Nr. §1 Erstes Vlatt 186. Jahrgang Dienstag, 18. Zebruar 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Veiiagen: Die Illustrierte Wietzener FamUienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreis: jjltt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. w -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitats-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange ln Giehen. 8christleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/»Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. 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Missionare und weltliche Abenteurer machten sich auf den Weg, das Reich des „Priesters Johannes" zu entdecken und mit diesem Fühlung zu nehmen. Auch die Polos stellten solche Nachforschungen an. Mutmaßungen verdichteten sich zu Behauptungen, aber man kam doch nie zu bestimmten Feststellungen. Möglich, daß es im 12. Jahrhundert ein mittelasiatisches Staats- oebilde gab, von dem diese Legendenbildung ihren Ausgang nahm. Dann ging es wahrscheinlich in den Mongolenstürmen zugrunde. Doch fuhr der Geist des verschollenen Priesterkönigs fort, im abendländischen Vorstellungsleben zu spuken. Schließlich glaubte man Abessinien endgültig als sein Stammland bestimmen zu können. Vielleicht, weil man den Gruß, den die Abessinier dem Negus zu entbieten pflegen, mißverständlich deutete: „Abiet Djan Hoi" (Abiet = Priester; Djan = Herrscher; Hoi = O Herr!). So kam Abessinien zu der unverdienten Ehre, im Abendlande als der natürliche Verbündete im Kampf gegen den Islam betrachtet zu werden. Die weltpolitischen Erwägungen, die den Sohn des portugiesischen Königs Joao L, Dom Henrique (geboren 1394) bewogen, einen, von Mittelmeer- und Orient-Handelsvölkern unabhängigen Weg nach Ostindien zu suchen, drehten sich hauptsächlich um den Wunsch, an dem „Reich des Priesters Johannes" einen festen Rückhalt für die Ueberwin- dung der Islam-Gefahr zu gewinnen. Auf den Weltkarten, die den letzten Jahrzehnten des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts angehören, wurde nach Lehren, die schon die Geographie der Antike verfocht, der Lauf des Nils südlich der Sahara w e st w ä r t s geführt, bis er an der Westküste Afrikas, in der Gegend der heutigen Senegal- münbung, den Atlantischen Ozean erreichte. Noch weiter südlich zeigen einige dieser Karten, wohl auf Grund arabischer Vorbilder und gestützt durch Nachrichten aus dem Altertum, verhältnismäßig richtige Vorstellungen über den Verlauf der afrikanischen Küste vom Golf von Guinea um das Kap der Guten Hoffnung nach Ostafrika, und dies für Gegenden, die das Abendland erst zu Ende des 15. Jahrhunderts durch die portugiesischen Entdeckungsfahrten kennenlernte. Die Hoffnung, auf dem gemutmaßten Wasserwege quer durch Afrika zum Lauf des Nils und nach Abessinien zu gelangen, schlug fehl, aber so hartnäckig verfolgte man dieses Ziel, daß, als später Vasco da Gama seine erste Fahrt unternahm, die ihn um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien führte, ihm Schreiben an den Priester Johannes mitgegeben wurden. Als feine Schiffe in der Bucht von Mozambique vor Anker gegangen waren, erzählten Mauren, daß der Priester Johannes nicht weit von hier wohne; feine Residenz könne man auf Kamelen reitend erreichen: „Diese Auskunft", heißt es in dem Bericht eines Teilnehmers, „machte uns so glücklich, daß wir vor Freude jubelten und Gott baten, er möge uns Gesundheit schenken, damit wir unser so heiß ersehntes Ziel erreichen könnten." Abgesandte Portugals kamen bald nach Abessinien und knüpften freundschaftliche Beziehungen zum Negus Negesti, dem „König der Könige" an, aber die Hoffnung auf eine wirksame Bundes- genossenschaft im Kampfe gegen den Islam schlug lehl. Gerade das Gegenteil trat ein. Um 1530 sammelte Mohammed Guranje, ein fanatischer Muslim, die Aferstämme des abessinischen Tehama, aber auch Somali und Galla um sich und brachte mit ihnen das „Haus Salomos" in solche Bedrängnis, daß es die Portugiesen um Hilfe anflehen mußte. Ein Haufe tapferer lusita- uischer Armbrustschützen und Arquebusiere unter Führung des Dom Christavao da Gama erschien Twd) rechtzeitig auf dem Schauplatz, schlug und tötete den Guranje und jagte seine Scharen, soweit "fie nicht aufgerieben wurden, zum Lande hinaus. Der „Thron Salomos" war gerettet; Galaudiös (Claudius) wurde zum Negus Negesti erhoben. Die Portugiesen forderten als Lohn Land und die Anerkennung des Papstes als eines Oberhirten der abessinischen Kirche. Galaudiös verweigerte dies "unb schickte die hereingekommenen Jesuitenmissio- ^are wieder heim. Unter dem Negus Soltan geggeb faßten die Jesuiten neuerdings festen 8uß und entfesselten religiöse Wirren im äthiopi- Ichen Berglande. Im Jahre 1632 wurden sie abermals vertrieben, ihre Anhänger verfolgt. Das „C h r i ft e n t u m", das die Portugiesen in Abessinien davor bewahrten, schon im 16. Jahrhundert vom Islam verschlungen zu werden, war um 450 durch den Apostel Frumentius aus Alexandria eingeführt worden. Die Bibel wurde in ^as Geez, den damals verbreitetsten Dialekt, der leute nur noch als Kirchenfprache fortlebt, übersetzt. Auf Grund ihrer Herkunft aus Alexandrien ist die abessinische Kirche ein Ableger der kopti- ch e n; folglich ist sie monophysitisch, indem fie Die Wahlüberraschung in Spanien. Linksruck, aber anscheinend keine klare Entscheidung. Die Wahlen zu den Cortes, dem spanischen Parlament, haben ein überraschendes Ergebnis gehabt. Die Führer der Linksparteien wissen selbst nicht, wie sie zu ihrem unvermuteten Sieg gekommen sind. Noch kurz vor der Wahl hatten maßgebende marxistische Abgeordnete überlegt, ob es nicht angesichts der drohenden Niederlage besser wäre, die Wahlen zu boykottieren. Auch die Drohungen der linken republikanischen Union an die Adresse der Regierung, daß man auf der Linken einen Sieg der Rechtsparteien nicht hinnehmen werde, lassen erkennen, daß man im Lager der heutigen Sieger vor der Abstimmungsschlacht keinesfalls sehr hoffnungsfreudig gestimmt war. Es ist in der Tat sehr schwer vorstellbar, welche Motive die spanischen Wähler bewogen haben mögen, Parteigruppen ihre Stimme zu geben, die verantwortlich oder mitschuldig waren für die blutigen Aufstände in Katalonien und die kommunistischen Greuel in Asturien. Gerade aber in diesen Gebieten, die den Mangel einer starken Zentralgewalt seit Einführung der republikanischen Staatsform am meisten zu spüren hatten, konnten die Linksparteien ihre größten Erfolge erzielen. Mögen dabei aus Moskau stammende Bestechungsgelder vielleicht eine Rolle gespielt haben, mag andererseits die Furcht vor einer möglichen Rückkehr der reaktionären Herrschaft die Bevölkerung zur Wahlurne getrieben haben — jedenfalls hat diese Cortes-Wahl mit ihrem Linksruck nur das eine Ergebnis gehabt, daß die innerpolitischen Machtverhältnisse in Spanien heute u n- geklärter sind denn je. Das spanische Parlament zeichnet sich ja in ganz besonderem Maße durch Zersplitterung und Unübersichtlichkeit der in ihm vorhandenen politischen Kräfte aus. Diese Schwäche ist durch den Sieg der Linken nur noch vermehrt worden. Denn es ist jetzt weder eine reine Linkskombination noch eine reine Rechtskombination möglich. Wie die etwa 450 Abgeordnetensitze der Cortes im einzelnen verteilt werden, läßt sich zwar noch nicht genau feststellen, es ist aber schon jetzt klar, daß nur eine Koalitionsregierung nach bekanntem Muster einige Aussicht auf eine längere Lebensdauer haben wird. Die parlamentarische Mitte, die aus den Zentristen und Progressisten gebildet wird und auf die sich die bisherige Regierung Portela-Valadares in der Hauptsache stützte, bildet das Zünglein an der Waage. Ihrer im ganzen antirevolutionären Haltung entsprechend wird sie jedoch einer Koalition mit den Rechtsparteien, also der Katholischen Volksfront des Gil Nobles, den Monarchisten, den Agrariern, den Rechtsradikalen, den konservativen Republikanern, der Erneuerungspartei und der katalanischen Liga, den Vorzug vor einer nach links orientierten Regierung geben. Die Eifersucht zwischen den verschiedenen Parteigruppen sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite ist jedoch so groß, daß mit st a b i • [en Regierungsverhältnissen in absehbarer Zeit nicht gerechnet werden kann. Die große, vielbesprochene Entscheidung zwischen rechts und links, die eine ruhigere Periode des politischen Lebens in Spanien hätte einleiten können, ist durch die Wahlen vom 16. Februar 1936 wiederum vertagt worden. Im höchsten Maße bedenklich ist auch das Anwachsen der katalanischen Autonomisten, das vielleicht den Anlaß gibt zu neuen gewaltsamen Loslösungsbestrebungen vom spanischen Staatsgefüge. Die Regierung sucht die Ordnung ausrecht zu erhalten. Madrid, 17. Febr. (DNB.) Der Ministerrat hat am Mittag beschlossen, über ganz Spanien den Alarmzustand zu verhängen. Der Ministerpräsident wurde ermächtigt, den Kriegs- zustand in den Provinzen zu erklären, wo diese Maßnahme notwendig erscheint; dies ist i n Huesca und Cadiz geschehen. Die Familie des Staatpräsidenten hat ihre Privatwohnung verlassen und ist in den N a t i v n a l p a l a st übergesiedelt, um Belästigungen aus dem Wege zu gehen. Ministerpräsident Valladares teilte Montagabend der Presse mit, daß in ganz Spanien Ruhe herrsche. Nur an einigen Orten hätten p o- litische Ansammlungen stattgefunden, die aber von der Polizei mühelos aufgelöst werden konnten. In Valencia seien die Gefangenen aufrührerisch geworden. Mit Hilfe von Polizeikräften seien sie aber wieder zur Ordnung gebracht worden. In Alicante habe die Menge ein Lepra-Hospital gestürmt und die Aussätzigen freigelassen. Der Ministerpräsident glaubt, daß sich die Massen der Linken nach dem ersten Siegestaumel beruhigen werden. Die Regierung, die vorläufig noch auf ihrem Posten stehe, werde jeden Versuch der öffentlichen Ruhestörung mit allen Mitteln unterbinden. Der spanische Sozialistenführer Largo Caballero hat dem Havas-Vertreter in Madrid erklärt, der Ministerpräsident habe auf sein Ersuchen die Wiedereröffnung der „Volkshäuser" in Spanien zugelassen. Zahlreiche politische Gefangen würden ab Montagnachmittag aus den Gefängnissen und Strafanstalten entlassen werden. Den politischen Flüchtlingen sei die Rückkehr nach Spanien gestattet worden. Seinerseits habe der Vollzugsausschuß des Madrider Dolkshauses zugefagt, die Arbeiter zur Fortsetzung der Arbeit und zur Aufrechterhaltung der Ruhe anzuhalten. Spanische Flüchtlinge in Gibraltar. Paris, 18. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Havas-Meldung find in Gibraltar über hundert spanische Persönlichkeiten eingetroffen, die ihr Land nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses verlassen haben. Unter den Flüchtlingen, die der Ansicht seien, daß in Spanien große Unruhen beoorsländen, befinde sich auch der frühere spanische Innenminister im Kabinett Lerroux, Eloy Vaquero. Die Hotels in Gibraltar seien bis auf den letzten Platz besetzt. Trotzdem liefen noch über Hunderte von telephonischen Anfragen nach Hotelzimmern ein. Die Schlacht bei Enberta. Weittragende Auswirkungen des italienischen Sieges am Aradamberae. Eine Schlüsselstellung erobert I. Zwei italienische Armeekorps haben den Ara - d a m genommen, eine steil abfallende Hochebene, und sind nach der Besetzung dieses Berges jetzt in der Linie Antalo-Belesa. Damit ist strategisch eine Zersprengung der abessinischen Umklammerung von Makalle erreicht worden und von dieser Seite aus wenigstens eine Bedrohung der Provinz Tem- bien durch abessinische Truppen nicht mehr möglich. Die Kämpfe, die in schwerem Regen stattfanden — die Dorregenzeit hat bereits eingesetzt — richteten sich gegen die Stellung des ehemaligen abessinischen Kriegsministers M u l u g u e t a, dessen Front von Sagoda über Schelicot, den Aradamberg, Scheli bis nach Negunda reichte. In diesem Gebiet haben sich die Kämpfe abgespielt. Die nach Westen daran anschließende Truppe des Ras Kassa, ferner die nordwestlich sich daran gliedernde Armee des Ras Seyum und die fast mit der Front nach Osten stehende Gruppe des Ras I m r u, die allein 20 000 Mann zählen soll, sind nicht ins Gefecht gekommen. Diese drei Gruppen flankieren fast das Tembien-Gebiet mit Addi Abbi. Der Stoß der Italiener gegen die Gruppe Mulugueta hatte wohl das Ziel, an einem entscheidenden Punkt, gewissermaßen dem Drehpunkt der ganzen Front, durchzustoßen, um — Kara wanen - Strasse» o 1,0 ip 3p Km Dolo § V>Macem^n| Akjerkata-ßerg V x» Jr gX /korzvCdidmina S ^TA tt /////, krrb so rückgängige Bewegungen der anderen abessinischen Truppen auszulösen und damit eine Veränderung der ganzen Lage herbeizuführen. Die Kämpfe im Tembien-Gebiet begannen mit heftigen Gefechten, die Ras Jmru, nach seinen Erfolgen im Takazze-Tale, den Italienern lieferte. Diese Kämpfe nahmen die letzten Wochen hindurch einen heftigen Charakter an, ließen die Abessinier aber nicht Boden gewinnen. Die mittleren Gruppen des Ras Seyum und des Ras Kassa blieben verhältnismäßig untätig, ebenso die östlichste Gruppe Muluguetas, auf die jetzt der italienische Donnerschlag fiel. Der strategische Zweck der italienischen Bewegung liegt also auf der Hand. Indem die östliche Gruppe Muluguetas eine Niederlage erlitt, muß die ganze nach Nordwesten reichende Front der Abessinier zurückgenommen werden, wobei sich vielleicht in der nächsten Zeit noch größere Kampfhandlungen entwickeln werden, als es die Eroberung des Aradam-Berges durch die Italiener an und für sich war. Mit der Besetzung dieses Berges haben die Italiener eine Schlüsselstellung gewonnen, von der aus sie vielleicht die abessinische Front aufzurollen hoffen. Die Kämpfe um die Eroberung des Aradam mitten im strömenden Regen haben vom 11. bis 15. Februar gedauert. Wenn der italienische Heeresbericht erwähnt, am 14. Februar sei der abessinische Kriegsminister Mulugueta mit rund 9000 Mann regulärer Truppen auf dem Aradam gesichtet wor- gemäß der Lehre des Bischofs Entyches Christus nur eine (göttliche oder gottmenfchliche) Natur zuschreibt. Das geistliche Oberhaupt der abessinischen Christen, Der „Abuna", wird immer durch den alexandrinischen Patriarchen geweiht. Seit 700 Jahren war noch jeder Abuna ein Kopte, dessen möglicher politischer Einfluß aber durch den „Etscheg e", eine Art nationalen Hohenpriester, ausgeglichen wird, der das ganze Mönchs- und Klosterwesen leitet. Mit den abendländischen christlichen Bekenntnissen und Kirchen hat das abessinische Christentum wenig mehr als Aeußerlichkei- t e n gemeirt, seinem Wesen nach handelt es sich eher um eine Abart teils des Judentums, teils des Islams. Die Christen in Abessinien haben den Brauch der Beschneidung, huldigen, soweit sie es sich leisten können, der Vielehe, betrachten das Schwein als unreines Tier, essen nur „koscheres" Fleisch, haben so strenge Fastengesetze wie die Mohammedaner und wenden, wie diese, das Antlitz des Toten nach Osten. Wie die Moscheen in mohammedanischen Ländern sind die Kirchen und Klöster des Landes zugleich die Schulen, über die die Debtura, eine Art religiöser Schriftgelehrten- Kaste, die unbedingte Aufsicht ausüben. Von den Söhnen des Propheten unterscheiden sich die abessinischen Christen unvorteilhaft durch die Ueberzahl an niederen Geistlichen, Mönchen und Nonnen, die sie unterhalten. Von den 8 Millionen Bewohnern Abessiniens gehören heute schon 3,5 Millionen dem Islam an, und man kann im Lichte der Geschichte des Landes nur annehmen, daß der italienische Feldzug, wie er auch auslaufen möge, der islamischen Propaganda gewaltigen Vorschub leisten wird. Es sind die modernisierten Staaten im mohammedanischen Orient, nicht die europäischen Gegner des neuen Italien, denen es um ihre Anteilnahme an dem nationalen Schicksal der Abessinier wirklich ernst ist. Für das Abendland im allgemeinen ist es beschämend, daß sich Mussolini um die Wette mit dem Negus Halle Selassie bemüht, in den führenden Kreisen der Welt des Islam für sich Stimmung zu machen, während auch die Völkerbundspolitik Englands hauptsächlich darauf berechnet ist, London und Genf als Horte internationaler Gerechtigkeit erscheinen zu lassen, die vor allem das Vertrauen der Jslam-B:kenner verdienten. Nur die gemeinsamen Interessen der abendländischen Völker sinden keinen wirklichen Anwalt. Es gibt im britischen wie im französischen Kolonialreich Raum genug, Italien für diejenigen Zugeständnisse zu entschädigen, auf Grund deren sich das abessinische Problem ohne entwürdigende Abhängigkeiten von bolschewistischen und islamischen Machthabern und ohne weitere kriegerische Verwicklung lösen ließe, und wenn die Westmächte den Völkern Mittel - und Südosteuro- p a 5 nicht nur eine wirtschaftliche Erholung, sondern auch einen großmütigen Anteil an den tatsächlichen Möglichkeiten für eine Wiederbelebung des atlantischen Wechselverkehrs gönnten, so würden sie eine entsprechende politische Erstarkung ihres kontinentalen Hinterlandes nicht zu fürchten haben, sondern vielmehr für eine einheitliche abendländische Weltpolitik in Rechnung stellen können. Welche Ironie liegt doch darin, daß Abessinien, aus dem die Portugiesen zu Beginn der Neuzeit ein Bollwerk gegen den Islam zu machen suchten, heute durch die Uneinigkeit Europas ein Bollwerkdes Islams gegen d i e abendländische Kulturwelt zu werden droht! ^erönlichen°Tre7everh^d zum" Führer und statthalter und Gauleiter S p r e n g e r für das Der- Reichskanzler des deutschen Volkes steht. Die Ar-1 trauen der Partei. Es fei fein dringender Wunsch, Verwirklichung arbeiten. Wir haben alle miteinander bewiesen, baß es nur des guten Willens bedarf, um in der Achtung dere mit dem Bi Einladungen an die preffe. Ein Rnnderlatz des Neichs-Propaganda Ministeriums. uttc llllt Junb nationalsozialistischer deutscher Juristen und dem Reichsverband der deutschen Beamten zusammenzuarbeiten, Zum Schluß gelobte er, nach dem Dorbilde des Führers zu leben und sich im Streben nach dem nationalsozialistischen Geiste als Diener des Rechts des deutschen Volkes zu fühlen und sich in echter Berufskameradschaft zusammenzufinden zur Förderung des deutschen Rechts zum Wohle unseres Vaterlandes. Nach der Verteilung der Olympischen Medaillen an die Sieger wurde im Lichte der Fackeln und Scheinwerfer die Olympische Flagge feierlich eingezogen. — (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.) Generalstaatsanwalt Or. Eckert hieß im Namen aller Gerichtsbeamten den neuen Oberlandesgerichtspräsidenten herzlich willkommen und unter dessen Präsidentschaft ein gedeihliches und segensreiches Zusammenarbeiten erhofft. Oberlandesgerichtspräsident Or. Scriba Die Einführung des Sberlandesgerichtspräsidenten Dr. Scriba in Darmstadl. „Mollige" Wagen für billiges Geld! Kleiner Bummel durch die Autoschau. Abschied von Garmisch-Partenkirchen Kameradschafisabend aller Olympia-Teilnehmer. !tzter Zeit in Konferenzen, eingeladen gab dann seiner Freude über die starke Beteiligung Ausdruck und ging auf die Bedeutung der Amtseinführung des neuen Oberlandesgerlchtspraslden- ten ein. Es gebe gar kein Zweifel darüber, so führte der Justizmmiister aus, daß jedes Arbeits- Verhältnis weit über die wirtschaftliche Grundlage hinaus auf einer sittlichen Grundlage aufgebaut sein müsse. Das Treueve^ hältnis gelte von jedem Arbeitsverhältnis auch im öffentlichen Dienst, es sei begründet auf einem persönlichen T r e u e v e r h a l t- nis zu dem Führer des deutsche n V o l - k e s. Darin liege eine tiefe Bedeutung, daß heute der Beamtenneid persönlich auf den Führer des deutschen Volkes geleistet werde und sich in diesem Punkte nicht mehr unterscheide von dem Eide des Soldaten. Jeder einzelne muß täglich erfüllt sein von dem Bewußtsein, daß er in einem Kunst und Wiffenschast. Paula Wessely Hai ein Töchterchen bekommen. Die Filmschauspielerin Paula Wessely, die durch die Filme „Maskerade" und „Episode schnell berühmt wurde und seit einiger Zeit mit dem Schauspieler Attila Hörbiger, dem lungeren Bruder von Paul Hörbiger, verheiratet ist, hat jetzt einer Tochter das Leben geschenkt. aelbild der Treue, die jeden einzelnen von uns innerlich mit dem Führer verbindet, lieber das Zusammenwirken von Partei und Staat braucht man demjenigen nichts zu sagen, der von dem Gedanken ausgeht, daß der erste Dienststellenleiter und der erste Träger der Partei, jeder in seinem Pflichtkreis, den gleichen W e g geht, den gleichen Schritt macht und dem gleichen Ziele dient. Der Führerstellung des neuen Oberlandesgerichtspräsidenten find neue große Aufgaben entstanden. Der Minister überreichte dann dem neuen Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Scriba die Urkunde, durch die er vom Führer und Reichskanzler in sein neues Amt berufen wurde Berlin, 17. