nn diese Quart» nschaflm ^den. Die fiodt:. m 20 7. folgen h chpieler. ; größte Teil 'lympische Dorf,! ein. Ruderer ir stiere in am Wochenend!. -Kleidung. ührer und die L gesanzug mit L Mütze, blauer fc grauen StrüiM ) dazu für den 6 weihen Schuhen c Die Mannschaft^ braunen und ein lie mindestens x ie den verschied.- fertigt werden, t tragen das K nGn Handschuh bin Berlin, in bn Elster schon ] ^^chte der riJ MPser, Rüdia» uen Handschuh,' !t-M.) w 1 t l r geeattig®6*: rvonhau^ i iOooo3*uer^ f Ur. 165 Giftes Blatt 186. Zahrganz Stettag, ir.M 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugsprels: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Luch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Tert, anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Bereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Weltrüstungsfieber. Von Generalleutnant a. O von Mehsch. Der Vorgänger Lson Blums, der französische Ministerpräsident Sarraut, sagte vor einigen Wochen, nichts sei verkehrter als zu behaupten, daß die französische Armee der deutschen unterlegen sei. .(Echo de Paris.) In demselben Generalstabsblatt schrieb Andre P i r o m e a u , Frankreich verfüge heute über mindestens fünf Millionen ausgebildeter Männer, riesige Kriegsoorräte feien bereitgestellt, die Flotte sei vollkommen neu aufgebaut und die Luftwaffe habe einen enormen Aufschwung genommen. General Weygand, noch immer der mutmaßliche Feldherr Frankreichs, sagte daher wohl ganz zutreffend in einer Versammlung alter Frontjournalisten: „Uns kann kein Unglück zustoßen". (Temps.) Der ehemalige belgische Verteidigungsminister D e v e z e legte vor der Militärkommission des Landes dar, daß die wichtigste Aufgabe der Landesverteidigung, nämlich der Bau und die Besetzung eines unzerreißbaren Grenzdammes zum Schutze der Mobilmachung gegen plötzliche Angriffe, in gutem Fortschreiten sei. (Temps.) Aus der Tschechoslowakei läßt sich die Morningpost berichten, daß neue gesetzliche Maßnahmen alle Rüstungsbetriebe unter Staatsaufsicht stellen, die Zuständigkeiten der Militärbehörden in den Grenzbezirken erheblich erweitern, und daß dem Parlament demnächst Kredite für Grenzbefesti- aungsanlaben vorgelegt werden würden, obwohl die Friedensstärke kürzlich erst auf 150 000 Mann und die Dienstzeit auf zwei Jahre erhöht worden sei. Der Wehrhaushalt sei infolgedessen auf zwei Milliarden Kronen, die mobile Wehrstärke auf eine Million Mann gewachsen, die auch voll ausgerüstet und bewaffnet werden könnten. lieber die Rüstungen der Sowjetunion klärt eine japanische Denkschrift des Kriegsministeriums in Tokio dahin auf, daß sich die sowjetischen Mehrausgaben in den letzten fünf Jahren mehr als verzehnfacht haben (Times), und daß allein die fernöstlichen Streitkräfte, also nur Bruchteile der russischen Wehrmacht, fast ebenso stark seien wie die gesamte japanische Heeresstärke überhaupt. Aus derselben englischen Quelle hören wir, daß die diesjährigen Bewilligtmgen des Heeresausschuf- ses im Repräsentantenhause zu Washington den „größten Friedens-Wehrhaushalt in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika" darstellen und unter anderem zum Ziele haben, die Zahl der Heeresflugzeuge innerhalb von fünf Jahren auf fünftausend zu bringen. Italien begnügt sich nicht einmal mit dieser Menge, sondern will, der Daily Mail zufolge, am Ende des laufenden Jahres über fünftausendfünf- hundert Flugzeuge verfügen und etwa fünfzehnhundert Bomber innerhalb eines Jahres neu bauen. „Kein Teil des Mittelmeerhimmels", sagte der Luftunterstaatssekretär, General Balle, vor der Kammer, „könne der italienischen Kontrolle entgehen." Die Bomber könnten je eineinhalb Tonnen in jede Gegend des Mittelmeeres tragen, und Brennstoffvorräte seien für jeden möglichen Kriegsfall so reichlich vorhanden, daß deren Einfuhr schon seit dem 1. März eingestellt sei! Alles die, obwohl die durchschnittlichen Monatskosten des Krieges gegen Abessinien nach den Angaben der Gazetta Uffiziale, seit September vorigen Jahres etwa je eine.Milliarde Lire betragen. England steht hinter diesem Rüstungseifer nicht, oder richtiger: nicht mehr zurück. Sein Marinehaushalt, der 1932 noch wenig über fünfzig Millionen Pfund betrug, erreicht 1936'37 deren ' mehr als achtzig. Das neue Bauprogramm sieht achtundfünfzig Schiffsneubauten vor, Singapore ; geht einem vollendeten Ausbau entgegen, den sich . London mehr als zehn Millionen Pfund kosten läßt, idie personelle Marinestärke überschreitet erstmalig Idie Friedensstärke an hunderttausend Köpfen, so Idaß der „Daily Telegraph" bemerkt, seit 1920 seien idie Ausgaben für die Marine niemals so hoch ge- i wesen wie der Gesamtbetrag in diesem Jahre. Es ist sonst im allgemeinen nicht meine Art, ! Zahlen aufzureihen oder sonstwie nur den registrie- irenden Chronisten zu spielen. Zahlen sind immer «anfechtbar und Tatsachenreihen sind immer lücken- lhaft. Allein die vorstehende Folge zeigt doch wohl 'eindeutig, daß das W e l t r Ü st u n g s f i e b e r »noch immer im Steigen oe griffen ist, inoch immer seinen Höhepunkt noch nicht erreicht zu chaben scheint. Nirgends findet die scheinbare Ent- ftpcmnungstendenz des außenpolitischen Gedankenaustausches oder die tatsächliche Entspannungssehn- Usucht des Volksempfindens aller Nationen ein ru- Mungsverminderndes Gegenstück, wie es vernünftigerweise dem allgemeinen Friedensbedürfnis der Wölker entsprechen würde. Auch die wirtschaftlichen Möte, die in keinem Staate fehlen oder die gewaltigen Kriegskosten, die den italienischen Staat drücken, haben sich bisher noch nicht in einer Verlangsamung des Rüstungstempos ausgewirkt. Ja, solche wirtschaftliche Bedrängnis hat zuweilen, zum Beispiel in Polen, im Gegenteil zu der ausdrücklichen Forderung geführt, unter den Einschränkungen, die wirtschaftlich notwendig seien, keines- salls die Rüstungen leiden zu lassen. Sie istehen überall in den Staatsbelangen so unbestritten an erster Stelle, daß es scheint, als ''ei keine Stunde zu verlieren, um den bevorstehen- iOen Daseinskampf, der durch besorgte Köpfe geistert, !3U gewinnen. Und doch ist der ganze wahnwitzige Vorgang nichts anderes als die Folge des einen Fehlers, die gewaltsam herbeigeführte Unfreiheit lebendiger Kräfte mit militaristisch unlebendigen Mitteln zu verewigen (Frankreich) oder die Verewigung dieser Unfreiheit zu dulden (England). Anschlag auf -en König von England. Oie Tai erfreulicherweise mißglückt. — Oer Täler, ein Scholle oder Ire, verhastei. Glückwunsch -es Führers an König Eduard. £ o n b o n, 16. 3ult (DRV.) Als könig Eduard VIII. am Donnerslag nach einer Fahnenparade den hydepark verlieh und gerade durch den Alarmorlorbogen geritten war, ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mann von ungefähr 40 Jahren durchbrach die Polizeikette und versuchte, einen Gegenstand nach dem König zu werfen. Er wurde, wie Augenzeugen berichten, von einer Frau am Handgelenk gefaßt, wobei ein Revolver auf die Straße fiel. Rach Berichten anderer Augenzeugen soll er den Revolver in der Richtung auf das Pferd des Königs geworfen haben. Der König fetzte seinen Ritt jedoch ohne Unterbrechung fort. Wieder andere Augenzeugen berichten, dah sofort ein Polizeioffizier von seinem Pferd sprang und den Attentäter f e st n a h m. Der Mann wurde dann auf die nächste Polizeiwache gebracht. Der Weilerritt des Königs verlief ohne Zwischenfälle. Glückwunschtelegramm des Führers an den König. Berchtesgaden, 16. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an Seine Majestät den König von England folgendes Telegramm gerichtet: „Soeben erhalte ich die Nachricht von dem gegen Ew. Majestät verübten fluchwürdigen Anschläge und spreche Ew. Majestät zur Errettung aus dieser Gefahr meine herzlich st en Glückwünsche aus. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Eine Friedensrede des Königs. „Die Menschheit verlangt dringend nach Frieden." London, 16. Juli. (DNB.) Während der Flaggenparade, die dem versuchten Anschlag vorausging, hielt König Eduard VIII. vor den im hydepark angetretenen sechs Gardebataillonen eine Ansprache. Er wies dabei auf die lange Tradition der alten britischen Regimenter hin, die im Kriege, wie im Frieden die Soldatenehre zu wahren wußten, und fuhr dann fort: „Nur wenige von euch kennen aus eigener Erfahrung die Schrecken des Weltkrieges. Ich hoffe von ganzem Herzen, und ich bete sogar darum, daß unsere Generation niemals wieder so furchtbaren Tagen ausgesetzt wird. D i e Menschheit verlangt dringend nach Frieden. Ihr werdet im Frieden Gelegenheiten zu Pflicht- und Dienstleistung finden, die ebenso ehrenvoll sind, wie irgendwelche auf alten Schlachtfeldern." Augenzeugenbenchte. lieber den Hergang der Tat liegen schon einige Augenzeugenberichte vor, obwohl über die Einzelheiten und vor allem über die Hintergründe des Anschlages vermutlich erst die Vernehmung der festgenommenen Personen Aufschluß geben wird. Allgemein wird die Kaltblütigkeit des Königs bewundert, der nur einige Sekunden lang den Kopf wandte. Dagegen bemächtigte sich der Menschenmenge eine große Erregung, als die Gefahr erkannt wurde und ein Polizist schrie: „haltet den Mann, haltet den Mann!" Wenige Augenblicke später wurde der Täter, ein in den 40er Jahren stehender und etwas verwahrlost aussehender Mann, von drei Polizisten und einem Inspektor abgeführt. Der Zwischenfall trug sich in unmittelbarer Nähe des Buckingham-Palastes am Wellington-Torbogen zu. Die Spätausgaben der Londoner Abendblätter veröffentlichen weitere Augenzeugenberichte über den Anschlag, die jedoch in verschiedenen Einzelheiten voneinander abweichen. Nach einem Bericht soll der Täter von den Umstehenden niedergestoßen worden sein, bevor er von seiner Waffe habe Gebrauch machen können. Im Sturze sei der Revolver aus seiner Hand auf die Straße gefallen, wo ihn ein Polizist ausgenommen habe. Der ganze Zwischenfall sei in wenigen Sekunden vorüber gewesen. Während des Handgemenges habe sich der König einige Augenblicke umgesehen. Die ihm folgenden berittenen Gardesoldaten hätten in diesem Augenblick begonnen a u s z u s ch w ä r m e n, als ob sie den König hätten decken wollen. Doch habe hierzu keine Notwendigkeit bestanden. Der Mann sei von der Polizei abgeführt worden, bevor sich die meisten Zuschauer darüber klar gewesen seien, was eigentlich geschehen wäre. Ein anderer Augenzeuge beobachtete, wie ein berittener Polizist von seinem Pferde sprang und sich auf den Täter stürzte, der buchstäblich über d i e Köpfe der auf dem Bürgersteig stehenden Menschenmenge hinweggehoben wurde. Die in einem Teil der Auslandspresse verbreiteten Meldungen, wonach zwei oder drei Persone n im Zusammenhang mit dem Anschlag verhaftet sein sollen, entsprechen nicht den Tatsachen. Anscheinend handelt es sich um ein Mißverständnis, das darauf zurückzuführen ist, daß ein oder zwei in der Nähe des Tatortes stehende Personen, die Ausnahmen von dem König machen wollten, mit zur Polizeistation genommen wurden, um die Photographien slcherzustellen. 9;e erste Vernehmung des Talers. London, 16. Juli. (DNB.) Wie aus einem Bericht von Scotland Pard über den glücklicherweise vereitelten Anschlag auf König Eduard VIII. hervorgeht, drängte sich, als der König nach einer Fahnenparade gerade den hydepark verließ, ein Mann plötzlich durch die Menge nach^ vorn, lieber den weiteren Vorgang der Tat ist nur so viel bekannt, daß ein mit fünf Schüssen geladener Revolver zwischen dem König und die ihm folgende Truppe zur Erde fiel, ohne daß vorher ein Schuß ab gefeuert wurde. Der Anschlag wurde am Nachmittag durch den Innenminister Sir John Simon den Mitgliedern des Unterhauses mitgeteilt. Das gesamte Unterhaus, so erklärte der Minister, wird aus tiefem Herzen dankbar fein, daß die Gefahr so prompt abgewendet werden konnte. Der Täter heißt George Andrew Mc. Mahon und behauptet, im Westen Londons zu wohnen. George Andew M c. Mahon ist von Beruf Journalist. Mc. Mahon ist ein Schotte, der seit vielen Jahren in London lebt und 34 Jahre alt ist. Er wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit am Nachmittag vor dem Londoner Polizeigerichtshof Bow-Street vernommen. Auf der Fahrt zur Polizeistation bestritt Mahon gegenüber den ihn begleitenden Polizeioffizieren, daß er ernstlich die Absicht gehabt habe, ein Attentat auf den König zu üben, vielmehr habe er lediglich protestieren wollen. Der Zwischenfall sei die Schuld des Innenministers Sir John Simon, dem er gestern abend geschrieben und den er heute vormittag angerufen habe. Bei der Ankunft erkundigte sich der Gefangene, ob der König verletzt worden sei. In der Verhandlung wurde als erster Zeuge ein Polizeiinspektor vernommen. Er hat bei dem Angeklagten einen Revolver mit fünf Kammern gefunden, von denen vier geladen waren, außerdem zwei weitere Streifen scharfe Munition, einen Briefumschlag, eine Postkarte mit dem Bild des Königs und ein Exemplar der heutigen Ausgabe des „Daily Telegraph". Der Inspektor wiederholt die Aussage des Täters, der zum Schluß den Wunsch geäußert f)aber sich mit seinem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen. Der Vorsitzende des Gerichts ordnete hierauf eine achttägige Untersuchungshaft an. Die Anklage gegen Mahon lautet dahin, daß er sich im Besitz eines Revolvers befunden habe^mit der Absicht, Leben zu gefährden. Freude in England. Weitere Mitteilungen über den Täter. London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Aus allen Teilen Großbritanniens trafen am Donnerstag Botschaften ein, in denen die Freude über das Mißglücken des Anschlags auf König Eduard zum Ausdruck kommt. Auch aus zahlreichen ausländischen Staaten wurden dem König Glückwünsche übermittelt. In den Morgenblättern wird besonders das Telegramm des Führers an König Eduard heroorgehoben. In der kanadischen Provinz Ontario sind für den kommenden Sonntag Dankgottesdienste in sämtlichen Kirchen ar' mt worden. Die B über den mißglückten Anschlag füllen die Spa der Morgenpresse. In großen Leitartikeln drücken die Zeitunaen ihre Genugtuung darüber aus, daß das Leben des Königs verschont wurde. In allen Berichten wird die Kaltblütigkeit heroorgehoben, mit der König Eduard troß des Zwischenfalles feine Truppeninspektion beendete. Die erste, die ihm zu der glücklich überstandenen Gefahr beglückwünschte, war die Königin-Mutter. Der Verteidiger des Täters Mc. Mahon, ein Rechtsanwalt namens Kernstein, erklärte am Donnerstagabend im Auftrage feines Klienten, daß er kein en Meuchelmord vorgehabt habe. Bei der Untersuchung soll, Pressemeldungen zufolge, festgestellt worden sein, daß die im Abzug befindliche Revolverkammer nicht geladen gewesen sei, während die übrigen geladen waren. Wie „Daily Erpreß" meldet, ist Mc Mahon ein Ire, der in Glasgow beheimatet ist. Sein eigentlicher Name ist Jsrome B a n n i g a n. Es ist gar kein Wettrüsten, in dem wir zu stehen scheinen. Denn Deutschland bleibt ja unter allen Umständen erheblich hinter den Rüstungsrekorden der übrigen Welt zurück. Wir leben vielmehr in einem Wettlauf zwischen organischen Kräften und mechanischen Mitteln. Auf diese letzteren stützte sich Versailles. Auf jenen ersteren beruht eine gesündere europäische Zukunft. Deutschland war immer bereit, den lebendigen Kräften den Vortritt zu lassen und darum den Rüstungsausgleich nach unten zu suchen. Die Gegenseite war niemals dazu bereit. So erzwang sie, bestimmt zu ihrem eigenen Schaden, die Steigerung des Rüstungsvorsprungs nach oben. Er hat das Wehrmaximum zum Ziele gesetzt, das zur Niederhaltung Deutschlands erforderlich scheint. Deutschland hat sich ein Weh r- minimum zum Ziele gesetzt, das zur Erhaltung Deutschlands nötig ist. Wir brauchen nicht auf die Macht hinzuweisen, der es mit mehr Sinn für die Wehrfragen des eigenen Volkes und mit mehr Verständnis für die Lebensfragen anderer (im Weltkriege unterlegener) Völker ein Leichtes gewesen wäre, einen wahren Weltfrieden zu fördern, ohne das eigene Interesse zu beeinträchtigen. Um so weniger darf von uns Deutschen mit Schweigen übergangen werden, daß der Krankheitsherd des heutigen Rüstungsfiebers nur der hemmungslosen westmächtlichen „Machtergreifung" von 1919 und nicht etwa der, ihr gegenüber geradezu harmlosen deutschen Machtergreifung von 1933 entstammt. Von jener ging weder eine neue noch eine erneuernde Zeit aus, und Deutschland darf mit Stolz sagen, es sei nicht dabei gewesen. Von dieser ist eine Zeit angebahnt worden, die von den westlichen Staatsmännern nur ähülich begriffen zu werden braucht wie von ihren Völkern, um allen lebendigen Kräften ihr Recht zu gönnen. Es ist nicht nur Justitia fundamentum regnorum. Gerechtigkeit gehört auch zur Zufriedenheit der Völker. Es darf das sog. Militätsprinzip der Regierungen nicht nur Habgier fein. Ihm muß auch die prinzipielle Anerkennung aller der lebendigen Realitäten innewohnen, die auf die Dauer niemand schädigt, ohne sich selbst zu schaden. Es scheint, daß sich noch recht viel Dummheit austoben will, bis endlich erkannt sein wird, daß das höchste aller Dinge das Maß ist. So schrieb Goethe. So handelte Bismarck. So sehen wir auch die Voraussetzungen für eine glückliche Zukunft des Dritten Reichs. Bei den Oeuischen in London. London, 16. Juli. (DNB.) Auf einer Veranstaltung der Londoner deutschen Kolonie am Mittwochabend waren der Hauptamtsleiter der NSV. H i l g e n f e l d t und die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink, die zur Zeit an dem Internationalen Kongreß für soziale Arbeit teilnehmen, als Ehrengäste erschienen. Der Abend, dessen Zustandekommen den Bemühungen der Auslandsorganisation der NSDAP, und der Landesgruppe Großbritannien und Irland zu verdanken war, nahm einen sehr erfolgreichen Verlauf. Unter den zahlreichen Anwesenden sah man den deutschen Geschäftsträger Botschaftsrat Fürst Bismarck und den stellvertretenden Landesgruppenleiter Pg. Karlowa. Nachdem Pg. Karlowa die Gäste begrüßt hatte, sprach Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t über die großartigen Leistungen des deutschen Winterhilfswerkes. Die Zuhörer gewannen einen tiefen Eindruck von den Wohlfahrtsleistungen in der Heimat, die Hauptamtsleiter Hil- genseldt u. a. durch die Mitteilung veranschaulich machte, daß die gesamte deutsche Handelsflotte herangezogen werden mußte, wenn die Winterhilfsleistungen seit der Machtübernahme verfrachtet werden sollten. Die Reichsfrauenführerin Frau Sch o l tz - K l i n f sprach eingehend über die Stellung der Frau, in Deutschland, wobei sie besonders gegen die im Ausland verbreiteten Märchen von einer Zweitrangigkeit und Unterdrückung der Frau im neuen Deutschland Stellung nahm. Sie schilderte eingehend die neuen Maßnahmen zum Schutze und zur Unterstützung deutscher Mütter, die die Quelle der deutschen Kraft seien. Entgegen mancher im Auslande verbreiteten Auffassung sei in Deutschland die Beteiligung der Frau am praktischen und organisatorischen Aufbau des Volkes größer, als in jedem anderen Land. Dabei sei es für den tatsächlichen Erfolg der deutschen Frauenarbeit besonders bemerkenswert, daß zahlreiche Ausländerinnen bei der Reichsleitung der deutschen Frauen hospitieren, um zu lernen, wie Deutschland die Frauenfrage löse. Der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat Fürst von Bismarck dankte den Gästen für ihre interessanten Ausführungen. Die Feier schloß mit den Nattonalhymnen. ©er erste deutsche Botschafter in Brasilien. R i o de Janeiro, 16. Juli. (DNB.) Als erster deutscher Botschafter in Brasl« l i e n traf am Mittwoch der bisherige Gesandte oeS Reiches Dr. Schmidt-Elskop an Bord des Schnelldampfers „Cap Arcona" in Rio de Janeiro ein. Der Botschafter wurde von Vertretern der brasilianischen Regierung, der NSDAP., der deutschen Verbände und von zahlreichen Mitgliedern bee deutschen Kolonie begrüßt. Berlin, 16. Juli. (DNB.) Anläßlich des Ab- Wenn die Vorbereitungen auf diplomatischem Dege getroffen würden, dann könnte es sich als ebenso leicht und noch vorteilhafter erweisen, von Anfang an den Deg für eine Vollkonferenz aller fünf Locarno-Dächte einschließlich Deutschland vorzubereiten. Das letzte, was die britische Regierung zu sehen wünsche, seien zwei sich einander gegenüberstehende Mächtegruppen in Europa, und am wenigsten innerhalb des Locarno-Kreises. Line solche Aufteilung würde offentsichtlich einen Diderfpruch gegen den Geist des Locarno-Vertrages darstellen. Lin neuer Vertrag müsse ausgehandelt werden, um an die Stelle des alten zu treten, und er werde sich dieses Mal ohne Zweifel besonders auf die Luft erstrecken müssen, ebenso wie auf jeden Angriffsakt zu Lande, wies es der Führer vorgeschlagen habe. Bon diesem Anfangpunkte aus sollte es leichter sein, einst umfassende Erörterung der meisten ungeregelten Probleme Europas zu erzielen, was trotz aller Enttäuschungen der letzten vier Monate immer noch das Ziel der britischen Regierung sei. Das Ergebnis der Meerengen-Konferenz Wiederbefestigung der Dardanellen vom 1. August ab zulässig. London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" befaßt sich in einem Leitaufsatz mit den Richtlinien, die in der Kabinettssitzung am Donnerstag für den weiteren Verlaus der europäischen Verhandlungen aufgestellt wurden. Das Verfahren, das vom Kabinett anscheinend beschlossen worden sei, dürfte den europäischen Verhandlungen einen neuen Auftrieb geben und zu ihrer schrittweisen Erweiterung führen, bis sie sämtliche Punkte umfaßten, die in dem ursprünglichen Friedensvorschlag Hillers enthalten seien. Frankreich und Belgien würden wahrscheinlich der Ansicht zustimmen, daß die im März eingeleiteten Bemühungen, eine versöhnliche Regelung zu finden, noch nicht endgültig fehlgeschlagen seien. Das sei zum mindesten die Meinung der britischen Regierung. Daher müsse eine Dreimächte- Konferenz, wenn eine solche überhaupt stattfinden sollte, nur eine vorbereitende Sitzung sein. Die Frage, ob diese Sitzung unter den gegebenen Umständen notwendig, oder erwünscht sei, müsse von der französischen und der belgischen Regierung erwogen werden. h a n d l u n Was die gs tisch zu führen. französische Regierung nicht wünsche. Politisch wichtig ist die neu aufgenommene Bestimmung, wonach das Abkommen für den Beitritt der Teilnehmer des Lausanner Friedensvertrages offen bleibt. Von diesen hat bekanntlich nur Italien nicht an der Konferenz von Dontreux teilgenommen. Neu geregelt wurden auch die Schlußbestimmun- gen, die eine 20jährige Dertragsdauer gegenüber den im britischen Entwurf vorgesehenen 50 Jahren festsetzen. Da^u wurde jedoch auf britischen Wunsch eine Klausel eingefügt, nach der gewisse, augenblicklich noch nicht näher bezeichnete Bestimmungen des Abkommens leichter revidiert werden können als die übrigen, für die Einstimmigkeit der Unterzeichner erforderlich ist. Wie verlautet, handelt es sich um die besonders umstrittenen und nur im letzten Augenblick durch ein Kompromiß geregelten Durchfahrtsbe- st i m m u n g e n. Ihre Revision soll jederzeit von einem