Samstag. 18. Zanuar 1936 Itr.15 Erstes Blatt 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger Vedenklicher Vorstoß des Danziger Völkerbundskommissars. en- Innerpolitische Angriffe gegen die Danziger Regierung im Bericht für den Völkerbundsrat nm Lhren-M seien. annt ahn a u - M, gegen jedes Volk stehen, das durch eine Rückkehr zur Gewaltpolitik den Frieden breche, den England Edens Rede wird von der Presse mit Befriedigung ausgenommen. Besonders begrüßt werden seine Ausführungen, in denen die Völkerbundstreue Englands hervorgehoben wird. Die „Times" schließt aus der Rede Edens, daß England die Führung in der Völkerbunds- und Sicherheitspolitik beibehalten werde. Die Bedeutung der Forderungen Edens, daß der Völkerbund stark gegenüber den Angriffen aber auch bereitzurDurchführungnotwendlger Aenderungen sein müsse, liege auf der Hand. Der Völkerbund sei zum Tode verurteilt und mit ihm jede Hoffnung auf einen dauernden Frieden, wenn er nicht gleichzeitig die B e s e i t i g u n g v o n Kriegsursachen durch notwendige Aenderungen bewirken könne. Folge des Verzichts auf die letzten Machtpositionen in Ostasien wäre, für die Wirtschaft beider Länder bedeuten müßte, davon haben sie ja schon einen bitteren Vorgeschmack bekommen, der Handel der Vereinigten Staaten spürt heute schon die japanische Konkurrenz auf das empfindlichste in Mittel- und Südamerika, ja im eigenen Lande, und England muß sich in Afrika und Australien, ja selbst in Indien und auf den europäischen Märkten geaen die lieber- flutung mit japanischen Waren zur Wehr setzen. Eine ausgesprochene Prestigefrage ist die For- derung nach Flottengleichheit neben machtpolitischen Erwägungen für Japan. Richt nur, daß die nationale Schmach von Washington getilgt werden muß, empfindet Japan auch bei seinem Streben nach der Führung der asiatischen Welt die im Kräfteverhältnis von Washington deutlich ausgesprochene Deklassierung als Hemmung. In der Erklärung, mit der die japanische Flottendelegation in London Japans Ausscheiden aus der Flottenkonferenz begründete, heißt es: „Die Zubilligung einer niedrigeren Verhältnisziffer ist unserem nationalen Ansehen so schädlich, daß schwere Ruckwir» e Beratung [ostümen ---------- bereinig. ------- ----------, , - r Kriege komme. Ein Krieg müsse zum Zusammenbruch der Zivilisation führen. Wenn die Kritiker des Völkerbundes England einen besseren Weg zu zeigen vermöchten, um eine solche Katastrophe zu vermeiden, so sei es an ihnen, das zu tun. bundskommissar scheint also der Meinung zu sein, daß er befugt sei, nach der Art eines Gouverneurs der Danziger Regierung in inneren Fragen Befehle zu erteilen. Lester erklärt, daß die Mittel, die dem Hohen Kommissar zur Verfügung stehen, nicht befriedigend seien, und er regt die Bestellung eines Ermittlungsausschusses für Danzig durch den Rat des Völkerbundes an. Wie sehr der Völkerbundskommissar in Verkennung seiner eigentlichen Aufgabe sich in inner- politische Gedankengänge verstrickt hat, geht schon daraus hervor, daß sein Bericht sich fast 9er Völkerbundskommiffar verkennt seine Pflicht Sollten die Erfahrungen im Saarland nicht ein abschreckendes Beispiel für die Einmischungspolitik des Völkerbundes sein? mit. t Star zwei ihrer Berichtes. nüber dem Zungen aus i® beiden Gebiet rtoffelanbauflch laufläche, so liü ihrer voran«. >cht ins Gewicht e günstigere Bi. Asseln zu ermiri der (Erntemengen Schwund in Sn. rmonate verhält, dadurch für den Beifügung stehen muiten läßt Da. - hnte Umrechnung r Kartoffel- und zum Schluß nach ie/ wurde. würden. , . _ . In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" heißt es: Der Hohe Kommissar Lester hat in seinem letzten Bericht nach Genf den Gedanken aufgeworfen, einen internationalen Ausschuß mit der Untersuchung zu beauftragen, bis zu welchem Umfange die Zustände in Danzig verfassungswidrig Er hat ferner ausgeführt, daß dem Hohen müßten." Lester nimmt daran Anstoß, daß sämtliche Mitglieder der Danziger Regierung, die ja durchweg von der Mehrheit des Danziger Volkstages ordnungsmäßig gewählt worden sind, Mitglieder der NSDAP, und als solche dem Gauleiter parteipolitisch untergeordnet seien Herr Forster, so schreibt der Völkerbunds- tommiffar, behauptet in seinen öffentlichen Reden daß er „für die Politik des Herrn Adolf Hitler arbeite, und Forsters Einfluß tn Danzig stutze sich aus diese Behauptung. Lester züiert Reden des Gauleiters in denen dieser dem Bekenntnis der Dan- ziqer Bevölkerung zum Deutschtum und zu dem Führer der Deutschen Ausdruck verlieh Dabei muß allerdings selbst Herr Lester zugeben daß diese Ausführungen des Gauleiters in den Versammlungen den stärksten Beifall der Danzrge r B e - völkerung fanden. Das hindert Herrn Lester nicht, auf der nächsten Seite seines Berichts von dem angeblich anwachsenden Mangel an Vertrauen zur nationalsozialistischen Führung in den Reihen der Danziger Bevölkerung zu sprechen. Auf Grund dieser Einstellung, die lebhaft an ine seinerzeit von Knox im Saar gebiet verfolgte Tendenz erinnert, kommt der Völkerbundskommissar zu der Behauptung, daß die Danziger Regierung trotz der verschiedenen Empfehlungen des Dol- kerbundsrates ihre Politik nach vor nicht im Gei ft e und nach dem Wortlaut der Verfassung führe. Die Danziger Regierung lasse ständig die Vorstellungen des Hohen Kommissars unbeachtet und komme besonderen Empfeh- lungen des Völkerbundes nicht nach. Der Valker- i- 4^5 •ife «* die SßWei Mi», £ R dir . ^Qns Kemler. l'» Listerie '1°'" d-m fe et! Sieg« dUred)i' Sich ??be- konnte K öu4 er sich £ Endete ab« Sprung als J'n. ließ er toman Dörndle Danzig, 18. Januar. Der Hohe Kommissar des Völkerbundes in Danzig, Lester, hat dem Generalsekretariat des Völkerbundes einen Jahresbericht für das Jahr 1935 übermittelt. Der Jahresbericht stützt sich im Gegensatz zu der bisherigen Gepflogenheit nicht auf die sachlichen Angaben der Danziger Regierung. Der Völkerbundskommissar hat es vielmehr zum erstenmal für richtig befunden, dem Sekretariat des Völkerbundes eine eigene Stellungnahme zuzuleiten, die geeignet erscheint, eine bedauerliche Zuspitzung des bisherigen loyalen Verhältnisses Danzigs zu den Instanzen des Völkerbundes herbeizuführen. Es ist bezeichnend, daß der Völkerbundskommiffar bereits in der Einleitung feines Jahresberichtes seine Bedenken dagegen äußert, daß die Entwicklung der Danziger Politik im vergangenen Jahr „zur Schaffung eines tatsächlichen national- sozialistischen Gerneinwese ns" geführt habe, obwohl ja auch dem Völkerbundskommiffar bekannt sein dürfte, daß die nationalsozialistische Danziger Regierung bei den demokratischen Wahlen im vergangenen Jahre erneut ein Vertrauensvotum der überwiegenden Mehrheit der Danziger Bevölkerung erhielt. Der Völkerbundskommissar scheut sich nicht, der Danziger Regierung „eine in ständig wachsendem Maße verfassungswidrige Politi k", sowie die Nichtachtung der der Danziger Regierung vom Völkerbundsrat erteilten formellen Empfehlungen vorzuwerfen. Nicht weniger bedenklich muß es erscheinen, wenn der Völkerbundskommissar weiterhin die unbewiesene Behauptung aufstellt, daß die letzte Danziger Volkstagswahl unter verfassungswidrigen Gesetzen durchgeführt worden sei. Der Völkerbundskommissar läßt hierbei völlig außer acht, daß das höchste und von der Regierung völlig unabhängige Danziger Gericht die Verfassungsmäßigkeit der Volkstagswahl eingehend nachgeprüft und b e ft äti gt hat. Lester nimmt bann einige vorübergehende Verbote jüdischer und oppositioneller Danziger Zeitungen 3um Anlaß, um die Lage der Presse, in Danzig als „völlig unbefriedigend" zu bezeichnen. Desgleichen nimmt der Dölkerbundskom- miffar daran Anstoß, daß die Sitzungen des Danziger Parlaments gewöhnlich nur etwa eine Stunde dauerten, obwohl ihm bekannt fein dürfte, daß die Tagesordnung und die Dauer der Sitzungen ausschließlich durch die demokratische Entschließung der Mehrheit des Parlaments bestimmt werden. Der Völkerbundskommissar beanstandet weiterhin das Verbot einer marxistischen Gewerkschaf tsorganisation, wobei er sich vorbehaltlos die Argumente der Oppositionspar- k o n f e r e n z kam nicht überraschend. Die Aussichten für eine Einigung in der von Japan zur Debatte gestellten Hauptfrage der Flottengleichheit der drei großen Seemächte waren von Anfang an äußerst gering, da weder die Vereinigten Staaten noch das Britische Reich bereit waren, bas in Washington festgesetzte Verhältnis von 5:5:3 zu Gunsten Japans auch nur grunbsätzlich zu änbern. Der Flottenvertrag von Washington, ben bie beiben angelsächsischen Mächte Japan 1922 aufgezwungen haben, bezeichnet einen Tiefstanb in ber nationalen Politik Japans unb bas leien zu eigen macht. Bezeichnen!) für bie innere Einstellung des Völkerbundskommissars und für die Verkennung seiner Zuständigkeiten ist ein Kapitel, bas sich mit ber Person bes Danziger Gauleiters ber NSDAP., Albert Forster, beschäftigt. Obwohl Gauleiter Forster in Danzig keinerlei staatliche Funktionen ausübt, hält Lester sich für berufen, bie Stellung bes Gauleiters innerhalb ber Danziger NSDAP, eingehend zu erörtern. Der Völkerbundskommiffar nimmt daran Anstoß, daß Gauleiter Forster von den Mitgliedern der NSDAP., die sich ja alle freiwillig der Partei angeschlossen haben, Gehorsam fordert und daß er den Mitgliedern der NSDAP, den Eid gegenüber dem Haupt der Bewegung in Deutschland abnimmt. Lester schreibt darüber: „Herr Forster ist ein junger Mann und ein außergewöhnlich enthusiastischer, um nicht zu sagen fanatischer Nationalsozialist, welcher glaubt, daß alle Menschen deutscher Rasse oder Kultur auch Nationalsozialisten sein müssen und — welcher Art die Umstände auch sein mögen — unbedingten Gehorsam dem Führer seiner Partei in Deutschland leisten japanische Volk hat den Vertrag auch stets als eine Demütigung und als schärfsten Rückschlag seit dem Sieg über Rußland empfunden. Der Weltkrieg hatte sowohl Amerika wie die europäischen Mächte von Ostasien ferngehalten. Japan hatte seine Bewegungsfreiheit dazu benützt, um Tsingtau, Schan- tung unb bie beutschen Kolonien in ber Südsee zu besetzen unb China bie 21 Forderungen aufzuzwingen, mit beren Durchführung bas große Expansionsprogramm eingeleitet werben sollte, bas Japans Vorherrschaft auf bem ostasiatischen Kontinent zum Ziel hatte. Doch ber Weltkrieg war beenbet, bevor Japan sich in Ostasien bie unangreifbare Vormachtstellung hatte schaffen können. England künbigte bas Bünbnis mit Japan und stellte sich auf der Flottenkonferenz von Washington 1922 entschlossen neben die Vereinigten Staaten, um, wenn auch unter Preisgabe der bis dahin ängstlich gehüteten und soeben erst im Weltkrieg gegen Deutschland verteidigten eigenen Vorherrschaft zur See Japan als Flottenmacht in die zweite Linie herabzudrücken und dadurch zu versuchen, die von Japan angebahnte Entwicklung in Ostasien aufzuhalten. Japan fühlte sich damals diesem doppelten Druck der beiden angelsächsischen Weltmächte nicht gewachsen und die schwere Wirtschaftskrisis, die nach der Erdbebenkatastrophe von 1923 das japanische Insel- reich fast ein Jahrzehnt hindurch erschüttert hat, war der beste Beweis dafür, daß die japanischen Unterhändler in Washington das damals bestehende Kräfteverhältnis richtig eingeschätzt haben. Japan hatte zwar während des Weltkrieges als Heeres- (ieferant der Verbündeten ungeheure Gewinne einstreichen und namentlich seine Handelsflotte gewaltig vermehren können, aber die Konjunkturwende zeigte schnell die innere Schwäche der japanischen Wirtschaft, die fehlende Rohstoffbasis und die ungenügende Finanzkraft des Landes. Zäh und zielbewußt ist Japan daran gegangen, die in Washington zutage getretene Unterlegenheit aufzuholen, um eines Tages die Scharte auswetzen zu können, die das ganze japanische Volk als eine nationale Schmach empfunden hatte. Die japanische Wirtschaft eroberte durch rücksichtslose Preisunterbietungen, zu denen sie durch den niedrigen Stand des Lohnniveaus in Japan und China in der Lage war, weite Teile des Weltmarktes, die bis dahin ; eine unbestrittene Domäne des amerikanischen und europäischen, namentlich englischen Handels gewesen , waren. Der japanische Export mußte das Geld : schaffen für die großen militärischen Unternehmung ; gen Japans auf dem Festlande, denen diesmal vor- t erst wenigstens sowohl die Vereinigten Staaten wie i England ohne spürbaren Widerstand zu leisten zu- 1 schauten, obwohl das Ziel, die Vorherrschaft Ja- - pans in Ostasien, das gleiche war wie in dem : Jahrzehnt vor Japans diplomatischer Niederlage in - Washington. Kriegsmüdigkeit, Wirtschaftskrisis und : innere politische Verhältnisse haben beide angel- [ sächsische Mächte der japanischen Expansion in Ost- > asien bis zur Stunde Gewehr bei Fuß zusehen - lassen. Auch die maritime Lage des javanischen , Inselreichs, ins seine gpfamfe militärische Kraft im - Japanischen, Gelben und Ostchinesischen Meer, also gleichsam in den eigenen Gewässern, zusammenzu- oallen vermag, bot bei der schrittweisen Eroberung Ostasiens einen ungeheuren Vorteil den beiden angelsächsischen Mächten gegenüber, deren Machtzentren Tausend-» von Kilometer von der umstrittenen Interessensphäre entfernt sind und die auch mit Hilfe von Flottenstützpunkten bei einer ernsthaften Auseinandersetzung diele Ungunst der Lage nur schwer auszugleichen vermöchten. Nur die in Washington erzwungene Ueberlegenheit der Flottenstärken konnte die Vereinigten Staaten und Kommissar größere Möglichkeiten zur Durchsetzung der Genfer Wünsche verschafft werden müßten. Abgesehen von der Tatsache, daß derartige Schlußfolgerungen lediglich auf Gedankengänge der Oppositionsparteien zurückzuführen sind und darauf hindeuten, daß der Hohe Kommissar sich auch nicht im geringsten die Mühe gemacht hat, sich mit der Grundauffassung der Danziger Regierung vertraut zu machen, erinnern sie an Vorgänge, wie wir sie in ähnlicher Form unglücklicherweise im Saarland vor dem deutschen Abstimmungssieg oft genug erlebt haben. Die schlechten Erfahrungen, die Genf an der Saar gemacht hat (wo man sich ebenfalls weitgehend auf Angaben der oppositionellen Minderheiten stützte), sollten tatsächlich als abschreckendes Beispiel dienen, denn wohl niemand kann darüber in Zweifel sein, daß trotz aller Angriffe der Opposition die überwiegende Bevölkerung Danzigs genau so deutsch denkt und fühlt wie das deutsche Saarland. Die „Berliner B ö r s e n z e i t u n g" hebt hervor, daß die Danziger Regierung der vollen Zustimmung der reichsdeutschen Bevölkerung sicher ist, wenn sie sich gegen alle Versuche wendet, die die Verhältnisse des Freistaates nur um des Experiments willen neuen, schweren und für die Lage im Osten keineswegs forderlichen Belastungen aussetzen würden. Danzig hat sich gerade in den letzten Monaten, allen Schwierigkeiten in achtungsgebietender Weise gewachsen gezeigt. Es könnte auch im Sinne der Völkerbundsgrundsätze schwerlich verantwortet werden, wollte man den Prozeß der allmählichen Konsolidierung stören und Bestrebungen in die Hände arbeiten, die auf die Untergrabung jeder Staatsgewalt im Freistaat abzielen. Die „Rote Erde" — Dortmund — fragt, wäre es für den Hohen Kommissar nicht angebrachter, seine Aufgabe darin zu sehen, die Regierung der Freien Stadt zu schützen, als gemeinschaftliche Sache mit den oppositionellen Stänkerern zu machen? Die Einzigartigkeit der Auffassung Lesters gehe übrigens auch schon daraus hervor, daß keiner feiner Vorgänger in Danzig versuchte, sich in die inneren Angelegenheiten der freien Stadt einzumischen. Wenn der Völkerbund den Oppositionsparteien in Danzig in ihrem Kampf gegen die verfassungsmäßigen und richterlichen Einrichtungen der Freien Stadt bei- stehen würde, würde er, der Schutzherr Danzigs, nichts anderes tun, als Danzig in einen Zustand der Rechtlosigkeit zu treiben. Ein kollektives Friedenssystem die Grundlage der britischen Politik Eden verteidigt Englands Stellung zum Völkerbund. ausschließlich mit diesen Fragen beschäftigt und daß die für den Frieden Europas sehr viel wichtigeren Danzig-polnischen Beziehungen in dem Bericht nur kurz g e str ei f t werden. Auch Lester muß zugeben, daß diese während des Jahres 1935 im großen und ganzen befriedigend gewesen sind. Es bleibt doppelt unverständlich, aus welchem Grunde der Völkerbundskommissar den Zeitpunkt für gegeben erachtet, um eine Einmischung in die innerpolitische G e - staltung des Danziger Lebens zu provozieren, durch die im Endeffekt dieses gute Danzigpolnische Verhältnis nur getrübt werden könnte. London, 17. Jan. (DNB.) Seme erste Rede als Außenminister hielt Eden vor seiner Wählerschaft in Leamington. Eden führte u. a. aus, es habe im letzten Jahr zwei Tatsachen gegeben die das Augenmerk der Welt auf sich gelenkt hatten, das Wied er au stauchen eines ft art en Deutschlands, das Das Recht m Anspruch nehme, sich wieder zu bewaffnen, und die Stärkung des Völkerbundes. Nach dem Austritt Japans und Deutschlands und nach dem Fehlschlag der Abrüstungskonferenz habe es geschienen, als ob die großen Hoffnungen, die man auf Den Völkerbund gesetzt habe, enttäuscht worden seren. Die Pessimisten hätten jedoch Unrecht behalten Inmitten der Verwirrungen und Verstrickungen Euro- nas habe bas britifche Volk nur eine mögliche Lösung gesehen, daß bie Völker zusammenarbel. ten müßten unb in ihrer Einigkeit Starke unb Sicherheit finber sollten. Der Völkerbund sehe diese Losung nor. Die Mitglieder des Völkerbundes soll- ten so stark fern, daß jeder Angreifer es lernt, daß eine friedliche Verhandlung und nicht ein Angriff der einzig erfolgreiche Weg ist, um Beschwerden abzustellen. , . . . . Ein Kol,ektivfriedenssystem fei der einzige Weg zu einem Rüstungs ab kommen. Je vollständiger ör; kollektive Friedenssystem fei, ,e weniger schwie g werde es sein, ein Abkommen für die Veränderung der Rüstungen zu erzie en England n»erde immer auf der Seite des Kollektivsystems Pressestimmen zu Lesters Jahresbericht. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der Völkerbundsrat wird sich auf seiner nächsten, am Montag beginnenden Tagung auch mit einigen Petitionen der Danziger Oppositionsparteien zu beschäftigen haben, die vorn Kommissar des Völkerbundes, Lester, an den Bund weitergeleitet wurden. Zu dieser Angelegenheit schreibt der „Völkische Beobachter" u. a.: Deutschland ist gewillt, die Fragen des Danziger Schicksals sehr aufmerksam zu verfolgen. Deutschland hat im Laufe der letzten Jahre gerade übergenug Gelegenheit gehabt, auf tatsächliche und offensichtliche Rechts- b r ü ch e bei der Durchführung eines internationalen Statuts hinzuweisen. Wir meinen hier den Fall des deutschen Memelgebietes und seiner skandalösen Unterdrückung durch die Kownoer Gewalt. Demgegenüber sehen wir im Falle Danzig mit Erstaunen, wie der Völkerbund sich ohne rechtliche Legitimation in die inneren Verhältnisse Der Stadt einmischen soll, die noch nie so eindeutig geklärt waren wie heute, wo die Regierungspartei bei weitem die bisher größte Gefolgschaft von allen regierenden Gruppen gewonnen hat. Wenn der Völkerbund auf Anraten des Herrn Lester sich regelmäßig mit den Petitionen der Opposition befassen sollte, dann bedeutet dies die absichtliche Herbeiführung einer absoluten Anarchie in Danzig. Wir können nur bedauern, daß der Hohe Kommissar offenbar seinen Platz auf der Seite der absolut destruktiven Danziger Oppositionsparteien>sieht und nicht daran denkt, daß es seine Pflicht wäre, der wirklichen und einzigen Autorität m Danzig zum größtmöglichen Erfolg zu verheiz. Deutschland müßte es daher als bewußte Uff^- freundlichkeit ansehen, wenn die Politise?, die in Genf über die Petitionen zu befinden haben, nicht auch ihrerseits die einzig mögliche klare Haltung zu diesen Fragen einnehmen England davor schützen, von Japan aus Ostasien gänzlich verdrängt zu werden. Wir sehen, es war Pmffpm Irhaffen suche i von den beiden angelsächsischen Mächten keineswegs Ö Gnalani) fchähe di/großen Meinungsverschieden- eine Prestigefrage, wenn sie in London fojähi auf h ben OmenS gering ein. i der Beibehaltung des Mächtestandards von Wasbing. Aber es^glaube, daß diese Meinungsverschiedenheiten ton beftanben haben Denn was der gänzliche Der- bereinigt werden konnten, ohne daß es zum lüft des ch-nM-n^Marktes, der dl-unzw-is-hafte schwedisch« wurde von btt mischen hochW enbottor et- ung Svenb Betz- Beisein führeckt der Techn. fjoifr rzen Begrüßung hervor unb übet- die (Ernennung^ i c. Berglund inbuna. Er ginz Deutschland Derer, wie er sagte, ems zu oerbanlen S»LS Buche J flfyt „,28, Eich- StfS*** Erscheint täglich, außer JMHT Ä » M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte ▲ KA ▲ AA ▲ AA A A A ▲ ▲ ▲ AA bis8'/.UHr des Vormittags ©tegencr ^mihenblattcr W B B Grundpreise für 1 mm höhe ♦ÄST InlPhPIIPI zl IHPIlltM BWl* Mit 4 Beilagen RM. 1.95 B ■ B B B H A. JB B B B B B von 70 mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 W B B B B 50Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr .. „ -.25 W B ■ ▼ B ▼ vorh.Dereinbg.25^ mehr. V AK GtmäfHgte ©runtpreffe: infolge höherer Gewalt w # < < Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhe fen ZWM graeifurt am main llGse Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stelndruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und SeschSftrftelle: Schulftratze 7 M-ng-nabfchlüff- Staffel b Jungen in unserem Lande entstehen müssen, weil diese ungünstige LerhäUniszisfer ein Quell dauernder und tiefer Unzufriedenheit für unser Volk dar- ftellt." Und tatsächlich ist der Glaube an die Mission Japans als führende Großmacht Asiens dank einer unerhört eindringlichen Propaganda so sehr in die Seele des japanischen Volkes gesenkt worden, daß ein Verzicht auf die Forderung nach Flöt- tengleichheit unabsehbare innerpolitische Folgen nach sich ziehen müßte. Um die Schmach von Washington auszulöschen, hatte die japanische Regierung ja am 26. Dezember 1934 die Flottenoerträge von 1922 und 1930 fristgerecht gekündigt. Ihre Delegation war also in dem Hauptoerhandlungspunkt mit genauester Marschroute nach London gekommen. Aber sie hat ihre Forderung so geschickt formuliert, daß sie London in dem Bewußtsein wieder verlassen konnte, den Zurückgebliebenen es zumindest schwer gemacht zu haben, Japan als den Schuldigen für die Ergebnislosigkeit der Flottenkonferenz hin- stellen zu können. Japan hat einmal oorgeschlagen, eine gemeinsame obere Begrenzung aller Seestreitkräfte festzulegen und zum andern die vollständige Abschaffung der An- griffswaffen zu beschließen. Japan wünschte also für alle Seestreitkräfte die Festsetzung einer Gesamthöchsttonnage, über die hinaus niemand bauen dürfe, wobei diese Höchsttonnage so niedrig wie möglich festgesetzt werden sollte, um zu einer tatsächlichen Abrüstung zu gelangen. Amerika hat mit dem Gegenvorschlag einer Herabsetzung der See- rüftungen um 20 Prozent aber unter Beibehaltung der gegenwärtigen Derhältniszahlen 5:5:3 geantwortet. Japan mußte diesen Vorschlag aus seiner grundsätzlichen Einstellung heraus ablehnen, ist aber mit seinem eigenen Vorschlag nicht durchgedrungen gegen die Einwände der angelsächsischen Mächte, daß die Derteidigungsbedürfnilfe der großen Seemächte je nach ihrer geopolitischen Lage ganz verschiedene seien und daß eine Macht, die ihre politischen Interessen von ihren Heimatgewässern aus verteidigen könne, eine geringere Rüstung brauche, als Mächte, deren Interessen („Verantwortlichkeiten" nennt es die britische Erklärung) über die ganze Welt reichten. Auch der japanische Vorschlag auf Abschaffung der Angriffswaffen wurde von den anderen Mächten abgelehnt. Japan hatte darunter Schlachtschiffe, Flugzeugträger und große Kreuzer verstehen wollen. Namentlich die Flugzeugträger, mit deren Hille in das dichtbevölkerte und jieaen Bombenangriffe schon durch die landesübliche Bauart höchst empfindliche japanische Mutterland über weite Seeräume hinweg Luftangriffe vorgetragen werden können, sind den Japanern ein Dorn im Auge, besonders da die Vereinigten Staaten über fünf solche Schisse verfügen und drei weitere sich im Bau befinden, von denen die größten 90 fertige und 45 abmontierte Flugzeuge, also eine ansehnliche Luftstreitkraft, an Bord zu nehmen vermögen. Amerika und England haben auch diesen Vorschlag Japans mit der Begründung abgelehnt, daß der Charakter als Angriffswaffe für die einzelnen Schiffstypen zu schwer zu definieren sei. Es wäre nun aber falsch, in der geschlossenen Ablehnung der japanischen Forderung durch die andern beiden großen Seemächte (Frankreich und Italien haben in dieser ersten Phase der Londoner Flottenkonferenz nur eine Nebenrolle gespielt) eine angelsächsische Einheitsfront gegen Japan sehen zu wollen. Zwischen den Vereinigten Staaten und England bestehen vielmehr recht beträchtliche Meinungsverschiedenheiten, die sich sowohl auf die rüstungstechnische wie auf die weltpolitische Seite des Problems erstrecken und im weiteren Verlauf der Londoner Flottenkonferenz vermuttich eine Rolle spielen werden. Amerika beharrt auf der in Washington festgesetzten Höchstgröße von 35 000 Tonnen für Schlachtschiffe, weil diese mit ihrem großen Fahrbereich besonders im weiten Raum des Pazifik gut zu verwenden find, und von 10 000 Tonnen für die großen Kreuzer, weil diese mit ihren 20,3-Zentt- meter-Geschützen dem bewaffneten Handelsschiff stark überlegen sind, das in der Regel nur 15- Zentimeter-Geschütze zu tragen vermag. England dagegen möchte die Gröhe der Schlachtschiffe auf höchstens 25 000 Tonnen herabdrücken und die Größe der Kreuzer auf 6—7000 Tonnen mit 15- Zentimeter-Geschützen festsetzen. Es hat Interessen und Besitzungen in allen Meeren zu verteidigen und braucht daher eine gewisse Anzahl von Schiffen, unter die es einfach nicht heruntergehen kann, die aber den Bedarf anderer Mächte, auch Amerikas, beträchtlich übersteigt. Eine Verkleinerung der Typen würde also jur England eine gewaltige Kostenersparnis bedeuten. England verfügt auch in seiner großen Handelsflotte über eine Unzahl als Hilfskreuzer geeigneter Dampfer, die aber ben~ großen Kreuzern unterlegen sind. England wünscht also diese abzuschaffen, während Amerika ohne die gleich große Reserve an Hilfskreuzern an den großen Kreuzern festhält. Auch aus politischen Gründen wird sich England vermutlich hüten, allzusehr in das Fahrwasser der Vereinigten Staaten zu geraten und die Japaner ohne Not vor den Kopf zu stoßen. Denn wenn zur Zeit des Vertrags von Washington Japan noch per einzige Rivale Englands in Asien war, so ist inzwischen die Sowjetunion zu einem so erheblichen militärischen Machtfaktor geworden, daß ein starkes Japan in Ostasien für die englische Politik unentbehrlich ist, um die Sowjetrussen von dem großen und für bolschewistische Propaganda besonders empfindlichen englischen Interessengebiet in Mittelasien von Südchina über Indien nach Persien fernzuhalten. Sowjetrußland hat eben durch den Mund feiner führenden Männer mitteilen lassen, daß es im kommenden Jahr nicht weniger als 14 Milliarden Rubel in feine Aufrüstung stecken will, das finb ein volles Viertel des russischen Volkseinkommens und 40 v. H. der gesamten Staatsausgaben. Tanks, schwere Artillerie und U-Boote sind bereits enorm vermehrt worden. Die Motorisierung ist unter Aufwendung ungeheurer Mittel voran- getrieben worden, so daß heute die Rote Armee die bestmotorisierte Armee der WeU sein dürste, die zudem noch über die stärkste Luftwaffe verfügt. Daß diese ungeheure Rüstung geschaffen wurde auf Kosten der dringlichsten Lebensbedürfnisse des russischen Volkes, verschweigen natürlich die bolschewistischen Machthaber. Sie verkünden der Welt nicht, daß Tausende Hungers sterben müssen, weil das Getreide ausgeführt wird, um den wahnsinnigen Rüstungsaufwand bezahlen zu können. Während sich Litwinow in Genf als Friedensfreund aufspielt, rühmen seine Kollegen Molotoff und Tuchatschewski in Moskau die Rote Armee als das Heer der Weltrevolution, das zum Angriff gerüstet steht. Wahrscheinlich möchte man sich mit den ungeheuerlichen Rüstungen den Verbündeten in Paris und Prag in empfehlende Erinnerung bringen, aber der revolutionäre Zweck dieser Rüstungen, den die bolschewistischen Machthaber schon ganz eindeutig verkün- den, sollte den Franzosen doch $u denken geben. Auch in Japan und England wird man mit gemischten Gefühlen die Moskauer Kriegsreden vernommen haben und trotz des Mißgeschicks der Deutschlands Friedensliebe ruht in der wahren Volksverbundenheit seiner Führung Reichsminisier Dr. Goebbels spricht in der Oeutfchlandhalle vor dem Gau Groß-Berlin. Berlin, 17. Jan. (DNB.) Die ©autagung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, in der Deutschland-Halle, in deren Mittelpunkt eine bedeutsame Rede des Gauleiters stand, gestaltete sich für die mehr als 20 000 Teilnehmer zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Dr. Goebbels sprach einleitend über die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Reaktionären und Revolutionären. Der Reaktionär sehe nur das Schöne und Große in der Vergangenheit. Der Revolutionär blicke auf die großen Leistungen der Gegenwart und Zukunft. „Es ist nicht an dem", erklärte Dr. Goebbels, „als sei der große Umwälzungsprozeß zu Ende, sondern er geht fort und wird noch einige Jahrzehnte weitergehen müssen. Wir werden uns von den Sorgen des Alltags nicht gefangen nehmen lassen und nicht den Blick für die Zukunft verlieren." Dr. Goebbels setzte sich dann mit jenen Spießern auseinander, die alle Erfolge a I s Selbstverständlichkeit hinnehmen, aber über die kleinen dadurch entstehenden Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten meckern. „Der Spießer gerät fast in Raserei, wenn eine Kompanie Soldaten vorbeimarschiert. Aber er will nicht dafür einmal gelegentlich auf Butter verzichten. Dor einem Jahr haben wir den Sieg an der Saar errungen. Dafür haben wir geschuftet. Man hat uns keinen Dank gesagt, und heute reden unsere Gegner nicht einmal mehr davon. Wenn es schief gegangen wäre, hätten sie zehn Jahre lang darüber geredet. Am 16. März wird es ein Jahr her fein, daß wir d i e Wehrfreiheit proklamierten. Die ganze Welt stand in atemloser Spannung, was nun geschehen werde. Man hätte erwarten müssen, daß, nachdem die Krise vorbei war, unsere Gegner erklärten: Das habt ihr gut gemacht, ihr habt Mut gehabt, und dem Mutigen gehört die Welt. Wir haben mit England einen Flottenvertrag abgeschlossen, den jeder Politiker ein Jahr vorher für eine bloße Utopie erklärt hätte. Der Spießer sieht mit Begeisterung in der Wochenschau die vorbeifahrenden Kriegsschiffe, aber er verliert kein Wort über unsere Leistung. Demgegenüber müssen wir uns zur Wehr setzen. Denn wenn wir das nicht täten, so würden wir allmählich mit unserer Anständigkeit an die Wand gequetscht." Mit großer Offenheit sprach Dr. Goebbels über die Probleme der Gegenwart, insbesondere über die bekannte Zunahme der Arbeitslosig- Flottenronferenz beizeiten seine Folgerungen daraus ziehen. Die Ankündigung von alle Waffengattunaen umfassenden Aufrüstungsplänen in der britischen Presse ist zweifellos eine Auswirkung einmal des bisherigen Verlaufs der Flottenkonferenz, der kaum noch Hoffnung auf eine Rüstungsbeschränkung zur See läßt, zum andern der phantastischen Aufrüstung Sowjetrußlands. Sie ist der stärkste Unruheherd in der Weltpolitik. Ernste Erkrankung des Kontos von England. Conbon, 18. Ian. (DNB.) Eine am späten Abend des Freitags ausgegebene Mitteilung besagt, daß König Georg V. an Bronchialkatarrh und Anfällen von Herzschwäche leibet. Sein Zustanb gebe zu einer gewissenBesorg- nis Anlaß. „Daily Telegraph" melbet ans Sanbringham, bah sich die Erkrankung bes Königs in ben späten Abeubstunben bes Freitag verschlimmert habe. Die Leibärzte bes Königs hätten sich für Sauer- stoffbehanbluug entfliehen. Lord Dawson uub ber Leibarzt Sir Stanley Hewett seien währenb ber Nacht im Schloß Sanbringham geblieben. In einer späteren Meldung aus Sanbringham heißt es, bah ber König heute Nacht friebtich in seinem Zimmer schlafe. Don ben Mit- gllebern ber königlichen Familie finb bie Königin, ber Prinz von Males, ber Herzog von Pork uub bie Prinzessinnen Elisabeth uub Margareth-Rose im Schlosse anweseub. Die Verlautbarung ber Aerzte, in ber „einige Beunruhigung" über ben Zustanb bes Monarchen ausgebrückt würbe, ist kurz vor Mitternacht im englischen Rundfunk verlesen worden. Die Morgenblätter, die in großer Aufmachung über die Erkrankung König Georgs berichten, erinnern daran, daß der König bereits im Iuni letzten Jahres an einem Bronchialkatarrh litt. Dasprogrammfür deuBefuch der deutschen Frontkämpfer in England. London, 17. Jan. (DNB.) Heber den Besuch der deutschen Frontkämpfer berichtet Preß Association u. a.: Die deutschen Frontsoldaten werden anläßlich ihres Besuches in London an einer Reihe aufeinanderfolgender Abende von dem Präsidenten der British Legion, Generalmajor Mourice, dem General Sir Jan Hamilton, Lord Rochdale, von dem deutschen Botschafter und von Oberst C r o s f i e l d eingeladen werden. Der Besuch wird dazu dienen, eine bessere Verständigung zwischen den ehemaligen Frontjoldaten der beiden Länder herbeizuführen. Am Sonntag werden die Deutschen am englischen Kriegerdenkmal in Whitehall einen Kranz niederlegen. Ferner werden sie am gleichen Tage bie Mohnblumenfabrik der British Legion (es handelt sich um künstliche Mohnblumen, die alljährlich am Waffenstillstandstag zugunsten der Kriegsopfer verkauft werden) und das Hauptquartier der British Legion besichtigen. Hier wird am Dienstag eine Besprechung stattfinden, nachdem die Anglo-German-Fellowship ein Frühstück für die Frontkämpfer gegeben Hai. Am Mittwoch werden die 5) e il ft ä 11 e der British Legion und die K r i e g e r \ i e b l u n g in Preston- hall in Kent besichtigt werben. Am Freitag werben bie Haig -Erinnerungshäuser in Morden (Kriegskrüppelheime) in Augenschein genommen werden. Am Samstag wird der Abordnung das Unterhaus gezeigt werden. k e i t im Dezember, verursacht durch die Saison- Verhältnisse, schlechte Witterung, Rohstoff- und Devisenschwierigkeiten. Die Tauslyverträge mit dem Ausland hätten sich noch nicht voll auswirken können, man könne jedoch erwarten, daß diese Schwierigkeiten Ende Februar oder Anfang März überwunden fein werden. Da wir gezwungen waren, Devisen für national politische Zwecke zu benutzen, waren wir genötigt, für andere Zwecke Devisen einzusparen. Das deutsche Volk habe keine Kolonien und keine Rohstoffe und müsse versuchen, sich recht und schlecht durchs Leben zu schlagen, solange es nicht den nötigen Lebens- und Wirtschaftsraum besitze. So lebt Deutschland zwar vielleicht bescheiden, aber immerhin doch von dem, was es sich selbst erarbeitet und erkämpft. Es ist darum kein Zufall, daß gerade die ärmsten Volksgenossen, die selbst um Not und Kamps wissen und sich gleichfalls ohne fremde Hilfe durchschlagen müssen, so leidenschaftlich an dieser Regierung und an diesem Regime hängen. Wenn man heute von Reisenden, die aus Rußland zurückkehren, hort, daß es dort eigentlich keinen Menschen gibt, der lacht und fröhlich ist, sondern daß die Menschen dort gedrückt und mißmutig einherlaufen, so kann man demgegenüber doch wohl feststellen, daß der deutsche Mensch, ohne deswegen gerade vor Lebensfreude überzuschäumen, erfüllt ist von innerer Freudigkeit und Befriedigung, von einer beispielhaften Lebensbejahung. Tosende, minutenlange Heilrufe löste bann bie Feststellung bes Ministers aus: „Wenn es auch über biefe uub jene innere kulturpolitische ober kirchliche Frage Meinungsverschiedenheiten und Mißverständnisse geben sollte in außenpolitischen Dingen ist die ganze Nation einig! Eine Spekulation auf die Uneinigkeit unseres Volkes in Fragen dieser Art wäre eine schlimme Fehlspekulation. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, daß ein Volk ohne Macht selbst beim besten Willen den Frieden nicht erhalten kann, heute kann uns niemand mehr zwingen, etwas zu tun, was gegen bie Interessen unseres Laubes verstößt. Linen Krieg anzuzetteln, wäre für bie nationalsozialistische Regierung, bie man im Auslanb so gern als eine Autokratie bezeichnet, sehr viel gefährlicher als für irgenb einen ber sogenannten demokratischen Staaten, in denen eine Mehrheit ben Krieg anzetteln kann, bie am Schluß des Krieges gar nicht mehr da ist und darum auch nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Wenn aber einzelne Manner ihrem Volke gegenüber eine wirkliche, wahre Verantwortung in sich tragen, so werden sie sich hüten, dieses letzte Risiko ohne Not und für andere Zwecke als für die Verteidigung des nationalen Lebens auf sich zu nehmen. 3m übrigens kann sich in dem angeblich so aufofra- schen Deutschland die Regierung auf das Volk berufen, in einem Maße, wie es in angeblich demokratisch regierten Ländern kaum der Fall fein dürfte. Deutschland hat eine veredelte Form von Demokratie, mit deren Führung das Volk in wahrer Verbundenheit innerlich verwachsen ist. Wir alle leben der großen Aufgabe, unsere Nation zu einem Weltvolk zu machen, das Anteil hat an ben Gütern dieses Erbteils." Dr. Goebbels fand die gleiche, gespannteste Aufmerksamkeit, als er anschließend im Schlußteil seiner fast 2^stündigen Rede auf das Verhält» n i s zwischen Führung, Partei und Volk zu sprechen kam. Das Geheimnis der sieghaften Kraft der nationalsozialistischen Bewegung liege darin, daß sie es immer aufs neue verstehe, die Menschen im harten Alltagskampf 'wieder aufzurichten und von den Kleinlichkeiten und Widerwärtigkeiten des Lebens auf die großen Schicksalsfragen hinzulenken. Vergessen wir doch über den Widerwärtigkeiten des Alltags nicht die unendliche Fülle tiefen und herzlichen Dankes, der gerade von unseren ärmsten Volksgenossen wieder und wieder zum Ausdruck gebracht wird, von jener Masie unverdorbener, wahrhaft idealistisch eingestellter Menschen, bie das Leben so nehmen wie es ist. Aus dem Beispiel des Führers und aus der Tiefe dieses Dankes wollen wir jene Glaubensstärke und jene innere Sicherheit nehmen, damit sich unser Volk auch weiterhin nach uns innerlich ausrichten kann. Dann werden spätere Generationen in uns ein leuchtendes Beispiel sehen. Denn auch wir werden einmal sterben, bleiben aber wird ewig unser Werk." 9er italienische Vorstoß an der Somalifront. Oer Heeresbericht meldet völlige Auflösung der abessinischen Truppenverbände. 120 Kilometer weit voraetraqen Rom, 17. Jan. (DNB.) Der italienische Heeresbericht vom Freitag macht folgende weitere Angaben über die Offensive an der Somalifront: Die von General Graziani am 12. Januar begonnene Schlacht am Ganale-Doria hat mit unserem vollen Sieg geendet. Der ge- Kne Feind ist überall auf der Flucht. Die letz- iderstände der abessinischen Nachhut sind auf der ganzen Front überwunden und die Truppen des Ras Defta sind entlang dem in nordwestlicher Richtung führenden Karawanenstraßen in Auflösung begriffen. An einigen Abschnitten waren unsere motorisierten Kolonnen gestern abend 120 Kilometer über ihre Ausgangsstellungen vorgerückt. Die Verfolgung geht weiter. Die abessinischen Truppen leisten keinen wirksamen Wider st and mehr. Die vollkommene Zusammenarbeit zwischen Infanterie, Tanks, Artillerie und Luftwaffe hat die Verluste des Gegners außerordentlich schwer werden lassen. Bis gestern waren 4000 Tote festgestellt. Bereits in tan ersten Tagen der Kampfhandlungen wurden Diele Gefangene eingebracht. Eine große Menge an Gewehren und Maschinengewehren wie auch einige Geschütze sind in unsere Hände gefallen. Unsere Verluste bei den Verbänden der Heimatarmee sind gering. Die Tapferkeit unserer Truppen aus der Heimat wie der (Eingeborenen® Verbände und der Somali-Dubats ist über jedes Lob erhaben. Die siegreiche Offensive des Generals Graziani ist in ganz Italien mit lebhafter Genugtuung aufgenommen worden. Die Zeitungen veröffentlichen spaltenlange Berichte. Der Militärische Mitarbeiter des „Piccolo", General P o l l a t i, weist darauf hin, daß es zum erstenmal gelungen fei, den Feind zur Schlacht zu zwingen. Die erste unmittelbare Folge der Niederlage fei, daß die Abessinier von einem Teil der für sie so wichtigen Kenya-Grenze vertrieben und damit die über diese Grenze kommenden reichen Z u - fuhren teilweise unterbunden werden konnten. Es sei auch nicht ausgeschlossen, daß nach diesem Siege neue abessinische Truppen, die für die Tigrefront bestimmt seien, an die S o - malifront geworfen würden. Auf jeden Fall liege trotz der vielen im Ausland umlaufenden Falschmeldungen die Initiative auf den abessinischen Kriegsschauplätzen ganz in italienischer Hand. Während an der erythräischen Front die Dorregenperiode eingesetzt hat und alle Offensivbewe- gungen der Italiener lähmt, hat im Süden Abessiniens General Graziani von Dolo aus mit (einen Truppen, die nicht nur aus Farbigen bestehen, sondern durch weiße Truppen erheblich verstärkt wurden, einen Stoß geführt, der, nach italienischen Meldungen einen vollen Erfolg bedeutet. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß die Abessinier zu Beginn des Kampfes unmittelbar in der Umgebung von Dolo faßen und dort ihre Ma- fchinengewehrnefter gebaut hatten. Dolo gehört aber zu Jtalienisch-Somaliland. Es ist der Punkt an dem die Flüsse Daua, Ganale-Doria und Web zusammentreffen, um vereint als Djuba dem Meere zuzustreben. Wenn also die Offensivbewegung Grazianis von der Stadt Dolo ausging, dann muß er in den letzten Monaten feine Truppen rückwärts auf diesen Punkt konzentriert haben, wovon allerdings die Italiener nichts berichteten. Das Gelände ist bergig, gut bewachsen mit tropischem Buschwald und bietet der Verteidigung durch die Abessinier, die sich ihrer Stärke :m Kleinkrieg bewußt find, zahlreiche Stützpunkte; allerdings konnten sie den modernen Waffen keinen Halt bieten. So ist der Erfolg Grazianis sehr wohl erklärlich. Immerhin scheinen aber die Truppen des Ras Defta erbitterten Widerstand geleistet zu haben, denn abgesehen von den Trupps abessinischer Scharfschützen, die unmittelbar in der Umgegend von Dolo die Italiener belästigten, haben am Fluße ©anale Doria die Abessinier sogar in Schützengräben wütenden Widerstand geleistet. Die italienischen Berichte bezeugen, daß die Eroberung der Dörfer am ©anale Doria nur nach heftigen Nahkämpfen erfolgte. Der Angriff der Italiener war ursprünglich zur Abwehr einer größeren Operation unternommen worden, die der Ras Desto gegen Dolo selbst angesetzt hatte. Er begann am letzten Sonntag. Zunächst mußten die Scharfschützen der Abessinier bezwungen werden, dann setzte ein kombinierter Angriff von Infanterie, Tanks und Flugzeugen gegen die abessinischen Schützengräben ein, der sich auf der ganzen Front von Englisch-Kenya bis in die Gegend des Flusses Schebeli ausdehnte, wobei das Schwergewicht die Kämpfe am ©anale Doria bildeten. Während die weißen italienischen Truppen auf der rechten Seite dieses Flusses vorgingen, drangen die farbigen Truppen, die Dubats, auf dem linken Ufer vor. Der Angriff scheint mit so massierten Kräften geführt zu fein, daß Amino, Gogoru und Semiei genommen wurden. Ob sich Ras Defta nicht in neuen Verteidigungsstellungen festfetzt, bleibt abzuwarten. Erhöhte Flieg erMakeit. Addis Abeba, 17. Jan. (DNB.)Italienische Bombenflieger überflogen auch heute wieder K o» r a m und belegten die Stadt erneut mit Bomben. Wie abessinische Meldungen weiter besagen, sind von den italienischen Fliegern Flugblätter abgeworfen worden, in denen die Italiener erklärten, daß im Kriege auch Kirchen zerstört würden, daß die Italiener aber nach Beendigung des Krieges mit Hilfe Gottes d i e Kirchen wieder aufbauen würden und auch sonstige Zerstörungen, die sie hätten vornehmen müssen, wieder gutgemacht werden würden. An der Süd front laufen ständig Nachrichten ein, wonach während der gegenwärtig tobenden Schlacht italienische Eingeborenentruppen zu den Abessiniern übergelaufen sein sollen. Nach Meldungen dieser lleberläu- ter fall es in den letzten Dezembertagen bei M o g ad i s ch o, der Haupfftadt Jtalienisch-Somali- landes, zwischen Eingeborenentruppen einerseits und faschistischen Regimentern andererseits zu einer bewaffneten Auseinandersetzung gekommen fein. Solche Auseinandersetzungen habe es auch an mehreren anderen Stellen gegeben. Schließlich wird von abessinischer Seite die Nachricht verbreitet, daß offene Empörungen im Nordosten des italienischen Somalilandes stattgefunden hätten, weil sich die Eingeborenen weigerten, gegen die Abessinier zu kämpfen. Italien weist die schwedischen Anschuldigungen zurück. Rom, 17. Jan. (DNB.) Staatssekretär Suvich empfing am Freitag den schwedischen Gesandten in Rom, Sjöborg, und überreichte ihm eine Note der italienischen Regierung, in der in aller Form die Anklage eines vorsätzlichen Angriffes auf ein schwedisches Lazarett in Dolo zurückgewies en wird. Die Schuldigen für die zufällige Beschädigung des Lazarettes seien nicht auf italienischer Seite zu suchen. Wer sich in ein von Krieg beherrschtes Land, wenn auch in einer noch so menschenfreundlichen Aufgabe, begebe, laufe unvermeidlich gewisse Gefahren. Schuschniggs Besuch in Prag, i Prag, 17. Jan. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg stattete am Freitag Ministerpräsident Hodza einen einstündigen Besuch ab. Ein Besuch bei Kardinalerzbischof K a - spar schloß sich an. hierauf folgte der Bundeskanzler einer Einladung Dr. B e n e s ch s zu einem Essen auf der Burg. Schuschnigg ist um 22.50 Uhr nach Wien zurückgereist. Die Uebereinstimmung, insbesondere im Bezug auf die Politik im Donauraum, wurde bekräftigt. Die Erneuerung des Schiedsgerichtsvertrages von Brünn, der im Mai 1936 nach zehnjähriger Dauer abläuft, wurde beschlossen, seine Ergänzung zu einem Freundschaftspakt vereinbart. In wirtschaftlichen Fragen wurden zunächst Vereinbarungen nicht getroffen, sondern die Durchführung der aus der grundsätzlichen Uebereinsttm- mung sich ergebenden Maßnahmen den beiderseitigen Fachmännern überlassen. Die „Reichspost" bringt Erklärungen Schuschniggs. Der Bundeskanzler sagte u. a.: „Wenn die Aussprache in Prag auch das wirtschaftspolitische Verhältnis zwischen den beiden Staaten erfaßt, so entspricht dies einer immer stärker heroorttetenden Tendenz, an Stelle der wirtschaftspolitischen Zerklüftung im Donauraum der Idee notwendiger Zusammenarbeit den Vorrang zu geben. Ich täusche mich keinesfalls darüber, daß bis zu einer neuen zusammenfassenden mitteleuropäischen Wirtschaftspolitik und ihrer praktischen Durchführung noch manche Etappe zu überwinden sein wird. Ich glaube aber, daß gerade solche persönlichen Aussprachen viel dazu beitragen können, um Mißverständnisse zu beseitigen. Wenn einzelne Meinungen des Auslandes von den Prager Besprechungen besondere Ueberraschungen erwarten, so werden die Träger dieser Meinungen enttäuscht werden. Nichts liegt dem Bundesstaat Oestereich ferner als eine Politik der Experimente oder der Sensationen. Nur Ergebnisse, die sich ausnatürlicher Entwicklung ergeben, sind von Dauer und Vorteil." Derschwöiung qegen Stativ. Chardin, 17. Jan. (DNB.) Am 29. November vorigen Jahres stürzte über dem Moskauer Flugplatz ein eben in den Dienst gestelltes sowjetrussisches Spezialflugzeug ab, wobei die amtliche Abnahmekommission und die gesamte Besatzung den Tod fanden. Zu diesem Unfall will die „Charbinskoje Wremja" aus sowjetrussischen Kreisen erfahren haben, daß es sich in Wahrheit um einen gegen Stalin geplanten Anschlag gehandelt habe, der durch ein technisches Versehen 48 Stunden zu früh ins Werk gesetzt worden sei. Das abgestürzte Flugzeug hätte für Stalin persönlich und die höchsten Spitzen der Sowjetunion in Dienst gestellt werden sollen. Einzelheiten über die Ursache des Unglücks seien nicht bekannt geworden, doch dürfte es sich um einen besonders gefährlichen Explosivstoff gehandelt haben. Im Verlauf der von der GPU. durchgeführten Untersuchung seien Massenoerhaftungen und angeblich auch bereits zahlreiche Erschießungen vorgenommen worden. Vor der Auflösung des japanischen Parlaments. Tokio, 18. Ian. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Bericht der Agentur Domai deuten alle Anzeichen darauf hin, daß eine Auflösung des japanischen Parlaments unvermeidlich ist. Diese Auflösung dürfte vermutlich am 21. Januar, am Tage der Wiederaufnahme der Parlamentsarbeiten nach den Neu- jahrsferien, erfolgen. Die S e i y u k a i, die stärkste Partei, werde wahrscheinlich unmittelbar nach den Reden, die der Ministerpräsident, der Außenminister and der Finanzminister halten werden, einen Mißtrauensantrog gegen die Regierung einbringen. Oie deutsche Technik. Berlin, 17. Jan. (DNB) Der Stellvertreter Les Führers Rudolf Heß empfing den General- Inspektor Dr. Todt in seiner Eigenschaft als Hauptamtsleiter der Partei und Leiter der technischen Organisationen zum Bericht über die Tätigkeit und künftige Entwicklung der von Dr. Todt geführten technischen Verbände. Der im Äahre 1935 beschrittene Weg einer Zusammen- sassung der bestehenden Fachoerbände in der Reichsqemeinschaft Technisch-Wissenschaftlicher Arbeit (RTA.) unter Aufrechterhaltung ihrer Vereidigung der NG -Schwestern des Gaues Hessen-Nassau in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 17. Jan. Im festlich geschmückten Städtischen Saalbau wurden die 316.« Schwestern des Gaues Hessen-Nassau vereidigt. In Anwesenheit von Vertretern der Partei, des Staates, der Stadt und der dem Deutschen Frauenwerk angeschlossenen Verbände erfolgte in einem feierlichen Akt die Uebergabeder Broschen an die 18 0 N S.- S ch w e st e r n des Gaues, die in ihrer kleidsamen braunen Tracht die linke Seite des großen Saales füllten. Nach der Egmont-Ouvertüre, gespielt von dem Orchester des Hessischen Landestheaters unter Dr. Bitters Stabführung, eröffnete der Gauamtsleiter des Amts für Dolkswohlfahrt, Bürgermeister Haug- Darmstadt, die Feierstunde. Hauplamtsleiter hilgenfeldt betonte, daß sich die NS.-Schwestern heute für ihr ganzes Leben verpflichten, dem Nationalsozialismus und dem Führer in Treue zu dienen, einerlei ob sie im Krankenhaus oder in ihrer Gemeinde tätig feien. Sie hätten stets und überall der hohen sittlichen Idee des Helfens und dem Gedanken „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu dienen. Ihre große Aufgabe könnten sie nur erfüllen, wenn sie stark seien im Glauben an die na- tionalsozialistische Idee und an den Führer. Sie sollten den Schwachen Kraft geben, und dies könnten sie nur, wenn sie selbst erfüll seien von der unerschöpflichen Kratt der Idee. Die Reichs-Verkrauensschwester Käthe Böttcher mahnte die neuen NS.-Schwestern noch einmal eindringlich an ihre Pflichten. Sie hätten den Nationalsozialismus der Tat vorzuleben und müßten dies in ihrem öffentlichen und privaten Leben jederzeit dartun. Mit allen andern Schwestern teilten sie die Aufgabe des Dienenwollens, des Jmmerbereitfeins zu Rat und Tat. Nur Menschen mit Charakter und Pflichtbewußtsein seien imstande, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Die NS.-Schwestern würden, um ihre Aufgabe ungehindert erfüllen zu können, in Gegenwart und Zukunft materiell sichergestellt werden. Mit dem Wunsche, daß jede NS.-Schwester ihren Anlagen und ihren Kräften entsprechend höchste Leistungen vollbringen möge, schloß die Reichs-Ver- ttauensschwester ihre Ansprache. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholh-Klink verwies darauf, daß der Deutsche ein gerader, einfacher und gottoerbundener Mensch sei. Der Nationalsozialismus mit seinem Wahrhaftigkeitsgedanken habe viel für das Wiedererstarken der religiösen Besinnung in Deutschland getan. Dem deutschen Menschen in seinem Ringen um die letzten Dinge zu helfen, heiße ihn in diesem Kampf so wahrhaftig als möglich zu erziehen. Es sei eine große Aufgabe der NS.-Schwesternschaft, den deutschen Menschen an den Inhalt der Religion — der unabhängig sei von den Formen — heranzuführen und ihn seinen Gott dort suchen zu helfen, wo ihn Gott hingestellt habe, nämlich in sein Erdenwirken. Volksgemeinschaft heiße praktische Liebe, und so möchten auch die NS.-Schwestern hinausgehen, um zu lehren, daß wahrer Glaube sich in Liebe und Volksverbundenheit äußern müsse. Gauleiter Sprenger unterstrich, daß wie alles in der nationalsozialistischen Bewegung auch die Aufgabe des Betreuens durch die Tat geboren worden sei. Wenn in der Kampfzeit uns bange Sorge erfüllte, ob wir die Verwundeten der Bewegung den Krankenhäusern anvertrauen könnten, dann war diese Sorge sehr oft nicht unbegründet. Sie zwang uns zur Selbsthilfe. Daraus ist in der Kampfzeit das „Rote Hakenkreuz" entstanden, da wir der Ueber- zeugung waren, daß nur der Nationalsozialist dem Nationalsozialisten helfen kann. Schon jetzt sei klar, daß das Hauptaugenmerk auf die Erziehung des Nachwuchses zu richten sei. Alle Betreuung des deutschen Volkes müsse aus der Schule der NS.-Schwesternschaft hervorgehen. Wer in ihrer Gefolgschaft steht, muß immer und immer wieder die Treue durch die Tat beweisen. Die nationalsozialistische Schwester hat stets dem Volk zu bienen solange sie an ihrer verantwortungsvollen Stelle steht. Anschließend vereidigte der Gauleiter die NS.-Schwestern und verpflichtete sie einzeln durch Handschlag auf den Führer. Die Reichsvertrauensschwester verteilte die Broschen und nahm sie damit in die NS.-Schwesternschatt auf. Die feierliche Vereidigung klang aUs mit Sieg-Heil auf den Führer und dem Horst-Wessel-Lied. Der Feier schloß sich eine Besichtigung des Darmstädter Krankenhauses an. technisch-wissenschaftlichen Selbständigkeit und das Zusammenziehen aller in den Fachvereinen stehenden Parteigenossen im Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik wurde vom Stellvertreter des Führers gutgeheißen und die weitere Entwicklung in der bisher eingehaltenen Richtung sowie die weiteren Aufgaben des Amtes für Technik besprochen. In engster Zusammenarbeit mit der Partei wird die deutsche Technik ihren organisatorischen Aufbau allmählich und unter Vermeidung vorschneller Maßnahmen zielbewuht zu Ende führen. Das »Haus des deutschen Nechts". Berlin, 17. Jan. (DNB.) In der „Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht" kündigt der Präsident der Akademie, Reichsminister Dr. Frank, die Errichtung des „Hauses des deutschen Rechtes" in der Haupt st a d t der Bewegung an. Wie erinnerlich, hat der Führer bereits im Frühjahr 1935 die ihm vorgelegten Baupläne besichtigt. Wie Reichsminister Dr. Frank nunmehr mitteilt, hat der Plan des Hauses des deutschen Rechtes d i e Billigung des Führers gefunden. Das ,Haus des deutschen Rechtes", das nicht nur die Heimstätte der Reichsrechtsführung des deutschen Volkes sein wird, sondern den Mittelpunkt des deutschen Rechtslebens bilden und insbesondere die Deutsche Rechtsführerschule bergen soll, wird sich würdig in den Rahmen der großen Bauten des Dritten Reiches einfügen. Ein Landeskirchenausschuß der Evangelischen KircheNaffau-Hesten. LPD. Frankfurt a. M., 17. Jan. Auf Grund der günstigen Erfahrungen mit der Bildung von Landeskirchenausschüssen in anderen Landeskirchen hat der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten den seinerzeit gebildeten Landes- k i r ch e n r a t der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen nunmehr auf Grund einer 6. Durchführungsverordnung auch durch einen Landeskirchenausschuß ersetzt. Während der Landeskirchenrat aus neun Mitgliedern bestand, besteht der nunmehr gebildete Landeskirchenausschuß nur aus drei Mitgliedern, nämlich dem Vorsitzenden des bisherigen Landeskirchenrats Oberkirchenrat i. R. Pfarrer Zentgraf, dem bisherigen Mitglied Dekan Schäfer und dem Oberlandeskirchenrat Dr. Fischer als Juristen. Eine Ergänzung dieses Landeskirchenausschusses aus den kirchlichen Gruppen auf fünf Personen ist vorbehalten. Meine politische Nachrichten. Der Führer und R e i ch s k a n z l e r hat den Hauptamtsleiter für Kriegsopferfragen, Reichskriegsopferführer Oberlindober, zu einem eingehenden Vortrag über Frontsoldaten- und Kriegerhinterbliebenenfragen empfangen. ♦ Im Stavisky-Prozeß wurden der Hauptangeklagte Tissier, der Besitzer des Bayonner Leihhauses, zu sieben Jahren Zuchthaus, die Angeklagten Guebin, Desbrosses, Cohen, Henry Hayotte zu fünf bis sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Angeklagten Joseph Garat, Bardi de Fourtou, Hatot und Bonnaure wurden mit Gefängnis von zwei Jahren, letzterer zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt. Der Staatssekretär des amerikanischen Schatz- , arntes, Thomas Jefferson Coolidge, der für die großen Finanzpläne des Schatzamtes verantwortlich I ist, und Unterstaatssekretär W. Robert gaben ihren Rücktritt bekannt, da sie m i t derNew - deal-Politik nicht einverstanden sind. * In Ponce (Puertorico) wurden bei den Zusammenstößen anläßlich der Ausschreibung Der Listen für die November-Wahl, a ch t Personen getötet, 60 verwundet und 42 verhaftet. Aus aller Welt. Das Ergebnis des ersten Wunschkonzertes über 6000 R2IL Das Wunschkonzert, das der Deutschland- sender zu Gunsten des WHW. veranstaltete, hat einschließlich der Sachspenden und der aus dem Auslande eingegangenen Spenden einen Betrag von weit über 6 0 0 0 Mark ergeben. Diese Summe setzt sich, was besonders bemerkenswert ist, zum überwiegenden Teil aus kleinsten Beträgen zusammen. Da wegen der überaus zahlreichen Eingänge leider nicht alle Wünsche im Laufe der Sendung berücksichtigt werden konnten und darüber hinaus täglich weitere Wunschzettel und Spendequittungen eingehen, hat sich der Deutschlandsender entschlossen, das Wunschkonzert am Sonntag, 26. Januar, von 18.30 bis 24 Uhr in einem noch größeren Rahmen mit bekannten Solisten und sieben Kapellen fort« 3 usetzen. Der Fall Llndbergh. Die Behörden von Akron im Staate Ohio untersuchen die Lebensgeschichte eines fünfjährigen Jungen, der nach Angabe einer Frau das Kind Lindberghs fein soll. Der Junge wurde im Hause des Lastwagenführers Seifen in Schutzhaft genommen. Die Frau behauptet, daß die vor zwei Jahren verstorbene Frau D o l s e n eine Freundin Violet S h a r g s war, die vergiftet wurde. Die Frau behauptet ferner, sie sei eine entfernte Verwandte der verstorbenen Frau Dolsen und kenne alle Einzelheiten des Falles Lindbergh. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Ueberzug eines kräftigen Tiefdruckwirbels brachte uns im Anschluß an einen Vorstoß warmer und subtropischer Luft seit Freitagabend eine Zufuhr aus polaren Gebieten stammender Luftmassen. Sie gingen anfänglich unter heftigen Böen (Geschwindigkeiten von mehr als 70 Kilometer pro Stunde) vor sich und gaben vornehmlich in den nördlicheren Teilen Deutschlands auch Anlaß zu Schneefällen. Ebenso tragen die Höhen unserer Nachbargebirge wieder eine Schneedecke. Ein neuer Wirbel wird bereits im Laufe des Samstag wieder verbreitete Niederschläge (in den Gebirgen Schnee) bringen. Der Witterungscharakter bleibt auch weiterhin sehr unbeständig. Aussichten für Sonntag: Nach verbreiteten Niederschlägen (in den Gebirgen meist Schnee) wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, Temperaturen in den Niederungen um 0 Grad, in den Bergen Frost, kräftige, meist westliche Winde. Aussichten für Montag: Einzelheiten nicht absehbar, doch voraussichtlich unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 17. Januar: mittags 4 Grad Celsius; am 17. Januar: abends 4,9 Grad; am 18. Januar: morgens 0,3 Grad; Maximum 6,3 Grad, Minimum —0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17 Januar: abends 0,5 Grad; am 18. Januar: morgens 0,5 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 mm. Winlersporl-Rachrichken. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, 6 cm Gesamtschneehöhe, 6 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel möglich. Sauerland, Winterberg: Schneefall, —5 Grad, 14 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. 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Ebenfalls abgesonderte Gebäude enthalten die Offiziersmesse und die verschiedenen Sportklubräume der Garnison. Golf, Fußball, Crickett und Tennis haben ihre eigenen Plätze, die von Arbeitskommandos instandgehalten werden und nach ihrer Benützung in Offiziers- und Mannschaftsplätze geschieden, aber sonst einander vollkommen gleichwertig sind. Das Haus der O f f i z i e r s m e s s e (Offizierskasino) ist in der Regel einstöckig. Im Oberstock befinden sich die Wohnzimmer der unverheirateten Offiziere, im Unterstock die große englische Halle als Empfangs- und Sitzraum mit den einmündenden Türen der Speise- und Erholungsräume. Die zur Bedienung kommandierten Ordonnanzen tragen nicht ihre Uniform, sondern sind mit weißen Jacken wie Klubkeller kostümiert. In der Messe führt das Offizierskorps ein Familienleben, bei dem der Kommandeur der Vater ist. Der enge und vertraute Zusammenhang beruht darauf, daß jedes britische Regiment mit sehr wenigen Außenseitern eine Landsmannschaft ist, bei der Offiziere und Mannschaften aus derselben Grafschaft und oft sogar aus derselben Stadt stammen. Das gibt auch zwischen Offizieren und Mannschaften eine Bindung, die über die gegenseitige Ranggrenze vielfach hinübergreift und in der langen Dienstzeit der Mannschaft ihre Dauerhaftigkeit erhält. Der Durchschnittsoffizier verbirgt seine ganze Laufbahn vom Leutnant bis zum Oberst in demselben Regiment, das ihm dadurch zur wahren Heimat wird, um so mehr, da in der Regel auch seine Vorfahren in seinem Regiment gestanden haben. Das erzeugt eine starke Regimentstradition, die zuweilen an Kastengeist streift. Die Absonderung nach Regimentern wird auch auf das außerdienstliche Privatleben ausgedehnt, weil durch die isolierte Lage der Garnisonen das Gesellschaftsleben im Kreise der Regimentsdamen und der eige- tens den Marsch des II. Korps auf Paris, drittens die Teilung der Einschließungsarmee und viertens die Abzweiaung eines neuen ?>eeresteils auf die Loire zu. Kommandeur der 11. Ulanen usw., erhielt Haeseler schließlich das XVI. Korps, das er 13 Jahre lang zu einer Mustertruppe ausbildete. Eine seiner großen Ideen war, gleich bei Beginn eines Krieges — den er nur noch als Zuschauer beim Korps verschafft. Auch Haeseler verstand, besonders als Kommandierender, wo er schalten und walten konnte wie er wollte, mit seinen Soldaten zu reden. Das XVI. Korps ging für ihn durchs Feuer und tröstete sich bei den großen Anstrengungen mit der beliebten Redensart: „Wen Gott lieb hat, den züchtigt er." Wenn einer von den Leuten glaubte, ihm sei wirklich Unrecht geschehen, so sagte er zu seinen Kameraden: ,Zk je zu Jottlieb" — was auch wirklich trotz der Umgehung des dienstlichen Beschwerdeweges geschah, da der General eine Schwäche für persönliche Bitten hatte. Als die Meldung eines nicht gerade sehr erleuchteten Rekruten von der 4. Schwadron Dragoner-Regiment 9 zum Chinafeldzuq von seinem Rittmeister abgeschlagen wurde, wandte stch B an Gottlieb, mit dem Erfolge, daß vom Generalkommando der Befehl kam: „B., falls tropentauglich, für China einstellen." Diese Geschichte ist verbürgt, ebenso wie folgende, die zeigt, daß Haeseler, welcher nicht nur alle Offiziere, sondern auch viele Unteroffiziere /Patrouillenführer) mit Namen kannte, auf Find'akeit besonderen Wert legte: Bei einer „Gehirnrevision" schickte Haeseler einen Dragoner zwecks Erkundung einer zehn Kilometer entfernten, mit Bäumen bestandenen Höhe aus. Als der Mann nach zwei Stunden zurückkehrte, gab er zwar den Namen der Höhe richtig an, meldete^ aber bann: die Baume dort kenne ich nickt, es können Linden oder Kastanien sein, auf alle Fälle habe ich einen kleinen Ableger mitqebracht — worauf er einen Zweig aus dem Stiefelschaft zog. Haeseler sagte darauf: „Wenn sonst nichts gegen den Mann Die vielen Anekdoten, die der Volksmund über Zieten erzählt, sind wohl meist frei erfunden. Zum mindesten ist es zu lange her, um ihre Wahrheit festzustellen. Daß Zieten z. B. bei einem Tadel des Königs über seine Husaren den Säbel zornig in die Scheide gestoßen habe und gesagt: „Wenn mtr denn jetzt nichts mehr taugen, so haben wir doch vormals unsere Schuldigkeit getan; als man uns brauchte, waren wir gut genug", scheint jedem Menschen mit soldatischem Gefühl wenig glaubwürdig, wie auch, daß er, um eine taktische Einschließungsskizze befragt, nur Klexe gemacht habe und geäußert: „Ich nehme alsdann meine Husaren und haue selber mit dem Säbel in der Faust die Feinde auseinander." Zieten entstammte einem armen Adelsgeschlecht, das seinen Besitz „Wustrau" bet Neuruppin hatte, wo er mit 16 Jahren bei der Infanterie eintrat. Der bei der Beförderung über- gangene schwächliche Fähnrich erhielt dort auf ein Immediatgesuch nichts als feine Demission. Bei den Wuthenow-Dragonern in Insterburg endlich wieder eingestellt und Leutnant geworden, wurde er infolge eines Duells mit seinem Rittmeister kassiert. Auf Fürsprache bei den neugegründeten Husaren von neuem aktiv, leuchtete fein Glücks- und Sieqesstern, anaefanaen von Rotholz, Hobenfriedb-rg, Hennersdorf, Reichenberg, Prag, Leuthen, Collin und Torgau bis zu feinem Tode. Graf Haeseler — bei den Zietenhusaren eingetreten — zeichnete sich als Adjutant des III. Korps und Prinz Friedrich Karl bereits 1864 aus und wurde bei Alfen verwundet. 1866 stellte er als Ge- neralstabsbauptmann des „Roten Prinzen" nach dem Gefecht bei Gitschin die Verbindung mit der kronprinzlichen Armee durch einen kühn durchgeführten Gewaltritt her. 1870/71 leistete er beim Oberkommando bezüglich Schreibarbeit und reiterlicher Erkundung Ungeheures. Er arbeitete z. B. nach der Uebergabe Bazaines vier gänzlich verschiedene Befehle zu gleicher Zeit aus: Erstens den Abtransport von Tausenden von Gefangenen, zwei- nen Sportplätze bleibt. Wenn auch der Kauf von Offiziersstellen längst abgeschafft ist, so setzt doch das klubmäßige Leben in der Offiziersmesse den Besitz von privaten Gagezuschüssen voraus, die bei den Garderegimentern und bei den aus jüngeren Söhnen des begüterten Landadels gebt!» beten Offizierskorps sogar sehr erheblich sind. In der Hauptsache ergänzen sich die Offiziere aus den Vorbereitsungsschulen Sandhurst (für Infanterie und Kavallerie) und Woolwich (für Artillerie und technische Waffen). Aber daneben ist der direkte Eintritt durch Ablegung der Offiziersprüfung noch immer möglich, und auch das „Von der Pike dienen" kommt noch vor, bei dem ein Gemeiner (Private) zum Offizier aufrückt, wenn er sich beim sogenannten aktiven Dienst in Kolonialgefechten auszuzeichnen weiß. Hierzu bietet sich bei jedem Regiment der Heimarmee Gelegenheit, weil immer ein oder das andere Bataillon nach den Kolonien detachiert ist. Da sind namentlich Kommandos nach der stets unruhigen indischen Nordwestgrenze von abenteuerlustigen Geistern sehr gesucht, weil dort nebst der Feuertaufe auch Auszeichnung und Beförderung zu holen sind. So löblich auch vom menschlichen Standpunkt das regimenterweise Familienleben erscheinen mag, ebenso groß sind die militärischen Beden- k e n, die es erwecken muß. Schon das an das Regiment gebundene Avancement kann durch Mangel an Gelegenheit dem Tüchtigen die freie Bahn verlegen, die ihm anderwärts (wie in Deutschland) durch das im Rahmen der ganzen Armee nach Dienstalter erfolgende Vorrücken offen steht. Außerdem birgt das Regimentsavancement eine Schlange im Busen, wenn jeder mit seiner Beförderung von dem Abgehen eines ranghöheren Regimentskameraden abhängig ist und da vielleicht weit über die normale Zeit hinaus warten muß, während ihn Altersgenossen in anderen Regimentern durch eine diesbezügliche „glücklichere" Schicksalsfügung längst überflügelt haben. Hierzu kommt eine gewisse Einseitigkeit, die durch das Leben in wohlbekannten Landsmannschaften entstehen muß, während bei anderen Armeen der Offizier bei jeder Versetzung durch Anpassung an neue Garnisonverhältnisse und Mannschaften seinen Blick erweitern kann. Bei der langen Dienstzeit der britischen Mannschaft schrumpft überdies die Notwendigkeit zu ihrer Schulung zusammen, während anderwärts der starke jährliche Rekrutenzuwachs den Offizier mehr beansprucht und damit auch zur erhöhten Selbstausbildung zwingt. Infolgedessen ist in der britischen Durchschnittsgarnison der Offizier gewöhnlich schon um elf Uhr vormittags mit der Schulung seiner Mannschaft fertig, die er für den Rest des Tages den Unteroffizieren überläßt, während er sich die Zeit durch Sport, Jagd, Ritt, Fischfang oder im Billard- und Spielzimmer seiner Messe vertreibt. Auch die Unteroffiziere haben ihre eigene Messe. Ihre ebenfalls an das Regiment gebundene Laufbahn birgt die gleichen Vor- und Nachteile wie beim Offizier, was namentlich bei der „Rippe" ■ jeder Truppe, beim länger dienenden Unteroffizier : zum Ausdruck kommt. In den Mannschafts- 1 f a n t i n e n ist der Ausschank von Alkohol streng - untersagt. Sie ähneln den Teehäusern, die man in l den englischen Städten sieht. Radio und Billard bieten nebst dem Lesezimmer Unterhaltungsgele- - genheit. Ein großer Teil der dienstfreien Zeit ist - durch Sport, namentlich mit Football nach Rugby-Regeln ausgefüllt, das mit feinen ! rauhen Handgemengen einen gewissen militärischen - Erziehungswert besitzt und daher von vorgesetzter - Stelle durch Wettspiele und Geldprämien gefördert [ wird. Auch das Boxen genießt aus demselben - Grunde weitgehendste Förderung. Die Verpflegung = der Mannschaft ist britischen Ansprüchen angepaßt. 