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat in einem Runderlah sämtliche Reichsministerien darauf aufmerksam gemacht, daß die Presse in lef*1 “ immer steigendem Maße zu 1 Besichtigungen, Vorführungen usw. wird. Alle Behörden sind daher gebeten worden, zu Konferenzen und Besichtigungen nur in Uebereinftimmung mit Der Presseab- teilung der Reichsregierung einzuladen und ihre Nachgeordneten Dienststellen anzuweisen, daß sie ihre Einladungen nur in Ueberein» ftimmung mit den Landes st ellen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda ergehen lassen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda weist darauf hm, daß dasselbe auch für Berufsorganisationen, Sport- verbände, wirtschaftliche Unternehmungen usw. gilt, daß also auch diese Stellen Einladungen an die Presse nur dann ergehen lassen sollen, wenn sie vorher mit der zuständigen Stelle des Reichs- Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Fühlung genommen haben. Das Hauptinteresse der Besucher ist auf die Personenwagen gerichtet. Gewiß, auf den ersten Blick sehen die vielen blanken Fahrzeuge in der Halle einander ziemlich gleich, man muß schon einmal unter d i e Haube, in das Innere des Fahrgastraums ober unter bas Fahrgestell sehen. Eine zwingenb sich aufbrängenbe Feststellung ist bie, baß bas Auto molliger geworben ist. Es hat keine Ecken mehr unb macht ein Gesicht, als möchte es von allen Seiten gehätschelt unb geliebkost werben. Die neue Formgebung hat ihren Sinn. Sie ist das Ergebnis bes Streites ber Stromlinienjünger mit ben Konservativen. Die ibeale Strom- liniebes Wagens, bie ben Fahrwiberstand auf ein Minimum vermindert, gestattet keine gute Raumausnutzung. Da man nun aber ein Auto hat, um darin Halbwegs bequem sitzen zu können, beschritten bie Konstrukteure ben „molligen" Mittelweg. Da ist ein Auto mit einem ebenso molligen Vorder- wie Hinterteil. Unter diesem verbirgt es seinen Motor. Der sitzt unmiteibar über ber Hinterachse, so baß ber kraftverzehrenbe Weg vom vorn liegenben Motor zum Hinterrab fortgefallen ist. Anbere Konstrukteure haben biefe Aufgabe baburch gelöst, baß sie ben Motor vorne ließen, aber anstatt ber Hinterachse bie Vorberräber antreiben. Was hat es für Streit um bie Vorteile biefer beiden Systeme gegeben! Daß heute die gleichen Fabriken beide Bauweisen in ihr Programm aufgenommen haben, ist ein Beweis dafür, daß keiner Antriebsart überragende Vorteile zukommen. Der große Fortschritt der Autofabrikation ist doch wohl der, daß man heute schon für wenig mehr als 1500 Mark ein richtiges, strapazierfähiges Auto haben kann, während man vor nicht allzu vielen Jahren für ein schlechteres das Dreifache auf den Tisch legen mußte. Ä , , , Was steht denn auf diesem Schild? „Diesel- Rom, 17. Febr. (DNB.) Mufsolini hat fol- gendes Telegramm an Marschall Badogli o nach Makalle gesandt: „Die Nachricht des großen Sieges vom Amba Aradam läßt die Seele des italienischen Volkes vor Stolz und Jubel erzittern. Ew. Exzellenz, der die Schlacht leitete, den Offizieren und ben Truppen, bie mit römischer Tapferkeit ben Sieg errangen, entbiete ich den Ausdruck meiner wärmsten Anerkennung und die Dankbarkeit des Vaterlandes." Die Siegesmeldung vom Amba Aradam hat in ganz Italien größte Begeisterung hervorgerufen. Die ganze Nacht warteten Menschenschlangen vor den Gebäuden der römischen Zeitungen, um die letzten Nachrichten zu erfahren. Erst Montagmittag um 12 Uhr kamen bie ersten Zeitungen zum Verkauf, bie unter riesigen Schlagzeilen bie Einzelheiten ber fünftägigen erbitterten Schlacht an ber Eritreafront schilbern. Die Blätter anerkennen durchaus ben hartnäckigen, aber verzweifelten Der- teibigungsfampf ber Abessinier, um gleichzeitig den Kampsesmut der angreifenden Schwarzhemdendivisionen heroorzuheben. Ganz besonders wird in der Presse betont, daß bie faschistische Miliz unter ber Führung eines königlichen Prinzenben Ausschlag gegeben habe. Der „Teuere" erklärt, baß der Sieg vom Amba Aradam politisch die völlige Unabhängigkeit des militärischen Vorgehens Italiens von den mehr oder weniger gelungenen Manövern in Genf eben|o neu bestätige, wie' die feste Entschlossenheit des Oberkommandos, die gesteckten Ziele zu gegebener Zeit und mit geeigneten Mitteln zu erreichen. Im Norden und Süden treffe das italienische Expeditionskorps auf einen Feind, dem nicht einmal die liebenswürdigerweise vom sanktionistischen Europa gelieferte Bewaffnung fehle. Italien kämpfe und siege in Afrika für ein verirrtes Europa. Seine Siege seien ein ernster Ruf zum Verantwortlichkeitsgefühl. Darmstadt, 17. Febr. (LPD) Heute morgen erfolgte im Lichthof des neuen Gerich sgebaudes zu Darmstadt in Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters S p r e n g e r unö zahlreicher Ehrengäste, darunter der Reichsjustizmlnlster Dr. G u r t» n e r, des Staatssekretärs Dr S ch l e a e l b e r - ger, des Ministerialrats Ringshausen, der Hochschulrektoren und der Dozenten der Juristischen Fakultät der Universität G. e - ßen, der ortsansässigen Justizbeamten, Notare und Rechtsanwälte durch den Reichsminister der Justiz Dr. G ü r t n e r die feierliche Einweisung des neuen Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Scri b a. Fahneneinmarsch und ein kurzes Musikstück leitete die Feier ein Neichsministcr der Justiz Or. Sürtner dankte dann dem Minister und dem Generalstaatsanwalt und gab der Versicherung Ausdruck, daß er mit einem hohen Maße von Dienstauffassung in sein Amt eintrete und bestrebt sei, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Das Bewußtsein, durch bas besondere Vertrauen des Führers in diese Stellung berufen zu fein, sei ihm eine stete Mahnung, in Treue zum Führer und erfüllt von nationalsozialistischem Geiste der Rechtspflege zu dienen. Er dankte bann besonbers auch bem Reichs- )ieichsstatthatter und Sauleiter (Sprenger dankte dem Herrn Reichsminister, daß er zu diesem wichtigen Akte nach Deutschland gekommen sei, um ihn unb ben neuen Oberlanbesgerichtspräsibenten zu begrüßen. Er gab seiner beförderen Freube barüber Ausbruck, baß biefer hohe unb befördere schwere unb wichtige Posten wieber besetzt sei unb ging bann weiter auf bie hohe Mission ein, bie ber Oberlanbesgerichtspräsibent zu erfüllen habe. Alle Dienststellen müßten sich bewußt sein, daß sie von dem neuen Geist beseelt fein müßten. Alle müßten von dem Gedanken und Wollen treuer Zusammenarbeit getragen fein. Er könne seine Aufgaben nur erfüllen, wenn alle Dienststellen diese These der Zusammenarbeit zueinander hätten und befolgten. Und je stärker diese Zusammenarbeit sei, um so leichter werde auch die Treuhänderschaft, die Garantie der einheitlichen Führung möglich fein. So wollen wir uns ein Beispiel nehmen an ihm, unserem besten Kameraden in der Arbeit, an dem Führer der Partei, dem Führer des gesamten deutschen Volkes, dem besten Staatsmann der ganzen Welt, an Adolf Hitler. Garmisch-Partenkirchen, 17. Februar. (DNB.) Zum Abschluß der Olympischen Winterspiele vereinten sich am Sonntagabend sämtliche Teilnehmer in der festlich geschmückten Kongreßhalle in Garmisch - Partenkirchen zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Inmitten dieses Ausklanges hielt der Reichssportführer von Tschammer unb Osten eine Ansprache, in ber er u. a. ausführte: „Sie, meine olympischen Siegerinnen unb Sieger, haben das Recht der Teilnahme an dieser Tafelrunde nicht Vorzügen der Geburt, der Klasse ober des Stanbes zu verbanken, auch nicht ber Zugehörigkeit zu irgenbeiner bevorzugten Nation, fordern einzig und allein Ihrer eigenen Liebe zum Sport, Ihrem wunderbaren Talent und Ihrem hingebungsvollen Einsatz beim Training unb bei ben Olympischen Spielen selbst. Sie sind infolgebessen wirklich all- samt Kameraben einer Idee. Allein es märe boch nicht möglich, diesen Kreis erlesener junger Menschen zu sammeln, wenn nicht d i e olympische Idee, die dem internationalen Sport ein letztes Ziel unb eine letzte Weihe gegeben hat, von edlen unb klugen M ä nn ern zu neuem Leben erweckt worben wäre. Ihnen allen unb an ihrer Spitze bem sehr verehrten Präsidenten des IOK., G r a f e n B a i 11 e t - L a t o u r, zu danken, halte ich auch in dieser Stunde für eine selbstverständliche Pflicht, die nicht zuletzt auch tief aus bem Herzen aller Aktiven kommt. Wir haben auf ben olympischen Festplätzen heftige Gefechte ausgetragen. Die Begleitmusik biefer Gefechte aber war nicht Donner ber Geschütze, sondern der brausende Beifall einer e n - thusiasmierten Menge. Wir sind Zeugen von erbitterten Kämpfen gewesen. Ihr Erfolg waren nicht Tränen von Witwen und Waisen, waren vielmehr — ich bin glücklich, es festzustellen — g e - meinsame Freude aller. Wir haben also erlebt, baß eine große Idee ber Menschheit praktisch verwirklicht werden kann, wenn es nur Menschen gibt, bie an ihrer ben, so laßt das daraus schließen, daß der Ras gegenüber den Italienern numerisch nicht sehr im Vorteil war, denn der Aradam war die Schlüssel- n, um bie sich ber Kampf brehte, unb nach »rluft ber Schlüsselstellung war bie Position des Ras unhaltbar geworben. Am 15. Februar würbe ber Berg von ber italienischen Artillerie be- trommelt, es gelang den Italienern, westlich des Berges vorzudringen, so daß Mulugueta gezwungen war, am 15. Februar die Stellung aufzuaeben. Daraufhin haben die Italiener einige Orte südlich des Berges Aradam genommen und sind in bie Linie Antalo—Belesa—Abbi Mai eingerückt. Antalo unb bie übrigen Orte liegen hinter bem eroberten Berg im Tale, 5 bis 10 Kilometer von ihm entfernt. Die militärische Auswirkung bieses Erfolges, ber den Abessiniern überraschend kam, — noch am Sonntag meldet Abdis Abeba, Makalle bliebe umklammert, eine Meldung, bie burch Boten nach Adbis Abeba kam, burch bie italienischen Erfolge aber überholt mürbe — kann entfdjedenb jein. Der Süden ber Provinz Tembien ist jedenfalls gegen die Abessinier dadurch gesichert worden. Bemerkenswert bleibt, daß das Trommelfeuer der Italiener am 14. und 15. Februar diesen Berg sturmreif geschossen hat. Alle Versuche der Abessinier, durch Gegenstöße Schelikot zu halten und noch am 13. Februar einen Durchbruch bei Addi Acheiti zu erzwingen, wurden durch dieses verheerende Trommelfeuer erstickt. So war am 15. Februar die beherrschende Position des Berges von den Abessiniern geräumt worden und die Italiener konnten ihre Flagge auf ihm hissen. Neben der strategischen ist auch die politische Bedeutung die es Sieges, sowohl im Hinblick auf die Lage m Abessinien als auch auf die Stimmung in Italien und bie möglichen internationalen Rückwirkungen nicht zu unterschätzen. Der Rückzug der Abessinier. Reiche Beule auf dem Amba Aradam. Rom, 17. Febr. (DNB.) lieber die Kriegslage an ber Eritreafront verbreitet das italienische Prv- pagandaministerium am Montagabend folgende Mitteilung: „Die Reste des Heeres von Ras Mulu- geta ziehen f i ch in Richtung auf Fe na - roa unb ben Amba Alagi zuruck. Sie werben bauernb von unseren zum Massenangriff eingesetzten Flugzeugen mit Bomben belegt. Der Feind erleidet schwere Verluste, ohne auch nur den Versuch zu machen, sich in kleinere Gruppen aufzulösen. Bei dem kaum begonnenen Absuchen des Amba Aradam sind gewaltige Mengen an Gewehren, Seitengewehren, leichten und schweren Maschinengewehren, Munition, Material aller Art, Zelten, Zugtieren, Lebensrnitteln sowie 6 Geschütze gefunden worben, die von dem fliehenden Feind aufgegeben worden sind." Siegesjubel in Rom. sehen sie anders aus als früher. Sie sind nicht mehr so blank. Wohl lackiert unb spiegelnb, aber Nickel unb Chrom finb allmählich verschwinden. Alle blanken Teile bürfen befonberer Pflege, unb bas beste Metall unterliegt ber Korrosion burch Feuchtigkeit ober Licht. Das Auto will aber kein Luxus- ft ü ck, fanbern ein Gebrauchsgegen- ft a n b fein, ber bie Zeit feines Besitzers für Putzen und Pflegen wenig in Anspruch nehmen möchte. Darum baut man die Beschläge der Wagen aus Nichtmetallen oder überzieht sie mit Emaille, Lack und bergt. Dadurch werden die Wagen „rinn- st e i n f e st", das will sagen, ihnen macht es nichts aus, wenn sie vor ber Wohnung ihres Besitzers flehen unb allen Witterungen ausgefetzt bleiben. An vielen Stellen tritt auch Kunstharz an bie Stelle von Glas. Weiter ist man bestrebt, die bei Unfällen möglichen Verletzungen durch Glas- fplitter dadurch unmöglich zu machen, daß man splitterfreies Glas für die Wagenscheiben verwendet. Ilm ein Beschlagen der Scheiben im Winter zu verhüten, klebt man durchsichtige Blätter dagegen oder man beheizt einen Teil bes Blickfeldes burch elektrische Drähte. Wer mit riesiger Geschwinbigkeit über bie Autobahnen sausen will, wird sich einen hierfür gebauten Motor mit Geschwindigkeitsregler, Oelkühlung und zweckmäßigem Getriebe anschafsen. Wer dagegen nur ein bißchen spazieren fahren möchte, begnügt sich mit einem Motorrad, das auch für Damen wieder in neuer Form erschienen ist. Das Kennzeichen der kommenden Wagen ist nicht mehr bie neue äußere Form, bie vielleicht nach sechs Monaten von einer anderen abgelöst wirb, sonbern die innere Verfeinerung. Bessere Baustoffe, bessere Raumausnutzung, größere Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig sinkenden Anschaffungskosten geben der Autoschau ihren Charakter. vor ber Ehre des einzelnen bie Ehre aller Völker zu sichern. Fie, meine olympischen Siegerinnen unb Sieger, finb gekrönt mit ber höchsten Würbe, bie bie Völker- umfaffenbe olympische Organisation zu vergeben hat- Damit sind Sie nun Fahnenträger der olympischen Idee geworden. Tragen Sie die olympische Idee in Zukunft und damit in eine Zeit, die glücklicher als die heutige sein möge und die ehrenvolle und friedliche Beziehungen unter den Menschen wie unter den Völkern als ganz selbstverständlich an« sehen wird." Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Vaillet-Latour, führte dann u. a. aus: „Meine Damen und Herren! Der Zweck der Olympischen Spiele ist erstens, in der Jugend den Wunsch zu fördern, eine Form zu erreichen, die ihr erlaubt, eines Tages die Sieger der vorhergehenden Spiele zu schlagen, zweitens in den verschiedenen Ländern gewisse Sportzweige zu fördern, die bisher gar nicht ober wenig betrieben würben, brütens zu erreichen, daß bie Körperschulung Allgemeingut wird, ohne bie es unmöglich ist, ein Sportsmann zu werden. Die vollbrachten Leistungen bilden den Maßstab für das Niveau, das eine Nation bezüglich ber Leibeserziehung erreicht hat. Der Wintersport ver- bantt sicherlich zum großen Teil seine Popularität ber Einrichtung biefer alle vier Jahre stattfinben- ben Wettbewerbe. Wir finb stolz barauf unb unsere Anerkennung für bie ßänber, Die ihre Schauplätze finb, ist um fo verdienter, als bas Risiko immer sehr groß ist unb wegen ihrer Abhängigkeit von ben klimatischen Bebingungen. Ich will Ihre Aufmerksamkeit nicht länger in Anspruch nehmen. Aber es ist mir eine befördere Freube, Herrn Karl Ritter von Halt unb Herrn Döhlemann, ber ihm so hilfreich zur Seite geftanben hat, zu banken. Unb Jynen, mein lieber Herr von Tschammer und Osten, Ihnen möchte ich gern sagen. Von Joachim Boehmer. motor für Personenwagen!" Die große Neuerung. So etwas gab es bisher noch nicht. Der Dieselmotor war wegen seines Gewichts unb seiner nicht gerade ruhigen Arbeitsweise dem schweren Lastwagen Vorbehalten. Dieser Bann ist jetzt gebrochen. Und nicht nur etwa versuchsweise, sondern zwei ber erfahrensten Werke bringen je einen 32 bis 38 PS Dieselmotor für mittlere Personenwagen auf ben Markt. Was hat der Dieselmotor für Vorteile? Zunächst ist sein Aufbau sehr einfach, Denn er hat keinen Vergaser unb keine Ventile. Vor allem keine Zünbkerzen, weil bas Gasgemisch sich beim Diesel infolge ber Kompression von selbst entzünbet; alle Störungen, bie man an biesen Teilen beim Vergasermotor zu haben pflegt, fallen fort. Dann ist ber Brenn st offverbrauch bei gleicher Motorleistung viel geringer. Da auch bas Treiböl um minbeftens bie Hälfte weniger kostet als Benzintreibstoff, kostet eben ber Kilometer im Dieselwagen weniger als im Benzinwagen. Außerdem ist Dieselöl feuersicher, so daß bei Unfällen die Insassen nicht mehr verbrennen werden. Da steht ein Motor und vor ihm ein niedlicher Damenschuh, der auf den Gashebel tritt. Man kann sich vorstellen, daß der dazu gehörige Fuß kaum bie Kupplung eines Wagens niebertreten kann. Unb da die dazugehörigen Hände auch ziemlich zart sein werden, wird die Betätigung der Schalthebel ebenfalls zur Sportleistung. Wenn aber Gasgeben, Kuppeln und Schalten nicht in ber richtigen Abhängigkeit üoneinanber erfolgen, bann „ratscht" Der (Betriebe: bie Mitfahrer werben gerüttelt. Diesen Kummer behebt ber neue Motor mit selbsttätiger Vereinigung von Gashebel unb Kupplung. Die Fahrerin braucht nur noch ben Gashebel zu bebienen, bas Kuppeln erfolgt von selbst. Aber es gibt noch mehr beachtliche Dinge. Betrachten wir uns bie Wagen nur von Außen, fo -leibi b Seine Scw K bie f'l Ä« fd ,|unrgoniti| HM M » di- 06 j'ij-ss"' , tu«? «erlitt, W’jB ,'Men Md wi-d--h°D M 7» IP«11! Führer, v U M Sung des °M ' grellen Star» iporlsleulel M hat dieser » Dr mitteilen lM ' illhenSplet» ; -r Sportler m l K, können, unbc| j allgemein w aufrecht Her Reichssport i-a Bedauern die ' M für die wn(FIS‘5 .1. (gez.) vo Sie Ordnung Berlin, 17. ' nitgeteilt: Der N ijeben das Dif chn Arntsträgel । haltet hat, ha lassen, um die 9 lMgelischen Rii ju lenken. Durch eine kirchlichen Bean Beamten bei in wesentlichen bes Neidjsbe her burd). *g gegebene glichen, so ir l’iqe von 65 Zulässigkeit e -in den Frac "deres Amt Ehestand. F -ch die Möglich?, Engerem Rang ; "ch für die L j psarrer findet «ine weitere - Gemeinde- t I Sibt den Landest Stellung der £ °"d Kirchenkreise ! Menden Borsö , Ahenden recht Mn m der Ai - Men. Cie foU( 'Weiter bgr jn au 1,6*1; sä KL !e" i*.'e$ ' K fc.. V.en treuer e'VVö*' pi.QÖe Dienst. eiA ^einander d'-se.Zusm ^uch die Treu. -r einheit. )0 wollen mir 'Krem besten vuhrerdrr utlchen Volke? >en Welt, an finb nicht mch 'd, aber 3li*|, Öen. Alle blan- und bas beste ch Feuchtigkelk ein Luxus* u dagegen« lers für Putzen ehmen möchte , ir Wagen aus Emaille, Lack Sagen „rinn- nacht es nichts ihres Besitzers fetzt bleiben nftharz an 1 bestrebt, die durch Glas- j i, baß mm | Sagensche/be/r Scheiben im sichtige Diät' eil des Blick- mit riesiger sausen will, olor mit Ge- zweckmäßigem I r ein bißchen h mit einem der in neuer Wagen ist vielleicht nach bgelöst wird, re Baustoffe, rtschaftlichkeit kosten geben daß ich Den olympischen Geist, von dem Sie jederzeit Proben abgelegt haben, in bestem Andenken behalten werde, und wie sehr wir die Sorgfalt bewundern, die Sie auf das Training Ihrer Sportler verwandt haben. Das Komitee der IV. Olyrn- pifrfjen Winterspiele hat bei allen seinen Mitarbeitern kluge und fortdauernde Hilfe gefunden, ohne die die Organisation, die wir so sehr bewundert haben, unmöglich gewesen wäre. Freuen wir uns alle gemeinsam mit den Siegern, aber laßt uns nicht vergessen, die Besiegten und die Zuschauer zu dem Sportgeist zu beglückwünschen, von dem sie Zeugnis abgelegt haben. Wenn wir daran denken, daß wir uns morgen alle trennen werden, erhebe ich schweren Herzens mein Glas auf das Wohl der Sportler." Oer Dank des Führers on die deutschen Olympiasieger. Berlin, 17. Febr. (DNB.) Der Führer überreichte den deutschen Olympiasiegern Maxie Herber, Ernst Baier, Ehristl Cranj, Käte Grasegger, Franz P f n ü r und Gustav Lantschner zum Zeichen feines Dankes fein Bild in silbernem Rahmen mit eigenhändiger Widmung. Siarhemberg bleibt beim Startverbot. Keine Deutschen beim Innsbrucker FJS.-Nennen. Berlin, 17. Febr. (DNB.) Die Pressestelle des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen teilt mit: Trotz wiederholter Bemühungen deutscher politischer und sportlicher Stellen, den österreichischen Sportführer, Für st Starhemberg, zur Aufhebung des am 19. August 1935 veröffentlichen generellen Startverbots österreichischer Sportsleute nach Deutschland zu veranlassen, hat dieser am 16. Februar dem Reichssportführer mitteilen lassen, daß zwar nach den O l y m - pischen Spielen in Zukunft Starts österreichischer Sportler in Deutschland genehmigt werden können, unbeschadet dessen aber das grundsätzlich allgemeine Startverbot bis auf weiteres aufrecht erhalten bleiben müsse. Der Reichssportführer hat deshalb zu seinem großen Bedauern die Nennung der deutschen Mannschaft für die Innsbrucker Veranstaltungen (k^IZ-Rennen) zurück ziehen müssen. Der Reichssportführer (gez.) von Tschammer und Osten. Oie Ordnung der Evangelischen Kirche Berlin, 17. Febr. (DNB.) Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Der Reichskirchenausschuß, der soeben das D i s zi p li n a r r e ch t für die kirchlichen Amtsträge? neu und einheitlich ge- st a l t e t Ijat, hat zwei weitere Verordnungen erlassen, um die Rechtsentwicklung in der Deutschen evangelischen Kirche wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Durch eine „Verordnung zur Neuregelung des kirchlichen Beamtenrechts" ist das Recht der Beamten der kirchlichen Verwaltungsbehörden in wesentlichen Punkten den Grundsätzen des Reichsbeamtenrechts unter Berücksichtigung der durch die Eigenart der kirchlichen Verwaltung gegebenen besonderen Verhältnisse an- geglichen, so in der Einführung einer Altersgrenze von 65 Jahren, in den Vorschriften über die Zulässigkeit einer Nebenbeschäftigung und in den Fragen der Versetzung in ein anderes Amt und in den einstweiligen Ruhestand. Für einen befristeten Zeitraum ist auch die Möglichkeit der Versetzung in ein Amt von geringerem Rang vorgesehen. Die Verordnung gilt auch für die Beamten der Landeskirchen. Auf Pfarrer findet sie keine Anwendung. Eine weitere Verordnung über die kirchlichen Gemeinde- und Kreiskörperschaften gibt den Landeskirchen Richtlinien für die Wiederherstellung der Ordnung in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Die von den Landeskirchen zu erlassenden Vorschriften sind darauf abzustellen, die bestehenden rechtlichen oder sonstigen Schwierigkeiten in der Arbeit der Körperschaften zu überwinden. Sie sollen sich auf die Beseitigung der dringend st en derzeitigen Notstände beschränken, ohne einer künftigen allgemeinen Neugestaltung des kirchlichen Gemeindeoder Kreisverfassungsrechts oorzugreifen. Im einzelnen ist die Möglichkeit vorgesehen, an Stelle arbeitsunfähiger Organe Gemeindekirchenausschüsse einzusetzen. Auch kann der Vorsitz in der Gemeindekörperschaft abweichend vom geltenden Recht geregelt werden. Im übrigen bleibt jedoch das Recht des geistlichen Amts unberührt. Gleichzeitig hat der Reichskirchenausschuß in einem Rundschreiben an die Landeskirchen deren Vorschläge zur allgemeinen Frage der Neubildung der Gemeindekörperschaften angefordert. Er hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß die soeben gebildete Beratende Kammer für Verfass ungsangelegenh eiten die vorbereitende Bearbeitung dieser Fragen als ihre erste Aufgabe in Angriff nehmen werde. Gummi so, daß bei Fahrversuchen mit Buna annähernd doppelte Reifenleistungen erzielt wurden. Das zum Hartgummi vulkanisierte Buna übertrifft ebenfalls das Hartgummi aus Naturkautschuk, da es eine höhere Wärmebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Angriffen von Chemikalien besitzt. Diese wenigen Andeutungen über die Eigenschaften des künstlichen, deutschen Gummis erklären schon zur Genüge, woher es kommt, daß die aus deutschem Gummi hergestellten Autoreifen ihre Probe so überraschend gut bestehen konnten. Es wird natürlich einiger Umstellungen der Gummi- und Kautschukwerke bedürfen, bis man den anders gearteten Stoff im großen Stile industriell auswerten kann. Die IG.-Farben, die Contiwerke und die Metzeler Gummiwerke in München haben sich in den Dienst des Kunst- gummis gestellt, die Vorversuche gemeinsam durchgeführt und die Massenproduktion vorbereitet. Bald wird man sich ganz dem Buna verschrieben haben und vom Jmportmarkt unabhängig sein sehr zum Vorteil der deutschen Kraftwagenhaltung, die nicht nur sichergestellt, sondern noch dazu erheblich verbilligt werden wird. Dieses Ergebnis deutscher Gelehrten- und Werkmannsarbeit mutet uns wie ein Wunder an, das nur zu erklären ist aus der Schöpferkraft deutschen Geistes und aus dem unbesiegbaren Willen des deutschen Volkes, sich die Freiheit auch auf diesem Gebiete wirtschaftlichen Lebens zu erobern. Dr. -ob- ^6 Jahre NSDAP. Parteigründungsfeier in München. München, 17. Febr. (DNB.) Der Traditionsgau München — Oberbayern — gibt bekannt: A m 2 4. Februar wird die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihren Gründungstag im denkwürdigen Hofbräuhaus-Saal abhalten; eine Parallelkundgebung wird im Zirkus Krone stattfinden. Zu beiden Feiern werden sich d ie ä l t e st e n Kämpfer der Bewegung versammeln. Teilnahmeberechtigt an der Feier imHofbräu, haus sind: 1. die Inhaber des Blutordens, die gleichzeitig im Besitz des Goldenen Ehrenzeichens der Partei sind, 2. die Inhaber des Blutordens, soweit Platz vorhanden ist, 3. die Sternecker-Gruppe. Teilnahmeberechtigt an der Feier im Zirkus Krone sind: die Inhaber des Blutordens, die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der Partei. Der Zutritt erfolgt nur gegen Vorweis der Zutrittskarte. Die auswärtigen Teilnahme- berechtigten bestellen ihre Zutrittskarte bei der Gauleitung München-Oberbayern im „Haus der Nationalsozialisten" unter Angabe der Parteimitgliedsnummer bzw. der Ausweisnummer als Blutordensträger bis 20. Februar. Ausstand in Paraguay. Ernste Lage in Asuncion. Buenos Aires, 18. Febr. (DNB. Funkspr.) Am Montagabend waren über Montevideo (Uruguay) Meldungen nach Buenos Aires gelangt, nach denen in Paraguay ein Aufstand ausgebrochen fein sollte. Diese Meldungen waren zunächst nicht nachprüfbar, da alle Berbindungen nach Asuncion gestört waren. Auch die paraguayische Gesandschaft in Buenos Aires war ohne Verbindung. Gegen Mitternacht bestätigten Meldungen aus den paraguayischen Städten Villariea und Encarnacion, die über die argentinische Grenzstadt Posadas an der Südgrenze Paraguays im argentinischen Staat Misiones eintrafen, daß in Asuncion ein Aufstand ausgebrochen ist. Rach diesen Berichten ist die Lage in der paraguayischen Hauptstadt sehr e r n st. Die Straßen sind Schauplatz mehrerer Schießereien. Die Führer des Aufstandes, der aus Unzufriedenheit unter den Ossizieren des Heeres zurückgeführt wird, sollen angeblich die Obersten Smith und Reco l d e sein, die sich im Lhaco-Krieg sehr ausgezeichnet haben. Die Telephon- und Telegraphenleitungen rund um die Hauptstadt sollen zerstört worden sein. Auf Grund dieser Mel- Empfang bei Reichsmmifier Dr. Goebbels. Berlin, 18. Febr. (DNB.) Aus Anlaß der Internationalen Automobilausstellung hatten der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Frau Goebbels für Montag abend führende Persönlichkeiten der deutschen und ausländischen Kraftfahrindustrie und des Kraftfahrsports sowie verwandter Wirtschaftskreise, die Mitglieder des Diplomatischen Korps, leitende Männer von Staat und Partei, Vertreter der Wehrmacht und der Polizei, des deutschen Kunstlebens sowie der in- und ausländischen Fachpresse mit ihren Damen zu einem Empfangsabend im Propagandaministerium gebeten. In den festlich geschmückten Gesellschaftsräumen entwickelte sich bei den Klängen der Kapelle Barnabas von Geczy ein Bild bester deutscher Geselligkeit. Reichsminister Dr. Goebbels und Gattin begrüßten im Vorsaal ihre Gäste. Gegen 22 Uhr erschien der Führer und Reichskanzler und verweilte längere Zeit im Kreise der Gäste. Vom Diplomatischen Korps bemerkte man u. a. den französischen Botschafter Franxois-Pon- c e t, den amerikanischen Botschafter Dodd, den türkischen Botschafter Hamdi Arpag, den polnischen Botschafter Lipski, den Botschafter der Union der Sowjetrepubliken Suritz, den spanischen Botschafter Agramonte y Cortijo, den italienischen Botschafter A11 o l i c o , den chilenischen Botschafter de Porte-Seguro, den Gesandten von Dänemark, den tschechoslowakischen Gesandten, den finnischen Gesandten, den Geschäftsträger von Rumänien, zum größten Teil mit ihren Damen. Man sah ferner den Reichsverkehrsmim- fter Frei Herrn von Eltz-Rübenach, viele Staatssekretäre, Reichsleiter und Gauleiter, Korpv- führer Hühnlein mit zahlreichen höheren Führern des NSKK., Generalinspektor Dr. Todt, den General der Panzertruppen Lutz und andere Offiziere der Wehrmacht, Reichsarbeitsführer Hierl, Obergruppenführer von Jagow, die Rektoren der Berliner Hochschulen, den Präsidenten des DDAC. Freiherrn von Eglofs ft ein, Generaldirektor Dr. Dorpmüller, Reichshand- werksmeister Schmidt, den Präsidenten des Reichsoerbandes der deutschen Automobilindustrie Geheimrat A 11 m e r s , den Leiter der Fachgruppe Kraftwagen Direktor W e r l i n mit zahlreichen Vertretern der deutschen Automobilindustrie, unter ihnen Geheimrat von Opel, Dr. Kissel und Dr. Bosch, viele der bekanntesten deutschen Rennfahrer, Schauspieler und Schauspielerinnen, unter ihnen Generalintendant Gründ- g e n 5 , Generalmusikdirdektor Clemens Krauß. Das Wunder des deutschen Gummis. Von unserer Berliner Schristleiiung. An der Stirnwand der Halle 5 der Berliner Internationalen Automobil- und Motorradausstellung erblickt der Besucher mehrere Türme übereinandergeschichteter Autoreifen, die zunächst nicht sonderlich kesseln. Tritt man aber an diese aufgetürmten Autoreifen heran und liest man die an ihnen befestigten Aufschriften, so weiß man: hier ist ein Wunder deutschen Erfindergeistes ausgestellt. Denn diese Autoreifen, so sehr sie auch den uns bekannten und herkömmlichen Autoreifen zum Verwechseln ähnlich sehen, stnd nicht aus natürlichem Rohgummi, sondern aus künstlichem (synthetischen) deutschen Gummi, hergestellt. Damit nicht genug. Diese Autoreifen aus deutschen Gummi find nicht etwa frisch aus der Fabrik zur Ausstellung geschickt worden, sondern sind Reifen, mit denen tausend und aber tausend Fahrkilometerzurückgelegt wurden. Es sind jene Reifen, von denen der Führer in seiner großen Eröffnungsrede sprach, die von der deutschen Wehrmacht seit ungefähr einem Jahre auf ihre Zuverlässigkeit und Festigkeit hin in schwierigstem Gelände e r - probt wurden und diese Probe bestanden haben, indem sie die Reifen aus natürlichem Rohgummi an Dauer und Haltbarkeit sogar noch um 10 bis 30 v. H. übertrafen. Im Anblick dieser deutschen Gelehrten- und Wertarbeit stellt man unwillkürlich die Frage: Wie war es möglich, die Natur nicht nur einzuholen, sondern auch zu überholen? Läßt sich denn die Natur ihre Geheimnisse entlocken? Ist es möglich, ihr das Wunder ihrer Schöpfung abzulauschen? Das Ergebnis bejaht diese Fragen. Allerdings: es hat einer jahrzehntelangen zähen Ausdauer, eines nie versagenden Wagemuts und einer bis in die Tiefe letzter Erkenntnisse dringenden Weisheit deutscher Gelehrter bedurft, um das zu erreichen, was heute als ein fertiges Erzeugnis vor uns liegt, mit dem Deutschland die Welt überrascht hat. Die Versuche, künstlichen Gummi herzustellen, liegen, wie gesagt, Jahrzehnte zurück. Bereits um die Jahrhundertwende wurde von dem Chemiker Fritz Hoffmann, einem Mitarbeiter der jetzt zum JG.