Unterzeichner mit Unterstützung eines anderen verlangt werden können. Kommt kein ein- stimmiger Beschluß zustande, so soll eine Dreiviertelmehrheit der Unterzeichner, unter denen sich die Mehrheit der Uferstaaten des Schwarzen Meeres, darunter die Türkei befindet, genügen. „Ein neuer Vertrag muß ausgehandelt werden." Oie ^Times^fürVollkonferenz der fünfLocarno-Mächte einschließlich Deutschland Montreux, 17. Juli. (DNB.) Die M e e r -' engenkonferenz fyat Donnerstagabend ihre Beratungen über den Abkommensentwurf beendet. Der Text wird am Freitag von einem Redaktionskomitee druckreif gemacht und am Samstag in einer öffentlichen Sitzung der Konferenz endgültig genehmigt werden. Die feierliche Unterzeichnung findet am Montagnachmittag im Palast-Hotel statt. In je einem besonderen Protokoll wird bestimmt werden, daß das Abkommen in Kraft tritt, sobald es von sechs Konferenzteilnehmern unterzeichnet ist, und daß die Diederbefestigung der Dardanellen vom 1. August ab zulässig ist. Die Handelsluftfahrt in der Meer- e n g e n z o n e, die der ursprüngliche türkische Entwurf ebenso wie die militärische vollständig verbieten wollte, wird verschieden behandelt, je nachdem die Flugzeuge in nord-südlicher oder in ost-westlicher Ricktung fliegen. Im ersten Falle ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, im zweiten eine besondere Genehmigung, da es sich hierbei nicht um einen üblichen Verkehrsweg handelt. Die Einrichtung der Meerengenkommission fällt weg. Ihre Befugnisse werden der türkischen Regierung innerhalb bestimmter Richtlinien übertragen. sei eine Konferenz zu fünfl. Französischerseits wünsche man vielmehr eine noch mehr erweiterte Konferenz, denn die zu behandelnden Fragen gingen über den Rahmen Locarnos hinaus. Es handele sich um das gesamte europäische System, denn Deutschland und Italien würden sicherlich die Frage einer Reform des Völkerbundes aufwerfen, und dies genüge allein, um die Anwesenheit Sowjetrußlands notwendig zu machen. (!) Der „F i g a r o" stellt fest, daß die englische Regierung im Grunde genommen nicht von ihrem bisherigen Standpunkt abweichen werde, d. h., daß sie sich nach wie vor von einer Dreier-Konferenz nichts anderes verspreche, als eine Feststellung der Uebereinstimmung zwischen Paris, Brüssel und London über die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Deutschland. Wien, 17. Juli. (DNB.) In allen Wiener Bezirken fanden am Donnerstag insgesamt 2 7 Appelle der Vaterländischen Front statt, in denen über die Bedeutung des Abkommens mit dem Deutschen Reich gesprochen wurde. Wie die Pressestelle der Vaterländischen Front mitteilt, waren die Versammlungslokale alle stark besucht, ein Zeichen dafür, daß die Bevölkerung an dem politischen Geschehnis der letzten Tage st arten Anteil nimmt. Das über die Sommermonate ausgesprochene allgemeine D e r • sammlungsverbot war für Donnerstag eigens aufgehoben worden. Als Redner in den Versammlungen traten die verschiedenen Werbeleiter der Vaterländischen Front in Wien auf. „Ein wesentticher Schritt vorwärts." Jede Politik, die dieses gewaltige liebel außer acht lasse, sei unheilvoll, während eine tatsächliche Verschmelzung mit bolschewistischen Ländern nur als ein Selb st Mordversuch bezeichnet werden könne. Es sei unleugbar, daß in Deutschland und Italien diktatorische Regierungen geschaffen worden seien, weil der Bolschewismus in diesen Ländern einen gefährlichen Umfang erreicht hätte. Hitler und Dussolini mühten als Vorkämpfer der westeuropäischen Zivilisation begrüßt werden. Wenn Hitler nicht gewesen wäre, dann würden sich die Grenzen des Sowjetstaates heute am Rhein befinden. Indem sich Frankreich mit Rußland und mit der Tschechoslowakei verbündet habe, habe es in E u ° ropa in der Gestalt des Bolschewismus eine große Gefahr für sich selbst und für jedes andere Land entfesselt. Wenn England gezwungen sein würde, sich mit irgendeinem Lande zu verbinden, dann müßten es zum mindesten diejenigen Mächte sein, die den Bolschewismus bekämpfen, nämlich Deutschland, Italien und Japan. London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" veröffentlicht an hervorragender Stelle eine Zuschrift von Kapitänleutnant Warden Chilcott, der auf die wachsende Gefahr des Bolschewismus hinweift. England müsse sich sofort entscheiden, ob es sich mit dem Bolschewismus einigen wolle, um eine Einkreisung Deutschlands zu erzielen, oder ob es entschlossen und kompromißlos gegen den Bolschewismus, die „finstere Gefahr für die westeuropäische Zivilisation", in die Schranken treten wolle. Die von Regierungsvertrelern angedeutete Politik einer gegen die Mittelmächte gerichteten Anlehnung an Frankreich und Sowjelrußland würde sich als ebenso erniedrigend, wie die Abrüstungs- und Sank- tionspolitik erweisen. Sie würde außerdem noch viel gefährlicher sein. Während die englische Regierung Frankreich und seine Verbündeten umschmeichelt habe, habe sie Italien und Deutschland mißtrauisch und herausfordernd behandelt. Der durchschnittliche Engländer lehne eine Berührung mit dem Bolschewismus in irgendeiner Form, oder in irgendeinem Lande ab. England will eine europäische Regelung. Deutschland und Italien sollen im Rahmen einer Fünsmächte-Konserenz beteiligt werden. Konferenzbeginn im September? Frankreich wünscht Veteiligung Sowjetrußlands? pariser Kommentare zum englischen Standpunkt. Das deutsch-österreichische Abkommen Stark besuchte Appelle der Vaterländischen Front. „Wer und Mussolini dieVorkämpserderwesteuropmschenZivilisastou" Oie Meinung der einsichtigen Engländer. London, 16. Juli. (DNB.) Das britische Kabinett befaßte sich am Donnerstag erneut mit der beabsichtigten Konferenz der Locarnomächte. Es kam, wie verlautet, nach etwa einftünbigen Beratungen zu dem Ergebnis, diese Fra^e auf diplomatischem Wege mit den Regierungen Frankreichs und Belgiens weiter zu besprechen. Es ist daher immer noch ungeklärt, ob und unter welchen Umständen noch in diesem Monat eine Konferenz in Brüssel stattfindet. Im Laufe des Nachmittags hatte Außenminister Eden getrennte Besprechungen mit dem französischen und mit dem belgischen Botschafter im Foreign Office. Kurz vorher hatte der Berliner Botschafter Sir Eric Phipps im Foreign Office Vorgesprächen. Ein weiterer Besucher des englischen Auswärtigen Amtes war im Laufe des Tages der japanische Botschafter. Preß Association meldet zu der Kabinettssitzung, das schließliche Ziel der britischen Politik scheine auf dem Wunsch zu beruhen, an die Kernfrage, nämlich die Förderung einer friedlichen Lösung der Angelegenheiten Europas heranzugehen. Line Vollkonferenz der fünf Unterzeichner des- Locarnoabkommens einschließlich Deutschlands scheine als ein Dittel zur Erreichung dieses Zieles angesehen zu werden. Die unmittelbare Frage laute, ob eine Konferenz Englands, Frankreichs und Belgiens dies erleichtern würde. Der diplomatische Korrespondent des Reuterbüros faßt die mit der beabsichtigten sogenannten Locarnokonferenz zusammenhängenden Pro- schlusses des deutsch-österreichischen Abkommens fand zwischen dem ungarischen Außenminister Herrn von Kanya und Reichsaußen- minister Freiherrn von Neurath folgender Telegrammwechsel statt: „Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen meine aufrichtige Freude und Genugtuung über die gelungene deutsch-österreichische Verständigung mitzuteilen. Ich tue das in der Ueberzeugung, daß damit nicht nur für die beiden kontrahierenden Länder, sondern für ganz Europa ein wesentlicher Schritt vorwärts zur allgemeinen Befriedung getan worden ist. Euer Exzellenz sende ich zu diesem Erfolg meine herzlichsten Glückwünsche. Kany a." Der Reichsmini st er des Aeußern antwortete: „Für die warmen Glückwünsche zum Abschluß des deutsch-österreichischen Abkommens danke ich Eurer Exzellenz aufs herzlichste. Auch ich hege die Ueberzeugung, daß sich die Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten nicht nur zum Segen der beteiligten Länder auswirken wird, sondern darüber hinaus einen wesentlichen Schritt vorwärts zur Entspannung der internationalen Lage bedeutet. Ne u r a t h." Amtliche Wiener Feststellungen. Wien, 16. Juli. (DNB.) Im Bundeskanzleramt fand am Donnerstag eine Pressekonferenz für die Vertreter der Auslandspresse statt. Der Staatssekretär für Aeußeres, Dr. G. Schmidt, erklärte, die Veröffentlichung des lieber« einkommens habe gewiß sensationell gewirkt, da die Verhandlungen dazu, um eventuelle Störungsversuche hintanzuhalten, streng vertraulich hätten geführt werden müssen, so daß der Abschluß sehr überraschend gekommen sei. Die Gepflogenheit der österreichischen Staatsführung, nicht rückwärts zu fchauen, sich nicht in Gräben zu verschanzen, ihr Grundsatz, daß jede Politik Bewegung sein müsse, habe in der Welt Billigung erfahren. Zum Schluß bat der Staatssekretär die Vertreter der Weltpresse, Oesterreichs Bemühungen, der Sache des Friedens und der Völkerversöhnung zu dienen, entsprechend zu würdigen. Anschließend erörterte Gesandter Eduard Lud- w i g eine Reihe von Einzelfragen, die im Zusarn- Paris, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Obwohl man in P ar i s mit der Haltung der englischen Regierung in der Frage der geplanten Dreier- K o n f e r e nz in Brüssel oder Boulogne sur Mer nicht zufrieden ist, versucht man, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schließt sich, wenn auch nur zögernd, der englischen Forderung an, wonach die Zusammenkunft nur einen vorbereitenden Charakter haben und gewissermaßen als Einführung für eine spätere Konferenz dienen soll, deren Rahmen noch nicht feftaelegt ist, an der jedoch auf alle Fälle Deutschland und Jt-alien teilnehmen sollen. Der Auhenpolittker des „Echo de Paris", Per- tinax, schreibt daraufhin, daß das englische Kabinett die Verhandlungen mit Deutschland nicht als gescheitert betrachte, sondern im Gegenteil neue Schritte unternehmen wolle, um Deutschland wieder an den Verhandlungstisch zu führen. Dau dürfe hoffen, daß die kommende Konferenz in einem so weiten Rahmen als möglich stattfinde. Denn eine ausgesprochene Locarno-Konferenz würde nur dann Sinn haben, wenn es sich darum handele, das internationale Gesetz in der ehemals entmilitarisierten R h e i n l a n d z o n e wieder herzustellen. Da in dieser Frage das Spiel aber verloren sei, sei es besser, den gesamten deutschen Fragenkomplex sowohl im Osten wie im Westen zu behandeln. Die außenpolitische Mitarbeiterin des „Oeuvre" stellt mit unverhohlenem Aerger fest, daß England zwar bereit sei, an einer Dreier-Konferenz teilzunehmen, daß aber Frankreich der englischen Abneigung Rechnung tragen müsse, sich augenblicklich i n Gegensatz z u Deutschland zu stellen. Anstatt die ärgerliche Vergangenheit zu prüfen, um Daraus politische Schlußfolgerungen zu ziehen, werde man in Brüssel nach Möglichkeiten suchen, um Italien und Deutschland an den Ver - bleme wie folgt zusammen: „Nach der heutigen Kabinettssitzung blieben der Zeitpunkt, die Tagesordnung und die Zusammensetzung der ursprünglich für den 22. Juli in Aussicht genommenen Locarnokonferenz nach wie vor offen. Es wird die Ansicht vertreten, daß die geplante Konferenz ausschließlich dem Ziele gellen soll, eine europäische Regelung herbeizuführen. Nach britischer Auffassung kann dies am besten durch eine Fünfmächtekonferenz z u einem späteren Zeitpunkt, vielleicht Anfang September, geschehen. Falls jedoch Frankreich der' Meinung ist, daß eine Dreimächtekonferenz wesentlich wäre, um den Weg für die größere Zusammenkunft zu einem späteren Zeitpunkt zu bahnen, dann würde England mit sich reden lassen. England ist jedoch nicht bereit, an einer Drel- mächtekonferen; teilzunehmen, die einzig und allein dem Zweck gilt, das Scheitern der in dem Weißbuch erwähnten Versöhnungsbemü- hungen zu verzeichnen und keine Hoffnung auf die Verwirklichung einer europäischen Regelung zu lassen. In London wird nachdrücklichst die Deinung vertreten, daß die Konsolidierung eines westeuropäischen, aus Frankreich, Belgien und England bestehenden Blocks, dem ein mitteleuropäischer Block aus Deutschland und Italien gegenüberstehen würde, der Sache des Friedens keinen Dienst leisten würde. Reuter schließt mit der Feststellung, daß diese Ansichten, wie verlautet, den Botschaftern Belgiens und Frankreichs am Donnerstag nachmittag mitgeteilt worden sind. Politischer Mord in Bukarest. B u f a r e ft, 16. Juli. (DNB.) Mihai St e l e s c u, ein ehemaliger Führer der Eisernen Garde, ist am Donnerstag hier unter aufsehenerregenden Umständen ermordet worden. Zweifellos ist der Tat volitischerCharakter beizumessen. Stele» scu hat seinerzeit eine führende Rolle in der Eisernen Garde gespielt. Später trennte er sich von dem Führer der Eisernen Garde 6 obre a n u und versuchte eine eigene Bewegung ins Leben zu rufen. Nennenswerten Erfolg erreichte er nicht. Zwischen der Eisernen Garde, der Nachfolgepartei „Alles für das Land", und der Gruppe Stelefcu bestand erbitterte Gegnerschaft. Stelescu wurde von der Eisernen Garde als Verräter angesehen. Eine Gruppe von etwa zehn jungen Leuten drang in das Bukarester Krankenhaus ein, in dem Stelescu in Behandlung war. Sie gelangten bis in sein Zimmer und begannen sofort mit dem Ruf „Tod dem Verräter" auf Stelescu -zu schießen. Im ganzen wurden 20 Schüsse abgegeben. Stelescu war aus der Stelle tot. Die Täter stellten sich selbst den Behörden und wurden sofort in Haft genommen. Angeblich soll bereits festgestellt sein, daß sie Mitglieder der Eisernen Garde sind. Es ist anzunehmen, daß dieses Attentat nicht ohne Folgen für die innerpolitische Lage bleiben dürfte. menhang mit dem Uebereinfommen vom 11. Juli eigentlich nicht in der Weltpresse erörtert werden. Zunächst stellte er fest, daß alle Nachrichten über Geheimklaufeln des deutsch-österreichischen Akkords falsch feien. Das Gleiche gelte von immer wieder auftauchenden Gerüchten über eine neue europäische Blockbildung. Hinsichtlich des Dreimächteabkommens von Rom erklärte der Gesandte, es werde vom weiteren Verlauf der Dinge abhängen, ob es zu einer Erweiterung der römischen Protokolle komme, die ja den Beitritt allen Staaten offenlassen. Es sei aber natürlich, daß das Deutsche Reich ein volles Recht daran habe, bei einer eventuellen wirtschaftlichen Neuordnung des Donauraumes mitzusprechen. Weiter erklärte der Gesandte, daß die Nachrichten von einer Zusammenkunft des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten H o d z a und Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg falsch seien, ebenso seien alle Gerüchte über eine Regierungsumbildung ober über Personaloeränberungen im Bundeskanzleramt unrichtig. Die Frage der Amnestie sei augenblicklich in einem Vorbereitungsstadium. Das Justizministerium fordere die entsprechenden Anträge von den Staatsanwaltschaften und Strafanstalten ein. Kundgebung der österreichischen Mschöse. Wien, 16. Juli. (DNB.) Der Erzbischof von Wien, Kardinal Dr. Innitzer, hat im Namen der österreichischen Bischöfe eine Kundgebung an den Bundeskanzler gerichtet, in der es u. a. heißt: „Am Ende vergangener Woche trugen die Aetherwellen des Rundfunks frohe erlösende Kunde durch die deutschen Lande. Der unselige Bruderzwist, der so tiefe Wunden schlug, der das deutsche Volk gerade in drangvollen Zeilen innerlich faltete und zerriß, war in einer europäischen Schicksalsstunde, da der Friede in der Völkerfamilie des Abendlandes wieder einmal ernstlich gefährdet schien, in überraschender Weise beigelegt. Am Herzschlag des deutschen Volkes in Oesterreich ist über diese Friedenstat aufrichtige und ehrliche Freude zu spüren. Auch die Bischöfe Oesterreichs begrüßen mit aufrichtiger Freude und ehrlicher Genugtuung dieses Werk des Friedens, das nicht nur für die beiden Vertragspartner bedeutungsvoll, so"' dem darüber hinaus geordnete Verhältnisse in1 Dolkerverkehr und wirtschaftliche Fortschritte zu ermöglichen geeignet erscheint." Nach einem Dank an Bundeskanzler Dr. Schuschnigg versprachen die Bischöfe ihre Mitarbeit in allem, was zur Festigung des Friedens- wertes in Oesterreich beitragen und den Geist des Friedens im Volke immer noch mehr lebendig nw* chen könnte. „Döge dieses Friedenswerk" fo heißt es Z»M Schluß, „dies ist unser sehnlichstes Wünschev und innigstes Beten, nach allen Bitterkeiten der letzten Jahre auch den letzten Stachel des Un- Ä T°d'-i •M! >t*s A..4 r Üü'" 9 hiQt. |Ä ,’F'X 11 L°s- bleib"; lenz. üfüg. kommens Be« 1 für den Bei. "er Friedens. 1 M bekannt. Inferenz oon len. ^chlußbestimmun, ^ragsdautx ur[ vorgesehenen >eo°ch auf briti« '9t nach der ge> ^er bezeichne!! Achter revi- übrigen, für bit ersorderlich i[L nr die besonder! Augenblick buch i rchfahrtsbe. oll jederzeit uor, itzung eines an- mmt fein ein« de, so soll m Unterzeichne!, : Userstaaten du Türkei befiM ich len vom 11.3ii erörtert weck' 'le ftad)rid)teh .östeneichischev nche gelte von Gerüchten übet lodbilbung. teabkommen; ite, es werde vA hängen, ob es ß Protokolle koM ossenlajsen. Es sei e Reich ein * ntuellen wirtscho'l' raumes mtzK die. »«6 d>e * ist d-i W'Ä >°dz°f" feien, ebenjo feie MiimbiS« °» i8unbest«i’8let” aagmbMUif> i' iabiutn. die entfpreN chchen uni JW 7.Sx !,!!! *« cerrt wi? iunbfunlle I" ben 1* k« ? .liefe®”* ' v. In öw S*> <Ä Atta.! m ut| s w V» "”6 ’ >*4t, • i» rtJ* friedens und der ZUifegunff aus der deutschen Volksseele nehmen, zu Nutz und Frommen unseres Vaterlandes Oesterreich, des ganzen deutschen Volkes und der mit ihm auf Gedeih und Verderb verbundenen Völkerfamilie Europa." Prozesse gegen österreichische Nationalsozialisten abgesetzt. Graz, 16. Juli. (DNB.) Sämtliche hier anberaumten politischen Strafprozesse ge- aen österreichische Nationalsozialisten sind von der Tagesordnung a b g e s e tz t worden. Wie verlautet, werden die Akten dem Justiz- Ministerium übermittelt werden. Schon einige Tage vor der Veröffentlichung des Abkommens mit dem Reich sind in Graz und Steiermark die Ve r h a s t u n g e n wegen nationalsozialistischer Gesinnung ein gestell t worden. Bis heute wurde keine neue Verhaftung vorgenommen. Der Lufimspetteur der polnischen Armee tödlich verunglückt. Mit dem Flugzeug in dieOstsee gestürzt. Warschau, 16. Juli. (DNB.) In der Nähe oon Gdingen stürzte am Donnerstag ein polnisches Flugzeua ins Meer, das den polnischen General Orlicz-Dreszer an Bord hatte. Die drei Insassen, General Orlicz-Dres- z e r, Oberst Loth und der Pilot L a g e w s k i sind sämtlich ertrunken. Die Leichen konnten bereits geborgen werden. Die Ursache des schweren Unglücks ist noch nicht geklärt. Der verunglückte General Orlicz-Dreszer war erst vor wenigen Tagen zum Luftinspekteur der polnischen Armee ernannt worden. Der Ge- neral war seit einer Reihe von Jahren Präsident der polnischen See- und Kolonialliga und galt als einer der fähigsten polnischen Offiziere. Das italienische Imperium in Ostafrika. Erklärungen Mussolinis. Am Tage der Beendigung der Sanktionen waren sämtliche öffentlichen Gebäude und auch die Privathäuser festlich geschmückt. Mussolini hielt auf dem Palazzo Venezia eine flammende Ansprache zu 15 000 Faschisten, die dort aufmarschiert waren. — (Associated-Preß-M.) .Paris, 16. Juli. (DNB.) Der italienische Re- -gierungschef Mussolini hat dem römischen Vertreter der in Paris erscheinenden politischen Wochenschrift „La Tribüne des Nations“ kürzlich eine Unterredung gewährt, in der er sich mit der Schaf- 'fung des italienischen Imperiums in !Ostafrika beschäftigte. Der Duce führte eingangs aus, daß die Besitz e r g r e i f u n g A b e f f i n i e n s eine vollendete Tatsache sei, die von der Bevölkerung des Kaiserreiches anerkannt werde. Die oon der faschistischen Regierung dem Völkerbund übermittelten Erklärungen seien ein dokumentarischer Beleg der Umstände, die der italienischen Aktion in Ostafrika oorausgegangen seien und die diese aus- gelöst hätten. Aus ihnen ergebe sich auch das hohe politische und zivilisatorische Ziel, das Italien stets beseelt habe. Mussolini berührte dann die Behandlung der abessinischen Frage auf der 16. Völkerbunds- Versammlung, auf der die Anerkennung des italienischen Imperiums in Ostafrika nicht auf der Tagesordnung gestanden habe. Italien betrachte sein abessinisches Unternehmen als heilige Mission im Interesse der Zivilisation. Der Eingeborenen - Bevölkerung, deren Wohlergehen und Fortschritt gefördert werden sollen, sei die Mitwirkung an diesem Zivilisationswerk in einer beratenden Körperschaft möglich. Mussolini schloß mit der Erklärung, daß Italien bereit sei, an der Lösung der schwierigen Probleme Europas und der Welt mitzu- arbeiten, wenn der Völkerbund und die Machte die Lage in Abessinien in einem Geist gerechten Verstehens anerkennen. Nom dementiert Anschlagsgerüchte auf Graziani. Rom, 16. Juli. (DNB.) Die Gerüchte über einen Anschlag auf den Vizekönig von Abessinien, Marschall Graziani, werden von unterrichteter italienischer Seite für unzutreffend erklärt. Aus den letzten, am Donnerstaguprmittag «y amtlicher italienischer Stelle eingetroffenen Telegrammen Grazianis ergibt sich, ' wie hinzugefügt wird, daß die Lage in Abessinien ruhig sei. Die Eisenbahnlinie Dschibuti—Addis-Abeba, die vor zehn Tagen von abessinischen Räuberbanden in der Absicht der Ausplünderung von zwei Lebensmittelzügen unterbrochen worden war, ist bereits wiederhergestellt. Die andauernden Polizeimaßnahmen zur Säuberung des ausgedehnten Gebietes des Imperiums rechtfertigen keine Beunruhigung. „packt aus!" 