Nr. 270 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 17. November 1036 (Er)d)ettti täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild - Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschtiiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraste l Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormitlags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Textanzeigen von 7Omm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. 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Ihnen gegenüber schreibt Generalleutnant von Metzsch in seinem Werk „Schlummernde Wehrkräfte" sehr mit Recht: „Wehrpolitik muß dreispännig gefahren werden. Die drei Schimmel des Gespannes heißen: Wehrmacht, Wirtschaft und Kultur. Eine unwirtschaftlich aufgebaute Wehrmacht mutz ebenso scheitern, wie eine militärisch ungeschützte Wirtschaft. Und beide, die Wehrmacht wie die Wirtschaft, werden versagen, wenn sie nicht von einer Kultur durchflutet sind, die jedem waffentragenden oder in der Wirtschaft stehenden Volksgenossen wertvoll genug erscheint, um sich mit Gut und Blut für diese Kultur einzusetzen." Auf die tiefinneren und lebendigen Zusammenhänge zwischen Soldatentum und Kultur kommt es uns hier an. Sie werden gerade von der preußisch- deutschen Geschichte in einer überwältigenden Größe aufgezeigt. Je mehr wir das erkennen und je stärker wir hieraus die Schlußfolgerungen ziehen für unfeve Gegenwart, desto unüberwindlicher wird die Macht unseres Deutschtums sein. Die Haltung des preußischen Staates wurde bestimmt durch das preußische Ethos. Es war der preußische P f l i ch t b e g r i f f, der als politischer Begriff in dem sonst so unpolitischen Raum des damaligen Deutschtums die Besten aller deutschen Stämme wie ein Magnet anzog. Zwei Dinge sind es, die das preußische Ethos ausmachten: G e - setz und Freiheit. Unter Gesetz in diesem Sinne ist nicht der Buchstabe von Paragraphen, sondern die innere Bindung an das sittliche Gebot der Hingabe für den Staat zu verstehen. Freiheit aber war für den Preußen seine Freiwilligkeit der Hingabe, seine freie Entschließung für die Erfüllung des Gesetzes der Pflicht, wie Kant es zum Ausdruck brachte. Aus diesem preußischen Ethos erwuchs das preußische Soldatentum, die Geschlossenheit des preußischen Staates durch eine Gleichheit, die alle umschloß vom König bis zum jüngsten Rekruten: nämlich die Gleichheit gegenüber der Erfüllung der Pflicht als oberstem Gebot. Aber neben dem preußischen Ethos stand damals das Geistesleben, „das Bildungsreich der Deutsche n". Beide gingen ihren Weg für sich, so daß selbst noch Schiller die Worte niederschrieb: „Zur Nation euch zu bilden, ihr hofft es Deutsche, vergebens; bildet, ihr könnt's, dafür freier zu Meuchen euch aus." Ohne Verbindung mit dem Soldatentum verlor sich so der deutsche Humanismus in ein Weltbürgertum und ohne die Verbindung des Soldatentums mit dem deutschen Geistesleben verflachte es zu rein Berufsmäßigem. Solange die gewaltige Persönlichkeit des großen Königs an der Spitze des preußischen Staates stand, wurde diese Lücke noch nicht zur Gefahr. Als aber der große König die Augen geschlossen hatte, da wurde das Fehlen der tiefinneren Verbindung von preußischem Soldatentum und deutscher Geisteskultur zur Ursache des Verhängnisses von Jena und Auerstadt. Erst im Unglück von Tilsit fanden sich diese beiden tragenden Kräfte deutschen nationalen Lebens zu einer Einheit zusammen. Kein anderer hat das klarer ausgesprochen als der große Historiker Heinrich von Teitschke, dessen Werk uns auch heute noch so unendlich viel zu geben vermag. In seiner „Deutschen Geschichte im 19 Jahrhundert" schreibt er über Preußens Erhebung- „Indem der Staat sich innerlich zusammenraffte, machte er sich alles zu eigen, was Deutschlands Dichter und Denker während der letzten Jahrzehnte über Menschenwürde und Menschen- freiheit, über des Lebens sittlichen Zweck gedacht hatten Er vertraute auf die befreiende Macht des Geistes, ließ den vollen Strom der Ideen des neuen Deutschlands über sich hereinfluten. erft wurde Preußen in Wahrheit der deutsche Staat, die Besten und Kühnsten aus allen Stämmen des Vaterlandes, die letzten Deutschen sumelten sich unter den schwarzundweißen zahnen. Der schwungvolle Idealismus emer lauteren Bildung wies der alten preußischen Tapferkeit und Treue neue Pflichten und Ziele, erstark e selber in der Zucht des politischen Lebens zu opferfreudiger Tatkraft, Das alte, harte kriegerische Preustenklm und die Gedankenfülle der modernen deutschen Bil- düng fanden sich endlich zusammen, um Nicht wieder voneinander zu lassen." In der Tat entdeckte sich damals das Deutschüim förmlich selbst durch die Befreiung der deutschen Bildungsidee von geistig-fremder Bevormundung. Im Jahre 1803 waren, um nur einiges herauszugreifen, bereits Ludwig T i e ck s „Minnelieder aus dem schwäbischen Zeitalter" erschienen die das Verständnis für alte deutsche Volkskunst und alte deutsche Volkslieder weckten; 1806 gaben *Id)im v. Arnim und Clemens Brentano Des Knaben Wunderhorn" heraus, die grundlegende Sammlung deutscher Volkslieder, zu der noch heute mir immer wieder greifen. Dann folgten 1807 „Die deutschen Volksbücher" von Josef Gorres und von 1812 bis 1813 „Die Kinder- und Hausmarchen der unvergeßlichen Gebrüder Grimm. Im preußischen Offizierkorps selbst fand das deutsche Geistesleben lebendigsten Eingang. Als Berlin, 16. Nov. (DNB.) Im Rahmen der Gauamtsleitertagung der NSDAP, auf der Ordensburg Vogelsang sprach Generalfeldmarschall von Blomberg. Wenn er gerade vor den Gauamtsleitern der NSDAP, das Wort ergreife, dann deswegen, weil die Uebereinftimmung von Volk und Staat der eigentliche Kern des Nationalsozialismus sei. „Sie wissen", wandte der Reichskriegsminister sich an die Gauamtsleiter, „daß der Führer das neue Deutschland auf zwei Grundpfeiler aufgebaut hat, die Partei einerseits, die als politischer Willensträger das Volk politisch führt, formt und erzieht, und der Wehrmacht anderseits, die als einziger Waffen- t r ä g e r d i e Nation militärisch zu betreuen hat. Diese klare Aufgabentrennung ist notwendig im Interesse der sachlichen Arbeit. So klar die Ausgaben von Partei und Wehrmacht getrennt sind, so fest und stark muh das Vertrauen sein, das beide miteinander verbindet. Wir ziehen alle an einem Strang und arbeiten alle für das gleiche Ziel. Die Grundlage des gemeinsamen Vertrauens aber kann nur die nationalsozialistische Weltanschauung sein, denn wir alle sind die Soldaten Adolf Hitlers. Nationalismus und Sozialismus find ja in tiefstem Sinne dasselbe, und ein guter Soldat muh auch ein guter Nationalsozialist sein." Generalfeldmarschall von Blomberg sprach dann An der Front vor Madrid, 17. Nov. (Dom Sonderberichterstatter des DNB.) Die im Nordwesten über den Manzanares in das Weichbild Madrids eingedrungenen nationalen Truppen der Oberstleutnante Asensio und Delgado kämpften sich in südlicher Richtung bis zum größten Gefängnis Madrids, dem Carcel Modell, weiter vor. In diesem Gefängnis hatten die Kommunisten zu Beginn der nationalen Erhebung unglaubliche Verbrechen verübt. Viele bekannte 'rechtspolitische Persönlichkeiten wurden hier ermordet. Die roten Milizen hatten sich in den großen Neubauten der Universitätsstadt verschanzt, so daß jedes Gebäude einzeln erobert werden mußte, darunter auch das große Universitätskrankenhaus und das Valas- guez-Haus, ein bekanntes Künstlerheim. Während des Vormarsches der nationalen Truppen durch den zwischen der Universitätsstadt und der Wadrider Innenstadt gelegenen Woncloa-Park ereignete sich ein Vorfall, der für die hinterhältige Kriegsführung der Warxisten bezeichnend ist. Die Zugangsstrahen waren plötzlich durch Lastkraftwagen versperrt, die mit Frauen und Kindern voll beseht waren. Dahinter hatten sich die G n e i f e n a u noch als „vergessener Hauptmann" in Schlesien stand, da verfolgte er nicht nur jeden Zug Napoleons, um sich in die Dämonie seiner Feldherrnkunst als Voraussetzung der Ueberwindung des Korsen hineinzuarbeiten. Damals wurden an langen Winterabenden in der schlesischen Armee auch Dramen gelesen. Am 16. Juni 1815 hat Gnei- senau durch feinen berühmten Marsch nach Norden das Geschick Napoleons endgültig besiegelt. Später aber als kommandierender General in Koblenz war fein Haus ein Mittelpunkt geselligen deutschen Geisteslebens. Arndt und Fichte wurden in Preußen die Künder des Idealismus deutschen Geistes. Am Geburtstag des großen Königs wurde im Jahr 1809 die Berliner Liedertafel gegründet. Unter den zahlreichen Offizieren, die ihr beitraten, befanden sich Kleist und Arnim. Am Gründungstage der preußischen Monarchie im Jahre 1811 wurde eine christlich-deutsche Tischgesellschaft ins Leben gerufen, die Clausewitz Fichte und weitere hervorragende Männer zu den ihrigen zählte. Kein Geringerer als Napoleon selbst empfand die Gefahr, die ihm aus der Verschmelzung preußischen Soldatentums und deutscher Geisteskultur drohte. So suchte er, die aufgeschlossene Männer der militärischen Erneuerungsbewegung Preußens beim preußischen König zu verdächtigen, indem er zu dem preußischen Bevollmächtigten, General Krusemark, sagte, in Frankreich hätte die Canaille Revolution gemacht, in Preußen sei d i e Armee drauf und dran, es zu tun. Die Verschmelzung des deutschen Geisteslebens mit dem preußischen Soldatentum führte zu der Nation in Waffen. Von dem Pflichtbegriff Kants her leitete sich die sittliche Begründung her für den Einsatz jedes einzelnen, der die allgemeine Wehrpflicht zur Selbstverständlichkeit werden ließ. Fichte aber gab den Deutschen den Nationalstolz, der die Grundlage wurde, auf der Bismarck das einheitliche Reich errichten konnte. In der Sprache über das Problem „Soldatisches Führer- tum und Vorgesetzte". Er erklärte, daß hier spitzfindige Untersuchungen nichts nutzten: Ob Vorgesetzte oder Führer, ob Untergebene oder Gefolgschaft, die Wehrmacht braucht ft r a f f ft e Manneszucht, blindesten Gehorsam, ja, Gehorsam gegen die eigene Ueberzeugung und Härte in der Lebensführung, mehr Härte und Gehorsam als jede andere Organisation. Unter all diesen Äußerlichkeiten darf die Kameradschaft nicht leiden. Nur soll man auch hier nicht in den Fehler verfallen, Kameradschaft gleichzusetzen mit Anbiederung, Formlosigkeit und Weichheit. Wir wollen gewiß in der Wehrmacht Kameradschaft vom General bis zum jüngsten Rekruten, und wir haben sie. Wir sehen die Ehre des Offiziers nur in der Erfüllung größter Pflicht. Wir wollen allen Gehorsam, der auf das Vertrauen zwischen Führung und Mannschaft beruht, aber auch jenen Gehorsam, der dem Inhaber des Amtes gilt, ganjj gleich, ob er eine Kompanie schon Jahre hindurch führt oder ob er mitten in der Schlacht an die Stelle eines gefallenen Vorgängers tritt. Ich glaube, daß die Erziehung unserer Soldaten nach diesen Grundsätzen nicht nur der Wehrmacht, sondern auch der Partei und dem ganzen deutschen Volke dient, das in dieser charakterlichen Schulung und Erziehung unserer Jugend den größten Nutzen der allgemeinen Wehrpflicht sieht. 5um Schluß seiner Rede führte Generalfetd- marschall von Blomberg das Work Friedrichs des Großen an, daß nur die großen Beiräten „Helden" v e r f ch a n z l, um auf diese feige und gemeine Art das Vorrücken der nationalen Truppen zu verhindern. Die Nationalisten machten unter diesen Umständen auch tatsächlich von der Schußwaffe keinen Gebrauch, fie umgingen jedoch die Lastkraftwagen und stürzten sich mit aufgepflanztem Seitengewehr auf die überraschten roten Horden, denen sie schwere Verluste zufügten. Der Vormarsch konnte dann ohne weitere Behinderung fortgesetzt werden. Die am Montag von den Roten gesprengten Manzanares-Brücken, die Franzosenbrücke und die Königsbrücke, sind von den nationalen Pionieren durch rasch gebaute Notbrücken ersetzt worden, so daß bereits am Dienstagfrüh eine Abteilung unter Führung des Obersten Barion mit Panzerwagen den Manzanares überschreiten und auf der gegenüber liegenden Seite feste Stellungen beziehen konnte. Die nationalen Flieger hatten durch Aufklärungsflugzeuge festgestellt, daß in dem nördlichen Vorort Cuatro Caminos bedeutende Zusammenziehungen roter Milizen stattfanden, die offenbar die Absicht hatten, sich mit den im Süden der Stadt sah Fichte das Kriterium des Volkes. Wir Deutsche, so folgerte er, sind damit die einzige Urnation Europas, denn die anderen haben eine vom Lateinischen abgeleitete Sprache. Für die noch lebende Frontgeneration ist der Krieg zum Erlebnis der Einheit von Soldatentum und Kultur geworden. Denn damals haben wir es gefühlt, daß der Soldat ein empfindungsgemäßes Wissen um den Wert der deutschen Kultur haben muß, wenn er freudig fein Leben bingeben soll für die Erhaltung der Nation. So stellen wir uns heute unter das Wort des unvergessenen Generalstabschefs Graf Schlieffen, das er feinen Generalstabsoffizieren immer wieder als Richtschnur für ihr Handeln einprägte: „Viel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheine n." Hinter uns liegt eine Zeit, deren Maxime die Umkehrung dieses Wortes gewesen ist. Heute aber lernt der junge Deutsche in der harten Schule der militärischen Erziehung wieder, daß es die Aufgabe des Soldaten ist, viel zu leisten, mehr zu fein als zu scheinen. Auch für die lebendige deutsche Geisteskultur soll dieses Wort in ihrem Sinne Geltung haben. Dann wird aus der stetigen Wechselwirkung zwischen Saldatentum und Kultur der ewige Quell des deutschen Lebens strömen. Aus ihm wird das deutsche Wesen seine Kräfte schöpfen zu seiner Erhaltung. Von ihm wird das deutsche Volkstum sicher getragen fein. Aufhebung der Reichsbahndireltion Ludwigshafen. Berlin, 16. Nov. Die im Zuge der Vereinfachung der Reichsbahnverwaltung geplante Auflösung der Reichsbahndirektion Ludwigshafen wird zum 1. April 1937 durchgeführt. Ihre Strecken werden unter die benachbarten Reichsbahndirektionen Saarbrücken und M a i n * aufgeteilt mit Ausnahme zweier kurzer Streckenabschnitte, spiele und Vorbilder die Menschen erziehen und formen. „Wir haben das Glück", erklärte von Blomberg unter tosendem Beifall, „daß wir nicht um Jahrzehnte und Jahrhunderte zurückgreifen müssen, um ein Vorbild zu suchen. Mitten unter uns lebt dec Mann, den das neue Deutschland, Partei und Wehrmacht ihr Dasein verdanken. Ihm nachzuleben und ihm zu folgen, ist einfachste Dankes- und Ehrenpflicht. Es sollte in ganz Deutschland bei allen Menschen und bei den Organisationen aller Art kein anderer Raum für Ehrgeiz und Wettbewerb vorhanden sein als der, dem Vorbild Adolf Hitlers möglichst nahe zu kommen. Darin sieht auch die Wehrmacht ihre Ausgabe und damit trifft sie sich mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei." Die Schlußworte gingen unter in dem tosenden Jubel der Gauamtsleiter. Burgkommandant Manderbach dankte dem Generalfeldmarschall für seine Worte und brachte auch den Dank aller Anwesenden an Generalfeldmarschall von Blomberg für die große Leistung der Schaffung der neuen nationalsozialistischen Wehrmacht zum Ausdruck. Dem Vortrag wohnte Reichsleiter Dr. Ley, Gauleiter G r o h e, Hauptamtsleiter Selzner und Generalleutnant K üh n e, der Divisionskommandeur von Köln, bei. kämpfenden Marxisten zu vereinigen. Um dies zu verhindern, hielt die nationale Artillerie von der Universitätsstadt aus d i e Verbindungs st ratz en zwischen dem Norden und dem Süden der Stadt am Montag den ganzen Tag über unter Feuer, so daß die Roten im Norden der Stadt völlig abgeschnitten wurden und ihren an den Ufern des Manzanares kämpfenden Genoffen nicht mehr zu Hilfe kommen konnten. Außer den 10,5= und 15,5-Zentimeter-Geschützen schoß auch eine 21-Zentimeter-Kanone Granaten auf eine im Stadtteil R o s a l e s gelegene B e - f efti gung der Roten. Die rote Artillerie schwieg fast den ganzen Tag über und fetzte lediglich einige 7,5-Zentimeter-Granaten planlos auf das gegenüberliegende rechte Ufer des Manzanares. Die Granaten krepierten größtenteils nicht, was auf eine Sabotage bei den Kommunisten zurückgeführt wird. Die nattonalen Flugzeuge belegten ferner die Montana-Kaserne so erfolgreich mit Bomben, daß sie von der roten Besatzung geräumt werden mußte. Die riesigen Rauchschwaden, die sich als Folge des Bombardements ergaben, bildeten infolge des windstillen Wetters eine grau- schwarze Wolkenwand über Madrid, die noch bei Eintritt der Dämmerung sichtbar war. die zur Reichsbahndirektion Karlsruhe kommen. Die Stadt Ludwigshafen soll für den Verlust der Reichsbahndirektion in der Weise entschädigt werden, daß dort eine Anzahl Verkehrskontrollen zu einer großen Verkehrskontrolle zufammengelegt werden. Energischer Kampf gegen hochverräterische Umtriebe Entschied eneDurchsetzungdesRassenschutzes Berlin, 16. Nov. (DNB.) Im Reichsministerium fanden unter dem Vorsitz des Reichsministers der Justiz Dr. G ü r t n e r Besprechungen wichtiger Fragen aus verschiedenen Aufgabengebieten der deutschen Rechtspflege statt. Staatssekretär Dr. Freister und der Chef der Sicherheitspolizei SS.-Gruppenführer H e y d r i ch hielten Referate, denen sich Vorträge der Sachbearbeiter über Einzelfragen anfchloffen. In der Besprechung kam der gemeinsame Wille der Justiz- und Polizeiorgane zum energischen Kampf gegen alle fbm- munistischen und f o n ft i g e n hochverräterischen Bestrebungen zum Ausdruck. Die Beratungen standen im Zeichen kameradschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den Strafoerfolgungsbe- hörden und den Dienststellen der Geheimen Staatspolizei. Sie ließen wiederholt erkennen, wie erfolgreich diese Zusammenarbeit bisher schon war. Am folgenden Tage stand die Handhabung der Raffeschutzbestimmungen des Nürnberger Gesetzes zur Beratung. Staatssekretär Dr. freister wies darauf hin, daß die Verbrechen gegen dieses Gesetz, das für die Verwirklichung des nationalfozialifttschen Raffegedankens von entscheidender Bedeutung sei, als ein Angriff auf d i e Lebensordnung des Volkes anzufehen seien. Die Schwere der Verbrechen der Rasfesch a n d e verlange, daß die Sttasverfolgungsbehör- den sich mit allem Nachdruck für die unbedingte Nationale Truppen bis zum Madrider Modellgefängnis vorgedrungen. Heimtückische Kriegsführung der Roten.