Donnerstag, 17. September 1956 186. Jahrgang Nr. 218 Erstes Blatt n. n tnoriung treffen würde!), während der Mufti, dem alles an seiner Autorität bei der Jugend liegt, sich allen Vorschläaen widersetzt. In dieser Lage bleibt der Führung tm Grunde nur noch der Ausweg, durch Fortsetzung und Verstärkung des Terrors die Mandatsregierung zu zwingen, ihrerseits durch Anwendung der schärfsten Gewalt (Verhängung des Kriegsrechts ufw.) den jetzigen Zustand zu beenden, und so den — offenen oder geheimen — Wunsch der Führung zu erfüllen, ohne sie mit der gefährlichen Verantwortung zu belasten. Man darf annehmen, daß England, das sich trotz der Zusammenziehung großer Truppenmassen bisher mit Rücksicht auf die außerpalästinische arabische Welt den Unruhen gegenüber mehr defensiv verhalten hat, die Anwesenheit Nuri Paschas benutzt hat, um sich für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen bei den übrigen arabischen Mächten den Rücken zu einem schärferen Vorgehen in Palästina zu decken. Natürlich sind immer noch Ueberraschungen in der einen oder anderen Richtung möglich. Aber die letzten Wochen haben doch die Lage wesentlich durchsichtiger gemacht. Man kann doch die Gesamtsituation als entscheidungsreif bezeichnen und sich auf eine kurz bevorstehende grundsätzliche Wendung mit Sicherheit gefaßt machen. Paris, 17. Sept. (DNV. Funkspruch.) Handelsminister Bastid äußerte sich am Mittwochabend Pressevertretern gegenüber sehr befriedigt über seinen Berliner Aufenthalt. Die Besprechungen, die Dr. Schacht mit ihm in Paris angeknüpft habe, seien weiter fortgeführt worden. Die Verbindung sei hergestellt. Beide Regierungen hätten den festen Willen, zu zufriedenstellenden und soliden wirtschaftlichen Grundlagen auf beiden Seiten zu kommen. Man befinde sich jedoch erst i n einem vorläufigen Abschnitt und im Oktober würden die Besprechungen weiter geführt werden. Bastid äußerte sich sehr erfreut darüber, daß zwischen Frankreich und Deutschland versöhnliche Beziehungen hergestellt worden seien und er- habe feststellen können, daß dies auch im Auslande mit Genugtuung verzeichnet worden sei. Besonders in England habe die Presse diese Fühlungnahme sehr günstig aufgenommen. Er hoffe, daß die weiteren Besprechungen die gleiche Einigkeit bringen werden. Handelsminister Bastid, der gestern abend wieder nach Paris zurückgekehrt ist, ist mit seinen Begleitern mittags Gast des mit der Standpunkt der auswärtigen Diplomatie bedeute der französisch-sowjetrussische Pakt ein tödliches Unheil. Er müsse so schnell wie möglich gebrochen werden; denn Frankreich könne und dürfe nicht länger wie am Pranger von Europa, Amerika und Japan behandelt werden. Alle französischen Diplomaten und Konsuln wagten ihre Stimme nicht mehr zu erheben, weil sie unter diesem Druck stünden. Der Erste Lord der britischen Admiralität, Sir Samuel Hoare, traf Mittwoch früh an Bord der Jacht „Enchantreß" von Malta kommend i n Gibraltar ein. Sir Samuel Hoare wird die Festung Gibraltar inspizieren und sich voraussichtlich am Freitag von dort nach England zurückbegeben. Führung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht bet einem Frühstück gewesen, bei dem u. a. anwesend waren der französische Geschäftsträger, der französische Handelsattache, der Reichsfinanzminister Gras Schwerin von Krosigk und, in Vertretung des unpäßlichen Außenministers, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dieckhoff sowie eine Reihe anderer Herren aus den beteiligten Reichsämtern und der Industrie, ferner der Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft von 21 r - n i m, Rektor der Technischen Hochschule Charlotten- bürg. Anschließend hatte eine längere Aussprache zwischen dem französischen Handelsminister und dem Reichswirtschaftsminister stattgefunden, in der über die Ziele der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen eine Ueberein ft immun g der Ansichten festgestellt wurde. Beiderseits war der Wunsch zum Ausdruck gekommen, eine möglichst starke Belebung des Verkehrs der beiden Länder miteinander in den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen anzubahnen. Die Verhandlungen sollen noch im Herbst aufgenommen werden. mchik. 6.30: mastik. 8.30: • 10: Schul. o0: Bauern« konzert. 13: 13.15: Mit- nen zuliebe! • Sanb wird t die Trierer „Berg um aus einem ad Gedichten 3na Seidel, 'schien sliehn. "ischer Lieder, rsspiegel. 20: : von'Mn* chrichten. Rom, 17. Sept. (DNB.) Der österreichische Staatssekretär des Aeußeren Dr. Schmidt gab am Mittwochabend zu Ehren des italienischen Außenministers Graf C i a n o ein Essen. Nachmittags empfing er in feinem Hotel den Besuch des Grafen Ciano und des italienischen Unterstaatssekretärs im Außenamt, Bastianini. Donnerstag wird er über Venedig die Rückreise nach Wien "antreten. Bei den Unterredungen wurde mit voller Zustimmung der ungarischen Regierung beschlossen, in Uebereinftimmung mit den römischen Protokollen eine Zusammenkunft der Außenminister Italiens, Oesterreichs und Ungarns nach Wien einzuberufen. * „Giornale d'Jtalia" stellt fest, daß der Besuch des österreichischen Staatssekretärs in Rom sich zwar unmittelbar an die Preßburger Tagung der Kleinen Entente anschließe, aber in keiner Weise damit in Verbindung gebracht werden könne und noch weniger ein Gegengewicht dazu bilde. Die Politik der römischen Protokolle, die mit dem österreichischen Besuch eine neue Bekräftigung erfahren habe, sei unabhängig von der Kleinen Entente mit der bewußten Absicht darauf abgestellt, dem Frieden und dem Gleichgewicht im Donauraum zu dienen. Mit ihnen sei die gerechteste und gesündeste Grundlage für die Anbahnung der Lösung des Donauproblems gelegt worden. Diese Grundlage habe heute als beherrschende politische Tatsache ihre volle Bedeutung. Es sei daher natürlich, daß sie unter Zusammenarbeit aller interessierten Teile vervollständigt werde. Die Ergänzungsprotokolle vom letzten Frühjahr hatten ergeben, daß Oesterreich und Ungarn trotz der in gegenteiliger Richtung gehenden Druckversuche nicht die Absicht hätten, den Rahmen Italien und der Donauraum. Außenminister-Konferenz der Mächte des römischen Protokolls. tS jjjjü! !-l-S Sowjetrußland erscheine heute allen Völkern, den Engländern, Italienern, Schweizern, Polen, Deutschen und Belgiern als der Feind der Zivilisation und der Menschheit. Seit Unterzeichnung des französisch-sowjetrussischen Paktes, der von Barthou und Herriot vorbereitet und von Laval unterschrieben sei, seit den Wahlen vorn Mai 1936, die Blum an die Macht gebracht hätten, seit der unzähligen Fabrikbesetzungen und den Massenkundgebungen und seit der Einführung der Roten Fahne werde Frankreich als an die Sowjet-Barbarei gebunden betrachtet. Nur das sei der Grund für die augenblickliche Isolierung, deren Folgen, falls sie noch weiter anhalten sollten, ein tragisches Ende nehmen könnten.. Sowohl vom Standpunkt des innerpolitischen Friedens wie vom „Oie Verbindung ist hergestellt." Der französische Handelsminister von seinem Berliner Besuch sehr befriedigt. In rote Speicher verwandelt. N S G. In dem bolschewistischen Organ des Asow- Schwarzmeer-Gaues „Molot" vom 27. August 1936 (Nr. 4573) lesen wir folgende Zuschrift des Sowjetbürgers M. Michajlos aus dem Bezirkszentrum Tschernyschewskaja: „In Tschernyschewskaja gibt es nicht viel Kultureinrichtungen: Einen Klub der Maschinen- und Traktorenstasion und die Bezirksbibliothek. Aber auch diese werden hier nicht hoch geschätzt. Laut Beschluß des Bezirkskomitees der Partei und des Bezirksvollzugskomitees vom 12. August 1936 werden die Räume des Klubs und der Bibliothek in Speicher umge» Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. "/.Men. 'U'hs. Ärjeu9t. 8u’ ,Mdit v5 .General, „ ^°nders können d.r OW u. ZviiltWt inner Ml ...» RuiS 1 Auch aus U: Nach- 'gesspiegel. • Die Wie. Domchor. ^Eduard .j^ayes. ltV neue '• Gin neuer W 17.30: beeindrucke 7 klingendes l! 20: Jia*. n- „Nord — ‘fieber." Ein trda. Winter' ihr.Klass«"' ltl,b«i’36ü. ;0ethestr°6e Ergebnislose Gchlichtungsverhandlungen im französischen Texiilarbeiterstreik. Ein Gowjeiausschuß der Streikenden übernimmt die Betriebsleitung einer Oller Fabrik der römischen Protokolle, die sich als natürlichste Garantie für ihre politische und wirtschaftliche Sicherung erwiesen habe, zu verlassen. Sie seien vielmehr entschlossen, ihre gemeinsame Front mit Italien zu festigen, indem sie eine wesentlich bestimmter gehaltene Verpflichtung einer gemeinsamen Politik in allen Problemen des Donauraumes eingingen. Die in Stresa ausgeheckte und von dem Sanktionskrieg weggefegte Idee eines allgemeinen Donauproblems erscheine e r - lebigt, während die Beziehungen zwischen den Ländern, die, wie Italien und Oesterreich ihre Freundschaft in den schlimmsten Zeiten erproben konnten, s i ch festigten. Der Augenblick, so betont „Giornale d'Jtalia", sei dunkler als je; wenngleich die politischen Mißstände auf dem Kontinent heute nicht unmittelbar vom Donauraum ausgingen, so sei es doch sicher, daß auch diese empfindliche Zone von diesen Erscheinungen nicht verschont bleibe. Oesterreich und Ungarn hätten bereits die Gefahr der unter Utopien und unverantwortlicher Nachsicht der heranreifenden Auflösung durch ihre innere Macht zu überwinden verstanden. Die Meinungsverschiedenheiten, die sich in dieser Hinsicht in Preßburg innerhalb der Kleinen Entente zeigten, bestätigen das Vorhandensein solcher Einflüsse bei den Nachbarstaaten von Oesterreich und Ungarn. Gegenüber dieser unklaren Stunde hätten nun die verantwortlichen Staaten, die in der Lage seien, eine nationale Kollektivität zu verkörpern, drei Aufgaben: Sich rüsten und wappnen, ihre politischen Ziele bis in jeden Winkel zu klären und die Reihen mit bewährten Freunden zu schließen. Diese Aufgaben seien auch von Oesterreich fest und mutig angefaßt worden. a6 esse daran, in Frankreich einen starken und mächtigen Nachbarn zu haben, ganz gleich, mit welchen Mitteln dieses Ergebnis erzielt werde. Frankreich wiederum habe ebenfalls ein Interesse, ein ftarfes und unabhängiges Belgien zum Nachbarn zu haben. Der Ministerpräsident betonte, daß vor allem die Unabhängigkeit Belgiens sehr wichtig sei. Belgien müsse frei und stark sein und dürfe nicht eine A r t Ableger Frankreichs sein. Diese Stärke und Unabhängigkeit müsse auf wirtschaftlichem, politischem, finanziellem, sozialem und auch militärischen Gebiete zum Ausdruck kommen. Belgien werde sich die notwendigen Opfer auferlegen, damit feine Armee so fei, wie sie fein müsse. «.Nach einem Hinweis auf die Haltung Deutschlands zum Locarno-Vertrag erklärte der Ministerpräsident, wenn Belgien sich bereitgefunden habe, auf neuer Grundlage zu verhandeln, so sei dies gerade zu dem Zweck erfolgt, um die Defensiv stärke des belgischen Heeres aufrechtzuerhalten. Belgien habe nicht die Verpflichtung zu übernehmen, die Grenzen seines mächtigen Nachbarn zu verteidigen, sondern es habe sich voll und ganz der Sicherung seiner eigenen Grenzen zu widmen. „Ein schwerer Sturm", sagte van Zeeland abschließend, „fegt über Europa. Belgien ist glücklicherweise bisher verschont geblieben. Die tragischen Ereignisse in Spanien genügen außerdem, um die Ruhe in die Gemüter zurückkehren zu lassen. Die große Menge des belgischen Volkes, ganz gleich, ob es sich um Flamen oder Wallonen handele, ist gegen den Kommunismus eingestellt." Das Segelschulschiff„Horst Wessel" wird in Dienst gestellt. Hamburg, 19. Sept. (DNB.) Das neue Segelschulschiff der Kriegsmarine „Horst Wessel", das am 14. Juni 1936 in Anwesenheit des Führers auf der Werft von Blohm & Voß in Hamburg vom Stapel gelaufen ist, wird am 17. September nach erfolgter Probefahrt in Dienst gestellt und in der Nacht zum 18. September nach Kiel übergeführt werden. Kommandant des Schulschiffes ist Fregattenkapitän Thiele. In Hamburg wird lediglich ein kleiner Besatzungsstamm unter Führung des Ersten Offiziers, Kapitänleutnant Herst i n g, an Bord gehen. In Kiel wird die Besatzung mit dem in Kürze erfolgenden Herbststellenwechsel ergänzt werden. Die Eröffnung der Reichsautobahn Heidelberg — Bruchsal. LPD. Heidelberg, 16. September. Die Eröffnung der Reichsautobahn Heidelberg—Bruchsal, die eine Länge von 32 Kilometer hat, findet a m 23. September statt, dem traditionellen Eröffnungstag der Reichsautobahnstrecken, seit an diesem Tag der erste Spatenstich bei Frankfurt erfolgt war. Es ist aus diesem Anlaß i n Heidelberg eine Eröffnungsfeier geplant, die in der Stadthalle von sich geht und zu der auch der Reichsstatthalter aus Baden erscheinen dürste. Mit der Fertigstellung der weiteren Teilstrecke von Bruchsal nach Karlsruhe, die ebenfalls bereits im Bau ist, wird in etwa einem Jahr zu rechnen sein Anmeldepflicht für Werkbüchereien. Der Präsident der Reichsschrifttums« k a m m e r weist unter Bezugnahme auf feine Be« kanntmachung vom 27. August und 23. September 1935 erneut darauf hin, daß sämtliche Werkbüchereien verpflichtet sind, sich bei der Reichs- 14 K Dei Bitt K ön) Seth inel wirb J *3 nur uir Rauche gehen, auch n für die W nung, lunger er sich seltene Die industr aus di den st De cher neu zu«! die4 41/« zu b Är Der zeit dir für bas fibentei unb b banbes sters Gelege besuche Mure, teilung Gebieti Die Ai 1. 2. 3 Die von Worn Dofui lange Gebie Jahre verbu Gläser die Ar von fk feiner * tige Ze W tzy htO in Wl Wein „Rhe was menh wund feftfle We Rhen geht st Üb hebe bierei .Zu stattsj kehrsi Dr. A währe menen Dlyiw blick; ber stellm Erzen 'kn. L»,. v-ite :n »°-L m Trümmer is und leisten Menschengestalt das Mißfallen il er General !te. Eines Ta« c Banditen in eneral, der im opf ab. Der > Kraftwagens n Madrids der rote Mob und schleppte dtten die Bansest, schnitten lugen aus und njchllb". , ganz gleich, erzielt werde. ein Interesse, s Belgien präfibent be> ngigtcit mW fax l BtoU und Mm, poli- auch miii* Lruck kommen. 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Der Grund für diese Preisgestaltung ist zunächst verkaufspolitischer Art. Die Industrie rechnet damit, daß der bisherige Käufer von sechs Zigaretten zu 3Vs Pf. in der Einheitspackung zu 20 Pf. eher eine solche Einheitspackung zu 25 Pf. kauft, als daß er zu einer Zehnerpackung von 14 Zigaretten zum Gesamtpreis von 40 Pf. übergeht. Die E i n z e l z i g a r e t t e der neuen Packung wird also um eine Kleinigkeit teuerer sein, als die ^-Pf.-Zigarette, die Packung als solche aber nur um eine Kleinigkeit teurer sein als jene, die der Raucher bisher bevorzugte. Dieses sorgsame Eingehen auf die Mentalität des Käufers spricht sich auch in der Absicht aus, alte Markennamen für die stärker zu propagandierende 5 - Pfennig- Zigarette wieder zu verwenden — Zn der Hoffnung, daß der Raucher an alte und liebe Vorstellungen früherer Jahre erinnert wird, auch wenn er sich in der letzten Zeit eine 5-Pfennig-Zigarette seltener geleistet hat. Die V e r b r a u ch s st a t i st i k der Zigarettenindustrie ist ungemein interessant. Sie spiegelt durchaus die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den letzten sechs ober sieben Jahren; um nur drei Cinzelangaben zu machen: Don dem gesamten Zi- garettenverbrauch entfielen auf die 2^-Pfennig- Zigarette im Jahre 1932 nur 0,6 v. H., im Jahre 1935 19,8 v. H.; umgekehrt sank der Verbrauch der 5-Pfennig-Zigarette in demselben Zeitraum von 56,2 auf 2,5 v. H.; seit dem Tiefstand des Verbrauches im Jahre 1931 erholte sich der Anteil der 4-Pfen- nig-Zigarette von 6,7 auf 20,6 v. H. Die Industrie glaubt, aus diesem starken Aufschwungder mittleren Preislage auf eine rasche Volkstümlichkeit der 6-Stück-Packung zu 25 Pfennig schließen zu können. Eine Bevorzugung höherer Preislagen ist auch deshalb erwünscht, weil die Preise für Rohtabak in den letzten Jahren um 30 bis 40 v. H. angezogen haben. Voller Hoffnung und Vertrauen. Lloyd George über das neue Deutschland. London, 17. Sept. (DRB. Funtspruch.) Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George berichtet in „Daily Expreß" über seine Deutschlandreise. Er erklärt u. a., es könne kein Zweifel bestehen, daß Hitler eine wundervolle Umwandlung im Gei st e der Deutschen, in ihrem Verhalten zueinander und in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Einstellung erzielt hat. Es sei nicht mehr das Deutschland der ersten 10 Rachkriegsjahre — gebrochen, niedergeschlagen und gebeugt von einem Gefühl der Sorge und Unfähigkeit. Es sei jetzt voller Hoffnung und Vertrauen und mit einem neuen Gefühl der Entschlossenheit erfüllt, sein eigenes Leben ohne Einmischung von irgendeinem äußeren Einfluß zu führen. Lloyd George hebt vor allem den Friedenswillen des neuen Deutschlands und den rein defensiven Charakter seiner Rüstungen hervor. „ L erbstzeif am Rhein und Main." Orr Landesfremdenverkehrsverband eröffnet seine Berliner Ausstellung. Berlin, 17. Sept. (DRB.) Die Schau „Herbstzeit am Rhein und Main" wird heute ihre Pforten für das Publikum öffnen. Auf Einladung des Präsidenten des Reichsfremdenverkehrsverbandes Effer und des Leiters des Landesfremdenoerkehrsver- bandes Rhein-Main, des Oberbürgermeisters Ritter (Gießen), hatten Journalisten Gelegenheit, am Mittwochabend die Ausstellung zu besuchen. In drei Sälen werden in mannigfachen kulturellen, landschaftlichen und wirtschaftlichen Abteilungen dem Ausstellungsbesucher die herrlichen Gebiete am Rhein und Main vor Augen gefügt!. Die Ausstellung gliedert sich in drei Gruppen: 1. Rhein-Hessen. 2. 2000 Jahre Entwicklung des Weinbaues. 