1 Speckeier und Haferflocken zum Frühstück und eine > ausgiebige Fleischration mittags und abends bie- I ten gegen das zehrende Klima Englands das markbildende Gegengewicht. Alles in allem ist die britische Heimarmee — drücken; er ist zufrieden, wenn er nur mit dem Feinde zum Schlagen kommen kann. Vor allem aber hat er eine ganze singuläre Eigenschaft: wenn er das Terrain nicht gesehen hat, ist er nicht imstande, eine einigermaßen ausreichende Disposition zu entwerfen; wenn er es aber gesehen hat, macht er Leichte und schwere Artillerie und ihre Kampfaufgaben. Von v. Keiser, Major a. O. Noch im Kriege 1870/71 gab es im Feldheer nur leichte oder Feldartillerie, schwere Artillerie — im deutschen Heere Fußartillerie genannt —- war zu mühsam zu transportieren und nur im Festunas- kampfe zu verwenden. Erst etwa um die Jahrhundertwende wurde im deutschen Heere die bespannte schwere Artillerie des Feldheeres bei der Fußartillerie eingeführt, der unsere Gegner zu Beginn des Weltkrieges nichts Gleichwertiges gegen» uberzuftellen hatten, und der wir daher unseren glanzvollen Siegeszug zu Beginn des Feldzuges zum guten Teil zu verdanken haben. Heutzutage kann man drei Arten von Artillerie unterscheiden: a) die Feldartillerie, die mit der leichten Feldkanone (meist zwischen 7 und 8 Zentimeter Kaliber) und daneben teilweise mit der leichten Feldhaubitze (um 10 Zentimeter Kaliber) ausgerüstet ist; b) die „schwere Artillerie des Feldheere s", die Kanonen, Haubitzen und Mörser in einer Kalibergröße von int allgemeinen 10 bis 21 Zentimeter umfaßt; c) die Belagerungs- und Festungsartillerie, zu der alle höheren Kaliber bis zu den allerschwersten gehören. Die Feldartillerie hat in erster Linie die noch zurückkommen, nicht aber ihre persönliche Beliebtheit bei den Soldaten. Diese verdanken beide rein menschlichen Tugenden: Sie hatten jene eigentümliche Gabe, dem Mann nicht nur durch überlegene Einsicht und Tapferkeit zu imponieren, sondern zugleich sein Herz zu gewinnen. Wie Friedrich selbst, so ist Zielen auch dann und wann, namentlich wenn große kriegerische Ereignisse bevorstanden, im Lager herumgeritten, bald hier bald da die Truppen anredend und ermutigend. Wenn das Kriegsglück den preußischen Fahnen wieder einmal wenig günstig war, bann war Zieten der rechte Mann, ihnen das verlorene Vertrauen auf ihren Glücksstern miede einzuflößen. Die liebevolle Art, mit der er sich dabei eines jeden einzelnen annahm, hat ihm dann in der Armee den schönen Beinamen „Vater Zieten" Generalfeldmarschall Graf von Haeseler. (Scherl-Bilderdienst-M.) ausgezeichnete Dispositionen, und zwar mit einer Schnelligkeit, Genauigkeit und Richtigkeit, welche m Erstaunen setzt. Er braucht nur einen Augenblick, um zu sehen und sich zu entscheiden! Graf Haeseler hat sich im Kriege als hervorragender Stratege und im Frieden als bester Lehrmeister der Truppe bewährt, wahrend Zieten mehr ein Held der Schlachten und der kecken Ueberfatle war, dem der Friedensdienst ein wenig langweilig erschien. Die militärischen Vorzüge der beiden Kavalleristen erklären wohl ihre kriegerischen Erfolge, auf die wir in ganz kurz gezeichneten Lebensbildern Zwei Husaren. Von Gras Wolf Baudissin. Zum 100. Geburtstag Gottlieb Graf von Haeselers am 19. Januar und zum 150. Todestag Hans Joachim v 0 n Z i e t e n s am 27. Januar. Mitte dieses Monats feiern wir Deutsche und in Sonderheit wir alten Soldaten die Gedenktage zweier Kavalleriegenerale, unendlich verschieden m ihrem Wesen und doch typische geniale Militärs, deren Wirken und Beispiel in der Geschichte der Armee wie ein Fanal ewig leuchten wird. Zieten, das Husarengesicht und der alte Gottlieb Hasse l e r ! , . f Der alte Haeseler steht heute noch vielen von uns lebendig vor Augen, die große fast 2 Meter hohe Gestalt, mit der infolge einer Verwundung schiefen Schulter. Ihm waren die schweren seelischen Kämpfe und Widersprüche, mit denen fast jeder geniale Deutsche zu ringen hat, fremli (Sein Leben verläuft, wie das des Schweigers ^oltke, in gerader aufsteiqender Linie. Der Dienst und die Pflicht waren ihm einfach selbstverständlich, und eme gewisse Einseitigkeit tut seiner Große feinen Abbruch, denn ein Soldat kann und soll kein Universalgenie fern. Als echter Generalstäbler dachte er nur an den Krieg Paraden und Friedensmatzchen waren ihm ein Greuel. Der Genuß vieles Schonen, den die Kunst dem Menschen geben kann, war ihm versagt. Wohl hatte er Freude an der Natur das bezeugte sein landschaftlich herrlich gelegenes Schlößchen bet ^naenh aufbrausender, jähzorniger Charakter, der 3ohre brauchte um das h°>b° Blut zug-ln zu er- SiSSwvgsg Die britische Heimarmee ist in sechs Armeekorps über England, Schottland, Wales und Nordirland (Ulsterland) verteilt. Die großen Städte haben in der Regel feine Garnisonen. Die Truppen find zumeist in den kleinen Städtchen und in Barackenlagern untergebracht. Da der Norden mit Ausnahme von Catterick keine großen Truppenübungsplätze besitzt, finden die großen jährlichen Manöver immer im Süden bei Aldershot und auf der Ebene von Salisbury statt. Aldershot liegt in Hampshire und hat eine Zivilbevölkerung von 30 000 Menschen, die von dem großen Militärlager leben. Hampshire ist das süd- englische Heideland, das im großen Seehafen Southampton seine Ausbruchpforte hat. Durch die vorgelagerte Insel Wight ist der Hasen militärisch leicht zu sichern und daher ein guter Truppen- einschiffungsplatz. In dieser Rolle hat er sich im Weltkrieg für die Truppensendungen nach dem gegenüberliegenden französischen Hafen Le Havre bewährt. Ein Teil der Hampshirer Heide (Hampstead Heath) ist ein beliebtes Londoner Ausflugsgebiet. Durch die Nähe der Reichshauptstadt ist Aldershot auch für die Gardetruppen der Lagerund Uebungsplatz. Salisbury hat zwanzigtaufend Einwohner und ist die Hauptstadt der süd- englischen Grafschaft Wiltshire. Der Truppenübungs- platz Salisbury Plain ist ein ausgedehntes Gelände, das mit seinen Dörfern, Wäldern und Feldern wie eine Art Nationalpark Staatseigentum ist und der Militärverwaltung untersteht. Exerzierplätze, militärische Fortbildungsschulen aller Art, militärische Flugplätze und fast nur von Soldaten bewohnte Städte sind über das ganze Gebiet verstreut. Die kleinen Soldatenstädtchen bieten fast überall das gleiche Bild. In einer Talsohle breiten sich zwischen den Rohziegelbauten der Kasernen und Depots die wohlgepflegten Rasen der Exerzier- und Sportplätze aus. Die Kasernen sind feine Großgebäude, sondern jede ist ein Park, in dem ebenerdige und manchmal einstöckige Häuser stehen. Einige Häuser enthalten die Schlafräume, andere Aufgabe, bewegliche und ungedeckte oder nur schwach gedeckte Ziele zu beschießen, wie z. B. vorgehende und frei liegende Infanterie, Kampfwagen, MG.-Nester und ähnliches. Dazu braucht sie ein bewegliches und schnell feuerndes Geschütz mit rasanter, d. h. gestreckter Flugbahn, die leichte Feldkanone. Mit der gekrümmteren Flugbahn und dem stärkeren Kaliber der leichten Feld- Haubitze ist die Feldarttllerie in der Lage, auch widerstandsfähigere Deckungen im Bogenschuß zu durchschlagen bzw. in nicht zu tiefe Schützengräben oder Geländefalten hineinzureichen. Zu Beginn des Weltkrieges war die deutsche Feloartillerie, die neben ihrem Hauptgeschütz, der Feldkanone, mit einer 10,5-Zentimeter-Haubitze ausgerüstet war, der französischen Feldartillerie, der ein solches Geschütz fehlte, an Feuerkraft entschieden überlegen. Dagegen trug das französische Feldgeschütz um 700 Meter weiter als das deutsche, ein Nachteil, den die deutsche Feldartillerie nur dadurch ausgleichen konnte, daß sie oft unter erheblichen Verlusten im feindlichen Feuer auf wirksame Schußentfernung Herangehen und von da aus die feindliche Feldartillerie niederkämpfen mußte. Die Geschosse der Feldartillerie sind Schrapnells und Granaten. Die ersteren werden ausschließlich gegen lebende ungedeckte Ziele verwendet. Zur Erzielung starker Massenwirkung sind sie mit mehreren hundert kleiner Kugeln und einer schwachen Pulverladuna gefüllt, die gerade ausreicht, das auf Zeitzündung gestellte dünnwandige Geschoß zur Explosion zu bringen, so daß die Kugeln und Sprengstücke sich bei einer Tiefenwirkung von rund 300 Metern fächerförmig nach vorwärts ergießen. Mit Granaten wirkt die Feldartillerie gegen Deckungen, z. B. gegen leichtgebaute Unterstände und Kampfwagen, gegen erstere im allgemeinen mit Feldhaubitzen im Bogenschuß, gegen Kampfwagen dagegen nur mit Flachbahngeschützen im direckten Schuß aus möglichst großer Nähe. Wahrend es sich hier natürlich um Volltreffer handelt, also mit Aufschlagzünder geschossen wird, werden Granaten beider Geschützarten mit Zeitzünder ihrer starken, nach allen Seiten wirkenden Explosionskraft wegen gegen lebende Ziele hinter Geländedeckungen verwendet. Die schwere Artillerie des Feldheeres verfügt ebenso wie die Feldarttllerie über Flachbahngeschütze (Kanonen) und Geschütze mit Garmsonleben britischer Soldaten Von A. Turat. nen, die von Laon aus rund 200 Kilometer weit bis nach Paris hineinschossen und unseren Gegnern zunächst wie ein unlösbares Rätsel erschienen. Die artilleristische Entwicklung in bezug auf Kaliberstärke und Geschoßweite scheint mit dem Weltkrieg einen gewissen Abschluß erreicht zu haben. Die in der Nachkriegszeit erzielten technischen Fortschritte beziehen sich mehr auf die Entwicklung von Sonder geschützen für be- ftimmte Zwecke und auf die teilweise Motorisierung der Artillerie. Von Sondergeschützen sind in erster Linie kleinkalibrige Kampfwagenabwehrgeschütze zu nennen, die bei der Reiterei motorisiert sind, von der Infanterie aber mit Menschenkraft über das Schlachtfeld gezogen werden. Ferner die — meist motorisierten — Flugabwehrgeschütze (Flaks), die heute im deutschen Heere zur Flugwaffe gehören und mit größter Wendigkeit und jeder beliebigen Erhöhung stärkste Feuergeschwindigkeit verbinden, um die feindlichen Flugzeuge in kürzester Zeit mit einem Hagel von Geschossen zu überschütten. In welchem Grade eine allgemeine Motorisierung der Artillerie zu erfolgen hat, darüber sind die Ansichten in den verschiedenen Heeren heute noch verschieden. Motorisierte Artillerie hat den Vorteil der größeren Schnelligkeit, ist aber an ein geeignetes Straßennetz gebunden. Pferdebespannte Artillerie, vor allem leichte Artillerie, kann dagegen der Infanterie beim Angriff in jedem Gelände folgen; darum wird sie neben der motorisierten Artillerie auch in Zukunft erhalten bleiben. Bogenschuß (Haubitzen), ferner über Mörser und ausgesprochen schwere Schnellfeuer- geschähe mit steilstem Einfallwinkel. Die mittleren und schweren Kanonen — mit einem Kaliber von 10 bis 15 Zentimeter — sind für die Bekämpfung von lebenden Zielen, z. B. anmarschierenden Truppen, Straßen und Verkehrsanlaaen, auf weite Entfernungen, also hinter der feindlichen Front, bestimmt. Die schwere Feldhaubitze — mit einem Kaliber von 15 und mehr Zentimeter — wird hauptsächlich zur Niederkämpfung der feindlichen Feldartillerie verwendet, während die Aufgabe des Mörsers — mit einem Kaliber von 21 Zentimeter an und mehr — die Zerstörung von Stützpunkten, Befestigungen und Ortschaften, auch von Artillerie hinter steilen Geländehängen, ist. Außerdem führt jedes neuzeitliche Heer schwerste Flachfeuer- und Steilfeuer geschütze zur Beunruhigung des Feindes auf weiteste Entfernungen bzw. zur Zerstörung von starken permanenten Befestigungen mit sich. Unsere berühmte „dicke Berta", ein Mörser von 42 Zentimeter Kaliber, dessen Konstruktion vor dem Kriege völlig geheimgehalten worden war, war eine ungeheure Ueberraschung für alle unsere Gegner und hat die schnelle Einnahme der stärksten feindlichen Festungen in West und Ost sehr erleichtert. Bei Kowno konnte ich nach der Einnahme feststellen, wie ein starkes, damals modernes Fort durch nur wenige Schüsse des Riesengeschützes vollständig zerstört und die starken Betonmauern wie Kieselsteine durcheinandergewirbelt waren. Eine ebenso große Ueberraschung waren später die beiden schwersten Kano- trts Söldnerheer In ihrer Zahlenstärke KeschrLnkt — defensiv höher einzuwerten als offensiv. Sie hat in erster Linie die Heimatverteidigung zum Zweck und dient im Frieden außerdem als Skelett der Kolonialtruppen, während sie im Kriege bei Bedarf die Kadres für ein aufgebotenes Volksheer stellt, wie es bei der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Weltkrieg geschah. Eine solche Improvisation hat jedoch ihre militärischen Nachteile, und deshalb wird die allgemeine Wehr- v f l i ch t von der britischen Generalität auch im Frieden gewünscht, aber sie scheitert an der Abneigung der Oeffentlichkeit. Da somit die britische Heeresleitung ihre Kampfstärke nicht in einer großen Armee suchen kann, strebt sie nach der Führung in den technischen und motorisierten Waffen zu Lande und in der Luft. Aber auch die anderen Heeresleitungen bleiben da nicht auf demselben Flecke stehen. Die Gruppenausbildurg in der neuen Wehrmacht. Die Weihnachts- und Neujahrsurlauber sind inzwischen wieder in ihren Standorten eingetroffen. Soldat werden und sein bedingt äußerste Anspannung aller Willenskräfte. Es darf mithin angenommen werden, daß auch bei allen Rekruten durch die frische Zugluft, die von je im deutschen Heere vom Dienstbetriebe her wehte, der letzte Rest von Urlaubsbeyagen inzwischen wieder aus allen Knochen gefegt wurde. Neue Aufgaben werden in den kommenden Wochen, die noch vor der ersten „Besichtigung" liegen, an unsere jungen Soldaten herangetragen werden. Mußte notwendigerweise der erste Abschnitt des gesamten Ausbildungsjahres der Einzelausbildung mit ihren Ordnungs- und Marschübungen ohne und mit der Waffe, Griffe, Ladegriffe usw. zugewandt werden, wobei außerdem noch die Einzelausbildung des Schützen im Gefecht und im Felddienst (Geländebeschreibung, Geländebeurteilung, Geländeausnutzung, Tarnung, Vorarbeiten usw.) zu bewältigen war, so kann sich auch der Laie eine leise Vorstellung davon machen, wieviel dienstliche Anforderungen an den Soldaten eines neuzeitlichen Heeres gestellt werden. Die Einzelausbildung schafft die Grundlage für die soldatische Haltung, für die soldatische Härte überhaupt! Was nun der einzelne Rekrut gewissermaßen als Glied eines noch nicht vorhandenen Körpers erlernt hat, soll er nun im Rahmen der kleinsten, aber um so wichtigeren Kampfeinheit — der Gruppe — zur höchsten Vollendung bringen. Ganz unbewußt kommt der junge Rekrut in der Gruppenausbildung erstmalig mit dem Wesen der Taktik, um mit Clausewitz zu reden, mit der „Lehre vom Gebrauch der Streitkräfte im Gefecht" in merkbare Berührung. Mit anderen Worten: in der Gruppenausbildung steht der Gefechtsdrill ganz im Vordergründe, der sich in der Beherrschung der Waffen und in der Fähigkeit, strengste Feuerzucht zu halten (Geländeausnutzung, Haltepunkt- und Disierwahl, sorgfältige Schußabgabe, stete Aufmerksamkeit des Einzelkämpfers auf Führer und Feind, zweckmäßige Munitionsverwendung) offen» bart. Die Gruppenausbildung in der neuen deutschen Wehrmacht vollzieht sich nach der neuen „Ausbildungsvorschrift für die Infanterie (AVI.) Heft 2, Die Schützenkompanie, Teil a, B. Die Gruppe". Bezeichnend für die neue AVI. sind die Worte des Oberbefehlshabers des Heeres, General der Artillerie Freiherrn von Fritsch, mit denen er den Genehmigungsvermerk schloß: „Soweit nicht Sonderbestimmungen erlassen sind, gilt die Vorschrift für alle Waffengattungen". Neue Namen, neue Begriffe werden in der neuen AVI. sichtbar. Vieles ist in der neuen Dienstvorschrift klarer und zweckmäßiger gestaltet worden. Hierzu einige Beispiele, deren Zahl und Erläuterungen im engen Rahmen naturgemäß nur einen Abriß geben können. Die Gruppe besteht — nunmehr fest gegliedert — aus leichtem Maschinengewehr (1 leichtes Maschinengewehr — vier Schützen) und Schützentrupp (7 Schützen). Der stellvertretende Gruppenführer heißt nach der neuen Vorschrift „Truppführer"; er ist gleichzeitig der Stellvertreter des Gruppenführers. An Stelle des früheren Kommandos „Marschordnung" (hier durften die bekannten Erleichterungen eintreten) ist jetzt für alle Waffengattungen das einheitliche Kommando „Rührt — Euch!" getreten. Bei der Formoeränderung ist folgende Neuerung erkennbar: Auf das Kommando: „Reihe links, ohne Tritt — marsch" (aus der Linie zu einem Glied) setzt sich der Gruppenführer, im Gegensatz wie bisher, hinter die Gruppe. Als vorderster Mann marschiert in diesem Fall der Truppführer. Für den Uebergang aus der Linie zu einem Glied in die Reihe während der Bewegung ist neben dem Kommando „Reihe rechts" das neue Kommando „die Reihe — links" eingeführt worden, um die Schützen schon durch das Ankündigungskommando auf die weitere Ausführung unmißverständlich vorzubereiten. Die Grundformen der Gruppe sind die S ch Ütze n r e i h e und das Schützenrudel. Der letzte Begriff bezeichnet am klarsten die nach Breite und Tiefe entwickelte Gruppe. Bei Aufnahme des Feuerkampfes gruppieren sich die Männer des leichten Maschinengewehr-Trupps entsprechend ihrer Aufgaben um das Maschinengewehr (Geländeausnüt- zung!). Zum Feuerkampf soll der Schützentrupp etwa in Höhe des Truppführers eine „F e verkette" bilden. Hier taucht der frühere Begriff „Kette" wieder auf, weil zum Feuerkampf eine geringere Tiefenstaffelung notwendig wird, als sie die Bewegung (Schützenrudel) erfordert. Auf den Befehl „Stellung" wird selbständig die Feuerkette gebildet. Vorsorglich kann die Feuerkette schon während der Bewegung auf das einfache Kommando „Feuerkette" gebildet werden. Um eine Vorwärtsbewegung wieder zum Stehen zu bringen, wird „H — a — l — t kehrt" kommandiert. Die Kampfweise erfährt naturgemäß ihrer Bedeutung in der neuen Vorschrift größte Beachtung. Das leichte Maschinengewehr ist die Hauptfeuerwaffe der Gruppe. Der Schützentrupp wird zunächst geschont, damit er imstande ist, feiner Hautaufgabe — im Nahkampf den letzten Widerstand zu brechen — voll gerecht zu werden. Wer von den alten Soldaten kennt nicht das Ankündigungskommando zum Vorarbeiten, das berühmte „S—p—r—u—n—g"? Aus der neuen Vorschrift ist es verschwunden. Jetzt heißt es: „Stellungswechsel!" Hierauf werden alle Vorbereitungen zum Vorarbeiten in voller Deckung durchgeführt. Das Vorarbeiten selbst erfolgt auf das Kommando: „Auf! Marfch! Marsch!" Das einzelne Vorarbeiten der Sckützen erwirkt ein entsprechender Befehl unter Angabe des nächsten Zieles. Beim Einbruch in die feindliche Stellung führt der Gruppenführer in der Regel den Schützentrupp als den augenblicklich wichtigsten Teil der Gruppe, während das leichte Maschinengewehr den Gegner durch Feuerstöße (auch aus der Bewegung) in Deckung zwingt. Minder breiten Raum, aber mit kristallklaren Worten widmet die neue AVI. dem Besetzen und Halten einer Stellung unter gegnerischer Mitwirkung von Panzerwagen. Wenn nichts anderes befohlen wird, ist eine genommene Stellung unbedingt zu halten. „Greift der Gegner mit Panzerwagen an, fo müssen fester Wille zum Aushalten und das Beispiel der Führer den starken seelischen Eindruck überwinden... Für leichte Maschinengewehre und Gewehrschützen ist beim Erscheinen feindlicher gepanzerter Kampffahrzeuge in der Regel Deckungnehmen und regungsloses Erstarren die beste Abwehrmaßnahme." Diese bescheidene Auswahl von Beispielen, wie sie die neue AVI. für die Gruppenausbildung in Vielzahl aufzeigt, läßt deutlich werden, daß in der jungen deutschen Wehrpflichtarmee alter preußisch-deutscher Soldatengeist die Führung und Truppe gleichermaßen beseelt mit dem Ziel, das neuerstandene Wehrpflichtheer unter neuzeitlichen Gesichtspunkten zu dem zu machen, was die alte Armee war: das beste Heer, das je die Welt fahl mdf. Die Deutschen m Mexiko. Von unserem K. B (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mexiko-Stadt, Dezember 1935. Wie der Ausländsdeutsche im allgemeinen, so hängt auch der Mexiko-Deutsche mit allen Fasern seines Herzens an der deutschen Heimat. Für das Weimarer System hatte der Deutsche in Mexiko kein Verständnis, wie er überhaupt allem, was nur nach Parteipolitik aussieht, ablehnend gegenüber» steht. Die politische Führung der Kolonie liegt in den Händen der Landesgruppe der NSDAP. Vor dem großen Umbruch in der Heimat nur eine kleine Ortsgruppe mit wenigen Mitgliedern, hat sie sich inzwischen stark entwickelt und verfügt heute über Stützpunkte in fast allen Teilen des Landes, um dem deutschen Volksgenossen hier draußen das nationalsozialistische Gedankengut näher zu bringen. Die deutsche Jugend ist im Jungvolk, HI. und BDM. zusammengeschlossen. Als Zusammenfassung des gesamten Deutschtums in Mexiko ist jedoch die „Deutsche Volksgemeinschaft" gedacht — an Stelle des früheren „Verbandes Deutscher Reichsangehöriger", der zu Beginn der großen mexikanischen Revolution als Zusammenschluß der hiesigen Deutschen gegründet wurde und sich nun aufgelöst hat. In seinem Rahmen ließen sich die Ausgaben der neugegründeten Volksgemeinschaft nicht durchführen, der nicht nur der deutsche Staatsangehörige angehören soll, sondern auch jeder Deutsche, der auf Grund der hiesigen Gesetze sich zur Annahme der mexikanischen Staatsangehörigkeit genötigt gesehen hat, und überhaupt jeder Deutsch st ümmige, um ein alles umfassendes Band für das Deutschtum zu schmieden. Sie soll die große Vertretung der deutschen Kolonie in allen ihren Belangen sein und sie ist es auch, unter deren Auspizien die „D e u t s ch e n A d e n d e" stattfinden mit Vorträgen und Filmvorführungen über das neue Deutschland. In ihr soll sich allmählich auch die gesamte deutsche Wohlfahrtspflege in Mexiko zusammenschließen, wobei jedoch den einzelnen Wohlfahrtseinrichtungen weitgehende Selbstverwaltung zufällt. Ihre vornehmsten Aufgaben für die nächste Zukunft sieht die „Volksgemein- .-O.-Äerichierstatter. schäft" in der Schaffung eines Schülerheims, besonders für die Kinder der Landsleute aus dem Innern, die die hiesige Deutsche Schule besuchen, in der Schaffung eines Ferienheims für kranke Kinder, der Schaffung eines Heims für stellungslose Landsleute, in dem Ausbau der bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen, in der Schäftung einer einheitlichen Stellenvermittlung, der Versorgung der deuftchen Landsleute im Innern mit deutschem Lesestoff und in dem Ausbau der allgemeinen deutschen Propaganda. Auf dem Gebiete der Wohlfahrtseinrichtungen hat die deutsche Kolonie schon immer Hervorragendes geleistet. Der Deutsche Frauenverein, der Deutsche Hilfsverein, die Deutsche Krankenkasse — sie alle haben segensreich gewirkt und tun es auch heute noch. Eine bedeutende Rolle in der Förderung deuftcher Kultur fällt auch der hiesigen Deutschen Ober- re a l s ch u l e zu, die zu den größten deutschen Auslandsschulen der Welt gehört. Nicht nur, daß sie die Kinder der Volksgenossen in deutschem Sinne erziehen soll, hat sie darüber hinaus noch die Aufgabe übernommen, die sie besuchenden mexikanischen Kinder mit der deutschen Kulturwelt bekanntzumachen und ihnen eine deutsche Erziehung zu geben, soweit das bei den außerordentlich strengen Bestimmungen der mexikanischen Schulgesetze möglich ist. Kinder führender mexikanischer Persönlichkeiten erhalten hier ihre Ausbildung; zu ihren Schülern gehörten zeitweilig auch die Kinder des früheren Staatspräsidenten Pascual Ortiz Rubio. In ihrer Unter» und Mittelstufe unterliegt sie den mexikanischen Lehrplänen, während die Oberstufe die einer deutschen Oberrealschule ist, deren Abschlußprüfung auch in der deutschen Heimat anerkannt wird. Kulturelle Ziele verfolgt auch die dem Deutschen Frauenverein angeschlossene Kulturgruppe aus Liebhabern, die gelegentlich ernste und heitere deutsche Theaterstücke zum Vortrag bringt. Nicht unterschätzt werden darf auch die Arbeit der Deutschen Musikvereinigung, die mit gelegentlichen größeren Konzerten vor die Oeffentlichkeit tritt und erfolgreich unter dem mexikanischen und sonstigen ausländischen Publikum für die deutsche Musik wirbt, wobei sie Das unverwundbare Flugzeug. Vom englischen Luftfahrtministerium wurden neue Jagd- und Bombenflugzeuge in Auftrag gegeben, die gegen Abwehrfeuer unverwundbar fein sollen. Die Flügel sind nach dem geodätischen Prinzip ohne Versteifungen, Streben usw. konstruiert und bestehen aus einem Metallgeflecht, das selbst teilweise durch Geschosse abgerissen werden kann, ohne daß die Tragfähigkeit eingebüßt wird. Sobald jedoch die Motoren getroffen werden, ist es auch mit diesem Flugzeug zu Ende. Trotz gleicher Motoren» fräfte soll das Flugzeug an Steigfähigkeit und Schnelligkeit anderen weit überlegen sein. (Scherl-Bilderdienst-M.) auch die Unterstützung des mexikanischen Unterrichtsministeriums findet, indem solche Konzerte nicht selten durch Rundfunk über ganz Mexiko verbreitet werden. Unter den deutschen Sportvereinen in der Hauptstadt steht zweifellos der Deutsche Ruderverein an der Spitze, der im vergangenen Jahre auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Sein prächtig gelegenes Bootshaus in dem malerischen Vorort ckochimilco mit seinen vielen großen und kleinen Kanälen ist stets ein Anziehungspunkt für die Deutschen. Bei den alljährlich stattfindenden internationalen Regatten haben die deutschen Ruderer regelmäßig schöne Erfolge für sich buchen können. Ebenso reges Leben herrscht auch beim Deutschen R e i t o e r e i n , der über ein schönes eigenes Gelände mit Springgarten, Tennisplätzen, Schwimmbad und sogar über einen Hockey-Platz verfügt. Körperliche Erziehungsarbeit in deutschem Turnergeist leistet auch der Deutsche Turnverein, der in diesem Sommer sein ßOjähriges Bestehen beging, während die deutschen Farben im Fußball gegen Spanier und Mexikaner vom Deutschen Fußballklub „Germania" verteidigt werden Herrscht auch in allen diesen Vereinen reges gesellschaftliches Leben, fo ist doch der Mittelpunkt des ganzen Deutschtums das „Deutsche Hau s", das bereits im Jahre 1848 gegründet wurde und damit der älteste deutsche Verein in ganz Meriko ist mis dem heraus sich erst die übrigen Vereine gebi'hef haben. In feinen Räumen finden die großen Veranstaltungen der Kolonie statt, werden die vaterländischen Ereignisse begangen und erfolgen die sonstigen Festlichkeiten, zu denen sicb die Kolonie m- jammenfinbet. Ein weiteres Band, das das Deutschtum in Mexiko zusammenhält, ist auch die dreimal wöchentlich erscheinende „Deutsche Zeitung von M e x i k o", die ausführlich über die Ereignisse in der deutschen Heimat berichtet und so der deutschen Kolonie aus deutscher Quelle ein Bild über das Leben und die Entwicklung im deutschen Vaterlande bietet. Gießener Gtadttheater. Johann Strautz: „Die Fledermaus". Vor mehr als acht Jahren ist „Die Fledermaus" hier zuletzt gespielt worden. Vor zwei Jahren hat sie ihren 60. Geburtstag feiern können, und es ist nicht ohne Interesse, im Programmheft einiges über die Entstehung und über den Welterfolg dieser berühmtesten aller Straußoperetten nachzulesen, der sich in geradezu phantastischen Aufführungsziffern ausdrückt. Daß man sie zum Beginn der Faschingszeit wieder heroorholte und neu hergerichtet auf den Spielplan setzte, war entschieden ein guter Gedanke. * Dabei ist das etwas groteske Verhältnis zwischen Text und Musik bei dieser zu klassischen Ehren gelangten Operette bei jeder Wiederbegegnung aufs neue zu bestaunen. Das Libretto ist, bei Licht besehen, ein Nichts, das ohne die Vertonung zum Tode verurteilt und vermutlich längst in der Versenkung verschwunden wäre, weil es handlungsmäßig kaum für zwei Akte notdürftig ausreichen würde. Durch die Musik wird aber alles, was geschieht, in die unwirkliche, illusionistische Sphäre der Operettenbühne gehoben und gleichsam verklärt. * Es sind die traditionellen Bestandteile der Verwechslungsposse: wenn Eisenstein, statt ins Gefängnis, auf den Ball geht; wenn der gleich nach feiner Abfahrt auftauchende Verehrer Rofalindens statt feiner ins Kittchen muß, wenn Eisenstein auf den Ball bei Orlofsky, der ein wahrhaft phantastischer Operettenfürst ist, zu seinem Schrecken erst Rosalindes Stubenmädchen Adele wiederfindet, später Rosalinde selbst, — ohne sie zu erkennen, weil sie eine Maske trägt. Die Auflösung des Wirbels ereignet sich in dem berühmten großen Gefängnisakt, der in den lichten Momenten einer souveränen Schwipslaune entstanden fein muh. * Diese Andeutung eines Textbuches wurde für Strauß Anlaß zu einer Vertonung von erstaunlicher Fülle sowohl des melodiösen Einfalls als auch der Instrumentation. Die Ouvertüre schlägt gleich die Hauptthemen an, und die gesamte Partitur besteht eigentlich aus einer kaum unterbrochenen Kette von Melodien, die ihren Siegeszug um die ganze Welt genommen und sich ihre unverwelkliche Frische über Jahrzehnte hinweg bewahrt haben. * Freilich bedarf jede Wiederaufnahme der Operette der unbedenklich improvisatorischen Laune, des schmissigen Schwunges, ohne den auch dieses Werk seine durchschlagende Wirkung vermissen lassen würde. Die Aufführung wurde für diesmal, unge» wohnterweise, musikalisch von Professor lerne s» vary betreut, der sich am Pult mit Temperament und rhythmischem Feingefühl in der Stabführung für die Partitur einsetzte, was besonders der spritzigen und prickelnden Wiedergabe des Vorspiels und des ersten Aktes zugute kam. * Die szenische Neugestaltung stammte vom Spielleiter W r e d e , der sich der verschwenderischen Ausstattung des mit allerlei Einlagen bereicherten Mittelaktes angenommen und übrigens die Aufführung auf den leichten, schwebenden Ton eines sorglosen Abenteuers („vor vielen Jahren in Wien an der schönen blauen Donau") gestimmt hatte. Im Verhältnis zu den ersten beiden geriet indessen der dritte Akt, der ja musikalisch ohnehin am wenigsten ergiebig ist, etwas breit und schleppend; jedenfalls würde u. E. der Gesamteindruck durch eine Konzentration dieses Ausklangs gewonnen haben. * Die szenische Einkleidung, von Herrn Löffler entworfen, war hübsch, stimmungsvoll und dem Vorgang angepaßt. (Die Biedermeier-Gartenszenerie des ersten Aktes: allerliebst.) Auch die dezenten Kostüme (Sophie Buchner) belebten das farbenreiche und bewegte Szenenbild erfreulich. Mit ersichtlicher Sorgfalt waren die reichhaltigen, recht sauber exerzierten Tanzeinlagen des zweiten Aktes von Thery Schultheis einstudiert, die von ihrem jugendlichen Ensemble mit russischen, spanischen, böhmischen, ungarischen und wienerischen Rhythmen und Figuren wacker unterstützt wurde. * Herr Weiser spielte den Eisenstein mit kavaliersmäßiger Laune und unbeschwerter Leichtigkeit, auch gesanglich angenehm in Form. Frau Perry war eine den musikalischen Nuancen und den darstellerischen Uebergängen ihrer Rolle geschickt und geschmeidig angepaßte Rosalinde. Herr Bley gab auf solider gesanglicher Grundlage einen unternehmungslustigen Gefängnisdirektor, während Herr Frick- h o e f f e r sich in allen Ehren mit dem Orlofsky ab fand, den man gemeinhin als Hosenrolle spielen läßt. Eine sehr vergnügte und bewegliche Adele brachte Frl. F o r n a l l a z, die sich mit Humor und Temperament, gesanglich sehr frisch und sicher, für die allezeit dankbare Partie einsetzte. Herr Hille als Alfred ging besonders im ersten Akt recht angeregt aus sich heraus, während Herr Hub als Gefängniswärter Frosch in großer Fahrt war und die wildesten Kalauer vom Stapel ließ. Vom Ensemble seien noch Frl. Decker und die Herren Tank und Greif hervorgehoben. ♦ Es gab viel Beifall und Blumen; zum Schluß mußten auch der Dirigent und der Spielleiter an die Rampe. hth. Traumerlebnis. Von (Surf (Sorrinfh. Von Ostern 1913 bis zum 30. Juli 1914 wohnte ich in Bonn mit einem jungen Hamburger — Hugo von Poellnitz — in der gleichen Pension. Er studierte Jura, ich Philosophie und Literaturgeschichte. Er wurde mir der treueste Freund, den ich je im Leben gehabt habe. Wir haben unvergleichlich schöne und sorglose Zeiten miteinander verlebt. Im Juli 1914 machte er seinen Referendar. Am 30., zwei Tage vor Kriegsausbruch, fuhren wir beide in unsere Heimat — er nach Hamburg, ich nach Barmen — um die notwendigsten Dinge zu regeln und uns dann als Kriegsfreiwillige zu stellen. Wir haben uns nicht wiedergesehen. Briefe wurden genug gewechselt. Er kam dann an die Westfront, ich zunächst nach Rußland, dann, im Februar 1916, nach Frankreich, Abschnitt Verdun. Ende Juli 1916 war ich auf Urlaub zu Hause. Ich wußte von Poellnitz, daß er zur Zeit einen ruhigen Posten ein wenig hinter der Front in Flandern einnehme. Kurz bevor mein Urlaub zu Ende ging, erhielt ich einen strahlenden Brief —: daß er ebenfalls Urlaub erhalten; in zwei Tagen werde er Köln passieren; ich solle hinkommen, damit man sich einmal wiedersehe. Ich weiß nicht mehr, was mich hinderte, seinem Wunsche zu folgen. Genug: das Zusammentreffen kam nicht zustande. Eine Woche darauf war ich bereits wieder an der Front. Es ging brunter und drüber. Zum Brieffchreiben kam ich nicht: von Poellnitz hörte ich nichts. Dann wurde ich verschüttet, erlitt Gasvergiftung und Nervenschock, kam nach Deuftchland, wurde in ein Lazarett nach Münster am Stein verlegt. Hier geschah es eines Nachts — in der Nacht vom 17. auf den 18. September. Ich liege in nervösem Halbschlummer, sehr unruhig. Plötzlich steht Poellnitz an meinem Bett. Ich starre ihn an. Ueber seine Stirn stürzt das Blut in Strömen. Die eine Hand hat er gegen das blutende Haupt gepreßt. Mit der anderen winkt er: „Adieu, mein Junge!" Diese Worte höre ich ganz deutlich! Ich h a b e sie gehört, daran ist gar nicht zu rütteln! Nach einigen Sekun- den ist Poellnitz verschwunden. Ich stürze mit einem Schrei hoch, ich stürze aus dem Bett, ich stürze aus dem Zimmer, über den Korridor: den Freund suchen, den einzigen, getreuesten Freund! Drunten an der Treppe holt mich der Kamerad ein, mit dem ich das Zimmer teile. „Um Gottes willen, was ist Ihnen? Wo wollen Sie hin?" Ich komme zu mir. Stehe verwirrt mit jagenden Pulsen. Taumle ins Zimmer, ins Bett zurück. In dieser Nacht schlafe ich nicht mehr. Am Morgen habe ich mich hingefetzt, einen verzweifelten Brief an