186. Jahrgang Gietzener Anzeiger «r.M Erstes Blatt M. Jahrgang Mittwoch, 17. Juni 1956 Sonntag? und * Feiertage ÄHV M • ”nna!,m(L.Don Zln$t'9e" Wn°7F-mMen'Lr jgl A Ä AA A AA A AA AA A A A A A AA «wSI Heimat im Bild - Die Scholle ■ DMHM B 4 W B y # w MM JW MM TbmT Bl M ■» M MLUv Grundpreise für mm höhe Monats-Vezugspreis: ■■ II BZ B B BF B W H | I A H V |fl | fl/ B für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MV ■ ■ Hf B ■ BT ■ ■ ■< ■ Z H I I Br B H B KT B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 V H W B JÄ ■ H ^M Wk M WU H Hk W von 70mm Breite Zustellgebühr .. , -.25 Wr W B B W B W B W WMm. 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ” M ■ M vorh.Vereinbg.250/^ mehr. kn°?°,gNdh7r°-^ fVZ , V armäfjtflte ©runbpretfe: SM General-Anzeiger für Sberhesten WZ SraBtfun am Main 11686 Prüft und Verlag: vrühl'sche Univerfitätz.vuch- und Steindruckerei 8. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe r Mengcnabschlüffe Staffel B Sieg oder Niederlage in Kowno? Don unserem Br.-Äerichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! K o w n o, Juni 1936. Wenn einmal die Geschichte der Wahlmerkwürdigkeiten geschrieben werden sollte, so wird Litauen dabei sicher an erster Stelle genannt werden müssen. Noch in aller Erinnerung ist die Wahl des memelländischen Landtags im September 1935, bei der die Litauer ein so kompliziertes Wahlsystem „ausgeklügelt" hatten, daß die meisten Wähler mehrere Stunden zur Abgabe ihrer Stimmen brauchten, so daß schließlich die Wahl in Fortsetzungen stattfinden und die Wahlzeit um einen Tag verlängert werden mußte. Nicht mit Unrecht hat dieses „Schildbürgerstück" damals der litauischen Regierung den Spott der ganzen Weltpresse eingetragen. Diesmal, bei der Neuwahl des litauischen Parlaments, weiß man nicht — so grotesk das auch klingen mag — ob die Regierung nun einen Sieg oder eine Niederlage davongetragen hat. Denn die Regierung verfügt zwar über die große Mehrheit im neuen Sejm, aber die Wahlbeteiligung, die trotz zweitägiger Wahldauer meistens unter 50 v. 5). liegt, war s o schwach, daß auch die Opposition mit einiger Berechtigung sagen kann, das Volk habe das gegenwärtige Regime abgelehnt. In der Tat war das Interesse an der Wahl bei der Bevölkerung überall gleich Null, was für den Außenstehenden um so erstaunlicher scheint, als in den letzten zehn Jahren keine Parlamentswahlen in. Litauen mehr stattgefunden hat. Ein Kownoer Sonntagsblatt brachte wenige Tage vor der Wahl eine Zeichnung, ein Kownoer Kaffee darstellend, in dem alle Gäste sich angelegentlich mit dem Dominospiel beschäftigen. Diese Darstellung ist außerordentlich kennzeichnend. Man hat sich auch in der litauischen Hauptstadt mit allem anderen, nur nicht mit den Wahlen beschäftigt. Noch geringer war das Interesse auf dem Lande, wo am ersten Wahltage die Wahlvorsteher in den meisten Ortschaften vergeblich auf Wähler warteten. Erst am zweiten Tag belebte sich das Wahlgeschäft etwas, nachdem man den Bauern auf dem Lande verschiedentlich „gut zugeredet" hatte. Diese Wahlmüdigkeit ist einmal damit zu erklären, daß die gegenwärtige Regierung von großen Teilen des Volkes a b g e l e h n t wird, weil man sie für die immer größer werdenden innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten und vor allem für den immer mehr um sich greifenden wirtschaftlichen Verfall verantwortlich macht. Kennzeichnend für die Volksstimmung sind die immer wieder aufflackernden Bauernunruhen. Zum andern hat die Regierung selbst durch das Wahlsystem mit dazu beigetragen, daß die Bevölkerung die Stimmabgabe für überflüssig hielt. Das Ergebnis stand nämlich von vornherein fest! Da die A u f - siellung der Kandidaten nicht von den Parteien, die bekanntlich verboten sind, sondern von den Selb st Verwaltungen (Kreistagen und Stadtverordnetenversammlungen) vorgenommen wurde und sich die Selbstverwaltungen ausschließlich in der Hand der Partei des litauischen Staatspräsidenten S m e t o n a und des' Ministerpräsidenten T u b e l i s befinden, so war klar, daß nur Vertreter der Regierungspartei alsKan- didaten zugelassen wurden. Eine einzige Ausnahme wurde nur mit den Juden gemacht, die in der Stadt Kowno zwei Kandidaten ausstellen durften. Alle andern Minderheiten, die Polen, die Russen und auch die Deutschen, gingen leer aus. Für jeden zu wählenden Abgeordneten durften drei Kandidaten namhaft gemacht werden, unter denen die Wähler entscheieden konnten, wobei der als gewählt galt, der die meisten Stimmen erhielt. An der Regierungsmehrheit konnte also durch die Wahl nichts mehr geändert werden, sondern es kam nur noch eine Personenauswahl in Frage, an der aber die meisten Wähler auch kein Interesse mehr gehabt zu haben scheinen. Die litauische Regierung hat in den letzten Tagen vor der Wahl alles aufgeboten, um doch noch so etwas wie eine Wahlkampfstimmung zustande zu bringen. Die Zeitungen erhielten Werbeartikel und Auflagenachrichten zugestellt, in denen darauf hingewiesen wurde, daß die Stimmenabgabe Pflicht sei, und daß der Staat erwarte, daß die Bürger „diese ehrenvolle Pflicht" erfüllen werden. Diese Artikel erschienen aber nur in der Regierungspresse, während die Oppositionszeitungen der Regierung ein Schnippchen schlugen und ihr Erscheinen ein- stellten, sobald ihnen die Auflagenachrichten zugestellt wurden. So sind beispielsweise die Kownoer Oppositionsblätter „Lietuvos Zinios und „Rytas in den Tagen vor der Wahl nur in den allerseltensten Fällen in die Hände der Bezieher gelangt, ein Verhalten, das jetzt zu einem vierwöchigen Verbot dieser Zeitungen und zur Absetzung ihrer Haupt- schriftleiter geführt hat. Im Memelgebiet hat die WaMetei lgung nicht einmal 20 v. H. erreicht. Die Memellander haben damit ihren Protest gegen die im litauischen Wahlgesetz geschaffenen Ausnahmebestimmungen und die gerade in letzter Zeit sich häufenden Gewalttaten und Rechtsbrüche deutlich zum Ausdruck gebracht. Dem Memelgebiet waren insgesamt drei Parlamentsvertreter zugebilligt worden. Es wurden somit entsprechend dem Wahlgesetz neun Kandidaten namhaft gemacht, und zwar entsprechend den Mehrheiten in den Kreistagen — ausschließlich Heimattreue Memel- l ä n d e r. Von diesen neun Kandidaten wurden drei die Wahlfähigkeit von vornherein aberkannt, weil sie der verbotenen an- Keine Angst vor Revisionen.. Lord Loihian über Europas Weg in eine bessere Zukunft. London, 16. Juni. (DNB.) Lord Lothian nimmt im „Eoening Standard" zur Weltkrise Stellung, Diese sei, so führt er aus, auf den Revi- s i o n s w u n s ch der drei mächtigen Nationen Deutschland, Italien und Japan zurück- zuführen und beruhe wiederum auf dem Mißverhältnis zwischen Bevölkerungsdichte, Gebietsfläche und Rohstoffquellen dieser Länder. Die Frage sei nicht die, ob man den Nationalsozialismus schätze oder ablehne, sondern man müsse der Tatsache ins Auge sehen, daß Deutschland gegenüber ein gerechterer Ausgleich geschaffen werde. Kein Geschichtsschreiber glaube mehr an Deutschlands Alleinschuld am Weltkriege, dessen Hauptgrund in der Unfähigkeit Europas gelegen habe, den Notwendigkeiten gerecht zu werden. Ein neuer Weltkrieg würde nur ausbrechen, wenn die Nationen nicht imstande seien, mit friedlichen Mitteln die Verträge so zu revidieren, daß sie den Notwendigkeiten zur Aufrechterhaltung des Friedens entsprächen. Der Versailler Vertrag aber gründe sich auf der Annahme von Deutschlands Schuld am Weltkriege. In den vergangenen 18 Jahren sei weder vom Völkerbund, noch von den Siegerstaaten eine freiwillige Aktion zur Milderung der Diskriminierung Deutschlands in die Wege geleitet worden. Deshalb habe sich Deutschland selbst von der Diskriminierung befreit. Lothian fährt dann fort: „Noch eine endgültige Bereinigung mit Deutschland steht aber aus, und diese Bereinigung muß in zwei Teile zerfallen: Erstens eine freiwillige Aussprache über die Zukunft Oesterreichs, Danzigs und Memels und über irgendeinen Ausgleich hinsichtlich der Grenzen Ungarns. Falls diese Fragen durch ein europäisches Abkommen geregelt werden könnten, würde es keine Grenzfragen mehr in Europa geben. Dann würden auch keine wurmstichigen Reiche mehr zusammenbrechen. Zweitens eine freimütige Aussprache über das sogenannte P r o - blem der wirtschaftlichen Befriedung. Dazu gehört, daß Deutschland die Lebensmöglichkeit gegeben wird, einen verbesserten Lebe n s st a n d a r d für seine Bevölkerung durch einen allgemeinen Abbau der Handelsschranken sicherzustellen, weiter die Stabilisierung der Währungen und ein Ausgleich hinsichtlich der Kolonien, letzterer als Teil einer allgemeinen Vereinbarung, die das gegenwärtige Wettrüsten beendet. Weiter müssen wir unser Augenmerk darauf richten, ob die Kolonialfrage ihre Erledigung durch eine territoriale Restauration finden soll oder durch weitreichende wirtschaftliche Vereinbarungen, die die Souveränität nicht berühren und auf dem Grundsatz der Treuhänderschaft aufgebaut würden. Es ist verhängnisvoll, in Deutschland die Erwartung wachsen zu lassen, daß wir bereits für eine territoriale Restauration seien, wenn wir nicht tatsächlich bereit sind, sie durchzuführen. Wenn wir den Krieg beseitigen wollen, dann muß man diesen Fragen ins Auge schauen, und zwar jetzt. Man muß sie auch vom Standpunkt der Stärke aus betrachten, nicht vom Standpunkt der Schwäche. Wir müssen in der Luft und zur See eine Stärke haben, die unserer Politik und unserer Verantwortung entspricht. Die Quintessenz der Friedensbemühungen ist: Wir müssen beweisen, daß wir keine Ang st vor Revisionen haben, die von der Vernunft und der Gerechtigkeit vorgeschrieben werden, aber daß wir nicht gezwungen oder beschwatzt werden können, zu Drohungen zu schreiten. Können wir", so fragt Lord Lothian zum Schluß seines Artikels, „alles dieses durch den Völkerbund erreichen? Nur dann, wenn der Bund beides kann, eine zweckentsprechende Revision und einen erfolgreichen Widerstand Versuchen aeaenüber, sich eine Gebietsvergroßerung durch Gewalt zu verschaffen. Wenn der Völkerbund diese beiden Dinge nicht geben kann, dann wird die Kriegsgefahr wachsen. Für diesen Fall sollten wir gemeinsam mit den Dominien entschlossen die Grenzen ins Auge fassen, die unserer Mitwirkung in Europa gesetzt sind." qeblich staatsfeindlichen „Sozialistischen Volksgemeinschaft" angehört haben. Ein vierter wurde unter einem nichtigen Vorwand ve r h ast e t. 4)a außerdem das Wahlgesetz den früheren Mitgliedern der im Memelgebiet verbotenen memeldeutschen Parteien die Wahlausübung untersagte, so braucht man sich in Kowno nicht zu wundern wenn die Memelländer der Wahl zum großen Teil überhaupt fernblieben. Ob die Regierung irgendwelche F o l g e n aus dem Wahlergebnis ziehen wird, bleibt abzuwarten. So viel steht aber schon heute fest, daß eine Ent- spannungkaumeintreten wird. Die Kownoer Regierung hat sich zu den Wahlen entschließen müssen, weil ihr die Verhältnisse allmählich über den Kopf gewachsen waren. Man wollte die Staatsfuh- rung auf eine breitere Grundlage stellen. Die Regierungsmehrheit ist nun zwar vorhanden, und das seinerzeit nach dem Staatsstreich im Dezember 1926 von dem damaligen Diktator Woldemaras (der Eine veränderte Lage. Wird England sich ihr gewachsen zeigen? London, 16. Juni. (DNB.) Unter der Heber« schrift „Großbritannien, Deutschland, Italien — Bollwerk gegen den Bolschewismus" veröffentlicht „Daily Mail" einen Aufsatz ihres Mitarbeiters Ward Price. Der Friede, an den Hitler denkt, so sagt Ward Price u. a., sei zugegebenermaßen ein solcher, indem Deutschlands Rolle und Stellung seiner Größe und Wichtigkeit entsprechen würde. Das sei natürlich und unvermeidlich, wenn es auch den anderen Nationen, die Deutschland fünfzehn Jahre lang aus der Rechnung lassen konnten, unangenehm sei. Sowohl in Deutschland wie in Italien hätten das Führertum und die nationalen Anstrengungen Wunder geschaffen. Infolgedessen habe sich der Schwerpunkt Europas verändert. Graf Ciano und Botschafter von Ribbentrop seien nicht einfach neue Figuren in der alten Diplomatie. Es seien Vertreter einer völlig neuen Ordnung internationaler Beziehungen. Die britische Regierung habe die Aufgabe, ihre Außenpolitik der neuen Lage anzupassen. Bisher sei die britische Außenpolitik auf Grundsätze gestützt gewesen, die von der Zeit herrührten, als Frankreich auf dem Fe st lande allmächtig und das Ansehen des Völkerbundes noch ungebrochen waren. Jetzt sei die kontinentale Vorherrschaft Frankreichs beendet. Die neue französische Regierung werde unter dem gefährlichen Einfluß von Moskau stehen. Ihre Stärke gegenüber ihren beiden östlichen Nachbarn sei stark zurückgegangen, und es sei unwahrscheinlich, daß Frankreich auf einige Zeit als festigender Einfluß in Europa betrachtet werden könne. Wenn der sich zur Zeit über Spanien und Frankreich ausbreitende Kommunismus andere Nationen an st eck en sollte, dann könnte Großbritannien keine nützlicheren Freunde als die deutsche und italienische Regierung haben, die den Kommunismus auf ihrem eigenen Boden zerschmettert haben. Ein Kämpfer für den wahren Frieden. Alle Welt ist sich längst im klaren darüber, daß der Menschheit nicht eher geholfen werben kann, bis mit den gegenwärtigen Methoden des Zusammenlebens der Nationen ganz gründlich gebrochen wird. Nur über das Wie und über den einzuschlagenden Weg streiten sich diejenigen leidenschaftlich herum, die teils berufen sind, die Völker zu führen, teils aus dem Volke herauskommen und die gesunden Ansichten des einzelnen Mannes kennen. Leider haben die Völker gerade dort a m w e n i g st e n etwas zu saaen, wo angeblich das demokratische Prinzip dafür sorgt, daß dem Dolkswillen vollauf Rechnung getragen wird oder wo man neuerdings mit derartigen Prinzipien hausieren geht, um so ungestörter in der europäischen Völkerfamilie störend und zersetzend wirken zu können. Man brauchte doch nur einmal zu einer allgemeinen Volksbefragunazu schreiten, brauchte dem einzelnen nur die Frage nach dem gerechten Ausgleich und der Versöhnung vorzulegen, alsbald wüßten wir, wie sehr sich die Menschheit nach der Erlösung aus einem Zustand sehnt, der unerträglich genug ist und wie scharf sie die Politik ablehnt, die dem Nachbarn nichts gönnt darüber hinaus aber auch noch den Nachbarn ernsthaft beunruhigen muß. Lord Lothian ist einer der englischen Politiker, die immer wieder in Wort und Schrift den Völkern Europas den Weg in die bessere Zukunft zu ebnen suchen. Ein Kämpfer für Öen Frieden der Völker ist er geworden, dazu ein Kämpfer, der sich nicht scheut, auch seinen eigenen Landsleuten gründlich die Wahrheit zu sagen. Wiederum hat er sich mit den gegenwärtigen allgemeinpolitischen Verhältnissen auseinandergesetzt und nicht gezögert, Deutschland absolute Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die ganze Art, wie er die Wunden abtastet, die das Versailler Diktat geschlagen hat, und wie er Anregungen zur Heilung dieser Wunden in Vorschlag bringt, läßt erkennen, daß er durchaus erkannt hat, worauf es inEuropa an kommt. Deutschland will, das hat eben erst Minister Goebbels zum Ausdruck gebracht, mit allen Völkern in Frieden leben, weil es den Frieden braucht. Aber in Deutschland gibt es keinen Mann und keine Frau, die den Frieden so auffassen, wie die Väter des Versailler Diktats und die gegenwärtigen Verteidiger dieses unheilvollen Dokuments. Darum regt Lord Lothian auch eine freimütige Aussprache über die Grenz- und Wirtschaftsfragen an, wobei er durch die Aufzählung der deutschen Gebiete, die an das Reich stoßen und die jedem Deutschen ans Herz gewachsen sind, unmißverständlich zum Ausdruck bringt, daß es nur recht und billig ist, wenn dem Deutschtum das gegeben wird, worauf jede Nation Anspruch erhebt: die Gemeinsamkeit im gleichen Staatsbau. Und mit dem Hinweis auf die wirtschaftliche Befriedung, auf das Kolonial-, Währungs- und Zollproblem, schiebt er auch nur d i e Dinge in den Vordergrund, die den Völkern und Regierungen seit Jahren erhebliche Kopfschmerzen bereiten. Es ist ja nicht so, wie man im Auslande immer wieder vernimmt, daß Deutschland nur darauf sinnt, wie es andere berauben kann. Wenn sich allerdings Minister hinstellen und, wie der englische Kriegsminister Dushlooper, in öffentlichen Reden davon sprechen, daß die Situation heute noch ernster sei als die des Jahres 1914 und wenn der Mann auf der Straße dann das Geschrei einiger Hysteriker über die vermeintliche deutsche Gefahr vernimmt, so ist es unvermeidlich, daß schwach- nervige Naturen von der blassen Angst gepackt werden. Allerdings stellen sich die Minister und Politiker, die, sei es auch nur aus ganz bestimmten innerpolitischen Gründen, zur Verbreitung derartiger Anschauungen beitragen, gerade kein gutes Zeugnis aus. Denn wenn man behauptet, Europa befände sich in höchster Gefahr, warum wird denn dann nichts getan, um dieser Gefahr Einhalt zu gebieten? Lord Lothian nent die Hauptursache des Weltkrieges die Unfähigkeit Europas. Diese Erkenntnis dürfte selbst dort geteilt werden, wo man aus durchsichtigen Gründen noch andere Thesen verficht. Aber Erkenntnisse sind dazu da, daß man aus ihnen die entsprechende Nutzanwendung für die Gegenwart und Zukunft zieht. Und Lothian setzt sich mit aller Leidenschaft für diese Nutzanwendung ein, indem er Deutschland gegenüber den gerechten Ausgleich fordert. „Die Quintessenz der Friedensbemühungen ist", so schreibt er wörtlich, „daß mir beweisen müssen, daß wir keine Angst vor Revisionen haben, die von der Vernunft und Gerechtigkeit vorgeschrieben werden und daß wir nicht gezwungen und beschwatzt werden können, zu Drohungen zu schreiten." Ein mutiges Wort, wenn man bedenkt, wie rasch noch immer die Gemüter in Wallung geraten, sobald das Wort „Revision" fällt. Denn schon sieht man die ganze Kriegsbeute. daoon- schwimmen, die letzten Endes die Welt nicht zur Ruhe kommen läßt. Wir sehen doch täglich, welche Verhältnisse sich angesichts des Verzichts auf eine Anpassung an die Lebensnotwendigkeiten der Völker herausgebildet haben. Es bleibt sich gleich, ob man die Minderheitenfrage oder die Devisenschwie- rigfeiten, ob man das Problem des Bevölkerungs- Überschusses ober der Rohstoffverknappung, des gefesselten Außenhandels oder der Raumnot anpackt. Alle diese Dinge schreien nach einer Aende r u n g. Merkt denn Europa nicht, daß es sich selbst das Grab schaufelt, wenn es sich weiter dagegen sperrt, dem Recht und der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen? Zu lange dauert schon der unhaltbare Zustand, um noch weiterhin auf jene Schwätzer hören zu können, die mit Phrasen, Formeln und Drohungen dem politischen Kräftespiel einen Inhalt zu geben suchen. Auf diesen Inhalt verzichtet Europa händeringend. Es will endlich in die Gemeinschaft der Friedfertigen hinüberwechseln, es will, daß begangenes Unrecht wieder gutgemacht und daß jedem Volk der Lebensraum gegeben wird, den es nötig hat und der ihm auch zugestanden werden muß. Nur bann wirb endlich der Hader, der sich in seiner Verzehrungskraft durch nichts mehr überbieten läßt, ein Ende finden. heute im Zuchthaus von Mariampol sitzt) aufgelöste Parlament ist wieder erstanden, aber die Regierung kann trotzdem nicht behaupten, daß das Volk hinter ihr steht. Die Schwierigkeiten, die in den letzten Monaten mehrfach sich gefährlich zuspitzten, so daß die Regierung mehrere Todesurteile vollstrecken ließ, werden sicher sehr bald von neuem hervortreten, um so mehr, als die Abhängigkeit der gegenwärtigen Regierung von Moskau und die dadurch geförderte bolschewistische Propaganda nicht gerade zur Stabilität des litauischen Staates und zum Ausgleich der Gegensätze beitragen dürfte. Die Habsburger Frage. Wien, 16. Juni. (DNB.) Die „Reichspost" widmet der Habsburger Frage einen Artikel: „... da sich im Ausland Gerüchte über die Vorbereitung einer monarchistischen Restauration in Oesterreich verdichten"; ja der Gedanke an eine Habsburger Restauration flöße anderen Regierungen solche Sorge ein, daß sie untereinander militärische Abmachungen für einen solchen Fall treffen zu müssen glaubten. „Zunächst muß festgestellt werden", so schreibt die ,Reichspost' u. a.: „daß die Ursache nicht in der Tätigkeit der österreichischen Regierung gesucht werden kann. Die Bundesregierung ist im Innern mit dem Ausbau d e r ständischenVerfassuna vollauf beschäftigt. Auf keinen Fall würde sich eine monar- chische Restauration in der Form eines Patsches vollziehen. Von diesem Standpunkt muß man also alle Gerüchte über eine Aufrichtung der Monarchie in Oesterreich als haltlose Kombinationen bezeichnen. Der tiefere Anlaß solcher Gerüchte ist allerdings eine Erscheinung, die von der österreichischen Regierung in vollem Maße beachtet zu werden verdient. Es ist die sich in weiten Volksschichten immer stärker machende Neigung zur m o • narchistischen Staatsform. Es ist selbst- verständlich, Zaß sich Vieser Wunsch nach Wieder- Herstellung der landesfürstlichen Gewalt nur an den legitimen Erben des angestammten Hrbhauses wendet. Wenn die überwiegende Mehrheit des österreichischen Volkes eines Tages in irgendeiner verfassungsmäßigen Form den Willen nach der Rückkehr zur Monarchie kundgeben sollte, so wäre dies eine rein innere Angelegenheit Oesterreichs, die mit irgendwelchen Thronansprüchen außerhalb der Grenzen des österreichischen Bundesstaates nicht das Geringste zu tun hätte. Entschieden muß jeder Versuch einer Einmischung in rein österreichische Angelegenheiten abgelehnt werden. Es besteht für Oesterreich keine internationale Verpflichtung, die es hindern könnte, seine Staatsform nach freiem Er- messen zu wählen, ebenso wenig eine solche, die es Oesterreich verböte, wenn es sich für die Einrichtung der Monarchie entschlösse, als Träger der Krone den Erbendes Hauses Habsburg- Lothringen zu berufen." Die österreichische Frontmiliz. Wien, 16. Juni. (DNB.) Der Führer der Frontmiliz, Vizekanzler Baar-Bahrenfels, erklärte der Auslandspreisse, eine Entwaffnung der bisherigen Wehrformationen komme jetzt in Frage. Die waffenfähigen Mitglieder dieser Organisationen werden geschlossen in die Frontmiliz übernommen, wo sie als geschlossene Formationen bestehen bleiben sollen. Auf dem Lande werden die verschiedenen Formationen, wie Heimwehr, Ostmärkische Sturmscharen und Freiheitsbund, zu einem einheitlichen Gebilde zusammengefaßt werden. Alle Mitglieder der Frontmiliz bekommen die gleiche Uniform, jedoch Abzeichen, die an ihre frühere Wehrformationen erinnern. Die Zahl der Mitglieder der Frontmiliz wird ungefähr 100 000 betragen. Die Frontmikiz wird neben dem Bundesheer bestehen, ähnlich wie die faschistische Miliz in Italien neben dem Heer, aber in enger Anlehnung an das Bundesheer arbeiten. Der Eintritt ist frei. Ebenso auch der Austritt. Jrn Kriegsfall untersteht die Frontmiliz dem Bundesheer. Sie wird in drei Gruppen gegliedert. Erstens die Jäger- miliz, die normalen Dienstpflichtigen, zweitens die Standmiliz, die älteren Jahrgänge, die für den Etappendienst in Frage kommen, und drittens die Sondermiliz, wie z. B. Eisenbahnmiliz und dergl. Der Vizekanzler hofft, wenn die Finanzlage es erlaubt, gegen 3000 Milizangehörige dauernd unter Waffen zu halten. Der Dienst- wird in erster Linie in ab en blichen Schu- lungskursen und vorübergehenden Einziehungen für einige wenige Tage durchgeführt werden. Man hofft, auch durch freiwillige Spenden einige Zuschüsse zu bekommen. Bozens Kulturdenkmäler in Gefahr. Der „Völkische Beobachter" entnimmt dem Bozener faschistischen Parteiblatt „La Provincia di Bolzano" die Nachricht, daß der Plan, aus Bozen eine „italienische Stadt" von 100000 Einwohnern zu machen, in ein neues Stadium der Verwirklichung tritt. Nachdem schon rund um die Stadt italienische Wohn- und Industrieviertel errichtet wurden, soll nun die Bozener Altstadt „aus oerkehrstechnischen und hygienischen Gründen" abgerissen werden, um neuen Straßenzügen Platz zu machen. Vor allem ist die Beseitigung der berühmten historischen „Laubengasse" beabsichtigt, die zahlreiche kulturgeschichtlich bedeutsame und bis ins 14. Jahrhundert zurückreichende typisch deutsche Bauten aufweist. Eine amtliche Bestätigung dieser vom faschistischen Parteiblatt gemeldeten Pläne steht allerdings noch aus. Der Regierungsanzeiger veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 3. Juni ein Dekret, durch welches die Transporte von und zur italienischen Jndustriezone südlich von Bozen eine Kostensenkung bis zu 50 v. H. erfahren. Die „Jndustriezone", in der seit zwei Jahren Filialfabriken bedeutender Rüstungsunter- nehmungen errichtet worden waren, um durch den Zuzug italienischer Arbeiter die Entnationalisierung Südtirols zu fördern, wurde bekanntlich wegen ihrer schlechten wirtschaftsgeographischen Lage auch von italienischer Seite verschiedentlich bekämpft. Das neue Dekret soll diese Nachteile durch Verbilligung der Transportsätze ausgleichen. England und die Sanktionen Am Bortage der Nntcrhaus-Aussprache. London, 17. Juni. (DNB. Funkspr.) Wie die „Times" meldet, wird die englische Regierung ihren Beschluß, die baldige Aufhebung der Sank- tionen gegen Italien zu befürworten, voraussichtlich rmt der Forderung nach einer Zusicherung Italiens verbinden, den Handel mit den bisherigen Sanktionsländern nicht zu be- h Indern. Viele langjährige englisch-italienische Gcschaftsunternehmunaen seien durch die Ereignisse der letzten Monate schwer geschädigt worden, und die Regierung müsse sicherstellen, daß sie keine weiteren Nachteile haben, wenn der Völkerbund die Sanktionspolitik kollektto aufgibt. Schätzungs- weife habe der britische Handel mit Italien einen Verlust von 6 bis 7 Millionen Pfund erlitten. Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" begrüßt die Aufhebung der Sühnemaßnahmen mit lauten Fanfarenstößen und erinnert daran, daß die „Daily Mail" als einzige englische Zeitung von Anfang an gegen die englische Sühnepolittk protesttert habe. Es gebe nur eine lebenswichtige Politik für (Eng- land, nämlich ohne Verzug zu rüsten. Das Blatt setzt sich für den Rücktritt des Außen- Ministers Eden ein. Der Oppositionsführer Major A t t l e e erklärte in Lewes: Das Versagen der britischen Regierung in der Abessinienfrage habe den Namen Englands in den Schmutz gezogen. Auch die Erklärung Neville Chamberlains habe das Vertrauen der Welt in England nicht gestärkt. — Das Arbeiterblatt „Daily Heralb" greift die Regierung auf das stärkste an. Die Politik, die die Regierung zur Zeit oorbereite, sei unendlich viel schlimmer als der Hoare-Laval-Plan und müsse von der englischen Nation einmütig und mit Entrüstung abgelehnt werden. Unter dem Gerede von einer Völkerbundsreform verberge die Regierung ihre Absicht, ben Völkerbuno z u töten. Die gesamte kon- servatioe Partei kehre zur alten Politik der Rüstungen und Bündnisse zurück. Die ReiKMms der AS.-Kullurgemeinde. I «:-r. sondern e- ,st dos Amt des Steuerpflichtlgen, MbeUediint ?i°u°rpflichtigen selbst willen die Auf. I t f 'ä Gesetz oorschreibt. -wer erhöhte Finanzbedarf, der gerade Menwarttgen Jahren bestehe, ergebe sich d^«Z7^Lbelr°g^n^die^ men im e-nmnt U ' 5U denen die Maßnah- g “ tf 'e°n7°°ck° i’tab6 E°ErEtüng-n ,N, 5* »•«.-“ lTti sSreÄSTÄ-titis ä1; M Grund der bestehenden Steüer^esetzk^ko^ Vergehen gegen die Steuerpfticht seien Vergehen gegen die Volksgemeinschaft und gegen die Nation, sie stellen die schlimmste Art des Eigennutzes und der ungerechtfertigten Bereicherung des einzelnen zum Schaden des Staates und damit aller anderen Angehörigen der Volksgemeinschaft dar. Organisatorische und verwaltungsmäßige Mag- nahmen der Reichsfinanzverwaltung und die bessere Schulung der Beamtenschaft seien darauf abgestellt, 1. die weitere Gesundung der öffentlichen Finanzen und damit die Festigung der Voraussetzungen zur Finanzierung des Aufbaues der Wehrmacht und 2. die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung zu erreichen. In der letzten Zeit fei von Einführung einer Vermögensabgabe die Rede gewesen. Dazu sei weder Zeit noch Lust. Unsere ganze Kraft ist einzig und allein daraus gerichtet, diejenigen Beträge, die dem Staat auf Grund der bestehenden Steuergesetze zustehen, restlos zu erfassen. Wir haben in den drei vergangenen Jahren neue Aufgaben übernommen, insbesondere auf der Ausgabenseite. Wir erhebep nicht nur Steuern, sondern wir gewähren auch Ehestands- d a r l e h e n und Kinderbeihilfen. Die Zahl der gewährten Ehestandsdarlehen hat bereits rund 600 000 erreicht, der Betrag der gewährten Ehe- standsdarlehen rund 340 Millionen Reichsmark. Die Zahl der gewährten einmaligen Kinderbeihilfen an minderbemittelte kinderreiche Familien hat bereits 190 000 erreicht, der Betrag der gewährten Kinderbeihilfen 75 Millionen RM., die Zahl der durch die einmalige Kinderbeihilfe bedachten Kinder etwas mehr als 1 Million. Ab 1. Juli 1936 werden auch laufende Kinderbeihilfen gewährt werden und zwar 10 RM. monatlich für das fünfte und jedes weitere Kind unter 16 Jahren, zunächst an diejenigen, die Arbeitnehmer sind und deren Monatslohn 185 RM. nicht übersteigt. Die laufenden Kinderbeihilfen sind zunächst nur eine soziale Maßnahme im Rahmen des finanziell gegen« wärtig Möglichen. Sie stellen u. a. eine Art E r • stattung der Verb räucher st euern und der Umsatzsteuer dar, die in den Beträgen enthalten sind, die der Unterhaltsverpflichtete zur Bestreitung des Lebensunterhalts seiner kinderreichen Familie aufwendet. Durch die laufenden Kinderbeihilfen werden zunächst für 300 000 bis 400 000 Kinder unter 16 Jahren monatlich je 10 RM. gewährt werden. Die Auszahlung der laufenden Kinderbeihilfen geschieht erstmalig im August 1936 für den Monat Juli 1936. Genaue Auskunft erteilt jedem, dessen Monatslohn 185 RM. nicht übersteigt, das Finanzamt. Der Sittlichkeiisprozeß gegen öie Franziskanerbrüder. Koblenz, 16. Juni. (DNB.) Der Sittlichkeitsprozeß gegen die 276 Ordensbrüder der Franziskaner-Bruderschaft nahm seinen Fortgang. Auf der ’ Anklagebank saß der 26 Jahre alte Franz G i e l c z y n s k i (genannt Bruder Angelinus) aus dem Kloster Ebernach. Die Vernehmung des Angeklagten ergibt, daß er mit 14 Jahren im Mai 1924 in das Franziskaner- Mutterhaus in Waldbreitbach eintrat. Er war bann in verschiedenen Klöstern u. a. auch wiederholt int Ausland, so in Lugano (Schweiz) und Dublin (Irland). In Ebernach leitete er die Krankenabteilung VI, in der besonders schwere Krankheitsfälle behandelt wurden. Nach der Vernehmung des Angeklagten wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die Beweisaufnahme ergab, daß er von Pater Leovigill schon mit 16 Jahren zu homosexuellem Verkehr verführt worden ist. Er hat dann mit einer Reihe anderer Ordensbrüder widernatürliche Unzucht in verschiedenen Klosterniederlassungen der Franziskanerbruderschaft betrieben. Auch während der Exerzitien im Kloster Waldbreitbach ist es wie- derholt zu derartigem Verkehr gekommen. Einem Bruder, der ihm seine Vergehen vorhielt, hat der Angeklagte Bruder Angelinas erwidert, daß das nichts zu sagen habe. Der Vertreter der Anklage führte u. a. aus: Das Bild von dem schamlosen Treiben in den Fran- ziskanerklöstern werde immer vollständiger. Es habe ein Netz von homosexuellen Verbindungen über bem Orden gelegen, so daß die Ordensbrüder, wenn sie in ein anderes Kloster versetzt wurden, sofort wieder neue Bekanntschaften machen konnten. Die Zeit der Exerzitten fei wiederholt zu derartigen Handlungen mißbraucht worden. Das sei nur möglich gewesen in einer Institution, die ein Eigen- leben führte, das dem Staat verborgen bleiben sollte. Der Staatsanwalt beantragte wegen Ver- gehens gegen Paragraph 175 drei Jahre Gefängnis. Der Angeklagte wird wegen widernatürlicher Unzucht zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, der Fall Angelinas liege anders als die bisherigen Fälle. Da der Angeklagte nicht in so ausschweifender Weise unzüchtige Handlungen ausübte, wie das in anderen Verfahren festgestellt worden ist. Eine Straftat im Sinne des § 174,3 komme nicht in Frage, da der Angeklagte nicht als Medizinalperson anzusehen sei. Strafmildernd sei berücksichtigt worden, daß der Angeklagte in jun- gen Jahren dem Gift, das in den Klöstern qe- herrscht habe, erlegen fei. Keine Abweriungsabsichien in der Schweiz. Bern, 16. Juni. (DNB.) Bei der Behandlung der eidgenössischen Staatsrechnung für das Jahr 1935 gab der Finanzminister Bundespräsident Meyer im Nationalrat eine Erklärung über den Stand des schweizerischen Kapitalmarktes und die Währungsfrage ab. Er unterstrich dabei, daß an allen Gerüchten für die Möglichkeit einer Ab - Wertung des Schweizer Franken kein wahres Wort fei und daß sowohl die Regierung wie die Nationalbank fest entschlossen seien, an der heutigen Währung fest zuhalten. Die Nationalbank habe bis heute die Goldwährung mit aller Konsequenz durchgeführt und kräftig verteidigt. Der Bundesrat, der selbstverständ- lich mit größter Aufmerksamkeit alle Wandlungen unb Ereignisse des internationalen Währungswesens verfolge, habe diese Polittk gebilligt und unterstütze sie. Er sei darin bis heute immer einstimmig gewesen. Er glaube auch jetzt mit der Na- honalbanf, daß diese Polittk der Gesamtheit des Schweizer Volkes am besten diene Aus aller Welt den Die * fen -llt, nt. der uez der SU In Sofia ch a ch t dem An der Beisetzung des von politischen Gegnern ermordeten Danziger SA.-Mannes Deskowski wird auch der Stabschef Lutze teilnehmen. Am Sarge werden Stabschef Lutze, Gauleiter Forster und Standartenführet Ruhe von der Danziger Unabhängigkeit der Levante-Staaten. Frankreichs Mandat über Syrien und Libanon. Die französischen Sozialgeselle vor dem Senat. Blum sucht die Besorgnisse wegen der finanziellen Rückwirkungen zu zerstreuen. aß er 'anep dann 1t im (3r- btei> sälle An- id)teit n. Pater lellem einer Un. n dec hrend wie« :inem t der das stattete Reichsbankpräsident Dr. , . , Ministerpräsidenten und Außenminister Kusseiwanoff einen Besuch ab. Anschließend wurde Dr. Schacht von König Boris im Sommerschloß Wranja in Audienz empfangen und danach vom König zum Frühstück geladen. König Bons zeichnete Dr. Schacht mit dem -eiligen Alexander-Orden Erster Klasse aus. Das stan« Es i über wenn sofort Die rügen nur :igen* eiben Der. inte- Un- i is den lor« als in ltzen stellt 74,3 t als ) fei jun« i ge' Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Kaufleute in Lengs mußten bei den letzten Aufforderungen zur Steuerzahlung feststellen, daß ihre Steuern um etwa 40 d. Sy erhöht worden waren. Aus Protest schlossen sie am Diens- willigt wurden. Dies gilt insbesondere von einer großen Schiffswerft in La Seyne bei Toulon. Straßburg wird ebenfalls ein AnwacAen der Streikbewegung gemeldet. Rach dem „Echo de Pans hat sich der Streik auch auf die Arbeiten anöeri Befeftigungswerken im Elsaß ausgedehnt. In Nancy streiken sämtliche Sau- und Elektnzitatsarbeiter. In Grenoble ist der Streik in der Stuhlindustrie vollständig. In Mar- VJr « !^^lch^ Gasthäuser und Kaufhäuser geschlossen. In Toulon verkehrt keine Straßenbahn. Auch die Straßenreiniger streiken. In Rouen wird der Straßenbahnerstreik ebenfalls fortgesetzt. In St. Etienne dauert der Streik der Arbeiter des Elektrizitätswerkes an. Besonders beunruhi- gend ist jedoch die Streikbewegung in den großen Petroleumraffinerien, da hiervon auch die Landesverteidigung betroffen wird. Der Streik in Belgien. Das gesamte Wirtschaftsleben bedroht. ® r ü n e r, 16. Juni. (DNB.) In Lüttich sind die städtischen Arbeiter in den Streik getreten. Der g e- samte Straßenbahnverkehr ist lahmgelegt worden. Die Streikenden hatten gedroht, die Wagen in Brand zu setzen, worauf die Direktion die Einstellung des Verkehrs auf sämtlichen Anien anordnete. Die großen Warenhäuser in Lüttich haben unter dem Schutze der Polizei ihre Tore geöffnet. Die Streikenden gehen systematisch darauf aus, das ganze Wirtschaftsleben zum Stillstand xu bringen. Ein Zug streikender junger Leute marschierte vor das Gebäude der Post- Verwaltung in Lüttich, um die Arbeiter und Angestellten zur Niederlegung der Arbeit zu bewegen. Der Zug rourbe noch rechtzeitig von berittener Gendarmerie aufgelöst. Das Zentrum der Stadt ist von berittener Gendarmerie besetzt. Die Arbeit im Bergbau und in der Metallindustrie ruht vollständig. Der Generalstreik im Bergbau, der zunächst in den wallonischen Gebieten ausgebrochen war, hat sich auch auf die C a m p i n e und die Provinz Luxemburg ausgedehnt. In der Provinz -ennegau streikt der gesamte Bergbau, ferner ein Teil der Metall- und der Steinindustrie. In Mons haben sich auch die Metallarbeiter sowie die Arbeiter der Seilindustrie und des Baugewerbes den Bergarbeitern angeschlosien. Auch in C h a r l o r o i hat sich der Bergarbeiterstreik auf die Metallindustrie ausgedehnt. In Gent haben die Dockarbeiter die Niederlegung der Arbeit beschlossen. Verschiedene Fabriken der Metallindustrie sind in Gent gleichfalls heute früh in den Streik getreten. Die Leitung der belgischen Gewerkschaften hat zwar ein Manifest erlassen, worin die Arbeiter aufgefordert werden, während des Streiks Ruhe und Disziplin zu bewahren, allein die Bewegung scheint an manchen Orten bereits den-änden der Gewerkschaften zu entgleiten. Von verschiedenen Seiten wird gemeldet, daß die Streiken- den einen systematischen T e r r o r in denjenigen Betrieben ausüben, in denen noch gearbeitet - v P a r i s, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" und „Oeuvre" berichten über das in Vorbereitung befindliche Abkommen zwischen der französischen Regierung und den Regierungen von Syrien und dem Libanon. Es handelt sich um die Verwirklichung des von Frankreich seit langem gegebenen Versprechens, die Unabhängigkeit dieser beiden Mandate zu erklären und ihre Ausnahme in den Völkerbund zu befürworten. „Echo de Paris" berichtet, beide Republiken würden unter der Bezeichnung „Levante-Staa- t e n" Verbündete Frankreichs werden. Die Unabhängigkeitserklärung werde in ihren großen Zügen die gleiche wie diejenige Englands gegenüber dem Irak fein. Es fei wahrscheinlich, daß beide Staaten bereits im September Mitglieder des Völkerbundes sein würden. Besondere Vorkehrungen seien unter der Garantie Frankreichs für die Rechte der Minderheiten und der ausländischen Kolonien getroffen worden; für letztere würden Gerichte geschaffen. „Echo oe Paris" hat gegen eine Unabhängigkeitserklärung Syriens und des Libanongebietes grundsätzlich nichts einzuwenden. Es befürchtet aber Auswirkungen auf d i e anderen französischen Mandatsgebiete. Frankreich koste allein die Unterhaltung der Truppen in Syrien jähr-lich etwa 160 Millionen Franken. Das rote Regime in Spanien Aufschlußreiche Zahlen. Madrid, 16. Juni. (DNB.) Das spanische Parlament hat sich mit der Eingabe des Führers der Katholischen Volksaktion Gil Nobles über das Problem der öffentlichen Ordnung und Sicherheit beschäftigt. Gil Nobles stellte fest, daß .feit dem Antritt der Volksfront-Regierung in Spanien 160 Kirchen vollständig zerstört feien. Bei Zusammenstößen zwischen politischen Gegnern seien 269 Personen getötet und 128 7 verwundet worden. Die Touristenautos würden in zahlreichen Provinzen auf der Landstraße von linksradikalen Gruppen an geh alten und die Reisenden zur Entrichtungen von Geldbeträgen gezwungen werden. Gil Nobles schloß seine Aus- siihrungen mit dem -inweis auf die völlige Wirkungslosigkeit der von der Regierung zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergriffenen „energischen" Maßnahmen. Die spanische Kammer hat den Antrag abge- lehnt und der Regierung mit 207 Stimmen der Volksfront-Parteien das Vertrauen ausge- SA.-Standarle 128, her der Ermordete angehftrkk, sprechen. • Der bisherige Unterstaatssekretär im britischen Auswärtigen Amt, Lord Stanhope, ist zum Nachfolger des kürzlich zum Kolonialminister ernannten Kommissars f ü r d i e öffentlichen Arbeiten Ormsby-Gore ernannt worden. Der Posten eines zweiten parlamentarischen Unter- staatssekretärs im Foreign Office, der geschaffen wurde, als Eden zum Außenminister ernannt worden war, wird nicht neu besetzt werden. Parlamentarischer Unterstaatssekretär im Foreign Office wird nur noch Lord Cranborne sein. Kunst und Wissenschaft. Auftakt zum Münchener Festfommer. Der Münchener Festsommer 1 936, der im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Berlin mit einer Fülle erlesener Veranstaltungen aufwarten wird, wurde mit einer Monumentalaufführung des Festoratoriums von Händel in der Neubear- Leitung von Fritz Stein in der großen Ausstellungshalle feierlich eingeleitet. Monumental wirkte schon der Riesenraum mit der Menge der Zuhörer, monumental auch der ungeheure Klangkörper des Orchesters und der Chöre. Es spielte das Bayerische Staatsorchester und das große Orchester des Reichssenders München. Die besten Chöre Münchens hatten den gesanglichen Teil übernommen. sprachen. Die Rechtsopposition hatte bereits vor- her aus Protest gegen eine Aeußerung des links- revublikanifchen früheren Unterrichtsministers Do- minio, der den Antrag Gil Nobles ein dunkles, gegen die Volksfront gerichtetes Manöver genannt hatte, den Sitzungssaal unter stürmischen Kundgebungen der kommunistischen und marxistischen Abgeordneten verlassen. Kleine politische Nachrichten. Das Panzerschiff „Admiral Scheer" mit dem Flottenchef Admiral Förster an Bord besucht mit dem Flottentender „Helga" die schwedi- sche Hauptstadt Stockholm in der Zeit vom 25. bis 30. Juni. Mann, der u. a. auch schon wegen Kindesentführung zwei Jahre im Zuchthaus gesessen hat. 15 Jahre Zuchthaus für einen Massenbrandstifter. Der Mafsenbrandstifter Ludwig Docht aus । Friesheim wurde vom Schwurgericht in Segens« : bürg zur höchstzulässigen Strafe von 15 Jahren ■ Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurde gegen ihn die Sicherungsverwahrung verhängt. Die bürgerlichen Ehrenrechte sind ihm auf die Dauer von 10 Jahren abgesprochen worden. — Vocht hatte über 10 Jahre lang an zahlreichen Ortschaften, besonders in Friesheim, rachsüchtige Brandstif- t u n g e n verübt und dabei einen nachgewiesenen Schaden von mindestens 270 000 RM. angerichtet. Olympia in Wort und Bild. Eine Buchbesprechung. „Olympia 1936 — Band I". Herausge- geben vom Zigaretten-Bilderdienst Altona-Bahren- feld. Preis 1,60 Mark. — (203) — Es ist ichon zur Tradition geworden, daß die Reemtsma-Ziga- rettenfabrifen nach Abschluß der Olympischen Spiele durch die Herausgabe eines umfassenden Jllustra- tionswerkes eine Erinnerung an die ereignisreichen Kampftage und damit gleichzeitig ein zuverlässiges Nachschlagewerk schaffen. Es lag nahe, dieser Tradition bei den Olympischen Spielen des Jahres 1936, bei denen Deutschland das gastgebende Land ist, dadurch Rechnung zu tragen, daß bereits vor den Hauptspielen eine Vorschau auf die kommenden Kämpfe veröffentlicht wurde. Eine solche Vorschau hat uns der Bilderdienst der Reemtsma-Zigaretten- fabriken in Verbindung mit einem Rückblick auf die IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen und die Entwicklung des modernen olympischen Gedankens überhaupt in dem oorliegenben Jlluftrationswerk zur Verfügung gestellt. Die spannenden Ereignisse und die sportlichen Erfolge der IV. Olympischen Winterspiele sind in diesem Sammelwerk, das außer ganzseitigen Haupttllustrattonen 175 bunte und einfarbige Bilder umfaßt, anschaulich darstellt. Die Schilderung der Vorbereitungen für den olympischen Wettstreit in Berlin und der Gang durch die Geschichte der modernen Olympischen Spiele sind besonders geeignet, das Interesse für den olympischen Gedanken auch bei dem noch Fernstehenden zu wecken. Der Text wird ergänzt büret) eine erschöpfende Uebersicht über den Aufmarsch der Nattonen, durch stattstische Tabellen sowie einen vierseitigen Plan von Berlin mit dem Reichssportfeld und den übrigen Kampfbahnen. Diese Sammlung ist also nicht allein eine wertvolle Chronik für alle sportlich interessierten Kreise, sondern für das ganze deutsche Volk ein Erinnerungswert an die großen Ereignisse des Olympiajahres 1936. Das Werk soll durch einen Band über die Sommerspiele seinen Abschluß erhalten. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche eines Hochdruckgebietes, das sich langsam über den Kontinent ostwärts verlagert, hat sich über Deutschland allgemein heiteres und warmes Wetter eingestellt. Der bei England liegende Tiefdruckwirbel roitb bei uns Störungen und Gewitterneigung bringen. Aussichten für'Donnerstag: Meist heiteres und warmes Wetter, Auftreten örtlicher Gewitter. Aussichten für Freitag: Im ganzen freundliches und warmes, noch zu Gewittern neigendes Wetter. Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 15,1 Grad; am 17. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum heute nacht 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 22,3 Grad; am 17. Juni: morgens 15,6 Grad. — Sonnenscheindauer 13,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universttäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Paris, 16. Juni. (DNB.) Im Senat hat die Beratuna der von der Kammer verabschiedeten Sozialgesetzentwürfe begonnen. Der Berichterstatter Senator Gardey bezifferte bei dem Gesetzentwurf über die Aufhebung der Kürzungen der Beamtengehälter die notwendig werdenden zusätzlichen Ausgaben auf jährlich 1395 Millionen Franks einschließlich der Steuererlasse zugunsten der ehemaligen Frontkämpfer. Die Höhe der Staatsschulden gab er bei einem ordentlichen Haushalt von 40 Milliarden und einem außerordentlichen Haushalt von 6 Milliarden (zuzüglich einer Ueberschreitung von weiteren 10 Milliarden) mit 345 Milliarden Francs an. Man müsse sich fragen, wie weit der Goldbestand noch sinken darf, um nicht unter den für die Sicherung der Landesverteidigung notwendigen Stand zu geraten. Die Finanzpolitik der früheren Regierungen habe das Land vor den schlimmsten Gefahren'bewahrt und die Währung gerettet. Senator Lemery erklärte, die Regierung Blum verlange einen Sprung ins Ungewisse. Der Senat berate unter Drohung der Straße Die Regierung sei von der von außen her kommenden Bewegung überflutet worden. Die Ereignisse der letzten Tage hätten die Macht der g e - werkschastlichen Streikkräfte gezeigt die plötzlich auf die Nervenzentren des Landes Einfluß nehmen könnten. Die regelrechten Negierungs- befugmffe gehorchten einer Klaffen- macht, die von der Regierung ihre volle Hand- lungsfrechelt erwarte. Das Gesetz über die 40-Stun- den-Woche fei nur eine Erhöhung der Arbeitslosen- Unterstützung. Ministerpräsident Blum wies darauf hin, daß die fünf Gesetzentwürfe eine Einheit bilden. Diese Gesetze stellten einen der größten Fortschritte dar, der jemals auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung erzielt worden sei. Die dagegen vorgebrachten Einwände bezögen sich auf die möglichen Gefahren ihrer Anwendung. Man befurchte eine Preiserhöhung, die wiederum eine A ngleichungderLöhne nach sich ziehen wurde Die Regierung wolle in ganz Frankreich ° ’ e Kaufkraft erhöhen. Wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen sich ausgewirkt haben wur- den, werde das Gleichgewicht wiederhergestellt sein. Man könne doch nicht den Franken plötzlich a b ro e r t e n , nachdem man ihn lange Jahre verteidigt habe. Niemand würde eine solche Maßnahme ohne internationale Abmachungen und allgemeine Angleichung ins Auge fassen. Man müsse also d i e Einkünfte erhöhen und so die nationale Wirtschaft durch die vorgeschlagenen Maßnahmen beleben. L6on Blums Rede wurde reicher Beifall der Linken zuteil. Senator Caillaux brachte zahlreiche Besorgnisse des Senats über die wirtschaftlichen und finanziellen Rückwirkun - g e n zum Ausdruck, die diese Experimente haben könnten. Nichtsdestoweniger, so erklärte er, werde sich der Senat den Wünschen des Volkes nicht wider- setzen. Die Sitzung wurde dann auf Mittwoch vertagt. Der Sieg der Gewerkschaften. Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Dor der Leitung der marxistischen Gewerkschaften erklärte Generalsekretär I o u h a u x, man habe dem Grundsatz Anerkennung verschafft, daß Betriebe von der Belegschaft beschlagnahmt werden können, unter der einzigen Beoingung, daß die Arbeiterschaft sich in Öen Dienst der be- schlagnahmten Unternehmen stellt. In einer einzigen Nacht (gemeint ist das Abkommen vom 7. Juni über den Tarifvertrag), habe man eingeholt und sogar überholt, was in anderen Ländern in 50 Jahren erreicht worden sei. Der ehemalige Sekretär des Gewerkschaftsverbandes Dumoulin erklärte, dem Kapitalismus sei ein Schlag versetzt worden, der verhindern werde, daß sein Todeskampf noch lange andauere. Wer sich einbilde, daß nun eine 30jährige Periode der ruhigen Reformen begonnen hätte, sei im Irrtum, denn jetzt werde man an die Vorbereitungen neuer Eroberungen gehen. Sieuerprotefte. tag ihre Geschäfte und veranstalteten einen Protestzug zur Bürgermeisterei. Man befürchtet, daß sie ihre Steuer nicht bezahlen. Auch die Kaufleute in Marseille verweigern die Zahlung erhöhter Steuern. Sie haben durch ihren Berufsoerband energisch gegen die Steuererhöhun- gen protestiert und drohen, die Finanzämter zu esetzen. In Auger beschloß der Aufsichtsrat einer großen Werkzeugmaschinenfabrik, den Betrieb still zu legen, da das Werk mit Verlust arbeite. Die Fabrik beschäftigt 600 Arbeiter, die arbeitslos werden würden. Es wurden Verhandlungen zwischen Öen Arbeitnehmern unö Öem Präfekten öes Departements eingeleitet, mit öem Ziel, öie Arbeit unter einer eigenen Betriebs- führung fortzusetzen. Die EntscheiÖung ist öer Regierung vorbehalten woröen. Ansthwellen der Streikbewegung in der Provinz. Paris, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) WährenÖ öie Streikbewegung in Paris unö in öem Departement Seine ei Loire von Tag zu Tag weiter abebbt, macht sich jedoch in öer Provinz eine stärkere Ausdehnung bemerkbar. Häufig kommt es vor, daß die Arbeiter erneut öie Betriebe besetzen und die kaum wieder aufgenommene Arbeit nieöerlegen, weil angeblich ihre Forderungen nicht lOOprozentig be- Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Berliner Baugrubenprozeß wurde der Zug- bautechniker Heinrich Kumlohn, öer Öie Kon- struktionszeichnungen für öie Eisenbetonarbetten in öer Hermann-Göring-Straße angefertigt hat, vernommen. Der Angeklagte N o t h hat sich ihm gegenüber mehrfach öarüber beschwert, daß er mit öem Ban nicht vorwärts komme und Öaß er bauen müsse, ohne Öaß öie genaue Tiefe öer Tunnelsohle und öer Schienenoberkante festliege. Der Zeuge bekundete weiter, daß der erste Plan, den er von öer Reichsbahn erhalten habe, ohne Maßstab gewesen sei. Die Regelblätter öer Reichsbahn für öie Baustelle habe er erst nach öem Einsturz zu sehen bekam» men. Es fei davon gesprochen worden, daß öie Rammträger zu kurz waren, unö Öaß man öarüber verhanöele, wie Öem abzuhelfen sei. Mit Öen Angeklagten Noth unö Hoffmann hat öer Zeuge über öiefe Fragen aber nicht gesprochen. Dann mürbe öer Baumeister Walter Kompa vernommen, öer zur Zeit öes Einsturzunglücks öer Geschäftsleitung öer Berlinischen Baugesellschaft angehörte. Er hat hauptsächlich an Öen Baubesprechungen über öie ProjektänÖerung teilgenommen. Man fjatte öabei, so führte der Zeuge aus, das Gefühl, Öaß öas Projekt nicht reif sei. Die DerhanÖlung wuröe vertagt. Präsident Dr. Paul Kaufmann 80 Jahre alt. Am 28. Juni begeht öer frühere Präfiöent öes Reichsversicherungsamtes unö Reichsverforgungsge- nichts Dr. Paul Kaufmann seinen 80. Geburtstag. Bis zu seiner Ernennung zum Präsidenten des Reichsoersicherungsamtes (1906) wirkte Kaufmann beim Berliner Kammergericht, ferner bei öer Staatsanwaltschaft in Berlin unö war später Vortragender Rat im Reichsamt des Innern. Neben feiner verantwortungsvollen beruflichen Tätigkeit, öie in erster Linie Öem Ausbau öer SchaÖenver- hütung in der Arbeiteroersicherung und öer wirksameren Gestaltung öer Beziehungen zwischen 23er- sicherungsträaern und Aerzten mit öem Ziele gemeinsamer Bekämpfung menschlichen ElenÖs galt, hat Kaufmann sich stets um öie Förderung öer Kunst bemüht. So entstammen feiner FeÖer außer vielen sozialpolitischen Werken zahlreiche kunsthistorische Schriften. Daneben betätigte sich öer Jubilar auch als GemälÖefammler. Norwegisches Flugzeug abgestürzt. — Sieben Tote. Das auf öer Strecke Bergen — Trondhjem — Trornsö verkehrende norwegische Passagierflugzeug „Haooern" der Norfk Lustfartsselfkap ist im Nebel gegen den Berg Lihesten an der Nordküste des Sogne-Fjordes geflogen unö a b g e ft ü r 31. Es rourbe auf einem Felsabsatz in 400 Meter Höhe zerschmettert aufgefunben. Die vier Mann Besatzung unb bie brei Passagiere finb sämtlich 10 t. Blutiger Kamps mit ausbrechenden Sträflingen in Amerika. In Richmond (Virginien) kam es im (Staats- zuchibaufe zu einem mißglückten Ausbruchsversuch, ber einem ©efangenenroärter bas Leben kostete. Acht Sträflinge bemächtigten sich plötzlich eines im Gefängnishofe stehenben ßafttraftroagens unb fuhren in rafenber Fahrt mit zwei Gefangenenwärtern, bie von ben Verbrechern gezwungen würben, bie Fahrt als Geiseln mitzumachen, auf das Gefängnistor zu. Der Vorfall rourbe jedoch von ben übrigen Wärtern bemerkt, bie sofort Den Lastkraftwagen unter heftiges Maschinengewehrfeuer nahmen. Der Ausbruchsversuch ber Sträflinge konnte auf diese Weise verhinbert werben, jedoch würben von ben mitgeschleppten Wärtern ber eine getötet unb ber anbere sowie vier Sträflinge verwunbet. Ein Kindesentführer unschädlich gemacht. Ein in Deutschland glücklicherweise seltenes Verbrechen ist in Bonn verübt worden. Das Kind eines Bonner Geschäftsmannes wurde entführt, und der Täter versuchte, eine größere Summe als Lösegeld zu erpressen. Der Vater, der zur Hergabe des Gelbes aufgefobert worben mar, benachrichtigte bie Kriminalpolizei, ber es gelang, ben Kinbesent- führer unschädlich zu machen. Das entführte Kinb rourbe nach bem Geständnis des Verbrechers von einem Kriminalbeamten in einem Versteck, wo es feit 6 Stunden gelegen hatte, gefesselt vorgesun- . ben. Es rourbe sofort in bas Elternhaus zurückgebracht. Bei bem Festaenommenen handelt es sich um einen schon mehrfach vorbestraften 32jährigen . tren der lern, ds. Zahl runb Ehe. lark. Pen be. irten der nber Verse. das ren, unb Die eine 'gen- Er. und ägen zur nder. nben bis h i« der l im naue M. sr. feite« inzis. • if der' stanz ) aus ! an 21b« ein egie* eiert, iol' yold« und land' ngen ings- und ely W ||f btt n-l — l mii 183 Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol L83 jenes einzigartige Gefühl der Erfrischung und Belebung. Darüber hinaus wirkt Odol L83 vorbeugend gegen Infektionen der Mund- und Rachenhöhle. Kinderheim in Sowjetrußland. NSG. Der „Bakinski Rabotschi" (9. Mai 1936) berichtet folgendes: Drei Sowjetbürger aus der kaukasischen Erdölstadt Baku bringen ihre Kinder in ein sowjetisches Kinderheim. Der Sowjetstaat hat diese Art der Erziehung von jeher gefordert, sie entspricht dem bolschewistischen Ideal, jie soll am meisten geeignet sein, „klassenbewußte Proletarier" zu erziehen. Es vergehen einige Monate. Da besuchen eines Tages einige unparteiische Zeugen das Kinderheim und enthüllen folgende Zustände: „Wir trafen zur Mittagszeit ein. Bor der Türschwelle saß auf einem Stein, barfüßig, ein Junge. Das war Witja Matkowski. Der Erzieher erklärte, er sei ohne Mittag gelassen worden, weil er nicht zur Schule gegangen sei. Mit einem anderen Jungen sei er zum Markt gelaufen, habe dort sein Halstuch verkauft und für das Geld sich und seinem Freunde Brot besorgt. Wir betraten das Speisezimmer. Plötzlich brüllt der Erzieher los: „Still- gestandenl", als sei man bei einer Parade. Die Kinder ließen die Suppenlöffel fallen und nahmen militärische Haltung an. Man mußte sie erst zum weiteren Essen auffordern. An einem Tisch weinte ein kleiner Junge herzzerreißend vor leerem Teller. Es stellte sich heraus, daß man ihm das Essen oorent- halten hatte. — Weshalb hat man dich bestraft? — Ich habe Tscha-apaja gespielt. Wer sind die Erzieher dieser Kinder? In kurzer Zeit wechselten im Kinderheim fünf Erzieher und mehrere Leiter. Da ist W. Sokoloff. Er hat sich in seinem Leben noch nie mit Kindern befaßt. Nach Baku kam er stellungssuchend, wohnt ohne Anmeldung hier. Da ist weiter der Leiter des Heims, Kubarjkoff. Auch er hat erstmalig mit Kindern zu tun. Einen Einblick nahmen wir in die Wandzeitung des Kinderheims: ein Sammelsurium des Analphabetentums. Hier findet man Wörter wie „introtional" (statt „international") u. a. m. Die Kinder sind vollkommen verschmutzt. Im ganzen Hause ist nirgends eine Zahnbürste zu finden. Die Kinder st erben vor Langeweile. Spiele gibt es nicht. Versuchen die Kinder, sich mit einem den Leitern unbekannten Spiel zu zerstreuen, so sperrt man sie gleich in die Isolierzellen, zuweilen auch in dunkle Kellerräume, und hält sie bei Wasser und Brot. Zwischen Erziehern und Kindern tobt ein erbitterter Kleinkrieg. Die Erwachsenen behandeln die Zöglinge in der rohesten Weise; die Kinder werfen mit Steinen nach ihnen. Statt 50 Jugendlicher wohnen nur noch 29 im Heim: immer wieder brennen einige von den Kindern durch." Die Volksbildungsabteilung von Baku, der das Heim unterstellt ist, erklärt den Eltern gegenüber: „Gefällt es Ihnen nicht, so nehmen Sie doch die Kinder heraus!" Aehnliche Berichte kann man zu Hunderten in den Sowjetzeitungen finden. Die traurigen Tatsachen, die sie enthüllen, sind nur zu bekannt. Aber bemerkenswert ist die Tendenz, die die kommunistischen Zeitungen in solche Meldungen hineinlegen. Warum veröffentlicht die Sowjetpresse Berichte, die die Zustände in Räterußland als einfach katastrophal erkennen lassen? Die obige Reportage gibt Antwort darauf: um die wachsende Empörung der Bevölkerung auf das Haupt einiger absichtlich bloßgestellter Sündenböcke zu ziehen. Der Erzieher Sokoloff und der Heimleiter Kubarjkoff haben natürlich an den traurigen Zuständen in dem Kinderheim genau so wenig Schuld wie die Kinder. Es sind arme, stellungslose, hungernde Sowjetmenschen, an die 20 Jahre alt, also aufgewachsen unter den Segnungen des Bolschewismus, Produkte des Systems, selbst ohne Spur von Erziehung und halbverwahrlost. Um nicht umzukommen, nehmen sie irgendeine Stellung an. Es ist klar, daß sie den Aufgaben eines Erziehers nicht gewachsen sein können. Der jüdische Journalist D. G l ü ck st e i n aber, der diese Reportage schrieb, entrüstet sich über Menschen, die „keinen Dunst haben von den Methoden sowjetischer Kindererziehung". Was Sie schilderten, ist sowjetische Kindererziehung, Herr Glückstein. Als Mensch, Arbeit und Freizeit. Gedanken zum Weltkongreß für Ireizeit und Erholung D^iese^stille zielbewußte Arbeit des neuen Deutschland hat es nun zuwege gebracht, daß der Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Deutsch - land abgehalten wird. Der Zeitpunkt ist so günstig wie möglich gewählt, haben doch die Teilnehmer Gelegenheit, nach Schluß des Kongresses die Olympischen Wettkämpfe zu besuchen. Die Anmel- düngen zur Teilnahme an dem Kongreß zeigen zur Genüge das große Interesse, das diesem Kongreß entgegengebracht wird, dessen Vorbereitungen in ihren wichtigsten Grundzügen bereits zum Abschluß °° Der'Leitgedanke, der sich wie ein roter Faden durch diesen Kongreß ziehen wird, lautet: „Mensch, Arbeit und Freizeit". Es werden auf dieser Tagung nicht nur führende Persönlichkeiten des neuen Deutschland das Wort ergreifen, sondern auch die Vertreter des Auslandes werden über Die Bestrebungen berichten, die sie in ihren Ländern verfolgen. Wie stark die Beteiligung des Auslandes ist, kommt auch darin zum Ausdruck, daß als Kongreßsprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch festgelegt worden sind. Aber nicht nur in Vorträgen werden Die Teilnehmer des Auslandes sich ein Bild davon machen können, wie das neue Deutschland all die Fragen, die mit der Gestaltung der Freizeit und der Erholung Zusammenhängen, behandelt, sondern i n mehrtägigen Reisen werden die Teilnehmer Gelegenheit haben, sich durch persönlichen Augenschein von den Erfolgen zu überzeugen, mit denen Deutschland aufwarten kann. Die Besichtigung von Freizeiteinrichtungen deutscher Städte, der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und führende Industriebetriebe, der Besuch von Volksfesten anläßlich der „Kraft-durch-Freude"-Reichswoche, die Teilnahme an der Feierabendgestaltung in den Lagern des Reichsarbeitsdienstes und vieles andere mehr werden dem Auslande vor Augen führen, wie vielgestaltig und umfangreich die Maßnahmen sind, die Deutschland für den schaffenden deutschen Menschen getroffen hat. Die Tatsache, daß SA. und SS., Wehrmacht und Reichsarbeitsdienst mitwirken, wird auch gerade unseren ausländischen Gästen die Verbundenheit und die ausgezeichnete Zusammenarbeit der großen Formationen des Staates und der Partei veranschaulichen. So wird dieser Kongreß, der e r ft e in seiner Art, dazu beitragen, die Aufklärung über die friedliche Arbeit unseres Volkes in immer weitere Kreise des Auslandes zu tragen. Das, was noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hat, wird auf diesem Kongreß verwirklicht: Führende Persönlichkeiten des Auslandes fetzen sich mit Deutschen zusammen an einen Tisch, um über die Maßnahmen zu berichten, die die einzelnen Länder und Organisationen für die Gestaltung Der Freizeit und Erholung treffen. Welt auf sich ziehen wird. In der Hansestadt Hamburg wird vom 23. bis 30. Juli derWeltkongreßfürFreizeitund Erholung tagen. Ein Kongreß wie so viele, wird mancher denken, sicherlich wohl eine ganz interessante Veranstaltung, aber werden diese Tage in Hamburg wirklich von so großer Bedeutung sein? Diese Frage stellen heißt, sie mit aller Klarheit beantworten. Wir wissen um das Ringen der nationalsozialistischen Bewegung, die schon in ihren ersten Anfängen mit der bewußten Herausstellung ihrer Forderung, daß mit dem unseligen Zwiespalt zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft rücksichtslos aufgeräumt werden müsse, einen gänzlich neuen Weg einschlug. Wir haben es dann in den Jahren des Kampfes erlebt, daß in immer größerer Zahl gerade der handarbeitende deutsche Volksgenosse sich vom Marxismus loslöste und sich zur nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitlers bekannte, weil er klar sah, daß ihm nur hier das Recht zuteil werden würde, auf das er Anspruch hatte. Die hinter uns liegenden drei Jahre haben gezeigt, daß die einst von der Bewegung erhobenen Forderungen nicht tote Werte geblieben find, sondern in Die Praxis umgesetzt wurden. Die Schaffung der Deutschen Arbeitsfront, einer Organisation, Die in der Welt ihresgleichen suchen kann, hat in einem von Jahr zu Jahr steigenden Umfange die Aufmerksamkeit weitester Kreise des Auslandes auf sich gezogen. Die Arbeit der NS.-G emeinfchaft „Kraft durch Freude" und des Amtes „Schönheit der Arbeit", um nur einige herauszugreifen, hat das besondere Interesse der anderen Staaten gefunden. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des Auslandes kamen nach Deutschland, um sich durch persönlichen Augenschein von dem zu überzeugen, was hier geschaffen worden ist. Es war gewiß zuerst bloße Neugierde, die diese Ausländer zu einem Besuch des neuen Deutschland veranlaßte, aber diese Neugierde verwandelte sich gar bald in restlose Bewunderung für das, was sie mit eigenen Augen erblickten. Mehr als einmal konnte Dr. Ley von diesen Besuchern hören, daß an jenem 1. Mai 1933, wenige Monate, nachdem dem Führer die Macht übernommen, zum erstenmal das Millionenheer des schaffenden deutschen Volkes unter dem Hakenkreuzbanner aufmarschierte, um den Tag der Nationalen Arbeit zu feiern, da waren sich viele von denen, die noch vor kurzer Zeit im Bruderkampf gegeneinander standen, der Tatsache nicht bewußt, daß gerade dieser 1. Mai eine neue Epoche in den Kämpfen und Ringen des deutschen Arbeiters um seine Ehre und um seine Gleichberechtigung eingeleitet hatte. Wir leben in einer schnellebigen Zeit, in einer Zeit, da binnen weniger Monate und Jahre auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Erfolge erzielt werden, wie wir sie uns früher in unseren kühnsten Träumen nicht vorgestellt hatten. Es würde zu weit führen, auch nur in großen Umrissen auf Die einzigartigen Leistungen der nationalsozialistischen Staatsführung einzugehen. Nur das fei hier kurz herausgeftellt, was in wenigen Wochen das Interesse und die Aufmerksamkeit der gesamten sie, wobei nicht zuletzt die Hetze einer Sewsisen Auslandspresse die Schuld trug, zuerst mit einem Gefühl innerer Ablehnung nach Deutschland gekommen waren, weil sie nicht glauben konnten, daß das, was die deutschen Zeitungen schrieben, den Tat Neues für den Bücheriisch. — C. Kö brich: Hessische Erzvorkommen. Teil I: Die Nichteisenerze. 111 Seiten mit 14 Tafeln Großoktav. Broschiert 4 RM. Zu beziehen durch die Registratur der hessischen Oberen Bergbehörde, Darmstadt, Paradeplatz 3. — (64) — Dieses dritte Heft des „Handbuchs der hessischen Bodenschätze" stellt die Metallerzvorkommen des Landes Hessen in einer Vollständigkeit dar, wie sie bisher für dieses Gebiet durchaus neu ist. Frühere Arbeiten haben entweder nur einzelne Vorkommen oder einzelne Betriebszeiten behandelt oder dem geologischen oder dem territorialgeschichtlichen Bilde gegolten. Die jetzt vorliegende Darstellung hat erstmals den Stoff ohne. Rücksicht auf frühere territoriale Zugehörigkeit zusammengefaßt, dazu ein stark zerstreutes und z. T. selten gewordenes Schrifttum und wichtige archivalische Quellen verarbeitet (Hessen, Baden, Pfalz, Mainz, Erbach, Büdingen, Nassau) und die geologische und bergwirtschaftliche Auswertung dem heutigen Stande dieser Wissenschaften angepaßt. Aus dem Inhalt seien hier wiedergegeben die Stichworte Rheingold, Gold in Ortsnamen, Pfälzer Quecksilber, Silber-, Blei- und Kupferbergbau im Taunus und Odenwald, Kupferschiefer am Vogelsberge, Kobalterze, Vitriolerze, Titan. Bei den einzelnen Abschnitten ist auch das Geschichtliche angegeben. Die künftigen Betriebsaussichten der wichtigeren Vorkommen sind erörtert. Vn Drtsregifter von rund 700 Damen macht das Heft auch für Die engere Heimatkunde wertvoll. — Rolf Jtaliaander: Segelflua ia aller Welt. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Walter Georgii 'Direktor des Deutschen Forschungs-Instituts sur Segelflug. (Nr. 7316.) Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. Phiüpp Reclam jun , Verlag, Leipzig. — (85) — Der junge Flieger und Luftfahrtschriftsteller Rolf Jtaliaander erzählt fesselnd von der geschichtlichen Entwicklung des Se- gelfluges, plaudert davon, „wie es eigentlich gemacht wird", wie die Flugzeuge beschaffen sind, was Hangwind und Thermik ist, wie em Segelflieger eine Gewitterwand ausnutzt und welche Prüfungen abzulegen sind. Wir hören, weshalb überhaupt Se- gelflug getrieben wird, und — das ist das Neuartige — welche fremden Nationen fegelfüegen. Gerade dies ist interessant. Bisher gab es aber noch kein einziges Buch, das auch über den Segelflug im Ausland einen Ueberblick gab. So ist das Büchlein für solche, Die vom Segelflug noch nicht viel wissen wie für alte Fachleute gleich wertvoll. — Zur guten Stunde. Ein deutsches Ge- schichtenbuch zum Lesen und Vorlesen. Ausgewählt von Karl Rauch. 315 Seiten. Ganzleinen 4,80 Mark. Gustav-Weise-Verlag G. m. b. H., Leipzig. — (149) — Aus dem großen Bestand deutschen Er- zählertums von dichterischem Rang und volkstümlicher Tiefe, besonders auch den großen auslandsdeutschen Erzählern ist hier eine lebendige und geordnete Auswahl von Geschichten deutscher Art und überzeitlicher Gültigkeit zusammengetragen, die dem einzelnen Aufrichtung und Erbauung zur rechten Stunde schenken und zugleich für alle Gelegenheiten des Vorlesens im Hause und Freundeskreise ein treffliches Hausbuch darstellen. Abgesehen davon eignet sich das Buch als Hand- und Gebrauchsbuch für den Deutschlehrer, für Jugendleiter, Gruppenleiter usw., zum Vorlesen an Heimabenden und in der Schule. Hier findet man neben vielen anderen Jean Paul und Kleist, Hebbel und Keller, Storm und Fontane; aber auch Wilhelm von Scholz und Ricarda Huch, Molo und Carossa, Wiechert und Blunck, Alverdes und Serbe. — Hans Christoph Kaergel: Die ferne Macht, Verlag Wilhelm Limpert in Dresden. Preis geh. 0,20 Mark. — (22.) — An das Sachsen Kurt Arnold Findeisens grenzt das Schlesien Hans Christoph K a e r g e I s. In seinem „Kurzgeschichten- Bändchen": „Die ferne Macht" ist es zuletzt immer wieder die Liebe zur engeren Heimat und aus ihr erst herauswachsend die Liebe zum großen Deutschland, die seine reizenden Geschichten unter« malt. — Das im Auftrage und unter Mitwirkung des Reichsfremdenverkehrsverbandes erscheinende; Reichs-Handbuch d e r deutschen Fremdenverkehrsorte (früher Reichs-Bäder-Adreß- buch) — (157) — liegt jetzt in 9. Ausgabe vor. Das Werk wurde erheblich erweitert: es enthält im Vergleich mit der 8. Ausgabe nahezu die dreifache Zahl deutscher Reiseziele. Die Steigerung des Umfanges auf über 1200 Seiten machte eine neuartige Jn- haltseinteilung notwendig. Die Ortsbeschreibungen wirken nicht mehr jede für sich allein, sondern im * Zusammenhang mit den Eintragungen der Orte in der näheren und weiteren Umgebung. 2700 Bilder zeigen in dieser Neuordnung die charakteristische Eigenart jeder deutschen Landschaft. Ein übersichtliches Landschaftsverzeichnis nennt alle deutschen Fremdenverkehrsgebiete. 12 Gebietskarten erleichtern die Ueberficht. In dem Abschnitt „Arzt und Patient" ist alles zusammengetragen, was für den Arzt bei der Auswahl eines Kurortes wissenswert ist. Das Verzeichnis der deutschen Sanatorien und Heilanstalten wurde wesentlich ausgebaut, und eine neue Jndikationsliste mit ausführlichen Angaben über Kurmittel und Heilanzeigen eines jeden deutschen Heilbades und klimatischen Kurortes erleichtert dem Arzt die Beratung seiner Patienten. Der Abschnitt „Dienst am Fremdenverkehr" bringt Beiträge der dem Fremdenverkehr dienenden Wirtschaftsgruppen; das Sonderverzeichnis „Presse und Fremdenverkehr^ enthält alle in deutschen Tageszeitungen erscheinenden Reisebeilagen. Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Staatsminifter a. D. Hermann Esser hat dem Werk eine Widmung mit» gegeben. Lichtspielhaus Gießen || Vermietungen"] Gr. Herrschaft!. Wohnung in bester Lage, m. reich. Zubeh. 387 rA m. reich. Zubeb a lausend abzugeben 37esD mit Lien Deyers, Theo Lingen, Inge List und Adele Sandrock. in dem herrlichen Ufa-Ton-Film: Mündlich können ©ieeSnurwenlgen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen «Sie e§ allen SögemeM und Sägewerk Rohm.Wieseck Televbon 4119 ausgest., z. 1. 7. 1936 zu vermiet. Auskunft durch H. Reinschmidt, Horst-Wessel- Wall 51. [02726 Ab heute Mittwoch in Nena uff ührung: JAW 1K IDE PU RAX LZimmer mit Küche zu vermieten. Schr. Ang. unter 3876D a.d.G.A. 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In dem Bestreben, die Prüfung und die Ueberwachung, von denen doch so viel für den Erfolg abhängt, bis zu den höchsten Leistungen durchzubilden, ist man in neuerer Zeit verschiedentlich, besonders durch ihre Eigenart, bemerkenswerte Wege gegangen. Einer davon greift auf ein altes uns schon seit unserer Kindheit bekanntes Spielzeug zurück, das aber auch für wissenschaftliche Zwecke Anwendung findet und die Grundlage darstellt, auf der sich unsere Betrachtung von lebenden Bildern aufbaut, auf die „W underscheibe" oder wie sie auch genannt wird, das „Stroboskop". Nahe dem Rand einer runden Scheibe ist eine Anzahl von Löchern angebracht. Auf dieser Scheibe befindet sich eine kleinere, auf der irgendein Vorgang in seinen einzelnen Bewegungen abgebildet ist. Wenn man die Scheibe vor einen Spiegel hält, sie schnell dreht und durch die Löcher hindurchblickt, erhält man den Eindruck einer fortlaufenden Handlung, also z. B. eines galoppierenden Pferdes oder eines laufenden Mannes. Unter Verwendung dieser Scheibe hat man eine Einrichtung geschaffen, die dient, um sehr schnell sich abspielende Vor- r 'e in aller Ruhe und in allen Einzelheiten zu i chten. Nehmen wir an, eine rasch laufende Maschine, an der viele Zahnräder ineinandergreifen, lasse plötzlich ein befremdliches Geräusch hören. Irgend etwas muß in Unordnung sein, es ist zu vermuten, daß irgendwo zwei Zähne oder zwei Räder nicht richtig ineinandergreifen. Aber wo? Wenn man die Maschine anhalten und sie im einzelnen untersuchen wollte, könnte viel Zeit verlorengehen. Es würde sich ein wirtschaftlicher Ausfall ergeben. Um nun sehr rasch eine unmittelbare Beobachtung zu ermöglichen, während die Maschine unentwegt und mit der üblichen Schnelligkeit weiter arbeitet, hat man das Stroboskop herangezogen. In welcher Weise dieses helfen kann, wird uns sofort klar, wenn wir bedenken, daß schnell sich drehend'' Gegenstände beim raschen Aufleuchten eines Lichtes stillzustehen scheinen. Es wurden früher bereits starke Scheinwerfer gebaut, die man auf sich bewegende Teile von Maschinen richtete. Mebrere solcher Scheinwerfer leuchteten in kurzen Zwischenräumen rasch hintereinander auf und verlöschten nach Bruchteilen einer Sekunde wieder. Während dieses so außerordentlich kurzen Aufleuchtens bewegt sich der Maschinenteil nicht um so viel weiter, daß es uns zum Bewußtsein käme. Er scheint stillzustehen. Wird nun das Aufleuchten in ein bestimmtes Zeitverhältnis zur Geschwindigkeit der Umdrehungen des zu untersuchenden Maschinenteils gesetzt, so reiht sich in unserem Auge ein Bild des Still st ands an das andere. Der ganze Maschinenteil steht für uns still und kann betrachtet werden. Dem Aufleuchten kommt es an Wirkung gleich, wenn wir durch einen Schlitz hindurch auf die Maschine blicken, der sich in einer rasch sich drehenden Scheibe befindet und dadurch in kurzen Zeiträumen vor unserem Auge vorübergeführt wird. Damit wären wir wieder bei der stroboskopischen Scheibe angelangt. Es ist gelungen, ein kleines Gerät zu bauen, dessen Verwendung keiner besonderen Vorbereitung bedarf und das ähnlich einem Feldstecher mit beiden Händen vor die Augen gehalten wird. Die hauptsächlichen Teile dieses Geräts sind ein kleiner Elektromotor, auf dessen Achse kleine stroboskopische Scheiben aufgesetzt werden. Je nach den Geschwindigkeiten, um die es sich im jeweils gegebenen Fall bandelt, wird eine Scheibe mit weniger oder mehr Schlitzen verwendet. Je höher die Drehzahl des zu beobachtenden Gegenstandes, desto mehr Schlitze sind nötig. Des weiteren sind Einrichtungen zur Regelung der Geschwindigkeit, ferner optische Teile vorhanden, die auch so gewählt werden können, daß Betrachtungen aus weiterer Entfernung