Samstag, \l. Oktober 1936 186. Jahrgang Ur. 244 Erstes Blatt Sietzener Anzeiger Die Wiederherstellung -er belgischen Neutralität D vielseitige kollektive Sicherheitsbürgschaften sei Ge» zu gewissen Punkten der ig Leopolds gebeten. Ei „Neutralitäts- 3 e&o' n. c. und den 3 K -0 3 o 3- 9 rangen v rede" König Leopolds gebeten. Erft wenn diese Erläuterungen in London ein gegangen seien, werde England in der Lage sein, der belgischen Regierung fein Ansicht zu der neuen belgischen Stellungnahme hinsichtlich de^ westeuropäischen Sicherheit mitzuteilen. „Times" stellt fest, daß ein Urteil über die tieferen Wirkungen der neuen belgischen Politik solange zurückgestellt werden müsse, bis die genauen Absichten der belgischen Regierung bekannt seien. Die Lage erfordere kühle Üeberlegung. Gewaltiges Aufbrausen sei weniger am Platze denn je. Die „Morning Post" meint, daß die Erklärung noch zu allgemein gehalten sei, um eine genaue Üeberlegung zu gestatten. „Daily Telegraph" erklärt, daß der belgische Wunsch, zur Neutralität zurückzukehren, mehr bedeute, als etwa nur ein neues Element der Unruhe, das in die europäische Lage gebracht würde. Die belgische Haltung, zwar verständlich aus der geographischen und poli- reich eine militärische und politische Verständigung mit der Sowjetunion eingegangen sei, bedeute das belgisch-französische Bündnis für Belgien ein starkes Risiko. Die Sozialisten in der Regierung van Zeeland seien sich darüber klar, daß das Zusammengehen mit den Kommunisten die innere Kraft Belgiens schwäche und die Selbständigkeit der belgischen Außenpolitik durch den Einfluß der abenteuerlichen und dauernd mit einem großen Kriege drohenden Moskauer Politik schmälere. Belgien habe schon bei den Besuchen des Ministers Beck in Brüssel und des Ministers van Zeeland in Warschau großes Verständnis für die polnische Politik gezeigt, die gegen weist darauf hin, daß dieses Durchzugsrecht im Falle einer kollektiven Aktion gegen den Angreifer überhaupt nicht sehr bestimmt umrissen sei. Ein großer Teil der Pariser Blätter bequemt sich nun doch zu dem Eingeständnis, daß der Hauptanlaß des Abrückens Belgiens von Frankreichs Polittk der Sowjetpakt und die zunehmende kommunistische Gefahr in Frankreich waren. So schreibt die „Liberte", die Verseuchung Frankreichs durch den Bolschewismus habe Italien, das neue Spanien, Rumänien und die Länder Mitteleuropas Frankreich entfremdet. Jetzt springe auch Belgien ab und morgen werde vielleicht England folgen. Müsse man denn erst am Boden liegen, damit die Franzosen ihren Wahnsinn und ihr Unglück begriffen? Wolle man sich noch länger unter das Joch des Staatsfeindes Nr. 1 beugen? Sehr pessimistisch sieht das „Journal des Debets, den Besprechungen entgegen, durch die die französische Regierung wenigstens etwas von der belgischen Freundschaft retten möchte. Man werde sich wiederan Formeln klammern, hinter denen man friedlich schlummern könne. Eine Besserung der diplomatischen Lage Frankreichs sei nur möglich, wenn man innen- und außenpolitisch nicht mehr als Verbündeter des Kommunismus auftrete. oder des Ueberfliegens des belgischen bietes nicht im französischen Sinne geklärt worden. Offenbar werde das belgische Volk jetzt Frankreich und England derartige Versicherungen überhaupt nicht geben, und wenn später, so auch nicht aus freien Stücken. Das Blatt Brüssel, 16. Okt. (DNB.) Die Kommentare der belgischen Presse zu der Rede König Leopolds lassen erkennen, daß die Grundtendenz seiner Erklärungen von der übergroßen Mehrheit der öffentlichen Meinung gebilligt wird. „20. Siecle" schreibt: Die maßgebenden französischen Kreise hätten sich trotz der Warnungen der belgischen Minister und der Vertreter Belgiens im Ausland durch d i e Ereignisse überraschen lassen. Das stifte eine Verwirrung in den Köpfen. Die Kommentare der französischen Presse ließen Kaltblütigkeit vermissen. Frankreich werde allerdings infolge der entschieden unabhängigen Haltung Belgiens gezwungen sein, seine internationale Politik zu revidieren. Wenn die Franzosen sich jeder Feindseligkeit gegenüber Belgien enthalten wollten, dann werde die Freundschaft zwischen beiden Ländern noch für lange Jahre blühen. Andernfalls würde sie das traurige Schicksal der französisch-polnischen Beziehungen erfahren. — „Libre Belgique" schreibt von der „unwürdigen Sprache der Pariser Presse" und wendet sich gegen die Behauptung, daß die Rede des Königs einer einseitigen und unzulässigen Annullierung aller internationalen Abmachungen gleichkomme, die Belgien seit 20 Jahren unterschrieben habe. Nichts sei falscher als das. Belgien bleibe seinen Verpflichtungen treu, namentlich denen des Völkerbundspaktes. Wenn es über neue Abmachungen verhandele, werde es aber prüfen, ob es neue Verpflichtungen übernehmen könne. Eden bittet um Erläuterungen. London, 16. Okt. (DNB.) Außenminister Eden hat den belgischen Botschafter Cartier de Marchienne um weitere Erläute- Überlegungen der pariser presse. Eowjetpakt und rote Gefahr in Frankreich die Beweggründe für den belgischen Schritt. 5 ; s ’ p A Paris, 17. Okt (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Samstagmorgenpresse verstärkt den beruhigenden Ton, den sie teilweise schon am Freitag bei der Behandlung des Kurswechsels in Belgien angeschlagen hatte. Als Grund für die ruhigere Beurteilung der Lage wird eine Unterredung herangezogen, die der französische Botschafter in Brüssel La Roche am Freitag mit dem belgischen Außenminister Spaak hatte. Das „Echo de Paris" spricht von einer Abrundung der allzu scharfen Ecken der ersten belgischen Ankündigung. Die belgische Regierung habe der französischen Regierung mitteilen lasten, daß sie ihre derzeitigen Verbindlichkeiten einhalten wolle; erst für den zweiten W e st p a k t wünsche Belgien die Bestätigung seiner Vorrechte als garantierte Nation ohne eigene Garantenpflichten. Außerdem werde sich die Brüsseler Regierung in Gens für eine Auflockerung des Artikels 16 der Völkerbundssatzungen einsetzen sowie unverzüglich Vorbehalte gegen den Absatz dieses Artikels machen, der im Falle eines kollektiven Vorgehens der Staaten gegen einen Angreifer das Durchzugsrecht bejaht. Französischerseits, so bemerkt „Echo de Paris", könne man sich zu dieser Entwicklung der belgischen Haltung nur beglückwünschen, auch wenn sie sich mehr auf die Form als auf den Inhalt beziehe. Immerhin habe die Rede König Leopolds die Strömung gestärkt, die Belgien feit langem von Frankreich abspenstig machen wolle. Nach dem „Oeuvre" sei in der Unterredung Spaak-La Roche die für Frankreich hauptsächliche Frage des Rechts des Truppendurchzugs tischen Lage heraus, verringert sichtbar die Aussichten auf einen Westpakt, der für Westeuropa neue Sicherheit bringen sollte. England müsse nunmehr daran gehen, sich so stark wie m ö g l i ch zu machen, um jeder Drohung in irgendeinem Teil des Empires zu begegnen. Verständnis in Polen. Gegen Verpflichtungen in einem kollektiven Sicherheitssystem. Warschau, 16. Okt. (DNB.) In der belgischen Neutralitätserklärung sieht der Krakauer Illustrierte Kurier einen Ausdruck der belgischen Befürchtungen, in einen europäischen Krieg nur 1» eines militärischen Vorwerks Fs.?Eelchs und for derten die Kündigung des franzosisch-belglschen litäroertrags Im letzten Wahlkampf tm Mai dieses Jahres haZen diese Punkte im Vor ergründ gestanden. Das Ueberqewicht, das die Flamen nach den Wahlen in beiden Häusern des Parlaments besitzen mag zu einem guten Teil von ihrem entschiedenen treten für die Wiederherstellung völliger Un° - hüngigkeit Belgiens herrühren. Leon T -_g J ‘ Bemann "sit'zwk/ SÄ als Füh/er der Junqkatholiken gegen die Parielburokratle der Katholischen Partei im mnerpolitlichen Kampf für die Stärkung der Staatsgewalt g-g-n pa^amenta- rische Mißwirtschaft groß geworden, aber auch er tritt mit Energie für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Belgiens gegenüber Großmachteichlussen ein. Das ist also die innerpolitische Plattform, von der aus der König im Einverständnis mit der Regierung van Zeeland den Kurs vollständiger Neutralität ansteuern konnte. , . . Selbstverständlich haben auch die letzten außen- politischen Ereignisse lhre Wirkung auf die of ent- liche Meinung Belgiens nicht verfehlt. Der Mlll 5 5 d'- 4b« M p^s- r durch den französischen Militärpakt mit Sowjetrußland zog. Mit Locarno war der belgischen Sicherheit die wichtigste Stütze entzogen, denn die militärischen Abmachungen mit Frankreich aus dem Jahre 1920 drohten nach Abschluß des französisch-russischen Militärpakts aus einer Garantie der belgischen Sicherheit zu einer schweren Belastung zu werden. König Leopold hat mit seiner Erklärung vorn 14. Oktober aus dieser von Grund auf veränderten außenpolitischen Lage entschlossen die Folgerung gezogen. Indern Belgien sich von einem bisherigen Bundesgenossen distanziert, dessen Volksfrontexperiment unter dem Einfluß Moskaus mit Frankreich auch Belgien in gefährliche Abenteuer hineinzureißen droht, sucht man in Brüssel nach einer neuen Plattform, die eine nach allen Seiten hin unabhängige Politik erlaubt. Dabei wird auch der Wunsch maßgebend gewesen sein, noch vor Beginn der Verhandlungen über einen neuen Westpakt Belgiens Auffassung eindeutig klarzulegen. Sie läuft darauf hinaus, künftighin keinerlei Verpflichtungen zu übernehmen, die nicht von ausschließlich belgischem Interesse diktiert sind und dieses Interesse in einer absoluten Neutralität nach allen Seiten zu sehen, die es Belgien erlaubt, aus den Streitigkeiten seiner Nachbarn herauszubleiben. Es kann nicht wundernehmen, daß die Ankündigung dieses radikalen Kurswechsels des ältesten und am treuesten befundenen Bundesgenossen i n Paris trotz der warnenden Vorzeichen einige Bestürzung hervorgerufen hat. Denn die Folgen für Frankreich, wenn, woran kaum gezweifelt werden kann, in Brüssel auf den Entschluß die Tat folgt, können nicht gut überschätzt werden. Einmal würde sich rein strategisch für Frankreich die Notwendigkeit ergeben, die gegenwärtig nur bis Meziöres laufende Maginottinie auch längs der französisch-belgischen Grenze bis zum Meere hin auszubauen, denn da der belgische Ministerrat anscheinend bereits beschlossen hat, in Zukunft auch an der französischen Grenze belgische Truppengarnisonen einzurichten, muß man in Paris auch für den Bestand der zwischen den Generalstäben Frankreich und Belgiens getroffenen Abmachungen fürchten, die es den Franzosen bislang erlaubten, in dem belgischen Befestigungssystem eine Fortsetzung ihres eigenen zu sehen. Weiter würden aber auch die militärischen Abmachungen zwischen Frankreich und England in Frage gestellt, wenigstens soweit sie Versamm- lungsplätze für ein englisches Landungskorps und Flugzeugstützpunkte auf belgischem Boden vorsehen. So würde sich die Erklärung des Königs der Belgier nicht nur gegen die militärpolitische Abhängigkeit von Frankreich wenden, sondern in ge- i=®c ■52 3 1=^ 2.R • ß. O R=3 = ^3-5 er IA * wisser Weise auch Baldwins vielbesprochenen Satz von dem England, das seine Grenze am Rhein verteidigen werde, auf das Maß zurückfüh- ren, das sich mit einer selbständigen Politik Belgiens vereinigen läßt. In diesem Zusammenhang ist eine Erinnerung an die Geburtsstunde des belgischen Staates nicht uninteressant. Als im Sommer 1830 der belgische Aufstand gegen den König Wilhelm der Niederlande die Verträge von 1815 zerriß, die den Bestand der Niederlande unter die Garantie der vier Großmächte England, Oesterreich, Preußen und Rußland gestellt hatte, und nun König Wilhelm zur Wiederherstellung des Vertragszustands die bewaffnete Intervention der Großmächte verlangte, beschränkten sich diese einzig und allein auf die Forderung, das Verteidigungssystem gegen Frankreich zu erhalten, das soeben erst als Barriere an der Westgrenze der damaligen Niederlande nach Plänen des Herzogs von Wellington gegen einen französischen Einbruch mit einem Aufwand von 150 Millionen Franken errichtet worden war. Und gerade der englische Außenminister Lord Palmerston war es, der trotz des von ihm und den Whigs vertretenen Grundsatzes der Nichteinmischung in den belgischen Unabhängigkeitskampf auf das „belgische Bollwerk gegen Frankreich" nicht verzichten wollte. Geschleift wurden von dem ganz nach Südwesten gerichteten Festungsgürtel Wellingtons die Plätze, die die Franzosen im Kriegsfälle eher erreichen konnten als die Engländer und Preußen, und erst nach 1859 unternahm Belgien ohne den Einspruch Preußens, Englands und Oesterreichs den Ausbau des nach beiden Seiten gerichteten Festungsdreiecks Namur — Antwerpen — Lüttich. Diese Reminiszenz zeigt, wie sehr die strategische Beurteilung Belgiens von der jeweiligen Konstellation der Großmächte abhing, wie sehr es Belgien aber auch daran gelegen sein muß, seine im Widerstreit mit den Interessen der rivalisierenden Großmächte erkämpfte Unabhängigkeit erneut nach allen Seiten hin zu befestigen, um weder ein „Bollwerk gegen Frankreich" wie nach den Befreiungskriegen, noch ein „französisches Bollwerk" wie in den Gene- ralstabsbesprechungen der Entente und wie nach dem Versailler Frieden im Zeichen des belgisch- französischen Militärvertrags zu sein, sondern ein selbständiges Belgien, das den Schutz feiner Neutralität ohne einseitige Bindungen der eigenen Kraft anoertraut, wie es König Leopold III. soeben proklamiert hat. Frankreich täte sicherlich gut daran, sich mit einer Lage abzuftnden, die cs selbst herauf- beschworen hals, als es ohne Rücksicht auf die deut- wL - J tf ß 2 5 lo s iS r-Z3-^ &s> -Mo - Cf 5 »K 5 3'5 o'SSt) -SS.'VS; " § Zö 2»; n P; o ®t "S-S-Ä 5 3 2.X.7C 2 q P 5 I sich zu zweiseitigen Verträgen mit hineingezogen zu werden. Seitdem Frank- • Nachbarstaaten entschlossen habe. Erscheint tflgltd), anher Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags Wz für die Mittagsnummer Beilogen: Die Illustrierte / . A ▲ KA ▲ AA A AA M AA ▲ A jA A AA bis 8>/,Uhr des Varmittag- ©iehene' ffamilicnblätttt H W BH ill ®runOptei|e fär 1 mm IjöDe tz^a. .mB.lt. D.e Schall. ■ KßM ■ |> BZ ÄV MW W W X flT W« 8 fljr W für Anzeigen oon 22 mm Monats Bezugspreis: M W W W Ww B SÄ E3 JF WWW S&T WWW W «Breite 7 Rps., für Text. Mit 4 Beilagen NM. 1.95 mW M W SK W W W SSL W A jSg W W Wk W W Wk W anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 B W W W HL Hfl HL W DL 50 Rps.,Platzvorschrift nach L°«ich.erfche^ V "V ▼ W ▼ ■ ▼ ▼ °°rh.Ver°inbg.2b°t. mehr, von einzelnen Nummern LrmStztgte Grundpreise: infolge höherer Gewalt __ e ä •• zIa < < ** Stellen-, Vereins-, gemein« MM Seneral-Anzeiger für lvberhefftn SM- Doftfcbedtonto* . behördliche Anzeigen 6Rpf. zranNurt am Main'11ö86 vru« unö Verlag: vrühl'fche Univerfitätr vuch- und Steindruckerei R.Lauge in Siehe». Schristieitung und Geschäftsstelle: Schllistrahe r MengenabfchwsieStaffel» 3 0'5=61 2.^o.2 e „'S'0 2.0 ö US*'*? 2 e ur-A Z.Z $ «> 32? =8 3 Re ° n> W 3 3 3 5 2-0 » t.® RR. 'S" 3 n = ff ~5-E 3 B n 2 3 VN - OO■ 3. C m l -n - I * cr'1O,3 c0» E I «AWWW liche Abneigung des alten Verbündeten sich dem Bolschewismus i.n die Arme warf. Wenn man in Paris in dem neuen Kurs Belgiens auch eine Absage an das System der kollektiven Sicherheit sieht und von dem Brüsseler Beispiel bedenkliche Rückwirkungen auf die Bundesgenossen in Südosteuropa befürchtet, so erkennt man daraus die innere Unsicherheit, die auck in der öffentlichen Meinung Frankreichs selbst schon Zweifel an der Richtigkeit des gegenwärtigen außenpolitischen Kurses auf- kommen läßt. Noch hat man allerdings am Quai d'Orsay aus den Erfahrungen nicht gelernt, daß, wie Alfred Rosenberg es soeben formuliert hat, nur die Achtung der inneren Lebensform, ein ehrlicher Ausgleich der Interessen und Schutz vor fremden Infektionskeimen die europäischen Kulturvölker zu fruchtbarer Arbeitsgemeinschaft vereinigen können. F. W. L. England beschleunigt seine Lustrüstungen London, 17. Oft (DNB. Funkfpruch.) „Daily Telegraph" kündigt eine weitere Beschleunigung der britischen Luftrüstungen an. Das Kabinett habe eine nochmalige Nachprüfung der Fortschritte im Aufrüstungsprograrnrn angeordnet. Besondere Aufmerksamkeit werde der Luftrüstung zugewandt. Wenn die Regierung eine weitere Beschleunigung des Luftrüstungsprogramms verkünde, so werde sich auch die Notwendigkeit neuer Durchführungsmaßnahmen ergeben. Drei Möglichkeiten bestünden dafür: eine stärkere Kontrolle der Rüstungsindustrie unter möglichst kriegsähnlicher Organisierung, Kauf fremder Flugzeuge und größere Unterstützung der Industrie zur Errichtung neuer Fabriken. Die Kommission für die Waffenindustrie hat sich energisch gegen eine Verstaatlichung der Rüstungsindu- strie im Frieden ausgesprochen. Es werden jedoch Vorschläge für eine Staatskontrolle über die privaten Unternehmungen gemacht. Dabei hat sich die Kommission wahrscheinlich von dem Gedanken leiten lassen, das Gefühl zu stärken, daß Mißbräuche ausgeschlossen sind. Daher wird auch die Ernennung eines Ministers zur Ueberwachung der Vergebung von Aufträgen empfohlen. Nationalistische Erfolge an allen Fronten. Burgos, 17. Okt. (DNB.) An der Aragon- Front kam es zu einem schweren Gefecht, bei dem die Marxisten, völlig geschlagen, sich in wilder Flucht zurückziehen mußten. Sie ließen 60 Tote zurück, hauptsächlich Franzosen und Sowjetrussen. Auch mehrere Frauen waren unter den Toten. An der Toledo-Front eroberten die Nationalisten eine stark befestigte Feldstellung der Marxisten und erbeuteten zahlreiches Kriegsmaterial. Die Verluste der Roten betrugen 80 Tote. Der rote Kriegskommissar ander Asturien-Front hat nach Madrid gefunkt, daß die Lage sehr ernst sei. Die Stellungen seien nicht zu halten, wenn die Bombadierungen durch die nationalistischen Flieger andauerten. General Queipo de Llano erklärte, daß er bei einer Besichtigung der eroberten Dörfer im Pe- narroya-Gebiet erneut die Grausamkeit der roten Truppen habe feststellen können. In Pueblo Neoo del Terrible befanden sich 73 Männer der Rechtsparteien in den Händen der Roten, die sie zu erschießen drohen. Er könne nur versichern, daß hundert Marxisten das gleiche Schicksal wie die 73 gefangenen Rechtsmänner erleiden würden. Die Verteidigungswerke und Schützengräben der Marxisten seien teilweise aus Eisenbeton gebaut, was auf die Mitarbeit fremdländischer Ingenieure schließen lasse. Von solchen Gräben aus hätte ein Dutzend entschlossener Männer die ganzen nationalistischen Truppen mit Maschinengewehrfeuer aufhalten können, aber die roten Kämpfer seien ebenso feige wie verbrecherisch und hätten die Flucht oorgezogen. In Madrid herrsche völlige Anarchie. Auch die letzte Eisenbahnzufuhrstrecke Madrid—Ciudad Real sei bedroht. Die Milizsoldaten weigerten sich an die Front zu gehen. Auch Moskau scheine nicht zu glauben, daß für die Kommunisten viel getan werden könne. In der Nacht zum Freitag fingen vier bewaffnete Fischerboote der Nationalisten auf hoher See den roten spanischen Handelsdampfer „G a l e r n a" ab und brachten ihn in den Hafen von Pasajes ein. Das Schiff hatte 8 0 spanische Rotgardisten, einen Fliegeroffizier französischer Nationalität und mehrere Waffenhändler an Bord, die es v n n Bayonne nach Bilbao bringen sollte. Die „Galerna" war von zwei roten spanischen Torpedobooten begleitet. Infolge der Dunkelheit hatten die Torpedoboote das Handelsschiff verloren. In Bilbao trafen 30sowjetrussische Flugzeugführer und mehrere' Flugmaschinen ein. Schweizerische Wehranleihe überzeichnet. Bern, 16. Okt. (DNB.) Die Zeichnungen auf die Anleihe von 235 Millionen für die Bedürfnisse der Landesverteidigung, für die bis zum 15. Oktober eine erste Tranche von 80 Millionen aufgelegt war, haben einen Betrag von rund 3 3 0 Millionen Franken ergeben. Damit ist der Betrag der ersten Tranche u m d a s Vierfache, der Gesamtbetrag der Anleihe um etwa 100 Millionen überzeichnet. Die Zahl der Zeichnenden beläuft sich auf 190 000. Bundespräsident Meyer stattete dem Schweizer Volk in einer Ansprache den Dank des Bundesrates ab. Das großartige Zusammenwirken aller Volksteile habe zu einer Manifestation geführt, die als Bekundung des Wehrwillens der Schweiz von größter Bedeutung sei. Auch das Ausland werde spüren, wie tief das Schweizer Volk mit seiner Unabhängigkeit und Freiheit verwachsen sei. Für die Landesregierung sei diese glänzende Vertrauens- kundgebu'ng ein Ansporn, nichts zu unterlassen, was für den Bestand der Schweiz notwendig sei. Die Bekanntgabe des Ergebnisses wurde mit Glockengeläut und festlichen Kundgebungen gefeiert. Hube in valä^na London, 17. Okt. (DNB.) Wie aus Jerusalem berichtet wird, ist auch der Freitag bis auf kleine Zwischenfälle in ganz Palästina ruhig verlaufen. Man nimmt daher an, daß nun die umfangreichen militärischen Maßnahmen der britischen Regierung wieder ab gebaut werden und daß Handel und Verkehr in kürzester Frist wieder normal durchgeführt werden. In London vermutet man, daß die Unter- suchungskommifsion für Palästina sich in etwa acht Tagen einschiffen wird, um möglichst bald einen Bericht über die Ursache der Unzufriedenheit der Araber und die Mittel, um diese abzustellen, zu verfassen. (Siegen das Volksfrontexperiment in Frankreich. Dreihundert französische Zeitungen im Kampf gegen den Kommunismus. Paris, 16. Okt. (DNB.) Ein Angriff großen Stiles gegen die Volksfrontregierung ist von der national eingestellten französischen Presse eingeleitet worden. 300 Zeitungen und Zeitschriften haben am Freitag gemeinsam einen Aufruf an das Land veröffentlicht, in dem mit der viermonatigen Regierungstätigkeit des Kabinetts Leon Blum in schärfster Weife abgerechnet wird. Die Volksfrontregierung fei in Wirklichkeit eine sozialistische Regierung in Gefangenschaft der Kommuni st en. Eine amtliche Flugschrift der kommunistischen Partei stelle ausdrücklich fest, daß „Volksfrontregierung" eine Regierung bedeute, die der Kommunistischen Partei Frankreichs alle nur denkbaren Agitations- und Organisationsmöglichkeiten gebe. Tatsächlich sei die Regierungsgewalt in die Hände geheimer Mächte geglitten, die die Sowjet i- sierung Frankreichs vorbereiten. Die Streiks seien der Beweis dafür, daß die Regierung Blum völlig die Gewalt über die Massen verloren habe. Der Geist des Aufstandes mache sich in den Fabriken, Werkstätten und Büros bemerkbar. Die Dolksfrontregierung fei eine Regierung ohne jede Autorität. Die auswärtige Politik habe einen Keil zwischen Frankreich und Italien getrieben und lasse Frankreich der deutschen Gefahr gegenüber allein. Das Experiment Blum sei verurteilt, denn die Volksfrontregierung habe den Frieden im Innern, den allgemeinen Wohlstand, die Erhaltung des Franks, die diplomatische Entspannung in Europa versprochen. Und was habe sie zustandegebracht? Die Vernichtung der nationalen Wirtschaft, die Spaltung Frankreichs in zwei feindliche Lager, ein Anwachsen des kommu- nistischen Geschwürs, Lebensteuerung, Sturz des Francs und verstärkte Kriegsgefahr. Franzosen, schließt der Aufruf, nichts wird besser, solange Leute am Ruder sind, die für die Sowjetisierung des Landes offen oder versteckt eintreten. Das Experiment Blum muß eines Tages ein elendes oder tragisches Ende nehmen. Auf diese Gelegenheit wartet nur d i e Kommunistische Partei, um den Generalstreik zu verkünden und ihre Diktatur zu errichten mit den Schrecken und Scheußlichkeiten im Gefolge wie einst in Sowjetrußland, in Ungarn, in Italien und heute in Spanien, wo die Volksfrontwahlen zwangsläufig eine blutige Katastrophe heraufbefchworen haben. Für uns ist die Gefahr die gleiche. Franzosen ohne Unterschied Eurer Meinung, schart Euch zum Schutze der französischen Zivilisation zusammen und tretet hinter die Männer und Gruppen, die dem perfidesten und gefährlichsten Feind der Zivilisation, dem Kommunismus, den Kampf bis aufs Messer geschworen haben! Protest gegen VetriebsbeWagnahme. Paris, 17. