkampf gegeben — hier waren die Drahtzieher und Hetzer auch vor jedem staatlichen Zugriff so aut wie sicher und die staatlichen Ordnungsorgane fast machtlos. In unruhigen Zeiten, die in Hamburg mit dem „H e i l s ch e n S ü l z e a u f st a n d" 1919 richtig anfingen und über den kommunistischen Umsturzversuch 1923 bis zur Machtübernahme 1933 führten, ist das Gängeviertel immer wieder der unzugängliche Schlupfwinkel von Totschlägern, Mördern und ihren roten Hinterleuten gewesen, und die Hamburger hatten sich fast schon an den Gedanken gewöhnt, daß das wohl so sein müßte. Wer es nicht nötig hatte, blieb in diesen Jahren dem Gängeviertel fern, auch wenn er es in- und auswendig kannte und das heimische Plattdeutsch, die einzig gültige Umgangssprache dieser Gegend, von Kindesbeinen an beherrschte. Wundern muß man sich nur darüber, daß niemals eine hamburgische Regierung ernsthaft den Versuch unternahm, die Axt an des Uebels Wurzel zu legen. Es hätten ja nicht einmal philanthropische Beweggründe, es hätten ja die einfachen Gesichtspunkte der politischen Sicherheit und Selbstbehauptung dazu zwingen müssen, das Gängeviertel einzureißen und Licht und Sonne dahin fallen zu lassen, wo neben wirtschaftlich Un- LPD. Diez, 17. März. Am Montag, gegen 18 Uhr, ereignete sich auf der abschüssigen Landstraße zwischen Hirschberg und Altendiez ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Auf der Fahrt nach Gießen befindlich, kam die aus einem Traktor und drei Zirkuswagen Oie ungeschehenen Dinge. Von Peter Barnm. Ungezählte Dinge geschehen täglich auf der Welt, große und kleine, erhabene und lächerliche, wichtige und unwichtige, gescheite und dämliche. Wir alle beschäftigen uns unser Leben lang damit, alle diese Dinge zu betrachten, zu beurteilen, zu werden, auszunutzen oder zu verachten. Manches klugen Kopfes Ehrgeiz geht allein dahin, sich nicht mehr täuschen zu lassen, richtig zu urteilen, nicht mehr hereinzufallen, weit zu blicken, recht zu behalten. So sind wir diesseitig, auf dem Boden der Tatsachen stehend, bewußt, historisch, ohne Sinn für Geheimnisse. Wir ergötzen uns an den Tragödien und Komödien des Daseins, oder wir verzweifeln über sie. Aber mir kommen gar nicht darauf, daß es ein anderes Objekt unserer Aufmerksamkeit geben könnte als das, was geschieht. Dennoch, die Dinge, die sich begeben, sind zwar ungezählt, aber nicht unendlich. Unendlich dagegen ist die Zahl der Dinge, die nicht geschehen. Während sich das große Welttheater vor einer aus Millionen bestehenden Oeffentlichkeit abspielt, begibt sich die unendliche Tragödie des Ungeschehenen vor Dem leeren Amphitheater der Vergessenheit, in dem nur Ginster zwischen den Marmorstufen wächst und eine Amsel an der Rampe der leeren Bühne nistet. Freilich, das sanfte Flöten dieser Amsel und das sanfte Duften des Ginsters enthalten die ganze Unendlichkeit einer Schöpfung, in der unsere Erde nur ein belangloser kleiner Trabant in einem belanglosen kleinen Sternensystem ist, das niemand beachtet, weil keinerlei Teleskope von irgendwoher darauf gerichtet sind. Selbstverständlich kommt der Chronist nicht von ohngesähr zu den abwegigen Ueberlegungen. Das Jahr 1916, dessen zwanzigste Wiederkehr wir Heuer betrauern, wird, solange das geschichtliche Gedächtnis der Menschen reichen wird, mit dem Namen Verdun verbunden sein. Aber in eben diesem Jahr vor eben diesem Verdun ist unter den Hunderttausenden von Soldaten, die diese Blutfestung gekostet hat, der große deutsche Maler Franz Marc gefallen. Und mit ihm sind feine ungeschaffenen Werke ins Grab gesunken. Das ungeheure Geschehen riß das Ungeschehene mit in den Abgrund. Wir haben nicht die gering^ Vorstellung über die Bilder etwa eines kpäten Marc. Aber es ist nicht allein die Jugend des Künstlers, die sein Werk so unvollendet erscheinen läßt. Wir wissen von Corinth, daß er erst in den letzten Jahren seines Lebens glaubte, das Tor zum gelobten Lande der Erfüllung gefunden zu haben. Wir wissen von allen großen Baumeistern, daß die Pläne, die sie mit ins Grab nahmen, fast immer größer und gewaltiger waren als alles, was sie Großes und Gewaltiges geschaffen hatten. Was für unerfüllte Träume find mit Edison oder mit Lionardo da Vinci ins Grab gesunken. Die Fassade von S. Pietro e Paolo in Ferrara ist so unvollendet geblieben wie die Deichbauten des Hoangho, und es gibt sogar eine Symphonie, die wir die Unvollendete nennen. Freilich, es ist merkwürdig genug, daß uns nichts so sehr an die Ewigkeit erinnert wie die Unvollkommenheit irdischen Gelingens. Das mag wohl daran liegen, daß zwar das Geschehene diesseitig ist, aber das Ungeschehene ja nicht überhaupt nicht vorhanden ist, sondern eine Art von jenseitiger Existenz hat, die uns verschlossen ist. In den Galerien des Himmels hängen alle die Werke, die die Maler hinieden zu schaffen durch die Pest oder den Erfolg verhindert wurden. Aber das Schicksal der Großen ist noch viel mehr das Schicksal der Kleinen. Hinsichtlich der mangelnden Realisation steht der freundliche Brief an Onkel Sebastian, der seit einem Jahr geschrieben werden soll, den ungebauten Kirchen Michelangelos in nichts nach. Wir benehmen uns so, als ob es die ungeschehenen Dinge gar nicht gäbe. Aber tatsächlich schleppt ein jeder von uns einen ganzen Sack davon auf seinem Buckel mit herum. Es scheint ziemlich hoffnungslos, diesen Sack jemals ganz leer zu bekommen. Soll man es darum ganz aufgeben? Nun, man kann sich in die heiligen Berge zurückziehen, um das Nirwana anzubeten. Das ist ein Standpunkt ober vielmehr ein Sitzpunkt. Aber eben doch nur einer von den Sitz- oder Standpunkten, von denen man sagt, daß man sie respektiert. Was so viel heißt, als daß man sie gründlich verachtet. Wenn man zu faul ist, über die Gründe einer Verachtung nachzudenken, bann respektiert man. Wir füllen unser Dasein unb unsere Welt mit der endlichen Zahl von Geschehnissen, die wir der Unendlichkeit des Ungeschehenen entreißen. Gewiß, die Unendlichkeit wird nicht kleiner, soviel wir auch davon wegnehmen. Aber unsere Welt des Geschehens steht da, wild und zart, bunt unb großartig, bewundernswert und schäbig, göttlich und grotesk. Und alles Endliche entstammt dem Unendlichen, und insofern ist auch die letzte Geste des ärmsten Bettlers, der einmal seinen Groschen einem Knaben schenkt, Murmeln davon zu kaufen, von edler und erhabener Abkunft. So haben wir das Glück, noch mit unseren albernsten Regungen, sofern wir sie nur geschehen lassen, etwas von der göttlichen Unendlichkeit in das Diesseits unserer zweifelhaften Welt einströmen zu lassen. Zögern wir darum nicht, die Fassade von S. Pietro e Paolo bis zum First mit Marmor zu bekleiden. Zögern wir nicht, die Dämme des Hoangho zu bauen, damit wir nicht in den Fluten des Frühlings ersaufen. Zögern wir nicht, Symphonien zu vollenden, von denen wir nicht wissen, ob ihr Klang jemals eines Menschen Ohr erreichen wird. Und vor allen Dingen zögern wir nicht, Onkel Sebastian endlich zu schreiben. Der scharmante alte Herr wird eine Träne der Rührung nicht unterdrücken können. Die Tränen, die aus der Unendlichkeit des Ungeschehenen in die Welt rollen, werden von besonderen Engeln aufgefangen und in einem besonderen Bassin gesammelt, in dem die Göttin der Güte ihr Morgenbad zu nehmen pflegt. „Sorgen wir dafür, daß sie nicht eines Tages auf dem Trocknen sitzt." Kleine Geschichten von König Eduard VIII. Die Beliebtheit, die sich König Eduard VIII. schon als Prinz von Wales erworben hat, zeigt sich in den vielen kleinen luftigen Geschichten, die jetzt in der englischen Presse von ihm erzählt werden. König Eduard hat in hohem Maße die Fähigkeit, durch ein rasches Witzwort einer Verlegenheit Herr zu werden. Bei einem Festessen versah sich einmal ein Redner in der Anrede, indem er in Gegenwart des Prinzen die Versammlung einfach mit „genflemen" begrüßte. Sofort merkte er aber feinen Mißgriff, blieb stecken, wurde ganz rot und stammelte schließlich zu seiner Entschuldigung: „Bitte um Verzeihung, Königliche Hoheit," — worauf ihm der Prinz lachend ins Wort fiel: „Fahren Sie nur fort, ich höre es sehr gern, wenn man mich einmal Gentleman nennt." Eine gewisse Abneigung gegen allzu feierliche Anreden hatte der Prinz schon als Junge bewiesen. Eines Tages fand ihn fein Großvater, wie er mit einem großen blauen Fleck am Auge daher kam. „Wo hast Du das her?" fragte der König. „Ach, ein Junge schwatzte dauernd von „Königlicher Hoheit" zu mir und da wollte ick es ihm mal beibringen." Als siebenjähriges Kind fragte der Prinz einmal feine Erzieherin ob im Himmel alle Menschen gleich wären, oder ob es dort auch Könige und Königinnen gäbe. „Im Himmel sind sie alle gleich," lautete die Antwort. „Ich glaube schon, daß das auch ganz richtig ist," meinte der kleine Prinz nachdenklich, „nur — Urgroßmama (die damals noch lebende Königin Viktoria) wird das, wie ich fürchte, nicht so gern haben. „Aus seiner Amerikareise besuchte der Prinz den Präsidenten Wilson, während dieser krank zu Bett lag. Der Präsident wies darauf hin, daß er in dem Bett liege, in dem einst der Großvater des Prinzen, Eduard VII., geruht habe, als er Gast im Weißen Hause war, und fügte hinzu: „Von dies-m Fenster aus war Ihr Großvater, als er durch die vfiziellen Empfänge fast zu Tränen gelangweilt war, eines Nachts über eine Strickleiter entwichen, um mit einigen Freunden ein paar vergnügte Stunden zu verleben." „Ach, ich wünschte, ich hätte auch eine Strickleiter in meinem Gepäck mitgenommen," erwiderte der Prinz mit verständnisvollem Lächeln. Zeitschriften. Das neueste Heft der Luftschutz-Zeitschrift „Sire n e" bringt einen interessanten Bericht mit vielen Zeichnungen über den Schutzraum-Bau und die Fortsetzung der großen Bildreportage über Entstehung, Entwicklung und heutige Bedeutung des Eisens als weltpolitischer Machtfaktor. Das gleiche Heft zeigt „Tiere unter der Gasmaske" und Notlandungen zwischen Urwäldern Ein großer Bildbericht vorn Krieg in Ostafrika beschäftigt sich mit der Schlacht bei Enderta und ihrer Bedeutung für die weitere Entwicklung des italienisch-abessinischen Krieges. Außerdem: Bilder vom weiblichen finnischen Schutzkorps; Emden, der Kriegshafen des Großen Kurfürsten; Mitteilungen vom Präsidium des Reichslustschutzbundes. Sochschulnachnchten. Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Richard F e st e r, der seit 1926 von den amtlichen Verpflichtungen entbundene Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Halle, jetzt in München lebend, beging, wenige Monate nach seinem 70. Geburtstage, die Feier seines goldenen Doktorjubiläums. Von den amlichen Verpflichtungen wurden entbunden: Professor D. Dr. Wilhelm Caspari, Ordinarius für alttestamentliche Wissenschaft und mor* genländische Religionsgeschichte an der Universität Kiel, auf seinen Antrag; Professor Dr. Hermann D i e ß e l h o r st, Ordinarius für Physik an der Technischen Hochschule Braunschweig, wegen Erreichung der Altersgrenze. Professor Dr. Harald Siebte, Extraordinarius für Gynäkologie an der Universität Kiel, ist zum ordentlichen Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Bonn ernannt worden. Nr. üb Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch. l8.MarzMb Großer Zapfenstreich vor demWrer in Frankfurt. <>< O .. M. ,> W Der ereignisreiche 16. März, an dem der Führer in der Festhalle zu Frankfurt a. M. sprach, fand, wie wir schon ausführlich gemeldet haben, einen erhebenden Abschluß mit dem Großen Zapfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer, der mit der Generalität auf dem Balkon des Opernhauses Platz genommen hatte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus der Provinzialhauptstadt. Oie kranken Zähne sind schuld Immer wieder finden sich in den medizinischen Fachzeitschriften Mitteilungen über schwere Erkrankungen, die ihren Ursprung in einem kranken Zahn haben. So beschreibt vor kurzem der Chefarzt der inneren Abteilung des Krankenhauses Evangelis- mos in Athen zwei Fälle einer ernsten allgemeinen Vergiftung des Blutes, die lediglich ausgelöst wurde von einer Giftquelle an den Zähnen. Bei einer 32jährigen Patientin, die in einem sehr bedenklichen Zustand in das Krankenhaus eingeliefert wurde, trat schlagartig Besserung und dann Heilung ein, nachdem diejenigen Zähne, die nach der Röntgenaufnahme sich als krank erwiesen, entfernt waren. Das gleiche konnte bei einer 35jährigen Patientin beobachtet werden, die mit Bluthusten, Gelenk- und Bauchschmerzen, blutigen Stühlen und schwersten anderen Allgemeinerscheinungen eingeliefert wurde. Auch hier fand man in den erkrankten Zähnen die Schuldigen. Man konnte in dem Eiter dieser An- steäungsquelle dieselben Krankheitserreger nachweisen, die auch für die Krankheitserscheinungen an anderen Organen des Körpers verantwortlich zu machen waren. Auch in der