-Farben-Konzern gehörigen Elberfelder Farbenfabriken norm. Friedrich Bayer, ein wichtiger Baustein des natürlichen Kautschuks entdeckt: das Isopren. Es gelang diesen Baustein Isopren und in der Folge noch weitere im Kautschuk immer wieder auftretende Bestandteile (Butadiene) auf chemischem Wege herzustellen, sie zusammenzuballen (zu „synthetisieren") und zu kautschukartigen Massen zusammenzulagern. Auf Grund dieser Vorbereitungen gelang es während des Weltkrieges, den Methylkautschuk herzustellen, der ein ausgezeichnetes Hartgummi ergab. Weniger Erfolg hatte man mit dem aus Methylkautschuk gewonnenen W e i ch g u m m i, weil er nur ungenügende technische Eigenschaften hatte. Als der Weltkrieg beendet, die Einfuhr von Rohgummi wieder möglich war, wurde daher die Erzeugung von Methylkautschuk eingestellt. Trotzdem ruhte emsige Forscherarbeit nicht. Jedoch erst 1926 wurden von großen deutschen Werken die Versuche, künstlichen Gummi herzustellen, in erhöhtem Maße und auf breiterer Grundlage wiederaufgenommen. Inzwischen hatte man erkannt, daß es einen neuen Weg gab, den chemischen einfachsten Baustein des Kautschuk, das Butadien, zu gewinnen. Der Weg führte über Kalk und Kohle. Im elektrischen Lichtbogen erzeugte man aus ihnen Kalziumkarbid und Azetylen, und aus ihnen den Grundkörper des Kautschuks, das gasförmige Butadien, das sich leicht zu einer Flüssigkeit verdichten läßt. Je nach der Zusammenlagerung (Polymerisation) der Butadiene erhält man die mannigfachsten Kautschukarten, was sich als großer Vorteil erweist, da man mit ihnen die verschiedensten technischen Ansprüche befriedigen kann. Dem Butadien-Kautschuk gab man den Namen Buna; Zahlen und Buchstaben hinter dem Wort Buna bezeichnen die einzelnen Abarten und Sorten des künstlichen Kautschuks. Der Wettbewerb mit dem natürlichen Kautschuk zwang immer mehr d i e Güte des künstlichen Gummis zu steigern. Aber auch das gelang! So besitzt heute W e i ch g u m m i aus Buna eine höhere Alterungsbeständigkeit als Naturgummi, das beim Altern unelastisch, hart und brüchig wird. Daneben ist Buna aber auch temperatur- beftänbiger als Naturgummi, das sich oberhalb 80 bis 100 Grad schnell verändert, was bei den -heutigen Fahrgeschwindigkeiten der Kraftwagen eine ausschlaggebende Rolle spielt. Auch die A b - reibefeftigfeit erhöhte sich beim künstlichen der M- nti Sieger, die voller' [neben b®*’ oiywpl' olympW t, die gluck' , ehrenvolle lenschen ländlich an* lyrnplsch^ t, . 2[veck del itbeii/ P s.,n sB S Sp B’S war — wie beim Wein — notwendig, um diesen edlen Jahrgang zu seiner ganzen aromatischen Fülle zu entwickeln. Jetzt sind die hervor* ragenden 33er Macedonen-Tabake so hochwertig, daß wir durch ihre Hinzunahme die ALVA-Mischung noch verbessern konnten. düngen hak das argentinische Fluhgeschwader auf dem Parana Befehl erhalten, fluhabwärts zu gehen, und in der Nähe von Posadas zu ankern. Oie kommunistischen Wühlereien in Südamerika. Santiago de Chile, 18. Febr. (DNB. Funkspr.) Ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen dem brasilianischen Kommunistenführer Carlos Prestes und dem chilenischen Senator Grove, der Anhänger der Marxisten ist, der veröffentlicht wurde, beweist den engen Zusammenhang zwischen dem Aufstand in Brasilien und der kommunistischen Streikbewegung in Chile. Der chilenische Verteidigungsminister beglückwünschte Heer, Marine und Fliegerei wegen ihrer vorbildlichen Haltung während der Streikbewegung. Der Eisenbahnerstreik kann als beendet angesehen werden. Die Leitung der Eisenbahnen wird demnächst an die Zivilbehörden zurückgegeben werden. — Der für Montag von den Gewerkschaften ausgerufene allgemeine Ausstand der Schauerleute und Hafenarbeiter ist nicht zustandegekommen, da der größte Teil der Arbeiter zur Arbeit erschienen ist. Lediglich im Hafen von Talcahuano wird ein Teilstrelk fortgesetzt. Die englische Industrie wird für die Aufrüstung mobil gemacht. Ein Minister mit „Wettkriegserfahrung" für die Leitung der Wehrämter gesucht. London, 18. Febr. (DNB. - Funkspruch.) Die Beratungen des englischen Kabinetts über das neue Aufrüstungsprogramm werden sich bis in die erste Märzwoche ausdehnen. Die Maßnahmen erstrecken sich nicht nur auf technische Fragen, sondern auch auf eine allgemeine industrielle Mobilmachung für die Rüstungszwecke. Man glaubt, daß bei der Vergebung der Aufträge besonders auch die englischen Notstandsge- biete berücksichtigt werden sollen. Die „Times" sagt, ss sei richtig, daß das Aufrüstungsprogramm „flüssig" sei, d. h. daß es j e - derzeit beschleunigt oder verlangsamt werden könne. Es müsse auch unter Umständen eingestellt werden können, falls in der Zukunft eine Verbesserung in der internationalen Lage eintreten sollte. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des neuen Programms werde die Regierung daher erklären, daß sie entschlossen sei, ihre diplomatischen Bemühungen zur Erzielung einer besseren Verständigung unter den Nationen der Welt fortzusetzen. Sollten die Bemühungen die gewünschten Ergebnisse haben, dann sei das Kabinett bereit, das Aufrüstungsprogramm zu verlangsamen. Die Regierung halte jedoch für den Fall des Scheitern der Diplomatie die Durchführung des Programms für die b e st e V e r - sicherung für eine Fortdauer des Friedens. „News Chronicle" meldet, daß das Aufrüstungsprogramm in seiner ursprünglichen Form die Kiellegung von 20 neuen Kreuzern und 10 Ersatzkreuz e.rn vorsehe. Diese Maßnahme werde von den Ministern allgemein befürwortet, während man sich über den Bau von Trotzkampfschiffen weniger einig sei. „Mornmg Post meldet, viele Unterhaus-Abgeordnete wünschten, Satz der neue Minister für die Zusammenfassung der Wehrämter ein Mann sei, der sich bereits im Weltkriege mit der englischen VerteidigungsorganlsaUon befaßt habe. Die jetzige Regierung habe kein Mitglied, das dieser Bedingung entspreche. Winston Churchill und Lloyd George seien die einzigen Unterhausabgeordneten, die „Weltkriegs- e r f a h r u n g" hätten. Große Lustübungen über London. London, 18. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die englische Luftflotte veranstaltet in diesem Winter zum ersten Male große Luftübungen im Gebiete von London und der Themsemündung. Die Hebungen beginnen am Dienstagnachmittag und dauern 2 4 Stunden lang. Rund 150 Flugzeuge, leichte und schwere Bomber, sowie Kampfflugzeuge, sind daran beteiligt. Die Uebungen haben den Zweck, die Wirkung großer A n g r i ffsoperationen unter' winterlichen Bedingungen festzustellen. Als Angriffsziele sind die Flugplätze Biggin-Hill und Hornchurch und die großen Ford-Werke in Dagen- ham bei Tag, das Queen Mary-Wasserwerk und der Bahnhof von Ponders-End bei Nacht gewählt worden. DieZukunstdesdeutschenGtudententums Eine 2Rebe des Reichsstudentenbundsführers Derichsweiler. LPD. Heidelberg, 17. Febr. In einer stark besuchten Kundgebung der Heidelberger Studentenschaft sprach am Montagabend der Reichsführer des NS.-Studentenbundes, Derichsweiler, über die Zukunft des deutschen Studentenbundes. Die Zehnjahrfeier des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, so sagte er u. a., hat unserer Mannschaft neuen Schwung zum Aufbau unseres studentischen Lebens gebracht. Um jedoch das Ausmaß des neu zu Schaffenden zu verstehen, muß man sich zuerst klar werden über alles, was früher innerhalb des studentischen Daseins war. Früher hielt sich das Leben eines jungen Menschen üus begüterten Kreisen in genau gefügten Lebensformen und erlaubte ihm eine besondere Art des Frohsinns, für die Alt-Heidelbergs Romantik das allbekannte Kennwort wurde. In den Nachkriegsjahren und in der Krise trieb die innere Lethargie den bürgerlichen Menschen zu denselben Formen. Da war es der nationalsozialistische Student, der nicht in verstaubte Lebenskreise auswich, sondern m i t dem SA. - Mann zusammen das Schicksal Deutschlands meistern wollte. Auf ihm lastete nichts mehr der Druck der Alt-Herrenschast, und die Studentenfrage wäre auch heute längst gelöft, wenn die Kreise der Alten Herren auf die Wiederbelebung ihrer zeitfremden Erziehungsprinzipien verzichtet und erkannt hätten, daß die neue Jugend Recht und Anspruch hat, sich ihre Lebensformen selbst zu bestimmen. Man hat, so sagte der Reichsstudentendundfuhrer weiter, die Geduld des Studentenbundes mißbraucht und immer wieder versucht, die alten Formen neu zu beleben. Auf der Zehnjahrfeier in München wurde durch den Stellvertreter des Führers ein unmißverständlicher Strich unter diese Bestrebungen gezogen. Die klare Linie geht nun auf einheitliche Erziehung innerhalb des Studentenbundes, zu der in diesen Ferien schon die Lager vorbereiten, so daß im Sommersemester alle neuen jungen Kameraden in geschlossenen Kameradschaften zusammengefaßt werden, in denen sie bis zu ihrem viertem Semester zusammenbleiben. Im Herbst des Jahres werden dann die Kameradschaften auf die gesamte Studentenschaft ausgedehnt. Nach dem ersten Semester werden Schulungswochen die politische Bildung des jungen Kameraden vertiefen. Nach dem zweiten Semester wird der L a n d - dienst in der Grenzmark Gelegenheit zur Bewährung im tätigen Leben geben, wie überhaupt alle Erziehungsarbeit zur praktischen Arbeit hinführen wird. Kameradschaftsgeist und Fachschaftsarbeit, also Erarbeitung eines gründlichen Fachwissens, werden die Grundlage der neuen Hochschulform bilden, zu deren Mitarbeit Derichsweiler alle Einsatzbereiten aufrief. Er kündigte ferner als neue zukünftige Aufgabe der Studentenschaft an, in Uebereinstimmung mit den berufsständischen Organisationen das Angebot an akademisch gebildeten Arbeitskräften i n ein erträgliches Verhältnis zur Nachfrage zu bringen. Aus aller Wett. Gachverständigen-Gutachten im Geefeld-prozeß. Bevor im Mordprozeß Seefeld die Sachverständigen ihre Gutachten erstatteten, wurden noch einige Zeugen vernommen, die auf Veranlassung des Oberstaatsanwalts geladen sind und den Angeklagten erneut schwer belasteten. Als erster Sachverständiger äußerte sich der Assistent von Professor Müller - Heß, der Leiter des Instituts für Gerichts- und Soziale Medzin in Berlin, Dr. Hal- b ermann, über das Ergebnis des Obduktionsbefundes der Leiche des Schülers Thomas (Wittenberge). Anzeichen dafür, daß der Tod des Jungen durch Einwirkung von Gift erfolgt fei, hätten nicht festgestellt werden können. Dagegen seien blutunterlaufene Druckstellen am Halse ermittelt worden, die es wahrscheinlich erscheinen ließen, daß der Knabe erwürgt worden sei. Kriminalrat L o b b e s - Berlin berichtet über die Erfahrungen, die er mit Seefeld während der Voruntersuchung gemacht habe. Charakteristisch sei für den Angeklagten, daß er auch während der Voruntersuchung sich bemühte, stets Ausflüchte zu machen. Erst nach und nach habe er die ihm zur Last gelegten Sittlichkeitsoerbrechen zugegeben, wahrscheinlich deshalb, weil er dieses als das kleinere „Hebel" angesehen habe und dadurch den Verdacht davon ablenken wollte, daß er auch der Mörder der 12 Kinder sei. Erstaunlich sei das Er. innerungsvermögen des Angeklagten, das bezeichn nenderweise aber immer dann versagt ßobe, wenn die Situation für ihn kritisch geworden sei. Krimi, nalrat L o b b e s führte eine Reihe von Fällen an, in denen früher junge Menschen tot aufgefunden wurden, ohne daß man die Begleitumstände fest, stellen konnte. Auf Befragen erklärt der Sachver. ständige, daß seit der Zeit, wo Seefeld m Haft sitzt, keinerlei Fälle dieser Art mehr vorgekommen seien. 3m Auto übernachtet und erstickt. Ein durch Leichtsinn hervorrgerufener schwerer Hnglücksfall wurde auf einem Parkplatz am Berliner Ausstellungsgelände entdeckt. In einem geschloffenen Kraftwagen wurden drei Personen gefunden. Beim näheren Zusehen stellte sich heraus, daß ein kleiner Ofen in Betrieb gesetzt worden war. Die Insassen, drei junge Leute, unter ihnen ein Mädchen, hatten offenbar das Hebernachtungs- geld sparen wollen und sich am späten Abend unter Benutzung des Ofens im Wagen eingeschlossen. Der Fahrer, der unmittelbar am Ofen gesessen hatte, war bereits e r st i ck t. Die beiden anderen wurden bewußtlos ins Krankenhaus geschafft, wo die Wiederbelebungsversuche von Erfolg begleitet waren. Die Verunglückten stammen aus der Kreishaupt- mannfchaft Bautzen. Dom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat den durch das Schwurgericht in Oppeln wegen Ermordung des Fleischermeisters Ringel aus Leschnitz zum Tode verurteilten 27jährigen Wilhelm Mur- l o w s k i zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt, weil der Verurteilte noch unbescholten war und sich bis zu der Tat allseitig eines guten Leumundes erfreute. Wetterbericht des Reichstvetter di enstes. Ausgabeort Frankfurt. Während das starke russische Hochdruckgebiet für Nordost- und Osteuropa bei Ostwinden noch immer kaltes Wetter bedingt, ist ein neuer Atlantik- wirbel nach England vorgestoßen. Er verfrachtet an seiner Vorderseite sehr feuchte subtropische Warmluft unter verbreiteten Regenfällen über Frankreich und England nordostwärts und wird auch auf unser Wetter Einfluß gewinnen. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit gelegentlicher Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, bei lebhaften um Süd nach West drehenden Winden mild. Lufttemperaturen am 17. Februar: mittags 5,5 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 18. Februar: morgens 1,6 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Februar: —0,1 Grad; am 18. Februar: morgens —0,1 Grad. ------------------------------v Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'fche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 1021 D Rhein gold Mittwoch, den 19. Februar 1936 Großer ,miD Bunter Abend Kapelle Daubertshäuser Veilängerte Polizeistunde Restaurant Stadt Mainz Mittwoch, den 19. Februar TANZ 1034D bis 4 Uhr Verlängerung: Karneval ..Iran Neuenweg 28 Mittwoch, den 19. Februar groherbunter Abend m.Tanz bis 4 Uhr nachts geöffnet Voranzeige: Vermietungen In meinem neuerbauten Hause, Heuchelheim, Gieß. Str. 109, mod. Wohnung bestehend aus 1. Stock und 2 Zimmer im 2. Stock, mit Bad, Heizung, Balkon, Garage, evtl. Gartenant., perl. April 1936 zu vermieten. Rchberg, Abcndstern. Tel. 3884. lvövv Geräumige 6-ZMöhnyog (4 grade, 2 schr. Zinun.i, Nähe d. Universität, sof. oder spät. z. vermieten. Schrift!. Anfr.nnt. 1032V an d. Gieß. Anz. 4-Zim.-Wohn. m.Bad,Zentral!). usw.(Klmiksn.)z. vm.Nab.Lettsrs Fastnachtsamstag, Fastnachtsonntag, Rosenmontag, Fastnachtdienstag weg 8 1. 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Reiches Erleben brachte allen die Teilnahme an den großen Tagen von Garmisch-Partenkirchen. Sie lernten größte sportliche Leistungen kennen, sahen mit offenen Augen und Sinnen die Herrlichkeiten des Werdenselser Landes, lernten aber auch bie große Welt in den Vertretern vieler Nationen kennen. Aus der Fülle der Eindrücke sei einiges wiedergegeben. Hauptquartier-Pfeifferalm am Wank. Die 27 zum großen Teil jugendlichen Skiläuferinnen und -läufer, die in dem Kursus zusammen- iefaßt waren, fanden für die Dauer der Winter- piele auf der Pfeifferalm am Wank, der Sonnen- eite des Berges über Garmisch-Partenkirchen, ein sang oorherbestelltes Quartier. Alle, die dabei waren, ordneten sich willig der disziplinierten sport- kameradschaftlichen Gemeinschaft ein. Extrawürste gab es nicht? Auf Alkohol und Tabak mußte verzichtet werden. Dafür gab es ja auch andere Erlebnisse! Stunden der Hochstimmung und der Be- geisteruna! Die Pfeifferalm, etwa 1100 Meter hoch gelegen, bot gute Verpflegung und Unterkunft, außerdem <7 den großen Vorzug, in einer viertelstündigen Abfahrt die denkwürdigen Kampfstätten zu erreichen. Der Aufstieg zur Alm dauerte zwar eine Stunde, aber niemanden war es zuviel. Die Abfahrt, durchaus nicht leicht, war, wie auch der Aufstieg, gute Trainingsgelegenheit. Auf dem Wank und vor der Pfeifferalmhutte lernten die Gießener Skiläufer interessante Leute kennen: die Norweger! Birger Ruud, Konnin- gen, Per Fossum, Alf Andersen, Arne B. Christiansen und andere. Sie alle trainierten am Wank, saßen manchmal an der Pfeifferalm und fangen ihre nordischen Volkslieder in zwingendem Rhythmus, aber weniger melodisch, fast wild, wikingerhast. Birger Ruud lernten sie näher kennen. Er steht täglich in einem Sportartikelgeschäft tmb verkauft. Er tat es auch während der Winterspiele! Es gab manche schöne Stunde auf der Pfeifferalmterrasse mit dem Blick tief in das Tal, hinüber Rur Zugspitze, hinunter auf Garmisch-Partenkirchen. Mancher der Teilnehmer, der die Alpen dabei zum «ersten Male sah, lernte sie nun kennen in schönster winterlicher Pracht. Der Kursus führte alle Teilnehmer in schöner Kameradschaft zusammen. In Karl A l t h a u s (Gießen), dem Gaujugendskiwart, hatten sie einen erfahrenen Führer und Berater. Dei aller Bedeutsamkeit der Ereignisse wurde vom kursusgemäßen Leben nicht abgegangen. Es sollte fa auch gelernt werden. Mancherlei Vergünstigungen waren dem Kursus über den Skiklub und das Olympische Komitee zuteil geworden: erheblich ermäßigte Eintrittspreise zu den Olympia-Veranstaltungen, bevorzugter Platz unmittelbar vor der Pressetribüne, Photo- und Filmerlaubnis u. a. m. Ein tüchtiger Platzausweis in der Hand des Kursusführers Alt- Haus, lautend für 27 Personen, gestattete ihnen, die Wettbewerbe aus größter Nähe zu verfolgen. Training nicht vergessen - Die Skiläufer unserer Heimat waren sich klar, daß die Zeit auch zum Training auszunützen war. Und da stellten sie sich schwere Aufgaben! Vor allem brachten etwa 15 der guten Läufer die Neuner-Abfahrt je zweimal hinter sich, jene schwierige Strecke, auf der die ersten goldenen Medaillen von Christi Cranz und Franz P f n ü r errungen wurden. Die Oberhessen mußten dabei erfahren, daß die Olympia-Abfahrts- und Torlaufstrecke eine Harte mnb Kraft des Durchstehens erforderten, wie sie im 'Vogelsberg, im Taunus und in der Rhön einfach fiar nicht erworben werden können. Um so mehr konnten unsere heimischen Läufer die phantastischen Leistungen der deutschen Olympia-Sieger auf diesen Strecfctn ermessen. Jedermann war sich dabei dessen bewußt, daß die Läufer aus den Mittelgebirgen noch sehr viel lernen müßten, wenn sie es je den Söhnen der Alpen gleichtun wollten. Mit denkbar größtem Interesse hatten die oberhessischen Läufer, wir ihren eigenen Versuchen auf ber Neuner-Strecke, die Kämpfe im Abfahrts- und Torlauf verfolgt. Alle waren sie begeistert von all dem, was sich ba an Mut, Gewandtheit, Kraft und Stehvermögen darbot. Mit Kuhglocken bei den Eishockey-Kämpfen. Selbstverständlich wurde auch den rasanten Eishockeykämpfen alle Aufmerksamkeit entgegengebracht. Da bei einem solchen Eishockeykampf die Angriffstimmung eine große Rolle spielt, hatten sich unsere oberhessischen Zuschauer zur Aufmunterung der deutschen Mannschaft etwas Besonderes ausgedacht. Sie brachten nämlich Kuhglocken mit uno verursachten damit erhebliche Geräusche. Bei den nächten Kämpfen ahmten viele andere Zuschauer das originelle Beispiel nach. Solange allerdings nur, bis man sich von feiten der Kampfleitung entschlie- ;en mußte, durch den Lautsprecher bekanntzugeben, daß die Kuhglocken beiseite gestellt werden sollen... Mit großem Interesse verfolgten die Gießener auch das Training und das Probeschießen auf Ballons durch die Militärpatrouillen. Dem 18-Kilometer- Langlauf, dem Patrouillenlauf, dem Skimarathon gehörte ebenfalls viel Aufmerksamkeit und auch da gewann man überall jene starken Eindrücke, aber auch gleichzeitig die beispielhafte Anschauung der großen Willensäußerungen der Besten im Reiche des Wintersports, die mit den heroischen Kämpfen stets verbunden waren. Die großen Erlebnisse waren auch für unsere oberhessischen Skiläufer die Eröffnungs- und die Schlußfeier. Kaum einer vermochte sich den starken Eindrücken zu verschließen, die hier auf jeden der Zuschauer zustürmten. Besonders ergreifend und erhebend gestaltete sich trotz Sturm und Schnee der Einzug der Nationen, kaum weniger tark war das Erlebnis der Schlußfeier. Einige der Kursusteilnehmer brachten die große Freude mit nach Hause, den Führer Adolf Hitler und seinen Stellvertreter Rudolf Heß nicht nur aus nächster Nähe zu sehen, sondern ihnen auch die Hand drücken zu dürfen. Ja, einige kamen sogar zu Autogrammen. Selbstverständlich brachte mancher der jugendlichen Kursusteilnehmer den Namenszug bekannter olympischer Kämpfer auf Bildern und Postkarten mit. Ein Höhepunkt war ferner die unvergeßliche Fahrt zur Zugspitze. Auch hierzu gab es eine wesentliche Fahrpreisermäßigung. Auf dem Zugspitzplatt wurde gelaufen, geübt und alle Herrlichkeit der Winterwelt genossen. Auch dem Münchener Haus wurde ein kurzer Besuch abgestattet. Die routinierteren Läufer be- chlossen den Ausflug auf die Zugspitze mit einer Abfahrt zur Knorrhütte. lleberall mit Kamera und Hilmapparat. Bei allem schönen Erleben in diesen Tagen wurde aber auch derer gedacht, der