'Elsässische Industrielle und Landwirte protestieren. — Eine Denkschrift an die französische Negierung. Paris, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der „Jour" berichtet, gelegentlich der Reise des Unter- Maatssekretärs de T e l s a n nach dem Elsaß habe seine Abordnung elsässischer Industrieller Mnd Landwirte ihm eine Denkschrift überreicht, Irin der es u. a. heißt: Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe sind von den Arbeitern unter der Drohung von Rädelsführern befehl, die diesen Betrieben fernstehen. Wir find von unserem Besitz verjagt, auf dem man die fowjetrussische Fahne aufpflanzt, iiinb dies anscheinend in Uebereinstimmung mit der ^Regierung. Gesetze, die von unverantwortlichen Aufwieglern aufgezwungen werden, bedrohen unsere Dreiheit, zerstören unsere Landwirtschaft, unseren Kandel und unsere Industrie und führen zu einem chrecklichen Haß unter den Volksge- massen. Wir halten es für unsere Pflicht, ihnen ijuzurufen: „Packt aus!" Der Elsässer ist nicht gewillt, noch länger die Schmach über sich ergehen zu lassen, unter der Sowjetfahne zu leben. $r verlangt die Achtung seines Eigentums, feiner Sitten und Gebräuche und feiner Einrichtungen. Das Elsaß hat g c gje n d i e Volksfront gewählt, und es ist nicht gewillt, die Folgen eines unsinnigen Experiments zu tragen, das den Ruin über das ganze Land bringt und von dem nur eine Minderheit der Bevölkerung pro- fittert." Reue Streikwelle in Paris. Paris, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Angestellten der Fleischereien und Feinkost- g e s ch ä f t e haben in einer am Donnerstagabend abgehaltenen Versammlung beschlossen, am Freitag erneut in den Streik zu treten. Als Begründung führen sie an, daß die Arbeitgeber das vor kurzem unterzeichnete Abkommen nicht eingehal- t e n hätten. Auch die Arbeiter der französischen Tabakregie sind in den Streik getreten. Der Polizeipräsident von Paris hat in Durchführung der letzten Abkommen über die Arbeits- 3 eit im Lebensmittelgewerbe eine Verfügung erlassen, wonach alle Lebensmittelgeschäfte, mit Ausnahme der Bäckereien, gezwungen sind, am Montag jeder Woche zu schließen. Lediglich der Verkauf von Milch ist zwischen 7 und 9.30 Uhr gestattet. Schlaglichter aus der Tschechoslowakei. Von unserem sudeiendeutschen Berichterstatter. Radikalismus der Versöhnung. Anläßlich der Haupttagung des Bundes der deutschen in der sudetendeutschen Stadt M ä h - liisch-Schönberg hielt Universitätsprofessor Usitzner eine Ansprache, in der er u. a. folgendes cLlsführte: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß Hochschulen zum Volke gehören. Sind !wch die Aufgaben, die wir zu betreuen haben, zu- cleich die Grundfragen unseres ganzen Sudeten- lLutschtums. Wir als Grenzdeutsche haben die unabdingbare Pflicht, mit dem gesamten Deutschtum die Verbindung aufrecht M erhalten. Ich weise den Gedanken zurück, mir als Grenzdeutsche nicht vollwertig fein Linnten. Wir wollen den Nachweis erbringen, daß b°i uns genug schöpferische Kraft vorhanden ist, um tinter keinem anderen deutschen Land zurückzublei- b;n. Wir haben als Ausländsdeutsche auch noch eine cnbere Verpflichtung: wir müssen unser Antlitz auch rach der tschechischen Seite wenden, wir sind auf Gedeih und Verderb mit anderen zur Nachbar - flvast bestimmt. Ich habe einmal das Schlagwort gebraucht, wir müssen den Radikalismus der Versöhnung treiben, das heißt aber nicht, mit gebeugten Nacken vor der tschechischen Türe stehen. Radikalismus der Versöhnung heißt: mannhaft, aufrecht und klar dem nationalen Nachbarn nicht als Feind, sondern als Schicksalsgenosse entgegenzutreten, um mit ihm aufrichtig und freundschaftlich über ein gesundes Freundschaftsverhältnis zu beraten. Man wird bei unfern tschechischen Nachbarn zur Kenntnis nehmen müssen, daß wir unmittelbare Angehörige des deutschen Volkes mit seiner Kultur untrennbar verbunden sind. Man wird auch nicht vergessen dürfen, daß wir Angehörige eines Weltoolkes sind." Die Bolschewisierung schreitet fort. Nach der tschechischen Zeitschrift „Vyvoj" gingen in Pflanzendorf und an der durch tschechisches Gebiet führenden unteren Eger die b o ls ch e w i st i- schen Umtriebe schon so weit, daß man den Leuten bereits Land stücke zugeteilt habe. damit sie für die Parzellierung der beiden Groß- arundbesitze „Dybersch" und „Mylenka" vorbereitet seien. Weil es nun zu der neuen Parzellierung noch immer nicht gekommen sei, hätte es zwischen ihnen schon Kämpfe gegeben. Nun suchten sie auf bolschewistische Weise neue Wegen, auf denen sie doch noch zum Boden kommen könnten. — Dazu bemerken einige sudetendeutsche Blätter, daß man bis jetzt nicht geglaubt habe, daß die Bolschewisierung in der Tschechoslowakei schon soweit fortgeschritten sei. Die Gefahr sei sehr groß, da sich auf dem tschechischen flachen Lande ein schrankenloser Bolschewismus auch schon praktisch zu betätigen suche. Slowaken gegen Sowjelophilen. Das Zentralorgan der slowakischen Volkspartei, der „S l o v a k", beschäftigt sich in einem längeren Aufsatz mit der „Hoffnung der Sowjetophilen" und warnt erneut vor der bolschewistischen Propaganda, die in der Slowakei glauben machen wolle, daß Tschechen und Slowaken durch das Bündnis mit Sowjetrußland in guter Hut feien. Die Sowjets hätten genug Sorgen, um im eigenen Staate mit Hilfe der Roten Armee die kommunistisch-jüdische Diktatur zu erhalten. Auch die Hoffnung auf die Hilfe der Roten Luftflotte sei eine sehr vage Angelegenheit. Man möge den Bolschewiken und Sowjetophilen entgegentreten, die der Bevölkerung Märchen von der Fliegerhilfe der Roten Armee erzählten. Ihre Hilfe — so schreibt bas Blatt der Slowakischen Dolkspartei wörtlich —, wenn es dazu kommen sollte, würde für uns gleichsam das Trojanische Pferd der Danaiden fein, in dem sich eine große Gefahr für uns, besonders für die Slowakei verbirgt, nämlich die völlige Bolschewisierung. Sudelendeulschium unter militärischer Kontrolle. Die drei neuen Durchführungen des tschechischen Staatsverteidigungsgesetzes sind ein weiterer Schlag gegen das gesamte sudetendeutsche wirtschaftliche, nationale und politische Leben. Sie stellen fast den gesamten Besitzstand, das Volksvermögen und die Arbeitsplätze des Sudetendeutschtums unter M i l i t ä r k o n t r o l l e , so daß jederzeit als „unzuverlässig" bezeichnete Personen aus den Betrieben entfernt werden können. Die Besitzrechte wurden scharfen Einschränkungen unterworfen, die allenfalls auch auf eine vollständige Entwertung hinauslaufen können. Der Haus-, Gruben- und Grundbesitz, die Wasser-, Jagd- und Fischereigerechtigkeiten sind weitgehenden Kontrollbestimmungen unterworfen worden. Die Organe der Militärverwaltung und die tschechischen Bezirksbehörden sind ab heute Herr f a ft des ganzen sudetendeutschen Wirtschaftslebens geworden. Ferner wurde eine Regierungsverordnung über die Arbeitsvermittlung veröffentlicht. Danach ist für die von der Arbeitslosigkeit am härtesten betroffenen Gebiete vorgesehen, daß freie Arbeitsstellen in jenen Betrieben zwangsweise besetzt werden können, deren Inhaber den durch die Verordnung auferlegten Verpflichtungen wiederholt nicht nachgekommen sind. Das bedeutet, daß der Unternehmer zwangsweise deutsche Arbeiter entlassen muß und diese durch die neu zu errichtenden staatlichen Arbeitsvermittlungsämter ersetzt werden können. Neu eingestellt können nach dem neuen Staatsverteidigungsgesetz nur jene Personen werden, deren staatliche „Verläßlichkeit" überprüft worden ist. Außerdem wird die Mitteilung veröffentlicht, daß ab 1. Jan. 1937 an Stelle der bisherigen Landesmilitärkvm- mandos neue Kvrpskvmmandvs errichtet werden. Dem tschechoslowakischen Staatsoerteidi» gungsministerium liegt außerdem die Entscheidung zu, ob und bei welchen Unternehmungen militärische Aufsichtsorgane eingesetzt werden können. Durch diese Verordnungen ist das g e • samte Sudetendeutschtum unter die Kontrolle und Verwaltung der tschechischen Militärverwaltung gestellt worden. Der jüdifche Schuhkönig Bala preist die Sowjetunion. Das „Prager Tageblatt" veröffentlicht einen längeren Aufsatz des tschechischen jüdischen Schuh- sabrikanten Bata, in dem es unter anderem wörtlich heißt: „ Ich bewundere die Sowjetliteratur, die Sowjetreligion der Arbeit, die Begeisterung dort für Arbeit und ihre Vorkämpfer. Ich liebe diese Literatur, weil sie tatsächlich und am besten erzieht!" Die tschechische Volkspartei gegen die „Pest des Bolschewismus. Anläßlich einer Kundgebung der Tschechischen Volkspartei in Beraun hielt der Vorsitzende der Partei eine längere Rede, in der er in scharfer Weise das Militärbündnis der Tschechoslowakei mit Sowjetrußland geißelte und unter anderem wörtlich sagte: „So will ich denn öffentlich den berufenen Staatsmännern fügen, daß mir in keinem Falle Verbündete des Bolschewismus sind und fein wollen, weil der Bolschewismus der unversöhnlichste Feind der Demokratie und der katholischen Welt ist. Unsere Feinde im Auslande betrachten uns als einen Vorposten des Bolschewismus in Mitteleuropa, und selbst unser Außenminister Dr. K r o f t a mußte sich dagegen im Parlament wenden. Es ist aber nicht möglich, vor den Tatsachen die Augen zu verschließen, die sich nicht wegleugnen lassen. Wahr ist, daß wir im Innern des tschechoslowakischen Staates gegen den Bolschewismus weit mehr Abwehr und Widerstand zeigen müssen, als wir das bis jetzt tun, wenn wir nicht mit unserer Bundesgenossenschaft vom Regen in die Traufe kommen wollen. Die bolschewistische Propaganda bei uns hat unstreitig Erfolge aufzuweisen. Es gibt, wie man sagt, Mittelschulen, an denen zwei Drittel aller Schüler kommunistisch sind. Unsere Kinos spielen Filme sowjetrussischer Herkunft, in den Theatern sehen wir bolschewistische Stücke, die Läden der Buchhändler sind voller Bücher, in denen sowjetische Einrichtungen gepriesen werden. Man kann sagen, daß es in Mitteleuropa keinen Staat gibt, in dem sich die bolschewistische Propaganda ohne alle Grenzen und Maßen so ausbreiten konnte wie bei uns." Der Eowjetgeneral in präg. Prag, 16. Juli (DNB.) Der zur Zeit in Prag weilende Chef des sowjetrussischen Militärflugwesens, Armeegeneral A l k n i s , wurde Donnerstag vom tschechoslowakischen Minister für nationale Verteidigung M a ch n i k empfangen. Dann besuchte er den Generalinspektor der tschechoslowakischen Wehrmacht, Armeegeneral Sy- rooy, und den Generalstabschef, Ärmeegeneral Krejci. Mittags veranstaltete der tschechoslowakische Nationalverteidigungsminister für die Gäste ein Frühstück. Letzte Olympia-Neuigkeiten. Olympiafahrt des Luftschiffes „Hindenburg". Um den Besuchern der Olympischen Spiele eine besondere Ueberraschung zu bereiten, wird das Luftschiff „Hindenburg" aus Anlaß der Eröffnung der Spiele der Reichshauptstadt einen Besuch abstatten. Das Luftschiff, das am Tage zuvor von der neunten diesjährigen Südamerikafahrt nach Frankfurt zurückkehrt, wird dort am 1. August um 7 Uhr nach Berlin starten. Dabei sollen möglichst viele Städte und Ortschaften berührt werden, um wenigstens einen Teil der bei der Zeppelinreederei eingelaufenen Gesuche um Ueberfliegung zu erfüllen. Gegen 14 Uhr wird das Luftschiff über Berlin eintreffen und über dem Flughafen Tempelhof zunächst die in Frankfurt an Bord genommene Post durch Fallschirm abwerfen. Nach einigen Schleifen über der Innenstadt wird es dann kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in geringer Höhe vis zum Reichssportfeld fahren, um die im Stadion Versammelten mit einer „Verneigung" zu begrüßen. Dann kehrt das Luftschiff nach Frankfurt zurück und trifft in den Abendstunden wieder auf dem Luftschiffhcüen Rhein- Main ein. Für die Olympiafahrt des Luftschiffes „Hindenburg" sind bereits alle Plätze vergeben, so daß keine weiteren Fahrgäste angenommen werden können. Für die Briefmarkensammler in aller Welt ist die Olympiafahrt des Luftschiffes wieder ein besonderes Ereignis, da die Deutsche Reichspost diese Fahrt zur Postbeförderung freigegeben hat. Die beförderten Briefe und Postkarten erhalten einen Sonderstempel mit der Inschrift „Luftschiff Hindenburg, Olympiafahrt 1936". Die Gebühren betragen 50 Rpf. für eine Postkarte und 1 RM. für einen Brief bis 20 Gramm. Die Sendungen sind in einem Umschlag gegen die gewöhnliche Freigebühr rechtzeitig mit folgender Aufschrift nach Frankfurt zu senden: „Sendungen für die Olympiafahrt des Luftschiffes ,Hindenburgs Bahnpostamt 19, Frankfurt (Main)". Nähere Auskunft erteilen die Postämter. Zweite brasilianische Olympia- Mannschaft eingetroffen. Auf dem Lehrter Bahnhof traf der zweite Teil der brasilianischen Olympia-Mannschaft in Stärke von 30 Sportlern und Sportlerinnen ein. Die brasilianischen Landsleute in Berlin und das Berliner Publikum brachten den Gästen stürmische Kundgebungen dar. In der Frauengruppe, die vier Schwimmerinnen umfaßt, befindet sich auch die bedeutendste Schwimmerin des Landes, die deutfchstämmige Marie Link. Weiterhin weist die brasilianische Mannschaft u. a. eine Schwimmergruppe von acht Mann, darunter vier Matrotz LRWEs.. - Die eindrucksvolle Ehrenhalle der Olympischen Kunstausstellung. Die Werke, die zu dem Olympischen Kunstwettbewerb der XI. Olympischen Spiele eingesandt wurden, sind nun der Öffentlichkeit in der Olympischen Kunstausstellung am Kaiserdamm zugänglich gemacht worden. Diese wirkungsvolle Ehrenhalle unterstreicht vor den Augen der Besucher gleich beim Betreten der Ausstellung die Bedeutung dieser Veranstaltung — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Aus aller Well ohne nennenswerte Verzögerung zu erleiden. Sei Verdauungsstörungen, Schwindelanfällen 3782 V 88-90, preiswert abzugeben. 03254 Franks. Str. 9 M r-i-lL-L "schäft. KZ A im Lach^ Mein der Crk Ian9ft »ergangen ^nhinterL ^Ze'talsPr^ ^°lerie j, und heute chu- e Sammlung ®elt 9ibt. Oben '°b begrüßte ft jüdische 5ßi|n. J» Verdienst V 'ber im Drigim' lang gerettet urj 19 Zugänglich 6b n* an Geheinuc usstellung für e, '-Platzhosfdi, mkfurter Univch Heimrat grobe, uuf die Sebeutur; eindeutig, daß (h eine aujjeroiM ’ dankte allen P auch seinen Kaiw unterstützt hatte, te durch die rch abeott Jrantfurt tigen SturmiM ßem Umfange e )er Troßwettech sich über dein eiv jebiet entwickelt,^ Aufheiterung? he sich noch ir starke Erwäm. tn bei übermir ening nod) i. regnet werbea. rübergehender i i g: Dreifach W rmeade DeigW bKche und M i: mittags 193 @IL n 17. Juli: W ad, Minimum turen in 10 an $ im 17. Juli: nW jjj Stunden. ch Wllhelm M -nst Blumschm^ iir di- Silb« B: vr.HansThp lumschem-AnM Mich"« eiÄf«* ^Samstag515 ? AM KWl M MM sO «fs?S sV s? Ur.wS Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, ll.Zuli 1936 10 Milliarden Reichsmark sollen in Bewegung gebracht werden. Von unserem -pp.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 15. Juli 1936. Sparen und Mißtrauen, diese typischen Eigenschaften des Franzosen bestimmen auch weitgehend seine Grundhaltung zu den wirtschaftlichen Fragen. Das Sparen ist die Leidenschaft der Franzosen, sie leben und arbeiten, um zu sparen, sie eröffnen einen Laden, nehmen eine neue Beschäftigung an, um mehr als bisher sparen zu können. Sie verzichten gern auf die Genüsse des Großstadtlebens, sie gehen abends früh ins Bett, sie fahren in der O-Bahn und im Omnibus zweiter statt erster .Klasse, sie verzichten auf die Möglichkeit, bei besetzter .zweiter Klasse in der ersten schneller ans Ziel zu kommen, alles dies nur, um zu sparen. Der Franzose spart jedoch nicht, um mit dem >Geld arbeiten zu können, seinen Betrieb auszu- lbauen, oder einen eigenen aufzumachen, auch nicht, ium in der sozialen Leiter eine Stufe weiter zu lkommen, oder seinen Kindern einen entsprechenden Schritt zu ermöglichen, sondern nur, um recht bald sorgenlos irgendwo vomGeldelebenzu können, «twas Wein und Weizen anzubauen, zu fischen, zu jjagen und auszuruhen. Er muß deswegen das Geld jicher anlegen. Wie ist das aber möglich? Diese Frage bedrückt ihn sehr, weil er von Natur lpus so mißtrauisch ist und somit bei jeder Anlage- möglichkeit zunächst die Schattenseiten sieht. Wieso sollte z. B. der Franzose Staatspapiere kaufen, da Doch deren Kurs seit Jahren zurückgehen und somit Erhebliche Verluste beim Verkauf entstehen? Zu den Sparkassen und Banken hat er kein richtiges Ver- itrauen, weil zu leicht eine Pleite möglich ist und weil er nicht gern andere wissen läßt, wieviel er - gespart hat. Am ehesten legt der Franzose sein Geld noch in einem Stück Land an, oder in Geld und Banknoten. Bezeichnend für diese Mentalität des französischen Sparers ist eine sicher den Tatsachen entsprechende Anekdote über Briand. Als Briand zu verdienen nnfing, steckte er den Ueberschuß einer Woche oder ‘ines Monats in Form von Banknoten oder Gold- ttücken in einem Briefumschlag und verstaute diesen in seinem Schreibtisch. Wenn ein erheblicher Beirag vorhanden sein mußte, kramte er alles zusammen, freute sich über die Geldfülle und fuhr hinaus nach C o ch e r e l, wo er sich so im Laufe der ficchre ein Stück Land nach dem anderen erwarb. Erst in den letzten Jahren seines Lebens konnte er inch dazu entschließen, gelegentlich Gelder einem । Kreditinstitut anzuvertrauen, doch der Erwerb von Papieren stand außerhalb jeder Erörterung. Briand fielt eben Gold und Banknoten und schließlich iinen Landbesitz für die sicherste Form der Geldanlage und im Interesse dieser Sicheicheit verzich- *te er sogar auf Zinsen. So wie Briand dachten vor dem Kriege und icnfen und handeln heute viele Franzosen. Das iroße Problem der französischen Finanz- und Kre- litpolitik ist, diese von den Durchschnittsfranzosen cehamsterten Goldbarren und Bank- oten in Bewegung zu bringen Es handelt | ich dabei um erhebliche Beträge, um etwas mehr Ils 60 Milliarden Franken, also 10 Milliarden Reichsmark, von denen knapp die Hälfte ns Ausland gebracht wurde, während gut die i»älfte in Form von Goldbarren, Goldmünzen oder ’ M0- und 1000-Francs-Scheinen von den Klein- nirgern und Arbeitern irgendwo zu Hause versteckt ft, oft sogar in der primitiven Form des Strumpfs, oder auch im Garten vergraben. Diese gespar- ?n und gehamsterten Beträge sind natürlich für ?nc Volkswirtschaft nicht vorhanden. Privatfirmen ind vor allem der Staat, die eine Anleihe aufneh- men wollen, können keine Beträge erhalten. Dies ioat sich vor allem für den Staat nachteilig ausgewirkt, der sich in den letzten Jahren erhebliche Beträge zur Deckung des Defizits beschaffen mußte. An sich wird in Frankreich so viel gespart, daß entsprechende Anleihen hätten untergebracht werden können, aber der Sparer streikt, und so mußte der Staat höchst gefährliche und krumme Wege gehen, um seinen Geldbedarf zu decken. Der französische Staat mußte sich z. B. in London drei Milliarden leihen und bei der Notenbank sogar 14 Milliarden, was leicht zu verhängnisvollen inflationistischen Auswirkungen führen kann Diese und andere Schwierigkeiten wären nickt gegeben, wenn der französische Sparer das Ersparte dem Staat und der Wirtschaft zur Verfügung stellen würde. Erhebliche günstige Auswirkungen würden die Folge sein. Der Zinssatz würde zurückgehen, die Umsätze würden steigen, die Wirtschaft würde angekurbelt werden usw. Somit haben alle französische Regierungen der letzten Jahre es als ihre entscheidende Aufgabe angesehen, die gehorteten 60 Milliarden Franken in Bewegung zu bringen. Die verschiedensten Vorschläge wurden unterbreitet, so auch der, daß die Banknoten abgestempelt werden sollen und die nichtabgestempelten ihre Gültigkeit verlieren. Die Vertreter dieses Vorschlages gingen von der Annahme aus, daß viele nicht mehr wissen würden, wo sie ihre Banknoten versteckt haben, daß andere die Noten nicht zur Abstempelung ab- Jn Berlin finden in diesen Tagen als Auftakt zu den Olympischen Spielen Internationale Tanzwettspiele statt, an denen 14 Völker beteiligt sind. Der gewählte Zeitpunkt drückt schon Absicht und Sinn der Veranstaltung aus. Die Tanzwettspiele sollen außerhalb der Sportwettbewerbe stehen und doch in Zusammenhang mit ihnen. Glanz und Größe des kommenden Olympiafestes hebt sie ebenso hoch über alle früheren Veranstaltungen ähnlichen Namens wie Umfang und Bedeutsamkeit des Programms. Denn wenn wir früher von internationalen Tanzwettbewerben und ähnlichem hörten, so handelte es sich ausschließlich um Konkurrenzen des Kunst- und Gesellschaftstanzes, ja, zumeist gerade um die Tanzart oder -abart, die für eben jenes Jahr neueste Mode war und diese Mode allen „zivilisierten" Völkern uniformierend vorschrieb. Ein Blick auf das Programm der diesjährigen Internationalen Tanzwettspiele zeigt, daß sie damit nicht das mindeste zu tun haben. Was hier gewollt wird, ist vielmehr gerade die Entfaltung der nationalen, rassischen, kulturellen, musikalischen, ursprünglich rhythmischen und künstlerischen Eigenart der einzelnen Völker, wie sie sich im Tanz ausdrückt. Es ist allo selbstverständlich, daß in erster Linie der Volkstanz berücksichtigt ist und vom Kunsttanz vor allem die Form, die sich aus den Quellen des Volkstanzes nährt, ihn bewußt stilisiert und durch das Mittlertum einzelner tanzschöpferisch stark begabter Persönlichkeiten zum Kunsttanz hinüberleitet. Ursprünglich ist jeder Tanz Volkstanz und außer der Sprache vielleicht der st ä r k st e Ausdruck der Volkspersönlichkeit. Manche der nationalen Volkstänze haben sich am Ausgang des 18. oder zu Beginn des 19. Jahrhundert, als auch in den höheren Gesellschaftsschichten lebhafte Rundtänze Mode wurden, die Ballsäle der Welt erobert, wie zum Beispiel die „E c o s s a i s e", ursprünglich ein schottischer, oder die Polka, ein tschechischer Nationaltanz, der nachweislich im Jahre' 1835 in Prag zum erstenmal öffentlich getanzt wurde und geben würden, weil sonst herauskäme, daß sie den Besitz von Banknoten in ihrer Steuererklärung nicht angegeben haben. So wurde ein großer Gewinn von mehreren Milliarden errechnet. Der neue sozialistische Finanzminister Vincent A u r i o l, der vor den gleichen Problemen steht, ist bei seinem Vorschlag von der Mentalität des französischen Sparers ausgegangen. Er hat sich gesagt, daß der französische Sparer vor allem die Gewißheit haben will, au jeder Zeit den Nennbetrag zurückerhalten zu können, und es begrüßt, wenn außerdem noch Zinsen gezahlt werden. Dies ist bei langfristigen Anleihen nicht der Fall, denn bei ihnen muß zurzeit noch mit einem Kursrückgang gerechnet werden. Dies ist zwar bei Sparkassen und Banken möglich, doch ein wenig verständliches Mißtrauen besteht nun einmal gegen diese Institute. So hat der Finanzminister den Vorschlag gemacht, und der Vorschlag ist angenommen worden, daß eine f u r 3= f r i ft i g e kleingestückelte Anleihe aufgelegt werden soll. Dies besagt, daß jeder französische Sparer die bisher gehamsterte 1000-Francs-Note in ein Anleihestück umtauschen kann, das er nach Fälligkeit in einem Monat oder in drei Monaten zum Nennbetrag plus Zinsen ausbezahlt bekommt. Das ist der neue Weg, der beschritten werden soll und der plausibel erscheint. Viele rechnen denn auch mit einem Erfolg. Ein großer Anleiheerfolg würde übrigens die Stellung der Regierung für lange Zeit stärken, ein Mißerfolg jedoch ihr baldiges Ende erwarten lassen. Ob und wie Frankreichs Sparer auf den neuartigen Appell des Finanzministers Vincent A u r i 0 l antworten, das wird von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche und politische Zukunft des Landes fein. sogleich Stürme der Begeisterung erregte. Bei ihrem Siegeszug haben diese Volkstänze jedoch viel von ihrer nationalen Eigenart verloren, und es fällt uns heute schwer, in ihnen das Gesicht des Volkes wiederzuerkennen, bei dem sie zuerst getanzt wurden. Kennzeichnender dünken uns jene Tänze, die bis heute Nationaltänze geblieben sind. Selten wird beispielsweise je ein Nichtpole einen echten Krakowiak — der nach der Stadt Krakau seinen Namen trägt — stilgerecht tanzen können, mit seinem charakteristischen abwechselnden Aufstellen von Hacken und Fußspitzen, seinem Zusammenschlagen der Hacken, des Einander-Umkreisens von Tänzer und Tänzerin, seiner schwierigen Synkopierung! Auch die Mazurka, nach der polnischen Landschaft Masowien, mit ihrem scharf rhythmischen Dreivierteltakt und der häufigen Akzentverschiebung vom ersten auf den dritten ober zweiten Taktteil, dem leidenschaftlichen Aufstampfen und Hackenzu- sammenschlagen der Tänzer erscheint uns als unwiederholbarer Wesensausdruck des tanzbegabten Slawenvolkes. Der Tanz hingegen, der das Wort Polen in seinem Namen enthält, die „P 0 l 0 n a i f e", gehört