Chemnitzer Medizinischen Gesellschaft wurden — nach einem Bericht der Deutschen Medizinischen Wochenschrift — vor einigen Wochen drei Fälle mitgeteilt, in denen Kinder durch Giftstoffe, die in erkrankten Zähnen ihre Quelle hatten, schwer geschädigt wurden. Sie führten bei einem siebenjährigen Knaben zu einer Nierenentzündung, bei einem zwölfjährigen Knaben zu ausgedehnten Blutungen in die Haut und die Gelenke und bei einem fünfjährigen Mädchen zu den gleichen Erscheinungen, verbunden mit einem heftigen Rheumatismus. In allen drei Fällen aber verschwanden die Krankheitserscheinungen sofort und für immer nach Entfernung der Giftquelle: der erkrankten Zähne. So muß man sich vor allem auch bei dauernd wiederkehrenden Anginen (eitrigen Entzündungen der Mandeln), bei Gelenkerkrankungen immer an die Möglichkeit denken, daß die Urheber dieses Unheils im Kiefer sitzen: selbst dann, wenn die Zähne nicht schmerzen und ihnen vielleicht sogar äußerlich gar nichts anzusehen ist, daß sie erkrankt sind. In der Röntgenröhre besitzt der Zahnarzt ein Auge, mit dem er in den Kiefer hineinsehen und feststellen kann, ob vielleicht verborgen an der Zahnwurzelspitze ein Krankheitsherd sich gebildet hat, von dem das ganze Unheil seinen Ausgang nimmt. Auf eines muß hierbei mit allem Nachdruck hin- gewiefen werden: Aengstliche Menschen können, wenn sie diese Zusammenhänge wissen, leicht dazu verführt werden, in jedem Fall in ihren Zähnen die Quelle alles Unheils zu sehen. Nichts aber ist falscher, als kopflos und blindlings die Entfernung von Zähnen zu fordern, deren Schuld nicht einwandfrei erwiesen ist. So hat man bis vor kurzem in Amerika aus einer maßlosen Ueberschätzung dieser Herdansteckung ausgehend von den Zähnen, manches „unschuldige" Gebiß grundlos zerstört. Ebensowenig allerdings darf diese vom kranken Zahn aus mögliche Schädigung anderer Organe unterschätzt werden. Allein entscheiden können hier nur Arzt und Zahnarzt in einer gemeinsamen Prüfung des Falles, wobei es dem Zahnarzt Vorbehalten bleibt, den einwandfreien Nachweis der ursächlichen Ansteckungsquelle am Zahn, nicht zuletzt mit Hilfe der Röntgenaufnahme, zu führen. Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 16 Uhr im Cafe Leib Kindermärchen-Borftellung „Das Märchen im Zauberwald": 20.30 Uhr im Cafe Leib Gastspiel des Oberbayrischen Bauerntheqters „Das Schützenfest von Garmisch". Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Lapp im Schnakenloch" und „Der zerbrochene Krug". — Gloria-Palast, Seltersweq: „Der Ammen- könig". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Herr ohne Wohnung". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner, Düsseldorf. Skadttheaker Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum ersten Mal „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel von Ed. Reinacher. Die Spiellei- tung liegt in den Händen von Wolfgang Kühne. Mitwirkende: Damen: Henckell, Schubert-Jüngling: Herren: Mosbacher, Schorn, Tank, Bolck. Hieran anschließend Heinrich v. Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug". Spielleitung: Der Intendant. Mitwirkende: Damen: Birkmann, Henckell, Karden, Schubert-Jüngling, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Hub, Lüpke, Neuhaus, Rosenthal, Seitz. Dauer von 19.30—22 Uhr. 22. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Ein Grundbeitrag bei denZndustrie-undHandeiskammern Der Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung hat mit Zustimmung des Reichsund des Preußischen Wirtschaftsministers eine Aen- derung des Gesetzes über die Industrie- und Handelskammern beschlossen, die er im Namen des Reichs verkündet und in der folgendes bestimmt wird: Die Kammern können die Erhebung eines neben der gesetzlichen Umlage zu erhebenden einheitlichen Grundbeitrages bis zum Höchstbetrage von jährlich 12 RM. beschließen, der von allen wahlberechtigten Firmen zu zahlen ist. Sie können ferner beschließen, daß sich der Grundbeitrag für Firmen, deren Gewerbebetrieb nicht über einen bestimmten Umfang hinausgeht, ermäßigt. Das Gesetz tritt mit rückwirkender Kraft zum 1. April 1935 in Kraft. Aus parteiamtlichenBekanntmachuugen In der Ortsgruppe G i e ß e n - O ft findet das Einziehen der Hilfskafsen-Beiträge von den Angehörigen der SA., SS., NSKK., Reiter-SA. und Marine-SA., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Ost wohnen und nicht Parteigenossen sind, am heutigen Mittwoch, 18. März, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr in der Ortsgruppen - Geschäftsstelle, Kaiserallee 141, statt. Wer heute abend nicht bezahlt, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet. Die Angehörigen der SA. im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd, die ihren Beitrag an die Hilfskasse für April, Mai und Juni noch nicht bezahlt haben, können diese Zahlung noch am heutigen Mittwoch, 18. März, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr in der Geschäftsstelle, Frankfurter Straße Nr. 29, leisten. Wer heute nicht befahlt, wird bei der Hilfskasse abgemeldet. Eine Kreisversammlung des NS.- Lehrerbundes, Kreis Gießen, findet am kommenden Samstag, 21. März, 16 Uhr, in der Pestalozzifchule in Gießen statt. -Es handelt sich dabei um eine Pflichtversammlung für alle Mitglieder des NS.-Lehrerbundes, die auf Anordnung der Reichsamtsleitung abgehalten wird. Die deutsche Arbeitsfront .. TV n.9.=6emcinf(haft „Kraft durch freute" Urlaubsfahrt 7/36 Bodensee vom 9. bis 13. April. Wer einmal am Bodensee war, den reißt das Heimweh immer wieder an ihn zurück. Es ist ganz gleich, ob man am Ufer steht oder auf einer Dampferfahrt den See in seinen wechselnden Farben und seiner stimmungsvollen Bewegung genießt. Sipplingen, Ueberlingen, Nußdorf, Oberuhldingen, Mühlhofen, Unteruhldingen, Meersburg und Hagenau find die Orte, in denen die Urlauber gute Unterkunft finden. Eine Dampferfahrt auf dem Bodensee sowie Besichtigung der Zeppelinwerft in Friedrichshafen werden jeden Urlauber begeistern. Anmeldungen für diese herrliche Fahrt müssen umgehend aus der Kreisdienststelle „KdF.", Schanzenstraße 18, abgegeben werden. Der Fahrpreis beträgt 26,50 Mark. Große Kinder-Märchen-Vorstellung. Mittwoch, 18. März, 16 Uhr, findet im Cafe Leib eine große Kinder-Märchen-Vorstellung statt. Wir bringen: „Das Märchen vom Zauberwald" von Max Reitzammer, ausgeführt von den Münchener Laienspielen. Der Eintrittspreis beträgt nur 20 Pf., so daß jeder Volksgenosse seinen Kindern eine große Freude bereiten kann. (Karten sind nachmittags an der Kasse noch zu haben.) Gastspiel des Original Oberbayerischen Bauerntheaters. Heute abend, 20.30 Uhr, findet im Cafe Leib ein Gastspiel des Original Oberbayrischen Bauerntheaters statt. Zur Aufführung gelangt: „Das Schützenfest von Garmis ch". Ein Bauernschwank in drei Akten von Max Reitzammer. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Karten find in den bekannten Vorverkaufsflellen und an der Abendkasse zu haben. Lachen ist der Hauptzweck des Stückes, den zu erreichen dem Autor glänzend gelungen ist. Daß man schöne Trachten und original-oberbayrische Schuhplattlertänze zu sehen bekommt, ist eine willkommene Zugabe. Außerdem hat man Gelegenheit, ein Münchener Zitherduett zu hören. Alles in allem — es wird ein Abend, so recht, um über die Sorgen des Alltags hinwegzukommen, und mit gehobener Stimmung geht man nach Hause. Gportamt „Kraft durch Freude". heute folgender Kursus: Allgem. Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Betr. Schachkurse! Für die beginnenden Schachkurse (Anfänger und Fortgeschrittene) werden auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, noch Anmeldungen entgegengenommen. Wichtig für Hausbesitzer! 1935er TNietgutscheine müssen in Hessen bis 10. April eingelöst fein! Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Die Vorverlegung des Bücherschlusses der Hauptstaatskasse auf den 31. Mai 1936 bedingt, daß auch bezüglich der Mietunterstützungen für das Rechnungsjahr 1935 die notwendig gewordene Frist- verkürzung unbedingt eingehalten wird. Hierzu gehört, daß die Einlösung der Mietgutscheine für das Rj. 1935 so zeitig erfolgt, daß die Zurechnung durch die Finanzkasfen an die Hauptstaatskaffe fristgemäß geschehen kann. Es müssen demnach sämtliche Mietgutscheine, die auf das Rj. 1935 lauten, bis spätestens 10. April 1936 bei den Finanzkassen zur Einlösung vorgelegt werden. Die Finanzkassen haben Anweisung erhalten, nach diesem Termin vorgelegte Gutscheine zurückzuweisen. Um sich vor Schaden zu bewahren, wird den Hausbesitzern dringend geraten, die festgesetzte Frist einzuhalten, da eine nachträgliche Einlösung von Mietgutscheinen nicht möglich ist. Gtempelabgabe für Automaten,Musikwerke und Radioapparate im Rechnungsjahr 1936. Die Polizeidirektion Gießen teilt zur Beachtung durch die Abgabepflichtigen nochmals folgendes mit: Wer in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften oder an anderen öffentlichen Orten und Plätzen einen Verkaufs- oder Wiegautomaten, Kraftmesser oder einen sonstigen der Unterhaltung des Publikums dienenden Automaten oder einen dem gleichen Zweck dienenden Radioapparat, ferner wer in einem öffentlichen Wirtslokal ein Klavier ober ein sonstiges Musikwerk aufstellen will, hat dies zuvor bei - der Crnteüank des deutschen Volkes Oie Tippgräfin. JRomon von Klothilde v Gtegmann Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 12. Kapitel. Das Halsband der Geronimo. Haus Gellern lag im Dunkel. Mariellas einund- zwanzigster Geburtstag war vorüber. Die ganze Festlichkeit war an ihr oorbeigegangen wie ein Traum — ein böser und schrecklicher Traum. Sie konnte nicht froh werden an ihrem Ehrentage. Immer wieder kam ihr der eine Gedanke: Heute abend mußte es geschehen! Sie durfte nicht mehr zögern. - Jede Stunde konnte das Verderben für den Geliebten bringen. Das Fest hatte einen glänzenden Verlauf genommen. Niemand ahnte, daß hinter Mariellas lachender Miene die Verzweiflung lag. Ja, dieses Feuer der Verzweiflung ließ heute ihre Augen tiefer leuchten, ihre Wangen wärmer erstrahlen. Sie hatte hastig getrunken. Sie wollte, ja, sie mußte vergessen. Alle Gäste fanden, daß Mariella noch niemals fo ausgelassen und glühend vor Lebenslust gewesen war wie heute. Alle schoben es auf die Freude über das schöne Fest, das Annina von Gellern ihrer Pflegetochter bereitet hatte. Nur Lore Ankermann dachte immer wieder: Wie verändert ist doch Mariella! Niemals hat sie so laut gesprochen, so laut gelacht. Was ist mit ihr? Am liebsten hätte sie Mariella genommen und sie fortgeführt hier aus dem Kreis, zu sich und zu Renate, und sie gefragt: Was ist mit dir, Mariella? Was verbirgt sich hinter deinem lauten Lachen — deiner krampfhaften Fröhlichkeit? Aber es war unmöglich. Mariella war immer von einem Kreis von Menschen umringt, die der schönen und jungen Italienerin huldigten. Also mußte sich Lore gedulden, bis sie Mariella allein sprechen konnte. Das würde sicherlich morgen der Fall sein. Inzwischen bemühte sie sich energisch, die etwas plumpen Schmeicheleien ihres Tischherrn, des jungen Bankiersohns Kammacher, abzuschütteln. Schließlich aber flüchtete sie zu dem alten General Ultebeck. Der meinte schmunzelnd: „Kommen Sie nur, mein verehrtes kleines Fräulein. Wir Alten sind auch noch froh, wenn etwas so Liebes, Junges ein bißchen Zeit für uns hat." Es war schon weit nach Mitternacht, als die letzten Gäste das Haus Annina von Gellerns verließen. Mariella hatte Lore versprochen, sie morgen anzurufen. Bei dem Worte „morgen" war sie plötzlich zusammengezuckt. Ein Schauer hatte sie überlaufen, als fröstelte sie. Aber als Lore sie ängstlich fragte: „Was hast du, Jella?", da hatte Mariella nur den Kopf zurückgeworfen und gesagt: „Nichts, nichts, Liebling, es war nur ein bißchen viel heute, und ich bin müde." Dann hatte sie sich hastig von Lore verabschiedet. * Annina von Gellern hatte sich, ermüdet von den Festlichkeiten, zur Ruhe begeben. Sie pflegte jeden Abend vor dem Schlafengehen ein kleines Glas Südwein zu trinken. Mariellas Pflicht war es, ihr diesen Südwein beim Gutenachtsagen ans Bett zu bringen. Annina lag in ihrem breiten Bett. Sie sah sehr reizvoll aus in ihrem seidenen Nachtpyjama von nilgrüner Farbe. Von den Spitzenkissen, durch die es mattblau schimmerte, hob sich ihr immer noch schöner Kopf ab. Behaglich kuschelte sie sich in die Kissen und überdachte den heutigen Tag. Er war wirklich sehr gut gelungen. Jeder Mensch hatte ihr Komplimente gemacht, wie rührend sie für ihre Pflegetochter sorgte. Niemand würde auf den Gedanken kommen, daß zwischen ihr und Mariella nicht alles so war, wie es den Anschein hatte. Jeder hielt sie für die zärtliche Pflegemutter. Sie war mit dem heutigen Tage sehr zufrieden. Die Huldigungen der Herrenwelt hatten ihr ebenso gegolten wie Mariella. Aber wo blieb