3. Der R h e i n g a u. Die Abteilung „Rhein-Hessen" umfaßt das Gebiet von Worms bis Bingen. Die Museen von Worms und Mainz sind mit historisch wertvollen Dokumenten vertreten, die nachweisen, daß schon lange vor der Römerzeit der Weinbau in diesem Gebiet gepflegt wurde. Die zweite Abteilung „2000 Jahre Entwicklung des Weinbaues" und der damit verbundenen Bedarfsartikel wie Fässer, Flaschen, Gläser, Trinkbecher u. a. m. wird jedem, der durch die Ausstellung wandert, zeigen, wie nach und nach von kleinen Anfängen der deutsche Weinbau sich zu seiner Weltbedeutung emporgearbeitt hat. Die heutige Zeit tritt besonders dort in Erscheinung, wie die Erzeugnisse des Kannebäcker-Landes davon künden, daß dieses Gebiet handwerklich Mustergültiges in Weinkrügen leistet. Sein Hauptabnehmer ist das Weinbaugebiet am Rhein. Die dritte Abteilung „Rheingau" ist eine fröhliche Apotheose von allem, was am Rhein und Main mit dem Wein zusammenhängt und jene Stimmung erzeugt, die in wundervollen Gemälden alter und neuer Meister festgehalten ist. Wenn der Besucher sich mit den Schönheiten des Rhein-Main-Gebietes vertraut gemacht hat, dann geht er zum Schluß in das Weinprobier- ftübdje n, wo vier Winzerinnen das Rebengold kredenzen, denn schließlich heißt es auch hier: Probieren geht über Studieren. Zur Eröffnung der nach längerer Pause wieder stattfindenden Ausstellungen des Reichsfremdenverkehrsverbandes im Columbushaus wies Direktor Dr. R ö n n e f e l d hin auf die Zweckmäßigkeit der während der Olympischen Spiele hier vorgenommenen Vereinigung der Auskunftsstellen für die Olympiade und für den Fremdenverkehr. Im Hinblick auf die bevorstehende Patenweinwoche der Stadt Berlin wurde die gegenwärtige Ausstellung auf den Wein und seine hervorragendsten Erzeugungsstätten am Rhein und Main spezialisiert. Oberbürgermeister Dr. Ritter schilderte den herrlichen Menschenschlag, der im westdeutschen Weinbaugebiet lebt, und den ebenso vorzüglichen Wein, der dort gedecht. Das Rhein-Main-Gebiet, das zugleich das Land der Bäder ist, gleiche einem großen Garten. „Fest der deutschen Traube und des Weines." Z. d. R. Der Reichsnährstand hatte am 16. September die Vertreter der Presse zu einer Weinprobe gefaben, auf ber ber Leiter des Reichsorga- nisationsausfchuffes zum „Fest der deutschen Traube und des Weines", Reichshauptabteilungsleiter Roland Schulze, über die Bedeutung der Weinwcrbewoche u. a. folgendes ausführte: Durch die großzügige Werbeaktion für die Erzeugung des deutschen Weines sollen die Keller der Winzer geräumt werden, um Platz zu schaffen für die neue Ernte, die nach zwei Rekordjahren wieder mengenmäßig groß sein wird. Der Weinbau stellt die intensiv st e Ausnutzung deutschen Bodens dar, und zwar überwiegend eines Bodens, der anderen Kulturerzeugnissen nicht nutzbar gemacht werden kann. Mit ber Traube unb ben Erzeugnissen baraus werden hohe Werte gewonnen. Eine große Anzahl anderer mit dem Weinbau verbundenen Berufszweige der Industrie, des Handels, des Gewerbes, des Handwerks, der Arbeiter und Angestellten erhält durch ihn feinen Lebensinhalt. Die Weine aller deutschen Weinbaugebiete stellen das B e st e dar, was deutsche Scholle und deutscher Winzerfleiß geschaffen haben. Wenn wir uns an den Rebenkindern erfreuen, dann sollen wir dabei nicht vergessen, welche harte Arbeit und tausendfache Mühen und Sorgen notwendig gewesen sind, um uns diesen köstlichen Augenblick der Freude zu verschaffen. Das Weinland der Westmark ist Schicksalsland deutscher Geschichte, und nicht zuletzt sind es die Winzer gewesen, die immer wieder erdverbunden ihrer Heimatscholle, der sie ihr karges Dasein abringen, an der Westgrenze die Treue gehalten haben. Wenn wir so die Weine kosten, und sie so werten, bann wirb ber Trunk, ber uns zur Freude dient, gleichzeitig zum Ehrentrunk deutscher Heimat unb beut- scher Arbeit. Dann wirb bas „Fest ber beutschen Traube unb bes Weines" ein Ehrenfest nicht nur für ben beutschen Winzerstanb, fonbern auch für bas gesamte beutsche Volk". In ber Reichshauptstabt findet als Auftakt zu dem „Fest der deutschen Traube und des Weines" am 20. September ein großer Festzug statt, der Oer Gau Hessen-Nassau tu Nürnberg. Gauleiter Sprenger besuchte die Zeltlager seines Gaues. NSG. Am Samstagnachmittag besuchte der Gauleiter die Politischen Leiter Hessen-Nassaus in ihren Massenquartieren, die Hitler-Jugend und die SA. in ihren Zeltlagern. Unterbringung und Verpflegung der Politischen Leiter in der Hans-Schemm-Schule wie auch im Keglerheim, konnte als gut bezeichnet werben. In ihrer Mitte nahm ber Gauleiter seine Mittagsmcrhlzeit ein. Die Gauamtsleitung ber NSV. hat so vorgesorgt, baß es möglich ist, manchen ärmeren Nürnberger Volksgenossen mit Mahlzeiten zu versehen. Unter herzlichem Heilruf verließ ber Gauleiter bie Unterkunftsstätte seiner Politischen Leiter. Einen ausgezeichneten Eindruck bot das Zeltlagerder Hitlerjugend, sowohl nach außen wie nach innen. Das Gebiet 13, das bie Hitlerjugenb bes Gaues Hessen-Nassau umfaßt, bereitete dem höchsten politischen Führer des Gaues einen überaus freudigen Empfang. Sofort ließ sich alles in einen großen Kreis nieder, in dessen Mitte bann bie Inge nb bes Dritten Reiches ihrer Begeisterung burch Ringkämpfe, Gesang unb Vorträge beredten Ausdruck gab. Nur eines bebauern wir, baß bie Eltern unserer Hitlerjugenb sich nicht persönlich in Nürnberg von ber wunderschönen Unterbringung und herrlichen Stimmung im Zeltlager des Gebietes 13 überzeugen konnten. Den Mainzer Jungens würbe eine kleine Belehrung erteilt. Sie hatten vor ihrem Zelt ein Mosaik bes Rhein-Main-Gebiets aufgebaut. Dabei hatten sie unsere schöne Kurstabt W i e s b a b e n, bie sich mit Stolz als am Rhein liegenb bezeichnet, mit einem Plakat: „5 0 Kilometer vom Rhein" ausgestattet. Der Gauleiter nahm lächelnb bavon Kenntnis, sagte aber gleichzeitig ben Jungens, baß bie alten Fehben zwischen ben Städten nicht in ewige Eifersüchteleien ausarten dürfen. Stattdessen muß im Gau Hessen- Nassau ber Geist herrschen, baß ber Mainzer auf bas Wiesbabener Rofenfeft, ber Wiesbabener auf ben Mainzer Karneval unb beide gemeinsam etwa auf den Frankfurter Wäldchestag gingen. Wenn Reich unb Volk einig fein sollen, muh ein Gau befonbers einig sein. Nun ging ber Weg zur S A. Das ist nicht so ganz einfach, benn bekanntlich ist bie SA. bes Gaues Hessen-Nassau in brei Gruppen aufgeteilt: Hessen, Kurpfalz unb Westmark. Der Empfang bei ber Gruppe Hessen war unbeschreiblich hinsichtlich ber Freube unserer SA.-Männer. Der Gauleiter konnte hier keinen Boben gewinnen, ba die begeisterten SA.-Männer ihn unb Gruppenführer Beckerle auf ben Schultern burchs Lager trugen. Eine äußere Bestätigung dafür, daß immer schon im Gau Hessen-Nassau Sturmabteilung und politische Führung eine Einheit bilden. Auch die SA.-Kameraden in den Gruppen Kurpsalz und W e st m a r k wurden noch besucht. Die Freude war hier gleich groß und ehrlich. Die SA.-Männer standen um den Gauleiter, unb er unterhielt sich mit ihnen, inbem er freubig von bem Tempo sprach, bas ber Führer angebe, vom Kampf gegen ben Bolschewismus unb bas Jubentum. .Letzt kann man sagen: „Die SA. ist nicht umsonst marschiert", so sprach ber Gauleiter, unb wir alle, in welcher Formation wir auch unsere Pflicht erfüllen mögen, stimmen biesem Ausspruch aus vollem Herzen zu. lieber allem aber steht im Reich wie im Gau Hessen-Nassau bie Parole: Der Kampf geht weiter! K.-J. Abschied von Nürnberg. NSG. Die Männer des Gaues Hessen-Nassau hatten in biesem Jahr bezw. an diesem Reichsparteitag das — allerdings leicht zu ertragende — Pech, zuletzt in den Heimatgau abtransportiert werden zu können. Am Mittwoch war der Tag ihres Abtransportes. Bevor ber Gauleiter bie Stabt ber Reichsparteitage verließ, nahm er bie Gelegenheit war, noch einmal seinen Politischen Leitern einen etwas längeren Besuch abzustatten. Die Männer und Frauen des Gaues Hessen-Nassau freuten sich etwas zu herzlich darüber; denn es begann sofort eine systematische Belagerung bes Gauleiters, die beinahe „erdrückend" geworden wäre. Schier unersättlich war ber Wunsch nach einem Autogramm bes Gauleiters, bem hiefer auch gern, soweit es überhaupt menschenmöglich war, gerne Rechnung trug; eine kleine Anerkennung bes Gauleiters für bie saubere unb tabellose Haltung ber Männer Hessen-Nassaus auf bem Reichsparteitag. Sie haben bem Gau Ehre gemacht, unb ber Gauleiter wollte ihnen eine kleine Freube bereiten. K.-J. um 14 Uhr bei Kroll beginnt und zum Zoologischen Garten führt, wo ein großes Volksfest veranstaltet wird. An dem Festzug nehmen auch bie Landsmannschaften aus Baden, Pfalz, Hessen unb Württemberg in Trachten mit ihren Kapellen teil und werben im Zoologischen Garten Volkstänze vorführen. An den Darbietungen beteiigen sich auch die Winzerabordnungen der Berliner Patenorte. Während des Festzuges und des Volksfestes werden Tausende von Berliner Weingroßhändlern gestiftete Gutscheine ausgeteilt, die gegen einen Schoppen Wein eingelöst werden können. Außerdem gelangen Gutscheine für Süßmost zur Verteilung.Der Organisationsausschuß veranstaltet weiter am 25. September ein Winzerfest bei Kroll. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verließ am Mittwoch Berlin, um sich zur Parade bes V. Armeekorps in ber Gegenb von Ochsenfurt zu begeben. Der ehemalige österreichische Bunbeskanzler Gouverneur ber Postsparkasse Dr. Karl Buresch ist nach kurzem Leiben gestorben. Wie Reuter erfährt, wirb Kronprinz Michael von Rumänien Enbe biefes Monats nach Englanb reifen, um hier in eine bekannte öffentliche Schule einzutreten und feine militärischen Stubien fortzusetzen. ♦ Abessinien wirb zur fommenben Völker- bunbsratssitzung brei Vertreter entsenben. An ber Spitze ber abessinischen Aborbnung wirb ber abessinische Gesanbte in Lonbon, Dr. Martin, stehen. Es ist noch nicht entschieben, ob sich nicht auch ber Negus nach Genf begeben wirb. ♦ Der 43 Jahre alte Franz Dyllong aus Schwien- tochlowitz in Polen ist vom Berliner Volksgericht wegen eines Unternehmens besßanbesoerrats zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren verurteilt worben. Aus aller Welt. Schweres Schiffsunglück an der isländischen Küste. Das GrönlandAml in Kopenhagen erhielt vom Sender Scoresby Sund (Grönland) einen Funk- spruch, wonach das französische Expeditionsschiff „Pourquoi pas“ während eines schweren Eissturmes völlig zerstört wurde, wobei die gesamte Bejahung mit Ausnahme eines einzigen Teilnehmers ertrunken ist. Der Untergang des Expeditionsschiffes erfolgte an der Küste Islands. Nach den letzten Berichten find 21 Leichen an Land gespült worden, darunter die des Dr. E h a r c o t. Bon der gesamten Besatzung, die etwa 40 INann stark war. ist nur ein einziges INilglied namens Eugene G o u i d e c mit dem Leben davongekommen. Gouibec gab über ben Hergang ber Katastrophe folgenbe Darstellung: Wegen bes Sturmes machte das Schiff eine halbe Wenbung bei Reykjanes und wollte im Hafen von Reykjavik Zuflucht suchen. Es verlor jeboch ben richtigen Kurs unb ftranbete. Rettungsboote konnten nicht ausgesetzt werben, ba bas Meer zu aufgewühlt war unb bie Wogen bas Deck überspülten und zu allem Unglück auch noch ber Dampfkessel explodierte. Die Besatzung legte Rettungsgürtel an, und Mann für Mann würbe vom Meere verschlungen. Das bänische Marine-Jnspektionsschiff „Hoib- bjoernen" teilt mit, baß bie Unglücksstelle an ben Felsen vor bem Borgarfjoerb bei Reykjavik liegt. Dort befindet sich außer bem genannten Jnspek- tionsfchiff auch bas Jnspektionsfchiff „Aegir". Das Motorschiff „Akrasses" hat vergeblich unter ben Trümmern bes französischen Schiffes nachUeber- lebenben gesucht. Die Katastrophe ereignete sich während eines Sübweststurmes. Das Fährunglück von Rakvih vor Gericht. Im Prozeß zur Klärung ber Schulbfrage bei bem Fährunglück von Rakvitz, wo im Mai dieses Jahres 31 Kinder auf einem Schulausflug ertranken, würbe vor bem Brünner Kreis- strafgericht bas Urteil gefällt. Der angeklagte Fährmann Sustr, dessen Fährboot mit ben Kindern Auf Nr. 296045 fiel das „Große Los“! Noch vor 2 Tagen eine Hoffnung — heute eine Million Wieder einmal ist bei vielen tausenden deutscher Volksgenossen unvermutet das Glück eingekehrt. Denn in der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie, wie sie eben zum Abschluß kam, ist der Hauptgewinn trotz seiner Höhe von einer Million Reichsmark nur ein kleiner Teilbetrag: insgesamt werden in 5 Klassen 67.591.680.— Reichsmark auf 343.000 Gewinnlose ausgespielt. 800.000 Lose sind im Spiel — fast jedes zweite Los muß gewinnen! Das ist überhaupt das Besondere der Staatslollerie: sie sorgt dafür, daß mit geringem Einsatz (ein Achtellos für eine Klasse kostet nur 3.— Reichsmark) bedeutende Summen ebenso gewonnen werden können, wie zahlreiche mittlere und kleinere Beträge. Schon ein AchteNos kann 100.000.— Reichsmark gewinnen. Alle Gewinne sind einkommensteuerfrei. Am20.Oktoberl936beginntdieZiehungdererstenKlaflefürdie48.Preußisch» Süddeutsche (274. Preußische) Klassenlotterie. Der amtliche Gewinnplan und jede gewünschte Auskunft sind bei den staatlichen Lotterie-Einnehmern erhältlich. Der Präsident der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie UUXtvT Los-Nummer und Ziffern ohne Gewahr für Druckfehler gesunken war, wurde wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu 10 Monaten schweren Kerkers unbedingt verurteilt. Der Müller V e - v e r k a k, dem das Fährboot gehörte, das alt und löcherig war, wurde zu fünf Monaten schweren Kerkers, bedingt auf drei Jahre, verurteilt. Er ist verpflichtet, den entstandenen Schaden nach Möglichkeit zu ersetzen. Die übrigen Angeklagten — der Schuldirektor, ein Lehrer und eine Lehrerin — wurden freigesprochen, da das Gericht eine Schuld an dem Unglück bei ihnen nicht feststellen konnte. Großfeuer in Köpenick. Eine Feuersbrunst wütete auf einem großen Holzlagerplatz in Köpenick bei Berlin. Das Feuer breitete sich mit großer Schnelligkeit aus. Neben der Feuerwehr beteiligte sich auch eine größere Fliegerabteilung an der Bekämpfung des Brandes. Nach etwa zweistündiger Arbeit war die Macht des Feuers in der Hauptsache gebrochen. Don dem großen Holzlager ist nur wenig übrig geblieben. Auch das auf dem Gelände stehende Fabrikgebäude brannte aus. Dagegen konnten das Bürogebäude und die Garagen vor den Flammen bewahrt werden. Drei Tote beim Absturz eines englischen Postflugzeugs. Ein englisches Postflugzeug stürzte kurz nach dem Start auf dem Flugplatz Gatwick ab und ging in Flammen auf. Der Flugzeugführer, der Bordingenieur und der Funker kamen ums Leben, während das vierte Besatzungsmitglied nur leicht verletzt wurde. Das Flugzeug sollte die Nachtpost nach Hamburg befördern und hatte keine Fahrgäste an Bord. Drei Kinder in einem brennenden hause umgekommen. Bei dem nächtlichen Brande eines Bauernhauses in der Gegend von Görz kamen drei Kinder ums Leben. Die Eltern und zwei Geschwister der Verunglückten, die in einem Nebenraum schliefen, erwachten erst, als es bereits zu spät war, den drei Kindern Hilfe zu bringen. 18 Schwerverletzte bei einem Autobusunglück. In Glashütte in Sachsen ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück; dabei wurden 18 Personen schwer und 29 andere leicht verletzt. Ein Omnibus brachte 50 Notstandsarbeiter von Dresden nach Glashütte, die am Bau der Müglitz- Talbahn beschäftigt sind. Der Wagen fuhr den Luchauer Berg, der dort ein steiles Gefälle hat, hinunter. Dabei versagten die Bremsen. Unter Aufbietung aller Energie und Geistesgegenwart versuchte der Fahrer den Wagen zum Halten zu bringen, jedoch vergeblich: das Gefährt raste in den Müglitz-Bach hinein. An den Hilfeleistungen haben sich die während der Manöver in Glashütte einquartierten Soldaten und Abteilungen des Roten Kreuzes beteiligt. Die 29 Leichtverletzten konnten inzwischen wieder entlassen werden. Die Untersuchung zur Klärung der Schuldfrage ist im Gange. Der 1000. Ueberseefahrgasi des Luftschiffs „Hindenburg". Wenn das Luftschiff „Hindenburg" heute, am 17. September, seine achte Nordamerikafahrt von Frankfurt aus antritt, befindet sich unter seinen Fahrgästen der 10 0 0. Uebersee- Passagier des Luftschiffes: Frau Frances Springs aus Fort Mill, South Carolina (USA.) Zu Ehren dieses 1000. Fahrgastes plant die Deutsche Zeppelin-Reederei in Frankfurt vor der Einschiffung der Fahrgäste eine kleine Feierlichkeit, bei der Frau Springs durch die Geschäftsführung der Reederei begrüßt wird. Als Ehrengabe wird ihr eine kunstvolle Schale aus Dur- Aluminium, dem Baustoff des Luftschiffgerippes, überreicht werden. Auf dieser Schale ist außer einer Abbildung des Luftschiffs Hindenburg" eine Widmung eingraviert. Daß es dem Luftschiff „Hindenburg" gelungen ist, innerhalb von sechs Monaten tausend Fahrgäste sicher, schnell und bequem über den Ozean nach Nord- und Südamerika zu bringen, ist ein neuer Rekord, der sich den bisherigen Leistungen des neuen Luftschiffes würdig an die Seite stellt. Die Passagierbeförderungszahlen werden in Zukunft wahrscheinlich noch schneller als bisher wachsen, da das Luftschiff nach dem soeben erfolgten Einbau von zwölf weiteren Kabinen 72 Fahrgäste anstelle von bisher 50 Passagieren befördern kann. Dr. Simon Landersdorfer Bischof von Passau. Der Abt des Benediktinerklosters Scheyern, Dr. Simon Landersdorfer, ist vom Papst als Nachfolger des verstorbenen Bischofs Dr. Sigismund Felix Freiherr von Ow-Fekldorf zum Bischof von Passau ernannt worden. Hervorragende Leistungen bei der Reichssiegerprüfung für Hunde in Marburg. In Marburg begann die diesjährige Reichs- siegerprüfung der Fachschaft für das Schutz- und Dien st gebrauch shunde- wesen, in der die maßgeblichen Kräfte dieser zukunftsreichen kynologischen Richtung organisatorisch zusammengefaßt sind. Vertreter des Reichskriegsministeriums, der Landes- und Versuchsanstalt für Heereshunde und Brieftauben sowie der Berliner Kriminalpolizei waren erschienen, um sich von dem Stand der Liebhaber-Abrichtung und dem Können der Hunde zu überzeugen. Die Leistungen für Hunde am ersten Arbeitstag, der hauptsächlich der Fährtenarbeit galt, war ein wundervoller Beweis des Könnens. Von den 22 gemeldeten Hunden konnten bei strengstem Bewertungsmaßstab 15 Hunde die höchste Zensur „vorzüglich" erhalten, einer wurde mit „sehr gut" und sämtliche anderen mit „gut" bewertet. Die beiden besten, der Schäferhunderüde Arno von Dahlmannshöhe (Bes. Eugen Bug, Frankfurt a. M.) und die deutsche