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der französische Arbeitgeberverband hat an den Ministerpräsidenten ein scharfes Protestschreiben gerichtet, in dem er sich dagegen wendet, daß mit zweierlei Maß gemessen werde. Die Regierung habe gestern ein bestreiktes Unternehmen, das auch für die Zwecke der Landesverteidigung arbeite, beschlagnahmt, damit die Arbeit wieder ausgenommen werde. Die Regierung hätte eine so schwerwiegende Maßnahme sicher nicht zu ergreifen brauchen, wenn sie während der Streits für die Achtung der Arbeit s f r e i h e i t und des Privateigentums gesorgt hätte. Die Beschlagnahme scheine die Einleitung zu einer unmittelbaren Uebernahme der Unternehmungen. Das wäre ein Mißbrauch der Befugnisse, die die Regierung im Interesse der Landesverteidigung in der Hand habe, nicht aber um willkürlich einen Konflikt zu regeln, dessen gesetzliche Lösung seit Wochen mißachtet worden sei. Zusammenstöße zwischen Bauern und Arbeitern. Paris, 17. Okt. (DNB. Funkspruch.) In eine Zuckerfabrik bei Chartres waren in der Nacht etwa 500 Arbeiter eingedrungen und hatten 200 Arbeiter der Nachtschicht trotz deren Protest gezwungen, den Betrieb stillzulegen. Dadurch entstand ein Sachschaden von mindestens 1 Million Franken, da durch die Stillegung der Kessel sich die Zuckermasse kristallisierte und in den Der Striegel. Von Paul Ernst. In meiner Heimat gibt es einen Teich, welcher drei Viertelstunden im Umfang hat. Man kann sich denken, daß der Damm sehr lang und hoch sein muß; man geht fünf Minuten von einem Ende zum andern. In der Mitte steht das Striegelhaus. Das Scheid, welches den Abzugsgraben sperrt, ist naturgemäß sehr stark und breit und wiegt viele Zentner; es hängt in langen eisernen Ketten; und so müssen gewöhnlich vier Mann den Striegel ziehen. Die Aufsicht über den Teich und das zu ihm gehörige Netz von kleineren Teichen und von Gräben hat ein Grabensteiger. Zur Zeit, als die folgende Geschichte oorfiel, zum Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, war das ein Mann namens Pfennig, ein Riefe von Wuchs und Kraft. In einer Frühlingsnacht trat unerwartet starkes Tauwetter ein: der Schnee zerging, wie Zucker im Wasser; dann kam ein strömender Regen, wie sonst nur im Sommer ein heftiger Gewitterregen kommt, der kurze Zeit anhält. Am Tage vorher hatte es noch dicht geschneit, in großen Flocken? die sich weit hinlegen, und es war kein Windhauch gegangen. Auf den Fichten im Walde lag Schnee, vielleicht zwei Fuß hoch. In den strömte nun der Regen und machte ihn schwer. Die Bäume bogen sich und splitterten, mannsdicke Stämme wurden mit den Wurzeln aus dem Boden gerissen, sie fielen übereinander und türmten sich haushoch. Ein Lärmen war wie von Kanonenschüssen und Gewehrfeuer durch das Stürzen, Brechen und Splittern. Die kleine Ortschaft lag etwa eine halbe Stunde weit unterhalb des Dammes im Tal. Rings um die niedrigen Häuser dehnten sich die Wiesen, sie zogen sich zu beiden Seiten noch bis zur halben Höhe die Berge hinauf, dann stand da der Hochwald. Wie das Donnern des Schneebruchs kam, da schraken die Leute aus dem Schlaf auf, fuhren schnell in die Kleider, öffneten die Fenster und sahen hinaus. Sie riefen sich über die Straße zu, aber keiner konnte den anderen verstehen vor dem fürchterlichen Getöse. Plötzlich wurde in dem höllenmäßigen Heulen, Sausen, Klatschen, Brüllen, Splittern und Kracken ein neuer Ton gehört, ein langsam beginnendes und aufsteigendes Grollen, das mit einer Art von Klatschen endete, immer wieder langsam begann, anstieg und in Klatschen abschloß. Niemand wußte, was der Ton bedeutete. Plötzlich gellte eine Stimme über den Marktplatz: „Die Kühe los! Der Teich!" Ein einziger Schrei erscholl. Alle Leute stürzten in die Ställe; die Kühe waren unruhig, brüllten, stießen um sich, drückten die Leute an die Wand, die Leute fluchten, liefen mit dem laufenden Vieh; alles eilte dem linken Berg zu, welcher der nächste war, und kletterte keuchend, das Vieh zerrend, schreiend, jammernd, den Berg hoch. Der Striegel des Teiches war nicht gezogen, denn es hatte niemand das heftige Tauwetter erwarten können; nun war aus tausend und abertausend Quellen, Rinnseln, Gossen, Läufen, Bächen das Wasser in den Teich gestürzt; der Spiegel war in kurzer Zeit gestiegen; als der Regen nachließ, machte sich ein Sturm auf, der das Wasser vor sich hintrieb, gerade gegen den Damm; das war der Laut gewesen, den man im Dorfe hörte. Wenn der Damm brach, dann stürzte das Wasser über die Ortschaft; es riß die Häuser fort, oerschlemmte die Wiesen und besäte sie mit Steinen, es wälzte sich weiter und vernichtete stundenweit das ganze Tal mit Menschen, Vieh, Häusern und Wiesen. Und der Damm mußte brechen, denn niemand konnte wagen, zum Striegel zu gehen. Die Leute standen auf einer Abflachung des Berges, fo hoch, daß sie über dem stürzenden Wasser waren, wenn es kam. Die Kühe, Ziegen, Schweine waren unter sie gemengt, sie liefen, brüllten, meckerten, grunzten und quiekten, rissen die Leute um und schleiften sie hinter sich her. Einige Menschen fluchten und schrien; einige suchten das fliehende Vieh wieder einzufanqen; Kinder weinten, Frauen trösteten sie iammernd; eine Familie, Vater, Mutter und drei Kinder, knieten im nassen Schnee und fangen mit gefalteten Händen ein Kirchenlied, ein Greis saß in seinem Lehnstuhl, der ihm gerettet war, klagte über seine nassen Füße und fragte neugierig, weshalb man hier draußen fei. Der Regen hatte ganz aufgehört, aber nun fegte der Sturm noch fürchterlicher das Tal hinunter, daß Frauen und Kinder uwstürzten, Männer sich aneinander festhielten, das Vieh von neuem unruhig wurde. Das unheimliche Geräusch des langsam ansteigenden Grollens mit dem abschließenden Klatschen wurde immer heftiger. Plötzlich stand die riesenhafte Gestalt des Grabensteigers Pfennig unter den Leuten. Er trug einen schweren Hebebaum auf der Schulter, an dem sonst zwei Mann ihre Last hatten. Seine Frau warf sich ihm kreischend entgegen, er schob sie fort; sie schrie: „Er will den Striegel ziehen." Eine tiefe Stille kam plötzlich, und aus der Dunkelheit, die ihn schon verschlungen, hörte man noch seine ruhige Antwort: „Wem die Kuh gehört, der packt sie beim Schwanz." Da war es, als ob ein Befehl kam; alle Menschen knieten plötzlich nieder in den nassen Schnee und fielensingend in das Kirchenlied ein; sie sangen: „Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesus wert. " Der Grabensteiger ging mühsam mit seinem schweren Hebebaum im Sturm, der ihn immer umwerfen wollte, auf dem schmalen Fußsteig, der in drittel Höhe des Berges zu dem Damm führte. Die halbe Stunde Weges wurde ihm sehr lang; er war in Schweiß gebadet, als er ankam. Aber schon bevor er den Damm erreicht hatte, konnte er sich nicht mehr aufrecht halten vor dem Sturm; er ließ sich nieder und kroch auf allen Vieren, den Hebebaum hinter sich herziehend. Der Sturm trieb auf der weiten Fläche des Teiches eine große Welle in die Höhe und jagte sie vom äußersten Ende bis zum Damm; und wenn sie klatschend anschlug, dann bog sich der Damm. Schon stand das Wasser so hoch, daß der Schaum der anklatschenden Welle über den Grabensteiger fortflog, als er oben auf dem Damm weiterkroch. Er beeilte sich, wie er konnte, denn bei jeder neuen Woge bog sich der Damm, bei jeder konnte er brechen. Aber wenn er sonst zwei Minuten bis $um Striegelhaus gebraucht hatte, so brauchte er jetzt gewiß zehn Minuten, denn er mußte nun wie eine Schlange auf dem Bauche gleiten; selbst den Kriechenden hätte der Sturm gepackt und in den Grund geschleudert. Endlich hielt er sich an einem Balken des Striegelhauses fest. Er schloß die Tür auf, von der Seite, damit die aufschlagende ihn nicht quetschte, und drückte sich in das Häuschen, seinen Hebebaum nach sich schleppend. Nun stand er darin und setzte das eisenbeschlagene Ende des großen Baumes in ein Loch der Welle: der Baum stand schräg nach oben; er sprang hoch, packte ihn, und es gelang ihm, ihn nieder- zuzieben. Träge bewegte sich die Welle, rollten sich die Ketten auf, und schon klang an sein Ohr das Rauschen des unten ablaufenden Wassers. Der Hebebaum war unten, der Haken an der Welle, der sie festhielt, schnappte ein, er steckte den Hebebaum in das nächsthohe Loch und zog wieder. Schwer war bas Ziehen, und nicht nur Arbeitsschweiß floß an dem Mann nieder, sondern auch der kalte Angstschweiß, denn er wußte nicht, ob seine Kräfte reichen würden, das Scheid hoch genug zu bringen; aber das Rauschen verstärkte sich, er brachte den Hebebaum wieder hinunter und den Haken zum Einschnappen. So geschah es noch mehren Male, bis bas Rohren festklebte, so daß ein Teil der Maschinen erst in dreiwöchiger Arbeitabmontiert, gereinigt und wieder aufmontiert werden muß. 5 00 Bauern der Umgebung, die von dieser Fabrikbesetzung vernahmen, zogen gegen die Zuckerfabrik. Dabei kam es zu schweren Schlägereien zwischen den Bauern und einem Zuge von marxistischen Streikenden. Da die Unruhen noch anbauern, hat bie Polizei Verstärkungen angeforbert Vor Wiederaufnahme der Arbeit der pariser Flußschiffen. Paris, 17. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Streik- ausschuß ber Flußschiffer in Paris hat mit 42 gegen 3 Stimmen bie Annahme bes neuen Lohnabkommens unb die Wiederaufnahme ber Arbeit beschlossen. Die streikenden Flußschiffer in Rouen haben das Abkommen nach zweimaliger Beratung nicht angenommen; sie werden den Streik fortsetzen und bie Sperrketten ihrer Kähne auf ber Seine aufrechterhalten. Die selbstänbigen Flußschiffer auf b e m Marne- Kanal, die des ihnen aufgezwungenen Streiks müde find, drohen, die von streiklustigen Schiffern gelegten Sperrketten zu durchbrechen, wenn die Behörden nicht den Kanal für die Schiffahrt freigemacht haben. Der Marne-Präfekt hat die Verstärkung der Mobilen Garde angeordnet. Scharfe Strafen gegen Wucherer Die Rechtspflege im Kampf gegen Preistreibereien. Berlin, 16. Okt. (DRV.) Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner hat an bie Strafverfolgungs- behörden folgenden Erlaß gerichtet: Auf dem Parteitag der Ehre hat der Führer, als er das weilgesleckte Arbeitsziel des zweiten Vierjahresplanes wies, jedem Deutschen erneut ins Herz gehämmert, daß alle Arbeit nur dann Erfolg haben kann, wenn vor dem Ich des Einzelnen das Wir der deutschen Volksgenossen sieht. Ebenso hat der Stellvertreter des Führers unlängst in Hof erklärt, daß der Nationalsozialismus gegen jeden, der auf kosten der Gesamtheit mit dem Lebensnotwendigsten Wucher treiben zu können glaube, mit drakonischen Maßnahmen vorgehen werde. Jedem Saboteur der nationalsozialistischen Grundforderung „Gemeinnutz vor Eigennutz" muß daher das Handwerk gelegt werden. Einen solchen Saboteur stellte der Polizeipräsident von Berlin kürzlich an den Pranger und warnte andere, die etwa zu gleichem Verrat an der Volksgemeinschaft bereit sein sollten. Die Rechtspflege hat energisch an der Seite der Polizei an der Bekämpfung und Vernichtung von Wucherern mitzuarbeiten. Gegen jeden solchen Schädling muß schleunigst, rücksichtslos und hart eingeschritten werden. Daher bringe ich heute die Allgemeine Verfügung vom 13. April 1935 (Richtlinien für das Strafverfahren) in Erinnerung, in der unter 3tt. 439 bestimmt wurde: „In einer Zeit, in der alle Volksgenossen Opfer bringen sollen, um den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und im Winter gegen Hunger und Kälte erfolgreich durchführen zu können und in der gerade die werktätige Bevölkerung ihre Opferbereit- schaft am deutlichsten beweist, muh es als besonders schwerwiegender Ver st oß gegen den Geist der Volksgemeinschaft bezeichnet werden, wenn einzelne gewissenlose Personen durch unberechtigte preis ff eigerungen und ähnliche Machenschaften ihren eigenen Vorteil über das allgemeine V o l k s w o h l stellen und das Werk des Führers dadurch gefährden. Für die Slrafverfolgungsbehör- den erwächst daraus die unbedingte Pflicht, gegen Preis st eigerungen und ähnliche Machenschaften, die durch Gesetz und Verordnung unter Strafe gestellt sind, in enger Zusammenarbeit mit den Verwaltungsbehörden u n v e r - Scheid unten über bie Hälfte hochgezogen war; nun brückten bie Wasser nicht mehr so 'stark da- gegen unb bas Ziehen ging leichter; bergeffalt roanb er es ganz hoch. Aber als der Haken an ber Welle zum letztenmal einschnappte, ba stürzte ber große Mann auch ohnmächtig um neben seinem Hebebaum, ber noch in ber Welle steckte. Die Grabenknechte waren mit in ber harrenben Menge; sie hatten sich zusammengestellt unb sahen sich verlegen an. Die Frau bes Steigers ging auf sie zu, spuckte vor ihnen aus unb rief: „Pfui, ein Knecht, der seinen Steiger ben Striegel ziehen läßt." Der eine sagte zu ben anbern Drei: „Die Frau hat recht, ich gehe nach": nun folgten ihm bie anbern, murrenb ünb unwillig. Als sie in bas Striegelhaus traten, erhob sich ber Steiger gerade von seiner Ohnmacht. Sie zogen ben Hebebaum aus ber Welle. „Schweinskerle", sagte ber Steiger zu ihnen, wendete sich und kroch aus der Tür, zurück zu den harrenden Leuten. Zeitschriften. — Mit dem prächtig ausgestatteten Oktoberhest eröffnet „Die Kun st" (Verlag Bruckmann, München) ihren 38. Jahrgang. Einen unerschöpflichen Reichtum aus dem Kunstschaffen der Gegenwart wie der Vergangenheit breitet diese vorzüglich redigierte Zeitschrift vor uns aus. Besonders ber» vorzuheben ist bas ausgezeichnete Bildmaterial in meist ganzseitigen, vollendet ausgeführten Reproduktionen. Das Heft bringt Beiträge über „Das Wandbild", über „Eugen Kerschkamp, einen rheinischen Maler", über den Plastiker „Herbert Garbe". Einen interessanten künstlerischen Anschauungsunterricht enthält ber Aufsatz „Fragment und Torso — Aufbruch zum Ganzen" von Gustav Stolze. Der Kunst ber Architektur und bes Räumlichen roenbet sich bie Veröffentlichung „Die neue Wandelholle mit Brunnentempeln in Bad Mergentheim" von Dr.-Ing. A. Gut zu. Der zweite Teil des Heftes bringt zahlreiche Beispiele und Anregungen über moderne Wohnbauten, geschmackvolle Heimgestaltung, Gartenkunst und Kunsthandwerk, z. B. Eigenheime von Architekt Max Eberhard Schuster, München, „Stuttgarter Gärten", Arbeiten von Rudolf Frank, „Vom schönen Schleiflack", „Arbeiten der Metallwerkstätten A. G. Bunge", „Neue Tapeten", „Altes und neues Parkett" u. a. m. Die Verbundenheit der Kunst mit den Dingen des täglichen Lebens findet hier ihren sinnfälligen Ausdruck. Wertvoll ist auch die Rundschau über kunfüerische Zeitereignisse, Ausstellungen, Auktionen und dgl. füglich und mit allem Nachdruck ein- 3 u f d) r e i t en und Strafen zu beantragen, die der besonderen Gemeinschadlichkell derartiger Verfehlungen Rechnung tragen.“ Das neue Strafgesetzbuch. Staatssekretär Freister zur Abschlutz- tagungderamtlichenStrafrechtskommissiou Berlin, 16. Okt. (DNB.) Staatssekretär Dr. Freister teilt in der „Deutschen Justiz" mit, daß die amtliche Strasrechtskommis- s i o n unter dem Borsitz des Reichsjustizministers Dr. Gürtner in den letzten Tagen des Oktobers zu einer abschließenden Tagung zusammentrete, in der die Arbeiten an dem Entwurf des kommenden Strafgesetzbuches in zweiter Lesung beendet werden sollen. Der fertiggestellte Entwurf werde dann mit der inzwischen ebenfalls ausgearbeiteten Begründung in der für die Gesetzgebung vorgesehenen Weise weitergeleitet werden. Der Staatssekretär erinnert daran, daß der Führer und Reichskanzler im Herbst 1933 den Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner beauftragt habe, einen den Anschauungen und Bedürfnissen des neuen Staates entsprechenden Entwurf eines Strafgesetzbuches auszustellen und zu diesem Zweck eine amtliche Strafrechtskommission zu berufen. Als Vertreter der NSDAP, sei von dem Stellvertreter des Führers nach Vortrag beim Führer gemäß dessen persönlicher Entscheidung der Rechtsanwalt Graf von der Goltz in die Kommission entsandt worden, der seitdem in allen Tagungen mitgearbeitet habe. Wie der Nationalsozialismus die geschichtliche Berufung für Gesetzgebung und Erneuerung des Rechtes in sich trage, so liege i n diesem amtlichen Auftrag des Führers die Berufungxder amtlichen Strafrechtskommission zur Erneuerung des Strafrechtes. Der Staatssekretär schließt mit den Worten: „Wenn die Kommission jetzt ihre Arbeit abschließt, so muß anerkannt werden, daß sie sich ihre Arbeit nicht leicht gemacht hat. Sie hat Wert darauf gelegt, in gründlicher Arbeit und in schwerem Ringen mit der Fülle der auftauchenden Fragen ein nationalsozialistisches Strafrecht zu gestalten. Dabei ist sie sich bewußt gewesen, daß eine solche gründliche Arbeitsweise und eine kämpferische Auseinandersetzung mit allen Problemen aus dem Geist der neuen Weltanschauung heraus der Arbeitsart des Nationalsozialismus enspricht. Stets sind von Nationalsozialisten klare Erkenntnisse in hartem geistigen Ringen geboren worden. Der Reichsminister der Justiz wird nunmehr bald dem Führer melden können, daß ein Entwurf für das neue Strafgesetzbuch fertig- gestellt worden ist." Oie Wartezeit zwischen Wehrdienst und Arbeitslosenunterstützuna. Berlin, 16. Okt. (DNB.) Eine neue Verord- rrung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung regelt die Wartezeit zwischen Wehrdienst und Arbeitslosenunterstützung. Der Präsident der Reichsanstalt bestimmt, daß Arbeitslose, bie xus dem aktiven Wehrdienst entlassen sind, eine Wartezeit bis zur Arbeitslosenunterstützung nur zurückzulegen haben, wenn sie zwischen ihrer Entlassung und der Ar- beitslosmelduna mehr als 13 zusammenhängende Wochen als Arbeiter oder Angestellte beschäftigt waren oder eine neue Antwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung erworben haben. Damit ist die Wartezeit nach Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst ebenso günstig geregelt, wie es für die Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes geschehen ist. Die Neuregelung ist bereits in Kraft getreten. Ein Vorkämpfer des Gudetendeutickiums. Freitag verschied in Berlin Dr. Alois B a e r a n , ein Vorkämpfer für die Rechte des Sudetendeutschtums und des Volksdeutschen Gedankens im Reich. Baeran stand, obwohl nicht mehr frontdienstpflichtig, Schulter an Schulter mit seinem Sohn an der italienischen Front. Ein erbitterter Kampf gegen die Entrechtung des Sudetendeutschtums trug ihm den Haß der Tschechen in einem Maße zu, daß er wiederholt vom Pöbel mißhandelt und verletzt, schließlich unschuldig zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde. Grausame Behandlung im Kerker machte den ehemals kraftstrotzenden Mann zum Krüppel. Fast erblindet verließ er nach Abbüßung seiner Strafe, umjubelt von der deutschen Bevölkerung, den Kerker Neue Verfolgungen zwangen ihn zum Verlassen seiner Heimat. Seither wirkte Dr. Baeran im Reich als Vorkämpfer des volksdeutschen Gedankens. Seine Vorträge, die er gemeinsam mit dem „Volksbund für das Deutschtum im Auslande" hielt, machten seinen Namen im ganzen Reich bekannt. Zwischen Katholizismus und Bolschewismus gibt es kein Kompromiß. Ein österreichischer Bischof nennt es das geschichtliche Verdienst des Nationalsozialismus, daß Deutschland nicht die revolutionäre Vorhut Moskaus in Europa geworden ist. Wien, 16. Okt. (DNB.) Eine Wiener Presse- korrespondenz veröffentlicht einen Aufsatz des als Rektor der Nationalstiftung Anima in Rom amtierenden österreichischen Bischofs Dr. Alois Hudal, in dem es u. a. heißt: Der Bolschewismus ist eine Seelenhaltung, in der ein stark n i h i l i st i s ch e r Zug des von allen religiösen Bindungen losgelösten dekadenten Judentums eine bedeutende Rolle spielt. Der Judenkampf kann deshalb auch niemals rein organisatorisch gewonnen werden, weil er eine weltanschauliche Krise ist, sondern muß auf geistiger weltanschaulicher Grundlage geführt werden. Wer mit Aufmerksamkeit die geistige Entwicklung Rußlands der letzten Jahrzehnte beobachtete, wird überdies bald sehen, daß die letzten Ursachen bolschewistischer Weltzersetzung nicht bloß in Rußland zu suchen sind, sondern daß wir es mit einem Einbruch westlicher europäischer De- kadenz in der russischen Seele zu tun haben, die durch ungesunde, soziale, religiöse und staatspolitische Verhältnisse für eine solche Krise bereits vorbereitet war. Niemand leugnet, d-aß in Rußland innerpolitische Umwandlun- gen sich vollziehen im Sinne eines Erwachens der früheren großen nationalen Vergangenheit des Reiches. Allein, dieser Vorgang ist solange eine Täuschung Europas oder eine Unmöglichkeit, als Millionen Menschen von einer HandvollfremderReligionshasserbe- herr scht und in ihrer kulturellen Freiheit niedergetrampelt werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß es noch nicht so lange her ist, daß Rußland, zum Teil mit gefälschten Pässen, seinebestenAgitatoren nach Deutschland gesandt hatte. In Vertin arbeitete Joffe, in Halle Sinowjew, in München und im nordischen Industriegebiet Radek, um das revolutionierte Deutschland zum Vorgelände der gegen Westen vorzutragenden Weltrevolution zu machen. Daß Deutschland bis jetzt nicht die revolutionäre Vorhut Rußlands für Europa geworden ist, wird das geschichtliche Verdien st desNationalsozialismus bleiben, dessen erste Vorkämpfer für die Weltanschauung Moskaus niemals etwas übrig hatten. Die Losung des Nürnberger Parteitages war für Anhänger und Gegner der Bewegung, wie immer sich der einzelne zum Programm stellen mag, mehr als der Aufschrei einer Nation gegen die militärische Umklammerungs- und Isolierungspolitik der letzten Jahre. Es war eine europäische Tat, die Rückbesinnung des Volkes auf die von Gott selbst gegebenen Werte: Volkstum, Voden, Heimat und Vaterland, in denen eine gewaltige Dynamik gegen den Einbruch fremder Welten gelegen ist. Der Bischof kennzeichnet dann einen der Unterschiede zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus, indem er ausführt: „Während der Bolschewismus wesentlich antireligiös ist, — die zur Religion erhobene Brutalität darstellt, — und den Begriff der Familie unterschätzt, will der Nationalsozialismus auf religiösem Boden bleiben, auch wenn der Begriff der Religion nicht ganz im Sinne der Ueberliefe- rung genommen wird, sondern sämtliche geistigen und religiösen Inhalte mehr nach politischen Gesichtspunkten geordnet werden. Die Sendung des deutschen Volkes in Europa ist gerade in der Gegenwart für diesen ganzen Kontinent entscheidend, und diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn jene beiden Staaten, die jahrhundertelang in engster geschichtlicher Entwicklung verbunden waren, ganz eines Herzens sind, auch in der Bekämpfung jener Elemente, die heute Europas Führerstellung bedrohen. Gewaltig steht die Zukunft des deutschen Volkes vor unserem Auge, die keine Macht der Welt in ihrem Gange hemmen wird, wenn die Bindung von Christentum und Germanentum erhalten bleibt, und nicht nun zur Spaltung des deutschen Volkes in zwei Konfessionen noch eine dritte Spaltung erstehen wird, die für immer die deutsche Einheit vernichten müßte. Wir lehnen deshalb mit aller Entschiedenheit die Auffassung vereinzelter kreise in Oesterreich ab, die glauben, daß Katholizismus und Bolschewismus eher zu einer Normalisierung kommen könnten als Vatikan und Reich, oder daß Rußland ein geeigneter Vertragspartner für Oesterreich ist, daß feiner räumlichen Entfernung wegen eine unmittelbare weltanschauliche Ein- slußnahme nicht so akut erscheinen lasse. Trotz aller Bemühungen der kommunistischen Kreise, katholische Idealisten oder Utopisten durch Versprechungen an sich zu ziehen, gibt es hier kein Kompromiß und keine Versländi- gungsmöglichkeit, sondern nur einen starken heiligen haß und Kampf bis zur Vernichtung. Der Bischof schließt u. a.: Für die Deutschen muß wieder jene große Linie mit eiserner Festigkeit geschaffen werden, die Rosenberg, der gegenwärtige weltanschauliche Leiter der Bewegung, in seinem Werk „Die Verbrechen der Freimaurerei", das vor der Machtübernahme erschien, in kluger Weise oorgezeichnet hat und das kein Katholik ober christusgläubiger Protestant besser aussprechen oder wünscken könnte. Deutsche Kraft muß in den nächsten Jahren notwendig mehr auf sozialem Gebiet tätig sein, aber was unbedingt auch eine innere (Erneuerung fordert, um damit die Sehnsucht vergangener Zeiten vollenden zu können: Eine kraftvolle Nationalkultur, erwachsen aus einem kraftvollen Christentum. Hungernde Sowjet-Bauern müssen in den Städten betteln gehen. Drohende Hungersnot an der Wolga und in Zentralrußland. Moskau, 17. Okt. (DNB.) Im November des vorigen Jahres hatte Stalin auf der Tagung der Mähdrescherführer in Moskau die Losung ausgegeben, in den kommenden Jahren einen Ernteertrag von 6 bis 8 Milliarden Pud (Ibis 1/ Milliarden dz zu erzielen. Bis jetzt schweigt sich die Sowjetpresse noch geflissentlich über den (Ertrag der diesjährigen Ernte aus. Sie hat es noch nicht gewagt, die Oeffentlichkeit davon zu unterrichten, daß m diesem Jahr über d i e Hälfte der gesamten Anbaufläche der UdSSR von einer furchtbaren Dürre heimge - sucht worden ist, die sich katastrophal auf die (Ernte ausgewirkt hat. Das Dürregebiet umfaßt fast das ganze europäische Rußland, besonders das Schwarzerdegebiet des Kursker und Woronescher Gebietes, sowie das gesamte Wolgastromland (Nishnij-Nowgorod, Samara, Saratow, Stalingrad). Durch die ungewöhnliche Sommerhitze ist fast überall in den genannten riesigen Gebieten die Sommerfrucht nahezu völlig verdorrt. Da die Sommerung besonders im Schwarzerdegebiet, in den Wolgagauen und erst recht in den Steppengebieten des Süd- ostens durchaus überwiegt, haben weite Landstriche in diesem Jahr überhaupt keine (Ernte ergeben. Besonders gelitten haben Kartoffeln und Futtermittel. Etwas besser hat sich die Wintersaat gehalten. So wurden in den Dürregebieten von der Winterfrucht wenig st ens Mißernteerträge erzielt, im Durchschnitt ungefähr 4—5 dz je Hektar. Vorläufige Schätzungen von ausländischen Sachverständigen errechnen den Gesamtausfall auf 300 Millionen dz, was beispielsweise rund 50 v. H. der vorjährigen (Ernte gleichkommt. Wenn man berechnet, daß bei einem Durchschnittsertrag von 3 Doppelzentner je Hektar ein Doppelzentner an den Staat und 0,7 Doppelzentner an die Maschinen-Traktoren-Stationen abgelie - f e r t werden müsse, während 1 Doppelzentner der Staat und 0,3 Doppelzentner der Viehfütterung vorbehalten werden sollen, so geht die Rechnung gerade auf, und für den Kollektivbauern selbst bleibt so gut wie nichts mehr übrig. Seine Löhnung für die Arbeit eines Jahres beträgt 0 bis 16 Doppelzentner Korn! Der Kolchosbauer hat mit dieser „Naturallöhnung" dabei gewöhnlich noch 3 bis 4 Jshdi- wenzy" („Mitesser") zu ernähren! Wie in den Hungerjahren 1921 und 1932/33, so seht auch bereits jetzt, einen Monat nach der Ernte, eine starke Wanderungsbewegung der Bauernschaft nach den Städten ein. Wer noch Hühner, Kartoffeln, Aepfel u. dgl. zu verkaufen hat, der schlägt seine letzte habe auf den Märkten der Städte los, und kauft sich dafür Brot. Einzelne Zentren, fo z. V. Saratow, find schon überflutet von bettelnden Bauern, die oft mit Frau und Kind auf der Straße hocken und die Vorübergehenden um ein Stück Brot a n f l e h en.Da der Geldlohn des Kollektivbauern ganz gering ist, und im allgemeinen Über 8 bis 10 Kopeken auf den Arbeitstag (also rund 20 Rubel im Jahr!) nicht hinausgeht, da ferner der dem Kollektivbauern verbleibende Ernteertrag infolge des Mißjahres fo gering ist, daß oft nicht einmal die schon vor der Ernte erhaltenen Brotvorschüsse abgedeckt werden können, sieht die Millionen zählende Masse der Kollektivbauern in den Dürregebieten bereits jetzt vor dem Nichts. Es ist allgemein zu beobachten, wie die Viehbesiher unter den Kollektivbauern ihre Schweine und Kühe mangels Futtermittel notschlachten. Die Bazare der Städte haben infolgedessen ein lang nicht mehr dagewesenes Ueberangebot an frischem Fleisch zu verzeichnen, was, ähnlich wie in der Anfangszeit der Kollektivierung vor sechs Jahren eine erhebliche Verminderung des Viehbestandes in der Sowjetunion zur Folge haben muß. Ist der Erlös für das geschlachtete Vieh aber aufgezehrt, so sind auch für den oiehbesitzenden Kollektivbauern die letzten Mittel erschöpft. Kaum einer weiß, wie er sich und seine Familie den Winter über ernähren soll. Daß diese Stimmung für den Staat nicht gefährlich wird — dafür haben die G P U. - T r u p p e n zu sorgen. In den nächsten Wochen wird es sich entscheiden, ob die Moskauer Regierung gewillt und in der Lage sein wird, der drohenden allgemeinen Hungersnot in den Mißerntegebieten abzuhelfen. Nach dem Beispiel der letzten Hungerjahre ist anzunehmen, daß zu allererst die Versorgung der großen Städte und Industriezentren geregelt wird, und daß man die Landbevölkerung im wesentlichen ihrem schweren Schicksal überläßt. Wetterbericht des Reichswetterbienstes. Ausqabeort Frankfurt. Die über Nordeuropa hinwegführende lebhafte Wirbeltätigkeit fetzt sich fort. Dabei kam es am Freitag in einem Zwischengebiet zu leichter Beruhigung, doch ist bereits ein neuer, besonders kräftig entwickelter Wirbel zum Nordmeer vorgestoßen. Er wird vorübergehend stärkeren Einfluß auf unser Wetter nehmen. Aussichten für Sonntag: Nach anfänglich stärkerer Verschlechterung und Regentätigkeit wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bei kräftigen westlichen Winden mild. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'fche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. atau. Ossina i. UM iw] opE16, teilt ist es jetzt, kann er kaufen. Immer wieder ist es OPEL^dei im Interesse seiner Kunden ganz besondere Vorteile bietet - in.Leistung und Preis! »TYP OLYMPIA« und OPE.L »6«, diese beiden zuverlässigen Konstruktionen, die in gleicher Qualität auch 1937 geliefert werden, bieten seit 1L Oktober durch ihre neuen Preise einen höheren Gegenwert. Unverbindliche Probefahrten: Motorwagen - Verkauf SgCSCllsChaft Hl. b. H. Frankfurter Strebe 52 - Telephon Nr. 2847 7. 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Oktober 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhellen) Nr. 244 Zweites Blatt Aus Natur und Technik achtet führt Aeuer Geist in der Heilkunde. „Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch. Don ©r. nied. et phil Gerhard Venzmer. Aber man darf nie von einem Extrem in das andere fallen; und ebenso, wie man die dünkelhafte Lehrgebundenheit und Erstarrung der „Schul"- Medizin vergangener Jahre mit Recht verurteilt hat, ebenso muß man sich davor hüten, nun etwa mit einem Schlage Naturheilweisen als die „allein seligmachende" Form der Heilkunde ansehen zu wollen. Denn es wäre ebenso töricht wie kurzsichtig, wollte man über dem Bestreben, den von allzuviel Sonderwissenschaften verschütteten Weg zur Natur wieder freizulegen, alle die aewaltigen Verdienste mißachten, welche die Schulmedizin in jahrhundertelangem Fleiß erarbeitet hat, wollte man etwa tue segensreichen und aus unserer modernen Gesundheitspflege nicht mehr wegzudenkenden Errungenschaften der Bakteriologie, der Jmmunitätslehre, des Seuchenschutzes, der medizinischen Chemie, der Strahlenbehandlung, der Chirurgie, der Tropenhygiene und so weiter leichtfertig unterschätzen, wollte man undankbar vergessen, daß schließlich die Wissenschaft die lebenskundigen Gesetze ergründet jener in Unzahl auf dem Markt erscheinenden pharmazeutischen Spezialpräparate in die Hand gedrückt, deren „Erfolg" bisweilen mehr von der geschickten Reklame als von der guten Wirksamkeit abhängig schien. Man sprach mit Recht von einer „Mechanisierung" und „Entseelung" der Heilkunde; und schon vor reichlich einem Jahrzehnt erhoben sich Stimmen, die zur Umkehr mahnten. Aber die Warnungen dieser Rufer im Streit, wie Liek, Bier, Sauerbruch, Krehl, Hoche und andere, verhallten so gut wie ungehört, und die Heilkunde entfernte sich immer mehr von der wahren Quelle ihrer Erkenntnis: der Natur. Es bedurfte eines so gewaltigen geistigen Umbruches, wie er durch die nationalsozialistische Revolution bewirkt wurde, um auch hier eine tiefareifende Wandlung der Anschauungen herbeizuführen. Das neue Deutschland, dessen Staatsgedanke sich so bewußt und folgerichtig auf den Grundgesetzen der Biologie aufbaut, hat auch auf dem Gebiet der Medizin ein neues Zeitalter eingeleitet; das Wort, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe, drückt auch der Heilkunde unserer Tage seinen Stempel auf. Es hat bewirkt, daß der Schwerpunkt des ärztlichen Handelns sich von der Sorge um den einzelnen Erkrankten mehr der Fürsorge für die Volksgesundheit schlechthin sowie für das Wohl kommender Geschlechterfolgen zuwendet. Und auch der Ruf, von Ueberspitzung und Unnatur umzukehren, ist nicht ungehört geblieben; vielmehr ist die Heilwissenschaft unserer Tage in ehrlichem Bemühen bestrebt, den Weg zur Natur, zu den Gesetzen des Lebens, zur Biologie, zuruckzufinden. Bessemer. Geschichte einer großen Erfindung. Es sind jetzt 80 Jahre her, da saßen sich in dem Hinterzimmer eines kleinen einstöckigen Hauses der Orchard Street in Shefsield, dem Zentrum der englischen Eisenindustrie, zwei Männer gegenüber, deren Gespräch nicht enden zu wollen schien. Der eine, John Brown, der Besitzer des Hauses und eines kleinen Eisen- und Stahlwarenladens, der hauptsächlich für die besten Rasierklingen in ganz Sheffield berühmt war, blickte aus aufmerksam ruhigen grauen Augen seinen leidenschaftlich redenden Besucher an, hörte zu, fragte, überlegte, fragte wieder, grübelte und nickte häufig langsam mit dem Kopfe. Der andere, ein jüngerer Ingenieur namens Henry Bessemer, setzte Herrn Brown seine Erfindung auseinander, durch unmittelbares Hindurchtreiben eines Luftstromes durch flüssiges Roheisen die Herstellung von Stähl so 311 beschleunigen und zu verbessern, daß er beliebig fein ausgewalzt werden könnte. Bessemer hatte sich seine Erfindung auch bereits patentieren lassen, damit aber begann die große Qual seines Lebens. Die reichen Eisen- hat und daß der Weltruf der deutschen Heilkunde auf dem beruht, was die medizinische Wissenschaft geschaffen hat und leistet! Vergessen wir in diesem Sinne auch nicht, daß die „Schulmedizin" es war, die gegen viele der schrecklichen Krankheiten wirksame Mittel geschaffen hat, die im Weltkriege von Millionen von Soldaten Massenerkrankungen und von den Verwundeten das furchtbare Schicksal des Wundstarrkrampfs fernhielt, die die Sterblichkeit an Tuberkulosen im Verlauf eines halben Jahrhunderts um mehr als Dreiviertel senken konnte, die die Säuglingssterblichkeit mit nie zuvor erreichtem Erfolg eindämmte, die das Kindbettfieber siegreich bekämpfte, die Wundeiterungen vermeiden lehrte, die Mikroben entlarvte, den An- dieses „Nebulium" unser wohlbekannter Sauerstoff ist, der nur dort etwas fremdartige Gewohnheiten angenommen hat, weil die Zustände in den Nebeln gar zu sehr von den irdischen abweichen. Wir wissen sogar, wodurch sich die in den Nebeln herrschenden Zustände von den uns vertrauten unterscheiden: Es ist die ungeheure Dünne der Verteilung. Man hat guten Grund zu der Annahme, daß der Orionnebel, der einzige mit bloßem Auge sichtbare dieser „diffusen Nebel", etwa eine Million mal dünner ist als das höchste mit allen Mitteln heutiger Technik herstellbare sog. „Vakuum". Der luftleere Raum, etwa unserer Verstärkerröhren, ist im Vergleich zu dem, was wir in diesen Nebeln antreffen, sehr viel mal dichter als Gold oder Platin dichter sind als das dünnste Gas, der Wasserstoff. In unserer gewöhnlichen Luft erfährt ein Teilchen in einer Sekunde viele Millionen von Zusammenstößen mit anderen Teilchen. In einem solchen Nebel kann ein Teilchen tagelang umherirren, ehe es einmal auf seinesgleichen trifft. Kein Wunder, daß da auch so wohloertraute Gase, wie beispielsweise unser Sauerstoff, ihr Licht in etwas anderer Weise aussenden als bei uns au, der Erde. blutige Wunde!); so heißt elastisch jetzt richtig: „f e d r i g". Die Spannkraft einer Feder ist keine Stoffeigenschaft, sondern die Kraft, die man 311m Spannen einer Feder aufwenden muß, oder die sie hergibt, wenn sie sich entspannt. Da man Eigenschaften des Stoffes meist mit der Endung „igksit" bezeichnet (Festigkeit), Sprödigkeit, Zähigkeit, Klebrigkeit), so verdeutsche man jetzt das Wort Elastizität mit „Fedrigkeit", wodurch die „Sippenverwandtschaft" beider Wörter deutlich wird. So ist schon das flüchtige Blättern in der neu aufgelegten Deutschliste der Technik ein Vergnügen; daß sich auch das äußere Gewand „verdeutschte", ist ein weiterer Vorzug; mit Ausnahme der Fremdwörter, die man unterschiedlich von den Verdeutschungen kennzeichnen wollte, ist die Liste in deutscher Schrift („Fraktur") statt wie bisher in lateinischer Schrift („Antiqua") gedruckt. Da Vertreter von Mitgliedvereinen der Reichsgemeinschaft technisch-wissenschaftlicher Arbeit, von Behörden, von Schriftleitungen technischer Zeiffchrif- ten und Mitglieder des Deutschen Sprachvereins diese Deutschliste in eingehender Zusammenarbeit schufen, können wir erwarten, daß alle Fachkreise recht fleißig aus dieser Liste lernen. Wir Laien aber haben besonderen Grund, uns des Geschenkes würdig zu erweisen, denn jetzt erst kann sich uns das Reich der Technik erschließen, nachdem man die Hindernisse fremdartiger Wortungeheuer (Permeabilität = Durchlässigkeit) beseitigte. Da die Deutschliste' für 10 Rvf. (und 8 Rpf. Postgeld) vom VDI.- Verlag GmbH. Berlin NW 7 Ingenieurbaus, zu beziehen ist, kann sie sich jedermann anschaffen Zum Schluß aber sei doch gefragt: Wo bleiben die Verdeutschungen für Lokomotive, Elektrizität und Technik? Auch für sie hat man schon Derdeutschun- gen vorgeschlagen; so der "Zieh" für die Lokomotive, das Wort „Bern" für Elektrizität und Werkschaft" für Technik. Besonders die ^erdeutschung des Wortes Technik durch bo« ^^rt W rksckn. t wäre zu begrüßen, da es sich nut Wörtern u.ld Begriffen wie Wilfenfchaft und Wirtfchast m f: den ■ ie E. "“L jteuorbn' 8l,ti dar ' «‘ti teinem Landes, bas war. Ihre m » nüAernen M ksä. hat si- E Einheitlich Land, wenlM Wo vorher Jud gelebt, einer g intrigiert, ft st ten in untätig' Christenstaat e austen hin. Gehörte die tätssinn und Zeit an - ™ alter? Das w starke Charakte in irgendeiner wäre es sicher andere Welt t praktische des als einem Ele telalterlichen! nicht mehr hä Vielmehr mi Tatkraft der j flauet tom I Diese Frau, bi erlebt hatte, bet ihre politischen hat, deren Frau len, die immer ; einzigen Sohnes ihrer Regierung! Frau mit ihrer Land hatte in 2 den Einschlag en Das kannte ft M vnnnen der Fran, chr dings sehr led Wittlin: , Verlag, Erlen gibt reichen der Arbeit, n gehörten zun wieviel Unre Und welch ei im Mittelpun Wir heutigen gewaltigen D und nichts ka die Wirren de las Auftreten „Gutes Licht — gute Arbeit." Don Herbert Steinwarz, stellvertretendem Leiter des Amtes „Schönheit der Arbeit'. Sheffield und dampften nordwärts nach der Werft von Clyde. Der ausgelachte Ingenieur Henry Bessemer wurde ein berühmter Mann. 1871 wurde er Präsident des Eisen- und Stahlinstitutes von Großbritannien und stiftete die Bessemer-Goldmedaille, die jährlich für besondere Verdienste im Eisenhüttenwesen verliehen wird. Er wurde Mitglied der Royal Society und geadelt. „Bessemerstahl" und „Bessemerverfahren" sind Begriffe, die aus ber heutigen Eisenindustrie nicht mehr wegzudenken sind. Nicht weniger weittragende Folgen aber hatte die Unterredung des Jahres 1856 für John Brown. Auch er hieß bald Sir John und wurde eine der reichsten und einflußreichsten Persönlichkeiten der englischen Industrie. So lange er lebte, blieb die Firma in Sheffield, obwohl sie immer enger mit der Werft von Clydeside verschmolz und bald nach Sir John Browns Tode dorthin übersiedelte. Heute sind der Name John Brown und die weltberühmte Clydeside- werft, die Werft, aus der die „Queen Mary" hervorgegangen ist, ein und dasselbe. keine Dauer beschieden war? — Wer wollte genau die Macht der Verhältnisse gegen die Verantwor- hing und Genie eines Fürsten, Führers oder Reformators abgrenzenk Spanien, dessen Boden und Art Isabella, trotz ihres zur Hälfte englischen Blutes, ungeheuer fest verhaftet war, ist in seinem innersten Charakter und seinen tiefsten Gesetzen für das übrige Abendland wohl damals wie heute nicht leicht zu verstehen gewesen. Seine Entwicklung ist durch die maurisch-islamitische Herrschaft während der entscheidenden Jahrhunderte des Mittelalters von der des übrigen Europa getrennt gewesen; das tjat eine tiefe Kluft ergeben. Erst an der Schwelle der Neuzeit ist unter Isabellas Führung der Islam auch aus seinem letzten Besitz, aus Granada, herausgedrängt worden. Und nun erst konnte die Halbinsel eine abendländische, eine „spanische" Kultur zeitigen. Bis dahin gab es keine einheitliche Sprache im Land und darum auch noch keine große Literatur. Die Künste standen in stärkster Abhängigkeit von Fremden — teils von maurischer Kunst, teils von französischer Gothik ober italienischer Renaissance. Die Weisheit unb Mystik der Mauren drang wohl schon in die christlichen Provinzen ein, aber erst im 16. Jahrhundert erblühte b i e große christliche spanische Mystik. Das Lanb voller Gegensätze brängte bie Charaktere zum Extrem; die karge Armut des Herzlandes Kastilien, steinig und dürr in der südlichen Sonne, stößt an das weiche unb üppige Anbalusien, bas mit bem maurischen Granada liebäugelte; im Narben das beweglichere Aragon hieU seine Blicke beständig nach Frankreich gerichtet. Der starke und starre Fatalismus im spanischen Wesen mag Einfluß oder Erbe des Islam sein; er läßt bie Armen apathische ihre Armut hinnehmen, ohne sie zu Arbeit unb Tat kommen zu lassen, unb die Reichen im Genuß träge bahinleben. Es ist Isabella gelungen, in wenigen Jahren biefes Land aufzurütteln. War es für eine energische und kluge Fürstin leicht, was sie vollbrachte? Aus den ersten Blick könnte man es fast glauben; es scheint, als habe sie einfach „aufgeräumt" —- wie man ein heruntergekommenes Hauswesen aufräumt, alle Mißstände abschafft und alle Angelegen- beiten ordnet. Aber daß sie das gegen den Widerstand all der langeingesessenen Mißbräuche fertig- braute, daß es ihr wirklich gelang, eine einheitliche, tatkräftige Nation zu schäft fen, ist dennoch wunderbar. Ihre Liebe zu Kastilien, das sie zu „Spanien" erweiterte, ihr persönlicher Ehrgeiz unb ihr Glaube daran, Gott zu dienen, werden vielleicht als Triebfedern ihrer Handlungen gleich stark gewesen sein: jeder dieser Faktoren war zugleich genial und fanatisch. Doch der geschichtliche Augenblick seinerseits gab erst ihrem Wirken die eigentliche Resonanz. Daß Svanien in den Brennpunkt des Abendlandes rückte, war nicht ihr Werk; ihr Werk wurde nur dadurch weltgeschichtlich, wenn auch die Weltgeschichte wiederum nicht zu denken ist ohne dieses Zusammentreffen einer großen Fürstin mit einem so günstigen Augenblick. Nichts hatte seit Jahrhun- berten ahnen lassen, daß bie Halbinsel am west- Heben Ende ber damaligen Welt Mittelpunkt ber Geschichte werden könnte. Diese Wichtigkeit erhielt sie bürch einen Vorgang, scheinbar weit entfernt am entgegengesetzten Rand der Mittel- meerwelt, durch den Ansturm ber muselmanischen Türken. Im plötzlich unausweichlich werdenden Entscheibungskampf zwischen Islam unb Christentum trat Spanien in den Brenn- vunkt des Geschehens durch die Tradition seiner Jahrhunderte langen Kämpfe gegen bie arabischen gebildet worden, der die zu ergreifenden Maßnahmen der einzelnen Organisationen und Verbände festgelegt hat. In den einzelnen Gauen hinwiederum werden in Gauausschüssen unb, falls es notroenbig wird, auch in Kreisausschüssen die Verbände dieser Spitzenorganisationen zusammengefaßt. In diesen Gauausschüssen werden die Maßnahmen beschlossen, die für die einzelnen Gaue am tunlichsten und am förderlichsten sind. Ebenfalls werden hier die Einzelausgaben für die Dauer der Aktion zugeteilt. Jeder hat auf diese Weise selbst Aufgaben, und jeder weiß, mit welchen Mitteln er zum Gelingen eines solchen großen Aufklärungsfeldzuges beitragen kann. Hat man im vergangenen Jahr versucht, durch Massenveranstaltungen zunächst einmal die breite Öffentlichkeit aus den Stand der Lichttech- n i k aufmerksam zu machen, so wird man in diesem Jahr hiervon abweichen und vielmehr bei den einzelnen Organisationen, Vereinen und Verbänden, bei schon angesetzten Versammlungen, seien es Mitglieder- oder Dortragsveranstaltungen, durch Vorträge auf die Bedeutung des guten Lichtes auf- merksam machen. Hierfür stehen Diapositive und ein Lichtbildvortrag zur Verfügung. Durch die Schaffung eines Kulturfilmes „Gutes L i ch t", dem man bisher aus technischen als auch aus künstlerischen Erwägungen heraus nicht allzu nahe getreten ist, ist weiterhin ein bedeutender Schritt auf dem Gebiete des Lichtes am Arbeitsplatz getan morden. (Der inzwischen urauf, geführte Film hat das Prädikat „Staatspolitisch wertvoll und volksbildend" erhalten.) Um auch nach außen hin zu dokumentieren, baß Handwerk, Arbeitsfront, Wirtschaft und Wissenschaft hier eine gewaltige Gemeinschaf t s - arbeit leisten, wurde eine vom Amt für „Schönheit ber Arbeit" geschaffene Siegelmarke herausgegeben, bie von allen Firmen, bie beleuchtungstechnisch einwandfrei liefern und arbeiten können, bezogen werden kann. Der Auftakt zu ber biesjährigen Aktion fanb anläßlich des Reichstreffens der Deutschen Lichttechniker in F r a n k f u r t/M a i n statt. Zum ersten Male in Deutschland und vielleicht auch in der ganzen Welt tagten hier in Frankfurt Arbeiter unb Wissenschaftler desselben Arbeitsgebietes gemeinsam, um sich über ihre Erkenntnisse in Theorie unb Praxis auszusprechen. Auch hier wird ein völlig neuer Weg beschritten, ber hoffentlich in weiten Kreisen der Technik Nachahmung finden wird. Alle an ber Aktion „Gutes Licht — gute Arbeit beteiligten Kreise sind überzeugt, daß auch mit dieser Teilarbeit ein weiterer Schritt zur „Schönheit der Arbeit" im allgemeinen getan werden wird. Les Eyzies ist durch die vielen Besucher der Höhlen schon etwas Fremdenplatz geworden, aber es ist immer noch ein angenehmes Stück französischer Provinz mit einem gut geführten kseinen Hotel. Die Vezere und ihre Nebenbäche haben während der Zeit der großen Eisschmelze ihr Bett breit und tief in den hier herrschenden Kalkfels eingegraben. Diese Formation neigt zur Höhlenbildung. Eigentümlich sind dem Vezere-Gebiet außer den schlauchförmigen und verzweigten Höhlen die sogenannten „Abris": Einnagungen in die meist senkrecht abfallende Talwand, durch die ein geschützter Raum unter einer überhängenden Felsdecke entsteht. Gleich das erste Abri bei der Bahnstation trägt einen Namen von größter rassengeschichtlicher Bedeutung: Cro Magnon! Als ich nach ihm fragte, bekam ich die gleichgültige Auskunft: Cro Magnon lohnt nicht, da ist gar nichts mehr zu sehen. Es schien auch in der Tat nichts weiter zu fein, als ein altes Scheunentor, das den Raum unter dem Felsen dahinter abschloß. Während ich noch baoor- stand und mir bie Bretter etwas zweifelhaft besah, tarn ein sreunblicher Mann gerade von ber Bahn unb fragte, ob ich bas Abri sehen wollte. Er schloß auch gleich bas Tor auf, wies auf den mit allerlei Gerümpel bebeckten Boden unb sagte: Hier hat ber Großvater meiner Frau, als er einen Stall bauen wollte, die Schäbel gefunden! Das war im Jahre 1868. Die Schädel von Cro Magnon! Wie das meiste an Funden im Vezere- Tal gehören sie ans Ende der letzten Eiszeit. Die moderne Forschung nimmt an, daß die Rasse, von der sie stammen, nicht gleich den primitiveren Rassen noch früherer Epochen ausgestorben ist, sondern eines der rassengeschichtlichen Elemente bildet, aus denen das indogermanische Urvolk entstanden ist. Die übrigen Skelettreste zeigen Menschen von hohem kräftigen Wuchs, die Schädel zeigen ein breites Gesicht mit niedrigen Augenhöhlen und ein lang ausladendes Hinterhaupt. Dieser Typus kommt noch heute vor. Eine Autofahrt von sieben Kilometer führt zum Abri von Cap Blanc. Der Besitzer, ein Dr. La- lanne in Bordeaux, hält es verschlossen, aber ein Wärter kann herbeigerufen werden. Wenn die Tür geöffnet ist und Licht hereindringt, steht man vor einer gelblichen Felswand und unterscheidet allmählich einige fast lebensgroß herausgearbeitete Reliefs, die offenbar Wildpferde barfteHen. Wozu diese Kunstübung? Magie? Aber wir wollen die Erklärung noch verschieben. Weiter geht es zu der langen, engen unb niedri- gen Höhle von Combarelles. Man muß ein paar hundert Meter in ben Berg hinein, unb fortwährend tönt von hinten das warnende „Attention! la töte!" des Führers, der einen elektrischen Schalter nach dem andern andreht. Auf die Art wird immer das nächstliegende Stück des Höhlenschlauchs erleuchtet. Schließlich fangen die Figuren an: ein- aeritzte Tierbilder, Bisons. Renntiere, Höhlenbären, Wildvferde, Antilopen. Manche Tiere sind sofort dak — Nachdem im Winter 1935/36 durch die vielen Besichtigungen in deutschen Betrieben sestge- stellt werden mußte, daß die Technik den tatsächlichen Verhältnissen in den Betrieben weit vorausgeeilt war, erschien es dringend notwendig, auch für den Winter 1936/37 eine Aktion „Gutes Licht — gute Arbeit "ins Leben zu rufen, um die einmal als richtig erkannten Forderungen und Wünsche in noch größerem und gewaltigerem Umfange der Praxis zu übermitteln. Erhebungen in 1500 Betrieben haben ergeben, daß in industrie- reichen Gegenden die Zahl ber gut beleuchteten Betriebe zu der Zahl der schlecht beleuchteten im Verhältnis 28:72 steht, während dagegn in weniger industriereichen Gegenden diese Zahl sich auf 10:90 erhöht. Propaganda und gegenseitige Unterrichtung in den industriereichen Gegenden hat schon zu einer wesentlichen Besserung der Beleuchtung beigetragen. Eine besondere Aufgabe ber Referenten für „Schönheit ber Arbeit" wirb es ba- her sein, in ben vereinzelt liegenden ländlichen Betrieben einzugreifen unb den Betriebs- sichrem, selbstverständlich mit Vertretern der Elektrowirtschaft und des Elektrohandwerks, beratend zur Seite zu stehen. Das Amt für „Schönheit ber Arbeit" hat es seit seinem Bestehen abgelehnt, irgenbwelche Dinge nur theoretisch aufzurollen. Der Erfolg ber Tätigkeit dieses Amtes liegt vielmehr darin, daß es überall praktisch an die Arbeit herangegangen ist, und daß sich niemand gescheut hat, zunächst einmal ganz einfache, grundlegende Dinge in den Betrieben zu verlangen. So wurde zunächst bie Säuberung ber Betriebe sowohl in ber Umgebung als auch im Betrieb selbst, bie Säuberung ber Fenster, ber Fußboden unb ber Hofe gefordert, unb bann erst kam bie Forderung nach künstlerischer unb technischer Betriebsgestaltung. Schritt für Schritt kann diese Entwicklung in vielen Betrieben heute beobachtet werden, und Schritt für Schritt hat auch bas Amt für „Schönheit unb Arbeit" diese einzelnen Arbeitsgebiete in Angriff genommen und sie durchgearbeitet. Auch ber in biefem Winter burchzuführenbe zweite Aufklärungsfeldzug für bie gute B e - leuchtung am Arbeitsplatz wird in ber Reihe ber sonstigen Forderungen des Amtes für „Schönheit ber Arbeit" einen weiteren Erfolg bringen. Durch bie Verbindung von Industrie, Handwerk unb Wissenschaft unter ber Führung des Amtes für „Schönheit ber Arbeit" ist es möglich, bie Vielzahl von Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen unb alle einzuspannen für ein Ziel, nämlich für gutes Licht am Arbeitsplatz. Wie im Vorjahr ist beshalb auch in biefem Jahr unter ber Führung bes Amtes „Schönheit ber Arbeit" ein Ausschuß ber Spitzenorganisationen mergnaten unb Hüttenbesitzer lachten ihn und sein Patent einfach aus. Der kleine Ladenbesitzer John Brown, Sohn eines Schieferdeckers, dessen einzige Schulbildung in einem privaten Dachstubenkursus für 16 Pfennig die Woche bestanden hatte, war der erste, der ihn nicht auslachte. Im Gegenteil, er kaufte ihm sein Patent ab und gründete eine Fabrik. Es war keineswegs gleich ein durchschlagender Erfolg. Doch John Brown verlor nicht bie Geduld. Er hatte seine bestimmten Vorstellungen im Kopf, er reifte unb sah sich um. Auf ber Marinewerft in Toulon sah er, wie bie französischen Kriegsschiffe mit Eisenplatten gepanzert wurden. Er kam nach Hause, wußte seine Zunge zu brauchen, und es verging nicht sehr lange Zeit, da legte bie englische Regierung zehn gepanzerte Schiffe auf Kiel. Aber Die Panzerplatten waren aus gewalztem Eisen, nicht aus gehämmertem. In Sheffield entstand das gewaltige Eisenwerk John Brown G. m. b. H., die Schlote rauchten, unb Cisenbahnzüge voller Brown-Erzeugnisse verließen Am Ursprung der Kunst? Wer war bie Schöpferin ber Kunst? Niemand anderes, als die Magie! In die fern Satz gipfelte das Gespräch mit bem Grafen Begouen, bem Direktor der naturwissenschaftlichen Sammlungen unb Professor ber Vorgeschichte an der Universität Toulouse. Graf Begouen ist eine internationale Größe auf dem Gebiet der prähistorischen Wissenschaft, und seine These, daß die Ursprünge der Kunst auf magische Vorstellungen bes Menschen in unenblich weit zurückliegenden Zeiten zurückgehen, ist mehr als ein geistreicher Einfall. Sie wird gestützt durch bie Beobachtung einer ganz großen Klasse ber uns erhaltenen vorgeschichtlichen Zeugnisse. Schon lange war es mein Wunsch, bie französischen Höhlen zu besuchen, in denen sich die bald in den Stein geritzten, bald mit roter und schwarzer Farbe auf ihn gemalten, oder als Relief gearbeiteten Abbildungen von Jagdtieren und Menschen aus ber zweiten Hälfte ber älteren Steinzeit finden. Das Ende dieser Periode wird jetzt meistens 7000 bis 8000 Jahre v. Chr. angenommen — also in einer Vergangenheit, die noch hinter den ältesten babylonischen Denkmälern ebenso weit zurückliegt, wie diese von uns heutigen entfernt sind. Es gibt Gelehrte, die sogar noch um Jahrtausende hinter diesen chronologischen Mindestansatz zurückgehen wollen. Die bisher berühmtesten und auch am frühesten wissenschaftlich bekannt aemachten Bilder befinden sich in der Hohle von Altamira bei Santander in Nordspanien. Danach wurden andere, nicht so vollkommene, aber zahlreichere im Tal der Vezere — sie gehört zum Zuflußgebiet der Dordogne in Südfrankreich — bei bem Dorfe Les Eyzies bekannt. Ihnen galt mein erster Besuch. Die Landschaft ist bas durch seine Trüffeln unb Gänseleberpasteten berühmte Perigord. In Perigueux, wo die Bahn nach Les Eyzies abzweigt, steht eine der berühmten romanischen Kathedralen Südfrankreichs. Manche Besucher halten das „Hotel de Commerce et des Postes" für ebenso wichtig, denn es ist die klassische Stätte für den Genuß eines Omelettes mit Trüffeln und einer Gänseleber-Pastete, die den kulinarischen Ruhm des Perigord ausmachen. ibN*5 e genau 'anlwor- >der Re- arbeit-* auch mit „Schön, werben batj) breite tech. n die« E' den Mein« ien ez burch ?s Quf. d« und M- daß Wissen, afts« Schön, le her. öeleud)« en tön. U m e $ fischen heraus ein be- )ies am urauf, politisch >^ah. ^Qnbe >n®ie, tts ez E Der. Nenae. A°tz. Ue am ensallz 'er der and an« ltschen /Main mb viel, hier in >esselben der ihre prechen. chritten, it Rach. la, trotz ner feft fynatter Abend« ;u ver- ixiiä) bxe bet ent» > von bet i; das hat hmelle her Islam auch herausge- halbinsel e" Kul- änheitliche eine gro^e Ifter Ad- maurischer >r italieni« Itystik her lchen Pro- t erblühte Mystik- Lharattere ander Ra* en Sonne, lusien, das e- im Ror« . Blicke be- starke und masi ®*n' di- AM-" sie zu M- Reichen 'M en 3^« t enerM °ch"? au taube« e5 jumt 7 toefen W sen Wü« * f«* in; 'ch°!