Mariella? Ungeduldig reckte sie ihren schlanken Arm nach der edelsteinbesetzten Uhr, die auf dem Nachttisch lag. „Mariella!" rief sie. „Kommst du nicht?" Mariella war heftig zufammengefchreckt, als Tante Annina sie rief. Sie stand mit schlaff herab- hängenden Armen am Tisch, vor sich das Glas mit Südwein. Sie hatte es eben eingeschenkt. Neben ihr lag eine kleine weiße Tablette. Das war das Schlafmittel, das Ehrhard von Hagen ihr übergeben hatte. Sie sollte es dem Wein beimischen. Nochmals hatte er ihr versichert, daß es ganz ungefährlich wäre. Zwei-, dreimal tastete Mariellas Hand nach der weißen Tablette, um sofort wieder zurückzufahren, als hätte sie Feuer angefaßt. Aber als die scharfe Stimme Anninas von Gellern wiederum ertönte, raffte sich endlich Mariella auf. Es mußte fein. Erhards Rettung mußte ihr mehr fein als Tante Annina, und mehr als das eigene Gewissen. Sie zerbrach die Tablette und ließ die kleinen weißen Stückchen in das Glas gleiten. Sie zerfielen augenblicklich. Nur ein schwacher, kleiner Bodensatz blieb zurück. Auch der verschwand, als Mariella vorsichtig mit einem Löffel in dem Glas rührte. Sie atmete auf. Nein, zu sehen war nichts. Aber ob nichts zu schmecken war? Vorsichtig kostete sie. Der Geschmack des Weines war unverändert. Wie immer — süß und feurig. Endlich entschloß sich Mariella, hineinzugehen. „Wo bleibst du denn so lange?" schalt Annina ärgerlich. „Kannst du nicht schneller sein? Kein bißchen Dankbarkeit, kein bißchen töchterliche Fürsorge hat man von dir." Ungeduldig nahm sie den Wein, den Mariella ihr mit zitternder Hand reichte. Hätte Annina in diesem Augenblick ein gütiges Wort für Mariella gehabt — alles wäre anders gekommen. Dann hätte Mariella vielleicht doch nicht die Kraft befef- fen, fo zu handeln, wie sie nun handelte. Aber Anninas unberechtigte Vorwürfe betäubten ihre Reue. Zwar schlug ihr Herz wie ein Hammer, aber sie ließ es zu, daß die Tante den Wein schlürfte. „Lösch das Licht aus und komm morgen früh etwa um neun Uhr zu einer Unterredung zu mir. Wir haben viel miteinander zu besprechen!" sagte Annina noch. Dann löschte Mariella, wie immer, die Nachttischlampe. Heute aber zitetrte ihre Hand' Sie floh, wie gejagt, auf ihr Zimmer. Mit irren Augen fah sie auf das schimmernde Festkleid, das nun von ihr herabglitt. Dies alles erschien ihr wie ein böser Spuk. Es konnte doch nicht Wirklichkeit fein, daß sie, Principessa Mariella di Bonaglia, jetzt heimlich auf Diebeswege gehen wollte. Und doch war es Wirklichkeit. Totenstille herrschte im ganzen Hause. Es mußte heute gewagt werden. . Erhard, Liebster, für dich!, dachte sie. Sie rief sich sein geliebtes Gesicht in die Erinnerung zurück, um sich Mut zu machen. Dann ging sie auf Zehenspitzen vorwärts. Am Schlafzimmer Anninas lauschte sie. Es war alles still. Vor einer halben Stunde hatte sie das Licht im Zimmer der Tante gelöscht. Annina schien schon fest zu schlafen. Erwachte sie, so konnte man ihr, ahne Verdacht zu erregen, sagen, daß man aus ihrem Zimmer ein beängstigendes Geräusch gehört habe und gekommen sei, um nach dem Rechten zu sehen. Doch die Tante lag noch ebenso, wie sie sie vor kurzem verlassen hatte. Mit bebenden Händen trat Mariella dicht an das Bett heran. Vorhin, als sie im Mondschein von ihrem Zimmerchen aus dem Gang über den teppich- belegten Korridor in das Schlafgemach der Tante angetreten, hatte sie etwas wie'eine Vision. Der silberne Strahl des Gestirns schien in schimmernden, verschnörkelten Buchstaben: „Diebin — Ma- riella di Bonaglia wird zur Diebin", vor ihre Fuß- topfen zu kritzeln. Haarscharf und deutlich sah ihre überreizte Phantasie die Worte vor sich. Doch nun mußte sie sich von diesen Wahngebil- den befreien. Der Selbsterhaltungstrieb gebot ihr, schärfste Aufmerksamkeit zu wahren. Das Schlafpulver mußte ausgezeichnet wirken. Annina atmete ruhig und gleichmäßig und rührte sich auch nicht, als Mariella ihr, zitternd vor Gewissensbissen, das kostbare Platinkettchen mit dem Goldschlüssel ab- streifte, das sie immer um den Hals trug. Vorsichtig ließ sie jetzt die Festschlafende in die Kissen zurückgleiten. Dann schlich sie zu dem Ge- heimschränkchen in der Ecke, dessen Mechanismus neben der Tante nur ihr allein bekannt war. Sie öffnete es, und zwar mar ihm nicht durch Schloß und Riegel, sondern durch allerhand seltsame Vorrichtungen beizukommen. Doch wieder packte sie würgend die Angst. Denn plötzlich hörte sie Anninas Stimme. Schreckgebannt blieb sie stehen. War Frau non Gellern erwacht? Nein, nein, sie schien im Traum zu sprechen. (Fortsetzung folgt!) Kreisleitung Wetterau der RSDAP. 00 3€vcley Ddol ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen ren ren Seite mußten jedoch straferschwerend die schwe- Folgen des Unfalls in Betracht kommen. L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkommnetes Odol mit erhöhter bakterientötender Wirkung. Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. Sie ging jetzt wieder zum Tanze. Es kam, wie es kommen muß. So endet die kleine Romanze mit einem versöhnenden Schluß: ihren Lehrern zusammen nicht nur die vielen Sachen eingeübt, sondern sich auch olles, was sie für ihr Märchenspiel brauchten, selbst qefch haben. Er erinnerte die Erwachsenen an ihre Pflicht am 29. März und schloß den Abend in üblicher rj an den Führer und mit dem Zuchthausstrafe von zwei Jahren vier Monaten unter Anrechnung von zwei Monaten zwei Wochen Untersuchungshaft. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der R. R. aus Rockenberg wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Drei Monate zehn Tage der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet Wegen des gleichen Delikts wurde der O. M. zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Sodann befaßte sich das Gericht mit dem O. B. aus Hungen wegen fahrlässiger Tötung. Der Angeklagte kam am 8. Januar d. I. mit seinem Personenauto von einer Geschäftsreise. Nachdem er unterwegs schon einmal eingekehrt war, begab er sich in Hungen noch einmal in ein Lokal und trank dort einige Glas Bier. Auf der Fahrt nach Hause wollte er' in der Kaiserstraße in Hungen zwei vor ihm herfahrende Arbeiter überholen, fuhr jedoch zu weit nach rechts, und es kam zum Zusammenstoß, bei dem die beiden Radfahrer zu Boden geschleudert und verletzt wurden. Während die Verletzungen des einen leichterer Natur waren, verstarb der andere bald darauf an den Folgen des Unfalls. Die gestrige Hauptverhandlung ergab, daß der Unfall auf das Verschulden des Angeklagten zurückzuführen ist. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis- strafe von acht Monaten. Bei der Strafzumessung wurde die Tatsache berücksichtigt, daß der Angeklagte bisher nicht bestraft ist. Auf der ande- Fünf Jahre waren verschwunden; man hatte sich kennen gelernt, sie lebten die Tage und Stunden so weit wie möglich entfernt: 0 0 Wahlkundgebung in Gießen am Mittwoch, 25. März, in der Dolkechalle. Beginn 20 Uhr pünktlich. Es spricht einer der ältesten Reichsredner der NSDAP. Elsner von Gronow, Gwinemünde Die Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP. nehmen geschlossen an dieser Kundgebung teil. Vereine usw. werden schon jetzt gebeten, diesen Abend von jeder anderen Veranstaltung sreizuhalten. Unkostenbeitrag: 20 Ps. Vorverkauf durch die Kreisleitung (Lonystrahe 18), die Gießener Ortsgruppen, Geschäftsstelle der Deutschen Arbeitsfront. Die Gliederungen und angeschlossenen Verbände werden gebeten, die Karten bei der Kreisleitung abzuholen. Im zweiten Jahr der Ehe, — er blieb nicht immer zu Haus, — da sah die Sache, o wehe, schon wesentlich anders aus: 0 0 zurichten, besonders Gerichte aus Heringen. Empfehlenswert und sparsam im Fettverbrauch ist das Heringsgulasch. Der Eiweißgehalt des Fisches gleicht sehr dem Eiweißgehalt des Hühnerfleisches. Streben wir danach, unser Volk durch gesunde und richtige Nahrung stark und leistungsfähig zu machen, dann muß der Fisch in unserer Ernährung eine viel größere Beachtung finden. Elternabend der pestalozzischule. Die Pestalozzischule veranstaltete am gestrigen Dienstag einen Elternabend. Die Turnhalle der neuen Pestalozzischule, die für solche festliche Veranstaltungen einen sehr schönen Rahmen abgibt, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit den Schülern und Schülerinnen waren die Eltern, Pfarrer, Lehrer und die Vertreter der NS.-Jugendorga- nisationen erschienen. Die Schüler leiteten mit einem mit viel Hingabe ausgeführten musikalischen Vorspiel die Feierstunde ein. Dann sprach der Schulleiter, Rektor Strauch, Worte der Begrüßung,'mit denen er eine grundsätzliche Betrachtung über das Zusammenwirken von Hitlerjugend, Elternhaus und Schule verflocht. Gleichzeitig verband er damit die Verpflichtung der Jugendwarte. Ein schlichtes Lied klang auf, dann brachten Jungen einen Sprechchor vor, der eindringlich das Leben der Volksdeutschen in der rumänischen Bukowina, dem Betreuungsgebiet des hessischen VDA., vor Augen stellte. Ein Mädchenchor leitete mit einem frischen Lied über zu den Vorführungen der Körperschule. Des Führers Worte auf dem Deutschen Turnfest in Stuttgart von dem Geist, der sich in einem herrlichen Körper bildet, so daß die Menschen über Geld und Besitz den Weg zu einem idealeren Leben finden, war als Vorspruch dafür gewählt. Von Musik beschwingt, führten die Mädchen rhythmisches Keulenschwingen vor und zeigten auch beim Kastenturnen klare Breiten- und Tiefenarbeit, die einen guten Einblick in die mit sichtlicher Freude ausgefüllte Turnstunde boten. Wegen der vorgeschrittenen Zeit mußte das Barrenturnen der Jungen ausfallen, und so blieb ihnen nur durch die Vorführung einiger Spiele und durch Bodenturnen ein geringer Spielraum für den Beweis ihres turnerischen Könnens. Die Schüler bewiesen durch ein Menuett in 0-Dur von Beethoven die Vielseitigkeit ihrer Schulbildung. Ein Märchenspiel von der „Gänsehirtin am Brunnen", das in drei bunten, allerliebsten Bildern die Fabel von dem Salz der Kinderliebe zu den Eltern vor Augen führte, beschloß den Abend. Schulleiter Strauch dankte noch einmal allen Mithelfern und den Eltern für ihr zahlreiches Erscheinen und wies darauf hin, daß die Kleinen mit unbedingt gleichwertig. Hinzu kommt, daß die Fischmuskulatur, das Fleisch des Fisches, ein ungemein leicht verdaulicher Stoff ist. England, das Land des Sportes, beweist, welcher Wert dem Genuß des Fisches beizumessen ist. Der Engländer ißt z. B. je Kopf und Jahresdurchschnitt 55 Pfund Fische und 100 Pfund Fleisch. Der Deutsche dagegen verbraucht zur Zeit 20 Pfund Fische gegenüber einem Fleischverbrauch von 100 Pfund je Kopf und Jahresdurchschnitt. Daß gerade der Sportler seine Nerven beisammen haben muß, ist jedem bekannt. Und Muskelkraft erfordert Nervenkraft. Es genügt nicht allein die vorsichtige und vernünftige Lebensweise. Um den Körper gesund und elastisch zu erhalten, ist auch vor allem die Zuführung aufbauender Kräfteeinheiten notwendig. Es sind dies Jod und Phosphorsalze. Fehlen diese Stoffe längere Zeit in der Nahrung, dann kann dies zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Jod und Phosphor sind im Fisch reichlich vorhanden. Manche Hausfrau hält noch mit dem Kauf von Fischen zurück in der irrigen Annahme, die übliche Zubereitung als Bratfisch erfordere besonders reichliche Fettzutaten. Ein Fischgericht benötigt aber nicht mehr Fett bei der Zubereitung als jedes andere Gemüse- oder Fleischgericht, ohne daß das Fischgericht an Geschmack oder Sättigungswert verliert. Ohne größere Fettzugaben lassen sich gedämpfte Fische Herrichten, die auf diese Art zubereitet saftig bleiben, ihre natürlichen Geschmackstoffe behalten und keine Nährstoffe verlieren. Dämpfen heißt: durch Wasserdampf garmachen. Wenig Fett benötigen auch die Eintopfgerichte, wie Weißkohl oder Wirsina mit Fisch. Schließlich gibt es auch noch mannigfache Möglichkeiten, gekochten Fisch unter wenig Fettzusatz schmackhaft herOberhessen. Generalversammlung des Ereditvereins Heuchelheim ch Heuchelheim, 16. März. Der Kredit- verein Heuchelheim hielt am Samstagabend in dem Saale der Gastwirtschaft „Zum Treppchen" seine 138. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Werner Rehberg, gedachte zu Beginn der Toten des verflossenen Jahres. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab das Vorstandsmitglied Fritz Kreiling eine Erklärung ab, um den Mitgliedern in einer Angelegenheit Klarheit zu geben. Der Geschäftsführer der Kasse, Ferdinand Volkmann II., verlas hierauf den Jahresbericht der Kaffe. Die Bilanz zeigte eine gute Aufwärtsentwicklung im Geschäftsjahr 1935. Nachdem der Geschäftsführer die Jahresrechnung vorgelesen hatte, wurde diese von der Versammlung einstimmig genehmigt. Der Leiter der Versammlung beantragte hierauf Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates, die einstimmig erteilt wurde. Die Versammlung beschloß, 6 v. H. Dividende auszuzahlen und 2000 RM. der Betriebsrücklage gutzuschreiben. Außerdem wurden der Kleinkinderschule 100 RM. gestiftet, der Rest floß dem Reservefonds zu. Bei einer gesetzlichen Revision hat sich ergeben, daß einige Paragraphen der Satzuna abänderungsbedürftig waren. Diese kleinen Aenderungen wurden einstimmig erledigt. Eine wesentliche Aenderung der Satzung war die Herabsetzung der Haftsumme der Mitglieder. Diese betrug vorher auf einen Ge» schästsanteil 1000 RM. und wurde jetzt in der Satzung auf 500 RM. herabgesetzt. Folgende Mitglieder des Aufsichtsrates schieden satzungsgemäß aus: Friedrich Volkmann IV«, Wilhelm Reidel VI. und Adolf Gernandt. Auf Antrag wurden alle drei einstimmig wieder- gewählt. r Der Kreditverein Heuchelheim hat am Anfang des Jahres 1936 426 Mitglieder, von denen eine ganze Anzahl auswärtige Mitglieder sind. Der Umfang der Kassengeschäfte geht weit über den Bereich einer kleinen Dorfkasse hinaus. Dies ist besonders aus dem Gesamtkassenumsatz von 13 438 656,52 RM. ersichtlich. Boranschlagsberatung in Alsfeld. △ Alsfeld, 16. März. In der jüngsten Ratsherrensitzung gelangte zunächst die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse vom Rechnungsjahr 19 3 4 zur Vorlage. Der Abschluß der Betriebsrechnung ergab einen Rechnungsrest von 79 221,02 Mark. Die Vermögensrechnung schloß mit einem Rechnungsrest von 7559,31 Mark ab. Die Rechnung des Städtischen Schlachthofes, die in Einnahmen mit 33 897,36 Mk. und in Ausgaben mit 27 047,84 Mk. abschließt, ergab einen Rechnungsrest von 6849,52 Mark. Die Vermögensrechnung gleicht sich mit 7000 Mark in Einnahmen und Ausgaben aus. Dem Erneuerungsfonds wurden 7000 Mk. zugeführt. Gegen die Rechnungen wurden keine Einwendungen erhoben. Die Rechnungen wurden hierauf von dem Bürgermeister festgestellt. Alsdann folgte die Beratung des Voranschlags der Stadt-, Hospital- und Armeykasse, sowie des Städtischen Schlachthofes für das Rechnungsjahr 1936. Vor Eintritt in die Beratung machte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g einige allgemeine Ausführungen zu dem neuen Voranschlag. Darnach weist der Voranschlag gegenüber dem Vorjahre keine wesentlichen Aenderungen auf. Er ist, wie in allen vorausgegangenen Jahren, ausgeglichen und schließt in der Gesamtsumme mit 433 413 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab, gegenüber 420 693 Mark im Vorjahre. Der Umlagenbedarf mit 130 000 Mark ift derselbe wie im Rj. 1935. Für das neue Rechnungsjahr 1936 sind die gleichen Steuersätze vorgesehen, wie für 1935. Bemerkenswert ist der starke R ü ck- gang an den sozialen Lasten. Im Voranschlag 1933 waren z. B. für Unterstützung von Wohlfahrtserwerbslosen und an Löhnen für Für- forgearbeiter 45 000 Mark vorgesehen, im Voranschlag 1934 = 17 500 Mark, in 1935 = 15 000 Mark;, im Voranschlag für 1936 = 11 000 Mark. Dieses er-' freuliche Bild der Besserung der wirtschaftlichen Lage sei das unbestreitbare Verdienst der nationalsozialistischen Staatsführung. Sehr wesentlich sei für die Ausgleichung des Voranschlags, daß es bis jetzt der Stadtverwaltung immer gelungen sei, den Rechnungsrest, d. h. den Abschluß der Rechnungen bis zu einem gewissen Grade, stabil zu halten. Die Realsteuern würden voraussichtlich im Rechnungsjahr 1936 zum letzten Male auf Grund der landesrechtlichen Vorschriften erhoben werden, da die reichsrechtliche Regelung der Grund- und Gewerbesteuer für den 1. April 1937 in Aussicht genommen sind. Bei der Einzelberatung wurden keine wesentlichen Aenderungen des Voranschlags vorgenom- men. Eine längere Aussprache entspann sich über die finanziellen Auswirkungen des Vertrages mit der Provinz Oberhessen über den Verkauf der städtischen Stromversorgung an die Provinz Oberhessen. Der Voranschlag des Städtischen Sch l a ch t h o f e s schließt in der Betriebsrechnung mit 27 052 Mark ab. Für den Erneuerungsfonds find 5200 Mark als Rücklage vorgesehen. Die Voranschläge wurden nach Beratung wie folat festgestellt Hauptvoranschlag der Stadt 433 413,59 Mark; Voranschlag des Hospitalfonds und der Armenkasse: 21 968,60 Mark; Schlachthof: 32 252 Mark. Die Steuersätze wurden wie im Vor- iahre norgenommen Canbfrpfa Glesien ch Heuchelheim, 16. März. Im vollbesetzten Saale der Turnhalle fand am Sonntagabend eine Schulentlassungsfeier der ältesten Klasse statt. Nach einem Eingangsmarsch, der von sämtlichen Konfirmanden auf Mundharmonikas ge- svielt wurde, begrüßte der Rektor der Volksschule, Lehrer K n a b , die Eltern und die zahlreichen Gäste. Es folgten dann ein von den Konfirmanden vorgetragenes Lied und einige Gedichte. Lehrer Dr. R e i d t, dem die Schulklasse drei Jahre anvertraut war, führte dann in einer Ansvrache aus, daß die Erziehung der Kinder in der Schule nur ein An- fang sei und erst im späteren Leben von Eltern und Erziehern zur Vollendung kommen müsse. Nach einigen gemeinsamen Liedern, die von der Klasse gut vorgetragen wurden, folgte eine Einführung in die heimatliche Mundart und zwei im Heuchelheimer Dialekt vorgetragene Gedichte. Die nun aufgeführten „Bilder aus der Heimat" zeigten den tiefen Sinn der Kinder für heimatliche Geschichte und senden lebhaften Beifall. Die Bilder führten in Sitten und Gebräuche unserer engeren Heimat in drei Bildern aus den Jahren 1648, 1730 und 1935. Der Abend wurde in schöner Weise mit Sprechchören, Mundharmonikavorträgen und Liedern ausgefüllt. Alle Besucher nahmen einen guten Eindruck von der schönen Veranstaltung mit nach Hause und zollten den Kindern und besonders dem Klassenlehrer Dr. Reidt reichen Beifall. 00 Klein-Linden, 15. März. Eltern- a b e n ö e unserer Volksschule erfreuen sich immer eines außerordentlich starken Besuches, wie dies bei dem am Samstagabend im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" abgehaltenen Elternabend der Schule wieder festzustellen war. In einer Begrüßungsansprache wies der Schulleiter, Rektor Dr. C r ö ß m a n n , auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der drei Erziehungsfaktoren Elternhaus, Schule und nationalsozialistische Jugendorganisa- tianen hin. Der Abend brachte Reigen der kleineren dem Krelscmst anzumelden und die vorgeschriebene Stempelabgabe zu entrichten. Klaviere, die ausschließlich für Dereinszwecke benutzt werden, sind stempelfrei. Solche Klaviere müssen durch Aufschrift oder durch einen an sichtbarer Stelle befestigten Zettel mit dem Vermerk „Benutzung nur dem Verein.....zu Vereinszwecken gestattet" besonders bezeichnet fein. In Zeiten der Nichtbenutzung durch den Verein müssen die Klaviere geschlossen sein. Die Abmeldung von Automaten, Musikwerken und Radioapparaten kann nur bis 31. März jeden Jahres bei dem Kreisamt erfolgen. Wer dies unterläßt, ist zur Entrichtung der Abgabe für das kommende Rechnungsjahr — 1. April bis 31. März — verpflichtet. Lustschutz-Appelle. Der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, Luftschutz-Revier II, teilt uns mit: Der am 16. März ausgefallene Appell findet am Freitag, 20. März, 20.30 Uhr, im Lukasfaal statt. Der für den 23. März angesetzte Appell im Realgymnasium muß auf Dienstag, 24. März, verlegt werden. Da dieser der letzte Appell im Revier II ist, haben alle, die an den vorhergehenden Hauswartappellen nicht teilnehmen konnten, zu erscheinen. Keine Werbung für Sammelbestellungen im Betrieb. Fwd. Der Sonderausschuß zur Regelung von Wettbewerbsfragen im Einzelhandel veröffentlicht soeben eine neue Reihe bedeutsamer Gutachten. Eines dieser Gutachten beschäftigt sich mit der schon häufig erörterten Werbung für Sammelbestellungen in Betrieben. Der Sonderausschuß hatte hier zu folgender Frage Stellung zu nehmen: „Ist es einem Einzelhändler gestattet, Betriebsführer ober Gefolgschaftsmitglieder aufzufordern, im Betriebe für ihn Sammelbestellungen zu tätigen?" Der Sonderausschuß hat die Frage verneint und diese Stellungnahme folgendermaßen begründet: Der Einzelhändler, der durch den Betriebsführer oder ein Mitglied der Gefolgschaft zu Sammelbestellungen in den Betrieben auffordern läßt, beabsichtigt, die persönlichen Beziehungen des Betriebsangehörigen zur Betriebsgemeinschaft, insbesondere auch seinen Einfluß oder sein Ansehen als Vorstand, für seine eigenen Interessen auszunutzen und damit die freie Entschließung des zu werbenden Kunden durch wettbewerbsfremde Mittel zu beeinflussen. Der Einzelhändler verschafft sich hierdurch einen Vorsprung vor den übrigen Mitbewerbern, die nach streng kaufmännischen Wettbewerbsgrundsätzen diese Art Der Werbung ablehnen und den Wettbewerb lediglich auf eigene gewerbliche Leistung (Güte und Preiswürdigkeit der angebotenen Ware) stützen. Die Sittenwidrigkeit einer solchen Aufforderung zu Sammelbestellungen im Betrieb wird verstärkt, wenn dem Mitglied der Betriebsgemeinschaft für seine Werbetätigkeit eine Belohnung, wenn auch nur irt Form mittelbarer Vorteile, in Aussicht gestellt ober gewährt wirb. Die Einspannung von Privatpersonen für geschäftliche Zwecke hatte der Sonderausschuß bereits in einem Gutachten von 1933 als Verstoß gegen die Grundsätze eines ehrbaren Geschäftsverkehrs abgelehnt. Oie Gießener Frühjahrsmesse. Im heutigen Anzeigenteil wird auf die vom 22. bis 29. März in Gießen auf Oswaldsgarten stattfindende Frühjahrsmesse (Schau- u. Verkaufsmesse) hingerolefen. Vorausschauend ift zu sagen, daß die seit Jahren sehr gut eingeführte Schau- und 23er» kaufsmesse bei der gesamten Bevölkerung Gießens und der näheren und weiteren Umgebung wieder starken Anklang finden wird. Zahlreiche neuartige Fahrgeschäfte, wie Achterbahn, Auto-Skooter, Geisterbahn, Seeungeheuer von „Loch Neß"; Kinder- Motorrad-Karussell und Schaugeschäfte, wie Humoristische Märchenburg, Original-Tiefseeschau, Bunte Tierbühne u. a., außerdem Verkaufsstände aller Art find zu erwarten. Für auswärtige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit (Sonntagsrückfahrkarten) im Umkreis von 80 Kilometer. ßr und sie Das waren himmlische Zeiten! Wie waren sie glücklich und froh! Man sah sie in Zärtlichkeiten tagtäglich immer nur so: 00 ♦* Gendarmeriepersonalien. Ernannt wurden der Gendarmeriemeister Paul Lutze in Lauterbach zum Gendarmeriekommissar im hessischen Landesdienst, und der Gendarmerie-Haupt- Wachtmeister Emil Piechot in Angenrod zum Gendarmeriemeister im hessischen Landesdienst. ** Kleinfeuer in den Eichgärten. Nachdem bei unserer Feuerwache gestern abend erst ein Hilferuf aus Treis a. d. Lda. eingegangen war — vergleiche den Bericht an anderer Stelle unseres heutigen Blattes — ging um 22.33 Uhr ein neuer Alarm auf der Feuerwache ein, bei dem es sich um den Brand eines Bretterhäuscbens auf einem Grundstück in den Eichgärten handelte. Die Feuerwache war auch hier schnell zur Stelle und löschte den Brand. Große Strafkammer Gießen. Vor den Schranken des Gerichts stand in der gestrigen Hauptverhandlung der Anastasius C z a p - lewski aus dem früheren Pr.-Stargard, zur Zeit in Untersuchungshaft. Der Angeklagte erbrach am 14., sowie in der Nacht vom 15. zum 16. Dezember 1935 am Gießener Güterbahnhof einige Güterwagen und entwendete daraus drei Paar Schuhe, eine Aktentasche, Zigarren, Zigaretten sowie eine Menge Lebensrnittel. Ferner hatte sich der Angeklagte wegen Betrugs sowie wegen Perstohes gegen das Reichsverweisungsgesetz zu verantworten. Der Angeklagte, der einer Reichsverweisung keine Folge leistete, schädigte die Deutsche Reichsbahn, indem er sich wiederholt als blinder Passagier einmal von Dillenburg nach Gießen, von Gießen nach Köln und von Koblenz nach Dutenhofen befördern ließ. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamt- Sie wurden endlich geschieden nach Kämpfen, heftig und wild. Er fand zuerst seinen Frieden. Es zeigte sich dieses Bild: 00 0 00 Puck. Sport und Zisch. Voraussetzung für jede sportliche Betätigung ist eine gesunde Ernährung. Warum aber soll der Sportler gerade Fisch essen? Weil er eine leichte und um zu. ncarz uno u dennoch kräftige, aber schnell verdauliche Kost Weise mit dem Gruß u. u braucht. Der Fisch ist an Eiweißgehalt dem Fleisch I Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Die Jugendherbergen in Gießen und Oberheffen. .Mädchen und Knaben, die starken Beifall fanden. Besondere Freude erregten einige Volkstänze, von den Mädchen der oberen Klassen dargeboten. In Vor- ostersreude versetzte die Besucher ein reizendes Osterhasenspiel der Kinder der mittleren Klassen. Am Schlüsse des ersten Teiles konnte der Turnunter- rlcht erteilende Lehrer 16 Knaben und die Freischwimmerzeugnisse aushändigen. Der zweite Teil des Abends war ernsteren Charakters und galt der Entlassung der Konfirmanden. Lehrer Möller gab einen Rückblick über die verflossene Schulzeit und richtete in Anlehnung an das Geleitwort „Bete und arbeite" den Blick in die Zukunft, dabei die Kinder ermahnend, treue Glieder unseres Volkes zu werden. Die Feier war umrahmt von mehrstimmigen Heimat- und Vaterlandsliedern der oberen Klassen. Zum Schluß nahm Dr. C r ö ß m a n n als Ortsgruppenleiter der NSDAP. Gelegenheit, eine Rückschau zu halten über den Aufstieg des deutschen Volkes in den verflossenen drei Jahren und über die gewaltigen Leistungen unseres Führers. Wir alle seien, so führte er u. a. aus, verpflichtet, was ist im Neuen Studentenheim am 21., 22„ 23. März los? uns hinter den Führer und fein Werk zu stellen und bei der kommenden Abstimmung am 29. März ihm seine Stimme zu geben. Mit' dem Gelöbnis der Treue zum Führer und Volk und dem gemeinsamen Gesang der beiden nationalen Lieder fand der Abend sein Ende. ö< . nur bei OPEL! Denn mit seinem Preis steht der OPEL »6« einzig da! Und dazu seine vielen Vorzüge, die auch von viel teureren Wagen nicht übertroffen werden. Um nur die wichtigsten zu nennen: »OPEL iSynchron-Federung« • Zugfreie Entlüf- Itung bei den meisten Modellen • Gelräumige schöne Karosserien • Stahl- aach bei den Limousinen «Vierganggetriebe • Starker und dabei ruhiger [und sparsamer Motor • Bestechende IStraßenlage. schon von RM 3250 an ab Werk tu Geld ist einen ->e^ - - Unverbindliche Probefahrten ? Motorwagen • VcrkailfS^CSCllSChaft Hl. b. H, Frankfurter Strabe 52 — Telephon Nr. 2847 zum Tragen des polizeilichen Hoheitszeichen berechtigt. _L Inheiden, 16. März. Die Bautätig- feit, die im vergangenen Jahre in unserer Gemeinde sehr gering war, scheint in diesem Jahre erfreulicherweise einen guten Aufschwung zu nehmen. In der Hungener Straße wird in Kürze ein Doppelwohnhaus durch Hugo*Weber und Friedr. Bornmann zum Entstehen kommen, während zur gleichen Zeit in der Ludwigstraße ein Einfamilienhaus für Frau Auguste Kuhl Wwe. in Angriff genommen werden soll. Kreis Friedberg. - Vutzbach, 16. März. Zum Besten des W i n - terhilfswerkes veranstaltete gestern abend der Musikzug des Bannes 254 der Hitler-Jugend im großen Saale des „Hess. Hof" ein Konzert, das gut besucht war. Die 30 Musiker starke Kapelle der Jugend bot gute Leistungen, die allseitig vollste Anerkennung fanden. Die Vortragsfolge bot in der Hauptsache Märsche aus alter und neuer Zeit, dazu noch Volkslieder und ein Liederpotpourri. Reicher Beifall lohnte die jugendlichen Musiker für ihre trefflichen Darbietungen. Der Dirigent der Kapelle ist der Hitlerjunge Kopf aus Friedberg. Vor Beginn des Konzertes richtete Unterbannführer G i e f e r Begrüßungsworte an die Besucher — In der Nacht zum Sonntag wurden einem hiesigen Einwohner aus einem Gartenhühnerhaus 10 wertvolle Hühner entweder von einem Fuchs oder Hund entwendet. Der Einbrecher hat die Tiere t o t g e b i f s e n und in den unmittelbar angrenzenden Gärten verscharrt. Acht Hühner wurden nach langem Suchen gefunden. Kreis Schotten. <£ Laubach , 16. März. Unter Leitung von Oberbrandmeister Heinrich Kopp fand am Samstagabend nach vorausgegangenem Umzug durch die Stadt die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Nach der Begrüßungsansprache erstattete der Kommandant den Jahresbericht, wobei er darauf hinwies, daß die Wehr im vergangenen Jahre bei zwei Brandfällen eingreifen mußte. Er forderte die Kameraden auf, ihre seither bewiesene Einsatzbereitschaft auch für die Zukunft zu zeigen. Verwaltungspraktikant R i e b e l (Kreisamt Schotten) sprach dann über die Bedeutung des Luftschutzes. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Kreisfeuerwehr-Jnfpektor E b e r h e i m (Schotten) und Bürgermeister H ö g y spendeten der Wehr für ihre Schlagfertigkeit Worte des Lobes und der Anerkennung. Nach der Hauptversammlung, die mit einem Treuebekenntnis zum Führer beendet wurde, unterhielt die Musikkapelle die Kameraden noch mit verschiedenen Konzertstücken. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. * Lang-Göns, 16. März. Vom Montag ab findet in der hiesigen Kirche eine Dolksmis - sionswoche statt. An jedem Abend wird ein Vortrag über Fragen, die die evangelischen Christen bewegen, gehalten werden. Der Redner ist Pfarrer Röhricht, Darmstadt. Vom Mittwoch ab finden jeden Nachmittag auch Bibel st unden im Evangelischen Gemeindehaus statt. Zum Abschluß der Volksmissionswoche werden Vorträge am Sonntag, 22. März, gehalten werden. f Treis a. d. Lda., 16. März. Gestern predigte im Vormittagsgottesdienst Missionar Oberlein von der Herrnhuter Mission. Abends hielt er in der Kirche einen gut besuchten Lichtbildervortrag über die Herrnhuter Mission bei den Eskimos in Labrador, die meist schon lange Christen sind, aber auf die geistliche Versorgung durch die Missionare angewiesen sind. preuhen. Kreis Wetzlar * Hochelheim, 18. März. Die Landwirtsfrau Mack von hier glitt am gestrigen Dienstagabend bei ihrer Arbeit aus und fiel dabei so unglücklich, daß sie einen Oberschenkelbruch erlitt. Die bedauernswerte Frau wurde von der Gießener Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht. Wegen Zerstörung von Dolksvermögen verurteilt. LPD. Bensheim, 17. März. In der Nacht zum 15. März hatten zwei Einwohner aus Schönberg und Bensheim auf einem dem früheren Feldschützen Kuhn gehörigen Grundstück an der Schönberger Straße drei im besten Ertrag stehende Pfirsichbäume vernichtet, mehrere Rosenstämmchen zerstört und eine Holzhütte in den vorbeifließenden Bach geworfen, wobei die Hütte vollständig in Trümmer ging. Den Bemühungen der Kriminalpolizei ist es gelungen, als Urheber dieser sinnlosen Zerstörung von Volksvermögen den 27jährigen Ludwig W a s e n m ü l l e r aus Schönberg und dessen 23jährigen Schwager Georg Rettig aus Bensheim zu ermitteln und zu überführen. Der Amtsrichter verurteilte die Brand in Treis a. i>. Lumda. Tater im Schnellverfahren zu drei Monaten bzw sechs Wochen Gefängnis, um so em abschreckendes Beispiel zu geben. * Treis a. d. Lu mb a (Kreis Gießen), 18. März. In unserem Orte brach gestern abend auf bisher noch nicht geklärte Weise in dem Sägewerk von Konrad an der Alten - Busecker Straße ein Brand aus. Das Feuer, das erst bemerkt wurde, nachdem ein Teil der Anlagen bereits in Flammen stand, wurde von der Pflichtfeuerwehr unseres Ortes sofort tatkräftig angegriffen. Die Kreismotorspritze wurde außerdem zur Hilfe herbeigerufen. Den gemeinsamen Anstrengungen gelang es in verhältnismäßig kurzer Zeit, das Feuer auf seinen Herd zu b.eschrän- k e n und zu löschen. Gegen 12 Uhr war alle Gefahrbeseitigt. DemBrande Blick auf die Brandstätte. — (Aufnahme: Neuner, Gkßener Anzeiger.) fiel insbesondere der Schuppen zum Opfer, in dem die Dampfmaschine untergebracht ist. Die eigentliche Arbeitshalle erlitt zum Glück verhältnismäßig geringen Schaden, da sie vom Maschinenhaus durch eine feste Mauer getrennt ist. Die Arbeitsmaschinen, das Sägegatter und die Besäumsäge, blieben erhalten. Inwieweit die Dampfmaschine Schaden genommen hat, ist noch nicht festgestellt. Die Holzvorräte konnten dank der eifrigen Arbeit der Feuerwehr und dank der Mi.hilse l?r Bevölkerung gerettet werden. Kunst und Wissenschaft. Künstler als Reisebegleiter auf der Wadeira-Fahrk der NSG. „Kraft durch Freude". NSG. An den Madeira-Fahrten der NS.-Gemein. schäft „Kraft durch Freude" werden eine Reche bekannter Dichter und Künstler teilnehmen, die den Arbeitskameraden die Reise verschönern wollen. U. a. sind es: Johannes Strauß, der bekannte Konzertpianist, Georg K n i e st ä d t, der erste Konzertmeister der Berliner Staatsoper, Elsa K o ch - Hann, Kläre Hansen, Bernhard B ö t e I, und Bruno Völcker werden singen; Hugo Fischer- Köpp e, Willi O st e r m a n n und Gerhard Ebe- ler beteiligen sich an den frohen Gemeinschafts- abenden. Karl Hannemann, Hamburg, singt in seiner bekannten Art mit den Urlaubern alte und neue Volkslieder. An Dichtern nehmen an der Fahrt teil: Der Schweizer Jakob Schaffner, Ludwig T ü g e l, Heinrich L e r s ch , der Arbeiterdlchter Arthur Jaenicke, Heinz Steguw eit, Kurt Eggers, Helmut Hansen, Kuni Tremel- Eggert, August H i n r i ch s , der Verfasser von „Krach um Jolanthe" und „Die Stedinger"; die Dichter werden aus eigenen Werken lesen. Auf dieser Fahrt werden Künstler und Arbeiter schöne und genußreiche Stunden verbringen und beweisen, daß Kunst und Volk zusammengehören. Der Führer beglückwünscht Geheimrat Stoeckel. Der Führer und Reichskanzler hat dem Direktor der Berliner Universitäts-Frauenklinik Geheimrat Stoeckel zu seinem 65. Geburtstage telegraphisch seine herzlichen Glückwünsche ausgesprochen und ihm weiterhin von seinem Wunsch Mitteilung machen lassen, daß Geheimrat Stoeckel noch drei weitere Jahre in seinem Amt verbleiben möge. * Reichsminister Dr. Goebbels sandte folgendes Telegramm: „Sehr verehrter Herr Geheimrat! Zu Ihrem 65. Geburtstage übermittle ich Ihnen meine herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche und gebe dabei der Hoffnung Ausdruck, daß Ihre bewährte ärztliche Kraft der leidenden Menschheit noch viele Jahre erhalten bleiben möge. Mit herzlichsten Grüßen und Heil Hitler Ihr gez. Dr. G o e b b e l 5." Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach» mittag geschloffen. ■ । ...»। | 6ießen an berechn von Sonntag, 22. März, bis einschließlich Sonntag, 29. März 1936, aus Oswaldsgarten Neuartige Schau- und V e r k a u f s g e s ch ä f t e Grober Vergnügungspark ibsgC Sonnen- AmnnWlz abrugeb. Bestell erb wir v Post! Uamplsägewerklollar B. Huhn A.6.»Lollar. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Zur Frühjahrs-A ussaat empfehle ich preiswert in bekannter, zuverlässiger Qualität: Zu allen Kassen zugelassen! Dr. Kommens, Zahnärztin Wieseck, Turnstraße 20 1702D Für das Feld: Ackerbohnen, norddeutsche Saaterbsen, Hochzucht Victoria gelbe Saaterbsen, kleine gelbe und grüne Saatwicken Saatgerste, Hochzucht Hado-Streng Rotklee, inländischer und Siebenbürger Luzerne, fränkische, Pfälzer, ungarische, Provencer Gelb-, Weiß-, Schweden- und Incamat-Klee Ray gras, englisches, italienisches, westerwoldisches (zu den Bedingungen des Reichsnährstandes). Für den Garten: Alle Blumen- und Gemüse-Samen, Knollen-Begonien, Gladiolen usw. Saatbeiz- und Pflanzenschutzmittel Gartengeräte aller Art. 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Gerade das Letztere ist wichtig und entscheidend, zumal die Auslandspreise in überwiegendem Maße seit der Hetzpropaganda des Weltkrieges nicht zu einer objektiven Wertung deutscher Verhältnisse zurückgefunden hat. Was auf diesem Gebiet auch heute noch geleistet wird, davon kann sich jeder deutsche Volksgenosse wöchentlich durch einen Blick in „Das schwarze Korps" überzeugen, das fortlaufend die in der Auslandspresse erscheinenden Giftblüten aufspießt und auch die zeichnerischen Pamphlete über Deutschland originalgetreu wiedergibt. Bei dieser Sachlage interessiert es uns also, von dem Verhalten und den Aeußerungen derjenigen zu hören, denen man noch eine eingermaßen objektive Beurteilung der Lage zutrauen kann, denen man vor allen Dingen zutrauen darf, daß sie sich durch eigene Lektüre deutscher Zeitungen ein vollständiges Bild von dem verschaffen, was am 7. März vor sich gegangen ist. Auf einen Nenner gebracht, kann man sagen, daß in den Kreisen der Auslandswirtschaft die deutschen Maßnahmen zur Wiederherstellung der eigenen Oberhoheit im ehemals entmilitarisierten Rheingebiet einer absolut ruhigen Beurteilung begegnen, daß man vor allen Dingen auch dem deutschen Friedensangebot eine sachliche Würdigung zuteil werden läßt und die großen Möglichkeiten, die hierin für eine neue europäische Rechtsordnung liegen, sieht und in die Ueberlegungen in das zukünftige Schicksal Europas einbezieht. Wenn z. B. in der französischen Öffentlichkeit — wie auf Kommando — das Schlagwort der »Wirtschaftsblockade «gegen Deutschland" 1 A - X D ■■ i 3 Jahre Nationalsozialismus. Deutsch-polnischer Zreunüschastövertrag Vrr polnische Nukenminisler wird vom $ührtt einer Shrenlompagnle der S S begrüßt Der Zührer auf der fiutomobilausftellung BW W... I w z 4W W Zz 11 ■ ./ .'■> . ,7 /;.