Schäferhündin Ulla von Valentinostamm (Heinrich Ganser, Duisburg-Heidrich) mußten im Endkampf dreimal stechen, da sie völlig gleichwertig arbeiteten. Auch auf der letzten Fährte blieben sie punktgleich, so daß beiden Hunden gleiche Preise zuerkannt wurden. Zum erstenmal sah man auch eine einwandfreie Meldehunde-Führerrotte, die mit dem einen Sieger aus der Fährtenarbeit „Arno" und mit einer äußerst arbeitsfreudigen Airedaleterrier-Hündin Meldeläufe nach Ortsgedächtnis zur besten Zufriedenheit ausführten. Der Erfolg dieser Arbeit waren die für dieses Fach erstmalig ausgegebenen Leistungsmedaillen des RKM. für Meldehunde. Iahrestagung des Deutschen Vuchdruckervereins in Bad Ems. Der Deutsche Buchdruckerverein hält in Bad Ems vom 19. bis 21. September seine Jahrestagung 1936 ab. Sie wird mit einer Kundgebung' im Kursaal eröffnet, bei der Professor Dr. Lüer- Frankfurt a. M. sprechen wird. Im Anschluß an diese Kundgebung findet die Eröffnung einer Ausstellung „Deutsche Druckkunst" statt, die später auch in zahlreichen Städten Deutschlands gezeigt werden soll. Außerdem ist eine Ausstellung graphischer Maschinen, Apparate und Materialien vorgesehen, die in der Brunnenhalle aufgebaut wird. Der höchste Berg des britischen Weltreiches bezwungen. Bei der Deutschen Himalaya-Stiftung in München lief die Nachricht ein, daß der höchste Berg des britischen Weltreiches und gleichzeitig der höchste bisher von Menschen erstiegene Berg, der 7820 Meter hohe Nanda Devi im Garhwal- Himalaya, Ende Juli d. I. von einer englisch-amerikanischen Expedition bezwungen wurde. _ Das Garhwal-Gebiet, in dem der Berg liegt, gehört zu den am schwersten zugänglichen Gebieten der Erde. Es wird im Norden von Tibet, im Westen von Kaschmir, im Osten von Nepal und im Süden von Britisch-Jndien (Vereinigte Provinzen) begrenzt und wird in seiner Gesamtheit von einem Teil des Himalaya-Massivs ausgefüllt, das hier Höhen von 5500 bis 8000 Meter aufweist. Da in diesem Gebiet jegliche Verkehrsmittel fehlen, mußte die Nachricht von dem großen Erfolg der Expedition durch eingeborene Läufer bis zur nächsten Funkstation gebracht werden, was in Anbetracht der außerordentlichen Schwierigkeiten und Gefahren des Weges annähernd zwei Monate in Anspruch nahm. Die Teilnehmer der Expedition, die Engländer Tilman, Graham, Brown, Odell und H o u st o n und die Amerikaner E m m o n s und Terris More, alles erfahrene Himalaya-Bergsteiger, die bereits bei früheren Expeditionen am Mount Everest Hervorragendes geleistet haben, sind am 21. Juli mit sechs Trägern und 36 Kulis von dem Orte Tapoban zu der Erstbesteigung aufgebrochen. die Raume der III. Milch fabrik für p a - fteurisierte Flaschenmilch in Leningrad wegen gesundheitswidriger Zustände schließen lassen. In diesem Institut, das für die Lieferung hochwertiger Milch bestimmt ist, wurden ungenügende Pasteurisierung der Milch, schlechte Reinigung der Gefäße und Schmutz in den Räu- m e n festgestellt. Der Direktor der Fabrik, der Kommandant, die Meister und der Leiter der Anlage wurden von der staatlichen Sanitätsinspektion bestraft." Das ist die pure Wirklichkeit in dem mancherorts noch gepriesenen „bolschewistischen Paradies", wie sie auf Grund bolschewistischer parteiamtlicher Quellen sich darstellt. Unverständlich bleibt danach, wie der zur Zeit in Sowjetrußland weilende französische Minister für Volksgesundheit, S e l - lier, die „hygienischen und volksgesundheitlichen Einrichtungen in der Sowjetunion" einem TASS- Vertreter gegenüber über den grünen Klee loben und sie sogar als „vollende t" bezeichnen kann. Man wird wohl diesmal der parteiamtlichen Moskauer ,Prawda" mehr Glauben schenken müssen,- Kunst und Wissenschaft. Grabbe-Woche in Detmold. Aus Anlaß des 100. Todestages Christian Dietrich Grabbes, des großen deutschen Dramatikers, findet in Detmold, der Vaterstadt des Dichters und Hauptstadt des Lipperlandes, in der Zeit vom 26. September bis 2. Oktober eine Grabbe- Woche statt, die unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Dr. Goebbels steht. Der Spielplan sieht folgende Aufführungen vor: „Marius und Sulla"; „Napoleon"; „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung"; „Hannibal"; „Nannette und Maria"; „Die Hermannsschlacht". Es werden ferner eine Morgenfeier und eine Feier am Grabe Grabbes stattfinden, sowie eine Grabbe-Ausstellung eröffnet werden. Ein italienischer Goethepreis. Im Anschluß an die vor einigen Tagen in Mal- cefine abgehaltene Feier zu Ehren der 150jährigen Wiederkehr der Reise Goethes nach Italien wurde beschlossen, einen Goethepreis zu stiften, der im September jedes Jahres in Höhe von 1000 Lire für die beste Sammlung lyrischer Gedichte gewährt werden soll. Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Durch einen im Mittelmeergebiet liegenden Wirbel wird feuchtwarme Meeresluft nordwärts verfrachtet, die vor allem in den Südalpen und in Norditalien Anlaß zu schweren Regenfällen gibt, die sich aber auch noch im Süden und vor allem im Südwesten Deutschlands durch leichte Unbeständigkeit bemerkbar macht. Gleichzeitig hat sich das mit seinem Kern über Skandinavien liegende kräftige Hochdruckgebiet noch weiter verstärkt. Unser Bezirk liegt im Grenzgebiet zwischen beiden Einflüssen, doch wird voraussichtlich nach leichterer Unbeständigkeit, die sich vornehmlich auf den Süden und Südwesten beschränkt, das Hochdruckgebiet an Einfluß wieder gewinnen. Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig, sonst nach anfänglicher leichter Unbeständigkeit wieder vielfach aufheiternd, meistens warm, sogar schwül, südwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst im wesentlichen freundliches Wetter Lufttemperaturen am 16. September: mittags 21 Grad Celsius, abends 11,5 Grad ; am 17. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 21,3 Grad, Minimum heute nacht 9,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. September: abends 16,1 Grad; am 17. September: morgens 12,8 Grad. — Sonnenscheindauer 7,2 Stunden. Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Oie nackte Wirklichkeit. Bolschewistisches Gesundheitswesen — nur auf dem Papier . Leningrad, 15. Sept. (DNB.) Am 28. Juni d. I. wurde in Moskau eine Gesetzesverordnung bekanntgegeben, die die vielversprechende Bezeichnung „Dekret über Verbot der Abtreibung, über Wöchnerinnenhilfe, Vergrößerung des Netzes der Entbindungsanstalten, der Kinderheime ufw." trägt. Mit dem Bau der entsprechenden Ein- r ich t ungen sollte — wie üblich bei den bolschewistischen Vorhaben — sofort begonnen werden. Mehrere hundert Millionen Rubel wurden für den geplanten Bau von Krankenhäusern, Entbindungsanstalten, Kinderkrippen und medizinischen Instituten bereits auf dem Papier angewiesen. Wie stets in solchen Fällen bei den Sowjets, wurden auch schon geradezu phantastische Zahlen für das, was werden soll, in der Presse veröffentlicht. Aber auch hier, wie auf jedem anderen Gebiet bietet sich das nun schon 18 Jahre lang gewohnte Bild: Der heutige Wunschtraum des Bolschewiken ist morgen für ihn schon „Wirklichkeit", nur in der Tat ist nichts vorhanden! Wie trostlos es auf dem Gebiete des sowjetischen Gesundheitswesens und der dafür geplanten neuen Bauten aussieht, davon legt niemand besser als ein Leitartikel der Moskauer parteiamtlichen „Prawda" vom 2. 9. 1936 Zeugnis ab. Der Schreiber beklagt sich offensichtlich über die große Schlamperei bei der Durchführung dieser Bauten und äußert sich darüber folgendermaßen: „Es ist kein Geheimnis, daß der Bau von Krankenhäusern in der Regel hier ausschließlich langsam, schlecht und unorganisiert vor sich ging. lieber die Errichtung des Kinderkrankenhauses „Sokolinaja Gora" das sich seit 1929 im Bau befindet (ein Krankenhausbau noch nicht einmal in 7 Jahren fertigte ft eilt !!) ist in der „Prawda" schon viel geschrieben worden, aber ähnliche anekdotenhafte Beispiele könnte man z u Dutzenden anführen — aus Leningrad, Tscheljabinsk, Irkutsk und anderen Städten der Sowjetunion. Ein fühlbarer Umschwung ist auch nach Veröffentlichung des neuen Dekrets nicht eingetreten. Ungeachtet dessen, daß tatsächlich Millionen an einer guten schnellen Durchführung der auf dem Gebiete des Gesundheitswesens vorgesehenen Einrichtungen interessiert sind, bauen die Gesundheitskommissariate der Bundesrepublik und die meisten Gaue und Gebiete sehr langsam, wie in alten Zeiten. Obwohl das Dekret bereits am 28. Juni erlassen wurde, hat das Gesundheitskommissariat der Sowjetrepublik Großrußland (RSFSR.) bis zum heutigen Tage noch nicht die Erläuterungen zu den Bauentwürfen und die Graphiken für die Bauarbeiten versandt. Damit nicht genug. Die Klagen hören auch heute darüber nicht auf, daß das Gesundheitskommissariat bis auf den allerletzten Tag noch nicht einmal die Entwürfe selbst verschickt hat!" Sodann gibt die „Prawda" vernichtende Zahlen über den Stand dieser Bauten an, die Ende des Jahres fertiggestellt sein sollen: Im Kalinin-Gebiet (Twer), das nach eigenen Angaben des Gesundheitskommissariats im Krankenhausbau sogar an der Spitze marschiert, sind bisher nur d i e Erdarbeiten in Angriff genommen worden. Im Gebiet von Iwanowo sind die Erdarbeiten überhaupt nur bet einem Drittel der Bauvorhaben begonnen worden. Im Moskauer Gebiet ist es ähnlich. Und wie sieht es in den bolschewistischen Hauptstädten aus? Darüber berichtet die „Prawda" mit folgenden Worten: Sogar in Moskau und Leningrad ist der Bau von Entbindungsanstalten und Kinderhorten ins Stocken geraten ... Von den in diesem Jahr in Moskau fertigzustellenden 300 neuen Wöchnerinnenbettstellen ist bereits bekannt, daß der Plan im laufenden Jahr nicht mehr erfüllt wird, da sämtliche Termine verstrichen sind. Was den Bau der vorgesehenen Kinderheime betrifft, so sind weder in Moskau noch in Leningrad nicht einmal die Erdarbeiten begonnen worden. In den Provinzzentren und in den Kollektivwirtschaften ist es noch schlechter." (!) Und wie sieht es in sanitärer Hinsicht in den von den Sowjets stets als großzügig hingestellten roten Hauptstädten aus? Davon berichtet eine am 8. September d. I. von der „Prawda" aus Leningrad gebrachte Meldung mit der kennzeichnenden lieber» schrift: „W egen sanitätswidriger Z u - stände bestraft". Die Meldung besagt: „Heute hat die Leningrader staatliche Sanitätsinspektion 3>ie£osc der 41 $taats~£otterie sind da! Sichern Sie sich Ihren Anteil bei den Giefoener Staatlichen Lotterie-Einnehmern Slimm, 'Walliorftraße 63 ®ul der Wolken mit all ihren Wetterfolgen haben Schäfer und Waldarbeiter, Jäger und Fischer, Holzarbeiter und Steinbrecher, Wiesenwärter und Totengräber, Wasenmeister und Kohlenbrenner wachgemacht durch Jahre und Tage hindurch, sie sind da draußen in ihrer Einödarbeit hellhörig geworden wie der Luchs, scharfäugig wie der Falke und sinnig wie die Eule, und was sie vom Wetter sagen, stimmt allemal. Sie wissen, was die Bauernregel vom Wetter auf sich hat, und sagen auf den Kopf, welche dies Jahr gängig ist, denn Wetterregeln gibt es mehr als nötig wären, und nur unter gewissen Bedingungen trifft die eine oder Bürgermeister. Das schließt aus, daß die örtlichen Parteidienststellen berufen fein könnten, in die Angelegenheiten der Gemeindeverwaltrng korrigierend einzugreifen; denn damit wäre nicht nur der in der Gemeindeordnung festgelegte Führer- grundsatz aufgehoben, sondern jeder Einheit der Verwaltungsführung in der Gemeinde das Grab bereitet. Den Gemeinden find so bedeutsame Funktionen in unserem Staats- und Volksleben übertragen, daß sie auch von den Auswirkungen unserer großen Reichspolitik nicht unberührt bleiben können. Wenn der Führer in stetem Ringen die Arbeitslosigkeit mehr und mehr zu Boden schlug, wenn er der Gefahr des Weltbolschewismus die deutsche Aufrüstung gegenüberstellt, dann wird klar, daß sich von hier aus bindende Rückwirkungen auch für die Gemeinden ergeben müssen. In einer solchen Zeit des Neubaues der Gemeinden, in einer solchen Zeit des Neu- Reichsneubaues ist es zwangsläufig, daß die zentrale Leitung gewisser Fragen eine ganz andere Bedeutung hat als in ruhigen Zeitkäufen. Es ist meine schwere Verantwortung, wenn ich namentlich die gemeindliche Finanzpolitik so lenken muß, daß sie in Einklang bleibt mit den großen Aufgaben der Reichspolitik. Ich kann durchaus mit einem Bürgermeister empfinden, wenn er etwa glaubt, von einer rein örtlichen Betrachtung aus diese oder jene Frage anders lösen zu können; aber er darf nicht vergessen, daß eine örtliche Betrachtung im Rahmen einer großen Gesamtschau falsch sein kann. Die Freiheit muß in der Selbstverwaltung wohnen; die Einheit des Ganzen zu wahren, ist die hohe Pflicht von Partei und Staat. die andere für eine Jahreszeit zu. Sie mir nichts, dir nichts zu gebrauchen, bloß, weil sie in den Monat paffen, dem sie dienen sollen, ist Kindsgläubigkeit und Aberwahn, und die, die was davon verstehen, lachen heimlich, wenn Krethi und Plethi sie im Munde führt. Es ist nicht nur Instinkt und Beobachtung von Himmel, Wolken, Wind und Sternen, das dem Naturbeheimateten jene letzte Reife gibt, auch er hat seine Berater und Propheten draußen, und hat sie längst befragt, bevor der erste zu ihm kommt. Da stehen die Tiere vornean, und manche sind geradezu untrüglich. Wenn nach Sonnenuntergang die Mücken lebhaft tanzen oder die Fledermäuse sich in den Hofreiten zeigen und nicht wie sonst so zahlreich um den Ortsrand flattern und zum Feld, und wenn die Katzen niesen, daß man meint, einen Schnupfer von Passion im Haus zu haben, dann gibt es allemal gut Wetter und hält auch für die nächsten Tage an. Hechelt die Katze aber, wie man sagt, mit ihren Vorderpfoten, schreit der „Regenpfeifer" unentwegt sein eintöniges „trief", womit man in diesem Falle den Buchfinken meint, und hilft ihm dabei die Bachstelze, die sonst nicht viel Zeit 3um Schreien und Spektakeln hat, mit, kräht der Hahn auch zum Abend und werden die Fliegen und Flöhe zudringlicher, dann steht der Regen unmittelbar bevor. Der kluge Mann baut eben vor, und nach diesem Sprichwort pflegen auch Flöhe und Fliegen zu leben, wenn die Schlechtewetterzeit sich anmeldet, Schmalhans Küchenmeister wird und die Not an den Mann geht. Macht sich der Hackspecht am Scheunentragwerk zu schaffen, und geht der Kernbeißer auf den Hofmist fernen, sieht sich der Dompfaff im Dorfe um, von was die Spatzen leben, und streiten die Haubenlerchen schon vor der Zeit um die Pferdeäpfel auf der Straße, werden die Grünlinge schon futterneidisch, bevor der letzte Wegerichsamen ausgefallen ist, dann gibt es einen Winter, der hart und streng »ft, und in dem eher das Eis als der Schnee das Wort führen wird und in dem die Taulampe des Spenglers zu Ehren kommt. Tragen die Stalltiere das Maul hoch, sperren sie die Nüstern und holen Vom Wetter, Der alljährlichen Vauernsorge. tfnt> von den Tieren, die es prophezeien. 3. Weltkrastkonferenz in Washington. In Washington fand soeben die 3. Weltkraftkonferenz statt, die unter der Präsidentschaft des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, stand. 1000 Vertreter aus 50 verschiedenen Staaten nahmen daran teil. — Unser Bild zeigt rechts Dr. Dorp mülle r im Gespräch mit dem amerikanischen Staatssekretär H u l l (links) und dem amerikanischen Professor Dr. William Durand (Mitte), der zum Präsidenten der nächsten Weltkraftkonferenz gewählt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sie mehr Luft ein, als die augenblickliche Atemnot es erfordert, oder schnuppern sie gar sondierend die Horizonte ab wie Araberpferde oder Dromedare beim Wüstenritt, dann gibt es ganz bestimmt Sturm, und es wird kein kleiner fein, wenn um die selbige Stunde auch die Spinne häkelt, obwohl ihr Netz schon wochenlang fertig und fängig ist wie eine Fischerreuse. Das alles sind Tatsachen, die man immer sieht. Das sind die sicheren Kennzeichen. Daß es aber auch tierische Wetterprognosen gibt, die auf eine Weitsicht von Monaten stimmen und gewissermaßen einer vorweggenommenen Jahresbilanz gleichkommen, dafür haben wir folgende, einwandfrei durch Wiederholungen erhärtete Beobachtung: auch der Rohrsänger ist, genau wie die Schwalbe mit ihrem Tiefflug, ein Vogel, der sich ganz besonders aufs Wetter versteht. Aber nicht nur das. Man hat seit Jahren beobachtet, daß er das eine Mal sein Nest höher baut als das andere Mal, höher also, als es seiner arteigenen Gepflogenheit und Familiensitte zu normalen Zeiten entspricht. Und jedesmal, wenn man das bemerkte, kam ein Flutjahr, und wäre seine diesmalige Wohnhöhe auf der sonstigen Normallage verblieben, dann hätte das Hochwasser das Brutgeschäft unter allen Umständen zerstört. Wie ist das möglich, wird man sich fragen, daß Tieren ein so unheimliches Ferngefühl innewohnen kann. Und doch sehen wir ein sehr deutliches Symptom dieses Ferngefühls in dem mit „Ferngefühl" auf derselben Fähigkeitsbasis liegenden, noch ungeklärten, aber seinem Resultat nach bekannten Mysterium des Vogelzuges. Auch noch andere Wahrzeichen dieses weiträumigen Prophetengeistes sind uns überliefert. Ich erinnere nur daran, daß im Jahre 373 fünf Tage vor dem gewaltigen Erbbeb-m, das die Stadt Acbaja heim- fuchte und von Grund auf zerstörte, alle Ratten, Wiefel, Mäuse, Maulwürfe und Regenwürmer aus der Erde krochen und sich schleunigst auf die Flucht begaben. Man hat die Ankündigung bevorstehender Erderschütterungen durch Tiere auf ihre, das beißt, nur den erdbewohnenden Tieren eigene größere tellurische Empfindlichkeit, also ihre größere Regi- strationsempfänglichkeit für Erderschütterunaen zurückgeführt. Und man scheint damit das Richtige getroffen zu haben, denn dort, wo sie sich nachher wieder niederließen und sich häuslich einrichteten. Maultrommel und Tlnlentleüse. Zu Justinus Kerners 150. Geburtstage am 18 September Dieser Justinus Kerner gehört zu den Dichtern, deren Namen wohl bekannt sind, in deren Leben und Werken das große Lesepublikum von heute aber leider so gut wie gar nicht Bescheid weiß. Ja, wenn man