Poellnitz geschrieben: „Diesen Traum habe ich gehabt. Was ist geschehen? Es ist bestimmt etwas geschehen! Wird dich dieser Brief überhaupt noch unter den Lebenden finden?" Ich fühle es auf das Bestimmteste: dieser Brief wird umsonst geschrieben; Poellnitz ist tot! Vergebens sage iä) mir, daß er ja sicher noch in Flandern stecke, auf seinem ruhigen Posten ein wenig hinter der Front, daß ihm also kaum etwas geschehen sein könnte — keine Dernunftsgründe bringen mich ab von meiner furchtbaren Angst, die eigentlich schon Gewißheit ist Diesen Morgen ver- bringe ich in völliger Verstörung. Um Mittag ist Poftausgabe. Darunter ein Brief von Poellnitz, neun Tage alt. Er war zunächst an meine Heimatadresse gegangen. „Warum schreibst Du gar nicht? Wo steckst Du? Wie schade, daß wir uns neulich nicht sahen! Jetzt sitze ich an der Somme, mitten im Zentrum der Offensive und im schlimmsten Trommelfeuer, wurde gleich nach der Rückkehr vom Urlaub hierher ver- setzt. Nun weiß niemand mehr, ob wir uns noch einmal wiedersehen Geh^ es Dir gut?" Dor neun Tagen lebte er noch. Heute ist er tot — der Brief ist mir schon sicherste Bestätigung meines Traumes (wenn es ein Traum gewesen ist...). Vierzehn Tage vergehen in Angst und Ungewißheit. Ich komme eines Abends von einem kurzen Ausgang zurück, sehr müde und zerschlagen. Auf dem Tisch liegt ein Brief. Ich ertaste ihn: das ist die Entscheidung. Stehe zitternd. Licht! — Ich erkenne meine Handschrift. Es ist mein Brief an Poellnitz. Darauf ein Kreuz — dahinter die Worte: Fürs Vaterland! — Ich schrieb bann noch einmal an die Kompanie. Ich erfuhr: Leutnant v. Poellnitz fiel am Morgen des 18. September bei einem Artilleriefeuerüberfall. Granatsplitter. Kopf. — Er ist mein einziger Freund im Leben gewesen. »urten n,ue Sieben, r»unbbar '/"toildjen u '""(‘niiert Ms felbft le.rttn tonn, ®'rt. Schuld !,°'°uch mit 5?, ®°toren< Weit und Kn fein. Ken Unter. Konzerte nicht ePto verbrei. in der Haupt. i)e Ruder, '"fimen Zahre nnken konnte, in dem male- vielen großen Ziehungspunkt ftattfinbenben rutschen Rude- 'uchen können. Deutschen , 5 eigenes @e- kN, Schwimm- l verfügt. Kör. m Turnergeist 'rein, der in liehen beging, Fußball gegen schen Fuß. gt werden m reges gesell- tittelpunkt bes lf)QU s", bos •be unb bamit erito ift "ns :eine ojtVWt großen Dn> »en die Daten folgen die lon> ie Kolonie ’U* 15 das Deullch« ich die dreimal e Zeitung - hie Ereignisse d so der deut- Bild über bas en Laterlande ibe sie gehört, einigen Setun* ürze mit einem ich stürze aus i Freund suchen, )runten an der t, mit dem ich ,n? Wo wollen rt mit w*; Bett zuruck. feftt einen o/r« freien? § \ dieser Lnef finden? dieser Dnes Ist tot! Der« noch in iS n Wrgen D‘‘. iitn Rtittaß.'st s-rs S° f“41! Ä -n et tot fifes Ö'S i»s. Ächl-g-"^ unb F.' dos ««ft t Ä Brief mei" . Worte, nter d'e ^at nn n° moellniö »ant t-r ejnerit f^pf- - 'gemacht, mit seinen Erzählungen, wie mit der „G e • schichtevondersilbernenWolkensau ni- ro e i s e", mit der Dichtung „H e r m o d e r s Ritt" und seinem großen Roman „T h e d e l von Wallmoden" hat sich der Dichter die Herzen einer Gemeinde gewonnen, die sich um ihn gesammelt und immer zu ihm gehalten hat, mochte er auch von den „Zünftigen" lange Zeit verkannt worden sein. Eberhard König und die Seinen wissen heute, daß seine Bestrebungen um eine Erneuerung und Erhöhung der Dichtung nicht vergeblich gewesen sind. Stellungskrieg und Rauchtabak zwischen Aspern und Wagram. In den bisher unbekannten und kulturgeschichtlich höchst wertvollen Denkwürdigkeiten aus dem Nachlaß der Kaiserin Marie Luise, der Gattin Napoleons L, findet sich ein Bild aus dem Jahre 1809, das den Soldaten des Weltkrieges vertraut anmutet. Wir lesen im Januarheft von Belhagen & Klasings Monatsheften: „Es geschah einmal, daß Mangel an Brot, und einmal, daß Mangel an Rauchtabak eintrat. Das erstemal blieben die Soldaten heiter, froh und guter Dinge in ihren Biwaksbaracken oder in den von ihnen in die Erde gegrabenen, z. Teil mit Türen, auch wohl mit Fenstern, Sitzen und dergl. versehenen, gegen Wind und Wetter geschützten Löchern. Bei dem eingetretenen Mangel an Tabak aber sah man den gemeinen Mann traurig herumgehen: es war ihm nirgends wohl, auch hörte man Klagen, und der Zuzug der Tabakswagen wurde im Triumphe einbegleitet. Uebrigens war der Anblick des Lagers von eigener und ganz sonderbarer Art. Mancher von den Soldaten legte sich um seine Baracke ein kleines Gärtchen an, als wollte er seinen beständigen Aufenthalt auf dem Platze nehmen. Bor mancher waren sogar kleine Bäumchen gepflanzt, die wenigstens einige Zeit hindurch grünten und Schatten gaben. Auch sogar Blumen fand man vor." Zeitschriften. — Erinnerungen an Hans Thoma veröffentlicht das Januarheft der „K u n st k a m m e r" (Propy- läen-Berlag, Berlin) zusammen mit Arbeiten des Künstlers. Wil Kelter schreibt über „Künstler im politischen Kamps"; andere Beiträge mit vielen Bildern berichten vom neuen Brunnenhaus in Bad Dürkheim, vom Instrumentenbau in Markneukirchen und von neuer Gebrauchsgraphik. Kurt Wehlte bespricht Interessantes von der Sgraffito-Technik. Das Heft enthält über 30 schöne Abbildungen. Schießstand am laufenden Band 325 V gute fadafyui/g'wig JjSgTjS feilen vielleicht besser gefahren wäre. Aber sie war I über gelächelt hätte. „Ich hatte sonst nichts auf der V.__hnt P»in»n ^mpfp mehr lind sie hat meine Einsamkeit mit mir ae- der gab aus Kleine porzettcmfigur Don Christoph Walter Orey. Welt, und sie hat meine Einsamkeit mit mir ge- teilt, hat mein Schaffen verfolgt und mich wieder aufgemuntert, wenn ich mutlos werden wollte. Da war's mir immer als spräche sie: ,Sieh doch, wieviel Schönheit in mir aus einem Klümpchen Tonerde geformt ist. Wie kannst du den Glauben an das Schöne, Reine und Gute verlieren, das aus göttlicher Kraft und Fülle hervorgeht und auch im Schmutz und Unrat sein Wesen bewahrt, wie ich kleine Figur damals, als du mich aus dem Mülleimer herauszogst?' — Dann schämte ich mich. Unb ich sterbe nun in dem Glauben an das Schöne, Reine und Gute, das nicht verschwinden und unterstehen schien. Daß aus diesem so zersplitterten Volke der Nationalsozialismus geboren werden und sich unter der Führung des „unbekannten Soldaten" das ganze Volk erobern konnte, das ist das große Wunder, das den Nationalsozialismus vom Faschismus geschichtsphilosophisch und völkerpsychologisch unterscheidet. Es führt ein gerader Weg vom 18. Januar 1871 zum 30. Januar 1933 und darüber hinaus, und was auf diesem Wege gewachsen und geworden ist, das ist deutsch durch und durch, und zutiefst verwurzelt in den Jahrtausenden deutscher Vergangenheit. Das ist die zukunftsträchtige Gewißheit, die die Schöpfung des Dritten Reiches zum Gemeingut aller Deutschen gemacht hat. Am Ausfluß des Nils aus dem Victoria-See, unmittelbar nördlich vom Aequator, ist auf einem Felsen die Inschrift angebracht, daß John Hanning S p e k e im Jahre 1863 hier d i e Quelle des Nils gefunden habe. Man hat beinahe zwei Jahrtausende vergeblich nach ihr gesucht. Der römische Kaiser Nero war der erste, der eine Nilquell-Expedition ausschickte, aber der Centurio, der sie befehligte, mußte in dem ungeheuren Sumpfgebiet umkehren, das sich in der Gegend, wo der Weiße Nil mit dem Bahr el-Ghasal zusammenfließt, über einen Raum von der halben Größe Deutschlands ausdehnt. Der Flußlauf ist hier auf mehrere hundert Kilometer durch dichte Massen schwimmendes Gras und von Papyrus-Schilf verstopft. Erft in neuster Zeit ist durch Dampfer, die mit gewaltigen stählernen Scheren diese Grasbarre, den sogenannten Sudd, zerschnitten, eine dauernde Fahrrinne geöffnet worden. Der Sudd war für alle frühere Schiffahrt ein absolutes Hindernis; daher brauchten schon die Römer, wenn sie eine unmögliche Aufgabe kennzeichneten, den Ausdruck: Caput Nih quaerere! die Quelle des Nils suchen. Dort, wo der Weiße Nil aus dem Sudd und den Sümpfen hervor kommt, führt er nur noch zwei Fünftel der Wassermenge, mit der er in diese Region eintrat; drei Fünftel sind ihm durch die Verdunstung auf dem weiten Raum, Über den seine Wasser sich ausbreiten, verloren gegangen. Bis zur Mündung des S o b a t, des ersten Flusses, den er vom äbessinischen Hochlande empfängt, verliert er in der Trockensteppe des Sudans noch einen weiteren Teil feines Wassers. Die Verstärkung durch den Sobat bringt ihn wieder auf die- selbe Wasserführung, wie beim Verlassen ferner beiden Quellbecken, des Victoria- und des Albert- Sees. Er bleibt abet an Mächtigkeit feinem zweiten Quellfluß, dem' aus dem Tana-See in Abessinien hervorströmenden Blauen Nil, weit unterlegen. Bei Khartum, wo die beiden Ströme sich vereinen, bringt der Weiße Nil im Laufe eines Jahres einige zwanzig, der Blaue Nil einige sechzig Kubik- Kilometer Wasser herab. Hiernach berechnet ist also nicht der Weiße, sondern der Blaue Nil der Haupt- fluh, und der Beitrag Abessinien zur Gesamtmenge des Nilwassers erhöht sich unterhalb Khartum noch weiter durch den Einfluß des A t b a r a ober Takazze, an dessen Oberlauf jetzt die erbitterten Kämpfe an der abessinischen Nordfront stattfinden. Zur Hochwasserzeit, im September trägt der Blaue Nil 69 Prozent zur Wassermenge des Hauptstroms bei, der Atbara 17 Prozent, der Weiße Nil nur 14 Prozent. Kein Wunder, daß englische und ägyptische Augen beunruhigt nach den kriegerischen Vorgängen in Abessinien blicken. staatlicher „Diktatur". Nun braucht gar nicht geleugnet zu werden, daß der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus zu Zeiten verwandte Wege gegangen sind und auch verwandte Ziele gehabt haben. So war die Beseitigung des Nutznießertums der parlamentarischen Parteien am Staate beiden Bewegungen gemeinsam. Aber doch nur, weil dieses Nutznießertum das Grundübel war, woran alle parlamentarischen Demokratien krankten und auch heute noch kranken. Von diesem liebel hat sich das Nachkriegs-Jtalien durch den Faschismus und das Nachkriegs-Deutsch- land durch den Nationalsozialismus befreit. Darum aber ist der Nationalsozialismus noch kein Ableger Folge einer inneren Entwicklung von Jahrhunderten. Und sie war durch die Reichsgrllndunq vom 18. Januar — deren Vorbereitung auch Italien erst den förmlichen Abschluß seiner staatlichen Einheit gebracht hatte — keineswegs endgültig überwunden worden. Eine späte Folge dieser nicht völlig überwundenen Zersplitterung war der unglückliche Kriegsausgang, und der unglückliche Kriegsausgang wiederum steigerte die Zersplitterung bis zu einem Grade, daß mitunter die Auflösung des Reiches vor der Tür zu In der kurzen Zeit von sechs Wochen ist im Exerzierhaus der Berliner Wachtruppe ein neuartiger Schießstand errichtet worden. Die verschiedenen beweglichen Ziele, Kraftwagen, Geschütze, marschierende Truppen usw., werden nicht, wie bisher, an einem Drahtseil bewegt, sondern durch ein laufendes Band befördert. Der Schütze hat nicht nur die befohlenen Ziele umzuschießen, sondern sie auch durch einen weiteren Schuß aufzurichten. Der Schießstand wurde der Truppe zur Verfügung gestellt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) NESTLE KINDERNAHRUNG BeuiichesiErzaugni« ' ^e" junae Frau war schon mehrere Jahre oer- beiratet als sie in einer Schachtel, in ^er. stände aus ihrer Mädchenzeit bewahrte die Nymphe wieüersand Sie fühlte sich nicht glücklich in ihrer §h° und meinte nun. daß sie mit dem armen G°- Der Wafferspender Nil Don Or. Paul Rohrbach. eine vernünftige Frau. Es hat keinen Zweck mehr, darüber zu meinen, sagte sie sich. Geschehenes läßt sich nicht ungeschehen machen. Ich will die Figur verschenken, damit sie mich nicht noch öfter traurig mehr." .. Die Frau nahm das Figürchen. Es war eine Nymphe von zierlicher Anmut der Formen und lieblicher Schönheit der Gesichtszüge. „Ich finde daran keinen Fehler", sagte sie. „Doch! Schau nur hierher!" Er wies auf einen winzigen Fleck. „Der Meister hat schon recht. Em ungeübtes Auge freilich kann's nicht bemerken. Der Frau gefiel die kleine Nymphe trotzdem und sie ließ sie dem Knaben nicht, sondern stellte sie auf einen Wandsims, wohin das Kind mit feinen Armen nicht reichen konnte. Dort stand sie viele Jahre. _ , , . Als der Mann starb und die Frau ihm bald im Tode nachfolgte, war aus dem Knaben ein Handwerksgeselle geworden, der sich auf der Wanderschaft befand. Bei seiner Heimkehr waren die wenigen Habseligkeiten der Eltern verkauft und in den beiden Stübchen, die sie bewohnt hatten, hausten fremde Leute. Aber auf dem Wandsims stand noch das Porzellanfigürchen, und als man hörte, daß es das einzme Andenken fei, das zurückgeblieben war, hatte man nichts dagegen, daß er es uutnahm. Bald darauf lernte er ein junges Mädchen kennen das er liebgewann. Da er kein Geld hatte, einen Schmuck zu kaufen, schenkte er lhr die Nymphe. „Es ist ein Andenken an mein Elternhaus", sagte er zur Entschuldigung. ,,2ln dem Guß soll ein Fehler fein, ich habe ihn aber noch nicht entdecken können." , . Stite "unkLIü Zb7K7sbL?7nd°n°hm"sich rinen woh,habenden zu setzen brauchte. Das war bei der Gründung des Dritten Reiches anders. Da mußte das junge Frontgeschlecht von 1914 bis 1918 die eigentliche Arbeit tun, und dem ist es zu danken, daß das Dritte Reich über die Mängel des Zweiten Reiches hinauswachsen konnte. Als im Spiegelsaal des Versailler Schlosses das Zweite Kaiserreich ausgerufen wurde, da war auch ein Leutnant Paul von Hindenburg zugegen. Aus dem Leutnant war mit den Jahren ein Feldmarschall und Reichspräsident geworden, und er war es, der am 30.Januar 1933 dem unbekannten Soldaten des Weltkrieges Ad'olf Hitler die Türe zur Macht auftat, auf daß er das Dritte Reich bauen könnte. Das Reich, das nicht gegründet war auf dem überlieferten Partikularis- mus der deutschen Länder, also auf der geschichtlich gewordenen innerdeutschen Zersplitterung, sondern auf dem Willen zu jenem Staate, der in der Volksgemeinschaft schlummerte und der im Feuer des Weltkrieges durchgeglüht und von Schlacken gereinigt worden war. Adolf Hitler, der der Führer eines Dritten Reiches werden sollte, war 1914 als Oesterreicher in ein bayerisches Regiment eingetreten, aber er und seine Kameraden vom Frontgeschlecht hatten die übermenschliche Last der vier Kriegsjahre getragen nicht als Bayern ober Preußen ober Sachsen ober Württemberger, sonbern als Deutsche! Darum waren sie berufen, aus bem Geiste ber Kriegskameradschaft und der echten Volksgemeinschaft heraus das neue Deutschland zu bauen. Es ist ein Weg innerer Notwendigkeit, ein Weg organischen Wachstums eines Dolksstaates, der aus den Tiefen vergangener Jahrhunderte über den 18. Januar 1871 zum 30. Januar 1933 führt. Das haben manche Kreise in Deutschland wohl noch immer nicht voll begriffen, geschweige daß es ein verständnisloses Ausland erkannt hätte! Das Ausland begnügt sich dabei, Faschismus unb Nationalsozialismus in einem Atem zu nennen, als bie italienische unb bie beutsche Form stimmt. Unb als eine Hänblerin vorsprach und nach entbehrlichen Dingen fragte, gab sie ihr auch die Nymphe, und mit den wenigen Pfennigen, die sie für alles erhielt, war auch das Stück bezahlt. Im Trödelladen stand es unter vielem Kleinkram Monat um Monat. Mancher Kunde nahm es wohl in die Hand unb sagte: „Das ist ja ein niedliches Ding!" Aber keiner kaufte es, obgleich es für wenige Groschen zu haben war. Der Händler wollte das wertlose Stück auch nicht länger behalten und schenkte es einer Magd, die ihm ein getragenes silbernes Armband abkaufte, als Zugabe. „Was soll ich damit?" fragte sie. Er scherzte: Es ist eine Glückspuppe. Heben Sie sie nur hübsch auf!" , .. _ Als die Magd aber am gleichen Tage eine Schüssel zerbrach und sich am nächsten einen Finger verbrannte, meinte sie, daß die Glückspuppe eine Unglückspuppe fein müsse und warf sie in den Mülleimer. r v _ . ,. , , Sie trug ihn die Treppe auf den Hof hinab, als ihr der Mann begegnete, der im obersten ©todS werk ein Zimmer bewohnte und von dem man sich im Hause erzählte, er schriebe dicke Bucher wurde aber immer dünner davon, so wenig brachten fie em 2öas haben Sie denn Schönes zerbrochen?" fragte er und zeigte auf die Porzellanfigur, von ber Kopf unb Schultern aus dem Mull heraus- „^e ist noch ganz", sagte das Mädchen. „Sie hat mir Unglück gebracht, darum habe ich sie weg- 9T®eben Sie doch mal her! Eine Nymphe! Und wie schön sie ist!" „ , . Er stellte das Figürchen auf seinen Schreibtisch und hätte sich nicht mehr davon trennen mögen; er bildete sich ein, daß ihm seitdem bessere Gedanken kämen und seine Feder flinker über bas Papier liegen kann." Er ist ein Dichter, dachte der Arzt, und noch oft, wenn sein Blick die Nymphe auf einem Bord feines Sprechzimmers streifte, erinnerte er sich biefes Toten unb beneidete ihn um den Glauben, mit dem er die Erde verlassen hatte. Aber auf einmal war da, wo das Figürchen stand, eine Lücke. Ein Dieb hatte es mitgenommen und alle Nachforschungen blieben erfolglos. Sie sind alle zu Staub zerfallen, von denen hier die Rede war, aber bas zerbrechliche Porzellanpüppchen hat sie schon um ein Jahrhundert überdauert. Aus bem Diebesversteck ist es wieder ans Tageslicht gekommen, hat noch mehrmals den Besitzer gewechselt und steht nun wieder auf einem Wandsims in einem Handwerkerstübchen. „Es hat uns Glück gebracht", sagt die junge Frau und streicht ihren vier Buben über die blonden Schöpfe. Zu Eberhard Königs 65. (Geburtstag. Eberhard König, an dem bedeutungsvollen 18. Januar im schlesischen Grünberg geboren, wahrend in der Versailler Spiegelgalerie das Reich Bismarcks ausgerufen wurde, jetzt aber feit Jahrzehnten in Berlin ansässig, studierte klassische Philologie und deutsche Altertumswissenschaft, als ihm, gleichsam zufällig, als Nebenfrucht feiner Studien fein erstes Drama zufiel. Andere folgten um die Jahrhundertwende: „G enatter T o d" und „Kly- t ä m n e ft r a" und, einige Jahre später, das dra- matische Heldengedicht „W i e l a n t d e r S ch m i e d" und das vaterländische Festspiel „S t e i n". Sie erlitten alle das gleiche Schicksal, sie wurden von den besten Geistern anerkannt, wurden von den Zuschauern bejubelt und von der Kritik abgelehnt. In seinem dreiteiligen Dietrich von Bern", der aus den Dramen „Sibi ch", „H errat" und „Die Rabenschlacht" besteht, hat König einen ganzen altdeutschen Sagenkreis wieder lebendig ge- oder Zwilling des Faschismus. Der Faschismus ist ganz und gar eine Frucht des italienischen und der Nationalsozialismus ganz und gar eine Frucht des deutschen Volkstum. Darüber kann sich keiner mehr täuschen, der den organischen Zusammenhang zwischen dem 18. Januar 1871 und dem 30. Januar 1933 begriffen hat. Der Faschismus ist aus einem Volk hervorgegangen und hat sich ein Volk erobert, das — unbeschadet aller Mängel seiner Staatsform — längst ein Einheitsstaat' war. War doch die staatliche Zersplitterung, die dem Zusammenschluß vorhergegangen war, nur eine Form und Folge der Fremdherrschaft gewesen, die abgeschüttelt werden konnte, ohne tiefere Spuren zu hinterlassen. Die deutsche Zersplitterung dagegen war d i e „Da habe ich dir was mitgebracht", sagte Porzellanbrenner Melchior Winkelmann und seinem fünfjährigen Knaben ein Figürchen Porzellan. „Es ist mir beim Brand mißlungen, aber du brauchst darum noch nicht gleich heute Scherben daraus zu machen!" Und zu seiner Frau meinte er: „Der Meister hat wieder geschimpft. Ich tu ihm nichts mehr zu Dank, es gelingt mir nichts 9 Aber reicher wurde er auch durch sie nicht. Als er älter und älter wurde und eines Tages füllte, daß es mit ihm zu Ende ging, suchte er ein Spital auf. Er wäre lieber in seinem Stübchen gestorben, aber er war zeitlebens ein rücksichtsvoller Mensch gewesen und wollte nicht, daß jemand noch zuletzt Unbequemlichkeiten von ihm Hätte. Unter dem wenigen, das er mit ins Spital nahm, hrer befand sich auch die kleine ^mphe „Sie war Ge-1 meine Muse", erklärte er dem Arzt, der saft dar Vom Zweiten zum Dritten Reich. Äon Or. Paul Harms. Schicksalstage sind für uns Deutsche derl8. und ber 3 0. Januar. Schicksalstage, die innerlich miteinander verbunden sind. Dem Rechnung tragend, hat ein Erlaß des Erziehungsministers an- geordnet, daß in allen Schulen bei der Feier des Z0. Januar 1933 auch des 18. Januar 1871 gedacht werde. Auf fremder Erde, im Prunkschloß der französischen Könige, wurde 1871 durch die Versailler Verträge der Grund gelegt zum Zweiten Reiche der Deutschen. Damit war im Herzen Europas an Clelle des geographischen Begriffs Deutschland wie- ; Her ein Machtstaat getreten, wie es das erste Reich, idasReich der mittelalterlichen Kaiser in seiner Glanzzeit, gewesen war. Die Kaiserkrone Dieses ersten Reiches war zuletzt im Hause der Habsburger erblich gewesen, wurde 1806 aber, in einer Qeit tiefsten deutschen Niederganges, von den Habs- liurgern preisgegeben. Das war das Ende des ersten Reiches In der Folge wuchs der innerdeutsche Nebenbuhler des Staates der Habsburger, der Hohenzollernstaat des großen Friedrich, mehr und mehr in die Führung der deutschen Dinge hinein. 1866 brachte die schmerzliche Trennung zwischen Klein-Deutschland und Oesterreich, im Kriege von 1870 wurde der Widerstand des französischen Imperialismus gegen die ftaatlidje Einigung Kleindeutschlands gebrochen und als Frucht Des Sieges ein deutsches Kaiserreich wieder her- gestellt. Für uns Menschen von heute haftet der Reichsgründung auf fremder Erde — das braucht nicht mehr verschwiegen zu werden — ein Mangel an. Sie erscheint uns als ein Geschehen, dem der Zusammenhang mit den Gedenkstätten deutscher Geschichte fehlt. Sie mußte aber damals als rein militärische Angelegenheit aufgezogen werden, weil nur so die inneren Widerstände rasch genug überwunden werden konnten, um jede Einmischung von außen fernzuhalten. Was da gegründet wurde, war ja kein Einheitsstaat, der aus der Volksgemeinschaft herausgewachsen war. Von Staaten, die seit Jahrhunderten selbständig waren und wovon ein Teil sich schon 1866 zum Norddeutschen Bunde zusam- mengeschlossen hatte, wurde eine vertragsmäßige Bindung eingegangen, die diese Staaten als solche bestehen ließ und ihren Bund nur mit dem Ober- ftaat des Kaiserreiches überdachte. Für einige dieser Staaten aber blieben „die Reservatrechte", die sie sich vorbehalten hatten, wichtiger als die gemein- Deutsche Einheit; das blieb bezeichnend für die innere Natur des zweiten Reiches. Das Zweite Reich hat es nicht vermocht, die Deutschen zu Reichsbürgern zu machen. Sie blieben Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberger, Mecklenburger, Lippe-Detmolder und Schaumburg-Lip- per, so wie sie es vor der Reichsgründung gewesen waren. Das will sagen: vollendet war die Reichsgründung im Bismarck-Staate noch keineswegs, es blieb noch viel zu tun, noch viel wegzuräumen und noch mehr aufzubauen. Das Wegräumen besorgte zunächst der Kriegssturm, an dessen Ende das Haus des deutschen Volkes über seinem Kopf zusammenbrach. Im Weimarer Zwischenreich wurde der deutschen Erbkrankheit, dem Partikularismus auf den verschiedensten Gebieten, dann Gelegenheit gegeben, sich gründlich auszutoben. So gründlich, daß dem Volke nach und nach die Augen aufgingen dafür, wo feine schlimmsten Feinde faßen. So wurde die Zeit reis für das Dritte Reich Das Zweite Reich war eine Frucht der Kriegsarbeit von 1870. Aber es war nicht eigentlich vom Frontgeschlecht gegründet worden — das hatte nur die unerläßliche Vorarbeit zu tun bekommen — es war gegründet worden von dem Geschlecht, 3)as zwischen den Freiheitskriegen und den Kriegen von 1866 und 1870 hercmgewachsen war. Die überlegene Führung hatte dabei Otto von Bismarck gehabt, der 1815 geboren war. Und der hatte die Einigungskriege politisch so vorbereitet, Daß das Frontgeschlecht nur mehr den Schlußstein W I 4.-M sicher einen sol- Aus aller Welt namens David Kraft durch Freude“ Gießen (Gv. Schwesternhaus), den 18. Ianuar 1936 375 D 370 D 0228 KONZERT Schluß: Sonntag, 19. Januar, 18 Uhr Im GROSSEN 330 D Musikerziehung □ Franz Rathenow. 353D U/CDRE DRUCKSACHEN WCrCDC Brühl, Gießen I.u't SCHUMANN Köln den vom langen, dem Augenlicht ist die plötzliche Fremdenlegion gekommen. Martha, geb. Wahl Werner Kalbhenn Pfarrverwalter zu Merlau könnte sich, wenn der Damm die Höhe der Maxi- malprojekte, 50 bis 70 Meter, erhalten sollte, die Zeit der Hochflut im Sudan und in Aegypten für die dortigen Kulturen unangenehm verschieben und vielleicht sogar verkürzen. In diesem Umfang würde das Projekt aber phantastische Kosten verursachen. Immerhin wird man begreifen, daß es den Engländern sehr viel lieber wäre, es kämen keine Jta- (bis auf die plötzliche Escapade der) bisher geleistet hat, ist auch chen Gegendienst wert. fordern Sie die fllnftrlfdt Schumannrcttung bei unS lallS Eic frlne erholten hoben. Gestern wurde uns unsere Tochter Johanna Helene geschenkt Personen betrogen hat. Ein Mord nach 13 Jahren aufgeklärt. Einem Beamten der Landeskriminalpolizei SENSATIONSPROGRAMM Täglich 8.15 Uhr Sonntage nachm. auch 4.15 Uhr FREMDEN-VORSTELLUNG Vorverkauf Tel. 33654 türm im Kreise Koblenz an Land gegangen und wurde seit dieser Zeit vermißt. Die im Laufe der letzten Jahre geführte Untersuchung des Falles blieb bis in die letzte Zeit ergebnislos. Jetzt wurde erneut ein Beamter der Landeskriminalpolizei Köln beauftragt, die Nachforschungen in die Hand zu nehmen. Im Zusammenhang mit den Beamten der Gemeindepolizei und der Gendarmerie in Weißenturm konnte er einen der Tat verdächtigen Einwohner aus Urmitz festnehmen. Dieser gestand nach anfänglichem Leugnen, daß Göbel bei einer Auseinandersetzung von mehreren Personen mißhandelt und bann in den Rhein geworfen worden ist. Göbel versuchte, schwimmend wieder Land zu erreichen. Er wurde jedoch erneut in den Strom zurückgestoßen, in dem er dann ertrank. Das rNordgeständnls widerrufen. Der in Eich (Rheinhessen) festgenommene und nach Karlsruhe übergeführte junge Mann, der sich des Doppelmordes in Heidelberg bezichtigte, hat jetzt sein Geständnis widerrufen. Der Bursche, dessen Angaben man von vornherein sehr mißtrauisch gegenüberstand, bleibt aber in Haft, um wegen verschiedener Straftaten abgeurteilt zu werden. Man rechnet dabei auch mit der Anordnung der Sicherungsverwahrung, da es sich um einen vielfach vorbestraften Betrüger und Psychopathen handelt. Das Augenlicht wiedergefunden. In Neunkirchen (Kreis Siegen) hatte kürzlich ein Bergmann namens Heinrich Theis das Augenlicht plötzlich verloren. Aerztlicher Kunst ist es ge- Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brand Ausstellung Münchener Maler Manne das verlorengegangene wiederzugeben. Vermutlich Erblindung als Folge einer in der erworbenen Tropenkrankheit auf- Hermann Diehl Feldwebel il./3.-3t 87 Elisabeth Diehl, geb. Knobeloch Vermählte Butzbach, Schillerstr. 25 Gießen, Marb. Str. 74 18. Januar 1936 gelang es, jetzt nach mehr als 13 Jahren Mord an dem 36jährigen Karl Göbel Rheindampfer „Raymond" aufzuklären. Göbel war am 6. November 1922 in Urmitz bei Weißen- Thüringer Hof am Biebertalbahnhof. Samstag, den 18. Januar« (tener an den Tana-See! Nach den bisherigen Nachrichten soll der Negus die Konzession zum Dammbau vor kurzem endgültig an England erteilt oder doch eine feste Zusage in diesem Sinn Gasthaus Zum Lamm VorsidtcruMgeH Prospekte und Auskünfte bereitwilligst Subdirektion Frankfurt a. Main Goethestraße 30 Telephon 23847 2355 V — Mitarbeiter überall gesucht —■ Gasthaus Zum kühlen Grund Wieseck 327 d Am Sonntag, dem 19. Januar 1836 großerTanz St.mmungskapelle Daubertshäuser TAYNZ Garderobe ist vorhanden. 349D Sonntag, den 19. Januar TAYNZ bei AOöbos, Ludwigsburg bei Wieseck. »isD gegeben haben. Die Hilfsstellung, die ihm England " Anfang Dezem- Heute abend osso, Sonntag, den 19. Januar. karnevalistisches. Am Montag, dem 20. Januar 1936,20 Uhr, Hotel Viktoria — Gießen, Liebigstratze 5 — spricht Herr Wilhelm Lang, Butzbach, über das Thema: 'VFJ' kann jede Familie ein AAD I v schuldenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben? Klein-Linden Sonntag, 19. Januar 1936 OeffentlicherTanz Anfang 4 Uhr, Es ladet ein: Winterthur Mitglied der Wirtschaftsgruppe Privatversicherung Unfall-, Haftpflicht-, Auto-, Kautions-, Einbruch-Diebstahl-, Lebens-, Renten-, Kinder-, Aussteuer-, Studiengeld* Winterkuren 1877 V| für Ileberschwemmung und Kältewelle fordern zahlreiche Opfer in China. Die reißende Strömung des Hoangho, des durch seine verheerenden Hochwasser gefürchteten Gelben Flusses, hat an der Grenze von Honun und Hopei erneut an zahlreichen Stellen die Deiche durch« brachen. 500 Dörfer sind bereits über« schwemmt. Zahlreiche Menschen fielen den Fluten zum Opfer. Tausende mußten Haus und Hof verlassen. Das Elend der Flüchtlinge wird durch eine schwere Kältewelle vergrößert, die die Temperaturen bis auf 27 Grad herabsinken ließ. Erfreulicher Tierschutz. Das Kreisamt Gießen hat an die Polizeidirektion Gießen, die Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Gendarmeriestationen des Kreises Gießen folgende Anordnung ergehen lassen: Nach § 2 Nr. 4 des Tierschutzgesetzes vom 24. November 1933 ist verboten, ein gebrechliches, krankes, abgetriebenes oder altes Haustier, für das das Weiterleben eine Qual bedeutet, zu einem anderen Zwecke als zur alsbaldigen schmerzlosen Tötung zu veräußern oder zu erwerben. Diese Vorschrift wird insbesondere bei der Veräußerung oder dem Erwerb von gebrechlichen, kranken, abgetriebenen oder alten Pferden, die längst das Gnadenbrot oder einen milden Tod verdient hätten, nicht immer beachtet. Statt solche Pferde der alsbaldigen schmerzlosen Tötung zuzuführen, werden sie erfahrungsgemäß nicht selten zu dem Zwecke veräußert ober erworben, sie zur Arbeitsleistung weiter zu verwenden ober verwenben zu lassen. Nicht Gleichgültigkeit gegenüber ben Tieren ober alte Gewohnheiten ober Fahrlässigkeit ist im wesentlichen ber Grunb für diese Handlungsweise, sondern materielle Gründe — die schnöde Sucht nach Mammon — sind der Regel nach hierfür maßgebend. Besonders verwerflich und für den Mangel an Pflichtgefühl und Gerechtigkeitssinn gegenüber dem Tiere bezeichnend ist es, wenn derartige Pferde ausdrücklich zum Zwecke der schmerzlosen Tötung (Schlachtung) veräußert, vom Erwerb aber zur Verwendung als Arbeitspferde abgegeben werden. Solche Personen hat die volle Strenge des Gesetzes zu treffen, damit ihnen Achtung eingeflößt wird vor dem lebenden, empfindenden Geschöpf und vor dem Willen des Gesetzes, das die Veräußerung oder den Erwerb solcher Pferde zu anderen Zwecken als zur alsbaldigen schmerzlosen Tötung verbietet. Wir ersuchen daher die Polizeibirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, die vorhandenen Pferdeversicherungs- und die Viehversicherungsvereine, soweit der Geschäftsbereich der letzteren auch auf die Versicherung von Pferden sich erstreckt, auf die Vorschrift in § 2 Nr. 4 a. a. O. besonders aufmerksam zu machen und sie anzuhalten, bei der Veräußerung solcher Pferde darauf , zu sehen, daß ihr Erwerber zuverlässig ist und die Vorschrift, das Tier der alsbaldigen schmerzlosen Tötung zuzuführen, erfüllt. Auch den Pferdehändlern und Pferbeschlächtern ist die vorerwähnte 23er- schrift einzuschärfen. Die Gendarmerie- und Polizeibeamten weisen wir an, beim Vorliegen des Tatbestandes des § 2 Nr. 4 des Tierschutzgesetzes unnachsichtlich gegen die Schuldigen einzuschreiten. Bei Prüfung der Frage, ob das Weiterleben und insbesondere die Verwendung solcher Pferde zur Arbeit eine Qual für diese Tiere bedeutet, ist im Zweifel das Gutachten eines Tierarztes, in erster Linie das Gutachten des zuständigen beamteten Tierarztes einzuholen. und ein gutes Klavier von Schönau wecken die Gaben Ihrer Kinder! , D Qnhnnoil letzt Bahnhofstr. 76 Pianohaus ll« öbliuildu Kein Schaufenster! BnuWaW MW Eon-und siMiiW- fleiueinlffluHejjiU ö., Reichslagung der Naturärzle. Zum dritten Male versammeln sich in diesen Tagen Naturärzte in Berlin zu einer Reichstagung, die zugleich die erste Gaugruppentagung der durch ben Reichsärzteführer Dr. Wagner im Mai 1935 in Nürnberg ins Leben gerufenen Reichsarbeitsgemeinschaft für eine neue deutsche Heilkunde ist. Noch sieben männliche Nachkommen des Göh von Berlichingen. Durch die Korrespondenz für Rasseforschung und Familienkunde berichtigt Oberleutnant Wolf Götz Freiherr von Berlichingen eine vor einiger Zeit aus Wien in die deutsche Presse gelangte Nachricht von dem Erlöschen des alten Geschlechts im Mannesstamme dahin, daß es heute n och sieben männliche Nachkommen des Götz von Berlichingen gebe, die vom ältesten Bruder Hans des bekannten Ritters Götz abstammen. Diese überlebende Linie, die Freiherrn von Berlichingen- Jagsthausen, sei heute noch im Besitz der historischen Geburtsstätte, der Götzenburg in Jagsthausen, wo auch die berühmte eiserne Hand liegt. Erfolgreiche Fahrt eines Anthrazit-Triebwagens. Auf der Reichsbahnstrecke Aachen-Erkelenz wurde jetzt vor zahlreichen Fachleuten aus dem Reich ein neuer Triebwagen ausprobiert, dessen Motor aus dem Deutz-Fahrzeug-Diesel-Motor entwickelt worden ist. Der Brennstoff dieses gänzlich neuartigen Motors ist Anthrazit. Hersteller dieses Anthrazit-Triebwagens ist die Waggon-Fa- brik Talbot in Aachen. Der Wagen, der im Auftrag des Landesverkehrsamtes Brandenburg-Berlin für die Oderbruchbahn gebaut wurde, hat feine Probefahrt zur vollen Zufriedenheit durchgeführt. Fahndung nach jüdischen Grotzbetrügern. Die Berliner Kriminalpolizei fahndet zur Zeit nach drei jüdischen Großbetrügern, die, unabhängig voneinander, in Berlin insgesamt für rund 80 000 RM. Ware und Bargeld erbeutet haben. Es handelt sich um den 31 Jahre alten Ostjuden Mordcha S z t e r n , genannt Max Stern, den 32jährigen Huden Helmuth P f e t f e l und den den 32jährigen Juden Helmuth Pfeife! und den hat von mehreren Schuhfabriken für rund 30 000 Reichsmark Schuhe auf Kredit gekauft und nicht bezahlt. Nachdem er die Ware bis auf einen kleinen Rest verschleudert hatte, suchte er mit dem ganzen Erlös das Weite. Einen ähnlichen Kreditschwindel beging Pfeifel. Er bezog von Mühlen- befitzern und Großfirmen auf Kredit für 40 000 Reichsmark Mehl, das er weiter verkaufte. Kaum hatte er sämtliche Gelder eingezogen, als er ebenfalls verschwand. Rosendorfs ergaunerte 10 000 Reichsmark. Er betrieb einen Verkaufsladen für Damenröcke. Er ließ sich für 5000 Reichsmark Stoffe liefern, die Bezahlung ber Ware „vergaß" er. Darüber hinaus brachte er es sogar fertig, einen Rasfengenosfen um 5000 Reichsmark zu betrügen. Außerdem fahndet die Kriminalpolizei nach einem Bastians Stadt Berlin heute Samstag, den 18. Jan. 1936 OnterhaltnndsAhend bis 4 Uhr geöffnet. 