£ ■ ■ a w ■ WO ■ M M ■■ üon 1933__1936 verdreifachte flch die Zahl der jährlich zugelaffenen Kraftfahrzeuge auftauchte, so ist bezeichnenderweise in Wirtschaftskreisen für eine derartige Maßnahme, die n u r v 0 n Parteipolitikern gefordert wird, überhaupt keine Neigung zu finden, denn man hat ja reichlich Erfahrungen in der Sanktionspolitik gegen Italien gemacht und kann sich an fünf Fingern abzählen, daß bei der engen Verflechtung der gesamten mitteleuropäischen Wirtschaft mit Deutschland die Folgen gerade für Frankreich katastrophal sein müßten. Wenn hier und dort auch in Wirtschaftskrisen eine Zustimmung zu derartigen Plänen auftaucht, dann handelt es sich fast immer um einen Verband oder eine Organisation, die glauben, mit einer derartigen politischen Maßnahme 'den Konkurrenzkampf gegen deutsche Fabrikate leichter durchführen zu können, ohne auch nur im geringsten die Ueberlegung anzustellen, wie das Gesamtresultat für die französifche Wirtschaft ausfallen würde. Vor allem sind es die Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und die polnischen Wirtschaftskreise, die die französische Oeffentlichkeit nicht im geringsten darüber im Zweifel lassen, wie sich das europäische Wirtschaftsbild bei einem Wirtschaftskampf gegen Deutschland ausnehmen würde. Schon die Beteiligung an den Sanktionsmaßnahmen gegen Italien kostet den mitteleuropäischen Staaten so viel Geld, daß die Verluste sich bereits in Etatsschwierigkeiten bemerkbar machen. Der Ausfall des deutschen Geschäftes — auch nur der vorübergehende — müßte aber geradezu katastrophale Folgen haben. Der Anteil Italiens am Außenhandel Polens betrug z. B. kaum 3 v. H., und Polen hat schon in diesem Fall sich nur mit größter Ueberwindung zur Beteiligung an den Sanktionsmaßnahmen aufschwingen können. Da Deutschland nächst England aber mit 15 v. H. am Außenhandel Polens beteiligt ist und neuerdings die Exportkurve für polnische Wa- ren nach Deutschland ständig steigt, steht es außer Zweifel, wie sich eine Beteiligung an den versuchsweise von der französischen Presse geforderten Sanktionsmaßnahmen gegen Deutschland für Polen auswirken müßte. Polen denkt vor allem nicht daran, sich feine Agrarpolitik, die sich infolge der glücklichen Verhandlungen der letzten Monate weitgehend auf den Export nach Deutschland umstellen konnte, durch nervöse französische Forderungen stören zu lassen. Nicht anders ist die Stimmung in den tschechoslowakischen Wirtschaftskreisen. Man verfolgt hier mit großer Besorgnis bre französische Pressediskussion gegen Deutschland und macht keinen Hehl daraus, daß große Teile der tschechoslowakischen Industrie durch Wirtschaftsmaßnahmen gegen Deutschland glatt ruiniert würden, da irgendein Ersatz für den Absatz nicht zu schaffen wäre. 75 v. H. der Holzausfuhr, 45 v. H. der Kohlen, 40 v. H. der ausgeführten Mineralien, 17 0. H. des Wolle- und Garnexportes, 9 v. H. des Glasexportes gehen nach Deutschland. Ebenso ist die Tschechoslowakei in ihrer Einfuhr in einer ganzen Reihe wichtiger Artikel und Rohstoffe auf Deutschland angewiesen. Schließlich macht man in Prag sehr betont geltend, daß die Tschechoslowakei über den Warenverkehr hinaus durch ihre Beteiligungen und durch den Besitz tschechoslowakischer Staatsangehöriger in Deutschland, der auf mindestens eine halbe Milliarde Kronen geschätzt wird, mit der deutschen Wirtschaft eng verflochten fei Auch aus London meldet der Eildienst, daß d i e englische Wirtschaft eine Lösung durch wirtschaftliche Sanktionen gegen Deutschland rundweg ablehnt. Die bisherige'Erfahrung mit der Anwendung der Sanktionen im abessinisch-italienischen Konflikt genügten bereits, um die britische Geschäftswelt von ihrer höchst zweifelhaften Wirkung zu überzeugen. Die englischen Geschäftskreise weigern sich deshalb sehr energisch gegen die Uebernahme des unabsehbaren Risikos, mit dem eine Störung der Außenhandelsbeziehungen mit Deutschland verbunden wäre. Besonders aufschlußreich ist die Haltung der amerikani sch enWirtfchaftsk reife. Durch Sensationsnachrichten vom Kontinent war in den ersten Tagen in den Köpfen amerikanischer Wirtschaftsführer einige Verwirrung gestiftet worden, der sich aber sehr bald legte, als die erwarteten Aufträge für Heereslieferungen ausblieben. Nachfolgende Preiseinbrüche am Weizen- und Baumwollmarkt zeigten am besten, wie heute selbst die berufsmäßige Spekulation Die europäische Lage beurteilt. Da auch die Situation der Auslandswährungen kaum eine Veränderung zu den Tagen vor dem 7. März zeigt, so kann man daraus schließen, daß auch keinerlei beachtliche Auslandsguthaben aus Amerika zurückgezogen wurden — ein Zeichen dafür, daß niemand an die finanzielle Vorbereitung irgendwelcher Verwicklungen denkt. Insgesamt sieht man also, daß die Wirtschaftskreise der maßgeblichen Industrieländer die Situation recht kaltblütig beurteilen, zumal ja gerate sie durch persönliche Anschauung immer wieder Gelegenheit hatten, in dem vergangenen Jahrzehnt selbst festzustellen, daß die Aufrechterhaltung des Deutschland diktierten Schandvertrages von Versailles und aller Dinge, die er im Gefolge hatte, auf die Dauer eine Unmöglichkeit fein mußte, und daß der Tag kommen würde, an dem ein kühner deutscher Staatsmann Deutschland von dieser Fessel befreien müßte. Dieser Tag ist gekommen, und die Wirtschaftskreise tun das vernünftigste, was sie tun können: sie registrieren den Vorfall und versuchen ihrerseits, an dem Zustandekommen einer neuen Ordnung mitzuwirken. Nettelbeck. Von Robert Hohibaum In Kolberg geboren, entstammte er väterlicherseits einem Geschlechte ehrbarer Bierbrauer und Schnapsbrenner, aber von der Mutter her floß unruhiges Seemannsblut in feinen Adern. Das trieb Neüelbeck als Kind von elf Jahren schon auf die hohe See, mit seinem Oheim fuhr er nach Holland. Aber diese weite Reise — wenn man nun gar die viel eingeengtere Zeit in Betracht zieht! — war dem abenteuerlustigen Jungen noch zu wenig. Er brannte dem Oheim durch und fuhr mit einem wildfremden Kapitän auf einem wildfremden Schiffe nach Südamerika und Afrika. Diese Reisen wiederholte er des öfteren, fuhr zuerst als Schiffspolizeimann, als Steuermann und endlich als Kapitän, wohl Handelszwecken dienend, aber doch auch mit offenen Augen die Welt betrachtend. Aber er vergaß im Zauber dieser fremden, bunten Welt nicht die schlichte nordische Heimat. Im Gegenteil, alles, was er erlebte, brachte er in eine gewisse Beziehung zu ihr, und es ist interessant,' daß Nettelbeck damals schon bestrebt war, für Preußen eine überseeische Kolonie zu erwerben. Doch der alte Fritz war eben schon ein zu alter Fritz, als daß er seinem Riesenwerke noch diese Krönung hinzugefügt hätte. Und auch unter Friedrich Wilhelm dem Zweiten hatte der alte Seemann mit seinem Plan kein Glück. Aber trotzdem blieb Nettelbeck seinem Vaterlande in rührender Weise treu In seiner Selbstbiographie erzählt er, daß er einst in Lissabon in einem Wachsfigurenkabinett Friedrich den Großen und einige preußische Grenadiere so täuschend nachgebildet gesehen habe, daß ihn der Stolz auf die Heimat trieb, sich als Preuße zu bekennen, worauf ihm von der Bevölkerung ■ so volkstümlich waren Friedrich der Große und sein Staat — laute Huldigungen dargebracht wurden, die er als Stellvertreter des gefeierten Königs tränenden Auges entgegennahm. Inzwischen hatte er als Adjutant seines Vaters, der ein Kommandant der Bürgergarde war, an zwei Belagerungen feiner Heimatstadt durch die Russen lebhaften und verdienstvollen Anteil genommen. Diese Bürgerwehr der alten kleinen Ostsee- ftabt war keine Spielerei wie in anderen Orten, die Bürger waren nicht nur in Waffen, sondern im regelrechten Kriegsdienst geübt, und ihnen ist es zum großen Teil zu danken, daß die größte Belagerung, die Kolberg zu erdulden hatte, so ruhmreich endete, daß die kleine Stadt für immer ins Licht der deutschen Heldengeschichte einging. Der alte Nettelbeck hatte nach mancherlei Unglück, Schiffbruch und Gutverliist dem Seeleben Ade ge= faat und sich in seiner Vaterstadt niedergelassen, betrieb in alter Überlieferung seiner Familie das ehrsame Schnapsbrenner-und Bierbrauerhandwerk. Doch mich in dieser friedlichen Zeit schon machte er sich um die Vaterstadt verdient. Seinem ungeheuren Mute und seiner Aufopferungsfähigkeit ist es zu danken, daß ein drohender Brand, der schon den großen Kirchturm ergriffen hatte, im Keime erstickt churde, und er war immer bestrebt, den Gemeinsinn der Bürgerschaft zu heben, den Eigennutz des einzelnen zu bekämpfen und den Armen zu helfen. Es nahte das unselige Jahr 1806 mit der furchtbaren Doppelschlacht von Jena und Auerstadt, in der nicht nur das preußische Heer und die preußische Macht, sondern leider auch die preußische Waffenehre zusammenzubrechen schien. Nur einige wenige Führer nötigten dem Feinde Achtung ab, Blücher und Yorck vor allem. Und indes fast alle großen, wohlgerüsteten Festungen schmachvoll ohne'Widerstand kapitulierten, traf das kleine Kol berg alle Anstalten, sich bis auf den letzten Mann zu wehren. Es ist ein Zeichen dieser Zeit, daß der Widerstand bis zum äußersten zunächst nicht vom Militär ausging. Im Gegenteil, der Festungskommandant, Oberst Loucadou, in früherer Zeit ein ganz tapferer Soldat, war von der allgemeinen Mutlosigkeit so eingesteckt worden, daß er alle Anstalten traf, die ihm nutzlos scheinende Verteidigung aufzugeben und die Festung in die Hand des Feindes zu liefern. Da aber trat ihm die Bürgerschaft entgegen, an ihrer Spitze Nettelbeck. Die Bürgerschaft, die an unteren Orten in der Angst um ihr Hab und Gut die Kommandanten zur Uebergabe veranlaßte, die erreichte es hier, daß die lange vernachlässigte Festung rasch, so gut es ging, in Verteidigungszustand gesetzt wurde. Die Burger selbst formierten sich gegen den Widerstand des Kommandanten als Kampftruppe und setzten alles daran, die Stadt zu halten. Nettelbeck, die Seele dieses Widerstandes, erkannte sofort, daß die Verbindung mit der See unbedingt aufrechterhalten werden müsse. Man sandte Boten zum König, man erhielt durch englische Schiffe Verteidigungsmaterial und aus der näheren Umgebung Proviant. Die Einkreisung der Stadt durch die Franzosen ging langsam vor sich, aber Schritt um Schritt eroberten sie doch eine wichtige Stellung nach der anderen. Die Wolfsbergschanze zum Beispiel wurde immer wieder von den Franzosen genommen, von den Verteidigern zurückerobcrt und wieder vom Feinde besetzt. Allem Eifer der Abwehr setzte der Kommandant passiven, ja auch tätigen Widerstand entgegen, empfing einen französischen Parlamentär, sprach, wo er konnte, gegen Nettelbeck, bis diesem der ohnehin schon dünne'Geduldsfaden riß und er gegen den Obersten losging. Nettelbeck wurde ins Gefängnis geworfen, war nahe daran, füsiliert zu werden, und wurde nur durch den Protest der „öffentlichen Meinung", durch entschiedenes Eingreifen seiner Mitbürger, befreit. Endlich hatten die Bitten und Beschwörungen des Alten den König erreicht — der mit seinem Hofe, feiner Familie und der preußischen Regierung im äußersten Nordosten des Reiches ein Flüchtlingsdasein führte —, und, von Friedrich Wilhelm gesandt, kam schließlich der neue Kommandant, Major von Gneise n a u. Sein Feuergeist, der von der Macht des vom König bestimmten Befehlshabers getragen wurde, erfüllte alles. Und überall war N e t t e l b e ck an feiner Seite, überglücklich, endlich den rettenden großen Mann gefunden zu haben, dem er all feine Kraft unterordnen konnte. Die Belagerer fetzten alles daran, die Festung noch vor dem Friedensschluß in Besitz zu bekommen. Ja, sie verheimlichten sogar den inzwischen abgeschlossenen Waffenstillstand und beraimten die arme kleine Festung immer heftiger. Bald waren die wichtigsten Stützpunkte in der Hand des Feindes, die Stadt als solche stand im Feuer großkalibriger Geschütze, ein Haus um das andere ging in Flammen auf. Die Kleinmütigen drängten jetzt zur Uebcrgabc, aber die Seelenstarken schloffen sich immer fester zusammen, Soldaten, Bürger, Frauen und Kinder bildeten eine große Notgemeinschaft. Im letzten Augenblick endlich kommt die Rettung: Ein preußischer Ordonnanzoffizier bringt die Meldung vom Friedensschluß, den die Franzosen nun nicht mehr verheimlichen können. Was war die Bedeutung dieses Durchhaltens im Licht des Krieges? Das kleine Kolberg band eine französische Belagerungsarmee und entzog sie den großen Aktionen. Aber noch wichtiger war es: Kolberg hatte mit wenigen andern in diesem Kriege die preußische und damit auch die deutsche Ehre gerettet. Der Name G n e i f e n a u trat nun dicht neben die Namen Blücher und Scharnhorst, aber neben dem „außer der Tour" zum Oberstleutnant Ernannten wurde auch ein schlichter Bürger genannt, der die goldene Denkmünze für Tapferkeit an den grauen Rock heften durfte, mit derselben Berechtigung wie der tapferste Soldat an die bunte Uniform. Und immer wird neben einem der erlauchtesten Sohne des deutschen Volkes auch in alle Zukunft der Name Nettelbeck genannt »werden, der in der Stunde schwerster Not jene Eigenschaften bewiesen hat, die den Mann zieren: Mut, Glauben und Treue. Dom deutschen Büchermarkt. Die deutsche Derlagsproduktion hat im Jahre 1935 einen starken Aufschwung genommen und insgesamt 23 212 literarische Neuerscheinungen heraus- gebracht, das sind 11,3 0. H. mehr als im Vorjahr (20 852 Neuerscheinungen). Auf Erstauflagen entfallen 1935 19 080 und auf Neuauflagen 4132 Einheiten gegenüber 17 763 bzw. 3089 Einheiten im Jahre 1934. Setzt man die Gesamterzeugung des deutschen Verlagsbuchhandels gleich 100, so ergibt das für die Erftauflagen einen Anteil von 86,6 und für die Neuauflagen einen solchen von 13,4. Dis entsprechenden Hunderterzahlen für das Vorjahr lauten, wie Ludwig Schönrock im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel ausführt, 85,1 und 14,9. Die Anzahl fremdsprachlicher Werke ist sehr klein; im deutschen Buchhandel sind insgesamt 687 Einheiten fremdsprachlicher Literatur verlegt worden. — Die einzelnen Bücher sind im Umfang gewachsen. 