geduldig herumfragt — dann dämmert's wohl in diesem und jenem: Dann meldet sich hier jemand, der im Kernerhaus zu Weinsberg gewesen ist, und dort glaubt jemand zu wissen, daß Kerner Umgang mit den Geistern gehabt und doch auch ein Buch über „Die Seherin von Prevorst" geschrieben habe. . Uebrigens ist es immer nur ganz Wenigen bekannt, daß zwei der meistgesungenen Liebertexte von Justinus Kerner herrühren: „Wohlauf, noch getrunken den funkelnden Wein!" und „Dort unten in der Mühle faß ich in süßer Ruh'..Auch das liebe alte Gedicht, das man in den Schulen auswendig lernte, nämlich „Der reichste Fürst („Preisend mit viel schönen Reden...") stammt von Kerner. Was nun die beiden erstgenannten Gedichte angeht, so wollen wir nicht darüber klagen, daß ihr Verfasser von den Singenden selten mitgekannt und mitgenannt wird! Nein, diese beiden Lieder sind ganz im Volke aufgegangen; em Dichter bat hier Freude und Wehmut aus der Seele des Kolkes geschöpft und wiederum in die Seele des Volkes hineingefungen. Was machte, wenn des Dichters Name vergessen wird. Ihm ward die viel höhere Ehre zuteil, daß er unsterbliche Lieder der Allgemeinheit dichten durfte, Volkslieder Diese große Bevorzugung kündete sich Kerner übrigens schon am Entstehungstage seines Liedes „Wohlauf noch getrunken..." an: „Zu Echterdlngen (bei Stuttgart)", so erzählt er, „schrieb ich es im Wirtshause für die lange Weile auf, und als lch ,weiter ging, lang ich es auf der Straße vom Blättchen nach eigner Melodie ab. Da kam em Handwer sburfche die Straße her, der lief auf mich zu und bat mich sehr höflich, ihm das Lied doch zu geben. Da vergaß ich, daß es noch nicht gefeilt war und gab es vor den zehn Jahren der Festung m die Welt hinaus." Nun aber zu den Geistern, auf die anfangs hin- gewiefen wurde. Kerner ist mit den Nachtseiten des Lebens schon als Kind bekannt geworden. Aber er brachte ihnen ein inniges, freundliches Gemüt entgegen: Dies spricht aus seinem (im Alter verfaßten) poetisch ungemein reizvollen „Bilderbuch aus meiner Knabenzeit". — Er litt als Kind an Nervenschwäche und schweren Träumen, in der Familie seiner Mutter gab es mehrere Wahnsinnsfälle, fein Vater starb ihm früh, wirtschaftliche Not trat ein, er mußte ein Handwerk erlernen, er wurde Sargtischler, sattelte aber bald um und trat in die herzoglich württembergische Tuchfabrik Ludwigsburg ein: die war mit dem Waisenhause, der Strafanstalt und der Irrenanstalt U A z| M IustinusKerner. — (Scherl-Bilderdienst-M.) verbunden. Der junge Kerner besuchte die Irren und spielte ihnen auf der Mundharmonika vor und siehe da: Die Kranken wurden durch das Spiel wundersam besänftigt; es war, als wichen „die bösen Geister" von ihnen unter den Klängen der sanften kindlichen Musik. Zeitlebens ist die Mundharmonika, die „Maultrommel", Kerners liebstes Instrument geblieben. Er hat dieser Kunst einen Essay und mehrere Gedichte gewidmet, er stand mit Franz Koch, einem seinerzeit berühmten „Mqultrommel-Virtuosen" in Verbindung, und in seinen „Reisescha11e n", dieser schönen Sammlung romantisch gefaßter Erzählungen, Skizzen, Anekdoten, Märchen, Schnurren und Satiren, erzählt er an einer Stelle, wie Franz Koch in seiner Soldatenzeit als Maultrommelspieler „entdeckt" wurde. Der junge Kerner hatte sich zum akademischen Studium durchgerungen, war Mediziner geworden und zeigte als solcher besondere Kraft, Feinfühligkeit und Berufung für die Jrrenpflege. Schon in den ersten Jahren seiner ärztlichen Tätigkeit wurde ihm ein „Fall" zur persönlichen Behandlung übergeben, der zu den ergreifendsten Schicksalen im großen Bilde des deutschen Lebens gehört: Der Dichter Friedrich Hölderlin. Die erste Reihe von Kerners schon genannten „Reiseschatten" zeigen den unglücklichen Hölderlin oder Holder, wie er dort heißt, im Rahmen gewagter Satire. Kerner hat sich dann zeitlebens mit Geisteskranken ober nervös- abnorm Veranlagten beschäftigt. Die berühmteste literarische Fassung solcher Studien ist Kerners Werk „Die Seherin von Prevorst"; es gilt einer Kaufmannsfrau namens Friederike Hauffe aus dem Dorfe Prevorst: Ihre Krankheitsgeschichte wird hier erzählt und ihre Visionen — als „Tatsachen" — genau berichtet. Kerner war nun nicht bloß Arzt, sondern auch Dichter. Er ließ sich aus den Gebieten der exakten Medizin immer wieder in die Bezirke der Poesie entführen. Immerhin billigte sein kluger, in allem maßvoller Freund Ludwig U h - land solche geniale Unsachlichkeit — wenn Kerner selbst als Menschenführer und Gewährsmann dabei blieb. „In die wunderbaren Tiefen der Menschennatur und des Weltlebens", schrieb Uhland an Kerner, „wird man ohne lebendige Phantasie niemals einbringen. Was Dir aber von anberen zugetragen unb frembartig eingemischt wirb, bagegen bin ich in hohem Grabe mißtrauisch unb feinbselig gestimmt." Ebenso wie mit ben schweren nervösen Erscheinungen gab sich Kerner auch mit bem Gebanken des Todes immer wieder ab. Aber durch ein glücklich geartetes Gemüt wußte er Tod und Teufel immer wieder zu überwinden: Sein Humor machte aus den Schrecknissen sogar Unterhaltungen und Spielereien. Davon ist ein äußerst belustigendes Zeugnis feine „K l e ck f o g r a p h i e". Kerner nahm ein weißes Stück Papier, faltete es einmal, klappte es wieder auf und rechts oder links von dieser Knifflinie machte er einen Tintenklecks. Dann klappte er die freigebliebene Hälfte des Papiers über die bekleckste und preßte tüchtig. Danach klappte er wieder auf unb besah bas „Ergebnis". Wunbersame, grausige, traumhafte, verbrehte Gestalten sah er da: Teufel und Hexen und Tod und Spuk-Gestalten. Aber er ließ sich nicht bange machen, dichtete zu diesen Klecksereien die launigsten Verse unb hat bamit unserer humoristischen Literatur sehr ergötzliche Früchte geschenkt. Kerner war ein begnabeter Gesellschafter, ein Künstler ber Geselligkeit. Manches bavon lebt noch in seinem Briefwechsel, das Beste ist natürlich mit1 ihm selber dahingegangen. Aber das Kernerhaus in Weinsberg ist nicht bloß ein Museum, sondern es atmet noch den Geist dieses großzügigen, gütigen, heiteren Mannes, dieses geradezu sprichwörtlich gastfreundlichen Menschen, dieses treuen Schwaben! Dr. Johannes Günther. Kunst und Wissenschaft. * Herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt. Auf dem Gebiete der schönen Literatur wird die Deutsche Verlags-An st alt, Stuttgart/Ber- lin, im Laufe der nächsten Monate folgende Werke veröffentlichen: Walter Bauer: Der Lichtstrahl. Geschichte einer Jugend. — Henry Benrath (Albert H. Rausch): Südliche Reise. Neuausgabe. — Victor Heiser: Eines Arztes Weltfahrt. Erlebnisse und Abenteuer in 45 Ländern. Uebersetzt von Rudolf von Scholtz. — Kurt Heynicke: Das Leben sagt Ja. Gedicht. — Jochen Klepper: Der Vater. Der Roman des Soldatenkönigs. — Lin P u t a n g: Mein Land und mein Volk. Aus dem Englischen übertragen von W. E. Süskind. Eingeleitet von Pearl S. Buck. — Charles Morgan: Die Flamme (Sparkenbroke). Roman. Uebersetzt von Herberth Herlitschka. — Hans Nickol: Das neue Leben ober Die Artamanen. Roman. — Clara Norbström: Lillemor. Roman. — Gerhart Pohl: Die Brüber Wagemann. Roman. — Otto R o m b a ch : Abrian, ber Tulpenbieb. Ein Schelmenroman. — Herta Sch weinfurth-Bertels: In ben Hellen Nächten. Roman. — Willy Seibel: Der Tob bes Achilleus unb anbere Erzählungen nebst Briefen unb Gebichten aus bem Nachlaß mit einer biographischen Einleitung. Herausgegeben von Ina Seibel. — Ellen Soebing: Sibylle. Geschichten um Vater unb Tochter. — Maria Waser: Sinn- bilb bes Lebens. — Ernst Zahn: Wille unb Schicksal. Roman. — Weiter in Vorbereitung be« finbliche Werke: Albert von Hofmann: Das bayrische Lanb unb seine Geschichte. — Sir James Jeans: Durch Raum unb Zeit. Uebersetzt von Helene Weyl. — M. I. K r ü ck von Poturzyn : Eine Frau ohne Furcht, Laby Esther Stanhope. — Erich Marcks: Der Aufstieg bes Reiches. Deutsche Geschichte von 1807 unb 1871/78. Zwei Bänbe. — Ruppert Recking: Ein Kaiserreich auf Aktien. —■ Fritz Schumacher: Runbblicke Ein Buch non Reisen unb Erfahrungen. — Walter Zechlin: Fröhliche Lebensfahrt. Diplomatische unb unbiplo- matische Erinnerungen. blieben sie von dem gewaltigen Beben verschont. Auch von unseren Haustieren wurde Aehnliches be- Lauptet. Aus Italien kennen wir eine ganze Reihe ähnlicher und einwandfrei verbürgter Fälle. So fingen kurz vor der Zerstörung Messinas im Jahre 1738 alle Hunde des gesamten Beben- und Randgebietes an, in höchster Rasest zu jaulen und zu heulen, so daß viele Besitzer ihre Hunde töteten, weil sie wähnten, eine Art Tollwutseuche habe die Hunde plötzlich überfallen. Wenige Stunden später war Messina nicht mehr, und heulende Hunde, die vorher geflohen waren, irrten verstört über seinen Trümmern umher. Ein ebenso krasses Naturphänomen vollzog sich vor der Stadt Concepcion in Chile, unmittelbar vor der Zerstörung. Ganz unvermittelt, ohne das Sturm oder Gewitter im Anzug waren, erschienen plötzlich bei klarstem Himmel Riesenscharen von Seevögeln über der Stadt, so daß sich der Himmel verfinsterte, schrien sich heiser, daß die Bevölkerung erschrak, und flogen wie ein einziger, in einen riesigen Wirbel zusammengeballter Schrecken anzusehen, dem Binnenlande zu. Noch nie im Leben war so eine Massenflucht von Seevögeln aus ihrem Element ins verderbenbringende Binnenland gesehen oder begreiflich geworden. Zwei Stunden später rauchte der Stadtbrand über den Trümmern des restlos vernichteten Concepcion. Auch astronomisch sensible Tiere gibt es, wenn wir einem Bericht Schaumburgs glauben dürfen, der uns vom Hokkovogel berichtet, daß er jedesmal, wenn das „Kreuz des Südens" den Meridian überschreitet, in wildes Rufen ausbricht, einerlei, ob das zum frühen Abend oder zum frühen Morgen geschieht, und daß der ganze Wald dann widerhallt vom Geschrei dieser einen Vogelart. Zum Schluß soll noch kurz von eigenen W^ Propheten die Rede sein. Mistkäfer zum Beispiel sind hervorragende Wetterkünder. Wer hat nicht schon beobachtet, wie sie in hellen Haufen abends aus ihren Erdlöchern kommen, um sich auf die Suche nach gefallenen Tieren zu ihrer Totengräberarbeit zu begeben. Dabei muß es nicht allemal eine Tierleiche fein, auf die sie allerdings besonders erpicht sind, im großen ganzen sind es sehr anspruchslose Tiere, die mit allem vorlieb nehmen, was überhaupt nur genießbar ist, und ihre Genügsamkeit steht in dem sonst so gefräßigen Jnsektenleben einzig da. Haben sie glücklich etwas Ansprechendes gefunden, so schaffen sie es unverzüglich unter die Erde, und im Nu sind ganze Kolonnen an dieser Wühlarbeit beteiligt. Auf diese Weise verschwindet während einer arbeitsreichen Nacht jeglicher Unrat von den Wegen des Waldes und Feldes. Aber — und jetzt kommt ihre Wetterkunde zu Ehren —, nur dann, wenn das Wetter beständig bleibt, können wir auf ihre Straßenreinigerarbeit rechnen. Seht Regen und Kälte bevor, dann bleiben die Käfer in ihren Löchern, und man hat beobachtet, daß dieses geschlossene Wegbleiben von einer vielleicht schon seit Nächten begonnenen Arbeit so plötzlich erfolgen kann, daß noch nichts auf einen Witterungsumschwung hindeutet, der Himmel also noch klar und unverändert ist und die Nacht genau so wie die Nächte zuvor. Trotzdem wird, noch bevor der Tag graut, der Regen da sein, oder, wenn es zuvor Tau war, nun der Reif. Aber auch umgekehrt sind sie zuverlässig: sieht der Abend nach Regen aus, hänaen die Wolken tief und liegt viel Feuchtigkeit in der Luft, dann kann man sich bestimmt daraus verlassen, daß es nicht regnen wird, wenn der Mistkäfer zu gleicher Zeit an die Nachtschicht geht. Aehnlich wie er verhalten sich auch die Regenwürmer, die schon vor Beginn des Regens ihren Marsch nach oben beginnen, wenn der Boden nicht durch lange Trockenverioden zu hart geworden ist, denn Regenwürmer wollen wandern im Gras, wenn die Sommernacht warmen Regen gibt. K. R. F. Wirtschaft. Der An- und Verkauf von Zndustnecierste oder -Hafer. Fwd. Die Sonderbestimmungen für Jndustrie- getreiöe sind auf Grund der Anordnung der HV. der Deutschen Getreidewirtjchaft mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. Der An- und Verkauf von Jndustriegerste ober -Hafer zu anderen als Futterzwecken ist danach nur in Verbindung mit besonderen Bezugsscheinen zulässig. Von Getreide einer bestimmten Ernte ist dabei nicht die Rede, so daß selbstverständlich auch Industriegerste bzw. -Hafer vorjähriger Ernte auf Bezugsscheine gekauft werden kann. Das dürfte aber nur möglich sein bei (Betreibe, bas noch beim Erzeuger lagert. Bezüglich Gerste ober Hafer, für die im vorigen Gttreidewirtschaftsjahr Freistellung zu Jndustrie- zwecken erfolgt war, ist diese Freistellung, sofern die Lieferung an den Verarbeitungsbetrieb vor Erlaß der neuen Anordnung noch nicht erfüllt war, unwirksam geworden. Mit Wirkung vom Zeitpunkt des Inkrastttretens der neuen Anordnung ist der An- und Verkauf von Gerste und Hafer zu anderen als zu Futterzwecken nur noch in Verbindung mit besonderen Bezugsscheinen zulässig. Solche Gerste oder solcher Hafer ist also wiederum nur noch zu Futterzwecken zu verwenden. Schlußscheine für den Umsatz von 7!uh- und Zuchtvieh. Der Beauftragte des Reichsnährstandes zur Regelung des Verkehrs mit Zucht- und Nutzvieh hat eine Anordnung Nr. 2 über die Einführung von Schlußscheinen über den Umsatz von Nutz- und Zuchtvieh erlassen. Danach ist für jeden Umsatz von Nutz- und Zuchtvieh, der auf einer Absatzoeran- staltung ober außerhalb einer solchen burch Verkauf ober Tausch zustanbekommt, ein Schlußschein auszustellen, außer für Schafe in Herben und Ferkel. Erwirbt ein Käufer ein Tier mit ber Absicht der Weiterveräußerung, so ist er verpflichtet, ben Schlußschein bis zum Weiterverkauf bes erworbenen Tieres aufzubewahren und beim Weiterverkauf für bie richtige Eintragung ber Nummer des Schlußscheines in den dann auszustellenden neuen Schlußschein zu sorgen. Diese Anordnung tritt mit dem 1. Oktober 1936 in Kraft, und zwar zunächst für sämtliche Pferde, soweit sie nicht auf Schlacht- viehmärkten umgesetzt werden, und für sämtliches Rindvieh, das nicht als Schlachtvieh zum Zwecke der Schlachtung innerhalb einer Woche veräußert wird. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Anordnung für die übrigen Nutz- und Zuchtvieharten wird mit dem für diese zu verwendenden Schlußscheinmuster zur gegebenen Zeit bekanntgegeben werden. Non dieser Anordnung ausgenommen sind lediglich Umsätze von gekörten und angeförten Vatertieren, die durch besondere Anordnung erfaßt werden, sowie solche Umsätze von Rindvieh von Hof zu Hof, bei denen der Käufer des Tier für den Eigenbedarf erwirbt und keine Vermittlung Dritter vorliegt. Schweinemarkt in Gießen. Der gestrige Schweinemarkt in Gießen war mit 102 Ferkeln beschickt. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 16 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 19 bis 23 NM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 RM. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb großer Ueberstand. * * Umtauschangebot der Hessischen Eisenbahn-AG., Darmstadt. Die Hessische Eisenbahn AG. Darmstadt bietet ben inländischen Besitzern ihrer 6,5proz. Schweizer Franken-Anleihe Umtausch an. Für je 1000 Schweizer Franken 6,5proz. Obligationen werben 800 RM. 4,5proz. neue Reichsmarkschulbverschreibungen angeboten. Die Frist zur Annahme des Umtauschangebotes endet am 10. Oktober 1936. Mein-Mainische Börse. Beruhigt. Frankfurt a. M., 16. Sept. Die Börse brachte am Aktienmarkt zu den ersten Notierungen überwiegend leichte Erholungen. Die Stimmung war nach den gestrigen, z. T. empfindlichen Abschwächungen beruhigt. Es lagen auf ber ermäßigten Grunblage einige Rückkäufe vom Publikum vor, auch bie Kulisse beteiligte sich mit kleinen Deckungen. Das Geschäft war jedoch sehr klein, auch bie Besserungen hielten sich in verhältnismäßig engen Grenzen. Am Montanmarkt betrugen bie Erhöhungen durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H., Rheinstahl unb Harpener gewannen je 1,25 v. H., bagegen gaben Hoesch noch 0,50 v. H. nach; man erwartet mit Interesse bie bevorstehenbe Bilanzsitzung. IG.-Farben setzten 1 v. H. höher ein, ließen aber nach bem ersten Kurs um 0,25 v. H. auf 162,50 nach. Elektropapiere lagen still, AEG., Bekula unb Licht unb Kraft zogen bis 0,50 an, Schuckert unv. 152,50. Etwas Nachfrage fanben Zellstoffwerte, Aschaffenburg 128 (127,25), Waldhof 153,75 (152,25). Kunstseide Aku bei etwas größeren Umsätzen 1 v. H. höher mit 71,50. Maschinen- und Montanwerte kamen 0,25 bis 0,50 v. H. höher zur Notiz, ferner gewannen Metallgesellschaft 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H., dagegen lagen Deutscher Eisenhandel 0 75 v. H., Deuttch-Atlanten-Telegraph 1,50 v. H. schwächer, auch Reichsbank 1,50 v. H. unter dem Frankfurter Schlußkurs von gestern, aber 0,65 v. H. über dem von Berlin. Nach den ersten Notierungen bröckelten Montanwerte etwas ab. Der Rentenmarkt war freundlich. Kommunal - Umschuldung 88 40 (88,35), Städte-Altbesitz 115,75 (115.65), Reichs-Altbesitz 115, auch bie übrigen Werte behauptet. Von Auslanbsrenten 4proz. Rumänen 6.2750 (6.25). Im Freiverkehr blieben österr.-ungar. Vorkriegswerte beachtet, bie Umsätze waren jeboch geringer. 3proz. Steg von 1895 7,70, F-Lombarden 6,40 (6), Oesterr.