zu den feierlichen Gehtänzen, die das ganze Mittel- alter hindurch in der höfischen Gesellschaft allein getanzt werden durften, aber auch er ist mit der Geschichte des Landes untrennbar verbunden, denn es war ursprünglich ein Huldigungs- und Begrüßungstanz des polnischen Adels, der 1574 in Krakau für Heinrich von Anjou getanzt wurde. August der Starke gab dem figurenreichen und phantasie- vollen Tanz bestimmte Formen, die wieder verloren gingen, als er im 19. Jahrhundert europäischer Gesellschaftstanz wurde. Eine völlig andere Welt enthüllen die italienischen Volkstänze. Schon die fremdartigen Instrumente des Südens, Gitarre, Tamburin, Kastagnetten, Mortello geben dem Tanz einen anderen Wesenszug. Don den zahlreichen italienischen Nationaltänzen, deren fast jede Landschaft ihren Friedlicher Wettstreit der Volker im Tanz. 3u den Internationalen Tanzwettspielen in Berlin. Ole Frauemnsel. Von Ellen Fechner Es scheint fast, als gäbe es keine Männer auf Mrin, dieser kleinen, etwas kargen und doch so i’iÄDoUen Insel, einer der vielen, die in die blaue reizvollen Insel, einer der vielen, die Weite der Adria hineingestreut sind, wie von der >and eines launischen Riesen, deren dunkle Kontoren sich in der Morgen- und Abenddämmerung in langen, nebelhaften Ketten aus dem Meere heben mb der balmatinischen Landschaft ihren eigen» atigen, einzigartigen Zauber verleihen. Es scheint wirklich, als gäbe es nur Frauen in Aarin! Schon wenn man in Sibenik das Trabaccole l?fteigt, eine Art großes, schweres Segelschiff, das ton einem Rohölmotor getrieben wird, um dte kurze Fahrt nach dem kleinen, felsigen Eiland an- gutreten, fällt es auf, baß außer dem Kapitän und finem Matrosen eigentlich nur Frauen an Bord ^Das ist ein Kichern und Flüstern, ein Auf und ; Vb von dunklen Kopftüchern, blitzenden Goldfi igranohrringen, weiten, wippenden schwarzen Meten und klappernden Stricknadeln, denn die [arauen von Zlarin haben keine Zett müßig zu hin, müssen sie doch außer ihren Hausfrauen- und 1 :utterpflid)ten den größten Teil des Jahres yin- dirch auch Männerarbeit tun. « '3n Zlarin gibt es tatsächlich keine Manner, ab- Mehen non den alten, müden, verbrauchten, die höchstens nach für den Fischfang daheim taugen. • I ie andern, die jungen, ziehen IN den ersten mar- It°n Tagen, die das Jahr bringt, aufs Meer hm- I ms, um Jagd zu machen auf den seltenen rofen- \ r.tten Schatz, den dje Tiefe der Adria birgt, auf - Mußer den Fischern von Zlarin weiß niemand irshr die geheimnisvollen Plätze, an denen ste vor- trmmt, und so ziehen sie denn alliahrkch hinaus, ttlf ihren kleinen gebrechlichen Fahrzeugen denen irnn die Seetüchtigkeit auf den ersten Blick nicht c ohne weiteres zutrauen wurde, und die ihnen dich während der Sommermonate einzige Zuflucht irib Behausung sinb. w Mm Tage ihrer Ausfahrt versammelt sich die Mze Bevölkerung wie zu einem Fest, und ange- fiqnts des Kruzifixes segnet der Priester die Boote. -Sind sie bann fort, wird es M m den schmalen vmkligen Gassen des kleinen alten Dorfes. Die t:iqe vergehn, einer nach dem andern, ausgefultt im der Arbeit auf dem Felde und im Haufe. Ls scheint, als kämen die Frauen Zlarms.nut km Wäschewaschen nie zu Ende. Von früh bis pt sieht man sie an dem großen Spulstein am Hafen hocken, der ihnen die Waschküche ersetzt, und eifrig schrubben, dabei steht das Mundwerk keinen Augenblick still. lieber ihnen wölbt sich der südliche Himmel in tiefem Blau, mit den Farben der Adria wetteifernd, und der Widerschein der dalmatinischen Sonne leuchtet aus der Heiterkeit ihrer lachenden Gesichter. Der Abend findet sie auf den Steinstufen und Bänken ihrer Häuser sitzend. Die jungen Mädchen gehen langsam zu zweien und zu dreien Arm in Arm am Kai oder auf der Mole auf und ab. Die weiten Röcke, deren seltsamer Faltenwurf ein wenig an den Cul de Paris erinnert, den unsere Mütter einst trugen, lassen die Taille noch schlanker und zierlicher erscheinen, als sie ohnehin ist: die kleinen Füße, die in selbstgestrickten weißen Strümpfen und schwarzen Spangenschuhen stecken, treten leicht und sicher zugleich auf; und die Augen schweifen sehnsüchtig über die dunkle Inselkette am Horizont, hinter der die Boote verschwunden sind, auf denen auch der Liebste mitfuhr. Wo mag er sein in diesem Augenblick? Wird das Meer ihn zurückgeben? Wird er wiederkvmmen im Herbst, in den letzten warmen Tagen, wenn die Boote heimkehren? Mannigfach sind die Gefahren, die den Korallenfischer bedrohen, und manch einen von ihnen behielt das Meer. Die alte Kirche des Dorfes weiß um all die heimlichen Seufzer, um all die inbrünstig gestammelten Gebete, die aus geängstigten, gepreßten Herzen auf- fteigen, um den Gatten, den Sohn, den Geliebten! Und das Bild Marias, der Schmerzensreichen, lächelt tröstend auf die Betenden herab. Pazienza! scheint es zu flüstern, Geduld! Geduld! Geduld haben und warten! Das ist das Los der Frauen von Zlarin. Und vielleicht ist es im Grunde das Los ihrer Schwestern auf der ganzen Welt, denn diese immer bereite, wartende Geduld der echten Frau ist es, die dem Mann, der draußen kämpft und schafft, die Kraft dazu gibt, ihm von neuem das Gefühl von Sicherheit und Heimat schenkt. Sie wissen es nicht einmal, daß sie es schwer haben, die Frauen Zlarins! Sie lassen ihre Männer ziehen ohne zu klagen; es ist seit Generationen so gewesen, also muß es so fein, sie kennen es nicht anders. Die Zeit scheint still zu stehen auf ihrer kleinen Insel, obgleich der Zeiger auf der Uhr des alten Rathausturms unerbittlich die Sekunden, die Minuten, die Stunden mißt, halten sie zäh fest an den Gebräuchen ihrer Vorfahren, ihrer Kleidung, ihren Sitten, ihrer Art zu denken, und damit bewahren sie sich die Kraft und die Unschuld, die sie so stark macht Bretzner und sein Beit. Von Max Zungnickel. Vorgestern kam ich, gegen Abend, übermüdet in eine Kleinstadt. Ich ging zu einem Organisten, der mir bekannt war, und bat um ein Nachtlager. Er wies mir in seiner Kammer unterm Dach ein Bett an, ein breites, schwerfälliges Bett mit einem Himmel darüber. Ein Bett für einen pensionierten Schmerbauch. Der Organist stand unschlüssig dabei und schien einen Gedanken zu haben, den er mir gern mitteilen wollte. Ich bemerkte seine Scheu, mir den Gedanken anzuvertrauen. Jetzt zog ich meine Jacke herunter, und als er das sah, faßte er Mut Und sagte: „Wissen Sie, wem das Bett gehört?" Ich sah ihn verständnislos an. Er hatte ein sonderbares Licht in den Augen. Ich hätte mich gar nicht gewundert, wenn er gesagt hätte: das ist das Bett des Scharfrichters Bertram, der sechzehn Köpfe fjerunterrafierte. Aber er belehrte mich: „Das Bett gehört einem Verwandten von mir: Christoph Friedrich Bretzner, Verfasser des .Räuschchen'." Ich kannte diesen Mann nicht. Und nun erzählte er: „Weiß Gott, ich kann in diesem Bett nicht schlafen. Mir iffs immer, als ob mich jemand herausschmisse. Das Bett ist das schönste Gespensterbett?" Der Mond glimmerte durch das Fenster. Ich war hundemüde und haute mich hin. Der Organist setzte sich auf die Bettkante, und nun suchte er langsam in seinen Gedanken herum: „Christoph Friedrich Bretzner, mein berühmter Verwandter, ließ im Jahre 1782 eine Erklärung drucken, die etwa so lautete: Ein gewisser Mensch namens Mozart aus Wien hat sich erdreistet, mein Drama ,Belmonte und Konstanze' zu einem Operntext zu mißbrauchen. Ich protestiere hiermit feierlich gegen diesen Eingriff in meine Rechte und behalte mir weiteres vor." Der Organist ging. Ich sah das Mondlicht noch auf feinem Rücken und schlief ein. Plötzlich erwachte über mir eine Melodie, eine Melodie wie aus den Träumen der Nachtigall herausgezogen, eine berauschende, splitternde Melodie, goldfaden- haft. Die Klänge der Melodie wickelten sich um das protzige Bett und umspannen es spinnwebhaft. Und mit einem Male hob sich bas Bett. Oben, an der Dachluke, saß in gepuderter Perücke ein zarter, samtener Mensch und blies auf einer Flöte. Er sah wie Mozart aus. Und die Quellen der Melodie saßen in der Flöte. Ich wurde überschüttet von kristallenen Noten, von goldenen, silbernen, blumigen und seidenen Noten. Ich wurde verschneit von No- ■ - ■■■•.< ■ ... - •fc I Täglich Auszug der Wache mit Musik in Berlin. Zu Ehren der Olympiagäste zieht jetzt in Berlin täglich die Wache mit Musik auf, und zwar abwechselnd Abteilungen des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Am Donnerstag zog die Wache von der Ausbildungsabteilung der 1. Zerstörer- Division in Berlin auf. — (Scherl-Bilderdienst-M.) besonderen besitzt, ist am berühmtesten die Tarantella geworden, die in Apulien getanzt wird, langsam beginnend und dann immer schneller und schneller werdend, im Dreiachtel- oder Sechsachtel- Takt. Um ihre Entstehung rankt sich die Sage. Ein bösartiges Insekt versetzt durch einen Stich die Menschen in eine Art Raserei, in der sie sich nicht anders als durch Tanzen retten können. „Don der Tarantel gestochen" sagen wir noch heute. Weniger bekannt ist bei uns der „K 0 l 0", der serbische Nationaltanz, — von dem serbischen Wort Kolo „Rad", dessen Name aber jetzt auch als Sammelname für südslawische Tänze überhaupt gebraucht wird, bei dem die Tänzer langsam mit an- gefaßten Händen im Kreise schreiten, während in der Mitte ein einzelner Tänzer, ein Paar ober beren mehrere bestimmte Figuren und Touren tanzen. Daß wir Deutschen hinter keinem Volk der Am Montag, 20.3uli, beginnen wir in den Tamilien- blättern mit der Veröffentlichung einer neuen großen Erzählung: „Der Diamant des Radschah" von Robert Louis Stevenson. Rach der beschaulich-heiteren Liebesgeschichte von der Fahrt nach der Ahnfrau bringen wir nun ein Werk voller Phantasie und Abenteuerlichkeit, voller Handlung und Spannung. Die vier Begebenheiten, die sich um den berühmten und kostbaren Diamanten entfpinnen, gehören zu den Schilderungen, die Stevenson zu einem der gelesensten Schriststeller in England und Amerika gemacht haben ten, ganz verschneit. Der Betthimmel stürzte, von der Schwere der Noten schwach geworden, auf meinen Schädel. Erschrocken wachte ich auf. Die Morgenhelle kam unwirklich. Oh, Bretzner, was habe ich in deinem Bett für einen Traum gehabt! Gloria-Palast: „Buchhalter Schnabel". Passender wäre der Untertitel „Ein junger Herr aus Oxford". Der ist nämlich die Hauptperson und unentbehrlich für den luftspielmäßigen, wenn auch nicht ganz neuen Einfall: ein junger Mann erbt eines Tages das Geschäft seines Onkels, führt sich dort aber nicht als Chef, sondern als unbekannter kleiner Angestellter ein, um den Betrieb von Grund auf kennen zu lernen. Er lernt ihn kennen samt allem Personal: der unangenehmste ist ein streberhafter Direktor, der dem tüchtigen, aber schrulligen Buchhalter Schnabel nach Kräften das Leben sauer macht. Diesen Schnabel, der dem Film zu Unrecht den Namen gab, spielt Hans Moser: komisch, wie stets in den verrücktesten Situationen, aber tatsächlich in seinem entfesselten Redestrom nur noch annähernd verständlich. Dr. Rolf W a n k a spielt den sympathischen jungen Chef aus Oxford, der unerkannt wie Harun al Raschid durch seinen Betrieb wandelt und am Ende die netteste der Büroangestellten heiratet. Sie heißt mit ihrem bürgerlichen Namen Gusti Huber (wir lernten sie kürzlich im „Savoy-Hotel" neben Albers kennen) und hat es in der Tat um ihn verdient. Ferner wirken mit: Gülstorfs, leider recht übertrieben im Spiel, Despermann, Lizzi H 0 l z s ch u h, Rudolf Carl und Hugo Thimig, der betagte Senior der berühmten Schauspieler-Familie. Das Ganze, unter der Spielleitung von Hübler -Kahla, eine harmlos-sommerliche Unterhaltung. (Pansilm, Wien.) — Dazu die Wochenschau mit Aufnahmen von Schmeling und vom Deutschen Derby; zwei Kulturfilme; ein Vorspann zu dem Film „Unter falschem Verdacht". — r — Zeitschristen. — Die Zeitschrift „M utter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30) bringt im Juni- und Juliheft u. a. die folgenden, für die jungen Mütter besonders interessanten Beiträge: „Vom Gehorsam", „Ein kleiner Beitrag zur Kinderpsychologie", „Ferien im Erholungsheim?", „Ferien für Kinder durch die NSV.", „Strampelsäckchen für den äußeren Säugling", „Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und Erholung", „lieber die eigene Fußpflege der Hausfrau" ufw. Welt in bezua auf lebendige Tanzüberlieferung zu- rückstehen, wissen wir. Der deutsche Walzer — von walzen „sich drehen" — hat so gut wie die böhmische Polka und nachhaltiger als dies« die Welt erobert. Ein besonderes Glück bedeutete es, daß dieser allgemeinste deutsche Volkstanz, dem wie allen zu reinen Gesellschaftstänzen aewordenen Tänzen die Gefahr völliger Entnationalisierung drohte, durch Den musikalischen Genius eines Lanner, eines Johann Strauß als „Wiener Walzer" eine neue, geradezu klassische Ausvrägung erfuhr. Ursprüngliches Volkstum und jahrhundertealte Kultur sind im Wiener Walzer zu einer einzigartigen und nahezu vollkommenen Einheit verschmolzen. Der Schuhplattler der bayerischen Berae wird heute noch unverändert getanzt wie seit Jahrhunderten, ebenso auch andere Bauerntänze wie der .,S i e b e n s p r u n g" der Württemberger und der „Wind müll er" der Mecklenburger, oder wie manche alten Zunfttänze, von denen als berühmtester nur der Münchener „S ch e f f l e r t a n z" erwähnt sei. Früher als bei anderen Völkern haben bei uns die Kreise der Jugendbewegung und die Volkstanz» kreise dem verödeten Gesellschaftstanz den Kampf anaesagt und sich den reinen Quellen des alten Volkstanzes zugewandt. Früher als anderswo auch entstand bei uns eine neue Tanzkunst, die von porter nationaler Eigenart und dabei im besten Sinne zeitgemäß ist. Es erscheint darum gerechtfertigt und sinnvoll, daß gerade Deutschland es ist, daß die Völker zu diesen „Tanzwettspielen" aufruft, in denen jeder sein Eigenstes und damit sein Bestes geben soll, und in denen gerade die Mannigfalt der Stimmen sich zu reiner und starker Symphonie zusammenschliehen will. C. K. Wirtschaft. Neue Preise für Wintersaatgetreide. ZdR. Dom Verwaltungsamt des Reichsbauernführers werden soeben die Preise für Wintersaat- aetreide für die Herbstaussaat 1936 veröffentlicht. Danach gelten als Hochzuchtfestpreis für Wintergerste im Preisgebiet 1 vis 5 = 11,90 für 50 Kilogramm ausschließlich Sack ab Erzeugerstation, für Preisgebiet 6 bis 9 = 12,20 RM., für Preisgebiet 10 bis 14 = 12,60 RM. Für Winterweizen sind die Preise im Preisgebiet 1 bis 6 auf 13,15 RM., im Preisgebiet 7 bis 12 auf 13,80 RM., im Preisgebiet 13 bis 16 auf 14 RM. und im Preisgebiet 17 bis 20 auf 14,30 RM. festgesetzt. Für Winter- roggen betragen die Preise 11,50 RM. im Preisgebiet 1 bis 6, 11,80 RM. im Preisgebiet 7 bis 11, 12 RM. im Preisgebiet 12 bis 15 und 12,30 RM. im Preisgebiet 16 bis 19. Bemerkenswert an diesen Zahlen ist, daß die Preise für kleinere Bezieher recht erheblich herabgesetzt wurden, und zwar um etwa 70 Rpf. je 50 Kilogramm. Der Zweck dieser Maßnahme ist, auch dem kleinsten Bauern und Landwirt unter allen Umständen die Möglichkeit zu geben, Hochzuchtsaatgut in seinem Betriebe an» Huwenden und damit auch von der Saatgutseite her feinen Beitrag zur Erzeugungsschlacht zu leisten. Für Winterweizen, der als Kleberweizen ausgewiesen ist, kann der Züchter einen Zuschlag von 1 RM. je 50 Kilogramm erheben. Zum Nachweis der Klebergüte ist er verpflichtet, aus seiner anerkannten Hochzucht eine vorschriftsmäßig gezogene Probe bei den von der Hauptvereiniaung der deutschen Getreidewirtschaft bestimmten Untersuckungs- stellen untersuchen zu lassen. Die Kosten der Untersuchung hat der Erzeuger zu tragen. Er darf sie nicht auf den Käufer abwälzen. Wagengestellung für Flachs. ZdR. Für die diesjährige Flachsernte wird die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft sich bemühen, alle Bestellungen auf Rungenwagen für Flachs rechtzeitig zu erledigen. Wenn in vergangenen Jahren Schwierigkeiten bei der Abbeförderung des Flachses aufgetreten find, so sind diese nach Auffassung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft auf den Mangel an Wagendecken, dagegen nicht auf di« nicht rechtzeitige Stellung der angesorderten Güterwagen zurückzuführen. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft wird jedenfalls in diesem Jahre bemüht sein, auf Antrag bahneigene Decken, soweit der Bedarf hierfür ausreicht, den Verladern zu überlassen, doch ist — um in der Beförderung des Flachses keine Verzögerung aufkommen zu lassen — den Absendern zu empfehlen, sich wegen Bereithaltung ausreichender Decken rechtzeitig mit den Verleihern von Privatwagendecken in Verbindung zu setzen. Im letzten Jahre haben sich bei der Flachsernte auch noch insoweit gewisse Schwierigkeiten ergeben, als die mit Flachs beladenen Wagen von den Empfängern nicht immer rechtzeitig ausgeladen wurden. Es ist daher angebracht, den Zulauf Der Wagen in Zukunft dem Abnahmeoermögen der Röstanstalten anzupassen und für eine rechtzeitige Entladung der eingehenden Wagen Vorsorge zu treffen, damit diese wieder schnell weitere Verwendung finden können. < * *4/4prozentige DereinheitlicfaeRu- mänische Rente von 1913. Wie der Fwd. hört, wird der unbezahlt gebliebene Rest von 75 Prozent des Kupons per 1. Oktober 1933 der 4^prozentigen Vereinheitlichten Rumänischen Rente von 1913 auf Grund des Pariser Abkommens vom Juli 1934 nunmehr in die 4^prozentige Rumänische Konsolidierungsanleihe von 1934 mit Jahreszinsen ab 1. November 1934 getauscht. Die Konsolidierungsanleihe lautet auf französische Franken und Lei und wird in Abschnitten zu 100, 200 und 1000 französischen Franken und unverzinslichen Zertifikaten über 5,20 und 50 französischen Franken ausqegeben. Der Umtauschsatz stellt sich für den Kuponbetrag von einem Stück über 500 Goldlei auf 15 französische Franken der Konsolidierungsanleihe. Die Besitzer werden zur Einreichung ihrer Kupons nach Einheiten geordnet bei den alten Zahlstellen aufgefordert. Hierbei ist die gewünschte Stückelung der Obligationen und unverzinslichen Zertifikate der Konsolidierungsanleihe anzugeben. Rbein-Mainische Börse. Mittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 16. Juli. Die Börse eröffnete am Aktienmarkt in nicht ganz einhett- licher, aber überwiegend wieder freundlicher Haltung. Es kamen weiterhin kleine Kundschaftsaufträge zur Ausführung, auch die Kulisse beteiligte sich in kleinem Umfange an dem nicht sehr lebhaften Geschäft. Die Außenhandelsbilanz für Juni mit einem Aktiv-Saldo von 11 gegen 35 Millionen im Vormonat wurde beachtet. Im übrigen wirkte der Zeichnungserfolg auf die neue Reichsanleihe noch günstig nach und gab dem Rentenmarkt ein festes Gepräge, zumal man hofft, daß in absehbarer Zeit mit einer vorsichtigen Auflockerung der Emissionssperre gerechnet werden kann. Das Aktiengeschäft beschränkte sich meist auf einige Spezialwerte. Im Vordergrund standen wieder Maschinen- und Motorenwerte, Daimler Motoren, Eßlinger Maschinen und Gebr. Junghans setzten bis zu 1,50 v. H. fester ein, BMW. plus 0,40 v. H., Moenus Maschinen plus 0,25 v. H., Muag plus 0,50 v. H. Montanaktien lagen ruhig und meist unverändert, im Verlaufe jedoch etwa 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Mannesmann jedoch 0,75 v. H. niedriger. Chemische Werte lagen stiller, Deutsche Erdöl unv. 135, IG. Farben zunächst 170,75 (171,13), dann auf 171,50 befestigt. Elektroaktien tendierten unregelmäßig, die Veränderungen gingen kaum über 1 v. H. hinaus. Zellstoffaktien lagen weiter etwas schwächer, be- sonders Waldhof mit 151,65 (153), Aschaffenburger minus 0,50 v. H. Im einzelnen eröffneten AG. für Verkehrswesen 0,50, Kaufhof 0,25 v. H. und Holz- mann 1,65 v. H. fester, dagegen Deutsche Linoleum, Kunstseide AKU. und Hapag bis 0,40 v. H. schwächer. Nach den ersten Kursen war die Haltung überwiegend fester, das Geschäft aber nicht besonders groß. Renten lagen ebenfalls fester. Altbesitz unv. 113, Kommunal-Umschuldung 88,45 bis 88,50 (88,40), Zinsvergütungsscheine 93 (92,95), späte Schuldbuchforderungen 98,40 (98,25). Ziemlich fest lagen zertif. Dollar-Bonds, Preußen 68,75, dann 69 (68,25). Von Auslandsrenten blieben Mexikaner behauptet. Im Verlaufe war die Haltung widerstandsfähig, das Geschäft am Aktienmarkt hatte nur sehr kleinen Umfang. Daimler Motoren sowie einige Montanwerte lagen noch mäßig höher, Kaufhof bröckelten 0,25 v. H. ab. Von später notierten Werten gewannen Lechwerke Augsburg 1,75 v. H. auf 112, während Reichsbank 0,75 auf 197 verloren. Am Kassamarkt blieben Großbankaktien bei etwa 1 v. H. höheren Kursen gefragt. Der Rentenmarkt lag später ebenfalls sehr still und unverändert, Astbesitz bröckelten eher etwas ab. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obligatio- nen und Stadtanleihen lagen unverändert, 4,50 v. H. Heidelberg mäßig höher mit 91,25 (90,90). Liquidationspfandbriese bei geringen Abweichungen uneinheitlich. Ausländsanleihen lagen still, einzelne Mexikaner im Verlaufe leicht erhöht. Im Freiverkehr stiegen Adlerwerke auf 111 bis 111,50 (HO), Auto-Union auf 128 (127), Ufa- Aktien auf 68 (67) und Wayß & Freytag auf 117,50 bis 118 (117,50), dagegen gingen Franks. Handelsbank auf 43 (44) zurück. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse voll behauptet. Die Abendbörse war nach sehr ruhigem Beginn im Verlaufe etwas lebhafter, da auf Teilgebieten kleine Aufträge eingetroffen waren. Neben Maschinenwerten, von denen Daimler auf 127,75 (127,25) Gebr. Junghans auf 105 (104,50) und Eßlinger Maschinen auf 93 (92) anzogen, waren einige Montanwerte etwas beachtet und mäßig über den Berliner Schluß erhöht, auch AEG. und IG. Farben je 0,25 v. H. freundlicher. Zement Heidelberg unter dem Einfluß der Absatzsteigerung im ersten Halbjahr auf 144,50 (144) erhöht. Im übrigen blieben die Kurse voll behauptet. Am Kassamarkt befestigten sich Commerzbank auf 98,75 (98,50), Frankfurter Hyp.-Bank auf 96,90 (96,20), während DD.-Bank und Dresdner Bank mit je 100 unverändert blieben. Von Jndustriewerten Seilindustrie Wolff 92 (91). Der Rentenmarkt lag sowohl für deutsche wie für ausländische Papiere nahezu geschäftslos. Zertif. Dollar-Preußen etwas fester mit 69,25 (69), Kom- munal-Umschuldung 88,40. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 131,13, Reichsbahn- VA. 123,13, 4 v. H. Ungarn Kronen 2,50, 4 v. H. Rumänen 5,65, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 223, 4 v. H. Goldmexikaner 11, Adca 83, Commerzbank 98,75, DD.-Bank 100, Dresdner Bank 100, Franks. Hyp.-Bank 96,90, Buderus 111,50, Harpener 133,25, Mannesmann 109,13, Hoesch 117,25, Rheinstahl 147, Verein. Stahl 108,50 bis 18,65, AKU. 53, AEG. 37,50 bis 37,65, BMW. 139,75, Bemderg E 86, Zement- Heidelberg 144,50, Daimler 127,75, Deutsche Erdöl 135, Scheideanstalt 276, Licht & Kraft 159,50, Eßlinger Maschinen 93, IG. Farben 170,75 bis 171, Gesfurel 143,25, Goldschmidt 115, Holzmann 127, Junghans 105, Lah- meyer 144, Mainkraft 95, Metallgesellschaft 138, Schlickert 163,25, Zellstoff Aschaffenburg 118,75, AG. für Verkehrswesen E 119,75, Sellindustrie Wolff 92. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Auftrieb: Rinder 46 (gegen 75 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 2 (6) Ochsen, 2 (6) Bullen, 39 (48) Kühe, 3 (15) Färsen. Kälber 728 (893), Schafe 143 (74), Schweine 975 (783). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kühe a) 40 bis 43 (am 9. 7. 40 bis 43) b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 28 bis 33 (27 bis 33), d) 25 (25). Kälber andere a) 66 bis 70 (63 bis 67), b) 59 bis 65 (57 bis 62), c) 50 bis 58 (47 bis 56), d) 40 bis 49 (38 bis 46). Hämmel b2) Weidemast 47 bis 49 (48 bis 50), c) mittlere Mastlämmer 42 bis 46 (46 bis 47). Schafe e) beste 42 bis 46 (42 bis 46), f) mittlere 36 bis 41 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 54 bis 56 (—), g2) 50 bis 53 (48 bis 53). Marktverkauf: Kälber anfangs belebt, später nachlassend, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt. ' Großmarkt für Fleisch und Fettwaren. Beschickung: 1052 Viertel Rindfleisch, 562 falbe Schweine, 235 ganze Kälber, 5 ganze Hammel, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 80. Kuhfleisch a) 77. b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 8Q (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung roh unter 7 Zenti. meter 60 bis 65, Flomen höchster Preis 80. Markt- verlauf: ruhig, mit Ausnahme von Rindfleisch. Schwelnemarkt in Butzbach. * Butzbach, 16.Juli. Auf dem heute hier ab- gehaltenen Schweinemarkt waren 493 Ferkel aufgetrieben. Bei regem Handel wurden bezahlt für bis sechs Wochen alte Tiere bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte Ferkel 18 bis 24 Mark. Es ver- blieb geringer Ueberstand. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 608: Keine Zahlungsmittel mehr für Reisen nach den Niederlanden und Belgien verfügbar. — 609: Vorauseinzahlungen im italienischen Verrechnungsverkehr jetzt zulässig. — 610: Zusammenstellung der Ausstellungen und Messen der Welt. Der deutsche Außenhandel im Juni und im ersten Halbjahr 1936. Fwd. Die Einfuhr betrug im Juni 360 Mill Reichsmark. Gegenüber dem Vormonat hat sie um 23 Mill. RM., d. h. last 7 v. H. zugenommen. Diese Steigerung beruht überwiegend auf einer Erhöhung der Einfuhrmengen, zu einem Teil kommt in ihr aber auch eine Erhöhung des Einfuhrdurchschnittswertes zum Ausdruck. Die Zunahme Der Gesamteinfuhr im Juni, die höchstens teilweise durch jahreszeitliche Faktoren bedingt ist, entfällt in der Hauptsache auf Rohstoffe und Halbwaren. An der Steigerung der Einfuhr im Juni haben vorwiegend europäische Länder teilgenommen. Die Einfuhr aus Außereuropa war im ganzen nur wenig verändert. Im einzelnen war die Entwicklung jedoch unterschiedlich. Die Ausfuhr betrug im Juni 371 Mill. RM. Während in den Vorjahren von Mai zu Juni regelmäßig eine stärkere Abnahme der Ausfuhr eingetreten ist, war die Ausfuhr im Juni dieses Jahres somit kaum verringert (Vormonat 372 Mill. Reichsmark). Da der Ausfuhrdurchschnittswert leicht gestiegen ist, war die Verminderung mengenmäßig zwar etwas größer, jedoch betrug sie auch bann nur 1 v. H. Auch bei den einzelnen Gruppen sind von Mai zu Juni nur geringe Veränderungen eingetreten. Einer leichten Verminderung der Ausfuhr von Nahrungsmitteln und Fertigwaren steht eine geringe Erhöhung der Ausfuhr von Rohstoffen gegenüber. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres (318 Mill. NM.) war die Gesamtausfuhr im Juni dieses Jahres um 53 Mill. RM. höher. — Während die Ausfuhr nach den Ländergruppen Europa und U eberfee im ganzen wenig verändert war, zeigen die Lieferungen nach den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede. Die Handelsbilanz schließt im Juni mit einem Ausfuhrüberschuß von 11 Mill. RM. gegen 35 Mill. RM. im Vormonat ab. Im Juni des vergangenen Jahres war die Handelsbilanz ungefähr ausgeglichen. Im ersten Halbjahr 1 9 3 6 betrug die E i n- f ufa 2111 Mill. RM., die Ausfuhr 2243 Mill. Reichsmark. Die Handelsbilanz schließt also mit einem Ausfuhrüberschuß von 132 Mill. Reichsmark ab. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1935, das noch eine Passivität von 163 Mill. RM. aufwies, ergabt sich somit eine Verbesserung um fast 300 Mill. RM., die ganz überwiegend auf eine Steigerung der Ausfuhr beruht. Dem Wert nach ist die G e s a m t a u s f u h r gegenüber dem ersten Halbjahr 1935 um 281 Mill. Reichsmark, d. h. 14 v. H. gestiegen. Mengenmäßig betrug die Erhöhung in Der gleichen Zeit sogar fast ein Fünftel, Da der Ausfuhrdurchschnittswert um 4 o. H. gesunken ist. An der Erhöhung Der Gesamtausfuhr waren alle Gruppen mit Ausnahme von Nahrungsmitteln und Rohstoffen beteiligt. Die Einfuhr war im ersten Halbjahr 1936 um 14 Mill. RM., D. h. nicht ganz 1 v. H., geringer als in Der gleichen Zeit Des Vorjahres. Das Ein- fuhrvolumen hat jedoch um 4 v. H. abgenommen, da der Einfuhrdurchschnittswert im Gegensatz zu Dem Ausfuhrdurchschnittswert gestiegen ist. Im einzelnen war die Einfuhrentwicklung verschieden. Während die Einfuhr in Der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft zurückgegangen ist, hat Der Bezug von Nahrungsmitteln im ganzen zugenommen, uno zwar beruht Die Steigerung auf einer Erhöhung Der Einfuhr von lebenden Vieren und Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs. Im Bereich Der @e» werblichen Wirtschaft hat Die Einfuhr von Halbwaren wertmäßig um mehr als ein Zehntel, die Einfuhr von Fertigwaren um rund ein Sechstel abgenommen. Die Rohstoffeinfuhr ist Dem Wert nach etwas gestiegen, jedoch ergibt sich die Erhöhung ausschließlich aus einer Steigerung Des Durchschnittswerts. Mengenmäßig ist auch Der Bezug von Rohstoffen, unD zwar annähernd 4 v. H. getunten. Weihe des erneuerten Gedenkstein» an der Philippsbuche. LPD. Biedenkopf, 16. Juli. Die Geschichte Des hessischen Hinterlandes findet ihre höchste Verherrlichung in Dem Landgrafen Philipp dem Groh- mütigen, einem der deutschesten aller Fürsten zur Reformationszeit, der feinen Glauben an das Manneswort eines Kaisers, des im Dienste Roms stehenden Karls V., mit fünfjähriger Kerkerhaft in den damals unter spanischer Vorherrschaft stehenden Niederlanden büßen mußte. Zum Gedenken an den Tag, da dieser mutige, von seinem Volk hoch verehrte Fürst aus der Gefangenschaft in fein geliebtes Hefsenland heimkehrte, wurde vor fast 400 Jahren eine junge Buche gepflanzt, Die inzwischen zu einem mächtigen, wenn auch nunmehr etwas altersschwachen Baum geworden ist. In ihrem Schatten wurde im Jahre 1910 ein Gedenkstein errichtet. Der nach seiner Erneuerung am 9. August D. I. seine feierliche Wiederweihe erfahren soll. Tausende von Volksgenossen werden zu dieser historischen Gedenkstätte ziehen, um hier Augenzeugen eines Festspiels zu werden, Das Die Geschichte vergangener Zeiten in bunten Bildern und in den historischen Kostümen des 16. Jahrhunderts neu erstehen läßt. Die malerischen Trachten des hessischen Hinterlandes, Volkstänze dieser Trachtengruppen, echte Volkspoesie und sonstige künstlerische Darbietungen werden eine große Anziehungskraft ausüben. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., LornbarDzinsfuß 5 v. H. Franktun a. DL | Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frantsurt a. M. Äerlm Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Schlußkurs Schlußk. Abenb- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurö Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend« börs-> Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse 15.3uli 16 3u 1 Amtliche Rolieruna Geld | Brief Amtliche Notierung Geld s Brief Dainm 15.7 16 7 15.7 16.7 Dalum 15.7 16.7. 15.7. 16.7. Datum 15.7 16.7. 15.7. 16.7. 6% Deutsche Reichsanteihe v. 1927 4% Deutsche Retchsani. von 1934 byt% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Ani.-Ablos^Schuld mti Auslos. -Rechten ............ 4/t% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 4/t% ehem. 8% Hessischer Boll4 staat 1929 lrückzahlb. 102%) ... 4¥i% ehem. 8% Hessische Landes vanl Darmstadt Gold 8L 12... bVi% ehem. 4>/,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstavtLiqu. 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Golvschuldverlchr R.r Lberhessen Provinz-Anleihe ml Ausloi.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/t% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6*4% ehem. 4>/t% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 5/t% ehem. 4/i% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfant> oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/i% ehem. 7% Pr. Landespfand brietanst., Gold Komm. Obl.20 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Koldrente ....... 4% Ungarische Staarsrente v. 1910 4Vi% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goidmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie l..................... 101,13 97,4 102,25 113 100,1 98 97 101 93,5 123 119,65 97 101,1 101,4 97,5 95 109,5 30 2,8 9 8,7 8,75 15,3 101,1 97,4 102,5 112,9 100,1 98,25 97 101 93,75 123 119,65 97 101,13 101,25 97,5 I 95 I 109,5 30 2,90 9 8,65 8,75 15,35 101,13 97,4 102,5 113 100,1 98,5 119,9 97 101,5 97,5 95 109,5 2,85 9,13 8,7 8,75 15 101,1 97,4 102,25 113,13 98,5 97 119,9 97 101,4 97,5 95 109,5 2,85 9,1 8,6 8,65 15,1 4% oesgi. Serie U ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/L%Rumän.vereinh.Ren>ev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 /*% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank unb DiSconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gefellsch.f.Eiektr. Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert LEo. .............. 6 Siemens L Halske............8 Lahmeyer L Eo..............7 Buderus ........... < Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2/2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 nlse Bergbau ...............6 Me Bergbau Genüsse ........ 6 Klücknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren........8 6,9 10,25 5,45 42,75 14,4 15,65 119,5 97,25 99,5 99,5 197,75 37,25 156,65 134 159,9 136,25 143,5 132,75 138,9 164,5 203,5 143,5 111,75 135 134 118,75 137,5 115,75 110,25 6,9 10 5,65 42,75 14 15,65 119,75 98,75 100 100 197 37,65 157 133,25 159,5 136,25 143,25 132,5 139 163,25 204,5 144 111,5 135 133,25 117,25 136,75 115,5 109,13 10,25 5,4 43 14,5 48 16 119,75 122,9 96,25 98,5 98,5 197 37,25 157 132 160,5 135,75 143,75 132,5 138,65 164,25 203 142,5 111,5 135 133,75 118,25 175 137,25 116,9 110,25 6,9 10,13 5,7 42,75 14,13 48,65 15,9 120,4 121,75 98,5 100 100 196,5 37,5 157,75 132,65 159,65 136,25 143,5 132,75 138,75 163,5 204,75 143,75 111,5 135,13 133,5 117,25 137,5 115,13 108,9 Mansselder Bergbau....... 6/t Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......S/t Olavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........b Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% F. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerke ............... 6 Metallgeiellschaft............. 5 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Eementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer ....... 4 21hi (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Orensteln & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Slccumulatoren-Fabrtk....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner....... 0 Mamkrastwerke Höchst a.M>... 4 Süddeutscher Zucker........10 142,5 147,5 109,13 28,5 128 128 182 171.13 276 115 132,25 138,4 125,5 144,4 150 53 86 153 118,25 125 179 46,25 410 190 32,5 95 1 227 143,5 147 108,65 ' 28 128,75 127,75 183 »171 276 115 131,75 138 127 144,5 150 53 86 151,65 118,75 127,75 176 46,25 413 190,5 31,9 95 225 142,5 133,25 229 147 109,4 28,4 128,5 127 182,5 171,25 114,25 131,5 138 126,25 110 53,9 85,75 153 118 120,25 124,5 179,25 83,25 46,25 413 215 190 32,25 I 226 144,25 133,75 225 146,75 108,65 28 129,25 128,5 183 170,75 115,13 131,75 138,5 W 109,65 52,9 85,75 152,25 118,75 119,5 127,25 176,25 83 46,4 413,5 216 190,5 81,4 Buenos Vliu Brüssel .... Rio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig .... London.... HeliingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Zavan ..... Jugoslawien OSlo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork ... 0,673 41,96 0,141 3,047 55,59 46,80 12,45 5,485 16,425 169,02 19,53 0,726 5,654 62,57 48,95 11,31 64,19 81,12 34,00 10,29 2,478 0,677 42,04 0,143 3,053 55,71 46,90 12,48 5,495 ' 16,465 169,36 19,57 0,728 5,666 62,69 49,05 11,33 64,31 81,28 34,06 10,31 2,482 Banknoten 0,673 41,91 0,142 3,047 55,61 46,80 12,455 5,485 16,425 168,86 19,53 0,726 5,654 62,60 48,95 11,31 64,22 81,14 34,01 10,285 2,478 0,677 41,99 0,144 3,053 55,73 46,90 12,485 5,495 16,465 169,20 19,57 0,728 5,666 62,72 49,05 11,33 64,34 81-30 34,07 10,305 2,482 Berlin, 16. Zult Geld -----Brief__ Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,43 41,76 55,41 12,42 16,375 168,44 62,38 64,00 80,96 33,67 2?45 41,96 55,63 12,46 16,435 169,12 62,64 — 64,2 81,26 33,86 Os &1 & h°t'° : MS ■ in einer?,,2 einet?2 qj GW i ! ! Die juE I »' , uwerten* i iibit dem » I beiden W ; Ach bin ihm o I legt: j jemals em ö I haben fann. ' unb immer I kam die M i devM W ; Mluchtsrus • so H ich ch? j sjßit wollen it) - N", war un g * seine 6 \\ starken Winie Mdzählun ij seinen Platz : wurde skiM 1 kennen. Der t nicht öarunti i und uns ge i was er heut I ihn nicht me iZunianfanc o fluf! Lor Ta i köstlich schmei Mnjonnensche H Der ffialDarbi i als er uns | s Sonne und di Den muß i 9 Klee und wi> i dem Klee soll i ich da, da fi ö und schrecken! ii er sich in de || hoffte, wie l bin und... i ll zluqen: „Da Sabre!" i Gut hatte ü mandjen 3äge Merrit, aber - Wart wie im V Enthaltsamkeit Mf einmal tzer »rauen in die II n dieses Ich Die auf der: Kandgrube gi kannten „Mai Pünktlich u Wne n Kleeack We Menschen iidie Sandgrub, Mas machte i üschmecken, und umechielte er g, sgeliebten Buc rund zu nerbai Gehe non J Die Semegn Mridlungen bi "Elchen und lurö wabernde !Venbl|r* 'Awieiin * Srft Wien öen » fulete der 1 °°N ! HÄ" ®‘ SÄ' hüte, d^lani Mem > d fei JÜSl'S re Met «tu 24 «mmet ategen Fr. 165 Dritter Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. »Max", der Rehbock. Von Ernst Holzel. Er hat, als er nach seine Fährte im Buchenalthc-lz, le-iem Lieblingseinstand, zog, nicht gewußt, daß er „Nax" hieß, er hat auch auf den Ruf seines Namens pin keine Zuckerstückchen aus zarten Händen ent- mengenommen, wie etwa ein zahmer Damschaufler ir einem Tierpark. Nein, er war ein Rehbock der fr-rien Wildbahn, wie er meist zu sein pflegt. Nur in eiiem allerdings unterschied er sich von der Mehr- ÖCi( seiner Artgenossen: er vertraute dem Menschen, eil wenn ihm von diesem überhaupt keine Gefahr dr-hen tonnte. jjd) weiß nicht, wann und wo ihn seine Mutter erst setzte, ob er ihr einziger Sohn war und wie fei'ie Jugendtaae verliefen. Als ich ihn im Vorjahre $iri erstenmal sah, fiel er mir einmal auf durch seine tebeflu lächerliche Vertrautheit, dann durch seine Riichhastigkeit, mit der er die zartesten Gräser und bii jüngsten Pilze äste, und schließlich durch sein Bffijörn. Ein dünnes Sechsergehörnchen trug er, ur>erkennbar durch eine fast rechtwinklige Knickung ütiir dem Vorderende, so daß der obere Teil der freien Stangen fast waagerecht nach hinten verlief. J stiegen ist. Jni (in tflung verschiß uptgruppe ist, hat der Sta i zugenommen, ml uj einer Erhöbe :en und Nahms m Bereich ber«' Einfuhr von h: ils ein Zehntel, und ein Sechste ist dem Wen: sich die Erhe! zerung des D auch der Bezu: rd o.h. gei' ren f* »4 i Hitler hist°* augenje“?'" 5 die S-M Silber" «"b >» •Ä* feile#®“* Seöenkffm buche. M. Die Gesche et ihre höchste ft Philipp dem tftp n aller Fürsten'- lauten an das w i Dienste Rom- ■ ier Kerkerhast in -Herrschaft M* im Gedenken an t inem MW angenftW1 indheimkey^ ine junge Buche? em mächtigen, » lachen Baum g ° wurde im S- "b °ntz d Än d« A U> 'MMe ^673 41,91 0,142 3,047 55,61 46,80 12,455 5,48 ,6,425 168.88 19,53 0,726 5,6 62, 0 48,95 11,31 64-2J Si 1O> 2,478 iij n ns r, ft h 5,1? P t. $ 1 f 44 168^ 62^8 nb immer wieder habe ich ihn laufen lassen. Es kwl die Blattzeit, die hohe Zeit der Gazelle des dclfchen Waldes. Betört durch des Schmalrehs 6i nsuchtsruf stand er mir zu bis vor die Füße, |d aß ich ihn dem Jagdfreund „vorführen konnte". W wollen ihn laufen lassen, es sind Abkömmlichere ba', war unser Urteil. Der Winter kam, der Bock aeisor seine Stangen, tauchte unter in irgendeinem stocken Wintersprung und war nicht mehr erkennbar. Dildzählung 1936! Jeder Bock, den ich sah, fand fersen Platz im Taschenbuch, gar manches Gehörn mibe skizziert, um den Träger später wieder zu er» lenen. Der Bock mit den geknickten Stangen war nid darunter. Oft haben wir von ihm gesprochen in uns gefragt, wo er wohl stecken möge und dc er heute auf seinem Kopfe trüge. Wir sahen hr nicht mehr. — lunianfang! Die Jagd auf den roten Bock ging in Vor Tau und Tag pürschten wir draußen und 'bffid) schmeckte der selbstgebraute Mokka im Mor- leiwnnenschein vor der Jagdbude. Da kommt Otto, iei Waldarbeiter, mit seinem Rade an und ruft, ils er uns sieht: „Hier sitzen die Herren in der Seme und dort oben auf dem Klee steht der Bock!" ten muß ich mir ansehen! Dort stoßen Roggen, und wieder Roggen an die Straße, und auf )er Klee soll er stehen. Es ist 7.15 Uhr. Fast bin 1 d) Da, da kommt mir der Bock schon schimpfend Uni schreckend im Roggen entgegen, und dann baut nr ich in der Morgensonne vor mir auf, er ver- l efie, wie mir' Jäger sagen, und äugt nach mir 1 iniun-b... da fiel es mir wie Schuppen «on den !tan: „Das war ja der Freund vom vorigen 5 .drei" (tat hatte er sich gemacht, Stangen, die früher machen Jäger restlos glücklich gemacht hätten, gut 1 eriitt, aber — geknickt, nur nicht mehr ganz so fier wie im Vorjahr. Da freute sich der Jäger der Grihaltfamteit vom vorigen Jahre. Und nun kam öüi -inmal heraus, daß dieser brave Bock sein Ver- tWn in die Harmlosigkeit der Menschheit auch i t i eses Jahr hinübergerettet hatte. Die Arbeiter, b je nuf der Straße fuhren, die Männer, die zur «‘JcrJogrube gingen, die Bauern und Waldarbeiter finiten „Max", wie wir ihn tauften, alle. | Pünktlich um 6.45 Uhr trat er morgens auf fpnm Kleeacker. Dann durften am oberen Ende dje Menschen stehen und am unteren Ende durften die Sandgrubenarbeiter von ihren Rädern steigen. Iso; machte ihm alles nichts aus. Er ließ sich's sihn-cken, und wenn der Weidsack voll war, dann nicdielte er gemächlich über die Straße zu seinem gpjjteh Buchenaltholz, um dort wiederzukauen liinb^u verdauen. (Geheimnis des Feuers. Von Karl Theodor Straffer. e Bewegungen der Elemente find die heiligen Hungen der Mutter Erde. Beben der Gebirge, chen und Schlürfen der Wasser, sausende Luft waberndes Feuer — dies ist kein Tun des r geschäftigen Menschen, hier drängt und Urkraft dus zertrümmernden Gewalten zu ndstrahliger Neugestall. Wessen Auge je in Metallschmiede die wunderträchtigen Farben mit denen das gierige Feuer, verschieden heiß, ixfej^eib der Metalle umschweißt, ihn zu glühend- sllLs^em Wein zu vertropfen — der fühlt der 91 lehr ewigschaffende Unerschöpflichkeit. Das Quir- lösi laes Kupfers, Zischen des Zinns, das Brodeln bti Bronze unter der Leidenschaft des Feuers iriMirn den Naturmenschen bezaubern, ihm eine n ru ! Tiefe der Welt erschließen wie dem heutigen diebehre von den Elektronen. Erste Beobachtung fcjinQenben Metalls brachte sicherlich der Zufall. Trh noch zum Greifen und Werken zwang später di.e Bekanntschaft mit den Vorgängen des Ersens, biif nnge vor dem Eisenalter bekannt war. Hier eiHl sich die Hand zum Schwung der Schmiebe- fiM die Handlung war dringlicher und gemalt» fä» Rhythmus erhob sich zum Flügel der Arbeit; unÄ neroif} beginnt da, wohin älteste Sage als Er- imtnrjng ganzen Volkes zurückreicht, auch eine iuieuj ewigverlorene Poesie. Kein Zufall mag es feilir vaß die schönste der älteren Sagen vom Ur« sckviiL Wieland auf niedersächsischem Boden MH, da wo die Südgrenze der Germanen sich am bum mittelmeerischen Kulturkreis rieb. 8ei'lingsmetall der um 2000 v. Ehr. einfegen» de-n Zronzezeit war das ziemlich seltene weiche rcü Zupfer. Man benutzte es zwei Jahrhunderte Ian: iaft vor allem. Aber erst ein Zusatz von zehn diifiinfzehn Hundertteilen Zinn zu fünfundachtzig bi 5 rsunrig Hunderteilen Kupfers hob das neue Alti. zu solchem Härtegrad, daß es fcen alte» renitttein ober Fels zu ersetzen vermochte Langsam mng dieser Wandel vor sich — manajer Cr= fii itliry, Erzlagerentdeckung, Probe ^und Bewah- rtm: bedurfte es. In vielen Gegenden blieb der E^lki ja die Technik des Bronzegusses und der C^isnfhmiede mußte zu einer stärkeren Sammlung foldn Industrien an bestimmten Punkten fuhren und sützte anschlägige Küpse und tüchtige Meister DCX1, Auf Rügen zum Beispiel ist niemals B gegossen worden. Woher aber kam das Le frühere Annahme, als sei alles, auch Vas von Süden gekammen. findet heute Mp Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Rohstoffbeschaffung. Vom Kreiswirtschastsberater. Deutschland ist ein an Rohstoffen armes Land. Es ist daher notwendig, daß mit den im Lande gewonnenen, insbesondere aber mit den aus dem Auslande eingeführten Rohstoffen, hausgehalten wird und daß nichts davon, verloren geht. Dazu gehört eine pflegliche Behandlung und Sammlung der Altstoffe, die im haushalt vielfach in den Mülleimer wandern. In nächster Zeit wird die Sammlung der Altstoffe planmäßig durch die zuständigen Stellen der Partei, insbesondere durch die Frauenschaft, in die Wege geleitet werden. Die Erfassung soll grundsätzlich durch den zugelassenen arischen Altstoffhändler, der die gesammelten Rohstoffe ordnungsgemäß bezahlt, erfolgen. Vom Kleinhändler werden die Altstoffe bei dem Großhändler abgeliefert werden. Für den Bezirk Gießen ist als arische Rohstoff-Großhandlung die Fa. Fritz Schmitt, Gießen, Schlachthofstraße 30, Fernruf 2293,' zugelassen. Schon jetzt werden die Haushaltungen, insbesondere aber die Hausfrauen, gebeten, folgende Altstoffe zu sammeln und für Abholung durch die Altstoffhändler bereit zu halten: 1, Eifen: Blechabfälle aller Art, Rauchwarenbüchfen, Zigarettenschachteln aller Art, verzinkte und emaillierte Geschirre, Ofenrohre, Räder, Riemenscheiben, gußeiserne Rohre, Roste, alte Oefen, Herde und deren Einzelteile, alte Rasierklingen, überhaupt Eisenabfälle jeder Art. 2. Metalle: Blei, Zinn, (Tuben von Zahnpaste, Rasierpaste, Speisepasten), Zink, Kupfer, Messing, Aluminium. 3. Gummi: Fahrrad- und Auto-Mäntel sowie Schläuche. 4. Textilstoffe: Lumpen und Abfälle von Wolle, Baumwolle, Seinen, also alte Strümpfe, Wämse, alte Anzüge, Säcke und Sackabfälle. 5. Leder: Abfälle aller Art, auch altes Schuhzeug, Riemen usw. 6. Papier: Altpapier aller Art, alte Akten und Druckschriften, Zeitungen. 