- Montana-» aserne nach Lustbombardement geräumt Die Freiheit der deutschen Wasserstraßen. Der britische Außenminister zu der Erklärung der deutschen Regierung. vier deutschen Vertretern, zwei Tschechoslowaken und je einem Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Belgiens zusammen, also lauter Mächten, die keine direkten Interessen auf der Elbe hatten. Auch an der internationalen Od e r k o m - Mission, in der ein Vertreter Polens, drei deutsche Vertreter, ein Tschechoslowake und je ein Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Dänemarks und Schwedens saßen, hatten also Mächte teil, die keine Uferstaaten waren. Aus der europäischen Donaukommission war Deutschland durch das Versailler Diktat ausgeschlossen. Nur für die neue Donau-Schiffahrtskommission hatte es zwei Vertreter stellen dürfen. Derartige Einschränkungen der deutschen Hoheit auf unseren Strömen waren naturgemäß mit dem Ansehen eines souveränen und gleichberechtigten Staates unvereinbar. Der Eindruck in Holland. Die niederländischen Interessen nicht berührt. Amsterdam, 16. Nov. (DNB.) Die holländischen Blätter stellen übereinstimmend fest, daß den holländischen Belangen in der Rheinschiffahrt durch die Mannheimer Rheinschiffahrts-Akte von 1868 weit mehr gedient war als durch den in Versailles geschaffenen Zustand. Man hebt hervor, daß Holland das Abkommen über den modus vivendi in der Rheinschiffahrt vom Frühjahr 1936 nicht unterzeichnet habe, da dieses Abkommen die Gleichberechtigung der niederländischen Rheinschiffahrt nicht gewährleiste. Diese Gleichberechtigung könne erst als wiederhergestellt gelten, wenn Frankreich die einseitige Bevorzugung des belgischen Antwerpens als Umschlagplatz aufgebe. „Handelsblad" bemängelt zwar die Art des deutschen Vorgehens, stellt aber fest, daß die Aufhebung der durch Versailles in der Rheinschiffahrt geschaffenen Zustände Frankreichs Siellnngnahme. Eine Derlaulbarung des Quai d'Orsay. Paris, 16. Nov. (DNB.) Das französische Außenministerium gibt bekannt: „Die deutsche Kündigung der Bestimmungen des Versailler Vertrages, die sich auf die deutschen Flüsse beziehen, sowie der Flußschiffahrtsakte, die auf diesen Bestimmungen aufgebaut sind, erfolgt in dem Augenblick, in dem d i e Zentrale Rheinschiffahrtskommission, die in Straßburg versammelt ist, im Begriffe stand, Bestimmungen in Kraft zu setzen, die an die Stelle der betreffenden Klauseln des Versailler Vertrages treten sollen. Diese Bestimmungen waren auf Grund eines deutsch-französischen Abkommens festgesetzt worden, zu dem das Deutsche Reich die Initiative ergriffen hatte. Ein entsprechendes Abkommen war bereits für die Elbe zustandegekommen, und die Verhandlungen über die Oder befanden sich auf gutem Wege. Die französische Regierung verständigt sich mit den Deutschland erhebt erneut scharfen Protest in Moskau. Gänzlich unglaubwürdige Beschuldigungen gegen die 23 Reichsdeutschen. auch für Holland Vorteile mit sich bringen werde. Das „Nationale Dagblad" begrüßt den deutschen Schritt und stellt fest, daß die holländische Binnenschiffahrt durch das Vorgehen Deutschlands in keiner Weise behindert werde. Schweizerische Stimmen. Basel, 16. Nov. (DNB.) Die Aufhebung der Versailler Schiffahrtsbestimmungen durch Deutschland wird von der Schweizer Presse in großer Aufmachung wiedergegeben. Als Rheinuferstaat und Mitglied der Internationalen Rhein-Zentralkommission sieht sich die Schweiz durch den deutschen Schritt vor wichtige Entscheidungen gestellt. Der Güterverkehr von der Nordsee bis nach Basel mit seinen über 2 Millionen Tonnen Umschlag im Baseler Rheinhafen stellt eines der wichtig st en wirtschaftlichen Objekte des Landes dar. Wie es heißt, verkennt man auch im Bundeshaus nicht, daß die Schifffahrtsklausel vertraglich neu geordnet werden müsse, und die in Betracht kommenden Instanzen werden die Anweisung erhalten, bald die Vorbereitungen für kommende neue Verhandlungen zu treffen. Im übrigen spricht man von einer großen Ueber- raschung, die der deutsche Schritt sowohl in den offiziellen Kreisen der Bundesstadt wie auch in der breiten Öffentlichkeit hervorgerufen habe. Die „Basler Nachrichten" sind der Ansicht, daß die Preisgabe der Bestimmungen von Versailles für die deutschen Ströme praktisch für die Binnenschifffahrt keine Aenderung bedeutet. Dagegen vertritt die „Nationalzeitung" die Auffassung, daß durch die einseitige Aufhebung des internationalen Rheinstatuts vor allen Dingen die Schweiz betroffen werde, die dadurch des Rechtes der freien Schiffahrt von Bafel bis 3um Meere beraubt werde. (?) anderen interessierten Regierungen. Sie hat im übrigen ihrer Abordnung in Strahbura Weisungen erteilt, damit der modus vivendi gekündigt wird, der am 4. Mai 1936 von der Zentralen Rheinschiffahrtskommission festgelegt worden war. Dieser modus vivendi, der das eben erwähnte deutsch-französische Abkommen bestätigte, sollte am 1. Januar 1937 in Kraft treten." Bezüglich der Kündigung der Flußschiffahrtsbeschränkungen des Versailler Vertrages durch Deutschland nimmt man in französischen politischen Kreisen an, daß die Pariser Regierung ihre diplomatischen Vertreter in den ebenfalls interessierten Ländern beauftragt hat, wegen eines gemeinsamen Protestschrittes in Ber- l i n vorzufühlen. Eine Entscheidung werde der Quai d'Orsay aber erst treffen, wenn die Berichte der französischen diplomatischen Auslandverteter vorliegen. Durchsetzung des Gesetzes einsetzen. Dr. Freister erwähnte, daß der Hundertsatz der geaen Juden wegen Rasseschande ergangenen Zuchthausurteile in den letzten Monaten ständig gestiegen sei. Schließlich fanden sich sämtliche General- ltaatsanwälte des Reiches am 14. November zur Erörterung von Fragen des Strafvollzugs zusammen. Staatssekretär Dr. Freister brachte Aum Ausdruck, daß dank der Mitarbeit aller Strafvollzugsbeamten heute wieder in allen Strafan st alten Zucht und Ordnung herrsche und daß der Gefangene nicht mehr Subjekt, sondern Objekt des Strafvollzuges sei. Er wies auf neue, demnächst zu bewältigende Aufgaben wie den Jugend st rafvollzug und die erforderliche Differenzierung des Vollzugs der Sicherungsverwahrung und des Strafvollzuges an Zuchthaussträflingen, vorbestraften und mitbestraften Gefängnisgefangenen hin. Weitere 36 Millionen für den Volkswohnungsbau. Berlin, 16.Nov. (DNB.) Zur Behebung der Wohnungsnot der minderbemittelten Bevölkerungskreise hat der Reichsarbeitsminister für den Bau von Volkswohnungen bisher 48 Millionen aus Reichsmitteln bereitgestellt, lieber den weitaus größten Teil dieser Reichsmittel ist bereits verfügt. Zahlreiche, zum Teil größere Bauvorhaben, sind fertiggestellt. Damit ist schon jetzt eine fühlbare Erleichterung der Wohnungsnot gerade der werktätigen Bevölkerung mit geringerem Lohneinkommen eingetreten. Die Baukostengrenze von etwa 3 5 0 0 Mark je Wohnung — ohne die Kosten für das Grundstück und seine Erschließung —- hat es ermöglicht, daß verhältnismäßig niedrige Mieten erreicht wurden. Die Mehrzahl der Wohnungen wurde im Flachbau mit Garten- und Landzulage errichtet. Bei diesem großen Erfolg der Maßnahme, die das Seitenstück zur Kleinsiedlung darstellt, hat der Reichsarbeitsminister nun weitere 36 Millionen Mark zur Förderung des Volkswohnungsbaus bewilligt. Die Kanzlei des Führers in ihren neuen Oiensträumen. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter B o u h l e r, übergab seinen Mitarbeitern die neuen Amtsräume Der Kanzlei in den Häusern Hermann-Göring-Straße 15 und Voß-Straße 19, der ehemaligen afghanischen Gesandschaft, die nach einem gründlichen Umbau bezogen worden waren. Bisher war die Kanzlei in einem Hause in der Wilhelmstraße gegenüber dem Luftfahrtministerium untergebracht, das infolge des bevorstehenden Neubaus des Reichspostministeriums geräumt werden mußte. Reichsleiter Bouyler hieß Die Mitarbeiter in den neuen Diensträumen willkommen. Er erwarte, daß ihnen als oberste Richtschnur all ihres Handelns das Bewußtsein dienen möge, Mitarbeiter des Führers und damit veranwortlich zu sein für die Verwaltung des größten Kapitals, das wir in Deutschland besitzen, das Vertrauen zum Führer. Die Kanzlei habe zahllosen Parteigenossen geholfen und vielen Volksgenossen, die sich in ihrer Not und Verzweiflung an den Führer wandten, die richtigen Wege gewiesen. Mit der Uebersiedlung wurde auch eine Neugliederung in folgende fünf A ernt er vorgenommen: Amt für Parteiangelegenheiten (Reichsamtsleiter Brack), Amt für Gnadenwesen (Reichshauptstellenleiter Erkenkam p),2Imt für Soziale Angelegenheiten (Reichsamtsleiter Bormann), Personal- und Verwaltungsamt (Reichshauptstellenleiter Jänsch), Prioatkanzlei Adolf Hitler (Reichsamtsleiter Bormann). Reichsleiter B o u h l e r hat feinen Amtssitz nach wie vor im Nachbarhaus der Reichskanzlei, Voß-Straße 1. Den deutschen Gymnasien in Posen und Graudenz das Oeffentlichkeitsrecht entzogen. Posen, 16. Nov. (DNB.) Die polnische Presse meldet aus Posen, daß das Kultusministerium dem deutschen Schiller-Gymnasium in P o - s e n und der deutschen Goethe-Schule in Graudenz das Oeffentlichkeitsrecht entzogen hat. Als Grund für diese Maßnahme wird von polnischer Seite hervorgehoben, daß die Leitung des Schillergymnasiums in Posen bei der Annahme von neuen Schülern Formfehler begangen habe. Die vollständige Entziehung der Oeffentlichkeitsrechte bewirkt, daß den Schülern die Möglichkeit genommen wird, verbilligte Eisenbahnkarten zu erhalten, dann aber auch, daß die Abiturienten bei der Reifeprüfung ihre Prüfungen vor einer polnischen Sonderkommission ablegen müssen. Was die Goethe-Schule in Graudenz anlangt, so hebt die polnische Presse hervor, daß dieser deutschen Lehranstalt die Oeffentttchkeitsrechte nur teilweise entzogen wurden. Ein Waffengeschenk polnischer Städte an Marschall Rydz-Gmig?y. Warschau, 16.5100. (DNB.) Marschall Rydz- Smigly weilte am Sonntag in Wirsitz, einer Kreisstadt im Netzegebiet bei Bromberg, um dort in Begleitung des Kriegsministers Kaspr- z y ck i und anderer militärischer und staatlicher Würdenträger den Ehrenbürgerbrief sämtlicher Gemeinden des Kreises seitens der Bewohner sowie ein Geschenk von 16 Maschinengewehren, 32 kleinen Haubitzen und 32 Pferden entgegennehmen. Marschall Nydz- Smigly wies darauf hin, daß für den Staat und seine Sicherheit mehr als nur das gegeben werden müsse, was die bürgerliche Pflicht vorschreibe. Die Feier wurde mit einer Parade der in Bromberg liegenden Truppenteile abgeschlossen. Die Verstärkung der englischen Marinelustwaffe. London, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" meldet, wird die.englische Marineluftwaffe in der nächsten Zeit erheblich ver- st ä r k t werden. Gegenwärtige besitze die Marine 179 Frontflugzeuge, und diese Zahl müsse a u f über 480 erhöht werden. Davon würden 130 Flugzeuge für die Schlachtschiffe und Kreuzer benötigt, die mit Schleudervorrichtung aus» gestattet werden. Der neue zur Zeit im Bau befindliche Flugträger „21 r f Royal" werde für 70 Maschinen Platz bieten, während die kleineren auf Kiel gelegten Mutterschiffe „Victoria u s" und „Illustrious" je 50 Flugzeuge aufnehmen würden. London, 16. Nov. (DNB.) Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition, Major 21111 e e , richtete im Unterhaus an den Außenminister die Frage, ob er eine Erklärung über das Vorgehen der deutschen Regierung in der Wasserstraßenfrage abgeben könne. Außenminister Eden antwortete, daß er am 14. November von der deutschen Regierung eine Note erhalten habe, in der erklärt werde, daß Deutschland sich nicht mehr an die Artikel des Berfailler Vertrages, die sich auf die Internationalisierung der Flußläufe und die Verwaltung des Kieler Kanals bezögen, gebunden erachte. Die Note schließe mit der Feststellung, daß in Zukunft auf den deutschen Wasserstraßen auf der Grundlage der Gegenseitigkeit den Schiffen aller Staaten, mit denen Deutschland in Frieden lebe, d i e gleiche Behandlung zuteil würde, wie den deutschen Schiffen. Die deutsche Regierung habe seit der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles bei vielen Gelegenheiten ihre Unzufriedenheit über zahlreiche Gesichtspunkte der Internationalisierung der Flußläufe tund getan. Eden erinnerte an die Erklärung des Führers vom 21. Mai 1935, daß hinsichtlich der verbleibenden Artikel des Vertrages die deutsche Regierung Revisionen, die sich im Laufe der Zeit als unvermeidlich erweisen würden, nur mittels friedlicher Verständigung durck- führen wolle. Seit vielen Jahren seien Verhandlungen im Gange gewesen, um die deutschen Wünsche mit den Interessen der anderen Beteiligten in Einklang zu bringen, und zwar mit beträchtlichem Erfolg. Unter diesen Umständen, so fuhr Eden fort, bedauere es die britische Regierung, daß die deutsche Regierung zu einer Zeit, in der die Verhandlungen im Gange gewesen seien, trotz der im vergangenen Jahr abgegebenen Versicherungen erneut auf das Derhandlungsverfahren zugunsten einer einseitigen Maßnahme verzichtet habe. Dieses Bedauern sei nicht auf Befürchtungen zurückzuführen, daß irgendwelche wichtigen britischen Handels- intereffen durch die Entscheidung der deutschen Regierung gefährdet wären, sondern auf die Tatsache, daß eine Maßnahme dieser Art die Handhabung der internationalen Beziehungen etwas schwieriger machen müsse. (Beifall.) * Bei den Einwendungen des englischen Außenministers gegen die Arl des deutschen Vorgehens dürfte übersehen worden fein, daß deutscherseits in langwierigen Verhandlungen immer wieder vergeblich versucht worden ist, durch Uebereinf ommen zu einer Beseitigung der einseitigen Diskriminierungen Deutschlands durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages über die deutschen Ströme zu gelangen. Erst als an der Erfolglosigkeit weiterer Bemühungen nicht mehr zu zweifeln war, hat sich die deutsche Regierung zu ihrem Schritt vom 15. November entschlossen, zumal mit diesem Tage bekanntlich die vorgesehene Kündigungsfrist des deutschfranzösischen modus vivendi vom 2Uai d. 3. ablief. Ruhige Aufnahme in der englischen presse. London, 16. Nov. (DNB.) In der englischen Presse wird die Wiederherstellung der deutschen Oberhoheit über die Wasserstraßen sehr ruhig ausgenommen. Die Zeitungen geben offen zu, daß der durch die betreffenden Klauseln des Versailler Vertrages geschaffene Zustand nicht mehr haltbar gewesen sei, da die internationalen Flußkommissionen eine Einschränkung der deutschen Oberhoheit bedeuteten Sie bringen jedoch auf Grund einer amtlichen Parole ihr Bedauern zum Ausdruck, daß Deutschland nicht den Weg sreundschaftlicher Verhandlungen eingeschlagen habe, ohne die Tatsache genügend zu berücksichtigen, daß die bisherigen Verhandlungsbemühun- acn Deutschlands nichtden erwünschten Erfolg hatten. Gleichzeitig wird behauptet, daß der deutsche Schritt die Verdächttgungen über den guten Willen Deutschlands wieder aufleben lasse und daß er den gegenwärtigen Bemühungen für eine internationale Zusammenarbeit abträglich sei. Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" schreibt, daß nur völlig verblendete Leute dem deutschen Schritt nicht zustimmen würden. Nachdem man gewußt habe, daß Deutschland eine ausländische Einmischung in seine großen Flüsse als unerträglich betrachte, hätte man genügend Staatskunst aufbringen sollen, um rechtzeitige ine ruhige Re - vision herbeizuführen. Ein großer Teil der öffentlichen Meinung in England und anderswo habe diese Revision schon vor Jahren befürwortet. Die britische Regierung habe sich hinter den Völkerbund versteckt, anstatt offen einem neuerstandenen Deutschland entgegenzukommen. Damit sei jede Vertragsänderung in aufsehenerregender Weise Europa aufgezwungen worden, anstatt daß man sie vorher als unvermeidlich erkannt und in freundschaftlicher Weise herbeigeführt hätte. Die jüdisch-liberale „News Chronicle" bleibt sich in ihrem Deutschenhaß treu, indem sie erklärt, daß der deutsche Schritt, obwohl er an sich unbedeutend sei, ein ebenso unverschämter Treuebruch sei wie die früheren Aktionen. — Der „O b - ferner" schreibt, daß Hitlers Aufkündigung der Versailler Bestimmungen wohl gewisse wirtschaftliche, aber kaum irgendwelche diplomatischen Folgen haben würde. Die Schiffahttsbestimmungen des Versailler Diktats. Teil XII des sogenannten Versailler Friedensdiktats besagte u. a., daß für international erklärt wurden die Elbe von Der Mündung Der Moldau ab, Die Oder von Der MünDung Der Oppau ab, Die Memel von Grodno, Die Donau von Ulm ab, ferner jeder schiffbare Teil dieser Flußgebiete, „der mehr als einem Staat Den natürlichen Zugang Zum Meere vermittelt". Für Die Verwaltung von Elbe, Oder und Memel waren internationale Ausschüsse eingesetzt worden, in Denen Die Vertreter Deutschlands in Der Minderheit sein mußten. Für Den Rhein wurde eine Zentralkommission mit dem Sitz in Straßburg eingesetzt, in Der Frankreich schon allein außer Dem Vorsitz auch noch vier Vertreter hatte, Die NiederlanDe, Schweiz, Großbritannien, Italien unD Belgien je zwei, Deutschland aber nur vier Vertreter stellte. Die entsprechende Kommission für die Elbe setzte sich aus Berlin, 16. Nov. (DNB.) Wie aus amtlichen Mitteilungen der Sowjetregierung an die deutsche Botschaft in Moskau hervorgeht, sind nunmehr in der Sowjetunion in den letzten Tagen insgesamt 23 Reichsdeutsche verhaftet worden, nämlich 9 in Moskau, 12 in Leningrad, einer in harkow und einer in Nowo-Sibirfk. Den zuständigen deutschen Vertretungen ist es bisher trotz aller Bemühungen nicht gelungen, die Verhafteten durch einen deutschen Beamten besuchen zu lassen. Erst aus fortgesetztes Drängen hat das sowjetrussische Auhenkommissariat der deutschen Botschaft heute die Namen von 14 der Verhafteten und die Artikel des Strafgesetzbuches mitgeteilt, deren Verletzung ihnen vorgeworfen wird. Es handelt fich angeblich um Spionage, terroristische Akte und Organisierung staatsfeindlicher Tätigkeit. Diese amtliche Auskunft der fowjetrussischen Regierung muh deutscherseits als völlig unzureichend bezeichnet werden. Denn selbst zehn Tage nach der Verhaftung und trotz mehrfacher Vorstellungen der deutschen Botschaft war die sowjetrussische Regierung bisher nicht in der Lage, konkrete Angaben über die den Verhafteten zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu machen. Die deutsche Botschaft in Moskau hak diesen Punkt im Auhenkommissariat ausdrücklich hervorgehoben, die Beschuldigungen in Anbetracht der ihr bekannten