-Ungar. BankPfandbriefe 4,90 bis 5,05 (4,90), „gute" Wiener Schätze 5,75 (5,25). In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt auf die im Herbst stattftn- denden deutsch-französischen Handelsvertrags-Verhandlungen wieder etwas fester, so daß die vorübergehend eingetretenen leichten Rückgänge zumeist wieder ausgeglichen wurden. Das Geschäft vermochte sich aber kaum zu beleben. Von den später notierten Werten büßten BMW. 2,13 v. H. auf 132,90 ein. Am Rentenmarkt zogen 3prozentige Steg im Freiverkehr bei lebhafteren Umsätzen auf 8,40 nach 7,70 an, auch andere Balkanwerte waren höher. Von den mit amtlicher Notiz erhöhten sich 4proz. Steg von 1883 auf 19,25 (17,50) bei 25 v. H. Zuteilung, 5proz. Bosnier Eisenbahn 13,40 (13). Im Freiverkehr galten Adlerwerke 102, Pokorny 110,50, Wayß und Freytag 120, Leder Rothe StA. 90,75, do. VA. 102, Kali Wintershall 122, Rastatter Waggon 12,50. Tagesgeld weiter etwas leichter mit 3 (3,25) v. H. Abendbörse still. Im Abendbörsenverkehr zeigte sich Zurückhaltung, die Umsätze waren allgemein sehr klein. Vereinzelt erfolgten seitens der Kulisse kleine Glattstellungen, die aber die Kurse nur wenig beeinflußten. Im großen und ganzen blieb die Haltung gegen den Berliner Schluß etwa behauptet. Etwa abgeschwächt waren Aschaffenburger Zellstoff mit 126,75 (127,50), ferner Muag 0,40 v. H. niedriger mit 117. Montan- werte blieben voll behauptet, Hoesch etwas höher mit 107,25 (107). Aku von der rückläufigen holländischen Kunstseidenausfuhr kursmäßig wenig beeinflußt, aber doch erheblich ruhiger; Kurs 71 (71,25). Am deutschen Rentenmarkt war es still, die Kurse blieben behauptet. Kommunal-Umschuldung fanden bei 88,45—88,50 etwas Interesse. Im Freiverkehr zeigte sich Angebot in österr.-ungar. Vorkriegswerten, 3proz. Steg von 1895 ermäßigten sich noch etwas unter den niedrigeren Nachbörsenstand auf 8 (8,25), 4proz. Steg von 1883 gingen auf 18,50—18—18,25 (heute mittag amtlich 19,25) zurück. Auch Oesterr.-Ungar. Bank-Pfandbriefe waren angeboten und fielen auf 4,30 nach 4,50, „gute" Wiener Schätze nannte man mit 5,65—5,90. U. a. notierten: Altbesitz 114,90, Schutzgebietsan- leihe-Zertif. 11,05, 6proz. IG. Farben 127, 6proz. Krupp 103,25, 4proz. Lemberg Czernowitz 6,65, 4proz. Ungarn Kronen 2,35, 5proz. Rumänen 7,45, 4proz. Rumänen 6,40, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 232, Commerzbank 99,75, DD.-Bank 97,75, Dresdner Bank 97,75, Buderus 110, Harpener 132, Ilse Genuß 134, Mannesmann 105, Hoesch 107,25, Verein. Stahl 105,25, Aku 71, AEG. 35,75, Bekula 154,50, Bemberg- 87, Conti Gummi 170, Daimler 115,75, Deutsche Erdöl 130, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 165,50, Licht & Kraft 153,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Sept. Es notierten in Mark ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm): Weizen W13 199, W16 202, W19 206, W 20 208, Roggen R12 162, R 15 165, R 18 169, R19 171 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 215 bis 230, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 27,90, W16 28, W 19 28, W 20 28,35, Rog. genmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 9 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palm- kuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,25 bis 16,50, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,00. Tendenz: ruhig. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 15. Sept. Gemüse: Sehr starkes Angebot von Blumenkohl, Eskarol, Kopfsalat, Rotkraut, Tomaten, Weißkraut und Wirsing, von Bohnen und Gurken nachlassend. Geschäft langsam, Preise unverändert. U. a. notierten: Blu n- kohl 10 bis 30, Busch-Bohnen 6 bis 8, Stangen- Bohnen 9 bis 12, Wachs-Bohnen 10 bis 12, Eskarol 3 bis 7, Salat-Gurken 12 bis 20, Einmach- Gurken 100 St. Essig 0,65 bis 1,00, do. Salz 1,00 bis 1,30, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 2,90 bis 3.10, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 4 bis 7, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 45 bis 50, Pfifferlinge 35 bis 40, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 5 bis 12, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 2% bis 4, Sellerie j. n. Gr. 5 bis 30, Spinat (Blätter) 8 bis 9, do. Wurzel 7 bis 10, Tomaten 4 bis 8, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln (Gärtner) 5,00, do. Pfälzer und Sachsen 4,30 bis 5,00, Perl-Zwiebeln 15 bis 18 holl. Obst und Südfrüchte: Gute Zufuhren von Aepfeln, Birnen und Zwetschen, sonst genügend. Nachfrage befriedigend. Preise für Pfirsiche merklich höher, auch Zwetschen etwas höher. Ausländisches Trauben- und Pfirsichangebot gering, Preise höher, Verkauf lebhaft. U. a. notierten: Äepfel 12 bis 22, Koch-Aepfel 7 bis 10, Fall-Aepfel 4 bis 5, Goldparmänen 30 bis 35 bulg., 25 bis 30 ital., Bananen 12^-k^-Kiste netto I 6,00, II 4,50 (Kam.), Westind. 6,50, Bras. 5,00 bis 5,50, Birnen I 20 bis 25, II 10 bis 18, Kochbirnen 5 bis 8, Gellert I 22 bis 25, II 16 bis 20, Brombeeren 25 bis 30, Erdbeeren 70 bis 80, Melonen 25 bis 30, Pfirsiche I 30 bis 35, II 24 bis 28, 40 bis 48 ital., Preiselbeeren 20 bis 30 Schwed., Quitten 22 bis 24, Trauben netto 45 bis 50 holl., 25 bis 28 ital., 23 bis 27 ungar., 25 bis 28 jugosl., Walnüsse 32 bis 42, Zwetschen 7 bis 9. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 17. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 49 Rinder (4 Ochsen, 36 Kühe, 9 Färsen), 754 Kälber, 301 Schafe, 195 Schweine. Es kosteten: Kälber: 60 bis 93 Mark, Hümmel 58 bis 65, Schafe 52 bis 58, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmsl und Schafe lebhaft. Weiterhin günstige Arbeitsmarktlage. Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Monat August im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen. LPD. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Pressestelle des Arbeitsamtes Hessen teilt mit: Im August hat sich der Arbeitseinsatz auch weiterhin günstig entwickelt. Sowohl die von der Saison abhängigen, als auch die von der Konjunktur beeinflußten Wirtschaftszweige haben zusätzliche Arbeitskräfte in großer Zahl eingestellt. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen um 7565 oder 9,1 v. H. des Standes von Ende Juli zurückgegangen. Bei den 17 Arbeitsämtern im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen waren Ende August nur noch 75 279 Arbeitslose gemeldet. Damit ist die Arbeitslosigkeit bereits um rund 10 000 unter den Tiefstand im Juni des Jahres 1929 (rund 85 400 Arbeitslose) gesunken. Während Ende Januar 1933 auf 1000 Einwohner 84,8 Arbeitslose entfielen, waren es Ende August d. I. nur noch 19,2 auf 1000 Einwohner. Unter den 75 279 Arbeitslosen befanden sich 11221 oder 14,9 v. H. Frauen. Bezirklich war die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken verschieden. Während die Abnahme in den Arbeitsamtsbezirken Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Mainz, Niederlahn- stein und Wiesbaden den Durchschnitt des Arbeitsamtsbezirks (9,1 v. H.) nicht erreichte, lag sie in den Arbeitsamtsbezirken Dillenburg, Fulda, Hersfeld, Gießen und Marburg ganz erheblich über diesem Durchschnitt. Wie im Vormonat konnte auch im August in der Gruppe „Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung" der Arbeitseinsatz verstärkt werden (Abnahme der Zahl der Arbeitslosen rund 1200). In der Berufsgruppe „Holz- unb Schnittstofsgewerbe" wurden 727, in der Gruppe „Ledererzeugung und -Verarbeitung" 524 Arbeitslose weniger gezählt als am Beginn des Berichtsmonats. Von den Saison- berufen trat insbesondere die Landwirtschaft, die für die Einbringung der Ernte zahlreiche Arbeiks- fräfte benötigte, mit großen Anforderungen hervor. Auch im Baugewerbe wurde der Arbeitseinsatz weiter verstärkt, was durch eine Abnahme der arbeitslosen Baufacharbeiter um 475 und der Bauhilfsarbeiter um 632 zum Ausdruck kommt. Die Zahl der arbeitslosen Angestellten ging im Laufe des Berichtsmonats um rund 300 zurück. , Ende August wurden in der Arbeitslosenversicherung 8918, in der krisenfürforge 35 220 hauptunterstühungsempfänger gezählt. Die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in beiden Unterftühungseinrichtungen zusammen ist demnach von 47 816 um 3678 auf 44 138 zurückgegangen. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen sank gleichzeittg um 849 auf 17 374. Notstandsarbeiter wurden Ende August nur noch 4935 beschäftigt gegenüber 5287 am 31. Juli. Die Jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 749: Einzahlungskurse für Postanweisungen nach dem Ausland. — 750: Spa- nisches Ausfuhrverbot für Lebensrnittel, Rohstoffe, pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. — 751: Anordnung BG 13 der Ueberwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe (Einkaufsbewilligung). 752: Anordnung ZV 6 der Ueberwachungsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Herstellung von Gespinsten aus Baumwolle und Zellwolle). Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosjenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 'jianriun a. 2)1. JJcriin Schluß- kurS Schlußt. Abend- börle Schluß- kurs Swlußl. Mittag- börte öatum | 15 9 16.9 15 9 16.9 6% Teuifche üleidisaiiieihe o. lyz; 101,4 101,4 101,4 101,4 4% -leuticbtf Reichsam. von 1934 98,13 98,13 98,13 98,13 6%% Vming-Anwihe von 1930 . Teulictze Ant.-Ablos.-Echuld mti 102,25 102,25 101,8 Auslo,.-Rechten ............ 4%% TeuHdje Neichspostschatzan 115 114,9 115 115 Weisungen von 19:11, 1 4’/i% ehern. 8% Hessischer Volks 100,2 99,9 100,13 100 ftaat 1929 lrückzahlb. 102%) <%% ehem.8°/„ Hessische Landes 98,75 98,75 98,75 — bam Darmstadt Gold R 12 97 97 97 6‘/z% eljein. 4%% $ei|. Landes Hnpothekenbank DarmstadtLiau *¥i°o ehern. 8% Darmst. Komm 100,75 100,75 — — Lanoesb.Golbichuldverichr 81. t> Lberhesten Provinz-Anleihe mi' 93,4 93,4 — — Ausloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An 127 127,5 — — leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten */i% et)em.8% Franks. Hyp.-Dan! 120,25 120,25 120,5 120,65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 6Yt% ehern. 4'/2% Franks. Hyp. — Aank-Liqu.-Pfandbriese...... b-/r°/o ehern. 4%% Rheinische 100,5 100,65 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4‘4% ehern. 8% Pr. Landespfand. oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 100,65 100,75 100,75 100,75 97,5 97,5 97,5 97,5 4’/i% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Cbl.20 Steuergutsch.Berrechnunask. 34-38 109,65 109,6s1 95 109,7 95 109,7 4% Oesterretchtsche Goldrente... 33 4,20% Lesterreichische Stlberrente 3,13 3,13 3,13 3,13 9,35 8,8 4% Ungarische Goldrente....... 9,4 9,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,85 8,8 8,8 4-/r% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,8 8,9 8,85 13,5 13,5 13/75 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie t..................... •— — — 9 Frankiurta.M. Berlin Schlußkurs Schluvi. Abend« bön- Schlußkurs Schluß!. Millag. bör>e Datum 15-9. 16-9 15 9 16.9. 4 % oesgr. ne 11.......... _ _ _ 9,05 5% Runiän. vercinh. Rente v. 1903 7,4 7,45 7,5 7,55 4 '/r%Rumau.vereinh.Rentev.i9iS 10,65 10,9 10,75 11,13 4% Rumänische vercinh. Rente 6,25 6,4 6,3 6,4 2 y4% Anatolier............ 43,75 44 43,25 44,75 Hamburg-Amerika-Paket .. ü 13,5 13,75 13,75 13,65 Hamburg-Sudam. Dampfschiff . 0 38,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 14 13,9 14,5 14 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 114 113,75 113.9 Berliner Handelsgesellschaft .. 6 121 121 121 Commerz, und Privat-Bank ... 4 99,75 99,75 99,75 99,75 Deutsche Bant und Dtsconto- Gesellschaft........... 4 98 97,75 98 97,5 Dresdner Bank.............. 98,5 181,9 Reichsbank ................ Ur 184 ?82?5 97,75 181,5 A.E.G...................... 35,5 Bekula..................... 8 153,5 ?54?5 153 75 ^54^5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 126,75 127 127 128 Licht und Kraft ............. 7 150 153,75 149,25 154 Felten & Guilleaume......... 4 130,75 130 130,5 12 Gegner. in ausgc Der E samten dem U mar j cl nenhi Wettkan feg in Ein Q IPannt r Schlußak oon ÜQr verwehe, vorbrach um eine b*e Ach ha 5°n Men, bi fpnunen Offen bie a»iö W retten ^.knq’e »irb: hi'"8'1 ° Uer @1Q "N Glas r°te Son, e^ra(fet 9Qrbe hg 9faö und B:* fe Ü'Ä ! "Ö« ‘"iiii '!> Rückkehr unserer SA. von Nürnberg 3n‘ Abt. Die Hölle der Verbannten in Sowjetrußland. Viele hunderttausend Russen, die sich oft nur in geringfügigster Weise gegen die sowjetrussischen An» ordnungen vergangen hatten, wurden nach Sibirien oder Nordrußland in bie Zwangsarbeitslager geschickt, wenn sie die Kugel der GPU. verschonte. Unter furchtbaren Dualen und Mit den aller» primitivsten Werkzeugen müssen die Zwangsarbeiter hier zuweilen 48 Stunden hintereinander arbeiten. Diese Aufnahme wurde beim Bau des Weißmeerkanals in Nordrußland gemacht. Spitze, Hacke, Handkarren und Bretter, das ist die ganze technische Ausrüstung der Zwangsarbeiter. Damit müssen sie den Untergrund, der nur aus Steinmassen besteht, bearbeiten. Die Kontrolle über die Zwangsarbeiter liegt fast durchweg in jüdischen Händen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Brigadeführer. Deutsche Arbeitsfront für Berufserziehung und Betriebsführung. ** Richtigstellung. In der gestrigen Notiz „Ein Fünfundsiebzigjähriger" muß der Name richtig heißen: Pletz, nicht Platz. ** KdF. -Betriebsausflug der Holz» warenfabrik Emil H. Müller, Gießen. Man berichtet uns: „Kraft durch Freude", unter diesem Zeichen stand der vergangene Samstagnachmittag für die über 60 Mann starke Gefolgschaft der Firma Emil H. Müller, Holzwarenfabrik, Gießen, die unter Mitwirkung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Betriebsausflug unternahmen. In zwei großen Postomnibussen ging die Fahrt in Richtung Bad-Nauheim, Usingen, durch das schöne Weiltal nach Weilburg, der Perle des Lahntales, und vereinte dort im schöngelegenen Schloßcaf6 die Gefolgsmänner an einer Kafeetafel. Zn bester Stimmung wurde die Fahrt über Braunfels, Wetzlar nach der alten Goethestätte Garbenheim fortgesetzt, wo eine treffliche Tafel die Gesellschaft erwartete. Der Betriebsführer und die Gefolgsmänner ließen es sich nicht nehmen, in herzlichen Worten ihrer Freude über die gelungene Veranstaltung Ausdruck zu verleihen. Mit einem Dank an den Führer wurde zum geselligen Kameradschaftsabend übergeleitet. Zahlreiche Darbietungen ließen die schönen Stunden allzu schnell vorübergehen. So hat diese Fahrt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gefolgschaft aus ihrem Werktag heraus und über ihren Werktag hinaus enger gestaltet und gestärkt zu neuen Taten. ** Schwerer Verkehrsunfall an der Straßenkreuzung Ludwig st raße-Lie- b i g st r a ß e. Am gestrigen Mittwochmittag ereignete sich an der Straßenkreuzung Ludwigstraße- Liebigstraße, an der sich erst vor wenigen Wochen ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete, wieder ein schwerer Verkehrsunfall. Ein mit zwei Personen besetztes Personenauto, das die Liebigstraße in der Richtung West-Ost durchfuhr, stieß an der Kreuzung auf einen Radfahrer, der vom Studentenheim her die steile Ludwigstraße herunterkam. Der Radfahrer, namens Bechtold von Gießen, wurde einige Meter weit fortgeschleudert und blieb mit einer schnüren Kopfverletzung bewußtlos liegen. Rasch hinzukommende Personen leisteten dem Verunglückten die erste Hilfe und verbrachten ihn in die Wohnung eines benachbarten Arztes. Wenige Minuten später erschien die Freiwillige Sanitätskolonne und überführte den bedauernswerten Mann in die Chirurgische Klinik. Die Polizei weilte ebenfalls wenige Minuten später am Platze und nahm den Tar» bestand auf. Das Fahrrad wurde zertrümmert. Die Insassen des Personenautos kamen mit dem Schrecken davon 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 30, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, kg 10 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 6 bis 7, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 15, Dberkohl» rabi 4 bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Chorleiterkurs und kirchliche Singwoche auf Burg Hohensolms vom 12. bis 17. Oktober. EPNH. Der Landesverband evangelischer Kirchenchöre lädt zu dieser Woche alle diejenigen herzlich ein, welche in Beziehung zur kirchlichen Chor- und Singarbeit stehen (Kirchenmusiker, Geistliche, Jugendleiterinnen, Gemeindehelfer und Sänger und Sängerinnen der Kirchenchöre). Die Erfahrungen und Erkenntnisse der kirchenmusikalischen und liturgischen Erneuerungsbestrebungen der letzten Jahre sollen der praktischen Chorarbeit nutzbar gemacht werden. Auf dieser Grundlage soll eine gemeinsame Willensrichtung aller kirchlichen Singarbeit herausgebildet werden. Gestern hielt das Lieferauto eines Möbelgeschäfts vor dem Hause. Der junge Mann hatte sich e-ne Zigarette angezündet und schaute zu, wie die Man- , ner eine Zimmereinrichtung hinauftrugen. Er blies zufrieden den Rauch in die Luft und gab zuweilen kleine Anweisungen. Ich hatte ihn zuerst cür einen Büroangestellten gehalten, aber als er dem Drang nicht widerstehen konnte, eine Matratze zu betasten, verriet sich mit jeder Handbewegu.iq der junge Kaufmann eines Geschäftshauses. Auch die Art, wie er mit lässigen Schritten auf und ab ging und plötzlich etwas kennerisch betrachtete, ließ darauf schließen. Er schien mir in diesem Augenblick die unbewußte Kopie seines Chefs zu sein, dessen Selbstherrlichkeit er wie ein nie erreichbares Glück empfand, das man nur gelegentlich einmal in der Phantasie besaß und sich daran berauschen konnte. Die junge Frau wird jetzt wohl Gardinen und Vorhänge nähen und sie, falls sie Geschick dazu hat, selber aufhängen. Ein Fenster ist das Gesicht einer Wohnung. Es soll hell und freundlich in die Straße schauen, von zarten Gardinen überschleiert wie ein strahlendes Auge, dem erst die seidigen Säume langer Wimpern höchste Schönheit verleihen. Es soll immer viel Glück herauslachen, aus schimmernden Fenstern reihen sich frohe Straßen. Die junge Frau wird, über ihre heimlibe Arbeit gebückt, lächeln, wenn sie dies liest. Sie lat sich alles so entzückend zurechtgedacht und zurechtgedichtet, daß sie der Ueberzeugung ist, niemand wird es schöner machen und schöner haben p5^ie- Vornoi'zen Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: ..Kaiser von Kalifornien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schluß- akkord". Gi^unq öes provinzialaussämsses Am gestrigen Mittwoch um 11.04 Uhr traf der Sonderzug der SA. mit den Nürnberg- Fahrern der SA. - Standartell6, oom Parteitag der Ehre zurückkommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Zum Empfang der ankommenden SA.