37«d Spezulkaranstalt Holhelm im Taunus 3 bei Frankf. a.M., Tel. 214. Mäß. Pr.- Prosp.d. MDr. M. Schulze-Kahleyss. Nervenarzt j THEATER FRANKFURT A. M. DIE NEUEN RIVELS 16.—31. Jan. Ws- und Mleulsre iMWM liefert billigst Schreinerei A. Müller, Alt.-Bnseck.i7oO KleineAnzeigen 'm Giekener Anzeiger werden von lautenben beachtet und gelesen. staatenlosen jüdischen Betrüger Schmeidler, ber 1900 in Kety (Polen) geboren ist und zuletzt in Berlin wohnte. Er hatte einen Bäckereibetrieb, für den er sich von mehreren Händlern große Mengen Mehl liefern ließ, ohne sie zu bezahlen. Außerdem hatte er sich einen Ford- wagen im Werte von 5000 RM. angeschafft. Es handelt sich um eine zweitürige Limousine mit den Kennzeichen IA 203 680. Schmeidler zahlte 2100 Reichsmark an und wollte den Rest in monatlichen Raten begleichen. Als der erste Wechsel fällig wurde, war Schmeidler mit dem Wagen verschwunden. Er hatte einige Tage nach Erwerb des Wagens feine • Bäckerei verkauft, und man vermutet, daß er versuchen wird, mit Geld und Wagen ins Ausland zu entkommen. Außerdem wird angenommen, daß der Jude noch andere Wieviel durch die von England gebauten Stauwerke bereits zur Vermehrung des Fruchtlandes Im Sudan und in Aegypten geleistet worden ist, mögen folgende Zahlen zeigen. Grundlegend für das ganze Bewässerungssystem ist das Stauwerk von Assuan. Der zwei Kilometer lange und 54 Meter hohe Granitdamm hat auf eine weite Strecke den oberhalb gelegenen Teil des Niltals in einen See verwandelt, der eine W a f fe r« menge von drei Milliarden Kubikmeter faßt. Unterhalb des Dammes von Affuan liegen noch drei von den Engländern gebaute Stauwerke. Durch sie haben jetzt vier Fünftel des gesamten ägyptischen Kulturbodens die Möglichkeit, statt einer Ernte im Jahre drei Ernten hervorzubringen, und mehr als eine Million Feddan (zu je 4200 Quadratmeter) find neu der Kultur gewonnen worden — eine enorme Leistung — die hauptsächlich der Baumwollkultur in Aegypten zugute kommen. Das zweite Hauptwerk ist der Damm von M a k w a r, nahe der Stadt Sennar am Blauen Nil, im englischen Sudan. Der Makwar-Damm ist über drei Kilometer lang und 26 Meter hoch, feine Fassungskraft beträgt reichlich 600 Millionen Kubikmeter. Von hier aus wird ein Teil der Ge- fireh, des Dreiecks zwischen dem Blauen und Weißen Nil oberhalb der Vereinigung, bewässert und für den Anbau von Baumwolle brauchbar gemacht. Mit 12 000 Quadratkilometer ist die Gesireh beinahe so groß wie Mecklenburg-Schwerin, etwas mehr als die Hälfte alles ägyptischen Kulturlandes. Der Damm reicht aus, um ben briten Teil dieser Landfläche zu bewässern. Um die ganze Gesireh in Kultur zu nehmen, müßte das berühmte Staudamm-Projekt am Ausfluß des Blauen Nil aus dem Tana-See in Abessinien verwirklicht werden. Wer die Verfügung über die Gewässer des Tana-Sees erhält, kann aus der Gesireh, zusammen mit Aegypten, ein Bauwollgebiet machen, das alle englischen und noch eine ganze Menge nichtenglischer Spindeln zu versorgen imstande wäre. In der Gesireh wirtschaftet das „Sudan Plantations Syndicate", das den Bauern, die zur Ansiedlung herangezogen werden, Land in Anteilen von je 300 Feddan verpachtet, davon je ein Drittel für Baumwolle, für Nahrungsgewächse und zur Brache. Eine Schwierigkeit ist im Menschenmangel. Durch die Ausmor- dung in der Mahdistenzeit ist der Sudan entvölkert worben; in dem Menschenalter englischer Herrschaft ist die Einwohnerzahl des ganzen Gebiets fchätzungweise schon wieder von 1,5 auf 6 Millionen Menschen gestiegen, aber diese verteilen sich auf einen Raum mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Trotzdem ist diese Zunahme ein schlagender Beweis dafür, wie auf-afrikanischem Boden durch die europäische Herrschaft die Verhältnisse gesunden können. Es ist eine unter Laien weitverbreitete Meinung, daß durch ben Damm am Tana-See Aegypten bas Wasser „abgeschnitten" werden könnte. Das ist nicht möglich,' weil zur Hvchwasserzeit die Schleusentore aller Dämme für die Durchflut geöffnet bleiben müssen. Es kann sich immer nur um die Aufstauung bestimmter Vorräte handeln, mit denen die Kulturflächen unterhalb der Dämme vergrößert und das ganze Jahr hindurch mit Wasser versorgt werden können. Die Kernfrage, die mit Bezug auf den Tana-See zwischen England und Italien schwebt, ist die, ob durch die Regulierung des Abflusses eine konkurrierende Bewässerungskultur oberhalb der Gesireh, die den Engländern natürlich unangenehm wäre, geschaffen werden soll. Außerdem Heute abend 369d Kappenabsnd mit TANZ im STADTKAFEE Mittwoch, den 22. Januar, in der Volkshalle: i± Bunter Abend in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt. Mttwlrkende: Maritta Gründffens, Berlin, Margarete Slezak, Berlin, Gottlieb Zeithammer, Nürnberg, John Gläser, Frankfurt, Frido Grothey, Bruno Eberhard, Frankfurt, Peter Piet, Hamburg, Jan und Hein, Hamburg, und die TanzkapeUe Franz Hauck. Beginn: 20 Uhr. Preise der Plätse: RM. 1.50.1.20, 080. 0.60 f. Nichtmitglieder der DAF. RM. 1.20, 0.80, 0.60,0,50 für Mitglieder der DAF. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei: Oberhessische Tageszeitung, Musikhaus Chalher, Schokoladenhaut Huntemann. Verkehrsverein, Seltersweg, Kreisdienststelle „KdF“, Schanzenstr. 18, und sämtlichen Beti iebswarten. ßölloF der Optiker am Bahnhof UCIICI _ Ihr Kassenlieferant - Samstag,'8 Zanuar 1936 UtJ5 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Aufbauarbeit in der Stadt Gießen. Gin Bericht des Gießener Oberbürgermeisters vor der GA.-Reserve.—Oer Weg unserer Stadt führt in gedeihlicher Weise aufwärts.-Großzügige Bauprojekte in Vorbereitung. Der gestrige Freitagabend brachte für unsere Stadt Gießen ein kommunales Ereignis er st en Ranges. Der Leiter unserer Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, äußerte sich eingehend über die Entwicklung unserer Stadt seit dem 1. April 1934, und er gab gleichzeitig einen fesselnden und sehr verheißungsvollen Ausblick auf die Pläne und die weiteren Möglichkeiten zur Förderung unseres Gemeinwesens. Seine groß angelegte Rede hielt er in dem vollbesetzten Saale des Cafö Leib vor rund 800 SA.-Männern des Sturmbannes II der SA. -Standarte R 116, womit er seine enge Verbundenheit mit der SA. des Führers bekundete. Von der Führung der Standarte 116 war der Standartenadjutant Obersturmbannführer M ü n k e r zugegen. Der Standartenführer weilt zur Zeit dienstlich außerhalb von Gießen. Den Abend leitete der mit der Führung des Sturmbannes II/R116 beauftragte Obertruppführer Heß. Ganz im Sinne der SA.-Kameraden des Sturmbannes II brachte der Führer des Sturmbannes Obertruppführer Heß zu Beginn des Abends zum Ausdruck, wie dankbar die SA.-Kameraden es vermerkt haben, daß der Oberbürgermeister trotz seiner starken dienstlichen Inanspruchnahme diesen aufschlußreichen Vortrag zugesagt hat und nun inmitten der SA.-Kameraden hielt, und ebenso im Sinne aller Teilnehmer betonte der Sturmbannführer, daß der Sturmbann II/R 116 es als eine Ehre ansehe, den Oberbürgermeister bei sich zu sehen und ihm den Willkommen- grüß entbieten zu können. betonte zunächst, daß es ihm eine Freude sei, vor den Kameraden der SA. sprechen zu können. Er ließ dabei erkennen, daß ihn vieles mit der SA. verbindet, besonders mit seinen einstigen Kampfgefährten der SA. in seiner Heimatprooinz Rheinhessen Dann wandte er sich seinem Vortragsthema „Aufbauarbeit in der Stadt Gießen" zu. Er erinnerte einleitend ganz allgemein daran, wie unter dem früheren Systeyi in manchen Städten die Kenntnis der Pläne einer Stadtverwaltung von manchen Stadtverordneten zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt wurde, z. B. durch die Jagd nach Grundstücken vor Baulanderschließungen usw., zum Schaden der Stadt und auch zum Nachteil derer, die auf diesem Land Wohnungen für ihre Volksgenossen herstellen wollten. Heute dagegen sei dieser Gefahr weitgehend vorgebeugt; trotzdem könne man natürlich nicht alles vorher öffentlich berichten. Nunmehr wandte er sich den Einzelheiten seines Themas zu, von denen wir an Hand unserer Aufzeichnungen folgendes hervorheben: Die Vauiätigkeit. Bis zum Jahre 1933 war der Wohnungsbau nur durch die Reichszuschüsse von 1500 RM. pro Haus möglich gewesen. Damals setzte die Entstehung des sog. Ostmarkenviertels ein. Von 1934 ab fielen diese Zuschüsse fort, an ihre Stelle traten die öffentlichen Geldinstitute. Für die Stadtverwaltung gab es damals zwei Wege: entweder die Aufnahme von Millionenkrediten für eine städtische Bautätigkeit, oder die Heranziehung der privaten Initiative. Der Oberbürgermeister bekannte sich bei dieser Gelegenheit mit Entschiedenheit als Anhänger der privaten Bautätigkeit, weil er es nicht als die Aufgabe der Stadt ansieht, das Geld der Steuerzahler in Wohnungen anzulegen, durch die Stadt Mieten einzuziehen und Steuergroschen zu verpfänden, sondern es für richtig hält, den privaten Baulustigen zu fördern durch Hypotheken und billige Darlehen, damit der Private für sich selbst baut und dabei auch für andere Volksgenossen mit Wohnungen schafft. Soweit das der Stadtverwaltung nicht gelang, hat sie sich mit der Treubau und anderen Stellen, sowie mit dem Reich zwecks Förderung des Wohnungsbaues in Verbindung gesetzt. Vom 1. April 1934 ab sind dann 25 private Eigenheime mit 31 Wohnungen, also nur mit 6 Mietwohnungen errichtet worden. Die eigentliche Unternehmer-Wohnungsbautätigkeit entstand erst im Jahre 1935, wo durch den Bau von 64 Bauherren 113 Wohnungen (64 Eigenwohnün- gen und 49 Mietwohnungen), ferner von 7 Bauunternehmern 203 Mietwohnungen, im Jahre 1935 also insgesamt 316 Wohnungen geschaffen wurden; gegenüber 25 Häusern mit 31 Wohnungen im Jahre 1934 find es im Jahre 1935 insgesamt 108 Häuser mit 316 Wohnungen; in der Häuserzaht mithin das vierfache, in der Wohnungszahl das zehnfache. Dabei ist in beiden Jahren der städtische Wohnungsbau nicht mitgerechnet. Diese starke Steigerung Der Bautätigkeit ist nicht allein auf die Finanzierung durch die öffentlichen Geldinstitute zu- rückzusübren. sondern vor allem auch begründet in der Preisüberwachung durch den Staat, im Festhalten auf den Tariflöhnen mit der daraus sich ergebenden Stabilität der Baukosten und Der Stärkung des allgemeinen Vertrauens. Bei dieser Sachlage konnte sich der städtische W o h n u n g s b a u auf die Errichtung von Volkswohnungen beschränken; seit 1. April 1934 wurden 72 solcher Wohnungen begonnen und dafür von der Stadt 118 000 Mark aufgewandt. Hinsichtlich der übrigen städtischen Bautätigkeit verwies Der Oberbürgermeister auf die Schaffung des 21 r - beitsdienstlagers, die Umgestaltung der Hardtterrasse zu einem B D M. - H e i m , den Umbau der Schönen Aussicht zum H I. - H e i m, den Umbau der Log e; für alle diese Baumaßnahmen hatte die Stadt rund 75 000 Mark aufzuwenden. Ferner wurden in den Jahren 1934/35 an öffentlichen Gebäuden von der Stadt ausgeführt der restliche Ausbau der P e st a l o z z i s ch u l e und Der Mit 4108 laufenDen Metern aus Der privaten Bau- tätigfett ist allein eine vierfache Steigerung gegen Das Vorjahr eingetreten. Durch Zuschüsse vom Reich war es möglich, Ar» beitsbeschaffungsmaßnahmen auch wäh- renD Der Mintermonate 1934/35 beizubehalten, so Daß mancher Bauunternehmer seine Mitarbeiter weiter beschäftigen konnte. Mit Hilfe dieser Reichszufchüfse konnten Arbeiten im Gesamtwert von 600 000 Mark ausgeführt werden. Blick auf die Versammlung; links im Hintergrund Oberbürgermeister Ritter am Rednerpult. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) M Rohbau des Schlachthof.Verwaltungsgebäudes. Von privaten Bauten in den beiden Jahren nannte Der Oberbürgermeister Den Neubau Der katholischen Kirche, die Kasernenbauten, den großen Lagerhausbau des Glaskontors, Umbauten in Der Brauerei Den« ninghoff, Den G l o r i a - P all a st am Seltersweg, Den Wiederaufbau Der Seifenfabrik von Möbs unD Den Beginn Des Proviantamtsbaues, ferner mancherlei Tiefbauarbeiten Bei den Straßenbauarbeiten ergibt sich eine starke Steigerung gegen früher. Seit 1. April 1934 wurden an Straßen neu an« gelegt 681 laufende Meter, an Strahenoberflächen hergerichtet 4600 laufende Meter, an Kanalbauten wurden 1028 laufende Meter im Jahre 1934, Dagegen 9677 laufenDe Meter im Jahre 1935 angelegt. Weiter erinnerte Der Oberbürgermeister an Die Notwendigkeit der Neuaufstellung von Bebauungsplänen, bei denen — wie man in Der Beoolke- rung mit Genugtuung vernehmen wirD — Der Grundsatz der Erhaltung Der g a r t e n ft a D t ■ ähnlichen Gestaltung Der Außengebiete bei- behalten hat. Für Die neuen Stadtteile war Die Neuanlage von Grünflächen erforderlich; u. a. etwa 200 Aleebäume in der Schlageterstraße, eine Grünfläche im Ostrnarkenviertel, Grünflächen- Vorbereitung am Nahrungsberg. Neben diesen prak- tischen Ausfuhrungsarbeiten wurde eine Reihe größerer und kleinerer Projekte bearbeitet. Als solche Projekte nannte der Oberbürgermeister die Altstadt-Sanierung zwischen < - Wohlig weiche Haut Nachdruck verboten! 28 Fortsetzung. Nichi müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lanzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. „Wo wohnen Sie?" forschte Costa. „Auf dem Sartorius-Ring", gab sie mit abwesenden Blicken Auskunft. W^der trat ein Hortes Licht in Costas Augen. „Sartorius — kennen Sie die Familie?" Annelies brachte fein Wort hervor. Ein erneutes stummes Neigen Des Kopfes war Die Antwort. Costa sah ihr in Das schmerzlich verzogene Gesicht. Gab es Da Zusammenhänge? „Wollen Sie mir helfen?" bat er mit Drängen- dem Blick. Annelies beugte sich mit zitternben Lippen ein wenig vor. „Wie heißt diese Frau...?" „Wollen Sie mir helfen?" wiederholte er. „Ich weiß es Nicht! Aber — bitte, wie heißt die Frau?" o. „Mia Rechberg!" kam es hart von Costas Lippen. Annelies sanf zurück, ganz langsam in den Stuhl zurück. Ihre Hand frampfte sich um den Stiel des Weinglases „ . „Sie fennen sie?" forschte Costa in offenfunbtger Spannung „Ich kenne sie ..!" entgegnete Annelies tonlos. ' Und Sie werden mir behilflich fein?" In Annelies rauschte es dunkel und brandend. Vielleicht — nein, gewiß griff das Schicksal hier ein um diese Frau von Günter zu lösen. Aber es würde ihm weh tun, und dazu durfte sie nicht d,e Hand bieten Damit gewann sie ferne Liebe doch Nicht zurück. Und gewiß ließen die beiden trotzdem nicht voneinander. Nein, Dazu gab sie sich nicht her! Eine unbegreifliche, rasende Angst ergriff sie PlO3»’mei6 nicht!" wich sie Costas Frage verstört aus. „Aber ich möchte jetzt nach Hause Er war enttäuscht, aber das verstörte Menschenkind da vor ihm tat ihm leid. m. n ... Ich will Sie nicht drangen! sagte er. „Vielleicht überlegen Sie es sich noch, wenn Sie ruhiger sind. Ich wohne im .Leipziger Hof — für aCh? Ja — ich will es mir überlegen! Und jetzt mochte ^„Ja^doch — beruhigen Sie sich nur! Ich fahre Sie heim!" Sie wehrte verängstigt ab. h , „Doch!" beharrte Costa. ,^n diesem Zustand lasse ich Sie nicht allein auf die Straße! Er winkte den Kellner zum Zahlen heran. Im Begriff, Den Wagen zu besteigen und den Platz neben Costa einzunehmen überkam Annettes wieder jenes intensive Gefühl des Schwebens, des willenlosen Hingleitens. Die Wolke — die Wolke. ..I Langsam zog der Wagen an. Dann stürzte er sich mit leisem Singen in Den feuchten AbenD. Annelies saß zusammengekauert an Costas Seite. Sie fieberte, aber ihre Lippen waren eiskalt. Wie- Der überkam sie ein unbeschreibliches Angstgefühl, wie vor etwas Furchtbarem, Das irgenDwo auf sie lauerte unD alles zermalmen mußte. Als an einer Straßenkreuzung Das rote Lichtsignal Halt gebot, beugte Costa sich plötzlich aus Dem Wagen „Bruckmann — hallo, Bruckmann!" rief er einem Herrn nach, Der mit einer Dame eben um Die Ecke bog. Der Herr hatte ihn offenbar nicht gehört. Mit einem raschen Griff Öffnete er Den Wagenschlag. „Einen Moment, bitte!" entschuldigte er sich bei Annelies unD sprang heraus. Annelies war allein, allein mit ihrer Angst, Dieser rasenden, irrsinnigen Angst, Die sie nicht begriff. Der Motor Des Wagens tackte in verhaltener, kaum ge- bänDigter Unruhe, als wehrte er sich gegen Die ihm angelegten Fesseln. Annelies fühlte seinen Herzschlag tief im Blut. Sie beugte sich vor unD starrte in pochender Beklemmung auf Die angelaufene WinDschutzscheibe Mit bebenbem Griff ließ sie mechanisch Den Wischer kreisen. Wie hinter einer scharf umranDeten Oeffnung hatte sie jetzt Den Ausschnitt Der hell erleuchteten Straße seitlich vor sich. Sie bog Den Oberkörper zur Seite unD starrte mit fiebernben Blicken Durch Den seltsam locfenDen Kreis hinaus. War Das nicht wie ein Weg in Die Freiheit? Annelies spürte einen heftigen Druck im Halse. Sie tastete unsicher nach Dem Führersitz hinüber. Wenn man jetzt .! _ Da saß sie auch schon am Steuer, rote von einer Dunklen Gewalt getrieben. Das grüne Licht flammte nuf _ die Straße war frei. Da hatte sie auch schon Gas gegeben. Der Wagen schoß Davon. In roilDem, reißenDem Bogen, Den sie geraDe noch meisterte, raste er um Die nächste Ecke. ZusammengeDuckt saß Annelies vor Dem Steuer, mit brennenDen Augen unD zusammengepreßten Lippen Nur weiter, nur fort! Wie ein irrer Nachtvogel flog sie Durch Das Gewirr Der Straßen. Als Die Lichter Des Continental-Hotels vor ihr auftauchten, hielt sie Den Wagen an und sprang heraus. . . , ., Die rasende Angst fiel mit einem Male von ihr ab als sie Den festen BoDen rouDer unter Den Füßen spürte. UnD im gleichen Augenblick kam es ihr zum Bewußtsein, Daß sie etwas sehr Törichtes begangen hatte Aber sie hatte nicht anders ge- könnt Sic war nicht mehr Die Annelies von früher, sie war ein zermürbter, innerlich zerrissener Mensch geworben, gehetzt von Aengsten und Herzensnot Da war nun roieDer Die Erkenntnis: es war alles vorbei' Auch Costa würde ihr Günter nicht wieder zurückgeben können. Günters Herz gehörte der Sie ließ Den Wagen stehen. Costa wurde ihn finden; er wußte ja, wo sie wohnte. Und er wurde sie verstehen — er war ja auch ein unglücklicher, betrogener Mensch. Das Haus lag im Dunkeln. Nur oben in Onkel Korbinians Wohnung war noch Licht. Ach, Onkel Korbinian, es war alles umsonst! Alles, alles war vorbei... Leise trat sie ins Haus und huschte die Treppen hinauf. Als sie auf Dem obersten Absatz angekommen war, öffnete sich die Vorsaaltür zu Onkel Korbinians Wohnung. Korbinian Sartorius trat auf die Schwelle, tiefe Besorgnis stand auf feinem verwitterten Gesicht. „Um Gottes willen, Kind, wie siehst du denn aus! Wo kommst du Denn her?" Ein wehes Schluchzen wollte in ihr aufbrechen, aber sie bezwang sich. Nur ein ganz leises, qualvolles Stöhnen kam über ihre Lippen. Korbinian Sartorius ergriff ihre Hand und zog Annelies in tiefer Bestürzung in feine Wohnung hinein: „Komm, Kind, wir wollen uns mal aussprechen!" Sie leistete keinen Wiberstand. In feinem Wohnzimmer drückte er sie sanft in einen Stuhl. „So, meine Annelies! Nun sprich nur mal! Was hat es Denn roieDer gegeben?" Da verließ Annelies Die nur mühsam bewahrte Fassung. Sie schlug Die HänDe vor Das Gesicht. Die Tränen stürzten ihr aus Den Augen. Alles, was sie in Diesen qualvollen Wochen Durchkämpft und er- DulDet hatte, brach mit Diesen Tränen aus ihr hervor. Onkel Korbinian ließ sie sich ruhig ausroeinen. Er streichelte ihr mit ungeschickten, aber zarten und liebevollen Bewegungen Die feuchten HänDe „Ist es Denn so schlimm, KinD? Ist es Denn gar so schlimm?" Als sie sich wieder beruhigt hatte, begann sie langsam und stockend zu erzählen. Alles, alles sprach sie sich vom Herzen, während er ihre Hand in der seinen hielt. „Weißt du noch, Onkel, wie Du damals im Turm mich wieder aufrichtetest: .Nicht müde werden, Annelies!'" schloß sie „Ich habe mich immer an dies Wort gehalten habe mich immer wieder daran aufgerichtet. Aber nun kann ich nicht mehr. Ich bin nun wirklich müde geworden, Onkel! Und selbst, wenn ich wollte, es würde keinen Zweck mehr haben. Es ist vorbei. Und es muß nun auch Das letzte Wort gesprochen roerDen. Ich werde morgen mit Günter reden und ihm sagen, daß er frei ist." „Aber wenn Costa vielleicht.. ", wollte Korbinian Sartorius einwenden. Annelies schnitt ihm mit einer wehen, erschütternd wehen Handbewegung Das Wort ab. „Was soll Das nützen! Glaubst Du wirklich, daß ich es ertragen konnte, an Günters Seite zu leben unD Doch zu wissen, Daß fein Herz einer anDeren gehört?" Er wußte nichts Darauf zu sagen. Es war Das erstemal, Daß er keinen Trost wußte. Am anDeren Morgen war Annelies schon frühzeitig auf. Erst gegen Morgen war sie in einen kurzen, unruhigen Schlaf gesunken. Sie sah übernächtig aus, ein Dunkles Fieberlicht brannte in ihren Augen; aber sie war ruhiger geworden durch ihren schwer erkämpften Entschluß, Der allem ein Ende machen würde. Sie horte, wie in Günters Zimmer Das Fenster geöffnet rourDe. Er fanD wohl keine Ruhe. Vielleicht war er aber auch zu Dem Entschluß gekommen, ein EnDe zu machen. Sie fühlte bei Diesem Gebauten einen stechenDen Schmerz in Der Brust; aber sie hatte Die seltsame Vorstellung, Daß sie es gar nicht selber war, Die Diesen Schmerz empfand. Das war wohl eine andere Annelies, Der Das noch weh tat Sie selbst war Doch mit sich im klaren... Jetzt horte sie ganz schwach unten Die Tür gehen. Günter verließ Das Zimmer. Der Augenblick war günstig; es war noch niemanD weiter auf, man konnte ungestört miteinander sprechen. Mit leisen Schritten, um Onkel und Tante nicht zu wecken, ging Annelies hinunter. Die alte Kathrin hantierte schon in der Küche, unbemerkt gelangte Annelies vorbei. Günter war im Wohnzimmer an das Fenster getreten. Bei ihrem Eintritt wandte er sich verwundert um. „Du bist schon auf?" fragte er, mit einem forschenden Blick in ihr übernächtiges Gesicht. Sie sah ihn mit merkwürdig ruhigen Augen an. „Ja, du bist ja auch schon auf. Und es ist gut so. Ich glaube, wir haben miteinander zu reden, Günter!" Sie sah, wie ihm langsam ein dunkles Rot ins Gesicht stieg, und deutete es auf ihre Weise. „Wir wollen peinliche Erörterungen beiseite lassen", fuhr sie fort. „Ich will dir nur sagen, daß ich Dir keine HinDernisse mehr in Den Weg lege. Du brauchst keine Rücksichten mehr auf mich zu nehmen — Du bist frei." Unter ihrem seltsam klaren Blick unb unter Dem EinDruck ihrer Worte ftanD er, ohne sich zu rühren, einen Augenblick stumm Da. „Ich bin frei — soll Das heißen...?" stammelte er dann. „Daß Du deinem Herzen folgen darfst — ja? Es ist genug Der Kämpfe. UnD eines Tages muß das EnDe ja Doch kommen." Immer noch ftanD Günter regungslos am Fenster. Dann trat er plötzlich ein paar Schritte auf sie zu. „Annelies, fei ehrlich — was veranlaßt dich zu diesem Entschluß?" „Die Vernunft. Günter! Es ist das einzig Richtige und Vernünftige!" „Die Vernunft? Das Wort klingt sonderbar aus Deinem MunDe. Es ist Das erstemal. Daß ich es von Dir höre." „Sa? Vielleicht haft du recht! Sei froh, daß du Die Vernunft nicht zu Hilfe zu nehmen brauchst, fon- Dem Deinem Herzen folgen kannst. Ich wünsche Dir aufrichtig. Daß es zu Deinem Glück sein möge." Ihr Blick irrte ab Durch Das Fenster. Sie sah nicht Die Qual, Die in Günters Augen stand. „Annelies ...!" stammelte er. „Es ist ja nur Mitleid, nur noch Mitleid, das ich mit Mia habe!" Sie wandte ihm das Gesicht wieder zu. „Ich kann dir nicht mehr glauben, Günter!" erwiderte sie tonlos. Sie sah, wie er zufammenzuckte. (Schluß folgt.) des der in jeder Die Lage des Haushalts von der Möglichkeit der Finanzierung abhängig. Die Betriebe einen neuen Wversltät und Garnison dem m i t Aus -er Provinzialhaupista-i Gange. Schulwesen. Das Rarktwesen Hinsichtlich des Zucht» und Nutzviehmark- oder christliche Viehhändler bringen muh. Noch tes, der einer der bedeutendsten Märkte Deutsch- in diesem Jahre ist mit der Errichtung einer Platz auherhalb der Stadt zu geben. lands ist, betonte der Oberbürgermeister, daß trotz der notwendigen Aktionen gegen den jüdischen Viehhandel sich der Umschlag auf dem Markt auf einer bedeutenden Höhe gehalten hat. Er ist überzeugt, dah es im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand gelingen wird, den jüdischen Viehhandel hier sowohl als auch an anderen Märkten Deutschlands auszuschalten. „Wir haben die nötigen Schritte unternommen, können aber radikale Maßnahmen erst dann durchführen, wenn auch in anderen Gegenden die Verwaltungen die gleichen Maßnahmen anwenden. Mit besonderen Maßnahmen nur für Gießen ist niemand gedient. Was wir tun, müssen wir uns genau überlegen und die Zweckmäßigkeit unserer Maßnahmen sorgfältig prüfen. Die Märkte in Gießen sind nicht etwa da, weil die Juden verdienen wollen. sondern weil die landwirtschaftliche Bevölkerung aufnahmefähig ist für das angebotene Vieh und Gießen ein genügender Absatzmarkt und geeigneter Umschlagsplatz ist. Der Jude schaltet sich hier ein, nur um das Geschäft zu machen. Dem Viehzüchter und dem Dauer ist aber nicht gedient, wenn der Markt geschlossen wird, sondern wir müssen an die Stelle des Juden etwas anderes sehen. Das ist Aufgabe des Reichsnährstandes. der entweder eine Genossenschaft stade an der Lahn vorgedrungen ist, stellt freilich erst einen leisen Anfang dar. Wir sehen ihn zunächst in dem vielfarbigen und vielgestaltigen Bild der Vorbereitungen. Da leuchten uns aus den Schaufenstern grellbunte Stosse und Bänder entgegen. Da sehen wir auch bereits einige Kostüme, bei deren Anblick es einem trotz der abnorm gelinden Witterung im Januar bis ins innerste Gebein friert. Wir falben in diesen Sachen und Sächelchen, die natürlich ein Frauenherz besonders entzücken, die ersten Fanfaren der Garde des Prinzen Karneval zu erblicken. Sie luöt ein, dem närrischen Prinzen Gefolgschaft zu leisten und sich gebührend darauf vorzubereiten. Im Jahre 1935 wurden insgesamt 1183 Geburten (596 Knaben und 587 Mädchen) registriert, 1038 Todesfälle verzeichnet, so daß sich em Zu- wachs von 145 Person-n ergibt. Das Ergebnis für und kleinere Versammlungen, wie sie Großstadt find. Zum Schluß wies er noch kurz auf die Stelleneinsparung an der Spitze der Stadtverwaltung hin und gab sodann der Hoffnung Ausdruck, dah unsere Stadtverwaltung mit t: Geistesgut des Führers unser Geme i n« wesen weiter aufwärts zu neuer Blüte führen könne. (Langanhaltender starker Beifall.) Der Oberbürgermeister wies zunächst kurz auf den gewaltigen Niedergang der Finanzwirtschaft in den Jahren vor der Machtübernahme hin und stellte dem gegenüber, daß durch die zielbewußte Arbeit des Retters unseres Volkes diesem Niedergang nicht nur Einhalt geboten wurde, sondern auch eine stetige Besserung eintrat. Er sagte sodann: Ich bin stolz darauf, dah es uns trotz der erheblichen neuen Aufgaben möglich war. nicht nur den Ausgleich des Voranschlags zu erzielen, sondern, dah auch Fehlbeträge der letzten Jahre gedeckt und mit der Schuldentilgung begonnen werden konnte. Während vor zwei Jahren noch erheblich überzogene Konten mit Zinsbelastungen bei sämtlichen Danken bestanden, zeigt der Ausweis unserer Stadlkasfe Ende 1935 ein erfreuliches Guthaben bei allen Danken mit Zinsgutschriften. Und wie gerne reihen sich Weiblein und Männlein ein in diesen Heerbann der Narretei. Zunächst gibts in manchen Familien ein Attentat auf den Geldbeutel des Hausvaters oder des Eheherrn. Denn so ein Fasching kann und soll ja nicht in jedem Jahre in dem gleichen Gewand begangen werden. Das ist es denn auch, was das Bild der Schaufenster als ersten Wellenschlag der närrischen Zeit in unserer Stadt den zahlungsverpflichteten Männern zu verstehen geben will. Und die Frauenwelt schmunzelt verständnisinnig zu diesem leisen Rippenstoß. Allzu viel Zeit ist ja auch nicht mehr verfügbar, bis die Faschings-Flut immer höher steigt und ihre Wogen immer häufiger anbranden. Da muß doch beizeiten etwas getan werden. Und so sind denn die Gedanken vieler Frauen und Männer, ganz besonders natürlich der jüngeren Jahrgänge, jetzt stark auf die Faschings-Dorbereitungen gerichtet. Denn wenn der Karnevals-Krieg ausbricht und die Schlachten geschlagen werden sollen, muß alles bereit sein. Diese stumme und doch so beredte Sprache klingt aus den Schaufenstern, die der lockenden Sprache des Faschings Ausdrucksmöglichkeit geben, zu uns. Mancher Griesgram mag freilich noch mürrisch und ablehnend beifeitestehen. Man darf ihn fragen: Der Rathaus-Neubau. Als Fernziel wies der Oberbürgermeister noch auf die schon seit Jahren dringend notwendige Zusammenfassung der Verwaltungsdienststellen in einem neuen Rathaus hin. Für den Rathaus- Neubau sollen — erstmalig im diesjährigen Voranschlag — Rücklagen gemacht werden. Sobald genügend Geld angesammelt ist, wird mit diesem Bau begonnen werden. Schtoßgasfe und Markttaubenstrahe; die Neugestaltung der Liebigshöhe, in der an Stelle des geschlossenen Flughafen-Restaurants mindestens dttus Gleichwertiges, vielleicht etwas noch SchönHces geschaffen werden soll: die Fertigstellung und Beheizung der V o l k s h a l l e. Außer dieser Volkshalle, die den Vedürlnilsen unserer Stadt bei weitem nicht genügt, ist für später an die Errichtung einer weiteren halte zu denken, die einige tausend Menschen umfaßt, für größere Wer wagte? Die Flut naht. Vor wenigen Tagen setzten sie sich von Mainz her in Bewegung. Dort wurden die Schleusen der Staudämme, die diese Flut für elf Monate des Jahres zurückhalten, breit geöffnet. Und nun hat die Flut des Frohsinns und der Narretei, die wir Fasching nennen, freien Lauf hinaus ins Land. Oer Führer des Sturmbanns, Obertruppführer Hetz brachte in warmen Worten den Dank der Zuhörer für die vortrefflichen Ausführungen des Oberbür- germeiftes zum Ausdruck und betonte dabei, daß unsere Stadt ihre Geschicke bei Oberbürgermeister Ritter in besten Händen sehe. Und so wie hier im Kleinen, so wüßten wir alle auch im Großen die Geschicke unseres lieben deutschen Vaterlandes bei dem Führer in den besten Händen geborgen. Dem Führer galt darum mit dreimaligem begeistertem Sieg-Heil der Dank und das erneute Gelöbnis der Treue der SA.-Reserve-Männer des Sturmbanns. Mit dem gemeinsamen Gesang des letzten Verses des Horst-Wessel-Liedes schloß der Dortragabend. Anschließend verweilten die Kameraden noch etwa eine Stunde in kameradschaftlicher Geselligkeit. herberge usw. Die Derufsfeuerwehr. Der Redner gab sodann in großen Zügen ein Bild von dem weitsichtigen Arbeitsgebiet s'*'" Wohlfahrts- und Versicherungsamtes, das trotz Betreuungsarbeit durch die NSV. noch ein gerüttelt Maß von Aufgaben zu bewältigen hat. Besonders wies er dabei auf die Erfordernisse der Wohnungsfürsorge und der Gesundheitsfürsorge hin, ferner erinnerte er an die wichtigen Aufgaben der Wöchnerinnen- und Jugendfürsorge, der Kinderspeisungen, der Betreuung der Klein- und Sozialrentner, sowie der Kriegsbeschädigten, der Jugend- die Partei herzurichten, aufgegeben ist, well für den Oswaldsgarten als Meffeplatz kein geeigneter Ersatz vorhanden ist. Der Au sm ar schund Kundgebungsplatz der SA. und der Partei wird an einer anderen Stelle m würdiger Weise 'hergerichtet werden. Wohlfahrts- und Versicherungsamt. Dieser letztere Plan soll aber erst ins Auge gefaßt werden, wenn die Stadt nach der Art des ordentlichen Haushalters die erforderlichen finanziellen Rücklagen besitzt-, es wird zu diesem Zweck auch an die Gründung eines F e ft ° halleoereins gedacht. Mit Nachdruck erklärte der Redner in diesem Zusammenhang: Durch diese Pläne darf aber keine weitere Verschuldung der Stadt eintreten, diese lehne ich von vornherein ab. Die Stadtverwaltung wird das bisherige Tempo beibehalten, vielleicht auch noch verschärfen, aber auch das Tempo der Schuldenrückzahlung beschleunigen. Daß das möglich ist, zeigt die bisherige Entwicklung, und das Vertrauen zu unterer Regierung und zur Schaffenskraft unseres Volks gibt uns das Recht, zu jagen: wir werden das in einigen Jahren schaffen. Alle bisherigen Arbeiten, die hier aufgezählt wurden, sind ohne Personalvermehrung beim Stadtbauamt geschaffen worden. Dafür dankte der Oberbürgermeister allen Mitarbeitern, zugleich auch denen an den anderen städtischen Arbeitsplätzen. Er betonte, daß er stolz sei auf diese Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang sprach er der früheren ihrem Grundsatz „Gemeinnutz vor Gflgennufc* sich auch hier in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Stadtthealer. Mit Befriedigung stellte der Oberbürgermeister fest, daß das Tempo der Aufbauarbeiten bei unserem Stadttheater seit dem Sommer vorigen Jahres außerordentlich ist. Die Leitung und die Künstler gehen mit bestem Willen und mit Ausdauer an die Arbeit, so dah unsere Stadt mit Stolz feststellen kann, daß das Niveau unseres Stadlthealers weit über dem Durchschnitt der Provinztheater steht. Die Gastspiele in den benachbarten Städten Haden überall guten Anklang gefunden. Er appellierte an die Gießener Bevölkerung und an die Volksgenossen in der Umgegend, sich immer eifrig für das Stadttheater einzusetzen und durch reicheren Anteil an den Abonnements die wirtschaftliche Kraft des Theaters zu steigern. Standesamt. Führung der städtischen Verwaltung seine Anerkennung aus, wobei er u. a. mitteilte, daß in unserer Stadt finanziell anständig gearbeitet und vorsichtig operiert worden sei, auch das Personal im Rahmen des Notwendigen gehalten wurde, die Abbaumaßnahmen daher hier auch nicht so umfangreich gewesen seien, als in anderen Städten. Während andere Städte 30 o. H. bis 40 v. H. Pensionen im Verhältnis zu den lau» senden Gehältern zu tragen haben, sind es in G test e n nur 15,4 P r o z e n t der Gehälter, lieber die Dauaussichteu für 1936 sagte er u. a., es sei in diesem Jahre wieder mit einer starken Tätigkeit im Straßen- und Kana lb au zu rechnen. In erster Linie sollen ausgeführt werden: die verlängerte Liebig- st r a ß e bis zum Anschluß an den Riegelpfad, der Ausbau des W a r t w e g e s , der Ausbau des O ft - markenviertels, die Durchführung der F r o - b e l st r a h e bis zur Liebigshöhe, die Durchführung der Schlage ter - Allee bis zum Anschluß an den Philosophenwald, die Durchführung des Eich- g ä r t e n w e g s bis zum Philosophenwald, der Ausbau des Aulweges zwischen Liebigstraße und Mirtweg, die Durchführung des SchwarZ- lachweges bis zur Marburger Straße. Dazu kommen noch kleinere Straßenbauarbeiten: die Schaffung neuer Radfahrwege und die Anlage von Parkplätzen soll verstärkt werden. Hinsichtlich der Wohnungsbautätig, feit wird für 1936 mit der gleichen Hohe wie in den beiden letzten Jahren gerechnet, besonders von der Seite der privaten Bautätigkeit her. Die Nachfrage nach Wohnungen ist nach wie vor sehr rege. Die Errichtung weiterer Volkswohnungen wird angesichts des Bedarfs noch vorgenommen werden müssen. Ob die Projekte der A l t st a d t s a n i e - rung und der Neugestaltung der Lie- bigshöhe noch in diesem Jahre verwirklicht werden können, ist l **'“ F'-— Aus den Darlegungen über die Entwicklung der städtischen Betriebe in den Jahren 1934 und 1935 war folgendes zu entnehmen: Auch bei den Betrieben haben die ziel- bewußten Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung auf wirtschaftlichem Gebiete sich in guter Weise ausgewirkt. Das Elektrizitätswerk weist eine stetige Zunahme der Stromabgabe auf. Es wurden geliefert: 1932 -- 8 Millionen Kilowattstunden, 1933 = 9,3 Millionen, 1934 = 10,9 Millionen, 1935 = steht die Abgabe noch nicht fest, sie ist jedoch noch erheblich großer als im Vorjahr. Die Zahl der angeschlossenen Zähler hat sich von 18 900 im Jahre 1932 auf 20 400 im Jahre 1934 erhöht. Jrn Verlause der beiden Jahre wurden zahlreiche technische Verbesserungen des Betriebes Dorgenommen, die ein wichtiges Stück Arbeitsbeschaffung für unsere Industrie darstel- len. Die Zahl der Arbeitskräfte ist von 144 Personen im Jahre 1932 auf 188 im Jahre 1934 gestiegen; in erster Linie wurden alte Kämpfer eingestellt und Beamtenversorgungsanwärter. Die Ueberholung des Stromnetzes (Ersatz der Eisenleitungen durch Kupferleitungen) wurde nachdrücklich in Angriff genommen. Die Straßenbahn. Auch hier ist eine sehr erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen. Im Jahre 1932 wurden 1 278 468 Personen befördert, im Jahre 1934 stieg die Frequenz auf 1706 068 Personen. Den Fahrgästen wurde durch die Schaffung der 10-Pfg.