Persönlichkeiten und nach Lage der Umstände als völlig unglaubwürdig bezeichnet und in aller Form Pro- test wegen der Massenverhaftung offensichtlich unschuldiger Reichsdeutscher eingelegt. Das sowjetrussische Auhen- kommissariat versuchte, diesen Protest mit formaljuristischen Ausführungen zurückzuweifen, doch wurde deutscherseits der Protest gegen Das Vorgehen der Sowjetorgane in vollem Umfange aufrechterhalten. ♦ Daß ein Reichsdeutscher in SowjetrußlanD alles unterlassen wird, was ihm als Bruch Der gewährten Gastfreundschaft ausgelegt werden konnte, versteht sich von selbst. Aber die Bolschewisten brauchten wieder einmal eine Ablenkung der russischen Bevölkerung von Den täglichen Sorgen, sie veranstalteten eine Deutschenjagd und brachten 23 Mann zur Strecke, um diesen Verhafteten nun ein sensationell aufgebauschtes Verfahren an den Hals zu hängen. Wir kennen die Methoden Der Bolschewisten. Man wirD sich aber in Moskau hoffentlich klar Darüber sein, daß das nationalsozialistische Deutschland ein Derartiges Verfahren nicht so leichten Herzens in Kauf nimmt, wie Das früher Der Fall war, als man seinerzeit Deutsche Ingenieure in einen Sensationsprozeß verwickelte. Das Deutsch- lanD von heute mirD zu Der MißhanDlung seiner Dolksangehorigen auf sowjetrussischem Boden nicht schweigen. Die Lage ist ernst. Das zu unterstreichen wollen wir nicht versäumen. Aber die Angelegenheit ist erst durch das Verhalten Der Sowjets so ernst geroorben, Die mit aller Macht darnach streben, einen Konflikt mit Dem Reiche vom Zaun zu brechen. Um das Libanon-Statut. Schwere Unruhen im Beirut. Paris, 16. Nov. (DNB.) In B e i r u t ist es gelegentlich Des RamaDan-Festes zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Unruhen nahmen ihren Ausgang inDerBasta-Moschee, wo einige ReDner äußerst heftige Angriffe gegen Den kürzlich abgeschlossenen Vertrag zwischen Frankreich und Dem Libanon-Staat richteten. Gleichzeitig hetzten muselmanische Agitatoren auf Der Straße ge- gegen Das neue Libanon-Statut unD die christliche Bevölkerung. Um 20 Uhr rotteten sich starke Gruppen von Muselmanen zusammen, Die nach Dem chri st licken Viertel zogen und die Geschäfte zu plündern begannen. Die Polizei wurde mit Schüssen empfangen, so daß sie durch Tr u p p e n oerftärft werden mußte. Inzwischen drangen einige Gruppen christlicher Einwohner in das muselmanische Stadtviertel und zerstörten mehrere Geschäfte. Nur mit Mühe gelang es Polizei und Militär, Die OrDnung wiederherzustellen. — Bisher werden drei Tote und 28 Verletzte gemeldet. Bei Den Zusammenstößen finD viele Straßenbahnwagen und etwa 50 Privatkraftwagen Demoliert unD in BranD gesteckt roorDen. Der Oberkommissar versichert, daß kün- tig keinerlei Störung mehr geduldet werden würde. Am Montag sind sämtliche Geschäfte geschlossen. In den Straßen der Stadt patroullieren Militärstreifen. Aus Palästina henngekehrteReservisien verweigern den Gehorsam. London, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) In Southampton kam es am Montag zu einer neuen militärischen Meuterei, die allerdings keinen sehr ernsten Charakter hatte. 300 aus Palästina zurückgekehrte Armeereservisten hatten Den ausdrücklichen Befehl erhalten, eine weitere Nacht an Bord des Truppenschiffes „Tuscania" zu bleiben, bevor sie in die Heimatorte zurückkehren könnten. Am Montagabend fetzten sich 200 schottische und nordenglische Reservisten über Den Befehl hinweg, verließen das Schiff und veranstalte- ten eine Kundgebung auf dem Kai. Viele erklärten ihre Unzufriedenheit darüber, daß man ihnen i hr e früheren Arbeitsplätze nicht offen gelassen habe, so daß sie jetzt arbeitslos feien. Schließlich versuchte ein Teil der Reservisten auf den Dvckanlagen auszubrechen. Sie wurden jedoch durch die Polizei daran verhindert. Die Mann* schäften wurden Dann überreDet, an Byrd zurück zukehren. r? ■ ) /< ■ i U^?E tz, ; i * V U < - ' ^<> !<*/•>■•- .«%• - •/- M . -•>«/* • & - ,' . ML 4 -'•' M AW ->7- neieieiBi - iieiei -.SSIS g^iiiieiiiiiiiiiiiii^ sB^Bissiiir.4 "'■iiieiiiÄiiiiieiBiiiiieiBiBiiieieiäiiiiiiiiiBieieiBiiiiieieiiii /■iBiiiiiBiiiiiiiiiiiiiiiBiiiiiijBiiiijÄiÄiiiÄiiiiiBiiiiigigiii' liiiiiiiiiBiiiiiiieieieiÄieiSiÄimBiÄiSieiSiiiBiSiSiBiEBiBiSiF eieieiBieieieieieiÄiBieieiaiBieniBmieiiieieiiiiieiiiiiÄieiair a< inn! Zum erfreu Male Gaste tm jungen Heim? Dann gleich zu Anfang Schaumwein geben. Schon ist alle Be« fangenheit verflogen! Es ist noch fein Mister vom Himmel gefallen... 3um „Tag der deutschen Hausmusik" am 11. November Erster Schritt in die Welt. Beifällig nickt der Herr Hofkompositor Georg Reutter aus Wien, als er den Chor frischer, klarer Knabenstimmen beim Gottesdienst hört. Die ganze kleine Dorfkirche erfüllen sie mit ihrem Gesang und machen das Herz froh und weit. Ja, der hohe Herr vom kaiserlichen Hof versäumt nicht, dem Leiter des Chors, dem Dorfschulmeister Frankh, seine volle Zufriedenheit auszusprechen. Und nun rückt er mit einem besonderen Wunsch heraus. Da vorn in der ersten Reihe ist ein kleiner Bub, den möchte der Herr Schulmeister einmal herrufen. „Seppl" schreit der Lehrer und schon steht das kleine Bürschlein vor den Männern. „Seppl, mach deine Reverenz vor dem Herrn Hofkompositor." Gar nicht verlegen macht der Seppl seinen Diener, und der Herr Hofkompositor erfährt indessen, daß er den Neffen des Schulmeisters, der bei dem Lehrer in Pension ist, vor sich hat. Der Seppl hatte vorhin besonders frisch und glockenrein gesungen. „Büberl", fragt ihn der Herr aus Wien", kannst du auch einen Triller schlagen?" „Nein, das kann mein Onkel auch nicht!" sagt der Seppl und bringt den Onkel in Verlegenheit. Der Lnkel und der Neffe scheinen sich nicht sehr zu lieben. Nun macht der hohe Herr aus- Wien dem Seppl einen Triller vor. Der Seppl ahmt ihn nach, erst will es nicht recht gehen, aber beim zweiten Mal geht es schon besser und bald macht dem Buben das Trillern rechten Spaß. Noch größer aber ist die Freude des Herrn Hofkompositors. „Bravo, Büberl", ruft er, „du kommst mit mir!' Und dann steckt er ihm einen Siebzehner zu, damit er sich zum Lohn für das bestandene Examen Kirschen kaufen kann. „ re Der Zweck der Reise des Herrn Hofkompositors Georg Reutter aufs Dorf ist erfüllt. Er hat eine neue Stimme für den berühmten Chor der Wiener Sängerknaben am kaiserlichen Hof gefunden. Diese Stimme aber gehört dem kleinen Hufschmiedssohn, Joseph Haydn aus Rohrau, der damit seinen ersten Schritt in die große Welt tut. Später wird er diese Welt erobern. Der Weg dahin ist freilich noch hart und weit. Aber der Anfang ist doch gemacht G e »st e r st u n d e. Durch die stillen Straßen des nächtlichen Bonn hallt der Schritt zweier Männer. Ihre überlauten Stimmen und ihr nicht mehr ganz sicherer Gang verraten, woher sie kommen. Der eine ist Tenorist bei der kurfürstlichen Kapelle, der andere schlägt sich schlecht und recht mit Musikunterricht durch. Wer diese schweren Naturen näher kennt, wundert sich nicht, daß sie ab und zu in der Kneipe sich vom Druck des Alltags befreien wollen. Jetzt schließt der eine der beiden eine Haustür auf. Laut fällt sie ins Schloß. Schwer stampfen die Schritte der Männer die Stiegen hinauf. Man meint, sie streiten sich, so heftig diskutieren sie. Es muß sich um eine musikalische Frage handeln, denn jetzt wird der Deckel eines Klaviers zurückgeschlagen, ein paar Akkorde klingen auf. Dann wird es ganz ruhig. Und dann schlurfen Schritte über den Gang, rauhe Worte und dazwischen Weinen verraten schnell, daß im Nebenzimmer ein Kind aus dem Schlaf gerissen wird. Unsagbar hart empfindet das Kind die Zumutung des Vaters, sich jetzt ans Klavier zu setzen, und kaum kann es das Schluchzen unterdrücken, als nun der Musiklehrer Pfeifer anfangt, Unterricht zu geben. Trübe Geister scheinen umzugehen, und Wort und Klang erscheinen unnatürlich und gequält. Aber unmerklich geht eine Verwandlung vor sich. Der Knabe am Klavier hat seine technischen Uebun- gen verlassen und beginnt, anfangs unter der Leitung des Lehrers, dann aus Eigenem, Klänge zu gestalten, Melodien zu formen, Akkorde zu suchen. Die Männer verstummen und wissen selbst kaum, was ihnen geschieht. Nicht der Alkohol hat sie bezwungen. An dem Spiel des Knaben ist etwas, das stärker ist als tye düstern Geister der Mitternachtsstunde. Morgen am hellen Tag wird er wieder barsch und hart sein, der Musikus Johann Beethoven, in dieser Nachtstunde aber ahnt er dunkel die Erfüllung alles dessen im Sohne, was ihm selbst das Schicksal zu seiner Qual versagt hat. Und eine scheue Ehrfurcht überfällt ihn, die Ehrfurcht vor dem Titanen, der in dem Kind, in seinem Kinde sich zu regen beginnt. Wiener Walzer. Was so ein überfülltes Wiener Mietshaus doch für Geräusche hervorbringt. Durch die Fenster, durch die Türen, durch die Wände, von überall her dringt der Lärm zu dem Mann mit der Geige, der sich vergebens um seins Aufgabe müht. Immer wieder beginnt er eine etwas altmodische Walzermelodie zu spielen, immer wieder kommt er gerade bis zur Coda, und dann bricht er ab, denn der Schluß, den er verzweifelt sucht, will sich nun einmal nicht einstellen. Man müßte aufhören, morgen wieder probieren, aber bis morgen zur Redoute soll ja der neue Tanz schon fertig fein. Bestellt ist bestellt, und ein Tanzgeiger mit einer großen, ewig hungrigen Familie kann sich die vornehme Kundschaft nicht verärgern. Also, noch einmal! Seufzend nimmt der Mann die Geige wieder zur Hand und beginnt zum so und sovielten Mal die ersten Takte seines neuen Walzers zu spielen. Bis zur Coda geht es, aber dann ist wieder alles aus... Aber nein, da pfeift jemand, und er pfeift genau das, was der Geiger braucht. So erfreut ist der Mann, und so erleichtert, daß er sich zuerst gar nicht nach dem Retter aus Kompositionsnöten umsieht, sondern erst einmal den nun fertigen Tanz durchspielt. Dann freilich schaut er auf und ist nicht wenig überrascht, seinen eigenen Buben neben sich zu finden. Ja, das ist ein Köpfchen, der Johann, hat seinem Vater mit seiner Pfeiferei diesmal richtig aus der Schlamassel geholfen, kann eben mehr als Schularbeiten machen ... „Aber jetzt geh, laß mich in Ruh..." meint der Alte und schiebt den Jungen zur Tür hinaus. Noch einmal beginnt er dann den neuen Walzer durchzuspielen. Da begleitet ihn eine zweite Violine. Was ist denn das schon wieder ...? Das ist, daß der kleine Johann wieder im Zimmer aufgetaucht ist, diesmal mit einer Geige, und mitten im Spiel des Vaters mit der Begleitung eingesetzt hat. Plötzlich herrscht Stille im Zimmer, unheimliche Stille. „Vater", sagt der Junge, „sei nicht bös, ich weiß, du hast mir das ©eigen verboten. Aber ich muß doch spielen, und da hab ichs heimlich gelernt..." Da bricht es aus dem Alten hervor. Alles, bloß das nicht! Tanzgeiger werden wie der Vater? Alles kann der Junge werden, aber Tanzgeiger ... niemals. Dieses Hungerleiderleben, diese Schinderei zu anderer Leute Vergnügen, dieses Elend unter allem Glanz, dieses Lächelnmüssen, wenn das Herz verzweifelt ist... Rasend wird der Alte, wenn er sich das alles vorstellt, sein eigenes Leben und den Sohn, der das alles auch ■ mmal durchmachen will. Er reißt dem Jungen das Instrument aus der Hand, knallt ihm eine Ohrfeige herunter und stürzt aus dem Zimmer. Krachend fällt die Tür zu. Noch schluchzt der Bub, da geht die Tür wieder leise auf. Die Mutter tritt herein. Sie sagt nichts, aber sie fährt dem Kind tröstend übers Haar. Und dann geht sie zu einem Schrank und kramt eine alte Geige hervor, ja, es ist sogar eine Geige des Vaters, und gibt sie ihrem Buben. „Da!" sagt sie bloß, und vielleicht handelte sie erzieherisch nicht recht... Aber der Bud hieß Johann Strauß. Fred Lang. Gibt es noch unbekannte große Tiere? 366 000 verschiedene Tierarten hat die Wissenschaft bisher gezählt und in Schriften und Bildern festgelegt. Da erhebt sich die Fraae, ob es heute, nachdem die Erde überall erschlossen scheint und durch die moderne Technik auch die entlegensten Gebiete zugänglich geworden sind, noch große unbekannte Tiere gibt. Die Frage wird zu bejahen sein, wenn man sich vergegenwärtigt, welche neuen Tierarten erst in den letzten Jahren entdeckt worden sind. So hat, wie die Leipziger „Jllustrirte Zeitung" schreibt, der 26 Jahre alte Zoologiestudent Ernst Schäfer, der bereits vor einigen Jahren Forschungen in Tibet vorgenommen hatte und vor kurzem von einer neuen zweijährigen Forschungsreise in dieses rätselvolle Land zuruckgekehrt ist, in schwer zugänglichen Schluchten des oberen Jangtse das Z w e r a b l a u s ch a f entdeckt und auch sonst eine große Beute an zoologischen Seltenheiten mitgebracht. Man muß auch an das vor einigen Jahren in den Sümpfen des inneren Kongostaates entdeckte Okapi erinnern, das Aehn- lichkeit mit Giraffe und Zebra hat, aber eine gänzlich neue Tierart darstellt. Auch das Grevy-Zebra, das in den Berglandschaften Südabessiniens gefunden wurde, unterscheidet sich wesentlich von den bisher bekannten Zebraarten durch einen besonders großen und plumpen Eselskopf mit großen Ohren und'einer auffallenden Streifung des Felles. In Jnnerafrika spukt bei den Eingeborenen ein Märchen von einem riesenhaften Reptil; sie vergehen vor Furcht, wenn sie mit zitternder Stimme von diesem Ungeheuer erzählen. Auf der Insel Java ist aber tatsächlich vor nicht zu langer Zeit eine bisher unbekannte Riesenschlangenart gefunden wor« den, die in ihrem Aussehen und durch ihre Größt wirklich Angst einflößen konnte. Auf der Insel Sumatra wurden Riejennashörner entdeckt, die sich beträchtlich von den afrikanischen unterschüd?n. Merkwürdige kurzbeinige Hundearten und Rinder fanden sich auf den großen Sundainseln, und der seltsame Riesenvogel „Abu Markub", den man in den Sümpfen des Weißen Nils fand, ist auch erst in den letzten Jahren bekannt geworden. Versager bei der einen oder andern Mannschaft mußte die betroffene Mannschaft um den Sieg bringen. Beide Mannschaften waren sich dessen bewußt und setzten das Letzte ein. Es war ein aufregender, spannender Kampf, der hervorragende Leistungen, auch bei den Frankfurtern, zeitigte und erst entschieden war, als Heinrich Herbert mit der letzten Hebung die höchste Punktzahl des Tages — 19 — für Gießen erzielen und so den Sieg der Gießener sicherstellen konnte. Gießen und Langen erzielten am Reck je 97,5 und Frankfurt 95 Punkte. Bester Einzelturner war Heinrich Herbert, Gießen, mit 72 P.; ihm folgten 2. H. Winkler, Langen, 71,5 P.; 3. L. Herbert, Gießen, 71 P.; 4. H. Schickedanz, Langen, 70 P.; 5. K. Reuter, 67,5 P.; 6. K. Schick, 66 P.; 10. M. Hardt, 61 P. und 16. H. Gutbub, Gießen, 49 Punkte. Nach einer eindrucksvollen Ansprache, die mit dem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland und den Liedern der Deutschen ausklang, nahm der Langener Dietwart, Lehrer B o p f (früher Groß- Eichen), die Siegerehrung vor, indem er insbesondere die Gießener Mannschaft mit ihrem Mannschaftsführer, Turnwart K. Müller, beglückwünschte, den siegenden Turnern einen Eichenkranz und allen Teilnehmern eine Erinnerungsurkunde überreichte. Der erste Rückkampf wird voraussichtlich anfangs März in Gießen ausgetragen. Waldgirmes —Lollar — Gräfenhaufen. Gerätemannschaftskämpfe hatten sich in Waldgirmes schon immer eines guten Besuches zu erfreuen. Auch am Samstag war der Saalbau Weimer wieder überfüllt. Nach einem von Pauline Bender vorgetragenen Prolog begrüßte der Vereinsführer die Gastmannschaften, die vor fünf Jahren schon einmal ihre Kräfte gemessen hatten. Aus dem Treffen am Samstag ging der Turnverein Lollar, der alte Rivale von Waldgirmes, mit 496,5 Punkten als Sieger hervor. Dann folgte Waldgirmes mit 487 vor Gräfenhaufen bei Darmstadt mit 469,5 Punkten. Waldgirmes begann mit dem Pferdturnen, hatte ober reichlich Pech, so daß sich Lollar bereits einen Vorsprung von 13 Punkten sichern konnte. An Barren und Reck holte Waldgirmes auf, mußte aber bei den Freiübungen Lollar wieder mit acht Punkten ziehen lassen. Damit stand der Sieger fest. Gräfenhaufen war am Pferd und in den Freiübungen gut, während beim Barren- und Pfevd- turnen Punkte verloren gingen. Die einzige höchst erreichbare Punktzahl 30 erhielt Wilhelm Schmidt II. (Waldgirmes) für eine tadellose Pferdübung. Schmidt war überhaupt bester Einzelturner des Abends mit 84,5 Punkten vor Nungesser (Gräfenhaufen) mit 80 Punkten und Bierau (Lollar) mit 78,5 Punkten. Kreisturnwart Schüler (Wetzlar), der die Leitung des Wettkampfes innehatte, nahm die Siegerehrung vor. Mit einem begeistert aufgenommenen „Sieg Heil!" auf Führer und Vaterland und den Nattonalhymnen nahm der spannend verlaufene Wettkampf sein Ende. Anschließend war man noch einige Stunden in echter Turnerart beisammen. Oerffußball-Länderkampf im Urteil der italienischen presse. Vittorio Pozzo, der italienische Verbandskapitän, der zugleich einer der bekanntesten italienischen Sportjournalisten ist, hat in der italienischen Presse ausführlich zu dem Berliner Länderkampf Stellung genommen. Pozzo hebt u. a. den freundschaftlichen Geist des Spieles hervor und betont, daß beide Länder mit dem Ergebnis zufrieden fein können. In gleicher Weise urteilt auch der größte Teil der übrigen Zeitungen, wenn auch bedauert wird, daß Italien nicht gewonnen hat. Sportamt „Kraft durch Sreube*. Heule folgende Kurse: Schwimmen: Volksbad, Seltersweg. 20 bis 21 Uhr für Männer und Frauen gemeinsam. 21 bis 22 Uhr nur für Frauen. Achtung: Der Kursus fröhliche Gymnafttk und Spiele im Lyzeum, Dammstraße 26, von 20.30 bis 21,45 Uhr fällt aus technischen Gründen aus. Neuanmeldungen für die Kurse Boxen, Hallentennis, Ski-Trocken und Reiten werden auf der Dienststelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Kurze Sportnotizen. Deutsche Amateurboxer waren in Oslo zweimal erfolgreich. A r e n z (Berlin) und K n o t h Düsseldorf siegten gegen Eriksen bzw. Peter- s e n nach Punkten, während Moser (München) von dem norwegischen Olympiakämpfer Jensen nach Punkten geschlagen wurde. Paris und Budapest trugen vor 35000 Zuschauern im Jnnenraum der Prinzenparkbahn einen Fußball-Städtekampf aus. Die Franzosen blieben mit 2:1 (1:0) erfolgreich. Wirischast. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse: schwach. Frankfurt a. M., 16. Noo. Die Verluste am Auslandsmarkt, wo weitere Kursrückgänge auf Vermutungen über Anordnungen von Hinterlegung dieser Werte bei inländischen Banken, besonders über einen Depotzwang, Vorlagen, griff erstmals in starkem Maße auch auf den deutschen Aktienmarkt über. Teilweise mußten Glattstellungen zur Abdeckung der Verluste auf den Auslandsmärkten erfolgen, teilweise waren die Rückgänge durch mangelnde Aufnahmewilligkeit und Kaufneigung zu erklären. Die Abschwächungen zur ersten Notiz lagen bei durchschnittlich 2 bis 4 v. H. Später erfolgten auf einigen Gebieten durch die Arbitrage einige Rückkäufe, so daß sich mäßige Erholungen einstellten. Im ganzen war der Umsatz ziemlich klein. Am Montanmarkt ließen Harpener auf 145,25 (153), Rheinstahl auf 144,75 (150,50), Hoesch auf 112 (117,50), Buderus auf 116,13 (121), Klöckner auf 121 (125), Mannesmann auf 112,90 (115,50) und Verein. Stahl auf 117,50 bis 117 bis 118 (120,50) nach. Von chemischen Werten verloren JG.-Farben, Scheideanstalt und Rütgerswerke je 3 v. H., Deutsche Erdöl 5 v. H. und Th. Goldschmidt 4 v. H., Metallgesellschaft blieben mit 150 (150,25) unverändert. Am Elektromarkt gaben Schuckert 5,5 v. H., Siemens 5 v. H., Gesfürel 4 v. H., Elektr. Lieferungen 4,25 v. H., RWE. 2 v. H. und AEG. 1,75 v. H. nach. Sonst verloren BMW und Daimler je 4 v. H., Deutscher Eisenhandel mit 137,50 bis 136,50 6 v. H., Westdeutsche Kaufhof 4,50 v. H., Deutsch-Atlanten 4,25 v. H., Holzmann 5,25 v. H., Junghans 3 v. H. und Neichsbank 2,25 v. H. Schiffahrtswerte blieben behauptet. Für Auslandsaktien und Renten erfolgten auch heute keine fortlaufenden Notierungen. Buderus 119,25, Hoesch 117, Rheinstahl 148,50, Verein. Stahl 120, Aschaffenburger Zellstoff 134,50, Bemberg E 109, Gement Heidelberg 165. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Noo. Auftrieb: Rinder 789 (gegen 800 am letzten Montagsmarkt), darunter 108 (137) Ochsen, 84 (78) Bullen, 483 (403) Kühe, 114 (182) Färsen; zum Schlachthof direkt: 32 (—) Ochsen, 2 (—) Bullen, 20 (1) Kühe, 10 (—) Färsen. Kälber 460 (411), Hämmel und Schafe 127 (153), Schweine 3493 (3034). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45 (am 9. November 43 bis 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41),. Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (29 bis 33), d) 20 bis 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 40 (40). Kälber a) 60 bis 65 (65), b) 45 dis 55 (50 bis 55), c) 40 (40), d) 40 (40). Hämmel b2) 45 bis 48 (45 bis 48), c) 40 bis 44 (41 bis 44). Schafe nicht notiert (f) 27 bis 35). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausoerkauft. Großmarkt für Fleisch und Fettwaren. Angeboten waren: 54 Viertel Rindfleisch, 948 halbe Schweine, 69 ganze Kälber, 23 ganze Hämmel, 16 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) —, c) —. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Hammelfleisch b) 90 bis 100. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren nicht notiert. Marktverlauf ruhig. Der nächste Viehmarkt findet am Frei- t a g, 20. November, statt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Nov. Die Weiten» Anlieferungen haben sich infolge der Zuckerrüben* ernte und der Verzögerung der Feldarbeiten zur Zeit etwas verringert, während das Angebot von Roggen sich namentlich im nördlichen " Teil des Rhein-Main-Gebiets gebessert hat. In Roggen sind die Mühlen im allgemeinen gut versorgt. Mehl wird lebhaft abaesetzt. In Brau- und Jndustrie- gerfte haben sich die Anlieferungen im kleinen Rahmen gehalten. Futtergerste kommt nur mit den anzudienenden 5 v. H. auf den Markt. Die Versorgung der Zuschußgebiete mit Hafer ist knapp, da zunächst die Heeresverpflegungsämter bevorzugt beliefert werden. In Mühlennachprodukten kann der Bedarf befriedigt werden, ebenso in Malzkeimen und Trockenschnitzeln. Biertreber sind noch knapp. Die zweite Oelkuchenrate wird glatt aufgenommen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 203, w 16 206, W 19 210, W 20 212; Roggen R 12 166, R 15 169, R18 173, R19 175, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 28,10, W16 28,20, W19 28,20, W 20 28,55; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,80 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnuß- kuchen —. Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 2,60, do., gebündelt 2,40. Kartoffeln: gelb fleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,50 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Kirchliche Nachrichten. Am deutschen Rentenmarkt gaben Altbesitz auf 118,25 (118,75) nach, Kommunal-Umschul- düng nannte man unv. 89,90. Don zertif. Dollar- Bonds waren 6 v. H. Preußen zu 70 (73) an- geboten. Im Verlause war der deutsche Aktienmarkt etwas erholt, es ergaben sich Erhöhungen von etwa 1 bis 2 v. H., Hoesch plus 2,50 v. H. auf 114,50. Die Umsätze blieben weiterhin klein. Die erst später zur Notiz gekommenen Werte lagen durchweg schwach, Zellstoffwerte minus 3 bis 5 v. H., Maschinenaktien ebenfalls minus 3 bis 5 v. H., ferner verloren Felten 5 v. H., AG. für Verkehr 4,25 v. H., Zement Heidelberg 2 v. H. Am Kassamarkt blieben Klein, Schanzlin gesucht. Am Rentenmarkt erholten sich 6proz. Preußen auf 70,75 nach 70. Goldpfandbriefe und Kom- munal-Obligationen lagen unverändert, Liquida- tionspfanbbriefe teilweise bis 0,25 v. H. fester. Stadtanleihen blieben zumeist behauptet, fester waren Darmstädter und Mainzer. Auslandswerte erschienen durchweg wieder mit Minus-Zeichen. Die Schätzungen bewegten sich weiter stark unter den notierten Kursen vorn Samstag. Notiert wurden zunächst 4,5proz. Jrrigations- merifaner 5,60 (7,75), 5proz. innere Mexikaner 4,75 (5,50), Aku mit 52,50 (57), Otavi Minen mit 22,50 (28). Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke 104, Pokorny 126, Wayß & Freytag 124, Growag 92. Tagesgeld ermäßigte sich auf 2,50 (2,75) v. H. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 18. November: Buß-undBettag. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 17: Pfarrverwalter Damerau. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrverwalter Damerau; 17: Pfr. Bechtolsheimer.— Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg Nr. 59). 9.30: Pfr. Trapp; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 17: Ordination des Pfarramtskandidaten Corvinus durch Propst Knodt. — Wiefeck. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Alten- Bufeck. 10: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; anschließend Abendmahl für Jugend II und seither Verhinderte; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kirchenchor; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; ab 14: Hausabendmahle. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 11: Gottesdienst. — Trais-Münzenberg. 13.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten; Kollekte. — Beitsberg. 13: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten; Kollekte. Donnerstag, den 19. November. INünzenberg. 20.30 Uhr: Mädchenversammlung. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Mittwoch, den 18. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst. Veffenklicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. , Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Aerzte: Dr. Ploch, Dr. Neurnann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Rundfunkprogramm. Abendbörse weiter erholt. Die Abendbörse erfuhr am deutschen Aktienmarkt eine weitere Erholung, nachdem bereits im Mittagsschlußverkehr ein großer Teil der eingetretenen Rückgänge aufgeholt werden konnte. Das Geschäft hatte keinen größeren Umfang, da weiterhin Zurückhaltung bestand. Gegen die Berliner Schlußnotierungen ergaben sich vorwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Von Montanwerten zogen Buderus auf 119,25 (117,75), Hoesch auf 117 (115,50), Verein. Stahl auf 120 (119) und Rheinstahl auf 148,50 (148) an. IG. Farben gewannen 1 v. H. mit 167,50 bis 168, Holzmann 1.50 v. H. auf 132,50, Westdeutsche Kaufhof 57 65 bis 57,50 (57). Etwas schwächer lagen noch Scheideanstalt mit 263 (265, per Kasse beute mittag schon 263,50), Lahmeyer mit 143,50 (144,50), auch Daimler bröckelten 0,50 v. H. ab auf 119,25. Auslandswerte wurden allgemein gefragt, doch unterblieben Notierungen. Nur Anatolier kamen Mit 25 (24,80) bei 40 Prozent Zuteilung und 4 v. H. Rumänen mit 5,20 (5,10), sowie am Ein- beitsmarkt IG. Chemie Bafel volleingezahlte mit 150,75 (151) zur Notiz. Der R e n t e n m a r f t lag sehr ruhig bei unveränderten Kursen. Jrn Freiver- k"hr waren zertif. Dollar-Bonds höher gesucht, 6 v.H. Preußen 72 (7075). U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 133,75, 4V2 (6) Stadt Frankfurt von 1926 94.25, 4 v. H. Rumänen 5,20, 21/« Anatolier I und II 25 rat., Adca 86,50, Commerzbank 108,75, Dresdner Bank 106, Mittwoch, 18. Rovember. 6 Uhr: Frühkonzert. 8.05: Gymnafttk. 8.45: Orgel-Choräle. 9: Evang. Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: Konzert. 10.30: Chorgesang. 11.15: „Von der Ewigkeit in Dir". Eine Funkfolge zum Buß- und Bettag. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.30: Abseits der großen Rennen. Ein besinnlicher Funkbericht aus der Eifel. 15: Nachmittagskonzert. 15.45: „Der Mensch". Eine Funkfolge. 16: Musik am Nachmittag. 18: Besinnung und Einkehr. 18.30: De Profund is. 19.30: Stille Betrachtung. 20: Konzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportschau. 22.30: „Staub und Sterne". 23: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 19. Rovember 6 Uhr: Choral. — Morgensvruch. — Gymnastik. 6.30: Mit Marschmusik an die Arbeit. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Soziattnenst. 12: Mittagskonzert I. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.10: Neues von Leinwand, Podium und Parkett. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Robert Schumann ... 17.30: „Ein intellektueller Nörgler wird bekehrt". Ein Zwiegespräch. 17.45: „Rufe des Herzens." Eine Würdigung pingen dichterischen Schaffens. 18: Konzert. 19: Unterhaltungsmusik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Meisterwerke deutscher Tonkunst (I). 21: „Wendelin kehrt heim". Hörbilder um das Schicksal eines Arbeitsmannes. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbtndttchkett der Schriftleitung.) V. in L. Sbviel ich Ihrer Anfrage entnehmen kann, hat der verstorbene Ehemann seiner Ehefrau durch Testament ein Einsitzrecht vermacht. Wenn in dem Testament nichts anderes bestimmt ist, verliert die Frau ihr Einsitzrecht durch Wiederverheiratung nicht. Bezüglich des einzelnen Zimmers, welches Sie der Ehefrau später überlassen haben, können Sie, falls Sie der Ehefrau für dieses Zimmer nicht ebenfalls ein Einsitzrecht bestellt haben, Klage auf Aufhebung des Mietverhältnisses erheben. Eine Aufhebung des testamentarisch vermachten Einsitzrechtes aus den von Ihnen angeführten Gründen können Sie nur im Wege gütlicher Vereinbarung erlangen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 o. SV Arankturi a. M. Berlin Franlsun a.M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- bSrse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Schlußkurs Schlußi. Abendbörse Schluß- !urs Schlußk. Mittag- börle Datum 14 11- 16.11 14 11. 16-11. Datum 14-11- 16-11 - 14.11 1611. 6% Deutsche Retchsantelhe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,4 4% desgl. Serie n ........... — — — — 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 98 98 98 98 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 — — — 6Vi% Bming-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit — 102,75 4/r%Rumän.vereuih.Reniev.l913 4% Rumänische vereinh- Rente . - %% Anatolier............. Hamburg-Amertka-Paket .....O 5,5 5,2 10 5,55 5,1 Auslos.-Rechten ............ *V*% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, l ...... *y*% ehern. 8% Hessischer Volks 118,75 94,9 118,25 118,9 99,9 118,5 99,9 31 14,65 25 14,4 31 14,65 25 14,13 staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. cherSleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7yt 3. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerke ............... g Metallgeielllchaft............. ß Phllivp Holz mann ........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........g treustem L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof........ O Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik.......12 Tonti-Gummi.............. 11 Gritzner....................O Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker........10 229,5 150,5 120,5 28 140,5 135,5 168,5 268 129 139 150,25 134,75 166,5 57 113 162 138,5 121,5 167,9 59 238,5 169,5 35 95 203 224,5 148,5 120 22,25 136 130 183 168 263 127 137 150,5 132,5 165 52,5 109 157 134,5 119,25 163 57,5 216,5 168 34'51 200 155 137 230 149,9 120,13 28 141 136 187 168,5 127,5 138,5 152 101,4 57 111,5 158 137,5 109 120,5 168,5 91,75 58,13 240 202 169 M.75 203 150 136,5 226 148 119 22,5 138,5 130 183 167 127,5 137,25 150 131 100,25 53 108,5 159 134 108,5 119,75 163 90,5 57 215 200 168,5 200 dueno» Arre Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork .. 0,690 42,10 0,145 3,047 54,26 47,04 12,15 5,365 11,56 134,17 13,09 0,709 5,654 61,06 48,95 11,035 62,64 57,16 21,98 8,771 2,487 0,694 42,18 0,147 3,053 54,36 47,14 12,18 5,375 11,58 134,43 13.11 0,711 5,666 61,18 49,05 11,055 62,76 57,28 22,02 8,789 2,491 Banknoten 0,690 42,09 0,145 3,047 54,30 47,04 12,16 5,37 11,57 134,34 13,09 0,709 5,654 61,11 48,95 11,045 62,69 57,19 21,98 8,771 2,487 L 0,694 42,17 0,147 3,053 54,40 47,14 12,19 5,38 11,59 134,60 13,11 0,711 5,666 61,23 49,05 11,065 62,81 57,31 22,02 8,789 2,491 Berlin, 16 Rovember Geld Mes Amenkanyche Belgische Rost Dänische Note Englische Note französische 5 Holländische 9 Italienische R Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische N Schwedische N Schweizer No Spanische Not Ungarische No Noten.............. n.................. n ................. n ................. ölen............... oten............... ölen................ oien .............. neid), ä 1OO Schilling 2,45 41,96 54,14 12,135 11,52 134,00 60,95 62,52 57,04 2,47 42,12 54,36 12,175 11,56 134^54 61,19 62,78 57,26 2 oten............... en................. en................. ten................ § I M D: ■ g z ' Mß H ■ i 11 ' I L Dienstag, 17.November 1936 tiger Weise zusammen, um überall da, wo bei dek Räumung der Straße nicht alles cjleid) nach Wunsch und Erfordernis ging, helfend, förderlich und ordnend einzugreifen. Die Straßenpassanten strömten den Schutzräumen zu oder begaben sich in das nächstgelegene Haus in Deckung. Wo Neugierige, die es ja immer und überall gibt, durchaus aus dem Fenster schauen zu müssen glaubten, wurde von den Helfern im Straßendienst durch einen ermahnenden Zuruf umgehend dafür gesorgt, daß die Fenster schleunigst geschlossen und in diesem Zustand gehalten wurden. Alle Fahrzeuge im Stadtgebiet hielten auf der Stelle am Straßenrand bzw. die Straßenbahn gerade da, wo sie stand. Bei den Pferdefuhrwerken wurden die Pferde ausgespannt und zur Sicherheit von Mensch und Tier abseits vom Wagen aufgestellt. Radfahrer ließen ihr Stahlroß an den Häusern stehen und begaben sich in Deckung. Autos standen vereinsamt auf den Straßen. Wie vortrefflich die Aufklärungsarbeit der Polizei durch die Presse vor der Hebung gewirkt hat, konnte man daran erkennen, daß innerhalb von zwei Minuten nach dem ersten Alarmzeichen die Strahenzüge wie ausgestorben dalagen, die Fenster der Häuser vorschriftsmäßig geschloffen waren, kurzum in den Straßen — abgesehen von den wenigen Sicherheitsmännern der Polizei, der SA. und des 71SKK. — im Handumdrehen alles Leben und Treiben erloschen war. Soweit hier und da auf der Rundfahrt durch die verschiedenen Stadtteile noch einige kleinere Mängel in Erscheinung traten, wurde von den Führern der Kontroufahrten für schleunige Beseitigung gesorgt. Daß es immer noch den Herrn oder die Frau Hase gibt, die nicht wissen, was in der Oeffentlich- keit vorgeht, konnte man bei der Fahrt durch die vollständig leere Frankfurter Straße bemerken, wo eine Radfahrerin mutterseelenallein auf weiter Flur gemütlich auf ihrem Stahlroß dahinstrampelte und auf den ermahnenden Zuruf eines Polizeibeamten erstaunt im gemütlichen oberhessischen Dialekt die Gegenfrage äußerte: „Ei, was ist dann looos?" Immerhin verschwand sie sogleich im Laufschritt mitsamt ihrem Stahlrößlein im nächsten Hausflur. So ein Stückchen Humor bei einer Sache mit sehr ernstem Hintergrund ist nicht ganz zu verwerfen, immerhin ist es aber doch zweckmäßig, nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß derartige „Hase"-Geschich- ten nicht vorkommen dürfen. Derartige und einige andere kleinere Fehler können jedoch an dem guten Gesamtergebnis des Uebungsverlaufs nichts ändern und auch die Befriedigung der verantwortlichen Männer des Luftschutzdienstes nicht beeinträchtigen, aber nur unter dem Vorbehalt, daß jedermann sich ernstlich befleißigt, auch diese Mängel für die Zukunft zu vermeiden. In mustergültiger Disziplin, dank der sorgsamen und anerkennenswerten Tätigkeit der an diesen Stellen eingesetzten Polizei und der SA.- und RSKK.