-Kameraden hatten sich der Spielmannszug und der Musikzug der Gießener SA., sowie em Ehrensturm am Bahnhof eingefunden. Nachdem das Feldzeichen der Standarte 116 und die Sturmfahne der Gießener Stürme unter den Klängen des Präsentiermarsches aus dem Bahnhofsgebäude herausgetragen waren, formierte sich die Marschkolonne unter dem Befehl des Standartenführers Lutter, unter dessen Führung bie Nürnberg-Fahrer bas große Erlebnis bes Parteitages gewonnen hatten, zum Marsch nach bem Stanbarten- gebäube. Die Musik an ber Spitze, bann hinter dem Standartenführer das Feldzeichen der Standarte und die Sturmfahnen, hierauf die starke Marscheinheit der Nürnberg-Fahrer, zum Schluß der Ehrensturm, so ging der Marsch durch bie Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstraße zum Standartengebaube am Lanbgraf-Philipp-Platz. Vor bem Stanbartengebäube nahm ber staub ar- tenführer ben Vorbeimarsch seiner SA.-Männer ab. Anschließenb rückten bie Marschgruppen in ben Hof bes Stanbartengedäubes ein, wo sie noch einmal vor ihrem Standortführer aufmarschierten. Standartenführer Lutter richtete hier eine kurze Ansprache an die Kameraden ber Nürnberg-Fahrt, denen er das große Erlebnis des Parteitages noch einmal in packenden Worten vor Augen stellte. Besonders erinnerte er an ben für jeben SA. - Mann unvergeßlichen Augenblick, an bem er bem Führer ins Auge sehen bürste. Wenn bie SA. - Männer nunmehr roieber nach Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Einzug. Trotzdem es ein Einfamilienhaus ist, war der Oberstock, der mit einem mehr breiten als hohen Fenster die beste Straßenansicht hat, lange Zeit an ein junges Paar vermietet, bis bei diesem der Dritte im Bunde sich einstellte, und die Räume zu eng wurden. Nun blieben wochenlang die Fenster nackt und bloß und mit beiden Flügeln, wenn es nicht gerade hineinregnete, offen, wie bei einem Reinemachen. Man konnte ihm ansehen, daß die Wohnung verlassen war und daß sie sich in ihrem Zustand sehr unwürdig und unnütz vorkam. Da erhielt sie unerwartet Besuch: Zwei blutjunge Menschen sahen sich ihre Räume an. Sie hatten offenbar die Absicht, ein Heim zu gründen. Nach einer Weile blickten sie zum Fenster heraus auf bie Straße. Der junge Mann räkelte sich mit verschränkten Armen so breit hin, als er konnte. Er fühlte sich schon zu Hause unb erklärte, geschwollen von Selbstbewußtsein, seinem schmalen Frauchen bie Umgebung. Wenigstens ließen seine ba- unb unb borthin beutenben Gesten dar- auf schließen. Sie hörte sich lächelnb seine Belehrungen an, ohne indessen ihre leuchtenden Augen von den gegenüberliegenden Vorgärten abzuwen- ben. Da blühten Malven, Flox, Dahlien, Glabiolen, Astern und Jmmertellen in bunter Fülle und in verschwenderischem Wetteifer, einander an Farbenschönheit und Adel in den Formen zu übertreffen. Aber keine von ihnen allen war der königlichen Anmut der Rosen gleich, die in Purpur und Rosa, in Gelb und Weiß ihre Knospen sprengten oder bereits in voller Entfaltung prangten. Die junge Frau träumte wohl, das wäre nun immer so. Gs blühten immer Rosen vor ihren Blicken ... Sie erschrak, als ihr der junge Mann auf die Schulter tippte und ihr mit einem Blick auf feine Uhr bekundete, daß es Zeit fei, zu gehen. Arbeitswoche für Bilanzbuchhalter. Die Gaubetriebsgemeinschaft „Handel" der Deutschen Arbeitsfront, Abt. Berufserziehung, führt in der Zeit vom 11. bis 17. Oktober eine Arbeitswoche für Bilanzbuchhalter durch. Ziel dieser Arbeitswoche ist die Ablegung der Bilanzbuchhalter- Prüfung. Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Arbeitswoche ist die einwandfreie Beherrschung der doppelten Buchführung einschl. Abschluß. Jeder selbständige und auch jeder leitende Kaufmann hat Gelegenheit, sich in der Arbeitswoche für Bilanzbuchhalter all das zu erarbeiten, was zur Beherrschung einer wirklichen Bilanzsicherheit notwendig ist. Auskunft und Anmeldung: Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Abt. f. Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Telephon 3275. In einem Rundschreiben an verschiedene Firmen wurde irrtümlich der Beginn und das Ende der Arbeitswoche in den Monat September verlegt. Wir bitten dies zu beachten NSDAP. Ortsaruvpe Gieren-Süd D. Seite 80 Jahre alt. EPNH. Am Sonntag, 13. September, beging ein Mann die Feier seines 80. Geburtstages, ber vor Jahren auf bas geistige Leben Darmstabts großen Einfluß gehabt hat; ber Direktor bes Prebiger- feminars in Friedberg, Professor i. R. und früherer Stadtpfarrer D. Veite. 18 Jahre lang, von 1901 bis 1927, war er an der Stadtgemeinde in Darmstadt als hochgeschätzter Prediger tätig. Fast während dieser ganzen Zeit hat er zugleich das verantwortungsvolle Amt des ersten Pfarrers, d. h. des Leiters der Gesamtgemeinde Darmstadt versehen. In erstaunlicher geistiger Lebendigkeit hat der schon Betagte sich noch in bie schwierigen theologischen unb weltanschaulichen Fragestellungen der Nachkriegszeit eingearbeitet, daß ihm die Stelle eines Professors und später Direktors an bem Predigerseminar in Friedberg anvertraut werden konnte. In dieser Zeit, in der die theologischen Jahrgänge besonders stark waren, hat er im Laufe der 8 Jahre, die er in Friedberg tätig war, über 150 junge hessische Theologen ausgebildet, die heute überall im Lande wirken. Auch als Mitprediger war er in Friedberg sehr geschätzt. Konrad Wilhelm D e 11 e entstammt einer hessischen Bauernfamilie. Er ist als Sohn eines Landwirtes am 13. September 1856 in Lang-Göns geboren. Erst mit 14 Jahren ist er von der Volksschule zur Höheren Schule übergegangen, und hat dann doch leicht das Studium bewältigt. Er war in den Jahren 1880 bis 1882 Pfarrverwalter in Büdingen und Butzbach, dann in den Jahren 1882 bis 1901 Pfarrer in Melbach, Friedberg und Worms. Don Worms kam er nach Darmstadt. Auch in seinem hohen Alter ist D. Veite noch geistig lebendig. So ist er noch im Vorjahr mit einer Schrift hervorgetreten, in der er zu den Fragestellungen der Gegenwart Stellung nimmt. Sein ganzes Leben lang ist er einer modernen, für neuere wissenschaftliche Ergebnisse aufgeschlossenen Theologie zugewandt gewesen und dieser Haltung auch bis zuletzt treu geblieben. Das hat ihn befäbiat, noch in späten Jahren so gegenwartsnah zu wirken. Gießener Wochenmarktpreise * Gießen, 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkeröibutter, XA kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen - Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrichten, und zwar: Mittwoch, 16. September und Freitag, 18. September, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr in den Geschäftsräumen der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29, H. Es ist Pflicht eines jeden SA.-Mannes, diesen Beitrag zu entrichten. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet Der ©ittlicbfeitevcrbrcdier Klein in Frankfurt verhafte^ Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt uns mit: Der wegen des Sittlichkeitsverbrechens an der Kläranlage in dringendem Verdacht stehende Ferdinand Klein von hier wurde gestern vormittag durch die Frankfurter Kriminalpolizei auf der Frankfurter Messe festgenommen. Klein wurde im Laufe des gestrigen Nachmittags durch Gießener Kriminalbeamte nach Gießen übergeführt und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Klein ist bereits g e st ä n d i g. Erle chterunq für den Versand von Gaben für die TB*n*erbilfc. Zur Unterstützung des Winterhilfswerks des deutschen Volkes wird, wie im Vorjahr, bis Ende März 1937 Postgut im Gewicht bis zu 7 Kilogramm mit Gaben für die Winterhilfe an allen der Truppe. Alte Reichstreubundkameraden, die wegen zu hohen Alters schon den Krieg nicht mehr mitmachen konnten, aber zur Stelle waren, bekamen durch den Anblick des Gefechtsoerlaufes ein Bild, wie es in den letzten Jahren des Krieges hergegangen ist, in denen sich die Taktik auf Grund der stark gesteigerten Waffenwirkung schon umwandeln mußte. Sehr interessierten die Batterien der schweren Artillerie mit den unglaublichen Schußweiten der Geschütze und der Leichtigkeit, mit welcher diese schweren Schießmaschinen in und aus der Feuerstellung gebracht werden können. Die Vielseitigkeit der Nachrichtenmittel ließ sich dadurch erkennen, daß die Truppe auf dem ausgedehnten Gefechtsfelde reibungslos geleitet wurde, trotz der vielen Hemmungen, die durch das Erschemen der Fliegerwaffe und die Anweisungen der Schiedsrichter absichtlich herbeigeführt wurden. Eine rege Tätigkeit zeigte auch eine motorisierte Pionierkompanie, die schwere Hindernisse in dem nordostwärts Maulbach gelegenen Waldgelände tatsächlich ausführte, während dies in früheren Manövern meist nur an= gedeutet wurde. . Jeder Teilnehmer an dem interessanten militärischen Aüsflug wird zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß die neue Wehrmacht ein zuverlässiger, machtvoller Schutz unseres Vaterlandes ist, mit der die enge Verbundenheit vorn Soldatenbund als besondere Ehre und Freude empfunden wird. Hause zu ihrer Arbeit zurückkehren, so werde ihnen nachwirkend das große Erlebnis dieser Tage immer stärker zum Bewußtsein kommen und sie werden sich, nachdem sie dem Führer in Nürnberg selbst in^ Auge geschaut und seine Worte gehört haben, noch fester als je zuvor mit ihm und seiner Bewegung m Treue verbunden fühlen. Der Führer habe am Sontag nach dem Marsch der SA. selbst erklärt, der Vorbeimarsch der SA. sei der schönste Tag seines Lebens gewesen; er sei glücklich, bie SA. sein eigen nennen zu können. Falls jemand sich viA- leicht einbilden sollte, daß die SA. einmal nicht meyr sein werde, sondern zur Seite gedruckt oder abgeschafft sei, so habe der Führer ia erklärt, daß derartiges überhaupt nicht in Frage komme. Solange die Bewegung und solange Deutschland lebe, solange lebe auch d i e S A. Und der Stabschef der SA. lasse den SA.- Kameraden sagen, daß er den starken Eindruck der Vollkommenheit in der Ausbildung der SA. in ihrer weltanschaulichen Ausrichtung und in ihrer kämpferischen Einstellung gewonnen habe und daraus die Folgerungen ziehen werde. Der Stabschef habe dem Führer denn auch erklären können, daß die SA. dem Führer überall -und zu jeder Zeit in treuer Ergebenheit folgen werde. Für alle SA.-Manner sei dieses Lob des Führers und des Stabschefs eine stolze Freude, aber es solle nicht etwa ein Anlaß zum Ausruhen sein, sondern im Gegenteil nur den Ansporn darstellen, noch mehr zu leisten als bisher Genau so treu wie bisher, werde die SA. ihrem Obersten Führer Adolf Hitler weiterhin folgen, wohin er auch führe. Freudig und begeistert stimmten ine SA.-Manner und die zahlreichen Zuschauer in den vom Standartenführer ausgebrachten Gruß an den Führer ein. Mit dem Einbringen der Standarte und der Sturmfahnen in das Standartengebäude fand die kurze Abschlußfeier der Nürnberg-Fahrt ihr Ende. Kleidungs- und Wäschestücke. Die Sendungen und die Postgutkarten müssen neben der Angabe „Postgut" den Vermerk „Gaben für die Winterhilfe des deutschen Volkes" oder „Winterhilfe" tragen. Unter denselben Bedingungen können auch Gaben als Stückgut ober Poststück mit ben Kraftposten und Landkraftposten unentgettlich befördert werden. Die Vorschriften über die Kennzeichnung der Sendungen usw. gelten sinngemäß. Gabensendungen, die als Poststuck aufgeliesert werden, erhalten keinen Aufgabezettel. Unser neuer Roman. Nachdem wir den Abdruck des Romans „Unbekannte Fracht" von Frank F. Braun in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beendet haben, beginnen wir in der heute ^Fsch^ist^^den Nummer unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von bem wir uns einen außergewöhnlichen Erfola in allen Kreisen unserer Leserschaft in Stadt und Land versprechen dürfen. Wir bringen heute das jüngste Werk einer Autorin, die zwar in unseren Spalten bisher noch nicht zu Worte gekommen ist, deren frühere Veröffentlichungen aber allenthalben den größten Beifall gefunden und der Verfasserin einen ständig wachsenden Kreis treuer Leserinnen unb Leser gewonnen haben. Unser neuer Roman heißt: „Wir wollen es versuchen" von Ilse Schuster. Dies ist ein Roman aus unserer Zeit, frisch und lebenbig unb mit bem Herzen geschrieben. Die Lebens- unb Liebesschicksale einer kleinen Gruppe von Menschen kreuzen unb verbinden sich zu einer ungewöhnlich fesselnden und dramatisch spannenden Handlung. Und bie Geschichte ist so temperamentvoll, so natürlich, so hinreißenb und packend, mit Humor und Gemüt erzählt, daß jedermann vom ersten Kapitel bis zum guten Ende seine helle Freude daran haben muß. So dürfen wir gewiß sein, mit diesem neuen Roman allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine ganz besonders genußreiche, von Tag zu Tag mit Spannung und Ungeduld erwartete Lektüre zu bieten. Kameraden hatten aber auch die Zuschauer der Bevölkerung einen Vorteil davon, indem sie die Erläuterungen über das soldatische Geschehen auf dem Eefechtsfelde mit anhören konnten. Vom modernen fanteriekampf ist heutzutage nicht viel zu sehen. Die weitläufige Zergliederung und die Tarnung läßt den Gewehr- und Maschinengewehrschützen im Gelände verschwinden, und auch die vielen Fahrzeuge verbergen sich in zweckmäßig auserwählten Deckungen. Ein Zeichen ausgezeichneter Ausbildung Am Samstag, 19. September, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgras-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadt Frankfurt a. M. gegen ben Bezirksfürsorgeverbanb Kreis Friebberg auf Erstattung von Krankenhauskosten für Reinhold Doigt. Klage bes Robert Jung in Freienseen gegen den Beschluß des Kreisamts Schotten vom 18. Mai 1936 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft in dem Hause Hauptstraße 4 in Freienseen. Klage des Otto Wörner in Geiß-Nidda gegen den Beschluß des Kreisamts Büdingen vom 28. Januar 1936 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft auf der Kegelbahn. Klage des Preußischen Landesfürsorgeverbandes des Regierungsbezirks Kassel, vertreten durch den Oberpräsidenten in Kassel, gegen den Bezirksfür- sorgeverband Kreis Büdingen wegen Erstattung 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirfing 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gerne Rüben 5 bis 8, rote Rüben Postorten zugelassen, auch wenn vom Absender nur ein Stück eingeliefert wird. Bedingung ist, daß das Winterhilfswerk oder feine Vertretungen (Orts-, Kreis-, Gau- usw. Vertretung) entweder Absender oder Empfänger des Postguts ist. Als Gaben für die Winterhilfe gelten die vom Winterhilfswerk ober von seinen örtlichen Vertretungen beschafften traut o ois iu, gerne jxuoen d dis ö, roie inuoen ober gesammelten unb von ihm unentgeltlich an 8 bis 10, Spinat 10 bis 20, Römischkohl 5 hilfsbedürftige Personen abzugebenden Lebensmittel, bis 8, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis von Fürsorgekosten für Emilie Wismer aus Hitz- kirchen. Klage des Hermann Röder in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 10. Juni 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. Klage des Philipp Diener in Friedberg gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 6. April 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj. Klage des Moses Lindheimer in Lindheim gegen den Bescheid bes Kreisamts Büdingen vom 27. Juni 1936 wegen Versagung der Ligitimationskarte für 1936 Kj. Aufruf zur Konzertreise der Luftwaffe im Gau Hessen-Nassau NSKK.-Männer der IHoforgruppe Hessen! 3m September dieses Jahres findet eine Konzertreise der Luftwaffe des Wehrkreiskommandos IV, Münster, durch das Gaugebiet Hessen-Nassau statt, deren Reinertrag dem Erholungswerk des deutschen Volkes zufließt. Beweist eure Einsatzbereitschaft und eure enge Verbundenheit mit der jungen und stolzen deutschen Luftwaffe durch zahlreichen Besuch und tatkräftige Förderung. Richard Prinz von Hessen, nur in chen An. Sibirien beits« PU. oer« Jen aller« isarbeiter unber m Bau aßland etter, das Zwangs« i, der nur Kontrolle g in jiidi- <) 25 bis 6, Pilze ? 3,50 bis Pf, Fall« n 6 bis 7, iS 40 Pf., lühner 80 Blumen- 5 bis 20, Dbertobl* ) bis 25, w 5WS 'M«. er Kirchen- herzlich ein, und Sing- zugendleite« Sängerin« nb Erkennt- aifchen Er« . sollen der gerben. Auf ie Willens- rausgebilbet rigen Notiz |ame richUö er -olS' Gießen- ude", unter amsiagnach' GefolglM g,memsch°l (en gw« RS* über’S»“ ; und»®: ren. «K lu«nt ff vorüber enger 8" >>;.s ÄS d- 'L-r-n einer’^forn' (* K „ bi« ‘"«"s finuni die f spater rinu ^ über' n 7- röeni^ nfall; Lar- hm JSt, trümm; nein tn ml1 Deutschlands Fußball-Elf gegen die Tschechoslowakei. Das Fußball-Fachamt hat für den am 27. September in Prag stattfindenden Länderkampf gegen die Tschechoslowakei die folgenden Spieler in Aussicht genommen: Tor: Jakob, Sonnrein; Verteidigung: Münzenberg, Munkert; Läufer: Rodzinski, Goldbrunner, Kitzinger; Sturm: Elbern, Gellesch, Lenz, Siffling, Szepan, Urban, Kobierski. Hessens Mannschaft gegen Güdwest. Zum Leichtathletik-Gaukampf. Zu dem am 20. September in Hanau stattfindenden Kampf der Leichtathletik-Mannschaften der Gaue Hessen und Südwest gibt jetzt, nachdem die Südwest-Vertretung bereits bekanntgegeben wurde, auch der Gau Hessen Vertreter an. Es sind dies: 100 Meter: Leineweber (Fulda), Jung (Diez). 20 0 Meter: Leineweber (Fulda), Jung (Diez). 4 0 0 Meter: Henkel (Wallau), Linke (Kassel). 8 0 0 Meter: Seibert (Staffel), Zehnter (Kassel). 150 0 Meter: Walpert (Kassel), Neu (Kassel), Kuntze (Kassel). 5000 Meter: Neidel I (Heuchelheim). Neidel II (Heuchelheim), Schwertel (Limburg). 110 Meter Hürden: Hermann (Gießen), Sobottka (Kassel). Weitsprung: Kermer (Kassel), Scheller (Fulda), Hochsprung: Peter (Lauterbach), Hahnebuth (Marburg). Stabhoch: Jung (Gießen), Janke (Kassel). Dreisprung Kermer (Kassel), Werner (Weilmünster). Diskuswerfen: Kilo (Gießen), Luh (Gießen). Kugelstoßen: Luh (Gießen), .Hartung (Kassel). Speerwerfen: Menkel (Kassel), Hahnebuth (Marburg). Hammerwerfen: Storch (Fulda), Hermann (Marburg). 