vielen Mitglieder des Gießener Skiklubs, die nicht dabei sein konnten. Für sie sollte etwas besonders Schönes mit nach Hause gebracht werden. Manche Kamera war zu diesem Zweck mitgenommen worden. Sogar eine Schmalfilmkamera Auf 200 Meter 16 mm Schmalfilm wurden Aufnahmen von der Landschaft gemacht, von den Werdenselser Bauern in ihren Trachten, besonders aber von den Wettbewerben der Winterspiele, von den großen Feiern, von dem kameradschaftlichen Leben auf der Pfeifferalm und vieles andere mehr. Da die Gießener einen so glänzenden Platz zugewiesen erhalten hatten, konnten sie den Ereignissen auch photographisch aus nächster Nähe folgen. Der „Operateur" des Gießener Skiklubs stand dabei häufig Seite an Seite mit den „Filmkanonen" Leni R i e f e n st a h l und Sepp All - g e i e r. Der Film wird voraussichtlich in zwei ober drei Wochen in unserer Stadt zur Aufführung gelangen und einiges von dem Nacherleben lassen, was die Kursusteilnehmer unmittelbar in sich aufnehmen konnten. Auf diesen Film, der durch das gesprochene Wort ergänzt werden wird (Karl A l t - Haus) darf man gespannt sein. Neben den Skiläufern unserer engeren Heimat wurden auch die Eisschützen des Gießener Eisvereins Zeugen der großen Ereignisse der olympischen Winterspiele. Darüber hinaus traten aber die Eisschützen unserer Stadt auch in verschiedenen Wettbewerben hervor. Die Moarschaft trat bereits zu Ende Januar die Reise in das Werdenselser Land an und quartierte sich für die ganze Dauer ihres Aufenthaltes in Mittenwald ein. Es wurde ihnen durch den Eisstockklub Mittenwald eine außerordentlich gastliche Aufnahme zuteil. Im Gasthaus „Alpenrose" waren sie sehr gut untergebracht. Bei den Deutschen Eisschieß- Meisterschaften. Vor allem beteiligten sich die Gießener Eisschützen, die »Moarschaft Schonebohm, Müller-Leu tert, Klarl, Dr. Pfeffer und W. Mohr, zunächst an den Deutschen Eisschieß-Mei- sterschaften. Dieser Wettbewerb stand allerdings unter einem sehr unglücklichen Stern! Das Wetter spielte den Sportlern einen bösen Streich! Es regnete ununterbrochen bis zum Morgen des 1. Februars. An diesem Vormittag sollten die Kämpfe ausgetragen werden! Gegen 8 Uhr hatte sich das Wetter geändert. Es schneite! Der deutsche Eis- schießwart Dötsch, der für die Austragung der Wettbewerbe verantwortlich war, bestimmte, daß die Meisterschaften ausgetragen werden sollten. So marschierten denn die Eisschützen, 19 Moarschaften stark, mit Musik das Laintal hinauf, zum idyllischen Lautersee, der etwa in 1000 Meter Höhe, 200 Meter über Mittenwald liegt. Die Eisverhältnisse waren, das war nicht schwer festzustellen, trostlos! Eine dicke wässrige Suppe bedeckte die Eisfläche. Regen und Schnee hatten sich herzlich verbunden. Aber trotzdem wurde um den Meisterschaftstitel gekämpft! Von den 19 Moarschaften waren 16 von bayerischen Vereinen gestellt. Die übrigen drei Moarschaften stellte G i e^ß e n, Frankfurt a. 2R. unb Altona. . .. , Die Mittel- und Norddeutschen hatten in diesem Kampfe gegen die Bayern einen schweren Stand, denn die Einheimischen wußten sich mit dem schlechten Eis auf eine ganz besonders raffinierte Technik abzufinden. Erstens warfen sie den Eisstock zunächst einmal 15 Meter weit in der Luft (das machte ihnen kaum jemand von den Gästen nach) und dann gaben sie ihm gar noch eine scharfe drehende < P < $6 1, w w Y**Ri>* Eg- ■ » t Beobachtungen und Erfahrungen nebenbei. Die Kursusfahrt brachte auch einige interessante Beobachtungen und Erfahrungen. Zunächst stellten unsere „Zünftigen" fachmännisch fest, daß die Großen im Reiche des Skisports fast durchweg die Kandahar-Bindung benützen. An dem Rest eines gebrochenen japanischen Stiers, den der Kursus- leiter mit nach Gießen brachte, konnte man eine neuartige Stahlkantenbefestigung studieren. Die Oberhessen mußten ihrerseits einiges „Kleinholz" verzeichnen, das sich aus dem oft raschen Wechsel der Schneeverhältnisse (Eis, Harsch, Pulver usw.) ergab. Im übrigen waren die Skier fast sämtlicher Kursusteilnehmer durch die harten Abfahrten schwer mitgenommen und es erwies sich, daß lediglich Stahlkanten bestehen konnten. Ferner hatten einige Mitglieder der Expedition unter Erkältungserscheinungen zu leiden; einige gewöhnten sich nur sehr allmählich an die dünne Luft auf der Pfeifferalm und litten — besonders die Skiläuferinnen — kurze Zeit unter Gemütsdepressionen. Aber über all das half die Kameradschaft, die Sonne und die im Grunde doch urgefunbe Bewegung in freier reiner Luft hinweg. Noch ganz im Banne der erhebenden Schlußfeier traten die oberhefsischen Kursusteilnehmer unb Schlachtenbummler ber Olympischen Winterspiele noch am Sonntagabenb bie Rückreise von Garmisch aus an. lieber München Würzburg unb Frankfurt am Main führte bie Omnibusfahrt. Am Nachmittag bes gestrigen Montags kehrten sie nach Gießen zurück, überreich an Einbrücken, an großen Erlebnissen, gebräunt von ber kraftvollen Wintersonne über Schnee, in reiner Luft, etwas mübe sicherlich auch, aber alle boch herzlich glücklich barüber, bei biesem größten Wintersportereignis babei gewesen zu sein, bas uns voraussichtlich auf Jahrzehnte hinaus auf beutfchem Boben nicht mehr befchieben fein wirb. Bewegung, so baß sich ber Stock leichter burch das Gemisch von Schnee unb Wasser hindurcharbeitete. Noch nie waren unter so schlechten Verhältnissen bie Meisterschaften ausgetragen worden! Die Länge vom Wurfplatz bis zum Zielfeld war babei schon von 40 auf 36 Meter verkürzt worben. Die Norb- beutschen, bie Frankfurter unb bie Gießener hatten trotzbem alle Mühe, bas Zielfeld überhaupt zu erreichen. Den bayerischen Mannschaften war so ber Sieg nicht streitig zu machen. Sie erwiesen sich als absolut überlegen unb behaupteten sich sämtlich vor ben Gästen aus Mittel- unb Norbdeutschlanb. Die Gießener Eisschützen schnitten babei noch am besten ab, inbem sie sich vor Frankfurt unb Altona an 17. Stelle placieren konnten. Den Sieger stellte ber Eisschießklub Spiegelau, ber bie besten Weitschützen in seinen Reihen hatte. In ber abschließenben Siegerehrung gab ber Wettkampfleiter seiner besonberen Freude darüber Ausdruck, daß die Nord- und Mitteldeutschen den Wettbewerb in so sportlicher Weise bestritten, obwohl gerade für sie die Eisverhältnisse die denkbar ungünstigsten gewesen seien. Das in Verbindung mit den Meisterschaften vorgesehene Weit- und Zielschießen konnte nicht ftattfinben. Bei den Frauen, bei denen sich Moarschaften von Altona, Zwiesel und Frank- urt a. M. gegenüberstanden, sicherten sich die Altonaer Frauen den Sieg. Die Zeit vom 2. bis zum 6. Februar, dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Garmisch- Partenkirchen verbrachten die Gießener Eisschützen mit Wanderfahrten auf Skiern in die herrliche Umgebung von Mittenwald. Der Kranzberg, der Lauter- und ber Ferchensee würben aufgesucht. Dabei hatten sie Gelegenheit, bie Militärpatrouillen bei ihren Schießübungen zu beobachten unb im Training zu sehen. 3m internationalen Wettbewerb. Arn 9. unb 10. Februar fanben bann im Rahmen ber Olympischen Winterspiele als Vorführungswettbewerbe, Wettkämpfe im Eisschießen tatt, an benen sich bie Gießener ebenfalls beteiligten. Die Kämpfe würben auf bem Rießer See ausgetragen. Am ersten Tag herrschten babei glänzende Eisverhältnisse, so daß sich die Gießener recht gut behaupten und gute Ergebnisse erzielen konnten. Im Internationalen Eisschieß-Wettbewerb standen sich je drei Mannschaften der Tschechoslowakei, Oesterreichs und Deutschlands gegenüber. Die Oester- reicher gewannen mit großer Überlegenheit sowohl das Mannschafts-Eisschießen als auch das Einzelschießen. Zwei Oesterreicher placierten sich im Weitschießen mit den phantastischen Ergebnissen von 155 und 153 Meter an erster Stelle. Der zweite Tag, 10. Februar, brachte leider wieder einen Wetterumschwung. Es schneite. Das Eis wurde stumpf! Das war ber Austragung ber nationalen Wettbewerbe wenig günstig. Vor allem bie Gießener, bie glattes Eis gewohnt finb, fanben sich roieber schwer bamit ab. Nachbem sie am Vortag unb bei glattem Eis bereits fünf Spiele gewinnen konnten unb bie Bayern bereits einen Sieg ber Mittelbeutfchen befürchteten, würben bie Gießener burch ben Schneefall in ihren Leistungen zurückgeworfen. Die Bayern roanbten hier roieber, wie in Mittenwalb ihre Luftrvurf- unb Drehtechnik an unb bekamen so roieber bas Heft in bie Hanb. Gießen konnte im Enbergebnis nur ben 11. Platz belegen, lagen bamit aber immer noch vor Frankfurt a. M., Altona unb Aschaffenburg. Unb boch schöne Erfolge. Das anschließenbe Weitschießen litt ebenfalls unter bem stumpfen Eis und die erzielten Weiten reichten lange nicht an die des Vortages heran. Klar!, der die Gießener im Weitfchießen würdig vertrat, kam allerdings trotz aller Schwierigkeiten zu einem großen Erfolg. Mit der beachtlichen Weite von 8 8 Meter konnte er einen sehr ehrenvollen 4. Platz belegen. Dr. Pfeffer konnte sich im Einzel-Ziel-Schießen mit einem günstigen 8. Platz sehr befriedigend behaupten. Wenn auch ben Gießener Eisschützen bei ihrem Auftreten im Werbenfelser Lanb unter ben gegebenen Verhältnissen erste Siege versagt bleiben mußten, so bürfen sie mit ben erzielten Ergebnissen doch zufrieden sein. Täglicher Besuch ber olympischen Wettkämpfe. Die Eisschützen unseres Gießener Eisvereins ließen es sich selbstverständlich nicht nehmen, fast alle olympischen Wettkämpfe mitzuerleben. Täglich fuhren sie die 18 Kilometer von Mittenwald bis Garmisch, um Zeugen der Kämpfe zu sein. Am Abend kehrten sie jeweils zurück. Jeden Tag waren sie unterwegs und erlebten so die olympischen Winterspiele in vielen Einzelheiten, die ihnen bleibende Erinnerungen sein werden. Nacht-Suchfahrt 1936 ber ASKK.-Motorgruppe Hessen. Nach ber erfolgreichen Beenbigung bes Sportjahres 1935 eröffnet Die Motorgruppe Hessen bes NSKK. bas Sportjahr 1936 mit einer interessanten Nacht-Suchfahrt am 29. Februar / 1. März 1936. Als Startorte finb Frankfurt — Worms — Fulba — Kassel unb Siegen festgelegt worben. Die Fahrer werden von diesen ©tarierten aus auf ihre zehnstündige nächtliche Suchfahrt geschickt werden, um im Morgengrauen am 1. März 1936 in Nauheim das Ziel zu erreichen. In früheren Jahren wurde diese Fahrt auf vor- geschriebenen Strecken ausgefahren. In diesem Jahre werden die Fahrer ihren Weg durch die Nacht selbst suchen müssen. Daß nicht nur die Hauptorte unseres Gebietes angefahren werden müssen, ist wohl selbstverständlich. Schon das Aufsuchen der Kontrollorte und noch viel mehr das Anfahren wird die Fahrer vor schwierige Aufgaben stellen, zumal, wenn der bis jetzt ausgebliebene Winter noch feinen Einzug halten sollte. Die Ergebnisse der letzten Fahrten hatten aber gezeigt, daß die sportbegeisterten Fahrer so geschult sind, daß auch schwierige Ausgaben gestellt werden können. Allerdings wird bei den Aufgaben immer Zu unseren Bildern. Rechts: Siesta auf der Terrasse der Pfeifferalmhütte. — Oben links: Bender-Ho- herodskopf vor einem ber typischen „Marterln". — Oben rechts: Inmitten der herrlichen Alpenlandschaft. (Aufnahmen [3]: Skiklub Gießen.) < Gießener Gisschnhen in Mittenwald und ans dem Rießer See. Händen oot * «irtmann, J N'ng, Stirl K'Lüpke, Mo A Ack. Die r ^ung im Die, Tagesl WG. „Kraft bi iöhliche Gymnast Ä bis 21 Uhr uni ichwimmen im 2 ieitschule Schorns ■tubentenfäaft: 2( kwn Hula; es fpr ^ckubundführer- Stadttheatl Häms". - G -■firne Casanov W „Friesennot' /Nous am Br 'üng von Gemäll Zvin ersten 2ü ^Etheater am Mieden: Di> °°n M. $ö' rnuijr ime ,u(n roirb, gewin W Vornan t)( Ml 1936 by ^ochtzunz. •Ä.*; eB bem «ft । ;ib|* 2rau(ein, s. SÄ ■ *iSÜ? frlriff*«“ i'V ein 6P 5-r; ^ßSerr^l sieben il 1 j Säbeln ä ,2 .st nichts i lebt eitl ?ä Uüitfi ein i»n rf’ie ? W ist Seil, er fj# jiinjifle . fertigen. Herr Len, die eine , Punktum! i«h das ^ch'ckic t Marke im h> »vom Leibe o ■> Zum Donnern a>. Schöne Wirt Ht sich keine ü tr| bis morgen >r Morgen koi Gierung. Bein Menen Bries. ( Ä ein oernünstil Gliben? 3n den ,iit sich eins und ^chmittags Herr Hin besonders bplinbung hat, d vescn wäre. Luisen wir nid) W zu erweisen? nt nicht Vorhände k auf jeden Fat 1 ichchwortes zunu Mt besagt, dah i $)m der Aufschub Wgeine goldene XCln $ibi Ä ®iQUii FL 4 ’s' 'i >; 's. Jsland- von der von der Feier des 30. Januar in Berlin und Winter-Olympiade in Garmisch. Von seltsamen Berufen in aller Welt. Wer möchte nicht gerne als „Schinkenriecher" oder „Teekoster" sein täglich Brot verdienen? Allerdings ist es eine Zumutung, sich nur mit dem Kosten und Riechen zu begnügen, und noch schöner wäre es, wenn man zu einem guten Tee eine Por« tion saftigen Landschinken genießen dürste und dafür alsdann ein ausreichendes Gehalt bezöge. Aber ganz so wie im Schlaraffenland ist es auch mit diesen beiden sehr selten vertretenen Berufen nicht bestellt. Den „Teekostern" kommt in England eine schwierige Aufgabe zu, die richtigen Teemischungen für die verschiedenen Länder zusammenzustellen. Würden sie statt einer Kostprobe jeweils einige Tassen des Getränkes genießen, so wäre ihr Geschmacksempfinden sehr bald abgestumpft. Auch die „Schinkenriecher", die in den amerikanischen Fleisch- fabriken angestellt sind, dürfen keinesfalls zuviel von den ihnen oorgelegten Proben kosten. Sie stechen in einen der vielen in einer Serie fertiggestellten Schinken hinein, um aus dem Geruch zu erkennen, ob das Fleisch um den Knochen herum noch frisch ist. Noch seltener ist die Industrie, die sich mit dem Sammeln der Barthaare von Walrossen beschäftigt. Auch diese Sammler von Walroßhaaren sind hauptsächlich in der Neuen Welt vertreten; die Borsten gehen nach dem Osten, wo sie von wohlhabenden Chinesen als Zahnstocher verwendet und hochbezahlt werden. In einer Londoner Fabrik gibt es einen Mann, der seit 36 Jahren nichts anderes tut, als Streichhölzer anzuzünden, um ihren Wert zu prüfen. Aus den frjsch von der Fabrik kommenden Riesenpaketen mit Streichhölzern werden wahllos ein paar Schachteln herausgenommen. Der Prüfer streicht eines der Hölzer an den Schachteln an, und wenn die Proben zur Zufriedenheit ausfallen, wird der ganze Posten für verwendbar erklärt. Diese seltsame Beschäftigung wurde für den Mann geschaffen, nachdem er durch einen Unfall zum Krüppel geworden war; er ist aber von seiner Beschäftigung so angetan, daß er sie immer noch aus- übt, obwohl man ihn längst pensionieren wollte. In den Bereinigten Staaten verdient ein Mann sein Brot, indem er bei der Abrichtung von Polizeihunden als „Beute" dient. Er heißt Burke und ist mit seiner Art des Broterwerbs sehr zustieden. Wenn in dem Polizeiamt von Neuyork ein neuer Hund erprobt werden soll, dann wird Burke ihm vorgeführt; er ist mit drei Anzügen ausgerüstet, die er übereinandergezogen hat, mit zwei Paar Handschuhen übereinander, einer Art Helm und einem Muff. Dann stellt er sich getrost den Angriffen des Polizeihundes entgegen. „Es ist nicht gerade die angenehmste Arbeit in der Welt," erklärte Burke, „aber sie ernährt ihren Mann." blütig-männliche, wortkarge uab sachliche Stil der Erzählung ist in die Bilder des Films übergegangen, in denen man Blick und Hand hervorragender Kameraleute spürt, auch da vor allem, wo der Film, von der Erzählung abweichend, seine eigenen Wege geht, wie in dem Nacheinander des russischen und des friesischen Tanzes beim Versöhnungsfest, in denen die abgrundtiefe Verschiedenheit zweier Völker auf eine unheimliche Weise finnfällig aemacht wird. Aus dem Kreise der aroßenteils unbekannten Darsteller hebt sich die schwere, ragende Gestalt Kayßlers mächtig heraus: er gibt den Dorf- oorsteher und Prediger der Friesengemeinde, einen Mann voller Kraft, von unerschütterlichem Glauben an sein Volk und den Gott seiner Väter durckdrun- gen, einen patriarchalischen Herrscher in seinem kleinen Kreise, ehrlich und ehrenhaft und bis zum Aeußersten bereit, den Frieden zu wahren und der „Obrigkeit" gehorsam zu sein. Das ist eine Gestalt, die Kayßler innerlich und körperlich wundervoll ausfüllt, weil sie wie für ihn geschaffen scheint. Sein Gegenspieler heißt I n k i j i n o f f und ist ein 1931 aus der Sowjet-Union ausgebürgerter Halbmongole, der mit seinem gebrochenen Deutsch dem roten Kommissar eine unheimliche und beklemmende Wirklichkeit verleiht. Jessie V i h r o g , die man bisher in ganz anderen Rollen gesehen hat, gibt das Mädchen Mette, das in der Erzählung treffender charakterisiert war, mit ernsthaftem Bemühen. Helene F e h d m e r, Kayßlers Gemahlin, Hermann Schömberg, Kai Möller, Aribert Grimmer, Ilse Fürstenberg, Fritz H o o p t s und Maria Koppenhöfer seien noch genannt. kleinen Auswanderergemeinde vorbei. Der Kommissar fordert im Namen der neuen Regierung schwere Abgaben von den Bauern an Getreide und Vieh; denn es herrscht Hungersnot im ganzen Lande, und wer etwas hat, soll den Armen abgeben von seinem Ueberfluß. Das tun die Friesen ohne Murren, aber die Abgaben nehmen kein Ende; schließlich gibt es nur noch gemeinen Raub, Erpressung, Bedrückung und Gewaltregiment. Die Stimmung in der kleinen Gemeinde verfinstert sich immer mehr und wendet sich zusehends gegen die roten Machthaber. Der Vorsteher und Prediger der Friesen kann nur noch mit Mühe und Not den Ausbruch offener Feindseligkeiten verhindern, als die Bauern ein Mädchen aus ihrer Mitte ausstoßen, weil es sich und fein Volk verfaß und sich von dem roten Kommissar umgarnen ließ. Bei einem mühselig in Gang gebrachten „Versöhnungsfest" zwischen den Friesen und den Russen müssen auch die Gutmütigsten unter den Bauern erkennen: „Wir sind anders als ihr,"... „es gibt keinen Weg von deinem Volke zu meinem." Und als das Schreckensregiment im Dorfe kein Ende findet, als ein Mädchen von der fremden Soldateska geschändet wird, als die Roten in der Friesenkirche ein wüstes und gotteslästerliches Gelage veranstalten, da ist das Maß voll: die Bauern greifen schweigend zu den Waffen und richten ein furchtbares Blutbad unter ihren Feinden an. Da bleibt nicht einer am Leben. Aber die Bauern wissen auch, daß sie nun hier keine bleibende Statt mehr haben werden: sie laden all ihre Habe wieder auf die Wagen, stecken ihre Häuser in Brand und lassen das Dorf in Flammen aufgehen. Dann brechen sie auf. „Vier Wochen fpäter , so schließt die Erzählung, „kam eine Patrouille ins Dorf, nach den Überfälligen Kosaken zu forschen. Sie fanden verbrannte Balken. Unter den Trümmern des Burmeesterhauses lagen die Leichen der neunzehn Russen..." Und ein paar Sätze weiter: „Weit unten im Süden mahlten die Räder einer langen Wagenkolonne durch den salzigen Sand der persischen Grenze zu... Die Friesen aus dem Walde suchten nach einer neuen Heimstätte für ihr altes Dorf." Mit diesem Bilde, das an die Schilderungen in Dwingers Rußlandbuch „Zwischen Weih und Rot" denken läßt, endet auch der Film. Er fetzt ein wenig schwerfällig und abweichend von der Erzählung ein, aber er steigert sich bald zu balladesker Wucht, zu einer elementaren Dramatik. Ein Stück deutsches Schick- sal vollzieht sich hier in Bildern von Holzschnitt- Hafter Geschlossenheit, in denen man erschüttert er- lebt, wie sich ein tödlicher Zusammenstoß zweier Welten vollzieht; zwischen denen gibt es keine Gemeinschaft und keine Brücke. Der ernste, schwer- ballade von dunklem Ernst und einer unerbittlichen dramatischen Wucht. Die kleine Friefengemeinde lebt feit Jahrhunderten, fern von der alten Hei- mat, inmitten von Wäldern und Steppen im russischen Reich ihr eigenes, kaum beachtetes Leben; sie bestellen ihr Feld, sie züchten ihr Vieh, sie haben »hr gutes Auskommen, haben Weib und Kinder und auch ihre Kirche mitten im Dorf, sie bewahren Sitte und Brauch wie die Väter durch die Jahrhunderte, sie halten Blut und Sippe rein und find fo ein kleines Stück, ein winziger Splitter deutschen Volkes geblieben, wie es deren überall gibt auf der weiten Welt. Sie haben sich, wie es in der alten Heimat war, stets der Obrigkeit gefügt und sind willige Untertanen des Zaren gewesen. Dann tarn der Krieg und die Revolution und die große Schick- falswende im Leben der kleinen Bauernsiedlung an der Wolga. Hier fetzt die eigentliche Erzählung ein, hier beginnt auch der Film. Es dauert eine ganze Weile, bis das neue Regiment, die neue Obrigkeit des unermeßlichen russischen Reiches in die Weltabgefchiedenheit der friesischen Wolga- bauern einbringt. Das ist nicht mehr der Zar, fon- dern ein Kommissar mit Kosaken; eines Tages bringen sie in bie Sieblung ein, unb feit diesem Tage ist es mit dem Glück unb dem Frieden der Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus und fei nachdrücklich zum Besuch empfohlen. Im Beiprogramm: Bericht von einer Fahrt. Die Wochenschau bringt Bilder „Friesennot." Lichtspielhaus. „Inmitten der dichtesten Wälder und Sümpfe westlich der Wolga lag das Dorf. Zwölf große Hose nach Niederfachscnart, mit hohen Strohdächern und gekreuzten Pferdeköpfen über niedrigen Wänden — das Bethaus mit dem ungefügen Glockenturm in' der Mitte — in weitem Kreise ringsum das urbar gemachte Land... Eine nordfriefifche Sekte war nach dem Dreißigjährigen Kriege auf bie Wände- rung gegangen, ihre Habe in mächtigen Planwagen mit sich führend, hatte ba unb bort vergebens eine neue Heimstätte gesucht unb zuletzt biefen Fleck gefunben, ben von allem anberen Land allein nie= manb ihnen streitig machte..." So beginnt bie Erzählung „Friesennot" von Werner K o r t w i ch, die vor einiger Zeit (als Nr. 447) in der Insel- Bücherei erschienen ist. Aus dieser Erzählung hat die Delta-Filmgesellschaft nun einen Film gemacht, und zwar hat sich dazu der Erzähler K o r t w i ch mit Peter Hagen, Walter Gronostay und dem bekannten Kameramann Sepp A l l g e i e r zusam- mengetan. Dieser Film hat den Aufbau der Fadel, wie die Erzählung ihn bietet, verkürzt und zusammengedrängt, aber es ist in den Grundzügen und Hauptgedanken die gleiche Geschichte von deutschem Schicksal auf russischer Erde, eine Bauern- Sochschulnachrichten. In Heidelberg ist im Alter von 67 Jahren Geheimrat Professor Dr. Karl H a m p e gestorben, der von 1903 bis 1934 als Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg gewirkt hat. Hampe, dessen Hauptarbeitsgebiet die alte deutsche Kaiseraeschichte war, über die er mehrere weitverbreitete und grundlegende Werke veröffentlicht hat, war aus Bremen gebürtig. Rufe nach Frankfurt und Berlin hat er während feiner Heidelberger Zeit abgelehnt. Zahlreiche in- und ausländische Akademien zählten ihn zum Mitglied. Aus den preußischen Nachbargebieten i e h l, Die Siegerliste der IV. Olympischen Winterspiele 1. 2. 3. 1. 4. Lauf 1:20,38; zusammen 5:29,29. Schweiz II (Feierabend, Beerli) 1. Lauf 1:26,34; 2. Lauf 1:20,31; 3. Lauf 1:24,11; 4. Lauf 1:19,38; 2 3. Langl. Sprgl. Zus. 1. 2. 1. 2:41,33 Stunden 2. 3. 2:41,39 3. 2:43,03 1. Unentsch. Verl. 8 0:14 0:6 Italien (Capt. Silvestri, Perenni, 1 LnglandsSiegermanMastimEisholkey-Turnier 2:28,35 Stunden 2 2:28,49 3. 2:35,24 Eis-Schuellaufen: i. Platzziffer Pkte. 100,00 99,25 96,13 96,25 93,20 94,69 190,3 430,3 192,0 419,8 182,6 408,1 2. 3. 2 3. 98,49 96,38 96,18 424,5 418,1 394,7 0 1 1 7 24 24 422,7 400,8 400,1 1. England 2. Kanada 3. Amerika 4. Tschechoslowakei 1 0 1 1. 2. 1. 2. 3. 1. 2. 3 1. 2 7,5 13,5 28 Tore 7: 1 9: 2 2: 1 Pkte. 5:1 4:2 3:3 Erik Larsson (Schweden) Oddbjörn Hagen (Norwegen) Abf. 94,12 97,88 100,00 Nathaus-Slnbrecher wandert ins Zuchthaus. Slalom Ges. 100,00 97,06 92,63 95,26 86,96 93,48 Note 232,0 230,5 m 75,0 76,0 m 74,5 76,0 Gew. 2 2 1 Spiele 3 3 3 Slalomlauf. Note für 1:15,33 1:16,59 500 Meter. Ivar Ballangrud (Norwegen) 43,4 Sekunden 43,5 „ 44,0 „ Ski: Kombination Abfahrt-, Die Engländer waren ohne Niederlage aus diesem Eishockeyturnier, dem größten, das die Sportwelt jemals sah, hervorgegangen und hatten sogar die bisher für unbesiegbar gehaltene kanadische Mannschaft auf den zweiten Platz gedrängt. — (Schirner-M.) Scharfschießen bei Ebersgöns. Der Landrat in Wetzlar teilt mit: Am 26. unb 27. Februar unb am 11. unb 12 März von 7.30 bis 13 Uhr unb von 14 bis 18 Uhr finben in ber Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist bas Gelände süd- lich Ebersgöns, süblich Oberkleen unb ostwärts von Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg unb Ebersgöns—Hausen, letztere soweit ber Kreis Wetzlar in Frage kommt, werben für bie vorgenannte Zeit für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährbete Gelänbe wirb durch Posten abgesperrt unb muß eine Stunbe vor Beginn bis eine Stunbe nach Beenbigung bes Schießens von jebem Verkehr Leistungen von einem normalen Fahrer auf einem serienmäßigen Fahrzeug vollbracht werden können, wenn es der Fahrer versteht, sich und fein Fahrzeug richtig einzufetzen. Die Nachtsuchfahrt der Motorgruppe Hessen des NSKK. wird wieder eine solche Prüfung sein. Die Ausschreibungen sind erschienen unb von den Dienststellen des NSKK., der Motorgruppe Hessen Frankfurt a. M., Lindenstraße 7 oder den Geschäftsstellen des DDAC. zu beziehen. 