-TNänner, waren in den Vororten die Fahrzeuge in Richtung Gießen zum Parken seitlich der Straßen angehalten worden, um einen guten Uebungsverlauf auch von dieser Seite her zu gewährleisten. Punkt 16 Uhr wurde durch die Sirenen usw das Entwarnungssignal laut vernehmbar gegeben Die erste Fliegeralarm-Uebung in Gießen hatte damit ihr Ende erreicht. Anschließend vereinigten sich, während in der Stadt das gewohnte Straßentreiben wieder einsetzte, Niederlage: Jean Weisel, Hießen, Sonnenstraße 6, Tel. 3888 Wandergewohnheiten des Walfisches zu erhalten, ferner darüber, ob er jeden Sommer dieselben Gebiete aufsucht. Dr. T. I. Hart, der Wissenschaft- liche Offizier, meinte: „Wir müssen der Garnele ebenso wie dem Walfisch folgen." Er spielte damit an auf die garneleähnlichen Lebewesen, die die Nahrung der Wilfische bilden und deren Vorhandensein den Aufenthaltsort der Walfische anzeigt. Ueberall werden Netze ausgeworfen, um Proben von Lebewesen wie von Pflanzen dem Meere zu entnehmen, das Forschungsschiff hat 324 Tonnen Rauminhalt; außer den mitgenommen Vorräten an frischem Fleisch und Konserven wird in Kapstadt frisches Fleisch eingenommen und am Vormast ausgehängt; sobald das Schiff weiter südlich fährt, sinkt die Temperatur unter Null und das Fleisch gefriert. Als Ergänzung kommt dann noch frisches Walfischfleisch, das ähnlich wie Kotelett schmeckt, dazu, sowie Leber und Herz von Seehunden, die die Mannschaft erlegt. Der Widerspenstigen Zähmung. Goethe setzte als Theaterdirektor seinen Willen gegen die Schauspieler sehr energisch und unbeschränkt durch. Mehr als einen Pflichtvergessenen hat er, obwohl diese Strafart damals bei den Hoftheatern schon außer Gebrauch gekommen war, auf die Wache geschickt, und den Damen gab er Stubenarrest, bei dem Schildwachen vor ihren Türen standen. Für die hervorragenden Mitglieder mußte er natürlich andere Mittel wählen. Als einmal der Schauspieler Becker sich weigerte, eine weniger wichtige Rolle in „Wallensteins Lager" zu spielen, ließ er ihm sagen, wenn er die Rolle nicht spielen wollte, so würde er selber es tun. Damit war der Widerspenstige sofort gezähmt; denn alle Schauspieler wußten, daß Goethe in solchen Dingen keinen Spaß verstand und daß er, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, „verrückt genug war, sein Wort zu halten und das Tollste zu tun". Ein andermal erschien eine Schauspielerin, eine wunderschöne Blondine, als Minna von Barnhelm in einem sehr kleidsamen Hütchen nach der neuesten Mode, während Goethe stets sehr darauf hielt, daß die Stücke im Kostüm ihrer Zeit zur Darstellung kamen. Goethe, der wie immer bei der Probe auf der vordersten Bank saß, um dem Spiel der Künstler geyau folgen zu können, stürzte wütend auf die Bühne, riß ihr das Hütchen vom Kopf, warf es auf die Erde und schrie in höchster Entrüstung: „Steht Ihnen das Meisterwerk unseres Lessing nicht höher als Ihre verfluchte Eitelkeit?" 270 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ßfachabholer 1 tischen Seite der Uebung. Dabei wurde die Beobachtungsfahrt in mehreren Gruppen durchgeführt und in allen Stadtteilen gründlich Umschau ge halten. ■ nen, der vor Beginn der Uebung im Sitzungssaale des Kreisamtsgebäudes einen größeren Kreis von Mitarbeitern des Luftschutzes von der Seite der Partei, der Wehrmacht, des Reichslustschutzbundes, der Behörden usw. begrüßte und dabei hervorhob, daß die verantwortliche Leitung des örtlichen Luftschutzes dem zuständigen Polizeiverwalter, in Gießen also dem Polizeidirektor, obliege, diese Stelle zur Zeit jedoch unbesetzt sei und vertretungsweise von Polizeioberinspektor Beate versehen werde, während für die Zeit der Vakanz die Bearbeitung der Luftschutzangelegenheiten als Teil des polizeilichen Außendienstes dem Hauptmann der Schutzpolizei Keller übertragen worden sei. Anschließend gab Polizeihauptmann Keller den aus zahlreichen Städten der engeren und weiteren Umgebung zur Beobachtung erschienenen Fachmännern der Polizei und der Verwaltung zunächst einen Ueberblick über die bauliche und verkehrsgeographische Struktur der Stadt Gießen und ihrer Vororte. Nach dieser Einführung ging es zur prak- Innerhalb von zwei Minuten war der sonst am Nachmittag so belebte Marktplatz völlig menschenleer. * . Als Vertreter der Landesregierung war Ober- rqierungsrat Dr. P a b st aus Darmstadt erschie- Die große Wagenburg der in Klein-Linden angehaltenen Fahrzeuge. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Presse begleitete Pollzeioberinspektor Hoffmann als guter Sachkenner der Luftschutzfragen. Die Presserundfahrt ging zunächst zum Marktplatz, wo der Beginn des Alarms abgewartet wurde. Pünktlich zur planmäßigen Zeit, um 15.30 Uhr, ertönte der Alarm. Die Sirenen heulten. Durch Lautsprecher über den Zentralrundfunk wurde der Bevölkerung der Zustand der Luftgefahr und des bevorstehenden Fliegerangriffs bekanntgegeben. HI. und Jungvolk fuhren auf Rädern durch die Stadt und gaben mit Trompeten und Fanfaren Alarmsignale. In anerkennenswerter Disziplin befolgte die Bevölkerung auf den Straßen die durch die Presse bekanntgegebenen Sicherheitsvorschriften der Polizei. Mit den Polizeibeamten wirkten Männer der SA. und des NSKK. sofort in mustergül- 2M. meinen: m-epengeL Rach den drei Verdunkelungsübungen seit An- stig September hat unsere Stadt Gießen als neue Lappe auf dem Gebiete des Luftschutzes am gestri- Montagnachmittag ihre erste Flieg er - v arm-Uebung erlebt und — unter Berück- S'hll ,nb 2,50 $gr| Itnienj; Fliegeralarm in Gießen. In 2 Minuten alle Straßen leer.-Ein gutes Ergebnis der ersten Ltebung dieser Art ast. in dringend^ Notruf ItlN Lchalterdlrch 1330: Äht, Dienst mit , verheirateten; >enst mit Feier 'teten; Kollekte. nber. erfammlung. troße 1, Eder, her. 9.30 W ÖQrbeitoh T« nb ,nut mit h? :!?5 iitrig, |. U 203, W. 1 166, R ff' d" CTerfte i | 28.20 K 22 45 W 5 10,15, Rio °b MüL H d-qU sic tigung des Umstandes, daß es die erste Uebung Lifer Art war und mancherlei Dinge noch behelfs- i Jot:füg durchgeführt werden mußten — auch gut standen. Diese Feststellung, gestützt auf die Beob- cctungen bei einer ausgedehnten Kontrolle in allen Eadtgegenden und bestätigt durch die Beurteilung , Ml maßgebender fachmännischer Seite, sei hier vor- Mg hervorgehoben als Unerkennung für unsere Gießener Bevölkerung, !»ie der umfassenden Presseaufklärung durch die zuständigen Dienststellen der Polizeidirektion Gießen willig Folge geleistet hat. stamt Gießen. iffipn. ndlichkett der ktueller Nörgle 7.45: „Rufe de; jen dichterischen 'challungsmusil. agesspiegel. 20: deutscher Ton> ", Hörbilder um 22: Nachrichten. ,ezirk. Nachrich« rage entnehmen seiner Ehesrau macht. Wenn in und iß, -eroerheiratung .r5 welches vie n 'können Sie, E nicht eben' flage auf M >n Eme W i Ei**5 rünben ton"1" ituns erlang® fort 4®. tz.MUvbtt, Sachgemäß wurden die Pferde ausgespannt und angebunden, während So wie hier in der Ludwigstraße sah es gestern für eine halbe Stunde sich der Fuhrwerkslenker einige Schritte seitwärts aufstellt.in allen Straßen unserer Stadt aus. speist wird: seine knappen Randbemerkungen sitzen, daß es eine Freude ist; trotzdem spielt er, geistreich, elegant und verbindlich, als gereifter' und überlegener Weltmann, am Ernst der Situation und am eigentlichen Problem nicht vorbei. Marianne Hoppe (Frau Gründgens) vertritt als H e st e r mit der ruhigen Klarheit und sympathischen Frische, die alle ihre Gestalten auszeichnet, den Standpunkt der jungen Generation. Lieven, den wir lange nicht gesehen haben, als Gerald, heftig und trotzig, hat gegen die überlegene Sicherheit von Gründgens keinen leichten Stand. K a y ß l e r, zu Beginn in einer kleinen Rolle, gibt dem alten Kelvil die unversöhnliche Strenge und Härte eines puritanischen Landgeistlichen, der eher von Hebbel als von Wilde stammen könnte (wo er übrigens so nicht vorkommt). L e i b e l t als alter Jllingworth, Henckels und Julie S e r d a seien nicht vergessen. — Photographie: Ewald Daub; Musik: Professor Clemens S ck> m a l st i ch (Tobis-Europa) ♦ Im Beiprogramm: zwei Kulturfilme; die Wochenschau mit Bildberichten von der Verkündung des Dierjahresplanes und vorn Jubiläum des Gaues Berlin; dazu ein Vorspann zum neuen Gigli-Film „Du bist mein Glück". hth. Iorschungsfahrt zum Eüdpolarmeer. Das Forschungsschiff der englischen Regierung „William Scoresby" wird von London zu einer neuen Reise in anarktische Regionen die Anker lichten. Die Aufgabe besteht in der Erforschung überseeischen und unterseeischen Meereslebens. Vier Monate wird das Schiff ununterbrochen die See befahren, um Walfischmarkierungen auszuführen. Von Kapstadt wird das Schiff südwärts bis zum Rand des Packeises fahren. Wenn ein Walfisch in Sicht kommt, wird er mit mit einem rostfreien Wurfspieß mit stumpfer Spitze markiert, der aus einer leichten einläufigen Zwölfkaliberbüchse auf ihn abgeschossen wird. Diese Wurfpfeile belästigen die Walfische keineswegs, da sie im Walfischsveck stecken bleiben, bis sie gefangen werden. Jeder Wurfspieß trägt eine Nummer und die Inschrift: „Belohnung zugesichert für Zurücksendung an das Forschungskomitee Kolonial-Amt, London," so daß englische oder norwegische Walfischfänger sie zurücksenden können. Die Längen- und Breitengrade des jeweiligen Fundortes, Zeit und Datum feder Markierung wird in das Logbuch des Schiffes eingezeichnet. Durch diese Bezeichnung wird es möglich, Aufschlüsse über die ursprünglichen Eigenart entfalten können. [ibt sowohl im „Idealen Gatten" als auch zu einem tüchtigen und anständigen Menschen erzieht und ihn und sich selbst mit Würde gegen seinen Vater, ihren früheren Geliebten, zu behaupten weiß — diese Geschichte ist auch heute und in dieser Form unserer Anteilnahme gewiß. St einhoff dirigiert seine Darsteller umsichtig und wohl mühe- „Eine Frau ohne Bedeutung" Gloria-Palast. los so, daß sie sich, jeder an seiner Stelle, in ihrer Käthe Frau von Harbou hat, wie seinerzeit Oscar Wildes „Idealen Gatten", der vor Jahresfrist cn dieser Stelle besprochen wurde, nun auch die .grau ohne Bedeutung", das Gegen-Stück dazu in ter Reihe der Wildeschen Gesellschaftsspiele, für den film bearbeitet. Das war, künstlerisch betrachtet, lier so überflüssig wie damals, denn Wilde hat das, was er sagen wollte, durchaus treffend, abschließend rnb in einwandfreier Form vorgebracht. Wenn nan wissen will, was ihm dabei am Herzen lag. iraudjt man sich nur seine Stücke anzusehen, die überdies inzwischen auch eine neue Bühnenbearbeitung (durch Karl Lerbs) erfahren haben. Und es gibt sowohl im „Idealen Gatten" als auch in der „Frau ohne Bedeutung" so gut rote nichts, Das eine Verfilmung um des Films willen zu recht- artigen vermöchte. Die Verfilmung war also, wie ■uoor festzustellen ist, in erster Lime, wenn nicht ausschließlich, Mittel zum Zweck — em erlesenes Ensemble bester Darsteller einen feit vielen fuhren erprobten Dialog und eine in ihrer Wirkung noch mmer unfehlbare Handlung spielen zu lassen. Es jst aber zu bemerken, daß auch die Handlung in der Film-Form nur noch teilweise dem Schauspiel ton Wilde entspricht. Das Drehbuch der Frau 3. Harbou hat sich ziemlich selbständig gemacht und vor allem die Vorgeschichte, die bei Wilde ordnungsgemäß in der Exposition erscheint, embe- zogen. Infolgedessen beginnt das eigentliche Stuck, uach berühmten Mustern, zwanzig Jahre spater; Das Vorspiel bietet darstellerisch ohne Zweifel reizvolle Möglichkeiten — notwendig war es nicht, und ss trägt auch begreiflicherweise nicht dazu bei, den Vorgang, auf dem die Betonung hegt, und aus Dem sich die Moral im Sinne Wildes ergibt, zu konzentrieren. Anderseits hat der Film, was wohl weniger auf das Konto des Drehbuches als des Spielleiters Hans S t e i n h o f f geht, stellenweise Die gewiß theatermäßig kräftigen Wirkungen des Schauspiels fast sensationell gesteigert was sich mit Dem ursprünglichen, überwiegend verhältnismäßig gedämpften Kammerspielton nicht ganz verträgt. Wo dieser Ton, diese Haltung am zwanglosesten beinhalten ist, wo Wildes Stimme also das Drehbuch gewissermaßen übertönt, da erzielt der Film feine nsten, seine amüsantesten und auch menschlich ergiebigsten Eindrücke. Die Fabel an sich, die Ge- chichte einer tapferen und opferbereiten Frau, die -der Gesellschaft" zum Trotz ihren unehelichen Sohn Dorsch ist Sylvia Kelvil, die „Frau ohne Bedeutung". Man sieht sie selten im Film, und man muß sie wohl auf der Bühne erlebt haben, um die ganze ausstrahlende Gefühlskraft und mütterliche Wärme dieser wundervollen Menschendarstellerin zu empfinden, aber wir glauben, daß es niemanden gibt, der eine solche Rolle beseelter und mit innigerem Ausdruck zu formen vermöchte. Schon um ihretwillen allein sollte man den Film sehen. Aber dann ist der Staatsschauspieler und Intendant Gründ- g e n s ba — für ganze Szenenreihen im Mittelpunkt und Vordergrund der Ereignisse; zuerst als junger Mann im Vorspiel, entzückend in seiner Schüchternheit und verhaltenen Ironie, später aber die Figur, die ganz und gar aus Wildes Geist ge- Staatsrat Gustaf Gründgens. die an den Kontrollfahrten beteiligten Herren zu einer Schlußbesprechung unter Leitung von Oberregierungsrat Dr. P a b st, bei der in regem Meinungsautausch das Ergebnis dieser ersten Uebung gezogen und dabei mancherlei wertvolle Anregungen erteilt wurden. Im Verlaufe der Besprechung brachte Oberregierungsrat Dr. P a b st den Luftschutzsachbearbeitern bei der Polizeidirektion Gießen, Polizeihauptmann Keller, Polizeiober- inspekor Hoffmann und Polizeikommissar Z i m - m e r, seine volle Anerkennung für ihre bisherige ausgezeichnete Arbeit zur Durchführung eines wirksamen Luftschutzes in Gießen zum Ausdruck, ebenso sprach er allen Helfern bei dem guten Werk verdientermaßen Dank und Anerkennung aus. B. Aus der Provinzialhauptstadt. Buß- und Bettag. 23on Propst Knodt. Es entspricht deutscher Art, sich nichts vorzumachen, sondern den Dingen, auch wenn sie unangenehm sind, geradeswegs ins Auge zu sehen. Erst recht ist es ein Zeichen selbständiger und männlicher Art, sich über sich selbst keinen Täuschungen hinzugeben und gerade da mit der Besserung anzufangen. So kam es, daß Dr. Martin Luther durch das Kreuzfeuer der Selbsterkenntnis und Selbsterniedrigung ging und erst so der kraftvolle Kämpfer mit Menschen und Dämonen wurde, als den wir ihn kennen. So kam es aber auch, daß das ganze Volk immer wieder das Bedürfnis empfand, sich selbst unter das Gericht zu stellen und zu prüfen, ob es auf dem rechten Wege sei. Diese Bußtage sind keine von der Kirche dem Volke aufgezwungenen Lasttage, sie sind aus ihm selbst wurzelhaft erwachsen, meist in Zeiten äußerer und innerer Not. Darum konnte ein Gottsried Keller, dieser männliche und im Preisgeben von religiösen Aeußerungen bis zur Stacheligkeit keusche Dichter als Erster Staatsschreiber des Kantons Zürich zum eidgenössischen Buß- und Bettag 1862 ein Mandat verfassen, das ihn als einen frommen und ernsten Mahner seines lieben Volkes zeigt. In Zeiten wie heute, wo die Kirche scharf angefochten wird und in dieser Anfechtung eine Probe zu sehen hat, ob es ihr mit der christlichen Botschaft ernst ist, da ist es eines der erfreulichsten Geschehnisse, daß wir seit 1933 einen gemeinsamen Bußtag der evangelischen Kirche in unserem deutschen Volke haben. Er steht, wie die großen kirchlichen Feiertage, in besonderer Weise unter dem Schutz des Staates, der durch seine Maßnahmen dem Tag die nötige Ruhe und Würde garantiert. Mit der Tatsache des Bußtages wird anerkannt, daß Religion nicht Privatsacke ist, sondern daß wir auch als Volk unter Gott stehen. In dem gleichen Augenblick, wo das deutsche Volk kraftvoll umgekehrt ist von einem falschen Weltbewußtsein xu bluthaftem Eigenbewußtsein, da wäre es ein schweres Verhängnis, wenn es nicht auch umkehren wollte von einem irrenden wahnwitzigen Selbstdünkel, der ein Zerrbild wahrer Volkskraft ist, zu demütiger Beugung vor Gott dem Herrn, die noch immer die Quelle aller Kraft und Erhebung in der deutschen Vergangenheit gewesen ist. Dieses Umkehren nennt die Kirche nach der Heiligen Schrift: Buhe. Und wie es keinen Menschen gibt, der der Buße nicht bedürfte, wenn er nicht stillstehen und versacken will, so gibt es auch im Himmel und auf Erden kein Volk, das nicht immer wieder solcher Umkehr zu Gott bedürfte. Es ist eine bekannte Tatsache: je höher entwickelt ein Mensch ist, um so demütiger ist er! Je klarer und schärfer sein Auge ist, um so eher erkennt er, was ihm fehlt. Das gleiche aber gilt auch für ganze Völker. Ein Volk, das aus freiem Willen einen Tag wählt, an dem es in gemeinsamer Beugung vor Gott sich wieder die rechten Maßstäbe für sein Handeln geben läßt, von einem solchen Volk gilt im vollen Sinn das Prophetenwort: Suchet mich, sowerdetihrleben! Es ist ein großes Gottesgeschenk an uns Deutsche und überhaupt an unser christliches Abendland, daß unsre Beugung vor Gott nicht ein wirres Suchen und Tasten nach einem unbekannten höchsten Wesen sein muß, sondern eine klare Zwiesprache sein darf mit dem Herrn Christus, der in unserer Bibel in herzandringendem Deutsch zu uns redet. Wir brauchen nicht bei fremden Philosophien nach Gott zu fragen, die eben doch nichts anderes sind und sein können, als menschliche Sehnsuchtsrufe. Das wäre ja dasselbe, als wenn man uns empfehlen wollte, unsere Begriffe von Hell und Dunkel wieder am Petroleumlicht zu messen, anstatt am elektriscken Licht! Rein, wir sind als deutsches Volk vor das Gericht der Wege im Rebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.) 