7. Glas: Flaschen aller Art. 8. Knochen: Für die Herstellung von Düngemitteln, Leim usw. wertvollstes Rohprodukt. Es ist zu empfehlen, in jedem haushalt eine Sammelkiste für Altstoffe anzulegen und nichts was für die Volkswirtschaft noch von Wert ist, in den Mülleimer zu werfen. Dir können durch planmäßiges Erfassen der Abfälle der deutschen Einfuhr nicht nur Millionen, sondern hunderte von Millionen jährlich sparen. Besonderes Augenmerk auf abfallende Altstoffe empfiehlt sich bei Entrümpelung der Dachböden und Keller, die bekanntlich durch den Luftschutz vorgeschrieben ist und demnächst energisch durchgeführt werden wird. Gerade bei dieser können größere Werte erhalten, oder aber bei Unachtsamkeit vernichtet werden. Wir gingen einmal zu dreien quer hindurch durch seinen Einstand mit Hammer und Säge, um Leitern und Kanzeln zu überholen. „Hier muß Max stehen", sagte ich gerade, da stand er auch schon vor einer dicken Kiefer, ließ uns ganz nahe herankommen, so daß wir ihn genau ansprechen konnten. Dann sagten wir ihm, daß wir auch in diesem Jahre gute Freunde bleiben wollten und wünschten ihm ein „Weidmannsheil". Dies alles ließ, „Max" über sich ergehen. Kein Wunder, daß am gleichen Vormittag wich ein Bauer fragte, ob wir denn an der Straße einen zahmen Bock ausgefetzt hätten. Tag um Tag ging dahin, und „Max" war das Gespräch und der Liebling all der Leute, die ihr regelmäßiger Weg zur Arbeit an ihm vorüberführte, für den Jäger allein schon ein Grund, ihn am Leben zu lassen. Sonntagmorgen! Der Fernsprecher rasselt. „Traurige Nachricht", sag! der Jagdfreund am anderen Ende, „heute Nacht hat ein Auto da und da einen Bock überfahren. Ich habe ihn hier!" „Ich komme sofort!" Ein Blick genügte: „Max!" Eine der vielversprechenden langen schmückte noch sein Haupt, die andere endete unter den Rädern. Vergebens schauen seine Freunde nach ihm aus, wenn sie zur Arbeit fahren. Uns Jägern aber gab es einen Stich, denn mir hatten ihn gern und hofften, daß nach Jahren einmal eine saubere Kugel den braven Bock rasch und ohne Qual ins Laub und ©ras seines Buchendomes strecken würde, dem er treu blieb, und daß dann sinnend ein Jägerauge eimstal, wenn es über die Wand mit den Gehörnen glitt, an ihm haften bliebe und „Max" wieder vor ihm stand, rot leuchtend die Decke im Licht der Morgen- jonne, mitten im grünen Klee, den er fo liebte. Das ist die wahre Geschichte eines Rehbocks. Unser Wild gehört uns allen zur Freude, die wir die Natur noch mit ungetrübten Augen sehen; wir Jäger hegen und nutzen unter Wild im Auftrag und für unser Volk. Größer als die Mehrzahl der Volksgenossen auch nur ahnt, ist die Zahl des Wildes, das dem Verkehr zum Opfer fällt, nutzlos verludert oder sich elend dahinquält. Hilf auch Du, Mvtvrfahrer, daß die einmalige Geschichte unseres „Max" keine alltägliche wird. Bornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Buchhalter Schnabel". Oienstjubiläum in der Reichsjustizverwaltung. Glückwunsch des Führers. Von ber Justizpressestelle Darmstadt wird mitgeteilt: Der Bürodirektor bei der Staatsanwaltschaft in Gießen Heinrich R a m b blickt am 18. Juli 1936 auf eine 40jährige Dienstzeit zurück. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Oie Verlosung der KdF.-Reisen vom Volksfest des Gautages. NSG. Auf dem Volksfest, das die NS.-Gemein- fchaft „Kraft durch Freude" aus Anlaß des Gautages Heffen-Naffau der NSDAP, durchführte, fand eine Verlosung von fünf Reifen mit „Kraft durch Freude" statt. Wir geben nachfolgend die Gewinnnummern mit den darauf entfallenden Fahrten an: 1. Los-Nr. 401. Nordlandfahrt vom 5. bis 12. September mit dem Dampfer „Der Deutsche". 2. Los-Nr. 2550. Nordlandfahrt vom 5. bis 12. September 1936. Der Losabschnitt enthält die Angabe: Marta Pletemeyer, Hofheim i. T., Höhenstraße 1. 3. Los-Nr. 243. Borkumfahrt vom 1. bis 9. August 1936. 4. Los-Nr. 857. Fahrt in das Salzach-Tal vom 10. bis 18. August 1936. Der Losabschnitt enthält die Angabe: Frau Agnes Fabricius, Weilburg, Pfarrgasse 8. 5. Los-Nr. 2640. Fahrt in das Jnntal vom 10. bis 18. August 1936. Der Losabschnitt enthält die Angabe: Adolf Niederer, Frankfurt a. M.- Nied, Am Mainplacken. Die Gewinner dieser Fahrten wollen sich beim Gau amt der NS.-Gemeinschpft „Kraft durch Freude", wenig Glauben mehr. Zwar hat es seinen Namen von der Insel Kypros, wo es in Menge zutage gefördert wurde — aber der ganze Mittelmeerkreis zeigt einen so starken Mangel an Zinnlagern, daß von dorther die Bronze nicht verbreitet sein kann. Dagegen wurden in Mitteleuropa, in Deutschland wie Ungarn, aus tiefen Schächten mächtige Kupfer- und Zinnsteinadern angeschlagen und unter Tage abgebaut. Man erhitzte den Stein, schlug das Metall heraus und beförderte es in Ledersäcken und Mollen ab. Kupfer befindet sich auch in Südschweden, dem Hauptgebiet der nordischen Bronzekultur, doch sollen die dortigen Bergwerke erst anderthalb Jahrtausende später entdeckt worden sein. Nicht unwahrscheinlich ist, daß in den ersten Jahrhunderten (der Kupferbronzezeit) fertiges Kupfer und Bronze-Gerät von den britischen Inseln eingeführt wurde, ehe man im Festlandkreis selbst zum neuen Handwerk überging. Zinn gab es auch in Böhmen, Sachsen und England. Gold für Weihgefäße, Schmuck und Prunkgerät fand man in Irland, Siebenbürgen und sonst in Mitteleuropa. Auch viel Ströme und Flüsse führten einst neben den Perlen solch Edelmetall — dem Sagenmotiv vom Rheingold liegt vergangene Wirklichkeit zu Grunde. Erhaltene Gußzapfen und »formen beweisen dann sehr bald die Heimatlichkeit dieser Kunst für den Norden. Die Formen bestehen aus Sand- oder Kalkstein, aus Serpentin, Ton ober Bronze und zeigen Abdrücke von Schwertern, Eicheln, Pfeilspitzen, Nadeln, Sägen, Aexten und Armbändern. Die Form war entweder einseitig und ergab dann reliefartige, auf der Oberseite ebene Geräte ober boppelseitig unb führte zu beibfeitig mobettiertem Guß. Beim „Guß in verlorener Form" enblich würbe ein Wachsmobell mit Ton umfleibet, bie Masse leicht gebrannt, so daß aus ersparten Löchern bas Wachs abschmolz. In ben Hohlraum goß man bie Bronze. Schmuckbosen, Hängebecken, besonbers aber die nordisch-niedersächsischen Trompeten sind Erzeugnisse dieses Verfahrens. Gegen Ende der älteren Bronzezeit aber beginnt das Feuer auch auf die Grabfitten Macht zu gewinnen. Die Leichen werden verbrannt, wie es tm Südvsten fchon etwas früher geschah. Noch Jahrhunderte lang behält man für mehrere Leichen ausreichende Steingräber bei, in die man die Asche aussät. Dann bleiben sie nur manneslang, bis sie zu Steinkisten schrumpfen und endlich in der jüngeren Bronzezeit die Äjche in Tonurnen bewahren, oft eingebettet, mit oder ohne Steinschutz, in uralte Steinzeithügel. Im „Königsgrab von Seddin", einem elf Meter hohen Hügel» der eine Steinkuppel barg, stand eine tönerne Urne, in der wieder eine Steinamphore des Fürsten Asche umschloß. Auch sonst führten Landschaft, Zeit und Volksbrauch zu mancher Verschiedenheit. Zum zweitenmal also erlebte der Norden das Geheimnis des Feuers. Daß es den ältesten Menschen lange Zeit als heilig galt, ist aus der Religion ber inbogermanischen Perser, ist auch aus Weihrauchopfern ber Aegypter, Babylonier, Phö- niker genugsam bekannt. Feuer hat reinigenbe, be» freienbe Kraft, es leuchtet wie bie Sonne unb zünbet wie ber Blitz. So vielgestaltig die Einzelbräuche aller Weltgegenben fein mögen, fo oft seit ber Jüngeren Steinzeit selbst bie ältere Grablegung mieber ben Leichenbranb nieberfämpfte, gewisse Anzeichen einer reineren Jenseitsauffassung liegen gleichwohl in ber neuen Sitte unb lasten bie Annahme einer bloßen hygienischen Neuerung als platt erscheinen. Wenn ber Leichnam in ber Altsteinzeit unter bem Herbe verscharrt würbe ober als angfterregenber Wiebergänger gefesselt werben mußte, so barf man wohl bie Anlage großer Steinhäuser für eine vorgeschrittenere Stufe ansehen. Die altägyptische Religion kannte Weiterleben nach bem Tode nur bedingt durch Mumifizierung des Körpers. Mühsames Bergen in höhlenartigen Steinkamyiern sollte die Gestalt des Toten erhalten, dann war auch die Seele gesichert. Es ist Animismus: Seele fliegt körperbefreit in Traum und Tod, als feinstes stoffliches Gebilde, Feuer und Wasser fürchtend, als Seelenvogel davon und ruht auf der Spitze des Menhirs aus. Die Verbrennung blieb bei allen orientalischen Völkern Vorderasiens und in fast ganz Afrika unbekannt. Bei den Indianern ist sie nachgewiesen. In Europa kommt sie im Einzelgebiet ber Bretagne unb in ihren Nachbarlanbschasten schon in ber Jungsteinzeit vor. Nach Mitteleuropa aber hat sie sich wohl vom Gebiet bes Dnjepr unb Dnjestr her verbreitet, denn hier tritt sie in aller Entschieben- heit etwa um 2500 v. Ehr. in bie Erscheinung. Sehr auffaUenb ist nun, baß ihr Aufkommen mit bem Eintritt ber Jnbogermanen in die Urgeschichte zusammenfällt unb baß bie inbogermanifchen Völker entferntester Gebiete, wie in Niebersachsen unb, Jnbien, sie wie ein gemeinsames Kulturgut hüten. Daß ber Leichenoerbrennung ein Glaube von der Befreiung der Seele aus unheiligtotem Leibe nach Reinigung durch das heilige Feuer innewohne, ist kein verstiegener Gedanke. Und doch, welche Rätsel! Auf antiken Wagen finden wir ziemlich klare Bilder indogermanischer Scheiterhaufen. Erst allmählich haben sicher die Germanen die Kunst gelernt, mit holzeingehegtem Sreifag, II. Juli 1956 Amt Reisen, Wandern, Urlaub, melden. Der Mel» düng ist die Festfolge beizulegen. Ausländer als Gäste des Gaues Heffen-Naffau. NSG. Im Anschluß an den Freizeitkongreß In Hamburg reifen eine Anzahl Ausländergruppen durch Deutschland, um es kennenzulernen. Es han» beit sich hierbei vielfach um Trachten- und Volkstumsgruppen, die in Hamburg ihr Land vertreten haben. In der Zeit vom 1. bis 5. August haben wir im Gau Heffen-Naffau eine Gruppe aus Jugoslawien in der Stärke von 35 Personen zu Gast. Ihnen folgen vom 4. bis 9. August Norweger mit 25 Personen und eine rumänische Gruppe von 30 Personen. Nach einem Stägigen Aufenthalt in unserem (Saugebiet fahren die beiden letzten Gruppen am 9. August zur Olympiade nach Berlin. Sie sind vorher Gäste der Gaue Süd-Han- nover-Braunschweig und Thüringen gewesen. Unsere sugoslawischen Gäste fahren am 5. August von hier aus in den Gau Kurmark und besuchen dann gleichfalls die Olympischen Spiele. Der Gau Hessen-Nassau ist auch das Ziel einer Ehrenabordnung reichsdeutscher A r » beiter aus dem Ausland. 200 Mann treffen am 7. August mit dem Rheindampfer in Bingen ein. Am Abend wird ber Gauleiter selbst unsere Gäste auf ber Burg Klopp begrüßen. An- schließenb finbet auf Burg Klopp ein Rheinischer Abenb „Sommernacht am Rhein" statt. Dieses Sommernachtsfest wirb unseren Gästen einen Einblick in bie rheinische Fröhlichkeit unb ben Humor geben. Der Abenb finbet mit einer Anstrahlung ber Burg Klopp unb bes Nieberwalbbenkmals unb einem Höhenfeuerwerk vom Mäufeturm im Rhein unb auf ber Ruine Ehrenfels feinen Abschluß. Der 8. August gilt bem Besuch bes Nieberwalbbenkmals und ber Weinstabt Rübesheim. Anschsteßenb geht die Weiterfahrt nach Frankfurt über Wiesbaden, dessen Kurhaus, Kuranlage, Neroberg mit Opelbad besichtigt wird, Mainz und Rüsselsheim, wo den Opelwerken ein kurzer Besuch abgestattet wird. In Frankfurt wird zuerst die Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, wie Römer, Kaisersaal. Goethe- Haus usw. besichtigt. Abends findet ein Empfang durch die Stadt im Ratskeller statt, mit einem Besuch der Römerbergfestspiele. Am 9. August fahren die auslandsdeutschen Gäste über die Reichsautobahn am Flug» und Luftschiff- Hafen „Rhein-Main" vorbei, der bei dieser Gelegenheit besichtigt wird, nach Heidelberg. Sie lernen also bie Straßen Abolf Hitlers auf ber ersten, bie gebaut würbe, kennen. In Heibelberg übernimmt bann ber Gau Baben unsere Gäste in seine Betreuung. Schützt $lur und Ernte! ZdR. Immer noch gehen Jahr für Jahr Millio- nen-Werte bem Volke burch böswillige ober unvorsichtige Beschädigung ber Fluren verloren. Wie oft muß man es z. B. beobachten, baß an ben Wege- ränbern bas betreibe zertrampelt ist. Nicht selten ganze Pfade führen durch bie Felder, nur weil es einige Fußgänger zu unbequem finden, den vorgeschriebenen Weg zu gehen. Wenn der Bauer unter Einsatz aller Kräfte bie Ernährung des Volkes ficherftellt, muß er es sich verbitten, baß auf diese Weise das tägliche Brot mit Füßen getreten wird. Ein übler Brauch ist es auch, daß Städter auf ihren Spaziergängen Sträucher von Obstbäumen abbrechen, um sie zu Hause in ein Glas zu stellen. Dadurch versündigt er sich nicht nur am Ertrag ber beutschen Scholle, fonbern verunziert in ber übelsten Weise bas schone beutsche Lanbschaftsbild. Nie- manb hat bas Recht, biefe Schönheit nur für sich in Anspruch zu nehmen, währenb taufenbe nach ihm sich über kahle Bäumchen unb lückenhafte Hecken ärgern müssen. Es ist rücksichtslos und maßlos anspruchsvoll, so bie Schönheiten ber Natur zu mißbrauchen. Den Volksgenossen wirb daburch manche stille Freube genommen unb ber Volkswirtschaft werben Schöben zugefügt, bie bei der not- Feuer auf kleinem Raum und ohne großen Aufwand ihre Toten zu verbrennen, wie es neue Anschauung gebot. Entsprang ber Brauch bem Wunsch nach rascher Vernichtung unb Bannung ber Toten? Warb er einfach unter süböstlichem Sittenzwang übernommen? Dieser befreienbe Glaube konnte bocy wohl nicht erweckt werben ohne große religiöse Führernaturen, beren nie ausgezeichnete Namen für immer verklungen finb. Oer Schöpfer der Kindergärten. Der große deutsche Menschenerzieher Friedrich pröbel, dessen Todestag sich am 21. Juli wieder jährt und dessen Gedankengut heute noch in mehr als einer Hinsicht richtunggebend ist, widmete sich zunächst, nach einer harten und entbehrungsreichen Jugend dem Forstfach, später naturwissenschaftlichen Studien. Er wurde Lehrer an einer Pestalozzischen Knabenerziehungsanstalt, machte die Freiheitskriege im Lützowschen Freikorps mit und gründete 1816, nachdem er zunächst noch Inspektor am Königlichen Institut für Mineralogie in Berlin gewesen war, eine „Allgemeine deutsche Erziehungsanstalt", bie in kurzer Zeit einen lebhaften Aufschwung nahm. So sehen wir auch am Lebensweg biefes Mannes mieber, welch seltsam verschlungene Pfade der Mensch oft wandern muß, ehe er dort anlangt, wo das Genie ihn hinzwingt. Das Neuartige feiner Erziehungsgrundsätze verkündete Frvbel zunächst in seiner gedankentiefen Schrift „Die Menfchenerziehun g", in der er „allseitige Forderung aller Menschenkräfte" forderte. Vornehmlich richtete Fröbel sein Augenmerk auf die Erziehung der Kinder im schulpflichtigen Alter, in ber er mit Recht bie Grunblage aller weiteren Erziehung erkannte. Sa grünbete er ben ersten „Kinbergarte n", eine Anstalt, in ber die Kinder durch planvoll abgestimmte Bewegungsund Geistesspiele ihrem Alter entsprechend vielseitig angeregt wurden, dabei aber in dauernder Berührung mit der Natur blieben. Da seine Gedanken abseitig anerkannt wurden, ging Fröbel bald daran, ein Seminar für Kindergärtnerinnen zu gründen, um so den Fortbestand seines Gedankengutes zu sichern. Es traf ihn schwer, daß Preußen feine Kindergartenarbeit verbot, obwohl er nachweisen konnte, daß alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen gegenftanoslos waren. Fröbels Arbeit aber wirkte sich trotzdem überall segensreich aus, so daß sein Name heute aus der Geschichte des deutschen Erziehungswesens nicht mehr wegzudenten ist. K< z. L. wendigen Disziplin vermieden werden können. Achtet darum die Gaben der Natur! Keine Kinderlähmungsepidemie in der Schweiz. Dom Schweizerischen Konsulat Frankfurt a. M. werden mir um die Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Im Ausland zirkulieren Gerüchte, die wissen wollen, daß in der Schweiz eine immer mehr um sich greifende Kinderlähmungsepidemie wüte. Diese Gerüchte stimmen mit dem wahren Sachverhalt keineswegs überein. Die Schweizerische Verkehrs- Zentrale in Zürich hat sich deshalb beim Eidgenössischen Gesundheitsamt über den wirklichen Stand der Dinge erkundigt und von dieser für die Beurteilung des wirklichen Sachverhalts kompetentesten eidgen. Amtsstelle den nachfolgenden sehr beruhigenden SttuaÄonsbericht erhalten: „Zuerst muß festgestellt werden, daß von einer Kinderlähmungsepidemie in der Schweiz im Augenblick nicht gesprochen werden kann. Es zeigten sich bis heute nur zwei auf ein enges Gebiet lokalisierten Herde: der eine im Prätigau, der jetzt schon im Erlöschen ist, der andere im nördlichen Thurgau und daneben an einigen Orten des Landes eine gewisse Anzahl vereinzelter Fälle. Die Situation unterscheidet sich in Wirklichkeit nicht von den letzten Jahren, wo man die Kinderlähmung jeweils während der Sommermonate in der Schweiz und — das sei ausdrücklich bemerkt — in ganz Europa in einer Anzahl von Fällen auftreten sah. Aber das sei noch einmal wiederholt, es handelt sich um keine Epidemie, und der Tatbestand rechtfertigt die Zweifellos tendenziösen Gerüchte in keiner Weise, die man über die Gefährlichkeit einer Schweizerreise im Ausland in Umlauf gesetzt hat. Es ist daher aller Grund vorhanden, diese Gerüchte mit allen Mitteln, über die wir verfügen, zu dementieren." . Die öcutfdic Arbeitsfront tl.9«=6emcihf(haft „Kraft durch freute" Urlaubszüge. Sachs. Schweiz vom 23. bis 31. Juli. U. F. 4 3/46: Zu dieser Fahrt sind noch einige Plätze frei geworden. Der Fahrplan ist bereits wie folgt festgelegt: Abfahrt Frankfurt (M.) am 23. Juli um 21.46 Uhr. Die Fahrt geht über Offenbach—Hanau —Gelnhausen. Der Fahrpreis beträgt einschl. Verpflegung und Unterkunft 37,50 Reichsmark. U. F. 45/36: Bayerischer Wald vom 31. Juli bis 8. August. Unberührte alte, deutsche Kulturlandschaft zeigt sich hier mit ragenden Schlössern und kunstreichen Kirchen, freundlichen Dörfern mit Dolksbräuchen, die die Bevölkerung in ihrer ganzen Ursprünglichkeit bewahrt hat. In der Bayerischen Ostmark gibt es noch deutschen Urwald, in dem noch keine Axt erklang. Von den Bergen reicht der Blick bis zu den weißen Firnen der Alpen. Dunkle Bergseen, endlose Wälder, die größten zusammenhängenden Waldgebiete verleihen der Landschaft einen besonderen Reiz. So ist diese Gegend, vergessen zwar und wenig bekannt, ein Kleinod deutscher Landschaft. Hier in der Unendlichkeit der Wälder mit dem ewigen Wiegen und Wogen grüner Wipfel kann der erholungsuchende Urlauber wirklich neue Kraft mit nach Hause nehmen. Das ist das einzigartige am Bayrischen Wald. Der Teilnehmerpreis einschl. Verpflegung beträgt 34.— Reichsmark. U. F. 46/36: Harz — Wernigerode vom 1. b i s 8. A u g u st. Auch für diese wunderschöne Fahrt sind noch einige Plätze frei. Der Fahrpreis einschl. Verpflegung beträgt rund 35.— Reichsmark. U. F. 4 7 / 3 6 : Borkum vom 1. bis9. August. Noch einmal bietet sich die Möglichkeit, in der Hauptferienzeit einige schöne Urlaubstage an der Nordsee auf der schönen Insel Borkum, dem weltberühmten Seebad, zu verbringen, sich von dem Alltag auszuruhen und neue Kraft für die kommende Arbeit zu sammeln. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt am 1. August in Frankfurt um 21.06*Uhr, in Friedberg 21.49 Uhr, Butzbach 22.13 Uhr, Gießen 22.48 Uhr. Zu all diesen Fahrten können noch Anmeldungen umgehend auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden. Sonderfahrt zur Rosenschau nach Vad-Rauheim am 19. Juli. Die gemeldeten Teilnehmer können für diese Sonderfahrt die Fahrkarten Samstag vormittag hier auf der Dienststelle abholen. Die Abfahrt erfolgt um 12.39 Uhr in Gießen. — Rückfahrt in Bad-Nauheim 23.02 Uhr. Der Fahrpreis beträgt mit Eintritt 1,50 Reichsmark. Omnlbusfahkt nach dem Nürburgring. Zu dieser Omnibusfahrt am 26. Juli haben wir noch einige Karten zur Verfügung. Der Fahrpreis mit Eintrittspreis beträgt 7,55 Reichsmark. * ** Sterb ef älle in Gießen. Es verstorben in der Stadt Gießen in der Zeit vom l.Juli bis 15. Juli: 2. Juli Heinrich Leinberger, Lagerarbeiter, 67 Jahre, Wetzsteingasse 25; 4. Juli Albert Hatz, Heizer, 59 Jahre, Krofdorfer Sraße 1; 5. Juli Emilie Langsdorf, geborene Brunow, 88 Jahre, Crednerstraße 22; 9. Juli Anna Georg, geborene Schopbach, 79 Jahre, Seltersweg 41; 9. Juli Marion Schiffner, 8 Jahre, Krofdorfer Straße 110; 10. Juli Christine Magnus, 90 Jahre, Goethestr. 