- . ,u K°I«' ihr perl5"' $ »«5 hrcr W. dieser 3al 7“Ä SS E diel-- S eine"' «*$ ^.snunkk *5SSS "gK«» i'ÄS Ä* Neues für den Büchertisch Vlanvotte Beruksleiiuna g » | f 6 # M. ttw «iS« q Sie for- ein- unb th. Neuyork. Als vor einiger Zeit einige amerikanische Gärtner sich im Lande der Hopi-Jndianer, einer großen Reservation, niederlassen wollten und unter anderem auch Spinatpflanzen mitbrachten und den Indianern als ein ganz besonders bedeutsames Nahrungsmittel anboten, schüttelten sich die Indianer tage- lang vor Lachen. Denn bei den Hopi-Indianern ist der Spinat seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Nahrungsmittel, das außerdem zu allen möglichen Heilmitteln verarbeitet wird. Der Hopi-Häuptling war jedoch ein höflicher Mann, der über den eingeführten amerikanischen Spinat nur folgendes sagte: „Unsere Ahnen waren bereits so kühn, etwas ähnliches zu pflanzen und zu ernten. Allerdings haben wir meist unseren Spinat mit weniger Sand gegessen, als die heutigen Amerikaner es zu tun scheinen." Der vergessene Delinquent von Kentuckh. A. Bl. Washington. Im Kentucky-Staatsgefängnis wartet der 26jäh- rige Sylvester Warner, nachdem er schon seine „letzte Mahlzeit" zu sich genommen hatte, seit zwei vollen Jahren auf seine Hinrichtung. Er wurde beheben läßt. — Walter Tritsch: Olympias. Die Mutter Alexanders des Großen. „Schicksal eines Weltreiches" mit 16 Bildseiten, einer Stammtafel und zwei Karten. Preis Ganzleinen 5.80 Mark. Societäts-Berlag Frankfurt a. M. — (237) — RaUel und Geheimnis großer Persönlichkeiten der Geschichte im Spiegel der Mutter zu sehen und so für ihre Deutung neue und menschlich nahe Anhaltspunkte zu gewinnen, ist der schöne und fruchtbare Gedanke, der diesem Buche zugrunde liegt. Zwar: fast zweieinhalb Jahrtausende trennen uns von jener svätgriechischen Welt, in die Olympias, die „löwenhafte" Königstochter aus Epirus, deren Ahnenveihe auf Achilles zurückführte, den strahlenden Alexander hineingeboren hat. Und die Quellen fließen spärlich über ihr persönliches Leben, aber doch reich genug, um dem Bild dieser seltsamen und leidenschaftlich-wallenden Frau Farbe und Wirklichkeit zu verleiben. Walther Tritsch vereinigt ernstes historisches Wissen und persönliche Kenntnis des griechisch-mazedonischen Schauplatzes mit vorsichtig deutender Erlebnisfähigkeit. Olnmvias hat, als Gattin des Königs Philipp, den Aufstieg Mazedoniens zur griechischen Vormacht, als Mutter Alexanders. den Aufstieg zur Beherrschung der ganzen bekannten Welt und, nach des Sohnes tragischem Ende, den Zerfall dieses unermeßlichen Reiches in — Harald von Koenigswald: „Potsdam. Das Zeugnis einer Idee". Mit sechs Abbildungen. Kartoniert 50 Pfg. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. — (256.) — Mit diesem Büchlein wird die „Junge Reihe" um em Bändchen vermehrt, das das Verständnis für die Schönheiten der großen preußischen Vergangenheit und die Ehrfurcht vor dem Genius ihrer Schöpfer vertiefen will. In ihrer Anschaulichkeit vermitteln diese Betrachtungen an Hand der beigefügten Abbildungen einen ausgezeichneten Eindruck von der städte- baulichen Entwicklung, die Potsdam im Zeitalter der großen preußischen Könige zum formgewordenen Ausdruck der preußischen Idee werden ließ. Die baugeschichtliche Darstellung ergänzt sich mit der Schilderung der vielfältigen geistigen Strömungen, durch deren fruchtbares Zusammenwirken diese Stadt entstanden ist. Ihre berühmten Bauten werden als Gleichnisse und Sinnbilder einer aus männ- licher Disziplin und Pflichterfüllung erwachsenen politischen Macht erkannt, in der sich Wesen und Eigenart des preußischen Geistes seiner Gesetz- Mäßigkeit und Größe nach für alle Zeiten offenbaren. Mauren, die immer noch im Süden der Halbinsel eine letzte Provinz hielten: hier standen Islam und christliche Welt einander schon in langer, immer noch brennender Auseinandersetzung gegenüber. Während das übrige Abendland sich zum Kreuzzug gegen die Türken im Osten rüstete, hatte Spanien seinen eigenen heiligen Krieg. Ein Sieg über die Mauren wurde plötzlich zur ausschlaggebenden Schlappe der ganzen muselmanischen Welt. Dazu aber kam nun bald die Entdeckung der Neuen Welt, die dem Mittelmeer seine Bedeutung nehmen sollte und die der geographischen Lage Spaniens einen ganz andern Akzent gab. Zur gleichen Zeit wandelte sich der Geist des Abendlandes und nahm die Zeichen der Neuzeit an. Der Blick wandte sich von den metaphysischen Dingen weg mehr den Wissenschaften, der Naturerkenntnis und -beherrschung und der vernünftigen Ordnung des diesseitigen Lebens zu. Die Königin Isabella von Spanien hatte, wie es scheint, einen starken Einschlag nüchternen Wirklichkeitssinns — staatmännischen Sinns, wie er zur Neuordnung eines Reiches nötig ist — zugleich jedoch auch das leidenschaftliche Ienseitsbe- wußtsein, das ihrem Gewissen die Ueberzeugung geben konnte, in Gottes Auftrag zu handeln und mit keinem Preis zu hoch zu zahlen für ihr Werk: für die K a t h o l i s i e r u n g ihres ganzen — HeleneVoigt°Diederichs:Sonnen- 1 brot. Mit Holzschnitten von Josua Leander I Gampp. 78 Seiten. (Insel-Bücherei Nr. 491.) Im i Insel-Verlag zu Leipzig - (221) - Dieses kleine ; Buch der Dichterin Helene Voigt-Diederichs ist eine Sammlung von zarten und flüchtig ausgezeichneten Naturbetrachtungen, von denen man den Eindruck hat, daß sie unterwegs, auf dem Lande, aus den Stationen einer Reise festgehalten und spater gesammelt wurden: kleine Schilderungen von allerlei Landschaften und Jahreszeiten, von Pflanzen, Tieren und Menschen, empfindsam und behutsam, überall Auge und Hand und Gemüt der reifen Frau verratend: als ein liebenswürdiges und besinnliches Geschenk unter guten Freunden sehr geeignet. Die kräftigen, klaren Holzschnitte von I. L. Gampp geben dem Text eine wohlabgestimmte, anschauliche Begleitung. hthi — Dr. Paul Herrmann: Das große Wagnis, 6000 Jahre Kampf um den Erdball, mit 100 Abbildungen. Preis 5,50 Mark. Verlag „Zeitgeschichte", Berlin W 35. — (271) — Die Eroberung der Erde ist eins der ruhmreichsten Blätter m der Geschichte der Menschheit. Die vielen, diesem schönen Buch beigegebenen Karten zeigen, wie sich dank der Entdeckertätigkeit kühner Forscher und Seefahrer das Weltbild seit den Tagen Homers und Herodots schon bis in die Neuzeit mehr und mehr erweitert hat, bis dann eine systematische geographische Forschung mit den großen Reisen Cooks einsetzte und bis in unsere Tage kaum noch einen weißen Fleck auf dem Globus ließ. Herrmann schildert überaus fesselnd und lebendig diesen Weg der Entdecker über den Erdball. Don den Reisen des Pytheas an die Gestade der Nordsee, dem Eroberungszug Alexanders nach Indien, der Entdeckung Amerikas durch isländische Wikinger bis zu den berühmten Seefahrten um die große Zeitenwende der Reformation führt uns der Verfasser in an- schauliche.i Schilderungen, die die kühnen Männer und ihr Schicksal in den großen kulturhistorischen Rahmen stellen und damit die Probleme deutlich machen, deren Lösung ein jedes Zeitalter von seinen Söhnen forderte. So ist es erfreulich, daß neben die aroßen Conquistadoren auch die großen Seefahrer Vasco d o G a m a und Fernando M a g e l l a n gestellt werden und die Bedeutung der Reisen Cooks als die ersten von rein wissenschaftlichem Interesse geleiteten Expeditionen gebührend gewürdigt werden. Besonderes Interesse wird dann der große Anteil finden, den neben Livingstone und Stanley grade deutschen Forschungsreisenden an der Entdeckung des schwarzen Erdteils zugefallen ist, Leuten wie dem Hildesheimer Theologiestuden- , ten Hornemann, wie Barth und N a ch t i • ! gal verdankt die Wissenschaft die ersten zuver- ■ lässigen Kenntnisse der großen Negerreiche Mest- ; afrikas. Dann kommt nach einem Kapitel über Sven t Hedin der Kampf des Menschen mit dem ewigen - Eis an den beiden Polen von Franclin bis Nansen, Wegener, Amundsen und Byrd. Besonders erschütternd die Schilderung des Schicksals des Schweden Andr6 und seiner Genossen. Den Helden des ewigen Eises, der Sand- wüsten und Urwälder Afrikas, der Steppen und Hochgebirge Asiens ist in diesen Blättern ein mur- diges Denkmal gesetzt. Leider sind die Bilder dieses prächtigen und namentlich unserer Jugend sehr zu empfehlenden Buches, abgesehen von den zahlreichen ausgezeichneten Karten, nicht ganz auf der Höhe der modernen Reproduktionstechnik, ein Schönheitsfehler, der sich bei einer zweiten Auflage leicht Soeben hat der Reichserziehungsmlntstsr die Stü« dentenhöchstziffern für das Wintersemester 1936/37 festgesetzt. Dabei wird darauf hingewiesen, daß infolge der stark erhöhten Aufnahmefähigkeit der Industrie und Wirtschaft für Ingenieure in letzter Zeit ein großer Abgang von den Technischen Hochschulen au verzeichnen ist. Ein Zugang zu diesen Studienfächern ist daher durchaus erwünscht. Es muß gerade für den studentischen Nachwuchs die Möglichkeit einer richtigen Leitung gegeben sein, damit die finanziellen Opfer vieler Familien nicht umsonst sind und nicht zahlreiche Studenten nach Abschluß ihres Studiums vor verschlossenen Toren stehen. Erst neulich hat Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Autorenkon- qreß das erschütternde Problem eines geistigen Proletariats in den Mittelpunkt seiner Ausführungen Das Kind mit dem langen Namen. (rt) Honolulu. Selbst der hawaiische Regierungsbeamte mußte scharf die Ohren spitzen, als jenes junge Ehepaar vor ihm erschien und die Geburt eines Kindes und den Namen anmeldete, den man diesem Kinde geben wollte. Der Name lautet nämlich folgendermaßen: Kananinoheaokuuhoneopuukeimanaalohilohi' nokeaweaweulamakaoklani. Nun darf man aber nicht annehmen, daß die hawaiischen Eltern diesen Namen auf der Luft gegriffen hätten und einfach willkürlich Buchstaben zusammenstellten. Vielmehr bedeutet dieser Namen genau aus dem Hawaiischen übersetzt: Sprühregen — guten Geruches — unseres Hauses — Diamanthügel vor den Augen des Himmels. Man sieht, daß hawaiische Eltern schöne Namen auszusuchen wissen. Nur praktisch sind sie und tn der kommunalen Arbeit zu decken. Es wird festgestellt, daß der Zustrom zur Ausbildung in konfessionellen Einrichtungen nachgelassen habe und daß ich die NS.-Schwestern und die Freien Schwestern nahezu 50 Prozent jährlich verheirateten. Es wird an diese Feststellung die Forderung geknüpft, daß der BDM. als die nationalsozialistische Mädelorganisation sich in erster Linie die Sorge, die Nachwuchsfrage zu klären, zu eigen machen müsse. — Wir haben aus drei ganz verschiedenen Gebieten die Frage des Nachwuchses einer feststellenden Betrachtung unterzogen. Es wird darauf ankommen, aus dieser Situation die Folgerung zu ziehen, um einer planvollen Berufsleitung der Jugend Wege und Ziele zu eröffnen. Ansätze sind vorhanden, wie aus den Berichten über die Lehrstellenvermittlung des letzten Jahres heroorgeht. Der Führer hat der Nation auf dem Nürnberger Parteitag einen neuen Vierjahresplan oorgelegt, der die Kräfte aller in Anspruch nimmt. Es ist die Aufgabe der planvollen Berufsleitung der Jugend, jeden an den richtigen Platz zu bringen, damit das Ziel der Höchstleistung Deutschlands auf allen Gebieten erreicht werden kann. — I. W. Ludowici: Totale Landesverteidigung. Das Büchlein, das der Siedlungsbeauftragte im Stabe des Stellvertreters des Führers, und Leiter des Reichsheimstättenamtes der NSDAP, und DAF. im Verlag Gerhard Stal- lmg, Oldenburg i. O. (Preis kartoniert 1,40 Mark) erscheinen läßt — (268) — liefert den theoretischen Hintergrund zu dem neuen Vierjahresplan der deutschen Wirtschaft, den der Führer auf dem Parteitag in Nürnberg verkündete und der den vollständigen Aufbau unserer Rohstoffindustrie zum Ziele hat, dieses Buch schwebt nicht im luftleeren Raum, sondern gründet sich auf die Erfahrung von vielen Jahrzehnten Krieg und Frieden und auf die mehrjährige Praxis einer wirtschaftlichen Planungsarbeit im Dienste des Dritten Reiches. Noch mehr als bisher muß unser Volk verstehen, daß es eine Landesverteidigung nicht nur im Kriege, sondern auch im Frieden gibt, daß diese Landesverteidigung außerdem nicht eine Angelegenheit der Wehrmacht und Rüstungsfabriken allein 'ist, sondern ebenso sehr des ganzen Volkes und seiner Wirtschaft. Jeder einzelne von uns ist heute, wo alle unsere Städte und Arbeitsstätten im Wirkungsbereich feindlicher Geschütze und Bombenflieger liegen können, an den Problemen der Landesverteidigung unmittelbar interessiert. Reicht unsere Wirtschaftskraft aus? Haben wir genug Rohstoffe! Wie ist es mit der Ernährung im Ernstfall? Arbeitersiedlung oder Mietskaserne? Können wir das alles überhaupt bezahlen? So lauten einige Fragen, die immer wieder im Volke aufgeworfen werden. Wer darauf eine ernsthafte Antwort haben will, der greise zu der Schrift von Dr. Ludowici. Alle Grundzüge und Grundfragen der totalen Feindabwehr sind hier einprägsam und leicht faßlich zur Darstellung gebracht. Ev. Landes, das bisher voll von Juden und Mauren war. Ihre in ihrer Zeit so erstaunlichen, scheinbar nüch-»rnen Maßnahmen, etwa die Belehnung der Kirchenschätze, um ihre Staatskasse aufzufüllen, ein [ Vorgehen, das fast wie ein Sakrileg wirken mußte, ( hatten wohl in Wahrheit in ihrer Seele jenen < Kreuzzugsgeist: alles für Gott? Aus diesem G^'t 1 hat sie 'Zehntausende ihrer Untertanen der In-, quisition ausgeliefert, sicher im reinen Streben, > den katholischen Glauben absolut rein zu erhalten ■ — zugleich hat sie jedoch damit Wesentliches zur ( Bildung der neuen spanischen Nation, einen staatsmännisch nüchternen Vorteil erreicht: vollkommene Einheitlichkeit der Gesinnung in ihrem Land, wenigstens soweit diese sich äußern durfte. Wo vorher Juden und Mauren neben den Ehristen gelebt, einer gegen den andern gehetzt, gekämpft, intrigiert, sie sich dann auch wieder vertragen hatten in untätigem Frieden, war jetzt ein einziger Christenstaat enstanden, stark zur Tat nach a u ß e n h i n. Gehörte die Nüchternheit des Blicks, der Real,- tätssinn und Ordnungstrieb Isabellas der neuen Zeit an — der Blick auf das Jenseits dem Mittel- alter? Das märe eine voreilige Scheidung. Jeder starke Charakter, jedes politisch? Genie besteht wohl in irgendeiner Form aus dieser Mischung. Darum wäre es sicher auch irrig, jener Richtung auf eine andere Welt die kurze Dauer, das sozusagen Unpraktische des spanischen Weltreiches zuzuschieben, als einem Element der Vergangenheit, einem mit- telalterlichen Rückstand, der sich in die neue Zeit nicht mehr hätte einfügen können. Vielmehr mag es so gewesen sein, daß die schlichte Tatkraft der Königin sich doch nicht auf die Dauer dem spanischen Volk hat mitteilen können. Diese Frau, die eine schwere und trübe Kindheit erlebt hatte, deren Ehe mit Ferdinand von Aragon ihre politischen Fähigkeiten gewiß sehr gesteigert hat, deren Frauenstolz aber vieles hat dulden müssen, die immer unverzagt blieb, bis der Tod ihres einzigen Sohnes (neben vier Töchtern) am Ende ihrer Regierungszeit ihre Kraft zerbrach diese Frau mit ihrer leidenschaftlichen Liebe zu ihrem Land hatte in Blut und Wesen einen entschelden- den Einschlag englischer Sachlichkeit und Zähigkeit. Das konnte 'sie ihrem Volke nicht einverlelben. Die inneren Konflikte Isabellas, der Fürstin und der Frau, ihr Leben und ihr Wirken sind neuerdings sehr lebendig dargestellt worden von A. St. Wittlin: „Isabella", (im Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig). Dieses Buch gibt reichen Stoss zum Bedenken. Wieviel Zchluke.t der Arbeit wieviel Glaube, und auch wieviel Gluck gehörten zum Ausstieg der spanischen Nation — wieviel Unrecht daneben, wiemel Unbegreifliches. Und welch ein Schicksal für eine begabte Fustin im Mittelpunkt einer solchen Entwicklung zu stehen! Wir Heutigen aber sehen ein Spanien, das von der gewaltigen Ordnung Isabellas nichts mehr weiß: und nichts kann eindrucksvoller sein, als ,Ni1 Geist die Wirren der Gegenwart neben jene vor Isabellas Auftreten zu stellen. L b’ Auf der Reichsarbeitstagung des Amtes für Be- rufserziehung und Betriebsfuhrung der DAF. hatte Reichsorganisationsleiter Dr. Let) kürzlich ausfuhr- lieh Stellung zu Fragen der Beruf sau s b 11 - dunad eräugend genommen. Der Führer der Organisation der schaffenden deutschen Menschen hat dabei die Feststellung gemacht, daß dreieinhalb M l Honen Menschen in Deutschland heute einen f a l s ch e n Beruf haben. Diese Zahl wurde allein genügen um das wichtige Thema der Berufsausbildung der jungen Generation vordringlich zu behandele Inzwischen sind Hinweise und Klagen einzelner Berufsgruppen bekanntgeworden, die die Feststellung Dr. Leys erhärten und dazu geeignet sind..das^Problem noch weiter in den Vordergrund zu schieben Die Wirtschaftsgruppe Elnzelhandel hat die Reichsanitaff für Arbeitsvermittlung "^ Arbeitslosenversicherung auf die bedenklichen D er s ch i e b un gen im NachwuchszugangdesEinzelhandels zugunsten der weiblichen Bern ssa nm ört e r hingewiesen. Im vergangenen Jahr suchten 158994 Ratsuchende ^r kaufmannstche Berufe die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter auf. Von den Ratsuchenden waren 108 613 weiblich und nur 50 681 männlich. Beim schiebt sich dieses Zahlenverhaltnis noch ""günstiger, die männlichen Berufsanwarter machen nur 10 v. H. der weiblichen aus. 71n ft' meldeten sich gegenüber nur 7p0 M"nnern Ergänzt werden diese Zahlen durch dieTatsache, daß schon bei der Berufszählung 1933 71 v. H- 9 f Gefolgschaft und 65 v. H, der Lehrlinge un Einzel handel weiblichen Geschlechts waren Auch auf einem ganz anderen im Blick auf den Nachwuchs ungunstrge^erhaltnisse^ Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! * Wörterbuch des „Unparlamentarischen". nn) Wellington (Neuseeland.) Endlich wissen wir, was unparlamentarisch ist. Bisher gingen die Meinungen darüber erheblich auseinander. Nun aber hat der Sprecher des neuseeländischen Parlaments, W. E. Barnard, einen großen Teil der bestehenden Zweifel beseitigt dadurch, daß er eine umfangreiche Liste, gleichsam ein Wörterbuch aller von ihm und seinen Vorgängern als „unparlamentarisch" gerügten Wörter und Ausdrücke hat drucken und jedem Abgeordneten auf den Tisch des Hauses zur „Nachachtung" legen lassen. Wir finden darin u. a. folgende Ausdrücke und Perioden: „Ein verdammtes Pack von lauter Shylocks". — „Ein Mann mit einem Fliegengehirn". — „Ein Herz hat er, nur so groß wie eins Erbse, aber von noch härterer Substanz". — „Die Dickfelligkeit eines Ministers der Krone". — „Grinsender Affe!" — „Eine Schande für die schottische Rasse". — „Schauen Sie in den Spiegel, und Sie werden einen Esel sehen!" — „Das Gesicht des ehrenwerten Mitgliedes erinnert mich an einen großen Käse, von dem der Bauer einen ordentlichen Happen abgebissen hat!" — „Sie haben noch nie ein Spiel gespielt, das nicht falsch gewesen wäre!" — „Legen Sie sich gleich ein Halsband um wie ein Hund!" — „Er hat eine Nase so lang, daß er darüber stolpert!" — „Lecken Sie sich die Lippen von Ihrer unverschämten Lüge sauber!" — Dr. Dieter Cunz: Europäische Verfassungsgeschichte der Neuzeit. Geb. 1,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (208) — Alle, die sich mit der Innenpolitik der europäischen Mächte zu beschäftigen haben, können sich hier über die hauptsächlichsten Ereignisse der Verfassungsgeschichte orientieren, ohne nach umfänglichen Spezialwerken greifen zu müssen. In seinem ersten Teil, der mit der französischen Revolution abschließt, verfolgt das Buch die Bildung und Ausprägung des Absolutismus, von den ftüh- absolutistischen Formen des ausgehenden 15. Jahrhunderts über das klassische, autokratische Regiment Ludwig XIV. bis zu den aufgeklärten Regierungs- prinzipien Friedrichs des Großen und Josephs II. Im zweiten Teil zeichnet sich der Siegeszug der Dolkssouveränität ab; die europäische Verfassungsgeschichte wird zur Geschichte der repräsentativen Verfassungen, die teils früher, teils später in den abendländischen Staaten Eingang finden. Dabei wird die Untersuchung bis auf den heutigen Tag geführt, mit möglichster Genauigkeit bei den europäischen Großmächten, in knappen Zügen aber auch bei allen übrigen Ländern Europas. gestellt. Nehmen wir schließlich noch ein anderes Gebiet, um an ihm das Problem einer richtigen Nachwuchsoerteilung aufzuzeigen. Das „Junge Deutschland/, die sozialpolitische Zeitschrift der Hitlerjugend weist darauf hin, daß der Nachwuchs im gesamten Schwesternberuf nicht annähernd ausreiche, um den Bedarf in der freien Krankenpflege! den Wirren der Diadochen-Kämpfe miterlebt, hat in alle Phasen dieser meteorhaften Bahn dernd und handelnd, warnend und treibend gegriffen. Die drängende Fülle von Ereignissen Personen, von Schlachten und volitischen Ränken, von Plänen und Taten, die in dem Buch mit farbiger Pracht sich entfaltet, findet so die Beziehung immer wieder zu ihr zurück. Und mit dem Leid der Olympias sinkt auch der Traum eines Weltreiches schließlich zusammen. — Die charakteristischen Bilder sowohl der Landschaft wie zum Teil bisher unbekannter Porträtbüsten aus neuen Ausgrabungen sind besonders zu nennen. nicht. Johannes mit den Schlangen. (st) Johannesburg. Eine der größten Sensationen Südafrikas ist zweifellos der große Schlangenpark von Port Elisabeth, den man vor Jahren einrichtete, um auch in Südafrika das nötige Material zur Herstellung von Serum gegen Schlangenbisse zu haben. Der Schlangenpark ist außerordentlich groß und berbergt alle gefährlichen Schlangenarten Südafrikas. Der populärste unter den Schlangenwärtern ist zweifelsohne der alte Johannes. Er wurde im Laufe feiner Tätigkeit nicht weniger als elfmal von Giftschlangen gebissen. Man hat ihm so oft und so viel Schlangenserum eingespritzt, daß er heute vollkommen immun ist. Als im vergangenen Jahr Direktor F. W. Fitzsimons ein paar Tage auf Reisen war und zurückkehrte, stellte er fest, daß der rechte Arm des alten Johannes heftig angeschwollen war und sogar die Nackenmuskeln bereits eine schwere Entzündung zeigten. Er hatte, um ein gebissenes Kind zu retten, in aller Eile ein paar besonders große Exemplare giftigster Schlangen mit ungeschützten Händen herausgeholt und war dabei selbst gebissen worden. Aber Johannes überstand auch diese neuerliche Vergiftung. Die Eskimos und die Renntierherde. A. Z. Toronto. Ein Teil der kanadischen Eskimos wurde, wie man sich erinnern wird, vor zwei Jahren durch eine Renntierherde vor dem Tode des Verhungerns ge- . rettet, die von Alaska in das Mackenziedelta gebracht wurde. Der fünfjährige Zug dieser Herde war ein Ereignis, das in der ganzen Welt ungeheures Aufsehen erregt hatte. Man hatte die etwa 4000 Köpfe betragende Herde zunächst den Eskimos völlig überlassen. Diese wußten aber wenig mit den Tieren anzufangen, auf die sie zunächst regelrecht Jagd machten. Auch der Nomadentrieb der Eskimos erschwerte die Erhaltung der Herde bedeutend, so daß die Gefahr des Hungertodes immer noch nicht gebannt war. Jetzt bat man die kostbaren Tiere Lappländern in die Obhut gegeben, die die Eskimos anlernen sollen. Die Schlachtungen finden jetzt nur noch unter Aufsicht eines Regierungsbeamten statt, damit die Herde nicht in wenigen Jahren aufgegessen wird. Im großen und ganzen hat sich die Einführung von Renntieren bei den Eskimos aber bewährt. Spinat kannten sie schon. DU LEISTUNG ZU (Ufo* PREIS D A S GAB ES NOCH NICHT [ Wechselstrom RM. 208.