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Seit Jahren schon hatte er nicht mehr Zeit gefunden, sich um Frauen zu kümmern. Diese Frau aber zog ihn an, ob er wollte oder nicht! Wie verzückt starrte er auf das kupferfarbene Haar, blickte er in die rätselhaften graugrünen Augen, deren Ausdruck so unergründlich schien ... Ganz nah beugte sich Olga Willnoff jetzt zu ihm herüber: „Ich werde also alles tun, was ich hm kann, um die Sache für Sie zur Zufriedenheit auszuführen! Für Sie!" Leise, ganz leise hatte sie die letzten beiden Worte gehaucht, doch nicht so leise, daß Walter sie nicht verstanden hätte. Mit einem langen Blick dankte er ihr. Als Vater Brand nach einiger Zeit die Willnoff- sche Villa verließ, fühlte er die seltsame Erregung seines Gesprächs mit Olga noch lange in sich nachklingen, und lange noch, während er im wiegenden Rhythmus des Fahrens tief in den Polstern des Wagens saß, sah er die verlockende Gestalt Olgas vor seinen Augen. Dann freilich kamen ihm auch andere Gedanken, Bedenken, ob er auch recht daran getan habe, den angebotenen Vorschlag anzunehmen? Ob es nicht doch besser gewesen wäre, Gerhard noch vorher zu Rate zu ziehen, jetzt, wo Rammelt sich selbst in Oberhof aufhielt? Aber auch da würde Gerhard ja nicht mit ihm verhandeln, wenn er einmal nicht wollte! Er kannte doch seinen Bruder und dessen störrichten Eigensinn! Wieder kehrten seine Gedanken zu Olga Willnoff zurück. Morgen wollte sie zu ihm kommen, das erforderliche Material für die Unterredung bei ihm zu holen. Ja, sie sollte nach Oberhof fahren! „Für Sie!" hatte sie gesagt! Und während er sich von neuem ihr Gesicht, ihre rätselhaften Augen vorstellte, überrann es ihn plötzlich, daß er Olga Willnoff mit heißer Leidenschaft liebte! arum Tag der Hausmusik? <1 In ganz Deutschland hat man sich auf den Tag der Hausmusik, den 17. November, gerüstet, der schon seit Jahren dieser Veranstaltung Vorbehalten ist. Die Schulen, die Privatmusiklehrerschaft, der Rundfunk, die Presse, alle wirken zusammen, um diesen Tag zu einer Werbung für die schönste der Künste zu gestalten. Dieser Einsatz all der Menschen, deren Liebe der Musik gehört, muß auch dem Uneingeweihten zeigen, daß es hier um Großes geht, nämlich um die Zukunft der Hausmusik und damit um die Zukunft der Musik überhaupt. Manchem mag diese Behauptung vermessen erscheinen. Eine kurze Betrachtung soll aber zeigen, daß es doch so ist. Stellen wir uns vor, daß in keinem Haus mehr musiziert würde. Die unausbleibliche Folge wäre die, daß auch die Konzerte ernsten Inhaltes, zu deren Verständnis eigenes Musizieren gehört, nicht mehr oder kaum noch besucht würden. Wer unser Konzertpublikum aufmerksam beobachtet, der wird die Tatsache feststellen, daß es in überwiegendem Maße immer wieder dieselben Leute sind. Forscht man nach, so wird man weiter feststellen können, daß alle diese Menschen entweder selbst musikausübend sind ober aber aus einem Hause kommen, in dem die gute Musik eine Pflegestatt hat. Nur ganz wenige Menscken finden den Weg zu unseren großen Meistern, ohne sich selbst mit ihren Werken ausübend zu beschäftigen. Ein nickt mehr ernstlich musiktreibendes Volk wird also ohne weiteres die Fühlung mit der guten Musik verlieren, und die schon bestehende Kluft zwischen Schaffenden und Hörenden würde unüberbrückbar sein und damit wäre es wohl um die Zukunft der deutschen Musik geschehen. lieber die Bedeutung dieser Kunst für unser ganzes Volk ist schon so viel gesagt worden, daß sich eigentlich weiteres erübrigt. Die Tat soll sprechen, und so soll der Tag der Hausmusik wieder auftüt- telnd wirken, bei den Alten und besonders bei den Jungen, in deren Hände die Zukunft gelegt werden soll. Es soll aber nicht bei dem einen Tag bleiben, von ihm aus soll die Anregung weiter gehen und fruchtbar für das ganze Jahr sein. Hausmusik soll gepflegt werden. Unter ihr versteht man all die Musik, die wir daheim in unserem Zimmer ausüben. Es ist Hausmusik, wenn ein Lied, ein- unb mehrstimmig, mit ober ohne Begleitung gesungen wirb, es ist auch Hausmusik, wenn jemanb Munb- unb Ziehharmonika spielt unb von ba aus zu noch ernsterem Schaffen angeeifert wirb. Das hohe unb erstrebenswerte Ziel ber Hausmusik ist es aber, baß man bie Kammermusik in Duos, Trios ober gar Quartetten treibt unb bamit zu ben Quellen ber Musik vorstößt. Sie bleibt bann nicht mehr ein Buch mit sieben Siegeln: An geeigneten Werken ist gewiß kein Mangel. Das zeigt ein Blick auf die Folge ber Privatmusiklehrerschaft am heutigen 17. November in ber neuen Aula der Universität. Der Tag ber Hausmusik hat aber noch einen an» beren schönen Zweck. Er soll klar unb einbeutig in breitester Öffentlichkeit auf bie Tätigkeit eines Standes Hinweisen, ber gewiß nicht auf Rosen gebettet ist. Es ist ber Stand ber Privatmusiklehrer. Der Privatmusiklehrer von heute muß ein gerütteltes Maß an Können besitzen, wenn er überhaupt biefen verantwortungsvollen Beruf ausüben will. Die Reichsmusikkammer unb ihre Glieberungen wachen streng barüber, baß fein Unberufener Unterricht erteilt. Die Gießener Musiklehrer brauchen ihr Licht nicht unter ben Scheffel zu stellen, bas darf hier von einem Unparteiischen einmal ruhig gesagt werben unb wer bas Wirken ber einzelnen Musikschulen genau kennt, ber wird auch wissen, baß schon eine ganze Anzahl Schüler herausgestellt würbe, bie sich mit Erfolg sogar im Runbfunk hören lassen konnten unb bie von ber Güte ihrer Lehrmeister ein treffliches Zeugnis ablegt. Das werben sie auch am Abenb bes heutigen 17. November bei Der Vortragsfolge in der Aula unter Beweis stellen, unb sie werben zeigen, baß sie auch weiterhin aus ben ihnen anvertrauten Schülern gute Streiter für unsere schöne beutsche Musik heranbilben wollen. — a — klaren Augen unseres Herrn Christus gerufen. Mag es nicht paffen, wem es will unb mag sich baran stoßen, wer will! Dieser Herr Christus fragt fein beutsches Volk: Hast bu benn nach beiner Art mein Wort gehalten unb meinen Willen getan, ober läufst bu Götzen nach, bie nicht lebenbig sinb? Trinkst bu aus schabhaften Brunnen, bie kein Quellwasser geben? Ihm vor dieser Frage nicht ausweichen, ihm auf biese Frage willig Antwort stehen, bas heißt Bußtag halten! O Lanb, Lanb, Lanb, höre bes Herrn Wort! Vornotizen. Tageskalenber für Dienstag. Stabttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Bogen des Obysfeus." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine Frau ohne Bedeutung/' — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.15 Uhr Märchen-Dorstellung „Aschen- bröbel"; „Liebelei." — Katholisches Vereinshaus, 11 bis 22 Uhr Ausstellung „Schafft Freube ins Heim." — Kreismusikerschaft Gießen in ber Reichsmusikkammer: 20 Uhr „Tag ber Deutschen Hausmusik" (Vorspiel von Klavier zwei- unb vierhändig, Streich- und Blasinstrumente und Gesang) in ber Neuen Aula ber Universität. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen unb Tempera. Tageskalenber für Mittwoch. Stabttheater: 19 bis 22.30 Uhr „Don Carlos." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine Frau ohne Bebeutung." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.15 Uhr Märchen-Vorstellung,, Aschenbrödel"; „Liebelei." — Katholisches Vereinshaus: 11 bis 22 Uhr Ausstellung „Schafft Freube ins Heim." — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Branb: 11 bis 13 Uhr Ausstellung van Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. — Stabttheater Gießen. Heute abenb finbet die erste Wieberholung statt von „Der Bogen des Obysfeus", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Die Spielleitung führt ber Jntenbant. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung finbet als 9. Vorstellung ber Dienstag-Miete statt. Am Mittwoch, 18. November, findet bie letzte Aufführung von „Don Carlos", bramattsches Ge- bicht von Schiller, statt. Spielleitung: Dr. Fr. H ellmund a. G. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr, Enbe 22.30 Uhr. Mittwoch-Miete. 9. Vorstellung. Varietegastspiel im Stabttheater. Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Die Intendanz hat für Montag, 23. November, bie weltberühmten drei italienischen Clowns „3 Zach i n i s" zu einem einmaligen Gastspiel in bas Stabttheater Gießen verpflichtet. Einen Abend voll bunter Abwechslung unb artistischer Vielgestaltigkeit bringt bas Programm. Die „3 Zachinis" werben in einer tollen Varie-te-Nummer ihr großes Können unter Beweis stellen unb bas Publikum zum Lachen bringen. Aber neben ben „3 Zachinis" stehen noch acht Nummern des internationalen Groß-Varietös. Es steht ben Besuchern burch dieses Gastspiel ein Abend seltener artistischer Kunst unb Vielseitigkeit bevor. Infolge anderweitiger Verpflichtungen konnte das Gastspiel nur für einen Abend abgeschlossen werden. Die Preise sind von der Intendanz so gehalten, daß jedem Freund des Varietös der Besuch möglich ist. Dauer von 20.15 Uhr bis 23 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) Gießener Konzertverein. Für die zweite Veranstaltung feines diesjährigen Winterprogramms hat der Gießener Konzertverein ben Organisten zu St. Thomä in Leipzig, Professor Günther Ramin, gewonnen. Der Künstler, ber als erster Organist von Deutschland zu den besten Vertretern seines Faches in der ganzen Welt gehört unb Weltruf genießt, wirb am fommenben Montag einen Orgel-Abenb in ber Stabtkirche geben. Pressestimmen aus neuester Zeit sprechen von der letzten Vollkommenheit unb Dem hiureißeuben Einbruck seines virtuosen Spieles. (Siehe heutige Anzeige.) Deutsche Frauenkultur. Am fommenben Freitagnachmittag veranstaltet bie Deutsche Frauenkultur im Saal ber Arbeitsfront, Schanzenstraße, eine Kinderkleiberschau. Eine große Anzahl Kinberkleiber roeroen von Kinbern vorgeführt unb dabei sachgemäß erklärt. Von 19 bis 21 Uhr liegen die Kleiber noch zur Ansicht aus. (Siehe heutige Anzeige.) Ungebulbig wartete die alte Justizrätin inzwischen auf bie Ergebnisse ber Begegnung Olgas mit bem Generalbirektor. Aber noch lange, nachbern Walter Branb gegangen war, blieb Olga an diesem Abend in des Justizrats Arbeitszimmer, um sich von ihm genau über den Prozeß instruieren zu lasten. Als sie bann enblich bas Zimmer ihrer Mutter betrat, hüllte sie sich wie immer in Schweigen. Nur als bie Justizrätin ihr von neuem riet, boch ja bie» sen Generaldirektor einmal festzuhalten, ber für sie bie glänzenbste Partie sein könnte, lachte sie kurz auf: „Mach bir nur um mich nicht immer so viele Sorgen, Mutter. Im übrigen aber, bamit bu es weißt, ich tue in jeber Beziehung nur was i ch will! Ganz allein nur bas! Unb verlaß dich barauf: Wenn ich einmal einen Mann haben will, dann bekomme ich ihn auch!" Damit überließ sie bie alte Justizrätin ihren Gebauten unb begab sich in ihr Zimmer, ihre Vorbereitungen für ihre morgige Reise zu treffen. * Schon am frühen Morgen bes folgenben Tages ließ sich Olga Willnoff bei bem Generalbirektor melben, um bas noch nötige Material zu ber geplanten Besprechung wegen bes Gutachtens in Empfang zu nehmen. Sie war bereits reifefertig. Ein dunkelgrünes Kostüm umschloß ihre schlanke Gestalt. Flammend und gleißend drängte sich bie Fülle ber roten Locken unter ber kleinen Reisekappe hervor. Es war nicht verwunbertlich, baß sich mancher ber Angestellten nach ihr umsah, währenb sie selbstbewußt unb mit hocherhobenem Kopf burch ben Vorsaal ging, in bem man solchen Besuch nicht gewöhnt war. „Mein Fräulein!" Verzückt nahm Walter Branb, der seiner Besucherin zur Türe entgegenkam, wiederum ben eigenartigen Reiz ihrer Erscheinung in sich auf. „Das freut mich aber wirklich sehr, baß Sie sich selber bemüht haben! Sie wollen bie Akten holen, nicht wahr?" Olga gab seinen Blick mit bem ihr eigenen Lächeln zurück. „Gewiß, Herr Generalbirektor! Allerbings hätte ich auch noch bies unb jenes zu fragen, aber..." Ein leichtes Stirnrun^eln unb ein Seitenblick zum Tisch der anwesenden Sekretärin belehrten Walter Brand, daß Olga sich durch Fräulein Schlicht behindert fühlte. Walter verstand. „Würden Sie die Freundlichkeit haben, einmal für mich in meine Wohnung zu gehen, Fräulein Schlicht?" bat er bie Sekretärin, bie sich sofort erhob, feinen Auftrag entgegenzunehmen. „Warum schicken Sie Ihre Sekretärin nicht einfach hinaus, anstatt baß Sie sich lange mit einem erfunbenen Auftrag bemühen?" fragte Olga spöttisch, als bie Sekretärin gegangen war. „Dergleichen Mäbchen empfinben boch solche Rücksichten gar nicht." „Da fürchte ich atterbings, baß Sie begleichen Mäbchen doch sehr unterschätzen!" erwiderte Walter ernst. „In bezug auf solche Dinge unterscheiden sich die Menschen nicht nach ihrer Stellung, sondern allein nach bem Taktgefühl! Fräulein Schlicht hat solchen Takt! Ihr Vater war übrigens ein Kollege Ihres Herrn Vaters,--Rechtsanwalt!" Olga biß sich ärgerlich auf bie Lippen. Sie hatte es schon bereut, bie Bemerkung gemacht zu haben. Doch schnell hatte sie sich wieder in ber Gewalt, lächelte ihr altes, bestrickenbes Lächeln. „Ihre Sekretärin muß es gut bei Ihnen haben, baß Sie sie so verteibigen!" sagte sie mit kluger Berechnung. Unb in ber Tat war Walter im Augenblick roieber versöhnt. „Schabe, baß ich Sie nicht auch hierbehalten kann!" gab er scherzenb zurück, währenb schon wie- ber bie heiße Bewunberung für sie in seinen Augen stanb. „Aber ich bin Ihnen ja schon so banfbar, baß Sie sich meinetwegen für mich biefer Reise unterziehen wollen!" fügte er ernst hinzu. ..Aber ich sage es Ihnen boch, wie gern ich bas für Sie tue! Ober glauben Sie mir bas nicht?" "Nur zu gerne glaube ich es Ihnen ja, Fräulein Willnoff!" Walter Branb hatte bie Aktien aus einem Schrank genommen unb sie Olga herübergereicht. Ießt nahm er ihr gegenüber Platz, ergriff impulsiv ihre Hänbe, preßte sie heiß: „Wollen Sie nach Ihrer Reise gleich mieber zu mir kommen, Fräulein Willnoff? Ich möchte Ihnen bann etwas sagen, was ich Ihnen jetzt noch verschweigen muß!" In verhaltener Leibenschaft hatte er die letzten Worte hervorgestoßen. Mit untrüglichem Instinkt erkannte Olga, daß NSDAP., Ortsgruppe Gießeu-Ost. Die Ortsgruppe Gießen-Ost der NSDAP, führt heute um 20.30 Uhr im Schützenhaus einen Schulungsabend für alle Politischen Leiter, Amtswalter ber NSV., DAF., bes NS.-Lehrerbunbes, bes NS.- Iuristenbunbes unb die Amtswalterinnen ber NS.» Frauenschaft ber Ortsgruppe burch. Pünktliches unb restloses Erscheinen aller ist erforberlich. Appell der politischen Leiter von Gießen-Nord. Am Sonntagvormittag traten bie Politischen Lei- ter ber Ortsgruppe Gießen-Norb zu einem Aus- marsch an, ber von ber Geschäftsstelle ber Ort» gruppe in ber Walltorstraße zunächst in Richtung Heuchelheim unb bann zurück nach bem Landgraf» Bhilipp-Platz führte, wo bie Marschgruppe an ber angemarck-Gebenkfeier teilnahm. Am Nachmittag fand im Saale bes Cafe Leib ber Appell ber Politischen Leiter, Amtswalter unb Amtswalteoinnen aller Glieberungen ber Partei statt. Nach ben Er» Öffnungsworten bes Ortsgruppenleiters Thomas sprach zunächst ber Kreisobmann ber Deutschen Arbeitsfront Hermann Wagner aus bem Bereich feines Aufgabengebiets. In einer Arbeiis- pause gab Ortsgruppenleiter Thomas Mitteilungen unb Weisungen für bie weitere Arbeit in ber Ortsgruppe bekannt. Sobann sprach Kreislet» ter Dr. Hilbebranbt über bie Aufgaben ber Politischen Leiter, ber Amtswalter unb Amtswal- terinnen. Hierauf schloß ber Ortsgruppenleiter ben Appell mit bem Gruß an ben Führer. Der Tag fanb seinen Abschluß mit einem sehr stark besuchten Kamerabschaftsabenb im Caf6 Leib, an bem bie Volksgenossen aus ber Ortsgruppe außerorbentlich zahlreich teilnahmen. Im Anschluß an bie Begrüßungsworte bes Ortsgruppenleiters wickelte sich ein vielseitiges geselliges Unterhaltungsprogramm ab, bas allen Besuchern einige genußreiche Stunben bereitete. Der schöne Abenb ist in besonderem Maße auch ber sorgfältigen Vorbereitung unb umsichtigen Durchführung ber NSG. „Kraft burch Freube" zu verbanken. An die Ortspolizeibehörden abliefern! Die Polizeibirektion Gießen teilt uns folgenbes mit: Zur Sicherung ber Luftfahrt unb zu wissen« schaftlichen Zwecken werben von verschiebenen me» teorologischen Instituten Ballone unb Drachen mit Registrierinstrumenten ausgelassen, bie bie Temperatur unb anbere Wetterelemente selbsttätig aufzeichnen. Um eine einheitliche Behanblung unb Rücksen- bung biefer Ballone unb Drachen sicherzustellen, sinb künftig alle Ballone unb Drachen mit Regi- strierinstrumenten unb Anhängekarten (also auch Kinberballone mit Anhängekarten), bie im Reichsgebiet gefunben werben, an bie Ortspolizeibehorben abzuliefern. Die entstehenben Unkosten werben erstattet. Bei richtiger Behanblung ber Instrumente, bie aus ben anhängenben Anweisungen zu ersehen ist, erhält ber Finber außerbem eine Belohnung. Böswillige Beschäbigung ober Entwenbung wird strafrechtlich verfolgt. Führung über den Alten Friedhof am Buß- und Bettag. Der alte Friebhof stellt ein wesentliches Stück Geschichte unserer engeren Heimat bar, ist er boch seit 400 Jahren ber Ruheplatz ber in Gießen Verstorbenen. Viele ber steinernen Zeugen, bie ber Verwitterung stanbgehalten, ober Der Vernichtung burch Menschenhanb entgangen sinb, übermitteln uns in ihren eingemeißelten Inschriften bas Ge- bächtnis an Menschen, bie einst in unserer Stadt gelebt unb gewirkt haben. Der Heimatfreunb unb Familienforscher begrüßt es besonbers banfbar, baß sich bie Inschriften ber älteren Grabsteine nicht auf die Angabe des Geburts- unb Tobesbatums beschränken, sonbern auch familiengeschichtliche Angaben enthalten, die für bie Gießener Orts» unb Kulturgeschichte wertvoll sinb. Uniformen »Wehrmacht in feinster Maßarbeit! — Erste Spezialkräfte — Garantie für tadellosen Sitz. Reparaturen. Effekten. Herren-Bekleidungshaus Gießen G. m. b. EL Marktplatz Vertragsschneiderei der Heeres - Kleiderkasse Walter mit seiner Bemerkung nur ihre eigene Person, nur sie meinen konnte. Schon bei bem gestrigen Besuch im Hause ihres Vaters hatte er ihr ja feine Bewunberung nicht verhehlt. Jetzt schien es zur Gewißheit werben zu wollen, baß er sie liebte! Kaum hatte sie gehofft, so schnell zum Ziele zu kommen! „Woran benfen Sie benn auf einmal?" riß bie Frage Walters sie aus ihren Gebauten, bem ihre plötzliche Zerstreutheit nicht entgangen war. „Ich benke nur baran, was es wohl Besonderes fein mag, bas Sie mir sagen wollen, wenn ich zu« rück bin , erroiberte Olga geschickt, inbem sie sich wie absichtslos vorbeugte. „Was bas ist, wollen Sie wissen..." Walter Branb stockte. Wie schon am Vorabend ergriff ihn bie Leibenschaft zu Olga Willnoff wie ein brennenber Rausch. Er sah bas Locken in ihren Augen, verführerisch brang plötzlich ber seltsame Parfümgeruch, ber Olga anhaftete, zu ihm herüber, umnebelte seine Gebauten, seine klaren Sinne. Immer näher beugte sich Olga vor. Seltsam schimmerten, lockten ihre Augen. Einen Augenblick noch sah er bas kupferglühenbe Haar bicht vor sich. Daun umfaßte er Olga mit leibeuschaftlicher Kraft, hob sie von ihrem Sessel auf, erstickte sie in leiben« schaftlichen Küssen. Aufatmeub schloß Olga Willnoff die Liber. Heißer Triumph erfüllt sie. VI. Unerwartet hatte Witteruugsumschlag eingefeffl. In weichen großen Flocken fiel Schnee unb beckte ben braungrauen Kohlenstaub langsam zu, ber ben Siebluugshäusern rings um ben alten Tagebau ber „Grube Margret" sonst ein so trauriges, verlassenes Aussehen gab. Immer bichter schichtete sich der Schnee, immer mehr weiße Helligkeit erfüllte bie sonst so häßliche unb abschreckenbe Einobe bes ©rubengelänbes. Aus bem Schueefelb lugten bie unzähligen Grubeulichter bes Tagebaues. Es würbe Abenb. Am Raub ber Straße wartete ein kleines Kabriolett. In ihm Douitz, Dr. Rammelts Chauffeur, Der ben faüenben Schnee unb bie bereits einfefeenbe Dämmerung mit nicht gerade gut gelaunter Miene begrüßte. Der Heimweg war lang, unb ihm graute vor der glatten Straße. (Fortsetzung folgt) in ul "«er ffcs Mi fen j M 01- Hl iSaSV Äs bi Ne h,f La-e bamit \\i 'm Man sah unb i! Methoden an j eines Kais 1 großartige 5 unb fuhr bi «Fisch lebt । IkWelt, in dii ! und letzten i! Filmabschnii ii Befestigung- ; nen Inkas j kommen bie das Bolt ch Der Filmr : kaum wieder Beifall aufge Gic 'Gießer Mit kosteten I-Molkereibut U? bis 1,60 etüd 4 bis li »RS Silben 8 b V^Srün. Will«! 80 6i Ss DS •Sf; : modernen Mil : Mit großer iiiOer, die die r i tr dortigen ! : ßan lernte d i etn, die jeuerfs nun folgte dei ' uem dem aeiä i «Ä .-W \i»!in“i IM*»?! 