4X100-Meter-Staffel: Wieden (Kassel), 3ung (Diez), Leineweber (Fulda), Henkel (Wallau). AX400-Meter-Staffel: Seibert (Staffel), Linke (Kassel), Kermer (Kassel), Neu (Kassel). Handball im Sportkreis Gießen. Lchiedsrichteransehungen für den 20. September. Holzheim — Alsfeld (Faber, Groß-Rechtenbach); Atzbach — Dorlar (Ploch, Mto. Gießen); Dutenhofen — Garbenheim (Seibert jr.); Lang-Göns gegen To. Wetzlar II (Jung, Cleeberg); Hausen gegen SpDg. 1900 II (Geißler, Ruttershausen); Lich — Mto. Gießen I (Ohly, Holzheim); Beuern gegen Londorf (Wallenfels); Romrod — Wißmar (Hörr, Launsbach); 1846 Gießen — Dutenhofen Jgd. (Georg); SpVg. 1900 Gießen — Mto. Gießen 1. Jgd. (Jung, Klein-Linden); Krofdorf — Mto. Gießen 2. Jgd. (Hermann, Wißmar); Holzheim gegen Garbenteich (Faber, Groß - Rechtenbach); Lich — Grüningen Jgd. (Oyly, Holzheim); Lützellinden — Cleeberg Jgd. (Müller, Lang-Göns); Groß-Rechtenbach — Hochelheim Jgd. (Weller, Atzbach); Groß-Rechtenbach I — Grüningen I (Weller, Atzbach); Ebersgöns — Oberkleen Jgd. (Faber, Lang-Göns); Atzbach — Wetzlar Jgd. (Ploch); Burgsolms — Niedergirmes Jgd. (Schäfer, Garbenheim); Münchholzhausen — Nauborn Jgd. (Kraft, Dutenhofen); Beuern — Londorf Jgd. (Wallenfels); Romrod — Allendorf Jgd. (Hörr, Launsbach). Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck I — Staufenberg I 13:0. Am vergangenen Sonntag stand die neu aufgestellte erste Mannschaft des Turn-Vereins Wieseck der gleichen des Turnvereins Staufenberg gegenüber. Wieseck legte von vornherein ein mächtiges Tempo ins Spiel und führte nach zehn Minuten mit 3:0 und konnte bis zur Halbzeit das Resultat auf 6:0 erhöhen. Nach der Pause machte sich bei den Wiesecker Spielern die größere Spielerfahrung bemerkbar, und sie konnten in regelmäßigen Abstand auf 13:0. Durch die faire Spielweise beider Mannschaften hatte der Schiedsrichter ein leichtes Amt. Vereins-Wettkämpse im Turnverein 1846 Gießen Aus Anlaß des 90 jährigen Bestehens des Vereins. Nachdem die Schwimmer und Paddler im Turn- roerein v. 1846 Gießen schon am 22. August d. I. Durch eindrucksvolle Vorführungen an der Lahn den ^Reigen der Veranstaltungen aus Anlaß des 90- jjährigen Bestehens des Vereins eröffneten und die ^Faustballabteilung am vergangenen Sonntag auf idem Universitäts-Sportplatz aus dem gleichen An- vaß ein gutbesetztes Faustballturnier zur Durchführung brachte, sollen nun am kommenden Sonntag, Den 20. September d. I., die übrigen Abteilungen Des Vereins vor der Oeffentlichkeit ihr Können unter Beweis stellen. In der Turnhalle des Vereins am Oswalds- Karren treten vormittags die aktiven Turner aan, um im friedlichen Wettkampf den Sieger um Den feiner Zeit von der Gesellschaft Turnclub gestifteten Wanderpreis zu ermitteln. Der Verein ver- jügt in seinen Geräteturnern über eine große Zahl außerordentlich befähigter und schon bei vielen großen Veranstaltungen erfolgreicher Kräfte, so daß sin spannender Kampf zu erwarten ist. Zur gleichen Zeit wartete die Tennisadtei- u n g auf dem Universitäts-Sportplatz mit einem Tennisturnier auf. Die Tennisspieler des Turnend Sportvereins Butzbach, die am vergangenen Sonntag in Butzbach ihre Kräfte mit den Spielern Des Turnverein v. 1846 messen konnten, sind die Wegner. Beide Mannschaften befinden sich zur Zeit in ausgezeichneter Verfassung. Der Sonntagnachmittag vereinigt dann die gesamten ausübenden Mitglieder des Vereins auf Lern Universitäts-Sportplatz. Nach dem A u f - snarsch aller Abteilungen und der Fahnenhissung beginnt für die Jugendturner der Wettkampf, der in Form eines Siebenkampfes in Geräte- und volkstümlichen Uebungen zum Austrag kommt. Groß ist die Zahl der Jugendlichen, die diesen Wettkampf bestreiten werden, und das Kampfgericht wird alles aufbieten müssen, wenn es seine Ausgabe in der verhältnismäßig kurzen Zeit pflichtgemäß erfüllen will, denn bereits um 15.30 Uhr steigt ein Fußballspiel. Der Verein hat für dieses Treffen die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen verpflichtet und die noch ver- hältnismäßrg junge Vereinself wird zu beweisen haben, ob sie diesem, über eine langjährige Spielerfahrung verfügenden Gegner gewachsen ist. Die Spielpause wird von den aktiven Turnern des Vereins ausgenutzt, um ihr Können am Sprungtisch mit Federsprungbrett zu zeigen. Die Tennisabteilung wird das bereits am Vormittag begonnene Turnier zum Abschluß bringen. Den Abschluß der turnerischen und sportlichen Vorführungen auf dem Universitäts-Sportplatz oil- det ein Handballspiel der Vereins-Jugendmannschaft, die sich als Gegner die Jugend des Turnvereins Dutenhofen ausersehen hat. Da die Vereinself über besonders gut veranlagte Kräfte verfügt, so dürfte ein flottes und ansprechendes Handballspiel zu erwarten sein. Die Vorarbeiten für die reibungslose Durchführung dieses umfangreichen Programms sind mit der größten Sorgfalt getroffen woden, und alle diejenigen, die Gelegenheit nehmen werden, den Jubiläumsveranstaltungen des Turnvereins von 1846 Gießen als Zuschauer beizuwohnen, werden die Ueberzeugung gewinnen, daß auf dem Gebiete der Leibesübungen im Verein außerordentlich wertvolle Arbeit geleistet wird. Das Jubiläum des Turnvereins von 1846 klingt aus mit den für den 17. und 18. Oktober 1936 in Aussicht genommenen festlichen Veranstaltungen. Vor den FußbaMmpfen der Kreisklasse im Sportkreis Gießen. Ein fteberblick. Nachdem der Start der Bezirksklasse am vergangenen Sonntag erfolgt ist, treten am kommenden Sonntag die Kreisklassen des Kreises Gießen in allen Gruppen in Tätigkeit. Der Sportkreis Gießen, der seither die politischen Kreise Gießen und Wetzlar umfaßte, hat durch die Zuteilung der bisher selbständigen Kreise Alsfeld und Dillenburg eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Die Gesamtzahl der Vereine ist dadurch auf über 100 gestiegen. Hierdurch wurde eine Aenderung der seitherigen Kreisklassen erforderlich. Besonders in der Kreisklasse Gießen tritt eine merkliche Veränderung ein. Hier war seither eine 1. Kreisklasse tätig, die nunmehr durch den Zugang von Alsfeld und Hungen eine Teilung erfahren muß. Es wurden folgende Einteilungen vorgenommen: 1. Kreisklasfe Gießen, Gruppe A: Teutonia Steinberg, FC. Garbenteich, Spvg. Leihgestern, To. Klein-Linden, FC. Steinbach, VfR. Lich und Spv. Hungen. 1. Kreisklasse Gießen, Gruppe B: Spv. 06 Alsfeld, Spv. Heuchelheim, FC. Grünberg, FC. Großen-Buseck, FC. Alten-Buseck, SC. Dau- bringen, Spv. Rodheim und To. 1846 Gießen. 1. Kreisklasse Wetzlar, Gruppe A: Wetzlar-Niedergirmes, Aßlar, Werdorf, Ehringshausen, Holzhausen, Ulm, Hermannstein. 1. Kreisklasse Wetzlar, Gruppe B: Spsr. Wetzlar, Nauborn, Oberbiel, Burgsolms, Alds- hausen, Steindorf, Leun und Philippstein. 1. Kreisklasse Dillenburg: Allendorf, Flammersbach, Herborn, Herbornseeloach, Langenaubach, Nanzenbach, Niederscheld, Offenbach (Dill), Straßebersbach, Wissenbach. 2. Kreisklasse Gießen: Wißmar, Launsbach, Bieber, Steinberg II, Lich II, Heuchelheim II, Großen-Linden, Rüddingshausen, Londorf, Staufenberg. 2. Kreisklasse Wetzlar: Burgsolms II, Büblingshausen, Schwalbach, Münchholzhausen, Aßlar II, Spv. Wetzlar III, Niedergirmes II, Spfr. Wetzlar II, Spfr. Wetzlar III und Blasbach. 2. Kreisklafse Dillenburg: Altenkirchen, Ballersbach, Dillbrecht, Donsbach, Eibelshausen, Eiershausen, Eisemroth, Hörbach, Mandeln, Manderbach, Merkenbach, Oberscheld, Rittershausen, Sechshelden, Schönbach, Tringenstein, Uckersdorf, Weidelbach, Oberroßbach, Steinbach. In der 1. Kreisklasse Gießen der Gruppe A scheint in dem FC. Teutonia Steinberg der voraussichtliche Sieger gegeben zu sein. Die Mannschaft, die seither in der Bezirksklasse wirkte, zeigte in den letzten Gesellschaftsspielen eine solide Form. Die anderen Teilnehmer sind ziemlich ausgeglichen in ihrem Können. In der Gruppe B ist ein so klarer Favorit nicht zu verzeichnen. Hier könnte man Alsfeld, das ebenfalls aus der Bezirksklasse abgestiegen ist, etwas zutrauen. Die weiteren Teilnehmer sind ebenfalls wie die der anderen Gruppe gleich stark. Vielleicht gelingt es Heuchelheim seinen seitherigen 2. Tabellenplatz diesmal noch zu verbessern. In der Gruppe Wetzlar A ist auch ein seitheriger Bezirksligist (Niedergirmes) vertreten, der den Versuch, über die Gruppenmeisterschaft wieder in seine seitherige Umgebung zurückzukehren, nicht unversucht lassen wird. Aßlar, Werdorf und Ehringshausen werden jedoch nicht untätig zusehen. Besonders Aßlar wird seinen Vorjahrssieg zu wiederholen bestrebt sein. In der Gruppe B von Wetzlar sind Sportfreunde Wetzlar, Nauborn, Burgsolms und Oberbiel die Anwärter auf die ersten Plätze. Sollte es Spst. Wetzlar gelingen, die Lücken, die durch die Versetzung der Soldaten entstanden sind, mit entsprechenden Kräften aufzufrischen, dann sollte eine Wiederholung der vorjährigen Meisterschaft möglich sein. Aus der Dillgruppe liegen zu wenig Vergleichsmöglichkeiten vor, um sich "einigermaßen ein Bild zu machen. Ueberrascht wären mir nicht, wenn der Sieger RbSpo. Herborn heißen würde. In der 2. Kkeisklasse derGruppe Gießen werden Großen-Linden, Londorf und Steinberg II die meisten Aussichten haben. Staufenberg und Rodheim nehmen zum erstenmal an den Der« bandsspielen teil und werden sich hier erst einstellen müssen. Die Reserven von Heuchelheim und Leihgestern werden mit Abstellungen an die 1. Mannschaft zu rechnen haben, was sich bei der Gesamtleistung bemerkbar machen dürfte. In der Gruppe Wetzlar könnte man auf Büblingshausen vertrauen. Die Elf, die im vergangenen Jahre aussetzte, wirkte früher in der 1. Kreisklasse mit bestem Erfolg. Aus oer Ergebnisliste des Kreisfrauenturnens in Wetzlar-Niedergirmes. Tumerinnen-Ober stufe. (20 Teilnehmerinnen, 19 Siegerinnen.) 1. Aenne Schwarz, Tv. Dillenburg 1843, 165 P.; 2. Klara Amend, Krofdorf, Erika Schneider, Tv. 1847 Wetzlar, 152 P.; 3. Anna Weinandt, Großen- Linden, 149 P.; 4. Hanni Hirdes, Tufpo 03 Wetzlar-Niedergirmes, 144 P.; 5. Margret Pliefke, To. Dillenburg 1843, 142 P.; 6. Helma Schmieder, To. 1846 Gießen, Martha Wagner, To. Lang-Göns, Emma Lotz, To. 1846 Gießen, 140 P.; Lina Erb, To. Wieseck, Erika Grübl, To. Straßebersbach, 138 P.; Hilde Valentin, To. Krofdorf, 137 P.; Luise Weiß, To. Großen-Linden, 136 P.; Henny Obmann, Mto. Gießen, 129 P. Turnerinnen-Unterstufe. (31 Teilnehmerinnen, 29 Siegerinnen.) 1. Anna Buß, To. 1847 Wetzlar, 163 P.; 2. Liselotte Fremd, To. 1847 Wetzlar, 144 P.; 3. Thea Derksen, To. Braunfels, 142 P.; 4. Marie Uhrhan, To. 1860 Lich, Hedwig Schmidt, Tv. Lang-Göns, 136 P.; 5. Paula Schäfer, To. 1860 Lich, 131 P.; 6. Erika Humme, To. Sinn, Gretel Weinert, Tv. Straßebersbach, 130 P.; 7. Klara Stork, To. Krofdorf, 129 P.; 8. Hilde Würtz, To. Krofdorf 128 P.; 9. Liefe! Naumann, To. 1846 Gießen, Anni Wirbel« auer, Tv. Wieseck, 127 P.; 10. Irene Wintterlin, Tv. 1846 Gießen, 125 P.; 11. Anneliese Lamm, To. 1846 Gießen, 124 P. 3ugenbhirnerinnen, Oberstufe (62 Teilnehmerinnen, 51 Siegerinnen). 1. Margret Seim, Mto. Gießen, 162 Punkte; 2. Luise Friedrich, Dillenburg 1843, 154; 3. Christel Herbert, 1846 Gießen, 153; 4. Hilde Lang, Dillenburg 1843; 151; 5. Erna Sack, Heuchelheim, 149; 6. Anna Sack I, Heuchelheim, Annemarie Ziegler, 1846 Gießen, 148; 7. Hilde Kreck, Straßebersbach, 147; 8. Margot Köhlinger, 1846 Gießen, 145; 9. Anneliese Fey, Dillenburg, 142; 10. Anneliese Zollmann, Mto. Gießen, 141; 11. Erika Klinkler, Gro- ßen-Buseck, 136; 12. Elli Keul, Aßlar, Rosa Haas, Sinn, Irmgard Koch, Herborn, 135; 13. l r.imi Schöttler, Großen-Linden, 133; 14. Irmgard Braun, Wieseck, 132; 15. Lina Sommer, Mudersbach, 131 P. Jugendturnerinnen, Unterstufe (177 Teilnehmerinnen, 174 Siegerinnen). 1. Gertrude Schmidt, Mto. Gießen, 141 Punkte; 2. Sufi Müller, 1846 Gießen, Emmi Fink, Kinzenbach, 131; 3. Christel Flörke, 1846 Gießen, 129; 4. Hildegard Keßler, Großen-Linden, 127; 5. Marie Schäfer, Großen-Buseck, Lieselotte Krausch, Mto. Gießen, 126; 6. Erna Hahn, Heuchelheim, Lotti Röhm, 1846 Gießen, Hilde Pflüger, Mto. Gießen, Irmgard Neidel, Heuchelheim, Ella Schwalb, Wieseck, 125; 7. Emmi Weber, Atzbach Luzi Neidüll, Nauborn, Paula Weber, Dillenburg, Gerta Volkmann, Heuchelheim, Irmhild Schmidt, Gießen, Johanna Uhrhan, 1860 Lich, 124; 8. Anneliese Döbus, Wieseck, Edelgard Götze, Dillenburg, Emmi Rein- städtler, Heuchelheim, 122; 9. Gertrude Kuhl, 1846 Gießen, 121; 10. Hilde Artz, Großen-Linden, Gertrude Staub, 1846 Herborn, Hildegard Nell, Dillenburg, 120; 11. Ursel Röhr, 1846 Gießen, 119; 12. Milli Bungershausen, Wieseck, Elfriede Hild, 1846 Herborn, 118 Punkte. Letzter Wiesenstrauß. Bon Peter Bauer. Ein wolkenlos blauer Septemberhimmel überspannt wie eine riesige Fermate den gedämpften Schlußakkord der Wiesen, den letzten Zusammenklang von tjarben und Düsten, als könnte er den schon verwehenden Hall an die Erde bannen, die ihn hervorbrachte. Aber der Bauer, der Grummet braucht, um einen langen Winter hindurch seinen Tieren »ie Raufen zu füllen, gibt keinen Tag Frist mehr. » Die Sonne soll ihm Halme und Blüten trocknen »elfen, dürr und duftig muß das Futter unter Dach j'ommen. Darum rasseln die Mähmaschinen und hrren die Sensen... Ich t)abe Mühe, mir einen Strauß letzter Bluten u retten, der dauerhafter als alle Gartenblumen mir lange noch mein Zimmer mit feinen herben Honigdüften und feinen sanften Farben beglücken wird: Ein Stück Himmelblau hat sich jede Blüte •er Wegwarte eingefangen, die auf hohem hartem Stengel vereinzelt leuchten. Schade, daß ihr freundlicher Glanz so rasch vergreist. Morgen werden sie m Glas oder Krug schon grau fein. Kleine mein» ote Sonnenräder, strotzend von Kraft und Fülle, -mtfaltet immer noch die Skabiose, und die Schas- :;arL*e hält ihre weißen Sonnenschirme so kerzen- :;raö und lichtgläubig, als ginge es der Sonne entgegen und nicht von ihr fort. Sie ist die letzte Wiesenblume in Weiß. Einen Schirm wie sie ent- : reitet auch der Rainfarn. Aber feine Bluten sitzen mcht dicht, schließen sich nicht zu einem lücken- □fen Dach, sondern jedes Stäbchen des Schirms trägt an seinem Ende einen goldenen Knopf, eine Lichtschale, so daß die ganze Blüte einem Kronleuch- Lr gleicht, wenn man sie am Stengel sich aufge- •ängt denkt. Die meist strauchartig wachsende Blume verdankt ihren Namen den Blättern, die wie eine verkleinerte Form von Farnen aussehen. Dotter« iielb flammt auch noch das Johanniskraut, obschon 1 fiele der zarten Blütenblättchen schon wie Funken im Wind verweht sind. Sein schönstes Feuer ist der Muttergottes geweiht. Es blüht am reichsten um 1 Mariä Himmelfahrt und verlodert dann in we° \ Kigen Tagen, wenn auch da und dort noch verein- 1 i'-elle kleinere Flämmchen von neuem aufzüngeln. Den farbenreichen Arten einer in Bauerngärten beliebten Blume, der ihre Blütenform den furcht- irregenben Namen Löwenmaul eingetragen hat, seicht das zierliche Leinkraut, das gern kleine In- Tln bildet, die in zartem Schlüsselblumengelb weit- i'in leuchten. Nur die aufgeroulftete Unterlippe der ; Llüte ist dunkler getönt Zu zierlichen aufrechten Blütentrauben haben sich die Stengel der Hauhechel ausgewachsen, die in sanftem Rosa schimmern. Aber es ist gefährlich, achtlos nach den Blüten zu greifen, denn in allen Achseln der verästelten Stengel sitzen tückische Dornen bis dicht über der Erde. 21 uf hohem Schaft trägt der Spitzwegerich seine Blütenähre wie eine Laterne. Ihn überragt noch der rostrote oder auch dunkler getönte Sauerampfer, der in feiner Farbe am herbstlichsten anmutet, weil er an kahle Ackererde erinnert, obwohl er schon seit Frühlingstagen seine spärlichen Blütenfackeln lodern läßt. Zwei Kohlweißlinge streunen in luftigen Schnörkeln auf und ab. Sorglos verliebt und berauscht von dem bißchen Sonne treiben sie wie ein winziger weißer Wimpel über meinen Heimweg und verwehen im Blauen. Störche in England Wie es denen ans Nossitten erging. Der Versuch, Storche in England einzubürgern, wird dauernd im Lande mit dem größten Interesse verfolgt, und das merkwürdige ist, daß die Engländer noch immer Gelegenheit haben, sich mit diesen Einwanderern zu beschäftigen, weil ein Teil von ihnen noch nicht die längst fällige große Reise nach dem Süden angetreten hat. Die ganze Angelegenheit beschäftigt insbesondere die „Times" so sehr, daß sie laufend Berichte darüber bringt und die Schicksale der Störche in allen Einzelheiten behandelt. Ueberall, wo die Störche auftauchen, sammelt sich die Bevölkerung der Umgegend und staunt über die fremdartigen Tiere, deren Benehmen ihr oft genug wunderlich erscheint. Und da die Bevölkerung im ganzen Lande aufgefordert ist, Nachricht zu geben, wenn eins dieser seltsamen Tiere auftaucht, so kommen die Meldungen tatsächlich von allen Seiten zu dem Direktor des Museums von Haslemere, der den Versuch unternommen hat. Am 25. Juli waren 19 Störche von der Vogelwarte Rossitten in England als junge Tiere eingetroffen, nachdem ein Versuch, Eier in England von Reihern ausbrüten zu lassen, an deren Widerstand gegen die ihnen ins Nest gelegten „Bastarde" gescheitert war. Sie wuchsen auch ganz gut auf, dank der sorgfältigen Pflege und Fütterung,' die ihnen in Kent zuteil wurde. So lange sie dort blieben, bis zum 12. August, hat man ihnen 220 Kaninchen und 400 Kilo Fisch vorgesetzt, da ihre Lieblingsspeise, die Frösche, nicht in genügender Menge zu beschaffen war. Am Tage der Abreise mußte einer zurückbleiben, da er eine Beinverletzung davongetragen hatte, und diesen mußte man später, um" feinem Leiden ein Ende zu machen, töten. Von den übrigen kamen 13 nach längerer Irrfahrt, während der sie an verschiedenen Stellen beobachtet worden waren, augenscheinlich stark ermüdet, am 19. August auf der Insel Wight an, wo sie sich in Bembridge niederließen. Hier blieben sie nur vier Tage, dann sah man, wie sie zu ihren großen Kreisflügen über dem Dorf aufstiegen und später nach Westen verschwanden. Ein Storch schien dem Abenteuer aber abgeneigt, blieb zurück und hockte auf dem Kamin eines Hauses, um nur zur Nahrungssuche herabzufliegen. Das Storchabenteuer war damit aber für England noch nicht beendet. Zur größten Ueberraschung der