3:30,11 Stunden 3:33,20 3:34,10 2. Axel Wikström (Schweden) 3. Nus Englund (Schweben) : Spezial-Sprunglauf. 8:19,6 Minuten 8:23,3 8:30,1 2:19,2 Minuten 2:20,2 2:20,9 Birger Vasenius (Finnlanb) Max Stiepl (Oesterreich) Eis-Kunstlaufen. Männer: Karl Schäfer (Oesterreich) Ernst Baier (Deutschland) 17:24,3 Minuten 17:28,2 17:30,6 Sertorelli, Scilligo) Finnlanb (Oblt. Kujava, Remes, Arantola, Huttunen) Schweden (Lt. Wahlberg, Olofs- fon, Wickften, Westberg) 3. Emile Allais (Frankreich) 16-kmSpezial-Langlauf. 1:14,38 Stunden Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 503 St Die auf Ihrem Kornacker liegenden abgefägten Neste sind kein Ueberfall im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen. Sie gehören Ihnen also nicht. Sie können jedoch die Entfernuna des Holzes verlangen, und wenn Ihnen dabei durch 93er- frfjulben der Arbeiter ein Schaden entstehen sollte, Schadensersatz fordern. Oddbjörn Hagen (Norwegen) 240,0 Olaf Hoffsvakken (Norwegen) 227,8 Sverre Brodahl (Norwegen) 225,5 4 X 10-km-Slaffellauf. Finnland (Nurmela, Karppinen, Lähde, Jalkanen) Norwegen (Hagen, Hoffsbakken, S. Brodahl, Eversen) Schweden (Berger, Larsson, Häggblad, Matsbo) 50-km-Daucrlauf. Ellis Viklund (Schweden) Frauen: Christel Cranz (Deutschland) Käthe Grasegger (Deutsch!.) Leila Schou-Nielsen (Norw.) Männer: Franz Pfnür (Deutschland) Gustav Lantschner (Deutsch!.) 2. Georg Krog (Norwegen) 3 Leo Freisinger (Amerika) 1500 Meter. 1. Charles Mathisen (Norwegen) 2. Ivar Ballangrud (Norwegen) 3. Birger Vasenius (Finnland) 5 000 Meter. 1 Ivar Ballangrud (Norwegen) 2. Birger Vasenius (Finnland) 3. Antero Ojala (Finnland) 10000 Meter. 1 Ivar Ballangrud (Norwegen) zusammen 5:30,64. Amerika II (Colgate, Lawrence) 1. Lauf 1:25,06; 2. Lauf 1:21,94; 3. Lauf 1:24,80; 4. Lauf 1:22,16; zusammen 5:33,96. Vierer-Bob. Schweiz II (Lt. Musy, Bouvier, Beerli, Gart- mann) 1. Lauf 1:22,45; 2. Lauf 1:18,78; 3. Lauf 1:19,60; 4. Laus 1:19,02; zusammen 5:19,85. Schweiz I (R. Capadrutt, Feierabend, Bütikofer, Aichele) 1. Lauf 1:23,49; 2. Lauf 1:19,88; 3. Lauf 1:20,75; 4. Lauf 1:18,61; zusammen 5:22,73. England I (Mc. Evoy, Dugdale, Green, Cardno) 1. Lauf 1:23,38; 2. Lauf: 1:20,18; 3. Lauf 1:20,74; 4. Lauf 1:19,11; zusammen 5:23,41. Eisbockey: 1. England; 2. Kanada; 3. Amerika. Die Tabelle der Eishockey-Schlußrunde. freibleiben Die Bevölkerung wird darauf hinge- wiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Kreis Wetzlar. > * Rodheim a. d. Bieber, 16. Febr. Ein besonders feierliches Gepräge erhielt die jüngste Turnstunde der hiesigen Turn- und Sportgemeinde. Vereinsführer Hofmann hatte den ehrenvollen Auftrag, dem Ehrenvorsitzenden des Vereins I. C. Deuker den Kreis-Ehrenbrief der DT. zu überreichen. Hofmann verstand es, in ergreifenden Worten die langjährige und segensreiche Tätigkeit des alten Turnfreundes zu schildern, wobei er hervorhob wie Deuker immer mit ganzem Herzen an der deutschen Turnerei hing. Tief ergriffen dankte der Geehrte für die Ehrung Nachdem er noch kurz von feinen Leiden und Freuden in der Turnerei erzählt hatte, ermahnte er die Jugend, in feinem Geiste weiterzuwirken. * Wißmar, 15. Febr. Die jüngste Eintopf- sammlung ergab den Betrag von 81,15 Mark. — Die Gemeinde hat sich entschlossen, einen schon lange gehegten Wunsch zu erfüllen und den Bau eines neuen Spritzenhauses vorzunehmen. Der alte Raum für die Feuerwehr-Geräte genügt nicht mehr den Verhältnissen für ein so großes Dorf. Mit dem Bau soll im Frühjahr begonnen werden. Die Nassauische Feuerversicherung wirb einen Teil zu ben Kosten beitragen. — Der Reichsluftschutzbunb. Ortsgruppe Saune- bad), hat nunmehr mit ben Schulungs-Lehrgängen begonnen, bie bei Gastwirt Bi11enborf abgehalten werben. Ortsschulungsleiter ist Lehrer F r ö b e. — Die Räube, bie in hiesiger Schafherde im Herbst ausgebrochen war, ist nach amtlicher Feststellung erloschen. CO Lützellinden, 16. Februar. Der G e • m e i n b e r a t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit ber Mitglieberwerbung für ben Reichsluftschutzbunb. Es ist geplant, alle Personen im Orte über 16 Jahren aufzufordern, bie Mitgliebschaft im Reichsluftschutzbunb zu erwerben. Ferner beschäftigte man sich mit Maßnahmen zur Bekämpfung ber Mau I rou r f s- plage. Es ist beabsichtigt, eine Prämie für ben Fang von Maulwürfen auszufetzen, bie 10 bis 15 Pfennig für jeben getöteten Maulwurf betragen soll. < Hörnsheim, 15. Febr. Die Holzfällungsarbeiten im Gemeindewald sind beendet. Zwölf Holzhauer hatten mehrere Wochen lang lohnende Beschäftigung. — Die GaufiImst e 11 e ber NSDAP, zeigte dieser Tage im Gasthaus „Zur Traube" ben Tonfilm „Die Reiter von Deutschostafrika". Der Film fanb bei den zahlreichen Besuchern dankbare Aufnahme. — In Der Gastwirtschaft Engel hielt der Gesangverein „Ein- tracht" sein Wintervergnügen. Bei Gesang und bei mancherlei humorvollen geselligen Darbietungen vergingen die Stunden allzu rasch. — 3ri unserer Gemarkung werden gegenwärtig Wasserschürfungen vorgenommen, um dem Gruppenwasserwerk der Gemeinden Hörnsheim und Hochelheim neue Quellen zuzuführen. — Bei der zweiten Holzversteigerung im hiesigen Gemeinde- roalb wurden gute Preise erzielt. Es kosteten: Buchenknüppel 9 bis 11 Mk. je Raummeter; Buchenwellen 8 bis 9 Mk., gemischte Wellen 3 bis 4 Mk. je 50 Stück; Fichtenstangen 1. Klasse 1 Mk., 2. Klasse 70 bis 80 Pf., 3. Klasse 40 bis 50 Pf. je Stück. 3. Felix Kaspar (Oesterreich) Frauen: 1. Sonja Henie (Norwegen) 2 Cecilia Colledge (England) 3 Vivi-Anne Hulthön (Schweben) LPD. F r a n k f u r t a. M., 17. Febr. Die Große Strafkammer hatte sich mit einem gefährlichen Ge- wohnheitsverbrecher zu befassen, ber schon sechs Freiheitsstrafen, vornehmlich wegen Diebstahls, verbüßt hat. Es handelte sich um den geständigen 39- jährigen aus Wiesbaden gebürtigen Peter Diehl, der jetzt siebzehn vollendeter und zweier oersucyter schwerer Diebstähle überführt werden konnte. Der lungenleidende Angeklagte befand sich im vergangenen Sommer in einem Krankenhaus in Wiesbaden und wollte sich bie Mittel zu einer Nachkur verschaffen. Das erste, was er tat, war, baß er im Krankenhaus selbst einen schweren Diebstahl beging, unb baß er bann eine Wanderung nach Westfalen, ins Rhein- und Ahrtal und schließlich ins Hessische unternahm, wo er, ebenso wie in Wetzlar, in Friedberg, Bad Homburg, Butzbach und Dillenburg vorwiegend in Rathäuser eindrang unb dort Diebstähle ausführte, die ihm an bar insgesamt etwa 1200 Mark einbrachten. Der Angeklagte hatte sich ein Sparkonto angelegt und von den erbeuteten Geldern insgesamt 450 Mark auf das Konto einbezahlt. Den Rest verbrauchte er auf seinen Wanderfahrten, auf denen er einen gefälschten Ausweis bei sich trug. Am 8. November mürbe ber Angeklagte in Mainz verhaftet. Der Staatsanwalt beantragte gegen Diehl sieben Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust unb Sicherungsverwahrung. Das Gericht erkannte auf fünfeinhalb Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust unb Stellung unter Polizeiaufsicht. Pekka Niemi (Finnland) Kombination Langlauf, Sprunglauf. Note für berücksichtigt werden, daß unsere Sportfahrer nicht über hochgezüchtete Fabrikfahrzeuge verfügen. Es zeugt ja gerade von besonderer Sportbegeisterung, daß unsere NSKK.-Männer diese Fahrten auf ihren eigenen Privatfahrzeugen unter Einsetzung von Material und Person durchführen und immer wieder um den Siegerkranz streiten. Die Schulung dieser Fahrten soll die Fahrer dahin bringen, sich und ihr Fahrzeug stets unter allen Umständen unb über alle Hindernisse heil unb ganz zum Ziel zu bringen. Es ist erstaunlich, welche Paare: Maxie Herber-Ernst Baier (Deutfchlanb) Geschw. Ilse unb Erik Pausin (Oesterreich) Emilia Rotter-Laszlo Szollas (Ungarn) Bob-Hennen: Zweier-Bob. Amerika I (Brown, Mashburn) 2. Lauf 1:21,02; 3. Lauf 1:25,39; 1. Lauf 1:22,50; 1. Birger Ruub (Norwegen) 2. Sven Eriksson (Schweden) 3. Reidar Andersen (Norwegen) 74,0 75,0 228,9 IHitilär-palrouiUenlauf (Vorfuhrungswettbewerb). kn. ilb|per’> Ä W !""te b n Nd Zri b"L31»- 5” ■c®lnt6pf, 81/15 ®lPa't Qhr" ft W'! ?r begonnen ^run0 mir! ?en- - Der ppe Laung. 'Ngs-Lehrgän. ^endorfab. rr ist Lehrer siger Schos, ist nach atnti r- Der @e. -tuer jüngsten rbvng für •s ist geplant, laufzufordern, öbunb zu er« lch mit Maß. taulwurfg. rämie für den - die 10 big tourf betragen >e-olzfSl, •alb sind he« efjrere Wochen ! Oaufilm« efer Tage nn n „Die Reit» > bei den zA ne. - In otr ngoerein „Ein- Mang und bei Darbietungen — In unserer asserschür- Bruppenmafler- nd Hochelheim der zweiten ,en Gemeinde- Es foffekn: ummeter; $'> Wellen 3 v:> Raffe 1 M. ) bis 50 fr fion. 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Nur daß Herr X. mal etwas über die Polizeistunde ausgeblieben ist und sich dabei auf rätselvolle Weise das Nasenbein zerschunden hat. Frau X. lächelte nur nein, es ist nichts von Bedeutung, aber sie hat es auf einmal sehr eilig. Auf dem Nachhauseweg kocht sie voller Empörung. Was geht Frau P. auch schließlich ein zerschundenes Nasenbein an? Herr X. bekommt saftige Vorwürfe zu hören. Was tut ein Mann kn solcher Lage? Er ergrimmt natürlich seinerseits. Dabei kommt ihm eine Idee. Soll man nicht die Urheberin des Aergers zur Rechenschaft ziehen? Herr X. schreibt einen Brief. An Herrn Y. natürlich. Der Brief ist keine Freundschaftsbeteuerung. Im Gegenteil, er strotzt voller Aeußerungen, von denen eine einzige schon hinreichend ist, um im Sinne des Gesetzes den Tatbestand der Beleidigung zu rechtfertigen. Herr P. möge sich bitte feiner Frau annehmen, die eine üble Hetzerin sei und so weiter. Punktum! Doch das Schicksal hat eine Tücke bereit. Es ist keine Marke im Haus. Herr X., der sich eben den Zorn vom Leibe geschrieben, wird abermals wütend. Zum Donnerwetter, noch nicht mal eine Briefmarke. Schöne Wirtschaft! Aber da es später Abend ist, läßt sich keine Marke herbeihexen. Weshalb der Brief bis morgen liegen bleibt. Der Morgen kommt und mit ihm Herrn X.s Ernüchterung. Beim Frühstück lieft er den liegengebliebenen Brief. Er versteht sich selber nicht. Wie kann ein vernünftiger Mensch einen solchen Brief toreiben? In den Papierkorb damit! Herr X. pfeift sich eins und kann sogar wieder lachen. Als er nachmittags Herrn P. auf der Straße sieht, grüßt er ihn besonders liebenswürdig, wobei er die Empfindung hat, daß er beinahe ein großer Esel gewesen wäre. Laufen wir nicht alle einmal Gefahr, uns als Esel zu erweisen? Nicht immer hindert uns daran eine nicht vorhandene Briefmarke. Aber wir sollten uns auf jeden Fall die Weisheit eines lateinischen Sprichwortes zunutze machen. Und dieses Sprichwort besagt, daß das größte Heilmittel gegen den Zorn der Aufschub ist. Womit die Lateiner wahrhaftig eine goldene Lebensregel geprägt haben. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik (nur für Frauen) im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSDStB. und Gießener Studentenschaft: 20.15 Uhr Kundgebung in der bleuen Aula; es spricht der Stabsleiter des Reichs- liudentenbundführers Pg. Diplom-Ingenieur W a l - d)er. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Krach im Hinterhaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der schüchterne Casanova". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Friesennot". — Oberhessischer Kunstverein lTurmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr: Ausstellung von Gemälden von Josef Steib, Berlin. Zum ersten Zitate „krach im Hinterhaus" im Stadttheater am Dienstag, dem 18. Februar wird uns geschrieben: Diese Komödie „Krach im Hinterhaus" von M. Böttcher, die heute abend von 20 bis 22.30 Uhr im Stadttheater ihre Erstaufführung erleben wird, gewinnt einer wenig heiteren Umgebung die heitersten Seiten ab. Die Spielleitung liegt in den Händen von Heinrich Hub. Mitwirkende: Domen: Birkmann, Decker, Henckell, Karden, Schubert-Jüngling, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, Kühne, Lüpke, Mosbacher, Nieren, Schorn, Seitz, Tank, Volck. Die Vorstellung gilt zugleich als 19. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Horst-Weffel-Gedenkfe er der oberhessischen SA. Am kommenden Sonntag, 23. Februar, 16 Uhr, wird in der Volkshalle zu Gießen von der S2L- Vrigade 147 eine Feierstunde anläßlich der Wiederkehr des Todestages von horst Wessel veranstaltet. Näheres über diese Gedenkfeier unserer oberhessischen SA. wird noch bekanntgegeben werden. Achtung Lungreiter! Für den Bereich des Wehrmeldeamtes Gießen inden am 2 3. Februar (Sonntag) folgende Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheines durch den Beauftragten des Reichsinfpekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt: In Londorf um 9 Uhr auf dem Reitplatz des SA.-Reiterfturmes 4/147. In Gießen um 11.30 Uhr im Univerfitäts- reitinftitut. In Hungen um 14 Uhr auf dem Reitplatz des SA.-Reiterfturmes 5/147. Die Prüfung kann jeder junge Mann ablegen, der zu den Jahrgängen 1911 bis 1918 gehört. Wer den Reiterfchein besitzt, hat folgenden Vorteil: 1. B e i freiwilligem Eintritt in das Reichsheer: Einstellung in den selbstgewählten eidigung ist es notwendig, daß Blockwal ter, Zellenwalter, Betriebswalter, Betri e b s b l o ck - und Zellenwalter, sowie die Dertrauensräte der Betriebe an dieser Besprechung erscheinen. Sportamt „Krast durch Freude". heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen): Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen: Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. In der nächsten Woche beginnen neue Reitkurse. Anmeldungen hierzu können noch auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Telefon 2919, abgegeben werden. Die Kosten betragen für den 6ftünöigen Kursus für Mitglieder der DAF. 6 RM., für Nichtmitglieder 9 Reichsmark. LandschastsbundVolkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Unsere Mitglieder werden zu folgenden Veranstaltungen bei freiem Eintritt eingeladen: Mittwoch, 19. d. M., 20,15 Uhr, im Zoolo- Pfarrer Münchmeyer, M. d.R. einer der ältesten Kampsredner der NSDAP. spricht am Freitag, 28. Febr., 20.30 Llhr, in der Volkshalle zu Gießen. Sämtliche Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP, nehmen an dieser Kundgebung teil. Die Eintrittskarten müssen umgehend von den Gliederungen, soweit dies nicht schon geschehen ist, bei der Kreisleitung (Lonystraße 18) abgeholt werden. Eintritt im Vorverkauf 20 ps. Vorverkaufsstellen Kreisleitung Gießen, Geschäftsstellen der Gießener Ortsgruppen, die zuständigen Vlockleiter der NSDAP. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Truppenteil im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen und militärischen Bestimmungen. 2. Bei der pflichtmäßigen Aushebung: Bevorzugte Einstellung als. Reiter oder Fahrer. Mitbringen von Pferden ist erwünscht, aber nicht erforderlich. Es wird kurz verlangt: 1. Das Vorhandensein eines losgelassenen, geschmeidigen mit den Bewegungen des Pferdes mitgehenden und gestreckten Sitzes. 2. Kenntnis der Kreuzleine 22. 3. Handgriffe bei Wendungen und Paraden. 4. Verkehrsregeln. 5. Verpaffen landesüblicher Kummt- und Sielen- gefchirre. 6. Fütterungslehre (Tagesrationen, Tränkzeiten). 7. Sattelung und Zäümung. 8. Putz und Wartung des Pferdes. 9. Einrichtung behelfsmäßiger Stallung in der Ortsunterkunft. 10. Pferdeschonung und Pferdepflege auf dem Marsch. Der Beauftragte des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung. Wehner, Standartenführer. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppenwaltung Gießen-Ost. An alle DAF. - Walter und K d F. - W a r t e! Am Mittwoch, 19. Februar, 20.30 Uhr, findet eine dringende Besprechung sämtlicher DAF.- Walter in der „Wirtschaft Kimpel", Sicher Straße 57, statt. In Anbetracht der Umstellung der vier Gießener Ortsgruppen und der demnächst stattfindenden Bergischen Institut, Bahnhofstraße 84: Lichtbildervortrag von Aquariumsvorsteher G. Lederer (Tiergarten Frankfurt a.M.): „Eine zoologische Sammelreife nach dem Roten Mee r." (Veranstaltet vom Deutschen Biologenverband.) Donnerstag, 20. d. M., 20.15 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut: Lichtbildervortrag von Stadtbaurat Graoert: „Entwicklungslinien des deutschen, besonders des hessischen Städtebaue s." (Veranstaltet vom Oberhessischen Geschichtsverein.) Die Bedeutung der Geschlechtskrankheiten. Im Rahmen der Vorträge „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk" sprach am gestrigen Montagabend im Kunstwissenschaftlichen Institut Prof. Dr. Schultze über „Die Bedeutung und Gefahren der Geschlechtskrankheiten für Volk und Staat." Der Vortragende erklärte zuerst die verschiedenen Arten unu Auswirkungen dieser Krankheit und machte dies seinen Zuhörern durch einige Aufnahmen besonders anschaulich. Man sah so recht an diesen Bildern, welch' eine furchtbare Seuche die Geschlechtskrankheit im Leben eines Volkes darstellt. Gerade die Syphilis sei besonders gefahrvoll, da die Menschen, die von ihr befallen feien, oft monatelang nichts davon merkten. In den Jahren kurz vor dem Kriege fei Deutschland das Land gewesen, in dem diese Krankheit besonders florierte; erklärlicherweise sei auch immer in unruhigen Zeiten und besonders nach Kriegen das Anwachsen der Zahl der Geschlechtskranken zu vermerken gewesen. Im Jahre 1919 sei wohl schon ein Gesetz zur Eindämmung dieser Seuche herausgebracht worden, aber erst durch die neuen Gesetze von 1927 habe man einen Erfolg feftftellen können. Prof. Dr. Schultze wies dann darauf hin, daß Thüringen das erste Land gewesen sei, das energisch den Kampf gegen die Geschlechtskrankheit aufgenommen habe. Hier sei man nicht mehr von einer falschen Gefühlsduselei befangen gewesen, sondern man habe das ganze Problem an der Wurzel angepackt, und heute könne man schon nach zwei Jahren wirkliche Erfolge verzeichnen. Es ist unmöglich, an dieser Stelle alles das zu bringen, was Prof. Schultze in vielen sehr lehrreichen und praktischen Darstellungen brachte, die so recht den moralischen und wirtschaftlichen Schaden für unser Volk kennzeichneten. Durch die Gesetze der nationalsozialistischen Regierung sei auch auf dem Gebiete der Eindämmung dieser Seuchen schon viel erreicht worden, und somit sei die Gewähr gegeben, daß eines Tages für uns Deutsche die Gefahren der Geschlechtskrankheiten überwunden sein werden. Durch straffere Gesundheitsführung und durch die Behandlungspflicht, ferner die Erfassung und Asylierung der Gewohnheitsverbrecher, die mit Rücksicht auf Sippe, Volk und Staat durchgeführt wird und selbstverständlich diese höher einschätzt, als die persönliche Freiheit eines einzelnen, habe man bald gute Erfolge zu verzeichnen. Der Vortragende schloß feine Ausführungen mit einem Worte Adolf Hitlers: „Es gibt keine Freiheit z u fündigen auf Kosten der Nachkommenschaf t". Gießener Wochenmarkkpreife. * Gießen, 18. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt föfteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10%, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat 80 Pf. bis 1,20 Mk., Tomaten 45, Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Pfund 16 bis 35 Pf., Birnen 15, Nüsse 45, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 45, Salat 30 bis 35, Endivien 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. * ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Mittwoch, 19. Februar, können die Eheleute Ernst Krause, Mühlstraße 20 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** Müssen Fahrräder mit Anhängern oder Dreiräder Radfahrwege benutzen. Radfahrer müssen nach der Ausführungsanweisung zur Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung Radfahrwege benutzen, wo solche vorhanden sind; steht den Radfahrern ein Radfahrweg zur Verfügung, so dürfen sie den übrigen Straßenteil nicht benutzen. Müssen nun alle Radfahrer den Radfahrweg benutzen? Fahrräder mit Anhängern und Dreiräder können eine starke Behinderung der übrigen Radfahrer darstellen; denn meist sind die Radfahrwege eben gerade nur für den üblichen Radfahrverkehr angelegt. Fahrräder mit Anhängern und Dreiräder haben deshalb die allgemeine Fahrbahn zu benutzen, wenn ein Radfahrweg so schmal ist, daß der Verkehr auf ihm durch sie wegen ihrer Breite und verhältnismäßigen Schwerfälligkeit behindert werden würde, und nur wenn eine solche Behinderung ausgeschlossen ist, sind auch die Fahrräder mit Anhängern und die Dreiräder auf den Radfahrweg zu verweisen. ** Leistungsprüfungen der Bühnenangehörigen. Ab Freitag, 21. Februar, findet in Frankfurt a. M. auf Anordnung der Reichstheaterkammer die Prüfung aller in Frankfurt am ausgiebig ^tjnd zahnpflegend, nachhaltig erfrischend WOMMnnten. Kornau von H. von Hellennann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Aha, da bist du ja. Gut unterhalten? Dein Gatte verzehrt sich in Sehnsucht nach dir! — Was, Sie wollen schon gehen, Wegerdt? So jung und schön kommen wir nicht mehr zusammen. Ach so, wegen dem Kiekindiewelt da — Mädchen mit dem Rosenmündchen, gib mir einen Kuß", mit der freien Hand das junge erglühende Ding an sich ziehend, das indes durch eine scheue Seitwärtswendung von dem Zärtlichkeitsbeweis nur am Ohr gestreift wurde. Stalling lachte gutmütig und ließ sie los. „Brauchen keine Angst zu haben vor mir altem Onkel, kleines Fräulein, ich tu Ihnen nichts! Gehen Sie hübsch ins Körbchen und schlafen Sie gut! Und kommen Sie bald wieder, so hübsche junge Gesichtchen sehen Onkel und Tante gern!" Wegerdts unwillige Miene war nicht unbemerkt geblieben. _ . Den Geschwistern schloß sich Drau an. Sem Abschied von Elfriede war kurz, kaum daß sie sich vnscchen, ihre Hände sich berührten. Etwas Trennendes hatte sich zwischen sie geschoben. Trennte sie uücht auch ein Abgrund von seiner Welt? — Elfriede Stalling sah dem Scheidenden einen Augenblick nach. All die Unrast und Trauer, der Widerwille gegen ihre jetzige Lebensgestaltung, die "ie letzthin bis zum Kranksein bedrängten, kristallisierten sich in diesem Moment zum ersten Mal klar und bewußt in den Wunsch: Fortgehen — und nie unederkommen müssen! 