1935 befanden sich unter den Verlagswerken 70,2 v. H. mit über 48 Seiten Text, während dieser Anteil im vorangegangenen Jahr nur 68,5 v. H. betrug. Es wurden 389 Flugblätter (Druckschriften bis 4 Seiten Text), 6636 Broschüren (5 bis 48 Seiten) und 16 287 Bücher (über 48 Seiten) herausgebracht gegenüber 371, 6198 und 14 283 im Jahre 1934. Die Zunahme im Jahre 1935 belief sich im Vergleich zu 1934 bei Büchern auf 14, bei Broschüren auf 5,4 und bei Flugblättern auf 4,8 v. H. — Von je 100 in Deutschland erschienenen Verlagswerken entfallen 58,8 auf Frakturschrift und 41,3 in Antiquaschrift. Das bedeutet für die Bücher in Fraktur eine Zunahme um 14 v. H. und für die Neuerscheinungen in Antiqua eine solche um 7,6 v. H. Die auslandsdeutsche Verlagstäticsteit war außerordentlich lebhaft. In Oesterreich steigerte sie sich um 22,4 v. H., in der Schweiz nur um 5,4 v. H. Für das übrige Ausland, einschließlich Uebersee, ist eine literarische Produktionssteigerung von 18,6 v. H. feftgcfteUt worden. Der Durchschnittspreis der auf den Markt gebrachten Bücher bat nur eine geringe Aenderunq erfahren. 1935 belief sich der Ladenpreis im Jahresdurchschnitt auf 4,01 Mark und erhöhte sich damit gegenüber dem Stand von 1934 um 0,04 Mark für je eine gezählte bibliographische Einheit. 9JL-$pont suche, die Wirtschaft Unentsch. Verl. Ja- Millionen Mark, gegenüber 18 Mill. Mark im ab. nuar das erste Vierteljahr. — 263: Die Einführ von Zeitun- 4 3 4 1 1 0 0 0 1 1 4 Großen-Linden Grotzen-Buseck Rodheim Gew. 2 2 2 0 schwammen Ohrdorf 1:16,4, Köhne 1:14,8 und Rucke- woldt 1:16,2 eine neue deutsche Bestleistung von 3:47,4 Minuten. Mit Schmeibach 1:18,6 zusammen glückte diesen Dreien auch ein neuer Rekord über 4X100 Meter Brust in 5:06,0 Min. Ohrdorf, Köhne, Schmeibach, Rückewoldt, Heins, Ramme, Gruß, Staate, Bode und E. Rademacher stellten in der Pkte. 5 5 4 0 Spiele VfB-Reichsbahn 3 Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 262: Rumänische Einfuhrbewilligungen für Oer deutsche Außenhandel im Februar Fwd. Die Außenhandelsumsätze sind im Februar in der Einfuhr und in der Ausfuhr gesunken. Bei dem Rückgang handelt es sich größtenteils um eine Saisonerscheinung. Die Einfuhr war mit 334 Millionen Mark um annähernd 30 Millionen Mark, d. h. 8 v. H. geringer als im Januar. Da die Einfuhrdurchschnittswerte leicht gestiegen sind, war die Verminderung der Menge nach etwas stärker, als die des Einfuhrwerts. An der Abnahme der Einfuhr waren die Erzeugnisse der Ernährungswirtschaft insgesamt mit 13 Millionen Mark beteiligt. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft ist die Gesamteinfuhr von Januar zu Februar um 16 Mill. Mark zurückgegangen. Hiervon entfallen fast 14 Mill. Mk. auf Rohstoffe. Außer bei Rohstoffen war auch die Einfuhr von Halbwaren gegenüber dem Vormonat etwas vermindert. Die Einfuhr von Fertigwaren hat sich gegenüber Januar kaum verändert. Der Rückgang der Gesamteinfuhr im Februar entfällt zum größten Teil auf einige wenige Länder. Am stärksten war die Verminderung bei den USA. Nennenswerte Steigerungen der Einfuhr sind nur bei einigen außereuropäischen Ländern, nämlich Argentinien, Britisch Indien und Niederländisch Indien zu verzeichnen. Die Ausfuhr war mit 374 Mill. Mark im Februar um 8 Mill. Mark, d.h. etwa 2 v.H. niedriger als im Vormonat. Mengenmäßig betrachtet war die Verminderung noch geringer, da der Wertrückgang z. T. durch niedrigere Ausfuhrdurchschnittswerte bedingt ist. Der Rückgang der Gesamtausfuhr entfällt größtenteils auf die Hauptgruppe „Gewerbliche Wirtschaft", und zwar ist hier vor allem die Ausfuhr von Rohstoffen und Halbwaren gesunken. Die Ausuhr von Fertigwaren hat sich im ganzen auf dem Stand des Vormonats gehalten. Ländermäßig betrachtet war die Entwicklung der Ausfuhr sehr unterschiedlich. Rückgänge sind in erster Linie in der Ausfuhr nach Bulgarien, Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, Britisch Indien, Japan, Brasilien und Chile eingetreten. Zugenommen hat die Ausfuhr vor allem nach der UdSSR., Großbritannien, Griechenland, Belgien—Luxemburg und Aegypten. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Ausfuhrüberschuß von 40 gen usw. in Italien. — 264: Uneinheitliche Entwicklung der österreichischen Wirtschaft im Jahre 1935. Zindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 598 Stück Großvieh, 148 Fresser und 127 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe: 1. Qualität 470 bis 620 Mk., 2. Qualität 330 bis 440, 3. Qualität 180 bis 280 Mark; Rinder th—Vsjährig 120 bis 190, s/<—2jäh- rig 190 bis 260, tragend 270 bis 480 Mk.; Kälber: bis 2 Wochen 26, bis 4 Wochen 44, bis 6 Wochen 60 Mark. Marktoerlauf: Anfangs lebhaft, später schleppend. Nächster Markt: 7. April. 1 v. H. Kunstseide Aku lagen mtt 48 unverändert. Im übrigen lagen Erstnotierungen zunächst nicht "^Am R e n t e n m a r k t war das Geschäft klein. Fester lagen Altbesitz mit 110,65 (110,40), auch spate Schuldbuchforderungen mit 97,40 (97,25) etwas höher, Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütung^ scheine und zertifizierte Dollar-Bonds lagen ruhig und unverändert. Von fremden Werten hatten Mexikaner festere Haltung. „ x Vorübergehend ergaben sich am Montanmarkt leichte Rückgänge. Im Verlaufe blieb das Geschäft weiter klein, die Haltung war aber erneut fest und die zum Teil eingetretenen Rückgänge wurden wieder ausgeglichen und teilweise noch die Anfangskurse überschritten. Von später notierten Werten gewan- nen Klöckner 2 v. H., AG. für Verkehr, Eement Heidelberg und Muag je 1,25 v. H., Holzmann erschienen mit Plus-plus-Zeichen, Taxe 96 (93,50). Der variable Rentenmarkt brachte später keine Veränderungen. Meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher lagen auf Reichsmark umgestellte Obligationen, auch Städte-Altbesitz waren zu 108 gesucht. Der Pfand- briefmarkt zeigte kaum Veränderungen, auch Stad^ anleihen meist wie gestern, 4,5 proz. Mainz v. 1926 93,25 (92,90). Von Auslandrenten erhöhten sich Ungarn Gold aus 8,60 (8,40), 5proz. äußere Goldmexikaner auf 13,30 bis 13,70 (13,13), 5proz. innere Mexikaner auf 5,75 (5,30). Tagesgeld unverändert 2,75. Abendbörse fest. Die Abendbörse verkehrte in fester Haltung. Die beruhigtere außenpolitische Lage, die sich auch in der festen Tendenz der maßgeblichen Auslandsbörsen widerspiegelte, war weiterhin anregend. Auch die aktive Außenhandelsbilanz im Februar wirkte weiter. Bei verhältnismäßig lebhaften Um- 10X100-Meter-Staffel mit 13:15,1 einen dritten Rekord auf. Hellas erzielte dabei einen Durchschnitt von 1:19,5 für die 100 Meter. Die Magdeburger Hellenen hielten die unterbotenen Bestzeiten mit 3:52,7, 5:11 und 13:17,5. Ein weiterer deutscher Schwimmrekord. Neben Hellas Magdeburg martete am Freitagabend auch der Bremische Schwimmverband mit einem neuen deutschen Staffelrekord auf. Die Bremer griffen auf ihrer gewohnten Bahn die Bestleistungen über 3- und 4X100 Meter Rücken an, die seither von Magdeburg 96 gehalten wurden. In der Dreier-Staffel mißglückte der Versuch, dafür wurde über 4X100 Meter Rücken die alte Bestleistung von 5:04,3 Min. um 3,3 Sek. auf 5:01 Min. verbessert. Die Bremer, die bekanntlich alle deutschen Freistil-Staffelrekorde für Vereinsmannschaften halten, haben offensichtlich den Ehrgeiz, auch in den Rückenstaffeln die seitherigen Rekordhalter durch den Namen ihres Klubs zu ersetzen. Ueber 3X100 Meter scheiterte der Versuch, wie noch bemerkt sei, nur um eine halbe Sekunde. Der Rekord steht hier auf 3:45,0 Minuten, die Bremer errreichten am Freitagabend 3:45,5 Minuten. Mercedes-Benz trainiert in Monza. Im Hinblick auf die Osterrennen in Monte Carlo, mit denen bekanntlich die Automobilrennzeit der „Großen" eröffnet wird, hat die Rennmannschaft von Mercedes-Benz ein Spezialtraining ausgenommen. Unter Leitung von Rennleiter Neubauer üben die Wagen mit den Fahrern Caracciola, Fagioli, von Brauchitsch, Chiron und H. Lang am Steuer auf der bekannten Monza- Bahn bei Mailand. Durch Aufstellung von „Schikanen" sind zahlreiche künstliche Kurven und sonstige Schwierigkeiten geschaffen worden, um besonders die Bremsen und den Treibstoff sowie die Bereifung auf ihre Tauglichkeit für das kurvenreiche Rennen durch Monte Carlo zu erproben. Handball im Kreis Lahn-Oill(Gau XII) Der vergangene Sonntag brachte verhältnismäßig wenig Spiele. Tv. Hochelheim — Tv. Hörnsheim 5:5 (3:1): Auf den Ausgang dieses Treffens war man allgemein gespannt. Galt es doch für die Gastgeber, zu zeigen, was sie iti der Bezirksklasse gelernt haben und für die Gäste, alles daranzusetzen, um den guten Ruf, der ihnen als zweifellos zur Zeit stärkste Kreisklassen - Mannschaft vorausging, zu rechtfertigen. Beide Mannschaften haben das gehalten, was man erwartet hatte. Wenn auch Hochelheim in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel hatte und eine knappe Führung herausarbeiten konnte, so kam Hörnsheim nach der Pause zusehends auf und tonnte das Treffen vollkommen ausgeglichen gestalten. Der unentschiedene Ausgang war in jeder Beziehung gerecht. — Die beiderseitigen Schülermannschaften trennten sich nach spannendem Kampf 9:5 (4:1). To. Münchholzhausen — Tv. Pohl- Göns 6:7 (2:6): Der Ausgang dieses Spieles kommt nicht unerwartet, besonders, wenn man weiß, daß die Platzbesitzer mit reichlichem Ersatz antreten mußten. Wenn Münchholzhausen das Treffen in dsr zweiten Halbzeit trotzdem offen gestalten konnte, so lag das in der Hauptsache daran, daß die Mannschaft während dieser Zeit ein weit besseres Kpiel zeigte. , Tv. Münchholzhausen Jgd. — Tv. P o h l - Göns Jgd. 9:4: Wer gegen die Jugend von Münchholzhausen ankämpfen will, muß über solides Können verfügen. Das haben neben so vielen anderen Mannschaften auch die Gäste zu spüren bekommen. To. Garbenheim I — Tv. Wetzlar II 9:4 (5:1): Beide Mannschaften haben ihren bisherigen schönen und interessanten Spielen ein neues hinzugefügt. Auch jetzt konnte man auf beiden Seiten wieder einen Kampf sehen, der jederzeit gefallen konnte und der vor allen Dingen den Platzbesitzern das beste Zeugnis über ihre derzeitige Spielstärke ausstellt. To. Garbenheim Jgd. — Tv. B u r g s o l m s Jugend 13:4 (7:2): Die Gäste, die erst ihr zweites Spiel ausgetragen haben, zeigten bereits schönes Können. Sie mußten sich einer stärkeren und vor allem eingespielteren Mannschaft beugen. Tv. 1846 Jgd. — Tv. Holzheim Jgd. 13:5 (9:3): Die Gießener Jungens, die schon während der Rundenspiele außerordentliches Können an den Tag gelegt haben, lieferten auch gestern wieder ein Spiel, das begeistern konnte. Obwohl die Gäste viel Widerstand entgegensetzten, konnten sie den sehr gut vorgetragenen Angriffen der Platzbesitzer auf die Dauer nicht standhalten. Um die Kreismeisterschast der Jugend (Fußball). Tabellensland in der Zwischenrunde. sätzen ergaben sich meist weitere Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Deutsche Linoleum gewannen 2 v. H. auf 163,50, lagen allerdings 0,50 v. H. unter Berlin. Kunstseide AKU stiegen aus 49,75 (48,65), Vereinigte Stahlwerke auf 83,75 bis 84 (83,75), Rheinstahl auf 113,75 bis 114 (113,50), Daimler auf 98 (97,50), Aschaffenburger Zellstoff auf 86,75 (86) usw. Großbankaktien gewannen je 0,25 v. H. Der Rentenmarkt lag dageaen still und kursmäßia unverändert. Don Äuslanoswerten erhöhten sich 3,50 v. H. Gotthard-Bahn auf 170 (167), 3,50 v. H. Jura-Simplon auf 166 (164). U. a. notierten: Altbesitz 110,65, 6 v. H. Vereinigte Stahlwerke 103,13, IG. Farben - Bonds 126,50, 3 v. H. innere Mexikaner E 5,20, Adca 70,25, Commerzbank 92, DD.-Bank 92, Dresdner Bank 92,50, Reichsbank 185, Harpener 115. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 17. März. Das Gemü f e- angebot war unterschiedlich. Während Kohlgemüse rückläufige Zufuhren haben, blieben Spinat und Feldsalat gut angeboten. Ferner mehren sich die Anlieferungen von deutschen Treibhauserzeugnissen. Preise wenig verändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9—18 Stück 3,20—3,75 ital., Eskarol, Steige 28—40 St. 3,25—3,75 ital., gr. Feldsalat 30—40, kleiner (Mistbeet) 50—80, Karotten 4—6, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,80—4,00, Kopfsalat (Treibhaus) St. 25—35, dto. Steige 24 St. 5,50—6,00 span, und ital., Schlüpfer 90—100, Lattich 60—70, Rosenkohl 22—25, Rotkraut 13—15, Sellerie je n. Gr. 7—28, Spinat 8—12, Weiß- kraut 10—12, Wirsing 14—15, Winterkohl 10—12, Zwiebeln 9—10, IIV2 ungar., 9—10 holl. Das Angebot von O b st zeigt gegen die Vorwoche keine nennenswerte Aenderung, nur Apfelsinen und Bananen werden reichlich zugeführt. Preise für Doppelblut-Apfelsinen höher. U. a. notierten: Aepfel I 28—35, II 20—26, III 16—20, amerifan. Aepfel ca. 40 Psd. rote 15,00—18,00, Apfelsinen blond 12—18 span., Blut 131/?