21; 9. Juli Marie Ritter, geborene Bechstein, 54 Jahre, Bismarckstraße 20; 11. Juli Carlo Brühl, Bäckermeister i. R., 65 Jahre, Ederstraße 21; 12. Juli Käthe Benner, 65 Jahre, Steinstraße 88; 11. Juli Leonhard Joseph Dechert, 75 Jahre, Kaiserallee 19; 12. Juli Katharina Arnold, geb, Welker, 74 Jahre, Grabenstraße 8. ** Straßenausbesserung. Gegenwärtig ist man dabei, die Fahrbahn des Wiesecker Weges ausbessern zu lassen. Durch den starken Fahr- und Fuhrverkehr hatten sich in der Asphaltdecke Löcher gebildet, die gerade bei der nassen Witterung mit Basaltgrieß eingedeckt und mit einer flüssigen Bindemasse überspritzt. Zur besseren Befestigung trat dann noch die Straßenwalze mit Motorantrieb in Tätigkeit, so daß die Fahrdecke wieder in Profil und Oberfläche tadellos hergerichtet ist. Das übrige Stück erfährt nur eine Oberflächenbehandlung, wobei die ausgenutzten Stellen ausgeflickt weroen. ** Zahlungstermin. Die Stadtkasse Gießen macht darauf aufmerksam, daß als Zahlungstag für das erste Ziel der Grund-, Gewerbe- und Son- berfteuer 1936 der 20. Juli festgesetzt wurde. Bis zu diesem Tag können die Steuern ohne. Säumnis- Wichtig für Bewerber um Ehestandsdarlehen! NSG. Es kommt immer wieder vor, daß Volksgenossen, die die Gewährung eines Ehestandsdarlehens beantragen wollen, sich nicht rechtzeitig Kenntnis verschaffen, wann der Antrag zu stellen ist. Sie sind der Ansicht, daß der Antrag auch noch nach der Eheschließung bei der Gemeindebehörde eingereicht werden könne, und sind dann oft enttäuscht darüber, daß ihnen das erbetene Darlehen versagt wird. Die Gewährung der Ehestandsdarlehen dient der Förderung der Eheschließungen, nicht aber der Förderung bereits geschlossener Ehen. Deshalb ist bestimmt, daß die Anträge aus Gjewährung von Ehestandsdarlehen nach der Bestellung des standesamtlichen Aufgebots, aber vor der Eheschließung schriftlich nach amtlichem Vordruck bei der zuständigen Gemeindebehörde zu stellen sind. Können die erforderlichen Unterlagen (z. B. Gesundheitszeugnisse, Arbeitgeberbescheinigungen usw.) nicht mehr rechtzeitig erbracht werden, dann ist in jedem Fall ein schriftlicher Antrag vor der Eheschließung der Gemeindebehörde zu übersenden und darauf hinzuweisen, daß die fehlenden Unterlagen alsbald vorgelegt werden. Zu beachten ist auch, daß der Antrag erst dann als gestellt gilt, wenn er bei der Gemeindebehörde eingegangen ist. Der Tag der Absendung ist also nicht maßgebend. Die Standesämter erteilen den Bewerbern um Ehestandsdarlehen jede gewünschte Auskunft und händigen auf Wunsch kostenlos ein vom Gesetzgeber verfaßtes Erläuterungsheft aus, das alle erforderlichen Hinweise enthält. Es ergeht daher die Mahnung, die Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen rechtzeitig d. h. nach Bestellung des Aufgebots, aber vor der Eheschließung bei der Gemeindebehörde zu stellen. Eine bedeutsame Arbeitsgenchtsentscheidung für Musiker. NSG. Die von dem Sondertreuhänder für das Musikergewerbe erlassene Tarifordnung für die lm Treuhänderbezirk Hessen beschäftigten Musiker sieht vor, daß bei einer täglichen Arbeitszeit von mindestens sechs Stunden Anspruch auf einen dienstfreien Tag in der Woche unter Fortzahlung der Bezüge besteht. Die Tarifordnung gilt nur für die in Gaststätten beschäftigten Musiker. Musiker in Varietes, Kulturorchester und Kurkapellen sind aus dem Geltungsbereich ausgenommen. In einer vor dem Arbeits- und Landesarbeitsgericht zur Entscheidung stehenden Streitsache hatte ein Musiker behauptet, der Betrieb der Beklagten sei trotz der Bezeichnung „Variete" als Kabarett anzusehen. In diesem Fall hatte der Kläger Anspruch auf einen dienstfreien Tag, der ihm sonst nicht zustand. Um diese Streitfrage zu entscheiden, galt es, den Unterschied zwischen Varietö und Kabarett klar herauszustellen. Arbeits- und Landesarbeitsgericht haben nach sorgfältiger Prüfung und nach Anhörung von Sachverständigen folgende typische Merkmale festgestellt: Das' Variete gleicht nach seiner inneren Einrichtung fast dem Theater oder dem Zirkus. Man findet in der Regel parallel zur Bühne ausgestellte Sitzreihen und theatermäßige Bühneneinrichtung. Die Eintrittspreise sind gestaffelt. Speisen und Getränke werden während der Vorstellung nicht verabreicht, höchstens während der Pausen im Foyer, an besonders aufgestellten Tischen oder durch besondere Bediente. Im Programm überwiegen artistische Darbietungen. Der Besucher erwartet, ähnlich wie im Theater, einen gewissen Kunstgenuß, und widmet infolge der Art der Darbietungen seine ganze Aufmerksamkeit den Vorgängen auf der Bühne. Demgegenüber ist das Kabarett eine Kleinkunstbühne, die auch schon rein äußerlich eine intimere Wirkung auf die Besucher ausüben soll. Die Gäste sitzen nicht in Stuhlreihen, sondern an Tischen. Während der Vorstellungen werden Speisen und Getränke verabreicht; auch besteht in der Regel fein Rauchverbot. Bei den Darbietungen überwiegt das gesungene und gesprochene Wort, artistische Leistungen sind seltener. Häufig wird in den Pausen, regelmäßig aber nach den Vorstellungen getanzt. Im Kabarett besteht also nicht die enge Verbindung zwischen Bühne und Zuschauer wie im Varietö. Das Kabarett ist mehr darauf abgestellt, den Verzehr den Gästen schmackhafter zu machen und sie in den Tanzpausen zu unterhalten. In der Regel wird auch kein oder nur ein geringes Eintrittsgeld erhoben, sondern ein Zuschlag auf die Getränke und Speisen. Die Entwicklung der beiden Betriebsarten brachte es mit sich, daß die eine Betriebsform von der anderen Anleihen entnahm und die Grenzen verwischt wurden. Aber noch eine andere Bestimmung der Tarifordnung erschien dem Landesarbeitsgericht bei feiner Entscheidung wichtig. Die Tarifordnung bestimmt, daß sie für die in Gaststätten beschäftigten Musiker Geltung haben soll. Diese Betriebe bedürfen nach dem Gaststättengesetz einer besonderen Erlaubnis. Das Kabarett bedarf zu seinem Betrieb einer solchen Erlaubnis, während sie beim Variets nicht nötig ist. Da der Betrieb der Beklagten trotz seiner eigenen Bezeichnung als Da- riefe der Erlaubnispflicht unterlag, ergab sich auch aus diesem Gesichtspunkt die Anwendbarkeit der Tarifordnung. Der dienstfreie Tag mußte danach gewährt werden, ober aber für den Fall, daß er nicht mehr gewährt werden konnte (bei Fortbestehen des Dienstverhältnisses) mußte eine entsprechende Entschädigung bezahlt werden. zuschlag gezahlt werden. Auf die heutige Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Sturmschäden in Garten und Feld. Der Sturm während der Niederschläge der letzten Tage hat in Garten und Feld manchen Schaden angerichtet. Die Bohnenstangen, die nicht gut verankert waren, wurden umgeworfen oder schräg gedrückt. Dahlienstengel wurden mitsamt den beigesteckten Stäben geknickt. Ebenso ungehörig verfuhren die orkanartig einsetzenden Stöße des Sturmes mit den Tomaten, Rosenstämmchen, Stachel- und Johannisbeerhochstämmchen. Stark wurden die vollbehangenen Steinobstbäume geschüttelt, wodurch nicht nur die wurmigen, sondern auch ein Teil der gesunden Früchte zu Boden geschleudert wurde. Und wo der Obstzüchter nicht rechtzeitig die schwer- beladenen Aeste aufgebunden oder gestützt hatte, wurde mancher Kronentrieb mit den Früchten gebrochen. Hart mitgenommen wurden auch die Spalierpflanzungen, die nicht an der windgeschützten Seite gepflanzt sind. Nicht festgcheftete Jahres- und Verlängerungstriebe von Weintrauben, Pfirsichen und Aprikosen wurden mit Gescheinen und Fruchtansatz zu Boden geworfen. Wo der Sturm eine hindernisfreie Angriffsfläche hatte, wurden sogar 20jährige Aepfelhochstämme zur Seite gedrückt, da die Wurzeln in dem durchgeweichten Boden keinen Halt boten. Besonders waren es auch die Buschbäume in den Gärten, die auf schwachbewurzelter Unterlage veredelt sind, mit denen der Sturm sein Spiel trieb. Hier mußte der Gartenwirt im strömenden Regen helfend eingreifen, sonst wären die starkfruchtenden Zwergstämmchen völlig entwurzelt worden. Im Feld hat sich nun durch die schweren Regen — in den letzten acht Tagen wurden 74 mm Niederschläge gemessen — noch der letzte Fruchtacker gelagert. Auch die Flachsstücke neigen zur Seite, ja sie sind vereinzelt fast ganz zu Boden gedrückt. An Hängen wurde viel Mutterboden fortgeschwemmt. Mancher alte Träger in den Baumstücken fiel dem wütenden Sturme zum Opfer, und die mittelguten Obstaussichten wurden um ein Geringes gemindert. ** Photo-Wettbewerb „Die schöne Straße" bis 1. 21 u g u ft verlängert. Der vom Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen veranstaltete Photowettbewerb „Die schöne Straße im Bau und unter Verkehr" ist bis 1. August 1936 verlängert worden. Einsendungen sind bis zu diesem Termin unter einem Kennwort an den Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen, Berlin W 8, Pariser Platz 3, zu richten. Bildformat und Negativgröße sind beliebig, die Einsendebilder sollen jedoch nicht kleiner als 9:12 sein. Für den Wettbewerb werden Barpreise im Gesamtbetrag von 1500 Mark ausgesetzt. ** LPD. Schützt d i e Ringelnatter! Am schattigen Bachufer durchs grüne Gras schlängelt sich Deutschlands größte und schönste Schlange, die nicht giftige, harmlose Ringelnatter. Ihr schlanker, geschmeidiger Leib hat bei ausgewachsenen Tieren eine ganz ansehnliche Länge, lieber meterlange Tiere sind schon beobachtet und gefunden worden. Im Wasser ist die Ringelnatter ein äußerst gewandter Schwimmer. Ohne Schaden zu leiden, kann sie sich zeitweilig unter Wasser aufhalten. Lebendig eingefangene Ringelnattern zischen laut und schütten ihren übelriechenden Kot über die Hände des Fängers. Die Nahrung der Ringelnatter sind Frösche, Molche und kleinere Fische. Da die harmlose Schlange von Unkundigen gern mit der giftigen Kreuzotter verwechselt und dann getötet wird, seien hier die Unterscheidungsmerkmale aufgeführt. Der Kopf der Ringelnatter trägt beim Männchen zwei gelbe oder orangefarbene, halbmondförmige, beim Weibchen zwei blaß-gelbe, weißliche Flecken, die der Kreuzotter fehlen. Der Rücken ist auf grauem, bald mehr braunem, grünlichem oder grünblauem Grunde mit 4 bis 6 längs des Rückens verlaufenden Reihen schwarzer Flecke gezeichnet. Der Schwanz der Ringelnatter ist lang und spitz auslaufend; der Schwanz der Kreuzotter ist dagegen kurz und dick. Die Kreuzotter ist in unserem engeren Heimatgebiet kaum mehr anzutreffen. Kleine (Sfraffammer Gießen. Wegen schwerer Körperverletzung wurde der P. W. aus Butzbach vom dortigen Amtsgericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte sollte anläßlich einer Schlägerei mit einem Messer einen Mann aus Butzbach verletzt haben. In der gestrigen Berufungsverhandlung konnte dem Angeklagten eine Körperverletzung nicht nachgewiesen werden. Das Gericht nahm lediglich eine Übertretung an, die jedoch unter das jüngste Straffreiheitsgesetz fiel. Oberhessen. Freilegung von Fachwerkbauien auch in Obbornhofen. # Obbornhofen, 16. Juli. Die Gemeinde Obbornhofen, der älteste Ort des Kreises, nächst Altenstadt auch der älteste der Provinz, zeigt, wie so viele Orte der Umgegend, noch heute eine Unzahl alter Bauernhäuser aus Holzsachwerk. Leider ist der größte Teil hiervon durch Putzschichten der Sicht entzogen. Durchgeführte Untersuchungen und bereits im letzten Jahre vorgenommene Freilegungen lassen vermuten, daß gerade in diesem alten Orte das Schaffen einer hochentwickelten Zimmermannskunst charakteristische Merkmale des ober- hessisch-dörflichen Fachwerksbaues zeigt. Reichhaltige Zierformen an den Eckpfosten einzelner Wohnhäuser, die im übrigen vollständig mit Putz überzogen sind, legen bestes Zeugnis von dem Schaffen einer Handwerkskunst ab. Echte Bauernkunst in symbolischer Frische tritt hier vor das Auge des Beschauers. Im Zuge einer weiteren Bereicherung des Ortsbildes durch Freilegung des alten Holzfachwerkes soll in Kürze das alte Rathaus, das durch seine Hinfälligkeit seit Jahren schon nicht mehr seinem ursprünglichen Zwecke diente, durch eine gründliche Renovierung seinem eigentlichen Zwecke, wieder der Gemeinde als Rathaus zu dienen, zugeführt werden. Mit der Durchführung dieser Maßnahme wird in der freudigen Erkennung der Erhaltung baukulturell wertvoller Güter eines vergangenen Zeitalters nicht nur das Ortsbild eine Bereicherung erhalten, sondern es wird der Neuzeit die Bewunderung von dem Hochstand eines handwerklichen Schaffens abnötigen. Gewittersturm über Oberhessen. * Alsfeld, 16. Juli. Besonders schwer hauste der Gewittersturm in unserer Stadt. In den Obstgärten wurde großer Schaden angerichtet. Im Distrikt „Homberg" wurden viele Bäume entwurzelt, andere von der Gewalt des Sturm- und Wirbelwindes auf halber Hohe geknickt. In der Hinden- burgstraße wurde eine der stattlichen Linden dicht über der Erde abgebrochen. Der Baum stürzte über die Straße und bildete ein Verkehrshindernis, das glücklicherweise bemerkt wurde, bevor sich ein Unfall ereignete. Von vielen Bäumen wurden starke Aeste abgebrochen. * ßaubacf), 16. Juki. Der Sturm, der gestern über das oberhessische Land ging, verursachte auch in unserer Stadt erhebliche Schäden. Auf einem schmalen Strich von der Bahnhofstraße bis zur „Langen Hohl" wurden die Dächer stark beschädigt. Zahlreiche Ziegeln wurden abgerissen und zertrümmert. Verschiedentlich fielen auch Fensterscheiben dem Sturm zum Opfer. * Romrod, 16. Juli. Der gestrige Nachmittag brachte unserem Orte und der Gemarkung ein heftiges Unwetter, das mit schweren Regenfällen verbunden war. Das Wasser, das die Kanäle nicht fassen konnten, rann in Scheunen und Ställe. Der Sturm knickte zahlreiche Obstbäume, andere wieder wurden entwurzelt. Auch die im Jahre 1933 gepslanze H i n d e n b u r g l i n d e fiel dem Sturm zum Opfer. Die Feldfrucht liegt wie gewalzt am Boden. Kunstschaffen im Kreise Büdingen. Lpd. Büdingen, 16. Juli. Auf Veranlassung der Reichskulturkammer wird in nächster Zeit eine größere Anzahl Kunstmaler die Städte, Dörfer unh die herrliche Landschaft im Kreise Büdingen aufsuchen, um die Schönheiten dieses Kreises im Bild f e st z u h a 11 e n. Die Bilder sollen dann durch Vermittlung der Reichskulturkammer in Ausstellungen gezeigt und zum Verkauf gestellt werden. Dieser Versuch wurde bekanntlich vor einiger Zeit mit großem Erfolg im Kreise Groß-Gerau durchgeführt. Landkreis Gießen. * Staufenberg, 16. Juli. Die Bautätigkeit hat sich in letzter Zeit in unserem Ort gehoben. Es wurden zwei weitere Neubauten in Angriff genommen, und zwar je ein Wohnhaus- Neubau am Burgteich und am Kirchberger Weg. H A11 e n d o r f a. d. L d a., 16. Juli. Gestern unternahm die hiesige Evangelische Frauenhilfe ihren diesjährigen Sommerausflug nach Darmstadt und Nieder-Ramstadt, an dem 62 Personen teilnahmen. Die Fahrt führte über Frankfurt a. M. nach Darmstadt, wo eine Besichtigung der Stadt und deren Sehenswürdigkeiten vorgenommen wurde. Nach der Mittagspause, in der die Einrichtungen des Elisabethenstifts in Augenschein genommen wurden, ging die Fahrt weiter dem Endziel der Reise, der Epileptischen Anstalt Nieder- Ramstadt zu. Die Anstalt wurde unter Führung der Anstaltsleitung befiel)tigt. Neben dem großen Elend, mit dem die Besucher bekanntgemacht wurden, wurden aber auch die vielen segensreichen Einrichtungen, bie dazu dienen, das Los der bedauernswerten Anstaltsinsassen zu erleichtern, gezeigt. Zu später Abendstunde trafen die Teilnehmer wohlbehalten und vollauf von dem Ausfluge befriedigt wieder hier ein. f T r e i s a. d. L d a., 16. Juli. Gestern nachmittag wurde die älteste Frau unsrer Gemeinde, Frau Elisabethe Katharine Michel, geb. Hofmann, die ein Alter von 85^ Jahren erreicht hatte, zu Grabe getragen. Von ihren einstigen Mitkonfirmandinnen ist noch eine einzige am Leben, Frau Helene Fischer, hier. An Alter übertreffen diese hier noch zwei Männer von 86 und einer von 87 Jahren. * Annerod, 17. Juli. Am kommenden Sonntag findet in Annerod nach langer Zeit wieder die Kirmes auf der „21 n n e r ö b e r Platte" statt. Es soll damit ein alter Brauch wieder aufleben, der alle Dorfeinwohner in wahrer Volksgemeinschaft vereinigt. Z S t e i n b a ch , 16. Juli. In der letzten Woche erfolgte im hiesigen Ort die Umstellung der Stromspannung von 110 auf 220 Volt. Dies war nötig geworden, denn infolge der vielen elektrischen Geräte, die in den letzten Jahren in Betrieb genommen wurden, war bas Ortsnetz stark überlastet, so daß es in den Hauptverbrauchszeiten oft zu Stromschwankungen kam, die ein schnelles Durchbrennen der Glühbirnen zur Folge hatten. Wenn auch für die Stromverbraucher durch die Umstellung zunächst Kosten entstehen wegen der Neubeschaffung der Glühbirnen und der Ersetzung der alten Leitungen aus der Kriegs- und Jnfla- ttonszeit, so steht doch zu erwarten, daß die Maß- nähme wegen der Beseitigung des obenerwähnten Mißstandes auf die Dauer eine Verbilligung mit sich bringt. § 2Hb ad), 17. Juli. Am 20. Juli feiert einer der älteften Einwohner unseres Dorfes feinen 8 6. Geburtstag. Es ist dies der Forst- wart i. R. Johann Friedrich Zimmer. Der Jubilar erfreut sich noch einer guten Gesundheit. Wir wünschen ihm einen frohen Lebensabend. J) ß i d), 16. Juli. Die Realschule Hungen, die schon vor acht Tagen in Hungen einen Elternabend abgehalten hatte, veranstaltete gestern auch in Lich einen solchen Abend, zu dem die Eltern der Schüler aus Lich und Umgegend sich zahlreich einfachen. Der Leiter der Schule, Assessor Kratz, gab zahlreiche, für die Eltern wichtige Auskünfte. An der Aussprache beteiligte sich besonders Rektor Sarnes von Lich. der die Gründe anführte, aus denen er den Besuch der Realschule in Hungen für besonders empfehlenswert und vorteilhaft hält. Pfarrer K r ö n l e i n (Lich) wünschte in einer humorvollen Ansprache der Schule ein ferneres Wachsen, Blühen und Gedeihen. Im Namen der Stadt Hungen sagte Beigeordneter Kohlheyer (Hunnen) die nötige Unterstützung der Schule durch die Stadt zu und sprach seine besondere Freude aus über den Zuspruch, den die Schule von Lich her findet. oo Langsdorf, 16. Juli. Unsere hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hatte ihre Mitasieder zu einer Besichtigungsfahrt in die oberrheinische Tiefebene eingeladen. In zwei Autobussen fuhren bei Tagesgrauen 60 Teilnehmer ab. Die Fahrt ging durch die Metterau über Frankfurt. Hier wurde bie Reichsautobadn erreicht, die allseitige Bewunderung erregte. Das erste Ziel war das den hessischen „Pontinitchen Sümpfe" entrissene Erbhofdorf Riedrode. Es wurde von unseren Bauern mit großem Interesse besichtigt, einzelne der neuen Hofe wurden gründlich in Augenschein genommen und etliche oberhessische Neusiedler mit Freude als engere Landsleute begrüßt. Dann begab man sich über Mannheim und Ludwigshafen nach dem Ov- Dauer Werk der JG.-Farben-Jnduftrie. Die gewaltige Fabrikanlage wurde unter fachkundiger Führung und Erläuterung besichtigt. Sie rief das Staunen der Teilnehmer hervor, von denen die meisten noch nie ein solch großes Unternehmen gesehen hatten. Auf dem Mustergut der Ovnauer Werke, dem Limburger Hof, der ebenfalls besichtigt wurde, nahmen unsere Bauern als Gäste der JG.-Farben das Mittagessen ein. Dann ging es wieder zurück Nicht eher bis er patzt. 4498A Ms Fachmann sieht Köhler sofort, ob seine Kunden später sagen werden: „Köhler hat mir einen hervorragend passenden Anzug oder Mantel verkauft." Eigentlich kein Wunder- feine fast unglaublich große Auswahl läßt es ia zu, daß er jeden Kunden mit dem richtigen Stück bedienen kann. Und wenn wirklich noch eine Kleinigkeit zu ändern, erscheint der Zuschneider, steckt ab und der Kunde kann darauf warten. Das ist der fachliche Stolz des Hauses Köhler. Teuer? - noch nie war Köhler teuer, im Gegenteil. W. jn der ifflifL die ( NLj( dei" ■p# * Ver Am ^beriecht.- 27-M«ta «• eben ? ^achtel taffer h der lab'jfr H Lemn Tb W "et, ( W‘. ««Ich» S'Srau I°? trq I Jw id( h°r An e,nm •Ä -Ni ♦!• ytupp 1927 tourbe . Sie Quellen lie Dber-Ohmen. 5 lmde an W unter etwas eigneten sich! sommerlik Wnomn Zuständen, bi mangel war i Brunnen, ba sind. Bürgen Sur Behebu Fachleute h Eigenart. D sparen, bie eine Vrtsleil Mangel an ven, bringt der Quelle J ende nach b Deshalb ent wannischer j ,9lus i-ther unbesi" onevtalih SK ,7< es» KÄ &sw“" J MMdE pn dm Ernt«" rid)t lM M !otn d-rW" dm Äwiewuchr0,1 Dlckwurz" durch das M gut N das &ßen standen so schön. 6ie । Feuchtigkeit. Df wird nunmehr Gr hat recht gi wenn auch nu sich ebenfalls entwickelt. ® Niederschlager den. Da er i Derminderun Die Aussichte schlüge t Schnitt. Ein diesem Som , Klee, wie au [ In den ®äi l Zufriedenheit beeren sind i ten auf die £ fahr vermut angesetzt. Die normal Zw zeigen volle, die Sägeweh haben unter sind gerissen vbstart gerin bis 20 Pfenn in Blute uni Reue Warnzeichen für die Eisenbabnübergänge Früh--1 Im Bedarfsfälle können auch bestimmte Großver- ie aus brauchsplätze zu geschloffenen Berbrauchsgebieten zusammengefaßt werden. Der Nachdruck verboten! Fvtsetzung. Ehrenpreis des Führers für Wurftaubenschießen. Nur die Gebiete, in denen der Arühkartoffel- anbau in verstärktem Blaße erfolgt, werden zu geschlossenen Anbaugebieten erklärt. len Woche ing der Volt. Dies seien eiet« ?n in Be« >neh stark *eilen schnelles e durch die >eqen der Ersetzung nd Änfla« die Maß- gähnten gung mit iert einer 5 Dorfes der Forst« Der 3ubi« dheit. Wir d. Hungen, ien Eltern Astern auch Titern der streich ein' ratz.xb ünfte. An rs Sektor Rechnung der Verkauf erfolgt. Aus dem Anhänger, der an jedem Sack oder Korb befestigt sein mutz, geht hervor, aus welcher Landesbauernschaft und von welchem Erzeuger die Kartoffeln stammen. Eine Kennzeichnung der Frühkartoffelsäcke an sich wie in früheren Jahren erübrigt sich dadurch. Die Bezirksabgabestellen werden von Verteilerbetrieben wahrgenommen, die während der Zeit ihrer Tättg- landverschickung trafen am Donnerstaamittag 80 deutsche Kinder aus Italien auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ein. Hier wurden sie im Wartesaal bei einem Mittagessen von einem Vertreter der NSV. herzlich willkommen geheißen. Die Kinder, die zum Teil erstmals ihr Vaterland sehen und kennenlernen sollen, werden durch die Vermittlung der NSV. einen längeren Erholungsaufenthalt im Odenwald und in anderen Gegenden des Reiches nehmen. Bilddiebstahl in der Ausstellung „Entartete Kunst". LPD. D a r m st a d t, 16. Juli. Die Ausstellungsleitung der zur Zeit in Darmstadt gezeigten Ausstellung „Entartete Kunst" teilt mit, daß vor einigen Tagen das Bild eines gewissen E. Groß „Die Menschen sind gut" aus der Ausstellung gestohlen worden ist. Die Bevölkerung wird gebeten, beim Auftauchen des Bildes sofort die Kriminalpolizei zu verständigen. ü er den Rhein nach der Perle der alten Pfalz, n (ft Heidelberg. Natürlich wurde das Schloß belicht, dem großen Faß ein Blick gegönnt und ch,iaes in der Stadt besichtigt. Dann erfolgte die Rückfahrt die ganze Bergstraße hinab bis Darmstadt. Nach Mitternacht trafen die Reisenden, müde vin all dem Geschauten, aber voll Befriedigung fiter die zahlreichen wertvollen Eindrücke, im Hei- natdorfe ein. krels Friedberg. Nttao ;re 1933 -h Verfluchtes Gold! Roman von 3- Gchneider-Foerstl. lirheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Lieber, guter Kerl! dachte er an Hornester. Armer Kerl! Dem ging's nun auch so. Jedem ging es einmal so. Der Gute hatte schon recht: man konnte nicht genug achtgeben. — Na, chn betrog so schnell keine mehr! — Die Straße nach Grainau war glitschig Aber die genagelten Schuhe des Lois Hornester waren ihr gewachsen. Er schritt dahin, als ging er über einen Bretterboden. Die ersten Lichter blitzten auf. Ein Hund bellte. Heber dem Zugspitzgrat glitzerten die Sterne. . Dann stand er vor dem Häuschen. Von drinnen fragte Marias Stimme: „Lois?--" „Ja, ja, i bin's schon! Jessas na, werft's mich nur net um!" wehrte er den Hunden, die ihm bis an die Brust hochsprangen. „Js niemand dagwesn? — Kein Mensch? Nachher is recht! Und einen Lebzelten hab' i Ihnen a mitbracht. Den allerschönsten, den's in Garmisch gebn hat. Und was zum Essen und a Flascherl Rum und a Sauglück hab' i ghabt: einen Bekannten hab' i troffn. Wissn S', Freiln Maria, das freut einem halt allweil, wann ma einen guten Bekannten trifft." „Sicher!" meinte sie und lachte, als er in die Wärme schnupperte. , . Brav habn S' nachgschürt, Freiln Maria. Das kann man derleidn. Js, sakrisch kalt draußn." Die Hände ineinanderschlagend, suchte er sich erst die Finger warmzumachen, ehe er den Rucksack auszupacken begann. „Hab' i net gut einkauft? Bloß, was schön teuer gwesn is. Leicht, daß mich der Herr Amselmann absetzt als Hausverwalter, wann i 's Geld a so zum Fenster 'nauswirf. Aber es is ja grab z' wegen der Abwechslung." Sie saß auf dem Sofa und wunderte sich, was so ein Rucksack alles fassen konnte. „Post haben Sie keine?" fragte sie, den Blick erwartungsvoll aus ihn gerichtet. , .,, , ,, „Gar nix! Hättn S' gern a Nachricht ghabt vom Herrn Amselmann?" . „Ach! Es könnte ja auch von jemand anders feinftreffi, ein anderer hätt' auch schreibn können. Das is halt amal so, Freiln Maria. Da kannst nix machn." — Dann kochten sie. Es wurde rote immer em traulicher, friedvoller Abend. Hornester holte seine Zither und sang, Maria hielt die Hände im Schoß was er hernach nicht mehr gutmachen konnte. „Ich hab' s' neulich gsehn! Die — die Freiln. Da hat's mich —" „Was hat sie?" Rolfs Hand lag fest um seinen Arm gepreßt. „Sag, Lois, was hat sie da?" Hornester schluckte. Teifi, Teifi, was hatte er jetzt Dummes gesagt! „Um den Weg hat s' mich gfragt." (Steffens, Hand fiel herab. „Um welchen Weg, Lois?" „Um den nach dem Eibsee hinter." „Wollte Sie ins Hotel?" „I weiß net, Steffen, i glaub schon." „War sie allein?" forschte Rolf weiter. „Na, na, es is schon noch einer dabei gwesn." „So!