25. Kapitel. „Monsieur Svante Sellden, Hotel Bellevue, Dresden, Allemagne." Fräulein Meroius faßte den zartlila Brief mit pitzen Fingern an, beguckte ihn vorn und hinten und legte ihn dann naserümpfend zu den diversen inberen, auf deren Umschlag ebenfalls „Privat land. Wie tonnte man mir so starkes Parfüm benützen — ekelhaft. Lila Papier war schon auffallend aenug. „Gewiß so ein Dämchen mit gemalten Lippen und Augenbrauen", dachte sie. Und ärgerte sich über des Langen schlechten Geschmack. Vielleicht eine Art Reaktion nach den Jahren in der Wildnis. Es war nicht der erste lila Brief, der auf Sell- dens Schreibtisch flog, auch nicht der einzige in Damenhandschrift. Gar nicht zu glauben, wieviel Weiblichkeit sich seit des Schweden Vorträgen für die Mongolei interessierte und ihr Leben unvollkommen fand ohne fein Autogramm! Freundlich- dringende Angebote, ihn als „Assistentin und forsche Kameradin" auf seinen weiteren Expeditionen zu begleiten, lagen ebenfalls die Menge vor. Manche, wohl die besonders hübschen, legten ihr Bild der Bitte bei. Ob ihr mehr oder minder verhüllter Wunsch nach persönlicher Bekanntschaft erfüllt wurde, wußte Fräulein Mervius nicht. Leider. Denn manches Nichtwissen beunruhigt, ohne daß man eigentlich wüßte, warum. Seufzend schlitzte Grete die Papierhülle der schwedischen Zeitschrift auf, in welcher in großer Aufmachung die Berichte des Forschers gebracht wurden, und überflog die rot angestrichenen Seiten — wobei ihr Auge an einem der letzten Sätze haften blieb: „Sobald unser berühmter Landsmann seine Vortragsreife durch Deutschland beendet hat, wird er sich nach Paris begeben, wo neue Ehrungen seiner harren. Bereits im Winter werden dann alle Vorbereitungen für die neue Expedition getroffen." Grete Mervius klappte das Heft zu, legte es zu den Zeitungen und Broschüren, die jede Post brachte, und betrachtete den gelbblauen Einband. Ja, natürlich, sobald Selldens Vorträge erledigt waren, reifte er weiter — und sie konnte wieder abschwirren. Der Mohr hatte seine Arbeit getan. Wieder ein tiefer Seufzer. Aber der Druck auf der Brust wollte nicht weichen, auch nicht, als Sell- bön ins Zimmer trat und sie sich erhob, um ihren Chef zu begrüßen. _ „Wie geht es, Fröken Greta?" So nannte er sie schon lange. „Es regnet", entgegnete sie melancholisch und nahm ihren Platz in der Fensternische wieder ein. „Und das mögen Sie nicht, nein? Prüfend betrachtete der Schwede das überschattete Gesicht. „Aber für die Erde ist es gut, denken Sie, wie ausgedorrt die war! Nun kann sie endlich trinken — und freut sich." Sein Blick schweifte über den gesenkten Mädchenkopf zum Fenster hinaus. Aber er sah nicht die wassertriefenden Gestalten der Apostel auf dem Dach der wundervollen alten Schloßkirche, die gegenüber ihre spitzen Türme in den grauverhangenen Himmel reckte. Windgepeitschte Ebene sah er, über die der Sturm die stürzenden Regenmassen trieb, ein wildes Lied dazu singend. Weltfernes Land, das in feinem Schoß noch unermeßliche Geheimnisse aus jener Zeit barg, da die Erde noch jung. Land voll beredten Schweigens und grenzenloser Grasebenen, Land der hohen Berge, der riesigen alten Wälder und reißender Flüsse. Sonnenglitzerner Sand in seltsamen Hügelgebilden, durch die der alte We-li mit seiner Kamelkarawane zog. Gespenstisch hob sich ihre Silhouette gegen den dämmerumwobenen Horizont ab. Durch die große Stille klang fein das Läuten der Glöckchen am Hals der dahintrabenden Tiere mit ihrem weitausgreifenden Schritt. Heiter waren die Menschen dort, gesund und genügsam. Wie anders hier! Kalte, klare Nächte sah er, an denen der sternenbesäte Himmel zum Greifen nahe schien und das Herz sich weitete in staunendem Bewußtsein der alles durchdringenden Lebensallmacht .... „Ich habe Heimweh," dachte der Mann. „Wären die Vorträge nicht nötig des Geldes wegen, noch heute reifte ich ab." Die ragende Steinmauer da drüben, das Zimmer beengten ihn plötzlich, waren eine Gruft, die das Atmen benahm. Wo waren Licht und Luft, wo Freiheit und der ewig neue Reiz des Unerforschten? Tiefaufatmend wandte er sich ab, setzte sich an den großen Schreibtisch und begann seine Privat- korrespondeuz durchzusehen. Als erster kam der lila Parfümbrief dran, wie Grete, ohne hinzuschauen, feststellte. Da — sie zuckte so zusammen, daß die emsig geführte Feder einen großen Klecks machte: Sellden lachte. Lachte, daß man feine weißen Zähne blitzen sah — auch wenn man nicht hinguckte. „Nein, das ist gut, das müssen Sie hören, Fröken Greta? „Mein süßer Kleiner!" Wie unglaublich geschmacklos, einer Dame Derartiges vorzulesen. Fräulein Mervius saß da, als habe sie ein Lineal verschluckt. „Sv nennt mich meine Schwester immer--" „Schwester?!" Es war ihr ungewollt herausge- rutscht. „Ja. Meine älteste Schwester ist in Paris mit einem Bildhauer verheiratet. Sagte ich Ihnen das noch nicht? Sie schreibt: ,Kürze deine deutschen Vorträge ab und komm umgehend hierher, ich habe eine Frau für dich gefunden! Sie ist ebenso klein wie du, reich, Engländerin und total verrückt — also würdet ihr glänzend zusammen passen. Ist schon achtmal um die Welt gereift und spricht fünf Spra« chen, auch Chinesisch. Wenigstens klingt es so. Wußte sogar, wo Gobi liegt. Ich dachte, es wäre eine Südseeinsel, aber sie behauptet, es sei eine Wüste voller Eier von ausgestorbenen Riesenhühnern." Solchen Unsinn schreibt sie immer, die Mallan." Die Mißbilligung in dem Mädchengesicht kam ins Wanken. Ein zages Lächeln erschien um den streng zusammengezogenen Mund, ein Funkeln in den blauen Augen — und dann lief hinter dem Mannesgelächter ein fröhliches Echo her. Das lachte und kicherte und flog in alle Winkel und Ecken, bis das ganze Zimmer in Heiterkeit getaucht war. Und Svante Sellden, der sich eben noch voller Ungeduld aus diesem Zimmer hinweggesehnt, sah das blonde Mädchen an, als sähe er sie zum ersten Mal. Ein schwedisches Lied fiel ihm ein: „Du ter mit hvita Länder och läppars röda glans--" Was für einen roten Mund das Mädel hatte, und wie golden ihr Haar glänzte--Er verspürte auf einmal große Lust, diese blonde Flechtenkrone, den weißen Nacken zu streicheln, so ganz sacht mit der Hand darüber zu gleiten. Wie frei und schön sie den Kopf trug, wie Freia, die segenspendende Göttin der Jugend, sah sie aus in dem hellblauen Kleid--- Ein lockender Gedanke kam ihm. Er warf den Brief auf den Tisch. „Wissen Sie was, Fröken Greta, ich habe heute gar keine Lust zu arbeiten, und so sollen Sie bitte auch keine haben! Dafür wir gehen in das Naturhistorische Museum, das ich immer besuchen wollte, und Sie gehen mit, denn da lernen Sie viel von meine Mongolei." (Fortsetzung folgt.) Oberheffen >erg< beste Kraftpostlinie des Betriebspost- Sehe die« schö •"eih und Reih Rqui ** Die Barmer Ersatzkasse erhält ihren alten Namen zurück. Man schreibt uns: Die „Krankenkasse der Deutschen Angestellten", die überall unter dem Namen „Barmer Ersatzkasse" bekannt ist und auch nach ihrer Namensänderung im Jahre 1933 in der Bevölkerung nur die „Barmer Ersatzkasse" hieß, hat diesem Tatbestand Rechnung getragen und mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde ihren früheren Namen wiederhergestellt. gen, welche große Bedeutung die Salzvorkommen für die Völker der Vorzeit gehabt haben und wie dicht besiedelt und umstritten solche Stellen stets gewesen sind. Es sei nur an Hallstatt erinnert, dessen Blüte in der ersten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausends auf dem Salzbergbau beruhte und an den erbitterten Kampf zwischen Chatten und Thüringern um die Salzquellen an der Werra (58 n. Chr.), von dem uns Tacitus berichtet. Die gleiche Bedeutung haben auch die Salzquellen am Fuße des Taunus gehabt. Wiesbaden war ja schon in der römisch-germanischen Zeit Kurbad, und zwar nicht allein für die Römer, sondern auch für Germanen. Die Besiedlung von Homburg v. d. 5). und wahrscheinlich auch die Bewirtschaftung seiner Salzquellen beginnt in der Bronzezeit, in Nauheim wahrscheinlich schon in der jüngeren Steinzeit, denn es ist nicht anzunehmen, daß die dort ansässigen bandkeramischen Ackerbauern und nordischen Viehzüchter (Rössener und Schnurkeramiker) achtlos an den Salzquellen vorbeigegangen sind. Die handwerksmäßige Salzgewinnung dürfte allerdings erst in der jüngeren Bronzezeit, um 1200 v. Eh., von dem sog. Urnenfeldervolk begonnen worden sein, das von manchen Forschern als illyrisch, also als indogermanisches Brudervolk der Germanen und Kelten betrachtet wird und dessen auf dem Johan- amtes Gießen geblieben. Noch heute weisen die Fahrten auf dieser Linie eine gute Frequenz auf. Wenn auch vor einigen Jahren der Betrieb auf dem Streckenteil Krofdorf—Fellingshausen vorübergehend eingestellt werden mußte, weil infolge der immer größeren Arbeitslosigkeit der dortigen Volksgenossen die Kraftpostfahrten nach den Arbeitsstätten in Gießen hinfällig wurden, so ist doch seit gut Jahresfrist wieder eine erfreuliche Wendung zum Besseren eingetreten, denn seit über einem Jahre verkehren die Kraftomnibusse der Linie von Krofdorf aus wieder nach Fellingshausen und von dort sogar weiter nach Crumbach, Frankenbach bis Erda. Dabei ist die im Interesse des Omnibusbetriebes sehr begrüßenswerte Tatsache zu verzeichnen, daß die Wagen — wie man bei aufmerksamer Beobachtung in den Straßen bemerken kann — auf ihren Fahrten sehr gut, zum Teil sogar voll besetzt sind. Im Verlaufe der Jahre wurde die Linie noch durch Fahrten nach Launsbach und Wißmar erweitert. Soweit uns bekannt ist, hat man vor einigen Jahren von der Reichspost aus auf Antrag der Stadt Gießen und der Gemeinden auf die Leistung der Garantiesumme verzichtet, da bei dem guten Betrieb aus der Strecke hierfür keine Notwendigkeit mehr vorlag. Hauptinteressenten an dieser Linie sind die Männer und Frauen der preußischen Nachbardörfer, soweit sie in Gießen und in unserer Umgegend ihrer Arbeit nachgehen. Darüber hinaus wird die Linie aber auch von den übrigen Volksgenossen eifrig benutzt, die ihre geschäftlichen Angelegenheiten in der Stadt Gießen erledigen. Nachdem man mit der Einrichtung der Kraftpost- Omnibuslinie Gießen — Krofdorf — Fellingshausen einen verheißungsvollen Auftakt des Postkraftfahrwesens in unserem Bezirk erfahren hatte, regte sich allenthalben der Wunsch nach der gleichen Einrichtung auch für andere Orte. So kam etwa ein halbes Jahr nach der Eröffnung jener ersten Linie die Kraftpost-Omnibusverbindung Gießen — Klee- bachtal von Gießen aus über Klein-Linden— Lützellinden, nahe bei Groß-Rechtenbach vorbei, Hochelheim—Hörnsheim—Dornholzhausen—Niederkleen hinzu, neuerdings unter Einbeziehung von Allendorf (Lahn), später folgten die Kraftpost-Omnibuslinien Gießen — Gambach, Gießen — Albach — Annerod und in neuerer Zeit schließlich die Verkraftung der Ortsfuhrlei- st u n g e n der Post in Gießen und die Land- k r a f t p o st e n nach zahlreichen Orten unserer nächsten Umgebung im Kreise Gießen zur Beförderung der Postsendungen aller Art. Von diesen Linien sind die Verbindungen nach dem Kleebachtal und nach Gambach vom Standpunkte des Verkehrs und der Wirtschaftlichkeit aus besonders bedeutungsvoll, wie jedermann feststellen kann, der die Benutzung dieser Wagen bei ihrer Abfahrt und Ankunft in Gießen mit aufmerksamem Interesse beobachtet. Am Abschluß des ersten Jahrzehnts der Kraftpost-Omnibuslinie Gießen—Krofdorf—Fellingshausen stehend kann man die erfreuliche Tatsache verzeichnen, daß die Erwartungen, die man bei der Gründung des Betriebes in Gießen und in beti beteiligten Orten hegte, ihre Erfüllung gefunden haben und die Linie darüber hinaus zum Aus- ^Schotten.I ümeinderat ki einem Danksch < und einer Do u Mannerchors ng von 1934, di Gießt, wurde m i Vberrechnungs Men hat Sch leer Voranschläge niet Mitwirkung Leisamtes eine g wrben, daß die; billige Zuschüsse liefe Abmachung Angelegenheiten r Atzung mit eine schlossen. I A Nupper rchumanp sand hauptversammlu schast und die kaliber schuf I schaftsführer ÜBil I ichienenen imb ei I :?nen Samerabei I ctamm. Sie Kc | innerem 22 I Mit 1910 Ko I ikneradschaftssl H Dnt. Zn der I M lleberreichur ' Fundes „Ki |i ^rralseldmarschc I wfon, und zwar V Suaden heinr V ^>1, Karl Par II Wim Meuer H Wiedschaft die Ernst hi m Parr III. ur wige Zugehöric Met)r II. De'i ■ n Sommer ein' Kleinkalibk ■W des Re y 156 Mitglied ;Muensmann mr. Arn Johannisberg bei Bad-Nauheim ist in < letzter Zeit durch Wegebau ein prähistorisch sehr i interessanter Einschnitt entstanden. Er liegt dort, l wo der sog. Wolfsgraben auf die an der Süd- । feite des Johannisberges hochsteigende Fahrstraße stößt und geht durch einen den Volksgraben begleitenden Wall. Der Einschnitt zeigt eine aus Quarzitplatten erbaute, teilweise stark verrutschte Trockenmauer, die, nach den Hohlräumen zwischen den Steinen zu urteilen, bedeutende Holzeinlagen gehabt haben muß und die auf einer Unterlage aus festgestumpften Lößlehm ruht, die von vielen mit Holzkohle erfüllten Pfostenlöchern durchsetzt ist. Die Mauer ist zweifellos prähistorisch und entspricht den Mauern, wie wir sie schon aus der vorkeltischen und besonders aus der keltischen Periode unserer Vorgeschichte (600 bis 200 v. Chr.) und ebenso von den germanischen Burgen unserer Gegend, z. B. vom Altkönig, Hausberg, Dünsberg und Glauberg kennen. Welches genaue Alter sie hier auf dem Johannisberg hat, muß erst durch die zur Zeit vor sich gehende Verlängerung und Vertiefung des Einschnittes erwiesen und kann vielleicht auch erst durch eine planmäßige Ausgrabung festgestellt werden. Wahrscheinlich wird noch ein anderer Wallschnitt nötig sein, da der obere Teil des Walles an Der jetzt angeschnittenen Stelle durch den Bau eines Pavillons abgetragen ist. Unser Einschnitt liegt verhältnismäßig tief im Wallkörper, der nach schon früher auf dem Johannisberg gemachten Funden die Reste von vier verschieden alten Mauern, nämlich einer solchen der späten Bronzezeit (Urnenfelderkultur), der frühen Eisenzeit (Späthallstatt und Keltisches La- töne), der späten Eisenzeit (Germanisches Latene) und der römischen Zeit enthalten könnte. Das wird natürlich kaum durch den jetzigen Einschnitt feststellbar sein, da wir uns dort am südlichsten Ende des Walles, vielleicht sogar im Tor befinden und Ein Krastonmibus-Wiläinn der Gießener Post Zehn Jahre Krastautobuslinie Gießen-Krofdorf. grsührer "Äerwe äsabend, bei d! -^Pdiend'reklorl "-ertrag über i iarhgen ®°| Klkerung W Ehrungen- JJI unfein jurij , |eine 40>ahri Mkreuz von q ürwefjrtapeUe in Teil des Abe XeSl MW S-ldiJ •nt Ml. M -ÄUebcrfd) Zeit gemütlich beisammen. + Grünberg, 17. Febr. Die im Dezember gegründete Gemeinnützige Baugenossenschaft hielt im Gasthaus „Zum wilden Mann" ihre erste Hauptversammlung ab. Zunächst sprach Architekt Balser über das Thema „Mietwohnung — Eigenheim". Dabei wies er auf die Vorteile des Eigenheimes hin, wie die Erstrebung dieses Zieles durch Maßnahmen der Regierung gefördert werde und wie es auch Aufgabe einer Gemeindeverwaltung sei, hier unterstützend mitzuhelfen. Je längerer Aussprache beschäftigte man sich dann mit dem vor» liegenden Satzungsentwurf, der zur Annahme gelangte. Der Geschäftsanteil eines Mitgliedes beträgt 100 Mark, die Haftsumme wurde mit 200 Mark festgesetzt. Die Mitgliedschaft ist Voraussetzung für den Erwerb eines Eigenheimes, ebenso sollen nur solche Handwerker zu den Arbeiten herangezogen werden, die Mitglieder sind. Die Wahl des Vorstandes ergab Bestätigung des seinerzeit kommissarisch bestellten Vorstandes. Vorsitzender ist danach Uhrmachermeister K. Herrn. Pfeffer sen., stellvertretender Vorsitzender 1. Beigeordneter Wilh. Albach , Rechner Fabrikant Hrch. Schmidt jun., Schriftführer Finanzbeamter Herrn. M a g e l. Dem Aufsichtsrat gehören an: Ortsgruppenleiter und . Bürgermeister Wagner, 2. Beigeordneter Karl Wetzig, Kaufmann Karl Schott, Ortsbauernführer Leonhard Großhaus, Justizinspektor Hans König und Spediteur Willi I ö ck e l. Aus den Ausführungen von Bürgermeister Wagner ging hervor, daß die Bestrebungen der Baugenossenschaft sowohl seitens der Stadt als auch durch die Partei gefördert werden sollen. Es ist geplant, im Heegviertel, das vorerst als günstiges Bauviertel in Betracht kommt, durch den Ausbau zweier Straßen, die Kanalisation und Wasserleitung erhalten sollen, Baugelände zu erschließen, das zu mäßigem Preise von etwa 1 bis 1,75 Mark pro Quadratmeter der Baugenossenschaft überlassen werden kann. In der Versammlung erklärten von den Besuchern 27 durch Unterschrift ihren Beittitt zur Genossenschaft. In aller Kürze soll mit dem Bau des ersten Hauses begonnen werden. ch Lauter, 17. Febr. In den letzten Tagen wurde hier eine Werbung für den Luftschutzbund durchgeführt, die von Erfolg gekrönt war. Konnten doch 49 Mitglieder neu geworben Main und der näheren Umgebung wohnhaften erwerbslosen Schauspieler und Sänger auf ihre Vermittlungsfähigkeit statt. Alle bei den Arbeitsämtern oder der Zweigstelle Frankfurt a. M. des „Bühnennachweis", Marienstraße 17, noch nicht gemeldeten Erwerbslosen wollen sich umgehend dort melden. Geprüft werden nur Mitglieder, die der Fachschafl Bühne in der Reichstheaterkammer angehören. Die Prüfungen sind obligatorisch. Die einzelnen Teilnehmer erhalten gesonderte Mitteilung, an welchem Tag sie geprüft werden. ba — wie gesagt — hier bcr obere Teil entfernt worben ist. Der Aufschluß ist aber ttotzbem höchst erfreulich, weil er beweist, baß der Wolfsgraben ein prähistorischer Abschnittswall und der Johannisberg eine durch diesen gesicherte prähistorische Festung war und weil er auch Anhaltspunkte für Am gestrigen 17. Februar 1936 vollendete sich das erste Jahrzehnt der Kraftpost- linie Gießen — Krofdorf — Fellingshausen. Jener Tag vor zehn Jahren, am 17. Februar 1926, brachte sowohl für unsere Stadt Gießen als auch für Krofdorf, Fellingshausen und die benachbarten Orte des Hinterlandes, die Erfüllung eines jahrelangen dringenden Wunsches, nämlich die Schaffung einer regelmäßigen, guten Fährverbindung zwischen der Stadt Gießen und den unmittelbar angrenzenden Bezirken des Hinterlandes, die dem wirtschaftlichen Nutzen beider Teile zu dienen bestimmt war. Wenn wir heute unsere persönlichen Erinnerungen an jenes denkwürdige Ereignis der Eröffnung der Kraftpost-Omnibuslinie Gießen—Krofdorf— Fellingshausen wieder lebendig werden lassen, so lenkt sich unser Blick vor allem auf die Tatsache, daß mit der Schaffung dieser Linie der Anfang des Kraftpostdienftes in unserer Gegend überhaupt gemacht wurde. Unter diesem beherrschenden Gesichtspunkt stand auch die Eröffnungsfahrt, die am Montag, 15. Februar 1926, nachmittags von Gießen nach Krofdorf und Fellingshausen stattfand, und überall — wie wir in unserem damaligen Bericht über die Fahrt („Gießener Anzeiger" Nr. 39 vom 16. Februar 1926J schrieben — als „d i e Sensation d e s T a g e s" angesehen wurde. Die Fahrt begann an jenem Februarnachmittag kurz nach 14 Uhr vom Gießener Bahnhof aus, am Oswaldsgarten vorbei und führte zunächst nach Krofdorf. Dort wurde dem neuen Kraftpoft-Omnibus und seinen Insassen ein herzlicher Empfang bereitet. „In allen Haustüren und Toren, an den Fenstern und vor allem auf den Straßen erschienen jung und alt in froher Stimmung ob des endlich errungenen Erfolges, der für die Krofdorfer und Fellingshäufer Bevölkerung Erlösung aus einer sehr empfindlichen Verkehrsnot bedeutet... Die Freude der Krofdorfer Einwohner kam in Fahnenschmuck an der Haltestelle, in einem Willkommen-Plakat und vor allem in einer sinnigen Bekränzung des Kraftwagens zum Ausdruck." Diese Wahrnehmungen konnten wir damals für die Lokalgeschichte in unserem Bericht verzeichnen. Der damalige Krofdorfer Bürgermeister Brockmeier und die Gemeindevertteter von Krofdorf-Gleiberg sowie Bürgermeister Weber und einige Gemeindevertreter von Fellingshausen empfingen den Wagen und die Insassen aus Gießen an der Haltestelle in Krofdorf. Dann ging es nach kurzem Aufenthalt weiter nach Fellingshausen, wo die Gemeinde zur Feier des Tages die Fahrtteilnehmer zu Kaffee und Kuchen eingeladen hatte. Bei dieser Gelegenheit wurde in verschiedenen Ansprachen die weittragende Bedeutung dieses Verkehrs- und Wirtschaftsereignisses gewürdigt; für die Gießener Bevölkerung sprachen dabei Beigeordneter Dr. Hamm und der damalige Vorsitzende des Gießener Verkehrsvereins Apotheker Scbwieder. Von Fellingshausen ging die Fahrt oann zurück nach Krofdorf, wo die Fahrtteilnehmer zum Abendessen und einem Glas Bier Gäste der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg waren. Gegen 20 Uhr wurde von Krofdorf aus die Heimfahrt nach Gießen angetreten. Begreiflicherweise hatte das neue Verkehrsmittel schon von Anfang feines Dienstes an einen außerordentlich starken Zuspruch, so daß der Wagen bei allen Fahrten voll besetzt war. Die Kraftpost-Omnibuslinie Gießen—Krofdorf- Gleiberg, seinerzeit von diesen drei Gemeinden bei der Reichspost beantragt und durch die Gewährprähistorischer Fund aus dem Johannisberg Von Dr. H. dichter, Oenkmalpfleger von Oberheffen. nisberg gefundene Gebrauchsgegenstände deutlich einen höheren Lebensstandard zeigen, als er m Den rein bäuerlichen Siedlungen dieses Volks geherr|cht haben kann. Das Gleiche gilt für die folgende keltische Periode, aus der jetzt neuerdings auch eine chön geformte, aus Bronzeblech getriebene Schmuckscheibe vom Johannisberg bekannt geworden ist und ebenso für die germanische Zeit, die mit den berühmten, schon 1875 ausgegrabenen Nauheimer Funden ein eindrucksvolles Bild eines großen und blühenden germanischen Gemeinwesens vermittelt, das durch weitere Ausgrabungen im Gebiet der Salzquellen leicht ergänzt und erweitert werden konnte Diese Salzfieder- und Salzhandlerstadt hat tets einen Zufluchtsort benötigt, in dem sie die Früchte ihres Fleißes vor den Zugriffen rauberi- Landkcels Gießen. £ Wieseck, 18. Febr. Die Spartätigkeit bei der hiesigen S ch u l s p a r k a s s e hat sich im verflossenen Jahre sehr gehoben. Wurden doch von den Kindern der verschiedenen Klassen insgesamt 3159 Mark verzinslich angelegt. Seit Einführung der Schulsparkasse vor drei Jahren sind nun schon über 6000 Mark den Konten der Schüler und Schülerinnen bei der hiesigen Spar- und Darlehenskasse zugeflossen. Weit größer noch als dieser materielle Vorteil ist die Erziehung zur Sparsamkeit und die Weckung des Sparsinnes zu schätzen, die in diesen Zahlen zum Ausdrucke kommen. Infolgedessen sind auch die Abhebungen für Anschaffungen zur Schulentlassung verhältnismäßig gering. <£ Aus dem Bufecker Tal, 17. Febr. Der Zweigverein „Busecker Tal" des Vogelsberger Höhe n-C l u b s im Reichsverband deutscher Gebirgs- und Wandervereine hielt am Sonntag im Gasthaus „Zum Schwanen" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach den Begrüßungsworten erstattete der Vereinsführer, VHC.-Bruder Jung (Großen-Buseck), den Jahresbericht, dem u. a. folgendes entnommen fei: Neben 26 Kurzwanderungen an Samstagnachmittagen wurden 12 planmäßige Wanderungen ausgeführt, an denen im Durchschnitt 70 v. H. der Mitglieder teilnahmen. Die Zahl der Mitglieder ist bei drei Austritten durch Tod und Wegzug und drei Neuanmeldungen auf dem alten Stande von 27 geblieben. Wandermeister L. Wehrum (Gießen) überreichte den VHC.-Schwestern Lina Kahle (Heuchelheim) und Roth (Gießen) das goldene Wanderzeichen mit der Inschrift 125 bzw. 75. VHC.-Bruder W e h r u m wurde vom Vereinsführer durch Ueberreichung einer goldenen Auszeichnung und eines Stockringes anläßlich feiner 100. Wanderung geehrt. Die Rechnungsablage erfolgte durch VHC.-Bruder Hahn (Großen-Bufeck). Bei 70,84 RM. Einnahmen und 61,30 RM. Ausgaben verbleibt ein kleiner Ueberfchuß, der auf die neue Rechnung vorgetragen wurde. In froher Kaffeerunde wurde nochmals Rückschau auf die Wanderleistungen des abgelaufenen Vereinsjahres gehalten und dabei der neue Wanderplan besprochen. Die nächste Monatswanderung führt nach Winnerod—Bersrod—Reiskirchen. Mit einem kräftigen „Frischauf" auf den Führer und den Reichswanderführer wurde die Tagung beschlossen. △ Annerod, 17. Febr. Am Samstagabend hatte die hiesige Ortsgruppe der N S. - Frauenschaft zur Schlußfeier des hier durchgeführten Mütterfchulungs-Kursus im Lokal von Phil. Engelhardt eingeladen. Die Besucher fanden sich zahlreich und pünktlich ein. Mit Tannengrün und Topfblumen waren die weißgedeckten Tische hübsch geschmückt. Die Frauenschaftsleiterin, Frau Rohweder, begrüßte die Erschienenen. Mit einem gemeinschaftlich gesungenen Lied wurde der Abend eingeleitet. Die Leiterin des Kursus, Schwe st er Friedel, gab eine kurze Erklärung über Ziel und Zweck der Mütterschulung. Von Kur- susteilnehmerinnen wurden sodann einige Gedichte vorgetragen. Diese hatten in der Hauptsache die Ausgabe der Frau und Mutter als Inhalt. An dem Kursus hatten insgesamt 34 Frauen und Mädchen teilgenommen. Von diesen erhielten 32 burch die Kursusleiterin Diplome überreicht. Für die gesellige Unterhaltung sorgte die bekannte Alten-Busecker Spielschar. Sie führte zum ersten Male ihr neuestes „S. M. 365" auf und erntete für die wohlgelungene Aufführung reichen Beifall. Nach dem Theaterspiel wurde dem von der NS.-Frauenschaft und der Evangelischen Frauenhilfe gemeinsam gespendeten Kaffee und Kuchen zugesprochen. Beim Gesang von Volksliedern blieb man noch längere kaufen. Zur Zeit werden noch zwei Vogelsberger Bullen gehalten, während fast kein rotes Vieh mehr vorhanden ist. * Großen-Linden, 17. Febr. Der G e - fangverein „Harmonie" hielt am Samstagabend im Saalbau Faber fein diesjähriges Win- teroergnügen ab. Nach dem Eröffnungsmarsch der Kapelle Daubertshäuser und der Begrüßungsansprache des Herrn Jung brachten die Sänger unter Leitung ihres bewährten Chor- meifters W. Schüttler (Gießen) Volkslieder und Kunstchöre zu Gehör, die von ausgezeichneter Schulung und gutem ©timmaterial Zeugnis ablegten. Ein Violin-Solo von Heinz Junker fand ebenso, wie die Vorträge des Chores, dankbaren Beifall der Zuhörer. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden noch ein Theaterstück und humoristische Vorträge geboten, die viel Freude bereiteten. Zugunsten des Winterhilfswerks wurde eine Teller- fammlung durchgeführt, die einen ansehnlichen Betrag ergab. Im übrigen vergnügte man sich bei Tanz und Liedern noch einige Stunden in schöner Weise. I Hausen, 17. Febr. Am Samstag hielt der Turnverein 18 6 4 Hausen sein Stiftungsfest, indem er einen Familienabend veranstaltete. Nach dem Eröffnungsmarsch der Musikkapelle, dem Einmarsch der Turner und dem Lied der Turner „Deutschland, mein Deutschland" begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Karl Freitag, die Besucher. Er wies u. a. darauf hin, daß von den Gründern des im Jahre 1864 gegründeten Vereins niemand mehr lebe. Nur ein Bewohner, der an der Gründungsfeier aktiv beteiligt war, fei noch unter den Lebenden, und zwar die 92jährige Witwe Katharina Schm andt, geb. Müller, die seinerzeit als Festjungfrau mitwirkte. Das Programm des Abends brachte eine bunte Folge schöner und unterhaltender Darbietungen. Die aktiven Turner zeigten gutes Können in den Hebungen am Pferd und Barren und bei den Freiübungen. Auch die Jugend ließ sich in verschiedenen Hebungen sehen. Besonders die Kleinsten unter den jugendlichen lösten bei den luftigen Hebungen Beifall aus und trugen sehr zur Belebung und Erheiterung des Abends bei. So wurden auch einige sonstige humorvolle Darbietungen mit dankbarem Beifall ausgenommen, so daß der Abend in schöner Weise verlief. Eine Verlosung leitete dann zu dem üblichen Tanz über. csd Eberstadt, 17. Febr. Die hiesige Schäferei-Genossenschaft hielt im Saale der alten Schule ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach dem Geschäftsbericht des Vorfitzenden Ferd. Löbrich I. erstattete der Salzmeister August G ö r l a ch den Kassenbericht, der mit 650 Mark Einnahme und 620 Mark Ausgabe abschließt. Die Berichte wurden von der Versammlung gutgeheißen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Nach einigen internen Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. — In einer gut besuchten Versammlung der Deutschen Arbeitsfront hielt der Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner, einen Dorttag über sozialpolitische Fragen. Ferner wurden bei dieser Gelegenheit die neuen Mitgliedsbücher ausgegeben. In unserer Gemeinde zählt die Arbeitsfront 59 Mitglieder. — Die Hauptversammlung der Dreschgenossenschaft fand unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden P. G ö r l a ch im Gasthaus „Zum Adler" statt. Aus dem Geschäftsbericht des Genossenschaftsvorsitzenden H. E i ch ging hervor, daß im verflossenen Geschäftsjahr während 735 Stunden Frucht gedroschen, 135 Stücke Holz geschnitten und 2709 Zentner Getreide geschrotet wurden. Der Preis je Dreschstunde belief sich auf 4,50 Mark. Der Genossenschaft gehören gegenwärtig 100 Mitglieder an. Der Rechner H. Eifer trug die Bilanz vor, gegen die sich kein Einwand erhob. Der Reingewinn wurde zum Teil auf Betriebsrücklage, Reservefonds und auf neue Rechnung vorgetragen. Die Versammlung erteilte darauf dem Vorstand eine zukünftige, nicht nur heimatgeschichtlich äußerst wichtige planmäßige Ausgrabung des Johannisberges geben kann. Der äußeren Anlage nach liegt eine Abschnittsfestung vor, worunter man eine vom Gebirge ins Tiefland ober ins Tal oorgreifenbe, steil nach den Seiten abfallende und durch einen gradlinigen Wall vom Hinterland abgeschnittene Bergzunge versteht, im Gegensatz zu den von Ringwällen umgebenen Bergkuppen, lieber die innere Anlage zu orakeln wäre verfrüht, trotzdem man sich nach analogen Verhältnissen und nach den schon erforschten Burgen der gleichen Völker wohl ein Bild machen könnte. Der Zweck dieser Festung war offensichtlich der, dem an der Ufa vorhandenen Gemeinwesen von prähistorischen Salzsiedern einen Zufluchtsort in Kriegszeiten zu bieten. Wir wissen ja sowohl aus der germanischen Geschichte als auch durch prähistorische Untersuchunwerden. Dadurch wurde der seitherige Mitglieder- stand verdoppelt. Der Mitgliederstand betragt jetzt 101. -U- Ettingshausen, 17. Febr. Im Saale des Gastwirts Stein sand ein F i l m a b e n d statt, bei dem der Film „Die Reiter von Deutsch-Ostafrika und ein Aufklärungsfilm über die Erzeugungs- schlacht gezeigt wurden. Die Vorführung der beiden Filme fand das lebhafte Interesse der Besucher. OO Klein-Linden, 17. Febr. Der hiesige Geflügelzuchtverein hielt am Samstagabend bei starker Beteiligung seiner Mitglieder im Cafö Lutz seine Jahreshauptversammlung ab. 23er« einsführer August Lenz erstattete den Jahresbericht, aus dem u. a. zu ersehen war, daß dis lokale Geflügelschau in der Burg einen guten Besuch hatte. Nachdem die Rechnung durch die Mit- I glieder Theo Leib und Friedrich Klingel- 1 Höfer geprüft und für richtig befunden worden | war, wurde dem Vereinsrechner Otto Lippert Entlastung erteilt. Es wurde noch beschlossen, bei der nächsten Kreisversammlung der Geflügelzüchter | den Antrag zu stellen, die Kreisgeflügelschau für i das Jahr 1936 nach Klein-Linden zu legen und | dem hiesigen Verein zu übertragen. Q Großen-Linden, 17. Febr. Am Sams- 1 tag fand durch Oberlandwirtschaftsrat Dr. Lung ; (Gießen) eine örtliche Stallschau statt. Nach I der Besichtigung des Faselstalles und einiger sonsti- ,| gen Stallungen wurde zuletzt der neuzeitliche Stall ; des Heinrich Wagner besichtigt. In diesem Stalle, der genügend Licht und Lust hat sowie allen,An- ! forderungen entspricht, kann gesundes Vieh gezüch- । tet werden. Bei dieser Gelegenheit fand auch eine , Aussprache über die Haltung der einzelnen Vieh- gattungen statt, wobei Dr. Lung warm für bas | Vogelsberger Rind eintrat, während die anwesenden Bauern dem Niederungsvieh den Vorzug gaben. Der Milchertrag von diesem Vieh sei wesentlich höher und gebe einen größeren Nutzen. Wie man erfährt, soll demnächst ein Antrag gestellt werden, einen Bullen für das Niederun^vieh anzu- scher Nachbarn und den Angriffen elnwandernder Völker bergen und verteidigen konnte und ein solcher liegt im Johannisberg vor, dessen Siedlungsund Befeftigungsperioden also die kriegerischen Ereignisse seit der jüngeren Bronzezeit abbilben würden, in ähnlicher Art wie das der Glauberg für die gesamte Vorgeschichte der Wetterau tut. Sehr interessant ist es ferner, daß wir hier Ne gleiche Aufeinanderfolge von Urnenfelderkultur, Späthallstatt-Frühlatene und germanisches Latene bei gleicher Ausbildung der einzelnen Stufen haben, wie auf dem Glauberg, eine Analogie, die ein erfreuliches Licht auf die Kulturgeschichte unserer Gegend im letzten vorchristlichen Jahrtausend zu werfen verspricht. gängspunft einer weiteren Kraftomnibus-Erschließung zahlreicher Landgemeinden unserer engeren Heimat geworden ist. Man wird daher mit Genugtuung auf das erste Jahrzehnt dieser Kraftpostlinie , . , , zurückblicken und dem Betrieb auf dieser, wie auch leiftung einer Garantiesumme für die Wirtschaft-1 auf den anderen Linien eine weitere glückliche Ent- lichkeit des Unternehmens ermöglicht, ist nach unse- Wicklung zum Nutzen der Allgemeinheit wünschen ren Beobachtungen seitdem die wirtschaftlich können. war BUSSING-NAG • BRAUNSCHWEIG ADAM KIRCHER, Automobile, GIESSEN, Bleichstraße 15, Fernruf 3338 und 10 t Nutzlast umfaßt, die neue Trambus Reihe mit einer um 25 °/o verbesserten Raumausnutzung,denSchwerlastwagen mit Allrad-Antrieb, die große Dieselmotoren« Schau u. viele interessante Konstruktionen AUTOSCHAU HALLE IA STAND 72 deutschen Siedler lebendigen Anteil. „Hindenburg ihnen Sinnbild des heldischen Deutschland im Weltkriege; damals haben sie aus der Ferne Tag um Tag das große Geschehen in Europa miterlebt, um Deutschlands Schicksal gezittert und für ihr Volk gebetet. Hart war es für sie, daß Brasilien 1917 auch noch in die Reihen der Gegner Deutschlands eintrat. Diese deutschen Siedler sind immer gute Staatsbürger Brasiliens gewesen. Sie lieben ihr neues Vaterland mit jener "Siebe, die der deutsche Mensch von seiner engeren Geburtsheimat auf den weiten Raum des Staates überträgt, der diese Heimat trägt und schirmt. Sie haben im Kriege mit Paraguay in den vordersten Reihen neben den Brasilianern gekämpft und ihr Leben für das Land eingesetzt, das ihre Vorfahren gastlich aufnahm. Aber sie sind nicht nur staatstreu, sie wollen auch volkstreu bleiben. Die Treue zum Vaterland schließt die Liebe zu ihrem alten Mutterland nicht aus. Große und bekannte brasilianische Staatsmänner sind schon aus dem Brasildeutschtum hervorgegangen, wie die Gebrüder K o n d e r und der frühere Außenminister des Landes Sauro Müller. Und es fehlt nicht an brasilianischen Stimmen, die diese Staatstreue und aufrichtige Mitarbeit der Deutschstämmigen anerkennen. Der brasilianische Schriftsteller und Politiker Dr. Dunshee de Abranches schrieb 1920: „Kein anderer Ausländer hat mehr zur materiellen und politischen Entwicklung des Sandes beigetragen oder ihm kostbarere Dienste geleistet als der Deutsche." C. K. UeberaU konnte man feststellen, daß deutsche Sitte und Sprache gepflegt werden und daß die Siedler bereit sind, große Opfer zu bringen, um ihren Kindern den Besuch deutscher Schulen zu ermöglichen. So verfügt das Deutschtum in Brasilien heute über mehr als 1400 deutsche Schulen. Es gibt deutsche Zeitungen und deutsche Vereine, die ebenfalls wesentlich zur Erhaltung des Deutschtums beitragen. So haben manche deutsche Kolonien in Brasilien im Rahmen der tropischen Natur ein Bild deutscher Kulturlandschaft geschaffen, was im Munizip Blume n a u im Staate Santa Catharina, wo vorwiegend niederdeutsche Einwanderer siedelten, und in Der Gartenstadt Joinoille am deutlichsten vor Augen tritt. An den Vorgängen in der alten deutschen Heimat, an der sie mit aller Siebe hängen, nehmen die li-6e ' Tisches im Deutsche Siedler im Kaffeeland Som Leben deutscher Kolonisten in Brasilien. Umbauten vorzunehmen. Im vergangenen Jahre — etwa von Juni bis Dezember — wurde die gesamte Anlage, einschließlich Transformatorenhaus, gründlich überhott, um den Ansprüchen einer höheren Stromentnahme gerecht zu werden. Bei dieser Ueberholung des Netzes wurden die Seitungen teilweise verstärkt, neue Ringleitungen wurden gebaut usw. Dadurch ist es nun möglich geworden, daß auch größere elektrische Geräte in größerer Anzahl angeschlossen werden können. 00 Nieder-Ohmen, 17. Febr. Nach der letzten Werbung hat der Reichsluftschutz- bunb hier jetzt etwa 305 Mitglieder. Einzelne Familien verhalten sich unbegreiflicherweise immer noch ablehnend. Durch weitere Belehrung und Werbung sollen auch diese noch aufgeklärt und für die Sache des zivilen Suftschutzes gewonnen werden, so daß man demnächst mit einer Mitgliederzahl von 350 rechnet. # Ober-Ohmen, 15. Febr. In der Wirtschaft Krebs wurde dieser Tage eine Suftschutz-Veran- staltung durchgeführt. Nachdem Sehrer Jung einige organisatorische Fragen erledigt hatte, hielt Förster Falk einen aufschlußreichen Vortrag über die Notwendigkeit des Suftschutzes für Deutschland. Vor allem umriß er die Forderungen für den zivilen Suftschutz. Im Anschluß an den Vortrag sprachen anwesende Frontsoldaten über Fliegererlebnisse während des Weltkrieges. Mit einer Ehrung des Führers und mit dem Horst-Wesiel-Sied fand der Abend seinen Abschluß. * Deckenbach, 16. Febr. Die jüngste Eintopfsammlung erbrachte in unserem Orte den Betrag von 19 Mark. Dieser Tage fand hier der althergebrachte Strickertanz statt, an dem die Einwohnerschaft und insbesondere die Jugend zahlreich teilnahm st. Kirtorf, 17. Febr. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt bei Gastwirt Becker ihre Hauptversammlung ab. Vereinsführer H. Schä - f e r gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden und gab dann einen Ueber- blick über das Vereinsleben im Jahre 1935. Die vorgetragene Jahresrechnung wurde gutgeheißen. Im Verlaufe der Versammlung wurde auch eine Schützengruppe gebildet. Zum neuen Fahnenträger wurde Kamerad Wilhelm H a n st e i n bestimmt. — Auch die Dreschgenossenschaft hielt ihre Jahreshauptversammlung ab. Direktor Wilhelm Erb erstattete den Geschäftsbericht des Vorstandes. Rechner Konrad Meß trug die Bilanz vor, die einstimmig genehmigt wurde. Dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn in Höhe von 387,22 Mark wurde je zur Hälfte der Betriebsrücklage und dem Reservefonds zugeteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde der Druschlohn für 1936 festgesetzt. Genossenschaftsmitglieder bezahlen 5,40 Mark, Nichtmitglieder 6 Mark je Dreschstunde. — Der Pferdeversicherungsver- e i n hielt seine Hauptversammlung bei Gastwirt Stumpf ab. Der Vorsitzende H. Häuf berichtete über den Verlauf des Geschäftsjahres 1935. Rechner W Wolf erläuterte die Jahresrechnung, die mit einem Kassenbestand von 1598,97 Mark abschließt. Schadensfälle waren im Jahre 1935 nicht zu verzeichnen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Nachdem noch eine Satzungsänderung beschlossen war, fand dir Versammlung ihren Abschluß. bringt 1936 die altbewährten Lastkraftwagen in neuer, schöner Zweckform: Eine lückenlose Typen „„'Äungs. r Besucher. in?« Ngt 3L?Qm5tQH' Mitglieder im 'lung ab. ; Jahres. ®Qr' °b die 1en guten Be. 'urch die Mit. - ^?Ungel. Een worden. t° Lipperj schlossen, bei feflugelzüchter tugelschau für äu legen und ch Groß-Eichen, 16. Febr. In der Gastwirtschaft von Faust fand hier eine Kundgebung des VDA. unter dem Vorsitz von Sehrer Becker statt, an der sich die Bevölkerung, die HI. und die obere Schulklasse in großer Zahl beteiligten. Der Bundesredner des VDA. Pg. Schricker sprach über brennende Fragen des deutschen Volkstums im Ausland, insbesondere in der Tschechoslowakei, und forderte zu tatkräftiger Unterstützung der Arbeit des VDA. auf. Der Abend hatte das erfreuliche Ergebnis, daß zahlreiche Neuanmeldungen zum VDA. erfolgten. Die Kundgebung wurde dann in üblicher Weife geschloffen. — Für das W H W. wurden hier bei der Straßenfammluna 23,40 Mark, am Eintopf-Sonntag 18,80 Mark gesammelt, und bei der Paketsammlung der Schulkinder 115 Pakete aufgebracht. — In einer Versammlung der Orts- bauernschast sprach Ortsbauernführer Greis über die zweite Erzeugungsschlacht. Er forderte dabei insbesondere zum Anbau von Flachs auf. Insgesamt wird die Ortsbauernschaft Groß-Eichen 6 Morgen Flachs anbauen. Die Adolf-Hitler-Flachs- fpende wurde von den Bauern freudig bejaht. Nachdem der Ortsbauernführer noch über die zweckmäßige Einstellung von Fleckvieh gesprochen hatte, wurde die Schaffung von drei Jungvieh-Weiden beschlossen. Schließlich besprach man noch Fragen des Saatkartoffelbezugs und der Schweinepreife. Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise geschlossen. — Der hiesige Turnverein hielt bei Mitglied Merz seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Gustav Faust konnte in seinem Jahresrückblick einen lebhaften Aufschwung des turnerischen gebens im Verein und eine beträchtliche Zunahme des Mitgliederbestandes feststellen, u. a. auch' die Gründung einer Schüler- und Schülerinnenabteilung verzeichnen. Der Bericht des Kassen- walters zeigte die Finanzen des Vereins in bester Ordnung. Nach den Berichten der Fachwarte für und dem Aufsichtsrat Entlastung und sprach ihm l sein volles Vertrauen aus. Der satzungsgemäß ausscheidende Genossenschaftsoorsitzende nahm die Wiederwahl an, während für das ebenfalls ausscheidende Äufsichtsratsmitglied Ferd. Söbrtd), der die Wiederwahl ablehnte, Ferd. Holler neu gewählt wurde. Die Versammlung beschloß weiterhin, daß die fälligen Dreschgelder ab 1. Mai mit 5 v. H. m verzinsen sind. Am Schlüsse der Versammlung ermahnte der landwirtschaftliche Ortsfachberater die Mitglieder, die von der Dreschgenossenschaft aufgestellte neuzeitliche Saatgutreinigungsanlage rege zu benutzen, um dadurch einen einwandfreien Stand der Saaten zu erzielen und auch auf diese Weise ,um Erfolg der Erzeugungsschlacht beizutragen. Die Versammlung wurde sodann in üblicher Weise geschlossen. t. Der Gelt am Sains- sjiihriges Win- ingsmarsch her ) der Begrü- brachten hie lährten M- ‘oftsliebe r n) idjneter Cip nis abfegten. sand ebenso, raren Beifall des Abend; humoristische lereiteten. 8u- e eine Teller- lsehnlichen Be- man sich bei den in schöner stag hielt der ein (Stiftung veranstaltete, sikkapelle, dein d der Turner üßte der Vor- die Besuchen 6en Gründern eins niemand in der Grün- id) unter den ne Witwe üller, die sei' 9 Programm schöner und inen Turner i am Pferd 1. Auch d-e ngen sehen, jugendlichen ill °ur itetuM 1,89 tijaU <* bem n Saale einer A '"rf ÄS rs$$ löffel' 'L-Ä »"W ihre Arbeitsbereiche hielt der Vereinsdietwart Sehrer Becker einen Vortrag über das Thema „Von der Deutschen Turnerschaft zum Reichsbund für Seibesübungen". Nach den geschäftlichen Verhandlungen verlebte man einige Zeit in kameradschaftlichem Beisammensein. Kreis Alsfeld. N. Mücke, 16. Febr. Die hiesige Bienen- Fachschaftsgruppe ist bestrebt, die Bienenweide zu verbessern. Weidewart Karl Deubel III. hatte umfangreiches Pflanzmaterial beschafft, insbesondere Akazien und Ahorn. Außerdem erhielt jeder Imker eine besonders geeignete Kastanienart zur Anpflanzung. — Die jüngste Eintopf- fammlung ergab in unserer Gemeinde Flensungen-Mücke den Betrag von 30,40 Mark. Durch den Verkauf von Wolfsangel-Plaketten gingen 20 Mark ein. — Der FC. 1927 Flensungen hielt feine Hauptversammlung bei Rudolf Reitz ab. Vereinsführer August Beck erstattete den Bericht über das vergangene Jahr. Kassenwart K. Seim gab den Kassenbericht und Spielausschußobmann H. Theiß berichtete über die Spielzeit 1935/36, besonders über die Erfolge der Jugendmannschaft. Der Vorstand wurde entlastet und der bisherige Vereinsführer wiedergewählt. Anschließend bestimmte der Vereinsführer feine Mitarbeiter. Mit der Mahnung zu weiterer Einsatzbereitschaft fand die Versammlung ihren Abschluß. I Nieder-Ohmen, 16. Febr. Im Jahre 1934 wurde die hiesige elektrische Ortsnetzanlage, die im Jahre 1920 von der Gemeinde errichtet worden war, vom Ueberlandwerk Oberhessen in Friedberg käuflich erworben. Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß das Ortsnetz den Anforderungen, die die Neuzeit an eine moderne Anlage stellen muß, nicht mehr entsprach. Die Gemeinde war finanziell nicht in der Sage, selbst größere Es war wohl die geheimnisvolle Kraft uner- chloffenen Sandes, die die deutschen Auswanderer im Saufe des letzten Jahrhunderts nach Brasilien gelockt hat. Die Vorstellung unendlicher Räume wirkte, wie Maria Kahle in Velhagen und Klasings Monatsheften berichtet, verführerisch auf viele Deutsche, in denen Hunger nach Sand und nach eigener Erde übermächtig wurde; hatten doch die ersten Ansiedler im Jahre 1824 aus den brasilianischen Südstaaten in die Heimat ge- chrieben: „Der Kaiser von Brasilien schenkt jedem deutschen Einwanderer 272 Morgen Urwald zum Bebauen". Diesem verlockenden Angebot sind denn auch viele Tausende gefolgt, die auf dem fremden Erdteil mit der Rodung und Siedlung begannen. Im Saufe eines Jahrhunderts hat sich so in Brasilien eine Gemeinschaft von etwa einer Million von Deutschstämmigen gebildet, die vorwiegend in den drei Südstaaten Parana, Santa Catharina und Rio Grande do Sui leben. Größere deutsche Siedlungsgebiete finben ich auch in den Staaten Espirito Santo und S. Paulo. UeberaU finden sich dort alte gepflegte Siedlungen mit sauberen Kolonistenhäusern, die inmitten weiter Kaffeepflanzungen liegen. Die Besucherin aus der alten Heimat traf in Friedburg und Monte Mor die Nachkommen von Schleswig- Holsteinern, in Kirchdorf die Nachfahren pommerischer Auswanderer und im tiefsten Urwaldland auf neuen Siedlungen deutsche Kolonisten, die selber noch in der Heimat aufgewachsen waren. Die Deutschtumsinsel Colonia Pauli st a ist erst im Jahre 1921 gegründet worden und zwar wohnen dort jetzt insgesamt 80 deutsche Familien aller Stämme. Auch die Siedler in Presidente Wenceslau hatten ihre Jugendzeit noch in Deutschland verlebt, und Maria Kahle weiß zu erzählen, wie beim Anblick der von ihr vorgeführten deutschen Kulturfilme die Erinnerung an Deutschland wieder unbezwingbar zum Ausdruck kam. „Neben mir saß eine Schwäbin mit ihren Kindern, den Buben auf dem Schoß; ich hörte, wie sie sttll zu ihrer zehnjährigen Tochter sagte: ,Ger- truble, schau, des ischt Deutschlands mit Tränen in der Stimme sagte sie das. Und plötzlich setzte mitten in die Vorführung der Filme aus dem alten Meersburg mit seinen wundervollen Gäßchen und Winkeln und Toren die Ziehharmonika des begeisterten Schwaben ein: ,Dieses schöne Sand ist mein Heimatland, ist mein lieber teures Vaterlands r- Am Sams- it Dr. Lung °u statt. Nach e'maer sonsti- uzeitliche Stall diesem Stalle, Wie allen;An- 5 Meh gezüch. land auch eine inzelnen Vieh- norm für da; 1 die qmuffen- den Vorzug lief) sei wesent- i Nutzen. Wie ig gestellt tter- ngsmeh anzu- Vogelsberger >tes Vieh mehr Rundfunkprogramm. Mittwoch, IS. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhliche Morgenmusik. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von- zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Aus der Sippengeschichte einer oberhessischen Bauern- und Handwerkerfamilie. 15.30: Bücherfunk. 15.45: Närrischer Kalender (II): „Kribblige Geschichten" von Richard Euringer. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: Aus Zeit und Seben: Amerika kabelt Weltrekord. Bericht aus einem Nachrichtenbüro. 18: Singendes, klingendes, tanzendes Frankfurt! Unser bunter Frankfurter Nachmittag. 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Ausverkauf bei Plüsch & Co.". Eine Zeitsatire. 20.45: 75 frohe Minuten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Kreis Friedberg. -- Butzbach, 16. Febr. Der hiesige O b st - und Oartenb auoerein hielt im Saale des „Deutschen Hauses" seine diesjährige Hauptversammlung ab, die guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Vereinsführer gab zunächst einen Ueberblirf über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Die Iahresrechnung schloß mit dem Betrag von 230,53 Mark als Ueberschuß ab. Den Haupteil des Abends bildete ein Vortrag von Obstbauinspektor R e n t s ch von der Obstbauinspektion Friedberg über „Gemüsebau im Garten". Die lehrreichen Ausführungen fanden großen Anklang. Zum Schlüsse wurde die übliche Verlosung durchgeführt. Dann schloß der Vereinsführer in hergebrachter Weise die Versammlung. 4- B u tz b a ch , 16. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete einen Kameradschaftsabend, bei dem der Obmann des Suftschutzes, Oberstudiendirektor Dr. Gans, einen lehrreichen Vortrag über den Suftschutzgedanken, die ver- schiedenarttgen Bomben und ihre Gefahren für die Bevölkerung hielt. Einige Sichtbilder erläuterten die Ausführungen. Im anschließenden gemütlichen Beisammensein wurde dem Ehrenmitglied W. Berg für seine 40jährige Mitgliedschaft das silberne Ehrenkreuz von dem Wehrführer überreicht. Die Feuerwehrkapelle sorgte bestens für den musikalischen Teil des Abends. Kreis Schotten. A ott en, 16. Febr. Zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung gab der Bürgermeister von einem Dankschreiben des Charles Weitz, Neu- york, und einer Dollarspende des Neuyorker Schotte- ner Männerchors an die Stadt bekannt. Die Rechnung von 1934, die mit einem guten Rechnungsrest abschließt, wurde vorbehaltlich der Nachprüfung durch die Oberrechnungskammer angenommen. Die Kirche Schotten hat Schwierigkeiten bei der Aufstellung ihrer Voranschläge. Mit den Kirchspielgemeinden ist unter Mitwirkung des Sandeskirchenamtes und des Kreisamtes eine gütliche Verständigung dahin erzielt worden, daß die politischen Gemeinden gewisse freiwillige Zuschüsse leisten. Der Gemeinderat billigte diese Abmachung. Eine Reihe von gemeindlichen Angelegenheiten wurde noch behandelt und dann die Sitzung mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. A Ruppertsburg, 16. Febr. Bei Gastwirt Schumann fand gestern abend die 60. ordentliche Hauptversammlung unserer Kriegerkameradschaft und die Jahresversammlung des Klein- kaliberschützenvereins statt. Kamerad«- schaftsführer Wilhelm Seipp II begrüßte die Erschienenen und ehrte die im letzten Jahre verstorbenen Kameraden Jost Meckel und Heinrich Stamm. Die Kameradschaft zählt jetzt 48, der Schützenverein 22 Mitglieder. Kafsenwalter ist schon seit 1910 Kamerad Wilhelm Sehr II. Zum 2. Kameradschaftsführer wurde Wilhelm Sein neu ernannt. In der Tagung konnten 15 Mitglieder durch Überreichung der Ehrenurkunden des Reichskriegerbundes „Kyffhäuser", die das Bildnis des Generalfeldmarschalls von Hindenburg trägt, geehrt werden, und zwar: Für 50jährige Mitgliedschaft die Kameraden Heinrich Greb, Wilhelm Port I., Otto Port I., Karl Parr I., Georg Peter, Karl Spamer, Wilhelm Meuer und Otto Bücher; für 40jährige Mitgliedschaft die Kameraden Jakob Bücher, Georg Würner, Ernst Horst, Heinrich Habermehl II., Wilhelm Parr III. und Ernst Marx; für mehr als 25- jährige Zugehörigkeit zum Beirat Kamerad Wilhelm Sehr II. Der Schützenverein hält im kommenden Sommer ein Preisschießen ab. Er hat dazu eine zweite Kleinkaliberbüchse gekauft. — Unsere Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes zählt jetzt 156 Mitglieder, das sind 88 mehr als vorher. Vertrauensmann ist hier der Maurermeister Richard Parr. ____________ I BUSSING-NAG irr r r h i Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL 150,9 150,65 PHUipp Holzmann .... Bemeniroerf Heidelberg ttementtoerf Karlstadt.. । 