- m. R. - Allstrom RM. 222.~ m. R. (o. CT.Id.r^'qJ Unverbindliche Von« öhrung «n jedem F a ch g e » Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Feier des 6573D 6641D der Landes-Heil-- und Pslegeanstalt Gießen. 6623 D Ihre Vermählung geben bekannt heute Tanz! i r 6579D k Statt Karten! Franz Rathenow. 6581A S 6589A Gießen, den 15. Oktober 1936. ooisv volksbaUe-Vevern e. 0 (J&MÄNm ■ 1 DARUM BRENNT . II Tiechten Klein-Linden Ärandweg 5 p. Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Frequenz 1935: 22300 Assessor Or. jur. Heinrich Christ Margarete Christ, geb. Blumsiheln Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3883. Schriften kostenlos Wirzeigen Ihnen eine modische Auslese, die mit sicherem Geschmack gewählt wurde. Jeder Preis ist vorteilhaft. Gießen Friedrichstraße 61 Oie Geburt eines gesunden Mädels zeigen in dankbarer Freude an keine Berücksichtigung finden kann. Gießen, den 17. Oktober 1936. Direktion I Gloria-Palast • Lichtspielhaus I 2 Großfilme, die niemand versäumen sollte! Fritz Zöller und Frau Herta, geb. Spatz taugt nichts mehr ' j wie aus Ihrem verachteten 1 Öfchen ein tadelloser Dau- Ä erbrenner'wird - und oben- W drein noch die Ersparnis! * Gießen lBleichstraße 21), den 18. Oktober 1936 6619V hält Herr ChLny gelegentlich eine Gemeinderatssitzung mit sich allein ab. Er scheint aber ein sehr gewissenhafter Beamter zu sein, denn auch in diesem Jahre legte er der Aufsichtsbehörde einen sauber ausgearbeiteten Gemeindehaushalt mit allen nötigen Belegen vor, und dieser Haushalt schloß in der Einnahme mit 956 und in der Ausgabe mit 950 Francs ab, so daß die Gemeinde ein nicht anzuzweifelndes Vermögen von 6 Francs ihr eigen nennen kann. Mortaux besitzt auch eine Gebetskapelle und ein — allerdings unbewohntes — altes Schloß. Gottesdienst findet in der Kapelle nur alle zwei Jahre an den Gedenktagen für den heiligen Sulpicius und den Antonius von Padua statt. Zu diesem Zwecke kommt eigens ein Priester aus einer größeren Nachbargemeinde herüber... Merkwürdiger Wahrtraum. (ha) Warschau. Man erinnert sich der Unruhe, von der die ganze Welt befallen wurde, als beim Ballonwettflug um den Gordckn-Bennet-Pokal der polnische Ballon Lopp mit seinem Piloten verschwunden war. Man hatte zunächst nicht die mindeste Spur von diesem Ballon. Doch dann meldete sich bei einer Warschauer Zeitung der 60jährige Ingenieur Ossowiecki, der den erstaunten Redakteuren eine sehr genaue Darstellung vom Verlauf jenes Fluges zu geben vermochte. Als man ihn nach der Quelle seiner Informationen fragte, versicherte er, daß er nun schon die zweite Nacht in allen Einzelheiten den Verlauf des Fluges des Ballons Lopp geträumt habe. Als später der Ballon Lopp gefunden wurde, ergab sich, daß Ossowiecki mit ganz geringfügigen Abweichungen richtig gesehen hatte. Fritz-Karl Cimer Assistenzarzt und Frau Luise geb. Haas Hans Fritz Schuster Friedgard Schuster, geb. von Nasse t Versuchen Sie es einmal mit r Anthrazit-Eierbriketts! i 1 ' Sie werden sich wundern; Y ’S SS LzL iä Der als alte hinaus betau' a.D. Nudol gen Sonntag, feinen 75- @el Generalmaj fee Wringe baren wurde, in Rudolstadt hinter beim sRr. 95 in Gol er Leutnant, Vom 1. Dttol Slbjutani bei fobann oom feiner Mbjutai ihn fein j)ien tober 1901 ab Ynsanterie-Reg miar 1907 ab terie-Regiments tat Don Gießt Bataillonskomn Liensistellung g in Metz, ssorbc Jnf'anterie-Regii -erjolgte seine ! ^Mrntnant Ws W Garnison ston Regiments Feld. Am 21 zweiten Schl mit dem Psi Schäden, dc wurde. Vom diente er d Landwehrbe. 1918 reichte 11. Januar: als Generali bürg überfiei sedr wohlgefi Samstag, U. Oktober 1936 ttr.244 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) an 18.—25. Oktober. freundlichem Beifall. hth. hinauf 1900, 10 Uhr, auf dem Sport» Steinstraße. — Spielvereinigung leichtathletische Vereinswettkämpfe Platz. Spielplan des Stadttheaters vom Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag findet im Stadttheater die dritte Morgenoeranstaltung als Erinnerungsstunde anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages von Ferdinand Raimund statt. Die Gedenkrede hält der Dramaturg Paul Nieren. Die musikalische eneine ?$e,die ilf reis ist ßen Verdienste im Frieden und im Kriege wurden durch die Verleihung zahlreicher Orden und Ehrenzeichen in gebührender Weise gewürdigt und anerkannt. Der als alter 116er in Gießen und weit darüber hinaus bekannte und hochgeschätzte Generalmajor a. D. Rudolf M o h r in Gießen kann am morgigen Sonntag, 18. Oktober, in wunderbarer Frische seinen 75. Geburtstag begehen. Generalmajor a. D. Mohr stammt aus Königsee (Thüringen), wo er am 18. Oktober 1861 geboren wurde. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Rudolstadt trat er am 1. April 1882 als Fahnenjunker beim 6. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 95 in Gotha ein. Am 11. September 1883 wurde er Leutnant, am 11. September 1890 Oberleutnant. Dom 1. Oktober 1890 bis 1. Oktober 1893 war er ihnen vorüberziehen. Es soll und kann nicht Zweck und Sinn meiner Ausführungen sein, eine Biologie unseres verehrten, alten Hauptmanns zu bringen, sondern ich möchte nur ein schlichtes Bild davon entwerfen, wie die Kompanie ihren Hauptmann sah und was ihm jeder einzelne an sittlichen Werten für sein ganzes Leben dankt, wobei ich nicht zuletzt an die schweren Kampfjahre des Weltkrieges denke. Waren die 12er auch nicht, wie man zu sagen pflegte, „Majestäts Schönste", so fühlten sie sich dennoch stolz unter dem Befehl ihres Hauptmanns Mohr innerhalb eines Eliteregiments noch einer Elitekompanie anzugehören. Denn das war die 12. und nicht allein im Schießen (Kaiserpreis 1904), sondern in allem, was zum äußeren, wie inneren Dienst gehörte. Jedermann wußte, daß sein Hauptmann sich um alles kümmerte und ein gerechtes und warmes Empfinden für Fleiß und Anspannung hatte. Brachte der damalige Dienst geaenüber dem heutigen viel Parade- und Einzeldrill, immer war es die 12., wo durch allerlei Abwechslung eine Monotonie vermieden wurde; vieles, was in dem späteren Exerzierreglement an Stelle des alten, starren Exerzierens trat, wurde in der 12. Kompanie geboren, und Hunderte von Reservisten und Landwehrmännern werden im großen Kriege in Dankbarkeit an die militärische Erziehung durch ihren alten Hauptmann zurückgedacht haben. Denn einer der elementarsten Grundsätze unsres Hauptmanns war, jeden einzelnen Mann mili- Ein Sieinrelief von Dürer. Unter den plastischen Arbeiten Dürers ist die bedeutendste eine bezeichnete und 1509 datierte Reliefplatte aus hellem Solnbokor Kalkschiefer, die einst der vor 50 Jahren aufgelösten Sammlung Eugen Felix angehörte und dann durch I. P. Morgan dem Metropolitan-Museum in Neuyork zugewendet worden ist. Diese Arbeit ist von verschiedenen Gelehrten in seiner Echtheit angezweifelt und als eine Fälschung aus dem 16. oder 17. Jahrhundert hingestellt worden. Durch eine glückliche Neuerwerbung des Berliner Kupferstichkabinetts, die großartige Pinlel- zeichnung eines weiblichen Rückenaktes aus dem Jahre 1506, ist es nun, wie Ocko von Falke in der bei F. Bruckmann in München erscheinenden Monatsschrift „P a n t h e o n" in einem eingehenden Vergleich nachweist, möglich, die Echtheit der Arbeit zu sichern. Das 15 Zentimeter hohe und 6,5 Zentimeter breite Relief zeigt ein Frauenbild in Rückcn- ansicht; es ist auf eingetieftem Grund flach, in wundervoller Weichheit der Modellierung geschnitten. Es ist aus „Stechstein" hergestellt, den die Nürnberger Medaillenkünstler in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verwendeten und diente als Modell für Metallabgüsse und Gipsabgüsse, es gibt auch mehrere Nachbildungen, aber nur die Stechsteintafel kommt als das Original von Dürers Hand in Betracht. Die in Venedig ausgeführte Aktzeichnung von 1506, dis als Grundlage für den plastischen Rückenakt gedient hat, ist sicher eine Studie nach der Natur. Die Be- Nutzung der Zeichnung für das Relief i" jedoch keineswegs unfrei oder von der Art, daß von einer Kopistenarbeit die Rede fein könnte. Das Relief ist vielmehr ein selbständiges, als Komposition detz Studie überlegenes Kunstwerk tärisch soweit zu bringen, daß er in kleineren, wie auch größeren Verbänden als Rotten-, Gruppen-, Zug- und Kompanieführer notfalls selbständig auftreten konnte. Dazu gehörte aber eine unendliche Geduld und systematisch immer abwechselnd sich gestaltende Ausbildung und Erziehung durch plötzliches Fragestellen, Augenübungen, Entfernungsschätzen, Zielansprechen usw.; mit der „Nase im Dreck" herumlaufen gab es darum bei unserer Kompanie auch nicht, sondern immer Kopf hoch und Augen und Ohren offen gehalten. Nicht weniger als der äußere Dienst lag auch der innere unserem Hauptmann Mohr am Herzen und manche Hausfrau hätte da in eine gute Lehre bei ihm gehen können. In gleicher Weise wie dem fiskalischen Eigentum, oder besser gesagt in erhöhtem Maße galt seine Sorge dem körperlichen Befinden seiner Untergegeben, aber nicht etwa als Spezialist auf diesem oder jenem Gebiete (z. B. kannte ich einen Oberst, der jeden an Zellengewebsentzündung Erkrankten mit 3 Tagen Arrest bestrafte; ein anderer wieder hielt auf Hände- und Fingerpflege usw.), sondern um alles, was zur Gesundheit und zum Wohlbefinden und damit auch Steigerung der Leistungsfähigkeit des Mannes beitrug,' sorgte sich unser Hauptmann Mohr. Ständiges Beobachten, namentlich bei heißen, anstrengenden Märschen mit Gepäck war dazu erforderlich, und dank seinem Eingreifen und Abhilfeschaffen, soweit es sich mit dem Dienst vereinbaren ließ, konnten auch die schwächlicheren Leute auf volle Lei - stungshöhe gebracht und vor Schaden an ihrer Gesundheit bewahrt werden. So verbarg unser Hauptmann unter einer äußerlich dienstlich strengen Haltung ein für seine Untergebenen allzeit besorgtes, gerechtes Herz; das fühlte jeder Einzelne, und jeder wäre ohne Besinnen für ihn durch Dick und Dünn gegangen. Darum treten wir alten 12er zu seinem morgigen 75. Geburtstage im Geiste an: Stillgestanden — Augen rechts! Die alte 12. Kompanie Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 gratuliert Herrn General, ihrem verehrten alten Kompaniechef, herzlichst und wünscht ihm noch viele glückliche, schöne Jahre im Kreise seiner Familie! Schaffende sammeln und geben! Anläßlich der Sammelaktion der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk finden in Gießen Platzkonzerte statt, und zwar am heutigen Samstag von 17 bis 18 Uhr am Selterstor, am Sonntag von 11.30 bis 12.30 Uhr am Stadttheater. Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter. Der Lord Goring ist nicht nur die dankbarste Rolle in diesem Stück, sondern auch die für Milde charakteristischste. Herr Lindt spielte sie mindestens so charmant und so elegant wie Harry Liedtke vor sechs Jahren; aber er wirkte nicht bloß als unwiderstehlicher Causeur, sondern wuchs zu einer liebenswürdigen, im Grunde ganz ernsthaften Charakterfigur, bei der alle Fäden zufammenlaufen. Herr v. G sch me idler als Chiltern wäre in Auffassung und Anlage seiner Rolle am ehesten mit E. L. Diebl im Film zu vergleichen: er lab sehr out ans, bewabrte Haltung in den gefäbrtich- sten Situationen und entwickelte die innere Linie des Charakters mit Bedacht und Folgerichtigkeit 6 letzten Vorhang und auf dem Heimweg, entdecken, daß dies vielleicht ein bißchen zu viel des Guten sei; er wird sich überlegen, ob etwa hierin eben der satirische Kern des Stückes zu finden fei, und ob nicht am Ende das ganze Stück am eigentlichen Problem vorbeigeangen sei — trotz der äußerlich durchaus glücklichen Lösung, bei der alles ohne Rest aufzugehen scheint Die gleiche Frage erhob sich schon vor einem Jahr angesichts der Filmfassung, die an sich schon den psychologischen und kriminellen „Fall" im „Idealen Gatten" stärker betonte, als uns das für ein Stück von Wilde richtig und empfehlenswert schien. Denn wir haben uns, jedenfalls soweit seine Gesellschaftsstücke in Betracht kommen, daran gewöhnt, mehr auf das Wie als auf das Was zu achten, mehr an der unvergleichlich eleganten und geistreichen Form uns zu ergötzen als mit angeborener Gründlichkeit in die Tiefe zu schürfen, wovor uns Wilde selbst in dem sattsam zitierten Vorwort zu seinem „Dorian Gray" übrigens selber ausdrücklich gewarnt hat. Und was das Theater betrifft, so war ja gerade bei Wildeschen Stücken nie die Frage, worauf der Ton und der eigentliche Nachdruck einer Aufführung zu legen fei. * Hier setzt die Fassung von L e r b s . dessen Ueber- setzung der „Frau ohne Bedeutung" wir ja ebenfalls hier schon gesehen haben, bewußt und mit Nachdruck ein. Ihm geht es in seiner Bearbeitung nicht bloß um eine neue Uebersetzung, sondern um eine neue Wertung des Dichters: „Wir sind der Welt Wildes noch nahe genug, um sie wie Gegenwart zu erleben, und haben doch schon so viel Abstand zu ihr, daß sich uns eine Fülle der Vergleiche und der Erkenntnisse auftut .." Er erkennt zwar, gerade was den „Idealen Gatten" betrifft, in diesem Stück „Wildes größtes Geschenk an das Theater", aber er nimmt ihn hier, wie in den übrigen großen Gesellschaftsstücken, viel ernster, viel weniger unverbindlich, als wir es seither gewohnt waren: er begreift Wilde aus seiner Zeit heraus ... als ehrlichen Kämpfer gegen die Niedergangserscheinungen dieser seiner Zeit — „wir ermessen ... jetzt erst ganz die Größe seiner Absicht und seiner Läuterung" ... Daraus ergab sich dem Bearbeiter folgerichtig die Aufgabe, 'Wildes Werk völlig neu zu erobern, was nicht mit einer bloßen Neuübersetzung geschehen konnte, wenn der Versuch nicht in einer gewiß erwünschten snrachlichen Relormi^rung steckenbleiben sollte. Der Bearbeiter „mußte sich dazu entschließen, wegzuschneiden, was zeitgebunden, spielerisch oder veraltet anmutete, anzudeuten und weiter zu führen. was angedeutet und gewollt war, den Forderungen und Mitteln des Gegenwartstheaters anzupassen, was den Rhythmus der großen Szenen und Rollen hemmte, die Wahrhaftigkeit irgendwie trübte .." * Wir haben den Eindruck, als ob dies vor allem dem letzten Akt, in dem sich die Fäden entwirren und, wenigstens äußerlich, alles zum Besten gekehrt wird, zugute gekommen sei. Wie weit der ideelle Gehalt, um den es dem Bearbeiter zu tun war, über den Einzelfall hinaus, dem Zuhörer im Gegensatz zu früheren Fassungen bewußt geworden ist, muß natürlich dahingestellt bleiben. Außer Zweifel scheint uns aber, daß das Stück an Konzentration, an angreifender Schärfe und, womöglich, an dramatischer Aktion gewonnen hat, ohne daß das typisch Wildesche Element, das unverwechselbare, verlorengegangen oder auch nur zu kurz gekommen wäre. * Die Spielleitung hatte Herr Kühne; er hat schon früher des öfteren bewiesen, wie sehr die Inszenierung gerade derartiger Stücke seiner Begabung entgegenkommt. Seine Aufführung verfügte üfrt'r die in jener Filmfassung gelegentlich zu vermissende Leichtigkeit des Tons, ohne die das Stück nicht mehr von Wilde wäre, — stellenweise bis zu kammerspielartigen Wirkungen, besaß aber auch Energie genug, die glitzernde Oberfläche zu durchstoßen und Spiel und Gegenspiel an den immerhin nicht mehr bloß amüsanten Kern der Dinge heranzutreiben. — An ein paar Stellen war der Dialog nicht ganz deutlich, was in solchem Falle natürlich ausfällt; schade um jedes Wort. — Von Herrn Löfflers gediegener Ausstattung ist uns besonders das helle, geschmackvolle Damenzimmer (zweiter und vierter Akt) in angenehmer Erinnerung.— Frau Stivl fand als Mrs. Cheveley ausführlich Gelegenheit, mit lächelnder Konversations- miene Ungeheuerlichkeiten oorzubringen und mit allen theatralisch unfehlbaren Mitteln einen gefährlichen Kampf um längst verlorene Positionen zu führen. Frl. Birkmann als Lady Chiltern: sehr damenhaft, korrekt und anfangs fast kühl in ihrer Verhaltenheit; erst im letzten Akt aus strenger Beherrschung gelockert und gefühlsmäßig völlig aufgeschlossen. In kleineren Rollen wirkten hübsch und amüsant Frl. Prinz (Mabel), Herr D o l ck (Caversham) und Herr Frickhoeffer (Phipps). — ♦ Das gut besuchte Haus dankte angeregt mit Nicht nur die alten 116er, mit denen sich Generalmajor Mohr auf Grund der langjährigen Waffenkameradschaft besonders eng verbunden weiß, sondern die alten Soldaten in unserer engeren Heimat überhaupt und viele weitere Volksgenossen in Stadt und Land bringen dem um Volk und Vaterland hochverdienten Offizier größte Wertschätzung entgegen. Sie ehren in Generalmajor Mohr einen alten Militär und deutschen Mann, der stets mit ganzem Herzen und mit aller Liebe dem deutschen Heere verbunden war und der auch nach dem unglücklichen Kriege an seiner Stelle mit allen Kräften dahin gewirkt hat, daß der Wehrgedanke und die Liebe zur Waffe im deutschen Volke nicht ganz verschüttet wurden, sondern insbesondere unter den alten Soldaten lebendig wirkende Kraft behielten, um von hier aus auf Die junge Generation übertragen zu werden. Wie sehr diese Aufgabe dem Jubilar Herzenssache war und wie er insbesondere an seinem alten Gießener Regiment Nr. 116 hing, das konnte man erst am jüngsten Donnerstag wieder aus seiner Ansprache gelegentlich der militärischen Feier in der Bergkaserne vernehmen. Und es ist für ihn sicherlich die größte Freude zu seinem morgigen 75. Geburtstage, wenige Tage vorher den Zeitpunkt miterlebt zu haben, der in der alten Regimentsnummer 116 brachte. Auf die wiedererstandene mächtige deutsche Wehrmacht blickt auch Generalmajor Mohr am Abend seines Lebens mit herzlicher Freude und mit aufrichtigem Dank an den Führer, denn in dieser Wehrmacht wird ein wertvolles Stück der Lebensarbeit fortwirken, die der Jubilar als Waffenträger der Nation allezeit zum Wohle von Volk und Vaterland mit freudiger Hingabe geleistet hat. B. Ein alter 116er gedenkt seines einstigen Kompaniechefs. Von einem alten 116er der ehern. 12. Kompanie des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (II. Großh. Hess.) Nr. 116 erhalten wir die nachstehende Zuschrift: Herr Generalmajor a D. Rudolf Mohr begeht morgen, am 18. Oft. 1936, in bester Gesundheit und Frische seinen 75. Geburtstag. Hunderte ehemaliger 12er des alten Hess. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm 116 werden beim Lesen dieser Zeilen erfreut an ihren „Alten" denken, und ernste und heitere Erinnerungsbilder einer längst vergangenen, unbeschwerten Zeit werden im Geiste Intel arbeite.» Qualität 32.- intel uung.in Stoffen 48.- äntel schwarz, , grau u. rarbeitg. 62.- läntel Spezial- klichgut. irzüglich- § in den in !, 49.- isr jläntel d farbig, •al usw-, armen »’ Mäntel . Kraßen' Rischem is, Opo«' ,n pelze" 8 *■' Idjou. m Sonje i ’“n hatte n Kalbt Sei. »en ”Mna »<)te. Sils Rationen Mte Mtuges IPQier der daß OffQs Wn richtig Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". — Turnverein 1846, Feier des 90jährigen Bestehens, 20 Uhr, Festabend in der Turnhalle, Steinstraße. — Groß'scher Männerchor, 90. Gründungsfest, 20 Uhr im Cafä Leib. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 11.30 bis 12.30 Uhr, 3. Morgenveranstaltung, „Ferdinand Raimund", zur 100. Wiederkehr seines Todestages"; 19.00 bis 21.30 Uhr, „Der Bettelstudent". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Bettelstudent". — Bataillonstag des Landsturm- Bataillons Gießen (XVIII, 9), 10.15 Uhr Gedächtnisfeier auf dem Neuen Friedhof, 15 Uhr Hauptfeier im Cafe Leib. — Turnverein 1846 (90jähriges Bestehen), 20 Uhr Familienfeier in der Turnhalle, jutant des Infanterie-Regiments Nr. 95 in Gotha. Anschließend kam er als Adjutant zur Kommandantur in Breslau, am 20. Mai 1897 wurde er Hauptmann, bis 1. Oktober 1901 verblieb er in zu verleben. Seit Ende Dezember 1918 steht Generalmajor Mohr als Vorsitzender an der Spitze des Vereins ehemaliger Offiziere des Infanterie-Regiments Nr. 116 in Gießen, ferner leitete er als Vorsitzender die Gießener Ortsgruppe des Deutschen Offizier-Bundes. Der aktive Truppendienst allein war für die Schaffensfreudigkeit dieses verdienten Offiziers noch nicht ausreichend genug, so daß er sich neben seinem Dienst noch auf dem Gebiete der Kriegsgeschichte als produktiver Schriftsteller betätigte. Als Stoff dieser schriftstellerischen Arbeiten behandelte er aus dem Feldzug 1870/71 die Schlacht bei Wörth, den Kriegsbeginn und das Gefecht bei Saarbrücken, sowie die Schlacht bei Spichern. Ferner gab er eine Arbeit über „Die Ausbildung der Unterführer für den Kriegsbedarf" heraus, weiterhin hat er eine fesselnde Schrift über „Kriegsgeschichtliche Wanderungen in und um Gießen" geschrieben. Seine gro- Aus der Provinzialhauptstadl. Generalmajor a. D. Mohr Z5 Jahre alt. rt*Sts. £•. * «s: *3 , r altt5 . "Ile "Men Mit. 3u einer Gießener Gtadttheater. Oscar Wilde: „Ein idealer Gatte". Das englische Gesellschaftsstück ist feit einiger «eit wieder große Mode bei uns; das ist ebensowenig zu bestreiten wie der Umstand, daß der Film — ohne zwar eine tiefere Begründung oder sachliche Legitimation für solche Stoffwahl Vorbringen zu können - das neuerwachte Interesse an Wilde und Shaw sehr entschieden gefordert hat. Den Idealen Gatten" beispielsweise sahen wir zuletzt im vergangenen Herbst in Thea non hartwus Ton- filmbearbeitung, aus dem Theater dagegen.vor,sechs Jahren gelegentlich eines Gastspiels von Harri) Liedtke Die Wiederausnahme in den Spielplan er- kolat nun in Gestalt einer Neubearbeitung durch Nr L e r b s , der im Programmheft die Grundzüge seiner Arbeit entwickelt; wir kommen noch dar- auf zu sprechen. # Der ideale Gatte" Sir Robert Chiltern ist genau so wenig ideal wie die Mrs^ Arbuthnot eme Frau ohne Bedeutung" ist: auf dieser absichtlichen, ironischen und satirischen Umkehrung beruht das ganze Stück hier liegt der Ansatzpunkt für Wildes Ge- sellsch'astskritik und für die Dramaturgie seiner Akte, diese vier bilden zusammen em Theaterstück, das man gleichzeitig und mit demselben Recht als Lustspiel, als Salondrama und als Widmen kann Es ist nach den Regeln der Kunsl und nach berühmten Mustern gebaut; es ar ecke mit allen, wenn nicht im Leben so doch auf der Bühne Halbwegs erlaubten Mitteln. Es fetzt sich zusammen aus c’irter äufoerft be-- tö^en u^äuBerfi Politik und Liebe, von Anständigkeit und G.mein- heit- es federt vor Spannung m allen öelenten, es fünf»?; nnn Witt und Geist und Bosheit, es macht o Jgegeidjnet unb auf eine zum wenigsten stir den Zuschauer und Hörer ungemein unterhaltsame und amüsante Weise Konversation. Cs geht sogar am Ende , Mt" aus: es schließt nicht nur, nach uralter Lustspieltradition, mit einer zärtlichen Serfabung, Wern was hier wesentlich ist, der Lord CH, ern (dessen Tadellosigkeit durch °wen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit sa leider etwas b°emtracht,gt erscheint) hat Glück und fallt m feder Hinsicht, da? heißt: als Gatte und als Politiker, die Treppe alzenl*;6 ** jrb0lt ... Das ist es eben: der „moralisch" betrachtende Zuschauer wird, wenn auch vielleicht erst nach dem Ausruf des Gauleiters zur ersten Heichsstraßensamrnlung des Winierhilfswerks 1936/37. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1936/37 hat seinen Anfang genommen. Wieder halten alle deutschen Volksgenossen in treuer Kameradschaft zusammen. Am kommenden Samstag und Sonntag tritt die Gesamtheit der schaffenden Deutschen für dieses Werk nationalsozialistischen Zusammenhaltens ein, indem sie die erste Sammelaktion durchführt und nach besten Kräften ihr Opfer gibt. -- Jeder Volksgenosse wird stolz das Abzeichen der ersten Reichsstraßensammlung: die Wappen aus deutschem Grenzland, tragen. Für uns Nationalsozialisten ist es ein wunderbares Gefühl, zu sehen, wie der von uns in schweren Jahren, in Tausenden von Versammlungen und in hartem Ringen vorangetragene Opsergedanke im deutschen Volk Fuß gefaßt hat. Ich erwarte daher, daß der Sammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilsswerk ein recht großer Erfolg beschieden ist, der das gewohnte Ergebnis der vergangenen Jahre noch übertrifft. Adjutant beim Bezirkskommando in Meiningen, sodann vom 1. April 1894 bis 17. April 1897 Ad- seiner Adjutantenstelle in Breslau. Don dort führte ihn fein Dienst nach Gießen, wo er vom 1. Oktober 1901 ab Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment 116 wurde, dann vom 27. Januar 1907 ab als Major beim Stabe des Infanterie-Regiments 116 bis zum 20. April 1909 Dienst tat. Von Gießen wurde er am 20. April 1909 als Bataillonskommandeur nach Metz versetzt, in dieser Dienststellung gehörte er bis zum 1. Oktober 1913 in Metz, Förbach und Straßburg im Elsaß dem Infanterie-Regiment 174 an. Am 1. Oktober 1913 erfolgte seine Versetzung nach Lahr (Baden) als Oberstleutnant beim Stabe des Infanterie-Regiments Nr. 169, wo er bis zum 1. August 1914 in Garnison stand. Als Kommandeur des Landwehr- Regiments Nr. 109 rückte er am 1. August 1914 ins Feld. Am 21. Juni 1915 wurde er Oberst. In der zweiten Schlacht bei Mülhausen (Elsaß) stürzte er mit dem Pferde und erlitt dabei so schwere innere Schäden, daß er für den Frontdienst untauglich wurde. Vom 1. April 1916 ab bis zum Kriegsende diente er dem Vaterland als Kommandeur des Landwehrbezirks Straßburg i. Elf. Am 30. Oktober 1918 reichte er fein Abschiedsgesuch em, das am 11. Januar 1919 unter Verleihung des Charakters nls Generalmajor genehmigt wurde. Don Straß- bura übersiedelte er nach Gießen, wo er sich stets Zeitpunkt miterlebt ZU haben, der in Der alten febr wohlgefühlt hatte, um hier seinen Ruhestand > Garnisonstadt—GießeN—die— Leitung liegt in den fänden von Kapellmeister Ernst Bräuer, die szenische Leitung hat Paul W r e d e. Szenen aus „Bauer als Millionär" wer- den unter der Spielleitung von Paul W r e d e zur Ausführung gebracht. Mitwirkende: Damen: Prinz; Herren: Braunwarth, Geiger, Geißler, Hub. Herr Schneider°Oest singt Lieder nach Texten von Raimund und seinen Zeitgenossen, die verbindenden Worte dazu spricht Paul Wrede. Dauer der Feier von 11.30 bis 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. Am Abend Wiederholung der Operette „Der Bettelstudent" von Carl Millöcker. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul Wrede. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. Dienstag, 20. Oktober: Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Zum letzten Mal: „Gustav Kilian". Ein altmodisches Stück von Harald Bratt.. Spielleitung: der Intendant. (Dienstag-Miete. 5. Vorstellung.) — Mittwoch, 21. Oktober: Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oscar Wilde. Spielleitung: Wolfgang Kühne. (Mittwoch-Miete. 5. Vorstellung.) — Freitag, 23. Oktober: Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Erstaufführung „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. (Freitao-Miete. 6. Vorstellung.) — Samstag, 24. Oktober: Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, (Theaterring der NS.-Kulturgemeinde), „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel, Spielleitung: Paul Wrede. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. — Sonntag, 25. Oktober: Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr, „Der Bettelstudent". (Außer Miete.) Ski-Klub Gießen. Der Ski-Klub Gießen veranstaltet am Montag, 19. Oktober, 20,15 Uhr im Hotel Prinz Karl eine Skifilmvorführung. Zur Aufführung gelangt ein Film von den deutschen Meisterschaften 1935. Die anschließende Generalversammlung wird Berichte über die Reichsfachamtstagung in Koblenz und über die Gaufachamtstagung in Wiesbaden bringen. Auf die heutige Anzeige fei besonders hingewiesen. Sitzung des Kreisausschuffes. Am Freitag, 23. Oktober, 15.15 Uhr, findet im Regierungsgebäude am Landgraf-Philipp-Platz eine öffentliche Kreisausschußsitzung statt, für die folgende Tagesordnung vorgesehn ist: 1. Klage des Otto Bücher in Hungen, vertreten durch Rechtsanwalt Zimmer (Gießen), gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 30. Juli 1936 wegen Entziehung des Führerscheins. 2. Klage des Friedrich Althaus zu Gießen, An der Kläranlage 94, gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 30. 7. 36 wegen Entziehung des Führerscheins. Feuerlöschdienst in der Stadt Gießen. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr begann — wie man uns berichtet — am Montan mit einer Mitgliederversammlung im „Aquarium ihren für das Winterhalbjahr 1936/37 aufgestellten Winterdienstplan. Dieser Plan beweist in seiner Reichhaltigkeit, vor welche ernste und verantwortungsvolle Aufgaben die Freiwilligen Feuerwehren heute in Verbindung mit dem zivilen Luftschutz gestellt sind. Der Führer der Wehr, Brandmeister Koch, betonte, daß es nicht mit der praktischen Arbeit allein getan sei, sondern daß zur Ergänzung und Vervollkommnung auch bestimmte theoretische Kenntnisse notwendig seien. Hier sollten während der Wintermonate Vorträge stattfinden, durch welche die Feuerwehrmänner mit den Auswirkungen des Feuers auf die Baustoffe und Baukonstruktionen bekannt und vertraut gemacht werden. Maßgebend für diese Arbeit seien die vom Reichs-Fachbeirat herausgegebenen Vorschriften. Im Verlauf der Versammlung wurde eine Reihe von Anordnungen des Wehrleiters, sowie satzungsgemäße Bestimmungen bekanntgegeben. Außerdem wurde auf Vorschlag des Führerrates der seitherige Führer der Wehr, Hauptbrandmeister Fritz Wenzel wegen Erreichung der Altersgrenze für seine langjährigen Verdienste um das Feuerlöschwesen zum Ehrenkommandanten und der frühere Brandmeister Rud. R ö d i g e r zum Ehrenmitglied ernannt. Den Vorgenannten sowie dem seitherigen Schriftführer und Ehrenmitglied Adolf Bourgeois wurde das Recht zum Tragen der seitherigen Uniform zuge- billigt. Rach einem Vortrag des Brandmeisters Koch, der die Aufgaben und die Organisation der Freiwilligen Feuerwehren behandelte, wurde die sehr angeregte und gut besuchte Versammlung mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler geschlossen. Abend der Ostdeutschen. Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund), Bundesgruppe Gießen, hielt am Donnerstagabend im „Pfälzer Hof" seine Oktober-Monats- versammlung ab. Bundesgruppenleiter H. Kostorz schloß in seine Begrüßungsworte die Erinnerung an den großen Sohn der deutschen Ostmark, den Generalfeldmarschall von Hindenburg, ein und verband mit der Ehrung des Verewigten das Gedenken an die im Weltkrieg und im Kampfe um den deutschen Osten sowie Jur das Dritte Reich Gefallenen ein. Gleichzeitig ehrte die Versammlung den kürzlich verstorbenen Danziger I. Pflicht, der ein treues Mitglied des früheren Ostmarkenoereins war. Rach einer Reihe organisatorischer Fragen wurde erneut auf die gemeinsame Fahrt zum Bundessängerfest in Breslau im Juli 1937 hin gewiesen und die Anmeldungen entgegengenommen. Für November ist ein Lichtbildervortrag geplant. Gleichzeitig soll der Film der Bundessängerstadt Breslau vorgesührt werden. Der Bundesgruppenleiter sprach dann von der Entwicklung der politischen Lage und hob die großzügigen Bestrebungen der Reichsregieruna zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit Polen hervor. In diesem Zusammenhänge wurde auch auf die Auseinandersetzung des Nationalsozialismus mit dem Bolschewismus hingewiesen und an den furchtbaren Erlebnissen der Oberschlesier unter den kommunistischen Umtrieben in früheren Jahren die Vernichtungsarbeit des Bolschewismus gekennzeichnet, die gerade den Ostdeutschen befähigen, die Lage in Spanien zu begreifen und sich entschlossen gegen den Bolschewismus einzusetzen. Dazu sind alle Ostmärker im Reich berufen, die durch Werbung für die alte Heimat den Wall des Volkstums an den Reichsgrenzen stützen und stärken wollen. Dadurch gewinnt die Arbeit der ostdeutschen Heimatverbände einen besonderen Sinn, und sie verpflichtet jeden Ostdeutschen im Reich, sich einzureihen in die Front der Heimattreuen. Der Bundesgruppenleiter bedauerte, daß noch viele Ostdeutsche der Bundesgruppe fernstehen und sie in der Betreuung der alten Heimat, in der Uebernahme der Patenschaften und der Unterstützung der Volkstumsbestrebungen nicht so fördern, wie es wünschenswert ist und von der Reichsleitung angestrebt wird. Nach dem Gesang heimatlicher Lieder hielt der Bundesgruppenleiter einen Vortrag über die Entwicklung der Lage in der deutschen Stadt Danzig, deren Bedeutung als kulturelles Bollwerk für den deutschen Osten er hervorhob. Mit dem Treuegruß an den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes wurde der offizielle Teil des Abends geschlossen, an den sich ein geselliges Beisammensein zum Austausch von Erinnerungen an. die alte Heimat anschloß. Der Abschluß des Missionskursus. Am Donnerstagmorgen, am letzten Tag des Missionskurses, hielt Pfarrer H o tz - Villingen nach beendetem Morgensingen die Ansprache über Matth. 10, 32 bis Schluß. Pfarrer Steck-Frankfurt a. M. referierte sodann über: „Mission und Gemeinde". Als Missionarssohn von Neuendettelsau lag seinen Ausführungen das Anschauungsmaterial dieser Mission zu Grunde, insbesondere Neuguinea. Der mit Beifall aufgenommene Vortrag wurde sehr gut ergänzt durch Missionar Braun- Basel, der soeben von Borneo zurückgekommen ist. Der Gesang eines Chorals leitete über zu der Jahresversammlung des oberhessischen Missionsvereins für Basel. Von dem Vorsitzenden dieses Vereins, Dekan a. D. Gußmann, wurden die Anwesenden begrüßt. Er erstattete auch den Jahresbericht, an den sich eine lebendige Besprechung anschloß. Pfarrer K a l b h e n n , der Rechner des Vereins, gab ein genaues Bild über die Bilanz, die ein im ganzen günstiges Bild zeigte, so daß an Basel eine größere Summe gespendet werden kann. Propst Knodt- Gießen, der im vergangenen Sommer dem Basler Missionsfeste persönlich beigewohnt hatte, gab einen interessanten Stimmungsbencht über diese Tagung. Die Jahresversammlung wurde nach einigen Verhandlungen mit einem Liede geschlossen. Nachmittags wurde von Missionar Michel- Darmstadt der letzte sehr interessante Vortag gehalten, und zwar über das Thema: „Die chinesische Kunst im Dienst der Mission". Der Vorsitzende 1 dankte den zahlreich Erschienenen herzlich für treues Aushalten und schloß mit einem Gebet die Arbeits- taaung.' Am Abend fand in der Stadtkirche der Schlußabend des Missionskursus statt, eingeleitet durch einen Gesang der Choralvereinigung und eine Ansprache des Propstes Knodt. Es sprachen zur Gemeinde die Missionare Braun und Ruff. Der Vorsitzende dankte am Schluß allen Mithelfern und den Gießener gastfreundlichen Quartiergebern, sowie der Choralvereinigung (Lehrer Simon). * ** Paketanhänger und Paketaus- schristzettel sind an den Paketschaltern erhältlich. Von Jahr zu Jahr hat die Zahl derjenigen Pakete und Postgüter zugenommen, die unzustellbar werden, weil die Anschriften während der Beförderung sich abgelöst haben und verlorengegangen sind. Die Paketaufschriftzettel und die angehängten Aufschriftfahnen waren oft nicht widerstandsfähig genug, oder äußerst mangelhaft befestigt. Um den Versendern behilflich zu sein und Nachteile für beide Seiten möglichst fernzuhalten, wird die Post künftig an ihren Paketschaltern Paketanhänger und Paketaufschriftzettel zum Preise von 1 Rpf. für einen Paketanhänger oder für zwei Paketaufschriftzettel zum Verkauf bereithalten. Kein Paketauflieferer wird also, wenn die Beschaffenheit und mangelhafte Befestigung der Aufschrift von der Post beanstandet werden sollte, künftig für die Beschaffung einer neuen Aufschrift Weiterungen und Unbequemlichkeiten haben, weil er das für die neue Aufschrift erforderliche Material unmittelbar am Paketschalter erhalten kann. Siebener rvochenmarktpreise. ♦ Gießen, 17. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, kg 1,57 Mk., Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4bis 10, Kühlhauseier Kl. B 11, Wirsing (grün), % kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Torna- ten 20, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 5 kg 40, S kg 4 Pf., 50 kg 3,20 Mark, Falläpfel, kg 5 bis 6 Pf., Aepfel 15 bis 25, Boskop 23 bis 28, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 10 bis 12, junge Hähne 1.— bis 1.10, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 1.—, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, Yi kg 45 bis 50, Blumenkohl, das Stück 50 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30 Pf., Weißkraut, 50 kg 3.50 Mk., Rotkraut 6.— bis 7.—, Wirsing (gelb) 5.— bis 6.—, Aepfel 15.— bis 25.—, Boskop 23.— bis 28.— Mark. 3n vortrefflicher Weise verdunkelt. Oie zweite Verdunkelungsübung in Gießen. Am gestrigen Freitagabend hatten wir in Gießen die zweite Verdunkelungsübung. Während vor einigen Wochen bei der ersten Uebung nur ein verhältnismäßig eng umgrenzter Raum das Uebungs- aebiet bildete, waren gestern abend der ganze ö st - liche und nordöstliche Stadtteil dazu herangezogen worden. Ihre besondere Bedeutung erhielt die Uebung noch dadurch, daß in den verdunkelten Bezirk nicht nur ein erheblicher Teil der Stadtmitte fiel, sondern auch die wichtigsten Fernverkehrs- und Durchfahrtstraßen mit in Betracht kamen. Um es vorweg zu sagen: der Erfolg der gestrigen Uebung übertraf das Ergebnis der ersten vor einigen Wochen ganz außerordentlich und gab den maßgebenden Personen des Luftschutzes Veranlassung — abgesehen von einigen groben Fehlern, die sich unter keinen Umständen hätten bemerkbar machen dürfen— als Gesamtergebnis ihre vollste Zufriedenheit zu betonen. Von vornherein sei aber auch darauf hingewiesen, daß es ein ganz besonderes, hoch anzuerkennendes Verdienst der Luftschutz-Block - und Hauswarte ist, alle Vorbedingungen für dieses ausgezeichnete Ergebnis mustergültig geschaffen zu haben, eine Tatsache, die von den verantwortlichen Leitern des Gießener Luftschutzes mit besonderem Nachdruck hervorgehoben und lobend anerkannt wurde. Die Verdunkelungsübung war auf die Zeit von 20 bis 21 Uhr anberaumt. Man konnte schon erhebliche Zeit vor Beginn in dem Uebungsgebiet bemerken, daß sich die dort wohnenden Volksgenossen in umfassender Weise auf dieses Ereignis des Abends eingestellt hatten. Punkt 20 Uhr erlosch denn auch in dem ganzen Uebungsgebiet die Straßenbeleuchtung. Don dem Gebäude der Polizeidirektion aus waren schon vorher, zusammen mit Polizeibeamten, Männer der SA. und des NSKK., selbstverständlich und vor allem auch die Kräfte des Reichslustschutzbundes, eingesetzt worden, die in allen Straßen des Uebungsgebiets den Straßen- sicherungs- und zugleich den Verdunkelungskontrolldienst in mustergültiger Weife durchführten. Mit Recht wurde denn auch nach dem Abschluß der Hebung von den leitenden Männern allen diesen Helfern aus den Reihen des Luftschutzes und der SA. und des NSKK. wärmster Dank und volle Anerkennung für ihre Mithilfe ausgesprochen. Die Uebungsleitung, die wiederum in Händen von Polizeioberinspektor Hoffmann lag, hatte eine Anzahl Kraftwagen bereitgestellt, mit denen die Leitung und führende Männer des Luftschutzes, der Feuerwehr, der öffentlichen Betriebe, die Vertreter der Presse usw. das Uebungsgebiet durchfuhren, um sich von der Art der Uebungsdurchfüh- rung, zugleich auch von etwaigen Fehlern durch persönliche Inaugenscheinnahme zu überzeugen. Es war sehr interessant und zugleich lehrreich, auf dieser Kontroll- und Besichtigungsfahrt den Stand der Dinge zu beobachten und Vergleiche mit dem Verlauf der ersten Uebung zu ziehen. Vor allem konnte man festsiellen, daß unsere Bevölkerung aus den nach der ersten Hebung in der Presse mitgeteilten Erfahrungen in guter Weife Lehre gezogen hat. Die Verdunkelung war am gestrigen Abend allenthalben ganz bedeutend besser als bei der ersten Hebung, sowohl an der Straßenfront der Häuser, wie auch an der Hof- und Gartenseite. Vielfach konnte man sogar die erfreuliche Wahrnehmung machen, daß die Verdunkelung IvOprozentig war und damit zum Ausdruck kam, wie gründlich die einzelnen Wohnungsinhaber die Erfordernisse eines wirksamen Luftschutzes geistig erfaßt und praktisch in die Tat umgeseht haben. Eine besondere, hoch anzuerkennende Musterleistung zeigten die Straßenbahnwagen, die in außerordentlich wirksamer Weise sowohl an den Positionslichtern, wie auch in der Jnnenbeleuchtung verdunkelt waren. Wie wirksam an diesen Fahrzeugen die Luftschutzmaßnahmen zur Geltung kamen, ist am besten daraus zu ermessen, daß die Wagen eigentlich erst dann zu sehen waren, wenn sie wenige Meter vor einem aus dem tiefen Dunkel der Straßen geradezu gespensterhaft austauchten. Wie die Straßenbahn, so waren auch andere wichtige öffentliche Betriebe, z. B. das Gaswerk und die Feuerwache, in mustergültiger Weise verdunkelt. Es war klar ersichtlich, daß die leitenden Männer und die Mitarbeiter aller dieser Betriebe mit Eifer und mit viel Verständnis bei der Sache gewesen und bestrebt waren, die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Dagegen zeigten sich leider an einigen anderen Stellen ganz erhebliche Fehler, die erfreulicherweise gestern abend nur Einzelerscheinungen blieben, dennoch aber im Interesse der Gesamtheit und um der Besserung für künftige Fälle willen hier hervorgehoben werden müssen. Beispielsweise durfte es nicht vorkommen, daß die Schaufenster zweier Geschäfte auf dem Marktplatz in strahlender Beleuchtung in die Finsternis hinein- leuchteten. Man konnte hier nur die bedauerliche Tatsache vermerken, daß die verantwortlichen Man- ner dieser Geschäfte entweder die Ankündigungen der Polizeidirektion in der Presse nicht beachtet hatten oder der Uebungstermin bei ihnen der Vergeßlichkeit anheim gefallen war, beides Dinge, die bei einer so wichtigen, für die Existenz der Stadt- qesamtheit im Ernstfälle für das ganze Dasein überhaupt entscheidenden Sache nicht vorkommen dürften. Unzweckmäßig und in der Wirkung gleich Null hat sich auch die im S t a d 11 h e a t e r in den Wandelgängen angewandte Verdunkelungsmaß. nähme erwiesen. Trotz des blauen Verdunkelungs- MMMMM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts«Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ausgerechnet. Ich dachte, daß kann nur einem dummen Hering passieren. Aber daß du auf was Seidenes, Rotlackiertes im . Ernst hereinfallen kannst, das kann ich mir nun gar nicht vorstellen. Hat die hohe Dame denn während der letzten sechzehn Jahre auf dem Mond gelebt? Mit sowas gibfte dich ab, Leonhardt? Kannste mir das seltene Gewürz nicht mal vorstellen?" „Dann brauchst du morgen früh nur mal in die Molkerei zu gehen und dir ein Achtel Leberwurst zu holen. Vielleicht haste Glück, und sie schneidet sie dir selber ab." Jetzt ist das Grinsen bei Fritz, er haut sich auf die Schenkel und nickt mit dem Kopf. Die Dame Hanna — schöner Salat, den sich der Stuf da eingerührt hat. Kann einem leid tun, was er sich da für falte Beine holen wird.-- „In einer Molkerei? Mit seidenen Kleidern und lackierten Nägeln? Jetzt fang ich an, an deinen gesunden Menschenverstand zu zweifeln. Wenn eine aus 'ner Villa kommt, — bu, — ist das vielleicht das Mädchen aus dem Wald — mit dem Mann von vorhin?", begreift jetzt Herdegen. „Hat lange gedauert," stellt Fritz fest und fährt sich in gelinder Verzweiflung über den Fall durch Den Schopf. Wozu nur solche Schwierigkeiten mit Mädchen, noch dazu, wenns gar keinen Sinn hat — Herdegen sieht scharf zu Leonhardt hinüber. „Weißt du, warum sie in der Molkerei herum- mimt?" „Hat wohl verschiedene Gründe. Erstens war Fräulein Gottschalk krank, aber da hätte sie ja auch das Mädchen schicken können. Zweitens hat sie die Villa vermutlich verlassen, weil ihr Vater sich wieder verheiraten will. Ich denke mir das, gesagt hat sie es nicht, aber in der Zeitung stand es. Gesagt hat sie nur, daß sie jetzt in einer Pension am Victoria-Luise-Platz wohnt und etwas arbeiten will. Du, stell dir mal vor, Herdegen, sie trägt sogar manchmal früh die Milch mit aus —" „Kann die denn nicht was anderes tun? Wenn sie gescheit ist, wie du sagst?" Es will Herdegen nicht in den Kopf. „Erst habe ich gedacht, daß die Herrlichkeit nicht lange dauern wird, aber ich l)ab mich geirrt. Sie steht wahrhaftig ihre Zeit im Laden ab, nun schon seit sechs Wochen. Oft holt sie sich noch Bücher für den Abend, gute Sachen, wir reden meistens über alle hinterher. Ich bin neulich sogar mal mit ihr — schrei nicht gleich, Ludwig, — also ich bin mal mit ihr beim Wagen gewesen." Herdegen schreit nicht. Er wartet, weil er denkt, daß Leonhardt noch mehr zu sagen hat, aber der geht nur mit großen Schritten auf und ab, nimmt ab und zu einen Schluck heißen Tee, den Fritz aufgegossen hat, und raucht. Das muß ja schön sitzen, sonst würde er sie nicht mit in die Werkstatt genommen haben, und das mit der Molkerei ist ja nun auch eine Sache, die neue Lichter auf lackierte Nägel und seidene Kleider wirft. „Wenn sie Geld bat — dann —" „Hat sie," sagt Fritz überzeugt „— dann hätte sie sich ja die Molkerei schenken können, wie?" „Sicher." „Dann hätte sie ja mit dem Geld allerlei tun können, der Freundin eine Hilfe zu zahlen ober so. Vielleicht hat sie doch mehr von uns begriffen, als bu benfft — vielleicht hat sie bann wohl auch keine Bedenken, beine Bücher auszuleihen, wenn sie schon Milch austrägt," sagt Herdegen überzeugt. „Liegt nun an dir, wie du die Sache schaukeln wirst." „Ich hab dir doch schon gesagt, daß sie nicht frei ist." „Bist du nun ein Riesenroß, ober bist bu feine! Dann verenn bich boch nicht erst, wenn bu bas weißt. Dann haste boch auch nur noch einen Weg, — baß bu den andern ausstichst." „Kann ich nicht, geht mir gegen den Strich," knurrt Leonhardt im Wolde. „Fritz, lauf rüber und hole Rum, das labbrige Teegesöff dreht mir den Magen um." Fritz spritzt hoch und saust ab. Herdegen wirft sich auf die gemeinsame „Knautsch", daß sie in allen Fugen fracht. „Du bist ein Schlappschwanz, du. Haste sowas schon gehört! Geht ihm gegen den Strich! Den Wedding haste wohl ganz vergessen? Aber bas kommt davon!" „Wovon?" fährt Leonharbt auf. „Daß bu deine Nase zuviel in Bücher steckst, davon wirst du knochenweich und kriegst moralische Anwandlungen. Da ist Fritz wieder, dem geht ja nächstens das ganze Weltbild flöten, wenn du nicht bald angreifst." Fritz Ladegast hat einen halben Liter Rum mitgebracht, er setzt den Kessel noch einmal mit Wasser auf, und als es zu sieden anfängt, gießt er die Gläser voll. Er hat seine eigene Auffassung von dem Fall und singt mehr laut als schön: „Was nützet mi—hi—hir ein schönes Mä—häd— chen, wenn andre mit spa—zie—ren gehn!" 13. Kapitel. Seit einer halben Stunde gehen sie nun fast wortlos nebeneinander her. Hannas Herz klopft, sie spürt, daß der Mann ihr etwas sagen will und hofft inbrünstig, daß es das ist, was sie seit Wochen hören will. Sie will John Herbings Frau werden, weiter nichts. In diesen drei Monaten hat sie sich verwandelt, sie weiß es selbst; aber die letzten sechs Wochen, auf sich selbst gestellt, ohne die häusliche Kultur der Binger Straße, in der nicht immer angenehmen Arbeit bei Liesel gefangen, haben sie vieles erkennen lassen. Sie ist nicht etwa in die Stadt gegangen, um Herbing näher zu sein, — sie haben sich öfter gesehen, als sie noch in der Binger Straße wohnte — sie hat ihrem Vater und Melanie gerecht werden wollen. „Woran denkst du, Hanna?" Sie erschrickt. „An dich, John." Herbing zerkaut seine Zigarette, wirft sie weg. Dann schiebt er den Arm fester in den ihren und umspannt mit krampfhaften Fingern ihre Hand. Er muß sich jetzt zusammennehmen, sonst ist alles umsonst. „Du denkst zuviel an mich, Hanna. Was soll bann werben, wenn ich fortgehe?" „Fortgehen? Aber John!" „Ich weiß es schon seit ein paar Tagen, Hanna. Ich reife roieber. Diesmal nach Afrika, Asien, wer weiß, wohin noch alles." Hanna Branbes bleibt stehen, alles Blut weicht aus ihrem Gesicht, aus aufgerissenen Augen starrt sie ihn an aber er sieht an ihr vorbei und versucht, weiterzugehen. „Ich will wieder schreiben und habe mit einem Verlag abgeschlossen," sagt er tonlos. „Mit einem Zeitungsverlag, der einen guten Berichterstatter braucht, vielleicht mache ich hinterher ein Buch. Das weiß ich noch nicht." John Herbing sagt kein Wort von Paul Laverenz. „Es tut mir um unsere schone Zeit schrecklich leid, Hanna." „Willst bu damit sagen, daß wir uns trennen sollen, John? Das ist doch gar nicht möglich — das ist doch —" „Es muß sein, Hanna, du wirst bas auch ein- sehen. Es muß boch ein Enbe nehmen, nicht wahr?" Er hält ben Atem an, er weiß nicht, was sie jetzt tun wirb. „Ein Enbe nehmen, nur weil bu nach Asten willst, John? Das hat boch mit uns nichts zu tun?" Sie sagt bas fast erleichtert unb geht nun neben ihm her. „Ich fahre mit. Erne Belastung wird es für dich nicht sein, ich habe ja selber etwas Geld — ich könnte dir auch helfen —" „Hanna, du stellst dir das nicht ganz richtig vor, das wird keine Vergnügungsreise erster Klasse mit Rohrplattenfoffern. Das wird ganz etwas anderes. Ich werbe viele Wochen nicht bazu kommen, meine Wäsche zu wechseln, ich werde einen Träger bei mir haben, der gerade genug zu tun hat, um ben Proviant zu schleppen, ich werde Wege gehen, die unmöglich für eine Frau sind. Du' würdest mich nicht wiedererkennen, wenn du mir in diesen Zeiten begegnen würdest: schmutzig, unrasiert, müde, vielleicht auch unleidlich." Das Mädchen schweigt. Ihr weißes Gesicht ist wie zu einer Maske erstarrt, sie fühlt aus allem, was Herbing sagt, das heraus, was er erreichen will: die Trennung. „Nimm es doch nicht so schwer, Hanna, ich komme ja auch mal wieder — ich werde dir auch schreiben — so ost ich kann — vielleicht wirst du mich garnicht mehr mögen, wenn ich eines Tages wieder auftauche —" Er versucht zu lächeln, aber seine Lippen zittern dabei. „Sieh, Hanna, heiraten — man heiratet keinen Mann, wie ich einer bin — du wirst bas vielleicht später einmal begreifen — ich kann nie lange stehen bleiben, ich muß immer weiter — (Fortsetzung folgt.) Vedarssdelkungsscheine für Ehestandsdarlehen A5/=^- bie Handball im SporlkreiS Gießen Ein SeschenK -er Natur ^<4 auf letz- des Z? Z stärke errungen wurden. Wir glauben, daß Lützellinden die Mannschaft ist, die entscheidend eingreifen und die auch den Siegeszug der Gäste unterbrechen kann. Dazu gehört allerdings etwas mehr Glück, als es der letzte Sonntag gebracht hat. 1. Kreisklasse. To. Herborn — To. (Brimingen Io. Kahenfurt — Io. Garbenheim Io. Hörnsheim — Io. Dorlar Io. Ahbach — Io. Dutenhofen. Grüningen muß vorsichtig sein und alles eine Karte setzen. — Nach dem Ergebnis des ten Sonntags zu urteilen, dürfte der Sieger ® ®®® Puf Deutschlands fruchtbarem Vaden wachsen oerste und fiopfen, die Orundstoffe des deutschen vieres, das unübertroffen in der ganzen Hielt. Es ist gleichsam wie flüssige Kraft aus deutscher Scholle. Die Bezirksklaffe am Sonntag. BfB.-H. Gicszen — SV. 05 wehlar. Alsfeld — 1900 Gießen. Raunheim — Lollar. Sinn — Burg. Dillenburg — Frohnhausen. 