Dorfbewohner und später ganz Englands kehrten sechs von den Abgeflogenen, nachdem sie eine Woche abwesend waren, nach Bembridge zurück und ließen keinerlei Neigung mehr erkennen, die große Reise nach Afrika anzutreten. Am folgenden Tage kam noch ein siebenter Storck nach, und es herrschte augenscheinlich eine lebhafte Freude des Wiedersehens in der Familie; jeder einzelne kam an den Wiedergefundenen heran, und sie rieben die Schnäbel aneinander. Alle sahen jetzt weniger ermüdet aus und bewegten sich sehr lustig, aber die Beobachter waren doch enttäuscht, daß sie nicht, wie sie erwarteten, glänzend weiß und schwarze Vogel vor sich sahen, sondern eher schmutzig graue; sie wußten noch nicht, daß das Gefieder des Storches erst seine volle Schönheit erhält, wenn er ganz herangewachsen ist. Sie waren auch durchaus freundlich miteinander, und nur ein kurzer Kampf ohne ernsthafte Folgen störte den Frieden der Familie. Nur eine Ausnahme gab es, eben den Storch, der schon die achttägige Reise nicht mitgemacht hatte. Er war sichtlich unangenehm berührt, als feine Brüder und Schwestern zurückkehrten und an der Gastfreundschaft der Dorfbewohner teilhaben wollten, die er bis dahin allein genossen hatte. Er entfernte sich sofort auf ein anderes Feld und blieb auch die Nacht über auf einem Kamin, der fern von dem Hause lag, auf dem sich die Familie niedergelassen hatte. Wenn die Storche sich auch alle recht zutraulich zeigten, mit den Hühnern und Enten und den Hauskatzen, die sie zuerst sehr mißtrauisch angesehen hatten, enge Freundschaft schlossen, und auch die Menschen ruhig an sich herankommen ließen, so hatte der Einzelgänger die Zeit der Abwesenheit der anderen benutzt, sich überall besonders lieb Kind zu machen. Er dachte gar nicht mehr daran, beschwerliche Flüge zu unternehmen, sondern wartete ruhig draußen an der Küchentür, wie es einem Storche zukommt, auf einem Bein stehend, bis man ihm einen oder zwei Heringe oder ein totes Kaninchen herausbrachte; nur manchmal gab er einen Laut von sich wie eine Krähe, wenn es etwas zu lange dauerte. Er ließ auch ruhig jeden herankommen und das Bein betrachten, das einen deutschen Ring „B 63 769" und einen Ring von Haslemere „06" trägt. Man fragt sich nun allgemein, wie der Storchversuch weiter verlaufen wird. Es ist merkwürdig, daß die Storche noch immer auf der Insel Wight bleiben. Ende August war zwar schönes Wetter, aber dann setzten Regen und Sturm ein. Man weist auch darauf hin, daß sie in der Nachbarschaft noch immer reicklich Nahrung finde», besonders auch Fische aus den Flüssen. Man wartet mit Spannung darauf, daß sie sich endlich entschließen werden, den Kanal zu überfliegen, und man hat sich bereits die Mitarbeit von Vogelfreunden von Belgien und Frankreich gesichert und auch an eine Reihe von Zeitungen in Afrika Mitteilungen über den Versuch gesandt, um Nachricht zu erhalten, wenn ein mit dem englischen Ring ausgezeichneter Storch gesichtet wird. Noch großer aber ist die Spannung, wie sich die Storche im nächsten Frühjahr verhalten werden, ob sie zu ihrem Geburtsland nach Ostpreu- ßen ober in ihre Adoptivheimat England zurückkehren. Zeitschriften. — lieber den eigenartigen letzten unabhängigen Negerstaat Afrikas Liberia berichtet der Forscher A. R. Lindt im Septemberheft der Monatsschrift „Deutsche Rundschau" (Verlag Bibliogr. Institut Leipzig). Die „Herrschenden Klassen Liberias" stammen von amerikanischen Negern ab, freigelassenen Sklaven, die eine Wohltätigkeitsgesell« fchaft der Vereinigten Staaten zu Beginn des letzten Jahrhunderts nach Westafrika transportierte. Trotz der Rafsengemeinfchaft besteht zwischen den Einwanderern und den Eingeborenen eine tiefe Kluft. Liberia ist es bis heute nicht gelungen, aus seiner Bevölkerung eine Nation zu schaffen. Sein staatliches Leben erschöpft sich im Zwiespalt zwischen zivilisierten Negern und Eingeborenen. E. Sam« Haber berichtet über „Probleme und Möglichkeiten der Südafrikanischen Union. Adolf Reichwein liefert einen Aufsatz über die „Rohstoffe im Krästespiel der Zeit". Lydia von der Pahlen spricht über eilt indogermanisches Volk im Kaukasus, die Osteten. Gerhart Pohls Roman „Die Brüder Wagemann* findet feinen Abschluß. Oberheffen. Das Staatstheater Kastel in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheim, 17. Sept. Am kommenden Samstagabend gibt das Staatstheater Kassel im großen Bühnensaal des Kurhauses ein Ga st spiel mit der Oper „Falstaf f". Die Titelpartie singt der Kammersänger Robert Burg von der Staatsoper Dresden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Feuer in Bellersheim. * Bellersheim (Kreis Gießen), 17. Sept. Gestern abend ereignete sich in unserem Dorfe ein Brandunglück. Gegen 18.30 Uhr brach in der Scheune des Landwirts Schmidt Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und sämtliche Getreide-, Stroh- und Heuvorräte vernichtete. Die Ortsfeuerwehr bemühte sich mit Lustschutz ist eine nationale Notwendigkeit. großem Eifer um die Bekämpfung des Feuers und konnte auch die unmittelbar anschließenden Gebäude vor Schaden bewahren. Es gelang jedoch nicht, die Scheune zu erhalten. Gegen 20 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt. Die Feuerwehr von Obbornhofen, die sich ebenfalls am Brandplatz einfand, brauchte nicht mehr einzugreifen. Der Schaden ist um so schwerer, als auch die Frucht den Flammen zum Opfer fiel. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 8000 bis 9000 RM. Gemeinschasts-Preishüten in Lich. Veranstaltet von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau und der Fachschaft deutsche Schäferhunde Wie uns mitgeteilt wird, sind die Vorbereitungen zu diesem interessan-ten Wettkampfe der Schäfer mit ihren Hunden in vollem Gange. Am Sonntag, 13. September, tagte in Lich eine Kommission aller beteiligten Organisationen, um alle in Frage kommenden Punkte zu besprechen, wie Hütegelände, Freiquartiere, Ehrenpreise, Geldpreise und Begrüßungsabend. Ein namhafter Geldbetrag für Geldpreise und Fahrtoergütung der an dem Hüten beteiligten Schäfer mit ihren Hunden steht bereits zur Verfügung. Ebenso stehen schon Ehrenpreise zur Verfügung. Das Hütegelände befindet sich am sog. Kirschenberg an der Nieder-Bessinger Straße. Hier ist den Zuschauern die beste Gelegenheit geboten, die friedlichen Wettkämpfe bis ins kleinste zu verfolgen. Als Richter find zwei Herren gewonnen, die volle Gewähr dafür bieten, daß die Kämpfe einer sachlichen und gerechten Beurtellung unterzogen werden. Herr Hüttenberger - Gießen, Obmann der Fachschaft deutsche Schäferhunde S. V. Bezirk Oberhessen, und der Altveteran der Schälerei Schäfermeister Karl Lenz, Ehringshausen (Dill). Hundesportler und Schäfer aus dem ganzen Rhein- Main-Gebiet werden am 17. und 18. Oktober in Lich zu Gast sein. Es ergeht an die Bürgerschaft Lichs die Bitte, für diese eine Nacht Freiquartiere zur Verfügung zu stellen. Meldungen hierfür können bei Bürgermeister Gail abgegeben werden. Am Samstag, 17. Oktober, 20 Uhr, soll dem Hüten ein Begrühungsabend voranaehen. Der Beginn des Hütens am Sonntag früh wird je nach Meldezahl der beteiligten Hunde zwischen 7 und 8 Uhr gelegt werden. Nach Schluß des Hütens findet am Nachmittag die Preisverteilung statt. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 17. Sept. Heute wird unser Mitbürger Wilhelm Hildebrand 81 Jahre alt. Hildebrand, der als Werkmeister in einigen Zi- aarrenfabriken, zuletzt bei der Firma C. Kling- por tätig war, erwarb sich überall größte Wert- chätzung. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch auf voller Höhe. * Klein-Linden, 17. Sept. In der Kurve der Hauptstraße nach Großen-Linden zu ereignete sich heute morgen ein V e r k e h r s u n f a l l, der zum Glück noch glimpflich ablief. Ein Lastkraft- wagen fuhr einen anderen Lastkraftwagen, der mit Holz beladen war, beim Ueberholen an. Der Anprall war jo heftig, daß ein Teil der Holzladung vom Wagen siel. Glücklicherweise kamen alle Beteiligten ohne Verletzung davon. Es entstand lediglich einiger Sachschaden. * Heuchelheim, 17. Sept. Im Auftrage des Landesoerbandsführers der Freiwilligen Feuerwehren wurde dem Feuerwehrmann Heinrich Rinn X. von der Freiwilligen Feuerwehr Heuchelheim durch den Kreisverbandsführer Bouffier das Ehrenkreuz für 45jährige Dienstzeit überreicht. * Leihgestern, 16. Sept. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Lokal von Bender eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Zunächst wuroe das neue Feuerlöschgesetz erläutert, anschließend wurden 'die neuen Satzungen der Freiwilligen Feuerwehren angenommen. Der Beigeordnete Seipp ernannte und verpflichtete den seitherigen 1. und den 2. Kommandanten als 1. und 2. Brandmeister sowie den seitherigen Vorstand als Führerrat. Ferner wurde die gesamte Wehr verpflichtet. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. «cs Watzenborn-Steinberg, 16. Sept. In einer außerordentlichen Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Sitzungssaale der Bürgermeisterei erfolgte die Bestellung des Führerrats und die Verpflichtung der Wehr. Bürgermeister Schäfer wies dabei auf die große Bedeutung dieser Versammlung hin und dankte oen Feuerwehr-Männern für ihren tatkräftigen Einsatz. Der Führerrat setzt sich wie folgt zusammen: Führer der Wehr Brandmeister Karl S ch m a n d t 5., dessen Stellvertreter Otto Reitschmidt, Schrift- und Kassenwart Ernst Mandler, Gerätewart Karl S o m m e r 8., und die Kameraden Karl Sommer 6., Otto Maid, Karl Philipp 11. und Karl Christian Jung. Nachdem die Wehr durch Handschlag verpflichtet worden war, schloß Bürgermeister Schäfer in üblicher Weise die Versammlung. — Die Besichtigung der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr findet am Sonntag, 27. September, durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. - Mainzlar, 16. Sept. Die Schweinezwischenzählung ergab folgenden Stand: 7 Zuchtsauen, 19 Ferkel unter 8 Wochen, 171 Schweine über 8 Wochen bis zu % Jahre, 192 Schweine von XA bis 1 Jahr und 12 ältere Schweine, insgesamt 401 Tiere. GDaubringen, 16. Sept. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr wurde am Sonntagvormittag nach einer vorhergegangenen Uebung durch Bürgermeister Deines auf die neue Einheitssatzung der Freiwilligen Feuerwehren verpflichtet. Der Bürgermeister machte auf die Bedeutung dieser Verpflichtung aufmerksam. Oberbrandmeister Braun wies auf die von der Wehr übernommenen Pflichten hin. Die Führung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr setzt sich wie folgt zusammen: Oberbrandmeister W. Braun III., Brandmeister Ernst Grölz, Gerätewart Karl Bolte, Kassenwart und Schriftführer W. Jahres, Beisitzer Heinrich Hofmann, Heinrich Ranft und Philipp Römer. <£ Aus d e m Horlofftal, 16. Sept. Die Zwetschenernte fällt hier so gut aus, daß es viel Zeit und Mühe verursacht, den reichen Segen von den stark tragenden Bäumen zu holen. Größere Vaumbesitzer vergeben das Abmachen gegen einen Pflücklohn von einer Mark pro Zentner. Falls der Obstbrecher seinen Lohn in Zwetschen fordert, ist jeder fünfte gepflückte Zentner sein Eigentum. Neben den Zwetschen sind nur noch die Walnußbäume stark behangen. Auch die auf Wüstungen und an Feldrainen stehenden Haselnußbüsche fruchten in diesem Jahre sehr reichlich. Die Nüsse beginnen schon zu reifen. — Verhältnismäßig viel weißer Ackersenf ist in diesem Jahre auf den Feldern zu sehen. Als eiweißhaltige Grünfutterpflanze hat er nur eine Entwicklungszeit von sechs Wochen und liefert mit dem dritten Kleeschnitt gutes Milchfutter und kann auch in Mischung eingesäuert werden. — Die letzte Schweinezwischenzählung hat, wie die vorhergehende, eine starke Zunahme der Zuchtsauen ergeben. Bereits sind auch die Ferkelpreise soweit zurückgegangen, daß sie in einem gesunden Verhältnis zu den Fettschweinepreisen stehen. Während noch im Vorsommer pro Stück sieben Wochen alter Jungtiere mit 20 bis 22 Mark bezahlt wurde, kostete jetzt das Paar 28 bis 30 Mark. Kreis Schotten. s. Schotten, 14. Sept. Der Hanauer G e - schichts - und Altertumsverein machte, über Büdingen—Niddertal kommend, einen Ausflug, um die Sehenswürdigkeiten verschiedener oberhessischer Städte kennenzulernen. Im „Hessischen Haus" wurden die Gäste namens der Stadt durch Bürgermeister M e n g e l begrüßt, der sie anschließend bei einem Rundgang durch die Stadt mit den Hauptsehenswürdigkeiten unserer Stadt (Schloß, Liebfrauenkirche, Rathaus u. a. m.) bekannt machte und sie geschichtlich erläuterte. Befriedigt über die Schönheiten unserer Stadt und unseres Vogelsbergs, fuhren die Gäste über den Hoherodskopf weiter. Oie Reichspost im Dienste des Winterhilfswerkes. inündini'Rnchsgrcnze i l^aitfrtjeHeidispofr-H s^DeutscheReichzpost- I fO B rüc^ e üb ctö ie 0aa Lt"Q I 8 Ö o S 3 d f üi | DeutscheNeichzposd W WZ M hui sm W e;$ W M Die Reichspost wird sich an dem bevorstehenden Winterhilfswerk durch die Ausgabe besonderer Briefmarken beteiligen. Der Vertrieb der Marken wird durch die Dienststelle der NSV. durchgeführt. Die Serie von 3-, 6-, 12- und 25-Pf.-Werten zeigt Bilder von landschaftlich besonders reizvollen Partien der Reichsautobahn. Diese Marken gelangen ab 21. September zur Ausgabe. Anfang Oktober folgt eine zweite Serie mit verschiedenen besonders bemerkenswerten Führerbauten. — (Reichspost- ministevium-M.) Aus den preußischen Aachbargebieten. Kreis Dehlar. Rodheim a. Bieber, 14. Sept. Der Techniker Wilhelm Schlierbach von hier verunglückte beim Ob st pflücken und zog sich einen Unterschenkelbruch zu. Er mußte der Gießener Universitätsklinik zugeführt werden, aus der er erst vor einigen Monaten entlassen worden war, nachdem er hier von einem im vorigen Jahre erlittenen komplizierten Beinbruch Heilung gefunden hatte. — Die Kameradschaft Rodheim a. B. des Reichskriegerbundes Kyff- häuser veranstaltete gestern auf ihrem Schießstande ein Plaketten- und Ehrenscheibenschießen. Bei ziemlich schwacher Beteiligung wurden oerhält- nißmäßig gute Schießergebnisse erzielt. Beim Plakettenschießen errang den Sieg Kamerad Karl Jäkel, während die Ehrenscheibe an den Kameraden Kurt Moll fiel. Um den gestern verhindert gewesenen Kameraden die Möglichkeit zu geben, auch noch eine Ehrenscheibe zu erringen, soll auch noch an den kommenden Sonntagnachmittagen weiter auf Ehrenscheiben geschossen werden, solange die Witterung es gestattet. * Fellingshausen, 14. Sept. Unter außergewöhnlicher Beteiligung wurde heute der hiesige Gastwirt Heinrich Haus zur letzten Ruhe bestattet Die Formationen der SA, die Freiwillige Feuerwehr, die Bergknappen der Grube Abend- stern (Mannesmann), sowie der Kriegerverein beteiligten sich geschlossen an der Beerdigung. Die Feuerwehr stellte ein Geleite mit brennenden Fak- fein zu beiden Seiten des Leichenwagens, dem ein fast unübersehbarer Zug von Leidtragenden folgte. Am Grabe schilderte Pfarrer V ö m e l den infolge einer Lungenentzündung nach weniAn Tagen der Krankheit aus dem Leben Geschiedenen als einen Kämpfer, der im Weltkrieg sein Leben einsetzte für das Vaterland und dann nach eigener Verwundung als Sanitäter hingebend die Kameraden pflegte, der aber auch auf dem Kampfplatz der Arbeit als Bergmann und im Dienst der Grube als Fuhrmann in hingebender Treue seine ganze Kraft einsetzte. Um seines freundlichen und kameradschaftlichen Wesens willen war er allgemein beliebt. Nach der Einsegnung sprachen unter Niederlegung von Kränzen die Vertreter der Kreisleitung und der örtlichen Organisationen der NSDAP, und der SA, sowie der Feuerwehr, des Kriegeroereins und der Belegschaft von Mannesmann, des Gemeinderates und des Gastwirteoerbandes ehrende und anerkennende Worte, welche von der allgemeinen Beliebcheit des Verstorbenen Zeugnis ablegten. Rundfunkprogramm Freitag, 18. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: „Spätsommer". Eine musikalische Fahrt ins Blaue. 9.45: Nachrichten. 10: Schulfunk. Von unfern Fliegern im Westen! Ausschnitt aus einem Hörspiel von Josef Grabler. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. Zahnpflege auf dem Lande. Lustiger Funkbericht von ernsten Dingen. 11.45: Sozialdienst. 12: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! Werke von Franz Liszt. 15: Volk und Wirtschaft. Holz als heimischer Treibstoff. Wirtschaftsmeldungen, Zeitangabe. 15.15: „Hersfelder Chronica". Deutsches Schicksal im Spiegel einer kleinen Stadt. Eine Hörfolge. 16: Konzert. 17.30: Lachender Odenwald. Zwei heitere Geschichten von Fritz Zorn. 18: Musik aus Dresden. 19: „Wer reitet so spät .. Goethes „Erlkönig" in verschiedenen Vertonungen. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Der Nachbar zur Linken". Ein Hörspiel. 21.30: Kleines Virtuosenkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: 18. Internationale Sechstagefahrt. Funkbericht vom zweiten Tag. 22.30: Unterhaltungskonzert. bringen stets vorteilhafte Angebote ■ ........... 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Schlußakkord =5 Spielleitung: Detlef Sierck Die faszinierende, schauspielerische Persönlichkeit Willy Birgels gibt dem berühmten Dirigenten Garvenberg ein unerhörtes Format - neben ihm bezaubert und packt die schöne Lil Dagover, rührt und fesselt die von der Ufa entdeckte eindrucksvolle Maria von Tasnady und beglückt das aus dem Gigli-Film bekannte, überragend begabte Kind Peter Bosse! 5764A Verschiedenes Gastwirtschaft und Metzgerei i. Wetzlar gelegen, zum l.Okt.d.Js. zu verpachten durch Car) Kompf, Immobilien, Wetzlar. 57740 Vornehm i Geschmackvoll! Persönlich / Oleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache nietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren Billigst die BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Aeltere Dame bietet in einem neuen Häuschen mit Garten in emem Taunus- Badeort Wohnungsgenieinschaft mit einer gebild. Hausgenossin, die Pension oder Rente bezieht. Schriftl. Angeb. unter 04242 an den GießeruAnz. 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