--" Rolfs Mienen drückten jetzt nur Verachtung aus. „Ja, so geht's Lois. Wenn du in Grainau wohnst, besuche ich dich vielleicht einmal. Ich bin mit meiner Mutter für ein paar Wochen in Garmisch, Hotel Zugspitze." Er neigte das Gesicht gegen das des ehemaligen Arbeitskameraden und spottete: „Wenn du sie wieder einmal treffen solltest, dann sag ihr, daß ich sie längst vergessen habe. — Längst!" „Ich werd's Ausrichten, ja." Dabei war der Lois ganz blaß. „Hast eine andere gfunbn?" „Fünf andere!" antwortete Steffen hart. „Das kannst du ihr auch sagen." „Wohl, wohl! — Jetzt muß i aber gehn. Und wann i wieder nach Garmisch kommt, such i dich auf, Steffen. Bhüt dich!" „Auf Wiedersehen", sagte Steffen, druckte ihm die Hand und verlieh bald darauf ebenfalls den Laden. Maria lebte also noch! War nicht tot, rote er es sich in Nächten fürchterlichster Qual ausgemalt hatte. Lebte, wahrscheinlich sogar sehr vergnügt und liebte einen anderen. — Warum auch nicht. Die eine hieß Maria, die andere Lore, die dritte Margot. — Nur die Namen änderten sich sonst waren ite alle gleich! Alle! Alle! „Haha!" Er sah sich erschrocken um, denn er hatte plötzlich laut gelacht. Vielleicht, wenn sie geahnt hatte, daß er nicht mehr der arme Teufel war, als den sie ihn kennengelernt hatte, daß sie dann anders gehandelt haben würde. Aber es war besser so. Irgendwo würde man sich ja wieder einmal begegnen. Dann konnte man miteinander abrechnen. Uno : sie sollte, weiß Gott, nicht zu billig dabei weg- , kommen. ;üt)rte, au* iunqenjut lhast ß°lt. in einer n ferneres flamen der 'hlheyer -chille durch I"S S"-Z fuhren be Mer wurde ®auetn ter . gen*1 Ä ' «efete” V-r!°. jfi esS 1 LxS S gen. SS eine e- Dor« le Vii- ? J?!6!63 ■ Silber )5fultUr, ? Der. bekannt, n Äreist Drt 9«■ Quten in ohnhans« jer Wea. Testern rauen. u9 nach 62 Per. r Frank- lchtigung i vorae- i der die lenschein -er dem Weder» Führung 1 großen lcht ivur- rnsreichen i der be« Item, ge« Teilneh. Ausfluge lachmittag neinbe, Hofmann, hatte, zu onfirman- au Helene hier noch ihren, en Sonn- nieder die Platte" ieber auf« er Volks« und hörte zu, legte plötzlich die Finger über die Saiten und bat: „Erzählen Sie mir was von Garmisch, Lois. Ich habe schon so lange nichts mehr von der Welt gehört." Das Lied schloß mit einem jähen Mißton. „Was möchtn S' denn wissn, Freiln Maria?" „Gott, was man eben so wissen will. Ob Betrieb ist, ob viele Fremde dort sind." „Ziemlich!" meinte er. Herrgott, wenn sie jetzt nach seinem Bekannten fragte, war Bruch! Da sagte sie schon: „Haben Sie Ihren Freund nicht eingeladen, daß er uns einmal besucht?" Er schüttelte den Kopf. „Warum denn nicht, Lois? Es wäre nett gewesen, einmal eine Abwechslung zu haben." „Schon", sagte er, aber wissn S' Freiln Maria, das ist so a Sach: er und i." „Wieso den, Lois? Verstehen Sie sich nicht gut mit ihm?" Er wurde verlegen und zupfte nachdenklich an den Saiten. „Verstehn und net! Er macht kein Unterschied zwischen ihm und mir. Wie a Bruder ist er. Aber i rnerk's halt an mir selber, daß i net an ihn 'naufreich, so gscheit und so studiert, wie er is. Er is riämli a Doktor, wissn S'. Und zarnrnkornmen sind wir auf die Weis, daß er auf der Straß garbeitet hat und i a. Hat halt Geld braucht, net? Und wann er mich jetzt nimmer hätt' kennen wolln, hätt' i ihm's net verübelt. Aber der hat gar kein Stolz, hat mich gleich wieder mit „du" angrebt und hat mir a Zigarrn gschenkt. Wissn S', Freiln Maria, der war seinerzeit in a Madl verliebt, eine, die wo zu ihm paßt hat. Und die is ihm untreu roorbn und geht jetzt mit einem andern, ja. Und das hat ihn so aus dem Häusl bracht, daß er jetzt fünf andere hat, sagt er." „Reichlich piel", meinte sie. „Aber das kommt davon." „Von was, Freiln Maria?" „Gott, ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen. Sehen Sie Lois, von hundert Mädchen wollen neunzig Prozent, wenn nicht mehr, Frauen werden, und nur zehn begnügen sich, bloß Freundin zu fein. Unb wenn dann einer kommt, der erklärt: „Ich heirate dich", sagen sie dem anderen Lebewohl. Schließlich will jedes anständige Mädchen, auch wenn es noch soviel Liebe und Treue zu schenken vermöchte, einmal Frau werden." Fortsetzung folgt zu prüfen. Die näheren Bestimmungen, durch wen diese Prüfung vorzunehmen ist, erfolgt durch die zuständigen Kartoffelwirtschaftsverbände. Für die Preisfestsetzung sirü) wie auch im Jahre 1935 die drei Gruppen weiße, rote und blaue, runde gelbe und lange gelbe Sorten vorgesehen. Nach den Erfahrungen der Vorjahre kann erwartet werden, daß auch in diesem Jahre die Abwicklung des Frühkartoffel-Geschäftsverkehrs einen für alle Beteiligten befriedigenden Verlauf nehmen wird. Neue Frühkartoffel-Preisfestsetzung. ZdR. Mit Anordnung Nr. 56 gibt der Reichs- nährftand durch die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft im „Verkündigungsblatt des Reichsnährstandes" Nr. 61 vom 15.7.1936 die Erzeugerpreise für Speise-Frühkartoffeln für die Zeit vom 17. bis einschließlich 23. Juli bekannt. Im Anschluß an die bisherige Preisfestsetzung, die durch ein tägliches Abgleiten der Preise gekennzeichnet war, Äeiben die Preise nunmehr in der genannten Zeit unverändert und betragen: je 50 kg: für weiße, rote und blaue Sorten: mindestens 3,50 Mk. bis höchstens 4,— Mark, für runde gelbe Sorten: mindestens 3,90 Mk. bis höchstens 4,40 Mark, für lange gelbe Sorten: mindestens 4,30 Mk. bis höchstens 4,80 Mark. Die Erzeugerpreise im Rheinland und in Westfalen liegen jeweils um 40 Pf. je 50 kg niedriger. Innerhalb der Landesbauernschaft Ostpreußen wer- den die Preise vom dortigen Kartoffelwirtschafts- verband gesondert festgelegt. Durch das Gleichbleiben der Erzeugerpreise ist eine Stetigkeit in den Anlieferungs- und Absatz- verhältnisien gegeben. Die im Rheinland und in Westfalen um 40 Pf. niedriger liegenden Erzeuger- preise ermöglichen den Versand rheinischer Frühkartoffeln auch in entfernter liegende Bedarfs- gebiete. Die in Ostpreußen besonders gelagerten Verhältnisse Hoden es notwendig gemacht, den : Preis für die ostpreußischen Frühkartoffeln, die t lediglich für die Versorgung Ostpreußens in Frage kommen, aus der allgemeinen Preisregelung des Reiches herauszunehmen. feit bei der Absatzregelung für Frühkartoffeln keinen Geschäftsverkehr mit Frühkartoffeln auf eigene Rechnung oder Rechnung eines anderen Verteilerbetriebes betreiben dürfen. Auch in den nicht geschlossenen Anbaugebieten wickelt sich der Geschäftsverkehr in gleichem Maße wie im Vorjahr ab, d. h. also, daß Bezirksabgabe- und Ortssammelstellen nicht errichtet werden. 3um kauf beim Erzeuger sind nur die Verteiler berechtigt, die im Besitz des in den karloffel-Geschäftsbedingungen vorgefchriebenen Frühkartoffel-Schlußscheinheftes sind. Die Aushändigung dieser Schlußscheinhefte erfolgt auf Antrag vom zuständigen Kartoffelwirtschafts- verband. Der Schlußschein ist wie üblich vom Käufer auszustellen und ist für den Erzeuger wie für den Käufer verbindlich. Auch in nicht geschlossenen Gebieten sind an den Säcken und Körben die vorgeschriebenen Sackanhänger anzubringen. Die für geschlossene und nicht geschlossene Anbaugebiete gültige Regelung findet keine Anwendung für deutsche Frühkartoffeln, die im eigenen Betrieb des Erzeugers verwendet oder durch diesen am Ort der Erzeugung oder in dessen nächster Umgebung dem Verbraucher zugeführt werden. Die Begriffsbestimmung, was als Ort der Erzeugung oder als dessen nächste Umgebung anzusehen ist, erfolgt durch den zuständigen Kartoffelwirtschaftsuerband. Wie im Vorjahr sind deutsche Frühkartoffeln stets bei der Uebernahme der Ware beim Erzeuger auf die vorgeschriebene Beschaffenheit in bezug auf Güte, Gröhe sowie Bruttogewicht Aus den in der Anordnung der Hauptoereinigung über geschlossene Anbaugebiete gemachten Hinweisen geht hervor, daß die Bezirksabgabestellen die Frühkartoffeln treuhänderisch im Auftrage und für Rechnung der Erzeuger zu verkaufen haben. Aus dem Schlußschein geht der Name der Bezirksabgabestelle und der Name des Erzeugers hervor, für dessen LPD. Die Regelung des Absatzes von t Kartoffeln im Wirtschaftsjahr 1936 erfolgt, wie aus der Anordnung Nr. 50 der H a u p t v e r e i n i g u n g der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 3. Juni 1936 hervorgeht (RNVBL. Nr. 48 vom 4. Juni 1936), grundsätzlich nach den gleichen Richtlinien wie im Vorjahr. Das Inkrafttreten der Absatzregelung, für die eine Wirkungszeit bis zum 15. August 1936 vorgesehen ist, wird in den einzelnen Anbaugebieten den örtlichen Bedürfnissen entsprechend von den zuständigen Kartoffelwirtschaftsverbänden festgesetzt. Sofern für den Bereich eines bestimmten Gebietes Bezirksbeauftragte notwendig werden, wird diese Funktion dem Kreis- hauptabteilungsleiter III des Reichsnährstandes übertragen. zugen vollen Behang. Allerdings hayst geradezu lie Sägewespe unter den Früchten. Die Spätkirschen hiben unter dem langen Regenwetter gelitten. Sie s'id gerissen und faulen. Die Preise sind für diese lbstart gering. Pro Pfund werden überall noch 15 6s 20 Pfennig bezahlt. Bohnen und Gurken stehen 1t Blüte und haben schon zum Teil gut angesetzt. Kreis Alsfeld. *!* Ruppertenrod, 17. Juli. Im Jahre K27 wurde unsere Wasserleitung gebaut. ! e Quellen liegen bei der Luchmühle oberhalb von Lver-Ohmen. In den ersten Jahren des Bestehens llurde an heißen Sommertagen das Wasser mit- imter etwas knapp, aber ernstere Störungen er- eigneten sich nicht. Seit dem Jahre 1933 hat die sommerliche Wasserknappheit stetig zu genommen und führte in diesem Jahre zu Zuständen, die nicht bestehen können. Der Wasser- remgel war deshalb so empfindlich, weil die meisten Ururmen, darunter sehr gute, zugeworfen worden fiub. Bürgermeister Horst unternahm sofort Schritte z r Behebung des Uebelstandes. Herangezogene snchleute suchen die Störung in einer baulichen Eigenart. Man hat seinerzeit, um eine Leitung zu ft ar en, die Zuleitung zum Bassin zu gleicher .Reit dtie Ortsleitung sein lassen. Indem nun bei Wassermangel an letzterer Leitung Hahnen geöffnet wer- tm, bringt Luft ein und stoppt den Zufluß von i r Quelle her ab. Eine Parallelleitung vom Dorf- cibe nach dem Behälter würde zu teuer kommen, j deshalb entschloß man sich nach Anhörung fach- । m ännischer Berater zur Erbauung eines zusätzlichen Pumpwerkes. Die Quelle des „Herzbrunnens", die unter Steinfassung an der Kirche liegt, soll ausgebaut werden. In wasserknappen Zeiten wird dann ein elekttisches Pumpwerk Wasser in unsere Leitung drücken. Wenn der Plan zum Gelingen führt, ist damit ein großes Hebel behoben. — Gestern fuhr von Mücke her ein Auto, das mit mehreren Leuten besetzt war, in scharfem Tempo den Eselskopf herunter. Beim Bremsen kam der Wagen ins Schleudern, verließ die Fahrbahn, geriet gegen einen Baum und wurde schwer beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden. = Deckenbach, 17. Juli. Am heutigen Freitag kann die Witwe Frau Anna Elisabethe Dörr in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 78. Geburtstag feiern. Deutsche Kinder aus Italien in Frankfurt. Die NSv. ermöglicht eine Erholung in der Heimat. LPD., Frankfurt a. M., 16. Juli. Auf Veranlassung der NSV. und im Rahmen der Kinder- Hm die Verkehrssicherheit an den Eisenbahnübergängen zu erhöhen, werden noch im Laufe dieses Monats an sämtlichen Reichsstrahenübergängen — es handelt sich dabei in Deutschland um 1700 Hebergange — neue Warnschilder, sog. „Baken" (links), angebracht. Die automatische „Warnlichtanlage" (Bild rechts) wurde bisher an 120 Wegeübergängen der Reichsbahn aufgestellt. Das weißleuchtende Blinkzeichen wird beim Herannahen eines Zuges durch rote Blinkzeichen abgelöst, wodurch der Kraftfahrer auf das Fehlen der Schranke am Wegübergang hingewiefen wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Frühkartoffel-Aösatzregelung im Wirtschaftsjahr 1936. Ein Herr trat hinter Hornester in den Laden, in k m er eben ein Päckchen Tabak erstand, verlangte eine Schachtel Streichhölzer, nahm ihn fest ins Siuge und sagte dann in ehrlicher Freude: „Bist lu's wirklich, Lois? Das ist nett, daß ich dich wieder einmal treffe!" „Jesses, der Steffen?" Lois schüttelte herzhaft die Inrgebotene Rechte. „Wo kommst denn her? Jetzt t,nb' i dich aber mächtig lang nimmer gsehn. Wirst Inlt wieder auf der Hochschul sein, gelt? Bill bald f rtig mit der Studiererei? Wirst a froh sein, mein t — Js a lange Zeit das! Schon a ganz lange 3»eit. I bin in der Grainau hintn." „Guten Verdienst?" fragte Steffen und bot ihm Eine Zigarre an. „Wohl, wohl! I bin schon zfriedn." Er wurde Kriegen, als Steffen ihm Feuer reichte und fragte, tD er ein Glas Wein mit ihm trinken wolle. „Heut net, Steffen! Weißt i hab's preffant. Es wird so geschwind finster, und da töt sie sich I Drchtn." .. . „ „Deine Frau?" lachte Steffen verständnisvoll. „A na! Frau hab' i keine, bloß so „eine — na, P eine halt, du weißt schon, Steffen." „Ein Gspusi?" „3a, a so was, und da kannst halt net genug ttufpassen." Hornester wurde rot, als Stessen hell- ••uf lachte. „Hast sie nie mehr troffn dieselbig, weißt, >er wo du einmal das Auto repariert haft? fragte ir. Rolfs Gesicht zeigte halb Trauer, halb Verachtung. '-Nein, ich habe nie mehr etwas von ihr gehört. ,Lat er halt doch recht ghabt, der Petter, gell? Steffen erinnerte sich nicht gleich. „Wieso? fragte ar nur. „Daß s' nix wert sind, die Frauenzimmer/ „Ach so!" war alles, was Rolf erwiderte. Er tat dem Lois so ungeheuer leid, und da sagte l«er Biedere denn aus seinem Gefühl heraus etwas, ^Aus der Wetterau, 16. Juli. Trotz des j either unbeständigen Wetters ist die Fruh kar- ff el ernte fast überall begonnen worden. Sie , illt recht gut aus. Die Knollen konnten sich infolge ; künftigen Retters vorzüglich entwickeln. Die an- : mgs befürchtete Fäulnis ist nicht einaetreten. jz eichzeitig ist die Wintergerste geschnitten vvrden Nur hier und da steht noch em Acker auf dm Halm. Der Drusch ist bereits gröhtenteils vor- anommen worden. Das Ergebnis ist überall als bsriedigend zu bettachten. Es wäre eine Vollernte ^worden, wenn nicht die vorzeitige Lagerung ein= oitrcten wäre, die durch die starken Gewitter, von türmen begleitet, verursacht worden ist. Bei war- tn’in Sommerwetter reift nun die übrige Frucht plsch heran. Die Ernteaussichten sind auch Fr sie recht gut, wenn auch in der ganzen Wetterau Lugerfrucht vorhanden ist, die in diesem Jahre die ifbrroenbung von Maschinen bei der Ernte unmog- P) machen wird. Selbst die neuesten Vorrichtungen nt den Erntemaschinen, die Aehrenheber, sind nicht imstande, das kreuz und quer liegende Getreide zu Ingen. Für den Landwirt werden die Erntearbeiten richt leicht werden. Bis jetzt ist schon vielfach das forn durchgewachsen. Die auf dem Boden liegen- dn Aehren sind gekeimt und geschossen. Dieser ^wiewuchs wird nicht mehr zur Reife kommen. Die 2 ickwurz und anderen Hackfrüchte stehen hrd) das fruchtwarme Wetter der letzten Zeit sehr cit. Auch das Kraut zeigt hervorstechenden Stand, ^selten standen um diese Jahreszeit diese Kulturen schön. Sie benötigen für die nächste Zeit keine s-uchtigkeit. Der Raps ist zumeist geschnitten und tirb nunmehr eingefahren unb gleich ausgedroschen, (tr hat recht gut gefruchtet. Der Flachs, der überall, nenn auch nur in kleinen Parzellen angebaut, hat stz ebenfalls durch das günstige Wetter sehr gut latwickelt. Größtenteils konnte er den kräftigen Unederschlägen nicht standhalten und liegt am Bo- d n. Da er aber bereits ausgeblüht hatte, ist eine iocrminberung des Ernteertrags nicht zu befürchten. Sie Aussichten hierzu find ausgezeichnet. Die K l e e- jfi) I ä g e bringen einen vorzüglichen zweiten («hnitt. Ein Futtermangel dürfte voraussichtlicb in siesem Sommer nicht eintreten, denn Deutscher !Iee, wie auch die Luzerne bringen Massenerträge. In den Gärten stehen alle Gewächse zur vollen Zufriedenheit. Erdbeeren, Stachel und Johannis- I iteren sind im allgemeinen gepflückt. Die Aussich- tm auf die Obsternte sind besser, als man im Früh- jlhr vermutete. Einzelne Sorten haben recht gut cngesetzt. Die Entwicklung der Früchte ist mehr als Formal. Zwetschen- und andere Steinobstbäume ___Führer und Reichskanzler hat für die am Dienstag, 28. Juli 1936, in Berlin-Wannfee zum Austrag gelangende Weltmeisterschaft 1936 im Wurftaubenschießen den Ehrenpreis für den Sieger gestiftet. Der Preis, eine feuervergoldete, mit Bernstein bedeckte Silberschale, ist eine Arbeit des Berliner Goldschmieds Professor Lettrö. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 $ L 7- 5 IDasdic Leib- - wie unschön - werden schnell Tisch- Bett- 9 « äQ 210 k Sclinebergef Gießen. Schulstraße 4 » t S ab Montag zum Verkauf. «soiD ©enoffenfiOoft für BieOoenoectuog (Siegen Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Fernsprecher 2737 Hinter der Westanlage 5 Mündlich können «Sie e§nui wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es nllen Modebaus Franz b te e a 'S* K v s Et °e. Auf der Olympischen Radrennbahn auf dem BSC.-Platz in Berlin begann jetzt das erste offizielle Training. Die feierliche Eröffnung findet am 24. Juli statt. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) süddeutsche Auswahlmannschaften bestreiten, die sich aus den besten Spielern Badens, Württembergs und Bayerns zusammensetzen. ZwedSBekümvMngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- hole von Handwerkern nur mit Namevsneo- nnng n. unter Dorloge desSewerbenachweises ausgenommen werden. Verlag »«ASieGenerLüneigers Die ungarische Leichtathletin C s a k, welche soeben 1,61 m übersprang und damit nicht nur einen neuen ungarischen Rekord aufstellte, sondern auch die beste europäische Leistung des Jahres erzielte. Die Weltrekordleistung steht auf 1,65 m und wurde von den Amerikanerinnen S h i l e y und D i t r i k s o n erreicht. Den deutschen Rekord hält Frl. K a u n (Kiel) mit 1,60 m. — (Schirner-M.) Die Engländerin Green hat für den Hürdenlauf gute Aussichten auf eine Medaille. Sie dürfte, wenn sie ihre Form beweist, 11,8 Sekunden für die 80-m- Hürden erreichen. Leider fällt die deutsche Weltrekordlerin Ruth Engelhard, die 11,6 Sekunden erzielte, wegen Krankheit als Teilnehmerin aus. — (Schirner-M.) Qualität! Auswahl! Preiswert! Inder auf den Hockeyfeldern. Im Olympischen Dorf beginnt das Leben schon sehr früh. Besonderer Vorliebe erfreuen sich be- greiflicherweise die Trainingsstätten des Reichs- fportfeldes. Auf dem grünen Rasen des August- Bier-Platzes waren bereits einen Tag nach der Ankunft die indischen Hockeyspieler beim Training. Von den 26 Mitgliedern der indischen Olympia- Mannschaft sind jedoch „nur" 18 Hockeyspieler, so daß keine zwei vollständigen Trainingsmannschaften beisammen sind. Das macht jedoch keine großen Schwierigkeiten. Sie holten sich einfach ihre Polospieler mit heran, und diese waren dann auf dem Platz beim Spiel gar nicht mehr von den .,rich- tigen" Hockeyspielern zu unterscheiden. Ballartisten aus Peru. Auf einem Nebenplatz beobachteten wir auch die erstmals trainierenden Peruaner. Sie haben 22 z.\ C < 9.Jt.-4*port Von den TrainingsWen der Olympischen Spiele klagte. Dabei zeigte das Thermometer: Luft 17, Wasser 19 Grad. Stärker aber als alle äußeren Umstände waren bei diesen Söhnen Nippons wieder einmal ihr unerreichter Eifer und ihr Ernst, mit denen sie sich auf die Weltspiele vorbereiteten. Trotz der für sie tatsächlich kalten Luft sprangen sie ins Wasser und schwammen ihre vorzüglichen Zeiten. Dampfer „Manhattan", die schwimmende Sporthalle. Der Dampfer „Manhattan", der am Mittwoch mit der amerikanischen Olympia- Mannschaft an Bord in See stach, verwandelte sich schon bald nach seiner Ausfahrt in eine wahre schwimmende Sporthalle. Sämtliche Decks stehen den Athleten als Laufbahn zur Verfügung, weiter sind vorhanden ein Weitsprung-Graben, Boxringe, Schwimmbecken, Schießstände, Turngeräte usw. Lediglich für die Stabhochspringer und die Speerwerfer gibt es keine Sportmöglichkeiten. Der allgemeine Appetit ist mehr als zufriedenstellend, da alle Mann sich die erdenklichste „Mühe" gehen, ihr von den anstrengenden Ausscheidungswettkämpfen in der Gluthitze Amerikas etwas mitgenommenes Gewicht wieder auszugleichen. Körperlich weniger wohlauf ist der 400-Meter- ßäufer Mallwood, der an einer Blinddarmentzündung erkrankt ist. Bis zur Abfahrt des Schiffes hatte er feine Schmerzen unterdrückt, um nicht zurückgelassen zu werden. Der Chefarzt hegt jedoch die Hoffnung, den USA^ERann bis zur Ankunft in Hamburg wieder auf die Beine gebracht zu haben. Andernfalls wird das amerikanische Olympische Komitee in der nächsten Woche noch als Ersatzmann Fitch nachkommen lassen. Olympia-Handballer in Stuttgart. Als letzte große Prüfung vor den Spielen werden die 22 deutschen Olympia-Handballer am kommenden Sonntag in Stuttgart einige Spiele gegen a Ü 3 2 c 3 8:38,0 (111,7), Steinbach (NSU.) 8:52,6 (108,7). 500 Kubikzentimeter: Mansfeld (DKW.) 7:46,8 (124), Steinbach (DKW.) 8:08,8 (118,4). Seitenwagen, 600 Kubikzentimeter: Braun (DKW.) 9:35,2 (100,6), Stärkte (NSU.) 9:39,4 (99,9). lOOOKubikzentimeter: Kahrmann-Fulda (DKW.) 9:30,6 (101,4), Schuhmann-Nürnberg (NSU.) 9:40,0 (99,1). Wo ficht man am besten? Daraus läßt ficb eigentlich nur eine Antwort geben: Ueberall! zlm bequemsten vielleicht auf der Tribüne, schon allein weil hier die Lautsprecher stehen. Aber Bequemlichkeit ist nicht unbedingte Voraussetzung für den Genuß an einem Motorradrennen. Wer die Landstraße nach Rudingshain hinaufläuft oder -fährt, wird auf diesem kurzen Stück schon manche interessante Stelle finden, wo er gern verweilen möchte. Besonders die herrliche S-Kurve mit ihrer naturgegebenen „Tribüne" wird ihn dazu verleiten. Aber hinter Rudingshain wird's noch interessanter. Besonders an den Serpentinen. Hier kann man prächtig Beschleunigungsvermögen und Bergsteigefreudigkeit der Maschinen vergleichen! Weiter oben sieht man die Strecke dreimal unter sich und kann herrlich die Positionskämpfe verfolgen. Nicht weniger reizvoll ist etwas später die wunderbare 8-Kurve im Wald mit dem anschließenden „Karussel l". Wer dieses Teilstück abläuft, weiß wirklich nicht, wo es nun am interessantesten ist, so verheißungsvoll wirkt hier jedes Plätzchen. Wer für Höchstgeschwindigkeiten schwärmt, wird am Ludwigsbrunnen auf feine Kosten kommen. Hier kann er auch gleich studieren, wie die Fahrer durch Schneiden der Kurven die geschlängelte Straße „strecken . Auf den weiten Kurven nach Götzen hinunter scheint die Strecke fast zu schnell zu fein; auf jeden Fall ist es atemberaubend, hier die Fahrer vorbeirasen zu sehen. Aber wer auf dieser Rundstrecke über 100 Kilometer Durchschnitt fahren will, der muß hier schon „allerhand draus" haben. Vor der Einfahrt nach Schotten kommt noch eine spitze Kehre. Rund 16 Kilometer ist die Strecke lang. Bei jeder Runde sind 320 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Da die Solo-Lizenzfahrer 8 Runden zu fahren haben, müssen sie weit mehr als die Höhendifferenz eines normalen Alpenpasses über* winden. Erstes Training für „Rund um Scholien" Alle Strecken-Rekorde unterboten. — Goenius schwer gestürzt Klubgarnitur 4497 A Sofa u. 2 Sessel gut erhalten, billig abzugeben. Möbelhaus G. Koos Gießen, Schalstraße Nr« 6. TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1086a Bahnhofstraße a 3 -•*