-Teilstrecke entgegengekommen. Die Straßenbahn wurde an der Grünberger Straße bis zur Kaserne fortgeführt. Es ist jetzt geplant, einen Pendelverkehr der Straßenbahn von der Licher Straße bis zur Waldkaserne einzurichten und später auch das Südvierlel an das Strahenbahnneh anzuschließen. Verhandlungen mit der Reichsbahn find bereits im Gange, es ist zu hoffen, daß es dabei zu einer Regelung kommt, die die Erschließung dieser Gebiete ermöglicht. Im Hinblick auf die finanzielle Sage der Soldaten ist für die unteren Chargen em Einheits- fahrpreis von 10 Pfg. für die ganze Strecke festgesetzt worden. Es wird davon ein weiteres Steigen der Derkehrsziffer erwartet. Das Gaswerk. Die Entwicklung war auch bei diesem Werk sehr erfreulich. Es wurden umfangreiche Rohrverlegungsarbeiten ausgeflchrt. Die Gasabgabe für gewerbliche und industrielle Betriebe ist seit 1. April 1934 um rund 17,5 v. H. gestiegen. Auch der Verkauf an Gasgerät hat sich sehr gut entwickelt; im Jahre 1935 wurden 1000 Haushaltungsgasgeräte, fünf Großküchen und zwei Metzgereianlagen verkauft. Daß unser jetziges Gaswerk inmitten bej Stadt ein Sorgenkind ist, weiß jedermann. Es ist der Neubau eines Gaswerks geplant, das fo ausgestattet sein soll, dah es auf hohe Leistungsfähigkeit gebracht werden kann. Wir haben uns auch entschlossen, dem Gaswerk Der Zuschuß zu den Wohlfahrtslasten ist von 1322 564 Mark im Jahre 1932 auf 960 000 Mark im Jahr 1934 gesunken, der Zuschuß für 1935 kann erst nach Abschluß des Rechnungsjahres festgestellt werden. Die Steuerzahler zahlen jetzt auch williger und pünktlicher. Als Beispiel teilte der Redner weiter mit, daß sich das Gewerbesteuersoll unserer Stadt im Jahre 1935 gegenüber 1934 um ca. 20 v. H. gesteigert hat. Bei der Einkommensteuer ist fiir das Jahr 1934 gegenüber dem Jahr 1933 eine Steigerung von etwa 41 v. H. feftau- stellen, für 1935 dürfte das Ergebnis noch höher jein. Die ©runberroerbfteuer hat sich von rund 25100 Mark im Jahre 1933 auf rund 49 900 Mark im Jahre 1934 gehoben, die Wertzuwachssteuer ist von 791 Mark im Jahre 1933 auf 3799 Mark im Jahre 1934 gestiegen. Auch bei der Bier st euer ist mit einem erhöhten Aufkommen zu rechnen. Alle diese erfreulichen Gesundheitsmerkmale sind nur auf die Maßnahmen der Reichsregierung zurückzuführen. Die Stadt widmet ihr besonderes Interesse natürlich auch dem Schulwesen, insbesondere wird der Ausbau der dreijährigen Frauenschule angestrebt. In der Gewerbeschule ist die Schülerzahl von 75 im Winter 1933 34 auf 113 im Winter 1935 36 ange- Viehauktionshalle zu rechnen, in der die Viehversteigerungen des Reichsnährstandes abgehallen werden können. Im Zusammenhang damit wird der Ausbau des Diehmarkt-Platzes und der übrigen Viehmarkt-Einrichtungen erforderlich werden. Mit diesem Ausbau wird die Stadt auch den Bedürfnissen der Landbevölkerung entsprechen, indem sie Gelegenheit schafft, das Vieh unter günstigen Umständen zu erwerben. Die Pferdemarkt-Lotterie haben wir wieder aufleben lassen, ihr Erlös wird zur Förderung der heimischen Pferdezucht verwandt werden. Die Ziegenmärkte haben ebenfalls einen guten Aufschwung genommen, die Stadt muß auch dieser Einrichtung fördernd beistehen. Für die Wochenmärkte sind verschiedene Verbesserungen getroffen bzw. vorgesehen. Der Redner erinnert an die Errichtung der Fernsprechzelle auf dem Lindenplatz und kündigt die Schaffung einer Marktuhr und einer S i g- n a I a n I a g e an, die den Beginn und das Ende des Marktes anzeigt. Die Messe-Veranstaltungen werden gleichfalls einen weiteren Ausbau erfahren. In diesem Zusammenbang erklärte der Oberbürgermeister, dah bas Projekt, den Oswaldsgarten zum Aufmarsch- und Kundgebungsplatz für die SA. und Mit größtem Nachdruck fetzte sich der Oberbur- germeifter für die Universität ein. Er betonte, daß es eine alte nationalsozialistische Forderung sei, die Jugend aus dem Bereich der Groß- stadt herauszubringen und möglichst eng mit den kleineren Städten und dem Lande zu verbinden. Diese Forderung gelte auch für die Universität. Es sei vor allem im Interesse der Jugend von größter Wichtigkeit, dah sie den kleineren Universitäten zugeführt werde, weil für sie hier weit bessere Lebensbedingungen bestünden und die Gefahrenmomente der Großstadt ausgeschlossen seien; hier könnten auch die jungen Menschen untereinander sich weit besser kennen und verstehen lernen. Deshalb stellte er die Forderung auf: Es darf nicht gerüttelt werden an unserer Universität! Weiter teilte er mit, daß eine neue Universitäts-Turnhalle errichtet werden wird, zu der das Reich und das Land Hessen Zuschüsse geben roerben, aber auch die Stadt helfen wird. Auch damit wird die Stadt wiederum ihr stärkstes Interesse an der Universität bekunden. In gleicher Weise ist die Stadt mit voller Freude bei den Ausgaben, die im Interesse unserer Wehrmacht zu erfüllen sind. Die Stadtverwaltung hat bei allen diesen Aufgaben für unsere Garni- s o n aus reinem Idealismus und mit großer Freude mitgearbeitet. Diese Einstellung wird weiterhin bestehen bleiben. Mit großer Dankbarkeit erinnert sich die Stadt bei dieser Gelegenheit auch der Mithilfe unfeter Garnison beim Win- terhilfswerk, bei den Kinderspeisun- gen usw. Warum denn? Wenn wir auch in Gießen von beit hochdrandenden Faschingswogen am Rhein nur kleine Ausläufer erleben und cs bis jetzt noch nicht zu einem eigenen Gießener Elferrat in Tätigkeit — auf dem Papier soll er ja irgendwo stehen — gebracht haben, so ist doch kein Grund zum Ablehnen vorhanden. Stunden des Frohsinns und der freudesprudelnden Narretei können wir auch an der Lahn gut gebrauchen. Man könnte sogar den Wunsch aussprechen, der bisherige Elferrat des Gießener Karneval-Vereins möchte aus feinem Dasein eines verborgenen Veilchens ans Helle Tageslicht treten und das Regiment für die närrische Zeit übernehmen. Frohsinn und Lebenslust sind auch hier keine Artikel, die bereits ausverkauft sind. Beispiele dafür liegen ja gar nicht allzu fern, wenn wir uns nur einmal kurz in der jüngsten Vergangenheit umschauen. Und an Stoff für ein närrisches Ministerium Sr. Tollität des Prinzen Karneval besteht bestimmt auch in Gießen kein Mangel. Also: Wer wagt's, wer schlägt die Faschingsschlacht in Gießen? Und noch eins: Wer konnte und wollte etwas dagegen tun oder sagen, daß wir Gießener uns auch einmal dranmachen wollen, einen eigenen Gießener Karneval auf die Beine zu stellen? Im Verlaufe der letzten zehn Jahre ist der Versuch ja schon mehrmals gemacht worden. Geglückt ist er aber nie. Vielleicht sind jetzt die Aussichten dafür günstiger, da der Mut zur Daseinsfreude und der lebensbejahende Wille in breiten Bevölkerungskreisen wieder erheblich großer geworden sind. Freude bereiten und Freude genießen ist ja auch ein wesentlicher Faktor zur Erhaltung der Spann- kraft für das Schaffen im Alltag. Dazu kommt, baß ber Fasching auch ein boppeltes Gesicht hat. Auf ber einen Seite erblicken wir an ihm nur bas Lachen bes Lebens. Die anbere Seite aber zeigt uns ben Ernst ber wirtschaftlichen Auswirkung. Unb auf biefer Seite sehen wir, baß burch bie Stunben bes Frohsinns unb ber Narretei vielen Menschen Arbeit unb Brot gegeben wirb, angefangen von ber Herstellung ber Stoffe und Schleifchen usw. für bie Kostüme, bis hin zu ben Stunben, bie von ber Fröhlichkeit bes Faschingtreibens an ben Stätten bes Humors in vielfältiger Weife erfüllt sinb. Unb wer's hat (nämlick bas Klein- unb Großgeld), der mag unb soll feiern^ Der Bau bes Gaswerks, der in diesem Jahre beginnen soll, ist zunächst wegen ber Finanzfrage noch einmal auf einige Monate zurückgestellt worden. Das Wasserwerk. Seit 1. April 1934 wurden auch hier umfangreiche Rohroerlegungsarbeiten ausgeführt. Die Wasserabgabe ist um 11,4 v. H. gestiegen. Die Kläranlage. Der Oberbürgermeister wies hier auf den Ausbau der Kläranlagen durch den Faulturm und bie Biohum-Einrichtung hin. Er erwähnte dabei, daß nicht nur in dem Biohum ein guter Natur-Humusdünger gewonnen wird, von dem bereits im ersten Jahre 1500 Zentner verkauft wurden, sondern daß dort täglich auch etwa 4 0 0 Kubikmeter Methangas zu verzeichnen sind, die ausreichen würden, um eine Gemeinde von der Größe Klein- Linbens mit Gas zu versorgen. Es laufen zur Seit noch einige Versuche, nach deren glücklichem Abschluß das Methangas an die städtische Gasversorgung angeschlossen werden soll. Das Volksbab. Der Besuch im Dolksbad wächst andauernd. Im verflossenen Jahre wurden 137 714 Bäder verabreicht. Es ist geplant, den Neubau einer Schwimmhalle zu errichten, die wesentlich größer sein soll, als die jetzige, um allen Anforderungen genügen zu können. Der Schlachthof. Hier ist an Stelle des ungenügenden alten Verwaltungsgebäudes ein neues im Entstehen begriffen, dessen Kosten auf 60 000 Mark veranschlagt sind. Die Ueberschüsse des Schlachtbofs sollen für den Bau einer neuen Rinderschlachthalle angesammelt werden. Im Jahre 1934 wurden die Schlachtgebühren um rund 20 000 Mark gesenkt. Trotzdem kann an ben weiteren Ausbau des Schlachthofes gedacht werden. Vermeffungs- und Grundsiücksamt. Die außerordentlich rege Bautätigkeit hat auch bei diesem Amt eine starke Steigerung der Arbeitslast gebracht, die durch die rege Baulandbewegung bedingt ist. Aus dem städtischen Grundbesitz wurde umfangreiches Baugelände sowohl als Bauplätze im Erbbaurecht, als auch durch Verkauf an Private abgegeben. Weitere größere Baulandumlegungen find in verschiedenen Bezirken des Stadtgebiets im Mit unserer Feuerwache haben wir eine Feuerwehrmannschaft, deren Kampfkraft und Schlagfertigkeit durch dauernde gute Ausbildung sich sehen 'am fiuftnrhpnp lassen kann. Erfreulicherweise befänden sich in die- .Gießen selbst ist. 552 ®eb?rene, 402 Gesto b , fer Wehr auch eine Reihe alter Kämpfer, die nach 1 mithin Geburtenüberschuß 150. wachsen; zur Ausbildung des gewerblichen Nachwuchses wird die Stadt tatkräftig mithelfen. Die _ ------- bäuerliche Werkschule wurde durch Zuwendungen | Was von dieser Faschingsflut bis jetzt an unser Geber Stadt ebenfalls gefördert. Die Turnhallen und “ *tk —n zahlreiche Schulräume wurden der HI., dem BDM. und dem Jungvolk laufend kostenlos überlassen. damit auch andere auf diese Weise etwas davon genießen! So wollen wir uns der Faschings-Freude widmen und ihren ersten Wellenschlag auch in Gießen an- feuernd auf uns wirken lassen. Kurz ist ja nur die Aeaierungszeit des närrischen Prinzen, aber lang währt der Ernst des Alltags. Wenn wir auch an der Lahn keinen Wettbewerb mit dem „goldenen Meenz" eingehen können, so vermögen wir aber doch vielleicht so etwas wie ein „Liliput-Meenz" hinzustellen und damit dem Fasching in unserer Stadt im Rahmen unserer Möglichkeiten eine gute Pslegstatt zu bieten. E. B. Lornotnen. Tageskalender für Samstag. NSKDV., Ortsgruppe Gießen: 20 Uhr im Katholischen Vereinshaus General - Mitgliederversammlung. — NSG. „Kraft durch Freude": ab 15.30 Uhr allgemeine Körperschule und Waldlauf auf dem Universitäts-Sportplatz am Kugelberg. — Stadttheater (Ring Deutsche Bühne): 20 bis 23 Uhr „Der Waffenschmied". Gloria-Palast, Seltersweg: „Pygmalion". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer um den Stephansturm". — Ober- hessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". — Gießener Rudergesellschaft 1877: 20 Uhr 59. Stiftungstag. Tageskalender für Sonntag. StMtheater: 19 bis 22 Uhr „Die Fledermaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Pygmalion". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer um den Stephansturm". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 18 Uhr Ausstellung des Künstlerbundes „Isar". Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis gegen 23 Uhr als Vorstellung der RS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne zum letzten Mal der Opernerfolg „Der Waffenschmied" von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Heinz Weiser. Die Partie des Grafen Liebenau singt Karl Tank. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. (Infolge Erkrankung im Personal kommt die vorgesehene Vorstellung von Lope de Vegas „Stern von Sevilla" erst am Samstag, 25. Januar, als Vorstellung der RS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne, zur Aufführung.) Morgen letzter Tag der Münchener Kunstausstellung. Die Gemäldeausstellung des Münchener Künsller- bundes „Isar" im Turmhaus am Brand ist morgen zum letzten Male geöffnet (11 bis 18 Uhr). Der Ausstellungsleiter Robert Bischoff (München) wird heute 17 Uhr und morgen 11.30 durch die Ausstellung führen und über das Schaffen der ausstellenden Künstler sprechen, deren Werke bereits eingehend gewürdigt wurden. Da die Schau eine Bereicherung neuer Werke von Professor Ernst Liebermann, Carl Th. Protzen, Professor Schrader- Velgen, Harry Schultz u. a. m. aufweist, empfiehlt sich wiederholter Besuch. NSDAP., Ami für Beamte. Großer Bunter Abend der „Kraft durch Freude". Am kommenden Mittwoch, 22. Januar, veranstaltet die NSG. „Kraft durch Freude" in Verbindung mit dem Reichssender Frankfurt a. M. in der hiesigen Volkshalle einen großen bunten Abend, für den eine Reihe namhafter Künstler verpflichtet werden konnte. Marietta Gründgens, Margarete Slezak, Gottlieb Zeithammer, John Gläser, Frido Grothey, Bruno Eberhard, Peter Piet sowie Jan und Hein von Hamburg werden zu unterhalten wissen. Auch die Tanzkapelle Hauck wirkt mit. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Gießener wochenmorktprelse. * Gießen, 18. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 25 bis 40, Salat 35 bis 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. * ** Ernennung an der Universität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Der Dozent Dr. Walter Bolz wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 zum ordentlichen Professor in der veterinärmedizinischen Fa- kultät und zum Direktor der Chirurgischen Veterinärklinik und der Lehrschmiede unserer Universität ernannt. **VomRade gestürzt. Der 14jährige Schüler Wolfgang N o w a ck, Wetzlarer Weg 31, erlitt durch einen Sturz vom Rad einen schweren Unfall. Er zog sich eine Gehirnerschütterung zu, sowie eine schwere Schulteroerletzung. Der bedauernswerte Junge mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. y.JLsfnont OieTeilnahme der Gießener Eishockeymannschaft an den Gau-Eissport- meifterschasten in Düsseldorf. Obwohl die Hoffnungen auf Eis in unserer Gegend in letzter Minute wieder verregnet wurden, können die Wettkämpfe in Düsseldorf, wie angesetzt, stattfinden, da dort die erste Kunsteisbahn Westdeutschlands nunmehr seit zwei Monaten in Betrieb genommen ist. Ausgetragen werden nur die Kunstlauf- und Eishockeymeisterschaften, da Eisschießen bekanntlich an den Gießener Eisverein vergeben wurde. Von der Entsendung der Kunstläufer mußte der Eisverein leider Abstand nehmen, da dieselben keine genügende Uebungsmöglichkeit gehabt haben. Die Eishockeyspieler sind insofern in einer günstigeren Lage, als sie auf Rollschuhen üben konnten, was besonders dem Zusammenspiel förderlich war. Trotz dieses annehmbaren Ersatzes gehen die Gießener mit geringen Aussichten in den Wettkampf, da sämtliche Gegner bisher entweder auf der Düsseldorfer Bahn oder, wie der Favorit SC. Forsthausstraße Frankfurt, gelegentlich einer Wettspielreise in die Schweiz Üebungs- spiele austragen konnten. Soweit die vorläufige Einteilung bekannt ist, trifft Gießen auf Dort» mung und Forsthausstraße, während in der anderen Gruppe Düsseldorf, Remscheid und Radevormwald spielen. Die beiden Gruppensieger ermitteln darnach den Gaumeister. Deutsche Skimeisterschasteu mit fteberraschungen. Auch am zweiten Tag der Deutschen Skimeisterschaften in Oberstdorf, an dem der 18 - Kilome - ter-Langlauf und der T o r l a u f für Männer ausgetragen wurden, war der Wettergott den Veranstaltern und Läufern nicht besonders gut gesinnt. Man mußte wieder auf die Ersatzstrecken guriicf greifen. In beiden Rennen gab es Ueberraschungen, von denen die Niederlage des „hohen Favoriten" Willy Bogner im 18-Kilometer-Langlauf wohl die größere ist. Bogner wurde nämlich von Toni Zeller- Ruhpolding einwandfrei geschlagen, wobei Zeller den vor ihm gestarteten Traunsteiner sogar aus der Strecke Überholen hatte können. — Im Torlauf siegte mit Rudi Cranz- Freiburg, dem jungen Bruder unserer Meisterin und starken Olympiayoffnung Christi Cranz, ein Jungrnanne vor allen bekannten Abfahrtsläufern. Allerdings muß berücksichtigt werden, daß Franz Pfnür nach seinem Sieg im Abfahrtslauf wohl in erster Linie auf Sicherheit fuhr, um sich die Aussichten für die | Kombination nicht zu verderben. MÜ—„CT", das Handballereigms für Gießen. Kreis Gießen. Am Samstag, 18. Jan., findet um 20 Uhr im Caf6 Ebel, Gießen, Burggraben, ein Schulungsund Kameradschafts - Abend der Fachschaft „Reichsbahn" Gießen statt. Sämtliche dienstfreien Beamten haben daran teilzunehmen. Tagung Oer We tkampfleiter des Reichsberukettveitkampfes 4936 Am Sonntag, 19. Januar, findet in Gießen eine Schulungstagung der Wettkampfleiter und Wettkampfleiterinnen statt. Ort: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 10 Uhr. Kleidung: Dienstanzug, soweit die Teilnehmer der HI. ober anderen Gliederungen der Bewegung angehören. Dr. Richard Schmidt, Kreisjugendwalter. -- öieöeutfdie Arbeitsfront n.5;=0emeinfchaft firaft durch frcubc' Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk. Am Montag, 20. Januar, Lichtbildervortrag von Professor Dr. Schuchhardt im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, über „Neue Forschungen über die alten Tempel der Burg von Athen". Beginn 20 Uhr. Eintritt frei. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V. Ortsgruppe Gießen. w w Am Samstag, 18. d. M., 20 Uhr, findet im Katho- lischen Vereinshaus, Liebigftraße, eine General- Mitglieder - Versammlung statt. Es spricht Kamerad Professor H a e n ch e n über „Reichsgründung — Frontsoldatentum und Nationalsozialismus." „ Gleichzeitig Einführung der neuen Zellenleuer (Neuaufbau der Ortsgruppe) und Ausgabe der ein» gezogenen Mitgliedskarten. Erscheinen ist Pflicht und Ehrensache. Außerdem Generalmitgliederappelle für Stützpunkte Lollar und Mainzlar am Sonntag, 19. Januar 1936, um 14.30 Uhr in ß o l - lar im „Schwanen", Besitzer Hettche, Hauptstraße; für Stützpunkte Großen-Buseck, Alten- Buseck und Rödgen am Sonntag, 19. Januar 1936, um 17 Uhr, in Großen-Buseck, Lokal: Bahnhofswirtschaft, Besitzer Kamerad Gans; für Stützpunkte Lang-Göns, Holzheim, Großen-Linden, am Sonntag, 19. Jan. itidh, um 20 Uhr, in Lang-Göns, Lokal Hebbel und für Stützpunkt Watzenborn-Steinberg am Samstag, 18. Januar 1936, um 20 Uhr, in Watzenborn - Steinberg. Heil Hitler! Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V., Ortsgruppe Gießen. H a l b r o t h , Ortsgruppen-Obmann. . LandschastSbundVott-tum und Heimat. Ortsring Gießen. Mittwoch, 22. d. M., 20/» Uhr, spricht in der Aula des Gymnasiums der Stabsleüer Gaufager» meisters, Studienrat Ernst Holzel, über „Das deutsche Weidwerk lM Wandel der Zeiten" (mit Lichtbildern). Der Frohsinn- L u « r t e t t v e r e i n und der Gltarren- und Man- dolinenklud „N e a p o l i t a" wirken mit ^itghebet unb ihre Angehörigen zahlen 10 Pf-, Nichtmitglieber 20 Pf. Eintritt. Der Gaumeister Kasseler Tgmde zum Berbandsspiel auf dem 1900-Sportplah. Wohl selten ist in Gießen einem Hanbballspiel mit so viel Spannung entgegengesehen worden, wie dem morgigen stattfindenden Treffen der Spielvereinigung 1900 gegen die Kasseler Turngemeinde (CT.). Das hat seinen Grund darin, daß es sich einmal um einen Punktkampf handelt, der für die Ermittelung des Meisters von allergrößter Bedeutung sein kann, zum anderen wird bas Spiel auf die Frage Antwort geben, ob es ber Gießener Mannschaft gelingen wirb, bie Kasseler Vorherrschaft im Hanbball zu brechen. Auf beiben Seiten wirb bie zur Zeit stärkstmögliche Vertretung aufgeboten werben. Die Schlagkraft ber CT.-Mannschaft wirb am besten burch bie Tatsache gekennzeichnet, baß bisweilen bis zu acht Spieler Verwenbung in ber Gaumannschaft gefunben haben. Gleichzeitig ist bas ein Beweis für bie gleichmäßig gute Besetzung ber Elf. Zwischen ben Pfosten steht in Böcke! ein großer Könner. Er hat im Gau zur Zeit nichts Ebenbürtiges. In ber Verteibigung hat sich ber frühere Außenstürmer Dietz glänzenb entwickelt. Mit seinem Partner bilbet er ein außerorbentlich schwer zu nehmenbes Hinbernis. Die Läuferreihe hat ihren besten Mann in Wiese, einem im Aufbau unb in ber Abwehr gleichguten Spieler. Ausgezeichnet besetzt ist bie Stürmereihe. Die Wilhelm, Dogerloh, Nauber unb Vogt finb ebenso gut als Einzelkönner, wie im Zusammenspiel. Was hat 1900 bem Gaumeister entgegenzusetzen? Das Tor hütet E n b e r s , ber bei richtigem Einsatz seinem Gegenüber nicht viel nachzustehen braucht. In ber Verteibigung stehen roieber Cremers unb Funke, zu benen man Vertrauen haben kann. Die Läuferreihe ist mit Mann, Knop unb Hofmann besetzt. Der Mittelläufer Knop hat biesmal eine verantwortungsvollere Aufgabe denn je. Das Jnnentrio bes Sturmes mit ©öing, Hammann unb Krüger müßte schon stark inbisponiert sein, wenn es hinter seinen seitherigen Leistungen zurückbliebe. Bei ben Außenstürmern — Betz unb Schuler — wirb es bauen abhängen, inwieweit sie auf bie Intentionen ihrer Nebenspieler eingehen. Man geht nicht fehl, in ber Erwartung eines hochinteressanten, schnellen unb babei technisch hoch- stehenben Kampfes mit knappem Ausgang — zu wessen Gunsten, sei offen gelassen. Schiebsrichter ist B o p f (Nieber-Weisel). Vorher: 1900 Jugenb — Tv. 1846 Jugenb und 1900 2. Mannschaft — Tv. Wißmar. HandbaftimKreisLahn-DillsGauXII) Das Programm des Sonntags. Bezirksklasse: Tv. Wetzlar — Tv. Roth; Tv. Lützellinden — Tv. Hachenburg; Tv. Heuchelheim — Mtv. Gießen. 1. K r e i s k l a s s e : Tv. Hörnsheim — Tv. Groß- Rechtenbach; Tv. Dorlar — Tv. Garbenheim. 2. Kreisklasse: Tv. Alsfeld — Tv. Homberg. Jugend: Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns II — Tv. Grüningen. Fußball der heimischen Mannschaften. ihren Die Bez'rksklasse am Sonntag. Frohnhausen — 1900 Gießen Sinn — DfB.-Reichsbahn Niedergirmes — SD 05 Wehlar W.-Steinberg — Bissenberg Die beiden Gießener Vereine werden in , Spielen auf Gegner stoßen, die zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben, durchaus in der Lage finb, bie Gießener Mannschaften zu ausgeschlossen, baß sie bort bie Höhe des Vorspielsieges wiederholen kann. Sie wird gute Leistungen zeigen müssen, wenn sie überhaupt in Rod- Heim bestehen will. Die 3. Mannschaft empfängt die erste von Grüningen. Die Gäste sind als eine hart spielende Mannschaft bekannt, bie auch bie nötige Technik besitzt, um ihre Aktion erfolgreich abzuschließen. Trotzdem ist man geneigt, den Gießenern einen knappen Sieg zuzutrauen. 3ugend-Fußball. BfB.-R. 1. 3gb. — Watzenborn-Steinberg 1.3gb. In diesem Spiel fällt die Entscheidung über die Jugend-Gruppenmeisterschaft. Die Watzenborn-Steinberger absolvieren mit diesem Spiele ihren letzten Kampf und stehen nur einen Punkt hinter den Gießenern, die allerdings ein Spiel weniger haben. Das Vorspiel gewannen die Watzenborner verdient. Man erwartet, daß die Platzbesitzer diese Niederlage wettmachen und zeigen, daß sie mit Recht Anwärter auf die Jugend-Gruppenmeisterschaft find. DfB.-R. 2. 3gb. — Lich 1.3gb. Ein Spiel zweier gleichwertigen Mannschaften. Der Ausgang ist offen. Die erste Schülermannschaft fährt nach Lollar. Spielvereiniqung 1900 Gießen. Frohnhausen — 1900 Liga. Die Blauweihen treten am Sonntag im Frohnhausen zum fälligen Rückspiel an. Beide Mannschaften haben mit der Meisterschas/frage nichts mehr zu tun, denn sie liegen zur Zeit punktgleich auf dem fünften Platz und der Ausgang des Spieles ist dafür entscheidend, wer ihn endgültig einnimmt. Nach ben letzten Spielen zu urteilen, werben bies wohl bie Dränier sein, benn sie haben sich als typische Heimmannschaft entfaltet unb bisher brachte nur Naunheim bas Kunststück fertig, einen Sieg von Frohnhausen zu entführen. Für bie Blau- weißen besteht bccher nur eine geringe Erfolgsmöglichkeit, die dadurch noch herabgemindert wird, schlagen. Nach dem glatten Sieg der Dillenburger gegen Niedergirmes gelten die Wetzlarer, auch in diesem Spiele als Favorit. Das Spiel Steinbera — Bissenberg ist für die Platzbesitzer die letzte Gelegenheit im Falle eines Sieges zum Verbleiben in der Klasse. ÄfB.-Neichsbab» Gießen. Die erste Wannschaft in Sinn. Wie erinnerlich verloren die Gießener überraschend auf eigenem Gelände gegen Sinn. Die jetzigen Gastgeber entpuppten sich damals als eine überraschende schnelle Mannschaft, die in allen Reihen gleichwertiges Spielermaterial aufzuweisen hatte. In der Nachrunde zeigten die Gießener eine starke Formverbesserung und konnten sich besonders im Sturme besser zur Geltung bringen, aber auch die Sinner haben in der letzten Zeit durch ihre Siege bewiesen, daß sie spielerisch stärker geworden sind. Im Gießener Lager stellt man in Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles die stärkste Mannschaft heraus. Die Gießener Mannschaft fährt mit: Helcher; Lehrmund, Leutheuser 2; Mund, Knauß, Hauptfeld; Schmidt 1., Fehling, Schorge, Heß, Szponick. Diese Mannschaft hat das unbedingte Vertrauen des Spielausschufses, denn sie hat in den letzten Kämpfen bewiesen, daß sie nicht leicht zu schlagen ist und jeder sein Letztes einsetzt, um den Sieg zu erringen. . Die 2. Mannschaft fährt nach Rodherm. Es ist Die besten Kunstläuferinnen ihrer Länder. ! ■ s M- MK GM Cecilia C o l l e d g e (rechts), Englands beste Kunst» läuferin, trainiert gegenwärtig im Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen. Hier sieht man sie zusammen mit der deutschen Eiskunstläuferin Viktoria Lindpaintner. (Presfe-Bild-Zentrale.) daß eine Umstellung der Mannschaft nicht zu umgehen ist, denn Schmelz und Mank sind verhindert unb ob Zeiler mit von ber Partie sein wirb, hängt von ber Urlaubsgenehmigung ab. Da auch bie Teilnahme Wilhelmis noch fraglich ist, finb es nicht bie besten Aussichten, unter benen die Blauweißen die Reife antreten und es bedarf schon einer entsprechenden taktischen Einstellung, zu verhindern unb zu versuchen, baß bie Nieberlage nicht abermals zu einem Debakel führt. Garbenteich I — 1900 IL Die Reserve der Blauweißen fährt nach Garbenteich zum Gesellschaftsspiel. Ihr Gegner gehört zwar einer niedrigeren Klasse an, aber trotzdem dürfte ein Sieg nicht ganz so selbstverständlich sein, denn der Gastgeber verfügt über beachtliches Können, Steinbach I — 1900 III. Die Junioren müssen nach Steinbach. Zu Hause gegen ben voraussichtlichen Meister bürsten bie Aussichten recht gering sein, benn schon auf eigenem Matze mußten sie bie Ueberlegenheit bes Tabellenführers anerkennen. , FC Teutonia"Wakenborn-Steinberg Nach einem Ruhesonntag tritt am morgigen Sonntag die erste Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg auf einheimischem Gelände der ersten Mannschaft bes Sportvereins Bissenberg zum fälligen Verbandsspiel gegenüber. Dissenberg steht zur Zeit punktgleich mit Naunheim an der Spitze der Tabelle und hat somit berechtigte Aussichten auf die Meisterschaft. Der gefährlichste Mannschaftsteil der Gäste ist zweifellos der schuß- gewaltige und schußfreudige Sturm, in dem jeder einzelne Spieler auf zählbaren Erfolg eingestellt ist. Zwar haben die Teutonen bas eigene Publikum hinter sich, boch sollte ihre Kampfkraft in erster Linie von ber Mannschaftsaufstellung abhängig sein. Sollte die Platzmannschaft alle Spieler zur Verfügung haben, so geht auch sie nicht ohne Aussichten in den Kampf, denn einer kompletten Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg mußte sich auch in der Vorrunde ber alleinige ungeschlagene Tabellenführer Naunheim recht eindeutig mit 4:1 beugen. Die zweite Mannschaft ist spielfrei. Die Jugend spielt in Gießen gegen die gleiche des VfB.-Reichs- bahn. Fußball der Kreisklaffen. Meisterschaftsspiele: Rodheim — VfB.- Reichsbahn II (Drescher, Wetzlar): Heuchelheim gegen Leihgestern (Deis, Nauborn); Spfr. Wetzlar gegen Burgsolms (Kleemann, Bissenbera); Bissenbera II gegen Leun (Würz, Holzhausen); Steindorf — Albs- häufen (Kreiling, Gießen); Aßlar—Nauborn (Wolf, Allendorf): Hermannstein — Werdorf (Kaietsch, Wetzlar): Wetzlar II — Holthausen (Knapp, Mardorf); Großen-Linden — Lich II (Weinandt, Leihgestern): Steinbach — 1900 III (Decker, Garben- teich); MB.-R. III — Grüningen lHosmann, Wie- seck): Fellingshausen — Wißmar (Rinn, Rodheim); Londorf — Rüddinashaulen (Grote, Mainzlar); Heuchelheim II — Krordorf Cßuh Allendorf); Flensungen — Großen-Buseck II lRöhm, Gründern); Daubringen — Geilshausen lKorder, Alten-Buseck); Grünb-rg II — Lollar III (Beck, Flenlunaen); Svfr. Wetzlar II — Naunheim II (Dorr, Werdorf); Waldgirmes — Svir. Wetzlar III (Seitz, Heuchelheim); Aßlar II — Niedergirmes II (Lind, W"tzlar). Gesellschaftsspiele: Tv. 1846 — Lollar I ^Gerhardt, Steinbach); Garbenteich — 1900 II (Df- sonbocher. Gießen). Fukballabieiluna desTv 4846(Hiehen. Am Sonntag empfängt die 1. Mannschatt des TV. 1846 Gießen die 1. Mannschaft des Svort» oereins 1920 Lollar, den Meister der Kreisklasse des Kreises Gießen. Das Vorspiel in Lollar wurde seinerzeit von Lollar 5:3 gewonnen. Die Lollarer, in deren Reihen einige Spieler der Auswahlmannschaft mitwirken lZiegler, Eyer, Gabriel) werden sich anstrengen müssen, wenn sie gegen bie Turner, bie sich augenblicklich in sehr guter Form be- finben, erfolgreich bestehen wollen. Sportverein 1928 Garbenteick. Am morgigen Sonntag wirb ber Sportverein Garbenteich mit drei Mannschaften auf eigenem Platz auf den Plan treten. Die Jugendmannschaft mißt mittags im Punktspiel die Kräfte gegen die erste Jugend von Wieseck. Sie sollte einen Sieg erringen können. Die erste Elf empfängt bie Reserve ber Spielvereinigung 1900 zu einem Gesellschaftsspiel. Im Vorspiel mußte sich Garbenteichs Mannschaft, ersatzgeschwächt, mit 3:1 geschlagen bekennen. Für das bevorstehende Spiel steht aber eine komplette Mannschaft zur Verfügung, die in Ehren bestehen können sollte. Die Platzeinnahme bes Spieles kommt dem Winterhilfswerk zugute. Oberheffen. Canbfreis Gießen § Alten-Buseck, 17. Ian. Durch die Gau- filmstelle der NSDAP, wurde im Saale von Wilh. Rühl der Tonfilm „Krach um Jolanthe" aufgeführt. Im Beiprogramm wurden die Wochenschau und ein wertvoller Film „Das Land zwischen Ebbe und Flut" gezeigt. Die Veranstaltung war gut besucht, besonders durch die Hitler-Jugend. — Die jüngste Eintopfsammlung erbrachte in der Ortsgruppe Alten-Buseck annähernd 70 Mark. — Der Kegelklub „G u t Holz" spendete für das Winterhilfswerk 20 Mark. — Mit Beginn des neuen Jahres wird in unserer Schule ein warmes Milch früh st ück an hilfsbedürftige Kinder verabreicht. Die entstehenden Kosten werden größtenteils durch die NSV. bestritten. Ein kleiner Restbetrag wird durch die Gemeinde aufgebracht. * Lollar, 18. Jan. Am heutigen 18. Januar kann der Arbeiter Wilhelm Schneider, hier- selbst, Hauptstraße 197, auf seine 2 5jährige Tätigkeit in den Buderusschen Eisenwerken zu Lollar zurückblicken. Die Arbeitskameraden der Werkleitung und der Gefolgschaft bereiteten dem Jubilar aus diesem Anlaß herzliche Ehrungen, die Zeugnis ablegten von der Wertschätzung, die er allenthalben genießt. * Lollar, 18. Jan. Gestern vormittag ereignete sich auf der Straße Gießen—Marburg und zwar an der ^Straßenkreuzung Friedelhausen — Staufenberg ein Verkehrsunfall. Der Kraftwagen des Marburger Architekten Herzog, der mit drei Personen besetzt war und sich auf einer Fahrt in der Richiung nach Gießen befand, geriet, nachdem in einer Linkskurve ein Fuhrwerk überholt worden war, ins Schleudern und streifte auf der rechten Straßenseite zwei Bäume. Alle drei Insassen erlitten Verletzungen, die sich glücklicherweise als nicht allzu schwer erwiesen. Lediglich einer der Verunglückten mußte in die Klinik nach Marburg gebracht werden, konnte aber ebenfalls bald nach Hause entlassen werden. Der Wagen wurde erheblich beschädigt. T Lollar, 17. Jan. Die hiesige Genie inbe- gruppe des Reichsluftschutzbundes entfaltete in den letzten Wochen eine rege Tätigkeit. Durch planmäßige Werbung hat sich die Mitgliederzahl seit Herbst vorigen Jahres verdoppelt. Die Gemeindegruppe zählt nunmehr annähernd 300 Mitglieder, so daß 12 d. H. der Einwohner erfaßt sind. An mehreren Stellen unseres Ortes find Tafeln angebracht worden, die zur Aufhängung von Bildern aus dem Gebiete des Luftschutzes dienen, wodurch auch für die Sache des Luftschutzes geworben werden soll. Denn noch stehen leider viele Einwohner abseits; auch diese sollen noch geworben werden. In der letzten Zeit galt die Werbetätigkeit besonders der Frau. Schülungsleiter Eberle hielt in der NS.