sowie solche von kleinen Gegenständen möglich sind. Wenn man sich drehende Teile prüfen will, wird das Ganze vor die Augen gehalten. Dann wird die Drehzahl der Scheibe derart geregelt, daß der beobachtete Teil stillzustehen scheint. Damit ist gute Gelegenheit zur Verfolgung seiner Arbeit gegeben. Wir können aber auch eine Art von Zeitlupenaufnahme machen. Derartige Aufnahmen sind uns vom Film her bekannt. Sie entstehen, wenn bei der Aufnahme schneller gedreht wird. Dann kommen in der gleichen Zeit mehr Einzelbilder aufs Filmband. Wenn der Film hierauf mit der allgemein üblichen Geschwindigkeit vorgeführt wird, zieht von den in der einzelnen Sekunde gemachten vielen Aufnahmen in der gleichen Zeit nur ein bestimmter Teil am Auge vorüber. Alle Bewegungen erscheinen also sehr gedehnt und verlangsamt. Bemerkenswert ist, daß man auch bereits Mikroskope gebaut hat, bei denen eine schnell sich drehende Scheibe eine Rolle spielt. Die zu betrachtenden kleinen Gegenstände werden auf diese Scheibe gelegt, die als Schleuder wirkt. Durch die Fliehkraft werden sie zerteilt, so daß ihre inneren Teile zum Vorschein kommen. Da sie viel zu klein sind, um mit irgendwelchen Vorrichtungen bearbeitet zu werden, wird durch die rasche Drehung der Scheibe die Möglichkeit geschaffen, in das Innere ihres Baus einzudringen. Dazu kommt noch eine optische Einrichtung, die die weitere Möglichkeit gibt, sie trotz der schnellen Drehung so ruhig und genau unter starker Vergrößerung zu beobachten, als ob sie stillstünden. Die sich drehende Scheibe erlangt in diesem Fall nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für technische Untersuchungen Fernsehen und Raumbild. Aus dem technischen Laboratorium des Films. Es ist von nicht geringem Reiz, hin und wieder einen Blick zu werfen auf technische Neuerungen des Films, die entweder nur erst in den Laboratorien der Film-Physiker und -Chemiker ihr Dasein führen oder bereits eine Verwirklichung gefunden haben, jedoch noch des eigentlichen Ausbaues harren. Schon feit mehr als einem Jahr hat eines der fesselndsten Wunder, die es für den Menschengeist wohl geben kann: das Fernsehen, in Deutschland greifbare Formen angenommen, zunächst freilich nur in der Form aktueller Bildübertragungen. Seit es in Berlin ständig betriebene Fernseh- st e l l e n gibt, ist es schließlich nur noch eine Frage weiterer technischer Versuche, und wir werden auf unfern Fernfeh-Empfangsapparaten nicht nur kurze Uebertragungen stehender Bilder, sondern ganze Filmvorführungen zu sehen bekommen. Ja, werden wir das wirklich? Noch wissen wir nicht, welche Wege die Fernsehtechnik beschreiten wird, und wie sie, das optische Kind der Rundfunk- Aetherwellen, aus einem bemerkenswerten technischen Kuriosum eingeordnet werden wird in unser kulturelles Leben als eines der großen öffentlichen Mitteilungsorgane und Werkzeug der Unterhaltung und des künstlerischen Genusses neben akustischem Rundfunk, neben Presse, Theater und Film. Von diesen vier gewalttgen Bezirken dürfte das Fernsehen bestimmte Elemente in sich aufnehmen. Was uns hier interessiert, ist seine mögliche Auswirkung auf den deutschen Film. Würde diesem hier ein gefährlicher Konkurrent entstehen? Das ist eine Frage, die mancher schon sich besorgt oorge- legt hat. Wird es einmal ein optisches Funkhaus geben, das uns einfach einen wertvollen Tonfilm auf unseren Fernseh-Empfänger zaubert? Das wäre schließlich das Ende der Kinotheater und damit auf die Dauer jeder gediegenen Produktion, der die wirtschaftliche Säule, auf der sie nun einmal ruht, das Verleihgeschäft, entscheidend geschwächt oder völlig entzogen wäre. Nun, wir wollen bei so dunklen Ausblicken nicht länger verweilen. Abgesehen davon, daß es noch gute Weile haben wird, bis überhaupt über die heutigen aktuellen Bild-Kurzmeldungen und das interessante „optisch-akustische Telephonieren" hinaus die Entwicklung längerer Unterhaltungsprogramme der Fernsehsender möglich sein wird, ist es ausgeschlossen, daß sich hier eine Unterhaltungsform in Rivalität zum Film ergeben könnte. So wenig der Orchesterklang der Schallplatte, mag er für sich betrachtet oder vielmehr belauscht ein noch so fesselndes musikalisches Erlebnis sein, dem unmittelbaren Ton der Geigen, Celli und Fanfaren im Musiksaal völlig gleichkommen kann, so wenig wird die Uebertragung der Bilder der tönenden Leinwand auf häusliche Fernseh-Empfänger dem Erlebnis einer Filmgemeinde gleichkommen, die schließlich, was entscheidend hinzukommt und mit Recht in verschiedenen Aeußerungen zu diesem Thema schon betont wurde, auch immer Gemeinde bleiben will: im Erlebnis auch äußerlich, sichtbar geeinte Gemeinschaft. Auf alle Fälle kann jedoch das Fernsehen noch sehr interessante Formen visueller Unterhaltung aus sich heroorbringen. Näher freilich stehen gerade dem Film andere technische Pläne, von denen man z. B. gegenwärtig wieder aus Amerika hört. Daß hier überall auch die für Amerika so charakteristischen Begriffe Sensation und Reklame eine Rolle spielen, sei vorweg einschränkend vermerkt. Da wird u. a. von einem neuen Farbfilmverfahren berichtet. Es soll die Suggestion des räumlichen Sehens vertiefen, die Raumtiefe wirklich als solche empfinden lassen und mit Erfolg in Micky-Maus-Filmen angewandt sein, wo das Publikum das bestimmte Gefühl hat, in einem großen Zirkus zu sitzen und die Vorgänge in der Arena von allen Seiten zu betrachten. Ist nun auch der Farbenfilm eine recht umstrittene und wenigstens für den ernsten Spielfilm durchaus fragwürdige Sache — das Schwarz-Weiß der üblichen Photographie ist mit feinen unendlichen Schattierungen von grellster Beleuchtung zum zarten Halbdunkel, dem wechselnden Mit- und Gegeneinander von Helle und nächtlichem Dämmer von eigenem Reiz und weitaus stärkerer suggestiver Wirkung als die bisherigen meist plumpen und unzulänglichen realistischen Farbenversuche —, so kann in der hier genannten Erfindung, wenn sie sich bewahrheiten sollte, immerhin ein bei besonderen Filmstoffen brauchbares technisches Mittel zur Erhöhung des Gefühls räumlichen Miterlebens mit den Ereignissen gefunden sein. Diesem gleichen Ziel dient eine weitere Erfindung: ein st e r e o s k o p i s ch e s Filmverfahren, das schon seit einigen Jahren bestehen soll. Es soll auf besonders seltsame, zauberhafte Weise den bisherigen zwei Dimensionen der Leinwand die Illusion der dritten hinzufügen, so daß die Dinge förmlich vom vorgestellten Raum der Filmhandlung aus in den Zuschauerraum zu springen scheinen. Methoden, die wohl kaum ernsten künstlerischen Charakter annehmen und höchstens in grotesken und burlesk-lustigen Szenen hier und da Verwendung finden können, sind die Zerreißung des Filmbildes in drei Schauplätze, die allmählich wieder in einen einzigen übergehen (bei der Darstellung eines Schlachtfeldes freilich von recht eigenartiger Wirkung) und das Nebeneinander zweier Tonbilder (z. B. der Sänger vor dem Balkon der Liebsten und das singende Mädchen in der Kamer), die zu einem harmonischen Duett zusammengefügt werden. All diese Dinge sind, wie gesagt, mit Vorsicht zu genießen. Aber es ist vergnüglich und nicht ohne Nutzen, ernstlich zu bedenken, was hier Sensationsgeschrei, was ernsthafte Forscherarbeit fortschrittfreudiger Filmleute ist. B. D. und längs der friesischen und holsteinischen Küste eine Art (der graue Knurrhahn) vorkommt. Wenn es auch gelegentlich vorkommt, daß diese stacheligen Gesellen aus unbekannten Gründen zeitweise aus dem Wasser in die Luft emporschnellen, so halten sie sich doch vorzugsweise in der Tiefe auf sandigem Grunde auf, wo sie sich oft in höchst auffallender und ungewöhnlicher Weise fortbewegen. Will nämlich der Knurrhahn seinen Weg, nachdem er genug geschwommen hat, zu „Fuß" fortsetzen, so bewegt er die drei freien vorderen spindeldünnen Strahlen der Brustflossen, die ihrer Wirksamkeit nach tatsächlich nichts weiter als Beine oder Füße sind und ihm ein förmliches Gehen ermöglichen, rasch nacheinander und gleitet somit, da der ganze übrige Körper, ohne den Boden zu berühren, frei im Wasser schwebt, leicht dahin, nötigenfalls hin und wieder durch Bewegungen der Schwanzflosse nachhelfend. Dieses Gehen unter Wasser erscheint zwar sonderbar, aber doch gewissermaßen noch fischgemäß: zu ganz erstaunlichen Leistungen bringen es aber jene Flossenträger — und damit wären wir bei den wahren und richtigen Spaziergängern unter den Fischen angekommen —, die das feuchte Element für längere Zeit entbehren können und somit imstande sind, auf dem trockenen Ufer sich zu ergehen. Den größten Ruf in dieser Hinsicht hat der 'indische Kletterfisch erlangt, der beim Austrockenen des von ihm bewohnten Tümpels sich noch keineswegs verloren gibt, sondern mit ziemlicher Geschwindigkeit oft stundenlang über Land einer benachbarten Wasserstelle zustrebt, wohl ausgestattet von der Natur für derartige Landwanderungen durch die Ausbildung einer lufthaltigen Kammer oberhalb der Kiemenhohle, in der der Kletterfisch die atmosphärische Luft speichert, die ihm dann den Aufenthalt auf dem Lande ermöglicht. . Aber der Kletterfisch wird tn der Fähigkeit, längere Zeit außerhalb des Wassers zu leben, weit übertroffen von dem schleimig aussehenden S ch l a m m s p r i n g e r, der in mehr als einer Hinsicht höchst merkwürdig ist. Für lange Stunden vermag er mit seinen langen, armformigen Brustflossen gemächlich über den schwarzen Schlamm des Ufers der Mangrooesümpfe des tropischen Afrikas und Australiens zu wandern und nach Kä,ern und Schnecken zu jagen. Ermöglicht wird ihm das durch die außerordentlich enge, ritzenartige Beschaffenheit seiner Kiemenspalten, die das Verdunsten des in den Kiemenhöhlen befindlichen Wassers lange hintanhält. Gelegentlich wird der Weg durch ein plötzliches Hüpfen unterbrochen, was meist einem harmlos vorbeifliegenden Infekt gilt, das im Springen ergriffen wird und in dem breiten Maul verschwindet. Nicht selten springt bei solchen Jagden das Tier auch selbst dünne Mangrooewurzeln an und klettert geschickt meterhoch an ihnen empor, indem es sie mit den starken Brustflossen umklammert und sich mit dem Schwänze nachschiebt. Erschreckt oder bei nahender Gefahr eilen die Schlammspringer so schnell wie Eidechsen in langen Sätzen, genau wie Frösche, davon und flüchten entweder ins nahe Wasser oder vergraben sich mit verblüffender Geschwindigkeit im Schlamme. Einige andere Fische, so der Sackkiemer, ein echter Wels, und der K u ch i a, ein Kurzschwanzaal, die beide in den süßen und brackigen Gewässern Indiens leben, haben die normale Kiemenatmung ganz besonders stark eingeschränkt und dafür lange lungenartige Säcke unter der Haut zur Lungenatmung erworben, die ihnen ermöglichen, größere Reisen zu Lande zu unternehmen. Kuchia kann zudem diese Luftsäcke so weit aufblasen, daß sie als wurstartige Wülste nach außen vorspringen. Nun gibt es Fische, die der Lungenatmung noch weit besser angepaßt sind, weil sie neben den gewohnten Kiemen der anderen Fische noch echte Lungen haben, die den Lungen der höheren Wirbeltiere in allen wesentlichen Punkten gleichen. Dahin gehören der australische Ceratodus, der südamerikanische Schuppenmolch und der Molchfisch von Aequtorialafrika. Ja, bei letzterem geht diese Anpassung an den Landaufenthalt sogar soweit, daß dieser Fisch, an der Luftatmung gehindert, in zwei bis drei Stunden zugrunde geht, einen 24ftünbigen Aufenthalt außerhalb des Wasser aber gut verträgt! So unvollkommen unsere Liste dieser Sonderlinge unter den Fischen auch ausgefallen ist und ihre Beschreibung auch bleiben mußte, dürfte sie doch eine Vorstellung davon geben, daß wir wohl schwerlich die vielen eigentümlichen Einrichtungen der erwähnten Fischformen restlos als Anpassungen im gebräuchlichen Sinne bezeichnen dürfen. Wir haben es hier vielmehr mit Tieren zu tun, die auf dem Wege vom Wasser zum Land atmen und sozusagen gewisse Stufen im Bauplan der Wirbeltiere überhaupt vorstellcn, die in den vorliegenden Fällen Fliegende und wandernde Fische. 23on Or. Georg Stehlt, Stuttgart-Cannstatt. Nicht nur unter den Menschen, sondern auch unter den Tieren gibt es merkwürdige Käuze und Sonderlinge, die durch gewisse, bisweilen schier unglaubliche Eigentümlichkeiten auffallen. Wohl jeder Leser hat schon einen auf das Trockene geratenen Fisch gesehen und beobachtet, wie das hilflose Tier dann mit allen Flossen und dem ganzen Aufgebot seiner Muskelkraft arbeitet, das vielleicht nur wenige Zentimeter entfernte Wasser wieder zu erreichen, um nicht selten, vielleicht im Anblick der rettenden Flut, schließlich doch zu verschmachten. Die ganze Unzulänglichkeit der Schwimmorgane für die Fortbewegung außerhalb des flüssigen Elements roirS uns dadurch auf das wirkungsvollste vor Augen geführt. Dabei hat es die Natur doch verstanden, die Flossen, die ihrem eigentlichen Berufe ja nicht entzogen werden konnten, durch gewisse Vorrichtungen derartig umzugestalten, daß einzelne Fische das Wasser für mehr oder minder kurze Zeit verlassen und mit der Geschwindigkeit einer Maus am Strande herumlaufen, andere mit den Fröschen um die Wette hüpfen und wieder andere gleich den Vögeln durch die Lüfte schweben. Die eigentlichen und besten Flieger unter den Fischen sind die Angehörigen der Familie der Hochflugfische, die echte Bewohner der Hochsee sind und in großen Mengen, oft zu gewalttgen Schwärmen ober „Schulen" vereinigt, bie wärmeren Meere bevölkern. Sie sinb es benn auch meist, von benen in ben Erzählungen unb Schilberungen von Tropenreisen bie Rebe ist. Unter ihnen scheinen roieber ber 15 Zentimeter lange, ^erliche amerikanische Schmetterlings-Flugfisch unb ber auch im Mittelmeer febenbe schlankrassige Schwalbenfisch bie Höchstleistungen im Fliegen zu vollbringen. Was biefe Fische eigentlich veranlaßt ober zwingt, zeitweise bas Wasser mit der Luft zu vertauschen, und ob es sich babet um einen richtigen Flug wie bei den Vögeln handelt oder ob es ein Gleiten und Schweben vor dem Winde ist wie beim Segelflugzeug, ist auch heute noch nicht völlig geklärt. 3u ben fliegenden Fischen werden bisweilen auch die Knurr- ober See Hähne gezahlt, von denen auch in ben Küstengewässern bei Helgoland eine hohe Bedeutung. Wir wissen, baß bie Eigenschaften vieler ber in ber Technik verwenbeten Werkstoffe von ihrem inneren Aufbau, von ber Art ber Kristalle abhängen, aus benen sie sich zusammensetzen. Die kristallinische Gestaltung änbert sich burch mancherlei Ümftänbe. Der ungeheure Druck, ben bie Fliehkraft auf bie Kristalle ausübt, gibt Gelegenheit, Formänberungen und son- stige Umwandlungen genau zu beobachten, denen bas Gefüge ber Werkstoffe unter sehr hohem Druck unterliegt, unb um baraus Folgerungen zu ziehen, bie vielleicht für bie Verarbeitung ober sonstige technische Vorgänge von Wichtigkeit werben können. Wenn derartige Prüfungen stundenlang hintereinander ausgeführt werden, ermüdet das Auge. Die Ergebnisse können leicht ungenau werden. Deshalb hat man nunmehr Einrichtungen geschaffen, die dem Zweck dienen, die Ermüdung zu bekämpfen und dadurch auch ihre Folgen zu verhüten. Durch diese Einrichtungen werden die zu untersuchenden Gegenstände in starker Vergrößerung auf eine vor dem Beobachter stehende Wand geworfen. Es ist nur nötig, einen dieser Gegenstände um den anderen auf den Tisch zu legen, über dem die optischen Vorrichtungen angebracht sind. Auf diese Weise werden jetzt bereits die verschiedensten Werkzeuge, Nadeln der mannigfachsten Art, Gewebe und viele andere Dinge untersucht, ebenso die Glühdrähte von Glühlampen. Das Bild oder der Schatten an ber Wanb sinb ein wertvolles Hilfsmittel ber neueren technischen Unter» suchungsverfahren geworben. Dynamit gegen Moore. Wer jemals beobachtete, welche Schwierigkeiten mooriger Baugrund bereitet, wird verstehen, daß man alle Verfahren, die eine Ueberwindung trügerischer Untergründe ermöglichen, auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen hat. Sv wurde vor etwa zwei Jahren bekannt, daß die Amerikaner beim Bau von Straßen durch moorige Gelände die zwischen der geplanten Straßenoberfläche und dem tragfähigen Untergrund liegenden Moorschichten durch umfangreiche Sprengungen beseitigten. Bei der Durchführung des Baues der Reichsauto» bahnen stellten sich ähnliche Schwierigkeiten ein, und man begann zunächst bei Elbing entsprechende Versuche, mit Dynamitladungen den unzuverlässigen Baugrund fvrtzuräumen. Man lernte soviel, daß beim Ausbau der Autobahnen nach Stettin, nach Frankfurt (Oder) und des Berliner Ringes durch die Anwendung ber Moorsprengungen hohe Bausummen eingespart werden konnten. Stellt man sich vor, daß der feste Baugrund unter einer Straße plötzlich durch eine 7 bis 14 Meter tiefe Moorfurche unterbrochen wird, so würde eine darauf gelegte Straße im Laufe kurzer Zeit in diesem Moore verschwinden. Nun kann man ja bas Moor burch Baggerung beseitigen unb den entstehenben Hvhlraum mit tragfähigem Boben auffüllen. Ein solches Vorgehen würbe aber Unsummen verschlingen unb viel Zeit kosten. Auch könnte man, wie beim Hochbau, Pfähle bis in ben tragfähigen Boben herabführen unb barauf bie Straße grünben. Die Unkosten würben hierbei aber noch weiter anwachsen. Dagegen wirb beim Sprengverfahren bie Straße zunächst in beträchtlicher Höhe aufgeschüttet. Das Gewicht ber Sanbmassen preßt bas Moor zur Seite, ber Sanb sackt ab. Unter Ausnutzung bes Druckes bringt hier eine Sprenglabung bas gebrückte Moor zum seitlichen Ausweichen. Dabei sackt bie aufgeschüttete Straße auf ben tragfähigen Boben ab und kann dann ganz aufgefüllt werden. Unter ihr befindet sich kein mooriges Gelände mehr, sondern ber vorher burch Bohrungen festgestellte tragfähige Boben. Solche Sprengungen kosteten bei ben Reichsautobahnen zwischen 7000 unb 40Ö00 Mark. Aber auf ein Kubikmeter Boben bezogen, stiegen sie nicht über 1 Mark, während der für eine Baggerung vorgelegte Kostenanschlag für jeden Kubikmeter Erdreich über 4 Mark erforderte. Man sieht, wje durch Veränderung ber Bauweisen erhebliche Ersparnisse gemacht werden können. erst die Lebensweise bes einzelnen Tieres bestimmen unb verstänblich machen — „unb bie Weise zu leben, sie wirkt auf alle Gestalten mächtig zurück." Wie der Affe die Taffe erfand. Zwei ungewöhnliche Beispiele von Affen-Jntelli- aenz, bie weit mehr Ueberlegung verraten, als wir sie bei Tieren im allgemeinen voraussetzen, erzählt ber bekannte Biologe Dr. V o r o n o w : „Einer meiner Affen, Vibal, ber in Freiheit in meinem Laboratorium am „College de France“ lebte, sah eines Tages, wie ein Wärter eine Planke burchbohrte. Er ergriff bie Werkzeuge, bereu sich jener bebient hatte, unb fing seinerseits wie toll mit bem Hammer auf ben Meißel loszuschlagen. Ich hielt es anfangs für eine einfache Nachahmung ber Bewegung, aber wer beschreibt mein Erstaunen, als ich sah, wie ber Affe im Lauf feiner Arbeit mehrmals mit ber Hanb unter bie Planke faßte, um sich zu vergewissern, bah bas Loch wirklich burchginge, eine Bewegung, bie ber Wärter nicht gemacht hatte." Noch erstaunlicher ist bie anbere Geschichte: „Mein Bruber Alexanber, ber biefe neugierigen Wesen sehr gern hat, bringt unseren Schimpansen oft Leckerbissen. So brachte er ihnen eines Tages auch frische Eier, auf bie sie sehr scharf sinb, unb eine Flasche mit Milchschokolabe, bie sie ebenfalls sehr lieben. Er ging von einem Käfig zum anbern, reichte ihnen zuerst bas Ei, bann bie Flasche. Jeber Affe brach behutsam bem Ei bie Spitze ab, sog ben Inhalt aus unb trank bann bie Flasche, ohne auf ben Teil ber Flüssigkeit zu achten, der ihnen zu beiden Seiten des Maules herunterlief. Als mein Bruder das Ei und die Flasche „Nora" gab, einer besonders klugen Aeffin, leerte diese auch das Ei und fing an, aus der Flasche zu trinken. Kaum aber bemerkte sie, daß ihr ein Teil der kostbaren Flüssigkeit verloren ging, da ergriff sie Ei unb Flasche unb hielt beibes meinem Bruber hin. Er verstaub anfangs nicht, was sie wollte, aber ba sie offenbar beharrlich auf etwas wartete, machte er sich ben Spaß, ihr etwas Schokolabe in bas Ei zu gießen. Tatsächlich gab JRora* auch sofort Zeichen größter Zufriebenhett, leerte da» Ei unb hielt es ihm immer roieber hin, um es sich neu füllen zu lassen." So hatte „Nora" zweifellos so etwas wie die Tasse erfunben. Sehr viel anbers sind bie ersten Menschen, bie es bequemer fanben, eine Schale zum Trinken zu benutzen, auch nicht vorgegangen. abgerundet. Wirtschaft. vorder Geschäfts- Jrontfurt a. M. Berlin Srantfurf a.M. Äerlin Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a.2IL 6*'* XI!' Schluß börfe ,ur< ReichSbaak 12 0 36,5 8 7 Vanknoten. 199 HO 104,9 100,5 105 131,65 129,5 109,25 14,75 16 124,5 93,5 94,5 95 196 36,5 150,5 134,5 155 135 139,75 134,75 134,5 156,25 199,5 140,25 106 131 128,5 108 139 104 100,65 106 131,5 129,5 109 171 139,5 105 100,5 Rumänen Mexikaner nicht ganz 14,65 29,9 15,9 124 118 93,5 94,5 95 197 7,3 9,9 5,8 105,5 131,4 129 107,75 172,25 137 103,5 I 100,5 A.E.G. Betula Schuldbücher 98. Von Auslandsrenten etwa 0,13 v. H. freundlicher, dagegen entgegen der letzten Aufwärtsbewegung gehalten. Buderus ....... Deutsche Erdöl . 14,5 29,5 15,75 124 118 93,25 94,75 95,25 196,5 Scblußk. Mittag. börse 11,25 7,55 10 5,9 45 werden, besteht als weitere Verpflichtung der genannten Personen 3. die hierfür bestehenden Einrichtungen Stadt Gießen zu benutzen. Die Straßenreinigung dratmeterzahl belastet. Die hieraus zu Jahresgebühr wird derart nach oben daß sie durch vier teilbar ist. Die Müllabfuhr. 14,75 16 124,25 93,25 94,5 95,25 196,75 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Österreichische Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 deSgl. von 1913......... 6% obgest. Goldmexitaner von 99 *% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1................... 107,25 (107,75), Schuckert 156,75 (157). Deutsche Anleihen blieben weiterhin still und unverändert, Altbesitz 113,50 (113,50), Kommunal- Umschuldung bei größerer Nachfrage 89,65 (89,65 v. H.) gehandelt. Nachfrage bestand nach Pfandbriefen, die Kurse blieben unverändert, vereinzelt wurden Liquidationspfandbriefe 0,25 bis 0,40 v. H. infolge Materialmangels heraufgesetzt. Auslandsrenten ruhig. Im Freiverkehr Adler-Kleyer 107,50 (107), Wintershall 124 (123), Auto-Union 123,50 (123), Wayß & Freytag 122,50 (120,50). Auch gegen Schluß der Börse trat keine Erholung ein. Tagesgeld wieder 3 v. H. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse verlief sehr ruhig. Es kam eher noch etwas Material an die Märkte, das aber zu den Mittagsschlußkursen ausgenommen wurde. 23er» 3,13 9,7 9,4 9,4 14,25 7,25 9,9 5,925 44,5 134,75 134,65 140,75 140,13 137 । 138,5 134,9 135 156,5 : 156,75 Gtraßenreinigung, Müllabfuhr und Kanalbenutzung in der Stadt Gießen 7,25 9,9 5,9 44,5 Elektt. LieserungsgeseNschastß Licht und Kraft .... sielten & Guilleaume 37 151 ! 134,75 I 155,25 i 134 1 140,5 I 137 • 135,25 156 200,5 140,5 I 36,65 I 151,13 | 151,13 135 134,25 155 ! 155 vorgelagerten Reinigungsflächen, die wie folgt berechnet werden: In zweitseitig bebaubaren Straßen bis zur Mitte, jedoch nicht über 7,5 Meter Breite. In einseitig bebaubaren Straßen und Plätzen bis zu 8 Meter Breite; Eckgrundstucke werden nur mit zwei Drittel der eigentlichen Qua» ..... ' errechnende Gesellich.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ ß Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... e Siemen- L Halske............ g Lahmeyer L Co.............. 7 Oie Weltgeltung Deutschlands durch Gutenberg. Lpd. Mainz, 16. Juni. Im Rahmen der Gutenberg-Festwoche sprach am Dienstagabend Professor CH. Kleukens im Kurfürstlichen Schloß über „Die Weltgeltung Deutschlands durch Gutenberg". Kleukens ging aus von der Schrift und stellte die weltweite Tat des Mainzer Handwerkers Johannes Gutenbera, dieses friedlichsten aller Eroberer, der dennoch die ganze Welt eroberte, in das volle Licht der Würdigung. „Gutenberg, der Befreier des Geistes, war ein Deutscher von Geburt, von Wesen und Gesinnung, er war es voller Freude und mit Selbstbewußtsein. Sein Werk als geistige Leistung ist einer Matthäuspassion ebenbürtig, einem Faust oder den Schriften eines Kant. Sein Werk als We^t- wirku.ng ist unvergleichbar. Die Opfer schließlich, die es forderte, reihen den großen Mainzer unter die Heroen des Menschengeschlechts. Johannes Guten- berg und seine Tat sind edelster, deutscher Besitz von Weltgültigkeit!" In diesen Gedanken bewegte sich der Vortrag, der begeisterte Aufnahme einer zahlreich erschienenen Zuhörerschaft fand. Prof. Kleukens, der verdiente Vorkämpfer für den Gutenberg-Gedanken, sprach hier das Präludium für die 500-Jahrfeier 1940. Die Höhe der Gebühr wird auf der! Basis der Grundmiete in der Weise erhoben daß die Gesamts toften auf die beteiligten Grundstücke nach dem bältnis ihres Grundmietwertes in voller Hohe aus Wagen werden. Die Gebühr ist zur Ze.t auf 1,36 Pf. für je 100 Pf. Grundmietwert feftfleleflt, also für je 1000 Mark Grundmrete werden 1,36 Mark als Gebühren erhoben. Die kanalbenuhung. Mr jede Liegenschaft, die °n das allg°m°,ne Kanalnetz der Stadt Gießen angeschlasien ist ober angeschloffen wird, hat der Eigentümer e-nsiaWe Gebühr 311 zahlen, wobei mehrere (Eigentum Gesamtschuldner haften. Die ^^blungsverpf ichtung ruht auf dem Grundstück als dmglich W: unö unterliegt der Zwangsbeitreibung wie öte Sirenen ^Berechnung der Gebühr erfolgt aus ^°l^ron°'jedem Ouadratmeter grundbuchmäßigen Flächeninhaltes der ang-schlost-nen Gebäude wird 1 Pf. erhoben und 9 0 90 Mark auf je 1000 Mark des Brandver- si'cherungswertes der auf dem angeschlossenen Grundstück befindlichen Gebäude. ftür die Berechnung der Gebühr ist die Gruud- stückseinteilung in Parzellen in den öffentlichen Gern nickt maßgebend, sondern die ganze eine wirtschaftliche Einheit bildend- Liegenschaft de- Eigentümers ist der Berechnung zugrunde zu legen. Rechtsmittel. Gegen die Heranziehung zu den Gebühren steht den in Anspruch genommenen Personen die Klage beim Provinzialausschuß zu. Sie ist binnen einer Frist von zwei Monaten nach Zustellung des An- sorderungszettels zu erheben. Die eingangs unter 2 erwähnte, den Einwohnern zufallende Verpflichtung zur Müllabfuhr ist von der Stadt Gießen übernommen wor- den. Nach der Ortssatzung werden unter dem Begriff „Müll" verstanden die in den von der Stadt vorgeschriebenen Gefäßen gesammelten und bereitgestellten nicht flüssigen Haushaltungsabfälle, Asche, Glas, Porzellan, Tapetenreste, Schornsteinruß und dergleichen. Nicht hierunter fallen: Steine, Bauschutt, Stalldung, Kadaver sowie gewerbliche und Betriebsabfälle aller Art aus Fabriken, Verbandstoffe und Abgänge aus Krankenanstalten. Die Einwohner sind verpflichtet, den Müll zu sammeln und an bestimmten Tagen und zu festgesetzten Zeiten zur Abfuhr zu übergeben. Mit dem Verladen geht der Müll in das Eigentum der Stadt über. Zahlungspflichtig ist derselbe Personenkreis, wie bei der Straßenreinigung; ebenso ist auch die Ausschlagung der Gebühren für die Müllabfuhr auf die Nutznießer dieselbe wie bei der Strahenreinigung. Mein-Mainische Börse. Mitlagsbörse sehr ruhig. Frankfurt a.M., 16.Juni. Die Börse setzte gegenüber den erhöhten Kursen der letzten Abendbörse durchweg mit weiteren Kursbefestigungen ein. Erneute Kaufaufträge der Bankenkundschaft lagen vor und erstreckten sich ziemlich gleichmäßig auf alle Märkte. Im Verlaufe konnten sich die ersten Kurse nicht halten, da der schon kürzlich beobachtete Verkaufsdruck in Verein. Stahlwerke-Aktien wieder auftrat. Zu Beginn setzten IG. Farben mit 172,50 (172) ein, Scheideanstalt um 2, Metallgesellschaft 1 v. H. höher. Elektrowerte ebenfalls fester, so Siemens um 0,25, Elektr. Licht und Kraft 0,75, Felten 1, Gesfürel plus 0,50 v. H. Von Montanwerten lagen höher Buderus 2, Rheinstahl 1,25, Mannesmann 1, Verein. Stahlwerke 0.25, Hoesch 1,13 v. H. Mafchinenwerte ziemlich freundlich, Junghans wieder 100 (98,50), Muag 0,65, Moenus 0,25 0. H. höher. Daimler gut gehalten, sonst Deutscher Eisenhandel 1,50 0. H. fester. Holzmann auf die Ausführungen in der Hauptversammlung 1,25 v. H. fester, die übrigen Bau- und Zementwerte behauptet. Der Zellstoffmarkt lag fest, es gewannen Aschaffenburger 2,25, Waldhof 1, Feldmühle 1,25 v. H. Im einzelnen zogen Deutsche Linoleum um 3,75, Reichsbank um 1,90, Reichsbahn-Vorzugsaktien um 0,25, Kaufhof um 0,40 v. H. an. Süddeutsche Zucker bei 240 etwa gehalten. Deutsche Anleihen lagen weiterhin außerordentlich ruhig, Altbesitz 113,50 (113,40), Kommunäl-Um- schuldung 89,65, Zinsvergütung 92,70, Späte Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelrgeselllchaft ... 6 Kommerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bant und Dwconto» Gesellschaft................ < Dresdner Bant............ * Während auf dem Lande Kanalbenutzung und Müllabfuhr den Gemeindehaushalt meist kaum berühren, ist das in den Städten anders. Aus der modernen Stadt find Kanalbenutzung und Müllabfuhr in Gemeinderegie nicht mehr weazudenken. Sie bilden neben der ebenfalls im Städtbetrieb erfolgenden Straßenreinigung und Straßensprengung Annehmlichkeiten, die bereits so selbstverständlich geworden sind, daß sich der Stadtbewohner meist gar keine besonderen Gedanken darüber macht, welch ein kostspieliger Anlage-, Unterhaltungs- und ar» beitstechnischer Apparat dazu gehört, um sein dauerndes reibungsloses Funktionieren zu garantieren. Eine moderne Stadt muß ja auch jahraus jahrein ganz erhebliche Aufwendungen an Arbeit und Geld machen, um dem städtischen Einwohner solche selbstverständlich erscheinenden Annehmlichkeiten zu ermöglichen, die er als gemeinnützige Uebernahme einer eigentlich ihm selbst obliegenden Verpflichtung (vgl. auf dem Land) gar nicht mehr empfindet. Daß die Stadtverwaltung für die beträchtlichen Kosten des hierfür nötigen technischen Apparats einschließlich der Verzinsung, der Tilgung des Anlageobjekts, der Erneuerung der Betriebsmittel und allgemeinen Verwaltungskosten einen Ausgleich suchen muß von denen, die den Nutzen hiervon tragen, ist aber eine ebenso große Selbstverständlichkeit und entspricht nur dem Grundsatz: „G e - meinnutz geht vor Eigennutz!" Die Stadt sucht diesen Ausgleich zu finden, indem sie Ge- büyren von den durch die städtischen Einrichtungen begünstigten Einwohnern erhebt, was durch eine jährliche Veranlagung in vierteljährlichen Zielen geschieht. Diese Gebühren sind durch Ortssatzungen und Ortsgebührenordnungen öffentlich festgeleqt und können an deren Hand von den Zahlungspflichtigen nachgeprüft werden. Wenn bann die Anforderungszettel für diese Gebühren hinausgegan- gen find, wächst meist auch das Interesse des Publikums an diesen Annehmlichkeiten der Straßenreinigung, Müllabfuhr und Kanalbenutzung, und nur bei den unverständigen ober unbelehrbaren Volksgenossen in einem umgekehrten Verhältnis, das sie sonst für die überaus wohltuend empfundenen Einrichtungen bekundet haben. Es erscheint deshalb gerade jetzt nach dem Hin- ausgehen der Anforderungszettel angebracht, darzutun, wer für die einzelnen Gebühren zahlungspflichtig ist, und auf die Art und Höhe dieser drei städtischen Gebühren in Gießen einzugehen. Nach den Ortssatzungen sind innerhalb des ganzen Stadtgebiets grundsätzlich die Grundstückseigentümer oder deren Vertreter und daneben auch die Mieter, Pächter oder sonstigen Benutzer der Grundstücke verpflichtet: 1. zur Reinigung der vor dem Grundstück liegenden Straßenfläche bis zur Straßenmitte, 2. zur Wegschaffung des entstehenden Mülls, und da die in 1 und 2 festgesetzten Verpflichtungen von der Stadt Gießen (Tiefbauamt) übernommen einzelt waren leichte Erhöhungen zu verzeichnen, so JG.-Farben 170,50 (170,40), Daimler 122 (121,65), Siemens 199,50 (199), Hoesch 108 (107,75). Verein. Stahlwerke unverändert, Kaufhof 0,40 v. H. höher gesucht. Renten lagen still, Nachfrage bestand bei 89,65 nach Kommunal-Umschuldung, für Rheinische Städte Altbesitz bei 112,25. Altbesitz mit etwa 113,50 behauptet. Im Verlaufe bröckelten die Kurse infolge der Geschäftsstille eine Kleinigkeit ab, so JG.-Farben und Daimler um je 0,25 v. H., Mannesmann 0,13, Gesfürel um insgesamt 0,40 v. H. Anleihen still und unverändert. Am Einheitsmarkt DD-Bank 0,25 v. H. unter Mittag. Die Nachbörse war umsatzlos, JG.- Farben waren mit 170,25 v. H. zu hören. Es notierten: Altbesitz 113,50, 4proz. Ungarn- Kronen 3,80, Lissabon Stadtanleihe 73,75, 4proz. Rumänen 5,92, Commerzbank 93,25, DD-Bank 94,50, Dresdner Bank 94,50, Reichsbank 196,75, Buderus 106, Harpener IW,50, Mannesmann 100,75 bis 100,65, Hoesch 108, Rheinstahl 132, Laurcchütte 22,50, Verein. Stahlwerke 94,13, Aku 55, AEG. 36,50, Berliner Kraft & Licht E 150,50, Continental Gummi 192, Daimler 121,75, Deutsche Erdöl 131, Scheideanstalt 264, Deutsche Linoleum 180,50, JG.- Farben 170,50 bis 170,25, Gesfürel 140 bis 139,75, Goldschmidt 114, Junghans 89,75, Muag 108,50, Mainkraft 99, Metallgesellschaft 138, Moenus 90, RWE. 134,50, Schuckert 156,25, Siemens 199,50, Westd. Kaufhof 46,50, Deutsche Reichsbahn - VA. 123,40, AG. für Verkehrswesen 124. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 16. Juni. Am Obst- und Südfrüchtemartt war das Angebot in Erdbeeren gut, in Kirschen befriedigend. Kirschen haben durch die weiteren Regenfälle schwer gelitten. Die Nachfrage nach Erdbeeren und Kirschen war nicht zufriedenstellend. Erdbeeren gaben im Brests etwas nach, wogegen sie in Kirschen unverändert blieben. Die Zufuhren in ausländischen Aepfeln und Apfelsinen ist stark zurückgegangen, Aprikosen gut. Bei langsamem Geschäftsgang sind Apfelsinen im Preise etwas gefallen, Aepfel unverändert. Italienische Pfirsische sind genügend angeboten, Verkauf langsam. Der Gemüsemartt hatte starke Zufuhren, besonders von Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat und Spargel. Die Preise fielen für Karotten und Spargel, im übrigen lagen sie unverändert; schleppende Nachfrage. Angebot von ausländischen Bohnen gut, Kartoffeln gering. Die Preise für Bohnen ruck- gängig, der Verkauf war gut. U. a. notierten: Blumenkohl I 40—50, dto. II 20—35, Erbsen 16 bis 20, Gewürze! gr. Bdl. 25—35, Salatgurken 15 bis 30, Karotten, Bdl. 5—8, Kartoffeln, gelbe 50 Kilogramm 4,05—4,10, dto. ital. runde 10—10V-, dto. lange ital. 13—14, Kohlrabi 5—7, Kopfsalat 4—7, Petersilie 30—35, Pllze-Pfifferlinge 60, Radieschen, Bdl. 3—4, Rettich, Bdl. 7—10, dto. Stück 4—12, Rhabarber 3V-—6V-, Römischkohl 5—8, 15.6 101,4 99,13 103,25 113,4 100,25 98,75 97 101,25 93,25 123,5 119,65 97 101,5 101,75 97,5 94,75 109,4 200 140 I Schluß» kurs 15.6 bTfv ’ÄVpW11» dto. Chile 15—18, Apfelsinen Imperial 20—22 span., Aprikosen 32—35 span., Erdbeeren la 45—48, dto. I 35-40 dto. II 30-32, dto. III 25-28, Monats- Erdbeeren 80, (die Preise für Erdbeeren verstehen sich ausschl. Verpackung), Pftrstsche^ brutto 40-50 ital., grüne Stachelbeeren 14—15, Bananen 5—6Vs. Mainzer Schlachkviehmarkt. Mainz, 16. Juni. Auftrieb: 9 Ochsen 79 Kühe (direkt 7), 9 Färsen, 6 Bullen, 230 Kalber, 1201 Schweine. Preise: Ochsen 45, Bullen 43, Kühe a) 43, b) 39, c) 33, d) 25; Färsen 44; andere Kälber a) 66 bis 70, b) 59 bis 65, c) 51 bis 58, d) 43 bis 50; Schweine a) 57, bl) 56, b2) 55, c) 53, d) 51, Rest gestrichen. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt; Kälber langsam, geräumt. umfaßt die Reiniaung der Fahrbahnen und der Fußsteige, der öffentlichen Straßen und Plätze, einschließlich der im Eigentum von Reich und Staat befindlichen Flächen innerhalb des Stadtgebiets. Die Reinigung der Fußsteige von Schnee und Eis, sowie das Bestreuen bei Glatteis ist jedoch stets Sache der Grundstückseigentümer. Die Straßenreinigung wird seitens der Stadt in einem den polizeilichen Anforderungen entsprechenden Maße ausgeführt, wobei die Kosten der Beseitigung polizeilich untersagter Verunreinigungen dem Urheber zur Last fallen. Zahlungspflichtige für die Straßenreinigungsgebühren sind die jeweiligen Inhaber von Räumen des Hausgrundstücks, insbesondere Grundstückseigentümer, Mieter, Pächter und sonstige Benutzer. Der errechnete Gebührenbetraq wird dem Gundstücks- eigentümer bzw. seinem Vertreter angefordert und von diesem auf sämtliche Benutzer des Grundstücks im Verhältnis der Mete bzw. Mietwerte ausgeschlagen. Bei nicht bebauten Grundstücken trifft den Eigentümer die Zahlungspflicht. Höhe und Berechnung der Gebühr: Don je einem Quadratmeter Reinigungsfläche werden als Straßenreinigungsgebühr jährlich 25 Pfennig (früher 32 Pfennig) erhoben. Als Bemessungsgrundlage für die auf jedes Grundstück entfallende Gebühr dienen die den einzelnen Grundstücksfronten Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Oie DAF-Versicherungsanstalten. Anläßlich einer Prefsebesprechung überreichte der Beauftragte des Schatzmeisters für die Versicherungsgesellschaften der DAF. die Abschlüsse und Geschäftsberichte dieser Gruppe, bestehend aus Deutscher Ring, Deutscher Versicherungskonzern und Volksfürsorge für das Jahr 1935, die von den Hauptversammlungen bereits genehmigt worden sind. Die Deutsche Arbeitsfront hat im vergangenen Jahr sämtliche Aktien in ihren Besitz gebracht. Hinsichtlich Wirtschaftspolitik und Geschäftsgebarung werden die Gesellschaften bei aller rechtlichen Selbständigkeit als ein einheitliches Unternehmen geführt, ausgerichtet auf die wirtfchafts- und sozialpolitischen Grundsätze der Partei. Zusammengefaßt stellen die DAF.-Der- sicherungsgesellschaften nächst der Allianz wohl die größte Versicherungsgruppe Deutschlands bar. Der gesamte Versicherungsneuzugang betrug bei allen Gesellschaften im Jahre 1935 270 Millionen Reichsmark gegen 251 Millionen Reichsmark im Jahre 1934. Ende 1935 waren 4,3 Millionen Volksgenossen bei den DAF.-Versicherungsgesellschaften versichert. Der Versicherungsbestand der Gruppe belief sich am Schluß des Berichtsjahres auf 1,75 Milliarden Reichsmark. Die gesamten Prämieneinnahmen haben sich auf 75 Millionen Reichsmark jährlich erhöht. Für Neuanlagen wurden 1935 allein 57 Millionen Reichsmark aufgewendet, davon ausschließlich für Arbeitsbeschaffungszwecke 30 Millionen Reichsmark. Die gesamten Kapitalanlagen betragen 377 Millionen Reichsmark. Die vorgenannten Ziffern verstehen sich ohne Deutscher Ring Krankenver iche- rung und ohne Deutscher Ring Transportver iche- rung. Bei Deutscher Ring Transport-^ Versicherung beliefen sich die Prämieneinnahmen 1935 auf 0,89 Mill. RM. und die Kapitalanlagen auf 0,50 Mill. RM. und die Deutscher Ring Krankenversicherung erzielte eine Prämieneinnahme von 16 Mill. RM. Aus die Volksfürforge-Gefellschaften entfällt ziffernmäßig der größte Prozentsatz innerhalb der ganzen Gruppe. Ende 1935 waren bei den ' DAF.-Versicherungunternehmungen annähernd 4000 Volksgenossen fest angestellt; das entspricht einer Steigerung von 30 v. H. gegen 1934. Alle sozialen Verbesserungen sind einheitlich bei den Gesellschaften durchgeführt worden, so wurden Pensionsund Grupvenversicherungen für die Gefolgschaftsmitglieder geschaffen, Abschlußvergütungen gezahlt, Heiratsbeihilfen gewährt usw. Schluß» hird 15.6. Echlußt. Abend» börfe 16.6- Datum 4% vesgl. Serie n ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4'/,%Rumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente . »¥*% Önatoltet............. Der Verlauf brachte eine weitere schrumpfung. Die Kursrückgänge in den Haupt- werten erreichten 0,25 bis 0,75 v. H. Verein. Stahlwerke 104,50 nach 106, Klöckner 104 (105,25), IG. Farben 171,50 (172,50), Aschaffenburger Zellstoff ßarpenet.................'2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Alse Bergbau ............... e Alse Bergbau Genüsse........ 6 Döcknerwerte ............... g Mannesmann-Röhren........3 Oatnm 6% Deutsche Relch»anlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b>»% Boung-Anlethe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti AuSlos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche ReichSpostschahan Weisungen von 1934, l....... *Yi% ehem. 8% Hessischer BoM staat 1929 (lüdjutjlb. 102%) ... <14% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold 81. 12... 6K% ehem. 4k%He,s. Landes Hypolhetenbant DarmstadlLiau. 4%% ehem. 8% Tarmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr R.' Oberhessen Provinz-Anleihe mli Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4’/i% ehem.8% grants. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 untündbar bi» 1933 ehem. 4%% grants. Hyp. Bniit-Liqu.-Pfandbriese...... t>Yi% ehem. 4 Rheinische Hyp.-Bant-Liqu..Goldpfe. ... 4ty% ehem. 8% Pr. LandeSpsanl» briesanstalt, Psandbriese R. 19 4yt% ebcm. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Cm. 20 kteuergutlch.Berrechnung-t. 84-88 Gchlußk. Miltag» b fr-fe 16.6. Frankfurt a. M. Berlin Gchluß» kurs Gchlußk. Abend» b fr-fe Schluß» kurs Gchlußk. Mitiag- börfe Datum 15.6. 16-6. 15.6. 16.6 Mansselder Bergbau....... e y2 139 137,25 140 136,5 Kotswerte ............. .. 6 137,5 137,5 Rheinische Brauntohlen .... . 12 248 248 248,75 246 Rheinstahl ................ .. 4 131,5 132 131 132 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 95,75 94,13 95,25 94 Otavi Minen ............. .. 0 22,25 22,5 22,5 22,13 Kaliwerte Aschersleben...... .. 6 132,5 132,75 132,9 133 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 5 7% 130 131 184 130,5 183,5 131,25 184,5 I- ®- Yarben-Jndustrte..... .. ? 172 170,25 171,13 170,4 Scheideanstalt............. Goldschmidt .............. .. 9 .. 5 263 115,9 264 114 114,75 114,75 Rütgerswerle............. Metallgelellschaft........... .. 6 .. 6 129,75 137 130 138 129,9 137,25 129 138 Philipp Holzmann......... .. 4 130,5 131,75 130,25 129,5 Zementwerk Heidelberg .... Zementwerk Karlstadt....... .. 7 .. 6 140,75 150 140,75 150 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ 111,4 111 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 55,75 55 55 55,5 Bemberg............. 86,5 86 85,65 86,25 Zellstoff Waldhof ......... .. 6 143 142 143,5 142,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 105,5 107,25 106,5 106^9 Dessauer Gas ............ Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... .. 7 .. 0 .. 8 123,5 121,75 180,5 121 122,75 177 120,5 121,65 180 Orenstetn L Koppel ........ .. 0 — 82,75 82x5 Westdeutsche Kaufhof....... Chade .................... Bccumulatoren-Fabrik...... Lonti-Gummt............. .. 0 47,4 46,5 46,9 46,25 . 12 . 11 449 201 191 452 203,75 192 449 203 192 452 203 192 Gritzner.................. Mcnnkrastwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker ....... .. 4 . 10 31,5 99 240 99 240,5 30,75 1 235 239 15-Iuni 16-Iuni Amtliche Geld | Notierung Dries Amtliche Geld Dotierung Drle'' Buenos Ain 0,689 0,693 0,689 0,693 Brüssel.... Rio de Jan. 42,01 42,09 41,98 42,06 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,69 55,81 55,81 55,93 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,475 12,505 12,50 12,53 HelsingsorS. 55,04 55,16 5,509 5,521 Paris ..... 16,345 16,385 16,345 16,385 Holland ... 167,93 168,27 167,81 168,15 Italien.... 19,48 19,52 19,48 19,52 Japan ..... Jugoslawien 0,730 0,732 0,731 0,733 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,69 62,81 62,82 62,94 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,335 11,355 11,35 11,37 Stockholm... 64,32 64,44 80,45 64,45 64,57 Schweiz ... 80,29 80,20 80,36 Spanien... 33,87 33,93 33,86 33,92 Prag....... 10,25 10,27 10,25 10,27 Budapest .. —— — Reuhori ... 2,483 2,487 2,484 2,488 16.6 15.6 16-6 101,4 101,4 101,4 99,13 99,13 99,13 103,25 — 103,3 113,5 113,5 113,5 100,2 100,4 100,4 98,75 — 99 97 — — 101,15 — — 93,25 — — 123,5 — — 119 119,25 119,5 97 — — 101,4 — - 102 102 102 — 97,5 97,5 ' 94,75 94,75 94,75 I 109,5 109,4 109,5 — 32 32,75 3,13 3,15 3,05 9,8 9,65 9,75 9,4 9,4 9,3 9,4 9,25 9,45 14,25 14,4 14,4 1 — — — Berlin, 16-3uni Geld Br ef Amerikanische Roten.............. 2,436 2,456 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 55,56 55,78 Englische Noten ................. 12,465 12,505 Französische Noten............... 16,295 16 .355 Holländische Noten............ Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling _ Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... 64,23 64,49 Schweizer Noten................. 80,02 RÖ,34 Spanische Noten................. 33,52 33^66 Ungarische Noten................ Nr. 139 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 17. Juni 1956 Sie neue Gießener Zuchiviehversteigerungshalle ErfüllungeinesianggehegtenWunsches.-BorführungshalleundGtallanbauten •• &N; i MA «**•**.. M WSW - O- Das Innere der Zuchtmehversteigerungshalle nach einem SchaubiL des Hoch- und Tiefbauamtes. Ein langgehegter Wunsch weiter Kreise der Bauernschaft unserer engeren und weiteren Heimat und des Handels ging in diesen Tagen in Erfüllung. Die Stadt Gießen hatte sich vor einiger Zeit entschlossen, eine Viehversteigerungshalle zu bauen, und der Entschluß wurde schnell in die Tat umgesetzt. Heute morgen wurde bereits die e r st e Diehversteigerung unter Dach abgehalten, wenngleich die Halle noch nicht endgültig fertiggestellt ist. Heute nachmittag wird Richtfest gefeiert. Die neue Viehversteigerungshalle an der Marga- retenhütte, die die Möglichkeit geben wird, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit Versteigerungen abzuhalten, besteht in der Hauptsache aus der eigentlichen Halle und einem Vorbau, in dem verschiedene Derwaltungsräume untergebracht werden. Die Arbeiten an diesem großen Gebäude, das in unserer Stadt in weiten Kreisen der Landbevölkerung zur Ehre gereichen wird, wurden mit großer Energie ausgenommen und fortgeführt. Mit dem Bau wurde am 27. Mai begonnen. Man hofft in absehbarer Zeit damit endgültig fertig zu werden. Die Vorführungsh alle gibt bei einer Einrichtung von 600 Sitzplätzen und 400 Stehplätzen also insgesamt 1000 Interessenten die Möglichkeit, den Viehversteigerungen beizuwohnen und dabei von jedem Platz aus ohne jede Sichtbehinderung durch Stützbalken, Säulen oder dergleichen die Vorführung der Tiere verfolgen zu können. Inmitten der Halle ist für diesen Zweck ein einfacher umzäunter Vorführungsplatz geschaffen worden. Die Größe dieses Platzes beträgt 8 X15 Meter. Die 4 ff W Die neue Zuchtviehoersteigerungshalle im Bau. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ganze Halle ist in stabiler Holzkonstruktion ausgeführt und hat eine Länge von 26 Meter und eine Breite von 24 Meter. Freitragende Holzbinder tragen das Dach. Im Vorbau der Zuchtviehverftei- gerungshalle, der sich in der Form der Halle selbst völlig angleicht, werden Räume für die Versteigerungskommission, für Aerzte, Sanitäter, Büroräume, ein Zimmer für die Bahnabfertigung, Bankräume und Kantine untergebracht. Die Halle in ihrer Gesamtheit macht einen guten Eindruck. Sie wird im übrigen über ihre gegenwärtige Form hinaus eine Ergänzung erfahren, und zwar in Gestalt von geräumigen und zweckmäßigen Stall- a n b a u t e n. Es ist vorgesehen, Ställe zu schassen, in denen hundert Stück Großvieh untergebracht werden können, ferner wird, getrennt vom Großviehstall, ein Stall auch für 60 Eber geschaffen. Mit dem Bau dieser Stallgebäude wird in kurzer Zeit ebenfalls begonnen, so daß die gesamte Anlage, die für Gießen in wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig ist, bis zum Herbst fertiggestellt sein wird und in Betrieb genommen werden kann. Aus der Provinzialhauptstadt. Zauberer Wochenmarkt. In der Tat: er ist ein Zauberer, und zwar einer von denen, die ihr mystisches Handwerk ausgezeichnet verstehen. Vollends aber in diesen Tagen beweist er sein Können geradezu meisterlich. Du schlenderst durch die Stadt, willst einen Geschäftsweg besorgen und siehst dich plötzlich inmitten eines lebhaften Getriebes einer Fülle von leuchtenden Farben gegenüber, die miteinander wetteifern und offenbar nur einen Zweck verfolgen: dich einzuladen, freundlichst näherzutreten. Eigentlich ist ja der Wochenmarkt in erster Linie eine Angelegenheit der rührigen Hausfrauen. Sie sind es, die ihm zu seiner Betriebsamkeit verhelfen, und sie nehmen auch für sich in Anspruch, den Ton anzugeben, der hier maßgebend ist. Und das mit Recht. Was wissen die Männer davon, was es bedeutet, täglich das Mittagessen zu bereiten? Was haben sie für eine Ahnung, wieviel Ueberlegungen es anzustellen gilt, wenn der Mittagstisch immer wieder aufs neue einladend sein soll, und welcher Unverstand herrscht erst bei ihnen, soweit die Kunst des Einkaufens in Frage kommt? Nein, die Männer sind in dieser Hinsicht vollkommen ungeeignete Geschöpfe, darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Indessen lockt der Wochenmarkt gerade jetzt erheblich viel mehr Männer an als zu gewöhnlichen Zeiten und selbst die Zahl der Frauen scheint noch größer geworden zu sein. Aber darin zeigt sich eben die große Kunst des Zauberers, der inmitten der Stadt mit seinen verführerischen Leistungen aufwartet. Oder ist es etwa keine Zauberei, wenn mit einem Schlage das Bild des grauen Pflasters und des alltäglich gewohnten Platzes verwandelt wird in eine farbenprächtige Szenerie, deren bunte Leuchtkraft köstliche Vorstellungen erweckt? Was bietet nicht allein die Sinfonie in Rot, die gegenwärtig wie ein Lobgesang aus dem grünen Unterton emporsteigt. Alle Abstufungen dieser reizvollen Farbe begegnen dir und frohlocken in ihrer Pracht, mögen es nun Erdbeeren oder Kirschen, Radieschen oder Tomaten oder auch junge Möhren sein. Und welch unterschiedliches Grün in den Körben und auf den Auslagen. Ueppige Salatköpfe, schlangenähnliche Gurken, zarte junge Bohnen, das grüne Kraut der Petersilie, der Möhren und allerlei Suppenkräuter. Es ist ein Schwelgen in Farbe und Schönheit, woran auch die meist reale Zweckbestimmung der Dinge nichts ändern kann. Jedenfalls hat der Wochenmarkt damit begonnen, die schönsten Attraktionen des Jahres zu zeigen. Er ist in seinem Element und bringt von Woche zu Woche mehr Beweise seiner großartigen Verwandlungsfähigkeit. Und wenn die Hausfrauen nichts dagegen haben, so wollen wir Männer uns daran ergötzen, soweit es unsere Zeit erlaubt, denn für die Künste dieses Zauberers sind auch wir jederzeit empfänglich. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Fachschaft II (Höhere Schule): 16 Uhr Kreisversammlung im Singsaal des Realgymnasiums: 1. Vortrag von Oberstudiendirektor S ch e l h o r n „Wesen und Aufgabe der Deutschen Frauen-Oberschule"; 2. Ausführungen von Frl. Bechtolsheimer (aus der Praxis). — Gloria- Palast, Seltersweg: „Flitterwochen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich liebe alle Frauen". — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung „Frauenbildnis mit Schmuck" im Foyer des Stadttheaters. — Deutsches Rotes Kreuz, Alice- Frauenverein, Ortsverein Gießen: 15.30 Uhr Mitgliederversammlung im Großen Hörsaal der Universität; Vortrag von Herrn Professor Dr. Reinwein. Krnste Warnung an die Radfahrer. Die Pressestelle des Reichs- und Preußischen Verkehrsministeriums teilt mit: 88 Tote, 3 3 0 3 Verletzte sind in der vorigen Woche die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reich. Radfahrer, macht ihr euch klar, in welcher Lebensgefahr ihr schwebt, vor allem, wenn ihr in verkehrsreichen Straßen nebeneinander fahrt? Wollt ihr zurück zur Radfahrkarte und zum Nummernschild und zur Verkehrsprüfung. Wollt ihr für all dies jährlich Gebühren zahlen? Muh erst das Verbot, nebeneinander zu fahren, erlassen werden, oder wollt ihr nicht endlich in Hauptverkehrsstraßen und anderen belebten Straßen freiwillig hintereinander fahren? Oer Weißdorn blüht! Wenn die Schleen ihren Blütenschnee zur Erde haben rieseln lassen, reckt der Weißdorn seine herrlich-weißen Blütenbüschel in die Luft. So ein alter, mächtiger Weißdornbusch am Hag oder Feldrain gleicht einem prachtvollen, riesigen Blumensträuße. Eigenartig schön hebt er sich vom grünen Grunde der Grasnarbe ab und entzückt das Herz eines jeden Naturfreundes. Doch versuche man nicht, die Nase in das Blütenmeer zu stecken! Ein für unseren Geruchsinn nicht angenehmer Duft entströmt dem Hochzeitsschmucke! Dafür übt er auf das Heer der Bienen, Hummeln, Wespen und Fliegen eine starke Anziehungskraft aus, so daß diese in Massen herbeigezogen werden, und auch Schmetterlinge, weiß, gelb und buntfarbig, umgaukeln den prächtigen Busch. In seinem Geäste finden unsere gefieberten Freunde immer Quirlbildungen vor zur Anlage der Kinderstübchen, und geraoe die einzeln stehenden stattlichen Vertreter dieser Sträuchergattung bilden für die kleinen Sänger in der Feldmark oder dem Wiesengelände die beste Zufluchtstätte vor dem sie verfolgenden Sperber. Mehr als seither sollten die Weißdornbüsche und -hecken bei den im Gange befindlichen Feldbereinigungsoerfahren erhalten bleiben, und die örtlichen Uniformen für die Wehrmacht SA., SS., PO., RLB., Forstbeamte nsw. in feinster Maßarbeit 3878a Erste Spezialkräfte, Garantie f. tadellosen Sitz - Reparaturen - Effekten Herren-Bekleidungshaus Gießen G. m. b. H. Marktplatz Vertragslieferant der Heereskieiderkasse Ritt im Gewitter. Don Josef Husch. Ich war als Ferienkind im Krieg auf einem mittelgroßen Bauernhof. — Ich erinnere mich eines schweren, glühenden Sommertages. Das Laubgewirr der hohen Silberpappeln am Hofrand rauschte weiß von einem müden Aufwehen. Die flachen Wiesen und Aecker schatteten zerrissen und verschnitten wie verschossener Samt. Im Gestrüpp und in müde gebogenen Weidezweigen hingen träufelnde Sonnenflecke. Die tiefe Sonne hing blutrot am Himmel. Der Tag ertrank in der Dämmerung, deren Schatten schreckhaft länger wurden. Die' Pappeln ragten düster, bis in tiefer Dunkelheit aus ihrem Geäst bas zärtliche Aufschluchzen der wilben Tauben klang. Dann versank ber Bauernhof unter bem Knistern bes hitzegedörrten Fachwerks in ber Nacht. Ich stieg eine schmale Leiter hinaus in bie Knechtskammer und warf mich auf das Bettftroh. Meine Hände waren geschwollen. Noch immer war es brückend heiß. Ich stand auf, lehnte mich an das Fenster. Am Himmel jagten und hingen zerfetzte, schwere Wolken. Sie ballten sich und flössen wieder auseinander, türmten und schichteten sich zu Wolkengebirgen mit silbernen Mondschluchten. Dann war alles schwarz, tiefste Nacht. Nacht — ich bekam Angst, fürchtete mich, kroch unter bie dünne Decke unb ersehnte jetzt bas Kommen des Knechtes, um nicht allein zu sein. Da grellte violett, gelb unb rot Licht um mich. Ich riß erschrocken bie Decke über meinen Kopf, kniff bie Augen, hielt mir die Ohren zu. Ich wußte, bas war ein Blitz. Der Donner war mir unheimlich. Er schwoll lange, krachte stark unb verkrümelte. Ein hartes, hölzernes Trommeln wirbelte an ber Tür. Entsetzt sprang ich auf. Da — bie Stimme Pauls, des Knechtes, rief: „Junge, komm runter in bie Küche. Es ist ein Gewitter!" Ich kletterte zitternb bie Leiter hinab unb schloß bie Augen, um den Blitz nicht zu sehen. In der Küche war alles versammelt. Der alten Großmutter perlte der dicke Rosenkranz in den Händen. Sie lag betend vor zwei langen, flackernden Kerzen mit Buchsbaumsträußen. Wir knieten vor den Stühlen unb antworteten: „Vater unser ... Grauen unb Angst schüttelten mich wiederum. In die matte Kerzenhalle zuckte die Grelle des Blitzes, die Gesicher waren blaß und verzerrt. Dem Bauer und dem Knecht stiegen die Haare zu wilden Büscheln. Alles um mich schwankte. Im verrußten Rauchfang heulte der Sturm, ein Windschutzer rasselte. Der Bauer stand auf und ging zu dem Knecht, brummte ihm etwas ins Ohr. Paul nickte, sah sich nach mir um, winkte. Wir gingen auf die Tenne hinaus. „Müssen die drei Pferde und Fohlen von ber Weibe holen, sonst verrecken die uns heute Nacht noch!" sagte Paul mürrisch zu mir. Ich ... ich jetzt hinaus? Ich wollte irgendwohin flüchten, mich verkriechen. Doch Paul warf mir schon ein Kopfstück zu. Geduckt stießen wir nach draußen. Der Sturm riß uns aus dem Hof. Bis zur Viehweide war es eine halbe Stunde Weg. Ich drückte die Augen vor den Blitzen zu. Das ging nicht, ich tappte dabei vom Weg ab. Nun riß ich sie weit auf, den Blitz und Donner angstvoll erwartend. Ich atmete tief und stoßweise. In meinen Knochen saß die Furcht vor Gespenstern, Spukgestalten und Schatten. Wir liefen und stolperten hastig über Knüppel und Rillen, lieber der Ebene schwebte Licht wie wallender, glutender Nebel. Dann scholl das Donnergrollen um uns, die Erde erbebte. Ich wollte schreien und heulen, riß qualvoll den Mund weit auf. Ich schrie nicht, weil Paul mich verspottet hätte. Wenn der Donner krachte, rannten wir unwillkürlich schneller. Fast geblendet kamen wir an das Heck der Weide. In einem Winkel der Umzäunung standen dicht gepreßt die Pferde, wiehernd und wüst das Gras stampfend, mit den Flanken sich reibend unb fto- ßenb. Zitternb quoll ber grelle Baß bes Hengstes in bas helle Wiehern ber Stute unb bes Fohlens. Paul schrie mich an: „Junge, los! Schmeiß bie Halfter ben Biestern um bie Schäbel! Nimm bie Stute unb ben scheckigen Wilbling, bas Fohlen lauft hinterher ...Ich nehm ben Hengst! Los, rauf auf ben Gaul! Mach bie Beine krumm. Knie pressen! Abhauen!" Ich sprang hoch, rutschte ab sprang nochmals unb klammerte mich m bie Mahne, zog mich schwitzenb hoch. Ich saß. Paul war längst voraus. Der Scheck war des Teufels. Endlich. Ich hatte ihn doch aus ber Weibe. Die Pferde wußten den Weg. Pa prasselte und klatschte es: Regen. Die Wassertropfen platzten mir ins Gesicht. Blitz auf Blitz, Krach auf Krach. Die Stute wurde wild, ging mit hochgeworfenem Kopf durch, bockte vor einem Unkrauthaufen und stieß mit dem Kopf nach unten. Ich fiel nach vorn und verlor die Zugel, krallte mich in bie Mähne. Vor Angst schrie ich. Ein Blitz schoß funkelnb nieber. Dor meinen entsetzten Augen flammten Riesenfeuer Wie eine wilbe Fratze sah ich einen Weidenstumpf am Wege zersplittert und brennend. Das Tier unter mir stieg senkrecht auf, seine Hufe wirbelten im Blitzlicht. Mein Körper wurde geschwenkt und nach vorn gerissen, rasend herumgewirbelt. „Ich ... Ich! Meine Hände ... Arme ... Ich hing verzweifel an der Mähne und griff, bog meinen Arm um den Hals der Stute. Die Stute raste in holpernden Sätzen, ich hing an ihrem Hals. Blitze zuckten in der Luft. Vom Hals bes Tieres rann mir ein Wasserstreifen unterm Rockkragen ben Rücken hinunter. Ich bettelte mit guten, flehenden Worten um ein Stillhalten, um bas Erbarmen bes Tieres. „Paul ... Paul! Ich falle ... falle!" schrie ich heiser. Die Stute preschte wilb und scheu weiter. Ihr Kopf zuckte doch. Meine Finger lockerten sich, ließen los und griffen zufällig die Schnalle des Halfterriemens. Ich hing, zog mich an bem Leber hoch, riß meine Beine nach unb biß wahnsinnig in ben Pferbehals. Ich war halb bewußtlos, als die Stute über den Zement des Stallganges bornierte. Gemälde und Röntgenstrahlen Seitbem 1931 bie berühmten Rembranbt-Bilber in ber Kasseler Gemälbegalerie im Auftrage ber Harvard-Universität mit Hilfe ber Röntgendurch- lcuchtung von bem Maler Kurt Wehlte untersucht worben sinb, haben sich in Fachkreisen hartnäckige Gerüchte erhalten, baß bieser unersetzliche Kunst- besitz schwere Röntgenschäben erlitten habe, bie sich vor allem in einer „branbigen", krebsartigen Verän- berung ber Bilboberfläche bemerkbar machten; ber Zersetzungsvorgang sei von bem harzhaltigen Binde- mittel ausgegangen. Die Folge bieser (Erörterungen war auch ein Verbot, bas bie Generalbirektion ber staatlichen Museen in Berlin Anfang 1934 erließ, Gemälbe in Staatsbesitz mit Röntgenstrahlen zu burchleuchten, weil bie Schäbigungsfrage als nicht genügenb geklärt gelte. Noch in biesem Jahre sinb solche Alarmnachrichten veröffentlicht worben, be- fonbers in einem schwebischen Blatt, bas von einer nicht roieber gut zu machenden Schädigung der Rembrandt-Bilder durch die Röntgenphotographie sprach. Wie weit diese Befürchtungen berechtigt sind, wird in einem Aufsatz, den Helmuth R i n n e b a ch in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" veröffent- licht, untersucht. Es ist richtig, daß zahlreiche chemische Verbindungen nach intensiver Röntgenbestrahlung Verfärbungen erleiden. Auf Grund langwieriger Versuche, die im Röntgenlaboratorium des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts in Berlin an Farbstrichreihen und an Gemälden systematisch durchgeführt wurden, wurde jedoch einwandfrei nachgewiesen, daß selbst bei einer großen Zahl von Röntgenaufnahmen eines Gemäldes keinerlei Schädigung der Farben und des Bindemittels sowie auch anderer Werkstoffe der Maltechnik eintrat. Zu dem gleichen Ergebnis gelangte man bei Untersuchungen im Physikalisch- Chemischen Institut der Universität Berlin; danach ist „bei der Durchleuchtung von Gemälden auch bei mehrfacher Wiederholung in Wirklichkeit keine Schädigung irgendwelcher Art zu befürchten, wenn die Dosis sorgfältig auf das Notwendige beschränkt wird". Zeitschristen. — Die bekannte Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) läßt im Jumhest namhafte Fachleute über rassenhygienische und bevölkerungspolitische Maßnahmen in ben Nordstaaten zu Worte kommen. Prof. Dr. K. A. Wieth-Knudsen zeigt in einem Aufsatz „Die Be- völkerungsfrage im Norden" an Hand mehrerer Tabellen und Abbildungen ben Grab und die Ursachen ber negativen Bevölkerungsentwicklung in Norwegen, Schweden unb Dänemark. Sehr lehrreich sind bie von Dr. G. Wad beschriebenen „Eugenischen Maßnahmen in Dänemark". Die verdienstvolle Arbeit des auch in Deutschland bekannten schwedischen Rassehygienikers Prof. Dr. Mjoen unb seines „Binderen Biologiske Laboratorium" bespricht Dr. Hans Koch, Rostock, ein sehr aufschlußreicher Rückblick über ben Kampf um bie Rassenhygiene in Schweben unb ben endlich errungenen Sieg ber Ideen Mjoens. Eine Würdigung der rassenkundlichen Verbienste des jüngst verstorbenen französischen Rasseforschers Marquis Georges Dächer be Lapouge von Dr. W. Kulz schließt biese Aus- lanbsschau ab. Interessante Kurzberichte aus „Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik" sowie eine beachtenswerte Spalte „Ein Blick hinüber" runden den Inhalt des Heftes ab, bas burch Gemälde altgermanischer Trachten von Wilhelm Petersen einen entsprechenden Bildschmuck erhalten hat. — Im neuesten Heft der „I l l u st r i r t en Zei« t u n g" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) ist ein längerer Beitrag „Der letzte Romantiker auf bem Königsthron" mit zahlreichen zum größten Teil zeit- genössischen Bilbern bem Anbeuten König ßub- roigs II. von Bayern geroibmet. Der Verfasser hat auf Grunb eines genauen Aktenstubiums bie Volks» Icgenben, bie sich um bas Schicksal bes unglücklichen Königs gebilbet haben, auf bas richtige Maß zurückgeführt und die tatsächlichen Hintergründe dieser Königstragödie packend geschildert. — Seltene farbige Momentaufnahmen lassen noch einmal (Erinnerungen an die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen auftauchen und zeigen, welche großen Fortschritte die Farbenphotographie im Laufe der letzten Jahre gemacht hat. Rundfunkprogramm Donnerstag, 18. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Frühkon- zert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Musik am Morgen — vergeßt eure Sorgen!" 10: Schulfunk. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (IX). 15: Volk und Wirtschaft: Die Kohle, unser chemischer Rohstoff. 15.15: Kinderfunk. 16: Lieder von Hans Förster. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein". Eine Funkfolge. 18: Konzert. 19: HJ.-Fimk. Das deutsche Jugendfest 1936. 19.15: „Stimmen im Park". Vom fürstlichen Lustgarten zum deutschen Volkspark. Ein Funkbild. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. Als Einlage 21: Der Volkssender 1936 ruft! 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. 2 bis 4: Heber- tragung des Boxkampfes Schmeling — Louis. Freitag, 19. Juni. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30 Frühkon- ^ert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Heitere alemannische Unterhaltungsstunde mit Dialektvorträgen von August Ganther. 9.45: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30* ioaumnfu"r- 11,45 Sozialdienst. 12: Mittagsmusik. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15* Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkon- zer^ 15: Volk und Wirtschaft. Hanf und Jute, zwei bescheidene Fasern. 15.15: „Spiel im Freien". Ein ^orbericht zum 10jährigen Bestehen der Marbur- ger Festspiele. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Im tanbe der Mitternachtssonne. Eine Plauderei von i Sittig. 17.45: „Phantasien aus dem Ruck- X ul Eeisenheyner liest aus seinem neuen Wanderbuch. 18: Musik zum Feierabend. 19: Frisch muti/ fitere Madrigale und Klavier- ^ulik.19^5: Der Zeitfunk bringt den Tagesspie- gel 20: Nachrichten. 20.10: „Der Leibkutscher des - Singspiel in drei Akten von Gu. ^uedenfeldt. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau der Woche 22 45* Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik Vertrauensleute für Naturschutz sollten darüber wachen, daß keiner dieser schönen Büsche fällt; denn Vogelschutz ist die beste und billigste vorbeugende Schädlingsbekämpfung. jL*. ' Dic deutsche Arbeitsfront JV n.9.=0cmcinf(hafl „Kraft durch frcuöc" Volkssender 1936. Am Donnerstag, 18. Juni 1936, 20.30 Uhr, findet in Gießen im Caf6 Leib eine Rundsunkveranstaltung statt. An diesem Abend treten die HI., SA., Arbeitsdienst, NS.-Studentenbund, Werkscharen und Einzel- sprecher upr das Mikrophon, um ihr Können zu zeigen. Ein Vertreter der Reichssendeleituna sowie die Zuhörer werden entscheiden, wer die beste Leistung vollbringt. Die besten Sprecher werden dann am Sonntag in Marburg auftreten, und dort wird wieder die Auswahl getroffen, wer in Berlin am Reichssender auftritt. Der Eintritt beträgt 0,20 Mark. Jeder Zuhörer ijt abstimmungsberechtigt. Der Abend wird sehr genußreich und interessant, so daß jedem Volksgenossen der Besuch dieses Abends dringend zu empfehlen ist. Arbeilsdank. Am Donnerstag, um 20.30 Uhr, findet im „Caf6 Leib" die Ausscheidung für die Veranstaltung „Volkssender 19 3n" statt, bei denen auch die Kameraden des RDA. mitwirken. Es ist Pflicht aller Kameraden und Kameradinnen, diese Veranstaltung zu besuchen. Der Bezirksarbeitsdankwalter 2/22. Führer für das Landjahr gesucht. NSG. Für die Landjahrarbeit werden noch geeignete Führer gesucht. Jungen Männern bis zu 30 Jahren wird hierdurch die Möglichkeit gegeben, sich eine Existenz zu schaffen. Bestimmte Berufe sind für einen Landjahrführer nicht vorgesehen. In Frage kommen dafür Bewerber aus allen Berufen, und zwar Lehrer, Studenten, Kaufleute, Handwerker, Bauernsöhne, ja sogar ungelernte Arbeiter. Erfüllt sein müssen nur folgende Bedingungen: Die Anwärter müssen jugendlich frisch sein und sich berufen fühlen, Jungen im Alter von 14 Jahren Führer und Kamerad zu sein und ihnen nationalsozialistische Gesinnung und Lebensauffassung vorzuleben. Sie müssen nach Möglichkeit eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen und, wenn sie im entsprechenden Alter sind, ihrer Arbeitsdienst- und Wehrpflicht genügt haben. Auf ein bestimmtes Allgemeinwissen kann dabei nicht verzichtet werden, doch schaffen guter Wille und entsprechende Geistesanlage mehr als ein Haufen Wissen, das nicht angewandt werden kann. Den Bewerbungen sind folgende Unterlagen bei- zufügen: 1. Lebenslauf, handgeschrieben, 2. Lichtbild, 3. Eidesstattliche Versicherung über die arische Abstammung, 4. Aerztliches Gesundheitszeugnis, 5. Unterlagen über die bisherige berufliche Tätigkeit und Vorbildung, 6. Parteiamtliches Empfehlungsschreiben, 7. Polizeiliches Führungszeugnis, 8. Gegebenenfalls Nachweis über die Betätigung in der HI., Arbeitsdienst, SA., SS. bzw. BDM. oder Frauenschaft. Der Gang für die Ausbildung und Einstellung ist folgender: Nach der Bewerbung mit den angegebenen Unterlagen werden die Antragsteller zu einer kurzen Vorstellung geladen und im Anschluß daran in ein 4- bis 8wochiges Schulungslager einberufen. Bewerber, die im Schulungslager als geeignet befunden werden, haben Aussicht, unmittelbar danach als Führer eintreten zu können. Als Bezahlung erhalten: Anwärter RM. 90 Bruttogehalt. Gruppenführer RM. 150 Bruttogehalt Lagerführer RM. 180 Bruttogehalt abzüglich der sozialen Lasten.' Außerdem werden 33 RM. für Wohnung und Verpflegung einbehalten. Bewerbungen sind umgehend, spätestens bis zum 1. Juli 1936 an den Regierungspräsidenten Abt. I, Landjahr, in Wiesbaden, einzureichen. Einweihung der erweiterten katholischen Kirche. Die katholische Kirche, die mit einem großzügigen Enveiterungs- und mit einem Turmbau ihre Vervollständigung erfahren hat, wird am Samstag, 27. Juni, in feierlicher Form eingeweiht werden. Zu dieser Feier wird der Bischof von Mainz erscheinen, der am Freitag, 26. Juni, zu später Nachmittagsstunde, an der Grenze der katholischen Pfarrei, Gießen, unweit Grohen-Linden, empfangen werden wird. Die eigentliche Begrüßungsfeier für den Bischof wird am Portal des katholischen Gemeinde- bauses gehalten werden. Die Weihe der Kirche erfolgt am Samstag um 8 Uhr, währenddem sich die Gemeinde vor der Kirche aufhalten wird. Die Altar- weihe findet um 10 Uhr statt. Anschließend wird die Kirche der Allgemeinheit zugänglich sein. Für den Sonntag ist auch eine Firmung vorgesehen. Zur Feier der Kirchenweihe sind zahlreiche Ehrengäste eingeladen. Der Kirchenchor wird zur Verschönerung der Feier beitragen. Gute Ergebnisse der Straßensammlungen am Sonntag Die Sammlung für die karitativen Verbände am Sonntag hatte recht erfreuliche Ergebnisse aufzu- weisen. Bisher liegen uns die Ergebnisse des Deutschen Roten Kreuzes und der Inneren Mission vor. Für das Deutsche Rote Kreuz wurde der Betrag von 2560 Mark und für die Innere Mission die Summe von 2156 Mark gesammelt. Von der Bahnhofsmission hören wir, daß das Ergebnis befrie- digend sei. Die „Karitas" verzeichnet ein Sammelergebnis von 900 Mark. Mit dem DHE. Gießen im Taunus. Man berichtet uns: Die Juniwanderung des Zweigvereins Gießen von DHC. am Sonntag führte die Teilnehmer in das an Naturschönheiten reizvolle Gebiet des Taunusfeldberges und oberen Weiltales. Des Wetters Laune zum Trotz hatten sich in früher Morgenstunde über 40 Wanderer beiderlei Geschlechts am Stadttheater eingefunden, um, entgegen der sonstigen Hebung, gemeinsam mit dem Postauto die Fahrt ins Wandergebiet anzutreten. Heber Wetzlar, durch das Siebenmühlen- unb Solmsbachtal wurde nach kurzem Abschweifen von der vorgesehenen Fahrtrichtung noch einiger Zeit Ufingen und der im lieblichen Weiltal gelegene i. Das ist statistisch noch nicht nachgeprüft warnen. Oie weibliche Angestellte tn irtschast und Krankenversicherung. Don San- Sortier, Hamburg, Leiter der Lerufskrankenkaffe der weiblichen Angestellten. Jmmerhin ist recht beachtlich, daß bei den pflichtkassen im Durchschnitt dreier Beobach- tungsjahre auf je 100 männliche MANeder 133,9 und auf 100 weibliche Mitglieder 157 Versicherungsfälle kamen. Auch hinsichtlich ber Ginfomm ens verhä lt- n i He zählen die weiblichen Angestellten nicht zu den bestgestellten innerhalb der erwerbstätigen. 50 D * der in der Berufskrankenkasse der roeib- lichen Angestellten versicherten Mitglieder beziehen Monatsgehälter bis h o ch st e n s 1 0 5 Ma r k, 67 v. H. der Mitglieder verdienen bis höchstens 135 Mark monatlich. So kommt es, daß der Durchfchnittsbetrag dieser Kasse ^außerordentlich niedrig ist. Er betrug im Jahre .1934 5,40 Mark je Mitglied und Monat. Wenn gleichwohl bei fpar- amer Verwaltung das Dersicherungswagnis getragen werden kann, so liegt das in der Hauptsache daran, daß die Frauenkasse verhältnismäßig wem- gcr durch Leistungen für mitversicherte Familienangehörige belastet wird. Die Statistik der Berufskrankenkasse der roeib- lichen Angestellten läßt erkennen, daß die rocib- lichen Angestellten großen wert auf eine lei- stungsfähige Krankenversicherung legen. Sie ließ bisher ihren Mitgliedern die Entscheidung darüber, ob sie nur die gesetzlichen Regelleistungen versichern wollten, die alle Träger der Krankenversicherung mindestens gewähren müssen, oder ob sie sich in' der Mehrleistungsgruppe gegen einen etwas höheren Beitrag versichern wollten. 