2Hfo. Gießen — Münchholzhausen. Am morgigen Sonntag muß die Erste des Männerturnvereins zum fälligen Pflichtspiel nach Münchholzhausen. Wer die Tücken des dortigen Platzes und außerdem die Mannschaft des Gastgebers kerckt, der weiß auch, daß in Münchholzhausen die Trauben sehr hoch hängen und keine Mannschaft dort zu einem leichten Sieg kommt. Vor drei Wochen erst mußte die Gauligamannschaft des Turnvereins Wetzlar in Münchholzhausen eine empfindliche Niederlage einstecken. Und am vergangenen Sonntag mußte Lützellinden gegen den morgigen Gegner der Gießener seine stolzen Hoffnungen zu Grabe tragen. Unter diesen Umständen wird es den Mtvern am Sonntag sehr schwer fallen, einen Sieg zu landen. Zwar hat sich gegen Heuchelheim am vergangenen Sonntag die Mannschaft von der besten Seite gezeigt, aber daß Münchholzhausen ein weitaus stärkerer Gegner als die Gießener Vorstädter ist, dürfte wohl jede klar sein. Mtv. muß immer noch auf Seipp verzichten, dessen Verletzung wieder schlimmer geworden ist. Sonst steht die Mannschaft wie folgt: Scheuermann; Winter, Zehner; Volz, Brenner, Krausch; Schmidt, Weigand, Holzkamp, Fehrenbach, Strack Zur Aufstellung ist nicht viel zu sagen, sie ist mit geringen Ausnahmen die des letzten Sonntags. Wenn es der Mannschaft gelingt, von Anfang an dem Gegner ihr Spiel aufzuzwingen, ist ein Sieg zu erwarten. Im andern Falle aber müssen sich die Männerturner vor einer Niederlage, die sie in der Tabelle weit zurückwerfen würde, sehr in acht nehmen. Io. Heuchelheim — luspo. Blarburg. Tuspo Marburg war die Mannschaft, die die größte Ueberraschung gebracht hat. Man geht deshalb nicht fehl, wenn man ihr auch in Heuchelheim Chancen einräumt. So ohne weiteres wird sich die Platzmannschaft allerdings nicht Überrumpeln lassen. Io. Lützellinden — Io. W.-Riedergirmes. Niedergirmes wird in Lützellinden zu beweisen haben, ob seine Erfolge Zufall waren, oder ob sie tatsächlich auf Grund einer nicht erwarteten Spiel- Schellhaas, Zeiler, Heilmann, Lehrmund, Heuser hat man scheinbar Vorkehrungen getroffen, um evtl. Überraschungen zu begegnen. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich diese Maßnahme bewährt. Vielleicht gelingt den Blauweißen das, was ihnen am Sonntag nicht gelungen ist, den ersten Sieg zu erringen. 1900 I. Schüler — Spv. wehlar 05. Am kommenden Sonntag fallen die angesetzten Jugendspiele aus. Es werden also nur die Schülermannschaften auf den Plan treten. Als Gast ist der Sportverein 05 Wetzlar geladen worden, mit dem schon oft die Klingen gekreuzt wurden. Bis auf die vor einigen Wochen in Wetzlar ausgetragenen Spiele, bei denen die I. Schülermannschaft überraschend verlor, wurden die Spiele immer gewonnen. Die erste Schülerelf tritt in der Aufstellung des Vorsonntags an und geht nicht ohne Aussicht in den Kampf. Die zweite Schülermannschaft wird in den Wetzlarern einer Mannschaft gegenüberstehen, die völlig ebenbürtig ist und die Blau-weißen zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen wird. Eine schwere Aufgabe steht der dritten Schülerelf bevor. Der Gegner stellt eine körperlich überlegene Mannschaft. Die kleinsten des Vereins müssen darauf bedacht sein, diesen Nachteil durch Eifer auszugleichen. Fußball Der Kreisklaffen. Ruppertsburg — Leihgestern; Lich — Steinbach; Steinberg — Hungen; Garbenteich — Klein-Linden; Baubringen — Heuchelheim; Alten-Buseck — Tv. 1846; Niedergirmes — Ehringshausen; Holzhausen Trotz des Vorteils des eigenen Platzes haben Wetzlarer die größeren Gewinnaussichten gegenüber Endlich! Hase ist im Bilde Dito seine Frau, die Hilde! Kaum war er auf freiem Fuße, eilt' er heim. Nun tut er Buße. Endlich weiß er, was ihm fehlte, warum ihn das Unglück quälte .. • und nun wird er auch gescheiter. Recht so, Hase! Nur so weiter! Seine Weisheit lautet nämlich: „Ach, was war ich früher dämlich, Jetzt erst weiß ich's ganz genau - Zeitunglesen — das macht schlau!" nach außen fallen und eine weithin sichtbare Reflexwirkung auf den Häusern der gegenüberliegenden Straßenseite hervorruft. Ganz und gar zu verurteilen ist es natürlich, wenn Volksgenossen, die im Uebungsbereich wohnen, so gleichgültig sind, daß sie ihre erleuchteten Fenster völlig frei in die Nacht hineinstrahl'en lassen, gerade so, als ob es eine Verdunkelungsaufgabe überhaupt nicht gebe. Erneut fei daher hervorgehoben, daß es unbedingte Pflicht aller Hauswarte ist, sich schon vor und unmittelbar nach Beginn der Verdunkelung noch schnell einmal ins Freie zu begeben, um das ihrer Obhut anvertraute Haus von allen Seiten in Augenschein zu nehmen und etwaige Fehler schleunigst und wirksam abzustellen. Diese unbedingte Verpflichtung der Hauswarte wurde gestern Abend wieder von den leitenden Männern mit besonderem Nachdruck betont. Sehr ratsam ist es ferner, an Stelle des blauen Verdunkelungsstoffes doch lieber einen ganz dünke- l e n Stoff, etwa schwarz, zu nehmen, da nur hiermit eine unzweifelhaft wirksame Verdunkelung erzielt werden kann. Im Anschluß an die Hebung vereinigten sich die leitenden Männer und zahlreiche Mitarbeiter aus den Kreisen des Luftschutzbundes, sowie die Helfer von der SA. und des NSKK. zu einer kurzen Schlußbesprechung. Der mit der Leitung der Polizeidirektion Gießen zur Zeit beauftragte Polizeioberinspektor Beate wies mit Befriedigung auf den starken Erfolg der Hebung hin und dankte allen Mithelfern. Anschließend besprach der Hebungsleiter, Polizeioberinspektor Hoffmann, den Verlauf der Hebung und erklärte sich dabei, abgesehen von den erwähnten Mängeln, ebenfalls mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden. Die Besprechung wurde sodann von Polizeioberinspektor Beate mit dem Gruß an den Führer beschlossen. Die zweite Berdunkelungsübung ist als ein bedeutender Fortschritt zur Sicherung unserer Stadt gegen Fliegergefahr anzusehen. Die Polizei und der Reichsluftschuhbund mit allen ihren Helfern können sich dieses erfreuliche Ergebnis als ihr besonderes Verdienst zuschreiben. Es fei aber nicht unterlassen, einmal besonders zu vermerken, daß die Luftschutzmaßnahmen in Gießen ihre bisherige ausgezeichnete Entwicklung in besonderem Maße der Arbeit der auf diesem Gebiete leitenden Männer der Polizei, Polizeioberinspektor Hoffmann und Polizeikommissar 3immer,, zu verdanken haben. 6. Wie feuer ist Kalbfleisch? Die neuen Großhandelspreise für Kälber und Kalbfleisch. Lpd. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Durch den Vorsitzenden der hauptvereimgung der deutschen Viehwirtschaft sind mit Wirkung vom 15. Oktober Höchstpreise für Kälber auf den Schlachtviehmärkten festgesetzt worden. Unter Berücksichtigung aller Umstände wurden drei Prelsgebiete festgesetzt wobei das Gebiet die Schlachtviehmarkte Darmstadt, Frankfurt a. M., Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Mainz, Mannheim Neunkirchen, Pforzheim, Saarbrücken, Saarlautern-Dll- lingen, Stuttgart, Ulm und Wiesbaden umfaßt. Für die Schlachtviehmärkte der genannten Städte gilt für Kälber der Schlachtwertklasse A der Höchstpreis von 65 RM. für 50 Kilogramm Lebendgewicht, Schlachtwertklafse B der Höchstpreis von 55 RM. für 50 Kilogramm Lebendgewichts Schlachtwertklasse C—D der Höchstpreis von 40 RM. für 50 Kilogramm Lebendgewicht, für Kälber der Sonderklaße (echte Doppelender) darf ein Zuschlag bis zu 15 RM, je 60 Kilogramm Lebendgewicht auf den jeweiligen Höchstpreis der Klasse ^abgeschlagen werden. Die genannte Anordnung Nr. 71 enthalt außer den wiedergegebenen Preisfestsetzungen wichtige Bestimmungen über die Höchstpreise für Kalofleisch im Großhandel, sowie über die Regelung von Einzelfragen der Organisation und Verteilung. dem VfB. Nach dem Unentschieden der Alsfelder auf dem heißen Gelände in Burg ist damit zu rechnen, daß die 1900er auf einen Gegner stoßen, der geschlagen sein will. Wenn sich auch die Lollarer zur Zeit in einer aus- gezeichneten Form befinden, so ist man doch geneigt, den Naunheimern einen knappen Sieg zuzutrauen. Ein harter Kampf ist in Sinn zu erwarten. Der Papierform nach erscheinen die Platzbesitzer stärker als die Gäste. Die Frohnhäuser sind durchaus in der Lage, auch in Dillenburg ihren Siegeszug fortzusetzen. Wetzlar auf dem Waldsportplatz. Kurz nach der Sperre hatte man die Platzbesitzer als Sieger über die Gäste den Platz verlassen sehen, heute liegt nur eine kurze Zeitspanne seit diesem Sieg und heute? Und welche Veränderungen in der Spielstärke sind seitdem bei der Gießener Mannschaft zu verzeichnen. In drei Spielen wurde sie bis jetzt mehr oder weniger verdient geschlagen. Auch am Sonntag ist eine Niederlage fast Gewißheit. Die Wetzlarer, die erst am vergangenen Sonntag ohne Wohlgemuth den vorjährigen Meister schlagen konnten, sind zur Zeit wieder in einer hervorragenden Form. Besonders ihr Sturm hat durch die Einstellung des jugendlichen Zehner auf dem Halblinken Posten an Gefährlichkeit gewonnen. Da dis- Gießener noch auf die Spielberechtigung einiger Leute warten, so ist die Aufstellung der Mannschaft noch ungewiß. Aber selbst wenn die Gießener die erwartete Niederlage erleiden,'so werden die Zuschauer bestimmt durch die Leistungen der Wetzlarer befriedigt werden. Für die VfBer gilt es trotzdem, alle Kräfte einzusetzen, und bis zum Schlüsse zu kämpfen. Leiter des Spieles ist Weide- Ober- mörlen. ftaffes leuchteten die Lichter in den Gängen weithin sichtbar in die finstere Nacht, ja, sie gaben bei der vollkommenen Dunkelheit weithin dem Theater geradezu den Anstrick eines festlich beleuchteten Hauses, eine Eigenschaft, die im Ernstfälle ein feindlicher Flieger als willkommenen Richtpunkt für feinen Anflug nehmen wird. Was auf dem Gebiete einer fachgemäßen, wirksamen Verdunkelung an Vollkommenheit geleistet werden kann, zeigten besonders eindrucksvoll b'ts Gebäude Her Polizeidirektion und die Kasernen. 3n diesen Gebäuden waren die . Räume in üblicher Weise erleuchtet. Die 2Hän- • ner gingen ihren dienstlichen Obliegenheiten oder ihrer abendlichen Unterhaltung nach, sie 1 hatten dabei die Annehmlichkeiten des vollen : Lichts, aber nach außen hin war alles, sowohl an der Straßenfront wie auch an der rückwärtigen Seite der Gebäude so wunderbar verdunkelt, daß alle diese Bauten in völlige Finsternis versanken. Wer diese Musterleistung gesehen hat, wird mit feiner vollen Anerkennung nicht zurückhalten. Wie erheblich aber auch „Bocke" geschossen werden, kannte man daran erkennen, daß bei spielsweise an einem Baugerüst in der Moltkestrahe inmitten der völlig verdunkelten Umgebung eine Windlaterne ganz hell und unoerdeckt ihre Lichtstrahlen verbreitete; ein derart erheblicher Fehler darf selbstverständlich unter keinen Umständen vorkommen, denn jedermann muß sich darüber im klaren sein, daß im Ernstfälle selbst ein einziges Licht einem feindlichen Flieger zum wertvollen Anhaltspunkt für feine Orientierung zum Angriff werden kann. Die gleiche Ueberlegung müssen auch noch manche Wohnungsinhaber sich zu Herzen nehmen, die zwar die Rolläden an ihren Fenstern herablassen, sie jedoch nicht absolut dicht schließen, so daß durch das Gerippe der Holzleisten die Lichtstrahlen zweiten Spieles Katzenfurt heißen. — Hörnsheim wird sich auch durch den ausgezeichneten Sturm der Gäste nicht verblüffen lassen. Die Mannschaft dürste dazu auch in der Lage fein, da feine derzeitige Spielstärke zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt. — Dutenhofen geht einen schweren Gang. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen leider nicht das gezeigt, was man von ihr erwartet hatte. 2. Kreisklasse. Io. Allendors (Lahn) — Io. Lang-Göns Io. Lich — Io. Rauborn Die Mannschaft des Tv. Lang-Göns bedeutet die Ueberraschung der 2. Kreisklasse. Sie konnte bis jetzt nicht nur alle Spiele sicher gewinnen, sondern auch eine Form an den Tag legen, die zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt. Es ist kaum zu erwarten, daß Allendors zu Erfolgen kommt. Blto. II — Wehlar II. Die zweite Mannschaft fährt zum Turnverein Wetzlar und kann dort leider nicht in stärkster Besetzung antreten; sie wird wohl auch sowieso gegen die bisher immer mit Gauklassenspielern der ersten Mannschaft angetretenen Wetzlarer verlieren. Ein anderer Ausgang wäre eine freudige Ueberraschung. Da immer noch vielfach Unklarheit besteht über den Kreis der Waren, die gegen Ehestandsdarlehen- und Kinderbeihilfsscheine abgegeben werden dürfen, gibt die Industrie- und Handelskammer Gießen im nachfolgenden die zugelassenen Waren nochmals bekannt: Die Bedarfsdeckungsscheine der Ehestands- d a r l e h e n berechtigen zum Erwerb von Möbeln und Hausgerät. Unter Hausgerät sind nach § 10 der Durchführungsverordnung über die Gewährung von Ehestandsdarlehen vom 20. 6. 1933 alle Gegenstände, die, außer Möbeln, Kleidung und Wäsche, zur Einrichtung eines Haushalts dienen, zu verstehen. hierzu werden zu zählen sein: Gardinen, Vorhänge, Möbelstoffe, Tischdecken (soweit sie nicht unter Tischwäsche fallen), Matratzen, Betten (Bettdecken und Kopfkissen mit Federfüllung), Stepp- und Schsafdecken, Musikinstrumente für Hausmusik, Teppiche, Küchengeräte, Geschirr, Gläser, Bestecke, Beleuchtungskörper, Kochherde, Oefen, Badeeinrichtungen, Waschfässer, Nähmaschinen, Bilder, Ständ- und Wanduhren, Gartengeräte, elektrische Apparate und Rundfunkgeräte. Zu bemerken ist noch, daß „außer" nicht soviel wie „neben" heißt, sondern soviel wie ,/ausgenommen", so daß also Möbel, Kleidung und Wäsche nicht unter das Hausgerät fallen. Gegen Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen sind Möbel, Hausgerät und Wäsche erhältlich. Unter Möbel im Sinne der ergangenen Durchführungsbestimmungen sind nur Gebrauchsmöbel zu verstehen, die zur Einrichtung von Schlafzimmern und Küchen (auch Wohnküchen) erforderlich sind. Den Kreis dieser Möbel hat der Herr Reichsminister der Finanzen wie folgt bestimmt: Bettstellen, Nacht- gegen Hermannstein; Ulm — Aßlar; Oberbiel gegen top fr. Wetzlar; Steindorf — Burgsolms; Albs- Hausen — Leun; Philippstein — Nauborn; Grüningen — Steinberg II; Großen-Linden — Bieber; Wies eck — Launsbach; Rüddingshausen — Staufenberg; Treis — Wißmar; Spv. Wetzlar III — Burgsolms II; Niedergirmes II — Spfr. Wetzlar III; Aßlar II — Spfr. Wetzlar II. , M.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — SpV. Hungen L Am morgigen Sonntag ist es die 1. Mannschaft des Sportvereins Hungen, die gegen die 1. Mannschaft von Watzenborn-Steinberg zum Derbandsspiel antreten muß. Die Spielstärke der Gäste ist nicht genau bekannt. Die Einheimischen spielen voraussichtlich komplett, und es ist mit einem klaren Sieg zu rechnen. Die 2. Mannschaft muß zum Verbandsspiel nach Grüningen. Gegner ist die dortige 1. Mannschaft. Da nun die 2. Mannschaft der Teutonen durch Aufrückende aus der Jugendmannschaft schwächer ae- worden ist, wird sie kaum ihre Siege gegen Die Gastgeber in den vergangenen Jahren fortsetzen können. Dor allem wird ein faires Spiel erwartet. tische, Kleiderschränke, Waschtische, Spiegel, Ruhe- sofas, Tische, Stühle, Küchenschränke, Wäscheschränke, Kommoden, Korbsessel. Hausgeräte sind nur die Gegenstände, die zur Einrichtung eines schlichten Haushaltes erforderlich sind. Sie sind wie folgt bestimmt worden: Gardinen, Vorhänge, Tischdecken, Teppiche, Matratzen, Federbetten, Steppdecken, Schlafdecken, Kinderwagen, Küchengeräte, Gartengeräte, Geschirr, Gläser, Bestecke, Beleuchtungskörper, bewegliche Kochherde und Oefen, Wanduhren, Weckeruhren, Badewannen, Waschfässer, Nähmaschinen, Fahrräder (nicht Krafträder) und Rundfunkvolksempfänger. Unter Wäsche im Sinne der Durchführungsbestimmungen ist nur Wäsche zu verstehen, die nicht überwiegend aus seidenen Stoffen hergestellt ist. Als Wäsche sind auch anzusehen: Strümpfe und Unter» kleidung aus Wolle, Baumwolle usw. und Stoffe, die zur Herstellung von Wäsche und Unterkleidung verwendet werden, hierunter fallen: Wäsche jeder Art, also Leibwäsche einschließlich Kragen und Taschentücher, Bettwäsche (Bezüge und Laken), Tischtücher jeder Art und Mundtücher, Haushaltswäsche (Handtücher und Küchenwäsche), Kinderwäsche und Kittelschürzen, Strümpfe und Unterkleider aus Wolle, Baumwolle usw., z. B. wollene Sweater und Westen, Unterziehjacken und Unterröcfe und Stoffe, die zur Herstellung von Wäsche und Unterkleidung verwendet werden. Die Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen ist nur denjenigen Verkaufsstellen gestattet, die die Genehmigung Der zuständigen Behörde besitzen. Die zugelassenen Verkaufsstellen haben durch Aushang oder Anschlag an leicht sichtbarer Stelle ihre Zulassung kenntlich zu machen. BfB.-R. II. — SV. Wehlar II. Die 2. Mannschaft der Platzbesitzer unterlag vor der Sperre mit 3:2 in Wetzlar. Damals lieferten die Gießener eines ihrer besten Spiele. Auch dieses Mal wollen die Grünweißen, die mit ihrer stärksten Mannschaft antreten, alles daransetzen, um ihrenvoll aus diesem Kampfe hervorzugehen. Die Jugendmannschaften sind spielfrei, lediglich zwei kombinierte Schülermannschaften spielen in Launsbach, bzw. in Wieseck. Gpielveremigung 1900 Gießen. SpV. Alsfeld — 1900 Liga. Die Blauweißen fahren am Sonntag nach Alsfeld zum fälligen Verbandsspiel. Der Sportverein 06, der noch nachträglich in die hiesige Bezirksklasse eingeteilt wurde, ist nicht ganz unbekannt, denn er pflegte seither mit den Gießener Vereinen regen Spielverkehr in Gesellschaftsspielen, hierbei mußten die hiesigen Vertreter mehrmals die Ueberlegenheit der Alsfelder anerkennen. Besonders in Alsfeld war dies der Fall. Es ist also kein leichter Gang, den die Blauweißen da unternehmen. Bisher hatte es zwar den Anschein, daß Alsfeld, nachdem es in der Gruppe Fulda zum Abstieg verurteilt war, nur als Außenseiter zu betrachten sei. Da der Mannschaft am vergangenen Sonntag überraschend ein Unentschieden gelang, muh man diese Ansicht wohl ober übel ändern, denn in Burg zu einem solchen Resultat zu kommen, verdient alle Beachtung. Bei der Aufstellung Schmidt, Schneider, Lippert, Erhard Mank, Garth, II © nr x ip)/ “ j Biet ist deutsches Oolhegetränh, Biet regt an und ist bekömmlich Schaffende sammeln und geben! Gießen (Neuenweg 19), den 16. Oktober 1936. an von an von 6585 D Fernsprecher 2096 und 4276 6575A Steinbach und Düsseldorf, den 15. Oktober 1936 6622D In tiefer Trauer: Dr. Weiß und Frau L. Weiß und Familie Wilh. Menges und Frau Wilh. Dern und Fam. Alb. Leun und Fam. Karl Faber und Frau Heuchelheim (Kinzenbacher Str. 23), 17. Okt. 1936. 04794 zeitig zum Ausdruck. Theodor Herr. 6639 D Reichsstraßensammlung- Keiner TEXTILHAUSj HAITIS DER GUTEN U ALI TÄTEN DAS WKW 1936/37 1 ?. / 1 H. Oktober 19 3 6 RM. 29 RM.22 mußte mit in das hie- wo er zwei Für alle wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben unvergeßlichen Frau und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sage ich allen hierdurch meinen herzlichen Dank. Der Verstorbenen letzter Wunsch, allen Freunden, Bekannten und Verwandten für alle Aufopferung und Liebesmühe herzlich zu danken, bringe ich gleich- Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt blauen Herrenanzügen....... blauen Burschenanzügen . Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johannes Menges, Steiger i. R. ist heute nach kurzem Leiden im 80. Lebensjahre sanft entschlafen. Offenbach, Pforzheim. Gießen, Frankfurt a. M, Hörnsheim, Großen- Linden, den 16. Oktober 1936. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 18. Oktober, nachm. 3.15 Uhr, vom Trauerhause, Großen-Linden, Frankfurter Straße 38, aus statt 04771 Alle Volksgenossen spenden am Heuligen Samstag und am morgigen Sonnlag den Sammlern der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk! Auf jede Spende kommt es an! Jedermann gebe nicht nur, sondern opfere, um an seinem Teile dazu beizutragen, daß das Gesamtergebnis der Sammlung die bisherigen Erträge noch erheblichüber- sieigtr Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 18. Oktober, nachm. 2 Uhr 6574 D Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sowie für die Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir hierdurch allen unseren besten Dank. gemacht. Gießen, den 13. Oktober 1936. Dao Finanzamt. Friedrich M o m b e r g e r ab und schweren Kopfverletzungen sige Krankenhaus verbracht werden, Stunden später v e r st a r b. Landkreis Gießen. Für die überaus vielen Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen zuteil wurden, sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schäfer L, Wagnermeister. Wieseck, den 17. Oktober 1936 Kreis Alsfeld. Ober-Ohmen, 16. Okt. Gestern gegen 17 Uhr brach im Anwesen des Schmiedemeisters Karl Maurer auf bisher unaufgeklärte Weife ein Brand aus, der in wenigen Minuten die mit Heu und Stroh gefüllte Scheune in ein Flammenmeer verwandelte. Dem umsichtigen tatkräftigen Eingreifen der hiesigen Feuerwehr und den beiden Nachbarwehren von Ruppertenrod und Unterseibertenrod war es zu verdanken, daß ein Ueber- greifen des Feuers auf die Nachbargebäude der Landwirte Karl Kratz und Friedrich Schott unterbunden wurde. Selbst das Wohnhaus des Betroffenen konnte gerettet werden, bis auf einen Anbau, in dem sich ein Materiallager des Bruders Wilh. Maurer (Elektromonteur) befand. Oberhessen. Beim Spiel tödlich abgestürzt. IH Laubach, 16. Okt. Der 10jährige Hans, Frei stürzte heute nachmittag gegen 13.30 Uhr beim Spielen in der Scheune des Landwirts Heute nacht entschlief sanft unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Marie Vogt, geb. Vogt im Alter von 79 Jahren. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Louis Vogt Heute verschied nach sechstägigem Kranksein meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Frau Margarete Reuschling, geb. Haas im 63. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Reuschling III., Schuhmachermeister Karl Reuschling II., Schuhmachermeister und Familie Theodor Gerhard und Familie Heinrich Reuschling und Familie fußen gehn- 0. junget TRjann.du schaffst die Leid. TLLmmüzbenrohl"- nodiistesleii! Lebewohl gegen Hühneraugen u Hornhaut Blechd. (8 Pflast.)68 Pf. in Apoth u.Drog. Sicher zu haben: Med."3rog.Hans Hindenburg H.Eiges, Selters weg 68 a; Löwen-Drog. W. Kilbinger Nach!., Seltersw. 69: Germania-Drog. C. Seibel Frankf.Str.39 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Seipp II. Tfldtiuhnjizaujgen analenTtehn leichten Joppen ;nühveurns0ceh^e^önBenv. RM. 1.90an Herrenstoffen (Meterware) in nur guten Qualitäten vorhanden, welche einer nochmaligen Preisreduzierung unterzogen wurden. Unser Ausverkauf in den vorgenannten Abteilungen ist in Kürze beendet und empfehlen wir daher beschleunigte Eindeckung in vorerwähnten Artikeln, soweit noch der Vorrat reicht. rMr« Herren-Konfektion Knaben-Konfektion und Berufskleidung welche Abteilungen, wir gänzlich aufgeben, sind noch äußerst preiswerte Restbestände in Z Allendorf a.d. Lumda, 16. Okt. Dieser Tage wurde innerhalb der hiesigen Gemeindegruppe des Reichsluftschutzbundes, Bezirksgruppe Oberhessen, durch den Ortsgruppenleiter Dr. Haas (Alten- Buseck) eine Verdunkelungsübung durchge- führt. Der Beginn der Verdunkelung wurde durch ein Signal der Freiwilligen Feuerwehr bekanntgegeben. Gleichzeitig wurden sämtliche Straßenlaternen gelöscht und mit der Kontrolle der einzelnen Hofreiten durch Polizei und Hauswarte begonnen. Nach Schluß der Verdunkelung, die in allen Teilen befriedigend ausgefallen war, konnte festgestellt werden daß die Bevölkerung die Notwendigkeit des Luftschutzes völlig erkannt hat. — Unweit des Ortes ereignete sich ein eigenartiger Unfall, der für den Betroffenen noch glimpflich abgelaufen ist. Als ein in Climberg wohnhafter Arbeiter auf seinem Fahrrad, im Begriff, seine Arbeitsstätte in Lollar aufzusuchen, morgens zwischen 6 und 7 Uhr die hiesige sog. Heerstraße passierte, sprangen ihm kurz vor dem Bahnübergang plötzlich drei Rehe von der Seite entgegen, in der Absicht, die Straße zu überqueren. Eines der Tiere rannte gegen das vordere Rad. Hierdurch kam der Radfahrer zu Fall und zog sich erhebliche äußere Verletzungen zu. Unter großen Anstrengungen konnte er sich noch nach feiner elterlichen Wohnung in Allendorf begeben ch Lauter, 16. Okt. In diesem Jahr herrschte in unserem Orte eine rege Bautätigkeit. Es wurden zwei neue Wohnhäuser errichtet. Gegenwärtig läßt ein hiesiger Geschäftsmann eine neue Werkstatt errichten. Neben diesen Neubauten wurden kleinere Erweiterungsbauten und Instand - setzungsarbeiten ausgeführt. Außerdem hat ein Landwirt die Arbeiten für ein Silo in Angriff nehmen lassen. Wie verlautet, tragen sich noch mehr Landwirte mit dem Gedanken, Silos zu errichten. — Den minderbemittelten Volksgenossen bietet sich eben eine gute Verdienstmöglichkeit. Der hiesige Jagdpächter hat bekannt geben lassen, daß jedes Quantum von gesammelten Eicheln von ihm aufgekauft wird. Neben den minderbemittelten Volksgenossen sind auch die Kinder emsig am Werk, um einiges Geld durch das Eichellesen zu verdienen. Bekanntmachung. Die Viehhändler Karl I ä g e r und Alberl Jäger zu Grünlngen sind wegen Steuerhinterziehung mit Geldstrafen von je RM. 2000.- bestraft worden. Sie haben Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuern für 1933 bzw. 1934 im Betrage von insgesamt RM. 1478.