-Frauenschaft einen Lichtbildervortrag über „Die Frau im Luftschutz". Auch vor der Evang. Frauenhilfe soll demnächst der gleiche Vortrag stattfinden. Am Mittwoch ging ein Kursus des Reichsluftschutzbundes zu Ende, der in erster Linie für Frauen bestimmt war. Man hatte sich am letzten Abend des Lehrgangs in dem Gasthaus „Zum Schwanen" zusammengefunden. In einer Ansprache betonte der Gemeindegruppenführer Lehrer Eberle, daß die Mitglieder des RLB. in echter Kameradschaft verbunden sein müßten; sie seien Angehörige der Wehrmacht und dienen dem Vaterlande in echt nationalsozialistischem Geiste. Bei Lied und Musik verlief der Abend in schönste? Weise. Auch der Humor kam zu seinem Rechte. Eine Kursteilnehmerin, Frl. Greta H e t t ch e , erfreute durch ihre Gedichte in Wetterauer Mundart. In üblicher Weise wurde der Abend mit Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied geschlossen. Ein neuer Lehrgang soll in der kommenden Woche beginnen. ]) Lollar, 17. Jan. Der Turn - und Gesangverein Lollar (Führer: Rudolf Kreh- b i e h l) kann in diesem Jahre auf fein f ü n f u n b « siebzigjähriges Beftehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß beabsichtigt er die Abhaltung eines Sängerfestes, das Ende Mai oder im Juni stattfinden soll. Damit soll das Wertungssingen einer Gruppe des Sängerkreises Gießen verbunden werden. Ein dementsprechender Antrag ist bei der Leitung des Sängerkreises bereits gestellt und hat auch die Zustimmung des Kreisführers gefunden. Von feiten des Jubelvereins wird alles getan werden, das Fest würdig auszugestalten, um den teilnehmenden Vereinen genußreiche Stunden zu bieten. Die Vorbereitungen dazu sind bereits im Gange. 3 Göbelnrod, 17. Jan. Durch den Gaufilmwagen der NS. - G. „Kraft durch Freude" gelangte hier im Saale von Schultheiß der Film „Schloß Hubertus" zur Vorführung. Im Beiprogramm sah man Bilder vom Reichsparteitag und außerdem einen Filmstreifen unter dem Titel „Schönheit der Arbeit". Der Zellenleiter der DAF., Otto Schulz, eröffnete und schloß den Abend. — Die Ortsgruppe Saasen der NSDAP, hielt im Saale von Schultheiß einen Deutschen Abend ab. Es gelangten einige Theaterstücke zur Aufführung, die starken Beifall fanden. Der Gesangverein „Eintracht", unter Leitung von Lehrer Allendörfer, trug mit zwei Liedern zur Verschönerung bei. — Die jüngste Eintopfsammlung in unserer Gemeinde erbrachte den Betrag von 13 Mark. ch Garbenteich, 17. Jan. Der Tonfilmwagen der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" weilte in unserem Orte. Im Saalbau Lotz wurde bei starkem Besuch der Tonfilm „Schloß Hubertus" vorgeführt. Der nach dem Roman von Ludwig Ganghofer gedrehte Film führte die Besucher in die bayerischen Alpen. Vorher sah man Bilder vom Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg und den Filmstreifen „Schönheit der Arbeit". — In das hiesige Standesamts- r e g i ft e r wurden im vergangenen Jahre folgende Eintragungen gemacht: 16 Geburten (3 davon in Gießen), 5 Sterbefälle und 5 Eheschließungen. "Y" Watzenborn-Steinberg, 17. Jan. Die hiesige Bauernschaft unternahm dieser Tage unter Führung von Dr. Nau (Bäuerliche Werkschule Gießen) einen Lehr-Rundgang durch verschiedene Gehöfte. Zunächst wurde der neuerbaute Gemeinde-Faselstall besichtigt und dabei festgestellt, daß die Raumverhältnisse und die Pflege des guten Viehbestandes vorbildlich find. In den anschließend besuchten Ställen konnte nicht durchweg das gleiche festgestellt werden. Dr. Nau gab deshalb in seinen Erläuterungen manche wertvolle Anregung. Besonders betonte er, daß man Wert auf reinrassiges Vieh legen und sich dabei möglichst auf eine bodenständige Rasse beschränken sollte. Bei der Fütterung von Jungvieh und Schweinen solle man allgemein auf eine höhere Kalkgabe (z. B. Schlemmkreide) bedacht sein. Ferner regte Dr. Nau an, Siloanlagen zu schaffen. Schließlich gab er Winke für zweckmäßige Düngung mit Stallmist und Jauche. Zum Schluß dankte Ortsbauernführer Heinrich Schäfer dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen und empfahl den Landwirten, das Gehörte in die Tat umzusetzen. * Allendorf (Lah n), 17. Jan. Gestern hielt die Ortsbauernschaft eine Versammlung in brr alten Schule ab. Herr Hornung sprach im Rahmen ber Erzeugungsschlacht über Pflanzenschutzmaßnahmen. Sein Vortrag behanbelte bie Pflanzenkrankheiten der Getreide und die Beizungsmöglichkeiten. Anschließend sprach der Ortsbauernführer Faber über Schweinehaltung und wies auf die diesjährige Reichsnährstand-Ausstellung in Frankfurt hin. 0 Grüningen, 17. Ian. Bei ber jüngsten Eintopfsammlung würbe in ber Ortsgruppe Grüningen ber Betrag von 78,50 Mark aufgebracht. — In ber vergangenen Woche würben in der Ortsgruppe Grüningen 97,5 Zentner Getreide für das W H W. gespendet. Das Getreide wird durch die Berger-Mühle in Arnsburg vermahlen. — Unter Leitung des Ortsbauernführers K. M a r st e l - l e r fand im Rathaus eine gut besuchte Bauern- oerfammlung statt, in der der Ortsbauernführer zunächst über Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung sprach und dabei die Bekämpfung ber tierischen, wie ber pflanzlichen Schüblinge ein- gehenb erläuterte. Er empfahl, sich ber notroenbigen chemischen Mittel zu bebienen unb mit gemeinsamer Bekämpfung oorzugehen. Hinsichtlich bes Winb- halmes unb des Hederichs, die in unserer Gemarkung häufig auftreten, empfahl er Aufmerksamkeit und Bekämpfung zum rechten Zeitpunkt. Schließlich beschäftigte sich der Redner noch mit Fragen der zweckmäßigen Düngung unb mit ber Anpflanzung krebs- unb schorffester Kartoffelsorten. Er gab bekannt, baß auch in biefem Jahre zur Schäblings- bekämpfung im Obstbau eine Spritzung mit Kar- bolineum burchgeführt werben solle. An ben Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Mit bem Treuebekenntnis zu Führer und Reichsbauernführer fand die Versammlung ihren Abschluß. oo Eberstadt, 17. Jan. Im Gemeindesaal fand dieser Tage eine gutbesuchte Bauernversammlung statt, in der der Ortsbauernführer im Zusammenhang mit der Erzeugungsschlacht über Schädlingsbekämpfung, Vorratsschutz und über zweckmäßige Obstbaumpflege sprach. Der Vorschlag des Ortsbauernführers, eine Saatgutbereinigungs- anlage auf genossenschaftlichem Wege zu beschaffen, wurde allgemein befürwortet. Nachdem noch verschiedene kleinere Anliegen Erledigung gefunden hatten, wurde die Versammlung in ber üblichen Weise geschlossen. oo Langsborf, 17. Jan. Am Mittwoch fand in unserem Gemeinbewalb bie erste Holzner- fteigerung ber biesjährigen, etwa 4100 Festmeter umfaffenben Holzernte statt. Es würben in ben Forstorten Stockweiher, Alter Hegwalb unb Kohlbusch folgenbe Durchschnittspreise erzielt: Je zwei Raummeter Buchenscheiter 18 bis 19 Mark, Hainbuchenscheiter 12 Mark, Kiefernscheiter 8 bis 10 Mark, Fichtenscheiter 6 bis 8 Mark. Kiefernknüppel je zwei Raummeter 4 bis 6 Mark, Fichtenknüppel 5 Mark, Hainbuchenknüppel bis zu 10 Mark. Buchenreisig je Raummeter 1 Mark, Kiefern- stöcke je zwei Raummeter etwa 5 Mark. — Von einer früher geplanten Neurobung hiebreifen B u - chenhochwaldes im Hegerich zur Ackergern i n n u n g hat bie ©emeinbe Abstanb genommen, weil bie nach Robungen neu entstehenden Walb- ränber zu sehr durch Sonnenbrand und Windbruch gefährdet sind. Man hat vor einigen Jahren bie am neuen Walbranb bes Entenpfuhles stehenben Bu- chenstämme zu schützen gesucht, inbem man sie mit einer Hülle von Fichtenreisig gegen ben Sonnen- branb umkleidete. Aber diese Vorkehrung erwies sich nur solange wirksam, bis die Tannennadeln ab- gefallen waren. □ Hungen, 17. Jan. Das erste Vierteljahr des Winterhilfswerks 19 3 5/36 erbrachte an Geldsammlungen unb Spenben ber Ortsgruppe ber NSV. Hungen, mit ben Zellen Langb, Langsdorf und Villingen ein sehr beachtliches Ergebnis. In ben ersten Drei Monaten wurden gesammelt: Eintopf 821,55 Mk., Büchsensammlung 651,94 Mk., Reichsgeldlistensammlung 67,60 Mk., Opfer vom Lohn und Geldspenden 106,96 Mark. Am Tag ber nationalen Solibarität würben insgesamt 578,86 Mark eingebracht. Der Stadt bzw. dem Kreis Hanau wurden zu Weihnachten 104 Pakete übersandt. Die jüngste Eintopfsammlung am vergangenen Sonntag, die von Mitgliedern der SA.-R. durchgeführt wurde, ergab den Betrag von 267 Mk. Ein erfreuliches Zeichen des Opfersinns zugunsten des WHW. wurde in anerkennenswerter Weise von den Beamten und Angestellten des Finanzamts Hungen gegeben. Die vom Reichsbund der Beamten, Kreis Gießen, zugeteilten Lose für die Arbeitsbeschaffungs-Lotterie waren sämtlich von den Beamten und Angestellten bes Finanzamtes übernommen worben. Der hierauf entfallenbe Gewinn von 14 Mark würbe dem Winterhilfswerk überwiesen. Kreis Schotten. □ Laubach, 18. Jan. Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich am Donnerstagnachmittag auf ber Provinzialstraße Ober-Beffingen— Münster. Der bei dem hiesigen Bauunternehmer Rühl beschäftigte Dienstknecht Johannes Klein geriet beim Zudrehen ber Bremse unter bas Vor- berrab bes mit vier Pferben bespannten Wagens, ber mit einem Dampfmaschinenkessel beloben war. Klein erlitt babei am rechten Oberschenkel unb an ber Hüfte schwere Quetschungen. Ein Personenauto, bas bes Weges fuhr, nahm ben schwer Verunglückten mit unb brachte ihn in bas hiesige Krankenhaus. Im Laufe bes gestrigen Tages erlag ber bebauerns« werte Mann ben erlittenen schweren Verletzungen^ Sie „Neuen Rivels" im Frankfurter Schumann-Theater. Frankfurt a. M., 17. Jan. Das Schumann- Theater wartet für bie Zeit vom 16. bis 31. Januar mit ben „Neuen Rivels" auf, jenen vier Brübern, bie sich nach ber Trennung ber „Drei Rivels", zusammentaten, um eine besonbere zugi kräftige akrobatische Variete-Nummer einzustubie- ren. Die vier Brüber haben etwa zwei Dutzend neue Tricks geübt, um sich bamit nun auf eine große Gastspielreise zu begeben. Dem Frankfurter Schumann-Theater gelang es aber, bie Brüber zunächst zu einem Auftreten in Frankfurt zu verpflichten, im Schumann-Theater, wo sie alle Vorarbeit leisteten. In einem Programm von 50 Minuten Dauer zeigen bie Rivels alle Gebiete artistischer Kunst, bie sie mit einer starken eigenen humoristischen Note barzubieten wissen. (Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.) wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne -ach wie Schuheinlagen zur rechten Zeit- steigern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen WD Friedrichstr. 7 itassenlieferant Gießen (Hammstr. 9), Nieder-Ohmen. Offenbach a. M, 17. Jan 1936 351 D Keller 383 D verreist bis zum 4. Februar Klein-Linden, den 18 Januar 1936. 372 D 373 D 344 L) J. Wellhöfer, Televhon 2313, Mord. Str. 24 Die Beerdifiunfi findet am Montafi. dem 20. Januar, nachmittags um 1.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Familie Karl Hinterlang Wilhelm Jung Kataloge bei Brühl, Gießen Am 15. Januar 1936 verschied unerwartet unser Kollege Heinz Bechstein Wir betrauern den Verlust eines Kameraden, weicher durch seine vorbildliche menschlicheundkünstlerischeHaltung. durch seine mustergültige Pflichtauffassung bis zum letzten Atemzuge, vielen von uns mehr als nur Kollege war. Die Fachschaft Bühne am Stadttheater (ziehen Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mt., Anmachholz L Wagen ‘i Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei DANKSAGUNG Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer König sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Vater, unseren lieben Bruder Hans Horst, Briefträger i. R. nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 58 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Ingenieur Karl Horst (Köthen in Anhalt) Heinrich Horst und Familie Marie Otto, geb Horst Peter Horst und Familie Karl Horst und Familie ▼ Unser treuer Kamerad und Ehrenvorsitzender Hans Horst ist von uns gegangen. Er war Gründer der Ortsgruppe und hat bis zuletzt mit größter Liebe an ihr gehangen. - Wir werden ihn stets im besten Gedenken behalten. Zur Trauerfeier treffen wir uns am Montag, 20. Januai 1936.13 V2 Uhr und bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener. Ortsgr. Gießen 379 D Dr. C. Schott Zahnarzt Holzversteigerung Donnerstag, ben 23. Januar 1936, vorm. 10 Uhr, werden aus dem Eichwald des Schutzforstes Rabenau öffentlich meistbietend versteigert: 333D Stämme: Eiche Kl. 1 = 1,80 km, Kl. 2 = 3,20 km; Deichseln: Eiche = 112 Stück; Gartenpfosten: Eiche (2 m lang) = 40 rm; Weibepfähle: Eiche (1,80 m lang) = 90 rm. Scheiter rm: Buche 256, Eiche 1 (rund); Knüppel rm: Buche 352, Eiche 161, Aspe 4, Kiefer 10, Fichte 32; Knüppelreisig rm: Eiche 65; Reisig rm: Buche 600; Stöcke rm: Buche 10. Zusammenkunft am Jagdhaus. Das mit 00 geschlagene Holz wirb nicht versteigert. Nähere Auskunft erteilt Förster Kämmerer, Londorf. Lonborf, ben 16. Januar 1936. Horstamt Rabenau. Die ersten Holzversteiqenmgen in der Fürstlichen Obersörsterei L i ch. Rlontag, 20. Januar, werben im Konzebühl, Grauborn und Herreuhöhler (Dippelöcher) versteigert: rm Scheitholz: Buche 153, Eiche 10, Nabel 3; Knüppel: Buche 123, Eiche 85, Hartlaub 13, Nabel 3; Stockholm: Buche 32, Eiche 4; Knüppelreiser: Eiche 8; Dellen Reisholz: Buche 2900, Eiche 1100, Hartlaub 700 (z. T. Forstwellen); km Schnittholz: Buche (4. unb 5.) 15, Eiche (4.) 3; Stammholz Esche 1., 2. unb Stg. 3%, Eiche (Wagnerholz unb Deichseln) 2, rm Gartenpfosten Eiche 10 (= 100 Stück), Nutzkn. Esche 0,4. 201D Zusammenkunft 9.30 im Konzebühl (Straße Lich— Gießen), 12.00 Graubornbrücke, 2.30 Dippelöcher. (Schnittholz kommt im Konzebühl 11.00). Dienstag, 21. Januar, werben im Langeberg versteigert: rm Scheitholz: Buche 12, Nabel 11; Knüppel: Buche 30, Eiche 15, sonst. Laubholz 20, Nadel 8; Dellen Reisholz: Buche 800, Eiche (Forst) 800, Linde 150, außerdem 6 Eiche Deichseln, 250 Bohnenstangen (gespitzt) unb einige Gartenpfosten. Zusammenkunft 10.00: Straße Nieber-Bessingen— Langsborf. ------- Weitere Versteigerungen: 27. 1. Schwarzwalb- Höhler; 28.1. Fuchsstrauch. Veröffentlichung in ben Samstags zuvor erscheinenben Zeitungen. Holzversteigerung Mittwoch, ben 22. d. 2H., sollen in ben Forstorten Heimbuch, Spieß unb Buchwalb versteigert werben: 125 Eichen-Abschnitte (Gartenpfosten) • 156 Fichtenberbstangen 1. Klasse , ,, ,, 500 Fichtenreisstangen (Bohnenstangen) sowie 200 rm Buchen-, Eichen- unb Kiefern-Scheit unb -Knüppel 320 rm Buchen- unb Eichen-Reis. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr auf der Marburger Straße an ber Lanbesgrenze. 329D Freiherr!, von Rabenau'sches Revier Friedelhausen. NsIpHIÜCCQ VON3 dis 20V.ll. erhalten Sie bei wieder- IldLIIIdodu holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Brennhoizverste gerungen der Gtadt Gießen. Aus ben Waldungen ber Stabt Gießen sollen versteigert werden: 316C A. Montag, den 20. Januar 1936, 9% Uhr beginnend, aus ber Abt. 53 des Stadtwaldes, Försterei Rödgen: 134,8 rm Buchenscheiter 1. Kl. 2,1 „ . Eichenscheiter 1. Kl. 138,0 „ Buchenknüppel 1. Kl. 4,9 „ Eichenknüppel 1. Kl. 0,9 „ Lärchenknüppel 1. Kl. 1,0 „ Fichtenknüppel 1. Kl. 3400 Wellen Buchenreisia 3. Kl. 0,9 rm Eichenreisig 1. Kl. 13,2 „ Buchenstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung 10. Schneise — Krummer Weg. B. Mittwoch, den 22. Januar 1936, 9% Uhr beginnend, aus der Abt. 77 des Stadtwaldes, Försterei Hochwart: 68,0 rm Eichenscheiter 1. unb 2. Kl. 120,0 „ Eichenscheiter 1. unb 2. Kl. 15,5 ,, Buchenknüppel 1. Kl. 50,0 „ Eichenknüppel 1. Kl. 1550 Wellen Buchenreisig 2. unb 3. Kl. 1850 „ Hainbuchenreisig 2. Kl. 45,0 rm Eichenreisig 1. Kl. 17,8 „ Buchenstöcke 57,0 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung Licher Straße — Achte Schneise. C. Freitag, den 24. Januar 1936, 9V» Uhr beginnend, aus ber Abt. 53 des Stadtwaldes, Försterei Rödgen: 96,1 rm Buchenscheiter 1. Kl. 1,7 „ Eichenscheiter 1. Kl. 0,7 „ Ahornscyeiter 1. Kl. 129,1 „e Buchenknüppel 1. Kl. 10,1 „ Eichenknüppel 1. Kl. 0,5 „ Eschenknüppel 1. Kl. 0,8 „ Birkenknüppel 1. Kl. 3980 Wellen Buchenreisig 2. unb 3. Kl. 20 „ Birkenreisig 3. Kl. 2,8 rm Eichenreisig 1. Kl. 9,0 „ Buchenstöcke. Ferner werben freihänbig im Versteigerungstermin abgegeben: 3,9 rm Eichennutzscheiter 2. Kl. (2,5 m lang) .13 Stück Eichenberbstangen 2. Kl. (Wagnerholz) 2 „ Eschenberbstangen 2. Kl. (Wagnerholz). Zusammenkunft: Kreuzung 10. Schneise — Krummer Weg. Gießen, ben 17. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla s- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verla g< n Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermflhler Verlag • Berlin-Lichterfelde r. 15 viertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 18. Zanuar (956 Das Kameradfchastshaus des NG.-Gtudentenbundes in Gießen. Das Kameradschaftshaus der Hochschulgruppe Tiehen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes ist eines von den ersten studentischen Kameradschaftshäusern überhaupt. Kurze Zeit nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurden in Gießen in zielbewußter Zusammenarbeit zwischen dem NSDStB., der Studentenschaft und dem Studentenwerk Gießen die ersten Vorarbeiten für das Gemeinschaftshaus begonnen. Im Wintersemester 1933/34 war das Kameradschafts- Haus soweit vollendet, daß es durch Reichsstatthal- ter Gauleiter Sprenger feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Aus der zuerst etwas primitiven Einrichtung ist dann im Laufe der Semester durch verschiedene größere Umbauten das Kameradschaftshaus in seiner heutigen Gestalt, die allen Anforderungen entspricht, entständen. Junge, aktivistische Menschen haben hier in sinnvoller Gestaltung ihre Räume nach Helden benannt und, dementsprechend ausgestaltet. Ueber allem steht die Losung des Gießener Kameradschaftshauses „Erst in der Tat erweist sich die Gesinnung". Da bis Lager in einem Teil des Gießener Studentenhause; untergebracht worden ist, so bieten det entweder Schulung oder Singstunde statt, wo auch die Kameradschaftsabende vorbereitet und die Sprechchöre eingeübt werden. An anderen Abenden wird gemeinsam ausgegangen, oder man vergnügt sich beliebig bei Spiel und Sang im „Heldenkeller". Allmonatlich steigt ein größerer Kameradschaftsabend, der immer unter einem ganz bestimmten Motto steht und auf dem sich die Kameradschaftshausstudenten mit ihren Dozenten vereinigen. Schon oft hatten wir Gelegenheit, im Gießener Anzeiger auf die allgemein bekannten Abende dieser Art hinzuweisen. Punkt 23 Uhr ist Zapfenstreich, und damit ist der Tagesdienst beendet. Der „Heldenkeller", der aus der früheren Revierstube durch geschmackvolle Holztäfelung umgewandelt wurde, ist wohl der besuchteste Raum des Kameradschaftshauses, denn zu jeder freien Stunde sind hier Studenten zu treffen, die ihre Freizeit durch Kartenspiel, Radiohören und Kanonsingen totschlagen. Musikbegabte Kameraden begleiten die Lieder auf der Laute, oder ein anderer spielt auf dem „Schifferklavier" Soldaten- und alte Kampflieder, oder auch mal eine lustige Weise. Mitunter kommt es auch vor, daß ein besonderer Gönner eine Kameradschaft zu einem kleinen Umtrunk einlädt, und hier zeigt es sich, daß der „Heldenkeller" sich auch vorzüglich als „Kneipe^ eignet. Der Samstagvormittag ist dem Sport gewidmet, und außer den Leibesübungen ist Gelegenheit zum Fechten, zum Erlernen des Boxens und des Tfiu-Tfitfu gegeben. Gerade bei der sportlichen Betätigung zeigt es sich, wie gesund und vorteilhaft der allmorgendlich durchgeführte Frühsport sich auswirkt. Am Samstagnachmittag nimmt dann das gesamte Kameradschaftshaus amSA.-Dienst teil. Damit die jungen Studenten ,die alle im sich den jungen Etudenten manche Vorteile, die sonst nur in wenigen Kameradschaftshäusern zu finden sind, nämlich auser den eigenen Arbeitsplätzen und Wohnräumen nch ein großer Arbeitsraum mit Bibliothek, Musil, Lese- und Spielzimmer, Speisesaal und Tageshlle. Die Verpflegung der Kameraden wird im lahmen der Speisung des Studentenwerkes duchgeführt, da ja das Gießener Studentenhaus übereine der vorbildlichsten und modernsten Großkü>en verfügt und dadurch in der Lage ist, einen owechslungsreichen Speisezettel zu jbitten. Zur Zeit tft ds Kameradschaftshaus so stark be- leqt, daß noch ne Kameradschaft außerhalb des Gemeinschaftshaies in der Stadt untergebracht ist. Die ganze Beleghaft, die unter der Führung des Hausführers ftel, zerfällt in einzelne Kameradschaften, denen weder ein Kameradschaftsführer vor- steht. der sowoh die weltanschauliche und wissenschaftliche Betreung als auch den Lagerdienst mit zu überwachen hc. Der Hausführer gibt den Dienstplan für die Woce jeweils bekannt, und ganz programmgemäß veaufen die Tage. Der Dienst beginnt nach dem Lecken mit dem Frühsport, dann folgt Waschen, Lttenbau und Stubendienst. Nach der Flaggenhissuz geht's zum Morgenkaffee, der mit einem Morgispruch und einem gemeinsamen Lied begonnen wd. Nach dem Kaffee ist dann die Zeit gekommen, n die Vorlesungen beginnen. Nach Vorlesungsschluß iereinigen sich alle Kameraden kurz nach 13 Uh im Speisesaal zum Mittagessen. Nun folgt eine k-ze Pause, dann ruft wieder die Pflicht und Vorlemgen und Hebungen sind zu besuchen. Wer kollärei hat, überarbeitet seine Notizen oder bereitesich für Seminar oder Hebungen vor. Zum Abendot um 19 Hhr sind die Kameraden alle mieöerierfammelt, und anschließend ftn- Arbeitsdienst waren, und nicht ihre dort gelernten Fähigkeiten, mit Hacke und Spaten umzugehen, vergessen, sind an manchen Tagen noch praktische Arbeitsstunden eingelegt worden. Zur Zeit ist das Kameradschaftshaus damit beschäftigt, das Oedland, das neben dem Studentenhaus nach der Röntgenstraße zu liegt, zu planieren, um hier einen weiteren Platz für die sportlichen Hebungen zu schaffen und einen Tennisplatz zu errichten. Außerdem betreuen die Kameraden den neu angelegten Garten des Gießener Studentenhaufes und haben da in verhältnismäßig kurzer Zeit fehr schöne Anlagen geschaffen. Ueber das Wochenende beziehen die einzelnen Kameradschaften abwechselnd das Schulungslager der Gießener Studentenschaft auf dem nahen Gleiberg, um abseits der Hochschule in der freien Natur mitten in herrlicher Landschaft zu aktuellen Tagesfragen und auftauchenden Problemen Stellung zu nehmen. Sehr oft haben sich auch in diesen Kurzlagern einzelne Dozenten eingefunden, die kurze Vorträge übernommen haben und die Aussprache über einige Punkte leiten. Vor allem wird auf straff-soldatische "Haltung sowohl während des Dienstes, als auch in der Freizeit großer Wert gelegt. Aeußerlich drückt sich dies dadurch aus, daß die Lagerinsassen, die ja alle NSDStB.-Anwärter sind, eine einheitliche Tracht tragen, und manchem wird wohl in unserer Stadt schon diese neue „Kluft" aufgefallen fein. Wer sich im Kameradschaftshaus bewährt hat, wird dann im Laufe der Semester zunächst zur inneren Verwaltung und dann zur eigentlichen studentschaftlichen Arbeit in der Führung mit herangezogen Die Fachschaften übernehmen dann die nach einem Jahr aus dem Kameradfchaftshaus ausgeschiedenen Kameraden in die engere wissenschaftliche Ausbildung. Zur Zeit sind ja gerade die einzelnen Fachschaften mit dem von der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft veranstalteten Reichsleistungs- fampf der deutschen Studenten beschäftigt, und in gemeinsamer Gruppenarbeit werden die für die einzelnen Fakultätten gestellten Aufgaben zu lösen versucht. Nach bestandenem Eramen werden die NSDStB. - Mitglieder ihrer zugehörigen Fachorganisation überwiesen. Die einzelnen Fachorganisationen haben schon in den letzten Semestern vor dem Examen Gelegenheit genommen, inZusammen- arbeit mit der studentischen Fachschaft den Nachwuchs in den praktischen Beruf einzuführen. Im ganzen wird der Kameradschaftshausdienst in Zukunft eine Auslese unter der Iungmann- schaft in großem Maße ermöglichen und so einen guten Akademiker ° Nach- wuchs gewährleisten, denn nur der, der innerhalb einer Gemeinschaft seinen Charakter und seine Leistungen unter Beweis gestellt hat, ist später berechtigt, eine führende Stellung einzunehmen. Es ist recht und billig, zu verlangen, daß sich derjenige, der einst an verantwortungsvoller Stelle zu stehen hat, bereits in der Volksgemeinschaft bewährte. *...... Erst in der Tot erweist stch öie Gesinnung 1Ü71 Kameradschaft der Lugend. Die Hitlerjugend als Sprecherin der deutschen Jugend hat seit der Machtergreifung, nachdem der Kampf um die Macht im Reich siegreich vollendet war, stets betont, daß sie bereit ist, mit der Jugend anderer Völker in kameradschaftlicher Aufgeschlossenheit zusammenzuarbeiten. Sie sieht dabei den Friedenswillen des Führers als richtungweisend für ihre Arbeit im Rahmen der Jugend an. Die Besuche und Gegenbesuche, Fahrten und Lager deutscher und fremdvölkischer Jugend in Deutschland und im Auslande haben das Erlebnis der über die Grenzpfähle hinausreichenden Kameradschaft der Achtung und der Ehre und Stärke vermittelt. Nach der Machtergreifung war es der Wunsch weiter Kreise der ausländischen Jugend, das junge Deutschland kennenzulernen. Der Besuch der italienischen Ballila-Jugend im Jahre 1933 und der ungarischen Levente 1934 waren Marksteine für die Auslandbeziehungen der deutschen Jugend. Wie sich die Generation der Frontkämpfer, die sich im Kampf auf Leben und Tod im Einsatz um ihr Vaterland gegenübergestanden hat, selbstlos und erfüllt von der soldatischen Achtung vor dem ehemaligen Gegner fand, so ist es heute die Jugend, die die Gabe besitzt, Fehler der Vergangenheit zu vergessen, und im Wissen um den Wert des eigenen Volkstums und in der unbedingten Bereitschaft zum Verftehenwollen des anderen unbeschwert an einem besseren und erhaltenden völkischen Wiederaufbau Europas in den Bahnen mitzuwirken, die der Jugend offenstehen. Im Rahmen der Auslandarbeit der Hitlerjugend ist es die Aufgabe des Auslandamtes der Reichsjugendführung, den Ausländern die Möglichkeit zu gewähren, sich von dem Erziehungswerk der Jugend des Führers zu überzeugen. Sie sieht auf diesem Wege die Hauptlösung des Problems in der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den Jugendorganisationen aller Staaten, die sich zu Selbständigkeit, Volk, Tradition, Freiheit und Ehre bekennen. Mit diesen Fronten wächst die gerechte und ehrlich - harte neue Kameradschaft der Jugend in der Welt. Der kürzliche Besuch polnischer Jugend in Deutschland ist uns ein Glied in der Kette zu den eben bezeichneten Zielen hin. Bei aller Vorurteilslosigkeit in der kameradschaftlichen Zusammenarbeit mit den Jugendverbänden des Auslandes ist sich die Hitlerjugend dennoch der mannigfaltigen Schwierigkeiten bewußt, die diese große Aufgabe in sich schließt. Aber sie weiß, daß dort, wo guter Wille und Verständnisbereitschaft herrschen, auch die Grundlage zu fruchttragender Zusammenarbeit vorhanden ist. Der Besuch einer Spielschar der Hitlerjugend in Warschau hat uns im Frühjahr vorigen Jahres mit jungen Kameraden eines jungen Staates zusammengeführt. Der Kampf um den Staat war dieser, wie unserer Jugend gemeinsam, die Wege waren verschieden. Was die Jugend dieser beiden Länder gemeinsam hatte, das war der Glaube an die Stärke des Volkes und feiner Sendung. Es ist klar, daß nach der Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Polen auch die Jugend Verbindungen anzuknüpfen bestrebt war, für die die Generation unserer Väter durch einen Freundschaftsvertrag die Möglichkeit erschlossen hatte. Die Hitlerjugend hat nach dem Besuch in Warschau die im Frühjahr geschlossenen Beziehungen während dieses Jahres vertieft und ausgebaut. Durch Vermittlung der studentischen Liga für internationale Annäherung und ihren Vizepräsidenten Olgierd Nosowicz war es möglich, ein studentisches Austauschabkommen zu treffen, die Vertreter der polnischen Sportstudentenverbände haben sich mit den entsprechenden Stellen im Reiche vereinbart, und es sind für die Zukunft erste große Erfolge in Aussicht. Mitglieder des polnischen YMCA. (Christlicher Verein junger Männer) und Vertreter des Schützenverbandes, des studentischen Schutzbundes, der Legion der Jungen und andere haben Gelegenheit genommen, während ihres Berliner Aufenthaltes neue Verbindungen aufzunehmen und bestehende auszubauen Zweifellos hat die Vermittlung jungen Kulturgutes durch die Jugend selbst eine ungeheure Bedeutung für die ganze Verständigungsarbeit, wie sie von der Hitlerjugend angestrebt wird. Deshalb erkannte das Rundfunkamt der Reichsjugendführung in Zusammenarbeit mit dem Auslandamt schon recht früh, daß die Austauschsendung zwischen verschiedenen Staaten eine maßgebliche Rolle im Streben nach Verständigung und Achtung des anderen Volkes hat. Darum förderte die Reichsjugendführung diese Jugendfunk-Austauschsendungen. Der Erfolg der ersten Hebertragung deutschen Liedgutes aus Polen im Frühjahr 1935, der zweifellos von bisher nicht zu verzeichnendem Erfolg gewesen, bestärkte uns in dem Willen, auf dem einmal beschrittenen Wege fortzuarbeiten. Die Weltringsendung vor wenigen Wochen und der jetzt stattgefundene deutsch- polnische Jugendfunk-Austausch in Berlin waren so überzeugend in ihrer Wirkung, daß die Entwicklung i«ü U '.HM Zu unseren Bildern. Oben links: Die Kameradschaft kehrt vom Aus- marsch zurück. Unten links: Stubendienst. — Bei der Morgentoilette. Oben rechts: Blick auf das Studentenhaus im Leihgesterner Weg. Mitte rechts: Freizeit im „Heldenkeller". — Der Kameradfchaftsführer hilft den jungen Kameraden auch bei der wissenschaftlichen Arbeit. Unten rechts: Die Küche im Studentenhaus. (Aufnahmen (7J: Photo-Pfaff, Gießem) M - > W ■' W M MM/ <7 ■ . MM Morgan vor dem Munitionsausschuß Einfuhr Im Kunst und Wissenschaft. in London gestorben. Geschichten aus aller Welt Die Xo$s^% ^UK, gerettet. Seit dem 24. November rourbi dcrstellt. Im gegenseitigen Sichkennenlernen wachst die Achtung über die Grenzpfähle hinaus und er- öffnet Perspektiven einer neuen Zusammenarbeit, deren Erfolge für die Zukunft aller Staaten heute noch gar nicht abzusehen sind. Reinhard Albrecht. noch lange nicht abgeschlossen zu sein scheint, von der wir vielmehr hoffen, daß sie uns neue Freunde wirbt, mit denen wir in engere Beziehungen treten können. Ist es doch unbestreitbar, daß die Vermittlung aus den Völkern gewachsener Kulturgüter der beste Boden zwischenvölkischer Verständnisbereitschaft Morde ist dagegen leicht gesunken. 42,4 Prozent der gesamten britischen gehen über London. Eine Tafel Schokolade — nach 20 Jahren bezahlt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Hunderennen in Schanghai. (h. k.) Schanghai. Wenn ein Hunderennen in Schanghai angesetzt ist kann man mit dem besten Kuli kein vernünftiges Wort mehr sprechen. Dom Hotelportier bis zum Putzmädchen haben dann alle keinen andern Gedanken als jene Hunderennen, die sich draußen auf der großen Rennbahn gapz nach englischem, inzwischen zum Glück überlebten Muster abspielen. Jeder Betrag, den ein Chinese in diesen Tagen in Schanghai zur Hand hat, wird auf den Favoriten gesetzt, der irgend einen kuriosen chinesischen Namen trägt, aber dennoch immer irgendeinen jener hohen, schnellen Windhunde darstellt, die auf der Hunderennbahn von Schanghai hinter dem automatischen Hasen herjagen sollen. Jeder Chinese, der etwas auf sich hält, kennt die Rennrekorde der besten Windhunde Chinas. Er weiß genau, wie in den letzten zehn oder zwanzig Rennen die Quoten gestanden haben. Er rechnet und überlegt und konzentriert alle seine Hoffnung und all sein Geld auf diesen oder jenen Hund. Wenn das Rennen erst einmal begonnen hat, dann sind die Chinesen, deren Ruhe und würdevolle Überlegenheit so oft in der Welt erwähnt werden, wie umgewandelt. Sie beginnen nervös zu werden, stoßen Flüche, Beschwörungen und Wünsche aus. Ruhe tritt erst wieder ein, wenn der Sieger feststeht und zwischen den wenigen frohen Gesichtern Tausende mit chinesisch lächelnder Miene sich be- 17 Kinder mit 204 Fingern. (zi) Santiago d e Chile. Meist sind die Launen und Einfälle der Natur oder des Schicksals nur einmalig. Manchmal jedoch Der „unsichtbare Mmn" von Mährisch-Oslrar. (p.) Brünn. Gefängnis von Mährifch-Qrau sitzt seit Oer englische DichterRudyard Kiplings Der bekannte englische Schriftsteller und Dichter Rudyard Kipling ist in der Nacht zum Samstag im Alter von 70 Jahren im Middlessex-Krankenhaus stimmungen unterworfen hatten. Ferner die Beschlagnahme amerikanischer Schiffe auf hoher See, die einfach in britische Häfen abgeschleppt und von Prisengerichten mit aus der Luft gegriffenen Behauptungen, sie führten Konterbande, interniert oder aufgehalten wurden. Im September 1916 wurde Wilson nahegelegt, England auf die wachsende Empörung wegen der Verletzung amerikanischer und neutraler Rechte scharf hinzuweisen. Aber Wilson erklärte den Vorschlag für „unklu g". Wenn deutsche Kriegsschiffe amerikanische Frachtdampfer versenkten, so war man stets sehr energisch und verlangte sofortige Entschädigung, wenn jedoch England sich gegen Amerika verging, so gab man nur seiner „schmerzlichen Ueberraschung" Ausdruck. Bezeichnend ist auch ein Schreiben Wilsons an den stets für wahre Neutralität eintretenden Staatssekretär Bryan, in dem der Präsident erklärt, die britische Regierung werde tun, was sie wolle, unbekümmert um amerikanische Vorstellungen. Aber man dürfe nicht vergessen, daß Amerikas Ausfuhrhandel nach England rapide steige und weiter steigen werde, während der Handel mit Deutschland so gut wie tot sei. Als, sehr zu Wilsons Kummer, das amerikanische Volk sich doch über Englands Diktatur erregte, fabelte Wilson an seinen Botschafter Page, er könne diese Kritiken nicht verhindern, aber er hoffe, daß sich zwei Regierungen, die so eng befreundet und so einmütig in den Grundsätzen seien, um die es in diesem Krieg gehe, über reibungslose Abwicklung aller Fragen des amerikanischen neutralen Rechts verständigen können. Als im L u f i t a n i a - Fall Außenminister Bryan den Standpunkt zu vertreten wagte, daß Amerikaner, die auf britischen Schiffen durch die Kriegszone fahren, dies a u eigene Gefahr tun, wurde er von feinem späteren Nachfolger Lansing scharf zurechtgewiefen, und Wilson pflichtete Lansings Beweisführung bei. Jrn Oktober 1916 beschlossen Lansing und Wilson, weitere Forderungen an Deutschland wegen des Lusitania-Falles „bis nach den Wahlen" zu verschieben, da das Volk offenbar keinen ernstlichen Streit mit Deutschland wolle. Wilson wurde im November 1916 unter dem Schlagwort wiedergewählt, daß er „Amerika aus dem Krieg heraus- gehalten habe". Am 3. Februar 1917 brach Wilson bann bie Beziehungen zu Deutschlanb ab, unb am 6. April erklärte er b en Krieg. Dschungelbücher „The Jungle Bor“ (1894) und „The second Jungle Book“, in bern bas Leben ber Dschungeltiere geschilbert roirt Sein Buch „Kin" (1901), eine Schilderung indischen Lebens, gilt neben den Dschungelbuern als die bedeutendste Leistung Kiplings. Einandere Seite seines Talents, behaglichen Humor, jigt er in feinen „Lausbubengeschichten". Als Lyrik wurde er durch sein Balladenbuch „Barrack RoorrBallads“, in dem er der englischen Armee einen srbeerkranz windet, bekannt. Während des Krie/ schrieb Kipling mehrere Bücher, die sich mit de kriegerischen Ereignissen befaßten. 