113 Die emnia f» i rna, d-tt" I beträgt. 6ln SolturM Sn der Neuer Heitern abend > I tMZmork i on Wissender ! fortragsoeremi! । stichlet, der ul I urch Sudainen i :hmen vorsühl . Der Redner l i sichtlichen Bet ßen Kontinent i m seiner unge ■ Ast großem 2' = schon übet bie ■ unb bei W 3m Geiste süh Herrlichen 6li Landschaft Ch : bolivianische : und zeigte sch fe W Fried- , Nicktet, der über oirch Südamerika" vihmen vorführte. und fuhr die Gletscherflüsse entlang, in denen kein [ ? sch lebt. Einen tiefen Einblick in eine abseitige 1 elf, in die Welt der Ureinwohner, der Indianer bi ragt. zflreuä und quer durch Südamerika. Sin Sutturfilmvorlrag der Vortragsvereinigung. Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke. * Gießen, 17. Nov. Auf dem heutigen Wochen- norkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f.Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 155 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das (ttiirf 4 bis 10, Wirsing, 7» kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 450 bis 5 Mk., Weißkraut, 7» kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, kg 7 bis 10 Pf., 50 kg 5.50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, kg 8 bis 10 Pf., rate Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi f bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, fieldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 33 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3.40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 ii5 25 Mk., Tafeläpfel, N kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 2 bis 30 Mk., Birnen, 7 kg 10 bis 20 Pf., Nüsse S bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner Ö bis 90 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, Endivien < bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. 1. Die Steuerbefreiung gilt nur für Arbeitneh- inr, deren Monatslohn nicht mehr als 330 Mark mb letzten Nachfahren der Inkas, bildete jener t lmabschnitt, der an die Kultstätten, die titanischen ^festigungswerke der nahezu sagenhaft geworde- j r, n Inkas führte, deren Bauwerke heute noch voll- 1 k immen die Höhe der Kultur erkennen lassen, die b: 5 Volk charakterisierte. Der Filmvortrag, der in seiner Vielseitigkeit hier tum wiederzugeben ist, wurde mit dankbarem üsifall ausgenommen. Gießener Wochen Marktpreise. Geleitworte zum „Tag der deutschen Hausmusik" Joseph festgenommen. Lpb. Darmstadt, 14. Nov. Nach einer Mitteilung der Justizpressestelle Darmstadt haben die Untersuchungen in der T a l g s ch m e l z e der Firma Hermann Joseph in Darmstadt den Verdacht betrügerischer Lebensmittelver- älschunqen in einem solchen Maße verstärkt, daß der jüdische Geschäftsinhaber Jul. Joseph in gerichtliche Untersuchungshaft genommen wurde. Joseph wird sich wegen dieser Volks- und wahrscheinlich auch gesundheitsschädlichen Verstöße demnächst vor dem Richter zu verantworten haben. Lebende Vorratskammern. Natürliche und künstliche Nahrungsspeicher in den Pflanzen. Don £>r. E. Walther. >pk°ch W 1 Ät M"6 Mm #«9 *6# chnee un.u »A * 6y in« clts WW ♦ ** Dresden ehrt die Stadt Gießen. Bie uns aus Dresden berichtet wird, hat der Ober- türgermeister der Stadt Dresden die im Stadtteil 1 resden-Naußlitz eröffnete Straße Nr. 21 „Gieß e- r e r Straße" benannt, um dadurch der Stadt ("ießen in Dresden eine Ehrung zu bereiten. Gondergerichi in Gießen. Der 59jährige Emil Stamm aus Gießen stand unter der Anklage, sich gegen § 1 des Heimtücke- lDsetzes vergangen zu haben, da er in betrunkenem Zustande den Führer des Deutschen Reiches in der i»kflätigsten Weise beleidigt hot. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte sinnlos betrun- l n war. Das Gericht bestrafte ihn daher nach 83302 StGB, (vorsätzliche oder fahrlässige Betrunkenheit) mit einer Gefängnisstrafe von drei Monaten und legte ihm die Kosten des Verehrens auf. Durch die Untersuchungshaft gilt die E träfe als verbüßt. hrmadil arbeit! — arantiefür tnren. Effekt®- idungshaus q, MarkpläU s.KIeideriasse ; "am SBortN ' Soden« ** fi d-r lellSl , zu ip p [ die Lid» Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat zum Tag der deutschen Hausmusik folgendes Geleitwort veröffentlicht: „Das deutsche Volk blickt mit Stolz auf einen Reichtum an musikalischen Werken, wie er keinem anderen Volk von Großen der Vergangenheit und Gegenwart anoertraut worden ist. Dieser Schatz an Kulturgut gehört nicht irgendeiner bevorrechtigten Klasse oder nur denen, die sich berufsmäßig mit der Musik beschäftigen, sondern dem ganzen deutschen Volk. Rechten Anteil an der Musik unseres Volkes hat aber nur, wer sich mit eigenem Tun in den lebendigen Strom der deutschen Musik einzuschalten vermag, wem Feierstunden und häusliches Leben verschönt und geadelt werden durch das was unsere Meister an Schätzen des Geistes und der Seele in Tönen uns geschenkt haben. Der „Tag der deutschen Hausmusik" will darum jeden einzelnen Volksgenossen und vor allem die deutsche Jugend aufrufen, sich den Zugang ins Land der Musik selbst zu erobern; er will zugleich ein Bekenntnis der Volksgemeinschaft sein zur deutschen Musik als dem reinsten Ausdruck deutschen Wesens." Der Präsident der Reichsmusikkammer, Dr. Peter Raabe, schreibt: „Wenn das neue Reich bestrebt lst, mcht nur politisch, sondern auch seelisch dem deutschen Volke die Erhebung aus der Wirrnis und der Not der letztvergangenen Jahrzehnte zu bringen, so schließt das für jeden einzelnen die Pflicht in sich, dabei zu helfen, soweit es nur irgend in [einen Kräften steht. Eine der wichtigsten Aufgaben ist dabei die Pflege der Hausmusik. In einem Hause, in dem man mit Freude und Begeisterung musiziert, wird es auch sonst mit der geistigen und seelischen Haltung gut bestellt sein. Der „Tag der deutschen Hausmusik" bringt tausend Anregungen, deren Wir» kung, wenn sie im Sinne deutschen Aufbauwillens erfaßt und zur Tat gemacht werden, von unabsehbarem Segen sein muß." Der Reichsjugendführer widmet dem „Tag der deutschen Hausmusik" folgendes Geleitwort: „Die Hitler-Jugend betrachtet es als ihre Pflicht, die Heranwachsende Generation zur Musik zu führen. Dies kann nicht dadurch geschehen, daß die .höheren Töchter' ein wenig auf dem Flügel klimpern lernen, sondern bedeutet die Erweckung einer allgemeinen Begeisterung und Aufgeschlossenheit für Singen und Musizieren und geschehe dies auch in der primitivsten Form. Einstimmig in der Gemeinschaft gesungene Volkslieder können in einer gewissen Altersstufe, wenn sie innerlich erlebt werden, für die Entwicklung des einzelnen förderlicher sein, als das Anhören polyphoner Orchestermusik, wenn für die letztere keine Voraussetzungen be- stehen. Mißvergnügte werden dies wieder so auslegen, als lehnten wir symphonische und abstrakte Musik von vornherein ab. Dies ist ganz und gar unrichtig, denn unsere Musikerziehung will das Er- lebnis dieser höheren Offenbarung als Ziel. Wie viele HJ.-Orchefter pflegen heute schon die klassische Musik! Aber auch die Blockflöte, dieses unscheinbare und wohlfeile kleine Instrument, kann die Lust zum Musizieren erwecken und mancher, der mit ihr begonnen hat, streicht heute tapfer seine Geige. Laßt nur die Jugend Adolf Hitlers ge- währen: sie ist im Grunde ihres Wesens und in der Tat musischer als alle Generationen vor ihr!" b RS RS P teifer o. Lml untnt l*fl rVm Eafc fi d» DrtsqS;' b 2m «Stf KW«! lrn einige aeiwkl b Md F; KV’** |un9 der NH n. Der Redner leitete seinen Vortrag mit kurzen gerichtlichen Betrachtungen über den südamerikani- den Kontinent ein und schilderte dann das Land r seiner ungeheuren wirtschaftlichen Bedeutung. Nt großem Interesse folgte man auch der lieber« c«au über die Kultur der Ureinwohner, der Inkas ikb der Azteken und ihrer großartigen Bauwerke. Geiste führte der Redner die Zuhörer nach der hrrlichen Stadt Lima an der Westküste, in die £ ndschaft Chiles und des Goldlandes Peru, in das blivianische Hochland, an die Küste des Pazifik ulb zeigte schließlich den Siegeszug der modernen Tchnik auf, die die riesigen Strecken der Corriera, bi- Pampa, der Wüsteneien überwandt und mit nobernen Mitteln die Schätze des Landes hebt. Die Angeklagte Katharine Dittkrist aus Vallendar (Rheinland) beleidigte die Reichsregierung in einer Wirtschaft in Butzbach und wurde dafür zu 18 Monaten Gefängnis, sowie zur Kostentragung verurteilt. Don dieser Strafe gelten 6 Wochen durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der als österreichischer Flüchtling sich ausgebende Karl H i e s b e r g e r, der u. a. auch in Gießen längere Zeit war, hat die ihm gewährte Gastfreundschaft schändlich mißbraucht. Der Angeklagte ist schließlich — und hiermit befaßte sich gestern das Sondergericht — soweit gegangen, daß er den Gauleiter und andere führende Persönlichkeiten der Bewegung beleidigt und unwahre Behauptungen über diese an dritte Personen weitergegeben hat. Das Sondergericht zeigte dem Angeklagten durch Auferlegung einer Gefängnis st rafe von Zehn Monaten bei Kostentragung, was es von seinem Verhalten hält. Der bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft gesessene Angeklagte erhielt davon nichts auf die Strafe angerechnet. rung ist es auch, daß die Kartoffeln nicht auf einem Fleck, sondern ziemlich verstreut in der Erde liegen, entweder lose ober noch an den Ausläufern hängend. Auch das ist eine wichtige Vorsorge für das nächste Jahre! Diese „Ausläufer" dienen nämlich dazu, die Knollen in einem gewissen Abstand zu halten, um damit den im nächsten Frühjahr daraus keimenden Pflanzen genug Platz zu verschaffen. Daß jede Knolle nicht nur eine, sondern mehrere Pflanzen hervorbringen kann, weiß ja jede Hausfrau vom lästigen „Frühjahrskeimen" der Kartoffeln im Keller, bei dem aus jedem „Auge" ein Keim hervorschießt. Diese in Vertiefungen der Knolle liegenden „Augen" sind nämlich nichts anderes als Knospen, die völlig den normalen, oberirdischen Knospen entsprechen — und ebenso stellt die Kartoffel durchaus keine Wurzelbildung, sondern eine Anschwellung von unterirdischen Stengeln dar. Das erkennt man übrigens auch an den kleinen Schuppen, die an den Augen junger Knollen sitzen: es sind zurückgebildete Blätter, die niemals an Wurzeln vorkommen, sondern stets ein Kennzeichen des Stengels sind. * Das diesjährige Konzert bestritten der Vereinschor und die Kapelle des Infanterie-Regiments 116. Der ungefähr 70 Stimmen zählende Chor verfügt besonders in seinen Bässen über ganz ausgezeichnetes Material. Nicht ganz auf der gleichen Höhe standen diesmal die Tenöre, doch mag sich auch die gerade für diese Stimmgruppe besonders gefährliche derzeitige Witterung ungünstig ausgewirkt baden. Der Verein begann die Folge mit dem schönen, alten Chor von Dürrner: „Sturmbeschwö- rung", der die Vorzüge des Chores in helles Licht etzte. Auch der zweite Chor, „Lenzlied" von Wendel, geriet sehr gut, während in dem Pilgerchor von Wagner sich die Verbindung zwischen Chor und Orchester nicht einstellen wollte. Von den übrigen Liedern seien noch als besonders gelungen erwähnt: „Der frohe Wandersmann" und „Abschied" von Kirchl. Der am Schluß gesungene Chor mit Orchester „Radetzky-Marsch" mußte wiederholt werden. Der Leiter des Vereins, Herr Chor- meister Jlae, der während des Konzertes be- onders geehrt wurde, hat sich durch - seine Tätigkeit erhebliche Verdienste um den Verein erworben. Er leitete das Konzert in überlegener Weise. Den instrumentalen Teil bestritt die Kapelle des Regiments 116 unter Musikmeister Wohlfahrt. Die in ihrer Zusammensetzung junge Kapelle ist bis jetzt noch zu keiner Einheit verschmolzen, doch wurde in rhythmischer Hinsicht schon sehr erfreuliches geleistet. Die gewählten Stücke paßten sich mit einer Ausnahme gut in die Folge ein. Am Ende des Konzertes ergriff das Vereinsmit- siied Zimmer das Wort und wies darauf hin, )aß auch in schwerster Zeit die Gesangvereine das deutsche Lied gepflegt hätten trotz Niggerjazz und daß sie auch ferner ein Hort des Deutschtums bleiben wollten. Er forderte die Jugend auf, in die Reihen der Gesangvereine einzutreten, um mit ihnen den gleichen Idealen zu dienen. Das Konzert war gut besucht. Auch Sanges- reunde von Gießen und Marburg hatten sich eingefunden. ,ur ihn '‘'S11" im bcii>«»y I,rs hatte « M U Mi W™ len, d°d « ' tjnett ium 3"" rif* lanten, dein n* sfe Mit großer Freude verfolgte man dann die Filrn- bider, die die vielen Erscheinungsformen des Lebens bir dortigen Bevölkerung bewußt werden ließen. Dan lernte die Schönheiten der Landschaft ken- nm, die feuerspeienden Berge und die klaren Seen, mn folgte dem ärmlichen Fischer auf die Jagd luch dem gefährlichen Schwertfisch und nach den pampen Seelöwen, stand im Geiste neben den achtern der Guanobänke, die die Vögel hüteten, d- mit sie im Brutgeschäft nicht gestört würden. T an sah und hörte von den originellen Landungs- nsthoden an jenen Küstenstrichen, die die Anlage eines Kais nicht gestatten, stieg mit hinaus in die großartige Bergwelt der Kordilleren und der Anden Ein wertvolles Geschenk für Grünberg. + @ r ü n b e r g, 16. Nov. Aus dem Nachlaß des verstorbenen Heimatgeschichtsforschers, Professor Dr. R o e s ch e n (Laubach), hat dessen Sohn dem hiesigen Archiv eine wertvolle Urkunde a l s Geschenk überwiesen. Die Urkunde, auf Pergament geschrieben mit teilweise noch gut erhaltenen Siegeln versehen, stammt vom Landgrafen Philipp dem Großmütigen und ist datiert vom 28. Oktober 1557. Sie besagt, daß die „lieben, getreuen Bürgermeister, Rat, Gemeinde und Untertanen" seiner „lieben Stadt Grünberg" gegenüber etlichen Personen zu Basel für 20 000 Gulden Hauptgeld und 1000 Gulden Zinsen für den Landgrafen Bürge zu sein gelobt haben. Der Landgra verspricht, daß die Stadt Grünberg durch diese Bürgschaft keinen Schaden erleiden soll „weder geisllich noch weltlich", auch wenn die Bezahlung der Hauptsumme oder der Pension (Zinsen) mit einiger Säumigkeit oder Hinderung geschehe. Diese Urkunde, die in Glasers Geschichte Der Stadt Grünberg erwähnt wird, ist nun die älteste Originalurkunde unseres städtischen Archivs, denn der weitaus größte Teil der älteren Urkunden unserer Stadt ist im Staatsarchiv zu Darmstadt. Dieses hatte viele von ihnen zu der Heimatausstellung anläßlich der 750-Jahrfeier im Sommer dieses Jahres der Stadt leihweise überlassen. — Konzert des Gesangvereins „Cäcilia" Lich. ~a— Lich, 16. Nov. Der Gesangverein „Cäcilia" Lich ist einer der ältesten Männerchöre unserer engeren Heimat. Er kann in nächster Zeit sein hundertjähriges Bestehen feiern. Was dieser Zeitraum für einen Verein bedeutet, das kann nur der ermessen, der selbst in der Arbeit eines solchen mitwirkend tätig ist. Wieviel Liebe zum deutschen Lied, wieviel Opferfreudigkeit und wieviel mühevolle Arbeit liegen da eingeschlossen. Daß die „Cäcilia" diesen langen Weg ohne erhebliche innere und äußere Störungen zurücklegen konnte, das liegt erstens daran, daß sie immer bodenständig blieb, d. h. immer dem echten deutschen Lied eine Pflegestätte bereitete, weiter daran, daß ie, geführt von einer Anzahl wirklich begabter Dirigenten, stets voranschreitend, sich durch ihre Leistungen Oie Anerkennung und Freundschaft weiter Kreise errungen hat. Dieses Zielbewußtsein zeigte sich rein äußerlich, daß in jedem Jahr ein konzert abgehalten wurde, in dem der Verein von einem Streben und seiner Leistung Zeugnis ab- legte. m MN ftOfl. )efentud)e5 Stück bar, ist er doch in TWr IW« Zeugen, 6- in Der taitymj sind, übenmttdn ischristen da; fr in unserer U Heimatfreund * esonbers banlk n Grabsteine ch und lobesbilw« ^geschichtliche 8n- eßener Orts» i® Wir finden es ganz selbstverständlich, daß wir auch im Winter einen großen Teil unseres Nahrungsbedarfs mit Hilfe der Pflanzen decken können — und zwar brauchen wir frische, nicht nur künstlich konservierte Pflanzen, um genügend Vitamine zur Verfügung zu haben. Aber eigentlich ist es doch eine recht seltsame Tatsache, daß wir auch bei Schnee und Kälte, wenn draußen alles pflanzliche Leben ruht, im Keller stets frisches Gemüse haben können. Das ist nur dadurch möglich geworden, daß die Natur gewisse Pflanzen als „lebende Vorratskammern" eingerichtet, d. h. mit Nahrungsstoffen für den Winter versehen hat. Der Mensch hat allerdings der Natur auch aus diesem Gebiet erfolgreich Konkurrenz gemacht, und gerade unsere wichtigsten Winterpflanzen sind ausschließlich durch Züchtung entstanden. Der nachstehende Artikel berichtet über diese Dinge etwas näher. Mit an erster Stelle in unserer Winterversorgung steht heute die Kartoffel. Früher wurde dieser aus Südamerika eingeführten Nutzpflanze bekanntlich der heftigste Widerstand entgegengesetzt, und erst den Bemühungen Friedrichs des Großen ist es gelungen, sie bei uns als Volksnahrungsmittel einzubürgern. Der bald darauf einsetzende Siegeszug der Kartoffel durch ganz Deutschland war natürlich nur auf Grund ihrer hervorragenden Eigenschaften möglich, deren wichttgste neben ihrer Anspruchslosigkeit, Ertragshöhe und gutem Geschmack ihre Fähigkeit ist, in einzig dastehendem Ausmaße Stärke neben geringen Mengen Eiweiß aufzuspeichern. Alle diese günstigen Eigenschaften ind aber der Kartoffel nicht von Natur zu eigen, andern weitgehend ein Produkt langjähriger Kultivierung; erst durch fortgesetzte Auslese der geeignetsten Pflanzen sind die heuttgen Formen gezüchtet worden. Die Grundlage für alle Züchtungen ist die Knollenbildung Der Kartoffel, die von Natur aus dazu bestimmt ist, die Pflanzen auch während der ungünstigen Jahreszeit zu erhalten — in ihrer milden Heimat, in der es keine strengen Winter gibt, ist das in der Erde möglich — und zu vermehren. Das wird in der Weife erreicht, daß während des Sommers jede Kartoffelpflanze eine größere Anzahl von Knollen, die durch eine feste Schale gegen die Vertrocknung geschützt sind, mit Nährstoffen füllt, um daraus im nächsten Frühjahr neue Pflanzen aufzubauen. Dieser Leistung liegt die Fähigkeit aller grünen Pflanzen zugrunde, mit Hilfe des Sonnenlichtes und des grünen Blattfarbstoffes aus der Kohlensäure der Luft Nahrungsstoffe aufzubauen. Da diese Leistung aber erst möglich ist, wenn die dazu nötigen grünen Laubblätter vorhanden sind, muß die Entwicklung bis dahin aus Reserve st offen bestritten werden, wie sie eben die Kartoffelknolle enthält. Eine solche „leere" Mutterknolle kennt