98,25 । 97,5 MG Banknoten. Gritzner ...............o| Mainkraslwerke Höchst a...... 4 Süddeutscher Zuck« tOj 31,25 303,75 175,5 167,5 103,25 151,5 52 91 123 87,25 52 91,5 122,75 87,75 111,25 122,5 117,9 30,65 304,25 174 166 150,9 210,5 112 122,5 117,5 98,9 127,9 128 97,5 127 128 103,75 152,75 175 166,5 150,75 210,5 111 122,5 118 100,5 52 91 122,75 87,5 126,25 103,9 152,25 78 31 112 122,65 100,25 52 91,25 122 86,75 125,65 103,25 151 :i •I « 77,5 30,75 304,5 174 166 Schultheis Pcchenhoser .......4 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. 0 I. G. Farben-Industete Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft...... . 5 . 6 . 0 . 7 . 0 - 8 .. 0 .. 0 7*/. 12 . 8 Lemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Oren stein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Accumulatoren-Fabrä Eontt-Gummt....... Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Oatum 15.2- 17.2 15.2 17.2. SRantfelber Bergbau .. .......6 130 130 130 129,75 ftofdroirte ........... ...... e — - 120 120,5 Rheinische Braunkohlen ..... IS 223,25 221,13 Rheinstahl ........... ....... 4 113,75 113,5 113,9 113,4 Vereinigte Stahlwerke. ....... 0 83,75 83,25 83,5 83,25 Ltavi Minen ........ .......0 18,4 18,25 18,4 18,13 Kaliwerke Aschersleben. .......5 127,25 — 127,5 127 Kaliwerke Westeregeln. .......6 121 121 121,5 121,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 1* — 186 186,5 186 Frantturi a. Ul. 23enm Arankturt a. Ul. Berlin Schluß« kurs Schlußl. Abend« börse Schluß« kurs öchlußk. Mittagbörse Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß! Mittag« börke Datum 15 2- 17-2. 15.2 17-2. Ootum 152. 17.2 15.2- 17-2. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 by,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.«Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 100,5 97,5 111 99,9 98 96,4 101 114,5 96,5 101,3 101,75 97 97 108,65 1,25 8,75 8,8 14 9,75 100,5 97,75 111 99,9 98,5 96,4 101,25 92,75 96,5 101,55 101,9 97 97 108,65 1,25 8,95 8,55 8,7 13,9 9,75 100,5 97,5 111 99,9 97,9 114,9 101,75 97 97 108,65 29,75 1,25 8,95 8,55 14,13 100,5 97,75 102,9 111,1 99,9 98,25 115 101,75 97 97 108,65 I 29,75 1,35 8,8 8,55 8,75 13,9 4? 5° 41 4° 2 H 6 91 A B G T T R A B G L » • 'o desgl. Serie ll ............ 'o Rumän. vereinh. Rente o. 1903 4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4 Rumänische vereinh. Rente . 4% Anatolier............. amburg-Amerika-Pakel .....0 amburg-Südam. Dampfschiff . 0 orddeutscher Lloyd .........0 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 erliner Handelsgesellschaft ... 6 ommerz« und Privat-Bank ... 0 eutsche Bonk und Disconto* Gesellschaft................o resdner Bank..............0 eichsbank ................ ix SG......................u etula.................... io leite. LieferungSgelellschast... 5 icht und Kraft ........... ey, eiten & Guilleaume......... 4 esellsch.s.Eleltr.Unternehmung. 6 heinische Elektrizität ........ 6 Ihein. Westf. Elektr..........g -chuckert & (jo................ Jemens S HalSke............7 ahmeyer L Go..............7 Uiderus ................... 4 )eutsche Erdöl ............... Zarpener.................... 6,5 9,4 5,4 38 15,5 16,65 106,9 116,5 92,25 91,25 91,5 186,65 40 140 118,25 134,25 117,5 130,5 128,65 132,9 174,13 127 97,75 112,65 145,25 91 130,5 86,4 86,5 9,75 6,6 9,35 5,425 38,25 15,5 17 106 116 92 90,75 91 187 40,25 139,5 118,5 134 117 129,5 125,5 128,5 131,5 174 127 97 112,5 114,5 90 130,65 86 86,25 9,75 6,6 9,3 5,4 38 15,65 17 106,75 116 92,25 91,25 91,5 186,9 39,9 139,9 118,5 134,25 117,25 130,13 128,9 132,25 174 128 97,75 112,25 115,13 90,65 160,75 130,9 86,25 86,65 9,25 5,4 38 15,65 25,75 17,13 106,25 116,5 92 90,75 91 186,9 40,4 139,9 119 135 116,75 129,75 125 128,5 131,75 174,5 128,75 97,25 112,4 115 89,75 , 162,5 130,5 86 1 86,4 4*/»% Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% el)em.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 47i% ehern. 8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold fR. 12.... 6Vi% ehem. 47i% Hess. LandeS- Hypothckenbank DarmstadtLiaui 4Yt% ehem. 8% Darmst. Komm. LandcSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhesten Provinz-Anleihe mü Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.«Rechten 47i% ehern.8% Franks. Hyp.«Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 47i% Franks. Hyp.- 67i% ehern. '47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.«Goldpfe..... 4y.% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. LandcSpsand briesanst., Gold Komm. Obl.V Steuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Lesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Staatsrente v. 191C boesch Eisen—Köln«Reuessen .. >lse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse ........ klöcknerwerke ............... Rannesmann«Röhren........ c 5% abgest. Goldmexikaner von Sk 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethc Serie ...................... 15. Februar 17.Februar Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos Atre^ 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel..... 41,85 41,93 41,89 41,97 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,84 54,94 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,28 12,31 HelstngsorS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Pari« ...... 16,41 16,45 16,42 16,46 Holland .... 168,70 169,04 168,89 169,23 Italien..... 19,76 19,80 19,76 19,80 Japan ...... 0,716 0,718 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 LSlo..... : 61,69 61,81 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,14 11,16 11,14 11,16 Stockholm... 63,29 63,41 63,31 63,43 Schweiz .... 81,17 81,33 81,23 81,39 Spanien.... 34,01 84,07 34,03 34,09 Prag....... 10,29 10,31 10,30 10,32 Budapest ... — — — — Reuyork .. - 2,458 2,462 2,458 2,462 Berlin, 17.Februar Geld Brie Amerikanische Roten.............. 2,41 2,48 Belgische Roten.................. 41,72 41,88 Dänische Roten ................. 54,58 54,80 Englische Roten ................. 12,245 12,285 Französische Roten............... 16,37 16,43 Holländische Roten............... 168,47 169,15 Italienische Roten................ — Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, 1 100 Schilling 61.90 61,74 Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 63,09 63,35 Schweizer Noten................. 81.05 81,37 Spanische Noten....»uhiu|i>» Ungarische Rot« —. 38^ — Wirtschaft Wo- BleibtWatzenborn- Gteinberg in der Bezirksklaffe? Die Els des FT. „Teu- Ionia" Watzenborn-Steinberg (Im Bild) konnte gestern im Kampf gegen die Liga der Spielvereinigung 1900 einen klaren Sieg erringen und hat sich damit die Aussichten über den Verbleib in der Bezirksklasse erhöht. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) gleich zum Wochenschluß meist innerhalb eines Prozentes. Sonderbewegungen waren nicht zu verzeichnen. Am Montanmarkt gaben Hoefch und Verein. Stahlverke je 0,50 v. S). nach, Mannesmann lagen mit 86,65 (86,50) gut behauptet. Von Elektropapieren setzten AEG. 0,25, RWE. 0,13 niedriger, Elektr. Lieferungen 0,25 und Siemens 0,40 v. $). höher ein. Etwas fester lagen Maschinen- und Motorenwerte, Daimler 104 (103,75), BMW. 125 (124), Etzlinger Maschinen 93,50 (92,50), Moenus Maschinen unv. 84,75; auch Metallaktien gut behauptet, Rheinmetall-Borsig 127,50, Deutscher Eisenhandel 117,50. Schwächer lagen Gebr. Junghans mit 88 (89,50), ferner verloren Deutsche Linoleum 1,50 v. 5). auf 151,25, Holzmann 1 v. H. auf 98. Zell- Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 125: Verarbeitung von Rohstoffen für Leinölfirnis genehmigungspflichtig. 126: Verrechnung von nur noch zwei Dritteln des deutsch-bulgarischen Warenverkehrs über Clearingkonto. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörfe uneinheillich. Frankfurt a. M., 17. Aug. Auch zum chenanfang bestand an der Börse nur wenig Unternehmungslust, so daß sich die Umsatztätigkeit bei am Aktienmarkt nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung in engen Grenzen bewegte. Beim Publikum zeigt sich seit ein paar Tagen stärkere Zurückhaltung, auch heute lagen nur sehr kleine Aufträge vor, Die Kursoeränderungen hielten sich im Ver- iuation und schoß unhaltbar zur l:0-Führung em. Auf der Gegenseite kann Welcher einen plötzlichen Schuß des Mittelstürmers nur noch über die Latte zur Ecke wehren. Diese landete im Aus. Fehling überlief den gegnerischen Läufer und gab zur -Utttte. Der rechte Verteidiger von Frohnhausen verfehlte den Ball, Szponick schoß aus kürzester Entfernung ein. Noch ein Alleingang Szponicks und dann war ^N^ach^ Wiederbeginn setzten sich die Platzbesitzer sofort in des Gegners Hälfte fest. Wieder war es Szponick, der auf 3:0 erhöhte. Dann wehrte Hel- cher durch energische Fußabwehr einen gut vorge- traqenen Angriff der Gäste. Bei einem Zusammenprall verletzte sich ein Spieler von Frohnhausen und mußte ausscheiden. Die hierdurch bedingte zahlenmäßige Ueberlegenheit nutzten Die Gießener sofort aus. Eine Kombination des Jnnenfturmes und Heß erzielte das vierte Tor. Kurz darauf jagte Fehling den Ball zum fünften Male in das Tor des Gegners. Trotzdem kämpften die Frohnhäufer unverdrossen weiter und fast wäre es ihnen gelungen, das verdiente Ehrentor zu erzielen, als Helcher das Tor verlassen hatte. Leutheuser rettete auf der Torlinie. Ein Wechsel des Frohnhäufer Tormannes brachte für die Gäste keine Verstärkung. Wieder war es Heß, der allein durchlief und das sechste Tor erzielte. Ein Freistoß für die Hie- sjgen — Szponick umspielte einen Verteidiger und stellte das Endresultat her. Mit dem Schlußpfiff hatten die Gießener einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg errungen. BfB.-B. III — 1900 Gießen III 3:1 (3:0). Die 1900er traten mit neun Mann an und ergänzten sich später aus Spielern der zweiten Mannschaft. Trotzdem mußten sie sich nach einem schnellen und stets spannendem Kampfe geschlagen bekennen. Die ganze erste Halbzeit stand im Zeichen der Platzbesitzer, die von den vielen Torgelegenheiten nur drei verwerten konnten. In der zweiten Halbzeit waren die Leute vom Trieb leicht feldüberlegen und erzielten durch einen Fehler des grünweißen linken Verteidigers ihr Gegentor. Beide Mannschaften befleißigten sich einer fairen Spielweise. Jugendfußball. Unenlfchieden im kreisenlscheidungsspiel. Das Resultat entspricht den beiderseitigen Leistungen. Die Großen-Lindener entpuppten sich als ein sehr ernst zu nehmender Gegner und zwangen die Gießener zur Hergabe ihres ganzen Könnens. In der ersten Halbzeit spielten die Gießener auf dem fallenden Platz bergab und erzielten zwei Tor. In der zweiten Halbzeit konnten die Großen- Lindener in dem selben Maße wie vorher die Gießener, durch den Platz begünstigt, das Spiel überlegen gestalten. Bis zum Schlußpfiff erzielten sie ebenfalls zwei Tore. Die engültige Entscheidung dürfte somit erst bei dem Rückspiel in Gießen fallen. Die zweite Jugend gewann, obwohl sie nicht komplett antrat, mit 5:1 Toren in Allendorf. Bei diesem Spiele zeigten sich bei dem Gastgeber noch erhebliche Mängel. GJL-fponi Fußball der heimischen Mannschasten Abendbörse ruhig. Die Abendbörse verzeichnete nur sehr kleines Geschäft, und die Kurse bröckelten überwiegend noch etwas ab, selbst gegen den ermäßigten Berlin«, Schluß traten weitere Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. em. Conti Gummi ermäßigten sich auf 166 (167,50). Montan- und Elektrowerte gingen um 0,25 bis 0,50 v. H. zurück. Etwas fester lagen AEG. bei kleinem Umsatz mit 40,25 (39,75), nachdem bereits im Berliner Schlußverkehr eine Erhöhung auf 40,40 vorausgegangen war. Am Kaffa- markt kamen Haid & Neu Nähmaschinen mit 33 (34), Schöfferhof-Binding mit 170,50 (171) und Frankfurter Hyp. Bank n. P. mit 95,50 (95,75) zur Notiz. Großbankaktien lagen auf der ermäßigten Mittagsbasis unverändert. Am Rentenmarkt blieb die Grundtendenz fest, Umsätze fanden heute abend aber kaum statt. Im Freiverkehr erhielt sich Nachfrage für AEG.-Genußrechte zu 64. II. a. notierten: Altbesitzanleihe 111, IG. Farben- Bonds 126,50, 4'/- Franks. Hyp. Gold R 1 bis 4 96,50, 4V2 v. H. Goldrumänen 9,35, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 185,25, Adca 70,25, Commerzbank 92. Frankfurter Getreidebörse. Frank'furt a. M., 17. Febr. In Weizen kön- nen sich die Mühlen aus dem hiesigen und mitteldeutschen Angebot reichlich zu Mühlenfestpreisen ver- sorgen. In Roggen wird die Versorgung knapper, nur die frachtgünstig gelegenen Mühlen werden aus dem Lande befriedigend beliefert, während sich die Großmühlen mit den auf dem Wasserwege ankommenden norddeutschen Herkünften versorgen müssen. In Braugerste kommt es kaum mehr zu Umsätzen, und auch in Industriegerste ist bei erhöhten Forderungen und schwächerem Angebot schwer verkäuflich. Hafer ist zur Zeit kaum angeboten. Weizen- und Roggenmehl haben stetige Bezugsumsätze. Die Nachfrage für Futtermittel ist wieder lebhafter geworden, besonders für Kleie, Oelkuchen und Schnitzel. Rauhfutter war von der Landwirtschaft genügend angeboten, Heu gab weiter etwas nach. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Reichsmark: Weizen W 13 209, W 16 212, W 19 216, W 20 218; Roggen R 12 172, R 15 175, R 18 179, R 19 181; Futtergerste nicht notiert, Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230; Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 28,25, W 16 28,50, W19 28,50, W 20 28,25; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,75 bis 17, Weizenfuttermehl 13 bis 13,25. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Roggen- kleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber nicht notiert, Trockenschnitzel 9,04, Großhandelspreis ab Fabrik- ftation. Heu 8 bis 7,90, Weizen- und Roggensttoh, drahtgepreßt 3,50 bis 3,80, gebündelt 3,40 bis 3,70. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,35, gelbfleischige hiesiger Gegend 3,20, weiß-, rot« uyd blauschalige 2,90 RM. per 50 Kilo bei Waggon- bezug. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Febr. Auftrieb: Rinder 768 (gegen 813 am letzten Montagsmarkt), darunter 190 Ochsen, 72 Bullen, 407 Kühe, 99 Färsen. Kälber 403 (466), Schafe 77 (49), Schweine 2850 (2955). Zum Schlachthof direkt: 1 Kuh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 (am 10. Februar 43), b) 43 (43), c) 43 (40 bis 43), d) 38 bis 42 (—). Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 40 bis 42 (42). Kühe a) 43 (43), b) 38 bis 43 (39 bis 43), c) 31 bis 37 (32 bis 38), d) 24 bis 30 (23 bis 31). Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (40 bis 43), d) 37 bis 42 (—). Kälber andere a) 61 bis 65 (63 bis 68), b) 53 bis 60 (55 bis 62), c) 43 bis 52 (47 bis 54), d) 35 bis 42 (37 bis 46). Lämmer und Hämmel b2) 50 (50). Schafe nicht notiert. Schweine a2) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (—). Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber mittelmäßig, geräumt. Schafe ruhig, Ueberftand (35 Stück). Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und ; für Fettwaren. Beschickung: 743 Viertel Rind- . fleisch, 74 ganze Kälber, 23 ganze Hämmel, 112 halbe Schweine. Notiert wurden pro 50 Kilogramm 1 in Mark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 72 bis 75. • Bullenfleisch b) 74 bis 77. Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77, c) 72 bis 75. Kalbfleisch b) 74 bis 80, c) 66 bis 74. Ham- melfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Ruhig. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 17. Febr. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 369 Ferkel, darunter 260 Händlerschweine, zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 22 bis 26 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 26 bis 32 Mark. Der Handel verlief mäßig, es verblieb ein Ueberftand von 169 Stück. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg wahrt seine letzte Chance. Spielvereinigung verliert 5:1. Es war zu erwarten, daß die Mannschaft der Spielvereinigung (mit Fischer; Herff, Schäfer; Erhard!, Heilmann, Schmitz; Jäger, Wilhelmi, Clement, Schmelz und Hain) nicht gewinnen wird. Die Elf von Watzenborn-Steinbera (E. Happel; Jung, O. Burger; Schäfer, Schmanot, E. Burger; Bender, Buß, O. Happel, Haas und Fett) wußte, worum es ging. Das Spiel bedeutete die Ausnützung oder den Verlust einer letzten Chance um den Verbleib in der Bezirksliga. Wenn auch die letzte Entscheidung über Den Abstieg erst mit Dem Spiel Bissenberg — Dillenburg fällt, so konnten die Teutonen von sich aus nur noch in diesem Spiel gegen Die Spielvereinigung 1900 etwas zur Verbesserung ihrer Situation tun. Sie taten Denn auch, was sie konnten. Das Spiel ließ in Der ersten halben Stunde eine starke technische Ueberlegenheit der Gäste erkennen, und es sah nicht danach aus, als könnten die Platzbesitzer zu Punkten kommen. Zudem erzielten Die Blauweißen Durch ihren Linksaußen das erste Tor unD schufen sich DaDurch zunächst eine moralische Ueberlegenheit. Happel im Tor Der Teutonen warf sich etwas zu spät unD konnte so Den Erfolg nicht verhinDern. In Der 15. Minute hatten Die Platzbesitzer eine große Chance — balD Darauf roieDer —, aber alle Tormöglichkeiten rourDen vergeben. In Der Folge hatten die Stürmer der Teutonen beispielloses Pech mit ihren Akttonen. Erst in der 33. Minute gelang ihnen der längst verdiente Ausgleich. Fett brachte einen wunderbar placierten Schuß an, gegen Den Fischer machtlos war. Der Ball ging genau unter die Latte. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Obwohl Die Gäste das technisch reifere unD schönere Spiel zeigten, blieben ihnen für Die Folge weitere Tore versagt. Der schwere Boden machte ihnen sehr zu schaffen, während die Platzbesitzer besser damit fertig wurden. So kam es, daß fast während Der ganzen zweiten Halbzeit die Teutonen überlegen spielten unD Fischer mehr zu tun bekam als sein Gegenüber. Buß konnte aus einem Geplänkel heraus Das vielbejubelte Führungstor Der Teutonen erzielen. BalD Darauf kam es wieDer zu einem heftigen Kampf vor Dem Tor Der Blauweißen unD ein Tor fiel, an Dem Verteidiger und Torwart der Blauweißen selbst nicht ganz unschuldig waren. So führte Watzenborn-Steinberg bereits 3:1. Ein Strafstoß von der Elfmetermarke aus, von Fett unhaltbar geschossen, stellte das Ergebnis auf 4:1. Den fünften Treffer konnte Buß in einem Nachschuß erzielen und damit den Sieg endgültig sicherstellen. Die Elf der Blauweißen spielte aufopfernd, konnte aber gegen das eifrige Spiel Der Teutonen nicht aufkommen, Denen ihre körperliche Ueberlegenheit in Der UeberwinDung Der schweren Boden- verhältnisse sehr zustatten kam. Der SchieDsrichter Krug (Friedberg) amtierte unnachsichtlich streng, aber ebenso gerecht. Der Kampf rourDe sehr fair ausgetragen. Fußball der Sauliga-Mannschasten. Gau Nordhessen: 1. FC. Hanau 93 — SV. Bad-Nauheim 8:0 (6:0); Borussia Fulda — Spielverein Kassel 2:0 (0:0); 03 Kassel — Hessen Hers- feld 5:1 (2:1). Gau Bayern: BC. Augsburg — 1. FC. Nürnberg 1:4 (0:2); ASV. Nürnberg — 1. FC. Bayreuth 3:2 (1:0). «illin, 18- AW S w» 1 U bet Aut« Un 3nlern«J Stellung >mW ?onbema*| innigen der W .^Reichsbahn» Junb des Hand« öer Leiter« Meugin A bas Ziel der Hfiaffungs; ■-in eines Kras liiefter Soll bas Derspr 'jer unb Reich -lache Der Anton ing nach besten S sei nur in engs Äoss- und Zube i Massen und de ftoffaftien lagen uneinheitlich, Waldhos 123 (122,75), Feldmühle Papier 120 (119,50), Dagegen Aschaffenburger 87,25 (87,75). IG. Farben wurden weiter vernachlässigt, verblieben aber bei 151. Sonst eröffneten Reichsbank mit 187 (186,65), NorDd. LloyD mit 17 (16,65), AG. für Verkehr mit 106,75 (106,90) unb Deutsche Erdöl mit 112,50 (112,65). Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls geteilt. Altbesitz weiter etwas gefragt und auf 111,13 (111) erhöht, Dagegen gingen Kommunal- Umschuldung auf 87,35 (87,45) zurück. Späte SchulDbuchforderungen unb Wiederaufbauzuschläge sowie Zinsvergütungsscheine lagen gut behauptet. Bei fast völliger Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe überwiegend leicht ab. Montan- werte lagen vorübergehend etwa 0,25 v. H. höher, gingen aber später gleichfalls zurück. Ermäßigt waren u. a. Daimler mit 103,50 nach 104, IG. Farben mit 150,75 nach 151, Hoesch mit 90 nach 90,50, Mannesmann mit 86,50 nach 86,65. Auch die erst später zur Notiz gekommenen Werte ließen 0,50 bis 0,75 v. H. nach, Westdeutsche Kaufhof verloren 1 v. H. auf 30,25, Accumulatoren 1,50 v. H. auf 174. Mäßig höher lagen Montecatini mit 45 (44) unb Scheibeanstalt mit 211 (210,50). Der variable Rentenmarkt war später still und unveränbert. Stäbte-Altbesitz fanben bei 106,50 bis 106,75 Interesse. Golbpfanbbriefe blieben unveränbert, Liquibationspfandbriefe lagen fast überwie- genb 0,25 bis 0,50 v. H. fester, auch Stabtanleihen zogen 0,13 bis 0,25 v. H. an. Von Auslanbsrenten zogen Ungarn Golb auf 8,95 (8,80) an. Im Freiverkehr würben u. a. bewertet: Ufa- Aktien 56, Growag 80, Ablerwerke 100,75, NSU. 109, Pokorny 104, Wayß & Freytag 94,50, Frankfurter Hanbelsbank 32, Rastatter Waggon 10,50. Tagesgelb unveränbert 2,75 v. H. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Kickers Offenbach 1:1 (0:0); Phönir Ludwigshafen — FSV. Frankfurt 1:5 (0:3); Borussia Neunkirchen — Union Niederrad 2:1 (0:1); Opel Rüsselsheim — Wormatia Worms 1:3 (0:1); FK. Pirmasens — FV. Saarbrücken 4:0 (3:0). AfB./R. siegt klar mit 7:0 gegen Frohnhausen. Die Gießener Mannschaft spielte in einer Form, wie man sie in dieser Verbanbsserie noch nicht sah. Trotzdem die Bodenverhältnisse sehr schlecht waren, zeigten die Gießener auch in technischer Hinsicht Glanzleistungen. Der Sturm, der immer wieder in Den Leistungen Wünsche offen ließ, zeigte ein großartiges Zusammenspiel. Dabei war Der Gegner nicht schlecht! Die Mannschaft zeigte ausgeglichene Leistungen. LeDiglich Der Tormann zeigte sich etwas unsicher. Der SchieDsrichter war in seinen Leistungen einroanDfrei. Die Gäste hatten Anstoß, scheiterten aber an Leutheuser. Ein plötzlicher Vorstoß Des Gießener linken Flügels — Flankenwechsel — Der Frohn- häuser Verteidiger konnte nur noch zur Ecke wehren. Diese gutgetreten, kam zu Knauß, dessen Schuß gehalten wurde. Gleich darauf erzielten die Gießener ein Tor, das aber wegen Abseits zu Recht ab- »rfonnt wurde. Die Gießener waren jetzt leicht felDüberlegen. Dann waren die Frohnhäufer durch. Der Schuß ihres Halblinken ging daneben. Gewühl im Frohnhäufer Strafraum: Schorge erfaßt die Si- Mpost-un Freiherr Merle an feine «als gesagt, da Wchkeiien hat hitll zu fördern, Üblichkeiten der Gesetzgebung '? beiden finanjic •oort unb bie •\ing. (Fr habe o p^sf/rofjent) I ''-Mt. Er glaul I Ordnung Wo '■ ?^ich der Aut i Weitung der te I- "'Hondnisvoll 1 .^ergangenen j ^ung des . Hingabe der a erstarkten Aut We, daß auf । unb uns Deut 'Miniise der W, fei. Die A i A dem Führ, /rang dankbar E Vicht em ' ein Beisl k !. Wendigen A ^-il-n it ^werden, da Schicht halten S W müsse ? Aktors pn den 6 b Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.