—22 span., 21—24 ital., Bananen, Kiste 25 Pfd. 5,50—6,00 Kamerun, Erdnüsse 5 Kilogramm 1,75—2,00, Kranz- Feigen 25 Kilogramm 8,50—9,00, Zitronen, Kiste 300 u. 360 Stück 6,00—7,00. Nundfunkproaramm Donnerslag, 19 2Närz. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schnedbericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 9.30: Musik am Morgen. Kleines Konzert für unsere Hausfrauen. 10.15: Schulfunk. Volksliedersingen. 10.45: Nachrichten. 11: Zur Polizei-Aufklärungswoche: Mutter, dein Kind ist gefährdet! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. — Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mit- tagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 17.30: Das aktuelle Buch. 17.45: Der schweizerische Dichter Ernst Zahn liest eine Erzählung: „Der Hirt". 18: Nachmittagskonzert. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel: Aus der Arbeit der Verkehrs- und Gewerbepolizei. 20: Nachrichten. 20.10: Schallplattenkonzert. 21: Tanzmusik. * Die Lahnschiffahrt sehr gut b e - schäftigt. Die Feststellungen über die Güterbeförderung auf der kanalisierten Lahn ergaben für Februar eine Gesamtbeförderungsmenge von 10 426 Tonnen. Das ist die höchste Gütermenge, die seit Durchführung der Kanalisierung im Februar erreicht wurde. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Hochwasser verschiedentlich die Schiffahrt behinderte. Jrn Vorjahr wurde die 10 000-Tonnen-Grenze erst im Mai überschritten. Die Güter wurden von 71 Schiffen befördert. Bhein-Maimsche Börse. rNillagsbörse fest. Frankfurt a. M., 17. März. Die Börse war am Aktienmarkt weiter fest. Vom Publikum lagen Käufe vor, auch die Kulisse schritt zu kleinen Anschaffungen, denen angesichts der zuversichtlichen außenpolitischen Lage keine Abgaben gegenüberstan- den, was gewissermaßen Materialknappheit und daher zum Teil auch stärkere Kurserhöhungen als von durchschnittlich 0,50 bis 1 y. H. zur Folge hatte. Die in letzter Zeit durch die außenpolitischen Vorgänge in den Hintergrund geratenen Wirtschaftsmeldungen kommen nunmehr wieder stärker zur Geltung. Stärkere Erhöhungen hatten am Aktienmarkt Zellstoff Aschaffenburg mit 86 (83,13) auf anhaltend gute Käufe aus Süddeutschland, ferner fliegen Harpener Bergbau auf 115,75 (113,50) und Licht & Kraft auf 137,75 (135,75). Von Montanwerten gewannen Mannesmann 1,50, Hoesch 1,90 und Vereinigte Stahlwerke bei größeren Umsätzen 0,75 v. H. IG.-Farben stiegen um 0,65, Scheideanstalt um 1 v. H. Von Elektropapieren fanden Schuckert mit plus 1,13 v. H. stärkere Beachtung, RWE. und Bekula lagen unverändert. 1 bis 2 v. H. höher gesucht waren Linoleumwerte; Conti Gummi lagen mit etwa 183,75 (183) kaum verändert. Maschinenaktien notierten etwa 1 v. H. fester, ferner erhöhten sich Reichsbank um 0,75, Montecatini um Im Magdeburger Wilhelmsbad unternahm die Brustschwimm^rgarde von Hellas einige Rekordver- gelangen. Ueber 3X100 Meter Brust Ohrdorf 1:16,4, Köhne 1:14,8 und Rücke- war ihrem Gegner durch großen Eifer überlegen und siegte verdient. Oie deutsche Gepäckmarsch-Meisterschaft In diesem Jahre nur Mannschafts-Wettbewerb. Die dritte deutsche Gepäckmarsch-Meisterschaft wird am 3. Mai in Hamburg abgewickelt. Im Gegensatz zu den Meisterschaften 1934 in München und 1935 in Leipzig wird diesmal kein Emzel-Meister- titel vergeben. Es gibt nur eine Mannschaftswertung. Jede Mannschaft besteht aus fünf Mann, von denen die drei besten gewertet werden. In der Ausschreibung ist auch die Frage des Marschstils eindeutig festgelegt worden. Es wird — wohl zur großen Freude der Geher — kein Unterschied mehr zwischen Gehen und Marschieren gemacht. Es heißt in der Ausschreibung u. a.: „Für den Gepäckmarsch gilt (zum Unterschied vom Laufen) Fortbewegung mit Schritten, so daß die Verbindung mit dem Boden ununterbrochen aufrechterhalten bleibt. Laufen, Traben, Springen oder Schrittmacken ist strengstens verboten. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, wird nach einmaliger Warnung aus dem Wettbewerb ausgeschlossen." Neue HettaS-Relorde. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — VfB.-R. Gießen III 3:2 (1:1). Wer die Resultate des Sportvereins 1928 Garbenteich in der vergangenen Spielserie verfolgt hat, kann feftfteUen, daß sämtliche Mannschaften von großem Erfolg begleitet waren. Wiederum standen am vergangenen Sonntag drei Mannschaften im Spielfeld und sämtliche konnten ehrenvolle Ergebnisse erzielen. Das Spiel der ersten Mannschaft gegen die dritte von VfB.-R. war ein spannender Kampf, bei dem Garbenteich leider mit 5 Mann Ersatz antreten mußte. Der Meister war trotzdem durchweg tonangebend, konnte aber durch großes Schußpech zu keinen zählbaren Erfolgen kommen. Nachdem man die Seiten mit 1:1 gewechselt hatte, konnten die Gäste sogar 20 Minuten vor Spielende mit 2:1 die Füyrung an sich nehmen. Garbenteichs Verteidigung war bis über die Mittellinie aufgerückt, worauf ein Alleingang der Gießener das Verhängnis brachte. Aber noch war das Spiel nicht entschieden, denn zwei Minuten vor Schluß schaffte der Sportverein den Ausgleich und in letzter Minute sogar das Siegestor. Der wohlverdiente Sieg war somit gesichert. Auch die erste Jugendmannschaft zeigte sich von ihrer besten Seite, denn ein Unentschieden von 1:1 ist gegen die schon länger spielende starke erste Jugend von Leihgestern ein großer Erfolg. Die erste Schülermannschaft rückte durch einen eindrucksvollen 3:1-Sieg über die 1. Schüler von VfB.-R. in die Spitzengruppe der Tabelle ein. Sie Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frannuri a. JJl. Berim Frankfurt a.M. | Berlin Schluß« furd Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Gchlußl. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Oatum 16-3. 17-3 16 3. 17.3 Datum 16.3. 17.3 16.3. 17.3. 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 100,4 100,25 100,5 100,5 4% desgl. Serte 11 ............ 9 9 __ _ 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,75 97,75 97,75 97,75 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,13 6,13 6,2 _ 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. —— 103,75 103,4 4/r%Rumän.veretnh.Rentev.l913 8,8 8,8 8,85 8,8 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl Auslof.-Rechien ............. 110,4 110,65 110,5 110,7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2/»% Anatolier .............. 5,05 37 5,05 37 5,1 37 5,25 37,25 4*/»% Deutsche Reichspostschatz an- wetsungen von 1934. 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 100 98,25 100 98,25 100,2 98,25 100,25 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 15,25 15,25 15,4 15,5 4%% ehem.8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold 81.12.... 96,4 96,4 96,4 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 17 106,5 17,25 108,25 17,25 106,5 17,4 108 t>¥i% ehem. 4/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLioui 100,9 100,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 109,75 91,5 110 92 109,5 91,5 110 91,75 4Vi% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverichr. R.6 92,25 92 Deutsche Bank und DiSconto« Gesellschaft................o 91,5 92 91,5 91,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ i>> 91,75 184,25 92,5 185 91,75 184,25 92,25 184,9 Deutsche Komm. Sammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/t% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar btö 1935 114,5 96,5 114,5 96,5 114,5 114,5 A.E.G......................o Bekula.................... io 35,75 140,25 36 140 35,65 140,65 36,25 140,65 6y2% ehem. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 101 101 Elektr. Lieserungsgeielstchaft ... b Licht und Kraft ........... g/. 119,25 135,75 120,25 138 119,5 137 120,5 138 6/t% ehem. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 101,13 101,13 101,13 101,13 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 115,5 126,5 115,5 127,5 115,75 126,25 115,75 127,25 4J4% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. Wests. Elektr..........g 127,75 124,25 128 127,13 126,25 127,4 4/,% ehem. 7% Pr. Landespsand briesanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 Schuckert L Eo...............4 Siemens L Halske............7 133,25 166,5 135,25 169,25 133,25 167 135,25 169 Eteuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 109 I 109 109 109 Lahmeyer L Co............... 127,5 127,5 127 128 4% Orsterretchische Goldrente... — 29,75 29,25 30 Buderus .................. 93,75 94,25 96 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 1,2 1,2 1,15 Deutsche Erdöl .............. 109 109,5 108 109,4 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 8,4 8,1 8 8,6 8,5 8,3 8,3 8,7 8,7 Harpener...................c Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 113,5 87 115 89,25 113,75 87 115,25 89,25 4/i% desgl. von 1913.......... 8,5 8,4 8,75 Ilse Bergbau ...............। — 157,75 129 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,13 13,7 13,3 13,8 Ilse Bergbau Genüsse........ 128,75 129 128,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 9,13 9,13 — — Klöcknerwerke ............... ManneSmann-R Ihren........ 83,4 81,5 85,25 83,5 84 81,75 85,75 83,4 Frankfurt 0. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 16.3. 17.3. 16.3. 17-3. ManSfelder Bergbau .. ......5 - — 132 132,5 Kokswerke ........... .......6 — 118,4 119,25 Rheinische Braunkohlen ..... 12 219,25 219,5 218 221 Rheinstahl ........... ......4 112,4 114 112,5 113,5 Vereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ .......0 82,75 84 82,75 83,75 .......0 18,13 18,75 18,25 18,65 Kaliwerke Aschersleben. .......6 122,5 122,25 124,5 Kaliwerke Westeregeln. ....... 5 — 119,5 119,25 120 Kaliwerke Salzdetfurth ..... iv» — — — 178,5 $. G. Yarben-Industrte .......7 151,4 152,4 151,13 152,4 Scheideanslall........ ....... 9 213 215 — Goldschmidt ......... 107 107,5 — Rütgerswerke........ ....... 6 120 120 119,75 120 Metällgeiellschast...... ....... 4 111,5 113 111 112 Philipp Holzmann .... ....... 4 97,5 94,75 96,5 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ...... 7 130,25 132 — ....... 6 130 130 — - Schultheis Patzenhofer ....... 4 — — 98,25 98,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 48 49,75 48,25 48,65 Bemberg............ ....... 5 90,5 90,5 — 90,13 Zellstoff Waldhos ..... ....... 5 119 120 119 120,5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 83,13 86,75 83,25 87 Dessauer Mas ........ .......7 —— — 126,13 126,5 Daimler Motoren..... .......0 96,5 98 96,4 97,5 Deutsche Linoleum .... ....... 8 160 163,5 160 164 Orenstein & Koppel ... .......0 —— — 76,13 76,5 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 30,5 31,25 30,65 31,25 Chade........ .....7'/, 308,5 315,25 309 315,5 Accumulatoren-Fabrik. ......12 172 — 172 172 Conti-Gummt........ .......8 183 180 183 Grttzner....................qi Matnkraftwerke Höchst a>M.... 4 Süddeutscher Lucier --io| — 28,5 28,75 1 28,9 89 89,5 ' — — 198 I 198 | 198 I 198 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 21L 16.Mär, 17.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bries Buenos Atre 0,679 0,683 0,679 0,683 Brüssel .... 41,90 41,98 41,92 42,00 Rio de Jan. 0,141 0,143 0,140 0,142 Sosta ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,79 54,89 54,79 54,89 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,27 12,30 12,27 12,30 HeliingforS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Paris ..... 16,385 16,425 16,39 16,43 Holland ... 168,90 169,24 168,98 169,32 Italien..... 19,70 19,74 19,70 19,74 Japan ..... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 cslo..... : 61,66 61,78 61,66 61,78 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,135 11,155 11,135 11,155 Stockholm... 63,25 63,37 63,25 63,37 Schweiz ... 81,12 81,28 81,12 81,28 Spanien .... 33,95 34,01 33,99 34,05 Prag....... 10,275 10 295 10,28 10,30 Budapest .. — — —— Reu York ... 2,470 2,474 2,467 2,471 Banknoten Berlin, 17. März (Selb Brie Amerikanische Noten...... 2,419 2,439 Belgische Noten.......... ....... 41,76 41,92 Dänische Noten ......... 54,53 54,75 Englische Noten ......... 12,235 12,275 Französische Noten....... 16,34 18,40 Holländische Noten....... 168,56 169,24 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 61,45 61,69 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... '____________________ _ Schwedische Noten....... 63,03 63,29 Schweizer Noten......... 80,94 81,26 Spanische Noten......... 33,65 33,79 Ungarische Noten........