94 v. H. der Mitglieder haben die Mehrlei- st u n g s g r u p p e gewählt; das ist ein über- zeugender Beweis für den Wunsch nach hochwer- tigen Leistungen. Wie stark in der Krankenversicherung der Ge- meiNschaftsgedanke wirksam ist, können wir aus der Tatsache entnehmen, daß die Berusskranken- kasse der weiblichen Angestellten über 3 2 0 0 0 in ber Betriebsbemefsung sozial begün- ftigte Mitglieber hat. Diese wirtschaftlich schwachen Volksgenossinnen (Lehrlinge, Stellenlose, Schülerinnen, geringfügig Beschäftigte, Rentnerinnen, Ehefrauen unb Berufslose) erhalten durch die gesammelte Kraft ihrer bessergestellten Berufs- kameradinnen denselben hochwertigen Versicherungsschutz wie diese selbst. Jm Hinblick darauf, daß die weiblichen Angestellten nach ihrem Ausscheiden aus dem Beruf als Ehefrauen und Mütter Träger unserer völkischen Zukunft sein sollen, sieht die Be- rufskrankenkaffe es als ihre Aufgabe an, mehr zu leisten, als sie nach den gesetzlichen Bestimmungen mindestens leisten muß. Die Kasse bemüht sich, die jungen Mädchen bereits beim Eintritt in das Berufsleben zu erfassen, sie während der ganzen Dauer der Erwerbstätigkeit zu betreuen und ihnen, wenn nötig, auch nach dem Ausscheiden aus dem Beruf ein treuer Helfer zu fein. Sie will vor allem die weiblichen Angestellten während ihrer Berufstätigkeit gesund und fähig erhalten, später in ihren eigentlichen Beruf überzugehen. Das kann durch planmäßige und um« astende Gesundheitsführung erreicht werden. Zum ersten Male sind vor wenigen Wochen 7000 weibliche Lehrlinge und Jungangestellte ärztlich u n - tersucht worden, um bisher wenig beachtete Ge- undheitsschäden rechtzeitiger Behandlung zuzuführen. Die an diese Maßnahme geknüpften Erwartungen haben sich erfüllt. Viele Mitglieder mit in der Entwicklung begriffenen Krankheiten konnten sofortiger Behandlung zugesührt werden, um spätere größere Schädigungen der Gesundheit zu vermeiden. Die Fortentwicklung dieser Arbeit wird icherstellen, daß Zehntausende von weiblichen Angestellten ihrer Berufstätigkeit nachgehen können, ohne an ihrer Gesundheit Schaden zu nehmen unb bamit unsere völkische Zukunft gewährleisten. Die Berufszählung vom Jahre 1933 vermittelt uns umfaffenbe Aufschlüsse über bie Zahl ber männlichen unb weiblichen Angestellten unb ihre Verteilung auf bie verschiedenen Berufszweige. Es gibt in Deutschland über vier Millionen Angestellte; unter diesen befinden sich 1,57 Millionen weibliche Angestellte. Wir begegnen den weiblichen Angestellten an den verschiedensten Stellen unserer Volkswirtschaft, in technischen berufen naturgemäß seltener als in kaufmännischen unb in ber Verwaltung. Sie stellen beispielsweise 19 v. H. ber Lageristen unb Expebienten, 30 v. H. der Buchhalter, fast 80 v.H. ber Verkäufer unb 95 v. H. ber Kurzschriftler. Wenn wir so durch die Berufszählung bestätigt finben, baß sich bie weiblichen Angestellten in ber weitaus übermtegenben Mehrzahl in Stellungen mit vornehmlich aus- führender Tätigkeit befinden, wäre es gleichwohl ein grundlegender Fehlschluß, etwa anzunehmen, daß diese Tatsache durch eine geringere Be- weglichkeit oder andere in der Eigenart des weiblichen Geschlechts liegende Gründe bedingt wäre. Die Tatsache erklärt sich vielmehr daraus, daß die weiblichen Erwerbspersonen Ihre Berufstätigkeit fast durchweg von Anfang an als vorübergehend anfehen und zum größ- tenteit auch sehr viel kürzere Zeit im Erwerbsleben stehen als die Männer. Das kann man aus ber Berufszählung Zwar nicht nachweisen, bafür kommt uns hier aber das Zahle n w e r k ber sozialen Krankenversicherung zu Hilfe. , r . Da es für weibliche Angestellte eine besondere Berufskrankenkasse gibt, die sich über bas ganze Reich erstreckt und fast 190 000 Mitglieder zählt, kommt den Statistiken dieser Kasse besondere Be- beutung zu für bie Erkenntnis ber wirtschaftlichen Lage und Gliederung ber weiblichen Angestelltenschaft. Bei den Pflichtkassen nach § 225 RDO., bei denen weibliche Arbeiterinnen und Angestellte versichert sind, sind 53,4 v.H. ber weiblichen Mitglie- Der weniger als 30 Jahre alt; bei der Berufs- krankenkaste der weiblichen Angestellten entfallen auf bie gleichen Altersklassen sogar 64,9 v. H. der Mitglieder. Wenn wir der amtlichen Statistik über den Altersaufbau ber weiblichen Bevölkerung entnehmen, daß nur 26 o. H. aller weiblichen Personen den Altersklassen von 14 bis 30 Jahren angehören und 52 v. H. über 30 Jahre alt sind, so finden wir hierin die statistische Bestätigung ber Erfahrungstatsache, daß eben bie Frauen nur während einer verhältnismäßig kurzen Lebensspanne berufstätig sind unb nach Ablauf dieser Zeit in ihren ureigenen, häuslichen Beruf übergehen. Frauen leben länger als Männer. Wenn darum eine Frau bei einem privaten Der- sicherungsunternehmen eine Rentenversicherung ab- schließen will, muß sie höhere Beiträge zahlen als der gleichaltrige Mann. Trotzdem sind in der sozialen Rentenversicherung (RfA.) die Frauen ein günstigeres Dersicherungswagnis als die Männer, weil längst nicht alle, die aus der Versicherungspflicht ausscheiden, die Versicherung freiwillig fortsetzen und im Falle ber Berufsaufgabe und Verheiratung lediglich ein Anspruch auf Rückerstattung des eigenen Beitragsanteils, also auf die Hälfte der entrichteten Beiträge, besteht. In der sozialen Krankenversicherung liegen die Dinge anders; hier sind anerkanntermaßen die Frauen ein ungünstigeres Versicherungswagnis als die Männer. Es ist in langjähriger statistischer Erfahrung ermittelt worden, daß in der Krankenversicherung die weiblichen Versicherten im Alter von 20 bis 34 bzw. 39 Jabren ein besonders ungünstiges Wagnis darstellen. Bei den Pflichtkassen entfielen auf diese besonders gefähr- beten Altersgruppen 46,8 v. H. bzw. 55,2 v. H.; bei der Berufskrankenkasse der weiblichen Singe ft e II t e n entfallen sogar 64,4 bzw. 72,9 v. H. der Mitglieder auf diese Gruppen. Vielleicht ist allerdings bas gesundheitliche Wagnis der Angestellten um ein geringes günstiger als das der Arbeiterin- Kurort Schmitten, später der unweit des Feldberg- aipfels liegende Sandplacken erreicht. Nach leichtem Anstieg über die auf den Trümmern eines römischen Wartturms errichtete Stockborner Hütte und am Ehrenhain für die Gefallenen des Taunusklubs vorbei, gelangten wir bei hervorbrechender Sonne zur Feldberghöhe, wo für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt wurde. Leider mußte so mancher Neuling hier oben eine Enttäuschung erleben. Die Fernsicht war nicht die beste. Bergabwärts über die Weilquelle und das Kastell Feldberg wurde gegen 12 Uhr der höchstgelegene Ort des Taunusgebirges, das auf burggekrönter Bergeshöhe liegende Oberreifenberg erreicht. Ein prachtvoller Blick ins Weiltal und auf die beiden Feldberge entschädigte für die Mühe des Anstieges. Nach zweieinhalbstündiger Wanderung auf lauschigen Pfaden und am plätschernden Weilbach entlang konnte man im idyllisch gelegenen Schmitten Einkehr halten. Im Tale selbst waren Arbeitsdienstmänner mit der Vernichtung ber vom Borkenkäfer angefallenen Tannenbestände beschäftigt. Nach einer Pause überschritt man die Weil, durchwanderte schönen Tannen- und Laubwald bis zur Höhe des Pferdskopf. Vielsagende Wolkenmassen nahmen bie Hoffnung „ungetauft" bas Enbziel ber Wanderung zu erreichen und gaben alsbald ihrem Hnwillen durch prasselnd niedergehende Regenschauer Aus- druck. Inmitten phantastischer Walkengebilde erreichte man Treisberg, erklomm eine hoch über der Weil, im Volksmund als Hitlerfelsen bezeichnete Felsengruppe, von der aus so recht die Schönheit des Weiltales und seiner Umgebung zum Bewußt- fein kam. An Alt- unb Neuweilnau vorbei wurde nach einer Gesamtwanderzeit von 5% Stunden in Rod an der Weil im Gasthaus „Zur Post" Schluß, ralt gehalten. Unbeeinflußt in ber Stimmung durch bas nasse Element brachte ber Autobus die Wanderer in schöner Fahrt über Weilmünster—Braunfels—Wetzlar nach Gießen zurück. ♦ s^'^ueSonberfahrtzumWelt-Luft- [tijiffbafen Frankfurt a. M. findet am grettag, 19. Juni, veranstaltet vom Hapag-Reise- buso Gießern statt. (Siehe heutige Anzeige.) Em Missio nsfest ber Luther - Ge - mcinbe fmbet am kommenden Sonntag, 21.Juni. |eifDin^Änber8 [taU' äUf biC ^8° Anzeige Oberhessen. 60 Jahre Gesangverein „Sängerkranr^Watzenborn-Sieinberg "Y" Watzenborn-Steinberg, 16. Juni. Am Samstag, Sonntag unb Montag konnte ber hiesige Männergesangverein „Sängerkranz" auf sein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wurde in Form eines Sängerfestes gefeiert Das Fest wurde eingeleitet am Samstag durch Kranzniederlegung und Gefallenen-Ehrung am Kriegerdenkmal. Im Anschluß fand auf dem Festplatz der Kommers statt. Die Kapelle Schleuse (Steinbach) leitete den Kommers mit Musik ein. Ein Massenchor der vier hiesigen Gesangvereine, geleitet vom Chorleiter des festgebenden Vereins W. S p o r y - Groß-Rechtenbach, folgte. Hierauf sprach Vereinsvorsitzender Karl H o f herzliche Worte der Begrüßung und dankte für das so zahlreiche Erscheinen der Einwohner. Er begrüßte bie Vertreter ber Partei, Oemeinbeoertretung, Vertreter vom Sängerkreis Gießen im Deutschen Sängerbund und ihren Ehrendirigenten Balthasar BrLckel aus Frankfurt a. M. Vier Gründer, Johannes Weiß, Johann Heinrich Schmandt, Johann Georg S ch m a n d t und Johannes Philipp konnten den 60. Geburtstag ihres gegründeten Vereins „Sängerkranz" noch mitfeiern. Mitglieder, bie über 50 Jahre dem Verein bie Treue gehalten hatten, wurden vom Vorsitzenden besonders geehrt. Es sind dies die Mitglieder Johannes Happel, Balthasar Philipp, Ludwig Harnisch, Heinrich Harnisch, Balthasar Buß, Balthasar D a - masky, Johannes Brücke! und Balthasar B r ü ck e l. Im Anschluß daran brachte Bürgermeister Schäfer im Namen der Gemeinde dem Verein die besten Glückwünsche dar, ebenso der Vertreter des Sängerkreises Gießen. Der reslliche Teil wurde ausgefüllt von Gesangsvorträgen ber Gesangvereine „Eintracht", „Germania", „Jugendfreund" und dem festgebenden Verein „Sängerkranz" sowie schonen Konzertstücken der Kapelle Schleuse. Am Sonntag mußte man eine schwere Enttäuschung erleben. Strahlender Sonnenschein am Morgen, der am Mittag von einem wolkenbruchartigen Regen abgelöst wurde. Während des Festzuges regnete es nicht und so konnte er ungestört seinen Hmzug halten. Nach Ankunft auf dem Festplatz (Mookswiefe) hielt Ehrenvorsitzender Johannes Harnisch die Festansprache, die ihren Ausklang fand in einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer und das deutsche Lied. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Anschließend brachte Frl. Marie Schmitt ein Gedicht zum Vortrag. Abwechselndes Singen btfr erschienenen Gastoereine half den Nachmittag verschönern. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 16. Juni. Die Zwischenzählung für Schweine und Schafe hatte in unserer Gemeinde folgendes Ergebnis: Trächtige Zuchtsauen 2 Stück, Ferkel von 8 Wochen bis 6 Monate alt 733 Stück, von einhalb bis ein Jahr alt 78 Stück, zusammen 813 Stück. Beschaupflichtige Hausschlachtungen erfolgten in der Zeit vom I.März bis l.Juni nicht. An Kälbern wurden geboren im März 15 Stück, im April 15 Stück, im Mai 17 Stück. An Schafen waren im ganzen 341 Stück vorhanden, darunter unter einem Jahr alt 48 Stück, unb zwar nur Mut- tertämmer, über ein Jahr alt 293 Stück. + Treis a. d. Lda., 16. Juni. Die Sammlung für das Rote Kreuz brachte 36 Reichsmark, die für die Innere Mission 51 RM., Außerdem wurden für das Rote Kreuz noch 175 Plaketten verkauft. ^Watzenborn-Steinberg, 16.Juni. Die Witwe Schneider von hier, Gießener Straße, stürzte heute in ihrem Hause die Treppe hinab. Die bedauernswerte Frau erlitt einen Rippenbruch und Rippenquetschungen. LJ Leihgestern, 16. Juni. Am Sonntag unternahmen Die Frauenhilfe und der Kir- chengesangverein Leihgestern ihren Sommerausflug an den Rhein. In zwei Autobussen führte der Wea über Wetzlar, Weilburg, Limburg, Montabaur durch regenfrische, von ber Sonne überstrahlte Felder und Buchenwälder nach Ahrenberg. Nach Besichtigung des Parkes, in dem das Leiden Christi in verschiedenen Stationen dargestellt ist, ging es weiter nach Ehrenbreitstein, und von dort zu Fuß über bie Schiffsbrücke nach Koblenz. Im alten Brauhaus wurde das Mittagessen eingenommen. Ein Gang der Mosel entlang führte nach dem Deutschen Eck und von da zu dem Dampfer „Ostmark", der bie Ausflügler unter bem Gesang zweier Lieber an Stolzenfels vorbei nach Braubach brachte. In einem Gasthof unmittelbar am Rhein war ber Kaffeetisch gedeckt. Bald mahnte die Zeit zum Aufbruch und zum Abschied von Deutschlands schönstem Strom. In einer Stunde war Bad Ems von den Autobussen erreicht, mit seinen blühenden Kuranlagen, in denen jener Platz einer be- anderen Beachtung gewürdigt wurde, an dem am 13. Juli 1870 die denkwürdige Unterrebung Kaiser Wilhelms I. mit bem französischen Gesanbten Bene- betti stattfand. Die Heimfahrt durch das unvergleichlich schöne Lahntal beschloß den Tag, an bem auch ein hier unb da leicht einsetzender Regen die frohe Stimmung nicht beeinträchtigen konnte. Mit leuchtenden Augen und einem Herzen voll Dank für all oas Geschaute und Erlebte traf die Reisegesellschaft, die um 5.30 Uhr abgefahren war, gegen 22 Uhr wieder in der Heimat ein. 00 Bellersheim, 16. Juni. Ein bei einem hiesigen Bäckermeister beschäftigter Lehrjunge stieß beim Aufspringen auf den Zug auf der benachbarten Station Berstadt so heftig gegen bie Tür, baß er mit einer nicht unbedenklichen Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht werden mußte. A Steinheim, 16. Juni. Da der Rechner der hiesigen Hntererhebstelle, Ludwig Berk, die gesetzliche Altersgrenze erreicht hat, erfolgt im Laufe dieses Monats die Versetzung in den Ruhestand. Durch den Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt erfolgte vor einiger Zeit eine Neuaus- chreibung ber Stelle, worauf sich bis zum festgesetzten Termin vier NeuÄscverber melbeten. Es inb bies Emil Bipp, Erwin Hofmann, Wilhelm Niklas und Ludwig Berk, der Sohn des eiterigen Hntererhebers. II Obbornhofen, 16. Juni. In Verfolg des zum Ausgang des Winters im Rahmen ber Erzeugungsschlacht gehaltenen Vortrages über bie Bedeutung der Hühnerzucht im bäuerlichen Betriebe, haben mehrere Bauern unb Landwirte Junghenneu aus anerkannter Leistungszucht bezogen. Unter Ab« rechnung eines gewährten Reichszuschusses von Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 sechzig Pfennigen für das Stuck wird sich eine Henne auf etwas über zwei Mark stellen. Die Jungtiere sind bereits so stark entwickelt, daß sie bestimmt noch vor Ablauf des Jahres mit dem Legegeschäft beginnen. Es handelt sich in der Hauptsache um die Sorte Amerikanisches Leghorn. Kreis Stiebberg. —.— Aus der mittleren Wetterau, 16. Juni. Infolge des Regenwetters in der vergangenen Woche drängen nun die landwirtschaftlichen Arbeiten sehr. Die Kartoffeln schießen in die Höhe und müssen gehackt und gehäufelt werden. Höchste Zeit ist es, daß der Hederich und andere Unkräuter in der Sommerfrucht bekämpft werden. Dazu kommt noch das Vereinzeln und Pflanzen der Runkelrüben. So hat der Bauersmann alle Hände voll zu tun. Da auch die Gräser in den Wiesen in die Blüte treten, eilt es mit dem Heu- schmtt. Von den Baumstücken wurde das erste Dörr- futter eingebracht. Hoffentlich hält nun das trockene Wetter an. Die starken Regenfälle hatten einzelne Kornacker zum Lagern gebracht, doch haben sich die Halme teils wieder gehoben, so daß doch noch me Erntemaschinen benutzt werden können. An Grunfutter herrscht bereits Ueberfluß, so daß viel Kleeheinzen aufgebracht und getrocknet wird. Auch wurde schon ein Teil des überschüssigen Futters eingesauert. Zuckerrüben, Mais und Flachs stehen prächtig. ° ' Kreis Alsfeld. W 6 t t fassen. 15. Juni. Dieser Tage ereia- ne;C s § Jütf der Reichsstraße zwischen Rupperten- rod und Mucke ein Autounfall. Ein Personenwagen Anhänger stürzte um. Die Insassen erlitten glücklicherweise keine schweren Verletzungen. Es entstand allerdings erheblicher Sachschaden. Die ISO-Zahrseier der Stadt Grünberg Organisation derSprenger-Kundgebung. - Endgültige Festlegung derFestfolge durch den Hauptausschuß. + Grunberg, 15. Juni. Rastlose, fast fieberhafte Tätigkeit der Ausschüsse und insbesondere deren Sachbearbeiter kennzeichnet die letzte Spanne Zeit vor dem großen Grünberger Fest. Am Freitagnachmittag fand im Sitzungssaal des Rathauses eine Besprechung über die Großkundgebung am Festsonntag (28. Juni) statt, bei der ins- besondere der Gauleiter, Reichsstatthalter Spren- 6er, sprechen wird. An dieser Sitzung nahmen außer Bürgermeister Wagner und 'den Vorsitzenden der einzelnen Festausschüsse, der Kreispropagandaleiter Schmelz, der Kreiskassenwalter Delp, der Führer der 83. SS.-Standarte, Hauptsturmführer Müller und einige Unterführer teil. Bei dieser Besprechung wurde der Verlauf der politischen Kundgebung endgültig festgelegt, die entgegen dem ursprünglichen Plan, der den Festplatz bei der Turnhalle hierfür vorsah, nunmehr auf dem Marktplatz am Rathaus stattfinden soll. Den Absperr- und Ordnungsdienst hierbei übernimmt die SS. Am gleichen Abend fand dann nochmals eine Sitzung des Hauptausschusses unter Vorsitz von Bürgermeister Wagner statt, bei der die Festfolge mit den sich in der Nachmittagsbesprechung als notwendig erwiesenen Aenderungen endgültig festgelegt wurde. Das Fest verläuft nunmehr in folgender Weise: Am Samstagabend (27, Juni) vereinigen sich die Grünberger mit den Festgästen zum großen Festakt in der Turnhalle. Während den ersten Teil des Abends Ansprachen des Bürgermeisters, des Archivrat C l e m m und Ministerialrat Ringshausen ausfüllen, bringt der zweite Teil die schon besprochenen lebenden Bildar in historischen Kostümen, die umrahmt und untetmalt werden von Musik- und Gesangsvorträgen aus diesen Zeiten. Nebenbei sei erwähnt, daß man für den Abschluß dieses Abends eine äußerst wirkungsvolle und unvergleichliche Szene gefunden hat. Die künstlerische Leitung der lebenden Bilder liegt in den bewährten Händen des Intendanten des Gießener Stadttheaters, Schultze- Griesheim. Der Festsonntag (28. Juni) beginnt mit dem Wecken durch einen Spielmannszug. Nach dem Festgottesdienst ist allen Festteilnehmern Gelegenheit geboten, eine heimatliche Ausstellung im Rathaus unter Führung von Archivverwalter Schweißguth zu besichtigen. Der Beginn der poli tischen Kundgebung wurde nunmehr auf 13.15 Uhr festgelegt. Um 13.30 Uhr spricht dann Gauleiter Sprenger. Die Kundgebung findet also vor dem Fest- zug und auf dem Marktplatz statt. Hieran nehmen alle Gliederungen mit größeren oder kleineren Einheiten teil. Sofort nach Schluß der Kundgebung setzt sich dann der historische Fesizug vom Neustädter Tor aus in Bewegung. Er dürste in seiner prunkvollen Aufmachung wohl den äußeren Glanzpunkt des ganzen Festes bilden. Er durchzieht sämtliche Hauptstraßen der Stadt und wird sich auf dem Sportplatz an der Gießener Straße auflösen. Den Rest des Tages füllt dann das Volksfest auf dem Fe st platz hinter der Turnhalle aus. Der vom Sängerfest 1934 noch in gutem Andenken stehende Festwirt Dechert- Gießen hat auch diesmal die Festwirtschaft übernommen. Da man damit rechnen muß, daß die Turnhalle am Samstagabend nicht ausreichen wird, werden die lebenden Bilder am Sonntagabend wiederholt. Als Abschluß dieses Haupttages ist ein großes Feuerwerk vom Diebslurm aus vorgesehen. Der Montag ist als Jugend, und Volksfest vorgesehen. Nach dem Frühschoppen am Vormittag wird der Nachmittag Vorführungen von Schulgruppen bringen und als Volksfest ausklingen. Daß Grünberg mit starkem Besuch an diesen Festtagen rechnen kann, beweisen u. a. schon die zahlreich eingegangenen Zusagen der eingeladenen Ehrengäste. Führende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Verwaltungen, darunter besonders von unserer Nachbarstadt Gießen, haben schon ihr Erscheinen schriftlich zugesagt. Um den Verkehr be- wältigen zu können, hat die Reichsbahn am Fest- sonntag alle Vorkehrungen getroffen, auch ist die Ausgabe von Sonntagsfahrkarten nach Grünberg beantragt worden. Jubiläumsfeier her Kleinkinderschule und der Krankenstation in Klein-Linden. Klein-Linden, 15. Juni. Am Sonntag feierte unsere Gemeinde das 40jährige Bestehen der Kleinkinderschule und verband damit die Feier des 25jährigen Bestehens der hiesigen Krankenstation. Der Festgottesdienst am Vormittag hatte einen sehr starken Besuch aufzu- weisen. Er wurde mit dem Spiel des Posaunenchors „Wie schön leuchtet der Morgenstern", einer Komposition von I. S. Bach, eingeleitet. Den Altardienst versah unser Ortsgeistlicher, Pfarrer König, wäh- rend die Festpredigt von Pfarrer Hager aus Nonnenweier gehalten wurde. Er predigte über das Thema „Jesus segnet die Kindlein", zeichnete den tieferen Sinn der Diakonie als Dienst am Worte Gottes und im Auftrag Jesu Christi. Der Chor der Schwestern des Mutterhauses Nonnenweier, die in Gießen und Umgebung tätig sind, verschönten mit dem Chorvortrag des 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte" die Feierstunde. Der Mädchen- und Frauen- chor unserer evangelischen Kirchengemeinde trug mit dem Vortrag des Psalm 103 „Lobe den Herrn, meine Seele" sein Teil zur Ausschmückung des Gottesdienstes bei. Unter den Klängen des Posaunenchors bewegte sich am Nachmittag ein stattlicher Festzug durch unser Dorf. Die Kinderschüler, die vielen Schwestern aus den benachbarten Gebieten, die Eltern der Kinder, Kirchenvorstand, die Vorstände der Kinderschule und der Krankenstation und viele Gemeindeglieder marschierten mit im Zug. Leider mußte infolge des einsetzenden Regens die Feier in die Kirche verlegt werden, weshalb auch die kleinen Festgäste ihre eingeübten Spiele nicht darbieten konnten. Der Ortsgeistliche, Pfarrer König, der Vorsitzende der Kleinkinderschule und der Krankenstation, grüßte mit dem Bibelwort aus 1. Johs. 4, Vers 16 bis 21, die Festgemeinde. Besondere Grußworte widmete er dem an der Feier teilnehmenden Herrn Dekan Sattler (Wieseck), ferner den Schwestern und Bürgermeister Fischer, dem er herzlichen Dank aussprach für das Jubiläumsgeschenk der Gemeinde. Die Gemeinde hatte nämlich das Kin- derschulgbäude neu Herrichten lassen. Pfarrer K ö - nig verlas auch noch die Glückwünsche zweier früherer Vorsitzenden der Stationen (Pfr. Ackermann, Nordheim im Ried und des Lic. Eidenmüller, Büdingen) und dankte allen Mitarbeitern am Fest. Besondere Worte der Anerkennung widmete er der der Feier beiwohnenden ersten Schuldienerin Frau Lina Andermann, die 25 Jahre in Treue der Station gedient hatte. Die jetzt noch lebenden Gründer ermahnte er, noch weiter mit Wort und Tat zur guten Sache zu stehen und ernannte sie zu Ehrenmitgliedern des „Vereins zur Förderung der Kleinkinderschule". Die Ehrung wurde folgenden Personen zuteil: Wilhelm Langsdorf I., Heinr. Ufer II., Wilhelm Jung III., Wilhelm Weigel II., Wilh. Weller II., Ludw. Theiß, Ludw. L u h II., Ludwig Reifel, Kaspar Reuschling, Johs. Ge r - mer I., Jak. Fink, Ludw. Jung XII., Philipp Rinn III., Wilh. Holler, Georg Schön, Konr. Lotz, Kaspar Panzer, Phil. Bernhardt, Ludw. Weigel XIII., Wilh. Germer II., Johs. Germer II., Phil. Volk I., Friedr. Lenz I. und Karl Hof. Dekan Sattler brachte für beide Stationen bte Glückwünsche des Dekanats Gießen, des Propstes Drommershausen und des Landeskirchenausschusses und wies auf den hohen Sinn der christlichen Kleinkinderschule hin. Als Vertreter des Mutterhauses Nonnenweier überbrachte Pfarrer Hager die Glückwünsche und erzählte einiges aus der Geschichte der Entstehung des Mutterhauses. Einen Bericht über die Geschichte der Kleinkinderschule in den verflossenen vier Jahrzehnten gab der derzeitige Rechner der Station, Lehrer Rau. Er ermahnte die anwesenden Eltern, das Werk, das unsere Alten einst mit vieler Mühe geschaffen hätten, zu unterstützen, damit es sich auch in der Zukunft weiterhin zum Segen von Familie, Volk und Vaterland auswirken möge. Das Fest fand noch eine besondere Bereicherung durch die Mitwirkung des Kirchenchors. Mit er Brezelverteilung an die Kleinen fand der eigentliche Festakt seinen Abschluß. Im Anschluß an die Feier versammelten sich die Schwestern, Vorstände und Gründer im Saal der Kinderschule zur Kaffeetafel, die inzwischen von Frauenhilfsmitgliedern festlich hergerichtet worden war. Die gastfreundlichen Gemeindeglieder hatten reichlich Kuchen gespendet, so daß auch der Alten und Armen des Dorfes gedacht werden konnte. Manches schöne Lied wurde noch gesungen und Erinnerungen aus der Gründungszeit ausgetauscht. Die Kollekte des Festes ergab die stattliche Summe von 76 Reichsmark. Motorsturm l.ZDL 147 zum 2. Male Sieger im Wehrmannschießen. Der Motorsturm 1/M 147 Gießen konnte bei dem auf den Schießständen des Schützenvereins e. V. Gießen zum Austrag gekommenen Volkspreisschießen den von ihm im Jahre 1935 errungenen Wanderpreis für das Wehrmannschießen erfolgreich verteidigen. Gelingt es nun der Mannschaft des Motorsturms 1/M 147, im nächsten Jahre den wertvollen Wanderpreis zu gewinnen, so geht dieser in den endgültigen Besitz des 1/M 147 Gießen über. Olympia-Vorbereitungskurs für Fechter im Hochtaunu«. In dieser Woche weilen 16 Olympia-Fechter im Luftkurort Schmitten, um sich hier zu erholen, gleichzeitig aber auch unter der Leitung der beiden Reichstrainer, des ungarischen Säbelmeisters H o l • lo s und des französischen Degenmeisters Duner« ney, für die am 2. August beginnenden olympischen Fecht-Wettkämpfe eifrig zu trainieren. Unter den 16 Olympia-Fechtern befinden sich bekannte Fechter- namen. Neben Erwin C a s m i r und Rosen- bauer ist Frankfurt und Offenbach mit weiteren sieben Fechtmeistern, darunter auch drei Frauen, vertreten. Berlin und Ulm haben je zwei Fechter entsandt, während aus Hamburg, Essen und Wiesbaden je ein Fechter zum Olympia-Training in den Hbchtaunus gekommen ist. * Die Deutsche Olympiamannschaft für den Modernen Fünfkampf trug in Bad Eilsen gegen den Hannoverschen Fechtklub Degen-Mann- schaftskämpfe aus und gewann mit 36:12 bzw. 20:6 Punkten. Die Mannschaft tritt am Wochenende gegen die Degenfechter des MTV. Saarbrücken an. Die Handball-Erfolge der Gießener Studenten in Heidelberg. Universität Gießen Turniersleger. Mit einer großen Sportveranstaltung, an der die Universitäten Bonn, Erlangen, Darmstadt (T. H.), Aachen, Heidelberg und Gießen teilnahmen, wurde die 550-Jahrfeier der Heidelberger Universität eröffnet. In diesem Rahmen gelangte (wir berichteten bereits kurz darüber) ein Handballturnier zum Austrag, in dem die Gießener Mannschaft verdient Sieger wurde. Am Samstagnachmittag sand bei großer Hitze das erste Spiel statt: Universität Gießen — T. h. Aachen 8:5 (3:4). Dor einer stattlichen Zuschauermenge stellten sich beide Mannschaften dem Schiedsrichter, Gießen in der bewährten Aufstellung der letzten Spiele. Die Ueberraschung war groß, als es schon kurz nach Beginn 3:0 für Aachen stand, deren Sturm in unerhörtem Tempo die Gießener Hintermannschaft, in der Grünig wieder einmal einen großen Tag hatte, einfach überrumpelte. Doch dann fjatte sich Gießen gefunden. Tor um Tor wurde aufgeholt. Bei Halbzeit stand es nur noch 4:3 für Aachen. Groß war die Freude, als kurz nach Wiederbeginn der Halblinke ausglich und sogar seine Mannschaft durch ein unhaltbares Tor in Führung brachte. Diese wurde dann auch bis zum Schluß nicht mehr abgegeben, und Gießen verließ als verdienter Sieger das Feld. Der Sieg hätte höher ausfallen können, wenn dis Mannschaft sich eher gefunden hätte, nachher waren sie allerdings nicht mehr zu halten. Am Sonntagmorgen, Endspiel: Heidelberg — Gießen 12:12 (7:6). Hätte dieses Spiel am Sonntagnachmittag statt- gefunden, es wäre für die Gießener besser gewesen, denn die Zeitspanne zwischen den zwei sehr anstrengenden Spielen war etwas kurz. Es wollte nicht so recht klappen. Trotzdem mußte das Spiel unbedingt gewonnen werden. 