jeder, der einmal Kartoffeln geerntet hat, da sie fast stets inmitten der neuen Kartoffeln als eingeschrumpfter, halb verfaulter Rest zu finden ist. Eine alltägliche Ersah- Einen natürlichen Ueberwinterungsspeicher benutzen wir dagegen bei den Hülsenfrüchten (Erbse, Bohne, Linse) und zwar den Samen. Bei diesen Pflanzen ist er dafür bestimmt, den Winter zu überstehen und daher gegen Austrocknung sehr gut geschützt, außerdem speichert auch er Nahrungsstoffe, um daraus im nächsten Frühjahr die Keimpflanze aufzubauen. Allerdings sind auch diese Gemüsepflanzen durch Züchtung für unsere Zwecke weitgehend verbessert worden. Den Samen in Form der Frucht — das ist botanisch der Samen mitsamt einer aus dem Fruchtknoten entstandenen Hülle — genießen wir vor allem beim Winterobst, dessen Haltbarkeit und Schmackhaftigkeit ursprünglich der Erhaltung und Vermehrung der Pflanze dient. So ist bei den Nüssen der Samen der schmackhafte Kern, der be« Auch die in den W urz e l n gesammelten pflanzlichen Stoffe sind für uns eine wichtige Nahrungsquelle im Winter, da sie von Natur aus ebenfalls für die Erhaltung der Pflanze in der schlechten Jahreszeit eingerichtet sind. Allerdings stellen diese „Wurzelgemüse", wie Möhre, Schwarzwurzel, Sellerie, rote Rübe, Kohlrübe usw., weitgehend Produkte langjähriger Kultivierung durch den Menschen dar. So hat die Ausgangsform unserer Möhren, die wilde Möhre, eine dünne, verästelte, weiße Wurzel, die hart und holzig ist. Erst durch langfristige Züchtung, vor allem aber durch dauernde Auslese geeigneter „Mutattonen" wurden unsere Kulturformen gewonnen. Einen merkwürdigen Uebergang von den zuerst erwähnten „Stengel- speichern" zu diesen „Wurzelspeichern" bildet der Rettich; er verwendet sowohl Teile des Stengels als auch der Wurzel zu diesem Zweck. * Bei manchen P stanz en haben wir es ausschließlich der Kultivierung zu verdanken, wenn wir von ihnen Nahrungsstoffe in haltbarer und schmackhafter Form erhalten. Das gilt vor allem für die wirtschaftlich wichtigsten Wintergemüse, nämlich die Kohlarten: Rot- und Weißkraut, Wirsing, Braunkohl, Rosen- und Blumenkohl. Alle diese Gemüse sind ursprünglich Spielarten einer einzigen Stammart, die allerdings schon feit Jahrtausenden von der Menschheit für Nahrungszwecke gezüchtet worden sind. Dementsprechend haben die durch Züchtung erreichten „Nahrungsspeicher" meist keinerlei Nutzen für die betreffenden Pflanzen — im Gegenteil, ihre natürliche Entwicklung ist mehr oder minder geschädigt. So stellt der Blumenkohl im botanischen Sinne geradezu eine Monstrosität dar, denn die oberen Blätter und Blütenstiele der ursprünglichen Pflanze sind zu einer weißen, fleischigen Masse umgebildet, und die Blüten sind völlig degeneriert. Auch beim Rot- und Weißkraut wird die Blütenbildung meist unterdrückt, da der „Kopf" aus fleischigen Grundblättern besteht, die sich um den ebenfalls dickfleischigen Strunk legen; zur Blüte kommt es erst im zweiten Jahr, wenn das Kraut „schießt". DNB. Einmalige Zuwendungen von Arbeitgebern ar ihre Gefolgschaftsmitglieder zu Weihnachten Weihnachtsgeschenke) sind im Kalenderjahr 1936 . rn der Einkommensteuer (Lohnsteuer) und Schen- ; etner fungsfteuer befreit, wenn folgende Voraussetzungen emllt sind: {‘/'Wit L. Die einmalige Zuwendung muß in der Zeit y * ®* '- |im 25. November bis 24. Dezember 1936 erfolgen, f 5. Die einmalige Zuwendung muß über den vertraglichen (tariflichen) Arbeitslohn hinaus gewährt tvrden. Sie kann in Geldleistungen ober in Sach- rvrten bestehen. 3. Die einmalige Zuwendung darf die Höhe eines Donatslohnes nicht übersteigen. -n stcherzustH- lachen mit I arten (also f ), die im irtbpolizeibehöüa kosten werden «• der AnslruMnlk, fungen zu * eine BeloMo Entwendung wiri In der Neuen Aula vereinigte die Vortragsver- ei igung (Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein) ■»n . g lern abend wieder einmal ihre Mitglieder zu Ku avlieselv! ei em Filmvortrag, der in zwei Stunden eine Fülle ilt un. fn, . I nn Wissenswertem und Anregendem brachte. Die lOigerw« x-rtragsvereinigung hatte Curt Backeburg ver- unh I Mchtet, der über seine Reisen „Kreuz und quer verschieden > ■ Südamerika" sprach und dabei seine Filmauf- vnd SradicI J bie bie lempai Ibfttatia aufze^ mg unc> Mch, I Derartige unterirdische Ueberwinterungs rgans von Pflanzenstengeln machen wir uns auch bei den Zwiebeln (Küchenzwiebel, Porree usw.) zunutze. Hier sind wiederum die Blätter zu unterirdischen Speichern umaebildet — sie stellen die Hauptmasse der Zwiebel dar, während Der verkürzte Stengel öen innersten sogenannten Zwiebelkuchen bildet. Aehnlich wie bei der Kartoffel werden im Frühjahr der Zwiebel die gespeicherten Stoffe zum Aufbau der neuen Pflanze entzogen, und die alte Zwiebel geht zugrunde. Doch die übrige Entwicklung ist bei weitem komplizierter als bei der Kartoffel. Die grüne Pflanze sammelt nämlich die im Laufe des Sammers gewonnenen Nährstoffe in einer einzigen neuen Zwiebel, die seitlich im obersten Blatt Der alten entsteht. Wenn diese ganz „gefüllt" ist, vertrocknen die oberirdischen Laubblätter, die „Zwiebel aieht ein" und kann geerntet werden. Da durch diesen Vorgang wohl die Ueberwinterung gewährleistet, aber keine Vermehrung erzielt wird, entstehen zu letzterem Zweck an anderen Stellen besondere ,Brutzwiebeln". Noch bei einem anderen Wintergemüse benutzen wir im Stengel gespeicherte Nährstoffe der Pflanzen, jedoch oberhalb der Erde, nämlich beim Kohlrabi. Da der Laie die schwer lesbaren, oft auch tatet» I nich abgefaßten Inschriften nur mit Schwierigkei- I fe: entziffern kann, wird man es dankbar begrü= I ße_, daß der Landschaftsbund Volkstum und Hei- | tni am morgigen Buß- und Bettag eine kunst- und ? hematgefchichtliche Führung über den Alten Fried- . ho unternimmt, zu der jedermann willkommen ist. sjtrf) einem Rundgang unter Führung des verdiente, Heimatpflegers Stadtbaurat G r a v e r t wird ech die neu hergerichtete Friedhofskapelle besich- Itic und über ihre 400jährige Baugeschichte berichtet tuirben. Den Abschluß bilden einige musikalische und längliche Darbietungen des Singkreises des LVH. in der Kapelle. Zu dieser Veranstaltung wird die Bvölkerung unserer Stadt herzlich eingeladen. T«fspunkt um 15.15 Uhr vor der Alten ~ hqs-Kapelle. Rit in RS Lub’Ä 1 d-r^M 3 Stück ‘ 90Ä Vy 1 Stück\ 324 M sonders von Eichhörnchen und Hähern verzehrt wird: da viele Kerne beim Aufspeichern von den Tieren vergessen und beim Verschleppen verloren werden, ist dies eine sehr wirksame Methode, um die Samen weithin zu zerstreuen. Bei Aepfeln und Birnen wird zum gleichen Zweck das obere Ende des Blütenstieles in das schmackhafte Fruchtfleisch umgebildet. Dieses wird vor allem von Vögeln verzehrt und verschleppt, wobei die im Gehäuse verborgenen Kerne — also die Samen — verstreut werden. Im übrigen ist auch hier die Haltbarkeit und Schmackhaftigkeit unserer guten Aepfel und Birnen erst durch jahrtausendealte Züchtung aus den wilden Holzäpfeln und Holzbirnen erzielt worden. Auch jetzt noch trägt ja ein Baum, der aus dem Samen edler Sorten aufgegangen ist, mehr oder minder Holzäpfel und -birnen und muß erst durch „Propfen" mit Reisern guter Sorten veredelt werden. Oberheffen. Männergesangverein „Harmonie" Watzenborn-Steinberg. * Watzenborn-Steinberg, 16. Roo. Am verganHenen Samstag fand im Saale der Gastwirtschaft „Ludwigshöhe" eine für den Sängerkreis Gießen denkwürdige Versammlung statt. Der seit 1906 bestehende Männergesangoerein „Harmonie", der seine Tätigkeit seit dem Jahre 1933 eingestellt hatte, wurde neu gegründet und Sangesbruder Schäfer, Watzenborn-Steinberg mit der Führung der „Harmonie" beauftragt. Sangesbruder Becker begrüßte alle erschienenen Sänger der ehemaligen „Harmonie" und sein besonderer Gruß galt dem Kreiswalter Müller, Gießen, dem Kreispresse- wart Geil fuß, dem Vertreter der Gemeinde Watzenborn-Steinberg, Bürgermeister Schäfer, dem Ortsgruppenleiter Philipp und den Vereinsführern der vier anderen Männergesangvereine von Watzenborn-Steinberg. Sodann nahm der Kreisführer die Neugründüng des Vereins vor und führte in seiner Ansprache aus: „Nachdem nun der Gesangverein „Harmonie" neu erstanden ist, richte ich an die Sänger die Mahnung, in Zukunft wieder treu zu dem hohen deutschen Kulturgut, dem deutschen Liede, zu stehen. Die Gesangvereine haben die Jahre von 1918 bis zur Wiedergeburt des deutschen Vaterlandes in zäher Arbeit zum Liede gestanden, haben alles Fremde ferngehalten und damit dem deutschen Volke die Wesensart seines Liedes, in erster Linie seines Volksliedes, erhalten. Diese Erhaltung und weitere Pflege des deutschen Liedes ist auch unsere Aufgabe für die Zukunft. Ich weiß, so betonte der Kreiswalter, daß es schwer sein rpird, nachdem der Verein drei Jahre geruht hat, neu aufzubauen und sich den Platz zu erringen, den er in dem sangesfrohen Watzenborn-Steinberg einnehmen muß. Alle Kräfte sind daher anzuspannen um dies zu erreichen. Ganz besonders freut es mich, in ihren Reihen soviel Jugend zu sehen, denn gerade die Jugend ist es, die wir in unseren Vereinen brauchen, damit sich das edle Erbgut des deutschen Liedes weiterpflanze von Generation zu Generation. Und fo wünsche ich dem neuen Gesangverein alles Gute für seine kommenden Arbeitsjahre." Nachdem der Kreiswalter den Vereinsführer Schäfer durch Handschlag verpflichtet hatte, überreichte er den Hakenkreuzwimpel zur steten Mahnung der Arbeit für unser deutsches Vaterland. Sodann richtete der Ortsgruppenleiter ermahnende Worte an die Sängerschaft und gab der Hoffnung auf gute Zusammenarbeit Ausdruck. Bürgermeister Schäfer überbrachte die besten Wünsche der Gemeinde, für den neuen Verein und führte weiter u. a. aus, daß er sich freue, nunmehr in feiner Gemeinde den fünften Männergesangoerein begrüßen zu können. Mit Stolz erfülle es ihn, sagen zu können, daß eine Gemeinde von 750 Familien 770 Sänger habe. Das sei für ihn als Oberhaupt der Gemeinde eine besondere Freude, denn wo das Lied wohne, da seien auch treue deutsche Menschen, die mit ehrlichem Willen mithelfen an dem Aufbauwerk unseres Führers. Die gesanglichen Leistungen der Sänger von Watzenborn-Steinberg seien nicht nur bekannt in der engeren Heimat, sondern auch weit über ihre Grenzen hinaus. Der Vereinsführer des Männergesangoereins „Liederkranz" dankte im Namen aller anwesenden Vereinsführer für die Einladung und versprach, mit dem neuen Bruderverein in gute Beziehungen und edlen Wettstreit treten zu wollen, zum Wohle des deutschen Liedes. Der Kreiswalter gedachte am Schlüsse noch des Führers und mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied fand der Gründungsakt sein Ende. In fröhlicher Sängerkameradschaft und bei manchem Liede blieben die Sänger noch lange beisammen. Nun wird in der „Harmonie" wieder neues Leben einziehen und der 75 Sänger zählende Chor, unter seinem Chorleiter Burger, ein wichtiges Glied des Sängerkreises Gießen und somit des Deutschen Sängerbundes werden. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 16. Nov. Unser Kirchendiener Karl Rinn konnte am Sonntag sein dreißigjähriges Jubiläum als Kirchendiener feiern. Von vielen Seiten wurden dem allseits beliebten Jubilar Ehrungen dargebracht. Im Hauptgottesdienft gedachte Pfarrer König des Jubilars. Am Nachmittag erschien der Männergesangoerein „Harmonie", zu dessen langjährigen Mitgliedern Herr Rinn zählt, und ehrte den Jubilar durch den Vortrag einiger Lieder. Vorstandsmitglied Heinrich Diehl übermittelte die Glückwünsche des Vereins. Zu den Gratulanten zählten auch der Kirchenvorstand, der Posaunenchor und der Frauen- und Mädchenchor, die am Sonntagabend Herrn Rinn gemeinsam ein Ständchen brachten. Pfarrer König, als Vorsitzender der beiden Chöre, überbrachte deren Glückwünsche und die der gesamten Kirchengemeinde. Er erwähnte u. a., daß der Jubilar unter der Amtstätigkeit von elf Pfarrern tätig gewesen war und bei 966 Taufen und 495 Trauungen mitgewirkt habe. 568 Gemeindegliedern hatte er in seiner langen Tätigkeit zu Grabe geläutet. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte der Ortsgeistliche Herrn Rinn ein Bild vom Altar unserer Kirche. Ferner verlas Pfarrer König ein Glückwunschschreiben des Vertreters der Landeskirche, Propst Knodt (Gießen). Das Dekanat Gießen hatte durch Dekan Sattler (Wieseck) seine Glückwünsche übersandt. Tief gerührt sprach Herr Rinn allen seinen Dank aus. Möge es ihm beschieden sein, noch viele Jahre das Amt eines Kirchendieners in unserer Gemeinde zu versehen. 00 Klein-Linden, 16. Nov. Im Saale des Turnerheims hielt am Samstagabend die hiesige Spar - und Darlehenskasse, die nach Verschmelzung mit dem ehemaligen Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen seit Anfang August die einzige Sparkasse unseres Dorfes ist, ihre außerordentliche Generalversammlung ab. Bürgermeister Fischer als Auftichtsratsvorsitzender gab zunächst einen kurzen Ueberblicf über die Geschäftslage des Warenumsatzes in der Verkaufsstelle des ehemaligen Raiffeisen-Vereins. Er betonte, daß der Warenumsatz in der Verkaufsstelle trotz des Zusammenschlusses beider Institute in den verflossenen Monaten weiter zurückgegangen fei. Um einer finanziellen Schädigung der Mitglieder vorzubeugen, habe der Vorstand der Kasse beschlossen, das Anwesen in der Kirchstraße samt der Verkaufsstelle zu verkaufen. Schreinermeister Wilhelm Fey als Direktor der Kasse gab ergänzende Erläuterungen, worauf der einstimmige Beschluß gefaßt wurde, das Anwesen zu verkaufen. Mitglied Karl Schmidt, Wagnermeister in der Frankfurter Straße, erwarb das Anwesen durch Kauf. Die Verkaufsstelle wird damit aufgehoben, geht aber als private Verkaufsstelle durch Verpachtung des neuen Besitzers an den seitherigen Leiter der Verkaufsstelle, Kaufmann Wilhelm Fourier über, der auch die gesamten Warenbestände käuflich erwirbt. Die Generalversammlung stimmte noch einer Aenderung des Paragraphen 21 der Satzung zu, wonach im Aufsichtsrat der Kasse in Zukunft 9, statt seither 6 Mitglieder, sitzen. Ferner wurde noch beschlossen, die Urkunden und Akten des früheren Raiffeisenvereins dem Mitglied Otto Hahn zur Aufbewahrung zu übergeben. wg. Großen-Buseck, 17. Nov. Nächsten Donnerstag, 19. November, feiern Bäckermeister Otto Reuter und seine Ehefrau Elisabethe, geb. Rühl, Alten-Busecker Straße wohnhaft, ferner Gemeinde-Faselwärter Heinrich Balser und Ehefrau Elisabethe, geb. Merz, wohnhaft Anger, das Fest der silbernen Hochzeit. — Nächsten Mittwoch, 18. November, feiert der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Weichensteller i. R. Konrad Walter, Zeilstraße 53, seinen 92. Geburts - t a g. Der Jubilar nimmt noch regen Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit. — Am gleichen Tage feiert Frau Marie Wagner, geb. Pfeffer, Wwe., Oberpforte 15, ihren 8 0. Geburtstag. * Treis a. d. Lumda, 16. Nov. Am Samstag gegen 21.45 Uhr fuhr ein Personenauto aus Lollar, dessen Lenker kurz vor unserem Orte elney entgegenkommenden Auto ausweichen wollte uni dabei einen vom Sturm herabgerissenen Ast eine, Baumes nicht bemerkte, gegen einen Baum. Der Kraftwagen wurde dabei beschädigt, die Per. fönen blieben zum Glück unverletzt. * Albach, 16. Nov. Der hiesige Turnver, e i n feierte am Samstagabend in einfacher, wüt- diger Form das Fest feines 25jährigen Be> stehens, wobei besonders die noch lebendem Gründer des Vereins und sein Ehrenpräsident, Leh, rer G r o h, durch den derzeitigen Vereinsleiter Johann Heinrich Schäfer, geehrt wurden. + Albach , 17. Nov. Am 19. November feiern der Landwirt, Ortsbauernführer, Gemeinderechnei und Mitglied des Kirchenvorstandes Otto Zim, m e r und seine Ehefrau Auguste, geborene Balser, das Fest der silbernen Hochzeit. An den gleichen Tage wurden vor 25 Jahren noch zwei weitere Paare in der Kirche zu Albach getraut, eins ist nach Steinbach verzogen, von dem zweiten ist der Mann Wilhelm Weisensee am 13. Auguh 1915 im Argonnerwald gefallen und die Witwr Katharina Weisensee, geborene Braun, ist von hiei nach Reiskirchen verzogen. 5 Steinbach, 17. Nov. Am 19. Novembe, feiern die Eheleute Maurer Emil Karl Schwalb und Anna, geb. Bender, das Fest der silbernen Hochzeit. = Göbelnrod, 16. Nov. In unserem Drft fand dieser Tage eine Verdunkelungsübunq statt. Die Einwohner leisteten den Anweisungen sorgfältig Folge, so daß die Uebung einen befriedigenden Verlauf nahm. Eine öffentliche Kritik in Rathaussaal schloß die Uebung ab. Eine weiten und größer angelegte Verdunkelung soll im Januar stattfinden. * Watzenborn-Steinberg, 16. Nov. Aut der Landstraße Grüningen-Steinber^ sind zur Zeit Ausbesserungsarbeiten im Gange. Da außer dem jetzt verwandten Straßenbaumaterial weiteres Flickmaterial für die Straße vorgesehen ist, kann mit einer Waldigen Beseitigung der Schlag, löcher gerechnet werden. cv> Eberstadt, 16. Nov. Der von den hiesiger Bauern gezogene Flachs konnte dieser Tage aö- geliefert werden. Es waren 80 Zentner geerntet worden. Drei hochbeladene Leiterwagen konnten m die Fabrik nach Bellersheim gebracht werden. — In letzter Zeit wird häufig darüber geklagt, daß Schnecken und Mäuse in den Roggenfelder^ großen Schaden anrichten. Viele Aecker hoben so sehr gelitten, daß sie umgesät werden mußten ch Ober-Bessingen, 16. Nov. Bei der am Freitag und Samstag durchgeführten Treibjagt in den Gemarkungen Ober-Bessingen—Nonnenroch und Ober-Bessingen—Ettingshausen wurden 30 Hasen und 3 Füchse zur Strecke gebracht. Während oet Jagd wurden auch Wildschweine an verschiedenen Stellen gesehen, allerdings konnten sie nicht zum Abschuß gebracht werden. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 17. Nov. Unser Mitbürger Llldwig B e st und seine Ehefrau Katharine, geb. Rinn, feiern heute das Fest der Silberhochzeit. Plockstraße 7 die führende Maß-Schneiderei 6567 D Oie glückliche Geburt eines kräftigen Zungen zeigen in dankbarer Freude an Sophie-Eharlotie Scheibe, geb. Geest Gießener Konzertverein Montag, 23. November, 19.30 Uhr, in der Stadtkirche Orgel-Abend Günther Ramin Organist zn St. Thomas in Leipzig. Orgel-Werke von Sweeling, Buxtehude, Bach, Reger und Ramin. 72390 Eintrittskarten: RM. 1.-, 1.50, 2.25 und 3.- bei Ernst Challier u. abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im Studentenheim. — Deutsche Bühne halbe Preise. 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