— hinterzogen. Die Bestrafung wird auf ihre Kosten bekannt- Lollar, 17. Okt. Unser Altbürgermeister Schmidt begeht am morgigen Sonntag, 18. Oktober bei bester körperlicher und geistiger Frische seinen siebzig st en Geburtstag. Das Amt des Bürgermeisters versah er 28 Jahre lang in vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit. Sehr vieles, was der Gemeinde zum Segen wurde, entstand während seiner Amtstätigkeit. Es sei nur an einiges hiervon erinnert: der Neubau der Schule, die Wasserleitung, die Feldbereinigung und die Kanalisierung des Ortes. Besonders hervorzuheben ist, daß vieles davon seiner eigenen Anregung zu verdanken ist, und er in sehr früher Zeit die Zweckmäßigkeit dieser Vorhaben erfaßt hatte. Sein Amt brachte es mit sich, daß er wie wohl kein anderer mit der Oeffentlichkeit verbunden war, und so gehört er heute noch dem Vorstand des Vereins „Kinderfreund", wie dem Kirchenvorstand als einer der Eifrigsten an. Seine reichen Erfahrungen und sein großes Verantwortungsbewußtsein machen seinen Rat immer wertvoll. Einen großen Teil seiner Ruhezeit verbringt Altbürgermeister Schmidt bet seiner Tochter in Grünberg. Jedoch zieht ihm seine Anhänglichkeit zu seiner Gemeinde bei allen Anlässen an den Ort seiner früheren segensvollen Tätigkeit. Die gesamte Gemeinde Lollar, bei der er wegen seiner Aufrichtigkeit und geraden Wesensart geehrt und geachtet ist, gedenkt seines früheren Oberhauptes an seinem Geburtstage mit den besten Wünschen und hofft, daß ihm an der Seite seiner Gattin noch viele schöne Lebensjahre vergönnt sind. Aus unserem AUSVERKAUF,. Amtsgericht Gießen. Der 28 Jahre alte Angeklagte K. Z. hat am 18., 19. und 20. Mai gewerbliche Fahrten mit einem Probesahrtkennzeichen ausgesührt, ohne daß das Fahrzeug von Kreisamt zugelassen war. Er erhielt durch das Amtsgericht Gießen eine Geldstrafe von insgesamt 35 Mark, hilsweise 7 Tage Gefängnis. In der gestrigen, auf seinen Einspruch hin stattgefundenen Hauptverhandlung erklärte sich sein ehemaliger Chef, der als Zeuge geladen war, bereit, die Strafe zu bezahlen, worauf der Angeklagte seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknahm. Der erst 23jährige Ernst Göbel aus Gießen hat es am 21. Juni 1936 unterlassen, als eine Abteilung der Hitlerjugend mit Fahnen durch die Brandgasse an ihm vorbeizog, die Fahnen zu grüßen, so daß die Passanten Anstoß nahmen. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen erhielt er wegen groben Unfugs eine Haft st raße von drei Wochen auferlegt. In der auf feinen Einspruch hin durchgeführten Hauptverhandlung wurde der Angeklagte einwandfrei überführt. Wegen seines frechen Leugnens erhöhte das Gericht die Haftstrafe auf vier Wochen und legte ihm die Kosten des Verfahrens auf. Möbelfabrik und Einrichtungshaus Gebr.Trefzger, Frankfurt a.M.,6r.Friedbergei str. 33 Wichtige Neuerscheinung! SAtzmnMWliu. Heren nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- fichrlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alleBuchhandlungen tzugg Bermüljier Bering. Beriin-Wri Heuchelheim (Kirchstr. 3). den 17. Oktober 19: 6. __04790 i .... «j ttr.244 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zamrtag, 17. Oktober 1936 Aus der Krühzeit des Turnvereins 1846. Geschichtlicher Gtreifzug durch neun Jahrzehnte. — Jubiläum der Leibesübung. KM WM' ■■ ... ■ <*» E .-z , - Darstellungen des turnerischen Lebens im Turnverein 1846 aus dem von Photograph Zimmer geschaffenen Erinnerungsbild zur 50-Jahrfeier des Vereins. Der Turnverein 1846 Gießen feiert am heutigen Samstagabend mit einer Festveranstaltung das Jubiläum seines 90jährigen Bestehens. Der morgige Sonntag wird eine Familienfeier bringen. Im Zusammenhang mit der Feier erscheint es angebracht, einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins zu werfen. Die Vereinsgeschichte hat ihre zusammenfassende Gestaltung durch Dr. Wilhelm Loh erfahren, der in EM ! • V.; - ■ '2;;-V p; L. Ehr. Rübsamen, einer der ersten Förderer des Turnvereins 1846. sorgfältiger und mühevoller Arbeit all das zusammengetragen hat, was über die Entwicklung des Vereins im Laufe von 9 Jahrzehnten zu erfahren war. Für die ersten 40 Jahre des Bestehens des Vereins konnte er sich dabei auf die Aufzeichnungen des damaligen Mitgliedes Reallehrer Emanuel Schmuck (zuletzt Hessischer Landesturninspektor und erster Sprecher des Mittelrheinkreises) stützen. Die nachfolgenden Zeilen stellen einen Auszug aus der von Dr. Loh verfaßten Vereinsgeschichte dar. (Die Schriftleitung.) ♦ „Der Turnverein in Gießen ruft allen Turngemeinden im deutschen Vaterlande „Gut-Heil!" zu und zeigt denselben hiermit an, daß er sich durch die Vereinigung der beiden hier bestandenen Turngesellschaften neu gestaltet und gefestigt habe. Gießen, 9. November 1846." So lautete die Geburtsanzeige in der in Karlsruhe herausgeaebenen Turnzeitung vom 1. Januar 1847! Der im Vorstand tätige Turnlehrer A m e n d war für die Gründung der Turnervereinigung die Triebfeder gewesen. Mit Lust und Liebe und dem nötigen Schwung ging man an die Arbeit. Nicht nur für die Mitglieder schuf man Gelegenheit zum Turnen, sondern auch für die Gießener Jugend, eine Turn- v o r s ch u l e. Der Verein hatte anfänglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Mit dem 30. März 1847 hatte man dem Großh.-Hess. Kreisrat die Statuten zur Genehmigung eingereicht. Hierauf folgte am 4. Juni der Bescheid, daß beabsichtigt werde, Schulspielplätze einzurichten und der „ohne Konzession gebildete hiesige Turnverein sofort aufzulösen und zu untersagen sei". Damit ruhte das Turnen für die Oeffentlichkeit. Erst 1848 trat der Verein wieder ins Leben. Im gleichen Jahre wurde von den Frauen und Jungfrauen der Stadt Gießen dem Turnverein eine Fahne gestiftet. Diese Fahne wird noch heute bei größeren Veranstaltungen dem Verein vorausgetragen. 1849 trat ein Mann in den Turnverein ein, der für dessen Entwicklung von großer Bedeutung wurde: L. Ehr. R ü b s a m e n. Er trat an die Stelle des von Gießen weggezogenen Turnlehrers Amend. Der Beginn der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts sah den Verein in guter Aufwärtsentwicklung. Einige Jahre der Schwierigkeiten konnten die Lebenskraft des Vereins nicht schwächen. Nach 1858 erstand ein Sommer-Turnplatz im Balserschen Garten an der Neuen Bäue, im Winter wurde im Saale des damaligen „Promenadehauses" geturnt. Tüchtige Vorstandsmitglieder, vor allem Rübsamen, verhalfen dem Verein zu großem Ansehen in der Stadt. Der Verein, der im Jahre 1860 325 Mitglieder zählte, konnte im gleichen Jahre seinen ersten größeren turnerischen Erfolg erzielen. Beim Offenbacher Turnfest errang G. L o tz einen silbernen Pokal. Sieben andere Kameraden zeichneten sich ebenfalls aus. Jahrelang bemühte sich der Verein um die Schaffung einer eigenen Turnhalle, lange vergeblich. 1862 hatte der Gießener Turnverein das mittelrheinische Kreisturnfest auszurichten. Das Fest nahm schönsten Verlauf und brachte dem Turnverein 1846 durch den Turner Hermann Han- stein einen ersten Sieg und außerdem — einen Ueberschuß von 1270 Gulden. Interessant ist die Erinnerung, daß, als im Jahre 1862 die schleswig- holsteinische Frage die Gemüter bewegte, die Gießener Turner mit 200 Gewehren, von der Stadt gestellt, eifrig exerzierten. Der Verein gewann immer festere Formen. Neue Satzungen wurden geschaffen, deren erster Paragraph wie folgt lautete: „Der Verein bezweckt die körperliche und sittliche Vervollkommnung seiner Mitglieder im Dienste des Vaterlandes." Der Turnverein trat in der Folge in einheitlicher Kleidung auf, was sich als sehr werbekräftig erwies. Der Krieg 1870/71 warf den Verein etwas zurück. Auch einige Meinungsverschiedenheiten hatten dazu beigetragen. 22 Tux- ner standen während des deutsch - französischen Krieges im Felde. 30 betätigten sich freiwillig in der Krankenpflege. Die Turnhalle, die von der Stadt an der Stelle der Ricker'schen Buchhandlung unter Beteiligung des Turnvereins errichtet worden war, diente als Lazarett. Nach dem Kriege setzte eine weitere ruhige Fortentwicklung ein. Das Schüler- und das Frauenturnen wurden eingeführt. Im Jahre 1874 fühlte sich der Verein wieder stark genug, ein Kreisturnfest zu übernehmen. In der Folgezeit kam es im Verein zu einigen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Gau Hessen und dem Verein, in deren Verlauf die Mitglieder D e m u t h und Schmuck aus dem Verein ausgeschlossen wurden, die dann 1885 den TO ä n «» nerturnvereinGie- ßen gründeten. Beide Vereine bewiesen in den folgendenJahrzehnten ihre Lebensfähigkeit und standen sich oft im friedlichen Wettbewerb gegenüber, sich gegenseitig zu immer höheren Leistungen anspornend. Inzwischen (1883) wurde wieder ein größeres Kreisturnfest abgehalten, das einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen hatte und dem Verein abermals einen starken Ueberschuß brachte, der dem Turnhallenbaufonds zugewiesen wurde. In das Jahr 1884 fielen die ersten Anfänge des Fechtens. Von 1886 wurden regelmäßige Uebungsftunden im Fechten abgehalten. Ferner wurde eine Sängerriege gegründet. Dank einer vorzüglichen Vereinsführung wuchs die Mitgliederzahl in den Jahren von 1883 bis 1886 von 350 auf 850 Mitglieder. Auch finanziell stand der Verein in dieser Zeit sehr gut. Das Vermögen war auf 21315 Mark angewachsen. Im Sommer 1890 ging der langgehegte Wunsch nach der Schaffung einer eigenen Turnhalle in Erfüllung. Das heutigeTurnhallengelände wurde erworben. Am 11. September wurde der Grundstein gelegt. 1891 konnte die Halle (noch ohne Bühnenanbau) eingeweiht werden. Mit der Schaffung der Turnhalle war dem Verein die Möglichkeit gegeben, sich ganz den großen turnerischen Aufgaben zu widmen. Nachzutragen ist, daß im Jahre 1889 L. Ehr. Rübsamen verstarb und mit allen turnerischen Ehren begraben wurde. Während der Zeit des Hallenbaues und in den darauf folgenden Jahren führten der erste Sprecher Wilhelm Herbert und Franz Wigandt den Verein stetig aufwärts. 1893 wurde eine Frauenriege gegründet, die noch im gleichen Jahre 33 Teilnehmerinnen zählte. Federball und Kroquet wurden von den Turnerinnen damals mit großem Eifer gespielt. Die Fechterriege hatte sich auch gut entwickelt und zählte 1895 27 Mitglieder. Im gleichen Jahre erreichte der Verein mit 882 Mitgliedern seinen höchsten Stand. Große Tage sahen die Gießener Turner während des 22. Turnfestes des Mittelrheinkreises im Jahre 1895, das einen Festzug von 4500 Turnern aus 170 Vereinen brachte. 10 000 Zuschauer weilten auf dem Oswaldsgarten, wo eine große Festhalle mit 2400 Sitzplätzen erstellt worden war. Damals traten zum erstenmal Musterriegen von Gießen und Marburg auf. Für die Vorbereitung des Festes wurde die noch heute bestehende Arbeitsgemeinschaft der „Gießener Turnerschaft" gegründet. In die Zeit nach dem Kretsfest 1895 fielen übrigens auch die Anfänge der Spielbewegung (Faustball und Schleuderball). Auch Tennis wurde in einer etwas willkürlichen Form gespielt. Die Turnerinnen erhielten zu gleicher Zeit das Tambou- rinspiel. Im Jahre darauf beging der Turnverein 1846 sein 50jähriges Bestehen in feierlicher Form. Als einzigartige Erinnerung an dieses Jubiläum schuf damals Photograph Zimmer ein großes Gruppenbild (aus dem einige unserer Bilder 2lus», schnitte zeigen). Das Bild ist noch heute in der Turnhalle zu sehen. Im Jahre 1904 erhielt die Turnhalle — unter ziemlich großem Kostenaufwand — den Bühnenanbau. Zum 60. Stiftungsfest erhielt der Verein eine weitere Fahne gestiftet. Zum Deutschen Turnfest in Frankfurt a. M. worden erstmalig die drei Fahnen des Vereins den Gießener Turnern vorausgetragen. Turnerisch wurden um die Jahrhundertwende weitere große Erfolge erzielt. Auch im Volksturnen ging es vorwärts. Eine Sportriege wurde gegründet. Unter Wilhelm Erle's Initiative wurde auch dem Schwimmen mehr Augenmerk zugewendet. 1912, zum 50jährigen Bestehen des Gaues Hessen, fand erstmalig ein Turnfest auf dem Trieb statt. Zu gleicher Zeit wurde als Ehrung für Friedrich Ludwig Jahn der schöne I a h n st e i n an der Ecke Berg- und Gartenstraße geschaffen. Im Jahre darauf beteiligten sich die Gießener Turner am großen Turnfest in Leipzig und erzielten gute Erfolge. Die rastlose Arbeit im Dienste der Leibesübungen erfuhr eine harte Unterbrechung durch den Weltkrieg. Der gesamte Stamm der aktiven Mitglieder, etwa 400 an der Zahl, rückte nach und nach ins Feld. Der Turnbetrieb ruhte vollständig. Die Turnhalle wurde Lazarett. 1917 konnte der Turnbetrieb in bescheidenem Maße wieder ausgenommen werden. Durch den Weltkrieg verlor der Verein 45 Kameraden, die auf dem Felde der Ehre blieben. In der Turnhalle gedachte man der gefallenen Helden, denen 1920 eine Ehrentafel geweiht wurde. Der völlig geregelte Turnbetrieb konnte erst am 1. März 1919 wieder ausgenommen werden. Bei der 75-Jahrfeier wurde der Turnklubschild gestiftet, um den noch heute von den besten Gerät-Turnern des Vereins gekämpft wird. — Große Fortschritte machten im Verein die verschiedenen Sportarten. Franz Sauer bildete tüchtige Schwimmer heran; die Faustball-Abteilung setzte sich ab 1920 jährlich an die Spitze im Bezirk, das Geräteturnen erfuhr unter Daum und später unter Reuter einen starken Aufschwung, Fußball- und Handballspiel wurden in den Uebungs- plan ausgenommen. Unter der Leitung des Ober- turnwarts Karl Erb, der noch heute das verantwortungsvolle Amt inne hat, arbeitete der Verein stets weiter an der Verfolgung seiner turnerischen Ziele. Mit 70 Turnern nahm der Verein 1920 am ersten Deutschen Turnfest nach dem Kriege in München teil und brachte viele Siege nach Hause. 1925 erfolgte die Gründung der Altersriege. Das Kreisturnfest, das für das Jahr 1925 mit g^vßer Sorgfalt vorbereitet worden war (damals und für diesen Zweck wurde auch die Volkshalle gebaut), brachte viel Regen und dem Verein ein großes Defizit. — Aus der weiteren Arbeit des Turnerinnen in Gleichtracht beim Tennisspiel. (Aus« schnitt aus dem Erinnerungsbild zur 50-Jahr-Feier^ W W - r? - M M X K l ' Die aroke Festhalle, die zum Mittelrheinischen Kreisturnfest 1895 auf 9 0 ü 1 1 Oswaldsgarten gebaut wurde. Die Vorturnerschaft aus dem Jahre 1912. Mancher der Kameraden, die das Bild zeigt, siel auf dem Felde der Ehre, Die erste Fechterriege des Turnvereins unter der Leitung von Wilhelm Will (im Bild links), dem späteren Gauoberturnwart. 1 MM Die Sieger vom Deutschen Turnfest in Köln. Karl Reuter (vierter von rechts) wurde Turnfestsieger. — (Bilder aus Vereins- und Privatbesitz.) Wirtschaft Kirchliche Nachrichten Frankfurt c. M., 16. Okt. Die Börse ver° — Harbach. 14.15: 10: Lesegottesdienst. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Äerlin 124 124,75 3ernn, 16 Gesellscli.f.Elektr.Unremehmung. 6; Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bk 62,87 57,27 62,61 57,05 101,5 98 103,5 118,25 99,9 98,75 97 100,5 100,8 97,5 95 109,8 0 8 6 7 4 Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Oktober. 95 109,75 14,2 11,4 12,25 101,4 98 103,5 118 99,9 98,75 97 100,65 93 101,4 98 103,25 118 100 98,65 97 4 4 12 0 0 6 6 6 6 8 7 0,693 41,88 0,145 3,047 54,42 47,04 12,185 5,38 11,61 132,69 13,09 0,711 5,654 61,24 48,95 11,07 62,83 57,22 24,98 8,761 2,489 124,13 97 100,25 100,75 124,25 97 100,13 100,65 97,5 95 101,4 98 103,25 117,65 100 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. SchuckertLCo....... Siemens L Halske... Lahmeyer & Eo..... A.E.G...................... Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft... Licht und Kraft ............. Selten & Guilleaume Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöckneriverke ....... Mannesmann-Röhren Norddeutscher Llbhd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prlvat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ...... sleichsbank .......: 91/4—91/2, 11V4, A 8V2—83/4. ändert lagen. , Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 118 (118,25) ab, Kommunal-Umschuldung waren höher gesucht mit etwa 89,15. Lebhaft und fest waren zertifizierte Dollar-Bonds, 6proz. Preußen 75,50 bis 76 (74,75), 6proz. Spargiro 75 (73,75). Städte-Alt- besitz einschl. Ziehung waren zu 117,50 gesucht. Don fremden Werten lagen Ungarn bis 0,25 v. H. und Anatolier I 0,75 v. H. höher. Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich. Schwächer lagen IG.-Farben mit 175,50 nach 176,75, auch die meisten Montanwerte gaben 0,25 bis 0,75 v. H. nach, nur Harpe- ner 154,50 nach 153,40. Bon Kunstseideaktien gingen Bemberg auf 104 nach 105, Aku unter Schwankungen zwischen 89 bis 90,50 auf 90,25 zurück. Weiter erhöht waren Dt. Eisenhandel mit 137,50 nach 135,50 bis 136,50 und Holzmann mit 132 nach 130,50, auch Otavi bei lebhaften Umsätzen wieder 47,50 nach 47. Am Rentenmarkt ergaben sich im Verlauf kaum Veränderungen, Umschuldungsanleihe schwankten zwischen 89,10 bis 89,15, Ungarn Gold 14,50 Frankfurt a. M., 16. Okt. Gemüse: Unoer- mindert starkes Angebot von Rotkraut, Weißkraut und Wirsing, übrige Gemüsearten mit Ausnahme von Spinat genügend am Markt. Geschäft ziemlich lebhaft. U. a. notierten: Blumenkohl St. 25—50, Eskariol 5—12, Feldsalat 40—70, Salat-Gurken 15—30, Karotten 4—5, Kohlrabi ober 4—6, unter 6—7, Kopfsalat unter Glas 6—10, Lauch 2—5, Meerrettich 40—45, Rettich 4—8, Römischkohl 6—8, Rosenkohl 25—28, Rotkraut 2V2—4, Sellerie j. n. Gr. 10—30, Spinat 10—18, Schwarzwurzel 20—25, Tomaten Freiland 15—28, do. Haus 35—45, Weißkraut 2—3, Wirsing 2V2—4, Zwiebeln 5—6, do. Vereins in der längsten Vergangenheit ist zu berichten, daß Schwimmer und Fechter gute Fortschritte machten. Eine Fechterinnen - Abteilung wurde auch ins Leben gerufen. Karl Reuter nahm als erster des Vereins an einem Lehrgang der Deutschen Turnschule teil. Den größten Erfolg brachte dem Turnverein 1846 das Deutsche T u r n f e st in Köln, das 100 Mitglieder in der Stadt am Rheine sah. Karl Reuter kehrte als Turnfestsieger zurück. Ganz Gießen bereitete ihm einen herzlichen Empfang. — Die Mitglieder des Turnvereins erweiterten den Kreis ihrer sportlichen 3,4 14,45 11,75 12,25 14,7 ouenoa tiit< Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien .... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. -Reutjod ... 3,5 14,3 11,6 12,4 14,9 Gebt am 17. und 18. Oktober den Händen der Arbeit ein Opfer für die, denen das Recht auf Arbeit noch nicht werden konnte und die noch Rot, Elend und hunger kennen! Spendet zur I.Reichsskrahensammlung am 17. und 18. Oktober! 100,75 97,5 95 109,8 31,5 3,4 14,3 11,6 12,25 6 3 8 Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Propst Knodt, Ordination des Kandidaten Rudolf Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Pfarrer Kalb- Henn; 14.30: Missionsfest des Oberhessischen Missions- vereins, Missionsdirektor Dr. Hartenstein (Basel); 18: । siehe Johanneskirche. — Johanneskirche. 9.30: Missionsdirektor Dr. Hartenstein (Basel); 11: Kinderkirche für die Lukasgememde, Pfarrassistent Zschau; 18: Pfarrer Ausfeld, Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Vikar Dauth; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Vikar Dautl). — petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Missionar Kaufmann; 10.45: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde, Mifsionar Kaufmann. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Beichte, Dekan Sattler; 10: Predigtgottesdienst, Missionar Walther, Kollekte, im Anschluß Feier des hl. Abendmahles; 20: Bibelstunde. — Alten-Duseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Missionar Schmoll, Kollekte, Feier des hl. Abendmahles. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. Abendmahl, 2. Kollekte. — 2ü- bach. 12.30: Gottesdienst. — Annerod. 9: Hl. Abendmahl für die Alten. — Rödgen. 13: Gottesdienst. — — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte, hl. Abendmahl (50- bis 60jährige). — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Dekan Gußmann, anschl. hl. Abendmahl für die Alten von Mainzlar und Staufenberg. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst (50jähriges Jubiläum des evang. Bundes); 11: Kindergottesdienst; 20: Vortragsabend der Ortsgruppe des evang. Bundes, Pfarrer Gontrum (Watzenborn) mit Lichtbildern. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die weibl. 3ugenb; 11: Kinder- qottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 13: Gottesdienst mit Verpflichtung des neuen Kirchenvorstandsmitgliedes, Kollekte- 15.30: Beichte und hl. Abendmahl für die alten Leute. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn, Christenlehre für die männl Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-tzefsingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hau^tgottesdienst, Kollekte; 20: Schlußfeier der Christenlehre. — Bet- lenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Haupt- ' gottesdienst. — Rlünzenberg. 11: Gottesdienst, Chn- stenlehreschluß u. Eröffnung des Konfirmandenunter- . richtes, Kollekte. — Trais-Münzenberg. 9: Gottes- i dienst, Christenlehrschluß und Eröffnung des Kon- Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 BuderuS 4 Deutsche Erdöl 4 Hausner 2V2 Hveich Ellen—Köln-Neuessen . 3 Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurter Vuktergrohmarkk. Frankfurt a. M., 16. Okt. Die Anlieferungen von Butter der inländischen Molkereien haben sich unverändert gehalten, sie können jedoch den lebhaften Bedarf nicht restlos decken. Die Verteiler haben daher weiterhin Anforderungen aus Zuweisungen von der Reichsstelle gerichtet, die meist mit estnischer und litauischer Ware erfüllt wurden. Von den anderen Nahrungsfetten standen Schweine- schmalz und Rindertalg reichlicher zur Verfügung. Margarine wurden weiterhin im bisherigen Umfange zugeteilt. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandels-Ver- kaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, Feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Larckibutter 125; holländische Butter 148. Deutsches Schmalz 100, ausländisches Schmalz 88. Margarine A) 97, B) 86, C) 56. ließen einen guten Eindruck. Am Aktienmarkt lagen die ersten Notierungen durchschnittlich 1 v. H. höher. Einige anfangs etwas schwächere Papiere waren im Verlaufe wieder freundlich. Eine Sonderbewegung vollzog sich am Kunstseidemarkt, wo Bemberg bei lebhaften Umsätzen auf 102 bis 105 (99) und Kunstseide Aku auf 89,25 bis 90,25 (87) anstiegen. Montanwerte wurden von dem Bericht über die Roheisenerzeugung im September sowie von den Ausführungen in der Hoesch-Hauptversammlung etwas angeregt und brachten vorwiegend Erhöhungen von 1 bis 1,5 v.H. Otavi Minen lagen trotz der Verwaltungs- äußsrung wieder fest und lebhaft mit 46,50 bis 47,40 (46). Stärkere Nachfrage fanden Deutscher Eisenhandel mit 135,50 bis 136,50 (134). JG.-Far- ben notierten zunächst 176 (176,25), dann 176,75, Metallgesellschaft plus 1,25 v. H., Rütgerswerke plus 0,75 v. H. Elektroaktien lagen meist 0,50 bis 1 v. H. fester, nur Gesfürel 0,75 v. H. und Mainkraft 0,50 v. H. leichter. Von Zellstoffwerten Aschaffenburger zunächst 139,75, dann wieder auf den Vortagsstand von 140,75 erholt, dagegen Feld- mühle 2,25 v. H. schwächer. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 0,75, Kaufhof 0,65, Dt. Linoleum 0,40, Moenus Maschinen und Conti Gummi je 1 v. H. höher, während AG. für Verkehr aus dem erhöhten Stand der Abendbörse von 124,50 unver- * Baugeldzuteilung. Die Oeffentliche Bausparkasse für Hessen (Abteilung der Landes- kommunalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt nahm am 13. Oktober in Anwesenheit einer Anzahl von Bausparern und Vertretern von Sparkassen ihre vierzehnte Baugeldzuteilung vor. Aus- gelost und zugeteilt wurden diesmal 71 Verträge über 367 000 Mark, so daß nunmehr nach siebenjährigem Bestehen der Bausparkasse im ganzen 430 Verträge mit 2 074 000 Mark ausgelost sind. Alle Oefsentlichen Bausparkassen haben bis zum 31. August rund 150 Mill. Mark dem Bau- und Hypo- chekenmarkt zugefiihrt. Die nächste Baugeldzuteilung der Öffentlichen Bausparkasse für Hessen findet voraussichtlich im April 1937 statt. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse fest. Tätigkeit in den folgenden Jahren noch um Tennis, um Paddeln ■ und Skiläufen. Die Jahre der Arbeitslosigkeit vieler Volksgenossen vor der Machtergreifung durch den Führer Adolf Hitler trafen auch den Verein sehr schwer. Der gewaltige, durch den Nationalsozialismus hervorgerufene 1 Umschwung in unserem Vaterland brachte für die Turner u. a. das große Erlebnis von Stuttgart und später die Umbildung des gesamten deutschen Turn- und Sportlebens. Mit der Gründung des Reichsbundes für Leibesubungen fügte sich auch der Turnverein 1846 reibungslos ein in den großen Verband und stellte dann im vorigen Jahre seine ganze Kraft für das Gau- est des RFL zur Verfügung. Das 90. Lebensjahr sieht den Verein und feine 15 Abteilungen im Dienste der Breitenarbeit und bei der Forderung hoher Leistungen. Siege beim Kreisturnfest im Faustballspiel und mancher andere Erfolg, kennzeichnen den Weg des Vereins in der jüngsten Vergangenheit. Die Turner im Turnverein 1846 werden auch in Zukunft ihre Pflichten gegenüber Volk und Vaterland erfüllen, wie es bisher stets geschah. N. 6% Deutle Reichscmlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 t>/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 1 ff6 fc n" Si"ful J-,liege, innerpoii ?UJ "°ch der 9 &Ä' * fie ni* „A®1 Seit di, ZAn glaubte °.3’ httfl £ wo Ter»",' «cht frontbe*Shc” rA"*" «en, [. «tum hat. rm ^uiu den C Wort .Qs anffä üet| krife N^en | 81.24»1 s»'- rs-n -SZ Sfffl po(tf<5 d eEdelweißra d ■ sehen, werden Sie überrascht sein von seinem niedrigen Preis. Katalog auch über Nähmaschinen senden an Jeden kostenlos. Uber 1[5 Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt. Das konnten wir wohl nimmermehr, wenn unser Edelweißrad nicht gut und billig wär. Edelweiß - Decker Deutsch -Wa rtenbergTOi Wer Zeitung liest, paßt in die Welt, er weiß Bescheid und kann sich helfen! Knaben-Ulster und Lodenmäntel äußerst preiswert Wettermäntel in Gummi und Loden große Auswahl I ALLIANZ UND STUTTGARTER 'LEBE N S V ER SI CH MUI N OSHA XK AKT ! F K' C. 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