7 bis 8 sichere Torgelegenheiten wurden ausgelassen. Die Heidelberger waren den Gießenern zwar nicht ebenbürtig, aber das ganze Spiel war sehr spannend, die Tordifferenz betrug meistens nur ein Tor, nachdem Gießen von 7:3 auf 7:6 aufgeholt hatte. Dadurch wurden die zahlreichen Zuschauer bis zur letzten Sekunde in Atem gehalten. Bei Schluß der regulären Spielzeit stand das Spiel 11:11; in der an sich überflüssigen Verlängerung — Gießen war durch besseres Torverhältnis vom Samstag her bereits Turniersieger — gelang m Puddingpuver Feinkost-Päckchen N-j Verfluchtes Gold! Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ohne Zögern begann der junge Mensch darunter auszuwäylen. Im Nu war aufgebockt. Die Schraubenschlüssel arbeiteten. Bald war das Hinterrad ausgewechselt und etwas später lag auch das vordere im Grase. Sie standen beide und sahen sich an. „Schlimm?" fragte das Mädchen kleinmütig. „Na — wenn Ihnen das an der Peripherie Münchens zustößt, ist es keine Kleinigkeit. Daß es hier geschah, ist unangenehm. Ich bringe das in Ordnung, so gut es geht und kutschiere Sie dann bis zur nächsten Ortschaft. Vor dort müssen Sie das Auto abschleppen lassen. Ich glaube nicht, daß der Mechaniker im Dorf die verbogene Achse aus- beulen kann." „Meinen Sie nicht, daß ich allein bis dahin komme?" „Kaum", lächelte er. Eine Reihe prächtiger Zähne kam dabei zum Vorschein. „Sonst liegen Sie womöglich noch einmal im Straßengraben. Es wird nur auf diesem Abschnitt hier gearbeitet. Sie hätten also auch keine Hilfe, wenn sich das Mißgeschick wiederholen sollte? „Ja", sagte sie gehorsam. „Dann bitte!" Der junge Mensch sprach etwas zu seinen Kameraden. Fünf Paar Hände griffen mit an. Trotzdem dauerte es eine halbe Stunde, bis das Vorderrad wieder einigermaßen richttg faß. Dann öffnete er den Schlag, setzte sich ans Lenkrad und wartete, bis Maria Terry neben ihm Platz genommen hatte. Maria empfand ein beglückendes Gefühl, als der Motor lief. Sie winkte noch rasch einen Arbeiter herbei, druckte ihm einen Zwanzigmarkschein in die Hand, vernahm dessen erfreutes „Danke!" und horchte wieder auf den Motor, der den Wagen fcngjam in Bewegung setzte. „Das war zuviel", sagte der junge Mann, das Lenkrad vorsichtig nach der linken Seite drehend. „Das Geld —?" „Ja!" „Ich habe es gern gegeben. Mir liegt ja alles daran, nicht auf der Straße liegenbleiben zu müssen. Gott, wie das schlingert!" Es war in der Tat ein ungemütliches Fahren. Die Straße war von Rinnen übersät, so daß es wie ein kleines Erdbeben wirkte, wenn die Räder darüberhopsten. Bei jeder Kurve bockte die Steuerung. Alle paar Kilometer mußten sie Benzin in den vorderen Behälter füllen, weil die Zufuhr gestört war. Trotzdem war Maria Terry bester Laune. Ging es auch sehr langsam, vorwärts ging es doch. Und der junge Menscy neben ihr war die Ruhe selbst. „Sie sind wohl gelernter Chauffeur?" fragte sie und bereute die Frage, als er hellauf lachte. „Ich wollte, ich wär's! Ich bin aber nur Mediziner: neuntes Semester. Da liegt mir eben das Kurieren. Das ist alles. — Sehen Sie nur, wie er näher kommt." Dabei lachte er dem Kirchturm zu, der jetzt wie ein großer Fliegenpilz geradewegs auf dem Hügel vor ihnen faß. Sie hatte die Stirn gerunzelt und blickte ihn von der Seite an. „Wie kommen Sie als Mediziner zum Straßenbau?" Diesmal lacht er nicht, sondern erwiderte ernst: „Um mir das Geld für das nächste Semester zu verdienen.--Nun bockt er schon wieder!" rief er ärgerlich, riß den Schlag auf und sprang heraus. Man hatte vor kaum einem halben Kilometer Benzin nachgefüllt. Er legte die Hand gegen bas rechte Vorderrad und sagte besorgt: „Fühlen Sie nur: ganz heiß." „Nur bis zur nächsten Ortschaft, wenns noch ginge," bat sie verzagt. „Glauben Sie, daß es geht?" Erst nach langen Versuchen sprang der Motor wieder an. Das Tempo wurde noch langsamer. Der junge Mann versuchte jeder Rille auszuweichen, balancierte nach rechts, nach links, der Mitte zu und wieder nach dem rechten Straßenrand hinüber — zu allem Ueberfluß ging es jetzt auch noch bergauf. — Endlich war man oben. Das Dorf lag behäbig und in freundlicher Abend- [timmung in eine Mulde gebreitet. Der Kirchturm sah nun gar nicht mehr fliegenpilzahnlich aus, sondern reckte sich in ansehnlicher Größe. Saubere Hau- fer schoben sich links und rechts an die Straße heran. Staunende Augen guckten dem Wagen nach, der so unglaublich langsam durch die Ortschaft fuhr. Die Reparaturwerkstätte war klein und versprach nicht allzuviel Hilfe. Immerhin war es besser als nichts. Auf Marias Frage, ob nicht jemand vorgesprochen hätte, daß man ihr einen Mechaniker entgegenschickte, erklärte man ihr, das wäre wohl der Fall gewesen, aber der Meister sei in der Stadt und der Gehilfe auswärts. Maria Terry blickte nach ihrem Begleiter, der sich eben zum Gehen anschickte und hielt ihn am Aermel zurück. „Bitte, lassen Sie mich jetzt nicht im Stich! Glauben Sie, daß ich hier übernachten kann? Herr--Herr —" „Rolf Steffen!" sagte er mit leichter Verneigung. „Gasthaus oder Privat?" „Privat wäre mir lieber." Er zögerte einen Augenblick, blickte ihr forschend in die Augen und sprach leicht verlegen. „Wenn es Ihnen bei meiner Mutter gut genug wäre —?" „Sie haben Ihre Mutter hier?" „3a!" „Ach, dann bitte!" Sie wandte sich schon zum Gehen, machte noch einen Schritt zur Werkstätte hin und sagte, daß sie den Wagen vorläufig hier stehenlassen würde. Wenn der Meister nach Hause käme, möchte er nachsehen, woran es fehle und den Schaden dann reparieren, so gut es eben gehe. Morgn früh würde sie dann wieder nachschauen kommen. „Und nun bitte zu Ihrer Mutter, Herr Steffen. Ich glaube, ich bin wirklich ein bißchen mitgenommen? Ein wundersames Erlebnis: eine Dorfstraße des Abends, durch die man nicht im Fünfzigkilometer, tempo* fährt. Schlicht und ruhig, von letztem Son- nengold überflutet, lag sie zwischen den blau-, rot- und gelbgetünchten Häusern, von denen schwere Girlanden hangender Geranien über Fenster und Bal- tone fielen. Gäßchen schlängelten sich gemütlich nach links und rechts. Man hörte einen Bach gurgeln, der eine Mühle trieb. Sie schnarchte in die Stille, wie ein Riese, der sich überarbeitet hat. „Hier bitte!" Ohne daß Maria Terry es gemerkt hatte, waren sie von der Hauptsttaße abgebogen und standen nun vor einer gaisblattüberwucherten Gartentür, die sich quietschend in den Angeln drehte > Und hinter dem sauber gekiesten Weg ein Häuschen, auch wie das (Bartentor: grün überwuchert, daß kaum noch die Sonne Platz hatte, sich in den Fensterscheiben zu spiegeln. „Gott, wie niedlich!" Maria mußte stehenbleiben und den Anblick auf sich wirken lassen. „Welch ein entzückendes Zuhause!" Steffen ging voran und öffnete die Tür. „Mutter!", rief er in den dämmrigen Flur. „--Mutter!" Ein leichter Schritt kam die verschlungene Treppe herab. „Sv früh schon, mein Bub? Ich habe eben an dich gedacht!" „Erlaube, Mutter." Rolf machte ein paar Schritte auf sie zu. „Die Dame hier hat Unglück mit dem Wagen gehabt. Wir haben ihn bis hierher bugsiert. Weiter ging es nicht mehr. Kann das Fräulein bei uns zur Nacht bleiben?" Maria war Steffen mit langsamen Schritten nachgegangen und verneigte sich leicht. „Verzeihen Sie, daß ich so unbescheiden bin, um Ihre Gastfreundschaft zu bitten. — Es ist nur für die eine Nacht", fetzte sie hinzu. „Ich habe ein bißchen Scheu vor unbekannten Gasthäusern." Merkwürdig, dachte Maria, daß ich mit diesem Frauenantlitz gegenüber jedes Wort abpressen muß. Die Augen van Rolf Steffens Mutter waren so groß und for- schend auf sie gerichtet und blickten ihr so abroei- send entgegen, daß sie glaubte, auch der geheimste Gedanke müsse vor ihr offenbar werden. Erst als Frau Steffen sprach, löste sich der Bann. Ihre Stimme war voll Güte, als sie jetzt mit einem gewinnenden Lächeln Antwort gab: „Selbstverständlich können Sie bleiben. Es ist zwar etwas klein bei uns, aber das nehmen Sie sicher für eine Nacht gern mit in Kauf. — Wollen Sie sich waschen? — Vielleicht auch umkleiden? Ich führe Sie gleich in unser Gastzimmer. „Mein Koffer ist noch im Wagen," sagte Maria. „Ich hole ihn", versprach Rolf schnell. Die beiden Frauen schritten hintereinander die Treppe hinauf. Es war wirklich wie in einem Puppenhaus, ganz klein und zierlich: der schmale (Bang, die niederen Türen, von denen die eine offenstand und den Blick in ein entzückendes Stüd« chen frei ließ. Die Decke war kaum armhoch über den Köpfen. Maria kam in Versuchung, die HanÜ hochzustrecken, ob sie bis oben reichen könne. (Fortsetzung folgt!) Der Boxkampf Schmeling-Louis. Eine „grundsätzliche Auseinandersetzung^ sagen die Amerikaner. Der große Kampf S ch m e l i n g s gegen den Mulatten Joe Louis am 18. Juni im Neuyorker Yankee-Stadion wird die Antwort auf zwei Fragen geben, die für die Entwicklung des internationalen Boxsports von entscheidender Bedeutung sind. Es wird sich an diesem Tage zum ersten darum handeln, ob Max Schmeling seine Karriere beenden muß oder ob er als Krönung seiner Laufbahn noch zum zweiten Male nach der Krone des Weltmeisters greifen darf. Und zum zweiten wird dieser Kampf mit entscheiden, ob der Ansturm der schwarzen Rasse, der auf allen sportlichen Gebieten in den Bereinigten Staaten eingesetzt hat, auch in Zukunft von Er- fola begleitet sein wird. Ein Sieg von Louis würde diesem schwarzen Ansturm einen gewaltigen moralischen Aufschwung geben. Nicht umsonst schreiben amerikanische Zeitungen von Schmeling als der „letzten Hoffnung" der weißen Rasse. Das mag übertrieben klingen, aber es ist bezeichnend für Amerikas Meinung. Der Kampf ist mehr als eine Begegnung zweier Boxer von Weltformat, er wird fast zu einer „grundsätzlichen" Auseinandersetzung. Joe Louis, der „braune Bomber von Detroit" ist der Mann, dessen Laufbahn selbst für amerikanische Maßstäbe erstaunlich erscheint. Er tauchte auf aus der Masse von Hunderten von unbekannten Kämpfern und erregte einiges Aufsehen durch schnelle k.-o.-Siege über mehr oder weniger unbekannte Gegner. Zum „Star", zum „Wunderboxer" wurde er erst durch seine Siege über Max Baer, Paolino und Primo Carnera. Man weiß eigentlich über seine boxerischen Qualitäten herzlich wenig. Da er seine großen Kämpfe alle nach einigen Runden entscheidend gewann und man sich deshalb kaum ein Bild von seinen wirklichen Fähigkeiten machen kann, muß man sich an zwei Tatsachen halten, die auf alle Fälle feststehen: Louis besitzt eine Schlagkraft, die überdurchschnittlich ist und die — im richtigen Augenblick eingesetzt — das Ende eines Kampfes bringen muß. Und er ist mit seinen 21 Jahren, mit Mer unverbrauchten Na- turkraft für jeden Mann der Welt gefährlich. Dar über hinaus hat er jenen Kampftnstmkt, der iihn — manchmal vielleicht unbewußt — die zünftigsten Situationen blitzschnell erkennen laßt. Ob er ein großer „Nehmer" ist (fast alle Neger sind am Körper empfindlich), das muß der Kampf ben)eiJe"r Der „braune Bomber" steht ohne Äwe.sel °° : fenw größten Leistungsaufgabe, Schmeling wird ihm alles abverlangen. hat Max Schmeling gegen diesen Naturburschen aus Detroit eine Chance? Wir hatten Gelegenheit, die letzten drei Kampfe des „schwarzen Ulanen vom Rhein — so nennen ihn die Amerikaner — am Ring aufmeK^an], verfolgen. Wir konnten seine überlegene Kampfes- weise bewundern, sein sicheres Auge und sein rücksichtsloses Einsetzen aller Mittel rm entscheidenden Augenblick. Schmeling, der heute 31 Jahre alt ist weiß, daß er zumindest auf dem Höhepunkt s e'i n e s K ö n n e n s anaelangt ist. Nur noch kurze Zeit wird er sich auf seinem heutigen Standard halten können. Die Traimngsberichte aus Amerika beweisen, daß der Deutsche diesen Kampf bitter ernst nimmt. Und Fachleute, die die Trainingsarbeit der beiden Gegner gewissenhaft verglichen, geben dem Deutschen nicht die schlechtesten Aussichten. , t . Voraussagen bei Boxkämpfen sind immer gefährlich. Und das ist gut so. Die „glorreiche Ungewißheit" ist immer einer der Hauptreize dieses männlichsten aller Sports gewesen. Aber eins kann man vielleicht sagen: Uebersteht Schmeling den Ansturm des Mulatten in der e r st e n Hälfte des Kampfes, geht er den schweren „Brocken" aus dem Wege und läßt sich nicht voll treffen — dann hat er eine Chance. Denn technisch müßte er Louis weit überlegen sein. Aber was find Kombinationen? Sie können durch einen einzigen Schlag über den Haufen geworfen werden. In der Nacht zum Freitag werden Tatsachen ihre harte Sprache sprechen. jeder Mannschaft noch ein Treffer, so daß es beim Unentschiedenen Stand blieb. Einzelne Leute der Gießener Mannschaft besonders hervorzuheben, ist nicht nötig. Der Erfolg spricht allen das beste Zeugnis aus. Deutsches Nadsport-Zugendabzeichen. Am vergangenen Sonntag fand unter der Leitung von August Deibel (Gießen) eine Prüfung zur Erlangung des Deutschen Radsport-Jugendabzeichens statt. Insgesamt 43 Prüflinge, Jungens im Alter von 12 bis 18 Jahren, hatten sich eingefunden, um dieses Sportabzeichen zu erringen. Sämtliche Jungens haben die Prüfung bestanden, und zwar wurden Zeiten gefahren, die zum Teil als hervorragend bezeichnet werden können. Der größte Teil der Prüflinge kam mit schweren und zum Teil sehr veralteten Rädern an den Start. Auch der Wettergott hatte die Jungens, die die Prüfung über 55 Kilometer ablegten, mit reichem Regen bedacht. Trotzdem ließen sich die Jungens nicht verdrießen und fuhren allem Unwetter zum Trotz durch bis zum Ziel. Die Prüfung über 15 Kilometer wurde auf der Strecke Gießen (Karlsruhe)—Daubringen und zurück ausgetragen. 33 Jungens unterzogen sich dieser Prüfung. — Gießen—Bondorf—Grünberg—Reiskirchen—Gießen (Karlsruhe) lautete die 55-Kilo- meter-Strecke, die von 10 Jungens durchfahren wurde. Jeder der Teilnehmer, der die Prüfung bestanden hat, erhält nun das Urkundenheft mit dem Abzeichen. Um den Jungens, die am Sonntag bereits die Prüfung bestanden haben, eine Gelegenheit zum friedlichen Wettkampf im Radfahren zu bieten, veranstaltet der Gießener Radfahrer-Verein yon 1885 am Sonntagvormittag ein Jugendfahren (offen für Fahrer, die noch kein Straßenrennen gefahren haben). Die Meldungen sind abzugeben bei August Deibel, Gießen, Neuenweg50. Werbekegeln in Reiskirchen. Am Sonntag beendete der hiesige Kegelklub „Gut Holz" sein diesjähriges Werbekegeln. Den 1. Preis erhielt Wilhelm Pfeffer mit 26 Holz; 2. wurde Philipp Schäfer, 3. Wilhelm Weimer, 4. Ludwig Reichmann mit je 25 Holz; 5. Ewald Jünger, 6. Heinrich Gundrum, 7. Ludwig Schön, 8. Wilh. Damm, 9. Rudi Schäfer, 10. Willi Damm, 11. Ludwig Enders, 12. Ferdinand Gundrum, 13. Ernst Jüng mit je 24 Holz; 14. Ludwig Stark, 15. Wilh. Schild, 16. Philipp Gräf, 17. Hermann Möbus, 18. Ferdinand Klös, 19. Heinrich Schäfer, 20. Ludwig Schomber, 21. Karl Mengel mit je 23 Holz. Das Bezirks-Turn- und Sportfest der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine in Bad Hersfeld. Die Bezirksleitung der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine hält ihr diesjähriges Bezirks-Turn- und Sportfest in Bad Hersfeld ab und gibt dadurch ihren Mitgliedern Gelegenheit, einen Teil der Feierlichkeiten, die die Stadtverwaltung anläßlich der 1200-Jahrfeier der Stadt Hersfeld veranstaltet, zu sehen. In sportlicher Beziehung wird ebenfalls viel geboten. Wettkämpfe in Turnen, Boxen, Leichtathletik, Schwimmen, Fußball, Handball, KK.- Schießen, Rhönradvorführungen usw. werden von den Reichsbahnsportlern bestritten. Unser heimischer Reichsbahnsportoerein, der VfB.-Reichsbahn, beteiligt sich mit 40 Aktiven und Kampfrichtern an dem Bezirksfest. Die Leichtathletikabteilung wird durch Luh, Fischer, Huppert, Siegmund, Pitzen, Kley, Möll, Nies u. a. bei den Männern und Jugendlichen und durch Fischer, Schmidt, Man- drella, Weber usw. bei den Frauen würdig vertreten sein. Die Turnabteilung entsendet Schimmel, Frey, Bellof, Junker, Henning, Rahn, Seibert, Habeth, Althaus, Wehrum, Engelbach, Schädlich als Jugendkämpfer im deutschen Geräteturnen. Die Zahl der Schützen und Schwimmer ist noch nicht festgelegt. Das Fußballspiel wird in Hersfeld von Rot-Weiß Frankfurt gegen Hessen Bad Hersfeld (Ligamannschaften) bestritten. Um die Ehre des Handballsieges kämpfen Reichsbahn Nied gegen Rot-Weitz Frankfurt. Fußball in Daubringen. Am Sonntag weilte die erste Mannschaft von Großen-Buseck in Daubringen. Daubringen spielte mit Ersatz und mußte eine Niederlage von 5:1 ein- stecken. Dem Spielverlauf nach hätte ein Unentschieden mehr entsprochen. In der ersten Halbzeit schoß nach beiderseitig gutem Spiel jede Mannschaft ein Tor. Nach der Pause fielen dann durch zu weites Aufrücken der hiesigen Verteidigung noch weitere vier Tore für den Gegner. Kurze Sportnotizen. Einen schweren V e r l u st hat der deutsche Motorradsport durch den Tod des erfolgreichsten deutschen und europäischen Seitenwagenfahrers Toni Babl erlitten. Babl ist seinen beim Training zum Eifelrennen auf dem Nürburgring erlittenen Verletzungen in der Bonner Universitätsklinik erlegen. Babl, der aus Miesbach in Bayern stammte, hat nur ein Alter von nicht ganz dreißig Jahren erreicht. ♦ Die Amateur-Straßenrennen, die auf Grund einer Anordnung des Fachamtes Radsport bisher nicht länger als 120 Kilometer ausgeschrieben werden durften, können künftig wieder über längere Strecken geführt werden, ' nachdem die Olympia-Vorprüfungen beendet sind. * Deutschlands Gegner im Davispokalschlußspiel der Europazone ist Jugoslawien. Die Jugoslawen gewannen den Kampf gegen Oesterreich in Wien mit 4:1. Pallada schlug Metaxa 8:6, 6:3, 2:6, 3:6, 6.4, während Kukuljevic über Graf Bawa- rowski 5:7, 6:4, 1:6, 6:2, 6:3 gewann. Für Wimbledon haben zur inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft in den Einzelspielen 118 Männer und 86 Frauen gemeldet. Deutschland ist durch Gottfried von Cramm, Henner Henkel, Kaj Lund und Marieluise Horn vertreten. * Ern a Sompa, die erfolgreiche amerikanische Schwimmerin deutscher Abstammung, erzielte in Neuyork drei amerikanische Rekords im Rückenschwimmen, und zwar über 200 Meter und 220 Yards mit 2:54,6 und über 300 Meter mit 4:28,7. * Nur noch direkten Torabstoß gibt es nach einem Beschluß des „International Board", der internationalen Fußball-Regelkommission. Der Ball darf also dem Torwart nicht mehr in die Hände „gegabelt" werden, wie dies bisher Brauch war. ♦ Larry Gains, der kanadische Schwergewichtsboxer, schlug in Manchester den Breslauer Scholz sicher in 10 Runden nach Punkten. ♦ Eine W e l tb e st l e i st u n g erzielte Lettlands Weltrekordmann D a h l i n s ch bei einem 40 Kilometer-Gehen in Warschau mit der ausgezeichneten Leistung von 3:27:40 Stunden. Ein amtlicher Weltrekord wird über diese Strecke nicht geführt. Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer: Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Morgen folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele Frauen: Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26; von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Leichtathletik, Frauen und Männer: Don 19.15 bis 20.30 Uyr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Universitätsreitinstitut, Brandplatz. Nege Bautätigkeit in Marburg. LPD. Marburg, 16. Juni. Nachdem die in den Nachkriegsjahren äußerst rege Bautätigkeit in Marburg bis zum Jahre 1932 fast gänzlich zum Erliegen gekommen war, macht sich seit dem Jahre 1933 wieder ein erfreulicher Ausstieg bemerkbar. Ueberall entstehen am Rande der Stadt — an den Hängen der Lahnberge, im Nordviertel, am Rotenberg, im Stadtteil Ockershausen usw. — neue Ein- und Mehrfamilienhäuser. Im Jahre 1935 wurden insgesamt 66 Wohngebäude mit 10? Wohnungen errichtet. 59 dieser Neubauten umfaßten ein bis Zwei Wohnungen, während nur sechs davon drei bis vier Wohnungen enthalten. Durch teiluna, sowie Um- und Ausbau von Gebäuden konnten 14 neue Wohnungen geschaffen werden. 37 Neubauten mit 55 Wohnungen waren am Jahresschluß im Bau begriffen. Für das Jahr 1936 ist bis jetzt der Bau von 10 Hausern mit 30 Wohnungen baupolizeilich genehmigt. Ferner sollen noch verschiedene Eigenheime in Angriff genommen werden. Hervorragenden Anteil an der Wohnungsbau« tätiqkeit in Marburg hat der Bau- und Sparverein, welcher in 1935 allein 26 Wohnungen errichtete und in 1936 neben mehreren Eigenheimen 20 Kleinwohnungen fertigstellen wird. 13 Volksschädlinge vor der Mainzer Strafkammer. Steuerhinterziehung und Deinfälschung. LPD. Mainz, 16. Juni. Am Montag begann vor der Großen Strafkammer in Mainz ein Prozeß gegen 13 Angeklagte aus Rheinhessen, die sich wegen Steuerhinterziehung und Weinfälschung zu verantworten haben. Die Beweisaufnahme, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt wird, dürfte durch die Vernehmung von 32 Zeugen mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Beschuldigten, Landwirte, Weinhändler und Gastwirte, unter ihnen der Hauptangeklagte Ernst Bronne aus Wörstadt, haben 55 000 Kilogramm Futterzucker an Nichtbezugsberechtigte verkauft ober selbst widerrechtlich bezogen. Dieser Zucker darf bekanntlich steuerfrei nur von Viehhaltern bezogen werden. Durch das Vergehen der Angeklagten wurde das Reich erheblich geschädigt. Außerdem hat ein Teil der Angeklagten aus Wasser und Weinsäure einen sogenannten Trester- und Drusenwein hergestellt, den sie teils mit Obstwein verschnitten, teils mit Chemikalien „aufgebessert" hatten und als „Wein" bzw. als Stichwein in Verkehr brachten. Das Urteil dürfte vor Ende dieser Woche kaum zu erwarten sein. Der Schatz im Karbidschlamm. LPD. Frankfurt a. M., 16. Juni. In einem Frankfurter Fabrikbetrieb war ein Arbeiter tätig, der sich eine Anzahl Autozubehörteile aneignete. Es galt nun diese unbemerkt aus dem Betrieb herauszubringen, wozu der Täter einen Weg wählte, auf dem es tatsächlich unbemerkt blieb, daß gestohlene Ware entfernt wurde. In die Fabrik kam öfter ein Gärtner gefahren, der Karbidschlamm abfuhr. Es gelang dem Dieb, den Gärtner für den Plan zu gewinnen, und so wanderte das gestohlene Gut im Schlamm verborgen hinaus. Aber beim Abladen wurde von dritter Seite bemerkt, daß da etwas nicht in Ordnung war, und so kam es, daß sich der Dieb und sein Mittäter als Angeklagte vor dem Schöffengericht einfinden mußten, das den Arbeiter zu sechs, den Gärtner zu vier Monaten Gefängnis verurteilte. (Sitte originelle Sammelidee. LPD. Bad Erns, 15. Juni. Arn Rotkreuztag verwirklichten hiesige Sammler eine originelle Sammel- ibee. Sie zogen am Kurfaal auf beiben Seiten ber Straße am Ranbe bes Bürgersteigs einen Kreibe- strich, eine sog. „Pfennigs-Lini e". Jeber Vor- übergehende half zu einem guten Erfolg biefer Pfen- nigs-Linie. So reihten sich auf ihr Pfennig an Pfennig, bazwischen schoben sich Fünfziger unb sogar Silberlinge. Als bie Sammler ihrer Linie Halt geboten unb abzählten, ba lagen 136 Mark auf ber Straße. Kreis Wetzlar 0 21 u 5 bem Hüttenberg, 16. Juni. Die Obstaussichten im hiesigen Bezirk finb nicht so rosig, wie man erst annahm. Hatte man gehofft, baß nach zwei Jahren geringer Ernte, in biesem Jahre eine Rekorbernte zu erwarten sei, so sah man sich getäuscht. Le bi glich bie Kirschen versprechen eine reichliche Ernte. Bei Pflaumen und Zwetschen, ebenso Mirabellen und Reineklauden, ist mit einer guten Mittelernte zu rechnen, b. h. wenn nicht bie Blattläuse, die stellenweise sehr stark auftreten, die Ausbildung der Früchte behindern. Bei dem Kernobst ist der Behang sehr verschieden. Eine mittlere Ernte wird jedoch nicht erreicht. Einzelne Birnensorten haben gut angesetzt. Am meister Schaden hat der Apfelblütenstecher angerichtet, so daß in manchen Orten mit einer knappen Ernte an Aepfeln zu rechnen sein wird. Beerenobst gibt es wieder eine reichliche Menge. o^imGleflwssser j bringt a'le : iTopfP^nzen zurschöniten Entfaltung. HGeschäfts-Drucksachen W = Briefumschläge = Wbsi Brühl, Schulstraße 7 Motorräder zu verkaufen: FN„ 350 ccm, generalüberholt, Bosch- Anlage, 300 ik.-Jap (Esch), 500 ccm, kopfgest., 350 Olk. - DKW., 198 ccm, 200 Mk. - Hanomag-Wagen 2 10 PS, 270 Mk. - 2 Ztindlichtmaschinen für Motorräder, p Stück 45 Mk. - Sämtliche Fahrzeuge sind einwandfrei. 90 A, Bereifung. Angebote an [3877D Baiser, Marburg, Kasseler Str. 25. Die Deutsche Arbeitsfront NS. Gemeinschaft »Kraft durch Freude« Morgen Donnerstag, den 18. 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