1907 wurde Kipling der Nobereis für Literatur verliehen. Die Universitäten Oxfb und Cambridge ernannten ihn zum Ehrendokto Den preußischen Orden Pour le merite für Wisfischaft hat er kurz nach dem Kriege abgelehnt. Lincoln Lllsworlh aus der Eisiste des Südpols Wie Wilson Amerika in -en Krieg führte Neue Veröffentlichung -er amerikanischen Regierung. mühen, die gegebene Tatsache des Verlustes phleg> matisch als etwas Unabänderliches hinzunehmen. Die Mondfinsternis und der afrikanische Krieg. E. Z. Addis Abeba. Kipling wurde 1865 in Bombay geboren. Sein erstes Werk „Echoes“ und die kurz darauf folgenden „Erzählungen" fanden, da sie in Indien erschienen, in Europa wenig Beachtung. Als er sie aber auch in London erscheinen ließ, war ihr Er» folg ein ganz ungeahnter. Kipling war mit einem Schlage zum berühmtesten Schriftsteller englischer Zunge geworden, und seine folgenden Werke sicherten ihm eine hervorragende Stellung in der englischen Literatur Kiplings Dichtungen gehören zur modernem Weltliteratur, insbesondere seine beiden menlose Straße in der Stadt gab. Seit einigen Tagen ist Cadiz aber um die Besonderheit seiner namenlosen Straße ärmer geworden. Die Stadt- väter haben nämlich beschlossen, der Straße einen Namen zu geben. Allerdings ist dieser Name sonderbar genug. Er lautet: Calle sin nombre — Straße ohne Namen. Viel hat sich also nicht geändert. Merkwürdig ist nur, daß die Stadtverwaltung von Cadiz auf keinen richtigen Namen verfallen ist. Vielleicht wollte sie mit der Wahl des Namens aber nur die Tradition der einzigen namenlosen Straße Europas aufrechterhalten. Keinen Trauring mehr ins Pfandhaus. J. Z. R o m. Bis Weihnachten waren in Rom rund 300 000 goldene Trauringe zur Stärkung des italienischen Goldvorrats gespendet worden. Die Pfandleihen haben jetzt beschlossen, Trauringe nicht mehr als Pfand anzunehmen. Das ist für manche Italiener ein harter Schlag. Die ganz armen italienischen Kleinbauern pflegen nämlich selten andere Wertgegenstände als Trauringe zu besitzen. Es ist seit langem üblich, daß sie in der schlechtesten Jahres- zeit ihre Ringe versetzen, um wenigstens in den Besitz bescheidenster Geldmittel zu forrmen. Nach der nächsten Ernte wurden dann die Ringe wieder eingelöst. Mit dem Versetzen ist es mm vorläufig nichts mehr. Liebesbriefe einer Toten. Zi. Turin. Dor 23 Jahren wurde in den Vereinigten Staaten der Italiener Michelangelo Geniilcore wegen Raubmordes an einem Hotelkellner zh lebenslänglichem Zuchthause verurteilt und in das Staatszuchthaus von St. Paul in Minnesota gebracht. Bevor er seine Strafe antrat, schrieb er .loch an seine in Turin lebende Braut Maria Delardo, teilte ihr alles mit und fragte sie, ob sie ihm trotz alledem treu bleiben werde. Sie antwortete zusagend und hielt ihr Wort. Da sie selbst des Schreibens jedoch nicht kundig war, mußte ein Bekaniter ihr den Briefwechsel besorgen. Dor acht Jahren jedoch erkrankte fie unheilbar und bat schließlich auf dem Sterbebett ihren Brief» schreiber noch flehentlich, die Korrepondenz mit Michelangelo fortzufetzen, da er öarais allein die Kraft schöpfe, seine Einkerkerung zu -rtragen. Der Bekannte ging auf den letzten Wunsch der Sterbenden ein und schrieb dem Sträfling in Amerika seitdem wie bisher regelmäßig zärtliche Liebesbriefe, die mit dem Namen der damals oerfbrbenen Maria gezeichnet waren. Besonders wude in diesen Briefen Michelangelo angefleht, sich git zu führen und die Hoffnung auf eine Befreiuig nicht aufzugeben. Der Sträfling richtete sich danach tnd wurde jetzt tatsächlich wegen guter Führung nich 23 Jahren frelgelassen. Sein erster Weg war die Heimat, wo er nun die Wahrheit erfuhr. E, ist daraufhin völlig zusammengebrochen und mußt einem Krankenhause zugeführt werden . Die Freiheit der Meere. England durfte ungestört die amerikanische Neutralität verletzen. Washington, 17. Jan. (DNB.) Das Staatsdepartement veröffentlicht jetzt den ersten Teil des zweiten Bandes „Amerikas Seehandelspolitik in Kriegszeiten". Der Band behandelt die Zeit von 1914 bis 1918. Die Dokumente ind bisher nicht bekannt geworden, weil Staatsekretär Lansing, als er feinen Posten verließ, ie kurzerhand mitnahm. Erst nach Lansings Tod erhielt das Staatsdepartement die Schriftstücke zurück. In manchen Kreisen, die sich der Regierung Wilson verbunden fühlen, möchte man den Band als Beweis dafür ansehen, daß Wilson nicht, wie täglich die Enthüllungen im Munitionsausschuß immer deutlicher erkennen lassen, von Anfang an auf Seiten der Alliierten gestanden und schließlich zur Sicherung der ungeheuren Kriegsgewinne Amerika in den Krieg getrieben habe. Dieser Beweis ist aber nicht gelungen, die Darstellung enthüllt noch deutlicher als je zuvor, daß bie Sympathien Wilsons von Beginn des Weltkrieges an auf britischer Seite waren, daß seine Ratgeber, insbesondere Lansing, ihn ständig zum Abbruch der Beziehungen m 11 Deutschland und der Kriegserklärung zu drängen suchten, auf der anderen Seite aber alle Eingriffe der Alliierten in die amerikanische Souveränität und in die Freiheit der Meere duldeten und bas amerikanische Volk über die wahren Vorgänge völlig im Dunkeln ließen. Sicherlich würden, wenn Englands brutales Vorgehen gegen amerikanische Rechte sowie die Ausnutzung Amerikas zur Aushungerung der deutschen Bevölkerung dem amerikanischen Volk bekannt gewesen wäre, weder Lansing noch Botschafter Page es je vermocht haben, Amerika in den Krieg gegen Deutschland zu zerren. Der neue Band schildert ausführlich Englands Eingriffe in den Seehandel Amerikas, die Beschlagnahme und Zensur amerikanischer Post, bie Aufstellung schwarzer Listen von amerikanischen Firmen, bie von jeglichem Hanbel burch bas bie Meere beherrschende Albion ausgeschlossen wurde, ferner die Aufstellung einer weißen Liste derjenigen amerikanischen Schiffe, die allein in britischen Häfen Kohlenvorräte erhalten durften, weil ihre Eigentümer sich willenlos allen britischen Be- 4'1,0/ T'Wen . Ä nWsbÄ?“ CbetMen sn i(fm Co ehL15 "Mi ,&h?Qn,,8tiu2. Ws™' Setle i , W wiederholen sie sich mit unerwünschter Beharrlichkeit. Zu diesen Fällen muß das Beispiel der Familie Remeres in der chilenischen Hafenstadt Antofagafta rechnen, deren erstes Kind mit sechs Fingern an jeder Hand geboren wurde. Das hätte — auch den Remeres selbst — als einmaliges Kuriosum vollkommen ausgereicht. Aber im Laufe der Zeit wurden dem Ehepaar insgesamt siebzehn Kinder geboren, das jüngste soeben am Jahresschluß 1935. Und alle siebzehn Kinder tragen an jeder Hand einen Finger mehr als der normale Mensch! Siebzehn Kinder mit insgesamt 204 Fingern — dabei ind die Hände sowohl des Vaters als auch der Mutter durchaus normal gestaltet! Londoner Zahlen. A. e. Bl. London. Die Londoner Stadtverwaltung hat soeben eine tatistische Abhandlung über die Stadt London ver- fentlicht, die ein ebenso umfangreiches wie inter- e fantes Zahlenmaterial enthält. Danach hat London acht Millionen Einwohner (die Zahl bezieht sich allerdings auf bie Grafschaft Lonbon). Zum Vergleich: Neuyork hat sieben Millionen, Paris mit Vorstäbten fünf Millionen, Berlin runb vier Millionen, Rom eine Million, bie auf bem bei weitem größten Stabtgebiet ber Welt (über boppelt so groß wie Berlin) wohnen. Die Geburtenrate betrug unmittelbar nach bem Krieg 27 pro Tausend, 1934 nicht einmal mehr die Hälfte, nämlich 13. Der Geburtenüberschuß war 1934 ber kleinste seit ben letzten hundert Jahren. Die Ausgaben für die Londoner Stadtverwaltung haben sich seit Beginn des Jahrhunderts verdrei- acht. Verdreifacht hat sich in dieser Zeit auch der Wert der Grundstücke. Jeder Londoner macht 487 Fahrten im Jahr, die meisten allerdings auf der Straßenbahn oder dem Omnibus. Die Zahl der Verbrechen hat von 1879 im Jahr auf 2228 zugenommen, die Zahl der Der vom amerikanischen Bundessenat eingesetzte Munitionsausschuß hat die Aufgabe, die Riesen- gewinne der Rüstungsindustrie während des Weltkrieges zu prüfen. Der amerikanische Bantter John Pierpont Morgan hat zugeben müssen, daß er planmäßig durch die riesigen Kredite, die er den Alliierten ist Amerika beschaffte, die Vereinigten Staaten in den Krieg getrieben hatte. Man sieht Morgan (rechts), wie er mit seinen Teilhabern Thomas W. Lamont (links) unb George Whitney flüsternb währenb ber Vernehmung berät. — (Scherl-Bilberbienst-M.) ItoSaÜ' 3n der gleiä gung der (Anft vervu Nid! b->chl°!I- schung unc gangenargen l *ungen oe reits zwei hm unb in Lmz I mit ber Llkade terhält. Ferner bejtj deutsche § ber Kcnser-M Gesellschaft bi Kunst- unb K in Rom, befil einer engere, schen tunfta mit ber $)en Durch ben würben auß : Dr. hopp Whelm-Jns Bibliofheca Lenz, N helm-GesM Mgiieöern, bisher Saft Mische For wissenschaftlich UraMhn W An Dresb deutsch - films „A ber polnisch! kommen wc schen Onftiti gab eine M Starken. De ausgenommer Gau-Arbeits 3m Samer «tB. Fr tagung de der Zeitung Conrad stat Wlgruppensül d'e Reserente mlnahmen. 2 einen Rückblick vergangenen I d'e zukünftige Weitsberichter rer wurden ein P. die Schul S^gen, die im W arbeit des M ber amerikanische Millionär und Polarforscher Lirln Ell s w or th (k) Kopenhagen. Dieser Tage erhielt ein Kaufmann in Esbjerg einen Brief, der aus England kam und der interessanterweife jene Firmenanschrift trug, die fein Ge- chäst vor 20 Jahren geführt hatte. In diesem Brief schrieb ihm eine Frau, daß sie als Kind vor zwanzig Jahren einmal eine Tafel Schokolade gestohlen habe, als er gar zu lange auf ich warten ließ. Dieser Diebstahl von einst habe sie bis zum heutigen Tag immer beunruhigt und gequält. Sie lege nun einen Geldschein bei, um auf diese Weise nach 20 Jahren ihr Gewissen wegen jenes Diebstahls, den sie als Kind beging, zu entlasten. Eiffel-Turm nicht mehr gefragt. Fr. Z. Pari s. Der Eiffel-Turm, feit 47 Jahren bas Wahrzeichen ber französischen Hauptstabt, übt feit Jahren auf bie auswärtigen Besucher keine solche Anziehungskraft mehr aus wie früher. Von Jahr zu Jahr gehen bie Besucherzahlen zurück. Besonbers schlecht war bas vergangene Jahr (nur etwa zwei Drittel ber Besucherzahl von 1934). Dazu kommt, baß bie Einnahmen burch ben Bankerott des Autoindustriellen Citroen starke Einbußen erlitten haben. Citroen war der ständige Mieter des Eiffelturms, den er als Lichtreklame zu benutzen pflegte. 300 000 Franks mußte Citroen allein für die allerdings gewaltige Reklamefläche bezahlen, wozu noch die außerordentlichen Licht- kosten kamen. Diese Summe fällt jetzt auch fort, fo daß der Turm, dessen Instandhaltung recht kostspielig ist, ein Zuschußobjekt geworden sein dürfte. Die Straße ohne Namen. N. A. Madrid. Viele Städte der Welt sind stolz auf die alten Namen ihrer Straßen. In Deutschland gibt es zum Beispiel unzählige Straßennamen, bie tief ins Mittelalter zurückreichen. Einen besonderen Stolz der französischen Hauptstadt bilden bekanntlich die zum Teil sehr kuriosen Namen mancher Straßen, deren Ursprung heute kaum noch zu enträtseln ist. Die einzige Stadt, deren Stolz in dem Gegenteil, nämlich einer namenlosen Straße bestand, war bisher Cadiz. Hier gab es eine Straße, die seit undenklichen Zeiten keinen Namen hatte. Verwicklungen entstanden dadurch selten, da es sonst keine uneiniger Zeit ein Mann, der von Goeimnissen umgeben ist. So weiß z. B. die Oeffatlichkeit nicht, warum dieser Mann, ein russischer Staatsangehöriger namens Ivan Slag, überhavt festgehalten wird, lieber ihn ist aber bekannt geworben, bah er bie sonderbare Eigenschaft besitze/ sich gewisier- mqßen unsichtbar machen zu könne. Ivan Slaq besitzt nun zwar keine Tarnkappe, buch bleibt er dem menschlichen Auge immer sichtdr, — für die photographische Platte aber scheint e nicht vorhanden zu sein. Als die Polizei nämlichbei seiner Einlieferung ins Gefängnis ihn photogiphieren wollte, stellte sich heraus, daß auf der Pstte kein Ivan Slag zu sehen war. Man nahm zunchst an, daß es sich um einen Fehler am Appara oder an ber Platte handle. Also versuchte man es mit einem neuen Apparat und einer andere Platte. Aber auch diesmal mißglückte der Versuch Ivan Slag zu photographieren. Sechsmal wiedewlte sich das, ohne auch nur das geringste Ergeuis zu zeitigen. Der geheimnisvolle (Befangene sah esen Versuchen, ihn zu photographieren, lächelnd zuEr erklärte sich schließlich bereit, das Geheimnis feier Nichtphoto- graphierbarkeit zu lüften, wenn mn ihn aus dem Gefängnis entlasse. Die Polizei hi diesem Ansinnen bisher noch nicht zugestimmt,and man müht sich, das Geheimnis des Russen zumtschleiern. Mondfinsternis im Januar hat unter den abessinischen Kriegern einiges Entsetzen ausgelöst. Man weiß zwar auch in Abessinien, daß es sich bei der Finsternis um ein natürliches Phänomen handelt, aber man hat nicht vergessen, daß im Jahre 1868 der damalige Kaiser Theodor sich in dem Augenblick das Leben nahm, in dem sich der Mond verfinsterte. Mit dem Selbstmord des Kaisers mitten im Krieg gegen England war damal das Schicksal Magdalas besiegelt gewesen; bie Abe finier verloren bie Stadt an den Gegner. Diesmal hatten die Priester überall unter ben Solbaten ben Eintritt ber Monbfinsternis im voraus verkündet und sich alle Mühe gegeben, ihn als gutes Omen zu deuten. Aber dies ist ihnen nicht überall gelungen. Immerhin scheinen sich die trü- ben Ahnungen der Abessinier nicht erfüllt zu haben, denn selbst aus den italienischen Kriegsberichten war nichts zu entnehmen, was auf eine Niederlage der Abessinier in der Nacht der Mondfinsternis hätte schließen lassen. 5 »U«et 1 • .bie 8W Dundtt und Wirtschaft Neue Regelung der Kartoffelpreise 3. 1. 4. er- 2. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Berlin Zianksurt a.M. ,ur® bSrfe kurs 17.1. 16-1. 161 61 125,5 6* — 5 96,75 94,75 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 128 6| Banknoten. 63,10 80,61 33,64 150,5 216 111,5 117 114,9 97 123,5 128 149 109,5 116,4 113,5 149,9 109,5 118 114,9 63,36 80,93 33,78 31,25 1,35 9,15 9,15 9,35 14 216,5 107,5 76,13 18 129,65 188,5 101,25 53.75 99,5 118,4 81,75 123 97,75 144,5 83,25 31,9 287 174,75 162,5 27 I 199 -1 4 0 8 6 6 3 0 12 . 4; . 0 . 0 . 5 . 5 lYi ManSfelder Bergbau .. Masswerke ........... Rheinische Braunkohlen Rhein stahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 6 117.25 4| 113,5 1,3 9 9,13 9 14 9,4 (102) gefragt. Im übrigen war die Kursentwicklung am Aktienmarkt nicht ganz einheitlich. Das Geschäft beschränkte sich hauptsächlich auf einige Spezialwerte. Maschinenwerte waren stärker beachtet, Eßlingen 84 (82), ferner Gebr. Junghans 86,13 bis 87,65 (85). Höher gesucht waren außer- Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie, rung — veröffentlicht im „Anzeiger der Hessischen Landesregierung" vom 17. Januar 1936 die nachstehende Bekanntmachung über die Regelung derKartoffelpreife; Die während der letzten Monate von mir festgesetzten Verkaufspreise für Speisekartoffeln haben dem Verbraucher die Möglichkeit gegeben, feinen Winterbedarf an Speisekartoffeln zu billigen Preisen zu decken. . Mit dem Fortschreiten der Jahreszeit steigen die Unkosten und Verluste der Kartoffelerzeuger und Händler durch die nötige Einlagerung der Kartoffeln und Schwund. Wie bereits im Monat Dezember 1935 muß daher auch für die folgenden Monate eine Erhöhung der Verbraucherpreise eintreten. Auf Grund der Ermächtigung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 30. August 1935 setze ich daher im Einvernehmen mit dem für Hessen zuständigen Kartofselwirtschaftsverband Hessen-Nassau für den Monat Januar 1936 die Verkaufspreise für Speisekartoffeln im Gebiet der Preisüberwachungsstelle Hessen wie folgt fest: Eksenbahn-Rentenbank auf 74 (72), für Frankfur. ter Bank lautete die Taxe 105 bis 106 (1. K. 103,50). Am Rentenmarkt zeigte sich weiteres Interesse für Gemeinde-Umschuldung mit 87,50 nach 87,40, auch Schuldbuchforderungen blieben gefragt. Durchweg fester notierten Liquidationspfandbriefe, Frankfurter Hyp. 101,90 (101,65), Rhein. Hyp. 101,65 (101,25), die übrigen gewannen 0,13 v. H., nur Hess. Landesbank Liquid, gingen auf 101,20 (101,45) zurück. Stadtanleihen und Goldpfandbriefe blieben unverändert. 5prozentige Eisenbahnbank- Obl. ca. 69 (72). Auslandsrenten waren geschäftslos. — Im Freiverkehr nannte man Ufa-Aktien mit 53 (54) Wayß & Freytag mit 90,50 (89,50), Adlerwerke 102,50 nach 103. — Tagesgeld unver- Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. 31 1,3 9,1 9,1 9.25 14,25 9,4 31,25 9,15 9,1 9,35 14,4 54,4 104 118,25 82,5 97,4 145 30,5 285,5 165,5 27,5 89 199 schäft mit 114,50 (113,50) und Deutscher Eisenhandel mit 112,75 (112). Montan- und Elektroaktien wurden bei kaum veränderten Kursen stark vernachlässigt. IG. Farben hatten mit 149,25 (149) ebenfalls nur kleinen Umsatz. Etwas niedriger lagen Schiffahrtswerte, Deutsche Erdöl und Kunstseide Bemberg, letztere verloren 1,50 v. H. auf 102,50. Am Rentenmarkt war die Haltung bei allerdings noch kleinem Geschäft etwas freundlicher. Ältbesitz 109,70 (109,65), Kommunal-Umschul- dung 87,40 (87,30), Zinsoergütungsscheine 92,40 und späte Reichsschuldbuchforderungen 96,40 — 96,50 (96,40). Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 121,50. Zertif. Dollar-Bonds bröckelten etwa 0,25 bis 0,40 v. H. ab; 6,50 Preußen.64, 7 Spargiro 64, 6 Spargiro 63. Im Verlaufe war das Geschäft weiter sehr ruhig und die Kurse erfuhren nur geringe Veränderungen. Weiter nachgebend waren Bemberg mit 100 nach 102,50, ferner bröckelten Daimler auf 98 nach 98,50 und MAN. auf 97 (98) ab. Etwas höher lagen IG. Farben mit 149,50 nach 149,25 und Westdeutsche Kaufhof mit 31,40 bis 31,25 bis 32 nach 31. Fester zur Notiz kamen außerdem Gement Heidelberg mit 123,50 (122,25), Reichsbank mit 184,25 (183,65), Scheideanstalt mit 216 (215) und Licht & Kraft mit 130,50 (129). Elektrowerte blieben sehr still. Am Kassamarkt befestigten sich d) in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Sandes, weiß, rot, blau, 3,10—3-30 RM. je Zentner, gelbfleischig 3,40—3,60 RM. je Zentner; c)auf dem flachen Lande, weiß, rot, blau 2,75 bis 2,95 RM. je Zentner, gelbfleischig 3,05 bis 3,25 RM. je Zentner. Der oberste Preis kommt nur für erklassige ausgelesene Ware in Frage — alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen. Die Zuschläge für die Abfuhr und Abtragung seitens des Verteilers zum Verbraucher sind in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergütung kann dafür nicht mehr gefordert werden. Ob eine Gemeinde zum flachen Lande zu rechnen ist (Buchstabe c) oder zu den „übrigen Gemeinden" (Buchstabe b) richtet sich nach den von den Kreisämtern darüber getroffenen Feststellungen. . Bei der Ausgabe von Speisekartoffeln im Kleinverkauf (pfundweise) darf der Klein- Verkaufspreis bei Abgabe von 10 Pfund folgende Preise nicht überschreiten: a) In den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern, weiß, rot, blau, 0,38—0,40 RM., gelbfleischig 0,41 bis 0,43 RM.: b)in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Landes, weiß, rot, blau, 0,37—0,39 RM., gelbfleischig 0,40—0,42 RM.; c) auf dem stacken Lande, weiß, rot, blau, 0 28 bis 0,30 RM., gelbfleischig 0,31—0,33 RM. Der oberste Preis kommt nur für erklassige ausgelesene Ware in Frage — alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen. Ob eine Gemeinde zum stachen Lande zu rechnen ist (Buchstabe c) oder den „übrigen Gemeinden" (Buchstabe b) richtet sich nacfi den von den Kreisämtern darüber getroffenen Fest- ...........................V Bekula............... 1° Elektr. LieferungsgeseMchast... 5 Licht und Kraft ........... 654 Selten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Etektt.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität 6 Rhein. Wests. Elektr 6 Schlickert L Eo 4 Siemens L Halüke..... ......« Lahmeyer L Co.............. * 4| 95,5 7 122,25 terhält. .... , Ferner besteht die Absicht, em Institut für beut ie Kun st Wissenschaft im Rahmen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zu errichten. Da die Gesellschaft bereits das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Kunst- und Kulturwissenschaft, Bibliotheca Hertziana l in Rom, besitzt, würde dadurch zugleich die Gewahr einer engeren Zusammenarbeit zwischen der deut- ; schen kunstwissenschaftlichen Forschung m Italien ^nmMEbern Lr-Wtth°lm-G°,-ll,ch°st wurden außerdem in der letzten Sitzung ernannt. Dr Hoppenstedt und Dr. Sch udt, Kaiser- Wilhelm-Institut für Kunst und Kulturwissenschaft, Bibliotheca Hertziana in Rom, und Professor Dr. Lenz Hydrobiologische Anstalt der Kaiser-Wil- helm-Gesellschaft, Plön (Holst.), zu wissenschaftlichen Mitgliedern, ferner Professor Dr. von Mur alt, bisher Gast am Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für medizinische Forschung, Heidelberg, zum auswärtigen wissenschaftlichen Mitglied. Uraufführung des deutsch-polnischen Gemein- fchaftsfilms „August der Starke". In Dresden fand die Welturaufführung des deutsch - polnischen Gemeinschaftsfilms „August der Starke" statt, zu der der polnische Botschafter in Berlin, Li psk i gekommen war. Der Vorsitzende des Deutsch-Polm- schen Instituts in Berlin, Professor rn Arnim, gab eine Würdigung der Persönlichkeit Augusts des Starken. Der Film wurde mit lebhaftem Beifall 101,25 54,75 104 118 82,25 123 96,9 145 82 30,5 285,5 174,5 165,5 I 27,5 I 198,5 lief). Am Großviehmarkt blieb das zugeführte Vieh in der Qualität gegenüber anderen Märkten im Reich relativ gut. Die Zufuhr stellte sich angesichts des hohen Auftriebs der Kühe (702 gegen 457) auf 1156 (930) Stück. Für Ochsen, Bullen und Färsen sowie für beste Kühe nahm das Geschäft einen sehr lebhaften Verlauf, die Preise hielten sich auf Basis der Vorwoche, nur geringe Qualitäten ließen durchweg 1 bis 2 Mark nach. Für Kühe verblieb etwas Ueberftanb. Am Kälbermarkt trat noch keine Beruhigung ein. Der Auftrieb war mit 1331 (1363) zwar leicht vermindert, für die z. Z. aber nur mäßige Nachfrage noch reichlich. Nach ruhigem Geschäft wurde der Markt wohl geräumt, ein weiterer Preisabschlag ließ sich aber nicht verhindern. Je nach Qualität notierten Kälber 29 bis 68 (30 bis 70) Mark je Zentner Lebendgewicht. Für Hämmel und Schafe erhielt sich über den Eintopf-Sonntag hinaus gute Nachfrage, so daß die Preise weiter etwas stiegen, Hämmel auf 43 bis 51 (40 dis 48) und Schafe auf 33 bis 45 (32 bis 40) Mark. Die Zufuhr war mit 185 (467) wesentlich niedriger und wurde schlank geräumt. Die Versorgung mit Schweinen zeigte eine weitere Zunahme auf 3185 (3029) Stück, die Qualität war mittel. Zu den Festpreisen von 51 bis 57 Mark per 1 Zentner Lebendgewicht erfolgte weiterhin Zuteilung. Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörfe freundlich. Datum | 16 1 en angeboten. ,, ... Am Mehlckar kt liegt Weizenmehl vorläufig noch r^hig, während der Absatz von Roggenmehl der hiesigen Mühlen unbefriedigend ist. Am Rauh futter m arft hat sich der Preis für Heu auf 8,50 bis 8,75 Mark (gegen 8,70 bis 9,00) ermäßigt, Stroh blieb unverändert. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das G:schäft hatte in der verflossenen Woche zumeist ruhigen Eharakter, da sich größerer Bedarf gegen die Vorwoche nirgends gezeigt hat. Die Austriebe bewegten sich etwa auf der Höhe der Vorwoche, die einzelnen Qualitäten waren Unterschiedstellungen. Bei Abgabe in kleineren Mengen als 10 Pfund ist der Kleinhändler berechtigt, mit Rücksicht auf seine höheren Verteilungskosten von einem 10-Pfund-Preis von 48 Pfennigen auszugehen. I. Bei dem unmittelbaren Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfes durch den Verbraucher bei dem Erzeuger dürfen folgende Preise frei Keller nicht überschritten werden: a)in den Städten Darmstadt, Offenbach, Mainz, Gießen und Bingen, weiße, rote, blaue, 2,90—3,10 RM, je Zentner, gelbfleischige 3,20 bis 3,40 RM. je Zentner; b)in den übrigen Gemeinden, weiße, rote, blaue, 2,70—2,90 RM. je Zentner, gelbfleischige 3,00—3,20 RM. je Zentner Der oberste Preis kommt nur für erstklassige ausgelesene Ware in Frage — alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen . Die Zuschläge für die Anfuhr und Abtragung seitens des Erzeugers zum Verbraucher sind in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergütung kann hierfür nicht mehr gefordert werden. Für den Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfes beim Verteiler (Händlerschaft) dürfen folgende Preise nicht überschritten werden: a) in den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern, weiß, rot, blau, 3,20—3,40 RM. je Zentner, gelbfleischige 3,50—3,70 RM. je Zentner; I. G. Farben-Jndustrle Scheldeanstalt........ Goldschmidt RütgerSwerke Metallgesellschast rn" a. p) Brünn. Qrau sitzt seit heimnisien um- fttlichkeit nicht, rStaofsangehö' ist feftgebalten »orben, bah et sich u Ävem S-7 ,iud) bleibt « ihr, - für die , nicht Dorban« ctbei seiner Gm« mphieren wollte, ß.tte kein Ivan nchst an, daß es a oder an der it es mit einem c Platte. Aber jJvan Slaq zu gölte sich das, itis zu zeitigen, eien Versuchen, v6r erklärte sich saer Vichtphoto« m ihn °us dem j diesem Ansm' ind man muht Entschleiern. dem Holzmann mit 95,25 bis 96 (95,50), Ilse Bergbau Genuß mit 129,25 (126,75). Sonst eröffneten noch von Einzelwerten Westdeutsche Kaufhof mit 31 (30,50), AG. für Verkehr zwar etwas ruhiger, aber noch freundlich mit 101,75 (101,50), Kunstseide AKU. mit 54,65 (54,40), Metollgesell- Frankfurt a. M., 17. Jan. Trotz des heblich geringer gewordenen Geschästsumsanges blieb die' Haltung an der Börse freundlich, wozu einige günstige Wirtschaftsmeldungen nicht unwesentlich beitrugen. Größere Anregung gab die Verlautbarung über eine evtl. Wiederaufnahme der Dividendenzahlung bei der Adam Opel AG., wobei man sogar an 6 v. H. denkt. Dieses Moment bewirkte am Markte der Autoaktien wieder größeres Interesse. Daimler Motoren stiegen bei lebhafteren Umsätzen auf 98,50 (97,40), auch Adlerwerke Kleyer waren im Freiverkehr mit etwa 103 Verstöße gegen die vorstehende festgesetzten Preise werden nach den besonderen gesehlicken Bestimmungen durch die Preisüberwachungsstelle mit Ordnungsstrafen verfolgt. Die Bekanntmachung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Hessischen Staatsanzeiger in Kraft. KSÄÄr1'” 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ..................... aufgenommen. Gau-Arbeitslagung des NSDStB. Heffen-Nasiau. Im Kameradschaftshaus „Lang em ar ck" des NSDStB. Frankfurt fand eine Gau-Arbeits- tagung des NSDStB. Hessen-Nassau unter der Leitung des Gau-Studentenbundführers Pg. Conrad statt, an der sämtliche Hoch- uckd Fach- schulqruppenführer des gesamten Gaugebiets sowie die Referenten der Gau-Studentenbundfuhrung teilnahmen. Der Gau-Studentenbundführer gab einen Rückblick über die Arbeit und die Erfolge des vergangenen Jahres und legte die Richtlinien für die zukünftige Arbeit des NSDStB. dar. Nach der Arbeitsberichterstattung der einzelnen Gruppenführer wurden eingehend der Reichswettbewerb „Olympia", die Schulung, Kameradschafts- und Korpora- ttonsfragen, die Zusammenarbeit mit der HI., der Einsatz im Winterhilfswerk und die Landdienst- arbeit des NSDStB. behandelt. L»'s *<4 '““»baue. üÄ'ben °Sen' Noch X"9e wieder w vorläufig ten. Z Turin. 29ten Stau. 3l lebenslang, I?!5 StQQt5’ o ^bracht V-, ''°ch -leine «to. t'Hte ihr 1 M -lledem *9«th und ^'ben- jedoch lt,kr lhr den unheilbar «t, lhren Vries, repsndenz mit raj5 allein die ''^tragen. Der 4 der Sterben, n Amerika seit. te Liebesbriefe, rfbrbenen Ma« nrde in diesen . 9it zu führen ittfi nicht auf. nd wurde jetzt ach 23 Jahren r die Heimat, ' J ist daraufhin Ji einem Kran- Buderus Deutsche Erdöl Harvener.........- - - - - Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klöckn erwecke Mannesmann-Röhren Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. . - 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz» und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ................ ändert 2 v. H. Abendbörse fest. Die Abendbörse verkehrte auf nahezu allen Marktgebieten in fester Tendenz, und im Vergleich zum Berliner Schluß überwogen Kurssteigerungen von 0,50—1 v. H. Besonders lebhaftes Geschäft hatten Montanwerte auf Gerüchte, wonach bei Mannesmann und Stahlverein eine Dividende von 3 v. H. zu erwarten fei. Sehr lebhaft waren außerdem IG. Farben mit 150—0,25—0,13—0,50 (149,90). Auch Maschinenaktien blieben gesucht, auch andere in den letzten Tagen bevorzugte Werte blieben beachtet. Stahlverein 78,75 (77,65), Mannesmann 82,50—83 (81,90), Buderus 96,90—97 (96), Rhein. Braunkohlen 217,50 (216), Rheinstahl 108—108,50 (108), Hoesch 86,75 (85,75). Kunstseideaktien lagen uneinheitlich; während Aku mit 54,25—54,50 (53,75) fester lagen und von den Abschlußerwägungen unberührt blieben, setzten Bemberg ihren Rückgang auf 98,50—97,75 (100) fort; der Tagsoerlust beträgt somit 7 v. H. Höher waren auch Westdeutsche Kaufhof mit 32,13—32,25 (31,90), Moenus Maschinen mit 83—83,50 (82,50), M. A. N. mit 98,25 (97), Deutsche Linoleum mit 145,50 (144,50), AG. für Verkehrswesen mit 102,50 : bis 102,75 (101,75) und BMW. mit 123 (122) sowie Daimler Motoren mit 98,13 (97,75) und Reichsbank mit 185 (184,25). Am Kassamarkt erhöhten sich Großbankaktien um 0,50 v. H., Siemens Glasstiegen auf 105,50 (104,25). unb fein Flugzeugführer Kenyon im Südpoleis vermißt. Sie waren am 23. November von der Insel Dundee im Weddell-Meer gestartet, um die Antarktis zu überfliegen und nach Klein-Amerika im Roß-Meer zu gelangen. Seit diesem Tage waren die Flieger verschollen. Nun hat das englische Rettungsschiff „Discovery II" die beiden Flieger in Klein-Amerika gesichtet und gerettet. Anscheinend ist es Ellsworth und seinem Begleiter gelungen, die 2000 Meilen lange Strecke unerforschter Eiswüsten und Gebirge zwischen der Insel Dundee und Klein-Amerika zurückzulegen. Das Flugzeug der Forscher war mit Brennstoff für 20 Flugstunden und genügend Lebensrnittel für acht Wochen ausgerüstet. Reue Institute der Kaiser-Wilhetm-Gesestschast. (1894) und n bas Led-nd-r 1 ©ein i mdiM im als di- !' fnbere Snt-I» iat er in I«1"? trieff#” 6r s iffe d« In der gleichzeitig mit der Jubiläumstagung b er Kaiser-Wilhelm-Gesell- Schaft verbundenen Senatssitzung in Berlin wurde beschlossen, das Institut für Seenforsch u n g und Seenbewirtschaftung m Langenargen (Bodensee) in den Kreis der Unternehmungen der Gesellschaft einzubeziehen, die bereits zwei limnologische Institute in Pion (Holst.) und in Linz (Niederüsterreich), letzteres zusammen mit der Akademie der Wissenschaften in Wien, un- 17.1 126 217,5 108,5 78,75 17,75 127 188 (Schluß. Mittag- börse 17 1- 125,5 118,65 216 108 77,65 17,65 126 121,75 188,5 In Weizen genügen die Zufuhren von Land- ' wirtschaft und Handel für die laufende Versorgung \ der Mühlen in unserem Gebiet, da deren Kaufaus- 1 träge im Hinblick auf das zu erwartende steigende Angebot nicht sehr rege sind. Die Wassermühlen können sich außerdem mit süd- und norddeutschem Angebot eindecken, wenn auch hierfür gelegentlich die höhere Handelsspanne verlangt wird. Bei diesem ausreichenden Angebot sind auch die Ansprüche der Mühlen unverändert hoch geblieben. In Roggen ist die Versorgung der Provmz- mühlen aus ihrer näheren Umgebung etwas schwieriger geworden, da die Vorräte geringer werden. Man wird also daher bald mit der Hereinnahme von norddeutschem Roggen rechnen müssen, der zur Zeit noch ausreichend angeboten wird. Für Braugerste bleibt die Grundtendenz fest, obwohl die Nachfrage merklich nachgelassen hat; mittlere Qualitäten sind daher nicht ohne weiteres zu verkaufen, da die wenigen Käufer bei dem hohen Preisstand die eiweißarmen Sorten aufnehmen. Jndustriegersten stehen nur in kleinen Mengen zur Verfügung, aber auch die seither gute Nachfrage ist etwas schwächer geworden. Am Futtergetreidemarkt stand Futtergerste nicht zur Verfügung die Nachftage bleibt dringend. Auch das Angebot von Hafer genügt nicht für die Versorgung der Verbraucher; weitere Zufuhren sind infolgedessen sehr erwünscht. Der K l e i e m a r k t ist immer noch recht roentg l versorgt. Der Abzug von Weizennachmehl und 1 WeizenfutternM geht weiterhin nur langsam von- • statten. Don anderen preisgebundenen Futtermitteln werden Schnitzel sehr gesucht, ölhaltige Futterartikel fanden im Rahmen der Zuteilungen schlank Absatz. Malzkeime und Biertreber sind in geringerem Umfange bei rückläufigen Prei- Schluß« kurs 16.1. 118 216,5 107,65 76,13 17,65 129,5 124 189 SchuilhetS Patzenhofer Aku tMgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer Gas Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Örenstcin & Koppel .......... Westdeutsche Kaufhof........ ......................... ' Accu mulatoren-Fabrik Conti-Gummi............... Grttzner Mainkrastwerke Höchst a.M... 1 Süddeutscher Zucker ........ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt b-!chl°I|en-n Dividende am - Reichsbankdiskoni 4 v. H.. Lombardzmssuß 5 »■ fr 7| 149 9| 215 5 109 Oatum 4% oesgl. Serie II 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r^>Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 &% Anatolier............. Meli) 2,43 41,76 54,60 12,24 16,33 168,37 61,47 Berlin, 17-Januar Amerikanische Noten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten •••••• • • Deutsch Oesterreich, * 100 Schwing Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten................. Ungarische Noten 17-1. Frankfurt a. M. ^uß. ZL börse Brie 2'45" 41,92 54,82 12,28 16,39 169,05 61,71 . 0 . 5 . 6 . 0 . 7 . 0 . 8 . 0 . 0 TI. 12 .. 8 . 101 54,5 97,75 117,5 82 98,13 145,5 32,25 288,5 175 162,65 I 27,41 89,5 l 1991 Twndfe SnseC Sud. ?ot X X >V 1 ** * M 0 k=- 3. Die hinter den Papieren Frannuri a. 2)L Berun Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß». Mittag börse Oatum 16.1 17 1 16-1 17 1- 6% Deutsche Netchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6*/2% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Mlös.-Schulv mit 100,4 97,13 103,4 109,65 100,4 97,25 109,65 100,4 97,13 103,4 109,5 100,4 97,25 103,5 109,5